BERLIN Donnerstag, 5. Juli 5. น า ง ทาง 1928 10 Pf. 314 Der Abend™ Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendansgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts 155 45. Jahrgang. 66 Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bosschecktonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Ein nationaler" Preffefumpf. 19100 100 10 Die Wirbelsturm- Katastrophe in Berlin. So hat gestern der Stum im Tiergarten gehaust psing Der Fall Destreich. Und so in Treptow, in einem der großen Gartenrestaurants. Der Reichskanzler antwortet! Fortsetzung der Aussprache im Reichstag. Bor einigen Wochen erregte die Ermordung des Redakteurs Bruno Wolf vom„ neuen Wiener Journal" durch einen der Expreffung beschuldigten Kollegen beträchtliches Aufsehen. Man hat damals gemeint, daß ein folcher Fall sich wohl in Wien ereignen fonnte, in Deutschland jei das aber Zu Beginn der heutigen Reichstagsjigung um 12 Uhr gibt Pränicht möglich, denn bei uns gebe es feinen Preffefumpf.fident öbe die Konstituierung und Wahl einer langen Reihe von Wirklich nicht? Der Fall des Denischnationalen Dr. Ausschüssen bekannt und teilt mit, daß der Aeltestenrat alle zur ReDestreich, den wir heute ausführlich schildern, zeigt uns, in welcher Weise bestimmte Kapitalgruppen auf die Haltung gierungserflärung gestellten Anträge als zuläffig erklärt hat.( Also auch den Jurantrag der Hakenkreuzler, der Reichsregierung das Ver= gewiffer Organe einwirken. trauen auszusprechen.) Der Zusammenbruch des Sensationsblättchens„ Berliner Mittag", mit dem wir uns bereits wiederholt befassen mußten, feuchtet tief hinein in die Zusammenhänge der bürgerlichen Bresse politik. Aufgerollt wurde der Fall durch die Tatsache, daß die Zeitung ihr Erscheinen plötzlich einstellte, während den Angestellten friftios gefündigt wurde. Noch furz vorher hatte sich der Verleger Destreich mit den großen Geldmitteln gebrüstet, die ihm angeblich zur Verfügung standen. Jetzt wurden ble ftellungslosen Angestellten vor dem Arbeitsgericht veranlaßt, einen Bergleich zu schließen, bei dem sie einen Teil ihrer beredt figten Ansprüche preisgaben, während die Redakteure des Blattes noch um ihre Forderungen fämpfen. Gegen Destreich ist Straf anzeige wegen Kontursvergehens gestellt worden. Als die Zu sammenhänge zur Sprache famen, bestritt Dr. Destreich noch immer, daß sein Verlag zahlungsunfähig oder auch nur in Zahlungsschwierig feiten fei. Um so befremdlicher ist sein Vorgehen gegen die Angestellten, um so befremdlicher auch das Verhaiten des Arbeits richters, der den Angestellten zu dem Bergleich geraten hat. Wie eine nationale Zeitung entsteht. Es lohnt sich die Entstehungsgeschichte des famosen„ Berliner Mittag" einmal näher zu betrachten. Dr. Oestreich tauchte plötzlich nach dem Kriege im Scherl- Berlag auf. Die Verdienste, die er sich da erwarb, müssen sehr große gemejan sein, denn sehr bald wurde er zum politischen Chefredakteur der Berliner Börsenzeitung" berufen, die bis zu seinem 2mtsantritt eine liberale Zeitung gemen mar, dann aber plößlich ins völtisch radikale Lager ein Schwenkie, bei der Behandlung des Falls Barmat cine ebenso groß fprecherische wie zweifelhafte Rolle spielte, sich selbst im Antisemitismus erging furz ganz bie Gepflogenheit jener merkwürdigen Erneuerer Deutschlands" annahm, wie sie im Lager der Hugenberger so zahlreich zu finden sind. Als damals die Zeitung daraufhin gestellt wurde, wie sich ihr Antisemitismus mit dem sonst micht übermäßig arischen Einschlag ter Börseninteressenten verträge, = Darauf wird die Besprechung der Regierungserklärung fortgesetzt. Der Präsident hatte bereits dem Abg. Oberfohren( Dnat.) das Wort erteilt, als dieser sogleich zugunsten des Reichskanzlers darauf derzichtete, da dieser die Absicht äußerte, zu sprechen. Reichskanzler Hermann Müller: Abg. Graf Westarp hat gestern bemängelt, daß ich in der Regieungserflärung meinem Borgänger Marg nicht den Dank ausgesprochen habe. Das habe ich schon bei der Uebernahme der Geschäfte der Reichskanzlei getan, und da Dr. Mary damals nicht anvefend war, habe ich es gestern wiederholt. Im übrigen weiß ich nicht, ob ein Brauch, der in parlamentarischen Ländern nicht üblich ist, unbedingt aufrechterhalten werden muß.( Sehr gut lints.) Ich weiß zum Beispiel nicht, ob Herr v. Keudell Wert darauf gelegt hätte, aus sozialdemokratischem Munde den Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen zu erhalten.( Große Heiterfeit links.) Gegenüber den Anzweiflungen des Abg. Westarp stelle ich fest, daß zwischen den Parteien, die in der Regierung vertreten find, über die Führung der auswärtigen Politik wesentliche Politik wesentliche Differenzen nicht bestehen.( Sehr richtig.) Abg. Bestarp vermißt auch das Wert ,, national" in der Regierungserklärung; sie spricht zweimal davon, daß die neue Regierung den Interessen des deutschen Volkes und des Deutschen Reiches dienen wolle ich glaube das Wort deutsch muß genügen, es bedarf nicht des Wortes national.( Sehr gut links und in der Mitte.) Die Borverhandlungen über die Regierungsbildung sind diesmal wesentlich fürzer gewesen, als in anderen Jahren. Immerhin gebe ich zu, daß auch ich gewünscht hätte, fie wären naj türzer gewesen, und das werden Sie mir wohl nachfühlen.( Heitere ZuSturmverwüstungen in Schlesien. | stimmung.) Gegenüber einer auch in der Deffentlichkeit verbrei teten Darstellung betone ich, daß nicht wie bei der Regierungsbildung von 1927 die Minister durch Abstimmung in den Fraktionen gefürt worden sind.( Sehr richtig!) Wenn Abg. Westarp in der Regierungserklärung vermißt, welcher Art die Regierung sei, so hat die Erklärung doch deutlich genug gesagt, daß die Regierung noch nicht auf foalitionsmäßiger Grundlage beruht. Das sagt ganz klar, daß die feste Absicht vorhanden ist, die dazu nötige Umbildung der Regierung alsbald vorzunehmen, was ja auch ganz selbstverständlich ist, wenn dieses umfangreiche Regierungsprogramm in Angriff genommen werden soll. Abg. Westarp bemängelt aud), daß wir zu wenig von der Reichsreform gesprochen hätten. Selbstverständlich müssen wir erst zu den Vorarbeiten der vorigen Regierung Stellung nehmen. Aber aus der Regierungserklärung geht deutlich hervor, daß der Wille zur Weiterführung dieser Reform bei uns ausreichend vorhanden ist. Im übrigen ist klar, daß für jeden entscheidenden Schritt auf diesem Gebiet eine breite parlamentarische Grundlage vorhanden sein muß und daß alle berechtigten Intereffen bei dieser Reform wahrgenommen werden müssen. Abg. Dr. Scholz hat die Zusammenlegung von Reichs ministerien gefordert. Darüber haben wir uns im Haushaltsausschuß schon oft unterhalten. Aber wenn man daran ging, die Zusammenlegung auszuführen, ergaben sich immer starte Widerstände. Es fann zweifelhaft sein, ob das Reichsjustizministerium zu beseitigen wäre. Aber es ist doch damit zu rechnen, daß nach der Verwaltungsreform vielleicht das eine oder andere Land seine Justiz dem Reich wird übergeben wollen, und dann brauchten wir doch wieder ein Spezialministerium dafür. Abg. Weftarp hat gesagt, der Ruf nach Verfassungsreform sei im deutschen Bolt allgemein geworden. Für die deutschnationalen Reformforderungen trifft das sicher nicht zu.( Sehr richtig links und im Zentrum), denn im Wahlkampf hat sich gemiß nicht eine Mehrheit für diese Forderungen erklärt. ( Weſtarp: Aber eine denkende Minderheit!- Große Heiterkeit links und in der Mitte.) Was die Ministerverantwortlichkeit angeht, so war in dem Berfassungsentwurf des kaiserlichen Großen Hauptquartiers vom 19. Oftober 1918 dieser Artikel 15 enthalten:„ Der Reichskanzler be= darf zu seiner Amtsführung des Vertrauens des Reichs= diese Formulierung des Kaiserreiches angeknüpft.( Hört, hört!) ( Fortsetzung des Berichts auf der 2. Seite.) erklärte Dr. Deſtreich natürlich ſofort, daß ihm jeglicher Antisemitis: Bankier Löwenstein insMeer gestürzt gesDie Beimarer Verfaffung hat bewußt und direkt an mus fet nliege. Soweit das feine geschäftlichen Beziehungen an( Fortfegung auf der 2. Seite.) ( Berichte 3. Seite.) .19 Der Preffefumpf. ( Fortsetzung von der 1. Seite.) ging, traf das auch zu. Zählte er doch zu seinen engeren Mitarbeitern eine ganze Reihe solcher Juden, die ihre Stammesmerfmale durch nationalistische Phrasendrejcherei verleugnen. Bu fönnen glauben. Er schrieb von da ab nur noch marristisch" und ,, international", wo er sonst immer jüdisch- marristisch" und fremdstämmig" gesagt hatte. Die fleine Nuance ist tennzeichnend für den politischen Charakter des damaligen Chefredakteurs überhaupt. Er, der es vorgezogen hatte, den Krieg mit der Feder des Journalisten in dem gesegneten Land Chile, mehere 1000 Kilometer von der Front entfernt, zu führen, fühlte sich als der geeignete Mann, um die Lüge vom Dolch stoß in den Rücken des Heeres immer wieder laut zu deklamieren, von der Größe des deutschen Kaiserreichs und von der Schlechtigkeit der Republikaner und Sozialisten zu faseln. Er fand immer Leute, die ihm das, und andere, die ihm noch mehr glaubten. 09 Die notleidende Industrie als Geldgeber. Als er infolge von Differenzen mit der übrigen Redaktion aus der„ Berliner Börsenzeitung" mit einer stattlichen Abfindung ausge schieden war, hatte er sich die Sporen bereits als bewährter Patriot" verdient. Bald darauf traf er mit dem Generaldirektor Stähler, dem damaligen Leiter des oberschlesischen Berg- und Hüttenmännis schen Vereins, zusammen. Dieser Mann, der oft persönlich und für seinen Verband die katastrophale Lage des oberschle= sischen Bergbaues eindringlich geschildert hatte er war der schlimmste Quertreiber in den deutsch- polnischen Handelsvertragsver handlungen, hatte auf einmal Geld im lle berfluß, als er von Deftreich gebeten wurde, eine nationale Berliner Mittagszeitung zu finanzieren. Zunächst spendierte er für diesen Zweck 300 000 m. Deftreich machte damit eine Gesellschaft" auf, deren ganzer Erfolg darin bestand, diefe 300 000 m. fowie noch weitere 100000 m., die er später aus der gleichen Quelle erhielt. etwa innerhalb eines helben Jahres zu verwirtschaften. Die Art, wie hier das Geld zur Gründung einer Zeitung gegeben wurde, erinnert peinlich an die Praktiken der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, die im Jahre 1925 einer zweifelhaften Berson annähernd 200.000 Mart zur wissenschaftlichen Beeinflussung" der Arbeiter herausgeworfen hat. Die Deutschnationalen beteiligen sich an der Pleite. Als er am Bersinken war, setzte der noch als überparteilich national aufgespieíte Dr. Destreich seine Karte auf die Deutschnationale Volkspartei. Von ihr erhielt er aber nur die Zusage von 15 000 m.; tatsächlich wurden gezahlt 12 000 m., während Destreich den Rest auf das Konto des verlorenen Wahlkampfes der Deutschnationalen verrechnen fonnte. Diese Gegenleistung war verhältnismäßig gering für die vielen Bemühungen, die Dr. O., übrigens in Börsenkreisen wegen dieser Unterschrift gern Dr. Rull genannt, der Deutschnationalen Bolfspartei gewidmet hatte. Brachte er doch in seiner Zeitung sorgfältig alle Mitteilungen der Deutschnationalistischen Pressestelle, deren fader Inhalt in der Regel nur durch seine Unterschrift verschönt und zur selbständigen Arbeit geprägt wurde. nationalen Antipoden des Um neue Gelder für sein großzügiges Geschäft zu bekommen, wandte sich Dr. Destreich auch an Herrn v. Borsig, fiel jedoch bei ihm ab. Als es damit nichts war, wandte er sich zu einem deutsch Berliner deutschnationalen Groß industriellen, nämlich an den Kaligemaltigen und Verständigungs polititer Kommerzienrat Arnold Rechberg. Auch das half nichts, obwohl Herr Destreich, und das ist das Charakteristische, ihm sogar. für die Geldleistung eine Aenderung des politischen Kurjes zugesagt hatte! Die blamierte Industrie. = Das ist die Geschichte eines Blattes. Ein politischer Abenteurer, ein journalistischer Domela, legt sich die Geste des reaktionären Patrioten zu. Sofort finden sich Industrielle, die fast eine halbe Million ihm dafür spendieren, daß er eine nationale Seitung" machen will. Wenn andere Geldgeber tommen, ist er zur Pres gabe seiner Ueberzeugung bereit. Wer erinnert sich nicht an die Heinen Leute, an die irregeleiteten politischen Clemente, die hemmungslos von den Kommunisten zu den Bölkischen und umgefehrt Knüberwechseln, je nachdem, wo sie den politischen Borteil zu jehen glauben? Hier ist ein Hasardeur der deutschen Publizistik, für dessen verantwortungsloses Gebaren einer der angesehenjten deutschen Industrie verbände verantwortlich zeichnet, weil er ihm erst diese Eristenz ermöglicht hat. Ein Mann, der vor