Morgenausgabe Nr. 279 A 143 4S.Iahrgang WSch«»tIich 85 Pfz. moxitlich 3,80 SR. un voraus zahlbar. Postdkzug 80 Psennig. ReNamezeil» 5.— Reichsmark..Kleine Anzeigen" da» lettge- druckte Wort 25 Psennig izuläslig zwei -ett-e druckte Worte»,>edes weitere Wort 12 Psennig. Siellengeluch« das erste Wort 15 Psennig,!ede» weitere Wort 10 Psennig. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Arbeitsmarkt «...----.-.„- fQr Zah Sei «d< ist 60 Pfennig. Familienanzeigen onnenlen Zeil««0 Psennig. Anzeigen» annähme im chauplgeichäst Linden» straheZ wochentägl. von&'/, bis 17 Uhr. Jentvalorgan der GozialdemoSratiMen Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoss 292—22? Telegramm-Adr.: Eozioldemokral yerlt» Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 57 LSS.— BanNomo: Bank der»rbeiter,«ngestellten und Beaniten Wallstr. 65. Mttonio-Sesellschaft. Depositenkasie Lindenftr. 5 SpanllUUSmche prWdkiileliwahl. Löbe und Csser wiedergewählt.— Kardorff neugewählt.- Graes zweimal durchgefallen, das drittemal von den Kommunisten gerettet. Löbe wiedergewählt.. das ist keine Ueberraschung. Wer hätte daran gedacht, daß der Anspruch der stärksten Fraktion bestritten werden oder daß der Reichstag den besten Prä- sidenten, den er je gehabt, fallen lassen könnte? Trotzdem fällt auch hier schon eine Entscheidung. S t ö ck e r erklärt für die Kommunisten, daß sie nicht für L ö b e, sondern für ihren eigenen aussichtslosen Kandidaten stimmen werden. Die Kommunisten kennen den sozialdemokratischen Beschluß, wissen also, daß sie damit die Wahl ihres eigenen Kandidaten für die dritte Vizeprästdentenstelle unmöglich machen. Nebenbei interessiert die Bemerkung Stöckers, ein etwa gewählter kom- munistischer Präsident sei bereit, die Redefreiheit zu schützen. Wie oft haben die Kommunisten durch ihr eigenes Verhalten schon die Redefreiheit des Parlaments in Frage gestellt!' Die Wahl durch Zuruf scheitert am Widerspruch der Kommunisten und Nationalsozialisten. Löbe wird durch Zettelwahl mit 318 von 446 Stimmen gewählt. 46 für Thälmann, 12 für den Hitlerjünger F r i ck. 70 Zettel sind unbeschrieben. Das sind die Deutschnationalen. Löbe übernimmt das Amt mit einer der kurzen An- sprachen, in denen er Meister ist. Wie er von der Würde des Hauses spricht, die gewahrt werden müsse, tönt lauter Peifall. Die Kommunisten aber murren. Der Beifall wiederhost sich, als Löbe feststellt, daß die Politik der Dölkerversöhnung und Verständigung durch den Wahlausfall eine überwältigende Bekräftigung erfahren hat. Nun kommt die Wahl des ersten Vizepräsidenten, und da- mit beginnt ein Spiel, reich an Spannungen und Ueber- raschungen. Für die zweitstärkste Fraktion schlägt der alte Schulz-Bromberg von den Deutschnaitonalen seinen Kollegen Graes- Thüringen vor. D i t t m a n n aber be- antwortet die Ablehnung Löbes durch die Deutschnationalen mit der Erklärung, die Sozialdemokraten würden nunmehr nicht für Graes, sondern für den Zentrumsmann Esser stimmen, der ursprünglich als zweiter Vizepräsident vorge- sehen war. Der erste Wahlgang bringt keine Entscheidung. Es kommt zur Stichwahl. Noch einmal gehen die Schriftführer mit den Urnen um; es summt im Hause wie in einem Bienenstock. Die Auszählung dauert lange. Als die Klingel tönt, läuft alles, was draußen ist, in den Saal. Es hat geklappt! Graes ist durchgefallen, Esser gewählt. Stürmischer Beifall. Der alte Schulz- Bromberg war auf die Tribüne ge- klettert und hatte mit zitternder Aufregung die Zählung der Stimmzettel verfolgt. Nun ist er geschlagen, aber er läßt nicht locker. Für die Wahl des zweiten Vize schlägt er aber- m a l s Graes vor. Aber schon ist auch D i t t m a n n wieder auf dem Posten. Gegenvorschlag: v. K a r d o r f f von der Volkspartei. Die Spannung steigt, das Gelächter wird immer munterer. Wird Graes abermals durchfallen? Er tut es! Kardorff geht ohne Stichwahl als Sieger durch das Ziel. Und wieder gibt es, als die Wahl des dritten Vizepräsi- denten beginnt, eine Ueberraschung. Zum drittenmal wird Graefvorgeschlagen, diesmal abernicht von Schulz, sondern von Scholz! Was treibt den Vorsitzenden der Volkspartei? Hat ihn der Stahlhelmgeist überwältigt? Will er verhindern, daß die große Koali- t i o n bei der Präsidentenwahl vorweggenommen wird? Oder will er Herrn Graes, indem er ihn als zweimal Zurückver- setzten schließlich doch im Präsidium landen läßt, eine be- sonders grausame Demütigung bereiten? Wer weiß es? Wer vermag in dieser komplizierten Seele zu lesen? Nun kommt zur Abwechslung der Demokrat Koch. Er bringt seine Kollegin Frau Dr. Gertrud B ä u m e r als Gegenkandidatin in Vorschlag. Dittmann unterstützt ihn. Zum erstenmal eine Frau auf dem hohen Stuhl der beut- schen Volksvertretung? Wird sie es schaffen? Sie schafft es nicht! Zwar kommt sie in Stichwahl, aber dann entscheiden die Spießbürger und die Kom- m u n i st e n gegen sie. Die Spießbürger, well sie kein Weibs- bild zum Präsidenten haben wollen, die Kommunisten, weil sie mit Dedachi ungültige Stimmzettel abgegeben. Die Spießbürger und die Kommunisten oerhelfen dem zweimal gefallenen Engel Graes doch in den Präsidenten- Himmel. Hätten die Kommunisten, statt ungültige Zettel ab- zugeben, für die Demokratin Bäumer gegen Graes gestimmt, dann wäre er unweigerlich auch zum drittenmal durch- gefallen. Und er, letzter Sieger, wird er annehmen? Es stellt sich heraus, daß er gar nicht da ist. Er ist, sagt man. auf der Toilette und hält seinen Kopf unter die Wasserleitung. Dort erfährt er, wie sehr und unter wie merkwürdigen Um- ständen er schließlich doch mit dem„Vertrauen des Hauses" ausgezeichnet worden ist. Erst später wird bekannt— wahrhaftig, er hat angenommen! Herr Graes ist Vizepräsident. Nicht erster und nicht zweiter, aber dritter. Der Transportarbeiter Thälmann hat wieder einmal brav gearbeitet. Hätten die Kommunisten— das ist die Tragikomik der Situation— ihre selbstverständliche parlamentarische An- standspflicht erfüllt und den sozialdemokratischen Anspruch auf den Präsidenten anerkannt, so wäre nicht Graes, sondern der Kommunist G e s ch k e dritter Vize geworden. Die Kom- munisten haben das selber verhindert. Dann hatten sie noch die Möglichkeit, wenigstens Frau Bäumer zu bekommen. Das haben sie auch verhindert. Graes mußte es sein, nun haben sie ihn! Mögen sie mit ihm glücklich werden! Man wird noch lange darüber nachdenken müssen, wer eigentlich in dieser ereignisreichen Sitzung die erhabenere Rolle gespielt hat: Herr Graes, der bewährte Leiter aller parlamentarischen Mißgeschicke, der auch gestern wieder soviel Unfälle erlitt, oder die Kommunisten, die ihn retteten? Oer Verlaus der Veichsiagssihung. Auf der Tagesordnung des Reichstags stand als erster Punkt die Wahl des Präsidiums und der Schriftführer. Abg. Ditlmann(Soz.) schlägt für das Amt des Reichstags- Präsidenten den bisherigen Präsidenten Löbe vor.(Beifall.) Abg. v. Guerard(Ztr.): Ich beantrage, die Wiederwahl unseres hochverehrten bisherigen Präsidenten Löbe durch Zuruf vvrzu- nehmen.(Beifall.) Abg. Stoecker(Komm.) erklärt, di« kommunistische Fraktion er- hebe entsprechend ihrer Fraktionsstärke Anspruch aus den Posten des dritten Wzepräs'denten. Da die Sozialdemokraten di« Zustimmung zu diesem Vorschlag an bestimmte Bedingungen geknüpft hätten, würden die Kommunisten aus Protest für jeden Wahlgang eigene Kandidaten ausstellen. Abg. Dr. Frick(Natsoz.) wird mit dem Ruf empfangen:„Jetzt kommt der Konkurrent!" Er erklärt: Der Antrag auf Wahl durch Zuruf bedeutet ein Vertrauensvotum für den bisherigen Präsidenten. Wir Nationalsozialisten haben keinen Anlaß, dem Präsidenten Löbe unser Vertrauen auszusprechen.(Rufe bei der Mehrheit: Das ehrt ihn! und lebhafter Beifall.) Wir sprechen ihm vielmehr unser schärfstes Mißtrauen aus schon wegen seiner Eigen- Die Volkspartei verstsist sich...! Die Sozialdemokratie steht zu Braun. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion versammelle sich am Donnerstag abend zu einer Sitzung, deren Verlauf durch eine überraschende Mitteilung der Volkspartei bestimmt wurde. Es wird darüber folgender Bericht ausgegeben: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion nahm den Bericht ihrer Unterhändler über die Verhandlungen mit den Parteiführern entgegen. Im Laufe der Verhandlungen wurde die Mitteilung ge- macht, daß die Fraktion der Deutschen Volkspartei einmütig nach wie vor auf der gleichzeitigen Ilmbildung der preußischen Regierung besteht. Die sozialdemokratische Fraktion faßte einstimmig folgenden Beschluß: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion lehnt es aus staatsrechtlichen Gründen ab. auf die preußische Regierung und die preußi- schen Regierungsparteien einen D r u ck zur Umbildung der preußischen Regierung auszuüben. Inzwischen hatte sich Genosse Hermann M ü l l e r zu dem noch immer kranken Minister Dr. Stresemann begeben. f Er wird heute der Fraktion weiter berichten. Es vermehren sich die Anzeichen, die dafür sprechen, daß die Volkspartei der Bildung einer Regierung im Reiche große Schwierigkeiten zu machen oer- sucht. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, die bisher die größte Mäßigung und G e d u l d an den Tag ge- legt hat, nimmt mit wachsendem Befremden von diesen Ver- suchen Kenntnis. Schon neulich ist hier gesagt worden, die Sozialdemokratie denke nicht daran, eine Diktatur der Sie- g e r im Wahlkampfe aufzurichten, noch weniger aber würde eine Diktatur der Nicht sieger ertragen werden können. An- gesichts der offenkundigen Versuche, eine solche Diktatur auf- zurichten, muß das wiederholt und unterstrichen werden. Sieg Brauns im Landtag. MißtrauenSantraq abgelehnt.— Schildbürgerstreich der Volkspartei gegen Becker. Der Preußische Landtag hat sich gestern in die Sommer- ferien begeben, aus denen er am 2. Oktober zurückkehren wird. Dazwischen wird nur eine vermutlich eintägige Zusammenkunft am 1l>. Juli liegen, um geschäftsordnungsmäßig die Bestätigung des Landtagspräsidiums auszusprechen. In seiner gestrigen letzten Sitzung hat der Landtag das kommunistische Mißtrauensvotum gegen das Kabinett Braun mit 222 gegen 168 Stimmen abgelehnt. 33 Volksparteiler enthielten sich der Stimme, aber'ihr Votum war für die Entscheidung belanglos— in jedem Falle hätte das Kabinett der Weimarer Koalition über 20 Stimmen Mehrheit gehabt. Bei diesem ersten Mißtrauens- votum fanden sich Kommunisten, Deutschnationale und Wirt- schaftspartei zusammen. Bei einem zweiten Mißtrauens- votum der Deutschnationalen gegen den Kultusminister Dr. Becker, der angeblich die christliche Schule nicht genügend beschützt hat, stimmten Deutschnationale, Wirtschaftspartei und Deutsche V o l k s p a r t e i mit Ja, während hier die Kom- munisten— wie vorher die Volksparteiler— sich der Stimme enthielten. Natürlich wurde dieses Mißtrauensvotum mit noch größerer Mehrheit abgelehnt. Aus diesen beiden Tatsachen, der großen Mehrheit des Kabinetts Braun und der Vertagung des Landtages, geht über eine Erweiterung der Regierungsbasis mit sich reden lassen wollen. Gegen jeden Versuch, vom Reiche her einen Zwang auf sie auszuüben, wehren sie sich jedoch ganz ent- schieden. Sie finden dabei die Unterstützung der sozialdemo- kratischen Reichstagsfraktion. Auch ein so merkwürdiges Ver- halten, wie es die Volkspartei gestern bei der Abstimmung über den deutschnationalen Mißtrauensantrag gegen Becker an den Tag gelegt hat, erleichtert das Verhandeln nicht. Die Volkspartei erstrebt den Wiedereinzug in das Kultusministe- rium; dafür ist ihr heutiges Bekenntnis zur deutschnationalen Schulpolitik nicht gerade die klügste Wegbereitung. Man erzählt sich im Landtag, daß die Volkspartei gestern schon drei Unterhändler gewählt habe, die mit den Regie- rungsparteien in Besprechungen über die Regierungsfrage eintreten sollten. Der Vorsitzende der volksparteilichen Frak- tion, Dr. v. C a m p e, der nicht mitgewählt worden war, soll höchst erregt den Vorsitz der Fraktion niedergelegt haben. D-"- Ni-oöl-m der Führung in der Volkspartei ist je- doch i'.icht e�..«rch tiefe.: Zwischenfall akut geworden. schaft als Margift und Angehöriger einer volfsverräterischen Partei. ( Gelächter.) Die Wahl des Bräsidenten muß also durch Stimmfarten erfolgen. Als ihr Ergebnis verkündet Alterspräsident Bock: Es find 446 Stimmen abgegeben worden, davon 318 für den Abg. Löbe( Beifall), 46 Stimmen für den Abg. Thälmann ( Komm.), 12 für den Abg. Dr. Frick( Nathoz.) und 70 unbeschriebene Zettel. Der Abg. Cöbe iff damit zum Reichstagspräsidenten gewählt.( Beifall.) Ansprache des neugewählten Präsidenten: Abg. Cöbe übernimmt unter dem Beifall des Hauses und dem Händeklatschen der Sozialdemokraten das Präsidium und dankt für feine Wahl mit folgender Ansprache: Zum drittenmal führt mich Ihr Wille an diesen Platz, in dieses hohe und verantwortungsvolle Amt. Ich kann den herzlichen Dant für das hohe Maß von Vertrauen, das in diesem Beschluß liegt, mur verbinden mit der Versicherung, daß die Erfahrungen fast achtjähriger Amtsführung mich befähigen sollen, die mir übertragenen Aufgaben vollkommener zu lösen. Als solche sehe ich an: Die Wahrung der Würde des Parlaments.( Lärmende 3wischenrufe bei den Kommunisten.) Herr Abg. Koenen, ich habe angenommen, daß Sie von nun an dabei helfen wollen.( Heiterfeit.) Reiter die Förderung seiner Arbeiten und Unparteilichteit nach allen Seiten des Hauses.( Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Ich werde dieses Ziel nur voll erreichen können, wenn ich Ihrer Mithilfe sicher bin, um die ich hiermit bei allen Parteien bitte. Die Zusammenfeßung dieses Hauses hat wesentliche Aenderungen erfahren. 130 neue Abgeordnete haben sich zu den bisherigen gesellt. Aber trotz dieser neuen Zusammensetzung bestehen jene alten Probleme weiter, über die wir am Schluß der legten Legislaturperiode gesprochen haben: Prüfung des Wahlsystems( Aharufe bei den Kommunisten), Revision der Ge fchäftsordnung( lärmende Zwischenrufe bei den Kommunisten und Nationalsozialisten) und rationellere Methoden in der Lösung unserer Aufgaben zur Erreichung und Wahrung derjenigen Ber handlungsformen, die das deutsche Bolt von seiner höchsten Bertretung erwarten tann.( Stürmischer Beifall bei der Mehrheit; Lärm bei den Kommunisten und Nationalsozialisten.) Wenn ich die heutige Lage Deutschlands vergleiche mit der im Juni 1920, wo ich zum ersten Male die Ehre hatte, die Berhandlungen eines Reichstags der deutschen Republif zu eröffnen, so wird jedem Auge sichtbar, daß wir ein gutes Stüd vorwärts gefommen find.( Widerspruch bei den Komm, und Natsoz.) Aber der wesentliche Hauptteil der Aufbauarbeit liegt noch bor uns. Er ist perfnüpft mit den außenpolitischen Ber pflichtungen, mit den Reparationsabgaben, die in diesem Jahre ihre höchst um me erreichen, mit der Besetzung deutschen Gebiets. Diese harte Kriegslast hat in der Vergangenheit die Erfüllung vieler gerechter Wünsche unserer eigenen Mitbürger gehindert und hindert sie noch heute, und die Ausländer bekommen ein falsches Urteil von der Lage des deutschen Boltes, wenn sie es zu gewinnen fuchen auf den üblichen großen Straßen des Weltverkehrs.( Sehr richtig!) Die Last dieser Kriegstribute wird an anderer Stelle erarbeitet und durch Entbehrungen getragen, nämlich bei dem deutschen Mittelstand, der noch nicht eine gesunde Grundlage feiner Eristenz hat finden können, bei den Angestellten und Arbeitern, die vergeblich sich um eine menschenwürdige Wohnung und um ständige Beschäftigung bemühen, bei den Bauern, deren Notlage von allen Parteien anerkannt ist. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß es uns in der bevorstehenden Legislaturperiode möglich sein wird, mit der Begrenzung der Reparationssumme, mit der Kürzung der Räumungsfristen eine gesunde Grundlage zu erreichen für die Erfüllung unserer innenpolitischen jozialen und wirtschaftlichen Bünsche. Dann wird es uns mit größerem Nachdrud möglich fein, jene Politit der Bölferversöhnung und Bölferverständigung fortzujesen, für die der Austall der Wahlen eine überwältigende Bekräftigung gegeben hat.( Buruf bei den Nationalsozialisten: Und die Bahlen in Frankreich?) Seit der lekte Reichstag in diesem Jahre zum letzten Male fich verfammelt hat, hat der Tod eine Reihe von Mitgliedern abberufen ( die Mitglieder des Hauses und die Tribünenbesucher erheben sich von ihren Plägen), von denen drei nach dem Willen ihrer Parteien auch in diesen Reichstag hätten einziehen sollen. Es find der bremische Abg. Herr Gildemeister, der 1920 in den Reichstag eingetreten war und sich besonders der Interessen der Wafferfante angenommen bat, der Leipziger Abgeordnete Seeger, der dem Reichstag feit 1919 angehörte und in den letzten Jahren leider durch ständige Krankheit an der Mitarbeit verhindert war, der frühere fächsische und Reichsjuftizminister Heine, der 1907 zum erstenmal in den Reichstag eintrat und an den wesentlichen juristischen Fragen mit arbeitete, und der sozialdemokratische Abg. Ged, der noch nach den Wahlen plötzlich durch den Tod abberufen worden ist. Die Ber storbenen hatten die Absicht, auch ferner ihr Können und Wissen in den Dienst des Bolfsganzen zu stellen. Der Tod hat sie daran gehindert Wir wollen ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Ich Dante Ihnen, daß Sie sich zu Ehren der Verstorbenen von Ihren Blazen erhoben haben. Es bleibt mir nur noch übrig, dem Alterspräsidenten für seine Mühemaltung zu danken( lebhafter Beifall bei der Mehrheit) und ihm, der vor 44 3ahren in dieses Haus ein getreten ist, zu wünschen, daß er sich noch lange die Frische bewahrt, die wir in den letzten beiden Tagen an ihm beobachten fonnten.( Erneuter Beifall.) Aus dem Ausland sind uns von Deutschen eine Anzahl Glückmünsche zur Eröffnung des Reichstages und Wünsche für erfolgreiche Arbeit zugegangen. Ich danke unseren Stammesgenossen in der Fremde für ihr Intereffe an den Angelegenheiten der Heimat und sende ihnen den Gruß des Reichstags.( Bravo!) Wir können nummmehr in der Tagesordnung fortfabren. Zur --Bahl des ersten Vizepräsidenten fchlägt Abg. Schultz Bromberg( Dntl.) die Wahl des Abg. Graef Thüringen( Dntl.) durch Zuruf vor.( Abg. Koenen[ Komm.] ruft: Der Haustnecht!) Präsident Löbe: Ich rufe den Abg. Koenen zur Ordnung; ich bitte, sich im Rahmen der Ordnung zu halten.( Ruf bei den Komm.: Das geht ja sehr schnell!) Ihr Herr Sch went ist noch schneller damit gewesen.( Heiterkeit.) Abg. Stoeder( Romm.) erhebt gegen den Vorschlag Widerspruch und verlangt Wahl durch Stimmzettel. Abg. Dittmann( Soz.): Die deutschnationale Fraktion hat bei der Bahl des Präsidenten meiße 3ettel abgegeben und damit befundet, daß sie nicht willens ist, den Anspruch unserer Partei auf den Bräfidenten anzuerkennen. Aus diesem Grunde wird meine Fraktion nicht für den deutschnationalen Kandidaten stimmen, sondern für den Abg. Effer( 3.). Abgegeben merden 448 Stimmzettel, von denen 9 ungültig find. Auf den Abg. Graef Thüringen lauten 191 Stimmen, auf den Abg. Effer 187, auf den Abg. Thälmann 48, auf den Abg. Dr. Frick 11 und auf den Abg. Leom( Komm.) 2. Die beiden Abgeordneten mit den höchsten Stimmenzahlen tommen in die Stichwahl. In der Stichmahl find zmei Stimmen ungültig. Abg. GraefThüringen( Dnat.) erhält 148, 21bq. Effer( 3.) 248 Stimmen. 90ba. iier ist also zum Ersten Bizepräsidenten gewählt. Meles Ergebnis wird von den Sozialdemokraten mit Bravorujen muigenommen. Abg. Eller nimmt die Mahl m Inzwischen t dem miebergewählten Präsidenten 2öbe ein Rosenstrauß auf den Tisch gestellt worden. Für den Posten des zweiten Bizepräsidenten schlägt Abg. Schulh- Bromberg( Dnat.) erneut den Abg. GraefThüringen vor. Er fügt hinzu: Dem Abg. Ditimann erwidere ich hier noch einmal das, was ich ihm schon vor furzem in fleinerem Kreise gesagt habe: Wir haben damit, daß wir unsere Stimme nicht für Herrn Löbe abgaben, nur das Verfahren befolgt, das Sie ( zu den Soz.) begonnen haben. Im Mai 1924 haben Sie unsere Ansprüche gleichfalls nicht anerkannt, sondern sogar einen Gegent fandidaten aufgestellt. Diesem Beispiel sind wir gefolgt. Sie fönnen uns also feine Vorwürfe machen. Abg. Diffmann( Soz.): Im Mai 1924 lagen die Verhältnisse anders. Damals hatte die Sozialdemokratie einen ersten Bize präsidenten vorgeschlagen, von dem die Deutschnationalen schon vorher fagten, daß sie ihn nicht wählen konnten.( Hört! hört! bei der Mehrheit.) In dem jezigen Wahlgang wird die fozialdemofrafische Fraktion für den Abg. v. Kardorff stimmen.( Lebh. hört! hört! und Heiterkeit.) Es werden 438 Stimmen abgegeben, von denen 33 unbeschrieben, also ungültig find. Bon den 405 gültigen Stimmen erhalten: Abg. Graef- Thüringen( Dnaf.) 142, 2bg. v. Kardorff ( D. Vp.) 203, Abg. Thälmann( Komm.) 47, Abg. Dr. Frid ( Mat.- Soz.) 11 und Abg. Geschte( Komm.) 2. Präsident Löbe stellt fest, daß bei 405 gültigen Stimmen die absolute Mehrheit 203 beträgt, daß also der Abg. Kardorff schon im ersten Wahgang gerade die absolute Mehrheit erreicht hat und damit zum zweiten Vizepräsidenten gewählt ist. ( Schallende Heiterkeit und Beifall bei der Mehrheit.) Abg. v. Kardorff( D. Bp.), der sich bei der Verkündung dieses Resultats gleichfalls der Heiterfeit nicht enthalten tann, nimmt die Wahl an und wird von seiner Kollegen beglückwünſcht. Es folgt die Wahl des dritten Bizepräsidenten. Abg. Dr. Scholz( D. Bp.): Nachdem die Mehrheit des Reichs tags die große Güte hatte, meinen Parteifreund v. Kardorff zum zweiten Bizepräsidenten zu wählen, wofür ich wohl auch im Namen des Gewählten unseren verbindlichten Dant abstatten darf, gestatte ich mir nunmehr, als dritten Vizepräsidenten vorzuschlagen Herrn Graef- Thüringen.( Lachen bei den Soz.) Abg. Koch- Weser( Dem.) schlägt Frau Dr. Bäumer als Bizepräsidenten vor.( Unruhe bei den Dnat. und bei den Komm.) Abg. Dittmann( Soz.): Nach§ 3 unserer Geschäftsordnung würde der Posten des dritten Bizepräsidenten der kommunistischen Frattion zustehen und die sozialdemokratische Frattion würde bereit sein, einen tommunistischen Kandidaten zu wählen, wenn die Kommunisten für unseren Kandidaten bei der Präsidenten wahl gestimmt hätten. Da sie das aber nicht getan haben, so find auch wir nicht in der Lage, für den Kommunisten zu stimmen und werden für den Vorschlag der Demokratischen Partei eintreten. Der Reichsanwalt für Max Hölz. Das Wiederaufnahmeverfahren beantragt. | ( Erneute Heiterfeit bei der Mehrheit, Unruhe rechts und Bel Best Kommunisten.) Bei dieser Wahl werden 439 Stimmzettel abgegeben, darunter 22 unbeschrieben, alfo ungültig. Die absolute Mehrheit beträgt mithin 209. Von den gültigen Stimmen erhalten Abg. Graef Thüringen( Dnat.) 199, Frau Dr. Bäumer( Dem.) 150, Geschte ( Komm.) 54, Dr. Frid( Naffo3.) 12. 