Morgenausgabe Nr. 297 A 152 1600 45.Jahrgang bin 38chentlich 85 Big. menetid 3,80 im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 einfchl. Beftellgeld, Auslandsabonne ment 6,-. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illuftrierte Beilagen Boll und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauen ftimme, Technit", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". Vorwärts Berliner Bolksblatt Dienstag 26. Juni 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipattige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge. orudte Wort 25 Pfennig( zufäffig zwei tettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentägl. von 81/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b.H. Bostschedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 Das werdende Kabinett. Ohne koalitionsmäßige Bindung. Das Telegramm Stresemanns an Hermann Müller, in dem der bisherige Außenminister seine BereitIchaft erklärt, einem Kabinett ogne foalitionsmäßige Bin dung anzugehören, hat der Regierungsfrage eine neue Wendung gegeben. Gegen das Berbleiben Stresemanns und des Wirtschaftsministers Curtius in ihren Aemtern gab es ja weder bei der Sozialdemokratie noch beim Zentrum noch bei den Demokraten Widerstand. Schwierigkeiten wurden geschaffen durch die umständlichen Berhandlungen, die vom Zentrum und der Volkspartei veranlaßt worden waren und durch die Haltung, die die Bolksper Streitfragen in bas Stabinett ſelbſt verlegt werden, und partei bei ihnen eingenommen hatte. Jetzt soll die Regelung so sind es nur die Personenfragen, die noch zu regeln sind. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge dürfte die Zusammensetzung des kommenden Kabinetts wenigstens zum Teil jetzt schon feststehen. Und zwar ist mit folgenden Ministern zu rechnen: Reichskanzler: H. Müller( S03.) Jnneres: Severing( S03.) Finanz: Hilferding( S03.) Auswärtiges: Stresemann( DBp.) Wirtschaft: Curtius( DBp.) Reichswehr: Groener(-) Post: Schä hel( B. Bp.) Das sind fieben der zwölf zu besetzenden Ministerien. Noch nicht geflärt ist die Befeßung der reſtlichen fünf. Das Zentrum tatte gestern eine Fraktionssizung, in der die gegabenen Möglichkeiten für die noch unbesetzten Refforts besprochen wurden. Es wurde für das Arbeitsministerium riederum Brauns genannt, während andere lieber dás Crnährungsministerium übernehmen und mit-- hermes bejezzen möchten!! Für die besetzten Gebiete galt schon längst Herr v. Guérard als der gegebene Mann, Wirth bliebe, auch wenn er das Verkehrsministerium übernehmen würde, doch ein politischer Minister. Eigentliche Beschlüsse wurden, wie wir hören, nicht gefaßt, man will sich heute mit Hermann Müller über die Bersonenfrage einigen. Dem Wesen einer Regierung ohne foalitionsmäßige Bindung und, nebenbei gesagt, auch der politischen Vernunft entspäche es nicht, wenn eine Fraktion dem Reichskanzler die Minister stellen würde, mit denen er dann zu arbeiten genötigt ist. Dieser Fehler, der bei früheren Regierungsbildungen oft gemacht worden ist, soll diesmal Regierungsbildungen oft gemacht worden ist, soll diesmal vermieden werden. Für den Fall, daß Herr Hermes nicht Ernährungsminister wird, gilt als nächster Anwärter für diesen Posten der Demokrat Dietrich Baden. Die Sozialdemokratie hält mit der Reichskanzlei, dem Inneren und den Finanzen drei sehr wichtige Pofitionen, zu denen sich noch die eine oder die andere hinzugesellen wird. So wie sich die Dinge am Montag abend darstellten, dürfte ie fich die Dinge am Montag abend tagabend Koalitionswirrwarr in Bayern. Erregte Landesausschussihung der Bayerischen Bollspartei München, 25. Juni.( Eigenbericht.) In der am Sonnabend abgehaltenen Landesausschuß fizung der Bayerischen Voltspartei ist es über die Frage einer nochmaligen Koalition mit dem Bauernbund zu besonders erregten Auseinandersezungen zwischen Dr. Heim als dem Wortführer des Christlichen Bauernvereins und den offiziellen Parteiführern Hild und Wohlmuth gekommen. Da der Bauernbund der schärffte und bei den Wahlen am 20. Mai auch der glücklichste Konkurrent des Chriftlichen Bauernvereins war, verlangte Dr. Heim scharfe Bedingungen für den Fall einer neuen Roalitionsgemeinschaft mit dem Bauernbund. Dieser Stimmung will die Bayerische Volkspartei insofern entgegenkommen, als der Bauernbund bei der Neubildung der Regierung das Land wirtschaftsministerium nicht wieder erhalten soll. In diesem Sinne lauten auch die Richtlinien für die Unterhändler der Bayerischen Volkspartei. Das genügte aber Herrn Dr. Heim nach einem Bericht des Bayerischen Baterland" nicht. Offenbar gewißigt durch jahrzehnte lange Erfahrungen mit seinen Parteifreunden, verlangte er eine Der Verzicht auf den Krieg. Der Nie- wieder- Krieg Bertrag fertig.- Amerifa zwingt vierzehn Staaten zur Entscheidung. das Justizministerium in erster Linie dafür in Be- friegspalt abgebrochen und sich an die vier anderen Haupttracht kommen. Sachlich wäre schließlich noch mitzuteilen, daß das neue Kabinett die Einrichtung einer Vizekanzlerschaft nicht kennen wird. Der Reichskanzler wird im Behinderungsfall vom dienstältesten Minister das wäre voraussichtlich Brauns vertreten werden. Im Reichstag rechnete man gestern damit, daß das Kabinett noch am heutigen Tage fertig werden könnte, so daß die Ernennung des Reichskanzlers und der Minister etwa für Mittwoch zu erwarten wäre. Das neue Kabinett wird gierungserklärung und die zunächſt einzubringenden Bordann den Rest der Woche dazu benügen, sich über die Relagen schlüssig zu werden. An eine Einberufung des Reichstages noch in dieser Woche ist um so weniger zu denken, als der Freitag, der Peter- und Paulstag, ein katholischer Feiertag ist. Voraussichtlich wird sich die neue Regierung also am Montag, dem 2. Juli, dem Reichstag vorstellen, der nach einer nicht allzulangen Hochsommertagung in die Ferien gehen wird. Die entscheidenden Proben seiner Lebens- und Arbeitsfähigkeit wird das neue Kabinett wohl erst im tommenden Herbst und Winter abzulegen haben. Die Entscheidung des Zentrums. Der Reichsparteivorstand des Zentrums, hat seine Beratungen zum Abschluß gebracht. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Die AusSprache hatte von vornherein den Charakter einer gutachtlichen Beratung für. die. Reichstagsfraktion, des Zentrums. Die abschließenden Berhandlungen des Parteivorstandes bestätigten, daß dieser der Auffassung ist, daß es besser sei, von der Schaffung der Weimarer Koalition Abstand zu nehmen, dafür aber ein Kabinett aus führenden Persönlichkeiten zu bilden. Von dieser Auffassung des Barteivorstandes wurde der Reichstagsfraktion des Sentrums Renntnis gegeben. Die 3entrumsfrattion des Reichstages hat sich am Montag abend mit der Regierungsbildung beschäftigt und beschlossen, grundfäßlich den für die Kabinettsbildung vorgesehenen Mitgliedern der Fraktion die Genehmigung zum Eintritt in die Reichsregierung zu geben. Die Entscheidung über die Personenfrage wurde bis Dienstag vormittag 11 lb zurückgestellt. Boraussichtlich wird der Abgeordnete Dr. Wirth das Verkehrsministerium und der Abgeordnete Guérard das Ministerium für die beseßten Gebiete übernehmen. Das anfänglich vorgesehene Amt eines Bizetanzlers wird nicht geschaffen. Strittig ist nun im Zentrum, ob man sich als drittes Ministerium für das Reichsarbeitsministerium oder das Reichsernährungsschaften in der Zentrumsfraktion opponieren äußerst start gegen die ministerium entscheiden soll. Die Vertreter der chriftlichen Gewerk Beibehaltung des Reichsarbeitsministeriums. Außer fachlichen Gründen sprechen auch persönliche Motive bei diejer Haltung mit. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, daß das Zentrum auf das Reichsarbeitsministerium verzichtet und dafür das Reichsernährungsministerium übernimmt. Der Reichspräsident hat Hermann Müller Franken Müller- Franken bitten lassen, ihn bis Dienstag abend 7 Uhr über den Stand der Berhandlungen zu unterrichten und ihm möglichst eine endgültige Ministerliste vorzulegen. förmliche Festlegung der Partei und ihrer Unterhändler, dem Bauernbund unter feinen Umständen mehr das Landwirtschaftsministerium zu überlassen. Darüber entspann sich eine außerordent lich erregte Debatte, die damit endete, daß die Leute vom Christlichen Bauernverein bei der namentlichen Abstimmung in der Minderheit blieben. Der Landesausschuß begnügte sich also lediglich mit dem Wunsch, dem Bauernbund das Landwirtschaftsministerium abzunehmen. Heim quitfierte seine Niederlage damit, daß er und seine Leute vom Christlichen Bauernverein fofort nach der Abstimmung die Sigung demonstrativ verließen. Mit der sogenannten Befreiung des Landwirtschaftsministeriums vom Bauernhund verbindet die Bayerische Volkspartei im übrigen die Spekulation dieses Ministeriums den Deutschnationalen anzubieten, die in ihren Reihen einen Landbundführer von besonderem politischen Ehrgeiz befizen. Da den Deutschnationalen bei ihrer Fraktionsstärke von 13 Mann nach wie vor aber nur ein einziges Ministerium zukommt, hofft die Bayerische Volkspartei, bei dieser Gelegenheit den immer unmöglicher werdenden Justiz minister Gürtner endlich loszuwerden. Man weiß, daß die Deutschnationalen sich bisher jeder Erörterung einer Kaltstellung Gürtners widersetzt haben. Nach der Behauptung eines deutsch nationalen Blattes lehnen sie allerdings auch jezt jede Diskussion in dieser Richtung ab. Die Bayerische Volkspartei sieht sich also schwierigen Roalitionsverhandlungen gegenüber. Anfang April hatten die Vereinigten Staaten die Vera handlungen mit Frankreich über einen allgemeinen Antimächte mit dem Vorschlag gewandt, auf den Krieg ohne Italiens, Japans und Englands lauteten zustimmend. Vorbehalt zu verzichten. Die Antworten Deutschlands, Nach wochenlanger Aussprache mit Frankreich haben dann am Sonnabend die Bereinigten Staaten den endgültigen Vertragsentwurf von neuem überreicht. Es wäre politisch wenig zweckmäßig und fachlich nicht zutreffend, wenn man behaupten wollte, daß Amerita auf Frankreichs Sonderwünsche gar nicht eingegangen wäre. Fest ist Amerika freilich in der Hauptsache geblieben: es hat an dem klaren, fnappen und endgültigen Ameritat en noch immer es le Beitragsitaaten nicht rütteln lassen: noch immer heißt es so, wie Briand es hinfort auf den Krieg untereinander verzichten und ihre Steitigkeiten nur auf friedliche Weise austragen wollen. Hingegen ist Amerika Frankreich allerdings nicht nur Frankreich- dadurch entgegengekommen, daß es den Kreis der Staaten, die dem Bertrag fofort und gleichzeitig beitreten fönnen, weiter gezogen hat: auch Belgien, Polen und Tschechoslowakei die Verbündeten Frankreichs sollen sofort dem Vertrag beitreten dürfen; etwas ähnliches gilt auch für England, dessen Dominien auch Indien! gleichzeitig mit dem Mutterlande beitreten follen. Frankreichs Einmänden ist außerdem dadurch Rechnung getragen, daß in der Einleitung ausdrücklich die Selbstverständlichkeit erwähnt wird, daß der Vertrag außer Kraft tritt gegenüber einem Staate, der ihn bricht: schreitet, um ein Beispiel zu geben, das faschistische Italien gegen Südslawien zum Kriege, so wird Frankreich ohne weiteres das Recht erhalten, Südflavien gegen Italien zu verteidigen. Den sachlich berechtigten Einwänden der französischen Politik hat damit Amerika vollauf Genüge getan. Die Note, die die Bereinigten Staaten am Sonnabend in Berlin wie in Warschau, Prag, Brüssel, Paris, Rom und London überreichen ließ, geht ausführlich auf die einzelnen Einwände ein, die Frankreich im Laufe der legten Monate gemacht hat. Zur Selbstverteidigung eines angegriffenen Staates wird dasselbe gesagt, was die deutsche Note vom 27. April ausführte: daß die Selbstverteidigung ein natürliches Recht eines jeden Staates sei. Es liege aber nicht, heißt es weiter: im Friedensintereffe, daß ein Vertrag einen juristischen Begriff der Selbstverteidigung aufstellt, da es für einen Strupellosen nur zu leicht ist, den Dingen eine solche Gestalt zu geben, daß sie mit einer vereinbarten Begriffsbestimmung im Einklang stehen“. Was den Völkerbund angeht, so enthalte seine Sazung feineswegs die Pflicht eines Staates, eventuell zu einem mächtige. Antikriegspakt und Völkerbund widersprechen daAngriff zu schreiten, wenn sie ihn auch vielleicht dazu erher einander nicht. Was die Locarnoverträge angeht, jo erklärt Amerika: ,, Es ist offensichtlich, wenn alle an den Locarno- Berträgen Betei ligten Vertragsparteien des von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen vielseitigen Antitriegsvertrags werden, eine doppelte Sicherung dafür bestehen würde, daß die Locarno- Berträge nicht durch einen Appell an die Waffen verletzt werden. Das Ergebnis wäre in diesem Falle, daß, wenn irgendein Staat unter Verlegung der Locarno- Verträge zum Kriege schreiten würde, dies zugleich auch einen Bruch des vielseitigen AntikriegsDertrags bedeuten würde und daß infolgedessen die anderen Barteien des Antikriegsvertrags von Rechts wegen automatisch von ihren fich daraus ergebenden Verpflichtungen befreit und ungehindert sein würden, ihre Locarno- Pflichten zu erfüllen." Um diese sachliche Uebereinstimmung zwischen dem Antifriegspaft von Locarno zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien mit dem allgemeinen Antifriegspatt Ameritas formell zu bewerkstelligen, hat Amerifa eben die übrigen Locarnomächte zum sofortigen Beitritt eingeladen. Was den Wunsch angeht, daß möglichst alle sechzig Staaten der Welt dem Antikriegspakt beitreten, so führt die amerikanische Note aus: ,, Vom praktischen Standpunkt ist es offenbar vorzuziehen, das Infrafttreten eines Antifriegsvertrages nicht aufzuschieben, bis alle Nationen der Welt sich über den Wortlaut eines solchen Vertrages einigen und seine Ratifizierung veranlassen. Aus dem einen oder anderen Grimde fönnte ein Staat, der seiner Situation nach feine Bedrohung des Weltfriedens bildet, das Einver ständnis hintertreiben oder die Ratifikatton in einer Weise verzögern, daß dadurch die Bemühungen aller anderen Mächte ergebnislos ge macht würden. Außerdem ist es in hohem Grade unwahrscheinlich, daß eine Bertragsform, die für die britische, französische, deutsche, italienische und japanische Regierung ebenso wie für die Vereinigten Staaten annehmbar ist, nicht in gleicher Weise auch für die meisten, wenn nicht gar alle anderen Weltmäte an nehmbar fein follte. Selbst wenn das aber nicht der Fall sein folte, würde das Infrafttreten und die Innehaffung eines wirffamen 2infi. friegsvertrages durch die obenermähnten sechs Mächte eine preffische Garantie gegen einen zweiten Weltfrieg sein. Damit allein würde der Menschheit bereits ein ungeheurer Dienst geleistet sein, und die Die Franken- Stabilisierung. Bereinigten Staaten find nicht gewillt, den praktischen Erfolg 100 Fronten- Goldstücke. des von ihnen gemachten Vorschlages aufs Spiel zu jegen, indem sie das Infrafttreten des Bertrages von seiner vorherigen allgemeinen oder doch fast allgemeinen Annahme abhängig machen." Im Sinne dieser Ausführungen schlägt Amerika deshalb die unveränderte Annahme seines oder vielmehr Frank reichs ursprünglichen Borschlages vor, geht auf die geaußer ten Bedenken aber durch eine Neuformulierung der Ein leitung ein. Diese soll jetzt lauten: ,, Lief durchdrungen von ihrer erhabenen Pflicht, die Wohlfahrt der Menschheit zu fördern, in der lleberzeugung, daß die Zeit gekommen ist, einen offenen Verzicht auf den Krieg als Werkzeug nationaler Bolitik auszusprechen, um die jetzt glücklicher weise zwischen ihren Bölkern bestehenden friedlichen und freund schaftlichen Beziehungen dauernd aufrechtzuerhalten, „ in der Ueberzeugung, daß jede Veränderung in ihren gegenseitigen Beziehungen nur durch friedliche Mittel ange strebt werden und nur das Ergebnis eines friedlichen und geordneten Berfahrens sein sollte und daß jede Signatarmacht, die in Zukunft danach strebt, ihre nationalen Interessen dadurch zu fördern, daß sie zum Kriege schreitet, dadurch der Vorteile, die dieser Vertrag ge= mährt, verlustig erklärt werden sollte", in der Hoffnung, daß, durch ihr Beispiel ermutigt, alle anderen Nationen der Welt sich diesem im Interesse der Mensch heit gelegenen Bestreben anschließen werden und durch ihren Beitritt zu diesem Bertrage, sobald er in Kraft tritt, ihre Bölfer an jeinen segensreichen Bestimmungen teilnehmen lassen werden und daß sich so die zivilifierten Nationen der Welt in dem gemeinsamen Berzicht auf den Krieg als Werkzeug ihrer nationalen Politik z sammenfinden werden", kommen die Vertragsmächte über die oben genannten Artikel überein, Die amerikanische Note schließt mit der Ueberzeugung, daß das einfache Verfahren, daß erst 15, dann alle übrigen daß das einfache Verfahren, daß erst 15, dann alle übrigen Nationen dem Antikriegspaft beitreten, das jahr hun dertealte Sehnen der Menschheit nach Welffrieden seiner prattischen Berwirklichung näher bringen wird, als das jemals bisher in der Weltgeschichte geschehen ist." v Die Stabilisierung äußerlich zunächst nicht sichtbar. Paris, 24. Juni,( Eigenbericht.) wertung der Metallbestände ausschließlich dem Staat Nach allen anderen am Kriege beteiligtne Ländern hat nun zufällt. Diese waren bisher in der Bilanz der Bank lediglich zu mehr auch Frankreich die historische Stunde der Stabilisierung ge- ihrem Borfriegsmert eingefeht. Durch die Aufwertung werden fie schlagen. Das Publikum wird freilich von den großen Berände perfünffacht. Der Gewinn für den Staat beläuft sich auf rungen, die die Zeitungen am Montag früh zum Kaffee serviert rund 17 Milliarden, die diesem die völlige Tilgung jeines haben, zunächst nicht allzuviel merken. Es wird beim Bäcker und Berbindlichteiten gegenüber der Ban? ermöglichen: Metzger, in der Straßenbahn und im Omnibus mit den gleichen Die während der Kriegs- und Nachkriegsjahre dem Staate von den von Hand zu Hand gehenden zerfnitterten Bopier Sentralnoteninftitut gewährten Vorschüsse, die im Jahre 1926 mit einen zahlen. Der einzige Unterschied ift der, daß die 36,5 Milliarden ihr Marimum, erreicht hatten, fonnten in den Fünf- und Zehn- Bapierfranken, auf die die Scheine, lauten, über beiden letzten Jahren durch allmähliche Tilgung auf 14 Milliarden Nacht zu Goldfranken gemerden sind. Es ist allerdings nicht reduziert werden. Davon waren allerdings 10 Milliarden allein mehr der Goldfranken der Vorkriegszeit, der in den 14 Jahren durch die jüngste Konsolidierungsanleihe aufgebracht worden. Dieser feit Kriegsausbruch 80 Broz. feines einstigen Wertes verloren hat. Saldo von 14 Milliarden wird durch die Aufmertung völlig ge= Das neue Währungsgesek trägt diesem Berlust im vollen Umfange tilgt. Bon den noch verbleibenden drei Milliarden finden zwei Rechnung. Es hat den Papierfranten zur neuen Wähzur Bereinigung der übrigen Inflationsposten Berwendung; eine rungseinheit gemacht, und das Mysterium der Stabili. Milliarde bleibt zur Berfügung des Schahemtes, das außerdem zur fierung besteht in nichts anderem, als in Befriedigung feiner laufenden Bedürfnisse einen zisfreien Kredit in Höhe von drei Milliarden eingeräumt erhält. In der Kammerdebatte, die den ganzen Sonntag über gedauert hat, sprachent 14 Redner. Für die Sozialisten sprach Abgeordneter Binzenz Auriol, der daran erinnerte, daß die aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts stammende französische Währung der Pflicht der Bank von Frankreich, ihre Noten fünftig wieder. in Gold einzulösen. Die Stabilisierung ist fast genau wieder zu dem Kurs erfolgt, den bie Bank von Frankreich seit 18 Monaten verteidigt hat. Das für die neue Währungseinheit festgefeßte Goldgewicht von 0,0655 Gramm Goldlegierung 0,05895 Gramm Feingold entspricht dem feit Jahr und Tag von den Börsen notierten Kurs von 124,21 für das Bjund und 25,52 für den Dollar. Die Ausgabe von Hartgeld, die dem Publikum die eingetretene Beränderung vor Augen führen soll, dürfte noch einige Zeit auf fich warten lassen, da die Regierung befürchtet, da die Gewohnheit namentlich der Landbevölkerung, zwei Revolutionen und den Krieg von 1870 überstanden habe, im legten Kriege aber völlig zusammengebrochen sei. Darin liegt wieder einmal ein Beweis dafür, daß auch für den Sieger af ein Beweis dafür, daß auch für den Sieger der Krieg nicht weniger tostspielig sei als für deu Besiegten. Die sozialistische Partei habe die Stabilisierung bereits feit 1920 immer und immer wieder gefordert. Sie wäre früher die Gold- und Silberstücke zu hamstern, atau einem wesentlich günstigeren Zeitpunkt möglich gewesen, wenn plant ist die Prägung von 100 Franten Stüden in Gold, geschlagene er mögensabgabe angenommen hätte. dieſe allzuschnell aus dem Verkehr verschwinden lassen fännte. Ge- man das sozialistische Programm und insbesondere die darin verdie ihrem Wert nach den alten 20- Franken- Stüden entsprechen und Substanzperluft, den das Land durch die Entwertung der Währung von Silbermünzen im Wert von 10 und 20 Franken. Politisch bedeutsamer als das Währungsgeses selbst ist der neue dis Berfrag mit der Bank von Frankreich. Zer erlitten habe, sei größer und schmerzlicher als das von den Spzialisten geforderte Opfer, zumal ja in erster Linie die Schwachen betroffen würden. Die sozialdemokratische Fraktion hat deshalb zwar für die Stabilisierung, nicht aber für die Konvention mit Dann folgt die entscheidende Frage, ob die deutsche Re Diefer bestimmt vor allem, daß der Gewinn aus der Auf der Bant gestimmt. gierung bereit ist: ..mit den Vereinigten Staaten und anderen von gleichen Absichten beseelten Regierungen einen endgülti gen Vertrag über den Verzicht auf den Krieg in der hiermit übermittelten Form zu zeichnen." i Diese Entscheidung fann für Deutschland mit einer flaren und vorbehaltlosen Zustimmung erfolgen. Sie ist der Sache nach bereits gefallen, als am 27. April die deutsche Regierung, den damals zuerft, heute von neuem vorgelegten Entwurf ,, auf das wärmste begrüßt" und vorbehaltlos bejaht hat. Der amerikanische Antikriegspaft ist nur eine Ber allgemeinerung des Antitriegspattes von Locarno; und daß die übrigen Locarnomächte ihm gleich beitreten sollen, fann nur ein Grund mehr sein, ihm beizu ... treten.. Die bejahende Antwort an Amerifa darf mit um 10 größerer Bereitschaft und Schnelligkeit erfolgen, als es ausgeschlossen erscheint, daß Frankreich sich auf die Dauer non diesem Vertrage fernhalten tann. Selbst wenn dem so märe: die deutsch- französischen Beziehungen würden damit unmittelbar nicht berührt; der neue Antifriegspatt besagt im Berhältnis Deutschlands zu Frankreich nichts Neues; feit Locarno herrscht zwischen diesen beiden Nachbarstaaten ja schon der gleiche ewige Friede", den dieser Vertrag zwischen Deutschland und anderen Mächten erst herstellen soll. Bolz regiert. od in eines Rechtsanmalts. Die Staatsanwaltschaft behauptete, Eckstein hobe sich der Achtung eines Rechtsanwalts nicht würdig gezeigt und der Reichsanwalt Neumann beantragte vor dem Ehrengericht die Berurteilung zu einem Berweise und zu 300 Mart Geldstrafe. Ein neuer Präfident der Württembergischen Landesverficherungsanstalt. Sluffgart, 25. Juni.