Morgenausgabe Ar. 321 A 164 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bfg., monatlich 3,60 m. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen Stimme". Technit", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". Hondus 190 Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 10. Juli 1928 Groß- Berlin 10 Pf Auswärts 15 Pf. Die ein page onpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5. Rechsmart. Kleine Anzeigen" das ettg orudte Wort 25 Brennig zuläffig zwei ettgedruckte Worte), edes weitere Bori 12 Pfennig. Stellenge uche das erste Wort 15 Biennig, edes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte. Arbeitsmark Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden nitraße 3. wochentägl. von 81/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Borwärts Berlag G. m. b. H. Boftscheckkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 3 An die Partei! Rüftet den Tag! 1878-1928. Am 21. Oktober des Jahres 1878 trat das„ Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" in Kraft. 50 Jahre sind seitdem ins Land gegangen. 50 Jahre historischen Geschehens treten in den Kreis der Erinnerung. Am 21. Oktober 1878 wurde die in der Sozialdemokratie politisch organisierte Arbeiterklasse Deutschlands durch ein politisch organisierte Arbeiterklasse Deutschlands durch ein Ausnahmegeſez schimpflichster Art außerhalb des allgemeinen Rechts gestellt und brutalster Polizeiwillkür, schmählichstem Spizelsystem ausgeliefert. Was die Polizei durch blindwütiges Derbieten von Zeitungen, Dereinen, Gewerkschaften vorbereitete, was ein verlogenes Cockspigeltum förderte, wurde später von der Justiz durch vom Klassenhaß diktierte unglaublich harte Strafurteile vervca, tändigt. Eine Flut von Erinnerungen taucht aus der Zeiten Schoß empor. Wir sah es damals in der Arbeiterbewegung aus? stano Das Vertrauensvotum. Die Praxis des Deutschen Reichstages. Bon Reichstagspräsident Paul Löbe. Die Annahme des Billigungsantrages für die Regierung bus Müller- Stresemann- Severing hat wieder eine Debatte darüber hervorgerufen, in welcher Form das in der Weimarer Verfassung vorgeschriebene Bertrauensvotum für die deutsche Regierung ausgesprochen werden muß. gegentrat. Die Arbeiter- Turn- und-Sportbewegung, der Herr Oberfinanzrat Bang stellt in der Deutschen Arbeitersängerbund, die Dolksbühnenbewegung und andere Beitung" tiefsinnige Untersuchungen darüber an, daß nach sich im Sozialistischen Kulturbund betätigende Organisationen dem Verhalten des Reichstages die gegenwärtige Regierung förderten zu ihrem Teil den kulturellen Aufstieg der Arbeiter- sigt, weil der nicht ernst gemeinte nationalsozialistische Berdas in der Verfassung vorgeschriebene Vertrauen nicht be= klasse. trauensantrag nicht zur Abstimmung tam, sondern die nicht so weitgehende Billigungsformel der Regierungsparteien. Aber auch andere Kritiker bezeichnen den Billigungsantrag als einen nicht sehr erwünschten Ausweg aus den Erwägungen und Bedenken zaghafter Fraktionen. Herr Oberfinanzrat Bang muß sich zunächst gesagt sein laſſen, daß seine eigene Fraktion denselben Ausweg in der Bergangenheit mehrfach benutzt hat, ja sogar noch matteren Vertrauens" erklärungen gegenüber früheren Regierungen zugestimmt hat. Vor mir liegt ein Antrag vom 20. Januar 1925, der sich auf die Regierung des Reichskanzlers Luther bezog. Der Antrag hat folgendes Geficht: Schulter an Schulter mit den sozialistischen Parteien aller Kulturländer marschierte die deutsche Arbeiterklasse vorwärts. Kulturpolitisch, wirtschafts- und staatspolitisch spannte sie ihre Ziele höher und im Gleichschritt der Arbeiterbataillone marschierte sie an der Spitze des internationalen Sozialismus, dem Siege entgegen. Selbst jene periode des Grauens, die im Weltkriege die Völker der Welt gegeneinander marschieren und Millionen dahinfinken sah, vermochte nur zeitweise den Dormarsch des internationalen Sozialismus zu hemmen. Kaum war der eherne mund der Kanonen verstummt, als die Soldaten des Sozialismus sich bereits wieder zusammenfanden zu neuer Arbeit im Sinne und Geist des Kampfes gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Die Wunden vorübergehender Parteispaltung schlossen sich und auch international wieder in Kaders, wie sie an Stärke die Welt nic Die Grganisationen waren zerstört, die Kassen leer, die tätigsten Genossen ausgewiesen, die Parteiorgane verboten, feder halbwegs verdächtige Genosse auf Schritt und Tritt von Spigeln verfolgt. Die Ausweisung, die in Frankfurt a. M.gliederten sich Gewerkschaften und politische Organisationen die Führer der Bewegung am Weihnachtsheiligabend, dem ,, Jest der Menschenliebe", traf, kennzeichnet unauslöschlich den Geifr jener Zeit, in der das parteileben gelähmt und die Agitationstätigkeit der Partei zerschlagen schien. Tefehen. höhnt ,, Es ist nichts anders geworden manch einer, der die Geschichte nicht kennt, der den Sturz der manch einer, der die Geschichte nicht kennt, der den Sturz der Monarchie, das Werden des Dolksstaates und seine innere GeBald aber richtete sie sich wieder empor. staltung nicht zu fassen vermag oder nicht fassen will. Aus Mutige Entschlossenheit, getragen von einer Opferwilligkeit der kleinen verfolgten Schar, die vor 50 Jahren zertreten chnegleichen, fand die Mittel und Wege, die Agitation und werden sollte, ist die Sozialdemokratie, die Partei des schaffenPropaganda für die Partei in intensiverer Weise als je zuvor, den Dolkes, die Partei der Kopf- und Handarbeiter geworden. den Dolkes, die Partei der Kopf- und Handarbeiter geworden. trog Sozialistengesetz, zu betreiben. Cmi In Reich, Staat und Gemeinde sehen wir ihren gesteigerten Weit über 1000 Parteigenossen wurden durch die Der- Einfluß. Es ist der zielbewußten Arbeit der Millionen namenhängung des kleinen Belagerungszustandes von Weib und loser Kämpfer zu danken, wenn heute an der Spitze wichtigster Kind gerissen, existenzlos gemacht und in die Derbannung Ministerien in Reich und Ländern Sozialdemokraten stehen getrieben. und wenn in den Parlamenten Sozialdemokraten Träger der höchsten Würden sind. 1299 3eitungen und sonstige Druckschriften sind verboten worden. 352 Gewerkschaften, Unterstügungs-, Gesangs-, Turn-, Dergnügungs- und politische Dereine wurden aufgelöst und an tausend Jahre Strafhaft und Untersuchungshaft über die Arbeiter Deutschlands verhängt, um den Rachegelüften der Bourgeoisie an der machtvoll vordringenden Arbeiterklasse Befriedigung zu geben. mit allen Mitteln suchte man die Arbeiterschaft der Sozialdemokratie abwendig zu machen. Neben der Peitsche des Sozialistengesetzes das Zuckerbrot der Dersprechung sozialer Reformen. Aber in unerschütterlicher Treue hielt die deutsche Arbeiterschaft an der Sozialdemokratie fest. Dank gebührt jenen Kämpfern, die die Wunden des Kampfes zu tragen hatten. Sie sind die Sieger geblieben. Sie stehen hoch und triumphierend über den Tagen, da sie geheht, gequält und geächtet wurden. Thr Werk ist zu imponierender Größe gediehen. Das Sozialiftengeset fiel. Die Sozialdemokratie triumphierte. „ Glaubt an den Sieg und ihr werdet fiegen!" Kaum ein geschichtliches Ereignis lehrt so eindringlich die Macht der Ueberzeugung wie das deutsche Sozialistengeset. Die damals einer übermächtigen Welt von Feinden zum Trotz der sozialistischen Idee den Weg bahnten, haben es erlebt, wie aus der kleinen verfolgten Schar die stärkste Partei wurde, auf deren Ueberwindung niemand mehr rechnen konnte. Die Tausende, die unter dem Joch des Sozialistengeseges rangen, die Weitbekannten wie die Namenlosen, leben heute noch in ihrem Werk, in der Größe und macht der sozialistischen Bewegung. Jn Bismarck, dem Mann von Blut und Eisen, der die Sozialdemokratie in Blut ertränken wollte, sank der Drache dahin, bezwungen von dem jungfrischen Riesenproletariat. Neu erstanden die Organisationen der Partei, der Gewerkschaften; das Genossenschaftswesen blühte empor. Die sozialdemokratische Presse wurde zu einer macht, die der täglichen Brunnenvergiftung der kapitalistisches Presse mit Erfolg ent| Hinter ihnen aber muß stehen, allen störenden Tendenzen zum Troß, der geschlossene Wille der Arbeiterschaft, der Entwicklung die Wege zu ebnen und den Bau zu vollenden, den unsere Alten prophetisch sahen, zu dem sie den Grundstein legten und den aufzuführen wir weiter tätig sind: Den Bauder freien sozialistischen GeseIIschaft! 3um 21. Oktober dieses Jahres ruft die Sozialdemokratie euch, ihr Arbeiter und Arbeiterinnen, Angestellte und Beamte zu gewaltigem Auftakt. Ein Teg geschichtlicher Lehre ruft, an dem alle 3weige der Arbeiterbewegung und alle befreundeten Derbände, die den Kulturbestrebungen der Sozialdemokratie mit dienen, sich vereinen zum Tag des Bekenntnisses, zum Tag der Werbung, zum Tag der Förderung für die Jdeen des Sozialismus. Am 21. Oktober hält die sozialdemokratische Arbeiterbewegung heerschau ab. Jn jeder Stadt, in jedem Dorf, überall, wo sich Gesinnungsgenossen finden, vereine dieser Tag Männer, Frauen und Jugendliche, um in Rückblick und Ausblick neue Kräfte zu sammeln, die Organisation zu stärken und das Feuer der Begeisterung hochlodern zu lassen zu einer Flammensäule wahrhaft idealen Sinnes, an der alle die sich verzehren sollen, die hämisch und neidisch der Arbeiterbewegung ihren Fortschritt hemmen wollen. Auch der kleinste Ortsverein der Partei muß diesen Tag festlich begehen. Alle der Partei befreundeten Organisationen: Gewerkschaften, Sport- und Turnvereine, ArbeiterGesangvereine, auch die Jugendverbände müssen zu einer würdigen Feier an diesem Tage mit der Partei vereint werden. Der 21. Oktober, der sozialdemokratische Tag, dient der Dorbereitung für die Sozialdemokratische Werbewoche vom 21. bis 29. Oktober. Der 21. Oktober soll alle Organisationen vereinen, die einstmals von den Schlägen des Sozialistengesezes getroffen wurden. An die Arbeit! Hoch die Sozialdemokratie! Der Parteivorstand. 310„ Der Reihstag wolle beschließen: " Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung. Schult( Bromberg) und Fraktion. Fehrenbach und Fraktion. Dr. Scholz und Fraktion. Drewiz( Berlin) und Fraktion. Leicht und Fraktion." Es folgen dann die Einzelunterschriften. Die Fraktion des Herrn Oberfinanzrat Bang hat sich also ebenfalls begnügt, zu ,, billigen", aber sie hat auch diesem Billigungsantrag durch Abstimmung den Vorrang vor anderen Anträgen gegeben, obwohl damals zwei klare Mißtrauensvoten, eins von Müller- Franken und Fraktion und eins von Stoecker und Fraktion hätten den Vorrang haben müssen. Die deutschnationalen Minister Schiele, v. Schlieben und Neuhaus übten auf Grund dieser Billigungsresolution ihr Regierungsamt aus. Aber noch mehr: Beim dritten Kabinett Marr kam es nicht einmal bis zur ,, Billigung", sondern nur bis zur Renntnisnahme". Der betreffende Antrag, datiert vom 19. Mai 1926, lautet: „ Der Reichstag nimmt von den Erklärungen der Reichsregierung Kenntnis und geht über alle anderen Anträge zur Tagesordnung über. Von Guérard und Fraktion. Dr. Scholz und Fraktion. Koch- Weser und Fraktion. Lang und Fraktion." Auch dieser Antrag ging wegen der Formel, die den Uebergang zur Tagesordnung über alle anderen Anträge verlangt, den gestellten Mißtrauensanträgen voran. Hat also die Billigung des Jahres 1925 und die Kenntnisnahme des Jahres 1926 bei den Kabinetten Luther und Marr ausgereicht, um das vorgeschriebene Vertrauen auszudrücken, so muß das auch bei dem Kabinett Müller- StresemannSevering rechtens sein. Troßdem ist es wünschenswert, daß die Frage der Form des Vertrauensvotums für die Zukunft einwandfrei geklärt wird. Man fann das auf zweierlei Weise tun. Entweder, indem man sich eng an den Wortlaut der Verfassung hält, die ausdrücklich vom Vertrauen spricht. Man kann es aber auch tun, indem man den Sinn der Verfassung gelten aber auch fun, indem ertra läßt, der dahin zielt: Es muß festgestellt werden, ob eine Mehrheit des Parlaments damit einverstanden ist, daß die Regierung ihr Amt übernimmt bzm. weiterführt. In Frankreich hat sich die llebung eingebürgert, daß die Regierung selbst denjenigen Antrag zur Tagesordnung bezeichnet, der thr das Weiterarbeiten möglich macht. Die Parteien sehen dann vollständig flar, und es fann feine Trübung des Mehrheitswillens eintreten. Wer die Regierung nicht im Amte lassen, wer sie stürzen will, stimmt gegen die von der Regierung als ausreichend bezeichnete Tagesordnung; wer sie im Amte behalten will, stimmt für sie. Bei Heute 8 Uhr abends auf dem Gendarmenmarkt ReichsbannerKundgebung für den Verfassungstag!. ftent Lielparteiensystem in Deutschland, bei der Ver> schiebung der Regierungsträger um die Mitte herum wird es sich vielleicht empfehlen, diese Form zu wählen. Ich habe den Geschäftsordnungsaus- schuf) des Reichstags bereits gebeten, die Angelegen- heit zu untersuchen und dem Hause eine ein für allemal gültige Form der Abstimmung, vorzuschlagen. Bei der Gelegenheit sei eines anderen Zwischenfalls kürz gedacht, der sich anläßlich der letzten RegierungÄiebatte ereignete, der Ausweisung des nationalsozialistischen Abge- ordneten Straffer aus der Sitzung. Einige ultrarechte