BERLIN Dienstag, 26. Juni 1928 Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Sugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts 66 10 Pf. Nr. 298 B 147 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 26 Stunden in Seenot. Erwerbslosentragödie auf hoher See. Bei fchlechtem Wetter fichtete die Mannschaft eines Curhavener Fischdampfers am 17. Juni abends 8 Uhr im Stagerrat einen Mann im fleinen, faum 5- meter langem Segelboot und rettete ihn aus schwersfer Seenof. Er war total erschöpft, tranf Unmengen Wassers, erhielt dann trockene kleidung und fiel, nachdem ihm der 1. Steuermann seine koje zur Verfügung gestellt hatte, in einen totenähnlichen Schlaf. Erst am anderen Morgen konnte der Mann, ein Norweger namens Michael Abramson, wieder flar reden. Nun erfüllte ihn die Sorge um feine Frau, die in banger Ungewißheit über sein Geschid war. Er hatte Glüd. Nach zwei Tagen traf der Fischdampfer einen normegischen Fischer, der seinen Landsmann mit nach Hause nahm. Auch in Norwegen ist die Arbeitslosigkeit sehr groß. Unterftützt werden nur Familien, die Kinder haben. Der Zimmermann Abramson aus Arendale wollte für das fonntägliche Mittagbrof ein paar Mafrelen fangen. Darum fuhr er am Sonnabendabend gegen 6 Uhr noch mit seinem Segelboot hinaus. Das war nun an und für sich etwas Alltägliches; denn wenn an der steilen norwegen Küffe der Wind„ abländisch" weht, wie die Seeleute jagen, Wind, der vom Lande kommt, dann ist in den Scheren ruhiges Waffer, auf dem die Jugend Wassersport treibt und wo selbst fremde Schiffe vor dem Sturm Schuh suchten. Das Segelboot war natürlich nur bei ruhiger See zu gebrauchen. Als der Zimmermann nun draußen war, sprang der Wind plötzlich auf Nordwest. Gleichzeitig setzte der Strom nach Süden ein. Damit war dem Mann jede Möglichkeit genommen, die küfte zu erreichen. Der Wind nahm bis zu acht Stärken zu, und so trieb das Boot immer weiter in das Stagerrat hinein. Zweimal schlug es voll Waffer, das mit einem kleinen Blechtopf wieder ausgeschöpft werden mußte. 26 Stunden frieb der Zimmermann etwa 50 Seemeilen, hilflos im kleinen Boot Wind und Wellen ausgesetzt, auf hoher See. Der Tod durch Gas! Selbstmord einer Achtzehnjährigen. In ihrem Schlafzimmer in der Wohnung ihres Arbeitgebers im Hause Kantstr. 23a wurde heute früh die 18jährige Hausangestellte Martha Gräbner durch Gas vergiftet aufgefunden. Die Hilfe der alarmierten Feuerwehr kam bereits zu spät. Nach dem Befund liegt zweifellos Selbstmord vor, doch ist das Motiv zu dem Berzweiflungsschritt unbefannt. Das Opfer eigener Invorsichtigteit scheint der 58jährige Raufmann Maximilian Engewicht aus der Prinzen str. 17 geworden zu sein. Auf dem Treppenflur machte sich in den Morgen stunden starter Gasgeruch bemerkbar, der aus der Wohnung E.'s drang. As man die Tür öffnete, fand man Engewicht im Bett feines völlig mit Gas angefüllten Schlafzimmers tot auf. Der Hahn der Gaslampe war nur halb geschlossen und die ausströmenden Gaje führten den Tod des Mannes herbei. Feuer in einer Lederfabrik. Die Feuerwehr wurde gestern gegen Mitternacht nach der Brinzessinnenstraße 18 gerufen, wo in der Lederfabrik von Schmidt. die im zweiten Stockwerk des zweiten Quergebäudes gelegen ist, Feuer entstanden war. Beim Eintreffen der Behren brannte der Maschinensaal und das angrenzende Lager bereits lichterloh. Da es zunächst sehr schwierig war, an den Brandherd heranzufommen, fonnte das Feuer in der Zwischenzeit noch an Ausdehnung gewinnen; an mehreren Stellen wütete es mit solcher Gewalt, daß die Decken zum ersten und dritten Stodwert durchbrannten. Erst nach längerem Waffergeben aus mehreren Schlauchleitungen großen Kalibers fonnte der Brand niedergekämpft werden. Die Aufrämungsarbeiten mußten megen der bestehenden Einsturzgefahr der start in Mitleidenschaft gezogenen Decken sehr vorsichtig durchgeführt werben. Erst gegen 4 Uhr früh fonnten die Wehren unter Zurüdlassung einer Brandma che wieder abrüden. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch ungeflärt. Der Tibetforscher Filchner in Berlin. Der Tibetforscher Filchner, der unter großen Strapazen seine wissenschaftliche Reise beendet hat, ist in Berlin eingetroffen. Die Behörden hatten es nicht für notwendig befunden, ihn offiziell begrüßen zu lassen. Auf dem Bahnhof hatten sich nur die näheren Bekannten eingefunden. Das Kabinett vor dem Abschluß. Vier Posten noch nicht besetzt. Die Regierungsbildung ist heute vormittag noch nicht zum Abschluß gekommen. Fest steht nur, das der Demokrat Dietrich- Baden das Reichsernährungsministerium übernimmt. Es sind noch zu besetzen die Ministerien der Arbeit, der besekten Gebiete, der Justiz und des Verkehrs. Von diesen dürften drei Ministerien mit Zentrumsabgeordneten besetzt werden. Verhandlungen im Bäckerstreif Die Unternehmer wollen aussperren. Der Schlichter hatte die beiden Parteien im Streif in den Berliner Großbäckereien zu Verhandlungen für morgen mittag 12 Uhr zu sich geladen. Das Eingreifen des Schlichters erfolgt von Amts wegen. Die Unternehmer, die die Forderungen nicht bewilligt haben und bei denen die Arbeiter noch nicht in den Streit getreten sind, scheinen der Meinung zu sein, daß der Erfolg des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter nicht groß und schnell genug fein kann. Die Unternehmer haben deshalb ihrem Personal ge. fündigt. Die Kündigung erstreckt sich auf rund 200 Arbeiter und wird in vier Tagen fällig. Lambach soll geopfert werden. Die Hamburger verlangen seinen Ausschluß. Hamburg, 26. Juni. In den Betrieben, in denen die Forderungen der Bäder beDer Vorstand der Deutschnationalen, Landesverband Hamburg, will igt worden sind, ist nicht gekündigt worden. Trotz eines hat in feiner gestrigen Gigung eine Entschließung folgenden Inhalts Pressionsverfuches der Unternehmerorganisation haben diese Begefaßt: Der Landesvorstand hat mit Entrüftung von dem Artikel triebe, die die Mehrheit der Arbeiter beschäftigen, es abgeMonarch is mus" Kenntnis genommen, den der Reichstagsabgelehnt, sich an der Aussperrungsaktion zu beteiligen. ordnete Lambach in der Politischen Wochenschrift" vom 14. Juni veröffentlichte und stellt fest, daß Lambach sich außerhalb der Grundlage der Deutschnationalen Volkspartei gestellt habe. Der Landesvnrband Hambug verlangt vom Parteivorstand und der Parteipertretung, daß aus dieser Tatsache die selbstverständliche Folgerung des Ausschlusses Lambachs aus der Partei gezogen werde. Es wird zwar auch bei den Deutschnationalen nicht alles so heiß gegessen, wie es in Hamburg gekocht wird. Aber für die Zustände in der monarchisch- verfalften Deutschnationalen sogenannten Volkspartei ist der Hamburger Ausschlußantrag immerhin sehr aufschlußreich. Reichsbanner in Chicago. Schwarz- Rot- Gold vor Auslandsdeutschen. Am 3. Juni fand im hiesigen Stadion der jährliche ,, Deutsche Tag" statt, an dem ungefähr 50 000 Deutschamerikaner teilnahmen. Im Festzug fiel besonders die vor neun Monaten gegründete Ortsgruppe, des Reichsbanners Schwarz- RotGold auf. Unter ungeheurem Jubel übergab der Fahnenträger des Reichsbanners im Stadion einem die Germania darstellenden jungen Mädchen die schwarzrotgoldene Flagge, während die Musik. tapelle das Deutschland- Lied spielte Die Abenteurer Saboteure und Spione Bvr dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Tolt begann der Meineidsprozeß gegen den Leipziger Kausmann Alfred Götze, der im Verlauf einer Be- leidigungsklage, die der Kaufmann Schneider gegen den früheren Führer der„Organisation-Heinz", Heinz Oskar haucnftein, an- gestrengt hatte und unter sensationellen Umsländen im Gerichtssaal verhaftet worden war. hauenstein, der gefallsüchtige Führer des Eabotagekorps im Ruhrgebiet, hatte in öffentlichen Versammlungen die Behauptung erhoben, daß Schneider und Götze die Teilnehmer des Sabotagetrupps Becker, Sadowfki und Werner den Fr an- zosen ausgeliefert und auch offenbar den von den Fran- zofen erschaffenen Schlageter verraten hätten. Schneider und Götze verklagten nun hauenstein wegen Beleidigung und in diesem Prozeß beschwor Götze, daß er mit den Franzosen n i ch t in Ber- bindung gc standen habe. Seine Aussage wurde aber sofort von dem früheren französische» Kriminalbeamten Müller wider- legt, worauf die Berhaftung Götze? im Gerichtssaal erfolgte- Der Prozeß wird einig« Tage in Anspruch nehmen. Er verdient insofern Interesse, als- die in nationalen Kreisen so beliebte Legende, als sei die preußische Regierung an der Verhaftung Schlageters schuldig, nochmals in aller Oeffentlichkeit Lügen ge- straft werden wird. Auch die andere Legende, die erst im Dezem- ber v. I. zum Gegenstand einer kleinen Anfrage der Deutschnotiona- len genmcht wurde, nämlich daß die preußische Polizei durch die Berhaftung Hauensteins es ihm unmöglich gemacht habe, Schlageter aus dem Gefängnis zu befreien, dürfte in der Gerichtsverhandlung endgültig zerstört werden. In Wirklichkeit weih man, daß hou-n- stein zur Befreiung Schlageters keinen Finger gerührt hatte uird von den ihm nahestehenden Kreisen überhaupt nicht für den Mann gehalten worden ist, der imstande gewesen wäre, Schlageter zu be- freien. Der Angeklagte, ein sunzer Mensch von 24 Jahnen, schildert ausführlich seine Tätigkeit in dem oberschlesischen Frei- korps, zu dem er sich auf Grund eines Aufrufs Escherichs als sechzehnjähriger Junges!) angeschlossen hat. Während des Ruhrkampfes beschloß er, gemein- sam mit Schneider sich ins Ruhrgebiet zu begeben, um hier an dem Kampfe gegen die Franzosen teilzunehmen, hauenstein, den sie in Berlin aufsuchten, erklärte ihnen, daß der Sabotag:- trupp bereits vollzählig fei, daß sie jedoch in Essen die Kommunisten, die gerade Zu der Zeit ihre roten Hundertschaften aufstellten, beobachten könnten. Sie führten den Auftrog aus. Seine Verhaftung durch die Franzosen sei einige Tage nach der Berhaftung erfolgt. Die Franzosen hätten ihn geschlagen und versucht, aus ihm Aussagen herauszupressen. Um freizukommen, habe er sich schließlich bereit erklärt, die Franzosen über die kom- munistische Bewegung zu informieren! in Wirklichkeit sei seine Ab- ficht gewesen, Mittellungen über die französische Rachrichtenorgani- sation zu bekomnien. Er sei darauf gemeinsam mit Schneider cnt- lassen worden. Seitdem seien sie beide täglich bei den Franzosen ein- und ausgegangen und hätten ihnen erfundene Berichte über die Kommunisten geliefert. Götze behauptet, daß er durch einen Bekannten die deutsche Spionageabwehr davon unter- richtet hätte, daß sse mit den Franzosen in Verbindung ständen. Auf Vorhalt des Vorsitzenden bestritt der Angeklagte mit aller Entschiedenheit, Schlageter, sowie Werner, Becker und Sadowski an die Franzosen verraten zu hoben. Cr mußte aber schließlich zu- geben,' daß er tatsächlich Hauenstein aufgefordert habe, noch Essen zu kommen, auch bei den Franzosen Hauensteins Photographie gesehen Hobe. Er Hobe hauenstein nichts von seiner Doppelrolle erzählt und zwar, weil er hauen st ein mißtraut habe, dieser habe keinen Finger gerührt, um Schlageirr zu befreien: er habe hauenstein selbst für einen Verräter gehalten. Als erster Zeuge wurde Otto Schneidet vernommen: er blieb unvereidigt. Seine Schilderung der Umstände, unter denen Götze verhaftet wurde, weichen In einigem von den Bekundungen des Angeklagten ab. Auf Fragen des Dorfitzenden mußte der Zeuge zugeben, daß die Fronhofen von ihm und Götze die herbeifchaffung hauenstcins verlangt hätten. Aus diesem Grunde seien sie unter Führung der houptspitzel Allard und Letellier, der sich auch Dk. Berg nannte, verschiedentlich Im Auto unterwegs gewesen, um hauenstein zu finden: sie hätten aber die Franzosen stets auf falsche Spuren gelenkt, hauenstein selbst haben sie ober von dem Austrage der Franzosen, ihnen bei seiner Berhaftung behilflich zu sein, nichts mitgeteilt. Schneider bestätigte auch, daß er und Götze selbständig eine Rachrichtenarganisatlon hatten ausziehen wollen. Als dann der Vorsitzende ihm vorhielt, wieso sie denn in einer so großen Sache In dieser Welse auf eigene Faust handeln konnten, meinte Schneider: „Wir waren damals Abenteurer. Der Zweck aller unserer Taten war, überall dabei zu sein, wo was los war." Landgerichtsdirektor Tolt stellt zunächst fest, daß Götze und im Ruhrgebiet. - eine seine GeseUschast! Schroider auf der Grube in Essen vom 17. März bis S. April ge- arbeitet und Lohn bezogen hätten. Die letzt« Lohnauszahlung sst nach den Feststellungen des Lohnbureaus der Grube am 7. April erfolgt. Bei dem Prozeß handelt es sich bekanntlich darum, ob Götze und Schneider bereits vor dem 13. April mit den Franzosen in Verbindung gestanden haben. Schneider erklärte hierzu, er glaube länger als bis zum 9. April in der Grube gearbeitet zu haben. Verteidger Dr. Sack stellte einen B e w e i s a n t r a g, der die ZeugcnladUNg der Herren Luthe und Eisenhorst aus Essen verlangte:„Eisenhorst hat nämlich aN Buthe einen Brief geschrie- ben, in dem er einen von hauenstein verabredeten Treffpunkt als äußerst verdächtig bezeichnet. Es ist charakteristisch für diese Leute, daß sse alle auseinander verdacht hatten. Außerdem bitte ich den nationalsozialistischen Abgeordneten Strasser als Zeugen für das Beweisthema zu laden, daß sich haueassein zu Anrecht als Oberleutnant und Träger des E. S. l und als Abkömmling aus einem allen Adelegeschlecht bezeichnet hat. Strasser soll auch bekunden, daß h a u e n st e i n sich in seinen Aeußcrungcn sehr unzuverlässig bewiesen und deshalb au« der Nationalsozialistischen Partei ausgeschlossen wurde. Ich bitte auch die Akten aus dem Privatbeleiitfgungsprozeß Strafler- haUensteln herbeizuziehen" Das Gericht beschloß, den Beweieantrag bis nach Dcnichmung des Zeugen hauenstein zurückzustellen. hierauf wurde als Zeuge der Buchhändler R ü k c n, der seit achtzehn Monaten unter dem Verdacht des Landes- Verrats in Köln in Untersuchungshaft fitzt, gehört. �Rach seinen Angaben hatte Rükcn, der damals amerikanischer Staatsbürger war, sich jetzt aber als staatenlos'bezeichnet, während des Ruhr- kämpfe» sehr enge Verbindungen zur französisäicn Kriminalpolizei. Er gab dem Gericht eine eingehende Schilderung über die Organisation der Surcte, von der er be- hauptete, daß man sie-von der Spionageabtcilung streng unter- scheiden müss» Seiner Aussage war zu entnehmen, daß innerhalb der Surite Götze und Schneider als die Verräter Schlageters und als ein Begriff galten. Die französssche» Kriminalbeamten. hauptsächlich der Kriminalinspettor Allard und Letcllicr, der sich auch Prof. Dr. Berg nannte, hätten mehrmals erzählt, daß Götze und Schneider sich erboten hatten, houenstein nach Essen zu bringen. um ihn im besetzten Gebiet an die Franzosen auszuliefern. Dann gab Rllken Noch an. biß«r Ende 1923 oder Ansang 1924 Götze wahrscheinlich Im Vereinshaus im Zimmer eines französischen Kam- missars Bouillon gesehen hätte. Der Vorsitzende legte dem Zeugen ein« Photographie Götzcs aus der damaligen Zeit vor und Rüken erklärte, daß er auf Grund dieses Bildes Götze mit 99 Proz. Ge- wißheit wiederzuerkennen glaube. Es wurde ihm darauf der Zeuge Schneider gegenübergestellt. Auch diesen erklärte er mit großer Wahrscheinlichkeit als den damaligen französischen Spitzel wieder- zuerkennen. R.