BERLIN 1 Dienstag, 3. Juli 1928 19 10 310 153 Der Abend™ Erfcheint täglich außer Sonntags. Sugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 45. Jahrgang. 66 Anzeigenprets: Die einspaltige Nonpareillejeife Spätausgabe des„ Vorwärts 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosscheckkonto: Vorwärts- Berlag G. m. b.., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Schweres Straßenbahnunglück Anhängewagen umgestürzt.- Fünfzehn Leichtverletzte. Im Zentrum von Berlin. Das furchtbare Grubenunglück in Roches- la- Moliere 3m Zentrum der Stadt ereignete sich heute furz vor 9 Uhr ein fchweres Straßenbahnunglüd, das mit seinen Folgen start an die Berkehrstatastrophe in der Heerstraße erinnert. Auf der etwas abfchüffigen Neuen Friedrichstraße, unmittelbar hinter der Kreuzung der Stralauer und Schidlerstraße hinter der Waisenbrüde, entgleifte ein Anhängewagen der Linie 49 in voller Fahrt. Der Wagen lief noch faft 30 Meter neben den Schienen her, prallte dann gegen einen Straßenbahnmast und stürzte trachend um. Unter den Fahrgästen des Unglüdswagens brach eine Panit aus. Fünfzehn von ihnen trugen mehr oder minder schwere Verletzungen dapon. Feuerwehr und Städtisches Rettungsamt waren mit einem großen Aufgebot von Reffungs- und Gerätewagen zur Stelle und forgten für den Abtransport der durchweg nur leicht Berletzten. Wie der Unfall geschah. Bekanntlich find wegen der Neubauarbeiten an der Jannowiz brücke, die schon piele Monate dauern, große Verkehrsumleitungen notwendig gewesen. Der gesamte Straßenbahn- und Autobus- sowie Wagenverkehr wird deshalb in beiden Richtungen über die parollel zur Jannowißbrüde laufende Baisenbrüde am Mär fischen Museum umgeleitet. Kurz nach 9, Uhr passierte ein Straßenbahnzug der Linie 49 in Fahrtrichtung Alexanderplaß die Waisenbrücke. Nach kurzer Haltezeit an der Stralauer Straße setzte fich die Bahn wieder in Bewegung. Unmittelbar hinter der Straßenfreuzung Stralauer und Schicklerstraße entgleiste plöglich der vollbesetzte Anhängerwagen. Der Führer muß den Vorfall nicht sogleich bemerkt haben, oder er gab auf das Notsignal des Schaffners nicht sogleich acht, denn der Straßenbahnzug fuhr auf der nur ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) Die Erklärung der Regierung. Die Gozialdemokratie stellt den ersten Redner. Nach den Beschlüffen des Aelteftenrats, der heute mittag gefagt hat, bleibt es dabei, daß bei der Debatte über die Regie. rungserklärung die Sozialdemokratische Partei als die stärkste den ersten Platz auf der Rednerlifte erhält. Die Sozialdemokraten hätten gerne darauf verzichtet, weil sie diese Regelung als höchft unzwedmäßig betrachten. Dem Sinn des Parlamentarismus würde es entsprechen, wenn zunächst nach der Regierungserklärung die Opposition das Wort befäme und dann der Wortführer der stärksten Regierungspartel Gelegenheit erhielte, zu entgegnen. Die von der Sozialdemokratie vorgeschlagene Neuregelung scheiterte an dem Widerstand anderer Fraffionen, und fo bleibt es dabei, daß bei der morgen beginnenden Debatte der Sozialdemokrat Breitscheid als erster das Wort erhalten wird. Die Berlesung der Regierungserflärung durch Hermann Müller dürfte etwa eine Stunde in Anspruch nehmen. Dann vertagt sich das Haus, und eine halbe Stunde darauf tritt die sozialdemokratische Fraffion zusammen. In der Debatte, die morgen beginnt, find jeder Fraktion volle zwei Stunden Redezeit zugebilligt! Man nimmt jedoch an, daß die meisten Fraktionen darauf verzichten werden, diese Redezeit voll auszunutzen und daß man daher schon am Donnerstag zur Abstimmung wird schreiten fönnen. Die Amnestiefrage. Bei den Reichsfujtizminister Dr. och fand heute eme Befprechung der Fraktionsführer über die Frage der Amnestie ſtatt. Es ist bisher noch zu feinem abschließenden Ergebnis gekommen, bie Verhandlungen sollen morgen fortgesetzt werden. Gevering tritt sein Amt an. Amtlich wird mitgeteilt: Reicheminister Severing ließ sich heute Die Beamten und Angestellten des Reichsministeriums des Innern sowie die Leiter der nachgeordneten Behörden vorstellen. Nach einer Begrüßungsansprache des Staatssekretärs Zweigert wies der Minister in seiner Antwort auf die besondere Bedeutung des Reichsminifteriums des Innern als Hüter der Weimarer Verfassung hin und gab der Erwartung Ausdruck, hierbei die Unterstützung der gefamten Beamtenschaft des Ministeriums zu finden, Durch Explosion fanden im Bergwerk Roches- la- Moliere 55 Bergarbeiter einen schrecklichen Tod. Unser Bild zeigt die Einfahrt sowie einen Wagen, der Särge mit einigen der Opfer trägt. Der Berliner Arbeitersport gesundet Der bundesfeindliche Kartellverband wird aufgelöst. Leipzig, 3. Juli.( Eigenbericht.) Die heute vormittag im Haus des Arbeiter- Turn- und Sportbundes in Leipzig zusammengetretene Vollversammlung der Arbeitersportverbände, die der 3entraltommission für Ar beitersport und Körperpflege angeschlossen sind, hat sich eingehend mit den Borgängen in den Kartellen Berlin, Merseburg und alle befaßt. Die Berbandsvertreter waren einig in der Auffassung, daß durch die 3ersegungsarbeit der auf Befehl der Kommunistischen Internationale in den Arbeitersportorganisationen eingerichteten 3ellen dem Arbeitersport schwerer Schaden zugefügt wurde. Die besonders schlimmen Verhältnisse in Berlin, Merseburg und Halle erforderten deshalb eine energische Säuberung von allen Elementen, die Befehle von außerhalb der Berbände stehenden Körperschaften als maßgebend für ihre Arbeit im Arbeitersport anfehen. Die Bollversammlung faßte daher folgenden Beschluß: Das Arbeitersport- und Kulturkartell Groß- Berlin mit seinen Bezirkskartellen, das Bezirksfartell für den Regierungsbezirk Merseburg und das Arbeitersportfartell in Halle an der Saale werden aufgelöst. Aus den bundestreuen Vereinen in Berlin und Halle werden neue Kartelle gebildet, die der Bestätigung durch die 3. bedürfen. Mitglied in diesen kar tellen können nur die Vereine und Ortsgruppen der Berbände werden, die der Zentralfommiffion angeschloffen find, soweit fie feine Beziehung zur kommunistischen Partei Deutschlands unterhalten und feine fommunistische Propaganda in ihren Reihen dulden. Vereine und Ortsgruppen, die in den aufgehen aller Rechte, die sich aus der Zugehörigkeit zur Zentralkommission ergeben, verlustig. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Bezirksfartells Merseburg wird das Bezirkskartell für den Regierungsbezirk Magdeburg, dem die Funktionen eines Provinzialfartells zuerkannt werden, vorläufig betraut. Bis zur Errichtung des neuen Kartells in Groß- Berlin regelt die Geschäfte dort Robert Dehlschläger, in Halle a. d. S. Drescher. Beide haben auch die Neugründung der Kartelle vorzubereiten. Den in Frage kommenden Behörden ist von unseren Maßnahmen Kenntnis zu geben. Nun ist der Weg zur positiven Arbeit im Berliner Arbeitersport wieder frei. Mna wird auch in Zukunft nicht nach der politischen Gesinnung des einzelnen fragen, wohl aber wird streng darauf geEin heißer Tag Mittagstemperatur in Berlin: 30 Grad im Schatten halten werden, daß politische Auseinandersetzungen, die Werbung" für einseitig festgelegte Parteieinrichtungen, furz Radau und 3ank aus den Vereinen verschwinden. Wer sich in der Zentralfommiffion und ihren Bezirken und Kartellen, wer sich in den Berbänden, Bünden und Vereinen nicht nach den bestehenden Statuten und Beschlüssen richtet, nun, dessen Platz ist eben da, wo man Sabotage duldet. Im Berliner Arbeitersport ist's genug damit! gelöften Kartellen bleiben oder an deren Beranstaltungen Antrag auf Todesstrafe gegen Kiebach teilnehmen, an Beschlüssen, Aufrufen usw. mitwirken, werden in die neuen Kartelle nicht aufgenommen und Bericht 2. Seite Das GiraHenbahnunglück. (Fortsetzung von der 1. Seite.) schwach abschüssigen Neuen Friedrichstraße mit vollem Tempo wei- ter. Jetzt geriet der Anhängewagen ins Schleudern und prallte mit der rechten Seite der vorderen Plattform gegen einen Straßen- bahnmast, der wie Glas wegbrach. Der übriggebliebene Stumpf, der etwa Va Meter aus dem Erdreich heransragte, wirkte wie ein Hebel und brachte den wogen zum Umstürzen. Die Kupplung zum Trieb- wagen riß durch und der Anhängewagen legte sich quer über die Schienen. Im Inneren des verunglückten Wagens war eins begreif- l i ch e Panik entstanden. Die Fahrgäste, zum größten Teil Männer zurd Frauen, die sich an ihre Arbeitsstätten begeben wollten, wurden wild durcheinandergeworfen. Jeder versuchte so gut es ging die Ausgänge zu erreichen. Das Fahrpersonal des Vorderwagens, Straßenpassanten und Schupobeamte, die an der Kreuzung den Verkehr regeln, eilten sofort hinzu und halsen an der Bergung der durchweg nur Leichtverletzten. Telephonisch waren das Städtische Rettungsamt und die Feuerwehr von dem Unglück benachrichtigt worden, die mit über 20 Fahrzeugen anrückten. Oberbranddirektor Geinpp und Dr. Paul Frank, der Direktor des Rettungsamtes, leiteten die Rettungsniaßnahmen persönlich. In wenigen Minuten waren alle Verletzten geborgen und in das Bethanien- und Fricdrichshain-Krankenhaus gebracht, von wo sie zum großen Teil bald entlassen werden konnten. Die Unfallstelle mußte in weitem Umkreise abgesperrt werden, da sich in wenigen Minuten eine große Menschenmenge ange- sammelt hatte. Alsbald erschienen auch mehrere Gerätewagcn der Straßenbahn, deren Mannschaften die Unfallstelle von den Glas- scherben und Holzteilen säuberten und im Verein mit der Feuer- wehr daran gingen, den umgestürzten Wagen auszurichten. *- Wie uns kurz vor Redaktionsschluß mitgeteilt wird, liegen zur- zeit noch fünf der Verletzten im Krankenhaus Bethanien. Berliner„Gchwebe"-Bahn? Nach einer Meldung soll sich der B e r l i n e r M a g i st r a l mit dem sensationellen Angebot eines Erfinders beschästigen. das den Bau einer Schwebebahn eigenster Konstruktion betrifft. Es war bereit» In dieser Meldung gesagt, daß eine vollkommen neue Eisenbahnstrecke zwischen Berlin-Eharlottenburg und Potsdam errichtet werden soll, aus der die Bahn die etwa 30 Kilometer lange Strecke in süns(!) Minuten zurücklegt. Wie immer bei diesen phantastischen Meldungen ist hier der WunschderVatcrdesGedankens. Der M a g i st r a t steht dem Unternehmen gänzlich fern; es könnte sich ja dabei auch nur um eine reine Privatbeteilung der Interessenten handeln. An- geblich wäre das Projekt schon Wirklichkeit geworden, wenn die 20 Millionen Mark, die der Bau der Strecke und des Waggon- -Materials erfordert, zur Verfügung ständen. Ingenieur Kruggen- berg, früherer Chefingenieur der Schütte-Lanz-Werke, will ein Be« förderungsmittel erfunden haben, das eine Synthese aus Eisenbahn, Luftschiff und Schwebebahn ist. Die Nochteile, die allen dreien einzeln anhängen, sind durch die Zusammenfassung ausgeschaltet. Von vornherein sei bemerkt, daß die neue Bahn mit der Schwebebahn Barmen— Elberfeld und mit den jetzt üblichen Schwebebahnen gar nichts gemeinsam hat, außer dem Prinzip des Schwebens. Die neue Erfindung konrmt vom Luftschiff her. Die Betriebsunsicherheit des Luftschiffes ist dadurch ausgeschaltet, daß der neue Wagen, der etwa so wie ein Tropfenwagen auf Rädern aussieht, in zwei Stahlschienen — sie sind die Laufbahn des Wagens—, in geringer Höh« über dem Erdboden hängt. Der Waggon hat aber außer den oberen Lauf- rädern auch noch ein unteres Fahrgestell, das für die Brems- Vorrichtung für das Halten an den Bahnhöfen von Bedeutung ist. Der Antrieb des aus Aluminium hergestellten Waggons geschieht durch einen Luftschiffmotor, der«inen Propeller an der Stirn des Waggons in Bewegung fetzt. Dieser Propeller reißt den Tropfenkörper mit großer Geschwindigkeit vorwärts. Eine Nobile-Gruppe gerettei? Der General funkt weiter. 3n Oslo ist das Gerächt verbreitet, daß es dem russischen Eisbrecher ,.K r a f f i n gelungen sein soll. dieLundborg-Gruppe zu retten. Eine Bestätigung liegt jedoch noch nicht vor. Bekannt ist nur, daß der Eisbrecher sich durch 3 Meter dickes Eis in Bich- tung auf das Lager hindurchgearbeitet und noch seiner letzten Stand- orlsangabe sich etwa S00 Seenr'eilen von Nobile» Lager ent- fernt befand. Der Flieger an Bord des Eisbrechers. Tschuch- n o w s k i. hat die Absicht, auch nach den anderen beiden Gruppen Nachforschungen anzustellen. Aeber das Schicksal A m u n d- s e n» ist auch weiterhin nicht» bekannt. Nobile hat den Kapitän des„Kvassm durch Funkspruch gebeten, ihn an Bord zu nehmen, um bei den Rettungsr-rbeiten be- hilflich zu fein. Er erhielt aber zur Antwort, daß der Eisbrecher Befehl habe,[ich ohne Aufenthalt an die Unglücksstätte zu begeben. Von dem verschollenen Flieger B a b u s ch k i n fehlt noch immer jede Nachricht. Bi» zum 6. Juli reichen die Lebeusmiltel, die Ba- buschkin mit sich führt, so daß man noch nicht das Schliimnste befürchtet. Wie die„C i t t a d i M i l a n o" funkt, hat die funkentelegra- phische Verbindung inst derBiglieri-Gruppe durch ein« kleine Aenderung eine erhebliche Verbesserung erfahren und erfolgt jetzt aus der Welle 44. Die Eisverhältnisse sind sehr veränderlich. Der Wal- sischfänger„B ra g a n za" ist endlich in der Virgo Bay eingetroffen und fährt nach der Kingsbay, um Kohlen zu fassen und die Ma- schinen zu überholen. Die Apparate Larsens und Holms werden auf die„Hoby" übersiedeln, um an den Nachforschungen nach Amundsen teilzunehmcn. In einem amtlichen Bericht wird betont, daß Nobile das großmütige Angebot von zwei besonderen Flugzeugen, die mit Kufen versehen sind und in einem Umkreise von.vi Metern landen können, gern annehme. Der bekannte deutsche Flieger Übet habe mit den beiden Apparaten auch ssine Mitwirkung und die von geübtem Personal zur Verfügung gestellt. Wie der englische Unterstaatssekretär Sir Philip Sassoon vom Lustmimstertum im Unterhaus mitteilt«, werden voraussichtlich zwei englische Wasserflugzeuge an der Rettungsaktion für die Jtalia-Mannschaft beteiligen. 3. Abk. Morgen, Mittwoch, 4, Juli, 19!