Morgenausgabe Nr. 319 A 163 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 Pfg� monatlich 3,60371. im voraus zahlbar Postbezug 4L2 M. einschl. Bestellgelb. Auslondsabonne« ment 6.—!vt. pro Monat. * Der.vorwärts� erscheint Wochentag» lich zweimal, Sonntags und 3Nontags einmal, die Abendausgaben sür Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend" Illustrierte Beilaaen„Bolk und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen",„Frauen- stimme"„ütechnik",„Blick in die Dücherwelt"vnd„Iugend-Vorwärts". VW"■WS1 S Berliner VolkSblati Sonntag Juli 1928 Groß-Äerlin�Zpf. Auswärts 20 pf. Die einspaltige Nonpäreillezeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen" das tettge- oruckte Wort 25 Pfennig lzulässig zwei ettgedruckte Worte), iedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- annähme im Hauptgeschäft Linden- strafte 3, wochentägl. von 81/2 bis 17 Uhr. Jentralorgan der Gozialdemokrattfchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 Fornsprechn: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Posifcheckkonto: Berlin S7eSK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestcllicn und Beamten Wallftr. KS. Dittonto-Gesellschaft, Depositenkaffe Lindenstr. L Ihr sollt nicht töten! Ein Mahnruf an die Machthaber Gowjeirußlands. Folgender Aufruf geht uns zu: Im Schachty-Prozeß sind 11 Todesurteile gefällt worden, von denen fünf nach dem Willen des Gerichts vollstreckt werden sollen. 34 Angeklagt« sind zu langjährigen Gesängnisstrafen ver- urteilt, unter ihnen der SSjährig« Rabinowitsch zu ß Iahren. Bei dem hohen Alter und dem schweren Leidenszustand dieses Angeklagten kommt eine lange Freiheitsstrafe einem Todesurteil nahezu gleich. Den Verurteilten wird zur Last gelegt, daß sie im Auftrag einer im Auslande bestehenden gegenrevolutionären Or» ganisation die Sowjetindusirie mit Absicht und Vorbedacht ge- schädigt haben sollen. Daß ein« solche Organisation in Wirklichkeit bestanden hat, ist aus den Ergebnissen der Veweisausnahme, soweit sie bekannt sind, zum mindesten nicht erkennbar. Einige der Verurteilten sind außerhalb Sowjetrußlands wohl- bekannt. Sie gelten als Persönlichkeiten, denen Taten, wie sie das Urteil als van ihnen begangen annimmt, niemals zugetraut werden können. Das gilt wie von anderen besonders auch von dem greisen Rabinowitsch, dessen a rb e ite r f r e u n dl i ch e Gesinnung und dessen loyales Bestreben, dem Aufbau der Sowjetindusirie zu dienen, auch in Deutschland bekannt sind. Di« Unterzeichneten holten«s für ihr« Pflicht, die Sowjet- regierung darauf aufmerksam zu machen, daß die �ärt« des ge- fällten Urteils geeignet ist, in allen Volkstreisen der nichtrujsischen Welt Empfindungen des Protestes hervorzurufen. Diese Empfm- düngen würden durch die Vollstreckung der gefällten Todesurteile aufs äußerste gereizt werden. Ein System, das zu feiner Aufrecht- erhaltung solcher Mittel zu bedürfen glaubte, würde nickst imstande sein, sich' die Sympathien zu verschaffen, um die es in der ganzen Welt wirbt. Die Unterzeichneten fühlen sich zu diesem Appell um so mehr bemhttgt, als sie von Anhängern der Sawjettegierung in unzähligen Fällen ersucht worden sind, die Stimme gegen ahn- Nche grausame Urteile in anderen Ländern zu erheben, und diesem Ersuchen stet« nachgekommen sind. Sie empfehlen deshalb der Sowjetregieruny, das Urteil auf ein Maß zurückzuführen, das mit den allgemein gültigen Grundsätzen der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit vereinbar ist. Der Aufruf trägt die Unterschriften zahlreicher.� im Lebe öffentlichen Leben stehender Persönlichkeiten, unter ihnen Reichstagspräsident L ö b e, Josef W i r t h, Paul L e v i Frau Katharina v. Kardorff, Geheimrat Prof Iuliu Wolff, Landtagspräsident Bartels, Georg Bern hard, MdR., Erketenz. MdR. Gowjeirußlanb kaust Geireide. Die Krise des Stalin-Kurses. Sowietruhland taust in panikartiger Eile in Europa Getreide auf. wo es nur irgend zu bekommen ist: scheut sich selbst nicht, Ge- treibe minderer Qualität zu erwerben, wenn es sich um Partien handelt, die schnell in russischen Häsen sein können. ISO 000 Tonnen Getreide sind bereits eingekauft. Weitere 100 000 Tonnen sollen noch gekaust werden. Das Getreide wird bar bezahlt. Infolge der plötzlichen Getreidekäufe der Sowjetregierung sind die Preise in die Höhe geschnellt. Weshalb ober diese panikartigen Einkäufe? Sowjetrußland besitzt nach offiziellen Mitteilungen einen Getreidevorrat von ISO bis 200 Millionen Pud. Es befindet sich aber teils in Sibirien, teils in Südrußland, und kann bei den miserablen Transportverhältmffen nicht schnell genug in die bedrohten Gouvernements und m erster Linie in die Industriezentren geschafft werden. Es gilt also vor- zubeugen, um nicht dem Jndustrieprvletariat noch mehr Anlaß zur Unzufriedenheit zu geben. Was ober die plötzliche Getreideeinfuhr bedeutet, liegt klar auf der Hand. Sowjetrußland scheidet sür die nächste Zell als Getreide- Verkäufer aus. Es wird somit bei den Kreditgewährungen noch größere Schwierigkeiten haben als früher. Wenn man in Betracht zieht, daß dos zaristische Rußland in der Zeit von 1009 bis 1014 etwa KOO Millionen Pud Getreide ausgeführt hat, und Sowjetrußland im Jahre 1024/25 300 Millionen Pud, während es im Jahre 1027/28 nur noch 25 Millionen gewesen sind, so erhält man einiger- maßen ein« Vorstellung von den Erfolgen der sowjetrussischen Wirtschaftsführung. Die offiziösen Sowjetblätter fordern deshalb, daß mtt dem Druck auf die Bauern ein Ende gemacht werde. Die durch den.Linkskurs" Stalins heraufbeschworen« Krise ist da. Kurswechsel Stalins.- Aenderung der Bauern- Politik? Moskau. 7. Juli.(Ost-Expreß.) Die von der Sowjetregierung in die diesem Jahr angeordneten scharfen Maßnahmen gegen die Getreidespekulation und Getreide- Zurückhaltung seitens der Bauern lzaben in der Provinz vielfach zu einer völligen Unterbindung des privaten Ge- treidehandels geführt. Der Uebereifer der lokalen Sowjet- behörden, deren Praxis von der Bevölkerung fast wie eine Rück- kehr zum Kriegskommunismus empfunden wurde, hat den Handelskommissar der Sowjetunion, Mikojan, zum Erlaß eines Rundschreibens veranlaßt, durch welches verboten wird, die Bauern am Verkauf ihres Getreides auf den Klcinstadtmärkten zu hindern, die Abtretung des Getreides an stoalliche Einkaufsorgani- fationen zu erzwingen, verbindliche Höchstpreise für das nach den Stadtmärkten(Bazaren) gebrachte Getreide festzusetzen usw. Das Rundschreiben verlangt, daß der Kampf gegen die Getreidespekulan- ten die Entwicklung des lokalen Getreidehandels nicht hemmen darf. Ferner ist vor einiger Zeit von den Zentralbehörden die Wei- fung gegeben worden, daß Beschlagnahmungen von„gehamstertem" Getreide nicht stattfinden dürfen, sofern es sich um„Getteidevor- röte geringeren Umfanges" handelt. Dieser Umfang wird dabei nicht näher bezeichnet. In diesen neuen Anordnungen der Sowjettegie- rung will man ein teilweises Abrücken von dem bisher den Bauern gegenüber eingehaltenen scharfen Kurs erblicken, dyrch den nicht nur die sogenannten Kulaki(Großbauern), sondern, wie die Sowjetpresie zugibt, auch die nach der amtlich vertretenen An- schauung„dem Proletariat verbündeten Mittelbauern" schwer ge- troffen wurden. Oer neue Rekordstug. Landung der �33 mn 9 Uhr 30 Min.- 65 Stunden 26 Min.: Oer neue deutsche Weltrekord. Dessau. 7. Zull. Unfet dem Vegeislerungssturm einer nach Tausenden zählenden Menschen menge, die den Dessauer Flugplatz bis in die Abendsiunden hinein beseht hielt, sind die Flieger R i st i c z und Zimmer- mann mit der Junker» W 33 gestern abend um O.ZO Uhr glatt ge- landet, nachdem sie(55 Stunden 26 Minuten ununterbrochen in der OiU waren, und so den Dauerslugweltrekord für Deutschland zurück- erobert haben. Ist« Flieger haben die Leistung der Italiener, die bis- her noch nicht offiziell anerkannt ist, um 6 Stunden 40 Minuten überboten, die der Belgier, die während des Fluges in der Luft Brennstoff nachfüllten, um 5 Stunden 22 Minuten. Die Flieger Risticz und Zimmermann haben bei ihrem Rekord- dauerflug von 65 Stunden 26 Minuten eine Strecke von 8100 Kilomeier zurückgelegt._ Oaszynski warnt vor Diktatur. Für eine Zusammenarbeit der Regierung mit der Linken. Warschau. 7. Juli.(Eigenbericht.) Der Präsident de» polnischen Sejm D a sz y n s k i hat am Sonn« abend eine Erklärung über die Arbeiten des polnischen Sejm verostentlickit, in der es heißt, daß die Linksparteien ge- «iklt feien, mit der Regierung zusannnenzuarbeilen. Die Rezie- hote l«i«< Mehrheit«m Parlament, aber die Oppositton fei andererseits nicht in der Loge, eine Regierung zu bilden, da«in Zusammenarbeiten der Sozialisten mit den Nationalisten unmöglich sei. Aus dieser Situatton gebe es drei Auswege, die Auf- lösung des Sejm, die Zusammenarbeit der Regierung mit der Linken und schließlich die Diktatur. Während die Bildung einer festen Mehrheit im Sejm möglich, so würde sich der polnische Parlamentarismus fortentwickeln, ein Staatsstreich aber,'ein Angriff auf Staatsverfassung und Parlament würde den Staat in eine Krise von unabsehbaren Folgen bringen. Radiisch fordert Regimewechsel. Regierungswechsel genügt nicht mehr. Belgrad, 7. Juli.(TU.) Der König empfing Sonnabend nachmittag den bisherigen Außenminister Ma r i n k o w i t s ch zu einer längeren Unterredung. Beim Verlassen des Palastes erklärte Marintowitsch auf Befragen, daß er nicht mit der Kabinettsbildung beauftragt sei und daß auch heute eine Lösung der Krise nicht erwartet werden könne. Raditsch beabsichtigt, morgen das Krankenhaus zu verlassen und nach Agram zurückzukehren. Journalisten gegenüber äußerte er sich solgendermahen: Der Rücktritt der Regierung hat jetzt keine große Bedeutung mehr. Er hätte sofort nach dem Mord in der Skupschtina erfolgen müssen. Jetzt könne es sich mir noch darum handeln, einen vollkommenen Wechsel des Re° gimes herbeizuführen. Es sei ganz undenkbar, daß man die Regierung aus Parteien auswähle, deren Mitglieder Mörder seien. Es gäbe schon längst keine Skupschtina mehr. Sie sei durch die Revolverschüsfe umgebracht worden. Stärke und Schwäche. Schachty— Amnestie— Nationalfeiertag. Starte Gesten sind keine Zeichen von Krift, sondern Mittel, mit denen ihrer Schwäche bewußte Kraft vortäuschen. Selbstsicherheit pflegt mit äußerer Gelassenheit gepaart zu sein. Daß die deutsche Republik durch eine weitgehende A m n e st i e unter die Ereignisse der revolutionären Epoche einen Schlußstrich setzen will, ist ein Beweis ihrer inneren Stärke und Festigung. Sie hat die Gegner, die mit Ge- walt die Verfassung stürzen wollten, moralisch überwunden und ist deshalb auf ihre„physische Vernichtung" nicht angewiesen. Ludendorff und Hiller sind zu Figuren der Posse herabgesunken. Die Monarchisten um Westarp und Everling haben Mühe, sich der Ketzer und Zweifelsüchtigen im eigenen Lager zu erwehren. Der Kommunismus ver- fügt wohl über einige Millionen Zuläufer aus den Reihen der Unzufriedenen und sozial Bedrückten, seine Aktivität aber beschränkt sich auf revolutionäres Phrasenmachen: an die Möglichkeit entsprechend der Taten denkt niemand in der Führerschaft. Das einzig Gefährliche an dem auf- geregten Gebaren der Stöcker, Thälmann und K o e n e n, das man sonst als zwangsläufige Abreaktion innerer Minderwertigkeitskomplexe gelassen hinnehmen könnte, ist die tatsächliche Unter st ützung der Reaktion durch die kommunistische Taktik. Deshalb: die Tage der Putsche und Aufstände sind schon derart historische Vergangenheit, daß kein Republikaner mehr eine Staatsnotwendigkeit darin sieht, Teilnehmer dieser Aktionen hinter Gitterstäben zu verwahren. Wobei man von extremer Milde lediglich die Rohlinge auszuschließen hat, die ihr Handeln nicht sowohl gegen den Staat als gegen das Leben ihrer Mitmenschen gerichtet haben. Im Gegensatz zur Demokratie haben Diktaturen niemals das Gefühl innerer Sicherheit. Sie beruhen ja nicht wie jene auf der freiwilligen Zustimmung, sondern auf der zwangsweisen Unterwerfun der Regierten. Es fehlen ihnen die demokratischen Sicherheitsventile für Unzufriedenheit: freie Meinungsäußerung, organisierter Zusammen- schluß und Aenderung der Regierungsgewalt durch das Wahlrecht. Automatisch zeugt die Gewalt neue Gewaltakte. Gegen Unzufriedenheit kennt die Diktatur nur das Mittel sich steigernder Unterdrückungsmethoden. In Mussolinis Italien nimmt die Einengung der persönlichen Freiheit solche Dimensionen an, daß selbst bürgerliche Kreise, die einst die Machtergreifung des Faschismus bejubeln, heute nur knirschend sein Joch tragen. Aeußere Erfolge sollen das Gleichgewicht wieder her- stellen. Nobiles Reklameflug war als eines der Mittel gedacht, die Begeisterung für den Faschismus neu zu beleben. Aber der Reklamechef versagte in einer Situ- ation, die einen Mann und Helden erforderte. Mit er- staunlicher Naivität schiebt Herr Nobile jetzt das Scheitern seiner Expedition dem Umstand zu, daß er just am Tage des Eintritts Italiens in den Weltkrieg die stalienische Flagge am Pol habe abwerfen wollen. Ist jemals ein wirklicher Held der Wissenschast solchen nationalistischen Brimboriums willen auf Fahrt gegangen? Und wie sieht es um die Festigkeit eines Systems aus, das diesen Reklame- unfug notwendig hat? » In seinem Plaidoyer hat der russische Generalprokurator K r y l e n k o seine Blutanträge dockäit motiviert, daß 21 Todesurteile die unerschütterliche Festigkeit der Sowjetmacht bewiesen. Daß die„Rote Fahne" das gleiche behauptet, ist bei der absoluten geistigen Abhängigkeit der deutschen Kommunisten von Moskau selbstverständlich. Ebenso, daß sie sich mit den tatsächlich gefällten 11 Todes- urteilen als Machtbeweis auch zufrieden gibt. Wer nachdenkt, der vermag in dieser Serie von Todes- urteilen und in der ganzen Aufmachung des Schachty-Pro- zesies nur einen Beweis der Schwäch? zu sehen. Ein System, das sich in seiner Macht sicher fühlt, braucht im elften Jahre seiner Existenz nicht noch immer die physische Ausrottung des Gegners zu proklamieren. Tut es das, so ist es ein Zeichen, daß er noch immer Furcht empfindet. Allerdings— die Furcht ist hier besonderen Ursprungs». Sie gilt nicht den durch blutigsten Bürgerkrieg längst eni- mutigten Gegnern der Sowjets. Trotz alles Sensations- geschreis der Moskauer Regierungspresse und ihrer deutschen Trabanten denkt niemand in Rußland an organisierte Ver- schwörung und planmäßige Sabotage. Die Nervosität und Gereiztheit der russischen Regierung erklärt sich vielmehr aus dem dauernden Versagen ihres als Allheil- mittel gepriesenen S y st e m s. Es ist die Furcht, die aus dem wirtschaftlichen Mißerfolg resultiert. Die industrielle Desorganisation, nicht infolge Sabotage, sondern infolge Unfähigkeit des leitenden Verwaltungsappara- . 5, bleibt bestehen. Ein Dutzend abgeschlagene Köpfe kann nicht die fehlendenleitendenKöpfe hervorzaubern. Deswegen wird die Ablenkung der Volksmassen von der wahren Schuldursache, wie sie der Schachty-Prozeß bezweckte, höchstens vorübergehend sein. In einem Jahr wird man feststellen müssen, datz trotz des Monsterprozesses, trotz terroristischer Methoden sich nichts gebessert yat. Und —. was dann? Ein neuer Prozeß, neue Vluturteile, noch- malige Vernichtung des bereits vernichteten Gegners? Laut und jubelnd verkündet die kommunistisch« Presse das Tendenzurteil über wehrlose Gegner als„großen Sieg" der Sowjetmacht. Still und bescheiden steht im Handelsteil irgendeiner bürgerlichen Zeitung die Nachricht, daß die russische Regierung für mehr als hundert Millionen Rubel Getreide im Ausland aufkauft. Das Agrarland, dos ollein durch Getreideausfuhr die so bitter notwendige industrielle und Kapitaleinfuhr des Auslandes erzielen könnte, muß Getreide zukaufen! Man begreift, weshalb die Moskauer Machthaber nervös werden. «* Die Sicherheit der deutschen Republik beruht weder auf Reklameflügen, noch auf Bluturteilen. Die deutsche Regierung hat die Protektion des Herrn v. Hünefeld ebeu sowenig notwendig, wie sie durch den der Ozeanflieger bei dem erledigten irgendwie ins Zittern gerät. Wenn die deutsche Republik sich jetzt anschickt, den Tag, an dem sie ihre Verfassung erhielt, zum Nationalfeier- t a g zu erheben, so liegt auch hierin lediglich die Konstatie- rung einer vollzogenen Tatsache, die äußere Sicht- barmachung eines bereits bestehenden Erfolges. Wir fordern einen solchen Feiertag, weil er der äußeren Würde des Staatswesens entspricht, wir begrüßen ihn aus dem gleichen Grunde, aus dem wir die preußischen Flaggcnerlosse begrüßt haben. Aber wir bleiben uns bewußt, daß es sich dabei nur um S y m b.o l e handelt, daß die entscheidenden Siege der Republik auf den Gebieten der Außenpolitik, der Sozial- und Wirtschaftspolitik errungen werden müssen. Erfolgreiche Mitarbeit an einer dauernden Be- friedung Europas, sozialer Schutz der Schwachen. Verbesse» rung der Lebensbedingungen für alle, vervielfachte?luf- ftiegsmöglichkeiten für die Befähigten und Begabten aus den unbemittelten Schichten— das müssen und werden die wirklichen Stützpfeiler der Republik fein. Reklame und Terror mögen Lebenselement der Diktatur bleiben, die demokratische Republik wurzelt im Erdreich Menschheit?- fördernder Taten. Südtirol. Die letzten Reste der deutschen Sprache werden abgeschafft. geschmacklosen Besuch Ausreißer in Doorn Die eiserne Stirn. Deutschnationales Fes? halten an der Helfferichgende. Die Zerstörung der Helffrich-Legende durch die Rede des Reichsfinanzministers Genossen H i l f e r d i n g hat zwei Antworten aus dem deutschnationalen Lager hervor- gerufen, eine offizielle Erklärung der deutsch, mtionalen Pressestelle, und einen Artikel des Herrn Dr. Reichert� M. d. R. in der„DAZ.". Man darf annehmen, datz die Unverschämtheit des Tons, der Mangel an Beweisen und die Hartnäckigkeit, mit der an einer Geschichtslügo festgehalten wird, das geistige Eigentum des Herrn Reichert sind. Die Erklärung und der Artikel behaupten in gleichen Wendungen, Hilferding habe nichts getan für die Schaffung einer stabilen Währung, für die Befeitigling des Haushalls- defizits und für die Herstellung des Gleichgewichts im Etat und für die Stillegung der Notcnpreffe. Beweis wird nicht geführt— er ist nicht zu führen— es wird lediglich behauptet. Um den einen entscheidenden, den grundlegenden Unter- schied zwischen Hclfferichs Roggenmark und der Renten- mark, geht die Erklärung mit dem Satze herum: „Hilscrding kann übrigens nicht fK'wsisen, daß die„Anknüpfung an den Reggenwert naüonales Unglück gewesen wäre." Das traurige Schicksal der Roggenschuldner, ein schweres Unglück für einen Teil der Landwirtschaft, sollte die Deutsch- nationalen davon abgehalten haben, diesen Punkt noch ein- mal zu berühren! Ueber den anderen Hauptpunkt— die Abdrosseluna der Ruhrkredite zur Herstellung des Gleichgewichts durch Hufer- ding und die Unmöglichkeit, die Kredite schlagartig einzu- stellen, was ein fürchterliches Chaos zur Folge gehabt habe» würde— findet sich in der parteioffiziellen Erklärung der Demschnationalen der infame Satz: „Wenn Herr Hilferding als„wichtigste Maßnahme der Stabil,. siierung" die Einstellung der R u h r ka m p f kr« dite an- lieht, so hat Herr Hilferding damit das unbestrittene Der- dienst, die schwerleidende Bevölkerung an Ruhr undRhein in ihrertiefstenNot imStich gelassen zu haben, aber keineswegs das Verdienst, die inflationsstische öffentliche Finanzwirtschaft beendet zu haben." Dieser Satz charakterisiert diese Erklärung wie die Deutschnationalen! Ueber die Notwendigkeit, die Ruhrkampf- kredite zu drosseln— über deren ungeheure Dimensionen damals alle Sachverständigen entsetzt waren— bestand allgemeine Uebereinstimmung, auch bei den Deutsch» nationalen, ebenso darüber, daß diese Drosselung die notwendige Voraussetzung der Stabilisierung wie der Her- stellung des Gleichgewichts im Budget war. Hilferding hat diese Voraussetzung, und damit die Grundlage alles weitere geschaffen, mit dem Erfolg, daß er heute dafür von einer gewissenlosen und abgrundtief oer- logenen deutschnationalen Demoaagie des notleidenden Bevölkerung an Rhein und wird! Die Absicht dieser Methode ist klar: der Sozialdemo- krat, der die Grundlage der Stabilisierung geschaffen hat, wird dafür des nationalen Verrats beschuldigt, damit eine deutschnationale Legende sein Verdienst auf den verstorbenen deutichnationalen Führer Helfferich übertragen kann— der die Hauptschuld an dem nationalen Unglück Deutschlands, der Inflation trägt! Die deutschnationale Erklärung unternimmt den Der- such, heut« listig verstehen zu geben: die Veendigung des Ruhrkriegs, die Drosselung der Ruhrkredlle war Verrat. Eine Frage an die Deutschnationalen: war es Verrat, de» Ruhr- krieg zu beenden? Ja oder Nein! kowvwr Verhonblvvgen gescheitert. Di« Derhanblungen zwischen Lltau«n und Pol«n über den Abschluß«ine» Mchtangritf». und Sicherheitspall«» sind gescheitert, Verrats an der Ruhr beschuldigt Bozen. 