Morgenausgabe Ar. 285 A 146 4S.Zahrgang Wöchentlich 85 Pfg� monatlich I,VVM. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. einschl. Destellgeld, Auslandsabonne- ment 6,— M. pro Monat. *■ Der„Vorwärts� erjchein: Wochentag- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Äbendausgaben jür Berlin und im Handel mi- tem Titel„Der Abend", Illustrierte Beilagen„Vcl? und Zeit" und„Kin.derjreund". tzerner „Unterhaltung und Wissen",„Frauen- stimme".„Technik".„Blick in die Vücherwelt" und„Lugend-Vorwärts". IT V WV>§> Aerttuer Vpwsviatt Dienstag �9. Zum 1928 Groß'ÄerlinMpf. Auswärts 15 3>f. Die e i n I p a l t i q e Nonpareil!ezei!e 8t) Pfennig. Reklamezeile ö.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen" das ettse- oruckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei l-ttgedruckte Worte),»edes weitere Wori VI Pfennig. Stellenge uche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zihlen für zwei Worte. Ardeitsmarkl Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annähme im Hauptgeschäft Linden- Ürafje3. wochentägl. von ÖVa bis 17 Uhr. JsMsawLsan des SoziatdemoSvaMche« Oavtei DenifchlandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhofs 292—297 Telegramm-Adr: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonio: Berlin 87 öSS.— Bankkomo: Bank der Ärberier. Ängellellien »nd Beamten Walls». Kö. DiSkonio-Gefellschafi, Depositenkaffe Lindensir 8 Nsssere Beziehungen zu Rußland. Die„Zswestija" an die deutsche(Sozialdemokratie. Während die„Prawda" die rein sachlichen Ausführungen des„Vonnärts" über das neue kommunistische Weltpro- gramm zum Anlaß nimmt, um die deutschen Sozialdemo- traten im Stil der„Roten Fahne" zu beschimpfen, beschäftigt sich die„Jswestija", das Regierungsorgan, in erfreulich ruhigem Ton mit der Stellung der Sozialdemokratie als einer kommenden Regierungspartei zu den Problemen der aus- wärtigsn Politik. Die„Jswestija" meint, daß der unbe- friedigende Stand der Räumungsfrage für die Sozialdemo- kratie„kaum ein günstiges Zeichen in Richtung auf die West- Orientierung" fei, und oerweist in diesem Zusammenhang darauf, daß die neue deutsche Regierung von ihren Bor- gängerinnen neben der westlichen Orientierung auch eine ö st l i ch e übernehme. Sie fährt dann wörtlich fort: In den letzten sechs Jahren haben sich die Beziehungen Deutschlands zur Sowjetunion gestärkt und ent- wickelt, ungeachtet einer Reihe von Schwierigkeiten und zeitweiliger Berlangsamung des Tempos. Die politischen und wirtschaftlichen Verbindungen Deutschlands mit der Sowjetunion, entsprangen nicht nur den richtig verstandenen Interessen beider Länder, sondern sie dienten auch der Sicherung des Friedens. Wir kennen das Pro- gramm des neuen Kabinetts nicht. Dies hindert uns aber nicht, die nächste Etappe der deutsch-russischen Beziehungen zur Sprache zu bringen. Indem wir auch in Zukunft Züge, die für die internationale Rolle und Wichtigkeit der deutsch-russischen Beziehungen charakte- ristisch sind, gelten lassen wollen, wie wir sie eben für die voran- gehende Etappe gezeichnet haben, sind wir überzeugt, daß das Problem der neuen Etappe die weitere Stärkung und Vertiefung dieser Beziehungen sein mutz. Die Sowjetregierung und die Sowjetösfentlichkeit sind der Ansicht, datz die Verträge, die Deutschland und die Sowjetunion aneinander binden, zwar notwendig, aber un- g c n ü g e n d. s i n d für die neue Etappe der deutsch-russischen Be- Ziehungen. Wenn diese Etappe unsere Auffassung vom Wesen der deutsch- russischen Beziehungen widerspiegeln soll, so mutz sie von neuen formalen, wie materiellen Elementen erfüllt werden. Diese Elemente kann mazi sich auf verschiedenen Gebieten wirkend vorstellen. Wir wollen sie jetzt nicht konkretisieren, sondern ziehen nur die chauptlinie, längs.deren, wie wir meinen, die weitere Entwicklung zwischen beiden. Ländern vor sich gehen mutz. Die Sozialdemokratie, die nun die verantwortliche Regierungspartei wird, schildert sich selb st als friedensfreundlich und als Befürworter einer Stärkung des internationalen Zusammenlebens. Wir haben keinen Grund, uns irgendwelche Illusionen in dieser chinsicht zu machen. Aber selbstverständlich würde die Sowjetregie- rung jeden wirklichen Schritt begrüßen, der den Frieden und die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion förderte. Die nächste Zukunft wird zeigen, wie das neue Kabinett, an dessen Spitze die Sozialdemokratie steht, das Problem lösen will. Wir begrüßen es aufrichtig, daß die„Jswestija" eine weitere Besserung der deutsch-russischen Beziehungen unter einer sozialdemokratisch geführten Regierung für möglich hält und den Wunsch nach ihr ausspricht. Diese Auffassungen und Wünsche begegnen sich mit den unseren. Gerade aber um dieser gemeinsamen Ziele willen ist volle Aufrichtigkeit der Aussprache notwendig. Die Redaktion der„Jswestija" kennt die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie gewiß gut genug, um zu wissen, daß die von ihr als„Westorientierung" bezeichnete Außen- Politik alten Ueberlieferungen der Partei schon aus der Vor- kriegszeit entspricht. Für die Sozialdemokratie ist es ein unumstößlicher Grundsatz, daß es keine Sicherung des europäischen Friedens gibt ohne ein vertrauensvolles Zu- sammenwirken Deutschlands mit den Westmächten. Der un- befriedigende Stand der Räumungsfrage und der gleich un- geschickte wie unbefugte Versuch des polnischen Außenministers Z a l e s t i, sich in diese Frage einzumischen, vermögen daher grundsätzlich nichts an ihrer Außenpolitik zu ändern. Im Rahmen dieser Politik ist der weitere Ausbau der deutsch-russischen Beziehungen keineswegs unmöglich, sondern vielmehr möglich und wünschenswert. Wir würden es für falsch und äußerst bedenklich halten, wenn Berlin seine guten Beziehungen zu Moskau als diplomatischen Trumpf gegen Paris und London ausspielen wollte; wir können nicht der sehr wünschenswerten Freundschaft mit Rußland das für Europa lebensnotwendige gute Einvernehmen zwischen Deutschland und den Westmächten opfern. Dagegen scheint uns die Rolle eines Mittlers, der auf beiden Seiten Vertrauen genießt und auf keiner Mißtrauen erweckt, der geographischen Lage Deutschlands und der geschichtlichen Entwicklung angemessen. In dieser Rolle kann Deutschland auch Rußland wertvolle Dienste leisten, indem es ihm den Alb des drohenden Interventionskrieges von der Brust nimmt. Die Sozialdemokratie ist, wie man wohl auch in Rußland weiß, die s ch ä r s st e Gegnerin jeder Jnterventionspolitik. Leider hat es die russische Presse bisher versäumt, ihre Leser darüber aufzu- klären, sie hat vielmehr aus Gründen der kommunistischen Propaganda das Gegenteil davon behauptet. Daß man in Rußland von den Aufgaben des Sozialis- inus in Europa Vorstellungen hat, die von der erdrückenden Mehrheit der Arbeiterschaft abgelehnt werden, braucht für die Ausgestaltung der deutsch-russischen Beziehungen kein Hinder- ms zu sein. Gerade der Aufsatz der„Jswestija" beweist, daß diese Meinungsverschiedenheiten auch in sachlicherForm zum Ausdruck gebracht werden können. Man muß aber in Moskau verstehen, daß die Methode der deutschen Kommu- nisten, Rußland als das Musterland des Sozialismus zu preisen, die Sozialdemokratie zur Abwehr zwingt. Man muß weiter auch verstehen, daß die deutsche Sozialdemokratie nicht gleichgültig sein kann gegenüber der Art, wie die nicht- bolschewistischen Sozialisten in Rußland behandelt werden. Mag die künstige Entwicklung dazu führen, daß diese Gegen- sätze sich mildern, vor der Tatsache, daß sie heute noch be- stehen, darf man nicht die Augen verschließen. Es wird ein großer Fortschritt sein, wenn man einmal in Moskau erkennen wird, daß die Arbeiterbewegung eines jeden Landes das Recht hat, sich nach ihren eigenen Ge- setzen zu entwickeln. Für die Sache des Sozialismus wird da- durch viel gewonnen sein. Soweit sind wir leider noch nicht. Aber da für uns deutsche Sozialdemokraten die Sache des Frie- dens mit der des Sozialismus untrennbar verbunden ist, können wir Außenpolitik nur als Friedenspolitik nach allen Seiten treiben. Darum freuen wir uns der Bereitschaft der „Jswestija", die guten Beziehungen Rußlands zu einem sozialdemokratisch mitregierten Deutschland zu erhalten und noch weiter auszubauen. Glückliche Landung der„Freundschafi" Die erste Frau überquert den Ozean. Das amerikanische Flugzeug„Freundschaft" mit Miß Earhardt und den Piloten Stultz und Ells- Worth an Bord ist nach 1S>-stündiger Fahrt glücklich in der Grafschaft Wales gelandet. Damit ist es zum ersten Male einer Frau gelungen, den Ozean zu überqueren. (Näherer Bericht in der ersten Beilage.s Vorbereitung der Frankenstabilisierung. Unterschiede mit der Stabilisierung in anderen Ländern. Paris, 18. Juni.(Eigenbericht.) Dei Vorbereitungen zur legalen Stabilisierung nehmen ihren Fortgang, lieber den beabsichtigten Kurs ist auch jetzt noch nichts betonnt. Man nimmt an. datz er sich zwischen dem von der Bank von Frankreich vorgeschlagenen(126,6 für das Pfund— ein Fünftel des Vorkriegswertes) und dem gegenwärtigen von 124,20 halten wird. Die der Kammer vorzulegenden Gesetzentwürfe ßab zweierlei Art zunächst«m Gesetz, da» die Modalitäten des neuen Systems, d. h. den Goldwert des neuen Franken, fest- setzt; ferner eine neu« Konvention mit der Bank von Frank- reich über die Regelung der dem Staate gewährten Kredite. Die französische Stabilisierung weist der Währungsreform in anderen Ländern gegenüber einige Unterschiede aus. Vor allem wird der neue Kurs nicht auf Dollar oder Pfund, sondern auf Goldwährung basiert sein. Das neue Gesetz fixiert den Goldgehalt der neuen Währungseinheit. Die Einlösbarkeit des Franken in Gold soll jedoch nur im Verkehr mit dem Ausland möglich sein, während sie für das Inland noch einige Zeit aufgeschoben wird. Neue Goldmünzen werden zunächst nicht in den Verkehr kommen. Man rechnet jedoch mit der Ausgabe von 6-, 16- und 2S-Frankenstücken nach einiger Zeit. Ihr Wert dürfte den 1-, 2- und S-Fronkenstllcken der Vorkriegszeit entsprechen. Keine Auslieferung Bela Kuns. prozeßbeginn am 16 Juni. Wien, 18. Juni.(Eigenbericht.) Der Prozeß gegen Velo Khun wegen Geheimbündelei begiimt am 26. Juni. Die österreichische Regieruna bat die Ausliefe- rung an Ungern inzwischen abgelehnt, weil Bela Khun r u s s i- scher Staatsangehöriger ist. Ausbau der Krisenfürsorge. 25 000 Arbeitslose stehen vor der Aussteuerung. Am 30. Juni tritt die Krisenunterstützung für Arbeitslose teilweise außer Kraft. Mit diesem Zeitpunkt verlieren die Altempfänger von versicherungs- mäßiger Arbeitslosenunterstützung und von Krisenunter- stützung ihren Unterstützungsanspruch, weil die Schutzoor- schriften des§ 240 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung an diesem Termin ablaufen. Wenn nichts geschieht, wird am 30. Juni nach den letzten Ausweisen bei etwa 75 000 Arbeitslosen die Unterstützung eingestellt, ganz abgesehen von der Zahl derjenigen, Arbeitslosen, deren Unterstützungsdauer in der Arbeitslosen- Versicherung und Krisenunterstützung abläuft und die eben- falls des Unterstützungsbezuges verlustig gehen. Das ist na- türlich ein unerträglicher Zustand. Falls der Reichsarbeits- minister nicht von selbst unverzüglich die notwendigen Maß- nahmen ergreift, muß es zu den ersten Aufgaben des dem- nächst zusammentretenden Reichstages gehören, durch rasches Eingreifen für ausreichende Hilfe zu sorgen. Der Reichsarbeitsminister ist nach Anhörung des Ver- waltungsrats der Reichsanstalt oerpflichtet, in Zeiten andauernd besonders ungünstiger 2lrbeitsmarktlage die Ge- Währung der Arbeitslosenunterstützung als Krisenunter- stützung zuzulassen. Diese Voraussetzungen liegen zweifcl- los vor. Nach den letzten amtlichen Ausweisungen haben wir immer noch ein Heer von über 785 000 Unter- stützungsempfängern! Dabei ist jedoch zu berück- sichtigen, daß in dieser Zahl die tatsächliche Ungunst des Arbeitsmarktes nur unvollkommene Widerspiegelung findet. Durch die unzureichende Krisenfürsorge hat ein großer Teil der Arbeitslosen überhaupt keinen Unterstützungsanspruch, ein erheblicher anderer Teil verliert ihn vor Beendigung der Arbeitslosigkeit. Daraus erklärt sich das gewaltige An- wachsen der Unterstützungsempfänger bei der Wohlfahrts- pflege. Das Reich drückt sich vor seiner Unterstützungs- Pflicht und wälzt die Lasten auf die Gemeinden ab. Die weitere Folge davon ist, daß die amtlichen Ausweise über die Unterstützungsempfänger niedriger erscheinen, als es den Tatsachen entspricht. Das wird in vollem Umfang: bestätigt durch die amt- lichen Veröffentlichungen über die Inanspruchnahme und Vermittlungstätigkeit der Arbeitsnach- weife. In diesen Zahlen sind sämtliche Arbeitsuchende auf dem Arbeitsmarkt enthalten: sie spiegeln also weit um- fassender die wirkliche Lage des Slrbeitsmarktes wider. Die letzten amtlichen Ausweise geben die Zahl der Zl r b e i t- suchenden mit 1 386 514 an. Aus der Gegenüberstellung der Zahl der Arbeitsuchenden mit der Zahl der Unter- stützungsempfänger ergibt sich gleichzeitig, daß über eine halbe Million Arbeitsuchender vorhanden ist, die keine Unter st ützung erhalten. Damit werden die Mängel der gegenwärtigen Krisenfürsorge auch rein zahlen- mäßig in geradezu erschütterndem Umfange bestätigt. Wir halten es für dringend erforderlich, daß die Reichsanstalt diesem Mißverhältnis ihre Aufmerksamkeit zuwendet und durch den Ausbau ihrer laufenden statt st ischen Erhebungen endlich die notwendige Klarheit schafft. Wenn es nach den von uns angeführten Tatsachen keinem Zweifel unterliegen kann, daß der Reichsarbeits- minister oerpflichtet ist, die Krisenfürsorge zumindest in dem jetzigen Umfange aufrechtzuerhalten, so muh doch gleichzeitig betont werden, daß es mit einer einfachen Berlängerung der geltenden Bestimmungen für die Altempfänger nicht getan ist. Eine ausreichende Hilfe ist nur möglich durch den Ausbau der Krisenfürsorge. Dieser muß sowobl hinsichtlich des anspruchsbercaisigten Personenkreises als auch hinsichtlich der materiellen Leistungen erfolgen. Der Kreis der Anspruchsberechtigten muß sich auf sämtliche Berufsgruppen erstrecken. Das muß sowohl für Arbeitslose, die die versicherungsmäßige Anwartschaft noch nicht erfüllt haben, aber wenigstens 13 Wochen in einer versicherungs- Pflichtigen Beschäftigung gestanden haben, wie für Arbeits- lose, die den Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung er- schöpft haben, gelten. Ebenso notwendig ist aber auch eine Aenderung der Verordnung über Krissnunt�rstützung für Arbeitslose, die den materiellen Inhalt regelt. Nach der Reichsverfassung soll für den notwendigen Unterhalt des Arbeitslosen gesorgt werden, soweit ihm angemessene Ar- beitsgelegenheit nicht nachgewiesen werden kann. Der An- spruch auf Unterstützung muß also für die ganze Dauer der Arbeitslosigkeit anerkannt werden; er findet sein natürliches Ende durch den Nachweis angemessener Ar- beitsgelegenheit. Solange die Arbeitsnachweise dazu nicht in der Lage sind, darf der Staat den Arbeits- losen nicht zu einem willkürlichen Zeitpunkt einfach semem Schicksal überlassen. Es kann auch nicht Aufgabe der Wohl« fahrtspflege sein, die Unterstützung solcher Arbeitslosen fort- zusetzen. Dazu ist sie weder da, noch ist sie durch ihre recht- liche Konstruktion diesen sozialen Eine solche Regelung müßte aus Erfordernissen gewachsen. die Dauer auch zu einer Krach um Bazille! Volkspariei droht mit Regierungskrise, Bauernbund mit Opposition. Gefährdung der einheitlachen Arbcitsnachweisorganisatwn fuhren. Zu einem großen Unrecht hat sich auch die B e- grenzung der Krisenunterstützungssätze in den höheren Lohnklassen entwickelt. Deshalb muß dafür gesorgt werden, daß die Unterstützungssätze in der Krisenfürsorge die gleichen sind wie in der Arbeitslosenversicherung. Das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen- nersichcrung enthält die zwingende Lorschrist, daß die Krisenunterstützung nur an bedürftige Arbeitslose ge- zahlt werden darf. Zur Beseitigung dieser von uns immer bekämpften Vorschrifi bedarf es also einer Aenderung des Gesetzes. Dagegen ist es, genau so wie bei den bisher er- hobenen Forderungen, ohne Gesetzesänderung möglich, die größten Härten zu beseitigen, die sich aus der Anrechnung von Einnahmen von Angehörigen des Arbeitslosen ergeben. Durch diese Anrechnung ergeben sich geradezu tolle Zustände. Ein paar Beispiele mögen das beleuchten: In dem sonst kinderlosen Haushalt der Eltern lebt eine erwachsene Tochter, die ein uneheliches Kind zu versorgen hat. Der Vater verdient 28 Mark in der Woche, kann sich also nur kümmerlich mit seiner Frau ernähren. Die Tochter wird arbeitslos: sie gehört zur Lohnklasse HI. Großmütig erkennt man die Bedürftigkeit an, infolge der entsprechenden Anrechnung des Einkommens des Vaters ergibt sich jedoch nur ein Unter st ützungssatz von wöchentlich 2.80 M a r k. In einem anderen Falle hat die Mutter eine monatliche Pension von 80 Mark. Die erwachsene Tochter wird arbeits- los. sie gehört zur Lohnklasse n. Alles spricht also dafür, daß hier geholfen werden muß. Die Bedürftigkeit wird zwar anerkannt, aber aus der Anrechnung der Pension ergibt sich, daß zur Auszahlung nichts übrig bleibt. In einem dritten Falle bezieht die Mutter eine wöchent- liche Pension von 13,0t Mark, der Arbeitslose gehört zur Lahnklasse III. Durch die Anrechnung ergibt pch eine wöchentliche K r i s e n u n t e r st ii tz u n g von 70 P f., so daß zwei Personen mir wöchentlich etwa 14,50 Mark ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Diese Beispiele zeigen, daß auch diese Vorschriften einer gründlichen Aenderung bedürfen. Sie führen jetzt dazu, die Hilfe dort zu versagen oder einzuschränken, wo sie am nötigsten ist. Darum besteht die Notwendigkeit, unverzüglich die notwendigen Vorarbeiten in Angriff zu nehmen, damit wenigstens ab 1. Juli eine vernünftige Regelung der Krisen- Unterstützung Platz greifen kann. Llm die neue Reichsregierung. Verhandlungen zwischen den Fraktionen. Die Erörterungen der Fraktionsführer der Sozioldemo kratett, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demo- traten und der Bayerischen Volkspartei über die sachlichen Voraussetzungen zur Bildung einer Regierung wurden am Montag fortgesetzt. Vom Zentrum und von der Deutschen .