Gchiffskatafirophen. Ein Dampfer gestrandet, einer gesunken, Segelschiff führerlos Durch den orkanariigen Siurm ist der dänische Dampfer „TB a l b o r g" bei Deckmannsgrund gestrandet. Der Dampfer hat um schleunige Hilfe ersucht, da er leck ist und zu sinken beginnt. Aus Renal ist ihm Hilfe gesandt worden. Der estländische Zrachtdampfer„Antonie- ist gesunken. Die Mannschaft konnte gerettet werden. Rostock. 21. Juni. Nach einer Meldung des Kommandos der Marinestation der Ostsee ist S bis 6 Seemeilen nordöstlich von Stabcrhuk bei Znsel Fehmarn ein treibendes Segelschiff ohne Bemannung gesichtet worden. Nach den bisherigen Feststellungen handelt es sich um einen Motorsegler, der in dem dortigen Küstengebiet«in Echisfahrtshinder- nis bildet Das Torpedoboot T. 196 wurde zur Hilfeleistung ent- sandt. Ämundsens Flugzeug. Schwierigkeiten im Zraktionszimmer Die Volkspartei berät ohne Ende. Mit diesem Flugzeug ist Amundsen mit dem f) an zöst sehen Kommandanten Guilbaud gestartet, um die Ilalia-Mann- schaft zu retten, seitdem ist er selbst verschollen. p,,! i ,-(Siehe auch 2, Seite.)_____ Die Bolkspartei, die seit 10 Uhr vormittags Sitzung hält, w o l l t e in einer Führerbesprechung um 12 Uhr endgültig über ihre Stellungnahme zur Regierungsbildung Bescheid geben. Die Verhandlungen der Fraktion haben sich jedoch länger ausgedehnt als an» genommen wurde. Die Besprechung der FraktionSsllhrer ist infolgedessen vorläufig auf 1 Uhr nachmittags ver- tagt worden. kurz vor 1 Uhr dauert die Fraktionssitzung der Volkspartei noch an, ein dichter Schwärm von Journa- listen umlagert die Tür des Saales 20, in dem binnen wenigen Minuten die Entscheidung fallen soll. Knapp vor 1 Uhr öffnen sich die Pforten. Tie Frak» tionssitzung der Volkspartei ist zu Ende. Aber die wartende« Journalisten werden enttäuscht. Man sagt ihnen nichts anderes, als dast Vertraulichkeit be- schlösse« sei. Boshafte Kritiker meinen, wenn sie nichts sagen wollen, haben sie sicher ein schlechtes Gewissen. Herr Scholz aber begibt sich zur Besprechung der Frak- tionsführer, die um 1 Uhr beginnt. Die Kommissionen des Reichstags. Der Aeltestenrat des Reichstags beschäftigte sich heute mittag mit der Besetzung der Ausschüsse. Zunächst wurde entsprechend einem Antrage des sozialdemokratischen Abg. Ditt- mann beschlossen, den Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung von 21 auf 28 und den h a u s h a l t s a u s f ch u ß von 28 auf 35 Mitglieder zu verstärken, sowie den Rechnungs- aus schuh aufzuheben, dessen Funktionen vom verstärkten haushaitsausschuß mit übernommen werden sollen. Bei der V«r> tellung der Kommissionsvorsitze wählte die Sozialdemokratie den Vor» sitzenden in folgenden sechs Ausschüssen: 1. Ausschuß: Wahrung der Rechte der Volksvertretung. 2. Ausschuß: Auswärtige Angelegenheiten. •I. Ausschutz: Petitionen. 5. Ausschuß: Reichshaushalt. 8. Ausschutz: Volkswirtschaft. ... 12. Ausschuß: Bildungswesen. Es wurde weiter beschlossen, nach der in der nächsten Woche zu erwartenden Regierungserklärung die Beratung auf den folgenden Tag zu vertagen, zwei Rednerserien mit je einer Stunde Redezeit zuzulassen und den Splittergruppen erst in der zweiten Serie das Wort zu geben. Dabei soll die Redezeit einer Fraktion auf die fünf Splittergruppen gleichmäßig verteilt werden. Man nahm na, daß vor der Sommertagung außer dem Amnestie- g e s e tz nur noch einige kleine Vorlagen zur Erledigung kommen werden, so daß die Vertagung etwa Mitte Juli erfolgen dürfte. Streikbeschluß der Berliner Bäcker. Die Brotversorgung der Berliner Bevölkerung gesichert. Die in den Berliner Großbäckereien durchgeführte llrabstim- mung hat in allen Betrieben mit übergroßer Mehrheit den Streikbeschluß ergeben. Zn der Mehrzahl der Betriebe haben mehr als 90 Prozent der Belegschast. in einzelnen Betrieben sogar 100 Prozent für den Streik gestimmt. Obwohl das Abstimmungsergebnis einiger Betriebe noch aussteht, wird sich das Gesamtbild nicht mehr wesentlich ändern. Einige Großbetriebe haben schon Vereinbarungen mit der Organisation getroffen, in denen den Bäckerei- arbeitern höhere Lohnzulagen bewilligt werden, als sie in dem Schiedsspruch festgesetzt waren, der von den llnternehmetn abgelehnt worden ist. Die Vertrauensleute der Berliner Bäckereiarbeiter kommen morgen. Sonnabend, um 17K Uhr im Gewerkschaftshaus zusammen, um gemeinsam mit der Organisationsleitung die weiteren Maß- nahmen zu beschließen, die zur Durchsehung der aufgestellten For- derungen erforderlich sind. Sollten die Unternehmer nicht noch in letzter Stunde einlenken, so ist damit zu rechnen, daß anfangs näch- ster Woche in den meisten Berliner Großbäckereien die Arbeil ein- gestellt wird. Infolge der Bewilligungen der Forderungen in ver- schiedenen Großbetrieben, wie z.B. in der Soosumgenossenschasl, bei Aschinger usw. ist die Brotversorgung der Berliner Bevölkerung nicht gefährdet._ �_______________________ BERLIN Zreitag, 22. Zum 1928 10 Pf. Nr. 292 B144 45. Lahrgang. Erscheint täglich außerSonntagS. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, 3,6oM. pro Monat. Redaktion undErpcdition: Berlin SW es, Lindenstr. 3 SficUaabgaße Jßi v}JoYv>asfa' Lnzeigenpret«: Die einspaltige NonpareMqekl« so Pf., Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. PoKscheckkonto: Vorwärts-Verlag T. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bi« 297 Neue Eisenbahnkatastrophe. Lappland-Expreß vemnglücki: Tote, 50 Verletzte! Absturz eines Zuges--12 Tote. Rem pork, 22. Juni. Nach einer Meldung aus Guatemala ist dort ein Personenzug in eine 30 vieler tiefe Schlucht gestürzt. 12 Reisende wurden ge- lötet und 20 verletzt. Ei« nettes Zugunglück, von furchtbarsten Folgen begleitet» hat sich auf der Strecke von Stockholm nach N o r r l a n d» die der sogenannte„L a p P l a n d- Expreß" befährt, zugetragen. In der vergangenen Nacht kurz vor Uhr stieß in der Nähe von Boll- n a c s der D-Zug mit einer Hilfslokomotive zusammen. Die ersten drei Wagen des D-Zuges wurden zertrümmert und ineinandergeschoben. Die Zahl der Toten steht noch nicht fest, sie wird auf 14 geschätzt, die Zahl der Verwundete« be- trägt ungefähr SV. Stockholm, 32. Juni. Die Katastrophe des Lappland-Expreß bei Boll- naes ist darauf zurückzuführen, daß das Geleise an der Unglücks stelle in beiden Richtun- gen befahre« wurde. Die Einzellokomotive, die den Zusammenstoß herbeigeführt hat, sollte die Strecke in der Fahrtrichtung von Norden nach Süden benutzen, sie hat aber aus Ursachen, die noch nicht aufgeklärt sind, zu früh Fah.rtcrlaubnis erhalten, che der nordwärts gehende Schnellzug vorbei war. Die ausgebrannte Garage in Steglitz 19 Barrikaden in Agram. Bier Tote liegen auf der Straße. 2gram, 22. Juni. In den späten Abendstunden des Donnerstag tam es zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Die Demonftranten, bestehend aus Studenten und Kommunisten, veranstalteten noch in den Abendsfunden einen Demonftrationszug, wobei Rufe gegen die Regierung lauf wurden. Die herbeieilenden Gendarmerie- und Polizeibeamten versuchten, die Demonftranten zu zerstreuen. Diese errichteten jedoch an verschiedenen Straßeneden der Stadt Barrikaden und griffen die Polizei mit Steinen an. Die Poliz. machte von der Schußwaffe Gebrauch, wobei vier Personen getötet und zwölf verwundet wurden. Um Mitternacht gelang es der Gendarmerie und der Polizei, die Ruhe in Belgrad wieder herzustellen. 70 Demonftranten wurden verhaftet. Die Studenten wurden nach Feststellung ihrer Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt, während die Kommunisten in Haft behalten wurden. Noch in der Eiswüste. Nobile ist befriedigt- aber wo ist Amundsen? Ueber das Ergebnis des Fluges Maddalenas, dem es, wie erinnerlich, zum erstenmal gelungen ist, der Gruppe Nobile neue Vorräte zuzuführen, wird von zuständiger italienischer Stelle mitgeteilt: Der Doppelmord auf der Landstraße Wer kennt die Armeepistole 08? Mit der Aufklärung des Doppelverbrechens, dem das, Dann schleppte er die Leichen vom Wagen auf das Kornfeld und Händlerehepaar Schulz aus Staffelde zum Opfer durchsuchte und beraubte sie. gefallen ist, beschäftigt sich auch die Berliner Kriminalpolizei. Der 41 Jahre alte Otto Schulz, der aus Staffelde gebürtig ist, wohnte mit seiner ein Jahr jüngeren Frau Emma, geb. Gartmann, die aus Briefehorst stammt, zunächst in Strahnau und dann in Berlin. Vor fünf Jahren zog das Ehepaar mit den beiden Kindern, einer jegt 17 Jahre alten Tochter und einem Sohn von jetzt 13 Jahren nach Staffelde, wo es eine kleine Landwirtschaft betrieb. Die Leute brachten die Erzeugnisse ihrer eigenen Wirtschaft und alles, was sie dazu in den umliegenden Dörfern auftauften, gut voran, weil sie sehr wirtschaftlich waren und weil auch die Kinder zum Verkauf nach Berlin. Sie tamen in der furzen Zeit schon mit Hand anlegten. In Pantom, wo sie seit fünf Jahren Dienstags und Freitags den Wochenmarkt besuchten, waren sie befannt. Was sie hier nicht absetzten verkauften sie noch in der Markthalle und was dann noch übrig blieb, stellten sie in cinem fleinen Zimmer in Pankow, das sie für diesen 3med gemietet hatten, bis zum nächsten Markt unter. Am vergangenen Dienstag fam Frau Schulz, wie öfter vorher schon, allein nach dem Markt. Abends fuhr sie vom Alexanderplatz nach Soldin, wo ihr Mann fie um 10 Uhr 25 mit dem Wagen vom Bahnhof abholte. Beim Verlassen Soldins soll nach einer Aussage auch ein fremder Mann auf dem Wagen gewesen sein, nach anderen Zeuger: trifft Nobile hat am Mittwoch der„ Citta di Milano" funken das nicht zu. Der Verbrecher muß jedenfalls die Tat auf der telegraphisch über die tiefe Bewegung berichtet, mit der er und seine Chauffee ausgeführt haben. Er ist, wie die Besichtigung der Kameraden den Flug Maddalenas beobachtet haben. Einige der Leichen ergab, ein sicherer Schüze. Sowohl von vorn als von hinten Maddalena abgeworfenen Vorrats patete wurden befeuerte er auf beide mehrere Schüsse ab, die fast alle trafen. Eine schädigt, da der daran befestigte Fallschirm sich nicht öffnete. Blutspur auf der Chaussee zeigt, daß der Wagen noch etwa 200 Meter Es handelt sich u. a. um ein Paket, das neue Akkumulatoren weitergegangen ist. Dann hat der Verbrecher ihn eingeholt und in für Nobile enthielt. Nobile ersuchte infolgedessen, ihm andere das mannshohe Korn hineingefahren. Hier band er das Pferd mit Akkumulatoren und verschiedene sonstige Gegenstände zuzusenden. dem Zügel so dicht an das Rad an, daß es sich nicht bewegen fonnte. Er schlug vor, sämtliche flugbereifen italienischen Flugzeuge zufammen zu ihm zu entfenden, wenn möglich auch ein Flugzeug mit Gleitkufen, das fähig sei, auf dem Eise zu landen. Dieses Flugzeug soll dann bei jedem Flug ein Mitglied der Nobile- Gruppe abtransEr in patterie ihre Normale Stärfe wieder befiße, ausführliche Ratschläge über die Art telegraphieren wolle, in der man die Nachforschungen nach der mit dem Luftschiff weitergetriebenen und bisher noch immer verschollenen Gruppe der Expedition durchführen solle. Der funfen telegraphische Verkehr mit General Nobile, wurde dann plötzlich unterbrochen, als eine Nebelbant sich über Kingsban lagerte. Der Nebel, der sich bis an die Nordspige von Spizbergen und bis zur Virgo- Bay ausbreitete, hat den ganzen Tag über angehalten. Trotzdem hat der norwegische Flieger Lüßom Holm am Nachmittag einen neuen Aufklärungsflug nach dem Nordoftland und Kap Brunn unternommen. Er informierte Kapitän Sora, der mit einer Schlittenabteilung nach der Gruppe Mariano fucht, über die Eisverhältnisse in der Umgebung der Fonn- Insel, die wenig günstig find, und empfahl ihm, die Nachforschungen nach der Gruppe Mariano, die sich bekanntlich nach der Notlandung der„, Italia" von Nobile getrennt hat, mit aller Energie fortzusetzen. Dem gleichen Ziel foll eine weitere Schlittenerpedition gelten, die aber wegen Rebels noch aufgeschoben werden mußte. Am Donners. tag war der funftelegraphische Nachrichtenaustausch mit Mobile jehr kurz. General Nobile ersuchte um Mitteilung über die Schlittenexpedition. Das französische Marineministerium, das zwei Kriegsschiffe zu Nachforschungen nach dem Berbleib Guilbauds und Amundsens abfommandiert hat, hat außerdem alle zwischen Norwegen und Spitzbergen freuzenden Schiffe darum gebeten, Ausschau nach der„ Latham" zu halten. Auch der ruffische Eisbrecher ,, Malygin" wurde davon in Kenntnis gesetzt, daß bisher feine Nachricht über den Verbleib des französischen Wafferflugzeuges eingetroffen sei. Man bedauert, man nimmt zurück. Godenstern und Mahraun bescheinigen fich ihren