Zeitungen haben die Ordnungsmaßnahme als übertrieben weitgehend angesehen. Demgegenüber sei darauf hinge- wiesen, daß es der Abgeordnete Straffer war, der in einer der letzten Sitzungen des vergangenen Reichstags von dem „Misthaufen der Republik" sprach und dafür von einem Vize- Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde. Am dritten Sitzungstage des neuen Reichstags nahm sich derselbe Ab- geordnete heraus, einen Abgeordneten auf der Rednertribüne zweimal mit dem Zuruf„Iudenlümmel" zu beschimpfen. Auch diese Ausschreitung wurde nur mit zwei Ordnungsrufen gerügt. Dann folgten die Ausfälle gegen den Reichsfinanz- minister Hilferding, und es ist kein Zweifel, daß der Ton des Parlaments in Tiefen sinken müßte, wo von einer Wahrung der Würde überhaupt nicht mehr die Rede sein kann, wenn gegen einen Abgeordneten, der so systematisch die Be- schimpfungen der Straße ins Parlament trägt, nicht energisch vorgegangen würde. Darüber kann ein Streit unter Männern, die überhaupt das Ansehen des Parlaments er- halten wollen, meines Erachtens nicht bestehen. Es wird im Gegenteil noch peinlich dafür gesorgt werden müsien, daß der Ton der Gäste nicht im Reichstag heimisch wird! Sitzung des �eichskabineiis. �ortfekunq der Verhandlunge« mit polen. Kellogg-pokt, die ersten Gesehentwürfe verabschiedet. ': Das Reichskobinett trat gestern vnter dem Aorsitz des Reichskanzlers Hermann Müller zu einer Sitzung zusammen. m der zunächst unter Beteiligung des Reichsministers a. V. Dr. ,!) e rmes und des Gesandten Rauscher der Adsendung einer Rote an die polnische Regierung über die Fortsetzung der d e u t s ch- polnischen Handelsvertragsverhandlunge» zuge- sttnnnt wurde, die durch den Erlaß der polnischen Grenzzonenoer- ordnung seinerzeit eine Störung erfahren hatten. Die Erörterung im Kabinett hat sich auf die BehandUwg dieser rein formalen Frage beschränkt: die bisherigen Instruktionen für die deutsche Delegatton in sachlicher Beziehung bleiben daher unverändert. In der Rot« wird u. a. dem Vorschlag der polnischen Regierung zugesttnnnt. daß die beiderseitigen Delegationsleiter beauftragt werden, da» Nähere über die Fortsetzung der. Verhandlungen zu oereinbaren. Das Reichskabinett nahm alsdann einen Bericht über de» Kriegsächtungspakt entgegen, der heute de» Auswärttge» Ausschuß des Reichstags beschästigen wird. Im Anschluß hieran legte da» Reichskabinett in großen Zügen feinen'Arbeitsplan auf Gründ der Regiernngserkkärung fest, > insbesondere wurden bereits die in der Regierungserklärung ange- kündigten Gesetzentwürfe betreffend den Reichswirtschaftsrat. die Handwerksnovelle., da» Berufsausbildungsgesetz und ta» Echan?. 'iätteogesetz mm Reichpkabinett verabschiedet. 153. Roch em sozialdemokratisches Ueichstagsmandot. Der 1S3. sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete wirb in kurzer Zeit in den Wallotbou einziehen. Im Wahlkreis Qst- Preußen sind durch ein Versehe» beim Addiere» die Stimme» aller Parteien von SV Wahlbezirken im Landkreis Gerda»«« nicht mitgezählt, darunter 4622 s o z i ald« m«kr ati fch« Stimmen. die auf die Reichsliste sollen. Dadurch erhöht sich der sozial- demokrattsche Sttmmenrest ans der Reichslist« van 26165 auf Z07S7 Sttmmen. Da auf einen Rest von mehralsZO OOO Stimme» noch ein Mandat entfällt<8 32 der RWG.), muß der sozialdemokratt- Jchen Reichsliste das 10. Mandat zugewiesen werden, das auf de» Genosten Falkenberg fällt. Die sozialdemokratisch« Fraktion wird dadurch 153 Mitglieder stark. Der Kreiswahlausschuß in Ostpreußen wirb zunächst eine neue Feststellung des Wohlresultats tresfen und der Reichswahlausschuß darauf die Reichslisten aller Parteien korrigieren, wodurch sich das mitgeteilte Resultat ergibt. Es ist Sache de« Reichsinnen- Ministeriums und des preußischen Innenmini. st e r i ü m s. für die nötige Beschleunigung zu sorgen, damit Genoffe .Aalkenberg sein Amt in wenigen Wochen antreten kmrn Iteichsidg/ Landtag. Wiederaufnahme der parlamentarischen Arheite«. Nach der Pause treten am Dienstag der Reichstag und der L-andtag zu ihrem voraussichtlich letzten Tagungsabschnitt vor den Sommerferien zusammen. Auf der Tagesordnung der Reichstagssitzung, die um 3 Uhr be- ginnt, steht in erster Lim« der Gesetzentwurs über den National- Feiertag. Ferner soll die erste Beratung des Strafgesetzbuchent- wurfs vorgenommen werden, der erneut einem besonderen Ausschuß überwiesen werden soll. Fragen, die noch der Erledigung harre«, find außerdem im Reiche vor allem die Amnestie und die Ein- ? o in m e n st euersenkung. Heber diese Frage» werde» am Dienstag vormittag die Besprechungen mtt den Parteiführern auf- genommen. Bezüglich der Amnestie werden sich die Besprechungen vor allem auf die Länder erstrecken, da für ein« Reichsamoestie die Zustimmung der Länder notwendig ist. Um 11 Uhr tritt dann der Rcchtsausfchuß des Reichstags zusammen, um die Beratung der Amnestiefrage zu beginnen. Ferner hält der Auswärtig« Ausschuß ein« Sitzung ab. die sich mtt Kellogg.Pakt Sicherhetts. komilec und Völkerbundsratssitzung beschäftigen wird. Im Sozialen Ausschuß steht die Frage der Krisenuntersttitzung zur Beratung. Die Sitzung des Landtags beginnt um I Uhr nachmittags 'Auf der Tagesordnung steht zunächst die endgültige Wahl des Präsidiums, dann der Gesetzentwurf über die Vereinigung Waldecks mit Preußen, die Ausschußanträg« zur Flaggen- |.rA£<« über Uowetterjchäd«,«ch über üt Amuejäe, Die Krise der Deutschnationalen. Nekenuiuis zur Monarchie.— Drei Gruppe«: Lambach, Westarp, Hugenberg. Hart au der Spaltung! Das deutschnationale Ketzergericht über Lambach hat mit einer Verurteilung Lambachs und mit einem neuen Be- kenntnis zur Monarchie geendet. Die deutschnationale Partei- Vertretung hat den Spruch über den Fall Lambach mit sehr geringer Mehrheil gefaßt. Dieser Spruch wird die Bewe- ?ung, deren Stimme Lambach ist, schwerlich zum Schweigen ringen. Die Tatsache, daß die deutschnationalen Angestellten über die Frage Monarchismus anders denken als pensionierte Offiziere und Beamte und Großagrarier, wird durch eine Wiederaufwärmung der morarchiftifchen Sätze des deutsch- nationalen Programms nicht aus der Welt geschafft. Der soziale Tatbestand ist stärker als die Ideologie des deutsch- nationalen Programms. Das neue Bekenntnis zur Monarchie unterstreicht die politische und moralische Doppelzüngigkeit der Deutschnationalen. Ihre Minister haben den Eid auf die Der- f a s s u n g abgelegt. Ihre Führer haben mit Zustimmung der deutschnationalen Reichstagsfraktion die Richtlinien unterstrichen, die die Anerkennung der Republik enthielten. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat dem R e- publikfchutzgefetz und der Verlängerung der V« r- bannnng Wilhelms II. zugestimmt. Ihre Parteivertretung aber bekennt sich erneut zu den monarchischen Grund- sätzen. Was ist ehrlich und was ist Lüge? So brüchig wie die deutschnationale Ehrlichkeit ist das deutschnationale Parteigefüge. Die inneren Differenzen sind durch die Beschlüsse der Parteivertretung nur notdürftig nach außen verdeckt worden, ihr Austrag ist auf den Herbst ver- schoben worden. Diese Differenzen sind so stark, daß sie hart an die Spaltung herangeführt haben. Herr Hugen- b e r g hat seine Anhänger gesammelt. Er hat wissen lasten, daß seine Gruppe in der deutschnationalen Reichstagsfraktion Frattionsstärk« besitzt, also mehr als IS Wgeordnete umfaßt. Die Abstimmungen auf der Parteivertretertagung haben gezeigt, daß er dort eine Mehrheit befaß. Ueber die Borgänge auf dieser Tagung berichtet der „Iungdeutsche: ,A)er Hergang war etwa folgender: Am Sonntag faßte vi« Parteioertretung zum Fall Lambach den folgenden Beschluß: „Die Parteivertretung tritt der dem Herrn Abgeordneten, Lambach seitens der deutfchnationalen Reichstagsfraktion crusge- fprochenen Mißbilligung in vollem Umfange bei. Die w e i- tere Entscheidung bleibt den satzungsmäßig zu- ständigen Stellen vorbehalten. Deshalb werden die ge- stellten Ausschlußanträg« dem zuständigen Landesverband als Material Werwiefen. Au» diesem Anlaß bekennt die DeutschaaS». aale Partei sich erneut zu de» manarchisklschen Gruudsäheu ihre» Parterprogramms." Dieser Beschluß bedeutet, daß die Parteioertretung«» ab- lehnt, über den Ausschluß Lambachs zu ver- handeln. Auch der Parte ivorstond hott««inen Beschluß mit allen gegen eine Stimme gefaßt, in dem e? abgelehnt wird, zu dem Au»- schlußanttag gegen Lambach vom Parteioorstand au» Stellung zu nehme». D-rrntt mar die Gruppe de« Geheime» Finanz- rat» Hugenberg ober nicht zufrieden. Der Abgeordnet« Hugenbevg hat innerhalb der Araktiov eine Alldeuksche Vereinigung gegründet und die Partennstanzen wiffen lasten, daß dies« Lereunguvg Fraktionsstärte Hab«: das bedeutet also, daß Hugenberg sich gegebenenfalls mtt den Abgeordneten G o k, Bang usw. im Reichs- tag selbständig machen könnte. Graf Westarp wandte fich natürlich gegen die Drohung Hugenberg». Am Montag vormittag zeigt« sich dieser Zwist zwischen dem Grafen Westarp und dem Abgeordneten Hugenberg in der Parteioertretung ganz klar. Graf Westarp stellte den Antrag, daß die Parteioertretung im Fall Lambach die Entscheidung den zustän- digen Parteiinstanzen überlasse. Geheimrat Hugenberg setzte diesem Antrag«in„R e i n* entgegen. Er wollte sofort über den Ausschluß Lambachs verhandelt haben. Zn der Abstimmung blieb Graf Westarp mit 64 gegen 67 Stimmen in der Winderheil. Er legte darauf den Parteivorsitz sofort nieder und ver- ließ den Saal. Darauf faßte man einstimmig«inen Beschluß, daß die Parteioertretung auch weiter zum Grafen Westarp als Partei- führe? das Vertrauen habe. Der Abgeordnete Wallrof wurde beauftragt, den Grafen Westarp zurückzuholen. Nach einigem Zögern war dieser bereit. In Einzelbesprechungen wurde dann ein K o m p r o- m i h gesucht. Um 1 Uhr trat die Parteioertretung wieder zusammen. Zunächst wurde eine Entschließung gefaßt, in der die Partei- Vertretung betont, daß sich derjenige außerhalb der Partei stelle, der sich gegen die Entscheidungen der zustän- dige» Parteiinstanzen wende. Für die Oeffenttichkeit wurde folgend« Entschließung gefaßt: „Die Parteioertretung billigt«instimmig die Opposition». stellung der Reichstagssraltion, wie sie in den Reden der Fraktions- Vertreter zum Ausdruck gekommen ist, und ersucht die Fraktion. die Politik der Deutschnationalen Poltspartei auf dieser Basis weiterzuführen. Di« Partei steht gegen die gemeinsamen Gegner einig bis auf den letzten Mann." Dies ist der Wortlaut der Entschließung, wie er zuerst an die Presse herausgegeben wurde. Eine Viertelstunde später aber wurdederletzteSatz:„Die Partei steht gegen die gemeinsamen Gegner einig bis auf den letzten Mann," wieder gestrichen und dieses der Presse mitgeteilt. Die Streichung dieses Satzes, an dem nach allem Vorhergegangenen dochniemandgc- glaubt hätte, ist«in Symbol dafür, daß die Auseinandersetzungen in der Deutschnationalen Bolkspartei nur vertagt worden sind." Di« Krise besteht fort. Eine neue Tagung der Parteivertreter i m H e r b st soll den Gegensatz Westarp-Hugenberg austragen. Bis dahin führt W e st a r p den Vorsitz weiter. Hugenoergs Kandidat für den Portemnrsitz ist Herr Ober« fvhren. Die Einheit der deuffchnationalen Volkspart-i wird nur noch mühselig behauptet. Die innere Unehrlichkeit der deutschnationalen Politik rächt sich! Ausbau der Sozialpolitik. Sozialdemokratische Anträge im Reichstag. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat im Reichs- tag eine Reihe von Anträgen eingebracht, die vornehmlich dem Ausbau der Sozialpolitik dienen. Die Fraktion fordert: „die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag baldigst nach- stehende Vorlagen zu unterbreiten: a) Entwurf des Arbeitsschutzgesetze»: einschließlich des Bergarbeitsschutzes: b) Entwurf einer Seemaunaordnung und einer Vorlage, durch die die seemännischen Arbeitnehmer in die Llrbettsgerichtsbar- keit mit einbezogen werden: , c) Entwurf eines Berufsausbildungsgesetzes; de» RetihspiÄfideiM» b u r g die 5. 15, 25, 40, 50 und 80 Pfenoig-Marben tragen. Wolf-Bureaus, dem wir die obige Darstellung entnehmen, erwähnt die Reichsfahne nicht. Es erscheint uns aber undenkbar, daß der neue Zeppelin nicht gegrüßt worden sei van der Fahne. die das in seinen Stämmen einige deutsche Boll repräsentiert. Auch zwei bekannte Berliner demokratische Blätter, die Sonderbericht- erstatter nach Friedrichshafen entsandt hatten, schweigen sich merk- würdigerweise hierüber vollkommen aus. Die Taufe des neuen Zeppelin. Wo aber war die Beichsfahae? Friedrichs Hafen. 9. 9nfL I« der großen Halle des Luftschiffbaues wnrde heute mittag 11 Uhr 30 die Tauf« des neuen Zeppelin- Luft- s ch i f f« s vollzogen. Auf den Werken des Zeppelin-Konzerns wehten die blauweißen Fahnen des Hauses Zeppelin neben den Fahnen m den Württemberg«scheu Landesfarben. Ein« große An- zahl geladener Gäste wich nie dem Taufakt bei. Nach einer musi- kolstchen Einleitung hielt Dr. Eck e n e r ein« Ansprache und be- tonte, daß an der Taufe dos deutsche Volt innigen Anteil nehm«. Die Taufansprache hielt Gräfin Brandenstein- Zeppelin. Sie gedachte dabei in pietätvoller Weise ihres Vaters, der sich stets über zcden Fortschritt auf technischem Gebiet gefreut habe. Dieses neueste Werk lasse die Hoffnung zu. daß das geliebte deutsche Vaterland seine Schwingen bald»nieder regen werde, nm neue Bahrren einzuschlagen, neuen Zielen über Läirder und Ozean« zuzustreben. Besonders gedachte die Rednerin der an dem Bau des neuen Luftschiffes beteiligten Beamten und Arbeiter. Mtt einem„Glück ab, Gras Zeppelin" vollzog sie den Taufakt. Hierauf wurde das Niederläiii.