-VoltspArtei wurden ebetzso wie bereits fr Eher von der ..Sozisldenwkratic Vorschlage für die Sozialpolitik, die Wirt- -schaftspslstik und die Steuerfragen vorgelegt. Ein abschließendes Ergebnis wurde nicht erzielt, da zuerst die Fraktionen über das Ergebnis der Aussprache unterrichtet werden sollen. Daher sind auch die Urteile verfrüht, die aus dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen optimistische oder pessimistische Schlußfolgerungen ziehen. In den sozialpolitischen Fragen herrschte eine ziemlich weitgehende Uebereinstimmung. Allseitig wurde die Vorlegung neuer Gesetzentwürfe verlangt. Durch sie sollen der Arbeiterschutz, das Arbeitsrecht und die Sozialversicherung ausgebaut, vereinheitlicht und vereinfacht werden. Nur in der Frage, ob den Kleinrentnern ein Rechtsanspruch auf Unterstützung zuerkannt werden könne, gingen die Mei- nungen auseinander. Noch stärker wichen die Meinungen in der Wohnungsfrage voneinander ab. Auch die Aussprache über die S t e u e r p r o b l e m e er- gab keine Klärung. Sie erstreckte sich auf die Ermäßigung der Lohnsteuer, die Nacherhebung der Vermögenssteuer, den Finanzausgleiä), das Steuervereinheitlichungsgssetz, die Ver- oulagung der Einkommensteuer nach dreijährigem Durch- schnitt, die Senkung des Tarifs der Einkommensteuer für mittlere Einkommen, den Wegfall der Kapitalertragsteuer und die Verwendung der Hauszinssteuer ausschließlich zum Wohnungsbau. Während die Notwendigkeit des Steuerver- viNheitlichungsgesetzes von fast allen Parteien anerkannt wurde, begegnete die Forderung der Sozialdemokraten auf sofortige Ermäßigung derLohnstouerund Nach- o r h e b u n g der restierenden Ver mögens st euer Widerstand. Der Aussprache über die Wirtschaftspolitik lagen allgemeine Formulierungen der Sozialdemokratie und des Zentrums zugrunde. Auch hier wurde die Aussprache nicht zu Ende geführt, sondern vertagt, bis die Fraktionen Stellung genommen haben. Die Verhandlungen der Fraktionsführer werden a m Dienstag vormittag fortgesetzt. Bei dieser Ge- legcnheit werden auch die Fragen der Reichswehr- Politik und die Schulfrage zur Erörterung stehen. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartei Hot jetzt zwei Fachausschüsse eingesetzt, einen für Steuersragen, einen für Wirtschafts- und Sozialpolitik, die der Fraktion Bericht erstatten sollen. Lind Preußen? Die Volkspartei Preußens Hot eine Verhandlungskom- Mission gebildet, die aus den Abgeordneten Stendel, Schwarzhaupt, Dr. Heimann- Köln und Dr. W i e m e r besteht. Am Nochmittag tagt das Preußen- Zentrum im Landtag._ Wilhelm Pieck, der kommunistische Abgeordnete, bat sein Mondal iiir f-cn preußischen Landtag medergeleot und da» Mandat sür den �eichktog angenommen. Aachsolger im Landtag mied Stadtinspettor N o d d a tz, Berlin-Neukölln. Fraktionssuhrer der komm»- mstischen Landtagsportei wird an Stelle von Pieck der Abg. Meyer- Ostpreußen.' Stuttgart. 18. Juni.(Eigenbericht.) Die Bolkspartei hat auf einer Tagung ihres erweiterten Landesousschusfes den bevorstehenden Sturz der neuen württembergischen Regierung angekündigt, falls die Rechte darauf beharre, Bazille als Kultusminister in der Regierung zu belassen. Der Vorsitzende der Pgrtei, Abg. Rath, sagte am Schluß seiner mit großem Beifall auigcnommenen Rede:„Die Zusammenfassung aller bürgerlichen Kräfte ist noch wie vor ein erstrebenswertes Ziel, aber auch bei ruhiger Erwägung oller herein- spielenden Fragen ist es vollkommen ausgeschloffen, daß die Deutsche Bolkspartei ihre bisherige Haltung aufgibt. Sie muß. sofern der Kultusminister Bazille und feine Partei kein Einschen bekunden, die Verantwortung für die daraus entstehende Regierungskrise ablehnen.' Cine Entschließung, in der die Haltung der Fraktion gebilligt und sie aufgefordert wird, an der bisher vcrsalgten klaren Linie festzuhalten, wurde mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Danach dürste die Regierung Bolz-Bazille die am Dienstag im Anschluß an die Regierungserklärung einsetzende politische Aussprache kaum überleben, es sei denn, daß der B a u c r n b u n d sich entschließt, Bazille als Kultusminister zu opfern. Diese Zumutung hat er aber bisher auf das allerentsijziedenste zurückgewiesen. Sein Organ schrieb erst vor wenigen Togen im Anschluß an die Ablehnung des ersten Mißtrauensvotums gegen Bazille: „Entweder mit Bazille als Kultusminister in die Regierung oder ohne Bazille raus aus der Regierung und hinein in die Opposition!" Man kann daher der am Dienstag beginnenden Auseinandersetzung im wiirttenchergischen Landtag mit großem Interesse entgegensehen. Liebesgaben der Volkspariei. Sine Leberraschuna für dos Land Laden. Karlsruh«, IS. Juni.(Eigenbericht.) Einiges Aufsehen hat im Lande Baden der Versuch der B o l k s- Partei gemacht, die Gebä» besonder st euer für die Landwirtschaft, die übrigens für den einzelnen nur sehr gering ist, völlig aufzuheben. Dem Staat würden dadurch über 7?0 000 Mk. entzogen werden, der W o h ii u n g s b a u auf dem Lande würde 1 624 000 M. verlieren, so daß die gesamte Neubau- tötigkeit auf dem Lande in Frage gestellt wäre, und auch die Gemeinden hätten darunter zu leiben. Trotz dieser Tatlochen und obwohl die Regierung den Aittrog schon aus bevölkerungs- Haltei fest am Gebei! Svoagelifch-sozialer Kongreß gegen devtschnationale Blasphemie.. Die D.au t s ch» o t i o n o l e n. die sich nach außen hin als die Ehristlichstsn aller Chrfstlichzn aufspielen und damit einen guten Teil ihrer Wahlagitation betrieben haben, er- halten jetzt van berufener Seite eine Quittung über ihr Treiben. In der Korrespondenz, die das Generalsekrctariat des Evangelisch-sozialcn Kongresses heraus- gibt, kann man lesen: „In den vergangenen Woche» noch der Wohl ist wiederholt von kirchlicher Seite mit Recht ernste Kritik laut geworden über die Art pich Weise, wie der Wohl kämpf gefühlt worden ist. So hat es besonders bei allen ernsten Christen, ohne Unterschied der religiösen Stlniinnng und Richtung, einen peinlichen und verletzen- den Eindruck gewacht, daß das feine und innige Thoma-Bild — Großmutter mit ihrem(Sütel in der Bibel lesend— als Wahl- Plakat verwendet worden ist. Der Protest war nahezu einmütig nah fand, ohne Unterschied der Partei, Unterstützung bei allen, denen die Heiligtümer des Christentums noch groß und ernst sind. Auch der E o a n g e l i s ch- s o z i a l e Kongreß hat sich in seiner Mit- gliedervcrsammlung anläßlich seiner großen Dresdener Tagung diesem Protest angcschloffeu. Er Hot dabei wohl bemerkt, daß mancher häßlich« Angriff auf das Christentum vorausgegangen ist, daß aber trotzdem nach dem Evangelium olle diese noch so unfeinen Angriffe eine derartige Erwiderung, durch die d a s H e i l i g e z u m Unheiligen herabgedrückt wird, nicht rechtfertigen." Es ist uns unbekannt, von welcher Seite die ernste Kritik stammt. Eine offene Zurückweisung des deutschnationalen Mißbrauchs christlicher Symbole zu niedrigsten wahldema- gogischen Zwecken durch die evangelischen Kirchen- b e h ö r d e n hat man bisher vergebens gesucht. Im Gegen- teil, mehr als einmal hoben Vertreter der evangelischen Kirche ihr Amt und die Kirche zu wahlagitatorischen Zwecken in deutschnationalem Sinne mißbraucht. Sie haben damit dasselbe getan, was vom Generalsekretariat des Evangelisch- sozialen Kongresses so scharf gegeißelt wird. Bezeichnend, daß diese Zurückweisung erst jetzt, vier Wochen nach der blasphemischen Wabsplakate Verantwortlichen, des Vorstands blasphenifchen Wahlplakate Verantwortlichen, des Borstands der Deutschnationalen Volkspartei, erfolgt! Mchirägliche Helden! Deutfchnatioliale und ponfieck. Mit zahlreichen anderen Rechtsbiättern hatte das Pastorcnblatt „Der Reiäzsbote" die völlige Passivität der deutsch- nationalen Landtagsabgeordncten bei dem tätlichen Angriff der Kam- munisten aus den„christlich-nationalen Bauer" Ponfieck kritisiert. Nim behauptet der Geschäftsführer der denkschnationalen Londtags- fraklion, daß die B.'houptuvgon des„Reichsboten" aus„völliger Unkenntnis der geschehenen Dinge" beruhten. Nach seiner Dar- stellung hätten sich zunächst zwei Dentschnational« zwischen Ponfieck und seine Angreiser geworfen, sodann hätten ihn zwei weitere Deutsch- nationale solange gedeckt, bis er in die Reihe seiner eigenen Frak- tionsfrcunde gestüchtet wäre, von wo aus er zwischen die Bänke der Deutschen Volk spartet und des Zentrums gedrängt worden sei. Die Zuschrift schließt niit der„Feststellung", daß,„soweit eine Krästeentwicklnng in den engen Plätzen zwischen d*n Bänken. möglich war, die Deutschnntionalen ihre Hilfe nicht versagt haben". Diese Darstellung widerspricht dem Tatbestand, den mindestens taufend Menschen im Saale und oo» den Galerien aus genau politischen Gründe« für unannehmbar erklärte, hielt die Bolkspartei an dem Zlntrog fest. Sie hotte im Landtag nur die Deutschnotionolen yuf ihrer Seit« und erlebte«inen Durch. fall— 13 gegen 4 Stimmen— mit Pauken und Trompeten. Äber so sind sie— Liebesgaben für die Großen, und mag der Wohnungsbau darüber ins Stocken geroten! Das Land Baden kann froh fein, daß es cine feste Weimarer Koalition hat. Badens Arbeiierwohlfahrt. Ein Jahr des Wachsens und der Arbeit. Heidelberg. 18. Juni.(Eigenbericht.) Hier tagte am Sonabcnd und Sonntag die zweite Landes- konferenz der Arbeitcrwohlfahrt in Boden. Der Ge- jchäitsbericht, den der Vorsitzende Genosse Stadtrat Aman» gab, zeigt, daß die Aibeiierwohlsahrt in Baden auf ein Jahr ersolg- reicher Arbeit zurücksehen kann. Die Zahl der Ortsausschüsse wurde von 20 auf 3? erhöht. Neue Näh- und Kochschulen. ein Schüler- und ein Walderholungsheim wurden errichtet. In Erholungsfür- sorge wurden 1063, in Heime 110 Kinder gegeben. Im ganzen wurden 156? Kinder betraut. Für örtliche Erholungssürsorge wurde 20 Pf., für Unterbringung im Heim 70 Pf. pro Tag und Kind Zuschuß gewährt. Bei der Weihncchtsbcscherung wurden 1500 Personen bedacht und 2-5 000 M. dafür ausgebracht. Für die Hartz- waffcrgeschädigtcn in Sachsen wurden 2000 M. abgeführt. Sehr schwer war der Kampf, die Lertreter der Ar- bciterwohlfahrt in die Fürsorgeverbände hineinzu- bringen, obwohl die bodische Regierung hilfreich zur Seit« stand. In einzelnen reaktionären ländlichen Fürsorgeverbänden und in reaktionären Kommunen wie Baden-Baden stand man einer Vertretung der Arbeiterwohliahrt ablebnend gegenüber. Bezeiäzncnd war die ablehnend« Begründung des Vorsitzenden des Bezirksfür- forgeverbandes Engen, die Lozioldemokralen brächten Unruhe in die Bezirksfür fargsverbänd« hinein. Er mußt- erst vom Mini- sterium des Innern einer besseren belehrt werden. Ilm denk Uebel- stand ab.zuhetfen, wurde dam Londesausschuß einstimmig ein An- trog übrwiesen, in der die Forderung ausgestellt wurde,.daß die einzelnen Ortsausschnffe für Arbeitenvohsiohrt im Verhältnis zur politischen Stärke der Sosialdemokratie b e i dem Vollzug der Fürsorge beteiligt werden, was insbesondere bei der Besteilniig von'ehrenamtlichen Bezirksvorstehern und Fürsorgern in der Armensürsorge zum Ausdruck zu kommen hat". Im Anschluß an die Tagung begaben sich die Konferenzteilnehmer geschlossen an Eberts Grab, wo man einen Kranz mit roter Schleife niederlegte. verfolgen konnten. Keine Hand hat sich zun» Schutze P o n s i c ck s gerührt, weder eine deutschnationale, noch eine völkische, noch eine.zstristtich-nationalc". Die Deutschnotionolen standen ousnahmlo» passiv umher und beobachteten al? Zu- schauer, wie Pontieck von einem halben Dutzend Kommunisten über- sollen Wierde. Dieses Verholten ist selbst von deutschnationalen Pressevertretern sofort' mit Empörung festgestellt und einer von ihnen Hot m einem führenden rechtsgerichteten Proomzblatt die Schilde- rung dieser Szene mit dem gag»« sein« eigenen Parteifreunde ge- richteten Ausruf geschlossen:„Eine feig« Gesellschaft!" Richtig ist, daß sich die Deutschnntionalen schar«« weis- um Ponfieck drängten und ihm die Hände schüttelten, als er eine halbe Stunde später mit verbundenem Kopfe wieder den Saal betrat! Dadurch ist ihr klägliches Verholten in dem Augenblick, wo e« darauf ankam, Solidarität zu zeigen, nur noch häßliche? er- schienen. Ganz reizend mutet es ober o»». wenn die Leitung der Deutfchuationalan Landtagsfraktion die Tatlachen nachträglich auf den Kopf stellt und die„seige Gesellschaft' als eine Schar von Helden hinzustellen versucht! Otto Hammann gestorben. Äülows Vertrauensmaml. In Fürsten berg in Mecklenburg ist der langjährig« Leiter der Presseabteilung de» Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektor o. D. Otto Hammann, im Alter von 76 Iahren gestorben. Obwohl er während seiner Amtszeit, die von 1893 bis zur Er- reichung der Altersgrenze im Jahre ISIS währte, wenig in der Oeffentlichkeit hervortrat, hatte Hammann hinter den Ku- lissen der hohen Politik«ine hervorragende Roll« gespielt. Darin glich er seinem größten Widersacher, dem verhängnisvollen Baron Holstein, der ein„Mann im Dunkel" im übelsten Sinne des Wortes war. Hommonn, der als literarischer, sodann als politischer Mitarbeiter nationalliberaler Blätter begonnen hatte, war vom Reich?» kanzler C o p r i o i ins Auswärtige Amt berufen worden, insbeson- der« zur Abwehr einer gegen den„neuen Kurs" gerichteten Pressekampagne. Im Laufe der Jahre spitzte sich sein Gegensatz zu Holstein immer mehr zu, doch gelang es diesem nicht, Hammann zu oerdrängen. Vielmehr wurde Hammann der besondere Ver- tratiensmann Bülows,»nd am End« eines zähen, uitter- irdischen Kampfes mußt« der allgemein verhaßt« und gefürchtet« Holstein gehen. Unter dem kaiserlichen Regime war der Verkehr Mischen Re- gierungsstellen und Presse«in fast unbekannter Begriff. Hammann galt daher als ein Pionier auf diesem Gebiete, weil er sich herab- ließ, als Ministcnaldirektar mit einigen„bevorzugten" Journalisten zu konferieren. Und diese wenigen genoffe» dann in bürger- lichcn Ionrnalistentreisen ungeheures Ansehen, weil sie das Amts- zimmer eines leilchostigen Geheimrots betreten durften. Hammapn hatte die Vorteil« eines solchen Verkehrs für feinen hohen Herrn, den Reichskanzler, erkannt: Pulow genoß während seiner Kanzler- schaft sogar in der demokratischen Presse einen stark übertriebenen Ruf und perdankt« dies« Ucberschötzung der täxstichen Bearbeitung einiger Journalisten durch seinen Pieffechef Hammann. Im Ruhestand hat Hammann einig« intereffonte Erinnerung». biicher veröffentlicht:„Der neue Kurs",„Um den Kaiser",„Bilder aus der letzten Kaiserzeit" und„Der mißverstandene Bismarck". Dies« Biicher haben dazu beigetragen, Einblick in die politischen und persönlichen Vorgänge der letzten zwanzig Jahr« vor dem.Krp-g ZU gemöbren und werden von Historikern dieser verbängnisnollen wilhelminischen Veriadc ost öl- vuelle zitiert. Aef ander» die früher in tiesstes Dunkel gehüllte Täligkeit der„Mannes mit den Hyänen- äugen, Holstein, ist durch die Hommonn schen Veröffentlichungen in wertvoller Weise klargelegt worden, Das Frauenwahtrecht in England. London. 15. Zun'. Das Oberhaus hak den Gesehenkwurf, der den F r a u e n im Aller von ZI Zahren das gleiche Wahlrecht verleiht wie den Spannern, in dritter felung ohne Debatte angenommen. Der Entwurf, der bereits im Unterhaus angenommen worden war. wird nun Gesetz werden. « London. 