guten Friedliche Weise. Sia nach heißem Streit und heftigem Disput Darf jetzt der Sänger Friedenstöne klampfen. Schon sieht man Stresemann gen Süden dampfen, Die Luft bekommt ihm dort so gut. Auf Regen folgt gewöhnlich Sonnenschein, Mag aus Gewitterwolken es auch geußen. So denkt die Volkspartei und blickt auf Preußen. Die Kur wird ihr bekömmlich sein. Es rüsten, wenn das Pensum durchgeochst, Die Parlamente auf die Sommerpause. Der Abgeordnete sehnt sich nach Hause, Wo im Familienkreis er boxt. Und auch Herr Scholz- er meint es nie so scharfSucht einen Platz in abgeleg'ner Gegend, Wo er für sich und Anstoß nicht erregend Private Wünsche äußern darf. Jonathan. Kommunisten in der Koalition. Einheitsfront von Hitler über Westarp zu Koenen! meist er mahl der sozialdemokratische Kandidat 362 Stimmen, In St. 3lgen bei Heidelberg erhielt bei der Bürger. der Kandidat der bürgerlichen Bereinigung 333 und der Kommu nist 2 Stimmen. Die fdmmunistische Ortsgruppe er= klärte vor der Wahl, daß ihre Mitglieder und Anhänger de m Sozialdemokraten ihre Stimmen geben würden. Als die kommunistische Bezirksleitung davon erfuhr, versuchte sie mit allen Mitteln, dieses Vorhaben zu unterbinden und dem, bürgerIn der Berufungsinstanz wurde vor dem Landgericht der poli Drohungen bei der eigenen Ortsgruppe erfolglos waren, stellte sie lichen Kandidaten zum Sieg zu verhelfen. Da ihre tische Beleidigungsprozeß verhandelt, den der Hauptschriftleiter der ,, Deutschen Zeitung", Major a. D. von Sodenstern gegen den Hoch- selbst einen Kandidaten auf. Mit Laftwagen, Stimmzetteln, Deutschen Zeitung", Major a. D. von Sodenstern gegen den Hoch- Flugblättern und Mufit wurden die Bürger von St. Jlgen am meister des Jungdeutschen Ordens Arthur Mahraun und Hauptschriftleiter Bastenacci angestrengt hatte. Sodenstern fühlte Wahltage von der kommunistischen Bezirksleitung Heidelberg besich durch zwei Artikel im Jungdeutschen" beleidigt, in denen bearbeitet. Doch war alles vergeblich. Bon den 120 KPD.- Stimmen hauptet wurde, daß er in Bersammlungen vor Vaterländischen Verder Reichstagswahl waren nur noch zwei zu zählen. Die anderen bänden erklärt habe, es müsse evt. durch Arbeiterentlassun= Glauben. In die Hände fielen ihm 200 Mart, die Frau Schulz in cinem Beutel bei sich trug. Es ist das ein Beutel aus dunkelbraunem Leder mit einem Metallbügel und einem Verschluß aus zwei Knöpfen, die nebeneinander gedrückt werden. Dieses Geld muß zum größten Teil Silber gewesen sein. Das Papiergeld etwa 400 Mark lag in der Brieftasche in der Wagenbank, dem Hohiraum unter dem Sitz und wurde von dem Verbrecher nicht gefunden Sehr wichtig ist die Feststellung, daß der Verbrecher eine große Barabellumpistole, System 08, Kaliber 9 Millimeter, benutzt hat Jahren verboten. Sie mußten eingezogen werden und wurden verDiese Pistolen, die im Kriege gebraucht wurden, sind seit nichtet. Um über den Umgang der beiden Ermordeten, die sehr zurückhaltend waren, Näheres zu erfahren, wäre es auch erwünscht, daß sich alle, die in der Markthalle mit ihnen irgendwie zu tun gehabt haben, bei der Mordinspektion im Zimmer 104 des Bolizeipräsidiums meldeten, die alle zweckdienlichen Angaben entgegen. nimmt. Draußen nimmt die Polizeiverwaltung in Soldin alle Mitteilungen an. Auf die Ergreifung des Verbrechers hat der Regierungspräsident von Frankfurt a. d. D. 1000 Mark und der Landrat des Kreises Soldin 500 Mart Belohnung ausgesetzt. Wie die Korrespondenz Berliner Neuigkeiten zu der angeblichen Berhaftung des Doppelmörders von Goldin erfährt, handelt es sich um einen Mann namens 3., der sich auf dem Bahnhof KüstrinAltstadt in der Trunkenheit durch Redensarten verdächtig machte. Er gehört zu den vielen Leuten, die anderweitig verdächtigt worden sind. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen erscheint er immer mehr entlastet und kommt für das Verbrechen höchstwahrscheinlich nicht in Betracht. hatten gegen den Willen ihrer Bezirksleitung den Sozialdemokraten gewählt und dadurch die kommunistisch- bürgerliche Einheitsfront verhindert. Anders ging dagegen die Bürgermeisterwahl in 21tlußheim in Baden aus. Dort war die Amtsperiode des sozialdemokratischen Bürgermeisters Gehweiler abgelaufen. Bei der Neuwahl fand sich eine Mehrheit gegen ihn. Kommunisten, Wirtschaftiime Bereinigung, Bürgerpartei und Nationalsozia listen haben sich zusammengefunden und wählten den kommunistischen Bewerber! Um an die Futterkrippe zu kommen, schloß die KPD. ein Bündnis mit den ärgsten Feinden der Arbeiterklasse. Man kann gespannt sein, wie dieser KPD.Bürgermeister mit seiner Koalitionsmehrheit 9 Jahre lang praktische Arbeiterpolitik treiben wird, wenn die Sozialdemokratie in Opposition steht. Du ind Geburtenregelung. Beratungsstellen in den Ambulatorien. ので 21 30 Die Anregungen, die die bekannte amerikanische Vorfämpferin Margret Sanger vor einigen Monaten bei ihrem Besuch in Berlin gegeben hat, haben zur Gründung eines Komitees für Geburtenregelung geführt, dem u. a. der Chefarzt der Ambulatorien der Berliner Krankenkassen, Herr Dr. Bendig, und Frau Dr. Stöcker, die Vorsitzende des Bundes für Mutterschutz, angehören. Das Komitee eröffnet demnächst eine Segualberatungsstelle in den. Räumen des Ambulatoriums Neukölln, Schönstedtstr. 13. Die Sprechstunden finden vorerst Mittwochs von 19 bis 19 bis 20 Uhr und Donnerstags von 14 bis 15 Uhr statt. Die Notwendigkeit, den zur Seuche angewachsenen Unterbrechungen der Schwangerschaft entgegenzuwirken, hat zu einer erneuten leberprüfung der Gesichtspunkte einer vernünftigen Be burtenregelung geführt. Die Grundsätze, die dem Komitee für Beratungen maßgebend find, lassen sich, abgesehen von allen Fragen, die im Rahmen der Sexualberatung sonst auftauchen, in folgenden Punkten zusammenfassen: ihrer Gesundheit oder ihres Lebens mit sich bringen Berhütung der Schwangerschaft scheint notwendig bei allen Frauen, bei denen eine Schwangerschaft eine Gefährdung würde, also aus sogenannter rein medizinischer Veranlassung. Ferner sind für die Notwendigkeit der Berhütung maz lassung. Ferner sind für die Notwendigkeit der Verhütung maßbegebend gebend foziale Gefichtspunkte bei all den Frauen, denen fein männlicher Ernährer zur Seite steht, bei Frauen, bei denen ein weiteres Kind eine Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz der Familie bedeuten mürde und bei den Frauen, die innerhalb der letzten zwei Jahre vor dem Termin der Beratung entbunden gen in den großen Werten ein Links putsch inszeniert werden, Das trojanische Pferd in Württemberg. haben. um so dem Reichspräsidenten Gelegenheit zu geben, auf Grund des § 48 der Reichsverfaffung eine Art Diftatur einzurichten. Bor dem Schöffengericht hatten sich die meisten Zeugen- wie Oberst v. Luck und Major v. Stephani vom Berliner Stahlhelm- fich auf nichts mehr besinnen können. Mahraun wurde damals wegen formaler Beleidigung zu 300 Mt. und Sodenstern zu 180 Mr. Geldstrafe verurteilt. In der heutigen Berufungsverhandlung regte der Borsitzende Meyerhoff einen Bergleich an, da die Vorgänge nicht mehr aktuell seien. Die Parteien einigten sich schließlich:„ mit Rücksicht auf die inzwischen erfolgte Klärung der Vorgänge in anderen Prozessen wollen mir die in gutem Glauben gegenseitig erhobenen Vorwürfe nicht weiter aufrecht erhalten. Soweit formale Beleidi gungen gefallen sind, werden sie mit dem Ausdruck des Be dau erns zurüdgenommen. Die Kosten werden gegenseitig ausgeteilt." Die Regierungsverhandlungen ( Siehe auch 1. Seite.) Die Fraktionsführerkonferenz dauerte faum eine halbe Stunde. Es stellte sich heraus, daß die Voltspartei auf dem sofortigen Bau des Panzerfreuzers, auf der sofortigen Lösung der preußischen Regierungsumbildung beharrt und ebenso auf der Ablehnung des National. feiertages. Gegenwärtig werden die Verhandlungen in allen Reichstagsparteien als gescheitert angesehen. Indessen tion itung zusammen. NUR EINE zwisCHENLÖSUNG Schließlich werden selbstverständlich eugenische Gründe als maß-> gebend für die Verhütung mutmaßlich minderwertigen Nachwuchses in Betracht kommen müssen. Die Beratungsstelle wird ihre Tätigkeit am 1. Juli vorerst im Ambulatorium Neukölln aufnehmen. Es ist sehr begrüßenswert, daß die Geburtenregelung auf diese Art zum erstenmal in Berlin organisiert wird. Die neugegründete Stelle führt damit eine Arbeit weiter, die die bekannten, vom Bund für Mutterschutz begründeten Segualberatungsstellen begoimen haben. Trotz Leifter für Todesstrafe. Die thüringische Regierung unbelehrbar. Weimar, 22. Juni.( Eigenbericht.) Die thüringische Regierung ließ im Haushaltausschuß des Landtags im Zusammenhang mit dem Fall Leist er auf eine fozialdemokratische Anfrage erwidern, daß sie nach wie vor für die Beibehaltung der Todesstrafe sei.„ Ueberwiegende Gründe" seien hierfür maßgebend. Mit dem Leisterprozeß an sich habe sich das Staatsministerium noch nicht befaßt. Feuer in einer Zelluloidfabrik. Die Feuerwehr wurde in der vergangenen Nacht nach der Wassertorstraße 46/47 alarmiert, wo in einer 3elluloidmarenfabrit, die ihre Fabrikationsräume im Quergebäude hat, Feuer ausgebrochen war. Die Flammen fanden an den Teicht brennbaren Materialien reiche Nahrung und drohten auf ein angrenzendes Lager überzuspringen. Wegen der Gefährlichfeit des Feuers war ein großes Feuerwehraufgebot zur Stelle. Nach tritt die Volkspartei um 3 Uhr zu einer neuen Bra: Bolz zu Bazille:„ Mir scheint, unsere Methode ist veraltet ,! mehrstündiger Löschtätigkeit konnte die Gefahr als beseitigt gelten. „Llnariige Völker muß man züchtigen."- Volksparteiliche Erkenntnis. Als gestern Hermann Müller an die ein wenig in Der» gesienheit geratene Tatsache erinnerte, daß er vom Reichs» Präsidenten nicht den Auftrag entgegengenommen habe, eine Regierung auf Grundlage der großen Koalition, sondern überhaupt eine Regierungsbildung zu versuchen, wurden der Volkspartei die Knie weich— ihre Forderungen für das Regicrungsprogramm sollten nur Wünsche, nicht Bedin- gungen gewesen sein. Sie begriff— auf wie lange?—, daß sie mit ihrer Politik sich nicht nur in Preußen, sondern wo- möglich auch im Reich— aus der Regierung auszuschalten drohe: hat doch die Bayerische Volkspartei, deren Teilnahme zur Mehrheit reichen würde, die Weimarer Koa- lition keineswegs abgelehnt. Die arme Volkspartei! Voller Mitgefühl spricht die „Rote Fahne" von einem„sozialdemokratischen Erpressungs- manöver"! Und wenn Scholz in der„Täglichen Rundschau" auch einen neuen Vorstoß in Preußen ankündigen läßt, der „Lokal-Anzeiger" erklärt schon, daß der völlige Um- fall bevor st eh t, wenn die Koalitionsparteien im Reich das„große Ehrenwort" geben, auf ihre preußischen Fraktionen einzuwirken, damit sie im Herbst die Volkspartei in Gnade aufnehmen. Die Volkspartei nicht, aber einzelne Volksparteiler geben zu: „Da hilft nun kein Herumreden: was unser Herr preußischer Ministerpräsident ist, hat der Deutschen Volkspartei eine kleine Ohrfeige gegeben." So beginnt Dr. P i n k e r n e i l seinen Aufsatz in der „DAZ.", in dem er seinem Herzen über den Durchfall bei den Landtagswahlen auf Kosten seiner Fraktionssreunde Luft macht. „Herr Or. b. c. Braun ist mit der Galle nicht in Ordnung. Auch diese Tatsache macht ihn den Cäsaren ähnlich. Unartige Völker müssen gezüchtigt werden____" Wie nun die Fraktion der Volkspartei nach einigen Iahren Opposition„aus staatspolitischen Notwendigkeiten die Einbeziehung in die Koalition fordert, diktiert Herr Braun die Strafe: einige Monat« Bewährungsfrist, verstärkt durch Tantalusqualen. Die Rache ist mein, spricht Herr Braun." Die Strategie, die Herr Pinkerneil seiner Partei in Preußen für die Zukunft empfiehlt, entspricht der Ver- wirrung seiner Empfindungen:„Rücksichtslose Opposition". aber so geführt, daß„die Zukunft der Regierungsbeteiligung im Auge behalten wird". Kein Zweifel, die Bewährungs- frist für die Volkspartei in Preußen übt schon ihre erzieherische Wirkung aus; kein Zweifel auch, daß die Bewährung der Volkspartei im Reich einmal mit darüber entscheiden wird, ob man sie für so gebessert halten darf, daß man ihr er- laubt, am Regierungstisch in Preußen mitzuraten. * Die Zertrümmerung des Bürgerblacks beginnt sich in der Rechts- presse jetzt auch außenpolitisch bemerkbar zu machen. Nicht mehr an die Rücksicht auf den eigenen Außenminister gebunden, wird ihre Tonort schärfer. Nachdem schon vor längerer Zeit die„Kreuz- Zeitung" ihren vernünftigen Mitarbeiter, Prof. H ö tz s ch, nicht mehr hatte zu Worte kommen lassen, schifft ihn jetzt auch der„Tag" aus. „Redättionelle und technische Umstellungen grundsätzlicher Art" hätten es mit sich gebracht, die außenpolitische Wochenschau Hötzschs nicht mehr erscheinen zu lassen. Schlichter Abschied! Ein ver- ständiges Wort zur Außenpolitik darf bei Hugenberg nicht mehr gesagt werden! Die nationalistische Opposition trifft ihre Vor- bereitungen gegen die Außenpolitik der Verständigung. j Bruno Fiedler.