3erfplittert sind 2 weitere Stimmen. Da die absolute Mehrheit von keinem Kandidaten erreicht ist, findet eine Stichwahl zwischen den Abg. Graef und Frau Dr. Bäumed statt. Bei der Stichwahl merden 428 Stimmen abgegeben, wo001 56 ungültig sind; von den verbleibenden 372 Stimmen entfallen 205 auf den Abg. Graef Thüringen und 167 auf die Abg. Frau Dr. Bäimmer. Der Abg. Graef Thüringen ist nicht anwesend. Bräfident Löbe erklärt, daß, feine Erklärung über die Annahme der Wahl später abgegeben werden müsse. Darf erfolgt in einem Wahlgang die Wahl der 12 Schrifts führer, wofür der Vorstand folgenden Vorschlag den Mitgliedern gedruckt überreicht hat: Von der Sozialdemokratischen Partei: Frau Agnes, Frau Bohm- Schuch, Schmidt( Meißen), Taubadel; von den Deutsch nationalen: Hartmann, Dr. Philipp; vom Zentrum: Frau Teuschs von den Kommunisten: Höllein; von der Deutschen Rolfspartei: Dr. Runtel; von den Demokraten: Ziegler; von der Wirtschafts partei: Lude; von der Bayerischen Bolkspartei: Rauch( München), Der Tribünenredner. Als Präsident Löbe darauf die weiter auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände aufruft, erhebt sich auf der Bublikumstribüne halten:„ Wir ein Mann und beginnt eine Rede zu Arbitslosen protestieren gegen die Erhöhung.. Präsident Löbe unterbricht sofort energisch: Ich bitte, den Herrn zu beseitigen! Der Störer wird sofort von mehreren Dienern von der Tris büne weggeführt. Der Antrag der tommunistischen Fraktion, den in Haft befind lichen Abg. Kippenberger( Komm.) aus der Haft zu entlaffen, wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen, der Deutschen Bolkspartei und der Christlichnationalen Bauernpartei ohne Aus sprache angenommen. Präsident Löbe teilt darauf mit, daß zu den Amnestie anträgen der Deutschnationalen, der Kommunisten und der Nationalsozialisten sowie zu dem Antrag des Zentrums wegen Be hebung der Notlage in den Grenzgebieten das Wort zur Begründung gewünscht wird. Die ursprünglich in Aussicht genom mene lleberweisung dieser Anträge ohne Aussprache an die zu ständigen Ausschüsse könne daher nicht erfolgen. Der Präsident schlägt deshalb vor, zur Behandlung dieser Anträge am Freitag eine Sigung abzuhalten. Löbe teilt weiter mit, daß von den Sozialdemokraten ein Initiativgesez eingebracht worden ist, welches die Abjchaffung der Todesstrafe und ihre Ersetzung durch lebenslängliche Zuchthausstrafe zum Ziel hat. Das Haus schließt sich dem Vorschlage des Präsidenten an diese Anträge am Freitag nachmittag 3 Uhr zu behandeln. Schluß 5% Uhr. Die Sozialdemokraten beschlossen daraufhin, ein sozialdemo fratisch demokratisches Minderheits- Rabinett a bilden, das nur aus zwei Ministern besteht, während ihm bisher drei angehörten. Die Frage der drei Minister wurde offen gelaffen, an Zuscheinend in der Hoffnung, daß es im Laufe der Zeit gelingen werde. bewegen. Die Kommunisten beteiligten sich an den Ministerwahlen die Volkspartei noch nachträglich zum Eintritt in die Koalition a nicht. Der Oberreichsanmalt hat sich, mie jetzt aus Leipzig bestätigt wird, nach monatelanger Prüfung nunmehr für die läffigkeit des für Mar Hölz eingereichten wiederauf nahmegesuch es ausgesprochen, für das sich Rechtsanwalt Apfel und Genoffe Dr. Kurt Rosenfeld lebhaft eingesetzt hatten. Er Bei der Wahl des Ministerpräsidenten wurden für ben bist hat selbst den Antrag gestellt, daß das Reichsgericht meitere herigen Inhaber dieses Amtes, dem Sozialdemokraten Deift, Ermittlungen anstellen möge. Menn eine folche Stellung 17 Stimmen abgegeben, für den Bolfsparteiler Dr. Eisenberg nahme schon durch die Oberreichsanwaltschaft erfolgt ist, der wahr. 8 Stimmen und für den von der Nationalen Wirtschafts- Frattion lich eine befonders freundliche Behandlung der Kommunisten nicht vorgeschlagenen früheren deutschnationalen Ministerpräsidenten, nachgesagt werden kann, so fann schon angenommen werden, daß Dr. Knorr, 8 Stimmen. Bei der Wahl des zweiten Ministers er das Wiederaufnahmegesuch begründet ist. Sicherlich muß der Oberhielt der bisherige demokratische Minister, Dr. Weber, ebens reichsanwalt mindestens 3weifel daran haben, daß die Berfalls 17 Stimmen, Dr. Eisenberg 10 Stimmen. Deift und Dr. Weber urteilung von Mar Hölz wegen Totschlags zu Recht erfolgt ist. find somit gewählt. Sie leisteten sofort den Eid auf die Berfaffung, sind aber diese Zweifel da, dann ist die sofortige Unter Darauf wurde die Sigung unterbrochen. brechung der weiteren Strafvollstreckung ein Gebot der Gerechtigkeit. Hölz hat bereits sieben Jahre Zuchthaus verbüßt, wahrlich Strafe genug, für die ihm sonst noch vom Ausnahmegericht zur Last gelegten Taten, zuviel Strafe sogar, wenn man die milde Behandlung der Rechtsradikalen bedenkt. Der Oberreichsanwalt follte fich jetzt den preußischen Justizminister zum Vorbild nehmen, der in einem ähnlichen Falle fürzlich die sofortige Freilassung angeordnet hat, und zunächst wenigstens die Strafvollstreckung unterbrechen. Es darf nicht sein, daß Mar Hölz munmehr, da sogar die Reichsanwaltschaft an feiner Schuld zweifelt, auch nur einen Tag länger im Zuchthaus schmachten muß. Wachtmeister Legners Ermordung. Der Prozeß gegen Nikolai Reim. KPD.- Zentrale Fälscherzentrale. Geständnisse eines kommunistischen Parteisekretārs. Mannheim, 14. Juni.( Eigenbericht.) 1 Der frühere Redakteur der kommunistischen Arbeiterzeitung" in Mannheim, Renzler, der inzwischen wegen linkskommunisti scher Gesinnung aus der Partei ausgeschloffen wurde, stand dieser Tage wegen Bergehens gegen das Republitschutzgesetz und Be leidigung durch die Bresse vor dem Mannheimer Schmurgericht. Die Arbeiterzeitung" hatte anläßlich der Reichspräsidentenwahl eine sogenannte„ Bombe" veröffentlicht. Sie bestand in zwei angeblichen Briefen des badischen Staatspräsidenten Remmele. Aus ihnen war zu entnehmen, daß sich Remmele in den Dienst privater Organis In dem Verfahren gegen den Deutschrussen Nikolai Reim fationen gestellt und außerdem die Spizeltätigkeit unter den ertremen politischen Parteien erstrebt habe. Vor dem Schwurgericht megen Beteiligung an dem Fememord, dem im Jahre 1923 ber mußte Kenzler munmehr zugeben, daß die Briefe Fälschungen waren. Wachtmeister Legner auf dem Truppenübungsplatz Döberitz zum Er sei damals gleichzeitig Parteisekretär gewesen. Ein Angestellter Opfer gefallen ist, ist schon seit längerer Zeit die beim Landgericht III geführte Boruntersuchung abgeschlossen worden. Die Anberaumung folcher Briefe gebracht, und sich dafür verbürgt, daß die Briefe echt der Zentralleitung in Berlin habe ihm seinerzeit ein ganzes Bündel der Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht hat sich aber immer wieder verzögert, da das Justizministerium die Akten dieses seien. Als Kenzler dann in Berlin um Material für den Wahr Falles angefordert und bisher noch nicht an das Gericht zurück- heitsbeweis ersuchte, habe ihn sein Gewährsmann und das Zentralfomitee im Stich gelassen. Das Urteil gegen Kenzler lautete auf gegeben hat. Unter diesen Umständen ist es fraglich, ob dieser Feme zwei Monate Gefängnis. fall, der einer der letzten dieser Art sein dürfte, noch vor den Gerichtsferien zur Verhandlung tommen wird. Berhinderte Regierungsbildung. Auch in Anhalt.- Durch die Boltspartei.- Gozialdemokraten und Demokraten regieren allein. Deffau, den 14. Juni. Der Anhaltische Landtag trat am Donnerstag zu seiner zweiten Sigung zusammen. Sie galt der Wahl des Staatsministeriums, die von der Tagesordnung der am Montag abgehaltenen ersten Sigung abgesetzt werden mußte, weil bis dahin unter den beteiligten Barteien feine Einigung über die neue Koalition zustande gekommen war. Der Donnerstag hat insofern die Entscheidung gebracht, als die Verhandlungen zwischen der Sozialdemokratie und der Deutschen Bolts. partei sich zerschlagen haben. Die Deutsche Volkspartei hatte, nachdem sich die Unmöglichkeit einer Rückkehr zum Ein- Minister System ergeben hatte, gefordert, die Zahl der Minister auf zwei zu beschränken und diese Boften durch einen Volksparteiler und einen Sozialdemokraten zu besetzen. Die Sozialdemokratie hielt dagegen an der Forderung fest, die Regierung durch je einen Sozialdemos fraten, Demokraten und Boltsparteiler zu bilden. Es crgab sich, daß eine Einigung hierüber nicht möglich war, und infolgedeffen hat die Deutsche Boftsportei Donnerstag vormittag den Be ichluß gefaßt, ich an der Regierungsbildung nicht zu beteiligen Nachspiel zum Arensdorfer Prozeß. Die Werwolfjünglinge als Angeklagte. Das erweiterte Schöffengericht in Fürstenwalde hatte sich mit der Anklage gegen die jugendlichen Werwolfleute Hoffmann und 3emte aus Arensdorf wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverlegung zu beschäftigen. Wie erinner lich, bildete die Anrempelei des durch Arensdorf kommenden Reichsbannerradfahrers Klemowicz durch Zemfe feinerzeit den Auftaft zu den anschließenden schweren Zusammenstößen in diesem Dorf, in deren Verlauf die Reichsbannerleute Liege und Wollant tödlich verlegt wurden. Den Borsiz der Berhandlung führte Landgerichtsdirektor Sie bert, während die Anklage von Oberstaatsanwalt Rothe, Frant furt a. d. D., vertreten wurde. Nach eingehender Beweisaufnahme hielt der Anklagevertreter bei Hoffmann Mittäterschaft an der Mißhand lung des Klemowicz nicht für erwiesen, dagegen beantragte er gegen 3emte einen Monat Gefängnis. Rechtsanwalt B. Bloch Berlin bat das Gericht jedoch um eine mildere Beurteilung des Vorfalls. Das Urteil lautete dann auch unter Freisprechung Hoffmanns auf eine Geldstrafe von 30 Mart gegen Zemfe. Der neue Bayerische Landtag ist auf Donnerstag, den 21. Juni einberufen, morden „Hlmmelfchrelen0e Sowjetm»ßsian0e.� Was die öffentliche Kritik olles aufdeckt. Moskau. 14. Juni. Der von der Parteileitung erlassene Ausruf zu strenger Selbst- knht, die auch von Stalin und anderen maßgebenden Sowjetführern miederhott empfohlen worden ist, hat eine so große Zahl von Enthüllungen über allerlei Mißstände im fowjetstoatlichen und im parteilichen Apparat zur Folg«, wie sie vielleicht doch nicht erwartet worden ist. Die Sowjetblätter bringen jetzt täglich aus allen Teilen der Sowjetunion Berichte über Amtsmißbrauch von Sowjetbeamten, Mißstände in den Parteizellen und in den Gewerkschaften usw. Dabei wird in den Berichten ouä) daraus hin- gewiesen, daß viel« dieser Anklagen schon früher erhoben worden wären, doch hätten die llnzilfrtcbenen nicht gewagt, mit ihren Beschwerden hervorzutreten. Nach der Veröffentlichung des Auf- rufs scheint das nun anders zu werden, und es.zeigt sich im Gegen- teil fast ein Uebersifer bei der Aufdeckung von.Fäulnisherden". Am meisten Aufmerksamkeit schenken die Blätter in diesen Togen den„himmelschreienden Mißständen"' in den Werk. statten der Ehorkower Straßenbahn. Die Leitung dieser Werk- stätten Hot seit längerer Zeit in gewissenlosester Weis« für die eigene Tasche gewirtschostet, wobei die Arbeiter und Arbeite- rinnen sowohl Hort behandelt als auch ausgebeutet wurden. Ent> sprechnd den Anforderungen der„Selbstkritik" schonen die Blätter ruck) die Partei nicht und weisen darauf hin, daß dies olles„unter stillschweigender Duldung der betreffenden Parteizellen und des Ge> werkschaftsbureaus" vor sich gegongen ist. Jetzt soll ein großer Prozeß diesem Treiben ein Ende machen. Ein ähnlicher„Sumpf" scheint in der Arbeitsbörfe von Scha chty bestanden zu hoben, wo die Untersuchung noch im Gang ist. In Odessa sieht man sich genötigt, einen besonderen Kongreß einzuberufen, um der städtischen Miß- wirtschast zu Leib« zu gehen, und auch vor der Roten Armee macht die Kritik nicht ljalt: die Verwaltung der Zentralwerkstötten der Artillerie hat sich Verschleudmmgen zuschulden kommen lassen, wofür jetzt mehrere der leitende!. Boomten zu Gefängnisstrafen und zur Absetzung verurteilt worden sind. �aspuiins Tochier klagi. Gegen den Mörder Zussupoff. Paris. 16. Juni. Die Tochter Raiputins, eine verwitwet« Frau Boris Solrwiew, bat gegen den Fürsten Felix I u s s u p o f f und gegen den Groß- fürsten Dimitri Pawlo witsch, die sie als die verantwortlichen Urheber der Ermordung ihres Vaters bezeichnet, eine Schaden- ersatzkloge über 25 Millionen Francs erhoben. Frau Soloview stützt die Klage auf dos bekannte Buch des Fürsten Iussupoff, in dem es über die Ermordung Rasputins ausführlich berichtet. Ln'goyen endgültig gewählt. 245 gegen 75 Wahlmännerstimmen. Aus Buenos Aires wird gemeldet, daß die im April ge- wählten Wahlmänner die Wahl des Präsidenten der Argentinischen Republik gestern vorgenommen haben. Es handelte sich eigentlich mehr um eine Formalität, da man be- reits wußte, daß die Wablmänner in ihrer großen Mehrheit für I rig n y en stimmen würden: dieser wurde auch mit 245 gegen 73 StMnmen gewählt.------ 1—•— Jrigoyen hott« diesen höchsten Posten in der Republik Argen. i inten bereits von 1916 bis 1922 bekleidet und trotz stärksten Druck der damaligen Entente an der Neutralität seines Landes fest. gehalten, während fast all« übrigen südamerikanischen Staaten Deutschland den Krieg erklärt hatten. Hinaufgestolperi. Wie man in Vayern Karriere macht. München. 14. Juni.(Eigenbericht.) Der Iustizminister der unheilvollen Kahr-Regierung, Dr. Roth, hat tntnmehr durch die Gnade der bayerischen Regierimg einen der höchsten bayerischen Bcamtenposten erhalten. Er wurde zum General st aatsonwolt beim obersten baye- rsschen Gerichtshof, dem Verwoltungsgerichtshof, ernannt und tritt damit wieder direkt in den Amtsbereich des Herrn v. Kohr, der zum Entsetzen aller anständig Gesrnitten in Bayern wegen seiner hoch- verräterischen Umtriebe seit 1924 mit der Präsidentschost dieses Gerichts belohnt worden ist. Vor seiner Tätigkeit als Justiz- minister war Dr. Roth ein unbedeutender Verwalwngsbeomter auf dem Lande. Infolge seiner völkischen Betätigung gegen die Sozialdemokratie nahm ihn Kohr in seine Regierung aus. Leide machten ober schon nach einjähriger Tätigkeit dem Kabinett Lerchen- selb Platz. Seilher lebte Dr. Roth als Ministerialrat z. D. ein außerordentlich bequemes Dasein, zumal er bis zum 29. Mai völki- scher Landtagsabgeordneter war. Seine jetzig« Beförderung, die er mit allen Mitteln persönlich en Ehrgeizes anstrebte, zeigt, wie sehr die gegenwärtigen politischen Machthaber in Boyern noch mit jener hochverräterischen Aera verstrickt sind/ die Bayern zum Gespött in ganz Deutschland gemocht hat. Kommunalwahlen in Preußen. Di« preußischen Ge- meindewahlen werden voraussichtlich mit den Kreistags- und Provinziallandtagswzhlen Ende November oder Anfang Dezember stattfinden. Eine entsprechende Vereinbarung der 'preußischen Regierungsparteien ist bei dem Wiederzusammentritt des Landtags im Juli zu erwarten. Auflösung des Sächsischen Landtags abgelehnt. Am Donnerstag stand im Sächsischen Landtag wiederum ein Anirog aui Auf- l ö s u n g des Landtags zur Debatte. Der soziakdemokratssche Abgeordnete Edel wies im Verlaus der Diskussion darauf hin, daß der Sächsische Landtag nach den Wahlen vom 29. Mai keine Existenzberechtigung mehr habe. Der Antrag wurde jedoch mit den Stimmen oller übrigen Parteien gegen die Sozial- demokroten und Kommunisten abgelehnt. De? Slaaksgcrichtshof in Tätigkeit. Das Reichsgericht wird sich am 22. Juni in seiner Eigenschaft als Staatsgerichishof mit dem Protest des Potsdamer Magistrots gegen die preußische Flaagenverordnung beschästigen. Am gleichen Tage wird die Wahlanfechtungsfrage der Nattonolsyziatisten Mecklenburg» verhandelt. Eramcliuc pankhurst ist gestorben. Sie war die Führerin der englischen Suffragetten, der Frauenrechtlerinnen, die durch drastisch« Methoden der Agitation vor dem Weltkrieg versuchten, im englischen Parlament dos Frauenwohlrecht durchzusetzen. Neuer onlifaschistischer Bombenanschlag in Argentinien. Aus Z a r a t e(Argentinien) wird gemeldet, daß eine von Antifaschisten gelegte V a m b e in der Wohnung des italienischen Konsularagenten crplodierte. ohne indessen irgendwelchen nennenswerten Schaden pniiirirfNeM............... Konsequenz in der Amnestiefrage. Oer Kommunist:«.Dies sind unsere Standpunkte in der Amnestiefrage. Welchen von beiden wir vertreten, richtet sich nach dem Wetter. Jedenfalls: Wer den andern vertritt, ist ein Verräter!" Elsaßdebatte in Paris. Freilassung aller verhasteien Abgeordneten abgelehnt. pari», 14. Juni.(Eigenbericht.) In der heutigen Sitzung der Deputiertenkommer wurde der an- gekündigte Antrag auf Freilassung der verurteilten autonom! st ischen Abgeordneten Ricklin und Rosse behandelt. Der elsässisch: Abgeordnete Walther schilderte in eindringlichen Worten die Nöte des Elsaß, dos unter den Mißständen der sronzösischen Verwaltung seit langem schwer leide. Das Kolnrarcr Urteil bezeichnet er als einen Skandal. Der Verlaus der Verhandlungen sei von der gesamten französischen Presse in der kendenziöseslen Meise evlstellt worden. Das Elsaß, das durch eine Politik rigoroser Unterdrückung und durch die Bcschrän- kung der Presse- und Dersmnmlungssreiheit aus dos äußer st e erregt sei. habe neuerdings angesangen, an einer Unparteilichkeit der französischen Justiz zu zweifeln. Er appelliert an die Kammer, tünch die-stos-ortige Befreiung der zu Unrecht verurteilten Abgeordneten zur Beruhigung der Gemüter im Elsaß beizutragen Sein« Red« wurde wiederholt von lebhaftem Widerspruch und höhnischen Zwischenrufen unterbrochen. Der Redner der Sozialisten, der Abgeornetc Grumbach. der an, Donnerstag seine Jungfernrede im Parlament hielt, erklärte, daß es Pflicht der elsässtschen Parlamentarier sei, die Interessen Frankreichs über diejenigen des Elsaß zu stellen. Wenn seine Partei für den Antrag Walther stimme, so tut sie es lediglich aus Respekt nor dem allgemeinen Stimmrecht. Die Kommunisten hätten kein Recht, sich über die Verhaftung ihrer Abgeordneten zu beschmercn, solang« in Rußland Hunderte von sozialistischen Politikern in den Kerkern schmachteten. Eine Aussprache über die Situation im Elsaß sei dringend notwendig, nicht nur im Jntaiesse Frankreichs, sondern vor allem auch im Jnter- esse des Friedens. Auf Ersuchen der Abgeordneten Reibe! und Brogly zieht der Abgeordnete Walther„im Interesse des inneren Friedens" seinen Antrag bis zur Gültigkeitserklärung der Wohl von Ricklin und Rosse, die m argen erfolgen soll, zurück. Minister- Präsident poincore rief erregt:„Dos lst ein schlechter Mih. dann wird also morgen die ganze Angelegenheit wieder ausgerollt werden!" Die Sitzung wurde unterbrochen. Während der pause scharten sich im Sitzungssaal« um p o i n. cor« etwa 59 Abgeordnete, um einer sehr leidenschasillch grsührlen Diskussion zwischen ihm und dem elsassischen Ab- geordneten Brogly zuzuhören. Nach der Miedererössnung der Sitzung gelangt dgr sozialistische Antrag Uhry aus sofortige Eull- lassung sämtlicher' zu Gesöngnisstrose»erurteilten Parlamentarier zur Debatte. Der Antrag, gcgcn den Iustizminister Barthon die Bertrauenssrage stellt, wird von dem Genmatsekretär der Partei, Paul Aaure. begründet, der de? Regierung das Recht bestreitet, sich in ein« Do- batt« einzumischen, m der die Kaminer noch der Verfassung allein und souverän zu entscheiden habe. Er führt dafür sehr zahlreiche Präzedenzfälle an und weist u. a. nach, daß auch Poincar� früher in ähnlicher Situation auf feiten der Linken gestanden habe. In namentlicher Abstimmung wurde schließlich der Antrag Uhry mit Z42 gegen 166 Stimmen abgelehnt. Mit den Sozialisten haben die Äoinmunisten und etwa 59 Abgeordnete der bürgerlichen Links» gruppen gegen die Regierung gestimmt. Die radikale Fraktion hat sich zum größten Teil der Stimme enthalten. Soll dasHooversAußenpolikik werden? IKefowtton des Konvents von Eansas City. New park. 14. Juni. Die Entschließungskommission des Republikanischen Kongresses in Kansas E i t y hat dem Kongreß heute da» neu formulierte Parteiprogramm unterbreitet, das wie folgt zusammen- gefaßt werden kann:" I. Die Partei ist gegen Annullierung der Kriegs- schulden. ?. Sie ist g c�g e n den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Völkerbund, dagegen für Teilnahme an den Serotungen der Technischen Kommissionen. 3. Sie fordert Ausrechlerhaltung der Einwanderungsbeschränkungen. 4. Sie fordert die Ausrechterhaltung der Kriegsmarine im Umfang der Washingtoner Verträge. 5. Sie unterstützt den von Kellogg vorgeschlagenen Sriegsöchtungspakt. 6. Sie fordert die Aortsetzung der Expeditton in N i- c a r a g u a. bi» die dortige Regierung in der Loge sein werde, Leben und Eigentum der Amerikaner zu schützen. 7. Die Partei fordert die Ausrechterhaltung der Schutzzoll- gesetzgebung. * wie MTV. um Mitternacht meldet, ist der Entwurf vom Nakionolkonvent angenommen worden. Straßen mit Leichen übersät. Unter der Bevölkerung sei eine Panik ausgebrochen, viele verirrte Kugeln feien in da» Europäerviertel gefallen, ohne jedoch jemand zu verletzen. Da» Elektrizitätswerk wurde von ausländischen Truppen beseht. MONGOLEI CHINA Mord und Plünderung in Tientsi«. TS Plünderer enthavptei. Tkutsin. 14. Juni(Reuter.) vi« Ehiuescnftadt wird geplündert. Obgleich bereit» 16 Plünderer enthauptet worden sind, gehl die Plünderung weiter. London. 14. Juni. British United preß meldet au» Tieulsin. daß dort während der ganzen letzten Noch» geplündert und gemordet worden sei. Die ganze Nacht hindurch sei Maschinengewehr- und hnTst-- 3» kTTilininiMlirttr h<— bia Gonderbares Attentat auf Formosa. Oolchwurf auf des Mikados Schwiegervater. London, 14. Jum. Einer Agenturmeldung aus Tokio zufolge, wird dort jetzt ein« bisher von der Zensur unterdrückte Meldung über einen mißglückten Zlnjchlag, der am 14. Mai in F o r m o s a auf den Prinzen K a n i. den Schwiegervater des Kaisers, verübt wurde, bekanntgegeben. Danach hatte sich ein Koreaner auf den Kraftwagen des Prinzen gestürzt und einen Dolch auf ihn g e- warfen, der den Prinzen nicht traf, jedoch den Führer be» Kraft» wogenz leicht verletzte. Der Kraftwagen fuhr eine Zeittang in wildem Tempo durch die Straßen, während der Chauffeur versuchte, den Angreifer vom Wagen herunterzustoßen. Der Koreaner, der eine Dos« Morphium geschluckt hatte, wurde von der Polizei ergriffen und erwartet jetzt seine Aburteilung. Der General- gouverneur von Formosa ist infolge dieses Vorfalles zurück- Bou- Lin WERTHEIMS Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise nur Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisches Fleisch Piund Kalbskamm u. Brust.. Pfund 78 Pt. Kalbsnierenbraten... Pfund 85 PL Kalbskeule ganz oder geteilt... 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Rinde, Pfd. 1.10 Schweizer dänischer 0.88 Portionsstück 3/ tett, Holländer halbfett, Pid. 0.75 Steinbuscher Pfund 0.75 Steinbuscher vollf., Ptd. 0.88 Tilsiter vollfett, Pfd. 0.95, 1.10 dreiviertelfett Schweizer bayrischer, 1.55 volifett, Pfund Margarine Ptd. 0.52, 0.58 Kokosfett 1- Pfund- Tafel 0.62 Tafelbutter I.. Pfund 1.80 Dänische Butter Pfund 1.94 Kolonialwaren Bruch- Reis... Pfund 18 Pf. Burma- Reis Pfund 22 Pf. Bassin- Reis.. Pfund 24 Pf. Italienisch. Reis Pfd. 27 Pt, Patna- Reis... Pfund 28 Pf. Amerik. Reis Plund 30 PL. Weizengrieẞ.. Pfund 25 Pf. Hartgrieß.... Pfund 27 Pf. Eier- Schnitt- Nudeln 42PL Eier- Faden- Nudeln 42PL Makkaroni Hartgrieß, 42PL Bruch, Pfd. Konserven 1.1 Dose Br. u. Schnittbohn. I 0.75 Wachsbohnen.... 0.75 Spinat, Weißkohl.. 0.48 Kohlrabi mit Grün. 0.58 Junge Erbsen..... 0.76 Kaiserschoten.... 1.57 Leipziger Allerlei..0.82 Gemischt. Gemüsemittel- 1.12 Gemischt. Gemüse ser 1.65 Dose Dose 3/1 Dose Apfelmus Dose 0.35 0.60 Pflaumen. Stein 0.40 0.65 Ananas Hawali, 8 Schelb. 1.05 Mirabellen 1.20 Senfgurken 8- Pfd.- Dose 3.25 Gewürzgurken 8- Pid.- 3.25 Oelsardinen 1.20 0.78 0.45 1 Dose Crab Meat Ersatz für Hummer 2.10 4.10 Rindergulasch 1 Pfd.-D. 0.80 Konfitüre, 2- Pfund- Eimer Vierfrucht 0.82 Pflaumen 1.00 Aprikosen 1.10 Orange 1.15 Erdbeer 1.25 Ananas 1.45 fein tein An Gartenparzellen, nur 750, zahlung 100,- Restaurant Hofmann, Oranienburg, Berlinerallee 21. ......... 25 PL 30 Pt. 45 Pf. 90 Pf. Mücken- Creme Mückenschutz aussig Fliegenfänger 10 stuck 35 Pf. 45 Pt. Obst u. Gemüse Plund Salat..... 5 Kopf 20 Pf. Spinat..... Pfund 5 Pf. Jg. Wirsingkohl Pfd. 16 Pf. Grüne Gurken St.v. 18 Pi. an Blumenkohl Kopf von 12 Pf. an Grüne Bohnen Piund 32 Pf. Neue Kartoffeln Stachelbeeren unreif, 36 Pf. Tomaten..... Pfund 42 Pf. Bananen. Pfund 46 Pf. Austral. Aepfel Pfund 60 Pf. Zitronen Dugend von 48 Pf. an Jung. Kohlrabi Mandel 24 Pt. Radieschen 5 Bund 10 Pf. Räucherwaren . Flundern u. Scharben Pfund 20 Pt. 35 Pf. Schellfische.. Pfund 38Pf. Seelachs... Pfund 40 Pf. feine ital., 4 Pfund 45 Pf. Rotbars..... Pfund 40 Pf. Fettbücklinge Pfd 40, 50 Pt. Kieler Bücklinge Pfd. 52Pf. Matjesheringe Stück Konfitüren von 10 Pf. an Vollmilch- Schokolade mit ganzen Haseinissen 2 Tafein à 100 Gramm 75 Pt. Creme- Schokolade( Apfelsinen- u. Himbeer- Geschmack) 2 Tale! n à 100 Gramm 45 Pt. Erfrischungswaffeln... Pfund 28 Pf. 1½ Pfund 55 Pf. 1/4 Pfd. 1/2 Pfd. Eisbonbon. Messina- 18.35 Pf. Drops Milchkaramellen 25 45PL. 14 14 Pfd 1/2 Pid. Dessertbrezeln 38 75Pt. 1/6 Sandgebäck pid.25 Pfd.95 Pr .Pfund 2.40 Frisch gebrannter Kaffee Rösterel Konsum- Mischung.. Haushalt- Misch. Plund 2.60 Sonder- Misch, Pfund 3 M Olympia- Misch, Pfund 3.40 Spezial- Mischung 20% Bohnen- 67 Pf. kaffee, Pfund Globus- Misch. Pfund 3.80 Residenz- Misch. 