15. Yuni. Di« Frauenrechtlerin P a n k h u r st wurde heut« umer groher "Beteiligung von Frauen aus London uird ganz England auf dem Friedhof von Brompton bestattet. Rücktritt des Sprechers im englischen llnterhause. London, 18. Juni. Im Unterhaus« stellte heut« der Sprecher W h i t l e y formell das Ersu6)«n, mit Rücksicht aus seinen Gesundheitszustand von seinem Amt, da? er seit über sieben Iahren innegehabt hat, bei Schluß der morgigen Umerhoussitzung enthoben zu werden. Bald min, INacdonalü und Lloyd Georg« gaben ihrem tiefen Bedauern über diesen Entschluß Ausdruck. Die Wohl des neuen Sprechers, des Konservativen Fi tz r oy, wird Mittwoch vorgenommen werden. Deutschland und Oesterreich. Eröffnung der Handelsvertragsverhandlungen. Wien. 18. Juni. Im Bundeskanzleromt wurden heute die Verhandlungen über den neuen chandclsncrtrag zwischen Deutschland und IV st e r r c i ch eröffnet. Die beiden Vorsigcndcn, auf deutscher Seite Ministe! ialdirektor Dr. Ritter und auf österreichischer Seite i�eklionsches Dr. Schüller, gaben der bestimmten Erinarlung "lusdnick, daß es gelingen werde, die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten durch den jetzt in Ver-- Handlung stehenden Vertrag, der aus einer möglichst breiten Basis abgeschlossen werden soll, wesentlich zu fördern. Deutschland und Wiftschaststonserenz. Iieichstagsabgeordneter Oskar Meyer fährt nach Versailles. Das Gcneralsekretariat de? interparlamentarischen Wirtschastskonferenz, die in Versailles zusammen- getreten ist, hat an Reichstagspräsidenten Löbe telegraphiert, man inöge wenigstens einen deutschen Parlamentarier entsenden, um lic geplante Einladung nach Berlin zur nächstjährigen Konferenz" persönlich den Delegierten zu übermitteln. Löbe hat däraushm zurückgcdrahtet, daß man diesem Wunsch durch sofortige t�ntsendung des demokratischen Rcichstogsabgeordncten Oskar Meijer, Staatssekretär z. D., entsprechen werde. Schule und Republik. Tagung t»es republikanischen �ehrerbundes. Frankfurt o. W.. 18. Juni(Eigenbericht). Unter dem Vorsitz von Rektor Laos fand am Sonntag in "ssräilksurt eine stark beftichte Tagung de» deutschen republi« ''io nischen Lehrerb'un des statt. Kultusminister Professor Dr. Becker hatte der Tagung brieflich den besten Erfolg gewünscht. Ferner waren Vertreter des Freistaates Hessen, des Oberprösidenten fon Hessen-Nassau und verschiedener anderer Behörden anwesend. Auch die republikanischen Parteien hotten Vertreter entsandt. Universitätsprosessor Dr. After leitete die Tagung durch einen Vortrag ein, in dem das Thema der Tagung gestellt war„Erziehen wir republikanische Menschen". Als erster Hauptredner behandelte Universttätsprofcssor Dr. D c s s a u e r- Frankfurt das Thema vom Gedanken der Demokratie aus. die auch von der christlichen Weltanschauung gefordert werde. Oberschulrot Dr. Deiters- Kassel legte die Frage in das Gebiet der höheren Schulen und schilderte die außerordentlichen Schwierigkeiten, die der republikanischen Erziehungsarbeit deshalb erwachsen,«eil vor altem die Jugend der höheren Schulen erfüllt sei von dem Gedanken des sozialen Privilegs und weil wegen des besonderen Charakters ihrer Lehrerschaft auch diese noch bedenklich lebensfremd sei. Dr. Deiters forderte, daß in höheren Schulen der Weg ins reale Leben gegangen und ins reale Leben vorgestoßen werde. Hierzu fei notwendig, die falschen Ideologien, das Erbe der Vergangenheit zu durchbrechen. Mit den b a l a n- eieren den Geschichtsbüchern der letzten Jahr« müsse Schluß gemacht werden. Es sei notwendig, auch in den höheren Schulen zum gegenwärtigen Leben vorzustoßen, und der erste prak- tische Weg sei die Republilanisierung der Lehrer- s ch a f t an den höheren Schulen, di« von der Pädagogik zur Politik und zum sozialen Dienst kommen müssen. Rektor Wickel-Nassau behandelte das Thema im Sinne der Volksschule. An die öffentliche Sitzung schloß sich noch eine interne Tagung an, in der Orgonisationsfragen besprochen wurden. Llmschulung der Rationalisierungsopfer. Die Sozialdemokraten haben im Landtag«inen Urantrog eingebracht, worin sie ausführen, daß die„ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und die Existenz von Gemeinden, lediglich vom Profit- iuteresse des Kapitals durchgeführte Rationalisierung der Großindustrie" in verschiedenen Landesteilen, besonders aber im Siegerland und in Niederschlesten zu einer großen Steigerung der Arbeitslosigkeit geführt habe. Das Staatsministerium inird ersucht, mit der Rcichsregierung dahin zu wirken, daß der durch Rationalisierung hcrbcigesührten verstärkten und dauernden Arbeitslosigkeit namentlich in diesen Gebieten durch Schaffung von Arbeits Möglichkeiten anderer Art abgeholfen werde. Zernflug Zriedrichshafen-Kalifornien? New Zork, 18. Juni. „Associated Preß" meldet aus Long Beach(Kalifornien): Dürgermeister H äuge kündigte heute an, er habe von Dr. E ck e n e r die Nachricht erholten, daß der n«ue Zeppelin, der in Friedrichshafen seiner Vollendung entgegengeht, im Juli einen direkten Fernflug von Friedrichshafen nach Long Beach nerfuchen werde. Die Ankunft be» Lustichiffes wird wäh- icrrd der in Long Brach stattsinbenden Ausstellung der pazisisckxn Südwest-Staat«« cisolgev. Die Beamten der Ausstellung«rklarlen, j e würden die Washingtoner Regierung ersuchen, den in Panama k-efmdlichen transportablen Dcronkerungsmast nach Long Beoch schaffen zu lassen. � Die nationale Opposition rüstet zum Angriff! Mostauer Programmdebatte. Rette Aussichten: Erst Hungersnot- dann Wiederzulaffung kleiner Kapitalisten! Die„Prawda" vom 14. Juni eröffnet in einer Beilage, die als Nr. 1 bezeichnet wird, die Diskussion zum Programm- entwurf der Kommunistischen Internationale. Unter den drei Artikeln, di.e diese Beilage bringt, verdient ganz besonde- res Interesse der des ungarischen Kommunisten V a r g a, der unter den Wirtschaftlern der Sowjetrepublik eine be- deutende Rolle spielt. Der Artikel trägt die Ueberschrift„Das Ucbergangsstodium vom Kapitalismus zum Sozialismus— Kriegskommunismus und die Neue Ockonomijchc Politik". Varga führt u. o. aus: Bei der Erörterung des Programmentwurfcs ergaben sich in der Frage über die Wahrscheinlichkeit des Kriegskommunismus grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und dem Genossen B u ch a r i n. dessen Ansicht sich die Programmkommission! schließlich zu eigen gemacht hat. In dem Programmentwurs heißt es: „Im Zusammenhang mit der mäglickien militärischen Inier- oeniion der Kapitalisten und einem langwierigen konterrevolutio- uären Kriege kann sich die Notwendigkeit einer Wirtschasts- poiitik des K r i« g s k ö m m u n i, m u s ergeben." Dos bedeutet, daß der Kriegskommunismus eine Ausnahme sein würde, die Regel zedoch der Nebergong des Kopitalismus ün- mittelbar zur Rep(neuen äkonowischen Politik). Im Gegensatz zu dieser Ansicht bin ich aus Grund der russischen und der ungarischen Erfahrungen der Meinung— und ich habe auch einen entsprechenden Zusatz in Vorschlag gebrocht—, daß in allen neuen Fällen der proletarischen Diktatur, die isoliert von der lISSR. entstehen dürften, der Kriegskontmunismu» die Regel sein würde, die neue ökonomische Politik dagegen die Ausnahme. Ist e» nun mag- lich, in einem isolierten Staat der proletarischen Diktatur das Stadium des Kriegskommunismus zu vermeiden? Ist nach der Erringung der Macht»in gleichzeitiges Bestehen des Prioateigen- tums an Produktionsmitteln wie des Systems des freien Handels und des sozialistischen Teils der Wirtschast möglich? Oder folgt aus der Notwendigkeit, die isolierte Diktatur des Proletariats zu ocr- leidigen, daß ein teilweiser oder vollständiger auf kürzere oder längere Dauer vorhergesehener Kriegskommunismus eingeführt werde? Ich bin der letzteren Ansicht und möchte sie in der Haupt- fache mit den Ersahrungen der ungarischen Sowjetrepubltk begründen. 1. Die Erringung der Macht ist nur im Augenblick einer akuten revolutionären Situation möglich, nur im Falle einer tiefgehenden Krisis innerhalb der regierenden Klassen, die sie unfähig machen, dem Ansturm des Proletariats erfolgreichen Widerstand zu leisten. 2. Diese Krisis innerhalb der regierenden Klassen, als Voraus- sctzung einer akuten revolutionären Situation, bei der allein die Erringung der Macht möglich ist, tritt nur bei sehr tief- gehender Zerstörung der Wirtschast ein. Das Proletariat nimmt somit die Wirtschaft in einem Zustand der Zerstöning, mit anderen Worten bei einer verringerten Produktivität in Besitz. 3. Diese Zerstörung der Wirtschaft ist gleichbedeutend mit der Zunahme der Not innerhalb der breiten Massen des Proletariats und der Dorfarmut. Die Macht der Bourgeoisie kann nur durch die entscheidende Teil- nähme dieser beiden Faktoren gebrochen werden, es kann dies unter keinen Umständen bloß durch die in der Kommunistischen Partei organisierte Avantgarde geschehen. Die breiten Massen des pro- lclarial« erwarten ober vom Siege eine sofortige Verbesserung ihrer materiellen Lage. 4. Diese Verbesserung der materiellen Loge der breiten Volks- Massen kann abct unter keinen Umständen bei Beginn der Diklolur ol» Ergebnis einer gesteigerten Produktion wirksam werden. Im Gcgenteik, diese Produktion wird zu Beginn der Diktatur unvermeid- lich und sortgesetzt sollen, und zwar aus folgenden Gründen: ») Mit dem Zusammenbruch der Älasscnhcrrschast der Bourgeoisie sinkt die mit der Klassendisziplin verbundene Arbeits- d i s z i p l i n auch in den Betrieben. Es bedarf einer längeren Zeit, bis eine neue proletarische Arbeitsdisziplin entsteht. Daher die Senkung der Produktivität der Arbeit. b) Die besten und besonders klassenbewußten Arbeiter werden aus dem Produktionsprozeß herausgezogen und in die Rote Armee, die Verwaltung und dergleichen mehr»ersetzt. c) Hinzu kommen serner der wirischattliche Boykott der kopitalislischcn Länder, der in Verbindung mit der inneren be- wassneten Konierreoolution zu einer Umstellung der Wirtschast zu einer Kriegswirtschaft führt: die Notwendigkeit, die Luxusindustrie für Herstellung der olltäglichen Bcdarfserzeugntssc umzustellen: die Sabotage des gualisiziertcn technischen Personals und dergleichen mehr. All das führt dazu, daß zu Beginn der Diktatur die Produktion der Industrie sinkt und daß die Forderung des Proletariats nach kiebung ihres Lebensniveaus nicht befriedigt werden kann. I. Die der Erringung der Macht vorhergehende Krise des Kapitalismus führt zu einer I n f l at i o n, zu-einer Entwertung des Geldes. Dieser Umstand wieder o e r a n l a ß t d i e Bauern, ihr Brot z u r ü ckz u h n l t e n, während die Großbauern schon aus politischen Gründen die Großstädte boykottieren. Bor dem städtischen Proletariat erhebt sich deshalb die Gefahr einer Hmtigersnol. Diese Tatsachen zwingen den proletarischen Staat, ob er es will oder nicht, die Vorräte der Bourgeoisie und des wohlhabenden Bauern- tums zu konfiszieren, um auf diese Weise wenigstens einig« Bedürs- nissc des Proletariats zu befriedigen. Es handelt sich dg bei um Wohnuugen,. Kleider, Hösche ig den Stähseii," um bie'ftnn- f i sz i e ru n g der f a n d w i r t. s ch a s tischen Geräte- in den Dörfern.(!!) Andererseits führt die Forderung des Proletariats nach Erhöhung des Zlrbeitslohncs unter gegebenen Vechäitnissen zur weiteren Entwertung de». Geldes: eine wirkltche Verbesserung der materiellen Lage bedeutet diese Erhöhung des Lohnes nicht. r Aber alle diese Maßnahmen führen dazu, daß man gewisser» maßen zur Naturalwirtschast zurückkehrt: die Bauern z. B. pro- duziercn nur das, was sie zum Leben nötig haben, das Bürgertum stellt teilweise die Produktion vollständig ein. Eine gewisse Rolle spielt dabei auch der Umstand, daß der Versuch gemacht wird, dem neuen Regime mannigfaltige Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Aus oll dem geht hervor, daß in jedem Staat mit proletarischer Diktatur die wirtschaftliche Machtergreifung des Staates anfangs weit über das Zweckmäßige hinausgehen wird, und daß erst ganz allmählich eine Wiederherstellung der prioalwirlschastlichsn Tätigkeit der Bauern, der Handwerker und der kleinen Sapitalisten stattsindcn wird. Zu Beginn der Diktatur des Proletariats ist der geradlinige unmittelbare Uebcrgang vom Kapitalismus zum Kam- munismus, d. h. das Hineinwachsen des Kriegskommunismus in den vollkommenen Kommunismus ebenso unmöglich, wie die neue ökonomische Politik. Also erst inszeniert man eine Hungersnot und dann führt man, weil es ja doch nicht anders geht, den Kapitalismus teilweise wieder ein! Das ist ja auch der Weg, den der Bolschewismus in Rußland tatsächlich gegangen ist. Der Gedanke aber, daß sich eine politisch und gewerkschaftlich geschulte Arbeiterschaft wie die deutsche eine solche Eisenbart- kur gefallen lassen würde, ist absurd. Auch die kommunistischen Wähler würden nicht mehr mitmachen, wenn versucht werden sollte, diese unsinnigen Theorien in die Praxis zu überführen. polnischer Rüstungswahnsinn. Alles für das Heer- nichts für das Voll! Warschau, 18. Juni.(Eigenbericht) Polen rüstet ummterbrochen. In den Elcndsquortiercn seiner Städte grassiert die S ch w i n d s u ch!. Von Sozialpolitik und Sozialhygiene ist kaum eine Spur. 40 Prozent der Rekruten sind Analphabeten und physisch so schlecht entwickelt, daß sie nur mit Mühe und Not zu Durchschuittssoldotcn herangebildet werden können. Aber es wird gerüstet! Im vergangenen Jahne hat die Regierung den Haushalt des Kriegsministeriums um 214 Mil- lioiten Zloty, das sind 35 Prozent, eigenmächtig über- schritten. Der Boronjchlog für das Jahr 1928/29 ist um 136 Mi!» lionen Zloty, das sind 22 Prozents erhöht worden. Aber schon wird angekündigt, daß diese Summe nicht ausreichen wurde und weiter- hin überschritten werden mühte. Das Kriegsminiftcrium fordert bereits laut Voranschlag 800 Millionen Zloty, das find 3 5 Prozent des G esainthaushalts für das Militär! Unerträgliche Summen! Der deutsche Ingenieur Seebold ist in Moskau eingetroffen und hat sich dem obersten Gericht freiwillig zur Versügung gestellt, wobei er schriftlich erklärte, daß die van Bgdstieber gegen ihn erhobenen Beschuldigungen nicht der Wahrheit entsprechen. Eisenbahner und Dawes-Gesetze Scheffel berichtet dem Verbandstag. Frankfurt a. M.. 18. Juni(Eigenbericht.) jjit Kongreß des Einheltsoerbandes der deutschen Eisenbahner, Der vom 17. bis 24. Juni in Franksurt am Main tagt, wurde am Sonntag nachmittag erössnet. Der Vorsitzende des Verbandes, Scheffel- Berlin, feierte in seinen Bcoriißuiigsworten den Sieg des arbeitenden und republikani- fchen Deutschland vom 20. Mai und betonte die Notwendigkeit des Ausanimenschlusses und der Einheit der deutschen Arbeiterklasse. Schestel gedachte dann der in der letzten Verbandsperiode verstoibe- nen ItzOO Verbandsangehörigen. Davon seien 2S0 durch U n- glückssälle ums Leben gekommen. Anknüpfend an das furchtbare Eisenbahnunglück bei' Siegclsdorf erklärte Schefsel, es sei eine der wichtigsten Ausgaben des Verbandes und der Eisenbahn, die Betriebssicherheit zu verbessern und alles zu tun, damit Leben und Gesundheit der Reisenden und des Personals ge- schützt werden. Dazu gehöre auch die Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen der deutschen Eisen- bahnor und Beamten. Es folgten Degrüßiingsansprachcn zahlre'chor in- und ausländ!- scher Gäste. Anschließend konstituierte sich der 5longr«ß. Vorsitzende wurden Scheffel- Berlin, Hermann- Nürnberg und Z i n s e r- l i n g- Halle. Die Verhandlungen wurden dann aus Montag vor- mittag g Uhr vertagt. Erster verhandlungsiag. Der Verbandstag der Eisenbahner trat am Montagoormittag in die sachliche Beratung ehi. Verbandsvorsitzendcr Scheffel- Berlin erstattete de» Tätigkeitsbericht: Fortschritte seien unzweifelhaft erzielt worden, wenn sie auch gering seien im Vergleich zu dem Notwendigen. Immer wieder stoße der Verband aus den hartnäckigen und verbissenen i Wider st and der Reichsbahnverwaltung. Die Reichs- bahugesellschaft habe � es verstanden, sich in der kurzen Zeit � ihrer Wirksamkeit um jedes Ansehen in der Oeifenilichkcit zu bringen, ganz zu schweigen von den Wirkungen, die das sozialreokiionäre Regiment bei ihrem eigenen Personal ausgelöst habe. Selbst der Wille des Gesetzgebers sei von der Reichsbahngesellschaft vollkommen unbeachtet geblieben. Das S ch l i ch t u n g s- Evesen sei noch nicht zu entbehren, wenn auch an seiner Praxis manches auszusetzen sei. Im Jahre 1S26 habe sich der Lohn um 1 bis 2 Pfennig pro Stunde erhöht. Im Jahre 1927 sei eine Stundenlohnerhöhung von 5 Pfennig erzielt worden. Es sei auch möalich gewesen, wesentliche Teile der Belegschaften der Reichsbahn in bessere L o h n k l a s s e n zu bringen. Fortschritte se-en ouch in der Frage der Arbeitszeit erzielt worden. Das alles genügx jedoch keineswegs. Es sei kein Zweifel, daß die durch die Dawes-Gesetze sich ergebenden Verhältnisse die Arbeiter und Angestellten der Reichsbahn geradezu unter ein Ausnahme- ge fetz zwingen würden. Der Kernpunkt bleibt deshalb die Deskiii>nng des Grundübds: die Dawes-Gesetze. 