|, Wieder ist ein aller, treuer Mitkämpfer dahingegangen. Der wohl ollen organisierten Berliner Metallarbeitern bekannte Bruno Fiedler hat, 58 Jahre alt, sein arbeitsreiches Leben ausgehaucht. Von Beruf Metalldrückcr, trat er 1834 dem Metallarbeiterverbond bei. Sowohl in der Gewerkschaft als in der Sozialdemokratischen Partei erwarb er sich bald allseitiges Vertrauen, fo daß er mit den verschiedensten Ehrenämtern und Funktionen betraut wurde. So war er u. a. Mitbegründer der Metolldrückerbranche, Stadt- und Bezirksoerordneter in Neukölln, Kreis- und Abteilungsleiter der Partei, Mitglied und auch Vorsitzender der Pressetommission des „Vorwärts", Vorsitzender der Ortstrankentasse Neukölln, Wohlfahrt»- Vorsteher usw. Im Jahre 1336 wurde er zum Angestellten der Ber- liner Verwaltungsstelle de» Deutschen Metollarbeiterverbandes ge- wählt und Ansang 1322 zum Leiter des städtischen Arbeitsnachweises. Sein kollegiales Verholten und feine vorbildliche Pflichterfüllung haben diesen zwar wortkargen, aber stets hilfsbereiten Kämpfer bei allen Berliner Metallarbeitern und Parteigenossen ein bleibendes Andenken gesichert._ Pfarrer Koch verläßt das Rathaus. Aus der deutschnationalen Stadtverordneten» f r a k t i o n sind gestern vier Mitglieder ausgeschieden, 'peil sie auch Mandate zum Reichstag oder zum Landtag haben und vie Dcutschnationale Parteileitung keine Doppelmandate mehr zu- lassen will. Unter ihnen ist auch der bekannte Stadtverordnete" Pfarrer Koch aus der Samaritergemeinde, der bei der Landtagswahl wieder ein Mandat zum Landtag erhalten hat. Auffallen muß, daß der deutschnationale Stadtverordnete Steint- g e r, obwohl er Mitglied des Reichstages, sein Stadtverordneten- mandat nicht niederzulegen scheint. Dielleicht erklärt sich dos daraus, daß der kluge Steiniger in der Deutschnationalen Stadtverordnetenfraktion als wertvolle Kraft geschätzt wird, während Pfarrer Koch durch sein Auftreten oft genug seine Fraktion in Verlegenheit gebracht hat. Es kennzeichnet die Deutsch- nationalen des Rathauses, daß dieser Mann so lange Zeit ihnen ein Führer sein tonnte._ Peking wird abgesehi. Nanking, 22. 3uni. Der aakionale Zentralrak hat beschlosiea. den Namen der bis- herigen Hauptstadt Peking durch p e l p i n g zu ersehen. N a n- k i n g wird zur Hauptstadt Chinas erhoben. Im aktuellen Vortrag der Funkstunde heute abend 8,33 Uhr spricht Redakteur Wolfgang Schwär, über den amerikanischen Ariegsächtuligspakt. .Volk und Zelt", unsere illustrierte Wochenschrtst. und 9Vtt Swderfrevod- liegen der heutigen Postaufloge bei._ Die paar Streichhölzer... „Und ich sage Ihnen: Es ist kein Schwung in der Bewegung. Es müßte mehr geschehen! Wo ist denn der Sozialismus? Was tun die da oben?" .Iber..." „Lasten Sie mich reden! Ich sage: Es ist kein Wille zum Sozialismus vorhanden. Man müßte wirtlich an den Kapitalismus rangehen. Statt besten werden nur Redensarten gemacht.— Puh, da geht mir schon wieder die Zigarette aus." „Hallo, hallo, was ziehen Sie denn da aus der Tasche, lieber Freund?" „Ich— na Streichhölzer! Seh'n Sie denn das nicht?" „Das sehe ich sehr gut. Ich sehe sogar, was für Streichhölzer." „Ist denn da was besonderes dabei? Die Marke benutze ich schon seit x-Jahren. Uebrigens führt mein Kaufmann keine andere." „Auch ich kenne die Marke sehr gut. Die Fabrik, die sie her- stellt, gehört dem schwedischen Zündholztrust." .Lrgendwem muß sie wohl gehören. Meinetwegen dem Aünd- Holztrust. Heutzutage ist ja alles vertrustet. Na, da haben wir's wieder: Die Trust« wachsen und gedeihen, aber für den Sozialismus geschieht nichts." „Sehen Sie sich mal hier meine Zündhölzer an, lieber Freund, und lesen Sie, was auf der Schachtel steht." „Ci— E— G— Hm! Mir unbekannte Marke. Sind die vielleicht bester?" „So! Davon wissen Sie Sozialisierungsapostel also nichts. Das sind zufälligerweise die Streichhölzer, die von der Groß- «inkaufsgenosscnschaft deutscher Konsumvereine im eigenen Betrieb hergestellt werden. Es sind sozusagen sozialistisch hergestellte und vertriebene Streichhölzer, an denen auch nicht der Bruchteil eines Pfennigs von Unternehmerprosit klebt. Für die Sozialisierung geschieht auf diesem Gebiet insofern nichts, als Sie unentwegt den kapitalistischen Zündholztrust unterstützen, obwohl Sie es nicht nötig hätten." „Na, hären Sie mal, die paar Streichhölzer!" „Ja, die paar Streichhölzer. Sie meinen natürlich, daß die paar Streichhölzer doch unmöglich etwas bedeuten." „Wollen Sie mir etwa das Gegenteil beweisen?" „Ja, das will ich. Was machen Sie jetzt beispielsweise für ein Gesicht, wenn ich Ihnen sage, daß der schwedische Zündholztrust infolge„der paar Streichhölzer", die aber jeder Mensch in jedem Lande braucht, imstande ist, einen ganzen Staat in die Tasche zu stecken." „Das dürfte wohl übertrieben sein." „Nicht die Spur. Lesen Sie einmal nach, was jedes bürger- liche Blatt über die Verhandlungen des Schwedentrusts mit der ungarischen Regierung berichtet. Die ungarische Regierung braucht ein Darlehen. Der Schwedentrust bewilligt ihr ein« in fünszig Iahren omortisabl« Anleihe von 36 Millionen Dollar, das sind nahezu 1SV Millionen Reichsmark." „Donnerwetter, woher nimmt er die?" „Aus dem Gewinn von den„paar Streichhölzern", die Sie und Herr Müller und Herr Meier ihm abkaufen. Er gibt das Geld natürlich nicht für Gotteslohn, denn«in kapitalistischer Trust will oerdienen. Und deshalb läßt er sich als Gegenleistung von der ungarischen Regierung dos Monopol auf Zündhölzer übertragen, wobei gleichzeitig der Preis pro Zündholzschachtel, der jetzt im Detailverkauf 4 Heller beträgt, für die nächsten eineinhalb Jahre aus 5 Heller, dann auf 6 Heller festgesetzt wird. Selbstverständlich schließt der gegenwärtige Preis von 4 Hellern schon einen normalen Handelsprofit ein. Sie können also berechnen, was bei fünf und gar bei sechs Hellern verdient werden wird. Da sich der jährliche Verbrauch in Ungarn auf rund 400 Millionen Schachteln stellt, so ergibt sich ein Extragewinn bei 5 Hellern von 2,8 Millionen, bei 6 Hellern von 5~6 Millionen Mark im Jahre. Dafür kann man dann schon einen günstigen Zinssatz für die Anleihe gewähren. Die Leidtragenden sind die Derbraucher." „Das klingt ja beinahe phantastisch." „Ist aber ganz reale Wirklichkeit. Und diese Wirffchaftsmacht rührt nur her von den paar Streichhölzern." „Aber Sie sprechen doch immer von einem schwedischen Trust?" s „Der aber längst international ist und auch in Deutschland den größten Teil der Produktion beherrscht. So weifen die Deutschen Zündholzsabriken 21.-G. in Berlin, die fast durchweg im Besitz des Schwedentrusts sind, allein für das zweit« Halbjahr 1327 einen Roh- gewinn von 4,8 Millionen und einen Reingewinn von 0,3 Millionen aus. Wie gesagt, für ein Halbjahr. Nun sind Zündhölzer eben solch ein Mastenprodukt wie Brot. Der Millionär verbraucht für sich kaum mehr an Zündhölzern als der Arbeiter. Trotzdem stärken die meisten Arbeiter ganz gedankenlos die Macht des Trusts, anstatt ihre eigenen Zündhölzer zu kaufen und den Sozialismus zu stärken." „Ich fange fast an. mich meiner Unachtsamkeit zu schämen. Aber schließlich: Zündhölzer sind doch nicht das Leben, sind doch nur ein kleiner Teil des Bedarfs." „Und geben doch dem kapitalistischen Trust, der sie monopolisiert. wirffchaftliche Riesenkraft. Aber ist denn das Ihre einzige Unacht- famkeit?" „Wie meinen Sie das?" „Da las ich eben, daß die Spareinlagen in Deutschland seit der Inflation die fünfte Milliarde Reichsmark überschritten haben. Zum großen Teil sind diese fünf Milliarden Geld der Arbeiter und Angestellten. Neun Zehntel von ihnen ober versäumen es, ihre Spargroschen den Sparkassen der Konsumvereine oder der Bank der Arbeiter und Angestellten zuzuführen, wo sie für Eigenproduktion, Arbeiterwohnungsbau usw. dienstbar gemocht werden, und legen sie statt dessen bei Geldinstituten an, die mit diesen Spargeldern kapitalistische Unternehmungen finanzieren. Etwas anderes: Wieviel Arbeiter, die ein Fahrrad taufen, denken daran, daß die Arbeiter- bewegung ihr« eigene Fahrradfabrikation hat! Wieviel Eßwaren und Manufakturwarcn, die bei der Genossenschaft zu hoben sind, werden bei privaten Händlern entnommen! Wieviele versichern ihr Leben immer noch bei privaten Gesellschaften statt bei der Volks- fürforge!" „Ja, man denkt halt nicht immer daran." „Aber, man macht es wie Sie und hält Reden, daß der Wille zum Sozialismus nicht vorhanden fei. Hier, nehmen Sie als Erinnerung meine Streichhölzer mit und grübeln Sie jedesmal, wenn Sie die Schachtel aus der Tasche ziehen, darüber nach, wie sehr es auch auf die„paar Streichhölzer" ankommt, wenn man den Sozialismus nicht nur mit Worten, sondern mit Taten erstrebt." .Jonatlisn. esir, Oas überiragene Kernorchester. Offenbach-Abend der Volksbühne in Potsdam. �Vor dem leeren Orchester des Potsdamer Stadttheatcrs steht Dr. Erich Fischer. Links von ihm ein Pianist, der nach seinen Anweisungen die Töne anschlägt. Diese werden durch das Mikrophon nach der Musikhochschule Charlottenburg übertragen. Hier befindet sich das Orchester. Jedes Orchestsrmitglied trägt«in paar Kopfhörer, hört also jeden Ton des Fernklaviers und weiß, wenn es einzusetzen hat. Mikrophone fangen den Ton auf und übertragen' ihn nach Schwester" nach Melodien von Jacques Offenbach zeigte be-ri'� reits diese Gefahr. Das Orchester klang voluminös, aber völlig im- persönlich. Dabei muß man von Ungenauigkeiten absehen, da es sich hier um das erste Experiment dieser 2lrt handelt, und trotz aus- gezeichneter Lautsprecher war der Orchesterklang doch nicht der eines richtigen Orchesters. Abschließendes ist über den Versuch nicht zu sagen. 23«! der täg- lichen Vervollkommnung technischer Apparat« können vielleicht auch bald die oben skizzierten Hebel beseitigt werden. F. S. Gommerschmiere. Potsdam. Die großen Lautsprecher links und rechts an der Rampe geben den Orchesterklang wieder. Auf dar Bühne agieren die Sän- ger. Es ist eine Oper ohne Orchester. Dr. Erich Fischer bezweckt mit diesem Versahren, das Problem der Wanderoper zu lösen. In einer großen Stadt sitzt das Orchester, fein Klang wird nach einer Reihe von kleineren Stadttheatern über- trogen. Auf der Bühne singen die Sänger, begleitet von dem Fern- orchefter. Di« Stadttheater sparen also die Kosten für«in eigenes Orchester. Aber ist in diesem Falle noch ein Kontakt zwischen Sänger und Dirigenten möglich? Kaum. Der Sänger ist völlig dem Kapellmeister ausgeliefert. Ein Nachteil. Dazu ein anderer. Bei großen Opern ist noch ein Einsatzdirigent vorgesehen, der sich am Plage des Orchesters befindet. Er kann durch eine besondere Licht- klaviatur den Musikern die Einsätze geben. Es ist also für exakte Einsätze gesorgt, es seht jedoch die 2!btönung der Instrumente, der geschliffene Orchesterklang, der individuelle Ton, das Herausarbeiten einzelner Orchesterstimmen. Die Behandlung des Orchesters muß schließlich in einem Schema erstarren. Lud die Aufführung des Biedermeierspiels �Seine Im„Theater am K u r f ü r st e nda m m" spielen die Sid K a y' s F e l l o w s, fabelhafte Burschen, denen die Kunst des Saxophonjaulens und des Jazz tief im Blute sitzt. Diese Kerls haben einen tollen Rhythmus, und sie sind gleichzeitig so entzückende Meister auf ihren Instrumenten, daß man ihnen stundenlang zu- hören kann, die Beine und der ganze schläfrige, sommerlich schon ermüdete und nach Ferien sich sehnende Mensch wird wieder munter. Doch ach, sie spielten nicht am ganzen Abend, man spielte außerdem noch eine Revue von irgendeinem ungarischen Autor, der sogar ins Deutsch« übersetzt wurde„Whisky mit Soda" wird das Mixsterium firmiert. Es könnte ebenso gut heißen.Poefer u. Wolfs" oder„Peek u. Cloppenburg" und„Tinnef mit Lackritzen", denn es ist Schund und Unsinn von der ersten bis zur letzten Zeile. Sommer- schmiere! M. H. Der Kapitalismus im Ballett. Ein neues Ballett, dessen Musik von dem bekannten Schweizer Komponisten Arthur Honegger herrührt und zuerst in Paris zur Aufführung gelangte, erregt be- sondere? Aufsehen durch das Szenarium, dos die Gräfin von Gramont verfaßt hat. Man wirst der französischen Aristokratin vor, daß sie vom Bolschewismus angesteckt sei. denn die Handlung ist für den Kapitalismus nicht gerade schmeichelhaft. Die Hauptgestalt des Balletts ist ein Kapitalist. Er sitzt auf einem Thron, und man sieht nur seinen breiten, dicken Rücken, der sich gegen einen Telephonschrank abhebt; umgeben ist er von Gcldsäcken, Schreibmaschinistinnen und Arbeitern aller Art, die zu seinen Füßen stehen. Journalisten kommen und werfen sich vor ihm nieder. Die Mark und der Frank, tanzen vor ihm einen Huldigungsreigen. Köche bringen ihm die kostbarsten Speisen dar, die er ober ablehnt. weil er einen verdorbenen Magen hat. Schließlich erscheint„das Gold", ein Tänzer in einem Goldgewond, und krönt ihn. Die kubistischen Dekorationen und die Kakophonien der Musik tauchten diese merkwürdige Handlung in eine unheimlich phantastische Stimmung. B. La» Kau» der vrbeikerpressr auf der Pressa birgt seit einigen Tage« aqch die Zeichnungen und Pläne der Bundesschule de» ADGB., die dieser in der Nähe von Bernau(Mark) errichtet. Der Entwms der gesamten Anlage stammt von Hanne» Meyer-Dessau, einem der besten unserer modernen Bautünstler. Vie„VerNner Operngastspiele-,«ine Gesellschaft, die den Zweck bat, w Städten, die leine eigene Oper halten tönnen, und im Auslände Gastspiele zu geben, werden sich am 23. Juni, ib'l, Uhr, im..Tbeater de» Westen«- dem Berliner Publikum vorstellen. ES gelangt.Der Troubadour" zur Aussübrung. Eintrittskarten Im Preise von 1—2 M. zu erhallen im BezirkSbildungSauS schuh, ttindenstr. 