BERLIN Freitag, 6. Juli 1928 mi Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Vf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 316 B 156 45. Jahrgang. " anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeite 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Pofticheck konto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Elf Todesurteile in Moskau! Bilder vom Schachty- Prozeß. Monteur Otto Das Urteil. Generalstaatsanwalt Krylenko and in afslo 13 its Moskau, 6. Juli. Das Urteil im Schachty- Prozeß wurde vom Obersten Gerichtshof heute früh nach insgesamt 52stündiger Beratung verkündet. Von den 53 Angeklagten wurden 11 zum Tode verurteilt, nämlich: Gorlekki, Bojarinow, Krschischanowski, Jussewitsch, Budny, Matow, Bra tanowski, Beserowski, Bojarschinow, Kasarinow, Schadlun. Das Gericht beschloß jedoch in bezug auf die sechs Lettgenannten, angesichts ihrer Neue und ihrer hohen technischen Fähigkeiten beim Zentral: exekutivkomitee der Sowjetunion um Milderung der Strafe nachzusuchen.#ed signant jinsa 34 Angeklagte erhielten Gefängnis strafen von einem bis zu zehn Jahren, darunter Rabinowitsch sechs und Kusma drei Jahre, vier Angeklagte wurden unter Zubilligung von Bewährungsfrist verurteilt und vier Angeklagte freigesprochen. Freispruch der deutschen Angeklagten. Moskau, 6. Juli. Im Schachth- Prozeß wurde heute früh das Urteil verkündet. Die deutschen Angeklagten Meher und Otts wurden freigesprochen, der deutsche Angeflagte Bad stieber wurde unter Zubilligung von Bewährungsfrist zu einem Jahr Gefängnis berurteilt. Der Freispruch Meyers und Ottos erfolgte, da das Gericht die gegen sie erhobenen Beschuldigungen nicht für erwiesen erachtet. Badstieber wurde von der Anklage der Zugehörigkeit zu der gegenrevolutionären Organisation freigesprochen, dagegen der Bestechung schuldig befunden. In der Urteilsbegründung wird ausgeführt, der Oberste Gerichtshof habe es als erwiesen angesehen, daß eine weitverzweigte gegen revolutionäre Schädigungsorganisation im Do nezbeden bestand, die ihre Zentralen in Charfom und Moskau hatte und mit ehemaligen Grubenbefizern im Auslande fowie mit einigen ausländischen offiziellen Inftitutionen in Beziehungen stand. Unter den verhängten Freiheitsstrafen sind noch hervorzuheben: Zehn Jahre Gefängnis für Storutto, Deter und Susch tschewski; acht Jahre Gefängnis für Bajchtin, Kalga now, Andrei Kolo dub und Alexander Nitrassow. Untar Subilligung von Bewährungsfrist wurden zu einem bis drei Die von Soldaten bèrvachie Anklagebank Monteur Badstieber Rom- Brafilien in 50 Stunden. Refordflug über den Ozean. New York, 6. Juli. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß die italienischen Ozeanflieger an der Küste von Jose de Mipubu südlich Natal um 18,15 Uhr( amerikanischer Zeit) durch Nebel und Sturm zu einer Notlandung gezwungen wurden. Italienischer Geschwaderflug nach Berlin. Am heutigen Freitag früh kurz nach 7 Uhr sind im Lon doner Flughafen Croyden 12 italienische Militär. flugzeuge unter Führung des Staatssekretärs Baibo zum Fluge nach Berlin gestartet. Die Maschinen hatten an den Flugveranstaltungen in Hendon bei London teilgenommen und fehren nun über Berlin nach Rom zurück. Fünf Flugzeuge, darunter die Maschine Wie aus Rio de Janeiro gemeldet wird, sind die italie. Balbos, sind im Laufe des Vormittags in Amsterdam zwischennischen Ozeanflieger, die bei Natal notlanden mußten, am Donners. tag um 10 Uhr zum Weiterflug nach Rio de Janeiro aufgestiegen. Nach den ersten Berechnungen haben sie bis zur Notlandung etwa 7450 Kilometer in 50 Stunden zurückgelegt und dadurch den Reford Chamberlin von 6294 kilometer gebrochen. Die beiden Flieger del Prete und Terrair sowie der Erbauer des Flugzeuges, Ingenieur Marzhetti, sind in Rom natürlich die Helden des Tages. Jahren Gefängnis verurteilt: Nitisch in, Owtsch aret und Gorlow. Freigesprochen wurden außer Otto und Meyer Potemkin und Stelbring. Alle Freigesprochenen und unter Zubilligung von Bewährungsfrist Berurteilten wurden sofort auf freien Fuß gesetzt. eund Was hat der Prozeß ergeben? gelandet, um zu tanten, eins landete in St. Inglevert bei Calais und ein siebentes nahm eine Notlandung bei Dienen, nördlich von Amsterdam, vor, wobei das Fahrgestell der Maschine beschädigt wurde. Die übrigen sind direkt nach Berlin weitergeflogen, wo sie in den frühen Nachmittagsstunden erwartet und im Flughafen Tempelhof von Bertretern der Reichsregierung und der Stadt Berlin begrüßt werden. Auch die zwischengelandeten Flugzeuge wollen, wenn irgend möglich, noch heute in Berlin eintreffen. leben geübt wird, während ihre russischen Vorbilder bereits auf unzweckmäßige Behandlung von Maschinen die nackte Todesstrafe setzen. Tatsächlich hat der Schachty- Prozeß ergeben, daß von irgendeiner deutschen Beteiligung an den behaupteten Sabotageaften nicht die Rede fein fann. Die deutschen Ingenieure, soweit sie nicht schon vor der Verhandlung aus der Anklage entlassen werden mußten, sind freigesprochen - mit der einzigen Ausnahme des ehrenwerten Herrn Badstieber, des Urhebers lügenhafter Denunziationen gegen seine deutschen Kollegen. Da dieser ,, Kronzeuge" sich der bejonderen Sympathie des Herrn Krylenko und der Roten Fahne" erfreut hat, so kann man in seiner bedingten Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis wegen Bestechung wohl kaum irgendeine Belastung der deutschen Seite erblicken. Zu den 23 Todesanträgen Krylenkos hat die Rote Fahne" brüllend Beifall geflatscht, aber selbst dem Obersten Sowjetgericht, dem wohl niemand Mangel an fommunistischer Ueberzeugungstreue nachsagen wird, ist diese Bluthefatombe zu viel gewesen; es hat die Zahl der Todesurteile auf 11 begrenzt, von denen fünf tatsächlich vollstrect werden sollen. Doch ob 23, ob 11, ob 5- die Tatsache einer weit Was die russischen Ingenieure anbelangt, so muß gehenden Beibehaltung der Todesstrafe in Rußland, und zwar für Vergehen, die fein westlicher Staat höher man sich stets vergegenwärtigen, daß ihre Verurteilung erals mit ein paar Jahren Freiheitsentziehung bestraft, bleibt folgt ist, nachdem monatelang eine offizielle Presseheze ersichtlich. Sie rückt das Geschrei der deutschen Kommunisten größten Stiles gegen sie entfacht worden war. In einem überjozialdemokratischen Amnestieverrat" in das rechte Lande, das keine Pressefreiheit, teine Entgegnungsmöglichkeit Licht. Es ist ein starkes Stück, daß die deutschen Kom- fennt, bedeutet eine derartige Stimmungsmache schon von munisten auch weitgehende Milde für unzureichend er vornherein die Verurteilung. Herauszufinden, was an den klären, die von der deutschen Republik gegenüber Dynamii- öffentlich erhobenen Beschuldigungen Spizelphantasie und anschlägen und Bernichtung von Menschen- gehässige Angeberei, was Wahrheit und Tatsache ist, das ist nur möglich, wo eine nicht von vornherein im Ziel festgelegte öffentliche Diskussion stattfinden kann. Sicher ist allein das Bestehen unerhörter industrieller Mißstände, einer beispiellosen Maschinenund Arbeitskraftvergeudung im russischen Donez- Gebiet. Die Sowjetregierung möchte die Verantwortung hierfür auf ein meitverzweigtes Sabotagesystem abwälzen, das jahrelang bestanden haben soll. Selbst wenn man diese These einmal als wahr unterstellt, so würde der Umstand, daß solche Zustände überhaupt möglich waren, auf die wirtschaftlichen, Fähigkeiten der leitenden Sowjetinstanzen das allerbedenklichste Licht werfen. Aber kriminalistisch gesehen sind die ,, Geständnisse", mit denen Krylenkos Anklage prunkte, völlig wertlos. Die Verhandlung hat ihr Zustandekommen geklärt. Angesichts der öffentlichen Heze von der Aussichtslosigkeit jeder fachlichen Berteidigung von vornherein überzeugt, hat ein Teil der Angeklagten Milde zu erringen gehofft, indem er alles bestätigte, was die Anfläger wünschten. Stärkste Wahrscheinlichkeitsgründe sprechen gegen die Konstruktion der Anklage. Da ist zum Beispiel der zu sechs Jahren Gefängnis verurteilte Rabinowitsch. Unter größter eigener Gefahr hat er zu den Zeiten des Zarismus den Achtstundentag in seinen Betrieben durchgeführt. Er hat sich als erster leitender Ingenieur und Unternehmer der Sowjetregierung zur Berfügung gestellt. Er hat die ins Ausland gegangenen Spezialisten zurückgeholt. Seine Aufbauarbeit ist unverkennbar und mußte selbst von der Anklage zugestanden werden. Welcher Grund sollte den 68 jährigen zu einer heimlichen Sabotagekonspiration veranlaßt haben? Aber das herrschende System brauchte Sündenböde. Gewiß mag mancherlei vorgekommen sein, was uns als ärgste Schiamperei anmutet, aber weniger verwunderlich für den scheint, der russische Verhältnisse und zwar erst seit der Repolution 1830 +1918 Die Katastrophe im Polareis. Was General Nobile offiziell berichtet. Die„ Citta di Milano" übermittelte heute vormittag einen Bericht Nobiles über das Schidjal des Lentluftschiffes ,, Italia" und der in diesem verbliebenen Mitglieder der Expedifion, in dem es heißt: Gleich nach meiner Ankunft an Bord der„ Citta di Milano" teilte ich der Oberleitung einige Aufschlüsse und Erwägungen mit, die als Grundlage für die Nachforschungen nach dem Luftschiff dienen sollten. Ich halte es für zweckmäßig, sie zu wiederholen. Im Augenblick der Katastrophe glaubte ich, daß einige Ventile auf geblieben seien, da fid) an der Deffnung Eis gebildet hatte. Ich befahl daher einem Mann, die Ventile zu überprüfen. Dieser hatte faum einige Meter zurückgelegt, als mir auf das Eis geschleudert wurden. Nach unserem Absturz tam ich aber zu der Auffassung, daß es sich nicht um ein Entweichen von Gas aus dem Bentil gehandelt haben könne. Ich hielt es für weit wahrscheinlicher, daß Riffe im Luftschiff entstanden waren. Mehrere Umstände peranlaßten mich zu dieser Meinung. Nur so läßt es sich erklären, daß das Luftschiff, das beim Aufschlagen auf das Eis einen Teil der Besatzung und der Last verloren hatte und dadurch leichter geworden war, wieder in die Höhe ging. Triumph des Faschismus. einigermaßen fennt. Ca ficht wohl auch left, barko Es steht daß ein Teil der Ingenieure Korrespondenz mit den früheren Privatbesigern unterhalten hat, ohne daß man den Charakter dieser Korrespondenz unbedingt als hochverräterisch ansehen müßte. Wie gesagt, es ist schwer, diese Dinge im einzelnen zu beurteilen, solange das herrschende System davon nur in die Deffentlichkeit gelangen läßt, was ihm zuträglich erscheint. Doch selbst etwaige Berschuldung einzelner ändert nichts an der Grundtatsache, daß hier das System als Ganzes versagt hat. Zur Verschleie rung dieses Gesamteindrucks wurde der Schachty- Prozeß als fenfationelle Kriminalaffäre aufgezogen. Todesurteile gegen einzelne sollen eine angebliche Schuld rächen, die in Wirklichkeit den Namen führt: Unfähigkeit des boliche= wistischen Wirtschaftssystems. In Büchners Danton sagt einer, der von einer sinnlos erregten Menge an die Laterne gehängt werden soll: ,, Meinetwegen, aber ihr werdet dadurch nicht besser sehen!" Wird man mit abgefchlagenen Köpfen Wirschaftsbetriebe in Gang setzen? Lehren für die Zukunft. Wenn auch der Ausgang des Prozesses erwiesen hat, daß fogar das Sowjetgericht von der wüsten Heße abgerüdt ist, die zurzeit der Verhaftung der deutschen Technifer und auch noch während der ersten Hälfte des Prozesses von den Sowjetleuten in der Presse, in den Versammlungen und im Radio gegen die deutsche Industrie getrieben worden ist, so bleibt doch bestehen, daß diese ganze Aktion die deutsche Wirtschaft mit schwerem Mißtrauen gegen die Möglichkeit einer weiteren Arbeit mit Rußland erfüllt hat. Sicherheit für die nach Rußland gehenden deutschen Technifer muß gegeben werden. Es darf nicht sein, daß, wenn vielleicht irgend eine Maschine nicht richtig läuft, ohne weiteres die deutschen Technifer in Sowjetferter geworfen und monatelang darin festgehalten und schließlich prozessiert werden, wobei dann nach wochenlanger quälender Verhandlung das Anhören einer vielstündigen Begründung die letzte Folter bildet, ehe schließlich die Freisprechung verkündet wird. Wie wir hören, werden deshalb in Moskau Verhandlun= gen über ausreichende Sicherung gegen eine Wiederholung solcher Borkommnisse aufgenommen werden. Die Abänderung einiger Bestimmungen des deutsch- russischen Handelsvertrages in dieser Rich tung wird an zuständiger Stelle in Berlin für notwendig erachtet. Ein Appell an die Sowjetregierung. Die Deutsche Liga für Menschenrechte" hat zu dem Schachty Prozeß der Sowjetregierung in Moskau nachfolgende Entschließung telegraphisch übermittelt:„ Ohne zum Scha hty- Prozeß Stellung zu nehmen und noch viel weniger ohne etwaige Gabotage gegen den Staat der Arbeiter und Bauern in Schuß zu nehmen, bittet die " Deutsche Liga für Menschenrechte", etwaige Tode surteile nicht zu vollstrecken. Grund der Bitte ist allein die Ueberzeugung der Liga für Menschenrechte", daß Hinrichtung kein Strafmittel fortschrittlicher und aufgeklärter Juftis fein darf." Ein, Industrierat" in England. 15 Mitbürger! Freunde! Römer! In der verrotteten antifaschistischen Welt pflegte der Kapitän stets das verlorene Schiff als Letzter zu verlaffen. Uns ist es vorbehalten, der Welt das Beispiel zu geben, daß unfer Kapitän als Erster sein Schiff verließ." ständigen gemischten Ausschusses zu: Ernennung von gemischten Schlichtungsämtern und die Einrichtung einer industriellen Forschungsstelle. Der ständige gemischte Auss huß würde bestehen aus zehn Mitgliedern, die vom Generalrat ernannt würden, und aus zehn Mitgliedern, die vom Arbeitgeberverband nominiert mürden. Die gemischten Schlichtungsämter würden auf den Antrag einer der beiden Parteien in Funktion treten, nachdem ein Arbeitskonflikt innerhalb der betreffenden Industrie nicht hätte beigelegt werden fönnen. Eine Arbeitseinstellung oder eine Aenderung der Arbeitsbedingungen wäre nicht erlaubt, bevor das Schlichtungsamt feinen Bericht abgegeben hätte. Dabei würde darauf geachtet, daß die Berichterstattung nicht perschleppt würde. Der interimistishe Bericht, das heißt in erster Linie der Borschlag eines Landesindustrierates, wird im September por dem Gewerkschaftstongreß fommen und, wie man annimmt, gebilligt werden. Es ist unbekannt, wie sich die Unters nehmerorganisationen verhalten werden bedste babes band Bekanntlich hatten sich sowohl der Verband der britischen Industrie als der Landesverband der Unternehmerorganisationen zur Beschickung der Konferenz für unzuständig erklärt. Immerhin dürfte es ihnen auf die Daue: schwer fallen, einer Antwort auf die Frage der Arbeitsgemeinschaft durch Vorschützung von Schwierigkeiten statutenmäßiger Natur auszuwei her. Bauunglück im Krankenhaus Moabit. Mauereinsturz im Neubau.