1060 Millionen Mark habe die Reichsbahn zu leisten, mehr als ilr G-ewinn in der Zeit vor 1914. An einzelnen Grenzen feien kostspielige Vahnbaulcn zu errichten gewesen. Vor dem Kriege habe die Eisenbahn jährlich 140 Millionen Mark an unproduktiven Ausgaben für Wartegeldcr und Vensionen ausgegeben, jetzt sei die'e Ziffer auf 490 Millionen Mark jährlich angewachsen. Alle diese Beträge müßten aus dem Personal herausgeschun- den werden. Auf Versprechungen und Zusicherungen durch die Reichsbahn sei nichts zu geben, wo sogar Rsichstags- beschlüsse mißachtet würden. Deshalb richte sich der Kamps der deutschen Eisenbahner vor allem gegen die Dawes-Gesetze, die jedoch nur einen T e i l der großen Frage der vernünftigen Rege- lung der internationalen Kriegsschulden und Raparationsabgaben sei. Bereits im Jahre 1926 habe, der Einhestsverband der Eisen- bahner auf der Pariser Tagung der Internationalen Transport- arbeiterföderation die Dswe-'-Gesttze auf�die Tagesordnung ge- bracht. In ungeahnter Weise Hab« die Forderung der deutschen Eisenbahner die restlose Zustimmung aller Organisationen und oller Länder gefunden. Die den Eisenbahnern aller Länder durch die Dawes-Kcsctzc entstandenen Schäden seien in Paris klar erkannt worden. Schon damals habe die Tagung eine entsprechende einstimmige Enlschließung angenommen. Scheffel spricht dafür unter dem Beifall des Kongresses der Internationalen Trans- portarbei'ersoderatirn und ihren Vertretern den herzlichsten Dank der deutschen Eisenbahner aus. Die Dawes-Gesetze und ihre Folgen seien jedoch nur ein Teil des Reparalionsprodleni-. und daruni sei für die internationale Gewerkschaftsbewegung und für den internationalen Sozialismus eine Aenderung und Lösung der Reparationsfragen eine selbstverständliche Erkenntnis und Rotwendiakeck. Darüber hinaus gelte es jedoch, im besonderen in Deutschland, Front gegen die willkürliche Auslegung der Dawes- und Reichseifenbahn-Gesetze zuungunsten der Arbeiter und gegen die Rechtlosmachung der Eisenbahner durch die Verwaltung der Reichsbahn zu machen. Scheffel berührt zum Schluß die ideellen und geistigen Erforder- nisse für die deutschen Eisenbahner und die Tätigkeit des Verbandes in dieser Beziehung. Allein aus der Hauptkasse Berlin seien für diese Zwecke 245 000 M. zugeschossen worden. Das seien außer- ordentlich produktive Ausgaben, jedoch viel zu wenig für den Bit- dungshunger und für die geistigen Notwendigkeiten. In der N a ch m i t t a g s s i tz u n g des ersten Verhandlungs- tages erstattete zunächst der Hauptkassierer H ö l z k e r den Kassen- bericht. Enlfpiechend der Zlufwärtsentwicklung des Verbandes bessern sich auch die Kasscnverhältnisse. Die Abrechnung des Jahres 1927 ergibt rund 7,3 Millionen Mark Einnahmen und Ausgaben, das ist gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung von rund 1,7 Millionen Mark. Der höhere Umsatz an Mitgliedsbeiträgen brachte der Hauptkasje eine Mchreinnahme von rund 740 000 Mark. 1926 wurden rund 4,5 Millionen Mark kassiert gegen rund 5,3 Millionen Mark im Jahre 1927. Die Ausgaben sind van 1926 bis 1927 um 539 000 Mark gestiegen. An. Unterstützungen wurden 1926 rund 1 059 000 M. ausbezahlt, 1927 rund 1 154 000 M. Eine temperamentvolle Abwechslung bildete der Presse- bericht des Redakteurs W i ch m a n n-Berlin, Leiter des Vcr- bandsorgans„Der deutsche Eisenbahner". Wichmann beschäftigte sich vor allem mit den Ausgaben und der Ausgestaltung der Presse. Es werde viel Kritik geübt an der Zeitung, es gebe aber wenig positive Borschläge, wie ninn's besser machen könne. Selbstverständlich nehme das Verbandsorgan offen für die Sozialdemokratische Partei Stellung und werde dies auch weiter tun. Der KPD. will man sich nicht beugen und ihr Terror schrecke nicht. Das gleiche erklärt Redakteur Scholz- Berlin für die Beamtenausgabe des Berbandsorgans. Tarifbswegung derKrastdroschkenfahrer iZinheiistaxe und Zahrerlohn. Um den seit Anfang dieses Jahres im Berliner Kraftdroschken- gewerbe bestehenden t a r i f l o s e n Zustand zu beseitigen, hatte der Lerkehrsbund den Schlichtungsausschuß angerufen. Rur nebenbei sei erwähnt, daß zu den Verhandlungen vor dem Schlich- tungsausschuß auch der„revolutionäre" Jndustrieverband für das Verkehrsgewerbe erschienen war, der sonst mit den Schlichtungs- instanzen nichts zu tun haben will. Die Unternehmer beschränkten sich aus die Abgabe einer Erklärung, daß sie eine neue Spitzenorganisation mit dem Namen ..Arbeitsgemeinschast für das gesamte Kraftdroschkengewerbe Groß- Berlins" gegründet hätten und ersuchten die anwesenden Arbeiter- Vertreter, bei dieser neuen Organisation Berhandlungen nachzusuchen. Cje erklärten gleichzeitig, daß diese Organisation zum Abschluß von Tarifverträgen bereit sei. Die alsdann mit dieser Spitzenorganisation aufgenommenen Berhandlungen führten auch zum Abschluß eines Manteltarif- Vertrages, der am 1. Juni wirksam wurde und.gegenüber dem früheren Tarisoertrag einige kleiner« Berbesserungen besonders in der Urlaubsfrage brachte. Die überaus wichtige Frage des Lohntarifes konnte nicht erledigt werden, da zur gleichen Zeit Berhandlungen mit dem Polt- zeipräfidenten gepflogen wurden zur Herbeiführung der Ein- h e i t s t a x e. In diesen Verhandlungen erklärten die Kraft- droschkenbesitzer, daß sie zum Abschluß eines Lohntarifes bei gleich- zeitiger Erhöhung der bestehenden Löhne bereit seien, sobald die Ein- heitstaxc gefchaffen fei. Da es nach den Verhandlungen mit dem Polizeipräsidenten am 18. Juni kaum zweifelhaft erscheint, daß es in kürzester Zeit zur Ein- führung der Einheitstaxe kommt, die auch dem fahrenden Publikum gerecht werden dürste, ist anzunehmen, daß auch endlich die solange hinausgezögerte Lohnerhöhung für die Berliner Kraft- drofchkenführer Wirtlichkeit wird. Welches Ergebnis diese Lohnver- Handlungen haben werden, wird schließlich davon abhängen, inwie- weit die noch nicht Organisierten Kraftdroschkensahrer den Weg zur Organisation finden werden. Oer Gehaltskonflikt im Braugewerbe. Tteue Verhandlungen vor dem Schlichter. Wie uns der Zentralverband der Angestellten mitteilt, ist in der Gehaltsstreitsache gegen den Verein der Brauereien Berlin und Um- Sebung int Vermittlung des Schlichters angerusen worden. !m ein« Einigung zwischen den Parteien herbeizuführen und gegebenenfalls festzustellen, ob etwa die Voraussetzungen für die Einleitung eines Dcrsahrens von Amts wegen auf Verbindlichkeits- erklärung des Schiedsspruches vom 21. Mai gegeben sein sollten, ist Termin auf Montag, den 25. Juni, vormittags 9% Uhr, anberaumt worden. Bekanntlich hat der Schlichtungsausschuß mit Rücksicht auf den Einspruch des Arbeitgeberoerbandes und auf die Hinweist des Vereins der Brauereien Berlins und Umgebung auf das Bank- und Versichsrungsgewerb« und die Metall-(fad Maschinenindustrie jede Erhöhung der Angestelltengehälter abge- lehnt und durch einen Schiedsspruch die bisherigen Gehälter unver- ändert bis zum 30. September verlängert. Die Dividenden und Umsätze der Brauereien sind in letzter Zeit sehr erheblich gestiegen. Das Geschäft geht glänzend. Die Angestellten im Braugewerbe sollen aber an diesen höheren Ein- nahmen keinen Anteil haben und sich mit ihren unzureichenden Gehältern begnügen. Infolge der Willkür der Brauereien werden zum Teil, so z. B. bei der Brauerei Groterjahn, Ge- hälter gezahlt, die noch unter den Tarifsätzen liegen.— Nur durch die einmütige Unterstützung der Berussorganisationen des Zentral- Verbandes der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/8, können diese Zustände beseitigt werden.__ Verbandsiagswahl im Verkehrsbund. Die„Rote Fahne" veröffentlichte am Sonntag unter der Ueber- schrift„Urwahl zum Verbandstag im Verkehrsbund" die Namen der Delegierten der Sektion III(Straßenbahn, Hochbahn und Omnibus- betnebsgesellschaft) zum kommenden Verbandstag. Am Schluß dieser Notiz werden die Berkehrsarbeiter aufgefordert, nur den beiden kommunistischen Kandidaten D e t e r von der Hochbahn und tWWWWWWWWWWWWW -b V i- ♦ 4- 4- 4- ♦ 1 Z ♦ ♦ 1 4- * ❖ ♦ ♦ 4- t ❖ 4- 4- ♦ •5- I lnssrs werten Leser und Freunde werden gebeten, in � allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zlitungsverkaufs- stellen usw., sowohl in Groß-Berlin als auch im Reich und im Ausland, ausdrücklich den „VORWÄRTS" und den „ABEND" zu verlangen. Das Parteiinteresse fordert, Uberall für die Parteipresse zu werben und das Auslegen des Zentralorgans der SPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der„Vorwärts" an Kiosken, Baftn- hofsbuchhandlungen usw. nicht erhältlich sein, so wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar „VO RWARTS"- VE RL AG Berlin SW 68, Lindenstr. 3/ Fernspr. Dönhoff 292-297 Kaiser von der Straßenbahn ihr« Stimmen zu geben. Mb „klassenbewußter" Oppositioneller hält es Deter für eine Selbstoer« ständlichkeit, daß die bestorganisierte Branche der Omnibusse? kein Mandat erhält. Obwohl die Mitglieder dieser Branche, von den kommunistischen Quertreibereien angewidert� die gemeinsamen Sektionsvcrsnmmlungen nicht mehr besuchen, denken sie doch nicht daran, ihre Rechte als Verbands Mitglieder den„Welt- revolutionären" preiszugeben. Mit Recht haben sie vom Hauptvar» stand des Bcrkehrsbundes die Zusicherung eines Mandates verlangt» was ihnen auch zugestanden wurde. Die Branchcnversammlung der O m n! b u s s e r hat deshalb an erster Stelle den Arbeiterratsvorsitzenden Lall, die der Straßenbahner den Arbeiterratsoorsitzenden Flieger als Kandidaten aufgestellt. Aus diesen Beschlüssen geht unzweideutig hervor, daß die Mehrheit der Berliner Verkehrsarbeiter gewillt ist, nur solche Delegienc zum Verbandstag zu entsenden, die durch ihre bisherige Tätigkeit bewiesen haben, daß sie praktische gewerkschaftliche Äulbauarbeit nicht nur leisten wollen, sondern auch zu leisten imstande sind. Es kann daher am Tage der Wahl nur die Parole gelten: Jede Stimme den Kandidaten Loll und Flie- g e r. Die Wahl selbst ist am Mittwoch, dem 20. Juni, von 10 bis 19 Uhr, im Zimmer 42 des Verkehrsbundes, Engelufer 24 25, und ab 19K> Uhr gleichfalls im Gewerkschastshaus, und zwar im Saal IV. Nhettifchiffahrt liegi Ml— trotz Serbwdlichteit Oiz Hafenarbeiter fordern ihr Zlecht. Für die Regelung der Lohnfrage der Hafen- arbeiter am Rhein sind in den verschiedenen Hafenortcn neue Verhandlungen anberaumt worden. In Duis- bürg finden zurzeit bereits örtliche Schtichtungsverhandlungcn statt. Für Düsseldorf hat der Schlichter von Rheinland und Westfalen Berhandlmizen für Mittwoch angesetzt. Für Köln ist das Reichsarbeitsministerium von den Arbeitern um die Einleitung neuer Verhandlungen angegangen worden. Der für Köln bereits gefällte Schiedsspruch wurde vom Schlichter nicht für verbind'ich erklärt. Die Derbindlich'eitserklärung war von den Arbeitern bc- antragt worden. Von Mannheim liegen im Augenblick nach keine neuen Meldungen vor. Ueberall, wo die Hofenarbeiterlchne noch nicht in Ordnung gebracht find, kann von einer Wiederaufnahme der Arbeit in der Rheinschiffahrt keine Rede lein. Bei den Rh-inschisfahrtsfirmen Damco, Emcrac und Asteroth, die außer- halb der Arbeitgeberverbänd« stehen und von Tarifrerträgen über- Haupt nichts wisien wollen, ruht die Arbeit noch völlig. Einstweilen ist jedenfalls nach kaum abzusehen, wenn auf dem Rhein wieder ein normaler Güterverkehr stattfindet. Vor der Aussperrung in Lüdenscheid. Ein Einigungsversuch. Lüdenscheid, 18. Juni.(Eigenbericht.) Im Konflikt in der Lüdenscheider Metallindustrie— am 23. d. M. sollen 12 000 Arbeiter und Arbeiterinnen ausge- sperrt werden— scheiterten die vom Schlichtungsausschuß Hagen anberaumten Verhandlungen, weil die Gewerkschaften an dieser Berhandlung nicht teilnahmen, da sie den Vorsitzenden des Schlichtungsausschusses, Landgerichtsrat Dr. D ö n n e w e g, ab- lehnen, dessen Ernennung vor einiger Zeit ohne Zustimmung der Gewerkschaften erfolgt ist. Die Gewerkschaften aller Richtungen haben Beschwerde bei der Regierung erhoben. In den heutigen Abendstunden hat der amtliche Schlichter für Dortmund, Regierungsrat B r i s ch, die Parteien für Freitag nach- mittag zur Perhandlung nach Dortmund geladen.. Oesterreichischsr Gewerkschafiskougreß. Wien, 18. Juni.(Eigenbericht.) Im Wiener Arbeiterheim trat am Montag der öfter- reich ische Gewerkschaftskongreß zusammen. Anwesend sind 353 Delegierte und mehr als 20 Gäste. Der ADGB. hat Her- mann Müller- Lichtenberg als Vertreter entsandt. Der Kongreß wurde von dem Vorsitzenden der österreichischen Gcwerkschaftskommission H u e b e r eröffnet. Bei dem Bericht über die Tätigkeit der Gewerkschaftskommission besprach Hueber u. a. auch die Frage der Sitzverlegung des JGB. Er erklärte sich gegen eine Verlegung nach Berlin. Die Zeit hierfür sei noch nicht reif. Das beste wäre, den Sitz nach der Schweiz zu ver- legen. Hueber kam u. a. auch auf die Reise von Albert Thomas nach Rom zu sprechen. Er hob die großen Verdienste von Thomas um die internationale Sozialpolitik hervor und betonte, die Annahme der Einladung der italienstchen Regierung sei seine Amtspflicht gewesen: etwas anderes sei allerdings der Besuch des faschistischen Gewerkschaftskongresses._ >Frele Gewerkfckafls-�uaend Groh-Berlin j Seilte, Dienstag. ISVj Uhr, tagen die Gruppen: Fraulfurter Allee: Gruppenheim Etädt. Jugendheim Litauer Elr. IS, Zimmer 2. Epuk. geschichten— engen unserer märkischen Heimat.— Rcu-Lichtenberg: Lustig.. heim Sd/ule Wiidcnbruchstr. 53— M. Eingabend.— Eiidosteu: iSruppenhc m Jugendheim des Pcrkchrsliundcs, Engclufer 24—25, Aufgang B, parterre. Hain- bürg— Porfreude— Humor von der Wasserkante.>— Humboldt: Grupp'nhc.m Iiigindhelm Graun., Eck- Lortzinastraße. Neihenvortrag:..Die int-riiaiionale Geiverkschaftobewegung.'— Spandau: Gruppcnheim Jugendheim Liudenufcr l. Ausspracheabend— Gewerkschaftliche eprechstunde.— lliord- und Roidwcitkr: s: Badeabend im?o!ksbad Pliihensee. Treffen 18A Uhr am Eingang.— Auhen- spielabende ab 18 Uhr: Süden-Sudwesten: Trainingsabend fiir die Aussck>ei. dnngskämpfe auf dem Sportplatz Am Urban.— Gesundbrunnen: Spiel, Tanz und Sport auf dem Sportplatz Humboldthain.— Moabit: Wir spielen auf dem Sportplatz Bremer Straße. Zuaendgruppe des Zentralverbandes der Anqesteltten. '■•eilte ab 19 Uhr gemeinsamer Spiclabend aller Iugendbezirke auf der �piciwicfe im Treptower Park. Die Iugendmitglieder des Bezirks Wcdding spielen ab 7 Uhr auf dem Sportplatz Humboldthain.— Am Sonn» abend, 23. Juni, findet eine Sonnenwendfcier unserer Iugendgruppe in Brieselang statt. Karten zu 39 Pf. sind in allen Iugendbezirken und im Jugend- sckrctarlat zu erhalten. Verantwortlich fllr Politik: Vietor Schiff; Wirtschaft: S. jtlingelhöfer; Eer.crklchajtsbewegung: Z. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Fritz ktarftädt: Anzeigen: Th. Stolle, sämtlich in Berlin Vrrlag: Porwärts-Berlag S. m b. H., Berlin. Drull: Porwaris-Buchdrnckcret und Bertagsansialt Paul Singer u(tu., Berlin SW 63. Llndensirasie 3. Hierzu I Beilage und.Unterhaltung und Wiffeu'. Aller guten dinge sind drei: MAGGI I Würze !s Fleischbrühe 4 Ar. 28S» 4S. Jahrgang Dienstag, 1�. Juni 192S Der neue Ozeanflug geglückt. Das Flugzeug„Freundschaft" an der englischen Westküste gelandei. Ter Ozcanflug des ersten amerikanischen Flug- Zeuges„Freundschaft", das die Amerikanerin Mist <« a r h a r t an Bord führte, ist geglückt. Das Flug- zeug ist wohlbehalten mit seinen drei Insassen gestern mittag an der englischen Westküste(Wales) in der Bucht zwischen Burrh Port und Llancllt, gc. landet. Die Flieger wurden begeistert begrüßt. Damit ist es auch der ersten Frau geglückt, im Flugzeug den Ozean von West nach Ost zu übcrqucren. ♦ Nach einer weiteren Meldung über die Landung des „Freundfchiift". erfolgte die Landung bei einer kleinen Vorstadt von Slanelly. Große Menschcnmasfen fetzten sich alsbald zu Fuß, ouf Motorrädern und in Auios in Bewegung, um die Flieger zu begrüßen. Die See war ruhig und das Flugzeug ging dicht an der Küste nieder. Es«nrd erwartet, daß die.„Freundschaft" bei Eintritt der Elbe auf trocknem Boden stehen wird.„Evening News" meldet, daß das Flugzeug nahe einer Sand- dank der Mitte des Loughorstiifses, 200 bis 300 Meter vom Ufer entfernt, gelandet ist. Die Landung in der Bucht. Die aus Bristol bestätigt wird, ist das Flugzeug.Freund- f ch a s l" der Amerikanerin Earhard bei Llanelly in Südwales, clnrn G Kilometer von dieser Stadt entfernt, im Ulündungs- gebiet des Lurry kurz nach l Uhr mitteleuropäischer Zeil gelandet. Die Flugzeil von I r c p o s s y In Neufundland bis zur eng. lilltym Küste betrug etwa lZ Stunden. kandon, 18. Juni. Zur Landung des Flugzeuges„Freundschaft" melden die Blätter: Nachdem das Wasserflugzeug an einer Boje verankert war, bomb sich der Ehcspilot Mlliam Stvlß an Bord eines Küsten- luzchbookes an Land, um frischen Brennstoff zu bestellen, Miß <5 a r h a rt und der Mechaniker Gordon blieben an Bord. Stulg erklärte, sie wollte so bald wie möglich nach Southamptom weiter- lljeoen. Er bestätigte, daß Mangel an Benzin die Landung notig geinaäzt hätte. In einem Interview der„Evening Standard". berichtet Stiiltz: Ich Hobe das Flugzeug während des ganzen Fluges g steuert und hatte infolge Nebels und Regens große Schwierigkeiten, meinen Kurs einzuhalten. Ich hatte schon seit einiger Zeit wahrgenommen, daß der Benzinnarrat knapp wurde, und beschlossen, bei der ersten günstigen Gelegenheit zu landen. Meine Gefährten sind gesund und froh, aber wir sind alle wide. Miß Earhard hat sich in dem Flugzeug zur Ruhe gelegt. Dos Benzin würde nur noch für einige Meilen Flug gereicht habe,». Der Flug war nicht angenehm, da ich ausschließlich mit liilf« meiner Instrumente gesteuert habe, glüik- lichcrweise hat keines von ihnen nerfogt. Einem Vertreter der„Eneniirg News" sagt« Miß Earhart: Ich l in sehr froh und sehr glücklich, aber ich bin zu müde, um mehr zu sagen. -i° M't dem geglückten Ozeanflug hat zum ersten Male «ine Frau den Ozean überflogen, wenn auch nur als F'ugpofsa.gier, ähnlich wie Lcvine. Mit dem Flug der„Freundschaft" ist der Ozean in der Ostwestrichtung zum fünften Mol« bezwungen. Am 20. Mai 1927 startete zum ersten Fluge über den Ozean der Flieger Lindbergh, der ohne Zwischenlandung nach Zststündigem Fluge in Paris landete, wo er begeistert empfangen wurde. 14 Tage später folgte ihm Ehamberlin mit dem[ Flugpassogier L e v in e, der nach glattem Fluge über den Ozean sich infolge Nebels über Deutschland nicht zurechtfand und nach Kreuz- und Querflügcn zuerst in Eisleben und dann in Kottbus landete, wo feine Maschine erst ausreparier: werden mußte, um dann den Flug nach Berlin fortzusetzen. Nach Ehamberlin glückte es dem bekannten Polarflieger B y r d, der als einer der ersten den Nordpol überflog, den Ozean zu überfliegen. Auch er konnte auf dem beabsichtigten Landungsplatz in Le Bourget bei Pari, nicht landen, er wurde durch den Nebel von seiner Flugroute abgetrieben und landete im Kanal. Die Piloten Brock und S ch l«« überflogen mit dem Flugzeug„Stolz von Detroit" am 28. August 1927 den Ozean und landeten glatt in Croydon bei London. Nach diesen geglückten Ozeonflügen begann der Wettlauf über den Ozean, der im kurzen Zeitabschnitt 27 Fliegern das Leben kost et e. Die„Bremen"- Meger in der Heimai. Die Aeden an Bord des Lloydampfers„<5oliimbus*. Wie bereits in der Abendausgabe mitgeteilt, find die„Lremen"- Flieger gestern an Bord des Lloyddampfers„C o l u m b u s" in Bremerhaven«ingetroffen und feierlich bsgrüßt worden. In der großen Hall« des„C o l u m b u s" wurde der offizielle Begrüßungsakt vorbereitet. Hier versamnielten sich die Vertreter der Reichsrcgierung. der Handelsstadt Bremen, des Nord- deutschen Lloyd, sowie der Deputationen, unter denen auch eine M- ordnung des ehemaligen Württembergischen Pioirierbotaillons 13 er- schienen war, dem Köhl angehörte. Geleitet van Geh. Rat Stimming, der sich bereits von Plymouth her an Bond befand, betroten die Flieger die Halle, am Arme Köhls seine Gottin mit einem mit den wüttembengischen Farben geschmückten Blumenstrauß in der Hand zusammen mit Fitzmaurice, seine Gattin und sein Töchterchcn. Als erster Redner sprach Geh. Rat Stimming, der den Fliegern die Medaille überreichte, die der Norddeutsche Aoyd zur Erinnerm,g an den Ozeanflug hat prägen lassen, zur Erinnerung auch daran, wie Geh. Rat Stimming betonte, daß der Lloyd mit der Borges 6) ichte des Unternehmens ver- bunden gewesen sei, und daß er die Dienste semer Organisation zur Durchführung des Unternehmens zur Verfügung gestellt habe. Im Nomen der Reichsregierung begrüßte Ministcraldirigent Brandenburg die drei Flieger. Für den Senat der Hansostadt Bremen sprach Staatsrat D u ck m i tz. Für den Reichsverband der Deutschen Presse sein Geschästsfichrer Gustaf Richter. Herzlichc Bcgrüßungswortc widmete den Fliegern dann der ameri- konische Konsul in Bremen, R« e d, der Köhl. Fitzmaurice und n. Hünefeld als Vorkämpfer großer Zuktlnftsmöglichkeiten feiert«. Den Reigen der Begrüßungsreden beschloß der englische Konsul in Bremen. Fr y. Im Namen der Flieger dankte Hauptmann a. D. Hermann Köhl, der zunächst vor stürmischem Beifall nicht zu Warte kommen konnte.