Morgenausgabe Nr. 291 A 149 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 Pfg� monatlich 3.50 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4.32 M. einschl. Bestellgeld. Auslandsabonne« ment 6.— M. pro Monat. * Der„Vorwärts- erscheint Wochentag- lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und„Kindersreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen",„Frauen- stimme".„Technil".„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts". » Weriincr VoWSvlaj. Kreitag 22. 3«ni 1928 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Sic( i n I p a M i g« Nonpareillezeil» 80 Pfennig. Reklamezeile 5.— Reichsmark..»leine Anzeigen" da- letlgf oruitt« Morl 25 Pfennig lzuläfftg zwei »ettaedruckte Worte!. iede» weitere Wort 12 Pfennia. Stellengesuche das erst» Wort 15 Pfennig, iede- weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zetle SO Pfennig. Familienanzeigen für Abonnrnien Zeile zo Pfennig. Anzeigen» annähme im Qauplge chäfi Linden. strasteZ wochenlägl. oon»>/, bis 17 Uhu Jentralorsan der Goziawemotvattfchen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff SS2— LS7 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin S7 WS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter,«ngestellien und Beamten Wallstr. SS. Dtäkonto-Gesellschaft, Depositenkasse Lindensir 8 Galgenfrist?— Gesundungskrise? Alles wieder anders!— Die Volkspartei lenkt ein? Gestern um 1 Uhr gab es keinen Menschen mehr im Reichstag, der an das Zustandekommen der Großen Koalition glaubte. Man sprach nur noch von der Weimarer. Nach drei Stunden sah alles wieder ganz anders aus. Erst raunten es wenige, bald sprachen es fast alle nach, die Große Koalition ist so gut wie fertig! Das war nun auch wieder nicht richtig. Es war aber doch eine Aenderung eingetreten. Um 3 Uhr war eine kurze Besprechung der Fraktionsführer Wels, Koch, Gusrar d, Scholz, Leicht bei Hermann Müller. Hier sah es wieder erheblich anders aus als am Vormittag bei der Be- sprechung der Zweiundzwanzig. Es soll sich nämlich gezeigt haben, daß es sich am Vormittag sozusagen mehr um„ideale" Forderungen der Volkspartei handelte, als um solche, mit deren Erfüllung durch die Große Koalition sie ernstlich rechnet. Auch schien der Widerstand gegen gewisse unver- Sichtbare Forderungen der Sozialdemokratie nicht mehr un- überwindlich. Kurz und gut: Herr Scholz will heute IV Uhr vormittags noch einmal mit seiner Fraktion sprechen, dann werden um 12 Uhr wieder die Fraktionsfllhrer zusammen- treten, und nachmittag sitzen die Fraktionen wieder, die sozialdemokratische um 4 Uhr. Welche Wendung— durch wessen Fügung? Manche sagten. Herr Stresemann habe kurz vor seiner Abreise nach dem Schwarzwald dieses Wunder zustande gebracht. Andere meinten, die Volkspartei habe erkannt, daß es den Parteien der WeimarerKoalition ernst mit der Ab- ficht sei, unter Umständen auch ohne sie zu regieren, und sie habe befürchtet, sich sowohl im Reich als auch in'Preußen für unabsehbare Zeit auszusckalten. Gleichviel, ihre Haltung schien soweit verändert, daß sich die Sozialdemokraten einem letzten Versuch zur Verständigung nicht entziehen wollten. Die Volkspartei hat gestern den Versuch gemacht, mit den Sozialdemokraten so umzuspringen, als ob sie Deutsch- nationale wären. Dieser Versuch ist gescheitert. Die Deutsch- nationalen haben auf den Weg zur Regierung verbrannt, was sie zuvor anbeteten und angebetet, was sie zuvor verbrannt hatten. Die Volkspartei hat sich hoffentlich gestern endgültig davon überzeugt, daß sie bei den Sozialdemokraten mit Zu- mutungen ähnlicher Art an die Unrechten gekommen ist. Der heutige Tag muß nun endlich, endlich zeigen, ob trotz alledem noch eine Verständigunig möglich ist. Die Gegensätze der K l a s s e n i n t e r e s s e n, die in den Verhandlungen so scharf zum Ausdruck gekommen sind, lassen sich natürlich nicht beseitigen. Was sich bestenfalls erreichen läßt, ist eine Ver- ständigung über die Zusammenarbeit auf umgrenzten Ge- bieten, eine Verständigung, die der Einsicht entspringt, daß das Wahlergebnis vom 2v. Mai auf den Weg dieser Zu- sammenarbeit hinweist. Das Wahlergebnis vom 2V. Mai be- deutet aber auch eine eindeutige Mahnung, den Regie- runßskursnachlinkszu drehen. Die Sozialdemokratie hat die Absicht, diesen Willen der Wähler auszuführen. Daß die W i d e r st ä n d e, mit denen sie dabei zu rechnen hat, so klar in Erscheinung getreten sind, ist letzten Endes kein Schaden! Die Sozialdemokratie will dieFührung behalten und den Kurs n a ch l i n k s iirehen. Daran hält sie fest. Der Ver- such mit der Großen Koalition ist nach ihrer Meinung nicht der einzig mögliche, nicht der letzte. Stößt sie aber auf unüberwindbare Widerstände, dann ist ihr gegebener Platz in der Opposition. Der Besuch Hermann Müllers beim R e i ch s p r ä s i- d e n t e n ist gestern noch unterblieben. In den Fraktionen des Zentrum» und der Demokraten betrachtete man gestern abend die Aussichten für das Zustanjdekommen der Großen Koalition wieder als' günstig. Ob dieser Optimismus berechtigt war, soll — hoffentlich unwiderruflich zum letztenmal— der heutige Tag zeigen. Bayern und 11. August. Die Reichstagskorrespondenz der Bayerischen Volkspartei wendet sich gegen die in einigen Zeitungen aufgetauchte Nachricht, nach der die Partei dem 11. August als Nationalfeiertag zugestimmt haben soll. Sie stellt fest, daß die Loyerische Volkspartei sich nicht hat entschließen können, ihr« Zustimmung zur Erhebung des 11. August zum Nationalfeiertag zu geben. Ehescheidungsreform. Ein sozialdemokratischer Initiativantrag. Die sozialdemokratische Reichstagssraktion hat zur Ehe- scheidungsresorm den Entwurf eines Initiativ- g e s e tz e s beantragt, das zum Ziel hat, die Bestimmungen über die Ehescheidung zu reformieren. Der sozialdemokratische Antrag ver- folgt den Zweck, Ehescheidungen zu erleichtern und die Scheidung einer Ehe schon dann zuzulassen, wenn eine tiefe Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses eingetreten ist. Hoffentlich verabschiedet der neue Reichstag dieses Gesetz schleunigst, um das im alten Reichstag gekämpft wurde, ohne daß es zu seiner Verabschiedung kommen konnte. pomcare begründet die Gtabilifferung. Pessimismus über die eigene Negierungsdauer. park». 21. Juni.(Eigenbericht.) P o i n c a r e gab am Donnerstag nachmittag in der Kammer die angekündigten Erklärungen über die Wä h r u n g s- r e f o r m ab. Seine Ausführungen standen durchaus unter dem Zeichen der augenblicklich in den Wandelgängen herrschenden Miß- st i m m u n g und bestätigten den bereits in einigen Blättern mit- geteilten Eindruck, daß Poincare die Möglichkeit seines nicht allzu- fernen Rücktritts selbst in Rechnung stellt. Der Ministerpräsident. der sogleich nach Erössnung der Sitzung die Tribüne bestieg, leitete seine Rede mit einem etwas matten Angriff auf di« Sozia» listen ein. Dann ging er auf die Frage des Fortbestehens der Nationalen Union ein: die Männer könnten wechseln, wenn nur die I d e e n b l e i b e n. Die Regierung habe beim Zusammentritt der Kammer dem Präsidenten der Republik nicht ihre Demission an- geboten, well sie der Kammer die Initiative überlassen wollte. Auf jeden Fall möge die Kammer noch bis nach der Erledigung der Sta- bilisicrung warten. Diesen oon Pessimismus getragenen Worten folgte das Bekenntnis Poincares, er habe zwar 1924 eingesehen, warum er zurücktreten solle, aber er seh« es heute nicht ein. Den Rest der Rede füllte, wie zur Begründung, eine Schilderimg der Leistungen ans, die das Kabinett während semer fast zweijährigen Existenz vollbracht habe. Die Ausführungen Poincarös, deren erste Sätze auf den Bänken der Rechten und der Mitte sogleich mit stürmischem Beifall unter- strichen wurden, hinterlicßei. in der Kammer sichtlichen Eindruck und haben ohne Zweifel zur Verstärkung der in den letzten Tagen sich bemerkbar machenden Versöhnungsten- denzen innerhalb der Parteien der bisherigen Majorität bei- getragen. Die Kammer fühlt sich heute mindestens noch zu unsicher und ist keineswegs zur Bildung einer neuen Majorität fähig, die an die Stelle der heutigen zu treten vermöchte. Poincare setzte sodann nach einer Schilderung der einzelnen Stadien des Sanierungswesens die Gründe, welche die Regierung heute zur Stabilisierung und nicht zur Revalorisierung (Aufwertung) des Franken veranlasse, auseinander. Eine Revalorisierung sei unmöglich, da sie die Wirtschaft des Landes heute geradezu umstürzen würde, und selbst die eifrigsten Anhänger der Reoa- lorisation feie» davon abgekommen. Heut« verlangten sie nur noch die Zurückführung des Pfundkurses auf IVO Franken. Aber auch eine teilweise Revalorisierung, deren Anhänger er früher selbst gewesen sei, müsse als ausgeschlossen gelten. Im Jahre 1926 sei sie wohl noch möglich gewesen, denn die Inlandspreise hätten noch nicht di« Höhe der Weltmarktpreise erreicht. Seitdem habe sich die Lage verändert. Heute würde eine Revalorisierung den Wert der Steuereingänge ganz erheblich herabsetzen und die Schulden- last Frankreichs nicht unwesentlich erhöhen. Für di« Bank von Frank- reich, die einen beträchtlichen Stock von Devisen aufgespeichert habe, würde eine Revalorisierung von 20 proz. einen Verlust von 10 Milliarden bedeuten und den Wert ihrer Einlagen m, Ausland« herabsetzen. Poincare ersuchte die Kammer schließlich, die Schlußabftimmung über die Interpellationsdebatte auf die nächste Woche zu ver- schieben, da sie nach dem Abschluß der Stabilisation größere Handlungsfreiheit gegenüber der Regierung haben würde. Der Lteberfall auf den Kurier. Ehamberlain begnügt sich mit Entschuldigungen. London. 21. Juni.(Eigenbericht.) In Beantwortung einer von sozial! st ischer Seit« im Unter- haus gestellten Frage gab Cha'mberlain am Donnerstag eine Darstellung des Ueberfalls auf den britischen diplo- malischen Kurier in Mailand, die«ine voll« Bestäti- g u n g des Vorfalls darstellt, wie er durch die Press« verbreitet worden ist. Ehamberlain teilte u. a. mit, daß angesichts der von den Angreifern vorgebrachten Entschuldigungen im Einverständnis mit dem britischen Botschafter in Rom von einer Weiteroersolgung der Angelegenheit abgesehen worden sei. Wahlergebnis in Argentinien. HipSlito Irlgoyen zum zweiten Male Präsident.- Zünf Woche« Sttmmenzählung.- Vermehrung der sozialistischen Stimmen um mehr als SO Prozent. L. G. Buenos Aires. 20. Mai. Das Ergebnis der dreifachen Wahl in Argentinien(Prä- sidenten, 80 Deputierten und ein Drittel des Senats) liegt nun vor. Zum Präsidenten gewählt wurde Dr. Hipülilo I r i g o y e n mit rund 800 000 Stimmen gegen 400 000, die auf Dr. Melo, dem Kandidaten der Einheitsfront, entfielen. Jrigoyen wird am 12. Oktober zum zweiten Male die Prä- sidentenschaft übernehmen. Zum erstenmal war er Präsi- dent von 1916— 1922 und da ist es sein größtes Verdienst gewesen, das Land dem Weltkrieg ferngehalten zu haben, das ist auch die Ursache seines geradezu über- wältigenden Sieges über die„Siegesformel" der gegnerischen Einheitsfront. Gewählt wurde am 1. April, die Stimmen- Zählung begann am 9. April und das Wahlergebnis ist offiziell am 15. Mai bekanntgegegen worden. Um insgesamt 1 462 390 abgegebene Stimmen, davon allein in der Bundes- Hauptstadt Buenos Aires 278 259, zu zählen, haben ein Dutzend Beamte 32 Tage, vom 9. April bis 11. Mai, gebraucht! Dieser Rekord konnte nur auf Grund eines Zähl- Verfahrens erreicht werden, das einzig in seiner Art ist. In allen Ländern mit allgemeinem Wahlrecht beginnt die Stimmenzählung unmittelbar mit Schluß des Wahlaktes durch die Kommission des Wahllokales. Dadurch erfährt die Welt das Wahlergebnis, zum Beispiel von Deutschland, das mehr als 40 Millionen Wähler Hai., schon wenige Stunden nachdem die Abstimmung geschlossen wurde. Hier aber werden zuerst ein paar tausend Wahlurnen mit den Stinim- zetteln feierlich und umständlich von bewaffneten Polizisten und Soldaten in das Kongreßgebäude in der Bundeshaupt- stadt, oder in das Regierungsgebäude in den Provinzhaupt- städten, das Amtsgebäude in den Städten, gebracht, wo sie in ein besonderes Zimmer eingeschlossen werden, vor dessen Türen und Fenstern Soldaten mit geladenen Gewehren und aufgepflanzten Bajonetten etwa eine Woche lang Wache halten, bis die Behörden den Beginn der Stimmen- Zählung anordnen. Und dann erfolgt die Zählung so um- ständlich, daß daran der berühmte österreichische Minister- Präsident des vierzehn Jahre langen Fortwurstelns, Graf Taaffe, seine größte Freude gehabt hätte. Jeder Stimmzettel wird feierlich aus der Urne genommen, mit größter Würde und Umständlichkeit von jedem Zählbeamten einzeln auf seine Echtheit und Gültigkeit geprüft, um dann nach einem förmlichen Konsilium als gültig oder ungültig erklärt zu werden. Das Spiel muß wiederholt werden, wenn die Wahl in einem Wahlbezirk annulliert wird. Bei Ländern mit einer zwanzig- oder dreißigmal größeren Wählerzahl als in Argentinien könnte durch diese Art Stimmenzählung das Wahlergebnis gerade dann ermittelt werden, wenn die Wählerschaft schon wieder zur Erneuerung der gesetzgebenden Körperschaften schreiten müßte. Für Diktatoren ein Herr- liches System, aber für ein demokratisches und freies Staats- wesen, wie Argentinien, ein Mittel, das Land 1)em Gespött der Welt preiszugeben. Bon dem Wahlergebnis sind zwei Parteien überrascht und bitter enttäuscht worden: die Regierungspartei der antipersonalistischen Bürgerlichradikalen und die alte Sozialistische Partei. Für die Regierungspartei und die mit ihr verbündet gewesenen anderen Parteien mit Dr. Melo als Präsidentschaftskandidaten, dem Anwalt der nord- amerikanischen Banken und Petroleumgesellschaften, hat die Wahl mit einer vernichtenden Niederlage geendet, denn die Jrigoyenisten oder bürgerlichen Personalisteü haben nicht nur die Zweidrittelmehrheit der Wahlmänner für die Prä- sidentenwahl erobert, sondern auch die Mehrheit der Deputier- ten- und Senatorenmandate. In Ziffern erhielten die Jrigoyenisten 249 von den 376 Präsidentenwahlmännern und 53 oon den 80 Deputiertenmandaten. Die Antipersonalisten mit ihrer Einheitsfront und Siegesformel bekamen 123 Prä- sidentenwahlmänner und 21 Deputiertensitze. Dieses Ergebnis ist um so kläglicher, als sie den Wahlkampf monatelang mit größtem Kräfteaufwand geführt und ihren Sieg mit lautem Geschrei in oller Welt verkündet hatten. Das ist aber eine Sache, mit der sich die argentinische Bourgeoisie schon abgefunden hat und die für die Arbeiter- bewegung keine nachteiligeren Folgen haben kann, als wenn die Antipersonalisten gesiegt hätten. Ob Jrigoyen oder Melo-, den großen sozialen Problemen der Republik, an deren Lösung die Arbeiterschaft und das Klein» bauerntum das größte Interesse hat, wird man in hen nach- sten sechs Jahren wohl kaum allzu nahe treten. Eine Aus- nähme kann vielleicht das von den Antipersonalisten so gründlich verpfuschte Gesetz über die obligatorische Altersversicherung bilden, das sie, nachdem es ein paar Monate in Kraft gewesen war, unter dein Drucke des ganzen Landes wegen seiner geradezu klassischen Mangel» hasiigkeit ausheben mußten. Die Jrigoyenisten haben dieses Gesetz ihren Nachfolgern in der Regierung, den Antipersonalisten als Bermächtnis hinterlassen, mit dem diese aber nichts Bernünftiges anzufangen mußten. Möglich, daß die Irigoyenisten ihr früher begonnenes Werf jezt vollenden werden. Schwer würde ihnen das nicht werden, denn sie fönnen aus den Fehlern ihrer Vorgänger lernen. Ueberdies haben sie durch deren Ungeschicklichkeit den wirklichen Willen des Volkes kennen gelernt. Von großer Wichtigkeit für die Arbeiterbewegung ist, daß in dem großen Wahlkampf die vor etwa pierzig Jahren gegründete Sozialistische Partei gegen die vor neun Monaten durch eine Spaltung entstandene Unabhängige Sozialistische Partei unterlegen ist. Diese Niederlage hat in beiden Parteilagern überrascht. Die alten Sozialisten oder Personalisten" hatten in einer völligen Berkennung der Stimmung unter den Parteimitgliedern unerschütterlich an einen überwältigenden Sieg der vom Volksmund als oliga archisch bezeichneten traditionellen Politik des Parteivor standes geglaubt, während die Unabhängigen oder sozialistischen Antiperfonalisten, die schon lange gegen die Partei führung Sturm liefen, hofften, im beften Falle vielleicht zwei ihrer Kandidaten in die Liste der Minderheit hineinzubekommen. Sie haben aber die volle Minderheit, fech s Deputiertenmandate in der Bundeshauptstadt, erobert! Deshalb hat der glatte Sieg der Unabhängigen mit 51 273 gegen 45 225 Stimmen der offiziellen Bartei allgemein überrascht. lleberraschend ist auch die gesamte sozialistische Stimmen zahl, nämlich 96 500. Bei den legten Wahlen vor zwei Jahren, als es noch keine Spaltung gab, hat die Sozialistische Partei mur 63 601 Stimmen aufgebracht. Die Zahl der sozialistischen Wähler ist also in der Bundeshauptstadt in 24 Monaten it m mehr als 50 Prozent gestiegen. Diefes starte Anwachsen der sozialistischen Wählerschaft fommt ausschließlich den Unabhängigen zugute, die von den 63 000 sozialistischen Stimmen vor zwei Jahren 18 000 übernommen, aber 33 000 neue dazugewonnen haben. Da drängt sich die Frage auf, ob diefe Masse dem Sozialismus auch treubleiben wird. Aufgabe der beiden Parteien ist, diesen Befihstand zumindest au behaupten. Ob fie das durch eine Wiedervereinigung auf Grund völliger Reorganisation der Partei oder durch andere Mittel erreichen können, wird sich erst zeigen, wenn sie praktische parlamentarische Arbeit leisten müssen. Borläufig fann von einer Wiedervereinigung faum gesprochen werden, denn die Abneigung ist auf beiden Seiten gleich groß. Ganz fläglich haben die verschiedenen kommunistischen Gruppen abgeschnitten: ihrer drei gewannen fie 4700 Stimmen! Das Wahlergebnis ist dahin zu deuten, daß die politische Stimmung und Strömung der Wählerschaft eine freiheit lichere Gestaltung fordert und auch eine antitapita listische Spize hat. Dr. Irigoyen wird in feiner zweiten Bräsidentschaftsperiode Gelegenheit haben, das in ihn gesezte Vertrauen zu rechtfertigen. Seine Wahlmacher haben feier lich versprochen, das Wahlrecht demokratisch auszugeftalten, die in direkte Wahl des Bräsidenten abzuschaffen, den Senat aufzuheben, die Kranken- und Unfallversicherung zu verstaatlichen, den follettiven Arbeitsvertrag einzuführen, die ( Semperbeaufsicht auszubauen, dem Trustwefen energisch ent gegenzutreten, das Agrarproblem einer Löfung zuzuführen, die den wirtschaftlichen und fozialen Erforderniffen des Landes entspricht uf. Die Volksmaffen beginnen zu gr fennen, daß der moderne Uebertapitalismus, jo mie ihn die Bereinigten Staaten erpartieren, nicht befähigt ist, die Kulturmerte und Kulturintereffen des in einer schnellen und gefunden Entwicklung begriffenen Landes zu mahren und zu fördern. Kampfaller gegen atte ist auch hier dos Zeichen der Zeit, und da muß der aufftrebende Sozialismus einfegen, und muß der Präsident des Bolles" Ordnung Schaffen. mild 24 Heidelberger Profefforenzwischenfall. Wenn Universitäten Außenpolitik machen... Frankfurt& M., 21. Juni.( Eigenbericht.) Ein peinlicher, die deutsch- amerikanischen Beziehungen sicherlich nicht fördernder 3 mifenfall hat bie Bartragsreise des be fannten amerikanischen Völkerrechtsgefehrten Brofeffor James Browns Scott brüst beendet. Scott befand sich auf einer Bor. Telungstournee durch die deutschen Universitäten. Am Mittwoch abend sollte er in Heidelberg sprechen. Es hatte fich bereits eine außerordentlich große 3uhörerfchaft in der Univerfität rerjammelt, jebody vergebens auf den Bartragenden gemartet, his dann bekanntgemacht wurde, daß der Bortrag ausfalle. Gleich falls war in Frankfurt a. M. angekündigt, Profeffor Scott werde am kommenden Dienstag in der dortigen Universitätsgula joinen Bortrag wiederholen. Jetzt ist auch diefer Bortrag abge sagt worden. Die Ursache diefes plöblichen Abbruches ist in einer Feage der juristischen Fakultät der Universität Heidelberg zu suchen, die fie an Brofeffor Ecott gerichtet hatte. Der amerikanische Gelehrte war bei der Verseiller Friedenstauferenz Mitglied der amerikanischen Delegation. Hier wurde er mit der juristischen Saffung des Bersailler Bertrages mitheschäftigt; er soll auch an der Formulierung des Artikels 231 über die deutsche Kriegsschuld mitgearbeitet haben. Die Heidelberger jurftische Fatul tät hatte Professor Scott deshalb gefragt, ob er auch heute noch an der These von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege Die Kroaten unversöhnlich. Einstweilen fein Rücktritt der Regierung. Belgrad, 21. Juni.( Eigenbericht.) faffung der froatischen Kreise spiegelt der Beitartikel des führenden Die Regierung hat beschlossen, borläufig Agromer Blattes oppsti mieder, in dem es heißt, daß die nicht zurüdzutreten, man nimmt aber an, dan Zat porbedacht gewesen sei. Novosti" meist dorauf hin, daß der Rücktritt unvermeidlich ist. Wahrscheinlich in dem Blatt Jedinst po", das von der Regierung finanziert zögekt die Regierung mit dem Bücktritt uur, um die sein soll, vor einigen Lagen stand, gegenwärtige unsichere Lage nicht noch zu vergrößern. Die Kroatische Bauernpartei hat das Bei Leidsschreiben des Ministerpräsidenten mit dem Vermert wird nicht angenommen" zurückgehen lassen. Die Beisetung Raditschs und Bajaritschets foll am Sonnabend nachmittag in Agram erfolgen. Stephan Raditschs Zustand ist unverändert. Bernar, der einen Lungenschuß erhielt, ist noch immer in Lebensgefahr, während das Befinden des ver wundeten Abgeordneten Grandza zufriedenstellend ist. Scharfe Anklagen in der Todesanzeige. Belgrad, 21. Juni. für die verstorbenen Abgeordneten Paul Raditsch und Dr. Die Todesanzeige der bäuerlich- demokratischen Koalition Juro Basaritschet, die heute vormittag in der Nationalperfammlung angeschlagen murde, hat in politischen Kreisen Aufsehen erregt. Es heißt darin, daß die Abgeordneten auf der Sigung der Nationalversammlung als Opfer eines porbereiteten per brecherischen Anschlages im geseglichen und gerechten Rampf für die Gleichberechtigung und Menschlich teit gefallen seien. Die Ueberführung der Leichen. Suno Belgrad, 21. Sund. Radisch und Pribiffchewitsch müßten getötet werden. Der Mörder Punisa Ratschitsch sei nur der Vollstreder eines Planes gewesen, den Verbrecher erdachten, die der Regierung nicht fernstehen. Ratschitsch sei nur der Agent der blutigen torrum pierten Clique der Belgrader Hegemonisten. Diese Belgrader Heges monisten seien die wahren Mörder. Bon ihnen gebe der teuflische Bian aus, die schärfsten Gegner des Hegemonismus zu töten, um die Kroaten aus dem Staate zu vertreiben, wenn sie sich nicht beugen wollten. Das Blatt schließt: Aus dem Blut unserer troatischen Märtyrer muß entweder der froatisch jerbische und flowenische Staat entstehen, in dem die Kroaten, Serben und Slowenen und alle Staatsbürger ihre volle Gleichberechtigung haben, daß er zugrunde geht und verschwindet. oder es wird das Blut die Grundlage dieses Staates erweichen, sp Der Oppositionsführer fordert Rücktritt der Regierung. Belgrad, 21. Junt.) Die weitere Entwicklung der politischen Lage wird jezt in allen politischen Kreisen lebhaft erörtert. Der Führer der bäuerlich- demofratischen Koalition, Bribitshemitich, erflärte, er sehe augenblicklich teinen Ausweg, um aus der nermorrenen Situation Heute nachmittag 5 Uhr wurden die Särge mit den Leichen herauszukommen. Jedenfalls sei es ihm unbegreiflich, daß der ermordeten Abgeordneten Baul Raditsch und Dr. Basaritschek die Regierung nicht fofort zurüdgetreten sei. In Regie vom Krantenhause nach dem Belgrader Bahnhof übergeführt, wo fierungsfreifen wird darauf hingewiesen, daß eine Regierungstrije nach Agram einwaggoniert wurden. Etwa 2000 Menschen gaben nicht im politischen Intereffe des Landes liegen fönne. Die Regie: dem Zuge das Geleit. Es wurden eine Reden gehalten. Die rung werde noch einige Tage abwarten, bis sich die Lage Mitglieder der oppofitionellen bäuerlich- demokratischen Koalition einigermaßen geflärt habe, und dann Beschlüsse fallen. waren vollzählig erschienen, dagegen fah man in dem Trauer, Der Unterfuchungsrichter nerhängte heute die Untere zuge nur wenig demokratische und fast leine radikalen Abgeordneten. Die Regierung war durch die demokratischen Kabinettsmitgliederungshaft über Ratschitsch. und einen radikalen Minister vertreten. Die fieben schwarzgeleideten Rinder Paul Raditschs schritten hinter dem Sarge ihres Vaters her. Ihr Anblie löfte allgemeine Erschütte rung aus. ditu st Morddrohungen vor der Tat. Belgrad, 24. Juni. Kroatien furchtbare Erregung hervorgerufen. Die Aufs Die Ermordung der frogtischen Abgeordneten hat in ganz ständen einen Widerruf erzwingen mollte, hat er die geforderte Erklärung nicht abgegeben. Das hätten fich die Herren Heidelberger Profefforen felbft fagen müffen, wenn sie nicht nur über juristische Kenntnisse, sondern auch über ein wenig Menfentenntnis und Loft perfügt hätten. Dabei stand die Heidelberger Hochschullehrerschaft bisher in dem Ruf, verhältnismäßig vernünftig zu fein...! Bolz- Bazille gerettet. Mißtrauensanträge im württembergischen Landtag abgelehnt Stuttgart, 21. Sumi,( Eigenbericht.) Im Württembergischen Landtag tamen am Donners tag vor Abschluß der politischen Aussprache noch die Bertreter der zwei fleinsten, aber ziffernmäßig ausschlaggebenden Gruppen der Deutschen Volkspartei und des Christlichen Bolfsdienstes mit sehr fangatmigen Reden zu Wort. Sie potemisierten zum Zeil scharf und wirtungsvoll gegen die Rechtsparteien und deckten die Schwächen der jezigen Regierungsbildung, im besonderen der Befegung des Ruftus: minifteriums durch den von der Wählerschaft demonftratip abge: lehnten Herrn Bazilfe auf, ohne jedoch die fich hieraus ergebenden politifchen Roniequenzen zu ziehen mit der Schwäche und Halbheit, die solchen fleinen Gruppen in der Regel amhaften, dheuten fie die Berantwortung für den in ihrer macht liegenden Sturz der Regierung, wobei sie wohl auch von der 2bneigung beeinflußt wurden, die Sozialdemokratie mit ber Beitung der politischen Geschäfte des Landes zu betrauen. Die von der Oppofition eingebrachten Mißtrauensvoten wurden abgelehnt. selbst auf den Blan, um, wie er jagte, nachzuweisen, daß das gegen Nach den kleinen Barteien trat der heiß umstrittene Bazille ihn eingebrachte Mißtrauensvotum nicht mit sichhaltigen Gründen belegt worden lei. Es bestehe nur eine nicht gerechtfertigte per sönliche Boreingenommenheit gegen ihn, die man im Intereffe des Landes aber zurückstellen müßte. Seine Personal politif lei nicht parteipolitisch gewesen, er habe nur die au berufen den Beamten von seinem Vertrauensmann im Ministerium, dem Ministerialrat Dr. Beißwenger, daraufhin prüfen lassen, ob sie gefestigte Perfönliteiten seien, die eine Gewähr wirken. Damit hat Bazille, wenn auch mitt anbesen Borten, gfatt eingestanden, daß er sich bei der Einstellung der Beamten in der Tat pon einer n g h der Gesinnung getroffenen Analele leiten ließ. Als er die in feiner Berwaltung wegen der Aftion gegen das achte Rolfsschuljahr entstandenen Unstimmigkeiten auf den enange schen Oberschulrat abzuschieben fuchte, der sich nur pflichtgemäß an den Wortlaut des Gesezes gehalten hatte, fam es zu stürmischen Auseinandersetzungen. Konferenzabbruch der Kleinen Entente. Bukarest, 21. Junt. Snfolge der Belgrader Ereignisse wird Außenminister Marine towitsch seinen Butarefter Aufenthalt porzeitig abbrechen und bereits am Freitag nach Belgrad zurüdfehren. Aud) der abend nach Brag. tschechische Außenminister Dr. Benesch begibt sich schon am Freitag Landtagsbeginn in Bayern. Präsidentenwahl- Bertagung-Die Regierungsfrage. München, 21. Juni( Eigenbericht). Am Donnerstagnachmittag trat bei überfüllten Eribünen der neue gemählte Bayerische Bandtag zu feiner ersten Sigung fammen, um den einzigen Tagesordnungspunft, die Bahl seines Brä fidiums, zu erledigen. Die vom Alterspräsidenten, dem 75jährigen parlamentarischen Reyfing der Bayerischen Bollspartei, Kommerzien rat Reh, geleitete Sigung bejezte die Präsidenten, und Schriftführer. paften wiederum nach der Stärfe her Frattionen, so daß her Abgeord hete Königsbauer( Bayerische Bolkspartei) zum ersten Bräfiden ten, der Abgeordnete fuer( Soz.) zum ersten Bizepräsidenten und der Abgeordnete Hartmann( Bauernhund) zum zmeiten Bizepräsi benten mit großer Mehrheit gewählt wurden. Die 5 Kommunisten stimmten in allen drei Wahlgängen für ihren Borfizenden, ebenso meigerten fich die 9 Hitlerleife, einen Sozialbemofrafen zu wählen. nach der Wahl vertagte sich das Plenum des Landtages auf unbestimmte Zeit, h. h. bis die neue Regierung gebildet ist und fich dem Sandtas porstellen lenn. Die Berhandlungen dazu werden von der Banerischen Boltspartei im Laufe her nächsten Woche aufgenommen, ba unter allen Umständen erst die Entwicklung im Reich abgewartet werden solf. Aus der banerischen Provinz. Regensburg, 21. Junt.