- Drei Arbeiter verunglückt. Auf einem Neubau des Krankenhauses Moqbit in der Turmstraße 21 stürzte heute mittag eine sechs bis acht Meter lange Mauer ein. Drei Arbeiter wurden schwer verleht von der Feuerwehr aus den Gesteinsmaffen hervorgezogen. Die Verhandlungen zwischen Arbeitern und Unternehmern. London, 5. Juli.( Eigenbericht.) Der interimistische Bericht, der von der zweiten Vollfonferenz zwischen dem Generalrat der Gewerkschaften und der Unternehmergruppe unter Lord Melchett( Sir Alfred Mond) gegen den vereinzelten Widerspruch Coofs angenommen wurde, bringt einige bereits angekündigte Grundfäße und einen praktischen Vorschlag. Die Unternehmer anerkennen die Autorität des Gewerkschaftsfongresses und sind der Ansicht, daß die Arbeiter Gewerkschaften angehören sollten, die dem Gewerkschaftskongzeß angeschlossen sind. Sie verurteilen Benachteiligung oder Bestrafung von Der Unfall ereignete sich auf dem Neubau für innere Medizin, Arbeitern wegen gewerkschaftli her Betätigung, besonders im Zu dem sogenannten Deftlichen Pavillon". Die eingestürzte Mauer sammenhang mit dem Generalstreit von 1926. Die Tendenz zur sollte unterfangen werden und war zu diesem Zweck durch Nationalisierung der Industrie wird begrüßt, und es werden Gamehrere Holzsteifen provisorisch gestützt. Aus bisher noch pöllig rantien zur Sicherung der 2: 5eiterinteressen ge ungeklärter Ursache stürzte gegen 12 Uhr plöglich die zwei Meter fordert. hohe Mauer in einer Länge von etwa 6 bis 8 Metern frachend zu Borgeschlagen wird die Bildung eines Landesindustrierates, zusammen. Drei Maurer, die sich nicht mehr in Sicherheit bringen gleichen Teilen zusammengesetzt aus dem Generalrat des Gewerk schaftsfongreffes und aus Bertretern der Unternehmer, die vom Ber: band der britischen Industrie und dem Landesverband der Unter nehmerorganisationen zu ernennen wären. Zweck des Landesindustries rates ist die Beratung industrieller Fragen, die Schaffung eines " fonnten, wurden unter den Trümmern begraben. Die Feuerwehr wurde benachrichtigt, die auf den Alarm Mauereinsturz Menschenleben in Gefahr mit mehreren Rettungs- und Spezialfahrzeugen ausrückte. Nach verhältnismäßig furzer Zeit tonnten die drei Berunglückten durch die Feuerwehr aus ihrer ent | In der Tat wurde es vom Winde fortgetrieben, Kurz darauf verschwand es in den Wolken. Es besteht für mich fein 3weifel, daß es sich nur kurze Zeit in der Luft halten konnte; denn da es dauernd Gas verlor, so mußte es zwangsläufig niedergehen. Im übrigen sah man den Mann, den ich den Befehl gegeben hatte, nach den Ventilen zu sehen, im Augenblick der Ratastrophe. Er war vollkommen unverlegt. Zweifellos hat er versucht, so schnell wie möglich ein Niedergehen des Luftschiffes herbeizuführen. Aus diesen Erwägungen heraus habe ich die Schlußfolgerung gezogen, daß das Luftschiff sich höchstens eine halbe Stunde in der Luft halten und nicht mehr als zwanzig bis dreißig Silometer zurüdlegen fonnte. Einige Tage nach der Katastrophe erfuhr ich einen Umstand, der mir sehr schwerwiegender Natur zu sein scheint. Etwa zwanzig Minuten nach dem Absturz hatten einige am Horizont, in östlicher Richtung, eine hohe Säule schwarzen und dichten Rauches erblidt. Als wir über diesen Umstand sprachen, herrichte die Meinung vor, daß das Luftschiff im Augenblid, wo es niederfiel, Feuer gefangen hatte. Trifft das aber zu, so besteht teine Hoffnung, daß einige unserer Gefährten dem Tode enfronnen sind. Ich muß zugeben, daß angesichts unserer Lage, die sich in diesen ersten Tagen vollständig verzweifelt darstellte, das Schicksal unserer Gefährten, von denen wir annehmen mußten, daß sie eines schnellen und plöglichen Todes gestorben feien, uns besser erschien als unser eigenes, da wir glauben wußten, zu einem langfamen Hungertod verurteilt zu sein. Ich dachte dann über verschiedene Umstände nach. Wenn der Rauch durch den Brand des Lenkballons verursacht worden märe, dann hätte man auch sehen müssen, wie das Luftschiff zu Boden stürzte. Auf alle Fälle war es, besonders da der Himmel bedeckt mar, menig denkbar, daß eine allmählich aufsteigende Feuersäule auf die kurze Entfernung von 10 oder 15 Kilometern nicht pon irgend jemand bemerkt worden sein sollte. Selbst wenn man be denkt, daß brennender Gummi eine dichte schwarze Rauchwolfe ergibt, fo ergibt doch auch die Berbrennung von Benzin, Del und anderen Stoffen eine ganz gleiche Wolfe. Ich neigte dann zu der Auffassung, daß die Betriebsstoff- und Delbehälter entweder sich von felbft vom Luftfchiff gelöft hatten oder von der Bejahung abgeworfen worden seien, um ein neues Sinten des Luftschiffs zu verzögern. In diesem Fall fonnte man hoffen, daß das Luftschiff erst in der Folgezeit zu Boden gefallen ist, ohne in Brand zu geraten, und daß meine Gefährten wohlbehalten geblieben sind. Auf Grund dieser Ueberlegungen empfahl ich, mit größter Aufmerksamkeit einen Selior von 60 Grad, deffen Scheitelpunkt an unserem Zelt zu denken wäre, auf eine Entfernung pon 20 Kilometern mit der größten Sorgigit abzusuchen. Wenn es tatsächlich tragischerweise der Fall gemejen fein follte, daß die beobachtete Rauchsäule auf den Brand des LuftSchiffes zurückzuführen wäre, dann hätte man das riesige Gerippe des Luftschiffs, das mehrere Meter hoch und 106 Meter lang ist, irgendwo auffinden müssen. Wenn Gott es gewollt haben sollte. daß trop des Brandes sämtliche Bersonen an Bord eher ein Teil der Befagung am Leben sind, so müssen sie sich in der Umgebung des Luftschiffes befinden. Wenn man aber innerhalb der ersten 3one von 20 Kilometern nichts Bemerkenswertes finden sollte, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Bes triebsstoffbehälter leicht unbemerkt bleiben fönnen so würde das bedeuten, daß der Rauch nicht auf einen Brand des Luftschiffs zurückzuführen ist. In jedem Falle müßte man die Nachforschungen auf eine weitere Zone von 20 kilometer ausdehnen, und würde das Luftschiff finden, oder ich müßte mich bei der Beurteilung der durch die enormen Gasverlufte herbeigeführten Berringerung des Auftriebs des Luftschiffs vollständig geirrt haben, was aus den von mir angeführten Gründen wenig wahrscheinlich ist. JIS 20 Stocholm, 6. Juli. Im Kriegsministerium traf heute früh folgendes Telegramm ein: Abgefandt Freitag morgen 8 Uhr: Lundborg gerettet. setzlichen Lage befreit werden. Sie hatten schwere äußere und innere Berlegungen erlitten. Die Ursache des plötzlichen Einsturzes fonnte noch nicht geflärt werden. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Beging Löwenstein Selbstmord? Unfall so gut wie ausgeschlossen. Bei den Behörden und bei den Flugzeugjachverständigen gewinnt die Annahme, daß der Bankier 41fred Löwenstein Selbstmord beging, mehr und mehr an Boden. das Flugzeug, mit dem Löwenstein auf so rätselhafte Weise ver Die Beamten des Flugplages Croydon untersuchten gestern unglückte. Innerhalb des Flugzeuges wurden keinerlei Spuren für die mögliche Ursache des Todessturzes Löwensteins gefunden. Das Gericht in Boulogne hat eine Untersuchung angestellt und neigt zu der Auffassung, daß ein Unjall so gut wie angestellt und neigt zu der Auffassung, daß ein Unfall so gut wie sei und daß der Bankier Seld be= ausgeschlossen gangen habe. in fei warten, da es sich um ausländische Staatsangehörige gangen habe. Ein regelrechtes Gerichtsverfahren ist nicht zu erEin regelrechtes Geri handelt. Die französischen Behörden halten aber einen Bericht über bie Untersuchungsergebnisse für die englische oder belgische Justiz bereit. Der Petit Parisien" stellt eine andere These auf und er flärt unumwunden, daß es sich bei der ganzen Affäre vielleicht nur um ein großes Börsenmanöver handle. Das Flugzeug Löwensteins habe in Bray Dunes an der belgischen Küste eine Zwischenlandung unternommen und sei erst dann nach Calais meitergeflogen, um die unglücksmeldung zu verbreiten. Petit Journal" peröffentlicht ein Interview mit einem Bertrauten Löwensteins, der ebenfalls versichert, er glaube annehmen zu können, daß Löwenstein in menigen Tagen wieder wohlbehalten auf der Bildfläche erscheinen werde. 91 Löwenstein führte ein sehr erzentrisches Leben. Er perdiente zwar Millionen, gab aber auch Millionen aus. Er besaß fieben häuser in Biarriz, wo er gelegentlich per Flugzeug Raviar aus Mastau holen ließ, unterhielt einen eigenen Flug zeugpart von 20 Flugzeugen und bezahlte für seine letzte Reise nach Amerika im April dieses Jahres für die acht von ihm und seinem Stabe bewohnten Lugusappartements 80 000 Marf. In England besaß er einen feudalen Landfiß, auf dem er einen Rennstall unterhielt. " Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und „ Der Kinderfreund" liegen der heutigen Bostauflage bei Ganz wie bei uns! Die Prostitution in Leningrad. Im tommunistischen Leningrad ist es mit der Prostitution nicht anders als im fapitalistischen Berlin. Das Ergebnis der Bearbeitung von 300 Fragebogen, die von Prostituierten beantwortet worden sind, zeigte das gleiche trostlose Bild, wie man es aus dem Leben der mesteuropäischen Prostituierten her fennt. 62 Prozent all diefer Frauen waren geschlechtsfrant 12,3 Brozent waren mit Syphilis behaftet, 3½ Prozent hatten sowohl Syphilis mie Gonorrhoe. Als Ursachen, die zur Prostitution führten, waren in 89 Prozent Arbeitslosigkeit und Not erwähnt; unter der tommunistischen Stadtverwaltung Leningrads Arbeitslosigkeit und Not! In anderen Fragebogen hieß es aus But", aus„ Einsam feit" ,,, aus Liebe zur Kunst" usw. Richt ganz ohne Interesse ist die Feststellung, wie lange die Mädchen sich der Prostitution hingeben. Da gab es solche, die schon 21 Jahre dem traurigen Erwerb nachgehen und andere, die erst seit zwei Wochen diesen Weg betreten haben. Niederschmetternd wirkt die Tatsache, daß der größte Teil erst seit einem bis zu fechs Monaten Prostitution betreibt. Selbstverständlich haben sehr viele der Mädchen ihre Zuhälter, die sie in jeder Weise ausbeuten. Unter diesen Blutsaugern der bedauernswerten Geschöpfe befinden sich 2 Prozent Studenten. Aus welchem Stande rekrutieren sich aber die Prostituierten? 31 Prozent 961 Ausflug zum Lido. sto Bon Heinrich Wiegand. Der Baedeker von 1857, des fauberen Stiles wegen eine genuß reiche Lektüre, tut den Lido mit einem fnappen Sag als eine Benedig vorgelagerte Landzunge ab; jeder moderne Führer dagegen nennt ihn eines der vornehmsten Seebäder Europas. Um 1857 muß der Lido ein ideales Seebad gewesen sein. Einer der flinken Vaporetti, die in Venedig die Straßenbahn ersetzen, dampfte uns in wenigen Minuten für acht Pfennige deut scher Währung von der Riva degli Schiavione hinüber. Bei der Antunft: Hotelportiers, Reklameschilder, wirkliche Straßenbahnen. Eine Allee durchschneidet die schmale Insel und führt von der Lagune zur Adria. In der Allee: Läden mit Früchten, Blumen, Backwaren, Tabak und Kurgästen. Es iſt vier Uhr nachmittags. Herren im Schlafanzug fammen von den Bädern. Ihr Bild perbleicht gegen Damen im nämlichen Aufzug. Die Allee ist zu Ende: du haft das peinliche Gefühl, auch die Insel ist zu Ende; siehst aber nirgends das peinliche Gefühl, auch die Insel ist zu Ende; siehst aber nirgends das Meer. Ein Gebäudekomplex Grande stabilimenti dei bagni" vernagelt den Prospekt. Ein Anschlag verheißt Konzert und Kino. " Wir wollen fein Konzert, wir wollen tein Kino. Wir wollen das Meer. Wo ist der Strand? Wo ist die Adria? Wir suchen eine fandige Straße entlang in glühender Sonne: nur ftablimenti dei bagni", nur Badehütten, streng umzäunt, reserviert für Hotelgäfte, Endlich ,, bagni reserviert für Mitglieder vereinigter Vereine. rationsräume und an der zweiten Kasse mit fünffachem Entree zur letzten Geldabnahmestelle, dem Wertsachendepot. Eine alte Schließerin öffnet Badehütte Nr. 71. Des Grübelns, wie die fomplizierte Zahl zu merken sei, enthebt mich die Entdeckung, daß sie, pertauscht in die Stellung der Ziffern, identisch ist mit dem Alter meiner Begleiterin. In der Zelle rechts schickt eine Amerikanerin ihren Mann energisch zurück zur Dusche. Links wird auf Schwäbisch eine Lektion im Schleifenbinden erteilt. Vor uns lachen zwei Französinnen über ein Loch im Trikot. Und über allem quätt eine Berlinerin: Det is ja en Wetta zum Eialejn, Kinda...." Wir liegen im Sande, der haften bleibt, wenn wir uns erheben. Warm ist das Wasser wie ein Wannenbad und salzig, daß es zum Gurgeln zu stark wäre. Die Wonnen des Wassers versöhnen mit der häßlichen Anlage und dem reizlosen Gestade. Weit draußen im Lichte der schrägen Sonnenstrahlen treibe ich auf dem Rücken, von Belle zu Welle, den Himmel über mir, das Gesetz der Schwere in mir. Dieses Wasser trägt wie ein Zaubermantel. Ein Hornruf ertönt. Aber es ist kein Wunderhorn, und nicht Oberon bläft es, sondern der Badewärter. Es ist sieben, die Bäder schließen. Es wird still. Das Meer bleibt allein. Im frischen Winde trinken wir Kaffee, auf der Terazza al das in die Die Antwort lautet: 55 Prozent kommen vom landet Töchter von aus dem städtischen Proletariat, gering ist die Zahl der Angestellten, Heimarbeitern und Händlern. 