�hc Dankgebet gespielt. Ein Rund- gang durch das neue Lustschiff schloß sich an. Es trifft schon zu, wenn Dr. Eckener sagt, daß das deutsch« Volk im, igen Anteil an dem neuen Zeppelin nimmt. Wo aber, Herr Dr. Eckener, so dürfen nnr dann wohl fragen, n>ar bei der Taufe das Hoheitszeichen eben dieses deutschen Bolkes, die schwarzrotgoldene Reichssahne? Der Bericht de» Bravo Köln! Eine Lehre für die Aremen-Zlieger.'— Protest gegen den Besuch in Ooorn. Köln, 9. Juli.(Eigenbericht.) Am Sonnabend nachmittag 5 Uhr landeten die Bremen- Flieger, von D o o r n kommend, in Köln. Die Bevölkernng Kölns demonstrierte gegen die Taktlosigkeit Hüneselds, die sie nach D o o r n geführt hatte, durch völlige Mißachtung. Eine„Riesenmeuge" von etwa 40 bis 50 Personen durchbrach die Postenkette von vier Schutzleitten, als das Flugzeug landete. Die Bemühungen dieser Ordner sahen verblüffend einer Geste ähnlich, die Leute heranrufen, statt abwehren sollte. Köhl, der Sympathi- scher«, ließ sich als erster sehen. Dann kam v. H ü n e f« l d. Er sah sich inn und staunte. Wo war der erwartete Empfang geblieben? Zwischendurch verschaffte sich der Kölner Witz Geltung. Köhl wurde von Minute zu Minute verlegener. Er konnte einem wirklich leid tun. Dann wurde Beigeordneter Billstein aus der Ansammlung her ausgeschoben. Bleich reichte er den Fliegern die Hand und sagte «niq«„offizielle" Begrüßungsworte. Dann überreichte man Köhl aus INub treffen einen Blumenstrauß und v. Hünefeld ein«« Strmrß roter Rosen. Er nahm eine davon und beschäftigte sich intensiv, den Stengel stückweise abzubeißen. Seine Nervosität war nicht zu nee- bergen. De« Empfang axtr eben kein Empfang. Köhl durchschaute die Sache früher, er schmieg und saß in sich ver* funken im Auto. Hünefeld rief nach dem„Programm*. Daraus schrie man verzweifelt noch einem Herrn Hoase, der offenbar das Programm für die Feierlichkeiten entworfen habe» sollte. Haase kam nicht. Hüneseldfluchte. Im Publikum vmrden Stimme» laut, es sei unerhört, keinen besseren Empfang z» veranstalten. Aber sch-n» wurden andere Sttmmen laut, y*- t T*t I m Im T> i i■iii i---■*-- imt wEHra? w�aCprn, cir jnegcr panpo ni öooth amTß*> ortioani gehabt. dejjeu enrlajjen, weit im Hauptquartier der Verdacht auskam� daß er mit der revolutionären Organisation in Verbindung stehe und ihr Informationen gegeben habe bezüglich gewifler Angelegenheiten, di? durchgesickert waren. Seit der Zeit hatte er der Organisation als Mitglied angehört und hatte dabei immer mit Francis Joseph McPhillip zusannnen- gehalten, so daß die beiden in den Kreisen der Revolutionäre bekannt waren als die„leufelszwillin ge". „Na, Gypo." sagte schließlich McPhillip,„nfte ist die Sache?" McPhiMps Stimme klang schwach und brüchig, ober es lag ein drohender Ernst darin, der ihr eine außer- ordentliche" Gewalt verlieh, die Gewalt, die auch in dem Piepen eines kleinen Vogels liegen kann, wenn»nan sein Nest ausraubt.— Einen Augenblick rang er nach Atem und fuhr dann fort:„Haft du die Boftchast misgerichtet, die ich dir geschickt habe? Ich Hab' nichts mehr gehört von zu Hause seit dem Abend, wo mir zusammen waren und nm»ch dann in die Berge mußte. Was ist los, Gypo?" Gypo starrte ein paar Augenblicke schweigend, er atmete langsam mit offenem Mund, seine Augen nmren geiveitet. Kein Wort kam aus ihm heraus. Dann sprang ein selftamer Lmtt wie ein unterdrückter Ausruf aus seiner Kehle. Mit seinem Mester schnitt er langsam eine große Kartoffel in vier Stücke. Ein Stück brachte er auf der Spitze des Messers in seinen Mund. Langsam fing er an zu kauen. Dann hörte er plötzlich mtt Kauen auf und sprach. Seine Stimme war tief und dröhneich:„Wo, zum Teufel, kommst du her, Franc»«?" „Egal, wo ich herkomme." schrie McPhillip in gereiztem Ton. �Zum Schwatzen Hab' ich keine Zeit. Ich will wissen. was hier los ist. Sag' alles, was du weißt? Zu allererst... warte mal: wie ist das mit der Boftchast? Hast du die aus- gerichtet? Laß das Fressen stehen. Mann Gottes, bist du ein Unmensch oder was ist los? Hier bin ich, die Polizei ist hinter mir her, es geht um Tod und Leben und du frißt deinen Kahl. Leg' das Mester weg oder ich schieße dir ein Loch in den Bauch. Mach' los, ich riskiere mein Leben, um hierherzukommen und dich was zu fragen. Beeile dich und und erzähle, was du weißt." Gypo seufzte etwas, er wischte sich den Mund mit seinem rechten Nockärmel. Daun legte er das Messer auf den Tisch und schluckte huumter, was« im Munde hatte. _-. L.. a Slu-tj�uvg jchML Gechs Weberlebende des Anganos". Die großen Ausfallstraßen.isS Stärkster Verkehr auf der Straße Berlin- Brandenburg. Ein ftrahlenförmig von Berlin ausgehendes Neg von HauptBerfehrsstraßen, beren Bedeutung im Zeitalter des Automobils ftändig steigt, verbindet gegenwärtig die Reichshauptstadt mit den michtigsten Städten in der näheren oder weiteren Umgebung in ähnlicher Weise wie die von Berlin aus nach allen Teilen Deutsch lands führenden Hauptlinien der Reichsbahn. Ausgedehnte 3ählungen, die vor einiger Zeit auf den Berliner Ausfall straßen durchgeführt wurden, brachten ein sehr interessantes Ergebnis über die Stärke des Verkehrs auf den einzelnen Straßenzügen. Die Zählungen wurden in der Zeit von 7 bis 20 Uhr durch geführt und erstreckten sich auf alle Arten von Fahrzeugen ( Autos, Laftautos, Omnibusse, Fuhrwerte und Motorräder). Darnach ist in der Nähe der eigentlichen Innenstadt, an der Ein mündung der Ausfallstraßen in die City eine außerordentlich starte Häufung und Zusammenballung des Verkehrs zu verzeichnen, die aber mit fteigender Entfernung von der Stadt aus ftufenförmig abnimmt, so daß sich nach Abzug des Verkehrs der Vororte für den eigentlichen Ueberlandverkehr relativ geringe 3ahlen ergeben. Go weist von den Provinzialstraßen die Strede Berlin- Brandenburg- Magdeburg den stärksten Verkehr auf mit 650 Fahrzeugen täglich in beiden Richtungen; erst in weitem Abstande folgt die Hamburger Chauffee ( Berlin- Berleberg- Hamburg) mit 240 Fahrzeugen, die zu rund drei Viertel aus Kraftfahrzeugen und zu einem Viertel aus bespannten Fuhrwerken bestehen; auch auf den übrigen Chauffeen beträgt der Verkehr durchschnittlich 230 Fahrzeuge in beiden Richtungen. Die Stärke des Nahverkehrs wird ersichtlich, wenn man diesen Zahlen des Ueberlandverkehrs die Zählergebnisse an der Einmündung der entsprechenden Ausfallstraßen gegenüberstellt. Der Nahverkehr erreicht seine höchsten Ausmaße auf ben meftlichen Hauptverkehrsstraßen, wo B. die Charlotten burger Chauffee 3mischen Brandenburger Tor und Sieges allee non rund 14 000 Fahrzeugen in beiden Richtungen befahren wird. Ziemlich beträchtlich ist ferner der Nahverkehr auf der vom Halleschen Tor über Tempelhof und Mariendorf nach Dresden und Görlig führenden Ausfallstraße mit rund 6000 Fahrzeugen in beiden Richtungen zwischen Hallesches Tor und Tempelhof, denen nur noch 440 Fahrzeuge in beiden Richtungen in Lichtenrade gegenüberstehen. Aehnlich liegen die Berhältnisse auf allen übrigen Ausfallstraßen, die von Berlin aus nach Halle, Frankfurt a. d. D., Breslau, Stettin, Greifswald, Rostod usw. führen. Die Zählung bemeist, daß in der City das Pferdefuhrwert durch den zunehmenden Kraft magenverfehr immer mehr verdrängt wird, daß sich die bespannten Pferdewagen dagegen in den Außenbezirfen und insbesondere in ländlichen Gebieten noch immer behaupten und einen starten Anteil am Gesamtperfehr haben. So # Die große Meineidsfabrit. Bor dem Prozeß Ohlerich. wurden an den inneren Zählpunkten insgesamt 64 467 Berkehrs mittel gezählt( 31 806 oder 49,5 Prog. Autos, 14 788 ober 22,8 Proz Fuhrwerte, 9549 oder 14,8 Proz. Lastautos, 4174 oder 6,5 Broz. Omnibusse und 4153 oder 6,4 Proz. Motorräder), denen insgesamt 24 781 Fahrzeuge an den äußersten Zählpunkten an der Peripherie Berlins gegenüberstehen( 9967 oder 40,2 Proz. Autos, 7106 oder 28,7 Broz. Fuhrwerte, 4676 ober 18,9 Proz. Bastautos, 2806 oder 11,3 Broz. Motorräder und 226 oder 0,9 Proz. Omnibusse). Neuer Kraftdroschfentarif in Sicht. Kurze Fahrten werden billiger, lange teurer. Nachdem in letzter Zeit das Berliner Kraftdioschtengewerbe beim Bolizeipräsidium wiederholt Berhandlungen über einen Kraft broschkentarif geführt hatte, ist es nach dem Stand der Dinge wahrscheinlich, daß noch im Laufe dieser Woche ein neuer Kraft broschfentarif in Kraft tritt, der eine Berbilligung für turze Fahrten, dagegen eine Berteuerung für längere Fahrten mit sich bringen wird. Die städtische Berkehrsbeputation hat nach AbSchluß der Berhandlungen im Bolizeipräsidium den neu vor. geschlagenen Kraftdroschfentarif, der nach längeren Beratungen zwischen den Interessenten und dem Polizeipräsidium zustande getommen ist, am Freitag voriger Woche seine Zustimmung gegeben. Am Mittwoch wird sich der Magiftrat gleichfalls mit den neuen Tariffägen befaffen. Es ist deshalb mit aller Wahrscheinlich teit noch damit zu rechnen, daß der neue Kraftbroschtentarif vom Polizeipräsidenten noch im Laufe dieser Woche pertündet wird und damit in Kraft tritt. Der neue Tarif fieht höchstwahrscheinlich wenigstens ift er von allen in Frage fom menden Instanzen bisher in dieser Form genehmigt worden, eine Grundtage von 20 Bf. vor, für die in Tare 1 560 Meter gefahren werden. Die Zusakgebühr beträgt in dieser Tage für je weitere 140 Meter 5 Pf., Tage 1 wird im Gegensatz zu dem seinerzeit vom vorschlag nur bei einer Person und nicht bei Fahrten für. zwei Personen eingeschaltet. In Tare 2, die für Fahrten von zwei Personen in Frage fommt, werden für die Grundgebühr von 20 f. 420 Meter gefahren, wobei für je weitere 105 Meter der Zuschlag von 5 Pf. hinzutritt. I are 3, die für Fahrten von drei bis vier Bersonen und in der Nacht angewendet wird, befördert für 20 Bf. Grundgebühr 280 Meter, während bann für je weitere 70 meter die Busahgebühr von 5 Bf. hinzu fommt. Der jetzt noch geltende fogenannte Kleintarif beförderte für eine Grundgebühr von 35 Pf. eine Strede von 400 Meter. Der neue Tarif wird sich in seiner Auswirkung so darstellen, daß fleinere Fahrten bis 2,8 Kilometer billiger werden als zu den bisherigen Säßen, für längere Fahrten tritt allerdings eine gewisse Berteuerung ein. Das Dampferunglück von Arauco. Nach den letzten Meldungen aus Santiago de Chile find an der Küste bei Cebu sechs Ueberlebende des Dampfers Angan os" aufgefunden worden. Man nimmt an, daß alle anderen Matrofen und Passagiere ums Leben gelommen sind. Die Behörden von Santiago haben beschlossen, die Opfer feierlich und mit großen Ehren zu bestatten. Die für den Jahrestag der Schlacht bei Concepcion vorbereiteten Festlichkeiten sind abgefagt worden. Die von der chilenischen Marine zu Nachforschungen nach der Schiffbrüchigen ausgefandten Kriegsschiffe mußten wegen des noch immer andauernden schweren Unwetters in die Häfen zurückkehren. Das Flugzeug Löwensteins. Sur Untersuchung des Flugzeuges, in dem der belgische Bantier Löwenstein verunglückte, ist der Leiter des Unfalldienstes der englischen Luftkräfte, Major Cooper, in Grondon eingetroffen. Major Cooper besichtigte das Flugzeug eingehend. Er will mit dem Flugzeug unter Führung des Piloten Löwensteins einen Flug unter nehmen, bei dem versucht werden soll, ob sih die betreffende Tür des Flugzeuges in voller Fahrt leicht öffnen läßt oder nicht. Die Keffelexplosion von Altmorschen. Die Ursache der Kesselerplosion in den Gipswerten R. Georgen, die sechs Todesopfer forderte, ist jetzt bekannt geworden. Eine Stunde nach der Katastrophe befand sich Oberingenieur Schneider Dom Rasseler Dampfteffel- lleberwachungsberein an der Unfallstelle, um die notwendigen Erhebungen anzustellen. Nach eingehender Prüfung wurde festgestellt, daß Wassermangel im Heiztörper die Explosion verursacht hat. Dem Heizer, der gleichfalls getötet wurde, scheint bei der Speisung des Keffels ein Fehler unterlaufen zu sein, da Teile des Kessels fein Wasser hatten. Dom Bolizeipräsidenten unterbreiteten Rompromis. Parteinachrichten aber auch nicht dazu bestimmt fei, fie zu Truppen des Bürgers trieges, des Kampfes gegen die immeren Volfsgenossen zu erziehen. Das Reichsbanner fel, innenpolitisch betrachtet, eine pazififtif he Dr. ganisation, die gerade durch ihr Borhandensen und ihr starkes Auftreten den von rechts und weit links gewünschten Bürgerkrieg ver bindere. Seine Rede schloß mit der Aufforderung an die republi fanifchen Parteien, fi noch entschiedener zu einer lintsgerichteten Bufammenarbeit zusammenzuschließen. Sodann übermittelten Kamerab Neubauer für die Kleinkaliberbemegung und Kamerad Rowad für den Gauvorstand des Reichsbanners die besten Wünsche. Nachdem Kamerad Diefenthal als Bertreter des Bundes