BERLIN Zreitag, 29. Zum 1928 10 Pf. Nr. 304 B150 45. Jahrgang. Antetgensrei«: Die einsraltige Nonvareillejeil« «o Pf., Reklamejeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonro: VorwürtS-Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37ü3S. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche,»MM. proMonat. Redaktion undErxcdition: BerlinSW68,Lindenfir.» Acht Todesanträge in Moskau! Die blutigen Anträge des Staatsanwalts Krylenko. Verwüstung auf Bahnhof Heerstraße. Ein entgleister Arbeitszug. Personen wurden nicht verletzt. Erbitterung gegen Nobile. Einziger Erfolg das papsikreuz am Aordpol. Ein Tendenzprozeß. Moskau, 29. Juni. Der Staatsanwalt der Sowjetunion. Srylento. untersuchte im Schachtyprozeß bisher die Anklage gegen Zl von insgesamt 5Z Angc- Nagten. Er beantragte für die Ingenieure Beresowski, Kalganow. Ivassiljew. Suschtschewjki und Bojarinow sowie die Techniker Andrej Solodub und Alexander Ilekrassow und für Budny die Todes- strafe, gegen 20 AngeNagte verschiedene Gefängnis st rasen. gegen drei Angeklagte bedingte Verurteilung. Die Plädoyers. Moskau. 29. Juni. Bei den Plädoyers im Tchachty-Prozeß sprachen als erste die össemtichen Ankläger. Hinsichtlich der angeklagten Aus- länder führt« Prof. Ossadtschi u. a. aus, die Beweisaufnahme habe ergeben, daß die beschuldigten Ausländer in zwei Kategorien zerfallen, auf der einen Seite diejenigen, die durch Er- Pressungen unserer Ingenieure aus der konterrevolutionären Orga- nisation gezwungen wurden, ihnen«inen Prozentsatz aus den Be- trägen der Auslandsbestellunzcn abzuführen und auf der anderen Seite sind jene, die den Mitgliedern der konterrevolutionären Orga- nisation für die Abnahme minderwertiger Maschinen Bestechung?- gelder gaben, was auch durch die Aussagen der Ausländer während der Gerichtsverhandlung bestätigt wurde. Die öffentliche Meinung in Sowjetrußland glaubt, fuhr Ossadtschi fort. daß. wenn die Ingenieur« der Firma der obengenannten ersten Kategarie nach gerichtlicher Er- wägung aller Totsachen und Umstände ihre Arbeit in der Sowjet- union auch ohne Strafe für ihre erzwungenen Handlungen aus- üben können, doch die Personen der zweiten Kategorie für die Zu- kunft aus der Linie der Lieferanten von Einsuhrwaren ausgeschlossen werden müssen. Oer innerpolitische Zweck. Die Strasanträge im Schachty-Prozeß bestätigen den Eindruck, den man aus dem gesamten Prozeß wie aus der Art der Prozeß- fiihrunz gewinnen mußte. Schon der Ausbau der Anklage zeigte, daß man es hier mit einem Tendenzprozeß schlimmster Art zu tun hat, der weniger der Erforschung der Wahrheit und der Feststellung �emes wirklich begangenen Verbrechens als bestimmten inner- politischen Zwecken dienen soll. Dieser Sachverhalt wurde während der wochenlffngen Berhand- lungen, die den El)arakter eines groß ausgezogenen Theaterspiels trugen, noch mehr unterstrichen. Dieselbe Regie trat in die Erschci- nung, die vor 6 Iahren in dem bekannten Prozeß gegen die Führer der sozialrevolutionären Partei den Moskauer Gerichtssaal zum Mittelpunkt einer ungeheuerlichen demagogischen Aktion gemacht hatte. Auch jetzt war der Hauptzweck der mit dem Schachty-Prozeß verbundenen Aktion, die Aufmerksamkeit des Lölkes von den Miß- ständen in der Wirtschaftsverwaltung abzulenken und Siindenböcke für die eigene Unfähigkeit und Korruption zu finden. Während man täglich in der Sowjetprcsse Klagen über die ungeheuerliche Schlamperei in den staatlich geleiteten Betrieben finde» kann, wird in dem Moskauer Prozeß die Leitmusik hierzu geliefert, nämlich der Hinweis, daß all die ungeheuerlichen Fehler und Mängel der Betriebsführung auf die„sowjetfeindliche G e j i n n u n g" vieler Ingenieure, Techniker usw. zurückzuführen sei. Mit aller Schärfe betonte der Oberstaatsanwalt Krylenko, daß für feine Anträge nicht die Straftat maßgel'end fei, sondern die Gesinnung der Täter. Damit kennzeichnete der höchst« Vertreter der Anklagebehörde selbst den ganzen Prozeß als einen p o l i t i- schen Tendenzprozeß. Fügt man diesem Bilde nach die ganze Summe der behördlichen Einwirkunzen aus die Angeklagten hinzu, die zu erpreßten Geständnissen und Widerrufen führten, so kann man über den ganzen Prozeß kein anderes Urleil fällen, als daß aus bestimmten politischen Erwägungen heraus eine unerhörte Dergcwalrigung des Rechts vorgenommen wird. Wenn dos Gericht die Anträge der Staatsanwaltschaft annimmt, wird es sich von der Anklage der wissentlichen Beugung des Rechts nicht reinwaschen können.____ 172 Millionen erschwindeli. London, 29. 3uni. „Daily Expreß" berichtet über ein großes Schwindel- manöver. durch das eine Anzahl Banken schwer ge- schädigt wurden. Eine Bande internationaler Verbrecher hat mit Hilfe gefälschter Kreditbriese von Londoner und Brüsseler Banken Beträge in Gesamthöhc von 8 0 0 0 0 Pfund (1600 000 VL)«hohe». Zn Norwegen herrscht über Robiles polarflug. der so viele I schwere Opfer getostet hat und wahrscheinlich noch kosten wird.| st a r k st e Verbitterung. Es macht sich um das Schicksal des norwegischen Ttationalhelden Amundsen verzweiselte Besorgnis bemerkbar. Bei Nobile stellt man als seinen einzigen Erfolg fest, daß er ein Kreuz über dem Nordpol abgewor- s e n habe. Erfie Sitzung des Kabinetts. Marx nimmt Abschied. Amtlich wird gemeldet:, f Gestern nachmittag trat unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Marx das alte Reichskabinett zu seiner letzten Sitzung zusammen. Reichs- kan�er Marx sprach den Mitgliedern des Reichskabinetts, insbesondere auch dem infolge Krankheit abwesenden Reichsminisler Dr. S t r e s e m a n n. für ihre Mitarbeit seinen wärmsten Dank aus, der vom Reichsminister Hergt, dem Stellvertreter des Reichskanzlers, zugleich im Namen der übrigen Reichsminister herzlich erwidert wurde. Am Vormittag des 29. Zuni übernahm Reichskanzler Müller- Iranken die Dienstgeschästc im Reichskanzlerpalais, wo ihn der Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. p u e n d e r begrüßte und ihm die Beamten. Angestellten und Hausarbeiter der Reichskanzlei vorstellte. Um 11 Uhr vormittags fand sodann im Reichskanzler- Hause die erste Sitzung des neuen Reichskabinetl» statt. Nach der Vereidigung der neu hinzutretenden Mitglieder des Reichskabinettv durch den Reichskanzler, trat das Kabinett in die erste Beratung der Regierungserklärung ein. An den abwesenden Reichsminister Dr. Strefemann wurde seitens der Reichskanzlei mit Zustimmung des Reichskabinelts ein Bezrüßungstclegramm gerichtet. Amundsens Neffen, dem Jliegerleutnont Amundsen, ist es gelungen, binnen zwei Tagen 70 000 Kronen für seine hilss- expedition zusammen zu bekommen. Major Gran, der Leiter der neuen norwegischen Hilfsexpedition zur Aufsuchung Ainundsens, hat einem Sonderkorrespondenten des „Eorriere della Sera" in Oslo u. a. erklärt, bei den geplanten Nachforschungen lassen wir uns ganz von der Kenntnis des Charakters und der Gewohnheiten Amundsens leiten. Er wollte als erster Nobile erreichen, während Maddalena vor ihm in Vadsö gestartet war, um ihm zuvorzukommen. Es blieb daher nur die eine Möglichkeit, direkt nach dem Standort Nobiles zu fliegen. Amundsen hat sich offenbar auf den großen Aktionsradius des Apparates verlassen. Der Flieger Dietrichson hatte die Absicht, sich mit einem Fallschirm zur Gruppe Nobiles fallen zu lassen. Er hatte sicher den Mut dazu. Der alte Amundsen hat wiederholt einen zähen Mut gezeigt. Wir werden dem vom Flugzeug Gilbauls eingeschlagenen Kurs folgen. Unser Schiff„Vesle Sari" ist ein gutes Boot und aflch meine Mannschaft gefällt mir. Ich hoffe, das französische Flugzeug wieder aufzufinden. Nach einer Meldung der„C i t t a d i M i l a n o" blieb nach der Rettung Nobiles zwei Tage lang jede radiotelegraphische Mit- teilung der Gruppe Biglieri-Lundborg aus. Man schrieb dieses Schweigen atmosphärischen Störungen zu. Am Donnerstag- abend konnte endlich die Verbindung wieder hergestellt werden. Die Lag« dieser Gruppe hat sich in der kurzen Zeit infolge des Eis- treiben? um 14 Meilen verändert. Sie befindet sich jetzt nur noch 10 Meilen nördlich des Kap Leigh-Smith. Der starke Wind treibt die Gruppe immer mehr nach Osten. Die ungünstigen Witterung?- Verhältnisse und der dichte Nebel gestatten keine Erkundungsslüge an der Küste des Nordostlandes. Die„Braganza" ist immer noch am Nordkap von Eismassen eingeschlossen, so daß Holm und Larsen die Nachforschungen nach Amundsen noch nicht ausnehmen tonnten. Es herrscht starker Westwind. Von der Gruppe Malmgrecn fehlt immer noch jede Spur. � Wochenruhe Eine sonderbare i'i-y. Tel Zlwiw. im 3unt. Die Frage eines gesetzlichen Ruhetages in der Woche existierte bis unlängst in Palästina überhauptnicht. Di« Mohammedaner, die die überwiegende Mehrheit bilden, legen auf einen solchen keinen Wert. Ihr Feiertag, wie der christlich« Sonntag ein Surrogat für den jüdischen Sabbat, wird bloß durch eine ausgedehntere Zeremonie in den Moscheen gekennzeichnet, woran nur die Klerisei und be- schäftigungslose Greise teilnehmen: die sonstige Bevölkerung geht ihrem alltäglichen Werk nach. Die christliche und die jüdische Minder- heit feierten wohl ihren Sonntag bzw. Sabbat, aber in oller Zurück- gezogenheit. Diese Elemente waren übrigens viel zu schwach, um dem öffentlichen Leben ihr Gepräge aufzudrücken. So erklärt r» sich, daß in dem Lande, in dem einst die wiege der Zlrbeitcrschutzgcselz- gcbung gestanden und der wöchentliche Ruhetag selbst den Haustieren zugewendet war, jetzt kein gesetzlich normierter wöchentlicher Ruhetag besteht. Ja, noch mehr, das von ollen drei monotheistischen Religionen als heilig betrachtete Jerusalem erscheint tatsächlich als die k o n s e s s i o n s- loseste Stadt der Welt. Ihr äußeres Bild ändert sich an keinem Tage der Woche. Handel und Verkehr erleiden keine Unterbrechung (ruht der eine Teil der Bevölkerung, arbeiten die anderen)— alle öffentlichen Anstalten und Aemter funktionieren ununterbrochen und nur an dem Wechsel des diensttuenden Personals kann der Einge- weihte wahrnehmen, welche Religionsgenossenschast just ihren Ruhe- tag hat. Pom sozialen Gesichtspunkte wurde diese Frage nie ventiliert eine soziale Gesetzgebung gib» es in dem Lande des Dctalogs jetzt überhaupt nicht. Erst als die erste jüdische Stadt Tel-Awiw mit ihren zahlreichen industriellen Unternehmungen nach amerikanischem Muster im Laufe weniger Jahre auf den Meeresdünen entstand, wurde die Frage de» wöchentlichen Ruhetages aktuell. Auf Gmnd der Städteordnuirg von 1921, welche den Städten eine ausgedehnte Autonomie ein- räumte, erließ nun die städtische Obrigkeit Tel-Awiws eine Verordnung über die S a b b a t r u h e, und diese Derordnung wurde von der Regierung gutgeheißen. Seitdem werden jeden Freitag 3 Uhr nachmittags sämtliche Fabriken und Werkstätten gesperrt. Eine Stunde vor Sonnenuntergang beginnt aus ein gegebenes Signal in Palästina. der Abbaurummel des Alltags. Alle Aemter. Handlungen und sonstigen äjfentlichen Lokale werden geschlossen, Fiaker, Kraftsuhr- werke entfernen sich von ihren Standplätzen und bald ist jeder Handelsverkehr erstorben, um erst Sonnabend nach�Ein- tritt der Nacht wieder aufzuleben. Nach einer Weile hat die«ladt eine vollständig veränderte Physiognomie angenommen. Die Bürger- steige sind voll Menschen, die sich zu den Theater-, Konzert- und Vortragssälen begeben, andere strömen den Bethäusern zu, andere wieder an den Meeresstrand. Die sonst so belebten Fahrstraßen, in denen fast jeder Wagenoerkehr eingestellt ist, dienen als Tummcl- platz für die Schuljugend, die oft nennenswerte sportliche Leistungen zum besten geben. Eine Ausnahme von der allgemeinen Ruhepflicht ist bloß für n i ch t j ü d i s ch e Gewerbetreibende und Kausleute vorgesehen, da- mit ste, ohne matesiellen Schaden zu erleiden, ihre Arbeitswerk- statten an dem Ruhetag ihrer eigenen Konfesston sperren können. Restaurationen, Eafäs(Schänken existieren hier überhaupt nicht) dürfen in gewissen Stunden Speise und Trank verabreichen. Neulich ereignete es sich, daß ein Gastwirt zu einer unerlaubten Zeit Speisen verabreichte, weswegen er von der Stadtverwaltung mit einer verhältnismäßig sehr hohen G c l d st r a s e belegt wurde. Dieser rief nun gegen dies Erkenntnis die Hilfe des ordentlichen Gerichts an. Das Gericht schloß stch den Ausführungen der Beschwerde an und hob das angesochtene Urteil auf, weil die Verordnung über die Sabbatruhe nicht bindend sei, da sie sich bloß aus Juden beziehe, somit dem§ 13 de» Völkerbundsmandats, der die volle Konfessions- und Gewissensfreiheit garantiert, zuwiderlaufe. Nun kam das Un- erwartete. Dos Resultat, welches geeignet ist, das zu vernichten, was den Stolz Tel-Awiws bildet, erschreckte den Beschwerde- führcr selbst: er erklärte, er appelliere bei diesem Urteil an das Oberste Gericht. Er habe seinem Rechtsanwalt bloß den Auf» trag gegeben, gegen die Höhender Buße, nicht ober gegen die Sabbatverordnung Berufung einzulegen.