Morgenausgabe Sonntag irw V �#.i- ¥«»»«« »»»mm« w VI«. m<>»°t»ch Z�M. gW H H D» fKj Auswärts 20 Pf. n»»r»»«�hlba� Postd«zuq«.ZZ«. W W D» M) W» DA W Bt W // H »Ichu Bestellgeld, Lu»land»ado>m«- WD �W WM— WD DW �W �W IwS WM 5/ Die« i»> p a I l l g e Nonpareille! menl e.— M. pro Monat. f( ID El DW HD WD_V WD �W ig 80 Pfennig. Xellamezeile 5.— Siel 1■| H Ml fli B. I I �mteh?»on a «r.Lorwllrt," erfchetni wochentllg» WW II �W! �W>WV Jmj�y W> I lettgedrnckt» Won«>,«des weitere ll ch zweimal. Sonntag» und Montag» WM I II �W> �W�x WM // �W lü Pfennig, ölellengemche das nmal. dl«»dendall»gaben für»erlin WHI�I I �W/ t' �w/ yy DA 1 Wort LS Hennlg, I«de» wettere 1 od im Handel mit dem Titel.Der // �W I 10 Pfennig. Worte über LS Buchst- bend'. Illustrierte Beilogen.Boll zählen für zwei Won«. Arbeit™ od Zeit' und.Mnderfreund". Ferner ��Wy�——-—._ � Zeil« SO Pfennig. Familienanzeigen Unterhaltung und Wisten'..Frauen. �W�W �» IM � � � a LMd�M IM � X A e« idonnenten geile<0 Pfennig. Anzei imme"..Technik-,»Blick in die V�HHwWMHWWWHmWW Vi �kWI�B��KHWH��WWV annahm« im Hauptgeschäft Ltn chcherwelt-und»Jugeno-Aorwärt»-. Ms HMHH HT. W nraßeÄ. wochentägi. von 8t/z bis Jenivalorgan der Soziawemokvatischen Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße Z Fernsprecher: Dönhoff RS— N7 telegramm-Adr.: Sozialhemokrat Seilt» Warschau, 30. Juni.(Eigenbericht.) Marschall Pilsudski hat heute nachmittag m einem län- geren Interview, das er der polnischen Presse erteitt hat, die Gründe dargelegt, die ihn zum Rücktritt veranlaßt hoben. Er betonte, daß es nicht etwa feine Gesundheit soi, über die er selbst oerfüge, die ihn hierzu bewogen habe, vielmehr seien es die unmöglichen Zustände tn Polen, die sowohl dem Staatspräfidenten als auch dem Minister- Präsidenten die Arbeit unmöglich machen. Ich habe dem Staats- Präsidenten wiederholt geraten, er solle sich mehrer« Leute«ms- wählen, die als mein« Nachfolger auftreten könnten. Als ich die Befreiungskriege siegreich beendet hatte, stand ich vor der Alternative, entweder das polnische Parlament wie eine gemeine Prostituierte davonzujagen oder aber den pol- nischen Staat sich selbst zu überlasten. Ich habe den erftenWeg gewählt. Der Sejm der Prostituierten(11) >at aber die Verfassung derart gestaltet, daß sie mir als dem p o p u» ä r st e n Mann in Polen die gemein st enSchwierigkeiten ereitet. Ich habe zwar im Lauf« der letzten beiden Monat« sehr «l positive Arbeit geleistet, aber nur deshalb, weil B a r t e l, r gegenwärtige Ministerpräsident, mir einen Teil der Arbeit ab- lommen hat. Wenn ich den verfassungs gemäßen estimmungen gefolgt wäre(!), hätte ich in Polen nichts -eicht. Di« ganze Arbeit de« Ministerpräsidenten besteht darin, erlel Kleinigkeiten zu erledigen, die ihm von allen Seiten, auch on feiten der Minister, zugeschoben werden. Deshalb ist mir mein Amt verhaßt geworden. Ich mußte mein« Demission beantragen, da ich sonst nicht mehr hätte'mit mtr kämpfen können und dann die Abgeordneten geschlagen und dann auf ihnen fortwährend herumgetrampelt hätte. Wenn mein« kleinen Töchter mit ernster Miene den Lössel zum Munde führen, so kann ich dosür ein Lächeln haben, nicht aber kann ich die unsinnigen' Arbeiten des Parlaments mit ansehen. Während die Minister im Parlaniont sich anständig benehmen müssen und für die Arbeit.lumpige Groschen er- holten. Estland und seine Minderheiten. Zur Nachahmung empfohlen. Reval. 30. Juni.(Eigenbericht.) Die«st ländische Regierung bereitet soeben«in Gesetz vor, das den Gebrauch der Sprachen der nationalen Minderheiten im öffentlichen Leben regeln soll. In Estland leben bekanntlich neben dem estnischen Staatsvolk auch Deutsch«, Russen und Schweden. Diesen Minderheiten wird durch da» Gesetz der freie Gebrauch ihrer Sprachen im schrist- iichen und mündlichen Verkehr mit den Behörden zugesichert. Mit diesem Gesetz beweist die kleine estnische Republik, die bekanntlich schon vor längerer Zeit als erster Staat in Europa ihren Minderheiten die gesetzliche Kultur-Autonomie gab. daß ste im Geist« echter Demokratie auch weiterhin die Rechte der natio- nalen Minderheiten ausbaut und befestigt, und damit ein« für viele große Nationen vorbildliche Kulturpolitik durchführt. Wie liest man es aber in den deutschen, reaktionären Blättern? Dort dürfen baltische Barone ungestraft ihren parteilichen Haß gegen die jungen Oswölker austoben und durch unflätige Beschimpfungen und grobe Lügen die öffentliche Meinung Deutschlands gegen die Nach- baroölker im Osten beeinflussen. Es ist hoch an der Zeit, den unseligen, baltischen Einfluß in der deutschen Press« und Politik zevührend zurückzuweisen und dafür schlichte Tatsachen, wie die oben mitgeteilte Kulwrtat, tue Wahrheit sprechen zu lassen. paneuropa und die neue�eichsregierung Ein Vorschlag Soudenhoves an Hermann Mütter. Der Gründer der„Paneropästchen Union", Coudenhove» lk a l e r g i«, hat an den neuen Reichskanzler Hermann Müller 'inen„Offenen Brief" gerichtet, dem wir folgende Stellen entnehmen: „Zum erstenmal in der Geschichte tritt mit Ihnen an die Spitz« iner europäischen Großmacht eine Partei, deren Programm Paneuropa fordert. Denn dos Außenvrogramm. das Ihre Kartei vor drei Jahren in Heidelberg beschlosten hat, tritt ein „für die aus wirtschaftlichen Ursachen zwingend geworden« Schaffung der europäischen Wirt- /chaftseinheit, für die Bildung der Bereinigten Staaten von Europa, um d a m i t z u r I n t er e s se n- solidarität der Völker aller Kontinente zu gelangen." Ein Drittel der deutschen Nation hat für Ijr Parteiprogramm und damit für die Vereinigten Staaten von Europa gestimmt: eUzweite» Drittel. da» Ihre innerpolitischen Ziel« nicht teilt. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. führen sich die Abgeordneten«wie Lumpen und Schweine auf. In dieser Atmosphäre, die im Parlament herrschte, konnte ich keine Stunde mehr aushalten. Wenn ich im vorigen Sejm, den ich noch immer für korrupt halte, öffentlich reden sollte, dann dachte ich immer, daß es die letzte Sejmsitzung sein wird. Ich habe aber als Diktator Polens das dritte polnische Parlament ein- berufen und habe es durchaus verfassungsgemäß behandelt, obwohl ich es wie einen wurm zerdrücken konnte. Es ist mir aber unmög- lich, die Methoden des Parlament« länger mit anzusehen, das ich nicht einmal mit einer halbkrepierlen(fliege vergleichen kann. Ich mußte wählen: entweder in Polen neu« Rechte schaffen oder demissionieren. Ich habe gewählt und auf- gehört polnischer MinisterprSstdent zu sein. Ist habe bei dieser Gelegenheit dem Herrn Staatspräsidenten nach einmal geraten, sich außer mir und Bartei andeve Leute auszusuchen, die ab- wechselnd die schwere Arbeit des Ministerpräsidenten ertragen könnten. In Krifenzeiten werde ich ober dem Staatspräst- Kenten zur Verfügung stehen. Auch betone ich, daß die Direktiven der internationalen polnischen Politik weiterhin in meiner Hand verbleibentlt Mit dieser Ankündigung schließt das sensationell«, für die Per- son Pilsudskis überaus charakteristische Interwiew. » Man ist«» gewohnt, daß Diktatoren eine Sprache führen, die sich von jener der gewöhnlichen Sterblichen unterscheidet. Trotzdem muß gesagt werden, daß die Sprache Pilsudskis alles bisher Dagewesene in Schatten stellt; davor müssen selbst Wilhelm 71. und Mussolini vor Neid erblassen. Ob sich Pil- sudski damit selber gedient hat, wird die weitere Entwicklung der Dinge zeigen. Was aber Polen betrifft, so werden sich in Zukunft alle, die es für einen Saifonstäat halten und das Wort von der polnischen Wirtschaft auch auf die junge Re- publik anwenden, aus den Diktator Polens selbst berufen können. Indes handelt es sich sichtlich um die Worte eines stark erholungsbedürftigen Mannes, der sich denn auch alsbald nach Herkulesbad in Siebenbürgen zur Kur begeben wird. bekennt sich dennoch mir der gleichen Entschiedenheit zu Ihrem pan- europäischen Außenprogramm. Zwei Drittel Deutschlands fordern also von Ihnen die Initiative zur Erneuerung Europa» aus der Grundlage dauernden Friedens, wirtschaftlicher Zusammenarbeit, wahrer Gleichberechtigung und nationaler Versöhnung! Heute, zehn Jahre nach dem Abschluß des Krieges, ist der Augenblick zum Ausbau Europas gekommen: die Außenpolitik Ihres großen Gegenspieler», der französischen Republik, liegt in den Händen eines Mannes, der als Ehrenpräsident»er Pan- europäischen Union sich zu ihren Zielen bekennt und entschlossen ist. alles zu tun. was w seiner Macht liegt, um die Einigung Europos zu verwirklichen. Die französischen Wahlen haben bewiesen, daß die überwiegende Mehrheit der französischen Nation die Außenpolitik dieses großen Paneurapäers stützt. Ergreifen Sie die Initiative zum Zusammen» schluß Europa» und berufen Sie, gemeinsam mit den anderen paneuropäischen Staatsmännern unseres Erdteiles, die Erste paneuropöische Konferenz! Dies« Konferenz aller europäischen Staaten soll dazu führen, im Rahmen des Völkerbundes einen paneuropäischen Sicherheits- und Freund- scha stspakt zu schließen, der die A b rüstu n g aller europäischen Staaten ermöglicht und m-t ihr die nationale Gleich- berechtiguny, der den Weg eröffnet zum Abbau der europäischen Binnenzölle, zum Aufbau der Dereinigten Staaten von Europa! R. N Coudenhove-Kalergi." Grubenunglück in Krankreich. 4S Arbeiter erstickt. Paris, 30. Zuui. Wie yava» aus St. Elienne berichtet, ereignete sich in einem Schacht bei Roche-la-INolieres, fünfzig Kilometer von St. Elienne entfernt, eine Grubengasexploslo n. durch die ein Brand hervorgerufen wurde. Etwa vierzig Arbeiter werden vermißt. wie das Ministerium für öffentliche Arbeiien milkeilt, haben bei dem Grubenunglück bei Roche- la-Molirre, über das bereils berichtet wurde. 4S Bergleute den Tod durch Ersticken gefunden. Die Leichen sind bereit» geborgen. Da» Unglück ist nach offizieller Darstellung dadurch entstanden. daß durch einen infolge eine» Brandes entslandslien Steinrutsch eine Preßluftleitung zerstört wurde. An der Unglücks- stelle arbeiteten 370 Bergleute, deren sich beim Aussehen der Luftzufuhr und dem Eindringen der giftigen Gase eine unge- heure Panik bemächllgie. Es gelang. Arbeiter an die Ober- l fläche zu befördern. Eine große Anzahl der nnien verbliebenen j konnte durch künstliche Atmung geretlel werden. Postscheckkonto: verlin S7bZ6.— vankkonto: vcmk der Arbeiter, Sngeftellien und Beamten Wallftr. Sö. Dttkonto-Selellschaft, Depositenkasie Lindenstr. S Barbarei oder Humanität? Todesstrafe, Schachty-Prozeß und Amnestie. Der neugewählte Reichstag besitzt eine sichere Mehrheit gegen die Todesstrafe. Er wird bei der Verabschiedung der Strafrechtsreform menschlicher Boraussicht nach die Abkchaf- fung der Todesstrafe beschließen, und damit einen Schritt vorwärts gehen auf dem Wege von der Barbarei zur Huma- nität. Der Kampf um die Todesstrafe in Deutschland geht dem Abschluß entgegen. Schon heute muß deshalb die For- derung aufgestellt werden, daß kein Todesurteil mehr voll- streckt wird- Der Gedanke, daß der Wille des Gesetzgebers zur Abschaffung der Todesstrafe feststeht, daß trotzdem noch Menschen hingerichtet werden, weil dieser Wille noch nicht in endgültige gesetzmäßige Form gegossen worden ist, wäre unerträglich. Die letzte Hinrichtung in Deutschland darf nicht zwischen heute und dem endgültigen Beschluß des Reichstags, fiemußinderVe r g a ngenheitliegen. Der Eni- schluß verantwortlicher Männer, noch eine Todesstrafe voll- strecken zu lassen, de Srpruch: diesen laßt uns noch auf das Schafott schleifen, die nächsten sollen leben, wäre ein Akt der Unmenschlichkeit. Wir nehmen an, daß die Forderung, keine Todesstrafe mehr zu vollstrecken, unter diesen Umständen nir- gends Widerspruch erfahren wird— selbst bei denen nicht, die heute noch Anhänger der Todesstrafe sind. Wir sind sicher, daß diese Forderung auch die Zustim- mung der deutschen Kommunisten findet, sind sie doch grund- sätzliche Gegner der Todesstrafe— im kapitalistischen Staat. Dies sonderbare grundsätzliche Bekenntnis mit dem einfchrän- kenden Nachsatz, das ein kommunistischer Reichstagsabgeord- neter in den Beratungen des Strafrechtsausschusses abgelegt hat, wird den Fortschritt auf dem Wege von der Barbarei zur Humanität fördern Helsen— in Deutschland. Die Beharrung in der Barbarei, die Absage an die Humanität haben die Kommunisten glücklicherweise nicht für Deutschland, die„kapitalistische Republik", reserviert, sondern für den„ersten Arbeiterstaat der Welt", für Sowjet- rußland. Einundzwanzig Todesurteile im Schachty-Prozeß beantragt! Während in Deutschland nach menschlicher Vor- aussicht die letzte Hinrichtung hinter uns liegt, sollen nach dem Antrage des Anklägers tn Sowjet-Rußland e i n u n d- zwanzigHinrichtüngenmit einem Schlage vollstreckt, einundzwanzig Opfer einer barbarisch grausamen Justiz aus- gerottet werden. Während die deutschen Kommunisten mit uns für die Abschaffung der Todesstrafe eintreten werden, werden ihre russischen Freunde einen Akt der Unmenschlichkeit und der Barbarei vollziehen. Ein Massenopfer, das zugleich ein Massenverbrechen sein wird; denn diese Opfer sollen fallen, um geschichtliche Schuld der russischen Machthaber zu ver- bergen vor dem eigenen Dolke! • Die Linksschwenkung des Stalinkurses, die Enthüllungen über die Schwächen und das Fiasko bolschewistischer Aufbau- arbeit in der russischen Industrie und die 21 Todesurteile, die Staatsanwalt Krylenko im Schachty-Prozeß fordert, bilden eine Einheit. Was das System und der Mangel an wirt- schaftlicher und kultureller Reife verschuldet haben, soll bluti- ger Terror heilen. Heilen? Terror heilt niemals, er kann höchstens die Stimme der Kritik und der Wahrheit unter- drücken— wie der Schachty-Prozeß. Dieser Prozeß ist nicht auf europäisches Publikum be- rechnet, sondern auf russisches. Er hetzt die russischen Ar- beiter auf einen eingebildeten Feind, um sie von kritischer Prüfung der Ursachen der Hemmungen abzuziehen, unter denen die Aufbauarbeit im vornehmstn Industrigebiet Ruß- lands, im Donezgebiet, leidet. Selbst aus der bolschewistischen Presse erfährt man, daß es nicht vorwärts geht- Man liest nicht von Sabotage, aber von Unfähigkeit, von Schlendrian, von Faulheit, von Mangel an sittlicher Persönlichkeit bei den Beranwortlichen. Man liest davon, daß die unHeim- liche Macht nach unten, die das Sowjetsystem gehobenen Funktionären gibt, mißbraucht wird zu einem Satrapen- tum und einer orientalischen Paschawirtschaft, das unter der öffentlicher Kontrolle starker Arbeiterbewegungen in West- europa unmöglich und undenkbar ist. Zivilisatorische und kulturelle Rückständigkeit tritt hervor, die einst Lenin als schlimmste Feindin des sozialistischen Aufbaus in Sowjetruß- land denunziert hat. Die Züge, die einst der russischen za- ristischen Verwaltung das Gepräge gegeben haben, von der Bestechlichkeit an bis zu schlimmeren Dingen, treten auch in> der bolschewistischen Verwaltung zutage. Die kommunistischen Arbester Ruhlands werden unter dem Druck der kommunistischen Doktrin und des Terrors in der Anschauung erhalten, daß die bolschewistische Führung über allen Zweifel erhaben, daß das System unfehlbar sei. Ihre primitive politische Auffassung weiß nur eine Erklärung dafür, daß selbst im vornehmsten und fortgeschrittensten In- dustriegebiet des Donez-Beckens die Industrie nickt in Ord- nung kommt: Sabotage, Verschwörung, Weißgardistentum. Die Unterdrückung der freien Kritik erzeugt den Massenwahn, den Schrecken vor geheimnisvoll meißgardistischer Verschwö- rung, und die Angeklagten des Schachty-Prozesses sind die Opfer dieses amtlich gestützten Massenwahns. Dieser Prozeß ist ein innenpolitische» Ablenkungsmanö- pilsudski gegen polen? Oer Gejm der prostituierien, Lumpen und Schweine. vcr g-inz großen Stils wie der Terror überliaupt. der die Nn- falligkett, die Unsicherheit und die Furcht der Machthaber verbirgt hinter der Niederhetzung und Ausrottung ihrer Geg- ner. Damit nicht Zweifel am vilftein die Massen ergreift, müssen Menschen geopfert werdciu Selbstkritik heißt die nenest? Parteiparole der sowjetrussi- Ichen Machthaber, aber diese Selbstkritik besteht darin, daß sie die hinrichten lassen, die im schlimmsten Falle die Opfer ihres Systems sind. ->> Die Machthaber der Sowjetunion wollen kulturelle Rück- ständigkeit mit Barbarei heilen. Ein unmöglicher Versuch. Die Barbarei kann weder Grundlage des Sozialismus noch Weg zum Sozialismus sein. Die Drohung mit der phy- fischen Ausrottung ist kein Mittel, um die sittlich gefestigte Persönlichkeit heranzubilden, ohne die jeder kulturelle Auf- stieg unmöglich ist— und Sozialismus ist kultureller Aufstieg. Die Barbarei aber, die sich die Maske des Sozialis- Mus vornimmt, ist ein abscheuliches, hasfenswertes Mon- strum. Die barbarischen Methoden des Sowjetsystems können nicht ohne Rückwirkung auf den Geist seiner Anhänger bleiben. Sie erzeugen eine geistige und moralische Barbarei, die wir auch bei deutschen Kommunisten beobachten. Humanität ilt für sie ein bürgerliches Schlagwort. Die Ermordung von Sozialdemokraten durch Kommunisten während des Wahl- kampfes ist ein Ausfluß der Verrohung, die das terroristische System der Sowjetpolitik bei den deutschen Kommunisten hervorgerufen hat. Humanität ist ein bürgerliches Schlag- wort, und der politische Gegner ist vogelfrei. Humanität ist ein bürgerliches Schlagwort— wenn man sie von ihnen selbst fordert. 21 Todesurteile im Schachty-Prozeß gefordert— aber Abschaffung der Todesstrafe in Deutschland. Sozialdemo- traten ermordet— aber Amnestie für kommunistische Gefan- gene verlangt, einschließlich der Mörder an Sozialdemokraten! Amnestie! Die kommunistische Propaganda fü.r die Am- nestie unter der Arbeiterschaft ist ein Avpell an die Humanität. Sie setzt voraus, daß in der deutschen Arbeiterschaft die wahre Menschlichkeit wohnt, daß menschliche Mitfühlen und Mit- leiden auch mit denen, die geirrt haben. Ihre Amnestiefor- dexung richtet sich an das edelste Gefühl, das sozialistische Er- ziehunq in den deutschen Arbeitern gefestigt hat, an die Hu- manität. Im gleichen Atemzuge aber treten sie die Huma- nität mit Füßen und feiern Triumphe eigener Barbarei! Amnestie! Wo die Grausamkeit der Sowjetjustiz ge- wütet hat— da ist keine Amnestie mehr möglich. Keine noch .so umfassende Amnestie vermag die Toten wieder zum Leben zurückzurufen. Sie ist einfach, diese Sowjeijustiz. sie belastet sich nicht mit der Möglichkeit, späterhin die Stimme der Menschlichkeit sprechen zu lassen, einfach und endgültig! * Wir sind auch in diesem Punkte Verräter an der reinen und einzig wahren Lehre des kommunistischen Sozialismus. daß wir auf das bürgerliche Schlagwort der Humanität schwören. Wir fordern eine umfassende Amnestie für politische Gefangene in Deutschland— aus Gründen der Staatsklugheit. die es erfordert, daß ein Schluß- strich unter die Kämpfe und Irrungen vergangener Jahre gezogen wird, nachdem die Befriedung des innenpolitische» .Lebens. erreicht ist, aus Gründen der Gerechtigkeit angesichts der Ungleichmäßigkeit der politischen Rechtsprechung in Deutichland, und vor allem aus Gründen der Humanität Ja der Humanität, wenn uns auch die rechtgläubigen Äommu- nisten ob dieses bürgerlichen Vorurteils höhnen! Wir wünschen nur, daß die Kommunisten unsere Arbeit .für diese Amnestie unterstützen, und daß sie nicht wie zuvor die Menschlichkeit der deutschen Arbeiterschaft und ihre besten Empfindungen mißbrauchen zu einer gewissenlosen, herzlosen, barbarischen Schwindelhetzc! Wir hosten, daß wir mit Amnestie und Abschaf- sung der Todes st rafc einen starken Schritt vorwärts geben in der Entwicklung von der Barbarei der Vergangen- heit'zur Menschlichkeit. Wir werden aber gleichzeitig auch leidenschaftlich die Barbarei der kommunistischen Methoden in Sowsetnißland bekämpfen, die den Namen des Sozialis- mus schändet und jene unsittliche doktrinäre Verlogenheit, die hier nach Amnestie und Abschaffung der Todesstrafe ruft, dort aber kaltblütig den gesetzlichen Massenmord gutheißt. Einundzwanzig Todesurteile im Schachty-Prozeß be- aptraat! Wird nicht endlich den kommunistischen Arbeitern das Trauen ankommen bei dem Rcservatrecht auf Todes- strafe, das sie Sowjetrußland zusprechen? Deutschland will Krieg verhüten! Große poliiischeOebaite in Gens.- England machi wieder einmal Schwierigkeiten. Plädoyers im Gchachiy-Prozeß. Aloskan, 30. Juni. Die Plädoyers der Verteidiger für die deutschen Angeklagten im Schachty-Prozeß werden für morgen erwartet. Die Verteidiger für die russischen Angeklagten befürworten in ihren Plädoyers mildernde Um st finde. Sic heben den iwrhfiltnismfißig geringen Umfang der Sobolagearbeit hervor und weisen aus die schwachen Charaktere der Personen hin, die sich verführen ließen. Sie betonen .ichließlich, daß alle Angeklagten auch viel erfolgreiche und nützlich« Arbeil für den Staat geleistet hätten, so daß sie bei milderer Be- straiuna In Zukunft noch tüchtige Kräfte für die Sowjetindustrie dar- stellen könnten. Die Amnestie. Die P a r te i f ü h r e r verjammeln sich am llt Uhr im R« i ch s j u st i z in i n! st e r> u m über die Amncsticfragc. Dienstag vormittag zu einer Besprechung Gcsechl mit Aufständischen In Mexiko. Bei Lamulita in der • Nähe der Stadt San Jose Jturbidc im Staate Guanajuato kam es zu einst» dreistündigen Gciecht zwischen Negierungstruppen und Ausstandischen, bei dem 26 Aufstfiirdischc getötet und 3 gefangen ge- -yommen wurde». Die Äesangene» wurde» sosart vor ein Kriegs- gen cht gestellt, zu», Tode verurteilt und hingerichtet. Sogar Gespräche in Spanien strafbar! Mehrere Madrider Bürger sind auf Grund des kürzlich in Kraft getretenen Gesetz- cntwurses gl>0 t»ic> Pesetas Geldstrafe verurteilt worden, weil sie p o l i t i s ch e Gespräche geführt hatten. Aadek bleibt in Oppasitton. Wie aus Mackau gemeldet wird, hat Karl Nadel d«» Norjchlog der Zentralkontrallkommission der .Kommunistischen Partei, wieder in die Partei zurückzukehren, a b g e- lehnt. Nadek erklärt«, daß er aus seinem Standpunkt bleibe und es f»? setzt nicht jüv notwendig finde, sich von seinen politischen Ansichten ?zbs, zusagen. Genf, 30. Juni.(Eigenberiht.) Di« Debatte der Sicherheitskommission über die deutschen Kriegsverhütungsvorschlfiz« begann am Sanabend mit einer sehr vorsichtigen und matten Auseinander- setzung darüber, ob mon diese Kriegsverhütungsvorschläge in ein allgemeines Protokoll fasten sollte oder in ein« Kon- v e n t i o n, der sich anzuschließen den einzelnen Staaten frei steht, oder nur als zweiseitige Modellverträge verarbeiten soll. England lehnt« mit einer juristisch gefaßten Begründung ein allgemeines Protokoll ab. Auch Frankreich schien mehr einer Konvention zuzu- neigm, über deren Beitritt sich die Staaten frei entscheiden können, die aber eventuell als Regionalvertrag, d. h. wenn die Staaten eines gewissen Gebietes beigetreten sind, in Krast tritt. Deutschland wünscht selbstverständlich eine so umfassende An- nähme seiner Vorschläge wie möglich. Ein Redaktionskomitee soll über diese Frage entscheiden. Bei der dann beginnenden Einzelberatung der gemachten Vor- schläze und den Bemerkungen des belgischen Berichterstatters zu ihnen herschte aus allen Seilen das Bestreben, sich mit rein juristi- scheu, völkerrechtlichen Bemerkungen zu begnügen und erst Stellung zu nehmen, wenn das Redaktionskomitc« die Vorschläge verarbeitet hat. Der sehr geschickten Taktik des deutschen Vertreters o o n S i m- f o n gelang es jedoch, den englischen Delegierten, der andauernd mit juristischen Thesen Wert und Durchführbarkeit der Vorschläge anzweifelte, dazu zu zwingen, sich bei der Beratung des zweiten Punktes klar zu erklären. Es kam zu einer hochbedculenden politischen Auseinandersetzung. Diese ergab, daß England wohl dem ersten deutschen Vorschlag. eine Verpflichtung. Mobilisalionsmaßnahmen nicht vorzunehmen. während der Rat sich mit einem Konflikt besaht, für tragbar hall. aber schon die zweiie Verpflichtung, auf Anordnung de» Rotes eventuelle Rkobilisallansmoßnahmen rückgängig zu machen, auf keinen Fall annehmen will. tord Tushendun erklärte, daß sein« persönliche Meinung sei, daß der Vorschlag II nicht annehmbar sei. Militärs(!) hätten ihm gesagt, daß er nicht durchführbar sei(!). Die Anord- nung der Demobilisation könne den Verteidiger mehr schädigen als den Angreifer. Im Widerspruch zu feinen ersten Worten schloß Eushendun damit, daß seine Regierung die Einwendungen gegen den.zweiten deutschen Vorschlag teile, und«r beantragte, daß der zweite Vorschlag ausscheide und nicht an dos Redaktionskonrite« gesandt werde. Der Pale ergriff sbsort das Wort und betont«, daß seine Re- gierung noch«•« vor dem zweiten Lorschlag günstig gesinnt sei, daß aber die Einwände des Engländers zeigten, wie nötig es sei, gewiss« Garantien zur Durchführung der Demobilisatian zu schassen. Es sei deshalb das Redaltiauskomitee zu beauftragen, auch die Frage einer schnellen und unbedingt wirksamen Militär- kon trolle des Rates zu prüfen. Dieses Wort.Kontrolle" rief den Italiener auf den Plan, der etwas vorsichtiger als der Engländer gleichfalls Bedenken gegen den zweiten Vorschlag äußerte und betonte, daß«ine Kon. trolle nicht durchführbar sei und sich nicht alle Staaten ihr unter- werfen würden, womit«r wohl Italien meint. Paul voncour' � als Vertreter Frankreichs wics darauf hin, daß man zum Kern- pun kt der deutschen Vorschlage gelangt sei. Die Kon troll« sei eine logische Folgerung der Demobilisation. aber auch Sanktionen gegen denjenigen, der die befohlen« Demobilisation nicht ausführt, seien logisch Während der Rot nach dem bisherigen Dölkerbundspakt nur Empfehlungen geben soll, hätten die deutschen Vorschläge die Idee einer vertraglichen Verpflichtung zur Uitterwerfung unter die Anordnungen des Rates zeschasfen. Wenn aber die Staaten die Pflicht übernähmen, stch dem Ratsbeschliih zu unterwerfen, dann hätte der Rot die Pflicht, schon im Frieden eine Kontrolle zu organisieren, ob die Berpslichtungen erfüllt wer- den. Aber werden sich die Rationen e-ner solchen Kontrolle unterwerfen? Der italienische Vertreter habe schon die Schwierig- leiten einer solchen Kontrolle ausgezeigt. Der zweit« deutsche Vor-- schlag verlange die Wiederherstellung des lStst»» quo, ober niemand weiß, wenn erst mobilistert ist, was der Status quo eines Landes ist. Di« Wiederherstellung des Status quo bedeute, auch die in- duftriellen Kriegsvarbereitunzen einstellen, aber es existiere noch nicht die Begrenzung der Rüstungen und Rüstungsnorbereitungen, die den Status quo zahlenmäßig erfasse. Boncour ner- mied es, zu sagen, ob Frankreich den zweiten deutschen Vorschlag annehmen werde oder Lo.'d Cnehenduns