7. Znli. Gelegentlich der Verordnung, durch die die Zweisprachig- kell in Südtirol bekanntgegeben wurde, waren vorläufig die sieben größeren Gemeinden da» Landes ausgenommen. Dort follke noch einige Zahre die voppelfprachigkeit in den öffenk- lichen Ausschrlslen geduldet bleiben, bis in den oberen Klassen der MIllelschulen die Doppeisprochigkeit eingestellt worden sei. Run er- schien eine Verordnung de» präfekten von Bozen, durch die verfugt wird, daß auch in den Gemeinden Brixen. Eppaa und Cana ab Oktober d.?. die v oppelsprachigkelt ans- hären soll und sämtliche öffentlich sichtbaren Aufschriften nur noch in italienischer Sprach« abgefaßt werden dürfen. Gleichzeitig ner- äffentlichl die„Aradana" einen Aufsah, ln dem mitgeteilt wird, daß die V oppelsprachigkelt tn sämtliche« Orten Südtirol« noch in diesem Zahre abgeschafft werden soll. Erst vor wsnigen Tagen ließen die offiziösen Wiener Blätter durchblicken, daß als Gegenleistung für die Kapitulation Seipels vor Mussolini die Schikanierung der füdtiroler Bevölkerung durch die Behörden einem liberalerem Regime Platz machen würde. Die Antwort auf diese be- scheidene Hoffnung ist nicht ausgeblieben: die Ver- welfchungsmaßnohmen werden verschärft und auf rein deutschsprachige Gemeinden ausgedehnt! Italien isoliert sich. Amsterdam, 7. Juli.(Eigenbericht.) Das im Hang tagende Friedenspsrlament der Aölkerbundsoereinigungen behandelte im weiteren Verlauf seiner Beratungen das Problem der Minderheiten, wozu Professor Ernest Bovet-Schweiz Bericht erstattete. Er for- derte, daß die Verpflichtung aller Staaten, die Rechte ihrer Minder- heilen anzuerkennen, vertraglich festgelegt werde. Einem derartigen Schritt müsse eine umfassende Kenntnis der Umstände vor- ausgehen, wozu«ine Enquete notwendig fei. Die Völker hätten Schmerz und Leiden ertragen und den Krieg erlitten: sie müßten jetzt zu einer höheren Stuf« emporgehoben werden. Namens der flow«- nifchen Minderheiten Italiens unterstützte D i l f a n- Italien besonders die in diesem Sinne eingebrachte Entschließung. Professor Giannini-Zlallen bezeichnete hingegen da» Minder heitenproblem als ein historisches Problem, das in jedem einzelnen Falle eine spezielle Behandlung erfordere. Die Entschließung, die von dem Dölkorbundsrat unverzüglich eine allgemeine Untersuchung des Minderheiten- Problems und die Errichtung eines besonderen Minderheiten- ausschusses verlangt, wurde gegen eine italienische Stimme angenommen. Dann verurteilte der Kongreß di« antisemitische Propaganda g e g en jüdische Minderheiten und besprach die Lage d« nichtmohammedanischen Minderheiten in Konstantinopel und der bulgarischen Minderheit in der Dobrudscha. Zur Frag« der Abrüstung bracht« Professor Au l a rd- Frankreich eine Entschließung ein, worin der Kongreß dem Wunsch Ausdruck gibt, daß die Arbeit des Dölkerbundsausfchusses für Schiedsgerichtsbarkeit und Sicherheit möglichst bald zum Ab« schluß gebracht werden und der Völkerbund durch die Praxis der Versöhnung und pflichtgemäßen Schiedsgerichtsbarkeit, also der moralischen Abrüstung, die Sicherheit verwirklichen möge, die die letzten Hindernisse für die Venninderimg der Rüstungen und die Verwirklichung der Abrüstung oller Staaten aus dem Wege räum«. Die Entschließung wurde angenommen. Ebenso wurde eine Entschließung de» Grafen Bern st orf f» Deutschland ango- nommen, wonach in allen Ländern mit militärischer Dienstpflicht da» jährlich« Rekrutentantingent sowie di« Produktion von Kriegsmaterial aller Art baldmöglichst eingeschränkt werden möge. Endlich wurde noch ein« Ensschließung de? Admirals D rury L o r m e- England angenommen, wonach die Arbeit des vorbereitenden Abrüstungsausschusses des Völkerbundes auf dem Grundsatz aufgebaut werden müsse, daß Krieg und Kriegs» bedrohung keine gesetzlichen Mittel nationaler Politik seien. Gegen die Erklärung de» Krieges als eine» ungefehUchen Mittels stimmte allein Italien. Wenn der Kongreß auch kein« ossizielle Institution der Reg'v. rungen ist. so isf es doch außerordentlich bedeutsam, daß der italienische Delegierte gewissermaßen als Horch- posten feiner Regierung fungiert und sowohl die Unge- setzlicherklärung des Krieges wie die Anerkennung der Rechte der Minderheiten ablehnte. Er spielt dadurch eine ähnlich« Rolle wia das Vortriegsdeutfchland auf den Hoager Friedenskonte» renzen und hat durch fein Verhalten gleichsam da» Italien Mussolinis als den Friedens st örer Europas on den Pranger gestellt. Kür die Märtyrer des Liberalismus. London. 7. Juli.' In der heutigen Sitzung der Internationalen Libe» ralen Konferenz protestierte Lloyd George scharf gegen die Abwesenheit der Vertreter des italienischen und des spanischen Liberalismus. Er sagte, man wisse, daß in beiden Fällen technische Schwierigkeiten di« Ursache für die Abwesenheit seien, da die Liberal«, dieser Länder nicht organisiert sind. Ab« die Führer des italienischen und des spanischen Liberalismus seien allen Liberalen als Männer von europäischem Ruf und als Märtykeix des Liberalismus bekannt. Es käme chm feig« vor, voü den Beratungen Männer auszuschließen, die in der Verbarnning leiden müßten. phoebus a. D. Die Abwicklung der Lohmann-Geschäste. Di« Abwicklung der Geschäft« des Kapitän» z. S. Lohman» (Phoebus-Affäre) ist noch nicht beendet. Der Unteraus- s ch uß, der zur Ueberwachung dieser Abwicklung vom Reichstag eingefetzt ist, dürft« voraussichtlich während der neuen Tagungsperiod« den abschließenden Bericht der im Reichswehrministerium eingesetzten Abwicklungsgruppe erhalten. Gegenwärtig sind die Liquidotionsver. Handlungen für die meisten mit dem Fall Lohmonn in Verbindung stehenden Unternehmungen noch im Gang«. Für die Sirius- Hochseefischerei G. m. b. H. schweben aussichtsreiche Verkaufs« Verhandlungen. Aus dem Filmverleih der Phoebus-A.-G. sind dem Reich eine Million Mark garantiert: es wird aber damit gsrechnet, daß diese Summe durch die tatsächlichen Einnahmen wesent- lich überschritten wird. Der von der G i r o- Z« nt ra l e an die Phoebus-A.-G. geleistete Kredit von fast zwei Millionen Mark ist beoeits abgedeckt worden. In diesem Falle konnte sich dos Reich der Zahlung nicht entziehen, da die Kreditanweifung durch di« Unter- schrift des Thess der Marineleitung und zweier Minister ver- bürgt war. Ob gerichtliche Regreßansprüch« gegen die beiden Groß» danken für die Entgegennahme der nur vom Kapitän Lohmann unKw» zeichneten Bürgschaftserklärung mit Ausficht auf Erfolg geltend ge- macht werden können, unterliegt nach der Prüfung der Sachoer» ständigen. Aus dem Geschäft mit der Berliner Baeon-Eompany (Speckverwertimg) läßt sich«in« angemessene Schobloshaltung des Reiches bisher kaum erwarten. Für die Beteiligung an den Taspa r- W erken ist die dem Dr. Saspo? von Kapitän Loh- mann zugesagt« jährlich« Rente von 24 öM M. durch eine einmalige Abfindungssumme von 150 MO M. abgegolten worden. Di« D e s ch i- mag erhielt?M W0 M. Abfindung. Das dem Motorjochtklub Wann je e gewährte Darlehen ist durch«in« erststellige Hypothek auf das Klubgrundstück gedeckt. Die Berliner Grundstück« m der Tiergartenstrahe und am Lützowufer dürsten sich günstig verwerten lassen, dagegen wird wegen des von Kapitän Lohmann am Trovemündor Flugplatz ange- kauften PötenitzerGeländes«ine Anfechtungsklage gegen die Maklerfirma angestrengt werden mit dem Ziel, die Rückzahlung des Kaufpreises gegen Rückgab« des Grundstücks zu erreichen. Die Maklerfirma hat den Kapitän Lohmann 820 000 Mark für das Grundstück einschließlich der Maklergebühren abgenommen, während der Verkäufer nur einen Kaufpreis von 175 000 Mark erhallen hat. Die Firma hat auch jede Aufklärung und Rechnunglegung über die große Differenz von über 800 MO Mark verweigeri. Nach dem bisherigen Verlauf der gesamte» Abwicklungsverhand- lungen hat sich di« Berechnung des Haushaltsausschusses über den dem Reich« entstandenen Schaden nicht wesentlich geändert. Di« End- summ« steht freilich noch nicht fest. die Wag«. Der Verlauf der Sitzung wurde für vartraultch erklärt. Er zeigte, daß sich die DeutschnotioNake Partei wiederum n, einer Krise befindet. Die deuischnationalen Angesteltten Bayerns hinter Lambach. Eine Derfammlung der d«utschnatio»«l»N Ange» stellten aus ganz Bayern hat sich neuerdings ebenfalls gegen den beantragten Ausschluß Lambach» gewandt. Ist der einstimmig angenommene» Entschließung heißt es u. a. wörtliche „Bon den Parteiinstanzen wird erwartet, daß di« Anregunoe». des Abg. Lambach ernstlich geprüft und reichlich erwogen werde»." Außerdem wird in der ErNschließung gesagt, daß„ine Reichs- tagspolitit der Partei in den letzten Jahren, die Haltung� zuvl Dawes-Plan, der Eintritt in die Reichsregierung und schiieMch'ouch di« heutige Organisation der Partei ein« gründlich« Aus- spräche" verdienen. Di« deutschnatümalen Angestellten Bayerns stehen also nicht nur in der Frage des Monarchismus hinter Lambach. sie stehen zugleich mit der Taktik ihrer Partei ln fast allen wesent- lichen politischen Fragen auf dem Kriegsfuß. Ketzergericht über Lambach. Tagung des deutschnationalen Parteivorstandes. Der erweiterte Parteivorstand der Deutsch- nationalen Partei befaßte sich am Sonnabend mit dem Fall Lambach Di« sorgfältig vorbereitete Sitzung dauerte mehrere Stun» den. Lambach vertrat nochmals in aller Ausführlichkeit seinen Standpunkt. Di« anschließend« Debatte verlies außerordeni- l i ch st ü r m i s ch Die Anhänger und Gegner Lambachs hielten sich Wahlanfechiunge«. Entscheidungen des Staatsgerichtshofs über Sachsen und Baden. Leipzig. 7. Juli. Eigenbericht.) Am Sonnabend beschöftizt« sich der Staatsgerichtshof des Deut- schm Reiches mtt der W a hlo n f« ch tu n g s klage d er B a d i- s che u Voltspartei gegen das Land Baden. Ms Vertreter der Dolksrechtspartei waren der Senatspräsident a. D. Dr. Lobe und der Oberbürgermeister S i g e r i t- Karlsruhe erschienen. In der Klage wird dos dadische Gesetz vom 1. Juli 1927 über die Aenderung des badischen Landtagswahlgesetzes als verfassungswidrig bezeichnet. Das Gesetz fordert von den Parteien, die noch nicht im Landtag ver, treten sind, daß ihr Wahlvorschlag von 2 Proz. der Stimm» berechtigten unterzeichnet ist. Da, Gericht fällte folgend« Entscheidung: Der ß Z des Badi- schen Landtogswahlgesetzes, der verlangt, daß von einer neuen Par» ter 2 Proz. Stimmen als Unterschriften für einen Wahlvorschlag nötig sind, oerstößt gegen die Reichsverfassung. Die Aklfehtung der Volksrechtspartei betr. die Ausdehnung von 7 auf 22 Wahlkreise wird als nichtig erklärt, da diese Bestimmung weder gegen die badishe Verfassung noch gegen die Reichsverfasfung ver» stößt. Der Staatsgeoichtshof befaßte sich außerdem mit der Wahl» anfechtungsklage der USPD. gegen den Freistaat Sachsen. Die Klage wendet sich gegen das sächsische Landtags- Wahlgesetz vom 6. Oktober. Danach sind Wahlvorschläge einer neuen. Partei mir gültig, wenn sie 500 Unterschriften aufweisen und 3000 Mark hinterlegt werden. Der Freistaat Gochsen wandte sich gegen die Klage, weil die USPD. nicht parteifähig sei. Sie Hab« bei den letzten Reichstagswahlen in Sachsen nicht einmal 3000 Stimmen erhalten. Auch habe di« Partei nur noch wenig Mitglieder und fast überhaupt keine Ortsgruppen. Dos wird von der Lniragstellerin auf das entschiedenste bestritten. Das Gericht kam nach längerer Beratung zu einem Beschluß, in dem es heißt:„Die klage der U5PO. wird zurückgewiesen, da die Anlrogstellcrln nicht als parteijähig anzusehen ist. Es handelt sick» hier nur um eine Gruppe, die wenig Anhänger hat. Es kann auch nicht damit gerechnet werden, daß sie ermnal an Sinne des Böllen an dessen Vertretung mitwirken wird,", Oer neue Reichsnrbeiisminister. Wie er begrüßt wird. Das Organ der Handsl»kammer für das rheinisch- westfälisch« Industriegebiet„Nuhr und Schein' brachte einen Artikel mit der Ueberschrift �Ruhr Industrie und Wissell'. der ün �Ser» liner Börsenkurier' auszugsweise wledergegeben wurde. De» „Noten Fahne' bot dieser Auszug willkommenen Anlaß, den ihr als Sozialdemokraten wie Äs früheren Schlichter verhaßten Ge- nassen Wissell herunterzureißen, ihn als„den Mann des Groß. kapitals', als zuverlässigen Diener des Kapitals hinzustellen und im gleichen Aufwaschen die sozialdemokratisch« Koolitionspolitit als einen Gipfel des Verrats zu beschimpfen. Der Artikel in der Wirtschaftszeitung„Ruhr und Rhein', den die„Rote Fahne' lediglich nach dem fehr kurzen Auszug im„Ber- liner Börsenkurier' zitiert, behandelt den Kurswechsel im Arbeits- Ministerium. Es wird von den Gedankengängen Wissells hinsichtlich seiner Planwirtschaft ausgegangen, und dann wird ge- jagt, daß selbst, wenn diese Dorschläge in ihrer Gesamtheit und ihren Einzelheiten gegenwärtig auch nicht unmittelbar aktuell seien» und wenn auch Wissells neue Ministertätigkeit in ihrer Beschrän. kung auf da» Arbeitsressort ihm nicht die ausreichende Plattform gebe, um seine früheren Gedanken praktisch weiter zur Auswirkung zu bringen, so gäben doch die Reden und Schriften Wisiells Anhaltspunkte, um Weltanschauung. Denkweise und Charakter des neuen Arbeitsmimfters auszudeuten. Es entspreche Wisiells Grundauffosiung, wenn er als letztes Ziel seiner Wirtschaftspolitik die Sozialisierung der Wirt- s ch a f t stets im Sinne habe, sich jedoch bewußt bleibe, daß der Weg zu diesem Ziel nicht in Eilmärschen von heut« auf morgen, sondern nur in planmäßiger organischer Entwicklung zurückgelegt werden könne. Er Hab« ja gesagt, daß die Berge, die noch vor dem Lande des Sozialismus stehen, in mühseliger Bergwanderung bezwungen werden müßten, und daß dies« Berge nicht mit unserem Glauben versetzt werden könnten. Die Zeitschrift„Ruhr und Rhein' sagt, daß mit der Meinung Wissells, angesichts der Rot zu einer vollen Ausnutzung unserer produkiiven Kräfte zu gelangen, wie er es vor acht Iahren for- muliert Hab«, auch die Wirtschaft einverstanden sein könne. Wie allerdings die Hebel einzusetzen seien, darüber schieden sich die G erster Sie könne sich bisher davon nicht überzeugen, daß die von Wissell gewollte paritätische Zusammen- setzung von S elb stv e rwaltnng s k ö rp« r n in der Wirtschaft die Zauberkraft habe, den sozialen Frieden zu schassen. Aber aus den Ideen und Gedankengängen, die Wrsiell vor mehr als acht Iahren m einer Zeit allgemeiner Rat- und Planlosigkeit entwickelt Hab«, könne man Schlüsse aus seiner zukünf- tigenEinstellungzu den schwebenden sozialpolitischen Fragen noch nicht ziehen, man begebe sich damit auf das Gebiet der Gedonkenspieleni, bei der der Wunsch zum Dater des Gedankens werde. Run konstruiert die Zeitung»Ruhr und Rhein" au» den Grundgedanken der von Wissell vertretenen Auffassung einer möz- lihsten Selbstverwaltung und Selbstverantwortung gegenüber dem staatlichen Zwang einen Gegensatz zu dem früheren Ar» beitsminister Brauns, dem sie den Vorwurf der starren Vertretung staatlichen Zwanges macht. Diese Diver- genz der Auffassung könne auf die sozialpolitische Tätigkeit Wissells I'icht ohne Einfluß bleiben. Denn die früher von Wissell vertretene Ausfassung decke sich ja mit der auch von ihm vertretenen Meinung noch einheitlicher deutscher Wirtschaftspolitik durch innige Zusammen- arbeit zwischen Wirtschaft»-, Arbeit»- und Finanzwimsterium. Dann fragt zum Schluß dt« Zeitschrift»Ruhr und Rhein', ob es Wissell gelingen werde- dies« Zusammenarbeit zu erfüllen. Während au» diesen au« acht Jahren zurückliegenden Reden wch Schriften Wissells die Zeitschrift.Ruhr und Rhein" zu«ine? wirkst h objektiven Würdigung der Persönlichkeit Wissells zu gelang«, sucht, sucht die„Rote Fahne' das Gegenteil aus dem Artikel herauszulesen. Nicht eine sreudige Begrüßung Wissel« als Arbeitsminister, sondern der objektive Dersuch einer Würdigung seiner Persönlichkeit ist in dem Artikel zu finden, den die.Rote Fahne" gegen Wissell und damit.gegen die Derrätcr« der sozioldemokrati- sehen Führer" für ihre hinterhältigen Zwecke auszujchlochten suchte. Oestreich muß zahleu. Oer„nationale" Zeltungsverleger vor Gericht. Da» Arbeitsgerichl ha» dm Verleger des eingegangenen ..Berliner Mittag", Dr. vefirelch. verurteil», dem von Ihm fristlos entlassenen Redakllonspersonal volles Gehalt bis zum Ablauf der gesetzlichen kundlgvngsfrifl auszuzahlen. Dor dem Arbeitsgericht wurde am Sonnabend mittag über die klagen des Redaktionspersonal» des„Berliner Wittag" gegen dessen Herausgeber Dr. Oestreich verhandell. Dr. Oestreich Hot am 1?. Juli das Erscheinen des„Berliner Mittag' eingestellt. Einig« Tag« nach der Einstellung der Zeitung«rhiell das Redaktionspersonal die fristlose Kündigung. Dr. Oestreich stellte sich auf den Standpunkt, daß ihm das bürgerlich« Gesetzbuch das Recht gebe, j„aus wichtigem Grunde" sein Personal fristlos zu entlassen. Die Angestellte» schlössen sich zujammen und verklagten Dr. Oestreich. In der Verhandlung warfen sie ihm vor, daß er „keine soziale Ehrenhaftigkeit besitze'. Sein ehemaliger Ehefredat- reur, einst mit ihm befreundet, geißelt« das Verhalten Oestreich» � mit den schärfsten Ausdrücken und sprach davon, daß ein ehren- werter Journalist nicht mehr mit ihm verhandeln könne. Er be- nchtete, daß die kauftnänrnschen Angestellten weinend Dr. Oest- reich angefleht hätten, ihnen doch ihr GeHall zu zahlen. Zlll das habe nichts geholfen, die dem Hunger preisgegebenen Angestellten sind von Oestreich genau so im Stich gelassen worden wie die Re- dakteure. Dabei hatte Oestreich einen Teil der Angestellten und Redakteure au» feste Stellungen gerissen! Oestreich versucht«, sein« Angestellten zu bewegen, auf einen Teil ihrer Ansprüche zu verzichten, obwohl er selbst noch Mittel besitzt. Sei» Chefredakteur Findling stellte fest, daß Oestreich heute plötzlich bereit sei. sich zu oergleichen, weil er Weisung von seinen Auftraggebern bekommen hätte, auf jeden Fall einen Ange- stelltenjkandal zu vermeiden. Nicht eine Regung seine» Herzens sei ausschlaggebend für seine heutig« Stellungnahm«. Dr. Oestreich bestritt zwar nicht, daß er am Freitag abend gegen S Uhr ein Telephonat mit seinen Auftraggebern aus Schlesien geführt habe, er will aber dm Entschluß, sich zu vergleichen, schon nachmittags gefaßt haben. Der Reichsoerband der deutsch« Press«, der sich in der Der- Handlung durch den Redakteur Eichbach vertreten ließ, hatte den Angestellten abgeraten, sich zu vergleichen. ' Nach stundenlangen Beratung« ergnig dos Urteil, daß Dr. Oestreich für all« Redoktionsmitglieder. die ihn verklagt hatten. volle» bt» zum Ablauf der Kündigungsfrist zu zahleu Hab«. Die Gturmverheerungen in Berlin. Infolge des Wirbelsturms ereigneten sich allerhand Llnfälle: Oer Abg. Straffer(Nat.-Soz.) flog aus dem Reichstag. An der Börse bemerkte man sehr viele, die »geknickt� waren. Sine lecke Barke ging unter, nachdem alle Subventionen ins Wasser geworfen waren. Rur die Großbäckermeister ließen sich in ihrem Herr-im-Haufe-Standpunkt nicht erschüttern. Japan räumi Tsingiau. Seine Truppen bleiben aber in der Mandschurei. Tokio. 7. Zoll. Da» japanische kriegsminiskerium hat beschlossen, den chinesischen Hasen Tsluglau zu räumen. Die japanische Regierung Hai Verhandlungen mit Nanting eingeleitet, um die Stadt und den Hafen dm chineflschm Truppen zu übergeben. Sie erklärt amtlich, daß eine Zurückziehung der japanischen Trupp« auf die in der Schantung-Provlnz wieder hergestellte Ruhe zurückzuführen fei. Dagegen hat die japanische Regierung beschlossen, die japanischen Trupp« au» derRordmaudfchurei noch nicht abzuberufen. Vielmehr hat sie abermal» 10 Million« gm zur Erhaltung der japa- nssch« Trupp« in 3Torbchlna bewilligt. China will gleichberechtigt fein. Peking, 7. Juli. Dt« Rank mg-R« gierung Hot dem italienischen und dem dänischen Generalkonsul in Schanghai«ine schriftliche Mitteilung zugehen lassen, in der entgegen dem bisherigen Modus der sechs � monatigen Kündigungsfrist die fristlos« Kündigung der Handelsverträge mit beiden Ländern ausgesprochen wird. Damit ist die Exterritorialität der Italiener und Dänen einseitig aus- gehoben. In dem Schreib« erklärt die Nanking-Regierung gleich- Zeitig ihre Berhandlungsdereitschaft für den Abschluß neuer Beiträge. Evaugelische Wahlpropagauda. Oer Gcaeralsuperlatendent berichtigt. Der Gmerolsupewttendmt der Provinz Pommern, v. Käh- l e r, schickt un» folgende Berichtigung: Es tst nicht wahr, daß. wie Sie in der Nummer Ihre» Blattes vom ZI. Mai 1928(Nr,. 