3. Eine Gedenktasel für Gerhart Hauptmann Iaht die Gemeinde Schreiberbau am 26. Juni an dem von Gerbart und Kart sHauvtmann lange Jahre bewohnten Hause in Mittel-Schreiberbau anbrwgen, in dem.Die Weber", .Kollege Erampton",.Der Biberpelz"..Hannele" Mtd.Aga" geschrieben wurde«. Haas von Hülse« hält die Festrede. Die Riesenschleuse bei Anderten. Die fürzlich eröffnete Anderten Riesenschleuse im Mittellandkana! überwindet ein Gefälle von fünfzehn Metern. Jede Kammer der Doppelschleuse ist 225 Meter lang, 12 Meter breit und 19 Meter tief. Bei niedrigem Wasserstand ist sie 3 Meter, bei höchstem 18 Meter hoch gefüllt. In 12 Minuten können die nötigen 40 000 Rubikmeter Wasser eingefüllt werden, um die Durchschleusung vollziehen zu lassen. 30 000 Kubikmeter werden dabei den fünfstöckigen Basserspeichern zu beiden Seiten der Schiffskammer entnommen, wohin sie beim Senten des Wasserspiegels wieder zurüdgepumpt werden. Die Durchschleusung, vom Deffnen bis zum Schließen der Kammer, dauert 30 Minuten, mobei der Schleppzug aus einem Dampfer und drei Kähnen zu 600 Tonnen oder zwei zu 1000 Tonnen besteht. Die gesamten gesamten Wasserbewegungen werden Don der Schleusenbrüde aus elektrisch getätigt. Prügel statt Lohn. Des Meisters gepanzerte Faust. IN blutende Verlegungen am Kopf und am Auge sowie einen doppelten Bruch des Nasenbeins davon und wurde erst nach einer längeren Kur wiederhergestellt. An Sachschaden, den er bei diesem zug und seinen verlorenen Trauring. Im Bureau des Malermeisters ehaus erschien ein von Fauftangriff gehabt hatte, beklagte der Maler seinen zerrissenen Anihm entlassener Maler, um seinen Lohn und seine Papiere in Empfang zu nehmen. Die Papiere befam er, aber nicht den vollen Lohn. 30 Mark zog der Meister ab, weil der Entlassene eine Arbeit in diesem Werte verpfuscht haben sollte. Begreiflicherweise war der Maler mit diesem Abzug nicht einverstanden. Er gab seinem Unmut in erregten Worten Ausdruck. Der Meister wies den Maler hinaus. Schimpfend entfernte er sich. Doch Meister Heßhaus folgte ihm und holte ihn auf dem Hofe ein. Das Wortgefecht wurde mit großer Erregung auf beiden Seiten fortgesetzt. Während aber der Maler es bei Schimpfworten bewenden ließ, ging Meister Heßhaus zum Kampf mit der Faust über. Die Wirkung der Faust schläge war besonders start, weil Heßhaus einen schweren Siegelring trug, der in diesem Kampf wie ein Schlagring wirfte. Der Maler trug Gewaltige Auswahl! Reiseartikel Badeartikel Badewäsche Große Auswahl! Billige Preise! Vor dem Arbeitsgericht forderte der Maler von dem fauft gewaltigen Meister Ersaz des Sachschadens, des durch Krankheit entgangenen Arbeitsverdienstes, der Kurkosten sowie ein Schmerzensgeld von 500 Mart, zusammen 1074 Mark. Das Gericht hielt durch Zeugenvernehmung für festgestellt, daß der Kläger im Bureau des Beklagten zwar geschimpft, sich dann aber entfernt habe, so daß der Beklagte keinen Grund hatte, hinter ihm herzugehen und noch weniger, ihn zu schlagen. Nicht der Kläger, sondern der Beklagte sei der Angreifer gewesen. Dieser habe deshalb den Schaden, der dem Kläger entstanden sei, zu tragen. Als Schmerzensgeld hielt das Gericht 100 Mark für angemessen, so daß dem Kläger insgesamt 674 Mart zugesprochen wurden. im Lichthof Schiedsspruch für Wasserbauarbeiter verbindlich Der im Lohnstreit zwischen dem Reichsverkehrsministerium und den in Betra ht kommenden Arbeitnehmerorganisationen gefällte Schiedsspruch für die Wasserbauarbeiter ist vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden. Der Schiedsspruch sieht eine Lohnerhöhung von 6 bzw. 5 Pf. pro Stunde vor. Die Verbindlichkeitserklärung war von den Arbeitern beantragt worden. In solchen Fällen läßt man sich im Reichsarbeitsministe= rium, wie wiederholt beobachtet werden konnte, etwas meh: Zeit, als wenn die Unternehmer einen Antrag auf Berbindlichkeitse: flärung gestellt baben. Wetterbericht aus deutschen Reisegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Westerland: wolkig. Helgoland: dicker Nebel. Borkum: wolfig. Bremen: bedeckt. Hamburg: leichter Regen. Oftfee. Warnemünde: wolfig. Saßniz: heiter. Swinemünde: moltig. Stettin: bedeckt. Stolp: wolfig. Danzig- 3oppot: wolkig. Seebad Kranz: wolfig Harz. Schierke: wolfig. Harzburg: heiter. Bad Sachsa: aufheiternd. Brocken: wolkig, vorher Regen. Thüringen. Erfurt: trübe. Infelsberg: trübe. Eisenach: heiter. Heffen. Kaffel: trübe. Wassertuppe/ Rhön: bedeckt. Sachfen. Dresden: wolkig. Schandau: heiter. Zittau: heiter. Annaberg: wolfig. Fichtelberg( Erzgebirge): halbbedeckt. Schlesien. Breslau: halbbedeckt. Flinsberg: wolfig. Schreiberhau: woltig. Schneefoppe: heiter. Bad Reinerz: heiter. Landed: heiter. Rheingebiet. Köln: wolkig. Bad Aachen: wolkig. Koblenz: heiter. Bad Ems: heiter. Wiesbaden: heiter. Frankfurt a. M.: heiter. Feldberg/ Taunus: halbbedeckt. Bad Dürkheim: heiter. Baden. Karlsruhe: heiter. Baden- Baden: heiter. Freiburg: heiter. Feldberg/ Schwarzwald: wolkenlos. Württemberg. Stuttgart: wolfenlos. Freudenstadt: wolkenlos. Friedrichshafen: wolkenlos. Bayern. Hof: halbbedeckt. Würzburg: heiter. Fürth: wolfenlos. Garmisch- Partenkirchen: heiter. Zugspize: wolfenlos. Berchtes gaden: heiter. Oberstdorf: heiter. Bad Tölz: heiter. Tegernsee: heiter. Desterreich. Innsbrud: wolfenlos. Salzburg: geiter. Wien: wolkenlos. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Trocken und vorwiegend heiter, weitere Erwärmung, südwestliche Winde. Für Deutschland: Ueberall etwas wärmeres, vielfach heiteres Wetter. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. 6. H., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße& Sierzu 1 Beilage. Mufitaufträge Großer Sonder Verkauf Emaille Nur soweit Vorrat! Beachten Sie bitte die Preise in unseren Schaufenstern! 5. Joseph& Co Mit kleinen Schönheitsfehlern! fied Neukölln- Berliner Straße 51-55 Rind- u. 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Vom rein menMichcn Standpunkt muß das Schicksal der italienischen Polarexpedition, Nobiles Mißgeschick und das seiner Genoffen olle Welt mit wärmster Anteilnahme ersüllen und man kann nur aufrichtig wünschen, daß es gelingen möge, die kühnen Polflieger und Londsucher zu retten. Denn wenn auch das rein wissenschaftlich« Ergebnis der Nobile- schen Erkundungsflüg« in der Arktis ooroussichtlich sehr gering sein dürste, so bleiben die Polarflüge der„5talia" doch ohne Zweifel eine flugtechnische und sportliche Leistung, die durch die dabei gemachten Beobachtungen, Erfahrungen, Aufzeichnungen und Auf- nahmen die Kenntnis von der Aero-Arktik bereichern wird— vorausgesetzt, daß, wie wir hoffen wollen, die Rettung gelingt. Die Raschheit, Vielseitigkeit und Selbstlosigkeit, mit der die Rettungsaktion für die„Stalia* von ollen Seiten, besonders von den nordischen Staaten einsetzte und betrieben wird, darf als eine glän- zend« Manifestation internationaler Hilfsbereitschaft, menschlicher Teilnahme, wiffenschoftlichen und sportlichen Gemeinsinns gelten. Norwegen, Schweden, Dänemark und Rußland wetteisern, mit Auf- gebot der zweckmäßigsten Mittel und der besten Führer die Lust- schiffbrüchigen zu retten und daß der N e st o r der Nordpol- slieger Raol A m u n d s e n mit seiner reichen Erfahrung sich an die Spitze der Rettungsaktion für Nobile gestellt hatte, ist um so h ö h e r zu schätzen, als seine persönlichenErinnerungenan diesen nichtdiebesten sind. Oos Hauptmotiv der„Italia�Expedition. Daß Amerika, England, Frankreich und Deutschland bisher an dieser Rettungsaktion sich aktiv nicht beteiligten, sondern sie nur moralisch fördern, hat ebenso vielfach Befremden erregt, wie die ursprüngliche Ablehnung der von Norwegen angebotenen Hilfe durch Mussolini. Diese Zurückhaltung, wie überhaupt die Beurteilung des ganzen Nobileschen Unternehmens wird ober ver- ständlich, wenn man dieses in bezug auf Motive und Durch- f ü h r u n g einer kritischen Betrachtung unterwirst. Eine unvoreingenommene Prüfung der Organisation des Nobileschen Nordpolsluges und seines bisherigen Verlaufes ergibt die' Tatsache, daß weniger Wiffenschastliches, als vielmehr politische» Iatereffc, persönlicher und nationaler Ehrgeiz, ja. man könnte fast sogen Ruhmsucht, da» Hauptmotiv der �Zlalia�-Expedition bildeten. Doneben auch das wirtschaftliche Interesse der italienischen Flugzeugindustrie. Die Auffindung und Besitznahme von Land im hohen Norden, der damit verbunden« Entdeckungsruhm und die Hissung der italienischen Flagg« am Pol sollten ausschließlich an den Namen Italiens gebunden sein und der„Gloire* seines Regimes, der Erweiterung seiner politischen Geltung dienen. Nur so kann man sich die ganze Aufmachung der„Italia"- Expedition, ihre fast ausschließliche Beschränkung auf italienische Teilnehmer, ihre Dotierung mit einem italienischen Lust- und Hilfs- schiff, der„Italia" und„Cita di Milano", die Vorbereitun- gen zur Landnahme und Nobiles Angst, daß die Russen ihm darin zuvorkommen, sowie endlich die Ablehnung der nor- wegischen Hilse durch Italien erklären. Der Einsatz an Geld und Leben, den Italien sich dieses Wagnis kosten läßt, steht bei solcher Art Durchführung in keinem Verhältnis zu dem damit verbundenen Risiko und möglichen Gewinn. Oer Kernpunkt der Sache. Scheinen schon die Motive dieses Unternehmens ostenbar nationalem Größenwahn zu entspringen, so läßt dessen dilettantisch- theatralische Inszenierung und Durchführung mangelnd« Sachkennt- nis und grenzenlosen Leichtsinn erkennen. Und damit kommen wir zum Kernpunkt der Sache. Der Versuch mit einem unzureichend leistungs- fähigen Luftschiff, einer wissenschaftlich unzulänglich fundierten Expedition und Führung, sowie den schweren Gefahren der arktischen Land- und Meerzone weder physisch noch technisch und Nimatisch gewachsenen südländischen Begleitung die Arktis zu durchforschen, unter Ablehnung nordischer Hilfe und Erfahrung, hört auf, Anspruch auf ein ernsthaftes Unternehmen, auf Heldentum und Wissenschaft- lichen Zweck erheben zu dürfen, fondern wird zum unverantwort- lichen Abenteuer. Daß bei diesem fünfzehn Menschenleben, zum Teil in völliger Unkenntnis der ihnen drohenden Gefahren, aufs Spiel gesetzt wurden, lädt schwere Schuld auf die Veranstalter des Unternehmens, das damit zu einem Vabanquespiel gestempelt wird. Die verantwortlichen Veranstalter aber sind Nobile und die faschistische Regierung. Bewertung und Ausgang einer wissenschaftlichen Expe- dition werden in erster Linie durch die Persönlichkeit und Ouali- sikation ihres Führers und seiner engeren Mitarbeiter bestimmt und entscheidend beeinflußt. Daß Nobile ein hervorragender Avia- tiker und als solcher bis zu einem gewiffen Grade auch aerowiffen- schaftlich qualifiziert ist, soll keineswegs bestritten werden. Aber diese Qualifikation ist noch nicht ausreichend, wo es sich um ein Unternehmen in der dem heißblütigen, nervösen italienischen Menschen des südlichen Klimas so ganz entgegengesetzten lebens- fremden arktischen Zone handelt. Oie mongelhaste wissenschastliche Ausrüstung. Auch Nobile war sie bis zum Polflug der„Norge" 1325 völlig fremd. Alle seine wissenschailliche