— Nun wird das Oberste Gericht das entscheidende Wort zu sprechen haben. Inzwischen hat sich der ganzen Stadtbevölkerung große Beunruhigung bemächtigt, wie wenn ihre ganze Existenz in Frage gestellt wäre: gewaltige Protestversammlungen oller Volksschichten, erregter Widerspruch in der Presse und überall, wo Leute zusammenkommen, zeigen das leidenschaftliche Festhalten an die Sabbatruhe. Oer Leser hat die Wahl. Lmksregienmg oder Regierung des Trusts? Es fängt gut an! So ruft die„Deutsche Zeitung' aus und berichtet gar erschröckliche Dinge über die neue Regierung Müller- Franken.„Mögen die Rechtsparteien und die vaterländischen Ver- bände bloß daran denken, was der Name Seoering besagt. ... Dann werden die vaterländischen Verbände daran zu glauben haben und die Nächstbetrosfenen werden wohl die selbständigen kleinen Berufe sein, die dem Sozialifierungsgötzen ge- opfert werden sollen.' Auch die„Keuzzeitung" sieht schwarz in die Zukunft. Sie überschreibt ihre Betrachtungen„Das L i n k s k a b i- nett im Sattel" und erklärt, daß wir„einer Vorgeschmack rote: Zukunftsherrlichkeit" bekämen. Der„Tag" berichtet von einem„Cinkskabinett Müller", und selbst die„Deutsch« All- gemein« Zeitung" beklagt es, daß die neue Regierung„reichlich viel rot aufgelegt" habe, die Sozialdemokraten hätten darin das Uebergewicht, die Führung und die Verantwortung. Im Zirkus darf der dumme August niemals fehlen. Es erscheint die„Rote Fahne" und ruft:„Heraus gegen die Regierung de: Trusts und den Klasfenverrat der sozialdemokratischen Wß Itissell(Sos.J,'JizichsarbeHsmU)i»ler ' CKoch(Dem). Jleichgfuslixmhilsler Führer!" Zur Erläuterung wird noch mitgeteilt:„So einfach hat es noch niemals das Trustkapital gehabt, mit seinen Manövern die Sozialdemokratie restlos in die Enge zu treiben." Der geschätzte Leser hat nun die Wahl. Soll er der Rechtspresse glauben und den„Sozialifierungsgötzen" anstarren oder soll er mit den Kommunisten über„Klassenoerrat" schreien? Wir glauben, daß er weder das ein« noch das andere tut, sondern abwartet, was die Sozialdemokratie in der Regierung leisten wird. Und«s besteht einige Sicherheit, daß seine Erwartungen nicht getäuscht werden. Wir brauchen nur daran zu erinnern, daß die sozialdemokratisch« Politik immerhin schon etliche Früchte gezeitigt hat. Ohne die So- zialdemokratie kein Wahlrecht für Main, und Frau, ohne die So- zialdemokratie kein Koalirionerecht für weite Kreise der Arbeiter- schflst» ohne Sozialdemokratie keine Hilfe für die Erwerbslosen, ohne die Sozialdemokratie keine Freiheit der politischen Betätigung für die Beamten, ohne die Sozialdemokratie keine wesentlich« Herab- setzung der Arbeitszeit, ohne die Sozialdemokratie kein« Steuerfrei- heit für die unteren Einkommen: um nur einiges von den bisherigen Ergebnissen sozialdemokratischer Politik zu nennen. Wir wissen, wieviel noch zu tun ist, bis das Ziel der Sozialdemokratie, die B e-� f c i t i g u n g allen sozialen Elends und politischer Benach- teiligung bei den arbeitenden Klassen erreicht ist. Dieses Ziel wird aber um fo schneller erreicht werden, je früher die noch der Sozial- demokvati« fernstehenden Klassengenossen sich von der kommunisti- schen und nationalistischen Phrase lösen und den Einsluß der Sozial- demokratischen Partei auf Gesetzgebung und Verwaltung stärken. Frankreich bleibt skeptisch. Pari», 29. Juni(Eigenbericht). Dos neue Reichskabinett wird von der Pariser Presse nur mit äußerster Zurückhaltung begrüßt. Nur wenige Blätter geben sich überhaupt die Mühe, einen Kommentar zu veröffentlichen, und wenn dies der Fall ist, dann bewegen sich die Kritiken durch- aus in skeptischen Ausdrücken. Daß das neue Kabinett nur eine Verlegenheitsbildung, ein schwächliches Provisorium sei, ist das Mildeste, was man in der heutigen Morgenpresse lesen kann. Der„Matin" ist der Ansicht, daß das neue Kabinett in fatalster Weise die Schwäche im neuen Reichstag wiederspiegle. Auch das „Oeuvre" findet das neue Kabinett sehr barock, aber immerhin ge- eignet, um die Locornopolitik fortzusetzen. Selbst der sozialistische „Populaire" äußert sich recht pessimistisch: Es sei vielleicht klug ge- wesen von der deutschen Sozialdemokratie, nicht gleich von Anfang an alle Programmforderungen herausstellen zu wollen, sondern sich vielmehr konziliant zu zeigen. Aber die Stellung des nsuen Ka» brnetts fei doch zu bizarr. Die große Koalition habe nicht zustande kommen können, trotzdem stelle das neue Kabinett nichts anderes dar. Es soll ein Kabinett der Führer ohne parteimäßige Unter- stützung sein. Trotzdem habe jeder Führcr Sorge getragen, sich von seiner Partei bestätigen zu lassen. Die Rechtspresse wieder- holt heute nur wieder ihre alten Schmähungen gegen die Sozial- demokratie. Gerade die Tatfache, daß ein Sozialdemokrat mit dem Finanz mini st erium betraut worden sei, müsse, s» schrsibt z. B. der„Gaulois", den Gläubigern Deutschlands größtes Mißtrauen einflößen. Die Sozialisten seien überall die unentwegten Kapitalgegner und damit die eigentlichen Jnflationisten. Sie feien wirklich nicht geeignet, die Geschicke der deutschen Finanzen zu leiten, gerade in dem' Augenblick, wo die hohen Annuitäten des Dawesplanes zu zahlen seien. Dazu werde natürlich Stresemann nicht verfehlen, in den internationalen Verhandlungen auf die Schwäche des Kabinett» hinzuweisen um desto größere und schnellere Zugeständnisse hinsichtlich der Rheinlandräumung bei der Revision de» Dawesplanes zu erpressen. Die Kunst in der Verkehrswerbung. Die künstlerische Gestaltung der Verkehrswerbung gehört zu den wichtigsten Fragen, die mit dieser neuzeitlichen Erscheinung verknüpft sind. Jeder einzeln« ist an ihr beteiligt, denn„wie man wirbt, so sieht das Ausland uns"— in diesen Worten des Reichskunft- warts Dr. E. Redslob, die er seinem Vortag« über„Heimat irnd Landschaft als Motive der Verkehrswerbung" im Kursus der Berliner Handelshochschule gleichsam als Leitmotiv unterlegte, spricht sich die weit ausgreifende Bedeutung aus, die der Reisesührer, dar Prospekt, das Plakat, dos Inserat, ja selbst stootfiche Werbecrzeugniss« wie Postmarke und Postkart«, für dos wirtschaftliche Leben gewonnen haben. Run sst bei uns noch nicht alles.zufriedenstellend: der ge- schmacklose Hotelbriefbvgen aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts ist noch nicht ganz überwunden. Wie das genießende Reisen ein Kind des achtzehnten Johrhundorts ist, dem Lyriker und Maler huldigten, so sst auch die erste Werbung lyrisch und romantisch ge- hatten, von Schrijsstellern von Ruf und Künstlern herausgegeben. Aber bald sprengte die Notwendigkeit, stärkere Mittel zur Anlockung zu verwenden, den idyllischen Ring: das Plakat wurde geboren. Eni- weder zeigt es noturtreue Darstellung, wodurch der Photographie ein« große Rolle zufiel, oder es ist«ine rein« Künstlcirarbeit. Was diese« heißt, macht folgendes Beispiel klar: nicht mehr ein bestimmtes altes Tor einer bestimmten alton Stadt wird dargestellt, sondern der Künstler zeigt ein altes Tor mit dem Dom« im Hintergrund: das ist die liebensweri« alte deutsch« Stadt, das sst das ganz« an Kultur- elementen reiche Deutschland. Dann ist durch die Arbeit der Graphiker noch das Derkehrsdiagramm aufgekommen: Konzentration der Zeichnung m Linienführung und Farbe auf große Züge, die klar erkennen lassen, um was es sich handelt. Die alt« unübersichtliche Reliefkarte ist verschwunden. Nach einer Charakteristik der in den Kultrirläirdern vorhandenen Plakasstile ging Redslob aus die noch oielsach vorhairdenen Fehler unserer Werbung ein: wir überschütten das Auslar.b mit einer Meng« von Werbemitteln, die oft nur Papier- korbfutter zst. Das Zuviel und Znoielerlei— der alte deutsche Fehler— schreckt ab. Nur«n Land, dessen Prospekte ssch harmonisch zusainmensrigen, wird locken. Und die Werbung jedes einzelnen muß so sein, daß„eben ihrer Einzel Wirkung auch noch«in« Wirkung für andere, für die Gesamtheit sich ergibt. Goldene Worte, die beherzigt werden möchten. Eine Borführung von deutschen, englischen, schweizerischen usw. Plakaten schloß sich an den Bortag an. Besonders lebhaft wurde das Lichtbild von Postmarken mit Ztadtmotiven slili- sierter Ars begrüßt— doch findet dieser Borschtag h£S Reichs kunst- warts zurzeit noch nicht den Beifall des Postmimsders. Oer Fiskus vor dem �eichsarbeitsgerichi. Wegen politisch notwendiger lleberarbeit. Eine Lohnforderung, entstanden aus den Bedürfnissen unserer auswärtigen Politik, ist am Mittwoch vom Reichsarbeitsgericht unter dem Vorsitz des SenatspräsideMen Oegg endgültig abgewiesen worden. T�r Sachoerhalt ist folgender: Bei der Reichsdruckeroi in Berlin ergab sich an einem Sonntag des vergangenen Jahres die Notwendigkeit, daß. nachderti schon bis 15 Uhr an diefem Sonntag gearbeitet worden war, die gleich« Belegschaft noch einmal die Arbeit auszunehmen hatte, weil mit dem Flugzeug aus Pari» neue» Matena) zum deutsch. französischen Handelsvertrag erwartet wurde. Diese« Material sollte unverzüglich in Druck ge- nommen werden. Den Setzern wurde zur Ausgabe gemacht, um 18 Uhr de» gleichen Tage» erneut zur Arbeitsstell« zu erscheinen und bis 23 Uhr zu arbeiten. Di« Setzer kamen, verlangten aber Be- zablung auch für die dreistündige Pause. Sie seien durch die Auf- sorderung zum weiteren Dieisstontrüt gebunden gewesen und hätten mit der dreistündigen Freizeit in Berlin nichts ansangen können. Di« Zahlung wurde vom Reichsfiskus verweigert. Einer der Setzer erhob Klage Das Arbeitsgericht in Berlin erkannte seine Ansprüche als berechtigt an. Gegen dieses Urteil legte der Fiskus Berufung «in. Das Landesarbeitsgericht Berlin hat am 29. November vergangenen Jahres entschieden: Ein« Arbeitsbereitschast hat nicht vorgelegen. Weder im Hou-tarisvertrag noch im Tarif des deutschen Buchdruckerverbande» finden sich Bestimmungen, die für den vor» liegenden Fall eine Entlohnung vorsehen. In allen diesen Verträgen sind nur Eßpausen bei Ueberstunden berücksichtigt. Es handelt sich auch nicht um ein« Arbeitspause. Durch das Landesarbeitsgericht wurde die Klage des Setzers also abgewiesen. Gegen diese» Urteil hat der Setzer Berufung beim Reichsarbeitsgericht eingelegt. Diese Berufung wurde damit begründet, daß bei den Der- Hältnissen, die in einer Welsstadt wie Berlin mit ihren großen Ent- fernungen herrschen, in diesem Fall nichts anderes als von einer Arbeitsbereitschast gesprochen werden müsse. Die Ansprüche des Klägers seien somit billig, sie entsprächen auch durchaus der Gewerbc- übllchkeit. Der Fisku» machte dagegen geltend, daß von Billigkeit»- gründen schon deshalb die Rede nicht sein könne, weil der Kläger sür diesen Sonntag mit den entsprechenden Zuschlägen insgesamt 79 M. ausgezahlt erhalten habe. Das Reichsarbeitsgericht wies denn auch die Berufung zurück. Ein« tarifvertrogliche Rege- lung sei nicht gegeben, e, handele sich auch nicht um eine Arbeits- bereisschaft, ebensowenig um eine Arbeitspause. Auch liege kein verstoß gegen Treu und Glauben vor. Ebenjowcmz könnten Billigkeitsgründ« ins Feld geführt werden. Aus der Organisation der presse. Da der bisherig« Vorsitzende des Bezirtsverbondes Berlin im Reichsverband der Deutschen Presse, Dr. Dovisat, aus dem Berufe ausscheidet und eine Professur für Zei« tungswissenschost an der Berliner Universität übernimmt, hatte der Bezirksverband einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Durch Zuruf wurde einstimmig Kolleg« K l ü h s(stello«rlretender Chef» redakieur de»„Vorwärts") gewählt. Di« Versammlung brachte dem scheidenden Vorsitzende» ihren Dank für das zum Ausdruck, was er in seinem Amt für die ideellen und materiellen Interessen des Iournalistenstandes geleistet hat. Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Oie Ausführungsverordnungen der preußischen Regierung. Die Ausführungsverordnung zum Reichsgesetz zur Betäifipfung der Geschlechtskrankheiten vom 18. Fe- bruar 1927 wird, wie wir hören, erneut dem Landtag zur Stellung- nahm« vorgelegt werden. Das Staatsministerium ist zwar der An. ficht, daß es seiner versassungsmäßigen Verpflichtung bereits durch die Vorlage bei dem früheren Landtag genügt' hat, so daß es einer erneuten förmlichen Vorlage an sich nicht mehr dedürfe. Mit Rück- ficht darauf jedoch, daß der srüherc Landtag nicht mehr zur Be- schlußsassung gekommen ist, hält es das Staatsministerium für zweckmäßig, dem neuen. Landtag Gelegenheit zur Stellungnahm, zu geben. Voraussichtlich wird dos Plenum des Landtag», lcor bekanntlich am 19. Juli zusammentritt, die Derordnung wieder den? Beoölkerungsausschuß zur Dorderatung überweisen. In den letzten Tagen gelangten die Handelsvertrag Verhandlungen zwischen der Tschechoslowakei und Polen zu» Abschluß. * Wie aus Moskau gemeldet wird, hat daz Prösidium des Alb russischen Zentroloollzugsausfchusses beschlossen, die Wolga? deutsche Republik dem Niederwolgagcbiet anzugliedern, da, heißt, sie als selbständig« Republik auszuheben. Zechenstillegungen ohne Ende. 2300 Bergarbeiter sollen stempeln gehen. Gcljeakirchen. 29. Juni.(Eigenbericht.) Dm Donnerstag wurde unter dem Vorsitz von Oberbergamt- direktor Dr. Weise über die Stillegunasanzeige der Zeche ,.(A r a f Bismarck"- verhandelt. Gegen die beabsichtigte Maß- nähme wurde kein Widerspruch erhoben. Es werden demnach noch Ablauf der Sperrfrist am 3. Juli entsprechend der erstatteten An- zeige 800 Bergleute entlassen werden. Diese Zahl ver- teilt sich auf sämtliche Bisinarck-Schächte. Der vom Aufsichtsrat der Bergwerks A.-G., Recklmghousen, beschlossene. von der Verwaltung vorgeschlagen« Abbau von rund 1300 Belegschaftsmitgliedern auf den Schacht- anlagen des ehemaligen Bergfiskus in Vest-Recklingshau- s e n, ist durch in regelmäßigen Partien erfolgende Kündigungen auf den verschiedenen Schachtanlogen in die Wege geleitet worden. In der Hauptsache kommen zwar Invaliden und ältere Leute in Frage, doch macht die Verwaltung keinen Hehl daraus, daß auch andere, ungeeignete Elemente bei dieser Gelegenheit ab- gestoßen werden sollen. Die Verringerung der Belegschaftszisfer bedingt natürlich auch eine Einschränkung der Ange- stell tenzahl, teilweise in recht erheblichem Umfange. Entlassung statt Genugtuung! Sind Kellner Menschen zweiter Klasse? Der Gast, der den Kellner beschimpft, wird.cheruhigt". Der Kellner, der Zurücknahme der Beleidigung verlangt, und, weil sie nicht erfolgt, die Selbstbeherrschung verliert, wird entlassen. So geschehen in einem A s ch i n g e r- Restaurant. Ein Gast verlangte von dem Kellner Herausgabe des Geldes auf einen 10-Mark-Schein, den er ihm angeblich in Zahlung gegeben habe. Der Kellner versicherte, er habe ja noch gar leine Zahlung erhalten. Der Gast behauptete in großer Erregung, der 10-Mark-Schein, den er aus den Tisch gelegt, sei doch nicht mehr da, der Kellner habe ihn genommen und wolle nichts herausgeben. DerGast schimpfte den Kellner„Lump" und„Betrüger". Der Geschäftsführer trat zu den Streitenden, suchte den Totbestand aufzuklären und fand den umstrittenen I0-Mort-Schein auf dem Tisch unter einer Kaffeetass«, die der Gast darauf- gestellt hatte. Der Geschäftsführer beruhigte den nach immer auf- geregten Gast und hielt damit den Vorfall für erledigt. Aber für den grundlos beschimpften Kellner war die Angelegenheit noch nicht erledigt. Er verlangte, der Gast soll« die Beleidigung zurück- nehmen. Jeder anständige Mensch hätte das ohne weiteres getan. Aber der Gast tat es nicht.„Muß ich, ein 50jähriger Man n, der noch nie einen Menschen betrogen hat, mich hier öffentlich als Lump und Betrüger beschimpfen lassen," rief der Kellner, schüttelte den Gast am Arm und verlangte Zurücknahme der Beleidigung.„Jetzt muß ich den Gast gegen den Kellner schützen," sagte der Geschäftsführer. Er trennte die Streitenden und ver» anlaßte die fristlos« Entlassung des Kellners. Der Kellner klagte wogen der Entlassung beim Arbeits» g e r i ch t, wurde aber mit der Klage abgewiesen, denn— lo sagt da» Urteil— er durfte nicht selbst gegen den Gast in dieser Weise vorgehen, sondern er hätte ihn feststellen lassen und verklagen können. Gewiß, so würde jemand bei ruhiger Ueberlegung handeln. Aber wenn ein so Beleidigter die ruhig« Ueberlegung verliert, so ist das begrefflich. Ihn deshalb mit Entlassung zu bestrasen, ist nicht gerecht. Es ist auch sehr zweifelhaft, ob es der Geschäftsführer geduldet haben würde, wenn der Kellner einen Schutzmann geholt hätte, um die Person seine, Beleidigers feststellen zu lassen. Der schimpfende Gast wird.beruhigt", aber der beleidigte Kellner wird nicht geschützt.___ Vittor Auburtin gestorben. An einem schweren Gehirnleiden, das ihn die letzten Tage seines Daseins zur Qual werden ließ, fft Viktor Auburtin, einer der feinsten und gemütvollsten Plauderer Deutschlands in Partenkirchen gestorben. Er war ein Feuilletonist au» Passion, d?r sich, weil ihn das Glück auf einen günfffgen Posten gestellt hotte, auch nicht zu jener Diel- schreiberei erniedrigen brauchte, die den Begabten tötet und die Unbe- gabten völlig unerträglich»nacht. Er glich in seinein A äußeren dem was er schrieb auf ein Haar: roar der Typ des rncht verbitterten Philosophen mit dem leise begüfenden Lächeln, auch wenn es sich mal um Dinge harrdelt«, die hart angefaßt werden mußten. Er stammte vom Urgroßvater her aus einer fronzöfffchen Familie, fein Vater war Ehefvedakteur der damals libarolen„Berliner Börsen. zoitung". Die Tätigkeit de, Achtundfünfzigjährigen galt In den letzten zwanzig Iahren dem.Berliner Tageblatt", das ihm die großen Reisen ermSglichte, die ihn jahrelang im Ausland hielten. Während des Krieges war er als Korrespondent des genannten Blattes auf der Insel Korsika interniert. Und da, Leiden, da» ihn jetzt zu Boden zwang, führte er selbst auf die Qualen und Entbehrungen dieser Jahr« zurück._ Filchner bei Hindenburg. Der Reichspräsident empfing heute den Tibefforscher Dr. F i l ch n« r. Er hieß den Forscher in der Heinmt herzlich will- kommen und ließ sich von ihm eingeheirden Bericht über sein« letzt« Expedition durch jjentralasien erstatten. Wetterbericht aus deutschen Reifegebieten. Herausgegeben von der Oeffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Dordsee. Westerland auf Sylt: Regen. Helgoland: beoölkt. Borkum: bewölkt. Bremen: bedeckt. Hamburg: regnerisch. Ostsee. Travemünde: Regen. Warnemünde: Regen. Saßnitz: regnerisch. Swinemllnde: regnerisch. Stettin: regnerisch. Kolberg: Regen. Danzig-Zoppot: fast bedeckt. Seebad Kranz: bewölkt. harz. Schierke: bewölkt. Harzburg: bewölkt. Bad Sachsa: wolkig, nach Nebel. Brocken: wolkig. Thüringen. Erfurt: wolkig. Eifenach: heiter. Oberhoff wolkig. Inselsberg: wolkig. Bad Liebenstein: wolkig. Hessen. KassA: heiter. Wasserkuppe(Rhön): wolkig. Sachsen. Annobcrg: bewölkt. Fichtelberg(Erzgebirge): heiter. Schandau: heiter. Zittau: heiter. Schlesien. Breslau: heiter. Flinsberg: heiter. Schreiberhau: heiter. Schneekopp«: ziemlich heiter. Bad Reinerz: heiter. Bad Lan- deck: heiter. Rhcingebiei. Köln: bewölkt. Bad Aachen: ziemlich heiter. Bad Ems: heiter. Wiesbaden: bewölkt, nach Regen. Frankfurt o. M.: ziemlich heiter. Feldberg(Taunus): heiter. Bad Dürkheim: heiter. Baden. Karlsruhe: heiter. Baden-Baden: heiter. Freiburg: heiler. Feldberg(Schwarzwold): heiter. Württemberg. Freudenstadt: heiter. Friedrichshafen: helter. Bayern. Würzburg: heiter. Fürth: heiter. München: heiter. Garmisch-Partenkirchen: heiter. Zugspitze: heiter. Berchtesgaden: heiter: Oberstdorf: heiter. Bad Tölz: heiter. Tegernsee: heiter. Vclterberichl der öffentlichen Wetterdienststelle Verlin und Um- gegend.(Rachdr. verb.) Wechselnd bewölkt und ohne Hoesentliche Niederschläge. Temperaturen wenig verändert, mäßige südwestliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Sudmesten trocken und voriviegeird heiter, im übrigen Reiche noch veränderlich, im Norden juichweise Rtederschläsc.»irgends wesentliche Temperaturänderung. 1000 Mark Abendgage- noch M wenig! Ausruf der Opern-„prominen messen an der. Zahl derer, die als Teilnehmer der Kampfaktion genannt werden. Aber wie viele mögen sich unter denen befinden, denen es nur eine P r e st i g c fache ist, mit dabei zu sein, halt auch zu den Bevorzugten gezählt zu werden, denen 1000 M. abendlich noch nicht genug ist. Man bezahlt herzlich gerne seine 100 M. Anwallskosten; das sind Reklamespesen, die man nicht scheut, sie sind mindestens so gut angewandt, als sähe man sich dafür in einem Prochtwerk ganzseitig abgebildet. Aber ein bißchen komisch ist es freilich, wenn ein Sänger, der es bestenfalls auf„lumpige" 500 M. pro Abend bringt, öffentlich gegen den Bühnenverein los- geht, der ihm nur 1000 M. genehmigen will— ein bißchen komisch; und eigentlich auch ein bißchen gegen die guten Sitten. Der Bühnenvercin— wir haben gewiß keinen Grund, ihm besondere Sympathie entgegenzubringen. Sollen wir die armen Opfer kapitalistischer Unterdrückung in ihrem Kampf mit unserem sozialen Mitgefühl stärken? Wir wollen eine Kleinigkeit nicht ver» gessen: der Groll der Prominent?» richtet sich nicht gegen Privat- Unternehmertum, sondern gegen Staat und Stadt. D'e Berliner Opernhäuser, D e f i z i t u n t e r n e h in e n wie alle in Deutschland. arbeiten mit Millionenzuschüssen aus öffentlichen Mitteln. Nicht das Publikum, das auf gekauften Plätzen drin- sitzt, die Gesamtheit der Steuerzahler finanziert den Betrieb. Wenn ein Privattheatcr— mit Operette oder Revue mag dos nicht un- möglich sein— solche Einnahmen erzielt, daß es seinen Tauber oder Bohnen Abend für Abend mehr als 2000 M. und mehr be- zahlen kann, so hat das schließlich nur die Beteiligten zu kümmern. Die Operngagen gehen, wie die Staatsgewalt, vom ganzen Volk aus. Das ist eine Tatsache, an die auch die Allerprominentesten sich hie und da erinnern sollten. XUus Fringsheim. Oiehenschmidt:„Mord im Hinterhaus" Uraufführung im Staatl. Schillertheater. Dietzenschmidts Hinterhaustragödie ist so schlecht, weil sie so gut gemeint ist. Ein Mann und ein Dichter übcr,nimmt sich, indem er eine schwindelhafte Moral der Heiligkeit vorträgt, obwohl er allem Anschein nach nur mit solcher großen Sittlichkeit herum- spielt. Mag es ein Priester sein, der sich von überirdischen Stimmen inspiriert glaubt, so bleibt doch die Tatsache gewiß, daß die Worte seines Herzens und seiner Zunge bloß, verräterisch matt und sogar oft lächerlich wirken. Dietzenschmidt dichtet eine Hinterhaustragödie, er nennt sie 5)interhauslegende. Selbst im Bezirk um die Müll- kästen des Bertiner Hinterhauses soll allerhand Geheimnisvolles, Großartiges, Himmlisches und Grauenvolles möglich fein Da wohnt der Hauswirt, der ein Wucherer ist und gleichzeitig mit der ärmsten seiner Hinterhausbewohnerinnen zu Bett geht. Und diese Frau leidet natürlich unter ihrem besoffenen Mann, und da ihre Schande an den Tag kommt, wirft sie den letzten Groschen in den Gasautomaten, nicht um Licht zu machen, sondern um den giftigen Tod einzuatmen. Und der rouchernde Hauswirt wird von dem kessesten seiner Hinterhausbewohner erstochen, und der saufende Hinterhaus- bcwohner kommt in den Verdacht, selber der Täter zu sein. Und da er niemals aus der Fuseldämmerung aufwachen kann, glaubt er schließlich selber daran, dos Mordmesser geführt zu haben. Und die Portierfrau und noch eine andere, die lungenaushustende, arm- selige Proletariermutter, glauben daran, daß nicht der Säufer und nicht der kesse Bengel, sondern der Iud im Hause, der Lumpen- sammler, den Mord begangen hat. Und dieser Iud ist nun ein besonderer Mann, ein Rabbi wie Nathan der Weise, ein Wohltäter wie ein König Salomon. Der Iud hat einen Freund im Hinter- haus, einen Lcierkastcnmann, einen Romantiker, einen Meister auf der Drehorgel, auch einen Hellseher, der längst weiß, daß der kesse Hintcrhausjunge den Mord an dem wuchernden Hauswirt beging. Run handelt es sich darum, diesen noch versteckten Jungen moralisch zur Strecke zu bringen. Er muß in sich gehen wie alle Gewissens- Märtyrer der Heiligenlegende und der Jude und der Leierkasten- mann sorgen mit Wonne dafür, daß die Seele des kessen Jungen gezwiebelt wird. Endlich ist es so weit. Er wird hingehen und sich beim Staatsanwalt melden. Dietzenschmidt hat dos alles mit letzter Energie des Gedankens ausgeträumt. Doch er wälzt sich in einer unerträglichen Süßigkeit. Der Weihrauch seiner Gesinnung ist schon ranzig. Der moralische Schwindel entlarvt sich, weil allerorts zu merken ist, dieser Dichter ernährt sich zwar raffiniert von der Schwärmerei, aber er prüft nicht, ob der Gegenstand seiner Anbetung auch dem gesunden Menschenverstände behagt. Dießen- schmidt ist ein kindlicher Prediger, doch die Einfalt fehlt