/. Uhr. im Saal l de» Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, außerordentlich« Mitgliederversammlung. Vortrag. Thema wird in der Mittwoch-Morgen- ausgäbe �bekanntgegeben. Die Bezirkssüher sind vervstichtet, einzuladen. Stellungnahme zum Ausschluß eines Mitgliedes. Die Mutter des Mörders. Oer Staaisanwali beantragt die Todesstrafe. Bildete den Höhepunkt der gestrigen Sitzung die dra- malische stumme Szene mik dem Vater der Ermordeten. so war es heute die tragische Aussage der Müller des Mörders. 3hr Schmerz schien auch den Angeklagten lies zu ergreifen: Er saß da, hochrot, mik tiefgesenklem Kops. Als ein von der Muller an ihn ins Gefängnis gesandter Brief verlesen wurde, weinten beide. Müller und Sohn. Es ist eine eigene Sache um diesen Mörder. Da war der Direktor des Stadtvogteigesüngnisses v. H o l tz e n d o r f f als Zeuge. Cr fand den Angeklagten nach dem Weihnachtskonzert wie be- jinnungslos auf dem Boden seiner Zelle liegend. So beeindruckt war er vom Gesang. Der jung« Mensch tat dem alten erfahrene» Gefängnisbeamten derart leid, daß er sich um ihn besonders viel kümmerte und sich schließlich fragte: Wie hatte er nur sein Ber- brechen begehen können? Da ist der frühere Freund des Angeklagten. B., dem er sofort nach der Tot von dem furchtbaren Geschehnis Mitteilung gemacht hatte, und der ihn später bei der Polizei angezeigt Hot. Es war ihm äußerst schwer gefallen, denn er war nicht ollein Kicbachs Freund, sondern hatte auch zeitweilig ein Verhältnis mit dessen Schivestcr. Die Frau des B, er- zählt, wie Kiebach am Mittwoch abend nach ihrem Mann gefragt hatte, und wie sie am nächsten Morgen, als dieser ihr mitteilte, daß Kiebach das Mädchen überfallen und beraubt habe, von ihm verlangt habe, daß er sich sofort zur Polizei begebe. Er weigerte sich jedoch, dies zu tun. Zwischen den Eheleuten entstand ein heftiger Streit deswegen, der sich am Abend und am nächsten Tage wiederholte. Erst dann entschloß sich ihr Mann, die An- zeige zu erstatten. B., der wegen seiner Anzeige von der früheren Kicbach-Elique aufs schlimmste verfolgt wurde, inachte seine Aus- sagen mit einer gewissen inneren Erregung. Kiebach ist im Junggesellenheim, in dem er übernachtet«, am Mittwoch gegen 9 Uhr erschienen, Hot sich zu ihm auf den Bettrand gesetzt und ihm zugeflüstert:„Verdammt. Habe kein Schwein gehabt. Bin im Vorortzug den ganzen Tag gefahren. Habe gesucht und gesucht. Schließlich ist ein Mädchen eingestiegen. Immer wieder kamen Leute. Dann bin ich mit ihr allein gewesen. Aas hak einen verdammt harten Kopf gehabt. Hat geschrien. Hab immer zugeschlagen und zugeschlagen. Hab aufgepaßt, daß ich keine Blutspritzer bekomme. Bei der Gegen- wehr hat sie mir das Hemd zerriffen." Nach diesem Gespräch über« reichte ihm Kiebach ein Paket, in dem sich u. a. das zerrissene Hemd und die blutigen Handschuhe befanden, und außerdem noch das eisern« Lineal. Als dann von der Verteidigung, um die Aussage des mehrfach vorbestraften Zeugen zu erschüttern, die Frage aus- geworfen wird, ob er die Strafanzeige nicht wegen der B e l o h- n u n g erstattet habe, erklärte Kriminalrat G e n n a t, daß B. feine Bekundungen der Polizei unter dem schwer st en seelischen i D r u ck gemacht habe. Nun ist die Mutter des Angeklagten an der Reihe, eine. Z3jährige Frau, der man ihr schweres Eheleben wohl ansieht. Zwei Jähre lang war die Ehe glücklich: dann begann ihre Leidens- zeit. In der Nacht nach der Entlassung ihres Ntannes aus dem Gefängnis wurde Horst gezeugt, und während der Schwangerf-halt erhielt sie von dem Ehegatten dauernd Schläge. Im?llter van drei bis vier Jahren litt der Junge nach einem Fall an Kramp» fe n. Als er etwa neun Jahrs alt war, begünstigt« der Vater in ihm eine gewisse Graßspurigkeit. Er hielt ihn dazu an, daß er Uniform trag«, versorgte ihn mit reichlichem Taschengeld und oeranlaßte ihn, Cafes zu besuchen. Später schlug er ins direkte Gegenteil um. Als der Junge Lehrling wurde, hielt er ihn im höchsten Maße knapp. Dafür sagte er ihm aber:„Wenn du was mitbringen kannst, so bringe es nur ruhig mit.* Und der Knabe st a h l auf seiner Lehrstelle, bis er entlassen wurde. Auch auf der zweiten Lehrstelle meinte der Vater:„Wenn du für dich was mitbringst, kannst du auch für uns was mitbringen" Als dann die Zeugin das Verhältnis des Mannes zu ihr und.zu den Kindern schildert, kann sie ihrer Tränen nicht Herr werden. Der Vater war auf die Kinder stets schlecht zu sprechen. „Totschlagen muß man sie", sagte er gewöhnlich. „Und wenn Du dazwischen kommst, erhältst Du Dresche." Der Vater Kiebach, ein etwa öVjähriger Mann, dessen blosses Gesicht brutale Züge zeigt, verweigert feine Aussage. Todesstrafe beantragt. Roch einem halbstündigen Plädoyer beantragte der Staats» a n w o l t gegen Horst Kiebach wegen schweren Raubes mit Tod's- erfolg in Tateinheit mit Rkord die Todesstrafe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit. Zwei Bagaietten. Hugenberg, der Besitzer des Schcrl-Verlags, veröffentlicht zur Erbauung feiner Leser einen Brief. Der Inhalt: keine Verwaltungsresorm ohne Abschaffung des Parla» mentarismus und ohne Diktatur des Reichspräsi- denten. Ein altes Lied. Das schönste daran ist die Begleitmusik: Das ganze Volk nämlich ist noch Hugenberg van der Entrüstung über unser heutiges Parlaments- und Parteiensystem schon in solchem Maß erfüllt, daß es . nur der einheitlichen Losung seitens der führenden Kopie und Kräfte bedürfte, um rettenden Taten in absehbar naher Zukunft die Wege zu ebnen. Also darum hat das Volk am 29. Mai links gewählt, darum hat es der Demokratie und dem Parlamentarismus sein Vertrauen ausgesprochen! Bor lauter Entrüstung über die Demokratie hat es f ü r die Demokratie gestimmt. Jetzt weiß man'». Und doch fragt man sich: Wie ist es möglich, daß ein solcher blühender Blödsinn gedruckt wird? Nun: weil Herr Hugenberg ein« Zeitung hat, und weil er auf die Dummheit seiner Leser vertraut. In Bad Kreuz wurde ein österreichischer Staatsangehöriger verhaftet, weil er für die Fremdenlegion warb. Lang« verkehrte er in den„besten Kreisen"(die meist Hugenberg-Lescr sind). Erst nachdem der hoffnungsvolle Mann seinem Wlrt die Zeche allzu- lange schuldig blieb, kam man seinem Handwerk auf die Spur. Man fragt sich: Wie ist es möglich, daß die zuverlässig nationalen Kreise auf den Agenten ihres„Erbfeindes" hineinfielen. Nun, dieser Mann mit dem urdeutschen Namen Franz Moire Gericht über Lambach. -Wirst du ungezogener Knabe mir gleich den Sah nach' sprechen: das ganze deutsche Volt ersehnt die Wiederkehr der Hohenzollern!" hatte es sich viel leichter gemacht als sein Vorbild Harry Domcla. (Der markiert« wenigstens einen richtiggehenden Prinzen.) Er gab sich einfach als Stohlhelmcr und Anhänger' Roßbachs aus— und die Pordertür bester Herrschaften stand ihm sperrangelweit offen. .* Ob Hugenberg, ob Mair«— sie schätzen ihre deutschnationalcr Freunde richtig ein. Vielleicht werden diese— so unwahrscheinlich es sein mag— doch einmal alle! Zum Tode Hemn'ch Kaufmanns. Das Ableben Heinrich Kau f m a n n s hat auch über den Rahmen der Derbraucherbewegung, deren Führer« war, lebholte Teilnahme hervorgerufen. So hat der Bundesvorstand des ADGB. an den Zentraloerband deutscher Konsumvereine, Hamburg, folgen- des Telegramm gerichtet: „Der Tod Heinrich Kaufmanns, des großen Führers der Ge- nossenschaftsbewegung, hat bei den Gewerkschaften tiefe Trauer aus- gelöst. Seine schöpferische Kraft, sein umfassendes Wissen und sein vorbildliches Wirken hoben Großes geschajsen. Seine Werke leben in der Nachwelt fort und sichern seinem Namen Ehre und Ruhm. Zu dem schweren Verlust, den sein Tod dem Zcntralverband zuge- fügt hat, sprechen wir Ihnen unsere aufrichtigst« Teilnahme aus." Der Bundesvorstand des AfA drahtete an den Zentraloorstand deutscher Konsumvereine: „Bon Trauer erfüllt über das Abieben Heinrich Kaufmanns, dem großen Vorkämpfer des Genossenschaftswesens, sprechen die frei- gewerkschaftlichen Angestellten dem Zeniralverbano deutscher Kon- sumvereine ihr herzlichstes Beileid zum Derlust ihres großen Führers aus."_ Die ersten Keriensonderzüge. Massenandrang auf allen Bahnhöfen. Am heutigen Tage fahren die ersten Fericnson der. Züge mit dem Heer der Kinder den ersehnten Zielen zu, Schoo in l n Ansahrtstraßen staut« sich der Verkehr der Fußgänger und Fubr- zeuge: Straßenbahn und Autobufls waren übervoll besetz!. neben ihnen schoben sich die Kolonnen der Autodrojchkcn nur langsam vor- wärt». Die Bahnbeamten und die Gepäckträger hatten einen s,i>... ar Tag: dort hatte eine Mutter ihr Kleinstes verloren, hier war wieder ein Streit wegen der Belegung der Plätze zu schlichten, an den Sperren stauten sich Koffer, Pakete und Rucksäcke zu uniiber- steigbaren Hindernissen— kurz, ein Hexensabbat entstand in den rauchgefüllten Bahnhofshallen. Als dann d-e ersten Züge anruckten, die Lokomotiven ächzend und stöhnend die schweren Lasten aus den Hallen zogen, da wollte der Jubel und Trubel lein Ende nehmen. Riesenvcntilen gleich saugen die Berliner Fernbahnhose die tust- und sonnenhungrigen Berliner aus, um sie aus jtählcrnen Bändern in die ersehnte Ferne zu schicken. -» Wie die Reichsbahndirettion mitteilt, hat der Reise- verkehr bereits gestern sehr stark eingesetzt. Heute nachmittag war der Ansturm zeitweise so stark, daß es vor den Sperren zu großen Polonäsen kam. Die planmäßigen v- und Eilzüge sind durchweg bis zu 199 Prozent besetzt. Auch die Feriensonderzüge, die heute und in den nächsten Tagen Berlin verlassen, sind sämtlich aus er- kauft. Bereits jetzt mußten zahlreiche Vorzüge zu\ Hauptzügen noch allen Himmelsrick'tungen eingesetzt w" i Auf den Abgangsbahnhöfen werden in versorgender. �: ständig mehrere Züge fahrfertig und unter Dampf bereit ge' u die im Bedarfssalle sofort als Vor- oder Nochzüze in Betrica e- stellt werden können. Dez weiteren ist auf den Bahnhöfen in cn Dienstzweigen das Personal zur reibungslosen Abwicklung ves Der- kehrs verstärkt worden. Bisher ist es auch nirgends zu nennens- werten Stockungen gekommen, zumal auch das reifende Publikum auf den Erfahrungen der Vorjahre genügend gelernt hat. In Bukarest wurde der Chefredakteur der in Kischinew in russischer Sprache erscheinenden Zeitung„Utro", I a c o b o w i t s ch. in seiner Wohnung ermordet aufgosunden. Ein mit chm zusammen» wohnender Russe ist spurlos verschwunden, Das Reichsbanner marschiert.. .... auch in den Domänen der Reaktion. Regensburg, 3. Juli( Eigenbericht). Zum erstenmal seit Bestehen des Reichsbanners marschierten am Sonntag die Republikaner der Oberpfalz zu einer impofanten Rundgebung in der emporblühenden Induſtriestadt Weiden auf. Es waren Tausende, die da in einer seitherigen Domäne der bayerischen Reaktion ein Treuegelöbnis für die Republik und ihren sozialen und demokratischen Ausbau ablegten. Gleich wie ein Fadel zug am Borabend für die Etärkung der republikanischen Front auf diesem steinigen Boden Zeugnis abgelegt hatte, so bewiesen auch die zahlreichen schwarzrotgoldenen Fahnen an allen Ecken und Enden der Stadt, daß in Weiden dem republikanischen Gedanken der Boden bereitet ist. Enthüllung von Ebert- Denkmälern. Rendsburg, 2. Juli.( Eigenbericht.) Bei starker Beteiligung des Reichsbaners aus den schleswig Holsteinischen Bezirken und unter großer Anteilnahme der Bevölke rung und in Gegenwart von Vertretern staatlicher und kommunaler Behörden sowie einer Abordnung der Reichswehr wurde gestern = in Büdelsdorf ein Ebert Denfmal für den Kreis Rendsburg enthüllt. Mitten auf der herrlichen, an der Elder gelegenen Boltserholungsstätte steht das Denkmal, ein schlichter, dreifa tiger Steinförper, der aus den sich anlehnenden Broden wuchtig bis zur Höhe von 12 Meter herauswächst, die Wiedergeburt des Landes aus dem Chaos versinnbildlichend. Ministerialdiretto: Spieder Berlin, Senator Kird Altona und Rechtsanwalt Dr. Koch Altona hielten die Beihereden. Gemeindevorstehe: Jacobs übernahm dann das Denkmal in die Obhut der Gemeinde. Anschließend fanden Sportkämpfe der Irgendgruppen statt. Bad Frankenhausen, 2. Juli, 1 Kunst, Behörden und Parteien. Bom Deutschen Volksbühnentag. Auf dem soeben geschlossenen 9. Deutschen Boltsbühnentog in Mainz hielt der erste Bürgermeister Dr. Burmann. Bunzlau, Mitglied des preußischen Staatsrats, einen Vortrag über das Thema„ Boltsbühnen, Staat und Gemeinden". Burmann bedauerte die tragische Tatsache, daß in Deutschland teine einheitliche Staatsgewalt vorhanden sei, um die geistigen Kräfte zu pflegen und zu fördern. Ein großer deutscher Staat würde auch der deutschen Boltsbühnenbewegung ganz anders nüßen können. Scharfe Worte fand er für das mangelnde Berständnis, das bei behördlichen Stellen immer wieder für die Bedeutung der Kulturarbeit zu finden sei. Viel zu wenig habe man erfannt, mas der Mensch als Mittelpunkt aller Staatspolitik an Maßnahmen einer sozialen Bildungs- und Kunst pilege erfordere. Ueberzeugend wies er auf den Widerspruch zwischen den guten Grundsägen der Reichsverfassung und ihre schlechte Berwirklichung hin. Er gab aber auch der Hoffnung Ausdrud, daß die Bassivität des Reichsministeriums des Innern bald einer stärkeren Aktivität Blaz machen würde, wenn jezt ein neuer Mann das Ministerium übernehme, der aus eigenen Erfahrungen heraus misse, was die Maffe an Bildungs- und Kunstmerten brauche. Die Kritik des Redners galt weiter der Bureautratie im allgemeinen. Die Gründung der Preußischen Landes. bühne durch das Berliner Kultusministerium habe mohl den Aus blic auf neue unbureaukratische Methoden staatlicher Kunstpflege gesunde Theaterarbeit zu schaffen, die sich aufs beste bewährt habe. Schließlich richtete Burmann den Blick noch auf die Bedeutung der Brovinzen als Verwaltungsorgane und begründete ihre Berpflichtung, den Bolfsbühnengemeinden und ihren Wanderbühnen eine bessere Eristenzgrundlage zu schaffen. Die Bereitstellung aus= reichender mittel für eine so mertvolle Kulturarbeit, wie fie die deutschen Boltsbühnen leisteten, bezeichnete er als eine