( Eigenbericht.) prüfen will, ift es mitunter gut, in die Proping zu geben. Das zeigte Benn man die bürgerlichen Parteien auf Herz und Nieren bie erste Sigung des neugewählten Bezirtstags CggenfelPartei, 18 Bertretern der Bayerischen Bolfspartet und ben. Er fezt sich aus drei Vertretern der Sozialbemokratischen 26 Bauernbündlern zusammen. Die erste Tat dieser bürger. lichen Mehrheit war, den Sozialdemokraten den Weg in die Ausschülfe zu versperren. festhalte. Mit Rücksicht auf seine damalige omtliche Stellung, bieten, daß sie nicht auf ihre Untergebenen zerfegend wurde von der bündlerischen Mehrheit mit der brutalen Erklärung ertlärte Profeſſor Scott, sei er außerstande, biele Frage zu beantworten. Daraufhin brach er feine Vortragsreife ab. Es ist erst menige Wochon her, daß die Universität Heidelberg neben dem Außenminister Stresemann auch den amerikanischen Botschafter in Berlin, Shurman, zum Ehrendoftor ernannte. Die gefamte für Deutschland fo günstige Wirkung dieser Geste in den Bereinigten Staaten dürfte burch das höchst ungeschickte Berhalten der juristischen Fakultät gegenüber Professor Scott wieder zerstörf fein. Man hätte sich über die Mitwirtung Scotts am Bersailler Bertrag vorher unterrichten sollen, nämlich bevor man ihn aufforderte, einen Vortrag zu halten. Nachdem das nun einmal versäumt worden war. durfte man auf feinen Fall die Taftlosigfeit begehen. dem Eingeladenen im letzten Augenblick die Pistole auf die Brust zu setzen und ihn aufzufordern, von dem Artikel 231 abzurüden. Höchstwahrscheinlich hält auch Scott, wie die meisten Berfasser des Bersailler Bertrages, heute den Artikel 231 für sehr unglücklich formuliert und für geschichtlich unhaltbar. Aber da man von ihm unter geradezu demütigenden UmDann faßte der sozialdemokratische Abgeordnete Ulrich noch einmal alle Gründe zusammen, die angesichts des Wahlausfalls gegen die Bildung einer Bechteregierung[ prachen. Die Aussprache murde abgeschlaffen mit der Abstimmung über die eingebrachten Mißtrauensanträge der Sozialdemokratie und der Demotraten. Die Konstellation mar hierbei die gleiche wie unmittelbar nach der Regierungsbildung, mur fehlten diesmal zwei Abgeordnete auf der linten Seite des Hauses. Infolge, dessen wurden die Mißtrauensanträge mit 40 Stimmen der Rechtsparteien und des Christlichen Bolfsdienstes gegen 34 Stimmen der Linksparteien bei 4 Enthaltungen der Deutschen Bolkspartei abges lehnt. Die Rechtsregierung wird auf dieser schwankenden Basis also zunächst weitermurstein.. Beswegen das Bürgerfollegium fein fäuberlich unter sich bleiben möchte, zeigte sich in der darauffolgenden Aussprache über den Begirtshaushalt. Ein Antrag, ble felt langem notwendige Erweiterung des Besirtstrantenbaules endlich in Angriff zu nehmen, niebergeritten, wenn das frankenhaus überfüllt fei, folle man die überzähligen Kranten einfach herauswerfen, da es fich ja doch größtenteils um Simulanten und Arbeitsscheue handle. Klassisch mar nor allem die Meußerung eines Bündlerbeputierten, Seufieber egiffiere nur im Kopf des Bezirksarztes, es diene für Faulenzer nur zum orwand, um sich während der Ernte ins Krankenhaus fetzen zus fönnen! Nach diesem Barfpief tann man fich handen, wie fich die Bauernbünbler zu ber Forderung nach Absonderungsräumen für lung umb Wasserspülung in den Krankenhausaborten verbleften. Strante mit Anstedungsgefahr, nach Röntgenstrahlendehand leberftüffiger Lugus und bamit bafia! Selbft der be scheibene Boften non 2900 m. flir äuglingsfürforge. Mutterberatungsstelle und Fürsorgeschwesterngehalt lehnen te ats eine überflüffige Sache ab. So etwas habe man früher auch nicht gehabt und man fei boch groß und aft geworden, warum allo! Das sind die Bertreter jener Parteien, die das Land Bayern regieren! Reichsaußenminiffer Dr. Stresemann hat Berlin zu einem längeren Genejungsurlaub verlaffen Harriman fündigt den Ruffen. Die Zschiaturi Manganerzfonzeffion aufgelöst. Eine der wichtigsten und größten Ondustriefonzeffionen, die Sowjetryßland an das ausländische Privatkapital vergeben hat, ist mit einem großen Verlust für den amerikanischen Finanzier Harri man zum Erlöschen gekommen. Es handelt sich um die Tschiaturi Gruben in Südrußland, die Manganerze fördern, früher einmal in deutschen Händen waren, von Rußland in der Form einer Kon zession an Harriman verpachtet murben und jetzt wieder an Sowjet. rußland zurüdfallen. Om Konzeffionsvertrage mar Harriman die Verpflichtung zu großen Kapitafinvestitionen und besonders zu fostspieligen Bahnbauten auferlegt worden. Harriman verpflichtete fich außerdem zu einer großen laufenden Abgabe an Sowjetrußland, Auf der anderen Seite enthielt der Vertrag für Sowjetrußland keinerlei Risiko und insbesondere hatte Rußland die da Freiheit, andere Manganerzportommen in Konkurrenz mit der Tschiaturifonzeffion auszubeuten. Diese Freiheit hat zusammen mit der Entwicklung des Man ganerzmarttes, der durch Ueberproduktion einen Preissturz non 20 Broz. erfuhr, die Konzeffion für Harriman entwertet. Die Kaltulation Harrimans war falsch. Er hatte einseitig fefte laufende Verpflichtungen übernommen, ohne die Entwicklung des Marktes zu berücksichtigen. Für Sowjetrußland und auch für Harriman entstehen mit der Kündigung der Konzeffion fchwierige Fragen. Harriman hat zwar rund 30 Millionen Mart in die Konzession hineingesteckt, die den Wert der Anlagen für Sowjetrußland erhöht haben. Harriman fordert jetzt Entschädigungen, nachdem er die Kongeffion zurückgegeben hat. Für das fapitalarme Rußland entsteht das Broblem, ab es die Konzeffion in ftaatlicher Regie meiter. führt, wozu das Geld wahrscheinlich fehlt, ober ob es einen neuen Ronzeffionär findet. Harriman hat nach Meldungen des Dft. Expreß auch mit deutschen Interessenten zu rechnen, weil die deutsche Distontogesellschaft und die Gelsenkirchener Bergmerts 2.-G. Borbefizer der Tichiaturigruben maren und Harriman mit diesen ein Abkommen über eine Ertragsbeteiligung geschlossen hatte. Die Liquidation der Tschiaturifonzession wird also noch weittragende Folgen für alle Beteiligten haben. Die Tariffähigkeit der Anwaltschaft. Leipziger Zagung des Deutschen Anwaltvereins. Die Frage der Tariffähigkeit der deutschen An= waltschaft ftand auf der Tagesordnung der zweitägigen Sigung der Vertreterversammlung des Deutschen Anwaltvereins, die am Sonnabend und Sonntag in Leipzig stattfand. Man beriet dort ein neues Statut, dessen Inhalt in zwei Bunften allgemeineres Intereffe hat, nämlich in der Frage der Tariffähigkeit des Anwaltvereins und feines Sizes. Die fozialgefinnten Rechtsanwälte, für die auch Genosse Gustan A. G. Goldschmidte Berlin fprach, drängten auf Annahme von Statutenbestimmungen, die den Deutschen Anwaltverein als solchen den Abschluß eines Tarifvertrages ermöglichen sollten. Leiber er hielt ein entsprechender Antrag nur etwa 20 sen ungefähr 120 Stimmen. Wahrlich kein Ruhmesblatt für die deutsche Anmaltschaft! Andererseits bildeten auch die sterren Ablehner jeder Tarifverfragsmöglichkeit nur eine fleine Minderheit. Die Mehrheit befchlog, in die Statuten Bestimmungen aufzunehmen, nach meichen es den örtlichen Bezirksgruppen des Deutschen Anwaltvereins menigstens gestattet ist, Tarifperträge abzuschließen. In der Frage hes Sizes bes Deutschen Anwaltnereins wünschten die fortgeschrittenen Glemente der Anwaltschaft den Siz des Vereins, der jest in Leipzig ist, nach Berlin zu nerlegen, um ihn von den reaktionär- pirtenden Zusammenhängen mit dem Reichsgericht zu lösen. Für diesen Antrag tret auch der Genosse Dr. Kurt Rosenfeld ein. Ein großer Teil der Anwaltschaft fürchtete aber geradezu den Berliner Geist und zeigte bei der Ber sprechung des Antrags auf Berlegung des Sizes eine erschreckende Rückständigkeit. Schließlich drohte das ganze Statut an der Frage zu scheitern: Berlin oder Leipzig. Beder die Statuten mit dem Siz Berlin, noch) die mit dem Siz Lipzig erhielten die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Schließlich gelangte ein Kommiffionsantrag zur Annahme, nach welchem eine nach vier Jahren( 1) zusammentretende Bertreterversammlung das Recht haben foll, mit einfacher Mehrheit den fünftigen Sig des Vereins zu bestimmen, Hoffentlich ringt sich bis dahin auch der Gebante in der Anmaltschaft burch, daß der Deutsche Anwaltverein als solcher tariffähig fein muß Der Zusammenschluß in Suhl. Sozialdemokratische Stadtverordnetenmehrheit, die Kommunisten haben nichts mehr zu bedeuten. Suhl, 21. Juni.( Eigenbericht.) Der Uebertritt der linken Kommuniften zu der Sozialdemokratie ist bei der letzten Stadtnerordnetenjigung zum ersten Male in Erscheinung getreten. Ett tommunistische Stadtverordnete und drei kommunistische Magistratsmitglieder find jetzt zur Sozialdemokratischen Partei hinauzuzählen, so deß in der Sigung fünf zehn fozialdemokratische Stadtverordnete elf Bürgerlichen und einem Kommunist en gegenfiberstanden. Vor Beginn der Beratungen wurde durch die sozialdemokratische Fraktion eine Erklärung abgegeben. in der es heißt: ,, So manches hätte anders sein fönnen, wenn wir im Suhler Stadtparlament eine einheitliche und gefchloffene proletarische Frattion gebildet hätten. Der Zusammenschluß, wie er heute in der Stadtpergronetenperfommfung feitens der beiden Fraktionen erfolgt, muß sich auswirken im Infereffe der Gubler marftätigen Bepälfarung. Ban diesem Ge sichtspunkt aus getragen, betrachten mir den heutigen Zusammen. fchluß als einen Markstein in der Suhler Arbeiterbewegung." In der barauffolgenden Abstimmung über ben fat, der übrigens die Urbeitarſchaft in feiner Weise beloftet. blieb ber& ammunist der einzige, der mit ne in stimmte. Aus welchem Grunde bleibt unerfindlich, da es sich feineswegs um eine prinzipielle Ablehnung das Ciata bandelt. In Soundberg& B., mo ein Kommunist zweiter Bürgermeister ist, stimmten die Kommunisten sogar einem Etat zu, der eine steuerliche Mehrbelastung der Ar beiter vorsieht. Auch in Gotha bemiffigten sie den Notetat. Der Berjaffungsausschuß des Landtags wird sich am nächsten Donnerstag fonftituieren und den Gesezentpurf über die Bereini gung von Waldeck mit Preußen und die Flaggenfrage vorberaten. Deutschnationale Pleite. Ueber das Vermögen der deutschnationalen„ Westdeutschen Morgenpost", Zeitungsgesellschaft m. b. 5., wurde wie uns aus Bochum gemeldet wird das Konturs perfahren eröffnet, d Der rififofreie Oberfinanzrat. Der deutschnationale Reichstagsabg. Oberfinanzrat Bang trat auf der Zagung des Bundes für Nationalwirtschaft für 261affung aller sozialenSoußgefeße ein, da diese dem marristischen 3dol des risikolosen Menschen" zuftrebten. BeamtenPension Reichstags Diäten Bang: Schön bleibt stets ein Rififo, Denn ich lebe sowieso!" Gewitterschwüle in Rumänien. Es gärt auch in der Arbeiterschaft. Schwere Wirtschaftskrise als Folge der Regierungsmißwirtschaft. Butareft, im Juni.( Eigenbericht.) Nicht nur im Inland, sondern auch im Auslande bat der Ausgang des Kongreffes von Alba Julia enttäuscht. Es hat zu viele gegeben, die von dem Aufmarsch der Bauern eine vollständige Umwälzung erwartet haben, und es mag zu dieser Erwartung die Art der Aufmachung des Kongreff: s beigetragen haben, obwohl sich die Erfahrenen sagen mußte, daß man Revolutionen nicht zu festgesetzten Zeitpunkten machen fönne. Deswegen wäre es aber doch falsch, diefen Massenaufmärschen die wirkliche Wirkung zu verjagen. Im Gegenteil war der Kongreß mit den gleichzeitig ftalt gefundenen Massenpersammlungen ber Ausbrud einer ungeheuren Erregung. schon damals find insbesondere die Bergarbeiter aufgefallen. Und es ist dies natürlich fein Bufall, denn immer waren es noch die Arbeiter, melche bei allen repplutionären Bewegungen vorangegan gen sind. Die Bergarbeiter im Schiltale, das ist im ehemaligen ungarischen Teile Rumäniens, mofften ursprünglich nur eine Delegation nach Alba Julia entfenden. Als ihnen dies von der Bergwertsverwaltung verwehrt murde. da entschlossen fie sich; in Massen hinzugehen. Hinzugehen ist zu wenig gesagt, denn sie haben gleich in den ersten Eisenbahnstationer ganze 3üge besetzt und sie nach Alba Julia gelenkt. Dort haben sie allerdings, und dies nicht zuletzt infolge der Agitationen einiger übereifriger nationalzaro nistischer Agitatoren und auch kommunistischer, ihre überspannten Erwartungen enttäuscht gesehen. Ihnen war versprochen worden, daß Alba Julia ihnen nicht nur politische Freiheiten, sondern auch eine bebeute de Berkürzung der Arbeitszeit bringen werde. Ihnen wurden nun, um sie überhaupt von Alba Julia fortzubringen, Eisenbahnzüge nach Haus bereitgestellt, aber dort angekommen, hat sich die Erregung noch lange nicht gelegt gehabt. Während die Gemertshaftem fich barum bemühten, nannten Agitatoren ihr Augenmert mur darauf gerichtet, eine daß ihre Mitglieder wieder zur Arbeit gehen, haben die früher geallgemeine Unruhe zu erhalten, und fo bauerte es benn viele Tage, ohne daß die Arbeiter die Arbeit wieder aufnahmen. Sie stellten statt beffen an die Bergwerfspermaltung eine ganze Reihe von Forderungen, die zum Teil mit dem unmittelbaren Arbeitsver hältnis wenig Gemeinsames hatten. Balb da, balb bort tam es selbst mach wieder aufgenommeter Arbeit zu Streifs. Am 10. Mai mwaren einige Agitatoren verhaftet werden, daraufhin haben sich etwa 1500 Bergarbeiter in Lonia verjammeft, um die Berbafeten mit Gewalt zu befreien. Diese wurden ent. haftet. Inamischen brochen neue Unruhen in upeni aus, und es dauerte bort der Streif bis zum 23. Mai, 2m 28. Mai wurden neverdings Berhaftungen vorgenommen. Dies mal fammelten sich etwa 1000 Bergarbeite: in Betoschreni. Man hat den Einbrud, als ob besonders hier, dem Zentrum der Bergmertsindustrie, 068 Ladipißel am Worke waren. Am 2benh tam mifitär hin. Daraufhin brach erst recht der Streif aus. Die Arbeiter wurden nunmehr mobilisiert, fie leisteten jedoch der Berordnung nicht Folge und wurden jegt an der Arbeitsstelle mobilisiert. Es folgten Berhaftungen und selbstverständlich auch Zusammenstöße. Mit diesen Methoden murbe der Streif am 30. Mai gebrochen. Daraufhin begann er in Buttan. Hier fam es zu Zusammenstößen mit dem Militär, sieben Personen, darunter zwei Frauen, wurden dur Gewehrschüsse permundet, überdies eine größere Anzahl durch Bajonetttiche. 3ahlreiche Arbeiter muzben verhaftet und geprügelt. 3m gangen find hier etwa 300 Personen verhaftet worden, son denen der größere Teil dem Kriegsgericht von Hermannstadt übergeben wurden. Daraufbin brach auch hier am 2. Suni der Streit zusammen. Um 4. Juni segannen in rninossa Plünderungen. Auch hier wurde dari unter der Wirkung de: Armee bie Arbeit wieder aufgenommen. Diese Borfälle sind hier etwas ausführlicher geschilder worden, weil sie bezeichnend sind für die Erregung und die Stimmmung in Rumänien. Sie beweisen am besten, daß es feineswegs so ruhig ausschaut, wie es äußerlich feinen mag. Und es darf auch nicht mundernehmen, denn das System der öffentlichen Diebstähle und Gewalttaten hat ungeahnte Folgen im wirtschaftlichen Leben. Tag um Tag fast liest man nicht mir von irgendeinem Millionendiebftahl oder einer Millionenuntershlagnug in öffentlichen Dienften, fonders and von großen Ronturjen. Die nach | dem Kriege sich rasch entwickelnde Industrie beginnt ihre Be triebe zu schließen, nicht nur, weil das Betriebstapital jo teuer ist 24 Pro3. 3injen find noch heute die Regel!-, sondern megen der gesamten Wirtschaftspolitit der Liberalen, die auf den Bucher ihrer Banken zugeschnitten ist. Es erweist sich auch, daß die 3ollpolitik der Industrie mehr geschadet als genügt hat, denn es sind parifitäre Betriebe entstanden, die unter dem Schuße der Zollmauern mit peralteten Maschinen und ohne genügendes Rapital arbeiteten, nunmehr aber nicht nur der Konturrenz des Auslandes nicht standhalten fönnen, sondern auch infolge der allgemeinen Ber armung des Inlandsmarties ihre Produktion nicht aufrechterhalten fönnen. Der Zusammenbruch der Wirtschaft äußert sich auch in be deutend verminderten Steuereingängen. Nimm man dazu die machsende Teuerung, dann ist der Jusammenbruch der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik flor. Im fegten Augenblic mersuchen dis giberalen allerdings no einiges zu retten, indem sie die Frachtgebühren und die Exportzölle herablezen. Es ist aber zu spät, denn es gibt nunmehr sehr menig zu verfrachten oder auszuführen. Da persuchen nun die Liberalen, sich gegenüber diesen wirtfchaftlichen Schmierigkeiten und der allgemeinen politischen Unzufriedenheit zu halten, indem sie im Auslande eine Anleihe zu Stabilisierungszmeden aufnehmen wollen. Der wahre 3wed ist wohl der, daß sie vor ihrem unvermeidlichen Abgange noh das Geschäft der Stabilisierung mahen wollen. Es soll dadurch die wirtschaftliche Macht der ihnen gehörigen Staatsbanf gestärkt werden, und sie wollen auf die Art sich auch der entscheidenden Einfluß auf die Führung der politischen Geschäfte für die Zeit sichern, da sie in der Opposition sein werden; denn sie wissen es mohl, daß legten Endes die Banten die Macht haben. Inzwischen aber wächst der Unwille von Tag zu Tag, tionen der Oppofition zustandegebracht haben, daß nämlich eine die Atmosphäre ist geladen, und das ist es, was die bisherigen 21affentliche Meinung gefchaffen worden ist. Um diese tann man nicht mehr herum kommen. Es beginnt die wirtschaftliche Umwandlung Rumäniens sich auch potuitsch umzulegen, und es ist wohl nur eine Frage kurzer Zeit, daß auf irgendeine Beise sich der neue Geist auch politisch ausdrüden wird. Mit dem Tode des König Ferdinand hat in Wahrbeit auch der Niedergang der Bratianu Dynastie geschlagen, dem muß das Ausland Rechnung tragen, indem es sich von jeher Berbindung mit ihr fernhält. Dem Andenken Plechanows. Eine Gedentfeier bei den russischen Sozialdempfraten. Der Klub der russischen Sozialdemokraten in Berlin gedachte im engen Kreise des Begründers der ruffischen Sozialdemokratie, Blechanom, der vor zehn Jahren burch eine schwere Krankheit allzu früh von seinem Bebenswert geirannt worden ist. Genosse Garwy sprach von der politischen Bedeutung Blechanows in der Entwicklung der ruffischen Sozialdemokratie. Genoffe Nikolajemiti schilderte feine Rolle als Revolutionär. Er war gewissermaßen das legte Glied innerhalb der revolutionären Intelligenz Rußlands. Er brachte ihr den Margismus, den er nicht allein auf Grund seiner theoretischen Studien und seiner Erfahrungen aus der mefteurppätigen Arbeiterbewegung fannte, fondern auch aus seiner propagandistischen Tätig telt innerhalb der illegalen russischen Arbeiterzirkel. Hier hatte er in fich dan Badan bereitet, der ihn für die Aufnahme der marristifchen been empfänglich gemacht hatte. Genasse Dan würdigte schließlich den verstorbenen Führer des russischen Goizalismus als Menschen. Er fannte ihn somohl als Freund wie auch als prinzipiellen Gegner. So liebevoll und hingebend er als ersterer war, so unversöhnlich in ber legteren Eigenschaft. Er vernichtete pen Gegner nicht allein als Politifer, sondern auch als Menschen, Bei er eine ungeeinem ausgesprochenen fühlen Intellektualismus mies heure Leidenschaftlichkeit im politischen Kampfe auf. Das bildete das Grundwesen seiner Persönlichkeit. Die drei Gedenfreden pon Mittkämpfern, die Plechanow qus der nächsten Nähe beobachtet haben, konnten trotz der Fülle der Grinnerungen nur in ganz geringem Maße den Reichtum dieser muchtigen Bersönlichkeit ausschöpfen, Opfer des Berufes. Eine Statistik des Grauens. Frankfurt a. M., 21. Juni.( Eigenbericht.) Der Eisenbahnertongreß führte am Donnerstag eine ausgiebige Debatte über die Frage des Arbeitsrechts. Straffer Berlin gab eine Aufstellung über die Unfälle im Reichsbahnbetrieb. In der Hauptverwaltung der Reichsbahn, so sagt der Redner, wird eine Doppelte Statistit geführt; einmal über die Vertehrsunfälle. Als solche gelten nur jene Fälle, die durch ,, in Bewegung befindliche Fahrzeuge" verursacht werden. Die Zahl der getöteten und verlegten Eisenbahner ist bei diesen Unfällen auch im Jahre 1927 noch gestiegen. 1926 wurden bei den Verkehrsunfällen 380 Eisenbahner getötet und 1110 verlegt. 1927 wurden 447 getötet und 1296 verlegt. Noch größer ist die Steigerung bei den Be= triebsunfällen. Als solche gelten alle anderen ,, nicht durch in Bewegung befindliche Fahrzeuge" veruriachten Unfälle, wie die auf den Güterböden, in der Bahnunterhaltung und in den Eisenbahnwerkstätten. Nach den Berichten der Reichsbahnbetriebstrantentassen find im Jahre 1913 auf je 100 Bersicherungspflichtige 9,45 Broz. verunglückte Eisenbahner gezählt worden. Im Jahre 1927 tamen auf je 100 Berficherte 16,96 Pro3. verunglückte Eisen bahner. Der Stand vom Jahre 1913 habe sich also um nicht weniger als 80 Proz. erhöht. Bei einer derartigen rapiden Zunahme sowohl der Verkehrs- wie auch der Betriebsunfälle müsse man sich fragen, ob die bisherige, in der Hauptsache nur theoretische Befämpfung der Unfallgefahren ein nennenswertes Sinken der Unfallziffer herbeiführen könne. Trog Unfallbildern, Sicherheitsingenieuren und Besichtigungsfommissionen seien die Ziffern be trächtlich gestiegen. Diese Mittel hätten sich also als wenig wirtsam erwiesen. Eine wirksame Bekämpfung der Unfallgefahren sei aber bei den gewaltig gestiegenen Zahlen dringend geboten und fofort einzuführen. Der Redner weist dann darauf hin, daß im Baugewerbe Kontrolleure und im Bergbau Sicherheitsmänner vorhanden seien. Solche, von den Personalvertretungen gewählte, hauptamtlich tätige und von den Arbeitgebern befoldete un fa: 1= fontrolleure seien auch bei der Reichsbahn erforderlich. Am allerſtärksten sei die Zunahme der Unfälle in den Reichsbahnausbesserungswerken. Die Unfallzahlen ständen hier weit über jenen aus den vergleichbaren Betrieben der Privatindustrie. Auf je 100 Versicherte feien gezählt worden: bei der Deutschen Eisenbahnberufsgenossenschaft 9,3 Proz., bei der Maschinenbau- und Kleineisenindustrie- Berufsgenossenschaft 10,8 Proz., bei den Nordöstlichen Eisen- und Stahlberufsgenossenschaften 12,9 Proz., in den Eisenbahnausbesserungswerten aber 14,7 Proz. Nach diesen Zahlen seien die Unfallziffern in sämtlichen Zweigen des Reichs bahnbetriebes trotz aller technischen Neuerungen und trog der theore= fischen Unfallbefämpfung so start gestiegen, daß nicht nur die Besozialen Gesetzgebung. Die der deutschen Reichsbahngesellschaft auf fozialrechtlichem Gebiet eingeräumte Sonderstellung und die arbeitsrechtlichen Ausnahmebestimmungen sind nicht durch die Dawes Pläne bedingt. Diese Bestimmungen der Reichsbahngesetze entspringen lediglich dem Bestreben, die Rechte und Arbeitsbedingungen des Personals herabzudrücken und den Kampf des Personals um die Berbesserung seiner wirtschaftlichen und sozialen Lage in unerträglicher Weise zu erschweren. Der„ Einheitsverband" fordert deshalb vom Reichstag eine baldige Aenderung der Reichsbahngesehe und die Rechtsgleichheit mit den übrigen Arbeitern. Angestellten und Beamten herzustellen. Ferner erwartet der Verbandstag einen weiteren Ausbau des Mitwirkungsrechts, insbesondere die baldige Berabschiedung einer Novelle zum Betriebsrätegesetz und die Verabschiedung des Beamtenbetriesgefezes. Im Sinne die Bestrebungen richtet der Einheitsverband an die gesetzgebenden Körperschaften die dringende Forderung, die Ar= beitszeit für alle Arbeiter, Angestellen und Beamten gesetzlich auf höchstens acht Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche aus sozialen, fulturellen und wirtschaftlichen Gründen so zu gestalten, daß auch für das Personal der Reichsbahn erträgliche Berhältnisse geschaffen werden. Die Betriebs- und Dienststellen der Reichsbahn sind der allgemeinen Arbeitsaufsicht zu unterstellen. Das Vertrauen der Arbeiterschaft zum Schlichtungswesen ist start erschüttert worden. Es ist dringend notwendig, durch eine objektive Haltung der Schlichtungsbehörden das Bertrauen zum Schlichtungswegung beim Schleppmonopol dann mit den neuen Lohnbewea gungen auf der Weser und auf dem Dortmund- Ems- Kanal zeitlich zusammenfällt. Hier ist von beiden Seiten der Tarifvertrag gekündigt; neue Tarifvertragsverhandlungen haben noch nicht stattgefunden. Ein Konflikt auf der Weser, auf dem Dortmund- Ems- Kanal und beim Schleppmonopol würde sehr schnell auch die übrige Schiffahrt zum Erliegen bringen. Auch in der Hafenarbeiterlohnbewegung sieht es noch sehr bedenklich aus. Für die Hafenarbeiter in Duisburg Ruhrort ist vom Schlichter der Schiedsspruch für verbindlichert Lärt worden. Er bringt eine Erhöhung von 7 Proz. auf die Grundlöhne. Die Arbeit wird am Freitag wieder aufgenommen. In Düsseldorf dagegen sind die Bemühungen des Schlichters bis jetzt erfolglos geblieben. Die Unternehmer weigern sich, die im Spruch vorgesehene Lohnerhöhung zu zahlen. Ebenso wollen sie von der Klausel, daß Maßregelungen nicht stattfinden dürfen, nichts wissen. Der Schlichter hat nun einen Einigungsvorschlag gemacht, für den die Frist am Donnerstag abgelaufen ist. Kommt es abermals zu feiner Einigung, dann wird der Schlichter von Rheinland und Westfalen neue Berhandlungen einsetzen. Für Köln ist ein Hafenarbeiterschiedsspruch gefällt worden, der eine Lohnerhöhung von 7 Proz. vorsieht. Gegenüber dem ersten Spruch wurde diesmal eine Sicherung vor Maßregelungen herausgeholt; die Arbeiter müssen binnen 5 Tagen wieder eingestellt sein. Die Erklärungsfrist läuft bis Sonnabend. Es ist damit zu rechnen, daß der Spruch für verbindlich erklärt wird. In Mainz weigern sich die Unternehmer der Hafenbetriebe noch immer, auf die Maßregelung von Hafenarbeitern zu verzichten. Infolgedessen ist hier bis jetzt von den Hafenarbeitern die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen worden. In mannheim führten die Schlichtungsverhandlungen zu einem Schiedsspruch, der gegenüber dem ersten Spruch mit 6 Pf. Erhöhung per sofort und 2 Pf. ab 1. Oktober eine sofortige Erhöhung von 7 Pf. vorsieht. Der Schiedsspruch wurde von den Arbeitern abgelehnt. Ebenso wurde der Antrag auf Verbindlichkeitserklärung vom Karlsruher Schlichter abgelehnt. Für Donnerstag sind neue Verhand= lungen anberaumt worden. Auch in Mannheim wollen die Untersich gegenseitig und den Hafenarbeitern gegenüber verpflichtet, keine Arbeit, die irgendwie ihrer Bewegung in die Quere fommen fönnte, zu verrichten. Das gilt also vor allem für die Pläge, wo noch keine Einigung in den Häfen erzielt worden ist und ebenso für Uerdingen am Rhein, wo Streifbrecher verwendet werden. Die Rheinschiffahrt ist also noch lange nicht im Gang. ist also noch lange nicht im Gang. wesen wieder herzustellen und es einer Reform zu unterziehen. Der Verbandstag stellt fest, daß die deutsche Reichsbahngesellschaft einer ausreichenden Verkürzung der Arbeitszeit und einer gründlichen Reform der Dienstdauervorschriften unter Ausnutzung ihrer Machtstellung starken Widerstand entgegengesetzt hat. Die gegenwärtige Arbeitszeitregelung fann angesichts der verlangten hohen Leistungen und der Rationalisierungsmethoden unmöglich aufnehmer auf Maßregelungen nicht verzichten. Die Binnenschiffer haben die Dauer aufrecht erhalten werden. Der Raubbau an der Arbeitskraft des Personals muß naturnotwendig früher oder später zur Senfung der Leistungen des Personals führen. Der Verbandstag unterstützt deshalb mit allem Nachdruck die Forderung des Personals auf Festsetzung der Arbeitszeit auf höchstens acht Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche, sowie entsprechende Verbesserung der Dienstdauervorschriften. Der Verbandstag erwartet, daß den arbeitsrechtlichen Gefeßen Geltung verschafft und das Mitbestimmungsrecht der Betriebsvertretungen auf wirtschaftlichem Gebiet ausgebaut werde." Der Berbandstag befaßte fich dann in einer geschlossenen Sizung mit der fünftigen Taktik des Verbandes. ſtellung beſonderer Unfallkontrolleure, fondern auch die Unterſtellung ungeklärte Lage in der Rheinschiffahrt. des gesamten Reichsbahnbetriebes unter die allgemeine Arbeitsaufsicht verlangt werden müßte. Diese beiden Maßnahmen seien trog der Reparationslasten notwendig. Es hänge heute schon viel zu viel Blut von getöteten und unfallverlegten Eisenbahnern an den Geldern der Reichsbahn und an den Reparationsleistungen. Der Verbandstag unterstrich diese Ausführungen mit stürmischem Beifall. Angenommen wurde dann eine vom Vorstand vorgelegte Ent= fchließung, in der es u. a. heißt:„ Der Verbandstag stellt fest, daß die Reichsbahngefeße vom 30. August 1924 in Wider spruch stehen mit dem von den Gewerkschaften geforderten einheit lichen Arbeitsrecht und der von ihnen erstrebten Gleichmäßigkeit der dod megap sinis Schlepper und Hafenarbeiter in Bewegung. Der Konflikt in der Rheinschiffahrt ist trotz der Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs für das Rheinschiffahrtspersonal noch nicht behoben. Beim staatlichen Schleppmonopol liegen noch 80 Dampfer still. Für das Schleppmonopol finden am 29. Juni im Schlichtungsverhandlungen Reichsarbeitsministerium statt. Ob eine Einigung zustande kommt, ist fraglich. Kommt es zu feiner Einigung, so entsteht eine neue fritische Situation, da die Be- grandchord is WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise nur Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische. Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. WURSTWAREN Landieberwurst Plund 1.10 Feine Leberwurst Pid. 1.70 Rotwurst Pfund 1.10 Dampfwurst Pfund 1.20 Speck left 1.10 mag., Pid. 1.20 ( Braunschw Pfund 1.30 Mettwurst Art) Grobe Mettwurst Pfund 1.30 Pfund 1.45 Jagdwurst Filetwurst Schinkenpolnische Pid.1.45 Plund 1.55 Pökelfleisch gekocht, Pid 1.55 Teewurst Pfund 1.70 Schinkenspeck in Pfd- 1.70 Nußschinken ca. 2 Ptd. 1.90 Stücken Plund Zervelat u. Salami holsteinische 1.75 hannov 2.20 Pfund Speckwurst Pfund Konigstraje, Rosenthaler Straße, Moritzplatz Pfund 0.80 Plund 1.30 Pfund 1.60 Hildesheimer Bierwurst. KÄSE U. SPEISEFETTE Limburger vollvollvolltett 3/4 teft, halbtett, Pid 0.44 fett 0.88 Holländer halbt 11, Pid. 0.75 felt 0.98 Edamer halbiett, Pfd. 0.75 0.98 Steinbuscher Plund 0.78 Steinbuscher vollf., Ptd. 0.92 Tilsiter vollfett, Pfd. 0.95, 1.10 Schweizer dreiviertelfett 0.88 dänischer, Schweizer finnischer, 1.40 Schweizer bayrischer, 1.55 volliett, Ptd volített, Pfund Emmenthaler o. Rinde, 1.35 vollielt Briekäse vollfett, Portion 0.20 Margarine Pfd. 0.52, 0.58 Kokosfett 1- Pfund- Tafel 0.62 Tafelbutter I Pfund 1.80 Dänische Butter Pfund 1.90 Dänische Butter Pfund 1.90 RÄUCHERWAREN Rotbars in Stücken, Pid 42 P1. Sprottbücklinge Kieler, 44 Pf Seeaal... Piund 90 Pf. Fettbücklinge Pid 45, 58Pt. Seelachs 1. Stücken, Pfd. 40 PI. Räucherlachs Sick, 1.80 an Spickaale Bund 34 Pt. starke, im Ganzen, Pfund 2.60 KONSERVEN 1 Dose Br. u. Schnittbohn. I 0,75 Kohlrabi 0.58 Spinat 0.48 Leipziger Allerlei 0.82 Gemischt. Gemüse feia 1.50 Junge Erbsen... 0.76 Kaiserschoten $ 1.57 Dose 1. Pid. v. 1/1 Dose Apfelmus 5 kg 3.00 0.60 Ananas Hawail, 3 Scheib. 1.05 Rindergulasch/ Dose 0.80 Würstchen Dose 5 Paar 0.85 Tafelöl Fl. 0.62 0.95 1.50 Olivenöl 1.60 1 kg 3.20 Karist. weiß braun Junge Karotten.... 0.60 Rote Rüben.. 0.53 Essigessenz FI. 0.78 0.90 Pflaumen. Stein 0.40 0.65 Oelsardinen 1.20 0.78 0.45 1/2 Dose Bienenhonig Glas 1.15 2.30 Konfitüre..Pfd.- Eim. Vierfrucht 0.82, Pflaumen 1.00 Aprikosen Orange 1.15, Erdbeer 1.25, Ananas 1.45 Lou- Lin ZitronenGärungsgetränk Verkauf: Drogen- Abiellung Ausschank: In den Erfrischungsräumen OBST U. GEMÜSE Stachelbeeren unrelt, 24 PI Plund Tomaten Pfund 30 Pt Kirschen Pfund 24 P Kirschen Werder- 35 u 42 Pi Bananen Pfund 55 Pi Austral. Aepfel Pfund 56P. Jg. Mohrrüben Bund 8Pf sche Jg. Wirsingkohl Pfd. 12 P Salat 5 große Köple 18.P Radieschen 5 Bund 10 PI Kohlrabi ig, Mandel 10 u. 25 P Grüne Gurken St.v 18 an Grüne Bohnen Plund 24PI Schmorgurken Plund 20 PL Kartoffeln teine 5 Pid. 481 KOLONIALWAREN Gemischt. Backobst 5 Frucht, Pfund 45Pt. Bosn. Pflaumen Ptd. 25 PI. Bosn: Pflaumen Stein 38 Pt ohne Pudding- Pulver Vanille- und Pfund 60 Pi Rote Grütze Pudding- Pulver Schokoladengeschm., Pfd. 72Pf Saucen- Pulver Vanillegeschmack. Pfund 72 Pt Kalif. Pflaumen Pfund 42P Kalif. Birnen. Pfund 78P Kalif. Ptirsiche Pfund 78P. Getr. Aprikosen Pfund 78P Mandelgeschmack. Pfund 48 Pt Krachmandel- Pudd. 1.10 Schokoladen- Speise mit gehackt Mandeln, Pfd 1.10 Mandel- Rosin.- Pudd. 1.20 FRISCH GEBRANNT. KAFFEE elgene Rösterel fund 2.40 Globus- Misch. Pfund 3.80 Residenz- Misch. Pid. 4.20 Elite- Mischung Pfund 4.60 Konsum- Mischung Haushalt- Misch, Plund 2.60 Sonder- Misch. Pfund 3 M Olympia- Misch, Pfund 3.40 WEIN Preise für 1/1 Flasche ohne Glas Tarragona rot, kräftige Qualitär Domaine St. Coloma milder, spanischer Rotwein 1927 Edenkobener vorzüglicher Tischwein. Erdbeerwein sehr aromatisch. 1926 Liebfraumilch ansprechend 1927 Nitteler Gipfel pikanter Mosel Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gevertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales and Sonstiges: Frik Karstädt: Anzeigen: Th. Glode. sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin Drud: Vorwärts- Buchdruckeret und Berlaasanstalt Paul Ginger u Co., Berlin SW 68: Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. 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Die Junge Wissenschaft der Psycholechnik hat ihre praktischen Erfolge erst seit ungefähr 20 Zahren zu verzeichnen, sie knüpft an die Veränderungen der Arbeitsweise in Großbetrieben an. al, man in Amerika zuerst begann, mit dem Taylor-System und anderen Methoden die Mechanisierung der Arbeit zu betreiben. 3n europäischen Ländern fand sie ihre beste Anwendung, al» man hier unter dem Schlagwort «Rationalisierung' begann, erhöhte Arbeitsleistungen aus einem Arbcitsbelrieb herauszuholen. Obwohl die Psycho- lochnik in ihren äußeren Erscheinungen dieser modernen Arbeitspeitsche ähnelt, ist ihr Eharakter ganz entgegengesetzt, denn Psychotechnik will auf Grund eingehender wissenschaftlicher Untersuchungen und Forschungen verhüten, daß die beschränkte Arbeitskrast eines Menschen nicht willkürlich über- spannt wird. Gleichfalls will sie, was wohl ihre wichtigste Aufgabe ist, verhüten, daß Menschen in Berufen arbeiten, in denen sie nichts leisten können, während die Ermittlung ihrer Befähigung sie an ganz andere Plätze stellt. Oie Reichsbahn mit ihrem weitverzweigten Betrieb der verschiedensten Tätigkeiten und mit ihrem cheer von etwa 700 MX) Arbeitern und Angestellten hat natürlich diesen Fragen der Eignung von Zeher großen Wert beigelegt, das erfordert bereits die Betriebssicherheit und das reibungslose Funktionieren eines solchen komplizierten Apparats. Im Jahre 1921 befand sich schon eine psychotechnische Versuchsstelle am Bahnhof E i ch k a m p. Als die Anforderungen immer größer wurden, hat man nunmehr im Reichsausbcsferungswerk Grunewald dieser wissenschaftlichen Forschung«in neues Gebäude errichtet, dessen Inneres einer kleinen Zahl von Presseleuten«in- gehend gezeigt wurde. Das erst« Stockwerk enthält die eigentliche versuch» stelle mit Bureau, und Experimentierrönmen,«in zweite» Stockwerk die Untersuchungsstclle für die Reichsbahn- direktion Berkin sowie Ausstellung»- und Lersuchsräume. Der Leiter, der Dr.-Ing. C. Heydt, dem ein Stab von wissenschaftlichen Hilfsarbeitern zur Verfügung steht, erklärte die neue Art der Eignungsprüfung, die insbesondere an manchmal recht komplizierten Apparaten vorgenommen wird. Aber bei allem legte er Wert darauf, daß diese Itnterfuchnngen ohne Befangenheit der Prüflinge vor sich gehen, daß fie gleichsam spielerisch in die Ausgaben eingeführt werde», die sie löse» solle». So wird z. B. nach dem jeweiligen Befinden des Prüflings gefragt, ob er die Nacht gut geschlafen hat. Zeigt er ein aufgeregte» Wesen, so wird er für ein« spätere Prüfung zurückgestellt. Bisher sind verfahre» für 20 verschiedene Dienstzweige znr Anwendung gekommen: untersucht wurden rund 50 000 Personen. Eine wichtige Untersuchungsfrage ist die. ob sich ei» Beamter besser für den Innen- ober Außendienst eignet. Die Untersuchungen finden bei den Untersuchungsstellen der einzelne» Reichsbahndirektionen statt: die Berliner Versuch». stelle hat ZT derartige Stellen bei den Direktionen in Preußen. Hesse». Württemberg, Baden. Mecklenburg, Oldenburg eingerichtet und überwacht lausend deren Arbeiten. Di« Reichsbahndirektionen Dresden und München habe» ihre eigenen Derfuchssteller Wägbare Kraft. Man stöjy sich hier förmlich in ein Laboratorium wägbarer menschlicher Kraft versetzt. Es stehen zur Untersuchung der Wille, der Körper, die psychischen und physischen Eigenschasten des Men- fchen. Da» Umstelle« der Zugführer der Berliner Stadtbahnen zu Triebwagensührera de» neuen elektrischen Zugbetrieb» bedtngi die Prüfung nach der Eignung, denn da» elektrische System mit seinen vielen Signalen usw. ist bestimmt nicht einfacher geworden. Manch- mal liegen(5 bis S Eignale auf kurzer Strecke hintereinander, die der Zugführer zu beachten hat. Hier in der Versuchsanstalt tritt der Bewerber an zwei eigenartig eingerichtete Führerstände. Während er fast im Dunkel steht, wird ihm eine Sireckenaussicht durch ein kinematographisches Bild entgegengcrolkt, auf dem Signole, Wegkreuzungen mit Autos, Einfahrten in Stationen, Ab- lenkungen der Strecke links und rechts, und anderes mehr er- scheinen. Er ist vollständig in der Gewalt der Suggestion, auf einer Strecke zu fahren. Bei„Haltsignalen" oder bei Weiterfahrt muh er auf die betreffenden Fahrthebel drücken, woraus das Bild ent- weder still steht oder weiter rollt. Fehler, die er begehl, werden durch ein Klingelzeichen angezeigt, außerdem registriert ein elek. irischer Zählapparat diese Fehler. Wie auch bei den anderen Prüf- Oer Hausierer im Zollliof. Weem in früheren Zeiten ein Hausierer mit seinen Waren von Hamburg: nach Bremen durch den ZoBhof wollte, mußte— den Wächtern— — Schein vorzeigen, der von dem Vogt in Hamburg' gestempelt—. Da— einst nur Mittagszeit an einem—— Juli tag, wo die-- im kühlen Schatten lagen und nach dem Essen--, ©in--- mit seinem Lederranzen staubig in den-- und ging, ein paarmal rechts und— nach den Schläfern--, nicht sehr rasch und mit dem Stock absichtlich.-- mitten durch;— er draußen war, fing er— der Hitze an zu laufen, als ob er sich vor-- retten wollte. Darüber -- ein Wächter im Zollhaus— und— durchs Fenster, den Hausierer einzuholen. Der lief mit seinen kurzen, krummen--- vor dem Wächter her, der trotz seiner Körperfülle sich--- anstrengte, den Flüchtling---—. Der Abstand-- ihnen wurde-- und schließlich hatte der Wächter den Hausierer, der sich zum Schluß nicht--- angestrengt hatte, am— —. Der Wächter konnte kaum mehr-- und wer so in Schweiß—--, daß ihm die-- aus den nassen Haaren in die Augen--. Darum hätte er den Hausierer am liebsten gleich mit seinem—— bearbeitet„Wo hast Du Deinen —?" fuhr er ihn an, im Glauben, der Hausierer werde ihm nach-- solcher Leute mit Ausflüchten und-- kommen. Der aber, den kein Fett am—— gehindert hatte, machte--- seinen Ranzen auf und— dem Wächter seinen Schein; und obgleich der den Schein von— und ——- besah, noch immer nach Luft—— von der Jagd, der Schein wer— Ordnung. Da— --—• er den Scham voll Wut.-- den Kerl mit der Paust am Kragen und— ihn—: Warum er denn——-- sei? Da ließ der Hauaierw sich«st-- auf«fi« Füße stellen, brachte seinen ■-- in Ordnung und---, indem er ochnvurv- zelnd— Gesicht in—— sog:„Wenn ich den Schein habe, dann kann ich-- oder auch— •— gehen", Die Abteilung„Tntelligenzprüfungen" bringt u. a. auch die obenstehende Aufgabe, die für mittlere Beamte be- »timmt ist und Anforderungen an die Konzentrationshraft des einzelnen stellt. Maschinen sind die registrierten Fehler die Grundlage zur Be- urteilung der Eignung. An anderen Apparaten wird die Ent- schlußkrast, Geschwindigkeitsschätzen, Geistesgegenwart des Fahr- Personals geprüft. So gibt es eine sinnvolle Einrichtung, mit schneller und sicherer Hand einen Klotz(Hemmschuh) zwischen Stäben, die sich entgzgenbewegen. LU legen, ohne daß die Stäbe berührt werden. Die kleinste Berührung läßt schon den Stab aus feiner»Lagerung fallen und das Experiment ist mißlungen. Andere Maschinen zeigen Rillen und Zeichen in einer Messingplatie auf, in denen eine rulzige Hand, ohne die Plattenränder zu berühren, einen Stift entlang führt. Die leichteste Berührung mit der Messingplatte löst schon den elektrischen Kontakt und das Klingelzeichen aus. Der Vsrsuchsvaggon. Im Hof vor dem Haus steht der vcrsnchswagen ans Schienen, in dem die Unlersuchungskommission ihre Reisen vornimmt: im angehängten Güterwagen befindet sich ein aujgebames Hindernis- feld, über das ein angehender Rangierer hinwegturnen muß. Zu» letzt kommt man zu ganz verzwickten Apparaten, die eine gewisse mathematische Voraussetzung erfordern. So ist in Messing tasel- förmig das Schienennetz eines Großbahnhofs ausgeführt, auf welchem dem neuen Rangiermeister die knifsliche Aufgabe(schrift- lich) gestellt wird, einen winzigen, nur markierten Güterzug In seinen einzelnen Teilen nach verschiedenen Gleisen zu dirigieren. Einen großen Raum nehmen die Untersuchungen für Intelligenz- Prüfung ein, die durch gezeigte Bilder und ihre Wiederholung, Merkfähigkeit für Ortsnamen und Gleisanlagen usw. in recht aus- geklügelten Methoden festgelegt werden. Aber immerhin sind die Anforderungen so labil gehalten, daß die Resultate nicht nach dem System des Schulwissens, sondern allein nur in ihrer praktischen Auswirkung für den Eisenbahndienst gewertet werden Eii andere Abteilung der Psychotechnischen Versuchsstelle beschäftigt sich mir dem Erfinden der besten Anlernversahren zur Ausbildung von Verkehrspersonal, serner sind eine Reihe von Aufgaben und Modellen geschaffen zur Vertiefung der Ausbildung in den ver- fchiedenften Dienstzweigen. Die Mittel zur Unfallverhütung werben planmäßig erforscht. Weiterhin wird der Erziehung des Personals für den Umgang mit dem Publikum große Beachtung geschenkt. ch Zum Ausgabenkreise des Instituts zählt zuletzt auch dos Kapitel „Rationalisierung". Die Form von Werkzeuggrissen. Fahrkarten- färben— aber auch ganze Arbeitsgebiete—, Arbeitsräum», Be- leuchtungstechnik, Verkehrswerbung wird aus ihre besten Wirkungen hin erprobt. Es soll hier ein Spitzeninstiwt geschaffen werden, das sich mehr mit dem Erforschen der bereits vorhandenen und neu hinzukommenden Methoden auf wissenschaftlicher Grundlage beschäftigt.__ habe meine Braui erschossen!" Das Ende einer LiebeÄragödie. Ein kleines Hotel in der Dragonirstraha war der Schauplatz einer Liebestragüdie. Aus dem Zimmer eines jungen Paares hörte der Wirt«in(Serwich wie vom Knalleines Schusses. Er fand di« Tür verschlossen. Während er sich be- müht«, st« zu öffnen, rief der jungs Mann von innen;»Ick) Hab« soeben meine Braut erschossen!" Gleich darauf fiel ein zweiter Schuß und der Wirt hörte noch, wie der junge Mann mit schwacher Stimme sagte:»I e tz t t ö t e i ch m i ch s e l b st." Er benachrichtigt« die Kriminalpolizei und die Beamten sairden das Mädchen, eine 21 Jahre alte Elfe M. mit einem Herzschuß tot daliegen. Der jung« Mann, ein 23 Jahre alter Emil K., hatte einen Kopfsteckschnß und gab noch schwache Lebenszeichen von sich. Er wurde in hoffnungslosem Zustand nach dem Hedwigskranken- haus gebracht, wo er gestern abend starb. Die Leichen wurde» nach dem Schauhaus übergeführt. Auf dem Tische lag ein Zettel mit den Worten:„Da Ihr alle dagegen seid, glauben wir so vielem aus dem Wege zu gehen!" London;<355oIf§bIUt So mißtrauisch, ja ftindselig er dies anfangs hingenom- men hatte, so gewann er dies Streicheln nach und nach lieb. Aber eins ließ er nicht dabei— er grollte stets von Anfang bis zum Ende. Allein in dem Grollen war ein neuer Klang. Ein Fremder hätte den nicht gehört, für den hätte das Grollen etwas urwüchsig Wildes gehabt, etwas, das einem auf die Nerven fiel und das Blut gerinnen machte. Doch Wolfsbluts Kehle war durch die vielen grimmigen Laute rauh geworden, die er in den langen Jahren ausgestoßen hatte, seitdem er das erst« ärgerliche Gerassel als junges Wölfchen in der Höhle hervorgebracht hatte, und er konnte diese Töne nicht mehr sanfter machen, um die freundlichen Regungen seiner Seele auszudrücken. Dennoch war Scotts Ohr fem genug, um den neuen Klang trotz aller Wildheit darin zu entdecken, einen Klang, der etwas vom kosenden Lallen eines Kindes hatte und den sonst niemand vernehmen tonnte. Wie die Tage vergingen, entwickelte sich die Neigung bei Wulfsblut immer schneller zur Liebe. Er fühlte sie, ohne daß er wußte, was Liebe sei. Sie offenbarte sich ihm als eine Leere in seinem Innern, eine hungrige, schmerzliche Sehn- sucht, die nach Befreiuiig rang. Er empfand Pein und Un- ruhe in der Abwesenheit des neuen Herrn, nur seine lebendige Gegenwart konnte ihn befriedigen. Dann ging diese Lteb« oft in eine wilde Freude über, die sein ganzes Wesen durchzitterte. Aber fern von dem Herrn kehrte die peinvolle Unruhe wieder, die Leere war wieder da. sie gähnte ihn an und die verlangende Sehnsucht oerfolgte ihn un- aufhörlich. Wolfsblut war jetzt auf dem Wege, fein eigentliches Wesen zu finden. Trotz seiner vorgerückten Jahre, trotz der Starrheit der Form, in die er gegossen war, dehnte sich seine Naht? immer mehr aus. Es war in ihm ein Wachsen, ein Entfalten ungeahnter Empfindungen, ungewohnter Triebe. Die Richtschnur seines Betragens veränderte sich. Früher hatte er seine Bequemlichkeit geliebt und jedes Unbehagen vermieden. Jetzt wurde das anders. Das neue Gefühl, das ihn beseelte, trieb chn oft. um des Herrn willen Unbehagen und Unbequemlichkeit aufzusuchen. Statt am frühen Morgen. tmttts sonst zu tun pflegte, aus Raub herumzulaufen oder » im warmen Winkel zu liegen, pflegte er nun auf den kalten Treppenstufen auf das Erscheinen des Herrn zu warten, und nachts verließ er bei seiner Heimkehr den geschützten Platz. den er sich im Schnee gegraben hatte, um nur eine freund- liche Berührung seiner Hand, ein Wort zum Gruß zu empfangen. Selbst sein Futter konnte er stehen lasten, um einen Gang mit dem Herrn nach der Stadt zu machen oder eine Liebkosung von ihm zu erhalten. Ja, Liebe hatte die Stelle der Neigung eingenommen, aber sie war auch dqs Senkblei gewesen, das die Tiefen seines Wesens berührt hatte, wohin die Neigung nie gedrungen war, und aus diesen Tiefen war Neues emporgestiegen, nämlich Gegenliebe. Was ihm gegeben wurde, das gab er auch reichlich wieder. Dies war für Wolfsblut wirklich ein Gott, liebevoll, warm und strahlend, und im Licht seiner Liebe entfaltete sich Wolfs- bluts Wesen wie die Blume im Strahl der Sonne. Aber seine Liebe war nicht aufdringlich. Er war zu alt. zu fest geformt, um für dies Gefühl eine ganz neue Aus- drucksweise zu finden. Seine lange Vereinsamung hatte ihn zurückhaltend, selbstgenügsam und scheu gemacht- Nie im Leben hatte er gebellt, also lernte er es auch jetzt nicht, den Herrn zum Willkommen mit Gebell zu begrüßen. Aber er war auch nie im Wege, nie im Ausdruck seiner Liebe über- schwenglich und töricht. Er rannte dem Herrn nie entgegen, sondern wartete in der Entfernung, aber er war stets da, und wartete immer. Seine Liebe war eiste Art Verehrung. stumm und lautlos. Nur durch den stetigen Blick des Auges, womit er jeder Bewegung des Herrn folgte, drückte er sie aus, und blickte der Gebieter ihn dann und wann an oder sprach zu ihm. dann zeigte er eine Art linkischer Verlegenheit. als ob er mit sich kämpfte, seine Liebe zu äußern, aber un- fähig wäre, es zu tun. Allmählich lernte er es, sich dem neuen Leben in mehr als einer Weise anzupassen. Es wurde ihm beigebracht, daß er die Hunde des Herrn zufrieden lasten müßte: doch machte er feine Herrschernntur dadurch geltend, daß er die An- erkennung seiner Ueberlegenheit von ihnen erzwang. Als dies geschehen war. hatten sie wenig mehr von ihm zu fllrch- ten. Sie gingen ihm aus dem Wetze, wenn er unter ihnen herumging, und gehorchten ihm. Nach und nach lernte er Matt als zum Herrn gehörig ansehen. Der Herr fütterte ihn selten, denn das war Matts Amt. Dennoch erriet Wolfs- blut, daß es das Futter des Herrn wäre, womit er reichlich ernährt wurde. Als Matt versuchte, ihn anzuspannen, damit er mit den anderen Hunden den Schlitten zöge, widersetzte er sich; erst als Weedon Scott ihm das Riemenzeug anlegte und ihm die Arbeit zeigte, begriff er, daß es der Wille de» Herrn wäre, daß Matt mit ihm wie mit den anderen Hunden fahren sollte. Die Schlitten von Klondike waren von denen am Mackenzie verschieden: sie hatten Kufen. Auch wurden die Hunde anders angespannt, nicht fächerförmig gingen sie, sondern einer hinter dem anderen zogen sie in doppelten Strängen. In Klondike war der Leithund wirklich ein solcher, der klügste und stärkste, und das Gespann mußte ihm gehorchen und fürchtete ihn. Daß Wolfsblut diesen Posten schnell erringen würde, war unvermeidlich. Er gab sich nicht mit weniger zufrieden, das lernte Matt unter vielem Aerger. Wolfsblut erwählte sich den Posten ganz von selber, und Matt äußerte seine Zufriedenheit mit dieser Wahl durch manch derben Fluch, nachdem der Versuch geglückt war. Trotzdem Wolfsblut den Tag über vor dem Schlitten ge- arbeitet hatte, so gab er nachts die Wache über des Herrn Eigentum nicht auf. Stets auf dem Posten, immer wachsam und treu, wurde er bald der wertvollste aller Hunde. „Wenn ich so frei sein darf, mit meiner Meinung nicht hinterm Berge zu halten," sagte Matt eines Tages,„so möchte ich mir die Bemerkung erlauben, daß Sie ein kluger Mann waren, als Sie den Preis für den Hund zahlten. Sie baben den schönen Schmitt, außerdem daß Sie ihm das Gesicht mit der Faust bearbeiteten, reinweg begaunert." In Weedon Scotts Augen blitzte er zornig auf, als er grimmig murmelte:„Die Bestie!" Im späten Frühling brach ein großer Kummer über Wolfsblut herein. Ohne eine Ankündigung, ohne eine War- nung verschwand plötzlich der Gebieter. Zwar hatte es An- zeichen gegeben, aber Wolfsblut verstand sie nicht: er wußte nicht, was das Packen eines Handkoffers bedeutete. Später- hin erinnerte er sich, daß ein' solcher Vorgang dem Ver- schwinden des Herrn vorangegangen wäre, aber vorderhand hatte er noch keine Ahnung davon. In der ersten Nacht wartete er vergeblich auf die Rückkehr des Herrn. Der kalte Wind trieb ihn um Mitternacht, eine gesckützte Stelle hinter dem Blockhgus aufzusuchen. Dort verfiel er in einen un- ruhigen Schlummer, indem er mit gespjtzten Ohren auf den ersten Ton der bekannten Fußtritte lauschte. Allein zwei Stunden später trieb ihn die ängstliche Sorge wieder nach vorn, wo er sich auf die kalten Stufen legte, um zu warte», (Fortsetzung folgt.) Großgarage niedergebrannt. Siebzehn Autos verbrannt.- Ein Feuerwehrmann verletzt. Durch ein Grohsener wurden gestern nachmittag die Phönix-Grohgaragen in der Dirkbuschstrahe Im Bezirk Sieglitz eingeäschert, vier AutoHallen, mehrere Werkstätten und siebzehn Autos wurden vom Feuer vernichtet. Die Großgarage auf dem Gelände Birkbuschstraße 79 dient in erster Linie der Unterkunft von Autodroschten. An die Garagen schließen sich unmittelbar die Werkstätten und Lagerräume an. Das Feuer tvar kurz nach%14 Uhr in der Schlosserei vermutlich durch Uiworsichtigkeit bei Schweißarbeiten entstanden. In wenigen Minu. ten stand ein Teil der Schlosserei in hellen Flammen. Angestellte der Firma versuchten das Feuer vergeblich zu löschen. Vis zum Erscheinen der alarmierten Feuerwehr, die mit sechs Lösch- zögen anrückte, vergingen kostbare Minuten und das Feuer nahm eine ungeahnte Ausdehnung an. Die Flammen hatten in der Zwischenzeit den gesamten Garagenkomplex ergriffen. Mit großer Mühe gelang es, etwa zwanzig Autos aus den brennenden Hallen zu ziehen. Weitere Bergungsversuche mußten dann aber aufgegeben werden, da Teile des Daches brennend in die Tiefe stürzten. Sieb- zehn Autos konnten m'cht mehr in Sicherheit gebracht werden und verbrannten vollständig. Im Innern der Hallen ertönten fort- während Detonationen, die von den explodierenden Benzin- tanks herrührten. Obgleich aus elf Schlauchleitungen stundenlang starke Wassermengen in das Feuermeer geschleudert wurden, gelang es vorerst nicht, die Gewalt des Feuers, das an Oelen, Fetten, Ein- richtungsgegenständen, Acetylen usw. reiche Nahrung fand, zu brechen. Mehrmals mußten die Löschmannschaften an besonders ge- fährdeten Stellen zurückgezogen werden. Erst gegen 16 Uhr war die Macht des Feuers gebrochen, fo daß eine weitere Ausdehnung auf die angrenzenden Baulichkeiten, die zeitweise stark bedroht waren, nicht mehr zu befürchten war. Die Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden hin- ein. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann durch Schnittwunden verletzt. Er erhielt von Feuerwehrsamaritern die erste Hilfe. 