und praktisch« Kenntnis der Äcroarttik verdankt er seiner Teilnahme als Pilot an diescr ersten Polarflugexpedition und ihrem wissenschaftlich anerkannten Leiter Amundsen und dessen norwegischem Stabe. Was aus den Schilderungen Amundsens über das persönliche und fach- lich« Verhalten Nob.iles zu seinen norwegischen Gefährten auf diesem Polarfluge und über seine hierbei geoffenbarten Ten- denzen bekannt geworden, läßt ihn als Wiffenschoftler, als Mensch und Kamerad in wenig vorteilhaftem Lichte erscheinen und Mangel an Nerven, aber auch Egoismus» Ueberhebung und Rücksichtslosigkeit als hervorstechend« Charakterzüge erkennen. Das sich an Nobile ostenbavende Ueberselb st bewußt fein «ch Vertiouep gpepzt bereits an Ueberhebung, die ihn auch ohne Rücksicht auf die dadurch entstehende Gefährdung der Menschenleben, für die er verantworttich stt, auf di« Teilnahme norwegischer Polarsachverständiger von Haus aus verzichten ließ. Diesen Mangel an Führereigenschaften und Derantwortungs- gefühl vermögen auch der schwedische, tschechoslowakisch« und italie- nische Wissenschaftler, die di« Expedition begleiten, sowie der kühne Alessandro nicht auszugleichen. Di« übrige Begleitmannschaft aber ist.weder wissenschaftlich noch physisch für eine Polarexpedition qualifiziert, und es ist bezeichnend, daß es darunter sogar Leute gibt, die nicht Skifahren können; ganz abgesehen davon, daß allen diesen Südländern die für«in arktisches Unternehmen und seine Fährnisse so unentbehrlichen ruhigen Nerven der Nordländer fehlen. Wenn man auch ollen diesen Männern der„Italia" angesichts der Todesgefahr, in die sie sich begaben, Achtung vor ihrem Mut nicht versagen kann, so ergibt sich doch unzweifelhaft, daß hier Heldentum mit Leichstertigkeit verwechselt wird und nationaler Chauvinismus und persönliche Ruhmsucht dos Leben der„Italia"- Leute aufs Spiel gesetzt haben. Kein« andere Nation hätte es gewagt, mit so unzulänglichen Mitteln, unzureichender wiffenschaft- licher Fundierung und ungenügender technischer Vorbereitung und Organisation eine solche Expedition in die Arktis zu unternehmen, und sowohl von deutscher wie von norwegischer Seite sind diese Bedenken bereits vor Antritt der Polarflüge der„Italia* rückhaltlos geäußert worden. Nobile aber wollt« nicht hören und war völlig im Banne seiner Pläne, seines italienischen Optimismus und der Eifersucht auf seine ehemaligen norwegischen Gefährten. Die Folgen blieben nicht aus; sein und seiner Begleiter Leben hängt an einem Faden, und immer lauter ertönt sein Hilferuf nach Rettung. Diese ober stt an sich bereits ein mit großen Schwierigkeiten und Lebensgefahr verbundenes Wagnis, dessen Gelingen sehr fraglich ist. Daß sich die Norweger zuerst daran machten trotz Nobiles früheren Verhaltens gegen Amundfen, beweist nur ihren ritterlichen Sinn. Man kann trotz allem nur wünschen, daß die Rettung gelingt. Lb. I. H. Wer weiß das? Ein lehrreiches Beispiel für die Wandlung der Wortbedeutung ist das Wort„Idiot*. Das griechische Wort Idiot bedeutet zunächst „Privatmann*. Usber den Umweg„der Nicht�Staatsmann",„der Unkundige" gelangte das Wort zu seiner heutigen Bedeutung:„der Geistesschwache". » Am Hafen von Acojutia in Salvador gibt es einen Vulkan, der vollständig als Leuchtturm dient. Mit größter Regelmäßigkeit speit er all« 7 Minuten leuchtende Lavamassen aus, die bei Tag als Rauchwolken die Schiffer orientieren; bei Nacht als unfehlbares Blinkfeuer. * Die überaus nützlichen Fledermäuse besitzen zwischen Augen- und Nasenlöchern Fettdrüsen, mit deren Hilse sie jedesmal nach dem Erwachen bzw. Abendflug die feine Flughaut ihres nervendurch- zogenen(Tastsinn) Flugapparates einölen, um sie geschmeidig zu machen. Sie tragen also das„Oelkännchen* gleich bei sich. Dos Laulenlied im Zuchthaus Im tausendjährigen Brandenburg, mitten in der Stadt, steht ein Zuchthaus; 650 Gefangene birgt es in seinen Mauern— mehrere tausend Jahre Leben verwelken in der dumpfen Qual der Zelleneinsamkeit. Ja, Brandenburg ist eine„romantische" Stadt. Das Zuchthaus selbst ist auch„romantisch"— von außen. Hohe feuerrote Mauern umgeben es. Auf der einen Seit« neigen sich die Wipfel der Bäume eines Parkes über die mit spitzigen Glas- scherben besäte Mauer. Und das Gezwitscher der Dögel fliegt von morgens bis abends über sie hinweg. Tauben girren auf den alten Giebeln des Arbeitshauses, das 1790 erbaut worden ist. Manchmal hören die Gefangenen das Gelächter von Liebenden aus dem Park... Dann fließt an dem Zuchthaus der Havelstrom vorbei, auf dem die Vergnügungsdampfer fahren. Mit Musik und gellendem Si- renenruf. Und endlich meldet sich die Stadt: Wagen holpern, Autos hupen, Straßenbahnen raffeln. Nicht selten ertönt Gesang. In der Stadt New Port werden jetzt zwei Reiterstatuen von Indionern, ein Speerwerfer und ein Bogenschütze, enchüllt. Di« Statuen sind das Werk des auch in Europa und vor allem in England zu großer Bedeutung gelangten serbischen Bildhauers Ivan Meftrovic. In Kroatien hergestellt und gegossen, wurden si« kürzlich nach Amerika verschifft. Wahrlich ein Hohn der Geschichte: Die Weihen rotten systema- tisch ganze Rassen aus, und dann setzen sie ihnen noch Denkmäler! Von den Ausflüglern, die Sonntags heimkehren. Wochentags singen die P o li z e i s chü l e r. die durch Brandenburg am Zuchthaus vorbei zu den Uebungsplätzen marschieren. Die Polizisten fingen den Gefangenen etwas vor. Das hat bestimmt einen besonderen Reiz. Das Leben ruft mit tausend Stimmen in das Zuchthaus hinein, aus dem keine Antwort kommt. Soll es auf den Gesang der Po- lizisten antworten? Auch das Zuchthaustor ist„romantisch." Grauer Stein, mit einer großen, schweren Eisentür. Im Gebäude links vom Tor sind die Beomtenwohnungen. Auch ihre Fenster sind vergittert. Aber Blumen ranken mit bunten Blütenstengeln aus den nach außen zu bauchig gebogenen Gitterstäben. Am Fenster der Anstoltswache— das Wort„Strafanstalt" ist über dem Tor in den Stein gemeißelt— sind zwei„Spione", durch die man die Straße links und rechts hinunter sehen kann. Das Glas der „Spione* ist aber schon trüb und gelb und das Quecksilber unter dem Glas ist geronnen... Wer durch das Tor will, muß an einem Klingelzug mit blankem abgescheuerten Holzgrisf rütteln. Drinnen bimmelt dann mit hellem Geläut ein« Schelle— und eine unsichtbare Hand öffnet das Tor. 2Bi«„romantisch!* Man steht vor den uniformierten Aussehern. Litzen blinken, Säbel scheppern, Schlüssel rasseln. Halbdunkl« Gänge entlang. Ein- gegittert« Treppen hinaus. Bon Gittertür zu Gittertür, die dauernd auf- und zugeschlossen werden. Im Zimmer des Direktors begrüßt mich O b e r j u st i z r o t L e m k e s. Ich danke ihm für die Besuchs- erlaubnis. Dann schüttle ich Sven Scholander di« Hände. Der alte und doch ewig junge„Sven" stimmt seine Laut«. Denn in der A n st a l t s k i r ch e warten die Gefangenen auf die Stunde, von der sie ein bißchen Freude erhoffen. Die Gefangenen aller drei Stufen sind versammelt. Auch die aus dem Lazarett. Mit unzähli- gen Bibelsprüchen sind die Wände der Kirche bemalt. Ob sie auch nur einer armen Seele Trost gespendet haben? Sonnenlicht fällt durch di« Kirchenfenster. Im Gefängnisgarten jubiliert eine Drossel. Und in den Vankkästen sitzen die Gefangenen in kaffeebraunen Drillichanzügen, mit weißblauem Knüpftuch um den Hals und braunen Kappen in den Händen. Vor ihnen, vor dem Altar, steht Scholander. Ist aber kein „Sohn Gottes", ist ein Sohn der Erde. Wieder fingt er die Lieder des schwedischen Arbeiterdichters Dan Andersson:„Bin ein Spielmann, spiel des öfteren zum Grabschmaus wie zum Tanz..." Herb ist Melodie und Wort, herb Scholanders Stimme. Aber jedes Lied wird glutvoller, mit jedem Lied entflammt der weißhaarige Sänger am eigenen Feuer. Er reißt die Herzen mit, die Körper empor. Die Gefangenen dürfen nicht klatschen— sie dürfen sich nur von ihren Plätzen erheben. Erst tun si« es zögernd, dann wie emporgeriffen. Ergriffenheit und— später— heiterer Taumel läßt sie emporschnellen. Wie angewurzelt standen sie. Die Herzen voll ehrlichem Dank. Vor ihnen stand ein ehrlicher Mensch— das fühlten sie. Er tat nicht nur so, er hatte keine Mitleidsgesten— er war ein brüderlicher Mensch. Winkte mit der Hand, lachte mit leuchtenden Augen und sagte einfach:„Hört ihr mal zu!" Und er- zählte dies und das, von seinem toten Landsmann Dan Andersson, von den Liedern und von seiner alten Laute. Ein großer Blumenstrauß wurde gebracht. Von einem Gefan- genen. Ein andrer Gefangener brachte ihm eine kunstvolle Holz- arbeit. Und ein dritter, der mit Erlaubnis des Direktors oersteckt im Beichstuhl der Kirche saß, hatte Sven Scholander während des Lautenspiels gezeichnet. Mit unvergeßlichen Geberden dankte der Sänger. Im Garten sang noch immer die Drossel. Der Sonnen- schein war aber zu feurigen Strahlenbündeln geworden, die wie rot« Pfeile durch die Kirchenfenster schössen. Ein« Glocke läutete zum bitteren Abschied. Die Gefangenen mußten in die Zellen zurück. Auf dem Hof trafen wir sie. Mit brennenden Augen starrten si« der einzigen Frau nach, die auf der Galerie der Kirch« dem Konzert zugehört hatte. Eine Frau! Ein »junges, schönes Mädchen! Ein Weib schritt durch diese Hölle! Zö- gernd, unendlich zögernd gingen die Gefangenen, die Köpfe rückwärts gewandt. Die Aufseher riefen:„Rasch, rasch!" Auf den Gängen Zelle neben Zelle. Mit schwerem Ruck fallen die Riegel. Klipp- klapp- klipp-klapp, hart und eisern. Ein paar Zellen werden auf meine Bitte geöffnet. Ein Gefangener der ersten Stufe steht vor mir. Ein junger Mensch. Gekalkte Wände, ein Klappbett, Tisch und Schemel und die Gitterfenster. Sonst nichts. Drei Schritt hin, drei Schritt her... In einer Zelle der zweiten Stufe treffe ich auf zwei Gefangen«. Ein Haufen fertiger Pantoffeln liegt auf dem Boden. Ihre Arbeit. Einige Bilderchen on den Wänden, Blumen auf dem Tisch, Photos und Zeitungen. In der Zelle der dritten Stufe treffe ich auf den Holzschnitzer, der Sven Scholander das Geschenk gemacht hotte. Seine Zelle sieht wie eine Wohnstube aus. Bilder, Photos, Blumen, Decken und— eine Hobelbank mit Tischler- Werkzeug Ich frage den Gefangenen. Zwölf Jahre ist er schon im Zuchthaus. War in dieser Zeit in verschiedenen Anstalten, hat den „Tapetenwechsel"(ein grausam treffender Ausdruck) mehrmals hinter sich und— noch vor sich. Bis 1934 muß er im Zuchthaus bleiben. Ich erstarre. Von dem Inspektor erfahre ich, daß in der Anstalt 25„Lebenslängliche"— di« Gefangenen nennen sie die„Himmelblauen*— sind. Ein Haus des Grauens... Um das Toben in mir zu beruhigen, nutze ich die Zeit bis zur Abfahrt meines Zuges zum Ausstieg auf die„Bismarckhöhe*, von der man weit über das märkisch« Land sehen kann. Dort oben ist ein Restaurant, von dem die Brandenburger mit Stolz über ihre tausendjährige Stadt blicken können: sie ist von Wäldern und Seen umgeben und mitten in der Stadt liegt das Zuchthaus, dessen schwarze Gitterfenster wie erloschene Augen aussehen. .Alkreck Fritzsche. and 2 DER GELBE DIWAN set inul s$.gation? VON V. WILLIAMS- ZEICHNUNGEN VON ADOLF VON ADOLF LEHNERI 9. Morgenarbeit. ,, Und nun an die Arbeit," rief Manderton. Der Strohhut" erschien an der Tür. 12. Fortsetzung. Anzug tadellos mie immer. Es braucht mehr als eine Tragödie," dachte der Polizist, um einen Menschen seinen Lebensgewohnheiten zu entfremden." Mallom!" Ich muß auf die Station für eine Stunde oder so. Während ich fort bin, lassen Sie niemand hier herein. Wer kommt, den weisen Sie an Inspektor Hafe auf der Station. Boulot, aus dem Frühstück bei Cranmore fann nichts werden. Aber sagen Sie ihm, bitte, daß ich kommen werde, sobald ich kann. Und ich wär Ihnen sehr dankbar, wenn Sie zusehen mürden, daß die Miß Dolores und wie sie sonst noch heißt, dann zu Hause ist. Spätestens um zehn Uhr bin ich dort. Auf Wiedersehen..." em in Wie ein Sturmwind fegte er hinaus, und gleich darauf hörte man das geräuschvolle Anfahren seines Autos. Boulot fand sich mit Mallow allein, der umständlich seine kleine, schwarze Pfeife füllte. ,, Fabelhafter Kerl, der Inspektor!" bemerfte er, während er ein Zündholz an seiner Fußsohle anstrich.