Ehrenaufgabe aller staatlichen und gemeindlichen Stellen. Die Ausführungen fanden eine bis zum letzten Wort gefesselte Zuhörerschaft und stürmischen Beifall. Eine anschließende Aussprache brachte noch manch gutes Bort zum Thema. Unter anderem wies Prof. Kestenberg- Berlin darauf hin, daß nicht nur die Bureaukratie der Behörden einer ausreichenden Unterstützung fruchtbarer Kulturarbeit hinderlich sei. Aud die Fraktionen der Parlamente, auch die Barteien und die Gewerkschaften brächten den hier vorhandenen Notwendigkeiten nicht das erforderliche Verständnis entgegen. Bewegung löfte seine Feststellung aus, daß beispielsweise in Preußen noch der Staatshaushaltsplan von 1913 die Grundlage für alle Etatposten abgebe und daß die Einstellung von Mitteln für ., neue" Aufgaben ständig wieder abgelehnt werde! Gemeindevorstehe: cröffnet, aber noch handele es sich um einen Anfang. Es folgten Wechsel in der Leitung der Kroll- Oper. Hier fand am Sonntag die Weihe eines von der ReichsbannerOrtsgruppe Bad Frankenhausen gestifteten Ebert- Gedenksteins statt. Erschienen waren vor allem die Reichsbanner- Ortsgruppen des Bezirks Nordhaufen mit ihren Fahnen. Nach Begrüßungsworten des Gauvorsißenden Apel- Weimar hielt Reichstagspräsident Löbe die Festrede, in der er die geistige und politische Entwicklung des ver storbenen Reichspräsidenten schilderte. Nach der Enthüllung des Gedenksteins, den eine Erzplatte mit dem wohlgelungenen Bilde Eberts schmückt, solgte ein festzug durch die Stadt. Der neue Präsident von Merifo. General Alvaro Obregon wurde bei der Neuwahl des Staatsoberhauptes mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten von Mexiko gewählt. Er ist somit der Nachfolger des turnusmäßig ausscheidenden Präsidenten Calles, dessen Politik er nach seinen Erklärungen fortsetzen will. Der noble Ton. Hafenkreuz und Sowjetstern verstehen sich. Ruth Fischer ist tot, aber Paul Fröhlich, jetzt wieder tom munistischer Reichstagsabgeordneter, lebt noch. Und so zog er denn aus, um die völkischen Studenten davon zu überzeugen, daß die Kommunisten eigentlich ganz nette Menschen seien. Das war in einer Aussprache, die Freitag abend vor sich ging, und zum Thema hatte: Klassenkampf und Boltsgemeinschaft". Etwas ähnliches also, wie zur Schlageterzeit der ehemaligen Heldin Ruth Fischer. Zuerst redete Herr Friedrich Hielscher von den Hakenkreuzlern, und dann.... Doch hören wir den Bericht im Hugenbergschen Tag": Der fommunistische Reichstagsabgeordnete Fröhlich verfuchte in durchaus noblem Ton das Einigende und Trennende zwischen Kommunisten und Nationalisten aufzustellen." Na also, dann geht's ja. Wenn der durchaus noble Ton" zwischen Hakenkreuz und Sowjetstern anhält ,. dann ist der Tag nicht mehr fern, an dem das Trennende ganz verschwunden ist und nur noch das Einigende bestehen bleibt. Inzwischen aber werden wohl die sozialdemokratischen Arbeiter den ihnen bekannten„ noblen Ton" weiter zu hören bekommen, der sich in Gebrauch von Schimpfworten, im Werfen von Biergläsern, in Fauftschlägen und Messerstichen zu äußern pflegt. Im Zeichen der„ Abrüftung". Frankreichs große Flottenparade. Paris, 3. Juli. Der Excelfior veröffentlicht aus Anlaß der Flottenschau in Le Havre eine Unterredung mit dem Marineminister Leygues über den Wiederaufbau der französischen Flotte. Lengues erklärte ua.: Zum ersten Male seit dem Ende der Feindseligkeiten find 80 Kriegsschiffe und 50 marineflugzeuge im Kanal zufammengezogen. Die Flottenschau sei die Bekundung des Wiederaufbaus(!). Während des ganzen 19. Jahrhunderts hat Frankreich die zweite Stelle unter den Marinemächten der Welt innegehabt. Die französische Flotte von 1914 fam aber hinter den Flotten Englands und Deutschlants. Die Lage nach dem Kriege war fritisch. Sehr viele fremde Nationen und Kolonien sahen französische Kriegs schiffe felt 1914 nicht mehr. Die von Frankreich befolgte Flotten politit hat nunmehr die Lage geändert sehr interessante Ausführungen über die Bedeutung der Mittel- und Kleinstadt im sozialen Organismus und die Notwendigkeit, gerade hier Kulturarbeit zu leisten; ihnen schlossen sich Darlegungen über die Art und Weise, an, wie die Stadt Bunzlau es vermocht habe, durch engste Zusammenarbeit mit einer örtlichen Boffsbühnen. gemeinde und Ansiedlung einer vom Berband der Deutschen Bolfs bühnenvereine gegründeten Banderbühne eine neue Grundlage für Französische Bettgespräche. Renaissance Theater. Lange wird die Szenenreihe„ Das Bett" von Henri 2avedan, die das Renaissance Theater mit viel Zärtlich feit und Bembergseide inszeniert hat, nicht ziehen. Aber solange es roch unterhaltungsbedürftige Zuschauer gibt, die sich durch den An blid non Betten in verschiedener Ausstattung und mit verschiedener einschläfziger und zweischläfziger Berwendungsmöglichkeit langweilen lassen wollen, solange wird das Uitgespräch fursieren: Bohin gehen Sie heute?"" Ins Bett", womit dam die Borstellung im Renaissance- Theater gemeint ist. Der Doppelfinn hat auch seine Berechtigung. Man schläft bereits furze Zeit nach dem Beginn der Borstellung ein, wird allerdings alle Najelang von dem fetten Gelähter jeter Beute aufgestört, die zweideutige Anspielungen für furchtbar ulfig halten. Die Szenenzeihe begint mit einem Prolog, der also endet: Unseres Lebens 2 und 3 ist das Bett. Bon dieser Meinung versucht der Berfaffer uns in manchmal char. manter, meist zweideutiger Form zu überzeugen. Zunächst erschleicht er sich das Vertrauen des Publikums, indem er im ersten Bild zwei tugendhafte Backfischbetten mit Inhalt auf die Bühne stellt. Allmählich aber rückt er tem Thema bedenklich näher, auf das es ihm hauptsächlich anzufommen scheint: der erotischen Bedeutung des Betts. Häufig entschlüpfen ihm amüsante, ja, graziöse Banmots. Die Ehefrau eröffnet z. B. ihrem Mann:„ Ich habe nur geheiratet, um nicht allein im Bett zu liegen. Ich habe Angst por Dieben. Mördern und vor dem Gewitter." Hauptsächlich sind Lavedans Wißchen aber weniger graziös. Ganz schlimm wird die Anthologie des Bettes zum Schluß. Da glitscht nämlich sein Bleiftift auf der schlüpfrigen Blattheit aus und landet in sentimentaler andstreicher und Badfischlprit à la Herzblättchens Beitvertreib. Ilm wenigstens eine fleine Wirkung zu erzielen, müßten die Bilder Schlag auf Schleg folgen. Das ist auf der technisch unzureichenden Bühne des Renaissance- Theaters nicht möglich. Die Langeweile, die von den Bildern ausgeht, wird durch die endlosen Baufen ins Unermeßliche gesteigert. Unter den Darstellern fällt eine neue Begabung auf: Ingeborg Bartich. Sie fann faft so nett plaushen, wie ihr großes Borbild, die Grete Mosheim. Un eingeschränften Erfolg hat die musikalische Untermalung des Wal ter Goehr, der luftig und mit Esprit bekannte Melodien mit Ernst Degner. Hilfe des Saxophons zerquetscht. Die ungefüßte Eva." Theater des Westens. Bier Herren zeichnen für den Tegt verantwortlich. Aber das Refultat steht in feinem richtigen Verhältnis zu dem Aufwand. Ein Privatgelehrter will die Versuchungen des heiligen Antonius an sich felbft erproben. Aus diesem Grunde lebt er mit seiner Frau ein Bierteljahr im Zölibat. Zwei Bettern sind außerdem anwesend und sorgen für die notwendigen Komplitationen. Am Schluß Moral und damit Ordmung in der bürgerlichen Welt. Das Libretto beruht auf einer albernen Boraussetzung, ist aber gut und folid gezimmert. Blödes, allzu Blödes wird vermieden, Sentimentalitäten erscheinen nur in Rebensägen. Die Verfasser sind feine originellen Geister, haben jedoch Wiß genug, um alte Formen auf Novitäten zu ftili fieren. Martin Knopfs Musit wahrt immer eine anständige Haltung. Sie ist besser im Dreivierteltakt als im Stepprhythmus. Manchmal etwas verwaschen und füßlich, manchmal mit Anfängen zur Schlager. bildung, fließt sie ruhig und heiter dahin, ohne Erhebungen und auch ohne Tiefen. Da fein Chor auftritt, findet Knopf teine Gelegenheit zum prächtigen Finale. Jedenfalls instrumentiert er forgfältiger als die Mehrzahl seiner Kollegen. Der Dirigent Artur Guttmann strafft die Melodien, unterstreicht den Rhythmus und macht alles glitzernder, lebendiger. Carl Fischer, der Regisseur, stellt die Aufführung auf Natür lichkeit, tilgt energifch zu aufdringliche Operettenschablone aus, macht fchüchterne Bersuche, fammerspielartige Birkungen zu erzielen, und so ist diese Borstellung mit Lori Bug, Elle Bötticher, mit Stepanet. Riper und Neruda eine der beften, die das Theater des Westens herausgebracht hat. J.G.. Die zweile Mufifolympiate tes 2eningrader Gemerfichaits. verbandes fand diefer Tage vor einer Zuhörermenge von mehreren zehntausend Verfonen unter freiem Himmel statt. Neben einem Arbeiter Botalchor von 2000 Mitwirkenden nahmen an der Veranstaltung verschiedene Blas, Harmonita-, Balaiafa und Mandolinenorchester teil. fann. Otto Klemperer hat ersucht, ihn von den Geschäften des Operndirefiors zu entbinden, damit er sich ausschließlich seinen musikalischen Aufgaben als Generalmusifdirettor widmen Dem Ersuchen wurde stattgegeben und an seiner Stelle Ernst Legal vom Staatstheater Kassel mit der Leitung der Oper am Platz der Republik beauftragt. Hundstagspoffe. Die Reise durch Berlin in vierzig Stunden. Zur Berforgung der Asphalttreter, die troß der Hundstage nicht ins Grüne fönnen, bearbeiten Paul Nikolaus und Willi Schäffers eine Alt- Berliner Posse von Salingré und nennen das Ding Die Reise durch Berlin in vierzig Stun den". Nikolaus und Schäffers gehören zu den liebenswürdigen Groß- Berliner Großschnauzen des Kabaretts. Wenn sie eine Boffe zusammenkleistern, dann handelt es sich auch um fröhliches Tingeltangel. Herr Knopp aus Landsberg hat also die Vierzig- StundenReise durch das Amüsier- Berlin zurückzulegen, damit Halberstädter. und Regensburger, seine geliebtesten Feinde, 50 000 Reichsemmchen an ihn verlieren. Denn die beiden glauben nicht, daß Knopp die Sache schafft. Und er schafft sie doch, obwohl ihm seine Frau, die Heuschrecke, und die große Filmnutte Rita und noch einiges anderes Weibchenvolf usw. usw. über den Weg läuft. Er schafft in vierzig Stunden Lunapart, und Wannseebad, und Reimannball, und Kempinski, und Kinopremiere usw. usw. Mar Ehrlich, Ostar Sabo und Siegfried Behrisch halten die Wette, sehr fomisch, sehr falauernd. Ihre Tertdichter, besonders ihr Lieder komponist Willi Rosen, haben ein vorzügliches Gedächtnis. Die Wizmottenfifte pufft alles aus, was zum Hundstag gehört. Da außerdem noch Fräulein Berliner und Fräulein Kutschera und das übliche strammbeinige Ballettkorps und noch ein halbes Dugend von Schmalztenören mitwirken, gelingt die Sache. Vielleicht macht das Lustspielhaus fogar bis zum nächsten Thielscher- Stüd nod) Sommergeschäfte. M. H. Gommer im Balhalla Theater. Man macht sich das Leben bequem. Eine Sammlung Schlager aus allerlei Operetten, dazu ein verbindender Legt, und das Ganze nennt man Der Wirt vom Heidekrug". Gegen das musikalische Potpourri ist nichts einzuwenden, doch der Text ist sogar für diese Bühne zu harmlos. Hier hat der Autor nichts vergeffen. Von den Bäumen in Lenzespracht, rauschenden Küffen, Findelfindern und Rheinlandbegeisterung bis zur Rührungsträne, entfagendem Edelmut und Situations- und Wortwigen ist alles vorhanden, was zu dem eisernen Bestand der Librettofonfektion gehört. Wie gesagt. es geschieht im Tert Schauerliches. Besser ist die Aufführung. Ein Miniaturorchester mit einem handfesten Klavier betreut geradezu hingebungsvoll die Begleitung der Schlager. Auf der Bühne herrscht Sommer, doch trotzdem geben Franzl Köhler, Fränze Sanden, Willi Coper. Erich Briefe, Mag Walden und Herbert Juppe diskutierbare Leistungen. Das Publikum ist begeistert, und man wundert sich über die Anspruchslosigkeit gewiffer Berliner, die noch immer an diesen harmlosen Gemütsbewegungen Gefallen finden. Uebrigens ist es unbedingt notwendig, daß eine der Darstellerinnen ein Kleid mit schwarzweißroter Bordüre trägt? ―t. Physikalischer Ausländerferienfurfus in Berlin. Die Universität Berlin hat in diesem Sommer zum erstenmal einen wissenschaftlichen Ferienkursus für Ausländer veranstaltet, als dessen Gegenstand theoretische Physik gewählt worden ist. Den Ehrenvorsitz führen Bland und v. Laue; Borlesungen halten v. Laue, Reidenbach, Schrödinger, Ladenburg, Hettner, v. Mises, Becker, v. d. Bahlen, Bothe und Czerny. Außerdem umfaßt das Programm des Kurses, der vom 2. bis 21. Juli dauert, eine Sonderveranstaltung mit Vorträgen von Nernst. Wehnelt, Pringeheim und Lange, Besichtigungen der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt und der Funkstation Nauen, sowie gesellschaftliche Veranstaltungen, darunter ein gemeinsames Abendessen mit einem Vortrag Sprangers über die Wissenschaftsidee der deutschen Universität Der Erfolg dürfte tiefen ersten derartigen Versuch Berlins rechtfertigen; die Anmeldungen waren außerordentlich stark, besonders aus Mitteleuropa, Rußland, Japan und den englisch sprechenden Ländern " Der Roman einer Elfjährigen. Im Jahre 1909 schrieb, so teilt die Literarische Welt" mit, die damals elfjährige Muriel Hodder einen Roman, den sie Bar, das abenteuerliche Pferd" betitelte und, nachdem sie damit in ihrer Familie nicht auf die erwartete Anerfennung gestoßen war, in eine Schublade gesperrt hatte. Bei einer Uebersiedlung fam das längst vergessene Manuskript zum Borschein, fand den Gefallen des gestrengen Edward Garnett und durch seine Empfehlung Unterkunft bei einem Verlag. Das abenteuerliche Pferd Bar wird nunmehr, nach zwanzig Jahren, von einem sehr ernsten Kritifer eingeleitet und von einer befanten englischen Künstlerin illu striert, seinen romantischen Ritt auf den Büchermarkt antreten. 