17-Bahn-Tunnel noch gesperrt. Zu dem Brand im Umformerwerk der Untergrundbahn am Bahnhof Bismarck st raße erfahren wir noch folgendes: Das Feuer ist, wie jetzt endgültig feststeht, auf Unvorsichtigkeit bei den Bauarbeiten zurückzuführen. Glimmende Kohleteil- chcn, die aus einer Feldschmiede in einen Luftfilter gelangten, setzten die Holzverschalung in Brand, von wo sich die Flammen nach allen Seiten schnell ausbreiteten. Durch den entstandenen Qualm und die ungewöhnlich starke Hitze wurden die Isolationen der gesamten 16 lXXI Boltanlage unbrauchbar gemacht. Das Umformerwerk mußte deshalb unter Wasser gesetzt und einstweilen stillgelegt werden. Der Betrieb von Bismarck st raße nach Stadion ist nach wie vor gestört. Nach dem Stand der Aufräumungs- und Renv- vierungsarbeiten ist kaum vor Sonnabend mtt der Wiederaufnahme des Verkehrs auf dieser Strecke zu rechnen. Oer Fliegerempfang im Rathaus. Der gestrige Empfang der drei Ozeanflieger im Berliner Rathaus spielte sich in den würdigen Formen ab, die die Stadt Berlin seit einiger Zeit bei ihren Empfängen so geschickt zu v«r- treten weiß. Der Platz vor dem Rathaus in der Känigftraße war von dichten Menschenmengen besetzt, als das blumengeschmückte städtische Auto, die„Bremen"- Besatzung vor die Tore des Rathauses brachte. Anwesend waren außer dem Oberbürgermeister, dem Stadt- verordnetenvorsteher, Vertreter des Magistrats, der Stadtverordneten- Versammlung und der Bezirkskörperschasten, ferner der amerikanische Botschafter und alles, was sonst zum offiziellen Berlin gehört. Nach der Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters, die in einem herzlichen Gruß an den New Porter Bürgermeisterkollsgen Mister Walker ausklanq, sprachen Hauptmann Köhl, Fitz- Maurice und H ü n e f e l d. Hünefeld überbrachte einen Gruß des New Porter Oberbürgermeisters an die Stadt Berlin und kam dann in seiner überlegten Rede auf die Angelegenheit der Stahl- Helmeinladung zu sprechen. Es sei für alte Frontsoldaten wie sie selbstverständlich, der Einladung der Kameraden Folge zu leisten. Aber ebenso gern wären sie auch einer Einladung des Reichsbanners in Berlin gefolgt. Der Empfang schloß gegen 4 Uhr, nachdem sich die Flieger in das Goldene Buch der Stadt Berlin«ingetragen hatten. Die Abfahrt ging unter dem Flattern der schwarzrotgoldenen Fahnen vor sich, die das ganze Straßenbild beherrschten. Die zahlreich« Menge brachte den Fliegern die bereits gewohnten Ovationen dar. » Im Garten des Hauses des Reichspräsidenten fand später ein Empfang der drei.,Bremen"�lieger bei recht günstigem Wetter statt. Der Reichspräsident, unterstützt durch den Staats sekre- tär Dr. Meißner, begrüßte die Flieger. Reichskanzler Dr. Marx, die noch amtierenden Reichsminffter waren ebenfalls erschienen: außer ihnen hohe Beamte der verschiedenen Ministerien, Mitglieder des Reichsrats, zahlreiche Abgeordnete des Reichstags, eine große Anzahl hervorragender Persönlichkeiten aus Kunst und Wiffenschast, aus der Finanzwelt und aus der Presi«. Die Gäste des Reichs- Präsidenten blieben bis nach 6 Uhr in dem schönen Garten zu- sammen. Die Kirche klagt... Die Kirche, Statthalterin des himmlischen Richters, sollte eigentlich nicht beim irdischen Richter Zuflucht suchen. Sie läuft aber allzu gern zum Kadi. So stand kürzlich der verantwortliche Re- dakteur des„Psasfenspiegels" Nagel wegen Beleidigung von kirch- lichen Institutionen vor dem Richter. Die katholische Mission war in dcr tiefsten Seele gekränkt: ein Bild hatte es ihr angetan: Im Hinter- gründe sah man Negerhütten, in der Mitte Soldaten, die mit dem Gewehrkolben einige Neger niederschlagen: und im Vordergrund« einen runden Priester, der selbstgefällig seine Hönde faltet. Die Ueber- schristen der Artikel, die durch dieses Bild illustriert werden sollten, lauteten:„Korruptionsfonds des Vatikans"",„Und willst du nicht mein Bruder fein...",„Die Missionäre als Bortrupp der imperialistischen Kolonialpolitik". Der Inhalt der Artikel brachte längst be- kannte Dinge. Sie erzählten von der zivilisatorischen Tätigkeit der Missionäre, die gewissermaßen als Wegbahner der Kulturstaaten bei deren Bersklaoung der Negeroölker gelten dürsten. RA. Dr. Kurt R osen feld, der den verantwortlichen Redakteur des„Pfaffen- spiegels" zu verteidigen hatte, sprach seine Verwunderung darüber aus, daß die Justizbehörde es überhaupt für nötig befinde, sich in ähnlichen Fällen schützend vor die Missionare zu stellen. Er be- antragt« die Ladung des Theologieprofessors Dr. H a r n a ck zum Be- weis für die Richtigkeit der in den Artikeln aufgestellten Behauprun- gen. Ja, er zitierte sogar verschiedene Stellen aus Büchern, die nicht» andere» sagten als die inkriminierten Artikel Trotzdem be- antragt« der Staatsanwalt gegen den verantwortlichen Re» dakteur 1 Monat Gefängnis. Und das Gericht verurteilt« chn tatsächlich an Stelle der an sich verwirkten Gefängnisstrafe von Die Enkelin des Bayernkönigs. Von der Florentiner Villa zum Gtralsunder Fusel. Auf der Anklagebank in Verlin-Wille saß die Enkelin des Bayernkönigs Ludwig die Tochier des bekannten Land- schaftsmalers H. Die erste Kindheit in Samt und Seide in der Florentiner Villa des Vaters, gestrandet unter Schimpf und Schande beim Fusel dcr Stralsunder Fischerkneipen. Zwischea diesen beiden Punkten ein rasendes Liebesabenkeuerdascin. Das Kind hatte bereits mit 16 Jahren das erste„Erlebnis", her- nach„sittliche Erziehung" im Kloster Kalvarienberg am Rhein, wo die 10jährigen Mädelchen sich bei geschlossenen Augen aus- und anziehen mußten. Im Alter von 12% Iahren wegen sexueller Erfahrungen zur Beruhigung von den Eltern in ein Sanatorium gebracht. Dann folgen Schülerinnenerlebnisse mit Jüngeren und Aelteren. Im Alter von 17 Iahren Mutter eines Kindes: der Dater des Kindes, ein acht- unddreißiger Engländer, erklärt sich bereit sie zu heiraten. Sie will aber nicht. Gleich darauf schon Witwe eines kriegs- gefallenen Leutnants. Nach zwei Iahren Flirt und Sekt- gelogen mit Offizieren— im Jahre 1916 erschießt sich in Saar- brücken vor ihren Augen ihr Verlobter, ein Ulanenrittmeister— neunzehnjährig, die Frau eines Bataillon-' kommandcurs, des Herrn o. B., der sie mit Schmuck überschüttet. Drei Jahre später ist sie bereits von ihrem Mann, dem Paralytiker, wegen Ehebruchs ge- schieden. Am Tage nach der Ehescheidung findet ihre Heirat mit dem bekannten Schriftsteller K. statt. Auf dem Standesamt macht er ihr aber die Eröffnung, daß er Lues hat. Die eben Getrauten gehen auf der Stelle auseinander. Eine Scheidungsklage wird ein- geleitet. Doch bevor noch die Scheidung ausgesprochen ist, heiratet Irmgard H. einen cancl. med. B. Ein Verfahren wegen Bigamie wird nur mit Müh« niedergeschlagen. Das war im Jahre 1921. B. fft der erste Mann— der vierte ihr angetraute—, den sie angeblich wirklich liebt. Aber auch an seiner Seite findet sie keine Ruhe. Ein Berhälwis mit einem Arzt hat beinahe einen tragischen Abschluß. Ein Jahr lang reist sie durch Deutschland mit einem Dorffchullehrer, der um ihretwillen Stellung, Braut und Elternhaus ausgibt. Er endet im Gefängnis. Im Gefängnis endet auch ihr Mann, der ihretwillen und mtt ihr zusammen Betrügereien begeht. Und schließlich war sie es auch, die ihren letzten Freund, den ewigen Studenten C., öer ihr ebenso ergeben war wie alle anderen Männer, wegen Betrügereien ins Gefängnis brachte. Run sitzt er mtt ihr zusammen auf der An- klagebank. Di« Gefängnislaufbahn von Irmymb H. beginn aber bereits im Jahre 1916, als sie mit Major». B. verlobt war. Da» mals wurde sie angeblich wegen Spionage verhaftet und in«in Kriegsgefangenenlager gesteckt— anscheinend wegen ihres ver- heerenden Einflusses auf die jungen Offiziere. Später kam sowohl sie wie ihr Mann, der Major, verschiedentlich in Sanatorien für Nerven- kranke, aus denen sie immer wieder ausrückte, und als sie dann mtt ihren Betrügereien begann, lernte sie sowohl Einzelhaft wie auch Irrenhäuser zur Genüge kennen. Sie mußte über sich rechtskräftige Urteile ergehen losten: in Kiel, Hamburg, Greifswald, Charlottenburg, Naumbrg, Gandersheim: in anderen Fällen: in Dresden, Berlin, Hannooer, Estenach, Hattingen wurde das Verfahren auf Grund des § 51 eingestellt. So wurde sie bald für unzurechnungsfähig erklärt. bald zu Gefängnisstrafen verurteilt. In ihrem Geisteszustand spielte mtt eine entscheidende Rolle der Alkohol. Schon als Kind trank sie mit ihre ni Voter schweren Rotwein, als junges Mädchen trank sie ihn allein: seitdem wurde zuerst Wein, dann Kognak ein Betäubung?- mittel für sie. Und schließlich stürzte sie selbst den Fusel glas- weife hinunter: zwischendurch griff sie zu Kokain und zu Morphium. Nur so kam sie über ihre schweren Depressionen hinweg: mehr als einmal machte sie Selbstmordversuche. Irmgard H. hat vom Vater nicht nur ihr hemmungslos sinnliches Temperament und die Neigung zum Wkohol, sondern auch die künst- lerische Begabung geerbt. Gleich ihrer Mutter schriststellert sie. Zwischen ihren intellektuellen Fähigkeiten und ihrem Triebleben besteht ein krasser Gegensatz. Dr. Dyrensurth wollte für sie gestern den§ 51 nicht gelten lassen. Für die Straftaten, die sie jetzt auf die Anklagebank geführt hatten, sei sie verantwortlich, sagte er. Mittellos fuhr sie mit ihrem Freund C. von Stadt zu Stadt, von Lüneburg nach Hamburg, von Hamburg nach Kiek, von Kiel nach Berlin und beging überall Zechprellereien: sie verschwand ohne zu zahlen aus den Hotels— mit ihr ihr Freund. Das Gericht verurteilt« Irmgard H. zn neun Mona- ten Gefängnis und ihren Freund C. zu zehn Monaten. Die Laufbahn der Enkelin des Va Yennkönigs hat mit diesem Urteil ihren Abschluß noch nicht gefunden— auch ihr Liebesabenteuerdosein nicht. Wie sagte sie doch einmal von sich:„Wer mir verfallen stt, der ist es restlos, für den gibt es keine Familie, keinen Freund, keinen Beruf." 14 Tagen zu einer Geldstrafe von 7 5 M a r k. In der Urteil»- begründung hieß es: Es liege zweifellos eine Beschimpfung der katho- lischen Kirche vor. Die Missionen werden als Institutionen hin- gestellt, die die Kolonialgreuel begünstigen. Die Absicht einer schweren Beschimpfung stehe zweifellos fest. Ob die Klage klug, ob das Urteil noch klüger war. möge dahin- gestellt bleiben...« Kolonialgreuel. Oer Kampf um das Majorat.- Millionenprozesse. Ewe Aufsehen erregende privalNage Ist gegenwärklg beim Amtsgericht Verlln-Wille anhängig, bei der sich der Rechtsstreit um ein Millionenerbe, einen Fideikommißbeflh von 16 660 Morgen Land, dreht. Dieser Kamps um das Majorat. der bereits vor den Zivilgerichten schwebt, wird nun auch demnächst in einem Strafprozeß seinen Fortgang nehmen. Interesiant ist dabei besonders, daß im hiutergruube ein Kolomalskandal steht. Gegen den derzeitigen Majoratsbesitzer, den Nittergutsbesitzcr Gert v. K n e b e l- D ä b e r i tz ist auf Grund der gegen ihn er- hobenen Beschuldigungen, daß er während des Weltkrieges in Ost- afrika als Truppenfllhrer sadistische Greueltaten an Ein- geborenen oerübt hat und daß er aus derselben krankhaften Veranlagung heraus sich schwerer Mißhandlungen der Sol- baten schuldig gemacht habe. Auf Beranlaflung seines Bruders Hafso v. Knebel-Döberitz wegen Geisteskrankheit ist vor einiger Zeit das Entmündigungsverfahren eingeleitet worden, durch das er seines Majoratsbesitzes verlustig erklärt werden soll. Die Geisteskrankheit wird von der Familie mit den angeblich von ihm verübten Kolonialgreueln während des Weltkrieges in Ostafrika be- gründet. Diese schweren Anschuldigungen stützen sich in erster Reihe auf eine Schilderung in dem Roman des bekannten Schriftstellers Rudolf de Haas„Die Meuterer", in dem die sadistischen Scheußlich- leiten eines deutschen Truppenführers ausführlich behandelt werden. Obwohl in dem Roman der Name Gert v. Knebel-Döberitz nicht ge- namtt worden fft, soll ohne weiteres für jeden Eingeweihten er- sichtlich fein, daß niemand anderes als er gemeint fei, st» daß sich das Buch als eine Art Schlüsselroman darstellt. Bald noch der Veröffentlichung des Romans erschienen auch ver- schieden« Artikel in Zeitungen und Zeitschriften, in denen Gert v. Knebel-Döberitz die in dem Roman gekennzeichneten sadistischen Handlungen offen unterstellt wurden. Der in dieser Weise schwer beschuldigt« Majoratsbesitzer führt die Angriffe auf seinen Bruder Hasso zurück, da dieser auch in dem Entmündigungsverfahren mtt denselben Behauptungen hervorgetreten ist. In seinem Kampf um das Majorat hat jetzt Gert v. Knebel-Döberitz Privattlag« erhoben, um in dem gerichtlichen Verfahren vor dem Amtsgericht Berlin» Mitte die Vorgänge m Ostafrika klarzustellen. mm „Deutsche Handwerksburschenlieder" brachte die Sonnenmend-Abendseier. Berthold Reißig sang Lieder zur Laute, Ren?« Stobrowa reziterte lustig und fein pointiert alte Bolksweisen. Dr. Roland Schacht, dcr allerdings weniger temperamentvoll als die Künstler des Abends war, hielt einen etwas langweiligen erläutern- den Bortrag. In emer„Funk-Wochenschau" ließ Christian Buchholtz die Wochenereigmsse in lustigen, bunten Bildern abrollen. Einen Zyklus„Dichtung der Gegenwart" eröffnete Dr. Kurt Z a r e t mit einem Vortrag über Thomas Mann. Die Geschicklichkeit de» Redners, künftlerffche Persönlichkeiten zu umreißen, ist unverkennbar. Seine mit Fremdwörtern überladenen Ausführungen schloffen aber ?crad» einen großen Teil der wißbegierigen Funkhörer aus. Wenn je folgenden Vorträge in diesem Zyklus irgend welchen größeren Wert haben sollen, so muß sich der Dortragend« vor allem bei ihnen entschließen, sie i» einer auch dem Laien verständlichen Sprache zu bringen. Tea. Nobile voller Zuversicht. Das Schicksal Amundsens ganz ungewiß. General Nobile hal der„Eitta M Milano" in einem längeren F u n kl e leg r a m m den Erfolg der Hilfeleistung Madda- lenas bestätigt. Alle abgeworfenen Materialien konnten von den Schissbrüchigen in gutem Zustand geborgen werden. Die Rührung seiner Leute sei unbeschreiblich gewesen, als sie endlich wahrnahmen. daß sie gesichlet wurden. Nobile versichert, daß sich alle Mitglieder Wohlbefinden und voller Zuversicht seien. Nur der verwuudele Mechaniker konnte das Zell nicht veriaffen, als Maddo- lenas Flugzeug darüber hinwegflog, doch befindet er sich auf dem Wege der Besserung. In zuständigen streifen wird der vom Kommandanten Romagna verfolgte Plan für die weitere Hilfeleistung durch Flug- zeuge wie folgt bekanntgegeben: 1. Weitere Versorgung der Gruppe Nobiles in der bereits von Maddalena ausgeführten Art; 2. Nach- forschlingen durch die beiden großen italienffchen Flugzeug« und dos schwedisch« Flugzeug„Upland" noch der mit der LufffchiffhAle ob» getriebenen Gruppe von 7 Mann: S. Auffuchen der dreiköpfigen Gruppe, die am 31. Mai von Nobile aufbrach, durch Rijser Larsen und Lützow Holm und die kleinen schwedischen Wafferflugzeug«, die sich in der Dirgobay befinden. Inzwischen hofft man dte eigentliche Rettung der Gruppe Nobiles durch den Eisbrecher„ffrassin" oder durch die bereits unterwegs befindliche Schlittenexpedittou des Hauptmanns Soria bewerkstelligen zu können. In Marina di Pisa befindet sich ein zweites Dornier-Wal- Flugzeug Marina I und somit das dritte Flugzeug der italie- nffchen Hilfsexpedition vollkommen startbereit. Es wartet nur noch auf di« Anforderung des Kommandanten Romagna von der „Eitta di Milano". Stark beunruhigt fft man in Italien über das Schicksal Amundsens. Die Kommentare sind meist sehr peffimistisch, wenn man auch der Persönlichkeit Amundsens ein Bravourstück zutraut._ Totschlag in Charlottenbnrg? Einen verhängnisvollen Ausgang nahm ein Streit, der sich in der Wohnung des tzSjährigen Rentiers Ernst I a ch m o n n im Haus« G u e r i ck e st r. 28 in Eharlottenburg abspielte. I. geriet mit seinem Untermieter, einem 53jährigen Referendar a. D. Friedrich Campe, der seit mehreren Iahren bei ihm wohnt, auf dem Korridor in einen heftigen Wortwechsel, der schließlich in Tätlich- keilen ausartete. Icichmonn ergriff plötzlich einen eichenen Spazier stock und schlug damit ouf seinen Gegner ein. Dieser setzt« sich gleichfalls mit einem Stock zur Wehr und der Kampf zog sich zur Tür hinaus bis auf die Treppe. Hier erhielt Iachmann einen schweren Hieb über den Kopf, so daß er bewußtlos zu» sammenbrach. Er wurde von hinzueilenden Hausbewohnern zur Rettungswache gebracht, wo er gleich nach der Aufnadm« starb. Camp« hatte sofort nach der Schlägerei dos Haus verlassen und Ist bisher noch nirgends aufgetaucht.— Do Jachmann seit langer Zeit schwer herzleidend ist, erscheint es zunächst noch zweifelhaft, ob der Tod durch di« Schädelverletzung hervorgerufen worden ist. Kernfragen der Ernährung. Hindhede, jener dänische Ernäh- rungspsychologe von internationalem Ruf wird am Sonnabend, um 5 Uhr, einen Vortrag im Hörsaal der Funkhalle in der Ausstellung „Die Ernährung" hatten. Dr. Winckel, das wissenschaftliche Mitglied der Ausstellungsleitung„Die Ernährung", spricht zunächst über „Biochemische Grundfragen der Ernährung" und hierauf Dr. Hind- Hede, Direktor des dänischen Staatsinstituts für Ernährungswissenschaft, über:„Eigene Forschungsergebnisse und über Problem« und Kernfragen der Ernährung". Die Borträge sind öffentlich. EvttSbvö-vew Mttd vichüs! cm FwSese Li« hervorragenden Eigenschaften von»Kustk»' fiklt weltbekannt, die Erfolge unerreicht. Labet ist.Kufete' billig. Vit für ein« Mahlzeit � bcnStigt« Meng» Kufeke für ei» Lind bis zu 6 Monaten kostet Oi VI» " Eine Karte nach Zofio!" Dirette Abfertigung nach dem Fernen Often. # Am 20. Juni 1928 tritt der Personen- und Gepädtarif für den Europäisch Asiatischen Verkehr über Sibirien, an dem 20 Berkehrsunternehmungen beteiligt sind, in Kraft. Damit ist wiederum eine durchgehende Verbindung auf dem Landwege zwischen Westeuropa und dem Fernen Often wiederher gestellt worden, die schon vor dem Krieg bestanden hatte. Die Verhandlungen mit Bolen über die Durchführung des internationalen Berkehrs durch den sogenannten Polnischen Korri dor haben das Inkrafttreten dieses Tarifs hinausgezögert. Erst nach Abschluß eines Staatsvertrages zwischen Deutschland und Polen über Erleichterungen des internationalen Eisenbahnverkehrs auf der Strecke Dirschau- Marienburg stand der Durchführung des Verkehrs nach dem Fernen Osten nichts mehr im Wege. Die Reisenden und ihr Gepäck fönnen nunmehr, durch den neuen Tarif, von Deutschland nach Stationen des Fernen Ostens direkt abgefertigt werden. Am Fahrkartenschalter in Köln, Berlin oder Hamburg werden direkte Fahrtarten nach Wladiwostot, Manschuria, Harbin, Darren, Fusan usw. oder nach Tokio, Yokohama oder anderen japanischen Stationen ausgegeben, auch das Reisegepäck kann direkt dorthin abgefertigt werden. Die Reisedauer von Berlin nach Totio wird 14 Tage betragen. Eine Fahrkarte II. Klasse Berlin- Tofio über Fusan tostet rund 534 Mart. Dem Reisenden stehen für den Streckenabschnitt Berlin- Mostau zwei Reisewege zur wahlweisen Benuhung zur Verfügung, der eine über Schneidemühl- Dirschau- Marienburg- Endtkuhnen- Riga und der andere über Stentsch- Warschau. Beide Wege sind im Fahr preis gleichgestellt, so daß es in das Belieben des Reisenden gestellt ist, welchen dieser beiden Wege er benußen will. Dasselbe gilt für die umgekehrte Richtung. Die gleichfalls in diesen Tarif aufgenommenen chinesischen Staatsbahnen nehmen zurzeit an diesem Verkehr wegen der befonderen politischen Verhältnisse in China noch nicht teil. Tragikomödie des geiftestranten Schöffen. Vor der Straftammer des Landgerichts I gelangte nochmals der Fall des falschen Schöffen, der als Stellvertreter für den richtigen Schöffen zu Gericht gesessen, zur Berhandlung. Der frühere Molkereibefizer Samuel Buttler hatte nämlich statt feiner feinen Freund, den Kaufmann August Mittelstaedt, als Schöffen hingefchickt. Buttler, ein notorischer Säufer, fühlte sich selbst der Aufgabe nicht gewachsen. Das Schöffengericht, das über die Straftaten des falschen und richtigen Schöffen abzuurteilen hatte, erfannte in der ersten Instanz gegen Mittelstaedt auf 8 und gegen Buttler auf 2 Monate Gefängnis. Gegen das Urteil war Berufung eingelegt worden. Rechtsanwalt Dr. Siegfried Eisenstaedt hatte für Buttler die Zuziehung von Medizinalrat Dr. Störmer als Sachverständigen veranlaßt. Medizinalrat Dr. Störmer bezeichnete Buttler in der geftrigen Verhandlung als einen hoffnungslosen, vollkommen unverbesserlichen Säufer. Die Che Buttlers ist geschieden und er inzwischen entmündigt worden. Das von seiner Mutter ererbte Hab und Gut, darunter ein großes Haus mit dazugehöriger Molkerei, hat er bis auf den letzten Pfennig vertrunken. Das Grundstüd übernahm der Gastwirt für die Zeche; der herausgezahlte Ueberschuß von 23 000 m. wurde von Buttler in wenigen Monaten restlos auf den Kopf geschlagen. Zur Feier des Hausverkaufes hatte Buttler eine Kapelle gemietet und mit feinen Zechbrüdern eine luftige Umfahrt durch Berlin veranstaltet. So erblickte Medizinalrat Dr. Störmer in dem Zustand des Angetlagten das vollendete Bild des chronischen Alkoholismus. Auch zur Zeif der Tat habe er sich in einem frankhaften Zustand der Geistesstörung befunden, durch welche die freie Willensbestimmung aufgehoben worden war. Die Straffammer sprach darauf den Schöffen" Buttler aus § 51 frei. Der Angeflagte Mittelstaedt, sein Stellvertreter im Schöffenamt, wurde dagegen wegen Amtsanmaßung, Urkunden fälschung, falscher Beurfundung und Betruges statt der früheren 8 zu 2 Monaten Gefängnis, unter Zubilligung einer Bewährungsfrist verurteilt. Die Straffammer nahm nicht an, daß Mittelstaedt in der Absicht gehandelt habe, sich einen Bermögensvorteil zu verschaffen, sondern aus Gefälligkeit. Mittelstaedt fonnte der Ansicht gewesen sein, daß er der geeignetere Mann sei Der Prozeß Buttler- Mittelftaedt hat aber ein äußerst ernſtes Broblem aufgerollt: wie verhütet man, daß unzurechnungsfähige Menschen vom Schlage eines Buttlers als Schöffen über ihre Mitbürger zu Gericht fizzen! Kein Beitrag vom Staat. Durch die im Sommer 1927 im Gebiet Berlins aufgetretenen leberschwemmungen waren viele Grundbefizer und Landpächter erheblich geschädigt worden. Im Februar 1928 ersuchte die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat, in Fällen der Be dürftigkeit aus Billigkeitsgründen mit Beihilfen und Darlehen der Stadt einzugreifen und die Staatsregierung zur Beteiligung Knaben- Sport- Anzüge mit Golfhose, Breeches oder Kniehosen M. 33. 30,- 27.- 21.Sacco- Anzüge für junge Herren, 1- u. 2 reihig M. 48.- 40.- 35.- 29.Trenchcoats M. 42-38.- 33.Im garzen wurden dann 423 Schabenfälle be| Vorträge, Vereine und Versammlungen. rücksichtigt und 111 780 m. gezahlt, hauptsächlich in den Bezirken Köpenid, Tempelhof, Lichtenberg, Bantom, mit geringeren Beträgen auch in Reinickendorf, Wedding, Spandau. Jetzt beantragt der Magistrat bei der Stadtverordnetenversammlung die Genehmigung, daß die ganze Summe von der Stadt gededt und den Bezirken zurückerstattet wird. Bisher hat der Staat feinen Beitrag gezahlt, vielmehr hat der Oberpräsident erklärt, die Voraussetzungen für eine staatliche Notstandsaktion seien nicht gegeben, dahingehende Anträge fönne er bei der Regierung nicht stellen. Trozdem hat der Magistrat erneut eine angemessene Beteiligung des Staates an der Aufbringung der Mittel beantragt und er will die Hoffmung auf einen staatlichen Zuschuß noch nicht aufgeben. 116 Millionen Fahrgäste in einem Monat. Die soeben zusammengestellte Monatsstatistit der drei Berliner Verkehrsgesellschaften, die den Einheitsfahr schein benutzen, zeigt, daß im Mai die Aufwärtsentwicklung der letzten beiden Monate angehalten hat und die Verkehrsziffer sich auf der bisher erreichten Höhe auch weiterhin hält, obwohl das verhältnismäßig schlechte Wetter den Ausflugsverkehr start behinderte. mie immer Bei der Statistik ist zu berücksichtigen, daß alle zweiten Fahrten, die auf den Wagen anderer Gesellschaften gemacht worden sind, aber nicht die zweiten Fahrten, die durch Umsteigen auf die Wagen derselben Gesellschaft gemacht wurden, mitgezählt worden sind. Ebenso find Schüler- und Monatstarten einfaltuliert. Die drei Gesellschaften beförderten im Mai 116,3 Millionen Fahrgäste gegenüber 109,3 millionen im April und 116,5 Millionen im März. Gegenüber dem Mai des Vorjahres ist eine Steigerung von 13 Millionen Fahrgäften zu verzeichnen. Die Straßenbahn hat besonders günstig abgeschnitten. Sie tann 76,1 Millionen im Mai beförderte Fahrgäste gegen 75,3 Millionen im März feststellen. Gegenüber dem Vorjahre beträgt die Aufmärtsentwicklung etwa 6% Millionen. Für die Straßenbahn bedeutet diese Ziffer einen neuen Beförderungsreford. Ebenfalls vermag die Aboag eine neue Höchstleistung mit 18,5 Millionen Fahrgästen im Mai gegenüber 17,8 Millionen im März zu verzeichnen. Im Vorjahre benutzten mur 14,2 Millionen die Wagen der Aboag, die inzwischen ihren Wagenpark vergrößert hat. Bei der Hoch- und Untergrundbahn find gegenüber März meniger Passagiere befördert worden, und zwar 21,7 Millionen ftatt 23,4 millionen. Im Vergleich zum Vorjahre ist aber auch hier eine Steigerung von 2,4 Millionen Fahrgästen eingetreten. Rose- Theater: Sudermanns„ Heimat. Die parodistische Er faffung vormärzlichen Geschehens hätte hier unbedingt mit festem, schmissigem Griff arbeiten müssen, um die Wiedererwedung dieses Bühnenstoffes irgendwie zu motivieren. Als der Vorhang hochging, sah man eine mit allem Edelkitsch einer überwundenen Spießerrenaissance geschmückte gute Stube, und man hoffte, das Bühnengeschehen werde sich der Milieuschilderung anpassen. Aber die Versuchung der dicken Rollen" war denn doch eine so große Sudermann hat wie immer starke Theaterroutine entfaltet so daß sich alles mit wahrem Feuereifer in die Sache tniete und ungeachtet aller Lächerlichkeit die alte Chose todernit nahm. Die erquicklichste Figur bot noch Otto Bredow in der Rolle des Vaters; er lieh dem knorrigen Haustyrann sympathisch- menschliche Züge. Der Gast des Abends, Ada Mahr, als Magda, mar zu starfe Provinz. Das menschgewordene Tränenbächlein Marie und auch alle übrigen Bersonen des Stüdes murden von Bala Bara, Hilde Hofer, Willi Rose, Leonore Spinti mit viel Liebe verförpert. Genose David Seymann, Berlin NB., Bochumer Str. 16, Brokurist ber Papiergroßhandlung Maaß u. Röhmann, bei der er mehr als 50 Jahre tätig ift, feiert am 25. Juni seinen 70. Geburtstag. Typographisches Orchester. Musikverein der Berliner Buchbruder. Dirigent: Stabellmeister Erich Gutzeit. Uebungsabend jeden Freitag, 20, bis 22, 1hr, in Neukölln, Hermannstr. 199( Restaurant Sangerheim", Johann Lausch). Treffpunkt aller musilliebenden Buchdruder. Gäste stets willlommen. Boranzeige: Sonntag, 8. Juli, vormittags 10 Uhr: Tivoli. Jugendweihe Neuöln, Anmeldungen zur Jugendweibe merben in ben Borwärtsspeditionen Neuköln, Nedarftr. 2 und Siegfriedftr. 28-29, entgegengenommen. Anmeldegebühr 50 Pf. Große allgem. Funktionärinnen- Konferenz Mittwoch, den 27. Juni, 191, Uhr, in den Mufiter- Feftfälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31( Börsenjaal), Nähe Bhf. Alexanderplat Tagesordnung: 1. Referat der Genoffin Mathilde Wurm M. d. R.: Frauenforderungen an den neuen Reichstag".- 2. Referat der Genoffin Minna Todenhagen: Die Lehren der Wahlen". Die Funktionärinnen der Arbeiterwohlfahrt find hiermit eingeladen. Das Frauenfetretariat. Türkontrolle 1. Kreis( Mitte). Grosse Auswahl fescher Anzüge und Mäntel die der junge Herr bevorzugt! Jedes Kleidungsstück ist modem. gutsitzend, hervorragend preiswert Für die Reise Loden- Mäntel für Knaben u. Jünglinge ( Alt. 5 Jahre) M. 17.50. 13.50 11.Einzelne Breeches Golf- u. Kniehosen ( Alter 10 Jahre) M. 9.-, Z.- 6.- 4.25 Windjacken M. 15.25, 13.25, 1. 7.Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Greitag, 22. Juni. Tiergarten: Treffpunkt der Handballmannschaft whf. Beutelstraße 18% Uhr. Neuanmeldungen werden noa) ent gegengenommen. Steglig: Jungmanns@ aft 20 Uhr Jugendheim Alorecijir. 47. Diskussion: Unsere Handbaumannjajaji." Es werden noch Spieler Denotigt. Adlershof: 20 Uhr Watgliederversammlung bei Lehngut, sedanjir. 3. Liarten. berg: Ram. Sravepiaz 20 Uhr bersammlung bei seipfe, Gajarnweberstraße. Vortrag des Kam. Krohnte.. Sonnabend, 23. Juni. Witte: won 15 yr av Arbeitsdienst auf Blaz Karlshorst. Steglig: Jungmannschaft Fahrt nach rev= bin. reffpuatt 1944 Uhr hf. Liojterjeide- Out. Hahrgeld: Sonntagstarte 1,20 M. Sportplag yriedrichsfelde: Ao 15 Uhr Arbeitsdienst für alle dienst freien Kameraden. Sientolin- brig, 3. Stameradschaft: 18% Uhr Aozahrt der adfahrer von Sudolf, Hermannstr. 156, zur Landagitation. wahisdorf: Die Freitagjigung fallt aus, dajur am Sonnabend 20 Uhr im Lotal von anders;: anschließend geselliges Betsammensein mit Angehörigen. Kreuzberg: Sam. Sichard Stechel, Cijenbahnstr. 6, Bug 8, ift pibguch verstorben. Cinascherung Sonnabend 17 Uhr Krematorium baumsajuienweg. Sonntag, 24. Jun.. Gauvorstand. athenau- wedentfeier in Overschoneweide fur die Ortsvereine Kreis Osten, Mitte, Friedrichshain, Lichtenoerg und Köpenid, Kreis Guden, Streuzberg, Neukölln, Lempeigos und Treptow Pflichtveranstaltung. Beginn der Feier 10 Uhr. Abmarjah 9 Uhr vom hf. Niederschöneweide- Jogannisthal. wie Ortsvereine treten oazu wie folgt an: Witte, yr.edrimyshain, whenverg und Kopenid: 8% Uhr Bhf. Suederschöneweide- Johannisthal. Tempelhof, Reukölln und Sreptow um 8% Uhr hf. SiedersaöneweideJohannisthal, Schöneberg: Abjahrt 8 Uhr Bhf. Ebersstraße. Kreuzberg, ablershoj: 8% Uhr hf. Adlershof. Steglig: 7% Uhr wüppeiplag. Seiniaendorf: 9 Uhr Bhf. Oberschäneweide- Johannisthal. Hermsdorf: 7.50 uyr Abfahrt naay Riederschöneweide. Nowawes: Abfahrt 12.44 Uhr von Stowawes, ab Potsdam 13.01 Uhr, Antreten 12% Uhr Eisenbahnhotel zur Fahrt nach Kemnig mit Sambourkorps und Fahnen. Waffer portabteiung, gug Savel: Pflichtstern. fahrt nach Catrower Bucht. Treffzeit 12 Uhr; 8ug huberriege: 8 Uhr Boots baus Legel zur Wanderfahrt. Charlottenburg und Wilmersdorf: Antreten 8% Uhr Bhf. Halensee mit Spielmannszug und Fahnen zur Kranznieder. legung. 