14 Brozent der Mädchen, also jede fiebente, hat ein Kind. Jede vierte ist auf dem Arbeitsnachweis als Arbeitssuchende registriert und 12 Brozent, alfo populari". Der Eingang ist frei. Der Fuß finft in gelben meichen Gee hinausführt und an deffen Ende ein Holzrahmen ragt. Die Sand. Die Griechen hätten an dieser Stelle gerufen: Thalatta! Töne der Musit verwehen. Das Abendessen nehmen wir, meil im schlagenderen Beweis dafür, daß tatsächlich Not und Arbeitslofigleit Thalatta!" Wenn auch nicht viel davon zu sehen war, es war doch Binde meine Begleiterin fich verkühlen und der italienische Salat jede neunte von diesen Frauen, gehört der Gewerkschaft an. Einen diese Mädchen der Prostitution ausliefern, fann man sich nicht denken. Was das Alter betrifft, so gibt es neben zehnjährigen auch eine Einundfünfzigjährige. In der Hauptsache ist aber das Alter von 22-24 Jahren vertreten. Ein trauriges Bild bei uns! ganz wie Riesenwaran im Aquarium, das Meer. Die Adria ist hier nicht blau, wie im Fortrott, sondern gelb mit schwacher Beimischung von Grün. Sehr nahe schneidet der blase Horizont den Gipfel der Bogen. Schmal wie ein Fußweg ist der Strand. In vier Reihen stehen duldsam 1000 Badehütten, zwischen, vor und hinter ihnen räteln sich, oft in Klumpen geballt, entkleidete Menschen. Sprachenverwirrung, Gerüche, sprigende Wellen Haupteindruck: es mangelt an Raum. Wir wandern bis zur letzten Badehütte der Boitsbäder", verlangen beim Aufseher eine„ Capanne"; 12 Lire, etwa 2½ Mart, soll sie fosten, aber es ist teine mehr frei. Im Hintergrunde prunft bas Hotel Erzelfior, wo Stars und Prominente aller Künste und Nationen vereinigt haufen und wo wir heute noch nichts zu suchen haben. Es bleibt nur eines: zurüd zum großen Etablissement mit Kino, Konzert usw. Gegen ein fleines Entree gelangt man zunächst in einen fleinen Jahrmarkt von Reifeandenten, zu Berkaufsständen mit Hemden, Schirmen und allem, was man da nicht sucht; sodann vorbei am Labyrinth der Restau Eine Nacht in Hoshiwara. ( Schauburg). „ Der Frauenraub von Tokio" ist der Untertitel dieses Films; die Filmkundigen überfommt schon von vornherein ein ge lindes Gruseln. Und was der Titel perspricht, das hält er auch. Alsa, eine fofette Europäerin ist, laut Filmmanuskript, de: Gegenstand heftigster" Berehrung. Die Frau wird, ohne jede Be gründung, geliebt von jedem, der auf der Bildfläche erscheint. Die „ heftigsten" Bewerber sind ein Offizier und ein Mann, dessen Beruf nicht angegeben ist. Im Film ist das Dasein dieses Mannes mit Morden, Rauben und Vergewaltigen voll ausgefüllt. Doch ein Film fann niht von der Brutalität allein leben, er muß auch zarle Töne haben, weshalb man ferienweise Geishas auftreten läßt. Eine dieser Geishas verliebt sich in den Offizier, er verliebt sich in fie, und als er verdächtigt wird, ihren Vater ermordet zu haben, rettet jie, phwohl selbst tödlich nemundet, den unschuldigen Gelieb: ten. Dann stirb: die Geisha, wodurch dieser Film sein schon lange verdientes Ende findet. fortfliegen könnte, im Saale ein. Ein virtuofer Kellner verleitet uns im Lande des Weins und der Gesänge zu Münchener Bier, Es wurde auf Eis serviert, in Weinflaschen, mit Kristallfelchen, wie Immer lauter schlugen die Wellen. und war auch so teuer. Immer stürmischer ging die Sec. Immer lauter schlugen die Wellen. Geft Wir traten, Abschied zu nehmen, noch einmal an die Terrasse. Der Horizont ruhte schwarz. Der Mond warf eine Silberschicht übers Meer. Zeitweilig erloschen die Lichter und auf dem nunmehr mit Leinwand bespannten Holzrahmen lief ein amerikanischer Kitschfilm: Gefang des Kinos über den Wassern. Auf den abendlichen Promenaden erholten sich die Jünglinge mit Smoking und Regenschirm von des Tages Last und Müßiggang. Im Teatro Lido gab man die Czardas- Fürstin. In den Hotel: gärten waren die Oleanderbüsche mit roten, blauen, grünen elektri fchen Glühbirnen illuminiert. Wie gesagt: im Jahre 1857 muß es wirklich ein ideales Seebad gewesen sein. Ein Moskauer Scherbengericht. Barry Diel, der Angeklagte. Beranstaltung. Dichter, Romanschriftsteller und Dramatiker müssen Schaugerichte find im Rußland von heute eine überaus beliebte häufig vor einem solchen Gericht Rede und Antwort stehen. Solche Schaugerichte gehen gewöhnlich in den Arbeiterflubs vor sich. Neuerdings werden auch Schaugerichte über befannte Filmdarsteller abgehalten. In der„ Prawda" ist jetzt zu lesen, wie sich der deutsche FilmSchauspieler Harry Piel allerdings in Abwesenheit vor einem Tribunal dieser Art zu verantworten hatte. Die Zeugen, die der öffentliche Anfläger aufgeboten hatte, befundeten, die Filme dieses Schauspielers seien geeignet, die Aufmerksamkeit der Jugend von wirklich qualitätsvollen Filmen bildenden Inhalts abzulenfen. Die Kinder würden zu Krüppeln, da sie häufig versuchten, die halsbrecherischen Kunststücke des Filmstars nachzumachen. Vor einiger Zeit habe sich sogar ein Junge bei dem Versuch, einen sensationellen Trid nachzumachen, in einer Schlinge gefangen und selbst erdrosselt. Ein anderer Junge sei einem Nervenfieber erlegen, das er sich beim Miterleben eines aufregenden Films zugezogen habe. Dieser Senfationsdarsteller ermede bei der russischen Jugend eine höchst ungefunde Abenteuerluft ohne soziales Gefühl. Die bekannte ruffifche Filmschauspielerin Baranowitaja betonte die schauspielerische Unzulänglichkeit des angeflagten Künstlers. Der Regiffeur Korol Der dem Berliner Aquarium im vorigen Jahre von dem Assistentresident Roofmafer auf Flores geschenkte, über 2 meter lange Riefenmaran, der zusammen mit einem faft ebenso ftcttlichen Bindenwaran gegenüber den Riesenschlangen in dem großen Terrarium Nr. 20 haust, hat sich prächtig entwickelt und ist ein zutraulicher Geselle geworden, so daß er sich mit seinem Bärter geradezu angefreundet hat; man tann ihm daher Ausflüge auf dem Gang hinter seinem Behälter gestatten. Rohe Eier nimmt er vorsichtig pom Boden auf und verschluckt sie ganz, auch ihm gereichte tote Heine Säugetiere werden unzerstückelt hinunter gewürgt. Die Barane find die größten Eidechsen, die es gibt. Det form zu tragen. Emerich Hanns führt die Regie, ohne fih mitfch erflärte, daß die angeführten Trids in Wirklichkeit feines namentlich auf der beheimatete Riefenwaran wird nachweislich gut 3½ Meter lang, die Behauptung, daß fie 6 Meter erreichen sollen, ist wohl nicht zu treffend. Man hat diese Tiere in neuerer Zeit vielfach als Drachen bezeichnet, jedoch entsprechen sie nicht den Vorstellungen, die unsere Vorfahren von diesen sagenhaften Wesen hatten. Was wird aus der Dawesrevision? Frankreichs Vorbehalte zur Kriegsächtung. Paris, 6. Juli.( Eigenbericht.) Der Außenminister Briand hat gestern den amerikanischen Botschafter in Baris empfangen und fich mit ihm über den Antifriegspatt unterhalten. Das„ Journal" glaubt bei dieser Gee legenheit bestätigen zu können, daß Frankreich tatsächlich die Abficht habe, seine Vorbehalte in einem besonderen Anhang zu diesem Bakt niederzulegen. Was die Londoner Pressemeldung über eine Revision des Dames Blanes angeht, über die ter Generalsekretär des Quai d'Orjan", Berthelot, bei seinem Londoner Ferienaufenthalt verhandelt haben soll, so versichert ebenfalls das„ Journal", daß Berthelot dazu nicht beauftragt war, denn der Dawes- Plan gehört zur Zuständigkeit des französischen Ministeriums. Im übrigen sei es bekannt, daß Frankreich im Brinzip einer Revision ni chi abgeneigt jei, vorausgefeßt, daß seine eigenen Shuldverpflich tungen gegenüber den Alliierten in gleichem Maße herabgefeßt würden. Da jedoch alle diese Finanzfragen vom Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahlen und den nächsten Wahlen in England abhingen, sei es ganz ausgeschlossen, daß schon jezt irgendwelche Berhandlungen darüber geführt werden könnten. Neue Kämpfe in Maroffo. Paris, 6. Juli.( Eigenbericht.) Wie der sozialistische Bopulaire" meldet, ist es bei den großen franzöfifchen Truppenmanövern in Maroffo zu neuen bluti gen Kämpfen gekommen, bie pon der französischen Regierung geheimgehalten wurden. Bei einem dieser Kämpfe feien die Franzofen regelrecht geschlagen morden und hätten einen Difizier und 16 Mann verloren. Die Eingeborenen, die auf französischer Seite gefämpft hätten, hätten sehr schwere Berlufte erlitten. Alfred Abel muß den Schuft spielen. Unbedingt soll man im Film mit. Ingppften Mitteln wirken, aber nur die Hände in die Hosentaschen zu stecken, ist eine gar zu starte Selbstbeschränkung. eber den Mißbrauch des Rünstlers Abel durch schlechte Filmmanuftripte und unfähige Filmregiffeure ließen sich Bände Karl braucht als Difizier nur die Unidie Filmerfahrungen der letzten 25 Jahre zunuze gemacht zu haben. Ein paar echte Szenen lassen die Sehnsucht nach einem echt japanischen Film aufkommen. e. b. Geften und Strömungen in Deutschland. Die Zeitschrift Bort und Tat" bringt folgende 3usammen. stellung der wichtigsten Strömungen, Geistesrichtungen und Setten in Deutschland: wegs gefährlich seien: sie würden außerdem ppn Artiften ausge führt. Der Staatsanwalt erflärte, der Angeflagte verförpere eine anarchistische Weltanschauung". In seinen Filmen gelinge es ihm stets, ohne fremde Beihilfe allein mit allen seinen Feinden fertig zu werden. Dieser Künstler, fuhr der Staatsanwalt fort, ist der Staub, der auf die Sowjetleinwand fliegt. Der Ankläger verlangte Das höchste Strafmaß", was in diesem Fall das Verbot sämtlicher Filme des genannten Schauspielers bedeuten sollte. Nun traten die Zeugen des Berteidigers auf. Einer betonte, die infriminierten Filme feien zwar untünstlerisch, im Sinne der Sowjets vielleicht auch gefährlich, aber sie seien auf der anderen Seite geeignet, die Jugend zur Tapferteit zu erziehen; und diese Eigenführungen schloß sich der Verteidiger an, der gleichzeitig den Wunsch aussprach, die russische Filmindustrie möge von der bourgeoisen Filmindustrie die Methoden der Maffenbeeinfluffung erlernen.( Eine feltfame Anregung, wenn man an die russischen Filme denkt!) Das Schaugericht schloß mit einer Abstimmung. Die anwesenden Arbeiterfrauen stimmten für ein pollständiges Verbot der Harry- BielFilme; die Jugend aber, die in der Mehrheit war, für ihren Helden. Das Urteil lautete: neue Filme dieses Echauspielers werden nicht mehr zugelassen, die alten sollen allmählich abgespielt und entfernt Adventisten, Anthroposophen, Astrologie, Bahai- Bund, Bap tisten, Benediktiner, Brüder vom Deutschen Haus, Buddhismus, Bund der religiösen Freiheitstämpfer, Bund freier evangelischer Gemeinden, Bo- Din Ra, Chriftengemeinschaft, Darbysten, Engelschaft müffe auch im neuen Rußland gepflegt werden. Diesen Aus Jehopa, Ernste Bibelforscher, Freidenker, Freimaurer, Friedens reich- Bund, Gandhi, Gerdtell, Gepetath, Graf, Heilsarmee, Hirt und Herde, Hochkirche, Harpeniten, Ist- it- Bund, Keller, Keyser. ling, Lorbeigner, Lorenzianer, Mariapiten, Mazda znan, Mennoniten, Methodisten, Mormonen, Neugeist Bund, Neuapostolifer, effultismus, Orrient Occident, fingitbewegung, Quäter, Christ liche Religionsgemeinschaft, Ritter vom großen Walde, Schaffer bund, Schwesternschaft Bergpredigt, Spiritismus, Tempelgesellschaft, Theosophen, Böllische Strömungen, Böllerversöhnungsbund, Gemeinschaft Barns, Christliche Wissenschaft, Beißenberger. Shakespeare auf der arabischen Bühne. werden. Erweiterung des Nobel- Inftituts. Der erste Klub arabischer Frauen, der sich jetzt in Bagdad Das Robel Komitee des norwegischen Storthings hat in diesem gebildet hat, hat einen Engländer verpflichtet, dem die Aufgabe zuBorsommer eine Reihe von Sigungen abgehalten, in denen die Dri fällt, die Mitglieder des früheren Harems zu Schauspielerinnen vornehmlich für Shakespearesche Stücke heranzubilden. Man will näm- ganisation des Nobel- Instituts erörtert worden ist. Es wurde be lich in Bagdad eine arabische Shakespeare- Bühne gründen, die ihre Borstellungen mit Was ihr wollt" eröffnen wird. Als Darsteller find zwei Affyrer, amei Armenier, zwei Araber und zwei Beduinen mädchen in Aussicht genommen. Die Präsidentin des neuen arabi, schen Klubs ist die Frau eines mächtigen Araberscheichs. Als Schriftführerin fungiert eine Christin aus Bagdad; der Klub, der bei der Aufnahme feiner Mitglieder sehr wählerisch vorgeht, ist auf dreißig Mitglieder beschränkt. Aufführung Banzerfreuzer Potemtin, ruffifche Driginalfassung. Freitag und Sonnabend 7 und 9 Uhr, städtisches Richtspielhaus, Neutöln, Bergstr. 