11300 Acht Jahre ohne Lohn gearbeitet. Wie Hausangestellte ausgebeutet werden. hwerem Herzen, bereit, zwar nicht die geforderten 3000 m., aber doch immerhin 300 M. zu zahlen. Dem guten Zureden des Richters gelang es schließlich, die Summe auf 500 M. zu erhöhen. Wenn in manchen bürgerlichen Zeitungen von Hausangestellten| Und so erflärte sich schließlich die Beklagte auch, wenn auch mit die Rede ist, so fast immer mit der höhnischen Nebenbezeichnung Die Perle". Die Perle ist immer undankbar gegen die„ gütige, um ihr Wohl besorgte Herrschaft". Die Perle bekommt immer nur höch fen Lohn, prachtvolles Essen und wird überhaup: wie ein Kind im Hause gehalten. Ganz abgesehen natürlich davon, daß sich mancher Hausherr der alleinstehenden jungen Hausangestellten besonders lebevoll annimmt. Die Perle ist aber immer unzufrieden und ve: dient gar nicht, bei einer so herrlichen Gnädigen zu sein. Wie es aber in Wirklichkeit sein kann, davon legt der folgende Bericht eine: Berhandlung vor dem Arbeitsgericht 3eugnis ab. Das Mädchen, um das es ging, war als Polenflüchtling nach Berlin gekommen. Eine mitleidige Familie nahm sie auf. Als Saustochter, jo jagte die würdige Dame, die das eigentliche Obe: haupt der Familie war. Als Dienstmädchen, so sagte der Flüchtling felbst. Jedenfalls mußte sie acht Jahre lang überall im Haushalt helfen und gelegentlich auch im Geschäft als Verkäuferin mit tätig sein. Eine Entschädigung in barem Gelde erhielt sie nicht. Sie beTam nur, was sie zum Leben brauchte und die notwendige Kleidung. Aber man hatte ihr, als man sie als armen und ausgehungerten Flüchtling ins Haus nahm, versprochen, sie wie ein Kind zu halten, und später einmal, wenn sie etwa heiraten follte, ihr eine ftandesgemäße" Mitgift zu geben. Dieser Fall war jest, nach acht Jahren, eingetreten. Und da die Familie, bei der sie seinerzeit als Flüchtling Aufnahme gefunden hette, fehr wohlhabend war, so glaubte fie, als Mitgift wenigstens 3000 M. beanspruchen zu dürfen, zumal sie ja während acht Jahren feinen Cohn für ihre Arbeit erhalten hatte, abgesehen von gelegentlichen fleinen Taschengeldern. Die Herrschaft" aber dachte gar nicht daran, die geforderte Mitgift gutwillig zu zahlen, sie sprach von Indankbarkeit und Unvers hämtheit und meinte, eigentlich müßte das Mädchen noch zurückzahlen, weil sie es während acht Jahren so gut gehabt hatte. So war die Situation, als der Fall vor das Arbeitsgericht tam. Dieses konnte der Klägerin nicht viel helfen, denn da nie für fie Invalidenmarken geklebt waren und fie auch nicht Mitglied der Krankenkasse war, glaubte das Gericht, daß hier ein Arbeitsverhältnis im Sinne des Gesetzes nie bestanden hätte. Der Vorsitzende hielt jedoch der Beklagten ihr durch Zeugen bewiesenes wenig schönes Berhalten, ein Mädchen acht Jahre lang für sich arbeiten zu lassen ohne Zahlung von Lohn vor und riet dringend zu einem Bergleich. Dienstag. 3. 7. 28 Staats- 3per Unter d, Linden Ab.-V. 57. Anf. 182( 62) U. Die Meistersinger Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 123 Ant. 192( 72) U. Der schwarze Nomina Dienstag: 3 7.28 Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlo sen Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 135 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, 4. Mai Staati. Schiller- Theater, Charithg. 20( 8) Uhr Die beiden Seehunde Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 814 Uhr Orpheus in der Unterwelt 81 Uhr: Der Kuhhandel Die Komödie Bismarck 2414/ 751/ U. Ende 108 U. Zum 50. Male: Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. spoliansky Residenz- Theater Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Der eiserne Justav Jroschkenkutscher- dyll mit Gesang und Tanz Loni Pyrmont. Krafft- Lortzing Gaston Briese Burkhardt Emma Klein Parkett auch Sonnt. statt 4.- Mk. nur 1. Mk. Harnowsky- Bühnen Th. Koniggrätz. St. 8 Uhr Leinen aus Irland kenaissance- Theater Komödienhaus Steinplatz 901. RUhr Krankheit der Jugend Komische 31%, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues 2evue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. Heute 11 Uhr: Broadway Rose- Theater Gr Franki. Str. 132 Rosenfest 7 Uhr Freude, schöner Götterfunken 15 Uhr Der Fürst von Pappenheim Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel der Heimat 18 Uhr: Theater des Westens Berliner Theater Erde und Weltenraum. 81, Uhr: Charlottenstr.90/ 91.06nh.170 Lori Leux in 3%, Ende nach 10% Die 20 Uhr: Einen schlimmeren Fall rücksichts- und gewissenloser Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft fann man fich kaum denken: Keine Invalidenmarken geklebt! Nichts für die Krankenkasse gezahlt! Und überhaupt keinen Pfennig Lohn! Und schließlich für achtjährige treue Dienstzeit mit einer Bagatelle von 500 m. abgespeist. Wegen des Bubifopfs auf die Straße geworfen. Ein zweiter Fall aber zeigt dann mit erschreckender Deutlichkeit, wie so ein armes, in der Weltstadt alleinstehendes Mädchen von seiner Herri haft frech und brutal auf die Straße geworfen wird, Herrschaft weil es sich einen Bubikopf hat schneiden lassen. Die Verfehlungen bei der Sterndampfergesellschaft. Die Direktion der Dampfergesellschaft Stern bittet darauf hinzuweisen, daß die an sich begreifliche Empörung des Publikums über die Vorfälle Veranlassung zu tränkenden Bemerfungen gegenüber den jetzt dienstverrichtenden Angestellten der Gesellschaft gibt. Die Direktion bittet die Fahrgäste, von solchen Be werfungen abzusehen, zumal dadurch Unschuldige und Neuangestellte betroffen werden. Wetterbericht aus deutschen Reifegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Westerland auf Sylt: heiter. Helgoland: heiter. Borkum: woltig. Bremen: heiter. Hamburg: ziemlich heiter. Offfee. Travemünde: heiter. Warnemünde: heiter. Saßniz: Stolp: wolkenlos. Danzig- 3oppot: wolkenlos. heiter. Swinemünde: heiter. Stettin: wolfenlos. Kolberg: heiter. Harz. Schierte: heiter. Harzburg: heiter. Bad Sachsa: heiter. Brocken: heiter. Thüringen. Erfurt: wolfenlos. Eisenach: heiter. Bad Lieben stein: heiter. Oberhof: heiter. Inselsberg: wolfenlos. Hessen. Kassel: heiter. Wasserkuppe( Rhön): heiter. heiter. Zittau: heiter. Sachsen. Dresden: wolfenlos. Schandau: heiter. Annaberg: Schlesien. Schneefoppe: wolfenlos. In den ganzen Sudeten Rheingebiet. Köln: wolkig. Bad Aachen: heiter. Koblenz: Wiesbaden: heiter. Frankfurt a. M.: heiter. Feldberg ( Taunus): heiter. heiter. Anna, so hieß das Mädchen, stammt vom Lande und ihre Her: shaft hatte sie nach Berlin mitgebracht, als man im vorigen Jahre in jenen gesegneten Gefilden in der Sommerfrische weilte. Die AnStellung Annas aber war von einem Versprechen abhängig gemacht: Anna mußte feierlich in die hand geloben, auch in Beheiter und warm. lin brav und anständig" zu bleiben. Das hatte Anna versprochen und war mit ins Sündenbabel Berlin gereist. 10 Monale hatte sie bei ihrer neuen Herrschaft gearbeitet, hatte sich„ brav und anständig gehalten" und wurde trotzdem fristlos entlassen. Vor das Arbeitsgericht zitiert, begründete die„ gnädige Frau" die Entlaffung mit jetem Versprechen. Anstatt brav und anständig zu bleiben, hatte sich Anna o Schreck und Graus! einen Bubikopf schneiden lassen! Das war nun schon der Gipfel der Verderbtheit, wenigstens nach Ansicht der gnädigen Frau". Das Gericht nahm wenigstens nach Ansicht der„ gnädigen Frau". Das Gericht nahm einen anderen Standpunkt ein. Allein in dem Bubikopf sah es noch keinen Bruh jenes Versprechens, der die Entlassung rechtfertigte. Die Beklagte wurde verurteilt, trotz des neuen Bubikopfes an Anna Lohn und ko st geld für 5 Wochen zu zahlen. = Was müssen das für Menschen sein, bei denen ein junges Mädchen unanständig wird in dem Augenblick, wo es sich das Haar schneiden läßt. Brav und anständig sind bei diesen Leuten offenbar nur Mädchen, die einen Königin Luise Gedächtnis 3opf und Sonntags an der Bluse ein schwarzweißrotes Bändchen tragen, von früh um 6 Uhr bis abends um 11 Uhr für geringen Lohn arbeiten und sich dann dafür bedanken, daß sie bei einer so feinen Herrschaft überhaupt haben arbeiten dürfen. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Zum Schluß: ,, Mutter uff Reisen" Burleske von Meysel Anfang 8 Uhr. Donhoff Brett'i: ( Saal und Garten) Gr. Varieté- Programm, Konzert. Tanz. Theater am Kottbusser Zor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr: Elite- Sänger all abendlich Bombenerfolg! Lachen ohne Ende. u. a.:,,Wasserratten" sowie der unvergleichliche Soloteil. Kleines Theater Täglich 8, Uhr Walhalla- Th. Kaiser- Tietz Weinbergsweg 19/20 Lotte Klinder in Galante Nacht! Stenburg- Bühnen Dis. Künstler- Th. 81, Uhr ,, Das sind ja reizende Leute.." Sonnabend 74% U. Premiere Es kommt jeder dran! Täglich 8 Uhr: Der Wirt vom Heidekrug Ein lustiges Spiel m. Gesang u. Tanz m. d. neuesten Schlagern Park.auch Sonntags statt 4. M. nur 60 Pf. Vom Besten das Beste! Denkbar feinste Lessing- Theater Butter 1.80 Täglich 8, Uhr: „ Spiel im Schloss" Wegner, Berlin SO Mariannenstraße 34 Hausnummer achten! Küchen noch zu meinen alten Preisen Baden. Karlsruhe: wolfenlos. Baden- Baden: heiter. Feld. berg( Schwarzwald): wolkenlos. Württemberg. Stuttgart: wolkenlos. Freudenstadt: heiter. Friedrichshafen: wolkenlos. Bayern. Hof: wolkenlos. Würzburg: wolfenlos. Fürth: woltenlos. Zugfpite: wolkenlos. München: wolkenlos. Auch im gesamten Alpenvorland heiter und warm. Desterreich. Salzburg: wolkenlos. Wien: wolkenlos. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Anfangs heiter und warm, später wolfiger und Gewitterneigung.- Für Deutschland: In der nordwestlichen Hälfte strichweise Gewitter, Südosten weiterhin beständig. Berantwortlich für die Redaktion: Engen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buche bruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. 拜 Ausverkauf SaisonRationalisierung des Einzelhandels MUNZSTR.25 ( ALEXANDER PLATZ WEIGGESCHAFT KOTTBUSSERDAMM 13 Beg. 2. 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So, überrascht und beglückt, traf ich den Frühling auf Born- Helm, sechs Stunden Dampferfahrt von der Odermündung, mitten in der Ostsee. Hatte das kühle Wetter im Frühjahr dazu beige- tragen, oder mag die Kälte des Meeres dort immer den Ablauf des fturmreichcn Winters zurückhalten— jedenfalls stand dos schöne Land in seltener Blütenpracht. Es ist, als wollte die Natur in den wenigen Wochen nachholen, was sie in Monaten vorher ver. säumen mußte: Obstblüte und Flieder, Garten-, Feld- und Wald- blumen, Baum und Strauch entfalten im späten Juni den ganzen malerischen Zauber, den wir bei uns im Mai kennen— nur nicht derart üppig wie auf der kleinen Insel des nördlichen Meeres. Ucber diesem Erblühen und Erglühen der Natur verblaßt vieles, was sonst das Eiland anziehend macht. Dielleicht aber auch fühlt man hier, wo jnan innerhalb weniger Wanderstunden die Meeres- brandung in ollen Windrichtungen sehen kann, die Verbundenheit mit dem Werden auf der Erde stärker als dort, wo weites Land den Blick bis zum Horizont hin fesselt. Jedenfalls begreift man bei einem solchen Erlebnis, warum manche der Priviligicrtcn der Mensche» mit ihren wohlgespicktcn Geldtaschen es lieben, so den Frühling zu suchen: im Februar an der Riviera, später in der südlichen Schweiz, noch später im beut- schen Süden und Mittsommers im Nordland. Der Lebenswille der Natur zwingt den Menschen in seinen Bann, erinnert ihn immer wieder an der llnvergänglichkeit des Werdens, in dem Reife, Frucht und Verfall nur Stationen sind auf dem ewigen Wege des Wachsens und Aufstrebens. * Die Iohannisnacht kündet den Sommeranfang— hier zur richtigen Zeit. Auf den Dorsprüngen zackiger Klippen leuchten die Sonnwendfeuer— ein roter Kranz von sechs, acht, zchn flammt um die Bucht nördlich von Gudhjem. Dort verbrennen sie noch Hexenpuppen. Der Volksglaube will mit diesem Symbol die .Hexen scheuchen, die auf ihrem Ritt nach dem Blocksberg die idyllische Insel anziehend genug finden könnten, um sie zu besuchen. > Jedenfalls ist diese Form der Hexenverbrennung sympathischer als der grausame Brauch, mit dem Kirch« und Inquisition Jahrhunderte hindurch die Volksmc.ssen in Schrecken hielten. Die Klippen von Granit, die die ganze Steilküste des nörd- lichm Bornholm säumen, aeben der Landschaft einen starken Kon. i traft. Ewig nagt hier das Meer an dem Ursels, dessen obere Fläche und deren Hänge in voller Pflanzenpracht leuchten. Versteckte Buchten, ragende Gipfel schieben sich in die brandende See hinaus. Wo aber auch Wellen, Regen oder Wind ein Stäubchen Erde hin- wehten, da wächst bereits eine Blume, ein Strauch, ein Baum. Trotzdem: rauh und bizarr steht das Gestein, formt sich zu heroischen Landschaftsbildern, wie wir sie nur aus wilden Gebirgspartien oder aus— Theaterkulissen kennen. » Unerhört bunt und farbenfroh wird das Landschastsbild in den tiefen Tälern, die— mitten auf der Insel— die Gletscher- rinnen in den Fels bohrten. Hier lebt die Flora des verlorenen Woldtales, ursprünglich gewachsen(welcher Förster wollt« hier Bäume im Grunewaldstil in Reih und Glied hinsetzen). Ein Natur. park van atemraubendem Reiz sind die Woldstrecken westlich von Nexö, der Paradiesgarten genannt. Fels, Heid« und Wildwald treffen sich hier. Auf den Plateaus und noch mehr in den ver- fchlungenen, steil abfallenden Tälern schaffen sie ein« lockende Wirrnis, ein weltfernes Blühen. Hier muß man des Abends �chcn, wo man im Dämmcr die atemlose Stille zwischen zwei Vogelrufen zu hören meint und wo die Schatten des Tages und ole der Nacht ihr gespenstisches Spiel um Baum und Bach, um Fels und Moor treiben. Nur muß man achten, daß man den Weg nicht verliert. Denn in diesem Irrgarten mit seinen unkenntlichen Pfaden zu übernachten dürste nicht gerade vergnüglich sein. * Und die Menschen?