„lPir sind glücklich in der Heimat ongc- langt," so erklärte er.„Was zwischen unserer Abreise damals und heute liegt, ist für uns das größte Erlebnis. Die Zeitungen haben berichtet, wie mir drüben empfangen worden sind. Ich möchte Ihnen vor ollen Dingen die Grüße unserer Landsleute in Amerika bringen. In ollen großen amerikanischen Stadien, die wir bereist hoben, sind wir begeistert begrüßt worden. Uyi 11 Uhr vormittags wurde dann der„Columbus" langsam in die Schleuse geschleppt, umgeben von einer Flottille von Dampsern, Motor- und Ruderbooten. Bom obersten Deck aus dankten die Flieger immer aus neue sür den jubelnden Empfang, der ihnen von den Ufern und von den Schissen aus zuteil wurde. | In den Lüsten kreisten mit mehr alz 30 Maschinen drei Flug- geschwader der Lufthansa, sowie der Derkehrsfliegerschulen in Staaken und München-Schleißheim. Eine Himmelsschreibermaschine zog, ganz niedrig fliegend, einen Rauchkranz um den gerade in der Schleuse liegenden„Columbus". Um 12 Uhr machte dann das Riesenschiff an der Lloyd-Halle fest. Hier gingen dann als Per- treter des Staates Bremen Amtshauptmann Koch und Oberbürger- meister Becke-Bremcrhaven an Bord, um den Fliegern die Grüße des Staates Bremen und der Stadt Bremerhaven zu überbringen. Als Stahlhelmgäste in Berlin? Es wird dann weiter gemeldet, daß die Ozeanflieger Köhl, Hünefeld und Fitzmourice zu einer von der Bundes- leitung des Stahlhelms(Bund der Frontsoldaten) ver- anstalteten Begrüßungsfeier am 23. Juni, abends 8 Uhr, im Sportpolast, Potsdamer Straß«, ihr Erscheinen zugesagt haben. Der Bundesführer S e l d t e wird die Ozeanstieger durch eine Ansprache begrüßen. Die Flieger scheinen sehr schlecht beraten, daß st« sich in den Mittelpunkt einer Veranstaltung stellen lassen, die ein« reaktionäre und staatsfeindliche Organisationen aus propagandistischen Gründen zu inszenieren beliebt. Stieß er seine Krau vom Balkon? Widersprechende Aussagen der Zeugen. Es ist etwas ungemein Tragisches darin, wie Wilhelm Vogler, dieser robust«, schwere Arbeitsmonn, vor seinen Richtern die ganze Zeit über dasteht, ohne sich nur einen Augenblick zu setzen. Als er in der Nacht auf den 2. April auf sein« Bitte, die Männer mögen doch sein« Frau nach oben tragen helfen, zur Antwort erhielt:„Da ist nichts mehr zu helfen, laß sie doch hier sterben", da kam er erst richtig zur Besinnung. Das Unglück war im wahren Sinne des Wortes über die Ehe- leitte Vogler hinweggestürmt. Alle Zeugen bezeichnen den Ehe- mann als fleißigen Arbeiter und guten Menschen, der weder trank noch Karten spielte. Trotz seiner großen Sparsamkeit— er hatte in drei Jahren 900 M. zusammengebracht— erhielt seine Frau regelmäßig ihre 30 M. wöchentlich Wirtschaftsgeld und durfte dos durch ihre eigene Arbeit verdiente— etwa 30 M. wöchentlich— sür sich ausgeben. Diese Arbeit scheint aber für die Eheleute Vogler mit zum Verhängnis geworden zu sein. Sie selbst erzählte ihrem Mann, daß es in der Werkstatt während der Nacht ein wenig lose zugehe. Die Schwiegermutter hetzte gegen die eigene Tochter. Bald erzählt« sie dem Schwiegersohn, daß sie die Tochter mit einem fremden Maiin angetroffen habe, bald wallte sie von ihrem unanständigen Verhalten während der Arbeit etwas wissen. So plagte den Mann die Cifersiicht. Er fand auch nachts keine Ruhe, wenn die Frau arbeitete und holte sie hin und wieder unverhofft von der Arbeit ab. Vogler gehörte aber zu den Menschen, die alles schwer in sich tragen, die sich nicht aussprechen und in denen auf diese Weise sich Zündstoss in un� geheurem Maß« anhäuft. In der Nacht zum 2. April kam es nun untere dem Einfluß des Alkohols zur Explosion. Zu dem Schmerz um die abhanden gekommenen 900 M, wegen der er feine Frau in Verdacht hatte, gesellte sich die Eifersucht. Hat er nnn seine Fran vom Balkon heruntergestoßen? Da gehen die Aussagen der Zeugen auseinander. Die einen wollen es nicht gesehen habe». Sie behaupten, daß, nachdem sie das lieber- fallkommando alarmiert hatten, sie der nach Hilfe Schreienden zu- gerufen hätten:„Spring! Spring! Das ist ein Ehescheidungsgrund." Und im nächsten Augenblick sei die Frau schon in die Tiefe hinunter- gestürzt. Ein anderer Zeuge, der Hauswirt Pagcl, der direkt unter dem Angeklagten wohnt, bekundet aber mit aller Bestimmtheit, daß er gesehen habe, wie Vogler die Hand seiner Fran vom Geländer des Balkans losgerissen habe und den aus der Straße Stehenden nachgerufen habe: Hier habt Ihr das Aas. Der Verteidiger Dr. Mendel hat angesichts dieser widersprechen- den Aussogen der Zeugen einen Lokaltermin beantragt: Dos Gericht möge sich an Ort und Stelle aus eigenem Augenschein überzeugen, ob der Hausbesitzer Paget und auch die anderen bei der Dunkel- heit, die um 1 Uhr nachts herrschte, die Dinge so gesehen haben konnten, wie sie sie schildern. Das Gericht lehnte de» Antrag des Verteidigers ab. Die Totschlaganklage gegen Vogler steht fack London: C3Sotf§btUt. „Sehen Sie, wie er kein Auge von dem Stock läßt," be- merkte Matt.„Das ist ein gutes Zeichen. Dumm ist er nicht. Der wird mir nichts tun, so lange ich den Stock bereit halte." Als die Hand des Mannes dem Halse des Hundes näher kam, wies Wolfsblut knurrend die Zähne und duckte sich. Allein, wenn er auch die Hand beobachtete, er ließ den Knüt- tel, der drohend über ihm schwebte, dabei nicht aus dem Auge. Als Matt die Kette gelöst hatte, trat er zurück. Wolfsblut konnte es nicht glauben, daß er frei sei. Seit Monaten— solange er in Schmitts Besitz gewesen war— hatte er keinen Augenblick die Freiheit gekannt, außer wenn er losgelassen worden war. um mit andern Hunden zu kämp- fen. Stets war er nach solchen Kämpfen gleich wieder ein- gesperrt� worden. Er wußte nicht, wie er sich seine Freiheit erklären sollte. Vielleicht war es nur eine neue Teufelei, welche die Menschen an ihm ausüben wollten. Er machte langsam und vorsichtig ein paar Schritte, jeden Augenblick gefaßt, daß man ihn an- greifen würde. Er wußte nicht, was er tun sollte, denn die Situation war ihm so ungewohnt. Er hielt sich mißtrauisch von den beiden Männern entfernt und schritt bis zur Ecke des Blockhauses. Aber nichts geschah, und verwundert kehrte er wieder zurück und blieb ein Dutzend Schritte weit von den beiden stehen und schaute sie an. „Wird er nicht weglaufen?" fragte der neue Eigentümer. Matt zuckte die Schultern.„Das kommt auf den Versuch an. Wir werden es erst wissen, wenn wir es ausprobiert haben." „Armer Teufel!" murmelte Scott mitleidig.„Was dem feblt, ist ctn bißchen freundliche Behandlung," fügte er hinzu. Dann stand er aus und ging ins Haus hinein. Er kam mit einem Stück Fleisch heraus, das er Wolfs- blut hinwarf. Dieser sprang davon hinweg und besah es sich voller Argwohn aus der Entfernung. „Fort, Major!" rief Matt auf einmal aus. aber die War- nung kam zu spät. Einer der Schlittenhunde hatte einen Satz nach dem Fleisch gemacht, und als er es gerode gepackt hatte, stieß Wolssblut ihn zu Boden. Matt stürzte hinzu, ober Wolfsbknt war schneller als er. Major erhob sich taumelnd, Pas Blut quoll ihm aus dem Halse und färbte den Schnee rot. „Es ist zu ärgerlich. Aber verdient hat er's eigentlich!" versetzte Scott rasch. Matt hatte den Fuß erhoben, um Wolfsblut einen Tritt zu versetzen. Ein Sprung, ein Aufblitzen der Zähne, ein scharfer Schmerzensschrei, und Wolfsblut zog sich, fürchterlich knurrend, mehrere Meter weit zurück, während Matt sich bückte und das gebissene Bein untersuchte. „Er hat mich ganz ordentlich gepackt." verkündete er und deutete auf die zerrissene Hose und das ebenfalls zerrissene Unterzeug, das sich rot färbte. „Ich sagte Ihnen ja. es wäre hoffnungslos mit ihm. Matt," seufzte Scott.„Ich habe mir die Sache immer wieder überlegt, denn ich konnte den Gedanken nicht loswerden. Aber nun ist es so weit gekommen. Es ist das einzige, was man tun kann." Bei diesen Worten zog er langsam den Revolver heraus und untersuchte die Ladung. „Sehen Sic, Herr Scott," entgegnete Matt,„der Hund hat letzthin ein Leben wie in der Hölle geführt. Da können Sie doch nicht erwarten, daß er weiß und leuchtend wie ein Engel daraus hervorgehen sollte. Geben Sie ihm doch nur Zeit!" „Aber sehen Sie doch Major an," versetzte der andere. Der Hundetreiber blickte ouf den verletzten Hund, der in den blutigen Schnee hingesunken war und offenbar in den letzten Zügen lag. „Ihm geschah recht. Das sagten Sie ja selbst, Herr Scott. Er versuchte, Wolfsblut das Fleisch wegzunehmen, und dafür mochte der ihn mausetot. Dos war nicht anders zu erwarten. Ich möchte nicht soviel," und er schnippte mit den Fingern, „für einen Hund geben, der nicht sich und sein Futter ver- teidigt." „Aber Sie selber, Matt? Es ist ja alles recht schön und gut, was die Hunde betrifft, ober dies, Ihnen gegenüber, ist doch ein bißchen zu weit gegongen." „Mir geschah ganz recht," entgegnete Matt eigensinnig. „Wozu mußte ich ihm auch den Fußtritt geben! Sie sagten selber, er wäre im Recht gewesen, dann war ich also im Un- recht, ihn mit dem Fuß zu stoßen." „Es wäre nur eine Barmherzigkeit, wenn man ihn tot- machte." beharrte Scott.„Er ist doch nicht zu zähmen." „Na, sehen Sie, Herr Scott, geben Sie erst dem armen Teufel eine Gelegenheit, sich zu zeigen. Er hat ja noch gar keine gehabt. Er kommt wie aus der Hölle, und dies ist das erstemal, daß er in Freiheit ist. Versuchen Sie es noch ein- mal mit ihm, und wenn er wieder nichts taugt, dann will ich selber ihn töten. Ja?" „Gott weiß, ich will seinen Tod nicht," antwortete Scott, indem er den Revolver einsteckte.„Wir wollen ihn frei her- umlaufen lassen und sehen, was Güte bei ihm tun kann, und ich will gleich den Anfang damit machen." Er ging zu Wolfsblut hin und fing an, ihm leise und freundlich zuzusprechen. „Nehmen Sie aber einen Stock mit," riet Matt. Scott schüttelte den Kopf und fuhr fort, um Wolfsbluts Zutrauen zu werben. Aber dieser traute dem Frieden nicht. Ihm drohte etwas. Hatte er nicht den Hund dieses Herrn ge- tötet, seinen Gefährten gebissen, was konnte er da anderes als eine schreckliche Strafe erwarten? Allein gegen eine solche erhob er sich im Zorn. Sein Haar sträubte sich, und mit ge- spanntem Auge und kampfbereitem Körper ließ er den Mann ganz nahe kommen, da er keinen Stock hatte. Und da kam auch schon die Hand und senkte sich langsam auf seinen Kopf herab. Wolfsblut kauerte in sich zusammen, aber er blieb sprungbereit, als er sich bückte. Hier drohte Gefahr, Ver- räterei oder ähnliches. Er kannte die Hände der Menschen. wie geschickt, wie schlau sie im Wchetun waren. Er knurrte drohender, während er sich tiefer bückte, aber die Hand kani näher. Er wollte nicht beißen, er ertrug bis aufs äußerste die drohende Gefahr, bis der Instinkt, das unstillbare Verlangen zum Leben, die Oberhand gewann. Weedon Scott hatte geglaubt, daß er den Biß rasch genug vermeiden könnte, doch er sollte erst die erstaunliche Schnellig- keit Wolfsbluts kennen lernen, der so flink und so sicher wie eine Schlange biß. Scott schrie überrascht auf. indem er die verletzte Haiid mit der anderen ergriff, und Matt stieß einen derben Fluch aus, als er an seine Seite sprang. Wolfsblut schritt geduckt rückwärts, zähnefletschend und mit bösem, drohendem Blick, denn nun konnte erßso fürchterliche Prügel erwarten, wie er sie je von dem schönen Schmitt erhalten hatte. „Matt, was machen Sie da?" rief Scott plötzlich aus. Matt war ins Haus gestürzt und kam mit einer Büchse heraus. „Nichts," antwortete er langsam und mit erheuchelter Ruhe,„ich will nur das ausführen, womit ich vorhin gedroht habe. Ich denke, ich schieße ihn tot." „Nein, das sollen Sie nicht." „Ich werde es, doch! Passen Sie auf." Allein wie Matt vorhin für Wolfsblut gebeten hatte, so plädierte für ihn jetzt Weedon Scott.. (Fortsetzung fokzt.)] und fällt aber mit d«rAusIag«Pag«l». Da«rschaini es nicht verständlich, daß das Gericht den Lotaltermm abgelehnt hat. Es handelt sich doch hier um einen bisher unbestraften Menschen, der auch seine Frau nachweislich nie roh behandelt Hot. Es war mich durchaus feine zerrüttete Ehe. Und der Frau kann im großen und ganzen ebenso wenig schlechtes nachgesagt werden wie dem Mann. Um so tragischer erscheint der Fall. Explosion in einer Meiallgießerei. Minenzünder im Schrott.— Zwei Arbeiter verleht. Fn dem Metollwerk von?l. Laue in der Restdenzftr. 62/M in Neinickendorf-Ost ereignete sich ein schweres Explofions- unglück, bei dem ein Arbeiter schwer, ein anderer leichter verletzt wurde. Die Explosion ist wahrscheinlich auf ein verhängnisvolles V e r- sehen zurückzuführen. In dem Messingschrott, das einem Schmelzofen zugeführt werden sollte, befand sich ein Minenzünder, der heim Sortieren der Aufmerksamkeit der Arbeiter entgangen war. Als die Metallteile in den Schmelzofen geschüttet wurden. explodierte plötzlich der Minenzünder und riß den Ofen au«in- ander. Der"tljöhrige Gießereigehilfe Josef Wo l k o wski aus der Pankstraße 1? und der 25jährige Gießereiarbeiter Max Boll au» der Niederstraße ä in Wilhelmsruh, die in der Nähe des Explosions» berdes arbeiteten, wurden von herumfliegenden Metall- teilen getroffen und oerletzt. W. hatte so schwere Ber« legungen erlitten, daß er sofort in das chedwlgskronkenhous g«. bracht werden mußte. Die Verletzungen Bolls find glücklicherweise nicht so schwerer Nawr. Ein bildstatistisches Museum. Angliederung an das Gesundheitshaus Kreuzberg. Der Im„vorwärts" bereits erörterte Gedanke, lu V«rlln ein bildflalistisches Museum uach Ar« de? Miener Gesellschafis- und Mirtschastsmuseuws zu schafsea. soll im Verwaltungsbezirk Kreuzberg«er- nnrklich» werden. Das vezirksamt Kreuzberg(yrt der»«- jirksveriammlung einen vlan vorgelegt, ein Museum dieser Art dem schon seit Jahren besteheudea Gesund heil»hau z Kreuzberg als besondere Abteilung«mzugliedeen. Auf der„Gesolei�.Ausstsllung in Düsseldorf erregten, sagt die Bsgründung der Dortog«, die statistischen Schaubilder des Wiener Gesellschaft»- und Wirtschaftsmuseum» durch ihr« emprögsam«, den Sinngehalt de» Bilde» sofort verdeutlichende Dorstellungsmechode ollgemein« Aufmerksamkeit. Das Gesellschaft?