253) behaupten, der Generalsuperintendent der Provinz Pommern in der Wahlzell ein Schreiben an die Pfarrämter erlassen habe, in dem „alle Wahlberechtigt« ousgesordert wurde«, nur der Partei ihre Stimme zu geben, die fiir die unumschränkte Erhaltung der evangelischen Bekenntnisschule eintritt'. Wahr ist vielmehr, daß der Aufruf der Generalsuperinten- benten der Prozinz Pommern mll keinem Wort aus die politilchen Wahlen und die politisch« Parteien Bezug nimmt, sondern nur die Gemeinden, ermahnt,..wachsam darauf zu hall«, daß unsere christliche Erzieh u na in der oltb«»ährten«anqelisck�n Schule un» nicht verloren geht". Dl« Pastoren werden gewußt haben, wie sie diese„Mah- nung' aufzufassen hatten. Daß die Gsmeindemitglieder jedenfalls annahm«, daß das Schreiben den Zweck verfolgte, zur Wahl eines d«ischnationol«n Kandidaten aufzufordern, zeigen die Beschwert»«. Nur uicht fchwarzroigold! Schwarz weißrote Amtsvorsteher ergreifen die Ilucht. Di«„Deutsche Tageszeitung" ve ösfelllllcht eine Zu- schrift. in der behauptet wird, daß ein« Anzahl Amts- und Gemeindevorsteher Schleswig- Holsteins ihre Aemter niedergelegt haben, um nicht in die Verlegenheit zu geraten, am kommenden Berfaffungstag ihre Priootwohnunzen, in denen sich zugleich die Diensträume besind«, schwarzrotgold zu beflaggen. Daraus ist mit Genugtuung zu ersehen, daß die preußisehe Flaggenverordnung eine erfreuliche Klärung hcrbeizu- führen beginnt. Die Feinde de'- Rcnbiii demaskier« sich. Im übrigen unterläuft der Zuschrift ein nettes Malheur. Um der Aemterflucht der reaktionären Amts- und Gemeinoevorsteher, die den Deutichnotional« natürlich sehr unangenehm ist, Einhalt zu gebieten, macht sie den Vorschlag, statt der Amtsstuben die Schul, gebäudezu beflaggen, da sie an und für sich schon unter Flaggen- zwang ständen und andererseits der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens auf dem Land« feien. Dieser rettende Einfall wäre sehr schön, wenn et nicht bisher von denselben Amts- und Gemeindevorstehern und der gesamten dewtjchnaiionol« Presse sabotiert worden wäre. Die Deutschnottonalen räumen also wieder einmal eine Position. Die preußisch« Regierung wird davon Kenntnis nehmen, ohne ihre Dispositionen zu ändern. Wer ein ösfentliches Ami bekleidet, Hai sich auch offen zu der Verfassung und ihren Symbolen zu be- kennen. Ergreifen die schworzweißroten Amts- und Gemeinde- Vorsteher davor die Flucht— um so besser: dann wird ihr Platz für überzeugt« Republikaner frei. Herr Graes. Over vie Konsequenz eines Vizepräsidenten. Reichstagspräsident L ö b« Hot vor ein paar Tag« jm Reichs- tag festgestellt, daß die Vizepräsidenten de» Reichstags nach der Gc- fchäftsordnung gleichberechtigt find, und daß eine Unterscheidung zwischen einem erst«, zweit« und dritten Vizepräsidenten nicht stattfinde. Das Haus hat diese Mitteilung so verstanden, daß Herr Graes, der zweimal durchgefallen« und«st in der dritten Wahl bc- gnadigte deutschnationol« Bizepräsident, durch dies« Feststellung gc- tröstet zu werd« wünschte. Herr Graes hat auf die Gleichstellung der Bizepräsident« nicht immer Wert gelegt. Als Herr Bell in dos dritte Kabinett Marx«ingetreten war. wurde an seiner Stelle Herr Esser zum Bizepräsident«» gewählt. Herr Esser wollte nach der Wahl das Präsidmtenzimmer von Herrn Bell übernehm«. Herr Graes jedoch erhob Anspruch auf dieses Zimmer mit der Begründung, er sei erster Bizepräsident, und also stehe ihm dies unmittelbar neben dem Zimmer des Präsidenten Lobe gelegene Zimmer zu Der Herr erste Vizepräsident Graes hat damals feinen Anspruch durchgesetzt. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Franz Langheim geb. 21. Dezember 1891, am 4. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, bem 9. Juli, 15 Uhr, von der Leichen halle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ferner verstarb am 5. Juli unser Kollege, der Graveur Eduard Riegert geb. 2. September 1869. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 10. Juli, 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzftraße, ftatt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäfcherung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, Schwieger- und Großmutter geb. Frieda Krämer Lichterfeld fagen wir allen Freunden und Befannten, der 94. Abt. Neukölln der SPD., den Mietern des Hauses Weisestr. 12, sowie dem Verein der FreidenterfürFeuerbestattung unseren herzlichen Dant Neukölln, Weifeftr. 12. Hermann Krämer. Artur Krämer. Hiltrude Krämer, geb. Henschel. Danksagung. Für die aufrichtige Anteilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes spreche ich im Namen aller Hinterbliebenen meinen herzlichsten Dant aus. Emma Sohns dig geb. Stumpe. Berlin, im Juli 1928. HinderUnserem Genossen Hugo Albrecht Neukölln, Schillerpromenade 5, zu feinem 25 jährig. Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. 94. Abteilung. Bekanntmachung. Achtung! Metallfartell Achtung Dienstag, den 10. Juli, abends 7 Uhr, im Gaalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-22 Versammlung aller Bertrauenspersonen und Betriebsratsdelegierten aus den Betrieben des Verbandes Berliner Metall- Industrieller. Tagesordnung: Bericht über die Verhandlungen vor Schlichter Groß- Berlins. Am Donnerstag, dem 12. Juli, vor. mittags 10 Uhr, werden voraussichtlich im Wege der Zwangsvollstreckung öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung dem in der Staatlichen Pfandkammer, Berlin, Jägerftr. 64, versteigert werden: Zutritt nur gegen Vorlegung der mit dem BBMJ.- Stempel bers 72 Fl. Kahlbaum Edel- Rognat, 83 Fl. sehenen Legitimationstarte und des Verbandsbuches einer dem Metallfartell Dornfaat u. a. und 1 Schreibmaschine angeschlossenen Drganisation. ( Cappel). Berlin, den 7. Juli 1928. Finanzämter Mitte und Moabit- West Bollstreckungsdienststellen. MÖBEL auf Kredit Niedrige Anzahlung Monatsraten 20-30 M. Elgene Fabrikation August F. Schultze Invalidenstraße 145 an der Bergstraße Gegründet 1852 Arbeiterfunk- Der Neue Rundfunk Obl. Organ d. ,, Arbeiter- Radio- Bundes Deutschlands E. V." Beilagen: Der Bastelmeister Die Neue Musik- Das Neue Theater- Der Neue Film Der Neue Sport. Eine große Kulturzeitschrift im Sinne der modernen Arbeiterbewegung. Wöchentlich 25 Pf., in allen Kiosken. Bezugspreis bei Handel und Post monatlich 90 Pf. Der Arbeiterfunk" kann auch durch alle Botenfrauen und Speditionen des„ Vorwärts" Zurück: Dr. Th. Heß. Eisu- Beffen, Benfen, bezogen werden. Probeheft kostenlos Facharzt für innere Leiden. Friedenau, Niedstr: 22. 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Wenn Sie keine Enttäuschungen erleben Om von 1 Mt. an wollen, verlangen Sie ausdrücklich das echte Lebewohl bertauft unter gün in Blechdosen und weisen andere, angeblich ebenso ftigen Bedingungen gute" Mittel zurück. Landwirt Wegemund, Schönow, Bahnstation Bepernid. Nr. 319• 43. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, S.Luti-ms Aujlefe. im JÜBuhche JtwrtdcardwgH Die Treibhausluft de, Juli hat endlich die Klagen verstummen gemacht: Eswill diesmal gar nicht wachsen! Natürlich kann der Hochsommer nicht die Frostschäden ausgleichen, aber man ist doch froh, von dem kalten Winde erlöst zu sein. Laube und Siedlung. Man hört wohl oft, wenn von Fro st schaden die Rede ist: Bei mir ist nichts erfrorenl Wer in der Lage ist, auf einem größeren Umkreis Ausschau zu halten, weiß, wie individuell das einzelne Grundstück der Wirkung der Kalle ausgesetzt ist. All- gemein kanu man sagen, daß zwischen Berlin und dem Land« eine Differenz von 2 bis Z Grad in der Nachttemperatur besteht, was natürlich dem dicht an der Peripherie gelegenen Laubenland zugute kommt, das zudem noch durch natürliche oder künstliche, den Wind abhallend« Erhöhungen. Dämme, Bauten usw. wetteren Schutz gewinnt. Aber auch draußen, wo die Siedler frei- liegende Aecker haben, ist oft nur der eine Teil de» Landes vom Frost bedroht, der andere nicht. E» find gewissermaßen Kälte. straßen vorhanden, die vielleicht durch Gehölz. Buschwert, aber auch Wafier bedingt find. Jedenfalls tut der Siedler gut daran. sich solche gefährdeten Stellen zu merken und auf ihnen keine besonders empfindlichen Pflanzen, wie Bohnen, Gurken, Dahlien usw. zu ziehen. Die Slaskulwr. Der März- und der starte späte Maifrost diese, Jahre« lassen erkennen, welchen Wert die jetzt durch staatliche und städlische Kreditgewährung betriebene Kultur von Frühgemüse für unser« rauhen Gegenden hat. Aber dem kleinen Mann, der nicht für 55 000 M. einen Morgen Land unter Glas bringen kann, ist damit nicht geholfen. Er steht unter dem Zwange, möglichst früh Ware auf den Markt zu bringen, denn später �ohnt es nicht*. Aber es fehlt ihm die Kraft, der meist schon vorher erkennbaren Frostgefahr zu begegnen: man weiß, daß Raucherzeugung die Wirkung der Kalle auf die Pflanzen verhindert. Aber soll er, der tagsüber sich abrackert, noch die Nacht sich mit Raucherzeugung abquälen? Man wird bei ollen gärtnerischen Fragen, die sich nicht auf den Großbetrieb beziehen, immer wieder auf das genossenschaftlich« Prinzip hingewiesen: sollte es nicht möglich fein, eine Frostwehr aus solcher Basis einzurichten? Ansummen wirk- ichajtlicher werte würden erholten bleiben, wenn e, gelänge, diese Schäden abzuwehren. Ueberoll hört man in diesen Jahren vom Versagen der Stachel- und Johannisbeeren— welch großer Verlust für den einzelnen und für die Volksgesundheit! Solange nicht solche durchgreifenden Schutzmaßnahmen und nicht Vorkehrungen für ein« einigermaßen gerechte Entlohnung des kleinen Produzenten getroffen find, muß der Siedler bemüht sein, durch eine seinen Mitteln entsprechende bescheidene Glaskultur dos Problem zu lösen. Die Heranzucht von Kohlpflanzen im Herbst und dos Ueberwintern im Glaskasten gibt ihm die Möglichkeit, früh abgehärtete Kohlpflanzen ins Laim zu bringen und dem- entsprechend eine frühe Ernte zu hallen. Man weiß, wie nach der langen Frühsommerpause der Konsument sich aus den ersten Wirsingkohl freut... Auch Schoten sind begehrt und sind nicht allzu empfindlich: zu ihnen gehören bekanntlich junge Mohr- rüben, die schon früh gesät' werden können. Kohlrabi sollte man in 14-Tog-Abständen pflanzen, damit ein Daucrabsotz möglich ist. Das gleiche gilt für den Salat. Die preise. Man spricht setzt in Gärtnerkreisen nur noch von Ratio»«- iS.fi'-4 lisierung und Standardisierung. Das Fachblatt ent- hält bewegliche Aufrufe, sich zusammenzuschließen, um berechtigt« Forderungen auf Grund der sorgfältigen Auslese der Ware durchzusetzen. Nach der Erklärung eines hervorragenden Fachmannes ist Standardisierung in Obst die„Einführung einer einheitlichen ehrlichen Packung* mit Oualitätsbezeich- nung. Väterchen Skaal sorgt z. B. im freien Amerika dafür, dich der Verkäufer hält, was er oerspricht. So macht es Holland mit Frühkartoffeln, wie Dänemark mll seinen landwirtschaftlichen Produkten: Butter irnd Eier. Dem genossenschaftlichen Zusammen- schlich der Produzenten steht die genossenschaftliche Macht in der Preisbildung zur Seite, und es ist nicht anzunehmen, daß Bohnen z. B., wie zeitweise in Berlin, für 3 Pf. das Pfund an den Händler abgegeben werden müssen, während da. Pflücken sich auf etwa 2 Pf. stellt. Organisation des Absahes. Das Geld, das Staat und Gemeinden für die Hebung der Produttion geben, wird um so wertvoller sein, wenn es von Maß- nahmen staatlicher oder kommunaler Art beglettet ist, die geeignet sind, die von der Sozialdemokratie stets geforderte Organisation des Absatzes der Bodenprodutt« ins Leben zu rufen. Daß gewisse Qualitätswaren schon heut« ihre Anzucht lohnen, lehrt das Beispiel der Gurken und Tomaten, die unter Glas herangezogen werden. Für deutsche Tomaten sind höhere Preis« erziell worden, als für ttalienische, spanische und afrikanische Ware, da die Oualttät irrste rer Treibhauserzeugnisse von ihnen nicht erreicht wird. Ueb erhaupt ist in diesem Jahre der 1 / llebepfluß, der sich sonst bei Eintritt der Ernte aus dem freie» Lande einstellt, nicht so zu spüren gewesen, da das kalle Frühjahr: allenthalben die Produktion ungünstig beeinflußte. So ist es namenttich beim Spargel gewesen, bei dem auch noch die Kon- jervensabrit« als Abnehmer stark i» Frage kommen., « Für das Publikum, die große, Masse der Hausfrauen, die miß kleinem Budget wirtschaften, müssen die diesjährige» Preise hoch erscheinen. Die alle Erfahrung, daß die vielfache» Zwischenstufen des Handel» hier die Preisspanne erhöhen, sollt«! ebenfalls zur Schaffung eines direkten Verkehrs zwische» Produktton und Konsumenten anregen. Ueber den Ausfall dest diesjährigen Gesamternte läßt sich jetzt schwer ein Urteil fällen. Man kann den Stand gut nennen, doch sollte Wärme und Ab� nähme der Regengüsse sich für längere Zeit einstellen. In de» Blumengärten prangt jetzt der S o m m er f l o r in reichstei» Farbenschmuck. Es ist erstaunlich, wie immer neue Züchtungen Form und Farbe verbessern, so bei Pewnien, Rosen. Leokojen, Dahlien, Hortensien usw. Leider haben viele Rosen durch dip Kalle ihr Leben einbüßen müssen: selbst Rankrosen sind vielfach abgefroren, so daß nur die neuen Sprossentriebe das noch oo« handene Leben anzeige». Feuer iu einer Wagenfabrik. Sine Montagehalle völlig zerstört. Durch ei» Großfeuer wurde am Sonnabend nachmittag die große Montagehalle der Zahrzengsabrik Fritz Ganbschat in der walterfir. 32/3« in Renkölln zerstört. Die Feuerwehr war mit einem großen Aufgebot znr Stelle und fast sieben Stunden mit den Lösch- und Auf- räumungsarbeiten beschäftigt. Auf dem Grundstück Walterstr. 32/38 befinden sich die Fabrt- kationsgebäude der bekannten Fahrzeugfabrik Gaubschat, die«inen größeren Komplex bilden. Inmitten der Werksanlagen ist ein« etwa 35Met«rlange und fast ebenso breite masfiveMontage» Halle, m der die Stellmacher«! untergebracht war. Beim Schweißen eines Dampfrohres gerieten durch einen Luftzug glühende Eisenteilchen in das Dachgebälk, das im Nu Feuer fing. Von den Arbeitern der Belegschaft wurden sofort Löschversuch« angestellt, die jedoch ohne Erfolg waren. Als die Feuerwehr mtt drei Löfchzügen an der Brandstätte eintraf, stand der größte Teil der Montagehalle bereits in hellen Flammen. Auf den Alarm.Großfeuer— besonderes* wurden deshalb fünf weitere Löschzüge herange- zogen. Don der Halle konnte wenig gerettet werden: denn die Flammen fanden au Karosserien, Holzoorräten und der Halle« tt* richtung reiche Nahrung. Das brennend« Dach stürzte plötzlich i» seiner ganzen Ausdehnung krachend zusammen, doch kam glücklicher- weise niemond zu Schaden. Größte Gefahr bestand ei« Zeitlang für die angrenzende Maschinenhalle und mehrere Lagerräume. Es mußten deshalb zwölf Schlauchleitungen größten Kattbers in Tätig« kell gesetzt werden,«an ei« wettere Ausdehnung des Feuers, die zweifellos eine Betriebsstillegung zur Folge gehabt hätte, zu ver- hindern. Erst nach dreistündigem Wossergeben war die Gewalt des Feuers gebrochen und die Aufräumungsarb« iien konnten in Angriff genommen werden. Der Schaden ist hoch, jedoch durch Versicherung gedeckt. Wie die von dem Feuer btttrofte« Firma mitteilt, ist es mithin dem tat« kräftigen Zugreifen der gesamten Belegschaft z» verdanken, daß noch größeres Unheil verhütet wurde. Der Betrieb erleidet keine Störung, da gerade ei« neu« Montagehalle, die in diesen Tagen bezogen werden soll, fertiggestellt ist. * Am Nonnendamm 2 in Charlottenburg geriet ein größe« rer Schuppen, in dem Oelvorräte lagerten, in Brand. Wegen der starten Derqualmung- der Brandstelle gestalteten sich die Lösch- arbetteu der Feuerwehr sehr schwierig. Nach zweistündiger Arbeit tonnte da« Feuer niedergekämpft werden. Aie Aachl nach dem Verrat. 21 Nomon von Liam O'Flaherty. (Aus dem Englischen übersetzt von K. Häuser.) Plötzlich erschien er wieder, um die Ecke des Bureaus herumkommend. Er trat auf den alten Mann zu und steMe sich vor ihn hin, die Hände in den Hüften, die Beine weit gespreizt. Seine sauberen blauen Hosen waren korrekt ge- bügelt. Er war in Hemdsärmeln, so daß seine diamantenen Hemdknöpfe und der große Brillant in setner Krawatte in dem Halbdunkel leuchteten. Sein Haar war mit par- fümiertem Oel dicht an den Kopf gelegt, der Geruch durch- drang den ganzen Raum. Er sah aus den alten Mann her- ab mit einer Mischung von Verachtung und Aerger. Die beiden anderen Allen fingen schmeichlerisch zu kichern an und oersuchten so zu tun, als ob sie den Allen mit den Lumpen absolut nicht kennten. Schließlich fand der zer- lumpt« Alle ein rotes Taschentuch, konnte aber in seiner Aufregung den Knoten nicht lösen, der es zu einem Ball zusammenband. „Da ist es,* rief er,„dadrin sind fünf Pennys und vier halbe Pennys. Ich kann's nur nicht aufknoten, weil die Finger alle steif sind vom Rheuma, könnten Sie's viel- leicht tun um Gottes willen?* Dann sah er offenen Mundes in dos Gesicht des Bureaumannes. Der, ohne von dem Taschentuch die geringste Notiz zu nehmen, starrte den. Alten an, als ob er ihn niederschlagen wollte. Der Alte fing an zu zittern. „Mach', daß du'rauskommst!" brüllte der Aufseher plötzlich mtt Donnerstimme. Gleich stand er wieder regungs- los. Der olle Mann zitterte und stotterte. Er wandte sich und schlurfte die Stufen zur Tür hinunter) wie er ging, scheuerten sich ftine S chulterblätter an seinem Zeug. Er stieg zwei Stufen hinunter, machte unsicher hall und sah sich um. Dann stolperte er, nahm eine dritte Stufe, verlor das Gleichgewicht und glitt aus. Er rutschte auf dem Hinter- teil zur Tur. Die beiden anderen Alten fingen an zu lachen und zu kichern. Der Aufseher schalt sie aus. „Was gibt's da zu lachen? schrie er. Sie hörten äugen- Ucklich auft Jfc du dal" fuhr er fort, de» Finger nach dem Allen in den Lumpen ausstreckend, der jetzt draußen auf der Schwelle stand und unentschlossen rückwärts über seine Schullern guckte.„Wenn ich dich noch mal erwische, aller Esel, dann bring' ich dich zur Polizei. Mach', daß du jetzt wegkommst, und geh ins Arbeitshaus, da wo du hin» gehörst. Marsch!* Der Alte zog sein affenartiges Gesicht zusammen zu einer Grimasse schmerzlicher Ueberraschung. Er warf einen erschrockenen Blick auf das hagere Gesicht McPhillips, das aus der Ecke links an der Tür ihn anstarrte. Dann murmelte er etwas und machte sich fort, die Straße hin- unter, in einem elenden Trott. Die anderen Allen fingen miteinander zu wispern an, sobald der Bureaumann den Rücken wandte und wieder in sein Bureau ging. „'Totschießen sollte man den Kerl, was?* „Das sollte man,* wimmerte der andere,„der Schuft, der dreckige— so umzugehen mit einem.* Dann schlürften sie zum Schaller, um ihre Bettkarten zu holen. Der Clerk fluchte und gab ihnen Schimpfnamen, sie aber entschuldigten sich fortwährend und kicherten. Während die beiden Allen am Schalter ihre Bettkarten lösten, schlüpfte McPhillip lautlos durch die Tür und schlich durch den Raum. Den Durchgang untersuchend, sah er sich um. Dann wandte er sich rechts dem entfernteren Ende zu. Dort stand er still. Er lehnte sich wie zufällig an die Mauer, holte eine Zigarette aus der Tasche und zündete sie an. Er sah um sich: es war ein breiter Gang mtt Zementfußboden und mit Wänden aus glasierten Kacheln. In regelmäßigen Abständen gingen Fenster hinaus auf einen großen Hof auf der Rückseite des Gebäudes. In den Alkoven, die die Fenster bildeten, waren Bänke. An der Wand gegenüber in je etwa drei Meter Abstand Spucknäpfe. Menschen standen in Gruppen in dem Gang, einige saßen auf den Bänken, in leisem Gespräch miteinander, andere gingen auf und ab, einzeln oder zu zweit, die Augen auf den Boden geheftet, die Hände rücklings unter den Rockschößen zu- sammenhallend. Sie waren olle zerlumpt und trübselig. Einige waren jung, aber ihre Gesichter besaßen bereits jenen trostlosen Ausdruck, den man im allgemeinen nur in de» Gesichtern von alten Leuten findet, die das Leben ent- täuscht hat. Langsam an seiner Zigarette ziehend, prüfte McPhillip diu Hall««od du Miwschun. die vorübergingen: mit der gleichen flinken und geschärften Uebung wie vorhin die Straße. Wieder konnte er niemand erblicken, der sein Interesse erregt hätte. Wieder seufzte er leise und wandte sich nach rechts. Durch eine Drehtür betrat er einen großen Raum. Der Raum war Überfüllt. Er war mtt langen Tischen und hölzernen Bänken ausgestattet, wie ein Caf6 für Ar- better. Auf ein paar Tischen lagen Zeitungen, auf anderen Spielbretter und Dominiosteine. An allen Tischen saßen Menschen, einige lasen, andere beschäftigten sich mtt den Spielen. Die Mehrzahl indessen saß schweigend da, leer vor sich hin starrend, versunken in die Betrachtung ihres schrecklichen Lebens. Diejenigen, die keinen Platz finden konnten, standen um die Tische herum und beobachteten den Fortgang der Spiele, die Hände in den Taschen und im Gesicht den Aus- druck unerschütterlicher, geistesabwesender Gleichgültigkeit. McPhillip schlenderte von einem Tisch zum anderen, die Zigarette in der Linken, die Finger der Rechten am Drücker der Pistole zwischen den beiden Knöpfen des Regenmantels. Niemand nahm Notiz von ihm. Die traurigen Augen, die ftch zufällig hoben, um ihn anzusehen, sahen nur ein chäbiges Wrack wie sich selbst. Und selbst wenn irgendwie plötzlich durch eine laute Trompete den Menschen in diesem Räume seine Identität verkündigt worden wäre, blieb es zweifelhast, ob diese Neuigkeit bei mehr als einigen Er- regung verursacht hätte. Die Verbindung dieser Menschen, die zufällig Arbeiter waren, manche auch Verbrecher und verbrauchte alle Männer, mit der zivilisierten Welt, ihren Moralbegriffen und ihrem Abscheu vor Verbrechen war so lose und schwach, daß sie nicht imstande waren, das Interesse zu verstehen, das ein Mord in der empfindsamen Brust unserer Frauen und Schwestern erweckt. McPhillip durchspähte den Raum genau, ohne zu ent- decken, was er suchte, dann ging er wieder in den Gang. Er trat in ein anderes Zimmer, das von den Insassen des Heims zum Briefichreiben benutzt wurde. Dieses Zimmer war leer. Dann ftieg er eine Treppe hinab, die zu den Wasch- und Baderüumen führte. Hier waren Männer, die sich wuschen und rasierten. Er ging überall umher und ent- deckte niemand. Wieder kam er zu dem Korridor hinauf und betrat den Eßsaal.