15 Uhr Antreten wie vor zur athenau- Feier im Grunewald. Sier. garten: 15 Uhr Bhf. Halensee, Kathenau- Feier. Bereinigung der Freunde von Religion und Böllerfrieden. Genosse Bjarrer Bleier spricht heute 20 Uhr im Rahmen einer Wochenendandacht in der Trinitatistirche, Charlottenburg, Karl- August- Plag, über das Thema„ Eisenbahnlatastrophen und Gottesglauben". Das Thema einer religiösen Feierstunde am Sonntag, 1. Juli, 18 Uhr, in derselben Kirche lautet: Die Pharisäer von heute". Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen. Seute 20 Uhr in der Trev. tomer Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53, 2. Stod, Vortrag der Genossin Else Sildebrandt:" Geguelle Erziehung".. Junger Chor. Alle Mitglieder, die an der Sonnenwendfeier Raffenheide teil nehmen, treffen sich zu den Zügen 17.46 und 19.30 Uhr Stett. Fernbhf. Sport. Rennen zu Strausberg am Donnerstag, dem 21. Juni. 1. Rennen. 1. Raute( Bismart), 2. Burgfint( Müschen), 3. Auf Härung( Thiel). Toto: 31: 10. Plat: 16, 20, 24: 10. Ferner liefen: Bodargos, Penelope, Automedon, Octavio, Alibert, Bettermart. 2. Rennen. 1. Spizbub( Hauser), 2. Eiche( slot), 3. Friemersheim ( Derschug). Loto: 27: 10. Blaz: 13, 16, 21: 10. Ferner liefen: Wal füre VI, Sonnenfind, Rosenprinz, Die Treue, Prüm, Türkin. 3. Rennen. 1. Andovera( Saelel), 2. Clothilde( Wenzel), 3.( Sla biator( Elflein). Toto: 24: 10. Blaz: 15, 43, 64: 10. Ferner liefen: Logarithmus, Kasbet, Mondnacht, Roffini, Fallenfeder, Ernani. 4. Rennen. 1. Chronos( Rutulies), 2. Dzema( Wolff), 3. Bilatus ( Haufer). Toto: 101: 10. Blag: 16, 12, 11: 10. Ferner liefen: Duednau, Schildkröte, Florida, Lichtenstein. 5. Rennen. 1. Helios( Böhlke), 2. Finsternis( Kaiser), 3. Bon bonniere( Vinzenz). Toto: 91:10. Plat: 20, 14, 14: 10. Ferner liefen: Drdensschwester, Octava, Magnet, Probefahrt, Godwina, Paladin, Ottogebe, Parlamentar, Tafata. 6. Rennen. 1. Engpaß( Hauser), 2. Golondrina( Morig), 3. Bala din( W. Schmidt). Toto: 117: 10. Blaz: 31, 75, 121: 10. Ferner liefen: Bommerlund, Rüdgrat, Swan, Laokoon, Srminful, Donna Lita. 7. Rennen. 1. Paroid( Wermann), 2. Quo vadis( Elflein), 3. Lob. redner( Wolff). Toto: 30: 10. Blaz: 14, 13, 23:10. Falter, Eigenfinn, Herenmeister, Escorial. Ferner liefen: Briefkasten der Redaktion. 70. Für Beiträge aus der Zeit vom 1. Ottober 1921 bis zum 31. De sember 1923 werden teine Steigerungsfäße angerechnet. 2. Militärdienstzeiten wirken nicht rentensteigernd.$. G. 21. Rein. M. S. 100. Die Kürzung fönnen Sie nur dann vornehmen, wenn der Hauswirt sich damit einverstanden erklärt. Im übrigen steht Ihnen der Klageweg offen. Gie tönnen sich auch an das Wohnungsamt( Schlichtungsstelle) menben. R. G. 24. 1. Rein. 2. Die Sache ist erledigt. 3. Richten Sie an das Wohnungsamt einen Antrag auf Wiedereintragung mit Ihrem alten Range; evtl. müssen Sie sich an pas Sentralwohnungsamt wenden. A. R. 1. Ja. 2. und 3. Die Fragen find gefeglich nicht geregelt. Maßgebend ist der Tarifvertrag, sofern ein solcher vorhanden ist, oder der Einzelarbeitsvertrag. Die Wirkung des Togal. Unfer Arzneischah ist nicht arm an schmeraftillen. ben Mitteln. Die stets wiederkehrende Klage der Aerzte ist aber, daß die ge bräuchlichen Mittel unangenehme Nebenerscheinungen und Nachwirtungen haben. Dies fonnte laut zahlreichen ärztlichen Berichten bei Togal nicht festgestellt werden, wenn es vorschriftsmäßig eingenommen wurde. Da es überbies prompt wirlt, bürfte es von allgemeinem Interesse sein, auf das Präparat hinzuweisen. Erders Dyckhoff & Gertraudtenstrasse 8-9 An der Perrikirche, Haemorrhoiden Sarbe DAS VON DER ÄRZTLICHEN WISSENSCHAFT ANERKANNTE RM 175 Zäpfchen RM.2.65 Fosterisan Jn den Apotheken erhältlich Stocklaternen mit Stock. Diz. 60 75 Pf. Fackeln Dtz. 60 Pt. Lampions Dtz. 75 Pf. an, echte Japanlaternen von 60 Pf. an Papler mützen Diz. von 20 Pf. an. Girlanden Diz. von 50 Pf. an. Wachsfackeln, 1 Stunde br., 35 Pf. Feuerwerk sehr billig. Bengalfeuer Pfd. 60 Pf. und 1 Mk. Verlosungsartikel für Kinder, Diz 60 Pf. an A. Maas& Co. G. m. b. H.. Markgrafenstr. 84, an der Lindenstraße, Kommissionsware bei teilw. Festkauf. 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Programm: Fadelzug, Eröffnungslieb, Sprechchor, Jugendchor, Rezitation, Schlußlieb.( ahrverbindung: Eisenbahn bis Eichwalde oder bis Grünan und bann mit ber Straßenbahn bis Endhaltestelle.) Eintritt frei. Die Fadeln zur Sonnenwendfeier müssen heute unbedingt von den Abteilungen und Werbebezirken abgeholt werden. Heute, Freitag, 19% Uhr. " Bochumer Str. Sb. Sad- London- Abend. Moabit 1: Schule Balbenfer Str. 21. Bauernfriege." Faltplag II: GSchule Sonnenburger Str. 20. Außerordentliche Mitgliederversammlung. Hohenschönhausen: Heim Freienwalder Straße 5-6 Bursche und Mädel in der SAJ." Nordosten: Heim Danziger Straße 62, Barade 3. Sternenfunde." Weißensee: Heim Parkstr. 36. Boli tisch- fatirischer Abend. Bärther Play: Echule Kaftanienallee 81. Cozialis mus in der Literatur." Andreasplag: Heim Brommostr. 1. Freie Körper tuitur." Warschauer Viertel: Heim Litauer Str. 18. Politischer Informations abend. Westen I: Seim Hauptstr. 15. Unsere Festkultur. Halensee: Schule Joachim- Friedrich- Str. 35-36, 10- Minuten- Referate. Zehlendorf: Filmabend im Gymnasium, Burggrafenstraße. Mariendorf- Tempelhof: Afte Schule, Dorfstr. 7. Tagespolitische Fragen. Baumschulenweg: Seim Ernst ftraße 16. Warum sind wir in der SJ.?" Reu- Lichtenberg: Heim Souffstraße. Bolkstanz und moderner Tanz." Reinickendorf- Best: Seim auf dem Außenspielplay in Tegel, Scharnweberstraße. Der staatliche Aufbau der deut. schen Republik." Rieberschönhausen: Schule Blantenburger Str, 70. Unser Wandern." Brig: Funktionärfigung beim Genossen Balzer. Siralaner Tor: Heim Goßlerstr. 61. Faschismus oder Diktatur des Broletariats?" Werbebezirk Zeltowlanal: 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Zehlendorf, Burggrafenstraße( am Bhf, Mitte), Filmabend: Die neue Großmacht und Nürnberg"-Film. Erscheint zahlreich. Treffpunkte zur morgen stattfindenden Sonnenwende. Norben: 19 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Faltples II: 20% Uhr Bhf. SchönNosentheler Norftobi: Seim Zehdenicker Str. 25. Seguelle Fragen." Bentrum: Heim Landsberger Str. 50. Kirche und Staat." Sanja: Heimhaufer Allee. Brig: 17 Uhr Bhf. Neukölln. Werbebeziel Schöneberg: 15% The Raffer.Wilhelm- lah. Späterfahrenbe finden sich an den Treffpunkten der Gruppen ein. Werbebezirk Beften: 20 br Bhf. Charlottenburg. Werbebezirk Reutölu: 19 Uhr Bhf. Reuföln. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Quartierausgabe zur Sonnenwende findet am Sonnabend, 23. Juni, ab 17% Uhr im Restaurant Krüger, Birkenwerder, Bahnhofstraße, statt. Die Belt lagerteilnehmer marschieren gleich nach Kinderland. Wilmersdorf: Treffpunkt zur Sonnenwende am Sonnabend, 23. Juni, nach Birkenwerder um 17% Uhr an der Untergrundbahn Fehrbelliner Plas, Holz eingang. 50 f. Fahrgeld mitbringen, Reutolla: Wir beteiligen uns gefchloffen an der Sonnenwende in Birkenwerber am Connabend, 28. Juni, Treffpunkt aller Gruppen um 17 Uhr am Rathaus. Wefferbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berfin und Umgegend. ( Nachdr. verb.). Teils heiter, teils mollig, troden, wärmer, abflauende Winde. Für Deutschland: Sm Dsten noch fühl und etwas windig, fouft Temperaturanstieg bet schwachen Winden, nirgends wesentliche Niederschläge. Elle geboten!!! Wegen vollständiger Aufgabe des seit 40 Jahren bestehenden Detailgeschäftes Mohrenstr. 37 a Totaler Ausverkauf!!! la Pelzmäntel Scalplischmanicl auch für aller stärkste Figuren bekannte früher bis 79.Westmann'sche Qualitäten Ausverkaufspreis 49.Wintermäntel früher bis 29.118.Persianer Peczaniki Gazelle 210.Seal Electric früher bis 250.- 550.- 650Ausverkaufspreis 175. 250. 300.185. Wollpliischmänfel unverwüstfrüher bis 85.- 156.900.- 1600.- 2300.475.- 250.- 1650.Kostüme for Straße, Reise, Sport liche Qualitäten 580. 95.- 125.65.. früher bis 95.- 125.- 195.Ausverkaufspreis 18,- 27. 42.- 55.Ausverkaufspreis 39.- 65.- Frühjahrsmäniel aus nur la Stoffen, auch für allerstärkste 850.450. 1100.145.. 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Salome Lohengrin Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ab.-V. 54 Anf. 19%( 7%) U. Der Mantel Schwester Angelika Glanni Schicchi Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 126 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20( 8) Uhr: Die beiden Sechunde Volksbühne Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 81 Uhr Orpheus in der Unterwelt 8 Uhr: Der Kuhhandel SCALA s Uhr Nollendort 7360 Herb.Williams der eigenartigste amerikanische Exzentrik- Star und die übrigen Varieté- Sensationen! Sonnabends u. Sonntags te 2 Vorstellungen: u. 8 Uhr 330 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Reichshalien- Theater Stettiner Sänger zum Schluß, zum 51, Male: Studies Westmann Henkel's Ata Scheuer pulver für Herdu Ofen putzt alles blitzblank SEIFE SODA Berlin, Mohrenstr. 37a an den Kolonnaden Untergrund- Bahnstation Friedrichstadt Beim Herdputz Komische 8% Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 814 200 Mitwirkende. 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Elite- Sänger Kins Bend Rose- Theater Wie immer erstklassiges Programm! U. a. Tägi. Uhr Ein gerissener Schwiegersolin"( Schwank) Ein Stück „ Ein kleines Geschenk"( Schwank) Malheur Lachen u. Stimmung! Volkstümliche Preise: 50 Pf. bis 2 M. von Marcellas Schiffer Möbel- Beiz-, Polier- und Lackier- Anstalt ,, Antik Berlin SO 36, Kottbusser Ufer 39-40( Erdmannshof) Fernsprecher: Moritzplatz 14637 e. G m. b. H. Bilanz( 31. Dezember 1927) 1. Januar 1928 Aktiva Raffa- Ronto Uhr: Krankheit der Jugend Bant- Ronto NEUE WELT Arnold Scholz. Hasenheide 108/14. U- Bahn( Hermannplatz) Täglich: Grosses Konzert und die Revue Stuckes Pfingstfahrt Die Welt steht Kopf! Anfang 8 Uhr. Donhoff Brett'i ( Saal und Garten) Gr. Varieté- Programm, Konzert, Tanz. im Garten oder Seal. Kaffeeküche ab 2 Uhr. Passiva M. " Materialien- Konto 806.20 Rapital- Reserve221.- Konto 579." Rapital Ronto • " Utensilien- Konto 639. " Nüdstellungs Rautions- Konto 20, Ronto 202. 400 1315.80 474.61 " P Bostiched Ronto a 10 Geminn- und Berluft- Ronto 84.76 Rapital- Gewinn aus 1927 Summa M. 2275,20 Summa M. 2 275 20 Die Genossenschaft befteht aus 8 Mitgliedern. Rein Abgang, tein Zugang. Der Geschäftsanteil jebes Genoffen beträgt M. 60. und die Saftfumme M. 400.-( Gesamthaltsumme. 3 200.-) Der Borstand: Rud. Robel. Rub Tschernig. Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtaulage des Vorwärts" and Gr. Frankf. Str. 132 84 Uhr Heimat Gartenbühne: 16 Uhr nachm. Konzert und bunter Tei! 81 Uhr Der fidele Bauer Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel der Heimat 18 Uhr: Erde und Weltenraum. 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne Eintritt In. nder unt. 15 Jahren 0.5* Thalla- Theater Dresdener Str. 72-7. Täglich 8 Uhr Dyckerpotts Erben Einen gesunden Schlaf und damit eine Kräftigung des ganzen Nervensystems erzielen Sie nur durch den echten , Baldravin' Patentamtl.gesch. unter Nr. 342681. Er enthält sämtl. Extraktivstoffe d. Baldrian- Wurzel in kräftigen Südwein gelöst. Alle h Nachahmungen, die als shensogut angeboten ware den. weise man eatschied, surück. Zu haben in Apotheken und Drogerien. Hersteller: Otto Stumpf A.-G. Chemnitz Infolge Herzschlag verschied am Dienstag, dem 19. Juni, unser Kollege Richard Stechel Unsere Krankenkasse verliert in dem Verstorbenen den Schriftführer der örtlichen Verwaltung; er war einer der eifrigsten Mitarbeiter unserer Kasse. In seiner Gewerkschaft war er sowohl in der Fachgruppe ,, Behörden" als auch im Werbebezirk SüdostTreptow stets an führender Stelle tätig. Steghel gehörte zu den Verbandskollegen, die ihre ganze Kraft in den Dienst der freien Angestelltenbewegung stellen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Berufskrankenkasse der Angestellten Zentralverband der Angestellten Verwaltungsstelle Berlin. Ortsgruppe& oß- Berlin. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem 23. Juni, 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Am Mittwoch, dem 20. Juni, nachmittags 4%, Uhr, verschied nach längerem Leiden mein lieber treusorgender Mann, unser guterVater, Schwiegervater. Sohn, Bruder, Onkel und Schwager Bruno Fiedler im 58. Lebensjahre. am In tiefer Trauer Gertrud Fiedler und Angehörige. Die Trauerfeier findet Dienstag, dem 26. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße 221, statt. Danksagung. Für die uns beim Hinscheiden meines geliebten Mannes, unseres guten, unvergeßlichen Baters und Schwiegervaters Otto Gebhardt eriefene Teilnahme fagen wir allen Freunden, Bekannten, Rollegen und insbesond, dem Gesangverein Morgengrauen unseren herzlichsten Dant. grou Minna Gebhardt nebst Kindern. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daf unsere Kollegin Else Kettel geb. 9 Januar 1901, am 20. Juni geftorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Gonn abend, dem 23. Juni, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Biel zu früh verfchied am Diens. tag, dem 19. Juni, blöglich und unerwartet mein lieber Mann mein Auter Bater, unfer lieber Neffe, Schwager und Onkel, der Kaufmann Richard Stechel im 50. Lebensjahre. Jm Namen der Hinterbliebenen Helene Stechel, geb. Schütz und Sohn Alfred. Berlin GO. 36, Eisenbahnstr. 6 Beifegung am Sonnabend. dem 23. Juni, nachmittags 17 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. JIr. 291. 45. 3iiimne 2. �0�<�0rlDOrf� Sreifo« 22.3uml92S Die Not der Ein Roirus für viele.— Gebt Aus der thüringisch-fränkischen Bauerngegend erreicht uns der Notruf eines Jungbauern, der im Namen seiner Kameraden spricht, Die ungelenke Leidenschaft dieses Notrufes läht erkennen, wie tief es bei den Jungbauern gährt, die nicht zuletzt durch die dem Bauerntum schädliche Politik der deutschen Großagrarier keine Mög- lichkeit mehr sehen, als nachgeborene Söhne Bauern bleiben zu können bzw. angesiedelt zu werden. Der Appell des Jungbauern an seine Kameraden, der zugleich ein Appell an die Oeffentlichkeit ist, hat folgenden Inhalt: „Jungbauer, wach aufzum Kampf! Wir Bauern sind heute kapitalarm geworden. Die deutschnationalen Charaktere haben aus.Liebe zum Bauern" durch hohe Zölle eine allge- meine Teuerung herbeigeführt. Bei den Bauern von 20 bis 80 Morgen sind hunderttausende von Gebäuden baufällig. Durch die Teuerung können die Bauern nicht erneuern und verpachten das Gut, weil sie sonst hohe Schulden bekommen. Die Väter mit vielen Kindern auf den Gütern bis 200 Morgen können für die zweiten und dritten Kinder keinen Bauernhof ausbauen. Mit 5000 bis 15 000 M. können sie ihr« Kinder nicht mehr als Bauern ansiedeln. Als die Mauersteine das Tausend 24 M. gekostet haben, da waren wir noch reich, da konnten alle Bauern ihre Gebäude erneuern, es konnten große Güter aufgeteilt werden, und mit 5000 M. tonnten sie sich als Bauem ansiedeln. Sie sparten Geld und kamen zum Wohlstand, weil der Bauer niedrige Gebäudepreise, niedrige Maschinenpreise, niedrige Saatgutpreise, niedrige Preise für Kühe hatte und nicht zu viel Betriebskapital brauchte. Heute sind wir arm durch hohe Zölle und die große Teuerung, und man läßt den fleißigen Bauernstand, der die Viehzucht und die Ackererträge verdoppeln kann, nicht aufbauen. Ist das christliche Religion, ist das der Dank des Vaterlandes? Unser« Väter von 1848 bis 1914 liebten und befreiten chre zweiten und dritten Kinder von der Knechtschaft und bauten ihnen gemeinsam Bauernhöfe auf. 3hr Bötet von heute laßt euch durch Korruptionsskandal in LlGA. Nicht nur Abgeordnetenbeeinflussung— auch Schulbücher' zensur durch das Privatkopital. In den Vereinigten Staaten befindet sich die Versorgung des Publikums mit Elektrizität, Gas, Fernsprechdienst und Schnell- transport großenteils in privaten Händen. Diese Gesellschaften sind zwar nominell in vielen Organisationen über das ganze Land ver- teilt, in Wahrheit laufen aber alle Fäden m den Händen eines ganz erstaunlich kteinen Kollegium» der New-Porker Hochfinanz zu- stUNNKN Was nun einem dem Oelkrach vergleichbaren Skandal im Senat und die- Einsetzung einer staatlichen Unte rsuchungs- kommifsion hervorgerufen hat. sind die Methoden, deren sich diese Herren zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung bedienen. Schon der Beginn der Untersuchung hat einige höchst interessante Ergebnisse zutage gefördert. Die Trustmagnaten haben eine Summe von jährkich etwa 4 Millionen Mark für eine Propaganda ausgeworfen, die die öffentliche Meinung beeinflussen und unbequeme gesetzgeberisch« Akte zum Voraus unmöglich machen soll. Ferner existiert in Washington ein großes und bestfinanziertes„Lobby" (System der Abgeordnetenbeeinflussung), hauptsächlich zu dem Zweck, gerade in Arbeit befindliche Gcsetzesanträge zur Errichtung von Anlagen in öffentlicher Regie wie z. B. im Augenblick für Deicharbeiten, zu hintertreiben. Aber damit nicht genug: in fast allen Staaten der Union sind spezielle, von einer Zentralstelle abhängige Kommissionen ge- schaffen worden, die an Ort und Stelle die Bewegung für das Staatseigentum an öffentlich wichtigen Betrieben lähmen sollen und die, was allem die Krone aussetzt, dafür sorgen sollen, daß auch in den Schulen, den Elementar- und den höheren Schulen, eine gründliche Beeinflussung der Jugend im gleichen Sinne statt- findet. Auch die Universitäten wurden dotiert für„Forschun- gen" über die Verwaltung der dem Trust unterstehenden Betriebe. Was z B. im Staate NewPort. wo die Finanziers an Gouverneur Smith, dem voraussichtlichen demokratischen Präsident- schastskandidoten, einen unbequemen Gegner haben, bereits geschehen ist, geht aus folgendem hervor: es sind dort jährlich etwa 150 M i l- lionen Mark allein für Gas- und Elektrizitätsoerbrauchsreklam« an die New-Porker Zeitungen verschwendet worden— oder vielmehr nicht verschwendet, denn die betreffenden Blätter unterließen natürlich alle Angriffe gegen die betreffenden Gesellschaften! Von einem Pamphlet gegen Gouverneur Smith, der für die Uebernahme der Wasserversorgung in die öffentliche Hand eingetreten war, sind 195 000 Exemplare gratis an Zeitungen, Buchhandlungen, Schulen, Vereine und öffentliche Bureaus verteilt worden. Ein monatlicher Propagandadienst bedient 1000 Zeitungen und Geschäfts- organisationen im Staate New Park, öffentliche Redner würden engagiert, die bisher Z479mal zu insgesamt 331 000 Hörern gegen Gouverneur Smiths Programm gesprochen haben. 25 Schulbücher wurden geprüft, wovon die Berbannvng von 14 durchgesetzt wurde, weaen zu geringer Sympathie mit der Doktrin des unbe- schränkten Privateigentums. Dagegen wurden 106 000„gesinnungs- Zungbauern. UNS Land, gebt uns Schulen! hohe Zölle dumm machen und kauft weniger Waren für eure pro- dukte. Eure zweiten und dritten Kinder müssen ins Ausland auswandern, weil ihr Bäter denen nachgelaufen seid, die durch hohe Zölle für die zweiten und dritten Kinder Zustände schassen wie vor hundert Jahren. Sobald der Bauer zu billigen Preisen ausbauen kann, kann auch der Handwerker und der Arbeiter aufbauen. Deutfchland braucht eine Million Bauern ä 40 Morgen, welche sö- fort auf Gütern über 400 Morgen, die enteignet werden sollen, an- gesiedelt werden können. Diese produzieren in wenigen Jahren für Milliarden mehr Fleisch, Milch, Eier, Geflügel, Fett und verdoppeln auch mit viel mehr Stalldung noch die Ackererträge, höchste Schulbildung den Bauern. Saatgutbaugenossenfchaften, in jedem Kreis Siedlungsgenossenschaften, Flurschauen im Julianfang, Saatschau im Februar jeden Jahres! Die hohen Zölle bringen dem Bauern nur große Schuldenlasten, denn Teuerung bedeutet geringe Produktion, großes Risiko, sehr hohe Verschuldung, hohe Steuern und schließlich Arbeit und Obdachlosigkeit für die zweiten, dritten und vierten Bauernkinder. Nicht die Zölle oerdoppeln die landwirtschaft- liche Produktion, sondern die Bauern von 20 bis 80 Morgen. Wenn man diesen Kindern zu billigen Preisen wieder Bauernhöfe auf- baut, wie es die Väter vor dem Kriege konnten, dann arbeiten die Väter auch wieder für ihre Kinder zum Wohl« des Voltes!" In diesem Aufruf ist gewiß nicht alles Wort für Wort richtig und alles richtig gedacht, aber er gibt doch der Not, die in den nach- geborenen Söhnen der heutigen Bauern lebt, die Bauern sein wollen, deutlichen und erschütternden Ausdruck. Und es ist rührend, zu sehen, wie die Weisheit ungezählter Kommissionen, daß nur durch gründliche Schulung und systematische Organisation, nicht aber durch Subventionen und Zölle den Bauern zu helfen ist, in diesem jungen, ungelenken Bauernkopf Ausdruck gesucht hat. Die Arbeiterschaft darf und muß diese Stimmen be- grüßen, sie muß den Jungbauern, die heute am eigenen Leibe spüren, daß es mit der alten Großagrarpolitik in Deutschland nicht weiter geht, helfend zur Seite treten. lüchiige" Schulbücher an lnsgesamk 491 höhere Schulen im Staate New Dark verteilt. Endlich ein letzter netter Zug in dem ensschieden großzügigen Vorgehen der beteiligten Finanziers, ein Zug, der ihnen auch in dem so manche kapitalistische Auswüchse gewohnten Amerika schwer ver- übelt werden dürste: sie haben alle die genannten Ausgaben als Be- triebskoften verbucht und auf die Preise für Gas und Elektrizität aufgeschlagen! Der einzelne Verbraucher be- zahlt also buchstäblich die Kosten dieser Art von Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Vielleicht.bietet diese Methode der Buch- führung einen brauchbaren Angrifsspunkt für die Arbeit des staat- lichen Untersuchungskomitees. Der. Verlauf der Untersuchung hat bereits«inen erheblichen Druck auf den Wert der betreffenden Effek- ten an der Börse ausgeübt. R. S. Ein Erfolg der Arbeiierbank. Gleichberechtigt im prevßenkonsortium.— Einlagen auf über 90 Millionen gestiegen. Gestern hat auch der„Vorwärts" einen Anleiheprospekt ver- öffentticht, in dem von dem sogenannten Preußenkonsortium — eine große Bankengruppe unter Führung der Preußischen Staats- bank— zur Zeichnung der neuen Preußenanleihe über 50 Mil- lionen Mark aufgefordert worden ist. In diesem Konsortium, dem neben den öffentlichen Banken sämtliche privaten Großbanken und Großbankiers angehören, ist zum ersten Male auch die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. Berlin, die Bank der freien Gewerkschaften, vertreten. Das ist für die Arbeiterbant und damit für die gesamte Arbeiterschaft ein moralischer und auch materieller Erfolg. Die Teilnahme am Preußen- konsortium bedeutet die Anerkennung der Arbeiterbant als großes leistungsfähiges Bankinstitut in der Gesamtwirtschaft, eine An- «rkennung, die zum mindesten dem privaten Bankkapital kein« Selbswerständlichkeit ist. Außerdem nimmt die Arbeiterbank durch ihre Aufnahm« in das Preußenkonsortium an allen Emissions- gewinnen teil, die von den Konsortialbanken jetzt und>» der Zukunft erzielt werden. Nicht nur das Ansehen der Arbeiterbank, sondern auch die Finanzen der Arbeiterschaft werden dadurch ge- stärkt. Die Entwicklung der Arbeiterbank weist nach wie vor kräftig auswärts. Di« Gesamteinlagen haben sich seit Anfang dieses Jahres von 78 auf über 90 Millionen Mark erhöht, so daß Leistungsfähigkeit und Umfang der Arbeiterbank sich den kleineren der Berliner Großbanken bereits nähern. Was kastei der deutsche Kohlenexpori. Englands Kohlenimporte wachsen weiter. Die Entwicklung der englsschen Kohlenaussuhr besonders nach Deutschland ist eine Schicksalsfrage für die deutsche Steinkohlen- industrie. Di« jetzt veröffentlichten englischen Kohlenaus- fuhrzrffern für die ersten fünf Monat« des Jahres 1928 sind nicht nur für England, sondern auch für ihren Einfluß cmf die deutsche Kohlenwirtschaft sehr lehrreich. Gegenüber den ersten fünf Monaten des Jahres 1927 ist die englische Kohlenausfuhr insgesamt von 23,1 auf 21,5 Millionen Tonnen zurückgegangen. Der Werl der englischen Kohlen- ausfuhr ist aber gleichzeitig erheblich stärker gesunken, nämlich, von 22,3 aus 17,2 Millionen Pfund Sterling. Auch die Engländer lassen sich, wie man daraus sehen kann, ihre Kohlenkonkurrenz aus dem Weltmarkt sehr viel kosten. Sehr beachtlich ist dabei aber, daß, während die englisch? Ge- samt kohlenausfuhr mengen- und wertmäßig gesunken ist, die eng- lisch? Kohlenausfuhr nach Deutschland mengen- und wertmäßig sehr beträchtlich st i e g. Der direkte englische Kohlenexport nach Deutschland erhöhte sich in den fünf Monaten 1928 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres mengenmäßig von 1,56 auf 2,07 Mil- lionen Tonnen und wertmäßig von 1,24 auf 1,37 Millionen Pfund Sterling. Um etwa 30 Proz. vermehrten Mengen stehen um 11 Proz. erhöhte englische Kohleneinfuhrwerte nach Deutschland gegenüber. Daraus ergibt sich, daß England also in seinem Kampf um die Eroberung deutscher Kohlenmärkte auch ein erhebliches Auf- geld zahlt, daß aber dabei die in Deutschland abgesetzten Mengen schneller steigen als die dafür aufgewandten geldmäßigen Zuschüsse. Für die Organe der deutschen gesetzlichen Kohlenwirsschoft wäre es ein« dankenswerte Aufgab«, zu untersuchen, ob die Engländer pro m Deusschland abgesetzte Tonn« mehr Kampfgelder aufwenden müssen als das Rheinisch-westsälische Kohlensyndikat durch feine ins Uferlose steigenden Syndikatsumlagen. Siahlexporikariett gegen Europa. Die amerikanische Eisen- und Stahlindustrie nimmt den Kampf auf dem Weltmarkt auf. Aus New Jork kommt eine Meldung, die für die europäisch«, insbesondere die deutsche Eisen- und Stahlindustrie von erheblicher Bedeutung ist. Die führenden amerikanischen Eisen- und Stahl- firmen haben eine Ausfuhrvereinigung gebildet mit dem Zweck, die Preise auf den Auslandemärkten zu unterbieten. Sämtliche Eisen- und Stahlwerke der Vereinigten Staaten sollen sich an diesem Exportkartell beteiligen. In den Vereinigten Staaten von Nordamerika sind Produ- zentenkartelle zur Beeinflussung des inländischen Marktes bis heute noch gesetzlich verboten. Um so stärker entwickeln sich große amerikanische Kartelle— die für Kupfer und Aluminium sind die wichtigsten—, die auf dem außeramerikanischen Markt einen beherrschenden Einfluß zu gewinnen suchen. Daß"die Ameri- kaner mit einem Eisen- und Stahlexportkartell jetzt vorgehen wollen, hängt möglicherweise mit der in der letzten Zeit rückgängigen Be- schäftigung der großen Stohltrvsts zusammen, die für den Rück- gang auf dem Weltmarkt Ersatz suchen wollen, dort aber der teil- weise organisierten Konkurrenz Europas begegnen. Es ist wahrscheinlich, daß sich das amerikanische Vorgehen in erster Linie gegen die an der c u r.o p ä.ss ch e n R.Ä.H st a h l- gemeinschaft beteiligten europakschen Länder richtet. Die Schwerindustrien in der Rohstahlgemeinschast haben sich' gegenseitig ihr« Inlandsmärkte garantiert, erzielen dadurch im Inland bessere Preise und forcieren die Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Das gilt insbesondere für die deutsche Schwerindustrie, die außer dem Gebietsschutz der Rohstahlgemeinschaft noch von- der Marktherrscbast ihrer inländischen Verbände und vom Eisenzoll profiliert. Amerika hat bisher sehr wenig Eisen exportiert. Sollte es in großem Maß- stabe zum Export übergehen wollen, so kommt es sicher zu schweren Preiskämpfen, die auch für die deutsche Schwerindustrie bedeutunzs- voll sein werden. Die Lage der deutschen Eisenindustrie ist übrigens gut. In- folge der internationalen Eilenhausse gestaltet« sich der Be s ch ä s t i- gungsgrad in der rheinisch-we st sälischen Eilen- und Stahlindustrie in der letzten Zeit erheblich günstiger. Die Werke verfügen über größere Auftragsbestände, insbesondere über Aufträge für Auslandelieseninoen. Die Kroßerzeuger sind bis in den August hinein mit Austrägen versehen. Der NAG.