jedem neuen Geldgeber den Budel trumm macht und sogar den Standpuntt feines Blattes preiszugeben bereit ist! Ein Mann von einer so seltenen geschäftlichen Untüchtigkeit, daß er nicht einmal seinen Angestellten bezahlen kann, von den Geldern, die er ohne Gegenleistung erhalten hat. Eine Sumpfblüte der kapitalistischen Wirtschaft! " Und dieser Mann, der mehr als einmal die deutsche Republit verächtlich gemacht hat, der oftmals den republikanischen Politikern persönlichen Eigennuz und Bestechlichkeit anderen vorgeworfen hat, dieser Mann erweist sich jetzt als ein Pflegling der oberschlesischen Montangewaltigen, deren Berband übrigens auch die staatliche Breußag" angehört, und als ein Unterstügungsbezieher der Deutschnationalen Boltspartei. Die deutschen Unternehmer dürfen sich nicht wundern, wenn man über ihre Führerqualität eine eigene Meinung bekommt, nachdem sie jetzt bereits in wiederholten Fällen derart zweifelhafte Elemente zu ihren Sachwaltern gegenüber der Deffentlichkeit gemacht hat. Für die unabhängigen deutschen Journa listen aber und für den Staat ergibt sich die Pflicht, solchen Mißständen vorzubeugen. Die Zeitungen müssen gesetzlich verpflichtet werden, die Namen ihrer Geldgeber und ihre politische Richtung befanntzugeben. Wäre das in dem vorliegenden Fall geschehen, dann wäre der deutschen Industrie und der bürgerlichen Journalistit eine Blamage erspart geblieben. R Seipel fuscht vor Mussolini. Wien, 4. Juni. Der Verband der sozialdemokratischen Abgeord: neten und Bundesräte faßte einen Beschluß, in dem festgestellt wird, daß die Bundesregierung ohne Unterrichtung des Nationalrates und des Hauptausschusses die Berhandlungen mit der italienischen Regierung über die Südtiroler Frage mit einem Austausch von Botschaften abgeschlossen hat, die eine vollständige Preisgabe der von der Bundesregierung und dem Nationalrat am 23. Februar festgestellten Saltung Defter reichs in der Südtiroler Frage zu sein scheinen. Dieses Ergebnis sei geeignet, die schwerste Enttäuschung in Südtirol hervorzurufen. Es sei Pflicht der Bundesregierung, tem österreichischen Bolte und dem Nationalrat, die bisher ausschließlich auf die Mitteilungen der italienischen Regierung angewiesen sind, den Botschaftenwechsel zwischen der italienischen und der österreichichen Regierung vollstän dig vorzulegen. burro sob 4 Wetterkunde. M 3m Mittelpunkt eines Zyklons herrscht bekanntlich Windstille. Dies war auch geffern in Berlin zu beobachten. Während rings der Wirbelwind rafie, war im Reichstag bei den Reden Westarps und Ewerts absolute Flaute zu beobachten. dgorize Die Aussprache im Reichstag. Der Reichsfanzler fährt fort: Es ist nicht im Interesse des Landes gelegen, wenn die Weimarer Verfassung als total verfehlt hingestellt wird. Ich bitte doch einmal zu prüfen, was denn das deutsche Bolk in den lesten neun Jahren unter dieser so vielgeschmähten Verfassung von Weimar ausgehalten hat. Die ganzen Butsche von rechts oder links sind niedergekämpft, die Angriffe der Separatisten im Westen abgeschlagen, und selbst das Furchtbarste, die Inflation, unter dieser Verfassung überwunden wor den.( Lebhafte Zustimmung links und in der Mitte.) Eine Verfassung, die sich so bewährt hat, kann nicht so schlecht sein, als sie oft gemacht wird. Wer Gelegenheit hat, mit Ausländern zu reden, die nur in größeren Zeitabschnitten nach Deutschland tommen, der hört von ihnen immer wieder, wie sich unter der Verfassung von Weimar die Berhältnisse in Deutschland tonjolibieren.( Gebrüll der Satenkreuzler.) Haushalt eine Beschränkung der Ausgaben möglich und vorläufig der Bau des Kreuzers zurückgestellt werden kann. Demgemäß liegt die Entscheidung über den Bau bei der Reichsregierung. Sie ift eine offene Frage, und der Reichswehrminister wird sich rechts zeitig mit dem Finanzminister in Verbindung setzen. Daß die Einbringung eines Reichsschulgesetzes nicht so einfach ist, hat der Auseinanderfall der letzten Regierung infolge des Schulgesetzes bewiesen. Ih habe keine Zweifel, daß eigentlich jede Regierung gewillt sein muß, ein der Verfassung entsprechen. des Reichsschulgesetz vorzulegen. Es handelt sich nicht nur um die formale Erfüllung eines Versprechens der Regierung, sondern es wird auch von den Ländern auf die Einbringung hingedrängt. Die Regelung der Schulverhältnisse in den Ländert hat diese immer wieder veranlaßt, nach der Regelung der Schulfrage zu fragen. Ueber Einzelheiten fann selbstverständlich erst nach Erledigung der notwendigen Borarbeiten geredet werden. Die Reichsregierung ist im übrigen für jede sachliche Kritik dankbar. Wir haben Sie nur zu bitten, der Reichsregierung die 3eit zu geben, an die Inangriff nahme ihrer Arbeiten zu gehen. Wir gehen bewußt an die Arbeit, unsere Kraft einzusehen für das Wohl und Gedeihen des deutschen Baterlandes.( Starter Beyfall links und in der Mitte.) Abg. Dr. Oberfohren( Dnat.) meint, aus den Erklärungen der bürgerlichen Barteien habe wenig Berirauen zu der neuen Regierung geftungen. In der Steuerfrage werden wir so lange nicht vorwärts fommen, wie diejenigen die Steuern beschließen, die sie selbst nicht zahlen. In der weiteren Debatte ergreift der Reichsfinanzminister Hilferding das Wort. Er wird wiederholt durch Lärm der Kommuniften unterbrochen; der Präsident Löbe muß einige Ordnungsrufe verhängen. en la Flieger Babuschkin zurückgekehrt. Abg. Weftarp flagt darüber, daß die Regierungserklärung so schweigjam fei über die Programmforderungen der Parteien. Aber die Aufgabe war doch, die Erklärung einer Regierung, in der verschiedene Parteien figen, und nicht die Programme dieser Parteien, aufzustellen. Auch bei den Vorverhandlungen sind nicht die Parteiprogramme die Grundlage gewesen, sondern man hat sich zu verständigen versucht über Gegen wartsfragen, deren praktische Lösung in absehbarer Zeit not wendig ist. Graf Westarp sagte, man solle in der Aufstellung von Gegenwartsforderungen bescheiden sein, weil sie sich als undurchführbar erweisen fönnten. Nun, Graf Westarp selbst hat auf dem Hamburger deutschnationalen Parteitag 1927 gesagt, daß die Deutschnationalen allerdings den Wählern eine höhere Um die Opfer des Nobile- Abenteuers. Aufwertung versprochen, sie aber, als fie regierten, nicht Wie aus Mostau gemeldet wird, ist am Mittwoch 10 Uhr hätten durchführen können; es sei eben so im politischen Leben, daß man erft Forderungen stelle und dann Abstriche machen müsse. Babushkin mit seinem Flugzeug nach fünflägiger Abwesenheit ( Heiterkeit.) Und auf der oftpreußischen Tagung der Deutschnatio- zu dem Eisbrecher Malygin" zurückgekehrt. Auf seinem Fluge nalen in Königsberg hat Graf Westarp gefragt, ob es nicht jeder hatte er mit starf en Winden zu kämpfen, die ihn zum NiederVerband und jede Bartei so mache, daß zunächst die weitestgehen zwangen. Das Flugzeug ist unbeschädigt, der Flieger gehenden Forderungen gestellt werden, in dem Bewußtsein, und feine Gehilsen find wohlauf. daß doch etwas abgehandelt werde.( Lebhafte Heiterfeit.) Graf Westarp beanstandet, daß unsere Erklärung nicht flar genug Stel lung nehme zu den Problemen, die er als „ Krisis der Locarno- Politit" Auf der„ Citta di Milano" nimmt man an, daß die auf dem Eis treibende Lundborg Gruppe burth Flieger taum mehr zu retten sein wird, da die Backeisfläche ständigen Ver= änderungen unterworfen ist. Wenn man auch landen fönnte, so würde ein Wiederaufstieg wahrscheinlich unmöglich sein. Die Rettung der Schiffbrüchigen dürfte demnach dem russischen Eisbrecher Krajsin" überlassen bleiben, der weiter nach dem Norbtap vordringt. Der Eisbrecher ist aber in sehr festes Cis geraten, durch das er sich nur mit großer Mühe einen Weg bahnen fann. Möglicherweise wird er gezwungen sein, halt zu machen und abzuwarten, bis sich die Eisschollen zerstreut haben. In Nyaalesund warten Riffer Larsen und Lüzom Holm auf die Hobby", um die West- und Ositüste von Spißbergen nach Amundsen abzusuchen. Die einzige Hoffnung, die man für Amundsen noch hegt, tüßt sich auf die Möglichkeit, das Flugzeug Batham" tönnte nördlich der Bäreninjel auf dem Eis gelandet sein. Die Braganza" ist vem Eis freigekommen und fährt jetzt zur Bäreninsel, um von dert aus die Suche nach Amundsen bezeichnet hat. Es handelt sich ja dabei um nichts anderes als um die Frage der Räumung der besezten deutschen Gebiete, und da hat die Reichsregierung ihren Standpunti flar und unzweideutig dargelegt. Wer meine Ausführungen darüber gehört hat, kann daraus nicht den Anlaß nehmen, wie Graf Westarp, uns Mahnungen und Warnungen zu erteilen. Graf Bestarp sollte auch bemerkt haben, daß die Regierungserklärung die Versuche, von dritter Seite in die Rheinlandfrage hineinzureden, in gar nicht mißzuver stehender Weise abgelehnt hat, Welche Schritte wir im einzelnen tun werden, tann Graf Westarp doch heute noch nicht zu wissen verlangen. Die Regierung muß im Augenblick fich auf ihre Ziele beichränken und wird sehen, was im gegebenen Augenblick zu tun ist. Wir sind auch keineswegs den Oft fragen ausgewichen. Ich habe auf das bestimmteste betont, doß wir den bisherigen Kurs der Außenpolitik weiter verfolgen; auch an dem Standpunkt, den der zu Außenminister und auch meine Fraktion zur Frage des Ost- Locarno wiederholt öffentlich eingenommen haben, hat sich nichts geändert. Der oberschlesischen Schulfragen werden wir uns selbstverständlich mit großem Intereffe annehmen, da wir über ihre Be deutung für die deutsche Bevölkerung Oberschlesiens völlig klar find. 3um deutsch polnischen Handelsvertrag wird das Kabinett in der nächsten Woche unter Hinzuziehung der Berhandtungsführer Stellung nehmen. Was die 3ollpolitik betrifft, so sind die Genser Beschlüsse bekanntlich eine internationale Bereinbarung, die von der vorigen Regierung vorbehaltlos anerkannt worden sind. Wir haben daran nichts zu ändern. Neue Prüfung der Danzerfreuzerfrage. In bezug auf die Frage des fommunistischen Abg. Ewert megen des Panzerfreuzers A muß von dem Beschluß der vorigen Reichsregierung ausgegangen werden. In dem Beschluß des Reichs. rats vom 31. März 1928. tem der Reihwehrminister zugestimmt hat, wird die Tatsache der Bewilligung nicht in Frage gezogen, aber die Reichsregierung aufgefordert, vo: dem 1. September no hmals 3u prüfen, ob nicht wegen des mangelnden Gleichgewichts im unterstützen. Eine Stimme der Vernunft. Paris, 5. Juli. ( Eigenbericht.) Leon Blum weist im Populaire" darauf hin, daß die internationale Sozialdemokratie schon seit Jahren die Rheinlandräumung verlange und daß daher diese Forderung von Müller notwendigerweise erhoben werden music. Ganz Deutschland und vor allem die deutsche Sozialdemokratie sei durch. drungen von der Ueberzeugung, daß die Aufrechterhaltung der Be fegung weder mit Locarno noch mit dem Dawes- Blan ader dem Eintritt Deutschlands in den Bölkerbund zu verein. baren sei, um so mehr, als gerade der Dames- Plan und ter Locarnovertrag in erster Linie das Berdienst der Sozialdemokratie sei. Gewiß seien die gleichen Forderungen auch von den Deutsch nationalen erhoben worden; es bestehe aber doch ein großer Unterschied. Die Sozialdemokratie wünscht die Räumung im Intereffe der Republik und des Friedens, die Deutschnationalen aber im Interesse einer monarchistische Restauration und eines Repandhetrieges, f f. Orkanschäden in Oberschlesien. Diele Personen getötet und schwer verletzt.— Zahlreiche Schornsteine eingestürzt. Gleiwitz. 