Morgenausgabe Ar. 275 A 141 4S.Zahrgang Wöchentlich 85 Psg, mmintlich 8,50 TO, im norau« ,-hld«, Postbezug/, b>» 17 Uhr. Jentvalovgan der Sozialdemokratische« Vaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße S Fernsprecher: Tonbosf 292—297 Telegramm-Adr,: Sozialdemokra» Berlin Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlin S7bSS,— vanNomo: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamte« Wallftr. K. Ditkonto-Äesellschast. Depositenkaste Lindenstr, L Verhandlungen im Zieichstag. Zunächst Sozialdemokratie und Zentrum.— Llm die„sachlichen Voraussehunge«� der Regierungsbildung. Offiziell wird gemeldet: Am Dienstagnachmitlag fanden Verhandlungen zwischen ver- trelern der sozialdemokratischen und der Zentrum»-- sraklion stall, die der Schafsung der sachliche« Voraussehungen für die Regieroagiblldung galten. Es handelt sich um die bereits angekündigten Besprechun- gen, zu denen das Zentrum die Abgg. o. Gu6rard, Wirth, Perlttius, Stegerwald und Esser dele- giert hatte. Die sozialdemokratische Fraktion entsandte dazu gleichfalls fünf Mitglieder, nämlich die Gen. B r e i t s ch e i d, Graßmann, Hilferding, Keil und Wels. Ueber den Verlauf meldet das Nachrichtenburau des Vereins Deut- scher Zeitungsoerleger: Die am Nachmittag um 5 Uhr begonnenen Verhandlungen zwischen den Unterhändlern der sozialdemokratischen Reichstags- fraUion unter Führung des Abg. Müller-Fronken und den Unter- Händlern des Zentrums unter Führung des Abg. Gutrard nahmen ziemlich zwei Stunden in Anspruch, Zwischen diesen Parteien wurde, wie wir hören, zunächst verhandelt, weil beide Fraktionen sich schon über ihre Forderungen im klaren sind, während z. D. bei der Deutschen Voltspartei erst noch die für Mittwoch angesetzte Fraktionssitzung abzuwarten ist. In den Verhandlungen zwischen Sozialdemokraten und Zentrum gelang es heute schon, in ge- wissen Punkten eine verstLndiguug zu erzielen. Im ganzen scheinen dadurch also die Verhandlungen über die Regierung». bildung schon zu einem TeU gefördert zu sein. Die Verhandlungen sollen morgen fortgesetzt und durch diejenigen mit den anderen in Letrachs kommenden Partelen ergänzt werden. Die Fragen, die besprochen wurden, betrafen die Sozial- und Wirischastspolitik sowie auch die Schulpolitik. Nach diesen Besprechungen versammelte sich die Zen- trumsfraktion. Ueber die Sitzung berichtet das genannte Bureau weiter: Abg.». Guckrard berichtete über die Verhandlungen. Daran schloß sich eine Aussprache, die am Mittwoch vormittag sortgesetzt wird. Wie wir hören, wird in Zentrumstreisen der Stand der Ver- Handlungen günstig beurteilt. Wie wir weiter aus Zentrums» kreisen erfahren, Hot der Abg. Müller-Franten an den Reichsarbeitsminister Dr. Braun» bzw. an die Zentrumsfraktion das dringende Ersuchen gerichtet, daß Minister Dr. Brauns in seinem Amte verbleiben möge. Dr. Brauns und die Zentrumsfraktion haben diesem Ersuchen zugestimmt, allerdings unter der Voraussetzung, daß Dr. Brauns alsbald zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen längeren Erholungsurlaub antritt. Auch die Reichstagsfraktion derBayerischenVolks» Partei hielt am Dienstag abend noch eine Sitzung ab, in der Abg. Leicht einen Bericht über die politische Lage er» stattete. Beschlüsie wurden nicht gefaßt. Die Haltung der Volkspartei. TU. verbrettet folgend«, ofsenbar von volksparteilicher Seite stammende Mitteilung: In der Besprechung, die der Abg. Hermann Müller mit dem F raktionsoorsitzenden der Reichstagssraktion der Deutschen Volksparte!, dem AAbg. Dr. Scholz, hatte, wurde eine Reihe von Fragen erörtert, die sich auf die grundlegende Richtung der künftigen Regierungsbildung beziehen. Der Abg. Dr. Scholz erklärte in dieser Besprechung die Bereitwilligkeit der Deutschen Volkspartei zu den Verhandlungen über die große Koali- tion. Die Entscheidung bleibt selbswerständlich der Reichstags- f r a k t i o n der Deutschen Volkspartei vorbehallen, die am Mitt- wach vormittag zusammentritt. Irankenstabilisierung beschlossen. Zum jetzigen Kurs: Ein Künste! des Vorkriegsweries. Paris. 12. Juni.(Eigenbericht.) Der französische Ministerrat hat am Dienstag die Gtabilisierung der französischen Währung endgültig beschlossen. Der Pensionsminister Mari« hat angesichts der Drohung Poincarös, die Ge» samtdemisfion einzureichen» seinen Wider st and auf» gegebe«. Die Stabilisierung des Franken wird auf der Grundlage des gegenwärtigen Kurses er- folgen» voraussichtlich zu 12S»1 das Pfuad» das ist ei» Fünftel des Borkriegswertes. Man rechnet damit» daß das Stabilisierungsgesetz am 23. Juni einge- bracht und sofort verabschiedet werden wird. Ein entsprechendes Gesetzesprojekt soll den beiden Kammern sofort nach der Bildung der Finanzkommisston vorgelegt werden. AicklinS und Aoss6s Mandate werden bestätigt. Paris. 12, Juni. Der zur Nachprüfung der Wahl in den Wahlkreisen Altkirch und Kalmar zuständige Kammerausschuh hat heute nachmlktag beschlossen, der Kammer die Galtigkeitserklärung der Wahl der Abgeordneten Rlckllo und Voss«, die ln den Wahl- kreisen nlch« ongefochlea wurde,»orzuschlagen. Die deuisch-polnischen Beziehungen. Zalestis Hoffnung auf Handelsvertrag mit der deutschen Linksregierung. Paris, 12. Juni.(Eigenbericht.) Der polnisch« Außenminister Zaleski hat am Dienstag nach. mittag im Anschluß an seinen Besuch bei Briand die Presse em- psangen. In einem längeren Expos« über die außenpoliti» sche Situation Polens erklärt« er, daß in dem Verhältnis mit Litauen bisher kein wesentlicher Fortschritt erzielt worden sei. Dagegen erkannte er unumwunden die Korrektheit der deutschen Haltung im polnisch-litauischen Konflikt an, Di« deutsche Regierung habe ihren ganzen Einfluß in Kowno l m Sinne einer Vermittlung aufgeboten. Die Beziehungen zu Deutschland bezeichnete Zaleski als normal und freundschaftlich. Die Handelsver» tragsverhandlungen seien durch die deutschen Wahlen im» terbrochen worden. Die polnische Regierung hoffe aber mtt der neuen Regierung, in der die Linksparteien das Uebergewicht hätten, bald zu einer Verständigung zu gelangen. Neue italienische Grenzübergriffe. Innsbruck» 12. Juni. Am Vormittag des 10. Juni wollten vier Ar» beiter von der Station Brenner See von der Lands» huter Hütte aus einen Aufstieg ans de« Kraxentrager unternehmen. Sie wurden von fünf italienischen Flnauzfoldaten» die mit Gewehren bewaffnet auf österreichisches Gebiet kamen, angehalten und be- droht. Als sie darauf stehen blieben, wurde» sie von den Finanzsoldaten gefesselt und mit vorgehaltenem Gewehren zur Hütt« abtransportiert» wo ste einer Unter- suchnng unterzogen und nach IX Stunden wiederfret» gelassen wurden. Die ganze Angelegenheit spielte sich ans österreichischem Gebiet ab. Nicht reumütig genug! Moskau. II. Juni. Die Zentrolkontrollkommission der Kommunisti- schen Partei hat beschlossen, die vor kurzer Zett von den aus der Partei ausgeschlossenen Mitgliedern der Opposition Safarow, Wuso- witsch, Wardin, Tarchanow. Raumow, Babitschew und Budsinski eingereichten Gesuch« um Wiederaufnahm« abzu» lehnen. Die gemahregelten Oppositionellen hatten ihren Gesuchen längere Erklärungen beigefügt, in welchen ste chre Bereit» Willigkeit ausdrückten, mit der Opposition zu brechen. Diese Erklärungen aber hat die Zentralkommission für.ungenügend" be- sunden. Wenn auch in der amtlichen Bekanntmachung über die Ablehnung der Gesuch« auf Einzelheiten nicht eingegangen wird, so läßt sich doch ohne weite«, erraten, daß die Zentralkommission die bedingungslos« Unterwerfung unter die Parteimehrhelt w den Erklärungen der genannten Oppositionellen vermißt, die. wie der Parteisekretär Iaroslawsti erst kürzlich in der Presse da». gelegt hat, die Vorbedingung jeder Prüfung von Wiederaufnahme- gesucher ist, chastlichen Abhängigkeit, die ihr zu- großen Teil noch immer ist. Und der Ursache finden wir(wieder pso- d- Die Stimmabgabe der Frauen Ein Wort an die Männer. Von Marie Zucharz. Die Statistik der getrennten Abstimmungen zwwgt zum Nachdenken. Zweifellos ist die Schlußfolgerung aus den Teil- seststellungen richtig, daß die Frauenstimmen im ganzen Reich in starkem Maße dem Zentrum, der Bayerischen Volkspartei und in vorwiegend evangelischen Teilen des Reiches den Deutschnationalen zugute gekommen sind, und daß der Steg der Sozialdemokratie noch größer wäre, wenn die Frauen der Arbeiterklasse ihr in gleichem Maße, wie die Männer das taten, ihr Vertrauen entgegengebracht hätten. Das Resultat der getrennten Ab st immun- ?en gibt denen recht, die die politische Auf» lärung und Schulung der Frauen für eine der notwendigsten Aufgaben der Partei Haltern Als man uns während des Krieges die besonder»„spar- same Wirtschaftsführung lehren wollte, fiel sehr oft das Wort:„die Frau ist von Natur koservatio. Sie kann sich nicht freimachen von den Ueberlieferungen der Mütter und Großmütter. Das war ein Schlagwort im Munde vieler, die sich nicht im Sparen geübt hatten und von der Arbeiter- frau nichts wußten. Aber etwas Wahres ist am Konservatis- mus der Frau. Die Ursache für das heute noch sehr stark nach recht» tendierende politische Empfinden der Frau ist tra- ditionell-konservativ. Sie hängt an erworbenen materiellen und geistigen Gütern, die zu pflegen Jahrhunderte ihre Le- bensaufgabe und Bestimmung gewesen ist. Das hängt sicher zusammen mit ihren weiblich-mütterlichen Eigenschaften, aber noch mehr mit der wirtscha� � gewiesen war und zum gros einen nicht kleinen Teil der Ursache finden wir(wieder psy chologisch eng damit zusammenhängend) in der traditionellen Erziehung, die die Frau im Elternhause, in der Schule und durch das Leben bekommen hat. Erst jetzt wächst lang- sam unter der Einwirkung des modernen Wirtschaftslebens mit der größeren Selbständigkeit der Frau, des Frauenwahl- rechtes und der ganz umgewandelten politischen Ver- Hältnisse ew anderes Frauengelchlecht heran. Die Entwick lung kommt auch hier dem Sozialismus zugute. Augenbli lich wirken die überlieferten Anschauungen noch stark na, Es wird einer zielbewußten politischen Erziehung bedürfe um diesen geistigen Entwicklungsprozeß zu beschleunigen und ihn sozialistisch zu beeinflussen. Aber das Resultat einer durch Jahrhunderte gehenden Erziehung läßt sich in einem Jahrzehnt nicht grundlegend verändern. Sehen wir uns die Ziffern aus dem Reich« an, dann fällt uns daran auf, daß die wählenden Frauen eine befon- dere Vorliebe für die Parteien vekunden, die im politischen Tageskampf der Kirche«inen starken, auf die Dauer aesicher- ten Einfluß auf die Schule und das ganze öffentliche Leben geben wollen und damit den politischen Kampf auf kirchlich-religiöses Gebiet übertragen. Es ist aber durchaus nicht so, wie vielfach angenommen wurde. daß die Frauen politisch unter dem Einfluß des Manne»(Ehemann, Verlobter, Vater, Bruder, Freund) stehen und bei der Wahl den gleichen politischen Willen kundgeben. In katholischen Gegenden beeinflussen zwar Nonnen, Or- dens- und andere Krankenschwestern das Wahlresultat, aber darüber hinaus steht fest, daß viele Ehefrauen und andere weibliche Familtenmitglieder ganz bewußt einer dem Mann entgegengesetzten politischen Meinung Ausdruck geben wollen. Sie sehen die Kindererziehung, den Bestand der Familie, die geistigen und seelischen Güter, die sie durch Tradition und Erziehung übernommen haben, in Gefahr. Sie wissen es