-A. Dr. Sack erklärte, daß sich der Zeug« entweder in der Zeit oder in der Person irren müsse, da Schneider und Götze bl» 11. Iü n l 1924 In Kassel I n U N t c r s u ch u n g s h a l t saßen. Außerdem hielt er ihm die sruherc Aussoge vor. nach der er behauptet Hab», die Bekundungen der französischen eKriminalbe» amten, Götze und Schneider wären Spitzel gewefen, sei unwahr. Der Zeuge tonnte hierauf keine klare Antwort geben. Schlageters Nachigefährtin. Hierauf wurÄe die Inhaberin des Hotels gehört, in dem Schlageier von den Franzosen verhaftet morden ist. Diese Zeugin, Frau Mucke, gab von der Verhaftung Schlageters folgende Darstellung:„Schlageter hat sich am frühen Morgen mit einer Dame in dem Hotel einquartiert und war etwas angetrunken. Abend» zwischen 8 und 10 Uhr revidierte plötzlich ein s r a n z ö- f i s ch e r B e a m t e r die Zimmer, In denen sich aber die Gäste nicht befanden. Schlageter wohnte im Zimmer Rr. 4. Der Beamte be- trachtete genau feine Koffer und sagte:„Dann komme ich um 2 Uhr nachts noch einmal wieder, dann werden die Gäste ja da fein." Als ich mit dem Beamten die Treppe hinunterging, kam Schlageter aus dem Weinrestaurant heraus und wollte auf. fein Zimmer gehen. Der Beamte hielt ihn an und ScPageter mußte sich ausweifen, er hatte zwei Pässe in der Tasche. Der Beamte sagte dann zu ihm. die Pässe müsse er mitnehmen, während er hierbleiben könne, aber er müsse ihm sein Ehrenwort geben, keinen Fluchtversuch zu machen. Schlageter antwortete:„Ich gebe Ihnen nicht das Ehren- wort, ich werde mit Ihnen gehen."— Er kam dann Nicht Mehr wieder." Auf Befragen gab die Zeugin noch an: Die Dame, die sich in Begleitung Schlageters befunden hatte, kannte sie nicht und konnte auch nicht ihren Eindruck schildern. Dr. Sack:„haben Sie fpäler gehört, daß diese Frau Beamtin der französischen Spionageableilung war?— Zeugin:„R e i n." Armer Gtresemann! Aerger rechts und links über das drohende Gelingen der Regierungsbildung. Ganz rechts und ganz links ist nzan gleichermlchen un- zufrieden, daß es Hermann Müller nun doch— wider alle innig gehegte Hoffnung— gelingt, eine Reichsregierung unter sozialdemokratischer Führung zustande zu bringen. Die Rechtspresse versteckt ihrer Aerger, indem sie die Volkspartei mit Lust und Liebe verhöhnt. Im„Lokal-Anzeiger" heißt es: „Dr. Stresemanns Antwort an Herrn Müller aus dem Sana- torium im Schwarzwald bedeutet die schwerste Dcsavouie- rung, die einer Reichstagsfraktion durch den Führer ihrer Partei angetan werden kann. Zum schlechthin Ausschlaggebenden bei der Bildung der Reichsregierung halte die Reichstagsfraktion der Bolkspartei die Umbildung der Preußenregierung ge- macht: und sie hatte das mit vollstem sachlichen Recht getan, sinte- malen das alte Wort des alten Bebel:„Haben wir Preußen, dann haben wir das Reich", als hundertprozentig richtig durch die Praxis erwiesen ist.... Herr Stresemann durfte von der unbedingten Zu- versicht ausgehen, daß sich die Reichstagsfraktion d-t Deutschen Bostspartei seinem diktatorischen Vorgehen auch diesmal schließlich nicht versagen wird, wo er in striktem Gegensatz zu deren ganzer bisherigen Haltung gehandelt hat." Die„Deutsche Tageszeitung" haut vergnügt in dieselbe Kerbe. Sie schreibt: „Die Preußenfraktion der Bolks-part.'i wird von dem Partei- führer durch den Brief an Hermann Müller ziemlich deutlich als Luft behandelt. Aber Herr Dr. Stresemann, der die Zügel des Parteiwagens schon lange in fest?» Händen hält, wird ja wissen, was er von seinen Freunden erwarten kann. So rückhaltlos wie mit diesem Schreiben hat sich der volksparteiliche Parteiführer bisher doch noch nie über seine eigene Partei und Fraktion hinweggesetzt. Daß demokratisch? Kreise allem Anschein nach von dem entscheidenden Inhalt dieses Briefes früher Kenntnis be- kommen haben als die in Berlin zurückgelassenen politischen Freunde des Briefschreibers selber, ist schließlich eine Kleinigkeit. Dr. Stresemann gibt, und nicht nur für sich, sondern zugleich für seinen Ministerkollegen Dr. Curtius, die Parole aus, sie würden mit dem Programm, das sie ohne die Fraktion in dem angestrebten Kabinett ausstellen wollten,„stehen und fallen", ins Praktische übersetzt: ste würden es ruhig darauf ankommen lassen, ob ihre Fraktion es ris- kiercn würde, sie zu stürzen." Das ist die Kritik gerade derjenigen, die sonst immer nach dem„Führer" schreien. Begegnet ihnen einmal wirklich einer bei einer anderen Partei, dann schreien sie darüber, daß er sich„über seine Fraktion und Partei hinwegsetzt". Auf der ganz linken Seite dient natürlich alles, was in der West vorgeht nur dazu, die Sozialdemokratie zu be- schimpfen. Die„Rote Fahne" nennt Hermann Müllers „Kabinett der Persönlichkeiten" eine„vffeneRegierung der T r u st s". Da hätte ja wohl eine richtige Große Koalition eine ganz offene Regierung der Trusts heißen müssen. Das Kommunistenblatt kündigt der Regierung„der Diktatur des Trustkapitals und der Sozialdemokratie" den schärfsten Kampf bis zu ihrem Sturz an. Dahinter oerbirgt sich nur der Aerger, daß es zu einer Regierung mit Frak- tionsbindung von der Sozialdemokratie bis zur Volkspartei nicht gekommen ist. Denn die anzugreifen, hätten die Herr- schaften wesentlich leichter gehabt. So werden sie oft genug vor eine verantwortliche politische Entscheidung gestellt werden: Bei der Ablehnung von Schulanträgen der Rech- ten, bei der Ratifizierung des Washingtoner Abkommens, bei' der Abschaffung der Todesstrafe, bei dem Kampf um die Panzerkreuzer usw. Hier wird die Kommunistenfraktion zu ihrem Aerger immer wieder für die Politik der Sozialdemo- kratie stimmen müssen, und wenn sie dabei auch zu ihrem Schmerze die Sozialdemokratie in der Reichsregierung stärkt. Sachliche politische Verantwortung tragen zu müssen, ist freilich peinlich— und schwerer als die Sozialdemokratie zu beschimpfen. Fünfmal verraten! Die Sozialdemokratie ist an allem schuld. Die Sozialdemokratische Partei hat die Arbeiterschaft, so ent- nehmen wir der heutigen Ausgabe der„Roten Fahne", an einem einzigen Tage fünfmal verrchen. Hier die genaue Aufzählung dieser Verbrechen: 1. Die Sozialdemokratie hat die Arbeiter bei der Re- gierungsbildung an die Trusts verraten. 2. Die Sozialdemokratie hat die Arbeiterturner und -Sportler In Leipzig an den bürgerlichen Sport verraten. 3. Die sozialistische Arbeiterjugend in Berlin befindet sich unter verräterischer Führung. 4. Die Sozialdemokratie hat die Interessen der Arbeiter bei der Arbeiterbant verraten. 8. Die Sozialdemokraten haben wieder einmal die Arbeits» losen verraten. Reben soviel Schatten finden wir im Blatte auch etwas Licht. So Ist Schlageter nicht von den Sozialdemokraten, sondern von Fememördern und Faschisten verraten worden. Außerdem sei noch vermerkt, daß Wilhelm Pieck, der parlamentarische Führer der Kommunistischen Partei, leider an Blinddarmentzündung er- krankt ist: auch in diesem Falle hat die„Rote Fahne" eine Schuld der Sozialdemokratie Nicht feststellen können. Mitglieder des„Stahlhelms". Natürlich waren auch unsere Hohenzollern zur Stelle, die ortsüblichen Eitel Friedrich und Oskar. Ob den Fliegern, die jetzt doch immerhin einiges von der anderen Welt gesehen haben, ganz wohl zumute war? Mi dem Krückstock von vorgestern. Westarp hält krampfhast an der Monarchie fest. Graf Westarp betätigt sich in der„Kreuz-Zeitung" als Hüter der Lehre von der Herrlichkeit der Monarchie. Er weist den Vorstoß seines Koalitionskollegen Lambach zurück, der den morarchistischen Gedanken aus dem Programm und der Politik der Deutschnationalen streichen möchte. Als richtig muß Westarp freilich„schweren Herzens anerkennen, daß ernste Anzeichen eines Erlähmens seiner Werbekraft vorliegen": „Wirtschaftliche Röte und Ueberschätzung wirtschaftlicher Güter, — Macht der Gewohnheit und eine raffiniert« und zielbewußt« Literatenpropaganda ebenso wie eine wüste Hetze,—> die Sorgen und Arbeiten des Tages in der Politik ebensowohl wie im Beruf,— oll das hat selbst auf die beiden älteren Generationen der VorkriegszeiHxnd der Frontkämpfer mancherlei Wirkung ausgeübt. Die Generation aber, die jetzt in das ösfentlichc Leben eintritt und in der die Parteien ihren Zuwachs suchen, hat die Kaiserzeit nicht Mehr gesehen, den Krieg nur als Rot und Armut ber Kindheit erlebt, und durch Stach und Schulz ist ihr big geschichtliche Uoberlieserung 4 und die monarchische Treue nicht nur vorenthalten, sondern ver- ächtlich gemacht worden. So erblassen die Gefühlswerte unmittel- baren Empfindens und die den Aelteren zur Selbstverständlichkeit gewordenen Erfahrungsargumente und Vergleiche." Aber dem weiß er nur ein„Run erst recht" gegenüber- zustellen. Er schließt mit dem schwungvollen Aufruf: „Im ruhigen Vertrauen harren wir der Zeit, wo die heilige Flamme vaterländischer Begeisterung die müde' gewordenen Herzen und trägen Geister entzündet, wo der feurige Idealismus der Jugend sich in männlichen Taten bewährt und in der nationalen Einheit eines geläuterten Voltes unter den alten Reichssarbcn schwarzweißrot dos Kaiserreich der Zukunft er- w ä ch st.'' Aber dieser dichterische Aufschwung stammt nicht aus der trüben Gegenwart. Soviel monarchischen Enthusiasmus bringt— außer Eoerling— heutzutage doch kein Deutsch- nationaler Mehr auf. Solche kühne Worte prägt— außer Everling— heute kein Deutschnationaler mehr. Sie sind nur ein Zitat aus der Parolentruhe der DsutschrnLionrlSn. Sie stammen aus dem Parteiprogramm, das ss» 1919 oerfaßten. Sozialdemokratische Juristen. Der Vortrog des belgischen So.zialisteNsührers EMIle VabServtlde über„Die Reform des Strosrechts, Insbesondere in Belgien" ist heute abend TH Uhk im Saal 5 des Landtogsgebäudes. Genossin Banderveld« spricht über„Die Gejöngnisresorm in Belgien", �edeflui um die Ozeanflieger. Der Besuch der Ozeanflieger beim„Stahlhelm" hat den Verlauf genommen, der zu erwarten war. Ueber die Vorfälle vor dem Sportpalast wurde in der Morgenausgabe des„Vorwärts" berichtet. Die Feier selbst setzte sich aus alten Armeemärschen und «wer Unzahl von Reden Zusammen. Da sprachen General Watte von der Ruhr für oie Feldartillerie, ein General von Ziethen — nicht zu verwechseln mit Ziethen aus dem Busch!— für die schwere Artillerie, ein Vertreter des Deutschen Adels- vsreins an die Adresse des Barons van Hünefeld,«in Mann aus den sogenannten„nationalen Gewerkschaften",«ln Jüngling der deutschen Studentenschost, Herr Seldte für die deutsche Selter- wasserindustrie, Herr Major von Stephan, für den Berliner lt„Stahlhelm" und mancher andere. Die drei Flieger mußten lgnge. warten, ehe sie zu Worte kamen, um nach all den endlosen Reden in kurzen-Sätzen zu danken. Alle drei Flieger wurden Ehren» Kranfenfaffen und Aerzte. Konflikt bei den faufmännischen Berufsfranfenfaffen. Seit 20 Jahren bestand ein ungetrübtes Vertragsverhältnis zwischen dem Verband der Aerzte Deutschlands( Hartmann- Bund) und dem Berband taufmännischer Berufsfrantentassen, das die Forderung ber Aerzte auf freie Arztwahl verwirklichte und ihnen höhere Honorare sicherstellte als von den gesehli hen Kranfenfaffen gezahlt wurden. Der Aerzteverband übernahm in diesem Bertrage als einzige wichtige Gegenleistung die Verpflichtung, die ärztliche Tätigkeit seiner Mitglider zu überwachen und ihre Rechnungen und Berordnungen forgfältig zu prüfen. Als nach dem Kriege die Zahl der Aerzte sich stark vermehrte und die Einnahmen aus der Privatpragis zurückgingen, wuchsen die Ausgaben für ärztliche Behandlung bei den faufmännischen Berufstrantenfaffen in solchem Maße an, daß beide vert: ag: fdfließenden Parteie.t es für notwendig erachteten, die leberwa hung der ärztlichen Tätigkeit durch Bereinbarung von Begrenzungsbe: ftimmungen wirksam zu machen. Trotzdem betrug im Jahre 1927 die Ausgabe der kaufmännischen Berufskrankenkassen für ärztliche Behandlung 34 Proz. der Gesamtausgaben. Der Berband faufmännischer Berufstrantenfaffen erklärte in ben Bertragsverhandlungen, jedem Bertrage zustimmen zu wollent, der die Ausgaben für ärztliche Behandlung nicht weiter erhöhte. Die Forderungen des Hartmann- Bundes liefen aber darauf hinaus, durch Anwendung einer neuen, einseitig vom Aerzteverband auf: In Zinnowitz. 