Verwerfung minnache. Es war darum sehr notwendig, daß der deutsche Vertreter von Simson sofort das Wort ergriff. Er betonte, daß er den englischen Stand- Punkt, daß der zweite Antrag zu weit gehe, nicht teile. Auch Deutschland hätte sich über die Durchführbarkeit dieses Antrages imt feinen Militärs beraten, aber es handele sich um«ine politische Frag« erster Ordnung, bei der den Militärs nur die Aufgabe de? technischen Durchführung zufalle. Der deutsche Darschlag stelle es dem Rat frei, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, und. w'e schon in der Märztagung, könne er noch einmal erklären, daß er im Prinzip mit der französischen Forderung auf«in« allge- meine Völkerbundstontroll««inverstanden sei. Vielleicht seien ander« Mitglieder der Kommissionen gegen die� s o- fortig« Organisierung einer Kontrolle, dann müsse diese Frag« langsam geklärt und bearbeitet werden. Was der Status quo ist, fei am leichtesten festzustellen, wenn endlich die schon längst be> sprochene Begrenzung der Rüstungen durchgeführt werde, und der deutsche Vorschlag könne Insofern zu einer Besch! euni- g u n g der Oefsentlichteit und der Begrenzung der Rüstungen bei- tragen. An England richlete er den festen Appell. die Friedensarbeil nicht zu verhindern. indem es verhindere, den zweiten deutschen Vorschlag dem Redat- «ionskomilee zuzuleiten. Das prinzipielle Eingehen Deutschlands auf die fronzösisch-polnifch« Kontrollsorderung zwingt den sranzösisch-mittcleuropäis sten Block, klar zu den deutschen Dorschlägen Stellung zu nehmen. Di« Fortsetzung der Derhairdlungen am Montag nachnnuag wirb mit dem deutschen Zugeständnis der K'ontroll« Frankreich und seine mit! eleu ropoiscfzcn Alliierten.zwingen,- sich entweder für den deutschen Anirag oder für die englische Sabotage der deutschen Kriegsverhütungsvorfchlog« zu entscheiden. Gchwe- den und Holland haben bisher in sehr sreundlicher Weise zu den deutschen Dorschlägen Stellung genommen. Japan hnt für d-m Montag eine offizielle Erklärung angekündigt. Die Warschauer Pazifistentagung. Deutsch-polnisches Zusammenwirken. Tb. L. Warschau. End« Juni. Der X X VI. Weltfriedenskongreß, der am Freitag zu Ende gegangen ist, darf für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, die Frage der allgemeinen Befriedung um ein Stück norwärts gebrocht zu haben, obwohl er ebenfowenig wie die inter- nationalen pazifistischen Organisationen ein Machtinstrument bildet; es ist aber uiwertennbar, daß der Kongreß dadurch, daß er den Problemen offen ins Auge schaut« und prattssch« Vor- schlage für die Beilegung der nächstliegenden Äonilikte schuf. neben feiner ideellen und moralischen Bedeutung auch eine gewisse reale Seite aufweist, lind zwar vor allem, weil er ja nick» mebr im freien schwebend, sich utopische Ziel« gesetzt hat, sondern weil er ja im Völkerbund, der internationalen Vereinigung der Regierungen, eine sichere Basis besitzt. Daher wandt«, sich auch die meisten Beschlüsse des Äongresies an die Adresse des Bölter- bundes, als dessen moraliische» Gewissen«r sich fühlt. Di« Beschlüsse de» Kongresses, die sich auf die allgemein« Abrüstung, die internationale wirtschaftliche Verständigung und die Lösung der Wirtschastskonfliktc beziehen, sind auch den ocrantwort- lichcn Staatsmännern von ganz Europa zur Kenntnis gebracht ivooden. Es ist anzunehmen, daß der Volkctbuitd sich mit der Verwirklichung des einen okx-r anderen Antrage», so des Vor- fchlages, der Löltenbund solle bei sämtlichen internationalen Wirt- s ch a f t» konslitten als unparteiischer Schiedsrichter eingreifen, befassen wird. Der diesjährige Kongreß trug infolge der Wahl des Ber- bandlungsories aus Warschau und der Tatsache, daß mehr als ein Drittel sämtlicher Kmigrehteilnehmer Deutsche, und zwar vor- wiegend aus den östlichen Grenzgebieten, waren, eine speziell deutsch-polnische Role. Davon.zeugt u. o. eine gemeinsame deutsch-polnische Resolution, die den baldigen Abschluß eine» Handelsver- trage» fordert, sowie die Gründung einer deutsch-polnischei, Ar» beilsgemeinschast, zu der die Initiative von seilen der pazifistischen Jugendverbände ausging. Es wurde beschlossen,- Arbeitsausschüsse in Berlin, Königsberg, Breslau, Danzig auf deutscher, in Warschau und Krakau aus polnischer Seit« ins Leben zu rufen, mit dem Zweck, durch Austausch von Schülern, regen Briefwechsel und persönliche Fühlungnahme die Zlnnäherung und Verständigung zwischen beiden Ländern zu sördent, ein Vorgang, der, wie von den deutschen Delegierten besonders hervorgehoben wurde, sich im Rahmen der allgemeinen Weltbefriedung vollziehen möge. Der Kongreß brachte allerdings nur ein bedingte» Bekenntnis der polnischen Regierung pozifiswu». zum In den Ansprachen der maßgebenden polnischen Politiker, die an den Arbeiten des Kongresses regen Anteil nahmen, kamen dl« polnischen Grenzängste zur Geltung und immer wieder vnirdc auf polnischer Seile betont, daß d>« Korridor frage außer Diskussion bleiben müsie. Aber der Gedanke, daß man diese Frag« in Deutschland auf kriegertsch« Weise zu lösen beabsichtige, wird den Polen im persönlichen Kontakt mit de» deutschen Pazifisten, unter denen sich auch zahlreich« Sozialisten befanden, doch langsam als unsinnig nargetommen sein. So darf man auch mit Befriedigung feststellen, daß die deutschfeindlich« Presse, die in einem„Begrüßungsarlitel" den deutschen Pazisismu» «in„Werkzeug de» deutschen Imperialismus" nanrne, mit dieser, Meinung vereinzelt geblieben ist. Die offiziös« Presse— und selbst- verständlich die sozialistische— setzte sich sehr warm sür den Kongreß ein und stellt« sichtbar befriedigt die große Teilnahme der deutschen Delegierten fest. Man nennt Polen das Land de» krassen Militarismus. Da» mag stimmen oder nicht, jedenfalls bot der Kongreß den Ge- danken des Pazifismus den Polen sichtbar Näher gebracht. Durch die erfolgten Beschlüsse bezüglich des deutsch-polnischen Verhältnisse» und durch die persönliche Annäherung der Vertreter beider Länder gewinnt der letzte Weltfriedenskongreß für uns Deutsch« eine ganz besondere Bedeutung. So sehi ihr aus! Ein kommunistischer Verleger und der Staatsanwalt. Der ehemalige kommunistilch« Reichsparteitassierer A r tu r; K o e n i g, der das unter Ausschluß der Oeffentlichkeit erschesnende' Blättchen„Der Pfassenspiegel" herausgibt, suchte zu dessen Vertrieb durch eine Anzeige in einem bürgerlichen Blatt mehrere Zeitung»- Verkäufer. Es war vorauszusehen, daß sich zum Verkauf einer � so unbekannten Sache kein Zeitungshändlcr vom Fach finden würde und so kam es, daß sich 16 Erwerbslose als Verkäufer an- boten, die auch angenommen wurden. Sie erdietten bis zu 2«X> Exemplare des..Pfaffenipicgel* in Kommission, ohne dafür Geld hinterlegen zu müssen. Leider aber vergaßen nun die 16 Per» käufer, ihre Zeitungen abzurechnen, keiner ließ sich wieder sehen. Artur Koenig sagte sich nun nicht etwa, daß man diesen Verlust verschmerzen müht«, den es Handelle sich um Menschen, die das Leben hart mitgenommen batte, und die die paar Pfennig«, die sie einlösten, sicherlich zur Stillung ihres Hungers vcrdrauchten. Er brachte alle 16 Vertaujer wegen dieser Lappalie zur Anzeige bei ber Staaalsonwaltschait. Koenig. der in seinem„Pfaffenspiegel" sich den Mantel der Nächstenliebe umhängt und nicht genug auf den Kapitalismus und seine üblen Methoden schimpfen kann.'scheut also nicht davor zuriW- diese armen Proletarier wette? durchs Leben zu hetzen. Wo bleibt da die„kommunistische" Moral? Eine Zeiiung stirbt! Aber nicht in Schönheit. Di«„Tägliche Rundschau" hat gestern Ihr letztes Abendblatt, einen Bogen stark, erscheinen losten. Ihre bisherigen Leser sordert st« auf, die„Deutsche Allgemeine Zeitung" zu abonnieren! sie kommen so aus einem Spital in dos andere. Die letzte Seite der letzten Nummer ist mit Stellengesuchen des entlassenen Personals angefüllt und zeigt auf diese Weise, mtt wieviel mansästichen Tragödien so ein Zeitungssterben verbunden ist. Leider aber vermag die Redaktion die Würde der Abschieds- stunde nickst zu wahren. Sie beendet ihre Tätigkeit mit einem un- freiwillig humoristischen Angriff auf Severing und die Vercini- cnmg Republikanische Presse. Sie beschwert sich bitter, daß Rechts kreise zu der Veranstaltung am Freitag nicht hinzu- gezogen wurden. Die Vereinigung Republikanische Presse steht allen lstfen, die bereit sind, für die Republik und ihre Symbole einzutreten. Diese Weitherzigkeit des Statuts ermöglicht sogar cherrn Lambach ernstlich zu erwägen, ob er zum Eintritt schon reif ist oder noch nicht. Ausgesprochene Monarchisten haben aber keinen Anspruch, zu republikanischen Festen eingeladen zu werden. Die„Tägliche Rundschau" schreibt zum Schluß pikiert:„Herrn Severing bleibt es selbstverständlich unbenommen, sich seine Presse- Unterstützung zu suchen, wo er will." Ja. soll er sie bei der„Täg- lichen Rundschau" suchen? Sie ist ja nicht mehr! » Don unterrichteter Seite wird anläßlich der Einstellung des Er- scheinens der„Täglichen Rundschau" mitgeteilt: Es ist beabsichtigt, die bisherigen Mitarbeiter aus wirtschostlick>en, und unter. ballendem Gebiet der ,.D A Z." nutzbar zu machen. Der bis- berigc Leiter des Handelsteils der„Täglichen Rundschau" wird ab 1. Juli den volkswirtschaftlichen Teil der„DAZ." übernehmen. Verfahren gegen Vuth Fischer. Weyen Hochverrat.- Nach 5 Jahren wieder aufgenommen. Gegen das frühere Mitglied des Reichstags, Ruth Fischer, hat — wie die K8-Kor«spondenz mitteilt— der an Stelle des Land- gerichtsdirektors Vogt zum Untersuchungsrichter des Reichsgerichts in Berlin für Hochvcrratsversahren neu eingesetzte Landgerichts- direttor Braune als eine seiner ersten Amtshandlungen ei» S t r a s- verfahren wegen Hochverrates eingeleitet. Es handelt sich um Vorgänge aus dem Jahre lS23 und Ruth Fischer wird beschuldigt, bei den Streikunruhen und bei den Vorkommnissen des Einmarsches der Reichswehr in Sachsen und Thüringen als Mitglied d-'r Zentrale der Kommunistischen Partei an Hochverröte. rischen Unternehmungen teilgenommen zu hoben. Dos Versahreu balle bisher geruht, weil Rillb Fischer durch ihre Abgeordneten- immunität geschützt war und es konnte erst jetzt eingeleitet werden, nachdem Ruth Fischer aus der Aeminuntstischen Partei ausgeschlossen und nicht wieder im Reichsiag gewähll worden ist.'' Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld Hot in einem längeren Schrift. satz beantragt, das Ermittlungsverfahren gegen Ruth Fischer vorläufig nicht fortzuführen, da in nächster Zeit mit einer Ä m n.e st i« zu rechnen sei. die Tichjjuch aus d-e der Ap. geschuldigten zur Last gelegten polililchen Vergehen erstrecken würde. Da die angeblich« Strafhandlung fünf Jähre zurückläge, sei zu der fetzigen Eile kein Anlaß vorhanden: um so weniger, als der Reichsanwolt in anderen Verfahren mit Rücksicht aus die zu erwartende Amnestie, veranlaßt habe, daß sie nicht fortgeführt werden. ZLP. für Maxton und Cook. Sie beteuern, bah sie keine Spaltung wünschen.— Mocdonald spottet. London. 30. Juni. Der Notionale Derwallungsrot der Unabhängigen Ar- beiterpartei befaßte sich in einer eigens dazu einberufenen Sitzung mit dem M a n i f e st. das die Arbeiterfübrer M o x t o n und E o o k vor einiger Zeit als Protest gegen die offizielle Politik der Arbeiterpartei veröffentlicht haben. Die Unterzeichner des Manifeste» erklärten, daß«» nicht in ihrer Absicht liege, eine Spaltung innerhall, der Unabhängigen Ar- beiterpartei herbeizuführen. De? Verwattungsrat erklärte sich mit bem Geist und den Zielen de, Manifestes einverstanden. Ein Mehrbeitsbeschluß fordert .»>> Zweigverbänd« und Mitglieder aus, diesem Versuch, ein starkes sozialistische» Parteiprogramm durchzusetzen, ihre Unterstützung zu gewähren. Der Derwallungsrot nahm gleichzeitig die Gelegenheit wahr, nochmals zu betonen, daß er es als seine Aufgabe betrockt«, dahin zu wirken, baß die hauptsächlichen Macht- quellen des Kapitalismus der Kontrolle der Allgemeinheit unter- stellt werden. In einer Rede, die er heute hier bielt, nahm der frühere Premierminister Macdonald in spöttischer Weise aus das Manifest von Maxion und Cook Bezug und sagte, daß die Arbeiterpartei während der letzten 40 Jahre viele derartige Monifest« über sich habe ergehen assen. Trotzdem hätten die Massen sich durch sie nicht davon ob- zalten lassen, ihre Kräfte einmütig für weitere Wahlersolgc einzusetzen. „Cardillac." Hindemiths Premiere in der Memperer- Oper. .Kurz»or Saisonschluß bringt bie Stoatsoper am Platz -'er R« pub l i t Paul Hindemi ths dreiaktige Oper„Cor- .silloc" zur Erstaufführung. Das Werk fesselt nicht nur als bis- 'ber ernsthaftester, glücklichster Versuch,-die Prinzipien der„neuen Musik" mit den Forderungen der Opernbühne m Einklang zu bringen. Gegen die Belastung durch farmalistisch-undramatisches Beiwert behauptet sich des Komponisten Hindemith starke Urwüchsig- kell, Und zweifellose, in praktischer Thealerersahrung gereiste Bühnen- begabung setzt sich, dank einein sehr wirksamen Stoff, siegreich durch. Der Erfolg, an dem die Aufsührung, eine Gipfelleistung K l e in- p e r e r s und der Klemperer-Oper, vollen Anteil Hot, steigert sick.zu einem unbestrittenen Triumph für den anwesenden Komponisten. K.P. Da begegneten ihm chliche Handlungsgehilfe» und er schrie ihnen zu:„Gesteht, Ihr Schurken, daß Wilhelm U. als die erhabenste persönlichkeit des Jahrhunderts auf den deutschen Kaiserthron zurück« geholt werden muß." Aber die Handlungsgehilfen schwiegen, und Don Quichotte schickte sich an, mit ein- gelegter Lanze gegen sie anzureiten.... Na aber zogen die Handlungsgehilfen ihre Mit- gliedsbücher aus der Tasche und Warfe» sie Non Quichotte an den Kopf. Und weck sich herausstellte, daß sie zur gleichen Partei gehörten, wie Oon Quichotte, so begann die treue Nosinante zu bocken. Und es begab sich, daß der Mtter von der traurigen Gestalt auszog, um in aller Welt für den Gedanken der Monarchie zu streiten. Oer Ritter von der traurigen Gestalt aber ver- lor dadurch den Halt und landete böse zerschunden auf der Erde. Jedoch dürfte der blamable Ausgang ihn nicht abhalten, für seinen Kaiser neue furcht- erweckende Abenteuer aufzusuchen. Wirth verteidigt sich. Keine bösen Abfichien gegen die Gozialdemokraiie. Um sein und seiner Porter Verhalten in den letzten Tagen der Negieningsbiiduna zu rechtfertigen, veröffentlicht Herr Dr. Wirth in der„Germania" einen längeren Aufsatz, dem wir die folgenden Ausführungen entnehmen: Koalitionen kommen und gehen. Die Sozialist«» sollen wissen, daß wir0 w&z**'„önS® _ o fSä, . V. 0 *fS\«►w"*'4 K .'K ____________«K - 0'°. M.A-' e'tth .\\>-wo- V f�.\» cä "i® tg\» tß' etck1 \t& s& BEGINN 2. JULI 1928 eo�«- BERLIN C 2 SPANDAU R Ü N D E T 18 307- 45. Jahrgang Gonntag, 4. �uli itST» Kurios, was nicht all« zur Familieutraditiou iverdeu kann! Diner bleibt trotz Banderole» und Eteueru im Tabak', mcrl schon sein Großvater Tabaksprrmer war— und macht der Neu» zeit höchstens das Zugeständnis, daß er von dem kernigen Gewächs märkischen Erde zur Zigarette übergeht: ein anderer säuft sich alle Woche Sonnabends einen kleinen Rausch an— weil schon sein Water Sonnabends mit einem„Spitz* nach Hause gekommen ist. Es gibt auch Traditionsfanatiker, die auf keine Leistung ihres Lebens so stolz sind, als auf irgendein Wappentier, das sie schon durch die Jahrhunderte mit sich henmtschleppen, trotzdem dieses Viehzeug weder ihnen noch anderen jemals wirklich von Nutzen gewesen ist. 2y>er daß Blutegel&i einer Familientraditlon werden können— das ist eine merkwürdige Angelegenheit, und am wenigsten würde man dergleichen im heutigen Berlin vermuteir. Dennoch l�it bier in Berlin ein« Familie, die mm schon seit Jahrhunderten die Blutegel zu ihrem Haus- und Wappentier gemacht hat. Im Weinkeller einquartiert! In der Gegend, wo die letzten Reste des alten Berlin zu sehen sind, bis auch sie der Spitzhocke und der vordringenden Untergnind- bahn zum Opfer sollen werden, gleich neben dem Molken markt. siebt ein zweistöckiges, schmales Haus, lieber dem Eingang ver- kündet ein uriouffälliges Schild, daß sich hier die sälteste und einzige) Blutegelhandlung Berlins befindet. Wenn man aber einzudringen versucht, dann weist eine über der Klingel be> festigte Karte daraus hin, daß man sich„in Sachen Blirtegel* in den im Nebenhaus belegenen Weinkeller bemühen möchte. Dort erfährt man denn, daß die Blutegel datsächlich wegen Todessalles ihrer Pflegemutter seit einigen Wochen in den Weinkeller übergesiedelt sind. Freilich sind sie sozusagen„in der Familie geliebelt*. Das ist eine sehr interessante Geschichte! Bar ungefähr hundert Iahren kam ein ehrenfester Berliner Bürger, Herr Donner, auf die Idee, sich in Friedrichsfelde bei Berlin eine Blutegelzucht anzulegen, sechs Teiche sozirsagen zu«nein Zwinger oaffereiner Blutegel umzuaeftolten und knese damals sehr gefragten Tierchen selbst zu ziehen Rosierein— denn zwischen Blut. .gel und Bbitegel ist ein gewaltiger Unterschied! Unsere deutschen, die sogenannten Pferdeegel, sind nämlich für die nredizi- riiiche Karriere viel zu piump und ungeschickt. Die echten und richtige» Blutegel müssenluses Ka�erplatz 5 dichte Rauchschwaden aufstiegen. Fast zu gleicher 5vÄ hatten Mieter der oberen Stockwerk« die Gefahr er. könnt. D« Feuerwehr rückte mit zwei Löschzügen an. Das Feuer hatte jedoch in der Zwischenzeit ein« solche Ausdehnung gewonnen. daß der Alarm„Großfeuer" gegeben werden mußte, worauf drei weitere Löschzüge zur Hilfeleistung eintrafen. Das Feuer war im vorder hau sdachftu hl entstanden und war auf den Dachstttjst des Seitenflügels übergesprungen. Sechs «chlauchle itu ngei« wurden in Tätigkeit gesetzt, und über die Treppen- Häuser und wehren« mechanüsche Leitern drangen die Feuer- wehrbeoniten noch pben vor. Di« Löscharbeiten �.-stalteten sich sehr schwierig, da der tnotz der Schwüle herrschende' heftig« Oberwind die Flammen immer von neuem entfochte. Sicherheitshalber wurden auch die Rachbardächo? besetzt, um ein Weiter/zreisen de» Feuer» nach dort zu verhindein. Nach ziemlich zrveissrmdigem kräftigen Wossergeben war die Gefahr beseitigt, und die Aufröumungsarbsiten konnten vorgenommen werrhen. Später trafen zwei frische Löschzüge «», um die erschöpften Mannschaften abzulösen. Die Ausräumung». arbeiten nahmen die Wehren viele Stunden in Anspruch, und ein großer rauchender Schutt Hausen bedeckte bald den Hos des Hauses. Die Tntstehungsursache fo.rn+e noch nicht ermittelt werden, doch Säht die Heftigkeit des Feuers, mit der es plötzlich austaderte, vielleicht auf BrandftiftuuL schließen. Oer verhastete Blaubart. Pierre Rey und Gilles de Ztois. Giraßenbahnum?lück in(Steglitz. Otstkrastwagen gegen Straßenbahn.— Sieben Verletzte. Z» der vi»marckstrahe la StegNH ereignete flch gestern eia schwerer Zusammenstoß zwischea einer Straßenbahn der Linie 88 und eiiunn Laslkraslwagen. Sie. den Personen wuxden dabei verletzt. Di« vollbesetzt« Strahenbochn wurde mitten aus der Straßen. krauzung Bisinarck» und Friedrichs ruher Straße von dem Lafttwft- wagen geournmt. Der Zujamwenprall war so heftig, daß die Straßenbahn aus den Schienen gehoben wurde und sich quer über die Gleise stellte. Heber die erschreckten Fahrgäste, die zum größten Teil von Ihren Sitzen geschleudert wurden, prasselt« ein. Hagel von Gla». und Holzsplittern nieder. Als sich die Aufregung etwas gelegt hafte, stellte sich' heraus, daß die Folgen nicht so schwer waren, wi« es zuerst den Anjchew hott«. Fünf Fahrgöst« und der Eck ra h e n b a h n f ü h r« r hatten leichtere Kopfverletzungen, Nasenbeind röche und Verstauchungen erlftion. Nur der Chauffeur des Lastkraftwagen» wurde mit schweren Verletzungen bewußtlos «ms feinem Führersitz geborgen. Di« Feuerwehr leistete den verunglückten die erst« Hilfe. Während der Kraftwagenführer Ernst Heid recht aus der Alten Iakobstraße öl in das Schönebergor Krankenhaus gebracht werden mußte, konnten die übrigen Verletzten, Mm Teil auf eigenen Wunsch, in ihre Wohnungen«nt- tassen worden. Die Aufröumungsorbeiten dauerten fast eine und dreiviertel Stunden: während dieser Zeit war der Straßenbahn- »«kehr iahrngelegt. Die schwerbeschädigte Straßenbahn mußte au» dem Verkehr ge- zogen und der Lastkraftwagen abgeschleppt werden. Die Schuchfrog« kannte noch nicht geklärt werden. * In der S cha rrenst ra ße zu �Charlvttenburg in der'Nähe de» .Kirchplatzo» stießen gestern abend zwei Lastauto» zusammen, wobei die Fahrzeuge schwer beschädigt wurden. Die beiden Kraft- Wagenführer und ein Mitfahrer wurden verletzt und mußten in das Westender Krankerchaus übergeführt werden. Besucht Borkum das Hellbad an der denischen Nordsee Herrliche Sonnentage.— Erquickende Seebäder. Verbilligte Dampf erfahrt en. ■ Prospekt dnrcb die Kadodlrektloa.——_ Unsere Meldung im gestrigen Morgenblav über die Verhaftung des vlaubaeks von Marseille bestäNgt sich. Pierre Rey. den man vorher anter dem Namen pral suchte und der auch aus Grund gesälschler oder gestohlener Papiere de» ftöhlicheu Namen G a i l l a r d(der«Lustige") angelegt hall, Ist in A l g i e r festgenommen. � Anfang» leugnete der verhaftete, der Gesuchte zu fein. Erst al» ihm seine Photographie vorgelegt wurde, bequemte er sich zur Abgabe seiner richtigen Personalien. Danach war er 189S wegen Diebstahls verurteilt, halt« anschließend an die Strafoerbüßung seine Frau verlosten und seitdem zahlreiche Geliebte gehabt. In Algier wollte er angeblich einer früheren Freundin 3000 Franken zurückerstatten und sich dann dos Leben nehmen. Rey fügte hinzu: „Töten Sie mich, wenn Sie wollen. Ich Hab««» oerdient: aber ich werde nicht« sagen." Es ist ein merkwürdiger Zufall, daß der Name de« Mast««- Mörders von Marseille sprachlich gleichlautend fft mit dem Namen des Mannes, auf deq die Bezeichnung Blaubart zurück- zuführen ist. Gtlle» de Rai», Baron von Laval. Marschall von Frankreich, 1404 geboren, kämpfte gegen die Engländer. Rais zeich- nete sich aus und erhielt den Marschallsstab.. Ausschweifungen zerrütteten seine Finanzen, und er zog sich aus sein Schloß bei N o n t e s zurück. Bald wurden Gerüchte wach, daß er dort unerhört« Schandtaten verübe. Der Bischof von Nantes zog chn zur Rechenschaft, man warf ihm vor, daß er sich feit mehr denn 12 Iahren der„T e u f e l s k u n st" ergeben habe. Kinder hatte «r in sein Schloß gelockt, um st« zu morden und um seine Lüste an den Qualen seiner Opfer zu befriedigen. Gilles de Rais ipurd« verurteilt und starb 1440 den Feuertod der Inquisition unter entsetz lichen Martern. Di« Historie bemächtigte flch des Falles und. mochte aus Gilles de Rais denRittermitdem blaueuPart. der die Jungfrauen aus Wollust tötete. Di« Nachkommen Rais' kämpfen zurzeit um ein Wiederaufnahmeverfahren. Der neue Blaubart aus Marseille aber ist ein geistiger Per- wandter jenes L a n d r u, der vor wenigen Iahren in Paris wegen oierzehnfachen Frauenmordes hingerichtet wurde. Lanhru lockte Frauen durch Heiratsanzeigen, mordet« und beraubt« und verbrannte sie dann in dem Ofen feiner Billa. Den Zynismus, der zur Begehung so schauerlicher Taten förmlich naturnotwendig ist, zeigte Landru noch vorm Schafott. Er sagte dem Priester:„Losien Sie Ihre Redel Mit dem lieben Gott spreche ich doch eher als Sie!" Rauchprobe im Gerichtssaal. Alles qualmt! Ein Bild, da« man wohl noch nie gesehen hat. bot gester» der Sitzungssaal einer Schösse ng erichtsabteilung Mitte im alter, Kriminolgerichtsgebäud«. Der ganze Raum war in dichten Tabaksqualm gehüllt, alles raucht« große Zigarren: Richter und Schöffen. Protokollführer, Angeklagte, Zeugen, Justizwachtmeister und Zuhörer aus dem Publikum. Nur der Staatsanwalt hatte es vorsichtiqerweise abgelehnt. Da, kam so: Das Gericht verhandelt gegenwärtig einen .kleinen Einfponprozeß Wintermann und Genossen, einen Prozeß, der neben dem großen Einfponprozeß herläuft. Unter den Waren, mit denen diese.Angeklagten sogenannte Einsponschie- bungen gemacht haben wollen, befand sich auch em Posten Zigarren. Nach der Behauptung der hineingelegten Leute und auch der Anklage soll es sich um minderwertiges Zeug handeln, während die Angeklagten von einem„edlen Kraut" sprachen. Die Anklage aber hält die Zigarren für Marke„Erlkönig" f„Er. reicht den Hos mit Mühe und Not"). Um nun die Widersprüche aufzuklären, hatte sich der Vorsitzende entschlossen, das Gericht in ein Tabakskollegium umzuwandeln, und so saß nun alles da und blies dicke Rauchwolken aus dem Glimmstengel. Jedem, der im Saal erschien, so auch den Presse- Vertretern, ließ Landgerichtsdirektor Marcard mit der humorvollen Frage: J)aben vi« schon Ihre Zigarre?" vom Justizwachtmeister die Zigarrenkiste präsentieren. Noch den Gesichtern zu ur- teilen, waren die Gefühle bei dem Rauchen de» Krautes aber sehr gemischt. Nur die Angeklagten bemühten sich, eine ge- nießerische Miene zu zeigen, anscheinend mit Todesverachtung. Nachdem dann das„Tacho kskdllegium" aufgehoben worden war. mußt« der Saal erst eine tzglhe stunde gelüftet werden, ehe das Geriet zu dem trockenen Prozeßstoff der Anftag- zu- rückkehren konnte.' Tempelhof und westliche Vororte ohne Licht. Tempelhof und die westlichen Vororte, u. o. Grunewald, Dahlem, Friedenau, Lichterfelde wurden gestern abend von einer empfind- lichen L i ch t st ö r u n g betroffen. Kurz vor 21 Uhr erlosch plötzlich in den Wohnungen und Restaurants das Licht. Die Störung dauerte etwa Iii Stunden und war gegen 23,30 Uhr wieder de- hoben. Wie wir erfahren, ist die Lichtstö-rung auf einen D e f e t t in der Hochvoltleitung Wild au- Steglitz der Berliner Vorortelektrizitätswerke zurückzuführen. Wieder einmal„Vergrößerungsfchwindel". Bier Hastbefehle lausen seit längerer Zeit gegen einen so- genannten Vergrößerungsschwindler, ohne daß es ge- lingen will, seiner habhast zu werden. Ein 37 Jahr« alter Alfred Grieben bereist seit Jahr und Tag das ganze Reichsgebiet und sucht namentlich kleine Orffchasten und das platte Land heim. Er veranlaßt die Leute, ihm Photographien zur Vergrößerung zu übergeben. In jedem Falle nimmt er eine größere oder kleinere Anzahlung, je nach der Zahl der Aufträge und der Art der Vergrößerung. Noch in keinem einzigen Falle hat«r bisher den übernommenen Auftrag ausgeführt und ein Bild geliefert. Eine Zeitlang war Grieben in dieser Weise in Brandenburg und Pommern„tätig". So suchen ihn denn hie Staatsanwalts chast in Potsdam und die Amtsanwaltschaften in Guben und Frankfurt a. d. O. und das Amtsgericht in Neuwarp am Stettiner Haff. Wo er sich augenblicklich aufhält, weiß man nicht. Neuerdings sind besonders die Landjäger und Polizeibeamten auf dem flachen Lande auf den Schwindler aufmerksam gemacht worden. Sein Standquartier hat er vermutlich in Berlin. Mit- tellungen über seinen Aufenthalt an die Dienststell« O 4 im Polizei- Präsidium._ Oer Fall des Kanadiers. �aubanschlag oder politisches Attentat? Sin geheimnisvoller U e b e r f a l l, der vor wenigen Tagen au? den kanadischen Staatsangehörigen Alexander Eck hoff m Meferitz bei Betfche oerübt worden ist, beschäftigt die Berliner Kriminalpolizei. Eckhoff wurde mit mehreren Bauchschüsse» auf der Chaussee bei Betfche ausgefunden. Bewußtlos wurde er in da» dortige Krankenhaus eingeliefert, wo er mehrere Tag« zwischen Tod und Leben schwebte. Nachdem er die Krise überstanden hat. war gestern mit Hilfe eines Dolmetschers eine Vernehmung des mir englisch sprechenden Mannes möglich Der Ueberfall erfolgte abends am Freitag voriger Woche auf der Chaussee zwischen Meseritz und Betsche, in nächster Nähe des Bobelwitzer Sees. Eckhofs wurde von zwei männlichen Per- sonen, die sich link» und rechts der Straße hinter Bäumen versteckt hielten, überfallen,.vom Rad« gerissen und die Böschung hinuntergestoßen. Im Lerlaufe des sich entwickelnden Handgemenges. wurden von den Tätern auf Eckhoff fünf Schüsse abgegeben, von denen zwei in den Unterleib trafen und der dritte die link« Hqnd bet der Abwehr leicht verletzt«. Die Tat ist mit zwei Selbstlodepistolen ausgeführt worden. Die Gründe such noch ziemlich unklar: auch d«, verletzte kann sie sich selbst nicht erklären. Angenommen wnch, daß «» sich um einen Raubübersall handelt, well dem Ueberfallenen ein- silberne Taschenuhr svergoldet) entwendet worden ist. Di« Uhr trägt auf dem Ziffernblatt und auf der Innenseite des Deckel? den Namen einer englischen oder amerikanischen Firma bzw. Stadl IV Ueberfallene konnte hierüber keine genauen Angabe» machen. Soweit festgestellt wurde, ist sonst nicht» entwendet worden. Auf die Er- greifung der mutmaßlichen Täter ist«ine Belohnung van 300 Mark ausgesetzt. Dielleicht sind die Täter mit zwei Männern identisch, die am 20. Juni jenseits der polnischen Grenze bei Birnbaum aus der Chaussee Zirke— Birnbaum den Kassierer der Birndaumor Kreis sparkasse überfallen und beraubt haben. Den Aussage» Eckhoffs steht man trotzdem noch immer skeptifä» gegenüber. Die politische Polizei beschäftigt« sich vor mehreren Monaten schon einmal mit seiner Person, da er angeblich spionagevcrdächlig schien. Er wurde verhaftet und bald wieder entlasien.