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Jahrgang Freitag, 4A. Juni 4S2S Polizeidebatte im Rathaus. Wetterführung der Dahlemer Ii-Bahn beschloffen. Zehlendorf erhält die ersehnte Schnellbahn. Gestern Hot die Stadtverordnetenversammlung die aus dem Ausschuß zurückkommende Magistratsoorlage angenommen. Die Dahlemer U-Bahn wird in Richtung Zehlendorf-West weiter- geführt. Die Deutschnationalen, die es anders gewünscht hatten, stimmten nicht mit. Hätten sie es lieber gesehen, daß nun die Weiter- führung überhaupt nicht zustande käme? Im letzten Teil der Sitzung gab es eine Polizei debatte, die sich an einen Kommu- nistenantrag knüpfte. Verlangt wurde, daß die Stadt die Kosten der Beerdigung des bei einer kommunistischen Straßcndemon- stration am 2ö. Mai erschossenen Arbeiters Owege trägt und den Hinterbliebenen eine Unterstützung zahlt. Den Antrag billigte auch die sozialdemokratische Fraktion, und er erhielt dann eine Mehrheit. Genosse L e m p e r t, unser Redner, sagte den Kommunisten wegen ihres bei Straßendemonstrationen so oft be- merkten provozierenden Verhaltens ein paar unan- genehme Wahrheiten. * Vor(Siirtrfä in die Tagesordnung wurde Mnächst der Er- höhung der Anterstützungsstitzie in der allgemeinen und gehobenen Fürsorge zugestimmt.— Die Deutschnationalen fragten den Mogi- strat, ob«s zutresse, daß der Magistrat, entgegen einem Stadt- verordnetenbeschluß,«inen Teil der Schulhausmeister nicht in die Besoldungsgruppe 5 eingereiht habe. Sie forderten das jedensalls. Genosse Mendt sagte, daß unserer Fraktion die Wünsche der Deutschnationalen nicht weit genug gingen und daß wir die Einstufung aller Schulhausmeister in die Grupv« 5 forderten. Der Magistratsvertreter Syndikus Genosse Lange sagte die Durchführung der Maßnohme im Sinne der sozioldemotratitchen Wünsche zu.— Die Stodtverordneterwersammlrmg hat Ende Mürz dem Ankauf des Sanatoriums Buckcholz.zugestimmt mit der Matz- gäbe, daß in diesem Sanatorium auch die Insassen des Nikolaus-Bürger-Hospitals imteroebracht werden sollen. Die Räume des Hospitals in der Frankfurter Straße benötigt da« Bezirksamt Friedrichshain zur Erweiterung feiner Fürsorge stelle. In einer A>»- frage verlangte die sozialdemokratisch« Fraktion Auskunst darüber, wann mit der Freigab« der Räume zu rechnen sei. Genosse 3oha bezeichnete die Zustände in den Räumlichkeilen der Gesundheitsfürsorge im Bezirk Friedrichshain als geradezu skandalös und forderte mft aller Energie eine Arrsgestaltung der Räume dergestalt, daß dos Hospital zur Verfügung gestellt wird. Herrn Pastor koch von den Deutschnationalen blieb es wieder nor- behalten, die Bcrwalkmg Berlins für die mangelhaften Zustände verantwortlich zu machen. Er tat das m einer Art imd Weise, daß jeder Gerschtdenkende empört über diesen Bertrerer des geistlichen Berufes sein mußt«. Unnötig zu sagen, daß Herr Menz von den Kommunisten den Deutschnationalen Koch nach Kräften unterstützte, die Sozialdemokraten m der Verwaltung Berlins und im Bezirk Friedrichshain im besonderen anzu. S reden. Schließlich teilte Stadtv. Lange sKomm.) in einem wischflueus mit, daß Herr Koch soeben sein« letzte Rede gehalten habe dieser Erklärung des Redners ergehen sich die Stadtrrerord- neien Lange und Koch— links und rechts!— gleichermaßen in heitioen Zwischenrufen. Genasse Lew per t erinnerte dann noch die Kommunisten daran, wie sie sich seinerzeit freudig unter die Fittiche des sozialdemokratischen Innen- mi n i st e r s flüchteten, al? es sich um die Aufhebung des Ver- botes des Roten Frontkämpierbrmdes handelte. Diese Bemerkung brachte aber den Kommunisten Lange so in Harnisch, daß er Keudell gegen Grzesinsk! in Schutz nah in und den Genossen Lempert persönlich onrempelie. Lange betonte dann noch besonders, daß sie, die Kammunisten, gewähnt seien,„sich politisch auseinanderzulegen(Schallende Heiterkeit) uich daß sie mit„Polizei- sozialisten" nichts zu tun haben wollten. Der Antrag auf Unter- stützung der.Hinterbliebenen des erschossenen Roten Frontkämpfers wurde daraufhin mit den Stimmen der Antragstelle? und der Sozialdemokraten angenommen. Die Begründung eines Antrages auf Lösung aller Be- Ziehungen des Stadtamtes für Leibesübungen zu den bürgerlichen Sporiverbänden gab dem Kommunisten Sellheir.i Gelegenheit, auch seinerseits auf die Sozialdsmo- traten zu schimpfen. Das schwockchesetzte Haus hatte aber kein Int-'k- esse an seiner mehr laut als überzeugend vorgetragenen Rede. Ge- nasse Rechner stellte Sellheims Schiefheiten richtig.(Wir werden darüber im Sportteil des heutigen„Abend" berichten.) Die Ab- stimmung wurde ausgesetzt. Jade London: Dabei war Cherokee nicht unbeholfen. Er wendete und drehte sich schnell genug im Kreise herum, aber Wolfsblut war nie da. Auch Cherokee hatte nie mit einem solchen Hund gekämpft, dem man nicht nahe kommen konnte, und auch er wunderte sich. So sprang Wolfsblut unverletzt hin und her, jedoch ohne jenem unten an die weiche Stelle der Kehle kommen zu können. Dazu war die Dogge zu niedrig, auch waren ihr die mächtigen Kinnladen ein Schutz. Allein Cherokee blutete aus vielen Wunden, denn Kopf und Hals waren ihm an beiden Seiten zerschlitzt und zerrissen, doch zeigte er keine Spur von Mutlosigkeit. Im Gegenteil setzte »r beharrlich seine Verfolgung fort, und blieb nur einmal «inen Augenblick wie verblüfft stehen, indem er zwinkernd hie Zuschauer anblickte und zu gleicher Zeit mit dem Schwanz wedelte zum Zeichen, daß er weiterkämvfey wolle. Doch in diesem Augenblick schoß Wolfsblut auf ihn los und riß ihm das eine Ohr in Fetzen. Mit einer leichten Bewegung des Aergers nahm Cherokee die Verfolgung wieder auf, rannte auf der innern Seite, des Kreises, den Wolfsblut machte, und versuchte diesen am Halse zu packen. Doch um die Breite eines Strohhalms verfehlte er den Angriff und Rufe der Bewunderung wurden laut, als Wolfeblut der Gefahr durch einen Sprung in entgegengesetzter Richtung entging. Die Zeit verstrich. Wolfsblut sprang immer noch die Kreuz und die Quer und teilte Wunden aus,»nd mit immer gleicher, grimmiger Beharrlichkeit rannte der andere hinter ihm her. Früher oder später mußte dieser seinen Zweck doch erreichen und Wolfsblut so packen, daß er die Schiacht ge- wann. Mittlerweile nahm er alle Angriffe unbewegt hin. Seine kurzen Ohren hingen in Fetzen, sein Hals und feine Schultern waren voller Wunden, selbst seine Lippen bluteten von den schnell ausgeteilten Bissen, die er nicht vorhersehen und darum nicht vermeiden konnte. Von Zeit zu Zeit ver- suchte Wolfsblut. Cherokee umzuwerfen, was ihm nicht ge- lang, da sie zu ungleich in der Höhe waren. Einmal jedoch trieb er das Spiel zu oft. Als Cherokee sich umdrehte, um Wolfsblut bei seinen flinken Kreuz- und Ouersvrüngen zu folgen, hatte er die Schulter entblößt, und Wolfsblut stieß dagegen. Da aber Wolfsbluts Schulter die des andern weit überragte, und der Stoß sehr kräftig gewesen war. verlor Wolfsblut da» Gleichgewicht und purzelte über die Dogge hin. Zum erstenmal, so lange er gekämpft hatte, sahstn die Zuschauer, wie er den Boden unter den Füßen verlor. Er überschlug sich in der Lust, und er würde auf den Rücken gefallen sein, hätte er sich nicht wie eine Katze in der Lust umgedreht, um mit den Beinen zuerst auf die Erde zu ge- langen. Trotzdem fiel er schwer auf die Seite. Im nächsten Augenblick stand er jedoch auf den Füßen, doch diesen Augen- blick hatte Cherokee benutzt und ihn an der Kehle gepackt. Allein der Griff war zu niedrig gewesen, zu tief an der Brust, doch hielt Cherokee fest. Wolssblut sprang auf und rannte wild im Kreise umher, indem er versuchte, die Dogge abzuschütteln. Das Gewicht am Halse machte ihn rasend, es hinderte seine Bewegungen, es beschränkte seine Freiheit. Es war wie eine Falle, und alles in ihn empörte sich da» gegen. Ein paar Minuten long war er wie wahnwitzig: der Wille zum Leben hatte völlig von ihm Besitz genommen. Vernunft und Verstand hatten ihn verlassen, und nur der Trieb des Fleisches regte sich machtvoll in ihm, der blinde Drang zu leben und sich zu bewegen, da Bewegung der Ausdruck des Lebens war. So rannte er Immer im Kreise herum, wandt« sich hin und her und versuchte stets die Last, die ihm am Halse hing,- abzuschütteln. Allein Cherokee hielt fest. Selten nur kam er mit den Füßen auf den Boden und suchte sich dann gegen Wolssblut zu stemmen, aber einen Moment später hatte er wieder den Halt verloren und wurde im Kreise herum- geschleppt. Allein er wußte, daß er recht täte, wenn er fest- ijielte, und fühlte selbst ein gewisses Frohlocken darüber. Dann schloß er einen Augenblick die Augen und ließ sich hin und her schlenkern, unbekümmert, welcher Schaden ihm da- durch erwachsen könne. Endlich hielt Wolfsblut inne: er war'müde. Er konnte nichts tun, und das verstand er nicht. Bei all seinen Kämpfen war ihm nie so etwas passiert; nie hatte ein Hund so ge- kämpft. Er legte sich nieder und rang keuchend nach Atem. Cherokee, immer festhaltend, suchte ihn ganz umzuwerfen, doch leistete Wolssblut Widerstand. Dabei fühlte er, wie die Kinnlade des andern sich ein ganz klein wenig lockerte, um ein wenig höher hinauf sich wieder zu schließen. Das geschah stets, wenn Wolfsblut ruhig blieb, sonst begnügte jeder sich damit festzuhalten. � Cherokee? wulstiger Nacken war der einzige Körperteil, den Wolfsbluts Zähne erreichen konnten. JBr packte ihn da, wo der Hals aus den Schultern kommt, aber er verstand es nicht, die Kampfesweise der Dogge nachzuahmen, auch waren seine Kinnladen nicht dazu geschaffen. Er zerschlitzte nur den Hals des Gegners, bis eine Veränderung in der Stellung ihn 12 Bombenflugzeuge verunglückt. Kriegsspiel mit bösem Ausgang. Wie aus Paris berichtet wird, haben von 21 Bomben- flugzeugen, die Mittwoch abends 9 Uhr in N a n c y zu einem Geschwaderftug nach L« B o u r ge t aufgestiegen waren, nur fünf ihr Ziei erreich:! Ein Flugzeug wurde bei einer Notlandung bei Meoux s o st völlig zerstört, während die I n s a f s e n mit leichteren Ver- letzungen davonkamen. Ein Doppeidelker stürzte in der Nah« von Luzarches aus freiem Felde ab. Der Beobachter wurde getötet, der Pilot tonnte sich durch Fallschirmabsprung retteb. Fünf weitere Flugzeuge wurden bei Notlandungen, die sie unterwegs vornehmen mußten, schwer b e s ckj ä d i g t Heber die anderen zehn Apparate fehlt jede Nachricht, sie sollen, so heißt in einer letzten Verläntbaritng, an ihren A u s g S N g S- Punkt zurückgekehrt sein. Das Mißlingen des Gefchwaderflirgs wird auf die ungünstigen atmosphärischen Berhältniss« im Osten von Paris und auf die infolge einer Störung der S t r o m b e r f org u n g nngc- nügende Beteuchtung des Flugplatzes Le Bdnrget zurückgeführt. Rakeieuauts auf öer Eisenbahn. Erster Versuch Anfang Juli in der Lüneburger Heide. Generaldirektor Dr. D a r p m ü l l e r hat für die weiteren versuche mit dem Ratetenauto Arth von Opet eine Strecke der Reichsbahn in der Lüncburger Heide zur Verfügung gestellt. Es Handell sich um eine wenig be-. jähren« Eisenbahnlinie, aus der die Versuche ahne Gesahr dtuchgeftihrt werden können. Zur Wahl stand außerdem die alte Itiiüfätstmkc Berlin— Zossen, dock) hat sich Friß von Opel für die Strecke bei Hannover entschieden. Er wird dort Anfang nächsten Monats seine Versuche zunächst mit unbemannten Raketenautos fortsetzen. di« mit außerordentlich hoher Geschwindigkeit ans Schienen laufen sollen. Im Anschluß an die Besichtigung der erwähnten Eisenbahn- streck« m der Lüneburger Heide hielt der Erfinder uird geistige Schöpfer des Raketenwagens, Max B a l! e r, am Mittwoch in Frankfurt a. M. einen Vortrag über das Thema:„V o in R a k e t e n- flugzrug zum Weltraumschiff." Er sührte darin aus: Während seiner Tätigkeit im Kriege als österreichischer Flieger habe er sich bereits bemüht, die Sdeigungsfähigkeit des Flugzeuges durch Raketenantrieb zu vergrößern. Im Jahre 1919 seien dann Amerikaner mit dein Plan des Raketenschiffes vor die Oeffent- lichkeit getreten, mit dem sich heute Ersinder in soft allen Kulturländern befaßten. Anfangs Hab» er mit Prof. Äussert zusammen- gearbeitet, doch seien sie überalt auf Ablehnung ihrer Ideen gestoßen. Zur Erkenntnis gekommen, daß eine Rakelensohrt nach den Planeten vorerst praktisch nicht durchsührbar sei und man zunächst auch nicht daran denken könne, ein Raumschiff zu konstruieren, um mit ihm nach dem Monde zu fahren, vertrat Voller die Ansicht, daß ein Vorstoß bis an die Grenze der Stratosphäre mit den heutigen Triebkräften der Rakete durchaus im Bereiche der Mögliche keck liege. Mit der praktischen Berwirkltchnng seiner Ideen hätte er beginnen können, nachdem er in dein Fabrikanten Fritz von Opel einen interessierten Förderer und in dem Ingenieur Sander au« Wesermünde den Erbauer einer geeigneten Rakete gefunden hätte, Am 12. März d. I. sei in Rüsselsheim mit einem gewähnlichen Ehassis und Holzpritsche die erste und bald darauf die zweit» Probefahrt eines Raketenauws von Ingenieur Bolklwrd unter- nommen woroeu. Man habe damals ein Raketenaggregat von 12 Einheiten, die mit 600 Atmosphären Druck gepreßt waren, benutzt, wobei eine Geschwindigkeit von 100 Kilo- nnter in der Stunde erreicht wurde. Nach diesen Versuchen sei die m—mmmmm......... Ii■uiiiiiiiimiui i in;.....»W davon abzulassen zwang. Es war der Dogge schließlich ge- lungen, Wolfsblut auf den Rücken zu wälzen und ohne seine Kehle loszulassen, stand sie nun über ihm. Da krümmte sich Wolfsblut wie eine Katze und grub die Hinterfüße in den Unterleib des über ihm stehenden Feindes und hätte ihm mit den langen, scharfen Krallen den Leib aufgerissen, wenn Cherokee nicht seitwärts getreten wäre, so daß er nun im rechten Winkel zu ihm stand. Aber es gab kein Entrinnen aus den Kinnladen, die Wolssblut gepackt hielten: sie waren so unerbittlich wie das Schicksal. Langsam kamen sie der großen Ader am Halse. immer näher. Was Wolssblut allein ttoch vom Tode er- rettete, war der dicke Pelz, welcher seine Hautwulsten am Halse bedeckte. Den konnten Cherokees Zähne nicht durch- dringen, aber allmählich arbeiteten sie sich in die Höhe, indem die Dogge bei jedem Lockern der Zähne mehr Hautfalten zwischen die Kinnbacken bekam, wodurch Wolfsblut dem Cr- sticken nahe gebracht wurde. Sein Atem kam und ging, je länger es dauerte, mit immer größerer Schwierigkeit. Es hatte allen Anschein, als ob de? Kampf jetzt vorüber sei. Cherokees Partei triumphierte und bot lächerlich hohe Wetten an. Wolfsbluts Partei dagegen war niedergeschlagen. man schlug zehn gegen eins, zwanzig gegen eins aus, ja, selbst als Schmitt fünfzig gegen eins bot. Er trat dabei in den Kreis und wies mit dem Finger auf Wolfsblut, indem er laut und höhnisch lachte. Dies brachte die gewünschte Wir- kung hervor; Wolfsblut wurde wild vor Wut. Er rafft« die letzten Kräfte zusammen und sprang empor. Wie er im Kreise herumlief und den fünfzig Pfund schweren Feind mit sich schleppte, verwandelte sich seine Wut in wahnsinniges Eni- setzen. Der Wille zum Leben gewann von neuem die Ober- Hand, und der Verstand floh vor dem Lebensdrang des Fleisches. Immer in der Runde ging es, hin und wider zu- rück. Er strauchelte dabei, siel und stand wieder auf, erhob sich dann und wann auf die Hinterbeine, indem er den Feind ebenfalls emporhob, allein vergebens mühte er sich, aus dem Rachen des Todes zu entkommen. Zuletzt fiel er erschöpft hintenüber, und schnell schob die Dogge die Zähne weiter empor, indein sie ihm den Hals enger zusammenschnürte. Jubelnder Beifall erhob sich für den Sieger: man schrie: „Hoch Cherokee! und dieser antwortete durch kräftiges We- deln mit dem Schwänze. Aber der laute Beifall ließ ihn das Ziel, das er verfolgte, nicht aus dem Auge verlieren. Zwischen den mächtigen Kiefern und dem Schwanz war eine Sympathie vorhanden, mochte dieser auch wedeln, so hielten jene Wolfsblut mit eisernem Griff an der Kehle gepackt. (Fortsetzung folgt.) bekannte Fahrt Frih von Opels auf der Avus gekommen. Die Schwierigkeit des ganzen Problems liege in der geeigneten Bauart des Wagens und der Möglichkeit, diesen bei der großen Geschwindigkeit am Boden zu halten. Das Ziel der weiteren Forschungsarbeit sei, von den Pulverrateten loszukommen und an deren Stelle eine flüssige Raketenkraft zu sehen. Dann fönne das Ziel erreicht werden, in 50 000 Meter Höhe eine Ge schwindigkeit von 10000 Kilometer in der Stunde zu entwickeln. Dieb, Fassadenfletterer und Erpreffer. Paul Kaßner festgenommen. Bei einem dreiffen Erpressungsversuch an einem Drofchtenchauffeur wurde gestern früh der langgefuchte berüchtigte Hoteldieb und Fassadenkletterer Paul Kaßner feffgenommen. Kaßner hat die Kriminalbehörden schon seit Jahren beschäftigt. Sein Hauptarbeitsfeld sind die großen Hotels. Im März vorigen Jahres unternahm er eine erfolgreiche Tournee, die ihm Tausende einbrachte. Mit seiner Beute kam Kaßner nach Berlin. Seine Unmäßigkeit lieferte ihn bald der Kriminalpolizei in die Hände. Am 18. April fand ihn ein Polizeibeamter sinnlos betrunken im Rinnstein und brachte ihn nach der Wache. Auf dem Polizei präsidium erkannte man in ihm den gesuchten schweren Jungen". Auf dem Transport nach Plötzensee durchbrach er aber eine LuftKlappe in dem Auto und verschwand spurlos. " Die Schreckenstat einer Mutter. Warum sie die Kinder in die Spree warf. Wir berichteten vor etwa einer Woche über das furcht-| hindern müssen, daß diese Kleine schmächtige Frau jedes Jahr bare Geschehnis, das sich an der Neuen- Grünstraßen- ein Kind bekam. Geburtenregelung ist notwendig! In Brüde abspielte. Eine dreißigjährige Frau, die mit ihren der Schwangerenfürsorge des Verbandes der Krankenkassen Berlins sechs Kindern von einem halben bis zu acht Jahren an hat die Sachverständige es immer als ihre besondere Pflicht der Böschung der Spree entlang ging, padte plötzlich die erachtet, jede Frau über die Verhütungsmaßnahmen der beiden Jüngsten, hob sie über das eiserne Geländer und Schwangerschaft zu belehren. Diese Kenntnisse werden in sämt⚫ warf fie in die Spree. Die vier anderen Kinder, lichen Schwangerenberatungsstellen der Ambulatorien der Krankens die laut jammerten und schrien, fonnten noch im letzten Augen- tassen Berlins stets vermittelt. blick von Passanten geborgen werden, als die Mutter auch fie ins Wasser werfen wollte. Die Frau wurde in die Nervenstation der Charité übergeführt. Wir haben nun über den tragischen Vorfall eine Rüdsprache mit der verantwortlichen Vorsteherin der Schwangerenfürsorge des Verlagen seit einigen Tagen bei ihr Befürchtungen vor, die ärztbandes der Krankenkassen Berlin, der Fürsorgeärztin Dr. med. Alice Bollnhals, gehabt und erfuhren folgendes: in sieben Jahren sechsmal geboren, Die Aerztin kennt Mutter und Kinder seit einem Jahre. Die Frau ist klein und schmächtig, geht ganz auf in der Liebe zu ihren Kindern und ist die Selbstlosigkeit in Person. Sie war nicht zu bewegen, die Kinder, wie man es anregte, zu ihrer Entlastung in Tagesheimen und Krippen unterzubringen. Grund und Gestern ist er nun durch seine große Frechheit wiederum Anlaß zu der Tat sieht die Aerztin in der Arbeitslosigkeit und dem dingfest gemacht. Morgens riefen an der 3iegelstraße drei ungenügenden Einkommen der Frau. Die Folge: der völlige törper. Männer einen Droschkenchauffeur an und ließen sich nach der Mu- liche und seelische Erschöpfungszustand. Die 30jährige Frau hat ladstraße fahren. Als der Chauffeur feine Fahrgäste hier abseßen wollte, hielt ihm einer die Mündung einer Pistole ins Genick und rief Du fährst, wohin wir sagen, sonst friegst Du alle 8 Kugeln ins Gehirn!" Der Erschrockene fuhr nun kreuz und quer, wagte aber nicht, einen Polizeibeamten auf seine Bassagiere auf merksam zu machen. An der Ecke der Bernauer und Hussitenstraße ließen die Männer halten, einer stieg aus und ging in das Haus hinein mit den Worten:„ Hier will ich einen totschießen!" Die beiden anderen blieben im Wagen sizen. Jetzt griff der Chauffeur zu einer List. Er wandte sich um und meinte zu den Zurüdgebliebenen, es sei wohl besser, wenn sie ihrem Freunde nachgingen, er richte sonst womöglich Unheil an. Er versprach zu warten. Die Beiden fielen tatsächlich herein und betraten das Haus. Sofort gab der Chaufeur Vollgas und saufte nach dem 53. Revier, wo zwei Schupobeamte zu ihm in den Wagen stiegen. Nach einigem Umherirren entdeckte der Chauffeur seine Fahrgäste in der Berg straße, und so konnten alle drei festgenommen werden. Sie wurden wegen des räuberischen Ueberfalles auf den Droschfenführer dem Leiter des Raubdezernats vorgeführt, und hier entpuppte sich der eine als der lange gesuchte Paul Kaßner. Seine Begleiter sind ein 33 Jahre alter Frizz Stilgen bauer und ein 28 Jahre alter Walter Kühne, die beide auch gerade keine Unschuldslämmer sind. Nach ihrer Vernehmung wurden sie dem Untersuchungsrichter vor geführt. Berlins Pestalozzigabe. Ein neues Landſchulheim. Im Februar wurden anläßlich des hundertjährigen Todestages des großen Menschenfreundes und Pädagogen Pestalozzi überall Feiern veranstaltet. Wir erkannten wieder einmal, wie ,, modern" die Forderungen Pestalozzis find, aber mie wenige davon in die Tat umgesetzt sind. Der Magistrat Berlin hat es nicht bei Feiern und Reden bewenden lassen. Auf Anregung unseres Genossen, des Stadtschulrats Wydahl, wurden zunächst 100 000 m. bereitgestellt, um zum Gedächtnis Pestalozzis und gewiß in seinem Sinne ein neues Landschulheim zu schaffen. Das Pestalozzi Landschulheim, bas in der Dubrow ( Hermsdorfer Mühle) nahe der Station Teupig- Klein- Röris liegt, wird heute mit einer kleinen Feier eröffnet. 100 Kinder in geschlossenen Klaſſenverbänden können hier mit ihren Lehrern vier bis sechs Wochen Aufenthalt finden. Damit wird in glücklichster Weise der Gedanke modernen Unterrichts mit der gesundheitlichen Förderung der Kinder bunden. Wochenlang sind die Jungen und Mädel mit ihren Lehrern und Lehrerinnen in einer Gemeinschaft von früh bis spät vereint. Die glänzenden Erfahrungen in dem ersten Landschulheim der Stadt Berlin in Zerpenschleuse zeigen bereits, welche star fen erziehlichen Wirkungen von einem solchen Aufenthalt auszugehen vermögen. Ebenso groß ist der unterrichtliche Ge= winn in dem neuen Milieu mit seinen tausend neuen Eindrücken für unsere Stadtfinder. Gesundheitlich sind die besten Erfolge erzielt worden, da die Verpflegung vorzüglich ist. Dank gebührt den Lehrern, die in richtiger Erkenntnis ihrer Pestalozzi- Aufgabe die große Verantwortung und die starke Belastung eines solchen Aufenthaltes auf sich nehmen. Es darf festgestellt werden, daß besonders die Lehrerschaft an den weltlichen Schulen sich für ihre Klassen um Aufnahme in die bestehenden Heime bemüht. ver= Das neue Heim ist im einfachen Stil geschmackvoll erbaut. Es hat zwei luftige Schlafjäle, einen geräumigen Schlafraum, zwei modern ausgestattete Klassenzimmer, einige gemütlich eingerichtete Aufenthaltsräume für die Kinder, Brauseanlagen. Herrlich ist die Umgebung, Wald Heide, Wasser. Die Berliner Jugend wird der Stadt Berlin für ihre Pestalozzi- Gabe dankbar sein. Die Kommunisten bei den Elternbeiratswahlen. Am 17. Juni finden in Berlin die Elternbeiratswahlen statt. Dank der Energie der sozialdemokratischen Eltern und Schulpolitiker sind in Berlin über 50 weltliche Schulen gegründet. Die Kommunisten haben diese Schulen bekämpft, obwohl tommunistische Eltern ihre Kinder in diese Schulen geschickt haben und auch kommunistische Lehrer an diesen Schulen unterrichten. Die tommunistische Barole war: Wir wollen uns nicht aus den christlichen Schulen ausschalten lassen, sondern gerade in diesen Schulen den Kampf führen. Wie sieht es aber bei der Elternbeiratswahl mit diesem Kampfe aus? Die Kommunisten in Neukölln haben Kandidatensie liebte. Sie hat alle ihre Kinder selbst gestillt. Muß man hat immer gedarbt und immer darbende Kinder um sich gesehen, die da nicht so nerventrant werden, daß man einfach nicht mehr weiter tann? Mit zwei Kindern wäre auch diese Mutter glück lich und gesund gewesen. Sechs Kinder gingen über ihre Kraft. Gibt es Abhilfemaßnahmen? Man hat zwar der Familie eine bessere Wohnung beschafft, man hat ihr Möbelstücke und eine Säuglingsausstattung gegeben. Aber ist das durchgreifend? Früher, vor ein paar Jahren, hätte man helfen, hätte man verlisten nur an weltlichen Schulen und an den beiden von Sozialdemokraten geleiteten Aufbauschulen. In allen christlichen Schulen und auch an den höheren Schulen haben sie teine einzige Liste. Dort würden die Schulen restlos den Christlich- Unpolitischen überlassen bleiben, wenn nicht die von ihnen verleumdeten Sozialdemokraten neben der Aufbauarbeit an den weltlichen Schulen noch den Kampf gegen die Reaktion an den anderen Schulen übernommen hätten. Natürlich, an den weltlichen Schulen, die in jeder Hinsicht schon fortschrittlicher sind, an denen viele sozialdemokratische Lehrer tätig sind, da ist der Klaffenkampf" viel leichter, da hofft man, mit gehässigen Parolen Verwirrung anzurichten. Arbeitereltern, laßt Euch dieses arbeiter schädigende Verhalten nicht gefallen, verdoppelt Nervenzerrüttung und Erschöpfung waren die Gründe, aus denen die Frau mit ihren Kindern aus dem Lebenscheiden wollte. Und der Anlaß? Die Furcht vor der Unerbittlichkeit des § 2181 Die Frau hatte Angst vor der neuen Schwangerschaft. Es licherseits er ft in zwei Wochen hätten zerstreut oder bestätigt werden können. In vierzehn Tagen sollte die nächste Untersuchung sein. Sie aber konnte die Ungewißheit nicht mehr er. tragen. Ende Mai hat sie der Aerztin ausdrücklich erklärt. daß sie das siebente Kind nicht mehr austragen könne. Sie hatte feine Kraft mehr, wußte aber, daß der§ 218 RS1GB. unerbittlich ist. Nach dem Gesetz gibt es in Deutschland feine foziale Inditation", teine Berücksichtigung der Notlage einer Frau und Mutter. Das Gefeß, der§ 218, nennt die Beseitigung der Schwan gerschaft aus Notlage strafbare Abtreibung. Das ging ihr im Kopfe herum. Sie fonnte nicht weiter: Nur Schluß, nur nicht mehr leiden und die Kinder leiden sehen. Es kam zur furchtbaren Tat verständige, in jahrelanger Praris geschulte Aerztin gibt uns die mahnende Antwort: Geburtenregelung im weitesten Sinne des Wortes, Zerstörung der Dummheit und Unwissenheit in diesen Dingen, Voltsaufflärung auf breitester Basis und eine Aenderung des Gesetzes: Die Abschaffung des§ 218 Wie fönnen solche Tragödien verhindert werden? Die fach RStGB. Der Tod auf dem Schulausflug. 