5 รพ Ziefer gehen Sie nicht hinein?" „ Ich werd' mich hüten. Che wir nicht zum Schutze der Badenden den Panzerfreuzer haben..." gestellten Gebührenordnung für 1928 die Belastung der Raffen sofort um mehrere Millionen Mart zu steigern und außerdem den Schutz der Kranfenfaffen, den sie durch die Begrenzungsbestimmungen genossen, unwirtfam zu machen. Um den Eintritt des vertragslosen Zustandes zu vermeiden, schlug der Kaffenverband die Berlängerung des unveränderten alten Vertrags bis zum Schluß des Jahres 1928 vor. Der Hartmannn- Bund forderte aber auch für die Berlängerung des Verfrags die Abänderung der Begrenzungsbestimmungen in seinem Ginne. Nur an diefer Forderung des Aerzteverbandes find die Verbandlungen gescheitert. Die Kassen haben bei den Berhand lungen immer wieder erklärt, daß sie nicht imftande sind, ihren mit gliedern eine Beitragserhöhung guzumuten, die unbedingt vorgenommen werden müßte, wenn die Forderungen des Aerzteverbandes erfüllt werden würden. Forschungsstelle für Meeresgeologie. Die Sendenbergische Naturforschende Gesellschaft in Frankfurt am Main hat in Wilhelmshaven eine Forschungsstelle für Meeres. geologie errichtet, die die erste ihrer Art in Europa ist. Die neue Anstalt ,, Sendenberg" soll vor allem die Gelegenheit ausnutzen, die das Wattenmeer zum Studium der aufbauenden und zerstörenben Tätigkeit des Meeres bietet, erstreckt ihre Arbeiten aber darüber hinaus auf die ganze Nordsee. Die neue Schöpfung ist durch Zu fammenarbeit mit der Reidemarine und durch Unterstützung der Notgemeinschaft. der deutschen Wissenschaft ermöglicht worden. Amerifanische Filmzahlen. 85 Prozent des Weltbedarfs an Filmen werden von der ameritanischen Filmindustrie gedeckt. Im Jahre 1927 wurden in USA. 2000 Filme im Werte von 135 Millionen Dollar hergestellt. ( Deutschland produzierte in diesem Jahr 241 Filme und steht damit an zweiter Stelle!) Das Verleihgeschäft brachte 185 Millionen Dollar ein, die Rinotheater 750 millionen Dollar. Berleih und Theater gehören größtenteils den riesigen Konzernent; so hat Baramount- Famous Lasty allein 400, Fog 356, Stanley 300, MetroGoldwyn 115 eigene Theater. Kultur des Arbeitergesanges. Die Lehren von Hannover. Go reich der fünstlerische Ertrag, so bewundernswert bie organi| maßen organische Berufenheit für gemeinsame Kunstfatorische Leistung: das Größte schrieb ich neulich, unter dem Ein betätigung. Solche Berufenheit haben in Hannover 50 000 ge= druck des Erlebnisses von Hannover, das Größte, Imposantefte bleibt zeigt; sie waren nur ein kleiner Teil von denen, die selbst nur ein der sozialkulturelle, fulturpolitische, politischsoziale Borstoß, der in kleiner Teil der gesamten, zu ihrer musikalischen Bestimmung er= breitester Front geglückt ist. Worin bestand, wohin zielt der? Und mähnenden, erwachsenden deutschen Arbeiterschaft sind. wie wird er sich auswirken? Das Besondere diefes dreitägigen Mufiffeftes war die volltommenfte gesellschaftliche Einheit, durch die und zu der alle Teilnehmer, Ausführende und Empfangende verbunden waren. Bon zwei Seiten her hat der Arbeiter feinen Anteil an den höchsten Gütern der Wufit errungen und ungweifelhaft behauptet: als Pro buzent und als Konsument. Als Produzent noch nicht in dem speziellen Ginne, in dem der Komponist Musik„ produziert", sondern so verstanden, daß uns als musikalischer Produktionsprozeß der Borgang gilt, vermöge deffen Musit in Wahrheit erst Musit lichen, fonzertmäßigen und tonzertfähigen Mufizierens. Und dies wird: Der Vorgang des Mufizierens; fügen wir hinzu: des öffent einstweilen in den Grenzen der Chormufit; doch bis hinauf in ihre höchsten Bezirke. Bon dem überraschend hohen Grad, in dem die zweifache Eroberung gelungen ist, braucht nicht von neuem gesprochen zu werden; die Arbeiterschaft hat sich der doppelten Rolle des fünstlerischen Gebens und Empfangens in vollem Maß gewachsen gezeigt. In jener gesellschaftlichen Geschlossenheit, traft beren sozusagen die Scheidung von Künstler und Publikum aufgehoben wird, fündigt sich gegenüber dem bürgerlichen Musitleben eine Ueberlegenheit an, deren Bedeutung für die Zufunft noch taum abzusehen ist. Bon je ist es eine Art latenter zerfallenheit, die im bürgerlichen Konzertjaal das Verhältnis zwischen dem ausübenden Künstler und seiner Hörerschaft bedroht; es fehlt die einigeif de Kraft des Gemeinschaftserlebnisses, die Verbundenheit zu gemeinsamem 3iel. Der Hörer will genießen; der Künstler will Geld verdienen. Er will es, und es ist, sei er Gott weiß wie erfüllt von seinem Beruf, der allein beständige 3wed, zu dem er ihn fonzertöffentlich übt. Und sei der Künstler, wenigstens der erfolgreiche, noch so vom Bublifum geehrt, noch so durch Ehren belohnt, die er empfängt: er rächt sich, je höher im Erfolg und also im Kurs er steht, für Jahrhunderte gesellschaftlicher Geringschäzung durch materielle Forderungen, deren Ueberspannung aller wirtschaftlichen Logit spottet. Aber das ganze bürgerliche Konzertleben, fast nur noch zusammengehalten durch die Macht der geschäftlichen Energien, die darin investiert sind, muß rettungslos zerfallen, wenn der Ausgleich im Widerstreit der Interessen zur offenbaren Unmöglichkeit geworden ist. Was soll dann geschehen? Es fann zur Stunde gewiß nicht Aufgabe und Ziel der musikalischen Arbeiterbewegung sein, das vielleicht absterbende, sicher frisenhaft gefährdete Konzertleben der bürgerlichen Gesellschaft abzufürzen. Stellen wir aber mit Genugtuung die Symptome fest, auf Grund deren die Behauptung gewagt werden darf: die Arbeiterschaft hat sich vom bürgerlichen Musikfleben emanzipiert; " fie ist auf dem Wege, fich ihr eigenes Wufifteben aufzubauen. Ein Stehenbleiben auf halbem Weg wäre es ja gewefen, hätte man sich's genügen laffen, mit Teil an dem zu erlangen, was bis vor furzen noch allein den Namen Musitleben" beanspruchen durfte: im Hintergrund geduldet bei den Mufitveranstaltungen des Bürger tums. Daß gerade hier, im Bezirk der, wie so gern erzählt wird, völlig unpolitischen", menschen- verbindenden, gegenfäße- überbrüdenden Kunst daß hier gerade, in der Mufit, unbedingte Ge trenntheit der Klassen besteht: bazi hat von Anfang an, feit sich's in der Arbeiterschaft mufifalifd) zu regen begonnen hat, die bürgerliche Presse das Ihre beigetragen. Wir, das Arbeiter= blatt, sind allemal dabei, menn sich in der bürgerlichen Musikwelt etwas ereignet; für den bürgerlichen Mufiffritifer liegt alle Musit zwischen Fasanenstraße und Festungsgraben. Hannover ging ihn nichts an. Aber es geschieht ja nicht zum erstenmal, und es geschieht auf fünstlerischem wie auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet, daß die Privilegierten die Sturmzeichen der Revolution ignorieren, bei der es ihnen, nun ja, an ihre überlieferten Borrechte geht. Hannover war erste Etappe der sozialen Mufiftevolution; ,, Es wird die Zeit tommen, in der es eine Schande sein wird, mufitalischer Analphabet zu sein, eine Zeit, in der es ebenso selbstverständlich sein wird, daß jeder Noben tennt, daß jeder von Beethoven weiß, wie daß er lesen und schreiben fann." Dies Wort, gesprochen vom Minister Dr. Beder, war mehr als Prophezeiung; denn es wurde bekräftigt durch das Versprechen, daß der Staat fich nun der doppelten Aufgabe widmen wolle, durch deren Lösung es wahr zu machen sei: Neugestaltung des Schulmusikunterrichts und Heranbildung eine: neuen Generation von Chorerziehern in einer staatlichen Chormeisterschule. Dies sind in der Tat, generell gefaßt, Dinge von durchaus grundlegender Bedeutung. Biel mehr als das Fundament allgemeinſter Musikalität bei den Singenden und ausreichende Führerausbildung nächster Zukunft unsere Arbeiterd; öre nicht nötig haben: solange fie, bei den Leitenden; viel mehr an Fachmusikalischem werden auch in als ethische Substanz, den Kunstenthusiasmus, den heroijchen Idealismus haben, den ihre Gesamtheit in Hannover bewiesen hat. Das Beispiel der Stärksten wirft anregend, befruchtend auf alle Schwächeren, die guten Willens sind.( Es ist gerade umgekehrt wie in den Industriekartellen, wo die rückständigsten, am unwirtschaftlichsten arbeitenden Betriebe den Ton angeben, nämlich die Preise diktieren.) Hannover war ein Anfang; und nur, wir verhehlen es uns nicht, eine Teillösung. Noch bleibt der tätige Anteil des Arbeiters auf ein Gebiet beschränkt: das des Chorsingens. Noch ist Orchesterspiel, Orchesterschule für die Arbeiterschaft Zukunftsmufit. Noch haben wir weder Arbeitermufit noch den Arbeiter als schaffenden Musiker. Einstweilen haben wir die Werke der großen Meister; und die sind nicht nur über zeitlich, sondern übergesellschaftich. Die deutschen Arbeiter, die Bach und Beethoven fingen, brauchen um ihre Musikzukunft nicht bange zu sein. Klaus Pringsheim. 3bfens Dichterpersönlichkeit. Gastvortrag von Profeffor Dr. Anathon Aall, Oslo. Die dichterische Entwicklung des Norwegers Jbsen zum Euros päer schilderte Anathon all von der Universität Oslo in seiner Gastvorlesung an der Universität Berlin. Ibsens erste Dramen entstammen durchaus dem Gedankenfreise seiner nordischen Heimat und sind von den damals herrschenden romantischen Strömungen beeinflußt. Seit seines Lebens war der Dichter tief empfänglich für die Ideen, die seine Gegenwart ihm bot. Es hieße 3bfens Originalität falsch verstehen, wollte man das verkennen. Aber oft hat er die Ideen seiner Zeit feinhörig entdeckt, wenn die Allgemeinheit noch gar nichts davon ahnte. Erst durch seine Dichtungen wurde es ihr bewußt gemacht, daß das alles im Grunde Ideen der Zeit waren. Die stärkste Anregung vielleicht hat Ibsen von dessen Wert ,, Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts" dem dänischen Kritiker und Wissenschaftler Georg Brandes erfahren, urteile der bürgerlichen Gesellschaft auf. Ibsen wurde von da an im Jahre 1872 erschien. Brandes trat hier energisch gegen die Vorin seinen Hauptwerken der streitbare Rämpfer gegen die Gesellschaftslügen. Der alternde Dichter aber wandte sich dem Symbolis. mus zu, warf immer wieder Fragen auf, nach dem Sinn des Lebens und beantwortete sie nicht mehr. Das Leben wurde ihm unendlich weit, die Probleme uferlos. Schnihler auf der Pariser Bühne. Das Gastspiel des Ensembles Eugen Robert. Die deutsche Schauspieltruppe unter Leitung von Professor Eugen Robert gab im Theater Gymnase am Montag als zweiten Gastspielabend den„ Einsamen Weg" von Arthur Schnigler. Was an Wirkung auf ein französisches Publikum aus dem Vierakter her. ausgeholt werden konnte, das wurde dank dem sichtlich gebesserten Busammenwirten der Robert- Truppe und dem groß angelegten einer friedlichen Revolution allerdings; die Arbeiter, bisher vom Besiz ausgeschloffen, nehmen sich, was ihnen gebührt; aber den Be- Spiel von Albert Baffermann( Stephan don Sala), Käthe Haad fizenden wird nichts genommen nichts als das Brivileg, allein zu( Johanna), Karl Goetz( Profeffor Wegrath) erzielt. Die Borstellung, befizen. Bereinigung, Berschmelzung? Auch von feiten befizen. Bereinigung, Verschmelzung? Auch von seiten der auch der deutsche Botschafter v. Hoesch beiwohnte, löfte nach der Arbeiterschaft ist daran nicht zu denken. Sie muß von unten haltige Wirkung aus und erntete reichen Beifall. her, von Grund aus neu aufbauen. Unter Bedingungen, von denen der heutigen bürgerlichen Mufitmelt so völlig verschieden, daß sich faum eine Vergleichsmöglichkeit bietet. Das ist in Hannover lebendig geworden. Schauspieler, die vor Kollegen Theater spielen; Herren und Damen, die in ihren Kreisen Dilettantenvorstellungen veranstalten solcher Art etwa sind die Analogien, die sich allenfalls aus der bürgerlich gesellschaftlichen Sphäre finden ließen. Man sieht, das Urteil fann hier durch Vergleiche nur irregeführt werden. Das Wesen der Arbeiterkunst wird immer und vor allem sein müssen: Gemeinschaftsfünff; von allen für alle erzeugt. Von allen das heißt: die Kunstausübenden bilden feine Sonder gruppe, feinen Berufsstand; die Kunstübung fann, wirtschaftlich, nicht auptberuf" werden. An die Stelle des Künstlerberufs, wie er nach bürgerlicher Anschauung nicht zuletzt darin besteht, daß er den Künstler ernährt, tritt die innere gewiffer Ein Reftor, wie er sein soll. In Hug Daltons foeben in London erschienenem Buch The Peace of Nations" wird die Rede zitiert, welche J. M. Barrie bei seinem Antritt als Reftor der St. Andrews University hielt. u. a. führte er darin aus:„ Die Jugend hat viel zu lange die Entscheidung über Staatsfragen, die für sie von vitalerer Bedeu tung sind als für uns alte Leute, uns überlassen, wie z. B. die Frage des nächsten Krieges oder die Frage nach dem Grund des Weltfrieges... Als der Krieg ausbrach, haben wir euch Märchen darüber erzählt, was Krieg bebeute und wohin er führe. Wit hatten nicht die Absicht, euch zu betrügen: die meisten von uns waren selbst gerade so ehrlich und unwissend wie die Jugend. Aber das spricht uns nicht frei von Sünden, wie es die Dummheit und die Eifersucht sind... Wenn ihr die Dinge so belaßt, wie sie jest find, so werden wir euch eben weiter irreleiten..." HEIMBECK Gibson Girls DIE POPULARE MANOLI ZIGARETTE Kinderwagengarage einer Krankenkasse. Verschließbare Gitterverschläge für Kinderwagen stellt eine Berliner Krankenkasse, um die Wagen vor Diebstahl zu schützen, den Mütter n zur Verfügung, die thre kleinen Kinder zur Behandlung bringen. Roheitsaft aus Rache. Der Ueberfall auf den Armenvorsteher. In der vergangenen Nacht wurde auf den 70 Jahre alten Armenvorsteher Alfred Springer in seiner Wohnung in der Wiener Straße in Berlin ein Anschlag verübt. Der Technifer Wollrath schlug den Vorsteher mit einem großen Hackbeil zu Boden und ergriff die Flucht, konnte jedoch feftgenommen werden. Es handelt sich um einen Racheaft. Der alte Herr, der von Beruf Schirmfabrikant ist, erhielt gestern vormittag den Besuch eines 31jährigen Technikers Karl Wollrath aus der Wiener Str. 38, der um eine Unterstützung nachsuchte. Springer fonnte diese nicht sofort bewilligen, mußte vielmehr die Verhältnisse des Bittstellers erst prüfen. Das erklärte er dem Wollrath auch und bat ihn, am Dienstag vormittag noch einmal vorzufprechen. Der Technifer wartete jedoch die Prüfung nicht ab. Dbwohl er sich sagen mußte, daß der Wohlfahrtsvorsteher gar nicht anders handeln konnte, nahm er gestern abend von zu Hause ein Hackbeil mit und begab sich noch einmal nach Springers Wohnung. Als dieser ihm ahnungslos öffnete, fchlug er gleich mit