147. Eintritt 90 Pig. f. Nichtmitglieder, 10 Big. f. Mitglieder. Boltsbühnenverband. schlossen, die Tätigkeit des Instituts durch Einrichtung wissenschaftlicher Vorlesungen zu erweitern. Die Dozenten für diese Bors lefungen sollen für eine dreijährige Periode angestellt werden, die Die Vorlesungen Anstellung kann nur einmal erneuert werden. follen die Gebiete behandeln, die innerhalb des Fachgebietes des Nobel- Instituts liegen: Friedenssache, internationales Recht, Birtschaft und moderne politische Geschichte, und es sollen besonders aktuelle Fragen behandelt werden. Neben den Dozentenstellungen sollen die alten Konsulentenstellungen beibehalten werden. der neuen Ordnung, die vom 1. Juli an gilt, werden gls Dozenten an das Institut fommen: Dr. jur. Arnold Raestad und Dr. jur. Wilhelm Keilhau. Rote Jugend auf roter Erde. Am Nachmittag des 3. August wird der Vortrupp der Arbeiter. ugend, vom 3 eltiager der Tausend in Quelle bei Bielefeld tommend, in Dortmund, wo der fünfte Reisjugendtag stattfindet, einmarschieren. Die Dortmunder Barteigenossen werden die jungen Burschen und Mädchen am Rande der Stadt empfangen, um ihnen das Geleit durch die Straßen zu ihren Quartieren zu geben. Rote Fahnen und rote Lieder aus fremden Bauen werden die westfälische Industriestadt begrüßen und zugleich das Heer ankündigen, das am Abend und am anderen Morgen seinen Einzug in die Stadt hält. 3ehntausende werden es sein, die aus allen Himmelsrichtungen in Dortmund zusammenströmen, um den 5. Reichsjugendtag zu einer wuchtigen Kundgebung für die Ziele der Sozialistischen Arbeiter- Jugend" und der Sozialdemokratie zu gestalten. Nach dem Wahlkampf, in dem die Sozialdemokratie einen überwältigenden Sieg errungen hat, soll das Band, das die Arbeiterjugend mit der ermachienen Arbeiterschaft verbindet, noch fester geknüpft werden. Die Kampf- und Schicksals. gemeinschaft der Sungen und der Alten soll ein erneutes Bekenntnis erfahren und dem arbeitenden Bolk durch diese Massendemonstration zum Bewußtsein gebracht werden, daß die proletarische Jugend im Kampf um die Ausnüßung des Sieges am 20. Mai in vorderster Reihe steht. Darüber hinaus wird der Reichsjugendtag zu einer Rundgebung für den Bölter frieden und zu einem Maffen= fest der Verbrüderung werden. " Das Ziel der Arbeiterjugend ist diesmal feine romantische Landschaft die Züge der Zehntausende marschieren über die rote Erde hinein in die Stadt der Schlote und Zechentürme als Gäste einer Arbeiterschaft, die schmer um das tägliche Brot ringen muß. Das Programm der drei Tage ist getragen von dem Kampfgeist der Organisation. In einem großen Kino der Stadt laufen Filme, die das rheinische und westfälische Industriegebiet zeigen In der Westfalenhalle ist die Ausstellung Das junge Deutschland", die den Berliner Jugendgenossen schon bekannt ist, untergebracht. Am Sonnabend nachmittag wird auf der Alteren= Kundgebung" Landtagsabgeordneter Dr. Landsberg über ,, Die Aufgaben der jungen Generation des Sozialismus" sprechen. Die Hauptveranstaltung des Sonnabends ist die große Eröffnungsfeier in der Westfalenhalle, auf der Karl Brögers Sprechdormert„ Die rote Erde" aufgeführt wird. Drei mächtige Fa delzüge werden sich nach der Feier durch die nächtlichen Straßen der Stadt bewegen; sie enden auf drei verschiedenen Plägen, auf denen die internationalen Gäste zu ihren deutschen Kameraden sprechen. Neben den am Sonntag vormittag veranstalteten sportlichen Wettkämpfen und Spielen auf der Kampfbahn Rote Erde" ragen zwei Feiern empor: eine Feier an den Maffengräbern verunglückter Bergarbeiter auf dem Nordfriedhof, und eine Feier am Friedrich- Ebert- Denkmal in Dortmund hörde. Der Nachmittag ist der größten Veranstaltung des Reichsjugendtages vorbe halten. Um 15 Uhr Stadion = Bille der Jugend kann aber nicht in die Tat umgesetzt werden, wenn die erwachsene Arbeiterschaft nicht helfend zur Seite steht. Die jungen Menschen haben nur einen sehr geringen Berdienst, viele find arbeitslos! Ihnen muß durch finanzielle Zuschüsse geholfen werden. Die Dortmunder Arbeiterschaft wird der Arbeiterjugend Quartiere geben die Berliner Arbeiterschaft soll einen Teil des Reisegeldes aufbringen. An jeden wird der Appell gerichtet, Rote Jugend auf der roten Erde! Auf zum 5.Deutschen Arbeiterjugendtag in Dortmund am 4. und 5. August! nach seinem Vermögen einen Beitrag in die Sammellisten einzuzeichnen, die in den nächsten Tagen in Umlauf gesetzt werden. Größere Geldbeträge fönnen auf das Postscheckkonto Bruno Lösche, Berlin, Nr. 33 761, eingezahlt werden. forderte, erklärte der Unternehmer den Reichstarifvertrag für unans wendbar, da der Lehrvertrag früher abgeschlossen worden sei als der Reichstarifvertrag. Abweichend vom Lehrlingsausschuß der Zwangsinnung für das Zimmerhandwerk und vom Arbeitsgericht hat das Landes= arbeitsgericht in Elberfeld in Uebereinstimmung mit dem Reichsarbeitsgericht der Klage des Lehrlings bzw feines Baters stattgegeben und u. a. ausgeführt, daß gemäß der Tarifvertragsordnung im Baugewerbe der Lehrvertrag unter den Begriff des Arbeitsvertrages falle. Es set daher zulässig, die dem Lehrling zu zahlende Bergütung durch Tarifvertrag zu regeln. Die Gewerbeordnung rechne den Lehrling zu den Arbeitern. Objektives Recht fönnen Innungen und Handwerkskammern nur schaffen, soweit ihnen hierzu das Gesetz ausdrücklich die Befugnis übertragen habe. Bindende Normen fönnen durch die Innungen usw. für den privatrechtlichen Inhalt von Lehrverträgen nicht geschaffen werden. Ohne Rechtsirrtum nehme daher das Landesarbeitsgericht an, daß es zulässig sei, die vom Lehrherrn dem Lehrling zu zahlende Entiohnung durch einen Tarifvertrag zu regeln und zwar ohne Rücksicht auf etwaige durch die Innungen oder Handwerkskammern in dieser Hinsicht erlassenen Vorschriften. Das sei, soweit das Baugemerbe in Frage fomme, in rechtlicher Beziehung nicht zu beanstanden. Schüler auf Eisenbahnfahrten. Beachtenswerter Hinweis eines Kultusminifteriums. Bor furzem haben sich zwei siebzehnjährige Schüler eines Schülertransports während der Eisenbahnfahrt zwischen Bebra und Fulda übermäßig meit aus den Fenstern der Wagen hinausgelehnt und sich gegenseitig zugemintt. Im gleichen Augenblid tam auf dem anderen Bahngleis in entgegengesezter Richtung ein Schnellzug angefahren. Von dem Windfang der Lokomotive dieses Zuges wurden beide Schüler an händen und Ar= menso schwer verlegt, daß sie unterwegs in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Der Zug, in dem sich die Schüler befunden haben, mußte zu diesem Zweck auf einer Station, die er planmäßig zu durchfahren hatte, angehalten werden. Einem der Schüler mußte inzwischen der rechte Arm abgenommen werden. Es ist eine oft beobachtete Unfitte, daß Reisende, besonders Kinder und Jugendliche, sich übermäßig weit aus den Fenstern der Eisenbahnwagen hinauslehnen, ebenso, daß feste Gegenstände( Flaschen usw.) aus den fahrenden Zügen ge= worfen werden. Ferner ereignen sich häufig Unfälle dadurch, daß die Abteiltüren schon geöffnet werden, wenn sich die Züge noch in Bewegung befinden. Weiter fommt es sehr oft vor, daß Reisende aus Unachtsamkeit die Finger in die Spalte der geöffneten Abteiltür und der Wagenwand bringen, besonders beim Einsteigen, so daß beim Zuschlagen der Türen, meist durch Unbefugte, den betreffenden die Finger gequeischt werden. Da an den Innenseiten der Türrahmen Schuyleisten angebracht sind, besteht durchaus kein Anlaß, die Finger in die Türspalte zu stecken. kesib gem la llir beginnt in bem. Gte bien der Slabt die Der Lehrvertrag gilt als Arbeitsvertrag til barn die Bite, in den Squier, femiut the celebrén Rundgebung br Sozialismus und Völkerfrieden, an der Die gesamte Arbeiterschaft Dortmunds und Westfalens teilnimmt. Kundgebung wird eingeleitet mit zwet Demonstrationszügen: dem Zug der Jugend und dem Bug der erwachsenen Arbeiterschaft. Den Austlang der Kundgebung, auf der bekannte Führer der Sozial demokratie zu den Maffen sprechen, bildet das Treugelöbnis der Jugend. Go verspricht der Reichsjugendtag zu einer gewaltigen Demonstration zu werden, die ihre Wirkung auf die Massen nicht verfehlen wird. Auf der kürzlich im Landtag veranstalteten Borsitzenden Konferenz der Berliner Arbeiterjugend richtete der Jugendsekretär Genosse Bruno Lösche an die Jugend einen packenden Appell, alles zu tun, damit die Berliner Organisation in Dortmund machtvoll und diszipliniert auftreten fann. Ein Werbefilm, der die Berliner Arbeiterjugend auf ihren verschiedenen Rundgebungen und in ihren Beltlagern zeigte, unterstützte den Appell wirkungsvoll. Der beste Theater, Lichtspiele usw. Freitag. 6. 7. 28 Staats- Oper Unter d. Linden Ab.-V. 60. Anf. 1912( 72) U. Freitag, 6. 7. 28 Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber Zigeuner- geschlossen! baron Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Res.-S. 125 Anf. 20( 8) U. Staat. Schauspielh. Am Gendarmenmark: Ab.-V. 138 Anf. 20( 8) Uhr Kalkutta, Cardillac 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charithg. 20( 8) Uhr Hinterhauslegende. Volksbühne Theater am Bülowplatz Th. am Schiffbauerdamm 81 Uhr Orpheus in der 81 Uhr: Der Unterwelt Kuhhandel Renaissance Theater Steinplatz 901. 814 Uhr Das Bett Komische 8 Uhr Oper 8, Ubr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues evue- Stück Zich' dich aus 200 Mitwirkende Vorverkaut ab 10 Uh ununterbrochen. Deutsches Theater Theater des Westens Norden 12 310 8 Uhr: U. Ende nach 10%/ Lori Leux in Artisten Die Regie Max Reinhardt ungeküßte Eva Operette in 3 Akten. Die Komödie Musik v. Martin Knopf. Bismarck 2414/7516 32 U. Ende 10% U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Else Bötticher, Kiper, Neruda, Steppaenk Kleines Theater Täglich 8, Uhr Musik v. Spoliansky Kaiser- Tietz Berliner Theater Lotte Klinder in arlattenstr.93/ 91. 08h.170 Galante 3, Ende nach 10% Nacht! Zum 75. Male: lastspiel d. Deutschen Th. Der Prozen Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. Wegen Vorbereitung Lustspielhaus Täglich 8, Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. zur Premiere heute Residenz- Theater geschlossen! Morgen 7, Uhr Premiere Es kommt jeder dran! Lessing- Theater Täglich 8, Uhr: Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Elfriede Mertens a. G. Spiel im Schloss" Jugendliche haben Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr: keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt. statt 4.- Mk. nur 1.- Mk. für das Das hessische Kultusministerium in Darmstadt, das den bedauerlichen folgenschweren Vorfall zur Kenntnis bringt, sprechungen den Elternbeiräten Gefahren hinzuweisen, in die sich die Schüler begeben und in die sie andere tommen lassen. Karten für die Ausstellung„ Die Ernährung" zum verbilligter Breise von 1 M.( statt 1,50 m.) sind in allen Gewerkschaftsbureaus sowie im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewert fchaftshaus) zu haben. Eine für das Baugewerbe, besonders aber für die Lehrlinge sehr Personen bringen, wenn sie sich die geschilderten Verstöße zuſchulden wichtige Entscheidung hat fürzlich das Landesarbeitsgericht in Elberfeld getroffen. Dem Urteil lag folgender Tatbestand zugrunde: 3wischen dem Baugewerksmeister B., dem Lehrling K. und feinem Vater war im November 1925, ein Lehrvertrag abgeschlossen worden, der für 3½ Jahre Geltung haben sollte. Nach diesem Bertrage hatte der Lehrmeister dem Lehrling im ersten Lehrjahre wöchent lich einen Lohn von 6. M., im zweiten Jahre von 9 M. und im dritten Jahre von 12 M. zu zahlen. Für beide Parteien fommt ein Reichstarifvertrag für das Baugewerbe vom 30. März 1927 und ein Lohn- und Arbeitstarif für das Tarifgebiet Rheinland vom 20. April 1927 in Betracht. Die Entschädigungen Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, für Lehrlinge sind in dem Tarifveertrag höher als in dem Lehrvertrag festgesetzt. Während der Lehrling einen Wochenlohn von 9 M. .8ne Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten 2.-G. Berlin. Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Berlin. Verlag: Borwärts Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin GB 68, Lindenstraße 3. Siezzu 1 Beilage. .PRESSA P KOELN ni nagnumön ionlott 1928/ MAI BIS OKTOBER olte- Möbel N° Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzel- Möbel, Küchen, Sofas, Ruhebetten auch gegen 24 Monatsraten Schönhauser Allee 141 a Hochbahn Danziger Straße Planetarium am Rind- u. 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Sollen die geheimen Bruder- schastcn der Freimaurerei dem allwissenden und allsehcnden Auge der GPIl. so lange unentdeckt geblieben sein? Und doch, schenkt man der Leningrader„Roten Zeitung" Glauben, so entwickelten sie eine äußerst rege Tätigkeit. Sie unterhielten Bezi?hu»igen mit den faschistischen Organisationen Italiens, mit dem Ku-Klux-Klan in Amerika, mit den englischen Freimaurerlogen. Sie korrespon- dienen mit dem Vatikan, mit Kardinälen, mit dem Rektor der Universität von Turin, Gerini, dem Freunde Mussolinis. Sie ließen sich Geldzuwendungen machen von Ford, Rockefeller, chuld; der Bischof von Canterbury schickte ihnen alljährlich seine Neujahrs- wünsche. Und von alledem sollte die GPU. keine Ahnung gehabt haben? Gs war aber nicht nur e i n e Loge, in der sich die Freimaurer »vn Leningrad zusammensanden. Es gab ihrer mehrere. Da war zu. B. der„Flammende Löwe", der„Delphin", die„Goldene Aehre" und neben diesen„Die blüh-endc Akazie", der„Kubische Stein". Richt ehlten die Attiibute der Fieimauierlogev. das Dekorative kam auf eine Kosten: die langen weißen Schürzen der Brüder, die verschie- enen Abzeichen, die alteitümlichen Schwerter, die geheimnisvollen Schwüre und Formeln— alles war da. Die Wände der Tempel hmückten altertümliche Bilder der Großmeister, mystische Lampen, die 300 Jahre zählten, Astralknoten, echte Ringe Cagliostros, spanische Weihrauchgesäße, knöcherne Schlüssel der Jesuiten, Tanagrafigurcn, Gobelins. Und der äußeren Mystik entsprach die innere der„Freimaurer". Die heilige Liebeskette verband die Mit- filieter. Die Frauen gingen van Bruderhand zu Bruderhand. Die sexuellen Lithurgien unter dem Baldachin, die Tänze zwischen den flackernden Kerzen, alles wie üblich. Scruells Orgien in seruellcr Ekstase____ Mittelalterlicher Spuk in Govjeirußland. Diese Freimaurerlogen waren in Wirklichkeit nur die Fortsetzung der früheren Frcimam'erlogen. Die Revolution vom Oktober 1917 hatlc daran nichts geändert. Im Jahre 1910 wurde der Versuch ge- nacht, die Loo-n zui Blüte zu bringen. Der Oberste Rat des Ordens der Mdrtinisten in Paris hatte sogar seinen Vertrauensmann nach Rußland gefchickr: den polnischen Edelmann Tscheslav von Tschinski, einen bekannten Hypnotiseur und Chiromanten. Als er des Landes uerwicten wurde, nahm seine Stelle der vielgenannte Okkultist Oton Mebes«in. Dieser blieb an der Spitze der Freimaurerlogen auch nach der Oktoberrevolution. Ihm zur Seite standen eine gewisse Resterowa, die einen ungeheuerlichen Einfluß aus die Frauen aus- übte: der frühere Slaatsanwaltsgehilse Gredingcr, der es sogar ver- ltanden hotte, Mitglied der fiomnrunistisch«» Partei zu werden: ein ewisscr Naumow, Mitarbeiter am Artilleriemuseum, der frühere ircktor der kaiserlichen �heatcr Teljakowski, die bekannte Ballett- nizeiin Kjakscht, der Kinorcgisseür Baron Osten-Driefen,' Mitglieder es Verteidigertcllegrums, kIngenieure, Lehrer, Feucrwehnnajore, Zahnärzte, katholische Pfarrer und wer weiß nicht wer noch alles. Der Reucintrelendc mußte eine schwere Prüfungszeit durchmachen, bis' er in die Loge aufgenommen wurde. Dann schrieb er aber seinen Schwur init Blut, man zerbrach über ihm einen Degen, und beim geheimnisvollen Kerzenschein wurde er zum Schüler erhoben. Ganz allmählich stieg er von Stufe zu Stufe, bis er die höchste erklommen hatte und Mitglied.der Großloge„Astreja" wurde. Und dieser ganze mittelalterliche Spuk angesichts des Ultrarealismus des sowjet- russischen Lebens! Oer Großmeister des Ordens„Astreja. Der