„ Sie kennen ihn schon ein Zündholz an seiner Fußsohle anstrich. Sie kennen ihn schon lange, nicht?" Behn Jahre. Unser erster gemeinschaftlicher Fall war der Behn Jahre. Unser erster gemeinschaftlicher Fall war der von der Engländerin Alice Ray, die man erwürgt in ihrer Villa in Neuilly auffand... Erinnern Sie sich...?" Der Strohhut" nickte. Freilich. Die französische Polizei hat's damals nicht schlecht gemacht. Wenigstens war das der Eindruck auf der Station. So, da waren Sie auch dabei! Und was fagen Sie zu dieser Geschichte...? " Almes 08( 3) The Times ah Sie sagten mir gestern, daß Quaŋre sie schon in Amerifa fannte stimmt das?" gleichen unitschule in Wann das?" ,, Vor dem Krieg 1913, glaube ich." Manderton schrieb schnell in sein Notizbuch. " „ Boulot!" jagte Cranmore plöglich,„ Sie halten natürlich einen abierten an der gleichen Kunstschule in New Yort." Mann in meinem Zustand für gänzlich untauglich, um der Polizei bei ihren Untersuchungen behilflich zu sein. Aber ich muß etwas tun. Ich bin ganz vernünftig und werde niemand im Wege stehen. Und Sie und der Inspektor ich habe seinen Namen vergessendie meine Frau ermordet hat!" Sie müssen mich mithelfen lassen, die... Person herauszubringen, Die Verzweiflung seines Freundes rührte an eine Stelle tief im Herzen des alten Franzosen. Er legte die Hand beschwichtigend auf seinen Arm. " ,, Mon vieux," sagte er ,,, wir rechnen auf Ihren Beistand." Hören Sie zu!" rief Cranmore. Als ich gestern nacht nach Haufe tam, habe ich alle Sachen meiner Frau durchgefehen, Briefe und Notizen, ohne irgend etwas auf ihren Besuch in der Aldonftraße Bezügliches zu finden. Auch durchs Telephon kann sie nicht angerufen worden sein. Die Leitung war in Unordnung und ist erſt bis Mittag wieder repariert worden. Aber auch später hat niemand angerufen. Ich weiß es bestimmt von der Zentrale. Wenn meine Frau zu Quayre gegangen ist, muß sie sich in einem plötz lichen Impuls dazu entschlossen haben." ,, Mon ami," sagte Boulot sanft, sie ist im Vorraum von Quanres Atelier erstochen worden." Eine tiefe Falte erschien zwischen Cranmores Augen, und seine Nasenflügel bebten. Ist das absolut sicher?" fragte er. Boulot niďte. ,, Wir haben den Blutfled auf den Fliesen gefunden." ,, Quayre!" brach's wie ein Schrei von den Lippen Cranmores. 29 " Weiter!" drängte er. ,, Erzählen Sie mir alles darüber. Wer mar sie eigentlich? Wie ist sie mit Quayre zusammengetroffen? Wer ist er?" Die Fragen stürzten wie ein Wafferfall aus seinem Mund. ,, Der Vater meiner Frau war ein irisch amerikanischer Journalist, der bei einem Straßenunfall umfam, als Carmen noch ein fleines Kind war. Er hatte eine Südamerikanerin aus Argentinien geheiratet. Bei seinem Tode hatten fie fo gut mie nichts. Meine Frau liebte es nicht, viel über ihre Kindheit zur teden, aber ich glaube, sie war hart genug. Als ihre Mutter starb, war Carmen erst siebzehn Jahre alt und mußte sich ihr Brot selbst verdienen. Sie zeichnete für Zeitschriften und erhielt dafür genug, um das Schulgeld an der Kunstschule zahlen zu können und da neben auch für die Erziehung ihrer Schwester zu sorgen. Als der Krieg ausbrach, ging es ihr ganz gut. Dolores befand sich damals in einem Kloster in Brüssel. Carmen gab ihre Wohnung in New York auf und fam nach England, um hier Krankenschwester zu werden. Ich lernte sie im Spital tennen, wohin man mich nach meiner Verwundung schickte... it dor In welchem Jahr?" ,, 1918, nach der Märzoffensive." Und Quayre was tat er in Amerita?" Ich glaube, seine Mutter war Amerikanerin." p ,, Aber er selbst ist Engländer?" ,, Jawohl. Aber Laffen Sie uns nicht zu vorschnell urteilen! Was sich gestern seine Mutter nach nach dem Tode seines Baters zogen er und in seinem Atelier abgespielt hat, ist so merkwürdig..." Ein Dienstmädchen mit roten und vom Weinen verschwollenen Augen erschien an der Tür, und gleich darauf folgte Manderton mit schnellen Schritten. " Mr. Cranmore," sagte er, ich bin froh, daß ich Sie zu Hause antreffe. Ich möchte einige Fragen an Sie richten.. Zuerst beantworten Sie mir selbst eine Frage. Ist es wahr, ut daß Quayre meine Frau ermordet hat?" Darauf weigere ich mich im Augenblid zu antworten!" entbgegnete der Polizist sehr bestimmt. Inzwischen muß ich Sie in einigen wichtigen Punkten um Auskunft ersuchen. Entschuldigen Sie meine Gradheit, aber ich habe Eile und nur sehr wenig Zeit zu meiner Verfügung. Also wegen Mrs. Cranmore und Quayre mito nad tuo ip Jambo msds msd euo made New Yort. Er studierte an derselben Schule, die auch meine Frau besuchte." ,, Erinnern Sie sich an den Namen?" Duhamel. Carmen sprach oft darüber..." Der Bleistift fuhr über das Papier. Manderton schlug eine neue Seite um und schien unschlüssig. Dann fragte er langjam: Wie intim mar Ihre Frau mit Quayre, soweit Ihre Kennt nis geht?" Cranmore trommelte nervös mit den Fingern auf dem Tisch. ,, Sie studierten zusammen. Weiter nichts. Quayre war einer von den Freunden meiner Frau in New York. Jeden Samstagabend sah sie einige Bekannte bei sich. Einer davon war Quayre.. ,, Wie pflegte fie über Quaŋre zu reden?" ( Fortfehung falgt.) misin WAS DER TAG BRINGT. Was der Druckfehlerteufel hervorbringt. sid| Sozialdemokraten und anderen Republikanern nicht verschmäht, fo wäre es an der Zeit, daß sie ihre Abneigung gegen das Zentralorgan der größten deutschen Partei und gegen die Farben der deutschen Republik endlich ablegt! In verschiedenen Zeitungen wird ein Aufsatz über das Fest der Sommerfonnenwende, das Johannisfest, veröffentlicht. Alle Sitten dieser Zeit seien der Widerhall unserer Entwicklung, germanische Borzeit lebe in den Tagen der Sommerfonnenwende Dann aber heißt es: ,, Und wirklich gibt es taum ein Fest, indem wie ein starkes Widerspiegeln ehrwürdig Vorväter bäuche aus der Vergangen heit wieder emportauchen." Alle Zeitungen brachten das Verbrechen. Frieden ruhen. Es bleibt ihnen erspart, mitanzusehen, was der Boulot griff nach seinem Hut und zuckte die Achseln. ,, Wenn der junge Mann nur reden wollte. So ift's! Aber es hat ihn schon haben Sie auf feine Hände geachtet, als er das Zigarettenetui herauszog? Bitterten ordentlich! Und der Inspektor wird ihn schon untertriegen. Reißt den Leuten die Seele aus dem Leib so ist der Inspektor. Passen Sie auf. Bis zum Abend hat er das Geständnis. Sie werden's sehen!" drill findro ,, Aber warum hat er jetzt nicht geredet...?" sagte Boulot mehr zu sich, als zum anderen. ,, Denkt über sein Alibi nach, das ist es," entgegnete der Strohhut". Bis ihn der Smith auf die Station gebracht hat, hat er's fertig, da möcht ich drauf schwören. Sie haben's dick hinter den Ohren, diese Künstler!", Als Boulot im Auto nach Sloane Crescent zurückführ, sah er, daß die Londoner ihre Morgensensation schon in den Händen hielten. Alle Zeitungen brachten in riesigen, dickgedruckten Ueberschriften das Verbrechen. Im Vorüberfahren konnte er lejen: ,, Eine Dame in West Kensington erstochen"- ,, Eine Dame der Gesellschaft ermordet" ,, Geheimnisvoller Mord in Hammerfmith" und als sein Wagen einen Augenblic neben einem Omnibus halten mußte, erkannte er auf dem Umschlag eines illustrierten Blattes das schöne Gesicht Carmen Cranmores, das ihm wieder die stille Gestalt im Hinterzimmer des Drogisten ins Gedächtnis zurückrief. In Sloane Crescent war schon alles voller Leben. Der Briefträger machte eben seine Runde, ein Milchwagen rajfelt daher, und hier und dort zeigte sich am Fenster ein frischgewaschenes Dienstmädchen, zum Beweis, daß nun auch für die Londoner dieser vornehmen Gegend der Tag begonnen hatte. Cranmore öffnete Boulot selbst die Tür. ,, Was gibt's?" fragte er begierig. Was gibt's? Diese Untätigkeit tann ich nicht mehr aushalten. Ich war um fünf Uhr in Ihrem Zimmer, aber Sie waren schon fort.. ,, Lieber Freund," antmortete der Franzose ruhig, ich bin schon einige Stunden unterwegs und eine Tasse Kaffee. ,, Das Mädchen fagte grad, daß das Frühſtüd angerichtet märe. Hinten im Wohnzimmer. Es heißt, daß auf der Straßenseite die Laden geschlossen bleiben müssen. " Die Börse würde in dem gebeugten und apathischen Mann faum den lebensvollen, vergnüglichen Chef von Cranmore u. Co. miedererkannt haben. Seine Stimme flang eintönig, und seine Haltung entbehrte aller Elastizität. Als ob ihn die Laft seines Kummers wie ein Bleigewicht zusammendrückte. Auf dem runden Tisch in Carmens chinesischem Boudoir stand das Frühstück. Boulot schenkte sich eine Tasse Kaffee ein, während er unbemerkt seinen Freund beobachtete. Cranmore hatte tiefe, blaue Ringe um die Augen, aber er war frisch rafiert und sein Selbsthinrichtung auf dem elektrischen Stuhl. Selbstmörder sind erfinderisch. Zuweilen spielt dabei so etwas wie Eitelkeit mit: sie wollen nach ihrem Tode von sich reden machen; die Art, wie sie aus dem Leben scheiden, soll so originell mie möglich sein. Gift, eine Kugel, ein Strid oder das Wasser scheinen ihnen als Mittel, sich ins Jenseits zu befördern, zu alltäglich. Der eine steigt auf den Eiffelturm und stürzt sich von dort aus hinunter; ein anderer läßt sich unter den Trümmern des Flugsich im Restaurant unter den Unsere Borfahren fönnen sich glüdlich schäzen, daß sie in Frieden ruhen. Es bleibt ihnen erspart, mitanzusehen, was der Druckfehlerteufel mit ihnen treibt. Nach ihm müßten die alten Ger manen ziemlich beleibt gewesen sein, denn sonst fönnte man nicht annehmen, daß ihre Bäuche wie ein starkes Widerspiegeln ehrzeuges begraben; ein dritter würdig aus der Bergangenheit wieder auftauchen. Daß es nicht so ist, ist sicherlich recht gut... Schwarzrotgold wird ,, gefragt"! Der letzte Bericht der Berliner Tertilzeitung" zieht unter den 20. Mai einen beachtlichen Abschlußstrich: Schwarzweißrot geht zurück! Schwarzrotgold wird gefragt! Nicht nur der Deutsche Autoklub, Post, staatliche und tommunale Behörden treten als Käufer auf, sondern während der Wahlbewegung wurde schwarzrotgold auch von Privaten start gefragt". Wohingegen zum größten Schmerz der nationalen Kreise bemerkt werden muß: Schwarzweißrot scheint in alten Beständen noch reichlich vorhanden zu sein." Neben dieser vaterländischen" Pleite fonstatiert die Tertilzeitung" ein " weiteres Herabgleiten der Moralität:„ Doch muß gesagt werden, daß die Fahne als Symbol nicht mehr die frühere Bedeutung hat. Heute gibt man Bestellungen auf, ohne dabei zunächst ans Bezahlen zu denken, während man früher aus Gründen der Reinlichhaltung der Fahnen die Rechnung sofort beglich." Ja, ja, die gute alte reinliche" Zeit die ist auch für den Fahnenhändler dahin. Aber Feldkanonen nicht mehr gefragt". In der Deutschen Feldartillerie", einem Blättchen unentwegter Kanoniere, wird fonstatiert, daß die Nachfrage nach einem naturgetreuen Modell der Feldkanone 96 n/ A, oder der Feldhaubize 98/09 zu gering war, um eine fabrikmäßige Herstellung in die Wege leiten zu fönnen Die heilige Barbara, die Schuhpatron in der Kanoniere, verhüllt ihr Haupt! Misdroy kennt uns nicht. Aus dem Ostseebad Misdroy wird uns geschrieben: " In der Lesehalle des hiesigen Kurhauses findet man allerhand Zeitungen, von der„ Kreuz- Zeitung" und" Deutschen Tageszeitung" bis zum örtlichen Blättchen. Den Bormärts" oder den „ Abend" sucht man vergeblich. Auch mehen allerhand Fahnen und Fähnlein von den Dächern, aber fein Schwarzrotgold. Das tommt aber daher, daß die gesamte Kurverwaltung deutschnational ist. Es figen darin abgehalfterte Majore, Oberleutnants, Schußleute und Spediteure. Andersgefinnte, Handwerker und Kaufleute werden bontottiert. Es soll vorgekommen sein, daß ein Sekretär den„ Borwärts" durch den Portier aus der Lesehalle hat entfernen lassen. Von Zeit zu Zeit merden während der Saison sogenannte„ Deutsche Abende" veranstaltet, an dem man dann all die schönen Armeemärsche von früher zu hören bekommt. Bor zwei Jahren wurde sogar noch:" Heil dir im Siegerfranz" gespielt." 169 rauschenden Klängen des Orchesters. Aus den Vereinigten Staaten von Amerika wird neuerdings gemeldet, daß ein gewisser Otto. Weide, der an einer unheilbaren Krankheit litt, den elektrischen Stuhl als Mittel zur Erlösung von aller irdischen Qual erwählte. Als Muster diente ihm dazu der elektrische Stuhl in Sing- Sing, auf dem in den Vereinigten Staaten die Mörder hingerichtet werden. Einen simplen Stuhl beschlug er mit Metall, stellte ihn darauf in sein Badezimmer, legte zu ihm elektrische Leitungen und ließ den Fußboden des Badezimmers mit Wasser anlaufen, um auf diese Weise die elektrische Leitbarkeit zu erhöhen. Nachdem er alle Vorbereitungen vollendet hatte, fleidete er sich aus, setzte sich auf den Stuhl, drückte auf den Knopf und... war tot. Kaschbach, Peterswaldau, Langenbielau Da die Badeverwaltung von Misdron das gute Gelb ponde Die Weber von Langenbielau und Kaschbach Die Weberinnen von Peterswaldau und Reichenbach, Die Textiler der schlesischen Dörfer, Berge und Täler Stürmen nicht mehr die Maschinen wie früher, Aber wie früher, Tag für Tag, gehn sie zur Arbeit. Immer noch steht die Fabrik von Herrn Zanziger da, Immer noch die Kungerberge, die Elendsdörfer, Das Rabengebirge, das Eulengebirge, Immer noch krächst der Rabe: Mehr Lohn! Immer noch schreit die Eule: Freiheit! Und auf den Autostraßen Fährt mit zwanzig PS die Baumwolle, Die Kunstseide, die Leinwand spazieren. Die Steinkohle, das Holz, das Glas und der Stein, Die Herren der Därfer, Städte, Wälder und Werke, Torüber an Kaschbach, ro Moritz Jäger aufstand. Vorüber am- Grünen Gatter in Peterswaldau, 100 der Sturm gegen Zrranziger begann, Vorüber an elenden Hüten, wo elende Handweber Noch heute sitzen, vorüber an großen Etagen Großer Textilbuden, wo das Volk sinnt und spinnt, Vorüber, vorüber Kaschbach, Langenbielau und Peterswaldau, bis Verlassen im schlesischen Lande, einmal aufdröhnend Vor jenem März 48 und lange vor jenem November 18 In Deutschland, gelobt sei euer Name bis in alle Ewigkeit Und euer Schrei und Programm: 1.Dir duldens nicht länger. Es muß anders merden!" und and gru sds no elisex Barthel Arbeiter Sport Das Reinemachen in Leipzig. Die Borkehrungen zum Bundestag des Arbeite:.