dem Beil auf ihn ein und traf ihn an der rechten Hand so schwer, daß Sehne und Schlagader zerstört wurden. Der alte Herr erhielt auf der Rettungsstelle 4 einen Notverband und mußte dann in das Krankenhaus am Urban gebracht werden. Wollrath wurde festgenommen und der Kriminalpolizei eingeliefert. I fehr steigerten, daß das rechte Borberrab das Drehgestell der Lofo motive über die Schienen abhob und dadurch ursächlich die Ent gleisung herbeigeführt hat. Der Bericht erwähnt sodann die von dem Lokomotivführer einem durchweg zuverlässigen und gewissenhaften Beamten er griffenen Maßnahmen, den Zug zum Halten zu bringen. Bere hängnisvoll wurde eine stumpf zu befahrende Weiche die dem neben dem Schienenstrang herlaufenden linken Rad harter Widerstand bot und den Zug von der geraden Richtung stort nad rechts ablenkte. Der Bericht gibt eine eingehende Schilderung der fatastrophalen Entgleisung und bezeichnet die Anschuldigungen geger die Mitropaschaffner als zum größten Teil unberechtigt, zum kleinerer Teil aber als start übertrieben. Zum Schluß wird festgestellt, dağ eine unbedingt sichere Beweisführung nach Lage der Sache heute überhaupt nicht mehr möglich sei Berliner in der Offsee ertrunken. Die Leiche eines unbekannten Mannes wurde in der Nähe vo Wustrow an den Strand geworfen. Der Tote muß schon geraum Zeit im Wasser gelegen haben und war taum noch kenntlich. Allen Anscheine nach handelt es sich um einen Mann von eima 54 Jahren oder mehr, der aus Berlin zu stammen scheint. Der Tote ist 1,68 Meter groß und breitschultrig, hatte dünnes graw gemischtes Haar, breites volles Gesicht, lückenhafte Zähne und trug blauen Rock und Hose, dunkle Weste mit feinen hellblauen Streifen Noch nicht ganz 12,5 Prozent der Mitglieder haben sich an der Matounterzeug, weißes Hemd ohne Zeichen, schwarzen Selbstbinder Wahl beteiligt. Von den abgegebenen Stimmen erhielten die Kandi- mit weißen Punkten und fast neue schwarze Zugstiefel. Eines der daten der Amsterdamer Richtung die Mehrheit. Troß Taschentücher, die man bei der Leiche fand, trug die Buchstaber größter Wahlagitation die Angestellten Moskaus haben ja fonft E. S., der Siegelring des Toten ist mit verschlungenem F. T. gra nichts zu tun- gelang es der KPD., noch nicht ganz 6 Pro- viert. Außer 5 Pfennigen in deutschem Gelde hatte der Ertrunken zent der Mitglieder zu bewegen, für ihre Kandidaten zu nichts bei sich. Mitteilungen zur Feststellung der Person an Krimi stimmen. So sieht die große Mehrheit" aus, die angeblich hinter naltommissar Gahmig, Vermißtenzentrale im Polizeipräsidium. der fommunistischen Opposition steht. Wenn es der KPD. trotzdem gelang, zehn ihrer Kandidaten durchzubringen, so ist das hauptsächlich aus zwei Umständen zu erklären: erstens haben unsere Genossen eine straf würdige Saumseligkeit an den Tag gelegt; zweitens haben die Kommunisten auch hier wieder die Tattik angewandt, ihre Stimmen zu fonzentrieren, während die Stimmen der Amsterdamer sich auf mehrere Kandidaten zersplitterten. Wer trägt die Schuld? Die Ursache des Siegelsdorfer Unglücks. Nach einem Bericht der Eisenbahndirektion Nürnberg über die Ursache des Siegelsdorfer Eisenbahn. unglücs ist an dem Unglück weder die Gleisanlage fchuld, noch fönnen betriebsdienstliche Berfehlungen oder Mängel an den betriebsdienstlichen Einrichtungen vorgelegen haben. ,, Vollkommener Sieg im Verkehrsbund" müßte die Geschwindigkeit des D 47 zwiſchen Burgfarnbach und Dichtung und Wahrheit. ,, Die Wahlen in allen Seftionen zusammen zeigen, daß die große Mehrheit der Mitglieder im Berliner Verkehrsbund hinter der kommunistischen Opposition steht." So zu lesen in dem Berliner Ableger der„ Prawda", Was ist die Wahrheit? Von rund 60 000 Mitgliedern gingen insgesamt 7491 zur Wahl. Gewählt wurden 13 Delegierte, der Amsterdamer und 10 Delegierte der Moskauer Richtung. Zählt man die Stimmen zusammen, die auf die verschiedenen Kandi daten der einen und der anderen Richtung abgegeben wurden( wobei zu bemerken ist, daß in den verschiedenen Sektionen mehrere Delegierte zu wählen waren, somit diese Stimmenzahl natürlich weit höher ist als die Zahl der Mitglieder, die sich an der Abstimmung beteiligten), dann ergibt sich folgendes Verhältnis: Für die Amsterdamer Kandidaten wurden insgesamt 14 236, für die Moskauer 12 636 Stimmen abgegeben. Theater, Lichtspiele usw. Dienstag. 26.6.28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 50. Anf. 20( 8) U. Dienstag, 26.0.28 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus IV Anf.18%( 612) U. Rheingold Walküre Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 119 Anf. 20( 8) Uhr Luisa Miller Staatl. Schauspielb. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 129 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20( 8) Uhr: Die beiden Seehunde Reichshallen-Theater Stettiner Sänger zum Schluß, zum 52, Male: Stuckes Pfingstfahrt Anfang 8 Uhr. Donhoff- Brett': ( Saal und Garten) Gr. Varieté- Programm, Konzert, Tanz. -Nach den Eintragungen in die Zugmeldebücher der Stationen Siegelsdorf bei zwei Minuten Fahrzeit 117 Kilometer per Stunde betragen haben, doch kann nach technischer Berechnung der Zug nur eine Höchstgeschwindigkeit von 97 Kilometer per Stunde erreicht haben. Nach Aussage des geretteten Heizers befuhr der Zug die Station mit der dort üblichen Höchstgeschwindigkeit, während eine andere Aussage eine ungewöhnliche Geschwindigkeit bekundete. Nach all diesem muß mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß sich der Zug schon in der Strede Burgfarnbach- Siegelsdorf mit einer Geschwindigkeit bewegt hat, die die für diese Strecke zugelassene Höchstgeschwindigkeit erheblich überstieg, und daß diese Geschwindigkeit auch vor und während der Ausfahrt aus Siegelsdorf nicht ermäßigt wurde. Vorschriftsmäßig hätte der Zug bei der Ausfahrt aus der Station Siegelsdorf auf die ausdrücklich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von nur 80 Kilometer herabgehen müssen. Hat aber der Zug die kritische Stelle mit mehr als 90 Kilometer Geschwindigkeit in der Stunde durchfahren, so müssen starte Schwankungen in der Lokomotive eingetreten sein, die sich so Volksbühne Berliner Theater heater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 81 Uhr. Orpheus in der Unterwelt 8 Uhr: Der Kuhhandel SCALA × Uhr Nollendor 7360 Herb.Williams der eigenartigste amerikanische Exzentrik- Star und die übrigen Varieté- Sensationen! Komische 81% Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Charlottenstr.39791. Định 17 81, U. Ende 10% U. Gastspiel d. Deutschen Th. Der Prozeß Mary Dugan Deutsches Theater Norden 12 310 U. Ende 1034 U Artisten Regie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 82 U. Ende 10%, U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Kleines Theater Täglich 8, Uhr Kaiser- Tietz Lotte Klinder in Allgem. Deutscher Gewerkschaftsbund Allgemeiner Freier Angestelltenbund Heute, Dienstag Gewerkschafts- Tag im LunaPark Eintritt: 75 Pfennig einschl. Kaffee u. Kuchen oder 1 Glas Bier oder 1 Flasche Selter Brillant- Feuerwerk Große Tombola: Jedes Los gewinnt Eintrittskarten für Gewerkschaftsmitglieder an den kenntlich gemachten Kassen des Lunaparks. Theater des Westens Renaissance- Theater Steinpl. 931 814 Uhr Steinplatz 901. Täglich: Die Elternbeiratswahlen haben für die moderne Arbeiterschaf fein befriedigendes Ergebnis gezeitigt. Woran liegt das? Offen bar an der unüberwindlichen Gleichgültigkeit, mit der viele Elters den Erziehungsfragen gegenüberstehen. Doch wird jeder überzeug! sein von der Wahrheit des Wortes: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft! In Beherzigung dieses Wortes hat die Freireligiöse Ge meinde Berlin seit Jahren vollständig unentgeltlichen Unterrich! in Religionsgeschichte und Lebenstunde an folgenden Schulen ein gerichtet: Weißenburger Straße 4a, Donnerstag von 3%-5% Uhry Reichenberger Straße 44, Montag von 3%-5% Uhr; Koppenftr. 84 Freitag von 3½- 5% Uhr; Wiesenstr. 66, Donnerstag von 3% bis 5% Uhr. Gendet die Kinder in diesen unentgeltlichen Unterricht und es wird wenigstens etwas von dem nachgeholt werden, was die Schule versäumt! Aehnlich wie mit den Elternbeiratswahlen ist es mit dew Kirchenaustritt. Man hat ein Recht und benugt es nicht Um jedem die Möglichkeit zu geben, aus der Kirche auszutreten wird am Mittwoch, dem 27. Juni, abends von 6-7% Uhr, ein Notar in der Pappelallee 15 sein und notarielle Austritte entgegennehmen Die Gebühr dafür beträgt nur 2 M. Eine Legitimation ist mit zubringen. Einreise nach Lettland ohne Sichtvermert. Der Sichtvermerfs. zwang im Verkehr zwischen dem Deutschen Reich und Lett. land ist mit wirtung vom 1. Juli 1928 aufgehober worden. Einzelheiten der getroffenen Vereinbarung werden demnächst bekannt gegeben werden.. Die Hauptverhandlung in der Combard- Schwindelaffäre Berge mann und Genossen, in der bekanntlich auch Staatsanwaltschaftsrat Dr. Walter Jacoby mitangeflagt ist, wird erst nach den Gerichtsferien stattfinden. Amtsgerichtsrat Dr. Wartenberger, der mit der Leitung des Prozesses beauftragt worden ist, hat den Beginn der Berhandlung für Montag, den 16. September, den ersten Tag nach den Gerichtsferien, in Aussicht genommen. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m. 6. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Nur noch 5 Tage! 814 34 DAS SCHUBERT SINGSPIEL Lustspielhaus Thalia- Theater tir. Jr. Martin Zicke Unwiderruflich letzter Monat 8 Uhr: iuido Thielscher in Unter Geschäftsaufsicht" Dresdener Str. 72-73 Täglich 8 Uhr Ovckernotts Erben Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr: Kith: Schmidt- Sanft in Dreimäderlhaus Residenz- Theater Verlorene Tochter Alfred Braun v. Thellmann, Jankuhn, Hesterberg, Morgan, Perry, Brandt. Ballett Winkelstern, Sunshinegirls. Grosses Schauspielhaus Erik Charell, Planetarium am Loo darnowsky- Bühner Verläng. Joachimsthaler Straße Th. Königgrätz. st. Noll. 1578 16 Uhr: Täglich 8%, Uhr Der Sternhimmel Leinen aus der Heimat 18 Uhr: Galante Max Adalbert Uhr: Krankheit der Jugend Erde und Weltenraum. Nacht! Rose- Theater 8 Uhr: 20 Uhr: Irland Komödienhaus Tägi. 8, Uhr Ein Stück Das Ekel" Theater am Kottbusser Tor Der Einfluß d. Gestirne Malheur Gr. Frankf, Str. 132 Berliner Prater Heimat Kastanienallee 7/9. 72 Täglich 7 Gartenbühne: Polnische Wirtschaft" 1/26 Uhr nachm.: Außerdem Konzert und bunter Teil Konzert, Varieté. 81 Uhr: Anf. 5 U., Sonnt. 4 U. Eintritt 1 M. Berlin, Kottbusser Str. 6. Tel.: Mpl. 16077 Kinder unt. 15 Jahren 0,50 M. Von Marcellus Schiffer Täglich 8 Uhr: Elite- Sänger Saltenburg- Bühnen Wie immer erstklassiges Programm! U. a. Dts. Künstler- Th. ., Ein gerissener Schwiegersohn"( Schwank) 81 Uhr ..Ein kleines Geschenk"( Schwank) „ Das sind ja Lachen u. Stimmung! reizende Leute..." Der fidele Bauer Tanz. Kaffeekochen. Volkstümliche Preise: 50 Pf. bis 2 M Inferate im Vorwärts fichern Erfolg! Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Am Rudesheimer Sittenst. in 4 Akten. dur Erwachsene naben Lutritt Park.auch Sonntags statt 4.-M. Schloß steht eine Linde nur 60 Pl. Loni Pyrmont Krafft- Lortzing Gaston Briese Emma Klein Parkett auch Sonnt. statt 4.- Mk. nur 1. Mk. COUNDEDenken Sie an Ihre wäscht reinigt und färbt Vom Besten das Beste! Denkbar feinste Butter 1.80 Wegner, Berlin SO Mariannenstraße 34 Hausnammer achten! Küchen noch zu meinen alten Preisen roh emailliert , Anna'- Küche 43 75 M. Anrichte- Küche, Hanna' 88 118 M. Anrichte- Küche, Louise' 105 155 M. Anrichte- Küche, Lübeck' 135 185 M. Kleiderspind, 92 cm. 43 55 M. Ausstellung feiner Rheinischer Küchen Küchenmöbel- Haus Laserstein, Luckauer Str. 1 Ecke Oranienstr.nahe Moritzplatz Sommergarderobe! Überall Filialen Postversand Berlin SO 16, Rungestr. 21 Fernspr. F7 Jannowitz 6436 Beilage Dienstag, 26. Juni 1928. MAC 3 930 Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Feste und Fahrten der Jugend 4000 Kinder in Luckenwalde. Auf, nach Luckenwalde! So lautete die Barole für alle die Kleinen, die schon seit Wochen für das 2. Kreisfest des 1. Kreises im Arbeiter- Turn- und Sportbund gespart hatten. Das war ein Fragen an den letzten Turnabenden! Diese kleinen Geister hatten doch tausenderlei auf dem Herzen. Und dann zu Hause die armen Mütter, sie waren wie immer die Geplagtesten. Al die vielen Wünsche der Mädel und Jungen sollten doh nach Möglichkeit erfüll: werden, darum gebührt herzlicher Dank allen Eltern, die in so überaus zahlreicher Weise die Teilnahme der Kinder ermöglicht hatten. Endlich nach all den unzähligen Mühjalen rückte der Tag der Abfahrt heran. Einige Gruppen mit 500 Kindern fuhren bereits Freitag abend fort. Der Sonnabend früh brachte dann die riesige Masse der kleinen Festteilnehmer auf die Beine. Jauchzen und Lachen füllte die große Halle des Anhalter Bahnhofs, als die be= reitgestellten Sonderzüge besetzt wurden. In umsichtiger Fürsorge wurden die Vorturner und Leiter auf die einzelnen Wagen verteilt, dann noch ein Händedrud der zurückbleibenden Eltern, Winten, die Züge seßen sich in Bewegung, und bis der leßte Wagen verschwunden ist, schallt es mehrtausendfach Frei Heil! Auf Wiedersehen!" So zogen unsere Mädel und Jungen nach Luckenwalde! Nach einstündiger Fahrt shimmer in der Ferne die ersten Häuser des Reiseziels, und schon winken rote und schwarzrotgoldene Fahnen den Ankommenden. Girlanden und geschmückte Fahnenmaste grüßen weithin lauchtend: Dem Volke sind wir entsprossen, Ihm weihen wir unsere Kraft! Nach kurzer Begrüßung geht es mit fliegenden Fahnen durch Luckenwalde, überall Zuwinken, Grüßen und Frei Heil!" So freudig wurden die tausende Kinder nicht nur empfangen, sondern noh viel herzlicher von der Ludenwalder Arbeiterschaft auf: genommen. Wie zu Hause bei Muttern. Die Quartierverteilung geht flot: vonstatten und bald fühlen sich unsere Jungen und Mädel wie zu Hause bei Muttern. Nach furzer Mittagspause ziehen fingende Gruppen nach dem Fest pla 3 in der Hegheide. Auf allen