nicht, daß die Sozialdemokratie mit ihrem Ruf nach Gerechtigkeit und Freiheit in der Schulerziehung, mit ihren Forderungen nach gleichem Recht für Mann und Frau im Beruf und im bürgerlichen Rechtsstaat, mit ihren modernen Ideen, z. V. nach der Umgestaltung des Elternrechtes(ein- schließlich der Erleichterung der Ehescheidung) und ihren An- schauungen über bevölkerungspolitische Fragen, durch eine bestimmte durch Sozialismus und Demokratie gebundene Freiheit der persönlichen Lebensführung, zum Teil alte For- derungen fortschrittlicher bürgerlicher Schichten übernommen, gesichtet und ausgebaut hat. Das noch vorhandene Manko an sozialem Denken läßt diese Frauen noch nicht erkennen, daß solche Ideen nur Wurzel fassen, wenn die soziale Eni- Wicklung schon ihr« Erfüllung verlangt. Sie sehen es nicht, daß aus der wirtschaftlichen Entwicklung erst die sozialen Be- dürfnisse entstehen. Und man muß ihnen oft, sehr oft sagen: Nicht der Sozialismus ist es, der die Familienbande ge- lockert hat, sondern die heutige Wirtschaftsordnung mit der Entwicklung von Industrie, Handel und Verkehr und der dadurch notwendigen Frauenerwerbsarbeit. Nicht da» durch, daß wir unwiederbringlich Entschwundenes festhalten wollen, sondern dadurch, daß wir aus der neuen Epoche das Beste für alle Menschen zu gewinnen suchen, dienen wir dem Ganzen. Nicht gegen das Kommen einer neuen Zeit mit an- deren neuen Lebensformen sollen wir un» wehren, sondern mitbauen, mitformen, um das Edelste und Beste mit unferm Tillen erstehen zu sehen. Wir müssen uns flar darüber sein: die Ideen der Sozialdemokratie über soziale und persönliche Lebensgeftaltung finden in breiten proletarischen Schichten deshalb noch nicht den norbereitenden Boden, weil das soziale Bewußtfein der Frauen noch nicht gemedt und genügend geschult ist. Nur eine bestimmte Oberschicht des meiblichen Proletariats hat in feinem Benken mit der modernen Entwicklung Schritt ge halten. Erstes Ziel der politischen Erziehung muß fein, das Berständnis der Frauen für die sozialen zu fammenhänge zu meden. Die nur für die Ehe und Familie erzogene Frau, deren Sinn nur familienegoistisch beeinflußt murbe, hat die heute wählende Frauengeneration er zogen. Diese Frauen betrachteten( und so sehen sie es 3. heute noch) die Erwerbsarbeit für sie und dann für ihre Töchter als einen läftigen, glücklicherweise vorübergehenden, Abschnitt ihres Lebens. Wenn es anders tam, jo jahen sie darin ein widriges persönliches Schicksal, teine soziale Frage. Gemig brachte die Erwerbsarbeit für viele Frauen ein Stüd materieller und physischer Befreiung. Aber in der gedrückten wirtschaftlichen Lage der noch schlechter als der ann entlohnten Arbeiterin und der dreifachen Last. die die verheiratete Frau zu tragen hatte, lagen zu gleich die Hemmungen für die Entwicklung einer sozialen Geistesrichtung. Erst der sozial aufgeschlossene Mensch ist empfänglich für politisches Den fen. པེ ॰༣ ༣༤ ༎ Stellen wir uns die wahlfähigen Frauen vor, so sehen mir: Erwerbstätige und Nur- Hausfrauen, das junge Mädchen, dem die Welt noch voll Illusionen ist, die reife, die schon alternde unverheiratete Arbeiterin oder Angestellte, die schon Abrechnung mit der Rechten. Ministerpräsident Braun antwortet der Opposition. Sm Sanding murde gestern die Mussprache über die Regierungs| fchon gefag, boß, wenn hier eine einseitige Darstellung vorgelegen aflanung abgebrochen. Wir berichten darüber in der Bellage. Sur bötte, Sie piele Rabe als Wahlmaterial gegen bie Staatsregierung Berlauf der Auseinandersegungen ergriff Ministerpräsident Genoffe ja hätten vermenden fönnen. Sie haben aber nur Ihrerseits Dr. Braun noch einmal das Wort, um ber Opposition zu ant einseitiges Material den Lesern Ihrer Zeitungen zur Kennt Ministerpräsident Braun morien. mendet sich zunächst gegen die Bemertung des Abg. Kasper( Romum.), daß ber untius Becefft bie Bolitit bes Sentrums in Deutfdy land fchiebe, Er exflärt habei: Jch erhebe gegen diefe Angriffe auf einen bei der preußischen Regierung affreditierten diplomatischen Bertreter und gegen den Bersuch, einen solchen Diplomaten über haupt in die Landtagsbebatte einzubeziehen, ben darfften in spruch.( Lärm bei den Kommunisten und Rufe: Er verteidigt den Schieber noch!") Beiter, fo führt der Ministerpräfibent bann aus, wurde in der Debatte von verschiedenen Seiten die Polizei wegen ihres Verhaltens bei den letzten Zusammenstößen angegriffen. ( Rufe bei den Kommunisten und Nationalsozialisten: Die Gummifrüppelpolizei!) Der Bericht des Polizeipräsidenten über diese Zusammenstöße liegt dem Staatsministerium bisher noch nicht vor. Aber ich möchte trotzdem allgemein sagen, daß, wenn auch die Polizeibeamten sich selbstverständlich gegenüber dem Bublikum und bei Demonstrationen die größte Zurüdhaltung auferlegen müſſen, es ihnen niemand und zu allerlegt das Staatsministerium verdenken wird, daß sie von ihrer Befugnis zur Aufrechterhaltung der Ordnung nachdrücklichst auch dann Gebrauch machen, wenn fie beschimpft und beleidigt merden.( Großer Lärm bei den Kommunisten und Rufe: Wir werden uns Ich kann daher den Polizeibeamten, die bei diesen Borkommniffen eine schwere Probe bestehen mußten, nur meine Anettennung ausfprechen, zumal fie in unerhörter Weise provoziert worden sind.( Muse bei den Kommunisten: Hat Weiß die Polizei auch provoziert?) nis gebracht.( Großer Lärm rechts.) Ich habe schon am Sonnabend gefagt: Wenn die rechtsgerichteten Zeitungen nicht ihre journaliſtiſche Pflicht erfüllen, sondern ihre Leser nur einseitig unterrichten, dann ist die Regierung nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, den Wählern auf anderem Wege Tatsachenmaterial zugängig zu machen. ( Beifall bei den Regierungsparteien.) Wenn sich alle Teile einer größeren Objektivität befleißigen wür den, brauchte man darüber nicht so scharfe Debatten zu führen. Der Ministerpräsident erinnert bei biefer Gelegenheit an ein Rundschreiben, das von einer deutfcnationalen Organis fation ausgegangen fei und morin es u. a. heißt, jeder größere Besitzer müsse dafür sorgen, daß seine Arbeiter deutschynational wählen, Beiter ist der Satz enthalten: eg Jeder Familie einen Taler zugefagt, wirtt für die Wahlen Wunder!"( Stürmisches Hört! hört! bei den Regierungsparteien. Lärm bei den Deutschnationalen und Rufe: Die haben wir ausgeschlossen!) Wer mit solchen Mitteln arbeitet und die Wähler fo niedrig einfchäht, follte anderen teine Borwürfe machen. ( Lebh. Zurufe bei den Dnatl.: Sosialistische Wahlseife!) Weiter zitiert der Ministerpräsident eine Entschließung des Band bundes, die der Staatsregierung aus gewerblichen Streifen zu gegangen sei und worin es heißt: Händler, soweit fie im Nebendas Sprungdem Landbund nicht angehören, werden nicht mehr besucht.( Anhaltendes Hört! Hört! bei den Regierungsparteien. Stürmische Unterbrechungen bei den Dnatl. und Rufe: Kaiserhof!) Ich habe im Raiserhof bas Sprunggeld für Bullen nicht erhöht.( Immer er neute lebhafte Unterbrechungen rechts.) 3ch habe viele Wahlver. fammlungen draußen abgehalten, muß Ihnen( nach rechts) aber fagen, daß auch die oppositionellen Befucher dieser Berjammlungen fich viel gesitteler benahmen als Sie dies hier tun.( Rebhafte 3u ftimmung bei den Regierungsparteien.) Wenn der Abg. Dr. v. Winterfeld erklärt hat, im Rechenschaftsbericht der Staatsregierung fei verschwiegen worden, daß& B. die Hilfe für die Bandwirtschaft deshalb heute nicht größer sei als früher, weil auch die Kauftraft gesunken ist, so ist diese Behauptung unrichtig. Denn felbft unter Berücksichtigung der gefundenen Rauffraft ergibt sich, die verheiratete erwerbstätige Frau, der die Ehe nicht die man fann politische Demonstrationen auch abhalten, ohne bie ihre beruf Handwerker find, aber nicht dem Landbund angehören, erhalten Gorge um die Existenz abgenommen, sondern ihr nur die Ar Pflicht tuenden Beamten in der schärfsten Weise zu beschimpfen. geld für Bullen um 15 Prozent erhöht. Gasthäuser, deren Inhaber beitslaft und Berantwortung vergrößert hat. Wir sehen die( Lebhafte Zustimmung bei den Regierungsparteien.) Fabrifarbeiterin, die Mäherin, Schneiderin, Buzarbeiterin, Heimarbeiterin, Bureauangestellte, Berfäuferin, Sekretärin, Lehrerin, Künstlerin, Beamtin, die Aufmärterin, Waschfrau, Botenfran. Wir sehen sie mit verarbeiteten Händen, gebeugtem Rücken, zerfurchtem Gesicht, aber auch in guter fouherer Kleidung, mit gepflegtem Körper und durchgeiftigten Gefichtszügen Bir fennen wahl einige Jahlen der Abftimmung, millen daraus, wie die Frauen im ganzen abweichend von den Männern gestimmt haben. Aber wir wissen nicht, mie sich die Stimmen der Frauen nach Altersgruppen und Beruf auf die einzelnen Barteien verteilen. Nehmen wir an, daß die Frauen, die nicht sozialdemokratisch wählten, sich aus all diesen Schichten zusammensehen. Die junge Toch ter aus dem Arbeiterheim ist noch immer von der Idee er füllt, daß Che und Berjorgung einmal an die Stelle der Ermerbsarbeit treten merden. Der geistige Einfluß an der Ar beitsstätte paßt sich diefer Ideologie oftmals en. Auch dann, wenn Männer im Betriebe arbeiten, die für fich felbft ganz andere Konsequenzen aus ihrer fozialen Lage ziehen. Biel schlimmer noch ist es dort, wo nur Frauen und Mädchen im Betrieb find und wenn dann noch durch äußere Sauberteit der Beschäftigung( im Bureau, Geschäft, Schneiderei uim.) bie ulion genährt wird, deh men doch eigentlich et mas Belleres fei, dann ist für soziale oder gar politische Gedanfengänge fehr fchmer Eingang au finden. tätig war. Aber diese jungen Mädchen find Arheitertöchter. Sie Toben meistens in einem inpischen Proletarierhaus; der Bater ist vielleicht Sozialdemokrat, mindestens aber doch sozialde mefrotischer oder vielleicht auch fommunistischer Wähler. Bei der feit Jahrzehnten dauernd steigenden Zahl der ermerbstätigen Frauen ist anzunehmen, daß fast jede per beiratete Frau, die der Arbeitertlaffe auzuzahlen ift. mindestens eine Beitibres Lebenserwerbs Dit fie Hausangestellte oder Landarbeiterin gemefen, oder ist sie mit der oben erwähnten weltfremden Einstellung ihrer Arbeit nachgegangen, dann ist ihr die In tereffenwelt des flaffenbewußten Arbeiters bis zu ihrer Ehe trodem fremd geblieben. Und oft genug fehlt dann auch in her Che das, was schon im Elternhause nicht porhanden war: Die Einsicht in die Notwendigteit einer politischen Er siebung aller Familienmitglieder. Wieder sind es die Mütter, die neben der Schule einen starken Einfluß auf das Werden der Kinder, besonders der Töchter, haben. Es ist eine Sette ohne Ende. Soll es fa bleiben? Bir müssen doch wohl hier ein eutfcheidendes Wort an unfere männlichen Ge noffen richten. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, Sozialdemokrat sein, heißt bewußt politifch handeln, Des halb wollen wir nicht etma, daß die Frauen bedingungslos tum, was die Männer für richtig halten. Aber auf die große Mehrzahl der Männer mirfen die Einflüffe des täglichen Le hens viel stärker aufrüttelnd, weil es für sie nicht die niele fachen materiellen und pinchologischen Hemmungen gibt, von denen aben die Rede war. Es ist ihre Pflicht, die gewonne nen Erkenntnisse auch im Familienleben starter auswirken zu faffen. So lange die organisierten und tätigen Genoffins nen in den an Bahl faft vierfach fo ftarten männlichen Ge noffen in ihrer Bionierarbeit teine wesentliche Stüße,&. I fogar Widerstrebende finden, wird man auch über mangelndes politisches Intereffe der Frauen und über ihre für den Sozialismus ungünstige Stimmenabgabe flagen. In der preletarischen familie liegt der Schwerpunkt der politischen Erziehungsarbeit. Der neue Reichstag foll uns Anfporn sein, uns au rüften für neue erfolgreiche Kämpfe, für neue Siege für den Sozia 296 ball fismus. Zollverhandlungen mit Deutschösterreich In Bien beginnen am 15. Juni die Berhandlungen über einen deutsch öfterreichischen Handelsvertrag, der das bisher in Gültigkeit hefindliche Abkommen von 1920 und die feither abgeschlossenen zu jazabkommen ersehen soll. Man rechnet damit, daß die Berhand fungen in Wien zunächst 14 Tage dauern und daß fie im September in Berlin fortgelegt werden. Bom Abg. Kube ift gegen den Herrn Juftizminister ein Bor murf erhoben worden, der das Unsehen des Ministers faum in schwer schädigen fann, wie das Ansehen des Hauses, in dem so etwas aus gesprochen werden konnte. Ich möchte aber doch nicht unterfassen, die in dem Vorwurf des Abg. Rube enthaltene ungeheuerliche Berdächtigung der Richter scharf zurüdzuweisen.( Beifall bei den Regierungsparteien.) zu den Ausführungen der beiden deutfchmationcien Redner muß ich gestehen, daß, someit der Abg. Baeder in Frage kommt, der mit fehr unrichtigen Argumenten operierte, es mir feider unmöglich ist, ihm mit dem gleichen Stimmaufwand zu antworten. Ich werde mich bemühen, mil der gebotenen Gachlichkeit die Dinge auf den Kopf zu stellen...( stürmische Heiterkeit bei den Deutschnationalen und Rufe; Sehr richtig!), auf die Beine zu stellen, die Herr Boeder auf der Kopf gestellt hat. Bon deutschmotionaler Seite wurde geject, i amtiere überhaupt zu Unrecht, und es murde mit der Anrufung des Staats. geridhishots gedroht.( Sehr wohrl rechts) Bor drei Jahren prohten Sie( nach rechts) igen einmal mit dem Staatsgerichtshof. Sie haben sich homols mohl gehütet, bas zu tun. Benn Sie jetzt eine falche Entscheidung herbeiführen wollen, fo lehe ich dem mit Rube entgegen. In Breußen ist es fp, daß, wenn der Landtag der Ministerpräsidenten gewählt hat, dieser Ministerpräsi bent solange amtiert, bis ihm das Bertrauen ent. bent solange amtiert, bis ihm das Bertrauen ent: zogen wird. Da das jetzt nicht geschehen ist, und ba es, wie ich aus den Erklärungen der Regierungsparteien entnommen habe, mohl auch nicht geschehen wird, werde ich weiterhin auf meinem Bosten ausharren. Immerhin gibt es noch einen anberen Fall. Es kann eine Wahl so ausfallen, daß das Ministerium in die minderheit gerät. Dann ist es parlamentarischer Brauch, daß bas Rabinett aurüdiritt, wie es jest im Reiche geschieht. Der ministerpräsident verwies in diesem Zusammenhange darauf hin, daß auch in Frankreich, bem parlamentarischen Brauch gemäß, bas in den Wahlen siegreiche Kabinett Poincaré im Amte geblieben ist. Zu den Ausführungen der deutschnationglen Rebner gegen die Berbreitung der Hirifiefer Rede erklärt der Ministerpräsident nochmals, daß es sich dabei nur um eine Etatsrede gehandelt habe, wie fie bei der dritten Befung üblich fei. Daß in dieser Rede Zahlen angaben und andere Einzelheiten enthalten maren, erkläre sich aus der Tatsache, daß man menige Tage vor der Auflösung des Bandtages ftand. Falsch sei die Auffassung, daß etwa die Staatsregierung mit dieser Rede Wahlbeeinflussung betrieben hätte. Wenn der fachliche Inhalt der Rede Einfluß auf die Entscheidung der Wähler ausgeübt hat, jo hatte er zweifellos eine gute Wir. fung zeigte er doch, daß die Wähler mehr für Tatsachen emp fänglich find als für unrichtige Agitationsbehauptungen,( n haltende Unterbrechungen bei den Deutschnationalen.) Sie( nach recht) haben selbst zugestanden, daß in der Rebe nichts unrichtiges enthalten war. Und der Abgeordnete Dr. Bauscher bat Zusammentritt des Reichstags. Beute Wahl des Präfidiums. inau Am Mitmoch nachmittag um 3 Uhr tritt der Reichstag a feiner ersten Sigung zusammen. Alterspräsident Bod wird die Tagung mit einer furzen Rede eröffnen. Dann fann die Konftinierung vor sich geben. Die Sozialdemokratie schlägt als stärtste Fraktion für das Präsidium wiederum Löbe vor. Er dürfte mit großer Mehrheit durchs Ziel gehen. Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion bejante fich om Dienstag u. a. auch mit der Wahl des dritten Bize präsidenten, der nach der Stärte der Reichstagsfraktionen in Butunft nicht mehr der Bolkspartei, sondern den Kommunisten aus fallen müßte. Die Sozialdemokratie wird für den kommunistischen Bizepräsidenten stimmen, wenn die Kommunisten die Geschäfts promung nicht nur anerkennen, fondern auch innehalten und die berechtigten Ansprüche der anderen Graftionen in bezug auf die Belegung des Bräsidiums anerkennen Stimmen die Kommunisten gegen Lobe für einen ausfidistolen Kandidaten aus ihren Reiben, dann wird die fezialbemofratische Frattion fich bei der Wahl des dritten Bizepräsidenten der Stimme enthalten Die Wunschiffen enthalten auf deutscher Seite vor allem die Forderung einer Ermäßigung der Zölle für Wolfgewerbe und andere Textilien somie Wünsche hinsichtlich verschiedener Erzeugniffe ber Maschinen, Metall- und Elettroindustrie. Desterreich fest fich hauptsächlich ein für eine günftigere Behandlung der Ausfuhr von Rund und Schnitthölzern und von Zuchtvish nach Deutschland. Die afferreichische buferie forhert Crmäßigung der Tertilzälle ruben. Eine größere Angchi von Arbeitslojen begab sich vor das In Warschau fam es am Dienstag zu 2rbeitslofeuun ( Baumwollgarne). Start beeinflußt dürften die Berhandlungen Gebäude des Arbeitsminifteriums und versuchte, für eine Delegation dadurch werden, das gleichlaufends Besprechungen zwischen Deutsch Einlos au erlangen. Der Bolizei gelang es, die Demonstrierenden land und der Tichojamalei noch nicht abgeschleifen jindhne größere 3miiden jälle zu zerstreuen, daß der verarmte preußische Staat mehr für die Landwirtschaft aufgewendet hat als das reiche frühere Preußen. ( Die fortgefeßten Unterbrechungen im Hause machen den Minifter präsidenten auf den Tribünen mur schwer verständlich. Bizepräsident Schwent muß wiederholt mit der Bräsidentenglode eingreifen.) 3m übrigen möchte ich darauf hinweisen, daß die hobe fenerlige Belastung, unter der auch die Landwirtschaft leidet, son ber Reigsregierung und nicht von der preußischen Staatsregie rung ausgegangen ift. 31 Gerabe unter einem deufichnationalen Reichsfinansminister.. den janiel Steuern zuviel erhoben, daß mie fogar mehr als por gefehen an den Reparationsagenten abführen mußten ( 2ärm rechts.) Benn Sie( nach rechts) fich daran gewöhnen finden. die schwere landwirtschaftliche Krise etwas fachlicher zu behandeln. bann würden wir uns über gemille Maßnahmen, die wirklich z ihrer Linderung führen tönnien, wohl mühelos einigen fönnen. Sie fehen aber das einzige Linderungsmittel nur in Zollerhöhun gen( Rufe bei den Dnatl.: Billigere Production!) Eine Verbilligung der Produktion liegt auch im Interesse der großen städtischen Kon fumententreife. Es ist aber erforderlich, daß bei unserer Exportpolitit darauf Bebacht genommen wird, daß die Kauftraft der Industriearbeiterschaft nicht zum Schaden der Landwirtſchaft meiter fintt. Der Ministerpräsident wendet sich dann der in der Debatte hervorgehobenen zunehmenden Abm anderung vom Often zu und erflärt, die preußische Regierung habe burch die Bereitstellung erheblicher Summen zum Bau von Laudarbeiterwohnun gen dazu beigetrogen, die Bandarbeiter feshaft zu machen. Nun jei es an den Arbeitgebern, fie so zu behandeln, daß sie bleiben tönnten, Eben aber erhalte ich wieder aus Offpreußen die Nachricht, daß an einer Stelle fieben Arbeiterfamilien gefündigt wurde, um ba für aht polnische Familien zuzuziehen.( Bfuirufe( ints.) Gegen die Staatsregierung ist der Bormyrf erhoben worden. fie tämpfe gegen das Christentum Die Staatsregierung steht hier auf dem Standpuntt meitestgehender Toleranz. Bir haben, so schließt der Ministerpräsident, in den letzten Jahren hier in Braußen mohl ben Bemeis erbracht, daß die aufbauenben Kräfte hinter ber Regierung unb bie zerfetzenden Kräfte auf Ihrer Seite ( nach rechts) stehen.( Beifall links. Biderspruch rechts.) Tientsin von Südtruppen besetzt.c Plünderungen und Schießereien im Eingeborenenviertel. Rep Bort, 12. Juni. Wie das Staatsdepartement mitteilt, haben die Nationalisten Tientsia bejezt London, 12. Juni. Nach Meldungen aus Tientsin ist es bei der Uebernahme der Stadt durch die Nationalisten im Eingeborenenviertel zu perschiedenen Plünderungen gefommen, so daß die Polizei ge 3mungen war, auf die Plünderer zu schießen. Die Zwischenfälle find jedoch nicht ernster Natur. Der Bolizei ist es gelungen, Ordnung und Ruhe aufrechtzuerhaften. In Tientsin herrscht ein ge wiffer Mangel an Nahrungsmitteln. Infolgedessen brach der Mob in einige Krankenhäuser ein und raubte die dortigen Brotorräte. Doubou, 12. Juni. Nach einer Meldung aus I ofio hat der japanilde Kriegs. minifter die amtliche Mitteilung vom Tode des Marschalls langtfolins erhalten. Condon, 12. Juni. Rach Telegrammen aus Schonghai hat die NantingRegierung ein manifeft vorbereitet, dos im Namen des Bereinigten Chinas Jämffichen fremben Mächten überreicht werden foll datin wird mitgeteilt, daß der krieg beendet sel, und die Mächte werden zur unverzüglichen Abberufung ihrer Truppen aus dem chinesischen Gebiet aufgefordert. Vravo Schwenk! De? kommunistische Laodtags-Dize waltet seines Amtes! Sn der heutigen Sitzung des Landtags führt« zum ersten» mal der neuaewählte kommunistische Vizepräsident Schwenk den Vorsitz. Er fand dabei Gelegenheit,, dem preußischen Ministerpräsidenten Genossen Otto Braun gegen nationalistise Störungsversuche mit Energie Buhe zu verschaffen. Als der Nationalsozialist H a a k e Genossen Braun durch lärmende Zurufe unterbrach, rief ihn Schwenk zweimalzurOrdnung und drohte ihm mit s ch ä r f e» ren Maßnahmen— d- h. mit Ausschluß, fall.» er weiter lärmen sollte. Damit hat Herr Schwenk natürlich nur die Pflicht er« füllt, die er zugleich mit feinem Amte übernahm. Dennoch bleibt der kleine Zwischenfall ungemein lehrreich. Die kam» munistische Press« beschimpft täglich fedcn Sozialdemokraten, der als Inhaber eines A m t e s die mit dem Amt verbünde- nen Pflichten gewissenhaft aueübt. Kommunistische Ruhe- störer und Prügelhelden nimmt sie stets in Schutz. Kaum aber hat ein Kommunist ein Amt übernommen da« ihn zum Hüter der parlamentarischen Ordnung macht, so sieht man schon auch ihn um den Schutz der„verfaulten Parlaments- rifchen Wirtschaft" gewissenhaft bemüht. Man sieht, daß auch er zum Schutz der parlamentarischen Ordnung vor der Androhung des Ausschlusses nicht zurückschreckt. Die Kommunisten könnten aus diesem kleinen Beispiel lernen. Die sozialdemokratischen Arbeiter freilich wtsien längst, wie wenig ernst sie die Anklagen zu nehmen haben, die die kommunistische Presse täglich gegen sozialdemo» k r a t i s ch« Inhaber verantwortlicher Aemter zu erheben gewohnt ist._ Oeutschnationale Selbstkritik. Noch kein Fraktionsvorstand gewählt. Die deutschnationale Reichstagsfrattion saß gestern den ganzen Tag. Sie hielt, wie offiziell gemeldet wird„eine eingehende Aussprache über die Probleme, die sich aus dem Wahlkampf ergeben haben, insbesondere über die Momente, die sich als schädlich für die Partei erwiesen haben." Ueber die Ursachen der Niederloge will man sich auch noch in weiteren Fraktionssitzungen beschäftigen. Eine Vorstandswahl kam in der deutschnationalen Fraktion noch n i ch t z u st a n d e. Als Grund wird der Ein- trstt von 14 neuen Mitgliedern in die Fraktion anaegsden, die erst„Fühlung nehmen" müßten. Das ist natürlich nur ein Dorwand. Offenbar ist der Widerstand gegen die bis- herige Fraktionsleitung so stark, daß sie sich vorläufig noch gar nicht traut, sich zur Wiederwahl zu stellen. Der Graf hat nicht mehr zu befehlen. Westarp, das Ende einer Diktatur!