-Abschluß vor der Generalversammlung. Daß der dividendenlose Abschluß der Nationalen Automobil- gese lisch oft für 1927 in Oberscböneweide nicht glei'bedeutend mit einem gewinnlosen Geschäftsjahr ist, haben wir bei der Bekanntgabe des Geschäftsberichtes bereits gezeigt. Zwar hätte für 1927 nicht die Glan.;dividende von 12 Proz., wie 1924,. gezablt werden können, aber unter Berücksichtigung der erhöhten Ab- fchreibungen wäre ein Dividende von 6 Proz.. wie in den beiden letzten Jahren, ohne weiteres möglich gewesen. Auf der gestrigen Generalversammlung wandte sich die Opposition der Aktionäre be- sonders scharf gegen die seinerzeit erfolgte Zlnkündigung der Divi- dendenverteilung. Der Vorsitzende Mamroth muhte zugeben, daß der Umsatz der Gesellschaft sich um etwa 50 Prozi e r h ö h t hatte, betonte aber, daß der scharfe Konkurrenzkampf im Lastwagen- und Omnibusbau weitere Preisherabsetzungen und entsprechende Ab- schreibungen auf die Lagerbestände notwendig gemacht hätte. Daß die im übrigen vorsichtige Politik der NAG. mit weitere» Z u- sammenschlüssen im Automobilbau in Zusammenhang steht, ließen die Ausführungen des Vorsitzenden erkennen, der für eine weitere Verständigung führender Automobilwerke eintrat.— Die augenblickliche Beschäftigung bei der NAG. und den ange- schloffen Prestorwerken ist noch gut. Die ZNüller-Speisesellsabrik A.-G. in Neukölln wird voll weiterarbeiten. Das ist das Ergebnis der Dergleichsverhandlungen, die mit den Gläubigern der durch den Zusamemnbruch der Hamburger Oel- fabrik„Teutonia" in Schwierigkeiten gekommenen Firma geführt wurden. Meine Obsttorten schmecken, als hätten die Zutaten das Wissen Sie, woher das kommt, liebe Leserin? Ganz einfach: Statt 1 Pfd. Mehl nehme ich stets nur*/« PM- Mehl und'/« PM- Mondamin und vermische beides gründlich durch mehrmaliges Sieben. Alles, was ich auf diese Weise mit Mondamin backe, wird wundervoll bekömmlich und dabei so Nene Rezepte finden Sie in dem Mondamtn-Backbuci), das Sie bei Ihrem Kaufmann für 10 Pfennig erhalten. Doppelte gehostet t zart und so locker, daß es auf der Zunge zergeht. Kein Wunder also, daß meine Apfelsinen-, Kirsch- und Apfeltorten und meine Stachelbeer- und Erdbeertortelettsso großartig gelingen! Darum sag' ich's auch immer wieder: pDas liegt am Mondamin I* Eine von den MltOonen, die auf Mondamin schwören» Ein rentabler Reflametric. Reflame auf Grammophonplatten.- Große Berbilligung möglich. Ein wahrscheinlich sehr rentabler Retlametric, der zugleich auch die Schallplatten außerordentlich) verbilligen fönnte, ist in London Anlaß zur Gründung eines Großunternehmens geworden. Die Picture Gramophone Record Ltd. in London, die zunächst ein Kapital von etwa 2½ Millionen Mark enthält, will unzerbrechliche Schallplatten aus einer Zelluloidmasse herstellen, die zu Reflamezmeden auf beiden Seiten nach einem neuen Verfahren mit mehrfarbigem Schrift und Bilderdruck versehen werden soll. Die Schallplatten sollen hauptsächlich infolge der zur erwartenden großen Einnahmen aus dem Reflamegeschäft zu besonders niedrigen Breisen verkauft und in Mengen von zunächst 100000 Stüd wöchentlich hergestellt werden. Das Berfahren soll in der ganzen Welt, auch in Deutschland, patentiert werden. Die Idee ist zweifellos ebenso einfach als einträglich. In der Tat lann die Berbindung von Reflame- und Musikplattenägung die Produktionsfosten unter 11 mständen so sehr senten, daß man die Platten fast geschenkt bekommen müßte. Allerdings ist zu erwarten, daß die Patente von den großen Schallplattentrusten aufgekauft werden und entweder zu deren Nugen vermertet oder aber zur Hochhaltung der Schallplattenpreise nicht verwertet werden. Breissenfende Batente aufzukaufen war immer die Stärke großer Kartelle und Truste. Konjunktur noch fest. In feiner legten Veröffentlichung stellt das Institut für Konjunkturforschung feft, daß die Sicherheit der Kreditverpflichtungen in der deutschen Wirtschaft sich noch nicht verschlechtert habe. Die Zahl der Konkurse und Bergleichsverfahren halte sich feit Jahresbeginn annähernd auf gleicher Höhe. Die Zahl der arbeitstäglich neu eröffneten Konkurse betrug im Januar 29, im Februar 28, im März 29, im April 27, im Mai 28 und in der eriten Junimoche 29. Die Bechfelproteste maren im April zwar ftärker gestiegen, feien seitdem jedoch mieder leicht zurüdgegangen. Der hohe Stand der Kreditsicherheit werde besonders deutlich, wenn man berücksichtigt, daß der Wechselumlauf vom Ende April mit 11 Milliarden Mark den höchsten Stand des Jahres 1925 mit rund 10 milliarden bereits überschritten habe, während sich. die Wechselprotefte auf einem Viertel der damaligen Höhe bewegen. Die Reichsbahn im Mai. Aprileinnahmen noch günstig. Der Rersonen- und Güterverkehr der Reichsbahn hat sich auch im Monat Mai auf großer Höhe gehalten. Durch den Pfingstverkehr war die Bersonenfilometerleistung jogar besonders hoch. Für den Monat April ergab sich eine Gesamteinnahme von 403,2 Millionen Mart, die um 25 Millionen niedriger ist als im März, aber noch ebenso hoch als im April vorigen Jahres. Insgesamt verzeichnet die Reichsbahn in den ersten vier Monaten 1928 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres noch eine Mehreinnahm von über 100 Millionen Mart. Nur im Güterverkehr hat der Monat April mit 242,3 gegenüber dem März einen Rüdgang non 46 Millionen Mart gebracht. Die Einnahmen des Personen verkehrs find dagegen weiter von 104 auf 119 Millionen Mark gestiegen. Die Gesamtausgaben betrugen 414,3 Millionen, davon auf Betriebsrechnung 345 Millionen Mart. Ein deutsch- amerikanischer Anleihetruft. Deutsches und holländi fches Banffapital hat sich mit amerikanischem Banttapital zuammen gefunden, um eine neue Finanzierungsgesellschaft zu hilden. Die Berlin Frankfurter Bantfirma Lazar Speyer G11iffen hat gemeinsam mit dem Amsterdamer Bankhaus Teixeira de Mattos und drei amerikanischen Banten die„ Rem Dorf und Foreign Investing Corporation" gegründet, die nor Täufig mit einem Rapital von 5 Millionen Dollar arbeiten soll. Die Gesellschaft betreibt die Finanzierung bestehender Handels- und Industrieunternehmungen bzw. den Erwerb und Handel entsprechender Industriepapiere. Die Gesellschaft erhält das Recht, bis zuin vierfachen des 5 Millionen Dollar Kapitals Schuldverschreibungen auszugeben, mobei in erster Linie an die Unterbringung von Anleihen auf dem amerifanijden Kapitalmartt gedacht wird. Es handelt sich also um einen sogenannten Investmenttrust, der den langfristigen Kapitalbedarf von Industrieunternehmungen in irgendeiner Form befriedigen und den ausländischen Kapitalgebern die Möglichkeit zur ficheren Kapitalanlage vermitteln will. Ein Reichskreditinstitut für das Handwerk? Wie gemeldet wird, mill die Wirtschaftspartei einen Antrag auf Errichtung eines besonderen Kreditinstituts für das Handwerk im Reichstag einbringen. Bemertensmert dabei ist, daß diese Handwerker- Zentralbant unter Inanspruchnahme öffentlicher Gelder zustande fommen foll. Wir wissen nicht, in wessen Auftrag die Wirtschaftspartei diesen Antrag einbringen wird, wahrscheinlich in ihrem höchst persönlichen Interesse als Partei, die ihre Notwendigkeit beweisen will. Wir haben gewiß nichts dagegen, daß mit Staatsgeldern und unter staatlichem Einfluß auch die bankmäßigen Interessen des Handmerts gefördert werden. Das aber geschieht heute bereits durch die Griffenz der preußischen Sentral genoffenschaftsfaffe. Benn aber die Wirtschaftspartei eine eigene Reichstrebitanstalt für die Handwerker fordert, so stellt sie der Dresdner Bant, bei der sich bekanntlich die Genossenschaftsabteilung der Schulze- Delizichen Mittelstandsgenossenschaften befindet, ein fchlechtes 3eugnis aus. " England baut 60 000- Tonnenschiff. Die englische White Star Line will den größten Passagierdampfer der Welt bauen. Sie hat der bedeutendsten englischen Werft, Harland Wolff, einen Bauauftrag für einen 60 000 Tonnen großen Ozeanriesen, der rund 330 Meter lang sein wird, erteilt. Die gegenwärtig größten deutschen Schiffe Europa" und" Bremen", die bei Blohm u. Boß, Hamburg, und der Demischag", Bremen, im Bau sind. haben 46 000 Tonnen und eine Länge von 286 Metern. Allerdings bes fißt die englische White Star Line in der Majestic" mit 56 650 Tonnen ohnehin den bisher größten Passagierdampfer der Welt, dem gleich der amerikanischen Leviathan" der frühere deutsche Dampfer Baterland" mit 54 282 Tonnen als zweitgrößter Paffagierdampfer folgt. Das englische Riesenschiff wird natürlich eine neue bedeutende erschärfung der Konkurrenzverhältnisse im Passagierverkehr auf dem Nordatlantik zur Folge haben, nachdem noch Anfang dieses Jahres die nordatlantische Konferenz" das Kartell der Reedereien faum zusammengehalten werden konnte. Wieder 14 Proz. Salamander- Dividende. Die Sigle u. Co. Schuhfabriten A.-G. bei Stuttgart, deren Erzeugnisse unter der Fabrikmarte Salamander" allgemein bekannt sind, zahlen für 1927 wieder die sehr hohe Dividende von 14 Broz. Die Gesellfchaft, die etwa 4500 2rbeiter und Angestellte beschäf tigt und jährlich rund drei Millionen Paar Schuhe fabriziert, ist das stärkste Unternehmen in der deutschen Schuhindustrie. Der Abschluß, der bei einer Reſerverückstellung von einer Million diese hohe Dividende zuläßt, ist daher in gewisser Weise tennzeichnend für die hohen Gewinne der Schuhgroßunternehmen im lezten Jahr. Der Geschäftsbericht, der auf eine Berringerung der Nachfrage im neuen Jahr hinweist, betont, daß die Masse der Konsumenten heute mehr denn je billige Schuhwaren suche. Diese Beobachtung der Salamanderverwaltung ist zweifellos richtig und die Schuhfabrikanten, die ihre Waren seit Ende vorigen Jahres zum Teil mahllos um 2 bis 3 M. je Baar heraussetzten und jetzt über bjagmangel flagen, sollten aus der Tatsache des Käuferstreits die entsprechenben Folgerungen ziehen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets en bas Bezirkssefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 18. Streis Weißenfee. Sonntag, 24. Juni, im Schloß Weißensee, großes Boltsfeft. Auserlesenes Programm sorgt für beste Unterhaltung. Antreten zum Festumzug um 14 Uhr an der Heinersdorfer Straße, Ede Prenzlauer Promenade. Alle Genoffen sinb mit ihren Familien herzlichst eingeladen. 20. Kreis Reinidendorf. Sonntag, 24. Juni, vormittags 9% Uhr, im Rollshaus, Reinidendorf- West, Scharuweberstr. 114, 8usammenkunft der sozial demokratischen Elternbeiräte hes 20. Rreifes. Tagesordnung: Bortrag: „ Die Aufgaben der sozialdemokratischen Elternbeiräte." Wahl eines Kreisohmannes. Berschiedenes. Erscheinen unbedingt erforderlich. Die partci genössischen Lehrer des 20. Kreises find ebenfalls herzlichst eingeladen. Heute, Freitag, 22. Juni. 17. bt. Sarten zum Sommerfest am 23. Juni find bei den Bezirksführern unb bei Loeffat, Tegeler Str. 50, Lotal, zu haben. 131. bt. Ricberschönhausen. Gemeinschaft der jungen Genoffen. 20 Uhr im Lofal Greth, Am Bismardplas, Distusfionsabend. Thema:„ Gewerkschaftsfragen und Schlichtungswesen. Morgen, Sonnabend, 23. Juni. 9. Abt. Alle Mitglieder treffen sich zur Werbearbeit ant Sonnabend um 18 Uhr und Sonntag früh 9 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 34. 48. Abt. 18% Uhr bei Reller, Fürstenstr. 1, Abrechnung. Sammelliften und Maimarten ebenfalls abrechnen. Sämtliche Bezirksführer müssen erscheinen. Charlottenburg. 54. Abt. 20 Uhr bei Casper, Guerideftr. 1, Funktionär. fisung. 57. Abt. 1. Gruppe: 20 Uhr bei Arndt, Kantstr. 51, Bezirks führersigung. Sämtliche Bezirksführer milssen bestimmt zur Stelle sein. * 24. Abt. Die Bezirksführer werden ersucht, unbedingt am Sonntag, 24. Juni, vormittags wichtiges Material vom Abteilungstaffieter abzuholen. 42. Abt. Abrechnung jämtlicher Bezirtsführer bis 12 Uhr mittags am Gonn tag, 24. Juni, beim Abteilungstaffieret. Reftanten Abteilungsverfamm. Tung. 83. Abt. Lichterfelbe. Alle Bezirksführer rechnen mit dem Abteilungstaffierer früh ab 9 Uhr am Sonntag, 24. Juni, beim Genossen Quandt, Sinden. burgbamm, Ede Moliteftraße, ab. 86, bt. Marienborf. Die Bezirtsführer müffen bis spätestens Gonntag, 24. Juni, Marten, Maimarten und Sammellisten beim Genossen Gruhn abrechnen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 7. Areis Charlottenburg. Sente, Freitag, 22. Juni, 19 Uhr pünktlich, im Rathaus, Zimmer 141, Aftenbesprechung. Um nollzähliges Erscheinen wird gebeten, soul? l mud omale teach 16. Abt. Sonntag, 24. Juni, gemeinsamer Ausflug sämtlicher Mit. glieder nach Sohenschöpping. Abfahrt nom Stettiner Vorortbahnhof 8 Uhr früh nach Hennigsdorf. Alle Zeilnehmer werden zufrieden sein. Gäste willkommen. 17., 20., 21., 22., 23. Abt. Sonnabend, 23. Juni, großes Sommer feft im herrlichen Raturgarten der Hochschulbrauerei, Amrumer, Ede Ceestraße. Mitwirkende: Musikverein S. 6. a tempo, Meinetescher Männerchor, G. G. Alt- Webbing und eine hervorragende Bühnenschan. Rinberbeluftigungen. 26 15 Uhr Raffeeküche. Ab 16 Uhr Konzert. Eintritt infl, Steuer 50 Bf. Bei ungünstiger Witterung findet die Beranstaltung in den Sälen statt. Billetts finb bei allen Funktionären, in der Geschäftsstelle, Utrechter Str. 21, und in der Borwärtsspedition Söhnisch, Müllerstraße, zu haben. 57. Abt. Charlottenburg. Sonntag, 24. Juni, großes Balbfeft neben ber Charlottenburger Balbschule in Eichkamp. Treffpunkt 13% Uhr bei Arndt, Rantstr. 51. Abmarsch 14 Uhr unter Vorantritt der Mufit. tapelle bes Reichsbanners. Raffeemasser vorhanden, Raffee und Ge schirr mitbringen. Rinber bekommen Stodlaternen. Ueberraschungen aller Art. Untoftenbeitrag 20 Pf. Gäste herzlichst willkommen. 1991. Abt. Neukölln. Sonntag, 24. Suni, großes Sommerfest im Rotal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstr. 6-11. Großes Konzert. Spezialitäten, turnerische Borführungen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Bir Süben. Feftrede: Reidstagsabgeordneter Johannes Stelling. bitten um recht rege Beteiligung. Jungjozialisten. Groß- Berlin: Connabend, 23. Juni, beteiligen wir uns an der Sonnen. wendfeier der GAS. in den Gofener Bergen. Treffpunkt 20% Uhr Görliger Bahnhof. Boranzeige! Sonnabend, 14., und Conntag, 15. Juli, Treffahrt der Berliner Jungsozialisten. Die Gruppenleiter halten diesen Tag frei. Näheres durch Rundschreiben. Jugendherbergsverband: Die Gruppenleiter übermitteln umgehend Rurt Barz, N. 65, Antwerpener Str. 46, ihre Bakphotographie unter Angabe von Beruf, Wohnort, Adresse und Geburtsjahr zur Ausstellung des Herbergsführerausweises. Gruppe Webbing- Gesundbrunnen: Seute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Orthstr. 10, Lustiger Seimabend. Musit, Gesang, Rezitationen. Leiter Genosse Heilbrunn. Alle Mitglieder milffen erscheinen. Freunde willfommen. Gruppe Süben: Heute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Vordstr. 11, Bimmer 3, Mitgliederversammlung. Sonnabend, 23, Juni, Beteiligung an der Sonnenwende der GAS. Treffpunkt 20% Uhr Görliger Bahnhof. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation. Ein47. bt. Am 19. Juni verstarb plötzlich und unerwartet unser Genojie Ehre seinem Andenken! Richath Stechel in 49. Lebensjahre. äfcherung am Sonnabend, 23. Juni, 17 Uhr, im Arematoriuum Baumschulenweg. Bir bitten um rege Beteiligung. mO nl tod ut us Roliga Warum die Hausfrau Sunlicht Seife für alle Reinigungszwecke verwendet 龍 Wahrhaft helfen kann der sorgsamen Hausfrau nur eine Seife, die rasch und gründlich ihr Werk tut, die Arbeit erleichtert und dabei völlig rein und unverfälscht ist: Sunlicht Seife. Möbeltrebit bis 20 Monatsraten. Schlafzimmer, Speiſezimmer. Einzel. möbel, Rüchen, Metallbetten. Möbelhaus Luisenstadt, Röpeniderstraße 77/78, Ede Brüdenstraße. Batentmatzagen, " Brimissima"-Metall betten, Auflegematragen, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spe zialgefchäft Möbelhaus Stein, Weinbergsweg 24. Besonders günstiges Angebot: Schlaf aimmer 475, Speisezimmer, Rußbaumbülfetts, Antleideschränke mit Spiegel 105,- Küchen, Polstermöbel. Rahlungserleichterung. Roffien, Kaftanienallee 57. Anrichtefüchen, komplette Zimmer, Einzellmöbel fpottbillig. Rleinste Ratenzahlung. 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Es sind die Schokoladenwerte von Cadbury, die 10 000 Menschen beschäftigen, in Räumen, die ein Areal be- decken, das vielmal größer ist als es sein müßte, wenn es den hier Beschäftigten nur Brot zu geben hätte. Aber die Fabrik im Garten will ihren Arbeitern mehr geben als nur Brot. Sie will ihnen Frieden geben. Ausruhen nach der Arbeit des Tages. Sie will ihnen Heimat fein auch in den Stun- den. da der Zwang des Broterwerbs die Menschen nicht an die Fabrik fesselt. Dabei ist die Fabrik nicht etwa altmodisch. Eben jetzt steckt sie mitten in einer großzügigen Rationalisierung. Ein riesiges Hochhaus soll die weitverzweigten Werkstätten und Betriebe auf- nehmen, um den Ertrag der Arbeit, die in diesen Werkstätten ge- leistet wird, zu steigern. Um den Antell der Arbeiter am Gewinn dieses Werkes zu vergrößern; denn das ist das Besonder« an diesem Werk: Seine Arbeit wird nicht getan für irgendeinen Be- sitzer. Nicht für eine Reihe unbekannter Aktionäre. Seine Früchte fließen restlos den Arbeitern zu. Je nach Alter und Geschlecht und vor allem nach der Länge der Beschäftigung auf dem Werk« wird ein Teil des jährlichen Gewinns unter die Arbeiter des Werkes, deren Arbeitszeft auf 44 Stunden in der Woche festgesetzt ist, ausgeteilt. Nicht, daß die Cadbury-Werk« ein sozialisierter Betrieb wären. Das nicht, aber der frühere Besitzer war ein Quäker, der sich Ge- danken machte über die Menschen und die Verhältnisse, in denen sie leben. Und er fand, daß diese Verhältnisse nicht gut seien. Er fand, daß es ein Unrecht sei, als einzelner über soviel Geld und Macht zu verfügen, wie sie das kapitalistische System in seine Hand gab, während Tausende gezwungen sind, in engen Höhlen geistig und körperlich zu verkümmern. Und weil es ihm ernst war um seine Erkenntnis, ließ er den Gedanken die Tat folgen. Er über» schrieb seinen Anteil am Besitz der Cadbury-Werke seinen Arbeitern, so daß sein« Söhne Angestellte des Werkes wurden, dos ihnen eigentlich als Erbteil überkommen sollte, und daß aus einer Fabrik, die einst wie tausend andere grau und trostlos ihre Schlote gegen den Himmel reckte, die Fabrik im Garten wurde. Denn das sah der alte Cadbury als Hauptfehler an: daß die Menschen zu schlecht wohnen, und er bestimmte, daß alle Ueberschüsse des Werkes oerwendet werden sollten zum Bau von Wohnungen. Um dt« Uebelstände zu vermeiden, die er in anderen Siedlun- gen und Kolonien gesehen, arbeitete er einen genauen Plan aus, der die Bebauung des Landes nur noch genau festgesetzten Nicht- linien gestattet«. So durste das Land nicht zu dicht mit Häusern bebaut werden: jedes Haus mußte seinen eigenen Garten besitzen; kein Gebäude durfte mehr als ein Viertel des zu bebauenden Grundstückes einnehmen, zwischen den Häusern mußte genügend freier Raum gelösten werden, die Straßen mußten mft Bäumen bepflanzt werden: der zehnte Teil des Landes, abgesehen von Straßen und Gärten, mußte zur Anlage von Parks und Erholungs- Plätzen angewiesen werden; geeignete Bauplätze mußten für die Errichtung von öffentlichen Schulen freigehalten werden. Eine andere Bestimmung lautet« dahin, daß die Fabriken nie mehr als den fünfzehnten Teil der Gesamtfläche einnehmen durften, und daß der Verkauf von alkoholischen Getränken in irgendeinem Haus oder Gebäude zu verbieten fft, welches Verbot nur durch die«instimmige schriftliche Einwilligung aller Mitglieder des Derwaltungsrates auf- gehoben werden kann. Noch diesen Bestinnnungen kommen ungefähr sieben Häuser oiff «inen Morgen Land. Es wird dafür Sorge getragen, daß die Dörfer ein malerisches Aussehen erhalten, und alles, was dazu bei- tragen kann, wie Waldbäum«, wird, wo immer möglich, stehen- gelassen. Die meisten Häuser haben wenigstens sechs Räume, ein- schließlich Wohn-, Schlaf- und Badezimmer, und jedes hat einen eigenen Garten. Das Gesamtareal der Bornville-Arbeiterstadl umfaßt jetzt un- gefähr 900 Morgen. Im ganzen werden 1880 Morgen vom Bcr- waltungsrat verwaltet. Die Gesamtzahl der Häuser beträgt gegen- wärtig 1808. Doch schreitet die Errichtung, die verschiedenen Gesell- schoften übertragen fft, ständig fort. Das Vermächtnis des alten Tadbury erschöpfte sich jedoch nicht in der Verwirklichung der angeführten Siedlungsplöne. Auch die Verwaltung der Werke wurde in die Hände von männlichen mrd weiblichen Arbeiterräten gelegt, die von der Belegschaft gewählt werden und denen die Angestellten des Werkes als ausführende Organe unterstehen. Da nur«in Teil des Reingewinns für den Wohnungsbau und in Form von Dividenden ausgeteilt wird, bleibt noch genügend Geld übrig, um eine ganze Reih« von Wohlfahrtseinrichiungen konsequent durchzuführen. So gibt es in unmittelbarer Nähe der Werke eine große Schwimmanstalt, mehrere Tennis- und eine Reihe anderer Spielplätze, eine Freilichtbühne, auf der die Angestellten des Werkes und die Bewohner von Bornoill« jährlich große Festspiels vor Tausenden von Zuschauern darbieten. Ein großer Speisesaal, der 3000 Personen faßt, gibt den Angestellten des Werkes Gelegen» Heft, ihre Mahlzeiten, die zu mäßigem Preis verabreicht werden, in angenehmer Umgebung einzunehmen. Ein großer Konzertsaal im gleichen Hause dient mit seinen 1200 Plätzen den musikallschcn Be» dürfnissen der Ardeiter. Räume für Billardspieler und Werks» pensionär« sind zahlreich vorhanden. Eine Bibliothek von 7000 Bän» den wird fleißig benutzt. Da es in England bis vor kurzem keine Invaliden- und Altersversicherung gab, besteht auch eine Petffions- kasfe, in die Arbeiter und Firma gleiche Anteile einzahlen, die Männer im 60., Frauen im 55. Jahre penfionsberechtigt machen. Weiter unterstützen die Cadbury-Werke einige ähnliche Bestrebungen, und«ine ganze Reihe internationaler Tagungen, dir sich noch dem Kriege mit den Problemen der Sicherung des Friedens befaßten. wurden durch die Cadbury-Werke finanziert. Wenn auch all diese sicher guten und segensreichen Bestimwun- gen, die ein Beweis dafür find, daß die Macht des Reichtums sehr wohl aus einem Fluch zum Segen zu werden vermag, die Lohn- arbeit nicht auszuschließen vermochten, und da die Zeit, zu.her alle Arbeiter dieses großen Werke« in den vollen Genuß chrer segens. reichen Einrichtungen kommen werden, noch in der Zukunft liegt. so fft doch artdererseits der Beweis Beliefert, daß sozialer Geist und industrieller Fortschritt nicht in Widerspruch stehen, sondern sich geradezu bedingen, weil die Belegschaft eines Werkes, das nicht von den schwankenden Interesten spekulierender Kapstaliften abhängig fft, arbeitsfreudiger fft als jede andere, so ist es zu erklären. daß die Cadbury-Werk« auch nach dem Tode ihres Besitzers und der Durchführung seiner menschenfreundlichen Bestimmungen ihren Um- satz ständig vergrößern konnten, so daß sie heute einen großen Teil der Schokoladenindustri« Englands kontrollieren. Eine Eni- Wicklung, wie sie auch durch die Entwicklung der Zeih-Werk« in Jena, die das deutsche Gegenstück zu den Cadbury-Werk en bilden, bestätigt wird. Freitag 22. Juni 1925 Oer Papa. Doo Michael Gostscheuko. Neulich haben sie dem Wolodjka Gustew bei Gericht was auf- gebrummt. Er wurde als Voter eines Kindes festgestellt mit zwangsweisem Abzug des dritte» Testes vom Lohn. Der Jammer des glücklichen jungen Daters spottet jeder Beschreibung. Unendlich ist seine Trauer über dieses Ereignis. Schon immer, sagt er, war es mir widerlich, einen Säug- ling zu sehen. Mit den Füßen strampeln sie herum, brüllen und nießen. So ein Balg kann sich auch ganz einfach jeder Zest schmutzig machen. Das Leben kann es einem direkt verleiden. Und hier soll man noch für so einen Balg Geld hergeben. Den dritten Teil vom Lohn will er haben. Das ist ja nicht mehr schön. Krank kann man davon werden. Ich habe dem Volksrichter auch gleich gesagt: Lächerlich, Hab ich gesagt, Herr Volksrichter. Das fft, sag ich, direkt lächerlich und im höchsten Grade unnormal. So ein winziger Wurm, sag ich, und den dritten Teil. Wozu braucht er den dritten Teil? Der Säugling trinkt nicht, raucht nicht und spielt keine Karten, und hier leg ihm fein Monatsgehall auf den Tisch. Krank kann man davon werden, sag ich, so unnormal ist das. Aber der Richter sagt: Wie ist das nun mst dem Säugling? Erkennen Sie ihn an, oder nicht? Ich sage: Was Sie für sonderbare Reden führen, Herr Volksrichter. Direkt kränkend ist das. sag ich. Krank kann man von solchen Reden werden. Natürlich, sag ich, fft das nicht mein Kind. Aber. ich weiß schon, sag ich, wessen Jntriguen das sind. Das ist dieser Marussjka Kowrowa, dieser Giftkröte, eingefallen, über mein Geld zu verfügen. Das ist sie, die Alimente fordert. Die steckt dahinter. Aber ich, sag ich, bekomme selbst nur 32 Rubel. 10,75 Rubel soll ich abgeben, was bleibt denn da übrig. Ich soll also, sag ich, in zerrissenen Hosen herumgehen? Und hier, sag ich, daneben, wird Marussjka für mein Geld Klaviere anschaffen und Strumpfbänder aus Batist. Pfui, sag ich, hol dich der Henker, welche Unannehm- lichkeiten. Aber der Richter sagt: Ist das Kind nun ihres oder nicht? Ich sage: Ich kann mich nicht erinnern. Kran? kann man von diesen Erinnerungen werden, sag ich. Und was Marussjka betrifft, fo hat sie sich einmal in meiner Wohnung aufgehallen. Und in der Elek- irischen, sog ich. sind wir auch gefahren. Ich habe bezahll. Aber dafür kann ich doch nicht jeden Monat zahlen. Verlangen Sie das lieber nicht... Der Richter sagt: Falls Sie das Kind anzweifeln, so werden wir es gleich be- sichtigen und dann wird es sich zeigen, welch« Merkmale es hat. Aber Marussjka, die Giftkröte, steht gleich doneben und packt schon den Säugling aus. Der Richter besieht den Säugling und sagt: Das Naschen ist aber ausgesprochen dos ihre. Das Röschen, sag ich, erkenn« ich an. Dos Näschen sieht mir i.rklich ähnlich. Für das NSschen, sag ich, bin ich bereit 3 Rubel oder sogar 314 Rubel zu blechen. Aber, sag ich, der übrig« Organis. mu» ist nicht von mir. Ich bin ein ausgesprochener brünetter Mann, und die» hier ist ja. entschuldigen Sie den Ausdruck, weiß wie ein« Tür. Für so ein weißes Geschöpf kann ich 3 Rubel, oder 214 zahlen, sag ich. Wozu denn mehr, sag ich. wenn es doch weder trinkt, noch raucht, noch Parteibellräge zu zahlen hat. Der Richter sagt: Die Aehnlichteit ist allerdings ziemlich unsicher. Es stimmt auch, daß das Kind sehr weiß ist. Aber die Rase, sagt er. ist ganz der Papa. Ich sage: Die Nase ist kein Beweis. Die Nase, sag ich, könnte von mir sein, aber die Löcher in der Nase scheinen nicht von mir zu sein— gar zu klein sind die Löcher. Für solche Löcher, sog ich, kann ich nicht mehr, wie«inen Rubel zahlen. Da packt die Marussjka Kowrowa alles wieder ins Tuch em und sagt: Daß es so weiß ist, das fft auch kein Beweis. Vielleicht, sagt sie, baden sie es mir im Kronkenhaus verwechselt. Als es geboren wurde, da war es nicht weiß. Es war ganz dunkel. Und schrie ganz hell. Aber nach dem Bad, wie sie es mir wiederbringen, da ist es ganz weiß und schreit heiser. Aber der frühere war ganz der Pepa. Der Richter sogt: Von solchen Geschichten kann ich selber krank werden. Wo ist die Hebamme? Di« Hebamme erscheint. Ja, sogt sie, es kommt vor, daß welche über Verwechslung klagen. Aber wir haben bis zu 87 Wöchnerinnen. Da haben wir, sagt sie, keine Zeit, den Neugeborenen ein Zeichen einzubrennen. Ich sage: Für so ein Weißes, sag ich, können Sie nicht viel verlangen. Der ist keine 20 Kopeken wert. Jener, sag ich, der Dunkle, der mar vielleicht von mir, ober dieser ist bestimmt nicht von mir. Ver- sögen Sie, Herr Volksrichter, daß man mich gehen läßt und mich nicht weiter belästigt. Aber der Richter sogt: Wart ein wenig. Gleich werden wir das Urteil fällen. Und st« haben das Urteil gefällt— den dritten Teil vom Gehalt. Ich sage: Pfui über euch all«. Krank kann man von solchen Sachen werden. Elu» dem Russischen Ubcclrofltn von Alma Seperr.) Auf dem Treibeis. Wir hören jetzt täglich von dem Schicksal NvbLes und seiner Mannschaft, die auf dem Treibeis Rettung erwartet. Wir können uns aber nur schwer von den Bedingungen«ine Borstelliing machen. unter denen die Polarsahrer in der Eiswiiste de, Polarkreise- ihr Leben srfften. Einer der Begleiter Shackletons, der an beiden Expeditionen dieses Forschers teilgenommen hat, Commander Worsley, gibt nun ein« anschaulich« Schilderung der Umstände, unter iwm«n jich jür Xü�je mit» Wochen auf dem Treibeis einrichte» muß.