3wei Kinder verunglückt! Wie aus Potsdam gemeldet wird, ereignete sich gestern bei einem Ausflug der Beeliter mittelschule nach dem Dorf Schönefeld ein furchtbarer Unglücksfall. Als die Kinder an einer& iesgrube vorbelfamen, stürzte diefe zusammen und begrub vier von ihnen. Zwei fonnten gerettet werden, die beiden anderen waren jedoch bereits tot, als fie die Feuerwehr befreite. Die Getöteten find die zwölfjährigen Schüler Fritz Angermann und Ewald Bartel aus Beelih. Eure Berbetätigteit und sorgt am 17. Juni für Absturz eines deutschen Verkehrs- Flugzeuges. einen großen Sieg des sozialen Aufbaues und des Schulfortschritts. Wählt geschlossen die Liste Schulaufbau. Eisenbahnunglück in Sachsen. Zwei Zodesopfer. Der Pilot und drei Fluggäfte schwer verletzt. Ueber Niederrad, südlich Frankfurt, stürzte das Flugzeug ,, C. H. 93" der Ad- Astra- Fluggesellschaft, ein Berfehrsflugzeug vom Typ Junkers F. 13, in die Straßen von Niederrad und ging volltommen in Trümmer. Der Pilot und die brei Insassen wurden schwer verletzt. Fünf junge Leute, die an der Unfallstelle arbeiteten, wurden von dem abstürzenden Flugzeug schmer getroffen. Die verunglückten Infaffen sind ein Ehepaar Rabe aus Goslar umb ein Herr Richter. Am Donnerstag vormittag fuhr auf dem Bahnhof Moset bei 3weibrüden ein auf falschem Gleis antommender Güterzug einen Arbeitszug in die Flanke. Bei dem Unfall wurden zwei Bedienstete des Arbeitszuges getötet und zwei andere Ein neues ASB.- Rettungsboot. verletzt. Beide Hauptgleise sind gesperrt, doch wird der Zugverkehr durch Umleitung über Meerane und Gößniz aufrecht erhalten. Funkwinkel, B Anderthalb Stunden lang wird am Nachmittag aus der Potsdamer Garnisontirche ein Drgelfonzert übertragen. Die Beranstaltung mit Stücken von Bach, Händel und Reger und mit Brofeffor Otto Beder als Organisten ist von hohem fünstlerischem Wert, aber jedes Ding zu seiner Zeit! Wer schon in diesen schönen Tagen gezwungen ist, zu Hause zu bleiben, hat faum Luft, schwere seriöse Musik zu hören. Für den Rundfunt liegt teine zwingende Notwendigkeit vor, Orgelfonzerte zu übertragen und damit seine Hörer zu erquiden. Scheinbar herrscht bei der Rundfunkleitung augenblicklich eine heilloje sommerliche Berwirrung. Gut in der Programmzusammenfegung und in der Ausführung ist dagegen das Abendkonzert Arien und Ouvertüren". Seidler Wintler spielt diesmal auch weniger häufig gehörte Werte, wie die Duver türen zu Massenets Cid" oder zu Mascagnis„ Die Rangaus". Doch die alten Werke wie Cherubinis ,, Wasserträger" oder Aubers ,, Der Schwarze Domino" bleiben melodienreicher und auch straffer tom poniert. Seidler- Winkler geht keine neuen Wege, will teine moderne und originelle Auffassung geben. Er ist nur der ordnungsliebende, sachtundice und etwas pedantische Interpret, und vielleicht ist dies beffer, als um jeden Preis originell sein zu wollen. Der Tenor Frizz Sugar singt vier Arien. Eine gut gepflegte, gedeckte und sonor flingende Mittellage, zu der die gedrückte und unfreie Höhe freilich nicht past. In seinem Vortrag über die neuen Zeppelinluftschiffe barüber Ausdrud, daß jeder Funkspruch Nobiles sorgsam notiert gibt Marinebaurat Engberding dem Erstaunen vieler Menschen wird, daß aber niemand ernstlich daran denkt, der verunglückten Expedition zu helfen. F. S. Der Arbeiter- Samariterbund teilt mit, daß am Sonntag das zweite Rettungsboot auf dem Legefer See laufen wird. Das vierte Opfer. Nach einer Meldung aus Magdeburg. ist im Sudenburger Krankenhaus Lucie Sch man ihren schweren Schädelverlegungen erlegen. Damit ist auch das vierte Opfer der Mordtat des Feuerwehrmanns in Osterweddigen, über die wir ausführlich berichteten, gestorben. Sport. Rennen zu Grunewald am Donnerstag, dem 14. Juni. 1. Badrada( Haynes), 2. Hans Thoma( D. Schmidt), Blag: 14, 16, 16:10. Ferner 1. Rennen. land, Mohrenpuppe. 3. 3rländerin( Barga). Toto: 26: 10. liefen: Bradella, Kermal, Spekulation, Drestes, Dpium, Polonaise, Nord2. Rennen. 1. Narzis O. Schmidt), 2. Altenberg( H. Blume), 3. Pour le merite( Ludwig). Koto: 14:10. Plak: 10, 10:10. Ferner lief: Lahned. 3. Rennen. 1. Dfiris( Huguenin), 2. Sandoval( Böhlle), 3. Bundes treue( Bachmeier). Toto: 37:10. Blaz: 17, 25, 36: 10. Ferner liefen: Caro Bube, Heuschrede, Moloch, Falfum, Gerber, Loblied, Dalberg, Aufflärung, Sigelgayela. 4. Rennen. 1. Schwarzdorn( Behmisch), 2. Markgraf( Barga), 3. Radames( Jenzsch). Toto: 13: 10. Play: 20, 11, 21: 10. Ferner liefen: Balmieri, Gemma, Hella X, Ber Sea, Balta. 5. Rennen. 1. Fodenbach( G. Janet), 2. Aurelius( D. Schmidt), 3. Mah Jong( Barga). Loto: 44:10. Plat: 15, 12: 10. Ferner lief: Farn 6. Rennen. 1. Wiesbaden( Böhlke), 2 Kopja( Narr), 3. Tantor ( Grabsch). Toto: 21:10. Blak: 12, 19, 20: 10. Ferner liefen: Künstlerin, Mariena, Rundfunk, Heideland, Veilchengrund, Sempronia, Leda, Soda, Anadyomene, Die Pfalz. 7. Rennen. 1. Afterblümchen( Huguenin), 2. Kaisertag( Bleuler), 3. Bernhard( Höllein). Toto: 40: 10. Play: 13, 17, 13:10. Ferner liefen: Stlimbim, Estimo, Falkenfeder, Siegberte, Steineibe, Immortelle. Meinen Suppen, Soßen und Gemüfegerichten verdanke ich meinen Ruf als tüchtige Köchin! Wissen Sie, woher das kommt, liebe Leserin? Weil ich's nie vergesse, jedem Liter kochender Suppe 30-40 g und jedem Liter kochender Soße 15-30 g kalt angerührtes Mondamin beizufügen. Es ist einfach erstaunlich, wie wundervoll dieses ergiebige Mondamin meine Suppen und Soßen bindet, ohne ihren Eigengeschmack und ihr Aussehen zu beein Neben Mondamin gibt es jetzt auch Puddingpulver aus echtem Mondamin zu 10, 15 und 25 Pfennig. trächtigen oder Klümpchen zu verursachen. Auch bei meinen Gemüsegerichten lobt man die unverdeckte Zartheit des Geschmacks, seitdem ich zum Sämigmachen einen Teelöffel voll Mondamin nehme. Darum: Als Bindemittel nur Mondamin! Eine von den Millionen, die auf Mondamin schwören. 福 豆 STADI BEILAGE Flughafen Berlin. Der Beschluß einer Stadtverordnetenversammlung, ein Gelände in Briz dem Reiche für Zwecke der deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt zur Verfügung zu stellen, lenkt wieder einmal das Interesse der Deffentlichkeit auf die Bedeutung Berlins als Flug hafen und auf die Berliner Flughafen G. m. b. H., deren Generalversammlung eben in diesen Tagen stattfindet. Soll doch das neue Fluggelände neben seinem eigentlichen Verwendungszwed auch als Borflug- und Notlandungsgebiet neben dem Tempelhofer Feld bienen. Denn so ideal auch die Lage des Berliner Flughafens wenige Autominuten von dem Zentrum der Stadt- und des Verkehrs zweifellos ist andere Hauptstädte Europas beneiden uns mit Recht darum so erwünscht ist es doch auf der anderen Seite, die Gefahren des schnellen Auf- und Abstiegs über dem Häusermeer der Großstadt nach Möglichkeit zu vermindern und weitere Landungsgelegenheiten bei verunglückten Starts und unfichtigem Wetter zu schaffen. Es ist erfreulich, daß in all diesen Fragen ein Zusammenarbeiten zwischen den städtischen und den staatlichen Instanzen möglich gewesen ist und daß die üblichen" Kompetenzkonflikte auf diesem Gebiete bisher so gut wie ausgeblieben sind. Städtisches Kapital: 52,4 Proz. An der Flughafengesellschaft selbst ist die Stadt mit 52,4 Broz. Kapital beteiligt, während sich Reich und Land in den Rest teilen. Entsprechend find auch von den insgesamt 19 Aufsichtsratsmitgliedern 10 städtische Vertreter( 3 Magistratsmitglieder und 7 Stadtverord nete), zu denen sich je 3 Bertreter von Reich und Land und 3 spezielle Flugfachleute gesellen. Die Gesellschaft besitzt das Erbbaurecht an dem der Stadt gehörenden Flughafengrundstück, während die dem Reichsfiskus gehörenden Randstrecken nur pachtweise überlassen sind. Der Hafen ist im letzten Jahre wesentlich verbessert worden, insbesondere wurde die Befeuerungsanlage durch Umrandung des ganzen Plazes mit Neonröhren ausgebaut und die Planierung und Verstärkung der Grasnarbe durchgeführt. Der Geschäftsbericht der Gesellschaft flagt vor allem über die dauernde Beschädigung des Plazzes durch den Sporn der Flugzeuge. Nicht weniger als 80 000 Quadratmeter des Hafengeländes müssen im laufenden Jahre infolge dieser Beschädigungen wieder hergestellt werden. Die Beseitigung dieses Uebelstandes ist keine Frage der Hafenorganisation, sondern eine Frage der Technik, der Flugzeugkonstruktion. Sie muß schnell gelöst werden, wenn die Entwicklung des Flugverkehrs nicht durch unnötig hohe Hafengebühren gehemmt werden soll. Denn auf die Dauer fann auch eine im öffentlichen Verkehrsinteresse betriebene Hafengesellschaft nicht mit Berlust arbeiten. Das ist aber augenblicklich der Fall. Die Bilanz der Flughafen G. m. b. 5. fchließt mit einem Berlust von über 40 000 m. ab, obgleich beispielsweise aus den Eintrittsgeldern bei den großen Schauveranstaltungen ein Reingewinn von über 36 000 m. erzielt worden ist. Die Schuld an dem Berlust tragen allein die Start- und Landegebühren, die um 70.000 m. niedriger sind als die Selbstkosten, die die Gesellschaft dafür aufzuwenden hat. Das ist auf die Dauer natürlich ein unhaltbarer Zustand, um so mehr, da bei einer Bermehrung des Flugbetriebes sich diese Zahlen immer ungünstiger gestalten müssen. Neue Volkssportanlagen. Die Aufloderung der Großstädte, die aus volfsgefundheitlichen Gründen dringend notwendig wäre, fann solange nicht durchgeführt werden, wie jeder, auch der kleinste, Wohnraum noch über= völtert ist. Großzügige Projekte, an die lichtarmen Wohnhäuser der Großstadt Licht und Sonne heranzubringen und damit die Herde von Krankheitsbazillen auszuräuchern, müffen solange scheitern, bis Deutschlands Bautätigkeit in der Lage ist, den laufenden Bedarf an Wohnraum zu erstellen. Weil diese Projekte scheitern müssen, ist es um so wichtiger, daß die Gemeindeverwaltungen der Bevölkerung die Möglichkeit geben, trotzdem ihren Körper in der Sonne zu baden und draußen bei Spiel und Sport den Körper zu stählen. Die Notwendigkeit, für die Bevölkerung Erholungs- und Sportanlagen zu schaffen, haben die Berliner Bezirte erkannt. In den letzten Jahren sind vor allem die Bezirke mit ausgesprochen proletarischer Bevölkerung und starkem sozialistischen Einfluß in den Bezirksvertretungen an die Arbeit gegangen, derartige Anlagen zu fchaffen. Go entstanden die Boltspartanlagen Rehberge, Jungfernheide, so find im Entstehen die Anlagen in Neu tölln am Tempelhofer Feld und im Wedding der Volkspart Rehberge. Im Bezirk Wedding wurde in den Pfingstfeiertagen der Volkspart Rehberge eröffnet. Trog fnapper Mittel ist es dem Bezirk gelungen, eine mustergültige Anlage zu schaffen. Leider hat das Geld nicht ausgereicht, die Anlagen zu auszugestalten, daß auch alle hygienisch notwendigen Einrichtungen geschaffen werden fonnten. So fehlen Bedürfnisanstalten. Auch für die Bänte in den Anlagen hat der Bezirk noch fein Geld auftreiben können. Im nächsten Jahr will man die Anlagen vervollständigen und mit dem Bau eines Sportforums beginnen. In den Baulichkeiten zu diesem Forum sollen auch Räumlichkeiten untergebracht werden zur Lerabfolgung von Erfrischungen. Die Entwicklung des Flugbetriebes. RK DES VORWARTS In welch schnellem Aufstieg der Flugbetrieb augenblicklich begriffen ist, ergibt sich aus der Gegenüberstellung der folgenden Zahlen: Im Jahre 1926 starteten oder landeten auf dem Gelände des Flughafens Berlin 12 090 Flugzeuge mit 32 757 Fahrgästen. Im Borjahre stieg die Zahl auf 16 925 Flugzeuge mit 40 302 Fahrgästen. Das bedeutet eine Vermehrung bei den Flugzeugen um 40 Broz, bei den Fahrgästen um 23 Proz. Ein noch interessanteres Bild bietet ein Vergleich der beförderten Frachten. Das in Flugzeugen beförderte Gepäck stieg von rund 250 000 Kilogramm auf über 516 000 Kilogramm, die Post- und Zeitungspakete von 245 000 Kilogramm auf 407 000 Kilogramm. Das sind Steigerungen von 108, bzw. 66 Proz, die den Beweis dafür erbringen, daß die Zukunft des Flugverkehrs vielleicht mehr auf dem Gebiete der Güterbeförderung als auf dem der Personenbeförderung beruhen und daß Flugzeugindustrie wie Hafenverwaltungen diesen Zukunftsmöglichkeiten weit mehr als bisher Rechnung tragen müssen, wenn sie das gesamte Flugwefen in wirtschaftlich gesunde Rahmen leiten wollen, bzw. in ihnen erhalten wollen. Eine weitere interessante Gegenüberstellung bieten die Zahlen, die sich auf den fahrplanmäßigen Streckenverkehr im Vergleich zu dem Gelegenheitsbetrieb beziehen. Es wird viele überraschen, daß die Zahl der außerplanmäßigen Flugzeuge fast die der planmäßig ein Beweis dafür, verfehrenden erreicht( 8050 gegenüber 8875) wieweit das Flugzeug im Verhältnis zu den übrigen Massenverkehrsmitteln, insbesondere die Eisenbahn, noch den individuellen Bedürfnissen einiger meniger dient, die sich den Lurus eines besonderen Starts leisten können. Das zeigt auch die Tatsache, daß bei diesen außerplanmäßigen Flügen im Durchschnitt nur etwas über ein Fahrgast und noch nicht ein Kilogramm Nuglast auf ein Flugzeug kommt, während der Durchschnitt bei den Streckenflügen im Rahmen des Fahrplans immerhin schon fast vier Personen und über 100 Kilogramm Gepäd auf das einzelne Flugzeug entfallen. Berkehrslinien des Flughafens Berlin. Der Flughafen Berlin ist jetzt im regelmäßigen Verkehr mit allen Hauptstädten Europas direkt verbunden( ausländischer Anschluß ist nur nach Rom, Konstantinopel und Warschau erforderlich). Es werden 18 planmäßige Flugstrecken beflogen, deren Endpunkte die folgenden deutschen Städte: Dresden, Neiße, München, Frankfurt a. M., Chemnik, Köln, Effen, Hamburg, während die über die Grenzen führenden Strecken die folgenden Städte erreichen: Moskau ( über Königsberg), Wien( über Brünn oder Prag), Madrid( über Stuttgart, Genf), Paris( über Köln), London( über Amsterdam), Malmö( über Kopenhagen), Kalmar( über Stettin). Alles in allem sieht man auch aus der Entwicklung des Berliner Flughafens, wie sich der jüngste Sproß am Stamme des modernen Massenverkehrs allmählich zum Lichte durchringt. Die heranwachsende Generation wird es zweifellos noch erleben, daß der Start eines Flugzeuges nichts anderes mehr bedeutet als heute die Abfahrt eines Eisenbahnzuges und daß auch die Massen der arbeitenden Bevölkerung mit derselben Selbstverständlichkeit sich auf dem Flughafen ihre Fahrkarte lösen wie heute bei der Eisenbahn. fertiggestellt sein können, wenn die Zentralbehörden etwas mehr an die Neuköllner Bevölkerung gedacht hätten. Seit Jahren ist der Grünftreifen auf dem Tempelhofer Feld für die Neuköllner Bevölkerung gesperrt, weil die zur Fertigstellung der geplanten Arbeiten an den gärtnerischen Anlagen notwendigen Mittel fehlen. Auch die Arbeiten am Stadion mußten vor einiger Zeit eingestellt werden, weil feine Mittel mehr bewilligt wurden. köllner Stadion besitzt die Stadt Berlin zum erstenmal ein städtisches Stadion, das mit mehr als 20 000 3uschauerpläßen auch für große Veranstaltungen geeignet wäre. Aus den Bezirken. Mitte. 1. Bezirk Im NeuDie erste Sigung nach der Wahl fand am Freitag dem 8. d. M. wiederum im Zeichen der kommunistischen Agitationsmethoden statt. Der Ausschuß, welcher wegen der Umwandlung der alten Friedhöfe im Bezirk Mitte zu Spiel- und Parkplätzen zusammengesetzt war, hatte seine Tätigkeit infolge des Eingreifens des Magistrats beendigt. Hoffentlich gelingt es der Stadtverordnetenversammlung, den herrschenden Mangel an Spiel- und Partpläzen gerade im Bezirk Mitte durch günstige Verhandlungen so schnell als möglich zu beseitigen. Für die Veranstaltung einer Verfassungsfeier der Schulen des Bezirks Mitte am 11. August im Lustgarten hatte das Bezirksamt in diesem Jahre wiederum eine gemeinsame Feier geplant. Die Deutschnationale Volkspartei sowie ihre Bundesgenossen die KPD. glaubten die Mittel für eine derartige Feier ablehnen zu müssen. Genosse Brendel wies darauf hin, daß es früher feinem Menschen eingefallen wäre, bei Kaisergeburtstags-, Sedanfeiern usw. ein Wort über den Mißbrauch der Kinder auszusprechen. Gerade eine gemeinsame Feier an dieser Stelle zeige den Kindern den Gegensatz Um einen geregelten 23 ett= fpielbetrieb auf dem Grühmacherfpielplan zu er= zielen, werden die Geräte und Ausrüstungsgegenstände zur Durchführung des Bezirkssportfestes der Schulen am 16. Juni d. I. benötigt. Auch hier sprach sich der Vertreter der KPD. gegen die Bewilligung der Mittel aus. Genosse Schulz wies darauf hin, daß das Arbeitersportkartell es bisher abgelehnt habe, Im Neuköllner Bezirk wird fleißig an dem Bolks: Sportpart gearbeitet. Im Herbst soll ein Teil des Partes zur Be- zu den früheren Verhältnissen. nutzung freigegeben werden. Der Abschnitt zwischen Steinmeßstraße und Grüner Weg soll bis dahin fertiggestellt werden. Noch fehlen allerdings die Mittel, um die notwendigen Umkleideräume zu schaffen. Außer dem schon früher angelegten Grünstreifen werden in diesem Abschnitt, umrahmt von Partanlagen, vier Spielpläge und zwei Fußballpläge liegen. Die Anlagen hätten schon vor langer Zeit Reisen Sie nur mit Genosse daß die Schulsportfeste im Rahmen der bürgerlichen Turn- und Sportwoche abgehalten werden. Da nun in diesem Jahre die Schulveranstaltungen für alle Schulen an einem besonderen Tage stattfinden, liegt feine Veranlassung vor, die Mittel zur Durchführung der Veranstaltung abzulehnen. Genosse Schulz wies noch darauf hin, daß durch diese ablehnende Haltung die sportfuftine Jugend sehr enttäuscht sein dürfte. Für die Aufstellung eines Sandspieltastens auf dem Grundstück Streliger Straße 16 wurden auf Antrag unserer Fraktion 5000 Mart bewilligt, damit auch wiederum für die Kinder des nördlichen Teiles eine Spielgelegenheit geschaffen wird. 7. Bezirk Charlottenburg. T Die Bezirksversammlung Charlottenburg am 6. Juni überwies alle großen Angelegenheiten an Ausschüsse, so z. B. den Neubau der Fach- und Berufsschulen, die Schaffung eines Parkplates für Automobile in der Seesenheimer Straße, und die einmaligen Ausgaben für den Etat 1929.( Wird leztere Methode zur dauernden Braris, werden wir eine zweimalige Etatsberatung in den Bezirken haben, eine eilige, wichtige und eine behagliche und belanglois!) Die Mittel für die Ausschmückung des Volkspartes Jungfernheise mit Kunstwerken und die Beihilfe zur Einrichtung einer neuen Kleingartenfiedlung am alten Fürstenbrunner Weg wurden debatielos bewilligt. Dann begann die Flut kommunistischer Anträge und Anfragen, bei denen Herr Fieber fast allein das Wort führte. Die Anfragen und Anträge beruhten durchweg auf so irrigen Boraussetzungen und so erschütternder Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, daß sie teils allgemeiner Heiterfeit, teils gerechter Gleichgültigkeit der Versammlung verfielen. Diesen ungewollten Erfolg suchte Herr Fieber durch wachsende Anstrengung seiner Lungenfraft zu bannen, doch vergeblich! Niemand hatte den KriegsbeschädigtenOrganisationen die Freibadekarten entzogen, niemand auch den Er werbslosen! In beiden Fällen war nur von der angebotenen Gelegenheit kein Gebrauch gemacht worden. Die Kommunisten hatten endlich den schlechten Stand der Pflasterung in der Röntgenstraße bemerkt, und so puffte zwecklos Antrag und Anfrage sechsmal in die Luft. Selbst in der eigenen Fraktion der Kommunisten machte sich langsam eine erbitterte Stimmung breit, Baul Sommer versuchte zu retten doch es gab nichts zu retten. So ging man auseinander mit dem peinlichen Bewußtsein, daß dieser Abend von einem schlechten Schauspieler und noch schlechterem Politiker mißbraucht worden war. 11. Bezirk Schöneberg. Die letzte Bezirksversammlung hatte eine größere Tagesordnung zu erledigen. Eine längere Aussprache brachte der Bericht des Ausschusses über die Errichtung der Fontane Schule und des Er= weiterungsbaues der Gemeindeschule in der Sieda lung Lindenhof. Die Fontane- Schule soll auf dem Südgelände mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen errichtet werden und mit den vorhandenen Schulen an der Rubensstraße später durch einen modernen großen Schulhof mit Spiel und Sportplägen verbunden werden. Mit dem Bau der Fontane- Schule wird im Spätsommer begonnen werden. Dem Erweiterungsbau der Sapule Lindenhof wurde, nachdem der Magistrat die ursprünglich eingestellten Bautosten in Höhe von 490 000 auf 300 000. herabgefekt hat, zuż gestimmt. In einem Antrag verlangte unsere Fraktion die Freigabe der beiden provisorischen Spielplätze an der Becker- und Begasstraße während der Ferienzeit. Genosse Kaspar wies mit Recht bei der Begründung auf den Mangel an Lagerwiesen für die Schöneberger Bevölkerung hin. Es sei daher notwendig, wenicstens für die Ferienzeit die Spielplätze freizugeben. Herr Sobel schalte sehr eigenmächtig und schließe am liebsten alle Plätze ab. Die Abstimmung wurde auf die nächste Sigung vertagt, um bis dahin die Spielpläge nochmals in Augenschein zu nehmen. Ein weiterer Antrag unserer Fraktion verlangt eine bessere 21 usge staltung des Sonntagsverkehrs der Linien 16 und 119, um den vielen Besuchern des Südgeländes Rückfahrts. möglichkeiten zu schaffen. Zum Schluß behandelte die Berjammlung eine Dringlichkeitsvorlage des Bezirksamtes betreffend Bau eines Hallenschwimmbades. Das Bezirksamt botte zwei Projekte vorgelegt; eines für das Grundstüc Hauptstt. 14/16 und ein zweites auf dem Grundstück Hauptstr. 38/39. Die Versammlung beschloß einstimmig, dasjenige Grundstück zu wählen, welches zuerst baureif wird. Die Mittel stehen bereits zur Verfügung. 