( Eigenberidyt.) Dr. Kurt Rosenfeld. Berlin machte als Berteidiger Edsteins geltend, daß die Meinungsfreiheit der Rechtsanwälte gefährdet werde. wenn man einen Rechtsanwalt ehrengerichtlich bestrafe, der in einer Beitung oder in einer Berjammlung an der Justiz Kritik übe. Die Regierung Bolz hat ihre erste Tat pollbracht. Reichs- und Landtagsabg. Joseph 2ndre, der auf dem linten Flügel der Reichstagsfraktion des Zentrums stand, ist zum Bräsidenten der Württembergischen Landesversicherungsan- urfeilung Edsteins, wenn auch nur zum Ausspruch eines ftalt ernannt worden. Die Ernennung hat ihre Hintergründe. Böje Zungen behaupten nämlich, fie sei erfolgt, um Adre zur Aufgabe eines Reichstags mandats zu veranlassen und den durchgefallenen Zentrumsfandidaten Groß, Verbandsgeschäftsführer des Bürttembergischen Eisenbahnerverbandes und stellvertretender Borsitzender des Deutschen Beamtenbundes in Bürttemberg, an seiner Stelle doch noch in den Reichstag zu bringen. Trogdem gelangte der Ehrengerichtshof zu einer Ber= Berweises. Das Urteil zeigt wieder einmal, mie reform= be dürftig die ganze Ehrengerigtsbarfeit für Rechtsanwälte ist. Was wird aus dem durch die Verfassung garantierten Recht der freien Meinungsäußerung, wenn Gerichte einen Unprost beffrafen tönnen, der von diesem Recht Gebrauch macht, ohne die Grenzen des Strafgesetzes zu überschreiten? Sachsen und Thüringen. Bei der Aufstellung der Zentrumsfandidaten in Württemberg war nämlich vereinbart worden, daß der Reichstagsabgeordnete und Innenminister Bolz sein Reichstagsmandat nieder. Jenaer Profefforen für Oeffentlichkeit der Verhandlungen. legen folle, mennt er wieder zum Minister berufen würde. Herr Bolz ist nun inzwischen nicht nur Minifter, fondern auch Staatspräsident geworden. Auf sein Reichstagsmandat hat er aber froßdem nicht verzichtet, offenbar, weil er sein Thrönchen heute eben wackeln fühlt. Eingeweihte wollen wissen, daß er später hin im Herbst den Zusammenbruch der Herrlichkeit befürchtet. Für Kirche und Popst. Stuttgart, 25. Juni.( Eigenbericht.) Jena, 25. Juni. Zu den Berhandlungen zwischen Thüringen und Sachseit veröffentlichen heute etwa 70 Professoren der Universität Jena folgende Erklärung: Bestrebungen zwischen Thüringen und Sachsen, sogenannte„ BerDie mit überraschender Blöglichkeit ans Tageslicht getretenen " Hingegen gibt es gerade für Frankreich Gründe, warum es sich gerade seiner eigenen Bundesgenossen wegen ebenfalls dem amerikanischen Nie- wieder- Krieg- Bertrag vorbehaltlos anschließen sollte: wird er nämlich zugleich von Polen, der Tschechoslowakei und Deutschland unterzeichner, waltungsgemeinschaften", möglicherweise sogar meiterjo verwirklicht sich damit ein Stüdeines Oftlocarno gehende Vereinheitlichungen herbeizuführen, haben in weiten Kreisen Nicht freilich in dem Sinne, daß er eine Revision unhaltbarer Amtlich wird gemeldet: Frau Staatspräsident Bo13 ernste Beunruhigung und Sorge hervorgerufen. Auch Verhältnisse in Osteuropa ausschlösse, aber in dem Sinne, ist in Anerkennung ihrer Berdienste um die katholische Frauen die Unterzeichneten sehen sich genötigt, ihre warnende Stimme zu erdaß er den Krieg als Mittel der Revision ausschlösse. bewegung in Württemberg non. Bapst Pius XI. Das Ehren heben. Hier steht nicht nur die Zukunft Thüringens in Frage, die Der Rheinpalt nach Westen hin und die Locarnoverträge treuz Pro Ecclesia et Pontifice"( Für Kirche und Bapft. 2nm rechtliche Gliederung Deutschlands entscheidend, und jeder, auch ber 11m- und Neugestaltung Mitteldeutschlands ist für die fünftige staatsnach Osten hin unterscheiden sich ja vor allem dadurch, daß d. Red.) verliehen worden. Die Schwäbische Tagwacht", fleinste Schritt kann heute zu unübersehbaren Folgen führen. Es jener den Krieg zwischen den Anliegern des Rheins feierlich das fozialdemokratische Parteiorgan in Stuttgart, bemerkt dazu muß verlangt werden, daß man solche Ungelegenheiten nicht imm und formell ausschloß, während die Schiedsverträge nach ironisch: Die Frau Staatspräsidentin hat sich jedoch auf dem Ge geheimen, fondern in breiter Deffentlichkeit vorbereitet, daß mit vollOften hin dies nicht taten. Der Beitritt Deutschlands, Bolens biete der Politik und dem der Reinerbaltung der Kunstständiger Offenheit und Klarheit allen in Betracht kommenden Stellen und der Tschechoslowakei zum allgemeinen Antifriegs Berdienste erworben, die, fo hoffen wir, in Bälde gleichfalls ihre Gelegenheit zu gründlicher Erörterung gegeben wird. Wir würden patt würde also in Richtung eines Oftlocarno liegen und Belohnung finden werden." Frankreich die Ueberwindung seiner letzten Hemmungen erleichtern. Für Deutschland ist das ganz überragende Interesse an dem allgemeinen Nie- wieder- Krieg Bertrag vormeg gegeben. Nehmen ihn alle Staaten an, ist jene moralische Ab= rüftung eingetreten, die für Frankreich und andere Staaten die Voraussetzung der materiellen Abrüstung bildet. Würden diese Staaten den Beitritt zum Antifriegspaft ablehnen, würden sie sich dem Vorwurfe aussehen, die moraliche Abrüstung zu verhindern, um die materiellen zu sabotieren. Das wäre eine auf die Dauer unhaltbare Situation. Deutschland würde daher diesen Mächten ebenso mie sich selbst den größten Dienst leisten, wenn es durch einen schnellen und vorbehaltlosen positiven Entscheid dem Nie- wieder- Krieg- Bertrag beitritt, nicht auf die unschlüssigen wartet, sondern mit Amerita die Zögernden zum Bölterfrieden durch Volterrecht führt. Frankreich rückt langfam in eine Linie. Paris, 25, Juni.( Eigenbericht.) " Die freie Meinungsäußerung. ift für Rechtsanwälte aufgehoben. Man schreibt uns: Anm. Die Ehrengerichtsbarkeit für Rechtsanwälte fchlägt in den letzten Jahren immer bedenklichere Bahnen ein. Sozialistische Rechtsanwälte, die in der Presse und in Bersammlungen an der Justiz Kritik übten. hatten sich wiederbolt vor den für Rechtsanwälte zuständigen Ehrengerichten zu ver So auch vor einigen Tagen der sozialdemokratische antworten. Anwalt Dr. Eckstein- Breslau vor dem Ehrengerichtshof in Leipzig. Er hatte von einem durchaus glaubwürdigen Schöffen die Nachricht erhalten, daß bei der Beratung eines Breslauer Schöffengerichs die und nur die beiden Richter verurteilen wollten, ferner daß der Borbeiden Schöffen sich für die Freisprechung ausgesprochen hatten fizende trotz der fehlenden Mehrheit ein auf 1 Jahr 3 Monate Zucht. haus lautendes Urteil verkündet hatte. Edftein hatte diese mit teilung auch in einer Zuschrift durch die Boffische Zeitung der Deffentlichkeit weitergegeben und daran einige fritische Bemerkungen gefnüpft. Außerdem hatte er in einer Breslauer Boltsversammlung ge sprochen, in welcher die Empörung der Arbeiterschaft darüber zum Ausdruc tam, daß ein Stahlhelm mann einen Reis. bannermann erlaffen batte. Das Schwurgericht hatte festgestelt", daß der Stahlhelmmann nur in der Notwehr pon ber Schußwaffe Gebrauch gemacht hatte. Der neue a meritanische Paftvorschlag. wird in hiestgent diplomatischen Kreisen viel freundlicher auf genommen, als die ziemlich frostige Reaktion der Bicise es an fänglich permuten ließ. Offenbar besteht im französischen Außen minifterium die Einficht, daß Frankreich sich bei weiterer Zurüd haltung auf einen gefährlichen Weg der Isolierung begeben würde. Dementsprechend neigt man hazu, die. erhaltenen Konzeffionen als befriedigend anzusehen. Wie verlautet, wird besonders die Ruficherung des Rechtes der legitimen Berteidigung" als Fort britt ben Berhandlungen gemertet; nicht weniger Genugtuung herrscht über te gleichzeitige lleberreichung der Note in den Haupt stöbten ber Altrierten Frankreichs. Jedoch betrachtet der Quaischarie Vorwürfe gemacht haben.. Orfan ben jenigen Paftentiburf vorerst noch als bloße Ber handlungsgrundlage. In jene Berfammlung hatte der Breslauer Richter per ein zwei Richter gesandt(!), die ein Stenogremm fiber die pen Efftein ohne Manuftript völlig freigehaltene Rede auf genommen hatten. In der Rede follte Gestein den Richtern zu Sowohl in dem Beitungsartikel mie in dent Borireg fans bie Staatsanwaltschaft eine außerberufliche Berlegung der Pflichten es für verhängnisvoll halten, wenn nur mit dem einen Nachbarn Thüringens Verhandlungen geführt würden, wenn auf Augenblidserwägungen vorzeitige Bindungen eingegangen mürden, die sich später als schwer zu überwindende Hindernisse auf dem Wege zu einer allseitig befriedigenden Regelung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern erweisen müßten. Kredite für Landarbeitersiedlung. Sozialdemokratischer Antrag im Landtag. tag eingebrachten Antrag wird auf die trostlosen Boh= In einem von der sozialdemokratischen Fraktion im Land. nungsverhältnisse der Landarbeiter hingewiesen, durch die die schwersten Gefahren für Leben und Gefundheit der Landarbeiter und ihrer Familien herausbeschworen würden. Das elends der Landarbeiter sich nicht nur auf die Errichtung von Staatsministerium wird ersucht, zur Bekämpfung des BohnungsEigenheimen mit Hilfe der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge zu beschränken, sondern die günstigsten Sieblungstrebite des Reiches neben der bäuerlichen Siedlung auch für bie Landarbeiterfieblung zu verwenden, ferner die Gemeinden, Kreise und Provinzen im Bau von Landarbeitermiet ftligen. wohnungen durch Bereitstellung von Mitteln taiträftig zu unter ſtügen. Ein glänzender Journalist. Lloyd George verdiente vier Millionen. Lloyd George läßt mitteilen, daß er sich entschlossen habe, feine journalistische Tätigkeit aufzugeben, um feine Seit vollkommen der Wiederbelebung der Liberalen Partei widmen zu fönnen. Seine Entscheidung tritt Ende des Jahres in Kraft Man glaubt, daß Lloyd George in den letzten Jahren durch Zeitungs artitet, 215 000 Pfund verdiente... F Das rote Berlin. Parteienstärke in den Berliner Berwaltungsbezirfen. the Aus dem Ergebnis der Reichstagswahl vom 20. Mai 1928 bringen die vom Statistischen Amt der Stadt Berlin heraus. gebenen Berliner Wirtschaftsberichte"( 1928, Heft 13) eine Zusammenstellung, die über die Stärke der fünf größten Barteien in den einzelnen Berwaltungsbezirken $ 3 ertins belehrt. In ganz Berlin entjielen auf die fünf größten Parteien zusammen über 89 Proz. aller abgegebenen gültigen Stimmen: auf die Sozialdemokratie 32,9 Broz, die Kommunisten 21,7 Broz, die Deutschnationalen 17,8 Proz., die Demofraten 7.7 Broz, die Deutsche Boltspartei 6,4 Brez.( auf die Splitter. parteien zusammen 10,5 Proz.). Bon diesem Durchschnittsergebnis für ganz Berlin weichen die Ergebnisse in den einzelnen Berwaltungsbezirfen mehr oder weniger weit ab. Auf die Sozialdemokratie entfielen Brozent in Spandau 41,1, Reufölln 40,3, Prenzlauer Berg 37.5, Lichtenberg 35,7, Kreuzberg 35,6, Treptow 34,9, Friedrichshain 34,6, Beinidendorf 34,1, Wedding 34,0, Tempelhof 33.9, Bantom 33,6, Köpenid 32,9, Beißensee 31,9, Mitte 31,3, Tiergarten 30,1, Char Tottenburg 28,7, Schöneberg 27,1, Wilmersdorf 23.5, Zehlendorf 23.1. Steglit 22,9. Die Anteilziffern ich manften für die Sozial. Demokratie zwischen 41,1 in Spandau und 22,9 in Steglitz. für die Sommunisten zwischen 40,4 in Wedding und 5,8 in Zehlendorf, für die Deutschnationalen zwischen 30,1 in Sehlendorf und 11.0 in Wedding, für die Demokraten zwischen 15,4 in Wilmersdorf und 4,5 in Wedding, für die Deutsche Bolkspartei zwischen 18,5 in Zehlen dorf und 2,6 in Wedding. Ihre Haupterfolge hatte die Sozialdemokratie( wie oben ersichtlich ist) in Spandau, Neukölln, Prenzlauer Berg, Lichtenberg, Kreuzberg, Treptow, Friedrichshain, Reinidendorf, Bedding, Tempelhof, Pantom, die Kommunisten in Wedding, Friedrichshain, Neukölln, Weißensee, Lichtenberg. Prenzlauer Berg, Reinidendorf, die Deutschnationalen in Zehlendorf, 23ilmersdorf, Stegliz, Schöneberg, Tiergarten, die Demokraten in 23ilmersdorf, Charlottenburg, Schöneberg, Behlendorf, die Deutsche Bollspartei in Zehlendorf, Steglitz, Wilmersdorf, Schöneberg. An der Spige aller Parteien stand die Sozialdemotrafie in Spandau, Neukölln, Brenzlauer Berg, Lichten berg, Krenzberg, Treptom, Reinickendorf, Tempelhof, Pantom, Köpenid, Weißenfee( wo die Kommunisten annähernd die gleiche Stärke hatten), Mitte, Tiergarten, Charlottenburg, Schöneberg, die Sommunisten nur in Wedding und Friedrichshain( wo die Sozialdemokratie fast die gleiche Stärke hatte), die Deutfájnationalen nur in Zehlendorf, Wilmersdorf, Steglitz, die Demofraten in feinem Lezirt, die Deutsche Bolkspartei in feinem Bezirk. Die Sozialdemokratie stand an der Spige in fünfzehn Be 3irfen, in den übrigen fünf Bezirken erlangte sie wenigstens die 3meite Stelle, einen geringeren Erfolg hatte sie in feinem Bezirk. Aufgaben des Anwaltstandes. Bandervelde vor den Berliner Rechsanwälten. Am Montag abend sprach Benoise Vandervelde im Ber. liner Anwaltverein über Die Lage des französischen und belgischen Anwaltsstandes". Genoffe Bandervelde, herz sich begrüßt durch den Präsidenten des Anwaltsvereins, wurde von den Anwesenden, unter denen sich auch Vertreter der höchsten Reichs mb preußischen Staatsbehörden, wie der preußische Justizminifter Schmidt, und der belgische Gesandte befanden, mit großem Beifall empfangen. Redner gab einen historischen Rückblick auf die fast gleiche Entwidlung des Rechtsanwaltsstandes in Frankreich und Belgien und führte dann weiter aus: Ueber die große politische Rolle hinaus, die der Rechtsanwaltstand im regen öffentlichen Leben Der Demokratie spielte, war der Anwaltsberuf seit der großen französischen Revolution das Sprungbrett zur politisch en Laufbahn überhaupt. 11sis Nach der Frankenſtabiliſierung. 190 W 1. ANC mus 156 tim asdondo ヘル OPPO ash 896 1. ballpjUIP Der Frieden zum Krieg: Nach dieser mühevollen Wiederaufrichtung wird es dir nicht gestattet sein, die beiden nochmal umzuschießen." Generalffreit in Griechenland. Tabafarbeiter kämpfen um menschenwürdige Löhne. Athen, im Juni.( Eigenbericht.) Von dem in Griechenland ausgebrochenen Generalftreit sind alle größeren Städte erfaßt. Die griechische Regierung hat vom ersten Tage an versucht, den Streit auf tommunistische revolutionäre Machenschaften zurückzuführen. In Wirklichkeit hat die geradezu katastrophale wirtschaftliche und soziale Lage der Tabatarbeiter in Ostmazedonien und Thrazien zu dem jezigen Berzweiflungsfampf geführt. Dftmazedonien und Throzien, welche der Neuillypertrag Griechenland zufprach, murden feit 1922 langsam und systematisch von ihrer einheimischen fleinbäuerischen Zepälterung entblößt und erhielten ein nöllig verändertes ethnographisches Geficht. Griechenland schloß mit Bulgarien por 4 Jahren die Konvention über die fogenannte frei millige Auswanderung ab, um die neuotfupierfen Landesteile für seine zu હાલમાં 3 hongokan vielen Hunderttausenden zählende Flüchtlinge aus Kleinafien, dem Kaufafus und Südrußland freizumachen. nur ein relativ geringer Prozentsaz Mazedonier und Thrazier blieb in den heimatlichen Küstenstrichen am Weißen Meere. Herein strömte aber eine Sturmflut griechischer Flüchtlinge und Emigranten, die sich hauptsächlich in den Städten festlegte. Diese Städte wurden von heute auf morgen in proletarische Zentren um gewandelt, welche den griechischen Staat vor eine Reihe verwidelter Probleme sozialen Charakters stellten. Anstatt die Wirtschaft in Während in Deutschland dem Reichstag nur 19 Rechts- Mazedonien und Thrazien durch eine weitblickende Kolonisation neu anwälte unter 496 Abgeordneten angehören, sind von 611 Abgeord zu entfalten, lieferten die griechischen Regierungen diese Gegenden neten der französischen Rammer 132, und von den 187 dem wirtschaftlichen Ruin aus. Das wirtschaftliche SchwerVolksvertretern Belgiens allein 56 Anwälte. Nur eine Regie gewicht wurde auf die Gebiete und Häfen des alten Griechenlands rung nach dem Kriege hatte in Belgien einen Ministerpräsidenten, gelegt, während die Häfen Saloniki und Kawalla mit ihrem Hinterder nicht dem Anwaltsstande entstammte, und in Frankreich war das land von Tag zu Tag zurüdgingen. Der immerhin geringen Anbei allen der Fall. Ein Gleiches gilt für fast alle Minister der einzahl Tabatmanufakturen steht eine große Masse verelendeter Brole. zelnen Kabinette. 