Feldern des riesigen Sport plazes gehen die Dreifämpfe, Stafettenläufe, Hand, Fauft- und Fußballspiele als Ausscheidungsfämpfe vor sich. Die Mannschaf ten liefern sich in allen Konkurrenzen harte Kämpfe, und man muß es unseren Kindern lassen, in freiwilliger Disziplin folgen sie allen Anordnungen der Leiter. Im Laufe der Nachmittagsveranstaltungen trafen fortgesetzt neue Gäste ein und bald füllte sich der große Plazz mit unzähligen Zuschauern, die bei besonderen Leistungen mit ihrem Beifall nicht fargten. Abends fanden in den drei größten Lokalen des Ortes Sonberdorführungen der einzelnen Vereine statt. Die Lucken walder Arbeiterfänger erfreuten durch klangvolle Darbietungen gemischter Chöre. In besonderen Ansprachen wurde auf die Be= beutung des Kinderturnens hingewiesen. Die Ausführungen eines Vereins hervorzubeben, wäre zurücksetzung des anderen. Wenn wir beri hten, daß alle drei Lokale derart überfüllt waren, daß die Gäste auf den Fensterbrettern standen und daß die Türen zu den Vorräumen geöffnet werden mußten, so ist das de: beste Beweis, melch rege Anteilnahme die ganze Bevölkerung schon dem Borabend des Festes entgegenbrachte. Der Sonntag als Hauptfest tag, beginnt mit dem Beden aller Spielleute. Unsere Kinder haben teine Ruhe, denn bereits um 7 Uhr tummeln sich die Frühaufsteher in den Straßen und auf dem Festplatz. Während die Frühzüge weitere Festteilnehmer aus allen Orten der Provinz Brandenburg heranbringen, nehmen auf dem Festplatz die Ausscheidungsfämpfe ihren Fortgang. Ferner beginnen an 22 Reck, Barren und Pferden das Musterriegen-| turnen, das beachtenswerte Leistungen zeigt. Zwischendurch klingen die Weisen der 400 Spielleute und Musiker. Mittags um 1 Uhr sammet sich alles zum est zug auf dem Sa a g". Ueber 4000 Kinder marschieren in vier Bezirksfestzügen/ durch die mit Fahnen, Guirlanden und Transparenten geschmückten Straßen. Tatsächlich war ganz Luckenwalde auf den Beinen. Der Aufmarsch der Kinder. Die Straßen waren dichtgefüllt mit Festteilnehmern, die die Büge zum Sportplatz der Freien Turnerschaft" Luckenwalde begleiteten. Auf dem Platz intonierte das Kreistambourkorps vor Tausenden von Zuschauern das„ Sturmlied" der freien Turner. Dann erfolgte unter Boranjührung aller Fahnen der Aufmarsch aller | | Kinder zu den Massenfreiübungen. Die einzelnen Uebungen bewiesen nicht nur die gesundheitliche Durcharbeitung des jugendlichen Körpers, sondern zeigten auch praktische Atem- und Entspannungsübungen. Wenn unter den Klängen der Musik die elastischen Körper sich hochreckten im strahlenden Sonnenschein, so waren das unvergeßliche Momente. Die Ansprache des Kreisturnwartes Scholz, der Grüße des Kreises und des Bundes übermittelte, flang aus in der besonderen Anerkennung für die überaus herzliche Aufnahme und Bewirtung. = Die Luckenwalder Arbeiterschaft hat einschließlich der nötigen Vorarbeiten die Quartier- und Verpflegungsfragen in glänzender Weise gelöst. Der Bürgermeister Lappe entbot den willt om mensgruß der Stadtverwaltung. Mit dem Wunsche, in dankbarer Erinnerung an Luckenwalde zurückzudenken, schloß er seine Ausführungen mit einem allfeitig aufgenommenen Hoch auf die Jugend. Der Nachmittag verging unter Austragung aller End= tämpfe, die trog wiederholter Regenschauer die Festteilnehmer bis Schluß zusammenhielten. Die Schwimmer wickelten ihre Wettkämpfe in der Badeanstalt des Handwerker- Bereins ab, die sich gleichfalls eines regen Zuspruchs erfreuten. Alles in allem fann gesagt werden, daß dieser Hauptfesttag allen Teilnehmern in unvergeßlicher Erinnerung bleiben wird. Die genossenschaftliche Unterstützung des Arbeiter- Radio- Klubs Luckenwalde, der vier Lautsprecher zur Verfügung stellte und die überaus aufopfernde Tätigkeit der Arbeiter- Samariter- Kolonne verdient ganz besonders hervorgehoben zu werden. Mit Gefang im herrlichsten Sonnenschein. Der Montag als letzten Festtag wurde zu Ausflügen in die waldreiche Umgebung Luckenwaldes benutzt. Das gesamte Wagenmaterial der Kleinbahn, kleine und große Autobusse dienten zur Beförderung von 1700 Kindern nach dem„ Hohen Golm". Für den Besuch dieser meilenweiten Waldungen mußte die Genehmigung des alleinigen Besizers, des Herrn von Rochow", eingeholt werden. Die Tafeln„ Verbotener Weg" verkünden, daß dieses herrliche Fleckchen Erde dem gewöhnlichen Sterblichen leider verschlossen ist. Die Bahnfahrt war ein Idyll besonders für die großstädtischen Kinder. So ein richtiges, niedliches und gemütliches Bimmelbähnchen mit offenen Sommerwagen", dampfte ächzend und frächzend durch die Landschaft. Dann durchstreiften unsere Kinder unter Führung Luckenwalder Genossen die wunderbaren Waldungen und unternahmen Kletterpartien bis zur Ruppe, die eine gute Fernficht bietet. Nach der Mittagsraft wurden die wenigen Stunden, die noch zur Verfügung standen, zwanglos mit Ruhen, allgemeinen Spielen und gymnastischen lebungen verbracht. Die anderen Kinder, die troẞ Bereitstellung aller Fahrzeuge nicht zum Hohen Golm befördert werden konnten, durchzogen die nähere Umgebung der Stadt. An der Nuthe entlang durchwanderten die singenden Scharen im herrlichsten Sonnenschein Elsen- und Birkenhaine, um dann unter schattigen Bäumen im Els thal zu rasten. In der schön angelegten Badeanstalt des Handwerfervereins erfrischt ein angenehmes, fühles Bad und weiter geht's über Wiesen und Felder. Doch allmählich mahnt die Zeit zum Aufbruch. Zurück zum Standquartier nach der Stadt und mit Dankesworten und Händedrücken wird Abschied genommen von all den vielen, guten Menschen. Die Arbeiterschaft hat 4000 Kinder drei Tage tostenlos einquartiert und glänzend bewirtet! Es ist unmöglich, dieses Zeichen echter, brüderlicher Kameradschaft nur in Worten zu würdigen. Inniges Berbundensein mit den Arbeitsbrüdern und schwestern und genossenschaftlicher Geist haben all die schwierigen wochenlangen Vorarbeiten gefördert. Der Dank für diese herzliche Gastfreundschaft kam bei der Abfahrt aus Luckenwalde spontan zum Ausdruck. Unsere Jungen und Mädel werden die Festtage von Luckenwalde in unvergeßlicher Erinnerung bleiben. Hoffen wir, daß das Erlebte dazu beiträgt, Kämpfer für den Sozialsmus zu erziehen, getreu den Worten über der Eingangspforte zum Festplatz:„ Ihr seid das Saatkorn einer neuen Zeit!" O. S. Auf Havel und Elbe nach Hamburg Berliner Volksschulkinder unternehmen eine Dampferfahrt. An dem Lindenufer in Spandau liegt auf der Havel ein merkwürdiges Gefährt. Merkwürdig muß es wohl sein, denn die Insassen der vielen vorüberfahrenden Dampfer sehen mit erstaunten Augen auf das ungewohnte Fahrzeug, das beinahe aussieht wie eine Kombination von Kahn und Dampfer. Das Schiff hat einen merkwürdigen Deckaufbau, der eine große Anzahl Schlaffabinen beherbergt, im Umfang und der Anlage ähnlich den Abteilen der Schlafmagen. Das ganze ist in der Tat ein Motorkabinenschiff namens„ Baldur", das bereit liegt, eine beträchtliche Fernfahrt nach Hamburg anzutreten. Und es lädt eine sehr frische lebendige Fracht, nämlich an die 200 Volksschulkinder aus dem östlichsten Berliner Often, alles Mädels, die mit ihren Lehrern und Lehrerinnen fich auf eine neuntägige Fahrt begeben wollen. Neun Tage sollen die guten Mütter ihre Mädels aus der Hand geben. Neun Tage sollen sie sie auf den unbekannten Wassern herumschwimmen lassen. Kein Wunder, wenn da manch heimliche Träne schnell abgewischt wird. Kein Wunder, wenn dann, als das Schiff sich endlich vom Ufer löst, manch' Taschentuch abwechselnd zum Lebewohl weht und an die Augen geführt wird. Und auch manchem Mädel ist gar nicht wohl zumute. Aber das geht bei den meisten schnell vorüber. Man kennt sich ja und die einzelnen Freundschaften haben sich überall zusammenlegen lassen. In den unteren Räumen sind auch noch Schlafkabinen von 6 bis 12 Betten und da geht's so lustig und quietschvergnügt zu, wie es eben zugehen kann, wo sechs bis zwölf Mädels beisammen sind. Eine Anzahl Mütter fährt noch bis Brandenburg mit, so daß sich Mutter und Kind noch ein Weilchen haben. Oben auf der Kommandobrücke oder was man eben mit diesem stolzen Namen bezeichnet, steht ein Kurbelmann und dreht eifrig, und fängt damit das entschwindende hübsche Spandauer Stadtbild mit dem imposanten Rathausturm, den langsam vorbeirollenden Havelufern, den Bootswerften, den Bootshäusern, den drolligen Paddelbootschränken ein für einen Film, der dann eines Tages. in den städtischen Lichtspielen in Lichtenberg laufen wird. Dann kommt die erste, Sensation für die Kinder, die Ausfahrt bei Bichelsberge in die weit sich ausschwingenden Havelseen. Es ist und bleibt eins ter schönsten Bilder, die Berlin zu bieten hat. Die Fahrt auf den Havelse en fennen sehr viele Berliner. Den meisten Kindern ist sie neu. Alles drängt sich auf dem Bug zusammen und die erstaunten Augen versuchen, die vielen neuen sich ablösenden Bilder aufzunehmen: Links der Teltowturm, noch immer„ Kaiser- Wilhelm- Turm" genannt, rechts Gatow, jetzt zu Berlin gehörig, links das„ Große Fenster" mit der feudalen Willeninsel Schwanenwerder. Rechts Kladow mit Villen auf hohem Ufer, links die Bucht des Wannsees, geradeaus das Türmchen von Nikolstoe, links die Pfaueninsel mit seiner gemütlichen Meierei, rechts dann die Heilandskirche von Safrom mit seiner Erinnerung an die dort von 25 Jahren zum ersten Male vorgenommenen Funkversuche. Dann die weite Fläche der sich teilenden Havel bei Potsdam. Das Schiff gleitet gemächlich auf den bei Nedlitz abzweigen Pareßer Kanal zu. Diese Wasserstraße, die einstmals der stolzen Havelschiffahrtsmetropole Caputh den empfindlichsten Schlag versetzt hat, durchschneidet den Fahrlander, den Weißen und den Schlänitzsee. Hier haben sich allerhand Paradiese aufgetan für Ruderer, für Segler, für Paddler, vornehmlich aber für Angler. Ruderer und Segler haben natürlich ihren gesamten Hausrat: Tisch, Stühle, Grammophon und Radio, Schifferklavier und Klampfe, Kochtöpfe in allen Größen, Konserven, Kinder, Kazen und junge Hunde, Brennscheren und Manicure bei sich. Da alle diese Dinge die Fahr. Bordball auf ,, hoher See" zeuge sehr belasteten, war es nicht möglich, auch noch Badezeug mit. zunehmen, und so badet man denn„ ohne", die Männer in Kraft und die Frauen in Schönheit. Dann aber hat man die Havel wieder erreicht und nicht lange, baut sich am rechten Ufer traulich und gemütlich das Städtchen Rezzin auf. Die Ziegelindustrie ist hier zu Hause. Seit einigen Jahren befindet sich hier auch ein Teil der Späthschen Baumschulen. Wer aber möchte es dem lieben Neft ansehen, daß er sogar einmal und wenn auch nur für die anhaltinischen Fürsten. Für den Freund Residenz war. Wenn auch nur auf zwei Jahre, Don 1552 bis 1554, volkstümlicher Geschichte ist es viel wichtiger zu vermerken, daß der im Jahre 1860 in Kegin die Ziegelindustrie eingeführt hat. es ein schlichter Mann des Volkes, ein Lehrer namens Kaselig war, ( Ein Schlußartikel folgt.) per ceiflc ormM „Guten Morgen, mein Herr," sagte er zuvorkommend.„Ein schöner Tag wieder heute. Hoffentlich habe ich das Vergnügen, Ihnen etwas zu verkaufen? Wenn Sie vielleicht hereinkommen wollen... Brauchen Sie Bureaumöbel? Da könnte ich Ihnen etwas sehr Feines offerieren: einen Eichenholzsekretär mit Iale- IS. Fortsetzung. So geht's jetzt mir. Eine Zeitlang überredete ich mich selbst, oaß ich ganz deutlich das Mosaikmuster seh«, dos unser guter Man- terton so fleihig und geduldig aus den vielen herumliegenden Stückchen zusammenzusetzen bemüht ist. Aber dann auf einmal fühle ich, daß das Muster unklar wird. Das Licht ist schlecht ge- worden, ein Schotten ist vor die Sonn« getreten, ein geheimnisvoller Schatten, der kommt und geht und alles tn Verwirrung bringt. Etwas so Fernes und Ungreifbares, daß ich mich frage, ob nicht in meinen alten Tagen die Phantasie mit mir durchgeht. Sagie ich: ein Schotten? Weniger als dos, ein unsichtbarer Einslutz, der die Handlungen aller an diesem Derbrechen Beteiligten zu formen scheint. Und ich frage mich, mein armer Freund, was dieser Schatten sein kann, der so Ihr Lebensglück verdunkelt hat?" „Um Gottes willen," stieß Eranmore mit erstickter Stimme her- aus,„sprechen Sie deutlich! Sagen Sie mir, was Sie meinen...!" Aber Boulot zuckte nur die Achseln und schüttelte den Kopf. „Ein andernial, lieber Freund. Ich fürchte, dieser alte Schwätzer Boulot hat schon zu viel gesagt. Bitte, fragen Sie mich nichts, ich muß die Sachen auf meine eigen« Weife herausbringen. Und denken Sie dran, daß kein Mensch unfehlbar ist." Er blickte auf den gelben Diwan, auf dem Dolores noch vor kurzer Zeit gesessen hatte. „Das ist doch der Diwan, von dem Madame sprach, eh« sie starb? Was für ein schönes Stück!" Es war Georg, der antwortete. Jim hatte den Kopf in die Hände gestützt und faß rcgungstos da, ein Bild stummer Der- zweiflung. „Sie sagen, daß Mrs. Eranmore von diesem Diwan sprach, ehe sie starb?" „Allerdings, mit ihrem letzten Atemzug.. „Was sagte sie genau?" „Nichts als di« zwei Worte: gelber Diwan. Sic scheint sie zwei- mal wiederholt zu haben." „Aber das ist doch sehr seltsam." „Ihr Bruder meint, daß Madame in ihren letzten Minuten glaubte, sie befände sich hier in ihrem eigenen Zimmer..." „So weit ich meine Schwägerin konnte— und ich kannte sie sehr gut— wären ihre letzten Worte und ihr« letzten Gedanken zu ihrem Gatten gegangen. Sie liebte ihn sehr zärtlich. Wenn sie wirklich zuletzt von diesem Diwan gesprochen hat, mutz sie einen äußerst wichtigen Grund dafür gehabt haben. Vielleicht etwas, das, wie der Diwan selbst, mit ihrer Vergangenheit zusammenhing." Der Franzose fuhr herum und starrt« den Rechtsanwalt an. „Was sagen Sie da?" „Dieser gelbe D'wan." erklärte Georg ruhig,„ist das einzige Stück, das Carmen von New Jork herüberbrachte..." „Von New Pork!" rief Boulot ausgeregt.„Don New Jork, sogen Sie?"