19. Bezirf Pankow. Die Bezirksversammlungen der letzten Zeit boten nicht viel Bemerkenswertes, ein anderes Bild gab es furz vor und noch den Wahlen. Bürgerliche Kampfesweise nach dem Motto:„ Erst verleumden, nachher abstreiten!" Der Vertreter der Wirtschaftspartei versuchte vor den Wahlen durch verleumderische Behauptungen gegen cinen parteigenössischen Stadtrat das Wahlglück zu korrigieren, was übrigens vorbeigelungen ist. Nach Beendigung des von dem Ges nossen selbst beantragten Disziplinarverfahrens werden wir Gelegenheit nehmen, mit dem Herrn Wirtschaftsparteiler gründlich abzurechnen! Eine weitere fchöne Blüte ist der deutschnationale Stadtrat und Stadtverordnete Faust, der in einer Sigung vor den Wahlen behauptet hatte, der Oberpräfident habe allen Grund, in die Kreditgebarung der Stadtbank und der Stadtsparkasse hineinzuleuchten. Als in der gleichen Sigung feine Ausführungen als Berleumdungen bezeichnet wurden, wenn er feine Beweise hätte, erflärte er, nichts zurücknehmen zu können. Wir gaben nunmehr dem Stadtkämmerer als Aufsichtsratsvorsitzenden Kenntnis, der Faust aufforderte, Tatsachen herbeizubringen; was geschah? Herr Stadtrat Faust streitet rundweg die vor den Wahlen gemachten Ausführungen ab! In einem fläglichen Brief an den Kämmerer behauptet er, überhaupt nichts gesagt zu haben. In einer Erklärung, die unser Fraktionsvorsitzender abgab, wurde der Sachverhalt noch einmal festgestellt und die klägliche Rolle, die der Deutschnationale Faust spielte, aebührend angenagelt. Im weiteren Verlauf wurden die Mittel für das in Buchholz auszubauende Altersheim bewilligt. MARKE SALAMANDER W Budd AMAND Berlin als Badestadt. 2TS Ein neues Bolksbad. Schafft Badeanstalten! Gebt der Jugend Licht, Luft, Waffer und Sonne!" Eine Forderung, die immer und immer wieder von den Bertretern der Arbeiter- Schwimmbewegung an Staat und Kommune gerichtet wird, die aber bisher in mehr als bescheidenem Maße Erfoíg aufzuweisen hat. Die Millionenstadt Berlin ift gerade am fpär lichsten mit Badeanstalten, insbesondere Freibadeanstalten, verfehen. Der Bau von Hallenschwimmbädern, als Erfaz für die abgeriffenen Flußbadeanstalten, scheitert einmal an den hohen Bautosten, es find Millionenprojekte, zum andern aber können solche Bauten, die wohl eine unbedingte Notwendigkeit sind, aus städtischen Mitteln nur langsam vorwärtsgetrieben werden, weil die für diese Zwecke im Etat vorgesehenen Mittel ein schnelleres Bauen und damit auch eine schnellere Inbetriebnahme der Bäder nicht gestatten. Die in den Bororten gelegenen Naturfreibäder, wie annjee, Grünau, Müggelsee, Rüdersdorf u. a., sind wohl im Sommer an heißen Sonntagen das Ziel vieler Tausend Arbeiter, die Erholung fuchen. Doch die leidigen Berkehrsverhältnisse schrecken viele vom Besuch dieser Freibäder ab. fucherzahl von 80 700 Berfonen zu verzeichnen. Diefes Freibad har eine Strandlänge von 85 Metern und fann besonders dem Teil des Badepublifums empfohlen werden, der vor oder nach dem SchwimmBadepublikums empfohlen werden, der vor oder nach dem Schwimmbade Sonnenbäder genießen will. Das Freibad Oberschöneweide ist mit der Straßenbahn 87, 187 und 95 zu erreichen. In beiden Frei bädern find Umkleidehallen für Männer und Frauen, Aufbe mahrungsräume für Kleider und für Fahrräder, Turngeräte aller Art und neben sonstigen Bequemlichkeiten auch Erfrischungsräume mit Ausschant altoholfreier Getränke mit angenehmem Aufenthalt im Freien vorhanden. Beide Freibäder haben auch den Vorteil, daß fie an fließendem, hygienisch einwandfreiem Wasser liegen. Als be sondere Neueinrichtung wird in diesem Jahre das vollständig umgebaute Planschbad am Wilhelmstrand in Oberschöne weide gegenüber dem Plänterwald in Baumschulenweg in Betrieb genommen. Dieses Sommerbad soft hauptsächlich als Badegelegenheit und Erholungsaufenthalt für die Jugend bis zu 14 Jahren dienen. Um die früher an dieser Stelle vorgekommenen Unglücksfälle fünftighin zu vermeiden, ist das zum Baden bestimmte Planschbecken in einer Länge von 140 Meter burch eine 1,30 Meter hohe, den polizeilichen Sicherheitsvorschriften entsprechende Einfriedigung gegen das offene Waffer abgesperrt worden. Neben dem Blanschbad ist eine besondere, mit Rasen angepflanzte Erholungs. fläche eingerichtet worden, die den Besuchern, insbesondere Familien, Gelegenheit zu Luft- und Sonnenbädern bietet. Umkleideräume für beide Geschlechter, Aufbewahrungsräume sowie Gelegenheit zur Entnahme von Erfrischungen bieten weitere Bequemlichkeiten. Die befte Berbindung zum Blanschbad ist folgende: Straßenbahn 87, 187 und 95 bis zur Baumschulenstraße, bann etwa 5 Minuten Fuß weg bis zur Spree, von dort llebersegen mit der Fähre zum Wilhelmstrand. Es ist deshalb zu begrüßen, wenn innerhalb des Stadtgebietes neue Stellen geschaffen werden, die der arbeitenden Bevölkerung ohne großen Kostenaufwand Stätten der Erholung werden können. Die Errichtung des neuen Boltsbades Sportbad See terrasse" in Lichtenberg, Roederstraße 11-13 ist zwar privater Initiative zu verdankten, nichtsdestoweniger wird dadurch aber ein gerade im Osten Berlins fühlbarer Mangel an Schwimm- und Babegelegenheit behoben. Bielen der Bewohner des Ostens mag die alte„ Dieẞ'sche Seeterrasse" in der Roederstraße noch als Gartenlofal mit einem Spezialitätentheater und dem großen See in der Sämtliche Bäber find mit den erforderlichen Rettungseinrich Mitte des Gartens, auf dem man für wenige Pfennige im Ruder= boot sich vergnügen fonnte, in Erinnerung sein. Dieses Gartenfotaltungen für erste Hilfe ausgestattet. Die Eintrittspreise betragen für ist jetzt der Volksgesundheit nugbar gemach: worden. Erwachsene 10 Pf. und für Kinder 5 Pf. Die Ortsgruppe Lichtenberg der„ Freien Schwimmer Neukölln", hat in dem neuen Sportbad eine Untergruppe eingerichtet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, allen fich Meldenden fostenlos Schmimmunterricht und auch weiterhin Ausbildung im Schwimmen zu erteilen. Die Uebungsstunden find Mittwochs und Freitags ab 18 Uhr, an allen anderen Tagen zwanglofes Baden. Meldungen sowie Aufnahmegefuche nehmen entgegen Adolf Preuß, Rigaer Straße 50/51 und Reinhold Bohn, Memeler Straße 23. Die Freien Schwimmer Neukölln" bieten die Gewähr dafür, daß die Mitglieder mit tommunistischem Parteitlamaut verschont bleiben. Freibäder im Südosten. Die Freibäder im Bezirk Trepiow find für die diesjährige Badezeit gerüstet. Sie erfreuen sich nach dem vom Bezirksgesundheits amt in den letzten Jahren durchgeführten Ausbau eines ständig steigenden Zuspruchs seitens der städtischen Bevölkerung, die in diesen bequem zu Fuß oder mit der Straßenbahn zu erreichenden Sommer bädern in teiayem Maße Gelegenheit findet, beim Baden und Schwimmen, beim Luft- und Sonnenbade am Strande oder im angrenzenden Walde sich zu erholen. Trotz der meist ungünstigen Witterung des vorjährigen Sommers hatte das an der Überspree zwischen den Bahnhöfen Oberspree und Spindlersfeld, unweit der Endhaltestelle der Straßenbahn 91, liegende Freibad Adlers. bof insgesamt 107 500 Besucher aufzuweisen. Der Borzug des Freibades Adlershof besteht hauptsächlich in seinem 320 Meter langen, von schattenspendenden Kiefernwaldungen umrahmten Badestrande. Das auf dem gegenüberliegende Spreeufer befindliche, im Hintergrunde von der Wuhlheide eingerahmte Freibad Dber schöne weide hatte im letzten Sommer die beachtenswerte BeBersicht beim Baden! Mit dem Eintritt der wärmeren Jahreszeit regt sich bei den meisten Menschen das Bedürfnis, in unseren schönen Gewäffer ftreden in der näheren Umgebung Berlins ein Bad zu nehmen. Das Wasserbauamt Köpenid möchte nicht unterlassen, das badende Bublikum hiermit erneut darauf hinzuweisen, daß gerade die Gewässer Berlins unter ihrer friedlichen Oberfläche ernste Gefahren bergen, die schon vielen Ahnungslosen zum Verhängnis wurden. Oft fällt der anfangs flache Strand plöglich fteil ab, ist auch an vielen Stellen moraftig und mit Schlingpflanzen bewachsen, so daß auch der geübteste Schwimmer sich in Gefahren begibt, wenn er außerhalb der von den Behörden, Gemeinden und Gesellschaften besonders hergerichteten Badestellen badet. Im Often Berlins feien als solche Badestellen besonders genannt: a) das Grünauer Freibad in der Dahme( Wendische Spree), b)' die Badeanstalt in Köpenick Wendenschloß. c) das Freibad des Zweckverbandes am nordöstlichen Ufer des Müggelfees bei Rahnsdorf, d) das Freibad Adlershof am linken Ufer der Treptower Spree. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, die Zahl der Unglücksfälle zu vermindern. Fürsorge für Blindenführhunde. Der Führhund ist dem Blinden ein treuer Begleiter und Beschüßer geworden. Vielfach aber werden die Hunde infolge unsach gemäßer Behandlung für ihren eigentlichen 3med untauglich; fie bedeuten dann für den Geführten unter Umständen sogar eine Gefahr. Der Ilgemeine Blindenverein E. B., Berf S. 42, Waffertorstraße 19, Tel. Morigplak 1036, hat daher im Ein Blinderz verständnis mit dem Landeswohlfahrtsamt Berlin pflege einen erfahrenen Fachmann( Führhundwart) eingestell der die einzelnen Führhunde in den Wohnungen der Blinden aufjucht, fie beaufsichtigt und nötigenfalls an den Blinden wieder abrichtet. Diese nachgehende Fürsorge wird von der Stadt Berlin durch einen Zuschuß finanziell unterstügt. Begen weiterer sachgemäßer Betreuung der Führhunde steht der Allgemeinen Blindenverein auch mit dem Deutschen Tierschutzverein in engster Berbindung. Unbe mittelte Blinde erhalten den Führhund fostenlos durch das zuständige Bezirkswohlfahrtsamt; die Belieferung felbft erfolgt nur burch die Arbeitsgemeinschaft zur Beschaffung von Führhunden, die ihre Hunde in den Führhundschulen zu Oldenburg, Breslau und Frankfurt a. M. nach einheitlichen Richtlinien ausbildet. Am Schäferfee Reinickendorf. F Wer hat die Gegend zwischen Schäfersee und Holländer Straße gefannt, als noch das Pferdeheim" bestand und sich dort die pflastermüden Tiere erholten? Früher war dieses Gelände ein großes Sumpflog, bis es 1923 die Gartenverwaltung in Ar beit nahm, ringsherum die Wege durch Aufhöhung trocken legte, Bäume und Heden entlang pflanzte und nach der Wasserseite hin einen Kinderspielplaz anlegte. In der Mitte blieb die ursprüngliche Wiese, die aber durch ihre tiefe Lage meist unter Wasser stand und fich dann als Moraft und Mückenbrutstätte präsentierte. Auch das Legen einer Drainage blieb ohne wesentlichen Erfolg, so daß sich die Gartenverwaltung im vorigen Jahr entschlossen hat, den Play um zugestalten, zumal die Heimstättengesellschaft Brimus" zu beiden Längsieiten des Plazes voraussichtlich noch in diesem Jahr Wohn häuser bauen wird. Das Loch ist über Meter mit Kulturboden oom feltlichen, ehemaligen Laubengelände aufgefüllt worden, um zu einem Staubengarten hergerichtet zu werden. Wer diesen Blah heute sieht, kann sich das Moraftloch nicht mehr recht vor ein flaches Wasserbecken bildet, das bunte Seerofen aufnehmen wird. ftellen. Die Fläche ist in vier große Teile geliedert, deren Zentrum Die Staudenflächen sind blütezeitlich, farblich und formal rhythmisch angeordnet, die durch Massenblocks der einzelnen Arten wirten follen. Statt der bisher herumlaufenden Böschung gleicht den Höhenunterschied jetzt eine Trodenmauer aus Ralfstein aus, die mit Alpinen und Polsterstauden bepflanzt ist und durch ihre Bertikale einen sichtbaren Zusammenschluß der vier einzelnen Teile bildet. In der Längsachse ist die Mauer zu einem dreistufig erhöhtem Sizplag ausgebildet, der einen vorteilhaften Ueberblick bietet. Im Rücken und seitlich ist dieser Ruheplay mit Buschrosen von Wildcharafter abgedeckt. Das Ganze wird durch eine enggepflanzte Birkenreihe eingerahmt und räumlich zusammengefaßt. Der neue Staudengarten braucht einige Zeit zum Anwachsen, und ein paar Jahre, um seine volle Birfung zu erlangen. Dann aber wird hier auch dafür ein Bild entstehen, das vielen Besuchern eine besondere Freude bea reiten wird. Berantwortlich für Politit: Victor Schiff; Birtschaft: 6. Klingelhöfers Gevertschaftsbewegung: 9. Steinet; Feuilleton: Dr. John Schifowsti; Lokales and Sonstiges: ris Rarftübt; Anzeigen: Zb. Glade; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlansanstalt Baul Ginger Co., Berlin SW 68, Lindenstraße& Sieran 3 Beilagen, Stabtbeilage" und Unterhaltung und Biffen". Haemorrhoiden Salbe DAS VON DER ÄRZTLICHEN WISSENSCHAFT ANERKANNTE RM 1.75 Zapfchen RM.2.65 Posterisan Jh den Apotheken erhältlich Für Wasserfreunde Sofis MII Bade- Artikel Sport- Artikel Bade- Mäntel für Damen 19.50 11.25 7.90 Bade- Mäntel für Herren 26.50 22.75 16.00 Bade- Mäntel für Kinder 11.25 8.40 6.40 Bade- Capes für Damen 18.25 14.50 7.25 7.25 4.50 Bade- Capes für Kinder Bade- Anz.f.Damen Gr. 44 2.60, Gr. 42.40 Bade- Anzügef.Herren Gr.90 2.10, Gr.80 1.75 100 2.40, Bade- Anzügef.Kinder Gr.60 1.80, Gr.50 1.40 Bade- Hosen A " " Bade- Kappen Bade- Gürtel Bade- Laken 130x160 7.25 Bade- Handtücher . 70 B 1.10 0.90 0.70 2.75 1.50 0.98 0.75 92X150 3.50 . . ..0.80 0.60 92X100 2.50 1.80 1.25 0.95 • Bade- Schuhe.... 2.45 1.90 1.65 1.45 Strandschirme. 6.90 3.90 2.75 Strandschirme für Kinder..: 0.90 Wasserbälle .. 5.50 4.90 3.75 • . 7.50 Ruder- Hemden ohne Arm. 1.40 1.10 0.80 Ruder- Hemden mit%, Arm 1.55 1.25 0.95 Ruder- Hosen. 1.50 1.20 1.05 Strand- Beinkleider weiß Flanell. 25.00 Strand- Beinkleider weiß Köper. 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Die großen Feinde, die Norma-A.-G.-Berlin-Stuttgart und die Riebe- werk-A.-G. in Berlin-Weihcnsee, erklären, daß sie eigentlich einander gar nichts vorzuwerfen haben. Sie lassen den Staatsanwalt die Klage zurückziehen, machen miteinander ein Geschäft, bei dem die Berliner Firma bzw. Herr Richard Kahn gut verdient, und im übrigen setzen sich die Rechtsanwälte dieser großen Feinde vor dem Gericht dafür ein, daß die kleinen Sünder, nachdem die großen sich oertragen haben, straflos davonkommen sollen. Es ist gerecht, daß das auch geschieht, und das zuständige Justizministerium wird gut daran tun, den Staatsanwalt die Niederschlagung des Verfahrens durchführen zu lassen. Ganz anders sieht die volkswirtschaftliche Seile der Stuttgarter Vorgänge aus. Sie bilden die Elemente zur Abrundung eines Skandalbildes, von dem sich der durchschnittliche Zeitungsleser kaum eine Bor- stellung machen kann. Richard Kahn, der Besitzer des Riebewerks in Weißensee, hat nach den vorliegenden Meldungen sein Kugel- lagerwert, dessen Anlagen in der Bilanz für 1926 mit knapp 2)4 Millionen Mark bewertet waren, für 6V4, Millionen Mark an ein Konsortium verkauft, das die Norma-Berlin-Swttgart beherrscht. Den 2)4 fachen Wert der vorhandenen Anlagen läßt sich die Normo- A.-G. den Erfolg tosten, die Riebewerte-Weißensee in die Deutsche Kugellager-Konvention hineinzubringen, die wiederum von der Norma-A.-G. beherrscht wird, die ihrerseits aber nichts anderes ist als die deutsche Filiale des schwedischen Kreuger- Trusts mit seinem Weltmonopol für Zündhölzer, seinen Welt- interessen für Staubsauger und Erze und schließlich seinen mono- polistischen Kugellagerinteressen in det' ganzen Welt, die heute be- reits zur Beherrschung von über 49 Proz. der gesamten Weltpro- duktion von Kugellagern geführt haben. Die für die Kugellagerintercsien des Kreuger-Trusts maß- gebende Abteilung hat heute schon ein Kapital von 196 Millionen schwedischen Kronen, und erst im Januar d. I. war das Kapital um neue 14 Willionen Kronen erhöht worden zu dem ausdrücklichen Zweck, die neuen Aktien zum Aufkauf weiterer europäischer Kugel- lagersabriten zu verwenden. Dabei gewährt der Kreuger-Irust den in ausländische Hände gegebenen Kreuger-Aktien, in diesem deutschen Aktionären des Kreuger-Trusts, nur ein Tausendstel des Stimmrechts der in der Hand Kreuzers selbst befindlichen Aktien. Was aber ist der Zweck dieses Gefchäfls? Die Riebewerke in Weißens« waren im Jahre 1926 aus der Deutschen Kugellager-Konvention ausgeschieden, weil die deutschen Mitglieder der Konvention sich weigerten, eine von den Riebewerken vorgeschlagene Berbilligung der Produktion durch- zuführen. Das Riebewert war in der Lage, auf diese Weise als Außenseiter der Kugellager-Konvention, weil es nicht mehr an die Konventionspreise gebunden war, glänzend zu reüssieren, und da es mit um 29 bis 39 Proz. billigeren Kosten arbeitete, auch sehr gut zu verdienen. Wenn heute also das Riebewert an die Kugellager- Konvention übergeht zu dem zweieinhalbmal so hohen Preis, als Anlagewerte vorhanden sind, wobei man nicht weiß, ob nicht auch das Riebewsrt stillgelegt wird, so nur deshalb, weil die Gesamtwirt- schast, die ja von der Eisenbahn bis zum letzten Fahrrad herunter Kugellager kaufen muß, nicht nur unter das schwedische Monopol noch stärker gebeugt wird als bisher, sondern auch aus die Pro- duktions- und Preisvorteile verzichten soll, die die bisher billigere Produttion der freien Werke ermöglicht hätte. Der mit größtem Aufwand gegen die Riebewerke im September vorigen Jahres vorgenommene strafrechtliche Angriff, der jetzt unter scheinbar so menschlich erfreulichen Umständen zu Ende gegangene Stuttgarter Prozeß, waren also nur ein Mittel, das Kreugersche Kugcllagermonopol in Deutschland zu befestigen, die Deutsche Kugel- lager-Konvention in ihrer Kartellmacht zu stärken und schließlich Herrn Richard Kahn, der ein gutes Geschäft nicht verschmäht, zu Millionen zu verhelfen, die er für seinen übrigen Konzern sehr gut gebrauchen kann. Im September v. I. brachten wir einen Violschrei von Berliner Bckriebsrälen, die sich gegen die Stillegung eines ebenfalls unter dem Namen Riebe firmierenden Kugellagerwerkes in Berlin-Wittenau auf- lehnten. Durch mllhfame� Arbeit, bei der auch die Belegschaft große Opfer gebracht hatte, war das Werk zu hoher Leistungsfähigkeit ge- bracht und rentabel gemacht worden. Im August 1927 wurde die Direktion und die Belegschaft des Werkes von den Geschäftsinhabern mit der Erklärung überrascht, daß die 699 Mann beschäftigende Firma liauidiert und stillgelegt werden würde. Das Werk war dem Geschäftsinhaber von der Deutschen Kugellager-Konvention abgekauft worden und wurde tatsächlich stillgelegt. Nicht lange vorher hatten sich in Hessen, wobei im Austrage der Konvention die Firma Fickstel u. Sachs in Schweinfurt tätig war, zwei ganz gleiche Fälle ereignet. Der Ausgang des Stuttgarter Prozesses, fast noch mehr aber seine systematische Inszenierung war also ein wohlüberlegtes Manöver ies Schwcdenlrusts bzw. des deutschen kugcllagerkartells, die Trust- nnd Kartellpofitioa der Sugellagerindustrie entscheidend zu verbessern. Die deutsche Ocffentlichkeit, die die Sensationen mit Spannung ver- folgte, die deutschen Gerichte waren das passende Mittel, um die vom Schwedentrust für die deutsche Kugellagerindustrie verfolgten A b- sichten zur Durchführung zu bringen. Die Durch- sührung dieser Absicht ist glänzend gelungen. Skandalös ist aber die handlanaerfunktion des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Nachdem der deutsche Hauptschrittmacher der Konvention, Ge- heimrat Sachs, Inhaber der genannten Kugellagerfabrik Fichtel u. Sachs in Schweinfurt, die ersten Verbindungen zwischen den Norma- werken und dem Weißenseer Werk, d. h. zwischen Kreuger und Richard Kahn, geknüpft hatte, hat sich der Reichsverband der Deut- schen Industrie mit seinem Vorstandsmitglied Dr. kracmer als Treuhänder zum Abschluß des Vertrages und zum verkauf des Riebewerkes an den Kreuger-Trust dazwijchengefchoben. Gegen Zurück- nähme des Strafantrages gegen Direktor Kahn und die weiteren großen„Sünder" hat der Reichsoerband der Deutschen Industrie den Verkauf der Riebewerke vermittelt. Dieser Verkauf war die B e- dingung für den Abbruch des Prozesses. Der Reichsverband der Deutschen Industrie, von dem man ver- stehen kann, daß er die schmutzige deutsche Kartellwäsche nicht restlos vor der Oeffentlichkeit waschen lasien will, hat sich in der Person von Dr. Kraemer, der selbst im Kreuger-Trust vertreten ist und auch den Kreuger-Trust mehrfach in Deutschland vertritt, zum bewußten handlanger der Monopolabsichten des Kreuger- Trusts gemacht. Er hat bewußt die Möglichkeit zur billigeren Versorgung der deutschen Industrie mit Stahlkugeln und Kugellagern, die in der Erhaltung von Außenseitern liegt, beschnitten und als wirtschaftspolitische Vereinigung, deren Stimme für die Interesien der gesamten deutschen Wirtschaft immer gehört werden will, alle an der Versorgung mit Kugellagern interessierten Industriekrcise dadurch geschädigt. Als Spitzenorganisation der ge- samten deutschen Industrie, die die wirtschaftspolitischen Interessen ihrer Körperschaften und Mitglieder gleichmäßig wahrzunehmen hat, nicht aber zugunsten einzelner Kapitalistenkreise wirksam werden darf, hat der Reichsoerband der Deutschen Industrie monopolistische Kapitalinteressen eines einzelnen Industriezweiges und monopolistische Interessen ausländischer Kapi- talisten gegen die deutsche Wirtschaft gefördert. Die Hauptgeldgeber des Kreuger-Trusts sind nämlich außer Kreuger selbst Amerikaner und Engländer. hier liegt das Skandalöse des Falles Norma. Die gesamte Ver- arbeitungs- und Fertigindustrie zerbricht sich in Deutschland den Kopf darüber, wie den verheerenden Wirkungen der Monopole be- gegnet werden kann. Der Reichsverband der Deutschen Industrie ist verpflichtet, die Interessen dieser Kreise wahrzunehmen. Er hat es nicht getan. Der Reichsvcrband der Deutschen Industrie ist tätiger Mitarbeiter der deutschen Kartellgesetzgebung und ihrer an- gestrebten Reform. Die beteiligten Regierungen hören auf seine Gutachten und seine Vorschläge. Es wird darauf gehört, in der An- nähme, daß der Reichsverband der Deutschen Industrie die Inter- essen aller seiner Mitglieder sorgfältig abwägt und wahrnimmt. Der Reichsverband hat aber bewiesen, daß er das nicht tut. In der kommenden Wirtschaftspolitik wird das Problem der internationalen und nationalen Monopole, das Pro- blem der nationalen Kartelle eine große Rolle spielen. Der Fall Norma hat mit seltener Einprägsamkeit gezeigt, daß und wo die Notwendigkeit dazu vorliegt. Er hat aber auch gezeigt, daß die R e- gierungen in der Zusammenarbeit mit den wirtschafts- politischen Organisationen der Unternehmer die größte Zurückhaltung üben müssen, denn es ist heute nicht mehr möglich, deutlich zu er- kennen, wo die größten wirtschaftspolitischen Verbände, die das deutsche Unternehmertum hat, mit kapitalistischen und Monopolist!