__. Oer Autotod des Pfarrerehepaares. Das Schöffengericht Charlottenburg hielt im Prozeß wegen des Autozufammenstoßes in der Bayernollee die beiden Angeklagten Kraftwagenführer Paul G r e l l m a n u und Otto Bendeleit in gleicher Weise für schuldig, den Zusammenstoß ihrer beiden Autos und damit den Tod des Pfarrerehepaares Suin de Boutemard verschuldet zu haben. Di« beiden Angeklagten wurden wegen fahr- lässiger Tötung zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht gab ihnen aber für die Strafe dreijährig« Bewährungs- frist, well sie noch nicht bestraft sind und ein unüberlegtes Handeln vorliege. Zur Ausstellung»Die Ernährung" 1.— m. pro Slück in fämtlichrn Gtwerkschatisdureau» und im Zigarrenp-schält von Paul Harsch, Engeluser 24/25 sGrwerychastahau») zu haben, • fm MVW Je ein Posten Ausverkauf(BeginnZMh: Daunendecken allerbester Oaunensatin in diversen m Farben, z. T. mit kleinen SohÖnheits- iJJ«J? IS fehlem, 150X200......... Steppdecken 75 ROcIuejt« einfarbig, 150X200... i ei?" � Kissenbezüse mit ianguottenartigem Rand.... Ueberlaken ÄÄ« verziert, ISO x 250......... Guter Linen mit Klippel EInaetz u. Ansatz garniert, 150X260..... Bettlaken Handtücher eo darunter Reinleinen.... 6a PI,«dPCS LakendowlasÄ«:« ca. 146 cm breit . Meter Wischtuch""'.'«L» 4B>?. iRettfedern- U Gustav Weht im Saison-Ausverkauf: Mb poei.n fertige Beft-Inlette Oberbetten, Unterbetten und Kienen, darunter echt törkiseh-rot mit Naht ,2Ä0/ hereb- oder kleinen Fehlern...."OW /fl gesetzt. Einzelne garn. Kissenbezüge mit handgerogener. 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Dls Bertreirr der Klein«« Entente»- der Tschechoslowlite», Jugoslawiens und Rumänisns— haben nach ihrer kürzliä) in Buka- rest stättgehandenen 5bonterenz Erklärungen von großer Wichtigkeit abgegeben, hi« sich aus das wirtschaftliche Schicksal Oesterreich? begiehen. Oesterreich soll dnnach in das Wirtschaftssystem der Äfinei, Entente eingegliedert werden. Eine wirt- schaftlichs Annäherung zumindest der Länder der Kleinen Entente und Oesterreichs— Ungarn kann vorläusig nicht in Frage kommen soll«ml cht werden. Die Länder der kleinen Entente haben seit dem krieg dem Gedanken des wirtschaftlichen Nationalismus gedient. In dem Bestreben nach Autarkie(Selbstgenügsamkeit) Jjaben sie künstlich Industrien errichtet, die nur im Schatten hoher Schuß- zollmauern gedeihen können. Wie' aus der Bukarester Erklärung hervorgeht, sollen diese Schutzzollmauern weiter beibehalten werden: allein sür Oesterreich bzw. für die Länder der Kleinen Entente soll eine Borzugsbehandlunz durch Einführung von Vorzugszöllen eintreten. Oer zoll politische Anschluß Oesterreichs nn die Vonaul ander sott den Weg für den Anschluß Oester- reichs an Deutschland verdaue«. Wir brauchen nicht zu betonen, daß der Anschluß Oesterreichs an Deutschland in erster Linie eine kulturelle und politische Frage ist. Selbst wenn eine rein Wirtschaft- lichs Erwägung für den Anschluß Oesterreichs an die Nachjolge- staatsn sprechen würde, so würde dies für die Anschluhfrage noch nicht ausschlaggebend sein. Oesterreichs Lebensfähigkeit. Es trifft vollkommen zu, was die Vertreter der Kleinen Entente betonten, daß Oesterreich durch die Zerstückelung der früheren öfter- reichisch-ungarischen Monorchie seine alten Absatzzediete, mit denen «s früher ei« eiicheitliches Wirtschaftsgebiet bildete, verloren hat. Sieben Achtel feines früheren natürlichen Absatzgebietes hat es nach dein Krieg eingebüßt. Die Nochiolgeländer versperren sich durch hohe Schutzzölle: die durchschnittliche Zallbelastlmg für Fertig- Produkte betrug noch österreichischer Berechnung Ende 1926 in Polen 40 Pro», der Tschechoslowakei 36 Proz., in Ungarn und Jugoslawien 30—35 Proz. Der im April verzongenen Jahres in Kraft getretene rumänische Zolltarif enthält«ine nach höher« Zoll- belofwng. Dia österreichische Ausfuhr riästet sich immer noch zu großen Teil« in je»« Gebiete, mit den« es früher verbunden war. Im Jahre 1925««fielen 47,5 Pwz. der österreichischen Einfuhr. 42.6 Proz. der österreichischen Aussuhr auf Polen, Jvgostowien, die Tschechoslowakei. Ungarn und Rumänien. Trotzdem hat sich est« wesentliche Berändemng in d« Außenhandelsbeziehungen Oesterreichs angebahnt. Wie Otto Bauer in i einem Wirtschaftsreferat auf dem. Kongreß de? österreichischen Seworkfchoftsbundas kürzlich ausftihrt«. war die österreichisch« Aus- fuhr gezwungen, sich in den letzt»« Iahren wesentlich um zu- stellen. Die österreichisch« Industrie liefert ihr« Waren zunehmend in ander« Länder, als an die Nachfolgestaaten. Der wirtschlirtliche Anschluß Oesterreichs an die Länder der Kleinen Entente würde nun diesen Umstellungsprozeß mfterbrechen. Würde Oesterreich Vorzugszölle für die tichechisch« usw. Industrie«sie für die fugo- slawischen und rumänischen Agmrprodukt« gewähren, so könnt« es feine FertiZprndukte in den westeuropäischen oder üherfteischen Ländern viel schwieriger absetzen alz bisher, da jene Länder sich vor der österreichischen Einfuhr absperren würden. Oesterreich ist bekanntlich zum Schutz seiner Agrarproduktion übergegangen und schützt bekanntlich auch seine Mühleninduftrie. Sa könnte Oesterreich Vorzugszölle für die agrarische Einruhr Jugoslawiens und Rumä- rüens nur gewähren, wenn es gleichzeitig seine allgemeinen Agrarzölla noch weiter erhöht, ein Borgehen, dos sowohl die In- ter essen der österreichischen Verbraucher wie die internationalen Be- Ziehungen Oesterreichs nur schädigen könntc. Jm übrigen treffen die Belfauptungcn der Vertreter der Kleinen Entente über die Lebensuiiftihigkeit des öiterreichifche» Wirtschaftsgebietes, die durch den geplanten Anschluß Oesterreichs an die Danauländer behoben werden sollte, nicht zu. Wie Otto Bauer in seinem Referat nachdrücklich hervorgehoben hat, bat der Gesundungsprozeß der österreichischen Wirtschast sehr erhebliche Fortschritte gemacht. Die Eroberung neuer Absatzgebiete, die Fortschritte der technischen Rationalisierung. die erhebliche Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, die allmähliche Entlastung des Kapitalmarktes, die in dem sinkenden Zinsfuß ihren Ausdruck findet, die Tatsache, daß der österreichische Arbeitsmarkt in der Lage war, einen großen Teil der neu auf dem Arbeitsmorkt �inzukamnrendan aufzunehmen, sind Zeichen dieses Gesundungsprozesses, wobei Bauer die noch bestehenden großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten freilich nicht verschwiegen hat. Unter solchen Umständen kann wohl nicht von einem Oesterreich, das in- folge wüchchaftlicher Lebensunsöhigkeit sich auf Gnade und Un- gnade an andere Lander ausliefern müßte, die Rede sein. Biel- mehr kann Oesterreich ruhig den Zeitpunkt abwarten, bis die poli- tische Konstellation bzw. die Aenderung der Machtverhaltnisse es chm erlauben werden, den Anschluß an Deutschland durchzuführen. 3« Hi«k«rssnlnd der blutigen Ereignisse in der Skupschtina von Belgrad, bei denen kroatische Abgeordnete um das Leben kamen, stehen die großen Gegensätze zwischen dem alten Serbien und den Landes- teilen, die ihm nach dem Krieg angegliedert wurden. Insbesondere ist es die Durchführung der Agrarreform, die die Er- bitterung der neu angeschlossenen Landesteile herbeigeführt hat. Das alte Serbien war ein reines Bauerntand mit ausgesprochenem Kletnbesitz, in den neuen Landesteilen hatte aber der Groß- und Mittelbesitz einen beträchtlichen Anteil. In Bosnien, Herzegowina, Montenegro und Dakmatien hat die Agrarreform entschieden gutes gestiftet, indem sie die Bauern durch die Neuordnung des Pacht- fystems von ihrem Hörigleitsverhöltnis befreite. Auf anderen Ge- bieten führte jedoch die Aufteilung des Großgrundbesitzes zu keiner Beruhigung der Bevölkerung. Sie wurde häufig mit einer Spitze gegen die nationalen Minderheiten durchgeführt. An- gehörige der nationalen Minderheiten wurde« vorzugsweise zur Enteignung herangezogen, während sie bei der Landzuteilunz häufig übergangen wurden. Was nach fchlunrncr war, die mit dem Boden bedacht!« Bauern erhielten so geringfügige Bodenflächen, in der Regel nicht über 5 Hektar, die die Existenz eines Bauern bei dar primitiven Bewirb- fchaftung nicht sichern können. Die Bauern konnten mir zu Sßucher- zinfen Kredite erhalten, fte wurden oerschuldet und mußten ihren Boden häufig weiter verkaufen oder verpachten. So kam es, daß die Bodenerträge nach durchgeführter Agrarreform erhsblich niedriger sind als früher, und erheblich geringer als vor dem Kriege. Hinzu kommt der ohne Zweifel gesteigerte Selbstverbrauch der Dauern. So find die Produktionskosten für jugoflawische Agrarprodukte höher als die der iibcrseeischen, sellstt wann man die erhöhten Trans- porikostcn hinzurechnet. Demgegenüber sind die PreisesiirJn- dustriearjikel uefolge der hohen Schutzzölle außerordentlich dach Die Agrar schere, das Mißverhältnis zwischen den Preisen für lani>wirts choftliche und Industrieprodukte, ist in Jugoslawien außerordentlich weit geöffnet. Dia jugoflawische Valuta ist zwar seit längere Zeit tatsächlich fest, doch konnte ihre endgültige Stabilisierung noch immer nicht durchgeführt werden, weil die hierzu«forderlichen großen Aus- kcmdsanlethen noch nickst zu haben waren, obwohl diese von einer englischen Finanzgruppe Jugoslawien bereits zugesagt wurden. Würde Jugoflawien diese Anleihen erholten, so könnten si« die gegen- wortig bestehende Wirtschaftskrise erleichtern. Die große« mit her Agrarreform zusammerchSngcnden Wirtschaftsprobleme. vor allem die Intens wierung der lanimnrtschaMchen Produktion, die beute noch m manchen Testen des Landes mit Hvlzpfiügen und ohne Fruchtwechsel betrieben wird, lbeilum aber weiter ungelöst. Sie können nur durch eins andere politische Einstellung, die auf ine Macht- be.strebunge« der..Sorbstmer", der Bewohner des alten Serlstenf, verzichtet und gleiche Rechte auch den«ationgkm Minderheiten sichert. gelöst worden. Di« WirtjchafttzloW der anderen kleivenkevteländer. In der.Wvtschoftslckge dar beiden ruderen Landet; der Kleinen Entente, der Tschechoflowakei«»tz Rumäniens, bestehen gewaltig« Unterschiade, sanwhk was die geganwäittAe La?« wie auch die Gesundung de? gesamten Wi rtschaftskorper? anbelazrgt. Die tschechisch« Wirtschaft hat ein« günstige Konjunkturlage: in Rumänien herrscht Wirtschaftskrise mit autzerordentl'ch großer Arbeitslosigkeit. Die tschechische Konjunktur erhielt im Jahr« 1957 von de« deutschen Hochkonsunktuc einen erheblichen Zlntrieb, dessen Wirkungen noch heute anhatte». Allem in der für die tschechische Mrtfchast außorvrdeMstch wichtige» Z u ck er i n du st r i« entstand in letzter Zeit ein« kritische Lage, einmal durch die Uoberproduktion in der Woktzuckererzeugung, zum airderen ober infolge der Ermäßigung der Zölle mif Rohzucker m England. Die kürzlich erfolgte Ennäßi- gung des Zolls auf Rohzucker durch England zum Zwecke der Unterstützung der englischen Zuckerrosfinerten bedeutet die Unterbindung der Wissuhr von tschechischem Zucker nach England. Da sich fast di« Hülste des tschechischen Zuckerexport? nach England richtet, anderer- seit» aber die Zuckerindustri« einen der wichtigsten tschechischen In- dustriezweig« darstellt, so wird die tschechisch« Wirtschaft von dieser Entwicklung schwer betroffen. Was dte Entwicklung der gefan-ten Wirtschaft anbelangt, so konnte die Tichechostomakes die Folgen der Agrarreform viel besser überwinden als die anderen Donauiänder, und auch ihre Industrie konnte sich auf die veränderten Verhältnisse beijcr umstellen. Mein die Wirtfchaftscntwicklung der Tscheckwslowakei bleibt siix offen« Frage, da in den Nachkriegsjahren di« ziemlich umfangreiche Industrie der Slowakei van dem neuen Staat nicht nur nicht entwickelt, sondern zugunsten der tschechische« künstlich«in- geschränkt wurde. Auch sind die Zustände in den Karpathen sRuthe- nen) mit ihrem Massenelend nicht behoben. Trotzdem ist aber der tschechische Wirtschaftskörper im allgemeinen als gesund anzusprechei!. Von Rumänien mutz das Gegenteil gesagt werden. Hier haben sich di« Entwicklungen der Nachkriegszeit, Agrarreform und Industrialifiernng in jeder Richtung ungünstig ausgewirkt. Cfttva 2 Millionen Personen erhielten eine Fläch« von 5.8 Millionen Hektar Land, doch sind die Bauer« nicht in der Lag«, das Land zu bebaue«. weil sie dazu keine Mittel erhielten, und unter den Lasten, die der Staat ihnen auferlegt, znsonMnenzwbrechen drolten Die große Dauerndemonstrotion in Rumänien war der Ausdruck der Erbitterung der Massen, die sich gegen die gegenwärtige plutok ralij ch-nli garcktzjche Regierung richtet. Doch wurde die großangelegte Bewegung von ihren Führern abgebremst. Eine ungeheure Korruption, die sowohl bei der Durchführung der Agrarreform wie sonst im staatlichen Leben ob- waltet, erlaubt teinc gesunde Weiterentwickliu»? der Wrt'choft. Der Mangel an Transpvrnnitteln wie d!« staatliche Aussuhrsteuer erlaubte es den Bauern nicht, ihr überschüssiges Getreide aüszusühre«. Wegen der Schwierigkeiten der Ausfuhr wie der niedrigen inneren Kaufkraft fehlt es für die landrw rt j cha fil i che» Produkt« an Absatz, trotzdem dt« Bodenerträge an sich mrßer ordentlich niedrig find, weil für ein« intensiver« Bewirtschaftung sowohl die Kredite wie di« nötigen Kenntnisse fehlen. Für das letzte Jahr kam noch der Preissturz für P e- troleum, eines der Haupkausfuhrprodutte Rumänien», hivPl. Auch die Industrie, für deren Entwicklung Busiandsanieihen�bish«' künstlich ferngehalten worden sind, kämpft mit den größten Schmie- rigkeiten, zumal bisher die Lage mich noch durch andmeernde Schwankungen der Währung erschwert war. Durch eine große Auelandsonleili« soll nun die rumänisch« Baiute swbWekt werden. So wichtig diese Maßnahme auch sei, so ist doch zu bedauere, daß die Gewährung der Austendsanieih?, die allerdings vor dem Herbst nicht erfolgen dürste, di« gegenwärtig herrschend« fanmpte Regierimg. die als Bertreterin einer oligorchijchen Guppe von'San- ken und Großkonzernen cmzu sprechen ist, durch di« ausländische Kredite hils« weiter am Ruder geholten werden kam,. A. H. SO Millionen für K«lichemie. Zosters begründet große Ausbauplane seines Konzerns. Auf der Generalversammlung der Kali-Jndustri« A.-G. der Dachgeseilschaft des Pintershall-Konzerns wurde die vorgeschlagene Dividende von 12 Pro.z. aus das Aktienkapital van 120 Millionen Mark beschlossen. Gleichzeitig wurde der Beschluß gefaßt, das Aktien- kapital der Kali-Industrie A.-G. um 80 Millionen auf 200 Millionen Mark zu erhöhen. Don diesen 80 MiUloue« sind 60 Millionen für die der Kaii-Jndustrie A.-G. angeschlossene« Werke und 20 Millionen für die Gewerkschaft Wintershall bestimmt, die im Rosterg-Konzer» bekanntlich ihre rechtliche Seibftändizkeit «och aufrechterhalten hat. Zum Kgpftalerhöhimgbeschlutz macht« Generaldirekter Nesterg auch für die breitere Oeffentlichkett bemerkenswerte Ausführungen. Er bedauerte, daß es bisher noch nicht möglich war, die gesamte Kaliiirdustrie auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Namentlich für den Ausbau der Kallchemie hätte in der Vergangenheit viel mehr geschehen müssen. Um das Versäumte nachzuholen, würde seil eini- gen Iahren durch eine Kommission van Spezialwisienschostlern di« Chemie her Kalisalze eingehend studiert, wobei neue Wege gesunde« wurden, die auch die Einführung besserer Fobriko- tivnsmethoden nahelege. Em Teil des Erlöses«us der Kapitalerhöhung sei für den Ausbau der mit der Kaliverwertung beschäftigten Werte bestimmi. In zweiter Lim« seien auch neue Gelder für di« Finanzi»« rvng der Mischdünger produktiv« erforderlich, die aift« engste mit den Problemen der Kalühemi« verbunden sei. Die Eni- Wicklung der gemeinsam mit dem Klöcknerkonzern errichteten Stickstofianlaye in Rauxel, die den Kaliwerken das erforderlich« Am- mvniak liefert, sei programmäßig verlaufen, so daß di« Produktion im September d. I. beginne. iV Rauxel bis auf weiteres den wachssnden Bedarf an Ammoniak liefern könne, Hastehe nicht die Absicht, eine neu« Ammaniakproduktion einzurichten«der»«t- sprechende Beteiligungen zu erwerben. Auch bestehe nicht die Absicht, Kohlenvorkommen anzukaufen. Zum Schluß bemerkte Rofterg, dnß das Janzenuperk Marlers voll beschäftigt fei. die niedrigsten Produktionskosten im ganzen Konzern habe, daß der Ausbau dieses Werk»-�«etwendig, richtig und ein großer Erfolg war. Wenn das stimmt, was hier Rofterg sagt, so ist die Genugtuung zu per st ehe», mit der er den Erfolg des Werkes Merkcrs seicrt. Gerade wegen diese, Groß- werke? wurde nämlich Rosterg auch von der eigenen Industrie scharf angegrissen. Herr Rosterg hat allerdings aber inzwischen ganz vergessen, daß er selbst an den Bau der Grahwerke das Der. fprecheu sehr bedeutender Preisermäßigungen ge- knüpft hat, die bekanntlich nicht erfolgt sind. Man hat nie gehört. daß die vorgenommenen Kalipreis e r h ö l, u N g e n jemals de« Widerspruch des Herrn Rofterg gesunden hätten. Große Giittegungen an der Ruhr. Geschäftliche Methoden— Kontrolle erfordert F. Nach der Einschränkung des Auslandsabsatzes in. rheinisch- westfälischen Steinkohlenbergbau häufen sich setzt die M e l» düngen über beantragte Stillegungen. Der Still- legungskammissar Dr. Weise in Dortmund teilt mit. bnß auf der Zeche»Unser Fritz" in Wonne-Eickel 105 0 B e r g a r b e i t« r» n d A n g e st e l l t e, aus der Zeche„Vereinigte Hagenbeck" in Esseis-Weft l?S7Bergarbeiterund Angestellte und aus den Ze>m ..Gras Bismarck" in Gelsenkirchen 800 Arbeiter und Angestellte entlassen werden sollen. Gleichzeitig wird gesagt, daß fite einen großen Teil der zu Entlassenden die Möglichkeit besteht, fi« i» anderen Zechen, wo die Förderung konzentriert wird, wiederzuver- wenden. Abgesehen davon, daß die Stillegungsanträg« heute vieti'ach über stützt werden, versalgen die Zechen bei der Auswahl der weiterzubeschäftigendert Belegschaftsmitglieder sozialpoNtijch sehr bedenklich« Methoden. Wir lesen iin letzten Bteirht des Landes» rbeitsanits der Rheinprooinz, daß di« Zechen bei der Ausstebung und Umpflanzung der Belegschaften de- sonderen Wert darauf legen, die für die Untertagearbeit nach ihrer Ausfassung weniger geeigneten Bergarbeiter zu entlassen und sie der Zlrbcitslosenunterstützung zuzuweisen. Diese in das Belieben der KS VkMV REGNIM! 3fd)?iige|?tfWioften gesellte AuswvV ist für die Vergarbelter in jeder Hinsicht gefährlich. Es merden nicht nur ouf diesem Wege die jüngsten Kräfte ausgewählt und entsprechende stPialpcilUische Ersparnisse»tm den Zechen gemacht: es H't auch der Willkür in der A u s w a h l. d e r Personen To? it n d T ü r geöffnet. Mit 'Kachdruik must deshalb dafür gesorgtj werden, das; die K a n t r a l l- b e s u g n i s der Behörde« bei der Durchführung der Umstellung erweitert und gegen jeden Mißbrauch der aus der Notlage der Berg- heiter sich ergebenden Ueberinacht der Zechen Vorsorge getroffen wird. Alte RüstunMkmdustrie in Noi! Sanierungskämpfe bei der D euffche Waffen- und Munitiousfabrikeu AG. Die Deutsche Waffen- und Munitioiisfabrikicn-A.-G. in Berlin- Moabit, die nach dem Krieche in Berlin- Karlsruher I n- d n st r i e w c r k e umgetauft wurde, war nel>en Krupp das be- dcutendste Unternehmen m der deutschen Nüstungsindustrie. Natür- lich ging es dem Unternehmen in der Zeit des Wettrüstens giängend. Es verteilte in den leftten Jahren vor dem Kriege 2 4, Z S und 32 Proz. Dividende' und schenkte 1914, als es not- gedrungen sein Kapital wegen Uciberfiillung des Reservefonds durch nicht ausgeschüttete Gewinne von 13 auf 30 Msillionen erhöhte und damit verwässerte, feinen Aktionären dir neuen'Aktien zu HO Proz. des Betrages umsonst. Noch besser ergitig es dem Unter- nehmen in der„großen Zeit" des Weltkrieges, ig, der es jährlich 3 0 Proz. Dividende, also 10 Millionen Mark, an seine ttlktionäre ausschütten konnte. Diese schöne Zeit des SchwSrverdienens war zit Ende, als nach Friedensschluß zugleich das Verbot deutscher ZÜvffenergänzung wirksam wurde und die gesamte Rüstungsindustrie sich umstellen mußte. Dieser Umstellung, die das Unternehmen nach dem eigenen Bekenntnis der Verwaltung sehr tastend vornahm, liegt auch die jetzt beschlossene Kapitalzusammenlegung, über die wir bereits berichteten, von 30 auf 15 Millionen Mark zugrunde. Die Be- griindung, die der Vorstand in seinem Geschäftsbericht dazu gibt, ist allerdings sehr dürftig und läßt viele Unterlassungssünden der Verwaltung in den letzten Iahren erkemien. Sa mutet es fast grotesk an, wenn die Direktion ein Jahr- z e h n t nach dem Kriegsfchluh auf die Auswirkungen des Ver- lailler Vertrages für die Rüstungslnkdiistrie hinweist und die Ver- tragebestimmungen als Hmiptursache ihrer jetzigen Notlage hinstellt. Schließlich hat auch Krupp seine Betriebe von Grund auf um- stellen müssen, hat außerdem noch 1923 während des Ruhrkampfes schwere Produktionsstörungen erfahren und trotzdem in den beiden letzten Jahren Millionengewinn« ausweisen können. Die Gründe für die Verluste dieses früheren Dividenden- bcimsters sind denn auch in der Tat an ganz anderer Stelle zu suchen. Trotz der gänzlichen Ausgabe ihrer Waffenfcrbrikation und der dadurch notwendig gewordenen Umstellung der Betriebe auf neu« Fabrikationszweige hatte die Verwaltung 1924 bei der Um- sii'llrmg auf Goldmark ihr Friedenskapital von 30 Mil- lionen Mark beibehalten, obwohl bei den allgemein verengerten Weltabsaßmärkten und der erschöpften Kaufkraft des Inlandes an cine Ausnutzung der riesigen Vetnebsanlagen und Verzinsung dieses hohen Kopitals nicht zu denken war. So schleppte sich auch die Gesellschaft in den letzten Jahren mit dieser Kapitalslast mehr oder weniger mühselig durch, kam aber erst zu dem längst fälligen Entschluß einer Zusammenlegung von 30 auf 15 Millionen Mark, als nicht einmal in der Hochkonjunktur des letzten Jahres sich trotz st einen der Umsätze eine Rente herauswirtschaften ließ In der Bilanz wird bei einem Fabrikationsgewinn von 2,1 aeaen 2,3 Millionen Mark ein Verlust v o n.l 5, 7 Millionen Mark ausgewiesen, der jedoch nicht tatsächlich eingetreten ist, sondern nur die Lösung des Rechenexempels zur Sanierung der Werke darstellt. So bat die Gesellschaft auf Gebäude und Ma- f cht nett 4,6 Millionen Mark, auf Wertpapiere und Beteiligungen 3,6 Millionen Mark und auf Vorräte sogar 6,8 Millionen Mark abgeschrieben, das sind zusammen 15 Millionen Mark, die genau dem Bnchgewinn aus der Zusammenlegung des Kapi- tals entsprechen. Zlllerdings wird die Verwaltung mit ihren Sanierungs- Vorschlägen auf starken Widerstand bei den Aktionären stoßen, denen der Kapitalschnitt natürlich nicht angenehm ist. Von d'efer Seite wird darauf hingewiesen, daß die Gesellschaft in ihren Beteiligungen und Wertpapieren große Roserven versteckt hätte und außerdem durch Verkauf eines umsangreichen Grundstück- besitzes sich leicht flüssige Mittel verschaffen könnte. Aber das Verhalten von General Motors, die sich immer nicht entschließen können, die von Berlin-Karlsruhe gepachteten Grundstücke zu kaufen, beweist zur Genüge, daß diese Aktionärs- rechnung auf ziemlich schwachen Füßen steht. Im Interesse der 9000 bis 10 000 Mann Belegschaften, die da? Werk bei vor- maler Beschästigung halten kann, ist daher zu wünschen, daß die Gesellschaft die sinonzielle Sanierung, die eine notwendige Vor- bcdingung für jede erfolgreiche Ralionolisicrung ist, durch- führen wird. Der Arbeitsmarki in Brandenburg. In der Woche zum 30. Juni ist im Bereich des Landesarbeits- amtes Brandenburg eine w e i t« r e l e i ch t e V e r j ch l e ch t e r u n g des Arbcitsmarktcs eingetreten. Die Gesamtzähl der Unterstützung beziehenden Personen hat sich von 118 760 auf 119 990 erhöht, wovon auf die Arbeitslosenunterstützung 103 907<102 391) und auf die Knsenunterstützung 16 083(16 369) Personen entfallen. Ans Giwerbergs Reich. Wachsende Gewinne im rheinischen Braunkohlenbergbau. Die Rheinische?l.-G. für Braunkohlenbergbau und Brikettsabrikatian, der führende Konzern im West- deutschen Braunkohlenbau mit 67 Millionen Aktienkapital, hat, wie wir schon kurz mitteilten, auch im Geschäftsjahr 1927/28 sein Kapital wieder mit 10 Proz. verzinsen können. Dieser Konzern war somit in der Lage, seinen Aktionären seit 1925 jährlich 10 Proz. D i o i- dende zahlen zu können. Kennzeichnend für die günstige Eni- wicklung der Betriebe sind die Produktionsziffern der letzten Jahre. So betrugen 1924/25 1925/26 1926/27 1927/28 14,9 Mill. Tonn. 2,7... 