__ Stahlhelm au die Dottspartei! Scholz wird an sein« Derpfllchtimg erinnert. Durch TU. wird folgender Tagesbefehl des Stahlhelms ausgegeben: Der Ctahlhelwbunb der Fttmtso&aten hat trotz seiner grundsStz- licheu Einstettung gegen das herrschend« porlawentarrsche Parteien- imb seine Wablyrunblag«, da« Sistensyst«n. bei den Wahlen am 20. Mut sip, aftrn betätigt. Der Stahlhelm ging dabei van der Aussasiung auf, daß m für die Stahlhewckameraden bei den Wahlen sich Harum handelte, nicht Partaum, sondern einzelne Männer de» Stoh>hesmsv«rtran»ns zu wähle«. Dies« Männer, die mit dem Stahlhelmobzeichc« und dem Stahlh-lmgeist>« di« 'Parlament« einziehen. Hab« die verpslichwag. i« ihrer parlomen. tarischen Betätigung di« politischen Gwnbanschauungen de, Stahl- Helm» ul« einer politisch« Freiheitsbewegung zum Ausdruck zu bringen. Noch dies« Grundanschauung« ton» es für«ine.» Lbgeard- neten, der die Stahlhelmgesinnung vertritt, n i ch t in Betracht kam. m«. auch nur politisch-taktisch mit folgend« Kraft« zu- sammenzuarbeiten: l. Eine Zusammenarbeit ist abzulehn« mit solchen sozial- reaktionären Männern, die der vollberechtigt« Eingliederung der Arbeiterschaft in den Voltskörper und in die Lalksordnung wider- streben, und die ein« gesunde nationale Wirtschaft ablehnen, die auf der innige« Zusamm«narb«it der produzierenden Kräfte beruht, da, heißt, eine? ihrer nationalen Berontwvrwng bewutzten deutsch« Unternehmerschaft und einer hoch«nt- wickelt« deutsch« Arbeiterschaft. J>. Eine Zusammenarbeit ist abzulehnen mit den sozialen reaktio- nären s!) politischen Gruppen, die durch ihr utopisch«. Program« de, Klossenkamps«, und der Silasstatoiernokionale die nach dem Frontbekenntnis des Stohlhelma MHwendig« Dolksgemeinschast bewußt verhindern und politisch nur von den immer wieder von ihn« kunstlich aufgewühlt«« Klassensegensätzen im Volke leben. h. Ein« Zusonvnenorbeü ist abzulehn« mit denjenigen Gruppen, di« ihr utopisches Bekenntnis zur pazifistisch« Internationale über die kewstbehouptung«ine, deutsch« Staat«, deutscher Menschen setz« Wie bekannt, gehören mehrer« 2lb geordnet c der Volks- parte! dem Stahchelm an, unter ihnen auch der Fraktion»- Vorsitzende Dr. Scholz. Zum Fall Frieder,. Di« Gnadengesuche für d« ehemaligen Obersivat-�nmalt Dr. Frieders in Weimar und die Niedcr- fchlagungsanträg» siir die Disziplinarverfahren geg« ihn«urdm im rbüringischen Landtag mit den Stimme,, der bürgerlichen Partei« gegen die der Sozialdemokrat« und Kommunist« im Verhältnis von 4: 3 abgelehnt. Ein- Ssienlliche Ausforderung zur Abgabe einer vermögens- «rklärung für 1928 wird heut« von den Finanzämtern im Bezirk des Landesfinanzamtes Berlin im Inseratenteil verSffentlicht. Genoffenschaststag in Dresden. Gegen Hochschuhzoll und Gefriersteischdrosselung. Dresden. 12. Juni.(Eigenbericht.) Am Dienstag nahm der Geuossenschaft»tag«i» Referat über di« Entwicklung de» Zentraloerbandes Deutscher Konsumverein« entgeg«, das August Ä a s ch- Hamburg an Stell« d«s erkrankten Heinrich Kaufmann hielt. Preispolitik und Gefrierfleischfrage. Dann sprach B ä st l e i n- Hamburg über Wirtschaftss ragen. Sein« Ausführungen war« eins hart« Auseinandersetzung mit den verbraucherfeindlichen Tendenzen, durch di« di« Wirtschaftspolitik des privaten Unternehmertums und auch die offiziell« Wirtschaftspolitik gekennzeichnet wird. Insbefonder« wandte sich der Redner gegen di« Preispolitik der Syndikate und gegen dm Unfug der Liefersperren, von denen die Syndikat« immer brutal Gebrauch mach«, wenn sich di« Verbraucherorganisotion« nicht dem Preis» dittat unterwerfen. In diesem Zusammenhang würde auch in der Konsumgenosienschastsbewegung dem System der Marken- artikel zu wenig Beachtung geschenkt. Der Markenartikel diene nur dazu, d« Derbrauch von der privatkapitalistischen Produttion abhängig zu mach«. Pflicht der Konsumgmossenschoft sei, sich von den Markenartikeln, zu befreien, da di« tonsumgenossen- fchaftlicheEigenproduttiondie Ware in besserer Qualität und dilliger herstell«. Leider könne man immer noch die Beobachtung machen, daß auch Konsumverein« noch Markenartikel vertreib«, weil man ohne sie„nicht auskvmm« könne". Bezüglich der Gefrier- fleifchfrag« stellte Dästlein fest, daß die parlamentarischen Ler, treter des M i t t e l st a n d e s im Reichstag für die Herabsetzung der zollfrei« Gefrierfleischkontingent« gestimmt haben. Letzt be- trieben die Mittelstandsorganisationen im Land« eine Hetz« gegen die Konsumvereine und verlangten eine Aenderung der Gefrierfleichoer- teilung. Dazu hätten sie. wie der Redner unter dem Beifall des Gcnossenfchaftstoges unterstrich, kein Recht. Wer für di« Der- ringerung der Gefrierfleischlontingente«ingetreten sei, müsse selbst- verständlich für die Verteilung der verringerten Kontingente aus- scheiden. Der Redner beklagte sich auch über die Einstellung der Regierungen im Reich und in den Ländern. Sie seien gegen die Konsumgenosienschastsbewegung eingenommen und immer bereit, Mahnahmen zu unterstützen und durchzuführen, die vom Gegner der Konsumoereinsbewegung propagiert würden. Di« Regimzmg« hieben«z auch für überflüssig, sich mit einer groß« Verbraucher» Organisation, wie sie der Zentrolverband deutscher Konsumverein« darstelle, i» Aerbindung zu setzen, wenn Maßnahmen getroste» werden, die in di« Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel» usw. tief einschneiden. Bästlein kritisierte schließlich noch di« Politik de» preußischen Handelsmini st«r». Si« er- weck« den Eindruck, daß der Minister sich nicht von dm Interesse» der Gesamtbmölterung leiten lasse, sondern nur das tu«, was ih» seine Partei vorschreibe. Ein kommunistischer Lorstoß abgewehrt. In der D e b o t t e unternahmen di« kommunistischen Delegierte» «wen Borstoß. Der ReichstagsabHeordnete K o e n«» stellt« u. a. die Behauptung auf. der Zentralverband habe auf der ganzen Linie verjagt, ohne für diese Behauptung auch nur eine Spur von Beweis zu erbringen. Ln seinem Schlußwort erinnerte Bästlein an ein« Reichstags- druckfache vom 21. März 1928. An diesem Tage wurde über de» Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsstaklion, da» Gefrier, fleifchkontingent auf 120000 Tonnen zu erhöhen, abgestimmt. Vo» der 30 Man» starke« kommunistische» Frattio» hotte» sich nur 1» a» der Abstimmung beteiligt, linier diesen Umständen mußte d« Antrag der Sozialdemokratie der Ablehnung verfallen. Unter Zu- stimmung der Versammlung stellte der Redner dann noch fest, daß man den Kampf um die Berbraucherinteressen nicht mit große» Worten führen könne, hinter den« nichts stecke. Der Smoflevschaststag nahm schließlich die van der KPD. be« kämpften Anträge de» Generalrots gegen eine Stimme an. I» einen« dieser Anträge protestiert de? Tenosienschaftstoz gegen dteHoch- schutzzollpolitit der Regierung. Weiter wird di« Auf- Hebung jeder BeschrSnkung der zollfreien Einfuhr von Gefrier- fleisch gefordert. Eine ander« Entschließung stellt fest, daß di« Reichsregiernng entgegen den klaren Entscheidungen des Reichs- finanzhofes und der höchsten Gerichte die Kansunigmosienschosten durch das Stemirvereinheitlichungsgefetz zur Gewerbesteuer Hera»- ziehen will. Aeues Aniiauionomistenurieit. Schwere Zuchthausstrafen gegen Abwesende. Kalmar, 12. Juni. Das Urteil m dein zweiten Autonomistenprozeß lautete geg« L e y auf 20 Jahre Zuchthaus, gegen Dr.Ernst, Direktor P i n ck und Dr. R o o s aus je IS Jahre Zuchthaus, gegen Professor S ch m i d l i n. Pfarrer H i r tz e l und Kaufmann Z a d o ck auf je 10 Jahre Zuchthaus. Den Almeklagt« wurden die bürger- lichen Ehrenrechte abgesprochen, außerdem wurden sie auf die Dauer von 20 Jahren aus Elsaß- Lothriny« verbannt. W T B. bemerkt zu diesem Urteil, das übrigans in conturnecurn, fi. h. gegen Abwesende, weil ins Ausland geflüchtete Angeklagte ge- fällt murd«: Da, Urteil, deffeti Strafmaß in keinen, Verhältnis steht zu den im eigentlichen Kolmorer Kamplvttprozeß am 24. Mai nfirfögien leichten Gefängnisstras« gegenüber vier führend« Autonvmisten oder gor zu den dort ausgesprochenen est Freisprüchen, wird in keiner Weis« dazu angetan sein, da» gegenseitig« Mißtrauen zwischen Frankreich und Elsaß-Lothringen aus der Well zu schaffen. E? zeigt ober deutlich, daß die französischen Bchärdm die«lsaß- lothringischen Forderung« auch jetzt noch ol, da» Werk.aus- ländischer Agenten' angesehen wissen möchten. deutlich Ausdruck. Das Blatt schreibt, di, Umstände, unter den»» di« Regelung der Reparationssragen erfolgen könne, hingen in«rst« Linie von Amerika ab. Da, Blatt erkennt aber durchaus an— und dies« Feststellung kann als Fortschritt bezeichnet weden— daß die endgültig« Festsetzung der von Deutschland geschuldeten Summe eines der dringendsten Probleme der Zukunft ist. Verteidigung der Rechte Eupeus. Heftige Debaiie in der belgischen Cammer. Brüssel. 12. Juni.(Eigenbericht.) In der belgisch«» Kammer kam es am Dienstag anläßlich «iner Interpellation de» sozialistischen Abgeordneten uon Euprn-Malmedy. Svmerhausen. zu heftigen Auf- t r i t t c n. Svmerhausen protestierte gegen die Weigerung der Regierung, einen van ollen Parteien Eupens vorgeschlagenen angesehenen katholischen Stadtverordneten zum Bürgermeister zu ernennen und statt seiner einen Regierungsbeamten als Bürgermeister zu delegieren. Somerhqus« bewies, daß dies« Handlungsweise eine Verletzung der belgischen Ge- s e tz g« b u n g darstellt, die seit 1925 auf da» neubelgische Gebiet ausgedehnt ist. Der katholische Innenminister Barnoy antwortete, daß der betreffende Eupcner Stadtverordnete wegen seiner»anti- belgischen Gesinnung" nicht zum Amt de» Bürgermeister» ge» eignet sei. Di« katholischen Abgeordneten schwieg« sich bei dieser Beschimpfung ihr», von den Eupener Katholiken« i n st i m m i g vorgeschlagen« Parteifreunde» vollkommen ouf. AI, Homer- housen dann die sofortig« Abstimmung über sein« Snter, pellatian verlangte, ließen die Katholiken unter ungeheurem Lärm die Beschlußunfähigteit de» Hause» feststell«. Amerika hat das Wort! pariser Scho des Silberl-Lerichts. Pari». 12. Juni.(Eigenbericht.) In Frankreich ist das Gefühl ollgemein, daß die Forderung des Reparation-agenten nach einer umfassenden Regelung der Dawes- Verpflichtungen in erster Linie in Washington, und zwar in Verbindung mit der interalliierte» Schuldenfrage. geprüft werden müsse. Der e m p s' gibt dem am Dlenstagabend Hoover präsidenifchafiskaudidat. Oer republikanische Konvent in Kansas-Gty.