- schen Sonderinteressen liiert sind. Der Staat muß dazu kommen, die Interessen der Gesamtheit aus eigener Zuständigkeit zu wahren und sich nicht, wie es bisher fehlerhafterweise versucht worden ist, durch die Mitarbeit sich wirtschastspolitisch gebärdender Organi- sationen direkt oder indirekt bestimmen und führen zu lassen. Preußenanleihe von 50 Millionen. Wie die Preußische Staatsbank durch den Amtlichen Preußischen Pressedienst mitteilt, hat das von ihr geführte Preußenkonsortium eine Anleihe des Preußischen Staates fest übernommen. Die An- leihe lautet über 59 Millionen Mark, die auf dem deutschen Kapital- markt begeben werden sollen. Die Anleihe wird mit 6 Prozent verzinst und soll, um den Anreiz zur Zeichnung zu erhöhen. mit 119 Prozent ausgelost werden. Die Auslosungen er- folgen ab 1934 in 19 gleichen Jahresraten. Noch im Laufe des Monats Juni wird die Auflegung zur öffentlichen Zeichnung erfolgen. Was Hilst den Bauern? Zölle oder rationelle Wirtschast- lehren der leipziger Lahresschau. Auf der reichen Iahresschau der Deutschen Landwirt» schastsgesellschaft in Leipzig können die betriebswirt- schastlichen und statistischen Darstellungen der Betriebsstelle der Deutschen Landwirtschaftsgefellschaft, verschiedener Versuchsring« und Beratungsstellen und des Landbundes besonderes Interesie be- anspruchen. Der Landbund macht für sich recht lebhaste Re- klame. Durch zahlreiche bildliche Darstellungen propagiert er seine Ziele: Wiederherstellung der Rentabllität der Landwirtschaft, Ent- lastung der Landwirtschaft von Steuern, von Schullasten und sonsti- gen Dingen. Man hat fürwahr bei diesen Darstellungen den Ein- druck, daß es der Landwirtschaft recht schlecht gehen muß. E r- höhung der Zölle heißt das Mittel, das der Land- bund gegen die Not der Landwirtschaft verschreibt. Es ist recht interessant, diesen seit langer Zeit bekannten Forde- rungen des Landbundes gegenüber einige Meter von der Aus- stellungshalle des Landbundes entfernt, praktische Versuche und Beratungsergebnisse dargestellt zu finden. So sehen wir z. B. an einer Stelle, wie durch Rationalisierung der Fütterung die Milchproduktionskosten von ungefähr 19 Pf. auf 14Pf. je Liter ermäßigt werden konnten: an einer anderen Stelle wird berichtet, daß die Produktionskosten der Schweine» zu cht für einen Aentner Lebendgewicht durch Einführung moder- ner Fütterungsmethoden auf 51 M. herabgedrückt werden konnten. Dies« beiden Beispiele, die sich vielfach oermehren ließen, zeigen schlaglichtartiz die verschiedenartige Ausfassung von der Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität: hier Landbunddemagogie, hinter der nur die mangelnde wirtschaftstechnische Kenntnis zur Berbilligung der Produktion versteckt ist, was immer wieder zu Klagen über die unzulänglichen Preise und neuen Zollforderungen führen muß. Dort praktische Beispiele über die Möglichkeit, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern und zu verbilligen. Daß in einer Ausstellung dicht nebeneinander Notschreie über die Unrentabilität der Landwirtschaft losgelassen und dann Pro- duktionskosten gezeigt werden, die weit unter den Marktpreisen liegen, ist für die heutige Situation in der Landwirtschaft typisch. Kreie Bahn in der Schrotiwirischast. Zusammenschluß gegen Werkshandel. Mit der am 11. Juni in Dortmund abgehaltenen Mitglieder» Versammlung ist der Zusammenschluß der kleinen und mitt- leren Schrotthändler perfekt geworden. Unter der Be- Zeichnung: Reichsverband freier Schrotthändler Deutschlands ist ein« Organisation entstanden, die es sich zur Aufgab« gemacht hat, unter Umgehung des Wx'rkshandels der Schwerindustrie das deutsche Schrottgeschäft direkt mit den vom Werkshandel nicht kon- trollierten übrigen Verbrauchern durchzuführen. Bisher wickelte sich das umfangreiche Schrottgeschäft in Deutsch- land so ab, daß die Schrottfirmen der Schwerindustrie, wie Schwei- zer u. Oppler, Berlin, u. a., die in der Deutschen Schrottvereinigung zusammengeschlossen sind, für die Schwerindustrie den gesamten Ver- brauch an Alteisenabfällen und ähnlichen Produkten sicherzustellen hatten. Die Geschäfte wurden nach Distrikten, und zwar für Rhein- land Westfalen, Sachsen, Berlin und Schlesien geregelt, und die deutsche Schrottvereinigung kaufte durch eine Anzahl freier Schrott- Händler, die Mengen aus, die sie für ihre Abnehmer, für die Schwer- industrie, brauchte. Erst vor kurzer Zeit ist es zu einem Abschluß zwischen den Werkshandelsorganisationen und einer Gruppe rhei- nisch-westfälischer Schrottgroßhändler gekommen, über den Anteil des freien Handels am Schrottgeschäft. Es existieren seit längerer Zeit schon größere Organisationen des Schroltgroßhandels. Der Spitzenverband ist die Zentralstelle deutscher Schrotthändler, die seit Jahren bereits die Tendenz ver- folgt, einen Ausgleich der Differenzen zwischen den Werksvertretern, in der Hauptsache der Deutschen Schrottvereinigung, und den freien Schrottgroßhändlern herbeizuführen. Der jetzt gegründete Reichsverband der freien Schrotthändler Deutschlands ist diejenige Organisation, die vorwiegend die kleinen und mittleren Firmen zu- sammenfaßt, die mit den bisherigen Abmachungen zwischen der Zentralstelle und den Werkshandelsorganisationen nicht zufrieden sind und die Ansicht vertreten, daß das Schrottgeschäft auch ohne die Werkshändler gemacht werden kann. Der Verband hat eine Unterstützung schon dadurch gefunden, daß er bereits Fühlung mit der Vereinigung der(unabhängigen. Die Red.) rheinisch-westfälischen Schrottverbraucher genommen hat, die ihm ihre Unterstützung zusagte. Dem Pre i s d i fchwerindustr teilen Werkshandels auf dem' Schrott- markt, das durch dc.s immer noch bestehende Ausfuhrverbot gefördert wird, sind damit gewiss« Schranken gesetzt. Die Wühlentrise in Schlesien. Die Verödung des deutschen Ge- treidemarktes durch das unsinnige System der Ausfuhrprämien(Ein- fuhrscheinsystem) hat in der s ch l e s i s ch e n Mühlenindustrie zu einer schweren Krise geführt. So teilt die S ch l e s i s ch e Mühlenwerke A.-G. Breslau, in der acht schlesische Grohmühlen im letzten Jahr unter Führung des Oftwerke-Konzern vereinigt wurden, in ihrem Jahresbericht mit, daß durch den Abslczß der fchlesifchen Ernte nach Polen und der Tschechoslowakei die Betriebe jetzt wegen mangelnder Beschäftigung stillgelegt wer- den mußten. Die Verwaltung klagt mit Recht, daß die besonderen Verhältnisse der östlichen Grenzprovinzen bei der R e ch t s r e g i e- r u n g keine Berücksichtigung fanden. Der Abschluß des Konzerns weist nach dem Zusammenschluß einen Reingewinn von 9,41 Mil- lionen Mark auf, aus dem auf das von 1,8 auf 4,9 Millionen Mark erhöhte Kapital 5 Proz. Dividende gezahlt werden. Mit der Fusion hat die Gesellschaft, die im Vorjahr eine Sanierung vor- nehmen mußte, ihre Wirtschaftlichkeit also wiedererlangt. Wie die Wellbörsenkrisis sich auswirkt. Wir haben kürzlich in einer internationalen Börsenübersicht darauf hingewiesen, wie auf den verschiedenen Großbörsen der Welt die Börfenbewegungen wie- der gleichzeitig zu verlaufen beginnen. Diese Gleichzeitigkeit ist ein Zeichen dafür, daß der internationale Börsenmechanismus, der vor dem Kriege ungestört funktionierte, sich wieder eingespielt hat. Für dieses gleichzeitige Funktionieren geben folgende Zahlen einen sinn- fälligen Anhalt: Der Durchschnittskurs voll 29 führenden New Porter Papieren stieg von Februar bis Ansang Juni von 193,1 aus 229,3 Prozent. In der zweiten Juniwoche ist er plötzlich auf 215.2 gefallen. Die Berliner Durchschnittskurse stiegen in der gleichen Zeit von 147,9 auf 169,2 und gingen in den letzten Tagen stark zurück. London hatte in der zweiten Maiwoche die stärkste Börsenhausse mit 293,1 gegenüber 169,4 Prozent im Februar. Bis Anfang Juni war der Londoner Kursindcx um 19 Punkte gefallen. Riesenaustrag der knorrbremse aus Reparalionskonlo. Unsere kürzlich gebrachte Meldung, daß bei der beabsichtigten Einführung der Lufldruckbremse auf den französischen Bahnen neue große Reparationsaufträge für die deutsche Industrie bevorständen, wird jetzt aus Paris bestätigt. Es handelt sich bei diesen Bestellungen um einen Gesamtwert von 266 Millionen Mark. Die Hälfte der Aufträge wird in Frankreich ausgeführt, die Hälfte nach Deutsch- land vergeben. Soweit bisher bekannt geworden ist, wird die Knorrbremse A. G. Berlin, die erst vor einigen Monaten einen hohen Millionenaustrag von der belgischen Staatsbahn erhielt, auch die französischen Neparationsbestellungen im Wert« von 133 Millionen Mark ausführen. Die Sparkasse der Lank der«rbelter. Anaestelllea und Veamlea Verlin. wallstr. 65. ist täalich mit Ausnahme von Sonnabend von 0— 3 Uhr und 4—6 Uhr. Sonnabends von 9— I Uhr geöffnet. Internationale Minimallöhne. Der Entwurf der Arbeitskonferenz. Genf, 14 Juni.( Eigenbericht.)| beschränkt werden; 2. daß in dem jährlichen Bericht die Höhe der festgesetzten Minimallöhne nicht mitgeteilt wird, angeblich, um irreführende Vergleiche zu verhindern. Die Arbeiter und die Regierungsvertreter wiesen diese Beschränkung der Mindestlohn festlegung auf die Heimarbeit ab. Damit war der Entwurf der Ronvention, der gerade in seiner weiten Fassung geeignet ist, eine umfangreiche Annahme der fertigen Ronvention zu ermöglichen, ge rettet. Die Abstimmung über den Konventionsentwurf selbst mußte infolge der ausgedehnten Debatte auf Freitag vertagt worden. Der hauptsächliche Teil der Verhandlungen am Donnerstag mar der Diskussion über den Konventionsentwurf der Minimal. Lohnfommission gewidmet. Mit 31 Stimmen gegen 7 bei 8 Enthaltungen hat sich die Kommission auf ein Kompromis geeinigt, das den Regierungen die Freiheit läßt, die Ausdehnung der Minimallohnfeftjegung zu bestimmen. Arbeiter und Unternehmer find gleichberechtigt bei der Festsetzung der Minimallöhne herantzuziehen. Sie dürfen weder durch individuelle noch durch Kollektiv verträge unterboten werden. Die Staaten sind verpflichtet, eine Kontrolle für die Einhaltung der festgesetzten Minimallöhne einzuführen; sie müssen weiter in jedem Jahr dem Internationalen Arbeitsamt einen Bericht über die Ausdehnung der MinimalIohnfestlegung und die Höhe der Minimallöhne einreichen. Zu diesem Entwurf brachte der schweizerische Unternehmer im Namen einer Mehrheit der Unternehmergruppe, zu der die Vertreter der hauptsächlichsten Industrieländer, u. a. auch der deutfchen, gehörten, einschränkende Zufäße ein. Die Unternehmer verlangten 1. daß die Minimallöhne unbedingt auf die Heimarbeit Die Betriebe protestieren." Bestellte Arbeit. # Genf, 14. Juni.( Eigenbericht.) Der Berwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes trat am Donnerstag abend zu einer fonstituierenden Sizung zusammen. Er wählte den französischen Regierungsvertreter Fontaine wiederum zu seinem Präsidenten. An die Stelle des bisherigen belgischen Unternehmer- Bizepräsidenten wurde der tscheschische Unternehmer Hodac, an die Stelle von Dudegeeft Boulton England gewählt. Die nächste Tagung wurde auf den 5. Ditober in Warschau festgesetzt. tennen ließen, gestaltete sich die Tagung zu einer sehr eindrucksvollen Kundgebung für den scheidenden Genossen Wollmann. Er stand 37 Jahre im Bordergrund gemertschaftlicher Tätigkeit, davon 35 Jahre. als Organisationsführer der Porzellanarbeiter, deren moderne Dr= der Keramische Bund zustande kam. Unternehmern zunächst die Forderung, ab 15. Juni die 2öhne um 10 Pf. und die Akkorde um 15 Pro3. zu erhöhen. Die Unter nehmer boten aber nur eine Lohnzulage von 5 Pf. pro Stunde und eine Affordpreiserhöhung um 5 Proz. an und verlangten noch dazu, daß diefe Regelung bis zum 30. Juni 1924 gelten soll. Dieses Ane gebot wurde von der Fachgruppenleitung abgelehnt und als letzte Forderung verlangt, die Löhne und Akkorde ab 1. August um 5 Pf. bzw. 5 Broz. und ab 1. Oktober 1928 bis 31. März 1929 um weitere 5 Pf. bzw. 5 Proz. aufzubessern. Nunmehr machten die Unternehmer ebenfalls ihr letztes Angebot, daß auf eine Lohn- und Affordpreiserhöhung von 5 Pf. bzw. 5 Proz. für die Zeit vom 1. August 1928 bis 31. März 1929 lautete. Da die Unternehmer zu weitergehenden 3ugeständnissen nicht zu bewegen waren, wurden die Verhandlungen abgebrochen und den Mitgliedern der Fachgruppe in einer Bersammlung am Mittwoch abend in den Musikerfälen über das Berhandlungsergebnis Bericht erstattet. Die Fachgruppenleitung empfahl den Versammelten, das Angebot der Unternehmer abzulehnen und die Forderungen wieder in der alten Form aufzustellen, wenn die Arbeitsmarftlage günstiger geworden ist. Dieser Vorschlag der Fachgruppen. leitung wurde einstimmig angenommen. Stürmische Schauspielerversammlung bei Piscator. die im Nollendorf- Theater Donnerstag abend stattfand, verlief sehr Eine Versammlung der Mitglieder der Biscator Bühne, erregt. Unter anderem kam es zu stürmischen Szenen, da Direttor Raz die rückständigen Honorarforderungen nicht in dem Sinne lösen wollte, wie es der Arbeiterrat angeordnet hatte. Zum Schluß erklärte ein Schauspieler unter Mitwirkung des Auditoriums, daß man Direktor Kaz, wenn er die rückständigen Gagen nicht zahlen würde, bei der Staatsanwaltschaft anzeigen würde. Militär und Gendarmen werden aufgeboten.. In der Schuttablagerungsstelle der„ Roten Fahne“ wurde am Mittwoch eine Entschließung veröffentlicht, die angeblich die Belegschaft ganiſation er einst schuf und leitete. Auch sein Wert ist es mit, daß 50000 griechische Tabafarbeiter streifen der Firma Wiemer und Trachte, Baustelle Herrmannplatz, in einer Betriebsversammlung bei 400 Teilnehmern einstimmig angenommen hat. Weiter sollen auf jener Baustelle außer 15 Rommunisten 50 Mitglieder der SPD. sein und also mit der Annahme jener Entschließung für alle gerade fälligen Parolen der KPD. gestimmt haben. Dazu ist zu bemerken, daß eine allgemeine Belegschaftsversammlung überhaupt nicht stattgefunden hat. Daß insgesamt noch feine 400 Arbeiter auf dem Bau beschäftigt werden. Daß einer der 15(?) Kommunisten wohl einem unserer Genossen die Entschließung aus der Münzstraße zustellte mit dem Bemerfen, darüber die Maurer und Bauhilfsarbeiter abstimmen zu lassen. Der Genosse hatte aber michtigere Dinge im Kopf als die Ausführung der Aufträge der Stalin Filiale. Im übrigen würden die paar Schreier gut tun, statt in der Roten Fahne" den Betriebsobmann anzugreifen, in den Bausen aber hohe Politit" zu treiben, die Pausen dazu zu benutzen, um den Betriebsobmann auf Mängel in den Schutzvorrichtungen aufmerksam zu machen. Dann würden diese rechtzeitig abgestellt und der bedauerliche Unfall wäre nicht passiert. Aber die Ausführung be: stellter Arbeit der KPD. ist einem waschechten Moskowiter offenbar wichtiger als die Abstellung von Mißständen. Konferenz des Keramischen Bundes. Ein verheißungsvoller Anfang. Der Keramische Bund hielt am 12. Juni in Leipzig im Boltshaus seine erste Tagung ab. Er setzt sich zusammen aus den drei Branchen Feinteramit, Glas und Grobferamit. Diese hielten am 11. Juni für sich besondere Konferenzen ab, in denen die tariflichen, Iohnpolitischen und industriellen Angelegenheiten in eingehender Weise beraten wurden. Außerdem wurde in den Branchenkonferenzen noch in ausgiebiger Weise Stellung genommen zu den organisatorischen Erfahrungen und Auswirkungen, die sich aus der Verschmelzung dieser Gruppen ergeben haben. Dabei fam einmütig zum Ausdrud, daß sich die Bereinigung zum Keramischen Bund se gens reich auswirkte. Die darauf folgende Bundeskonferenz am 12. Juni murde vom Bundesleiter, dem Genossen Georg Wollmann eröffnet. Der Bundesleiter gab einen Bericht über die Wirksamkeit des Keramischen Bundes. Er fam nach eingehenden Darlegungen über das Berden des Bundes zu der Schlußfolgerung, daß der mit der Gründung des Keramischen Bundes gemachte gewerkschaftliche Versuch, industrie verwandte Berufsverbände und-gruppen in einer Großorganisation zufammenzufaffen, sich als ein großer Erfolg für alle Beteiligten erwiesen hat. Nach Wollmann berichtete der Redakteur des„ Keramischen Bundes", Genosse Edwin Nenninger, über seine Tätigkeit. Aus feinen Ausführungen ist hervorzuheben, daß die Auflage des Blattes von 163 500 beim Berschmelzungstermin auf 230 000 gegenwärtig gestiegen ist. Da Genoffe Georg Bollmann beabsichtigt, aus gesundheitlichen Gründen er ist 67 Jahre alt von der Führung zurüdzutreten, hatte sich die Bundeskonferenz mit der Frage einer Neuwahl zu befchäftigen. Sie berief den Genoffen Hermann Grünzel von der Branche Glas an den Plaz Wollmanns und als Stellvertreter den Genossen Mag Elzner von der Branche Grobferamit. In der Bundesfagung war auch als Verschmelzungsbedingung niedergelegt, daß der Keramische Bund einen Berbandsvorsitzenden zu stellen hat. Für diesen Posten wurde der Genosse Albin Karl von der Branche Borzellan gewählt. Da infolge der Berufung des Genoffen Grünzel zum Bundesvorsitzenden für die Branche Glas ein Ersatz notwendig mar, wählte die Konferenz den Genossen Bulte, Dresden, bisher Branchengauleiter für die Gruppe Glas. Für den Genossen Karl den Genossen Paul Miertschke, Dresden, bisher Zahlstellenangestellter dort. Am Schluß der Konferenz, nach Erledigung dieser Angelegen= heiten, die ein geschlossenes Zusammenhalten aller drei Branchen erMusilaufträge übergibt man nur bem abweis des Deutschen Mufiterverbandes, Berlin, Rom mandantenstr. 63/64 Dönhoff 3277-78 Beschäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbesuch. 5Pfg Pfg Der einheitliche, durch nichts gestörte Berlauf der Tagung war ein erfreuliches Zeichen für die Beiterentwidlung des Keramischen Bundes und ein starkes Bekenntnis für sein erfolgreiches Wirken im Intereffe, der in ihm organisierten Arbeiterschaft und der gesamten Gewerkschaftsbewegung. Ein schöner Erfolg. Er wird von den Bauschloffern verfannt. Gestern nachmittag berichtete Genosse Fuchs vom Metallarbeiter verband in der überfüllten Versammlung der streifenden Bau- und Geldschrankschlosser in den Musikersälen über die Verhandlungen, die am Mittwoch vor dem Schlichter für Groß- Berlin geführt wurden und die zu dem von uns bereits mitgeteilten, von beiden Bar teien als bindend anerkannten Schiedsspruch führte. mission sich vor allem deswegen mit der Fällung eines neuen, aber Genosse Fuchs betonte besonders, daß die Verhandlungskomverbindlichen Schiedsspruches bereit erklärt habe, um der Möglichfeit der Berbindlichkeitserklärung des schlechteren vom Schlichtungsousschuß gefällten Schiedsspruches zu entgehen. Weiter habe die Berhandlungskommission sich deshalb dazu bereit gefunden, weil neben einer, wenn auch geringfügigen Lohnerhöhung, die Berfürzung der Arbeitszeit von 48 auf 46% Stunden und die Berbesserung der Urlaubsbestimmungen durch gelegt wurde. Mit der Lohnerhöhung von insgesamt 10 Pfennig Die Stunde ist das ein schöner Erfolg. Die Bersammelten, die zeitweise sehr erregt maren, weil ihre Lohnforderungen nicht voll erfüllt worden sind, wollten den Erfolg in der Arbeitszeitfrage nicht für jo ausschlaggebend gelten laffen, daß man deswegen auf die restlose Durchfeßung der Lohnforderungen verzichtete. So begreiflich schließlich auch die Erregung in einer Bersammlung von Streifenden ist, die über den Abbruch ihres Streits nicht selbst entscheiden konnten, so war es doch zum mindesten nicht angebracht, die Streifleitung so anzugreifen, wie es in der gestrigen Bersammlung geschehen ist. Aber auch denen, die ihr Mißfallen in einer Weise zum Ausdruck brachten, wie es sonst in Versammlungen gewerkschaftlich geschulter Arbeiter nicht üblich ist, dürfte nach einigen Tagen doch die Erkenntnis kommen, daß die Branchenleitung im Interesse der Arbeiter ge= handelt hat. Die Arbeit wird heute überall aufgenommen. Durch Schaden wird man flug. Die Kesselschmiede wollen feine Parolenschmiede. Condon, 14. Juni.( Eigenbericht.) in einer 11 r abstimmung mit einer Mehrheit von 3: 1 beschlossen, Die Mitglieder des Berbandes der Refselfchmiede haben daß in Zukunft Berbandsmitglieder, deren Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei bekannt ist, nicht mehr als Delegierte zu Gewerkschaftsfongreffen oder Parteitagen der Arbeiterpartei gewählt werden können. Dieser Beschluß gewinnt weit über die Grenze der Kesselschmiedegewerkschaft politische Bedeutung, da dieser Verband während der letzten Kongresse der britifchen Arbeiterbewegung stets tommunistische Führer als Delegierte entfandte und dadurch der Kommunistischen Partei Gelegenheit gab, ihre Auffassungen auf den Kongressen der Arbeiterpartei und der Gewerkschaftsbewegung zu vertreten. Mit dem Beschluß ist nunmhr auch die letzte Hochburg der britischen Kommunisten gefallen. Lohnbewegung der Ofensetzer. Die Töpfer warten einen günftigeren Zeitpunft ab. Die im Baugewerfsbund organisierten Töpfer stehen schon seit einiger Zeit in einer Lohnbewegung. Nachdem schon mehrere Berhandlungen mit den Unternehmern ergebnisios perlaufen waren, da von ihnen jedes Entgegenkommen abgelehnt wurde, famen die Parteien in der vorigen Woche wieder zu Berhandlungen zusammen. Die Fachgruppenleitung der Töpfer unterbreitet den Die Qualitätszigarette Athen, 14. Juni. In Kavalla und Drama fam es neuerdings zu schweren. Zusammenstößen zwischen streifenden Tabakarbeitern und Gendarmerie. In Kavalla vermehrte berittene Gendarmerie den Streifenden das Betreten des Stadtgebietes, was zu einer förmlichen Schlacht führte, bei der 20 Personen schwer verlegt wurden. In der Nacht zum Donnerstag wurden in Ravalla zehn Tabaflager angezündet. Am Mittwoch sind auch die Tabafarbeiter in Saloniti und Seres in den Streit getreten, so daß gegenwärtig in Mazedonien und Thrazien 50 000 Arbeiter raistreiks. Am Donnerstag vormittag fam es auch in Seres im Ausstand sind. Man rechnet mit der Möglichkeit eines Gene Militär. Drei Soldaten wurden verletzt, davon einer tödlich.( Und zu schweren 3usammenstößen zwischen Streifenden und wieviel Streifende?) tagt am 19. und 20. Juni in Amsterdam. Der Jugendleiter des Der Jugendausschuß des Internationalen Gewerkschaftsbundes ADGB., Walter Maschke, wird über die Stellung der Lehrlinge und der jugendlichen Arbeiter sprechen. Ferner find por gesehen Referate über Lehrlingsausbildung und Berufsschulung für jugendliche Personen", über den Schuh jugendlicher Arbeiter im Betriebe" und über„ Gewerkschaftspropaganda unter Lehrlingen und jugendlichen Bersonen". Die Nachverhandlungen zur Beilegung des Sonfliftes in der Rheinschiffahrt, die am Donnerstag im Reichsarbeitsministerium stattfanden, haben das war angesichts der Haltung der Rheinreeder vorauszusehen zu feiner Einigung geführt. Die Entscheidung liegt jetzt beim Reichsarbeitsminister. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Freitag, 1915 Uhr, tagen die Gruppen: Sermannplay: Gruppenheint Jugendheim Sanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße, Buntes Allerlei. Zeppelinplag: Gruppenheim Jugendheim des Bezirksamts Wedding. Turiner Ede Geestraße. Löns- Abend in der Jungfernheide, Rorbring: Gruppenheim Jugendheim Holzhaus auf dem Sportplag Cantianstraße, an der Schönhauser Allee, Hermann- Löns- Abend. Außenspielabende ab 18 Uhr: Suboften und Südwesten: Uebungsspiele auf dem Sportplaz Am Urban. weißensee: Spiel und Tanz auf dem Sportplag am Faulen Gee, Blah 3, Busch( Rlingenberg), Röpenider Chauffee. allee. Badeabend Ofttreis: Um 18 Uhr im Städtischen Flußbad Zichtenberg Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. Heute, Freitag, 19%, 1hr, finden folgende Beranstaltungen ftatt: 2ichtenberg 1: Gesangsraum des Realgymnasiums Bartaue 12. Borirag: Sozialversicherungen." Südwest: Jugendheim Belle Alliance- Str. 7/10. Bor frag: Gonnenwendfeier, Entstehung und Bedeutung." " Referent Heinz Mann. Röpenid: Zimmer 1 des Jugendheims Grünauer Str. 5. Gruppenabenb fällt aus. gtaue Haare SCHELLENBERG WELTBIDHMTES 20 Jahre junger EXLEPANG Ander SKLEPING BERLIN Nur echt in diesem Original- Karton. ,, 20 Jahre jünger"( ges. gesch.) auch genannt ,, Exlepäng" ( ges, gesch.). Gibt grauen Haaren die Jugendfarbe wieder. Exlepäng erhielt die Goldene Medaille 1913. Es färbt nach und nach, also unauffällig. Kein gewöhnliches Haarfärbemittel. Erfolg garantiert. Exlepäng" ist wasserhell, schmutzt nicht und färbt nicht ab, es fordert den Haar. wuchs, wovon sich jeder Gebraucher selbst überzeugen kann. Vollständig unschädlich. Kinderleicht zu handhaben. Tausende Dankschreiben. Von Aerzten, Professoren usw. gebraucht und empfohlen. Exiepäng" ist durch seine Preis vorzügl. Eigenschaften weltberühmt. 7 M. Für dunkle Haare und solche, welche die Farbe schwer annehmen Extra stark", Preis 12 M. Nachahmungen weise man zurück. 