3.7„„ 3.7„ Kohlenförderung Kohlenabsatz.. Brikettherstellung Brikettabsatz.. Trotz des sehr guten Absatzes im Betriebsjahr 1926/27 konnte im letzten Jahr Produktion und Absatz um rund 10 Prozent g e- steigert werden, während die K o h l e n f ö od e r u n g feit 1924/25 in stetigem Wachsen um mehr als 20 Prozent und die Brikett- sabrikation sogar um fast 33 Prozent stieg. Leider enthalt der Geschäftsbericht kein« Angaben über die Entwicklung der Beleg- schasten, so daß sich die Leistungssteigerungen nicht feststellen lassen. Der gesamte Rohgewinn hat sich— soweit er nicht verbaut oder sonst versteckt ist— von 21,5 auf 22,2 Millionen Mark erhöht. Bemerkenswert für die kostensenkende Wirkung der Rationalisierung ist, daß trotz der erhöhten Produktion in Gruben und Bnkettsabnken die Gesamtunkosten mit 2,18 Millionen Mark nahezu unverändert geblieben sind. Die Steuern haben mit 4,8 Millionen Mark sogar eine scharfe Senkung um 500 000 M. erfahren. Da Herr Silverberg, der Vorsitzende im Aufsichtsrat, bekanntlich die These von den„un- genügenden Abschreibungen" vertritt, so kommt die weitere Herauf- setzung der Abschreibungen von 4P auf 5,3 Millionen Mark nicht überraschend. So wurde der Reingewinn von 7,5 Millionen Mark dem des Vorjahres haargenau angepaßt. Der flotte Absatz, der nach dem Goschäftsbencht das ganze Jahr über anhielt, kommt in einer auffallend großen Flüssigkeit der Betriebsmittel zum Ausdruck. Obwohl etwa 1,5 Millionen auch in diesem Jahr neu in die Anlagen gesteckt und aus laufenden Gewinnen„über Betr ieb" bezahlt wurden, und außerdem noch 1,6 Millionen Mark für Neubauten aufgewendet wurden, find die Bankguthaben weiterhitz von 13,7 auf 14,7 Millionen Mark und die übrigen Forderungen von 0,5 auf fast 1 Million Mark g e st i e g e n. De» gesamten Forderungen und Barbeständen von rund 16 Millionen stehen an Schulden nur 3,6 Millionen Mark gegenüber, so daß die von dem Konzern seit Jahren durchgeführte „Selbstfinanzierung" des Neubauprogramms und der Rationalisierungsarbeiten auch künftig reibungslos funktionieren dürfte. Die Belegschaften, deren Lohntarife im August ablausen, werden bei den Verhandlungen nicht oersäumen, aus der ausge- zeichneten Lage dieser Gesellschaft ihre Schlüsse zu ziehen, um so mehr, als die Rationalisierung im Rheinischen Braunkohlenbergbau von den Kumpels große Opfer gefordert-hat. Lebenshaltungsindcx im Zum leicht gestiegen. Die Reichsiirdex- zis-fer für die Lebenshaltungskosten(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und„sonstiger Bedarf") belauft sich nach den Feststellung«» des statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Jiini auf 151,4, gegenüber 150,6 im Vormona t. Die Steigerung ist im wesentlichen auf sa-isonmäßig be- dingt« Erhöhungen von Ernährungsausgaben zurückzuführe». Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen(1913/14— 100): für Ernährung 152,1, für Wohnung 135.6, für Heizung und Be- leuchtung 143.8. für Bekleidung 170,4, für den„sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 187,4. Die deutsche Einfuhr von Eisenerze» ist im Monat Mai sehr stark gesunken. Sic ging von 1,16 Millionen Tonnen im April auf 0,98 Millionen Tonnen zurück. Gegenüber dem Durchschnitt des Jahres>927 ist der Rückgang außerordentlich groß und Neträgt für Mai fast 30 Prozent. Dabei ist allerdings z» berücksichtigen, daß die Versorgung mit j ch w c d i s ch e n 0 r z e n sehr erschwert war, und daß die letzte Eiseupreiscrdöhung große Vorbestellungen zur Folge hatte, die rnu die jetzige Beschäftigung der Eisenwerke drücken. Die Belgische Rationalbonk hat den Diskontsatz von 4V ans 4 Prozent herahgcsetzt.'__ Vortrage, Vereine Versammlungen. G Reichsbanner„Süiwarz-Rot-Goid". « c l ch ä f t s tt c l l c: Berlin S.\i, Sebllltiznstr. NM. Sof 2 Tr. Mitte: Mo., d. 2., 20 Uhr. Vor/ommsung Iungbanncr, Tieckstr. Portraa 5tam. Schal,?:..Neäierunasb'lldmia und Republik."- Diens- Versammlung 1. und R. Kameradschaft, Gartenstr. R. Kre's Süden? Achtung Farben", 20 Uhr bei Braunsdorf,"(hroßbeerINflr. Ä..�ug 7 Versammlung mit Vortrag des Kam. v. Oertzen:„Reichswehrfrageu"� 20 Uhr bei Ewald, Ska'u�ee Straße 12R. Nowawes: Mitgliederversammlung 20 Uhr im EisenbahnhoiU. Kam. n. Puttkamer spricht über:„Die neue Reichsregierung." Porstands- Mitglieder pünktlich 19',-2 Uhr. Reichsbund der KriegsbesckSd'gten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter- blieben en. Ortsgruppe Nordost 4: Mitgliederversammlung am Dienstag, 3. Juli, 20 Uhr. in den Unlonsfcstsälcn, bireifswalder Str. 222. �_ Reichsbund der Krieasbefchädigten, Teilnehmer und Hinterbliebenen, Be?. Zentrum: Montag, den 2. Juli, im Rossn thaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, 20 Uhr, Monatsversammluua. tionen sind eingeladen. Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Vorführung des Planetariums Sonnabend, den 7. Juli, 17 Uhr. im Planetarium der Stadt Berlin, W£3, Ioachimsthaler Straße(am Bahnhof Zoologischer Garten). Erklärungen durch Herrn Geheimrat Prof. Dr.<£. KohlschMtor. Anschließend Vortrag von Frl. Ida Hahn(Berlin):„Sternmärchen der alten Welt." � I■ il 41 P i|D\ KW WMUzWMIUMÄ Ohne Anzahlung ■' v-/ Zu bez ich en durch 5 arnTliche Ire igewerh- ■schaftlith e n Org anis otion e ri.od.di re kl durch WM- 1'.'U»».' /?->?.*xf. tf'H.'l. jl-, t>•. Berlin-lichte nro de -Vri �-*••*> V«.■■ Fabfik-Nsederlage: Berlin, Oranienstraße 127 Verkaufszeit: Werktäglich von 9- 7 Uhr. Reparatur-Werkstatt. auftewiyiBinlicli'vä'lr 6ESCW, Wäsche-Artikel Zephlr-ttemd Qnalit&t..,. g«atreift, ic« t« .... 8—«.75 in» i« d LH- ...«.S« AO.BO nW-Hemd«rni.. Streifen, beste Qualität«.75 mustert PopMlta«- H«aiid sre streift 7�0 Popelii med. 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I9-— 1112.— II1 16.— Windjacke, imprägniert Serie 1 15.— II 19. III 73.- Breeehos od. Knlckerbockor Ser. I-IV 15— 19.— 23- 29.— HOto für Straße, Reise und Sport Serie I-IV 2.- 4.— 8.— Strickkleid, Wolle mit Seide, Serie I— III 19.-, 23.—, 29.— Bade-Ancug Ser. I— 11 2.— 3.— Knaben-ICIeSduiig Sport-Anzug* engl, gemustert. Cheviot, Hose gefüttert Ser. I 6-8 J. 18.—, d-ll 22—, 12-14 „ II 22—. 27__, 32.— Kloler Ancug, blau Chcvn Krag- Latz und Knoten, kurze Hose, ganz gefüttert, Serie I »—5 J. 6—8 9— 11 12—14 20.— 22.- 25.- 23.50 Kieler Pzfjock, blau Cbev., für Sommer und Winter, ganz gefüttert, Serie I 8—5 J. 6—8 3—11 13—14 17.5« 19.SO 22.5« 26.— Kieler Waschanzug, blau-weiß Kadett(feste oder abknöpfbare Garnitur) Serie I, fester Kragen 3-5J. 6.5«, 6-9 8,5«, 1�1 4 19.75 Winter- und Sammer-Ulater, (K lü) guter Wollstoff, moderne Form, Serie 1 5— 7 J. 8-10 11—13 34—15 18— 21.— 24___ 27.— Pullover, daeguard durebgemust. 10—12 J. 8.—, 14—15 1«.— dto. reine Wolle, 7-9 J. 12—, 10-1215.—, 14-1517.— Windjacke, impr., gute QuaL, baumwolL Gabard. od. Zeltbahn, Serie I 6—0 J. 9.50,10—34 19.75 Sporthomd, Zephir, Serie 1 Lg. 55/651.75, 70/«02.5O, 85/95 3- Sport-Kleidung Sport- Anzug 3tlg., gemust. Sportstoffe, Breeches od. Knickerbock. Serie 1 79.- 1189.— 111104— Lodon- Anzug 2tlg- impr..loppe u. Breeches........ 60.— Loden-Mantel impr. Strich1. öden, Serie I 5E2.— 1144.- Lederjoppe 2 reibig, braunes Juchten-Kappa....... 89.— Knlckorboclcer od. Breeches gemust. Cheviot oder Sportstoffe Serie 1 24.— 11 28.— Windjacke impragn. Zeltleinen, baumwoll. Gabardine Serie I 15.— II 2«,— III 24.— Lelnen-Hooe weiil Satinu. Köper. amerik, weit geschnitf.. Rundbund Serie I 7 5« II 8.SO FlaaelS-Mose weiü oder grau. weit geschnitten. Rundbund Serie 1 18.- II 24.— Iii 29.- Wölk- und Strickwaren Pullover neue Jacquard- Muster Serie 1 22— II 24.— III 27.— WoCSweete einfarbig oder ge- musteft Serie I 16,— Ii 27,— Sportstrümp fo ä. Pullover. dto- z. T. orig. Wien, einfarbig oder gemustert, Wolle..... Serie 1 5.-11 7— III 8.5« Sportstutxea Ser. l-II 4,— 5.— Spor�vnUlzo..... 3,— 4.— BERLIK W. 8- l£ 1 P Z l& t R£ C K H ST RAS Änderungen werden lum Selbstkostenpreis berechnet. Ite. 307» 45. Jahrgang 01*10 01*�0�©onnfog, 1. 3u(i I93tö Hinaus mit dem„Kiz". Auf in die Gommerferien! Am allem onnSNgen Kopfzerbrechen vorzubeugen:„kiz" ist die abkürzende Formel für das Wort: ftinderjcmderzug! Schulferien, Wochen goldener Freiheit! hundertlausende und Aberhunderltausende Sinderherzen schlagen höher bei dem Gedanken an Sonne, Luft und Freiheit! Leider kann nur einem kleinen Teil all der lufthungrigen Eroß- ftadkktnder, die allesamt so sehr einer Erholungsreise be- dürfen— handelt es sich doch jetzt gerade um jene Jugend, die ist den Jahren größter wirtschaftlicher Not groß geworden ist— eiu Ferienaufenthalt außerhalb Berlins gewährt werden. Von den durch das Landesjugendamt erfaßten Schul- kindern und Schulentlasienen, deren Ziffer beinahe eine halbe Million beträgt, werden ungefähr 60 000 bis 65 000 Kinder zur Landverschickung gelangen, das sind also noch nicht einmal 16 Pro- zentl Schon im November wird bei den einzelnen Bezirks- ämtern mit den Borarbeiten zu der Landverschickung begonnen. Di« schulärztliche Untersuchung fördert in allen Schulen eine stattlich« Zahl dringend Erholungsbedürftiger zutage, und nun beginnt das große, schwierige Rechenexempel, da mit dem für diese Zwecke vorhandenen Etat keine großen Sprünge zu machen sind. Dazu kommt noch, daß der weitaus größte Teil all der Elends- würmchen natürlich der ärmsien Beoölteungsfchicht ent- stammt, so daß es den Elten meist unmöglich ist, einen auch noch so geringen Verpflegur. gsbeitrag zu leisten. Kranken- kasien, Versicherungen oder sonstige Unterstützungsvereine werden allesamt zur Mithilfe herangezogen: es kann aber fast überall nur ein Teil der vom Schularzt dringend Borgeschlagenen zur Ver- schickung kommen. So wurden z. B. von den im Bezirk Treptow im Mai d. I. gezählten 10 648 Schulkindern 1864, das sind 17>4 Pro- zent, als dringend st oerschickungsbedürftig bezeichnet. Dem Bezirksamt steht für diesen Zweck nur ein Betrag von 14 600 Mark zur Verfügung: trotzdem will man versuchen, auch dieses Jahr(wie im Vorjahre) wenigstens 1000 Kindern einen vier- bis sechswöchigen Ferienaufenthalt an der See, im Gebirge oder in einem der Landschulheime in der Um- gebung Berlins zu verschaffen. Oer„Kiz' fährt nur Ferienttnder. Zur Entlastung der fahrplanmäßigen Züge werden im Ein- vernehmen mit der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft in diesem Jahre zum erstenmal die Einzeltransport« für Kinder, die für die gleichen Strecken in Frage kommen, zu Sammeltransporten vereinigt und in Kindersonderzügen befördert. Ein Kindersonderzug soll nicht mehr als 1000 Kinder befördern und muß mit wenigstens 600 Kindern besetzt werden. Die Gesamtaufficht und Leitung über«inen„Äiz" wird einem vom Landessugendamt Berlin zu bestimmenden£ ransportführer, die Einteilung einem Transportordner übertragen. Jede Entseichestelle stellt für ihre Kinder die Begleitpersonen selbst, und zwar im allgemeinen für je 25 Kinder 1 Person. Für die Pfleg« «rironkter Kinder ist jedem„Äiz" eine Krankenschwester beigegeben, die im Bedarfsfalle erste Hilf« leistet und Zu diesem Zweck eine Reiseapotheke mit sich führt: es stehen für die Kranken- pfleg« besondere Abteile zur Verfügung. Die Landverschickung beginnt meist im April, und von diesem Termin ab werden auch die.Fiz" dem fahrplanmäßigen Verkehr eingereiht. Bis zum offiziellen Beginn der eigentlichen Sommerferien laufen berests S3 Kinderzüge nach der Nord- und Oftsee, nach der Schweiz, nach Bayern, Oesterreich, Ostpreußen. Schlesien usw. Bis zum Herbst rechnet man mit einer Zugziffer von über 100. Der Fahrpreis für Ferienkinder betrögt den vierten Teil des 4..Klasie,Preis«s und berechtigt zur Benutzung der 3. Klasse. Auslands-Ferienreisen ersolgen, im Einvernehmen mit den betreffenden Staaten, die dies ebenso handhaben, gänzlich kostenlos. Für blinde, taubstumme und geistig zurückgebliebene Kinder werden Sondergruppen gebildet, die in eigenen Hei- men In Wilhelmshagen und in Ahlbeck ihre Ferien genießen. Jen« Kinder, die in den Landschulheimen rund um Berlin, vor ollem im Jugendland Zossen, die Ferien verleben— darunter sind auch die Dorschulpflichtigen— werden klassenweise mit ihren ständigen Lehrern oder Kindergärtnerinnen untergebracht, so daß sie unter der Aufficht ihres gewohnten Lehrpersonals und in Gesell- schaft all ihrer Freund« und Kollegen die Ferientag« verbringen. Bei dieser Gelegenheit fei aus» neue daraus hingewissen, daß es an Erholungsheimen für die schulentlasiene Jugend dringend mangelt. All diesen ebenfalls meist schwächlichen, oft auch kränklichen jungen Menschen, die unmittelbar vor ihrem Eintritt in das Berufsleben stehen, ist naturgemäß eine kurze Erholung in guter Lust bei ausreichender Kost außerordentlich notwendig. Heute Reisetag. Jetzt, knapp vor Ferienbeginn, ist Großkampftag aus den verschiedenen Berliner Bahnhöfen. Zwischen den vielen Reisenden muß sich die große Schar der Ferienkinder mühsam ihren Weg bahnen. Innerhalb einiger Stunden werden oft mehrere tausend Kinder ins goldene Land der Freiheit befördert. Nachdem sie sich, ungefähr eine halbe Stunde vor Abgang des Zuges, am Sammelplatz eingefunden haben— meist ist dies der nächstgelegene Schulhof—, wird in Dreier- und Viererrechen nach dem Bahnnhof marschiert, geführt vom Transportleiter, flankiert von den Transportbegleitern. Das Hauptgepäckstück, hauptsächlich wenn es nach der See geht, ist die Sandschippe, einer hat auch noch eine Segeljacht an der Strippe baumeln, die größeren führen Angelgerät mit, und der Tornister birgt auch noch allerhand, was Freude macht. In der Hand das Wegzehrungspaket, die Umhängekarte mit Namen und Adresie um den Hals, geht es durch die Sperre zum bereitstehenden Zug. Hier ordnen die Begleit- Personen das richtige Einwaggon ieren, und erst wenn all dies geschehen, dürfen die Angehörigen mit dem Gepäck der kleinen Reisenden den Bahnsteig betreten. Jetzt geht natürlich der Hexen- k e s s e l erst richtig los. Ein aufgeregtes Hin und Her der Mütter, Großmütter, Geschwister oder wer sonst als Begleitmannschaft fungierte! Alles schreit durcheinander! Wenn mehrere Züge kurz aufeinander folgen, entsteht eine ziemliche Verwirrung bei den elterlichen Gepäckträgern, kein Mensch weiß genau, mit welchem Zuge das Kind fährt, die Bahnbeamten, die Transportordner, ja selbst der ordnunghaltende Schupo werden mit Fragen be- st ü r m t, die sie meist bei bestem Willen nicht beantworten können. Keuchenden Atems kommt Großmutter noch mit einer letzten Ueber- raschung für das Enkelkind angesegelt, ratlos steht die gute Alte in dem riesigen Kinderchaos und guckt sich ihre guten Augen aus. Hoffentlich mit Erfolg. Inzwischen haben sich die freudig erregten und erhitzten Gemüter nach und nach beruhigt, man tauscht noch herzhafte Abschiedswort« und-küsse, letzte Mahnungen und Warnungen flattern, im großen Lärm meist un- gehört, durch die Lust, Köfferchen und Pappkartons werden hinein- gereicht. Ein langgezogener Pfiff, die Maschin« zieht an, Tücher- und Händewinten, hie und da ein verstohlenes Tränlein, und: heidi! geht's hinaus in den lachenden, heilenden Sonnenschein... El. Ein Kinderparadies in Treptow. Im V al Treptow einen im Beisein von. geben wurde. Gartendirektor Harisch und Obergartenmeister Ludwig haben da etwas Wunderhübsches geschaffen. Inmitten eines Kiefernwäldchens, von einer Steinmauer eingefriedet, liegt der neue Spielplatz. Aus der einen Seite befinden sich allerhand Turngeräte, wie Barren, Reck, Ringe, Rundlauf. Schwebebalken und Schaukeln, im Hintergrunde eine Ruffchbahn, auf der anderen Sette gibts Buddelsand in Hülle und Füll«. Für die Angehörigen sind bequeme S'tzbänke vorhanden. Ein wahrer Massenbesuch kleiner Leute bevölkerte am gestrigen Eröffnungstage den neuen Spielplatz. Ruffchbahn und Srhauteln waren meistbegehrt. Die Konstruktion der Schaukeln fft eine ganz neuartige. Sie bietet Sitzgelegenheit für ungefähr 10 Insassen, die auf fest montierten Sitzen eine bequeme und sichere Schaukelgelegenhest gemeßen. Die Sitzenden können sich außerdem ganz dem Vergnügen hingeben: denn das Hochschwingen wird von zwei seitlich Stehenden besorgt. Die Schaukelbewegung erfolgt nicht nach vorn und rückwärts, sondern seitlich nach rechts und links. So haben viele der kleinen Urlauber, denen keine Ferienreise vergönnt war, doch auch eine hübsche Spielgelegenheit in frischer Luft und saftigom Grün. Umbau der Teala. Die Scala bleibt während des Monats Juli geschlossen. Die sommerlich« Pause wird benutzt, um mit dem geplanten Umbau des Bühnenhauses zu beginnen. Die Bühne soll bedeutend ver- größert und mit allen Neuerungen technischer Art, sowie den modern- sten Lichtanlagen ausgestattet werden, so daß«in technffcher Apparat geschaffen wird, der den größten Bühnen Deuffchland« ebendürttz ist. Zu diesem Zweck wurde ein angrenzendes Grundstück hinter dem gegenwärtigen Bühnenhaus angekauft. Der Umbau wird sich ohne Störung der Vorstellungen bis zum nächsten Sommer er- strecken. Ab 1. August wird aus der alten Bühne weitergespielt. während die neue Bühne um das alte Bühnenhaus herum in- zwischen ferttgzestellt wird. Im Juli nächsten Jahres soll dann, wenn die Scala wiederum geschlossen ist, die alte Bühne entfernt und die Berbindung des Neubaues mit dem Zuschauerraum gefchasfen werden. Die neue Bühne wird artistische Darbietungen unter Ver- wendung von Apparaten und Requisiten gestatten, wie es bisher auf keiner Bariete- oder Theaterbühne möglich war. Wie alljährlich, erfolgt in diesem Juli auch ein« gründliche Erneuerung des Zu- schauerraumes, der sich bei Beginn der neuen Spielzeit am 1. August mit technischen Neuheiten auf dem Gebiet der Beleuchtung präsentieren wird. Das Schwesterunternehmen der Scala auf dem Küstriner Platz, die Plaza, soll bereits Ende dieses Jahres eröfsnet werden. Die Tragödie der Mannschaft. Mobiles Rettung aus dem polareis. General Nobile, den der Opfermut eines schwedischen Fl«- gers in S i ch« r h e i t gebracht hat, erholte sich von seinem Beinbruch und seinem Nervenzusammenbruch soweit, daß er bereits wieder mit Hilfe einer Krücke promenieren und seine Mußestunden zu phra» s«nreichen Kundgebungen nutzen kann. Inzwischen sind einig« Dutzend Flieger und Schiffe zu dem gefährlichen Werk unterwegs, seine Fahrtgenossen zu'uchen und zu bergen und Ausschau zu hatten nach Amundsen, der seinen ersten fachlichen und persönlichen Zwist mit dem Italiener hintangesetzt und mit schnellem Entschluß einen Hilfever- such unternommen hat, bei dem er selbst in Eisnot geriet. In der skandinavischen Presse beginnen Stimmen laut zu werden und sich zu mehren, die fragen, ob ein solcher Einsatz und solche Opfer um der „Italia" willen gerechtfertigt seien. Man kann diese Frage verstehen, auch wenn man der Meinung ist, daß Hilf« für Gefähr- dete höchste Menschenpfiicht und höchstes Zeugnis mensch- licher Opferbeveitschaft ist. Dabei bleibt allerdings der ein« Bor- behalt, ob Hilfe auch da moralisches Gebot ist, wo Gefahr leicht- fertig heraufbeschworen ist. wo Mahnungen und Rat- in den Wind gesprochen blieben, wo Eitelkeit und Pose über Einsicht und Vernunft triumphierten. All« diese Vorwürfe werden dem Unternehmen No- biles jetzt gemacht, wo der Schaden angerichtet ist. Aller- dings hat es auch vorher an Stimmen nicht gefehlt, die warnten und abrieten, und der Eindruck der mehrfachen Mißgeschicke, die das Lufffchiff Nobues schon auf seiner Fahrt nach Spitzbergen trafen, hätten noch mehr als Worte wirken sollen. Man hat schon bei der Sturmfahrt nach Stvlp, bei der Notlandung auf dem skandinavischen Festtand feststellen müssen, daß weder das viel zu kleine Fahrzeug widerstandsfähig genug noch feine Führung und Be- mannung erfahren und geschult genug waren, um in das Wagnis hineinzugehen, das fi« unternahmen. Ein Wagms, ein Abenteuer wäre die Fahrt auch unter günstigeren materiellen und personellen Voraussetzungen immer geblieben. Das allein aber spricht nicht gegen sie, denn das Wagnis, das Abenteuer ist nötig, um die erste Bahn zu brechen, auf der dann die Wissenschaft und m ihrem Gefolge Wirtschaft und Verkehr den Weg zu neuen Möglichkeiten ausbauen können. Aber das Wagnis, das Abenteuer erfordert Männer, die ihm gewachsen find, physisch und moralisch, und es macht ihnen die denkbar sorgfältigst« Vorbereitung ihres Unternehmen» zur Pflicht. In allen diesen Punkten aber hat es b«i der italienischen Expedition gefehlt, und je länger, je mehr festigt sich der Ein» druck, daß sie letzten Endes nichts anderes war, als eine Demon- stration faschistischer Machtgefühl«, denen die Um- tausung de« höchsten europäischen Berggipfels auf den Nomen Musio- lini nicht genützt, sondern die auch auf dem nördlichsten Punkt der Erde die Trikolore mit dem Rutenbündel aufpflanzen wollen, um ihre Macht zur Schau zu stellen, ähnliches hat Nobile ja schon bei der Polfahrt der„Nor« versucht, bei der Amundsen die Möglichst hatte, diesen sonderbaren Kameraden als Menschen und als Expeditionsletter kennenzulernen, und die Er- innerung an jene zweifelhaften Erlebniff« trägt mit dazu bei, di« heute herrschende Mißstimmung zu vertiefen. Die Totsache, daß dieses neueste Erperimsnt faschistischer Groß» mannssucht außer dem Leben einer Anzahl von Italienern auch vielleicht das eines Mannes fordert, der in der Geschichte der Polar- forschung in vorderster Reih« steht, läßt di« Rettung eines Robil« fast als eine Ironie des Schicksals erscheinen. »Für die schöne Freundin.- Zu unserer Notiz unter dieser Ueberschrift in der Morgenausgabe vom 29. Juni d. I. werden wir gebeten mitzuteilen, daß die Unterschlagungen nicht beim Be- amten-Wirtschafts-Berein, sondern bei der Potsdamer B e- amten-Bereinigung vorgekommen sind. welteeberlch» der SffeatNchen Wetterdienststelle verNn and Umgegend tNachdr. vnb.) TellS heiter, teil« wölkt«, etwa« lühler, stellenwelie leichte Regensälle, srttche weltliche Winde.— ALr venstailand: Kühler, besonder« in Rorddeulichland Regenschauer, zeltwey« ausslischende Winde. auch ohne Saison-Ausverkauf überall begehrt. ERSTKLASSIGE VERARBEITUNG ANERKANNTE PRE ISW0R.DI6KEIT< k 2. Juli 1928 Verfragstipferapt üjr Eisanbahn- Post- AEG ur\d über hundert, Beamtan- Banken- u. Industrie- WirtschattsateJ/en, R OSENTHA LEB STR. 58 dert anderen 99 ?< ■Her Krankheiten enttteTie.p durch Stoffwechselgifte-. Em seit Jahrtausenden als HeilmJrfel bewahrtes bia'urprodukt Ist die Knoblauchknotie, deren Satt in exakteste.- Koruentra'Jon'in Balkanisan vereinigt.{„Keine Arznei bei Arterienverkalkung, wenden Kein Gelieimmiitel)' Ann»- hier?.. Hunzen, Ked---, Gallen-. Kteren-. vlasenleiden und l-i�mnrrhotden. Sei Un- regelmäßigkelten des Verdauungsapparates(.Magen— Darm). So auch hei Rheuma, Gicht und Ischias. Auch bei nervösen allen tieferllegcnden Erscheinungen und Schlaflosigkeir, femer bei rllegenden Leiden mit bedrohlicher Stifteverderbnis(». B. Zuckerkrankheit). Hier hat sich Balkanlaan, welches aus der Balkanknoblauchknolle gewonnen wird, in hervorragender Welse bewährt Im Gebrauch sehr angenehm, weil Einnahme in Tropfenform, daher fast gc- sclffnäck- und geruchlos. 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Die große Nachfrage nach LINDCAR- FAHRRÄDERN hat uns veranlaßt, am Sonnabend, dem 30. Juni 1928, in BERLIN, Große Frankfurter Str. 83 Ecke MarsiliusstraBe unsere zweite Berliner Niederlage zu errichten. Das Lindcar-Fahrradwerk ist ein Unternehmen der freien Gewerkschaften und bietet Fahrräder bester Qualität an alle freigewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen ohne Anzahlung gegen Wochenraten von 3 Mark Wir bitten um unverbindliche Besichtigung unserer Niederlagen in Berlin SW, Oranienstraße 127 und Berlin 0, Große Frankfurter Str. 83 werktäglich von 9 bis 19 Uhr. LINDCAR-FAHRRADWERK Aktiengesellschaft BERLIN-LICHTENRADE Bäckerstreik Die Sperre übet folgende Brntfodrf fen: Neumann, Weiffeniee, Langhonsftr. 75 .Marold. Steqllf), Bergstr. 93 Danlelzii». Zwingliftr 13 Berliner Brotfabrik, Derichlstr. 38 Mathlszik, Wiildstr. 4 wird hiermit aufgehoben, da die Diffe- rengen beigelegt sind. 3>!e u n- g« n sowie die Fahrpläne für Tag- und Nachtbetrieb der Wagen stekanntaeben..Zu diesem Zweck hat sie an zwei verkehrsreichen Dalteftellen probeweise zwei Fohrtrichtungstafeln angebracht. Die Tafeln, die an de» alten.stalteftellensäulen an- gebracht sind, orientieren das Publikum i» derselben übersichtlichen Form, wie e» bei der Straßenbahn der Fall ist. Di- beiden ersten ?a>«ln sind an den Haltestellen Unter den Linden, Eck« Friedrich straß« und am Opernhausplatz angebracht. Es handelt sich um«ipen Veisuch, der bei Bewährung überall eingeführt werden soll. Oer»stählerne August". Nachdem die Heldentaten des„eisernen Gustav* bereits gestern als Schauspiel auf der Bühne präsentiert wurden, machte sich gestern der„stählern« August* mit seiner Drehorgel zu Fuß aus den Weg Berlin— London— Paris. Der Dreiundsiebzigjähnge, s«l»es Zeichens Kleinrentner, ist eben auch vom Rekordsiebcr ersaßt wwrdcn.„No,* inemt er,..ufs'n Kutschtwck sitzen, det is jarnischt (Konkurrent bleibt eben Konkurrent), aber zu Fuß, wie ick alter Mann, det is doch'ne größere Leistung." Auf dem Dönhofspiatz, bc> staunt von einer großen Menschenmenge, startete er gestern vormittag um 1Z Uhr. Ein« fahnengeschmückte Drehorgel, die noch nicht einmal sein Eigentum ist, sondern für die er 9 M. pro Woche Pfand zu zahlen hat, ein kleines Päckchen mit Wechselstücken, an den Füßen ein Paar Scgeltuchschuhe, so geht die Neise los.„Sie woll'n mir keen Paß geben," mein« er.„aber ick wer schon durchtommen.* Allerhatch Optimismus für den Jahrgang. Wäre man boshaft, Müßte man sagen:„Alter fchützi vor Torheit inchi", ober schließlich muß man die Elastizität des guten Alten aufrichtigst bewundern. Er-. macht dm kleinen Ausflug noch dazu ganz auf eigene Kappe. Berka ftnlidc auf„Urlaub". Eine gemeine Diebin, über deren Treiben schon wiederholt berichlei wurde, wurde wieder einmal von der Kriminalpolizei(est- «genommen. Es ist' die 32 Jahre alte Bertha K u l i ck c, die wieder- holt, wenn auch sehr milde, vorbestraft ist und erst im vergangencn Herbst au» der Strofanstalb entlasten, wurd«. Aus dem Fürforgeheim, dem sie überwiesen wurde, entwich sie im Frübjohr, kehrte nach Berlin zurück und nahm prompt ihr altes „Gewerbe" wieder auf. Sie sucht ihre Opfer ausschließlich unter den alten gebrechlichen Mütterchen, die aus Parkbonken und in den Anlagen«in bißchen in der Sonn« sitzen wollen. Bertha gesellt stch zu ihnen und knüpft ein Gespräch an. Sie verlebt, wie sie sagt, ihren„U r l a u b*'.n Berlin und erzählt olle» Mögliche in so zutraulicher Weise, daß die alten Frauen sie endlich in die Wohnung eintadm. Hier bringt die Äulicke geschickt dos Gespräch aus das„viele Falschgeld", das augenblicklich wieder im Bertehr fei, und erreicht mit diesem Schwindel, daß die Müiterchen tkr Geld vorholen, um nachzusehen, ob sie etwa auch„falsche Scheine* erwischt hätten. Jetzt ist die Kulicke am Ziel, sie kennt Kos Berjteck des Geldes und erfindet irgend etwas, um die Gast. geberin aus dem Zimmer zu entfernen. Nasch stiehlt sie das Geld und verschwindet damit. Trotz der mangelhosten Beschreibung, die lue Bestohlencn von der Diebin geben konnten, spurten Kriminal» b«, 3. Engpatz (Hauier). Toto: 38: 10. Platz: 23,15(10. Ferner iiesen: rtlleluia, Ware Anlon. Rorge. 