-- EsoUdge verzichtet endgültig. Der gelte« i» Kansas-City zusamwMgetret«»« ,Ko». peni"— das heißt sozusagen Parteitag— der Republikanische» Partei der Vereinigten Staat« hat sofort über ein« wichtig»» Punkt Klarheit gebrocht. Bisher galt«, immer noch für möglich, baß Eoolidge ein« Wioderaufftelllmg als Präsidentschaftskandidat trotz seiner bisher gegenteiligen, allerdings nicht ganz kategorisch« Erklärungen, annehmen würde. Gleich zu Beginn de» Konvent« ist indessen mir getollt worden, daß Eoolidge endgültig verzichtet. In den Red« kam zum Ausdruck, daß Eoolidge zweifellos mit erdrückender Mehrheit nominiert worden wäre. falls er feiner Wiederau ff telllmg zugestimmt haben würde. Als aussichtsreichster republikanisch« Kandckat gilt zurzeit der bisherige Staat«sekreta? im Hsndslsdepartemsnt Herbert Hoover, der von einer ganzen Reihe prominenter Part«- größen, darunter Staatssekretär Mellon und Senator Bovab. unterstützt wird. Di» Wahl findet am Donnerstag statt und man rechnet sogar mit seiner Ausstellung im ersten Wahlgang. Dar demokratische Konvent tritt in zwei Wochen i» der Stadt.Houston(Texas) zusammen. Keine Spaltung in der Arbeiterpartei. Lakale Vorgänge maßlos aufgebauscht. Caadan. 12. Juni. Die..Bosiische Zeitung' hat am Dienstag früh ein« sensg- tione.llen Bericht gebracht über die Spaltungen in der bri- tischen Labour Party. Diese Nachricht kan»>nur dem S«- sationsbedürfnis des Londoner Korrespondenten sein, welcher man. gel, anderer Reuigkeiten au» London dies« Ente in die West ge- setzt hat. Di« von ihm ausgebrachten Borgänge in Birmingham sind vollkommen lokaler Natur. Es handelt sich lediglich um den Ausschuß einig« individueller Mitglieder per Arbeiterpartei bzw. der dortigen Unabhängigen Partei, melche sich dem Parteibeschluß hinsichtlich der Ausschließung von Kommunisten nicht gefügt haben. Di« Dorgäng« Hab« leinesymptomotisch« Bedeutung. D'« Parte, ist niemals so stark«nd einig gewes« wie gerade heute. Heraufsetzung des Dahlotters im Oberhaus abgelehnt. Condon, 12. Ium.(Eigenbericht-) Im Oberhaus wurde durch Lord Newton bei Beratung der Wahlrechtsreform ein Antrag eingebracht, der eine Erhöhung de» W o h l a l t« r» für die neuen Wähler von 21 och N> Jahr« versieht. Der Antrag wurde mit Ausnahm« der unbedeutend« rechtskonseroatwen Gruppe, al» deren Sprecher Lord Newton seinen Antrag eingebracht hatte, vom gesamten Oberhaus odge- lehnt. Deutschnationale Arbeiterpolitik. Herr Koch verschafft sich einen schlechten Abgang. bauarbeiter nur den Schluß ziehen, daß das Reichsverkehrsministe rium nur dann die Schlichtungsinstanzen und ihre Forderungen anerkennt, wenn diesen Forderungen durch Arbeitsnieder legung der notwendige Nachdruck verliehen wird. Zwischen den am Tarifvertrag für die Arbeiter der Reichs- fahrt eingegriffen. Der Betrieb liegt still. Deswegen fah sich das wafferstraßenverwaltung beteiligten Organisationen und dem Reichs Reichsverkehrsministerium veranlaßt, so schnell die Hilfe des Reichs Derkehrsministerium haben wochenlang sich hinziehende Berarbeitsministers anzurufen. Aus alledem fönnen die Reichswaffer handlungen über die ab 1. April 1928 gültigen Löhne statt gefunden. Die Lohnverhandlungen sind gescheitert, weil die Gewerkschaften für die Lohngruppen IV und Vb 6 Bf. und für Va 4 Pf. Lohnzulage forderten, bas Reichsverkehrsministerium jedoch für die Lohngruppe Vb nur einer Lohnerhöhung von 5 Bf. zustimmen wollte. Nur die Aussprache über die Lohnerhöhungen der Lohngruppen I bis III ergab eine Berständigungsmöglichkeit. Die Gewerkschaften haben daraufhin das Reichsarbeitsministe. rium zur Bemittlung angerufen. Am 24. Mai wurde im Schlichtungsverfahren ein Schiedsspruch gefällt, der eine Lohnerhöhung con 6 f. in ben Gruppen I bis IV, Don 5 f. in der Gruppe Vb und von 4 Pf. in Gruppe Va vorjah. Obgleich der Schiedsspruch bem vom Reichsverkehrsministerium felbft in der Berhandlung gemachten Angebot entsprach und bie Mehrforderung des 1 Pf. für Lohngruppe Va ablehnte, hat das Reichsverkehrsministerium den Schiedsspruch abge lehnt! Die Gewerkschaften haben, troßdem ihre grundsätzliche Forderung nicht berücksichtigt wurde, den Schiedsfpruch angenom men, damit die Arbeiter möglichst schnell den erhöhten Lohn erhalten. Die Haltung des Reichsverkehrsministeriums ist unter Berücksichtigung der tatsächlichen Borgänge unerhört und nur mit dem Borgehen der größten Scharfmacher, die Gegner des gefez lichen Schlichtungsverfahrens sind, zu vergleichen. Es geht aufwärts bei den Metallarbeitern. Ein Jahr des Kampfes und des Aufstiegs. Die the fommunistische Duvertüre, die seit längerer Zeit jeder Generalversammlung der Berliner Metallarbeiter voraufgeht, tlappte in der Generalversammlung am Montag in den Sophienfälen gar nicht. In der letzten KBC. Frattionsfizung war wohl nicht genügend Zeit zur Probe. Die Opposition" hatte einen Dringlich teitsantrag gestellt, in dem von Geheimdiplomatie der Ortsverwaltung, Mobilisierung der Metallarbeiter für den Streit und ähnlichen Dingen gesprochen wurde. Der Antrag war aber so unflar formuliert und blieb durch die ebenso unflaren Aus. führungen des Antragstellers weiter so schleierhaft, daß der Bevoll mächtigte Genoffe 3ista ohne Widerspruch der gesamten General versammlung feststellte, daß er den Antrag der Generalversammlung nicht zur Abstimmung vorlegen fönne, weil er beim besten Willen nicht feststellen fönne, worüber er abstammen laffen solle. Die Gewerkschaften haben belm Reichsarbeitsminister Ber Binblidhteit des Schiedsspruches beantragt. Er hat jedoch bis heute über den Antrag nicht entschieden. Allem Anschein nach ist der Reichsarbeitsminister der Auffassung, daß eine Berbindlichteits erflärung des Schiedsspruches nicht notwendig ist, da der Spruch dem Angebot des Reichsverkehrsministeriums entspricht und baber von biefem angenommen werden muß. Mit dieser Haltung des Reichsarbeitsministers ist den Wasserbauarbeitern aber nicht gedient. Die Bafferbauarbeiter warten bereits seit dem 1. April auf Ferien- und Reisezeit Nachdem diese fommunistische Aftion" verpufft war, erstattete der Raffierer Genoffe Schmidt den Kassenbericht für das 1. Quartal 1928, wobei er auf den gebrudt vorgelegten Bericht hinwies und die Bohnerhöhung. Angesichts dieses Sachverhalts tann fich fein Mensch rounbern, Während der kann der Vorwärts" und der Abend" auf jede Dauer allerorts bezogen werden. wenn unter den Arbeitern der Wasserbauverwaltung eine von Tag Touristen und Wanderer zu Tag stärker werdende Erregung um fich greift, die sehr leicht zur Arbeitseinstellung und zur Sfillegung des Schiffsvertehes auf See- und Binnenwasserstraßen führen fann. Eine be schleunigte Regelung der Lohnfrage ist daher sowohl im Interesse Der Wasserbauarbeiter wie des Berkehrs jezt wirklich dringend er. forderlich.e Das Reichsverkehrsministerium, das ben Wasserbauarbeitern gegenüber sich hartnädig weigert, der Forderung der Schlichtungsinftanzen nachzukommen, hat sich im Lohnftreit mit den Schiffs. befaßungen des Schleppmonopols der westdeutschen Kanäle beeilt, das Reichsarbeitsministerium zum Zweck der Einleitung eines Schlichtungsverfahrens anzurufen. Dieser Schritt des Reichsverkehrsministeriums mutet recht eigenartig an; hier Ablehnung, dort Anrufung der Schlichtungsinstanzen? Die Gründe find leicht zu erraten. Die Schiffsbesagungen des Schleppmonopols haben in den Kampf der RheinschiffXX die erfreuliche Mittellung machte, baß sich der Mitgliederbestand im 1. Quartal von 69 960 auf 77 692, alfo um rund 7700 Mitglieder gehoben habe. Wie üblich begründete" auch diesmal unter dem Gelächter der Versammlungsmehrheit ein ,, Oppositioneller" ben kommunistischen Antrag, dem Raffierer feine Entlastung zu er teilen. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Genosse 3ista gab den Geschäftsbericht für das ver flossene Jahr, wobei er sich ebenfalls auf Erläuterungen des gedruckt vorgelegten Geschäftsberichtes beschränkte. Die gute Konjunktur des Vorjahres hat sich naturgemäß auch auf die Mitgliederbewegung ausgewirkt. Die Organisation gewann im Borjahre 12 126 neue Mitglieder, so daß sie am Jahresschluß insgesamt 69 960 Mitglieber musterte. Während 1926 insgesamt 77 Lohn- und Tarifbewegungen geführt wurden, von denen 29 durch freie Vereinbarung, 22 durch Schiedsspruch und 23 durch Streif beendet wurden, waren es im Berichtsjahre 571 Bewegungen, die in 224 Fällen durch Bereinbarung, in 55 Fällen durch Schieds= fpruch und in 93 Fällen durch Streit beendet wurden. In diesen Bergleichszahlen fommt die größere Angriffsfähigkeit mie überhaupt die ständig anwachsende Stärke der Organisation zum Ausdrud. Der fommunistische ,, Generalredner", wie er von seinen eigenen Genoffen bezeichnet wurde, wetterte in einer fast einstündigen Rede gegen die Tattit der reformistischen Ortsverwaltung, mußte es aber erleben, daß ihm Genosse 3ista in seinem Schlußwort nachwies, daß seine Ausführungen zum größten Teile im Widerspruch standen mit den Weisungen der prominenten Führer der Roten GewerkschaftsInternationale. Zur Neuwahl der turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder der engeren Drisverwaltung hatten die Kommunisten eine eigene Liste aufgestellt. Gegen die Stimmen der Kommunisten wurden die Genossen 3ista, Schmidt, Krüger, Grail, Großmann und Röhler wiedergewählt. Zur Wahl der Delegierten zum Verbandstag und zum Gemerthaftstongreß wurden ebenfalls je eine Amsterdamer und eine Mos fauer Randidatenliste eingereicht und von der Bersammlung ohne Widerspruch anerkannt. n Nach der Erledigung der Anträge gab der Genoffe Urich noch einen informatorischen Bericht über den Stand der Lohn- und Manteltarifverhandlungen für die Berliner Metall industrie. Der Aufstieg dauert an. fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutsch- 17,7 Prozent Zunahme der Steinarbeiter in einem Jahr. lands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Sommerfrischler lassen sich den Vorwärts" bei einer Aufenthaltszelt bis zu einer Woche per Kreuzband" nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 10 Pf., Sonntags 15 Pf.( pro Woche 70 Pt.). Bei längerem Aufenthalt ist der Vorwärts" auf dem billigeren Wege der Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt. In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage die Postbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat. Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Laubenkolonisten wird der Vorwärts" durch Boten zugestellt. Genaue Bezeichnung der Laube ist jedoch erforderlich. Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Der Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands hat im ersten Bierteljahr 1928 einen fräftigen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen, an dem alle Gaubezirke be teiligt sind. Ende 1927 betrug der Mitgliederbestand 63 798 und Ende des ersten Quartals 1918: 67 438; insgesamt also 3640 3unahme. Bieht man das erste Bierteljahr 1927( 57 281) zum Vergleich heran, dann ist ein Mitgliedergewinn von 10 157 oder 17,7 Prozent innerhalb eines Jahres festzustellen. Berantwortlich für Politik: Vietor Schiff; Wirtschaft: G. Alingelhöfer; Gevertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales and Sonstiges: Fris Rarstädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlagsanftalt Baul Singer u Co., Berlin GW 68, Lindenstraße& Sierau 2 Beilagen und..Unterhaltung und Biffen", Wrcer Wechs Rinder Brifotagen wirkt. Um den Kindern eine besondere Seende zu bereiten, haben wir in ünferen sämtlichen Gäufern Vergnügungsparke geschaffen, wo sich die kleinen in Begleitung Erwachsener nonf Herzenblüft vergnügen können Spielkittel und-Höschen wolle, fein geKinder- Schlüpler Wire, fet. 35PL weiss, in guter Aus- 95PL Kinder- Tarnjacke fahrung. Kinder- Sweater ate qualitat. 