- und Wirtschoftimufeum Hot«in« eigen«, auf langen Erfahrungen be- ruhend«?liiss»ellung?technik ausgebildet, die den Zweck»erfolgt, g«- f« l l s ch o f l l i che Erscheinungen und Vorgänge dar- zustellen, um besondere Zohlenverhältnisse durch Bild» s gm bol« und leicht verständliche Anordnung von Linien, Flächen und Körpern zur plastischen Anschaulichkeit zu bringen und so die Statistik und die sich aus ihr ergebenden gesellschaftlichen Zusammen- häng« weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Das Museum wird in Wien ouck, zu Unterrichtszwecken verwendet und dient dazu, durch Beranschaulichung der wirtschaftlichen und sozialen Struktur der Heimatstadt, den heimatkundlichen Unter- richt zu vertiefen und zu beleben. Da? für Berlin geplante Museum soll da? BerlinerLeben in seinen verschiedenartigen Ausstrahlungen darstellen, z. B. de» sonders die Arbeit der Berliner Kommunalverwaltung, da» Derkehrswesen, die Ernährung. Sozial» Hygiene, Wohnungswesen. Sozialversicherung usw. Späterer Erwägung soll der in den Dorbesprechungen ausge- raucht« Gedanke vorbehalten bleiben, die beabsichtigte bildstotistische Abteilung zu einer Zentralstell« zu machen, di« durch Wonderaus- ftellungen, Ausleihung des Bildmaterials an die einzelnen Schulen usw. zur Ergänzung des Schulunterrichts beiträgt und besonders auch die Unterrichtung der Berufsschüler durch Darstellung der allgemeinen und der speziellen benifswirtschaftlichen Berhäliniste fordert. Gegen Kriegsverhefrlichung. Infolge der im„Vorwärts" gebrachten Meldung von dem Plan früherer Offiziere des Pionierbataillons. in Berlin-Güdwest auf dem Koiser-Friedrich-Platz ein an die Garnisonkirche sich anlehnendes Kriegerdenkmal aus- zustellen, hat in der Bezirksversammlung Kreuzberg die sozialdemokratisch« Fraktion einen Antrag«ingereicht, der da? Bezirksamt misfordert, die Aufstellung zu verhindern. Der Antrag hebt hervor, daß dieses Denkinal eine Berherr- l i ch u n g des Kl> e g e S bedeutet und daß es aus öffentlichem Platz stehend für die Mehrzahl der Bürger ein Aergerins sein würde. Erfolg bei den Freidenkern. Die Delegiertenkonferenz des Berliner Bezirk? der Freidenker fand am Sonnabend im Rathaus Neukölln statt. Neben einer Reihe von Anträgen stand di« Wahl der Del«. gierten zur Derbandsgeneralversammlung in Leipzig auf der Tagesordnung. Di- Konferenz begann, wie die erste, mit einer „großangelegeten" Rede des Oppositionsführers Bengsch. Monate- lang schrien die Kommunisten: Die Berbondsleitung will kein« Generalversammlung einberufen! Selbst di« bürgerlichen Gericht« wurden von den Kommunisten alarmiert, um das Recht der Mitglieder auf«ine Generalversammlung z» sichern. Jetzt Hot die Berbondsleitung zu einer Generalversammlung eingeladen, und nun ist es wieder nicht recht! Jetzt haben die Kommunisten«nt- deckt, daß eine derartige Konferenz nicht statutengemäß sein würde. Iu langen Ausführungen wehklagten die Kommunisten, daß sie nun gor nichts mehr zu sagen hätte». Aber trotzdem sie die General- nersommlung nicht sür ordnungsgemäß halten, wollen sie doch Delegierte hinsenden. Sie entdeckten sogar ihr demokratisches Herz und verlangten von der Mehrheit der Versammlung, daß ihnen Delegierte zugestanden werden. Roch langen Reden«schwer- ten sie dann die Wahlhandlung durch Obstrukrion. Es half ober alle» nichts, die Lifts„Derhandsaufbau" hatte für die t2 Delegierten Kandidaten vorgeschlagen, die auch gewählt wurden. Do Berlin von lllO Delegierte auf der Houptgeneralversamnilung <2 stellt, ist di« Wut der Kommunisten über ihre Niederloge vcr. stondlich. Auch die Delegiertenwahlen im Reich haben meist mit einem Sieg der Liste„B e r b a n d? a u f b a u" geendet, so daß die.Hoffnung besteht, daß die Kommunisten auch auf der General- Versammlung wenig zu sagen hoben. Im Interesse der gesunden Entwicklung der Freidenk, rbewegung ist es zu begrüßen, daß die Kommunisten immer wenigcr Möglichkeit erhalten, ihre Spalter- arbeit im Freidenkerverband fortzusetzen. Hinter den Kulissen der Llfa. Ltnsaubere Llfa-Wäsche vor Gen'chi. Die Ufa wäscht in aller Oefientlichkeit ihre schmutzige Wasche. Gewissermaßen die Einleitung des„Großreinemachens" bildet« gestern eine Gerichtssitzung im Landgericht III. Hier handelte es sich nur um ein Zivilverfahren: Die Ufa fordert von ihrem früheren Direktor Jacob auf dem Wege der Regreßklage die Rückzahlung von IbOOOOO Mark, um die er sie angeblich durch fahrlässigen Ankauf unverwertbarer amerikanischer Filme geschädigt hat. Und gerade gestern wurde der frühere Usa-Direktar Jacob zum erstenmal vom SiaatsonwaU in der Strafsache vernommen, di« gegen ihn von der Ufa anhängig gemacht worden ist. Die Beschul- digungen lauten auf Unterschlagung, Betrug. Urkundenfälschung, Ur- tundenuntcrdrückung und Untreue gegen die eigene Finna. Ein« hübsche Blütenlese!, Es wird von Jacob behauptet, daß er von Fabrikanten, die der Ufa Filme verkauften, Provisionen erhalten und daß eine Reklamesirma„Epoche" ihm mehrere Tausend Mark gezahlt habe, daß er Kalkulationsblätter habe verschwinden lassen und inkorrekter- weise Endabrechnungen mancher Filme günstiger habe erscheinen lassen: daß«r Silber, das au? altem Filmmateriol gewonnen wird, sich angeeignet und Inseratenrechnungen der..Lichtbildbühne" zwei, mal beglichen habe und dergleichen mehr. Direktor Jacob bestreitet das alles. Jedenfalls stehen Sensationen bevor. In der gestrigen Gerichtsverhandlung behaupteten aber Jacobs Vertreter, die Rechts- anwälte Dr. Flatau und Dr. Apfel, daß die Ufa ähnlich wie die Uorma werk, in Ihrem privaten Zater. esse den Iustizapparal in Bewegung gesetzt hätten und daß der Gegenstand der strafrechtlichen Ermittlungen der gleich« sei wie der Gegenstand des Zivilprozelses. Sie beantragten deshalb di« Aussetzung eines Teiles des Zivilnerfohrens bis zur Erledigung de? Strafversahrens. Das Gericht lehicke den Antrag ab und nun erfuhr man aus der Verhandlung, worum es eigentlich geht. Das, was man erfuhr, war wenig erhebend, aber um so charakte- ristischer für die Zustände in der Filmindustrie im ollgemeinen und in der Ufa im speziellen. Die Vertreter des Herrn Jacob schilderten, wi« im Jahre lÜTö die Ufa, der es damals schon sehlecht ging, unvermeidlich Pleite gegangen wäre, fall? die amerikanischen Filinunternehmen Metro und P a�r a m o u n t die Absicht, ihre Filmproduktion nach Deutsch- lond zu übertragen, verwirklicht hätten. Herr Direktor Jacob wurde beauftragt, mit den beiden Firmen Verhandlungen zu führen. Sie dauerten wochenlang und fanden unter Anteilnahme der ganzen Verwaltung, auch de? Direktors von Ktrauß von der Deutschen Bank statt. Schiießlich kam man zu einer Einigung. Di« Ufo kaufte Paramount etwa Zl» Filme für 2 Millionen Mark und Metro 25 Filme für lH Millionen ob. Paramount verpflichtete sich, im Laufe van fünf Viertel Jahren ein selbständiges Verleihinstitut in Deutsch land nicht zu errichten, auch keine Theater in Deutschland zu erwerben oder sich an solchen zu beteiligen. Auch Metro war durch den Erwerb seiner Filme in Deutschland lahmgelegt. Die�Ufa hatte jetzt freien Raum fiir die Entfaltung ihrer Tätigkeit. Sie hoffte auch, indem sie die amerikanischen Filmgewaliige» zu ihren Gläubigern mochte, sie zu einem größeren Darlehen zu veranlassen. Und tatsächlich gelang es, ihr, von der Paramount em Darlehen in der Höhe von 17 Millionen Mark zu erhalten, mit deren Hilfe sie sich sanieren sollte. In Wirklichkeit ober flössen die 1? Millionen direkt m die Kassen der Deutschen Baak. Direktor von Stauß hotte mit oller Macht daraus gedrungen, daß der Vertrag noch vor dem 31. Dezember zustande kam, damit von der Bilanz der Deutschen Bank die Schuld der Ufa gestrichen werden könne. Herr von Stauß mußte vor der Deutschen Bank rein da- stehen. Die? die Darstellung der Vertreter des Direkt ars- Jacob. Nicht er, erklärten die Vertreter, trage die Schuld an den großen Verlusten der Ufa. sondern die Verwaltung der Ufa. Die amerito- Nischen Filme habe er mit Wissen und Einvernehmen der Verwaltung erworben, der höh« Preis sei für die Grohfilme gezahlt worden. Schließlich Hab« die Generalversammlung der Ufa dem Direktor Jacob Entlastung erteilt. Angesichts de? Einspruchs des Frankfurter Rechtsanwalts Adler Hobe eine Zwischenberatung stattgesunden, qus der beschlossen wurde, die Entlastung zu erteilen, da widrigenfalls möglicherweise auch nochan andere Mitglieder der Vor- waltung Regrehsorderungen gestellt würden. Eni. sprechend diesem Beschlüsse Hobe der Usa-Dnekwr Bausback auf der Generaloersammlung erklärt, daß die Ermittlung hinsichtlich der zu stellenden Regreßansprüche negativ ausgefallen seien, woraui m i t. 2 I 7 000 gegen etwa 300 Stimmen die Entlastung euch erteilt worden sei. Der Vertreter ber Usa. Rechtsanwalt Zimmer, meinte darauf. daß auf derselben Generalversammlung die möglichen Regreß- anspniche trotz der Enllostungserteilung vorbehalten wurden und daß Jacob für den fahrlässigen Erwerb der FUm«, für die die Kon- ting«nte fehlten, verantwortlich zu machen sei. Dos Gericht setzte den Verkündungstermin für den 12. Juli fest. Oer Neustreliher Mordprozeß. Oberfiaaisauwatt Müller beantragt Todesstrafe. Der Zteussrelitzer Mordpro zeß Krüger. Brauer. der letzte große Prozeß de» der im Fall Takubowski viel- erwähnte Oberfiaatsanwalk Dr. Müller als Vertreter der Anklagebehörd« vertritt, geht seinem End« entgegen. Der Gutsbesitzer und der Veesicheruugsageut. die beschuldigt werden. den Knecht aus gemelaschasfllch« Verabredung hin g e- mordet zu haben, solleu nach Ansicht de? Obersiaalsanwalts de» Morde» schuldig sein: er hat gegen beide An- geklagt« die Todesstrase beantragt. Einen bemerkenswert?» Moment bildet di« Vernehmung einer ehemaligen guten Freundin d«r Frau de? Angeklagten Brauer. Wie sie bekundete, Hot Frau Brauer sie b«I einem Besuche zu be- stimmen versucht, auszusagen, daß sie, di« Freundin, an dem Tage vor der von der Anklag? behaupteten ärztlichen Untersuchung des Angeklagten Brauer als falscher Rhode b« ihnen in Blanken- s«« zu Besuch geweilt Hab«, rvas gar nicht d«? Fall war. AI? die Freundin der Frau Brauer erklärte, sie könne dos nicht beschwören, gab ihr diese, die ihr alles auf«inen, Zettel aufge- sehrieben hatte, zur Antwort, si« käme nicht zum Schwur. Auf B.'ranlassunq der Eltern übergab dann die Freundin diesen Zettel dem Untersuchungsrichier. Großes Interesse erregt« dann die Vernehmung de? Unter» suchungsrichters. Lairdgerichtsrats Dr. Weber, dem der Ange- klagte Krüger so gut wie ein Geständnis abgelegt halte. d?r aber jetzt vom?lngetlagten heftig angegriffen wird. Dr. Weber sagt: „Ich bestreit« auch. Herrn und Frau Krüger hart behandelt zu hoben. Bei Brauer liegen di« Dinge anders, und ich habe be- sonders Frau Brauer unfreundlich behandelt. Ich hott? gar keine Von dem Dundesfest der A rb e i ier- Sä n g e r in Hannover wurde am Sonntagabend Beethovens„dlh?» s-ilernnis* auf alle Deutschlandsender übertragen. Die Ehöre wurden von der Volksakademie Mannheim. die Solostimmen van ersten Sängern aus dem Reiche gesungen. Den instrumentalen Teil b-striit dos Berliner Philharmonische Orchester. Die hervorragenden Kräfte boten unter Prof. Arnold Schatien- schn eiders Leitung eine vollendet schöne Ausführung des ergreifenden Werkes. Die Abendveranstaltung vom Montag brachte im Rahmen des internationalen Programmaustauschs«ine Chora-usiubrung aus Wien, wieder im kirchlichen Stil. Diese nicht ganz glückliche Auf- einanderfolg« war diesmal nicht Schuld der Berliner Programm- stell«. Als Ausnahme konnte man sie auch gern einmal in Kauf nehmen, zumal auch Wien eine Leistung von besonders hoher Qualität oot. Die Wiener Philharmoniker, der Smatsopernchor, die Wiener Sönqerknaben und die Sänger Georg Moikl und Karl Eitl bracht«» unter Prof. Luzes Leitung Werk« von Magort und Schubert zu Gehör. Ein interessanier Vortrag war am Sonntag Dr. Arnold Hahns „Reportage über Reporter". Der Dartrag zeichnete im allgemeinen sachlich und mit Verständnis dos Porträt des vielseitig gebildeten Reporters.[ Am Montag sprach Dr. Georg Voß über„Schüler- wandern". Vernünftig beirieben, ohire überladene Rucksäcke und ohne Rekordmärsche, sei dos Wandern«in« der besten Körper- Übungen. Durch immer zahlreicher« Errichtungen von Schüler- Herbergen muffen wohlfeile Quartiere in ausgiebigem Maße ge. schaffen werden.— Temperamentvoll und im wesentlichen berechtigt waren die Anklagen, die der Maler Eugen Spiro in seinen Aus- stihrungen„Rings u m das Kunstausstellungswefen" erhob. Berlin hat zwar zahlreiche sogar zuviel Kunstausstellungen. Aber wirklich repräsentativ« Kunstschauen fehlen ihm. weil«s nicht, wie ander« kleiner« Stadl«, die Mittel dosür aufbringt. Es liegt im Interesse der Reichshauptstadt wi« im Iniereste der Künstler, daß hier bald Abhilfe geschossen wird. T e s. Lust mehr, sie anzuhömt, weil si« die Untersuchung in uwerhörter Weis« gestört hatte. Von vornherein machte si« Schwierigkeiten. Ich gewann den Eindruck, daß Brauer und seine Frau sich über die Art der Verteidigung zu verständigm suchten. Daher wuiHe ich sehr heftig gegenüber Brauer." Rechtsanwalt Dr. Bahn machte da im dem Untersuchungsrichter zahlreiche Vorhaltungen. Er fragte:„Hatten Sie nicht einen.heftigen Austritt mit der Ehe- frau Brauer, m dessen Verlaus Si« di« Frau schroff aussard-'�i«r. die Hände, die sie in ihrer Ausregung in die kleinen Taschen ihres Strickjacketts gesteckt hatte, herauszunehmen? Der Unter- siichungsrichter antwortete:„Das st i m m t. Frau Brauer war sehr patzig. Ich gebe zu, daß die Frau mich nervös gemacht hat und ich sie auch schross behandelt habe." Hieraus kam oino sehr»erdächtige Geschichte von G i f t p u l» v e r n zur Sprache. Bei Brauer sind bekaimtlich 102 Gramm Strychnin vorgefunden morden, lieber die Hzrsunft des Giftes macht« er jetzt die Angabe, daß er aus Anregung«üics Bekannten sich sogenairnte.K r ij h e n a u z e 1," in einer Apotheke gekauft Hobe, um si« als Heilmittel in einem Versa ndgefchäft zu vertreiben, ahn« ihren Strychnininhalt zu kennen. In Meekl Znl'urg wird Strychnin nämlich als„Krähenaugen" im Volksmund bezeichnet. Der Bekannte bestätigte zwar als Zeuge die?lussage von Brauer. muß ober ganz offensichtlich andere.Kräbenavgen" gemeint hate-n. als die später angeblich von Brauer gekouiirn und verwendeten. Am Montag wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Es folg» ten die Plädoyers, in deren Verlauf Oberslaoisavwolt Dr. Möller gegen die beiden Angeflaake» Brauer und Krüger wegen Morde» und versuchten Betruges die Todesstrase und den dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte beantragte. Von den Verteidigern ergriff sodann als erster Rechtsanwalt Bahn-Berlin dos Wort. Er richtete«inen Appell an die Geschworenen, sich nicht durch Ge- fühle und Antipathien beeinflussen zu lassen, sondern nur auf Grund festgestellter Tatsachen zu urteilen. Der von der Staatsanwaltschaft mit großem Fleiß zusammengestellte Indizienbeweis habe viele Lücken und sei in keiner Weise überzeugend. Besonders zu berücksichtigen sei, daß die Aussagen der Sachverständigen über die Loge des Unglückskohns und die der Zeugen über den Zeitpunkt der Hilfe- schreie auseinandergingen. Der Verteidiger beantragte die Freisprechung der Angeklagten. Der zweite Vertetdiger Brauers, Rechtsanwalt Dr. Wildc-Neubrandendiirg, ging auf die Indizien im einzelnen ein und erklärt« sie sämtlich sür nicht stich- hollig. Er beantragte die Freisprechung seines Klienten wegen Mangels an Beweisen, stellte aber eine Bestrnsnvg wegen versuchten Betruges onheim. Die Plädoyers der Verteidiger des Angeklagten Krüger haben am Nachmittag um 4 Uhr begonnen. Neue Naketen-probefahri. Frist v. Opel will über 333 Stundenkilometer fahren. Frankfurt a. DD. 18, Juni. Di« Deschwindigkaitsversuch« des Opel-Raketenwagens Rak III sind endgültig auf Sonnabend, den 23. Juni, nachmittags 2 Uhr, festgelegt. Die Fahrt findet auf der schnurgerade verlaufen- den. etwa 2S Kilometer langen Cisenbahnstrecke Burgwedel- E e l l e, nördlich von Hannover, statt. Dos Versuchzpregramm umfaßt drei verschieden« Fahrten mit jeweils gesteigerter Ge- fckzwind.gkeit. Sollten die Versuche den Erwartungen entsprechen und insbesondere die bisher unberechenbare Haftung des Fahrzeug«» am Boden ausreichen, so wird Fritz von Opel bei einem vierten Versuch JEkse • Das ideale f ff Ab fähr- Konfekt bis HSchste fnifcr nan einem Fahrzeug erreichte(BefchminMg« k« it von AZA Stundenkilometern zu überbieten »ersuchen. Die Bremsung des Fahrzeuges ersolgt durch automatisch «usgelostc Bremsvorrichtungen, in der Hauptsache jedoch durch Bremsroketen, die noch Durchlausen der Strecke entgegengesetzt der Fahrtrichtung entzündet Verden. Die Bremswirkung ist so berechnet. daß auch bei der Erreichung von Rekordzeiten der Bremsweg von 3 Kilometern nicht überschritten wird. Lugendherberge„Märkische Schweiz"! Gin lang ersehnter SBuirsch unserer Jugend, ein eigenes cheim im schönsten Teil der Mark, in der Märkischen Schweiz, zu besitzen, ist endlich in Crfiillung gegangen. Am Sonntag konnte die neue cherbergo.„M är tische Schwei z", von Öberbaurat Bleidorn erbaut, den Äugendvcrdänten übergeben werden. D«r zweistöckige Neubai', am Ausgong der Stadt Buckow«nittsn zwischen Wiesen und Felder, direkt am Wald und See gelegen, macht schon von außen eine» anheimelnden Eindruck. Im Innern gibt e? helle und snnnige Limmer, die Wände sind sarbig getönt. Die Inneneinrichtung ist einfach und nelt und zweckmäßig. Das zweistöckig« Heim hat Ifi heiz bare Schlairäume. drei heizbare Tagesräume und Brausebäder. Bis Z>Vl Jugendliche könne» beherbergt werden. Neben den Schlgjräumen befindet sich die Waschgelegenhcit. Damit die„alten Wanderratten" nicht.zu kurz kommen, hat man cinfii besondere» Tagesraum gcschasjen. Auch eine Dunkelkammer sür den Bhotographen ist vorhanden. Bei der Uebeiztzjl'e und Tause der Herberge hielt der Borsigende de» Gaues Brandenburg sür Deutsche Jugendherbergen, Stadtrat Schneider- Neukölln, die Weiherede. Er dankte dem Amts- narsteher von F l e m m i n g. der den schönsten Teil seines Besitz- «mps de? märkischen Jugend geschenkt hat und so erst den Bau der Herberge ermöglichte. Nicht überall findet die Jugend solche Gönner und Förderer. Bedauerlich ist. daß noch nicht olle Kreise von der Notwendigkeit des Iugendherbergewesens überzeugt sind. Imme? wieder stoß« der Verband bei Gemeinden und Behörden auf Schwierigkesten. Noch fehlen Herbergen in sehr schönen Teilen der Mark, im KlasterLehnin, Lübben und im Schlaubetal und nur untor großen Opfern ist es der Jugend möglich, diese Stgcien ouszu suchen. Weim man bedenki. daß von 200 000 Besuchern unserer Herbergen im vorigen Jahre ollein MO 00 0 Jugendlich« ous Berlin waren, muß auch die Stadt Berlin mehr wie bisher diese Heime fordern Helsen. Gerade in Mosern Kreise der Mark ist also das Werk non qllen maß- gel, enden Behörden tatkräftig unterstützt worden. So möge denn dieses Heim der Berlin« und märkischen Jugend eine neue Stätte dex Erholung werden: denn gerade die vorbeugende Fürsorge macht sich immer bezahlt. Nachdem ein Vertreter der Negierung in Frank, furt, de? Bürgermeister der Stadt Buckow, Vertreter der Lehrerschaft und d«r Wanderverein« gesprochen hatten, übarbracht« der Stadt, »«rordnotenvorsteher von Berlin, Genass« Haß Grüße und Glückwünsche dar Stadt Berlin. Wenn auch dia Stadt Berlin in ihren eigenen Mauern nach sehr viel Not und Elend zu lindern Hab«, würde sie die Jugend doch nicht vergessen. Unter den nieten Geschenken fiel eine Gabe der Berliner Ortskrank enkoss« auf. und zwar ein Verbandskasten. Di« Kasse ließ erklären, daß sie nach und nach sämtlich« Jugendherbergen damit versorgen will. Dolks- tanze und Gesang beschlossen die Feier. Lang« noch blieb die Jugend bchsamwen. Und nun. Großstadtjugend au» Fabriten und Kontor, hinaus in die herrlich« Märkische Schweiz, in» neu« Helml Bor dem Hein'Prozeß.' Wie aus K o b u r g gemeldet wird, ist das Hauptverfahren gegen den Pofträuber Hein«ingeleitet. Die Hauptverhandlung, für die zwei Tag« in Aussicht genommen sind, ist auf den 1& Juli fest, gesetzt.