3mar vollzieht sich darin eine Bandlung nach tarier gegenüber, die dem Kriege zuungunsten der Rechtsanwälte, weil die parlamenta1ische Bevedsamkeit, deren Meister der Anwalt war, die Rolle mie in der früheren Zeit nicht mehr spielt, und meil auch der Anmalts. beruf mehr und mehr aufhört, ein aristokratischer Lurusberuf zu sein. Eine weit größere politische Aufgabe als im bloßen Dienste des eige nen Landes beginnt sich aber den Anwälten aller Länder zu ent mideln: Die Arbeit der internationalen Gesetzes= angleidung, die Arbeit der Berständigung durch den Aus. hau des Wölferrechts, eine Arbeit, die, hoffnungsvoll be. gonnen, durch den Krieg jäh unterbrochen wurde. Genosse Vanderpelde sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß die Arbeit für den Frieden, der sich auf das Recht, nicht auf die Waffengewalt stügen werde, non Erfolg getrönt sein möge. Dazu. möge die werdende Berufsinternationale der Rechtsanwälte ihr Teil beitragen. Die Ausführungen des Genossen Bandervelde fanden außer ordentlich starten Beifall, In der Funktionärtonferenz am Sonntag hatte Genoffin Toni Sender die Rede Vanderveldes in porbildlicher Klarheit aus dem Französischen ins Deutsche übertragen. Emil Bohnfes Nachfolger. Dr. Kunwald, Leiter des Berliner Sinfonieorchesters. Als Nachfolger des quf tragische Weise bei einem Autounfall imms Leben golommenen Kapellmeisters Emil Bohnte tit Dr. Ernst Kun malb zum ersten Kapellmeister des Berliner Sinfonieorchesters ermählt worden. Bir dürfen die Entfcheidung, die damit gefallen ist, als ein gutes Borzeichen, nicht nur für die tommende Konzertsaison, sondern auch für die fünstlerische und daher auch für die wirtschaftliche Zukunft des Sinfonieorchesters begrüßen. Unter den zahlreichen namhaften Dirigenten, die fich um den, wichtigen und verantwortungsvollen Boften beworben hatten, Fätte men taum einen Mann finden können, dessen persönliche und Iünstlerische Qualitäten bessere Gewähr bieten. Dr. Kunwald, zuleht ais Generalmusikdirektor in Königsberg, por dem Kriege auch längere Zeit in Amerita mit Erfolg tätig, bat Jahre hindurch in Berlin die ständigen Konzerte des Philharmonischen Orchesters ge: leifet. Sein Wirten ist der Berliner Deffentlichkeit in bester Erime rung geblieben. L. P. durch gegenseitigen Cohndrud ihren sozialen und wirtschaftlichen Motstand noch verschlimmerten. Ein Bild aus Pommern. Die gebärende Schnitterin im Gebüsch. In einer vorpommerfchen Zeitung fand man vor einigen Tagen nachfolgende Notiz, die einer breiteren Deffentlichkeit zu übergeben werden perdient: Jarmen. Angeblicher Leichenfund. In der Stadt verbreitete sich das Gerücht, im nahe gelegenen Barrenthin sei eine weibliche Leiche im Gebüsch gefunden worden. Als der Sache nachgegangen wurde, fand man eine Schnitterin, die dort ihre Niederkunft gehalten hatte. Die völlig Erschöpfte wurde ins Demminer Krankenhaus gebracht, wo sie bald nach der Einlieferung verstarb. Nach dem neugeborenen Kinde sucht man noch. Der Leser des Blattes sah diese Nachricht und fand faum etwas Aufregendes babei. Und doch erfahren wir aus ihr wieder einmal etwas von dem Elend, dem die Schnitterinnen im Junkerparadies ausgesetzt sind. Selbst der gebärenden Mutter, das junge, neue Leben findet da, wo das Großagrariertum herrscht, feine hilje. Die llnglückliche wird auf die Straße getrieben und muß dort umkommen. Es ist Zeit, daß diese Zustände beseitigt werden! Sowjet- Erholungsheime. Mit dem Beginn des Sommers werden wieder Klagen über die Zustände in den russischen Erholungsheimen laut. ,, Irud" vom 10. Juni bringt folgenden Bericht: Die Die Kommiffion der Arbeiter und Bauernkontrolle, die die Erholungsheime des Sozialversicherungsamtes der Republit Turt. menistan besichtigt hat, hat ihre Arbeit abgeschlossen. Kommission hat durch und durch unzureichende Erholungs bedingungen festgestellt. Es gibt dort weder eine Bade- noch eine Brausevorrichtung oder eine Desinfektionsfommer. Die erste Grappe der Erholungsbedürftigen wurde nicht einmal ärztlich unterfucht. Die zweite Gruppe wurde erft einige Tage nach ihrer Ankunft ärztlich untersucht, wobei festgestellt wurde, daß sich unter den Neuangefommenen einige Geschlechtstrante befanden. Löhne und Arbeitsbedingungen in Dftmazedonien und Thrazien spotten jeder Schilderung. leberlange Arbeitszeit bis zu 12 Stunden täglich nicht nur für Mönnier, fondern auch für Frauen und Kinder find gerade in den Tabaljabriken und Lägern an der Tagesordnung. Der durchschnittliche Tageslohn beträgt 40 Drachmen. Von einer Hygiene in den Arbeitsstätten fann überhaupt teine Rede sein. Ein beträchtlicher Teil der Arbeiter hat in den letzten Jahren infolge der ungeheuren Ausbeutung burch das Unternehmertum den Weg zur Selbsthilfe, zu den Berufssyndikaten, gefunden, die nicht allein gegenüber den Fabritanten, sondern auch gegenüber bein Staate in Abwehr stehen. Die griechischen Geseze verbieten weder das Roalitionsrecht, noch den Streit. Trogdem versuchte die Regierung, die Manifeftationen der empörten Arbeiterschaft, denen schließlich die Geduld riß, niederzuhalten. Sie war bisher nicht ciumal, bereit, die Wünsche der Streifenden zu prüfen, und zit befür morten. Diese Haltung wird mit der Behauptung begründet, daß der Streit lediglich eine revolutionäre Aktion der Kommunisten sei und das Biel perfolge, die Diftatur des Proletariats auszurufen. Inzwischen ist es dank der Politit des liberalen Kabinetts bereits zu blutigen 3ujammenstößen gelommen, Troßdem wehren fich die Streifenden nach wie vor gegen die Verwendung von Militär und Bolizei zur Niederfmüttelung der Streitbewegung. An vielen Blägen, so in Xanti, hat sich . das Militär geweigert, gegen die Arbeiter vorzugehen. An anderen Orten werden Solidaritätserklärungen des Militärs zugunsten der Streifenden gemeldet. Das Erefutivfomitee der Gewerkschaften hat dem Wirtschaftsminister am Sonnabend noch einmal die Forderungen der Arbeiterschaft unterbrettet: Einführung des Achtstundentages, 30prozentige Aufbesserung der Löhne, gefeßliche Einführung der Arbeitsbücher, Errichtung von Arbeitsämtern und Erhebung von Sondertagen für die Altersversorgung der Arbeiter. Jezt hat die Regierung das Wort. Die Streifenden sind entschlossen, nicht eher an ihre Arbeitsftätten zurüdzufehren, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Als der Chefarzt Dr. Rono ein Badezimmer einrichten, Spudnäpfe und Wasserflaschen aufstellen woltie, stieß er auf den energischen Widerstand des Bertreters des Boltskommissariats für Arbeit, der erflärte, daß man auch ohne diese bürgerlichen 211üren" auskommen könne." In der gleichen Nummer des Zentralorgans der russischen Gewerkschaften wird aus Leningrad berichtet: Der Saisonbeginn in den Leningrader Erholungsheimen fejle mit einer Reihe von Standalen ein. Alkohol wird von den Insassen der Heime in Mengen tonsumiert Schlägereien und Exzesse sind an der Tagesordnung. Die Verwaltung wird mit Schuhwaffen bedroht.. In einigen Heimen find die Angestellten von den Raufbolden vollkommen terrorisiert." Selbst in Mostau liegen die Berhältnisse ziemlich ungünstig. In der letzten Sigung des Präfidiums des Moskauer Gewerkschaftsrates wurden die Berichte des Gesundheits- und des Sozialversicherungsamites über die Erholungsheime in dem Moskauer Gouvernement entgegengenommen. Das äußerst günstige Bild, das von den Berichterstattern entworfen wurde ,, hat sich nach den. Reden der Bertreter der Verbände vollkommen geändert." Die Gewerkschaftsvertreter haben auf zahlreiche, in dem Zeitungsbericht nicht näher dargelegte, Mängel in den Erholungsheimen hingemielen, bie dazu führen, daß die Arbeiter die wahrlich nicht vermähnten russischen Arbeiter die Erholungsheime vorzeitig verloffen". ( rub" vom 8. Juni.) Die interalliierte Rheinlandfommiffion hat die für Sonntag in Stoblenz geplante Uebertragung der Einweihung des Görres. Denfmals durch Rundfunt verboten. Eine fommuniftische Arbeiterschuhwehr wurde in Schaffhausen gegründet. Die aus den badischen Grenzorten eingeladenen ,, Roten Frontfämpfer" mußten jedoch an der Grenze wieder umkehren, da ihnen das Betreten des Schweizer Bodens in Uniform verboten wurde. Neue Bandenfämpfe in Megifo. In Jalpa im Guanq= Juato Staate ist es zwifchen 250 Rebellen und Bundestruppen zu heftigen Straßentampfen gekommen. Die Aufständischen Die Berhältnisse sind dort derart, daß die Patienten fich generloren 32 Tote. Bei ihrer Flucht schleppten sie zahlreiche zwungen sehen, die Erholungsheime vorzeitig zu verlassen. Berwundete mit sich. Der Streit in den Großbäckereien Die Brotfabrikanten drohen mit der Aussperrung. Beitrags- und Unterstügungsfragen umber Dach umb Fach zu bringen. Der Kampf war sehr scharf. Die Einführung der Invalidenunterstügung, die von 1919 bis 1923 schon be stand, wurde vorläufig zurückgestellt, dem Verbandsvorstand aber aufgegeben, nach Ablauf eines Jahres der Frage wieder näherzutreten. Der Verbandsvorstand wurde in der bisherigen Zu ſammenſegung wiedergewählt. Kongreß der Lederarbeiter. Der Verbandsvorstand wiedergewählt. Verbandsvorstand wurde 5 Gestern abend ist auch in den letzten der von der Organisation und die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen. So wird in einer zur Arbeitseinstellung bestimmten Großbetrieben die Arbeit nieder folchen Erklärung" behauptet, daß die Unternehmer niemals eine gelegt worden, so daß nunmehr rund 650 Bädereiarbeiter längere als die 48stündige Arbeitszeit verlangt hätten. Demgegenin den Berliner Brotfabriken im Streit stehen. Etwa ebensoviel über ist festzustellen, daß die Unternehmer einen Schiedsspruch abArbeiter sind in den Großbetrieben beschäftigt, die die Forderungen lehnten, der ihnen anstatt der geforderten 54 stündigen Ar. der Organisation anerkannt haben und die für die Lohnbewegung beitswoche ,, nur" die 52stündige Arbeitswoche brachte, weil er Der Dresdener Kongreß der Lederarbeiter befaßte sich am nicht mehr in Frage kommen. In einer Anzahl von mittleren und ihren Forderungen nicht weit genug entgegentam. In den Ver- Sonnabend mit einer Reihe organisatorischer Fragen, die alle eine fleineren Betrieben, die zusammen rund 200 Arbeiter behandlungen vor dem Schlichtungsausschuß sowie in den sonstigen begrüßenswerte Lösung fanden. Bei den Wahlen der Delegierten schäftigen, hat der Verband der Nahrungsmittel- und Getränke Berhandlungen war es besonders der Vorsitzende der Vereinigung zum Hamburger Gewerkschaftstongreß und zum nächsten Internatio nalen Kongreß der Arbeiter der Schuh- und Lederindustrie, wurden arbeiter die Belegschaften noch nicht zur Arbeitseinstellung auf der Brotfabrikanten, Herr Hähnge aus Weißensee, der mit allem Der mit allen gefordert. Die Inhaber dieser Betriebe haben jedoch ihren Arbeitern Nachdruck darauf hinwies, daß auch die Brotfabrikanten unbedingt die Vorschläge der Kommunisten durchweg abgelehnt. gegen bereits mitgeteilt, daß sie von ihrer Organisation aufgefordert worden an der Forderung auf Verlängerung der Arbeitszeit Stimmen wiedergewählt. Ein Gegenvorschlag worden. Als nicht eingebracht den Ort für sind, die Arbeiter auszusperren, widrigenfalls ihnen eine auf 54 Stunden festhalten müßten. Wenn jetzt in der bürgernächsten Konventionalstrafe auferlegt wird. Da der Nahrungsmittel- und Ge- lichen Bresse etwas anderes behauptet wird, muß man entweder Berbandstag wurde Karlsruhe bestimmt Einstimmige An tränkearbeiterverband von vornherein mit einer solchen Maßnahme annehmen, daß die Unternehmer ein sehr schwaches Gedächtnahme fand ein Antrag, der die Ortsvereine auffordert, der Grüngerechnet hat, würde die Durchführung der Aussperrung nur ein nis haben oder es mit der Wahrheit nicht sehr genau nehmen. dung von Werfsportvereinen entgegenzuwirken, jowie eine Entschließung, die den ADGB., den JGB. und die ReihsSchlag ins Wasser bedeuten und auf den weiteren Verlauf Jedenfalls wird durch solche Erklärungen" die Front der Streifenden nicht ins Wanken gebracht werden fönnen. regierung ersucht, mit allen Kräften für eine baldige Räumung der Bewegung feinen Einfluß haben. des belegten Gebiets zu wirken. Der Vertreter des französischen Lederarbeiterverbandes Roux gab am Schluß der Tagung seiner Freude darüber Ausdruck, daß troz aller Gegenfäße der GeDanfe einer einheitlichen Gewertschaftsbewegung die ganze Tagung beherrscht habe. Wie so oft bei Lohn- und Arbeitskämpfen versuchen auch die Berliner Brotfabrikanten durch Erklärungen" in der bürgerlichen Presse die Schuld an dem Konflikt den Arbeitern zuzuschieben Der Buchdruckerverband 1927. Organisatorischer und finanzieller Aufschwung. Wenn in fast allen Gewerkschaften im Vorjahre eine beträcht liche Mitgliederzunahme zu verzeichnen war, so fann man das aller dings über den Verband der Deutschen Buchdrucker nicht berichten. Die Tatsache findet aber seine natürliche Erklärung darin, daß die Arbeiterschaft im Buchdruckgewerbe schon seit Jahr zehnten fast restlos organifiert ist und somit das eigent liche Rekrutierungsfeld dieser Organisation mur die jungausgelernte Gehilfenschaft bildet. Daß die Jungausgelernten beinahe restlos der Organisation zugeführt werden, beweist die Mitteilung im Geschäftsbericht des Buchdruckerverbandes für das Jahr 1927, wonach von den 1311 im vierten Lehrjahr stehenden Lehrlingen 1121 bei der Beendigung ihrer Lehrzeit dem Berbande zugeführt wurden. Der größte Teil dieser neuen Mitglieder war bereits als Lehrling im Buchdruckerverband organisiert. Wenn man dann den natürlichen b'g ang berücksichtigt, den jede Organisation durch den Tod, den Eintritt der Invalidität, die Abreise, den Berufswechsel ihrer Mitglieder ufw. hat und der den Zugang an neuen Mitgliedern faft aufhebt, so ist es erklärlich, warum der Buchdruckerverband im Jahre 1927 mur 828 neue Mitglieder gewinnen fonnte. Der Verband zahlte am Schlusse des Borjahres 81 305 Mitglieder gegen 80 477 am Schlusse des Jahres 1926. Dazu kommt noch die Lehrlingsabteilung mit 16 287 Mitgliedern gegenüber 14 152 Mitgliedern Ende 1926. Die Lehrlingsabteilung fonnte also im Vorjahre einen Gewinn von 2135 Mitgliedern buchen. = Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung im Vorjahre hat sich naturgemäß auch auf die Beschäftigung im Buchdrudgewerbe und somit auch wieder auf die finanzielle Entwidlung der Organisation günstig ausgewirkt. Das Gesamtvermögen des Buchy br derverbandes erhöhte jich von 4324 691 m. auf 6770 604 M., mithin um fast 2% Millionen Mart. Im Jahre 1927 murde durch Perhandlungen Dor den Schlichtungsinstanzen eine Lohn erhöhung won 3,50 m. in der Spize am 1. April und einer weiteren Mart ab 1. Oktober erwirkt. Die im März dieses Jahres eingeleitete Lohnbewegung wurde durch einen Schiedsspruch beendet, Fer in unverständlicher Weise vom Reichsarbeitsminister für verbind lich erklärt murbe, obwohl er nur eine Lohnerhöhung von 3,50 M. in der Spiße vorfah und für ein Jahr Gültigkeit hat. Der Jahres bericht legt ferner Zeugnis ab von der intensiven Bildungs arbeit. Die der Berband im Laufe des Berichtsjahres besonders unter den jugendlichen Mitgliedern geleistet hat. Zusammenfassend fann gesagt werden, daß auch der Geschäftsbericht des Verbandes der Buchdrucker für das Jahr 1927 ein unwiderlegbares Dokument der vorbildlichen Geschlossenheit und orga= nisatorischen Kraft der deutschen Buchdrucker selbst ist. Die Brauereiangestellten vor dem Schlichter. Entgegenkommen von den Unternehmern abgelehnt. Der Gehaltsstreit der Angestellten im Berliner Braugewerbe war am Montag Gegenstand der Verhandlungen vor dem Schlichter. Die Bertreter des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend verhielten sich nach wie vor ablehnend, so daß alle Einigungsversuche des Schlichters scheiterten. Wahrscheinlich dürfte die Berbindlicherklärung des Schiedsspruches des Schlichtungsausschusses Groß- Berlins vom 21. Mai 1928 von Amts wegen ausgesprochen werden, so daß ein tarifloser Zustand vermieden wird. Es wird Aufgabe der Betriebsvertretungen sein, in Betriebsversammlungen der Angestellten der Berliner Brauereien zu diesem rücksichtslosen Verhalten der Unternehmer Stellung zu nehmen und über die Verhandlungen vor dem Schlichter eingehend durch Vertreter der Berufsorganisation berichten zu lassen. In allen Angelegenheiten, die das Angestellten und Beschäftigungsverhältnis der Brauereiangestellten betreffen, wende man sich an den 3entralverband der An gestellten, Berlin SW. 61, Belle- Alliance- Straße 7/10. Forderungen der Beamten. Beiratsiagung des Reichsbundes. In der Streifperfammlung heute nachmittag um 2 Uhr im Gewerkschaftshaus wird nicht nur über diese Dinge berichtet, sondern auch über die weiteren Maßnahmen beraten werden. Mitglieder des DMV. agitiert zur Verbandstagswahl für die Liste A der gewerkschaftlichen Einheitsfront, weist das parteipolitische Spaltungsmanöver der Liste B zurück. sechs war Neuer Konflikt in der Rheinschiffahrt. Die holländischen Reeder provozieren ihn diesmal. Beirat erblickte in der Angliederung an die allgemeine Krantenversicherung die zweddienlichste Lösung und verdische Rheinschiffahrt einzutreten. Die bestehenden Tarifverträge langte von der Reichsregierung entsprechend den Beschlüssen des 14. Ausschusses des alten Reichstags die baldige Vorlage eines Reichsgefezes. 19 Neues Gewölf hat sich in den letzten Tagen in dem noch immer nicht beigelegten Rheinschiffahrtstonflitt zusammengezogen. Diesmal sind es die holländischen Reeder, die drauf und dran sind, das Feuer wieder anzufachen. Die Unternehmer der holländischen Rheinschiffahrt sind nicht dazu zu bewegen, in Verhandlungen über einen Neuabschluß der Tarifverträge für die hollän= laufen am 30 Juni ab. Es ist also feineswegs unmöglich, daß es in der holländischen Rheinschiffahrt zu Arbeitseinstellungen kommt. In diesem Falle wäre mit einer neuen Beunruhigung der deutschen Zur Reichsdienst strafordnung nahm der Beirat mit Rheinschiffahrt nach dem 1. Juli zu rechnen; denn eine Aufforderung des holländischen Rheinschiffahrtspersonals an die deutschen Kollegen, Befriedigung Kenntnis, daß der Entwurf, der dem letzten Reichstag Solidarität zu üben, würde nicht ohne Echo bleiben, da ja die vorgelegt wurde, nicht verabschiedet worden ist. Der Beirat for- holländischen Rheinschiffer im großen Konflikt gegenüber dem deutderte die baldige Borlage eines neuen Gefeßentwurfes und verfchen Rheinschiffahrtspersonal strengste Solidarität beobachtet haben. weist auf die vom Allgemeinen Deutschen Beamtenbund in seiner Eingabe vom 11. März 1927 aufgestellten Forderungen. Zur Arbeitszeit forderte der Beirat die Ratifizierung des Abkommens von Washington und die Aenderung des Entwurfes des Arbeitsschußgefeßes dahingehend, daß auch alle im Betriebs- und Verwaltungsdienst sowie im Gesundheitswesen tätigen Beamten unter das Gesetz fallen. Bis dahin müsse auf dem Ber ordnungswege für alle Beamten und Angestellten auch der 2änder, Gemeinden und Gemeindeverbände die 48- Stunden- Woche wieder eingeführt werden. Zur Besoldungsfrage sah der Reichsbeirat die Neuordnung als eine Rüdwärtsentwidlung gegenüber den Grundlagen an, die im Besoldungsgesetz von 1920 geschaffen wurden. Eine neue Reform müsse angestrebt werden, die eine Berringerung der Bahl der Besoldungsgruppen, eine frühere Erreichung des Endder Zahl der Besoldungsgruppen, eine frühere Erreichung des End gehalts, Schaffung von Aufrüdungsmöglichkeiten, Anrechnung der Bordienstzeit, Schaffung einheitlicher Gehaltssäte für Männer und Frauen bei gleicher Dienstleistung, angemessene Sozialzuschläge, Verbefferung des Diätariats, Wiedereinführung des Ortszuschlages an Stelle des Wohnungsgeldzuschusses und Abschaffung der Stellenzulagen enthalten müsse. Auch müffe die Ortsflaffeneinteilung neu geregelt werden. Verbandstag der Hutarbeiter. Die Berluste der Krifenzeit wieder aufgeholt. Der Deutsche Hutarbeiter Verband hielt dieser Tage in Altenburg seinen 15. Berbandstag ab. Der Verbandsvorsitzende Bröside Altenburg brachte in seinem Bericht zum Ausdrud, daß nach ber ueberwindung der Strifen in den Jahren 1924/25 wieder ein Aufschwung in der Organisation zu verzeichnen ist. Es war möglich, die von den Unternehmern in der Krisenzeit durchgefeßten Verschlechterungen in bezug auf Lohn- und Arbeitsbedin gungen nicht nur wieder auszugleichen, sondern erhebliche Berbefferungen herauszuholen. Der Berband zählt heute wieder über 18 600 Mitglieder von etwa 26 000 Befchäftigten in 3181 Betrieben. Zur Durchführung der Tarifpolitit waren 60 Bewegungen notwendig. Mit Stolz so betonte Brösicke festgestellt werden, daß für alle Berufsgruppen die Lohn- und Arbeitsbedingungen tariflich geregelt find. Die Urabstimmung über die Berschmelzung mit dem Bekleidungsarbeiterverband hat die er. forderliche Zweidrittelmehrheit nicht erbracht, womit die Frage vor läufig als erledigt gelten soll. tann Der Kassenbericht zeigte zum erstenmal nach der Inflation wieder ein erfreuliches Bild. Der Vermögensstand von 1913 ist wieder erreicht. Zur Rechtfertigung der Haltung des Verbandes während des Wahlkampfes erklärte die Redaktion des Verbandsorgans, sie habe aus wohlerwogenen Gründen die Mitglieder aufgefordert, überall für die Sozialdemokratie einzutreten. Die Gewerkschaften tönnten sich nur mit einer Partei befreunden, die unentwegt für die Interessen der freien Gewerkschaften fämpfe, und das sei einzig und allein die Sozialdemokratische Partei. Der Verbandstag erklärte sich damit einverstanden, daß das Sekretariat der Hutarbeiterinternationale der internationale Kongreß findet demnächst in Prag statt wieder nach Deutschland, und zwar nach Altenburg verlegt wird. Der Reichsbund der Beamten und Angestellten in den öffent- Als Vertreter für Brag wurden gewählt Bröside Altenburg, lichen Betrieben und Verwaltungen im Verband der Gemeinde- und Sonntag Dresden und Hennicker- Guben. Ueber arbeitsStaatsarbeiter hielt dieser Tage in Plauen i. B. eine Beiratsrechtliche und sozialpolitische Zeitfragen sprach Hermann vom tagung ab. Neben den innerorganisatorischen Fragen standen Hauptvorstand. Er forderte Einheitlichkeit auf arbeitsrechtlichem zur Beratung die Beamtenfrankenfürsorge, das Dienststrafrecht, die und sozialpolitischem Gebiet, und vor allem Kündigungsschut nicht nur für Angestellte, sondern auch für Arbeiter. Raphrbeitszeit der Beamten und die Beamtenbesoldung. tali- Berlin sprach über wirtschaftliche Fragen der Gegenwart. Der Siz der Verbandes bleibt in Altenburg, da die Vertreter nicht wollen, daß die Organisation fommunistischen Treibereien überliefert werde, wie das bei einer Berlegung nach Berlin zu be fürchten sei. Zwei Berhandlungstage benugte man allein, um die Zur Beamtentrantenfürsorge forderte der Reichsbeirat in einer Entschließung die Schaffung einer einheitlichen reichsgesetzlichen Beamtentrantenfürsorge. Das System der Not standsbeihilfen wurde als unwürdig und ungenügend abgelehnt. Der - Um die Löhne der Hafenarbeiter. Die Hafenarbeiterbewegung in Düsseldorf ist abgeschlossen, da der Schiedsspruch, der 7 Proz. Lohnerhöhung bringt, von beiden Seiten angenommen worden ist. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Die Lohnregelung foll bis 31. März 1929 gelten. In Mainz wird zurzeit in der Hafenarbeiterlohnfrage noch verhandelt. In Köln haben die Unternehmer den für die Hafenarbeiter gefällten Schiedsspruch vom 21. Juni ebenfalls abgelehnt, Der neue Schiedsspruch enthält die gleichen Bestimmungen wie sein Borgänger und darüber hinaus noch Sicherungen gegen Maßregelung. Der Streit der Hafenarbeite. in den Häfen Mannheim und Ludwigshafen ist am Montag zu Ende gegangen. Die Hafenarbeiter haben einen Schiedspruch angenommen, wonach die Streis fenden nach Maßgabe der Bedürfniffe der Betriebe, jedoch bis spätestens 16. Juli wieder einzustellen sind. Maßregelungen ris Anlaß des Streifs erfolgen nicht. Die 2ohnerhöhung läuft sich auf 6 Pfennig pro Stunde per fofart. Damit iſt int Mannheimer Hafengebiet der reguläne Berfehr wieder möglich. Tariffündigung der Gaarbergarbeiter. 2 Saarbrüden, 25. Juni. Die Bergarbeiterorganisationen haben auf einstimmigen Be schluß heute den Lohntarif getundigt. Aufgehobene Sperre. Wie uns der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Café- Angestellten mitteilt, ist die Sperre über den Betrieb Restaurant Alter Krug, Inh. Paul Himborg in Tegel, aufgehoben. Die Differenzen find beigelegt. SPD.- Metallarbeiter, 2. Bezirk. Am Mittwoch, 27. Juni, 16% Uhr, bei Mahlmann, Fruchtstr. 37, wichtige Frattionsverfammlung aller SPD. Genossen. Jeder Betrieb muß vertreten sein. Mitgliedsbuch der Partei und Gewerkschaft als Ausweis mitbringen. SPD..Metallarbeiter, 8. Bezirk. Wichtige Flugblätter find abzuholen im Lotal Brasser, Michaellirchstr. 29a. Jeder Betrieb muß einen Genossen am Dienstag oder Mittwoch zur Abholung beauftragen. Alle Betriebe müffen belegt werden. SPD..Metallarbeiter, Lichtenberg und Hohenschönhausen. Am Mittwoch, 27. Juni, 16% Uhr, im Lokal von Geipte, Lichtenberg, Kronprinzenftr. 47, Bersammlung aller Parteigenoffen. Wichtige Tagesordnung. Alle Betriebe müssen vertreten fein. Die Fraktionsvorstände. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Be. Heute 19% Uhr tagen die Gruppen: Südosten: Jugendheim des Ver. tehrsbundes. Engelufer 24/25, Aufgang B, part. Bortrag:„ Sanitäre Einrichtungen in der Großstadt." Sumboldt: Jugendheim Graun. Ede Lorgingstraße. Lichtbildervortrag: Stimmungsbilder der deutschen Landfchaft." Reu- Lichtenberg: Jugendheim Hauffstraße( Sportplag), an der Leffingstraße. Ernstes und Heiteres aus den Betrieben. Landsberger Blaz: Jugendheim Diestelmeyerstr. 5. Literarischer Abend: Märkische Sagen." Frankfurter Allee: Städtisches Jugendheim Litauer Str. 18, Simmer 2. friebsausfpracheabend. Treptow: Jugendheim Schule Wildenbruchstr. 53/54 ( Hortzimmer). Bortrag:„ Was fehen wir auf Fahrt und was nicht?" Sprechcorteilnehmer: Heute Uebungsabend im Arbeitslofenfaal des DeutschenMetallarbeiterverbandes, Linienstr. 83/85. Außenspielabenbe: Süden- Südwesten: Sportplag Am Urban. Gesundbrunnen: Sportplas im Humboldt. hain. Norbwefflreis: Kreisbadeabend im Boltsbad Plögensee. Treffen um 18% Uhr am Eingang. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten. Heute, Dienstag, ab 19 Uhr, gemeinsamer Spielabenb aller Jugendbezirke auf der Spielwiese 7 im Treptower Bart. Jugendbezirk Webbing- Gesundbrunnen spielt auf bem Sportplatz im Humboldthain. Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff: Wirtschaft: G. Alingelhöfer; Gevertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Fris Raritäbt: Anzeigen: Tb. Glode. fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanstalt Vaul Ginger u Co. Berlin EW 68. Lindenstraße 3 Hierzu 1 Beilage unb Unterhaltung und Wissen": Ihr Kind fat ja glänzend zugenommen, Jawofl, seit es Maizena bekommen! 45.31. Beilage des Vorwärts Nr. 297 Jahrgang Der Magen von Berlin. 此 8 MECK BG. Stettinee Hamburg 1,88 530 TTTTTT TTTT OLDENBURG T TTIT BERLIN ( Mild, Kase) WESTFALEN eee HESSEN THÜRINGEN 10 POMMERN Kase) 生 TT TYTT 777777 Brander Burg ( Getreide) D Dresden SACHSEN ( Obst) Was die Ernährung eines Millionenwoltes bedeutet, haben mir im Weltkrieg erfahren. Aber auch schon da, mo es sich um die Befriedigung der Nahrungsbedürfnisse einer Großstadt handelt, schmellen die Zahlen zu phantastischer Größe an. Während bei einer fleinen oder Mittelstadt die Umgebung in erster Linie die Borräte ipendet, ist bei den Großstädten der Welthandel dominierend. | TT TT TT ( Fleisch) 77777 Лап POLEN ( Getreide) 0 00 NIEDER OST PR Danzig Ty KESIEŃ TTIT ( Fleisch) OBER- SCHE 107 19196 new baUCT 1919W 13 734 Tonnen mehr als Niederschlesien mit 4028 Tommen, das auch non Bayern( 10 903 Zommen ficherlich eine Ueberraschung für die meisten Berliner) und von Medienburg( 6360 Tonnen) übertroffen wird. Aber auf einem anderen ebenfalls sehr michtigen Gebiet steht Niederschlesien an zweiter Stelle: im Zuder. Es liefert 18 781 Tonnen und übertraf damit Brandenburg( 12 277 Tonnen); der Hauptlieferant Berlins ist aber naturgemäß Magdeburg mit 44 976 Tonnen Zucker. 66 607 Was das lebend eingeführte Bieh betrifft, so ist Brandenburg mit rund gerechnet je 100 000 Stück Rindnieh, Schafen und Schmeinen guter Dritter: für Pommern und Grenzmark sind die drei entsprechenden Zahlen 205 979 137 878 503 512; für Ostpreußen 94 046 34 275 249 070; für Mecklenburg 52.398 92 560. Sannover- Oldenburg hält seinen Ruf als Schafzuchtland aufrecht( etma 35 000 Stück), wird aber von Magdeburg- Anhalt um das Doppelte übertroffen. Niederschlesien kann die hohe Stellung, die es als Betreide und Zuckerlieferant einnimmt, auf dem Gebiet der Bichzucht nicht halten: es lieferte nur 7139 Stück Rindvieh. Die gegenwärtig gerade in dieser Provinz sehr fühlbare Zusammen arbeit von Regierung und Tierzuchtverbänden zur Hebung der Tierzucht wird hoffentlich sich bald bemerkbar machen. Mit scheinbaren Rekordziffern ist in der Darstellung der Bahn- und Wassertransporte die Unterelbe vertreten, so namentlich in Weizen: 77 873 Tonnen, in Mühlenerzeugnissen: 40 107 Tonnen, und in Fleisch: 23 076 Tonnen aber man muß sich vor Augen halten, daß dieje Zahlen in der Hauptsache den Import des Auslandes: transatlantische Güter Berlin, dessen Benölkerung am 1. April d. J. 4 227 862 Personen betrug, führte 1926 auf Eisenbahnen und Wasserstraßen an Haupternährungsstoffen mie: Weizen, Roggen, Mehl resp. Mühlenerzeugmiffe, Buder, Kartoffeln und Fleisch aus dem Inlande 1 092 831 Tonnen, aus dem Auslande 44 218 Tonnen ein. Das ergibt als Jahresnerbrauch in genannten Waren pro kopf der Bevölkerung etwa 5 Zentner. Um den Fleischbedarf der Berliner zu genügen, müssen 535 682 Stück Rindvich, 516 920 Schafe und Ziegen, 1194 069 Schmeine und 2500 587 Stück Geflügel eingeführt werden. An Fischen wurden 59 901 Tonnen eingeführt. Diese stattlichen Zahlen neranschaulicht eine aus der Vogelperspektive gesehene Darstellung auf der Ausstellung, Ernährung", die von dem Statistischen Amt der Stadt Berlin ausgeht. Durch bemegliche Eisenbahnzüge und Leuchtröhren wird gezeigt, aus welchen deutschen Gebieten und aus welchen ausländischen Staaten die Berliner Lebens mittelversorgung stammt. Es ergibt sich die erfreuliche Tatsache, daß die den Berliner Stadtkreis unschließende Mart Brandenburg in Getreide und Kartoffeln an der Spitze steht: Weizen 17 572 Tonnen, Roggen 78 632 Tonnen, Mehl 79 031 Tonnen, Kartoffeln 304 644 Tonnen. Es folgen dann Niederschlesien und Pommern mit Grenz mark; die hohe Bedeutung, die Niederschlesien für beim Fleisch: Gefrierfleisch betreffen. Die eigene Produktion des Berlin besitzt, spricht sich darin aus, daß es an Getreide und Mehl mit 107 070 Tonnen an zweiter, Pommern mit mur 48 964 Tonnen on dritter Stelle steht. In Kartoffeln ist ihm dagegen Pommern über: 65 902 Tonnen, und auch Magdeburg- Anhalt liefert mit 49] Jack London: Wolfsblut. ..Da pfeift es!" rief Matt und vom Dufon her tönte der heisere, heulende Ton der Dampfpfcife. Sie müssen sich beeilen. Vergessen Sie nicht die vordere Tür zuzuschließen. Ich will zur Hintertür hinaus. Gehen Sie nur voran." Die beiden Türen schlugen zu gleicher Zeit zu, und Weedon Scott martete, bis Matt nach vorne tam. Bon der Innenseite der Tür fam ein leises Seufzen und Winseln, dann das langgezogene Schnüffeln. Sie müssen gut für ihn forgen, Matt," fagte Scott, als sie den Hügel hinuntergingen. Schreiben Sie mir, und laffen Sie mich auch wissen, wie es ihm geht." Gemiß," antwortete der Hundetreiber. Aber hören Sie das bloß an!" Beide blieben stehen. Wolfsblut heulte, wie es Hunde tun, menn ihre Herren gestorben sind. Es war eine herzzerreißende Wehklage, fie erhob sich zu lauten Jommertönen und erstarb in zitterndem Weh, dann brach sie von neuem in ein lautes, fummervolles Geheul aus. Die Aurora war das erste Dampfboot des Jahres, das hinausfuhr, und das Verde war dicht gedrängt voller Abenteurer und Goldsucher, von denen manch einer Glid, manch anderer lingiüd gehabt hatte, die aber alle ebenjo gierig waren, megzutommen, als sie es einft gewesen waren, anzukommen. Gleich bei der Landebrüde stand Scott und schüttelte Matt die Hand, der im Begriffe war, ans Ufer zurückzukehren. Aber Matts hand wurde plöglich schlaff in der des andern, und sein Auge heftete fich auf etwas hinter Scotts Rüden. Scott drehte fich um. Da faß in geringer Entfernung von ihnen Wolfsblut auf dem Berded und blickte sie unverwandt an. Der Hundetreiber fluchte leise nor Schred, und Scott stand starr vor Staunen. Hatten Sie auch die Bordertür verschlossen?" fragte Matt. Der andere niďte und fragte dagegen:„ Und Sie die Hintertür?" Ermiderung. Darauf können Sie Gift nehmen," tam die fräftige Wolfsblut legte schmeichelnd die Ohren zurüd, blieb aber, mo er mar. Ich werde ihn nun ans Land bringen müssen," und Matt mochte ein paar Schritte auf ihn zu, aber Wolfsblut Gebietes, fomie des sich anschließenden Schleswig- Holsteins spielt mohl teine große Rolle für Berlin und die für die Nordmark gemachte Ergänzung: sowie Häfen von Rostod bis Flensburg" läßt erkennen, daß hier die Einfuhr von Dänemart mit verrechnet ist. glitt hinweg. Der Hundetreiber lief ihm nach, aber Wolfsblut mich ihm zwischen den Menschengruppen aus und machte sich duckend, drehend und wendend die Anstrengungen zu nichte, womit jener ihn fangen wollte. Als jedoch der Gebieter ihn rief, fam er rasch und gehorsam zu ihm. ,, Er will nicht zu mir tommen, der ich ihn doch all die Monate hindurch gefüttert habe," brummte der Hundetreiber tief verlegt. llnd Sie haben ihn nach den ersten paar Tagen der Bekanntschaft doch nie gefüttert. Da möchte ich doch wirt. lich missen, wie er sich das zurechtlegt, daß Sie von uns beiden der Herr find." Scott beugte sich plöglich tief über Wolfsblut, den er gestreichelt hatte, und zeigte auf einige frische Wunden an der Schnauze und einen Schlitz zwischen den Augen. Auch Matt beugte sich herab und fuhr mit der Hand über Wolfsbluts Unterleib. Wir hatten das Fenster nergessen. Er ist unten ganz erschlitzt und zerrissen. Er muß mit einem Satz durchgesaust fein, zum Donnermetter!" Allein Scott hörte nicht auf ihn. Er überlegte rasch, denn die Pfeife der Aurora gab das legte Signal zur Abfahrt. Die Leute rannten über die Laufbrücke ans Ufer zurüd. Matt löste ein Tuch vom Halfe, um es Wolfsblut umzubinden. Leben Sie wohl, Matt, und was Wolfsblut betrifft, mein Alter, so brauchen Sie nicht über den zu schreiben. Sie jeben, ich-" ,, Was," schrie der Hundetreiber ,,, Sie wollen doch nichtJa, ja, ich mill. Hier ist Ihr Tuch. Ich werde über an Sie schreiben." Matt blieb auf halbem Wege auf der Laufbrücke stehen. Er wird das Klima nie und nimmer vertragen," schrie zurüd, wenn Sie ihn nicht im warmen Better scheeren lassen." ihn er " 4 Das Laufbrett wurde ans Ufer gezogen und die Aurora schwang sich in weitem Bogen zur Abfahrt herum. Weedon Scott wintte ein letztes Lebemohl hinüber. Dann drehte er sich um und beugte sich über Wolfsblut, der neben ihm stand. Nun grolle, du nerdammter Wolf, grolle," sagte er und streichelte den sich anschmiegenden Kopf und troute ihm die Ohren. 2. Das Südland. Wolfsblut ging in San Franzisto an Land. Er mor starr vor Staunen. Tief im Innern, ohne durch Nachdenken dessen bewußt zu werden, hatte er den Menschen die Macht | Dienstag, 26. Juni 1928 Jedenfalls sind die Zahlen, die in dem von den Besuchern der Ausstellung viel angestaunten Rundbild dargelegt sind, recht aufschlußreich: sie zeigen, daß Berlin zu seiner Ernährung hauptsächlich einige nahe Provinzen in Anspruch nimmt. Wenn diese Zahlen auch einen Begriff geben von dem Umfange des Verkehrs auf den Transportwegen, für die umfangreiche Entlade= und Aufbewahrungsstellen, u. a. in den beiden Berliner Hajenanlagen 16 Lagerhallen, 1 3ollspeicher und 2 Getreidespeicher, geschaffen worden sind, so ist damit noch bei weitem nicht die ganze Zufuhr gekennzeichnet. Allein an Obst und Gemüse werden aus der Umgegend 90 Millionen kilogramm hereingebracht, die zumeist in den Berliner Markthallen umgesetzt werden. Der Gesamtver= brauch an beiden wichtigen Gegenständen erreicht jedoch im Jahr 150 resp. 250 millionen kilogramm. Für die Milch liegen genaue Angaben vor; der Gesamtverbrauch mar 376 169 000 Kilogramm, mas einem Transportdurchschnitt von über 1 Million Kilogramm und einen Jahresverbrauch von 90,1 kilogramm pro Kopf der Bevölkerung ergibt. Nehmen wir mun auch die Eier, so mird der Jahresnerbrauch auf 50 Millionen Kilogramm berechnet, mas pro. Kopf 12 Kilogramm ergibt. Selbst eine Beifoftware wie die saure Gutte wird im Jahresdurchschnitt auf 600 000 Schock geschätzt. PP Was die Bezeichnung Magen von Berlin" sagen will, tritt am deutlichsten in die Erscheinung, menn mir die Zusammenstellung dessen betrachten, mas der Magen jedes einzelnen Berliners in einem Jahr verlangt. Neben den bereits genannten Zahlen für Milch und Eier müssen angeführt werden: Fleisch und Fleischmaren 164 Kilogramm, Kartoffeln 115 Kilogramm, Getreide und Mehl 139 Kilogramm, Zucker 19 Kilogramm, Obst 36 Kilogramm, Gemüse 60 Kilogramm und Fische 7,2 Kilogramm. Die verhältnismäßig fleine Zahl des Fischverbrauchs führt leider zu dem Schlusse. daß frog der geschickten und unermüdlichen Werbung für diese gefunde Nahrung der Berliner sich noch nicht so mit dem Fisch angefreundet hat, mie dies z. B. bei dem Londoner der Fall ist.. Die vorzügliche Organisation der Einfuhr und der Aufbemahrung famie die Durchführung wichtiger fanitärer Maßnahmen tragen dazu bei, daß das Gelieferte auch in gutem Zustande an die Benölkerung abgegeben wird. Der„ Magen von Berlin"- Zola hot seinerzeit drastischer vom Bauch von Paris" gesprochen somit als ein recht gesundes Glied des Gesamtkörpers dar. stellt sich Die Fahrkartendurchstechereien. Bisher insgesamt 26 Berhaftungen. Die Betrugsaffäre bei der Stern- Schiffahrtsgesellschaft zieht immer weitere Kreise. Bisher find 26 Angestellte verhaftet worden, die im großen und ganzen geständig sind und die Durchstechereien zugeben. Der Umfang der Unterschlagungen läßt sich überhaupt nicht mehr genau abschätzen; sie dürften jedoch viele hunderttausend Mart betragen, da sich die Betrügereien auch über die ganze Inflationszeit erstrecken und bis auf das Jahr 1919 zurüddatieren. Ziemlich vier Wochen hindurch murden im geheimen auf allen Dampferstrecken der Sterngesellschaft die Beobachtungen angestellt, die das Bestehen einer in ihren Ausmaßen beispiellosen Betriebsgemeinschaft" zwischen Fahrkartenverkäufern und Kontrolleuren ergaben. Während die betrügerischen Angestellten noch nichtsahnend ihre Un= terschlagungen fortsetzten, wurde in aller Stille für Erjoßpersonal gesorgt, und die Angelegenheit gleichzeitig der Kriminalpolizei übergeben. " Nach den bisherigen Feststellungen erstreckten sich die Betrügereien in der Hauptsache auf den sogenannten Potsdamer Bezirt, und zmar ist hier der Haupträdelsführer der an der Potsdamer Anlegestelle tätige Fahrkartenverkäufer Sch., der ſeit 12 Jahren bei der Sterngesellschaft angestellt ist. Die unterschlagenen Eummen wurden in der Weise verteilt, daß von dem auf jedem Schiff erzielten„ Erlös" der Fahrkartenver= fäufer 50 Prozent, die beiden Schiffstontrolleure von Göttern zuerkannt, allein nie waren sie ihm so mächtig erschienen, als jetzt, wo er auf dem schmuzigen Pflaster von San Franzisko einhertrabte. Statt der Blockhütten, die er bisher gefannt hatte, erhoben sich himmelhohe Häuser. Ge= fahren aller Art lauerten in den Straßen: Wagen, Karren, Autos, ungeheure Lastfuhrwerke, von großen Pferden mühsam gezogen, während elektrische Wagen tutend und rafselnd in der Mitte wie Ungeheuer hin- und herschossen und immerfort drohend wie die Luchse freischten, die er in den Wäldern des Nordens gekannt hatte. All dieses befundete Macht, und dahinter stand der Mensch, beherrschte es und lenkte es und zwang die Dinge, seinen Willen zu tun. Es war ungeheuerlich, wunderbar, und Wolfsblut war wie betäubt. Er hatte Angst. Wie ihm einst in seiner Kindheit, als er zum erstenmal aus der Wildnis ins Dorf des Grauen Biber getommen mar, seine Kleinheit und Unbedeutsamkeit zu Gemüte geführt worden mar, so fühlte er sich jetzt, ermachsen und im pollen Befit seiner Kraft, winzig und unbedeutend. Und mie viele Menschen gab es nicht! Ihn schwindelte, die emig mechselnde Menge um sich zu sehen. Das Getöse in den Straßen betäubte sein Ohr, die unaufhörliche Bewegung der Dinge verwirrte ihn. Niemals zuvor hatte er die Abhängig feit von dem Gebieter so sehr gefühlt, dem er dicht auf den Fersen folgte, und den er um feinen Breis aus den Augen verloren hätte. Doch einen nur traumhaften Eindruck sollte Wolfsblut von der großen Stadt erhalten, eine Art Vision, die späterhin ihn in seinen Träumen wie ein Alpdrud verfolgen jolite, denn der Herr brachte ihn in einen Gepäcmagen der Eisens den aufgehäuften Koffern und Handtaschen. Ein untersetzter. bahn, und dort blieb er angefettet in einer Ede mitten unter Präftiger Mann führte sehr lärmend hier das Regiment, marf Roffer und Kisten durcheinander, schleppte sie zur Tür hinein, türmte sie übereinander auf oder warf sie mit großem Gefroch zur Tür hinaus und den Leuten zu, die draußen darauf warteten. Hier in dem schredlichen Durcheinander von GepäcWolfsblut, bis er die Reisetaschen des Herrn neben sich ausgewittert hatte und sogleich die Wache darüber übernahm. stücken hatte der Herr ihn verlassen, so dachte wenigstens ,, Es ist Zeit, daß Sie kommen," brummte der Mann im Backwagen eine Stunde später, als Weedon Scott an der Lür erschien. Ihr Hund ließ mich Ihre Siebensachen nicht anrühren." Forthegung fafgt.) ie 25 Prozent einstedten. Wenn nicht durch die Beobachtungen eines Direttors der Schwindel herausgekommen wäre, würden diese Betrügereien zum Schaden der Gesellschaft meitergegangen sein, die sich natürlich auf ihre Kontrolleure völlig verließ, mie 2008 das auch jedes andere Verkehrsunternehmen getan haben würde. Nur das beispiellose Bersagen der meisten Kontrollinstanzen man vermutet auch ähnliche Durcystechereien auf den nördlichen und östlichen Linien der Gesellschaft hat diesen Standal er. möglicht. Betrogen wurde nach zwei Systemen, indem einmal die Fahrkarten überhaupt nicht entwertet, nach Beendigung der Fahrt unversehrt abgenommen und sofort von neuem vertauft wurden, und zweitens, indem den Fahrgästen bereits entmertete Billetts verfauft oder an Stelle der zur Entwertung überreichten Fahrkarten in die Hand gebrüdt wurden. Nach Aufklärung der Borgänge und Beseitigung jeder Berdunkelungsgefahr wurden die am Sonntagfrüh Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt. Auch die am Montagvormittag festgenommenen ungetreuen Angestellten, Kassierer, Kontrolleure, Schiffs. führer und Matrosen sind nach ihrer Bernehmung einstweilen wieder entlassen worden. Obgleich nun das Gros der Fahrtartenschieber entlarvt ist, ist wahrscheinlich noch mit weiteren Verhaftungen zu rechnen. große Karstadt- Projekt. Zustimmung des Haushaltausschusses. Das große Projekt der Rudolf Karstadt 2.-G., ihren| Momumentalgebäudes wird für die weitere Umgestaltung der Gegens 3entraleintauf und ihre Berwaltung von den entscheidenden Anstoß geben. Hamburg nag Berlin ju verlegen, beschäftigte geffern Der Widerstand gegen das Projekt tam im Haushalt den Haushaltausschuß der Berliner Stadtverordnetenver- ausschuß natürlich von der Wirtschaftspartei und den fammlung in mehrstündiger Beratung. Bekanntlich hat die mittelständlerisch eingestellten Mitgliedern der Deutsch Karstadt 21.