7. R c n n e n. l. Pompcjus(Kohl), 2. Terronc(Tbiclcmonn), 3. Eigelgayaela(Jactelü Toto: 46: 10. Platz: 17. 14,>3: l0. Ferner liefen: Perscvcrantia, Fgnalia, Burgbrohl. Songe d'Or, Äuiklärunz. Groß-Berliner parteinachrichten. 1. mit'* Mitte. Montag, 2. Iiili, lS'» Uhr. Sitzung de,»rweiierien Zlreis. rorflandc, bei Dobro�law, Swinemiinder Sir. II. am Ärkonaplatz. 10. tteei». T«m»eld«s. Monlag, 2. Juli, vilntiliih I»>., Uhr, Nrcisvorsiands- sitzung in Zcmvelhoi, Nestaurain„Zur Linde" iPrimusl, Friedrich-tlari. Eue Werderstratze. Miitmoch, 4. Juli, äusammenlunsi aller ISenolsen von den Elrernbeiräten aller Eckiulen de, Ztreise». Ebenfalls erscheinen mllslcn die ersten Nachfolger auf den Liste». 2tz.«rei» Neinickendorf. Die nächste Sitzung des crmeitertsn Krcisvorstandes findet am Donnersiag, 4. Juli, statt. Tagungsraum fleh« Mitlwoch.Frllh. ausgab- de»„Vorwärts". Kinderfreunde Sroß-Berlin. zeltlagerteilnehmer werden nach folgender Ordnung untersucht: Nrei» Mitte: Montag 17 Uhr, Lessingstr.4ö. Frau Dr. Franlenthal. Zlrci« Panlow! Dien». tag 17 Ubr. Leffingstr.«i, Frau Dr. Franlenihal.«reis Wilmersdorf: Monlag und Mitiwoäi 16'-, Uhr, Friedrich-Wilheim-Pla» 2. Dr. N. Marx. Nreis rzreuz- berg: Dienstag ld Uhr, Lindenstr. 4, Dr. N. Marx. Kreis Neukölln: Montag und Dienstag 16 Uhr.«ireis Nejnickenborf: Monlag und Dienstag 14 Uhr, Seiundheitsaml Wedding. Chriftianiaftr. 76, Limmer 124, Kreis« öchäneberg und Charloitrnbura beloniincn Nachricht durch die Genossin Warmuth,«reis ZSedding: an der bekanntgemachten Stelle. Nrei» Prentlauer Vera: Montag lö Uhr. Bezirksamt Lichicnberg. strtia Zrisbrichshain: Dienstag lü Uhr. Ärcis Lichtenberg: Dienstag 1.6 Uhr. »inderrepnblU u«d«rf«e. Letzte wichtige Perfammluno aller Feltlag-r. teilnehmcr ist Mittwoch, 4. Juli, im Rathau«. Saal 106.«einer barf fehlen. Dienstag. 19 Uhr, Lagerausfchutz, Biirgermeifter unb Sachvcrwalter Linden. strotze 3. t. Hof, Z Treppe». greis greuzberg. Grugo« Südwest trifft stch am Mantog, 16 Uhr, bei Lotte «lnauer. Hagelberger Str. 8. Sehr wichtige Angelegenheiten der Bolen Falken. Die Abendübertraflunp aus Köln„Auf der P r« s s a* war völlig verunglückt. Die Hörer wurden mit sinnlos«», Ruinmellärm belästigt. Schaubudeiirrden, die nur Sinn haben, wenn das Auge das b'inte Durcheinander, das sie begleiten, mahrnimmt, wurden vor dem Mikrophon geschwung«,, und von billigen Wisten und schlechter Musik abgelöst. Man schämte sich, daß der Name der deutschen Presteausstellung durch diese Bumsveranstaltung in die Welt ge. tragen wurde.— lieber N a ch t s 1 ü g e sprach Wulf Blei). Er schildert« die Schönheiten«ines Fluges bei begimiender Dämmerung, aber vor allem die wirtschastlichen Vorteile, di« ein aui ausgebauler Nochtfliigverkehr bietet. Weit« Strecken können überhaupt nur ahn« Unterbrechung zurückgelegt werden, wenn ein regelmäßiger Nacht- flugoerf«hr möglich ist. Der Redner zeigte, welckx technischen Er- sord«rnisse dafür nötig sind, und hob hervor, daß in sehr gebirgigen oder sehr ncbelreichen Gegenden vorläufig noch kein« allzu großen Aussichten für den Nachtstugvertehr bestehen. Kt» Brefprech««, da« geholten wtrhl Gniinocki ln he«.ehe igst ratze tagst ..Im �ison.'Ausverkouf noty biuigft!" Tas iit mehr als eine Rffiame»- �icd.'NKarl a ist ein Versprechen, und der alte guie Ruf her Firmo gwr. die vewödr für �rfMung. ivZir tdnnen Ihnen nur den gu?en Rat gete.n� Staufen cic. was immer Sie an guten«trumpfen, Trikotagen, �aoc� und �Sportartikeln, Pyllovern, Etricik.cidern, Hcrrenartikeln usw�. or�chei�, oei Grumach(schräg gcgeniiv?r"1sem— Vrrttncr-�.athaus), Königsnatzc, Spe «Zpondauer Straße, tsie sparen Ec!d!.. i Das Ereignis des Monats IuU ist nach wie aor fc« Saison-Äusverkauf der Firma F. V. vrüufelo leipziger Etr. 22. � �.crl»n wird in dief.n Tagen wieder einmal im Aeichen von iÄrünfelds ivo:|on.AuSverkaus f.e.)en. Ein kleines Bild besonderer tfciftuiiflsfohifllcit geben Ihnen die Angebote t.u �°"F-h«rÄ>cr ohn« jede Anzahlung. Das Lindcar.Fahrradwecl Unlcr. nehvien der freien Gewerkt chafien, das Fahrräder ohne Anzahlung ycge.r Wochenpateu von 3 Mk. für alle freigewerkichaftlich Organkllerren ticru�i, dar wieder einen«schritt vorwärts getan. Wie die verschiedenen Flliaicn uno Auslieferungslager in allen Teilen oes Reiches, erbrachte auch dre �roNny»A der eritcu VerUner Ricd.crlagc in der Oranienftraße 127 ein ungewoiinltty starkes Interef,« der gewertfuiaftllch organijlerten Arveuerfchaft Vsrlins Ar das Lindcac-Rad. Tie. weschafisteilung des Westes sah st» deshoU, z�k �rrichtu,'g einer zweiten Niederlage in. Berlin, chrotze Frankfurter«tpaße*3, ßot viax- filiusft ratze, gezwungen. Der grotze Ectladen mit ö tzs«l)aufe»i>�r Front Dcnau-r eine glückliche Zurschaustellung der �crksprodnktion, zu deren. unverd,nult«yte Besichtigung jeder FreigewerkschaUer eingeladen ist. 5ne JttöfsrVNÖ. Sonnabend, 30. Juni, statt. Wir verweisen auf das AnkündrgünAsmlera� pv-� �indcar- Fayrradwerks in unserer heutigen Ausgabe. � �Revolut on der Preise." So lauten die Schilder des �»isonausv�iams von Firma Stiefeltönig, Friedrichftr. 181c. Um Ihnen Beispiele zu Mgcn, »nach. ,ch aufmerksam auf �amen-Leinen.Schuhe, gutes LMrtPl, o,vt Mk., jetzt nur n.S', Rlk. So sind auch meine anderen Artttel dedem�no im Preise heradgesetzt werd'u. Ich verweise aus unser heutiges Inscrgt.� Ein Lpqrtasienbuch rön.ien Sie sich tatsächlich anlegen, lpcun«'.« Einkäufe in dem großen'saison-Räumungoausverkauf der Firma»authaus yxai Gie,ev, Turraftr. 42, Ecke Oidenbnrger Stratzt. aa Montag, 2. Juli,'S Uhr tru.,. totigen. Was.'wch vor wenigen i�agen des hohen Preises wegen zu taun n eine Unmäglichkclt war, ist über Nachr eine Tatsache geworden• Am 2. Zu»,, vornuttoas'« Uhr. deginnt der SaistNiausverkauf in den ge- samten Abteilungen des«aufhaujes Wilhelm Joseph, Kchisteeberg, H«ptpn 1«S« Die Betlagc der Firma in der heutigen Ausgaoe kann nur in großen zeigen, was gevoten wird.'-. � Äomrncn, prüfen und zugreifen empfehlen wir allen BerUnern wi auf den morgeti deginnend.n großen Sa sonausvertans de»�«chchuytza«les Um für d.c groß disponierten Hcr�ftneuheiten Platz zu schaff�, hgt das SvMV'' Haus Leiser die Preise in allen Abteilungen rücksichtslos tttlDenc»ogur o»»- zu 30 Proz.— herabgesetzt. Riesenlägcr machen es mozlich«-Irdem»rund.., auch das zu Meten, was er sucht. Riemand sollte oiese ��tllch en�g dasteh.nde xaufgclegenheit ungenützt vorüoergehen lassen.)wle stets be: den fester'Ttus. verkaufen ist auch diesmal w.ebcr mit einem enormen Andrang zu- rechnen. Wir empfehlen daher allen unseren Lesern, sur ihre Eintäuje stunden zu wählen.. Im übrigen verweisen wir aus das heutige �eizeri�iticvac m unserem Blakte. 84 Uhr Saisouansverraus Baer Sohn A.�S. Beginn: Montag. 2. Juli, sormi?�� Rücksichtslos sind die Preise der riet anhaften üa g e r v o rrä l e �h era- i.\* UV- 1,11»,.'II. I■< Vi'-W- �' 1——-......- 7! 4.41,,-' Damen, leichter Sommer, und Waschkleidung twd tausend anderen nutziuyc.. Bekieidungsgcgcnstonden hat die. Baer Sohn A.'(S., Xleiderwcrke. jährigen. Saisonausverkauf vereitgestellt. Die Preisbemestung ist derart J,tcar.3 gehalten, daß es einer besonderen Anregung zur Förderung der Kauflust n.lyr sucher wird hier durch die originelle Form tiiitp aus MaiAoten»a|chen gestellten Baumes gefesselt— des Baumes der Ernährung dessen Wurzolw aus den Bohstoff�n entspringen, welche dem Bier Krast, Wohlgeschmack u..o Bekömmlichkeii verleihen. Der Gedanke, das- Malzbier, welches am Aufbäu des menschlichen Körpers und seiner Erhaltung in Gesundheit mitheucn sou, durch den Baum.der Ernährung, zu verbildlichen, ist glücklich gelöst. Aber es wird hier'nicht nur die reizvolle Ärchitettur. bewundert, das er, rischenoe Getränk wird ist dem Stand auch kredenzt. An großen Ausstellungstagen steh- rt die Besucher förmlich an, um eine Probe, des Schnlehe.ß'Patzenhofer-Mälzdtercs- S. Adams vier außergewöhnlich billige Tage vom 2. Juli bis D. Juli IffJS bieten— wie immer an den großen Sonderverkaufsrag'n— wieder Gelegen he- r, die bekannt gute Adamsche Kleidung für»crren. Damen, xnaben, Lauf- und Wanderhosen..11.5, 4— Lvdsn-MänteI>!i»«2 3«Ke«ll� 12,11, 900 Loden-Felerlnen««». D. T-» Jünglings-Sakko»Anzüge. H. 25— Jünglings-Sport-Anzüga...Mi. 19— Jüngllngs-Gummi-Mäntel.. 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Die klein« Industriestai>t Bedburg unweit Köln erfreut sich neuerdings des besonderen Interesses der Presse und ist dadurch zu einer gewissen Berühmtheit gelangt Allerdings wird der Bürger. meistxr von diesem Ruhm nicht erbaut sein, denn was die Presse aus Bedburg berichtete, mutet wie ein kapikel aus der Zelt der Lelbeigeuschasi «n. Das Interesse der Zeitungen galt dem Betriebe der Rheine- schen Linoleumwerk« A�-®. Em oerzweifelter Rotschrei der rechtlosen Arbeiterschaft gab der Press« Deranlassung, in die Verhält. nisie hineinzuleuchten, die in diesem Betrieb« herrschen. Im „Proletarier", dem Organ des Fabrikarbeiterverbandes, schrieb vor einiger Zeit ein Eingeweihter, daß der Werksbau einem Zucht- Haus nicht unähnlich sehe. Vielleicht rangiere der Betrieb aber noch dahinter, denn er könne sich nicht gut denken, daß der modern« Strasvullzug schlechter sein solle als die Arbeitsverhältnisse in diesem Betriebe. Nach dgm„Proletarier" erhielten die erwachsenen Arbeiter bis vor kizrzem 4 7 Pf. Stundenlohn, die Arbeiterinnen mit l4 Johw, 12 Pf. Stundenlohn, mit 24 Iahren ZA Pf., die Hand- w e r r in der Spitze 51 Pf.— Zur gleichen Zeit erhielten die unaßl-ernten Arbeiter in einer Zuckerfabrik am gleichen Orte 66 Pf. Swndenlohn. Als alle Versuche, einigermaßen menschenwürdige Verhältnisse in dem Werk herbeizuführen, fehlschlugen, griff die Ar- beiterschaft zu dem äußersten Mittel des Streiks. Dieser Streik mußte leider nach 14wöchig«r Dauer abgebrochen werden, weil es dem Werk gelungen war, von auswärts Stahl- helmer als Streikbrecher zu erhalten. Der„Proletarier", Hannover, berichtet darüber: „Der Streik sst abgebrochen, und die Firma ist als Sieger auf dem Platz geblieben. Was mag dieser«ieg gekostet haben! Vierzehn Wochen Ausfall an Produttion und Versand. Als Fazit nur e i n Riesenabfall hausen. 14 Wochen Aussall an Verdienst, da- für aber und Es ordnungsmäßig« Produktion zu erzielen, nein, der Abfallhausen aus dem Fabrikhof, der in diesen Wochen ständig stieg und schließlich über die an und für sich hohen Fabrikmaucrn hinaufwuchs, besagt das Gegenteil.... Interessant ist, daß sich die Firma irm die LinoleumKoferung zum Neubau des Gewertschaftshauses in Bremen bewarb, als der Streik bereits ausgebrochen war. Di« Firma ist einx Feindin jedweder Organisation. Si� war einmal Mitglied des Arbeitgeberverbandes. Dort glaubte fch. ihre orgonisations- und arbeiterfeindlichen Theorien ebenfalls vertreten und durchsetzen zu können. Durch Vorstands beWuß ist ihr nahegelegt worden auszutreten. Also nicht einmal der Arbcitgeberverband wollte mit ihr etwas zu tun hoben. Sic stand auch als sinzigste außerhalb des Deutschen Linoleumtrustes. Der Streik hat ihr auch da eine andere Auffassung beigebracht, denn heute ist sie Mitglied. Alle deutschen Trustfirmcn zahlen höhere Löhne und stehen mit uns im Torifverhältnis. Wir werden nicht ruhen und rasten, bis auch in Bedburg das Recht der Arbeiterschaft aus tariflich« Lahn- regetung anerkannt ist." Es mag noch erwähnt werden, daß der Schlichtungsaus- s ch u ß den Lohn>nn 8 Pf. pro Stunde erhöht hat. Allerdings ist dieser Spruch von der Firma abgelehnt worden. Wie uns mitgeteilt wird, trifft es aber nicht zu, daß die Bsdburger Linaleumfobrik jetzt Mitglied des Linoleumtrustes ist. Das Bed- burger Werk steht auch heute noch außerhalb des Konzerns. All« zum Konzern der Deutschen Linoleumwerk« gehörigen Werk« zahlen erbeblich höhere Löhne, z. B. in Delmenhorst Stundenlöhne von 77 und 78 Pf. für ungelernte und angelernt« Arbeiter und Stunden- löhne von g2 bis SS Pf. für Handwerker, wozu noch eine Leist» ngs- Zulage kommt. Die in dem Konzern zusammengeschlossenen Werke haben auch bei diesen um 30 Proz. höheren Löhnen gut existieren können, ohne daß sie das Linoleum teurer oerkauft haben. Angesichts dieser Tatsachen können wir nicht umhin, unserem Erstaunen darüber Ausdruck zu geben, daß gerade dieLinoleum- fabrik, die so unsozial bandelt, sich anscheinend des besonderen Wohlwollens der deutschen Behörden erfreut und von vielen amtlichen Stellen mit Aufträgen bedacht wird. Diese Behörden setzen sich völlig über die in vielen Submis- sionen ausdrücklich enthaltenen Bestimmungen hinweg, wonach bei der Vergebung von Austrägen darauf Rücksicht zu nehmen ist, daß der Submittent die durch Tarifvertrag festgesetzten Löhne und Ar- beitsbedingungen innehält und die zum Schutz der Arbeitnehmer er- lassenen Gesetze und Verordnungen respektiert. Es ist geradezu e i n Hohn, wenn man hört, daß das Bedburger Werk seit langem die Austräge nicht bewältigen tonnte und deshalb große Mengen Linoleum vom Ausland« einführte, und dieses auslän- difch« Linoleum als deutsche Ware verkaufte. So- mit haben deutsche Behörden dazu beigetragen, daß deutschen Arbeitern, die in den Konzernfabriken unter menschenwürdigen Der- Hältnissen hätten arbeiten können, Arbeit und Verdien st ge- n o m m e n wurde. Di« deutsche Handelsbilanz ist— es ist geradezu grotesk— also mit Hilfe von Behörden verschlechtert worden. Amtliche Stellen haben dafür gesorgt, daß die Einsuhr nach Deutschland ganz überflüssigerweise erhöht wurde. Mit Hilfe beut- scher Behörden ist so unmittelbar die deutsche Volkswirtschaft aufs schwerste geschädigt worden. Irgendein vernünftiger Grund für dieses befremdliche Verhalten der Behörden ist nicht einzusehen. Es wäre vielleicht noch verständlich gewesen, wenn die Rheinischen Linoleumwerk«, die über 30 Prozent niedriger« Löhne zahlen, das Linoleum billiger als die Konzernfabriken geliefert hätten.- Das ist aber nicht der Fall. Trotz der Lohndrückerei verkauft das Vedburger Werk seine lvare zu dem gleichen Preise wie die anderen deutschen Linoleumfabriten. Die Lohndrückerei hat also nur den Zweck, den Profit der Bedburger Unternehmer zu vergrößern. Dei den erbärmlichen Löhnen, die dos Bsdburger Wert bezahlt, müßte dieses Werk fein Linoleum doch erheblich billiger oerkaufen können. Es hat aber gar nicht daran gedacht, sondern steckt den mit Hilfe der Hungerlöhne erzielten Mchroerdienst in die eigene Tasche. Der Zentralverband Christlicher Fabrik- und Transportarbeiter hat vor einiger Zeit eine„Flucht in die Oeffentlichkeit" für notwendig gehalten und um öffentliche Beantwortung der Frage gebeten, ob unsere Gesetzgebung für die Rlieinischen Linoleumwerk« nicht in Frage kommt, oder ob sich die Firma so hoher behördlicher Gunst erfreut, daß sie auf die ganze Gesetzgebung pfeifen kann. Uns ist nicht bekannt geworden, daß auf diese Frage bisher die erbetene Antwort erteilt ist. Dielleicht bequemen sich die zuständigen Behörden jetzt zu einer Antwort oder sehen wenigstens einmal in diesem Betrieb nach dem Rechten. Rußland/ das Llnternehmerideal. Solche„Sozialpolitil" fehlt uns noch. Sowjetrußland das. Ideal der.deutschen Arbeitgeber! Dos ist kein Scherz.„Der. Arbeitgeber", die Zeitschrift der Vereinigung der Deutichen Arbeitgeberverbände, bringt es in Nummer 12(vom 15. Juni) fertig, die russische Arbeitslosenversiche- r u n g Deutschland als ein Muster hinzustellen. Man höre und staune! Die Unternehmerzeitschrift rühmt an dem neuen russischen Arbeitslosenversicherungsgesctz, daß es fast aus- nahmslos alle die Bestimnnmgen enthalte, aus deren Fehlen inner- halb des deutschen Gesetzes von den Unternehmern bereits bei den Beratungen der Arbeitslosenversicherung im Reichswirt- schaftsrat, Reichsrot und Reichstag eingehend und wiederholt hingewiesen worden sei. Das russische Gesetz enthalte beispielsweise die Bestimmung, daß die Arbeitslosenunterstützung in ihrer Höhe j e noch dem St and der Lebenshaltungskosten am Wohnort des Arbeitslosen bemessen werde,- In dem deutschen Gesetz richte sich dagegen die Höhe der Unterstützung nach dem Durchschnitt des während der letzten drei Monate vor der Arbeitslosmeldung be- zogenen Arbeitsentgelts. Hieraus seien die Schwierigkeiten mit den Saisonarbeitern zu erklären, die noch Rückkehr in ihren länd- lichen Bezirk als Arbeitslose durch ihre bisherige Tätigkeit als In- dustriearbeitcr mehr oder ebensoviel Unterstützung bekämen, als sie bei Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft verdienen könnten, Diese„Mißstande" einer zu hohen Unter st ützung würden, so betont das Untcrnehmerblatt, durch eine der in Rußland ge- trosfenen Regelung entsprechende Bestimmung verhindert. Auch die Regelung der Wartezeit der Saisonarbeiter in Ruh- l o n d findet dos Wohlgefallen des Unternehmerblattes. Es betont, die Saisonorbeiter würden durch das deutsche Gesetz im Prinzip wie die gewöhnlichen Arbeitslosen behandelt, wahrend dos russische Gesetz im Gegensotz hierzu bestimme, daß«oisonarbeitcr im Höchstfälle für zwei Monate während dieses Zeitraums, in dem sie regelmäßig arbeitslos sind, eine Unterstützung erhallen dürfen. Schließlich wird vom„Arbeitgeber" auch die russische Rege- lung der Bedürftigkeitsprüsung als Lorbild hingestellt. „Die Frage der Bedürftigkeitsprüfung ist," so heißt es wörtlich,„innerhalb des russischen Gesetzes in der Weise geregelt, daß der Rechtsanspruch auf die Arbeitslosenunterstützung erlischt, wenn der Versicherte eine andere regelmäßige Einnahme hat oder wenn sein Ehegatte in der Loge ist, ihn zu unterholten, wobei in beiden Fällen eine Verpflichtung seitens des Arbeitslosen besteht, einen Nochweis über seine diesbezüglichen Berhältnisse zu führen. Diese Regelung ist gleichbedeutend mit einer generellen Bedürftig- keitsprüsung und berührt damit unmittelbar die in dieser Hinsicht vorhandenen Fehlerquellen des deutschen Gesetzes." „Der russische Arbeitgeber," so schließt„Der Arbeit- geber" seinen Vergleich zwischen der deuffchen und der russischen Arbeitslosenversicherung,„hat mitbin die Gefahren und Fehler- quellen besser erkannt als der deutsche Gesetzgeber, und es wird nicht unzweckmäßig sein, bei den Beratungen über eine eventuelle Novelle zum Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeits- losenunterstützung hierauf nachdrücklichst hinzuweisen." Ist dos nicht reizend! Wenn demnächst die Unternehmer einen Vorstoß zur Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung unter- nehmen, dann können sich die Kommunisten dafür in Moskau be- danken. Oer Brotfabrikantenverband blamierte Die Mitglieder lehren sich nicht an feine Aeschlösse. Die Front der ousspcrrunsähigen Berliner Brotfabrikonten bröckelt immer mehr a b. Anstatt sich daraus zu oerlassen, daß am Montag die Arbeitswilligen in Scharen ihre Betriebe„stürmen� werden, haben gestern wieder acht Groß- und Mittel-- betriebe mit rnnd 200 Beschäftigten die Forderungen der Streikenden anerkannt. Es ist anzunehmen, daß in.wenigen Tagen die übrigen, jetzt noch unnachgiebigen Unternehmer eben-- falls zu einer besseren Einsicht kommen und es vorziehen werden, sich lieber mit ihren streikenden Belegschaften zu verständigen, al» ihre Betriebe langsam aber sicher dem Äankurs zuzusteuern. Interessant ist es, daß der Vorsitzende des Brotfabrikantenoer- bandes, Herr H ä h n g e aus Weißenfee, der am eifrigsten für die Stillegung der noch nicht bestreikten Betriebe am Freitag und Sonnabend Propaganda gemacht Hot, selbst mit seinen beiden Backmeistern und einem Streikbrecher Brot herstellt,, soviel er mir kann. Man kann es schließlich den übrigen Berbandsmit- gliedern wirklich nicht übel nchrncn, wenn sie sich nicht mehr an die Parolen eines solche»„Führers" halte» und sich den Teufel um die Anweisung ihre Organisation kümmern. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß noch in dieser Woche die ganze„Aktion" der Berliner Brotfabrikonten im Sande verlaufen wird. Erwerbslofenhilfe der Buhnengenossenschafl. Was eine Organisation zu leisten vermag. In der Wintcrspielzeit 1927/28, vom 5. September bis 18. Juni, wurden durch den Bezirksnerband Grvß-Berlin der Genossenschaft deutscher Bühncnangehöriger 597 engagementslas« Bühnenongehörig« beschäftigt und insgesamt mit Unterstützung des Reiches und der Stadt Berlin 106 556 M. oq Gogen gezahlt. Die 597 beschäftigten Bühnenangehörigen oerteilen sich aus 9 Tourneen durch die Mark Brandenburg, 5 Serien Schüleraussührungen im Theater des Westens und 2 Serien Frei- lichtaufführungen im Dolkspark Inngfernheide. Außerdem wurden 21 eugagementslose Bühnenangehörigc durch unsere Bermittelung in teils langfristige, teils kürzere Engagements verpflichlet. Der Schauspielerküche in der Karlstraßc wurden außer den bereits früher überwiesenen mehreren Tausend Mark im Winter 91 au s marke Coronas- Sorlimenl: Coronftas... 1 01!, ort 12 Pf. CorontlM klein.. llll2an 19 Pf. Corona* mittel. 12 cm IS Pf Corona* groß.. 15 cm 19 Pf Corona* extra..; j' 3 cm 20 Pf. in Kisten zu So Stadt Milde. unuBertreffliSe QyaiitJk Viel narhqrahml— doch n»v erroUUl Sf» SoSott Sei BorSezug nem Orioinat'Kisten. von Soo Ssudi an Ö*A .Abbildung: Hiauswarhe, Corona« mMel, 15 Pf. Vorzügü&e, mild* Quatifdt./ Ein« unübertreffliche Leistung. Ililillpi Sumatra= Sandblatt= Zigarren hochfeiner QualHSi: ,1d Jbihnum. Coronas finax. II>/, cm 20 Pf, StegoggOUmr, Glorioses... llli2cm 25 Pf. .Tprla dfl Arle, Cremes... 7 Ity, cm 30 Pf. in Kisten zu 5o �tüch. 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Im gesamten Reichsgebiet wurden von der Buhnengenosienschaft im Jahr« 1327 an U n t« r st ü tz u n g« n 8ö 332 M.. an Darlehen 43 733 Mark, insgesamt also 130 571 M. gezahlt, Ferner wurden 8 50 EiulscheinefürMittagessen in der«chloßkiiche ausgegeben. Welche Organisation mit einer so relatip niedrigen Mitglieder- schaft wie die Bühnengenossenschaft(14 000 Mitglieder) hyt auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege gleiches geleistet? Max(Sragen 60 Jahre. Am 2. Juli vollendet Genosse Max Grogen. Kassierer der Mitgliedschaft Berlin des Berbandes der Lithographen, Steindrucker und verwandten Berufe, sein 50. Lebensjahr. Seit einem Menschenalter hat Gragen in seiner Berufsorganisation seine ganze Person in den Diestst der Kollegen gestellt und durch unermüd- liche, rastlose Arbeit als ehrenamtlicher Funktionär forme feit mehr als 25 Iahren als Angestellter des Verbände« mit dazu beigetragen, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse aller Berufs» angehörigen auf die jetzige Höhe geführt wurden. Daruber hinaus hat Gragen durch sein« jahrzehntelang« Zugshöngkeit zur Sozialdemokratischen Partei unj> durch seine Mitarbeit in vielen sozialen und gemeinnützigen Körper- fchasten die Bestrebungen der sozialistischen Arbeiterbewegung ge- fördert. Di« körperlich« und geistige Frische des 60jährigen läßt uns erwarten, daß seine Arbeitskraft dem Verbände und der Partei noch viele Jahre erhalten bleibt, und in diesem Sinn« bringen wir dem Geburtstagskinde unsere herzlichsten Glückwünsche zum Ausdruck, Stillegung auch im Wanne- Eickeler Gebiet Die seit kurzem angekündigten Massenentlassungen auch im Wanne-Eickeler Bergbau scheinen jetzt Tatsache zu werden. Di« Grube.Unser Fritz* hat hen Antrag auf Entlassung oa» Über 1000 Arbeitern und einer Reihe von Angestellta-, beim Demobilmachungskomrmssar gestellt. Die Verhandlungen zwischen der Werksleitung, den Arbeitnehmerverbänden und der Demobil- machungshehörde sind nunmehr zu einem gewisse» Abschluß gelangt. Mst den Entlassungen soll tatsächlich am 1. Juli begannen wer- den, nachdem bereits eine große Anzahl von Feierschichten eingelegt werden mußten. «le Gastwfrtsbetriebe. Wege» Tarifbruch und Nicht» /»«Nutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises sind für die Mitglieder Gesperrte ,tzung des öffentlichen Arbeitsnachweises sind für die Mtg! des Zentraloerbandes der Hotel-, Restaurant- und Cof6»Angestellten folgende Gastwirtsbetrieb« gesperrt: wedding: H o ch s ch u l- drauerei, Seestr. 15. Tegel-Tegeler See: Rest. Zur M alh- Hütt«. Jrch. Karins, Tegel.— Rest. Zum Leuchtturm. Änh. Becker Tegelort. Rest. S e eh l ick, Juh. Radawitz, Tegel ort.•=* Rest. Zum Lindenbaum. gnh. R« i n h o f d, Tegelort. Rest. Segierhaus Jnh. Beramann, T-geloxt. Rest. Wilhelm Kühl, Tegel,.yauptstr. 37. Spoxtrsstaurant H« jl ig e ns e e, Jnh. Dannenberg.-» Pankow: Konzert» Haus Linder. Jnh. Gsell. Pankow, Breite Str. 34, weißensee: Schloß Weißensee, Jnh. H« i m a n n und S«hlqk, Fricdrichshagen: G«sell's chaf tpha u». Jnh. Ww. Schrödet.— Bürgers öle. Jnh. Trepp Ina. ffiafe Mignon. Rest. Hubertus. Änh. Maus, Rahnsdorf: Rest, Witte, An der Fähre. � Erkner: Bürger» arten. Jnh. W. Schröder.'—, Wollersdorser Schleuse: um Kra n i ch sh e.rg, Jnh. Günther.— krosflnsee: »theo«schloß, Jnh. P et? jck, Ziegenhals. Deutsche» Kauqewertebuild, vaugewertscheft Derli».»ch tuest,»Noidma««! Am Mittwoch, dem 4. Juli, 17 Uhr, findet im Eaol 1 des Gewerkschaftshiluses, »chtuag,«ES. Treptow! ._____. Am Dienstag, II Uhr, dei Meier. Am reptpmcr Pari S7, wichtig» ssratnonsoerfammlung aller SPD.�Se. npifeu. Volizohligest Erscheinen wlid erwartet. Der Fraition-oorftouh. Tapezierest lstleders.«m Mantag, S. Juli,}9 Uhr, im Semertschsstshau«, Sa«; 1, allgemeine Zileherverfannnlung. Pericht osn den Berhantzlunste». Laaendqruppe des ZentraiverbandeS der Angestellten. O Morgen, Montag, liiii Uhr, sind folgende VeranfwUnng»«: Horde«! tzugendheim Taftanunalle« Sl. Heimbesprechr Tempelhof- Jugend» «harlotteudurg! Hein der schule Germania ftr. Iii. Lichtbilderuscirag. I. WW Jugendheim irosinenstr. 4. Heimabend.— Iugcndkesirt Pprdweft spielt aus dem Sportplatz Bremer Straße. Das amtliche Ergebnis der Reichsiagswahl. R»n» desSahnreffe» 8 9 10 11 12 13 14 15 15 17 18 J9 20 24 25 26 27 28 30 81 32 33 34 35 Ostpreuße» Berlin... Potsdam I!..... Potsdam I... Frankfurt a. d. O. Pommer» Breslau. Siegnitz. Oppeln.> Magdeburg Merseburg Thüringen..... Schleswig-Holstein. Weser-Ems....