— Wohlhabende Bauern auf dem ge» pflegten Land«(Großgrundbesitz soll es hier nickst geben) ringen der zähen Scholle die Frucht ab, wie überall, so auch hier in Sorge lim des Wetters Gunst. Londhöse, ebenso aber die Städte, machen einen überaus sauberen und freundlichen Eindruck. In den Fischer- dörfern findet man oft genug die durch die Armut erzwungen« An- spruchslosigkeit. Mann, Frau, Großmutter und Kind rockern sich ab, um die Meeresbeute genußfähig und haltbar zu machen. � Und doch laufen diese Menschen selbst dann, wenn sie ihr eigenes Haus, ihre großen Motorboote und ihre wahlg«wirkten Netze haben, be- stimmt nicht zum Vergnügen in Holzschuhen: bestimmt nicht aus Ueberinut werden diese Frauen mit ihren zerarb«iteten Händen und ihrer vom Meereswind und vom Rauch des Räucherofens hart- gewordene Gesichtshaut früh alt... Auch hier zeichnet die Arbeit ihre grauen Spuren in dos Leben ! derer, die nichts anderes haben, wovon sie leben könnten. Und doch ist es, als hätten diese Menschen ihre eigene Art, sich zu freuen an der Natur, an dem Bilde äußeren Wohlstandes. Fein und blank stehen die Häuser, die sich, als flöhen sie dem pfeifenden Küsten- wind, eng an den Erdboden schmiegen. Sauber und zierlich sind die Gärten, und es ist kein Fenster, das nicht irgendwie mit seltenen Blumen geschmückt wäre. Das gibt den Straßen der kleinen Städte ein stilles, behagliches Aussehen. Schwer kann man sich mit diesen Menschen verständigen. Die meisten sprechen etwas deutsch. Sie brauchen es selten, fast nur für die Fremden. Sonst lebt das Land für sich, das Volk für feine Arbeit. » Zwei Dampferstunden entfernt liegt die klein« Felsinsel Christiansö: eine frühere Festung, steht sie heute da wie ein Nürn- derger Spielzeug mit ihren mehrere Meter dicken Gramtmauern. den Brustwehren, den Musevmskanonen. Heute dient nur noch der joh« Tun» mit fcro hroßen Blendlicht«inern praktischen Zweck. Di« alten Kasernen geben heute arbeitsamen Fischern Woh- nung. Aber in den Winkeln der Mauern und an den alten Zisternen Hot— wie so oft innerhalb von Ruinen � das wilde Gehölz manchen malerischen Fleck entstehen lassen. Wilde Brandung schlägt gegen die Klippen. Wer hier— wie andere in Heidelberg— sein Herz verlieren will, hat dazu reichlich Gelegenheit: es ist wirk- sich schön hier. Doch tut er gut, sich vorher gegen die Seekrankhest zu trainieren. * Nicht um Christiansö allein wurde viel gekämpft. Auch die Dänen von Bornholm brauchten ihre Jahrhunderte Massensterbens, ehe sie das Volk der vorbildlichen Landwirtschaft wurden. Die Rundkirchen bezeugen das, die wohl im 12. bis zum 15. Jahrhundert der einzige Schutz gegen räuberische Ueberfölle waren. Da bauten sie ihre Gotteshäuser als Festungen, kreisrund, mit Schießscharten und Rundgängen, mehrere Stackwerke hoch. Die Stätten der Er- bauung, wie sie heute z. B. in Oesterlars Kirche noch wunderschön erhalten sind, bergen in sich alles, was zu einein srifch-sröhlichen Kampf gehört: Quartierräume, Borratsläger, Waffen— und natür. (ich auch den Feldgeistlichen, der denen im Hause befahl, sich zu ver- teidigcn, wie sein Kollege auf der anderen Seite den Angriff als eine Sache Gottes segnete, Es hat sich nicht viel geändert seitdem. Nur daß heute die Kirche zu klein für eine Verteidigung ist und daß die Schrecken des jüngsten Gerichts, wie sie in primitiver, rührend einfacher Form an die Pfeilermauern von Oesterlars Kirch« aus Naturfarbe gemalt wurden, heute schon bei einem kleinen Gas» angriff deutlicher und natürlicher„gemacht" werden. » Schön und reizvoll ist das Land(billig obendrein für den Reisenden, der den Hotelnepp zu meiden versteht). Es ist wert, auch zu kurzem Ferienaufenthalt besucht zu werden, gerade für diejenigen, die den bunten Wechsel einer überaus reichen Landschaft dem Rummel der großen Kurorte vorziehen. Laternus. Londons kriminalistische B lanz. In London waren im vergangenen Jahre 27 Morde zu ver- zeichnen, die sämtlich aufgeklärt werden konnten, ebenso 13 Morde an Kindern unter einem Jahre. Zwölf Mörder wurden verurteilt, zehn begingen Selbstmord. Gestohlen wurden im Bsrichtsjahre 1194 Kraftwagen, von denen 1131 wieder herbeigeschafft wurden, und 224 Motorräder, von denen 125 wieder ihrem Eigentümer zugeführt werden konnten. Gegenüber 1926 ist hier eine starke Zunahme der Vergehen zu verzeichnen. Auch die Zahl der Selbstmorde ist erheblich gestiegen, nämlich von 526 auf 636. Gestohlen wurde ferner Eigentum im Werte von 564 269 Pfund, wovon 136 626 Pfund wiedererlangt werden konnten. Die Zahl der Verhaftungen betrug 66 349, sie war um 2564 geringer als 1926. Wegen Trunken- heit wurden 27 154 Personen, nämlich 21 177 Männer und 5977 Frauen, verurteilt. Auch hier ist gegenüber 1926 eine Abnahme zu verzeichnen. Neu ausgenommen wurden im Berichtsjahr 13 666 Fingerabdrücke, so daß die Sammlung der Polizei nunmehr 431 666 Fingerabdrücke umsaßt. Sorge macht der Polizei die Ueber- tretung der Polizeistunde durch Verabreichung von Getränken nach der Polizeistunde. In 57 Fällen wurde Anzeige erstattet, 46 Klubs wurden infolgedessen aus dem Klubregister gestrichen. Die IGncl�ir-I�epiiMIc im Werden. Berliner Helfer bei den Vorbereitungsarbeiten. Am 8. Juli wollen die Roten Falken von Berlin und aus den Kinderfreundegruppsn der Mark in ihr« Zeltrepublik am U e d e r» s e e einziehen. Bis dahin„muß der Laden stehen". Alles, was von Berlin aus vorbereitet werden kann, ist zum größten Teil schon erledigt. Aber auf dem Lagcrgelände selbst gibt's noch viel Arbeit. Fünfzig Helser und Helferinnen der Berliner Kinderfreunde hotten sich deshalb für Sonnabend und Sonntag zum Arbeitsdienst auf dem Zeltlogergelände zur Verfügung gestellt. Vom Stettiner Bahnhof gings im Abteil vierter Klaffe in„drangvoll fürchterlicher Enge" noch Eberswalde: von da ein Stück Wegs mit dem Postauto und dann war die arbeits- luftige Schar nach zwanzig Minuten auf dem Zeitlagergelände am Uederfee. Ein großes Rundzelt wird in wenigen Minuten aufge- schlagen und nun warten viel« Hönde auf die Werkzeuge, die Feld- tüchen und Zelte, die mit dem großen Lastauto nachkommen sollen. Aber das Auto kommt nicht. Es hat unterwegs eine Panne erlitten und wir können erst am anderen Morgen mit der Arbeit anfangen. Inzwischen wird's dunkel und am gegenüberlegenden Ufer des Sees beginnt ein buntes Treiben. Di« Naturfreunde halten dort Jlbl&äen der Qtilasrhkanonr Sonnenwendseier. Fackeln und ein großes Feuer leuchten in die Nacht, Sprechchor und Gesang schallen über den See und wir fangen langsam an, ungeduldig zu werden. Ein Teil der Helfer hat es sich im Zelt schon bequem gemacht, andere sind dem Auto entgegen gegangen. Plötzlich kommt Leben in die Bude. Ferne Rufe verkünden die Ankunft des so sehnlichst erwarteten Lastautos. Di« Schläfer pellen sich aus ihren Decken und im Eilmarsch gchts durch die Nacht dem Auto entgegen, dos wegen der sandigen Wege nicht bis zum Lager- platz vordringen kann. Die Gulaschkanone wird„in Stellung gebracht". Eine Gulaschkanone, die vom Auto ins Schlepptau genommen worden war, wird flott gemacht und mit Zelten bepackt. Ein« Wache wird bestimmt, die über Nacht auf dem Auto bleibt, das erst am anderen Morgen abgeladen werden soll. Dann machen sich die übrigen Helfer daran, die Gulaschkanone„in Stellung zu bringen", d. h.. sie durch den Sand nach dem Lagerplatz zu fahren, damit die Küchengewoltige am andern Morgen einen warmen Kaffee für die Helferschar kochen kann. Mit großem Hallo begrüßen die Zurück- gebliebenen die ankommende Feldküche. Schnell werden noch drei Zelte ausgeschlagen und wir begeben uns in unsere sämtlichen Decken. Der Sonntag wird mit einem erfrischenden Morgenbad im Uederfee begonnen: dann schmeckt der frische Kaffee, mit dem unsere Kochkünstlerinnen ihre erst« Probe ablegen, nochmal so gut. Nach d«m Frühstück geht? wieder zum Auto. Zwei weitere Feldküchen werden abgeladen, Kisten und Ballen, Zelte und Zeltgeräte, Spaten und Schaufeln und was fönst noch auf dem Auto verstaut ist, folgen nach. Ein Teil der Materialien wird auf die Feldküchen verladen, da» übrig« aus kräftigen Rücke»»ach dem Lagerplatz gebracht, Im Anfang war das Wasser. Die Wasserfrage ist für das Zeltlager ein« wichtige Angelegen- heit. In der vorigen Woche wurde bereits die Anlage von fach» kundigen Händen installiert. Das Grundwasser wird in einen großen Behälter gepumpt und durch Druck steigt es dann in einer Röhren- leitung nach dem höherliegenden Zeltlagergelände. Dort, wo in den nächsten Tagen der Küchenschuppen erstehen soll, sind zwei Wasserhähne angebracht und weiter dem Wald zu, nahe bei den Zelt- dörfern, ist«ine ganze Reihe von Wasserhähnen. Hier sollen die W a s ch b ä n k e für die Morgentoilette angebracht werden. Für die Leitungsrohr« sind schmale Gräben gezogen, die jetzt alle zugeschüttet und eingeebnet werden. Die meisten Helfer sind im Badekostüm und hantieren so lustig und gewadt mit ihren Schippen, als hätten sie ihr Lebtag nichts anderes getan. D«r Küche»schuppen und das Vorratszelt werden zwischen dem Uederfee und dem Wald errichtet. Die drei Zelt- dörfer mit etwa 46 großen Rundzelten, die 566 Kinder beherbergen sollen, haben schöne, schattig« Plätze im Wald. In respeltvoller Entfernung davon ist die Klo-Ko bei der Arbeit. ,Llo-Ko". das ist ein Begriff aus dem Rot- Falken-Latein. Es gibt für' die Zeltrepublik auch eine Küchen- tommiffion(Kü-Ko). Da haben unsere Roten Falken die Helfer, die für die Errichtung der ebenso geheimen wie unentbehrlichen Oertchen zu sorgen haben, kurzerhand„Klo-Ko" genannt. Also, die Klo-Ko muß große Gruben im Waldboden ausheben, die dann mit Holz verschal: werden. Ueber diesen Gruben erstehen dann noch im Lauf« der Woche hübsche Holzhäuschen. Das eine wird die Aufschrift trogen:„Für Burschen", das andere:„Für Mädels". Denn was der Mensch braucht, das muß er haben. Während die Helfer und Helferinnen mit der Schippe fleißig bei der Arbeit waren, habe» unsere Küchenfeen auch nicht ge- saulenzt. Da mußten Kartoffeln geschält, das Essen zubereitet und die Gulaschkanone in Betrieb gesetzt werden. Diesmal war'sie im vollsten Sinne des Wortes ein«„Gulasch kanone". denn wir wurden mit einem vorzüglichen Gulasch überrascht. Und wenn in den ganzen vier Wochen der Zeltrepublik so sein gekocht wird, dann kommen die Roten Falken rund und dick wieder nach Haus«. Am Nachmittag wurden auf dem Gelände der Zeltdörser noch die Zelt- Plätze abgesteckt und jedes Dorf bekam seinen große» Flaggenmast. denn über unserer K'inderrepublik jollen rot« Fahnen wehen. Eine kribbelige Angelegenheit. Auf einem der Dorfplätz« hatten sich ein paar A m e i se n- Völker angesiedelt. Das sind zwar recht fleißige Tierchen, aber in einem Zeltlager kann man sie nicht brauchen. Also, Schippen ran! Das Erdreich wird rings um den Ameisenhaufen herum ab- gestochen, dann schieben sich zehn Schippen unter das Nest, und so vorsichtig, wie es nur gehen mag, wird der ganz« Ameisenhaufe» auf ein« Zeltplane gehoben und weit fort vom Laoerplatz im Wald� wieder abgesetzt. Dort rennen die kribbeligen Tierchen aufgeregt herum, bringen ihre Eier in Sicherheit und bessern an ihrem Nest wieder aus, was wir trotz oller Vorsicht verdorben habe». Noch vielerlei gab's auf dem Zeltlagergelände zu tun. damit am 8. Juli zum Einzug der Roten Falken alles in bester Ordnung ist. Die Küchenseen besorgten uns noch ein knorles Abendbrot, und bann mußten wir die Rucksäcke wieder packen. Ein paar Helfer blieben bei den Zelten und Feldküchen zurück, die anderen zogen dem Bahnhof zu, um zusammengepfercht wie die Heringe wieder nach Berlin zurückzufahren. Hier sind dann noch die letzten Vor- bereitungen in den Gruppen zu treffen, und am Sonntag ziehen 566 Rote Falken mit ihren Helfern für vier Wochen in ihre Kinderrepublik. Lustig werden sie marschieren in ihren Neid- samen blauen Kitteln, froh, der Großstadt für ein paar Wochen düfliehen zu können. Und fröhlich wird ihr Rotes Falken-Lied erklingen: wir sind die Roten Falken, Tragen ein blau Gewand. Wir wollen rote Fahnen tragen Durch dos weite Land. Wir halten fest zusammen, Keiner weicht zurück; So wollen wir erbauen Uvj're Kistderrepublil! Edis EKhcabacÜ, J 6d4 DER GELBE DIWAN 09olis@ VON V. WILLIAMS- ZEICHNUNGEN VON ADOLF LEHNERI ( 21. Fortsetzung.) Das junge Mädchen hob die Hand und fuhr sich mit einer verzweiflungsvollen Gehärde über die Stirn. ,, Niemals hat Julian diefes schauerliche Verbrechen begangen," fagte sie. ,, lind menn ich daran denfe, daß auf meine erzwungene Aussage hin seine Schuld. Boulot schüttelte den Kopf. ,, Seine Verhaftung erfolgte einzig und allein auf Indizienbeweise hin. Ihre Aussage hat damit nicht das geringste zu tun. Aber besser haben Sie die Sache allerdings nicht gemacht, daß Sie die Polizei irrezuführen verfuchten." Ich log doch nur, weil ich mußte, daß er schuldlos ist. Nichts auf der Belt wird mich zu dem Glauben bringen, daß der arme Junge mit dem Too meiner Schmefier irgendwie verknüpft ist. Ich dachte, wenn ich verschwieg, daß ich im Atelier war, würde es ihm leichter werden, zu erklären, was dort vorgegangen ist und Menfigneur Quoyre hat erflärt..." ,, Daß er den Mord begangen hat?! Das glaube ich nicht ,, Nein. Seine Aussage belastet einen Mann namens Ramon, Ramon be la Bandera." Dolores blickte den Franzosen mit äußerstem Erstaunen an. ,, Ramon de la Bandera?" wiederholte fic. ein Freund von Carmen ,, Sie fennen ihn?" ,, Aber das war ja cin sehr guter Freund!" ,, Nein, aber Carmen schrich mir oft von ihm, als ich in der Schule in Brüssel war. " Wann mar das?" ., 1911 fam ich ins Kloster und blieb dort bis zum Kriegsausbruch 1914. Dann traf ich mit Carmen in London zusammen ..Die Bekanntschaft Ihrer Schwester mit Ramon erstreckt sich also über die Jahre von 1911 bis 1914?" ,, Ja ungefähr." ,, Und was schrieb sie über ihn?" ,, Nichts Besonderes. Er murde eben öfters in thren Briefen erwähnt. Einmal waren sie im Theater zusammen oder er ver Taufte ein Bild für sie 27 , War er denn ein Maler?" ,, Ja, und er hatte sehr viel Talent nach dem, was Carmen schrieb at sie auch später mit Ihnen über Remon gesprochen?" Hier in London eigentlich nic," antwortete das junge Mädchen zögernd. 