ihm. Emil Pirchans hat dieses Hinterhaus, diesen Bezirk um die Müllkästen, als eine sehr eindrucksvolle Dämmcrungswelt auf- gebaut, und H o f f m a n n- 1) a r n i s ch hat die Regie so angelegt, daß Realismus und Traum durchcinanderspuken. Das war alles richtig in» Stil, nur spürt« man allzuoft die leeren Textstellen, für die der Regisseur kein« theatralischen Stopfmittel ersand. G r a n a ch hat den ewigen Lenin wegen der Piscator-Pleit« abgeschminkt; er ist wieder zum ewigen Juden geworden und redet seinen Bibeltext mit rituellster Frömmigkeit Bei t Harlan spielt den Hinterhausmörder, der langsam in die Zangen der Rache- göttinen hineinläuft. Auch dieser Rolle ist er gewochsen, dank seiner vorzüglichen komödiantischen Mittel, er ist immer wieder eine Freude. All die Hinterhausepisoden und Figuren, Herr Werner, der wuchernde Hauswirt, Fräulein K o p p e n h ö f e r, die saftige Portiersrau, Fräulein Knüpf er, die Hinterhausproletarierin mit dem Gosfchlauch, Franz Weber, der romantische Leierkastenmann, sie bemühen sich alle vorzüglich, dem Dichter zu nützen. Bald wird aber sichtbar, daß sie nur einer Proletariertragödie zu dienen haben, die von einem ernsthaften, doch unzulänglichen Freund der kleinen Leute gedichtet wurde. Alles Soziale in diesem Stück ist ein Unsinn, alles Herzliche in diesem Stück scheint aus Pump angelegt, alles Moralische wird argumentiert mit der Zuverlässigkeit eines Knaben. Das Ganze ist und bleibt ein Schwindel. Max Hochdorf. Eröffnung des Volksbühnentages in Mainz. In Mainz begann am Donnerstag der 9. Deutsche Volksbühnen. tag. Etwa 500 Vertreter der Ortsgruppen deutscher Volksbühnen hatten sich zu der Tagung �eingefunden. In dem öffentlichen Be- grüßungsakt konnte der Präsident der deutschen Volksbühnen, Staotssrckrctär a. D. Baake, unter anderem den hessischen Staats- Präsidenten, den Oberbürgermeister der Stadt Mainz. Vertreter der preußischen Regierung, den Regierungspräsidenten von Hessen- Nassau, willkommen heißen. Der Präsident führte in seiner Er- öfsnungsrcde aus, daß der Volksbühnentag in Mainz zusammen- trete, um die Zusammengehörigkeit mit dem besetzten Gebiet zu betonen. Er sehe in der Dolksbühnenbewegung mit ein Mittel, den Haß unter den Völkern zu beseitigen und mit der Masse der Kultur die Versöhnung unter die Völker zu bringen. Oer Geist mii Hosenträgern. Ein merkwürdiger Vorfall ereignete sich kürzlich während einer spiritistischen Geisterbeschwörung, die im Hause einer Frau Alexandre zu Nantes stattfand und ein gerichtliches Nachspiel haben wird. Der Pariser Journalist Jean Nasson wohnte zusammen mit einem Freund. der Sekretär der Gesellschaft für psychische Studien ist. der Sitzung bei. Das Medium, ein früherer Gärtner namens Blaise, der in spiritistischen Kreisen sehr bekannt ist, saß in einem durch einen Vor- hang abgeteilten Winkel des Raumes, während die Zuschauer, etwa 20 an der Zahl, in einem doppelten Hufeisen Platz nahmen. Der Höhepunkt der Sitzung war die Beschwörung der Tochter der Frau Alexandre, Madelaine, die vor«inigen Jahren gestorben ist.„Et»vos Weißes schien aus dem Borhang, der das Medium verbarg, hervor- zlirvachsei»," so schildert Masson den Vorgang.„Es war eine dünne. lange Erscheinung, in weiße Schleier gehüllt, ganz so, wie man sich den klassischen Geist vorstellt. Madelaine schlug sieben Töne auf dem offenen Klavier an, tanzte dann einige Schritte und küßte, sich vor- wärts bewegend, ihre Mutter; dabei sprach sie in einem merk- würdige» Falsett. Die Gestalt schwebte dann rund um die Stühle und bot Blumen dar. Es war«in entsetzlicher Anblick, und wir waren van Schauder ergriffen, bis plötzlich mein Gejährt« und ich durch bis dünnen«chleier— Hosenträger erblickten. Nun packte mein Gefährte den Geist an einem Arm, während ich ihn am Hals nahm,»ine Taschenlampe anknipste und ihm die Schleier herunterriß. Da zeigte sich das Gesicht des Gärtners Blaise. Keiner der Anwesenden war uns für diese Entlarvung dankbar; man sprang von den Stühlen auf und schlug auf uns ein." kSchluß des redaktionellen Teils.) Die Fleischwcelc Presto, welche äb-r 2» eigene Filialen in Troft.Berlin ve» fugen, eröffnen heute ein neues Haupfgefchäft in Berlin. Wilmersdorf, Berliner Straße Z0, mit einem preiswerten Verkauf oou Qualitätswaren. Wir verweisen auf die Anzeige in vorliegender Nummer. Spezialdan» filr feine Kerreumoden. fertig und Maß. Na» genauer Prst. fung der gewaliigen Lager kann man nur alle Käufer auf die altbekannf» lrirma veinrich Svttentag u. So.,«ilmersdoef. Uhlandstr.»M, 1, Stage, au». merkiam Maiden. Es werde» nur Qualitätsvaren zu fadelhaft billigen Preisen adgegeden. Man beachte heutige Anzeige. Beranrwartlich für die Nedaktion: Engen Präger. Berlin: Anzeigen: Th.»locke. Berlin. Berlag: Borwärt» Verlag Ii. m. b. Verlin. Druck: Borwärt» Buch. drulterei und Bcrlagsanstalt Paul Singer � s. Künstler- 1> Uhr „Das sind ja reizendeLeute..' 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Ueb«r einen weiten Platz niit porkähnlichen Anlagen gelange ich zu dem chach«, in das Dr. Wilhelm Filchner noch den Anstrengungen seiner Reise sich zu Freunden heimlich' zurückgezogen hat, wo er nur wenigen gestattet, sein« Ruhe zu stören. Zwar bin ich her erste Journalist, der ihn hier aufsuchen darf, aber bei meinem Eintritt s«he ich schn.i einen Photogrophen am Werk, vor dem der Tibetforsch«r stillhalten muß. Ich habe also Zeit, ihn physiognomisch zu studieren, bevor ich ihm meine Fragen vorlege. Da sitzt ein Mann mit sonnverbrannter Haut und gebuckelter Stirn, dem typisch steilen Hinterkopf d«s Ober- boyern und den geknissenen Augenlidern de? Freiluftmenschen, in dem sich körperlich« und seelische Energie vereinigt. Mit den tiefen Falten um Mund und Nasenwurzel wirkt dieses Gesicht kraftge- laden, aber die vorgeschobene Oberlippe gibt ihm«inen kindlich- weichen Zug. Jetzt erhebt sich Filchner und r e ich t dem Eingetretenen die linke Hand zum Gruß. Di« Rechte, die bei einem Sturz auf einen Felsen zerschmettert wurde, heilte schlecht aus und ist seit- dem im Gebrauch schwer gehindert. Aber mit der Wurstigkeit de» Tatmenschen hat der Forscher seine Leiden überstanden und beab- sichtigt nun. nach einigen Ruhetagen die wisscnschaiilichen Ergebnisse seiner Reise auszuwerten und danach mit den Borbereitungen zu ericr neuen zu beginnen. Als Bettler durch Tibet. Bevor ich ihm die in seinein Interesse knapp formulierten Fragen vorlegen kann, ist er schon in weitläufiges Plaudern ge- raten und erzählt in hcrzerfreuend bayerischem Tonfall, ohne sich an ein Programm oder die chronologische Reihenfolge seiner Er- lebniss« zu halten, was ihm so in den letzten zweieinhalb Jahren passiert ist. Dabei kann ich ihn beim Sprechen swas dem Zeichner stets am wertvollsten ist) beobachten und zwischen meinen Notizen ei-rge Skizzen von ihm machen. Zunächst g«ht er auf seinen sang- und klanglosen Einzug in Deutschland ein. d«r so stark gegen den der Ozeon'licgcr kontrastierte, und nimmt dabei das Auswärtige?lmr. das von der Preise wegen seines Fernbleibens bei Filchners Eintreffen wenig freundlich apostrophiert worden ist, in Schutz.„Ich Hab« ja selbst/ sagt er,„kein Geräusch machen wollen und schon von Bombay meinem hiesigen Vertreter und Rechtsbei- stand telegraphiert, m«ine Ankunft nicht bekannt zu geben. Ich will erst hervortreten, wenn die Resultate meiner Expedition ausgewertet vorliegen. Dann erst auf Grund der bewiesenen Leistun- gen will ich die deutsche Oeffentlichkeit für«in« neue Expe- dition interessieren. Ich brauche ösfentl'chc Mittel und mir l'«qt daran, daß«z deutsche Mittel sind. Schon setzt stehen mir vom Ausland her ausreichende Stimmen zur Verfügung, ich hob« mich ab«r noch nicht fest gelegt. Zum Verständnis meiner ferneren Pläne lassen Sic mch in Kürze erzählen, wo» die letzt« Expedition er- geben hat. Si« wurde von der Notgemeinschatf der deutschen Wissen- schast finanziert. Als ich im Dezember lS2Z auszog, stand mir ob«r noch nicht d«r siebente Teil der Summe zur Verfügung, di« Sven Hedin zu seiner letzten Expedition gebraucht hat. Natürlich kam ich damit»'cht weit! nach etwas über einem Jahr« war-ich ein vollkommener Bettler, und nach meinem Sturz vom Pferde, bei dem ich außer der Hand noch den rechten Fuß und eine Nippe brach, lebt« ich eine Zeitlang wie«in Tier. Aber so schlecht es mir ging, es hätte noch schlimmer gehen und das Resultat der Reise in Frage gestellt werden können, wenn ich nicht immer wieder Unterstützung, oft von ganz unerwarteter Seite, gefunden hätte. Di« Sowjets Ost-Turkestons wie die Behörden in d«r Mongolei und im chinesischen Bürgerkrieg, die roten wie die weihen Machthaber, haben mir immer wieder weitergeholfen und so dazu b«igetragzn, d-as wifsenschaitlichc Ergebnis meiner Reise zu sichern/ Die wissenschaftlichen Ergebnisse. Welcher Art denn seine wissenschaftlich«» Forschungen gewesen seien? „Es ist mir gelungen, eine geschlossen« Kette erdmagnerischcr Triai'gulationspunkt« in d«m ganzen bisher unvermesjenen Gebiet« herzustellen und dadurch die bisher getrennt«» Iriangulationsg«- biete: das Europäisch-WestafiatisiHe, das Sibirisch-Ehinesische und da? Indische miteinander zu verbinden. Bei dieser Arbeit habe ich nebenher und ungewollt auch geographische Entdeckun- gen gemocht, so daß jetzt wieder ein paar weiße Flecken von d«r Karte Jnnerasiens getilgt werden können." Der Vertreter eines großen amerikanischen Pressekonzern», der inzwischen eingetreten war, fragt jetzt, zu welchen paktischen Er- gcvnisscn Filchners Forschungen führen und ob etwa durch di« Fest- stellung der eidmagnetischen Ströme Mineralläger gefunden werden könnten. Diese Frage kann Filchner nicht beantworten. „Meine Arbeit war rein geodätisch. Ich stelle durch Fixierung der Permessungspunkt? die magnetischen Ströme der Erde fest, ohne nach der Quelle zu fragen. Wo die Irritation de? Magnetnadel an d«r oder jener Stelle herrührt, das zu er- sörscheu. ist Sache der Geologen." ?lus mein« Frag«, ob denn im Fall« von Erzsunden Tibet geo- grahpisch und politisch zur wirtschaftlichen Ausbeutung geeignet sei, antwortet Filchner mit einem glatten N«n. �„Tibet ist heute stärker denn je gegen außen abgeriegelt. Da» Verhältnis zwischen Eingeborenen und Fremden ist fast immer ge- spannt, da der Fremd« in diesem unbekannten Kulturkreise durch fortwährende Verstöße gegen tibetanische Sitten sich unbeliebt macht. Gut« Beziehungen bestehen.zur anglo-indischcn Regierung, seitdem die englische Tnipp?, die früher in Lhassa lag, abgezogen ist. Eine stärkere Berührung mit dem Ausland besteht«igentlich nur in den Vilgerzügen der in der Mongolei wohnenden Lamaisten, di« im Dalai-Lama ihr religiöses Oberhaupt verehren. Politisch« Bedzu- tung hat dieser Kontakt jedoch nicht/ Das Telephon läutet und Dr. Filchner muß einem unsichtbaren Freund« ausführlich berichten. Die beiden Besucher erfahren aus dem Ferngespräch außer schon Gehörtem noch manch« Einzelheit. „Ja, als ich wider«inmal vollständig abgebrannt war, befand ich mich gerade im chinesischen Kampsgebiet, die Verbindung mit der Küste war abgebrochen, Verständigung mit Europa unmöglich. Vorher schon hatte ick) an das Earnegie-Institut um Unterstützung geschrieben. Nichts kam. Wie ich später erfuhr, hotte ich falsch adressiert, denn es gibt viele Carnegie-Jnstitute für olle Zweige der Wissenschaften, und ich war gerade an ein falsches geraten. Schließ- lich fand ich aufopfernde Freunde in der chinesischen Stadt Kan- S u. Der Amerikaner H a y w a r d, der Engländer Matthew- jon und der Italiener Guaita brachten durch Sammlung 4000 Mark auf, und mit diesen 4000 M. bin ich in einjähiger Wanderung durch ganz Tibet von Norden bis noch Lhassa gekommen. Auf diesem Marsche war ich nicht allein. Der englische Missionar P l y- mir« und der schon genannte Matthews» i, die wegen der chine- fischen Wirren von ihrem Posten abberufen wurden, schlössen sich mir an. Wir kamen auch gut durch, obwohl einmal in unserer Gegend Missionare getötet worden waren. Diese Tatsache sührte damals zur Falschmeldung von meinem Tode. Als gegen Ende der Wanderung unsere Lage wieder kritisch wurde, hals uns die indische Regierung, die Wind von uns bekommen hatte, durch ihre guten Beziehungen zum Dalai-Lama, heraus." Filchner hat den Hörer, auf die Gabel gelegt und fährt zu uns gewandt fort: „Sehen Si«, so kamen wir schließlich abgerissen und nicht ganz intakt, aber immerhin lebend über die indische Grenze, und als m- L e h, den Endpunkt des indischen Telegraphen, erreichten, hatte