Unmittelbar nach den Gerichtsferien wird vor dem Schwurgericht des Landgerichts I der Riefenmeineidsprozeß Ohlerich und Genossen verhandelt werden, der in der Kriminalgeschichte Moabits einzig dasteht. In diesem Drozeß wird auch der zum Tode verurteilte Horft& lebach eine Rolle spielen, denn seine ganze Familie, Bafer, Muffet und Schweffer, befindet sich unter den 14 meineidsan- vorstandes das Hoch auf die Republit ausgebracht hatte, wurden die geflagten, während Horst Kiebach nur als 3euge in Frage tommt. Während sein Bater, feine. Mutter und seine Schwester wegen zum Teil mehrfachen Meineides sich zu verantworten haben merden, war tiebach von Frau Ohlerich als Schwurzeuge in ihrer Meineidsfabrik bis zu feiner Berhaftung noch nicht in Anspruch genommen worden. Das Meineidsverfahren gegen die Berta Ohle rich und ihre Eideshelfer hat darüber hinaus immer weitere Rreise gezogen. Neben Frau Ohlerich als Anftifterin werden fich acht Personen wegen Meineides als Angeklagte zu verant morten haben. Außerdem werden noch sechs weitere Angeflagte megen Abgabe misfentlich falscher eidesstattlicher Berfiche rungen neben der Anstifterin auf der Anklagebant Plaz nehmen müffen. Das Charakteristische an dieser Meineidsfabrit ist, daß die falschen Eide alle ohne persönliche Borteile geleistet sind, denn die räntefüchtige Frau Ohlerich hatte eine so fuggeftive Kraft ausge übt, daß fie alle ihre Betannten, Männer und Frauen, sogar ihre Untermieter, darunter einen Ingenieur, in ihre Nege zu der ftriden wußte. Tragisch ist bei der Meineidsaffäre, die schon zwei Leute ins Zuchthaus gebracht hat, daß alle diese Personen unglücklich gemacht morden find megen eines alten Nähtisches und einer alten Flur garderobe, die vielleicht einen Wert von 10 Mart haben. Wie erinnerlich, hatte Frau Ohlerich vor den entscheidenden Terminen ihre Schwurzeugen zu einer Generalprobe in ihrer Wohnung beim Kaffeeflatsch versammelt und mit ihnen eingehend die Rollen, die sie vor Gericht zu spielen hatten, einstudiert. Das Reichsbanner in Rathenow. In der alten Brillenstadt Rathenow versammelte sich das Reichsbanner am Sonntag zu einem großen Aufmarsch. Mit einem Kreistreffen sollte die Einweihung eines Reihsbanner. Sportplages und der Schießstände des Kleintali. ber Bereins Republit" gefeiert werden. Bereits am frühen Morgen trafen starte Reichsbanner- Abteilungen aus den umliegenden Städten ein. Ueberall in den Straßen grüßten bunt farbige Transparente. Um 11 Uhr formierte fich ein stattlicher Zug zum Marktplag, mo Kamerad von Putttamer nach Be grüßungsmorten des Ortsvereinsvorsitzenden, Stadtrat Götsch, eine Ansprache hielt. Der Redner begrüßte den Busammenschluß der Republikaner in der Reichsregierung und schloß daran die Aufforderung, jegt erst recht attiv zu sein, um dem ficher mieper fommenden Berleumdungs, Haß- und Lügenfeldzug der Rechten mit aller Entschiedenheit entgegentreten zu tönnen. Am Rachmittag wurde die Einweihung des Sportplates und des Kleinfaliber- Schießstandes vollzogen. Hier begrüßte Stadtrat Götsch als Ortsvereinsoorfigender die Gäste. Nach ihm überbrachte der Oberbürgermeister im Auftrage des au vertretenen Magiftrats und ber Stadtverordnetenversammlung die Grüße der Stadt und ihrer Rörperschaft. Damn sprach der demokratische Reichstagsabgeordnete Profeffor Bernhardt. Ausgehend von der Einweihung des Schießstandes erklärte er, daß hier junge Menschen nicht erzogen werden sollten für einen neuen Krieg mit anderen Bölkern, daß die Erziehung Tore zum Sportplaß geöffnet und das Preisshießen begann, das fich bei guten Ergebnissen bis in die späten Abendstunden hinein erstreďte. Berfaffungstag Nationalfeiertag! Heute, Dienstag, den 10. d. M., um 20 Uhr, findet auf dem Gendarmenmartt eine Rundgebung des Berliner Reichsbanners statt unter der Devise: Verfassungstag. Natio. nalfeiertag!, auf der der Ministerpräsident a. D. Stelling fprechen wird. fprechen wird. Die Reichsbannerfameraden mögen nicht verfäumen, die Berlautbarung des Gauvorstandes in den Mitteilungen des Gauvorstandes zu beachten. Die Berliner Republitanet aber mögen dafür sorgen, daß die Demonftrafion den Willen der Berliner Bevölkerung, den Ber. faffungslag endlich als höchsten und ersten Natio. nalfeiertag zu sehen, unzweideutig zum Ausdrud bringt; fie mögen in Massen erscheinen. Außer in Berlin finden Kundgebungen in offbus, Frankfurt a. d. Oder, Landsberg a. d. Warthe und Brandenburg statt. Rabelwertes Siemensstadt in Haselhorst bei Spandau wurde der Geheimnisvoller Tod eines Arbeiters. Auf dem Fabrifhof des 48jährige Arbeiter Karl Bremer aus der Butbuffer Straße 32 in Berlin regungsios aufgefunden. Ein hinzugerufener Arzt stellte den Tod fest. Die Todesursache dagegen fonnte noch nicht festgestellt werden. Die Leiche wurde deshalb beschlagnahmt und zur Sektion nach dem Schauhaus in der Gatomer Straße gebracht. Unsere werten Leser und Freunde werden gebeten, in allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zeitungsverkaufsstellen usw., sowohl in Groß- Berlin als auch im Reich und im Ausland, ausdrücklich den VORWÄRTS" und den ..ABEND" zu verlangen. Das Parteilnteresse fordert, überall für die Parteipresse zu werben und das Auslegen des Zentralorgans der SPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der ,, Vorwärts" an Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen usw. nicht erhältlich sein, so wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar 33 VORWÄRTS"-VERLAG Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr. Dönhoff 292-297 Für die Reise Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin G 68, Sindeustraße 3, für Groß- Berlin stets au bas Bezirkssefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Heute, Dienstag, 10. Juli: 8. bt. Die Flugblätter werden in der Funktionärversammlung bet Ridert perteilt. 28. Abt. 19 Uhr Sigung der Bezirtsführer bet Rechenberg, Choriner Str. 49. 32. Abt. Achtung! Genossen, bei benen die Einzeichnungsliste für die Dampferfahrt des Kreises am 13. Juli noch nicht vorgelegen hat, tönnen fich noch am 18. Juli beim Genossen Haase, Paul- Ginger Straße 47, von 18-19 Uhr einzeichnen. 69. Abt. Bilmersdorf. 20 Uhr bei Ruffa, Lauenburger Str. 21, Mitgliebers Detsammlung. Bortrag: Der moderne Hochkapitalismus und der Ars beiter". Referent Ministerialrat Professor Richard Woldt. 102. Abt. Baumschulenweg., 15% Uhr treffen sich alle Mitglieder zur Beteili gung an der Trauerfeier unferes verstorbenen Genossen und langjährigen Funktionärs Riegert vor dem Lokal Borgmann. Ganz besonders werden Die Genofsinnen gebeten, pünktlich zu erscheinen. Mittwoch, 11. Juli, treffen sich alle Genofsinnen und Genossen um 18% Uhr Baumschulen ſtraße, Ede Seidekampweg, zum Spaziergang und Spielabend in der Rönigsheide. Für Nachzügler Treffpunkt im gofal Waldesgrund. Spiel. geräte, Bälle usw. find mitzubringen. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 11. Juli, 19% Uhr: 1. Abt. Sadescher Sof, Rosenthaler Str. 40/41. Vortrag: Regierungsauf. gaben in Breußen und im Reich." Referent Bolizeioberst a. D. Dr. Here mann Schüßinger. 2. bl. Ohngemach, Rommandantenstr. 88. Bottrag: Die Aufgaben dez Bartet innerhalb und außerhalb der Barlamente Referent Galo Roppe 4. bt. Lotal Stommel, Neue Friedrichstr. 1, Bortrag: Reichsbanner und Partei." Referent Ministerialdirektor a. D. Sizler. 5. Abt. Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Bortrag:„ Die Eroberung bet politischen Macht." Referent Stadtrat Erich Steuer. 6. Abt. Lokal Büttner, Schwebter Str. 28, Borttag:„ Die außenpolitische Lage." Referent Dr. Piechowsti. 7. Abt. Bahlabende in folgenden Lokalen: Döll, Bergstr. 71. Naufer, Boyen Bärwalde, ftraße 19. Beirau, Pflugstr. 1. Rube, Streliger Str. 55. Schlegelftr.& Bortrag: Die Arbeiterbewegung im Orient". Referent Stadtverordneter Willi Riese. 8. Abt. 8ahlabende: bei Ridert, Steinmegftr. 96a. Bortrag: Reues polie tisches Leben". Referentin Margarete Schenkalowsky. Seiler, Steinmeß Straße 29a, Vortrag des Gen. Regierungsrat Dillinger. Klose, Lizow straße 15, Bortrag des Gen. Karl Weiner, M. d. L. Leuschner, Elßholzftraße 5, Bortrag bes Gen. Möhle. Meier, Süßowstr. 7, Bortrag des Gen. Michael Hirschberg. 10. Abt. Moabiter Bierhallen, Kirchstr. 13, Bortrag: Die neue Regierung". Referent Dr. Georg Heidenreich. 11. Abt. Lotal Berger, Levegomfiraße, Ede Jagowstraße, Bortrag des Gen. Siegfried Aufhäuser, M. d. R. Achtung! Die Funktionäre treffen fich be reits um 18% Uhr bei Berger. Die Bezirksführer laden zur Mitglieder versammlung ein. 13. Abt. Lotal Bazenhofer, blauer Gaal, Turmstr. 25, Borttag des Gen, Bernhard Krüger. Alle Mitglieder milfsen erscheinen. 14. Abt. 8ahlabende bei Gottschalt, Putbusser Str. 24. Start, Putbusser Straße 14. Gallics, Graunstr. 41. 15. Abt. Sahlabende bei Anton Both, Binetalas 7 und Theodor Kurkowsin. Felbftr. 3. 16. Abt. Lokal Leuschner, Ackerstr. 110, Bottrag: Unfere Tätigkeit int Stadtparlament". Referent Dr. Richard Treitel. Gäste willfommen. 17. Abt. Bahlabende bei Loeffat, Tegeler Str. 50. Neuenkirch, Triftstr. 49 und Schreiber, Triftstr. 63. 18. Abt. Bahlabende bei Cachfe, Lindower Str. 26. Ghabe, Stösliner Str. 9. Schmidt, Rolberger Str. 24. Lotal Pantstr. 42, Cde Böttgerstraße und Müller, Uferftr. 12. 19. Abt. Bahlabende: Bezirk 805/806: Grunert, Pantstr. 59. Bezirk 807/810: Echrepel, Grünthaler Ctr. 13. Bezirk 811: Brodzinski, Grünthaler Str. 6. Bezirt 812: Schulz, Stettiner Str. 52. Bezirk 813 und 819: Gottschalt, Be Grünthaler Str. 14. Begirt 814/818: Schuchardt, Christiania str. 116. airt 820: Grilnberg, Prinzenallee 57 mann, 21. Abt. Sahlabende bef Böhm, Magstr. 18. Damme, Schulftr. 24. SoffPrinz- Eugen- Straße 7. Hilmann, Nazarethkirchstr. 41. Happe, Nachf., Marstr. 5. Kroll, Utrechter Str. 21. Scholz, Adolfstr. 12 Schrepel, Antonftr. 8. Boigt, Oudenarder Str. 6. 22. Abt. Gemeinsamer Bahlabend der Abteilung bei Radzan, Brüsseler Str. 48. 23. Abt. 22 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Bezirk 1-3: Lewan. dowski, Seeftr. 104. Bezirk 4-6: Grunewald, Kameruner Str. 19. Bc zirk 7: Gutfchow, Transvaalstr. 26. Bezirk 8 u. 9: Tieße, Barfußstr. 9. Bezirk 10 u. 11: Mollnau, Müllerstr. 62a. Bezirk 12 u. 13: Rönig, Otavis ftraße 37. Vortrag: Neuere Formen der Kapitalfonzentrationen". Referent Gen. Dr. Reifer( vom Statistischen Reichsamt). 24. Abt. Die 8ahlabenbe fallen in diesem Monat aus. 25. Abt. Die Bahlabende fallen in diesem Monat aus. 26. Abt. Lokal Beinlich, Beißenburger Str. 1, Vortrag: Die Aufgaben bes neuen Reichstages. Referent Mat Heybemann. 27. Abt. Bahlabende: 8euge, Milaftr. 5. Mehlberg, Gaubnstr. 6. Bortrag: Der Fürsorgeberuf in der Entwicklung und Ausübung". Referent Genosse Bongrowiz. Reek, Sonnenburger Str. 1. Woohsmann, Gleimstr. 10. Glanz, Kopenhagener Str. 37. 28. Abt. Bahlabende finden in den bekannten Lotalen statt. 29. Abt. Altersheim, Danziger Str. 62, Vortrag: Die Aufgaben der Sozial. bemokratie im neuen Reichstag. Referent Georg Stieglig. 30. Abt. Sahlabenbe in folgenden Lotalen: Bohit, Lnchener Straße, Ecke Stargarber Straße. Soffmann, Enchener Str. 8. Lotal, Pappelalee 80. Mahntopf, Carmen- Sylva- Straße 123. Geitler, Sanzowstr. 10. 31. bt. Die Bahlabende fallen aus. Achtung! Donnerstag, 12. Juli, 17 Uhr, treffen fidh sämtliche Genossen mit der Jugend bei Goldschmidt, Stolpische Straße 86, zur Flugblattverbreitung. 32. bt. Bahlabenpe: Gruppe Troeber: bei kleinig. Breslauer Str. 25. Refe rent Gen. Anöcher über Sozialversicherung". Gruppe Bartmann: bei Horst. mann, Am Ostbahnhof 18. Gruppe Meister: bei Thesch, Martusstt. 36. Gruppe Schumann: bei Kromphardt, Paul- Ginger- Str. 49. Alle Bezirks. führer milffen erscheinen. Gruppe Aluge: bei Schmiedtke, Rrautfte 44, Eingang Paul- Singer- Straße. Gruppe Buchmann: bei Drescher, Stralaner Blag 5. Die Gruppen, die mit der angeseglen Werbearbeit fertig find, werden gebeten, bald Bericht au erstatten. Die Einzeichnungslisten müffen bis 13. Juli beim Genossen Saase, Paul- Singer- Straße 47, D. I, abgegeben werden.. Wanderungen und das Wochenende unerläßlich Chlorodont- Zahnpaste und die dazugehörige Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt zur Beseitigung fauliger, übelriechender Speisereste in den Zahnzwischenräumen und zum Weißputzen der Zähne. Die ges. gesch. ChlorodontZahnbürste von bester Qualität, für Erwachsene 1.25 Mk., für Kinder 70 Pf., ist in blau- weiß- grüner Original- Chlorodontpackung überall erhältlich. Am Donnerstag, dem 12. Juli, findet über GroßBerlin eine sehr wichtige statt. Alle Parteimitglieder müssen sich in den bekann ten Lokalen einfinden. Flugblattverbreitung: 33. bt, Die Gruppenversammlungen fallen aus. Am Donnerstag, 12. Juli, 18 Uhr, allgemeine Flugblattverbreitung von Lojad( Bezirk Nieter), Bertalla, Hoffmann und Abrahant aus. Wir erwarten, daß alle Mitglieder, insbesondere die Bahlabendbesucher, fich pünktlich um 18 Uhr ein. finden. 35. Abt. Bahlabende: Lotal Otto, Rigaer Str. 85, Bortrag: Das Gesundheitswesen der Stadt Berlin. Referent Stadtarzt Dr. Alfreb Rorach. Schule, Samariterfte. 20, Bortrag: Die Steuerpolitik ber neuen Reichsregierung". Referentin Dora Fabian. Bombe, Boigtstr. 