3) brachte einmal die Rede auf ihn, aber fie brady fofort das Gespräch ab." ,, Warum?" „ Ich weiß nicht, ich habe sie nicht gefragt. Manchmal fam es mir vor, als ob sie seinetmegen ein wenig unglüdlich gewesen märc." " Bar Ramon de la Bandera der Geliebte Ihrer Schwester?" Eine heiße Röte fiberzog das Geficht des jungen Mädchens. ,, Carmen liebte nie einen anderen Mann als Jim," rief fic empört. ,, Kann denn ein Mädchen nicht einen Mann gern haben, wohne daß gleich infame Schlüsse daraus gezogen werden?! Viel leicht hatte sie ihn einmal lieber als er sic aber ihr Geliebter-! Hätten Sie meine Schwester gefannt, Monfieur Boulot, Sie würden ihr Andenken nicht durch eine folde Frage bejleden.. ..Nicht ich habe das getan, sondern Monsieur Quayre ,, Das ist nicht wahr!" „ Er hat ausgefagt, taß er, als er gestern nachmittag ins Atelier zurückkehrte, Ihre Schwester in den Armen dieses Ramon fand. Und erinnern Sie sich, mein Fräulein, daß er Ramon tennt und daher ein Irrtum unmöglich ist." " „ Ich glaube es nicht, ich fann es nicht glauben... „ Genau das, was Manderton fagte. Mein Kollege ist entrüftet über Ihren Freund, weil er versuchte, fich selbst auf Roften des guten Rufs Ihrer Schwester zu retten." aus. „ Sie behaupten, daß Julian Quatre das gesagt hat?" „ Das behaupts ich." Dolores ließ den Kopf sinten und brachy in verzweifeltes Weinen " Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll," schyluchzte sie.„ Sagen Sie mir, was die Wahrheit iſt!" Ich glaube nicht, daß Quanre gelogen hat." Ein tiefer Seufzer der Erleichterung brach aus der Brust des jungen Mädchens. Aber gleich darauf flüsterte fie traurig:„ Die arme, arme Carmen! Und der arme Jim! Ist dieser Ramon also der Mörder meiner Schwester? Was ist aus ihm geworden?" „ Er fam gestern abend in London an und nahm im Hotel Ninive ein Zimmer. Das war etwa um fünf Uhr. Dann ging er aus und fam nicht zurück." „ Aber warum ist Julian dann verhaftet worden? Die Polizei muß doch nach diesem Ramon fuchen?!" " Für den Augenblick tut sie das nicht," entgegnete Boulot. In Mr. Mandertons Kopf hat sich eine bestimmte Theorie festgesetzt, und ich möchte vorläufig nichts dagegen tun, um nicht Ramon aufmertsam zu machen. Ich will ganz aufrichtig gegen Sie jein, Mademoiselle. Mir scheint es viel wichtiger, daß der Schuldige erwischt wird, als ob Ihr Freund ein oder zwei Nächte im Gefängnis zubringt. Ramon wird nicht weit kommen, meine Nachforschungen haben schon einiges zutage gefördert,.. Der Franzose zog das junge Mädchen neben sich auf den gelben Diwan nieder. Die letzten Worte Ihrer Schwester galten diesem Diwan," fagte er. Wir wissen, daß er schon in New Yort in ihrem Atelier stand und so bildet er das einzige Berbindungsglied mit ihrer Ber gangenheit, in die diefer Ramon de la Bandera so geheimnisvoll perstrickt ist. Warum wiederholte sie zweimal nacheinander, ehe sie starb, die Worte:„ Der gelbe Diwan, der gelbe Diman?" War das eine Erklärung? Ein Geständnis? Oder eine Warnung? Hat jie jemals Ihnen gegenüber ten Diwan in Verbindung mit ihrem Freund Ramon erwähnt?" Dolores fchüttelte den Kopf. Nie! Ich habe mir auch schon den Kopf zermartert wegen diefer letzten Worte der armen Carmen, aber ich habe teine Idee, mas fie damit meinte. Boulet fuhr mit der Hand leicht über die schwere gelbe Seibe. ,, Hier liegt wohl die Lösung des dunklen Rätsels," sagte er nachdenklich, wenn wir sie nur zu lesen vermöchten! Könnte nicht dieser Diwan in irgendeiner geheimnisvollen und uns unverständ lichen Weise Ihre Schwester und Ramon wieder zusammengeführt haben? Es sieht doch so aus, als ob fie fich ins Atelier begeben hätte, um mit Ramon zusammenzutreffen. Aber trotzdem hat keinerlei Berabredung stattgefunden, meder auf briefliichem, telegraphischem, drahtlosem Wege, noch durchs Telephon... ,, Wie fonnte dann überhaupt Carmen wissen daß Ramon in London war?" ,, Sie las es in der Zeitung, als sie sich in ihrem Klub aufhielt. Und offenbar ging fie von da direft zu Quanre. Warum?" Schrecklich zu denken, daß sich der Mann frei in London umhertreibt!" Warum ging sie zu Quaŋre?" wiederholte Boulot wie zu sich selbst. Julian war doch in London der einzige, den sie noch von New York her fannte..." „ Das ist wahr!" A , Carmen liebte nie einen anderen Mann als Jim!" ,, lind er fannte alle beide: Ramon und Carmen. Go ging vielleidt Carmen zu ihm, um Romon dort zu treffen oder seins Adreffe in London zu erfahren „ Oder," schloß Boulot, fie hatte Angft. Bielleicht suchte sie bei Quayre Schutz vor diesem Mann, Schuß, den sie von ihrem Gatten nicht zu verlangen wagte..." 20. Schriffe im Garten. Ohne ihn wäre es eine trübselige Mahlzeit geworden, aber er wußte so viele lustige Geschichten aus dem Parijer Leben zu erzählen, von Königen, Schwindlern, Schauspielerinnen, Staatsmännern, Künstlern und Journalisten, daß mehr als einmal ein leises Lächeln auf den traurigen Gesichtern seiner Zuhörerinnen erschien. Gegen Schluß des Mahles brachte ihm das Mädchen ein eben eingegangenes Telegramm. Boulot las es, und in seinen Augen blizte es. Er schrieb die Antwort auf ein Blatt Papier und gab es dem Mädchen zu sofortiger Besorgung. Dann erhob er sich hastig. Entschuldigen Sie, meine Damen," sagte et, aber ich muß Sie jetzt verlassen. Bann ich zurüd sein werde, tann ich nicht jagen, aber ich habe ja ben Schlüffel und werde mich bemühen, jo leise zu jein als möglich. Also auf Wiedersehen!" lind draußen war er. Als Dolores die Tür zum Wohnzimmer öffnete, erhellte ein blendender Blitz den kleinen Raum. Bei seinem Licht sah sie, daß die Zeiger der Uhr auf dem Kamin auf halb zwei Uhr standen. Bon draußen tönte das unaufhörliche Klatschen des Regens. Dann rollte das Krachen des Donners über die Stadt. Um elf Uhr war sie zu Bett gegangen, aber sie hatte nicht schlafen fönnen. Das Gefühl eines dumpfen Schmerzes lastete auf ihr. Es war, als wäre alles Leiden der Welt ihr allein auferlegt worden. Seit dem Gespräch mit Boulot sah sie ihre Schwester in einem neuen Licht: ein zerquältes Weib mit der beständigen Angst vor etwas Unbekanntem, die hinter dem schönen, flaffischen Gesicht verborgen schlief. Das war nicht mehr die Carmen, wie fie fie getammt hatte in ihrer strahlenden Schönheit, vergöttert von ihrem Gatten, verehrt von jedem, der in ihre Nähe fam, Doll Glück in ihrem Heim das war ein anderer Mensch, der sich die Hände blutig fchlug an den Gitterstäben einer geheimnisvollen Weit und feines heimlichen Rummers nicht ledig zu werden vermochte • Während Dolores zu Bett lag und auf das Herannahen des Gewitters wartete, war fie plöglich einer Empfindung bewußt geworden, als müßte fie ins Wohnzimmer gehen, das ganz mit der Persönlichkeit der Ermordeten durchtränft war, um dort Antwort auf die vielen ingelösten Fragen zu finden. Die Borhänge waren im Wohnzimmer zugezogen, aber sie drehte fein Licht an. Die Dunkelheit entsprach ihrer Stimmung, und das umunterbrochene Rauschen des Regens tat ihr gut. Sie ging zum Fenster, schob den Borhang zurüd und öffnete es halb. Ein neuer Blig fuhr hernieber, und erschrocken zog sie sich in den Hintergrund des 3immers zurüd und feste fich auf den gelten Diwan, mit dem Rücken gegen das Fenster, wie, um nichts mehr vom Gewitter zu fehen. Es fror fie an ihren nackten Füßen, und sie nipite den fleinen elektrischen Dien an, der vor dem Ramin stand. Die in den Milchglasröhren matt ichimmernden Glühfäden warjen einen rötlichen Schein auf ihr bleiches Geficht. Ein schwarzer, gewitterbrohender Nachthimmel hing über der fümlichen Troft. Wenn sie die Augen schloß, glaubte fie fie vor fidh Stadt. Georg Cranmore hatte auf den Rat Mandertons hin feinen Bruder zum einstweiligen Umzug in feine eigene Wohnung bewogen, und Lettice Harbury, Dolores und Boulot speisten allein. In Carmens eigenem 3immer zu fein, gewährte ihr einen eigenstehen zu sehen. In einem einfachen, weißen Morgenkleid im Sonnenschein, der durch das Fenster strömte oder wie sie vor dem Ausgehen ihren Schleier vor dem japanischen Spiegel, übers Geficht ang ( Fortsegung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Eine neue Modekrankheit. In der Deutschen Medizinischen Bochenschrift" berichtet ein Berliner Zugenarzt über die Folgen, die die neuerdings so beliebt gewordene ifte, die Augenbrauen zu einem dünnen Strich auszurasieren, für die Frauen haben tann. Diese fommen in stets wachsender Zahl in die Sprechstunden der Aerzte mit schweren Bindehautentzündungen, die die Arbeitsfähigkeit weitgehend einschränken oder gänzlich behindern. Die Fälle häufen sich, wo zu der Bindehautentzündung noch höchst schmerzhafte Abzesse, Furuntel und läftige Etzeme in der Augengegend treten, die wohl zumeist auf mangelnde Sauberteit der die Verschönerungsprozedur" vornehmenden Friseure zurückzuführen ist. " Man vergist, daß die Augenbrauen ihre durchaus wichtige bio logische Funktion als Schugorgan des Auges haben, das sie vor Schweiß schützen; zudem sind sie, ebenso wie die Wimpern, als Staubfänger von großem Wert für das Auge. Unnüz zu sagen, daß ihnen diese Bedeutung in erhöhtem Maße bei allen in den Fabriken arbeitenden Frauen zutommt. Aber selbst vom ästhetischen Standpunkt ist diese neue Mode zu verwerfen, sind es doch gerade die Augenbrauen, die dem Geficht seinen charakteristischen Ausdruck verleihen. Dieser wird durch das Ausrafieren der Brauen in hohem Maße beeinträchtigt und macht das Gesicht langweilig. Ein Industriekapitän Dr. L. H. mar gestorben und fam( vermöge guter Beziehungen zum Zentrum) Kleider abgenommen. Nur mit einem Hemd befleidet ging er einher. in den Himmel. Dort in den seligen Gefilden wurden ihm seine laufen. lnb begab sich am dritten Tage ins himmlische Telegraphen Sah sich alles an. Sah alles gleicherweise im Hemd herum amt, um folgende Drahtung an seine Aktiengesellschaft aufzugeben: ,, arbeiter bis aufs Hemd ausziehen, mehr im himmel nicht nötig stopp Krause." Aber die eigentliche Pointe tommt nach. Die folchermaßen informierte Gesellschaft fah fich genötigt, wie folgt zurückzudrahten: arbeiter wollen gar nicht in himmel stopp was nun stopp Aus dem Wahren Jacob") werksverwaltung." Zwei Menschenleben für ein Hundeleben. Bei Boulogne- sur- Mer in Frankreich hat sich ein eigenartiger und tragischer Unfall ereignet. Daß ein treuer Hund für feinen Herrn ums Leben fam, ist schon oft dagewesen; daß aber um eines gefährdeten Hundes willen zwei Menschenleben geopfert wurden, hat man wohl noch nicht erlebt. Ein alter Mann, der am Meer spazieren ging, wollte seinem Hunde zu Hilfe kommen, der von einer Welle davongetragen wurde. Er geriét felbft in Todesnot. Ein junger Engländer, der mit seiner Mutter den Borgang beobachtete, sprang nadh, um den Mann zu retten. Es erging ihm nicht beffer. Da wagte sich ein dritter Retter ins sturmgepeitschte Waffer. Er wurde von einer Welle gegen das fer geschleudert und schwer verwundei. Der junge Engländer fonnte nur als Leiche geborgen werden. Den alten Mann und seinen Unglücshund gab das Meer nicht wieder heraus. Benzin statt Wasser in der Wüste. Wagen während einer Nacht vom Wege abgekommen. Der Lenker Im Autoverkehr zwischen Bagdad, und Beiruth ist einmal ein des Wagens, ein Belgier, hatte sich hilflos in dem großen Schweigen der Wüste verloren. Als der zweite Fahrer, ein Araber, erwadie, ertannte er, daß sie irre gefahren waren. Er versuchte, den Hauptverfehrsweg zu finden. Nach zweitägiger Fahrt befand sich der Wagen in unbetretenem Gebiet. Da eine solche Irrfahrt nicht vor gefehen war, hatte man nur die nötigsten Nahrungsmittel und Wasser mitgenommen. Als das Wasser zu Ende war, mußten die Fahrer ihren Durst mit Benzin löschen. Zmei von ihnen wurden irrjinnig, einer erlitt einen Hißschlag, und die übrigen etwa 20 Passagiere wären ebenfalls umgefommen, wenn nicht durch Zufall ein Flugdeug aus Aman sie entdeckt und ihnen nach einigen Stunden Nahrungsmittel und Wasser gebracht hätte. Darm tam eine Rettungsexpetition, die sie mit nach Beiruth nahm. Alle mußten ein Kranfenhaus auffuchen, wo noch drei Schwertranfe in Behandlung blieben. Unfall einer deutschen Akrobatengruppe. In Redcar in England gab eine Seiltänzergruppe, das Orion Trio", auf 20 Meter hohem Seil eine Vorstellung. Zwei Männer und ein Mädchen. Als einer der Männer und das Mädchen auf dem bracht. Während sich der Mann am Seil festhalten fonnte, stürzte Geil standen, wurden sie durch eine Bö aus dem Gleichgewicht ge= das Mädchen ab und wurde bewußties in das Krankenhaus gebracht, doch wurden feinerlei innere Berlegungen oder Knochenbrüche feftgeftellt, Ausgestorbene Zeitgenossen des Kolumbus. Als Kolumbus die Infel San Domingo zum erstenmale betrat, empfingen. Ihn deren Bewohner mit einem Pfeilhagel als ob fie ahnten, was ihnen von den weißen Eroberern bevorstünde. Jene Einwohner waren Arawaten und Kariben. Eine Erpetition bes Smithonian- Instituts hat durch Ausgrabungen festgestellt, daß diese Ureinwohner noch lange Zeit nach der Herrschaft der Weißen die Infel bewohnten Der Ursprung diefer Indianer war in Südamerita zu fuchen. Sie famen gruppenweise nach San Domingo. Shre Kultur war primitiv, immerhin hatten sie etwas Sinn für Orna mentit, wenn auch der beliebteste Smud bei ihnen eine Rac bildung von Totenschädeln war. Unter den weißen Eroberern hatten sie furchtbar zu leiden, später scheinen sie sich stark mit den Regern vermischt zu haben, die als Silaven nach San Domingo gebracht wurden. Wahrscheinlich sind sie von der schwarzen Rassa völlig aufgefogen worden. SPORT UND SPIEL Raus aus dem Kartellverband! Freie Schwimmer Neukölln. Solidarität". Wassersportvérein ,, Helios". In einer am Sonnabend im Gewerkschaftshaus tagenden, gut besuchten Bersammlung beschäftigten sich sämtliche Gruppen der Freien Schwimmer Neukölln" mit dem Ergebnis des Bundestages des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Bud von der 3. brachte in einem 1½stündigem Referat die Beschlüsse und Richtlinien des 16. Bundestages den Versammelten zur Kennt nis. Der spontane Beifall bewies, daß das, was der Bundestag an Aufbauarbeit leistete, im Sinne der Freien Schwimmer Neukölln liegt. In der darauffolgenden Diskussion wurde allgemein be= dauert, daß der Bundestag in bezug auf die