< �(Fortsetzung folgt) Der Schwindler als Referendar. Rechtsstudium zur Umgehung der Gefehe. In dem Kaufmann Paul& anter lernte man vor Gericht einen neuartigen Typ des„ rechtskundigen" Berbrechers feinen, der eifrig die Gesetze und Rechtsentscheidungen studiert hatte, um den Maschen des Gesetzes zu entgehen. Ranter war schon vielfach vorbestraft worden, und nachdem er genügend die strafrechtlichen Tatbestände am eigenen Leibe tennengelernt hatte, beschloß er, sich genügende Rechts tenntniffe zu verschaffen, um in Zukunft bei seinen Geschäften dem Staatsanwalt zu entgehen. Er begann einen förmichen Vorbereitungsdienst zum Referendaregamen und studierte monatelang eifrig in den. Bibliotheken des Landgerd hts und des Rammergerichts die einschlägigen Rechtsentscheidun gen und Kommentare. Im Kammergericht hielt man den eifrigen Befuch für einen Referendar, der sich auf das Examen vorbereite und stente ihm bereitwilligst alle gewünschten Bücher zur Verfügung. Als Ranter nun glaubte, genügende Rechtskunde zu besigen, gründete er ein Berfandgeschäft für alle möglichen Apparate und entvidelte in ländlichen Zeitungen eine Riesen rettame. Er verschickte überallhin Prospekte, in denen fich der Satz befand, es sei ihan oft der Vorwurf gemacht worden, daß er die Apparate nicht gleich mitschide, deshalb werde er sich erlauben, in drei Tagen diefelben gegen Nachnahme zuzusenden. Tatsächlich gingen auch 8000 Nachnahmen heraus, deren Annahme natürli Derweigert wurde. Nun tamen Briefe gröbften Ralibers, in denen mit Klagen, Strafanzeigen, Verhaftungen und Anschlag des Namens aan Rathause gedroht wurde. Durch ihr Schweigen hätten die Leute ihre Zustimmung zum Ausdrud gebracht und müßten deshalb nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch zahlen. Kanter hatte eine eigene Gerichtsabteilung eingerichtet und strengte viele Hunderte von Klagen an. Die Berflagten auf dem Lande glauben, daß es genüge, menn fie in einem Brief beim Gericht gegen den Schwindel protestierten. Die Gerichte mußten Berfäumnisurteile erlaßen. Mit diesen ging mun Kanter in der rücksichtslosesten Weise voz. drohte, den Standjäger ins Haus zu schicken und die Schuldner" bei Wasser und Brot ins Gefängnis zu feizen. So machte er viele Leme mürbe. Am endlich Ruhe zu haben, billigten sie in die Zusendung der Nachnahme ein. Der Geheimrat macht Geschäfte" Der Aufrollung des Falles Bönisch. Wir brachten vor einigen Monaten einen ausführlichen| Dr. v. Roenen und Müllerheim( Stolp) den Beweis zu Bericht über den früheren Vortragenden Rat im Kaiserlichen führen, daß es einzig dem Geheimen Rat Bönisch zur Last Staatssekretariat des Innern Dr. Bönisch und sein Ver- zu legen sei, daß der Siedlungsplan nicht durchgeführt werden fonnte. Die Beweisaufnahme ergab dann auch, daß Bönisch ganzes halten gegenüber der Ostdeutschen Siedlungsge- Trachten unausgefeßt darauf gerichtet war, die von den Siedlern fellschaft. Eine Verhandlung, die in diesen Tagen in eingehenden Beträge für fich zu erlangen und daß er sogar, anstatt Stolp stattfand, bestätigt unsere Darstellung vollauf. wie verabredet, das Gut hypothekenfrei zu machen, eine neue Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung verhandelte nämnpothet habe eintragen laffen. Die Berhandlung ergab weiter lich die Stolper Straftammer in der Berufungsinstanz die Tatsache, daß Bönisch sich bereits während seiner Amtszeit in vier Tage gegen den Direktor der Ostdeutschen Siedlungsgesellschaft bas Gut Hohenhagen mit den Mitteln eines Berliner Kaufmanns Grundstückspetulationen eingelassen hatte und daß er Richard Ha ase. Die Ostdeutsche Siedlungsgesellschaft, die zu dem 3wed gegründet war, größere pommersche Güter unter Siedlern erworben hat, dem er von dessen Einzahlung, die 220 000 m. beaufzuteilen, hatte im Jahre 1924 von dem früheren Geh. Ober- trug, nichts zurückgezahlt hat. Schließlich konnten die Verregierungsrat im Reichsamt des Innern, Dr. Bönisch, den An- teidiger dem Zeugen vorhalten, daß er als hoher Reichsbeamter trag zur Aufteilung des diesem gehörigen Gutes Hohenhagen fich für eine völlig untergeordnete Tätigkeit von einem Privatmann entgegengenommen. Haase war darauf in Berhandlungen mit monatlich 1000 m. zahlen ließ, und daß er den gleichen BeFlüchtlingen aus den abgetretenen Gebieten eingetreten, die teils trag dafür gefordert und angenommen hat, weil er in einer Beeine gewisse Barfum me anzahlten, teils ihre Ansprüche gegen gna digungssache im preußischen Justizministerium vorstellig bas Reichsentschädigungsamt abtrafen. Obwohl Haase geworden ist. Trotzdem hielt der Staatsanwalt seine Berufung aufsich dann in der Folgezeit außerstande fah, den Siedlern die Siedler recht und forderte die Bestrafung Haafes zu zwei Jahren Ge= stellen auf Hohenhagen zu besorgen, hat er die von ihnen geleisteten fängnis, während die Berteidiger für die Freisprechung Bahlungen nicht an fie zurückſtatten tönnen, da die Ostdeutsche des Angeklagten eintraten. Siedlungsgesellschaft, deren Anteile ihm ausschließlich gehörten, in Sahlungsschwierigteiten geraten war. Gegen Haase war deshalb Anklage wegen Betruges erhoben, wobei ihm der Borwurf gemacht wurde, daß er mit den an ihn gezahlten Beträgen unwirtschaftlich umgegangen sei und Zahlungen noch in dem Zeitpunft entgegengenommen habe, in dem er die Illiquidität der Gesellschaft und die Unmöglichkeit der Zuteilung von Siedlerstellen habe ertennen müffen. Das Schöffengericht war im Ottober vorigen Jahres zu einer Freisprechung gefommen, dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Dagegen suchten die Rechtsanwälte Dr. Alsberg( Berlin), Dzeanflieger Röhl mit seinem Begleiter ünefeld nach Köln Nach ihrem Besuch beim früheren Kaiser in Doorn, ist der geflogen. Ein offizieller Empfang fand meister Adenauer war nicht anwesend. Der Magistrat war über die genaue Zeit der Ankunft nicht unterrichtet worden. t Wieder ein Autobus verunglückt. dur 3wei Fahrgäste verletzt. 418 el teu Die Sendungen enthielten aber nichts weiter als zwei Kostenfeftfegungsbeschlüsse und ger brochene Grammophonplatten, um das Gewicht vorzutäuschen. Die Rivilgerichte, die dauernd rnif den Prozessen des Angeklagten in Bewegung gefeht worden waren, gaben schließlich die Atten an die Staatsanwaltschaft ab, die nammehr ein Strafius stadi verfahren wegen Betruges in mehr als 100 Fällen, Nötigung, Erpreffung, Beleidigung und m.ffentlich falscher An- Infolge Achsenbruches gerief gestern abend an der Ede schuldigungen gegen Kanter einleitete. In der Verhandlung verfuchte der Angeklagte, ausgerüstet mit einer großen Zahl von dicken Chauffee- und Boyenstraße ein Autobus der Linie 24 auf den Büchern, in ganz überheblichem Tone dem Gericht Rechtsbelehrun- Bürgersteig und tiß einen Straßenbahnmaft um. gen zu erteilen. Die Sachverständigen, hielten den Angeklagten für Wagen wurde stark beschädigt und zwei Fahrgäste erheb einen verschrobenen Menschen und seinen Fall als an Monomanie lich verletzt. Die Verunglückten erhielten auf der nächsten grenzend. Die juristischen Kenntnisse" des Angeklagten hatten doch Rettungswache die erste Hilfe. Der Autobus mußte abgenicht so weit ausgereicht, daß er sich gänzlich am Gesez vorbei schleppt werden. 20 191 Schmuggeln fonnte, wenn er auch nicht in allen Fällen verurteilt murde. Es blieb aber noch genügend übrig, um ihm 1½ Jahre Gefängnis zuzudiftieren. 316 d Handtaschenränber in Dahlem. CHELC In Dahlem wurde gestern nachmittag ein verwegener Neber. fall auf eine Basantin verübt. In der Kronprinzenallee wurde die Frau plöglich von zwei jungen Burschen überfallen und mit erhobener Pistole um Herausgabe ihrer Handtasche aufgefordert. Als die Ueberfallene der Aufforderung nicht sofort nachkam, schlugen die Burschen auf die Wehrlose ein, entrissen ihr die Tasche und suchten ihr heil in der Flucht. Auf die Hilfe rufe der Frau eilten Baffanten hinzu, die sofort die Verfolgung der Straßenräuber aufnahmen. Es gelang ihnen jedoch, zu entfommen. Einige Zeit später glaubte einer der Berfolger, zwei junge, etwa 19jährige Burschen, die sich am Rande des Grunewaldes umhertrieben, als die Täter zu erkennen. Er benachrichtigte das nächste Polizeirevier und ließ beide feftnehmen. Bei ihrem Berhör bestritten sie, den lleberfall ausgeführt zu haben. In den Taschen der Burschen wurden zwei geladene Schein tod. pistolen vorgefunden. Am Montag soll eine Gegenüberstellung der überfallenen Frau mit den Tätern erfolgen. Die italienischen Flieger bei Guérard. 8 oz slis 316e allade Somali- Schau im 300. D Der Auf dem für Sonderschauen bestimmten Blas haben ieht Somalistämme ihren Einzug gehalten, die, obwohl sie sehr dunkel find, doch nicht als eigentliche Reger angesprochen werden dürfen. Die Somali find ein Mischvolf, zusammengefeht aus Hamiten, Semiten und Negerſtämmen. Mit einem für intereffante Charakter föpfe und gute Gestalten fein gefchulten Blich sind diese Schauleute ausgesucht worden. Sie felbft scheinen sich ihres Schönheitswertes voll bewußt zu sein und verwenden wohl ein Drittel des Tages für Bahn- und Haarpflege. Und da fie fast andauernd ihre Zähne mit dem Holz des Katstrauches behandeln, sind diese beinahe übernatürlich weiß. Das schwarze Buschelhaar, das von Schaffett nur fo trieft, wird entweder in unendlich viele kleine 3öpfe geflochten oder unermüdlich gefämmt. Die im Dorf ausgestellten Arbeiten der Handwerker und der Korbflechterinnen find wohl sehr primitiv, aber doch nicht ohne jedes Kunstempfinden. Natürlich fehlt auch die Borftellung nicht, und in ihr wird unter viel Geſchrei und persönlicher Geschicklichteit Krieg gespielt. Die Somalileute sind eigentlich Berufsfrieger; denn ihr Heimatland ist noch im Zustande der Raubritterzeit. Bei dem Krieg im 300 handelt es sich um ein gestohlenes Kamel, das, nachdem die beiden Räuber gefangen find, von dem angreifenden Stamm unter Zugabe eines jungen, übrigens fehr Schönen Mädchens, zurückgegeben wird. Die hiesige Truppe steht unter dem Kommando des Häuptlings Ali Egga, der ein tadelloses Deutsch spricht, da er, als ein Pflegefohn der Familie Hagenbed, in Hamburg mit sehr gutem Erfolge eine deutsche Schule besuchte. Notlandung im Landhausgarten. In Borgsdorf bei Dranienburg mußte gestern abend der Pilot des Sportflugzeuges D 1050, der Type Rumpler C 1, infolge eines plöglich auftretenden Motorschadens notlanden. Der Apparat überfuhr beim Niedergehen einen Bauzaun und prallte gegen den Giebel eines Landhauses. Der Begleiter versuchte vorher abzuspringen, 30g fich hierbei aber einen BeinDer Reichsverkehrsminister von Guérard veranstaltete am Sonnabend mittag im Reichsverkehrsministerium einen Empfang zu Ehren des italienischen Staatssekretärs für das Luftverkehrsmesen, Balbo, und der Mitglieder der italienischen Fliegerstaffel. Außer den Gäften nahmen der italienische Botschafter Baron Aldovrandi, der Generaldirektor der Reichsbahn Dr. Dorp müller, Staatssekretär von Schubert als Bertreter des Außenminifters und führende Parlamentarier sowie Bertreter der italienischen und der deutschen Presse an dem Empfang teil. Reichs minister von Guérard hieß die Gäste in einer Ansprache willkommen, in der er auf die völkerverbindende Bedeutung der Luft- bruch zu. Der Berunglückte erhielt von hinzugerufenen Sanitätern fahrt hinwies. Staatssekretär Balbo erwiderte mit einer Rede auf das Wohl des Reichspräsidenten, des deutschen Volles und der deutschen Luftfahrt. die erfte Hilfe und wurde später in das Oranienburger Krankenhaus gebracht. Der Pilot blieb unverletzt; das Flugzeug wurde nur leicht beschädigt. On ais Je Ausverkauf( 2: 21.Juli): ein Posten Fertiges Oberbett 7.40 Daunendecken Seidenglanzsatin in diversen Far- 45.ben, mit la Daunen, 150x200 Satin Steppdecken doppel 12.75 seitig, in divergen Farben, welche in div. schönen Karomustern, 140X190 Reisedecken Qualitat 8.75 Oberbettbezüge diger fädiger 4.95 Linon, zum Knöpfen, ca. 130X200 graurot Inlett mit grauen Federn Lakendowlas kräftige Qualitat, 1.55 Gestreifter Bettsatin 130 cm breit. ca. 146 cm breit........ 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Das„ Dienstmädchen", das Lackschuhe trug. Eine Hausangestellte steht vor dem Einzelrichter des Amtsgerichts Lichtenberg. Der Sigungsfaal ist groß und in freundlichen Farben gehalten. Hier aber herrscht teine. Freundlichkeit, vom Richtertisch aus weht ein unangenehmer Hauch in den Raum. Der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat held, ist ein fleiner, feister Mann, mit einem Antlik, das von Gesundheit strahlt. Wenn er spricht, zieht sich sein Geficht zusammen, und zwei Pleine Grübchen treten in die Bangen. Alles an ihm leuchtet in Wohlgenährtheit und Würde! Die Angeklagte ist ein einfach angezogenes Mädchen, das geistig etwas beschräntt ist. Sie war bei einem Landwirt in Friedrichsfelde in Stellung und soll sich dort 11 Taschentücher, 1 Baar Ladschuhe und 2 Baar feidene Strümpfe der gnädigen Frau" angeeignet haben. Das Mädchen ist 31 Jahre alt und noch nie mit dem Strafgesetz in Konflitt getommen. Sie besitzt fehr gute Beugnisfe. Umsonst versucht sie, diese vorzulegen: Der Richter meint, daß er sie nicht sehen wolle. Die Mutter des Mädchens fizt auf der 3 eugenbant. Da sie ein paar Mal mit ihrer Tochter gesprochen hat, wird sie von dem Borsitzenden in menig liebenswürdiger Weise aus dem Saal gewiesen. Die Angeklagte hat während des Dienstes die feinen Ladschuhe der Gnädigen" getragen. Wie das der Vorsitzende hört, meint er höhnisch: Ja, ja, das ist die neue Zeit, d. h. also,„ Dienſt mädchen" dürfen teine Lackschuhe tragen! Seiner Meinung nach! Als der Amtsanwalt eine Geldstrafe beantragt, zucie die Angeklagte die Achseln und ließ vernehmen, fie wolle nichts bezahlen. Da wurde der Richter fehr aufgebracht, er brüllte und schrie das Mädchen in gröbster Wiese an. Das Urteil: Die bisher unbestrafte Angeklagte wurde zu fage und schreibe zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Sie erhielt aber großmütig eine Bewährungsfrist augebilligt gegen Zahlung einer Geldbuße. m vorbestraft ist, megen einer Bagatelle mit Gefängnisstrafe zu Das ist ein Richter, wie er nicht sein foll! Jemand, der nicht belegen und damit vielleicht für die Zukunft zu ruinieren, ift ein belegen und damit vielleicht für die Zukunft zu ruinieren, ist ein Seugnis dafür, daß diesem Mann soziales Verständnis fehlt. dreng do ado dini Refidenztheater: Standal im Beff". Wer da, lüstern- abwegige: Phantasie voll, Befriedigung fuchte, ist faum auf seine Rech nung gekommen. Der Titel des luftigen Schwantes von Cornelius und Kampner- Hochsteis ist nämlich das Gewagteste, alles andere erwies fich als eine heiter- harmlose Angelegenheit. Also: Die leichtgeschürzte Dame Jou- Jou, berufsmüde, hat endlich den heißersehnten. Dummen gefunden, in Geftalt des dicken, gutmütigen, altertumsSein Intimus, der als erster die forschenden Profefforleins. Freudenbotschaft erfahren soll, ist ausgerechnet sein unmittelbarer Borgänger im Herzen und so der holden Braut. Der Freund und abgebantte Liebhaber brüte! Rache an der Ungetreuen und will gleichzeitig einen Dummen vor unheilvollem Shicksal bewahren. andere bei ihm ist, zu sich, die erscheint auch prompt selbstredend Er bestellt das flotte Dämchen in dem Augenblick, da der dumme wiederum„ geschäftsmäßig" gekleidet diesmal unten Reithose, oben Spihenhemò, fam: Kragen und Krawatte! Tableau! Das ganze ist weder neu noch sonderlich geschmackvoll, aber quecksilbrige Shnoddrigteit der sympathischen Elfriede Mertens, die auf feffen, schlanken Beinen durch das Geschehen hüpfte, verhalf der Sache zum Erfolg. us plisslom mild slid Nicht im Saison- Ausverkauf: illigst! 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Gespielt wurde sehr flott und mit Laune, die Ich auch auf das Publikum übertrug. Der dicke Gaston Briese als Professor und Franz Cornelius als Vater boten neben der Hauptdarstellerin recht gute Leistungen. Der verschwundene Löwenstein. 3mmer noch ein ungelöftes Rätsel. Wegen der Gerüchte, daß sich Löwenstein nicht an Bord des Flugzeugs befunden habe, von dem er abgestürzt sein soll, find fowohl der Steward an Bord des Flugzeugs wie auch Angestellte des Flugplatzes Croydon befragt worden. Die Ansichten ſtimmen darin überein, daß sich Löwenstein an Bord des Flug zeugs befunden habe. 20 Ein Absturz Löwensteins aus dem Flugzeug, ohne daß der Führer etwas davon gemerkt haben soll, ist nach Ansicht aller Sachverständigen recht unwahrscheinlich. Wenn ein nor males Flugzeug, wie es das Löwensteinsche war, plötzlich Ladung in einem Gewicht abgibt, das der einer erwachsenen Berson entspricht, so wird die Maschine Schwanfungen unterworfen, die fich bei der Steuerapparatur ganz entschieden bemerkbar macht. Der Führer muß die Maschine abfangen, das wird jeder Flugzeugführer bestätigen, der Fallschirmspringer abgab" oder im Kriege Bomben abwarf. Daher ist nicht einzusehen, daß dies beim Löwensteinschen Flugzeug nicht der Fall gewesen sein soll. Es fann alfo faum die Rede davon sein, daß Löwenstein abstürzte, ohne daß der Pilot etwas merkte. 213 C Waffergaragen in Berlin S0. Monolit Die Spree und Havel- Dampfschiffahrts- Gesellschaft Stern läßt die Nachricht verbreiten, daß fie vom Reichsfistus die ehemalige Pioniertaserne in der Köpenider Straße 11-14, eines der ältesten Kasernengebäude Berlins, auf die Dauer von zunächst 30 Jahren gepachtet hat, um dort zunächst eine Werft mit den einschlägigen Reparaturwerf ftätten zu errichten, da die jetzt bestehende Werft in Stralau infolge ihrer weiten Entfernung von der Hauptanlegestelle an der Janno wigbride sich unwirtschaftlich gestaltete. Ferner will die Stern gesellschaft auf dem Grundstück die erste Wassergaragen. anlage einrichten, in der Motorboote und Segeljachten, die bisher nur auf den Außengewässern stationiert werden konnten, in nächster Nähe der City untergestellt werden fönnen. Um diese Anlage zu schaffen, soll die alte fuelsche Badeanstalt, die jahrelang Ka E Burg Eisenhardt. Heute noch prangt das altsächsische Wappen am Rundbogentor, durch das man in eine geräumige Halle mit reich) gegliederter Spitzbogendecke tritt. In der Mitte steht eine starke Säule, aus deren Höhe die weiten Bogen entspringen und den Wänden zustreben. Um ihr die nötige feste Gründung zu geben, ist sie durch die hohen mit riesigen Tonnengewölben abgedeckten Keller bis auf die Erde durchgeführt. Zu den oberen Stockwerfen, deren schön gegliederte Fenster durch starke Borgitter verziert find, führt eine hohe Treppe. In den oberen Räumen ist jetzt das Amts= gericht untergebracht. Es ist schon richtig, wenn bei dem Wohnungsmangel die alten Gebäude ausgenügt werden. Im Wirtschaftshof fieht man oft die Infassen des Amtsgefängnisses, das auch in den Mauern der Burg untergebracht ist, mit Berkleinern von Holz beschäftigt. An der Heerstraße zwischen Brandenburg und Eingang führt. Die Geschichte hat nicht gerade vor der Burg EisenBittenberg, an der Grenze zwischen West- und Ostfläming| hardt halt gemacht, aber alles verderben fonnte weder der Dreißigliegt Belzig. Der wendische Name weist auf eine slawische Siedlung jährige Krieg, noch die Einquartierung während des Siebenjährigen hin und bedeutet ungefähr ,, das beim Weißen Berg gelegene" oder Krieges. Nach dem Wiener Kongreß übernahm der preußische Weißenberg". Bald nachdem Belzig das erstemal in der Ge- Staat das Stück Sachsenland. schichte genannt wird, ist auch von dem ,, weißen Grenzenhaus", dem Borläufer der Burg Eisenhardt, die Rede. Unweit der jeßigen Burg, die auch schon den Namen ,, Das weiße Schloß oder das herzogliche fächsische Grenzenhaus vor Bellig" getragen hat, steht die Briccius firche. Es gibt einen Heiligen des Namens Briccius aus der Nähe von Ninove in Flandern, man nimmt deswegen an, daß die ersten Siebler aus dieser Gegend stammten. Die Bezeichnung Fläming für die ganze Gegend, wird aber nicht von Flandern abgeleitet, sondern auf die Art der Ansiedlung. Die Gegend mußte erst gerodet werben, jebe Bauernstelle wurde deshalb mit mehreren Hufen ausgestattet und bekam das flämische Recht verliehen.