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All« Arten von Hilfsfähren waren eingerichtet worden, aber diese Ersatz- mittel vermochten das Uebel nicht zu lindern. Man beriet lange hm und her, ob man eine neue gewaltig« Brücke über den Hudson oder einen Tunnel bauen sollte. Angesichts der Gefahr der Störung des Schiffsverkehrs durch ein« neue Brücke entschied man sich für das Riefenprojett eines neuen Tunnels. Der Hudfon ist auf dieser Strecke seines Laufes bis zu zwei Kilometer breit, so daß der neue Tunnel ein« Länge von 3 Kilometer erhalten hat. Zwei gewaltige Röhren sind es, die, auf dem Grunde des Hudsons liegend, als Autostraßen dienen. Die eigentliche Röhre für den Fahrtunnel besitzt stets noch einen Unterbau, in dem das sich ansammelnde Grundwasser aufgefangen wird. Gewaltige Pumpwerk« sorgen dafür, daß dieses Grundwasser stets auf dem normalen Stand gehalten wird. Auf diesem Unterbau ruhen dann die beiden Röhren mit den Fahrstraßen. Sie sind lediglich für den Autoverkehr bestimmt, und zwar die ein« Röhre für den Verkehr in Ost-West-Richtiing, die ander« für den Gegenverkehr. Der Fahrdamm ist so breit, daß bequem acht Automobile nebeneinander herfahren können. Jede Fahrstraße ist noch einmal geteilt, und zwar so, daß die rechte Seit« den Lastwagen vor- behalten bleibt, während die linke für die schnelleren Personenwagen bestimmt ist. An der linken Seit« zieht sich ein schmaler erhöhter Gang hin, der durch ein Geländer von der Fahrstraße abgeteilt ist. An diesem Gong liegen in gewisien Abständen Telephone und Melde- apparate, sowie Feuerlöschgeräte und Rettungswerkzeug« und auch einzeln« kleine Reparaturwerkstätten, die bei Pannen und Auto- Unfällen sofort in Aktion treten können. Di« Beleuchtung des Tunnels erfolgt durch zerstreutes Licht, so daß ein Blenden voll- kommen vermieden wird und gleichmäßige Hell« in dem ganzen Tunnel herrscht. Der ganz« Tunnelapparat wird von einem Der- walwngsgebäude aus geleitet, das sich am Manhattan-Ende des Tunnels befindet. Auf einer gewaltigen Schalt- und Signaltafel registriert der Turin?! selbständig alle Vorgänge, die sich in ihm ab- spielen. Versagt eine Lampe, so erscheint ein entsprechendes Signal auf der Schalttafel, und der überwachend« Ingenieur hat nur nötig, durch eine Umfcholtung den Fehler zu beseitigen. Das Grundwasser zeigt ihm selbständig seinen Stand an, damit er init einem Hebeldruck die notwendig« Anzahl Pumpen in Bewegung setzen kann. Auf eine Unsallmeldung hin genügt ein Druck auf einen Knopf, um das Hilfs- auto zur Unfallstelle zu dirigieren, kurzum, alle Wunder der Technik sind in diesem Tunnel vereinigt. Das schwierigste Problem war die Entlüftung des Tunnels. Man hatte berechnet, daß die 4000 Autos, die täglich den Tunnel passieren würden, in ganz kurzer Zeit die Lust so mit geruchlosem Kohlen- oxydgos erfüllen würden, daß der Timnel dabei völlig unbrauchbar würde. Das Kohlenoxydgas ist schwerer als Luft, geruchlos und außerordentlich giftig. Für Menschen wirkt es schon nach kürzerer Zeit unbedingt tödlich. Wissenschaftliche Berechnungen wurden an» gestellt, um genau di« Menge festzustellen, die sich an Kohlenoxyd- gasen im Tunnel ansammeln mußte. Um diese Mengen aus dem Tunnel herauszublasen, war nach den Berechnungen der Physiker ein Luftstroni von 125 Kilometer Stundengeschwindigkeit notwendig, Diesen Tornado konnte man selbstverständlich nicht auf die Auto- mobile loslassen. Die Ventilation mußte in einem getrennten Raum vorgenommen werden. Man baute deshalb in den oberen Teil des Tunnels einen horizontal liegenden Luftfchocht ein. Dieser Luft« schochl war mit zahlreichen Verbindungsschöchten mit dein eigentlichen Tunnel verbunden. Durch den großen Lustschacht braust nun ein ununterbrochener gewaltiger Sturm. Riesige Ventilatoren, die von 6000-lPL-Motoren angetrieben werden, machen aus diesem Lust- kanal einen Windkanal, wie wir ihn ähnlich bei den Versuchen unserer Lustfahrinstitute kennen. Dieser Luftstrom nun saugt durch die senkrechten Kanäle vom Boden des Tunnels her die Orydgase ab und erneuert so ständig die Lust. Genau« Mehinstnimente, die über- all in dem Tunnel verteilt sind, zeigen auf der großen Schalttasel an, wie groß der Oxydgasgehalt im Tunnel ist. Ilebersteigt dieser Gehalt das vorhandene normale Maß, was nur möglich ist, wenn etwa einer der Ventilatoren seine Tätigkeit einstellt, so ist der leitende Ingenieur in der Lage, sofort einen Reserveventilator in Gang zu setzen, der den Tornado verstärkt und so für die sofortige Entlüftung des Tunnels und die Verminderung des Gehaltes an Kohlcnoxyd- gas sorgt. O Dieses gewaltige Tunnelwerk stellt zurzeit den größten Tinmel dar, den die Welt kennt. Ein einig Volk. Von pantelejmon Romanow. (Schluß.) Am nächsten Morgen stand der Sattler früher als gewöhnlich auf. Vor allem guckte er auf die Straße hinaus, zuerst auf die ein« Seite, dann auf die andere, aber in der zweitnächsten Bauernhütte erblickte er noch einen Kopf, der gileichfalls Ausschau hielt. Der Sattler versteckt« sich. „Hol's der Teufel, sechs und sechs sind zwölf, zwölf und zwölf sind vierundzwanzig, heilige Muttergottes, da verreckst du ja..' „Stell? zu, mach's leise, daß dich niemand sieht/ sagt« die Frau. „Dort schaut jemand her/ Die Frau trat hmaus und bemerkte zwei Köpfe, die sich in dem Augenblick zurückzogen? da sie die Tür« öffnete. „Und wie, wenn die dort schon einspannen/ meinte der Sattler, „kann man sich denn auf dieses verdammt« Gesindel verlasien?" „Und was ist gestern beschlossen worden?" „Es ist beschlossen worden, um keinen Preis zuzustellen/ „Run, so spann'«in, dann werden wir sehen/ sagte die Frau, „ausspannen kannst du zu jeder Zeit/ „Einspannen kann ich ja. Das schadet nicht. Ich müßte nur von rückwärts gehen, im Hof wird man mich bemerken/ Und er ging hinaus. Blieb aber gleich stehen und horchte. „Run, Teufel, komm' doch näher zur Deichset, wohin treibt dich der Unsaub.../ schrie jemand auf dem Rachbarhos, und ein Laut wurde hörbar, als hätte der Schreiend«, sich besinnend, mit der Hand auf seinen Mund geschlagen. „Ach, diese Satanskindcr, sie spannen richtig ein/ brummte der Sattler, und begann fieberhast noch dem Kummet und den Zügeln zu suchen. Er legte dem Pferd dos Geschirr an, zog ihm iü« Ohren daraus hervor und wollte das Tier zur Deichsel bringen. Mer dieses streckte den Hals vor und wollte keinen Fuß heben. „Ro, zum Teufel, komm' doch zur../ Und erschrocken schlug sich der Sattler mit der Hand über den Mund. „Wohin willst du fahren/ kam es vom Nachbarhof herüber. ..... Um Wasier/ „Und ich habe schon gedacht../ „Und du...?" ..... Um Gras... für die Pferde/ Plötzlich lief jemand über die Straß« und ries: „Ei, zum TeirfÄ, die von der unteren Siedlung sind ja weg.%/ „Wer?" „3a, olle. Zuerst Sacharka, der Kommunist, dann noch der Reih« noch ander« Fünf. Und wie die anderen sahen, daß diese bei der klemen Brücke waren, öffneten sich all« Tor« und die Leute sprangen mit den eingespannten Pferden nur so heraus, als wären dies« im Geschirr zur Welt gekommen. Zkurz,«i« gut« Feuerwehr. Jetzt sind sie alle auf dem Wege." „Ach, die Schuft«../ Und im selben Augenblick öffneten sich breit die Torflügel in der gesainten oberen Siedlung, knallten im Schwung gegen die Hütten- wände, und die in Holzkarren«ingespannten Pferd« trabten wie.zur Parade, Kopf an Kops, heraus und flogen der unteren Siedlung nach. „Gut, daß ich eingespannt habe." sprach der Sattler zu seinem Rachbar. indem«r die Pferde antrieb.„Sonst wäre ich schön aus- gesessen. Du siehst ja. was dos für ein Volk ist." „Ein Jammer." „Wohin fährt ihr da, dos ganz« Dorf?" fragte an der kleinen Brücke ein Bauer, der«ntgegengefahren kam. hielt fem Pf«» an und überblickte die unendliche Reihe der Fuhrwerke. „Um Holz für die Staatsfabrik../ JDas hobt ihr tüchtig angepackt. Dafür werdet ihr auch an einem Tag fertig werden. Bei uns hingegen, da fährt einer und fünf wieder nicht. Und wie ihr euch da aufgereiht hobt, eine wahre Augenweide." Ach, welch' einig DolN Oer Kuckuck rafi. Von Hau« Stistegger. „Sum er i» icumen, iu Lhade sing cuccu". Mit diesen Worten beginnt der sechsstimmige Doppekanon, den im Jahre 1220 der Geistlich« Simon Fornete in Reading komponierte und in dem er als Haupthema den Kuckucksruf verwendet. Damit ist das Kuckucks- motio wohl das am frühesten in der musikalischen Literatur austauchende Lautmotiv aus der Bogelwelt. Immer wieder wurde es dann vom Volkslieds aufgenommen. Aber auch in die sin- fonifche Musik und m die Oper hat der Kuckucksruf Eingang ge- funden. Dr. B. Hoffmann weist nach, daß Hoydn in der.Finder- sinfonie", Johanna Kinkel in der„Dogelkontate", Mozart in„Fi- garos Hochzeit". Humperdinck in„Hansel und Grete!" den Kuckuck in der Terz rufen losten. Die kleine oder die große Terz, dos sind die Toninteroallen, in denen sich die meisten Kuckucke hören lasten. Die Terzen, ob groß oder klein, werden vollkommen exakt ausge- führt, wie denn überhaupt der Kuckucksruf der einzige Vogelssang bczw. Lockruf stt. der in musikalisch sicher bestimmbaren Tönen er- schallt und genau gemessen und wiedergegeben werden kann. Aber nicht alle Kuckucke rufen in der Terz, es gibt auch solche. die ihren Ruf in der Quart ersckwllen lassen. Musikdirektor Hochstetter vom Konservatorium in Wiesbaden hat in der Gegend des großen und kleinen Feldbergs im Taunus den Quartruf gar nicht selten vernommen. Was mm die Tonhöhe anbelangt, so ist e» in mitteldeutschen Landen meist das eingestrichene e» auf welches der Vogel mit bewunderungswürdiger Sicherheit einsetzt. Än anderen Gegenden wieder beginnt der Ruf ,nn einen halben Ton tiefer, also mit einem-s. Der Forscher Dr. CE v Freyhold hat jahrelang die Tonhöhe der Kuckucksrufe nach- geprüft und sich zu diesem Zwecke«in Instrument aus Neusilber. eine Stlmmpfeise mit drehbarem Oberteile angefertigt, welche er stets im Frühling bei sich trug. Er schreibt:„Uebernll. wohin ich weit und breit auf meinen Spaziergängen kam, überall hörte ich den Kuckuck mit wunderbarer Sicherheit auf e einsetzen. Es war. als hätten alle diese Dögel eine Stimmgabel oder Stimmpseife im Halse, noch der sie sich richteten. Durch das offene Fenster meines Schlaizimmers vernahm ich täglich in den frühen Morgenstunden zahlreiche Kuckucksrufe von den waldigen Höhen. Ein Griff noch der auf dem Nachttisch bereitstehenden Stlmmpfeise überzeugte mich. daß auch diese Rufe in kleinen oder großen Terzen der e-Regel folgten. Dielstündiges Rufen macht den Vogel schließlich heiser, ändert aber nichts an der Tonhöhe. Mit ziemlicher Sicherheit ist ferner festgestellt, daß jede Kuckucksmutter ihre Rufort an ihre Kinder weitergibt. Im Volkslied, in der Sage, im Aberglauben der Londleute. übergll spielt dieser geheimnisvolle Vogel eine gewichtige Rolle. Zähle fein« Rufe! Soviel du hörst, soviel Jahre wirst du noch leben, so sagt das Volk. Hätte es iecht, so überträfe gor mancher an Langlebigkeit einen Methusalem, denn stundenlang ruft ost der Kuckuck ohne Unterlaß in den Wäldern. Wieder andere wollen misten, daß den. der beim ersten Kuckucksruf Geld in der Tasche hat, das ganze Jahr Geldnot nicht mehr plagen kann. Gegen Ende des Monats April, wenn sich in den Wäldern das hellgrüne Laubwerk zum Blätterdache verwölbt, erklingt eines Tages der Kuckucksruf und kommt nun bis tief in den Juli hinein nicht mehr zum Schweigen. Ein berauschend reich besetztes Konzert von Vogelstimmen erbraust ringsum von Bäumen, Hausgicbcln und Gartenzäunen, ewig junge und neue Sinfonie des Frühlings,� Flötengesang der Amsel, übermütiger Triller des Finken. Lerchen- jubel über dem Saaffeld. Zwischen all dieser schier verwirrenden Melodienfülle, inmitten dieses grandiosen Durcheinanders ertönt unablässig der Kuckucksruf, zwei Töne nur, immer die gleichen zwei Töne, kein« Melodie,«in karges Thema, ein Lautmotiv ohne die geringste Wandlungsfähigkeit, ohne jeglichen Wechsel im Rhythmus. Und dennoch: Mehr als Ainselsong und erstes Schwalbengezwitscher, mehr als Finkentriller und anmutiges Geplauder der Stare klingen unserem Ohre diese beiden armen, ermüdend ost wiederholten Kuckuckstöne als die eigentliche, die scheuefte, die geheimnisvollste Weise des Frühlings. Woher sie tönt? Immer aus der Ferne. Wanderst du ihr nach, um sie aus der Nähe zu hören, so flieht sie vor dir. D» folgst ihr stundenlang durch die Wälder, immer hörst du sie, aber immer aus der Ferne. So ist dos Leben: Sehnsucht, niemals Erfüllung. Und er selber, der ferne, scheue Rufer, den man nicht mit erleich- terter Nistgelegcnheit in den Hausgarten locken kann, wie sieht er aus? Ach ja, freilich ist es vorwitzigen Menschen schon gelungen— was gelänge ihnen denn nicht?— seiner habhaft zu werden und sein Bild in Rawrgeschichtswcrkcn preisgeben. Du«der bekommst ihn schwerlich zu Gesicht. Um ungesehen zu bleiben, immer zur Flucht bereit, verzichtet dieser unstete Sänger sogar aus dos traute Glück des eigenen Restes und unterschiebt seine Eier listig fremden Brüterinnen, dieweilen süße Häuslichkeit und friedlicher Kinder- fegen nichts ist für solch einen Vaganten, dem jeder hohe Wipsel für eine Stunde zur Heimat wird, wenn sich mir von hier aus der Ruf recht weit in das Tal hinoussenden läßt. Gleich Rinaldini, der Räuber allerkühnstem, wohnt er„in des Waldes tiefften Gründen", menschenscheu, vogelscheu, ungesellig, in selbstgewähller Verbannung. Aber gerade der flaumigen Kehle dieses unschein- baren, grauen Außenseiters der bunten Vogelgesellschast ist der Ruf anvertraut, der. alle Lieder übertönend, zum Ruf des Frühlings wird...« Neudruck der ältesten gedruckken Zeitung Deutschlands. Auf einer alten Druckpresse des 10. Jahrhunderts, die auf der Presta in Köln aufgestellt ist und von eigens dazu ausgebildeten Schweizerdegen �Buchdruckern) in Tätigkeit vorgeführt wird, soll jetzt die älteste ge- druckte Zeitung Deutschlands aus dem Jahr« 160g neu gesetzt werden. Es handelt sich um den sogenannten„Augsburger Aviso". Zusammen mit dem Mainzer Gutenberg-Museum hat der Verlag dieser Zeitung den Neudruck ermöglicht. Eine beschränkte Anzahl der Zeitung»- nummern des Jahrgangs 1600 wird in gebundener Form später herausgegeben mit einer historischen Einführung von Dr. Heide. Walsischjagd auf den Azoren. Man schreibt uns aus Horta auf den Azoren: Ein frischer Wind wehte vom Atlantik herüber und kräuselte die Wellen des Kanals von Fayal, der die Stadt Horta von Pico trennt. Mächtig steigt gleich dem Vesuv, nur viel höher, etwa eine balhe Weile entfernt, der schneebedeckte Pico Alto aus. nach dem die gegen- überliegende Insel ihren Namen trägt. Freundlich schaut das Städt» chen mit seinen etwas nüchternen weißen Häusern, die flache Däche? haben, zu uns herab, über die hohe Palmen ihr« Wedel im Seewind schaukeln. In dem weiten Hafenrund liegen Dampfer und Motor- schiffe aus allen Weltgegende», vor allem Engländer und Amerikaner, Heute war ein wichtiger Tag. Di« Amerikaner, unterstützt von einheimischer Fischcrbevölkerung, gingen auf Walfischjogd. Es ist die« kein Sport in Horta, sondern der Kanal zwischen Fayal und Pic« sowie besonders die siidwestlich gelcgeiie Princeß-Alicc-Bank bieie« seit Jahrhunderten reiche Fangausbcule an Thuniischen, Delphine» und Walfischen, die wegen ihres Oelreichtums hier in Mengen g»« fangen werden. Kapital und Organisationsgabe brachten den Wal» fischsang säst ganz in den Besitz amerikaiiischer Fischereien. Während die Fischdampser, die die Motorboote und Segler begleiten, mit einigen erwartungsvollen Gästen, die noch nie«inen Walfisch gesehen, geschweige denn gejagt haben, zy diesem ausregenden Schauspiel in See stechen, erzählt der Kapitän der Mira, wie gefährlich diese Jagd besonders früher gewesen sei, wo die Harpunen mit den Tauen, die heute mit Sprcngstaff gefüllt abgeschossen werden, nach mit der Hand abgeworfen werden muhten. Der Biscayamal, der sich gern hierher verzieht, ist kleiner aber nahrhafter als der Grönlandwal, wenn er auch eine Länge bis zu 18 Metern erreicht. Der größte, den Kapitän Miller je erlegt habe, wog 70 000 Kilo und lieferte 20 500 Kilogramm Speck und ergab 24 000 Tonnen Tran und über 1500 Kilogramm Fischbein. Leider habe die Zahl der Waltiere bei den Azoren sehr abgenommen, man erjage nur noch etwa 70—80 Stück im Jahr. während die Jagd im 17. Jahrhundert noch Taufende betrug. Schon nahte unser Schiff den Gewässern, wo die Wale gern auftauchen, als eine Herde, Wasser aus den Nüstern blasend, mit sabelhoster Schnelligkeit sich zeigte: die Segel- und Motorboote vcr- teilen sich in vorsichtiger Entserming und während ein Teil der- selben den vordersten W«l umzingelte und ihn zerslreuie. mit Spreng« geschossen empfing, als er«mportauchte, um Lust zu schöpscn, über- nahm ein anderer Teil die Verfolgung der übrigen, die insalge einiger explodierenden Sprenggeschosse schleunigst das Weite suchten- Ge- waltige Stille an Bord, atemlos verfolgte man den Vorgang. Ans den Nüstern des gewaltigen Seesöugetieres, das von solcher lieber- macht überfallen wurde, und das seinen mächtigen Körper bisher vielleicht ein oder zwei Jahrhundertc glücklich durch die unbekonnten Tiefen der Weltmeere getragen hatte, drangen zwei Riesenfontäiicn blutig gesärbtcn Wassers, mit dem die Fischer überschüttet wurden. Mit noch unverminderter Schnelligkeit versuchte der angegriffen« Secgewaltige dos Motorboot zu rammen, dos aber, bedenklich schaukelnd, geschickt auswich, und seine gewaltige Hiiiterslosse schlug das Meer zu weißem Schaum. Dann verlangsamte sich sein Schwimmen, der schwere Körper versank, und schon sürchteten die Fischer, die die Taue lose an Bord hielten, ihrer Beute verlustig zu gehen. Da tauchte der Wal noch einmal auf, er wurde noch einmal mit Sprengharpunen überschüttet— und bald schwammen die Boote und die Akteure dieses Dramas in einem Meer van blutigem Wasser. Der enorme Körper des sterbenden Tieres, dessen Riesenrachen sich jetzt wie eine tiefe Höhle össnete und kleine Seetierc ausspie, wurde jetzt von den sich seitlich aufreihenden Schiffen durch Aufrollen der Taue ins Schlepptau genommen und an die nächste Klippe geschleppt, wo der Körper ausgeteilt und an Bord der Dampfer geladen wurde. H. von Hayneck. Der Kampf um die Schule ist auch Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse. Darum werbt in Haus und Betrieb für die Liste: Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin 2 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssetretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. s Achtung! Elternbeiratswahlen! Alle Kreise, die noch keine Stimmzettel und Plakate aus dem Sekretariat abgeholt haben, müssen das sofort tun. Die Kreisobleute versammeln sich ½ Stunde vor Beginn der großen Funktionärversammlung, 7 Uhr im Vorraum des Saales zu einer dringenden Besprechung. Das Zentralivahlbureau befindet sich am Wahlsonntag nicht im Sekretariat, sondern Danziger Str. 23, 2 Tr. Telephon Vineta 775. Alle Wahlergebnisse schnellstens dorthin melden. Geöffnet ab 8 Uhr morgens. Achtung, Abteilungen! Soweit noch nicht geschehen, ist das Agitations. material( Werbebriefe) im Bezirkssekretariat, Lindenstr. 3, 8immer 4, Bureau Fischer, abzuholen. * 4. Kreis Prenzlauer Berg. Alle Abteilungen, die noch keine Stimmzettel und Plakate haben, müssen diese sofort von Klug, Danziger Str. 71, abholen. 7. Kreis Charlottenburg. Materialausgabe für die Elternbeiratswahlen mor gen, Connabend, 17-19 Uhr, bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. 9. Kreis Wilmersdorf. Sonntag, 17. Juni, Sommerfest der Kinderfreunde. Kasperletheater und Zirkus Bruch find anwesend. Revne der Jugend, Spiele, Tänze. Kaffeeausschant, Würstchen usw. Abmarsch 14 Uhr ab Bahnhof Schmargendorf mit der Reichsbannertapelle nach dem Tageserholungsheim ber Wilmersdorfer Schulen im Grunewald. Nachzügler fahren bis Rosened. Dortselbst und Ecke Kronprinzenallee stehen Plakatträger. Alle Parteigenossen und Sympathisierende sind herzlichst eingeladen. Heute, Freitag, 15. Juni: 2. Abt. 20 Uhr bei Ohngemach, Kommandantenstr. 88, Zahlabend. Vortrag: Die politische Lage nach den Wahlen und unsere zukünftigen Aufgaben." Referentin Dr. Dora Fabian. Sämtliche Mitglieder müffen bestimmt anwesend sein. Sämtliche Maimarten und Gammellisten sind abzurechnen. 82. Abt. Steglig. Achtung, Elternbeiräte! Stimmzettel sind umgehend von Schellhaase, Ahornstr. 15, abzuholen. 85. Abt. Tempelhof. Material zur Elternbeiratswahl, soweit noch nicht vorhanden, kann am Sonntag, 17. Juni, vom Genossen Schlawe, Konradin. straße 2, abgeholt werden. Die Wahlresultate find ebenfalls dorthin zu liefern. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. Achtung! Wegen der Vierteljahresabrechnung findet die Abrechnung bei Meiser nicht statt. Achtung! Die öffentliche Elternversammlung im Sophien- Lyzeum, Wein. meisterstraße, muß heute, Freitag, wegen besonderer Umstände ausfallen. Alle Eltern der obigen Schule wählen am Sonntag, 17. Juni, die Liste„ Schulaufbau". Morgen, Sonnabend, 16. Juni: 47. Abt. 20 Uhr bei Linke, Waldemarstr. 64, 8ufammenkunft aller Genossen, die sich an der Wahlarbeit für die Elternbeiratswahlen beteiligen wollen. 80. Abt. Schöneberg. Ab 17 Uhr großes Sommerfest im Lotal Carls. höhe, Mariendorf, Attilastraße, nahe Bahnhof Mariendorf. Festbeitrag für Erwachsene 50 Bf., Kinder frei. Befreundete und benachbarte Abteilungen, insbesondere Mariendorf, Tempelhof und Lankwiz, find herzlichst eingeladen. 112. Abt. Rahnsdorf- Wilhelmshagen- Heffenwinkel. 20 Uhr Zahlabend bei Witte, Fürstenwalder Straße. Vortrag: Die politische Lage nach der Wahl." Besucht Borkum Referent Genosse Kampffmeyer. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 123a. Abt. Raulsdorf- Süd. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Jägerheim. Alle Mitglieder müssen bestimmt erscheinen. Tegelort. 20 Uhr in der Schule in Segelort öffentliche Elternversammlung. Vortrag: Die Bedeutung der Elternbeiratswahlen." Referent Kurt Lude. Alle Eltern und Sympath sierende sind herzlichst eingeladen. 139a. Abt. Freie Scholle. 20 Uhr im Lokal Schollenkrug Mitgliederversammlung. Vortrag: Bürgerliche oder sozialistische Kultur?" Referent Genosse Zylka. Alle Genofsinnen und Genossen sowie Sympathisierende sind eingeladen. * 4. Abt. Sonntag, 17. Juni, beteiligen sich sämtliche Mitglieder an dem Boltsfest in der Königsheide. Treffpunkt 13 Uhr Jannowißbrücke. 46. Abt. Sonntag, 17. Juni, treffen sich die Genossen zur Elternbeiratswahl 7½ Uhr morgens bei Eichholz, Cuvrystr. 23. Frauenveranstaltungen. 39. Abt. Sonnabend, 16. Juni, Nachmittagsausflug nach Bichelswerder, Restaurant Freund. Treffpunkt 13½ Uhr Hochbahn Hallesches Tor, bis Gleisdreieck, umsteigen nach Reichskanzlerplat, oder mit Elektrische 93, Haltestelle Anhalter Bahnhof, Treffen 13.20 Uhr, bis Reichskanzlerplag, dort mit der Elektrischen 75 oder 58 bis Heerstraße, Pichelswerder, links von der Bahn in den Wald zum Restaurant Freund. Dort Kaffeekochen bis 5 Uhr, dann Spielen im Wald. Alle Von 7 Uhr ab wieder im Restaurant. Genossen und Genossinnen und deren Kinder sind herzlichst willkommen. 99. Abt. Briz, Groß- Siedlung. Die Bestellungen für die Dampferfahrtkarten find bis zum Sonnabend, 16. Juni, mittags, bei der Genoffin Kirchmeier, Frig- Reuter- Allee 12, parterre, abzugeben. Jungjozialisten. Achtung! Gesamtveranstaltung am Montag, 18. Juni, 20 Uhr, im Preußischen Landtag, Prinz- Albrecht- Str. 5. Vortrag: Das geistige Gesicht der deutschen Gegenwart." Referent Dr. Karl Schröder. Er. scheinen aller Genoffen ist Pflicht. Vorher, um 18% Uhr, findet eben. bort eine Arbeitsausschußigung statt. Anschließend, um 19 Uhr, Gruppenkonferenz. Jede Gruppe entsendet zwei Delegierte. Gruppe Wedding- Gesundbrunnen: Heute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Orthstr. 10, Laden, Politischer Informations- und Ausspracheabend. Leiter Franz Lepinsti. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Freunde willkommen. Gruppe Schöneberg: Heute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Hauptstr. 15 Jack- London- Abend. Gruppe Süden: Heute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Yordstr. 11, Zimmer 3, Literarischer Abend. Die Mitgliederversammlung findet am kommenden Freitag statt. Kinderfreunde. Tiergarten. Gruppen ,, August Bebel" und Rüfen" treffen sich am Sonntag, 17. Juni, 7% Uhr, Ufa, Turmstraße, zur Fahrt nach Baumwerder. 30 Pf. Fahrgeld mitbringen. Am Sonnabend, 16. Juni, treffen sich alle Beltlagerfeilnehmer zur Beltfahrt nach Birkenwerder um 16 Uhr Kleiner Tiergarten ( Denkmal). Fahrgeld 50 Pf. Eltern unserer Kinder! Wählt am Sonntag bei den Elternbeiratswahlen die Liste Schulaufbau". Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 27. Abt. Am 12. Juni verftarb nach kurzem Krankenlager unser Genosse Emil Bähhold, Gaudystr. 24. Ehre feinem Andenken. Einäscherung Sonnabend, 16. Juni, 14 Uhr, Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung bittet die Abteilungsleitung. Vorträge, Vereine und Bersammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsste II e: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Freitag, 15. Juni. Steglig: 20 Uhr Jungmannschaft Versammlung im Jugendheim Albrechtstr. 47. Vortrag: Unsere zukünftige Arbeit." Sonnabend, 16. Juni. Ruderriege: Antreten 16 Uhr Bootshaus Wendenschloß zur Denkmalsweihe auf dem städtischen Sportplag. Webbing: 20 Uhr wichtige Zusammenkunft aller Sportler bei Radzay, Brüffeler Str. 43. Friedrichshain: Kameradschaft Büsching 19% Uhr Kameradschaftsversammlung bei Baensch, Weberstr. 