95PL Baumwolle, gute Qualitat........ feines Baumwolltrikot, Kinder- Hemthose weiss haltbare Qualitas 165 Grösse 77-100 1,95.. .55-70 Kinder- Stiefel braun, 18/20 375 20/22425 Kinder- Spangenschuh Beige rose, m.Blattverzierung! 81/85 850 950 Niedertreter 45 65 85 Fard.Loder, 20/ 24 2 25/26 2 27/0021/35 315 TESC mit angegossener Gemmisohle 23/24 195 25/23225 29/35265 86/42290 Kinder Badewäsche Badeanzug amerikanische Form, Grösse für 2-3 Jahre 95Pt. Badecapes eater Frottierstoff, Grösse für 2-3 Jahre 390 Bademantel farbige Jacquardmuster, Grösse für 28. Jahre 550 Frottierstolle far Bademäntel, farbig gemustert ...... 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Die grausige Tot des Formers Alfred Oppen. k o w f k i an der lSjährlgen Elisabeth Stangicrski erhielt in der gestrigen Gerichtsverhandlung eine fast er. schSpsende Erklärung sowohl von sozialer als auch medizinischer Seite. Die erste wurde durch den Lebenslauf des An- geklagten erhellt, die letztere durch das Gutachten der Sach. verständigen. Da war einmal die gerichtlich« medizinische Frag« zu lösen: Notzucht oder nicht? Die Entscheidung fiel eher zugunsten des Angeklagten. Die Tote wies keine Verletzungen auf, die auf einen Widerstand hingewiesen hätten. Auf dem Boden hatte man keine Spuren eines Kampfes gefunden. Die zerrissenen Kleidungsstücke legten nur Zeugnis ab von dem brutalen Zugriff tes triebberauschten Mannes. Das Gutachten des Prof. Fraenkel lautete demgemäß: Nichts läßt auf eine Vergewalti- gung schließen. Anderer Meinung darüber war Dr. Störmer. lind dann die psychiatrisch« Frage. Welcher Art war der geistige Zustand des Angeklagten, als er die Stangierski erwürgte? Be- stimmend waren für ihn zwei Moment«: Seine anormale sexuell« Fixierung in der frühesten Jugend und die Wirkung des Alkohols auf sein Sexualleben. Gewisse sadistische Neigungen in chm wurden durch den Alkoholgenuß im bedrohlichen Maße gesteigert. Davon wußte sein« Frau«in trauriges Lied zu singen. Bestätigt wurde diese Tatsache durch dos Alkoholexperimenl, das an ihm in der Irrenanstalt Wittenau vorgenommen wurde. Selbst eine Alkoholmengc, die geringer war als die von ihm am verhängnisvollen Abend zu sich genommene, verursacht« bei ihm einen gewissen Verwirrungszustand, bei dem er mir mit Mühe vom Beißen abgeholten werden konnte. Ganz so hatte ihn seine Frau im Rauschzustand beobachtet. Am nächsten Morgen wies seine Erinnerung große Lücken aus. Angesichts dieses Ergebnisses des Alkoholexperiments waren die Sachverständigen einig in ihren Gutachten. Oppenkowski, ein von Fugend auf psychopathischer Mensch, mit übermäßiger Sinnlichkeit begabt, neigte insbesondere unter dem Einfluß des .Alkohols zu sadistischen Handlungen: im Augenblick als er die Stangierski würgte, fehlte ihn: das Bewußtsein von den möglichen Folgen seiner Handlung, er dachte überhaupt nichts. Sein Tun war nichts mehr als der Ausfluß der durch den Alkohol aufs hoch st e ge st eigerten sinnlichen Er- r e g u n g. Nach diesem Gutachten hätte man annehmen müssen, daß die Sachverständigen dem Angeklagten den Schutz des Sj 51 xuhilligcn würden, wie sie dies vor einigen Jahren bei einem ähnlich ausgesallenen Alkoholexperiment dem Schupo- ivochtmeister Gert h gegenüber getan hoben. Diesmal ober sagten sie nein: 8 l kommt nicht in Betracht, man kann höchstens vom einer übermäßigen Affektsteigcrung sprechen. Wo bleibt hier die Logik? Dies die medizinische Seite des Falles Oppenkowski. lind nun die soziale. Die Veränderung in Oppenkowskis Wesen begann nach seiner Rückkehr aus dem Kriege. Bon klein auf ein haltloser Mensch, hatte er in der Gcfangenschast einen Nervenzusamnieiibruch erlitten und zeigte sich nun im Elternhaus« derart reizbar, daß er zu seiner zukünftigen Schwiegermutter zag. Sein sozialer Abstieg begann, als ihn Not und Arbeilslosigkeil packte »ind ihn in«inen Kreis von Menschen brachte, in deren Gesellschaft er sich das Trinken angewöhnt«. In diese Zeit fallen auch seine Straftaten. Sein« übermäßige Sinnlichkeit, verbunden mit dem Alkoholgenuß, führte ihn mitunter von seiner Frau zu fremden Weibern hin. Der Abartigkcit seines Sexuallebens bewußt, hotte er mehr als einmal Selbstmordversuche begangen. So waren Krieg, Arbeitslosigkeit und Alkohol gewissermaßen zu seinem Verhängnis geworden. Für die Entscheidung des Gerichts wird aber noch die Be- urteUung einer Frag« von größter Bedeutung sein. Entspricht Oppenkowski? Schild« rung über seine Begegnung mit der Stangierski der Wahrheit oder nicht? Oppenkowski behauptet, daß er gegen 4 Uhr morgens, als er über den Arns- walder Platz ging, plötzlich das Wimmern einer Frauenstimme ver- nommen Hobe und gleich darauf einen Mann dem Gebüsch habe enteilen sehen. Von dem Mädchen, das er hier angetroffen habe, sei ihm gesagt worden, daß der Mann sich an ihr Hobe vergehen wollen. Er sei dann mit dem Mädchen einige Zeit durch die Straßen gegangen, habe sich dann mit ihr ms Gebüsch zurückgezogen und hier sei es geschehen. Gewalt habe er nicht angewandt. Als er zu sich gekommen, sei das Mädchen tot ge- wesen. Daß an der Erzählung Oppenkowskis etwas Richtiges fein muß, ergibt sich allein schon aus dem Umstand«, daß sich die Stangierski schon um X2 Uhr von ihren Betonnten getrennt hatte. während Oppenkowski sich um diese Zeit noch in der Linienstraße befunden hat. Also muß die Stongiersth die nicht abgeneigt war, Männerbekanntschaften zu machen, die Zeit bis 4 Uhr mit einem anderen verbracht haben. Sei es aber wie es wolle. Selbst wenn Oppenkowski seine Tat in einem Zustand« krankhafter Bewußtseins- stönrng begangen haben sollte, wird er als Gemeingefähr- l i ch e r bis auf weiteres nicht in die Gesellschaft zurückkehren dürfen. Um den Krastdroschkenianf. Eine Besprechung im Polizeipräsidium. Gestern hat im Polizeipräsidium unter Vorsiß des Polizeipräsidenten«ine Beratung mit den Vertretern des Droschken- gewerbes über die Schonung eines Einheitstarifes statt- gesunden. Der Polizeipräsident betonte dabei, daß er grundsäßlich nicht abgeneigt sei, einen Einheitstarif für das Droschken- gewerbe.zu schassen, obwohl die hauptsächliche Voraussetzung dafür, «in Einheitswagen, noch keineswegs gegeben sei. Er könne aber dem vom Droschkengewcrb« vorgeschlagenen Tarif nicht zu- stimmen, da dieser Tarif in seinen Auswirkungen ein« Ver- tcuerung der Droschkensohrt bedeute. Zwar sei in diesem Toris die Grundtoxe herabgesetzt und die kurzen Fahrten dadurch ver- billigt Warden, doch bedeute der Tarif für längere Fährten«ine erhebliche Verteuerung. Eine Gesundung des Drosästen gewerbes könne aber nur durch eine V e r b i l l i g u n g des Tarifcs hersteigesührt werden, denn diö Wetbiiligufö steigere die Benut- zu n g der Droschken, vermindere die Zohl dcr L e e vk i l o m e de r und vermehrt damit den' Nutzen. Es müsse auch für dos Droschken- gewerbe der Grundsatz gelten: Kleiner Nutzen, vermehrter Umsatz: vermehrter Umsatz, Steigerung der Rentabilität. Um dies Ziel zu erreichen, wurde den Vertretern des Droschkengerverbes vom Polizeipräsidenten ein Gegenvorschlag für die Tarifgcstaltung überreicht, der besagt: 1. Taxen: Es bestehen drei Taxen, s) Tore 1 für die Beförderung von ein bis zwei erwachsenen Personen am Tage, b) Taxe 2 für die Beförderung van drei bis vier erivochsene» Personen am Tage oder ein bis zwei Personen zur Nachtzeit, c) Taxe 3 für die Besörderung von drei oder mehr erwachsenen Personen zur Nachtzeit. 2. Gebühren: Die Grundgebühr beträgt 0,25 Mk„ die Zusatz- %nn den Ausbau der ,.v a r l a m e n- :.?rischsn Psychotherapie" und die Bekämpfung des epidemischen„'uror antiparlamentarir.us" noch keine Anerkennung durch die Schulmedizin gesunden. Bekanntlich hat die Königsberger medizinische Fakultät. seinerzeit den General Ludendorsst zu ihrem Ehrerrdolror wegen feiner Verdienste um die medizinische Wissen- fchqft während des Krieget ernannt: Wenn wird sich eine medizinisch« Fakultät finden, die den A rz t. Löbe wegen seiner Ve-dicnsle um die schnelle Gesundung der an„fnror antiparlamen- tariru«" Leidenden zum Ehrendoktor'der Medizin ernennt?....... Eine deutsche medizinische Expedikion noch dem asiatischen Kuß- IciOi Unter Mitwirkung des ruisiichcii Bolkskommistariols für Ge- sund'heitsw-sen rüstet die Nolgemeinschoft der Deutschen Wissenschaft eine Expedition ou», an der einige hervorragende deutsche Aerzre teilnehmcu. Als Arbeitsplatz ist zunächst der Ort Kulskoie in der Nähe des Baikal-Sees ausgewählt worden, der über ein größeres Krankenhaus verfügt. Die Hauptaufgabe besteht im Studium der Syphilis. In Europa hol sich der verlauf dieser Krankheit durch Netter im ewigen Eis. lichst großen, noch unbehandelten und In primitiv-n Ve-hostniffen b-benden. Krankenmaterial, wie es sich in Transboikalien findet, die Krankheitserscheinungen unter Zuhilfenahme aller modernen Metbo- den zu studieren und mit den vorliegenden Beobachtungen in Eurcpa zu vergleichen, Nach vierzehntögiger Ungewißheit scheint sich das Dunkel um das Schicksal Nc-biles und seiner Begleiter endlich lichten zu wollen. Man darf eine Rettung immerhin als möglich ansehen, und die Hoffnung ist erlaubt, daß es durch geeignete Maßnahmen gelingen wird, den der Eiswüste hilstos preisgegebenen Männern in kürzester Frist Lebensmittel und andere notwendige Hilfe zukommen zu lassen. Nun wird es Zeit für Retlungsexpeditionen, wie sie in der Geschichte der Entdeckungen fast untrennbar zu jeder Reise gehören, die hinaus in Rachl und Eis der Arktis führte. Diese letzte Expedition zum Nordpol hatte wenigstens die günstige Chance für sich, die ihr die drahtlose Derstöndigung bot. So konnte sie sich der fernen Außen- welt verständlich machen, ihre Position aufs Genaueste angeben und den Rettern wenigstens in dieser Beziehung die Mühsal des Suchens ersparen. Um wieviel schlimmer waren die früheren Expeditionen daran, die zu Schiff in die Welt des Eises hineinglitten, die monate-, ja, jahrelang oerschollen blieben, bis sich abermals Schiff« auf den Weg machten, um die Unendlichkeit der Arktis noch den Vermißten abzusuchen! Ein Unternehmen dieser Art, das die Welt jahrelang in Spannung hielt, war die Fahrt der Franklin-Expedition mit„Erebus" und„Terror". Im Mai 1845 stachen diese beiden Schisse, an deren Bord sich 134 Mann befanden, mit dem Auftrag in See, durch den Loncastersund und die Barrowstraße nach der Beringsstraße zu fahren und die nordwestliche Durchfahrt zu er- reichen. Zuletzt wurden die beiden Schiffe im Loncastersund von einem Walfischfänger gesehen, der von Franklin beaustragt wurde, Grüße nach England weiterzugeben: dann umsing das große Schwei- gen die Seefahrer. Ein Jahr darauf begann man lebhafte Sorg« um das Schicksal des„Erebus" und„Terror" zu empfinden: die Hudsonbai-Gefellschaft schickte den Dr. Rae auf die Suche nach Franklin, aber dessen Expedition mußte sich vor dem anbrechenden Winter zurückziehen. Run schrieb die Regierung Belohnungen für die Waifischsänger aus, die etwa den Loncastersund durchforschen wollten, ober wiederum verging«in Jahr, ohne daß man von der Franklin- Expedition etwas gehört oder gesehen hätte. Run wunde die Un- ruhe allgemein, die Regierung ergriff Maßnahmen, und