5. Juli. von dem Orkan, der am Miltwochnachmiliag über Oberschlesien niederging, wurden besonders schwer die oberschlesischen Waldungen mitgenommen. Die Zahl der nieder- gelegten Bäume gehl in die T a u s e u d e. Die Felder bieten einen trostlosen Anblick. Die Telegraphenstangen sind kilometerweit wie Streichhölzer umgeknickt worden: Im Induslriebezirk sind mehrere Bezirke schwer betrossen worden. In der Hochoscnabteilung der Donner-morckhültc wurde ein W a s s e r t ü h l t u r m umgerissen. In de? elektrischen Aentrale der Hütt« wurde ein eiserner Fensterrahmen aus den Mauern gerissen, flog einem Maschinenwärter an den Kopf und verletzte ihn schwer. Schwer beschädigt wurden ebenfalls die Grubenanlagen. Vom Eisenwerk i n L a b a n d ist die Ve- dachung gerissen worden. In Wieschowa im Landkreis Benthe n sind 20 Häuser vollständig abgedeckt worden. Bei dein Bahnneubau Mikultschütz-Brynnck wurde eine Arbeiterbau. kantine vom Boden weggefegt. Zur Zeit des Unglücks befanden sich über-10 Arbeiter in der Kantine, die von den zu- sammcnstürzenden Brettern überschüttet wurden. Fünf Per- sonen wurden dabei schwer und zehn leichter verletzt. Ein Eckturm der Kirche in Mikultschütz wurde von dem Sturm zer- trümmert, durchschlug dos Dach der Kirche und zerstörte beim Fallen die Orgel. Auf der Strecke Räuden— Gleiwitz ist ein Kleinbahn- zug oondem Orkan umgeworfen worden, wobei drei Per- sonen leicht oerletzt wurden. Der Gesamtschaden in Deutsch- Obeffchlesien dürfte in die Millionen gehen. Außerordentliche Verheerungen hat der Orkan auch in Ost- oberschlesien angerichtet. Nähere Einzelheiten fehlen jedoch noch, da die Telegraphen- und Telephonvcrbindungen mit Kottowitz seit über acht Stunden zerrissen sind. In Peiskretscham ist durch dos schwer« Unwetter der Schorn. stein einer Ziegelei eingestürzt. Dabei wurden vier Per- sonen getötet und drei schwer verletzt. Im Wasser- werk Za wada stürzte ein S ch o r n st« i n auf eine Autogarage, in die Arbeiter vor dem Unwetter geflüchtet waren. Bier Per- sonen wurden schwer verletzt, eine davon ist an den Folgen der Verletzungen gestorben. In Gleiwitz ist ebensalls eine Person durch Einsturz eines Schornsteines einer Ziegelei ge- tötet worden. Obffhändlerin in den Strom geweht. Bei dem Wirbclsturm, der die bekannte Obst- und Gemüsestadt Guben am Mittwoch nachmittag heimsuchte, wurde ein O b st- stand an der Großen N-ißebrück« samt der Verkäuferin über das Geländer hinweg in die Neiße geschleu- dert. Die Frou erlitt schwere äußere und innere Verletzungen. In der Crossener Straße zersplitterte der Sturm«inen Baum, dessen Aeste im Niederstürzen die elektrische Leitung zerrissen; ein vorüber- gehender dreizehnjähriger Knabe, auf den die Drähte fielen, wurde schwer oerletzt. Furchtbare Waldverwüstungen im Harz. Wernigerode, 5. Juli. Gestern oonnittag nach ll Uhr setzte ein furchtbarer Wirbel st urm ein. Eine Windhose und eine Regenhose wüteten zugleich vom Brocken bi» Wernigerode. Ein« Anzahl Dächer wurde abgehoben und fortgeschleudert. In verschiedenen Hotels in der Um- gebung der Stadt wurden eiserne Geländerstöbe verbogen, Stühte und Tische weit weggeschleudert. Auf dem Flugplatz hatte man ein gerade angekommenes Verkehrsflugzeug, nachdem Pilot und Fahr- gaste ausgestiegen waren, fest verankert. Die Windhose riß das schwere Flugzeug hoch in die Lust und schleuderte es wieder zur Erde. Es wurde stark beschädigt. Schwerer Schaden wurde auch in den Wäldern angerichtet. Eine Nachricht, die noch dringend der genaueren Auskläruag bcdars, wird aus Dünkircheu gemeldet: Der bekannte belgische Bankier Löwen stein kehrte gewohnheil»gemäß aus dem Luftwege von London nach Brüssel zurück. Al» da» Flugzeug. in dem sich außer ihm noch der pilat, ein Aiechaniker, ein Diener und zwei Slenolypislinnen befanden, in der Rühe von Dünkirchen landete, war Löwenslcin spurlos verschwunden. Alan nimmt an, daß er während der Uebersahrt über den Kanal die Toi- leite aufsuchen wollte, sich aber in der Tür irrte und in» Meer stürzte. Da das Verschwinden des Bankiers erst bemerkt wurde, als das Flug-eug bereits die Küste überflogen hatte, konnten über Ort und Zeit des Unfalls kein« Angaben gemacht werden. Man weiß auch nichl, ob Löwenstein aus großer Höh« abgestürzt ist, wobei er beim Ausschlagen aus« Wasser ums Leben gekommen wäre, oder ob er sich über Wasser halten konnte, bis ein Schiff ihn auf. nahm. Der rätselhafte Unsall Alfred Löwensteins wird sicher Gegen- stand einer weitgehenden Untersuchung sein. Im ersten Augenblick ist man versucht, an«ine Mystifikation zu glauben. Das Flugzeug, dos Löwenstein zu seinen Fahrten zwischen London und Brüssel zu benutzen pflegt, ist Eigenbesitz, und man muß fast anneh- wen, daß der Bankler, dessen Unsall stark an den Sturz des früheren französischen Präsidenten Deschanel aus dem Salonwagen seines Sonderzuges erinnert, sich in einer Art von Trancezustand befoick». Löwenstein galt als einer der reichsten Leute der Welt, Sem Reichtum stammt au» der Kriegs- und Inflationszeit, und er vor- stand es, seine Macht immer mehr auszudehnen und ein« der groß» ten Konzern« der Weit zu schassen. Sein Vermögen war so groß, daß et im Laufe der belgischen Inflation zur Zeit der schwer- sten Krise des Franken dem Kabinett Ja spar das Angebot machte, mit seinem Gelde die belgische Wahrung zu stabilisie- re n. Die Regierung lehnte dieses Anerbieten ab, bei dem natürlich große wirtschaitliche Vorteil« für Löwenlstein Vorbedingung waren. Löwcnstein, dessen Projekt eines W« l t c l- k t r i, i t ä't s t r u st« s gescheitert war, stürzt« sich in den letzten Iahren hauptfächlich auf die Kunstseide» und chemische Industrie, die er von Im Gebiet von Dreiannen-Hohnc Im Oberharz, dem beliebten Touristcnziel, hat der Sturm den Wald buchstäblich umgelegt. Starke Bäum« wurden geknickt, die Wege sind mit abgerissenen Baumkronen besät. Bad Grund sst, wie im„Vorwärts" bereits mitgeteilt, besonders stark heimgesucht worden. Auf der Erzgrube „Hilfe Gottes" ist ein Mühlenwcrk abgedeckt und dabei«in Gruben- arbeiter verletzt worden. In Klausthal-Zellcrfcld und in Wildemann find mehrere Häuser stark beschädigt. Die Harzbäch« waren durch den vorausgegangenen wolkenbruchartigen Regen zu reißenden Gebirgsflüffen geworden. Sturmsolgen in Berlin. Die Sturmverheerungen in Berlin und Vor- orten sind doch bei weitem größer, als es zuerst den Anschein hatte. Die Hilfsarbciten der Gerötewogen der Straßenbahn mochten zahlreiche Linienumleitungen notwendig. Es ist geradezu als ein besonderer Glückzumstand anzusehen, daß im Straßenbahn- verkehr Menschen nicht zu Schaden gekommen sind. Aus Mariendorf wird beispielsweise«in Fall bekannt, wo ein um- stürzender Daum das Dach des Führerstandes eines Straßenbahn- betriebswogens durchschlug, wobei der Führer unverletzt blieb. Die Aufräumungsorbeiten auf dem Flugplatz in Tempel- hos wurden heut« vormittag fortgesetzt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die teilweis« zerstört« Halle an der Ostseite des Flugfeldes ab- gerissen wird. Auch in nächster Nähe des Flugplatzes hat der Sturm arg gewütet. Ein großes Zclt des Flughafenrestaurants wurde völlig zerknickt, Auf dem M ü g g el s e«, der infolg« des Sturmes hoch auf- gewühlt wurde, sanken mehrere Schleppkähne; die Be- satzungen konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Reichswasser- schütz war mit sämtlichen Fahrzeugen unterwegs und leistete in vielen Fällen verunglückten Wassersportlern, die mit ihren Booten gekentert waren, Hilfe. Auch auf dem Tegeler See und auf der H o v e l schlugen infolge des hohen Wellenganges mehrere Zillen voll Wasser und sackten ob. Bon den verunglückten Passanten, die von niederstürzenden Mauerteilen, Blumentöpfen usw. getroffen und schwer oerletzt wurden, befinden sich noch sechs in Krankenhäusern. Bis auf den 4Zjähngen Dachdecker Hermann Stirner, der vom Dach eines Hauses in der Graefestraß« von einer Bö« auf die Straße geschleudert wurde und im Urban-Krankenhau» mit einer Wirbelsäulenverletzung sehr bedenklich daniederliegt, sind die übrigen Verletzten außer Gefahr. Der in einer Mittagszeitung b e- reits Totgesagte ist, wie aus unserer Mitteilung hervorgeht, glücklicherweise noch am Leben. Vier polnische Militärflugzeuge vernichtet. Warschau, S. Juli. Gestern abend und heut« nacht tobte über Polen ein Gewitter- stürm, der überall große Schäden anrichtete. Durch Blitzschläge und entwurzelte Bäume wurden zahlreiche Personen verletzt. Auf dem Warschauer Militärflugfeld Mokotow wurden durch den Sturm vier Flugzeuge zertrümmert und fünfzehn beschädigt. Fast sämtliche der von Warschau aus- gehenden Telephonlinien sind unterbrochen. Hitzewelle in Amenta. New Vork. 5. Juli. Im Osten und mittleren Westen der Bereinigten Staaten sind in den letzten beiden Tagen sieben Personen an Hitzschlag gestorben. In den Krankenhäusern von New Uork mußten gestern allein 488 Personen wegen Sonnenstich behandelt werden. Das Thermometer zeigte 90 Grad Fahrenheit oder über 32 Grad Celsius.. seiner Zentralgesevschaft, der International Holding and Investment Corporation(Internationale Kontroll- und Finanzierungsgesellschoft) aus zu monopolisieren trachtete. Der plötzliche Tod des mächtigen Finanzmonnes hat an den europäischen Börsen wie ei« Bombe gewirkt. Bisher liegen noch keine zuverlässigen Nachrichten darüber vor, Der Brüsseler Bankier Alfred Löwenstein. ob es sich um einen Unglücksfall oder um einen Selbstmord handelt, doch wird in unlerrichleten Kreisen schon seht Selbstmord angenommen. Es ist nämlich wegen des starken Luftdrucks absolut nicht leicht, die Kabincntür einer im Fluge bes'ndlichen Maschine zu öffnen, so daß Löwenstein, wenn wirklich eine Verwechslung der beiden Türen vorliegen sollte, Zeit genug gefunden hätte, seinen Irrtum zu entdecken. Nach allem, was jetzt über das Schicksal der letzten großen finanziellen Transaktionen des belgischen Magnaten bekannt wird, ist die Annahme eines Selbstmordes wahrschein- l i ch e r. Baron■ Löwenstein, dessen Vermögen in der letzten Zeit auf rund 100 Millionen Mark geschätzt wurde, trat erst vor zwei bis drei Iahren in der internationalen Finanzwelt auf den Plan. Er wollie jetzt in Amerika eine große Anleihe aufneh« men, stieß aber infolge der Entwicklung der Gcldverhältnifse in den Vereinigten Staaten dabei auf Schwierigkeiten, was in letzter Zeit mehrfach zu einer Beunruhigung der europäischen Börsen Anlaß gegeben hat. Es ist darum nicht ausgeschlossen, daß seine Lag« nun- mehr doch so schwierig geworden war, daß Löwenstein darüber den Kopf verlor und vielleicht in einem Anfall von Neroenzerrüttung seinem Leben ein Ende gemacht hat. -« Das Schicksal de» Bankiers Löwenstein erinnert an das des deutschen Erfinders D i e f e l, der am 30. September 1913 auf der Uebcrfahrt von Antwerpen noch Harvich spurlos vom Dampfer ver- schwand. Sein Tod wurde nie aufgeklärt. * wie die Belgische Telegraphenagcnlur milteill, wird durch Meldungen, die bei der Bant Löwenstein eingc- gangen sind, der lödliche Unfall des Brüsseler Finanzmanne» ut' slätigl._ Die Tarifbewegung der Metallarbeiter. Heute Fortsetzung der Verhandlungen. Die gestern vor dem stellverlrelenden Berliner Schlichter Bauer geführten Verhandlongen über den Abschluß eine» Lohn- und Mantel- karise» für die Berliner Metallindustrie sind noch nichl zum Ab- schluß gekommen. Nachdem gegen 10 Uhr abend» die Beratungen über die Fragen des Mcmleltariss beendigt waren, beschäftigte sich! die Schlichlungskommission mit den Lohnforderungen de» Metall- karlells, über die in den direkten Verhandlungen mit den Metallindustrieven überhaupt«ine Annäherung erzielt werden konnte. Nach ISstüudiger Beratung wurden dann die Verhandlungen um 'Ai Uhr morgen» abgebrochen und aus heule nachmittag Ai Uhr verlagt. Lei Eröffnung der heutigen Sitzung wird die Schllchtungs- kammer zunächst den Schiedsspruch über den Monleliarif verkünden und dann in der Beratung über die Lohnfrage sorlsahren. Die ver- lrauensleule der VBMI.-Belriebe nehmen heule abend um 7 Uhr im Saalbau Friedrichshoin zu dem Verhandlungsergebnis Stellung. Verhandlungen in der Klavierindustrie. Vor der Entscheidung des Veichsarbeitsministers. Der am Donnerstag voriger Woche für die Berliner Klavier- Industrie gefällte Schiedsspruch war bekanntlich von den strei- kenden Klaoierarbeitern abgelehnt, von den Unternehmern jedoch angenommen worden Da die Urtternehiner die D e r b i n l i ch- keitserklärungdes Schiedsspruches beantragt hatten, wur- den die Parteien zu heute vormittag nach dem Reichsarbcitsministc- riurn geladen Dem vom Reichsarbeitsmimsterium bestellten Schlich- ter, Landgerichtsrat Dr Heuer» gelang es nicht, die Unternehmer zu weiteren Zugeständnissen über die im Schiedsspruch festgesetzten Löhn« zu bewegen. Die Verhandlungskommission der Klavierarbeiter hielt ihre alte Forderung aufrecht, wonach die Kiavierarbeiter in der Entlohnung mit den in der Berliner Holzindustrie beschäftigten Tischlern gleichgestellt werden sollen. Die Einigungsoerhand- lungen mußten schließlich ergebnislos abgebrochen werden. Die Entscheidung über den Antrag der Unternehmer auf Dcrdindlichkeitserklärung liegt nunmehr beim Reichsarbeitsminister. -10 Prozent Zinsen monatlich. Zusammenbruch eines Finanzbureaus. Der Zusammenbruch eines Finanzbureaus beschäftigt wieder die Siootsanwaltschast. Ein Makler Max Müller gründete im Jahre 1916 in der I ä g e r st r. 6 3 ein F i n a n z b u r e a u, das anfänglich gut ging. Müller mallste bekannt, daß er D a r l e h n von 100 Mark und mehr aufnehme und zahlte den zahl- reichen Geldgebern, die sich fanden, zurerst 10 Proz. Zinsen fürdenMonat. Er begründete das damit, daß er an der Börse große Gewinn erziele. Allmählich geriet das Geschäft ins Stocken und Müller mußte die Z i n s s ä tz e a u s 6, 4, 3, 2. 