Mittelpunkt des Ganzen, bei dein alle Seelensäden der Mit- olicdcr zusaininealiefcn, war der Großmeister des Ordens mit dem dreifachen Namen Astromow-Kiritschenki-Watson. So kompliziert fein Name, so abenteuerlich sein Leben. Bon Beruf Jurist, Absolvent .der Akademie in Italien, Inhaber des Magistertitels, mit einer Der- gangenhcit, in dessen letzten Winkel selbst die Untersuchung der GPU. hinemziileuchten nicht imstande war, taucht dieser Sprosse eines ver- arinten Adclsgeschlechtes, Zögling des Kadettenkorps, aus dem er wegen Bergewaltigungsversuch an der sranzösischen Lehrerin entfernt wr.rde, im Jahre 1906 in Italien aus und tritt in Florenz in engste Berührung mit den Freiinaurcrn.' In Rußland versucht er mystische Organisationen ins Leben zu rusen. Gleichzeitig geht er der nüch- lernen Beschäftigung in einer Dersicherungsgesellsehaft nach. Später wird er Kriminalbeamter, dann eröffnet er«inen Spielklub: heiratet eine Baronesse Lieben, bringt ihr Geld durch und Zwingt sie schließlich dazu, in ihrem Hause seine Mätressen zu dulden. Während des Krieges ist er Spion und Kriegsgewinnler. Er spielt an der Börse imd verliert eines Tages sein ganzes Vermögen. Nun zieht«r sich in die Einsamkeit zurück und wird Förster. Nach der Oktoberrevolution paßt er sich den neuen Verhältnissen mit Leichtigkeit an. Zuerst hamstert er, indeni er in den Dörfern Grammophone und fialhrn gegen Salz und Mehl umtauscht und bei den Dorimädchen für die Ausbesserung der Geschlechter sorgt. Später fabriziert er ein Elixier gegen Wanzen und eröffnet schließlich ein Freimaurercaie {listige Pharisäer", wo er selbst im I;band das«axophon bläst. Dann ist er Leiter einer kommunalen Wäscherei und schließlich Steuerinspektor. Aehnlich wie die Beruf« wechselt er die Frauen. Zwischendurch macht er auch nüt dein Notzuchtparagraphen Bekanntschaft. Den .Höhepunkt seiner Karriere bildet aber die Würde des Großmeisters der großen Loge Astreja. Er unterhält den Briefwechsel mit dem Führer der ameükanischen Freimaurer Rudolf Kühn und mit dem Engländer Lombart. Sein Onkel ist Jesuit beim Vdtikan, seinen Lebensunterhalt verdient er sich durch.Horoskope, für tue er sich zwanzig Mark pro Stück bezahlen läßt. Die Rolle seines Faktotums spielt ein gewisser Larinow, Student der Medizin und des Konservatoriums, Operettenschauspieler, orthodoxer Pfarrer, später katholischer Geistlicher und schließlich Freimaurer. Oer heilige Nabel EbromarS. Neben dem Orden Astreja gedieh der Orden der Martinisten. Außer diesen bestanden noch der spiritistische Zirkel„Sphinx", ein« buddhistische Vereinigung, ein okkultistischer Kreis u. a. m. Besonders erwähnt zu werden verdient aber«in gewisser Otschnew-Lefevre. Er hewohntc ein Hau? auf dem Sowjctboulcvard und bezeichnete sich als Ludwig XVI. Er war das aktivste Mitglied des„esotherischen Ordens", der sogenannten„Brüderschaft des wirklichen Dienste»". Seine Gründung kam erst im Jahre 1924 zustond« An der«Pitz« dieser Brüderschaft stand ein gewisser Tjusjaew. Dieser Orden will eine ausgesprochene konterrevolutionäre Agitation betrieben haben. Bon der Sowjetregierung behauptet er, daß sie das ichwarz« Dreieck des Antichrist vorstellten. Ihren Mitgliedern verbot er, a» den bolichewistjschen Organisationen teilzunehmen. Die Brüder uiid Schwestern verehrten den heiligen Nabel E b r o in a r s. Der andere Patron des Ordens war der Erzengel R a s a e l. Im Namen dieses Erzengels erpreßte Tjusjaew die Mit» glieder des Ordens, zwang sie zum Schweigen und machte sich die Schwestern des Ordens gefügig. EM blühender Unsinn. Kein geringerer als der, den der verhaftete Astcomow ersuchte in seinen Briefen, die er aus dem Gefängnis der GPU. an Stalin schrieb, um diesen zu überzeugen, daß die Kommunistische Internationale ohne Freimaurer oersollen müßte. Das autonome russische Freimaurer- tum, erklärte er, habe historisch die gleichen Ziele wie die Kommu- nistischS Partei. Mit diesen eigenartigen Gebllden auf dem Boden des Sowjet- lebens scheint die GPU. nun gründlich aufgeräumt zu haben. Die in Leningrad erscheinende„Rote Zeitung" widmet ihnen eine ganze Seite. Ein Ueberbleibscl aus früheren Zeiten, sagt sie. Wer weiß, ob nur das? Vielleicht auch eine Reaktion gegen andere Auswüchse des Sowjetlebens. Oder sollten auch diese„konterrevolutionären Freimaurerlogen", die selbst mit dem Vatikan und dem Ku-Klux-Klan Beziehungen»nterhalten haben, bloß in der Phantasie der GPU. existiert haben? Der Verfasser des Artikels der„Roten Zeitung" bezeichnet ihre Mitglieder als„faulende Hunde"— Fäulnis« rfchei- nunzen find sie totsächlich. Die Lourder Wallfahrtskirche. 5m byzantinischen Stil erbaut, enthält sie 13 Kapellen, um den dauernden Pilgerstrom aufzunehmen. Im Innern befinden sich die heiligen Grotten mit der wundertätigen Quelle, die das Z>el der Pilger sind. Die angeblichen Heilungen von allen möglichen Krank- heiten sind natürlich nur ein willkommenes Lockmittel, wirtlich ge- heilt werden können durch die ungeheure Zlufregung der Pilger nur ganz bestimmt« psychisch« Leiden. Trotz der Unmengen von Krücken, die angeblich wegen erfolgter Genesung nicht mehr gebraucht werden und als Votivgaben an den Wänden hängen, sind körperliche Ge- brechen durch diese heiligen Bäder nicht heilbar. Menschenhandel deutscher Fürsten Was die Geschichtsbücher erzählen und was die Wahrheit ist. Menschenhandel hoben all« Völker zu ollen Zeiten getrieben, aber in offener Form und in so gewaltigen Ausmaßen ist er nie geübt worden wie am Ende des 18. Jahrhunderts, dos die Geschichte- schreibung immerhin schon zur neueren Zeit zählt. Und es sind nicht etwa Stläven, die im dunklen Afrikä geraubt warenf' es geschah in dem berühmten Deutschland eines Luthers, eines Fridcricus Rex. Es waren die Söhne deutscher Eltern, die von den Laydesfürsten an fremde kriegführend« Staaten für Blutgeld verkauft wurden. Dieses traurige Kapitel erzählt Max Bauer in feinem im Verlag Kaden u. Co., Dresden, erschienenen Werk„Der deutsche Fürstenspiegel" unter Benennung historischer Quellen, Doku- mente und zeitgenossischer Schriftsteller. In slott und gemeinver- ständlich geschriebenen, mit zahlreichen Illustrationen versehenen Kapiteln rollt das Buch die Frage des Monarchismus auf und setzt sie in die starte Belichtung der Gegenwart, damit jeder denkende Mensch seine Lehren daraus ziehe. Schon im Germanentum zeigen sich die Anfänge der Gewalt- Herrschaft, die aus Unterdrückten, Sklaven, Unfreie und Hörige machte. In den späteren Jahrhunderten wurde mit Hilfe des Adels und der Kirche die Gewalt der Fürsten über die breiten Volksmassen immer mehr verankert, während diese selbst keinen Schutz bei den Gesetzen fanden. Der Bauernkrieg und die gesetzlosen Grausam- keiten der herrschenden Klassen im Mittelalter werden in diesem „Fürstenspiegel" eingehend dargestellt. Fürstensitten wurden nichts anderes, als bis ins gröbste gesteigerte Laster, unter denen Völlerei, Habgier, Verschwendungssucht, Vielweiberei und Grausamkeit nicht den letzten Platz belegten. Ein Wort Bebels leitet dos Kapitel über den Menschen- Handel ein, das in seiner prophetischen Beziehung zur heutigen Zeit zu denken geben sollte:„Die Fürstenlosigkeit gibt eben noch keine wahr« Freiheit, diese bringt erst ein Zu st and allgemeiner sozialer Gleichheit." Als einer der berüchtigsten Menschenhändler verdient Kaiser Leopold von Oesterreich vor allem erwähnt zu werden. Er ver- kaufte im Jahre 1674 achtunddreißig protestantische Pastoren aus Ungarn für je 50 Goldkronen als Ggleerensträfting« nach Neapel. Sein« spätere» Kollege» waren feinfühliger. Allerdings jene Fürsten, die den Jüngling aus den Armen der Mutter rissen, den Gatten aus dem neuerrichteten Heim entführten, strichen dafür ebensolchen Sündenlohn ein. wie sie ihn für den Landesverrat einzusacken ge- wohnt waren. Aber sie waren„Edelleute", nicht etwa Bauern oder handelnde Pseffersäcke, und erhielten demnach keine Kaustummcn, sondern bloß„Subsidien". Als„Subsidien" wurden nämlich be- fchönigend auch jene Beträge oerbucht, die deutschen Fürsten aus dem schamlosesten, schmachvollsten, erbärmlichsten Handel zuflössen. der jemals das deutsch« Volk beschmutzt hat: aus dem Schacher mit Menschenfleisch. Zu ihnen gehörten in erster Linie die Regenten von Hannooer, Hessen, Braunschweig. Koburg�Sotha, Waldeck. Anhalt. Ansbach- Bayreuth als Lieferanten für England gegen die um ihre Selb- ständigkeit kämpfenden Amerikaner. Wütttemberg und Bayern fanden mit ihren dringenden Angeboten bei den englischen Haupt- abnehmern keine Gegenliebe, nur deshalb fehlen sie in der Liste. Vorher hatte Herzog Karl Eugen von Württemberg 1738«inen„Subsidienoerirag" mit Frankreich abgeschlossen, der ihm 3 Millionen Gulden einbrachte. Dieses durch seine Unterdrückung Friedrich Schillers unsterblich gewordene fürstliche Ungeheuer gab auf Grund dieser„Subsidien"abmachung 6000 Mann an Frank- reich ab, von denen die meisten in der unmenschlichsten Weis« zu- sammengeraubt waren. Holland. Frankreich, die Republik Venedig und England sind die willigen Geschäftsfreund« der deutschen Menschenhändler ober auch schon im 17. Jahrhundert gewesen. Während des Spanischen Erb- folgekrieges hotte Preußen an Holland vier Regimenter ge- liesert. Später freilich wollte«s mit dem Menschenhandel nichts mehr zu schaffen haben. Christian Louis von Mecklen- bürg verkaufte an Ludwig XIV. Truppen für dessen Rachekrieg gegen die Niederlande. Ernst A u g u st I., seit 1679 Kurfürst von Hannover, erfreute sich nicht nur des Rufes, der schönste Mann, sondern auch einer der geschäsiseifrigsten Leute seiner Zeit zu sein. So sehen wir ihn eines Tages vor seinem Schlosse von den 6700 hannoverschen Soldaten Abschied nehmen, die er freihändig an die Republik Venedig verkauft hatte. Für drei Jahre vorläufig nur. Nach diesem kurzen Zeitraum kehrten von diesen 6700 Mann noch 1400 nach Hannover zurück. Die anderen 5300 hatten die türkischen Waffen oder Seuchen in Morea hinweggerafft. Aber Sein« Durch- taucht brauchte sich deshalb nicht zu grämen. Sie hatte keinen Schaden erlitten. Jeder Gefallene oder Gestorbene brachte ihr eine Extravergütung. Doch der Menschenhandel kam erst zur vollsten Blüte, als am 18. April 1775 bei Lcxington Green, unfern von Boston, die ersten Schüsse zwischen Engländern und den amerikanischen„Rebellen" ge- wechselt worden waren. England konnte daheim keine Armee zu- sammenbringen, weil der Krieg im Mutlerlande unpopulär war. Da blieb nichts anderes übrig, als sich in Deutschland mit Menschenware zu oersorgen. Der englische Unterhändler, Oberst William F a u c i t t, wußte genau, wo man ihn mit offenen Armen empjan- gen würde. Der vertrottelte 5) erzog Karl I. von Braun- schweig lieferte für eine Entschädigung von 11518 Pfund 4300 Mann, bedang sich aber nach ihrer Rückkehr in die Heimat ober für weitere zwei Jahre die doppelte Sumni« aus. Es war ein starker Aderlaß für das Ländchen mit rund 150 000 Einwohnern. .Lauter frische Rekruten, die nicht allein zu klein, sondern auch schlecht gewachsen und teilweise zu jung waren," klagte der Ein- käuser Faucitt nach England. Dabei kamen sie im März alle„ohne Mäntel, ohne Schuhe und Strümpfe, ganz zerlumpt und zerrissen in Portsmouth an". Der Herzog bedang sich ausdrücklich, daß seine Truppen gesund und vollzählig zurückkehrten: sollte dies nicht der Fall sein, so hatte er(er, nicht etwa die Hinterbliebenen) für jeden Toten 30 Bankokronen(die Bankokrone beinahe soviel wie 5 Gold- mark) zu erhalte». Drei Verwundete rechneten für einen Toten! Kann man die„Fürsorge" für seine Landeskinder'weiter treiben? Auch Kursürst Max Joseph III. von Bayern bot sich an, er hatte aber Pech. Faucitt verzichtete darauf, die Truppen an Ort und Stelle in Augenschein zu nehmen, da die bayerischen Söldner die schlechtesten Truppen von Deutschland seien. Dem Württem- berger war es ebenfalls nicht vergörnz), mit den Engländern ins Geschäft zu kommen. Braunschmcig, Hessen-Kassel, 5zesscn-Honau. Ansbach, Waldeck und Anhalt-Zerbft lieferten in den Jahren 1777 bis 1781 insgesamt 2 9 8 7 5 Mann nach England. Es kehrten davon nur 17313 Mann zurück, was einen V« r l u st von rund 4 0 P r o z. ergibt. Der cide Mirabeau, Frankreichs großer Dichter, richtete einen flammenden Protest an die Länder. die in so furchtbarer Art von ihren Fürsten versklavt wurden. Eine Stelle, die man heute noch allen Monarchisten entgegenhalten sollte, sei daraus zitiert: „Wollt ihr die wahren Gründe kennen lernen, die euch die Waffen in die Hand drücken? Ein eitler Luxus und verächtliche Ausgaben haben die Finanzen der Fürsten ruiniert, die euch re- gieren: ihre Plünderungen haben ihr« Hilfsquellen versiegen lassen: sie haben zu oft das Vertrauen ihrer Nachbarn getäuscht. um sich noch an sie wenden zu können. Euer Blut soll der Preis der Verderbtheit und das Spielzeug des Ehrgeizes sein! Ein habsüchtiger Wucherer, ein schäbiger Komödiant, ein« verächtliche Buhlerin sollen die Goldmünzen erhalten, die man für euer Leben eingetauscht hat!" Max Bauer schließt mit den Worten:„Meines Erachtens genügt auch schon das wenige von den Taten der deutschen Herrscher und Fürsten, um darüber unterrichtet zu sein, was uns in all den uns bisher allein zugänglichen Geschichtsbüchern an Wahrheit unter- schlagen worden ist." 8- N. P£R GeLBC miAM VCU V. WILLIAHS-ZEICHNUNGEN VOM ADOLF LEHNERI (24. Fortsetzung.) „Das nicht. Cr schoß das Licht aus, wi« ich hereinkam. Oder nehmen Sie an, daß Miß Driscol und ich uns das nur einbilden?" „Ich habe viel zu viel Vertrauen in die Erfindungskraft der jungen Dame, um das anzunehmen. Der Herr, der so liebenswürdig war, die Rolle Ramons zu spielen, ging so weit in seiner Gefälligkeit, null) das Licht auszuschiehen, wenn Sie das nicht mit Ihrem Schuß taten." „Ein Trost wenigstens, daß Sie nicht auch das leugnen, was der menschliche Verstand unmöglich wegeskamotieren kann!" „Oh, wir wissen ganz genau, daß ein Mann hier durchs Fenster hereinkam. Sie können die Eindrücke seiner Stiesel noch auf dem Rasen sehen Aber damit wollen wir nun auch Schluß machen, mein lieber Boulot. Ein nach mein?r Meinung ganz klarer Fall darf nicht weiter durch alle möglichen Kunststücke verwirrt werden. Sogar Mrs. Harburg kommt plötzlich mit einer Geschichte von einem Möbelhändler. So geht das nicht weiter! Ich bin ein alter Jagd- Hund, mein Lieber, und lasse mich nicht so leicht vor» der Fährte abbringen!" Der Franzose war einige Male im Zimmer aus und ab gegangen. Nun blieb er vor seinem Kollegen stehen und sah ihn nachdenkkich an. „Haben Sie jemals von dem Diebstahl des Chamberlain-Hals- bände» gehört?" sragle er. Manderton war seines Gedächtnisses wegen auf der Station berühmt und bildete sich nicht wenig darauf ein. „Gewiß," antwortete er.