- Ost-Hannover.-». Süd-Hannooer. Brvunfchweig,. Westfalen-Nord.. Westfalen-Süd.., Hessen-Nassau-» Köln-Aachen»»»- Kodlenz-Tri«... Düsseldorf-Ost.... Düsseldorf, West.. LKerboqern-Schwab. Niederbayer»...» Franken«»»-,»» Pfalz DreSden-Bautzen. Leipzig....... Chemnitz-Zmlcka«. Württemberg.... Baden Hess en-Darmstabt, Hamburg Mecklenburg.... Dt« Au, Fllr dt« SPD. adgesteSouo Stimmen Doz. im% Mol im•/« 26A aoj 208 415 368 354 243 442 275 254 233 797 223 309 905 991 201 694 36 530 351 776 39,2 135 078 18,7 316 030 28,1 232 38? 30.3 178 590 25,4 141 745 28, j 20,8 263 586 26,7 32,5 404 585 34,0 301 766 30� 342 664 34.6 27.9 24.6 31.9 32,8 6V 360 764 237 57? 316864 374 013 140048 59 588 155 0)2 107 148 207859 71580 327118 115547 371560 258872 805 941 240 819 198 593 222 585 203 431 156 638 35,6 22/) 24,7 31,7 15.4 114 15,4 13,9 17,8 12.7 25.9 26,8 37/! |.7 32,5 20� 19,9 35/) 32,2 34L 271 148 271 472 367 233. 229 5)8 70 961 391 089 171784 368885 278 80) 206 125 168 636 477 313 293541 363282 377223 172 087 68 876 202 304 14? 348 265 050 86118 355310 4)9 548 400502 278 921 319 998 272017 204 346 192 376 255 133 189 668 [4 30,2 37V 37V 12V 43,0 23V 33V 35.4 29.4 45/5 24/4 29V 324 18V 124 18.9 174 22,7 115,4 39,1 364 33V 23V 22V 324 36V 41,7 Mr die KPD. adgegede« Stimmen Dez. 10U% I Mai 1028(% T- 80 663: 8.1 217 231 194 1 105 155 109 790 36 720 52858 29368 20166 66 096 46 330 168 617 147 938 61643 31107 2Z425 46 857 68 888 156 050 64153 79 616 22 887 210 361 95 877 79580 28968 46053 34951 «4 669 90 850 188 949 96169 64 982 83694 90260 27 316 7 880 058 26.94 146 165 29V 708 176 _________ M MW„„ ztru»-ich- e-wSbU: 9%. chufexdin«, tmbfbttt, UV 12,1 4,4 SV 3/) 3,3 124 54 22.6 13,1 6,7 4.6 4V 4V M 12,1 6V 84 4V 204 12,4 6,0 4V 3,7 8J SV 12V 14V 8.1 6V 6,4 14V SV 94 236 9.5 352 034 29.6 172 316 17V 168 834 49151 54804 43 741 25 599 71 626 65 755 176 042 138046 62107 35 652 29 851 86 229 107 021 145689 93094 97 376 27 483 238 757 122108 50 609 12 439 37«84 29203 105 877 121329 154362 83121 66 808 52 007 116 140 25 504 17,1 6,0 8.1 4V 4V 12,7 7.2 24V 12V 7V 5,1 ÖV 3V 8,9 UV 7V 10V 4V 22,4 14.7 4V 2.2 ZV 7.1 10V ISV ia.2 7.2 7V 8,7 18,8 SV 9V 8 262 584 lOVI Sann der fop-kd-uwtratilch«» Sern. Schulz, Narl Ja«Söst, sllbdrtng- Saflt< fftispi»«, Heimonu, Tiara Böhm, Schach, Auf- däus«r.«st. Moses. Litt«, KÜnftUr,«r. Lowonsi»!», b-intst. Mari« giinert. Georg«endt, Missell, Breitschtid. Mari« Juchacz. Herl». Müller- Lichtenberg. Staad,» e t t «bert, Ott, Wels. Oswald Schumann, gram,«otl». Hetlmaun, Gu fi, Schumann,«all«hl. Genre Schmidt, Alb. Bülow. Kiibe. Weidmann, Dendomuth. Karl Mach«. Marie Ansorg». S'pp-l. Zaubadel.»uchwih, Anna SUait,«ttU«, HteHlvg, Seims, Send«. Sab«, Marl« Arninst. Ferl, Peaa. Dr. 6ecfc. fitflaee. Sei. Rosen selb, grZlich, Mathw« Won«. Dietrich, N?rl Korminn, Lais» Schraodor. Gg gor lieht. M.Ri«t«r. S'avor. chente. Öäniich, Tomvol. P/ino, Rowack, Tdek« Schr«4d«»» «rieger, Sren.«rotewahl. Mari»»««k«.«arften. Schaff»»», guuk»,«Schill»», H« r m. R i ch t« r. Sovering, Schreck. Aanschvck, Schlüter, Rod. Schmidt. Dusomanw, «anran Ludwig. Prand Schul». Vl'&ik . B�a Emil«Urschmanu, Livbert, L»r»«guas. Paul««»lach. Ott» Drau». Oohon» TcSm. Saenger. Georg Simon, Unterlrltnor.«last» Mste«. x»Wi PtW. Kenn. Müll-st.�ran!-». S-stck. J-kck«mpn, P u ch t a, S'idol. tzohanpe» Hofsmann. Iaeobsbasto». Fleißner, Toni Sender, Rich. Schmidt,«rtztzlst, Schirmer,« rz t. Margarete St-gmann, Liptnski. S-u-e. Ana» SieMk««.»«' gelbext Grsf, Sirhbel. S-ud-mih. Äuhnt.»r. L-ni.««cklon. «oll. Kild-nbr-nd. Roßman». Schlick«. v-i-r Sock. Schdpslin.«tosa» Motor. «arl Ulrich, Dr. D«»id. Dr. Suefsol. Graßmann. Z-b««a Roid». Oi«d«m»nn. S«r« man n. «riigor. Dr. Loh«, Ran»,»urfür«. Utgeordneton. hi« dem letzte« Reichst«»» picht«ngehlrton, fkch stes?«t stchauckt. .....------•• läun. St«iniopf. Stanpfo� schul».»a-aR.«»«»lak. r»»«"». Stimm»» 1395 599 809 541 479 521 199 517 778333 482 186 128022 Nach hm nun vorliegenden auMchen Wahlresultat hoben f*m hen 41 29Z M Wahlberechtigten ZI 145 M g«mähst � 75.4 Pryz. Gültig« Stimme» wuch-n 30 724 473 gezähst. ungültig maren 420 830 Stimmen. Po» 3) Parbeim. dt« sich mn Neichstagsmandata dewarben, Hachen nur f.4 Parteien Mandat? erhalten Insgesamt sind 821 357 Stimmen von Paxteäan, hi« kein Mandat erhalten haben, zersplittert, was«inen Berlust von 13 Mandaten bedeutet. Don diesen 14 Parteien erhielten Sszialdemokratifche Partei a Deut chnationale Bolkspartei Deut Deut e Zentrumspartei Bolkspartei « Parte»., Deutsche Demokratisch« Partei BanerN Aammunisli Deutsch« De»..M Bayerisch« Bolkspart«,. 9 148 165 4 376 173 3 711 122 2 677 861 3 262 684 1 503 779 943 572 Sitzt 152 73 62 45 54 25 18 Sitz« 23 12 8 3 13 O 2 Reichspartei des Deutschen Witte kstande»., Nationasvzialistijche Arbeiterporwi(Hitler), Deutsche Bauernpartei. Landbunh Chrijtlich.Natwnal« Bauern, u. Landvalkpartel Dolksrecht/Partei,.,«»»»-»»« Sächsisch«? Landvolk . Di««EP.(Mhe SoziaSi-mokrotische Portes) erhielt insgesamt 8857? Stimmen, also kein Mandat. � Borstehend bringen mir eine Ausstellung der für unsere Part«, und für di« Kommunistische Partei bei den Wahlen im Dezewknr 1924 und im Mai 1928 abgegebene» Stimm«». Diese Zahlen und die daneben aufgeführte PrvKentberechimng der aus beide Parteien «Nifallenden gültigen Stimmen«rmöglichen einen iickeressonten Berglei Sozialistische Arbeiterjugend Groß«Verlin eittfwlMttiai für dies- Äilrrif mirM Zo�Adf-lrN-Nsd SMK>SS«.Q»dmfirat-, heute. Sonntag, f. Mi: «kuS»» VI; epithn tu ba»»uigsh-id-. Tr-ffpuirN U Uhr s-ttmr«. Morgen. Moulag, 2- ZuN. 19H' Uhr: CteSjNrias U«d»ns«h»nd pSDlllüh t»5l Uhr N» K»«» 6«*»»«*. t Abteilungsmilgl lederne rfammlungeo: «.«"-ISÄTÄ s»-srrs*« t"i-w-«*•»»- SictitI) Keim Sritztt Str Laatoi«: Schul« Schnlstroß-. Sorsifl- v straß« II..Unser» Sugcndinst«.*— Britz: Uedungs. ch- Nossen s£$p», Z-jnstr.«- fkrfchtiu«» ist Pflichi. »ritzer Str. Tim.»unDln-Z-sitziin« «ft- bei« Keim ßräm Gtrtnejfcmif tiur diB jcoißjcfajouij� Leineroeber Q&onQtgum XjMEkaxjf. /TV "s, ES, Öl BT' SMSON: Elsigs Beltplele: Sommer- Anzüge. 29,— 39.— 49— 59.— Regenmänicl... 17.50 21.— 24.— 22.— Trench'Coat.... 29— 39— 49.— 59.— 'S 69.- 79.- M. 29- 39.- M. 69.- 79.- M leniiparzelleQ □ m von 1 9Rt an rettauft unter gitn- ftifltn Bedingungen Undvirt Wegeuacd, Schönow, Bahn>- ststwa Zepernilt. ÜS tn der Gesamlaoflafe de».Vonrfirt*" sind besonder« wlrksa» and trotzdem sehrbtllläl Geben Sie Uhrer Wohnung >i;;iiiiiiuuiiumiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliuiumiiinnmiuuniuuiinniuiiiniiiiiionuinMiuiimini:mniuiui.'guumaiiuiiiiiiiuiuiuiiuniiiiiiulnua jepe varae, betagliche. herzliche Note, die eben zum „Glück im eigenen Heim" gehört. Di« J)riha"-Möbelhäuser, Berlin, Ekässer Str. 37, am Oranienburger Tor. und Bnmruenstr, 33, nahe Inwalidenstr., statten Ihre Wohnung ganz nach Ihrem Oesdimadc aus. 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Der Oderskootsnnrnalt bat««« Lenld- geeicht Ist OffeneFüOe Belnschäden aller Art, SalcflaB, Brandwunden- und alte eiternde Wunden werden geheilt durch das beste Mittel «Itschadchnialb« HERGÄ erstklassige Anerkennunren und Dankschreiben. Alleiniger(ter- steiler und Versand AlHtidlische Apotheke, Berlin C. 2. MÖnzsir. 14/15. Preis prq Dose M. i.S0, Kurpackung ''' M M.4�£...... theken, wenn nicht; AttstSdlU.... Apotheke, Berlin C2, Münzstr. M/15. haben In»den Apo- Istti« Auf Wunsch vieler Kunden! M M. 36.- 48.- 54.- 72— bis 120.- Ein Posten Damen-Mäntel «uf Pfim« Pytier>i 4 B_ zum Aussuchen m.!«#■ Kostüme. 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Uhlajid Wl NuNarKmc Dr. Haiw BnAwtiz PcOUMBWiVe. äc/rort'oon THkrUe Von. •n-tzohread�i' b'P SJohre Goren+ie K'liTllliV nt�i/�cnlduchc. iQfefnen«tc.enofir hrradhausWCRNED Berlin rmbi] Eduard— I Da gehst so steif, H«st du wieder Hühneraugen t Laß die Mittel, die nichts taugen. Eduard—( nimm»Lebewohl"1' ♦) Gemeint ist natürUeh da� berfihmte, von vielen AernniJ empfohlene Hühoeraugen-Lebevolil und Cet>e- wohl» Ballenscheiben, Wcchaose ftz Pflastert 75 Pfg„ Lebevohl'PuBbad gegen empfindliche Füße und FuB- ......... V ist Apotheken ungen«rieben AdalberisiraD«®(am Kottboaaer Tor) lg»«* lund Drogerien.\ itffeäs;:::' igute* Mittet zurfk ■owj zurück, -eisen and«*« \ .Mein lieber Mann, unser guter Bruder, der Schriftsteller Robert Hösel Ist am Donnerstag, dem 2& Juni, nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen. Florence Jessle Hösel, geb. T o 1 1 n e r, Berlin-Dahlem, Griegstr. 4. Familie Hösel in Dresden. Am Montag, dem.2. Juli, findet im Krematorium Wilmersdorf, mittags IZ'/s Uhr, eine schlichte Trauerfeier statt Zurück Dr. C. Marks Bcrlin-Sdh fincber g Hauptstr. 107. Slmnesspenden lebet Art leiert p ce i s n> ett Panl Golletz, norm. Hebsrt Miyn Mariannenstraße Z. Ecke Naunynfnaße Amt MotiapL lud UZ Viel zu früh versdiieb am Sonn- abend, ZU. Juni, 4',, Uhr früh, nach kurzem, fchwerem Leiden meine liebe, ireufotgende Frau, unste gute Mutter, Schmieger. und Großmutter Frieda Krämer geb. Lichterleid im»ollendlten 54- Lebensjahre.— Zn tiefer?rauer Hermann Krämer Arthur Krämer Hiltrud Krämer, geb. Henschei NeufSlln, Weiseste. 12. Die Trauerfeier findet am Mitt- woch, dem 4. Zuli, IZVz Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt Sanksagung. Für die herzliche Anteilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau und Lebensfameradin Marie Bock und das zahlreiche Ehrengeleit aus ihrem letzten Wege, sage ich hiermit allen Beteiiigten. not allem der 94. Abtig. der SPD., der Landsmann- fchast der Schieswig-Holfteiner, dem Kieingartenverein„tzum grünen Strand", den Mietern de» Hauses Sleinmedftr. 66 usw. meinen herzlichsten Dant. Die überaus herzliche Anteilnahme aller Freunde und Bekannten wird mir meinen schmerzlichen Berlusi leichter tragen Helsen. Hermann Boele Neulülln. Steinmetzstr. 66. Deotidier F.1etallarlii>iter-ifertianil Verwaltungsstelle derllo. Nachruf Den Mitgliedern zur Nachricht, baß unser Kollege, der Bauanschliiger Lustav ttuku geb. 17. April, 1S76, am 23. Znni gestorben ist Am 14. Juni starb nnsee Kollege, der Bandagist- �Vaiter Kühne geboten 27. April 1896. Ehr« ihrem Andenken! Di« Orts ncrmaltung. Statt-Karten. Dr. Fritz Schloß Gertrud Schloß geb. Harikopp 'Vermählte Berlin, den ZU. Juni 1926 Warschauer Straße 62. Qm 60 Pf. an Ahrensfelde ca. 600 Bau- und Landparzellen, neu erschlossen, am Bannhof anfangend. Verkäufer täglich im i Bahnhofs- Restaurant �Ottner", Bahnhof Ahrensfelde Friedhof, rim 50 Pf. an Fredersdorf ca. 20 Min. v. Bhf., baureif, neu erschlossen. Verkäufer Sonnt im Restaurant„Zu den drei Linden". initns Bleier, Berlin C25. Prenzlauer SlroBe 32. 1 IMmMMM-WW Dienstag, drnZ.ZnII. abend» 7>,Uhr, imSItznng»saal de» Verbandshans«», Llnlenstr. 83 83 Branchenversammlung aller in der(Sifenfonftcattion beschäftigten Monteure und Helfer Tagesordnung: l. Ausstellung und Beschlußfassung einer Lohnsoiderung. 2 Bauangeiegenhetten. 3. Verschiedene». Zahlreicher Besuch wird erwartet Achtung! 3. bezirk Achtung UnfereOerfcauensmanneceonteecnj findet in diesem Monat nicht statt Achtung? 6. bezirk Achtung! Die Bezirks oertcaaeaamönnce- tanfetenz des 6. Bezirk» findet nicht mehr bei Rudolph, Hermann- Eck« Knesedeckstraße, statt, sondern im. .Vereinshaus Einigkeil" IlenkSlln, kvipper- Eck« Kirchhof. slratze sirllher Wolff). UM! kriillke v. kwerdslose! Alle Unterstützungsempfänger, die ihr Mitgliedsbuch in der Kranken- oder Erwerbslosenabteilung abgegeben haben, kännen zur Ausübung ihres Wahlrechte am Montag, dem 2 Juli, die Bücher in Empfang nehmen. Die Wahl findet gleichzeitig im Zimmer 14, l Treppe, Linienstt 83/86, in der Zeit von 1 bis 7 Uhr statt Die Ortsocnoaltnng. Seschlagnahraefreie 2-Zimmerwohnung nur Groß-Berlin gesucht. Offerten mit Bedingungen erbeten unt J.572san„Ala", Berlin SW 10 ZI garet Zurückgekehrt Dr. Arensberg Von der Reite zurück Dr. Adolf Glaser Kottbusser Damm 3. Bekanintrnachj�� Die Poliklinik f. innerlich krankeMänner, Frauen und Kinder.(III Medizinische l'niversitäts-Poltklinik)— Direktor: Geheimer Medizinal rat Professor Dr. Qold- schelder— ist aus den bL herig. Räumen Monbliouttr. 2 Ecke Ziegelstr. 18-19, nach der Ziegelstr. 30 verlegt worden. Eröffanoit: Montag, den Z. Jnll d.J. mnilJJ I' ..Ii Ii. Ali Haus Bergmann Zigarettenfabrik A-G* Dresden PQklQidunqS-JnduS-fnie G. m. b. M. 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Die Oktobernummer 1927, die einen neuen Jahrgang be- ginnt, bringt als zweiten Satz:„Unsere Leser haben gesehen, daß weder das deutsche Volk noch die damalige deutsche Re- gierung irgendeine Schuld am Ausbruch dieses Krieges hatte. Heute steht, durch geschichtliche Urkunden einwandfrei belegt, fest, daß Deutschland im Juli 1914 die einzige Großmacht war, die mit aller Kraft den Ausbruch des Weltbrandes zu ver- hindern suchte." In diesem Tone, frei von jeder geschicht» lichen Sachkenntnis, gehts weiter: Unsere Feinde... zum Kriege fest entschlossen... verschlagene französisch-engllfche Staatskunst... französische und englische Machtgelüste... und am Schluß:„Heute sind wir wehrlos und daher verarmt und allerlei Niedertracht unserer feindlichen Nachbarn ausge» liefert. Die große Weltpolitik geht heute achtlos an Deutsch- land vorbei. Wir müssen es erdulden. Aber Ulstern Kindern und Kindeskindern wollen wir immer wieder einprägen..." na, usw. Am Ende dieses militär„wissenschaftlichen" Artikels ein Bild: eine Frau mit der Aufschrift„Posen, ein Mann mit der Aufschrift„Thorn" gefesselt, verspottet von feixenden slawischen Soldaten; aus einem Grabe erhebt sich drohend eine Faust. Jedes Heft bringt eine Fülle taktischer Aufgaben für jede Waffengattung. Sinnvolle Sprüche wie„Der Krieg ist die Urpolitik alles Lebendigen" würzen die Kost; dann ein höh- nischer Aufsatz, überschrieben„Französische Ritterlichkeit", mit dem Schlußsatz:„Jeder, der die barbarische Gesinnung des Franzosen kennt, wird sich ihnen gegenüber bis zum letzten Blutstropfen wehren und den Tod im Kampfe den fnrcht» baren Quälereien vorziehen, die ihm in französischer Gefan- genschaft drohen würden!" Am Schluß jedes Heftes ein Auf- satz„Was lehrt uns die deutsche Geschichte" in völlig ein- deutiger Tendenz: jeder Pastor und jeder Major glaubt ja heute vollwertiger Künder deut- scher Geschichte sein zu können, gestützt auf Ee- fchichtsbücher, die eine ahnungslos seiende oder scheinende „Wissenschastler"-Schicht für den Schul- und Büchermastft geliefert hat. Der Nooembernummer 1927 ist ein Artikel an die Spitze gesteM, der das Heldentum eines Offizier-Stellvertreters schil- dert, er schließt:„Seit Deutschland entwaffnet ist, wird es fast täglich von Staatsmännern des feindlichen Auslandes be- schimpft, verhöhnt, besudelt(Würden Sie, Herr Major, dafür vielleicht einmal den Wahrheitsbeweis antreten?) In unserer Wehrlosigkeit müssen wir solche Schande klaglos ertragen. Aber vergessen soll unsere Jugend nicht, daß unser Volk, als es noch Waffen trug, hochgeachtet in der Reihe der Völker stand, und daß unser ganzes Sinnen und Trachten auf das eine große Ziel gerichtet fein muß: Befreiung von dem uner- träglichen feindlichen Joch, Vereinigung des gesamten Deutsch- tums Mitteleuropas in einem mächtigen, starken deutschen Reich." Die Kriegsspielerei und wahrheitswidrigc Verhetzung der Völker dürften, Herr Major, das letzte Mittel fein, das zu einer großen deutschen Republik im Rahmen der Ver- einigten Staaten von Europa führt. In jedem Heft ist eibe Bilderserie, die„richtiges" und „falsches" Verhalten kennzeichnen soll, so z. B. als Gefangener, als Schütze, bei Führung eines Kampfwagens, im Punkte Wehrhaftigkeit, im Ortskampf usw. Nehmen wir die Serie „Wehrhaftigkeit". Eine Mutter führt ihr Kind über die Straße zum Schutz vor einem herannahenden Auto, das ist „falsch", dann„wächst leicht ein feiges, verweichlichtes Ge- schlecht heran",„richtig" ist, wenn die Knaben sich tüchtig austollen im Jndianerfpiel. Ein junger Mann und eine Dame stehen in einem Cafö, das ist„falsch",„richtig" sind Schieß- Übungen junger Leute.„Richtig" ist die Lektüre dieser Zeit- schrift, denn„sie bringt innere Befriedigung und mehr Ge- nuh als Bummeln und Kneipen."!! Zugegeben. Auf einem Bild erscheint ein Abgeordneter mit den Wor- ten: Ich lehne den Heeresetat ab! Das ist„falsch!"„Wer für den Ausbau von Heer und Marine die Geldmittel ver- weigert, gefährdet die Sicherheit des Staates." Daneben steht ein junger Arbeiter und erklärt: Für Ausbau unseres Heeres gebe ich meinen letzten Pfennig! Das ist„richtig!" Als Text dazu:„Tretet'stets für unsere vortreffliche kleine Reichs» wehr ein! Sie ist der letzte und einzige Schutz vor Verskla- oung des deutschen Volkes durch seine Feinde." In der Serie„Ortskampf" wird der Kampf zwischen Mi- lttär und Zivil bevölkerung dargestellt, Militär ist der Angreifer. Die feindliche Bevölkerung(mit Beilen und Messern versehene A r b e i t e r l) erschlägt einen einsamen Posten von hinten, meuchelt nachts einen im Einzelquartier untergebrachten Soldaten. Ob es einen Sinn hat, die verlogene Kriegspropaganda der„anderen" zu brandmarken und sich selber als engelrein zu charakterisieren, das ist nicht nur eine Ge- fchmackssache. Von den Franzosen wird ferner behauptet, sie trieben„seit dem Kriege" ihre.Lügenhetze" unentwegt weiter(Nov. 1927, S. 85), sie seien die„wahren Räuber" (S. 87).„Vergeßt nicht die uns geraubten schönen deutschen Städte" heißt ein wiederkehrendes Stichwort, zu dem Bilder von Brvmberg, Gnefen, Danzig, Metz, Straßburg usw. er« " einen. Das Thema des Dezemberheftes ist: so haben die riten während des Krieges gehandelt, so handeln wir! Die rohe Behandlung wehrloserdeutscherZivilper» s o n e n durch die Franzosen ist von neuem Thema in diesem Hefte, was einem Volke, das die belgischen Deportationen auf dem Gewissen hat, besonders wohl ansteht. Ein Aufsatz über„Chemische Kriegsführung" erzählt:„Obwohl also allen Unterzeichnern dieses Vertrages der Gebrauch von Kampf- gas verboten ist, treffen doch alle Staaten— außer Deutschland— umfasiende Maßnahmen für den Gaskrieg."„Auch die Möglichkeit, ganze Städte oder weite Landstriche durch Gasgranaten oder Fliegerbomben so zu verseuchen, daß alles Lebende vernichtet wird, scheint ganz gering zu sein,"(Jan. 1928). VielleichtverteiltderVerfasserdicsen Aufsatz an die Hamburger Bevölkerung r a t i s? Das Januarheft variiert das Thema:„Wie rankreich die Kriegsgefangenen mißhandelle" weiter und gipfelt in dem Satz:„Seit 1918 haben die Franzosen den Haß gegen uns Deutsche immer weiter gesteigert. Den fran- zösischen Kindern wird von frühester Jugend ab Haß und Feindschaft gegen alles Deutsche gelehrt."(S. 184).„Der Rhein— Deutschlands Strom— nicht Deutschlands Grenze," so heißt der nächste Erguß über die Machtgelüste Frankreichs. Ausgerechnet Friedrich der Große ist es, der die„unersätt- lichen Franzosen" aus dem Herzen Deutschlands herauswirst (er, der die Wiedergewinnung des Elsaß vereitest hat; er schreibt in seinem politischen Testament 1752:„Preußen darf nicht ruhig zusehen, daß Frankreich Elsaß oder Lothringen verliert")„Erbfeind",„Todfeind" sind ständige Titulierun- gen; hat man je eine Wahrheit gröber vergewaltigt als wenn man hier schreibt„Elsaß-Lothringer hätten unter französischer Herrschast geschmachtet"? Nicht ohne unfreiwilligen Humor geht es bisweilen ab, so, wenn als Vorbild für die Deutschen der Amerikaner hin- wird, wie die Jugend dort zur Vaterlandsliebe, zum rüßenderFlagge erzogen wird(S. 89), so. wenn ge- l jammert wird„Alle Staaten bilden ihre Jugend für den Krieg aus— nur Deutschland verwehrt man (S. 228). gefallenen Freund durch Handgranatenwürfe rächt.«Wie weich und weibisch erscheint angesichts solcher Heldengröße der Wjzifismus mit seinen greisenhaften, verängstigten Zügen?" Bald darauf erscheint Geßlers Bild,„seine warme Fürsorge für die deutsche Wehrmacht wird ihm nicht ver- gessen werden". Ein gehässiger Artikel über die tschecho-slo- wakische Wehrmacht steht wohl in innerer Verbindung mit dem Nachruf für Geßler.und den Schmährufen auf den Pazi- fismus, und auch hier feiert der Haß gegen Frankreich un- erhörte Orgien: es wird gegenübergestellt ein Bild vom Einzug Wilhelms I.(Jubelnder Empfang), ein Bild vom Einbruch der Franzosen ins Ruhrgebiet (Eisiges Schweigen), ein Bild, Ausweisung durch die Fran- zosen, liebevolle Aufnahme im unbesetzten Deutschland. Das Buch eines französischen Generals wird besprochen:„In den deutschen Pazifisten sieht der französische General wertvolle Bundesgenossen zur Niederhaltung Deutschlands(!): in Frankreich ist ihm jedoch das„pazifistische Geblöke zuwider". Offenbar hat der französische General die berühmt geworde- nen Worte des Vorsitzenden des Verbandes deutscher Ge- schichtslehre, des Direktor» Reimann, in umgekehrter Anwen- dung nachgesprochen.—„Der französische General ertötet mit seinen harten Worten alle Friedenshoffnungen." 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Juli, müssen alle Eenossrn, welch« Mitgliedcr des Meiallardcitrroerbandes find, ihr Wahl» reckt zweck» Wahl der Teleg-erten zum Verbandstag ausüben i. Krci» Tiergarten. Montag, 2. Juli, 20 Uhr, Sitzung des erweiterten Kreis» oorstandes bei Trumpcr, Flensburger Str. Z.— Achtung! Um lg Uhr pünktlich Sitzung der Eeichästsleitung Im gleichen Lokal. 7. Krei» charlottenburg. Dienstag, 3 Juli, lg Uhr, Sitzung des erweiterten Kreisoorstandes im Dathau», Zimmer l. ll. Krc« Tcköneberg. Friedenau. Anmeldungen der Kinder tiir die Ferien» koloni« werben oon den Abte lnngsleitcr», von der Vorwärtslpedition, Belziger Str. 27, und in den durch Ausbang kenntlich gemachten Lokalen entiirgengenommen. Fahrtlostcnbeitiaq lür das erste Kind l M, für da» zweite Kind 59 Vf., jede»»eitere Kind frei. Kinder von erwerbslosen Ge. nassen ebensall» frei. Die Ferienkolonie beginnt am». Inli. Verpflegung ist frei.— Die Bezirksvcrordnetenfraktion hat am Montag. 2. Juli, 20 Minuten vor der Plenarverfammlung eine sehr wichtige Zusammen. kunsi int Zimmer 44. 16. Kre» Köpenick. Achtung, Elternbeiräte! Montag, 2. IuN, ISib Uhr, in Köpenick, Cchloßstr. 27 l, Versammlung sämtlicher Elternbeiräte der Liste „Schulau fbau". Vortrag:„Rechte und Pslicht:n der Elternbeiräte." Rest» rent Lehrer Kortschankekn. Die Abteilungsleiter werden gebeten, die in Frage kommenden Elternbeiräte besonders tin-ulad-n.— Drnstag. 3. Juli, 19V. Uhr, Sitzung des Kreisvorstandes in Köpen-ck, Schlotzstr. 27 I. 17. Krei» Licksteuberg. Mittwoch. 4. Juli. lgZb Uhr, Sitzung des Kreisvor» stände» be' Albrecht. Porhagener Str. 62. 18. Krr» Weihensee. Dienstag, 3. Juli. 2V Uhr, bei Kallas, Berliner Allee, Ecke Lehdcrstrahe, Sitzung der Kommunalen Kommisslon. Die gesamte Fraktion ist hiem eingeladen. II. Krei» Pankow. Montaa, 2. Juli, lg Uhr pünktlich, Sitzung des erweiter- ten Kreisoorstandes und der Fraktion im großen Sitzungssaal des Rot» Haukes Bankow. Erscheinen müssen sämtliche Abteilungsvorftände und alle Fraktionsmitglieder. Heule. Sonnlag. t. Juli: I. Abt. Achtung! Die Fahrkarten zu der am Dienstag, 17. Juli, stattfinden. den Dampferfahrt nach Ziegenhals bei Zeuthen sind bei der Genossin Anna Herrichen, Wilsnacker Ctr. 43, vorn 4 Tr., zum Preise von 1 M. pro Stück zu haben. 128.J130. Abt. Pankow. Heute 15 Uhr großes Sportfest unseres Arbeiter-Turn» und Sportvereins am Bahnhof Heinersdorf auf dem Sportplatz. Abmarsch zum Umzug 13 Uhr Koiser-Friedrich-Straße. Wir bitten um rege Be» mligung. Morgen. Monlag/2. Juli: 29. Abt. Ab 18V$ Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 18g, Materialausgabe. llebermorgen. Dienslag. 3. Juli: 86. Abt. Tempelhof. 20 Uhr in der„Linde", Friedrich-Karl», Ecke Werder. straße, erweiterte Borftandssttzung. III. Abt. Johannisthal. ISth Uhr bei Sabin, Roonstr. 2, wichtige Funktionär» 184. A�t. �tznch. 20 Uhr Borftandssttzung mit dem Bildungsausschuß und den Funktionären bei Söpfert, am Bahnhos. Wichtige Tagesordnung. Er» scheinen dringend erforderlich. 7. Abt. Voranzeige. Sonntag, 8. Juli, Ausflug aller Abteilungsmitglieder. Ale Srnoss nnen»nd Genossen sowie.Vorwärt,".Lefer und Sympathi» fierende und herzlichst dazu eingeladen. Rädere« wird noch bekanntgegeben. tnng, Polizcibeamtcl l»'v Uhr in den Sammerlälen, Teltower Str. 1—3, Versammlung aller sozialdemokratischen Polizeibeamten. Tagesordnangt „Was erwarten die Palizeibeamten von dem Aussall der Wahlen?" Rcfe» rent Emil Klenz.— Die Arbeitsgemeinschaft der sozialdemokratischen Polizeibeamten.________ Juwelen■ Beimonte �-Uhren Silbarwaren. Grölt« Auswahl. Höchste Qualität Billigste Preise. Oolckwaren Frauenveranslallungen. 3. Kreis Wedding. Dienstag. 10. Juli, Dampferfahrt nach Ziegcnhals bei Zeuthen. Karten find bei allen Abteilungsleiteruinen zu haben. 4. Krei» Prenzlauer Berg. Montag, 2. Juli, 20 Uhr, bei Klug, Danziger Straße 72, Funtt.onärinne» fitzung. Abrechnung der Dampferkarteil. Alle Abteilungen müssen vertreten sein.— Achtung, Genosstnnc»! Für alle Teilnehmer der Dampferiahrt am 4. Juli wird bekanntgegeden, daß die Abfahrtstclle nicht Humboldthafen, sondern Moltkebrücke(Lehrter Bahnhof) ist. Unser Best mmungsort ist nicht das Lokal„Römerschanze", sondern „Alter Tornow" bei Potsdam. Den Genossinnen noch ganz besonders zur Kenntnis, das Kaffee nicht gekocht werden kann, daß es denselben aber preiswert in Kannen zu kaufen gibt. Gleichzeitig wird gebeten, recht viel rote Fahnen zur Ausschmückung des Dampfers mitzubringen Karten find noch in beschränkter Anzahl vorhanden, evtl. noch an Bord des Dampfers. — Sonntag, 8. Juli, veranstaltet der„Arbeitcr-Somariter-Bund" eine Sammlung. Die Genosfinnen und Genossen werden gebeten, sich recht zahlreich zur Verfügung zu stellen und ihre Adressen bei der Krcisleiterin, Genossin Svdow, Iinmaniielkirchstr 12, abzugeben. 7. Krei» Eharlottenbvrg. Freitag, 6. Juli, g Uhr, Dampferfahrt nach dem Wirtshaus am Schwielowsee. Abfahrt van der Charlottenburger Schloß» brücke. Kaffeekochen Liter 1 M. mit Milch. Mittagessen auf Wunsch 1,25 M. Karten für Erwachsene 1,25 M., Kinder 75 Pf., find bei allen Abtrilungs» leiterinnen zu haben. 8. Krei, Spandau. Sonnabend, 7. Juli, ISV Uhr, in Löbells Karlslust, Hakenfelde bei Spandau, Provaaandaveranstaltuna der Frauengruppe der SPD. Programm u. a. Rezitationen, Festansprache, Lebende Bilder, Fest» spiel. Alle Genossinnen, besonders die Charlottenburger Genossinnen, find hierzu herzlich eingeladen, desgleichen„Borwärts"-Leser und Snmpathi» fierende. 5. Abt. Dienstag. 