15. Referent Kamerad Kießling. Thema:„ SatirischPolitisches. Sonntag, 17. Juni. Kreis Often: Pflichtveranstaltung in Bies dorf. Die Ortsvereine Mitte, Friedrichshain, Lichtenberg, Köpenic treten um 14 Uhr Bahnhof Biesdorf an. Wedding: Radfahrerabteilung Tour nach dem verein): 9-12 Uhr Sportilbung im Lichterfelder Schüßenhaus. Pflicht veranstaltung. Ausgabe der Rundschreiben und Festkarten zum Sommerfest am 1. Juli das Heilbad an der deutschen Nordscenter See. Start 7 Uhr Schulfte. 74 bei Bohnke( Rivil). Steglis( Orts 19.- 22 Juli: * 29. Juli: Pferderennen Tennisturnier Heimatspiele 1 Sult im Lichterfelder Schülgenhaus. Köpenid: Beteiligung an der Ber 15. Juli: Prospekte durch die Badeverwaltug anstaltung des Kreises Often in Biesdorf. Abfahrt 13,15 Uhr Bahnhof Röpenick, 13,08 Uhr Bahnhof Friedrichshagen. Grünau und Bohnsdorf fahren über Schulaufbau! Köpenid. Antreten mit Musik und Fahnen. Ablershof: Pflichtbeteiligung in Baumschulenweg. Antreten Bahnhof Adlershof um 13 Uhr. Typographisches Orchester. Uebungsabend jeden Freitag 20-22% Uhr in Neukölln, Hermannstr. 199, bei Johann Lausch( Sängerheim). Das Orchester ist der Treffpunkt musikliebender Buchdrucker, nimmt aber auch musikfreudige Herren anderer Berufe gern auf. Gäste stets willkommen. Dirigent ist der Kapellmeister Erich Gutzeit. Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Montag, 18. Juni, 20 Uhr, Restaurant Bur Hütte", Charlottenburg, Kaiser- Friedrich- Str. 53. Heiterer Abend, luftige Vorträge, Tanz usw. Gäste willkommen. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an bas Jugendfefretariat, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Der Singkreis trifft sich am Sonntag vollzählig pünktlich 7% Uhr am Schlesischen Bahnhof( vor der Sperre des Briezener Bahnsteigs) zur Fahrt nach Budow. Achtung, Kaffierer! Heute, Freitag, zwischen 17 und 18 Uhr, Abrechnung. Sonnabend, 23. Juni, 22 Uhr, Sonnenwendfeier in den Gosener Bergen( Talteffel), nahe Restaurant Berliner Schweiz". Brogramm: Fadelzug, Eröffnungslied, Sprechchor, Jugendhor, Rezitation, Schlußlied.( Fahrverbindung: Eisenbahn bis Eichwalde oder bis Grünau und dann mit der Straßenbahn bis Endhaltestelle.) europa. " " Heute, Freitag, 15. Juni, 1912 Uhr: Rosenthaler Borstadt: Heim Zehdenicker Str. 25. Mädelabend. Zentrum: Heim Landsberger Str. 50. Die Entstehung der Arbeiterjugend." Moabit 1: Schule Waldenserstr. 21. Das neue Rußland." Moabit U: Heim Lehrler Straße 18/19. Connenwende." Faltplag II: Schule Sonnenburger Str. 20. Unterm Sozialistengeset." Hohenschönhausen: Heim Freienwalder Str. 5/6. " SAJ. und Reichsbanner." Helmholzplag: Schule Scherenbergstr. 7. PanNordosten: Heim Danziger Str. 62.„ Soziales Wandern." Weißensee: Heim Parkstr. 36.„ Der Reichstag und seine Aufgaben." Wörther Plaz: Der Vortrag wird auf den 22. Juni verlegt. Heute Bunter Abend mit besonderem Programm. Andreasplay: Heim Brommnstr. 1. Freie Körperfultur." Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 15.„ Nadt- und Körperkultur." Süden: Heim Yorckstr. 11. Vom Wesen der Jugend." Charlotten burg: Heim Rosinenstr. 4." Unsere Jugendschuhforderungen." Bohnsdorf: Heim Wachtelftr. 1. Pflichten und Rechte in der Berufsschule." Köpenid: Heim Grünauer Str. 5. Matteotti." Baumschulenweg: Heim Ernststr. 16. Heitere Rezitationen. Treptow: Heim Elsenstr. 3. Die politische Lage nach den Wahlen." Pantow II: Heim Rissingenstr. 48. Unsere Stellung zum Reichsbanner." Rieberschönhausen: Schule Blankenburger Str. 70. Lustiger Abend. Werbebezirk Kreuzberg: Jm Heim Lindenstr. 4, pünktlich 194 Uhr, erweiterte Borstandssigung. Werbebezirk Neukölln: Filmabend im Saalbau Bergstr. 148. Gutes Programm. Eintritt 50 Pf. Einlaß 19 Uhr. Beginn 19% Uhr. Parteigenossen! Unterstützt unsere Veranstaltung durch euern Besuch. Morgen, Sonnabend, 16. Juni: Werbebezirk Prenzlauer Berg: Heim Danziger Str. 62, Barade 7. Fest. ausschußsigung pünktlich 19 Uhr. Sämtliche Gruppen müssen vertreten fein. Werbebezirk Westen: Wochenendveranstaltung Jugendherberge Rüdersdorf. Treffpunkt 20 Uhr Bahnhof Charlottenburg, Haupteingang. Die Mitglieder der Jugendkommission der SPD. sind hierzu eingeladen. Werbebezirk Oberspree: Heim Niederschöneweide, Schule Berliner Str. 31. Werbebezirksvorstandssigung pünktlich 19 Uhr. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berfin und Amgegend. ( Nachdr. verb.), Kühler und wechselnd wolfig, einzelne Niederschläge, frische und etwas bõige westliche Winde. Für Deutschland. Ueberall fühler, im Norden Regenschauer, im Alpenvorland länger anhaltende Negenfälle. TIETZ Billige Was ist Togal? Togal Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Ueber 5000 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mt. 1.40. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Amyl. ebensmittel Leipziger Strasse* Alexanderplatz* Frankfurter Allee* Belle- Alliance- Strasse* Brunnenstrasse* Kottbuser Damm* Andreasstrasse* Chausseestrasse Wurstwaren Sülzwurst. Pfund 80Pt. Schinkenwurst..... Pfand 1,50 Speckworst Pfund 95Pt. Feine Leberwurst..Pfand 1,50 Hausmach.- Leberwarst Pid. 1,00 Bierwurst... Pfund 1,50 Berliner Meitwurst Pfand 1,10 Teewurst.... .Pfund 1.70 Jagdwurst Pfund 1,20 Zervelatwurst ...... Pfund 1,75 Mellworst Braunschw.- Art, Ptd. 1,25 Salami Pfund 1,75 Polnische Pfand 1,30 Schinkenspeck..... Piana 1,70 Hildesheimer. Pfund 1,40 Mausschinken..... Pfund 1,90 Berliner Schlachtung Speck 120110 Schinken- 110 fett, mager, Pfund Pfund Käfe ecken Pfund Kolonialnoaren Romalour...... 2 Stück 35Pt. Bruchreis........ Pfund 18Pt. Spitzkäse Kart. ca. 1 Pid. 45pt. Burma- Reis..... Pfund 22Pt. Tilsiter ohne Rinde, Pfund 88Pt. Moulmain- Reis Ptd. 30pf. Edamer od.Holländer, Pfd. 75PL. Weizengriess.. Pfund 26pt. Dän. Schweizer Pta. 88Pt. Hartgriess... Pfund 27Pt. Steinbuscher vollett, Pfund 88pt, Eierfadennudeln Pta. 50Pf. Tilsiler vollfett.... Pfund 95Pt. Eierbandnudeln Pfa. 45PL. Stangenlimburg. Pta. 50Pt. Kalif. Ringäpfe! Pfund 1,10 Bayr. Schweizer Pfund 1,50 Kalif. Aprikosen Pid. 95PL Kalif. Birnen.... Pfund 78Pf. Bosn. Pflaumen... Ptd. 28Pt. Malzkaffee 1- Pid- Pak. 35Pt. Margarine Pfd. 52 and 62Pt. Konfitüre Konfitüre Elmer Rinderfell 1- Pia.- Paket 52Pt. Vierfrucht......... Bratenschmalz Pfand 78Pt. Pflaumen.. Griebenschmalz Pta. 80Pt. Aprikosen Rohschmalz.... Pfund 80Pt. Orangen Molkereibuller Pfund 1,68 Erdbeer Frische Grasbulter Pia. 1,80 Ananas Sulta ca. 2Pfund Spelse- Schokolade............. 4 Tafeln 95Pt. Vollmilch- u. Vollmilch- Nußschokolade gebunden.... .... 3 Tafeln 1,00 Vollmlich- Nuss- Bruch mit ganzen Haselnüssen Pfund 45pf. Schmelz- Relief.................. Pfund 45Pt. Kokosflocken mit Schokolade..., Pfund 45Pf. Fruchtwaffeln...... . Pfund 55Pf. Mürbegebäck täglich frisch, 2 Pfund 55Pt. Schokoladenkeks... ..., Pfund 65Pt. Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat.- Obst und Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen. Sische und Räuchertaren Seisthes Sleisch Kalbskamm.......... Pfund 78Pt. Pa. Eisbein mit Spitzbein...... Pfund 48Pt. Kalbsnierenbraten ohne Beilage, Pfd. 88Pt. Pa. Pökelrippchen............. Pfund 78Pt. Kalbskeulen bis 9 Pid. schwer u.-Blatt, Pfd. 98Pt. Pa. Schmorileisch Keule, o. Knoch., Pid. 1,28 Pa. Schweinebauch ohne Bellage, Pfd. 86Pt. Pa. Suppenfleisch...... Pfund von 78Pf. an Pa. Schweine- Schulterblatt.... Prand 98er. Pa. Rinderbacken ..Pfand 45Pf. Pa. Schweineschinken. Pfund 1,08 Pa. Rinderschwänze. Pa. Schweinekamm u.-Schuft Piund 1.28 Pa. Rinderleber. Pa. Rückenfett bratfg., o.Schwarte, Pid. 78Pt. Pa. Schabefleisch. Pa. Liesen Pfund 70Pt. Pa. Kalbsschnitzel Pfund 78Pt. Pland 1,16 Pfund 1,30 Pfund 2,40 Pa. Kassler mild gesalzen....... Pfund 1,20 Pa. Talg selbst ausgelasssen.... Pfund 50Pt, Gefrierfleifth Pa. Schmorfleisch Keule o. Knoch., Pid. 1,08 Kuheuter frisch........ Pa. Gulasch ...... Pfund 78Pf. Rinderherzen trisch Pfund von 60Pf.an Rinderlungen frisch Pa. Hammelvorderfleisch Pfund v. 82Pf.an Schweineköpfe frisch.. ... Pfund 28Pt. Pfund 50Pt. Pfund 28Pt. Pfund 44Pt. Pa. Suppenfleisch. frisch, 10 105 Wolgahühner... Pfund von an 1 Suppenhühner Pfund von 1 Junge Brathühner st.165 an " Kabliano.Kopf, i.ganz. Pid. 15 u. 20P. Lebende Hechte..Ptand 1,20 * Seelachs K., i.ganz., Pta. 16Pt. Stückenlachs...... Ptand 2,30 * Schollen........ 2 Pfund 15Pt. Schleibücklinge... Pfund 55Pt. * Rotbars.... Pfund 18pt. Seelachs Pland 40Pt. * Reizungen... Pfund 28Pt. Räucherheringe... Stack 15Pt. * Kabliaufilet Pfund 32Pt. Flandern * Lebende Schleie Pfund v. 95an Neue Matjesheringe 2 st. " Nur Leipziger Str., Alexanderpl., Frankfurter Allee, Kottbuser Damm, Belle- Alliancestr. Frisch grosse.... Pfund 55Pt. 25Pt. gebrannter Kaffee... Pfund 240 260 295 Tee.......... Pland 350 450 550 Konfusion Dose Pflaumen mit Stein... 65Pt. Spinat 48PL Birnen ganze Frucht.... 95Pt. Gemüseerbsen...... 60Pt. Süsskirschen ohne Stein 1,30 Junge Erbsen........ 76Pt. Pfirsiche halbe Frucht.. 1,40 Erbsen tein mit Karotten 1,25 Ananas 1,05 Kaisererbsen.......... 1,57 Qualien Weine vom Fass Taschel Heidelbeerwein an Cider, süsser Apfelwein.. Stachelbeerwein Tarragona, rot......... JungeGänse .... Pfund von 120 Junge Tauben... Stack 75Pt. Rehkochfleisch Pfund 28Pt. Rehblätter Pfand von 1an ***** EL 10 Obst und Gemüse Austr. Aepfel......... 82PL Bananen 1,00 Ananas. 1,10 Tomaten. 1,15 Radieschen 1,25 Salat Pfund 58Pt. Kohlrabi Pfund 46Pt. Wirsingkohl Pfund von 95Pt. an Grüne Bohnen.. ... Pfund 38rt. Gurken ...... Mandel 12pt. 2 Pfund 25pt. 2 Pfund 55Pt. Stück von 25Pf. an 6 Bund 10pt. Holl. Blumenkohl... Kopf 35PL 3 Kopf 10pt. Neue ital. Kartoffeln 3 Pid. 28PL. 1,45 Neue italienische Nieren- Kartoffeln. 3 Pfund 44Pf. Sonnengartner PL Ltr. 85 Ltr. 4.⁰⁰ Ltr. 1, 25, 5 Ltr. 6,00 Ltr. 1,60, 5 Ltr. 7,50 Deutscher*** Weinbrand, Spezialität Ltr. 4,00, 5 Ltr. 19,00 Zur Bowle: Rheinpfälzer Weisswein 25 5 12 Ltr. 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Kube( Nat.- Soz.) beantragt, einen Antrag auf Aufhebung des Redeverbots für Adolf Hitler dem Hauptausschuß zu überweisen, wird von den Sozialdemokraten Widerspruch erhoben. Darauf fündigt Abg. Haake( Nat.- S03.) an, daß seine Freunde nunmehr zur Obstruktion übergehen würden. Hierauf tritt das Haus in die Tagesordnung ein und überweist ohne Besprechung die Uranträge über die Volksschul= unterhaltung zur Entlastung der leistungsschwachen Schulverbände und über die Notlage der Fischereien dem Hauptausschuß. lich groß. Früher wurden 80 000 Tonnen Kohlen aus den Häfen gefördert, heute nicht einmal 3000 Tonnen. Die Gewerkschaften führen den Kampf; sie indentifizieren sich aber nicht mit dem kommunistischen Antrag. Abg. Lindner( Dntl.): Mit der starren Durchführung eines Prinzips schaden die Gewerkschaften den Arbeitern mehr, als wenn sie sich an die Verhältnisse anpassen würden. Man sollte loyal auszugleichen versuchen. Abg. Müller- Duisburg( Soz.): Ich lehne es ab, mich mit dem Borredner auseinanderzusehen, der Sekretär eines wirtschaftsfried lichen Verbandes ist. Er versteht von den Dingen so viel, wie der Esel vom Lautenschlagen.( Heiterkeit und Sehr gut" links.) " Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Lindner( Dntl.) und Schubert( Komm.) wird der kommunistische Antrag abgelehnt. Die Anträge auf Einsegung eines Ost und Westaus= addich uses werden ohne Aussprache in den Geschäftsordnungsausschuß überwiesen. Sodann wird die abgebrochene Beratung der über die Zechenftillegungen im Ruhrgebiet eingebrachten Anträge fortgesetzt. Aba. Langer- Oberhausen( D. Vp.): Die hier gemachten Angaben über große Gewinne der Bergumternehmer find unrichtig. Bei der Zeche„ Roland" wird zu prüfen sein, ob ihre Stilllegung zu rechtfertigen ist. Zu den Anträgen werden wir im Ausschuß Stellung nehmen. Abg. Hartmann( Dem.): Wenn die Arbeiterentlassungen so fortgehen, wird die Industrie größere Lasten für soziale Bersicherungen übernehmen müssen. Nach unserer Auffassung geht man mit Stillegungen viel zu radikal vor. Wir werden im Ausschuß genau untersuchen, ob sie notwendig sind. Die Abgg. Grüter( Wirtschp.) und Pohl( Volksrp.) sprechen sich gegen die Bechenstillegungen aus, da die mindere Kauftraft der Arbeitslosen in erster Linie den Mittelstand trifft. Nach einer kurzen Bemerkung eines Regierungsvertreters erhält das Schlußwort Abg. Sobottfa( Komm.). Hierauf wird die Debatte unterbrochen, um die auf 14 Uhr angelegten Abstimmungen über die Mißtrauensanträge Dorzunehmen. Zuerst gelangt der kommunistische Mißtrauensantrag gegen das Kabinett zur Abstimmung. Vorher erklären die Abgg. Steinhoff( Dnat.) und Ladendorff( Wirtschp.), daß ihre Frattionen für den tommunistischen Antrag stimmen werden, ohne sich dabei die Begründung zu eigen zu machen. In der namentlichen Abstimmung stimmen außer den Kommunisten dafür die Deutschnationalen, die Wirtschaftspartei, die Deutsche Hierauf vertragt sich das Haus auf Dienstag den 10. Juli. Auf der Tagesordnung stehen: Endgültige Wahl des Präsidiums, zweite und dritte Beratung des Gesezentwurfs über die Bereinigung Waldeds mit Preußen, Anträge über Unwetterschäden, kleinere Vorlagen. Heute, Freitag, den 15. Juni, 19% Uhr Allgemeine Funktionärtonferenz für den Bezirksverband Berlin der GPD. in den Germania- Sälen( großer Saal), Chauffeeffr. 110 Tagesordnung: Die politische Lage nach den Wahlen! Referent: Genoffe Franz Künstler.- Aussprache. Zutritt baben alle Parteifunktionäre fowie die Betriebs. und Gewerkschaftsfunktionäre der GPD.- Ohne Mitgliedsbuch und Funktionärausweis für 1928 fein Zutritt. Der Bezirksvorstand. Bauer und Verbraucher. Fraktion und die Nationalsozialisten. Die Deutsche Bolts Erfolgreicher Abschluß des Dresdener Genossenschaftstags. partei enthält sich der Stimme. Die Auszählung ergibt die Ablehnung des Antrages mit 222 gegen 168 Stimmen, bei 33 Enthaltungen. Mit der Ablehnung dieses Antrages gilt auch ber deutschnationale Mißtrauensantrag gegen die Staatsregierung als erledigt. Runmehr folgt die namentliche Abstimmung über den ersten Teil des deutschnationalen Antrags, das Berhalten des Aultusminifters zu mißbilligen. Aha. Pied( Komm.) erklärt dazu, daß seine Fraftion fich an her Abstimmung nicht beteiligen werde, meil die Begründung der Deutschnationalen eine nicht zu überbietende Se u ch elei darstelle. ( Ordningsruf!) Der Untrag wird mit 228 gegen 153 Stimmen abgelehnt. Für diesen Passus stimmte außer den schon genannten Rechtsparteien auch die Deutsche Bolkspartei! Bevor es zur Abstimmung über den zweiten Teil des deutschnationalen Antrags fommt, beantragt Abg. Vied( Komm.) zur Geschäftsordnung die sofortige Herbeirufung des Ministerpräsidenten. In der Presse sei bekannt geworden, daß der Ministerpräsident sich in Unterhandlungen bereit erklärt habe, die preußische Regierung spätestens im Herbst dieses Jahres durch Einbeziehung der Deutschen Volkspartei umzubilden. Für den Antrag stimmen außer den Kommunisten noch die Deutschnationalen.( Die Kommunisten rufen zu den Sozialdemofraten hinüber: Feige Hunde!) Der Antrag wird mit übergroßer Mehrheit abgelehni Dresden, 14. Juni. ( Eigenbericht.) Der Genoffenfchaftstag in Dresden hat seine Arbeit am Donnerstag erfolgreich beendet. Allem Anschein nach wird von dieser Tagung mehr als von gleichen Veranstaltungen in den Vorjahren eine befruchtende Wirkung nicht nur für die Berbraucherorganisationen, sondern für das deutsche Genossenschaftsmejen überhaupt ausgehen. In diesem Sinne waren zwei Reden von Bedeutung, die pon Bertretern der großen Erzeugergenossenschaften in Deutschland auf der Festtagung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine gehalten worden find. Generalanwalt Gennes vom Reichsverband der landwirtfchaftlichen Genossenschaften und Freiherr von Braun von der Raiffeisen- Organisation betonten, daß das Bekenntnis zur gemeinschaftlichen Arbeit zwischen den Erzeuger- und Verbrauchergenossenschaften fein Lippenbetenntnis bleiben dürfe und alles getan werden müsse, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn man bedenkt, daß die von der deutschen Landwirtschaft an den deutschen Berbrauch gelieferte Produktion alljährlich allein durch den Großhandel um eine Milliarde Marf verteuert wird, und man weiter berücksichtigt, daß der komplizierte Warenweg in unferer tapitalistischen Wirtschaft die Verbrauchermaffen weit mehr belastet als die ganze Bollgesetzgebung, dann fann man die Tragweite dieses Gedankens wohl erfassen. Es gibt feine Rationalisierung in der deutschen Landwirtschaft und auch feine Bereinigung, Berbilligung und Bereinheitlichung der Güterverteilung bei uns, wenn die mächtigen Organisationen der Verbraucher und Erzeuger fich nicht näher fommen. Hierauf wird über den zweiten Teil des deutschnationalen Antrages namentlich abgestimmt, der dem preußischen Stultus- stellung der Verbraucher und der Erzeuger zum minister des Mißtrauen aussprechen will. Auch hier enthalten sich die Kommunisten der Stimme. Der Antrag wird mit 216 gegen 142 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten außer den fonftigen Rechtsparicien auch die Deutsche Bolkspartei! Damit sind die Abstimmungen über die eingebrachten Miß trauensanträge gegen die Staatsregierung zugunsten des Kabinetts erledigt. Es folgt die Besprechung eines fommunistischen Urantrages, der die Zurückziehung der Polizei aus dem Streifgebiet der Rheinschiffer fordert und Einwirkung auf das Reich verlangt, deß der gefällte Schiedsspruch nicht verbindlich erklärt wird. Abg. Müller- Duisburg( S03.): Es handelt sich um teinen Streit, sondern um eine Aussperrung, weil die Unternehmer in der Rheinschiffahrt für Deck und Maschinenpersonal einen Lohnabzug von 13 Prozent oder 5,50 Mark pro Woche vornehmen wollten. Die Hafenarbeiter haben sich dann der Bewegung ange schlossen, weil sie teine Streitarbeit verrichten wollten. Die Un ternehmer wollten den Kampf, den sie nach ihren Erflärungen 6-8 Wochen durchhalten fönnen. Auf diesen Standpunti fonnten sie sich stellen, weil sie De dung durch das 3echentapital haben. Der Wirtschaftsschaden ist außerordent 10 Die Tatsache, daß die Belieferung der Verbraucherorganisationen durch die Erzeugerorganisationen in Deutschland noch nicht umfangreicher ist, liegt in der verschiedenen EinGenoffenschaftsgedanken begründet. Wir müssen leider feststellen, daß der ganze Mechanismus der Preisbildung und der Produktion von den Erzeugern mit wesentlich anderen Augen betrachtet wird als von den Verbrauchern. Die deutschen Konsumgenossenschaften können das historische Verdienst für sich in Anspruch nehmen, im Laufe eines halben Jahrhunderts rund 15 bis 20 millionen Berbraucher zum Qualitäts= gebanten erzogen zu haben. Der deutsche Arbeiter verlangt, dant feiner tonfumgenossenschaftlichen Erziehung, Qualitätsware und ist auch bereit, dafür einen stabilen Preis zu zahlen. Das Problem ist mithin von der Seite des Verbrauchers gelöft; dasselbe läßt sich nicht für die Erzeuger sagen. Wie hier die Dinge liegen, soll durch ein Beispiel aus der Braris gekennzeichnet werden. Bor einiger Zeit besuchten bürgerliche Reichstagsabgeordnete die Betriebe der Berliner Konsumgenossenschaft. Sie waren darüber erstaunt, was hier in verhältnismäßig furzer Zeit an Mustergültigem geschaffen worden ist. Auf dem Be fichtigungsgang stießen fie auch auf eine Sendung Butter, die gerade aus Dänemark angelangt mar. Es erfolgte natürlich die erstaunte Frage, weshalb die großen deutschen Konsumgenossenschaften aus dem Auslande Butter bezögen, während der deutsche Bauer Jeine Butter nicht abseßen könne. Wer aber den deutschen Buttermarkt auch nur einigermaßen fennt, weiß, daß die Freitag, 15. Juni 1928 standardisierte dänische Butter preismerter und der deutschen Butter überlegen ist. Sowohl die Konsumgenossenschaften als auch der pripate Handel in Deutschland sind leider noch auf die Standardmarten der dänischen und der holländischen Butter angewiesen, wenn sie ihre Kundschaft behalten wollen. Die deutsche Landwirtschaft ist eben noch nicht so weit, dieser ausländischen Konkurrenz erfolgreich entgegentreten zu können. Sie muß aber dahin kommen, denn wer Standardpreise, auskömmliche und stabile Preise haben will, muß sich auch dazu bequemen, Standardware, beste Ware, zu liefern. Heute sind wir noch für wichtige landwirtschaftliche Produkte, Milch, Butter, Eier, Käse usw., hoffnungslos vom Auslande ab= hängig. Die Umstellung in Deutschland ist aber möga lich und muß sich auch bald durchführen lassen. Diese Umstellung ist unseres Erachtens Sache einer inten= siven Erziehung der landwirtschaftlichen Er zeuger durch die landwirtschaftlichen Genossenschaften, wie der Verbraucher erst durch die Konsumgenossenschaften der Reklame des Privathandels entwöhnt wurde und die Bedeutung des Qualitätsgedankens begriff. Die deutschen Konsumgenossenschaften wünschen sicher, daß das Bekenntnis des Dresdener Genossenschaftstages zur gemeinschaftlichen Arbeit fein Lippenbekenntnis bleiben foll. Bor aussetzung dafür ist aber die Erziehung des deutschen Bauern zum deutschen Genossenschafter. die Fürdü eise Fahrkarten k IV. KI Sonderpreise DamenStrümpfe feinste knstl. Waschseide, mod. Farben 23 nur HerrenSocken pa. Mako m. Flor, elegant. Jacquardmst. 175 RUT DamenSchlüpfer Edel- Mako, in allen mod. 275 Farben nur DamenHemdchen mit Trägern, feingerippt Mako, 80 cm lang nur 175 DamenHandschuhe Wasch leder, gute Qu, beste Verarbeitung 390 nur SEIT 1872 DamenWeste reine Wolle, einfarbig gem., neueste Pastellfarben 975 nur Steh- Umlege- Kragen elast.Sommerkragen, mod..Form 3 Stck. 2.Stck. nur 75ptg. Oberhemd pa. Zephir, m. unterlegter 775 Brust nur Unt.- Garnitur mod. Sommerfarben mit künstlich. Seide durchwirkt FLUS 590 HerrenPullover Orig.engl., moderne Muster RUMACH nur .1050 KONIGSTRASSE SPANDAUERSTR Pfennige kostel jelzł 1 Pfund Rhabarber. Rhabarber- Flammeri von Maizena( 6 Personen). 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Februar 1928 ftattVerlorene Tochter gehabten Borstandssigung ist folgende Sagungsänderung aufgestellt und am Sittenst. in 4 Akten. gleichen Tage vom Ausschuß beschlossen Har Erwachsene haben Zutriti worden: Park.auch Sonntags statt 4.- M. nur 60 Pf. Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Dyckerpotts Erben Saltenburg- Bühnen Dis. Künstler- Jh. 81 Uhr Das sind ja reizende Leute. Einen gesunden Schlaf und damit eine des Kräftigung ganzen Nervensystems erzielen Sie nur durch den echten .Baldravin' Patentamatl.gesch, unter Nr. 342681. Er enthält sämtl Extraktivstoffe d. Baldrian Wurzel in kräftigen Südwein gelöst. Alle Nachahmungen, die als ebensogut angeboten den, weiss raan antschied, zurück. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Hersteller: Otto Stumpf A.-G. Chemnitz. werDer§ 25, Abs. 3, Nr. 1 erhält folgende Fassung: 1) freie ärztliche Behandlung auf die Dauer von 26 Wochen bei allen von dem Verband der Krankenkassen im Bezirk des Oberversicherungsam s Berlin zugelaffenen Aerzten und in den Ambulatorien der Krantenfassen Berlins. Borstehende Sagungsänderung tritt am Montag, dem 23. April 1928, in Kraft. Innungsfrankenkasse der Junung vereinigter Droschtenbefizer Gr..Berlins Der Borstand gez. Bever Borstzender. gez. E. Jaetel Schriftführer. Genehmigt. Charlottenburg, den 4. Juni 1928. Oberversicherungsamt Berlin. gez. Unterschrift. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schmelzer Emil Schulz geboren den 14. Juli 1881, am 11. Juni gestorben ist. Chre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Freitag, dem 15. Juni, 15 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet GMOASYS Die Ortsverwaltung Offene Füße Krampfadergefchwüre, schwerbeilende Wunden, schmerzhafteEntzündungen etc. unerträgliches Juden heiff nachweisbar laut zahlreichen Danksagungen die milbe wohltuende Orlinda Galbe. Dole 1.75 u. 3.-, in Drogh.u. Apoth. fonst bei Cie Reichel, Berlin 43,30. Eisenbahnstr. 4