25 Bortrag: Wirtschaftspolitische Tagesfragen". Referent Genosse Schneider. towski, Schreinerstr. 82, Bortrag: Bürgerliche und sozialistische Presse". Referent Arno Schola. Bor36. bt. Sahlabende: bei Busch, Tiffiter Str. 27. Söhne, Borndorfer Straße, Ede Lewestraße. Bittschuß, Petersburger Str. 5. Zahlreiches Erscheinen erwünscht 37. bt. Sahlabende: 1. Bezirk: 8epte, Ebertyfir. 7. 2. u. 3. Bezirk: Jerash, Ebertyftr. 10. 4., 5., 6. Bezirk: Raschte, Matternstr. 14. Bollzähliges Erscheinen ist notwendig. 38. Abt Sahlabend für den 156. Bezirk bei Baensch, Weberstr. 15. We übrigen Zahlabenbe fallen aus. 39. Abt. Bahlmorgen früh 5 Uhr im Lokal 8am Mohren", Jerufalemer Str. 9. Bortrag bes Genoffen Otto Bach vom Juternationalen Arbeitsamt, über Das Schlichtungswesen". Gäste, burch Parteigenoffen eingeführt, find willkommen. 39. Abt. Im Sofal Treulieb, Wilhelmftr. 114, Bortrag: Die Bebre Coue." Referent Dr. Geeling. 40. 9052. 3m Lokal Jung. Dreibundftr. 11/12, Bortrag: Alte und neue Sugend." Referent Albrecht Fülle. Die Pezirksführer werben erfucht, bazu einzuladen. 41. Abt. Rablabende: Elbrandt, Santmisstr. 5- Beinhoff. Belle- AllianceStraße 74 Schuster, Chamissopl. 4 Pramann, Fidicinstr. 16 Bergmannstr. 93 Schult, Mariendorfer Str. 5. Luze, 42. Abt. 20 Uhr Rahlabende bei Buhr, Blücherftr. 38 Söhlte, BergmannStraße 69 Seehaat, Willibald- Aleris- Str. 5 Bogler, Mittenwalder Straße 16 Biersdorff, Urbanstr. 6 Braun, Bärwaldftt. 1. Erscheinen ist Bflicht. 44. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 46. t. Jm Lokal Burdhardt, Görliger Str. 52, Tagesordnung: Befchluß der Bten Abteilungsversammlung. Erscheinen aller Genossen wird erwartet. 47 bt. Rahlabende. 82., 83. Beairt: Timpe, Raunnnste. 60 97. Bezirk: Bier, Naunynstr. 9 98. bis 100. Bezirk: Giedentopf, Mustauer Str. 35101. bis 105. Bezirk: Lehmann, Mustauer Str. 1. Bortrag: Erlebtes in Güdwestafrita." Referent Genosse Binnstaedt. 48. bt. Jn Gliefings Restfälen, Baffertorstr. 68, Bortrag: Die Aufgaben des neuen Reichstags." Referent August Niemann. Charlottenburg. 51. bt. Rahlabend. 1., 2. Bezirk: Schelbach, Rönigin Elisa. beth- Str. 68. Peairt: Dörre, Dandelmannstr. 18. Bortrag: Wohlfahrtsarbeit in ber Gemeinde und unsere Mitarbeit." 53. bt. Rablabenb. 1., 2. Begict: Schmeifert, Erasmusftr. 2. Bortrag: Mieterrechte und -pflichten." Referent Genoffe Jubis. 3., 4. Bezirk: Lur, Buttenstz. 26. Bortrag: 20 Tage Agitation im Wahlkampf 1928." Referent Genoffe Rohl fchmidt. 5. bis 8. Beairt: Steininger, Suttenftr. 34, Bortrag: as muß der Arbeiter von der Invalibenversicherung wiffen?" 55. bt. Sm Sotal Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Bortrag: Schein und Wirklichkeit in Rußland. Referent Kurt Riekmann. 57. Abt. Gemeinsamer Rahl. abend bei Shunad, Bielandfte. 4. Lichtbildervortrag des Genoffen Frans 3ofef fFurtwängler: Das Broletariat im modernen Indien." Gäste hera lich it willlommen. 58. bt. Die Mitgliederversammlung fält in diefem Monat aus. 62. Abt. Siemensstadt. 3m Sofal Marfandt, Nonnendamm- Allee, Borttag: Die Aufgaben des neuen Reichstags." Referent Stadtrat Billy Rühne. 68. ht. Salensee. Jm Lotal Sandmann, Westfälische Str. 42, Bortrag: Die allgemeine politifche Lage." Referent Bruno Theet. 72. Abt. Bilmersdorf. Der Rablabenb fällt in biefem Monat aus. 73. bt, Schmargendorf. Lotal Deutsches Saus", Breite Str. 34. Bortrag wird noch bekanntgegeben. 74. bt. Rehlendorf. Giedlung Fischtalgrund. 20 Uhr Sahlabend im Lokal Balbhaus", Spandauer Straße. Snglene des täglichen Lebens." Referent Dr. Nudolf Bußmann. Dienstag, 10. Juli, 20 Uhr: Mitgliederversammlung der Sektion Universi Donnerstag, 12. Juli, 20 Uhr: Außenpolitische Arbeitsgemeinschaft: Der englische Imperialismus. Referent Dr. Groner. Montag, 16. Juli, 20 Uhr: Wirtschaftspolitische Arbeitsgemeinschaft, Leitung Prof. Denice und Dr. Mendelssohn:" Die internationale Robstahlgemeinschaft." Monton. 16. Juli, 20 Uhr: Juristisches Geminar: Grenzen und Möglichkeiten des Brinat eigentums." Mittwoch, 18. Juli, pünktlich 20 Uhr: Theoretische Arbeitsgemeinschaft: Der Sozialismus in der Gegenwart." Referent Georg HeidenSämtliche Beranstaltungen finden im Bund, NW. 6, Albrechtstr. 11, Gartenhaus 2 St., statt. 118. Abt. Der Bahlabend fällt im Juli aus. tät. 119. Abt. Die Mitglieder. versammlung im Juli fällt aus. 122. Abt. Biesbors. Lotal Borath, Marzahner Str. 31, MitgliederversammTung. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen dringend erforderlich. 124. Abt. Wahlsdorf. Die Rahlabende finden in den bekannten Lofalen ftatt. 128./130. bt. Pantom. Bahlabende. 1. Bezirk: 2otal Raiser- Friedrich- Str. 53. Bortrag: Jugendfürsorge. Referent: Otto Fenfelau. 2. Bezir!: Schweizerhütte, Marimilianstr. 11a. reich. 2a. Bezirk: Mühlened, BrennerEde Mühlenste. Bortrag: Die politische Lage". Referentin: Helene Schmig, M. d. L. 3. Bezirk: Dreier, Riffingenstr. 4. 4. Bezirk: Lokal Grunowstt. Ede Schulfte. 5. 6. Bezirk: Neumann, Mendelftr. 17. 7. Bezirk: Gängerheim, Floraste. 93. Vortrag: Boltshumor im KlaffenLampf" Referent: Hanns Kamm, 8. Bezirk: Forsthaus, Wollant. ftraße 115. 9. Bezitt: Suth, Bollantstr. 81. 131. Abt. Nieberschönhausen. Lotal Wilhelmshof, Raifer- Wilhelm- Straße 64, Bortrag bes Genossen Fuchs vom Einheitsverband fozialistischer Sandels. und Gewerbetreibender über: Rritische Steuerfragen". 132. Abt. Blantenburg. Lotal Kluge. Dorfstr. 2, Vortrag: Wirtschaftspolitische Tagesfragen. Referent Rudolf Karsten. 133. bt. Buchholz. Bahlabend um 20 Uhr im Lotal Roffad, Sauptstr. 71 137. Abt. Meinidendorf- Weft. Gemeinsamer Rahlabend für alle Bezirke im Boltshaus, Scharnweberfte. 114. Bortrag: Wirtschafts- und sozialpolitische Tagesfragen". Referent Dr. Rörting. 138. Abt. Sermsborf. Achtung Genoffinnen! Bir tommen am Mittwoch vor dent Zahlabend, um 19 Uhr, zu einer wichtigen Besprechung bef Otrent Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Tempelhof. Mittwoch, 11. Juli, beteiligen wir uns an ber Ronfumperan ftaltung im Birkenwäldchen, Manteuffelfte. Treffpunkt 16% Uhr auf dem Spielplatz im Neuen Park, Bosestr. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 43. bt. Unfer langjähriger Genoffe Dtto Saame ist plöglich ner. ftorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung am Mittwoch, bem 11. Juli, 16 Uhr, auf dem Neuen Luisenfriedhof, Berlin- Neukölln, Sermannstr. 21nt zahlreiche Beteiligung der Genoffinnen und Genossen bittet der Borstand. Die Dampfertarten und Chmarten find bente, Dienstag, Vorträge, Vereine und Versammlungen. 10. Juli, bel ber Genoffin Thurom, Goolquelstr. 15, abzurechnen. 140. bt. Borsigwalbe. Der Bahlabend fällt in diefem Monat aus. 140a. bt. Wittenau. Lotal Schulz, Am Sauptbahnhof, Bortrag: Gefährbete Jugenb ein Ausschnitt aus der Arbeit des Jugendfürsorgers". Referent Felig Müller. 141, Abt. Rosenthal unb Ricberschönhansen.Weft. Der Zahlabend in diesem Monat fält aus. Was 143. Abt. Waibmannsluft. 2otal Dreißig, Waidmannftr. 4, Bortrag: erwarten bie Mieter vom neuen Reichstag?" Referent Architekt Otto Most. Gäste willkommen. 101. st. Treptow. Donnerstag, 12. Juli, von ben belonnten Stellen aus Flugblattverbreitung. Alle Genofsinnen und Genoffen beteiligen sich hieran. Frauenveranstaltungen. 7. t. Die Funktionärinnen der 7. Abteilung treffen fidh am Mittwoch, 11. Suli, um 19 Uhr, pünktlich bei Baerwalde, Schlegelftr. 8. 36. Abt. Achtung, Genoffinnen! Teilnehmerfarten aur Dampferfahrt am Frei tag, 8. Auguft, nach Boltersdorfer Schleufe find bei der Genoffin Böhm, A Silfiter Ste. 78, potn 2 T., zu haben. Breis ber Rarten für Erwachsene 1,30 m., File Kinder 50 f. 136. Abt. Reinickendorf- Dft. Unfer Rafferlochen findet am 18. Juft, radim. non 3 Uhr ab in Rieberfchönhausen, Reftaurant Schönherr, Lindenstraße, ftatt. Treffpunkt wird noch an dieser Stelle belanntgegeben. Auchen farten au 20 Bf. bas Stild finb bet ben funktionärinnen erhältlich. Sie müffen abgenommen werden, bevor die Ausgabe erfolgt. Bis Freitag biefer Boche finb bie Ruchenfarten bei den Genoffinnen Zifa Meifer, Schönholzer Weg 1, oder Scheibe, Brienzer Str. 13, abzurechnen. Jungsozialisten: Achtung, Raffierer! Donnerstag, 12. Juft, von 17 bis 19% Uhr, Lindenftraße 4: Bücherstube, Abrechnung der Beiträge usw. Zum Jungsozialisten Treffen in Briefelang benutzen wir die folgenden Bilge: Gonnabend, 14. Juli 14.05; 14.40; 15.35; 15.50; 16.25; 17.06; 17.80 fm. Nachzügler Gonntag: 4.57; 5.46; 6.28; 7.17. Abfahrt: Bebrter Bahnhof. Fahrpreis 1 M. Achtung, Arbeitsausschusmitalieber! Dienstag, 10. Suli, pünktlich 18% Uhr, im Bund freiheitlicher Stundenten, Albrechtstr. 11, Arbeitsausschußfikung. Alle Mite glieber müffen unbebingt wegen der wichtigen Tagesordnung erscheinen. Gruppe Bichtenberg. Seute, Dienstag, 20 Uhr, in ber Bibliothet, Weichselftraße 28, Aussprache: Arbeitsrecht." Referent Genoffe Liljeberg. 76. Ubt. Dahlem. Die Mitgliederverfammlung im Juli fält aus. Schöneberg. 77. bt. Rahlabende. 1. Bea.: Milde, Rollendorfftr. 16. Bolitische Aussprache 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftr. 5a, Bortrag: Juftis. Referent Rurt Großmann- 3. Beairt: Reugner, Grunewaldstr. 36, Bortrag: Reiſeeinbrüde aus der Sowjet- Union." Referent Regierungsrat Joachim. 4. Bezirk: Bill, Martin- Luther- Str. 69, Bortrag: Die Industriearbeit im tapitalistischen und sozialistischen Staat. Referent Dr. Stein. 79. bt. Rahlabende. L. Bezirk: Arndt, Baugener Str. 10, Vortrag: Sosialistische Erziehungfragen." Referent Willi Wolff. 2. Be airt: Grunom, Geßlerstr. 18, Vortrag: Wirtschaftspolitit im neuen Reichstag." Referent Dr. Walter Domte. 3. Pezirk: Nitsch, Siegfriedstr. 9, Portrag: Sozialistische Kommunalpolitit." Referent Stadtrat Mar König. E 4. bis 6. Bezitt: Groß, Gedanstt. 17, Borirag: Barum Regierungsbeteiligung?" Referent Frana n. Buttainer- 7 Bezirk: Badlaus, Sachfendamm 41, Vortrag: Volitische Tagesfragen." Referent Otto Strobel. Wir erfuchen alle Genoffinnen und Genoffen, mit Rüldficht auf die michtigen Vorträge restlos zu erscheinen. Alle Mitglieder beteiligen fich ebenfalls an der fehr wichtigen Flugblattverbreitung am Mittwoch und Donnerstag. Achtung! Die Bezirksführer holen ihre Flugblätter am Mittwochabenb von Groß, Sebanstr. 17, ab. Bi. Abt. Friebenau. Im Gesellschaftszimmer bes Ratstellers, Am Lauterplak, Bortrag: Menschenötonomie." Referentin Marie Runert, M. d. R. 83. Abt. Lichterfelbe. Dit: Alle Genoffen treffen fich pünktlich 20 Uhr zum Rahlabend beim Genossen Krull, Lantwißer Str., Cde Luifenstraße. Der Rahlabend in Gild fällt aus. Weft. Der Zahlabend findet um 20 Uhr im Lotal Reinh. Schmidt, Hindenburgdamm, Ede Roonftr., statt. Bortrag: Die Verwahrlofung unserer Jugend in fegueller Beziehung." Referent Genoffe Schönwetter. Außerdem wichtige Mitteilungen. Erscheinen aller Genoffen ist Pflicht. Die Jugend ist besonders eingeladen. 84. Abt. Santwis. Die Mitgliederversammlung fällt in diesem Monat aus. Boranzeige! Sonntag, 15. Juli, Familienausflug der Abteilung nach der Machnower Schleuse. Alles Nähere wird durch Rundschreiben befanntgegeben. Bir erwarten rege Beteiligung. 85. Abt. Tempelhof. Der Rahlabend fällt in biefem Monat aus. Bir beteiligen uns am Mittwoch, den 11. Juli, an dem gemütlichen Beisammen fein ber 14, Abteilung ber Konsumgenoffenschaft im Birkenwäldchen", Tempelhof, Manteuffelstraße. 36. bt. Mariendorf. Der Rahlabend fält aus. Bermutlich wird er am Mittwoch, den 18. Suli, ftattfinden. 87. Abt. Marienfelbe. Rahlabend bei Schufter. Kirchstr. 68. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen ist Pflicht. Reutöllu. 89. Abt. Rahlabende. 1. bis 4. Bezirk: Grommed, Sanderstr. 10 5., 7., 8. Bezirk: Bilfe, Reuterfte, 47, Ede Lenaustraße 6., 11., 12. Pez.: Brandt, Pflügerstraße, Ede Nansenstraße 9., 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Sobrechtftr. 64.90. Abt. Im Ideal- Rafino", Weichselstr. 8, Bortrag: Barum Regierungsbeteiligung?" Referent Dr. Carl Mierendorff. 92. Abt. Rahlabende halten ab am Mittwoch, 11. b. m., abends 20 Uhr, die Bezirke 14, 29, 30 bei Gauter, Sarzer Str. 88( Vortrag); die Bezirte 46, 47, 59 bei Simon, Berthelsdorfer Str. 9( Vortrag); die Bezirke 72, 73 bei Schneider, Rosenstr. 7( Bortrag des Genossen Mar Groger über: Aftuelle Gegenwartsfragen.") Die Rahlabende der übrigen acht Abt. Bezirke fallen aus. Die Mitteilungen find beim Abteilungsleiter Gen. Schindler abzuholen. Noch fehlende Nennungen von Jubilaren der Abteilung find umgehend dem Abteilungsleiter zu übermitteln. Rut Flugblattperteilung am Donnerstag, 12. b. D., werden die Bezirtsführer erfucht, bas ihnen zustehende Material rechtzeitig bei Wolff, KaiferFriedrich- Str. 173, Ede Roseggerstraße, in Empfang zu nehmen. 93. Abt. Rahlabende. 57. Bezirk: Regler, Treptower Str. 90. 83., 84. Bezirf: Roritsch. Böhnische Str. 43/44, Bortrag:" Arbeitersport und Sozialbemo tratie." Referent Genose Bud. 98. Begirt, Siedlung: Rahlabend im Bärwinkel". In allen anderen Bezirken fallen die Rahlabende aus. 94. bt. Rablabenbe. 51., 68., 76. Begirt: Lotal Schröder, Geldhower Str. 6. 64., 65, 66, 67., 77., 78. Bezirk: Lotal Günther, Schillerpromenabe 11. 