uns Europa wieder/ Während des Ferngesprächs hatte ich Filchner nochmals ge- zeichnet, mit dem dunklen Gefühl, diesen Kopf nicht zum ersten Male vor mir zu haben. Als ich jetzt meine Skizzen dem Forscher zur Signatur vorlege, löst er das Rätsel, indem«? auf eine Profil- Zeichnung deutet und sagt: „Hier sehe ich ja aus wie A m u n d s e»/ Richtig. Als ich Amundsen zeichnete, fand ich denselben ge- spannten Blick, die tiefgcgrabencn Linien um Mund und Nase, die genarbte Stirn und die merkwürdig hoch angesetzte Oberlippe. Filchner will Amundsen helfen. Die Erwähnung Amundsens bringt das Gespräch auf die letzten Ereignisse von Spitzbergen. „Auf der Heimsohrt erfuhr ich von Nobile? Katastrophe und hob« mich als alter Polarfuchs der italienischen Regierung sofort zur Verfügung gestellt. Nobile hat man ja inzwischen heraus- geholt: aber für Amundsen stehe ich jeden Tag bereit, hinauszu- fahren. Das habe ich seinem Bruder vom Schiff aus telegraphiert." Das sagt der Mann, der eben erst zweiuirdeinhalb Iah? der Not, übermenschlicher Anstrengung. Krankheit und Verwundung überstanden und im schwersten Gelände der Erde fast s e ch s e i n- Halbtausend Kilometer zurückgelegt hat. Er mißt uns die Strecke aus der Karte vor, nimmt, wie er sagt, selbst zum erstenmal Kenn'nis von der Länge des zurückgelegten Weges. Denn ihm, dem es so vollkommen fernliegt, die Werbetrommel für sich zu rühren, ist es noch nicht eingefallen, diese Rekordzahl zu ver- öffentlichen. Jetzt kommt Filchner auf seine anfangs angedcutelen Pläne für die Zukunft zurück. „Ich habe die Organisation einer ganz großen von der deutschen Oeffentlichkeit finanzierten Expedition im Auge mit dem Ziel, die von mir jetzt schon geschlossen«, aber dünne Kette von erdniagneti- schen Bermessungspunktcn zu einem geschlossenen Vermessungsfeld auszugestalten, das sich gleichwertig in die dres schon geschaffenen Gebiete des«uropäifch-asiatischen Kontinents eingliedert. Dazu sind freilich Mittel nötig, die das Bielfach« dessen, was mir bisher zu? Verfügung stand, darstellen. Die Erreichung dieses Zieles wäre vom wissenschaftlichen Standpunkt von ungeheurer Bedeu- tung und würde Deutschland als Geistesmacht Ehre machen. Zur Ordnung und Auswertung der bisherigen Ergebnisse und zur Vor- bereitung der nächsten Expedition werde ich wohl noch anderthalb Jahr« brauchen. Und ich glaube fest daran, im Jahre 1930 vom öffentlichen Deutschland tatkräftig und ausreichend unterstützt wieder hinausziehen zu können." An eine andere als wissenschaftlich« Ausbeutung seiner Forschungen denkt Filchner nicht. » Ich verabschiede mich nach einstündigein Gespräch. In der Tür noch hör« ich den zurückbleibenden Amerikaner nach tibetanischen Erzlagern srazcn. Die Amerikaner sind eben praktische Leute. LVitr Wiener. Eisenbahner auf der Schulbank. Ein Besuch in der Eisenbahnerschule Kirchmöser. Draußen in Kirchmöser, am Planer See, gleich hinter Brandenburg a. d H., liegt die Eisenbahnerschule. Dahin kommen nicht nur kurz vor der Prüfung alle Beamtenanwärter, damit ihnen noch in sechswöchigen Kursen die Kenntnisse vermittelt werden, die sie nach nötig haben, um die Schiußprllsuiig zu bestellen, dahin kommen auch von Zeit zu Zeit alle Eisenbahner, damit in kürzeren Nachtursen bei ihnen olle ihre Kenntnisse überhalt werden. Alles steht da zur Verfügung: eine ganze Stellwerksanlage mit Block- sperren und Stellwerken verschiedener Systeme und einem ganzen richtigen Außentcil von Schienen, Weichen und Signalen in vor- schlistsmähiger Größe: ein Saal, in dem die verschiedenen Arten von Schienen und Schwellen, kurz, der ganze Oberbau, gez.'igt wird: ein Saal, in dem alles gelehrt wird, was mit der Güter- und Gepäck- abfertigung zusammenhängt, und eine ganze Anzahl von glasten- zimmern". Ja, richtige Klassenzimmer mit festen Schulbänken, manchmal aussteigend geordnet, und während in unseren Schulen das Katheder immer mehr abgebaut wird, sitzen hier die alten Knaben wie brave Schüler. Aber das ist der einzige Atavismus in der Schule, die sonst einen erfreulichen modernen Eindruck macht. Da Ist der große Oberbausaal. Auf großen Böcken liegen alle erdenklichen Arten von Schienen und Schwellen, an denen die Besonderheiten ihrer Befestigung gezeigt werden. Eiserne Schwelg» und Holzschwellcn, und auch für den Laien ist allerlei interessantes Material dabei, denn die Stück«, die hier liegen, haben alle schon Dienst getan und sind von ihrem„Arbeitsplatz" ausgebaut. Da liegt die Probe einer Schiene mit einem besonders geformten Anschluß, dem„Schienenstoß": dies« Schienen stoßen nicht gerode aneinander, sondern der Anschluß endet in einer schmalen Zunge. Aussührlich wird aus der Tafel erklärt, daß sich diese Schienen nicht bewährt hätten und darum zumeist wieder ausgebaut worden seien— ober zwischen Spandau und Seegefeld liegen noch sieben Kilometer dieser Schienen, die sich so überaus stark abnutzen, und di« Strecke zwischen Spandau und Seegefeld ist wahrhaftig stark befahren.... Und dann liegen da einige eisern« Schwellen, di« so durchgerostet sind, daß ich den Herrn, der mich führt, entsetzt darauf aufmerksam mach«. Er„beruhigt" mich: Dies« Stücke hätten sicher nicht auf einer Haupt- strecke gelegen. Aber au6> auf den weniger befahrenen Strecken kann «ine solche Schwelle genug Unheil anrichten— und wenn es„nur" um das Leben des Eifenbahiipersonals geht! Außer dem Oberbausaal gibt c, noch, wie gesagt, das Stell- werk— eine Anlage, in der der ganze Weichenstellcrdienst rckapi- tuliert werden kann und in der den Schülern auch die neuesten elek- trischen Apparate, die noch nicht überall im Gebrauch sind, zur Ber- sügung stehen. Außer durch die Schiencnanlage, auf der das Funktionieren der Signale kontrolliert werdcn kann, soll dieser Lehr- saal auch noch durch ein mechanisches Bild mit kleinen fahrenden Zügen ergänzt werden. Und dann kommt der große Saal, in dem die„Gepäckausgabe" und die ganze Güterabfertigung ist! Da lernen die Eisenbahner erst an einer„Spinne", einem Organisalions- bild, die ganzen Buchungen, und dann.spielezi" sie richtig„Güter- abfertigung". mit vorschriftsmäßigen Kisten oder mit defekten Packungen: alles ist da: das unverpackte Sofa, das Schmerzenskind der Güterabfertigung, wie der Glasballon, dessen imaginärer Inhalt nach Belieben als Himbecrsast wie als Säure deklariert werdcn kann. Die mannigfaltigsten Rcklamationsgründc können hier kan- struicrt werden, und dann muß der Schüler an Hand der„Spinne" den Weg durch alle die Formulare suchen, bis er die weltbewegende Frage lösen kann, wer damals den Käse zum Bahnhof gerollt Hm. Van der Gepäckausgabe bis zum Zusammenstellen van Frachtzügen wird hier alles rekapituliert, was mit dem Eisenbohngiiterdienst zu tun hat, und hier wie in den anderen Unterrichtszweigen fordert man anscheinend nicht wenig, denn in einem aiideren Zimmer ent- decke ich an der Wandtafel den Abschied eines Eisenbahners an die Schule. Da steht er mit einem Schulranzen auf dem Rücken:„Atchö — ick wer jetzt Refrendar!" Daß aber die schwere Schulzeit an- scheinend auch recht angenehme Nebenerscheinungen hatte, beweist eine Liebesszene, die er im Hintergrund„verewigt" hat. Daß sich die Schüler hier wohl fühlen, ist wirklich kein Wunder: Die größeren und kleineren Schlafräume sind farbenfroh aus- gestattet, die Betten sauber mcisz überzogen, in jedem Zinnner ist fließendes Wasser und hübscher Bildschnnick— jeder Schüler hat «inen eigene» Kleider- und Wäscheschrank. Die Ausstattung ist so, wie man sie in einfacheren Hotels sicher nicht findet. Und das Essen im Kasino, an dein auch die Lehrcrjchafk teilnimmt, riecht geradezu verlockend. Es gibt Suppe, Gemüse und Nachtisch, mal warmes Abendbrot, mal Tee, Brot und Ausschnitt. Auch um die Reinigung der Zimmer brauchen sich die Schüler nicht zu lümmern, dafür sind Aufwartefrauen engagiert. Das Gehalt geht felbstserständlich mährend des Besuches der Schul« weiter, es worden aber dem Ber- heirateten fünfzig Pfennig, dem Unverheirateten eine Mark als „Haushaltserspornisie" in Abzug gebrach». Siebzig Betten umfaßt dieses„Internat" der Eisenbahner, die sreilich nicht imtncr olle besetz: sind. Als ich die Schule besuche, findet gerade ein Kursus für O-Zug- Schaffner und ein Kursus für Ladeschafsner statt. Bei den D-Zug- Leuten unterhält man sich gerade über die„Zuschläge zu Unter- nchmersahrkarten", bei den Ladeschcssnen, ist die Angelegenheit so verwickelt, daß nion unoorbereilet anscheinend überhaupt nichts ver- stehen kann. Aber trotzdem die schweren großen Männer alle ein wenig beengt in ihren Schulpulten sitzen, fällt es mir auf, wie ver- gnügt und serienlustig die Gesichter aussehen— olle wie große Jungs, die sich freuen, mal Muttern für eine Weile davongelaufen zu sein. Und das sind sie ja schließlich auch, sind in diesem„Internat" der Eisenbahn mal für eine Weile der Enge ihres kleinen Beamten- daseins und ihren täglick)«» Sorgen entrückt. Und daß sie dies« Freiheit empfinden und genießen, bewies ja der Künstler, der das Abschiedsgemälde auf die Wandtastl zauberte— aber der war natür- lich unverhojratel. Dos sei allen Eisenbahnerfrauen zur Beruhigung gesagt!, Rose Ew»lch PCR GgLRC PfKAK) WN V WnilAMS-ZEICHNUNCEN VON ADOLF LEHNERI 18. Fortsetzung. „Ütcin!* rief das Mädchen plötzlich und streckte die chand aus, wie um«in schreckliches Bild abzuVehre».„Nein, nein,«r ging nicht zurück. Es Ist nicht mahrl Es ist nicht wahr!" An der Tür«ntstond ein Geräusch. Julian Ouayr««rschien an der Seite eines Kriminalbeamten. Der Ausdruck seines Gesicht«? war hart und entschlossen. AI? er Dolores erblickte, trat ein Schimmer von Rotlosigtcit in seine Augen. Doch dos Mädchen legt« bei seinem Anblick beide chöitd« vors Gesicht. „Mein Gott!" schluchzte sie.„Was Hab« ich gesagt?! Was habe ich gesagt?!" 16. Soulols?rage. Manderton» rauhe Stimme schnitt scharf durch das Schluchzen de» jungen Mädchens. -Mr. Quoyre," sagte er,„Miß Driscol hat nun zugegeben, bah st« gestern die Stunden zwischen vier und sechs Uhr auf Ihrem Atelier zubrachte. Was haben Sie dazu zu sagen?" Mandertons erwartungsvolle challung schien sich ollen An- wesenden mitzuteilen. Das Schluchzen brach ob und Dolores hob mit einer Art verzweifelter Neugierde den Kopf und sah Julian Ouayre an. Sogar Jim Eronmore mochte eine Gebärde der Auf- mcrksamkeit. Sie sahen, wie die Farbe seines Gesichte» wechselte und ein Schimmer von Mitztrauen in seinen Augen aussprang. Mit einer Stimme, die kaum wie seine eigen« klang, erklärte er endlich:„Nichts! Ich habe nichts dazu zu sagen!" Manderton fuhr sich mit der chond zwischen chols und Kragen. „Sie wissen natürlich, daß Ihre Loge sehr ernst ist. In Ihrem eigenen Interesse, Mr. Ouayre. muh ich Ihnen aufs dringendste raten, mir zu gestehen, was Sie über den Mord wissen.,." Der junge Mann strich müde mit der chand über die Stirn. „Ich muß nachdenken." murmelte er.„Es war solch ein Schock für mich! Sie bringen mich in Verwirrung..." Manderton winkte nun Georg Cranmor« heran. „Gehen Si« nun mit Ihrem Bruder und Miß Driscol," flüsterte «r halbkaut.„Und.. nehmen Sie sich Ihres Bruders ein wenig an. Es ist ein bißchen viel für � ihn gewesen. Lost«» Sic ihn nicht allein..." Gehorsam folgt« Jim Eranmore seinem Bruder, w'« e!n Blinder, der seinen Weg ohne chilfe nicht mehr finden kann. Als Dolores an Ouayre vorüberkom. griff sie impulsiv mit ihren b«ide.n kleinen Händen nach feiner großen, braunen Hand und drückte sie. Vertrauen, Ermutigung und Liebe lagen in dieser einfachen Ge- bärds. Kein Wort wurde zwischen ihnen gewechselt. Dann schloß sich die Tür« hinter Dolores, und die Männer worei ollein. „Mein Gott!" stöhnte Quoyre, und siel, die Hönde vorz Gesicht schlagend, auf einen Stuhl. �"■" Mst einer Handbewegung entließ Manderton die beiden Polizisten. Boulot trat zum Pult und flüsterte mit seinem Kollegen. „Erinnern Sie sich an da», was ich Ihnen sagte. Geben Sie ihm jetzt meine Frage und Si« werden sehen, daß er spricht. Lesen Sie sie zuerst selber, wenn Sie wollen. Aber geben Sie sie ihm jetzt. Es ist der psychologische Moment!" Manderton zog widerwillig aus seiner Brusttasche den Um- schlag, den er von Boulot am Morgen erholten hatte. Er brach das Siegel auf und überlas flüchtig, was auf dem halben Bogen geschrieben stand. Seine Lippen zogen sich geringschätzig zusammen. Ein paar Sekunden lang schob er dos Blatt zwischen den Fingern hin und her. während er Boulot mißtrauisch betrachtete. Dann ging er um da» Pult herum, legte Quoyre eine Hand auf die Schulter und hielt ihm da» Blatt hin. Der jung« Mann hob den Kopf und nahm e» wie betäubt au» den Händen des Inspektors entgegen. Er schien sein« Gedanken nur mst Schwierigkeit sammeln zu können, denn er starrt« ein« volle Minute auf die Schrift, eh« er ihren Sinn verstanden haste. Dann trat der Ausdruck eine» ungekünstelten Erstaunens in fein« Augen. Schweigend blickt« er von Manderton zu Boulot. „Sie hoben das— die ganz« Zeit gewußt?" fragte er. „Kümmern Sie sich nicht um da», was mir wissen, Mr. Ouayre!" fiel Manderton lebhast ein.