„Jeden Morgen klettert einer auf den Gipfel des niedrigen Berges," schreibt er,„und häll Umschau mit den, unverwüstlichen Vertrauen, das in der Menschenseele lebt, in der Hoffnung, irgend etwas zu erblicken, das Rettung bringt. Aber Tage, Wochen ver- gehen, und kein Zeichen von Land, von einem Schiff oder von anderen Menschen zeigt sich: nichts ist weithin zu erblicken als diese unendliche blendende, von blauen Schatten erfüllt« Ebene. Die Zelte und das Lager, die dem Ausschauenden zu Füßen liegen, sehen wie eine Zigeunerniederlassung aus. Schwarzer Rauch steigt auf und verdunstet in der klaren Luft. Zwei Männer, die die Früh- stückstöpfe tragen, waten knietief im Schnee, und ihr dampfender Atem verdunkelt ihre Gesichter. Die Hunde schauen erwartungsvoll zu. Das Packeis erstreckt sich bis zu dem zackigen Horizont, wo«s in Stücke zerbrochen fft und wo die Eisberge sich näher heranschieben. Diese Berge sind«ine beständige Gefahr, denn jeden Tag kann die Scholle, auf der wir uns befinden, von der Flut gegen ein« solche Schar gefrorener Ungeheuer geschleudert werden und in wenigen Minuten in Trümmer zerbersten. Wenn eine frische Brise das Eis vorwärt? treibt, etwa mit der Geschwindigkeit von 1 bis 2 Kilometer in der Stunde, dann liegt «in Lachen auf den Gesichtern und es geht im Lager lustig zu. Aber wenn der Wind das Eis zurücktreibt, dann werden die Gesichter länger und alles verharrt in ängstlicher Spannung. Häufig fühlt man sich auf dem Treibeis besser, wenn das Wetter kälter ist. Sind nur 10 Grad Frost, dann schmelzen die Körper der Männer den Schnee unter ihren Schlafsäcken, und es ist kein angenehme» Er- wachen, wenn man plötzlich in einem Loch voll kaltem Wasser liegt. Immer droht an einem nebligen Tag oder in einer dunklen Nacht die Gefahr, daß ein Eisbär den Wächter beunruhigt und zum Alarm veranlaßt oder daß ein solches riesiges Tier In das Zelt einbricht und mit Zähnen und Krallm über die Männer herfällt, die hilflos in ihren Schlaffäcken liegen. So hat man wenig Bequemlichkeit und Ruhe auf einer solchen Reise auf treibendem Eis, aber mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran und richtet sich ein. Di« Menschen vergessen, daß sie sich auf einer Eisschicht befinden, die vielleicht 8 Fuß dick fft und über einen meilentiefen Ozean dahin schwimmt: sie glauben beinah«, daß sie sich aus festem Boden befinden. Wenn dos Eis sich dem Land« zu nähern scheint, dann steigen Hoffnung und Erwartung zu einer fast schmerzhaften Höhe an, ober dann bricht ein Nebel herein:»wn sieht nichts mehr, fühlt sich hilflos den dunklen Mächten ausgeliefert, treibt auf offener Scholle noch dem offenen Meer. Wenn sich die Scholle dem Rande des Treibeises zu nähern beginnt, dann steigert sich die Schnelligkeit de? Treideises außer- ordentlich. Ist es im Winter, dann tritt die furchtbarst« Gefahr ganz nahe heran, die Gefahr, am Rande des Eises in einen schweren Sturm zu kommen. Dorm haben die Männer, selbst wenn sie über Boot« verfügen, nur wenig Aussicht, ihr Leben zu retten. Die einzige Hoffnung, die'noch bleibt, ist, daß«in Flugzeug zu ihrer Hilfe kommt und sie im letzten Moment aufnimmt. Männer voll Mut und Ent- schlossenheit können sich in fast jeder Lage auf dem Treibeis hallen, wenn sie gut geführt find, aber Erfahrung und Abhärtung sind not- wendig, um dieses Abenteuer glücklich zu überstehen." Llngewotties Ernährungsexperimeni. Ostmals ist die Geschichte eine sehr eindrucksvolle Lehrmeffterin. Der Weltkrieg besonder» hat kaum ein Gebiet fo unberührt gelassen, daß es nicht zum Fortschritt gedrängt wäre. Da das Haupt- schlachtfeld das der Ernährung war, ließ sich erw«rten. daß hier grundlegende Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Der Gewinn fft die Erkenntnis: völlige Abkehr von der Kaloricnlehr«, Betonung der Frischkost, oder anders ausgedrückt: der Körper lebt nicht allein von den im Stoffwechsel zur Verbrennung gelangenden Nahrung«- Mitteln, sondern sehr wesentlich auch von den Lebensstoffen, die wir Vitamin« nennen und die um so zahlreicher In den Nahrungsmitteln auftreten, je ursprüttglichcr diese sind. Ein« geradezu überraschend« Stützung erfährt die neue Lehre durch die Vorgänge auf dem Hilfskreuzer„Kronprinz Wilhelm", die Vircher-Beuner in seinem lesenswerten Buch:„Ungeahnte Wirkung falscher und richtiger Ernährung" übermittelt: Das Schiff verließ am 3. August 1914 Hoboten und war 255 Tage auf sich angewiesen. Am 11. April 1915 legte es sich im James River wieder vor Anker, unbesiegt, wenn nicht durch eine geheimnis- voll« Krankheit, an der 110 Mann der Besatzung kraftlos darnieder- lagen und die sich auch der übrigen Mannschaft zu bemächtigen schien. Es war em Krankhcitsbild dem Berlberi ähnlich, das bekanntlich noch ausschließlichem Genüsse von poliertem Reis austritt. Dabei hatte das Schiff überreichliche Menge» verschiedenster Lebensmittel an Bord: die Verpflegung war abwechslungsreich über Gewohnheit. Di« Kranken und Anfälligen wurden an Land sofort mit Aepseln und Orangen und Zitronensaft, reichlichem Gemüse und Brühen au« Kartoffelschalen ernährt. Nach zehn Togen waren 47 Mann geheilt. Der Rest befand sich aus dem Wege der Erholung. Als Ursach« stellte sich heraus: übermäßiger Genuß von säurebildendem Fleisch und von Weißbrot. Diese» furchtbare Experiment, dem der Krieg die Mannschast ungewollt unterwarf,.zwingt uns unser« eigene Nahrung zu re- vidieren, denn auch wir leben heute noch vielfach in der Anschauung, daß ohne Fleisch keine richtig« Mahlzeit denkbar sei. Dr. von Kutzschenbach. z Friseurgehilfen Verbandstag. Düffeldorf, 21. Juni. An das mit großem Beifall aufgenommene Referat des Ge= nossen schloß sich eine längere Debatte, in der die Wünfmbteurgehilfen zum Arbeitsschutzgesetz bezüglich der der Sonntagsruhe, des Ladenschlusses an Wochentagen, wie die Frage der Bahnhofsfriseurbetriebe vorgebracht wurden. In seinem Schlußwort wies Umbreit darauf hin, daß die Forderungen der Arbeiterschaft auf ein Arbeitsschußgefeß in dem Entwurf auch nicht entfernt berücksichtigt sind, der die Arbeit einer Rechtsregierung ist und bereits in der zehnten Fassung vorliegt. Ein Antrag Hamburgs, der die Einführung des Rauchverbots in den Friseurgeschäften mit Rücksicht auf die Gesundheit der Friseure fordert, wurde dem Verbandsvorstande überwiesen. In geschlossener Sitzung hielt dann der Verbandsvorsitzende Lorenz ein Referat über die Tarifverträge Die Kommunisten versuchen nun mit allen Mitteln in den Be-| rrieben Stimmung gegen die Verwaltung zu machen. Das gelingt ihnen aber nicht ganz. Die Mehrheit der Berliner Holzarbeiter hat erkannt, daß die Kampffähigkeit ihrer Organisation erhalten und wieder hergestellt werden muß. Kampffähig ist aber nicht eine Organisation, deren Funktionäre während eines ausstreuen. Die Ortsverwaltung hat den kommunistischen Wühlereien Kampfes in solch niederträchtiger Weise Unwahrheiten öffentlich gegenüber geradezu eine Lammsgeduld bewiesen. In manchen Bezirken und Branchen ist es soweit gekommen daß überhaupt fein Kollege mehr Ausführungen irgendwelcher Art machen kann, der nicht in das kommunistische Horn tutet. In dem Flugblatt wurde die fchamlose Behauptung aufgestellt, daß die Ortsverwaltung und die Verhandlungsfommission die Forderungen, um welche Tausende von Kollegen im Kampf standen, überhaupt nicht ernstlich durchsetzen wolle. Wenn dies, wie auch die kommunistische Propaganda für die Ausdehnung des Kampfes auf die gesamte Holzinduſtrie, die ja auch die Unternehmer mit denselben Argumenten wie die Kommunisten forderten, nicht heißt, die Geschäfte der Unternehmer betreiben, dann haben Worte überhaupt feinen Sinn mehr. Aber was liegt den Kommunisten schließlich an einem Rampferfolg. Ueber allem steht ihnen die Agitation gegen die fönnen die Interessen der Holzarbeiter vor die Hunde gehen. In der Nachmittagssigung am Dienstag überbrachte der Vorfizzende des dänischen Friseurgehilfenverbandes dessen Grüße und verbreitete sich dann eingehend über die fast ein Jahr dauernde Aussperrung der Friseurgehilfen in Kopenhagen, die dazu führte, daß der Verband eigene Friseurgeschäfte errichtete mit dem Erfolg, daß die Inhaber der größeren Geschäfte den Tarif- Organisation und die Propaganda für ihre Partei. Darüber vertrag anerkannten und ihr aussperrungssüchtiger Meisterverband gefprengt wurde. Der Redner berichtete eingehend über den Verlauf des Kampfes und über die Einrichtung und den Betrieb ihrer Gehilfenfriseurgeschäfte. Seine Ausführungen wurden mit größtem Intereffe verfolgt. Der dritte Verhandlungstag begann mit einem Referat des Sekretärs der Internationalen Friseurgehilfen- Union, Genoffen Ezforn, der die Beziehungen zu den ausländischen Organija tionen schilderte und sowohl vor optimistischen Erwartungen wie vor pessimistischen Befürchtungen warnte. In einem Modengewerbe, wie es das Friseurgewerbe ist, seien internationale Ver bindungen unentbehrlich. Der deutsche Verband könne zur Stärkung der internationalen Organisation wie jeder andere Berband am besten dadurch beitragen, daß er seine eigene Organisation ausbaut. In der anschließenden Debatte machte der Vertreter des fran zösischen Verbandes, Kollege Jean Pagés- Paris, längere Ausführungen über die Berufsverhältnisse in Frankreich wie über die internationalen Beziehungen und schloß mit einem Hoch auf die Internationale Union der Friseurgehilfen und die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale. Die Nachmittagssigung fiel aus. Donnerstag werden die Verhandlungen, fortgefeßt und wahrscheinlich beendet werden. Es wird weiter gelogen. Nochmals die Holzarbeitergeneralversammlung. Von der Berliner Ortsverwaltung des Holzarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Die ,, Rote Fahne" ist über den Verlauf der legten Generalversammlung der Holzarbeiter ganz aus dem Häuschen. Schon am 19. Juni und nochmals am 20. Juni behauptete sie, daß es zu einer Abstimmung überhaupt nicht gekommen wäre. Lärm unmöglich zu machen versuchten. Als die Zähltommiffion die Stimmzettel einsammeln sollte, machten sie Krach, fangen die Internationale und bedrohten die Mitglieder der Zählkommission. Pied rief die Parole in den Saal: Keinen Stimmzettel abgeben!" Dem sind auch die meisten fommunistischen Delegierten nachgekommen. Daß sich die reformistischen" Delegierten der Barole Pieds nicht fügen würden, dürfte den Kommunisten doch selbst flar gewesen sein. Wenn es so ginge, daß eine Abstimmung durch Nichtbeteiligung der Kommunisten unmöglich gemacht werden fönnte, dann könnten freilich die Kommunisten jede Abstimmung verhindern. Die Mehrheit der Generalversammlungsdelegletten gab ihre Stimmzettel trop des Krafeels der Kommunisten ab. Das Resultat was im Borwärts". veröffentlicht wurde 175 Stimmen für den Antrag der Verwaltung und acht Stimmen dagegen, ist einwandfrei festgestellt. Daran ändert auch nichts die Tatsache, daß tommunistische Mitglieder der Zählfommission sich an den Arbeiten nicht beteiligten. Daß abgestimmt wurde, wissen ja auch die Kommunisten ganz genau; gingen fie doch zum Teil mit erhobenen Stühlen und mit geballten Fäusten unter großem Lärm gegen die Kollegen vor, die ihre Stimmzettel abgaben. talismus fei in erster Linie darauf angewiesen, fich im eigenen Lande einen Abfazmarkt zu schaffen. Da in Deutschland die Arbeiterschaft heute mehr als zwei Drittel der Bevölkerung umfasse, bestimme ihre Raufkraft die Konjunktur. Bermindere man ihre Kauftraft, so tönne der Produktionsapparat nicht voll ausgenutzt werden; die Arbeitsfräfte lägen dann zum Teil brach und die Produktion werde verfließendes Band des Absages. Die Bermehrung des teuert. Das fließende Band der Produktion verlange auch ein Lohnanteils am gesellschaftlichen Produkt, die das nächste Kampfziel sei, liege nicht nur im Interesse der Arbeiterklasse, sondern zugleich im Interesse der gesamten Volkswirtschaft. Daraus erkenne man erneut, daß die Arbeiterklasse in Wahrheit der Träger des ge= sellschaftlichen Fortschritts ist. In der Aussprache blamierte sich der Sprecher der kommu nistischen Opposition unsterblich. Er war nicht imftande. gegen die Ausführungen der Referentin irgendetwas Stichhaltiges zu sagen. Er trug lediglich die üblichen Bersammlungsphrasen der tommunistischen Agitatoren über die Schuld der Sozialdemokratie seit 1914 vor. In ihrem Schlußwort hielt die Abgeordnete Sender, wieder unter stürmischer Zustimmung des Kongresses, eine vernichtende Abrechnung mit der Politik der Kommunisten. gumb Vor einem griechischen Generalstreif. Athen, 21. Juni( Eigenbericht). Das organisationsschädigende Verhalten während des letzten Kampfes hat das Maß zum Ueberlaufen gebracht. Wenn nun die Kommunisten wegen der Abwehrmaßnahmen schreien, so haben sie sich diese Folgen selbst zuzuschreiben. In der Kommunistischen Partei fordert man strengste Disziplin und wirft die Mitglieder unbarmherzig hinaus, die sich nicht bedingungslos den Anordnungen Semantiffen jede interordnung unter die Statuten geradezu grund- gien Der Antwerpener Dockarbeiterſfreif. der Parteileitung fügen. den Gewerkschaften aber lehnen die fäglich ab. Wer sich aber nicht dazu bewegen läßt, fich in einer Gewertschaft den Mehrheitsbeschlüssen zu fügen, der verwirkt eben das Recht, länger Mitglied der Organisation zu sein. ni Die griechischen Gewerkschaften haben beschlossen, zur Unterstützung der seit Wochen streifenden Tabatarbeiter am Freitag in den Generalstreit zu treten. Die Regierung hat auf Grund dieses Beschlusses das Heer in Alarmbereitschaft versetzt. ahi pol Wohnungsgeldzuschuß der Geistlichen. Aus Münster i. W. wird uns geschrieben: Der Zentrumspartei ist es gelungen, in der preußischen Besoldungsordnung den ledigen Geistlichen ohne jegliche Prüfung des Hausstandes den vollen Wohmungsgeldzuschuß zu sichern, während andere ledige Beamte mit eigenem Haushalt einen bedeutend niedrigeren Wohnungsgeldzuschuß erhalten, selbst wenn ihnen die in dürftigen Verhältnissen lebende Mutter den Haushalt führt. Die Bevorzugung der Geistlichen tritt noch schärfer in den Fällen hervor, in denen diese noch ein ansehnliches Nebeneinfommen haben bzw. ein Hauptamt, neben dessen Erträgnissen sie noch volles Gehalt aus der preußischen Staatstaffe famt dem vollen Wohnungsgeldzufchuß beziehen. Der kleine Beamte, der sein altes Mütterchen bei sich hat, gilt als ledig ohne eigenen Haushalt, der ledige Geistliche dagegen wird den verheirateten Beamten gleichgestellt. Bei den höheren und mittleren Beamten mag es teine Rolle spielen, ob das Jahreseinkommen 200 m. mehr oder weniger beträgt. Anders bei den Beamten der unteren Besoldungstlaffen. Hier wird die Zurüdftellung gegenüber der Bevorzugung der Geistlichen mit doppeltem Einkommen zum schreienden Ünrecht. Die Geistlichkeit geniert diese Ungerechtigkeit nicht, sie nimmt so viel sie friegen kann und die Zentrumspartei gibt ihren Segen dazu. Der Kongreß der Lederarbeiter. Wieder eine Abfuhr der Kommunisten. Der Dresdener Leberarbeiterfongreß hatte am Donnerstag in dem Referat der Reichstagsabgeordneten Tony Sender über Die wirtschaftliche Lage in Deutschland" seinen Höhepunkt. Die Rednerin ging davon aus, daß die Aufgaben der Gewerkschaften im Laufe des legten Jahrzehnts ganz neue geworden seien. Die Bewegung erstrebe heute Kontrolle und Leitung der Produktion, Beeinflussung der Wirtschaft durch die Arbeiterschaft und dazu brauche man als Voraussetzung genaue Kenntnis der wirtschaftlichen Borgönge. Die Referentin untersuchte dann eingehend das Wesen der Rationalisierung und der heutigen Form der fapitalistischen Wirtschaft überhaupt. Als Kernproblem bezeichnete fie die Steigerung der Absahmöglichkeiten, die nur durch Lohnerhöhung erreicht werden könne. Der europäische Rapi TIETZ md mbu wor mad med Brüssel, 21. Juni. Arbeitsminister Heymann hatte heute mit den Führern der Ant werpener Docarbeiter eine Unterredung zur Beilegung des Streifs. Die Delegierten der Arbeitnehmer versprachen, ihre ganze Kraft für die Lösung des Konflittes einzusetzen. Generalftreif in Bialystok. Warschau, 21. Juni. In Bialystok ist nach erfolglofen Verhandlungen mit den Textilarbeitern der Generalstreit ausgebrochen. Freie Gewerkschafts: Jugend Groß: Berlin Hermannplay: Gruppenheim Jugendheim Ganderstr. 11, Ede Sobrecht ftraße. Bortrag: Jugendrecht und Jugendschuß." Beppelinplay: Gruppenheim Jugendheim des Bezirksamts Wedding, Turiner, Ede Seestraße, Eingang Turiner Straße. Literarischer Abend:„ Die Arbeit in der Dichtung. Norbring: Gruppenheim Jugendheim Holzhaus auf dem Sportplay Cantianstraße, an der Schönhauser Allee. Vortrag: Arbeiterführer Bebel und Lassalle." Außenspiele ab 18 Uhr: Güboften- Südwesten: Spiel und Sport auf dem Sportplag Am Urban. Weißensee: Trainingsabend für die Ausscheidungstämpfe auf dem Sportplaz Am Faulen See, Play 3, Busch allee. Kreisbabeabend, Ostkreis: Ab 18 Uhr im Flußbad Lichtenberg, Köpenicker Chauffee. Sonnabend, 23. Juni, um 21 Uhr, im Freilichttheater des Bottsparks Jungfernheide, Sonnenwendfeier der freigewerkschaftlich organisier ten Jugend. Karten find in den Gruppen, Bahlstellen und Ortsverwaltungen ber Berbände, Bahlstellen der Boltsbühne, Freigewerkschaftlichen Jugendzentrale, Engelufer 24-25, Simmer 7, Bigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24-25, zum Breise von 40 Bf. zu haben. Fahrverbindungen: Ringbahn bis Bhf. Jungferng heide, Straßenbahnen 3, 12, 55, 64. Die Feier ist so rechtzeitig zu Ende, daß die öffentlichen Verkehrsmittel noch zur Heimfahrt benutzt werden können. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. Heute 19% Uhr sind folgende Beranstaltungen: Lichtenberg I: Gesangs raum des Realgymnasiums Partaue 12. Lichtbildervortrag. Südwest: Jugendheim Belle- Alliance- Str. 7-10. Lieber- und Bolkstanzabend. Röpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5. Alt- Berliner Humot"( Heilbrunn). Am Sonnabend, 23. Juni, findet eine Connenwendfeier unserer Jugendgruppe in Brieselang statt. Rarten zu 30 Pf. find in allen Jugendbezirken und, im Jugendsekretariat zu erhalten. " Hans- und Wachangestellte. Gonnabend, 23. Juni, von 13 bis 22 Uhr im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23, Wahl von vier Delegiertent zum Bundestag in Leipzig. Alle Rolleginnen und Kollegen haben die Pflidt fich an der Wahl zu beteiligen. Berbandsausweis ist mitzubringen. Deutscher Berkehrsbund, Sektion VI. Mujifaufträge Billige ebensmittel Leipziger Strasse* Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse* Brunnenstrasse* Kottbuser Damm Andreasstrasse* Chausseestrasse Seisches Fleisch Pa. Schweinebauch ohne Beilage, Ptd. 90P. Fa. Schweineschulterblatt........ Ptand 1,04 Pa. Schweineschinken. Pfund 1,10 ohne Beil. Pa. Schweinekamm u.- schuffo. Sch. Pfd. 1,24 Pa. Schweinekotelett Pa. Kassler....... Pfund 1,36 Pfund 1,20 Pa. Eisbein m. Spitzb., mild gepok., Pfund 46Pt. Pa. Pökelrippchen. Pfand 78Pt. Pa. Rückenfett u. Liesen brattert, Pfund 78PL. ..Ptand 1,26 Pland 1,30 Pfand von 78Pt. Pa. Schmorfleisch Pa. Schabefleisch Pa. Suppenfleisch an Pa. Hammelvorderfleisch Pfund von 98Pt. an Kalbskamm ohne Beilage......... Pfund 80Pt. Kalbsnierenbraten Pfund 85Pt. Kalbskeule bis 9 Pfd. schwer, 1. ganzen, u. Blatt, Pfd. 95Pt. Pa. Rinderbacken.. Pa. Rinderschwänze Pa. Rinderleber...... ..Pfund 50Pt. ........... Pfund 78Pt. Pfund 1,18 .Pfund 50Pf. ......... Pfund 2,40 Talg selbstausgelassen....... Pa. Kalbschnitzel. Gefrierfleifth Schmorileisch Keale o. Knochen.... Pfund 1,08 Pfund 78Pt. Pfund von 60Pt. an Hammelvorderfleisch..... Pfund von Gulasch.. Suppenfleisch. Kuheuter..... Rinderlungen Rinderherzen Schweinsköpfe. 82Pt. an Pfund 28Pt. Pfund 28PL Pfand 50Pt. Pfund 48Pt. Mengenabgabe vorbehalten. Verkauf soweit Vorrat.- Obst and Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen. Wurstwaren Hausm.- Sülze..Pfand 55Pt. Schinkenpoln... Pfand 1,30 Konferen .................. ............. 1 Dose 48Pt. 58Pt. 95Pt. 1,10 Rolonialnovenn Bruchreis........ Pfand 18Pf. Sülzwurst........ Pfund 80Pt. Hildesheimer... Pfund 1,40 Sellerie in Scheiben.... 98PL Tafelreis....... Pfund 26Pt. Paina- Reis..... Pfund 28Pf. Speckwurst...... Pfand 95Pf. ff. Leberwurst... Pfund 1,50 Spinat..... Apfelmus..... Hausm.- Leberw. Ptd. 1,00 Schinkenwurst.. Pfand 1,60 Weizengriess.. Pfand 26Pt. Berl. Mettwurst Pfund 1,10 Teewurst......... Pfand 1,70 Birnen ganze Frucht... Hartgriess...... Pfand 27Pt. Eierbandnudeln Pta. 45Pt. Jagdwurst........ Pfand 1,20 Zervelatwurst..Pfund 1,75 Eierfadennudeln Ptd. 50PL. Fleischwurst..... Pfand 1,29 Şalami............ Pfund 1,75 Süsskirschen ohne Stein 1,30 Gebr. Gersle... Prand 26Pt. Knoblauchwurst Pfand 1,20 Schinkenspeck..Pfand 1,70 Pfirsiche halbe Frucht.. 1,40 Bosn. Pflaumen... Ptd. 28PL. MettwurstBraunschw.Art 1,25 Nussschinken..Ptand 1,90 Kalif. Pflaum. Pid. 55,45, 38Pt. Chinesischer Tee P. 350 Indochina- Mischung Pfd.450 Ceylon- Orange- Tee P. 50 Kakaolose, Ptd.85PL Frisch gebrannter Kaffee und 240 von aus eigener Rösterei Salta Margarine Ptd. 52 und 62Pt. Kokosfell 1- Ptd.- Paket 62Pt. Bratenschmalz Pfund 78Pt. Griebenschmalz Pta. 80Pt. Rohschmalz.... Pfund 80Pf. Molkereibutter Pfund 1,68 Frische Grasbutter Prd. 1,80 Berliner Schlachtung Speck 118 110 Schinken- 110 mager, Pfund fett, Pfund ecken Pfund Sische und Räucherwaren * Kabeljau o. K., 1.g., Ptd. 26Pt. Schleibücklinge Pfund 52pf. Seeladis o. K, 1 g, Pfd. 16Pt. Seeladhs......... Pfand 40P. * Schellfisch...... Pfund 30Pt. Fischfilet. Pfund 28Pt. Flundern grosse..Pfund 48Pf. Leb. Schleie Ptd. von 1,10 an Räucherheringestack 15Pt. Frische Zander Pfund 60Pt. Bundaale......... Bund 45Pt. Neue Matjesheringe.. Stück 10PL " Tur Leipziger Str., Alexanderpl., Frankfurter Allee, Kottbuser Damm, Belle- Alliance- Str. 05 an Geflügel und Wild Wolgabübner Pavon 1 Junge Lauben..st. 75PL Suppenbühner Pach.1 10 Rebrochleisch and 30Pt. Junge Bra bübners: 11 Rebblätter Pland von 110 Junge Ganje Pid. von 125 Wildschweinerd. von 70 Pfd. v.J an an an an Ananas Dos. 105 Erdbeerkonfitüre Eimer ca. 2 Pfund 120 Poringies. Delsardinen 2 Stück 1- Klubdosen.. Ohne 95PL. 90Pl Grät.. 24- Ds. Rafn Romatour...... 2 Stück 35PL Harzer Käse 3- Pfund- Kiste 85PL Edamer od.Holländer, Ptd. 78Pt. Dän. Schweizer Ptd. 90PL Tilsiter volltott.... Pfund 95PL Steinbuscher vollett, Plund 85Pt. Allgäuer Stangenta.50Pt. Tilsiler ohne Rinde, Pfund 88Pt. Bayr. Schweizer Pfund 1,52 übergibt man nur bem Nachwets des Deutschen Mufiterverbandes, Berlin, Ram mandantenftr. 63/64. Dönhoff 3277-78 Sefchäftszeit 9-5; Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbefuch. Vollmilch- u.Vollmilch- Nußschokolade gebunden... Creme- Schokolade Fruchtgelee.. 5.3 Tafeln 1,00 4 Tafeln 90Pf. ½ Pfund 45Pt. Delikatessbrezeln 1, Pfund 38 ,, Pfund 75Pf. Sandgebäck....... Pfund 25, 1 Pfund 95Pf. Fruchtbonbon Pfund 60, 70, 80Pf. Für die Reise diverse Geschenkartikel und Erfrischungen, wie gefüllte und ungefüllte Koffer, Bonbongläser, Kekspackungen Obst und Gemüse Bananen Knupperkirschen Ital. Pid. 38PL. Pfand 55Pt. Austral. Aepfel..... Pfand 58Pt. Ananas......... Pfund von 85Pf, an Radieschen. Tomaten.. Salat ... 6 Bund 10Pt. ..Pfund 30Pt. 4 Kopf 10Pt. Stachelbeeren unreife, Pfund 22Pt. Gurken.. Stück von 25Pt. an Kohlrabi........ Mandel 10.18Pt. Junge Möhren...... 2 Band 25Pt. Wirsingkohl 2 Pfund 25Pt. Grüne Bohnen L.( Veron.) Ptd. 30Pt. Schmorgurken..... Pfund 20PL Neue ital, Nieren- Kartoffeln 3 Pfund 28Pf. Weine u.Fruchtsäfte FL 125 1927 er St. Martiner, vorzügl. Rheinpfälzer 1926 er Burrweilerer, mittelvall. Tischwein 1825 er Enkircher, angenehm. Mosel 1927 er Treiser Gretchen, frischer Trink- und Bowlenwein. 