95. Abt. Lotal Grieger, Lessingstr. 9. Geschäftsbericht und Abteilungs angelegenheiten. Erscheinen unbedingt etforderlich. 96. Sibt. Lokal gill. mer, Negatftr. 56, Vortrag: Schlichtungswefen." Referent Otto Bach. Achtung! Die Bezirksführer holen am Mittwoch zwischen 17 und 18 Uhe die Flugblätter von der„ Borwärts".Gpedition, Siegfriedftr. 28/29, ab. 97. Abt. Im Lotal Rudolph, Sermannstr. 156, Vortrag: Einheitsstaat und Berwaltungsreform." Referent Max Gillmeister. 100. Abt. Rubow. Rahlabend im Lotal Balm. Alle Mitglieder müffen vollzählig erscheinen. 101. Abt. Treptow. Die Rahlabende fallen in diesem Monat aus. 103. Abt. Oberschöneweibe. Lotal Bürgerpart, Ostendstraße. Bortrag: Die Aufgaben des neuen Reichstags". Referent: Dr. Norbert Mark 104. Abt. Micberschöneme' be. Laut Beschluß bez legten Mitgliederversamm lung fällt die Mitgliederversammlung im Juli aus. Donnerstags, 12. Juli, Ausflug der Frauen nach Schmödwig. Ereffen um 13 Uhr an der SalteStelle der Straßenbahn am Hauptbahnhof, Berliner Straße. Gäste können mitgebracht werben. 105. Abt. Ablershof. Lotal Bogel, Bismarditt. 74, Mitglieberversammlung. Lichtbilbervortrag. Flugblattausgabe. Erscheinen dringend erforderlich. 106. Abt. Johannisthal. Sotal Echreines, Friedrichstr. 6. Bortrag bes Ge noffen 9.obert Breuer Alle Mitglieder werben um vollzähliges Et fcheinen gebeten. 108. Abt. Röpenid. Die Zahlabende fallen aus. Dafür um 19 Uhr Treffpunkt zur Flugblattverbreitung. Für die Siedlung und Damatvorstadt bei Ostar Schulz, Bahnhofstraße. Für die Kölnische Borstadt, Rieß und Altstadt in der Schloßftraße 27. 109. Abt. Friebrid shagen. Laut Beschluß bes Abteilungsvorstandes fällt die Juli- Mitgliederversammlung aus. Am Sonntag, 15. Juli, beteiligen fich die Mitglieder der Abteilung an dem Sommerfest des Kreisbildungsausschusses im Bendenschloß. Karten zu 50 Pf. find bei den Bezittsführern zu haben. 110. Abt. Grünan. Unser Zahlabend fällt im Juli aus. Sonntag, 15. Suli, findet unser Areisfest im Wendenschloß statt. Alle Genoffen mit ihren Familien müffen fich daran beteiligen, 111. Abt. Bohnsborf. 20 Uhr bei Seimann, Baltersdorfer Str. 100, Zahl abenb. Filmvortrag: Aegyptenreise." Referent Genoffe Schulze. Wichtige Parteiangelegenheiten. Lichtenberg. 114. Abt. Lotal Schentte, Krossener Str. 14. Bortrag: Rom. munale Fragen." Referent Stadtverorbneter Rechtsanwalt Siegbert foewn. -115. Abt. 2ofal Sciple, Kronprinsenite. 47, Ede Scharnweberstraße. gertrag: Wichtige Aufgaben des ngan deutschen Barlamente." Referent Rechtsanwalt Dr. Reffmann, 117. bt. Smule 2dit 60. Vortrag: Bereinigung fozialdemokratischer Studierender. Freitag, 18. Juli 20 Uhr im großen Sörfaal bes Sngienischen Snftituts, Dorotheenftr. 28, Mediziner- Rundgebung. Borttag: Moberne Problemte ber Baltsgefundheit. Referent: Dr. Julius Moses, M. b. R. 666666999999999 Unserm allverehrt Borsigenden Richard Loohs und seiner Gemahlin die herzlichsten Glückwünsche zur Silberhochzeit. 2. Juli 1928. Abteilung 124, Mahlsdorf. 9990066666FE Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schloffer Ernst Geißler geb. 12. Jult 1878, am 7. Juligestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Donners tag, dem 12 Juli, 16 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Die Ortsverwaltung. Offene Füße Beinschäden aller Art, Salzfluß, Brandwunden und alte eiternde Wunden werden geheilt durch das beste Mittel Altschadensalbe HERGA erstklassige Anerkennungen und Dankschreiben. Alleiniger Hersteller und Versand Altstädtische Apotheke, Berlin C. 2, Münzstr. 14/15. Preis pro Dose M. 1.50, Kurpackung M. 4.50 Zu haben in allen Apotheken, wenn nicht: Altstädtische Apotheke, Berlin C2, Münzstr. 14/15. Bettfedern nicht roh, sond. gründl gereinigt( gew.), garant frei v. Krankheitskeim., Rupf p. Pfd. 0.50, 0.80, 1.40, daun. 1.90, Rupf weiß 2.50, Halbf. weiß 3.80, weiß Schleiß 2.50, Schleißhalbfl. 3.50, Daunen 5.80, weiße Daunen 7.- 9.80, get. Oberbetten mit stark. Inlett, 2 m lang, 7.45, 11.60, 14.90, 臣 17.65, Unterbotten 6.23, 9.20, 11.00, 13.20, S Kissen 2.75, 3.90, 5.40, 6.65 Portofrei v M. 20. Nichtpass. zurück od Umtausch Preisl. Nr. 42 u. Muster gratis Bettfedernreinigung m. Damp! u. Heißluft bei Einkauf von M.20.- für 1 Stand gratis. H. Sannemann, Berlin S59, Kottbusser Damm 88/89 Zweigniederlassung: Berlin N 54, Rosenthaler Straße 9 Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Röcker, Beriin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 WILL Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G. 14, Sebastianfir. 37/38, Hof 2 Tr. Dienstag, 10. Juli. Schöneberg- Friedenau: Rameradschaft Jufel Versammlung bei Groß. Sedanstr. 17. Achtung! Frankfurt- Fahrer melden fich in der Turnhalle am Wartburgplag am Do., d. 12 Tiergarten: 18 Uhr Handballmannschaft Treffpunkt Kleiner Tiergarten. Charlottenburg: Kamerabschaft 800 20 Uhr Bersammlung bei Arndt, Rantstr. 51. Treptow: Tambourforps Uebungsabend um 20 Uhr. Anschließend Bersammlung. Wegen ber Frankfurtfahrt milfsen alle erscheinen. Mitgliedsbücher mitbringen. Treptow( Ortsverein): 16 Uhr Einäscherung des Kameraden Eduard Riegert, Baumschulenweg, im Krematorium Baumschulenmeg. Donnerstag, 9. Juli. Brenzlauer Berg: Bersammlungen um 20 Uhr: Rameradschaft Baltan bei Bogel, Jablonstifte. 9. Ramerabfchaft Königstor bei Rösner, Immanuelfirchstraße 25. Kameradschaft Senefelder Blas bei Büttner, Schwebter Str. 23. Rameradschaft Falfe bei 8euge, Milaftr. 5. Schöneweibe- Johannisthal: Frankfurt Fahrer melben sich bis 15. Juli bei Steingräber, Oberschöneweide, Schloßpartstr. 15 II. Fahrgeld 24,30 bam. 12,40 m. Zahlung bis Ende Juli. Kreuzberg: Sonntag, b. 15., Uebungsmarsch ohne Fahnen. Abfahrt 7.22 Uhr Potsdamer Bahnhof, 7,28 Uhr Vordstraße. Fahrkarte bis Mahlow. Dic Jugendzüge fahren So., b. 14., 19,22 Uhr ab Dordstraße. Uebernachten f Belten. Bintersportabteilung: Jm Juli fällt das Schwimmen im Wellenbad Lunapart aus, Tafür Baben im Freien nach Berabredung. # Gauvorlaub. Seute, Di., b. 10., 20 Uhr, Rundgebung bes gesamten Ber liner Reichsbanners auf dem Gendarmenmarkt. Die Ortsvereine treten wie folgt an: Mitte: 18% Uhr Gendarmenmarkt. Ordnungsdienst. Tiergarten: 18 Uhr Aleiner Tiergarten. Webbing: 18% Uhr Ufer- Ede Martin- OpikStraße. Prenzlauer Berg: 19 Uhr Bezirksamt Danziger Straße. Friebrichs. hain: 18 Uhr Rüstriner Blaz. Krenzberg: 19 Uhr Baldedpart. Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Steglig, Zehlendorf: Fahrt bis hausvoigtei. plag. Spanbau: Fahrt bis Sausvogteiplag. Zempelhof: 18 Uhr Bahnhof Tempelhof. Reukölln: 18% Uhr Raiser- Friedrich Ede Reuterstraße. Treptom: 19 Uhr Köllnischer Bart. Röpenid: 19 Uhr Waisenbrüde. 2idtenberg: 18% Whe Neue Bahnhof. Ede Borhagener Straße. Weißensee: Bezirksamt Brenzlauer Berg, Danziger Straße. Bantom: 1814 Uhr Schönhauser Allee Ede Bornholmer Straße. Heinickendorf: 19 Uhr Stettiner Bahnhof. Arbeiter- Abstinenten bund. Berlin- Norben: Seiterer Abend Dienstag, 10. Juli, 20 Uhr, Wiefen. Ede Pantstraße( weltliche Schule), 2. Lehrerzimmer. Gäfte herzlich willkommen. Longfellow- Debating- Club. Mittwoch, abends 8 Uhr, Bülowftr. 104:„ Impromptu Speeches". Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.) Zeils beiter, teils wolfig, am Tage mäßig warm. äßige weftliche inde. Für Deutschland: Deftlich der Dder noch zeitweise stärker bewölkt und etwas fübler. Im übrigen Reiche teils heiter, teils wolfig ohne wesentliche Temperaturänderung. 3 DIE NEUE Myslem MIT GOLD OHNE( RUND) IST BESSER! 48 adam Staat und Agrarfrise. Wichtiger Aktienerwerb der Preußenkaffe und der Rentenbank- Kreditanstalt. Die deutsche Agrarfrise und die Wege zu ihrer Lösung machen nicht schon an den landwirtschaftlichen Betrieben halt. Es ist das Wesen des landwirtschaftlichen Notprogrammes, daß, soweit es bei der vergangenen Regierungsfoalition möglich war, die mirte fchaftsorganisatorische Lösung im Sinne einer Ratio nalisierung des Produzierens, der Absatzwege und der Preise in Angriff genommen wurde. Ueberraschend für die Deffentlichkeit kommt jegt eine Mitteilung, deren Tragmeite auf den ersten Blick zu erkennen ist und die neue Möglichkeiten für eine großzügige systematische Rationalisierung der Landwirtschaft auch über die Lösung der gegenwärtigen Agrarfrise hinaus eröffnet: Ende voriger Woche find unter Beteiligung des preußischen Finanzministeriums und des Reichsernährungsministeriums zwischen der Preußischen Zentralgenossenschaftskaffe und der RentenbankKreditanstalt einerseits und dem die sogenannte Scheuergruppe in der Mühlenindustrie beherrschenden Bankkonsortium( Hardy u. Co., Dresdner Bank, Disconto- Gesellschaft und andere) andererseits wich tige Berhandlungen zum Abschluß gekommen. Die Preußentaffe und die Rentenbank- Kreditanstalt erwerben zu gleichen Tellen die überwiegende majorität der gesamten Aftien der sogenannten Scheuergruppe. Die sogenannte Scheuergruppe ist der älteste Konzern der deutschen Mühlenindustrie und besteht heute aus der Getreide, Industrie- und Kommissions A. G., Bera Iin mit einem Rapital non 10 Millionen Mark, beherrschender Stel lung im deutschen Getreideimport und der Herrschaft über die größte Berliner Weizenmühle von Karl Salomon, somie der Deutschen Mühlenvereinigung 2.- G.; ebenfalls mit einem Kapital von 10 Millionen Mart, in der etma 10 bedeutende Mühlen des mest lichen Deutschland mit einem Gefanttaftienfapital von 12,7 millionen Marf als Dachgesellschaft zusammengefaßt sind. Der Einfluß der Breußenfasse und Rentenbank Kreditanstalt soll gleichmäßig geteilt merden. Die Mitglieder des Bankenkonsortiums das die Finanzierung des Handels und der Produktion der Konzernfirmen beibehält sollen ebenfalls im Aufsichtsrat des Konzerns vertreten bleiben. Das ist das Ergebnis sehr langer Berhandlungen und harter Kämpfe in den letzten Wochen. Es fam zu diesem Ergebnis, nachdem die Bersuche des ehemaligen Staatsfefretärs, | 1 6 m metteren 4 as Driebenebe für die neuen Fleishermerhungsanlagen in Schleswig- Holstein und in Königsberg, mit 12,6 Millionen für die großen Biéhnerwerbungs zentralen und der zur Marktbeobachtung und Verbesserung der Biehabfazeinrichtungen begründeten Zentralftelle, und schließlich mit 1 Million Mark für die Errichtung von Fettnerwerhmgseinrich tungen in Hamburg und in Berlin. Herrn Hagedorn, des Aufsichtsratsvorsitzenden im Scheuerkonzern, die Macht dieses Konzerns in rein agrarischem Interesse auszuwerten und durch die Rentenbank- Areditanstalt rein agrarischen Kreisen den entscheidenden Einfluß in dem Konzern in die Hand zu geben, gescheitert maren. Es ist zu begrüßen, daß durch die Initiative des preußischen Staates und der Preußentasse der öffentlichen Kontrolle für die hier liegenden großen Möglichkeiten ein Weg gebahnt worden ist. Der dritte große Posten des landwirtschaftlichen No programms mit 30 Millionen Mark dient zur Besserung der Markt- und Absatzverhältnisse außerhalb der Bieh- und Fleischver mertung, in der Hauptsache also zur Schaffung von Stand dard- und Martenwaren. Davon werden ausgeworfens 10,95 Millionen für Milch- und Molkereierzeugnisse, 3 Millionen für Eierverwertung, 8 Millionen für Gemüse und Obst, 6 Millionen für Kartoffelverwertung, je eine halbe Million für die Saatgutförderung, den Pferde- und Zuchtviehabsag, 0,3 millionen für die 3mede der Binnenfischerei und eine Viertelmillion zur Absatz förderung für deutschen Tabat. Die Tragmeite der Transaktion ist, wie gesagt, sehr groß. Der Nachoru liegt meniger in der Beherrschung eines Teiles der deren Rationalisierung nicht in erster Linie als Gegenstand der Lö Mühlenindustrie, deren Rapuzität befanntlich viel zu groß ist und fung der Agrarfrisis betrachtet zu werden braucht. Der Nachlichen Notprogramms bewilligten öffentlichen Mittel und über drud liegt viel mehr in der großen Bedeutung der Scheuergruppe für den Getreideimport und damit in den Möglichkeiten, durch or ganisatorische wirtschaftliche Maßnahmen von der Einfuhr- und Abfagfeite her auf die Getreidepreisbildung Einfluß zu nehmen. Es ist klar, daß auch in der Richtung der Deutschen Getreibehandelsgesells haft Operationsmöglichkeiten und notwendig teiten liegen. Mit großer Eindeutigkeit hat sich gezeigt, daß die agrarpolitische Lage in Deutschland selbst organisatorisch mirtschaftliche Fortschritte ergmingt und daß diese Fortschritte mit rein privatwirtschaflichen Mitteln, zu schweigen von einem privatwirtschaftlichen Monopol, nicht gesichert werden können. Die hier sich offenbarenden Tendenzen der systematischen Beeinfluffung der deutschen Getreidewirtschaft unter öffentlicher Kontrolle fönnen grundsäglich gut geheißen merden. Alles aber fommt auf die praktische Durchführung und die Verteilung des Einflusses an. Die breiten Massen der Konsumenten haben das allerstärkste Interesse an diesen Entwicklungsmöglichkeiten. Im gesamtstärkste Interesse an diesen Entwicklungsmöglichkeiten. Im gesamtwirtschaftlichen Interesse muß aber non vornherein die schärfste öffentliche Kontrolle und zum mindesten die abfolute Gleichberechtigung der Produzenten und Verbraucher bei der Verteilung des Einflusses gefordert merden. 