„Wir möchten hören, was Sie wissen!" Quayre stand auf und ging an» Fenster. „Wenn ich nur wüßt«, was ich tun soll!" sagte er nachdenklich. „Sofort, als Sie mir von dem Mord sprachen, wußte ich. daß ich Ihnen über mein Tun gestern keine Rechenschaft ablegen könnte, ohne den guten Ruf von Miß Driscol zu gefährden, obwohl ihr Besuch in meinem Atelier, weiß Gott, völlig harmlos war. Wir haben uns bisher immer auswärt, getroffen, seit die Eranmore« mir da» Hau» verboten hatten, und gestern war es zum ersten. mal, daß Dolore»— Miß Dolore, allein zu mir kam. Ich habe sie dazu überredet. Sie wollt« zuerst nicht aus Angst, daß ihre Leute davon hören könnten. Ich malte sie nach der Photographie. die Sie ja gesehen haben und hätte sie so gern ein einzige» Mal nach dem Leben..." Seine Nervosität schien offenbar zuzunehmen, und er brach ab. Manderton räusperte sich. „Ich möchte bemerken, Mr. Quayre," sagte er,„daß Sie uns bish«r nichts Wesentlich«, mitgeteilt haben, da» mir nicht schon ohnehin wußten. Nun passen Sie auf! Wie kam Mrs. Cranmor« in Ihr Atelier?" „Ich habe nicht die leiseste Ahnung." .„Kam sie auf Ihr« Einladung hin?" ,.?lb«r nein!" „Um ihr« Schwester dort zu treffen?" „Da» glaube ich nicht. Sie konnte Unmöglich wissen, daß Dolore»— Miß Driecok zu mir kommen wollte..." Sein« Unwilligkeit zu reden, trgt auffällig zutage. Sie reizte deo Enaländer. „Hören Si«, Mr Ouayre," sagte er,„ich denke nicht daran, die Wahrheit stückchenweis« Ihnen au« der Nase zu ziehen. Sic werden mir jetzt einen klaren und zusamwenhängenden Bericht über alle, geben, was sich in Ihrem Atelier gestern nachmittag ereignet hat. Miß Driscol Hot sich alle Mühe gegeben, Sie zu deckcn. aber ich Hab« dies Lügengebäude sehr schnell eingerissen. Also bitte— ich warte..." Julian» Gesicht wurde von ein«r heftig«« Röte übergössen. „Ich bin gern bereit, zu sprechen," antwortet« er,„besonder», da Ihre Frage hier auf dem Blatt mir ja zeigt, daß Ihnen«ine wesentliche Totsache schon bekannt ist. Aber was gestern in meinem Atelier vorfiel, war so merkwürdig... so unerhört, daß ich�von Ihnen kaum Glauben«rwarten kann. Solange Eranmore hier war, konnte ich nicht darüber reden— ich hatte nicht den Mut. Denn was ich jetzt sagen will, wird ihm sicher das Herz brechen, wenn es nicht schon gebrochen ist. „Sie wissen, daß Miß Driscol und ich ins Schlafzimmer gingen, um den Tce zu machen. Ich war gerade im Begriff, den „Mein Gott, was hohe ich gesagt.'* Kessel vom.Kocher zu nehmen, als ich einen Fußtritt im Atelier hörte. Wenn ich zu Haus« bin, lasse ich gewöhnlich die Haustür offen für mein« Freunde, und wahrscheinlich hatte ich vergessen. den Riegel vorzuschieben. „Natürlich dacht« ich zuerst an Miß Driscol. Sie war mit mir in meinem Schlafzimmer, und da? durfte nicht herauskommen! So öfsnete ich da» Schlafzimmerfenster und hals ihr hinaus.. „Verzeihung!" fiel Boulot ein.„Sie kletterten zuerst hinou» und fingen sie in Ihren Armen auf, nicht?" „Ja, sie fürchtete sich zu springen. Ich begleitet« si« durch den Garten und verließ si« an der Zauntür. Sic begab sich zutrt Ranelogh und ich kehrte ins Atelier zurück..." „Warum?" „Ich... ich weiß nicht recht," stammelte der jung« Mann. „Wahrscheinlich wollte ich wissen, wer im Atelier war. Fajls die Person etwa» davon bemerkt hoben sollte, daß jemand mit mir im Schlafzimmer gewesen war." „Schön!" sagt« Manderton.„Weiter!" „Ich kletterte wieder durch» Fenster herein und ging leise an d<« Schlafzimm«rtür, die offen stand. Davor hängt«in Dorhang, um den Zug abzuhalten im Winter, wenn«s kalt ist. Ich zog ihn ein wenig aus die Seit« und spater hinou». Da foh ich Mrs, Eranmore rntl einem Mann! Ich warf nur«inen Blick auf sie. dann macht« ich mich wieder durchs Fenster davon..." „Worum?" fragte Manderton zum zweitenmal. „Weil", erwidert« der Maler mit leiser Stimme,„der Mann sie umarmt hielt..." „Ich sehe nicht ein, warum Sie deshalb fluchteten." Quayre zuckt« die Achseln. „Ich weiß nicht, ob ich Ihnen dos verständlich machen kann. Earmen Eranmore«rschien mir immer wie ein« Heilige. Es war so«in« � unirdische Reinheit um sie, und sie in den Armen eine» anderen Mannes zu sehen, warf mich einfach um. Ich floh entsetzt au» dem Atelier. Di« Heuchelei war'», die mich am meisten aus- einanderbrochte. Stundenlang wandert« ich umher, um herauszu- bringen, worum Mrs. Cranmor«, die mir immer seit dem Krieg ein wenig ausgewichen war, ihrem Geliebten ein Rendezvous in meinem Atelier gegeben haben sollt«, lind dabei mußte ich immer daran denken, was geschehen wurde, wenn Eranmore, der seine Frau vergötterte, auf diesen Verrat kam..." „Eine Sekunde, Mr. Ouayre," unterbrach ihn Manderton. „Dieser Mann, der Mr». Eranmore in den Armen hielt— kannten Sie ihn?" Julian nickte lebhast. Sein« Lippen zitterten, als traute er sich nicht zu sprechen. „Wer ist er?" „Sein Rom« ist Ramon. Er war ein Freund von Mrs. Eron- mar« in New D»rk." „Ein Amerikaner, was?" warf Boulot eifrig ein. .�r lebt» in New Pork. ober ich glaube, er war Sstdomeri- kaner. Iedenfall» sprach er sehr gut spanisch. Er war auch Kunstftubierender, und ich traf ihn öfter bei Mrs. Eranmore.. „Ramon ist»in Dornam«, wenn ich nicht irre. Wie heißt er mit seinem Familiennomen? „Das weiß ich nicht." „Sie sagen, er war«in Kunststudicrender wie Sie. Sie trafen ihn öfter» bei Mr». Eranmore. und Sie wissen nicht, wie er heißt! Da» ist doch zum mindesten sonderbar. Mr. Ouayre. nichi?" „Damals nannten wir uns bei unseren Dornomen oder Spitznamen. Inspektor. Ich war manchen Abend mit Ramon zu- sammen, aber seinen vollen Namen weiß ich wirklich nicht. Biel- leicht ist auch Ramon nur«in Spitzname." „Wo» sprachen di« beiden miteinander?" „Soviel ich gehört habe, sprachen sie nichts." lFortsetzunz solzt.) WAS DER T NMNNMtNkNMIMNMMNMINIMNIMMMMMMMiMNNMMMMIMMwMWiNNIIN „Tragbare" Ehrenzeichen. Da» offizielle Organ de» Reichsoerband,» d«> Deutschen Garten, bau» Hot sich in seiner Sonntagsbeilage ein« Ablqgerungsstätt« ge- Ichaffen für angeblich unparteiisch gehalt«n«, doch stark nationalistisch gefärbte, mit der Gartenkultur in keiner Beziehung stehend« Au». lassungen der Redaktion über hohe Politik und ander« schöne Dinge. Während di« Not den Derusigärtnern, die bi»her gedankenlos im Fohrwasser de» Landbund«» schwimmen, auf den Fmgvrn brennt, so daß da» Organ in jeder Nummer einen beweglich«« Appell>m sie richtet, sich von der alten Eigenbrötelei freizumachen und zu „normalisieren" und zu„standardisieren", werden so vier kostbar« Seiten mit Auslassungen gefüllt, die schon manchem ander» denken. den Gärtner den Stoßseufzer abgepreßt hoben: Mehr und genauere Marktbericht« wären un» lieber. Doch halt: Di« letzt« Nummer de» Organs Hot in dieser Beilage ein« Rubrik, die di» Der» leihung„tragbarer Ehrenzelchen der Fachkammer für Gartenbau in Dresden" verkündet. Es gibt da».trag» bare" Ehrenzeichen in Silber und Bronze; beide find o m wcißgrünen Bande zu trogen. Erftere, wurde zehn „Herren" verliehen, letzteres neunzehn.Gärtnern und Gartenfrouen refp. Dartcnbauarbeiterinnen". Die Verleihungsanzeige macht diesen feinen Unterschied zwischen„Herren"(die meist Besitzer sind) und„Arbeitnehmern, die mindesten» 25 Jahre ununterbrochen in dem betreffenden Betriebe—. wa» nun kommt, genieße man In vollen Zügen:„ihre Pflicht tr«u erfüllt haben"— ol, ob«» wähl möglich wäre. 25 Jahr« hintereinander tätig zu sein. ohne sein« Pflicht zu erfüllen. Aber dem Lersosser der Anzeige (oder sollt« es gar die Fachkammer selbst sein?) war e« wohl darum zu tun, den„Arbeitnehmern" an ihrem„Ehrentage" noch«ine mo- ralische Belehrung mit aus den Weg zu geben. Weshalb wirb denn den„Herren" nicht ebenso bescheinigt, daß sie„ihre Pflicht treu" erfüllt haben? Außerdem erhielten noch drei„männliche Per- sonen"— denn die Anzeig« führt si» nicht al»„Herren", aber auch nicht al,„Arbeitnehmer", sondern mst ihren Titeln auf— da» Dranze«hr«nzcichkn. Iedensall» hat der Bmasser d»r Anzeige den Bewei» erbracht, daß«r. wenn im Freistaat Sachsen der Posten«ine» Zeremonienmeisters zu besetzen wäre, begründet« Au»sicht auf An- stellung hätte. Der aufrechte Rtpublikaner wird dagegen dies, ganze Shrenzelchengeschichte nicht„tragbar"» sondern im Gegenteil„un- tragbar" finden. Eine Aftentragödie. Die französisch« Zollbehörde leistet« sich unlängst ein ganz«igen» artige« Schildbürgerstückchen. Bor einigen Wochen kamen an der französischen Grenze drei Orang-Utans an, bestimmt für den Zoolo- gischen Garten in Paris. Die Direktion traf umfangreiche Emp. fangsvorbereitungen. Doch di- Zeit verstrich und die Affen kamen AG..... BRINGT. nicht an. Plötzlich«rt'uhr si«, daß die Zollbehörde die Orang-Utan» Familie al» zollpslichtigc» Gut zurückbehalten habe.»>« erNörte nämlich: ,.Orang,Utan» sind„Schlachtvieh" und ol» solches könnten fi« nur nach Hinterlegung de» Zolls nach Frankreich eingeführt werden." Der Pariser Zoologische Garten wollte natürlich die ge- forderte Summ« nicht bezahlen.„Die„Affen" sind ja nicht für da» Schlachthau», sondern für den Zoologischen Garten bestimmt". richtet« sie ein« Eingab« an die Hohe Behörde. Doch die Zoll- bureaukrotte gab nicht noch. Selbst dann nicht, al» einer der Orong- Utan» da» Zeitlich« segnet«. Nun sitzen die Aftcn ol» zollpilichtiges Gut In k»r Srenjstatian und der Zoologische Garten versucht sie mit Hilf« de, Gericht» nach Pari» zu bekommen---, allerdings nicht als Schlachtvieh. Alimente tür ein fremdes Kind. In Schweden bestimmt da» Gesetz, daß Männer, die für Unter» halt von Frau oder Kind auszukommen hoben, nicht auswandern dürfen. Tun Sie es doch,>o fallen Ihre Verpflichtungen auf die- jenigen, di« ihnen bei der Auswanderung behilflich waren. Erst vor wenigen Tagen hat ein Beamter die Härte dieses Gesetzes durch Urteil eine» Stockholmer Gericht» an sich verspüren müssen: nun wird er an Stelle de» Vater», dem er zu einem Ausreisevisum ver- halfen hatte, dessen Tochter bi» zum 16. Lebensjahr Alimente zu zahlen haben. Der Bater wqr ein junger Eisenbahnbeamter, der vor etwa drei Jahren ein hübsches Landmädchen kennenlernte und »» zur Mutter macht«. Er wurde verpflichtet, monatlich 20 Kronen für den Unterhalt des Kindes zu zahlen. Unglückliche Börsenspekulationen brachten ihn um sein Dermögen, e» fiel ihn' schwer, seinen Verpflichtungen nachzukommen, und so wanderte er im Jahre 1V26 nach Kanada aus. Sein Dater machte aber den Beamten, der ihm in fahrlässiger Weis« da» Visum ausgestellt hatte, aussindig. Jetzt wird dieser Beamt, für seine Fahrlässigkeit jahrelang zu büßen haben. Private Herstellung von Wolken. Die Einwohner eine« NewPorker Stadtbezirk» war«« höchst erstaunt, al» si« di«ser Tag» in etwa 1000 Meier Höh« ein seltene» Schauspiel wahrnahmen: Zwei Kamels trabten hintereinander durch die Wolken, ol» ob si« einander oerfolgtin. Dann verschwanden di» Kamele, an ihrer Stell« erschienen plötzlich Buchstaben, die besagten. daß New Park soeben Zeuge eine» neuen Reklamemittel» geworden sei. E» handelt sich um einen ungeheuren Projektionsapparat, mit dem Bilder, Buchstaben und andere Zeichen in 1000 Meter Höh« projiziert werden können. Die ersten Aersuche. die Projektion aus natürliche Wolken zu bringen, gelangen nicht völlig. Di« Reklame- gesellschoft benutzte daher künstlich« Wolken, di« kurz vor der Pro- jektion von einem Flugzeug erzeugt werden und sich länger Halter sollen al» die natürlichen Wolken. Regatta der Arbeiterrudcrer. Die freien Ruderer und Kanufahrer in Grünau. Zu der am Sonntag, 1. Juli, 13,30 II!)'', in Grünau vor den Tribünen des Berliner �Regattavereins stattfindenden Regatta der Freien Ruderer und Kanufahrer im 1. Kreise des Arbeitcr-Turn- und Sportbundes haben die Bcreine nunmehr ihr« Vorbereitungen beendet. Bisher ist es den Berliner Vereinen, dank 5hr«s guten technisthen Könnens und ihrer langjährigen Erfahrungen, rnöglich gewcjen, den auswärtige» Vcrcinen gegenüber— mit wenigen Ausnahmen— die Spitze zu behaupten. Ob dtes in diesem Lahr« wieder der