__ Die Skadtverordneken haben chre nächst« Sitzung am Do«» n e r s t a g. Sie beginnt diesmal erst um 18 Uhr. Typographia. Dienstag, den 10. Juni, abends 8 Uhr, in der Aula außerordentliche«vängerbesprechung. Jeder Sänger muß a>np«s»nd sein. Karlen für die Ausstellung.vi« Ernährung" zum verbilligten Preise von 1 M.(statt 1,50 M.) sind in allen Gewerkschaftsbureous sowie im Zigorrengeschäft von Harsch, Engelufer 24/25(Gemerk. schaftshaus) zu haben. parieinachrichten für Groß-Berlin «BstBlumgeB fft, biet* Zt-brU gab • tili« SSM, Lindeastrah« Z. M. Äwi» ftcl» an da» �cnirf»(«ft«UrU-t Z. K»f,: Trep. recht», ja richten. .«wi» Schlattna. g«(f, rinnen und H'Iter för Si« 5|,ricnf»!»n'« trpffen sich auf dem fltaucnohenb bfi»tO. Rartin.Lultier.Ltr. es. am '.f! Uhr am Mitwwch, an. Juni. Di« tfTit« ilungaltilft werden geSrtr», hi, Adresten berj-nigrn flinbcc zu sammeln, die an der Zerienkölani« teil. nehmen, Heule. Dienstag. tK. Zuni. ».«St»chtang! SamUilbe BczirKlUhrer inailen anbringt bl» svätrsben, FreUag neim Genossen Gllt». Landoderger«Ilee 45. adrechne» und auch perdkeidende Martenmaterml adliesrrn. 7t. Abt. geblenSors. an Mir im Lolal Naicerbof, Svandaurr Straße, Ad. «eilunsourrsannnluug. Steserent G-nosse Hold, Die Glternbeirijte trefsen ssch um 19 Uhr hef Schnorre, Potodam-r Sir.«, zu einer Besprechung. Morgen, Mittwoch, 20. Zuni. «.«St. l»t4 Uhr Lißung der kommunalen gommilssan bei»e«ndi». Stra» lauer Str. t». Nortraa de« Genossen Äecht»onwolt Dr. Sieasried Äcinbeeg. ». Abt. 1S'/Z Uhr bei Dedrodlam. Sminerrün»« Str. 1t,«tchtia« Funktionär. fißun«. Sämtliche SammeUisten unb Maimarken inttss'N abgerechnet werbea. I».«M.«bioilungenntgli-t-r-ersammlun« nicht«« Mittwoch, sonbern am Dannerotaa. 21. tzuni. in der Grauen Schule. Resereni Frgnz«iinstler, M. d. N.?bcma:„Die rolitilche Lage und«egierungodildung. Zä. Abi. 20 UKr Funttionärnßung bei Otto. Rigoer Str. 9d. ab 19 Uhr rechnen die Bezirksfiihrer mit den,«nsssercc od.— Donnersiaq. A. Juni, SO Vit. Lese, und Debattie.rgemeinschafl der älteren Arbeiterlugend und der jUngeren Parteiarnasscn im Jugendheim Dilsster Str. Z. Gelesen w�rd! vautokn. bie proletarische Rerolpiion und ihr Programm. Aue imer. rssierte» Genossen sind einaeladon. <7. Abt. 20 llk» wichtige Porftandossßung mit dem Porstond der Z. Abtettung im»onserenzsaal des Gewerrsämstobaules. Sngolutcr 2«— 29. s» Abi Stegliß. Ptinkilich 29 Illir bei öchesshase. Abornsir. lö»> M'tgliebtr. nerfammfimg. Portrag!„Somietrußland.'-— Zieserent Dr. Otto Fried, Vinter. Ave Genossen müssen erscheinen. ___ Abt.«eatoDn. 10U Ilh, i» Lokal Schilling. eirchhoifstr«1. Aweilung»oeri,m«laaa. Tagesordnung! S hrrr'ta 2S Iadr« politisch oroanislceteU P»rt«Imitglieber. che iorache-»ermaan Harnisch, M. d. i.«rsaßwahl deo Abteilu Prowg. Grwürlich«»«eisaanaenscin. < früher«Als,. Ehrang der besnaq. Aa- Abteilungsleiter». <17«U«cinWtabori'Ocfl. vi, Mitgliederversammlung am Mittwoch stui! ' xasllr um a)»de Im LolkÄzau», Scharuwederstr. U«. Sunktienifr. sstzang. Sr scheinen ist Pflicht. IZ». Abt. Tegel, Leser und Sympathissereabe ssab cingelaSen. Arauenveranstaltungen. Achtaag- G«a»Issn»«n! u«»i««eaatwartang de» mit aasere«... Raadschrelbea Ar. tl uo« t. Zaai»a bie Src'ileiierinnen gesandten n Fraaeboaeuo wird dringend gebeten. 9.>r«i» Zricdrichshaia. Heute, Dienstag. l9. Juni. ISZ, Uhr. Funktonärinnenflßung in den Somenius-Sälen. Remeler Str.»7. Alle Ahtrilungen müssen vertreten sein. 7. Abt. Mittwoch. 2». Juni. Auoslua nach Hermsdori. Treffpunkt l< Uhr am Stettiner Bahnhof. Abends Teilnahme an dem Frauenabend der I3Z. Abt. Hermodorf. Snmpathisscrcnde find herzlich«ingeladen. g. Abt. Am Dienoiag. i9. Juni ssaffeetolben bei Zialer ituke in Blan/enfelde Die Genotlmnen tresten sich um 1Z Uhr Babnbot Por'iiraße. 90. Abt. Achtung, Genofflnnen! Rittmoch. 20. Juni, Vesschtigung de» Botani. schen Garten» in Dahlem Ireffganft um>2'ä Uhr Sochbahn Nardring, Eingang Sovenhagencr Straße, oder l< Uhr Eingang Botanischer Garten. KS. Abt. ilharlottrahurg Der ZweGmäßigkeit balder«erde» bie G»is.osssniien gebeten, fich zur heutigen Pcfickiigung de, Heime»„Süchar" nicht Beussel.. frfe Kuttenstraße, zu treffe», sondern mit den Funktionärinnen her Ar. beiteirwohlfahrt zusammen um I.V. Uhr pünktlich am Gaolarcr Plah. Wasscrfeite lLinie 9 bi»»aiferin.Augufta.Allee, Reue» Ufer). Um zahl. reich« Teilnahme mirh gebeten. »Z. Abt. Tempelhof. Achtung, Genossinnen! Unser Arguenabenb in hiesem Mona» fällt an». 19«. Abt. Reiaiekenborf-Vst. Donnerstag. A. Juni. IS't Uhr. Fraucuabenb in ber Baracke Linbouer Straße. Genofssn Helen» Michaeli» spricht über .Di« Erziehung zum Pazisismuo." Erscheinen oller Genossinnen ist Pflicht. Vl-zirksausschuß sür Arbeilerwohlfahrt. 7.»«i»»Harloitenbnrg. Heute. Dienstag. 19. Zuni, Besichtigung des Räbchen. erziehungsheimo.Sichqr"(Pliihcnfee) Treffpunkt 19'4 fnachm. l'-h) Uhr pünktlich am Goslarer Plah. Wasserseiie lLinie 9 bis Saiserin.Augusto. A?«e. Reue» Ufer). Iutereksiert« Geuossinuen und Senossen sind herzlich eingelaben. Anschließend gemütliches Beisammensein im Gartenlokal des Genossen Last. Sinderfreunde Groß- Berlin. Ausgabe voa Stnohfackstoss am Dienstag, IS. tzuni, 1« Uhr, in der Geschäfl». stessr, Lintenftr.». Zungsoziolifien. »eupp« Tempelhos. Rarienbors! Heut«. Dienstag. 90 Uhr. im Jugendheim Lnzeum Temoelhof. Eingang von der Werburgstroße. Bortrag!.Psrnfeanallste unb Rariismu«�. Zleferenk Dr. Siegfried Bernfeld.— Srrppe Lichtenberg! Heut», Dienstag. A> Uhr. im Jugendheim Bibliothek Weichstlstr. 28, Vortragt .Arbeite« und Staat". GedurtstagE. Jubiläen usw. 1». Ab,. Za biesra Tagen begehen aasere Senosien Rar S «rlleemannftr.«I. and vtto SIS». Prinzen oller«I. de» Fest P»rtei»aa«hä»igkrit. Mir wünschen beide- Mitstrritera. daß sie noch rei kür die Ziele der Partei tätia sei- Mägen.— vcr Borssanb. . osse" a n ft m» n n. der WiShrigen I-age ' id. Siii. Unteren, Genossen Adolf" G r, tz« a n a. ünneburger Str. 92, Jn feinem 7«. Geburtotage nid»um.löjäh'igen Parteijubilänm Die herzlichsten Glüchwünsche.— Der Dorstend. Sosiallslische Arbeiterjugend ClroD- Berlin Sonnabend. 21 Juni, ZZ Uhr, in den Gosener Bergen(nahe Restaurant„Berliner Schweiz") Sonnenwend-Feier Proeramm! Faclcelrug, ErStfnungrlied, Sprechchor, Jugendchor, Beritation, Spiecbchor, JchluRlied.— eintritt frei.— Fahrverbindung: Eijenhahn bis Bat Bichwald« oder bi» Bht Orttaau. dann mit Strotan bahn bis Endhaltestelle. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin Sinsendunaen für diese Zlubrst nur an da« Zugendsefretartat. Derlin EW SS. Tindcnstraße 9 Gqmuaftikknrsn»: Alle Teilnehmer treffen sich heutc. Dienstag, U> Uhr, im «schloß ZSeitz-nfee zur Probe. mmm Sonnadend, 23. Zuni, 22 Uhr, Souncawendseier tu den Gosener g= Bergen siollesscl), nahe SIestanrant.Berliner Schweiz". Programm: k-i Fackelzug. Erässnnngslieh, Sprechd»or. Zngeudchor. Bezitation, Schluß, 7: lied. lsahrnerbinduuat Eisenbahn bi, Eichwalde aber bis Griiuou und iM bann mit de« Straßenbahn bis Eodbaliestelle i Eintritt frei. siri M________. Ii heuie. Diensiag, 19>» Uhr. stöllnischcr Peil: Heim Große Frankfurier Str. l«, Zimmer ll..Arbeiter» Hu TVv ©oft nun?"— Gesundbrunnen 6rfn|Ic Gotcnburger Str. 2.„Berufsschul- fraoon." Weddinfl: Schule Brüsseler Str. 4.„Was wollen die Roten Falken?" Faltplaß}: Schule Lonncnburger Str. 2ll.„Sexuelle Fragen",?. Teil. lVMQUUplytz: Heim Säicrenbergstr. 7.„Unser Wandern.-- Rordosteu: Heim nziger vtr. kL.„Flegeljadre."— Schönhauser Vorstadt: Schule Driefenor Straße 2Q.„Die Verfassung."'— Wörther Plaß: Schule. Kastanienallee..�ehn» Ntinuten.Reserati:.— EchLgeherg i: Heim Houvtstr. Ii).„Leben ereform."— Gchöaebeeg III: Heim Hauptstr. 15.„Religion und Stirchc"— Halensee: Schule IoachimeFriedrich.Str. Literaturaoend- Neukölln l: J'cim Sander«, Schc Hodrechtstroße.„Sozialistische Sr�tehung."- Neukölln lll; Heim Flug- hafeystr. 7.„Rote Falken."— Reukölln V: Heim Kann er. Straße.„Bedeutung des Manderns."— Pankow TU: Heim(Sörfchitt. 14,„Die Jugend in Somjet- pußlan�i."- Reinickendorf Ost: �ack-London-Adend. Werbebezirk Kreuzberg: Heim Britzer Sir. 2?-30. Ausspracheabend. Werbebezirk Teltowkanal: Heim Lichtersdde. Albrechtstr. t4a. 20 Uhu Bil» dungsausschußsitzung.— Lankwitz, Lichterfelde,' Steglitz: Die Mitglieder des Iugendherbergsverbandes beteiligen sich an der Generalversammlung im Rat. haus Steglitz um 20 Uhr. Alle müssen erscheinen. ZNorgen, ZMktwoch: Werbcbezirl Tellowlaaal: Beteiligung an der Demonstration de» Sport. kartelt, Zehlendorf. Tressen lllti Uhr Bhs. Zchlendorf-Mitt». All« Abteilungen scheinen. ~ tnou.«osenthaler Str. 15. Pünktlich Ave Gruppen müssen vertreten sein. auissen geschlossen mit Fahnen erscheinen. Werbe bezirk Meiaickendors: Heim Wittenau, Bosenthaler Str. 15. Al Uhr wichtige W..B..Borstanhoflßung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. lt. Sebastiattstr. 37/9«, Hof 3 Str. Wehhlng!»am. Willi Tederich. Mülleeftr. Zd. ist verstorben. Ein« äsche.rung Dienstag, l». Inni, 2t Uhr.»remelarium Gerichtstroße. Die»locksihungen finden trotzdem statt.— Prenzlauer Berg: Alle stamerod. schatten»euanmelbungen abholen im Lokal von Burg. lll'itinoch. 211. Zuni. "~":: U Uta----------~.....----- Treptow. Iuvgbanner a Antreten Bhs. RiederschSneweide.Iohanniöhal. Mernruchener Zlordkap AI I Ztesiauront Btttoriogorlen, Schloß: Wärlher Pia Rordkap AI Uhr bei Sacktetzki'' 20 Uhr bei Treuer, stastanienetllee' 29: Schivelbeiner Str. 19. Wilmersborf: 2" Ilde >,« cm. K'». c. x u.—«?<» ua« vaiKi«[. s" itiii. -___, Wilbelmoaue. Mitgliederversammlung, ll'eferat: .Da-, Beichsdanner nach den Wahlen.�— Steglitz. Kameiadlchost: 2« Uhr Zu. sammenkunft der Ziadsahrer, die an der Fahrt neuh Trebbin teilnehmen, bei Schulz, Birkbuschftr. I». �_ tongfellav.EDKIUb-Debattng-Club, Büloerstraße IM. Mittwoch, abends i Uhr. pref. Wendlandt; The only Chlld. wetkerberichl der äfsevtllchem QetfetdienftfteQe Bctssn und Umgegevd (Nachdr. nerfü. Ein wenig wärmer, akier ment stärker brwölkt mit fort- gesetzter Neigung zu leichten Negensällen. Für vculichland: Jn der ivest- lichen Hälfte bell Reiches ein wenig wärmer, mit Ausnahme des Südens. Fortdauer kell zu Niederschlägen neigenden Wetters. 0�C.iiccJL*k -fwedie Sedtcns'R&zefit&zWc Vix.- £i&6y� WUtc/iy l.fsteib..------------... 2000.- JIM 2.VlL�.—__ ,.,...1000,- JZJC S.&ceid......................... 750,- ZSPceibc d ioo-a... mö.2500.' Jltt 759™** d so- zua.3750.- jRJC Hunderttausende von Hausfrauen verwenden Übby'» Milch, um die verschiedensten Gerichte »chinackhaller au machen. Dies« Originalrczeple möchten wir Icennenleroen. Die betten erhalten obige Geldpreise. Der Wettbewerb wstd unwiderruflich am 1. September 1928 geschlosben. Alle Retepte müssen bis zu diesem Tage In unserem (itz sein. Jedes Rezept muss mit einem vollständigen Etikett einer Dose Libby's Milch begleitet sein und ausserdem deutlich den Namen und die genaue Adresse des Einsenders sowie Namen und genaue Adresse des Kleinhändlers tragen, von dem übby's Milch bezogen ist. Jeder Teilnehmer kann eine beliebige Anzahl von Rezepten einsenden. Beeilen Sic sich also, um sich repi einen Frei* zu sienern. Gaime PdJmfunger aautie Flngerztjge für cht- ekheätf l'enpefldung.vn&giichktfi von Lihhy's Milch tnthdll unter Rcrtpihtflche*:„Die Milch /Cr jeden iOchtigen Kech", hettenlo* erhaltlieh bd Ihrem Handler oder von Deutsche Libby Gesellschaft m. b. H. RekUme-Depot HAMBURG 33, Bramfelder Strasse 74 DAS MAFtKENHAb AB FABRIK Die grossen Ferien stehen vorderTdr. VergesscnSie bei Ihren PUnen nicht du Fahrrad. Mit Frau und Kindern kOn- nenSicauldcmliadc die sdiOiuteo Ausflöge malheu, ohne allen tief In den Geldbeutel greifen»u mQssscn. Der spielend leichte Lauf der Mlfa- RAtlrr macht jede Fahrt»u einem reinen Vergnügen. Das Ist der Vorteil von wirklichen MarkenrSdem. Mifa- Räder halten, was sie versprechen. Mifa- Räder A M Hassapreis von Ufr an Veehen- e% sf\ raten von eS.xjKJ M am Katalog sratisl ETERNOlA- SPRECHAPPARATE von 26 M Kassapreis an Bequeme Teilzahlung M■ FA- F ASR IK'VERKAUFSSTELLEN Alllancc-Str. 6; SWbS, Alexandrinanstr. IS; Charlottenburg, TauroggenerStr. 12; Kaiserin-Augusta- Allee 4»; Friedenau, Cranachstr. 57, direkt am Wannseebahnbof; Bln.-Lankwft», Kaiser- Wilhelm- StraJc S4; Neukölln, FriedelstraSe 17; Pankow, SchlotzstraBe Iii; Potsdam, Berliner Str. 1; Schöne- herg, Barharossastraße 42; Spandau. Potsdamer Straße 1 a; Tegel, Berliner Strgßc IS; Tempelhof, Berliner Straße 52. zur Miele WSO.Ansbacherstr.l Kauen Sie nur Kapitän SfänfalmH die Oualltätsnkarke 15 Pf. kLMn-kLopenIiMiM�'- In den meisten Qeschäften erhältlich. Br€&.siI"K.£E£fee daiS ist der richtige! Zwar billig,£a>er wlrRllch gut! Guter, reiner Brasil• Kaffee kostet etwa RM. 3.20 das Pfund. Sollten Sie bei Ihrem Händler zufällig reinen Brasil-Kaffee nicht erhalten können, so weist die Heikaudi, Am Karlsbad 12,(Kurfürst 3229), die Binkanfs-Beratnngsstelle der Zentrale der Hausfrauen- Vereine Groß- Berlin, auf Wunsch unentgeltlich Bezugsquellen nach. Die Wirtschastskrise in Rußland. Wie wirki Stalins neuer Kurs? Unter dem Drucke der Oppcisition Trotzkis hat sich Stalin ent- schieden, einen ultrolinken Kurs einzuschlagen. Diese verzweifelte Entscheidung hat verhängnisvolle Folgen gehabt. Der neue Kurs hat das berühmte linkskommunistische Programm der Opposition weit überflügelt. Der linke Kurs hat seine eigene Logik. Durch die Wirtschaftskrise letzten Endes gebaren, führte er unvermeidlich zu einer außerordentlichen Verschärfung der Wirtschaftslage in Rußland. Gekreidebeschafsung und Gelreidcausfuhr. Die Getroidcanschaffungskampagnc im Herbst des vorigen Jahres zeigte, daß die Voucrnfchast nicht gewillt ist, ihre Erzeugnisse zu Spottpreisen zu entäußern und die großen Kosten der forcierten Industrialisierung zu tragen. Im Oktober 1l>27 wurden l 366 t)g6 Tonnen Getreide angeschafft, im November nur 826 766 Tonnen, im Dezember 788 684 Tonnen. Es gelang zwar nachdem mit Mitteln der Gewalt die„passive R e s i st e n z" der Bauernschaft vorläufig zu brechen. Im Januar wurden wieder l 366636 Tonnen, im Februar 2 616666 Tonnen bereitgestellt. Aber in den allerletzte» Monaten scheint die Getreideanschasfungskampagne wicderineineSackgasse geraten zu sein. Im März wurden nur l 262 366 Tonnen angeschafft, im April und Mai ungefähr die- selbe Menge. Die Vrotversorgung der Städte wird damit bedroht. Nicht viel besser steht es mit der Versorgung der Industrie mit den landwirtschaftlichen Rohmaterialien(Flachs usw.). Unter diesen Umständen ist die Getreideausfuhr in der letzten �feit so gut wie ausgeblieben. Bor dem Kriege erreichte die Getreideausfuhr bekanntlich 666 bis 766 Millionen Pud(l Pud 16 Kilogramm). In den letzten Jahren waren bis zum 1. April 666 Millionen Pud Getreide bereitgestellt und 163 Millionen Pud ausgeführt. Im Wirtschaftsjahre 1927/28 waren bis zum l. April von 676 Millionen Pud nur 27 Millionen Pud ausgeführt. Das Bemühen der Sowjetregierung, den Ausfall der Getreideausfuhr durch den vermehrten Export anderer Produkte einiger- motzen auszugleichen, konnte keinen Erfolg haben. Der gesamte Außenhairdel Rußland? ist dadurch in der letzten Zeit schwer bc- trpssen und auf eine ungesunde Grundlage gestellt. Seit Dezember vorigen Jahres wurde die Handelsbilanz passiv. In dem .iaalbjahr Oktober bis Mörz 1927/28 beträgt die Passivität 53 Mil- lionen Rubel. Auch dos Ausfuhrmonopol kann die ungünstigen Folgen des linken Kurses nicht beseitigen. Viel- wehr trägt gerade dos Zlußcnhandelsv'onopol stark dazu be-., daß die Wirtschaftslage in Rußland sich verschlimmert hat. In den gegenwärtigen Verhältnissen Rußlands bedeutet nämlich dos Außen- Handelsmonopol eine gewollte Sclbstblockadc, die gleichzeitig sowohl die russische Bauernschaft von dem Weltmarkt trennt als auch die notwendige Einfuhr nach Rußland von Maschinen und Verbrauchswaren zu Weltmarktpreisen ungemein erschwert. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die handelspolitischen Beziehungen Rußlands sich in der letzten Zeit verschlechtert haben. Die fieberhafie Jagd nach großen Zlusland-krediten wird immer aussichtsloser. Ilm ihre Verpflichtungen zu erfüllen, wird die Com- jetregierung gezwungen, große Mengen von Gold und Devisen nach dem Auslände auszuführen. Auf diese Weise wird indwekt die Grundlage der Tscherwonetzwährut'g erschüttert. Und in der Tat sehen wir in der letzten Zeit, daß zwischen dein Werl des Tscherwonetz im Auslände und dem in Rußland eine gewisse Anglcichung stattfindet. Bekannt lidj wird die Parität in Rußland nur künstlich gehalten. Die Kaufkraft de? Tschermanetz in Rußland selbst ist viel geringer, als es die künstliche Parität zeigt. Di« enormen Kosten der Industrialisierung vergrößern auch den Geldumlauf. Die Menge des umlaufenden Papiergeldes im Lande betrug am l. Oktober 1925— 1673,7 Mil- lionen Rubel, am l. Oktober 1926— 1291,3 Millionen Rubel, am 1. Okiober 1927— 1628 Millionen Rubel, am 1. Januar 1928— 1667,7 Millionen Rubel, am l. Februar 1928— 1653,6 Millionen Rubel, am 1. April 1928— 1518,3 Millionen Rubel und am 1. Mai 1g28— 1554.1 Millionen Rubel. Der Januar d. I. zeigte eine Rekordziffer. Der Sowjetregierung gelang es dann, die Menge des Papiergeldes auf 1518,3 Millionen Rubel zum 1.'April herab- zudrücken. Aber schon zum 1. Mai war sie wieder auf 1534,1 Mil- lionen Rubel gestiegen. Die Deckung der Papiergeldemission durch Gold und Devise sinkt in der letzten Zeit trog ollen Bemühungen der Sowjetregic- rung. Es war vorhanden Gold Devisen Zusammen in Millionen Rubel Am 1. Oktober 1925 2l6.6 46,8 263.4 . 