-G. bereits umfangreiche Grundstückskäufe nationalen. Sie behaupten, daß der unproduttive" Betrieb zwischen der Neuen Königstraße und der Keibelstraße für des neuen Barenhauses zahlreiche produttive" Kleinbetriebe ver diefen Zwed vorgenommen. Es fehlte nur noch das zur nichten würde. Gegen solche volfswirtschaftliche Berbohrtheit halfen Abrundung erforderliche Grundstüd, auf dem fich zurzeit feine Gründe, auch nicht der Hinweis darauf, daß der Bau der die Städtische Boltsschule in der Seibelstraße befindet. Der Barenhäuser des Karstadt- Konzerns ja ohnedies gesichert sei, Magiftrat schlug nunmehr vor, dem Karstadt- Konzern und daß es sich hier mur um die Verlegung der Verwaltung dieses Gelände zu übereignen, falls er dafür das handle. gesamte zur Anlegung der neuen Straßenfluchten erforderliche Gelände an die Stadt abträfe. Die Bedeutung dieses Projektes für die Reichshauptstadt ist außer Frage. Das neue Verwaltungsgebäude der Karstadt A- 3 Explosionsunglück in Charlottenburg. wird etwa 18 bis 20 Millionen Mart loften. Durch einen folchen Erwägungen heraus feinen derartigen Bräzedenzfall schaffen wollte. Schwerer Sachschaden. Durch die Explosion eines Irodenofens in der Cadfchlauchfabrik von B. Hornung in der Wilmersdorfer Straße 32 zu Charlottenburg wurde gestern nachhmiffag ein schweres Schadenfeuer verursacht. Menschen sind dabei glüdlicherweise nicht zu Schaden gekommen. Im pierten Stockwerk des Fabrit- und Geschäftshauses Bilmersdorfer Str. 32, Ede Spielhagenstraße, befinden sich die Herstellungsräume der Berliner Ladschlauchfabrif. Kurz nach 17 Uhr explodierte plöglich in der Lacksprigerei ein Troden ofen, und mehrere Stichflammen durchschoffen die Fabrikanlagen, die im Nu in hellen Flammen standen. Durch den starten Luftdruc wurden die Fensterkreuze und Teile des Mauerwerkes auf die Straße geschleudert. Einigen Arbeitern, die im Augenblick der ErBau, der vertragsgemäß innerhalb vier Jahren fertiggestellt fein soll, wird vielen Hunderten von Arbeitern und Angestellten Ar beitsgelegenheit geschaffen werden. Zweitausend Angestellte werden später dauernd in diesem Betrieb Arbeit finden. Der gesamte Ein fauf des Konzerns wird sich in Zukunft in Berlin tonzentrieren. Alles in allem genommen wird man nicht zu hoch greifen, menn man annimmt, daß der Stadt Berlin durch Verlegung der Ber waltung der Karstadt A.-G. allein an neuen Steuern jährlich zehn Millionen zufließen werden. Dazu kommt, daß das großzügige Brojekt die bauliche Regulierung der Gegend um den Alexanderplag in einem ganz unerwarteten Maße fördern wird. Die Neue Königstraße wird auf 32 Meter verbreitert, und der Bau dieses Während der plosion in einem Rebenraum beschäftigt waren, gelang es nod Ferien- und Reisezeit rechtzeitig, das Treppenhaus zu gewinnen. Die Feuerwehr rückte auf den Alarm Großfeuer“ und„ Menschenleben kann der Vorwärts" und der Abend" auf jede Daner allerorts bezogen werden. in Gefahr" mit einem großen Aufgebot von Löfbzügen an. Touristen und Wanderer Als die Wehren an der Brandstätte eintrafen, war der obere Teil des Hauses derart in Rauch gehüllt, daß es zuerst den Anschein hatte, als ob die gesamten oberen Stod werte und das fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Dach in Flammen stünden. Zum Glüd bewahrheitete sich die Ber- Sommerfrischler mutung nicht. lleber die verqualmten Treppenhäuser und eine mechanische Leiter wurde das Feuer mit mehreren Schlauch leitungen angegriffen; nach verhältnismäßig furzer Zeit fonnte, es auf seinen herb beschränft werden. Die von dem Feuer betroffenen Fabrikräume sind vollständig ausgebrannt; der Shaden ist sehr beträchtlich. Die Ozeanflieger beim Stahlhelm. Schwarzweißrote Demonstration zu ermäßigten Preisen. Die deutschen Ozeanflieger maren gastern abend einer Ein. ladung des Stahlhelms zu einer Kundgebung im Sport palast gefolgt. Lange vor Beginn der Feier war die Schuhpolizei mit mehreren Hunderts haften zur Stelle, um den Andrang zu regeln. In der Potsdamer Straße sammelte sich eine große Menschenmenge, die auf die Gelegenheit wartete, die Ozeanflieger sehen. Die Menschenmenge nahm offen gegen den Stahl helm Partei. Die Stahlhelm- Rundgebung wies übrigens eine mehr als mäßige Beteiligung auf. Kurz vor Beginn der Feier wurden die Kassenpreise fast um die Hälfte herab. gesezt. Für den 5- Mark- Play murden nur noch 3 m. verlangt. Es half aber alles nichts. Die Menge wollte uur die Flieger sehen und war im übrigen von der Stahlhelmkundgebung wenig begeistert. Mit erheblicher Berspätung trafen die Flieger im offenen Auto ein. Sie wurden von der Menschenmenge mit Hochrufen begrüßt. Das Auto, in dem die Stahlhelmführer saßen, wurde mit Pfeifen und Johlen empfangen. Auf dem Hof des Auf dem Hof des Sportpalastes nahmen die Ozeanflieger die Front einer aufgestellten Ehrenfompagnie ab. Dann zogen sie mit den Fahnen in den Sport palaft ein. Hoffentlich lassen sich die Flieger die Episode, die fie geftern erlebt haben, zur Lehre dienen. Das Boff ist gern bereit, die Leistung von Männern, die, wie man sagt, ganze Kerle find, freudig anzuerkennen. Aber das Maulheldentum und die Raufmethoden 99 lassen sich den Vorwärts" bei einer Aufenthaltszeit bis zu einer Woche per Kreuzband nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 10 Pf Sonntags 15 Pf.( pro Woche 70 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der " Vorwärts" auf dem billigeren Wege der Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt. In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage die Postbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat. Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des„ Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorber zu benachrichtigen. Laubenkolonisten wird der Vorwärts" durch Boten zugestellt. Genaue Bereichnung der Laube ist jedoch erforderlich. Vorwärts- Verlag Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Nur Nobile gerettet! Die schwedische Hilfsaktion. Wie die italienische Gesandtschaft in Oslo miffeilf, beruht die Nachricht, daß zwei Mitglieder der Italia- Manuschaft gerettet worden feien, auf einem Irrtum. Gestern murde nur General Robile selbst gerettet. In Ram tam ein Bericht Nobiles selbst an, der besagt: Als Leutnant Lundborg bei unserem Zelt landete, fagte ich ihm, er sollte erst Cecioni mitnehmen, dann Behunet, dann Troiani und dann mich selbst, und endlich Biglieri und Biagi. Lundborg lehnte dies ab und teilte mir mit, er habe Befehl erhalten, zuerst mich mitzunehmen, damit ich die zu der Suche nach den anderen nötigen Angaben machen könne. Er und meine Kameraden bestanden darauf, daß ich zuerst abfliegen sollte. Ich gab widerwillig nach." Bon der„ Citta di Milano murde folgende Meldung über den Zustand Robiles bekanntgegeben: Unvollständiger des Stahlhelms werden eindeutig abgelehnt, und es wird bedauert, Bruch des rechten Schienbeins mit geringer Berrückung der Knochenteile, der jedoch bereits in Heilung begriffen ist. Berrenkung des rechten Fußes mit Sehnenzerreißung. haß die Flieger sich in die Gesellschaft dieser Sorte von Menschen begehen haben. Bolfsfest der Partei in Weißenfee. Mit einem großen Festumzug und einem Boltsfest feierte am Sonntag der Kreisverein Weißensee der Sozial. demokratischen Partei den Sieg der Sozialdemo tratie bei den Wahlen am 20. Mai. Die ganze Veranstaltung stand unter der Berole: Dem Sieg entgegen." Bei herrlichstem Sonnenschein trafen sich die Barteigenossen um 2 1hr an der Brenzlauer Promenade. Mit den Partet. bannern und mehreren Musikkapellen murde ein Umzug durch Weißenfee veranstaltet. Der Zug wurde begleitet von einem Trupp, der in der malerischen Tracht der Jakobiner gekleidet war. Der llm marsch endete am Schloßgarten in Beißenfee. Dort begann das Boltsfeft mit Konzert und Kinderspielen. Vor dem Kinderspielplatz wurde mit vielen hundert Tauben ein großes Schaufliegen vorgeführt. Artistenvorführungen wechselten ab mit Vorführungen der Freien Turnerschaft. Neuköllner Arbeiter [ chwimmbereine trugen mit Wasserspielen und mit einem Fadelreigen zur Ausgestaltung des Programms bei. Bei Einbruch der Dunkelheit fand für die Kinder ein Fadelzug um den See statt. Die Feftrede hielt Reichstagsabgeordneter Genosse Aufhäuser. Der 20. Mai, jo führte der Redner aus, hat der Sozialdemokratie einen großen Stimmenzuwachs gebracht. Noch aber reicht unsere Stärte nicht aus, um allein die Regierungsgeschäfte in die Hand zu nehmen. Noch inumer haben hunderttausende Arbeiter bürgerlich ge. mählt. Darum gilt es weiter zu merben und zu arbeiten. Unsere Mufklärungsarbeit ruht auch nicht, in den Jahren, wo leine Wahlen zu erwarten sind. Wir arbeiten weiter an der Durchdringung des Boltes mit den 3deen des Sozialismus. Bon Tag zu Tag müssen wir vermärts fommen: Dem Biel entgegen". Das Abendprogramm brachte dann noch Vorführungen des Be wegungschors Laban, der Arbeiterjugend und des Sprechchors für profetarische Feierstunden, der unter Leitung von Albert Florath den Sprechchor Don Franz Rothenfelder ahnen" zum Bortrag brachte. Es war ein rechtes, in jeder Beziehung gelungenes und erfreuliches Boltsfeft, ausgezeichnet nor bereitet und mit großer Liebe und Hingabe durchgeführt. Alle Teil nehmer werden sich des Festes noch lange erinnern, Einer unserer Alten, der Weber Wilhelm Richter, geb. 12. Januar 1837, Berlin, zuletzt bei seinem Sohn Georg Richter, Borndorfer Straße 54, mohubcft, hat die Augen für immer ge schlossen. Er war einer der Besten. Die Partei wird ihn nicht pergeffen. | Man trifft bei den schwedischen Behörden in Stockholm Borlehrungen, um nenes Flugmaterial nach Spißbergen zu senden. Das unaufgeklärte Alibi. Der Fall Gleißner- Bernetta. Die Sozialdemokratie begrüßte das Projeft im Intereffe der Stadt und ihrer arbeitenden Bevöl terung. Sie hatte nur Bebenfen gegen den geforderten Erlaß eines Teiles der Berizuwachssteuer, weil sie aus grundsätzlichen Sie beantragte daher, die Wertzuwachssteuer nicht zu erlassen oder niederzuschlagen, sondern die Kosten des übereigneten Straßenlandes gegen die Kosten der Steuer aufzurechnen. Ein entsprechender Antrag wurde angenommen. Der Haushaltausschuß stimmte daraufhin der Borlage zu, gegen eine kleine Minderheit der Deutschnationalen und der Wirtschaftspartei bei teilweiser Stimmenthaltung der Kommunisten, die sich in den zur Erörterung stehenden großen Es besteht fein Broblemen offenbar nicht ganz zurechtfanden. 3meifel, daß die Stadtverordnetenversammlung gleichfalls ihre Zuftimmung erflären wird und das damit eines für die fünftige wirtfchaftliche Entmidlung Berlins bedeutendensten Projektes seiner Berwirklichung entgegengeht. Erde gelegen hatte, noch soweit unversehrt, daß sich verschiedene Feststellungen machen lassen fonnten. Die Kugel faz tief hinten im Schädel. Ein sofortiges Gutachten über die Schußrich tung vermochten die Gerichtsärzte nicht zu erstatten, da die Fleischmassen bereits vollkommen er weicht sind. Die Gerichtsärzte müssen daher die Knochenteile ge rau untersuchen und haben sich die Erstattung eines schriftlichen Gutachtens bis zum 15. Juli vorbehalten. Autobusunglück in der Sächsischen Schweiz. Ein Beitragenführer fot, 3 Schwer, 5 Leichtverlette. Bad Shandau, 25. Juni. Auf der teilweise sehr steilen Straße von Hohnstein nach Porschdorf in der Sächsischen Schweiz fuhr am Montag nachmittag ein großer Postautobus mit Anhänger gegen das Straßengeländer, durchbrach es und stürzte die Böschung hinab. Der Führer verunglückte tödlich mehrere Personen eln find teils schwer, teils leichter verleht. 70 Personen haiten another den Wagen verlassen, um zu Fuß zu gehen, jonft mären die Folgen noch bedeutend schwerer gewesen. Die Berwundeten wurden nach Anlage von Notverbänden in das Schandauer Stadtfrankenhaus gebracht. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Wir erhalten aus Königstein folgenden Eigenbericht: Auf der Straße non johnstein nach Bad Schandau, an der sogenannten ,, Senje", ereignete fich am Montag mittag gegen 1 Uhr ein schwerer Autounfall. Eine Gesellschaft schlesischer Schuhmacher hatte von Görlitz, dem Tagungsort, aus eine Autopartie nach Königstein unternommen. Rady dem Mittageffen in Hohnſtein trennten sich 70 Personen, um eine Fußwanderung nach dem Brand zu machen; die übrigen fuhren in der Richtung nach Bad Schandau weiter. An der„ Sense" erfolgte durch eine Fehlzündung ein Knall, dabei scheute ein Bferd eines vorüberfommenden Fuhrwerkes. Hierburd) wurde die an sich sehr schmale Straße gesperrt und die beiden Wagen, ein Poftauto mit Anhänger fowie ein Eisenbahnkraftwagen mit Anhänger auf die Seite gedrüdt. Der Postmagen bremste schnell, dadurch fuhr der Eisenbahnanhänger Nr. I K 37 957 auf das Boſtauto auf. Der Anhänger des Postwagens famt dem Elsenbahnfraitwagen und seinem Anhänger wurden in einen etwa zehn Meter tiefen Abgrund geriffen. Es wurden drei Personen schwer und fünf leicht verlegt; der Führer Fritz Hohl, der absprang, wurde von den drei Wagen mit in die Tiefe geriffen und erdrüdt. Der Reichsbahntraftwagen überschlug sich. Die Verletzten wurden durch die Sanitätstolonnen nom Roten Kreuz verbunden und nach dem Kranten. haus in Bad Schandau geschafft. Menschenverluste beim Wassersport. Bier Ruderer ertrunten.- Drei Gegler spurlos verschwunden Am Sonntagabend verunglückten auf dem Mürigfee in der Nähe von Ludorf bei dem stürmischen Better drei Ruderboote des Rudervereins Röbel". Sämtliche brei Boote Berfchlugen um. Der größte Teil der Insassen fonnte gerettet werden. Bier Personen fanden den Tod in den Wellen. Roch immer ist der geheimnisvolle Tod des Obsthändlers netta unaufgeffårt. Staatsanwaltschaft, Untersuchungs richter und Verteidigung forschen verschiedenen Fragen nach, von deren Beantwortung man die Lösung des Rätsels erwartet. In Billau verließ am Sonntag früh 8 Uhr eine Jacht aus Elbing den Hafen zur Fahrt nach Danzig. An Bord beWann ist Vernetta gestorben? Der Arzt, der am fanden sich die Stadtfekretäre Werner, Rabomiti und Todestage in später Nachtstunde die Leiche obduzierte, äußerte, daß Schutzpolizeiaffiftent lingenberg. Die Jacht wurde bei Kahlder Tod etwa um 8 1hr abends eingetreten fei. Der Staatsberg um 2 Uhr nachts in beschädigtem Zustande ohne Mann anwalt vertritt jezt die Ansicht, daß der Obsthändler schon um schaft an den Strand getrieben. lleber den Verbleib der drei 3 Uhr nachmittags gestorben fei. Herren fehlt jede Nachricht. Wie steht es mit Gleißners Alibi? Er will schon vor 4 1hr in seiner Wohnung gewesen sein, jept behauptet seine Frau, er fei erst um 5 Uhr nagmittags nach Hause gefommen und deshalb von der Krantenschwester, die ihr bei ihrer bevorstehenden Entbindung beistehen sollte, gescholten worden. Krankenschwester und Dienstmädchen sollen jest über diesen Buntt gehört werden Beiter gibt Gleißner an, er habe die Zeit von 1 bis 4 Uhr nachmittags zur Heimfahrt von feinem Geschäft am Aleranderplaß nach Lichterfelde vermendet Die Strede bis zum Potsdamer Platz will er mit der Straßenbahn, tie vom Botsdamer Bahnhof nach Lichterfelde mit der Borortbahn, den Rest des Weges mit einem uto zurückgelegt haben. Jest wollen Ber teidiger und Untersuchungsrichter den interessanten Beriudh machen, die Strede einmal mit den von Gleißner angegebenen Bertehrsmitteln und zum anderen Mal mit einem Auto für die ganze Strecke zurüdzulegen, um die Zeiten nachzuprüfen. Wie steht es mit der geheimnisvollen Waffe, durch die Bernetta starb? Die Staatsanwaltschaft will ein neues Be. [ aftungsmoment gegen Gleißner gefunden haben. Wenige Wochen vor dem Tode des Obsthändlers hat Gleißner einen Waffenschein für sich beantragt, foll fich aber bei der Bes gründung, mozu er ihn gebrauchen mollte, in widersprüche erwidelt haben. Was wird die Obduktion der erhumierten 2eiche ergeben? Die Gerichtsärzte Dr. Stormer und Dr. Freiherr von Mahrenholz haben die erste Obduktion gestern nor genommen. Die Leiche war, trozdem sie 13 Monate in der Bei einer Segelpartie, die der Kaufmann Rudolf Boggendorf aus Stralsund am Sonntagnachmittag mit feiner Frau nach der Insel Hiddensee unternahm, verunglückte ber Kaufmann Boggendorf. Kurz vor der Insel machte er sich an der Tafelung zu schaffen, verlor das Gleichgewicht und stürzte ins Waffer. Infolge Herzschlages ging er fofort unter. Die Leiche wurde geborgen. Ferienkursus der Arbeiterbildungsschule. Bom 19. bis 25. August findet in Dberfiegmühle bet Freienwalde der diesjährige ferienturius statt. Das Riallentamples. Beiter der Arbeitsgemeinschaft ist der Ge Thema für die Arbeit lautet Theorie und Pragis des noffe Dr. Gregor Bienstod. Genoffen, die ihre Ferienzeit zur Schulung und Erweiterung ihres iffens benußen wollen, fönnen fich noch zur Teilnahme melden. Die Roften( Fahrgeld, Unterfunft, Manberungen und das Wochenende unerläglich Chlorodont 3ahnpaste und die dazuge hörige Chiarodont 3ahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt zur Beseitigung fauliger, übel riechender Speiserefie in den 3ahnzwischenräumen und zum Weihpugen der 3ähne. Die gef. gej. Chlorodont- Zahnbürste von bester Quali tät, für Erwachsene 1.25 M., für Kinder 70 Pi, ift in blau- weiß- grüner Original- Chlorodontpadung überall erhältlich. Für die Reise Berpflegung und Hörerbeitrag) befragen 31 Mart. Met. dungen müssen bis zum 15. Juli dem Bureau des Be Parteinachrichten girtsbildungsausschusses, Lindenstraße 3, 2. of II, zugefandt werden. Einlendungen für diese Rubrik sind Berlin GB 68, Lindenstraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2. Sof. 2 Trep. rechts, au richten. Charlottenburg. 3. t. 191 Uhr im total 2aft, Gaße 12 in Biogenfee, Borfrag: Die GPD, im neuer Reichstag." Referent Cduard Sachert, m. b. 2. Reumahl des Abteilungsfaffierers. Alle Mitglieder müssen erfcheinen. 54. bt. 20 Uhr im Jugendheim Rosinenftr. 4 Bortrag:„ Die politische Lage nach ben Wahlen." Referentin Anna Remiz, M. d. R. 55. Abt. 8. Gruppe: 19% Uhr bei Schüß, Wallstr. 99, 8ahlabend. Vorfrog: Birtschaftsdemokratie." Referent Genosse Ihlfeld. 56. Abt. 20 Uhr bei Josfowiad, Solgendorffftr. 20, Bortrag: Der neue Reichstag unb bie Aufgaben der Bartei." Referent Dr. Norbert Mart. Die Begirlsführer laden ein. 57. Abt. 20 Uhr bei Thurad, Bielandstr. 4, Bor. Filmfatastrophe in Nordjütland. Heute, Dienstag, 26. Juni: st Ein Knobe hilflos verbrannt. Kopenhagen, 25. Juni. Eine schmere Brandtatastrophe entstand bei der Abendvorführung des Rinos in dem nordjütischen Ktädtchen Aar: Der Kinobefizer war felbft Operateur, bei dem sich ein zwölfjähriger Knabe, Jens Baulsen, ein Neffe des dänischen Dichters Jeppe Maffär, im Borführungsraum befand. Blöglich stand der Film in hellen Flammen. Der Operateur wollte mit dem Fuß die Maschine zur Tür hinausstoßen, um das Feuer zu löschen, was ihm aber nicht gelang. Statt dessen versperrte er sich und dem Knaben den Weg. Der Operateur fonnte fich durch einen Sprung aus dem Fenster retten. Nachdem man das Feuer gelöscht hatte, fand man die verkohlte Leiche des Knaben. Der Operateur und ein Schmied, der sich eben. falls an den Rettungsarbeiten beteiligte, wurden in schwerver= Teztem 3ustande ins Krankenhaus gebracht. Die Aerzte glauben jedoch nicht ihr Leben retten zu fönnen. Das Publikum hatte mährend der Vorgänge bei völliger Ruhe das Theater verfaffen, so daß weitere Menschenleben nicht gefährdet wurden. Die Wahrheit über die Elternbeiratswahlen. Bon chriftlich unpolitischer" Seite werden angeblich ,, endgültige Ergebnisse der Elternbeiratswahlen ver. breitet, die auch die demokratische Presse übernommen hat, da sie den Anschein einer amtlichen Meldung erweden. Demgegenüber ist festzustellen, daß weder Provinzialschulfollegium noch Schulverwal tung amtliche Ergebnisse bisher veröffentlicht haben, was sich aus der Eigenart dieser Wahl mit ihrem fomplizierten Apparat erklärt. Die angegebenen Zahlen sind übrigens in sich widersprechend. Unter anderem werden auch für die Liste Proletarischer Schulfampf" 713 Gize gezählt, während die Kommunisten felbft nur 347 melden. " Die Lifte Schulaufbau" soll nur 886 Size haben. Da leider niele Genossen troh wiederholten Hinweises in der Uebermittlung der Ergebnisse recht säumig sind, fann die 3entralstelle der fozialdemokratischen Elternbeirate noch nicht pon allen Schulen Berlins, das 588 Bolfsschulen. 61 Sonderschulen ( Hilfsschulen, Sprechheilschulen u. a.), 31 Mittelschulen, 109 höhere Anabenschulen, 56 höhere Mädchenschulen, also insgesamt 845 Schulen hat, alle Ergebnisse melden. Doch find bis jetzt an ,, christlichen" Boltsschulen als gemählt gemeldet: Liste Schulaufbau • 1087 Size 201 Proletarischer Schultampf Sonstige Listen, die im Gegensaz zu den christlich- unpolitischen stehen 244 Christlich- Unpolitiſche...... 