das um- sassendst« Rettungswcrk wurde in Angriff genommen, das jemals an eine Forschungsexpedition gewendet wurde. Jahrelang wurden die gewaltigsten Anstrengungen gemacht, über 40 Expeditionen suchten die ganze Rordtüste von Amerika und die Insel- und Seenwelt des hohen Nordens ab. Die Schiff« wurden mit größter Sorgfalt aus- gerüstet, die zerstörende Kraft des Puloers gegen das Eis angesetzt, klein« Ballons mit Botschaften übers Eis gesandt. Füchse gefangen, denen man Zettel mit Nachrichten umband, Flaschen und Hülsen mit Briefen über das ganze Eismeer ausgestreut. Die besten Polar- forscher, die es damals gab, setzten sich für dos Reltungswerk ein, und das Menschenmögliche ward getan, um den Leuten Franklins Hilfe zu bringen. England und Amerika brachten namhaft« Summen auf, Privatleute steuerten bei.» die englische Regierung fetzte 20000 Pfund- au», die dem.Retter der Franklin-Expedilion ausgezahlt werden sollten, und 10 000 Pfund für den, der die erste sichere Nachricht über ihr Geschick mit nach Hause brächte. Wi« die Suche nach der nordwestlichen und der nordöstlichen Durchfahrt durch Jahrhunderte der Polarsorschung die Richtung gewiesen hatte, so zeigte ihr jetzt die Suche nach Franklin den Weg. Aber die Schiffe kehrten nacheinander heim, ohne daß eines gute Nachricht mitgebracht hätte. Fünf Jahre waren feit der Ausreise des„Erebus" und „Terror" vergongen, als am Wellingtonkanal ein Zeltplatz gefunden wurde, der daraus schließen ließ, daß Franklin mit seinen Leuten aus der Beechy-Jnsel überwindert haben müsse. Im Jahr« 1353 brachte Dr. Rae genauere Kunde. Rae hatte aus der Such« nach Franklin Karten von den Ländern um die Hudsonbai auszunehmen und war bei dieser Arbeit mit Eskimos zusammengetroffen, die ihm erzählten, daß sie drei Jahre zuvor auf der Südspitze von King Williamsland eine Schar weißer Männer gesehen hätten, magere und zerlumpte Gestalten, die ein schweres Boot langsam aus einen Schlitten noch Süden geschleppt hätten. Einig« Wochen später hotten die Eskimos an derselben Stelle 30 Leichen und auf einer Insel in der Nähe noch fünf Tote gesunden. Einig« Gegenstände, die sie bei ihnen gesunden hatten, zeigten sie dem Dr. Rae, der feststellte, daß sie Franklin und seinen Offizieren gehört hotten. Zwei Jahre daraus rüsteten Lady Franklin und einig« ihrer Freunde den Dampfer„F o x" mit Mac Elintock aus, um die Such». die von der englischen Regierung bereits aufgegeben war, fvrtzu- setzen. Mac Clmlock traf auf King Williamstand verschiedene Eskimostämme, die die weißen Mämier gesehen und spöler ihre Leichen gesunden hatten. Er selbst stieß ans ein Skelett, an dem nur noch einige Fetzen von Kleidern hingen. Der To?« schien gc- rode aufs Gesicht gefallen zu fein: es war, wie die Eskimos gesagt hatten: die Tapferen wa-«n, von den Strapazen überwältigt, im Gehen gestorben. Ein Offizier der..Fax" fand dann an der W's?- küste an einem großen Merkstein Uebemst« von Zellen, bei Point Pictory«inen anderen Merkstein und in diesem eine Blechbüchse mit einem Bericht. Das Papier teilte in knappen Angaben der Verlaus der Expedition bis zum Tod Franklins mit, der bereits 1847 gestorben und dem noch neun Offiziere und fünfzehn Mann im Tod gefolgt waren. Es wurden noch weitere Funde zemacht. Obwohl nun an dem traurigen Schicksal der Expedition fein Zweifel mehr bestand, hört« man doch nicht auf, zu forschen und zu suchen, weil man hoffte, die Auszeichnungen und das Schiffsjournal, die doch irgendwo vorhandm sein mußten, zu finden. Bor nunmehr 50 Jahren macht« sich der Amerikaner Schwatka auf den Weg nach 5ting Williamsland. Noch damals, im Jahre 1878, sprachen die Eskimos von den verhungerten weißen Männern, die noch dem Süden gewandert waren. An einer Stelle auf King Dilliamslond fand der Amerikaner ein offenes Grab mit einein Skelett, um Mscn Halswirbel eine silberne Medaille hing. Es war der Leutnan? Irving von der Frnnklin-Expeditton. Die Eskimos erzählten ihm, daß sie eine ganze Anzahl geschriebener Bücher gefunden und ihren Kindern zum Spielen gegeben hätten. Sie behaupteten auch, daß einige von den weißen Männern, wohnsinn'g vor Hunger und Ent- behrung, ihre Kameraden getötet und gexaEen hätten. Das mar das letzte, was man von„Erebus" und„Terror" erfuhr. Noch manche ander« Rettungsexpedition muht« hoch hivarif in den Norden, um verschollenen Hilfe zu bringen. Im Jahre 1881 war die amerikanisch« Erpedition des Leutnants G r« e l y in d-e Smtthstind-Lönder ausgezogen. Dreimal mußten die Forscher icher- wintern. Mehrere Mitglieder der Expedition erlagen dem ftimger und der Kälte, die Lage wurde immer verzweifelter: mehrere Schiffe, di« die Regierung der Bereinigten Sr.aaten auzgefcnrdt hatte, erreichten ihr Ziel nicht. Erst 1884 ging«in« Hilfsexpeditton unter Kapitän Schley ab, der es gelang, einen Kästen mit Aufzeichnungen und Beschreibungen des Winterquartiers von Greely zu entdecken. Man fand die U ob er raste der Expedition, sieben völlig entkräftete, dem Tod und dem Wahnsinn nahe Männer neben den Leichen ihrer Kameraden. Mit ungeheurer Spannung verfolgle die ganze Welt auch den Verlauf der Polarfahrt der„Janette" umer dem Amerikaner de Long, eine der unglückücksten Expeditionen, die die Geschichte der arktischen Forschung kennt. Sie war von dem Besitzer des„New Bork Herald", Gardon B-miett, aus- gesandt worden. Im Juli 187S fuhr sie von San Franziska ab mit dem Auftrag, Nordenfkjöld zu suchen, der damals mit der „Bega" unievwegs mar. Bis 1881 fehlte jede Nachricht über de Longs Schicksal. Mehrere Netttinzsexpeditionen brachten keine Gewißheit. Erst im Herbst 1881 kam die Kund«, daß die„Janette" untergegangen je!. Nach einem Marsch über das Eis ging die B«> satzung mit drei Booten in Sc«, um die Mündung des Lena flu sie» in Sibirien zu erreichen. Die Besatzung des«ine» Laote» wurde von Tungufen aufgenommen, die anderen unterlagen dem Hunger und den fürchterlichen Anstrengungen. Eich die.Expsdition des van Bennctt ausgesandten Journalisten G'lder brachte völlige Klarheit über das Schicksal der Besatzung. Im Lenadelta fand man de Long mit seinen Begleitern tot auf. Aus Wunsch der amerikanischen Regierung wurden die Leichen nach der Heimat gebracht und dort begraben. Oer Wecker. Bon A. Nemo»/ Moskau. Es loll Leute geben, die auiwachcn, wenn sie wollen. Ich kenne sie nicht. Gewiß steckt in ihrem Kopfe ein« Weckuhr, die zur rechten Zeit losiremmelt. Aber warum davon viel Rühmens machenl Ich schlafe wi« ein Grabstein,— und wenn mir keiner die Matratze unterm Leibe wegzieht, so lange, bi, der Kommunismus die ganze Welt erobert hat.» Ms Arbeitsloser ließ ich. meiye.Schlafsucht unbedenklich sich austoben. Kürzlich aber erhielt ich die ersehnte Stelle in der Fabrik„Rotes Rindfleisch". Aus Furcht, mich zu verschlafen und so meinen Posten zu verlieren, beschloh ich, einen Wecker zu be- schaffen... Der Verkäufer fragt«, ob ich einen melodischen oder«inen lauten Wecker wünschte. Er führte mir einen vor, der eine liebliche Polka ertönen ließ, und einen zweiten, au» dem mit unvergleichlichem Schwung die Klänge der.Lungen Garde" drangen. Diesen wähl!« ich Berauschend« Traumoision: Ich sehe einen Demonstrationszug durch die geraden brenen Straßen einer märchenhaft schönen Stadt schreiten, wehende rote Fahnen, strahlende Gesichter junger Leute: über allem schweben die mächtigen und zugleich inmgsn Töne der „Jungen Garde"! Es verlockt mich, im Traumbild zu verweilen und nicht in die Wirklichkeit zurückzukehren... An diesem Tage erschie» ich erst um die Mittagsstunde in der Fabrik...- „Nein," erklärte ich dem Verkäufer betrübt,„mein körperliches Ich ist leider nicht so ideal veranlagt wie Ihr Wecker. Geben«sie mir cin Ding, das weniger politisch und mehr praktisch ist." Nachdem wir eine Reihe von Weckern durchprobiert hatten, entschied ich mich für einen, defseii Getöse die Mitte hielt zwischen dem Geknatter eines Maschinengewehrs und dem Knall einer Hand- granale. ,Bo," dachte ich..Her wird helfen." Nie in meinem Leben ist mir ein so unangenehmer Decker vor- gekommen. Bei ihm war bestimmt eine Schraub« los. Er begann feine Tätigkeit im Straßenbahnwagen, sobald ich den Fahrschein gelöst hatte. Die neben mir sitzende Dam« schnellte «nkfetzt in die Höhe, was ein junger Mann dazu benutzte, scheiiÄwr erschrocken aus ihren Platz zu sinken. Ein Streit zwischen'den beiden wäre zwecklos gAvesen, well der Wecker alle menschlichen Laute ver- schluckte und brüllte, als wollte er Tot« erwecken.. Die Schafsnerin fiel in Ohnmacht. Der Wagenführer kroch umer den Wagen in der Meinung, der Krach rühre von einer gebrochenen Achse her oder von einem in Brand geratenen Buchsloger. Die Fahrgäste wüteten. Ich balgte mich mit dem Wecker wickelte ihn in die Joppe, setzte mich aus ihn. Da glaubten olle, das Gestöhn käme aus meinem Bauche. Schließlich wurde ich an di« frische Luft befördert. Kaum berührten meine Füße den Erdboden,— da verstummt« der Wecker. Ich trug ihn beruhigt heim, stellte ihn auf«in Tischchen an mein Bett und hott« die Zimmerwirtin, um sie meinen Erwerb bewundern zu lassen. Sofort lobte er von neuem, bis der Hauswirt hinzukam und ein Protokoll verfaßte, das mich der Störung von Ruh« und Ordnung bezichtigte. Dann hielt der Wecker an,— auf seinem mir zugewandten blinkenden Zifferblatt lag cin boshaftes Grinsen. Ich beruhigte mich, erwartet« meine ongsbetet« Schurorfchkr Wir waren fest entschlossen, morgen zum Standesamt zu gehen und heule-- Aber das Teufetsding von Kecker legte wieder los, w!« be- rauscht, oerzückt, mit machtvoll betäiebeudem Spiel, so gründlich, eis würde er für jede Note bezahlt. Nach mehr: er kreischt« wie ein Wahlredner. Ich warf den Rock aus ihn, Schura bedeckte ihn mit einem Kisten. Der Erfolg war, daß der Nachbar an die Wand klopfte und kategorisch verlangte:— wenn schon cin Kind geboren sei, so falle man es wenigstens nicht ersticken. Schura verlor die Geduld: „Entweder ich oder dieses Ekel!" rief sie. Ich entgegnete:„Für ein Ekel würde ich nicht 14 Rubel au»- gegeben haben." Meine Schura' schka ging, schlug empört die Tür zu. Sofort verstummte der Wecker. Und er ließ mich verschlafen— bis zum Mittag des nächsten Tages. Da warf ich ihn entrüstet zum Fenster hinaus. Er fiel auf da, Haupt eines friedlichen Bürgers. Ich hörte etwas bersten. (Statfä»»» H.! Allgemeine Funktionärkonferenz Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubri? find Berlin GB68. Lindeustraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Das Sonderflugblatt für hie weltlichen Schulen ist fofort abzuholen aus dem Sekretariat, Lindenstraße 3, Zimmer 4, Bureau Fischer. 1. Secis Mille. Elternbeiräte! Bahlmaterial, Stimmzettel und Flugblätter find abzuholen von Pobroblam, Eminemünder Str. 11. 2. Areis Ziergarten. Achtung, Abteilungsleiter! Flugblätter für die Elternbeiratswahl fofort abholen von Krüger, Butligftr. 10. 14. Kreis Neukölln. Der Vorstand und die politischen Bertrauensleute aller Berwaltungen und Betriebe der SPD- Bezirksamtsfrattion treffen fich Tonnerstag, 14. Juni, 16 Uhr, bei Stahmann, Fiughafen. Ede Reuter ftraße, zu einer wichtigen Gigung. Lichtenberg und Außenbezirke. Die Kandidaten der Liste Schulaufbau müssen om Freitag, 15. Juni, pünktlich 20 Uhr, zu einer Besprechung in der Bibliothet eidfelfte. 