Fall sein wird, müssen erst die Rennen am Sonnlag beweisen. Schon die Vorrennen, die für die Ruderer am Sonnabend nach» mittag und für die Kanusahrer am Sonntag vormittag stattfinden, werde» einen Aufschluß über dos Störkeverhaltnis der einzelnen Mannschaften geben. Die auswärtigen Mannschaften, die au? Leipzig, Dresden, Würzen, Stettin, Branden- bürg und Fürstenwalde kommen, treifen zum Teil bereits am Sonnabend nachmittag in Berlin ein. Es ist natürlich schwer, über die Aussichten der einzelnen Mannschaften, insbesondere der AuswärtiA-n, etwas zu sagen, da bei Mannsäiafts» rennen, denn nur solche werden ausgefahren, ein indisponierter Ruderer die Aussichten der gesamten Mannschaft zunichte machen kann. Di« Regatta wird mit einem Stilrudern und Stilpaddcln der Frauen- und Iugendmannschaften eröffnet, chior sind die Berliner Verein« unter sich uyd da die Mannschaften zum Teil neu zusammen- gesetzt sind, ist«ine Voraussag« sehr schwer. Mit zehn Meldungen bann man die Besetzung des Iunioren-Riemenvierers als eine sehr gute bezeichnen. Es starten neben den Berliner Mann- schatten auch solche au» Leipzig, Dresden, Würzen und Fürftenwald«. Die E»ts6>«-dung dürfte zwischen Vorwärts-Derlin, Vorwärts-Leipzig wnd der Freien Wafserfport-Vercinigung Fürstenivatde liegen. Der Zweier ohne Steuermann ist eine Angelegenheit der Ber- liner Vereine. Die Mannschaften sind«inander gleichwertig, so daß die Mannschaft den Sieg erringen wird, die am besten steuert. Lm Erstlingsrennen starten Mannschaften, die bisher an keiner Regatta teilgenommen Haben. Auch hierzu haben Vorwärts-Leipzig. Dorwarts-Stetlin und Soxonia-Wurzen neben den Berliner Ber- einen ihre Meldungen abgegeben. Den Sieger vorher zu nennen ist sehr schwierig. Der Achter für Junioren ist ein heiß umstrittenes Rennen. Saxonia-Wurzen, Vorwärts» Leipzig, Vorwärts-Verlin, Cnllegia-Charlottenburg, FrciHcil-Berlin und die Rudcrricgc Ficht« werden miteinander um den Sieg ringen. Es wird ein scharfes Bord-an-Dord-Rcn»en werden, wobei wir Vor- wärts-Berlin den Vorzug geben wollen. Im Doppelvierer für Junioren dürfte die Entscheidung zwischen dem Ruderbezirk der Freien Turnerschait Groß-Bcrlin und dem Rudervercin Vor- wärts-Berlin zu suchen sein. Die Besetzung des Anfänger- Vierers, das Rennen des Nachwuchses, ist mit neun Meldichgen gleichfalls als gm zu bezeichnen. Außer den Berliner Vereine» starten nach je eine Mannschaft der Freien Wassersport-Vcreinigung Fürstenwalde und der Freien Wassersahr�r Brandenburg. Da» Senioren- Achterrennen hätte eigentlich«mc besser« Be- sctzung verdient. Um so scharfer ober wird hier der Kamps sein. Die drei alten Rivalen Borwarls-Lerlin, Collegia-Charlottenburg und Freiheit-Bcrlin werden alles, dransetzen, um dieses Rennen für sich zu entscheiden. Wir erwarten Varwärts als Sieger var Collegio. Di« Konurennen füllen inialg« des standigen Wachsens der Der- «ine naturgemäß immer mehr und mehr da» Programm aus. Es wird in Kürze die Zeit kämmen, wenn man alle» Laotsgattungcn Rechnung tragen will, daß die Regatta an einem Tag« nicht mehr durchzuführen ist, es sei deim, daß man sich auf ganz bestimmte Klassen einigt. Die Besetzung der Kanu-Rennen ist durchweg gut. Die Frauen werden erstmalig in Grünau ein Stil- pa-ddeln vorführen. Zum Doppelkajat für Anfänger sind zehn Mcl- düngen eingegangen, darunter zwei Meldungen der Freien Kanu- sahrer Stettin. Der Doppelkajat für Junioren ist mit«ls Meldungen am besten besetzt. D>e Freie Kanu-Unian dürft« hier den Sieger stellen. Je zehn Meldungen hoben der Dappelkojak und der Doppelkajak für Senioren erhalten. Im ersten Rennen kann man die Mannschaft der Freien Wasfersahrer Brandenburg an der Havel als Sieger erwarten. Das Scniorenrennen sollte die Frei« Kanu-Umon gewinnen können. Auch der Doppelkajat für Junioren ist mit steben Meldungen noch gut besetzt. Das.Hauptrcnnen der Kanusahrer ist zweifellos das Rennen der Kanuvierer. das i» Grünau zum erstenmal ausgefahren wird. Hierzu hat auch der Derein für volkstümlichen Wassersport-Dresdcn eine Mannschaft gemeldet. Ob die Mannschaft des Kanubczirks der Freien Turnerschait Graß-Lerlin ihren Sieg, den sie in Brandenburg errungen hat, in Grünau wiederholen kann, muß erst da? Rennen entscheiden. Jedenfalls wird es eins der schönsten Rennen werden. Die Vorrennen am Sonnabend beginnen um 17,30 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr. Zur besseren Bekanntgab« hat fich der Arbeiter-Radioklub in anerkennenswerter Weise bereiterklärt, seine eigene Lautsprcchoranlage zur Verfügung zu stellen. ihre Meldungen abgegeben. Weiter tauft ein Rennen über ZZ Kilometer: auch hier haben fünf Abteilungen gemeldet. Für die Stafettenmeisterschaft haben sich nur zwei Mannschaften ein- gezeichnet. Die Altersklasse kommt in einem 2 0- K i l o- meter, Rennen zu ihrem Recht. Di« Rennen werden auf der Strecke Kaulsdors, Mahlsdorf. Dahlwitz, Tasdorf, Herzfelde, Heidekrug ausgefahren. Start und Ziel befindet sich in Kaulsdars am Stein 14,7. Der Start erfolgt um 7 Uhr. Umklvidelokal Kaulsdorf, Gast- Hof Eschrich, wo sich olle Fahrer bis 0 Uhr einzufinden haben. Der Vorsitzende des 1. Kreises biitct uns mitzuteilen: Der 15. Bundestag in Leipzig hat beschlossen smit 218 zu 21 Stimmen), gegen die Bundesmitglieder P. Zobel, 2f. Ritzschkc, W. H u t h m a n n. G. Fricdmann. Lisa Lange, F. Wie st, H. Bergmann und Franz Kirsch, sämi- lieh in Berlin, wegen organisatiansschädigendcm Verholten ein verschärftes Ausschlußoerfahren durchzuführen. Für die Genannten ruhen laut Vundesstatubwährend de» Verfahren» all« Funktianen und Rechte als Mitglied. Es wird den Vereinen und Funktionärkörpern zur Pflicht ge- macht, diese Bestimmungen zu beachten, andernfalls Ausschluß aus dem Bund« erfolgen kann. Die Berichterstattung vom Bundestag erfolgt durch die vom Bundestag anerkannten Delegierten, dabei scheiden die Bundezmitglieder Zobel, Friedmann, Huthmonn, Nitzschke und Lisa Lange au». Berichterstatter für den Bundestag bittp ich erst dann anzufordern, wenn das Protokoll vom Bundestag vorliegt, um etwaige Mißdeutungen zu vermeiden. Anforderungen sind erst End« Juli oder Anfang August an mein« Adresse zu richten. Die Verein- werden gebeten, sich örtlich zusammenzutun, um Doppclberichtcrstat- tungen zu oermeiden. Durch ein besonderes Rundschreiben werden wir außerdem die wichtigsten Beschlüsie de» Bundestages den Vereinen zur Kenntnis bringen, damit die Durchführung und Einhaltung der Beschlüsie besten» gewahrleistet ist. MaxReichert, Spandau, Lutherftr. 8, b. Birkholz. Ol« Turnhygiene kranker Kinder. Fast sed« Schul« zählt nach einen ansehnlichen Teil Kinder, die aus allgemeinen Gefundheilsrückfichten wie Schwäche, Herzkrankheilen usw. vom Pflichtturnen in der Schute befreit sind, trotzdem gerade sie die Körperpflege am allernätigsten hätten. Es ergibt sich deshalb die Frage, wie dieser Teil der Schuljugend durch Leibes- Übungen von seinen Krankheiten geheilt oder soweit wie möglich gebessert weidcn' kann. Der bekannte Kinderarzt Dr. La de- Hanau hat nun für jalche erkrankte Kinder Turnkurs« eingerichtet, mit denen er große Er- folge erzielte. Es zeigte sich zunächst, daß einige Kinder S i m u- l a n t c n waren, die nur au? Bequemlichkeit ihre Befreiung vom Turnunterricht durchgesetzt hatten. Den übrigen Pjleglingen ließ Dr. Lade«ine individuelle Behandlung je nach der Art der Krank- heit angedeihen. E» gelang ihm dadurch, die Kinder zu kräftigen, die infolge ihrer Krankheiten in der Schul« nie zum Turnen gekommen wären. Kinder mit Herzfehlern, Bronchialasthma, Fuß- und Arm- brüchen, Spltzfüßen. Leinschienen, Kunstbeinen, Stützkorsett» usw. wurden so vor dem Schicksal bewahrt, durch Fernhalten vom Turn- Unterricht nach und nach zu Krüppeln zu werden. Di« Schuloerwaltungen sollten nach diesem Beispiel im verein mit Aerzten und Spartvereinen versuchen, tranken Kindern, die bi». Her vom Pflichtturnen befreit wurden, durch geeigneten Turnunt'r- richt zu helfen. Der Unterricht muß dabei von verständnisvollen Pädagogen mit Hilf« geschulter Orthopäden erteilt und dauernd ärzt- lich überwacht wenden. Körperkultur in KuHIand. Aus dem Gebiet« der Körperpflege hat Rußland viel nachzuholen. Ueber das Organisationsproblem der Körperkultur- bswegung in Rußland berichtet E. Radin, daß zwei Institute und mehrere Häuser für Körperkultur existieren. Der Verbreitung des Gedanken» der Gesundheitspflege sollen dienen: Unterricht in der Körperkultur in den Schulen, Schulzirkel für Körperkultur und Körperkulturzirkel für Jugendliche. Die letztgenannten Zirkel werden al» Sektionen für Kulturwesen bei den Dewerkschosten organisiert und die Mittel den Kulturland» der einzelnen Gewerkschaften ent- nammen. Do» Boltskommiffariat für Gesundheitswesen regelt die ärztlich« Beausichtigung ber Leibesübungen Treibenden. Die Aerzte de, Fürsargeamte» für Kinder und Jugendlich« werden dabei unter- stützt durch Fachleute für Körperkultur. Sa optimistisch dieser Plan einer systematischen Arbeit auch klingen mag, so hlelbt dach immer wieder zu bedauern, datz die Russen den Sinn der Körperkultur dadurch dauernd indasGegen- teil verkehre», daß sie dem Ganzen durch Paraden und Schieß- Übungen(auch der Mädchen)«inen militärischen?ln strich geben Vermögenskteuer für Sportplätze. Der Ungewißheit über die Abgaben für den Besitz von Grundstücke», die als Sportplätze dienen, ist jetzt ein Ende gemacht worden durch die Verordnung des Reichsfinanzministeriums vom S. Juni(Reichsgesetzblait S. lvS). Diese verorkmung bestimmt u. a., daß unbebaute Grundstücke, die unmittelbar für Zweck« der Volkswohlfahrt der Allgemeinheit zur Benutzung zugänglich gemacht sind, mir mit 10 Proz. des gemeinen Wertes zu bewerten und von diesen 10 Proz. S vom Tausend»er- mogenssteuer zu bezahlen sind. Ein Sportplatz mit einem Verkaufs- wert von 100000 M. ist demnach nur mit 10«X) M. zur Steuer heranzunahen und von diesen 10000 M. sind 50 M. Vermögenssteuer ZU entrichten. Dos sind ungleich ander« Beträge wie die vielfach von Finanzämtern geforderten. So hat z. B., um nur«inen Fall zu nennen, ein Bezirksamt für einen Platz die Kleinigkeit von 4000 M jährlicher Vermögenssteuer verlangt, während nach der neuen Verordnung höchsten» der zehnte Teil davon zu entrichten ist, Zur Aulamobil. und Matarrad-Uusflellung Berlin 1928, die in der Zeit vom 8. bis 18. November stattfindet, macht sich außerordentliches Interesie bemerkbar. Bereits beim Meldeschluß war der ver- fügbar« Naum so gut wie ganz vergeben. Da täglich noch neu« An- Meldungen aus dem In- und Ausland« einlaufen, wird es nicht leicht sein, den Forderungen in bezug auf die Platzsrage gerecht zu werden. voraussagen für Strausberg: 1. Bammerlund— Laaksan; 2. Starast«~ Bergmeister: 8. Daisy II— Podargo»: 4. Bonbonniere— Kyon: 5. Manteco— Tortar; 8. Falter— Engpaß: 7. Pom- pejus— Burgbrohl. Thollembeek, der bessere„Afj". Die Meisierschafl von Berlin. Der gestrige Renn abend auf der Nütt-Aräna zeichnet« sich durch einen guten Besuch aus, der gebotene Spart dagegen war nur mäßig. Dos Mannschaftssahren um die'„MÄsterfchaft von Berlin", die Beute für Ehittsr-Kroschel. gehörte zu den langweiligsten Rennen, die je gefahren wurdon. Grotesk vc:lies der 26-Kilo» meter-Laus ber Steher. Thollembeek und Krewer muhten die letzten Runden ahne Schrittmacher fahren, da auch der Ersotz- mofor zu streiten beliebte. Der weit hinter Sawall liegende Thollcm- beek konnte im„schönen Endspurt" Krewer noch glatt schlagen: beide lagen hinter Sawall viele Runden zurück. Der Belgier Thollembeek, Sawall und Krewer gingen— als die„drei Alse"— aus dem 30-Kilometer-Lauf in dieser Rcihensolg« über das Zielband. Sawall lag 150 Meter und Krewer 990 Meter hinter dem besseren„Ah" zurück. Schluß der Rennen 24 Uhr! Eh mir blieb im Endlauf der Eisten für den Sommer« preis Sieger vor.Hahn. Der Berliner Lorenz sichert« sich den Sieg im Endlouf der Zweiten und Deineri wurde im Lauf der Dritten Erster vor Dorn und Ties). Die 13 Paare, die zu dem 7S-Kil»m«ter-Monnfchaftssahren um die„Meisterschaft von Berlin" starteten, vermochten diesem Rennen keine besondere Rote zu geben. Alle Jagden wurden sofort erstickt. Einig« Prämien sowie die 20 Wertungen konnten auch nichts zur Belebung de»„langen" Lauf» beitrogen. Zwei Stürz« gehen gut ab. Heyne-Schwemmler hoben leicht zwei Runden oerlaren. Di« Favoriten Ehm«r-Krosch:l, die in jedem Wertung»spurt zu finden sind, haben mit 45 Punkten die Meisterschait gewonnen. Zweit« wurden Dorn-Maczynski mit 33 Punkten und Beinert-Wettc mit 31 Punkten gute Drstie. Zeit für 75 Kilometer: 1 Stund« 48 Minuten 42,2 Sekunden. Sonnenwende. Die Feier der Sonnenwende hat bei der Arbeiterschaft in den letzten Iahren immer stärkeren Zuspruch gefunden. Nicht romantische Schwärmerei ist e», die auch den Arbeiter zum stammenden Holzstoß draußen in der freien Natur zieht, sondern dos Bewußtsein, mit Gleichgesinnten am Sonnenwendfeuer neuen Antrieb zu empfangen zum Kampf zur Erringung besserer Lebensbedingungen. In einer ganzen Reihe von Arbeiterorganisationen gehört die Sonnenwende zu den Veranstaltungen, di« den sjöheprmlt des gemeinsamen Willens ausdrücken. Auch di« vrtsgrupp« Berlin des Touristenverein,„Die Natur- freunde" veranstaltet wie alljährlich am Sonnabend. 