1621 " Die Zahl der Christlich Unpolitischen" erhöht sich um die Zahl der ihnen fampflos überlassenen und durch ungültig feitserklärung anderer Listen zugefallenen Schulen, etwa 100 mit mindestens 1200 Sigen. An höheren Schulen hat die Liste Schulaufbau" bisher 107 Bertreter. Der Liste ,, Schulaufbau" wären ferner mindestens 300 Sitze von den 500 Sigen der meltlichen Schulen zuzuzählen. Die Zahl die Siße für sonstige Liften ist diesmal größer, weil wegen der durch den ungünstigen Termin be dingten Erschmerung der Wahlvorbereitungen meist zugunsten dieser Listen von einer Aufstellung einer Liste Schulaufbau" abgesehen murde. " Wie stets, so merden auch diesmal die Elternbeiratswahlen zu einer großangelegten Zäuj dhung der Deffentlich feit be= mugt. So zählt man den, chriftlich- unpolitischen" fast durdymeg auch unpolitische Einheitsliften zu, obwohl diefe meift mur zustandege tommen find unter ausdrücklicher Ablehnung jeder Berbindung mit dem evangelischen Elternbund. Der große Sieg" der christlichen Eltern, den die Rechtspresse verfündet, soll der Schulreattion für ihre schulpolitischen Forderungen Unterlagen fdjaffen. Dem gegenüber muß betont werden, daß aus den Ergebnissen der Elternbeiratsmahlen bezüglich der Schulform gar feine Ansprüche herge leitet werden tönnen; denn bei einer Wahlbeteiligung von 50 Broz. fönnen die., Christlich- Unpolitischen" im Höchstfalle 25 Proz. der Elternschaft für sich in Anspruch nehmen. Von diesen Eltern werden im Ernstfalle auch noch viele die Gefolgschaft versagen, meil sie zmar die Erhaltung des Religionsunterrichts in der Schule, aber nicht dic von der Kirche im Bund mit den Deutsch nationalen erstrebte verschärfte Bekenntnisschule wollen. Fünflinge und Gechslinge. In Murcia in Spanien brachte eine Frau fünf Knaben zur Belt, die jedoch na h der Geburt starben. Die Mutter fchmebt in Lebensgefahr. Wie die Blätter meldet, hat eine Frau in Ismailia( 2egypten) e chs Kinder zur Welt gebracht, davon vier Mädchen und zwei Knaben, die sich alle mohl befinden. 18 Personen im brennenden Tempel. Wie aus Muf den gemeldet wird, brach mährend einer Ge betsübung im chinesischen Lempel zu Antung ein Brand aus, der mit großer Schnelligkeit um sich griff. Unter den brennen den Trümmern des zusammenbrechenden Gebäudes wurden 18 Berfonen begraben. 11. Abt. Achtung! Die Bezirksführer haben bis zum 27. Juni testlos beim Abteilungsfaffierer Schirne abzurechnen. 17. Et. Die Bezirksführer werben gebeten, die Markenbestände beim Genossen Karl Höhne bis zum 30. Juni abzurechnen. 34. Abt. Die Quartalsabrechnung fowie die Abrechnung der noch ausstehenden Sammelliften und Maimarten findet heute beim Genoffent. Fischer statt. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr bei Binger, Dorfstr. 50, Mitgliederversammlung. Bortrag: Die Wahlen. Was nun?" Referent Johannes Bogel, Mitglied des Parteivorstandes und Reichstages. Die Bezirksführer laden ein. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 27. Juni: 6.6L 19 Uhr Bahlabenbe. Blasezonski, Saftanienallee 54. Baier, Schwedter Str. 237. Deblis, Schwebter Str. 227. Dobrohlaw, Emine münder Str. 11. 7. Abt. 19 Uhr in Cornis Feftfälen, Gartenstr. 6, Borttaa: Sozialpolitische Notwendigkeiten der nächsten Beit." Referent Rudolf Rarffen. 8. Abt. 19 Uhr im Rationalhof, Bilomftr. 37, Bortrag: Was Iehren uns Die Wahlen?" Referent Friedrich Schlegel. 9. Abt. 19% Uhr bei Faber, Stephanftr. 11, 3ahlabend. Alle Mitglieder milffen erscheinen. 10. Abt. 20 Uhr bei Genste, Moabiter Bierhallen, Rizstr. 10, Bortrag: Große öffentliche Kundgebung morgen, Mittwoch, den 27. Juni, 20%, Uhr pünktlich, im Bittoriagarten", Wilmersdorf, Wilhelmsque 114. Tagesordnung: Die Auswirkungen der Reichstagswahlen". Redner: Die Reichstagsabgeordneten Reichsminister a. D. Rudolf Bissell, Ciara Bohm Goud, Frang Rünstler. Mufifalife Darbietungen. Alle Bähler, insbesondere alle Republifaner, find eingeladen. Nach Goluß der Beranstaltung: Gefelliges Beifammensein. Nach dem Wohlfampf." Referent Stadtrat Albert Sorlig. 14. Abt. 20 Uhr in der Schule Butbusser Str. 3 Bortrag: Die politische Sage." Referent Georg Stiegliß. Sympathifterende und Borwärts"-Sefer find herzlichst eingeladen. 15. ht. 19½ Uhr bei Schmiedl, Binetaplah 7, Borttag: Die politische Sage." Referent Stadtverordneter Hans Boywod. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, 18. Abt. 19 Uhr in der Löwenbrauerei, Hochfic. 2, Abteilungsversammlung. Gäste find herzlichst willfommen. 20. Abt. 20 Uhr bei Bende, Rolonieftr. 147, Bortrag: Nach der Wahl." Referent Adolf Buschid. 21. Abt. 19% Uhr im Schradersaal, Malplaquette. 14/16, Bortrag: Die Tätigkeit der Bezirksverordneten in der Gemeinde." Referent Robert Fendel. 22. Abt. 191 Uhr im Heinen Bharussaal, Müllerstr. 142, Filmvortrag: Was mir schufen." Bortragender Stadtrat Georg Wendt, M. d. R. Enmnathifierende und Borwärts"-Sefer sind eingelaben. 23. Wht. 19% Uhr im gofal Steinader, Müller, Ede Secftraße, Bertrag: Die Aufgaben der Partei in der Regierung." Referent Wilhelm Landa. Gäfte und Borwärts"-Leser find willkommen. 24. bt. 19% Uhr im Altersheim Tanziger Str. 62 Borirag: Nach den Wahlen." Referent Dr. Hermann Schüßinger. 25. bt. 19% Uhr im einen Saal bes Saalbau Friedrichshain Bertrag: Der Rampf um die politische Macht." Referent Hermann äger. 27. ht 1915 Uhr in den Schönhauser Festfälen, Schönhauser Allee 129, Bar trag: Die Aufgaben der Engialdemokratie im neuen Reichstag." Refe rent Dr. Biechowsti. 28. bt. 1916 Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 25, Bortrag: Die politische Lage nach den Wahlen." Referent Rudolf Koeppen. Achtung! Die Funktionäre treffen sich bereits um 19 Uhr im gleichen Lokal zu einer Lurzen wichtigen Besprechung. 29. t. Die Sahlabende fallen in diesem Monat aus. 30. Abt. 1914 Uhr Zahlabende in folgenden Lofalen: Bezirke 90, 91: Bohit, Stargarder Ede Enchener Straße. Beairle 92 bis 94: Schröter, Bappel allce 34. Bezirk 97: Lotal Bappelallee 80. Beairte 98, 99: Soffmann, Enchener Str. 8. Begirle 114 bis 120: Mahnkopf, Carmen- Sylva- Str. 123. Bezizle 121 bis 124a: Seitler, Ranzowftr. 10. 31. Abt. 19% Uhr in der Schulaula Schönfließer Str. 7 Vortrag: Die Aufgaben der Sozialhemotratie im neuen Reichstag." Referent Kurt Seinig, M. b. R. de Mitglieder milffen erscheinen. 32. b. 19% Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Bortrag: Die politische Lage nach den Wahlen." Referentin Adele Schreiber Krieger, M. b. M. Alle Mitglieder müssen piinktlich erscheinen. In der Mitgliedernersammlung missen sämtliche Funktionäre anwesend sein, da nach Schluß der Gigung eine kurze wijtige Funktionärsigung abgehalten merden muß. 33. ht. 19 Uhr in der Schulaula Hohenlohefte, 10 Bortrag: Die Politiz der Partei nach ber Wahl. Referent Erich Suttner, M. d. 2. 35. Abt. 19 Uhr in der Schulaula Gamariterftr. 20 Bortrag: Die politische Lage und die Cozialdemokratie." Referent Dr. Julius Mofes, M. b. R. 36. ht. 19½ Uhr in der Schulaula Straßmannstraße Fortfczung des Bor. trages: Des Gefundheitswesen im Bezirk Friedrichshain. Referent Stadtrat Günther. Achtung! Die Bezirksfilhrer erscheinen bereits um 19 Uhr zur Abrechnung mit dem Raffiezer und endgültigen Abrechnung der Maimarken, 37. Abt. 1915 Uhr in der Bazenhofer- Brauerei, Landsberger Allee 25/27, Bortrag: Nach der Wahl. Was nun?" Referent Dr. Kurt Löwenstein, m. b. R 38. bt. 20 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtfir. 36a, Portrag: Bas lehren uns bie Bahlen 7" Referent Stadtverordneter Richard Rrille. Mit Rücksicht auf den Referenten find die Mitglieder zum pünktlichen Erscheinen verpflichtet. Maimarten und Cammelliften nüffen in dieser BerfammJung bestimmt ghgerechnet werden. Die Abteilung leitet bis auf weiteres der Genoffe G. Döhring, Berlin D 34, Wilhelm- Stolze- Str. 14. 40. Abt. 19 Uhr im Lofal Sung, Dreibundstr. 5, Bortrag: Die Borgänge im Reichstag. Referent Kurt Riegmann. 42. Abt. 1914 Uhr bei Bader, Jüterboger Str. 7, Borirag: Das Berliner Bohnungswesen." Referent Stadtverordneter Hermann Lempert. 43. 64. Achtung! Die Abteilungsversammlung findet am Donnerstag, Bortrag: Regierungsbildung und 28. Juni, im oberen Gaal ftatt. Bartei. Referent Rarl Bitte, M. b. R. 45. bt. 191 Uhr in der Schulaula Forster Ede Reichenberger Straße Bor trag: Bas haben wir von dem Reichstag zu erwarten?" Referent Razl Litfe, M. D. R. Wichtige Mitteilungen und Beschlüsse. 47. 9. 1915 Uhr bei Nomad, Manteuffelitz. 9. Bertrag: Der Staat und wir." Referent Bezirksverordneter Alfred Gidert. Distuffion und Ah. tellungsangelegenheiten. trag: Tie Aufgaben des neuen Reichstags." Referent Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Achtung! Die Ratten für die Dampferfahrt ber Arbeiterwohlfahrt am 6. Juli find beim Genoffen Pierow, Niebuhrstr. 23. au haben, Ermadsene 1.25 M., Rinder 75 f. Abfahrt 9 Uhr Charfottenburger Schloßbrüde. Schöneberg. 77. bt. 20 Uhr bei il, Martin- Luther- Str. 69, Bortrag:„ Die politischen Parteien und Bünde der Gegenwart." Referent Genoffe Pothur. Um 19 Uhr im gleichen Lofal Gigung des engeren Borstandes. Hierzu erscheinen auch die neugewählten Elternbeiräte. 78. bt. 20 Uhr bei Rofenthal, Cbersftr. 66, Bortrag: Politische Gatire von 1848." Referent Georg Seilbrunn. Wir erwarten, daß alle an biefem GlaßörennerAbend teilnehmen. Freunde und Angehörige als Gäste willkommen. 81. Abt. Friedenen. 20 Uhr bei Alabe, Sandicraftr. 60/61, gemeinsamer Sahl abenb auch ber Mitglieder des 4. bis 6. Bezirks. Bortrag des Geneffen Richard Meier über:„ Die politische Sage nach der Wahl und die Aufgaben der Bartei." 82. Abt. Steglik. Pünktlich 20 Uhr in fatal Echuls, Bergfte. 92, erfte Rufammenkunft der parteigenöfifchen Elternbeiräte einschließlich der höherent Schulen. Reiner barf fehlen. 83. bt. Ziajterfelbe. 20 Uhr im Lofal Rattum, Bäfeftr. 7. Portrag:„ Die politische Lage nach der Wahl." Referent Daniel Studien. M. b. R. 99. bt. Brig- Budow. 19% Uhr im Botal Beder, Chauffceftr. 97, Bortrag: Was nun?" Referent Emil Barth. Freie Aussprache. Barteiangelegen heiten. Alle Mitglieder müffen erfcheinen. 102. Abt. Baumschulenweg. 19% Uhr bei Borgmann, Baumschulen Ede Rief holastraße, außerordentliche Mitgliederversammlung. Vortrag: Die Wahlen und Regierunnsbilduna. Die Bezirksführer Taben hierzu restlos ein. Eine Stunde früber Funktionärsikung im gleichen Botal. 108. Wbt. Siren'd. 19% Uhr an bekannter Stelle Borstandssizung mit den Bezirksführern. 115. st. Bichtenberg. 19%. Uhr bei Goffe, Finom. Ede Scharnweberstraße, Abrechnung. Etmaige ausstehende Listen sind unbedingt abzurechnen. Die nicht verfauften Marten sowie die Mitgieberliften bitte nicht vergeffen. 127. bt. Sohenschönhausen. 19% Uhr im Lotal Jägerheim, Marzahner Wea. Bortrag: Reichstagswahl und Regierungsbildung." Referent Feliz Fechenbach. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Die Bezittsführer laden hier Au ein. 128./130. bt. Rantom. 191 Uhr im Türkischen Relt, Breite Str. 14, Vortrag: Wichtige Aufeaben der neuen bentfchen Barlamente." Referent Dr. Ernit Reffmann. Ane Mitglieder müffen erscheinen. Gäste und„ Borwärts". Refer find eingeladen. 136. bt. Reinickendorf- Dit. 20 Uhr im Schüßenhaus, Resibenaftr. 1, Bortran: Politik und Wirtschaft." Referent Willi Rogge. Die Bezirksführer haben dazu einzulaben. 137. Abt. Reinidendorf- Beft. 20 Uhr im Boltshaus Scharnweberstr. 114 Funktionärligung mit den Elternbeiräten und ben fozialistischen Schrern der Neuenahrschule. Erscheinen dringend erforderlich. Donnerstag, 28. Juni: 101. Abt. Treptow. 1915 Uhr im Zeichen faal der Schule Wilbenbruchftzake Portrag: Die politische Page nach den Wahlen und Regierungsbildung." Referent Feliz Fechenbach. Alle Mitglieder müffen erscheinen. Gäste willkommen. 16. Abt. Dienstag, 10. Juli, Tampferpartie des 3. Rreifes nach Biegenhols bei Zeuthen. Abfahrt 8 Uhr Michaelbrüde( Michaelfirchstraße). Ratten find zu haben beim Genossen Marquardt, Scheringstr. 9. 26. bt. Frauenveranstaltungen. Die Genaffianen treffen sich am Mittwoch, 27. Suni, pünktlich 121 Uhr, am Prenzlauer Tor zur Teilnahme an der Veranstaltung der Rarlshorster Genoffinnen. 36. Abt. Rentaln. Mittwoch, 27. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Rogatstr. 53 gemütliches Beisammensein. Bortragender Genosse Sosemann. Alle Ger noffinnen, Vorwärts"-Lefer und Sympathisierende sind herzlichst eingeladen. Jungjozialisten. Gruppe Zichtenberg: Seute, Dienstag, 20 Uhr, in der Bibliother Weichsel ftraße 28 Borttag: Arbeiter und Staat." Referent Hans Geigewasser. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Ile Selfez, bie mit in bas Reltlager tommen, und alle Selfez, die Ar. beitsdienst am 30. Suni und 1. Juli tun, fommen zur Besprechung om mitt. mod um 20 Uhr Lindenstr. 3, 1, Sof Tint. 3 Tr. Der Lagerausschuß. Tiergarten. Dienstag, 26. Juni, 17 Uhr, im Heim Rote und Zungfallen. Mitt Surge Mitgliederversammlung und Besprechung der Sandballregeln. woch, 27. Suni, 17 Uhr, Treffen Wald- Ede Baldenserstraße zum Baden, Gruppen Aülen und Auguft Bebel 17-19 Uhr Spielen im Heim. Donnerstag, 28, Juni, 18-20 Uhr, Spielen aller Gruppen Bremer Straße. Geburtstage, Jubiläen usw. 45. Abt. Unsere Genoffin Pauline Büttner, Grünoner Str. 1. zu ihrem heutigen 60. Geburtstage herzliche Glückwünsche und Dont für ihre eifrige Mitarbeit. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation $ 3. bt. Die Einäfcherung unserer nerftorbenen Genoffin 2uife afte findet heute. Dienstag, 26. Sunt, 20 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Bir bitten um rege Beteiligung. SES Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für blefe Rubrit nur an bas Jugendfefretariat Berlin GB 68, Lindenstraße 3 Gefunden auf ber Sonnenwende ein Schlüffelbund. Abzuholen im Jugend Sekretariat. 4 Heute, Dienstag, 26. Juni, 19% Uhr: laffen Kalnischer Bart: Seim Große Frankfurter Str. 16, Simmer 6. juitis." Rosenthaler Borstadt: Turnen nur für die Burschen in der Turnhalle Ruppiner Str. 48. Brunnenplay: Schule Wiefen. Ede Pantstraße. Wie sieht Aörperkultur." Gefurbbrunnen 1: Schule Gotenburgct Str. 2. es im neuen Reichstag aus?" Webbing RF: Seim Brüffeler Str. 4. Webbing- Norb: Seim Streifailge durch die Dialetitultur in Deutschland." Der neuue Reichstag." Saltplag 1: Schule Gec Ede uriner Straße. Sumannplak: Schule ScherenbergSonnenburger Str. 20. Seiterer bend. Schönhauser Borstadt: 20 Uhr bei Goldftraße 7. Behn- Minuten- Referate. Narbosten: Beim Danziger Str. 62. fchmidt, Stolpische Str. 36, Gruppenabend. Die Die Frau im Betriebe." Wörther Blog: Schule Rastanienallee 81. Aufgaben des Reichstags. Schöneberg III: Seim Hauptfit. 15. Die Jugend in Cowjetrußland. Schöneberg IV: Gesellschaftshaus des Westens. Bunter Abend. Gefang, Lichtbild, Sprechchor, Bieber zur Baute. Weften: Seim Billowstr. 88. Die foziale Frage." Bichterfelbe: Seim Lichterfelde- Best. Albrechtstr. 14a. Wannsee: Schule Charlottenstraße. Unsere Jugendtage. Karl Marr. Neukölln 1: Seim Sander Ede bobrechtstraße Tagespolitik." Rentöln V: Sleukölln III: Seim Flughafenftr. 7, Sad- London Abend. Reufälla VI: Seim HerzbergBub und Mädel." Heim Steinmegftr. 114. ples. Jugendtage der Sozialistischen Jugend." C Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplatz Neue Königstraße 42. W Friedrichstraße 1938 Ecke Leipziger Straße Linkstraße 10 Ecke Potsdamer Straße N Schönhauser Allee 81 am Bahnhof Nordring Friedrichstraße 106 Ecke Ziegelstraße Invalidenstraße 164 Ecke Brunnenstraße Invalidenstraße 117 am Stettiner Bahnhof Chausseestraße 72 mahe Müllerstr. Frankfurter Alles 14 nahe Tiets SO Oranienstraße 44 sw. 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Div Felix Pmner. her Wlrtfchaftstritiker des„Berlin« Tage- l'latts'. hat den kürzlichen Personenwechsel in der Leitung der Ar- deiterdonk zum Anlaß genommen, an der Politik der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. ernstliche und scharse Kritik zu üben. Die Arbeiterschaft darf Pinner für diese Kritik donkbar sein. Denn weil Pinner nicht der nächstbeste und vor ollem kein übelwollender Kritiker ist, weil die Diskussion in einem Mo- ment aktueller Interessiertheit der Oeffentlichkeit erfolgt, kann die Arbeiterbank durch eine Klärung der mit ihrer Tätigkeit und ihren Ausgaben verknüpften Probleme mir gewinnen. Was sagt Or. pinner über die Arbeiterbank? Pinner hält eine eigen« Bank der freien Gewerkschaften, wie sie die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamte» A.-G., Berlin. darstellt, aus ökonomischen Gründen für gerechtfertigt. Die Konzentrotion der Kompsgelder der Gewerkschaften bei einer eigene» Bank erscheint ihm sinnvoll, weil„die Liquidität bei einer konzen- trierenden und ausgleichenden Arbeiterbonk nicht so groß zu sein (braucht), wie die Liquidität isolierter Anlogen der Einzelgemerk- schaften bei fremden Bonken". Insofern stelle„der Gedanke der Arbeiterbank unzweifelhaft ein wichtiges Prinzip nutzbringender An- lagewirtfchoft dar". Als die„eigentlichen Ausgaben" der Arbeiter- dank bezeichnet Pinner die„möglichst liquide und dabei jederzeit möglichst ertragreiche Anlage dex gewerkschaftlichen Kampsfondz". Aber Pinner hak gegen die praktische Politik der Arbeiterbank , Bedenken. Er stellt die Frage, ob die Arbeiterbonk sich im Rohmen dieser Aufgabe geHallen oder sich zur Expansion, auf da» Gebiet der ,„K a nz e r n b ild n er ei", zu wirtschaftlicher.Lwelk- und Eigen- machtspolitik" hat verlocken lassen. Pimier verneint die erste und glaubt die zweite Frage bejahen zu müssen, obwohl er betont, daß die bisherigen Schritte auf das Gebiet der zweck- und machtpolitischen Konzernbildung noch ziemlich zurückhaltend und tastend waren. Er weist dabei hin aus den Erwerb der Lindear-Fabrrodwerke— den er allerdings zu Unrecht einen kaum hochprozentig gelungenen Ver- surf) nennt, wie Entwicklung und Abschlüsse beweisen. Er nennt weiter die agrargenossenschaitliche cheimbonk A.-G., deren Förderung die Arbeiterbonk beabsichtige, und er entwickelt schließlich seine These, daß die Arbeiterbonk sich auf das Gebiet der Kanzernbildnerei, zu wirtschaftlicher Aweck- und Eigenmachtspolitik habe verlocken lassen, in schorfer Weise am Äwjorikätserwcrb der Arbeiterbonk an der hannoverschen Bodenkreditbank. Unter der Bedingung, daß eine Arbeiterbank in der kapitalisti- schen Wirtschaft kapitalistische Geschäfte machen wolle, sei auch dieser Erwerb weder eine Prinzipien- noch eine Stilwidrigkeit. Weil es aber fraglich fei, ob man dabei die nach der Natur einer Arbeiter- baut zu erstrebenden Vorteile erreicht und ob man dabei im Rahmen der eigenen Bedürfnisie und natürlichen Bedürfnisse einer Arbeiter- baut bleibe, deshalb könnten die Ansichten gerade im Falle der Be- tciligung an einer einzelnen privaten Hypothekenbank auseinander- gehen.(Nebenbei sei bemerkt, daß nach unserer Kenntnis über die grundsätzliche Zweckmäßigkeit einer eigenen Hypotheken- bank im Gegensatz zu Pinners Meiming in der Arbeiterbonk keine Differenz bestand.)