3meifellos handelt es sich bei diesen Entwicklungen auch um eminent politische Fragen, bei denen die größte Aufmerksamkeit der beteiligten Regierungsstellen erforderlich ist. Lösung des Wohnungsproblems. Nach dem internationalen Städtebau- und Wohnungskongreß in Paris. Paris, 7. Jufi.( Eigenbericht.) Rach zweijähriger Bause hat in den letzten Tagen in Paris der Kongreß der Internationalen Behnungs- und Städtebauorganifation stattgefunden. 1926 wurde er in Wien abgehalten. Das Werf der Wiener Gemeindeverwaltung gab damals Gelegenheit zu anregenden Diskussionen über die Frage Hochbau und Flachbau und über die Frage, mer bairen solle, ob der private Bauipeksant oder die öffentliche Körperschaft, Gemeinde oder Staat. Diesmal standen diese Fragen nicht auf der Tagesordnung. Neben einigen spezielleren Fragen des Wohnungs- und Städtebaurechtes und der Städtebaupraris standen im Mittelpunkt der Diskussionen allem die beiden Fragen: Wohnungswesen der Aermsten und ausbaukosten. nor Die erste dieser beiden Fragen spiegelte schon in ihrer Formulierung den angelsächsischen Standpunkt mider, daß eine öffentliche Hilfe nur da am Plaße sei, wo es sich um die Aermsten", also in gemiffer Hinsicht schon Entwurzelten und sozialen handelt. Die Mehrheit des Kongresses aber war der Meinung, daß man ohne staatliche Hilfe der Lösung der Wohnungsfrage bisher in feinem Lande näher gerückt sei. Aus Amerika mar berichtet morden:„ Die Entwicklung geht dahin, daß die wohlhabenden Leute in die neuen Häuser übersiedeln und daß die Angehörigen der nächsten Einkommensgruppe deren bisherige Wohnungen einnehmen und so die ganze Linie hinunter." Es muß festgestellt werden, daß der Kongreß eine solche Auffassung von der Lösung der Wohnungsfrage einmütig abgelehnt hat. Sogar der Bertreter des faschistischen Italien gab zu, daß auch dort noch trotz aller Maßnahmen gegen die Wohnungsnot die minderbemittelte Bevölkerung unter einem empfindlichen Wohnungsmangel zu leiden habe. Allerdings ergab fich aus seinem Bericht, daß diese Maßnahmen bisher nicht so übermältigend gemesen sind. Aus Manchester fam einst die Lehre, daß man die Wirtschaft eines Bandes ohne Staatseingriffe laufen lassen müsse, dann würde sie auf Grund ihrer eigenen Entmidlungsgefeße zu cinem Zustand der Gerechtigkeit und des Wohlstandes führen. Also die Auffassung, die die Amerikaner und unsere deutsche Bodenspeku Die Verwendungszwecke der im Rahmen des landwirtschaft nommenen Garantien sind, wie sich aus diesen Listen ergibt, überraschend viel gestaltig. Die vom Gesetzgeber verfolgten Zwecke fordern zu ihrer Erreichung eine sehr nachdrückliche Kontrolle. Es wird die größte Aufmerksamkeit aller parlamentarischen und behördli hen Stellen erfordern, damit aus diese außerordentlich weit verzweigten Aktion fich nicht eine nußlose Berpulverung öffentlicher Gelder ergibt, die in der Ber gangenheit nur allzuoft das Ergebnis von landwirtschaftlichen Hilfs attionen gemesen ist. Gegen die Gefrierfleischdrosselung. Eine Resolution der chriftlichen Konsumvereine. Die Drosselung des Gefrierfleischtontingents hat auch bei dem dem Zentrum nahestehenden Reichsverband Deutscher Ronsumber eine große Erregung hervorgerufen. Auf dem Bestfälischen Konsumgenossenschaftstag des Bezirksverbandes Weftfalen wurde folgende Resolution zur Gefrierfleischfrage beschlossen: Der Genossenschaftstag bedauert den Beschluß des Reichstages auf Herabjegung des Gefrierfleischfontingents non 120 000 auf 50 000 Tonnen. Er protestiert gegen eine der artige Maßnahme, die vielen Arbeiterfamilien den Ges nuß von Fleisch zur Unmöglichkeit machen. Des meiteren protestiert der Genossenschaftstag besonders auch dagegen, daß in Westfalen starte Arbeiterbezirte vom Bezuge von Ge frierfleisch ausgeschlossen wurden. Der Genossenschaftstag ersucht den Verbandsvorstand, alle Bege zu geben, um diese un gerechte Maßnahme wieder ridgängig machen. Die Zentrumsfrattion im Reichstag mith bleje Gimme ans thren Kreisen nach dem teineswegs erfreulichen Wahlergebnis ge rade im Nordwesten Deutschlands mohl beachten müffen. Die deutschen Spareinlagen Ende Mal. Ende Mai 1923 betrag der Bestand der Spareinlagen bei den deutschen Spartaffenz 5 780,3 millionen Mart gegen 5 645,7 millionen Mart Ende April 1928. Die Zunahme ftellt fich mithiu auf 134,6 Millionen Mart. Die Giro, Sched, Rontoforrent und Depofiteneinlagen stellten sich Ende Mai auf 1.359,3 Millionen Warf gegen 1298,4 Millionen Mark Ende April 1928. Kapitalerhöhung bei Saroffi befchloffen. In der Generalveni sammlung der Sarotti A.-G., Berlin, murde die von uns schon angekündigte Erhöhung des Kapitals um 3 auf 11 Millionen Sentung murde auf dem Rongreß nicht erörtert, obmohl gerade diese Frage für die Schmierigkeiten des Wohnungsmarktes besonders maßgebend ist. Schon vor dem Striege hat das Kapital den Baumarkt immer gemieden, wenn ihm dort die Verzinsung nicht rentabel genug im Bergleich zu anderen Geldanlagen erschien. Die Diskussion auf dem Kongreß drehte sich vielmehr um die Frage, wie die Bautosten durch Bauorganisation, Arbeifsersparnis und Berbeschlossen. Die Verwaltung molle, fo murde zur Begründung aus einheitlichung verbilligt merden föhnten. Man tam aber all gemein zu der Ueberzeugung( wir sind nicht ohne weiteres dieser Auffassung. D. R.), daß alle diese Maßnahmen die Hausbaukosten und damit die Mieten nicht someit senten tönnen, daß sie den Einfommensverhältnissen der Arbeiter und Angestellten angepaßt fab. Auch diese Diskussion tam zu dem Schluß, daß in der jezigen Situation man auf die Staatshilfe angewiesen sei. Sie umging aber ganz bewußt die prinzipielle Feststellung, daß diese Situation immer dann gegeben ist, wenn das Kapital außerhalb des Bauwesens gündann gegeben ist, wenn das Rapital außerhalb des Bauwesens gün stigere Berzinsungsmöglichkeiten findet. Das ist aber feine vorübergehende Angelegenheit der Nachkriegszeit, sondern ist mit der tapitalistischen Wirtschaft untrennbar Der= bunden. Es ist natürlich nicht zu erwarten, daß ein Kongreß, der zum großen Teil von bürgerlichen Theoretikern und Praktikern des Wohnungswesens besucht wird, die sozialistische Lösung dieser Frage findet. Es wäre deshalb dringend zu wünschen, daß die sozialistischen Bertreter der Wohnungs- und Städteboureform unter sich einmal eine Klärung dieser Frage veranlaßten. Die Forderung bleibt bestehen, daß die Wohnungsfrage von den drückenden Fesseln des Kapitalismus befreit merden muß, wenn sie einer wirklichen Lösung zugeführt werden soll. Die Internationalen Städtebau und Wohnungstongreffe mögen insofern ihren Wert haben, als fie immer wieder feststellen, daß die Verhältnisse im Wohnungswesen unhaltbar find. Mit dieser negativen Fest: ftellung allein aber ist auf die Douer nichts getan, da diese Kongreffe immer wieder nur ihre Dhnmacht gegenüber den bestehenden Tatsachen erweisen. F. B. lation und leider auch manche amtliche Stellen noch heute haben. Das landwirtschaftliche Notprogramm. Wirft es nicht wie ein historischer Big, menn ausgeredmet ein Rongreßmitglied aus Manchester heute erklärt:„ Es ist die Aufgabe des Staates, für das Wohnungsmesen ebenso mie für das Unterrichtsmesen au sorgen." Dies sagte er, nachdem er ausbrüdlich dargelegt hatte, daß die bisherigen Bemühungen der öffentlichen Körperschaften in England, durch Zuschüsse zum Wohnungsbau zu helfen, nur zulängliche Erfolge gehabt haben. Der Bertreter Berlins, Stadtrat Genosse Butty, ftellte fest, daß die Formulierung des Themos, Bohnungsmesen der Hermften" in ihrer engen Umgrenzung für uns auf dem Kontinent überhaupt keine Bedeutung habe, und daß wir nur ein Wohnungswesen der breiten Massen Bennen. Dbmohl für die alten Bohnungen eine Begrenzung der Miete vorgefehen sei, tönne für bie neuen Wohnungen diese Grenze nicht eingehalten werden, weil die Hausbautosten und die Berzinsung des Bautapitals im Bergleich zu der Zeit vor dem Kriege zu hoch seien. Auf einen Fall dürfe der Wohnungsstandard gebrüdt werden, sondern müsse die öffentliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Gerade dadurch sei der Einfluß der öffentlichen Stellen auf das Wohnungswesen besonders groß und diese Situation müsse dazu ausgenügt werden, die Wohnungstultur zu heben. Da die in Deutschland bisher zur Verfügung stehenden Mittel zu gering seien, müsse die Regierung den gesamten Betrag der Haus zinssteuer für Wohnbauzwede freimachen. Die Disfuffion über die Hausbautosten drehte sich um die Frage: Wie können die Hausbautosten und ihre Berzinsung mit den Einkommensverhältnissen der großen Maffe der Mieter in Eintlang gebracht werden? Die Frage der Berzinsung und ihrer mobo Einzelheiten der Durchführung. Bon der Durchführung des landwirtschaftlichen Rotprogramms war bisher der Deffentlichkeit nur die Berteilung der Umschuldungsonleihe von 25 Millionen Dollar auf die einzelnen Länder bekannt. Darüber hinaus werden in einer nam Reichsernährungsministerium der Deffentlichkeit übergebenen Denkschrift die Verteilung und Berwendung der übrigen Mittel und Kredite zur Durchführung des Notprogramms bekanntgegeben. Die 30 Millionen zur Berbesserung der Marktund Absagverhältnisse der landwirtshaftichen Erzeugnisse gliedern fich bekanntlich in 8 Millionen Mart öffentliche Beihilfen für die Verbesserung der Bieh- und Fleisch wirtschaft und in 22 Millionen Mart Kredite mit Reichsgarantie, die zu günftigen Bedingungen gewährt werden. Von den 8 mil. lionen finden 1 Million für die Entlastung des inländischen Viehund Fleischmarktes, 2,08 Millionen für den Ausbau der Bereinigten Biehabsazorganisationen zur Belieferung der großen Märkte, 2,25 Millionen zur Zinsnerbilligung bei den 22 Millionen vom Reich garantierten Krediten( die Berbilligung beträgt 4 Proz.) und 0,85 Millionen zur Rationalisierung der Schweinezucht und Schweinemaft Berwendung. Ein Restbetrag von 1,65 Millionen bleibt zunächst in Reserve, und zwar als Sicherheitsrücklage für eine eventuelle Inanspruchnahme der Reichsgarantie. = Der 22 Millionen Kredit mit Reichsgarantie dient zur Förderung folgender Unternehmungen: mit etma 6 Millionen Mark als Kredit für Fleischwarenfabriken, die über ihren bisherigen Bedarf hinaus Schweine zur Berarbeitung auftaufen follen. mit geführt, die eigenen Mittel der Gesellschaft zu den Umfäßen in das richtige Berhältnis bringen und das Unternehmen technisch auf der Höhe halten. Zwei von den drei Millionen sollen den Aktionären zum Bezuge angeboten, eine Million neue Attien soll für Fus sionszwede in Bereitschaft gehalten werden. Mertmüra bigerweise erklärte die Berwaltung, daß bestimmte Angliede rungspläne bis jetzt noch nicht bestehen. Die Kraftwerke Groß- Berlins find durch ein Abkommen mit der Reichsbahngesellschaft in den Gemuß eines Eisenbahnporzugstarifes getreten. Deutsch- oberschlesische, niederschlesische und rheinisch- westfälische Steinkohle wird nach Berlin in Zukunft nach dem Ausnahmetarif 61 befördert, wenn die Bedingung erfüllt ist, daß in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten mindestens 800 000 Tonnen in gleicher Verteilung der Menge auf die einzelnen Monate in Großgüterwagen und in geschlossenen Zügen von mindestens je tausend Tonnen von den Kraftwerfen ab genommen werden. Der Tarif bedeutet eine Frachtermäßi gung non 20 Broz: bei oberschlesischer und westfälischer Kohle, von 25 Proz. bei niederschlesischer Kohle. Diese Ermäßigung hat eine doppelte Bedeutung. Berlin fann billiger produzieren, gleichzeitig mird aber auch durch eine Maßnahme der Reichsbahn das unbestrittene Gebiet der deutschen Steinkohle meiter ausgedehnt. Luftverkehr und Reichsbahn. Die Zusammenarbeit zwischen der Reichsbahngesellschaft und der Deutschen Lufthansa soll noch eine Bertiefung erfahren. Bisher bestand schon eine Vereinbarung, nach der Frachtgüter vom Luftverkehr in den Eisenbahnverkehr und umgekehrt übernommen werden konnten. Weiterhin hat die Reichsbahn durch die Don ihr beherrschte ,, Mitropa" die Bewirtschaftung der Lufthafenrestaurants und die Bordverpflegung auf den Flugzeugen der Deutschen Lufthansa übernommen. Jetzt wird über Abmachungen verhandel, die Flugreisenden, die ihre Luftfahrt unterbrechen oder nicht antreten, den llebergang auf die Eisenbahn erleichtern. Der Flugschein soll auf der nächsten Bahnstation gegen eine Fahrkarte erfter Klasse nach dem Flugziel umgetauscht werden können. Damit mird allerdings an der für die glücklichen Luftreisenden bestehenden, für den Steuerzahler aber feines megs erfreulichen Tatsache nichts geändert, daß heute noch durchschnittlich jede Luftfahrt mit rund 78 Prozent aller Kosten von den Steuerzahlern getragen wird. 1 Die amerikanische Einfuhr nach Rußland ffeigt. Vor einigen Wochen wurde lebhaft die Frage diskutiert, ob Somjetruß land Amerika bei den russischen Bestellungent bevorzugt, um die Bereinigten Staaten für die Gewährung Don Krediten an Sowjetrußland geneigter zu machen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen über Rußlands Bestellungen in Amerita dürften zum mindeſten die zussische Absicht Sestätigen. Int ersten Halbjahr 1927/28 ist gegenüber der gleichen Zeit des Borjahres der Gesamtbetrag der russischen Bestellungen in Amerita auf 65,4 gegen 20,9 Millionen Dollar gestiegen. Die russischen Bestellungen haben sich also in den verglichenen Zeiträumen mehr als verdreifacht. Auf der anderen Seite hat sich die ruffische Ausfuhr nach den Bereinigten Staaten in den gleichen Zeitabschnitten nur von 73 auf 8,1 millionen Dollar erhöht. Das Getreidemonopol in Norwegen wieder einzuführen ist die Absicht der norwegischen Regierung. Das Monopol war in der Borfriegszeit schon jahrelang in Geltung und hat damals eine Brot und Futtergetreideversorgung stets unter dem Jahresdurch schnittspreis ermöglicht. Auch eine außerordentliche Stabilität der Getreide und Mehlpreise fonnte die damalige Monopolregie durch entsprechende Lagerbildung sicherstellen. -Unterhaltung unö AAlssen Beilage des Vorwärts Die Eule schreit. Aus dem schlefischen Weberrevier. Der Weber war im Waldenburger Revier vor dem Bergmann da. Der Weber hat die Eisenbahnen im Gebirge gebaut, der Web?r ist in die Tiefe der Schächte gestiegen, der Weber ging in die Glas- Hütten und Walzwerke: der Weber ist der Allvater aller Industrie in den schlefischen Bergen. Schwarz und trostlos ist die Stadt Wal- denburg, ein dunkler Kern inmitten der vielen Jndustriedörfer in den Bergen. Di« Bergleute hier sind die in Deutschland am schlech- testen entlohnten. Di« liebliche Landschaft: das ist nur die schauer- lich-schöne Kulisse hinter dem. Drama der Bevölkerung: im Jahre 192Z starben 22,7 Prozent aller Säugling«, über 40 Prozent oller Wohnungen im Kreis sind Einzimmerwohnungen, in denen manchmal zehn und� zwölf Menschen Hausen. Wüstewaltersdorf im Eulengebirge gehört auch noch zum Kreis, ober es ist jenes Dorf in Schlesien, in dem 1864 der erste lasial- leanrsche Arbeiterverein gegründet wurde. 