1... 1926, 83.9 51.2.235,1 , 1 Mai 1927. 18g, 8 8.3.8 273.6 ,. 1. Oktober 1927 196,3 72,8 283,1 „ 1. Januar 1928 209,3 7.3,5 282,8 .. 1. April 1928. 20.3,7 61,8 254,7 Mit anderen Worten betrug die wirkliche Deckung am 1. April dieses Jahres nur 16 Proz. der gesamten Papiergeldmenge. Das Sinken der Kaufkraft im Lande kommt in der Steigening sämtlicher Indexziffern zum Ausdruck: Index der privatmarklpreise 1913---- 100. 1. Oktober 1926. 1., 1926. 1... 1927. 1. Januar 1928. 1. Mörz,. Nahrung s- mitlcl . 179,6 . 266.3 . 226,3 . 236.9 . 229,9 Allg. Zudex <40 Waren) 187,3 211,9 215,1 223,1 222,6 Dos Sinken der Tscherwonetzkaufkraft führt naturgemäß zur Verschlechterung der Lage der hreiten Bolksmossen. vor allem der Arbeiter, deren an sich schon niedrige Löhne noch weniger wert werden. Und dies um so mehr, als die ollgemeine Wirtschasts- kris« der allerletzten Zeit auch die S t a a t S i n d u st r i e ollmählich .zu erfassen- scheint. Bis.zum März dieses� Jahres befand sich die Gesamtproduktion der Großindustrie im Steigen. Zahl der wert der Produktion Arbeiter schilderte in zehn Zeilen zu je neunzehn Silben eingehend den scharfen Blick seines geübten Künstlerauges. Karl Warnke platzte beinahe vor Stolz, als er den Bericht las, und kaufte sich umgeh. ad einige Dutzend Mimmern der Ausgabe, so daß infolg« der über- raschenden Umsatzerhöhung die Heraiisgeber des Blättchens zu einer Auflagenerhöhung schritten, was ihren Bankerott wesentlich beschleunigte. Dies aber ist das Erlebnis, dos Karl zu feiner Berühmtheit verhalf:-- An einem Montag mittag im April trat Karl Warnke in das Geschäft seiner Frau. Denn da die Kunst selten reichlich klingenden Lohn abwirst, war auch Frau Warnke genötigt, ihr Schcrslein zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Es war. an dem Gesamt- cinkommen gemessen, sogar ein außerordentlich großes Scherflein. Aber Frau Warnke erwähnte dies« Tatsache nie, da sie in Wahrhett ein gutes Eheweib war. Sie verkauste Seife, Soda. Brennspiritus. Scheuerbürsten. Streichhölzer und ähnliches. Herr Warnk« hielt sich an den wohl- riechenden Teil ihrer Handelsartikel, der aus parfümierter Seife und einigen Flaschen Eou de Cviogne bestand, und sprach stets nur von dem„Parfümeriegeschäft" feiner Frau. In dieses Parfümeriegeschäft, in dem es immer pervers noch Petroleum roch, kam also, im sarbenbespritzten Malerkittel, der rnittaghungerige Karl. Ein junges Mädchen, das soeben ihren Ein- kauf beendet hatte, wandte sich zur Tür. Karl blickte in ein pikant geschnittenes blasses Gesicht, das von tieffchwarzem Haar umrahmt '""„gBer war denn das?" fragte er vorsichtig und möglichst wenig interessiert seine Frau, als die Schöne den Laden verlassen hatte. Frau Warnke überhörte die Frage. Sie polierte emsig an einem Silberstück und zeigte es dann ihrem Manne:„Sich mal, ein ganz neues Fünfmarlstück." Sie hatte für sehr blankes Silber eine kindliche Lorliche, die Karl sonst verspottet«. Doch— vielleichl. um seine augenblickliche Gedankensünde zu verheimlichen— diesmal nahm er dos Geldstück entgegen. Während er es scheinbar ver- stöndnisvoll bewundernd betrachtete, lächelt« ihm em schönes Mädchengesicht, überkrönt von schwarzem Haar, aus dem S-lber- alanz zu. Er starrte so lange daraus, bis sein« Frau sich schließlich nervös erkundigte:„Was ist denn mst dem Geld los? Es ist doch nicht etwa falsch?" Da wachte Karl aus seinen Träumen auf.„Nein," stottert« er. nein, es scheint doch nicht." Dabei drehte er das Geldstück wie prüfend in seiner Hand. Doch plötzlich wurde ihm mit Schrecken cifenbar, daß er«ine sogar ziemlich plumpe Fälschung vor sich hotte. es war überflüssig, daß er sich noch durch das bleierne Klappern auf der Tischplatte davon überzeugte. In den wenigen Sekunden war Karl bereits ein leidenschaftlicher Liebhaber der unbekannten Schönen geworden. Nun hatte seine Spannung ein Ventil gefunden. Aus feiner Enttäuschung und der Verlegenheit, die er seiner Frau gegenüber empfand, entstand ein wilder Zorn.„5ch fragt« dich schon einmal, wer das Mädchen war!" donnerte er feine entsetzte Gattin an.„Natürlich ist das Geld falsch." Mein Gost," schrie Frau Warnke erschreckt,„ich kenne sie ja gar nicht!" Aber da war Karl schon im Sturmschritt zur Tür hinaus.' Es hatte geschneit, in großen, weichen Flocken, die auf der Erde in zähem Schmutz zerflossen waren. Wohin konnte sich die Käuferin gewendet haben? Schräg vor dem Laden war das Straßenpflaster aufgerissen. In dem schlammigen Erdreich erkannte Karl Abdrücke eines außerordentlich zierlichen Damenschuhs. der sich immerhin von dem Geschäft her fortbewegt haben konnte. Ohne die Gründe, die ihn dazu veranlatzten. näher zu prüfen, beschloß Karl, die angedeutete Richtung einzuschlozen. Die Straße war auf einer ziemlich langen Strecke von keiner Kreuzung unterbrochen. Falls die betrügerssche Käuferin in eins der nahen Häuser geschlüpft war. bestand wenigstens im Augenblick keinerlei Hoffnung, fle zu erwischen. Doch vielleicht war sie in die erste Querstraße eingebogen? Kail roste vorwärts, unbekümmert darum, daß er Menschen anrannte und Schimpfwort« hinter ihm herflogen. An der Ecke sah er sich um. In ziemlicher Entfernung erblickte er schwarzes Haar, ohne daß die Besitzerin zu unterscheiden gewesen wäre. Nichr sehr hoffnungsvoll hielt er darauf zu.! Aber das Glück war ihm günstig gewesen. Er verlangsamte seinen Schritt» um„sie" nicht aufmerksam werden zu lassen. Erst als er ganz dicht hinter ihr stand, legte er ihr die Hand auf die Schulter mit jener Geste, die Kriminalbeamte im Film in solchen Fällen haben. Jhalt," sagte er schwer und wuchtig. Das Mädchen drehte sich um. Ein blitzschnelles Erkennen schien über ihr Gesicht zu huschen, als sie Karl vor sich sah. Bewies es Schuldgefühl oder war es nur ein Zusammenzucken vor der unerwarteten Berührung? „Sie dachten wohl, Sie könnten uns ein falsches Fünfmarkstück andrehen?" fragte Karl höhnisch. Langsam überflutete eine dunkle Röte das Gesicht der Schönen.„Was," stammelte sie,„was denn, ich.. ich habe doch gar nicht.. „Sie haben," fuhr Karl unerbittlich fort,„mit diesem falschen Fünsmarkstück bezahlt." „Ja." sagte sie leise und blickte Karl dabei so hoffnungsvoll an, als könne der durch seinen bloßen Willen falsches Geld in echtes verwandein,„ja, und das ist wirklich falsch?" Als st« den unerschütterlichen Ernst in seiner Miene sah— der Zorn war jetzt daraus verschwunden— begann sie bitterlich zu weinen.„Ich muß das irgendwo herausbekommen haben." jammerte sie, ,jti ist mein letztes Gekdk"(Schluß folgt.) I Bewegliche Leitern, eine Erfindung der Römer. Ucberoll wo einst die Macht Roms geherrscht hat, findet man heute die Zeugen der hochentwickelten römischen Zstiltnr. Unter diesen ver- dienen die Erzeugnisse der keramischen Industrie, die besonders am Rhein(Mainz, Ne»ß, Xanten) in hoher Blüte stand, insofern unser Interesse, als die auf den Tonwaren eingepreßten Schrijtzüg« mit beweglichen Lettern hergestellt sind. Die Fabrikate der römischen Töpfrrkunst, wie Krüge, Töpfe, Schüsseln, Lampen und dergl., zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Sorgfalt der Bearbeitung und große Schönheit in Form und Farbe aus. Bor allem die aus dem kostbaren schwarzen Ton(terra nigra) und der roten Siegel- erde(terra Hgillata) verfertigten Gegenstände erregen noch heute durch ihre gleichmäßig schöne Farbe und ihre scharf ausgeprägten Reliefdarstellungen unsere Bewunderung. Biel« dieser kleinen Kunstwerk« tragen sogar eine„Fabrikmarke", entweder den Stcm- pel des Fabrikbesitzers allein oder in Berbindung mit dem Namen des Arbeiters. Bei den von derselben Hand verfertigten Fabrikaten fällt es nun auf, daß die Fabrikstempel kleine Abweichungen zei- gen: hier stehen einzelne Buchstaben aus dem Kopf, dort fehlt ein Buchstab«, mitunter hat sich ein falscher Buchstabe eingeschlichen oder es. fehlt auf einer Serie von Waren etwa dem Buchstaben A immer der Querstrich. Dies läßt nur die eine Erklärung zu. daß die Römer bereits bewegliche Lettern für ihre Ziegelstempcl de- nutzt haben. Daß sie bei ihrem praktischen Sinn und ihrer tech- nischen Begabung nicht den nächstliegenden Schritt taten und die beweglichen Lettern nicht auch zum Druck von Büchern verwen- beten, mag seinen Grund dann haben, daß die Vervielfältigung von Schriftstücken durch Sklovenhand den Bedürfnissen jener Zeit voll und ganz genügte. EI. Dienstag, 19.6.2S Staats-Oper Unter d. Linden Ab.-V. 43. Ank.I8l/,/-)U. Die Meiüemnger Staals-Cpei AmPl.d. Republ. Res.-S.>17. Anl. 20(4) U H Dienstag,19.').28 Bismarcksir. Turnus III An f. 20(81 U. Madame Bntterfty Mi. Süacspielli. tu CuaimiMirki Res.-&>2) AnL 20(8) Uhr zwlsdien tanzenden ifletdern Staall.Sdiiiier-Ilisater.üiiirltbg. '20(8) Uhr Die beiden Seehunde Volles bühne Tk. an Stkiffbasenlanp SV, Uhr (liiatv an BiiowDlali S'/i Uhr Orpbeusln der Unterwelt Der Kuhhandel * Uhr Nollendorr 7360 J€etS».'Williawns der eigenartigste amerikanische Exicntrik-Star und die übrigen Variete'Sensationen! OASSCMuaeiLTSi/*osPtei dreimäöerlhaus Alfred Braun r.Thellmann, Jankuhn, Hesterberg, Sdiridir-SdiroDim, Morjan, Pirry, Braidt, Ballett Wlnkeiai'-rn, SuasbincgirU. Mus.Leit: P. Hühn. Ausst Prf.Stern. Inszenierung Julias Brandt. Grosses Scbaaspielhaas Erik Charcil. C ASIN O-THEATER« Uhr Lotlirlnger Str. S � wegen(st die rage verlängert vei{fressen Andranges Spielzeit einige Tag« KUUers Prinzesschen. Ausschnef den 2 Gutschein 1—4 Pcrs. WsiufftUfJ n'If vi-' M.. ürattdiesTlieaiei Norden 12310 /, Uhr Verlorene Töditer Sittenst in 4 Akten. Iv traukura luha Ztlrill Paricauch Sonntags statt 4.— M. nur 60 Pff. Tbalia-Tbeater Dresdener Str. 72-72 Täglich 8 Uhr DyckemotnErtieii u/p�ntfjuoßftM Zum ezßciX' dierutsn Qf/ouul/d. mifdJJenfn____ verhol enen, Teilen. U&hEISeHSTiM HW U£tS£U votsTuumf* Allgem. Deutscher Gewerkschaftsbund Allgemsinsr Freier Angestelltenbund Heute, Dienstag Gewerkschafts-Tag LunaPork rSntrlH'» 7ä Pfennig sinteM. KeffM u. Kttekaa ClniriU. oder 1 eint Bier edoe 1 Gleschs SaKar Briülant-Feuerwerk Eintrütskartan fOr Qewerksdiaftsmitg kennUleh gemachten Katmoa de* I Ssltenlnij-äabiien DU. Künstler-Th. «'/, Uhr rtiofllelnte. Planetamra an Zet (itlÄix.'outliBttnlrr Unit Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternbinunei der Heimat 18 Uhr ErdkBtilVeltBarang. 20 Uhr: Oer EinflaBd. Gestirne Eintritt I M. tietollt. 15 Ithtti 3, SSE UM«™ Arnold Scholz. Hasenheide 108/14. U-Bahn(Hermann platz) Täglich: tn Knit md die Km I» fiäitti oder Sul. Kaffeiküdit ob 2 Uhr. Danksagung Jiür die vielen Beweise und herz- e Anteilnahme bei de« Trauer- fetcr meines Itcben, unvergeßlichen Mannes, unseres guten Paters. Schwieget, unb Graßvaters, sagen wir allen Berwrnbten. Freunben unb Bekannten, sowie bee Bereinigung ber Galt- unb Schaniwirte .Groß-Berlin 1871/1901', be« 5.«er- oallungsbejirfs ber KPD, be» RFB. (I Bez), ben Mitallebeen der Lauben- Ivlvnie»Grvßünblbauern', ben Hnus- lasfierern des 5. Berwallungsbezirks ber B. b. F. f. ff., be« SvarveeeinS „ffibele Brliderch be« Schrammel- Hub» 1931. der Kvckeyabteilung fflchte 90, ber 10. unb 51. Gruvve des Arbeltersnarlvereins Fichte und dem Int. Bund ber Opfer be» Kriege» unb ber Arbeit unseren ausrichtigften unb tiekgeMhItesten Danll Berlin, brn 18. Juni>928. Im Austrage ber Hinterbliebene« t Willi, NotE Die Belseßung der Asche findet Mittmach, den 20. Juni, nachmittags 4 Uhr, in ffriebrichsselbe statt. SWMWMM-WW Athtung! Zxfxlxhßljlle Achtung! Die Betriebsräte- geitschrift Nr. 12 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der Ltgitimatianskarte be» Betriebsrats-Ob- manne« in unserem Bureau, gimmer 5, aber nach 4 Uhr im Zimmer 4. entgegen- genommen werden. vis Ortsvsrwaltuua. Zorlinsf Praler Kastanicnallee 7/9. 7»/, Täglich 7»/, AuSerdem. Konzert, Vattetd. Anfä(J, Sonnt 4 U. Tanz Kaneekocljen. Fabrik Sebefdan Rossüttialn Str. 56 Speise- von 275.— an Nerren- von 275.— an Schlaf- Zimmer von 360.— an LaDdpanelleg □ m von 1 Mb an verlauft unter günstigen Bebingungen Landwirt Wgemond, Schönow, Bahn- ftation Zepernick SränäiZer Zinßsng u.Vefksui Zedrsuctiter, gut erksltener fmngiHl-asIlMslwgp nen rs i Wertbeim Aotomobllgese Ischaft Berlin W 9, Friedrich-Ebert- Straße 14 Lagerbeslchtigung ohne Kaufzwang f nserate im Vorwärtt sichern Sefolgl 2um Lclisusrn sclimut�igsr Trsppsnstussn kommt VI//, clsr loulzersr, v/is gsruksn. VM macht den Hausputz leicht und angenehm- VIM gibt allen Gegenständen aus Stein, Holz u. Metall neuen Glanz.� Nichts in der Welt ist so gut wie VIM. OffeneFüße Belnschädeo aller Art SalzfluS, Brandwunden und alte eiternde Wunden werden geheilt durch das beste Mittel Altschadensalbc HERGA erstklassige Anerkennungen und Dankschrelben. Alleiniger Hersteller und Versand Altslädtiscbe Apotbeke. Berlin C.2,Münzstr. 14/15. Preis pro Dose M. 1-50, Kurpackung M. 4-50. Zu haben in allen Apotheken, wenn nicht: Altstädtische Apotheke, Berlin C2, Münzstr. 14/15. »«ppich« mit ntiae««ebleHIer». Sonderpret, 2X1 19,—, Sonbccpreis 2X8 Eotlbccprei» 2X8 85,—, Ton. eetpreis JWXS'A 89.—, Sanäeepreis 2HX8Vd 48,—, Soniorptei» 8X4 öS,—, Lonberpreis 8x4 85�-. Körner, Pols. bamer Straße Nr. 26».• Bekleidungsslurkt:;' Wasche usw LeiHHan»«orikplag 58». Oertauf Ben RaoaUet-Gorbcrobc, teils aus Seide, Jackett., ffrack», Smalinganzllge, Gabae» binemäntel. Bauchanzüge, sllr lebe Figur afienb. Eztra-Angedole für neue Sae. ceabe. Bei, sacken 50,—, Pelzmäntel 95,—, Spartpelze 85.—, Gehpelz« 100,—. Keine Lambardware!• Getragene Kerrengarderobe, SjezialU tät Bauchsiguren, spottbillig. Nah. Gar- mannstraiie 26/28. früher Ntniackstraße.« Cffok»«! Maebel-Boebel, Maritzpla gebäude. liesert trpcisezimmer, Möbel. Einzelmi beigsten Preisen. ... Fabrik. ediegene Schlafzimmer, errenzimmer, Köchen. tl aller Art zu nie- Befichiigung erbeten.' Pateatmateegea...Primifiuna".Metall. betten, Auslegematratzen, Ghaiselongue» Walter, Stargarderstraße achtzehn. Lpe. »ialgelchäkt» MSbelhau» Stein, Besonders allnstiges immer 475.—. Speisezlmmee. lauinbüfetts. Ankieidtichtänke mi «eindergsweg 24, Angebot: Lchlaj- Spiegel 105,—, Küchen, 3 a b 1 u naserleichteeung. Polstermöbel. Bosfien, Kastantenallee 57. Anrichte. küchen, komplette Zimmer, Einzellmöbel spottbillig. Kleinste Natenzahlung.• Kamerling, Kastantenallee 56. Schjaf- zimmor, Ruhebetten. Metallbetten. Nie- fenauswahl. Spaltpreise, Zahlungs- erleichtcrung. ff »4m»iieitow8rkim, emßs Radio, Teilzahlung, Saeantieanlagea. 10 Monatsraten, sömtliche Snstcme. Katalsg B gratis. Gesa, ffriedrich- Kratze 120.__________• Pia»»» ohne Anzahlung, neu und ge. braucht, in großer Auswahl verkauft Herer, Brunnen straße 191. l Treppe. Rolenthaler Platz. Langsährlge Garan. kie kleinste Ralenzahlung. MSuzea. Briefmarken mann. Iahannissiraß« 4. kauft'Eros.- Älbcri'ache». Sinn, Biet. Oü'eckfilber. Goldschmelze, Ehrifiiona!. Kövenickerstr. 89 Inahe Adalbertstraßri. Unterricht Rackow', faufmännifche Privaischule». W. und Dr. A. S ackow, Ailhelmstraße 49, nahe Leipzigerstraße,?auei:tzicnstecze I, Alecandervlatz 50.— Am 2. Salt be, ginnen Vierteliahres- und Halksahres- lehrgangc zur kaufmännlstchen Ait»b-I- düng ftlr lange Damen und Heeren mtr einfacher oder höherer Schuibildnng he- (anders.— Drucksachen kastensos.— Schnellsörterttde Leheganae für erwachsene, Sahlsacher: Buchführung kör jeden Betrieb, Rechnen, Korresvandenz, Wechsellehre. Stenoaraphie, Maschine- schreiben, Schönschnellschreiben, Deutsch, fftembsprathen, fremdsprachliche Elena. araphic.• Verschiedenes/ Alleode bei Treseburg Im Harz. Nr- publikaner und Genoffen finden h:lltgen, angenehmen Aufenthalt. Prospekt« ver- sendet Gast- und Logierhaiis..Eturmeck". Ema!lle-Beeetneab»el»en, bachsein va- liert. vergaldet. 18 Rillimeier aroß, kosten per Stück bei 12 Stück 1.19. 25—,90, 50—.70, 100—.60. dreilardig, ein- und zp>eiicrbi9 billiger! Alb. Pelsch, Bereinsadzeichen- und Stemvel- kabrik, Berltn-Nieberschäneweide. Köll» nischeftraße öS Mnsterpreioltste Icei. Eeschäitszeit 8—6 Uhr._ Detektivburea» Staföiet,• Ehauisee- firaße 77 Fernsprecher Norden 78e6. Beobachtunaen. Srmitielunger Aus- künfte allerorts.__________ Sch»een>e>tz tdäs-ßt Mar!« Welk«. Kö» ven'ck, Linbenstraße 9. Telephon 4263. Leibwäsche 0,15. nn iu Z.M? Üintpiana«. überaus preiswert. Piano- ' nftratze" tabeik Link. Brannenfi 85. ftztzEnräetzvi* Teilzahlung! 2,50. DiamantrLder, Güriderdbct, Iriuwphräh». liSitilec. räder,«affenfahttaber, Serfarfulm, räder, Siullipleteiibtc,«onopalräder. S-yiowe. Weinmeisteestraße vier._ ilun�, neWÄlbÄ Sur ■ffmutttl tatsräder. drei rabbau W una. MOE ic« Garantie. Fahr rstroße dreißig. DLrkopp.Nähmgschinen gegen S-Nark. Wocheurgten. Wlofii. Beunnenfiraße 186, zwischen Nojeuthalerpiatz und Znvali- denstraße Norden 118 mstw Fabrikate Ute... Döchentlfth 8,—. erstklasfig« und Gewerbe. irr, Potsdaincr. Zuagor Schm'cd, 20 Jahr«, sucht Sie!- lung. wa er da» autogenische Schweißen lernen kann. Angebote unter W. 10 an den„Vorwärts"._ Steilenangefcote>.. homogener töte. stellt ein Karl Fischer, Tempel. Bleilötee, perfekt in hleiung, stellt ein Kai' hos. Bessenierstraße 5. Parlcireiiahteur EesudU zum sofortigen Eintritt In die Bremer Volkszeitung als 2 politischer Redakteur zur besonderen Bearbeitung des wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Teils. Bewerbungen mit Ge- haMsfordoningen bis 30. Juni mit der Aufschrift„Bewerbung" an d Verlag der Bremer Volhszellimg Bremen