„Wer, wie die Arbeiterbonk, große und oute Kapitalien zu vergeben hat, kann sich jederzeit seine Schuldner aussuchen," könne auf dem Psandbriefmarkt genügend erstklassiges Materiol in guter Mischung und mit ousgleichboren Risiken finden, brauche sich nicht der Gefahr auszusetzen, daß ihm die Gewerkschaften schließlieh einmal die Gesolgsehaft kündigen, weil sie nicht immer ein und dasselbe Papier erwerben wallen. Dazu komme bei einer konzernmößigen Verbindung der Arbeiterbank zu einzelnen Hypothekenbanken, abgesehen von möglichen Kapitolmarktklemmen mit eventuell notwendigen Kursregulierungen, die Gefahr der Im- Mobilisierung der besonders liquide zu haltenden gewerkschoft- lichen Lohnkompsfonds, die in Krisen besonders dringend werden könne. Das dritte Gleis zum Sozialismus: Zweifelhafter Sozialkapitalismu». Pinner kommt dann abschließend zu folgeichen Feststellungen: Allem Anschein nach lägen die Anfänge vor zu einer prinzipiell un- logischen und nicht ungefährlichen Derquickung zwischen einer rein finanztechnisch zu bandhabenden A n l a g e p o l i t i k für die Mittel der gewerkschaftlichen Lohnkompsfond« auf der einen Seite und einer mit den Mitteln kapitalistischer Konzernierungspolitik arbeitenden Zwecktendenz auf der anderen Seite, die sich wahr- scheinlich zu ihrer Rechtfertigung einbilde, dem reinen Kapitalismus zugunsten der Soziolwirtschaft Terrain abzugewinnen. Darin könne etwas wie Sozialkapitalismus erblickt«erden, neben der Konzentrationstendenz und dem Staatskapitalismus ge- «issermaßen ein dritte? Gleis in den Sozialismus, auf welchem durch eigen« Unternehmungen mit Arbeiterkapitol der Mehrwert zwar nicht obyeschofst. aber wie der Besitz der damit verbundenen Produktionsmittel auf Arbeitnehmerkreise übergeleitet werde. Solcher Soziolkapitolismus begebe sich ober in direkte Lebensgefahr, wenn er sich von dem stürmischen Expansionismus des heutigen Hochkapitolismus fein Expansionstempo vorschreiben und auch seinerseits in Konzernen und Trusten diesen Hochkapitolismus mitmachen und nachahmen will. Das könne besonders folgenschwer für die Anlage der gewerkschaftlichen Lohnkampsreserven werden, wenn hier der eine(und nach Pinner hauptsächliche) Zweck durch den anderen gefährdet werde. Soweit die ernst und gutgemeinte Kritik Pinners. Kritik der Kritik. Wir hoben die Kritik ausführlich und im Zulammenhong wiedergegeben, um die Unzulänglichkeit der Voraussetzungen, auf denen Pinner sein kritisches Gebäude aufgebam hat, um so einfacher dartun zu können. Pinnekhatrechtmit seiner Forderung, daß die Liquidität, b. h. die jederzeitige Greifbarkeit von gewerkschaftlichen Äampsfonds eine unbedingte Notwendigkeit ist. Aber Pinner irrt in der für sein« ganze Kritik entscheidenden Behauptung, daß die„finonz- technisch zu handhabende Anlagepolitik für die Mittel der gewerk- fchastlichen Lohnkompffond»" der Sinn und die Aufgabe der Arbeiter- bank sei. Die Vermögen von Gewerkschaften sind zwar ein wichtiger, aber dach nicht mehr als ein Bruchteil der heutige» 90 Millionen der Arbellerbank, und dieser Bruchteil wird prozentual um so kleiner, je länger die Arbeiterbonk tätig ist. Die Arbeiterbonk hat heute bereits annähernd 40 000 Einlegerkonten. Zunehmend sind sämtliche Gewerkschaftsgelder schon allein durch Bankguthaben und festverzinsliche Wertpapiere sehr weitgehend gedeckt. Die gesamten 90 Millionen„fremden" Mittel sind aber heute so angelegt, daß kaum mehr als 10 Proz. hinsichtlich ihrer termingerechten Rückzahlung wirklich den Einflüssen der Markt- und Konjunkturbewegung aus- gesetzt sind, wobei es sich bei diesen 10 Proz. in der Hauptsache noch um Kreditnehmer handelt, die als Arbeiterunternehmungen eine besondere Rückendeckung haben. Di« haupworaussetzung von Pinners Srilik widerspricht also den Tatsachen. man wird in Deutschland eine Privatbaut suchen müssen, bei der die Gelder der Kundschaft ähnlich geringen Risiken ausgesetzt sind wie bei der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G., Berlin. Damit hört aber auch die von Pinner für den Erwerb der Hannoverschen Bodenkreditbank aus sein« Boraus- setzung gemochte Nutzanwendung aus, stichhollig zu sein. Es bedarf nur einer dem jetzigen Umfang der Bank durchaus ange- messenen Erhöhung des Eigenkapitals beispielsweise von 4 auf lv Millionen Mark, um den Wertansatz sämtlicher Beteiligungen der Arbeiterbonk, einschließlich der Hildesheimer Hypothekenbank, well zu überdecken. Diese Kapitolerhöhung ist für eine aufstrebende Bank mll bald 100 Millionen Einlagen und nur 4 Millionen Kapital schon eine äußerliche Selbstverständlichkeit und ist keineswegs er- forderlich, um etwa der von Pinner der Arbeiterbonk unterstellten kapitalistischen Konzernpolitik einen Rückholt zu geben. Ueberdies ist diese, Konzernpolttik der Arbeiterbonk ein Märchen. Pinner Hot nirgend» gesogt, wo die Arbeiterbank„von dem stürmischen Exponsionismus des heutigen Hochkapitolismus" sich ein Ausdehnungstempo vorschreiben läßt und«>« in den die Arbeiterbank beherrschenden Gewerkschaften die kapitalisttschen Konzerne, Trusts und„die sonstigen schwer zu handhabenden und in unübersehbarem Maße kopitalfressenden Verschlingiingen dieses Hochkapitolismus mitmachen und nachahmen will". Gerode bei der Beherrschung einer bisher privaten Hypothekenbank braucht keine Rede davon zu fein, daß die Politik der Arbeiterbonk mit der zweckmäßigen Anlage von Gewerkschastsgeldern in Widerspruch kommen muß. Eine salehe Hypothekenbank tritt ja mit ihrem Pfand- briefangebot auf den freien Kapitalmarkt hinaus und beschafft van hier aus langfristige gewerkschaftsfremde Gelder etwa für hypothekarische Kredite. Die Liquiditätsftörungen und Kursverluste bei Klemmen auf dem Kapitalmarkt, die bei jeder Hypotheken- bank austreten können, sind praktisch keineswegs geringer, dos hat dos letzte Jahr bei den öffentlichen Banken deutlich bemiesen, wenn es sich um festverzinsliehe Papiere einer fremden statt einer nahestehenden Hypothekenbank handelt. Oer wirkliche Ginn der Arbeiterbank. Es scheint uns ober, daß Pinner nicht zufällig den„Sinn der Arbeiterkank" so begreiflich und tatsochenmidrig eng definiert hat. Zwar korrigiext er sich selbst, wenn er von einer möglichen „Soziolwirtschaft" vermöge der Arbeiterbanken spricht, die er allerdings als Sozialkapitalismu s bezeichnet. Es fällt Pinner nicht auf, daß Soziolkapitolismus im Sinne eines gesell- schaftlichen, damit auch gemeinwirtschostlichen Kapitalismus in der Tat etwas rein Sozialistisches sein kann: denn die kapita- l i st i s ch e Farm braucht den sozialistischen Inhalt nicht zu behindern. Keineswegs ist es so, daß die Unternehmereigenschost der Gewerkschasten. das gilt auch für die gewerkschaftseigene Ar- beiterbank, sich ,zu ihrer Rechtfertigung einbilden" muß,„dein reinen Kapitalismus zugunsten der Soziolwirtschaft Terrain abzugewinnen". Wir glauben, daß Pinner den Sinn der Arbeiterbank deshalb so eng und damit falsch bestimmt, weil dos vergesellschaftende Wesen der Arbeiterbank heute theoretssch nicht voll erkannt wird, weil Pinner die revolutionierende Funktion der Gewerkschaften als Unternehmer nicht voll bemußt ist. Er sieht hier im wesentlichen nur eine Analogie zum kapitalisti.- schen Wirtschaften. Wo Gewerkschasten eigenes Kapital zum Unternehmungskopital machen, da schalten sie in demselben Maße, in dem durch den M a r k t- kämpf mit d ein Privatkopital auf dos Unternehmerkapital der Gewerkschaften Gewinne erzielt werden, die Bildung pri-, vater Kapitalrenten aus. De«„Mehrwert" hört in der Tat im Umkreise der Gewerkschaftsunternehmungen auf, noch privatisiert zu««den. Er wird nicht mchr Renten quelle. sondern sofort Kapital, und wenn auch korporatives Kapllal der Gewerkschaften, so doch in vollem Umfang produktives gesellschaftliches Kapital, das keinen privaten Renteck- beziehet mehr kennt. Machen wir uns das gerade am Beispiel der Arbeiter-- dank, der van ihr beeinflußten Hypothekenbank und der von beiden zu bedienenden gewerkschaftlichen Wohmings- und Bauwirtschasr klar. Hier bestanden in der analogen Prioatwirtschots vier„Mehrwert"- oder private Kapitolrentenquellen: 1. die Hausbesitzerrente aus dem Mietzins fiir das Andienen der Wohnung. Z. die Kapitalrente der privaten Hypothekenbank aus der Vermittlung der Hypothekendarlehen. Z. die Kapitairente des Bauunternehmers aus der kapitalistischen Verwertung der Arbeitskrast seiner Beleg- schaften, 4. die Kapitalrente der privaten Kreditbank, die die Zwischenkredite für die Bauausführung beschaffte. Alle diese Funktionen werden heute von orbeitereigenem Kapllal in äußerlich kapitalistischen Formen in orbeitereigenen Unternehmungen ausgefüllt. Alle diese privaten Kapitalrenten flössen und fließen größtenteils au» Arbeitsertrogs- und Zinsertrags abzögen, die den arbeitenden und sparenden breiten Massen oder gar direkt dem Gewerkschaftsvermngen gemacht wurden und werden. Allc diese kapitolrentenquellen werden im Umkreis arbeitereigencr Unternehmungen beseitigt. soweit nur Gewerkschaitsnerwögen in gewerkschastlichen Baicherren- vrganisativnen. Hypothekenbanken. Baunnternehmungen unb Kreditbanken als Unternehmerkapital erfolgreich tätig wird: ste werden unr so schneller beseitigt, je weiter Arbeiterbanken die früher anderen Stellen zufließenden Gelder und Kapitalien zu ersoffen und.zweck- wirtschaftlich" zu lenken verstehen. Sie verschwinden aber nur als privatkapitalistische Rente, nicht als Kapital, nur als privatkapitalistischer Abzug vom Zins- oder Arbeits- ertrag, nicht als endgültige produktive Kaufkraft der Masten. Sie werden auf einer höheren Stufe gesellschaftlicher Wirtschaftsorganisation Kapital oder Kaufkraft, als sie es in privaikapitalistischer Verwertung werden konnten, und da ökonomisch sie ohne Dazwischentreten eines privotkopitoliftischen Eigentümers und Nutznießers wirksam werden, werden die„Ge- winne" von Gewerkschaftsunternehmungen sofort gesellschast- l i ch e s Kapital, hört in der Tot im Umkreis der Gewerksehasts- unternehmungen der privatkapitalistische Sinn des „M ehrwerts" auf. So inuß Pinner in der Tat zum Vorwurf gemacht werden, daß er bei seiner Kritik der Arbeiterbankpolitik diesen Sinn der Arbeiterbank vernachlässigt hat. Die Politik der Arbeiterbank ist, je länger, desto mehr, nur aus diesem Gesichtspunkt zu machen und zu kritisieren. Die Anlage van Gewerkschastsgeldern i st nicht„die" Ausgabe der Zirbeiterbank, eine sn selbstverständliche und sicher zu lösende Ausgabe sie auch ist. Analogien aus der privatkapitalistischen Wirtschaft können lehrreich sein, sie können ober nichts b e- weifen, denn die gewerkschaftliche Svziolmirtlchait ist bei ahn- lichen äußeren Farmen eine Wirtschaftsweise anderer und höherer Art als die privatkapitalistische. K l i n g e l h»s e r. Deutsche Diskoniermaßigung? Sin Versuchsballon. Die„Konjunktur. Korrespondenz" bringt eine Mitteilung, nach der man in unterrichteten Berliner Finanztreis«« der U e b e r z e u g u n g ist, daß in absehbarer Zell eine Stellungnahme der Reichsbank zur Frage der Herabsetzung des Reichsbonkbiskorrts akut werden wird. Die Reichsbonk«arte offensichtlich den Verlauf des Halbjahresschllisies und seine Abwicklung ob. Man erwarte in diesen Kreisen die Ermäßigung des Reichsbonksotzes van 7 auf 6H Proz. Wenn der Iuni-Ulldno glatt oerlaufe, sei die Hevab- setzung des Reichsbankdiskonts wohl sicher zu erwarten. Wir hoben den Eindruck, daß es sich bei dieser Meldimg noch mehr um einen Versuchsballon von interessierten Kreisen handelt, als inn eine mehr oder weniger feststehende Absicht der Reichsbank. Jedenfalls scheint un» ober der Versuchsballon zur rechten Zell zu steigen, denn eine Nerbilligimg des Kredits könnte zur Erhaltung der Konjunktur bzw. zur Berlongsamung ihres Abstieg» eine seyr zweckmäßige Maßnahm« sein. Nicht nur die Kreditloge der Reichsbank, sondern auch die sehr beträchtliche Stärkung der Währungsreserven, die die Reichsbonk im letzten halben Jahre vor- genommen hat, lassen eine Diskontermäßigung zu. Zeitungspapier unter die Trustknuie! Sin Weltmonopol in Vorbereitung. Der Gedanke eines internationalen Papiertrusts ist nicht neu. Schon vor zwei Jahren verhandelten die deutschen und skandinavischen Zeitungspapierindustrien über einen inter- naiionalen Zusammenschluß, kamen jedoch zu keinem Ergebnis, da Kanada und die Vereinigten Staaten, die beide die ge- samte europäische Produktion von Zeitungsdruckpapier um die Hälfte übertreffen, sich noch nicht verhondlungebereit zeigten. Jetzt aber hat sich dos Vlatt gründlich gewendet. Auf der kürz- lich in Kopenhagen abgehaltenen Versammlung der internationalen Zeillingspapierindustrie waren die Amerikaner di« eifrigsten Verfechter eines internationalen Zusammenschlusses auf breitester Basis. Der Plan, der in Kopenhagen zu Rutz und Gedeihen des Trustkapitals ausgeheckt wurde, ist recht sauder. Jedes Land soll seine Exportquote und Exportgebiete vorgeschrieben bekommen, und da somit automatisch die Konkurrenz aufhört, sollen.angemessene" Preise festgesetzt werden. Wie diese angemessenen Preise aussehen werden, zeigt dos Beispiel der oinerikonischen Fabrikanten, die den Preis für Zeiwngspapier schon jetzt von 65 aus 70 Dollar herausschraubten, wodurch ihnen ein jährlicher Mehr- gewinn von etwa 30 Millionen Mark zuwächst. Ilm Preis- jenkungen um jeden Fall zu vermekden, wird bei bevorstehender lleberproduktion den beteiligten Ländern eine Drosselung der Pro- duktton vorgeschrieben. Kommt in Kopenhagen ein Pertrag zustande, so wird m kurzer Zeit auf dem ZeUungsdruckpapiermorkt ein Welttrust entstehen, der nicht zögern wird, seine Monopolstellung gegen die Zeitungsverleger aller Länder rücksichtslos auszunutzen. Scharfer kapilalschnill bei den Berll n-Korlsruher Znduffrie. werken. Der Aussichtsrot der aus dem Ludm«g-Loewe- Konzern hervorgegangenen Berlin-. Karlsruber Indu- ftriewerke A. G., die bis zum Kriegsende den Moobiter Ar- beitern als Deutsche Waffen und Munitionssobriten gut bekannt waren, hat beschlossen, das Aktienkapital von 30 auf 13 Millionen herabzufetzen. Dieser Beschluß kommt nicht überraschend, denn die Gesellschaft, die 1924 bei der Umstellung auf Goldmark ihr Kapital nicht zusammengelegt und das aus der Friedenszeit über- nommene, für die Zeit der �ladilisierung aber unsinnig hohe Kapital von 30 Millionen beibehalten hatte, arbeitete schon seit Jahren unrentabel. Der Aussichtsrat, der schon im Herbst 1927 Sanierunqsabsichten verfolgte, hat durch sein« Schwäch« gegenüber den Großaktionären wertvoll« Zeit ungenutzt verstreichen lassen. Durch die Ausgabe der Waffen- und Munitionsfabrikotion und die notwendige Umstellung der Betriebe auf die Produttion von Webmaschinen, feinmechanischen Mossenarrikeln und Metallwaren war schon allein wegen der Abschreibungen aus die Anlogen eine Zusammenlegung des Kapitals gegeben. Wenn also die Ge- sellschost, die bei normaler Ausnutzung ihrer Betriebe etwa 9000 bis 10000 Mann beschäftigt, auch m der Hochkonjunktur 192? un- rentabel gearbeitet hat, so hat sie sich dos selbst zu- zuschreiben. Die Zeichnung der Preußenanleihe über 50 Millionen Mark»er. laust noch den bisher vorliegenden Zivis chenmeldungen sehr befriedigend. Vor der Hand komme ein vor zeitiger Zeicheuingsabschluß ober»vch nicht in Frage. Dienstag 26. Juni 1928 Unterhaltung und Wissen Der Brief eines Verurteilten. -w Bon Fr. Koch. Der 1. Staatsanwalt Dr. S. Rotschi war vier Jahre Don 1923 bis 1927 Oberdirektor der größten tschechoslowakischen Strafanstalt Born und läßt jezt einen Band Novellen: Auf der Spur der Ge rechtigkeit Wahrnehmungen und Erwägungen aus der triminalisti. schen Pragis" erscheinen. Ich war ein zwanzigjähriger Photographengehilfe und ein armer Mensch. Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich mich cus meiner Armut und meinem Elend befreien könnte. Daß Reich tum darin besteht, über recht viel Geld zu verfügen, darüber belehrte mich das tägliche Leben. Und da ich zu photographieren und zu zeichnen verstand, kam mir eines Tages der Gedanke, daß ich mir allein Geld machen könnte. Ich richtete mir also die nötigen Sachen ein, um Banknoten fabrizieren zu können und versuchte es, aber man tam mir darauf, ind ich wurde den Gerichten übergeben. Ich wußte, daß ich etwas Unerlaubtes tat, aber ich beurteilte meine Handlungsweise von dem Standpunkte aus, ob ich jemandem dadurch einen Schaden zufügte. 11nd da ich damals dachte, daß sich der Staat auch nach seinem Be lieben Banknoten erzeugen fönne und ich keinerlei Ahnung von der rolfswirtschaftlichen Bedeutung der Zahlungsmittel und ihrem notmendigen Schute hatte, war ich der Meinung, daß ich dadurch niemanden schädige, wenn ich ein bißchen Papiergeld nachahme. Erst in der Untersuchungshaft wurde mir die Sache ganz flar, und ich bekam die Gewißheit, daß ich etwas Strafbares begangen hatte. Doch der Richter befaßte sich damit, die Beweisführung gegen mich fertigzustellen, er erfundigte sich ausführlich nach den Mitteln und die Art, wie ich die Durchführung meines Planes vorbereitet hatte, und ehe ich ihm meine Meinung auseinandersetzen konnte, mar ich schon im Besitze der Anklageschrift, und bald danach stand ich bereits vor den Geschworenen. Es war mein einziger Wunsch, den Geschworenen zu erklären, mie ich zu meiner Tat durch eine, ich möchte sagen geradezu findliche Anschauung gedrängt wurde. Doch mein Verteidiger, den mir das Gericht beistellte, sagte mir von allem Anfang an: Sprechen Sie nichts Ueberflüssiges, antworten Sie nur furz auf alle Fragen und nichts mehr. Ich war bestürzt und erwartete gespannt, was jetzt tommen sollte. Mein Anwalt vertrat von Anfang an den Standpunkt, daß ich schuldlos fei. Er sprach schöne Worte über mich, die mich mit einer Art Stolz erfüllten. Er sprach lobend über meine fünstlerischen Talente, er behauptete, daß ich deshalb Banknoten nachgeahmt hätte, I'm in der graphischen Kunst Routine zu bekommen. Ins andere Extrem verfiel der Staatsanwalt. Wenn mein Verteidiger etwas zu meinen Gunsten vorbrachte, das für mich ein fleines Plus ergab, so widerlegte er dies wieder so, daß für mich daraus ein ungeheures Minus wurde. Führte der eine der beiden für mich einen Zeugen an, um meine Schuld oder Unschuld zu beweisen, dann machte der ondere gegen ihn Einwände, um in den Augen der Geschworenen feine Glaubwürdigkeit herabzusetzen. Wahrheit und Unwahrheit wurden zu Dolchen, die miteinander um das Recht stritten, das abseits lag und zu dem man nicht durchdringen konnte. Diese Dolche aber waren Kniffe, Pfiffe und hohle, mit Pathos vorgebrachte Reden. Anfänglich war ich ganz betroffen von der Art, wie bei Gericht das Recht erkämpft wurde, dann aber begann ich auch wieder an mich zu denken. Der Umstand, daß mein Berteidiger hier öffentlich meine Unschuld verteidigte, nötigte mir den Gedanken auf, daß es erlaubt sei, die Tat zu leugnen, und wirkte auf mein Gewissen ein. Sch fam allmählich zur Ueberzeugung, daß meine Tat nicht strafbar sei. Und als ich schließlich doch verurteilt wurde, hatte ich ein Gefühl des Unrechts, und ich empfand einen Haß gegen die Gerichte. Es dauerte eine hübsch lange Zeit, ehe ich im Kerker wieder zu flaren Gedanken fam. Weshalb muß eine solche Art, das Recht zu erfämpfen, vor Gericht existieren? Weshalb müssen hier zwei Parteien mit solchen Mitteln, welche die Wahrheit verschleiern, um das Recht kämpfen? Vielleicht deshalb, weil die Geschworenen teine Juristen sind, und muß sich daher jede Partei darum bemühen, durch Geschicklichkeit und Gefühle ihre Ueberzeugung für sich zu gewinnen? All dies kann doch nicht der Wahrheit dienen. Ich selber tam ja überhaupt nicht dazu, freimütig zu erklären, wie ich über die Sache dachte. Ich glaube, daß mein Verteidiger sich fürchtete, daß ich ihm nicht seine Position erschwere. Und es ertötete in mir das Gefühl, die Schuld zu gestehen, es stumpfte mein Gewissen ab, so daß ich schließlich und endlich selbst keinerlei Gefühl mehr für die Größe meiner Berfehlung hatte. Es erschien mir dies alles um mich forum eher wie eine Theatervorstellung als eine Gerichtsverhandlung. Als man mich zwanzigjährigen in den Schwurgerichtssaal vor so viele Menschen führte, da regte sich in meiner Brust eine Art Stolz darüber, aber als man mich dann von hier megschleppte, da empfand ich ein Gefühl der bittersten Enttäuschung. ( Autorisierte Ueberlegung von 3. Reißmann, Brag.) Edison hat. fein Telephon. Man erstaunt manchmal, wenn man hört, daß irgendein Mensch unferer Zeit noch nie telephoniert hat oder sich fein Tlephon hält, mail er diese Erfindung für zu„ modern oder störend" hält. Wie merkwürdig tingt dann erst die Nachricht, daß Edison, vielleicht der größte Erfinder aller Zeiten, sicher aber das größte technische Genie der Gegenwart, fein Telephon in seinem Hause duldet. Dieser Mann, der das Mikrophon erfunden hat, durch das gerade die Fernspred möglichkeiten ungeheuer ausgedehnt und verbessert wor ten find, ist auf seinem Wohnfig, gleich, ob in der Großstadt ode: cuf seinem Ruhefiz auf dem Lande, nur durch Boten zu erreichen. Grund für diese Abſchließung gegenüber den heute doch schon ganz allgemein verwendeten Fernverbindungsmöglichkeiten ist nicht nur die Schwerhörigkeit Edisons, die ja fast schon als Taubheit anzu sprechen ist. Der große Erfinder glaubt durch das Telephon in der Suhe und Abgeschloffenheit feine: Forschertätigkeit gestört zu werten. Er will nur für die Leute arbeiten, die davon einen nüßlicheren brauch machen tönnen als er selbst. Sein Ziel ist es nicht, irgendeine Rolle in der Welt zu spielen, sondern für die Welt immer reue und wieder neue Erfindungen zu machen, um die Technit des Lebens, der Lebenshaltung und Lebensausgestaltung mehr und mehr zu verfeinern. Dadurch befomunt der ganze Haushalt Edisons etwas Patriarchalisches, aber auch das ist nicht aus irgendwelchem Gnobismus eingerichtet, sondern dank einer natürlichen Einfachheit und Schlichtheit bemüht sich Edison immer, mit den naheliegendsten Mitteln, die zum 3wed führen, fein Leben so schöpferisch wie nur aniglich zu geftalten. Beilage des Borwärts Das Heu im Goldpokal. Von Erich Gottgetreu( London). hergeholt hat. Nicht weniger als vier schöne Autos sah ich heute morgen auf, nußung auf dem Rasen von Ascot aufgebaut und vorher von weit der wundervollen Grünstrecke von Richmond über Windsor nach Ascot im Straßengraben liegen. Was hat das zu bedeuten? Das hat zu bedeuten, daß, o welterschütterndes Ereignis, die Londoner Saison wieder mal auf ihrem Höhepunkt angelangt ist. Ein Wunder, daß nicht mehr Wagen im Straßengraben gelandet sind. Die Benzinschlange, die nach Ascot froch sind. Die Benzinschlange, bie nach Ascot froch- froch, denn man| fann da natürlich nicht schnell fahren hatte tausend und aber tausend Kettenglieder. Nach Amerita ist England heute wohl das größte Autoland. Im fomfortabelsten Zwanzig- Personen- Charabant