( Jus flamingorum.) Den Umfang, den die Burg Eisenhardt jetzt hat, erhielt sie nach einem Umbau im Jahre 1465, damals erhielt sie auch ihren Namen Eisenhardt. Sieben starke Edtürme, die teilweise, wie auch der Bergfried, in fegelförmigen Spigen ausliefen, stärkten die Winkel des gewaltigen Siebeneds. Die Mauern waren so start, daß nicht nur Gänge durch fie geführt wurden, sondern auch die ziemlich geräumigen Wachtstuben am Ausgang nach der Stadt ihren Platz in ihnen fanden. Nach der damaligen Herstellungsweise sind zwei Mauern zum Bau errichtet worden, deren Zwischenraum mit einer Badung von in Lehm eingebetteten Feldsteinen ausgefüllt wurde. Der verwendete Mörtel war ausgezeichnet und ist im Laufe der Beit so verhärtet, daß alle Bemühungen, den Nordostturm abzubrechen, nicht den gewünschten Erfolg zeigten. Es gelang wohl, etnige Ziegelsteine loszuschlagen, aber es ging dabei mehr über die Werkzeuge, als die Sache einbringen konnte. Ueber einen breiten, fünftlich hergestellten Ballgraben führte eine Zugbrüde. Heute liegt an ihrer Selle ein Damm, über den ein gepflasterter Weg zum Ferienzeit zur Schulung und Erweiterung ihres Wissens benußen wollen, tönnen sich noch zur Teilnahme melden. Die Kosten( Fahr und Hörerbeitrag) betragen geld, Unterkunft, Verpflegung 31 Mart. Meidungen müssen bis zum 15. Juli dem Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, zugefandt werden. oquio An die Bergangenheit erinnert außer dem Hauptgebäude auch das sehr ausgedehnte Salz magazin, in dessen weiten Dachräumen noch jetzt die verschiedenen Böden übereinander zu erkennen find, auf benen einst das 3insgetreide des Amtes Belzig lagerte. Die unteren Räume dienten als Niederlage für das Salz, dessen Verkauf der Staat inne hatte, und das von hier aus auf die einzelnen Gemeinden verteilt wurde. Das gesamte Burggelände fann man schwer überblicken, da sich an den Wirtschaftshof ein weiter Garten anschließt. Wer sich aber durchaus in Ritterromantit zurüdträumen möchte, der soll sich in den Garten begeben, dort ist unter Efeu verstedt, der älteste Rest der Burganlage. Dort steht noch eine alte Linde, die allen Einflüssen getroßzt hat. Aber sie ist schweigsam und plaudert nicht aus, nichts von den Rittern und nichts von den Frauen... den Hain", einen Waldpark mit schönen Anlgaen, schuf der berühmte Gartenarchitekt Ludwig von Stell. Heute befindet sich dort das Kurhaus des Feltebades Diez mit seinen Lehmkureinrichtungen und Lufthütten. 1 Wenn Diez eine Schöpfung protestantischer Kultur darstellte Johann VI., Bruder Wilhelms von Oranien, führte hier die Reformation ein so vollbrachte die Nachbarstadt Limburg ihre höchste Kulturleistung im Mittelalter. Der St. Georgsdom, ein außer Betrieb ist, und die augenblidlich der Verwaltung Anklageerhebung im Blumensteinskandal Meisterwert des Uebergangsstiles, steigt scheinbar aus den Wassern untersteht, abgerissen werden. Die Kasernenräume felbst sollen einen durchgreifenden Umbau erfahren. Die Umbauarbeiten sind bereits zu einem Teil in Angriff genommen worden. Eine Kundgebung des Reichsbanners. # In den Arminiushallen sprach in gut besuchter Ber sammlung der Landtagsabgeordnete Genoffe Karl Weiner bei einer Bersammlung des Ortsvereins Tiergarten des Reichs banners Schwarz Rot Gold über das Thema: Was Er ermarten mir pon der neuen Regierung? stizzierte zuerst die Zeit der deutschnationalen Mitwirtung an der Regierung und zeigte, wie diese Partei als Regierungspartei per leugnete, was fie in den Tagen der Oppofition und bes Wahltampfes versprechen hatte. Demgegenüber wies er die Grundrisse einer vers antwortungsvollen Jozialistischen Bolitit auf. Die jeßige Re gierung mußte gebildet werden, weil sich die Sozialdemokratie nicht dem Willen der Wähler entziehen fonnte. Sie fonnte um der Republit willen nicht in der Opposition bleiben! Anmestie, Aufhebung der Todesstrafe, Sentung der Lohnsteuer, Erklärung des 11. Auguft zum Nationalfeiertag, das sind fozialdemokratische For derungen, die auch in der Regierungserklärung als Brogrammpuntte wiederkehren. Genosse Weiner hielt dann unter stürmischem Beifall Abrechnung mit der verlogenen Demagogie der Kommunisten, Die immer nur gegen ihre sozialdemokratischen Klaffengenoffen hezen. Ein ungetrener Postbeamter gesucht. Bom Dienst und aus feiner Wohnung fpurlos verschwunden ist feit Mittwoch mittag der 33 Jahre alte Oberpoftfekretär tag der auf dem Amt 514 in der Dresdener Straße angestellt mar. Am Mittwoch wurde auf dem Poftamt unvermutet eine Revision und liegen und ging fort. Erst im Laufe des Donnerstags erklärte angesetzt. Zum Erstaunen seiner Kollegen ließ R. alles stehen fich sein merkwürdiges Verhalten. Es wurde festgestellt, daß er nach und nach fleinere Beträge unterschlagen hatte, die bis auf 5000 M. angewachsen sind. Die plößlich angesagte Revision machte es ihm unmöglich, die Berjehlungen, wie früher, zu verschleiern. Er fuchte sein Heil in der Flucht. Der verschwundene Beamte ist 1,69 Meter groß und breitschultrig, hat schwarzes nach hinten ge fämmtes Haar und als besonderes Kennzeichen an der linken Hand einen steifen Mittelfinger. Mitteilungen über seinen Aufenthalt nimmt die Dienststelle F 2 im Bolizeipräsidium entgegen. Bom 19. bis Ferienturfus der Arbeiterbildungsschule. 25. August findet in Obertiegmühle bei Freienwalde der diesjährige Ferienfurfus statt. Das Thema für die Arbeit lautet Theorie und Praxis des Klassentampfes". Leiter der Arbeitsgemeinschaft ist Genosse Dr. Georg Bienstod. Genoffen, die ihre im empor, umringt vom Sackenwald der giebelreichen Stadt. Bis ins 14. Jahrhundert reicht die berühmte Chronit des Limburger RatsSchreibers Tilemann Einen von Wolfhagen zurück, die als Sprachbentmal, wie als voltstundliches und kulturgeschichtliches Quellenwert von gleich hoher Bedeutung ist. 27 Personen wegen Kreditschwindels vor Gericht. Der Untersuchungsrichter in Paris hat die Boruntersuchung ungarischen Anleihefälschungsstandal gegen Blumenstein und Genossen abgeschloffen. Die Anflage wird gegen nicht weniger als 27 Personen erhoben. Von den Angeflagten fizen 7, darunter Blumenstein und Corbini, in Unters fuchungshaft, 12 weitere sind vorläufig in Freiheit belassen und 10 fonnten nach dem Ausland flüchten. Die Anklage verzichtet darauf, die Berfälschung und Entfernung des alten ungarischen Stempels auf den Wertpapieren gegen die Angeklagten anzuführen. Es wird ihnen lediglich zur Left gelegt, durch falfde Befig und Bergegenüber ber faufsbefcheinungen und unrechtmäßige Abstempelung Krediterschwindelt zu haben. Der Gewinn von Blumen stein und Genossen wird von dem Untersuchungsrichter auf nicht weniger als 20 millionen Franken geschäzt. Das Tal der Lahn. Gleich dem Rhein, der sich auf der furzen Stromstrede Don Rüdesheim bis Koblenz zu einem der schönsten Täler entfaltet, drängt auch die Bahn auf ihrem Unterlauf zwischen Diez und Nieder. Iahnstein all ihren Zauber zu einer Szenerie von unvergleich lichen Eindrüden zusammen. Die ehemalig naffauijd- oranische Residenzstadt: Diez gibt den fraftvollen Auftakt. Drei Zeitalter haben an ihr gebaut. Den mittelalterlichen Kern der Altstadt mit seinen hochgegiebelten Fachwerthäusern, Treppenaufgängen und malerischen Wintelgassen über ragt auf zweigipfeligem Borphyrfels die phantastische Baugruppe Grafen, deren Herrschaft wegen ihrer Fruchtbarkeit die goldene der Rezeptur und des Grafenschlosses, des Stammfiges der Diezer Grafschaft" hieß. Bor den Loren von Altbiez Graffchaft" hieß. Bor den Toren von Altbieg eine Sdbpfung aus einem Guß die luftigen Pläge und freien Straßen der Neuſtadt mit den gebrochenen Mansardenhäusern, Quergiebeln und stil. voll geschnitzten Eichenholztüren ihrer Barodhäuser. Und schließlich das moderne Diez: Ein Kranz von schattenumspielten Landhäusern, die mit dem Aufblühen der Industrie vor den bunten Steinbrüchen der Lahn aufgewachsen find. Das Ganze ein harmonisch in die Landichait eingebettetes Stadtbild, das einen prächtigen Rahmen ge= winnt durch die Fernsichten auf Taunus, Westerwald und das untere Martal. Wenn man vom Angelpunkt des Limburger Beckens aus den Unterlauf der Lahn weiter verfolgt, so löst zwischen den beständig sich verschiebenden Kulissen schroff abfallender Felswände und ver lockender Seitentäler ein fesseindes Ortsbild das andere ab. Fachingen erscheint, mit seiner weltbekannten alkalischen Mineralquelle, Balbuinstein mit der malerischen Ruine feiner Sperrfeste. Wo aber Dörsbach und Gelbachtal in das Lahntal münden, erhebt fich auf hohem Waldlegel die viertürmige Kirche des Klosters Arnstein, interessanten naffauischen Talburg Langenau. Kurz hinter Dausenau mit seinem schiefen Turm dann Bad Ems, An der sagenummobenen Burg das Bad aller Halskranten. Lahned vorüber Irägt die Bahn endlich bei der Johanniskircheid von Niederlahnstein dem großen deutschen Schicksalsstrome ihreje boxredit Fluten zu. Boulevard- Theater. Im gleichen Maße, wie draußen die Sonnenstrahlen leuchtend und leuchtender werden, verdunkeln drinnen in den sommerlichen Bergnügungsstätten die Sterne, merden blaß und blässer. Der Chansonnier Paul O'Montis war vielleicht noch der einzige, der mit routinierter Vortragsweise die kleinkünstlerische Bunft vor sicherein Tode bewahrte. Was sonst noch tam, mar mehr oder weniger vom Uebel. Es gab zwei Einafter, deren Zei maß zu lang und deren Wih zu furg geraten waren. Gustav Heppner, die Hauptfigur dieser beiden llnglückschofen, bemühte sich durch launig- gewandtes Spiel zwar redlich um den Erfolg, aber es war haft nicht zu machen.( Mitverantwortlich für den jhlechten Gang der Dinge zeichnen übrigens seine Mitspieler.) Auch die daraufLilly Flohr, Kurt v. Molowsky, Else Chier und Max Grünberg folgende Revue von Julian Arendt, der mit wenig Glück das abac= grafte Gebiet politischen Geblöbels betrat, ermies fich als eine Niete. taten ihr Bestes, ebenso der direktoriale Haustomponist Dito Stransky. Frank Günther, ein nicht unbegabter Ansager, hatte alle Hände voll zu tun, dem saymachen Kontakt zwischen Bühne und Bublifum ein wenig Levensodem einzuhauchen. Den Tanz vertraten Bera Meron, eine angenehme Erscheinung, und einige muntere Ballettratten. Bezittsbildungsausschuß. Die Bibliothef ist in den Commermonaten nur Freitags von 6-8 Uhr abends geöffnet. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff: Birtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Egkorn; Feuilleton: Dr. John Ghitowski; Lotales: and Sonstiges: Frik Raritäbt: Anzeigen: Th. Glade: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin, Druck: Barwärts- Buchdruckteret und Berlaasanstalt Baul Ginger u Co., Berlin G 68, Lindenstraße 3. Das Schloß, das den Namen der Erbauerin aus dem Hause Dranien trägt, ist das Werf des genialen Barijer Architetten Daniel Die von italienischen Künstlern aus der Dede herausMarot. gemeißelten Studarbeiten gehören zu den ausgezeichnetsten ihrer Art. Die nach Diez führende Allee von 200jährigen Linden sowie Sieran 3 Beilagen, Unterhaltung und Wissen" und Blid in die Dächerwell". 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Die Luft ist füß und zittrig und bebt ganz leise vom Flügelschlag eines Bogels Sonnengold. Der bauschige Reifrod kniffert, Lächeln und Gähnen entschlummern im wohligen Blau. H. H. Sträiner. Beilage des Borwärts Vorstoß in das arktische Gebiet. Erinnerung an die Bega" Expedition vor 50 Jahren. Das Flugzeug hat den Begriff der Entfernung und monatelanger Fahrten umgestoßen. Trozdem gibt es noch Strecken, die nicht mit dem Flugzeug zurückgelegt werden können und deren Bewältigung nicht nur lange Zeit in Anspruch nimmt, sondern mit unsagbaren Strapazen und größten Gefahren verbunden ist. Zu diesen Strecken gehört vor allem auch heute noch der Seeweg längs der Nord- Ost Küste Europas und Asiens, ein Weg, dessen Entdeckung vor genau 50 Jahren eine der größten geographischen Sensationen gewesen ist. Der Juli 1878 ist ein wichtiges Datum nicht nur in der schwedischen geschichte der Welt. eines anderen Schiffes, das den Namen ena" trug, mar Nordenskiöld der wissenschaftliche Leiter der Expedition. Es ist das Verdienst des Kapitän Palander, daß die Fahrt verwirklicht werden fonnte. Ohne seinen Mut und ohne seine Seemannstüchtigfeit wäre die große Tat faum gelungen. Am 18. Juli mar Tromsö in Norwegen erreicht, von wo am 21. Juli die beiden Dampfer weiterfuhren. Nach einem kleinen Aufenthalt vor dem Nordkap ging die Fahrt ins Ungewisse weiter. Durch den Jugor Scharr erreichten die Schiffe bereits am 1. August das Carische Meer und warfen am Gnade des Generals Dutow. Forschungsgeschichte, sondern in der geographischen Forschungs. 6. Auguſt flor vor der Mündung des Jeniffei. Nach viertägigem Bon Lydia Geifulina. Die nachstehende Erzählung der bekannten russischen Schriftstellerin schildert einen Vorgang, der sich im Jahre 1919, in der Zeit des ruffifchen Bürgerkrieges, in Orenburg abspielte. Die Red. Mit einem Blid, wie ihn nur Haß und Liebe erzeugen können, schaute die Alte um sich. Der Wind zerrte unbarmherzig an ihr und trieb ihr beizenden Staub in die Augen. Riß an dem neuen fchwarzen Sonntagskleid und an den Enden des Kopftuches. Doch fie rührte sich nicht von der Ede, an der sie stand. Ohne den Blick zu wenden, sah sie auf das lange Haus, auf die trübseligen Bachtposten. Die Straße trennte sie von dem Hause. Doch das Leben diefer Straße tümmerte die Alte nicht. Ein junger, rotbackiger Offizier ging vorbei. Er warf einen Blick auf die Alte, verzog ärgerlich den Mund, sah sich um und trat an sie heran. Die Alte zuckte zusammen, ihre entzündeten Augen wandten sich von dem Hause ab und blickten ihn an. Unsicher fragte er: ,, Sind Sie die Mutter des Kommissors Burjjanzem*)?" Es schien, als ermachte die Alte vom Schlaf. Gequält verzerrte sich das Gesicht zu einem stehenden Lächeln. Wie bei einem bettelnden Hunde wurden die Augen. Sie verbeugte sich tief. ... Ich, ja ich... die Mutter, die Mutter... ja, ja... Haben Sie mich erfannt, euer Hochwohlgeboren?.. ja, die Mutter Unruhig liefen die Augen des Offiziers nach allen Seiten. Als wollte er seinen Blick vor der Alten verbergen. Er erinnerte sich: drei Tage lang kam die Alte mit ihrem Mann zu ihm. Ihm zu Füßen warf sie sich, die Offiziersstiefel mollte sie füssen. Und der Alte stand da mit tiefgesenktem Kopf und wiederholte mit dumpfer, flehender Stimme: ,, Der einzige Sohn... Nur ter eine ist uns geblieben. Bauern find wir. Das letzte opferten wir, um ihm eine gute Erziehung zu geben, Herr Offizier, das letzte... Wir hungerten selbst." .. Der Offizier war Verteidiger im Kriegsgericht. Um die Leute foszuwarden, versprach er zu tun, mas möglich sein würde. Er -mußte, daß man den Sohn ahne gerichtliches Urteil erschießen würde. Jegt mar bereits das Urteil vollstrect". Was wollte denn die Alte noch vor dem Haufe des Generals Dutow? Mit einem plöglichen, unbehaglichen Gefühl warf er einen Blick auf ihre Sonntagsfleider. Ihm fiel ein, daß auch der Aite festtäglich gekleidet war. Und der Gedanke fuhr ihm durch den Sinn: Ihre besten Sachen haben diese Bauern angezogen, inn durch ihren Anblick das Gefühl der Herrschaften nicht zu verlegen. Sie gingen doch zu Generälen, zu höheren Offizieren in die Wohnungen, ins Gericht, in die Parteifomitees, überall wo man sie nur hineinließ. Sie baten, flehten für den Sohn. Mit einer letzten, erfolglosen Erniedrigung beschlossen sie ihr langes Stlavendajein." Er hatte das Gefühl, als ob ihm der Kragen zu eng würde. Berlegen drehte er den Kopf zur Seite. Er war in einer intelligenten Familie aufgewachsen, hatte viel von„ Humanität" gehört. All das durchfühlte er in einem Augenblid und wurde wieder unruhig:. Was wollte die Alte bloß vor dem Hause des Generals Dutow?" Aber die Alte began felbft: Mein Sohn hat doch eine Frau gehabt. Sie soll nun. auch erschossen werden, hat man mir und meinem Alten gejagt. Herr Offizier, neunzehn Jahre wird sie erst... Mischenta war vierund zwanzig und sie achtzehn. Sie hat doch keine Schuld, daß er Kom missar mar. Neunzehn wird sie erst." Der Offizier wurde noch verwirrter: Ja, was fann man denn da machen? Ihr müßt euch schon fügen schließlich ist sie doch nur seine Frau, nicht eure Tochter." Herr Offizier um Chriftus millen Nicht ein einziges Mal hab' ich sie gesehen. In der Stadt hat Mischenta geheiratet. nicht für sie bitt' ich... für's Kindchen.. Sie erwartet doch ein Kind... Erschießen Sie sie nicht, lassen Sie sie doch das Kindchen behalten Ja, sehen Sie... das Gesetz muß doch streng sein..." „ Herr Offizier, neunzehn Jahr wird sie. Sie ist doch parteilos, fagt man. Das Kindchen.. Herr Offizier... Mischas Kindchen trägt sie doch Nicht Tränen weinte fie, aber die zitternde Stimme war flehend, wie ein Schluchzen. Der Offizier verzog die Lippen, runzelte die Stirn und fragte: Was wollen Sie denn?" ,, Dem General Dutow eme Bittschrift überreichen. Man sagt, er kann machen, daß man sie nicht erschießt, wenn sie auch verurteilt ist. Zu ihm läßt man mich aber nicht durch. Den dritten Tag fomme ich her. Warte. Wenn er herauskommt, falle ich ihm zu Füßen. Aber gestern traute ich mich nicht. Hatte Angst vor den Soldaten. Er fuhr im Auto fort. Es ist nicht so einfach, an ihn heranzukommen, die Schußwache ist immer um ihn herum." Der Offizier fagte zögernd: Man wird Sie nicht zu dem General durchlaffen. Geben Sie mir Ihre Bittschrift, ich werde sie übergeben." Boll flehenden Dantes am ganzen Leibe zitternd, holte die Alte einen großen Bogen hinter dem Brusttuch hervor und gab ihn dem Offizier. Bielleicht verbarg er sich nur tief im Innern der madylvolle, natürliche Schrei- ich will leben! Aber sie hörte seine Stimme nicht. Alles war ihr gleichgültig. Als hätte sie sich nicht neunzehn, sondern fiebzig Jahre durchs Leben gequält. Sie fühlte nur ihren schweren Leib. Und nur ein Gedante, schläfrig und stumpf, war in ihr: Sich bequemer hinlegen zu können. Gestern noch bäumte sie sich auf, fie meinte und schrie. Die Resolution des Generals Dutom hatte man fer, der aan ben, *) Stammunistischer Justiziommissar, der non den, Beißen" eroffen marbe Vor 50 Jahren trat aus Göteborg der Dampfer ,, Bega" seine Fahrt um Europas und Afiens Nordküste, die erste Fahrt dieser Art, an. Man nahm damals an, daß die Umsegelung des Kaps Tichel justin, der nördlichsten Pforte der Welt, unmöglich sei, da treibende Eismaffen den Zugang für jedes Fahrzeug sperren. Der Kampf wit den treibenden Eismassen im Nordozean wurde überhaupt als das größte Hindernis für die Bewältigung dieser Strede angesehen. Das Kap Tscheljustin war damals noch von memandem außer dem russischen Seemann, der es entdeckt hat und dessen Namen es trägt, betreten worden. Der schwedische Polarforscher Adolf Erich Nor denskiöld hatte den Mut, anderer Ansicht zu sein. Er stellte die Theorie auf, daß große Mengen von aufgewärmtem Wasser, die die sibirischen Flüsse in den Ozean ausipeien, im Sommer längs der Rüfte eine Art fahrbaren Kanals bilden, der die Schiffahrt an der Küste ermöglicht. Auf dieser Theorie baute Nordenskiöld den Plan seiner Expedition auf, die die asiatische Nordküste erforschen sollte, um durch die Behring- Straße bis nach Japan vorzubringen und durch den Suezkanal zurückzukehren. Der Plan lang damals verwegen. In den Augen der meisten war er überhaupt unausführbar. Nun galt es, das für die Ausrüstung der Expedition nötige Geld zu fammenzubringen. Es mangelte nicht an Leuten, die gewillt waren, dem fühnen Forscher zu helfen. Trotzdem reichten die Mittel nicht ganz aus. Da meldete sich unerwartet ein gewisser Alexander Sibiriatoff, der sich als einziger fibirischer Patriot" bezeichnete. Sibiriakoff war der Sohn eines einfachen sibirischen Bauern, der durch erfolgreiche Spe fulation in Grundstücken, auf denen Gold gefunden murde, sich ein enormes Vermögen erworben hatte. Der junge Sibiriatoff intereffierte sich für geographische Forschungen, die sein Land, das er über alles liebte, wie er sagte: in der Welt berühmt machen: fönnten". Als die Meldungen über Nordenskiölds Pläne bis in die sibirische Bresse drangen, entschloß sich Sibiriafoff, die kühne Fahrt mit Geld mitteln zu unterstützen. So geschah es, daß Nordenskiöld eines Tages von dem ihm völlig unbekannten Sibiratoff ein furzes Tele gramm folgenden Inhalts erhielt: ,, Berfügen Sie über mein Geld, als ob es das Ihre wäre." Nun tonnte die Fahrt losgehen. Bega", ein startes, für den Kampf mit den Eismassen gut ausgerüstetes Fahrzeug, verließ Anfang Juli die alte schwedische Hafenstadt Göteborg. In Begleitung ihr mitgeteilt. Unter dem Gesuch, in dem gebeten wurde, ihr Leben um des Kindes willen zu schonen, stand die Entscheidung des Generals: „ Das Urteil ist nach der Geburt des Kindes zu vollstreden." Genaueres wußte sie nicht. Der General hatte gejagt: „ Der Apfel fällt nicht meit vom Stomm. Aber wir sind