1926 er Dürkheimer Feuerberg, Rotw.) sortiert 1926 er Uerziger Schwarzlay vorzgl 10 FL 12,00 1926 er Lieserer Schlossberg Tafel, FL. 175 1922 er Nackenh Fenchelberg weine 10 FL. 16,50 Preise ohne Flasche Bernkastier Saar- Riesling- Schaumwein 4 25 Steuer u. Fl. 5 Flaschen 2000 einschliessl. Hertle- Gold, Fruchtschaumwein 175 5 Flaschen Zur Bowles 800 einschliesslich Steuer und Fl. Liter 1,25 Rheinpfälz. Weisswein 5 Liter 6, 0 vorzgl. Bowlen- u. klein. Tischwein, ohn. Flasche Extra billig! Champ.eingekocht, vorzügliche Qualität, einschl. Fl. Extra billig Himbeersaft m. Raffinade Flat 50 Orangeade vorzüglich. Er- 1, FL. 175 frischungsgetränk, o. Fl.,( Fl. 1.00) 10 FI. 16,50 ZZZZZ STADTE BEILAGE Berliner Wohnungspolitik. Die Sozialdemokratie hat sich auf dem Gebiele der Wohnungspolitik hauptsächlich zwei Aufgaben gestellt: Beseitigung der wohningshygienischen Mißstände und Milderung der Wohnungsnot. Zu diesem Zweck werten Aufloderung der engbebauten Wohngebiete, Freiflächen, Kinderspielpläge, Erholungsstätten, Luft, Licht, Sonne und Bad für jede Wohnung verlangt. Nach mühevoller Arbeit unserer Parteigenossen ist es gelungen, die Borbedingungen durch den Bauzonenplan und Generalfiedlungsplan für Berlin zu schaffen und den Grund- und Bodenwucher einzudämmen. Nicht möglich ist es, alle Mißstände zu beseitigen, bevor nicht die Wohnungsnot selbst beseitigt ist. Auch hier waren unsere Genossen im Magiftrat, der Siedlungs- und Wohnungsbeputation, der Wohnungsfürsorgegesellschaft und der Stadtverordnetenversammlung äußerst rührig. Gründe der Wohmingsnot: 1914 bis 1924 fast fein Wohnungsbau, nach dem Krieg unzählige neue Eheschließungen und gewaltiger Zuftrom von Woh nungsuchenden nach Berlin. Wohnungsbedarf nach der Wohnungszählung vom 16. Mai 1927: 120 000 für Wohnungfuchende, 25 000 für jährlichen Zuzug nach Berlin und 20 000 infolge Eheschließungen gleidh 165 000, Bekämpfung der Wohnungsnot. Zur Bekämpfung der Wohnungsnot dienen Hauszinssteuer- und städtische Mittel. Das Hauszinssteuerauftommen war in Berlin 1924-27: 1 000 000 000 Mart, Berlin hat aber für Wohmungsneubau nur 350 000 000 Mark erhalten. Die Verteilung ist ungerecht, unsere Parteigenossen haben stets dagegen angekämpft und fich dauernd bemüht, den weniger begüterten wohnungslosen Volksgenossen zu helfen. Anträge über Anträge wurden von unserer Bartei in der Siedlungs- und Wohnungsdeputation wie auch in der Stadtverordnetenversammlung gestellt. Die Art unserer Bestrebun gen zeigt am besten folgender Antrag unserer Stadtver ordnetenfrattion( vom 5. Februar 1925): Die Stadtverordnetenverfammlung erfucht den Magistrat, ihr. eine Vorlage zu unterbreiten, monach eine Summe von weiteren 5 000 000 art für die hypothetarische Beleihung von neu zu errichtenden Wohnungen für Minderbemittelte zur Verfügung gestellt wird. Aus diesem Fonds follen nur die Bauvorhaben der auf der Grundlage der Selbsthilfe tätigen gemeinnüßigen Genoffenschaften und Gesellschaften in zusammenhängenden Haus und Siedlungsgruppen beliehen werben. Die zu beleihenden Baunorhaben müssen einfache und ohne besonderen Komfort versehene Bohnungen enthalten, die nicht über 80 Quadratmeter Mugfläche im Einzelfall aufweisen. Solche Bauvorhaben, welche mur Kleinftwohnungen vorfehen, find bei ber Sergabe von Hypothefen zu bevorzugent, Ferner ersucht die Stabinerordnetenversammlung den Magistrat, bei der Staatsregierung dahin zu mirten, baß diese die Genehmigung zur Erhöhung der Einzeljäße der aus dem Auffommen der Hauszinssteuer zu gewährenden Hypothefen erteilt." Anträge biefer Art und die wirtungspolle Kleinarbeit unserer Genossen haben es ermöglicht, daß von der Stadt durch Bereit stellung von Mitteln bisher 62 000 Wohnungen und vor allen Dingen auch solche mit erträglichen Mieten errichtet werden konnten. Auf Betreiben unserer Parteigenoffen hat bie Stadt Berlin 1925-27 zur Verfügung gestellt: 68 270 000 Mart als Bujahhypotheken zu einem verbilligten Binsfuß, 1160 000 mart barüber hinaus als Darlehen an Kriegsblinde und Kriegsbeschädigte, 4 500 000 Mart als Darlehen an Beamte und Angestellte. Das alles ist zum größten Teil der Erfolg unferer Anträge. Sozialdemokratie hilft den Armen. Immer waren unfere Genoffen bemüht, den Minderbemittelten zu helfen. Ein Beweis hierfür ist auch folgender Antrag unfe rer Stadtverordnetenfrattion( vom 26. September 1927): Die Sozialdemokratie hat sich ebenfalls fortgesetzt bemüht, daß die Mieten in den neuerrichteten Wohnungen für die minderbemittelten Volksschichten erträglich sind und von diesen auch bezahlt werden können Darum hat die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion im Herbst vorigen Jahres das 8000- Wohnungsbauprogramm( Bewoag- Projekt) abgelehnt, da hierbei schon für eine 3weizimmerwohnung Mieten von monatlich 90 bis 110 m. vorgesehen waren. Solch hohe Mieten waren für die SPD. nicht tragbar, da dieselben für die proletarischen Mieter nicht in Frage kommen. Troßdem sind unsere Parteigenossen bemüht, ein verstärktes Wohnungsbauprogramm zustande zu bringen. Deshalb folgender Antrag der fozial. Demokratischen Stadtverordnetenfrattion 23. Februar 1928: Dom ,, Der Magistrat wird ersucht, der Stadtverordnetenverfamm lung baldigit einen Bericht über seine bisherigen Verhandlungen betreffs eines zufählichen Wohnungsbauprogramms für das Jahr 1928 zugehen zu lassen. Falls diese Berhandlungen auf dem bis jezt in Aussicht genommenen Wege zu feinem positiven Ergebnis ceführt haben sollten, ersucht die Berjammlung den Magiftrat, ihr unverzüglich Borschläge für andere Wege zu unterbreiten, auf denen die Verwirtlichung eines zufäßlichen Wohnungsbaupro gramms möglich ist. Vor allem aber hält es die Stadtverordnetenversammlung für bringend erforderlich, den Kampf um die Gewährung einer Aus landsanleihe für den Wohnungsbau mit verstärtter Rraft fowohl bei der Beratungsstelle wie in der Deffentlichkeit fortzusetzen." Hiermit find wir auf dem richtigen Wege. Es ist deshalb bereits vom Magistrat beschlossen worden: 1. Von der bei der Beratungsstelle beantragten Wohnungsbauanleihe in Höhe von 120 millionen Mart einen Teil Don 42 Millionen Mark zu begeben und bei der diesbezüglichen Entscheidung der Finanz- und Steuerdeputation das vorliegende Angebot von den Firmen Hardy u. Co. und der Bank der Ar. beiter, Angestellten und Beamten mit in Erwägung zu ziehen; 2. die Bearbeitung eines spezialisierten Borschlags für die technische und wirtschaftliche Durchführung dieses Teilprogramms bei der Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen unverzüglich vorzunehmen. RK VORWARTS gewährt werden: die Arbeitsämter haben für Arbeitslose 5000 Fret farten, die Wohlfahrtsämter 10 000, insgesamt für Bedürftige 50 000 Freitarten zur Verfügung gestellt. Die Schulen bezahlen 20 Pfennig, erhalten gleichzeitig auf die angeforderte Kartenmenge 20 Broz. Freitarten dazu und auf Anfordern noch mehr. Außerdem erhalten die Gewerkschaften starten zu 1 M. Der Redner bat, weitere Ermäßigungen nicht vorzunehmen andere Ausstellungen in anderen Städten feien teurer sonst könnte der Fall eintreten, daß sich die Ausstellung und mit ihr die Messegesellschaft nicht mehr rentiere. Einige Zufazanträge der Sozialdemokraten und anderer Frattionen zu dem kommunistischen Urantrag wurden einem Aus chuß überwiesen. Krank, obdachlos und ohne Hilfe. Schwierige Aufnahmebedingungen im städtischen Obdach. Die städtischen Körperschaften haben sich in den letzten Jahren unabläßlich mit der Reform des Obdachwesens beschäftigt. War es schon schwierig, der finanziellen Hindernisse Herr zu werden, bie einer räumlichen Reform entgegenstanden, eine ideelle Reform scheint an der Unfähigkeit der Obdachbeamten, fich geistig umzustellen, zum Scheitern verurteilt zu sein. Hierfür ein besonders traffer Fall. Der obdachlose. war vom Asyl in der Wiesenstraße an das Obdach in der Fröbelstraße zurüdverwiesen worden, weil er an Furuntulose ertrantt war und daher für die Kranten station in der Fröbelstraße in Frage fam. 5. erschien mit ent sprechendem Ausweis am 16. Juni im Aufnahmeraum des Obdachs. Dort wurde er von dem die Kartei führenden Beamten abgewiesen. S. ließ sich zunächst nicht abweisen, sondern verweilte, eine ange messene Behandlung erhoffend, einige Stunden im Warteraum, wurde jedoch auch von dort furzer Hand auf die Straße gefeßt. Vor dem Eingang tauernd, wurde ihn ein Schuhmann gewahr, der nochmals mit ihm hineinging und verhandelte, ohne feine Aufnahme zu erreichen, H. war von der Fröbelstraße ber Wiesenstraße überwiesen worden und hatte nach Ansicht des diensttuenden Beamten in der Fröbelstraße nichts mehr zu suchen, obwohl dem Beamten befannt sein mußte, daß die Wiesenstraße eine Kranifenstation nicht hat. Es wird 10 Uhr abends, den Obdachlosen plagen unerträgliche Schmerzen, die eine empfindliche Kälte noch steigern. Wut pact ihn, er geht hinüber zu den Baracken des Obdachs und schlägt sechs Fensterscheiben ein. Ein Schupo nimmt ihn fest bringt ihn jedoch nach kurzer Zeit zurüc. Auf der Unfallstation iſt die Erkrankung an Furunkulose festgestellt worden. Nunmehr wird er in die Krankenstation des Obdachs aufgenommen. teine regelrechte Aufnahmebebingung für die Krantenstation des Wir nehmen an, daß die Bertrümmerung von Fensterscheiben Obdachs ist. Es tönnte sich sonst ereignen, daß das Obdach bald feine Fensterscheiben mehr hätte. Obendrein würde man schließlich noch dazu übergehen, die durch Abweisung erregt gemachten Kranken Auch das in diesem Jahre mit der Hauszinssteuer auszuführende Wohnungsbauprogramm der Stadt Berlin ist finanziell bereits pollständig fichergestellt. Gelingt es, von der Beratungsstelle die Genehmigung zur Aufnahme einer besonderen Anleihe für den Woh mungsbau zu erhalten, fönnen piele unserer wohnungslosen Volkswegen Sachbeschädigung zur Verantwortung zu ziehen. Wenn davon genoffen in absehbarer Zeit auf eine Wohnung rechnen. Ernst Brigtom. Aufräumung im Stadtparlament. Deutschnational- kommunistische Brüderschaft. Die Stabtverordneten hatten gestern eine ungewöhnlich turze Sigung. Nach noch nicht zwei Stunden tonnten sie schon wieder auseinander gehen, weil der gesamte Beratungsstoff erledigt mar. Das ist schon seit Jahren nicht mehr dagewesen, daß eine Stadtverordnetenfizung wegen Arbeitsmangel" geschlossen werden mußte. nach angestellten Erwägungen großmütig" abgefehen wurde, in bleibt ber vorliegende Fall boch eine Ungeheuer liteit, die für die Folge zu verhindern Sache der Aufsichtsbea hörde( Landeswohlfahrtsamt) ist. Aus den Bezirken. mam 3. Bezirk- Wedding. Einige Dringlichkeitsvorlagen bes Magistrats wurden vor Ein tritt in die Tagesordnung den zuständigen Ausschüssen überwiesen refp. angenommen: Ein Tausch und Bauvertrag mit der Rudolf- politifer Hafenclever wird dadurch geehrt, daß man der Wildenow Karstadt. 2. G., der Berkauf eines Teiles bes städtischen Messegeländes an die Reichsrundfunk gesellschaft, den Bau einer weiteren alle auf dem Biehhof. In Erledigung ber vorliegenden wenigen Tagesordnungspunkte bewilligte die Bersammlung 130 000 m. zum Ausbau der JugendDie Stadtverordnetenversammlung beschließt, den Magistrat um folgende Beschlußfaffung zu ersuchen: Um die Möglichkeit zur Behebung ber für die Kriegsbeschäfürforgeeinrichtungen in Weißenfee. Der Vorlage wegen bes digten besonders fühlbaren Wohnungsnot zu fördern, merben für Kriegsbeschädigte unter Berücksichtigung ihrer Wirtschaftslage und unter Mitwirkung der Berliner Hauptfürsorgestelle für Kriegs beschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge jährlich 200 Neubau wohnungen mit einem Jahresmietenzufchuß pon 300 Mart( statt 120 Mart) je Wohnung zur Verfügung gestellt." Hierauf wurde durch die SPD. folgender Beschluß der städtischen Körperschaften erwirtt: In Erledigung des Antrages der sozialdemokratischen Stadt verordnetenfraktion ersucht die Versammlung den Magiftrat, für Kriegsbeschädigte, insbesondere Schwerkriegsbeschädigte, unter Berüdfichtigung ihrer Wirtschaftslage und unter Mitwirtung der Berliner Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigten und Hinter bliebenenfürsorge jährlich 300 Neubauwohnungen mit einem Jahresmietenzuschuß von 300 Mart( statt 120 Mart) je Wohnung zur Verfügung zu stellen." Die Berteilung dieser Gelder erfolgt durch bie städtische Wohnungsfürsorgegesellschaft m. b. 5. Auch hier find an führender Stelle unsere Genossen, die die allergrößten Anstrengun gen gemacht haben, um Wohnungsmarkt und Neubautätigkeit zu beleben. Brivate Bautätigkeit und private Rapital beiaffung find so gut wie nicht möglich gewefen. Bei Vergebung der öffentlichen Gelder sind vorzugsweise städtische und gemeinnüßige Bau und Siedlungsgefell. fchaften berücksichtigt, die teilweise mirtliche Must erlieblun gen, z. B. Briz, geschaffen haben. Die Wohnungsfürsorgegeſell schaft hat felbft 1924/25 Grunbitüde getauft und ist jetzt in der Lage, den Grundstücksspekulanten das Handwerk zu legen. Durch Berteilung des Bauprogramms über das ganze Jahr ist für eine gleichmäßige und ständige Beschäftigung der Bauarbeiter und-hand werfer gesorgt, Konjunkturerscheinungen auf dem Baumarkt werden interbunden. Dr. Schacht und die Beratungsstelle für Auslands trebite haben für Berlin eine weitere fühlbare Befferung auf dem Wohnungsmarkt glatt verhindert. Sie lehnen jede Anleihe ab, weil Ausgaben für den Wohnungsbau nicht produktiv seien! Eine unhaltbare Auffaffung, weil das Baugewerbe das Schlüsselgewerbe für alle anderen Betriebe ist. Baues eines Obdachs in Neukölln wurde zugestimmt. Eine längere Debatte ergab sich dann bei der Beratung eines deutschynationalen Antrages. Die Deutschnationalen beantragten die Ueberlaffung des am Tegeler See gelegenen, der Stadt gehörigen früheren Eishauses an die Schülerruderriegen des Bezirks Reinickendorf. In der Debatte ergab sich, daß dieses Eishaus bereits dem Reichs banner vermietet wurde, das darin seine Wassersportabteilung Tegel untergebracht hat. Nach einer Begründung des Antrages burch den Deutschnationalen Bleeker- Kohljaat benutzte ber fommunistische Schwerathlet Sellheim die Gelegenheit, eine erschreckliche Rede gegen die Sportabteilungen des Reichsbanners zu halten. Die Ruderriege des kommunistischen Sportvereins Fichte" suche schon längst einen Platz oder ein Bootshaus am Tegeler See, hätte aber noch nicht unterfommen fönnen.( Also ift bas Reichsbanner in der Auffindung geeigneter Objekte figer!) Die Kommunisten, sagte Sellheim, würden für den beutschnationalen Antrag stimmen. Genosse Schäfer flärte den Fall auf: das Reichs banner hat auf eigene Kosten das Eishaus ausgebaut, hat aber für die Schülerruderiegen bereits Raum zur Berfügung gestellt. Für den zweckentsprechenden Ausbau dieses Raumes beantrage die fozialdemokratische Fraktion Mittel zu bewilligen. Der Demokrat Merten stimmte dieser Lösung zu, Sellheim betonte, daß sich die Kommuniffen, da es gegen das Reichs banner ginge, mit den Deutschnationalen verbänden und gegen die Mittelbewilligung seien. Obwohl dann Genosse Schäfer den Kommunisten noch vorhielt, daß sie also mit ihrer ablehnenden Haltung gegen die Schülerruderriegen Stellung nähmen, stimmten sie Arm in Arm mit den Deutschnationalen gegen die Bewilligung der Mittel für das Schülerruderhaus. Beide Fraktionen brachten mit anderen fleineren Frattionen eine Mehrheit auf. Die Eintrittspreise für die Ausstellung „ Die Ernährung" niedriger zu fehen, bezweckte ein Antrag der Kommunisten. Stadtrat Genoffe Czeminfti teilte die Ermäßigungen mit, die bereits | Auf der Tagesordnung der Bezirksverordnetenver. sammlung stand als wichtigster Bunkt die Umbenennung Don Straßen und Blägen im 3. Verwaltungsbezirt. Bei dieser Gelegenheit wurde darauf Bedacht genommen, ehemalige Führer der Arbeiterbewegung auh dadurch zu ehren, daß man wichtige Straßenzüge nach ihnen benannte. So foll nunmehr die Seeftraße in Butunft Liebknecht- Straße, der Ostarplay Liebknecht Plaz heißen. Der ehemalige Reichstagsabgeordnete und Sozial Straße feinen Namen gibt. Die Bastianstraße soll nach dem Borschlage des Bezirksamtes dem bekannten Tibetforscher zu Ehren Sven- Hebin- Straße genannt werden. Dagegen protestierten dre Kommumisten und forderten für diese Straße den Namen Wilhelm Sylt- Straße, was die Mehrheit der Versammlung aber ablehnte. Sodann stand der Austausch des Gärtnerei grundstücks an der Gustav- Meyer- Allee zur Debatte. Der Gärtnereibetrieb auf diesem Grundstück hat sei langem unter der starten Staub- und Ruß entwicklung der danebenliegenden Elektrizitätswerte zu leiden. Anderersei's besteht bei der AEG. schon seit Jahren der Wunsch nach dem Erwerb dieser Fläche, um den Fabrikanlagen in der Brunnenftraße die Möglichkeit zur Erweiterung zu geben, durch die meitere 6000 Mann an dieser Stelle beschäftigt werden können. Dieser Wunsch ist von der Stadt als berechtigt anerkannt, da sonst die AEG. gezwungen sein würde, ihren Betrieb nach Hennigsdorf zu verlegen, wodurch die 18 000 Mann starte Belegschaft gezwungen fein würde, entweder ihren Wohnsiz dorthin zu verlegen oder täglich zweimat den Weg bis dorthin zurückzulegen, was volfswirtschaftlich eine bea Dauerliche Belastung der Bevölkerung und der Berfehrsmittel bedeuten würde. Dem Austausch des Geländes wurde zugestimmt; nur die Deutschnationalen protestierten. Die AEG. trägt die Kosten für die Berlegung der Gärtnerei und übereignet der Stadt Berlin Baugelände im Bezirk Treptow. 6. Bezirk Kreuzberg. In der legten Bezirksversammlung gab Genoffe Robinson den 2 usidhus bericht über den furz vor den Wahlen gestellten Antrag der Deutschnationalen, welcher die Niederschlagung der Ge werbesteuerrückstände aus den Jahren 1924-1926 verlangte. Die Rückstände betragen für den Bezirk Kreuzberg fast 4,2 millionen Mart, obgleich das Steueramt von dem§ 50 ber Bewerbesteuerordnung( Steuermilderung aus Billigkeitsgründen) hinreichend Bea brauch machte. Der Ausschußbeschluß, welcher eine generella Niederschlagung der Steuerrückstände ab lehnte und eine mildere Handhabung des§ 50 der Gewerbesteuerordnung empfahl, wurde im Plenum angenommen. Das Bezirksamt legte der Bea zirksversammlung ein vom Stadtrat Genossen 3 a dhom begründetes Projekt über die einheitliche Ausgestaltung des nunmehr gänz lich geräumten Fabrikgebäudes ortstraße 11 vor, das für Zwecke der Kinderfürsorge und Jugendpflege bestimmt ist. In den Barterreräumen wird eine Krippe für 21 Säuglinge und 15 Kleinfinder mit Babe, Schlaf- und Tagesräumen eingerichtet. Im ersten Stocwert wird ein städtisches Montessori- Kinderhaus mit Speise, Garderoben, Wasch- und Baderäumen für 30 bis 40 Sin€ 6 filft in judaan Laban Sjof MAIZENA grgan Dowmlortour! der ein neues Heim erhalten. Gleichfalls im ersten Stock find außer- dem sechs Räume für die geplante Erweiterung des I u gen d> Heimes vorgesehen. In das zweite Stockwerk soll die bisher in der Großbeerenstrahe in Mieträumen untergebrachte Säuglings- fürsorgestellc verlegt werden. Im gleichen«tockwerk ist des weiteren ein L e h r l i n g» h e i m mit R Betten geplant. Es ist als Ueber» nochtungsheim gedacht, in dem die jungen Leute volle Berpslegung erhalten können. Namens unserer Fraktion erklärte Genosse K o s s a k volle Zustimmung zur Vorlage, der sich Kommunisten und Demokraten anschlössen. Die Deutschnationalen erklärten, daß sie der Borlage ihre Zustimmung versagen müßten, da ihnen die Man- tessori-Methode nicht geeignet erscheine und sie außerdem daran Anstoß nehmen, daß das Hauspersonal mit den Insassen des Lehr- lingsheims unter einem Dach schlafen solle. Troß des deutschnatio- nalen Verschlcppungsmanövers wurde die Vorlage in beiden Lesungen angenommen, so daß mit der Errichtung der Krippe, des Kindergortens usw. sofort begonnen werden kann, zumal die benötigten Summen sofort zur Verfügung stehen. Die Mittel für die Säuglingssürsorgestelle und das Lehrlingsheim werden nunmehr vom Magistrat angefordert werden. Den Vor- logen zur Einrichtung einer bild statistischen Abteilung und einer Sonderaus st ellung„Erste H r l f e und Lebensrettun g" wurde zugestimmt. In ein."--i Genossen Schwarz begründeten Antrag wurde gegen die Austte".ung eines Pionierdenkmals vor der Kirche auf dem Kaiser-Friedrich-Plotz schärffter Protest erhoben. Der Antrag wurde mit dem Zusatz an- genommen,„daß das Bezirksamt bis zum Reichswehrministerium gehen möge, um die Ausstellung des aufreizenden Denkmai« zu ver- hindern". In einem weiteren Antrag unserer Fraktion wird das Bezirksamt ersucht, alles daranzusetzen, um die überaus schlechten Derkehrsverhältnisse in der Hasenheide zu beseitigen. 12. Bezirk— Steglitz. In der letzten Bezirksverordnetenversammlung war die Tag«- ordnung an sich verhältnismäßig kurz. Sie wurde jedoch im Laufe des Abends durch ein« Anzahl Dringlichkeitsanträge nicht unerhev- lich verlängert. Aus der Tagesordnung stand zunächst die Anfrag« der Demokraten,„in welcher Weise das Bezirksamt Steglitz sein Interesse an der Berufsberatung betätigt haste. Stadtrat Genosse Hermes beantwortete die Anfrage durch längere Ausführungen, in denen er bewies, daß das Bezirksamt lebhaftes Interesse an der Berussberatung gezefgt habe, daß aber all« An- träge, die durch die Steglitzer Vertreter im Verwaltungsausschuß des Benissamtes Südwest auf Bereitstellung eigener Berufsberater für den Bezirk Steglitz gestellt worden waren, aus finon» zielten Gründen abgelehnt wurden, und daß infolge- dessen lebhafte Propagierung der Berufsberatung im Bezirk Steglitz nicht angängig gewesen sei, weil die Arbeitskräste hierfür nicht aus- gereicht hätten. Immerhin habe die Berufsberatung Steglitz und auch deren nicht obligatorisch« Lehrstellenvermittlung im Lauf« des letzten Jahres«ine Zunahme ,zu verzeichnen gehabt, und es fei damit zu rechnen, daß diese Zunahme bei besseren Bedingungen steigen würde. Er bat um das Interesse der Industrie- und Ge- werbekreise. Leider haben die Vorträge vor den Eltern wenig Er- folg gehabt, dagegen waren sie von den zur Entlassung kommenden Schülern gut besucht Der Bezirksverordnete Groß(Dem.) war mit der Erklärung des Bezirksamtes nicht einverstanden. Der Wirt- schaftsparteiler Engelmann wandt« sich gegen die obligawrische Lehr- stcllenvermittlung und hielt es für wichtiger, daß die Eltern für ihre Kinder selbst die Lehrstellen suchen. Die zweite Anfrage ging von der sozialdemokratischen Fraktion aus und betraf die Chemische Fabrik Hormont A.-G., Lichterfelde, von der üble Gerüche oerbreitet werden. Als Vertreter des Bezirks- amtes gab Stadtrat Genosse Hermes auch hier die Antwort und stellt« iest, daß dem Bezirksamt Beschwerde erst im Februar durch die Anfrage unserer Fraktion zugegangen sei, und daß das Gewerbe- aufsichtsamt und die Baupolizei erNärt haben, daß unter Einhaltung bestimmter Vorschriften eine Gesundheitsschädlichkeit des Betriebes für die Bevölkerung nicht zu befürchten sei. Die Polizei habe sich auf Veranlassung des Bezirksamtes gleichfalls mit der Angelegen- heit befaßt und festgestellt, daß es sich um einen genehmigungs- Pflichtigen Betrieb handelt. Ob und welih« Einsprüche eingegangen sind, ist im Bezirksamt nicht bekannt. Sollten sich die Uebelstände auch weiterhin zeigen, so würde das Bezirksamt nochmals zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen.— Für die Freilufthalle wurden 4900 M. bewilligt. Dem Neubau einer Berufs- und Han< delsschul« in Lichterfelde wurde zugestimmt. 13. Bezirk— Tempelhof. In der letzten Bezirksversammlung des ltz. Bezirks Tempelhof stand als wichtigster Punkt die Umbenennung der Straßen zur Debatte. Die SPD. erneuerte ihre in dem Unterausschuß ab- gelehnten Antröge, die Kaiserin-Auchista-Straße in Wilhelm» Blos-Straße, die Moltkestraße in Max-Schmidt- S t r o h e, die Ringbahnstraße in Georg-Neumann-Straße, die Theodorstraße in Hollerbach st raße umzubenennen. Unser Redner wandte sich auch dagegen, den Namen des früheren Bürger- Meisters Mussehl von dem Ortsteil„Tempelhofer Feld" fortzunehmen und den langen Straßenzug Manteuffelstraße mit diesem Namen zu belegen. Da auch die KPD. Einwendungen hatte und die„Mitte" neue Anträge brachte und da schließlich der Bürgermeister Dr. Bruns» Wüstefeld bekannt gab, daß der Magisttat für die Umbenennun- gen Richtlinien herausgegeben habe, wurde die ganze Vorlage gegen den Widerspruch der Rechten vertagt. Ein größerer Ausschuß wurde gewählt, um nach Maßgabe der Richtlinien neu« DorschläAe zu machen.— Ein Antrag der KPD., das.Verbot" des Roten Frontkämpferbunde? betreffend, wurde zurückgezogen, nicht ohne heftig« Angriffe gegen die Schupo und ihren Leiter im hiesigen Bezirk. Annahm« fanden ein Antrag der Mitte, den Ausbau der Manteuffelstraße bis zur neuen Unterführung B beim Magistrat erneut zu beantragen, und ein Anttag der KPD., betreffend bessere Verkehrsregelung auf der Baustelle der Untergrundbahn. Der Vor- sitzende der SPD.-Froktton rechnete dann scharf mit dem Bezirks- amt ab wegen der unglaublichen Mißstände.diefichbeider Wahl gezeigt haben. Stadttat Scheske glaubte sich durch Verlesung eines Protokolls verteidigen zu können. Ein Redner der „Kettcnspreng er'- Partei bekam es fertig, die Schuld an der Unzu- länglichkeit der Lokale, an der Verschmutzung der Urnen, an der un- geschickten Abgrenzung der Bezirk« dem iimig gehaßten Groß-Berlin zuzuschieben. Erörtert wurden noch einige AMräge und Anfragen der SPD. Die Fraktion forderte den schleunigen Ausbau der Lank- witzer Straße in Maricndorf und die sofortige Herrichtung eines Radfahrerweges in dieser Straße. Weiter forderte sie die sofortige Schaffung eines Radfahrerweges in der Germaniastroß« um der Ringbahnstraße bis zur Rohdestraße. In zwei Anfragen ersuchte die Fraktion um Auskunft, wann endlich mit dem Aus- bau der Linie 52 begonnen wird und wann mit der Eröff- nuttg der Straßenbahnlinie nach Lichtenrode zu rechnen ist. 20. Bezirk— Zieinickendorf. Die Bezirksversammlung Reinickendorf beschäftigte sich mit einer Vorlage betteffend Um- bzw. Nenbenennungen von Straßen. Die bürgerliche Fraktion brachte zum Aus- druck, daß sie gegen die Vorlag« fei, da durch die Aenderung den Geschäftsleuten und Behörden zuviel Geldkosten entstehen würden. Unsere Fraktion wies darauf hin, daß jetzt durch die vielen gleichlautenden Namen der Sttaßen sehr oft Unzuträglichkeiten entstehen. Ein Antrag, der eine nochmalige Durchberatung der Bor- läge durch einen Ausschuß verlangt«, wurde einstimmig ang«. nommen.— Für die Schaffung von Grünanlagen zwischen dem neubebauten Schönholzer Wkg. der Koperchogener Straß« und der Tegeler Bahn sollen durch den Haushaltsplan IVA die Mittel angefordert werden. Für die Anlegung einer Straße untr die DurchführungdesKanals von Teg-el nachRosen» t h o l wird ein Grundstück zwischen Roedernallee und Oranienburger Straß« in Wittenau unbedingt benötigt. Die Besitzer forderten zu- nächst für da» Grundstück einen äußerst hohen Preis. Die wachen- langen Bemühungen des Bezirksamts, ein verbindliches Angebot zu erhalten, sind erfolglos geblieben. Der Fluchllinienplan für die pro- jektierte Straße ist bereits festgelegt. Der Bau des Kanals liegt im öffentlichen Interesse sowohl zwecks Verhütung weiterer Grund- Wasserschäden, als auch zur Abwendung größerer Arbeitslosigkeit. Die Bezirksversammlung empfiehlt deshalb den städtischen Körper- schaffen, die Einleitung des Enteignungsverfahrens zu beanttagen._ Raumnot im Krankenhaus Fn'eörichshain. Bösartige sozialhygienische Mißstände. Eine der wichtigsten Aufgaben der kommunalen Arbeit ist die Gesundheitsfürsorge. Die Stadt Berlin hat auf diesem Arbeitsgebiet seit Schaffung der Einheitsgemeinde zweifellos außer- ordentlich Wertvolles geschaffen. Um so unglaublicher klingt es, was in der letzten Bezirksoersammlung des Bezirks Friedrichs- Hain zur Sprache kam. Grundlage dafür bot ein Dringlichkcits- ontrag unserer Fraktion mit folgendem Wortlaut:.Im Kran- kenhaus Friedrichshain besteht der skandalöse Zustand. daß der gleich«, völlig unzulängliche Raum benutzt wird, um nach. einander in ihm chirurgische kranke, Krüppel, mit Läusen und Krähe behastete Kinder und Geschlechtskranke poliklinisch zu behandeln. Dieser Zustand ist so so skandalös, daß er keinen Tag länger ertragen werden kann. Di« Bezirksversammlung wolle beschließen: Das Be- , zirksamt wird ersucht, mit der notwendigen Energie die Schritte zu unternehmen, die erforderlich sind, um diese Kulturschande zu beseitigen." Die Begründung des Antrages durch den Genossen John und die Ausführungen des Dezernenten, Stadttat Genossen Günther, enttollten ein trauriges Bild von der in diesem elen- besten Berliner Bezirk herrschenden Raumnot. Nicht nur. daß tatsächlich, wie in dem Anttag behauptet wird, in ein und demselben Zimmer vormittags chirurgische Kranke, mittags Krüppel, nach- mittags Kinder mit Krätze und Läusen und abends Geschlechts- Sozialistische Arbeiterjugend GroB- Berlin Morgen, Sonnabend. 22 Uhr, in den Gosener Bergen(nahe Restaurant„Berliner Schweiz") Sennenwend-Feier Programm: Fackelzug, Eröffnungslied, Sprechchor, Jugendchor, Rezitation, Sprechchor, SchluBlied.— Eintritt frei.— Fahrverbindung: Eisenbahn bis Bhf. Eichwalde oder bis Bhf. Grünau, dann mit Straßenbahn bis Endhaltestelle. kranke untersucht und beraten werden, es kommt auch vor. daß ß» diesen Räumen etwa 20 Personen gleichzeitig von 5 bis S Aerzten untersucht resp. behandelt werden. Dazu kommt, daß alle diese Patienten wie auch die der Tuberkulose» Fürsorgestelle dieselben Toiletten benutzen müssen. Die Duberkiilose-Fürsorgestelle selbst hat nur einen Warteraum. in dem sich während der Sprechstunde 3 0 bis 3 5 Personen, Leicht- und Schwerkranke, Männer, Frauen und Kinder, dicht- gedrängt aufhalten müssen. Die gegenseitige Insektion ist bei diesen Zuständen gar nicht auszuschalten. Das Bezirksamt Friedrichshain und insbesondere die Genossen, Bürgermeister M i e l i tz und Stadttat Günther hoben sich mit aller Energie um die Beschaffung aus» reichender Räume bemüht. Das städtische Nikolaus- Bürger-Hospital in der Frankfurter Allee, dess«t Insassen in das soeben angekaufte Sanatorium in Buchholz verletzt werden kötznen, ist von dem Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums, Stadt- rttt B e n e ck e, bereitgestellt worden. Trotzdem ist bisher nicht» geschehen, um den gekennzeichneten Mißständen abzuhelfen. Es fei noch hinzugefügt, daß auch die anderen Gebiete der Gesundheitsfürsorge unter der Raumnot im Bezirk Friedrichshain zu leiden haben. Kolonialmuseum unier der Spitzhacke. Die Abriharbeiten in vollem Gange. Die Abriharbeiten zur Niederlegung des frühere Kolonialmuseums am Lehrter Bahnhof, das jähre» lang einen Schandfleck der dortigen Gegend darstellte, sind jetzt seit etwa acht Tagen in vollem Gange. Gegenwärtig steht nur noch ein Teil der Umfassungsmauern, deren Abriß ziemliche Schwierigkeiten bereitet, da sie aus sehr großen Quadern bestehen. Die Arbeiten dürsten in den nächsten Monaten beendet sein. Das Gelände wird bekanntlich zur Erweiterung der Gleisanlagen des Bahnhofs benutzt werden, und zwar sollen vor ollem neue Abstellgleise für die v-Züge sowie Gleise für die Paketver- l a d u n g s st e l l e der Reichspost angelegt werden. Damit das Stadtbild durch dieses Terrain der Eisenbahn nicht in seinem Aussehen beeinträchtigt wird, soll das ganze Gelände mit einer architektonisch gut gegliederten Mauer um- geben werden und außerdem will man es durch Anpflanzung von Bäumen und Grünanlogen hübscher gestalten. BS Jm Zeichen, von hoch fliegenden Plänen sieht unsene Zeil. Locken Im WellenPQum den Forschen neue Ziele, dem Raucher gilt eis erstre- benswerl immer nur das Einet Berlins meistgera uchie Cigarette .»■jwwvlV•»«iVVyV V««.. X Jf'-w