fährt man billiger und bequemer als mit der sehr teuren Eisen bahn. Dabei wird die Mahnung Engländer, fauft englische Autos" ziemlich ftrift befolgt. Bon den 17 300 Wagen des ersten Ascot Tages es gibt deren vier maren über zwei Drittel englischer Herstellung, wie eine von der Grafschaft Berkshire veröffentlichte Statistik lehrt. " Aber wie fommen die Wagen in den Graben? Vielleicht im Trubel der Nacht? Denn fast an der Strede liegend gab es als ascötlichen Auftakt in Great Fosters Hall in Egham den größten und pruntvollsten Ball des Jahres: 2000 Gäste hatte Lady Spencer Churchill eingeladen. Eine Riesenmiese wurde als Parkplatz der martenden Autos eingerichtet, ein großes Zelt, in das per Radio die Musik aus dem Ballsaal geleitet wurde, als Wartehalle von 500 Chauffeuren. Bon Ascot also erzählen die Journalisten immer, es hätte nur seine modische und gesellschaftliche Bedeutung, die sportliche Wichtigfeit wäre indessen nicht so groß. Es scheint, daß die Herren vor lauter schönen Frauen die schönen Pferde und die breiten Massen des Volkes nicht sehen. Und es scheint, daß das Gefunkel des großen Siegespreises des Tages, der auf der Brüftung der Königsloge vor aller Augen aufgestellte goldene Pokal, ihre Augen blendet. Der Preis wird also von Majestät ausgehändigt. Es geschieht so etwas alles mit dem langsamen, feierlichen Zeremoniell des Mittelalters, wie überhaupt vieles noch ganz mittelalterlich ist. Vierspännig tommt die allerhöchste Familie aus Windsor, der Sommerresidenz, herüber. Die Herren tragen graue Zylinder. Die Damen freieren" hier die Mode des Jahres, ich fann aber leider ich weiß leider nicht, nicht sagen, womit. Die ganz großen Leute wo die untere Einkommens- und Ahnengrenze liegt laufen vor der Königstribüne herum, besonders eingegittert und auf Grund besonderer Karten. Das ist also eine Art 300 der oberen Fünfhundert. Zwischen den einzelnen Rennen ziehen sich die oberen Fünf hundert in die Zelte ihrer Klubs zurück. Ich lefe Cavalery Club", Army and Navy Club",„ Conservative Club"," Guards Club". Nur selten dürfte eines Nichtengländers Fuß diese Zelte oder gar im Inneren wundervolle Blumengärten, die man zur furzen Beihre Stammhäuser am Hydepart betreten haben. Diese Zelte haben " Gegenüber, in Zehntausenden, das Volk. Arbeiter, Angestellte, Kleinbürger. Sie wollen alle wetten. Der Bierkonsum ist ungeheuerlich. Es fehlt nur der Vergnügungsrummel des Derby Day. Sonst fehlt nichts. Nicht einmal, joll man das nicht erzählen, die große Schar der Gelegenheits"-Arbeiter. Um deutlicher zu sein: Keinem würde es einfallen, hinter einen Busch zu gehen. Und den Ascotpächtern fällt es nicht ein, irgendwelche Baraden errichten zu lassen. und so ist es eine ganze Industrie geworden, an der mindestens hundert letzte Männer und Frauen ein paar Pfennige verdienen, um ein fleines Stüdchen Boden herum eine primitive Zeltleinewand zu spannen, an den Eingang" ein Schild zu heften„ Gentlemen" oder ähnlich. Sollte dem Zustand durch den Bau entsprechender Anstalten ein Ende bereitet werden, würden die„ Unternehmer" bestimmt protestieren. Während beim Derby, dem demokratischsten aller Sportfeste, vieles ineinander verschwimmt, gibt es hier, nebeneinander, ein Glanz- Ascot und ein Volks- Ascot. Das Volfs- Ascot ist sehr populär auch deswegen, meil außer auf den Tribünen tein Eintrittsgeld verlangt wird; nur wer im Auto kommt, muß fünf oder zehn Schillinge fürs Parken bezahlen. Zwischen beiden Ascotlagern läuft did die Grenze: der Rennrasen. Bon der aristokratischen zur plebe jischen Seite hinüber und umgekehrt pendeln eigentlich nur die Reporter, dann die Photographen, die wieder mal einen ganz großen Tag haben, endlich, zum Trost für das verwettete Geld, ein entsetzlich elend aussehender Mann, der ein Plakat mit der Inschrift trägt Was nügte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nehme doch Schaden an seiner Geele!" " Auf der Rückfahrt zähle ich nun fünf Autos, die im Straßengrabent liegen. Und dann sehe ich in der ungeheuren bunten Brozeffion noch ein Opfer: vollkommen zusammengebrochen einen jener Männer, die, vor Tag schon dem Slums von London entfrochen, eine Kiste oder ein paar Bänke herausgeschleppt, fie als Sitzgelegenheiten und Miniaturaussichtstürme vermietet haben, so sich ein paar Coppers verdienend. Also zusammengebrochen. Heute vielleicht wieder auf den müden Beinen. Bomöglich winkt dem Mann am Ende der Straße daş jegt in Edmonten( Middleser) errichtete, als Wohltätigkeitsinstitution betriebene ,, Hotel für Tramps". Bielleicht stiehlt er, wenn er Hunger hat, ein Brot und kommt dafür zwei Monate ins Gefängnis. Es gibt in diesem grotesken England alles, und alles in der Gegensäßlichkeit des Mittelalters. Wissen Sie schon, daß in einem Teile der Stadt London nach einem forporativen Beschluß seit letztem Sonntag teine Autos mehr an Schauspieler, Buchmacher und Juden" vermietet werden sollen? Mittelalter. " dem Goldpokal. Bielleicht frißt Invershine, der Ascotsieger, das heu heut aus Die Entwicklung der Rakete. Von Willy Ley. Isaac Newton, war es, der als erster aussprach, daß man die Krajt der Rafete auch als Motor für Fahrzeuge ausnügen fönne, die fich sogar im leeren Raum bewegen würden. Auf Grund dieser Anregung tonstruierte dann der Holländer s'Gravesande einen Wagen, der sich durch den Rückstoß ausströmenden Wafferdampfes bewegen sollte. Natürlich mar die Kraft für den ungefügen Wagen zu schwach, weshalb weitere Versuche unterblieben. In der Presse, der Fachpresse, auf den Diskussionsabenden der| bahnt. Kein Geringerer als der Entdecker des Gravitationsgesetzes, technischen Vereine und noch mehr in ganz privaten 3irfeln tobt der Kampf um das Raketenflugzeug, und während die ablehnende Haltung gewiffer Gelehrter angesichts der Tatsachen anfängt, langweilig und unfruchtbar zu werden, wird in interessierten Gehirnen bereits weiter gearbeitet. In den wirklichen Fachkreisen etwa denen, die in dem Raketenjammelwerk des Verlages Hachmeister u. Thal ,, Die Möglich feit der Weltraumfahrt" vereinigt sind ift man sich längst flar darüber, daß das Raketenflugzeug selbst auch mur etmas Borübergehendes sein kann, eine Etappe( und vielleicht nicht einmal eine gute) auf dem Wege zur Konstruktion des eigentlichen Rafetenschiffes, das natürlich auch im irdischen Fernverkehr eine große Rolle spielen wird. Bei solchen Streitereien, die sich darum drehen, was aus der harmlosen Feuerwerksratele alles werden soll, ist es immer intereffant, sich einmal zu überlegen, wie denn die Rafete überhaupt geworden ist. Da geht nun allgemein eine fromme Sage, die besagt, die Feuermertsrafete sei bereits dreitausend Jahre vor unserer Zeitrechnung den Chinesen bekannt gewesen. Weil min ein Berliner Aftronom, 5. 3. Gramazfi, im Berfolg leidlich logischer Gedanken auf die abfurde Idee gekommen ist, die Chinesen seien eigentlich die Marsbewohner, die ihrem sterbenden Planeten entflohen sind, so habe ich sogar schon gehört, daß denen natürlich auch das Raketenschiff befannt gewesen sei. Gegenüber derartigen Phantastereien muß nachdrücklich betont werden, daß noch nicht einmal das Fünftausend jahresalter der Ratete erwiesen ist. Zum erstenmal taucht dieser Feuerwerkskörper für unser heutiges Wissen im Orient auf, und zwar etwa 900 v. Chr. Bald erlangte er aber schon ernstere Bedeutung. etwa 900 v. Chr. Bald erlangte er aber schon ernstere Bedeutung. Der Italiener Muratori beschrieb 1379 als erster Abendländer eine Rakete, und dadurch, daß dieser erste Beschreiber ein Italiener war, hat sie ja ihren Namen bekommen, den man allgemein vom Bertrocchetto", Spindel oder Röhrchen, ableitet. Anno Domini 1405 folgt die erfte Erwähnung in Deutschland durch den gelehrten Konrad Kyeser von Eichstädt. Fünfzehn Jahre später gibt de Fontana fchon allerlei Ratschläge zur friegerischen Berwertung. Es ist nun nicht ganz sicher, ob diese Idee vom Abendlande nach dem Orient gelangt ist oder umgekehrt, jedenfalls erlebten die Engländer gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts böfe lleberraschungen durch die Brandrateten des indischen Fürsten Tipu Sahib, der das von seinem Bater Haidar- Ali vorbereitete Rafeteurforps forgfältig weiter ausgebildet hatte. Natürlich wurden daraufhin in England sofort auch Brandraketen tonftruiert- der Erfinder war der General William Congrene, die 1806 gegen Boulogne und 1807 gegen Kopenhagen erfolgreich losgelaffen wurden. Die Gegenseite aber war nicht müßig, der dänische Hauptmann Schuhmacher erfand die Geschoßratete, unb ram gingen die meisten europäischen Staaten dazıt über, ihren Armeen die neue Waffe einzugliedern. Inzwischen hatte sich aber eine andere Entmidlung noch ange. In England kam dann jemand auf den Gedanken, mit der Rakete, die ja an und für sich meistens fliegt, nicht einen Wagen, sondern ein Flugzeug zu tragen. Der Erfinder Charles Golightly nahm fogar ein Patent auf diese Idee( 1841), über die mir leider nichts meiter wissen, als uns ein Spottbild bejagt, das damals angefertigt wurde und die Unterschrift trägt ,, Dampfpferd, mit dem man in einer Stunde von Paris nach St. Petersburg reiten fann". Danach scheint es, als wenn auch Golightly an Dampfbetrieb gedacht hat, wenn das Spottbild nur einigermaßen zutrifft, war sein Entwurf fogar um manches beffer als gewolfe heutige Rafetenflugzeug ,, erfindung", die den Apparat erbarmungslos mit Tragflächen, die bei dem hohen Luftwiderstand doch nur Berger machen, belasten will. In Deutschland feimte damals das Raumschiff, und zmar im Gehirn Hermann Gansmindts, der sich ja im allgemeinen als guter technischer Prophet erwiesen hat, z. B. als er vor dem Kriege sagte, der Seppelin werbe erst dann vermendbar sein, wenn er dreimal jo groß sei, und auch erst kürzlich, als er voraussagte, daß der Flettnerrotor die Erwartungen, die man auf ihn sezte, nicht erfüllen würde. Ganswindts Pläne mußten natürlich damals noch allgemeinen Widerstand finden, und sie waren auch so, daß eine praktische Durchführ barkeit ausgeschlossen erscheint, was für den Erfinder kein schwerer Vorwurf sein soll. Was min in Zukunft alles werden wird, läßt sich mit wenigen Worten nicht schildern, außer dem Raketenflugzeug und dem Raumschiff wird wohl, wenn man den Gerüchten aus Amerika Glauser schenken darf, im Goddardschen Raketentorpedo die Kriegsrafete ihre Auferstehung feiern. Als Hilfsmittel gedentt man fleine Apparate in der Segelfliegerei zu verwenden sie sollen den umständlichen Abschuß mit dem Katapult ersetzen und Wasserflugzeugen, die oft schwer von der Wasserfläche abfonen, zu einem leichteren Start zu verhelfen. Das Heer der Erfinder. Nach der vom Reichspatentamt herausgegebenen Statistit stieg die Zahl der Patentanmeldungen von 64 000 im Jahre 1926 auf 68 000 im Jahre 1927, von denen 15 200 Batente tatsächlich erteilt wurden. An diesen Patenten ist das Inland mit 81 Broz., das Ausland mit 19 Broz. beteiligt. Seit dem Bestehen des Reichspatentamtes, d. h. seit 1877, wurden über 1407 000 Batentanmeldungen eingereicht und 455 000 Batente erteilt. An Gebrauchsmusteranmeldungen gingen 1927 ein 63 700, Don benen 41 100 eingetragen wurden. Die entstehenden Zahlen für Barenzeichen find 29 600 und 17 000. Funkwinkel. Am הוא Im Gonntag mittag ein Sinfoniekonzert des Funkorchefters unter Seidler- Winkler. Im Grunde eine ungünſtige Zeit, besonders im Sommer, denn wieviel Hörer mögen ihre Apparate eingeschaltet haben? Mozart, Reznicet und Rimsky- Korsakow, partifurtren gespielt, in gediegener, bürgerlich anständiger Interpretation. Seidler- Winkler, der solide Musiker, ist ein Muster an Berläßlichkeit, ein treuer Diener feiner Herren ohne himmelstürmende oder nervös sensible Pose. Aber er wird den ihm anvertrauen Komponisten gerecht im Sinne eines guten, populären Sinfoniekonzerts, und darum ist es schade, daß die Zeit ungünstig gewählt erscheint. Die Rapelle Gebrüder Steiner serviert zum Nachmittagstaffee eine Unterhaltungsmufit, wie sie in der Programmzusammensetzung als vorbildlich bezeichnet werden kann. Selbst Mozart ist mit der „ Kleinen Nachtmusik" vertreten. Schwere Kompofitionen werden vermieden, andererseits aber auch sentimentaler Kitsch oder Schlagerpleiten. Ein Konzert, in dem die Spieloper das Programm be herrscht, ist immer erfreulich. Abends dann eine dritte musikalische Beranstaltung, ganz harmlos, ganz sommerlich. Man denkt dabei Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 26.6.28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 50. Anf. 20( 8) U. Dienstag, 26.6.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV Anf.18%( 62) U. Rheingold Walküre Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 119 Anf. 20( 8) Uhr Luisa Miller Staatl. Schauspielb. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 129 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: Die beiden Sechunde Volksbühne Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm 814 Uhr Orpheus in der Unterwelt 8 Uhr: Der Kuhhandel SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Herb Williams der eigenartigste amerikanische Exzentrik- Star und die übrigen Varieté- Sensationen! Nur noch 5 Tage! 8114 84 DAS SCHUBERT SINGSPIEL Dreimäderlhaus Alfred Braun v. Thellmann, Jankuhn, Hesterberg, Morgan, Perry, Brandt, Ballett Winkelstern, Sunshinegirls. Grosses Schauspielhaus Erik Charell. Komische 81, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. Berliner Theater an ble Sfimming in tamptongeschmüdten Gartenetabfiffements, wo| wetterfimbel. Bet Jugenbunglüd tömde vernieben werben, wenn Musikkapellen allerlei Sinniges zu Gehör bringen. Uebrigens ver- jeder Jugendliche in seinen Möten einen solchen Berater für fich fügt das Musikkorps des 9. Potsdamer Infanterieregiments über müßte. Die beste Erziehung für den Jugendlichen ist noch immer ausgezeichnete Holzbläser. F. S. die durch das Vorbild. Eltern und Erzieher dürfen keine Handlung Ies. begehen, die sie am Jugendlichen verurteilen. Borträge, B Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianftr. 37/38, Sof 2 gr. Weißensee: Do., b. 28., 20 Uhr, Rameradschaftsfigung bei Peters. Kreuzberg: Die Spielleute üben jeden Freitag 18-20 Uhr im Borwärts" Gebäude( 5, hof), Sindenstr. 3. Im Rahmen des Internationalen Programmaustauschs wurde am Montag diesmal wieder ein Konzert aus Warschau übertragen, das anfangs unter Nebengeräuschen litt. Wieder ein reprä ſentatives Brogramm, repräsentativ in dem Sinne, daß ausschließlich Vorträge, Vereine und Versammlungen. polnische Komponisten gespielt wurden. Auch Berlin gab bei der Uebertragung nach Prag, Wien und Warschau mur deutsche Kompofitionen. Das Konzert hinterließ einen fünstlerisch starten Einbrud, Das Lambinon Quartett unter Mitwirkung von Karin Rosjander brachte am Nachmittag Rammermusik, und zwar erfreulicherweise ein Programm mit nicht allzu bekannten Werfen. Man hörte unter anderem die interessante Sonate für vier Violinen von Gabrielli und Schuberts ergreifend- schönes nach gelaffenes G- Moll- Quartett. Helene Braun schloß mit einem dritten Vortrag ihren Zyklus über unsere heutige Jugend". Ihre Ausführungen gipfelten in dem Kat, den sie Eltern und Erziehern gab: Seid jung mit den Jungen! Lernt eure Kinder verstehen in ihren Leiden wie in ihren Freuden; seid immer bereit und immer fähig, ihnen zu raten. Gerade die Jugend von heute, die so früh selbständig wird, braucht Menschen, zu denen sie Vertrauen hat und an die sie sich wenden fann, wenn sie allein nicht mehr Charlottenstr.30/ 91. Dob.170 Deutscher Metallarbeiter- Verband 81, U. Ende 10% U. Gastspiel d. Dentschen Th. Der Prozeb Mary Dugan Deutsches Theater BU. Norden 12310 Ende 10% U Artisten Regis Max Reinhardt! Die Komödie Bismarck 2414/7516 81/2 U. Ende 10% U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Kleines Theater Täglich 8 Uhr Kaiser- Tietz Lotte Klinder in Galante Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf Den Kollegen zur Nachricht, daß unfere Kollegin, die Arbeiterin Hedwig Glaeske geb. 4. Dezember 1891, am 20. b. 902. geftorben ist. 0790 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Nach furzem, aber schwerem Leiden verstarb am 28. Juni mein lieber Mann, unfer guter Vater, Bruder, Schwieger- und Großvater Friedrich Stein nach kurz vollendetem 72. Lebensjahr. Die frauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 27. Juni, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Sophien Friedhofes Freienwalder Straße aus, ftatt. Nacht! Deutscher Metallarbeiter- Verband Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Täglich 8, Uhr Leinen aus Arland Komödienhaus Tägl. 8, Uhr Ein Stück Malheur von Marcellus Schiffer Theater des Westens Steinpl. 931 81/4 Uhr Täglich: Max Adalbert Die Sigung der Engeren Ortsverwaltung fällt am Dienstag, dem 28. Juni, aus. Donnerstag, den 28. Juni, abends 7 Uhr, in Boeters Festfälen( 3uh. Wille), Weberstr. 17 Versammlung fämtlicher Kollegen Schmiede aus den Groß-, Mittel-, Karosserie-, Fuhrwerts-, Brauerei-, Jnnungs-, Mieten- und Schraubenbetrieben Tagesordnung: 1. Der fommende Berbandstag und feine Aufgaben. Ref.: Kollege Karl Senfchel. 2. Branchenange legenheiten. 3. Berschiedenes. 8ahlreicher Besuch wird erwartet. " Achtung! Klempner tung Das Ekel" Residenz- Theater Blumenstr.& Täglich 8 Uhr Am Rudesheimer Donnerstag, den 28. Juni, abends 190 196 Arbeiter- Abstinentenbund, Berlin- Norden. Mitgliederversammlung Diens tag, 26. Juni, 20 Uhr, Wiesen. Ede Pantstraße, weltliche Schule, 2. Lehrersimmer. Gäfte herzlich willkommen. Longfellow English Debating Club, Bilomftr. 104. Mittwoch abend 8 Uhr. Mr. von Scheven. The Ordinary and The Extra Ordinary. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berfin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Sehr warm und noch ziemlich heiter. Leichte füdliche Binde, stellenweise Gewitter Für Deutschland: Ueberall sehr warm, besonders im Besten Gewitter. Jmmer daran denken: Hento ist besser! Henko macht das härteste Wasser schnell weich! Henko löst beim Einweichen spielend den Schmutz von der Wäsche! Henko ist beim Putzen und Scheuern billig und leistet sehr viel! OPEL 7 Uhr, im Bojenthaler Hof, Bofen- mod thaler Str. 11/12 Branchenversammlung aller Klempner Tagesordnung: 1. Bortrag: Die Invalidenversicherung im DMB. 2. Dis Schloß steht eine Linde tuffton. 3. Berbands- und Branchen. Loni Pyrmont Krafft- Lortzing Gaston Briese Emma Klein Parkett auch Sonnt. statt 4.- Mk. nur 1. Mk. Lustspielhaus Jir. Dr. Martin Zickel Unwiderruflich letzter Monat 8 Uhr: Guido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" angelegenheiten, Dhne Mitgliedsbuch ein Butritt. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Donnerstag, den 28. Juni, abends Saltenberg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 81, Uhr. Das sind ja 7 Uhr, im Gemertschaftshaus, Engel- reizende Leute..." ufer 24/25( Großer Saal) Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Berbandstag in Karlsruhe. 2. GrSSTEPRODUKTI ERWELT Metallkartell! Möbelhaus Stein, Weinbergsweg 24. Besonders günstiges Angebot: Schlaf zimmer 475,-, Speisezimmer, Nußbaumbüfetts, Ankleideschränte mit Spiegel 105, Rüchen, Bolstermöbel. Bahlungserleichterung. Patentmatragen,„ Primissima" Metall betten, Auflegematragen, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spe aialaefchäft Moebel- Boebel, Morigplah, Fabril. Cat gebäude, liefert gebiegene Schlafzimmer, Speisezimmer, Serrenzimmer, Röchen. möbel, Einzelmöbel aller Art zu nie drigsten Preisen. Besichtigung erbeten.* Kamerling, Raftanienallee 56. Schlai simmer, Ruhebetten, Metallbetten. Riefenauswahl. Spottpreise. Zahlungs erleichterung. Mittwoch, den 27. 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Bericht von den Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Mantel- und Lohnvertrages. gänzungswahlen zur Branchentommiffion Heimat mationetate und bes Berbondsbuches einer bem Detallartell angeschloffenen 3. Berbands- und Branchenangelegen heiten. Gartenbühne: 126 Uhr nachm.: Konzert und bunter Teil. 814 Uhr: Mitgliedsbuch legitimiert. Da in dieser Bersammlung zum Ber bandstag in Rarlsruhe Stellung ge Der fidele Bauer Walhalla- Th.nommen wird und Ergänzungswahlen zur Branchenkommission vorgenommen Weinbergsweg 19/20 werden, find alle im DMV. organifierten Berliner Prater Täglich 8 Uhr: Rollegen verpflichtet, zu erscheinen. Käthe Schmidt- Sanft in Verlorene Töchter Sittenst. in 4 Akten. Hur Erwachsene haben Zutritt Park.auch Sonntags statt 4.-M. nur 60 Pl. Thalia- Theater Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Dyckerpotts Erben im Renaissance, Theater njerete dite Vorwärts Uhr Krankheit der Jugend sichern Erfolg! 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