3. Juli, 10 Uhr, Befichtiguna der Konsumgenossenschaft in Lichtenberg Treffpunkt 8>4 Uhr an der Weinmeifterstraße, Haltestelle der 68 lim zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 33. Abt. Dienstag, 3. Juli, 17 Ubr, in der„Alten Taverne", Stralau. Alt» Stratau 25/27, gemütliches Beisammensein mit Kaffeekochcn. Bortrag-nher Genosse Heinz Barthel. Alle Genossinnen und deren Familien find herz» lich eingeladen. Bei schlechtem Wetter steht uns der Saal zur Verfügung. 38. Abt. Mittwoch. 4. Juli. Bestchtigung des Botanischen Garten». Eintritt frei. Um zahlreiche Beteiligung w>rd gebeten. Auch die Ge» nossinnen der übrigen Abteilungen des 5. Kreises Friedrichshain find herzlichst dazu eingeladen. Treffpunkt Warschauer Brücke um Whi Uhr. Nachher gemütliches Beisammensein. 51. Abt. Charlottenburg,»arten für die Dampferfahrt am 6. Juli nach dem Schw'elowsec find noch bei der Genossin Brettschneider, Häselcrstr. 120, zu haben. 193. Abt. Oberschäneweide. Achtung. Genossinnen! Mittwoch, 4. Juli, 14 Uhr. Ausflug nack dem Münaelsec-Rest-urant Strandlchloß. Treffpunkt vünkt. lich 14 Uhr FrTchenstraße. von da gemeinsame Abfahrt mit der Linie 187 nach Friedrichshagen. Tunnel. Für Kaffee wird gesorgt. Kuchen bitte mitbringen. Alle Genossinnen find herzlichst eingeladen. 136. Abt. Reinickendorf.vst. Dienstag, 3. Juli, 20 Uhr. Funktionarinnenfitzung in der Baracke Lindauer Straße. Unbedingtes Erscheinen ist notwendig. 138. Abt. Hermsdorf. Achtung, Genossinnen! Zu unserer Dampferfahrt am Sonntag, 15. Juli, nach dem Werbellinsee find noch Karten zu haben bei den Genossinnen Hoppe. Kurze Str. 2. Thurow, Soolonellstr. 15, und bei den Unterkassierern Rehbein, Walkowiack und Macinkowsky. Bezirksausschuh für Arbeilerwohlfahrl. II. Krei, Pankow. Heute, Sonntag. 1. Juli, findet eine Befichtiguna de» Schulgartens in Blankenfelde statt. Treffpunkt» Uhr am Straßenbahn. Hof Nordend, Haltestelle. Gemeinsamer Abmarsch zum Schulgarten. All- Parteigenossen des lg. Kreises find hierzu herzlich eingeladen. Zahl- reicher Besuch wird erwartet. Jungsozialiskea. Die biesfährige Sommer-Treffahrt der Berliner Jnngsozialifte» findet am Sonnabend Sonntag, 14. und 15. Juli, in Brieselang statt. Die Gruppenleiter holten d'ese Tage frei und trilen umgehend dir ungefähre Teilnehmerzahl zweck» Ouattierbeschasfuug Kau» Waldmann. Berliu-Witteuan, Kauptstr. 17, mit. Gruppe Lichterberg! Leute, Sonntag, 1. Juli, Treffpunkt früh 6 Uhr Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Nachzügler treffen stch am Werlsee. Dienstag, 3. Juli, 20 Uhr, in der Bibliothek Weichselstr. 28, Vortragt„Die Entwicklung des Arbeitsrecht»." Referent Genosse Lilleberg.— Gruppe«ilmeridorf: Mar» gen, Montag, 2. Juli, spricht im Jugendheim Wilhelmsaue Dr. Kurt Hohnumn über!„Erziehung in England." Alle Mitglieder werden erwartet. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Kreis Ritte. Montag, 2. InN, Gruppenleitersitzung Im Heim, gehdenicker Straße, 20 Uhr. Sämtliche Sammellisten müsse» am Montag abgerechnet ; werden. Die Kassenbücher sind mitzubringen. Die Helfcrsttzung fällt aus. i— Gruppe Arkonaplatz: Montag, VtVi— IShh Uhr, Heimabend, Elisabethkirch- : straße. Dienstags, 17— lg Uhr Turnen, Ruppiner Straße, Freitags, 17� bis Igib Uhr, Basteln und Spielen, Elisabethkirchstraße.— Gruppe Engclufer! Sonnabends, 16—13 Uhr, Gruppennachmittag, 18— 19!h Uhr, Rot- Falken, Sc. werkschaftshaus, Engclufer.— Gruppe Ernst Toller: Dienstags, Freitags und Sonnabends, UV.— 19H Uhr, Heimabend, Zehdenicker Straße, Donnerstags, i 16 Uhr, Baden Oderberger Straße.—. Gruppe Kar: Liebknecht: Montags, , 17—19 Uhr, Turnen, Blumcnftr. 77, Donnerstags, 18—20 Uhr. Heimabend. Landsberger Straße 50.— Gruppe Pavpclplatz: Montag», Mittwochs und Sonnabends, 17— lg Uhr, Heimabend, Tieckslraße. Dienstags, 17—19 Uhr, Turnen, Elisahethkirchstr. 19-20. Krv!»«renzbera. Gruppe Hallesches Tor trifft stch Montag» Mittwochs, Donnerstags und Sonnabends»on 17— 19 Uhr auf dem Spielplatz am Urban. lBei Regen Heimabend.) Rote Falken: Wir treffen uns am Mittwoch um 1418 Uhr im Heim. Krei» Charlottenburg. Achtung, Eltern! Donnerstaa. 5. Juli, um 20 Uhr, findet im Heim, Rosinenstr. 4, die letzte Besprechung für die Fahrten statt. Erscheinen aller unbedingt erforderlich. Heute, Sonntag, treffen stch alle Kinder um 13% Uhr am Bahnhof Westend zum Empfang der Kindergäste, alsdann um 14 Uhr Abmarsch zum Platz. 82. Abt. Steglitz. Jeden Dienstag 16 Uhr Treffen im Heim Alirechtstr. 47. Geburtslage. Jubiläen ufw. __ 18. Abt. Unser«rnossr Hau, Ronngrr friert heute,»m 1. Inli. da, Fest seiner 25Iährigen Parteizugrhörigirit. Wir beglückwünsiben ihn h'rrz» und hosten, daß auch fernerhin sein reiche. Wisse« und Können der Partei erhalte» bleibt. Der Vorstand. 83. Abt. Lichtcrsrlde. Unser»-nossr»r»rg M'chrl Ist heute 25 Jahre Ritglied der Partei. Die Abteilnng aratnliert herzlichst»nd hofft, d-n Inbilae auch in Zukunft In gewohnter Attivirät und treuer Mitarbe't für den Sozi». lismu» In ihren Reihen zn finden. Briefkasten der Redaktion. R. g. 2. 1. Unterhaltspflichtig ist»nr der Erzeuger. Wer der Er. zeuger in Ihrem Falle ist, wird stch nicht feststellen lassen. 2. Die Meinungen darüber gehen noch auseinander.— s. K. 9. spätestens jedoch bis 30. April ISA.— R. St. It. Bis zum 31. März 1328, Hat der Berstchcrt- vor der � Er. dem Erlöschen der Anwartschaft mindesten» 1000 Beitragsmarken und nach. her für mindestens 200 Wochen Marken verwendet hat. Legen Sie Ihre In. validcnkarten der Landcsversicherungsanstalt(Am Köllnischcn Park 3) zur Prüfung vor. Sie werden ehierisetn toenn Sie versuchen. 6In solch gutes Waschmittel haben Sie noch nicht kennen gelernt. Nur einige Beispiele: iruinpic 40 M. x-r p Damen-Strümpfe farbig D wl„ auch Klndcr-Söckchcn lnvcrsch.Farbe:i, u-Mustcrn, extra billig, Gr l-4PaÄr Badeschuhe schwarz Satin m. Gummisohle, extra billi Grösse 32— 34 Reiseschuhe j65„ pa.Dlrndlstofi in geblümten Must. mit gut. Kordcl- sohle, extra billig Grösse 36— 42 Sportschuhe Olli Wildledersohle, fOr («den Sport geeignet, extra billig, Grösse 43-46».00, 36-411.4», 31-35 27-30 Für Backfische 75 1 Reiseschuhe in verschied. Farben, la FiUnlcdertrcler, m. 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Juli: 15.30: Der vorläufige Entwurf des neuen Hausgefcilfengesetzes. 16: Der Sternhimmel im Monat Juli. 16.30: Technische Wochenplandcrei. 17: Unter- haltungsmnsik. 15.40; Der Berufsgedanke in der modernen Arljeiterschaft. 19.05: Ehrt die deutsche Muttersprache. 19.30: Die deutsn.be Arbeitsgerichts- barkeit, 19.55: Die heutige Erkennmislage in der Wetterkunde. 20.30: Lieder. Musikvorträge. Dienstag. 3. Juli: 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30; Der gegenwärtige Stand der mythologischen Forschung. 16: Auf den Spuren der Inkas. 16-30: Stunde mit Büchern. 17; Uebertragung Heringsdorf: Kurmusik. 19: Die Aufgabe der graphischen Künste im geistigen Leben. 19.25: Familie Rhein. 19.55: Seeversicherung, 20.30: Abenteuer im Roman(Rezitationen). 21.15: Abenteuer in der Musik(Musikvorträge). Mittwoch, 4. Juli: 15.30: Reden und Schweigen. 16: Die Klimazonen der Erde. 16.30: Die deutschen Forschungsexpeditionen in Asien. 17: 5. Kinderfest. 18: Rudolf Presbcr(zu seinem 60. Geburtstag). 19; Das Bühnenbild und seine Mcdster. 19-30: Der Bäder- und Wochenend-Lnftverkehr. 20: Sozialpolitische Umschau. 20.30: Die neue Berliner Verkehrsordnung. 21; Lieder. 21.30: Cembalokonzert. 22.30; Sommerliches(Lieder, Musikvorträge). Doonerstag, 5. Juli: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30; Redende Steine. 16; Zeitgewinn und Zeitverlust auf Reisen, 16.30; Flämische Literatur der Neuzeit. 17; Instrumentalkonzert. 18.45: Fremdsprachliche Vorträge(Französisch). 19.10; Technische Reiseeindrücke in Brasilien. 19.40; Die Hamburger Phosgei- kaiastrophe und ihre Lehren. 20.10; Sendespiele: ,,Das süße Mädel", Operette von Heinrich Reinhardt. 22.30: Tanzmusik. Freitag, 6. Juli: 15.30: Die moderne frao und die Geselligkeit. 16: Kleine Geschichten von großen Leuten, 16.30: Führerpersönlichkeiten der deutschen Bühne. 17: Geschichten von Lausbuben. 17.30; Unterhaltungsmusik. 18.45: Frauengymnastik. 19.10; Italienisch. 19.35: Die internationale Berliner Rennwoche. 20: Wochenende: In den Spreewaid. 20.30: Orchesterkonzert. Soonabend. 7. Juli: 16; Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.30: Rennrudern und Wanderrudern unter sportärztlicher Aufsicht. 17: Unterhaltungsmusik. 19; Das Denken in der Volkswirtschaft. 19-30: Die Beamtenarbeit im täglichen Leben des Publikums. 30; Die Zukunft der Arbeitsvermittlung in der Reichsanstalt. 20.30:..Halbzeit 1: 1", Hörspiel von Arnold Bronnen und Alfred Braun. 22-30; Tanzmusik. Konigswusterhausen. Soantag. 1. Juli: Ah 6J0: UebertrssmnE ans Berlin. IS. 30: Deutscher Dichtersommer. 19: Paul Ernst: Ans eigenen Werken. Ab 20.30: UeberliaennE ans Berlin. Montag. 2. Juli: 1«: Znm ISO. Todesta* Ronsseans. IS.30: Einführnng in die moderne Mnsik. 17: UehertramnE aus Berlin. 18; Peter Flamm. 18.30: Emdisch fflr Anlängar. 18.85: Portschritte der deutschen Rinder- und Schweinezucht auf der WanderausstellunE der deutschen LandwirtschaftSEesellschaft. 19.20: Waidmannssprache, Ab 20-30: UebertratunB ans Berlin. Dienstag, Z. Juli: 16: Behandlung der Kinderstimmen während der Mutation. 16-30: Mechanisiertes oder organisiertes Berlin. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Bühnenkunst im Wandel der Zeiten. 18.30; Französisch für Anfänger. 18.55: Literatur in der alten und neuen Dichtkunst. 20.15: Uebertragung aus Leipzig. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 4. Juli: 16: Aus dem Preuß. Kultusministerium. 16.30: Die deutsche Dichtung der Gegenwart. 17; Uebertragung aus Hamburg. 18: Aufbau und Arbeitsstätten der AEG. 18.30; F�nzösiscb für Fortgeschrittene. 18.55: Qoetbe-i Prosa. 19.20: Einführung in die moderne Musik. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 5. Juli: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Die deutsche Dichtung der Gegenwart. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Das 800jährige Graz. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Gründüngung. 19.20; Stellung und Aufgaben des Reisenden in Volks- und Privatwirtschaft. Ab 20.10: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 6. Juli: 16: Der Beruf der Schneiderin. 16.30; Mechanisiertes oder organisiertes Berlin. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Der Zwischenbericht des Reparationsagenten. 18.30: Ludwig Anrengrubcr. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20; Die politische Aufteilung der Welt, 20.30; Die Anfänge der Arbeiterbewegung in Europa. 21: Die Erfindung des Porzellans. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend 7. Juli: 16: Ans dem Zentral insti tut für Erziehung und Unterricht. 16-30: Fort» bildungsbestrebungen der höheren Beamtenschaft. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Der Produktionsfaktor Arbeit in der Wirtschaft. 18.30: Spanisch für Anfänger, 18.55; Das Groteske in der Klaviermusik. 19.20: Goethe und das zeitgenössische Kunstschaffen. Ab 20-30; Uebertragung aus Berlin. Charlottenburg: Rosinenstr. 4— Norden: Rainickendorfer Str. 21— Osten: Frankfurter Allee 60 Beginn: Montag 2. Juli IS Während unseres Saison-Ausverkaufs geben wir auf alle regulären Waren eine Exfra-Ermäßigung von � 0 niebeareii Vorteile mit denen Sie unser sensationeller Saison- Ausverhasil überschüttet- Rficksichtslose Preisseoknog vollwertiger analitätswaren in I Nebenstehend nur eine kleine Auslese aus der überwältigenden Fülle des Vorhandenen. Darum lautet die Parole: Montag fron zu Gsidiel? Dann werden alle gestehn: Dcrfiadlel�Salson- Ausverhaul marsdiicri an der Spllze! Beginn 2. Juli 1928 Eincr.Poatca hoeh«! acuter Oesellscbalts- MolÄlers? Ein(rofier Posten wmuieiccbSner VoUeKleider lefxd mw• Eis Poeten barrlidier seideser Plüscti- Mäntel auch in xa n r oroLen Weiten. fedzd Ton 4» Ein groSer Pölten karierter moderner Cnrnmlmfintei 9 1 frofter Pollen * entiQck ender Jungmädchen« Mäntel aoa leinen HerrenatoSea ledzd von 15 Ein ungeheuer großer Polten OnM-Wiener Stridtwaren bester QnaHtil. ladten. Pullover, Mm Lumberlachs un». � ledzd Slrfckhleider| Ife letzt von Ä oM» El» groS- Pollen hochelegant. rebueldener Foulard- Kleider Ton Ein troSer Posten wandervoller Veloutine- Mlelder euh in d en gröSt. Weite» 2» Ein Posten feiner Wintermäntel mit Pelzboalz •ehwarz und farbig letzt von 29 Bin Rleienpoilen blldichOner Kostüme in allen mogl. Stoffarten letzt nur 20.—, 15»—, 10 Ein Posten hocheleganter reinseidener geblOmler „S,. 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Ein« getreue SeKilderung Der- salll«» könnte vielleicht eine Vorstellung von der Persönlichkeit und der Kulturepoch« Ludwigs XIV. wecken, aber die steile Daseinskurve des versunkenen Herrschergeschlechtes jenselt» der Meere und Jahr- hunderte muß, in ihren wichtigsten Etappen wenigsten», grell vor de» Lesers Augen stehen, soll der MSrchenglanz dieser Dornröschenviston, dieser Renaissance �Herrlichkeit in der Wüste, nicht seelenlos-gespenstisch. wie ein« versteinerte Fata Morgan« vorüberziehen. Der Stammvater Ttmur»li ng*(der„hinkende" Ummr), «in mißgestalteter Häuptlingssohn von abstoßender Häßlichkeit, besten Poren— wie es heißt— der beizende Geruch hungriger Raubtiere entströmte, mordet, rottat seine eigene Perwandschast aus, um mit 24 Iahren schon der oberste, unbeschränkte Führer seine» Voltes zu sein. Dann beginnt«in Blutbad, da« so lang« wie s«in eigene» Leben währt. Er untersocht Persten, ganz Mittelasten, steigt über den Eis- grat der hohen Berge in das blühende Tal des Ganges hinunter. schlägt und mordet all« Fürsten Hindestans. und zieht weiter, sobald kein Thron in seiner Nachbarschaft mehr ausrecht steht. Er stürzt Basazet. durchwütet Armenien und Georgien, wirst fich auf Syrien, macht— SM Jahre vor General Sarrall— Damaskus zum erstenmal dem Erdboden gleich, und nimmt sich nie die Zeit, feine eigene Herr- schost anstelle der vernichteten aufzurichten. Di« Deut« reizt ihn nicht! Es läßt die Lieblingsfrauen der besiegten Gegner wohl seinem Harem einreihen, aber nur nie Symbol de» Siegers: fitzt vor seinem Zelte und schaut zu. so oft der Arm seine« Henkers das Haupt de» unterlegenen Fürsten vom Halse trennt: alles meitere überläßt er seinen Soldaten, die Weiber und Beute von gestern in den Fluß werfen müsten, um heute neu plündern zu können. Ein würdiger Nachkomme Dschinghls-Khan». de« er selbstherrisch zu seinem Ahnen ernennt, kennt Timur Ling keine ander« Form des Siege«, als den Mastenmord. Ganze Böller iverden noch geschlagener Schlacht m tagelonger Arbeit mit Pfeilen, Speeren, Säbeln. Messern mühsam abgeschlachtet, bi« da» letzte Röcheln verstummt ist. und die Seuchen, die aus den Leichenbergen aufsteigen, den Sieger zum Aus- bruch treiben. Nicht herrschen will Timur— nur siegen! Ein Besessener, gefoltert von dem Gedanken, daß es immer noch Fürsten gibt, dl« neben Timur für unbesiegt sich halten dürfen, rast der häßlich«, verkrüppelte Wüterich durch die Welt, unersättlich im Der- hangen sich durchzusetzen, alle» unter seinen Hinkefuß zu treten, was nickst gezeichnet von der Natur in Glanz und Zufriedenheit sich seiner Macht erfreut. Nur den Knechten, die«r treten, köpfen oder be- schenken kann, verzecht der Verstümmelt« den Genuß chrer graden Glieder—— im finsteren Fanatismus der Jahr««m 1400, im Menschen-Dfungle Asiens, ein SchulsM für die Freutfch« Seelen- forschung. Nahezu eln Siebziger, rüstet der Rastlose zu seinem größten Heereszug. fiebernd vor Ungeduld, da fein« Kundschafter, die immer auf der Such« find nach neuen Opfern, von einem großen Chinesen- reiche zu berichten wissen, dessen Kaiser über Millionen herrschen soll. Wer dies«, letzten Beweis sich zu erbringen, bleibt Trmur ver-- sagt! Er stirbt, ehe der kräftigst« seiner Zeitgenosten gestürzt wäre, und so reißt der Tod sein ganzes Leben«in, raubt einem halben Jahrhundert wütenden Schlachtens am Ende jeden Sinn. Auch dos Erbe, das der Zerstörer zurückläßt, ist zunächst nur Zerfall; der hoch- geschürte Brand der Rache schlägt überall zusammen und die land- fremde Räuberbande, und voll« 100 Jahr« später, im 10. Jahr- hundert erst, blüht in der Glut der indischen Sonne da« ermattet« Geschlecht ein zweitesinal zur kurzer Glanzzeit auf. Wieder mähte die scharfe Sichel des Halbmondes die braunen Leiber der Hindus wie reife Halm« zu hunderttausend«« nieder, fegte der Roßschweis die s nichtbaren Flußtäler Nordindiens von den Anbetern Brahmas rein, aber„Shah" Baber, wie der nächste Großmogul aus Treu« zur persischen.Heimat sie»annK, macht« sein siegreiches Heer in der Vorratskammer des Ganges- tales seßhaft, ließ Moscheen über den Ruinen der Hindutempel bauen, legt« den Grundstein zur Residenzstadt Agra, nicht mehr Krieger nur um des Sieges, sondern um der Eroberung willen. Mit dem wachsenden Reichtum erwacht der Sinn für Glanz und Wohlleben, und schsn der Sohnes-Sohn Babers, in der Geschichte feines Volkes Akbar, das heißt: der Große genannt, verbringt nur die erste Hälfte seines langen Lebens mit Kriegszügen, türmt mit blutigen Schlägen den sichern Echutzwall des Angstrings nm sei» Reich und nutzt dann als Bauherr die Sklavenheere, die K fich entwaffnen, nicht nutzlos hinschlachten ließ. Zwei Beispiel« aus der Schöpferperiode dieses Barbaren- fiirsten sollen zunächst nur die Brück« schlagen, zurück über«in halbe» Jahrtausend, in«ine Kultur, die aus Wildheit und Blut- wirst über Nacht aufgeblüht, von dem Völkerozean des Rache brütenden Brohmanismus umlauert, zwischen Sieg und Niederlage ge- klemmt wie ein Wunder dasteht. Zwei voll« Stunden long rast das Auto durch die nackte, aus- gedörrt« Wüst«. Stoubgrauer, wie fieberkrank rissiger Boden läuft ermüdend eintönig unter die Räder, bis aus diesem im Sturm er- starrten Meeresspiegel, mit Wellenbergen aus schmutziger Erde, wie «in« verlosten« Insel weit ab von allem Schiffsverkehr, F a t h p u r S l k r i, die gestorbene Stadt, Türme und Triumphbögen in den Glast des Tropenhimmels stemmt. Was heute der Explosions- motor in zwei Stunden einschlingt,, war zur Zeit Akbars«ine ob- schreckend« Entfernung, und doch ließ der Mächtig« so weit ab von der.Residenz seiner Väter, von allen Straßen und dem Fluß, der in jenen Zonen die Wurzel allen Lebens ist, mitten in der staubigen Wüste seine neue Hauptstadt erbauen, weil chm gerode an dieser Stell« die Geburt eines Thronerben verkündet worden war. Sa wie st« in wenigen Monaten hunderttausende gebeugte Rücken und griffige Hände vor 500 Jahren aus dem Nichts erstellten,— so neu und unberührt steht die Stadt noch heute, bereit, jeden Augenblick bezogen zu wevden, versehen mit allem, was der Hofhalt eine» morgenländischen Herrschers erfordert. Paläste für alle Minister und Vezier«, für die Geistlichkeit und für den Harem jedes hohen Herrn, sind von den nötigen Baderäumen, Audienz- und Beratungs- sälen umdrängt, von den Kuppeln und Minarets der Moscheen überragt. Das alles steht gebrauchsfertig aber merkwürdig un- benützt da: denn die ganz« groß« Stadt war wenige Wochen nach ihrer Fertigstellung auf Befehl Ihres Erbauers wieder geräumt worden, mit Unerhörten Opfern und Mühen emporgezaubert und gleich wieder vergessen, wie eine flüchtige Laune! Dieser Stadt, die gestorben ist ohne gelebt zu haben, und seit 500 Jahren auf Einwohner wartet, haftet nur ein einziger Mangel an. der sofort verrät, daß Leben nicht lang« in ihren Mauern flutete: sie hat keinen Friedhof!... Ein einziges Grab nur liegt nächst der schneeweißen Marmormoschee, es ist die Ruhestätte des kleinen Prinzen, de? mit seiner Geburt die ganze Stadt gebar. und im zartesten Kindesalter ihr sein Leben gab, vermutlich ein Opfer des Typhus, denn die Gelehrten erklärten dem gebeugten Vater, das Trinkwaster seiner neuen Residenz, mitton in der Wüste tief aus dem Boden hervorgeholt, sei giftig und habt ihm den Sohn gemordet. Mit einem Wink, wie er das ungeheure Werk veranläßt hatte. gab Akbar den Befehl, die Stadt sofort zu verlosten. Minister. Feldherrn. Geistliche, der Kaiser selbst, seine zahllosen Frau«,. Sklaven und Kinder siedelten nach Agra zurück, die Elefanten truWt, � in schwerem Zotteltrab die Gewänder und Möbel, und alle Schätze. zu den prächtigen Toren hinaus, und unter dem lodernden Tropen- Himmel, mitten in dem öden Grau der unbegrenzten Eben«, flammt seit 500 Jahren die entseelt« Stadt, aus dem blutroten Sandstein Nordindiens kunstvoll getürmt, und von eines Königs Hand fort- geschleudert, wie ein« taube Nuß. Wer dieses Steinlabyrinth mit seinen, zahllasen Palästen. .Hallen und Empfangsräumen, diese entseelten Wohnhäuser und un» begangenen Straßen und Plätze auch nur flüchtig bewundern wollt«, müßte zu Füßen der Stadt, in dem kleinen Rasthaus im Wüsten- fand für«ine Woche stch ansiedeln. Wunderbar leicht gewölbte Kuppeln und Bögen werden von reich behauenen Säulen getragen: aus dem glühenden Rot des dichten Häusergewimmels leuchten in silberner Kühle die weißen Marmormauern der Moscheen, Blöcke von doppelter Armdicke zu einer Art steinerner a jour-Stickerei durchhauen, damit Licht und Glut der Sonne nur gemäßigt, wie durchsiebt in den Tempel dringen.----- Der Erbe Dschinghis-Khans und Timur Lings, der siegreiche Führer eines Raubvolkes, faß drüben in der Menschheitswiege Asien und schaltete zwischen zwei Tigerjagden im ungelichteten Djungle. das sein Königreich umrahmte, friedliche Redeturniere über Glau- bensfrogen ein, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderte, gerade mährend Europa mi allen vier Ecken von Glaubenshaß entzündet, in den Flammen eines dreißigjährigen Religionskrieges aufging. Andreas L a tz t o. Der Bürger von Genf. Zum 1 So.TodestagevonIeawIacqueCRousseouam 2. Juli Aon Sora Münch. „Ewiges Wesen, möge jeder meiner Mitmenschen mit der gleichen Aufrichtigkeit sein Herz am Fuße deine» Thrones offen- baren: und möge dann ein einziger sagen, wenn er es wagt: Ich war bester als dieser Mann!" Diese trotzige Herausforderung hat Jean-Jacques Rousseau an die Spitze seiner„Coniessions" gestellt, jener Bekenntnisse, die als das erste bedeutende literarische Memoirenwerk angesehen werden müssen, in dem ein Mensch Hülle um Hülle von seiner Seele reiht und mit schrankenldser Offenheit all sein Streben, seine Kämpfe und Irrtümer offenbart. Diese Lebsrsgeschicht« Rousteaus mutei uns an wie ein Abenteurerroman. In den Adern des hübschen Genfer Knaben, Sohn eines Uhrmachers, Abkömmlmg einer französischen kalvinistischen Familie, die vor fünfhundert Iahren nach Gens eingewandert war, muß ein starker Tropfen tigeunerblut pulsiert haben. Oder ist e» nur die leidenschaftliche iebe zur Natur, die den kleinen Iean-Jacques an keiner sitzenden Lebensweise Gefallen finden läßt, die ihn aus dem Bureau eines Aktuars, aus der Wcrkstätte eines Graveurs in die Wiesen und Wälder treibt, die ihn in Saooyen hcrumvagabondiereu läßt, bis er in Annecy bei der liebevollen Frau von Warens eine Zusluchts- stätte findet? Er versucht auf verschiedene Weise sein Brot zu ver« dienen, wird Lakai, Erzieher in Lyon, Botschaftssekretär in Venedig. Hier, in der träumerischen Lagunenstadt, erschließt sich ihm der Zauber der italienischen Musik. In seinem„Brief über die jronzösischo Musik" spricht er den Franzosen alle Fähigkeiten eines musikalischen Gehöres und wegen der Eigenschaften ihrer Sprache jede Möglichkeit einer Tonkunst, ab. Mit der Erfindung einer neuen Notennotierung— er wollte die Noten durch Ziffern ersetzen— hotte Rousseau in Paris Schiff- bruch erlitten, allein eine Oper, die er komponierte„Der Dorf- Wahrsager" hatte er sogar bei Hof lebhaften Beifall gefunden. Dos tiefe musikalische Gefühl Rousteaus schwingt in dem Rhythmus seiner Sprache, die seinen kühnen, revolutionären Ideen, so paradox sie auch sein mögen, eine so starke Wirkung verleiht. Rousseau ist Zeit seines Lebens ein Revolutionär, der mit kritischem, durch eigene Leiden geschärftem Blick alle bestehenden Einrichtungen betrachtet, ihr morsches Gefüge erkennt und in un- erschrockener Weise die Axt zum Hiebe erhebt.„Hat der Fortschritt der Wistenschaft und Künste zur Verderbnis oder zur Veredelung der Sitten beigetragen?" Iean-Iacques beantwortet dies« von der Akademie von Dijon gestellte Preisfrage, indem er die Wistenschaft und Künste verdammt und sie als die Ursachen menschlichen Nieder- ganges hinstellt. Aber seine Arbeit ist trotz dieser paradoxen Be- hauptunge» in ihrer Argumentation, in ihrem glänzenden Stile so aufsehenerregend, daß sie vor allen anderen ausgezeichnet wird. Luch in einer zweiten Abhandlung über den„Ursprung der Un- gleichheit der Sitten" bricht Rousseau über die Zivilisation den Stab und stellt den primitiven Zustand der Tiere als Ideal hin. „Noch nie hat jemand soviel Geist aufgewendet," schrieb Voltair« spöttisch an Rousseau,„um un| zu Bestien zu mache«.