- „Gewiß. Sie wissen doch, daß sie vor dem Krieg dort lebte." „Ich weiß, ich weiß. Aber was wissen Sie von diesem. Diwan?" „Carmen legte immer großen Wert auf ihn und pflegte ihn ihre Mitgift zu nennen. Sie erzählte mir einmal, daß ihn ihr Vater von einem Chinesen erhalten hatte. Als junges Mädchen benützte sie ihn als Bett, und er stand immer in ihrem Atelier, weil sie ihn so gern hatte. Erinnerst du dich nicht, Jim?" „Wem ich ihn ansehe, ist's mir immer, alz läge sie noch darauf," antwortete sein Bruder mit gebrochener Stimme.„Du mußt mir Helsen, ihn loszuwerden, Georg, ich kann» nicht ertragen, ihn hier im Hau» zu haben." Boulot betrachtete den niederen, breiten, mit feiner, gelber Seide überzogenen Diwan auf feinen vier schwarzen Füßen, die in von jünfkralligen Klauen gehaltene Kugeln ausliefen „Was Sie eben von einem seltsamen Einfluß auf alle De- teiligten in diesem dunklen Drama gesagt hoben, Monsieur Boulot, bringt mich auf den Gedanken, ob nicht irgendein uns unbekanntes Motiv die arme Carmen veranlaßt«, gerade von diesem Erbstück zu sprechen, ehe sie starb..." Boulot fuhr langsam mit dem Finger über seinen Nasenrücken. während er Georg aufmerksam anblickt«. „Mein Freund," sagte er ruhig,„ich glaube, mit Ihnen kann ich arbeiten. Aber jetzt..." Er griff nach seinem breitrandigen Hut, der auf einem Stuhl lag. „Wohin gehen Sie?" fragte der Rechtsanwalt. Boulot wandte sich an der Tür um. „Ich gehe," sagt« er,„um nach jenem Motiv zu suchen." 13. Ein neuer Schock für ZKrs. Amschel. Die Zufluchtsstätte, die Mrs. Amfchel bei ihrem Bruder, dem Möbelhändler in Hammersmith, ausgesucht hatte, machte den trüb- seligen Eindruck, den derartige Etablissements gewöhnlich an sich haben. Mrs. Amfchels Bruder aber, ein noch lunger Mann von etwa Dreißig, mit glatten, schwarzen Haaren und weichen, schwarzen Augen, hatte nichts Trübseliges an sich. Das Londoner Ghetto lag nun schon in der zweiten Generation hinter ihm. Er hatte sein Geschäft emporgebracht und im Verkehr mit den Londoner Jungen die Liebe zum Sport, zum Rennplatz und Boxerring, eingescgen. Wie all« Juden, war er beständig nach Aufregendem aus. Seine Geschäftsinftinkte gingen weit über dos Kaufen und Verkaufen von Möbeln hmaus, und manchmal stahlen. sich merkwürdige Gestalten bei Nacht in sein Hinterzimmer, um allen möglichen seltsamen Handel mit ihm abzuschließen. Den Bleistift in der Hand und einen braunen Melonenhut auf dem Kopf beugte er sich über di« Zeitung, die auf seinem Pult neben der Ladetrtür ausgebreitet lag und strich die vermutlichen Gewinn- pferde dieses Tages an. Das war seine tägliche Morgenbeschäftigung. eh« er sich zu dem Buchmacher vor der Bierschenke an der Ecke begab. Diesen Morgen war er in besonder» guter Stimmung. Die Ereignisse des vorhergehenden Tages hotten das volle Licht der Oeffentlichkeit auf di« Familie gelenkt, und sein Herz schwoll hoch auf, so oft er das Bild feiner Schwester betrachtete, das in ollen Zeitungen inmitten der Berichte über den Mord einen hervorragenden Platz einahm. Ein schwerer Schritt auf dem Pflaster draußen ließ ihn auf- schauen. Vor dem Loden stand ein großer, graugekleideter Mann, der die Auslagen musterte. Er ließ die Augen über die verrosteten Bettstätten und die mit Fliegenschmutz bedeckten Bilder hingleiten. die draußen gegen die Wand gelehnt waren. Offenbar ein Kunde, und da» Geschäft ging sowieso nicht allzu gut... Mrs. Amschels Bruder trat auf die Straße. Nichts als die zwei W orte: gelber Diwan. schloß, so gut wie neu— und billig! Beinah« geschenkt. Oder möchten Sie was für di« Wohnung? Hinten habe ich ein Büfett stehen, ein hervorragendes Stück.. Der Fremde schob ihn ohne weiteres auf die Seite und betrat den Laden. „Wohnt Mrs. Amfchel hier?" fragt« er. Di« Augen des Händlers zogen sich zusammen. Sein ererbtes Instinkt ließ ihn nichts mehr fürchten als die Polizei, und die bse fehlshaberifchc, unverbindliche Art des Fremden jagte ein Frösteln über feinen Rücken. ,„Warum?" stammelt« er. „Ich war in ihrem Laden, aber der ist geschlossen, und dit Leute im nächsten Haus sagten mir, daß sie bei Ihnen wohnt Sie sind doch ihr Bruder?" „Ja, der bin ich." „Mr. Issy Soker, nicht wahr? Ich sah den Namen über denk Laden. Sagen Sie Ihrer Schwester jetzt, daß ich sie sprechen möchte." „s hängt doch nicht mit der Polizei zusammen?" Zum erstenmal zog etwas wie ein Lächeln über das Gesichj des Fremden und entblößte zwei Reihen starker, weißer Zähne. „Eher nicht!" antwortete er fast spöttisch. Er sagte das mit so eigentümlicher Betonung, daß ihn de» Händler unwillkürlich genauer in Augenschein nahm. Ein stark« gebauter, gutgekleideter, glattrasierter Mann mit glänzend schwarzem, graumeliertem Haar, einem mächtigen Untergesicht und einem harten, bitteren Zug um den Mund. Die Augen hatten einen furchtlosen Ausdruck, aber daneben lag in seinem Blick etwas Trotziges, Herausforderndes, das zu dem Mund stimmte. Dem Juden war«s, als hätte er«inen ähnlichen Ausdruck, der dem eines gehetzten Tiere» glich, schon einmal irgendwo gesehen, abei; wo, konnte er sich im Augenblick nicht erinnern. „Freund von Rosa, was?" fragte er. „Mehr geschäftlich« Bekanntschaft." Issy schien ein Licht aufzugehen. Er blickte nach den Händen! des Fremden, ober sie steckten in Handschuhen. „Tut mir leid," sagte der Jude,„tut mir leid, ober sie ist nicht da. Die Polizei hat heut früh nach ihr geschickt wegen des Kenstngton-Mordes, von dem Sie doch sicher gelesen haben?" „Wann wird sie zurück seist?" „Woher soll ich das wissen? Würd' mich nicht wundern, wenst sie sie den ganzen Tag dabehielten, so was die Polizei»ist." „Das ist doch zu dumm!" rief der Fremde.„Und ich hätte so! dringend mit Ra... mit Rosa zu reden." „Geschäftssache, sagten Sie, nicht?" „Davon Hab ich nichts gesagt." Da» Gespräch verstummte. Um das peinlich« Schweigen zü überbrücken, zog Mr. Soker aus seiner Westentasch« einen sehr schmutzigen Bleistift und begann sich die Zähne damit zu stochern» (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. immmtimniiiinimfflimmnnMimiiiimiMmmiiniiiwmniiimnmmmHmmiiiimmHRwwimmHiwiramimimmimiimiraiiiiimBtimnnmmmiimiimtmiimnimiiiiiraimmim „Groß Trara und nichts dahinter/' Zu einer Kundgebung und vor ollem zu einer politischen, ge- hören heute Fahnen— und wenn«in hohes Tier erwartet wird— auch Postkartenverkäufer. Es ist ein abwechslungsreiches Gewerbe. Das eine Mol preisen die Verkäufer Hitler als Retter Deutschland», dann wieder einmal Marx als den ewig unvergänglichen Reichs- kanzler und dann kommen die Ozcanflieger an die Reihe. Don der S t a h l h e l m k u n d g e b u n g für die Ozeanflieger am Montag oersprachen sich die Verkäufer ein ganz dickes Geschäft. Sie waren rechtzeitig mit schwarzweißroten Fähnchen und mit Postkarten der drei Helden zur Stelle. Nur die Käufer kamen nicht. Die unifor- mierten Stahlhelmer drückten sich so schnell wie möglich in den Sport- palast, denn in den umliegenden Straßen standen nicht nur„Freund« und Gönner" des Stahlhelm». Und dos übrige Publikum wollte zwar mal die Flieger sehen, konnte ober nicht die Begeisterung auf- bringen schworzweißrote Fahnen zu kaufen. So wurden auch vor dem Sportpalast keine schwarzweißroten Fahnen zur Begrüßung der Flieger geschwenkt. Die Kartenverkäufer fluchten nicht schlecht, ol» sie ihre Karten in der Hand behielten. Treuherzig meint einer: „Groß Trara und nichts dahinter, i4 Karten Hab ick verkoft." Vor dem Berliner Sportpalast Hot man wieder einmal gespürt, daß die Berliner Bevölkerung für die Muselmännergarde des Herrn Seldte nichts übrig hat. Es ist alles schon dagewesen. Zu unserer Notiz:„Eintrittspreis nach Gewicht" schreibt uns ein Leser: Einige Jahr« vor Kriegsausbruch nahm ich ol» Gast an einem vom Verband der Stukkateur« in Berlin veranstalteten Herrenabend teil. Bereits hier verfiel man auf di« originell« Idee. den Eintrittspreis nach dem Gewicht zu bemessen, und zwar war für jedes Kilogramm 1 Pfennig zu entrichten. Hierfür wurde nach dem Programm warmes Essen in Aussicht gestellt. Da» wurde aber leider nur in Form eines Salzherings mit Pellkartoffeln verabreicht, während der größte Teil der Anwesenden sich mindestens auf Dick- dein mit Erbsen gespitzt hatte. Es ist also alles schon dagewesen! Ein tüchtiger Händler. In einem westlichen Vorort Berlins passiert« mit einem Ober- leutnant ein« lustige Geschichte. Im Hausflur begegnete er einem etwas jüdisch aussehenden Händler mit Büchern:„Wollen Sie nicht da» allerneueste Witzbuch mitnehmen, 1 Mark?" Der Oberleutnant denkt sich, jüdische Witze kann man immer gebrauchen, auch wenn man die Juden nicht leiden kann. Schon hat er«in Heft gekauft, gibt dem Händler nebst der Mark seine Visitenkarte und schärst ihm ein, daß er im dritten Stock, wo derselbe Name stehe, nicht mehr vorzusprechen brauche. Aber« tüchtig, wie der Händler ist, klingelt er an der Tür und weist der Frau de» Oberleutnant» die Kart« vor, mit dem Bemerken, daß sie für ihren Mann das Witzbuch kaufen solle. Nachdem er so den zweiten Verkauf getätigt hatte, verläßt er da» Haus. Der Zu- fall will es, daß der Herr Oberleutnant etwas vergessen hatte, noch einmal umkehrte und nun erfuhr, daß der Händler auch seiner Frau «in Buch aufgeschwatzt hatte. Wütend befahl er dem Hausmädchen, sie soll« den Juden tot oder lebendig herbeischaffen. Das Mädchen stürzt auf die Straße. Sie findet tatsächlich den Händler und sagte ihm, er möchte sofort zu ihrem Herrn kommen. Der Händler dachte nicht daran und bemerkte nur:„Sehen Sie, bin ein alter Mann, der Herr Oberleutnant will«in Witzbuch haben, geben Sie mir eine Mark und nehmen Sie es ihm mit." Gesagt, getan. Als Anna freudestrahlend mit dem dritten Witzbuch vor den Herrn Oberleutnant trat, war die Katastrophe im Hause nicht mehr abzuwenden. Ein klassisches Verbot. Aus Hinterpommern wird dem Stettiner„Volksboten" ge» schrieben: Die Gemeinde Rensekow im Kreise Greifcnberg sperrt ihren Wald mit folgender Verbotstafel: „Das Betreten der Rensekowcr Waldungen ist den Holz- dieben. Spaziergängern, Schulen und Vereinen in betreff der Iagdnutzung und Feuersgefahr verboten. Zuwiderhandlungen werden zur Anzeige gebrocht. Gemeinde Rensekow." In der Aufzählung hätten«in betreff her Iagdnutzung" un« bedingt auch die Wilddiebe nach genennt werden müssen. Die Probe. Von dem Forscher Amundsen wird eine nette kleine Geschichte erzählt: Als er einmal wieder eine Nordpolexpedition zusammen- stellen wollte, suchte er unerschrockene, mutige Männer. Unter vielen meldete sich auch ein kleiner, etwas ängstlich aussehender Herr bei dem Forscher, um, wie er behauptete, sich als mutiger Mann dev Expedition anzuschließen. Amundsen sah den Verwegenen eine Weils an, nahm«inen Revolver und schoß ihm den Hut vom Kopf. Er« staunt über den Mut, den der Mann zutage legte, forderte er ihn auf, das Jackett zu öffnen, um es durchschießen zu können. Aeußerst befriedigt erklärt« er dem Unerschrockenen, daß er der richtig« Mann sei und fragte, was er für die Beschädigung des Hutes und des Jacketts oerlange. Da meinte der Held:„Hut und Jackett wollen Sie nur ersetzen, die Hose nicht?" Der chinesische General und Ludendorff. Ich Hab neulich eine wunderschöne Skizze über einen chinesischen General der Tschangtsolin-Armee gelesen. Die Skizze spielt in Tientfin. Im Palast des Generals, der unerhört reich ist. Diener bringen Blumen. Die Säle werden in einen großen Garten oerwandelt. Bestickte, seidene Kissen werden auf den Boden verteilt, in der Küche eilen geschäftig die Köche hin und her, um die teuersten Speisen zuzubereiten. Der chinesische General erwartet viel« Gäste. Die Eingeladenen kommen all«. Sie wissen, daß es kein freu, digcs Familienfest zu feiern gilt. Es gilt Abschied zu nehmen von dem General... für immer. Seine Truppen hoben ihn verlassen. Er hat schwer« taktische Fehler im Kampf gegen die Südtruppen begongen. Darum muß er„Abschied" nehmen. Vier Stunden dauert das Fest. Musik spielt auf. Fröhliche Ge« spräche erheitern die Stunden. Um Mitternacht erscheinen Diener mit brennenden Fackeln, nehmen den General'in ihre Mitte. Die Gäste schließen sich an. Der feierliche Zug geht in den Hof des Palastes. Der General entblößt seinen Hals, kniet nieder. Ein Soldat schlägt ihm den Kopf ob. • Dos der kurze Inhalt der Skizze. Ich weiß, es war boshaft von mir, wenn ich still vor mich hinmurmelte, da ich noch ergriffen von der Schilderung war: „Und Ludendorff kaufte sich eine blau« Brill« und floh nach Schweden!" Gimbim. j Der Bundestag in Leipzig. Die Delegierten für die Tätigkeit des Vorstandes. = M. J. Leipzig, 25. Juni.