28 erscheinen. Jede Schule muß vertreten fein. Flugblätter und Stimmzettel müssen spätestens am Freitag in Empfang gekommen werden. Heute, Mittwoch, 13. Juni: 18. Wt. Achtung! Der Bahlabend für den 820. Bezirk findet nicht bei Leiefer, sondern bei Grünberg, Bringerallee 57, ftatt. 38. 6. 20 hr Schlabende in allen Bezirken in den bekannten Zahlabend Totalen. Neuaufgenommene Mitglieder ersehen die Adressen in ihrem Mitgliedsbuch. Therma auf allen Schlaber den:" Der Wahlausfall am 20. Mai in Groß- Berlin und seine Gründe." 40. bt. Slle Genossinnen und Genossen beteiligen fi gefchloffen an der heutigen Elternverfammlung in der Schulaula Sagelberger Str. 34. Bor. tag des Genoffen Dr. Bejach über:„ Gefundheitliche Filtforge unferer Schulkinder." 41. t. 20 Uhr im Lofa! Elbrandt, Lantwigftr. 5, Fahlabend. Belche Lehren gichen wir aus den Wahlen am 20. Mai?" Referent Genoffe Wieloch. Gäste millkommen. 42. Abt. 19% 1hr Pahlabende in folgenben Potalen: Seehaat, WillibaldAleris- Str. 5. Bogler, Mittenwalder Str. 16. Buhr, Blücherstr. 38. Soehlke, Bergmannstr. 69 Braun, Flanufer Ede Bärwaldstraße. Biers. dorf, Urbanfir. 6. Wichtige Tagesordnung. 45. bt. Achtung! Der Bahlabend der Gruppe Sohlftein findet nicht bei Commer, fonbern bei Leniti, Ratibor Ede- Wiener Straße, statt. Bortrag des Cenossen Sanns Ramm. 62. Abt. Ciemensfabt. 20 Uhr bei Marfandt, Sonnenbammallee, Mitglieder. verfammlung. Lortrag: Die politijoje Lage." Referentin Selene Schmit, M. d. 2. 74. t. Zehlendorf. 19% Uhr Zahlabend der Gehag- Siedlung bei Friedrich, Spandauer Str. 21. Bortrag des Genofien Franz Gutfchmidt. 79. 9. Echöneberg. 19% Uhr Sahlabende: Bei Arndt, Baugener Str. 10. Vortrag: Bohlfahrtsfragen." Referentin Irma Fechenbach, Grupo, Geßlerstr. 18. Bortrag des Genossen Otto Fenfelou. Nitsch, Siegfried. ftraße 9. Referent Setng Many. Podszus, Sechsendamm 40. Referent Dito Doft Shema: Mieterrecht und Mieterschus. 82. bt. Steglit. Flugblätter zur Clternbeiratswahl find bei Schellhose, Ahornfir. 15a, abzuholen. 87. St. Mar enfelbe. 20 Uhr bei Schuster, Kirchstr. 68, Zahlabend. Thema: Die Elternbeiratswahlen." 93. bt. Reutuila. Siedlung Tamuweg. Behlabend um 20 Uhr. Bertrag: Moderne Wohnkultur." Referent Surt Edwindler. 103. b. blershof. Sm Rofal Sogel, Bismardite. 74. Un Stelle des dienstlich nerhinderten Referenten Redotteur Bolfgang Schmarz mird Reichstags. abgeordneter Georg Schmidt Käp nid den Vortrag über Die politische Lage und die Regierungsbildung" halten. 118. Abt. Sichtenberg. 191 hr gemeinsamer Bah'abens bei Tempel, Gudrun Straße 7. Bortrag: Aufgaben nach der Bahl." Referent Arthur Richter. Seinersdorf. 20 Uhr bei Rabbah, Tiniusste. 60, Zahlabend. Sämtliche Mitglicher milisen erfdeinen. 135. bt. Storm. 20 Uhr im folal Bum Tanfgrafen, Tantgrafenftr. 3, Bahlabond. Cinteilung zur Elternbeiratswahl. Berschiedenes. 138. Bt. Sermsdorf. 20 Uhr in der Aula bes Hermsdorfer Realgymnasiums Bifentliche Elternnerfommlung. Bortrag des Genoffen Stadtschulrat Dr. Georg Löwenstein,. b. 9. 141, bt. Rosenthal unb Bieberschönhausen- Weft. 20 Uhr gemeinsamer Bahl abend bei Ghweig, Balderfeeftr. 5. Thema: Rüblid auf die Wahlen." Erscheinen aller Genofsinnen und Genossen dringend erforderlich. 12. Bolfsschule, Tempelhof, am Wittelsbacher Korfa. Elternversammlung heute, Mittwoch, 20 Uhr, in der Aula der neuen Schule. Tagesordnung:„ Schulaufbau in der Republit." Referent Stadtverordneter Woywod. am Freitag, dem 15. Juni 1928, 191/2 Uhr, in den Germania- Sälen, Chausseestraße 110 ,, Die politische Lage nach den Wahlen" Referent: Gen. Künstler. Funktionärausweis und Mitgliedsbuch legitimiert Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienfiffelle Berlin und Umgegend. ( Nachdr. verb.). Troden und vielfach beiter bei weiter ansteigenden Tages temperaturen, nur schwache Luftbewegung. Für Deutschland. Ueberall Rowawes. Die am Mittwoch, 13. Juni, bei Hiemte fällige Funktionärver. ziemlich beständiges Wetter mit weiterer Erwärmung. sammlung findet nicht statt. and in Morgen, Donnerstag, 14. Juni: haft 3. t. 19% Uhr öffentliche Elternversammlung in der Aula ber 123. Ge meinbesavle, Annenstr. 1b. Thewa: Schulaufbau Schulreation." Referent Stadtverordneter und Lehrer Hans Woywod. Erscheinen dringend erforderlich. 83. bt. 19 Uhr bei Wertalla, Hohenloheftr. 3. Flugblattnerbreitung für die Elternbeiratswahlen. Alle Genoffinnen und Genossen, die noch nicht eingeteilt find, treffen fich bort. 26. b. 19 Uhr in der 153. Gemeindeschule, Zehbenider Stroke, öffentliche Elternverfammlung. Vortrag des Genoffen Rettor Richard Schröter. Wile Eltern find herzlich eingeladen. 77. bt. Schöneberg. Ab 17 Uhr Flugblattverbreitung für die Elternbeirats wahlen bei Sürgens, Barbarossaftr. 5a. Zahlreiche Beteiligung, auch der 9: 0 Jugend, wird erwartet. 81. bt. Friedenau. 20 Uhr öffentliche Elternverfammlung in der GemeindeSchule Friedenau, Offenbacher Str. 5a. Thema: Chriftliche oder weltliche Schule?" Referent Stadtschulrat Dr. Kurt Söwenstein. Wir bitten n redit rege Beteiligung. 99. 6. Brik Budom. 19% Uhr öffentliche Elternverfammlung im Buschtren, Rubower Str. 49. Sagesordnung: Die Aufgaben der Schule und die Be. beutung der Elternbeiratswahlen cm 17. Juni." Referent Oberstudieu Direktor Dr. Gris Sarjen, 113. Abt. Omëdm'y. 20 Uhr bei Parouffi, Schmödwiz. Berliner Ede See. 9 ftraße, Mitgliederversammlung, Unt liftliches Gefcheinen wird gebeten. 132. Abt. Plantenburg. 19% Uhr im Shulhaus Triftstrehe öffentliche Eltern. versammlung. Bortrag der Geneffin Stadtnerordnete Sisbeth Riedger. Hübner. Biz bitten un recht zahlreiche Beteiligung. odiodd bell Frauenveranstaltungen. d. Her 14. Ascis Reutřin. Donnerstag, 14. Juni, 20 Uhr, bei Simon, Berthelsdorfer Straße 9, rechnen die Funktionärinnen die Dautpferkarten ab. Außerdem wichtige Besprechung. 299 40. Abt. Kreuzberg. Heute, Mittwoch, 13. Juni, 191 Uhr, in der Aula der 108, und 116. Gemeindeschule, Sagelberger Str. 34, Elternversammlung der freien Schulgemeinde. Vortrag des Herrn Dr. Bejach über Gefundheitliche Fürsorge unferer Schultinder.". Alle inmpathifierenden Eltern, die schulpflichtige Kinder haben, find hierzu eingeladen. 46. bt. Donnerstag, 14, Juni, Wahrt nach Friedrichsfelde. Treffpunkt 14 Uhr am Schlesischen Tor. 20 Uhr treffen fich die Genossinnen bei Eichholz, Cuvryftraße, um das Material für die Wahlarbeit zu den Elternbeirats. mahlen abzuholen. Freitag und Connabend muß die Berteilung vor den Schulen vorgenommen werden. Am Sonntag, 17. Juni, ist es Pflicht aller 150 Genoffinnen, sich zur Mitarbeit zur Berfügung zu ftellen. 1 aid p bana Arbeiterwohlfahrt. 6. Areis Arensberg. Donnerstag, 14, Juni, Schulungsturfus:„ Pinchonathon. fürforge und Bewahrungsgefch." Referent Genoffe Dr. Joel. Beginn und Alle an der Wohlfahrtspflege interessierten Rofal morgen im Bormärts". Genosfinnen und Genossen find herzlichst eingeladen, 916 Kinderfreunde Groß- Berlin. Bortenbeigung Freitag 20 Uhr in der Gefchäftsstelle. Kreis Webbing. Connabend 17 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen Treffpunkt aler Beltlagerteilnehmer zur Fahrt nach Birkenwerder. Für Fahrt, Mittag. effen und Getränke find 80 PJ. mitzubringen, Alle Helfer, die bei der Eltern beiratswahl tätig find, brauchen nicht erscheinen. 18. Abt. திர Jubiläen, Geburtstage usw.enolled saion Unserem langjährigen Genoffen Rarl ble au feinem 60. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Die steilungsleitung. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 話 17. bt. Rag 40jähriger Mitgliedschaft ist unser Genoffe, der Bezirksführer Richard Runom, Fennstr. 50, verstorben. Chre feinem Andenten, Cin äfcherung Freitag, 15, Juni, 19 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. delom odron 24 nochiladion 194 on s Gewinnauszug der 3. Klasse 31. Preußisch- Süddeutsche Klassen- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jebe gezogene Rummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstagit Chu 12. Juni 1928 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 120 m. gezogen 2 Gewinne su 50000 m, 200950 2 Gewinne zu 5000 m. 105382 2 Gewinne au 3000. 296334 4 Gewinne su 1000 m. 111760 202742 10 Bepinne au 800 n. 55921 111137 307971 323326 367032 16 Geminne au 500, 29531 38589 61813 153794 156637 184256 230433 355641 90 Gewinne an 400. 4499 8014 14940 22795 57623 61905 84347 83752 90130 117574 131933 132938 133312 137871 137245 158568 185639 198488 198795 201734 237222 248943 250450 251654 254031 256053 256789 275580 280463 291502 297149 298794 300819 304320 346324 367847 308856 315673 324316 328180 333507 342246 343225 346324 36 369131 373032 220 Gewinne at 240 27. 5617 13759 27795 31771 33312 35620 42162 42714 49326 49335 56214 58540 58741 60729 60990 62045 62478 64291 66145 67976 68913 75787 80183 86864 89149 92337 92859 94620 98484 110303 112142 120560 127821 128727 186871 187010 139502 148073 148796 149371 150151 150518 151108 160877 169791 171134 171385 172197 174259 182227 183924 188479 194671 196638 197102 197379 198987 200518 202572 208567 208726 212385 213107 213492 213730 214245 225369 225775 225792 227151 228163 231074 236271 237483 244173 245927 250416 250721 251698 254996 255920 257432 258178 261206 265722 270662 276337 277212 279079 282498 283069 306541 306819 308998 312829 313345 322365 334289 335541 345108 347504 350557 363006 353736 354486 354946 366017 370186 373305 374981, In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 120 M. gezogen disding 2@ewinne zu 10000 2 Gewiane su 5000 4 Gewinne au 3000 2 Getpinne zu 2000 6 Gewinne zu 1000 365908 . 248905 . 261845 . 53842 62623 m. 251244 t. 98714 240610 269497 48848 68244 150804 165840 202320 304062 14 Geminne su 800 M 22 Gewinne su 500 9. 29978 65089 67442 86486 130987 178773 211776 232346 326281 329722 351835 106 Gewinne au 400. 2654 11055 18687 20036 21562 25050 28997 31695 43194 52180 55214 57709 61208 83122 91279 97005 101978 110835 138771 153128 174094 174539 180155 184417 201618 208369 210814 216044 218259 222168 224158 230586 237192 244800 245388 247929 248798 252730 270958 277790 278437 287948 288664 290172 300628 303058 319808 341955 343684 345879 348013 360359 365480 258 Geminne au 240 m. 1007 3713 10896 13703 15646 18102 22195 23592 26253 27932 30568 31522 32917 34724 34743 45509 48015 52867 67832 64075 68018 77994 79042 80559 83108 84773 86084 87014 90039 90455 93544 96265 96542 101135 105478 110706 113932m 115828 118531 119094 120217 122727 124900 130324 133127 136067 140639 142787 150362 151116 154162 154756 155097 156931 161333 170385 171113 175765 177779 178270 185281 185623 186380 187081 190987 195880 199987 203325 203491 203557 212191 215063 216271 219670 221287 222352 223136 224014 230099 231973-232257 234347 248466 249443 257919 262051 262577 262917 266230 266626 267391 271455 278333 297944.298114 298350 299898 303798 307330 307364 309541 312365 315276 315653 318276 319828 320009 322606 326190 327827 328432 336993 337601 340764 346497 849189 350131 351777 353830 359229 359252 360151 363216 364560 365398 366812 367924 370398 372253 DR stomoted, end his m & stills apple Reisen Vandern up to ag denting Windjacken( indanthrenfarbig) onl für Herren* 27.50 25.75* 23.50 16.75 11.90 für Damen 27.00$ 26.00 22.50 19.00 14.50 für Knaben und Burschen in allen Größen preiswert am Lager. 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