„1914— in einem Hotal in Pktsburg, gerade, ehe der Krieg ausbrach..." „Erinnern Sie sich noch der Einzelheiten?" „Ich glaube. Mr«. Chamberlo-in, die Frau von einem reichen Pittsburg« p, war mit ihrem Mann von ihrem Landsitz in die Stadt gekommen, um an irgendeinem Fest teilzunehmen. Sie wollten im Hotki übernachten. Bei dem Bankett trug sie ihr berühmtes Diamantenhalsbond, das vier Millionen oder so gekostet haben soll. Während der Nacht verschwand es auf gehei-mmsvollc Weise.. „Der Kerl verstand sein Geschäft!" „Und wie!" Mandertons Augen glitzerten.„Jetzt fällt mir alles' wieder ein. Sie nahm das Halsband ab und legte es für einen Augenblick auf den Toilettentisch, während sie lnck' Bedezimmer ging. Kaum eine Minute war sie abwesend, und in dieser Minute.. „Und der Dieb?" „Sie saßlen ihn in New Fork eine Woche später. Brady war hinter ihm her—«in Mcisterstreich von ihm..." „Wissen Sie, wie der Dieb hieß?" „Raymond Flagg oder„der schöne Raymond", der gerissenste Hotsldtcb aller Weltteile. Sie müssen ihn doch auch keimen, Boulot. Cr arbeitet« in Paris..." „Und das Halsband?" „Wurde nie gefunden. Die Persicherungsgesellschaft gab Tausend« für Nachforschungen aus." „Und was geschah mit dem„schönen Raymond"?" „Acht Jahre hat er. glaub ich. bekommen." „Der Diebstahl fand 1914 statt, und heute schreihen wir 1922. Acht Jahre! Und wissen Sie, was Raymond auf spanisch heißt? Ramon! Und de la Bandera ist eine spanische Uebersetz' ng von ..Flagg". Sie verstehen noch nicht? Dann lesen Sie das..." Er reichte ihm einen Zeitungsausschnitt hin. Manderton grisf danach und ins laut: „Autozusammenstoß. Kurz nach vier Uhr heute nachmittag stieß ein Zluto, in dem ein Herr Ramon de la Bandera saß, der eben aus der„Gigantic" von Liverpcol anockoimnen war, mit einem Ford- La st wo gen auf der Eustonstraße zusammen. Beide Wagen trugen beträchtlich« Be- schädigungen davon. Mr. Ramon de la Bandera wurde jedoch nicht verlegt und vermocht« seine Reis« in einem anderen Auto fortzusetzen..." „Und jetzt lesen Sie das�" Mit vor Zlufregung zitlernder Hand hielt Boulot dem anderen ein zusammengefaltetes Papier hin. Beim ersten Blick darauf stutzte Manderton. Unwillkürlich legt? er die Zigarre weg. Es war ein an Boulot gerichtetes Tstegramm der New Jorker Polizei. „Rainon de la Bandera, ivahrscheinlich Name von Raymond Flagg, bekannter Juwelendieb, aus Gefängnis in Piltsburg entlassen letzten Mai. Acht jährig:" Strafe für Diebstahl von Ehamberlain- Halsband, Colosscum Hotel, Pittsburg, August 1914. Mit erster Klasse Fahrschein auf„Gigantic" am 12. Juni von New Jork abge- reist. Unmöglich, ihn in Berbindung zu bringe» mit Carmen Eran- more, übersiedelt September 1914 nach England." „Durch den Zoitungsaiisschnüt in Ihrer Hand," rief Boulot, „wurde die unglücklich« Frau in den Tod geschickt. Durch ihn erfuhr sie, daß dieser Ramon, dessen Beziehungen zu ihr allerdings noch nichi aufgeklärt �find, sich in London befindet, um sie aufzusuchen. Was soll sie in ihrer Verwirrung tun? An ihren Mann, vor dem sie diese dunklen Blätter ihres Lebens verborgen hat, kann sie sich nicht wenden, so flüchtet sie sich zu Quayre, den sie und Ramon in New Jork gekannt haben. Bisher ist sie ihm ausgewichen, da er ihr immer wieder ins Gedächtnis zurückrief, was sie zu vergessen wünschte. Und nur ein Motiv kann sie zu ihm geführt haben: ihn zu bitten, ihre Adresse und den Umstand ihrer Verheiratung nicht diesem Ramon zu oerraten. „Angst getrieben kommt sie im Atelier an und findet dort nicht Quayre, sondern Ramon selbst, an dessen Existenz Sie, Herr Mander- ton. nickst glauben wollen. Wahrscheinlich hat sie geahnt, daß er zuerst feinen alten New Jorker Bekannten aufsuchen würde, um ihre Adresse zu ersahren. Was dann geschehen ist, entzieht sich noch immer unserer Kenntnis, aber eines weiß ich wenigstens: den Grund, der Raymond Flagg vom Zuchthaus direkt hierher brachte..." Er griff nach dem ausgehöhlten Fuß des gelben Diwans. „Da haben Sie ihn, den Grund. Hier, in dieser Hohle lagen acht Jahr« lang die Chamberlain-Diamanten. Und heut nacht hat er sie von hier wieder an sich genommen. Sind Sie jetzt überzeugt, oder haben Sie noch immer Zweifel...?!" Mit einem ärgerlichen Grunzen warf er den Diwanfuß wieder auf den Brden und setzte seinen Marsch durchs Zimmer sort. Keiner der beiden hatte bemerkt, daß Jim Eranmor« eingetreten war. Aber ein Blick auf sein Gesicht verriet Boulot sofort, daß er alle? gehört hatte. „Warum ist sie nicht zu mir gekommen?!" sogi« er mit tief- trauriger Stimme.„Drei Jahre einer so glücklichen Ehe und dann... das...!" „Verurteilen Sie sie nicht, alter Freund. Es mag ihr schwer genug geworden sein, ihr Geheimnis,, „Boulot, sie war unschuldig— sie war unschuldig? Ach, wenn wir nur diesen Ramon finden könnten...!" „Geduld, alter Freund..." Bedächtig langt« Manderton über das Pult weg nach dem Telephon. „Zentralstation, aber schnell!" sagte er und fügte dann, sich an Boulot wenden, hinzu:„Wo ist Flagg jetzt?" „Hrut nacht hat er bei Leoine geschlafen. Er wurde gewarnt, und nur eine Sekunde fehlte, so hätte ich ihn gehabt. Im Ognone- Keller wurde er auch gesehen..." und baf, den Diwan sehen zu dürfen... Langsam diktierte Manderton durchs Telephon seine An- Weisungen. „Vergessen Sie die Häfen nicht," warf Boulot ein.„Besonders Dover, Falteftone und Harwich, die Route Aach Amsterdam, dem Zentrum des Diamantcnhandets." „Schön!" sagte Mandorton und sprach weiter. Dann hängte er den Hörer ein und wandle sich an Eranmore. „Ich hätte gern ein paar Wort« mit Mrs. Harburg gesprochen. Nach dcni, was uns Freimd Bairiot erzählt hat, wäre es doch inter- effant, etwas mehr über den gehei'.nwsooUen Mo bei Händler zu hören, der gestern den gelben Diwan kaufen wollt«. Und was Si«, mein lieber Boulot, anbelangt, so glauben Sie ja nicht, daß ich ein eigen- sinniger Kopf bin. Immer bereit zu lernen! Wir wollen nun, zeit- weis« wenigstens, auf Ihrer Spur weiternrarschieren, und ich will mich sogar Ihrer Theorie anbequemen, daß Flagg der Mörder ist..." „Maine Theorie!" rief der Franzose.„Mein lieber Freund, ich habe keine Theorie, und ehe ich nickst ein Motiv für dieses sinnlose Berdrechen sehe, werde ich auch, keine haben. Nach Ihrer Anschau- ung war Quayre der letzte, der Atrs. Craninore sah, che sie erstochen wurde: nach dem, was wir jetzt wisse», ist es wohl zweifellos, daß es Ramon war. Daher scheint er mir auch mehr belastet als der Maler. Erst wenn Ramon gesprochen hat, werden wir die Wahr- heit wissen. Also müssen wir Ramon suchen!" 24. Der Möbelhändler. Ein Klopsen an der Tür, und. Smith, Mandertons Untergebener, trat oin. „Was gibt's denn?" fuhr ihn der Inspektor gereizt an. „Ich wollt« nur melden, daß Mrs. Arnschel verschwunden ist. Ihr Laden war geschlossen, als ich heut morgen vorbeiging, und als ich in der Rachbarschaft nachfragte, erfuhr ich, daß sie gestern abend ihre Sachen in einem Auto fortgebracht hat. Auch ihr Bruder weiß nichts von ihr." Manderton dachte«inen Augenblick nach. „Telephonleren Si« sofort auf die Station. Die Frau muß gefunden werden Meinetwegen kann man sie verhasten, wenu's nicht anders geht. Sic sollen im Ostend nachsuchen, da wohnen ihre Freunde." Kaum war Smith wieder draußen, als Dolores erschien. In ihrem schwarzen Kleid sah sie fast wie ein Kind aus. Sie erklärte, daß Tante Lelty nicht zu Hause wäre und es wohl am besten sein würde, die Geschichte mit dem Möbelhändler aus dem Munde des Dienstmädchens selber zu hören. So wurde also Zlgnes gerufen und berichtete, was sie wußte. Der Mann war gestern nachmittag an die Dieiwrschaftstür ge- kommen und hotte ihr und der Köchin Schmucksachen gegen Abzahlung angeboren. Sie hatten seinen Kram angesehen und waren. dabei ins Gespräch über den Mord gekommen. Da habe der Mann gesagt, daß er nebenbei auch Möbelhändler wäre, und er hätte ge- hört, daß das Haus jetzt verkauft würde, und sie möchten'? ihn doch wissen lassen, w-nn die Sachen wegkämen. Er zahlte gute Preise. Und von dem gelben Diwan habe er auch in der Zeitung gelesen, imd ob ihn Mr. Eranmor« nicht verkaufen wolle... „Wahrscheinlich fragt« er Die," siel Manderton ein,„wo der Diwan steht und ob der Raum parterre wäre?" „Im Gegenteil," widersprach Agnes.„Er meint«, er stände nn Salon im ersten Stock.. „Und da haben Sie ihn natürlich auf seinen Irrtum aufmerksam gemacht?" „Ich nicht, die Köchin." D»« beiden Polizisten wechselten lächeknd einen Blick. „Wie sah er denn aus?" „Ein gm angezogener junger Bursche, redselig wie all diese Hausierer. Und eine groß« Nase halte er, daß man gleich den Inden merkte." „Also, wi« ging's dann weiter?" „Die Köchin sagte ihm, wenn der Herr etwas verkamen wolle, so wüßte er schon, an wen er sich zu wenden habe. Und dann, wurde er zudringlich und bat, den Diwan sehen zu dürfen, was wir natürlich nicht zuließen, obwohl er uns Geld dafür anbot. Und dann sah er, daß nichts zu wach«» war und ging fort, und sagte mir wieder, wir möchten'? ihn wiffen lasstn, wenn der Diwan verkauft würde." (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Ein Druckfehler, der keiner Berichtigung bedarf. Ein Berliner Mitiagsblatt brachic vor einigen Tagen einen Aussatz„Die Deutschnationalcn am Scheidewege", in dem buchstäb- l!ch zu lesen war: „Andere wollen Herrn v. K e u d e l l nominieren, der aber keine Neigung hat, gegen Westarp aufzutreten, unter Umständen ober zur Unterstützung und Stärkung des Graien Westarp ebenfall« in den eben angeführten engeren Verstand geivählt werden soll." Durch den Umstand, daß dieser eben erst(29. Mai!) so gründ- lich„angeführte"„engere Verstand" nunmehr von doppel- t e r deutschnationaler Gewichtigkeit getragen werden soll, wird dessen desondere Beschasscnheit allerdings noch deutlicher als bisher zum Vorschein kommen. Eine Aussicht, die auch di« im Schlußsatz d«« Artikels enthaltene Prognose:„Eine solche Lösung... wäre natürlich nur ein U« b e r g a n g sst a d i u m, das über kurz oder lang doch zu einer„anderweitigen Verwendung" und zu einem Ersatz de» Grafen Westarp führen müßte." um so begreiflicher erscheinen läßt. Durch die Wä'der, durch die Auen. Zu dem gleichnamigen Artikel in der Mittwochbeilage des „Abend" erhalten wir aus dem Leserkreis« ein« Zusehrist. die al» Ergänzung noch zwei Verse mitteilt, die der Einsender ous Wände- rungen in der Umgebung Berlins fand. Sie lauten: Was in der Stube gilt als simpler Brauch, Das halte fest im Walde auch: Laß niemals auf den Boden fallen Papier, Orangen, Eierschalen! Halt rein und säuberlich das Woldlokol. Dann bist du hier willkommen überall. Sehr launig klingt der ander« Spruch durch seinen moralischen Schluß: Irr nicht vom Wege, schweif nicht abseit. Wo Gestrüpp dir zerreißt das Sonntagskleid. Du zertrittsi kleine Bäum«, ivericheiicküt nur das W' Und hast doch vom Wege dasselbe Bild. E? ist wie im Leben auch in der Natur: Vom Wege abgehn, das schadet dir nur! Ein seltsamer„politischer Racheakt*'. Aus der litauischen Messe in Äowno Hai ein peinlicher und grotesker Vorsall im Ausstellungspavillon der Sowjetunion starkes Aufsehen erregt: Tin Besucher, ein älterer Russe, begann, die aus- gestellien Zigarettenschachteln in seine Rocktaschen zu stecken und«r- klärte den herbeieilenden Sowjetangestellten, daß es Erzeugnisse „seiner Fabrik" seien. Während der Auseinandersetzungen wiesen die Sowjetvertretek darauf hin, daß die betreffende russische Fabrik möglicherweise früher sein Eigentum gewesen sei, jetzt aber dem Sowseistact gehör«. Daraus erklärte der sonderbare Angreifer,«r sei um seine Zigareltensabrik beraubt worden und raube nun jetzt dem Sowsttpavillon die Zigaretten. Er«ntsernte sich mit voll- gestopslen Taschen, ohne daß der von der angesammelten Menge erwartete Skandal ersolgte. da, wie die Kownoer Blätter bemerken, die Sowjetangestellten von einem weiteren Vorgehen absahen. Das Brüsseler Männeken im Kloster. Erichrecke nicht, lieber Leser, dos Original steht noch auf dem Markiplatz in Brüssel. Auch sind keine Bestrebungen bekannt, es etwa zum ruhigen Kunststudium für Mönch« und Nonnen in der Abgeschiedenheit eines Klostergartens auszustellen. Trotzdem verdient die Kunde aus Klo st er Neuenbürg diese schöne Ueberschrijt. Die frommen Brüder dieses Kloster» beireiben nämlich einen Weinkeiler. Auch dieses Geschäft erfordert Reklame. Und so legten sie für eine Feier zum Empfang amerikanischer Schubert-Sänger in Berlin ein« Speisekarte auf den Tisch, deren Vorderseite dos Bild des großen Musikers zierte. Die Rückseite zeigte e�nen Knaben an einem Bache stehend, der— nun nichts andere» machte, wie das BMseicr Männeken seit Jahren aus dem Marktplatz. Danebon standen rechts und links die Woric:„Trinkt niemals Wasser!" Man sieht, Geschäft und Sittlichkeit oder Sittlichkeit und Ge- schüft haben manchmal selbst im Kloster nichts miteinander zu tun. W'. Wo. Zwei Schwestern und zwei Hunde. Wohl heißt e«: Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder «inträchtig bekeinanderwohnen— aber von Schwestern ist nichts ge- jagt, und fo hegten die 60 Jahre alte Aibertine und die 5-5 Jahre »t»« Auguftine im französischen Städtchen Angln?, heftigen Groll gegsneinader, zu dem sie beide den Grundstein schan in früher Kindheit gelegt hatten. Als si« sich letztens wieder