1�- und 1 Proz. ermäßigen. Obwohl zuletzt keine größeren Kapitalien mehr ein- gingen, kam Müller seinen Berpklichtungen bis zum 1. April d. I. pünktlich nach. Im Laufe des Monats 2lpril aber mußt« er aui Drängen der Gläubiger Konkurs anmelden. Die Eröffnung des Verfahrens wurde abgelehnt, weil der Verwalter feststellte, daß keine Masse vorhanden war. Einer Schuldenlast von 438 000 Mark standen keine Aktiva gegenüber. Die wei- teren Untersuchungen führten dahin, daß Müller auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft festgenommen wurde. Die wirklich Geschä- digtcn sind wohl nur die Geldgeber aus den letzten Monaten, da die frühren Einzahler durch den Empfang der unverhältnismäßig hohen Zinsen bereits gedeckt sind. Die genaue Zahl der Gläubiger ist noch nicht festgestellt. Die. die sich noch nicht gemeldet haben, werden gebeten, sich an die Dienststelle F. 8 der Kriminalpolizei zu wenden. Lembourns Vernehmung abgeschlossen. Die persönliche Vernehmung des dänischen Insanteriehaupkmanns Lembourn, der kürzlich unter dem dringenden Derdachl militärische Spionage in Deutschland festgenommen wurde, ist durch den Untersuchungsrichter vorläufig beendet worden. Es sollen noch verschieden« Personen als Zeugen gehört werden, mit denen Lembourn während seines Ausencholtes in Deutschland Ver- bindungen ausgenommen hat. Da» Ergebnis der Untersuchung wird dann noch militärischen Sachverständigen zur Äußerung vorgelegt. An eine H o ft e n l a s s u n g ist in absehbarer Zeit nicht zu denken. »Heut noch will ich Schampus trinken!� De! Ehrenbreitstein fanden Badende im Rhein ein« groß« Menge Flaschen Sekt, die anscheinend ein Koblenzer Gast- wirk, gegen den ein Strafverfahren wegen Steuerhniterziehnnz eingeleitet werden sollte, in den Rhein versenkt hatte. Die Leute fischten sich bie Flaschen aus dem Rhein heraus und tranken sie an Ort und Stelle aus. Am Abend waren in Ehrenbreitstein soviel Betrunkene, wie seit langem nicht mehr zu sehen. Der verschwundene Großfinanzier. Bankier Löwenstein aus dem Klugzeug gestürzi. Reiche Wahl unter Schallplatten. Eine Uebersicht von Klaus Pringsheim. Chöre. Zu den erfreulichsten Leistungen der gegenwärtigen Produktion zählt die Schaffung guter Chorplatten. Erfreulich, weil auf taum einem anderen Gebiet beim heutigen Stand der Technik die Wieder gabe einen solchen Grad von Lebensechtheit erreicht; und weil fich's hier um eine Form des Musizierens handelt, in der noch unver wischt Charakter und Eigenart der Völker künstlerisch zutage treten. Im Orchesterspiel gibt es, soweit die musikalische Zivilisation reicht, Fragen des Ranges beiseite, nur Unterschiede zweiter Ordnung; Oper und instrumentales Virtuosentum sind internationalisiert. Im Chorgesang offenbart sich die Raffe mit all ihren Besonderheiten. In einer ausgezeichneten Platte( C.) zeigt der berühmte Don Rofaten Chor( Dirigent Jaroff) die ihm eigene Mischung flanglicher Raffiniertheit, vor allem in zarten Färbungen und volt hafter Urtümlichkeit. Die Platoff- Don- Kosaten( P.) geben ihr Bestes in einem lebhaften Marschierstüd( Ranasta"); charakteristisch in seinem frischen Trommelrhythmus. Ganz instrumental, effektvoll in den dynamischen Kontrasten, hört sich der„ Signalmarsch" der technisch virtuosen Ural- Rosat en( DG.) an, die in dem humo ristischen Hej, hej" sehr Russisches aussprechen. Chemla Wina. mers Synagogendhor( D.) gibt, mit fein abgetöntem Klang und schönen Soloftimmen, intereffante Proben aus dem jüdischen Ritual. Von da ist ein weiter Schritt zum Opernchor der Mailänder ,, Scala", von dem El. eine akustisch besonders geglückte Platte zwei Chorſtücke aus Berdis ,, Ernani"- bringt. Die deutschen Chöre stehen nicht zurüd. Der verstärkte Philharmonische Chor, unter Siegfried Ochs, hält die Spize: das bekannte Seht, er kommt" aus Händels Judas Maccabäus" gelangt zu elementarer Wirkung. Die Berliner Liedertafel bewährt in LiedernHeideröslein" und Schäfers Sonntagslied" ihre oft gewürdigten Vorzüge( V.). Gute Arbeit bieten der Irmler Madrigalchor( P.) leider in einer etwas schwülstigen Hymne mit Orchester und der Friedrich Hegar Chor( DG.). Der Arbeitergesang ist diesmal nur durch das Frankfurter Union Quartett vertreten; am besten wohl im Sanctus" aus Schuberts ,, Deutscher Messe"( Ho.). Der Plattenauslese von Hannover sehen wir mit Interesse entgegen. 50 = = Opern- und Konzertfänger. 1 Biel Oper, wenig Konzert. Die meisten Stimmen, wie immer, entscheiden sich für Verdi. Einen prachtvollen Baß- Bariton läßt Nazareno de Angelis( C.), einen tiefen Baß von feltener glänzende Leistung übrigens: Fausto Ricci: im ,, Bajazzo"-Prolog ( P.). Aber ein ganz großer Eindruc: Schaljapin als sterben der Don Quichote( in Massenets Oper, die er hier jüngst mit seinem Ensemble gegeben hat. Immer wieder: welch ein Künstler! Mit welcher Intensität des Ausdrucks erfüllt er Beethovens„ In questa tomba"!( EI.) Doch endlich, wie der englische Knabe E. Lough Mendelsohns Höre Israel!" singt( El.), das ist auch für alle anderen sehr hörenswert. " Orchester. 1 Spiel und Aufnahme in technischer Vollendung: Toccata und Fuge von Bach; das Philadelphia Sinfonie- Orchester unter Leopold Stofowiti( Gl.). Und eine künstlerisch außerordentliche of gifti( Ct.). Un Leistung: die Fünfte von Beethoven, unter Beingaertner ( C.). In einer Folge von vier Platten. Nur schade, daß das Tempo des langsamen Sazes, damit er ganz auf einer Platte untergebracht werden fann, gedrängt werden mußte. Die Berteilung des Stoffs im Raum der Platte, das ist oft gewiß ein Problem, das seine Schwierigkeiten hat. Früher besaßen wir das„ Meistersinger"-Borspiel auf einer Platte( bei El. und DG.); nun braucht man dafür anderthalb; Mud dirigiert dazu die Rheinfahrt" aus der Götterdämmerung"( El.); die Staatskapelle flingt prachtvoll. Schillings wählt zur Ergänzung das Borspiel zum dritten Aft; leider reicht der Platz nicht ganz, das letzte Drittel muß dran glauben. Leider; die Platte( P.) ist im Orcheſterflang, zumal im wunderbar weichen, schlackenlosen Ton des Hörnerquartetts, eine der schönsten, die wir haben. Man soll sich, bei der fortschreitenden Vervollkommnung der Aufnahmemethoden, immer an die neuesten Erscheinungen halten. Verblüffend zum Beispiel, wie die Bauten -auf älteren Platten faum zu agnofzieren im Trauermarsch aus der Götterdämmerung" nun ,, echt" flingen( P.). Das Bagner Orchester läßt sich in der Tat hören, wie es heute von der Platte wiedergegeben wird. Aber warum ersetzt Henry Wood, der berühmte Londoner Dirigent, in der( virtuos gespielten) RheintöchterSzene das Terzett der Frauenstimmen durch Solo- Violinen? Und warum leitet er die schon ein wenig umständliche Einleitung noch mit einem Bruchstück der folgenden Hagen- Szene ein?( C.) Sonst: viel Duverturen. Die beiden ,, Traviata"-Vorspiele( zum ersten und zum vierten Aft) mit sehr schönem Geigenton( C.). Freischüß" Ouvertüre( D.). Hinreißend spielen die Berliner Philharmo niter unter Leo Blech Berlioz' Ouvertüre„ Carneval Romain" ( E1), die vor ein paar Monaten auch schon DG. gebracht hat. Gehen wir aber einer„ Diebische- Elster" Renaissance entgegen? Nach " 1 Leiber fann man das nicht von den Arbetten Chriftian Arnolds aus Bremen sagen, die, entgegen der sonstigen Gepflogenheit der Deutschen Kunstgemeinschaft, allein zwei Hauptsäle füllen, einen mit Aquarellen und einen mit Delbildern. Wie regelmäßig bei deutschen Künstlern. liegt das qualitative Echwergewicht bei den Aquarellen; auch die paar Holzschnitte sind tüchtig und bei nabe routiniert, aber nicht sehr erheblich. Sein Bestes gibt Arnold in Landschaften, je schlichter im Motiv, um so besser; in der Farbe oft glücklich. Doch spürt man auch schon hier eine Neigung zur Manier, zu einer Art von Vereinfachung, die einen unausgetragenen Kampf zwischen pathetischer und fachlicher Gestaltung verrät. Man fühlt sich leicht erinnert an die fatale Stilifiererei von Albert Birkle. Expressionismus", als schlecht verdautes Produkt der Inflations zeit, das um jeden Preis mit Ausdruck agieren wollte, verbirgt sich untergründig unter einem Firnis von Präzision, die man sich als ,, neue Sachlichkeit" zu bezeichnen gewöhnt hat. Die Mischung ist mehr persönlich als erfreuend. Am stärksten tritt ihre Unzulänglichkeit bei den Figurenbildern hervor, die als Form nicht ganz bewältigt sind. Der Künstler wird sehr intensiv an sich zu arbeiten haben, bevor er das ausdrücken kann, was ihm vorschwebt und er die Disharmonie seiner Formgebung überwunden haben wird. Sollte die Deutsche Kunstgemeinschaft in dem äußerst verdienstvollen Beginnen, uns unbefannte jüngere Künstler auf breiter Basis vorzustellen, fünftig fortfahren wollen, so wäre es nicht schwer, ihr eine Liste aufzustellen von solchen, die diese Ehre jetzt schon durchDr. Paul F. Schmidt. aus verdienen. Einweihung der Löwener Bibliothek. Faschistische Flegelei. In Löwen fand Mittwoch in Anwesenheit des päpstlichen Nuntius Micara, zahlreicher Minister und Würdenträger die feierliche Einweihung des wiederaufgebauten Bibliothekgebäudes statt. Die Feier verlief ohne Störungen, bis auf eine kleinen Zwischenfall. In dem Augenblick, als der amerikanishe Botschafter Gibson das Wort zu einer Ansprache ergreifen wollte, überflog ein Flugzeug Sen Platz und ließ einen Regen fleine: Bettel niedergehen, die die auf Betreiben des Erzbischofs Ladeuze unterdrückte deutschfeindliche Inschrift Furore teutonico deruta"( d. h.: Durch deutsche Wut zerstört) enthielten. Aus der Menge wurden einige Pfiffe laut, jedoch wurde die Ordnung schnell wiederhergestellt. Die beiden Flieger, die die Flugzettel abwarfen, sind nach ihre Landung verhaftet worden. Der eine, mit Namen Ballond, ist faschistis her Advokat. Der andere heißt Petermans. Die katholischen Abendblätter verurteilen aufs schärfste das Abwerfen der Blätter aus dem faschistischen Flugzeug. Kardinal Banroye erinnerte in feiner Rede daran, daß Deutschland gemäß Artikel 247 des Bersailler Vertrages an die Bibliothek Bücher, Manuskripte und Samm lungen zurüderstattet habe. Zum Schluß jagte der Kardinal, es werden. Senorität Guglielmo 3itet( B.) hören: beide, italienisch fingend, Tr. und DG. liefern nun auch D.( unter Gurlitt) und El.( unter müßten heute nur Worte des Friedens gefagte der Kardinal, es in Arien aus ,, Don Carlos", einer Oper, die bester Verdi ist wann wird man sie in Berlin ganz fennen lernen? Altbekannte Tenornummern aus Troubadour" und Traviata" bringt Helge Roswaenge( EL.) 1.)" mit schönem Ion und deutſchem Text; die große Arie der Tratiata hat man wohl schon in höherer Bollendung gehört als von Gita Alpar( Ho.). Auch an Buccini, selbstverständlich, ist fein Mangel. Boheme: Rose Ader Trigona, mit hübschem Sopran, als Mimi( P.). Turandot: Peter Raitscheff, in Berlin häufiger Gaft, als Tenorprinz Kalaf( Ho.). Tosca: Jaro Dwority als Cavaradossi( El.); sein Tenor, unter deutschen ge= wiß eine der schönsten lyrischen Opernſtimmen, die zu Gebote stehen, tommt in zwei Arien aus Massenets Manon" besonders glücklich zur Geltung( P.). In Buccinis ,, Manon" findet der üppige Sopran Meta Seinemeŋers Gelegenheit, fich zu entfalten( P.). Im übrigen: Opernbruchstücke in überreicher Auswahl. Schüßen dorfs wirksame Gestaltung der Ban- Bett- Arie aus Bar und Zimmermann" foll immerhin nicht unerwähnt bleiben( 2.). Doch wie Lotte Lehmann die Cavatine der Gräfin aus Figaro", wie sie eine Szene aus Korngolds Wunder der Heliane" singt, rein und ebenmäßig in der Fülle des innig beseelten Tons, das gehört zum Besten, was anspruchsvollen Hörern angepriesen werden fann( D.). Und nicht minder sind ein paar gute Wagner- Aufnahmen zu empfehlen: Brunhildes Schlußgesang aus der Götterdämmerung" mit Nanny Larsen Todsen( B.); und Hans Sachs' Schlußgefang aus den„ Meistersingern" mit Friedrich Schorr( El.). Und wunderschön singt Karin Branzell( P.) die Träume". " Mit gesanglich nicht ganz gleichwertigen Partnern verbindet sich Elisabeth van Endert zu Opern- und Operetten- Zwiegefängen ( El.). Vera Schwarz, mit Kultur und Geschmack singend, bringt in Erinnerung, daß es in der durchgefallenen Operette ,, Rose- Marie" ein paar ganz hübsche Nummern gab; mit ihr Heinz Bollmann, der seinen typischen Operettentenor in Tosellis Serenata" italienisch angefärbt hat( Ho.). Marcell Wittrich versucht es in Leoncavallos Mattinata"( El.). So zweifelhafte Sachen sollten sie doch lieber Stalienern überlassen wie dem in seiner Art faszinierenden Enzo de Muro, mit seinem hohen Tenor echt italienisch in der vollfommenen Verbindung von Kunst und Voltsfänger( C.). Noch eine Theater, Lichtspiele usw. Donnst., 5. 7. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 59. Donnst., 5. 7, 28 Städtische Oper Bismarckstr. Anf. 19%( 7%) U. Ferienhalber Boris Godunoff Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ab.-V. 59 Anf. 19%( 7%) U. geschlossen! Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ab.-V. 137 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, Freischütz 4. Mal Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20( 8) Uhr Hinterhauslegende. Volksbühne " = Renaissance Theater NO Steinplatz 901. 8% Uhr Das Bett Deutsches Theater Norden 12310 3 U. Ende nach 10%/ Saltenbarg- Bühnen Dts. Künstler- Th. Wegen Vorbereitung Artisten zur Premiere heute u. Regie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 morgen geschlossen! Sonnabend 7, U. Premiere Es kommt 3 U. Ende 10%, U. Jeder dran! Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Lessing- Theater Täglich 8, Uhr. Musik v. Spoliansky..Spiel im Schloss" Berliner Theater Residenz- Theater Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 81, Ende nach 10%, iastspiel d. Deutschen Th. Der Prozek Blumenstr. 8. Täglich 81 Uhr Der eiserne Justav Mary Dugan Droschkenkatscher- Idyll mit Theater des Westens 811, Uhr: Gesang und Tanz Loni Pyrmont Krafft- Lortzing. Gaston Briese Burkhardt Emma Klein Ernst Biebig) die Duvertüre; der Rossini- Liebhaber hat die Wahl. Oper- Potpourris steuert zur Unterhaltung der weniger Anspruchsvollen Ho. bei: aus Margarete" und Rigoletto"; von Felig Günther sauber herausgebracht. Und vom Orcheſter der Städtischen Oper unter Julius Ko pidh gibts in guter Ausführung Webers Aufforderung zum Tanz" zu hören( DG.).. Instrumentalisten. DG. setzt die Riehe der Wladigaroff Platten fort; diesmal am meisten zu empfehlen die Klaviersoli aus der bulgarischen Suite. Hörenswerte Cellosoli Gutia Casini bietet B.; pianistisch Ausgezeichnetes fleine Stüde von Schubert, gespielt von Walter Rehberg DG.; Kammermusit auf höchster Stufe das Roth Quartett in Schuberts Variationenjak„ Der Tod und das Mädchen"- D.; doch zuletzt und vor allem: Erica Morini, mit N. Schwalb am Flügel, mufizert sich, geigerisch und musikalisch gleich außergewöhnlich, durch Beethovens Frühlings- Sonate"( EL). ( Abkürzungen: A.= Artiphon, B.= Beca, C. Columbia, DG. Deutsche Grammophon, El. Electrola, Ho. Homocord, D. D.Odeon, P. Parlophon, Tr. Triergon, B.= Box.) Deutsche Kunstgemeinschaft. Ausstellung von Landschaften und Stilleben. = Wetterbericht aus deutschen Reisegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordjee. Westerland a. Sylt: bewölft. Helgoland: heiter. Borkum: bewölft. Bremen: leicht bedeckt. Hamburg: leicht bedeckt. Offfee. Travemünde: bewölft. Warnemünde: ziemlich heiter. Saßniz: heiter. Swinemünde: heiter. Stettin: halbbedeckt. Kolberg: bewölkt. Stolp: bedeckt. Danzig- 3oppot: heiter. Seeband Kranz: heiter, nach Regen. Harz. Schterte: heiter, nach Rebel. Bad Sachia: heiter, nach Nebel Bad Harzburg: heiter, vorher Regen. Broden: wolfig. Thüringen. Eisenach: heiter. Bad Liebenstein: bewölkt. Helfen. Kaffel: bewölft. Wassertuppe/ Rhön: leicht bedeckt. Sachfen. Dresden: heiter. Annaberg: heiter. Fichtelberg ( Erzgebirge): heiter. Schandau: heiter. Zittau: heiter. Schlesien. Breslau: heiter. Flinsberg: bewölft. Schreiberhau: heiter. Schneekoppe: bewölkt. Reinerz: heiter. Bad Landeck: heiter. Rheingebiet. Köln: bewölkt. Bad Aachen: wolfig. Roblenz: heiter. Wiesbaden: heiter. Frankfurt a. M.: heiter. Feldberg ( Taunus): ziemlich heiter. Baden. Karlsruhe: heiter. Baden- Baden: heiter. Feldberg ( Schwarzwald): woltenlos. [ os. Württemberg. Freudenstadt: heiter. Friedrichshafen: heiter. Bayern. Hof: heiter. Würzburg: wolfenlos. Fürth: wolfenMünchen: wolkenlos. Garmisch- Partenkirchen: heiter, nach Gewitter. Oberstdorf: heiter, nach Gewitter. Bad Tölz: heiter, nach Gewitter. Tegernsee: heiter, nach Regen. Desterreich. Innsbruck: heiter. Salzburg: wolkenlos. Wien: wolkenlos. Zurzeit gibt es in den Schloßsälen eine hübsche Sammlung von Landschaftsbildern und von Stilleben. Bei den Landschaftern fällt als neuer Namen Frig Kuttner mit schön und dunkeltönig gemalten Großstadtausschnitten in fleinem Maßstab auf. Vortrefflich find auch Ed. Bischoff mit einem Dorf auf der Kurischen Nehrung, und die farbig- heiteren Bilder von Bargheer und Lipczinsti. Bei den Blumen- und Früchteftilleben findet man schöne und stattliche Werte von Zellmann, Charlotte Berend, Schmidt- Rottluff, hedendorf, Kraus. topf und Marie Preußner, eine durchweg erfreuliche Augen- Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch weide. Komische 8 Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. Reichshailen- Theater Stettiner Sänger " Zum Schluß: , Mutter uff Reisen" Burleske von Meysel. Anfang 8 Uhr. Donhoff Brett': ( Saal und Garten) Gr. Varieté- Programm, Konzert. Tanz. Lori Leux in Parkett auch Sonnt. Theater am Kottbusser Zor Die ungeküßte Eva heater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm Operette in 3 Akten. 8 Uhr Orpheus in der Unterwelt 8 Uhr: Der Kuhhandel Musik v. Martin Knopf. Else Bötticher, Kiper, Neruda, Steppaenk statt 4.- Mk. nur 1. Mk. Lustspielhaus Täglich 8, Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr: Elite- Sänger allabendlich Bombenerfolg! Lachen ohne Ende. u. a.:,,Wasserratten" sowie der unvergleichliche Solotei!.! Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Wechselnde, meist stärkere Bewölkung ohne bedeutende Niederschläge; Temperaturen wenig geändert. Für Deutschland: Im Süden heiter und trocken, im Norden stärker bewölkt und besonders im Nordwesten vereinzelte Regenfälle. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierau i Beilage. Kleines Theater Walhalla- Th.| Planetarium am Zoo Berliner Prater Täglich 8, Uhr Weinbergsweg 19/20 Vering. Joachimsthaler Straß Kastanienallee 7/9. Noll. 1578 Kaiser- Tietz Täglich 8 Uhr: Lotte Klinder Der Wirt vom Der Sternhimmel in Galante Heldekrug 16 Uhr: der Heimat 18 Uhr: Ein lustiges Spiel m.Erde und Weltenraum. Nacht! Gesang u. Tanz m.d. neuesten Schlagern Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 8 Uhr Leinen aus Irland Komödienhaus Heute 814 Uhr: Broadway Opel AUR RADER 20 Uhr: Park.auch Sonntags Der Einfluß d. Gestirne statt 4.- M. Eintritt 1 M. Heute gr. Volkstag! Polnische Wirtschaft" Auf allen Plätzen 50 Pf. Konzert, Varieté. Tanz. Kaffeekochen. Rose- Theater nur 60 Pf.nder ant, 15 Jahren 0.50. Gr. Frankt. Str. 132 Trabrennen Ruhleben 3 Photo Mk. Wochen Teilzahlung Vertreterbesuch unverbindlich! & H Freitag, den 6. Juli nachmittags 3%, Uhr APPARATE Radio ANLAGEN Sprech MASCHINEN SHERLOCK GES MBH. BERLIN, N.54 HACKESCHER MARKT 2-3. JEL NORDENS791-93. Rosenfest 7 Uhr: Frende, schöner Götterfunken 84 Uhr: Der Fürst von Pappenheim Inferate im Worwarts fichern Erfolg! Heute filmen alle Besucher in dem Strauss Film POLNISCHE WIRTSCHAFT im LUNA PARK Gr. Film- Preisbewerb KENNST DU MICH? 1000 Preise Haben Sie Stoff? Wir fertigen elegante Anzüge und Mäntel aus mitgebrachten Stoffen nach genauem Maß für M. 35.einschließlich unserer sämtlichen Zutaten. Tadelloser Sitz, Roßhaarverarbeitung. Herrenkleider- Anfertigung. Annahmestellen: Frankfurter Allee 364. Augsburger Str. 43 Baumschulenweg, Marienthaler Straße 24 % 3 er Ab Pili) Sfin/cuiifaße dtX �/otuyafib (Beilage Donnerstag. 5. Juli 1928 Berge und Wolken. Ein Sommertag im Fichtelgebirge. Dreimal des Tages kämmt eine entfernte Verwandte der modernen Lokomotive auf dem schmalen Schienenweg heran, der von der großen Eisenbahnlinie abzweigt und sich den dunklen Wäldern des Fichtclgebirg'cs nähert. Der Bahnhof der Endstation steht wie ein abgewiesener Bettler an> Eingang des Ortes. Nach wenigen Schritten sieht der einzige Fahrgast des Morgenzugcs die Stadt ausgeschlagen vor sich: Zwei Zeilen aus immer denselben Worten Bierwirtschaft und Metzgerei. Das Cafö zieht sich stotternd aus der Häuserzeile zurück, und ein Feinkostgeschäst flüchtet in eine Seitengasse in dein Schutz der Kirchs. Vor Zlufrcgung über die nicht abzuleugnende Tatsache eines Käufers redet die engelwangige Ladnerin hochdeutsch. Erst beim Zerschneiden eines Rosenkranzes von Knackwürsten findet sie ihre Fosiung wieder. Mit fettem Schmerz beklagt sie des diesjährigen Wetters schnöde Unbeständig- keit. Verschanzt hinter Persilpackungen, Ofenputzmitteln und anderer Feinkost, läßt sie sich ihren Kummer reichlich bezahlen, zumal sie taxiert, der Fremde denke trotz ihres süßen Lockrufs nicht an die Wohltat satter Seßhaftigkeit. ch Ihr erfahrener Blick täuschte sie nicht. Der Fremde verzichtet auf die Ehre, der einzige Gast der doppelseitig mit Gasthöfen gr» fütterten Straße zu sein. Sogar den um seine unrasierte Kehle in nicht niißzuverstehcndcr Weise streichenden Gruß des Barbiers ver- kennt er als freundlichen Brauch dieses göfteliebenden Landes. Eine alte Straße steigt er entlang, die, wegen ihres allzu steilen Aufsprungs von den neuzeitlichen Fahrzeugen gemieden wird und mtf der zu dieser Stunde eine Kuh, das sanfte Sinnbild des Glau- bcns, ein um Zeit und Ewigkeit unbesorgtes Bäuerlein auf seinem Gefährt bergan zieht und dabei die nahrhaften Spuren einer zu» fricdenen Verdauung hinter sich zurückläßt. -i- Unten aus der Chaussee nach Bayreuth, zu Zeiten des Festspiels Wollfahrtsftraßc der z» einem spitzbäuchigen Parsifal pilgernden Autohesitzer, knattern die Kraftfahrzeuge durch das überall �gleiche Spalier von Baumstämmen und Kilometersteinen. Das Fichtel- gcbirge mit dem ewige» Festspicldom seiner Wälder ist diesen müden Passagieren rasender Fahrzeuge die vorüberhuschende Episode einer jagenden Biertclstundc. Hier oben aber legt sich der Weg demütig zu Füßen jenen riesigen Wächtern, die wie eine Wehr vor dem feierlichen Dunkel des Waldes stehen, in dem das viel- stimmige Schwirren der Insekten zum fernen Glockenlied zusammen- klingt. Der Geruch des Mooses, dieser Weihrauch des Wälder- domcs, erfüllt die abertausend Säulengänge, und aus allen Nischen murmelt die ewige Litanei verborgener Quellen. Dann öffnet sich das Portal, und im starken Licht des Sommers singen die Lerchen das Lied der unendlichen Freude. Zur Rechten die mannshohe Wand des Korne, der ein Duft wannen Brotes entsteigt, zur Linken Wildwildnis und Beeren- gcstrüpp, von der plötzlichen Bewegung slüchtender Ottern� durch- zittert, ein Feldrain fernab von den aller hundert schritt mit Zeichen gestempelten Herdenwegen. Fernab von de» Ansichtspost- kartsnschönheiten dieses Gebirges, über Wiesen am Abhang, die trotz des Gefälles wie ein wassergcfiillter Schwamm unter dem Stiefel .! ausspritzen, an einem Häusel vorbei, wo ein wild aus Ner Hütte sabrender Hund das einsame Spiel eines blonden Kindes bewacht, � derweil die Eltern und der Großvater im langersehnten Sonnen» brand das Heu wenden, hart schaffende Häusler, die sich beim ersten Anzeichen schönen Wetters Urlaub von der Waldarbeit er- ? bettelten. In der Talsenke, zwischen schwarzen Moorbrüchen und . Woldwiesen. auf denen das Vieh grast, vier kleine Hänser, die zur stillen Gruppen zusammerchocken. Eine Alte, die den plötzlich unter die Tür Tretenden mit erfahrenem Blick mustert, löffelt die tag- , lichen Kartoffelschnitz, unterm Tisch leckt die buntscheckige Katze am leeren Naps die Pfoten. Die Plaudcrlust her ländlichen Phorkyade, sie gleicht ihrer antiken Kollegin bis auf die Zohnruine im Munde, öffnet die kleine Welt dieser vier Häuser: Arbeit, Geburt, Tod, Liebe und Klatsch und wieder Arbeit. Der Alten Wcttervoraus- sage— ihr Reißen zeigt ihr's an, daß es„heute nock) rumpelt" � treibt den Wanterer weiter. In den Runzeln der Häuslerin fitzt der Schalk: Wenn der Fremde sie mitnehme, mit„so einem Straminen" ging sie gern, zumal sie seit ihrer unvergeßlichen Hoch- zeitsrcise nach Hof keinen andere» als den für sie zuständigen Hirckturn: gesehen hat. Nach kurzem Anlauf springt der Waldpfad am Vorwall des Schneebergs Wch- Die ausgewaschene Spur der Langholzfuhren biegt ins kniehohe Gestrüpp ab. Heiß brütet die Sonne, die eine '�erdc leichtgeballtcr Wolken auf dem verschleierten Blau des Him» mels zusammenzog, über der Waldblöße. In der dicht verwachsenen Schlucht rieselt es in jeder Rinne von unbenannten Quellen, und mit jäher Plötzlichkeit kracht ein aufspringender Bock durch morsches Geäst. Dann wölbt sich aus dem Wipsclmeer des Schneebergs breite Kuppel. Der Waldboden hört aus, Teppich zu sein. Krampfig ver- schlungenes Wurzelwerk klammert sich um zerklüftet Gestein, immer wüster wird das Trümmerfeld der