| Nach den stürmischen Borgängen in der Sonntagsfizung, die zum Ausschluß der tommunistischen Hauptschreier führten, fonnte sich der Bundestag des Arbeiter Turn- und Sportbundes der Erledigung der eigentlichen Tagesordnung zuwenden. Doch die Erregung über das organisierte, jedem An standsgefühl hohnsprechende Auftreten der kommunistischen Parteisekretäre und ihrer Gefolgschaft zitterte noch lange nach. So hatten sich viele Delegierte aus dem Reiche die Berliner„ Opposition" nicht vorgestellt; um so größer war der Unmut über diese Organisations schädiger. Aber die Bundesdelegierten fanden den rechten Weg. Sie stellten das Interesse der Bundesmitglieder an ihre Organisation über das Interesse, das die kommunistische Partei auf Befehl Mosfaus an den Bund zu nehmen hatte und folgten dem Bundes vorstand in seinen Maßnahmen. Mit überwältigender Mehrheit wurde folgende, vom Bundesvorstand eingebrachte Resolution angenommen: den eine Trennung der Bundesschule vom Bundesverlag durchgeführt werden wird, die Schule geht zur Organisation über. Das Bundesgeschäft und der Verlag haben sich glänzend entwidelt, sie haben zum guten Teil den Bund vorwärts gebracht. Der Geschäftsführer forderte die Mitglieder auf, ihren gesamten Bedarf im eigenen Geschäft zu decken. In der Diskussion wurden die Arbeiten des Bundesvorstandes im allgemeinen gutgeheißen. Die meisten Redner brachten immer wieder den Unwillen über die kommunistische Wühlarbeit zum Ausdruck. Das Berhältnis zu den Reichsbannerfportabteilungen fand verschiedene Beurteilung. Während einige Disfuffionsredner eine Zusammenarbeit zwischen Bund und Sportabteilungen ab lehnten, forderten andere eine Annäherung, indem sie auf die überwiegend proletarische Zusammensetzung der Sportabteilungen hinwies. Keller Stuttgart gab zu bedenken, daß doch der Der 16. Bundestag des Arbeiter- Turn- und Sportbundes Arbeiter Turn- und Sportbund dem Reichsbanner die SportausDer 16. Bundestag des Arbeiter- Turn- und Sportbundesübung nicht verbieten könne; demzufolge sollte man in dem Verftellt mit Bedauern fest, daß die KPD., deren Presse und die von wäre das organisatorisch und taktisch richtigere. Gehörig rechnete hältnis zum Reichsbanner eine Aenderung eintreten lassen, das dann noch einmal Büchler- Wien mit den Kommunisten ab. Er schloß seine mit größtem Beifall aufgenommenen Ausführungen: Der Arbeiter Turn- und Sportbund wird feinen ehrlichen Kommunisten zurüdweisen, der nach den Gesezen des Bundes mitwirten will, hinaus ihr betreuten Berbände und Einrichtungen immer wieder versucht haben, durch Propagierung der RS3. in Deutschland Bildung von Sportfcaffionen und Zellen, 2bhaltung von Sigungen und Konferenzen und durch unerhörte Beschimpfungen und Berleum-. dungen des Bundes und seiner Führer, Mißtrauen zu jäen und den Streit um die Partei in unseren Bund zu fragen. Da alle bisher ausgesprochenen Mahnungen und Berwarnungen des Bundes fruchtlos geblieben find, erklärt der 16. Bundestag, daß der Arbeiter- Turn- und Sportbund zu der KPD. und deren Einrichtungen keinerlei Beziehungen mehr aufrecht erhält. Gegen Teile der Organisation oder gegen Mitglieder des Bundes, die in Gemeinschaft oder Auftrag der KPD. oder deren Einrichtungen gegen den Bund arbeiten, soll der Bundesvorstand mit allen statutarischen Mitteln vorgehen, um dem organisationsschädigenden Treiben gegen unseren Bund und feine Einrichtungen endlich ein Ende zu bereiten. Das Geschrei, das nun von Kommunisten und fommunistischer Breffe angestimmt werden wird, wird auch in diesem Falle wieder dasselbe sein, daß bei solchen Gelegenheiten immer einsetzt. Doch Schaden macht flug und die Mitglieder des Arbeiter- Turn- und Sportbundes werden das Ergebnis des zweiten Verhandlungstages als den Weg zu neuem Aufstieg, zu neuer Blüte ansehen! Aus dem Geschäftsbericht des Bundesvorsitzenden Gel fert ist noch seine Stellungnahme zu der Beteiligung von Arbeiter: sportvereinen an Veranstaltungen der Behörden und Kommunen, bei denen auch bürgerliche Vereine beteiligt sind, hervorzuheben. Gellert vertrat durchaus den Standpunkt, den der Abend" in der Frage stets einnahm, nämlich, daß eine örtliche und zeitliche Trennung von den bürgerlichen Vorführungen gegeben fein muß. Die Einstellung der Sozialdemokraten zum Bund wurde rühmend hervorgehoben; parteipolitifdje Agitations anträge in den Parlamenten bezeichnete der Berichterstatter als wertlos. „ Wir wollen endlich Ruhe haben", schloß Gellert ,,, das fann nur geschehen, wenn die Arbeitersportler stärker als bisher die Mitgliedschaft in der Sozialdemokhratie betonen und allen Verbrechern, die die Organisation zerstören wollen, die Tür weisen."( Lebhafter Beifall.) 21s Bertreter des preußischen Staatsministeriuins fand Ministerialrat Dr. Mallwitz anerkennende Worte für die soziale und tulturelle Bedeutung des Arbeitersports. Funktionäre abgehalten. 3u flagen mar barüber, daß Rurfiften von ihrer Arbeitsstelle entweder gar nicht, oder nur furze Zeit fortfamen. Die Forderung nach Anstellung und Ausbildung von Banderlehrern sei nach Benedig zwar eine ideale Forderung, fie dürfte aber zunächst noch an der finanziellen Undurchführbarkeit scheitern. Die Berhandlungen wurden auf Dienstag vertagt. Sportfest in Köpenick. Wie stets, wurde auch das diesjährige Sportfest des Sport vereins„ Eiche" von einigen Regenschauern heimgesucht, und doch wurden troß fühler Witterung gute Durchschnittsleistungen erzielt. Die relativ beste Leistung des Tages vollbrachte der Jugendliche Görj( ASC.) mit einem Hochsprung von 1,70 Meter, während die Männer Körsten( NO. 06) und Zain( ASC.) mur 1,65 Meter erreichten. Die Wurffonkurrenzen brachten, wie immer, nur Durch schnittsresultate. So stieß Klemte( Siemensstadt) die Kugel 10,89 Meter; derselbe Sportler gewann auch den Weitsprung mit 6,29 Meter. Ungünstig wirfte der heftige Bind auf die Laufresultate; trotzdem ist die Zeit von 4: 31,3 Minuten im 1500- MeterLauf für Jungmannen erwähnenswert. Den 100- meter- Lauf gewann überraschenderweise Bohl( Bohnsdorf) vor Körften( NO. 06). In Abwesenheit von ASC. gewann Nord- Ost die 4 × 100 Meter vor Lichtenberg. Interessant verlief die 10 × 1 Runde, in der ASC., Nord- Ost und Lichtenberg abwechselnd um die Führung fämpften; wurde von den Frauen in diesem Jahre 1,32 Meter übersprungen. Sieger blieb zum Schluß der ASC. vor Lichtenberg. Erstmalig Eine gute Leistung erzielte Zain( ASC.) im Distusmurf mit 24,47 meter. Die Bohnsdorfer Frauen zeigten sich in der 10 × 100. Meter- Stafette Lichtenberg und ASC. überlegen. Männer. 1500 Meter( 08-09): 1. Werner( Bohnsdorf), 4: 31,3; 2. Gras mann( Adlershof), Bruftbreite zurüd; 3. Rochan( Röpenid), 30 Meter zurüd. Weitsprung: 1. Alemte( Siemensstadt), 6,29 Meter: 2. Krapf( Fichte- Nord), 5,97 Meter.( Friedrichs. Rugelftoßen: 1. Klemple( Siemensstadt), auger Ronkurrens ie 1,65 Meter. gewiefen aber wird jeder bezahlte Agent Sowjet- bagen), Bain( GG.), Sörften.( Nord- Off 06); je 1,60 Meter; hair und Störter rublands!" Bundesjugendleiter Drees forderte Mitarbeit an allen Jugendorganisationen und-verbänden. Man solle nicht engherzig sein, sich nicht durch eine Mauer abschließen, sondern die Tore weit aufmachen, um heranzukommen an die Jugend. Nach den Schlußworten der Berichterstatter wurde über die Anträge zu den Geschäftsberichten abgestimmt. Bon den allgemein intereffierenden Anträgen sind zu erwähnen: Der Bundestag stellte sich mit größter Mehrheit hinter die Beschlüsse des Kongresses der Sozialistischen Arbeitersportinternationale in Helsingfors. Bundesmitglieder, die trotz des bestehenden Verbotes zu sportlichen Veranstaltungen nach Rußland fahren, können nicht Mitglieder des Bundes sein; Funktionäre, die das unterstüßen, stellen sich ebenfalls außerhalb des Bundes. Eine ganze Reihe kommunistischer Anträge aus dem ersten Kreise( Berlin- Brandenburg) wurden gegen geringe Minderheiten abgelehnt. Die Kreise Sachsen- Braunschweig banneri portabteilungen ablehnende Anträge gestellt. Der und Schlesien hatten in der Frage der Aufnahme von ReichsBundestag konnte sich diesen Anträgen jedoch nicht anschließen. Eine heitere Note fam dann noch einmal in die Verhandlungen, als der Verhandlungsleiter den Eingang einer Resolution zum Geschäftsbericht" befanntgab, die sechs engbeschriebene Schreibmaschinenfeiten lang sei und vor einiger Zeit bereits als Leitartikel in einer tommu= nistischen Zeitung geftanden hätte. Die Delegierten verzichteten freudig auf die Verlesung und die Vervielfältigung, die Kommunisten hatten sich eine neue Blamage geholt. Mit über 200 Stimmen( bei 200 Delegierten und etwa 40 anwesenden höheren Funktionären!) wurde dann unter großem Beifall die eingangs gebrachte Resolution des Bundesvorstandes gegen die Einmischung der Kommunistischen Partei in das Bundesleben angenommen. Den Bericht von der Tätigkeit der Bundesschule Die Montagsverhandlungen beginnen mit den Berichten des Bundesausschusses, des Bundesgeschäfts| gab Benedig. Seit ihrem Bestehen haben 91 Lehrgänge mit führers und des Kassierers. Die an den Bundesausschuß 2456 Teilnehmern stattgefunden. Den Hauptanteil daran haben gelangten Beschwerden hatten meist politischen Hintergrund. Ge- natürlich die Bundesmitglieder, doch haben auch der DGB., die schäftsführer Schubert teilte mit, daß aus finanztechnischen Grün- Sozialistische Arbeiterjugend und die Kinderfreunde Kurse für ihre Rorb), 10,18 meter. Distuswerfen: 1. John( openia), 30,82 Meter; 2. Webn ( Nord- Ost 06), 20,20 Meter; 3. Reumann( Fichte- Nord), 28,38 Meter. Speer. werfen( Einladung): 1. Rörsten( Nord- Ost 06), 45,19 Meter; 2. Schulz( Fichte. Norb), 43,78 Meter; 3. Ahnert( Röpenid), 43,44 meter. 5000 Meter: 1. Graß. mann( Vblershof), 17: 13,5; 2. Gärtner( Friedrichshagen), 4 Meter zurüd; 3. Bud( Röpenid), 17: 49,5, Schleuberball( Alte Herren): 1. 8ain( ASC.), 40,90 Meter; 2. Bernd( Bohnsdorf), 37,75 Meter: 3. Miethling( Röpenick). 37 Meter. 100 meter: 1. Bohl( Bohnsdorf), 11,6; 2, Rörften( Nord- Oft 06), 11,7; 3. Trazel( Lichtenberg), 12. 4X100 Meter: 2auf A: 1. Nord- Oft 06, 46,2; 2. Sichtenberg, 46,6; 3. ASC., 10 Meter aurid. Sauf B: 1. Fichte- Nord, 47,2; 2. Bohnsdorf, 47,4; 3. Reutöln, 8 tir. zur. 10X 1 b.( 300 mtr.): 1. AGC., 7: 51,2; 2. Lichtenberg, 30 Meter zurüd: 3. Rord- Ost 06, weitere 20 Meter zurüd. Jugend 10/11. Sochsprung: 1. Görich( ASC.), 1,65 Meter( außer Ronkurrenz 1.70 Meter neue Bundeshöchstleiftung); 2. Saub( AGC.), 1,55 Meter: 3. Orts. Schulta( Fichte), 1,50 Meter. Rugelstoßen: 1. Saub( AGC.), 10,87 Meter; 2. Paprokki( UGC.), 10,81 Meter: 3. Rahrgang( Bohnsdorf), 10,68 meter. Distuswerfen: 1. Elsholz( Adlershof), 34,28 Meter; 2. Jander( Fichte- Nord), 30,52 Reter; 3. Paprogti( AGC.), 30 Meter. 100 Meter: 1. Schneider( Reuföln) und Jander( Fichte- Norb), je 12; 3. Stier( Nord- Dft 06), 12,2. 1000 Meter: 1. Graffat( Nord- Ost 06), 3:01; 2. Lehmann( Röpenid), 10 Meter aurid; 3. Arohn( Bohnsdorf), weitere 10 Meter zurüd. Jugend 12/14. Weitsprung: 1. Müller( Röpenid), 5,12 Meter; 2. Lehmann( Nord- Ost 06) und Saafe( Rope. nid), je 5,05 Meter. Rugelftoßen: 1. Blödorn( Röpenid), 10,32 Meter; 2. Saale ( Röpenid), 9,86 Meter; 3. Magdeburg( Friedrichshagen), 9,47 Refer. Speer. werfen: 1. Lehmann( Nord- Oft 06), 35,45 Meter; 2. Saale( Röpenid), 35,24 Dteter: 3. Riendorf( Adlershof), 32,26 eter. 800 meter: 1. Maler ( Röpenid), 3: 24.1; 2. Echönrad( AGC.), 2: 25,1; 3. Hofmann( Adlershof). 3: 25,9. 10X Runde( 150 Meter): 1. AEC., 8: 21.1; 2. Steutölln, 3: 25,0; 3. Röpenid. Franen. Sochsprung: 1. Rippel( Lichtenberg) und Hirsch ( Röpenid), je 1.32 Meter; 3. Busch( Neukölln) und Hermann( AGC.), je 1,27 Reter. Beitsprung: 1. Lahl( Lichtenberg), 4,57 Metez; 2. König( öpc. Rid), 4,82 meter; 3. Thiele( Bohnsdorf), 4,30 Meter. Augelstoßen: 1. Sain ( AGC.), 7,62 Meter; 2. Kretschmar( ASC.), 7.23 Meter: 3. 8ippel( Lichtenberg), 6.96 Meter. Distuswerfen: 1. Rain( GC.), 24.47 Meter: 2. Böfel( AGC.). 19,11 Meter; 3. Sippel( Lichtenberg), 18,49 meter. 100 meter: 1. Rulbazki ( ASC.), 14.1; 2. Döhrwald und Lahl( Lichtenberg), 14.2. 10X100 Meter: Lauf A: 1. Bohnsdorf, 2: 28.2; 2. Lichtenberg, 2: 31,6: 3. ASC., 8 Meter zurüid. Lauf B: 1. Ablershof. 2: 33.4; 2. Friedrichshagen, 2: 35,7; 3. Röpenid. Sandballspiel: Männer Bohnsdorf gegen Köpenid. Märkische Vogelarten. Ueber dieses Thema spricht der Genoffe 2am pafiad in der nächsten Zusammenkunft der Abteilung Mitte des Touristenvereins ,, Die Naturfreunde" am Mittwoch, dem 27. Juni, abends 8 Uhr,.im Sigungszimmer der Geschäftsstelle 24, Johannisstraße 14/15. Gäste herzlich willkommen. Ein neues Ferienheim ist dieser Tage von dem Touristenverein„ Die Naturfreunde" in Frauenwald( Thür.) in Betrieb gegeben worden. Der Bau murde ausgeführt von der Ferienheimgenossenschaft Naturfreunde, Jena. A ЛЕЧАТ.ОЙЖ andmed L Neue Arbeit leisten TABAKDORF AM KARASU somaud wurde durch unfere.OBERST" über Jacht zum geflügelten Mort. Nicht aber am..Neuen fiegt uns so fehr, als an der Wertung unserer ernsten fachlichen. Arbeit. In einer mit unendlicher Geduld und Sorgfalt durchgeführten Vorbereitung entstand das, was ieht dem Raucher so hohen Genuß bereitet- unfere SS3- A1 OBERST 5 Waldorf, NEUE ARBEIT" Astoria A.KUSCHE Handball. Ein Sonntag der guten Ergebnisse. das Groß Berlin- Wedding- Frauen gewannen Wiederholungsspiel um die Kreismeisterschaft gegen Lichtenberg, 2. Abtlg., in überlegener Weise mit 4: 1( 2: 1) und zeigten dadurch, daß sie doch die Kreismeisterschaftswürde erhalten können. Die Weddinger hatten Anwurf. Es gelingt ihnen durch einen guten Durchbruch der lintsaußen Stürmerin bald das erste Tor. Lichtenberg wird durch dieses Tor lebendiger und kann in furzer Zeit den Ausgleich und das Ehrentor herbeiführen, während Wedding nach Wie setze ich mein Recht durch? Es ist an dieser Stelle schon gejagt worden, daß man zu einem Termin erscheinen muß. zu dem man mit einer Klage geladen wird. Das ergibt sich deutlich aus der Terminsladung, die man vom Gericht erhält, wenn man fich die Ladung nur durchlieft. Berson mit schriftlicher Vollmacht vertreten läßt, wie dies beint Amtsgericht zulässig ist. Für das neue Arbeitsgerichtsverfahren gilt allerdings, daß die Parteien beim Landesarbeitsgericht sich außer durch Anwälte auch durch Angestellte und Mitglieder von Bereinigungen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber vertreten lassen können. Man findet aber immer wieder, daß die Empfänger solche ihnen einigen Minuten wieder in Führung geht. Durch das weitmajchige überfliegen fie nur und bilden fich ein, zu wissen, was darin steht. haltenen Anordnungen schadet die Läffigteit auch beim Bestreiten Vortragen der Angriffe Ebenso wie bei der Nichtbefolgung der in den Ladungen ent und der Beschaffung von Beweismitteln. Es genügt nämlich nicht eine Forderung getilgt hat, es ist nicht ausreichend, zu sagen: zu behaupten, daß man einen Anspruch hat, oder daß man Häufig zu ihrem größten Nachteil! So passiert es tatsächlich immer Lichtenberg sich mit der engen Spieltaktit nicht entfalten konnte. Fichte 7. Abilg. weilte zur Turnhalleneinweihung in wieder bei Klagen, die vor das Landgericht laden, das für Objekte Spremberg( Laufiz) und gewann überlegen mit 13: 5( 8: 2). über 500 Mart zuständig ist.