trafen, jede von ihrem Hunde begleitet, kam es segar zwischen den Hunden zu einer kleinen Rauferei, di« für beide Schwestern da? Signal zum Angriff war. Augustine erlitt so schwere Lungonverletzungen un»sr den knochigen Fäusten ihrer Schwester, dag sie kurz darauf starb. Guter Spruch. „Merkwürdig•*- wer keine Stiedeln hat, weih am besten, wo ihn der Schuh drückt...!" (Au, dem„Wahren 2ae»b".j Sport und Spiel Das neue Kartell! Nachdem die Zentraltommiffion den Kartellverband in Berlin aufgelöst hat, um in einem neuzubildenden Kartell die Vereine vor fommunistischer 3ersegungsarbeit zu schützen, erläßt der in Drewig. Biesdorf( 1. Männer) spielt gegen Adlershof II um 16 Uhr in Biesdorf, Lessingplay. Nordiska( Frauen) spielt um 16 Uhr gegen Sportvereinigung Berlin 12 auf dem Sportplay an der Schönhauser Allee. Die nächsten Arbeitersportfeste. nächst Am 8. und 15. Juli. Die Freien Schwimmer Neukölln( Mitglied des Arbeiter Turn und Sportbundes) veranstalten Sonntag, 8. Juli, 15 Uhr, in ihrem eigenen Sommerbad am Brizer Osthafen( Sievers: ufer) ein bundesoffenes Schwimmfest, zu dem zahlreiche Meldungen abgegeben wurden. Neben Stafetten werden interessante Einzelfämpfe der meiblichen und männlichen Teilnehmer, ein Schaufpringen und ein Frauenreigen gezeigt werden. Vier Wasserballspiele beenden das Fest. Da der Eintrittspreis nur 50 Pf. ( Kinder frei) beträgt, ist der Groß- Berliner Arbeiterschaft die Mög lichkeit geboten, sich einmal das Sommerbad der Freien Schwimmer anzusehen, das sie sich aus eigener Kraft geschaffen haben. Fahr. verbindung mit Straßenbahn 47 und 115 bis Jahnstraße oder Stadt und Ringbahn bis Bahnhof Reukölln. Die Freien Schwim mer Neukölln gehören zu den bundestreuen Bereinen, die megen ihrer Abwehrstellung gegenüber den Kommunisten von den andern Vereinen bonfettiert werden sollen. Die Arbeiterschaft wird des teitende Fünfergusschuß des bundestreuen Freien Kartells für Haymann- Paolino- Scott! Haymann- Paolino- Scott! alb um befandere Unterſtüßung gebeten. Arbeitersport und Körperpflege" folgende Erklärung: Die Zentralfammiffion für Arbeitersport und Körperpflege hat in ihrer Sihung am 3. Juli in Leipzig Stellung genommen zu den Vorgängen im Berliner Arbeitersportkartell, die feinerzeit zum Austritt verschiedener Verbände und Bereine und zum Zusammenfchluß zum Freien Kartell für Arbeitersport und Körperpflege geführt haben. Durch den Beschluß der Zentraltommiffien, daß das alte Berliner Kartell aufgelöst und ein neues Kartell gegründet wird, das nach den Richtinien der Zentralfommiffion zu arbeiten hat, entfallen die Gründe, die zur Bildung des Freien Kartells für Arbeiter. Sport und Körperpflege geführt haben. Es ist jetzt die Gewähr vorhanden, daß die Kartellbewegung nicht wie vorher von den Kommunisten für ihre parteipolitischen 3mede ausgenügt mitd. Deshalb hat der Fünferausschuh befchloffen, das Freie Kartell für Arbeitersport und Körperpflege aufzulösen. Er empfiehlt den ihm angeschlossenen Organifationen, sich dem neuen von Dehlschläger als Beauftragten der Zentralfommiffion zu bildenden Kartell anzuschliegen und dort im Sinne der Beschlüffe der Zentralfommiffion tatkräftig mitzuarbeiten. Freies Kartell für Arbeiterspart und Körperpflege. 3. A.: F. Bartelmann. Dehtſchläger hat fich bereits an die Arbeit begeben und wird nach der llebergabe der Geschäftsräume und des Materials an die Bereine mit einem Aufruf beranireton. Bis dahin müffen fich Vereine und Mitglieder noch gedulden. * Nachdem die Zentralfommission den Kartellverband Groß Berlin mit seinen fämtlichen Drtstartellen aufgelöst hat, werben alle Funktionäre der bundestreuen Vereine gebeten, zu einer Bor besprechung megen Gründung eines Freien Sporttartells" im Bezirk Bilmersdorf, Saleniee. Grunemald. Eich famp, Schmargendorf am Sonntag, 8. Juli, 19 Uhr, bei Kreiß, Gasteiner Ede Holsteinische Straße, zu erscheinen. Bundestreue Mitglieder als Gäste willkommen. Mege.o Die Sensation von San Sebastian. Unser Schwergewichtsmeister Ludwig Haymann steht am 7. Juli in San Sebastian vor der bisher schwersten Aufgabe feines Lebens, will er doch versuchen, dem gefürchteten Basten Baolina auf heimischem Boden die Würde eines Europameisters aller Rate gorien zu entreißen. Der Kampfabschluß tam jo überraschend schnell zustande, daß dem Münchener nur sehr wenig Zeit für eine forg fältige Barbereitung zur Verfügung stand. Am Donnerstag abend in San Sebastian eingetroffen, hat der Doftorborer" faum zwei Tage Zeit, sich an das veränderte Klima au gewöhnen. Dazu kommt noch, daß Paolino in Spanien als Nationalheros gilt und das Publikum gefchloffen hinter sich hat, ein Nationalheros gilt und das Publikum gefchloffen hinter sich hat, ein Umstand, der möglicherweise mit von ausschlaggebender Bedeutung fein tann. Nach der Papierform müßte Haymann allerdings ge winnen, denn er zwang Diener in der 7. Runde zur Aufgabe, während Paolino mit Diener nur unentschieden borte. Auf jeden Fall ist zu erwarten, daß Haymann in dem Zwölfrundenkampf, für den er 50 000 Pefeten erhält, alles hergeben wird, um seinem deutschen Meistertitel noch den eines Europameisters hinzuzufügen. Die vor einiger Zeit gepflogenen Berhandlungen für einen Kampi Haymanns mit dem englischen Meister Phil Scott haben fich zwar zerschlagen, doch ist damit das Zustandekommen dieses bekannten ong night völlig ausgeschaltet. Kürzlich erschien in einer englischen Sportzeitung im Namen Haymanns eine Herausforderung an Scott, die dieser prompt angenommen hat. Der auch in Deutschland beftens befannte Engländer hat sich bereits erflärt, gegen eine Seitenmette von 500 oder 1000 Pfund Sterling mit Haymann durch die Seile zu flettern. Scott stellt nur eine Bedingung, nämlich die, daß der Kampf unverzüglich stattfindet, da er am 26. Juli beim Weltmeisterschafts- Kampftag Tunney- Seenen in den Ring gehen muß. Da Haymann sofort nach seinem Kampf mit Paslino nach Amerika abroist, besteht jedoch keine Aussicht, dieses Treffen in der nächsten Zeit zur Abwidlung zu bringen. Tunney- Heeney am 26. Juli. Zum Kreisfeft in Ertner am fommenden Sonntag rufen die Frauen und Mädchen von Berlin und Brandenburg. Ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm läßt jeden auf seine Rosten fommen. Maffenfreiübungen werden abwechseln mit Endfämpfen im Laufen, Springen und Speerwerfen. Auch die Welteren werden mit Stafetten und Medizinballübungen in Erscheinung treten. Der Breis von 50 Bf. und die gute Verbindung mit Ertner ermöglichen jedem die Teilnahme. Aftersturnerinnen und Altersturner! Der Arbeiter- Turn- und Sportverein Frisch Frei", Niederschöneweide ladet que Altersturnerinnen und turner zum 15. Juli zu seinem 1. Altersfport und spielfeft ein. Alle Teilnehmer treffen fich pünftlich. 13 Uhr, am Bahnhof. Ausgang Niederschöneweide. Bon da Abmarsch mit dem Tambourtorps. Rachzügler können mit Linie 91 ballspiele erledigt find, findet bei Lampionbeleuchtung ein gemüt bis zum Blaz fahren. Nachdem der sportliche Teil und die Fauftliches Beifammensein mit musikalischer Unterhaltung auf dem eigenen Blah statt. Die Kaffeeküche ist ab 2 1hr geöffnet. Arbeitersport in Wannsee. Die bisher vorliegenden Meldungen zum Werbesportfest im Stadion Wannsee am 15. Juli laffen eine gute Werbung für den Arbeitersport erwarten. Mit 500 Teilnehmern an den verschiedenen Wettkämpfen, Spielen und Borführungen ist zu rechnen. Allein die Radfahrer sind mit 120 Teilnehmern beteiligt. 3um 50- Kilometer- Mannschaftsfahren nach Sechstageart sind 32 Mannschaften gemeldet, so daß für die B- Mannschaften ein besonderes Rennen über 20 Kilometer eingelegt werden mußte. Zum 25jährigen Bestehen des Turn- und Sportvereins Freiheit, Teltom wird zum 14. und tammen. Sämtliche Meldungen oder Anfragen gehen an Walter 15. Juli eingeladen. Vereine und Arbeiterschaft sind herzlich will Schulze, Teltow, Ruhlsdorfer Str. 16. Programm: Sonnabend, 20 Uhr: 3apfenstreid), anschließend Bühnenschauturnen auf dem Sportplay. Sonntag: 6 1hr Beden, 7 Uhr Abmarsch vom Vereinslotal( Schüßenhaus Teltow) zum Sportplay. Dort Austragen der Wettkämpfe. Nachmittag: Feftzug, Maffenübungen, Sonderaufführungen, Handballspiele, Faustballspiele, Stafetten. Fahrenergindungen von Berlin: Borortzug bis Lichterfelder- Oft, umsteigen in Straßenbahn 100. Straßenbahnen: Linie 56, 96, bis Lichterfelde- Ost, umsteigen in Linie 100. Linien 40, 74, 174, 44 bis Steglig Rathaus, umsteigen in 177 bis Teltow Spinnstoffabrik ( nur Sonnabend). Sonntags 177 bis Lichterfelde- Süd und dann 100. Der Arbeiterschmimmtlub Neptun Weißenfee C. 2." hält am 15. Juli im Scebad Weißensee einen Bereinsbreitampi Welle Freiheit Neptun mit humoristischen EinDer amerikanische Botkampfveranstalter Ter Ricard gibt be. fannt, daß der Weltmeisterschaffstampf zwischen dem Titelhalter Gene Tunney und dem Australier Tom Heeney definitiv am 26. Juli in Nem Nork stattfinden wird, womit die Um die Wasserballmeisterschaft. Gerüchte, ble von einer Verschiebung des Treffens wegen der die Präsidenten- Wahlkampagne wissen wollten, widerlegt find. In einem der Rahmenfämpie foll Englands Meister Phil Scott mit dem Dänen Knute Hansen im Revandefampf gepaart werden. Ob Europameister Mag Schmeling bei diefer Beranstaltung fein Amerikadebut geben wird, steht noch nicht fest. Das schwerste aller Ballspiele ist das Wasserballspiel. Schwiramerische Schnelligkeit und Ausdauer, verbunden mit guter Ballbehandlung find die Grundbedingungen für diesen Sportzweig, der in allen Schwimmvereinen des In- und Auslandes betrieben wird. Der Arbeiter- Turn- und Sportbund hat dieses Ballspiel übernommen, es wird als einzige schwimmerische Meisterschaft alle zwei Jahre ausgetragen. Bundesmeister von 1926 war der alte Berliner Berein ,, Neptun Weißenfee", fein schwerster Gegner war damals im Kölner Endspiel der Arbeiter- Schwimmvercin Leipzig. Die diesjährigen Endspiele finden am 29. Juli um die Ostdeutsche Kreisverbandsmeisterschaft in Finsterwalde, am 12. Auguft in Dsna brück um die Bundesmeisterschaft statt. Für die Jugend lichen hat man in jeder Serie einen großen Raum offen gelaffen; in Vor- und Rüdspielen stehen sich die Mannschaften gegenüber. An erster Stelle sind diesmal die Freien Schwimmer Norden zu nennen, ihnen folgt die Mannschaft des Arbeiter Schwimmvereins Welle und an dritter Stelle Freier Sport- Berein Berlin 12. Boxkämpfe im Freien. Der Borklub eros" und die Sportliche Bereinigung „ Norten- Nord- West" luden gestern ihre stattliche Anhängerschaft zum zweiten Freiluf: Bagtampia bend auf dem Fußballplaz am Bahnhof Gesundbrunnen ein. Die gezeigten Kämpfe boten sportlich niel Interessantes. Einige der besten Paarungen gingen leider nicht vom Start und Wenderungen im Programm wegen Ertranfung wurden notwendig. In den Ausscheidungsfämpfen für Amsterdam bekamen Billand und Leidmann lampflos die Siege zugesprochen, da ihre Gegner nicht erschienen waren; für die weiteren Ausscheidungstreffen quali Bei den Männerspielen nimmt Neptun Weißenfizierte fich ebenfalls der hervorragende Halbschmere Sänger see eine ungeschlagene Stellung ein, die Berliner Schwimm- Union ist der ernst zu nehmende Gegner. Die Mannschaften von Freiheit, Siemensstadt, Belle und Berlin 12 werden das letzte Ende unter fich ausmachen müffen. Wer irgendwie Interesse hat an diesem schönen Spiel, besuche die lebungsstunden der Vereine in Weißensee, Lichtenberg, Neukölln, Lichterfelde, Jungfernheide, Oberspree und Blögensee. Schriftliche Auskunft erteilt jederzeit. Dahle, Berlin, Püdlerstraße 23. F = lagen ab. Anfang 15 Uhr; Cintritt 50 Pf. * Städtekampf im Kegelsport. bundes Deutschlands veranstaltete ein großes Sport Der Bezirk Halberstadt( Harzgau) des Freien Regler. fampftegeln. Es nahmen daran teil: Magdeburg, Braunschweig, Bernigerode, Bertin und Halberstadt. Als Bertretung Berlins war die Riege des Bezirkes Neukölln entfandt wor= den. Jede Riege, bestehend aus 10 Mann, hatte 1000 Kugeln zu werfen, je Regler 50 Kugeln( Bohle und Asphalt), bei Wertung der 6 Besten jeder Riege. Es entspann sich ein harter Kampf. aus welchem Berlin mit 40 Holz Vorsprung vor Halberstadt ieg reich hervorging. fchweig 3578 Holz. Siegende Berliner Mannschaft: Niti Hoffmann Resultate: Berlin 3697 Holz. Halberstadt 3657 Holz, Braun 640 Holz, 3. Wieland 617 Holz, W. Brofe 612 Holz, Willi Pürschel 608 Holz, E. Kromm 604 Holz, F. John 395 Holz, Das zweite Treffen um den Wanderpreis der Stadt Halberstadt ( 6 Mann je Riege bei Fünferwertung) je Mann 30 Bohle und 30 Asphalt, fah Berkin wiederum vor Braunschweig und Halber stadt in Front. Hier war das Ende noch knapper. Erft dem letzten Mann Berlins gelang es, für Berlin den Sieg zu erfämpfen und damit den schönen Breis erstmalig nach Berfin zu entführen schmeig 1782 Holz. Siegende Mannschaft: Billi Bürschel 382 Holz. Resultate: Berlin 1825 Holz, Halberstadt 1807 Holz, Braunnifi Hoffmann 381 Holz, W. Brose 363 Holz, D. Wieland 353 Holz, 3. Bieland 346 Holz. Breslau. Dieser Ringfuchs war von Beginn an so flar nach Bunften vorn, daß Stich- Hagen im verzweifelt geführten Endspurt nicht herankonnte. Der Bantamgewichtler Kantwert mußte non Friedländer II- Maccabi sehr viel einstecken und tom nur napp über die Runden; Friedländer einstimmig Bunkifieger. Taubenfen- Heros und Lucht- Osram trennten die Bunttrichter nach flotten Runden mit unentschieden, mit dem gleichen Spruch schieden Machl- Heros und Hundertmark- Teutonia. Im Leichtgewicht tontezie fich Weillowi Norden- Nord- West einen hohen Bunttvor Borausfagen für Strausberg. 