| Datum sofort melden.- Wo bleiben die Berichte über die Turn- und Sportbundes, der morgen, Sonnabend, nach mittag beginnt, haben bereits begonnen. Die Sparten sind früh morgens zusammengetreten, die Kreisvertreter halten Besprechung ab. Der Bund will vorwärts und aufmärts. Aber alle Debatten werden von der sorgenden Frage erfüllt sein: Was machen wir mit den kommunistischen Ratten, die von allen Seiten unser Bundesschiff benagen? Helle Empörung lodert auf gegen den kommucristischen Zellenbau. Die Gutmütigkeit und Nachsicht ist zu Ende, überall ertönt der Ruf: Nun aber Schluß! Reinigt den Arbeitersport von der fyftematischen Sabotage der KPD.- Zellen. Der Bundesvorsitzende Gellert unterbreitet dem Bundestag eine Broschüre: „ Der Kampf um den Bund. Es ist attenmäßiges Material, wie die kommunistischen Zellen im Bund arbeiten. Ohne Stimmungsmache, rein sachlich, aber gerade Deswegen erschütternd. Man frag: sih nur: Warum hat der Bund diefes Treiben solange geduldet? Wir fönnen aus dem Material mur einige Stichproben geben. Der Bezirksparteitag der KPD. in Berlin beschloß be: reits 1924, daß in allen Arbeitersportvereinen Fraffionen zu bilden find, die von der Partei kontrolliert werden. Neben dem Arbeitersport- Kartell ist ein rotes Sporttartell" zu bilden, das den Fraktioner dauernd politisches Informationsmaterial zur Propagierung in den Vereinen liefert. Die politischen Losungen de: Bartei sind in alle Vereine hineinzutragen. Von der Reichszentrale der PD. ist ein Sportsekretariat mit Bressestelle einzurichten. In einem Schreiben des russischen Leiters der Propaganda in den Sportverbänden, G. Ermann, werden den deutschen Leitern der Sowjetpropaganda Arbeitsanweisungen gegeben, dann heißt es: " 78.3n den nächsten Tagen fommt der Genoffe Podwoisti nach Berlin, um Sie dort zu treffen, von ihm erhalten Sie die notwendigen Gelder für die Arbeit in der Berliner Sportabteilung." Ueber Schlesien sagt„ Die Schmiede", das Funktionärblatt der dortigen KPD. Organisation, vom Februar 1927: Bisher lag die Leitung der Arbeitersportvereine in Händen von Refor mister, die mur von der„ parteipolitisch- neutralen Arbeitersportbewegung" sprechen. Durch Anschneiden von politischen Tagesfragen in den Vereinen famen wir bald zu Ein fluß. Wir erhielten Funktionen im Breslauer Arbeitersport- Kartell, Protestresolutionen gegen den Bundesvorstand murden angenom men und die„ Einheitsfront des Arbeitersports" propagiert. Hamburger Bundestagsbes hluß, der Zugehörigkeit zu einer Partei der Gewerkschaft verlangt, muß zu einer breiten Mitgliederwerbung für die kommunistische Partei ausgenügt werden. Dann heißt es: T Der Unsere PD. Genoffen müssen den Arbeiter- Turn- und Sportverbänden zugeführt werden. Dasselbe gilt für den Roten Fronttämpferbund und die Rote Jungfront. Unsere Genoffen werden alle für die Arbeitersportler wichtigen politischen Ereignisse mit Aufmerksamkeit verfolgen und sie in der Mitgliedschaft der Sportorganisationen 3ur Distuifion stellen müssen. Die fommunistifchen Sportfunktionäre müssen besondere Konferenzen abhalten, die Provinz systematisch bearbeiten und Informationsmaterial durch Rundschreiben hrausgeben." Der Dresdener Fraftionsleiter Art schreib: Juni 1927 an alle Sportfraftionsleiter": Die Sachsenmannschaft ist aus Rußland zuzüd. Ueberall müssen Rußlandberichte gefordert werden. Für diese Vorträge müssen alle Partei und Sportgenossen sowie die Sympathisierenden mobil gemacht werden. Mit den Vereins Sportfrattionen muß über Stattfinden einer Bezirks- Fraktionskonferenz gesprochen werden. Sirpino Arbeiter- Handball. Um die Frauenkreismeisterschaft. Das wichtigste Spiel des Sonntags ist das Wiederholungsspiel um die Kreismeisterschaft der Frauen. Lichtenberg, 2. Abteilung, hatte Einspruch erhoben, dem stattgegeben wurde, und nun stehen sich Lichtenberg 2. Abtlg. und Groß- Berlin- Wedding um 9 Uhr im Lichtenberger Stadion gegenüber. = Am Sonnabend spielen in Reinidendorf, Scharnweber Straße, um 18 Uhr, Groß- Berlin- Wedding 1. Abtlg. 1. Männer gegen Tegel und Fichte- Nord- Jugend gegen Trotha- halle; um 19 Uhr Groß Berlin- Wedding 2. Abtig. 1. Männer gegen Fichte 19. Abtlg. und um 19 Uhr Fichte- Nord 1. Männer gegen Fichte- Süd. In Rosen thal, Hauptstraße, spielen Groß Berlin- Rosenthal Jugend gegen Fichte 9. Abtlg. um 18 Uhr und die 1. Männer gegen Siemensstadt um 19 Uhr. Weitere Spiele: Männer: Biesdorf gegen Sparta um 20 Uhr in Biesdorf, Leffingplay; Allzeit- Bereit 1. Männer gegen Neukölln 2. Abtlg. 3. Männer um 18 Uhr in Grenzallee und Bohnsdorf- Jugend gegen Sparta um 19 Uhr in Bohnsdorf, Schulzendorfer Straße. % Am Sonntag spielen in Zehdenia Fichte 10. Abtig. I und Belten II. In Belten, Germendorfer Straße, um 14 Uhr, Ballspielflub Belten Frauen gegen Nordiska und Freie TurnerschaftBelten- Jugend gegen Fichte 20 A; um 15 Uhr die gleichen 1. Männer und um 16 Uhr die Frauen gegen Groß- Berlin- Rosenthal. In Hennigsdorf, Waldsportplay, spielen Vorwärts- Hennigsdorf und Groß- Berlin- Rosenthal; um 15 Uhr die Jugendmannschaften und um 16 Uhr die Männermannschaften. Weitere Spiele sind: Männer: Dremit I und Sparta III um 15 Uhr in Dremiz; NeuköllnBudom I gegen Fichte 19. Abtlg. II um 15 Uhr in Budom, und Fürstenwalde gegen Fichte- Treptow- Sportler um 16 Uhr in Fürstenwalde. Vom Arbeiter- Wasserrettungsdienst. Beim Spielen am Brizer Osthafen fiel am Dienstag die zehn jährige Vera Kraatz aus Briz, Rudomer Allee 11, ins Wasser. Sie wurde von den Mitgliedern der Wachstation, Neukölln, Grenzallee, gerettet. Am 10. Juni wurden im Freibad Lübars zwei Personen von Krämpfen befallen, beide wurden von der dortigen Wachstation aus dem Baffer geholt. Sizungen der Vereins- Sportfrattionen, Meldung über Funttionärwechsel in den Vereinen sofort an den Frattions. leiter. In allen Vereinen ist die Kriegsgefahr, die Revolution in China, das Reiyskonkordat, die Beteiligung Deutschlands am bevorstehenden Krieg usw. zur Diskussion zu stellen und mit den sportlichen Diskussionen geschickt zu verbinden". Schon im Juni 1927 organisierte die KPD. in Schlesien ihre Anhänger für die Wahlen zum jetzt stattfindenden Bundes= tag. Die KPD. Brandenburg gab besondere Anweisungen, wie diese Wahl vorzubereiten ist. Die von der SPD. vor= geschlagenen Delegierten wurden als Hezer, Spalter und Renegaten bezeichnet. Die von der KPD. vorgeschlagenen Kandidaten segeln unter der Firma„ Oppo= fition". Diese Parteiflugblätter wurden an alle Sportvereine versandt, Fichte"- Berlin legte sie direkt seinem Mitteilungsblatt Rampfgenoß" bei. In dem Flugblatt heißt es: Alle KPD.- Genossen der Turnersparte müssen sofort Aussprache halten, wie die übrigen Vereinsmitglieder" für die Opposition zu gewinnen sind. Es müssen einige KPD. Ge. noffen bestimmt werden, die am Tage der Wahl derselben beiwohnen. Sollte das von Vereins wegen verhindert werden, so muß eine Beschwerde an die Wahlkommission gemacht werden.. = In der Beschlüssen des 4. Rongresses der Kommunisti. ichen Jugendinternationale 1924( die jetzt erst bekanntgeworden sind) wird verlangt: Fraktionsarbeit innerhalb der Sportorganisationen durch Bildung von kommunistischen Fratfionen, Bildung von rofen Blods unter Leitung der Fraffionen. Die fommunistische Jugend hat das Schwergewicht ihrer Arbeit in die Turn- und Sportorganisationen zu fragen." Die Bezirksleitung der KPD. Brandenburg berichtet 1927: In Berlin- Brandenburg- Lausig ent falteten wir eine lebhafte Agitation gegen die Helsingforser Beshlüsse. In Groß- Berlin ist unser Einfluß äußerst start. In der Provinz haben wir in 32 Ortsgruppen Be: bindung." In Berlin ist die Sache bereits soweit gediehen, daß der Arbeiter- Sportverein Fichte", der in Arbeitsgemeinschaft mit dem Schwimmverein„ Borwärts" und den Freien Kanufahrern steht, sich vollkommen in Händen der KPD. befindet. Der„ Fichte" Borsitzende Kirsch ist gleichzeitig Fichte"-Fraktionsleiter. Die Vereinsmitglieder haben gar fein Bestimmungsrecht mehr, da der Vorsitzende Kirsch in seinem ganzen Handeln schon durch die Fraktionsbeschlüsse, die er selbst herbeiführt, gebunden ist. Zu be achten ist hierbei, daß" Fichte" nach eigener Angabe mur 9,2 Proz. organisierte Kommunisten und 2,4 Bros. Sozialdemokraten hat, während alle anderen Mitglieder politisch uno: ganisiert sind. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Arbeiter Sportverein Lihtenberg, in Chöneberg ufw. Auch in einer Reihe anderer Vereine sind die Sozialdemokraten sowie die politisch Unorganifierten gegenüber der organisierten KPD.- Frattion, die wie eine Feme arbeitet, vollkommen machtlos und an die Wand gedrückt. Der Bundesvorsitzende Gellert. zitiert zum Schluß Sie Worte Stalins gegen die russische Opposition: „ Wir brauchen jetzt keine Opposition, wir brauchen jeht Schluß mit der Oppofition! Will die Opposition nicht abrüften, dann werden wir sie abrüsten!" Und der Bundesvorsitzende Gellert empfiehlt dem Bundestag, diese Worte auh für den Arbeiter- Turn- und Sportbund in die Tat umzusetzen. Wollen die Kommunister mit ihrer Rattentattik nicht a brüsten, dann wird sie der Bundestag zwar nicht nach Sibirien verbannen, wie es die Russen gemacht haben, aber er wird der Opposition" flar und deutlich zeigen, wo der Zimmermann das Loch gelaffen hat! Heraus aus dem Kartellverband! Der Aufruf des bundestreuen Freien Kartells für Arbeitersport und Körperpflege" tut seine Wirkung. Heute tönnen wir folgende Austritte von Bereinen melden: Die Freie Ranu Union" hat in der Donnerstag stattgefundenen geschäftsführenden Vorstandssigung beschlossen, aus dem Kartellverband Groß- Berlin auszutreten und sich dem neugegründeten Freien Kartell für Arbeitersport und Körperpflege" anzuschließen. Die Fall. ist der größte Ranuverein im Arbeiter- Turn- und Sportbund. Für Wassersportler, die sich der Bewegung anschließen wollen, jei mitgeteilt, daß Bootshäuser in Ertner, Köpenid- Wendenschloß und Köpenid- Müggelspree vorhanden sind. Anschrift: Kurt Schünemann, Berlin- Briß, Barchimer- Allee 44. Die 2. Abteilung der Ortsgruppe Berlin des Arbeiter= Radfahrer Bundes Solidarität" hat in ihrer Sizung am 20. Juni Stellung genommen zu der Angelegenheit Kartellverband und Freies Sportfartell". Sie sprach ihre Befriedi= gung aus, daß endlich der Trennungsstrich gezogen ist und beschloß einstimmig, dem Freien Kartell" für Arbeitersport und Körperpflege" fich anzuschließen. Sie ermartet, daß auch andere Abteilungen und Berliner Ortsgruppen denselben Schritt tun, damit auch innerhalb Berlins aufbauende Arbeit im Radfahrerbund Solidarität" geleistet werden kann. Die Dauerrennen auf der Olympiabahn. Die Teilnehmer des am fommenden Sonntag auf der OlympiaRadrennbahn zum Austrag gelangenden Rennens„ Fünf Trümpfe", einem 100- Rilometer- Dauerrennen in zwei Läufen zu 30 und 70 Kilometer sind vollzählig eingetroffen und haben das Training aufgenommen. Nach Erweltmeister Grassin, der bereits am Dienstag angekommen ist und täglich vor und nachmittags längere Zeit trainiert folgten Walter Samall und Paul Kremer aus Elberfeld, der Belgier Emile Thollembed aus Zürich und Erich Möller aus Hannover fommend. Entsprechend ihrer hohen Klasse legen alle Fahrer eine bestechende Fahrweise an den Tag. Am Freitag und Sonnabend findet um 17 Uhr öffentliches Training der Dauerfahrer statt. bru führung werden bereits Millionen täglich geraucht. den großen Vorzügen dieser neuen 5- Pfg.