( Abgesehen davon hauptsächlich für Fichte Nord- Jugend hatte Trotha- Halle zu Gaste und ge- Chefachen.) In einer solchen Ladung vor das Landgericht, mit der wann hier mit dem knappen Endresultat von 7: 5, trotzdem sie bis die Klage beginnt oder endet, befindet sich nämlich die Aufforderung, zur Bause noch mit 4: 0 führten. Die Hennigsdorfer einen beim Landgericht zugelaffenen Anwalt Jugend mußte zwei reichlich hohe Niederlagen hinnehmen; am zum Vertreter zu bestellen", was bedeutet, daß vor dem Landgericht Donnerstag verloren sie gegen Groß- Berlin- Wedding II mit 8: 4 der sogenannte ,, Anwaltszwang" herrscht, d. h. der Kläger muß die ( 1: 3) und am Sonntag gegen Groß- Berlin- Rosenthal mit 14: 2 Klage durch einen Anwalt einreichen lassen, der Beklagte muß sich ( 82). Hennigsdorf Männer und Groß- Berlin gegen die Klage durch einen Anwalt verteidigen. Weder Kläger Beweise man ihm im Falle des Bestreitens zur Verfügung stellt, Rosenthal trennten sich 1: 3( 2: 1). Fichte 20 Abtlg. noch Betlagter fönnen selbst auftreten. Auch wenn 3. B. der Beklagte felbft in Person erscheint, weil er, wie dies häufig Männer und Jugend zogen die Sonnenwende einem ange= ſetzten Spiel vor, in Belten konnten darum nur die Frauenmann- der Fall ist, die Aufforderung zur Bestellung eines Anwalts überschaften spielen. Bei einem guten Stellungsspiel gewann Groß- fehen hat, ergeht gegen ihn Berfäumnisurteil, und damit treten die Berlin- Rosenthal über Freie Turnerschaft- Belten mit 2: 1( 0: 1). in dem ersten Artikel erwähnten unangenehmen Folgen wie vorWas Rosenthal an Spielerfahrung voraus hatte, suchte Belten durchläufige Vollstreckbarkeit und Kostenpflicht ein. Hieraus ist also zu größeren Eifer wettzumachen. Den Wind nüßte Rosenthal in der ersehen, zweiten Halbzeit gut aus. Die jungen Frauenmannschaften der Fußballvereine Ballspielklub Welten und Nordiska trennten fich 0: 1( 0: 0). Weitere Ergebnisse: Männer Fichte- Nord gegen Fichte- Süd 8: 2( 5: 0); Eiche- Köpenid gegen Bohnsdorf 7: 0( 2: 0. Zehdenick II gegen Fichte 10. Abtlg. I 1: 0( 0: 0). Zehdenick I gegen Velten II 3: 0( 0: 0); Lichtenberg 2. Abtlg. gegen Neukölln 1. Abtlg. 1: 6( 1: 4); Jugend: Eiche- Köpenick gegen Brandenburg Ich, Müller, habe dem Schulze ein Darlehen von 50 m. ge geben" oder„ Ich, Schulze, habe dem Müller das Darlehen zurückgegeben," sondern man muß diese Behauptungen auch, wenn sie der Gegner bestreitet, beweisen. Man erlebt immer wieder von neuem bei den Gerichten, wie erstaunt eine Partei ist, wenn eine Behauptung, die sie selbst für unumstößlich wahr gehalten hat, plözFrage des welche häufig erwidert, es sei ganz ausgeschlossen, daß die Behauptung beftritten werden könne. Genau so erstaunt find viele Leute auf dem Gericht dann, wenn der Richter, wie ohne weiteres selbstverständlich, feiner von zwei widerstreitenden Behauptungen der Parteien den Borzug gibt, sondern daß er in solchem Fall von der beweispflichtigen Partei auch die Beweise verlangt. Es tommt also darauf an, für bestrittene a) alle Schriftstüde, die vom Gericht tommen, muß man ge- Behauptungen Beweise zu haben. Nun haben viele Parteien die nau durchlesen und befolgen; Beweise,& B. hat tatsächlich der Darlehensgeber einen Schuldschein, oder der Darlehensnehmer eine Quittung über den zurüdgezahlten b) vor dem Landgericht herrscht Anwaltszwang. Es genügt auch nicht, wenn der Beklagte sich durch eine andere Betrag. Aber häufig nehmen sie diese wichtigen Schriftstücke nicht zum Termin mit, sondern lassen sie zu Hause und wundern sich dann, wenn der Termin vertagt werden muß, damit die Schriftstücke vorgelegt werden können. 1. Abilg. 4: 2( 0: 2); Fichte 7. Abtlg. gegen Fichte 10. 26tlg. 5: 4 Afrikanische Schleichkatzen im Zoo find aufzubewahren und zum Termin mitzubringen, denn sonst ist ( 2: 3) und gegen Friedrichshagen 4: 3( 2: 1). Reni Erkens schwimmt Rekord. Bei den westdeutschen Schwimmeisterschaften in Koblenz ver besserte Reni Ertens( Oberhausen) die von ihr mit 1:14 gehaltene deutsche Bestleistung im 100- meter Freistilschwim men auf 1:13, 6. Die Leistung ist um so höher zu veranschlagen, als das Wasser für die Erzielung guter Zeiten nicht gerade günstig rar. Vereinskalender, Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Ortsgruppe Berlin: Connabend, 30. Juni 1. Juli, Connenwendfeier auf dem Vereinsgrundstück am Ledersee. Aus dem Programm: Chor der Jungen, Sprech- und Bewegungsdor der Volksbühne, Stezitation, Ansprache, Connenmendfeuer. Beginn 24 Uhr. Ciniaßkarten zu 50 Pf. bei den Funktionären, in der Geschäftsstelle, Johannis straße 15, und auf dem Festplag. Zu den Rügen 15.57 und 17.35 sind besonodere Wagen eingestellt. Zug 17.35 hat Anschluß an die Kleinbahn nach Schöpffuhrt, sonst Postauio von Eberswalde. Abt. Friedrichshain: Dienstag, 26. Juni, 20 Uhr, Ebertnftr. 12, Geschäftliches, Singfang. Abt. Friedenau: Dienstag, 26. Juri, 20 Uhr, Offenbacher Str. 5a, Bortrag. Abt. Norden: Dienstag, 26. Juni, Abendspaziergang. Abt. Wedding: Dienstag, 26. Juni, 20 Uhr, Turiner, Ecke Geestraße, Connenwende. Abt. Treptow: Dienstag, 26. Juni, 18 Uhr Spielen Wiese am Treptower Part. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 28. Juni, Abendwanderung nach dem Rosengarten( Tiergarten). Treffpunft 19 Uhr Brandenburger Tor( Reichstagsfeite). Abt. Tiergarten: Donnerstag, 28. Juni, 20 Uhr, Lehrter Str. 18-19, Gingiangabend. Abt. Lichtenberg: Tonnerstag, 28. Juni, 20 Uhr, Scharnweberstr. 23, Bon Rhein und Mosel Abt. Söneberg: Donnerstag, 28. Juni, 20 Uhr, Sauptstr. 15, Lefeabend. Abt, Südwest: Donnerstag, 28. Juni, 18 Uhr, Spielen im Volfs part. Naturwissenschaftliche Abt.: Donnerstag, 28, Juni, 20 Uhr, Johannisstraße 15, Geschäftliches, Singfang. ** Abt. Mitte fährt zur Connenwendfeier am Sonnabend ab Stettiner Fernbahnhof 17.35 Uhr( Anschluß an Albahn) und 20.30 Uhr. Wer mit diesem Zuge fahren will, muß sich vorher beim Reisebureau, N. 24, Johannisstr. 15, wegen Einfegung eines Conderwagens der Reichspost anmelden. Berliner Arbeiter- Echachklub. Dienstag, 26. Juni, 20 Uhr: Abt. Charlotten burg: Bismarcftr. 56. Abt. Nordwest: Wilhelmshavener Str. 24. Abt.: Norden: Tegeler Str. 23. Abt. Weißensee: Lehderstr. 122. Abt. Humboldthain: Boftastr. 19. Abt. Memet: Memeler Str. 10. Abt. Lichtenberg: Gürtel, Ecke Dossestraße. Werbebezirk Nord: Bezirkswettkampf Reinickendorf- Oft gegen Reinickendorf- West im Lotal Scharnweberstr. 115. Gäste stets willkommen. Mittwoch, 27. Juni, 20 Uhr: Abt. Friedrichshain: Kochhannstr. 41. Abt. Lühow: Rosinenstr. 12. Abt. Gartenplag: Pflugstr. 8. Abt. Westen: Yord. straße 36. Werbebezirk Nord: Bezirkswettkampf Humboldthain gegen Wedding im Lokal Voltastr. 19. Gäfte stets willkommen. Freie Turnerschaft Neukölln. Am 27. Juni, 19 Uhr, findet die außerordent. liche Bereinsversammlung auf dem Turnplak Dammweg statt. Tagesordnung: Austritt aus dem Kartellverband? SPD.- Sportler des 5. Bezirks( Friedrichshain). Mittwoch, 27. Juni, Berfammlung bei Busch, Tilsiter Str. 27. Tagesordnung: Das neue Freie Sport. fartell. Anfang pünktlich 20 Uhr. Mitgliedsbuch der Partei legitimiert. Ruderverein Collegia" Charlottenburg. 28. Juni Generalversammlung im Bootshaus. Free Faltbootfahrer Berlin. Donnerstag, 28. Juni, Geschäftliches: Wir und das Arbeiter- Sportkartell. Eonntag, 1. Juli, Startverbot. PROGRAMM für die Zeit vom 26. bis 28. Juni BTL Potsdamer Straße 38 Soll und Haben. 7 Akte mit Mady Christians, H. Brausewetter, Theodor Loos und Rod la Rocque, der Bandit Rheinstraße 14 Das Mädchen der Straße mit Carmen Boni und Zwei Hunde, eln Knochen mit Lupino Lane Ten Neumann Karls bigy es M Hieraus ergibt sich also die Folgerung: Alle wichtigen Urkunden jedes Bestreben der neuen Zivilprozeßordnung, die Zahl der Termine Dr. Albert Baer, Berlin, möglichst abzufürzen, völlig illusorisch. Wetterbericht aus deutschen Reisegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Westerland a. Sylt: wolfig. Helgoland: wolkig. Borfum: Regen. Bremen: wolfig. Hamburg: molfig. Offfee. Travemünde: heiter. Warnemünde: heiter. Saßnig: heiter. Swinemünde; heiter. Stettin: heiter. Kolberg: heiter. Stolp: heiter. Danzig- 3oppot, heiter. Seebad Kranz: heiter. Harz. Schierte: aufheiternd. Harzburg: wolfig. Bad Sachia: moltig, vorher Gewitter. Broden: bebedt, vorher Regen, stürmisch. Thüringen. Erfurt: wolfig. Eisenach: heiter. Bad Liebenstein: wolfig. Oberhof: wolfig. Infelsberg: trübe. Heffen. Wassertuppe/ Rhön: trübe, stürmisch. Sachjen. Dresden: Regen. Annaberg: heiter. Fichtelberg ( Erzgeb.): Gewitter. Schandau: heiter. Zittau: heiter. Schlesien. Breslau: heiter. Flinsberg: woltig. Schreiberhau: woltig. Schneetoppe: heiter, Bad Reinerz: heiter. Bad Landeck: heiter. Rheingebiet. Röln: moltig. Bad Aachen: woltig. Koblenz: Regen. Bad Ems: wolfig. Wiesbaden: wollig, vorher Regen. Frankfurt a. M.: Regen. Feldberg/ Taunus: Regen. Bad Dürtheim: wolfig. Baden. Karlsruhe: woltig. Baden- Baden: wolkig. Feld berg/ Schwarzwald: wolkig. Württemberg. Stuttgart: leicht bewölkt. Freudenstadt: wolkig. Friedrichshafen: heiter. Bayern. Hof: Gewitter. Nürnberg: leicht bewölkt. München: heiter. Garmisch- Partenkirchen: heiter. Zugspize: heiter. Berchtesgaden: heiter. Oberstdorf: heiter. Bad Tölz: heiter. Tegernsee: heiter. Defterreich. Salzburg: ziemlich heiter. Wien: wolkenlos. * Im alten Bogelhaus des Zoologischen Gartens, in dem dauernd zahlreiche zoologische Raritäten untergebracht sind, ist zurzeit eine reichhaltige Sammlung verschiedener Schleichkazen zu sehen. Zunächst die kleinfleckige Harar Ginstertage, die aus dem NordWetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umoften Afrikas, aus Abessinien, stammt und sich im Garten bereits gegend.( Nachbr. verb.) Nach Gewitter mit Abkühlung, veränder Für erfolgreich fortgepflanzt hat. Ferner die größer geflecte Pantterliches Better mit Schauern, frische südwestliche Winde. genette Westafrikas und aus der Sammlung der 300- Oftafrita Deutschland: Bestoftwärts fortschreitende Abkühlung, vielfach mit Gewittern. Expedition noch zwei ostafrikanische Bertreter dieser Art. KINO= TAFEL Süden Th. am Moritzplatz Beg. W.6.15, 9. S. ab 4 Uhr Die Großstadt lockt Ein Frack, ein Claque, eln Mädel Ad. Menjou Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Deutsche Frauen Treue Rivalen der Wildnis Große Bühne Neukölln Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Du sollst der Kaiser meiner Seele sela( Untei Mitwirkung des Max Widetzkyschen Gesangsduetts) Der 41. Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele deutsche Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Schwejk als Kamerad Schnürschuh Odeon, Potsdamer Str. 75 Passage- Lichtspiele Das Mädchen der Straße mit Carmen Boni Turmstraße 12 Majestät schneidet Bubiköpfe mit Maria Paudler. Außerdem: Das Schicksal einer Nacht mit Harry Liedtke Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Die stärkste Sensation d. Jahres Chicago Südwesten Neukölln, Bergstraße 151-152 Du sollst der Kaiser meiner Seele sein( Unter Mitwirkung des Madame wagt einen Seitensprung Große Bühnenschau Friedrichsfelde Max Widetzkyschen Gesangsduetts) Kammerlichtspiele 50 000 Dollar Belohnung Bühnenschau Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Lilian Gish in Annie Laurie Erster Preis- ein Kuß Bühnenschau Osten Film- Palast Kammersäle Concordia- Palast Teltower Str. 1-. W. 6.30, Sbd. 5, Stg. 4 U. H. Liedtke in Liebe und Trompetenblasen Milak, der Grönlandjäger Andreasstraße 64 Rummelplatz des Lebens Der Benzinteufel( Regin. Denny) Große Bühnenschau Kolibri- Lichtspiele Frankfurter Allee 48 Viktoria- Lichtbild- Th. Belle- Alliance- Platz 2 The Kid( Ch. Chaplin, J.Coogan) Madame sans Gène Der Weltkrieg II. Teil: Des Volkes Not Jugendliche haben Zutritt Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Frauen der Leidenschaft( Agnes Esterhazy) Achtung, Spreng stoff( Rich. Talmadge) Norden Alhambra Müllerstr. Humboldt- Theater Streng vertraulich( Edd. Cantor) Badstraße 19 Das Beiprogramm Bühnenschau Pharus Lichtspiele Müllerstr. 142 Jenny Jugo in 6 Mädchen suchen Nachtquartier Titanic, die Stadt der Träume Metro- Palast Chausseestraße 30 Brand im Osten Ist das ein Hundeleben Bühne: 12 Romanos Weißensee Schloßpark Film- Buhne Berliner Allee 205-210 Herbstzeit am Rhein Buffalo Bill junior Buhnenschau Nordwesten Skala- Lichtspiele Welt- Kino Schönhauser Allee 80. Hoppla, wir fliegen Der Geliebte seiner Frau Bühne LSP Lichtspiele am Senefelderplatz Maciste, der Held der Berge Sif. das Weib, das den Mord beging Alt- Moabit 99 Kreuzzug des Welbes Venus im Frack Gesundbrunnen ,, Alhambra" Badstraße 58 Fräulein Laura, seine Witwe Die Bettlerin von Stambul Große Bühnenschau Kabinke Das verrückte Sanatorium Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 PROGRAMM für die Zeit vom 26. bis 28. Juni Reinickendorf- Ost Bürgergarten- Lichtsp. Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Frauenarzt Dr. Schäfer Das gute Beiprogramm Charlottenburg Das große, weiße Schweigen Schlüter- Theater Amerika, d. Land d. unbegrenzt. Möglichkeiten( mit Vortrag) Große Bühnenschau Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Spreewaldwädel mit Cl. Rommer Lee Parry u. H. Liedtke i Regina Große Bühnenschau Pankow Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Zwei unterm Himmelszelt nach Ludwig Wolff Mädels von heute Faun- Lichtspiele Krumme Str. 37, gegenüb. Trinitatiskirche Im siebenten Himmel( Das Glück in der Mansarde) Verborgene Gluten Alhambra- Palast Tivoli- Lichtspiel- Th. Kurfürstendamm 68 Berliner Straße 27 Der Benzinteufel( Reg. Denny) Alles für die Firma( J. Coogan) Große Bühnenschau Palast- Theater Breite Straße 21 a Im Taumel von Paris Alt Wien( Ein Künstlerlében) Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str. 4 Der Himmel auf Erden Das verbotene Paradies Wegen Umbau geschlossen Wiedereröffnung Mitte August Schöneberg irüher Titania( uta Schöneberg Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U. Die Hölle der Jungfrauen Milak, der Grönlandjäger Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5 Ab Mittwoch: Henny Porten in Wehe, wenn sie losgelassen Bühne: Dle Singer- Midgets- Revue