Kulturmenschen. Mag das Kind am Leben bleiben." Davon wußte sie nichts, fie mußte aber das, woran der General nicht dachte. Ein Kind, in seelischen Qualen getragen, im Gefängnis geboren, hat keine Lebenstroft. Außer der Resolution des Generals hatte man ihr auch die Mitteilung überbracht, daß der Bater ihres Mannes vom Schlage getroffen war. Die Alte lebte zwar, aber wie lange noch? Für wen, wozu das Kind? Sie fühlte weder Zärtlichkeit noch Mitleid. Sein Leben wünschte der General Dutom zu schonen, und sie würde nicht mehr sein. Wenn sie sich doch bequemer hinlegen, wenn sie bloß einschlafen fönnte! Aber der Schlaf tam nicht. Ganz unerwartet fiel ihr ein Saß aus Mischas Abschiedsbrief ein: „ Es schmerzt mich, daß Du doch noch ein halbes Kind bist, noch gar nicht gelebt haft. Du hast noch keinen ermutigenden, jesten Glauben gefunden und ich habe Dein Leben vernichtet. Ob Du Erleichterung finden wirst in der Hoffnung, daß wir recht haben.. Jetzt weiß sie nichts, jetzt ist alles zusammengestürzt. Erleichte. rung bringt nur der brennende Haß. Solchen Menschen wird nicht verziehen werden. Das Kind haben sie zum Henker der Mutter gemacht: taum wird es geboren, wird sie ermordet. Plöglich rofft fie sich auf. Ihre Augen werden sehend: Die schmutzigen Wände der Einzelzelle, das Fenster mit dem Eisengitter und draußen im Korridor die dumpfen, gleichgültigen Schritte der Bachtposten. Das ist ihre legte Wohnung. Hier wird sie das Kind gebären, und dann wird man sie erschießen. Das Kind in ihrem Leibe bewegte sich plöglich. Ihr unfrei williger Henter flopfte, um sich in Erinnerung zu bringen. Etwas würgte fie im Hals, aber weinen konnte sie nicht. Emte plötzliche Zärtlichkeitswelle überflutete sie. Mein Kind unser Kind... Es wird zur Welt kommen und man wird ihm später erzählen, wie es feine Mutter gequält, das unvermeidliche Ende hinausgeschoben hat. Nur hinausgeschoben. Die Todesangst verlängert." diese Dann erwachte die Hoffnung. | Aufenthalt ging die Reise nach dem nödlichsten Kap der Welt Ticheljustin weiter. Durch geschickte Manöverierung gelang es, den Eismassen aus dem Wege zu gehen, Endlich, am 27. August, murde die Mündung des Lena- Flusses erreicht. Der Dampfer ,, Lena" fuhr von hier den Fluß entlang, um von der ersten Siedlung nach Europa Mitteilungen über die Ueberwindung aller Schwierigkeiten, die im Wege standen, zu senden. Die Vega" segte ihre Fahrt jetzt allein fort. In den dunklen Herbstnächten war es äußerst gefährlich. in dem jetzt von Eismassen überfluteten Meere zu manönerieren. Tagelang mußte der Dampfer im Eise steden bleiben. Erst am 28. September fonnte die„ Bega" sich aus dem Packeis, das sich längs der Küste zu festen Eismassen verdichtete, befreien. Am Oftlap, an der Behring- Straße, verbrachte die Expedition den Winter, inmitten halb wilder nomadisierender Tschutschenstämme. Erst im Sommer 1879 fonnte die Fahrt weitergehen. Am 2. September erreichte die Bega" den Hafen von Yokohama. Die abenteuerliche Polarfahrt war abgeschlossen. Jetzt ging die Seimreise durch tropische Gewässer. " Nach ihrer Ankunft in Schweden wurden sowohl Nordenskiöld wie Palander mit Ehrungen überhäuft. In ganz Europa ermedte die glänzend gelungene Expedition das größte Aufsehen. Die Zeit vergeht aber schnell; heute sind die Namen der kühnen Forscher sast vergessen. Von den Teilnehmern der Bega" expedition ist heute nur noch ein einziger am Leben. Eine führende schwedische Zeitung hatte den netten Einfall, den alten Seebären Sven Anderson, der in Karlskrona lebt und dort bei der Bevölkerung als„, Vega"-Sven ungemein populär ist, aufzusuchen, ihn zu interviewen und ihm ein Geldgeschent zu überbringen. ,, Bega"-Sven ist heute über 80 Jahre alt und noch rüstig, ob= wohl sein Gedächtnis ihn manchmal im Stiche läßt. Spricht er aber von der Vega"-Fahrt, so leuchten seine Augen. Es ist die schönste Erinnerung meines Lebens", erzählt der Alte. Als Kapitän Palander mich aufsuchte, hatte ich sechs langweilige Jahre Werftarbeit hinter mir. Er fragte mich nur: Wir segeln nach Norden, willst du mit?" Ich sagte ja und unterließ jede Frage. Monatelang half ich unsere Bega" schön blant zu machen. Die Ausrüstung foſtete damals eine unerhörte Summe; ganze 45 000 kronen. Außerdem haben wir in Kopenhagen für 60.000 kronen Lebensmittel eingefauft. Stolz zeigt der alte Sven auf seine Medaillen und auf die Beitungen, die vor 50 Jahren ausführliche Berichte über die Erpedition gebracht haben. M. Galtin. Klapperschlangen auf dem Dach Eine seltsame Zierfarm. Zwei junge Leute aus dem amerikanischen Westen haben eine Fattorei ins Leben gerufen, die wahrhaft einzig in ihrer Art ist, und zwar jowohl in Ansehung der Dimensionen- 30 Quadratmeter wie der Lokalität, die in dem Dache eines alten Gewächshauses bei Menlo in Kalifornien besteht. Gezüchtet werden hier die seh: giftigen Kapperschlangen, die zumeist aus Teras und Arizona voi den Navajosindianern bezogen werden. Während des Sommers wandern die Schlangen in ihrem geräumigen Räfig auf der Suche nach Nahrung umher oder liegen Winters flüchten sie in eine elektrisch erwärmte Lagerstätte und verausgestreckt da im Schatten eines fünstlichen Felsens. Während des fallen in eine Art lethargischen Schlafs. Die Behandlung der Tiere muß sehr vorsi htig sein, da sie in der Gefangenschaft, wenn ihre Lebensweise nicht einigermaßen den, natürlichen Bedingungen angepaßt ist, sehr leicht eingehen. 3wed der Faktorei ist, das Gift der Reptilien zu bekommen, um es den Laboratorien zuzuführen, in denen Antitoxine zur Shurimpfung hergestellt werden. Im Winter verweigern die Schlangen zumeist die Aufnahme der Nahrung und sind daher nur von geringe: Giftergiebigkeit. Dann muß zur gewaltfamen Ernährung geschri: ten werden. Man kann sich denken, daß sie unter: Anmendung größter Borsichtsmaßregeln geschehen muß. Im Sommer find jedoch die Schlangen sehr gefräßig und verzehren im Ueberfluß Staninchen, Mäuse, Ratten, Meerschweinchen usw Je größer und stärker das Reptil ist, um so umfangreicher sind auch seine Giftbrüfen und um so größer daher auch das Quantum der Flüssigkeit, das man erhalten kann. Aber wie gewin it man es? Das ist vielleicht die interessanteste Seite des landwirtschaftlich- hemischen Handelsunternehmens, von dem hier die Rede ist. Die Schlange, welche entgiftet. man fagt auch... gemolken", werden foll, wird aus dem Käfig mittels eines Stockes, an dem ein Hafen befestigt ist, herausgezogen und auf dem Boden ausgestreckt, während mit einem anderen Stock ihr Kopf niedergedrückt wird. Dann wird dem Tier eine Schlinge um den Hals geworfen, so daß es den Kopf nach feiner Richtung bewegen fann. Einer der Opera teure ergreift das Tier und preßt es gegen die Brust oder die Knie, und das ist eine unerläßliche Borsichtsmaßregel, weil die Schlange fich heftig hin und her windet. In diesem Augenblick öffnet ein anderer das Maul des Tieres mittels eines eisernen Instruments, eines fog. Spatels, und schiebt ihm ein Glasschüsselchen zwischen die „ Aber vielleicht kommen inzwischen die unfrigen... verjagen Kiefer, jo bag die beiden langen Giftzähne über den Rand der Doch die Hoffnung erlosch fofort: Shüssel hinausragen und sich mitten auf fie ftüßen. Dann drückt er zwischen Daumen und Beigefinger nacheinander die beiden Gift„ Nein, ich werde es nicht erwarten können. Das Kind wird bald fäde aus, die im Gaumen unterhalb der Augen gelegen sind. da sein und von draußen fommen schlechte Nachrichten." Und wieder wurde sie wie von einer ungeheuren Last erdrückt. mit dem Gesicht nach unten streckte fie fich auf der Pritsche aus. Wenn sie konnte, würde sie es erdrücken. „ Sei verflucht. verflucht!" . Ben verfluchte fie? Sie mußte es nicht. Der General und bas Kind... Wenn die Drüsen gedrückt werden, dann fließt aus dem sehr Sünnen Kanal, der sich in jedem der beiden Zähne befindet, eine bernsteinfarbige Flüssigkeit auf das Schüffelchen. Es ist, das furchtbare Gift, das auf jedwedes Säugetier tödlich wirkt. Man gewinn: etwa 20 Tropfen von jedem 3ögling" alle 14 Tage. Das Maul der Schlange wird jedesmal nach der Brozedur mit hypermanganjaurem Rali ausgemajchen und auf diese Weise gründlich desinfiziert. Nah beendeter Meltung" wird das Gist von den verschiedenen zerstoßen und in Flatons neri hoffen. So wird es den Laboratorien zur Herstellung der verschiedenen Gegengitte zugeführt. " Die Gnade Dutoms hatte ihr das letzte, die Freude der Mutter Schüsseldren in geräumigere Gefäße gesammelt, getrndnet, at Staub jchaft geraubt. Mas dem Hair sex 2ine 6bein A Die alte Kiesgrube. Bon Otto Ehrhart( Dachau). Am Rande des Moores liegt eine mächtige grüne Bersenfung. Men du, von den flachen Feldern kommend, durch wogendes Korn eine Beile in nördlicher Richtung dem Moor zuschreitest, mußt du unbedingt auf sie stoßen. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn ich erfläre: du tritist aus den Aehren und schaust mit hellem, perwundertem Entzücken in die Tiefe. Hier, wo ringsum Rorn gleitet, dessen Ferne mur das braune, flimmernde Moor umspannt; wo der Habicht mie gelangweilt durch die glasige Bläue zieht erschließt sich nor deinen Augen ein fleines Baradies. Wie ein freundliches Tal liegt die alte Grube zu deinen Füßen, bemachsen, begrünt mit Gras, mit Blumen, Büschen, Bäumen und Stauden. Zwischen Binsen und Schilf schläft ein fleiner behaglicher See und himmelt die Sonne an. Es ist unendlich lange her, die ältesten Bauern fönnen sich faum noch dessen entfinnen, da wurde hier Kies gefahren. Durch viele Jahre hindurch holten sich die Bauern der weitesten Umgebung, die Mösler, welche damals noch bitter arme Teufel waren, hier ihren Bedarf an Sand und Wegebaustoffen. Wenn du die gewaltige Grube siehst, ahnst du ungefähr, was die Vorfahren der heutigen steinreichen Mooshöfe geleistet haben. Du bewunderst ihren Fleiß, aber es tut dir doch zugleich meh, daß ihre Felder, welche ehemals ferne, gelbe Flecke in der Landschaft waren, nun bis hierher gedrungen sind. Daß das ernfte, melanholische Moor mit seinen Sümpfen, Bächen und Weihern, mit den früppligen Riefern, blizenden Weiden und dem tausendfachen Widerschein des Sonnenglaftes nun immer weiter gedrängt wird. Immer weiter hinaus bis an das Ende, wo wieder Felder, Dörfer, Städte, Schienenstränge und Telegraphenstangen beginnen. Bo die Kultur haust. Ich glaube aber, es geht dir genau so wie mir; du bist glücklich, wenn du noch einen Fezen alte Erde findest, du kannst wie ich mit der Schwalbe nach dem nahen Kirchturm fligen, mit einer morgenseeligen Berche in den Himmel steigen, und du wirst traurig vom Leid der novembernebelumrauchten Kiefer, wenn die schluchzenden Meisen in ihren gefrerenen Zweigen läuten. Nun weil du so bist, kann ich dir auch non meiner lieben Grube weiter erzählen. Ich weiß nicht, wie es auf einmal tam, hatte man einen näheren, besseren Riesgrund entdeckt, baute man weniger oder begann man bereits die durch das Moor führenden Straßen zu pflastern- furg und gut man war dabei, die alte Grube zu vergessen. Der Weg zerfiel, die Heide muchs mieder über die Wagenspuren, und bald war sie der vollkommenen Bergessenheit anheimgefallen. So lag sie mitten im Moore, verloren und verfteint, als eine Dede, die jedes Lebemesen mied. An ihrer tiefsten Stelle sammelte sich nun das Grundwasser, und dieser alte Tümpel brachte das erste Leben in die Friede! Spinnwebfeiner Rauch mallt über das Wasser. Aus der Tiefe steigt es fühl. Es zieht. Allmählich werden die Schleier dichter. Bald find der Weiher, das Im Gebüsch wallt und brodelt es. Gras, die Binsen und das Schilf vom Nebel bedeckt. Wie Meine runde Steine starren die Häupter der Weiden aus dem Gewoge. Erlen und Didicht sind auf einmal Insel" geworden. Ein fleines Eiland, in dessen Mitte sich steif und stumm die Bappel erhebt. Wie der Finger eines alten Schulmeisters redt sie sich in die Höhe. Ach, man muß doch lachen, wenn man bedenkt, mie ernst auf einnwal das geschmäßige Bäumchen tut. Als ob man sie nicht vom Tage her genugsam fennte. Menn der Rebel fällt, sest er Tau. Daran muß man jetzt denken. Und auf einmal denkt man auch an die Sonne, die den Tau beglänzen soll. An den föstlichen Morgen, wenn alles blitt und blinkt, und die ganze weite Erde dampft und feuchtet. Es muß dach fühl sein sonst würde man wohl nicht so denken. blühenden Räuften Fuß. Beinwell und Schierling, Sauerampfer| etwas noch gibt, schüttert der Pfiff einer Lokomotive. Hier ist und Kohldisteln fanden die feuchtwarme Tiefe wohlich und gut. Nun jah die alte Kiesgrube schon ganz anders aus. Aber der Wind ist ein milder Gärtner. Dies alles genügte ihm noch nicht. War erst Humus da, fo wuchsen auch andere Dinge! Jetzt schleifte er Baum und Sträuchersamen daher. Bald entsprangen dem Grunde die schnell wachsenden Weiden. Erlen, Schlehdorne, ein paar Birken schossen empor, und in ihrer Mitte trieb eine lustig schwätzende Pappel der blanken Himmelsbläue entgegen. Kein Stein war mehr zu sehen. Das Buschwerk verranfte sich zu undurchdringlichem Gefile, und die sonst so gemiedene Grube ward auf einmal vielen Tieren gern gesuchter, fchüßender Aufenthalt. Die Birfen mehten froh vom Grunde, und die kleine Bappel wuchs und trieb fühn über den Rand der Grube hinauf immer hoch und höher so boch, daß sie auf einmal bequem über das freie Land blicken fonnte. Nun ward sie Lug ins Land und Türmer zugleich und meldete alles, mas da draußen vor sich ging, in das fleine Tal hinab. Enten fliegen überm Moor, jetzt sind sie überm Kiefernwald. Ich glaube, wir friegen Besuch." Oder:„ Bei den Mooswiesen wird schon gemäht man sieht genau die blizenden Sensen." Sie wußte zuerst vom Wechsel der Jahreszeiten, wenn sie in die Grube rief: Kinder, im Gebirge schmilzt der Schnee, ich fühle genau, in meinen Haaren meht der Föhn." Und im Spätsommer geschah es, daß sie plöglich fagte: Der Herbst! Eben sah ich die erste Marienseide fliegen... Nun wirst du mir glauben, was ich am Anfang sagte: die große Grube ist ein Paradies, und nur mir beide wissen, wo es liegt. Dämmerung! Bon den fernen Dörfern wollt der Abendsegen frommer, dunkler Gloden. Ueber die Felder zieht jacht die milde Sommernacht. Millionen funkelnder Sterne baden im fleinen See. Ein leiser Wind weht durch den Raum. Jetzt tnistert es oben im Korne, raschelt. Eine spizze Schnauze fährt aus den Halmen, ein langes bunfles Etwas hinterher. Grüne Lichter glühen, und dann sinkt das Ganze wie ein Schatten in die Grube hinab. Die Bappel flüstert im Traume. Die Erlen niden sachte vor sich hin, und im Schlehdorn schluchzt, das kleine Köpfchen in den warmen Flaus gestedt, eine junge Amsel glücklich im Schlafe. Weiche, famtene Stille. Nur ab und zu, wenn ein Lüftlein durch die Binsen fährt, fnirschen sie leise, und raschelt das Schilf. Nun ist das Dunkle wieder da. Dort am Rande des Schhilfes liegt es und schläft. Nein, es bewegt sich ja! Aber du hörst keinen Ton, feinen Laut. In schützenden Schilf schlafen drei Enten. Ein Erpel und zwei braune Weibchen. Manchmal, wenn sie der Wind zu nah ans Ufer getrieben hat, ziehen sie den Kopf aus dem Gefieder, puzen sich und schwimmer wieder tiefer in den Teich hinein. B'nacht- G'nacht," sagt die eine,-- ntag nag," antworten die anderen schon Aehnlich mögen jegt auch die Enten empfinden. Bewußt oder unbewußt, nun das weiß men nicht. Jedenfalls merden sie zunehmend unruhiger und schwimmen öfters hin und her. Sie graben die Köpfe tief unters Gefieder und nidten wieber ein. Anscheinend geht es nicht mehr so recht mit dem Schlaf. Die Füße hängen flamm im Waffer und ihr Gefieder ist vom naffen Rebel wie mit Perlen besetzt. ,, Mag nag," sagt die eine, schüttelt sich und protestiert dann plötzlich laut: ,, Gnaaf gna gnaaat," zu deutsch etma: Ich finde, es ist frisch, und geh' an Land." Die anderen meinen auf entisch, immer noch dösend, dasselbe. Im selben Tone, mie ein Mensch etwa in der grauen Frühe zu seinem Gefährten sagt: Ja, es ist falt, heizen wir ein," so schnattern sie jetzt beide ,, Gnaat gnaat ja, gehn wir zusammen an Land." Also schwimmt das Geschwader, das Männchen voraus, bald darauf dem flachen Delta entgegen, in den seichten Arm bei den Weiden, wo der große Maulwurfhaufen liegt. Schon spaziert der Enterich an Land, und die zweite Ente ist eben dabei, den anderen Fuß aus dem Wasser zu ziehen, da platscht sie in jähem Entsehen wieder in den Teich zurück. Der schwarze Maulwurfhaufen hat sich Dorgeschnellt, schneller als man ,, Eins" sagen fann, und den Erpel in die Kehle gebissen. Ein irrsinniger Schrei erschüttert die Nacht! ,, Grrrro000000 ach!" Die beiden Weibchen werfen sich taumeind in die Luft. Flügelflatschen. Haftig streichende, flingelnde Schwingenschläge. Dumpfes Krachen, Röcheln. Aus. Die ganze Grube ist aufgerauscht. Mord??! Die Bappel zittert und die Erlen beben, die Weiden rascheln, und das Wasser gludst leise, flagend zwischen den Binsen des Sees. Stille. Hoch überm Kornfeld schwirren im spätnächtlichen Mondschein zwei jammernde Enten über das Moor und wissen nur das eine: Oh, Gottoh Gottogottogott!!" fahle Tiefe. Frösche und Salamander fühlten sich in dem bradigen wieder tief im Schlafe. Ein spätes Leuchtkäferchen irrt liebesuchend Grube ein Fuchs. Schlank, mit buschiger Lunte, mit teuflisch froh Waffer unendlich wohl und vermehrten der, menn nun öfters die Wildenten zu Besuch famen, um in der reichen Schüffel zu fischen. An den Füßen, im haftenden Gefieder brachten diese allerhand nützliche Dinge mit. Schilf und Binsen samen, Wassermoose und Wasserträuter, ja, sogar Fischlaich. So entstand bald eine üppige Begetation im Teiche, in dessen nun von Dielerlei kleinen Lebewesen strogendem Wasser sich die dicen, goldgrünen Schleien träge und behaglich sonnten. Inzwischen war der Wind nicht faul gewesen. Dieser fonnte den toten Grund nicht leiden. Was er fand, warf er in die nackte Grube hinab und wühlte es gut ein. Jahre vergingen und immer dichter schossen Kraut wie Untraut, Gras und Blumen aus dem anfangs mageren Boden. Hier regierte eine Königsterze, und dort überzog der breitblättrige Huflattich ganze Streden des neu ge fundenen Landes. An den sonnigen Hängen mehte der Mohn. Margueriten, Kornblumen und duftende Kamillen faßten an den Persil über den Teich. Jetzt ist es drüben im Gestrüpp. Wie ein ferner Lichtfignal wintt dann und wann der freundliche Funken aus den lut ein Abendpfauenauge in den 3weigen. Grrrrrrrrr Weiden. Es ist der einzige Laut in der Grube. Der große, schöne, schwirrende Nachtfalter dort in den Weiden. Am Rande des Schilfes, gerade da, wo die Enten schlafen und die vielen Weiden stehen, wo das Wasser einen seichten Arm in den dämmernden Grund redt liegt ein großer schwarzer Maulwurfs. haufen. Merkwürdig nahe am Wasser. Es muß schon ein besonders feuchteliebender Maulwurf sein, weil er so nah am Wasser baut. Der siehst du ist nimmer dort. Schatten aber bei den Binsen Inzwischen ist nun gut eine Stunde vergangen, vielleicht auch zwei. Man merkt es faum, so schön ist die laue Sommernacht. Du fühlst die Welt atmen. Leis weht das Gras. Ab und zu fällt ein müder Stern zur Erde. Ganz fern unglaublich fast, daß es so allein ( ohne Zusatz) Wie aus dem Nebel gerissen steht auf eininal am Rande der glitzernden Lichtern, den Erpel quer im Fang, zminfert er in das Korn hinein. Er siebt den Wind, und, nachdem er ihn rein befunden, schnürt er mit leichten, lockeren Tritten ins Feld hinein. Ein Kauz schurhut im Moose. Im fernen Dorfe verbellt ein trauriger Hund den Mond. Die Erde riecht tief und die filbernen Rebel wallen, fachte, friedvoll über das Land. Feuer in der Erde. In Pennsylvanien befindet sich eine der reichhaltigsten Steinkohlenadern der Welt, die aber vom Feuer be droht wird. Seit 1858 hat man ein unterirdisches Feuer festgestellt, das einzudämmen trog Anwendung modernster Mittel bis heute noch nicht gelungen ist. Ein Tintenstrom. In Algier gibt es einen Fluß, der durch das zusammenströmen zweier fleinerer entsteht, von denen der eine eisenhaltig ist und der andere eine Säure mit sich führt, wodurch das Wasser die Färbung von schwarzer Linte bekommt. verwenden das heisst: billig, sparsam und richtig waschen! Unser beispiellos billiger Saison- Ausverkauf Ein Posten hochmoderner vornehmer Serie I Serie Serie M Herrenanzüge, ein- u. 72-45.- 32.zweireihig. . Herren- Sommer" mäntel. Herren- Wintermäntel. Herren- Sportanzüge 68.- 48.- 27.84-54-38.4teil., m. kurz. u. lang. Hose 83.- 65.- 39.. Lederjacken, außeror19 dentlich preiswert 108-84-69- m 55.- schwan hervorragende Gummi- 27.- 19.50 16.50 mäntel für Damen- Windjacken, 18.- 13.50 9.50 wetterfest Herren- Wasdwesten ganz besonders billig. 3.75 Ein Posten Knaben- Waschanzüge 4 6.60 .. 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Serviteurs, mit od. ohne 0.70 0.40 0.25 Halsteil BERLIN N. 4 CHAUSSEE STRASSE 29.30 UNTERGRUND: STETTINER BAHNHOF Tr. 319 45. Jahrgang 3. 