30 Juni, auf dem eigenen Grundstück am Uederfee bei Steinfurth(Eberswald«) ein« Sonnenwendfeier. Es wirken mit: der Sprech- und Bewegung»- chor der Volksbühne und der„Ehor der Jungen". Ein« kurz« Ansprach« und Rezitationen vervollständigen da» Programm. Gemein- samer Gesang und Auflodern de» Sonnenwendfeuers bilden den Abschluß. Durch die Mitwirkenden ist«in guter verlaus der Veran- staltung gesichert. Fahroechindungen ab Stettiner Bahnhof: 12,38, 14.00, 15 00, 17.35, 18.40, 20.30. Au den Zügen 14.00 und 17.35 Anschluß an die Kleinbahn ab Ebsrswalde, sonst Postauto. Festbeitrag 50 Pf. Wcrbckportfcst In Wannsee. Dt« am Sanntag, 15. Juli, im Stadion W a n n s«« vor» gesehen« Arbeitersport-Werbeveranstaltung, die mit veichhaltigem Programm, wie Radrennen, Jiu-Jitsu, Turnen, Leichtathletik, Fuß- ball-, Handball- und Hockeyspiel aufwartet, verspricht ein« zahlreich« Beteiligung der Berliner Vereine. Die Durchführung de» Leicht- athletikprogramm, ist dein Sportverein Moabit übertragen pw-den. Zum Auetrag kommen: Für Männer: 100-Meter- Laufen, 3000.Meter.Dorgabelailfen, 2000-Meter-Gehen, Kugelstoßen, Hochsprung, Schwedmstassel: für die Jugend: lOO-Meter-Lausen, Speerwerfen, Weitsprung, Olympische Staffel: für Frauen: 100-Meter-Laufen, Diskuswerfen, Weitsprung, 4X100-Meter-Stasfel. Für Knaben und Mädchen ist vorgesehen: 5X75-Met«r-Dtass«l, für ander« Sparten lOO-Meter-Laufen. Startgebühr wird nicht er. haben. M e l d u n g e n bis 1. Juli an Wilh. Schuler, Berlin RW. 21, M-Ma-aüit 93 II. Am Montag, dem 2. Juli, 20 Uhr, findet im Lokal Schubert, Rosta.ckcr Str. 15. die Zusammenkunft der teilnehmenden Vereine und Funktionäre zwecks Programmaufstellung statt. Arbeiter-'k urnspiclc. Die Ostdeutsche Handball-Meistersdiatt. Nachdem in den einzeiie.i Kreisen di« Krcismeifter im Handball festgelegt sind, finden am Sonntag in Breslau di« Ausscheidung». tämpfe um die Ostdeutsche Meisterschaft statt. Als Vertreter de» 1. Kreise»(Berlin-Brandenburg) fahren Fichte-Rord 1. Männer und Groß-Berlin Wedding Frauen. Der 14. K!r«i» (Schlesien) stellt die Männer- und Frauenmannschaft von der Freien Turncrschast Breslau. Der 15. Kreis(Pommern) und der 15. Kreis (Lausitz) sind nur durch Männermannschaiien oertreten. Am Sonobend spielen in Groß-Berlmer Spielen um 19� Uhr in Velten, Germendorfcr Straße, Freie Turnerfchaft Velten und Ficht« 7. Abt. und 1. und 2. Männer. In Hohenschönhausen, Sommerstraße, spielen um 191L Uhr Grah-Berlin Osten 1. Männer und Neukölln 1.?lbt. 2. Männer. Von den Frauenmann- schalten spielen Pankow gegen Groß-Berlin-Rofenthal um 18 Uhr am Bahnhof Pankow-lieinorsdorf. In Hennigsdorf, Waldspartplatz. spielen Dorwärts-Hennigsdorf und Zehdenick, und zwar spielen di« 2. Männer um 10 Uhr und die 1. Männer um 12 Uhr. In Pais- dam. Luftschisshasen, spielen Potsdam und Siemensstadt um 15 Uhr. Wilmersdorf empfängt um 11 Uhr auf dem Prcuhenplotz Neukölln- Buckow. kuHhaUspiele am Sonnabend. Der kommende Sonnabend bringt zwei groß« Fußball- e r e i g n i f f e. Davon eins in Berlin, das andere in Stettin. Auf dem Adler-IZ-Sporiplatz in der Ehristianiastrahe stehen sich die beiderseitigen Bezirksmannschasten des Nordens und Südwestens gegenüber. Beide Bezirke haben das beste Material an Spielern aufgestellt. Wenn auch bisher der Norden in seinen Spielen gegen die anderen Bezirke triumphieren tonnte, so hat doch der Süd- westen in den letzten repräsentativen Spielen gezeigt, daß er auch über eine beachtenswerte Spiclftärke verfügt. Des Spiel beginnt um 18 Uhr. Da» zweit« Spiel, in Stettin, findet zwischen der dortigen Städtemannschast und des Berliner Ostbezirks statt. Die Ostbezirks- mannsechast wird den Beweis zu erbringen haben, daß die Nieder- läge im Erzgebirge den widrigen Umständen zuzuschreiben ist. Der S a n n t a g bringt nur wenige Spiele. Auf dem Bolle- Sportplatz in Niederfchönhousen stehen sich Union und Adler gegenüber. Elstal erhält auk seinem Platz den Besuch von Staaken. Obcrspree und Wildau spielen in der Wuhlheide. Wacker 21 und Woltersdorf-Luckenwolde treffen sich in Lankwitz. Mannschafts-Meisterschaften«Solidarität*. Nachdem am letzten Sonntag der Bezirk Berlin sein« Meister- schoften im Einzelfahren ausgefahren hat, kommen am Sonntag, 1. Juli, die Mannschaftsmeisterschaften an di« Reih«. E? wird ein heißes Ringen geben, fri alle Abteilungen den Wunsch haben, den Meistertitel an sich zu bringen. Für da»' Mannschaft»- fahren über 50 Kilometer, bei dem 5 Fahrer ein« Mannschaft bilden, die geschlossen die Strecke zu durchfahren Hot, haben fünf Abteilungen Unser neues HnunigeschliH Berlin-Wilmersdorf, Berliner Straße 36, wird als Muster-Betrieb am dem 29. Juni 1928, wormitf os�s 9 Ul*r eröffnet 7 Schweinefleisch Schweinebauch.......... 0.88 Schullerblatt im ganzen..... 1.10 Schinken m. B........... 1.15 Schweinekamm.......... 1.35 Schweineschuft.......... 1.30 Kotelett, frech.......... 1.55 Frische Schweineköpfe Pfd. nur 0.35 Rindfleisch(nur la Mastochsen) Querrippe............. 1.20 Brust............... 1.10 Brustspitze............ 1 25 Fehlrippe............. 1.30 Schmorfleisch ohne Kn....... 1.90 Rouladen............. I.TO Roastbeef ohne Kn......... 2.40 Schabefleisch, erste Qualltlt... 1.40 Behacktes, beste Qualittit..... 1.00 Schweinefleisch Kassler............. 1.35 an Pökelkamm, la mild gesalzen... 1.30 »»»»» 1.10 »»»«» 1.30 »«»». 0.T5 Kalb- und Hammeifieisch Hresto-ßratwurst, feine Presto-Bratwurst, grobe Liesen......... _ la RUckenfett........... 0.80 Billigste Tagespreise bei nur bester Qualität! ie gute PrestOiWurst Presto-Dauerwurst Presto Mettwurst,(Ringe) Berliner Art..... Pfd. I.SO Presto Mettwurst,(Ringel Braunschwelger Art. 1.40 Presto Mettwurst,(kl.End.'APfd.)„„, 1.50 Presto Berolina grobe Schinkenwurst. �„ 1.60 Presto Teewurst, RUgenwalder Art....... 1.00 Presto Salami, schnitttest............ 2 00 Presto Satami, horte Ware, grüner Faden..,, 2 20 . Ungarische Salami, harte, roter Faden..... 2.60 Presto Bierwurst, bayrische Art......... 2.00 Presto Cervelatwurst in Rinddarm, weißer Faden„ 2.40 Presto Cervelatwurst in Fettdarm........ 2.60 Presto Schlackwurst, in Rinddarm, roter Faden. 2.60 Krakauer WUrstch. z. Koch. u. Rohessen, ViPfd., Paar 0 50 Täglich frisch hergestellt: Presto Konsumleberwurst......... Presto Landleberwurst tiausmacher Art.. Presto Cutsleberwurst Düppelcr Art.... Presto Feine Leberwurst in Felldarm.., Presto-Sardellenleberwurst........ Presto Konsumblutwurst(Ringe)..... Presto Fielschwurst Westfälische Art... Presto Fleischwurst Thüringer Art..... Presto Gutsfleischwurst Düppeler Art... Presto-Zungenwurst(mit viel Zunge).., Presto-SUIzwurst delikat.......... Presto gefüllter Schinken Mortadella... Presto Jagdwurst............. Pfd. 0.65 1.20 1.60 1.60 1.80 065 0.90 1.40 2— 1.80 1.40 1.20 I.SO Täglich zweimal frisch: Presto-Bockwurst zirka 4 Paar— 1 Pfd.... Paar 0 30 Presto-WUrstchen Wiener Art 6 Paar.. per Pfd. 1.50 Presto Brühwurst in Ringen......... Pfd. 0.90 Geräuch. Presto-Fleischwaren Presto Paprikaspeck, delikat, Poriionsstücke.Stck. 0.30 Magerer Speck ohne Rippen, durchwachsen.. Pfd. 1.30 Fetter Speck, la starker........... 1.20 Presto Schinkenspeck, kleine Stücke, mager. 1.80 Gekochtes Pökelfleisch, feiner Aufschniit...„ 1.80 Presto Kochschinken sehrmildu. saftig V«Pfd.0.55, 2.20 Presto Rollschinken ohne Knochen...... 2.40 Presto Kammschinken............ 2.00 Presto Landschinken m. Knochen......, 2.50 Presto Lachsschinken Pariser Art V< Pfd. 0.90, 3.60 Presto gebratener Schweinebauch...... 1.60 Presto gefüllter Schweinebauch....... 2.00 Frischer Presto Schwelnebraten,....... 2 40 Frischer Presto Kasslerbraten, ohne Knochen» 2.80 Presto Fleischsalat.............. 1.40 Presto Dellkateß-Sülze........... 0.00 Allerfefnstes Presto Bratenschmalz...... 0.T0 Allerfeinstea Presto Rohschmalz....... 0.T3 i M trOilniiiigs-PräsciK erhält jeder Kunde am Freitag, dem 29. Juni, und Sonnabend, dem 30. Juni 1928, beim Einkauf von Presto-Wurstwaren im Mindestbetrage von 1,50 M. 1 l»resio-l?riil«si«iclcsteller von 3,oo M. 1 elegante Porzelftan-Butftferdlose von 4,50 M. fl eletlante Wursi-Terrine la. iniigc Drat- u. SuppcnhOhncr Pid. 1.20 n. FEEISCH-wcrhc- PRESTO Solange Vorrat. 25 eigene Filialen in GroB-Berlin Telephon: Uhland 5460. Solange Vorrat. «eeeoeeeeeee« verkehrsloKal der organisier!. 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W. 6.30, Sbd. 5, Stg. 4 U Harry P4clr Mann gegen Mann und Cowbojdurbjr Kolibri- Lichtspiele ielle-Alliance-Platz 2 Der echwarze Blitz Der Mllllonenschatz unter dem Wolkenkratzer Th. am Moritzplatz Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Der große Sgrung mit L. Rlefenslahl Reichhaltiges Beiprogramm Jugendliche haben /.utrui Luisen-Theater Reichenberger Straße 34 Casanovas Erbe Alt-Wien OroBe Bühnenschan W n k ii I I»b Psssaxe-Liehtspiele NeuKdlin. Bergstraße 131— IZ2 Die Durcbxängerln Qetabren der Ehe Bllbnenscban Tivoii-Lichtspieie Tempeibvk, Berliner Ltr. 97 Charlott* etwas verrQckt Purst oder Clown Bühnenschau j Outen j Concordia-Palast Andreasstraße M Hoppla, wir fHuzcn Im Taamel von Parts Viktoria-Lichtblld-Thu Frankfurter Allee 48 Die Durchgängerln Buhnenschau Schwarzer Adler frankfurter Allee 99 Die letzte Galavorstellung Zirkus Wolfson Bühnenschau des Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lücksttaße 70—73 Die Flucht aus der HSlIe Bühne: Kunterbund, die. große Kabarettrevue Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße IS Da sollst der Kaiser meiner Seele sein mit 0. Marlon(Widetz kv-Sänger) Die Todesreltcr von Arizona Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 39. Wochenende wider Willen Beiprogramm und die große Lnznsrevue LSF Lichtspiele am Sencfe'derplatz Gefährliche brauen. Der Vellchenlresscr(H, Liedtkc. Lil. Daxover) Alhambra Müllerstr. Majestät schneidet Bublkfipfe Bühne; Potpourri« 10 lustige Bilder Pharus= Lichtspiele Müllerstr. 142 Der Welt größter Film: Könlx der Könige(Der Menschensohn) Beiprogramm Metro-Palast Chausseestraße 30 Flitterwochen Betproxramm u. Bfihnenschan Schloßpark Filn-Miii Berliner Allee 205— 210 Die Pillcht, zn schwelxen Bühne: Die xrolie Kaiman-Revue ■ N o r<1 we n t e n■ Welt-Kino Alt-Moabit 99 Zlgano mit Harry Fiel P-t und Patachon. die Instlxen Vaxahunden „Alhambra" Badstraße 58 Wir armen kleinen Mädchen! Mordendes Gold Buhne; Barkovbwo, d. Kraftwund. Ballschmieder-Lichtsp. Badstraße 16 Herr Meister und Pran Meisterin Abentener eine« Answaaderers Grobe Bühnenschan Humboldt-Theater Badstraße 19 Im Morgenrot der Freiheit Pab auf deine Frau aul! Grobe Bühnenschau Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Der Paramount-Standard-Film; Schlacbtschtfl Constitution Grobe Bühnenschau Palast-Theater Breite Straße 21a 2 große Schlager Mancxe und Eheketten Tivoli Lichtspiel Th. Berliner Straße 27 Lya Mara, Harry Lledtke in Die lachende Grille Bühne; Der zerbrochene Spiegel Film-Palast Blankenburger Str. 4 Die letzte Nacht Lady Wiadcrmtre» Fieber Reimckendort-Ost Bürgergarten=Lichtsp« Haupts tr. 51 und Lindauer Straße Da» Recht der Mutter Fat und Patachon als Müller Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 7. 9.15, S. ab 4 Uhr Ueb immer Tren und Redlichkeit IR. Schünzell Eheferien IL. Hervey) Paun-Lichtspiele Krumme Str. 37, gegenüb-Trinitatiskirche Hoppla, wir lllexen Wölfe der Nacht Sonntag 3 Uhr: Jugendvorstcilun? Alhambra-Palast Kurfürstendamm 6S Wegen Umbau geschlossen Wiedereröffnung Mitte August Titania(uf, Schöneberg) Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U. Henny Porten: Mutter und Kind Pat ued Patachon, die lustigen Vagabunden Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5 Die Singer-Mldgets.Rcvue Im Fiimteil Henny Porten in ihrem Doppelrollen-Lustspiel: Webe, wenn sie losgcleseea