-. Liest man Ihre Abhandlung, wandelt«wen die Lust an. aus allen Vieren zu laufen". Eine Kampfansage an die bestehend« Gesellschaftsordnung bildet »Der Gesellschoftsoertrag", in dem zum ersten Male die Schlag- »orre von Gleichheit und Brüderlichkeit, von der Souveränität des Walkes erklingen. Hier stellt Rousseau das Postulat auf, daß die Gesellschaft eine Vereinigung für die Erhaltung und den Schutz der Mitglieder, die sie bildet, ist: daraus folgt, daß eine Regie- rung nur dann Existenzberechtigung besitzt, wenn sie das öffentliche Wohl als ihren einzigen Daseinszweck ansieht. Daher sind aller Despotismus, alle Tyrannei, olle Unterdrückung verwerflich Die Doktrin von der Souveränität des Volkes ist eine unbestreitbare Wahrheit, da sie die Ausbeutung aller durch einige oder einen allein verurteilt. Da der Mensch frei geboren ist, kommt alle Macht vom Volke, das Volk ist der einzige Souverän. Sem Wille, gut oder schlecht, wich Gesetz. Durch diese Lehren hat Rousseau die bestehende Gesellschafts- vrdnung ins Wanken gebracht und den Umsturz vorbereitet. -Robespierre und der Konvent haben au» dem abstrakten Raditalis- nme des Gesellschaftsvertrages die praktische Nutzanwendung ge- zogen, al» sie die„Menschenrechte" dekretierten. Aber haben die Ideen Rousteaus nicht auch bei anderen Notionen fortgewirkt, und sind die Revolutionen der jüngsten Vergangenheit nicht letzten Endes auf die Keime zurückzuführen, die durch diesen mit einer ungeheuren Voraussicht begnadetm Denker in der ganzen Kulturwelt gesät worden waren? Wie aktuell und für die Gegenwort geprägt muten uns auch die Worte an. die Rousseau in„Emile" an die Erzieher richtet:„Ihr verlaßt euch auf die gegenwärtige Gesell- schaftsordniing der Dinge, ohne daran zu denken, daß diese Ord- nung unvermeidlichen Veränderungen unterworfen und auch un- möglich ist, die Revolution vorauszusehen und zu verhindern, welche eure Kinder treffen kann. Die Große» werden klein, die Reichen arm, der Monarch Untertan sei. Wir nähern im« einer Krisis, dem Jahrhundert der Resolutionen. Es ist unmöglich, daß die großen Monarchien Europas noch lange bestehen. Wer bürgt euch dafür, was dann aus euch wird? Was von Menschen ge- schaffen wurde, kann durch Menschen zerstört werden: nur der von der Natur gegebene Zustand ist unveränderlich, und die Natur schafft weder Fürsten, noch Reick)«, noch große Herren In diesem Roman, den Goethe da»„Naturevangelium der Er- ziehung" genannt und aus dem Pestalozzi viele Anregungen ge- schöpft hat, sucht Rousseau das Erzlehungssystem zu revolutionieren. in die bisherigen Methoden eine Bresche zu schlage». Er mahnt die Mütter an die Erfüllung ihrer ersten natürlichen Pflichten, er be- kämpft den oftmals verhängnisvollen Einfluß der Autorität der Eltern,«r stellt die Forderung auf, daß vor allem der Körper für die geistig« Arbeit vorbereitet werden müsse und verlangt, daß den Kindern bis zu ihrem 12. Jahre alle Bücher fernzuhalten und die ersten Erkenntnisse durch natürlichen Anschauungsunterricht zu ver- Nutteln seien. Das„Glaubensbekenntnis des saooyardischen Vikars" bildet einen integrierenden Bestandteil von„Emile". Es tritt dafür «in, daß den Kindern nicht wie bisher die Religion der Familientra- bü-on entsprechend aufoktroyiert werde, sondern daß sie, wenn sie zn reifen Menschen herangewachsen sind, sich salbst darüber entscheiden. ob sie ohne Religion bleiben oder welchee GloubenSekennwis sie wählen wollen. In„Emile" ertönt auch jenes berühmte Schlag- wort:.L'ehrt zur Natur zurück!", das in der damaligen Gesellschaft einen so starken Widerhall gefunden hat. daß eine Königin und Damen dar höchsten Aristokratie sich freiwillig al« Schäferinnen ver» tleidetsn und in Parkanlagen sich den ländlichen Vergnügungen hin- gaben. „Aus den Händen der Natur," erklärt Rousteau,„ist der Mensch gut. frei und glücklich hervorgegangen, durch die Gesellschaft wurde er böse, in einen Sklaven verwandelt und unglücklich." Man hat Rousseau den„Virtuosen de» Unglücklichseins" genannt. Zugegeben, daß dieser Revolutionär, der in seinem Wesen an einen anderen er. habanen Daniu», an Veethoven, erinnert, mit vielen Widrigkeiten ftes Lebens zu kämpfen hatte, daß fern Leben in vieler Hinsicht an Possionswez war! Aber kann ein Mensch, der in der Naturbetrach- tung einen so tiesen Genuß findet, wirklich unglücklich genannt wer- den? Hat Rousseau, wenn er sich von der Insel St. Pierre auf einem Boote in den Vieler See hinaustreiben lieh und stundenlang an dein abwechslungsreichen Spiel« der Wellen sich ergötzte, wenn er sich an der feierlichen Pracht eines Sonnenaufgangs berauschte oder den geheimnisvollen Zauber des Waldes von Montmarency atmete, nicht auch ein Glücksgefühl empfunden, das sogar stärker und erhebender war al» die banalen Glücksempsindungen? In Mont- morency, als Gast der Mine. d'Epinoy, fft Rausseau jener Frau begegnet, die die größte Liebesleidens chast in ihm erweckt hat, der Mme. d'Houdetot. Wie Richard Wagner von Frau von Wesendonk zu„Tristan und Isolde", so wurde Rousseau durch Frau von Houdetot zu seinem berühmten Roman„Die neu« Heloise" m- spiriert, wir finden beide in den Gestallen von St. Prenx und Juli« verkörpert. Auch in diesem Roman, in dem Rousseau in glühenden Worten für die Recht« des.Herzens gegenüber den Vorurteilen der Gesellschaft eintritt, finden wir wundervolle Naturschilderungen. Rousseau hat die Naturmalerei in den französischen Roma», der bw dahin rein psychologisch war, erlgeführt und bei Vernardi» de St. Pierre, Ehateaubriand, George Sand Nachahmung gefunden. Im Jahre 1770 fristete er in der Rue Platter«(der heutigen Ru« Jean- Jacques Rousseau) in Pari» ein Mann in armenischer Kleidung durch Notenschreiben notdürftig sein Dasein. Er ging den Menschen scheu au» dem Wege, fühlte sich von ihnen verfolgt. Später hat dieser Einsame auf dem Landsitz de» Marquis von Garardra in Ermenonville sine Freistatt gefunden. Heer ist Iean-Iacques ge» starben— wie vielfach behauptet wurde, eines freiwilligen Todes— und auf der Pappelinsel begraben worden. Im Jahre 1704 wurde der Leichnam Rousteaus ebenso wie der Voltaires unter großen Ehren im Pantheon beigesetzt. Doch Voll!»- girnst ist mandelbar. Im Wai 1814 wurde» bei Rocht die irdische« Reste Rousteaus und Voltaires in eine Kalkgrube auf einem wüsten Felde vor der Barriere.de la Gar« geworfen. Doch möge auch der Staub dieser beiden großen Denker in all« Winde geweht sein, ihre Gedanken leben und wirken fort und umgeben ihr Haupt mit der Aureole der Unsterblichkeit. Arbeiien unerläßliche Pflicht. Von Ieim-Zaqueck Rousseau. Der Lehrer: Der Mensch und Bürger, wer er auch sei, hat kein anderes Gut in die Gesellschaft einzusetzen als sich selber: alle seine anderen Güter sind schon darin ohne sein Zutun. Sein« soziale Schuld ist also keineswegs getilgt, solang« er nur mit seiner Hab« bezahlt: Der Schüler: Aber mein Vater hat dadurch, daß er die Habe erwarb, der Gesellschaft genützt... Der Lehrer: Schon recht. Er hat seine Schutd abgetragen. aber nicht die deinig«. Du schuldest den anderen mehr, als wen» du ohne Vermögen geboren wärst, denn du bist al««in Günstling de» Glück» geboren. Es fft nicht recht, daß dos, was ein Mensch für die Gesellschaft getan hat,«inen anderen non dem befreit, wo» er ihr schuldet; denn da ein jeder sich ganz schuldet, kann er nur für sich bezahlen, und tetn Dater kann seinem Sohne das Recht vererben, seinen Mitmenschen unnütz zu sein: und doch tut er das nach deiner Austastung, indem er dem Sohne seinen Reichtum vererbt, welcher der Beweis und der Lohn der Arbeit fft. Außerhalb der Gesellschaft hat der isoliert« Mensch, da er niemand etwas schuldet, das Recht zu leben, wie es ihm gejälll. in der Gesellschaft jedoch, wo er nötigerweis« auf Kosten der anderen lebt, schuldet er ihnen in Form der Arbeit den Preis seiner Unterhaltung: es gibt davon keine Ausnahme. Arbeiten ist daher für den Menschen in der Gesellschaft«ine unerläßlich« Pflicht� Reich oder arm. mächtig oder schwach, jeher müßige Bürger, ist«in Schurke, Oer Kampf mit dem Koffer. Eine sommerliche Zieisegeschichte. Bon Ernst Hoferichter. Der Vereinszeichenfabrikant Franz laver Osterrieder hörte schon die Bienen summen, sah Weizengarben durch die Lust fliegen und verspürte bereits den Duft aus bemalten Bauernkommoden— als er auf der Landkarte den Finger über ein Gebirgsdorf hielt. Seit sechs Jahren lebte er ohne Urlaub hin, zitterte er über dem Kassenhouptbuch, ließ er Adern anschwellen und überschrie er seinen Kehlkopf an Lehrmädchenbvsheiten. Aber jetzt hatte er sich durch einen geistigen Bauchaufschwung .zu dem Entschluß aufgezogen, morgen neun Uhr dreizehn Minuten pfeilgerade in die Natur hineinzufahren, um dort seine lädierten Nervensträng« in sonnigen Wiesen zur Bleiche auszulegen. Und da er jetzt den Kassenfchrank abschloß, dachte er daran, daß er ihn erst als neugeborener Mensch wieder öffnen werde. Das Bureau glänzte bereits auf dem Rücken seiner Lüsterjacke. Der Blick war den Vorbereitungen zur Reise zugeivandt. „Packen..... jetzt packen....1" rief er sich laut in seinen Bollbort hinein und rollte ihn auch schon von unten auf wie ein Nachthemd zusammen, in der mechanischen Meinung, er müßte ihn mit in den Koffer einpacken. „Koffer....? Ja...! Welcher Koster...? Nur kein großes Gepäck...! Die rindsledevne Reisetasche genügt vollauf!" stüsterte befriedigt über diese private Entschließung Franz laoer und zog dos handliche Gehäuse vom Doch des.Kleiderkastens herab. „Und jetzt die Gewissensfrage: Was nehm' ich mit? Natürlich nur das Lebensnotwendigste!" lächelte er erlöst und hielt auch schon die Wärmflasche in der Hand. „Ja, es kann kalt werden... Warum nicht? Schnee fallen! Jawohl.... Vor sechs Iahren Hab' ich sie bitter entbehrt...!" und«.- legte sie zu unterft in die Tasche. Dann kramte er weiter in der Kommode nach Unentbehrlichem. Dabei stieß er auf den Nähkorb mit Bügeleisen vbd Spiritus« brenner. „Wenn mir die Hos« platzt, die Falten oerdämmern... mitten im Gebirgsdorf... taufend Meter über dem Meeresspiegel.., Wo nehm' ich da einen eleganten Herrenschneider her? Die Axt im Haus--", und er nahm die Wärmflasche, die an Wichtigkeit plötzli-h zurücktrat, wieder aus der Tasche und setzte dafür die Schneiderinstrumente ein. „Das Fernrohr werde ich kaum nötig hoben...?" stagte er in die Küche zurück, fein« Gemahlin Franziska. „Taver, ich glaube kaum.. riet sie ihm nach vorne. „Wieso kaum...? Wie kommst du zu— kaum? Zum Bei. spiel— es herrscht eine Sternennacht... Ich befind« mich wsglos umer ihr... Nehm' ich das Fernrohr zur Hand und, wie der Steuermann im offenen Meer, orientiere ich mich am Himmelszelt nach msiner Heimfahrt. Dieser Fall ist menschenmöglich...!" „Ja—, also nimm das Fernrohr mit..." „Gut, dann muß mich die Wärmflasche wieder hinein— aus ähnlichen Gründen der Gefahr..."* „Freilich, die Kälte in den Bergen.., oft im tiefsten Sommer...!" „Aber Platz, Platz...! Du hast gut rche».. J* „Nimm doch den größeren Koffer, Taver..„ es fft besser..." „Aber der Ballast.... ich will doch frei fem.. „Dann mußt du eben doch das Fernrohr und die--" „Bring' mir den größeren Koffer.. „Ah... ja, da kann ich Rwch eine klein« Lektüre beipacken... Bielleicht die„Griechische Philosophie bis Plato.. „Aber� laver, das ist— bei Gott— keine Reiselektüre...!" „Bei Gott nicht—, aber in Untergrainau, wo sozusagen der Granit der Berge zu hohen Gedanken austtachelt. da--" „Nun gut, wenn's dich erleichtert, dann--* „Nein, es beschwert mich, denn zu solcher Lektüre wird zum Nachschlagen der Fremdwörter«in Band Konversationslexikon kaum zu umgehen fein... Es handelt sich mir darum, welcher Band von den zweiundzwanzig Büchern am meisten in Frage kommen dürste...?" „Jetzt wird's aber stark, Xaver...k" „Bitte—, wo treibe ich int diesem Kaff einen Lexikon auf, bitte—, wo?" „Aber dos ist doch alles unwichtig. i. Du willst doch nur das Nötigst«...!" „Nötigste...? Unwichtig... Ist Philosophie unwichtig, nicht nötig...?" Sie ist die Grundlage alles Lebens...1" „Aber der Koster, laver, der Koster wird wieder überfüllt und--" „Franziska, ich stelle die Lebensfrage: Welchen Band des Lexikons soll ich einpacken? Von Ab del Krim bis Bobby oder Dromedar bis Flanell? Oder--?" „Meinetweg'n— alle! Wenn es deine Zwestcl erleichtert." „Gut— dann olle! Dann hole mir den Rohrplattenkoffer vom Dachbaden herab...!" Inzwischen schlugen von den Wänden die Uhren die Mitte?- nachtsstund« herab. Franz Taver hatte die kleinen Koffer wieder entleert. Freudig strahlte er in die aufnahmebereite Leere des Rohrplattenkosfers. In seiner Tiefe lag noch von Weihnachten her der Christbaumschmuck in Zeitungspopier verpackt. Der muhte jetzt heraus, mußte zurückbleiben-- „Du, ich Hab' ein« Idee, die gar nicht zu ferne liegt..- Diel- leicht könnte sich die Gelegenheit geben, in Gesellschaft im Walde zu lagern. Um und um stehen Tannebäume. Man spricht zufällig von der heiligen Nacht. Jemand meint: das wär' schön—, einmal die Weihnacht untenn freien Himmel mit verwurzelten Tannenbäumen zu feiern--. Alle stimmen bei... Ja, wo jetzt schnell den nötigen Christbaumschmuck hernehmen...? Auf der ganzen weiten Flur findest du nicht eine Spur von Silberfäden, Glaskugeln und Engelsgeläute...!" „Das glaub' ich dir gern, Taver...!" „Siehst du...l Du selbst bist dir darüber klar... Und, um dieser Verlegenheit vorzubeugen, nehm' ich den--—" „... Christbaumschmuck auch mit m den.Kostsr für die Sommer- frisch«...?" „Ja...1* rief er, und„Allmächtiger Gott! jetzt wird er mit seinem.Kosterpacken noch vor der Abfahrt verrückt...1" schrie sie. Franz Taver lehnt« sich über den Damenschreibtstch und sah nachdenklich über die polierte Platte hin:„Du— jetzt wirst du mir ober beistimmen. Du weißt— in den Dorfwirtshäusern ist olles primitiv. Man entbehrt sozusagen auch die nötigste Bequemlichkeit und angestammte Gewohnheiten kömien aus Mangel an--" „laoer, red' nicht weiter--, ich holt' mir die Ohren zu. Ich kann nichts mehr hören... Bitte, schließ' den Koster ab: du hast jetzt alles nötige verpackt...! Räum' nicht mehr aus noch ein..!" „Paß' auf...! Ich nehme mir noch für alle Fälle diesen kleinen Schreibtisch mit... Dann wird der verflucht« Koffer überflüssig und ich bestell« mir schnell einen Möbelwogen...!" iprech Franz Xtvet zu Eiche und lief ans Flurtelephon. Gleichzeitig Eine E>iühe öes deutschen Theaters Die ersten Veraiungen auf dem 9. Volksbühnentag. Dem schölten Begrüßungsabend folgte am 29. Juni der erste Tag der sachlichen Beratung. Er wurde damit eingeleitet. daß der Geschäftsführer des Verbandes der deustchen Volksbühnen- vereine, Dr. R e st r i e p k e,«inen Bericht über die Entwicklung der Bewegung im abgelaufenen Geschäftsjahr gab. Die Zahl der Ver- eine wuchs im Berichtsjahre um io zu einer Gesamtziffer von mehr als 290. Es konnte, wie schon im Vorjahr«, eine Mitgliederzahl von ,540 000 durchgehalten werden. Mit Recht betonte der Redner, daß dies etwas außerordentliches bedeute. Da jede Volksbühne ihre Mitglieder durchschnittlich zehn- bis elfmal in Borstellungen führe, so hätten die Volksbühnen im Laufe des Jahres in deutschen Theatern mehr als fünf Millionen Besucher gestellt oder auch an acht Millionen Mark als Einnahmen zugeführt. Die inner« Eni- Wicklung der Vereine vollzog sich nach der Darstellung des Redners ohne nennenswerte Differenzen mtd Störungen. Wohl hätte die Berliner Volksbühne, die größte des Verbandes, sich wieder mit manchem Angriff auseinanderzusetzen gehabt— der Referent verwies hier besonders auf die von dem Berliner Kritiker Jhering verbreitete Broschüre:„Der Verrat der Volksbühne"—, aber dies« Angriffe gegen die Vereinsleitung feien bezeichnenderweise nur von Außenstehenden gekommen und hätten innerhalb des Vereins keinen Widerhall gefunden: hier hätte auch die frühere, um die Idee eines Zeit- und Gestnnungstheaters geschart«„Opposition" sich inzwischen von der Loyalität des Dorstandes überzeugt. Weitere Ausführungen des Redners galten der praktischen Wirksamkeit der einzelnen Or- ganifationen, wobei besonders ein verstärktes Interesse für die An- regung der produktiven Kräfte in den Mitgliedschaften durch Der- anstaltung von Dolksmusikfchulenkursen, die Pflege eines vom Dilet- tantismus forstührenden Iugendfpiels und die Bildung künstlerisch bedeustamer Sprech- und Bewegungschöre betont wurde. Für eine gesunde, nach künstlerischen Gesichtspunkten orientierte TheaterarbVit feien die Volksbühnengemeinden in vielen Orten bereits von aus- schlaggebender Bedeutung geworden. Reben der ständigen Beratung der Organstationen und einer lebhaften Propaganda standen um- fassende Bemühungen im Interesie einer Einwirkung auf Film und Kino usw. Die Zahl der Beteiligungen des Verbandes an Theater- Unternehmungen wuchs auf 13, fünf Wanderbühnen wurden vom Verband ganz auf eigene Rechnung geführt. Sie boten künstlerisch ausgezeichnetes und wußten im ollgemeinen auch mit ihrer Wirt- fchastsführung zu befriedigen. Schließlich würdigt« der Redner die Beziehungen des Verbandes zum Reich, zu den Ländern und den Stadtverwaltungen. Nicht selten hätten die Organ« der Bewegung hier das„Gewissen" spielen müsien, das an kulturelle und sozial« Verpflichtungen erinnerte. Andererseits aber hätte sich in immer zunehmendem Matze gezeigt, daß Behörden und Parlamente die Bedeutung der Bewegung anerkannten und ihre Arbeit auch mit finanziellen Mitteln förderten. In der Diskussion über den Geschäftsbericht sprach zunächst der Theaterreferent des preußischen Sultusministe- riums, Dr. Seelig. Er konnte darauf hinweisen, daß die er- folgreiche Wirksamkeit der Boltsbühnen und der die Besucherorgani- sationen mit der Staatsverwaltung verbindenden Preußischen Landesbühne allmählich auch das preußisch« Finanzministerium überzeugt hätte, so daß heute dort ein« weit stärkere Geneigtheit als früher bestände, die Arbeiterbewegung zu unterstützen. Erst recht zeige sich bei den deustchen Bühnenleitungen eine fortschreitende An- ertennung der Besucherorganstationen in ihrer Bedeutung für die. Theaterführung. Eine Umfrag« des Bühnenoer eins habe fast restlos Antworten ergeben, in denen die Volksbühnen als wichtige Stütze des Theaters bezeichnet würden. Der Kassenbericht zeigte ein«n ollgemeinen recht günstiges Bild. Bemerkenswert war die Feststellung de» Kassierers, daß der Berband bisher aus eigenen Mitteln mehr als 120 000 M. für diq Tätigkeit der Wanderbühnen aufgewandt Hobe. Der Berichterstatter unterstrich sehr nachdrücklich die Forderung, daß gerade die Tätigkeit der Wanderbühnen mehr als bisher van Staats wegen unterstützt werden müsse. Mit Genugtuung konstatierte der Referent, daß die Beiträge aus den Volksbühnen im abgelaufenen Jahr eine„Rekord- summe" erreicht hätten, ein Beweis für die Festigung der Bewegung. Dem Kasienverwalter wurde dann von der Versammlung Entlastung erteilt. Der erste Verhandlungstag brachte dann nach zwei Referat«. Zunächst hörte die Versammlung einen Dortrag von Wolsgang Schumann, Dresden, der über die Voraussetzungen und dos Wesen von Volksbühnenerfolzen sprach. In den Ausführungen Schumanns trat ein merkwürdiger Pessimismus gegenüber der künstlerischen und kulturellen Bedeutung des Theaters zutage, dem gegenüber Schumann Film und Kino viel höher einschätzte. An die theatralischen Darbietungen der Volksbühne stellte Schumann die Forderung, daß sie mehr als jetzt einem Drama dienen, das sich in den Dienst der Gestaltung von Gegenwartsproblemen stelle. Keines» falls dürften sich die Volksbühnen bei dem heutigen Versagen der dramatischen Produltion und in gewissem Sinn« auch des Theaters ausschließlich auf die Bühnenkunst stützen. Konzerte, festliche Ver- onstoltungen und dergleichen seien mindestens ebenso wichtig. Di« Aussprache über diesen Vortrag zeigte fast auf der ganzen Linie eine Ablehnung der von Schumann vertetenen Austastungen. Der erste Sprecher war der Reichstagsabgeordnete Karl«schreck, Bielefeld. Er wandte sich gegen die Geringschätzung der großen Zahl, die aus Schumanns Ausführungen herausklang. Je größere Masten erfaßt würden, um so eher ließe sich der Weg zur Kunst beschreiten. Auch die dramatische Produktion werde wachsen mit der Stärk« einer gesunden Volksbühnenbewegung. Bon einer„Ber- bürgerlichung" der Volksbühnen könne nur sprechen, wer die Aus- gäbe nicht richtig erkannt Hab«. Bei Film und Radio sah Schreck die Gefahr, daß die Tendenzen zur Oberflächlichkeit noch verstärkt würden. Gewiß habe die Bewegung Film und Radio zu beein- flusten, aber die Hauptsache sei doch, die Masten in den Tempel der Kunst, ins Theater zu führen.(Stürmstcher Beifall.)— In un- geföhr ähnlicher Weise wandte sich B r o d b e ck aus Stuttgart gegen die Red« Schumanns. Seine Ausführungen hätten akade- mische Spielereien gebracht und nicht praktische Fingerzeig«. Erst müsse Quantität da sein, damit sich Qualität entwickeln könne. Zu- nächst gelte es einmal, die Hunderttausende, die ihr Ideal lediglich auf den Sportplätzen finden, von dort fortzubringen und aufnahm«- fähig zu machen für Kulturarbeit. Dafür aber käme allein der von der Dolksbühnenbewegung eingeschlagen« Weg in Betracht.— Bad wandte sich besonders gegen die Ausführungen Schumanns, aus denen eine stark« Geringschätzung des Theaters gesprochen habe. Di« Dolksbühn« müste durchaus das Theater im Mittelpunkt chrer Bestrebungen lassen. Völlig habe Schumann verkannt, daß das Theater nicht nur das Erlebnis literarischer Werke, sondern auch das der Schauspielkunst bringe: und hier fei das Theater heute so lebendig und stark wie nur je. Di« Ausführungen der weiteren Diskussionsredner unterstrichen im wesentlichen dies« Austastungen. Darauf spricht F r i ed e l- Chemnitz über das Thema:„Or- ganifatorische Kleinarbeit"." Er betont«, daß Geist und Organisation zusammengehörten. Freilich dürfe die Organisation kein seelenloser Apparat sein, sondern müsse durchflutet werden von den Zielen, denen das Ringen gelt«. Die Diskussion, die sich anschloß, war kurz. Hervorzuheben ist, daß ein Bertreter aus dem jetzt dänischen Gebiet Nordschleswigs von der Gründung einer Dolksbühnenorga- nifation in Sonderburg berichtete, die auf breiter Grundloge auf-« gebaut ist. aber rannte die Gemahlin ins Schlafzimmer und klingelte am Nacht- käftchenfernfprecher die Nervenheilanstalt an... Und am grünenden Morgen fuhren zur selben Stunde eine Gummidroschke und ein Möbelwagen der Dillo Ofterrieders zu. Die Droschke war schneller, und zwei Irrenwärter sprangen mit einer Zwangsjacke schon die Treppe empor. Franz iaver überlegte am Balkon stehend, was er an verregne- ten Tagen machen sollte. Da wäre ein Lied, von seinem Kanarien- vagel in gewohnter Weise gesungen, wohl das tröstendste--. Durch diese Ueberlegung sah er den Gummiwagen seinem Hoftor zufahren, der chn statt nach Untergrainau ins Dauerbad der An- stall bringen wollte--. Diese Aussicht ernüchterte chn, wie von einem Kugelblitz beleuchtet, aller Kofferirrsinn fiel gleich nostem Mörtel von ihm ab— er schob den Käfig untern Arm und stürzte ohne Hut und ohne Ge- päck dem Bahnhof zu. Dort rollt« der Zug eben langsam zu? Halle hinaus. Franz iaoer erwischt« chn noch beim letzten Puffer, auf den er sich mit seinem Käfig als hinterste Signalscheibe setzte... Sem Jauchzer übertönte noch den Pfiff der Lokomotive...! Nach drei Tagen bekam Franziska«ine Ansichtskart«, die n«? die Worte brachte:„Mr und meinem Vogel gsht's gut. Wir sitzen beide auf einem Apfelbaum— und singen irnd frosten den ganzen lieben Tag...!" Man lernt nie aus! Das heutige Lawn-Tennis-Spiel ist das Ergebnis einer jähr. hundertelangen Entwicklung. Lange Zell wurde das Ballspiel, auf das das Tennis seinen Ursprung zurückführt, nur in geschlossenen Räumen(Ballhäusern) gespielt. Berühmt wurde das Ballhaus in Versailles, in dem 1789 die französische Rationaloersammlung den Schwur ablegte, entgegen dem Willen der Regierung nicht ausein- ander zu gehen. Grundregeln für das heutige Lawn-Tennis wurden erst 1877 in England festgelegt. * Bersilbern tonnte man bereits im Altertum. In einem aus dem Jahre 2500 v. Chr. herrührenden Grab fand' man eine mit Silberfolie teilweife bedeckte Tonoofe. • Aristoteles kannte schon die Schutzfärbung der Tiere sowie den Farbwechsel des Chamäleons als Anpassungserscheinung an die Um- gebung. » „Elend" bedeutete ursprünglich: anderes Land, Fremde, und wurde der Heimat gegenübergestellt. Der Bedeutungswandel dieses Wortes läßt die Heimatliebe der Deutscl)en erkennen. Goethe ge- braucht das Wort noch im allen Sinne, indem er sagt:„Weilen nicht herrliche Männer von hoher Geburt nun im Elend." Er meint damll: in der Fremde. Auch Uhland sagt:„Jedem ist das Elend finster, jedem glänzt das Boterlond." ♦ Ein moderner Frachtdampfer verursacht während seiner Landung täglich 2000 bis 4000 Mark Betriebs-, Unterhaltungs- und Amorti- jationskosten,' „Die Natur als Arzt und Helfer." Ein naturärztliches Hausbuch. Die moderne reformierte ärztliche Wissenschaft gelangt mehr und mehr in ein neues Stadium und knüpft da an. wo die Arbeit des genialsten Arzt-Künstlers der menschlichen Geschichte, Paracelfus, aufgehört hat. Der begabte Arzt freilich, der sich nicht nur auf das Gelernte verlassen hat— um nur an den großen Hufeland oder Hahnemann zu erinnern—, hat sich immer auf den individuellen Organismus des Patienten, auf den Komplex des Krästefpiels im menschlichen Körper, eingestellt—, hat auch den Menschen als Mikro- kosmos aufgefaßt, dessen rhythmische Schwingungen, ausgewogen nach eigenen zentralen Gesetzen, zu beobachten sind. Rur van dieser Basis aus scheint ein« wahre Heilkunst möglich: sie sucht die Quellen aller Naturkräfte ungetrübt zum Fließen zu bringen und ist vorsichtig gegenüber allem Spezialistentum, das allzu leicht mit reiner Symptombehandlung am Wesen der Erscheinungen vorbeigeht. Die Vitamine, von den Rohköstlern und Vegetariern seit 80 Jahren instinktsicher geahnt, sind heute wissenschaftlich nachgewiesen und erforscht. Wenn heute ein Arzt ein Volksbuch auf dem Boden dieser Erkemitniste schreibt, so darf es ernsterer Beachtung sicher fein. Friedrich Wolf hat mehr getan. Wir kennen ihn als Dichter des Romans„Kreatur", der Dramen.Kolonne Hund",„Der arme Komad",.Korittka" usw. Er ist Reformarzt und darf auf eine lange Tätigkeit und Erfahrung als solcher zurückblicken. Jetzt leistet er mit feinem neuen Buche seinen wertvollsten Beitrag für das Wohl der Massen. Die Deutsche Derlagsanstall in Stuttgart bringt es in vorzüglicher Ausstattung heraus.(„2> ie Natur als Arzt und Helfer." Das neue naturärztliche 5)ausbuch.) Das Werk in seiner gründlichen Durcharbeitung, 637 Seiten mit 8 Farbtafeln — vom menschlichen Körper, von Kinder- und Hautkrankheiten, und von Heilpflanzen— mit 455 z. T. originalen, ausgezeichnet wieder- gegebenen Abbildungen tostet freilich 20 Mark. Dennoch sollt« jeder sich diesen unschätzbaren Hausbesitz ermöglichen, eventuell durch Ratenzahlung. In keiner Volksbibliothek dürste es fehlen Es ist nicht zuviel gesagt: Dieses Buch ist ein sehr wesentlicher Beitrag zur Hebung der sozialen Not. In allen Fragen der Lebenshaltung gibt Friedrich Wolf die wertvollsten Ratschläge zu sachgemäßer, gefunder und doch erschwinglicher Ernährung. Mr Erhaltung der Gesundheit. zur Stählung der Lebenskraft im Kampfe ums Dofem, der heute zivilisatorisch und sozial noch unter den ungünstigsten Bedingungen geführt wird Freilich gehört Entschlußkraft dazu, das Leben frei von eingewurzelten Gewohnheiten einzurichten, in Kleidung. Wohnung und Ernährung mit allen Vorurteilen zu brechen. Wasser» Lust. Sonne richtig zu nutzen: vor ollem die Hausfrau muß zu einer Reform des Kochtopfes schreiten. Dorbeugen fit leichter alz Heiken. und so liegt der Schwerpunkt des Buches in der Gebrauchsanweisung des täglichen Lebens. Aber auch für Unglücksfälle und Krankheit werden die notwendigsten Fingerzeig« gegeben, die nicht immer den Arzt ausschalten, aber den richtigen Arzt finden helfen.„Du kennst so viel. Kennst du deinen Körper?" Die Aufklärung umfaßi olle Gebiete, bis zur Sexualreform. Sehr wesentlich sind Friedrich Wolf» Auffchlüsse über die moderne Wohnungsfrage, Siedlimysprobleme und Krankenkassen Er fordert die Errichtung von Iungbornanftallen seitens der Sozialoersicherung. Auch dem Arbeitersport sind gründ- liche Erörterungen und lehrreiches Bildmaterial gewidmet. SgrlLoak,.� Nr. 301* 45. Jahrgang 8. Beilage des Vorwärts Gonniag, 4. Juli 4928 Grv/hjp Jblimt Erstaunlich billig! 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