3. Beilage des Vorwärts Die Fabrifarbeiter. Zu ihrem 16. Verbandstag. Der Berband der Fabritarbeiter Deutschlands hält vom 8. bis 14. Juli feinen 16. ordentlichen Verbandstag in Hamburg ab. 3wischen dem letzten Verbandstage vor drei Jahren liegt eine überaus harte und erfolgreiche Arbeitsperiode, die vor allem bem Ausbau der Organisation gewidmet war. In den drei Jahren fand aber auch die Konsolidierung und umfangreiche Umstellung der deutschen Wirtschaft statt. Mithin ein Zeitabschnitt von außerordentlicher Mannigfaltigkeit. Das Augenmerk des Berbandes war vor allem auf die hebung der sozialen Lage seiner Mitglieder gerichtet. In dem turzen Bericht, der den Delegierten des Verbandes unterbreitet wird, spiegelt sich die erfolgreiche Tätigkeit des Verbandes auf diesem Gebiete wieder. Eine Unzahl von Lohnbewegungen wurden in den letzten drei Jahren durchgeführt. Neben den Verbesserungen der Arbeitsbedingungen nahm diese Tätigteit die ganze Kraft der Organisation in Anspruch. Wenn wir turz über die Erfolge bei den Lohnbewegungen berichten wollen, dann tann folgendes gesagt werden: Im Jahre 1925 wurden 1282 Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung durchgeführt. Es fonnten neben Verbesserungen der Arbeitsbedingungen ohnerhöhungen für 822938 Arbeiter von 2,74 m. und für 253436 Arbeiterinnen von 1,73 M. pro Kopf und Woche erreicht werden. Im Jahre 1926 drückte die schlechte Wirtschaft und der überfüllte Arbeitsmarkt die Erfolgsmöglichkeit der Bewegungen sehr herab. Infolgedessen maren Angriffstreifs sehr gering, dafür die Abwehrbewegungen um so größer. Zum allergrößten Teil konnte der Versuch der Unternehmer, die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, abgeschlagen werden. Es fonnten insgesamt 53363 M. Lohnerhöhungen pro Woche für die Arbeiter und 8326 pro Woche für die Arbeiterinnen herausgeholt werden. Wesentlich günstiger waren die Bewegungen im Jahre 1927. Die Kämpfe beziffern sich auf 1212, erstreckten sich auf 536 Orte, erfaßten 12 535 Betriebe und 972 850 beschäftigte Personen. Der Verbesserung der Arbeitsbedingungen galten 1159 Bewegungen, wovon 61 zur Arbeitseinstellung führten. Für 19 832 Beschäftigte: mußten Berschlechterungen abgewehrt werden. Erreicht murbe 1927 an Arbeitszeitpertürzung für 44 124 Personen zusammen. 246 501 Stunden pro Woche; Lohn erhöhungen für männliche Bersonen 630 727, im Durchschnitt pro Kopf und Woche 2,72 m., für weibliche Personen 184 419, im Durch schnitt pro Kopf und Woche 1,79 m. Daneben fonnten zahlreiche Berschlechterungen erfolgreich zurückgewiesen werden. Der Bergarbeiterverband. Ein Jahr organisatorischen Aufschwungs. Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands, der vom 8. bis 12. Juli in Magdeburg seinen 26. Verbandstag abhält, veröffentlichte vor furzem feinen Geschäftsbericht für das Jahr 1927. Diefes 454 Seiten umfassende Buch gibt nicht nur den Mit gliedern des Bergarbeiterverbandes einen interessanten Ueberblick über ihre Organisation, ihre Einrichtungen und ihr Wirken, sondern bietet auch dem gewerkschaftlich und wirtschaftlich Interessierten lehrreiche Einblicke in das allgemeine wirschaftliche Getriebe, besonders aber das des Bergbaues. Es tann hier nur lediglich registriert werden, daß in diesem Jahrbuch nach einer allgemeinen Wirtschaftsübersicht besonders eingehend beleuchtet wird die wirtschaftliche Lage des Bergbaues, die Verschiebungen in der Weltkohlenproduktion, die Kohlenproduktion und der Kohlen außen handel Deutschlands, die Kohlenpreise usm. In umfassender Weise berichtet das Jahrbuch dann über die Entwicklung der Löhne und Arbeitszeiten einer Arbeitszeito erfürzungen von im Borjahre. Stunde wurden erreicht für insgesamt 47 870 Arbeiter, von einer halben Stunde für 132 536 Arbeiter, von einer drittel Stunde für 8000 Arbeiter und von einer viertel Stunde für 16 002 Arbeiter. Die Löhne der Bergarbeiter haben 1927, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, den realen Vorfriegslohn noch nicht er= reicht, obwohl der Durchschnittslohn aller Arbeiter durch neue Tarifabschlüsse oder Schiedssprüche je Schicht um 28 bis 80 Pf. gestiegen ist. Die interessanten Tarifverträge, Schiedssprüche und Lohntafeln nehmen im Jahrbuch einen Raum von 218 Seiten ein. Die Abschnitte über Rechtsprechung und Arbeitsrecht sind furz. Bon den Betriebsräten interessiert die steigende 3ahl, die der Berband eroberte. Es erhielten von allen Sigen: Freie Gemertfchaften 77,86 Proz. Der Bericht über die Sozialversiche= rung ist besonders interessant in dem Teil, der über die Knappschaftsversicherung berichtet. Aus den Tarifverträgen ist die verhältnismäßig günstige Gestaltung des Urlaubs erwähnenswert. Die Grubenficherheit ist eines der wichtigsten Kapitel für die Bergleute. Hier brachte das Jahr 1927 weitere Erfolge. 1926 wurden in Preußen zum ersten Male Bergrevierinspektoren den Reihen der technischen Grubenbeamten entnommen und sechs Grubentontrolleure aus Arbeiterfreifen eingestellt, denen dann 1927 weitere sechs und 1928 nochmals fünfzehn folgten. Neben der Uebersicht über die Unternehmerorganisationen, die gegnerischen Verbände und das Verhältnis zu anderen freien Verbänden ist der Bericht über die Bergarbeiterinternationale interessant, der die Affären Hodges und Coot, wie die praktische Arbeit der Internationale schildert. Die Entwicklung der Organisation war im Berichtsjahr zufriedenstellend. Der Verband beschäftigt 137 männliche und 65 meibliche Angestellte. 48 286 Neuaufnahmen und 2584 Uebertritte Wer Die Lohnbewegungen im Frühjahr 1928 waren außerordentlich zahlreich. Bis Ende mai lagen die Ergebnisse von 216 2ohnbewegungen vor, während 110 noch in der Schwebe find. Im Durchschnitt betrugen die in diesem Frühjahr durchgeführten Lohnerhöhungen bei den Betriebsfacharbeitern 7,2 Bf. und bei den Hilfsarbeitern 7 Pf. pro Stunde. Sehr lebhaft waren die Bewegungen in der Glasindustrie und in der feintera. mischen Industrie. Die Lohnerhöhungen betrugen hier bis 25 Broz. des Lohnes. Aus diesen furzen Zahlenangaben geht hervor, daß der Berband beachtliche Erfolge in der Hauptsache ohne Einbuße an Lohn und ohne Gefährdung des Arbeitsplages erreichen konnte. Viele Arbeiter der erfaßten Industrien konnten ernten ohne gesät zu haben. Der Fabritarbeiterverband hat im verflossenen Jahre eine Gefamteinnahme von 14647248 m. Gegen 1926 ist dies eine Steigerung von 3,2 Mill. Mart oder um 28 Proz. Die Ausgaben stiegen um 6,42 Prog. 10,1 Millionen an sozialen Unterstützungen wurden in den drei Berichtsjahren ausgegeben. Die Streit unterstügung erforderte eine Ausgabe 3282653 M. Der Bericht bemerkt hierzu: ,, Diese Summe ist zum Vergleich mit der großen Zahl der geführten Lohnbewegungen nicht aufschlußgebend, da die meisten Bewegungen durch den Drud der Stärte der Organisation ohne Kämpfe erledigt werden konnten." Die Lokaltassenbestände konnten am Jahresschluß 1927 gegen das Vorjahr eine Steigerung von 67,9 Proz. aufweisen. Die Mitgliederbewegung ist aus folgenden Zahlen angaben ersichtlich: 1. Quartal 1925 334 685, 1. Quartal 1927 368 819, 4. Quartal 1927 423 059, fomit ergibt sich für die Jahre 1925 bis 1927 eine Durchschnittsmitgliederzahl von 403 602. Der Verband zählte im April 1928 450 461 Mitglieder. Der Fabritarbeiterverband fann also im Aufbau seiner Organisation mit einem Erfolge aufwarten, der beachtenswert ist. Wenn man die Errungenschaften auf dem Gebiete der Lohn- und Arbeitsbedin gungen hinzunimmt und die Stabilisierung der Organisation auf allen Gebieten sowie die Kräftigung der Finanzen usw. beachtet, dann können die Delegierten des Verbandstages den Bericht des Borstandes mit Freude und Anerkennung entgegennehmen. Mit den neu ins Organisationsleben eingefügten Mitgliedern der ehemaligen Porzellan- und Glasarbeiterverbände murde eine gedeihliche Zusammenarbeit geleistet. Sonntag, 8. Juli 1928 In der westsächsischen Textilindustrie. Berhandlungen im Reichsarbeitsminifterium. Der Reichsarbeitsminister hat die Unternehmer- und Arbeiter. vertreter der fächsischen Textilindustrie für Dienstag, 10. Juli, zu Berhandlungen über die Frage der Berbindlichkeitserflärung des vom Landesschlichter für den Freistaat Sachsen gefällten Schiedsspruches über die Berlängerung des Mehrarbeitszeitabtommens in der mittleren und westsächsischen Textilindustrie nach Berlin eingeladen. Der Schiedsspruch ist be tanntlich von den Arbeitern abgelehnt worden, während die Unternehmer ihn angenommen und seine Berbindlichkeitserklärung beantragt hatten. ,, Ausgezeichnete Gesinnung." Ungewollte Verurteilung des Streifbruchs Die Deutsche Bergwertszeitung", der die organisierten Arbeiter und ihre Gewerkschaften in tiefster Seele verhaßt sind und die deshalb die Wirtschaftsfriedlichen und Streifbrecher umso forgiamer unter ihre Fittiche nimmt, flagt darüber, daß Arbeitswillige bestraft, Tarifbrüchige", aber wie sie Streifende benennt geschützt würden. Das Blatt bringt die Zuschrift eines Betriebsleiters, der sich bei dem Streit der Mannheimer Hafenarbeiter mit dem Reichsbund paterländischer Arbeitervereine in Berbindung setzte, um seinen Betrieb ,, mit Arbeitern wirtschaftsfriedlicher Richtung", also mit Streifbrechern, weiterzuführen. Entgegenkommenderweise haben zwei Landesverbände Süddeutschlands des genannten Reichsbundes mir einige Arbeiter zur Berfügung gestellt, die sich als sehr tüchtig erwiesen haben und eine ausgezeichnete Gesinnung an den Tag legten.". Der Sitz dieser Streitbrecheragenturen wird ebenso sorgsam verGesinnung", die dieser seinen Streitbrechern nachrühmt, ist nichts schwiegen wie der Name des Betriebsleiters. Die ausgezeichnete anderes als die Streitbrechergesinnung, die niederträchtigste Gesinnung zu der ein Arbeiter herabfinten kann. Das an der Judasrolle der Streitbrecher intereffierte scharfmacherische Ausbeutertum läßt sich diese Gesinnung" gern gefallen und wird fie loben. In diesem Lob liegt die schärfste Berurteilung der Streifbrechergesinnung der Wirtschaftsfriedlichen". Der Streit endete mit einem Schiedsspruch, der für verbindlich erklärt wurde, und die Wiedereinstellung der Streitenden bis spätestens zum 15. Juli vorfieht. Deshalb flagt nun der Gewährsmann des Scharfmacherblattes, daß den Unternehmern die Möglichkeit genommen fei, Arbeits millige, insbesondere Arbeitswillige wirtschaftsfriedlicher Richtung", weiter zu beschäftigen. Der badische Landesschlichter habe es für richtig gehalten, trog des Tarifbruches die sozialdemokratische Gewerkschaft durch seinen Schiedsspruch zu schüßen. Der plumpe Vorwurf, der hier dem badischen Landesschlichter murden gebucht. Anfang 1927 hatte der Verband 184 410 Mitglieder, gemacht wird, verrät zwar das Begehren der Scharfmacher nach Ende des Jahres 194 470, der Verband hat also Streitbrecherschutz, doch zeugt er von einer Gesinnung, die nichts meniger als anständig, geschweige denn ausgezeichnet ist. im Borjahre 10 465 neue Mitglieder gewonnen. Die Gesamteinnahmen betrugen 5840 972 M. Bon den Lohnfampf der Zigarrenarbeiter in Holland Ausgaben entfielen auf Arbeitslosenunterstützung 310 746 M., Gemaßregeltenunterstützung 5095 M., Streifunterstützung 311 327 M., Sterbegeld 87 737 M., Rechtsschutz 124 832 M., Bildungszwecke 72 525 M. Das Hauptfaffenvermögen stieg 1927 um 1520 480 m. auf 5 630 995 m. Der Bericht über das Bildungs wefen zeigt für 1927 eine rege Tätigkeit durch Kurse für Funktionäre und Jugendliche, Berege Tätigkeit durch Kurse für Funktionäre und Jugendliche, BeSchickung von Volkshoch- und Wirtschaftsschulen wie der Akademie der Arbeit. Die Jugendarbeit des Verbandes entwickelte fich gut. Alles in allem fann gesagt werden, daß der Vorstand des Berg arbeiterverbandes sich nicht scheuen braucht, mit diesem Bericht vor die Delegierten aus dem Reiche zu treten. Er hat getan, was in seinen Kräften stand. Der Buchdruckertarif allgemeinverbindlich. Der Lohntarif für das Buchdruckgewerbe ist rückwirkend ab 1. Mai 1928 vom Reichsarbeitsminister allgemeinver= bindlich erklärt worden. Die Löhne regeln fich für Buchdrucker und Hilfspersonal nach dem vielumstrittenen, verbindlich erklärten Schiedsspruch vom 9. März. Dieser Spruch sieht nur geringe Lohnaufbesserungen vor. Durch die Allgemeinverbindlich feitserklärung hat der Lohntarif für das ganze Reich Gültigkeit erlangt, also auch für diejenigen Betriebe, die nicht am Tarifvertrag beteiligt find. Ausgenommen find nur Druckereien, für die andere Tarif( Haustarife und dergleichen) bindend sind. Auch eine Protestversammlung. Am Freitag der vorigen Woche sahen wir an den verschiedensten Häusern im Often Berlins große Plakate prangen, die zu einer Häusern im Often Berlins große Plakate prangen, die zu einer öffentlichen Protestversammlung der Holzarbeiter aufriefen. Als Einberufer dieser Protestaktion fungierte der Be= triebsrat der Möbelfabrit Gebrüder Gieseler in Lichtenberg. Die Versammlung, die zum Freitag, dem 6. Juli, nachmittags 5 Uhr, angefeßt war, zeigte um 6% Uhr einen Massenbesuch" von 29 Teilnehmern. Die Drahtzieher der Veranstaltung hatten vorfichtigerweise auf dem Podium Platz genommen, um den etwa 800 Bersonen fassenden Saal für den Zuftrom der Protestler zu reservieren. Doch der Laden blieb leer, so daß sich die betrübten Lohgerber gezwungen sahen, ihren Maffenproteft" zu vertagen, 11 Das schlechte Better sei schuld und der Freitag, meil 3ahltag sei, für Bersammlungen nicht geeignet. Es wurde in Aussicht geftellt, die Protestaktion nochmals zu probieren. Vielleicht gelingt es dann den verhinderten Protestmachern, genügend Leute aus anderen Kreisen heranzuholen, die dann darüber beschließen, wie der Holzarbeiterverband feine Aufgaben im Interesse feiner Mitglieder zu erfüllen hat. Amsterdam, 7. Juli.( Eigenbericht.) Die vier zusammenarbeitenden Arbeiterverbände hatten am 15. Februar Aenderungsvorschläge zu dem Tarifabkommen unterbreitet, um bescheidene Verbesserungen der Löhne, Erweiterung des bezahlten Urlaubs von einem auf drei Tage und Lohnzahlung für drei anerkannte christliche Festtage zu erwirten. Die Unternehmer wollten eine allgemeine Lohnherabsehung durch führen. Da die Arbeiterorganisationen bei den schon heute färglichen Lebensverhältnissen der Zigarrenarbeiter dem unter keinen Umständen zustimmen fonnten, wurden die Verhandlungen am Sonnabend als aussichtslos abgebrochen. Die Vertreter der Arbeiterverbände werden in Amsterdam zusammentreten, um ihre weitere Stellungnahme zu bestimmen. In Frage kommen 11 000 3igarrenarbeiter. Der griechische Tabafarbeiterstreit. Athen, 7. Juli. Der Streit der Tabatarbeiter, der zu zahlreichen Zusammenstößen führte, steht jetzt vor seinem Abschluß. Man erwartet jeden Augenblick eine Einigung. Die Seeleute haben einen Streit beschlossen, der heute beginnt und auf alle griechischen Schiffe ausgedehnt wird. Karten für die Ausstellung„ Die Ernährung" zum verbilligter Preise von 1 M.( statt 1,50 m.) sind in allen Gewerkschaftsbureaus sowie im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gemertschaftshaus) zu haben. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten -G., Berlin. Wallfir. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Freie Gewerffchafts- Jugend Groß- Berlin Morgen, Montag: Rurfus für Körperschulung in den Räumen der Laban- Schule, Elfaffer Etr. 26. Außenspielabende ab 18 Uhr: Rorb ring und Zentrum: Spiel und Sport auf dem Sportplat Cantianstraße, Bolkstanzkursus Weißensee in der Turnhalle Pistoriusstraße Blag 4 H. ( Bumpstation). Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, find folgende Beranstaltungen: Rorben: Jugendheim Rastanienallee 81. Vortrag: Die Geschichte der Menschheit." Tempelhof: Jugendheim der Schule Germaniaftr. 4-6. Vortrag: frig Reuters Leben und seine Werke." Charlottenburg: Jugendheim Rosinenftr. 4. Lese. abend: Bruno Bürgel, fein Leben und seine Werke." Jugendbezirk Nord. weft spielt auf dem Sportplag Bremer Straße. Preußengold wählt zählt Edel- Cigarette ANOMLE Am Donnerstag, dem 12. Juli, findet über GroßBerlin eine sehr wichtige shumilitys Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin 23 68, Lindenstraße 3, Flugblattverbreitung C für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 2. Rreis Tiergarten. Sämtliche Genoffinnen und Genoffen sowie Sympathi fierende, bie Mitglieder des Sportvereins Moabit find, müffen zur Generalversammlung am Montag, 9. Juli, 19% Uhr, bei Lent, Strom ftraße 28, bestimmt erscheinen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, 9. Juli, pünktlich 19% Uhr, erweiterte Areisvorstandssigung bei Klug, Danziger Str. 71. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, 9. Juli, 19% Uhr, in den Comenius Sälen, Memeler Str. 67, Kreisvorstandssigung mit allen Abteilungsleitern. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, 9. Juli, 20 Uhr, bei Schramm, Hohenzollerndamm 2, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. Erscheinen ist Bflicht. 13. Kreis Tempelhof. Für die Tombola, die anläßlich des Sommerfestes am 22. Juli veranstaltet wird, ist eine Sammlung angeregt. Genossen, die dazu beisteuern wollen, werden gebeten, Gegenstände irgendwelcher Art, Bücher, Handarbeiten, Kunstgegenstände, auch Naturalien, Obst usw., beim Obmann des Kreisbildungsausschusses, Genossen Günther, Mariendorf, Rurfürstenstr. 19, anzugeben. Die Abholung erfolgt durch beauftragte Genossen des Bildungsausschusses. 14. Kreis Neukölln. Kreisfunktionätversammlung am Montag, 9. Juli, 19% Uhr, im Lokal Bergschloßhöhe, Rarlsgartenstraße. Bortrag des Genossen Kurt Seinig, M. b. R., über Attuelle Wirtschaftsfragen". Achtung! Sigung bes engeren Kreisvorstandes um 18% Uhr im Parteibureau. 17. Abt. Lichtenberg. Die Funktionärsizung am Montag fällt aus. Morgen, Montag, 9. Juli. 4. Abt. 19% Uhr bei Brandis, Stralauer Str. 10, Funktionärsigung. Erscheinen aller dringend erforderlich. 6. Abt. 19% Uhr bei Dobroblaw, Eminemünder Str. 11, wichtige Funktionärsizung. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird erwartet. 7. Abt. 19% Uhr bei Bärwalde, Schlegelftr. 8, Funktionärsigung. Adressen der Elternbeiräte sind mitzubringen und abzugeben. Die 9. Abt. 19% Uhr bei Hübner, Wilsnader Str. 34, wichtige Funktionär fizung. Erscheinen dringend erforderlich. 11. Abt. Die Funktionärsigung fällt aus. Dafür erscheinen sämtliche Funt tionäre am Mittwoch, 11. Juli, vor der Abteilungsversammlung bereits um 18% Uhr bei Berger, Levegowstr. 21. Die Bezirksführer laden zur Mitgliederversammlung am Mittwoch, 11. Juli, bei Berger bestimmt ein. Referent Giegfried Aufhäuser, M. d. R.„ Unser Weg" ist sofort von Berger abzuholen. 13. Abt. 19% Uhr bei Krüger, Butligstr. 10, Funktionärsigung. 14. Ast. 20 Uhr bei Laurigen, Butbuffer Str. 11, Funktionärsigung. 15. Abt. 19% Uhr bei Doiglo, Stralsunder Str. 11, Funktionärsigung. 16. Abt. 19 Uhr bei Karl Ringel, Usedomstr. 22, Funktionärsizung. Er. scheinen ist Pflicht. 17. Abt. 19% Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärsigung. 18. Abt. 19 Uhr bei Müller, Uferstr. 12, Funktionärsizung. 19. Abt. 19% Uhr bei Schrepel, Grünthaler Str. 13, Funktionärsigung. 21. Abt. 19 Uhr in der Geschäftsstelle, Utrechter Str. 21, Funktionärsigung. 23. Abt. 19 Uhr bei Grunwaldt, Rameruner Str. 19, Funktionärsigung.. Alle Bezirke müffen restlos vertreten fein. 25. Abt. 19% Uhr bei Baronsti, Pasteurftr. 6, Funktionärsigung. 26. Abt. 20 Uhr bei heiles, Prenzlauer Allee 239, Funktionärßigung. 39. 2bt. 19% Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Funktionärfizung. Wichtige Tagesordnung. 40. Abt. 19% Uhr Funktionärßigung mit außerordentlich wichtiger Tagesordnung bei A. Keufner, Hagelberger Str. 20a. Die jugendlichen Funktionäre der Abteilung sind hiermit ganz besonders eingeladen. 41. Abt. 19% Uhr bei Lipfert, Mariendorfer Str. 6, Sigung fämtlicher Funktionäre... 42. Abt. 20 Uhr bei Biersdorf, Urbanstr. 6, Funktionärsizung. Alle Bezirke müssen bestimmt vertreten fein. 43. b. 1916 Uhr bei Bruhns, Graefeftr. 41, Funktionärßigung. Erscheinen bringend erforderlich. 44. Abt. 19% Uhr bei Ewald, Staliger Str. 126, Funktionärtigung. 45. Abt. 1912 Uhr bei Liebig, Wiener Str. 57a, Funktionärsigung. 47. 26t. 20 Uhr bei Baaz, Naunynstr. 44, wichtige Funktionärsigung. 48. Abt. 19 Uhr bei Silbner, Giffchiner Str. 17, Funktionärsigung. Die Bezirksführer werden ersucht, pünktlich zu erscheinen und zur Mitglieder. versammlung einzuladen. 67. bis 73. Abt. Wilmersdorf. Achtung, fiehe Kreisnachrichten! 86. Abt. Marienborf. 20 Uhr bei Niendorf, Chauffeestr. 19, Funktionärsigung.. 95. Abt, Renkölln. Alle Funktionäre beteiligen fich an der Kreisfunktionär versammlung um 19 Uhr im Lokal Bergschloßhöhe, Karlsgartenstraße.. 111. Abt. Bohnsdorf.. 20 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100, Borstandsfigung. 117. bt. Lichtenberg. 19% Uhr bei Emil Krüger, Türrschmidtstr. 33, Funt. tionärsigung. Erscheinen dringend erforderlich.. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 19 Uhr Vorstandssizung und um 20 Uhr außer ordentliche Funktionärsigung in der Barade Lindauer Straße. Pünkt. liches und vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. 137. Abt. Reinidenborf- Weft. 20 Uhr im Boltshaus, Scharnweberstr. 114, Funktionärßigung. Erscheinen ist Pflicht. Uebermorgen, Dienstag, 10. Juli. 8. Abt. 20 Uhr bei Ridert, Steinmetstr. 36a, wichtige Funktionärsizung. 10. Abt. 19% Uhr bei Genste, Kirchhftr. 13, Funktionärsigung. 20. Abt. 19% Uhr bei Pose, Rolonieftr. 15, Funktionärsigung. 22. Abt. 19% Uhr bei Radzan, Brüsseler Str. 43, Funktionärihung. 27. Abt. 19% Uhr bei Reet, Connenburger Str. 1, Funktionärigung, 30. Abt. 19 Uhr bei Bohst, Lychener, Ecke Stargarder Straße, Funktionär figung. Juwelen- Belmonte königstraße 30- Uhren Silberwaren. Größte Auswahl. Höchste Qualität. Billigste Preise. Goldwaren Wie ein Sturmwind brauste der Verkehr während unseres sensationellen SaisonAusverkaufs Um den Tausenden, die umkehren mußten, noch etwas ganz Besonderes zu bieten, haben wir zum Abschluß noch einmal ganz hervorragende Qualitätswaren zu unglaublich billigen Preisen zum Verkauf gestellt. Das einstimmige begeisterte Endurteil aller muß lauten: Gadiels Saison- Ausverkauf blieb dauernd an der Spitze! Beginn 2. Juli 1928. 69. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr im total Ruffa, Sauenburger Str. 21, Mite gliederversammlung. Vortrag des Genossen Ministerialtat Professor Richard Boldt. Alle Genoffinnen und Genossen sowie Sympathifierende und ,, Vorwärts"-Leser find dazu eingeladen. statt. Alle Parteimitglieder müssen sich in den bekann ten Lokalen einfinden. Sterbetafel der Groß Berliner Partei- Organisation $ 102. Abt. Baumschulen weg. Unser alter Genosse und langjähriger Bezirks. führer Eduard Riegert ist verstorben. Ehre. feinem Andenken! Ein Um zahlreiche Beteiligung der Genossinnen und Genossen bittet der Borstand. Mittwoch, 11. Juli. potaoned searcherung am Dienstag, 10. Juli, 16 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. 57. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr gemeinsamer Zahlabend bei Thunad, Wielandstr. 4, Lichtbildervortrag:" Das Proletariat im modernen Indien". Referent Franz Josef Furtwängler. Gäfte find herzlichst willkommen. 77. Abt. Schöneberg. 3. Bezirk: Sablabend bei Beugner, Grunewalbftr. 96. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Thema: Reiseeindrüde aus der Gowjetunion." Referent Regierungstat Joachim, Beginn pünktlich 20 Uhr. Frauenveranstaltungen. 2. Kreis Tiergarten. Rarten zur Dampferfahrt am 17. Juli nach Biegen. hals bei Zeuthen sind noch bei allen Abteilungsleiterinnen und bei der Kreisleiterin, Genoffin Jordan, Lübecker Str. 43, zu haben. 3. Kreis Wedding. Für die Dampferfahrt am Dienstag, 10. Juli, find noch bei der Kreisleiterin, Genossin Luise Bagel, Swinemünder Str. 42, Rarten zu haben. 5. Kreis Friebrichshain. Karten für die Dampferfahrt am 3. Auguft nach Woltersdorfer Schleuse sind bei allen Frauenleiterinnen ab Montag, 9. Juli, zu haben. Es wird gebeten, regen Gebrauch davon zu machen. 9. Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, 12. Juli, findet unser diesjähriges Raffeekochen statt, und zwar im Gartenlotal Waldpark, Grunewald, Hubertusallee. Treffpunkt 14 Uhr Bahnhof Schmargendorf. Gemeinsamer Abmarsch 14 Uhr. Alle Genoffinnen werben gebeten, sich hieran zu be teiligen und Gäste mitzubringen. Genoffinnen anderer Kreise sind herz lich willkommen. Die Dampferfahrkarten für den 3. Auguft sind bei der Kreisleiterin zu haben. Um Abholung wird gebeten. Die Besichtigung der Staatlichen Borzellanmanufattur findet erst Ende Juli ftatt. 13. Kreis Tempelhof. Mittwoch, 11. Juli, treffen fich alle Genossinnen im Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelstraße, zum Konsum- Raffeekochen. Kuchenkarten find in den Berkaufsstellen erhältlich. Karten für die Dampferfahrt am 8. August find bei allen Abteilungsleiterinnen zu haben. Donnerstag, 19. Juli, 15 Uhr, Mariendorf, Martgrafenstr. 11, Besichtigung des Gefundheitsamtes, der Kleiderkammer und des Kinder heims Mariendorf; anschließend Kaffeekochen. Ruchen vom Konsum dafelbft. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 15. Kreis Treptow. Montag, 9. Juli, 19% Uhr, im einen Zimmer der Schule Niederschöneweide, Berliner, Ede Saffelwerder Straße, Funtio närinnen sigung. Tagesordnung: 1. Unsere Dampferfahrt am 3. Auguft. 02. Verschiedenes. Um vollzähliges und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. 20. Abt. Treffpunkt zur Dampferfahrt nach Biegenhals bei 8euthen am Dienstag, 10. Juli, 6% Uhr, Autobusendstation. 13, Schul, Ede Chriftianiastraße. 45. Abt. Dienstag, 10. Juli, 19% Uhr, bei Brüschke, Reichenberger Str. 98, Busammenkunft aller Genofsinnen und„ Borwärts" Leser. Auf der Tagesordnung steht die Besprechung unserer Dampferfahrt am 17. Juli. 48. Abt. Montag, 9. Juli, 19% Uhr, im Alegandriner, Alexandrinenfte, 37a, Frauenabend. Fortsetzung des Vortrages des Genoffen Ganswindt über Hypnose und Suggestion". Alle Genosfinnen find hierzu herzlich eingeladen. Gäste willkommen. 97. Abt. Neukölln. Dienstag, 10. Juli, 15% Uhr, treffen fich die Genoffinnen zum Kaffeekochen im Boltspart. Gäste milllommen. Bei ungünstiger Witterung steht uns das Restaurant zur Verfügung, 138. Abt. Hermsdorf. Achtung, Genoffinnen! Begen wichtiger Besprechungen werden die Genoffinnen gebeten, am Mittwoch vor Beginn des 8ahlabends 1 Stunde früher au Dirent au fommen, also um 19 Uhr. Die Dampferkarten und Eßmatten sind am Dienstagabend bei der Genoffin Thurow, Goolquellstr. 15, abzurechnen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Areis Prenzlauer Berg. Donnerstag, 12. Jult, 19% Uhr, im Zimmer 314, Besprechung aller Helfer( innen) und Attenaustausch. Ausgabe der Karten filr die Ernährungsausstellung. Für die Dampferfahrt nach Woltersdorfer Schleufe am 3. August find Rarten bei den Abteilungsleiterinnen für Agitation zu haben. 7. Arcis Charlottenburg. Freitag, 18. Suli, fält die Attenbesprechung wegen einer anderen wichtigen Gigung aus. 13. Kreis Tempelhof. Donnerstag, 19. Jult, 15 Uhr, Mariendorf, Mart grafenstr. 11, Besichtigung des Gesundheitsamtes, der Kleiderkammer und des Kinderheims Mariendorf. Anfließend Raffeelochen. Kuchen vom Konfum daselbst. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. 17. Kreis Bichtenberg. Die Eintrittstatten und Plakate zum Boltsfeft find abzuholen am Montag von 14 bis 18 Uhr in der Bormärts"-Filiale Borhagener Str. 62 und von 18% bis 21 Uhr in der Bücherei, Beichfel. ftraße 28. Jungfozialisten. Groß- Berlin. Achtung, Arbeitsausschuß! Dienstag, 10. Juft, pünktlich 18% Uhr, im Bund freiheitlicher Studenten, Albrechtstr. 11, Arbeitsausschuß figung. Wegen der äußerst wichtigen Tagesordnung ist unbedingtes Erscheinen, aller Mitglieder erforderlich. Achtung! Gruppe Gülden ift durch den Arbeits ausschuß aufgelöft. Näheres wird durch Rundschreiben bekanntgegeben. Gruppe Bilmersdorf: Montag, 9. Juli, Gruppenabend im Jugendheim Wilhelmsaue 123. Politische Satire. Referent Heinz Loewi. Gäfte will fommen. " Geburtstage, Jubiläen usw. 1. Abt. Unser Genoffe Georg Seifert, ginienstz, 196, feiert das Feft feiner 25jährigen Parteizugehörigkeit. Wie gratulieren ihm bazu herzlichft. 33. Abt. Unser Genoffe Sugo Petersborf und seine Che frau feiern heute bas Feft der filbernen Sochzeit. Beide find feit langen Jahren für bie Bartei tätig. Bir gratulieren herzlicht. 140. Abt. Borfigwalde. Unfer Genosse Jofeph Glombig ift heute 25 Jahre Mitglied der Partei. Die Abteilung gratuliert her lichft, und hofft, den Jubilar au in Bulunft in gewohnter treuer Mit arbeit für den Sozialismus in ihren Reihen zu finden, Cadiel Leopold Ein großer Posten Ein Posten weißer Flauschmanich in teilweise etwas angestaubt, reinwollene Qualität, feschen Macharten, in den allergrößten Weiten, soweit der Vorrat reicht, Jetzt 25: Ein ungeheuer großer Posten 10 Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebaftianstr. 37/38, Hof 2 Tr. Neukölln- Brig, 1. Rameradschaft: Montag, 9. Juli, 20 Uhr, Ber fammlung ausnahmsweise in den Hohenstaufen- Sälen, Rottbusser Damm 76. Treptow( Ortsverein): Dienstag, 10. Juli, 16 Uhr, Einäscherung des Ram. Eduard Riegert, Baumschulenweg, im Krematorium Baumschulenweg. Siergarten: Dienstag, 10, Juli, 18% ühr, Handballmannschaft, Steffpunkt Kleiner Tiergarten. Bereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Groß- Berlin, z. B. Mittwoch, 11. Juli, pünktlich 20% Uhr, Versammlung in den Fortuna- Festfälen, Straus berger Str. 3. Gäste willkommen. Arbeiter- Samaritertolonne Berlin, Mitgliederversammlungen: Montag, 9. Juli: Abt. Friedrichshain bei Groß, Palisadenstr. 77. Abt. Köpenick bei Stippekohl, Schönerlinder Straße. Abt. Neukölln bei Wolf, Kirchhof- Ede Wipperstraße. Donnerstag, 12. Juli: Abt. Charlottenburg im Eden- Palast, Kaiser- Friedrich- Str. 24. Abt. Wedding bei Belln, Schulstr. 12. Abt. Mitte im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplay. Abt. Tiergarten bei Lausch, Wiclef Ede Bredowstraße. Abt. Pankow im Jugendheim Kissingen str. 47. Freitag 13. Juli: Abt. Lichtenberg bei Seets, Weserstr. 20.- Sonnabend, 21: Juli: Abt. Spandau bei Supke, Lutherplay. Beginn der Versammlungen 19 Uhr. Société de Conversation Française. Conférence et discussion; Café Burk hardt, Belle- Alliance- Platz 4. Lundi 82 s. Les nôtes sont les bienvenus. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. ( Rachdr. verb.). Teils bewölft, teils heiter, noch ziemlich fühl, teine oder nur leichte Niederschläge. Allmähliche Windabnahme. Für Deutschland: ftrichweise leichte Schauer. Ueberall langfame Wetterbesserung, in der nördlichen Hälfte noch fühl, Unternehmen der Gewerkschaften ENDCAR Ohne Anzahlung Wochenrate3 MKS Monaisrale 12. Mk. Zu beziehen durch samtliche freigewerk schaftlichen Organisationen od direkt durch INDCAR- FAHRRADWERK Aktiengesellschaft Berlin Lichtenrade Erste Niederlage: Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage: Berlin NO, Gr. 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Juli: 6: Gymnastik. 12.30: Die Viertlstunde für den Landwirt. 16: Wie ein Varietéprogramm entsteht. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Fliegerrennen im deutschen Radsport. 19.30: Die Reisestunde. 20: Streifzüge durch die Versicherungslehre. 20.30; Vortrag. 21: Vertraute Lieder. Mittwoch, 11. Juli: 6: Gymnastik. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Wie ein Gang durch die Reichsbank. 16.30: Die neuentdeckte Tropfsteinhöhle bei Planen, 17: Kinderstunde. 17.30: Teemusik. 18.45: Die Bakterien unsere Freunde. 19.10: Dreißig Jahre deutsche Leichtathletik. 19.35: Dichtung und Gegenwart. 20: Rechtsfragen des Tages. 20.30: Ferienfahrten durch die Mark: Rheinsberg. 22.30: Nachtmusik. Donnerstag, 12. Juli: 6: Gymnastik. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 15.30: Die Wanzenplage und ihre Bekämpfung. 16: Die Bedeutung des Lichts für die Gesundheit. 16.30: Tomaten, Gurken, Kürbisse und Hülsenfrüchte im Kleingarten. 17: Klavierstücke, Lieder, Violinvorträge. 19: Fremdsprachliche Vorträge: Englisch. 19.30: Die Erzgebiete von Minas Geraes. 20: Film- Europa von heute und morgen. 20-30: ,, Wer Vieles bringt..." 22.30: Tanzmusik. Freitag, 13. Juli: Sonnabend, 14. Juli: Mittwoch, 11. Juli: Die 16: Die natürliche Methode im fremdsprachlichen Klassenunterricht. 16.30: deutsche Dichtung der Gegenwart. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Römische Elegien. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20; Bayreuth und sein Sinn. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 12. Juli: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Die deutsche Dichtung der Gegenwart. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Der Internationale Schutz für Werke der Tonkunst. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wie nützt die Biologische Reichsanstalt der Land- and Forstwirtschaft? 19.20: Der reisende Kaufmann, 20: Uebertragung aus Leipzig. 21; Uebertragung aus Hamburg. Ab 22.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 13. Juli: 16: Der Beruf der Putzmacherin und Wäschenäherin. 16.30: Estland und das alte deutsche Reval. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Die Bedeutung der Versicherung für den Kredit. 18.30: Macht und Verantwortung. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20; Die politische Aufteilung der Welt. 20-30: Zeitfragen der Oper. 21: Die Entstehung der Welten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 14. Juli: 16: Kurzschriftdiktate. 16.30: Wirtschaftliche Interessenvertretungen der Beamtenschaft in Vergangenheit und Gegenwart. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Der Mensch im Betrieb. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Das komische Element in der Klaviermusik. 19.20: Goethe und das zeitgenössische Kunstschaffen. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel. 6: Gymnastik. 15.30: Die moderne Frau und der Sport. 16: Gustav Freytag. 16.20: Mit großen Dichtern auf Perien. 17: Tanzteemusik. 18.45: Italienisch. 19.10: Das deutsche Turnfest in Köln. 19.35; Ins Land Fritz Unter dem geheimnisvollen Titel Halbzeit 1: 1" geht Reuters. 20: Die Kämpfe der Gewerkschaften und ihre Anerkennung in Staat der erste Teil eines Hörspiels von Arnold Brommen und Alfred und Gesellschaft. 20.30: Variationen. Braun in Szene. Alfred Braun bemerkt einleitend, daß es fich hier um eine Broteste handelt, in der Unmögliches als möglich hinge faffer stellen die ganze Sache auf das Akustische, aber damit ist das Problem noch nicht gelöst. Schließlich entscheidet auch der Inhalt. Man wartet im Laufe des Spiels auf die Groteske, die höchstens die Boraussetzung der Handlung bildet und die in der parodierenden Jazzmusik von Wafter Goehr liegt. Gleichzeitig geben die Berfasser eine Revue über allerlei Ereignisse, die sonst der Rundfunk zu übertragen pflegt und die die Berliner intereffieren, wie Rennen, Fliegerempfang oder fportliche Beranstaltungen, auch ber Lunapart fehlt 6: Gymnastik. 16.15: Uebertragung Stadion- Berlin- Grunewald: Deutsche stellt werden soll, in der Art amerikanischer Filme. Nun, die BerSchwimm- Meisterschaften. Anschließend Unterhaltungsmusik. 19: Aus dem Leben der großen deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. 19.30; Entwicklungstendenzen des Völkerbundes. 20: Reisebilder aus Amerika. 20.30: Halbzeit 1: 1, Hörspiel von Bronnen and Braun. 22.30: Aus Operetten. Königswusterhausen. Sonntag, 8. Juli: Ab 6: Uebertragung aus Berlin. 15: Wie rüstet sich der Amateurphoto- nicht. Gang vorsichtig parodiert der Rundfunt sich selbst, ironisiert graph für die Sommerreise aus? Ab 15.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Deutscher Dichtersommer. 19: Gespräch über das Glück. 19.30: Der Kleingarten im Leben des Volkes. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin, Montag, 9. Juli: 16: Englisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Punktechnische Fragen. 17: Uebertragung aus Berlin. 18; Kurt Wesse. 18.30: Waldemar von Baussnern. 18.55: Dringende Gegenwartsfragen des landwirtschaftlichen Kredites. 19.20: Wie kaufe ich ein Auto? 20.30: Uebertragung aus Berlin. Ab 22.30: Uebertragung aus München. die üblichen Festreden, Nationalhymnen, das Publitum und die absperrende Bolizei. Selbstverständlich ist der Ironie jede ver wundende Spize abgebrochen. Wenn Braun aber behauptet, daß diefes Hörspiel in der Art des Films aufgezogen ist, bas heißt, daß der Schauplah blizschnell wechselt, so übertreibt er, denn der Wechfel des Schauplahes vollzieht sich nicht immer im Prestotempo. Nur stellenweise schieben fich die verschiedenen Szenen ineinander. Etwas mehr Tempo wäre manchmal angebracht. Abschließendes über den Bersuch wird erst nach den nächsten Sendungen zu sagen fein. Ausgehend von der Notwendigkeit eines Berufsbeamtentums, zählt 16.30: Die Frig Winters, Direttor des Deutschen Beamtensundes, forg Stadt als Kunstwerk. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Bühnenkanst imfältig alle Arten beamtlicher Tätigkeit auf. Es bleibt während des ganzen Bortrages nur bei dieser Luahlung, und das ist zu wenig. F. 6. Dienstag, 10. Juli: 16: Behandlung der Kinderstimmen während der Mutation, Wandel der Zeiten. 18.30: Französisch für Anfänger. 18.55: Literatur in der alten und neuen Dichtkunst. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, dem 7. Juli. 1. Rennen. 1. Sanssouci( Schat), 2. Legende( Kurzawa), 3. Markolf ( Schuller). Toto: 55:10. Platz: 17, 16, 32: 10. Ferner liefen: Achtung, Sonnenlicht, Dpium, Spekulation, Flaminia, Reiher. 2. Rennen. 1. Falter( Bismart), 2. Sonne( Bittner), 3. Romulus ( Gorsler). Toto: 39: 10. Plat: 14, 27, 17:10. Ferner liefen: Rappeltopf, Coran, Podargos, Eiche, gef., Hilarius. 3. Rennen. 1. Radewitt( Kurzawa), 2. Octava( Derschug), 3. Gaffel ( Großkopf). Toto: 105: 10. Blat: 26, 33, 24: 10. Ferner liefen: Prinz Kudud, Stammheim, Benezianerin, Berwechslung, Ottogebe, Bassano, Spekulant, Steinzeit, Talata, Baradenia, Fegefeuer, Gollub. 4. Rennen. 1. Ernani( B. Schmidt), 2. Euterpe( Hoffmann), 3. Rottländer( Walter Heuer). Toto: 59: 10. Blaz: 21, 16, 47: 10. Ferner liefen: Dunle Ahnung, Lofi, Pommard, Lizzi, Truzig, Probe. 5. Rennen. 1. Lieferer( Hauser), 2. Frühlingsbote( Randow), 8. Friemersheim( Derschng). Soto: 81: 10. Plaz: 61, 139, 46: 10. Ferner liefen: Mansbach, Larnhelm, Burgfint, Die Treue, Quid, Graphit, Edith, Bong Bong. 6. Rennen. 1. Barfuß( Klok), 2. Menelaos( Bismark), 3. Le Challenge( Alisch). Toto: 19: 10 Drei liefen. 7. Rennen. 1. Ddaig( Wolff), 2. Immortelle( D. Schmidt), 3. Gerald ( Kaiser). Toto: 70: 10. Blag: 17, 28, 20:10. Ferner liefen: Escorial, Mononacht, Baldraba, Dede, Baroid. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsenbungen für diese Rubrif nur an das Jugendfefretariat Berlin G 68, Lindenstraße 3 Morgen Montag. Brunnenplag: Bebigenheim Schönstedtstr. 1. Vortrag:„ Großmacht Breffe." Frankfurter Biertel: gitauer Str. 18. Alt- Berliner Humor. Neukölln III: Abend im Freien.. Treffpunkt 19% Uhr Herzbergplay. Nachzügler große Wiese Königsheide. Dortmund- Fahrer Anzahlung mitbringen. Achtung, Stafettenlänfer für Dortmund! Wir tommen um 19 Uhr auf dem Sportplag Friedrichshain zusammen. * Fanftballspieler für Dortmund! Dienstag um 19 Uhr auf Wiese 6 im Trep tower Bart Uebung. Erscheinen Pflicht. Briefkasten der Redaktion. 3. R. 86, 8am Abschluß des Vertrages bedurfte Shre Frau nicht Ihrer Zustimmung. Der Bertrag ist daher rechtswirksam und Shre Frau muß ihn erfüllen. Wird die Erfüllung abgelehnt, so tann Ihre Frau verklagt werden. Sie haften dagegen nicht. D. B. Ja, sofern die Vereinsfagung es nicht verbietet. Brettschneider. Die Polizei fann nur einschreiten, wenn ein polizeimibriger Bustand besteht. In Ihrem Falle tönnen Sie nur den logemeg befchreiten. Sie müssen sich also an das Gericht wenden und Klage erheben. 6. M. 4. Silfe wird schwer möglich sein. Die Witwe foll sich an bas Reichsentschädigungsamt in Berlin- Friedenau, Rheinstr. 45-46, wenden. Bas fchente ich? Bas wäre hierzu besser geeignet als fünstlerisch ans geführter Schmud, Silbergeräte ober eine Armband- ober Taschenuhr? Eine wietlich gute Uhr ift in unserer haftenden Zeit ein weit loftbareres Gut als fellher. Ber biefe Geschenke preiswert und gut laufen will, wende fich per trauensvoll an die altbekannte Firma Belmonte u. Co., Berlin, Leipziger Straße 97, Ede Charlottenstraße; 2. Geschäft: Königstr. 30, Ecke Neue Friedrichftraße. Weitere Bergrößerungen bes Strumpfhauses Megger. Die enorm steigenbe Nachfrage nach fämtlichen Hermeta- Fabritaten des Strumpfhauses Megger veranlagt die Firma, in nächster Beit eine weitere Anzahl Berkaufsstellen zu eröffnen. In Berlin wird in der Großen Frankfurter Str. 126, Ede KoppenStraße, ein Lotal mit sechs Fenstern eröffnet. Auch in Köln- Ehrenfeld und Offenbach a. M. werden Filialen eröffnet. find Zur Ausstellung, Die Ernährung" intrittskarten m. 1, pro Stü in sämtlichen Gewerkschaftsbureaus und im 8igarrengeschäft von Baul Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkschaftshaus) zu haben. Wegen Überfüllung unserer Filialen mussten wir in der ersten Woche unseres Saison ausverkaufs mehrmals schliessen. Ein Beweis, dass die Erwartungen unserer Kundschaft weit übertroffen wurden 5 90 20 08.0 DamenLido- Sandalen feinfarbiges Leder. Ganz besonders herabgesetzt! Peiser Das grösste Schuh- Spezialhaus Berlins Ständige Auffüllung unserer Filialläger Ungeheure Mengen Reiseschuhe, Tourenstiefel, Segler- u. Tennisschuhe, Leinenschuhe, Sandalen, Herren-, Damen-, Kinderund Hausschuhe sensationell billig In fast allen Abteilungen: Grosser Saison. Saison. 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