umhergeschleuderten Blöcke, und d«r Gipfel des Berges ist Schauplatz dieses Kampfes im tobenden Stadium. Hier ist alles Ruine: Der Bergscheitel eine zertrümmerte Bastion, ein gesprengtes Bollwerk, von Giganten gebaut und von Dämonen abgerissen und umhergeschleudert. Vom Sturme grauen- Haft zerhackte Wipfel und Baumgerippe stehen mit klagend er- hobenen Stümpfen um das Zentrum der Zerstörung. Die Wolken heben den Himmel bedeckt, sie schwimmen nah wie schnelle Segler, und der starke Atem des Windes streicht über die Höhe. Wolken- schatten und wanderndes Licht fließen über dos rauschende Wogen der Wälder, und menschliche Nähe zeigt sich nur an im dumpfen Ton der Sprengschüsse von Steinbrüchen am Rande der Ferne. Langrollender Donner begleitet den Absteigenden. Der Zurück- schauende sieht den beschatteten Berg von untergehenden Wolken belagert, und die erste Regenwand staffelt die geschwungenen Höhen- rücken zur silhouettcnbetonten Kulisse. Im Donner des Wetters nimmt das Gebirge feine ursprüngliche Gestalt an. und die dunkle Stimme spricht dröhnend zu den geduckt zusammenrückenden niensch- lichen Stätten. C. Knauf. Jeder erholt sich anders. Dem«inen treibt Ehrgeiz zu Sport und Rekord. Ein anderer fühlt sich nur bei Massensesten wohl. Turnern bedeutet kilometerweises Wandern nach der Uhr wahrhafte Entspannung. Der Wanderer wieder will sich beim Gehen erholen, weil es ihm Sehen und Erleben vermittelt. ifo•: i- Ot dude(Knoten, Kiaul und Schachlelhalm)(Krämer) Richtiges Sehen und Erleben wird ober in der Mark zur Kunst, denn die scheinbor nüchterne Mark Brandenburg zeigt nur dem wahren Naturfreund Schönheit und Stimmung. Die„modern" gewordene Wochenendbewegung mit ihrem Masscnverkehr nach amtlich beglaubigten Landschaftsschönheiten der Mark hat den wahren Wanderer gezwungen, neue Gebiete zu suchen, wo er, wie einstmals, wirklichen Naturgenuß empfinden kann. Denn dort ist er auch jetzt wieder allein. Selbst die weißen Dolden giftigen Schierlings vermöge» dann stille Schönheit zu verbreiten.. Jede Blume wird dabei zum bildlichen Motiv, und Gemeinschaften der Pflanzen beweisen, daß auch im Pslanzenleben einer von dem andern abhängig ist. Solche Zwiesprachen geben jedem Wandertage neuen Inhalt. Der'so verlebte Sonntag ist dann ein schöner Ausgleich für die Mühen des Alltags. dVohnschiff im Kremmer Luch(Krämer) In den Ausläufern des Luches von Fehrbellin liegt ein Naturschutzgebiet. Mitten hinein haben sich„Die Naturfreunde" auf eigenem Grund eine wohnliche Hütte gebaut. Dazu sorgt, am Seeufer verankert, ein schmuckes Wohnjchiff ebenjalls für behagliches Tibetanisches Tanztest. Alljährlich wird in ganz Tibet, am S. und 10. des 5. Monats nach tibetanischer Zeitrechnung, ein Tanzfest veranstaltet zu Ehren des großen buddhistischen Lehrers Padmasambhave, der im 8. Jahrhundert Buddhas Lehre nach Tibet brachte. Diesem mit großem Prunk begangenen Fest durften in diesem Jahre als Gäste des Klosterabtes von Hemis auch die Mitglieder der deutschen Zentrolasienexpedition beiwohnen, vor deren Augen sich, wie Dr. H. d e T e r r a in der„Umschau" berichtet, eine ungeahnte Märchenpracht entfaltete. Schon am frühen Morgen des Festtages füllte sich der Klosterhof mit Landbevölkerung, die teilweise lange Tagesreisen hinter sich halte und sich nun in malerischen Gruppen anordnete. Frauen und Mädchen mit kostbarem Türkisenschmuck und bunten Gewändern, auf der Erde kauernd, dazwischen Bauern und ganze Schwärme kleiner Kinder, an denen das einzig Malerische der Schmutz war. Aus hohem Balkon illustre Gäste, Lamas in goldenen Hüten und roten Gewändern, der König, der eigentlich nur«in Schatten- könig ist, und seine Prinzen in betreßten hohen Hüten und prächtigen chinesischen Festgewändern. Auf dem Thron aber sitzt in einem Mantel aus leuchtend gelber oder roter Seide der heiligste der Lamas, die 25. Inkarnation des Klostergründers. Dem Thron gegenüber befindet sich ein seidengewebtes Buddha» bild, das alljährlich stummer Zeuge jener grotesken Mastentänze ist, die den Hauptgehalt des Festes bilden und die zwei Tage hindurch das Entzücken einer gläubigen Menge sind. Selbst auf den Europäer, der mit ver mythologischen Bedeutung der einzelnen Tanzsiguren nicht vertraut ist, mögen die grotesken Gestalten der priesterlichen Tänzer mit ihren dämonischen Tiermasken einen schauerlichen und unvergeßlichen Eindruck machen. Der Zu- schauer spürt sich umweht van mystischen Schauern, zurückversetzt in vorbuddhistische uralte Zeiten, wo das Totcmticr noch als der höchste Ahnherr des Menschen diesen in ständiger Scheu und Ehrfurcht erhielt. Dr. Lily Herzberg. Nachtquartier. Zu allen Jahreszeiten ist diese gastliche Stätte den Freunden der Natur geöffnet. See und Luch lassen im Winter auf dem Eise und sonst im Faltboot, in unzähligen Gräben immer wieder neue Schönheiten erleben. Arten an Pflanzen und Vögeln aufzuzählen hieße Wissenschaften treiben, weil unzählige hier ihre Heimstatt finden. Aber den immer seltener werdenden Ruf der Rohrdommel übers Wasser zu hören, oder im Faltboot durch weite Teppiche von Seerosen zu gleiten, ist Stimmung und Erleben zu- gleich. Dazu wölbt sich über alles ein hoher, weiter Himmel mit seinem fernen Horizont, unter dem die Augen ruhen können und dabei doch die Weiten durcheilen. Kein Zaun, keine Mauer hindert uns im weiten Luch. Wir sind ganz allein und können die Natur in allen ihren Geheimnissen be- obachten. Fern, am Horizont, leuchtet.auf hoher Stange ein roter Wimpel und zeigt uns den Weg zur Hütte zurück, wenn es Abend wird. Abseits von allem Verkehr liegt so diese Heimstatt der Ar- beiterwanderer. Im letzten Dämmern kommen die Boot« heiin. Immer wieder andere Farben leuchten am westlichen Himmel auf und spiegeln sich in See und Gräben wider. Das geheimnisvolle, Frühling am Kremmer See(Krämer) sagenumwoben« Luch hat dem Wanderer viel zu berichten. Aber nur sehr Mutige vom nächsten Dorf getrauen sich abends an seinen Rand. Denn es gilt als ganz bestimmt, daß es auch heute noch im Luch nicht recht geheuer ist. Wir aber sitzen mitten drin, und über uns wölbt sich ein weiter Sternenhimmel. Ein uralter, schmaler Damm führt von der„Luchhütte" durch das weite Luch und erschließt abermals Schönheiten in reicher Fülle. Dabei möchte man von einem wöchentlichen Programmwechsel in der Natur sprechen. Denn von Sonntag zu Sonntag ändert sich das Bild. Manchmal schlägt beim Wandern auf dem Damm das Rohr über unseren Köpfen zusammen und bildet lange Laubengäng«. Erst dann empfindet man im Dämmerlicht dieses Rohrwaldcz den?lrten- reichtum der Pflanzen, die sich zwischen Schilf und Rohr einen Platz erkämpfen. Immer wieder aufs neue wird der Photokasten hinge- halten. Wie in einer Kunstausstellung wandern wir auf diesem Damm dahin, weil jede Blüte in diesem Licht sür sich selbst zu wirken weiß. Seltene Arten, wie Zitterklee und Orchideen, stehen einzeln und wissen scheinbar, daß sie hier gesetzlichen Schutz genießen, und nicht gepflückt werden dürfen Alle aber machen es dem Bildjäger schwer, ihre feinen Zeichnungen und schön gefleckten Blüten inmitten von Sumpf und Wasser festzuhalten. Kein Staub, kein Getöse, kein Hasten und Jagen stört hier die Ruhe der Natur. Wahrhafte Feier- stunden ziehen dann mit uns den Weg. Die Sänger im Rohr zwitschern dazu ein vielstimmiges L:ed Darum wohl denen, die hier ihre Freizeit zu verleben verstlchen. Georg Krämer Wochenende im Kremmer Luch. Leben und Erleben in der Mark. DER GELBE DIWAN VON V. WILLIAMS- ZEICHNUNGEN VON ADOLF LEHNERT ( 23. Fortsetzung.) ,, olotte sagt, daß es nicht ganz richtig mit ihm war," fuhr Gaston fort. Sie sprach ihn an, aber er schnauzte sie ab und ließ sie stehen. Sie meint, daß er auf jemand martete. Eine Zeitlang sezte er sich zu ein paar Leuten, die sie nicht kannte, aber dann ging er allein weg." Ist diese Lolotte heut hier?" ,, Nein, ein anderer soll uns die Auskunft bringen... Er stieß Boulot mit dem Ellenbogen an. Ein junger Mensch mit finniger Haut drängte sich zwischen den Tischen herum. Plötzlich ließ er den Hut fallen, der unter Gastons Tisch rollte. Er beugte sich danach und während er sich wieder aufrichtete, flüsterte er Gaston zu: ,, Levine, zweiter Stoc, erste Tür rechts." Gaston zahlie und machte Boulot ein Zeichen, ihm zu folgen. An der Tür wandte sich der Franzose noch einmal um und bemerkte, daß das rothaarige Frauenzimmer, das ihnen zunächst gefeffen hatte, verschwunden war. 22. Bei Levine. Der Tag war schon angebrochen, als sie auf die Straße traten. Das Gewitter hatte die Luft gereinigt, und ein wolkenloser Himmel spannte sich über die Riesenstadt. Noch waren die Straßen menschenleer, nur hier und dort begegneten sie einem Sprengwagen oder einem einsamen Konstabler, der an seiner Ede gähnte. Schweigend eilten sie durch die engen Gassen des französischen Biertels. Nur einmal schwang sich Gaston zu einer Aeußerung auf. " Patron," sagte er, der, hinter dem wir her sind, soll mit dem Schießen schnell bei der Hand sein. Sie sind doch bewaffnet?" Boulot flopfte auf seine Brufttasche. ,, Wahrscheinlich wird er ja noch im Bett sein," fuhr der andere fort.„ Um die Zeit verhaftet ihr die Leute ja am liebsten..." Sie waren in eine lange und schmale Straße gefommen, die Don verwahrloften, schmußig aussehenden Häusern eingefaßt mar. ,, Levine ist rechts am Ende," erklärte Gaston. Ein lautes rhythmisches Klopfen tönte ihnen entgegen, als fic fich dem Haus näherten. Zwei furze Schläge, dann ein etwas längerer. Ohne Unterbrechung wie eine Telephonglode. „ Aber das ist ja bei Levine!" rief Gaston. Sehen Sie, eine Frau Wie auf Verabredung beschleunigten sie ihre Schritte. An der Tür eines der schmutzigsten Häuser stand eine Frau und hämmerte mit dem Klopfer wie wahnsinnig immer im gleichen Taft. Sie trug einen langen schwarzen Mantel, und unter ihrem Hut quoll eine Masse rotbraunen Haares hervor. Boulot schrie etwas und fing zu laufen an. Im Augenblick, als er das Haus erreichte, öffnete sich die Tür und die Frau verschwand. Es gelang ihm aber noch, den Fuß dazwischen zu setzen. Mit einem fräftigen Stoß warf er die Tür zurück und drang ins Haus. Ein dickes Weib, eine brennende Kerze in der Hand, suchte ihm den Weiterweg zu versperren. Von der Frau, die so wütend geflopft hatte, war nichts zu sehen. Gerade von der Tür weg ging eine steile Treppe zum oberen Stockwert. Aber auf der Treppe war die Frau auch nicht. ,, Was soll das heißen?" schrie das Weib. Boulot schleuderte sie auf die Seite und sprang, gefolgt von Gaston, die Treppe hinauf. Ein großer Mann stürzte halb angezogen aus einem Zimmer und stellte sich ihnen auf dem ersten Absatz entgegen. Der auf ihn gerichtete Lauf eines Browning und Boulots hervorgestoßener Rus:„ Zurück da! Wir sind die Polizei!" ließen ihn schnell jeden Versuch eines Widerstandes aufgeben. Das Wort " Bolizei" hatte eine magische Wirkung. Das ganze Haus schien auf einmal lebendig zu werden. Türen wurden zugeschlagen, und der Klang von Fußtritten erscholl aus den oberen Regionen. Aber als die beiden den zweiten Stod erreichten, war alles wieder mäuschenstill. Boulot warf sich gegen die erste Tür rechts. Sie war verschlossen, aber dem Gewicht der beiden Männer hielt sie nicht stand und brach frachend ein. Ein Blick jagte ihnen, was vorgegangen war. Das Bett war in Unordnung, die Bettücher lagen auf dem Boden. Boulot legte die Hand auf die Matraze; fie mar noch marm. Das Fenster stand weit offen. Es ging auf ein flaches Dach, von dem man leicht auf ein weiteres Dach und von da in einen fleinen Hof fommen fonnte, wo ein Haufen leere Gemüsefarren herum standen. Aus dem Hof führte ein halboffenes Tor in eine Seitenstraße. Eine bequemere Art des Entkommens war schwer auszuDenten. Mit einem Fluch wandte sich Boulot wieder dem Zimmer zu. Was nun?" fragte Gaston. „ Der Teufel soll's holen!" brach Boulot los. ,, Wieder ist mir die Bestie entkommen. Wir allein können in dieser Londoner Wildnis nichts gegen ihn unternehmen. Das ist Sache der Polizei. Verlieren wir feine Zeit. Aber das müssen wir feststellen, von wem er gewarnt wurde. Haben Sie die Frau erkannt, die den Lärm mit dem Klopjer machte? Das verfluchte Mädel war's, die neben uns im Keller saß..." ihr, mas aus ihr geworden ist. Wenn sie den anderen gewarnt hätt, würd ich's sagen, hätt' ja doch keinen Sinn, euch was zu ver schweigen. Was sie schon früher einmal hier?" „ Glaub nicht." ,, Und was ist's mit dem Mann?" „ Er kam vorige Nacht und verlangte ein Zimmer..." Wie sah er aus?" " Großer Kerl, blaß, redete wie ein Amerikaner..." ,, Rannten Sie ihn von früher her?" ,, Levine, zweiter Stock, erste Tür rechts." „ Lieber Freund," sagte er, mit dem alten Boulot iſt's aus. Ich hab einen taktischen Fehler gemacht, den nur ein glücklicher Zufall wieder auswegen kann. Als wir ins Haus tamen, hätten wir unsere Kräfte verteilen müssen. Ich nach dem Mann oben und Sie nach dem rothaarigen Mädel Ich seh noch immer nicht ein.. " Dummmfopf, ihr Klopfen war ein Alarmsignal, das fie, meiß Gott mann, unter sich ausgemacht hatten. Zwei turze Schläge und ein langer. Natürlich brauchte sie sich dann nicht länger hier aufzuhalten. Sie wußte, daß ihre Barnung verftanden worden war, und ging in aller Gemütsruhe fort... Himmelkreuzteujelnoch eimmal • Er fuhr mit der Hand in die Innentasche und zog ein winziges Battebäuschchen hervor. Darin befand sich das einzelne, lange roibraune Haar, das er von Carmen Cranmores Diamantbrosche abgelöst hatte. Er legte es auf seine Hand und ließ die Sonne darauf fallen. „ Mit welchem Teil des Verbrechens mag das in Zusammenhang stehen?" murmelte er nachdenklich. 