Berliner Berhältnisse und die Stellungnahme zum Kartellverband Groß- Berlin auf halbem Wege stehengeblieben sei. In seinem Schlußwort sagte der Referent, dem Bundesvorstand und seinen Organen find durch die gefaßten Beschlüsse des Bundestages weitestgehende Befug niffe eingeräumt, um den Bund für die Zukunft von den fommu nistischen Treibereien zu befreien. Folgende Entschließung wurde gegen 4 Stimmen angenommen: Wettfahren der Freien Ruderer. Die Regatta in Grünau. Die Borrennen der Ruderer bei der Regatta der Freien| Sekunden niederzuringen. Den Doppelkajak für Junioren Klasse Ruderer und Kanufahrer fanden am Sonnabend abend IIIa gewannen die Freien Schwimmer- Charlottenburg sicher vor der zum Teil bei strömendem Regen statt. Zum Riemenvierer für Ju- Ranuabteilung Nowawes, nioren fonnten sich in den beiden Borläufen der Verein für volkstümlichen Baffersport Dresden", die Freie Waffersport- Bereinigung Fürstenwalde", der Ruderverein ,, Sagonia- Burzen", der Ruderbe zirk der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, der Ruderverein Borwärts. Berlin und der Ruderverein Freiheit- Berlin qualifizieren. Die Kanufahrer traten am Sonntag vormittag zu den Vorwärts- Leipzig kämpfen um den zweiten Plaz. Kurz vor dem Ziel, rennen an. Tages, jah fünf Boote am Start. Unter wechselnder Führung von Der Achter für Junioren, wohl das schönste Rennen des Freiheit- Berlin und Kollegia- Berlin ist das Feld bis 1000 Meter Freiheit- Achter langfam, aber sicher frei. Kollegia- Berlin und Bor fast geschlossen. Dann macht sich der im flüssigen Stil rudernde um einige Sefunden zu spät, seẞt Sagonia- Wurzen, bisher an vierter zurück und kann mit Kollegia- Berlin im toten Rennen den zweiten Stelle liegend, zum fabelhaften Endspurt ein, läßt Vorwärts- Leipzig Blaz besegen. Borwärts- Berlin hat in diesem Rennen start ent täuscht. Der Doppeltajat Klasse IVa war unter acht Booten ein Ringen zwischen der Freien Kanu- Union und den Freien Wafferfahrern- Brandenburg, aus dem erstere das bessere Ende für sich hatten. Im Anfänger- Bierer holte sich der Ruderverein Freiheit Berlin einen weiteren sicheren Sieg vor der Freien WassersportBereinigung- Fürstenwalde und den Freien Wasserfahrern- Brandenburg. Den Doppeltajat für Senioren holte sich die KanuabteilungNowawes. Um den zweiten und dritten Platz fämpften der Freie Kanuverein- Stralau und die Freie Kanu- Union. Im Doppelpierer für Junioren holte sich der Ruderverein VorwärtsAm Sonntag fanden dann die Hauptrennen statt. Bünftlich 13,30 Uhr wurde bekanntgegeben, daß der Verlauf der Rennen durch den vom Arbeiter- Radio- Bund aufgestellten Lautsprecher übermittelt wird. Diese Neueinrichtung hat sich vorzüglich bewährt. Gingeleitet wurde die Regatta mit dem Stilrudern der Jugend, wo Borwärts- Berlin in beiden Läufen den Sieger stellte. Auch das Frauen- Stilrudern wurde von einer Borwärts- Mannschaft gewonnen. Im Frauen Stilpaddeln waren die Mannschaften der Freien Turnerschaft Groß- Berlin und der Freien Schwimmer- Charlottenburg einander gleichwertig. Der Riemenvierer für Junioren war eine Angelegenheit der auswärtigen Bereine. Die Berliner Bereine eine Angelegenheit der auswärtigen Vereine. Die Berliner Bereine haben hier vollkommen verjagt. Schade, daß der Bierer der Freien 3m weiteren Berlauf der Verhandlungen befaßte sich der Wassersport- Bereinigung- Fürstenwalde ausgeschlossen wurde. Er Berein mit der Stellungnahme zum Arbeiter hätte vielleicht diefes Rennen gewinnen fönnen. Der Verein für Sportfartell Groß- Berlin. Einem eingebrachten An- polkstümlichen Wassersport- Dresden gewann vor dem Ruderverein trag beft. Austritt aus dem kartellverband und jo tajaks für Anfänger wurde sicher von der Mannschaft der Freien fajat Klasse IIa ging der Wassersportverein Helios, hart bedrängt „ Die„ Freien Schwimmer Neuföün" erklären ihre volle 3u stimmung zu den gefaßten Beschlüssen und begrüßen die herbei geführte Klärung, die endlich freie Bahn gibt, unsere Arbeiten im Sinne der Bundesziele einzustellen." fortigen Anschluß an das neu gegründete Freie Sporttarfell wurde mit allen gegen 6 Stimmen die Zustimmung gegeben. Es murde dann noch beschlossen, die bestehenden Gruppen Lichtenberg in Gruppe Lichtenberg und Gruppe Friedrichshain zu trennen und den Namen des Vereins in fürzester Zeit in Freie Schwimmer Groß Berlin" umzuändern. Die lebungs. stunden des Bereins find: Gruppe Neuföln: Dienstag, Donners tag und Sonnabend im eigenen Sommerbad am Briger Osthafen ( Sieversufer). An den anderen Tagen zwangloses Baden. Gruppe Lichtenberg: Dienstag und Freitag in der Badeanstalt am Groß fraftwerk Klingenberg. An den übrigen Tagen zwangloses Baden. Gruppe Friedrichshain: Mittwoch und Freitag im Sportbad See terrasse, Lichtenberg, Roederstraße. Neuaufnahmen in den llebungs. ftunden. wurden die Ruderer durch einen in die Strecke fahrenden Paddler Ranufahrer Berlin gewonnen. Im Doppelzweier ohne Steuermann behindert, so daß bei 1000 meter ein neuer Start angeordnet werden mußte. Auch beim neuen Start fommen die Boote nur einige Längen weg und wieder gab es eine Kollision. Erst nach dem dritten Start zieht das Feld geschloffen davon. Allmählich tann sich das zweite Boot vom Ruderverein Borwärts- Berlin frei machen und geht als sicherer Sieger durchs Ziel. Das erste Boot vom Ruderverein Borwärts- Berlin und die Frete Ruderer- Bereinis gung von 1913 lieferten sich einen schönen Kampf und gehen im toten Rennen durchs Ziel. Im Doppeltajat für Junioren war die Freie Kanu- Union in Front. Sie errang mit ihren Mannschaften den erften und zweiten Plaz vor den Freien Kanufahrern- Berlin. Der Erstlings.Bierer sah drei auswärtige und drei Berliner Ber eine am Start. Nachdem Borwärts- Stettin bis furz vor dem Ziel in Führung lag, gelang es dem Ruderverein Sagonia- Burzen im Die Ortsgruppe Friedrichsfelde des Arbeiter Radfahrer energischen Endspurt, Borwärts- Stettin im Ziel mit zwei Fünftel bundes„ Solidarität" teilt mit: * Infolge der in letzter Zeit betriebenen Bühlereien der Kommu nisten in den Arbeiter Sportvereinen hat unsere Ortsgruppe sich vreanlaßt gefühlt, aus dem Arbeiter- Sport- und Kulturfartell des 17. Bezirks auszuscheiden und dem Freien Kortell für Sport und Rörperpflege" beizutreten. Geschäftsstelle der Ortsgruppe: Lichten berg, Augustaftr. 3, porn 1. Tr. Bereinslokal: Gesellschaftshaus Friedrichsfelde, Wilhelmstraße. Sigung jeden ersten Freitag imbes Sprech und Bewegungschors der Boltsbühne. Monat. In einer Mitgliederversammlung des Wassersport. nereins helios" wurde auch zu der Gründung des Freien Kartells für Arbeitersport und Körperpflege" Stellung genommen. Der Antrag, aus dem Kartellverband auszufcheiden, murde angenommen. Der Anschluß an das Freie Kartell erfolgt alsbald. Die Kommunisten schliessen aus! Die Bezirksleitung Leipzig der Kommunistischen Partei Deutsch lands gibt bekannt, daß der Bundesspielleiter im Arbeiter. Turne und Sportbund Mar Schulze Leipzig aus der Partei ausgeschlossen worden ist, weil er während des Bundestages in Leipzig einer Resolution zugestimmt hat, die sich gegen das weitere Berbleiben der kommunistischen Funktionäre im Arbeiter- Turn- und Sportbund richtete. Baden- Badener Auto- Turnier. Bie alljährlich, so bedeutet auch diesmal das BadenBadener Automobilturnier einen Höhepunkt des deutschen Autosports. Aus allen Teilen des Reiches sind die Freunde und Freundinnen des Motors herbeigeeilt, um der Veranstaltung zu einem vollen Gelingen zu verhelfen. Besonders zahlreich fiel die Beteiligung bei der Zielfahrt ,, Auf nach Baden- Baden" aus, zu der über 100 Bewerber erwartet werden. Die ersten find bereits eingetroffen. Nachdem am Mittwoch abend die Bewerber für die Schnelligkeitswettbewerbe sich der Abnahme ihrer Fahrzeuge unterziehen mußten, wurde am Donnerstag das 5 Kilometer Flachrennen auf der Straße RastattEttlingen gestartet. Dieser Wettbewerb hatte eine Qualitätsbesezung ersten Ranges aufzuweisen. Namen wie Caracciola, v. WenzelMojau, Karl Kappler, Prinz zu Leiningen, Gömmery, Willi Walb, Graf Kalnein gaben dem Rennen das Gepräge. Bei schönem Wetter und staubfreier Straße gab es ausgezeichnete sportliche Leistungen. Rudolf Caracciola( Mercedes- Benz) fuhr in der Sportwagen flaffe mit 164,6 Stundentilometer die schnellste Zeit, mäh. rend v. Benzel- Mosau mit seinem Mercedes- Benz- Rennwagen die absolut schnellste Zeit des Tages mit 168 Stundenfilometer heraushofte. Am Uedersee zur Sonnenwende. Domohl man die Sonnenwendfeier falenderwidrig später gelegt hatte, war der Wettergott doch nicht günstig gesinnt, zur Begrüßung jahidte er einige Regenschauer über die vielen Anmarschierenden, bie alle zum Uebersee wanderten, zur Naturfreunde. Sonnenmende. Schon in den Nachmittagsstunden entstand auf dem Gelände eine fleine Zeltstadt, bunt geschmüdt mit dem Teuchtenden Rot der Wimpel und Fahnen. Und immer mehr Gruppen rüden an, die Reihe der Zelte nermehrt sich start, Faltbootfahrer tommen an, allmählich wird es Dunkel Schlag 12 1hr beginnt die Feier. Der Chor der Sungen" fingt, ein dichter Landregen meldet sich. Er stört aber nicht. Surpat vom Gemeinde- und Staatsarbeiterverband spricht| aufrüttelnde Worte zur Sonnenwende, von der notwendigen Kulturbewegung und der schöpferischen Kraft der Natur, an der auch wir teilhaben sollen. Rezitationen folgen, gut nachempfunden und vorgetragen. Abschluß und Höhepunkt der Feier waren Aufführungen $ ,, Masse Mensch" von Toller wurde gewählt. Langsam flingen Worte und Bewegungen aus, Mensch hat über Masse gefiegt. Der Holzstapel wird entzündet, hell schlagen Flammen in den Himmel, schnell ein Kreis gebildet und rundherum ums Feuer gelaufen, die Internationale ertönt, ein würdiger Abschluß der Sonnenmende. Es waren an 1500 Teilnehmer erschienen, darunter recht zahlreich die Einwohner der nahen Dörfer, die nach dem Abschluß der Feier noch viele Jugendliche beherbergten. Haymann gegen Paolini. Um die Europameisterschaft im Schwergewicht. Nachdem sich herausgestellt hat, daß der Italiener Bertazzol wegen einer Indisposition den Termin für die Europameisterschaft nicht einhalten fann, hat der Manager des deutschen Meisters Ludwig Haymann die Berhandlungen mit dem spanischen Veranstalter und der Internationalen Box- Union sofort wieder auf genommen. Diese haben nunmehr zu einem für Haymann guten Abschluß geführt, denn die IBU. hat den Münchener als neuen Herausforderer Paolinis anerfamt. Haymann wird also am Sonn abend, dem 7. Juli, in der Stierkampfarena zu San Aufmarsch der Arbeitersportler In Pankow. Berlin mit seiner fräftigen Mannschaft einen weiteren Sieg. Den zweiten Blaz belegte der Ruderverein Freiheit- Berlin. Im Doppelvon den Freien Schwimmern- Charlottenburg und dem Kanubezirk Kanu- Bierer, welcher zum ersten Male in Grünau ausgefahren der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, als Sieger durchs Ziel. Der Turnerschaft Groß- Berlin und den Freien Kanufahrern- Berlin. Erst murde, war ein 3meifampf zwischen dem Kanubezirk der Freien Kanufahrer um Nasenspize schlagen. im Ziel fonnte die Freie Turnerschaft durch besseren Endspurt die Im Senioren Achter gingen die drei alten Rivalen, Vorwärts, Kollegia und Freiheit an den Start. Die ersten zweihundert Meter geschloffenes Rennen. Dann geht Freiheit mit Mehrschlag leicht in Führung, fann aber dies Tempo nicht durchhalten und muß die Führung an Borwärts abtreten. Bei 1000 Meter nimmt Kollegia den Kampf auf und verweist Freiheit auf den dritten Platz, fommt aber nicht mit Borwärts auf gleicher Höhe. Während Freiheit weiter zurückfällt, vergrößert Borwärts zentimeterweise seinen Borfprung, um fchließlich mit prächtigem Endspurt als tnapper Sieger durchs Ziel zu gehen. Sebastian gegen Baolino antreten. Im Anschluß daran wird Haymann mit seinem Manager André Picard und dem Mittelgewichtsmeister Hein Domgörgen jofort die Reiseanach Amerifa antreten, wo er bereits am 15. August in New ort mit dem guten amerikanischen Schwergewichtler Johnny Risto bogen soll. Die Abwanderung der besten deutschen Borer aus der Heimat, die ihnen eine nennenswerte Beschäftigung kaum noch Nachdem bietet, nimmt überhaupt immer größere Formen an. Schmeling, Herse, Noad, Peter bereits im Dollarlande weilen, hat nun auch der Erschwergewichtsmeister Franz Diener, der bereits einmal in Amerifa meilte, Angebote von drüben erhalten, denen er nicht ablehnend gegenübersteht. 10 Jahre Jugend- Herbergsverband. M Aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens hielt der Gau Bran denburg des Deutschen Jugendherbergsverbandes am Sonnabend und Sonntag in Frankfurt( Oder) eine Jubi läums Hauptversammlung ab. Die Stadt Frankfurt war aus diesem Grunde mit reichlichem Flaggenschmuck in den Reichs- und Stadtfarben versehen. Alle Ortsgruppen hatten Delegierte entsandt. Der Landeshauptmann der Provinz Brandenburg, der Oberpräsident, die Regierungsbezirke im Gau und die Stadt Berlin hatten Vertreter entsandt, die vom Vorsitzenden des Verbandes, dem sozialdemokratischen Stadtrat Schneider- Neukölln, begrüßt wurden. Auch sonst fand die Tagung große Aufmerksamkeit bei allen Behörden; Telegramme vom Wahlfahrtsministerium, vom Gesamtverband und vielen Freunden des Jugendherbergswertes waren eingegangen. Die Verwaltung der Stadt Frankfurt und die Jugendvereine aus Frankfurt forgten für eine würdige Gestaltung der Feier. Der geschäftliche Teil der Tagung verlief im ganzen recht harmonisch. Unangenehm ist allerdings aufgefallen, daß gerade ein Bertreter der Stadt Berlin mit' den der Stadt Berlin zustehenden Stimmen einem Vertreter des Jungdeutschen Ordens zu einem Sig im Borstand verhalf, während ein Arbeitersportler dafür ausfiel. Durch diesen auffallenden Gebrauch des Stimmrechts der Stadt Berlin sind die Berliner und Brandenburger Arbeitersportler ohne jede Bertretung im Vorstand des Berbandes. Die Tagung schloß mit einer Kundgebung für eine bedeutende Vermehrung der von der wandernden Jugend sehnlichst gewünschten Jugendherbergen. Mit Genugtuung fann festgestellt merden, daß das Jugendherbergswert recht gut vorwärts gekommen ist; an den Mitarbeitern liegt es gewiß nicht, wenn heute noch die Zahl der Jugendherbergen viel zu gering ist und die norhandenen zum Teil den bescheidensten Anforderungen noch nicht entsprechen. Es ist auf dem bisherigen Wege aber nicht mehr zu erreichen ge= mesen. Notwendig ist, daß der Ausbau des Jugendherbergeneges jetzt vom Reich und Staat übernommen wird. Dann werden auch die noch vorhandenen Mängel beseitigt werden können. Borkampftag des B. C. Heros- Berlin. Der B. C. Heros ver anstaltet seinen nächsten Stampfabend Donnerstag, 5. Juli, 19.30 Uhr, auf dem Norden- Nordwest- Plaz am Bahnhof Gesundbrunnen. Vereinskalender. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Gruppe Brenzlauer Berg: Donnerstag, 5. Juli, 19% Uhr, im Heim Chriftburger Str. 14 Mitgliederversammlung. Baffersportverein Stecamania". Bierteljahresversammlung 6. Juli, 20 Uhr, bei Hoffmann, Bismarples 2 Bauausstellung Berlin gefährdet? Die Bauindustriellen fordern und drohen. tarte ab und wurde vorgelassen. Frau Wangel, die, durch den Ton der Drohbriefe erschreckt, befürchtete, daß der Mann Unheil anrichten tönnte, hatte sich mit dem 50. Polizeirevier in der Kurfürstenstraße in Verbindung gesetzt und um Entsendung gebeten. Wenige Minuten nach H. betrat denn auch ein Kriminalbeamter das Haus und nahm den Kaufmann, der im Empfangs zimmer wartete, fest. Um die Bauausstellung 1930" ist ein neuer Streit cusgebrochen. Die Bauindustriellen, deren Verbände hinter dem „ Berein in der Bauten ,, Verein Bauausstellung" stehen, sind unzufrieden mit der Behandlung der Geländefrage durch die Stadt Berlin. Sie behaupten, daß bei Ausführung des Wagner Poelzigschen Entwurfes die Bauausstellung benachteiligt merde, weil sie auf einem entlegenen Teil des Messegeländes unter gebracht werden solle. Gestern hat der Verein Bauausstellung" in einer start befuchten Mitgliederversammlung eine scharfe Einspruchent schließung gefaßt. Darin spricht er sein stärkstes Bedauern" darüber aus, daß es zwischen dem Verein und der Stadt immer noch zu keiner grundfäßlichen Behandlung in der Geländefrage gekommen sei und hiermit das Zustandekommen der Bauausstellung in Berlin im Jahre 1930 ernstlich in Frage gestellt werde. Durch Wagners und Poelzigs Generalbebauungsplan werde ebenso wie durch den neuen Bebauungsplan, der ein Teilstück von jenem dar| Auf der Wache fand man bei ihm cine Pistole und fünf scharfe Patronen, die er in einer Blechschachtel bei sich trug. Wenn auch 5. bestreitet, eine Tötungsabsicht gehabt zu haben, so ist nicht recht erklärlich, weshalb er dann eine geladene Pistole und Munition bei sich trug. Die lange Arbeitslosigkeit mag dazu bei getragen haben, daß er mit seinen Nerven nicht mehr auf der Höhe ist. 5., der ein sehr aufgeregtes Wesen zur Schau trug, wird dem Polizeipräsidium eingeliefert werden. " " " Ministerialrat Genossen Hirschfeld Die Wohlfahrtspflege und bat Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung" wirk fortgesetzt und abgeschlossen. In der Umschau" schreibt Ministerial. rat Genosse Ristau, Dresden, über ,, Taubst ummenfürsorge" Ferner werden die vom badischen Landesjugendamt erlassenen Richt linien zum Schutz der Hütefinder" besprochen. Genossin Graeger berichtet über die Tagung des Internationalen Arbeitsamtes" im Herbst 1927; Genoffin Hellinger über die Tagung des Preußischer Beirats für Jugendpflege" im Juni 1928, Genoffin Piel über die fangene" im Juni 1928 und Genosse Mennice über die„, 3. Haupt Hamburger Tagung des Deutschen Hilfsvereins für entlassene Ge versammlung des Bundes Deutscher Sozialbeamten" im Juni 1928. In der Rubrik Aus der Arbeiterwohlfahrt" ist ein Aufsatz von Ger noffin Buchruder veröffentlicht: Jahreskreislauf in unseren Näh stuben". Den Schluß des Heftes bilden Mitteilungen und eine aus führliche Bücherschau, von der die Besprechung des von der Arbeiter. wohlfahrt herausgegebenen Kommentars zum Reichsgesetz zur Be. fämpfung der Geschlechtskrankheiten und seiner praktischen Durch führung besonders erwähnt sei. Reichswehrkonzert im Stadion. H ſtelle, dem Verein die Verweisung der Bauausstellung Der deutschnationale Stadtbankprozeß. Unter der Leitung des Heeresmusikinspizienten Professor Ha& ene in den entlegenen Westzipfel des Messegeländes zugemutet. Der Verein müsse, wenn er sich mit der ausstellungswirtschaftlich fast unmöglichen Lage des Westgeländes abfinden wolle, von der Stadt noch die Bebauung des Zwischengeländes fordern, weil sonst die Verbindung der Bauausstellung mit den alten Ausstellungshallen fehle. Diese zufäßlichen Leistungen seien allein Sache der Stadt, aber der Verein wolle sie nach Kräften tragen helfen. Sollte jedoch hierüber nicht bis zur nächsten Monats. versammlung des Vereins volle Klarheit erzielt werden, so sehe er feine Möglichkeit mehr, die Bauausstellung in Berlin im Jahre 1930 durchzuführen. Das klingt wie eine Drohung, aus der man wohl den Schluß ziehen darf, daß der Verein Bauausstellung" bei diesem Streit etliche Vorteile herauszudrücken hofft. Gespannt muß man sein, welche Bedingungen er für die von ihm gewünschte ,, Generalbereinigung aller Schwierigkeiten mit der Stadt Berlin" stellen wird. Er kündigt an daß er hierzu ,, organisatorische Vorschläge" machen werde. Mit welchen Forde rungen wird er fommen? ละ Verbandstagswahl der Metallarbeiter. Nur etwa 50 Prozent Wahlbeteiligung. An der Delegiertenwahl zum Verbandstag der Metallarbeiter in Karlsruhe haben sich in Berlin, nach den vorläufigen Feststellungen, etwa 41 200 Metallarbeiter beteiligt, von denen 18 975 den Amsterdamer Kandidaten und 22 227 der„ Opposition" ihre Stimme gegeben haben. Da die Organisation in Berlin zurzeit etwa 80 000 Mitglieder zählt, hat sich an der Wahl nur etwa die Hälfte der organisierten Metallarbeiter beteiligt. Wenn auch bei gewerkschaftlichen Wahlen die Wahlbeteiligung selten so start ist wie bei politischen Wahlen, so ist doch die Wahlmüdig feit, wie sie sich in den vorstehenden Zahlen widerspiegelt, unverhältnismäßig groß. Wir werden, wenn erst die genauen Abstimmungsresultate vorliegen, auf die Wahl näher eingehen. Erpresser bei Hedwig Wangel. Das„ Ultimatum" des Stellungslosen. Die bekannte Schauspielerin Hedwig Wangel, die Gründerin des Frauenheims„ Tor der Hoffnung", wurde gestern in ihrer Wohnung Stegliger Straße 55 von einem Erpresser an Leib und Leben bedroht. 12, Schon vor einiger Zeit schrieb ein 29 Jahre alter Kaufmann Albert H., der in Schönheide im Erzgebirge lebt, an Frau Wangel, schilderte ihr seine Notlage, daß er seit zwei Jahren ohne Beschäftigung sei, und bat um Vermittlung für eine neue Stellung. Da sich zurzeit für ihn nichts Passendes fand, so mußte er vorläufig vertröstet werden. Damit gab sich S. aber nicht zufrieden. Der Ton seiner Briefe wurde drohender, und schließlich stellte er Frau Wangel ein llltimatum, daß er sie, wenn sie ihm nicht bis zu einem bestimmten Tage eine Geldunterstützung oder Arbeit verschaffe, erschießen werde. Er kündigte weiter an, daß er nach Berlin kommen werde. Gestern nachmittag gegen 3% Uhr rief er in der Stegliger Straße durch den Fernsprecher an und erhielt von dem Pförtner den Bescheid, daß Frau Wangel bereit sei, ihn zu empfangen. Eine Viertelstunde später erschien H., gab seine BifitenPROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 5. Juli BOL Potsdamer Straße 38 Majestät schneidet Bubiköpfe mit Maria Paudler Das Schicksal einer Nacht mit Harry Liedtke, Erna Morena Rheinstraße 14 Die stärkste Sensation des Jahres Chicago Odeon, Potsdamer Str. 75 2 Jahre Gefängnis für Direttor Berger. Jm Prozeß der Stadtbank von Halle wurde heute nach insgesamt 75 Berhandlungstagen das Urteil gefällt. Der Hauptangeklagte, der frühere Stadtbankdirektor Berger, der dura, jeine Geschäftsführung der Stadtbank und damit der Stadt Halle einen Schaden von mehreren Millionen Mark zugefügt hatte, wurde zu 3wei Jahren Gefängnis verurteilt. Ferner wurde ihm die Befähigung zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren abgesprochen. Das Reichswehrkommando III veranstaltete am Sonn abend im Deutschen Stadion ein Reichswehr Musikfest berger brachten 20 Mufitforps der brandenburgischen Truppen teile und einige' Kapellen aus Braunschweig, Göttingen und Goslar ein reichhaltiges Programm zum Vortrag. Bei Beginn der Ver anstaltung, die gut besucht war, prasselte ein Regen in die offener Tribünen des Stadions. Bald aber hellte sich das Wetter auf, sa daß das Programm weiterdurchgeführt werden konnte. Besonderes Beifall fanden die Musikvorträge aus Wagner- Opern. Im zweiten Teil des Programms wurden, Heeresmärsche und Choräls gespielt. Der große 3apfenstreich schloß die Musikvorträge ab. Dann folgte ein Riesen- Feuerwerf. Das Urteil im Totschlagsprozeß Grulich. In dem Totschlagsprozeß gegen den 23jährigen Friseurgehilfen Paul Grulich, der am 9. April nachts im Flur des Hauses Invalidenstraße 124 aus Eifersucht seine 18jährige Braut Der Kaufmann Schroeder erhielt ein Jahr sieben Monate Gefängnis und zwei Jahre Ehrverlust, der kaufmann Reinis acht Monate Gefängnis, fünf Angeklagte wurden freigefprochen, die übrigen erhielten Gefängnisstrafen von sieben Monaten bis zu drei Wochen; ferner Geldstrafen von 200 bis 50 Mart. Eine Strafaussehung bei Berger wurde abgelehnt. Der Prozeß brachte zahlreiche Enthüllungen über die deutsch- Käthe Berndt, die Tochter eines Schuhmachermeisters aus Neu. nationale miswirtschaft in der Stadtverwaltung von Halle. Praktische Wohlfahrtspflege. Die ,, Arbeiterwohlfahrt" bringt in Heft 13 vom 1. Juli 1928 einen Aufsatz von Genossin Louise Schroeder, M. d. R., über die vom alten Reichstag erlassenen ,, Reichsgesetzlichen Aenderungen der Sozialversicherung 1924-1928". Der Beitrag von Inilo Stettin durch Revolverschüsse getötet hatte, beantragte der Staatsanwalt Weißgerber wegen Totschlages, Hausfriedensbruch und unbefugten Waffenbefizzes vier Jahre und ein Monat Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Georg Meŋer bat das Schwurgericht bei der Zubilligung mildernder Umstände die Jugend des Angeklagten und die Einwirkung des Alkohols zu be rücksichtigen. Das Schwurgericht I unter Vorsitz von Landgerichts. direktor Tolf verurteilte Grulich zu zwei Jahren sieben Monater Gefängnis unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft. So war es früher! In einem amerikanischen Seebad vor 25 Jahren. Die Frauen durften auch im Wasser keine ,, unpassende" Kleidung tragen. In Berlin war es nicht anders. KINO TAFEL Süden Th. am Moritzplatz Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Freiwild nach Arthur Schnitzler Reichhaltiges Beiprogramm Luisen- Theatere Reichenberger Straße 34 Herr Meister und Frau Meisterin H. Gibson mit Er kam sah- slegte Bühne Neukölln Die stärkste Sensation des Jahres Passage- Lichtspiele Chicago Turmstraße 12 Verheimlichte Sünden Die Försterchristl mit Lya Mara Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Verheimlichte Sünden Die Bankräuber v. Alaska, 5 Akte Südwesten Film- Palast Kammersåle Teltower Str. 1-4. W. 6.30, Sbd. 5, Stg. 4 U Henny Porten in Wehe wenn sie losgelassen Das verbotene Paradies mit Pola Negri Neukölln, Bergstraße 151-152 Die Geisterfarm Eheketten Bühnenschau Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 108 Es zogen drei Burschen ( Drei Seelen, ein Gedanke) Marcco in Mordendes Gold Bühnenschau Osten Concordia- Palast Andreasstraße 64 Panzerkreuzer Potemkin Belprogramm und Bühnenschau Viktoria- Lichtbild- Th. Metro- Palast Frankfurter Allee 48 John Gilbert in Galgenhochzeit Erster Preis: Ein KuB Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 3. u. 4. Juli: Der alte Fritz, I. Teil 5. Juli: Der alte Fritz, II. Tell Jugendliche naben Zutritt Friedrichsfelde Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Eine kl. Freundin braucht ein jeder Mann mit Paul Heidemann Die Spielhölle LSP Norden Lichtspiele am Senefelderplatz Der Fürst von Pappenheim Betrogene Betrüger Alhambra Müllerstr. Matrosenliebchen Belprogramm und Bühnenschau Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Das indische Grabmal. I. u. II. Teil in einem Programm Chausseestraße 30 Adolphe Menjou: Ein Frack, ein Claque, ein Mädel Schunzel in Hercules Maier Bühne: Kastner persönlich Weißensee Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205-210 Matrosenliebchen( Lya de Putti) Ein Frack, ein Claque, ein Mädel Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Ballschmieder- Lichtsp.| Badstraße 16 Meine Tante H. Porten dip edent PROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 5. Juli Nieder- Schönhausen deine Tante mit Film- Palast Hercules Maier mit R. Schünzel Blankenburger Str. 4 Große Bühnenschau Humboldt- Theater Badstraße 19 Bin Walzertraum nach der bekannten Operette Die Filmkönigin Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Harry Plel in Der Mann ohne Nerven Die Kaiserjäger Jugendliche haben Zutritt Große Bühnenschau Pankow Wir armen kleinen Mädchen Palast- Theater ( Singfilm) Der Student von Prag Gesundbrunnen ,, Alhambra Badstraße 58 Harry Liedtke in Liebe und Trompetenblasen Barocko, 6 spannende Akte Große Bühnenschau Breite Straße 21 a Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten Von der Schiffswerft zum Ozean lugendliche haben Zutri Sensationsprozeß Die Bräutigams der Babette Bomberling Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Gigolo, der Tänzer für Geld Kampf um Liebe m. Jetta Gougal Schöneberg früher Titania( uta Schöneberg Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz Prinzessin Trulala Steglitz Tivoli- Lichtspiel- Th. Titania- Palast Berliner Straße 27 Ich hab' mein Herz in Heidel. berg verloren. I. u. II. Teil Beiprogramm Große Bühnenschau Steglitz, Schloßstr. 5 Die Dame und ihr Chauffeur Bühne: Sensationsgastspiel Georgiva- Ballet, 10 Solisten, Primaballerina Elena Tippel