- Zigarette auf die Dauer verschließen. Rauchgenuß, das ganz neue, gesetzlich geschützte Mundstück erregen bei allen Feinschmeckern die höchste Bewunderung. Schon wenige Tage nach der EinGreiling Typ 5 ist eine Sensation. Der fabelhafte Geschmack, der vollkommene Kein Raucher kann sich M alpiqetdol.1- ilov Jasia I- BiDTOK TYP Boxkämpfe am Gesundbrunnen. Auf dem Fußballplatz von Norden- Nordwest, am Gesund brunnen, stieg gestern abend der erste diesjährige Freiluftbogabend des BC. Heros, der als ein guter Anfang zu bezeichnen ist; Brogramm sowie Sport befriedigten. In Anbetracht der Kühle war der Besuch sehr gut, das zwang aber die Kämpfer, sich sehr ausgiebig zu betätigen, Das Hauptinteresse des Abends fonzentrierte sich auf den Rebanchekampf der Weltergewichter, Lüdtte- Heros traf auf seinen Rivalen, den Polizeivertreter Thorey- Brandenburg. Diese Elitepaarung erfüllte voll die darauf gesezten Hoffnungen. Im Distanzkampf gingen beide über die Runden, und nur sehr knapp vermochte Thoren wieder Punktsieger zu bleiben. Mit der trockenen kurzen Linken verschaffte sich der Halbschwere Kohlhoff( Dresd. Bank) einen so hohen Punktplus, daß der alte Heros- Braftifer Aliter aud) nicht nach einem verzweifelten Ansturm zu schmälern vermochte. Gegen Lamosick- Heros schwere Schwinger und dessen erfolgreichen harten Doppelschlägen konnte auch Krill- Norden- Nordwest teinen Bunttausgleich schaffen und mußte nach den drei Runden dem Gegner den Vortritt lassen. Im Weltergewicht errang mit einem furzen Endspurt Mergrün- Westen den Punttsieg über seinen Heros- Gegner Marzinski. Für Völker- Heros wurde das Treffen vom Kampfgericht abgebrochen; überlegen war Mitz- Hermes. Erfolgreich war wieder das Heros- Schwergewicht Göricke, der gegen Thill- Teutonia ein erfolgreich gutes technisches Treffen lieferte, so daß der Teutone" gar bald die Waffen streckte. Boguhn- Heros verzeichnete über den Mittelgewichtler Prenberg- Norden- Nordwest in der zweiten Runde einen weiteren t.- D.- Sieg. Beyer- Astoria erkämpfte sich nur einen knappen Bunttsieg über Ullrich- Heros. Den„ Siegeszug" der Heros- Mannschaft nahm der Federgewichtler Hoffmann wieder auf, der intensiver und schneller am Gegner war und Schollock- Norden- Nordwest auch Theater, Lichtspiele usw. Freitag, 22. 6. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 46. Anf. 20( 8) U. Freitag, 22. 6. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus III Anf.18%( 62) U. Salome Lohengrin Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ab.-V. 54 Anf. 19%( 72) U. Der Mantel Schwester Ange Gianni Schicchi Staatl. Schauspielb. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 126 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: Die beiden Seehunde Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbanerdamm 8 Uhr Orpheus in der Unterwelt 84 Uhr: Der Kuhhandel Theater am Kottbusser Tor Berlin, Kottbusser Str. 6. Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr: zur Aufgabe des Stampfes zwang. Neumann- Heros zermürbte ben Das Arbeiter- Sport- und Kulturfartell( 12. Bezirk Steglih), Widerstand des Opiz- Norden- Nordwest von Beginn des Kampfes, veranstaltet Sonntag 24. Juni auf dem Sportplag, Steglig, Ring den in der dritten Runde schwere Magenschläge so erschütterten, daß straße Eingang Lessingstraße, ein Werbesportfest. Ein reich die Rampfleitung den Kampf stopt. Reumann hoher Punkt- athleten, Jiu- Jitsu, Hand- und Faustballspiele, Stafetten, Schach Programm wird geboten. Radfahrer, Turner, Leicht sieger. wettkämpfe. Außerdem gesangliche Darbietungen und Bewegungs sprechchor. Besonders hervorzuheben ist das Fußballspiel Berlin XIL gegen Städtemannschaft Brandenburg. Boraus geht ein Feftzug ab; Steglig, Ahornplatz ab 13,30 Uhr. Vereinssportfest in Cöpenick. Am Sonntag, 24. Juni, veranstaltet der Turn- und Sportverein Eiche"- Cöpenid sein 5. Vereinssportfest auf seinem Platz an der Oberspree. Zu den Einzelfämpfen sind mehr als 500 Meldungen abgegeben worden, ebenso zu den 35 Staffetten. Von den Vereinen B- Klasse treffen sich die Vereine Adlershof, Bohnsdorf, Friedrichs sind in der A- Klasse ASC., Lichtenberg, Nord- Ost vertreten. In der hagen, Neukölln und Fichte- Nord. Der gute Zustand der Sportplaganlage und die Gleichwertigkeit der teilnehmenden Vereine lassen Die Vorfämpfe beginnen um recht spannende Kämpfe erwarten. Teilnehmer, die bis Hirschgarten fahren, neben dem Kabelwerk Bogel 13 Uhr. Die Hauptkämpfe um 15 Uhr. 26 10 Uhr können die Teilnehmer, die bis Hirschgarten fahren, neben dem Kabelwerk Bogel übergesetzt werden. Fahrtverbindung mit der Straßenbahn Nr. 87 Bendenschloßstr., dann die Wendenschloßstr. links entlang bis zum von Bahnhof Copenid, mit der 83 bis Müggelheimer Str. Ecke Sportplatz. Bezirksfußballspiel. Das gestern angekündigte Spiel der Be30. Juni ftatt. zirfsmannschaften auf dem Adler 12- Play findet erst am Sonnabend Deutsche Polizeimeisterschaft 1928. Am fommenden Sonntag 99 Die bundestreue 2. Abteilung von Solidarität" fährt Sonnabend 23. Juni um 18 Uhr und Sonntag 24. Juni um 5 Uhr nach dem Köthener Eee. Start: Dieffenbachstraße 36, bei Rohde. ausschuß für Leibesübungen in Gemeinschaft mit dem Deutschen Die Tagung für Turnlehrerausbildung, die der Deutsche Reichs Turnlehrerverein veranstaltet, findet Sonnabend 23. Juni 10 Uhr, im Plenarsizungsfaal des Reichswirtschaftsrates, Bellevuestraße 15, statt. Fragen der Vereinheitlichung und Vertiefung der Turnlehrers ausbildung sollen geklärt werden. Vereinskalender. Arbeiter- Schützenverein Groß- Berlin. Anschrift: Ernst Eaemerom, Lands berger Str. 90. Abt. Mitte: Anschrift: Ernst Schäfer, Kleine Hamburger Straße 24/25. Abt. Friedrichshain: Montag, 25. Juni, 20 Uhr, bei Bentsch, Weberftr. 15, Eportabend. Anschrift: Ernst Deder, Frankfurter Allee 347. Abt. Neukölln: Anschrift: Mag Jled, Jfarftr. 4. Abt. Lichtenberg: Anschrift: Wilhelm Rach, Weichselstr. 5. Bei Aufnahme ist Gewerkschaftszugehörigkeit Bedingung. Touristenverein„ Die Naturfreunde". Gruppe Brenzauer Berg: Sonnabend, 23. Juni, Fahrt nach Rönigswusterhausen. Treffpunkt 17% Uhr Görliger Bahnhof. Ag. Montag, 20 Uhr, Bortrag Jugendheim Steinmegstr. 114. Dienstag, Turnhalle Neukölln, Mahlower Straße. findet die Austragung des Vorrundenspieles um die Deutsche 18 Uhr, Training Brik, Treseburger Ufer. Donnerstag, 20 Uhr, Gymnaftit Polizeihandballmeisterschaft statt. Auf dem Sport play im Polizeistadion, Chausseestraße 96, werden sich um 17 Uhr die Vertreter der Polizeien Mecklenburgs und Berlins gegenüber treten. PRESSA P KOELN 1928/ MAI BIS OKTOBER Grosse kulturhistori sche Schau/ Das Nach: richtenwesen aller Zeiten und Völker/ Tagespresse und Zeitschriften im Rah: men ihrer Umwelt/ Aus= stellung der Druckmaschi: nen- Industrie und des graphischen Gewerbes/ Viele Sonderausstellun= Stellungen von 44 Ländern gen/ Staatenhaus mit Au 500000qm GROSSER AUSSTELLUNGSPARKAM RECHTEN UND DOMBELEUCHTUNG JED. 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Str. 132 8 Uhr: Heimat Gartenbühne: Des großen Andranges wegen ist die Spielzeit einige Tage verlängert 1/6 Uhr nachm.: Letzte Vorstellung vor den Ferien Konzert und bunter Teil. unwiderruflich Sonntag, den 24. Juni Müllers Prinzesschen Ausschneiden! Gutschein 1-4 Pers. Fauteuil nur 1,10 M., Sessel 1,60 M. Renaissance- Theater Steinplatz 901. Uhr: Krankheit der Jugend Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr: Verlorene Töchter Sittenst. in 4 Akten. Nur Erwachsene haben Zutritt Park.auch Sonntags statt 4.- M. nur 60 Pf. Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Bergm. 2110. Täglich 8 Uhr Leinen aus Dreimäderlhaus Irland Alfred Braun v. Thellmann, Jankuhn, Hesterberg, Morgan, Perry, Brandt. Deutsches Theater Bismarck 2414/7516 Charlottenstr.90/ 91. Dob.170 Steinpl. 931 84 Uhr Thalia Theater Ballett Winkelstern, Sunshinegirls. 81/ U. Ende 10% U. Es liegt in Gastspiel d. Deutschen Th. Norden 12310 32 U. Ende 103 U BU. Ende 10% U. Es liegt in Artisten Regie Max Reinhardt der Luft Täglich: Max Adalbert Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Mus.Leit: P. Hühn, Ausst. Prf. Stern. Inszenierung: Julius Brandt, Komödienhaus Norden 6304. Künstl. Leitung: Wilhelm Bendow Tägl. 8 Uhr: Ein Stück Das Ekel" Dyckerpofts Erben Grosses Schauspielhaus Malheur Revue von Schiffer. Der Prozes Das Ekel" Dyckerpoffs Erben Musik v. Spoliansky Lustspielhaus Jir. Dr. Martin Zickel Unwiderruflich letzter Monat! 8 Uhr: Guido Thielscher in„ Unter 81 Uhr: Der fidele Bauer Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel der Heimat 18 Uhr: Erde und Weltenraum. 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne Eintritt M. Kinder unt. 15 Jahren 0.50 M. Berliner Prater Kastanienallee 7/9. 7 Täglich 7 Geschäftsaufsicht"„ Polnische Wirtschaft" Außerdem Konzert, Varieté. Kleines Theater Anf. 5 U., Sonnt. 4 U. Täglich 8 Uhr Kaiser- Tietz in Tanz. Kaffeekochen. Lotte Kinder Papierhaus Galante L- Juergens jetzt Nacht! 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Chinooktal Bühnenschau Neukölln Passage- Lichtspiele nende Akte mit Anna May- Wong Neukölln, Bergstraße 151-152 Zerbrochene Ehe. 6 Akte Turmstraße 12 Das Mädchen der Straße mit Carmen Boni, Livio Pavanelli Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Das Schicksal einer Nacht mit Harry Liedtke, Erna Morena Rod la Rocque, der Bandit Südwesten Das Spreewaldmädel Das Sündenschiff Bühnenschau Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Die letzte Galavorstellung des Zirkus Wolfson Anderer Frauen Männer Bühnenschau Osten Film- Palast Kammersäle Concordia- Palast Teltower Str. 1-4. W. 6.30, Sbd. 5, Stg. 4 U. Andreasstraße 64 Charlie Chaplin in The Kid Lya Mara, Harry Liedtke in Forsterchristl Chicago, die Stadt der Träume Das gute Belprogramm Bühnenschau Schwarzer Adler Kolibri- Lichtspiele Frankfurter Allee 99 Belle- Alliance- Platz 2 Der Todesritt v. Little Big Horn Harold Lloyd in 1000: 1 Lon Chaney in Mr. Wu Reinh.Schünzel: Herkules Maier Bühnenschau = Viktoria- Lichtbild- Th. Pharus- Lichtspiele Kristall- Palast Frankfurter Allee. 48 6 Mädchen suchen ein Nacht. quartier Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Das Spreewaldmädel( Wenn die Garde marschiert) Das große Beiprogramm Bühnenschau Friedrichsfelde Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Spione. ein Film von Fritz Lang Wien, Wien, nur du allein Norden Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80. Harry Piel: Mann gegen Mann Das lustige Beiprogramm LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Der Faschingskönig Pat und Patachon als MilHonäre Müllerstr. 142 Verrat, der große Spionagefilm Harry Piel: In falschemVerdacht Metro- Palast Chausseestraße 30 Dorine und der Zufall Das gute Beiprogramm Große Bühnenschau Weißensee Schloßpark Film- Buhne Berliner Allee 205-210 Frauenarzt Dr. Schäfer Revue: Meschugge ist Trumpf( Werkm.) Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Soll und Haben Die 5 Frankfurter Jugendliche haben Zutritt Gesundbrunnen ,, Alhambra" Badstraße 58 Moskau, wie es weint und lacht Die Kleine aus der Konfektion Große Bühnenschau Prinzenallee 1-6 Die Flucht aus der Hölle Reichhaltiges Beiprogramm Große Bühnenschau Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 NEUE KÖNIG S Neue Königstr. PROGRAMM für die Zeit vom 22. bis 25. Juni Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Die letzte Nacht( Harry Liedtke) Der Herzensdieb( Lya de Putti) Das große Lustspiel der Saison: Faun- Lichtspiele Flitterwochen Tarzan und der goldene Löwe Krumme Str. 37, gegenüb. Trinitatiskirche Große Bühnenschau Pankow Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Emil Jannings in Quo Vadis Bühne: Römischer Kraftakt, die 4 Stephans Palast- Theater Breite Straße 21 a Casanovas Erbe Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str. 4 Frauenarzt Dr. Schäfer Ehe man Ehemann wird Reinickendorf- Ost Alhambra Müllerstr. Humboldt- Theater Bürgergarten- Lichtsp. FHiterwochen mit Margot Landa Badstraße 19 Auf der Bühne: Gastspiel M. Zelenka und Alfred Leutner: Frühlingszauber Sonne, Süden, Leidenschaft Salambo( D.Prinzessin v. Karthago) Große Bühnenschau Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Harry Piel in Mann gegen Mann Belprogramm, Bühne Sonntag, 3 Uhr: Jugendvorstellung Evas Töchter Tom Mix: Die Todesfahrt auf dem Black- River Sonntag 3 Uhr Jugendvorstellung Alhambra- Palast Kurfürstendamm 68 Wegen Umbau geschlossen Wiedereröffnung Mitte August Schöneberg früher berg) Titania( uta Schöneberg Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U. 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