23. Aufklärung. Als Boulot Cranmores Haus wieder betrat, fand er Manderton allein im Wohnzimmer. Der gelbe Diman lag auf dem Rücken und streckte seine pier verstümmelten Füße gegen den Himmel. Manderton saß in einem Chippendale- Sessel und rauchte eine dide Zigarre Sein Selbstvertrauen schien größer als jamals. ,, Nun, alter Freund!" rief er Boulot zu, das nenn ich mir einmal ein schönes Schauspielertalent...!" Wie?" fragte der Franzose erstaunt. Wie meinen Sie das?" „ Schauspielerei, Theater, fomische Geschichte! Was für eine Phantasie dieses junge Mädel hat, weiß Gott...!" Zum erstenmal zeigte Boulot ein Zeichen von Gereiztheit. „ Schön!" sagte er.„ Sie mißtrauen jetzt sogar dem Zeugnis Ihrer eiganen Augen?" Ich mißtraue einer zusammengestoppelten Geschichte wenig stens so lange, bis ich bessere Anhaltspunkte habe als die hysterischen Aussagen eines jungen Frauenzimmers, das schon einmal als ein recht zweifelhafter 3euge erwiesen hat. Durch einen merkwürdigen 3ufall befand fie fich hier um zwei Uhr nachts bei offenem Fenster; infolge eines weiteren merkwürdigen Zufalls stieg ein Einbrecher, der draußen im Garten Luft schnappte, durch das offene Fenster ein. „ Ein großer, dunkler Mann," sagte fie, mit traurigan Augen." Das ist die ganze Beschreibung, die sie geben kann. Komisch, nicht? Fast so wie Quanres Beschreibung von seinem geheimnisvollen Freund Ramon." ..11nd der gelbe Diwan?" Manderton lachte herzlich. „ Das junge Mädel arbeitet von rüdwärts. Die letzten Worte „ Der Blitz soll mich erschlagen, wenn ich ihn schon mal gesehen ihrer Schwester sind ihr wieder eingefallen außer menn ihr nicht habe." ,, Namen gab er natürlich feinen an?" „ Nein." Bon der Straße her famt ein Klopfen, und das Paar verzog sich nach unten. Boulet blieb in Gedanken versunken in dem Gang stehen. Dann wandte er sich an Gaston. sonst jemand solche Ideen in den Kopf gesetzt hat Er warf dem Franzosen einen bezeichnenden Blick zu. Boulot seufzte. Sie vergessen nur, daß ich selbst dabei war," sagte er freundlich. Reineswegs. Aber haben Sie unseren Freund Ramon ge( Fortsetzung folgt.) feben?" WAS DER TAG BRINGT. Diese Geschichte ist neulich irgendwo in Hinterpommern passiert, und wer sie nicht für möglich halten will, soll erst mal in dortiger Gegend soziologische Lokalstudien treiben, bevor er mitredet. Also in K. gibt es ein für ländliche Bedürfnisse zugeschnittenes Barenhaus, in dem auch die Landarbeiter von den umliegenden Gütern gern ihr bißchen Bedarf decken. Kommt also neulich ein junger Arbeiter in das Warenhaus und verlangt einen ledernen Leibgurt. Berschiedene werden ihm vor: gelegt, aber alle erweisen fid) als zu eng. Schließlich kommt der Chef selber: m, also alle sind zu eng! Aber sagen Sie mal, bei wem arbeiten Sie?" ,, Beim Grafen P.," sagte der Arbeiter, nicht ganz im flaren darüber, was die Frage bedeuten sollte. ,, So, beim Grafen B. arbeiten Sie," sagte der Kaufmann, dann will ich Ihnen was sagen: nehmen Sie den Riemen ruhig mit, in 14 Tagen paßt er Ihnen!" ( Aus dem Wahren Jacob".) Das Kompliment. " Bictor Adler stand 1893 unter der Anklage der Aufreizung zum Klaffenhaß usw., begangen in einer Anzahl Versammlungsreden, vor den Geschworenen zu Reichenberg, der Metropole Nordböhmens. In seinem Schlußportrag erklärte Staatsanwalt Hofrat 3orn diese Versammlungsreden als um so gefährlicher, als der Redner und jetzige Angeklagte, wie man sich habe überzeugen fönnen, ein außerordentlich fluger und gebildeter Mann sei. Victor Adier aber begann sein Schlußwort also:„ Der Herr Staatsanwalt hat mich einen außerordentlich flugen und gebildeten Mann genannt ich bedaure, dieses Kompliment nicht erwidern „ Sie hat die Adresse aufgefangen! Aber sie fann doch nicht auch zu können; seine Auslegung unserer Reden und Schriften beweist aus dem Fenster gesprungen sein..?!" ..nmöglich. Wir waren ja fast im selben Augenblick mit ihr im Haus. Auf der Treppe müßte ich sie bemerkt haben, das ist mir ganz gewiß." Boulot trat auf den Gang hinaus, wo er das aite, dicke Weib und den großen Mann in eifrigem Gespräch antraf. " " Ihr da!" fuhr sie der Franzose an. Wo ist das Mädel, das euch herausflopfte, ehe wir famen?" Ich weiß nicht," antwortete die Alte mürrisch. Lügen Sie mich nicht an! Ich will das Mädel sehen!" Ich schwör's bei Gott, sie ist fortgegangen..." Wie? Wohin?" Boher soll ich das wissen? Hab' fie nie im Leben vorher ge fehen. Sie flopft uns ehrliche Leute mitten in der Nacht aus dem Bett, und zugleich kommt ihr beide hereingefahren, und in all dem Wirrwarr hat sie sich wieder fortgemacht." " Das ist nicht wahr! Sie ist hinaufgelaufen, um den Mann in Nr. 17 zu warnen " Wie kann sie denn hinauf sein," mischte sich nun der große Mann ein, wenn ihr die Stiege die ganze Zeit unter den Augen gehabt habt! Ich kenn das Mädel nicht und weiß so wenig wie das Gegenteil." Und das führte Adler weiter aus gesprochen wurde. * mit dem Erfolg, daß er freiAuf jener Bersammlungstour war übrigens ein deutschnationaler Lehrer in Schlag bei Gablonz a. N. dem Referenten mit folgender niederschmetternden Frage entgegengetreten: Und jetzt frage ich den Herrn Dr. Adler aus Bien, wer mir in seinem sozialistischen Zukunftsstaat die Stiefel pugen wird?!" Alles horchte gespannt, Adler aber antwortete lächelnd: No, so werd' ich sie Ihnen putzen!" Wie ein Arbeitsloser zu einem Anzug kam! Auf die einfachste Weise der Welt: er entfedigte sich seines vous ständig zerfetzten nauges und feines gänzlich zerriffenen Hembes und begab sich splitternacht om hellichten Sonntag auf die Straße. Der Bachmann im höchsten Schred erstens wegen der Entweihung des heiligen Sonntags und zweitens wegen der Gefährdung der Sittlichkeit, bedeckte die Blöße des Naturmenschen so schnell es ging mit seinem Regenmantel und brachte ihn aufs Polizeirevier. Ob er verrüdt geworden sei? fragte man hier den Mann, der sich als der 38jährige Kutscher N. herausstellte. Nein, lautete die Antwort, er habe sich auf diesem Wege bloß zu einem einigermaßen annehmbaren Anzug verhelfen wollen. Und siehe da, er hatte richtig gerechnet. Das Bolizeirevier fonnte ihn doch nicht splitternact oder allein mit Regenmantel bekleidet der Straße wiedergeben und so verfah man ihn mit einem alten Anzug, außerdem befam er aber eine Vorladung vors Gericht wegen Uebertretung der öffentlichen Sittlichkeit. Natürlich bestritt er die Absicht gehabt zu haben, sie zu gefährden. Das war dem Richter freilich gleich: sie war gefährdet worden und so mußte der Kutscher bestraft werden und da er arbeitslos war und ihm für eine Geldstrafe das nötige fehlte, erhielt er Gelegenheit, 48 Stunden lang in der Arrestzelle über die sozialen Zustände und die Sittengesetze der Gegenwart nachzugrübeln. Er tat es wohl gern; hatte er doch nun einen Anzug, wenn auch nur einen alten. Ort der Handlung: Wien es hätte auch ebenjogut Berlin, Hamburg, Leipzig, Dresden, Karlsruhe, Stuttgart u ff. gewesen sein können. Pünktlich nach 17 Jahren. In den Parks von Nero York ist eine 3ifadenart heimisch, die pünktlich alle 17 Jahre in großen Schwärmen auftritt. Auch in Connecticut sind sie in größerer Anzahl gesichtet worden. Diese 3ifaden werden etwas über 2 Zentimeter lang. Die Weibchen legen ihre Eier auf Bäumen und Sträuchern ab. Sobald die jungen Tiere ausschlüpfen, lassen sie sich auf die Erde fallen und graben sich ein. Siebzehn Jahre lang nähren sie sich von Wurzeln der Pflanzen und Bäume. Angeblich ist der von ihnen angerichtete Schaden nicht groß. In diesem Jahre ist der Bifadenschwarm wieder fällig, die " Borhut" hat sich bereits ihren Weg zum Tageslicht gebahnt, das Gros" wird in wenigen Tagen folgen. Wie fand der Hund den Weg? Brookline, einem Vorort von Boston, mit dem Auto nach Kalifornien Im Herbst vorigen Jahres fuhr Mr. Maurice Hiden aus und nahm seinen vier Jahre alten Polizeihund Harvard" auf die Reise mit. Harvard war ein intelligenter Hund, der nicht nur die Stimme feines Herrn genau fannte, sondern auch den Motorengefang des Autos, mit dem sein Herr fuhr. In der Nähe von Los Angeles partie Mr. Hickey, Harvard unternahm einige Spaziergänge. Eines Tages aber war er verschwunden. Sein Herr inferierte 14 Tage lang in den Zeitungen von Los Angeles und versprach dem Finder eine Belohnung. Der Finder" aber meldete sich nicht, obwohl Farverd am Hotsband die genaue Adresse feines Besitzers trug. Man hielt ihn also sicherlich mit Gemalt fest. Schließlich blieb seinem Herrn nichts übrig, als ohne ihn nach Broofline zurückaujahren. Eines Abends tragie es an der Türe Hideŋs es war Harvard, verwahrloft, die Sie wund gelaufen, die Strellen ob geweßt. Kraftlos brach er zusammen, aber unter guter Pflege er. ofte fidh bas treue Zier, bas nach sechs Monaten ben minbestens 1500 Kilometer langen Weg von Los Angeles nach Boston gemacht hatte, ohne Landkarte, ohne jemals einen Berkehrspolizisten fragen zu fönnen, immer auf der Hut vor allen möglichen Feinden und Freunden. Sicherlich hat Harvard nicht immer die Landstraße gewählt und manchen freiwilligen oder unfreiwilligen Ummeg, gemacht. SPORT UND SPIEL Der Boxring bei Rütt. die Jugendgruppen, der Arbeiter- Schutzverband und die ArbeiterKulturorganisationen. Aus Deutschland wird eine starke Expedition Arbeitersportler teilnehmen, ebenso haben sich Arbeitersportler Morgen Eröffnung. daus Frankreich, aus der Tschechoslowakei und aus Holland angemeldet, Der Freiluft Bogring in der Rütt- Arena hat für Wir wandern! Mit den Naturfreunden. Am Sonnabend, 14. Juli und Sonntag, 15. Juli veranstaltet der Touristenverein ,, Die Naturfreunde"( Reisebureau) eine Wochen= den Eröffnungsabend, morgen Freitag, 20% Uhr, folgende Boger Die Wasserfahrer gegen Spaltung". endfahrt durch den Oberspreewald. Die Fahr: beginnt am paare verpflichtet: = = Mittelgewicht: Neubauer Hamburg gegen BöhnischLeipzig ber 4 Runden, 6- Unzen- Handschuhe, weiche Bandagen. Beltergewicht Ausscheidung: Nitschke- Berlin gegen Schulz Königsberg, über 8 Runden, 6- Unzen- Handschuhe, weiche Bandagen. 8 Kunden, 6- Unzen- Handschuhe, meiche Bandagen. Halb Imergemit: Haritopp- Berlin gegen Hülsebus- Bremen über fchmergewicht: Harttopp- Berlin gegen hljebus- Bremen über 8 Runden, 5- Unzen- Handschuhe, meiche Bandagen. eicht gewicht: Reppel- Herne gegen Stamms Mülhausen über 8 Runden, 6.Unzen- Handschuhe, weiche Bandagen. Als Ringrichter am tiert Paul Samjon Körner. -W Die Rütt Arena ist mit der Untergrundbahn, Station Hafen: heide, mit Omnibus 4 und 29, und mit den Straßenbahnen: 3, 4, 5, 15, 21, 32, 58, 95, 115 zu erreichen. Arbeiter- Fußball am 8. Juli. Jedes Jahr zu Anfang Juli veranstaltet der Sportverein Stralau fein Fußballturnier. So auch jetzt wieder. Wie schon in den Jahren vorher, so wird auch das diesjährige Turnier feine Zugkraft auf die Interessenten ausüben. Sind doch auch in diesem Jahr wieder Vereine aus dem Norden sowohl wie aus dem Often und Südwesten an der Austragung beteiligt. Sonnabend nachmittag. Treffpunkt der Teilnehmer um 14 Uhr im Der Ausschuß der Freien Ruderer und Kanufahrer Bartesaal 3. Klasse des Görlitzer Fern bahnhofes. Bahnfahrt nach im 1. Kreise des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, der am Mitts Raddusch. Im Anschluß daran zweistündige Kahnfahrt zum Erlwoch in der Geschäftsstelle des Kartellverbandes tagte, nahm Stel. fönig.( Quartier.) Am Sonntag Spaziergang zum Kirchgang nach lung zu den vom Bundestag in Leipzig gefaßten Beschlüssen und Burg, und zurüd zum Eritönig.