1. Legende Martolf; 2. Geri Eiche; 3. Berwechslung Opig- NW. stets in der Führung. In den Endkampf des HerosGaffel; 4. Mäander Pommard; Anfängerturniers enttäuschte der f. o. Favorit Boguhn; sein Klub. 5. Mansbach Burgfint; 6. Stall Landswerth t. 7. Barfuß Menelaos. tamerad Korsch gab ihm feine Möglichkeit, in diesem Treffen zu dominieren. Der Mittelgewichtler Frenberg- NNW. wurde unver Rennfahrer Solidarität"! Treff zum Straßenrennen in New dient über Senftinger zum Punttsieger erklärt. ruppin im dortigen Boltshaus am Sonntag, dem 8. Juli, früh ½7 Uhr. Für Bahufahrer ist der beste 3ug ab Stettiner Bahnhof 15,55 Uhr, Ankunft in Neuruppin 21,35 Uhr oder der Vorzug ab Stettiner Bahnhof 13,55 Uhr. Bahnmeisterschaft ,, Solidarität" prung beraus gegen Schwarz. Der talentierte Dassom lag gegen Ausschreibung. Für die Bahngaumeisterschaften des Arbeiterrad fahrerbundes Solidarität" am 29. Juli auf der Rütt- Arena hat der Sportausschuß noch einige freie Wettbewerbe für alle Rem fahrer der Organisation ausgeschrieben, und zwar; 1. Ausscheidungsfahren. 2. Mannschaftsverfolgungsrennen, vier Fahrer eine Mannfchaft. 3. Beitjahren über 1 Runde. 4. 50- Kilometer- Mannschaftsfahren nach Sechstageart. Zwei Fahrer eine Mannschaft. Das Startgeld, das am Renntage zurückgezahlt wird, beträgt für Rennen 1 und 3 per Fahrer 1 M., für Rennen 2 und 4 per Mannschaft 5 M. und ist bei der Meldung auf Bundesmeldezettel mit einzusenden, Vorschrift ist Bahnmaschine, Mindestmaß der Tretlagerhöhe 30 Zentimeter. Bahnpedale eventuell auch Bahnfurbeln, starre Nabe, feine Flügel oder Hebelmuttern, Schlauchreifen gut mit Schellad fleben. Meldungen find zu richten bis Sonntag, 8. Juli, an Otto 3äper, Ludenwalde, Lindenstraße 6, und an R. Meinert, Berlin SD. 16, Brüdenstraße 5b. Arbeiter- Handballspiele. Trianon; Der Bogiport- Berein Helios 25" veranstaltet heute abend, 20 Uhr, in der Löwenbrauerei, Berlin N., Hochstraße 2( Nahe Bahnhof Gesundbrunnen) einen Freiluftkampfabend. Windhundrennen im Postitadion. Der fommende Sonnabend bringt um 20,45 Uhr ein quserlejenes Programm von Windhundrennen im Boftstadion. Ein Preisangeln am Cehnikfee. Am Sonntag, 8. Juli, peranstaltet der Arbeiter Angler Berein aulbars"- Lehnitz sein diesjähriges Anglerfest, verbunden mit einem Preisangeln. Freunde und Interessenten des Angeliports find herzlich willkommen. Das Breisangeln beginnt um 8 Uhr. Nachdem gemütliches Beifammenfein in Lehmanns Brachtfälen" und bet Mutter Opig". oloigaidoi Vereinskalender. Touristenverein Die Naturfreunde", Zentrale Bien. Abt. Charlottenburg: Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, Spreeftr. 30. Geschäftliches, Liederabend. Abt. Süboft: Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, Brizer Str. 27. Lichtbildervortrag. Abt. Neutolla: Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, Flughafenftr. 7. Geschäftliches, Liederabend. Abt, Treptow: Freitag, 6. Juli, Elfenstr. 3. Geschäftliches, Siederabend. Mai funftgemeinschaft: Freitag. 6. Juli, 20 Uhr, Johannisstr. 14/15. Feldblumen. Morgen Sonnabend spielen in Belten, Germendorfer Straße, Freie Turnerschaft Velten( 1. Männer) gegen Fichte( 22. 2bteilung) um 19 Uhr, und 1. Frauenmannschaft gegen Fichte( 3. Abteilung) um 20.10 Uhr. In Rosenthal, Hauptstraße, spielen Freie Turner. schaft Groß- Berlin( Jugend) gegen Fichte( 8. Abteilung) um 18 Uhr, und 1. Männer gegen Freie Sportvereinigung Berlin 12 um 19 Uhr. Weitere Spiele sind: Siemensstadt gegen Wilmersdorf um 19% Uhr Luftwirbel in die Höhe gehoben und mehrere Meter weiter zur Brde durch den schönen Grunewald." Eine Wanderung durch die Schluchten und Seen in Siemensstadt, und Frisch- Frei- Niederschöneweide gegen GroßBerlin- Osten um 19 Uhr in Niederschöneweide, Berliner Straße. Am Sonntag spielen Drewiß und Schmargendorf um 16 Uhr. Dieser Bootshausneubau des Wassersportvereins Crossinsee ( im Freien Seglerverband) wurde auch ein Opfer des WirbelSturms am Mittwoch. Der ganze Bau wurde von dem ungeheuren geworfen, wo er in sich zusammenstürzte, Menschen sind nicht veranglückt. Der Schaden beläuft sich auf über 3000 Mark. An einem Wiederaufbau ist nicht zu denken, da Verein und Mitglieder ihre letzten Mittel verausgabt haben. Bhotogemeinschaft: Montag, 9. Juli, 20 Uhr, Ebertniftr. 12. Bojitiv- Retusche, bir antag, 3. Juli, 20 Uhr, Chauffecfiz. 48. Gefchäftitches, Lieberabend, Naturwissenschaftliche Abt.: Connabend/ Conntag, 7.8, Juli, am Wochenende des Grunewalds. Treffpuntt 16 Uhr am Ausgang des Bahnhofs Grunewald. Wasserdichte Schuhe erminfcht. Freie Turnerschaft Briz. Trainingsabende jeden Dienstag 18-20 Uhr auf bem städtischen Sportplas Briz, Germaniapromenade. Das Turnen fällt in den grogen Ferien aus, Vor der Taufe des neuesten Zeppelin. [ blod apis 300 Eine Gruppe Brennstoffbehälter während der Der 235 m lange und 33,5 m hohe Luftschiffskörper; der 105 000 cbm Eine der Motorengondeln mit dem MaibachMontage im Innern des Schiffes. Auftriebsgas fassen kann. Spezial- Motor vor dem Einbau. Die Taufe des neuesten Zeppelins auf der Friedrichshafener Werft ist mit Rücksicht auf die Tagung des Luftfahrtverbandes in Konstanz auf den 9. Juli festgesetzt worden. Laienrichter und Juristen. Die Bedeutung des Arbeitsrichters für die Rechtspflege. Unläßlich des einjährigen Bestehens der Arbeitsgerichts barkeit fand in den Räumen des Reichsarbeitsministeriums eine furze Feier statt, bei welcher Gelegenheit Landgerichtsdirektor Ruben, Vorsitzender am Landesarbeitsgericht Berlin, die Tätigkeit der Beißiger befonders würdigte. Der Redner bezeichnete die Tätigkeit der Laienrichter an den Arbeitsgerichten als geeignet, bahnbrechend zu wirken für cine Modernisierung der stände verkümmert worden sind. Das Verfahren, wie es sich vor den Arbeits- und Landesarbeitsgerichten entwickelt hat, ist nicht nur schnell und billig, sondern auch durchaus geeignet, durch die Konzentrierung des gesamten Prozeßftoffes auf eine Verhandlung eine weit größere Gründlichkeit der Prüfung des einzelnen Rechtsfalles herbeizuführen. Es ist zu hoffen, daß von diesem Prozeßverfahren sich allmählich eine Reform des gesamten Zivilprozeß verfahrens anbahnen wird. Wenn wir dann auch auf diefem Wege dazu kommen, daß die Unzufriedenheit weiter Kreise des Bolles, insbesondere auch weiter Kreise der Wirtschaft, mit dem jezigen Zivilprozeßverfahren allmählich verschwindet, so wird die Zivilprozeßpflege, und es wird gerade die Mitwirkung von Nichtder gesamten juristen, von Laienrichtern, in der Rechtsprechung dazu beitragen, diese wichtigen Reformbestrebungen zu unterstüßen und zu einem dauernden Gemeingut des deutschen Volkes zu machen. rtal Wetterbericht aus deutschen Reisegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Rebel. Borkum: Regen. Bremen: ziemlich heiter. Hamburg: bea Nordsee. Westerland auf Sylt: Regen. Helgoland: bewölft, nach wölft. wolfig, nach Regen. Eminemünde: heiter. Stettin: heiter. Kolberg: Offfee. Travemünde: regnerisch. Warnemünde: heiter. Saßniz: heiter. Stolp: heiter. Danzig- 3oppot: heiter. Seebad Kranz: be wölft, nach Regen. den gefunden Menschenverstand der Laienrichter ist in die ufgabe der Arbeitsgerichte gelöst sein: sie werden dann bahn- wölft. Broden: stürmisch Harzburg: neblig. Bad Rechtspflege bei den Arbeitsgerichten ein erfreulicher frischer Jug hereingebracht worden. Den Ausführungen des Redners entnehmen wir: Die Arbeitsgerichte in der Form der jeßigen Zusammenfeßung stellen keinen Fremdtörper innerhalb der Rechtspflege dar, sondern find geeignet, das bisherige Prozeßverfahren organ nisch den Bedürfnisen der Jeßtzeit, insbeson dere den Bedürfnissen der Wirtschaftlichkeit und Rationalisierung anzupassen. Wenn auch innerhalb der Justizverwaltung die Rationalisierung der technischen Teile des Betriebes der Arbeitsgerichtsbehörden noch nicht sich hat voll aus. wirken können, sondern noch manche Wünsche nach dieser Richtung bestehen, so ist doch zu erwarten, daß durch die Mitwirkung von Männern und Frauen unmittelbar aus den Wirtschaftsleben auch eine Modernisierung des technischen Betriebes der Arbeitsgerichte herbeigeführt werden wird. Sachlich hat die Mitwirkung der Landesarbeitsrichter, die in diesem Sinn nicht die Laien, sondern die eigentlichen Fachleute sind, schon zu einem Prozeßverfahren geführt, welches für denjenigen gemisses Erstaunen erregt, der mit den Methoden des Zivilprozeßwesens vertraut ist. Insbesondere die Mündlichkeit und Unmittelbarkeit des Verfahrens, welche mit aller Energie durchgeführt werden, geben diesem Prozeßbetrieb einen ganz anderen Anblick. Und doch handelt es sich hier nicht um wesentlich Neues, sondern eigentlich nur um die Anwendung derjenigen Grundsätze, welche schon seit dem Jahre 1879 im gesamten deutschen Zivilprozeßrecht eigentlich gelten sollten und die nur durch gewisse Um PROGRAMM für die Zeit vom 6. bis 9. Juli BTL Potsdamer Straße 38 Fräulein Chauffeur mit Mady Christians ndam " Bestrafter völkischer Heher. Wegen Beleidigung des Berliner Polizeivizepräsidenten. In Bamberg wurde der Redakteur des völtischen Hezblattes Flamme", Dietrich, wegen Beleidigung des Berliner Polizeivizepräsidenten Weiß in zwei Fällen zu je 250 m. Geld. strafe verurteilt. Er hatte in Wort und Bild und unter schweren antisemitischen Ausfällen dem Berliner Polizeivizepräsidenten einfeitige Amtsführung vorgeworfen. Noch vor Geri ht brachte es der Angeklagte fertig, zu erklären, nach Meinung seiner Freunde habe weiß in Deutschland nichts zu suchen". Aufgehobene Sperre. Zwischen dem Zentralverband der Hotel-, Restaurants und Caféangestellten und den Herren Sedlak u. Heimann, Schloß Weißenfee, wurde vereinbart: Die unternehmer heben den Tarifvertrag für das Gastwirtsgewerbe sowie den paritätischen Arbeitsnachweis anerkannt. Die Differenzen find somit beigelegt und die Sperre über den Betrieb Schloß Weißensee wird hiermit aufgehoben. без Harz. Schierke: bewölft. Harzburg: neblig. Bad Sachsa: bea Sachla: Bad Liebenstein: Regen. Thüringen. Erfurt: bewölkt. Eisenach: wolkig, nach Regen. Hessen. Kassel: bewölkt. Wassertuppe( Rhön): Regenschauer. Sachsen. Dresden: ziemlich heiter. Annaberg: bewölkt. Fichtel berg( Erzgebirge): ziemlich heiter. Zittau: heiter. Bad Schandau: heiter. Schlesien. Breslau: heiter. Schreiberhau: heiter. Schneekoppe: ziemlich heiter. Bad Reinerz: heiter. Bad Landeck; heiter. Rheingebiet. Köln: Regen. Bad Aachen: regnerisch. Koblenz: regnerisch. Wiesbaden: bewölft, nach Regen. Frankfurt a. M.: be wölft, nach Regen. Feldberg( Taunus): faft bedeckt. Baden. Karlsruhe: fast bedeckt. Baden- Baden: wolkig. Frels burg: heiter. Feldberg( Schwarzwald): ziemlich heiter. Württemberg. Stuttgart: ziemlich heiter. Freudenstadt: wolkig. Friedrichshafen: ziemlich heiter. Bayern. Hof: bewölft. Würzburg: regnerisch. Fürth: wolfig. München: ziemlich heiter. Garmisch- Partenkirchen: heiter. Zugspige: heiter. Berchtesgaden: ziemlich heiter. Oberstdorf: heiter. Bad Tölz: heiter. Tegernsee: heiter. Desterreich. Innsbrud: heiter. Salzburg: wolfenlos. Wien: heiter. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Nach Gewitterneigung wieder Aufheiterung und etwas Abkühlung. Für Deutschland: Gewitterartige Störungen westoftwärts fortschreitend mit nachfolgender Aufheiterung und leichtem Temperaturrückgang. lo2, PROGRAMM KINO TAFEL Südwesten Osten ilm- Palast Kammersäle Concordia- Palast feltower Str. 1-1. W. 6.30, Sbd. 5, Stg. 4 U. Andreasstraße 64 Das Karussell des Todes Verrat( Die gro'e Spionageaffäre) Süden d Panzerkreuzer Potemkin Beiprogramm und Bühnenschan Norden Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Schlachtschiff Constitution Auf dem Kriegspfade Viktoria- Lichtbild- Th. Metro- Palast Der Untergang des Hesperus Th. am Moritzplatz Frankfurter Allee 48 Rheinstraße 14 Verheimlichte Sünden( Küsse, die töten...) Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Harry Piel in Mann gegen Mann Reichhaltiges Beiprogramm Im siebenten Himmel( Das Glück in der Mansarde) Bühnenschau Tunney, der Buffalo- Bill des Luisen- Theater Schwarzer Adler Ringes Odeon, Potsdamer Str. 75 Du sollst der Kaiser meiner Seele seln mit Gritta Ley, Oskar Marion Die Leoparden- Lady( 6 Akte) Turmstraße 12 Reichenberger Straße 34 Wer das Scheiden hat erfunden Die Mädchenräuber von Arizona Bühne Neukölln obabls Passage- Lichtspiele Fräule Chauffeur mit Mady Christians Die Leoparden- Lady( 6 Akte) Neukölln, Bergstraße 151-152 Wolfgang Zilzer, H.A.Schlettow in Du sollst nicht ehebrechen Bühnenschau Tempelhof Alexanderstraße 39-40 Tivoli- Lichtspiele ( Passage) Soll u. Haben( Mady Christians) Die Leoparden- Lady( 6 Akte) Tempelhof, Berliner Str. 97 Harry Piel in Mann gegen Mann Bühnenschau Frankfurter Allee 99 Harry Piel in Mann gegen Mann Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Charlott etwas verrückt Große Revue: Für jeden etwas Friedrichsfelde Kammerlichtspiele Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Freiwild( Evelyne Holt) Der Premdenlegionär mit G. Fröhlich 0008 labellah bnu nis Chausseestraße 30. Das große, gute Schlagerprogr. u. d. ausgewählte Bühnenschau Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Der große Erfolg: Flitterwochen Große Bühnenschau Gesundbrunnen ,, Alhambra" Badstraße 58 0 Jugend, wie bist du so schön Bühne Leo Morgenstern gaudeen für die Zeit vom Humboldt- Theater Badstraße 19 6. bis 9. Juli Weißensee Der Dämon mit Paul Wegner Schloßpark film- Bühne Qualen der Ehe mit Pola Negri Berliner Allee 205-210 Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Trommelfeuer der Liebe Reichhaltiges Belprogramm Große Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a Die Kaiserjäger Das gute Beiprogramm Im Taumel von Paris mit Lil Dagover Große Ausstattungs- Revue: Drunter und drüber Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Alpentragödie mit Lucie Doraine Die Braut am Scheidewege mit B. Dove Schöneberg Tivoli- Lichtspiel- Th. Titania( Ufa Schöneberg) Berliner Straße 27 sigelledb Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U. Panzerkreuzer Potemkin ( Ohne Zensurausschnitte) s Große Bühnenschau Nieder- Schönhausen Film- Palast Ballschmieder- Lichtsp. Blankenburger Str. par Badstraße 16 enl Mein Leben für das deine w Die große Révue: Uns kann keiner! 4+ Das Spreewaldmädel mit Cl. Rommer Wer das Schelden hat erfunden Das indische Grabmal, I. Teil Ball der Rohrleger 10 Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5 Die Dame und ihr Chauffeur Bühne: Sensationsgastspiel Georgiva- Ballett, 10 Solisten, Primaballerina Elena Tippel