( Mittagessen.) Danach sechsstündige nahm nach Ablehnung zweier Protestrefolutionen, die sich gegen die Kahnfahrt durch den Hochwald über Forsthaus Eiche, Kannomühle, Mandatsentziehung einiger Bundestagsdelegierten und gegen die Forsthaus Schüßenhaus, Botschowska, und Lehde. dem Spreevenedig, Auflösung des Sporttartells Groß- Berlin richteten, folgenden Annach Lübbenau. Rüdfahrt nach Berlin 19,38 und 21,22 Uhr. An trag an: funft in Berlin 20,38 und 22,40 Uhr. „ Die Spartenausschußfihung der Freien Ruderer und Kanufahrer heißt das entschiedene Borgehen des Bundesfages gegen das zerfehende Arbeiten einzelner Sportgenossen innerhalb des Bundes für richtig. weiter sehen wir in dem Beschluß der Vollversammlung der Zenfehen wir in dem Am Sonnabend findet als erstes Spiel die Begegnung also zwischen dem Treptower Ballspielflub und Eintracht 25 statt. Die Treptower verfügen jetzt wieder über eine außerordentliche SpielStärke. Wenn die Eintrachter auch erst nor furzem eine ihmere Krisis durchmachen mußten, so dürften sie doch einen beachtlichen Gegner abgeben. Beginn 18 Uhr. DX Der Sonntag sieht dann gleich drei Spiele. Sechs Mannschaften kämpfen hier um die Berechtigung, an der Zwischenrunde teilnehmen zu können. Das erste Spiel findet zwischen Fortuna 10 nov und Britannia- Lichtenberg statt. Den zweiten Kampf tragen der Beranstalter und Amateure aus, während das dritte Treffen Berlin XII und den Berliner Sportverein 22 als Gegner ficht. Sämt liche Spiele finden auf dem Sportplay in der Lasterstraße statt.p Beginn der Spiele am Sonntag um 14 Uhr. Schwerathletik. In Plötzensee und Stralau. Einen schwerathletischen Sportsonntag veranstaltet der S. C. Siegfried 09 am 8. Juli im herrlichen Garten und Saal des Moabiter Schüzenhauses, Nordufer 28. Folgende Ber eine des Arbeiter- Athletenbundes haben zugesagt Alt- Wedding 83, sabiol Hein Domgörgen Auch er geht nach Amerika fralfommiffion in Leipzig, das Arbeiter- Sport- und Kulturfartell Berlin aufzulösen, teine Spaltung der Sportbewegung. Wir, Nord- West 87, Birte- Alemania 90, Concordia 04. Es starten pom von den kommunisten als Arbeiterverräter bezeichneten Freien Leichtgewicht bis Schwergewicht: Jahnke- W. Busse, Schulz Biege, Ruderer und Kanufahrer überlassen es der Deffentlichkeit und der Hicke- P. Busse, Sander- Heise, Wallosched- Grunst, Grähndorf- 3ukunft, zu beurteilen, wer Arbeit im proletarischen Sinne leistet. B. Paul, Ismer- Plume. Außerdem Leistungsheben: Steindorf, Wir fordern daher die Vereine auf, im proletarischen Sinne in dem Gebr. Grelad, Kramezy!, Dommnisch, M. Paul. Beginn der neuen Freien Sportfartell für Arbeitersport und KörperKämpfe und des Konzerts 16 Uhr. Eintritt 30 Pf. Da auch das pflege mitzuarbeiten." neu eröffnete Moabiter Schüßenhaus für Kinder allerlei Neuigfeiten zeigt, ist für Familien die schöne Ausflugsstätte zu empfehlen. Fahrtverbindung: Linie 8 bis Seestraße, Ede Nordufer. Der Kreismeister im Beren, Sportklub Zurich 02, ruft hiermit seine Freunde und Anhänger dieses Sport zu Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, nach Stralau, Kynafistraße, Gartenrestaurant bon Schonert auf. Es findet die zweite Borrunde um die Kreismeister fchaft statt. Gleichzeitig fämpft man um die Entscheidung für die mitteldeutsche Meisterschaftsaufstellung; die Kämpfe gehen über drei Runden. Von Lurich starten die bekannten Internationalen, Schlößmann, Fromm und Frank, gleichzeitig erscheinen die Gebrüder Ko nieczny und Zimmermann, der bekannte Sinz im Mittelgewicht, Scholer im Fliegengewicht und Hardieß im Leichtgewicht. Also ein Programm, das guten Sport bietet. Eintritt 50 Bf., Erwerbslose 30 Bf. Bei ungünstiger Bitterung findet die Beranstaltung im Saale statt. Belgisches Bundesfest in Brüssel. Der belgische Arbeiter- Sportverband hält gemeinsam mit den fozialistischen Jugendgruppen anläßlich des Kongreffes der Sozialisti schen Arbeiter- Internationale vom 4.- 6. August in Brüssel ein Landes Sport- und Jugendfest ab. Die Meldungen der aktiven Sportler belaufen sich zurzeit auf über 6000. Dazu tommen Die Lohgerber! Die Gesamtkosten für Eisenbahn, Hin- und Rückfahrt, zweimal Rahnfahrten, Logis und Frühstück und Mittagessen betragen ohne jede Nachzahlung 13 m, ohne Mittageffen 11,25 m Teil. nehmertarten sind erhältlich im Reisebureau N. 24, Johannisftraße 14/15, täglich von 18-20 Uhr, oder in der Vorwärtsspedition Treptow, Graeßftr. 50, Walter, Neukölln, Siegfriedftr. 55, Hugo. Sinn, N. 20, Stettiner Str. 30, Thomas, N. 65, Luxemburger Str. 1, Heinrich Schmidt, W., Rankestr. 30. Am Sonntag, 8. Juli, fährt die Abteilung Mitte des Touristenvereins„ Die Naturfreunde" nach Michendorf; von hier furze Wanderung zum Lienewitz- See. Dort Spiele und Baden. Abfahrt ab Charlottenburg 7,17, Nachzügler 8,27 mit Fahrkarte nach Michendorf, Strecke Beelitz( nicht, wie ursprünglich angegeben, 7,40). Gäste herzlich willkommen. Wassersportverein Helios", Mitglied des Arbeiter- Turns und Sportbundes. Der Neubau des Bootshauses geht nunmehr seiner Bollendung entgegen und wird demnächst eingeweiht Es können aber jetzt schon Bootsbefizer, die freigewertschaftlich bzw. politisch organisiert sind und Mitglied werden wollen, ihre Boote im neuen Bootshause in Spandau Ziefwerder, Dorfstraße 56, unterstellen. Schriftliche Anfragen beantwortet Emil Rudzewski, Berlin- Friedenau, Lefevrestraße 8; mündliche Auskunft wird auch Sonntags im Bootshause erteilt. Arbeiter- Radfahrerbund ,, Solidarität", Berlin, 2. 2bf. Sonntag, 5. August, früh 5 Uhr, Marsee. Start bei Rohde, Dieffenbachstraße 36. Die Sigungen finden jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat bei Müller, Schönleinstr. 6, statt. Gäste stets willtommen. Mitglieder, die nach Hamburg zum Bundestag per Bahn fabren wollen, fezen sich mit Seeger, Romintener Str. 30, wegen Preisermäßigung in Verbindung. 3013492 WH Vereinskalender. Arbeiter- Radfahrerburb Solidarität". Conntagsausfahrten für 8. Juli. - 3. bt.: 6 Uhr Möllenfee; Laufizer Blaz. 4. Abt.: 7., 17 Uhr, Alt- Dremiz; Weberwieje. 1. Beziet, 1. Abt.: 5 und 12 Uhr Jungfernfee; Bulousfahr Rennfahrer 5 Uhr Trainingstour Biesdorf- Rüftrin; Weberwiese. 5. Abt.: 7., 17 Uhr, Berkenbrüd; 8., 5 Uhr, Störigfee; 12 Uhr Müggelhort; Landsberger Blag. 6. Abt.: 6 und 10 Uhr Krossinfec; Echönhauser Allee 164. 7. Abt.: 6 Uhr Herrentour; 7 Uhr Damentour; 13 Uhr Ahrensfelde; Brunnenplag. 9. Abt.: 7., 18 Uhr, und 8., 5 Uhr, Werbellinsee; Echulstr. 114. 10. Abt.: 6 Uhr Gorinsee; Comeniusplag. 11. bt.: 7., 17 Uhr, Alt- Drewig und Etienigsee; Rennfahrer- Abt. Moabit: 7., 18 Uhr, und 8., 6 Uhr, Stienisice; Blochplaz. 8., 4 Uhr, heinsberg; Arminiusplag. Jugendgruppe Webbing: 7., 18 Uhr, Dubrow; Blochplay. Jugendgruppe Brenzlauer Berg: 7., 19 Uhr, und 8., 6 Uhr, Dubrow; Helmholzplag. 2. Bezirt, Ortsgr. Wilmersdorf: 10 Uhr Reu- Zittau; ute. Ortsgr. Köpenid- Grünau: 6% Uhr Jugendsternfahrt; Röllnischer Play: 13% Uhr Neu- Sittau; Echloßplay. Ortsgr. Schöneberg: 6 Uhr Jugendsternfahrt Sölzerner See; Belziger Str. 17. Abt. Lindenhof 6 Uhr Ent- Ede Friedhofstraße. Ortsgr. Charlottenburg: 6 Uhr Krampnizfee; Galvaniftr. 18. Ortsgr. Lichterfelde: 5 Uhr Buz: 13 Uhr Zossen. Drisgr. Treptow- Baumschulenweg: 5 Uh: Lienewißfee: Bahnhof BaumschulenDrtsgr. Ablershof: 7., 17 Uhr, Jugendherberge Dubrowberg. 8., 6 Uhr, g Rörbistrug. Drtsgr. Briz: 7., 18 Uhr, Lödnig. Drtsgr. Neukölln: Jugend 7., 19 Uhr, und 8., 6 Uhr, Hölzerner See; Herzbergplag. 21. Bezirt, Drisgr. Stralau- Rummelsburg: 7., 18 Uhr, und 8., 5 Uhr, Bager Vordersee. Ortsgr. Lichtenberg: 6 Uhr Flatensee; Jung- Ede Oberstraße. Orisgr. Pankow: Ortsgr. Seinersdorf: 5 Uhr Blößsee; HeinersOrtsgr. Borfigwalde: 7 Uhr Döringsbrück; Schubart. Ede Abt. Norben: 6 Uhr Klein- Buckow- See; Brunnenstr. 101. Abt. Reukölln: Arbeiter Radfahrerverein Groß- Berlin. Conntag, 8. Juli, 5 Uhr, Etienis13 Uhr Schöneiche, bei Mann. Start Waldemarstraße Ede Mariannenplay. Gäste willkommen. Caatwinkler Pabbelklub 1925. Donnerstag, 5. Juli, 19 Uhr, Vorstandsgung: 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Gorgenfrei, Buttmannnstr. 9( am ASC. Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, Monatsversammlung bei Lehnigt, Mühlen. Brunnenplat). ftraße Ede Brommybrüde. Sonntag, 8. Juli, 6 Uhr Treffpunkt aller Rathenow- Fahrer Lehrter Bahnhof. S. Abt.: 7., 17 Uhr, und 8., 5 Uhr, Mellener See: Arminiuspla Der Beschluß der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege, den Kartellverband in Berlin( und die Kar telle Salle und Merseburg) aufzulösen, hat der Roten Fahne" endlich die Augen über den Ernst der Situation geöffnet. Die Folge der Veröffentlichung des Auflösungsdekretes im bend" ist ein weinerliches Gestammel in Bolschemiſtenblatt, 6 Uhr Budowfee; Martiplah. etma jo, mie gejammert wird, wenn die bekannten Felle rettungsdorfer Airche. Ernststraße. Motorfahrer: 12. Abt.: 6 Uhr Scharmügelfee; Schlesisches Tor. los davongeschwommen find. Berbrämt wird die Sache mit ein wenig Geschimpfe auf Ohlschläger, der jegt der beffgehaßte Mann ist. Das wundert bei Leuten nicht, die persönliche Angriffe über den fachlichen Kampf stellen. Jedenfalls sieht man die organisatorischen Grundlagen für die fommunistische Parteipropaganda geschwunden und hat nichts weiter zu sagen, als daß die„ Berliner Arbeitersportler"(?) hinter ihrem Kartell stehen und geschlossen den Kampf um die Einheit( nicht Einheits, front"!) weiter führen werden. Das Ziel diefes Kampfes iſt befannt: Cingliebe Eingliederung des Arbeitersportes in die tommunistische Parteiorganisation, Auffrischung der etwas freuzlahmen Roten Sportinternationale! Das zu verhindern, ist der Wille der Zentralkommission und der hinter ihr stehenden wirklichen Arbeitersportler. Und wird es bleiben! 19 Luftfahrt- Kongres in Brüssel. Der verschollene Helfer. 22 Brüffel die 24. Tagung der Fédération Aéronautique enids Letzte Aufnahme von Roald Amundsen, dem 56 jährigen Polarforscher, der sein Leben für die Rettung der Opfer von Nobiles leichtsinniger Fahrt einsetzte. Unter dem Borsiz des Grafen de la Baulr- Frankreich ging in Internationale Dor fidh, zu der aus Deutschland v. Tschudi und v. Soeppner erschienen waren. Mit großem Beifall wurde der Beschluß aufgenommen, dem Flieger Charles Lindbergh für seine bahnbrecherische Leistung auf dem Gebiete des Atlantikfluges die große goldene Medaille der FAJ. zu verleihen. Der von Major v. Tschudi eingebrachte deutsche Antrag, der die Prüfungswettbewerbe für die Erlangung eines Freiballonführerdiploms betraf, murde abgelehnt. Die Neureglementierung der internationalen Wettbewerbe und die Schaffung einer neuen Rategorie zweifißiger Leichtflugzeuge unter 300 Kilogramm wurde der Sportfommiffion zur weiteren Bearbeitung übergeben, ebenso die Prüfung von Rekordleistungen im Gegelflug. Was die sogenannten„ Afrobatifmeisterschaften" betrifft, so darf diese Bezeich nung für Kunstflugwettbewerbe in Zukunft nicht mehr gebraucht Das Projekt eines Kleinflugzeug Bettfluges durch Europa murde im Prinzip gutgeheißen. Der Vorstand murde in seiner bisherigen Besetzung mit Graf de la Baulg als erstem Borsigenden wiedergewählt. Der nächste Kongreß findet in Kopen hagen statt. ,, Quer durch Berlin." Das bekannte Wettschwimmen ,, Quer durch Berlin" über 4,7 Kilometer hat auch diesmal in der Schmimmermelt einen guten Zuspruch erhalten. Bei der erstmalig an einem Sonntag( 8. Juli) stattfindenden Beranstaltung werden nicht meniger als 200 Schwimmer den Kampf gegeneinander aufnehmen 6 Uhr Fürstenberg- Lychen; Serfurthfir. 27. fee bei Kasdorf. Auch die Kleinsten treiben Sport! Das Baby wird zum erstenmal ins Wasser geführt. Geschäfts Anzeiger Merken Sie sich bitte: Bezirk Norden- Often. eine Adresse für Ihre Wäsche, es ist die besonders bevorzugte Bootlacke Dampf- Wäscherei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig Fleisch billig MALERHUTTE- BERLING Schiffsbodenfarben Dichtmaterial sowie alle streichf. Oel- und Lackfarben für Küchenmöbel, Fußböd. usw. kauft man am besten im größten FarbenGeschäft des Ostens Ernst Schöbel BH Lack- und Oelfarben- Fabrik VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 1912 N018, LANDSBERGER ALLEE 38-39 FERNSPR. ALEXANDER 5628-29 ALLE MALERARBEITEN 140 MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Willy Hanka Wurst [ G. F. 35 Brunnenstraße 121-122 gut Eft Rudolph- Würstchen Fabrik: Berlin- Weißensee Langhansstraße 88 Telephon: Weißensee 104 G. F. 17 Willner Weißbier Berlin- Pankow Tel. Pankow 6 Und geht einmal das Geld zur Neige G.F.148 2197 kauf auf Kredit bei ARTHUR SCHEIGE Bin.- Oberschöneweide, Siemensstraße 14. Stimmung! 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