1864, das sind 20 Jahr« nach dem Aufstand der Weber gegen die Brüder Zwanziger in Peterswaldau, 20 Jahr«, in denen die Maschinen langsam die Hand- Webstühle verdrängt hatten. Die Rebellen von Kaschbach, Peters- Waldau und Langenbielau waren aus dem Zuchthaus entlasten: die Not der Weber war geblieben. Da macht« sich eine Weberdele- gation nach Berlin auf, um dem König das Bergelend zu schildern. Die Weber muhten vier Wochen warten,«he sie empfangen wurden. In der Wartezeit sahen sie sich um in Berlin, kamen mit dem Ber- liner Arbeiterverein und vor allem mit Lastall« zusammen. Sie lernten eine neu« Welt kennen, ein neues Weltbild entschleierte sich ihnen, sprengte, als sie dann in ihre Dörfer zurückkamen, die Enge ihrer Täler, die dunkle Tiefe ihrer Wälder. Die modern« Arbeiter- bewegung faßte im hochindustrialisierten Eulengebirge festen Fuß. Di« Unternehmer kokettierten mit dem Fortschritt, oder sie hielten es mit der Reaktion, und ob sie nun mit dem Fortschritt kokettierten oder sich der Willkür verschrieben: das Elend der Weber blieb bis ins neue Jahrhundert hinein. Ab und zu erschütterten grauenvolle Berichte die Ruhe Berlins. Der Reichstag lärmte ein wenig, die Regierung unternahm in den neunziger Jahren eine Not- standsaktion in den Bergen und Tälern und schloß dabei alle Weber aus, die im Verdachte sozialistischer Gesinnung standen. In Wüste- Wattersdorf besuchten wir den 68jährigen. Oskar Schuß, den Agitator der fchlestfchen Ebene und Berge. Er war in den neunziger Iahren noch der jung« Schütz und von der Partei beauftragt, über die Ber- hältniste zu berichten. Die Weber verdienten damals in der ganzen Woche 3 bis 4 Mark. Der Schütz schoß seine Bericht« noch Berlin ab und schoß gut. Die Partei sammelt« für die von der Regierung versehmten Weber. Mit dein Alten fuhren wir über die Berg« und durch die Täler. Er wußte viel zu erzählen aus jenem listenreichen Hampf, der von den Behörden mit Spitzeln uno brutalen Machtmitteln geführt wurde: Versammlungen wurden verboten, Säle abgettieben, Ar- beiter brotlos gemacht, die Redner und Redakteure verhaftet, führende Genosten ausgewiesen. Aber die Weber gaben nicht nach. Sie waren mehr als arm, und wenn sie ausschweifende Gelüste hatten, kauften drei bis vier Mann für«inen Groschen Kirschen und aßen gemeinsam davon. Als Schütz einmal die Freunde bei einem alten Weber sammelte, hatte er Bier und Zigarren kommen lassen. Das war ungeheuerlich. Und der Mann, in besten Hütte sie saßen, hielt eine Rede. Er hielt sein« Rede nicht an Schütz, nicht an die Partei, nicht an sein« Kollegen, er hiett eine Rede an seinen Tisch i�nd sagte im breiten Dialekt: .Du alter Tisch, was du wohl denkst, was dir heute passiert, sowas hast du in deinen ganzen Iahren noch nicht erlebt." Der Mann, der dies« Rede hielt, ist schon lange tot, auch die alten Männer und Frauen von 1844 sind gestorben, aber man trifft im Gebirge noch auf Weber, die als Kinder bei den allen Rebellen gesputt hoben. Di« Zeittmg der Weber hieß und heißt heute noch .Der Proletarier aus dem Eulengebirge". Wie schön fft das Ge- birg«! Liebliche sanft« Täler, wundervoll geschweifte Waldberg«. in den Tälern die schindelgedeckten Hütten, in denen manchmal noch im Winter handgewebt wird. Da ist Kaschbach mit der alten.Wa- cholderschänke", wo Moritz Jäger seine armen Freunde sammelte. Das Gastzimmer ist hell und freundlich, Blumen stehen an den Fenstern. nichts erinnert mehr an jene Revolle. Das Gasthaus ist in die bürgerliche Sphäre der Wohlanständigkeit und des Fremdenverkehrs gerückt. Die Zeitung des Landbundcs und der Generalanzeiger liegen auf dem weißgescheuerten Tisch. Der.Proletarier aus dem Eulengebirge" fehlt. Und doch war dieses Haus einmal Bethaus der Revolte, das Wcberlied donnerte empor: Hier im Ort ist«in Gericht, noch schlimmer als die Femen, wo man nicht erst«in Urteil spricht, das Leben schnell zu nehmen... Der Ort, von dem das Gedicht sagt, heißt Peterswaldau, und die.Herren, die die Henker sind" haben noch heute ihre Fabrik da stehen, die Herren Zwanziger. Von Kaschbach aus fahren wir durch alle Wsberdörfer nach Langenbielau. Bei den Textilarbeitern — sie haben ein schönes Vevbandshaus— sehen wir die Lohnlisten der Weber von heute ein. Der Verdienst schwankt zwischen 20 und 30 Mark, aber wir hörten auch von einer Frau, die im Akkord wöchenttich 40 Mark verdiente. Dafür mußte sie auch acht Stühle bedienen. In Sachsen wird nur ein Stuhl bedient. Wir kommen auch mit dem alten Lux zusammen, einen von den tapferen Schnei- dern, die mit am neuen Kleid der Menschheit arbeiten. Als Gerhart Hauptmann das Material für seine.Weber" sammelt«, kam er auch nach Langenbielau, saß mit dem Schneider Lux zusammen und den alten Leuten, die mit gegen Zwanziger stürmten. In Langenbielau und auch in Peterswaldau stehen in der Sttatzenflucht der Proletenhäuser, die von großen Gärten umhüllten Villen der Fabrikanten. Auch die Villa der Gebrüder Zwanziger sehen wir. Sie ist von einer hohen Mauer umschlosten, große Bäume wachsen im Garten, die Fabrikgebäude schließen sich an. In der herrschaftlichen Brennerei zum„Grünen Gatter"— sie gehört dem Fürsten Stollberg— waren wir auch. In der großen Stube, von wo aus der Sturm begann, saßen einige Weber an den hölzernen Tischen. Ein alter, tauber Mann kam und bestellt««in großes Glas Korn. Di« Wirtin führte uns in die alte Brennerei, sie ist abge- rissen. Auch den großen Kachelofen in der Stube hat man abge- rissen, aber die Gaststube ill sonst unverändert. Von hier aus rollte der Donner, der ein« ganz« Welt aufhorchen ließ, der Donner, der auch noch heute gehört wird, die Verfluchung der alten Welt: Ihr Schurken all, ihr Satansbrut, ihr höllischen Dämon«, ihr freßt der Armen Hob und Gill und Fluch wird euch zum Lohn«! In dem neuen, angebauten Zimmer,«« ist mit vielem Geweih verziert, die Abzeichen bürgerlicher Verein« sehen von den Wänden. wird wohl kaum das Lied gesungen. Dort sitzen die kleinen Herren, die Meister, die Handlungsreisenden, die kleine Bourgeoisie. Di« Wirtin fft sehr stolz auf diesen Raum. Wir gehen bald und kommen dann an die Fabrik von Zwanziger. Sie ist ein Komplex aller und neuer Gebäude, viele Stühle feiern, viele Arbeiter liegen auf der Straße, den Zwanzigern geht es nicht besonders gut, aber doch viel bester als ihren Proleten. Ein Weber kommt aus dem Fabriktor und trägt einige Bollen Tuch auf den Schultern. Seine rechte Hand ist verstümmelt. .Zwanziger?" fragen wir und er antwortet: La, das ist die Fabrik von Zwanziger". .Zwanziger?" wiederholen wir, Ovaren das nicht die Dreißiger, von denen der Dichter Hauptmann geschrieben hat?" La," sagt der Mann mit der verstümmelten Hand und blickt sich um, als befürchte er unsichtbare Lauscher. .Und haben sie sich gebessert, die Herren Zwanziger?" fragen wir weiter. .Di«.«.? oh... die...?" antwortet er und wir wissen genug.■ i Wir pfeifen leise: Hier im Ort ist ein Gericht.., Der Weber geht mit seinen Tuchballen weiter. Einmal dreht er sich um. Sein Gesicht strahlt. Er winkt mit der verstümmellen Hand. Max Barthel. Schloime. Do« Hans Kranck. In einem galizischen Dorf lebte ein Mann, welcher Schloime .hieß, Schloime, der Schweiger. Kein Wort ging aus feinem Mund« hervor, weder bei Tag noch bei Nacht. Nicht etwa, weil er mit ! Stummheit geschlagen war oder ein« Krankhett seine Zunge lähmte. Die Großväter und Großmütter hatten Schloime sprechen gehött, und wen» sie dem Jugendlichen einen Beinamen hätten geben wollen, so wäre es sehr wohl angebracht gewesen, ihn Schloime, den Schwätzer, zu nennen. Schloime betrieb, bevor sein Mund sich schloß, eine Krämerei. Alles Erdenkliche und vieles llnerdenkliche konnte man bei ihm um Geld erstehen: Butter und Schmalz, Erbsen und Hirse, Band und Zwirn, Zucker und Mehl, Schuhe und Mützen. Salz und Zimt, Kaffee und Tee, Nägel und Krampen, Fleffch und Tabak, Sensen und Hämmer. Leinwand und gettagene Kleider, Fische und Oel, un- zähliges dessen, was der Mensch für sein irdisches Dasein braucht oder voch �u brauchen glaubt. Ein Warenhaus der Großstadt kann kaum vielsästigere Dinge zum Berkauf anbieten, als Schloime in seinem Lädchen kümmerlichen Kram und tausenderlei Trödel. Heillose Un- ordnung denn auch hinter und vor, auf und unter seiner Theke! Lange mußten seine Kunden warten, bis Schloime das Begehrte fand. Den Glücksfall vorausgesetzt, daß er es fand! Trotzdem ver- ließ kaum je ein Kunde unwillig den überstopften Laden. Denn io unordentlich das Aeußere Schloimes, so säuberlich lag in seinen Geistesschübm alles griffberett: so langsam das Tun Schloimes, so flink war er mtt seinen Worten. Durch mannigfaches Erzähle» von einst und jetzt, von Ereignissen des Dorfes und der Well wußte Schloime seineu Kunden die Zell zu kürzen, und wenn Erzählen nicht mehr anschlug, brauchte er nur die Witzkiste aufzuklappen. Deren Borrat war unerschöpflich Als Vierziger nahm Schloime«ine Tochter feines Volkes zur Frau. Sie war achtzehn Jahre all und hieß Rebekka. Keine bessere Lebensgefährtin hätte der Halbverholzte finden können. Zwar Re- bekkle— so«oeinte er st«•— war ein wenig dümmlich Aber Schloimes Klugheit reichte für mehr als zwei, wie die Ordentlichkeit der frffchen Frau für mehr als für Schloime und ste zureichte. Und wenn Rebekkle mtt den Worten auch nur langsam zu Rande kain, im Tun war st« flink wie kaum eine zweite des Dorfes. So sah der Laden Schloimes noch wenigen Wochen blitzblank aus. Der Trödel war in eine hakbdmrkle Kammer daneben abgeschoben. All« Waren aber lagen heute auf dem Platz, auf welchem sie gestern und vor- gestern lagen, auf welchem sie morgen und übermorgen liegen würden. Kaum hatte der Käufer seinen Wunsch geäußert, so flitzte Rebekkle hinter der Theke entlang oder kletterte wie ein Baumläufer die Trtttletter hoch. Zurücklmisen oder Austauchen oder leiterab springen,„Bitte!"— der Kunde hatte dos Begehrte. Schloime brauchte seine Witzkiste nicht mehr aufzuklappen, um Wartenden die Zeit zu kürzen, sondern nur noch, um den Schnellbedienten ein Lachen mtt ans den Weg zu geben. Das Glück der ungleichen Krömersleut« wäre vollkommen gewesen, wenn sich Kinder eingestellt hätten. Aber die blichen au«. Als Schloime ans einem Vierziger ein Fünfziger geworden war. Rebekkle aber die Zwanziger noch nicht verlassen Halle, fing er an, feine Frau zu beargwöhnen. Sie bediente die Männer schneller als die Frauen! Sie ließ bei den Männern die Wag« tiefer aus- ichlagen als bei den Frauen! Sie lächelte die Männer freundlicher an als die Frauen? Freinchticher und anders! So wie sie ihn in den ersten Jahren ihrer Ehe angelächell hatte. In jenen Iahren, da sie noch hoffte? Kein Zweifel, sie hoffte noch, hoffte mehr als je. Aber nichrt auf Ihn! Schloime schloß diesen Argwohn keineswegs in seinem vi erzen ein. Er ließ chn zu seinem Munde aus. Da er mit dem Wort behende war wie niemand im Dorf, hunderffach, tausendfach. Rebekkle sagte:„Es ist nichts!" Weil die Worte ihr schwer wurden, hundertfach, tausendfach mir:„Es fft nichts!" Immer üppiger, immer giftiger schoß der Argwohn Schloimes ins Kraut, immer häufiger, immer hefttger beschuldigte er seine Frau. Rebekkle hielt wetterhin auf Ordnung in Haus und Laden, bediente wetterhin die Kunden flink und freundlich, setzte allen wort- reichen Anschuldigungen ihres Mannes drei Wort« entgegen, die gleichen drei Wort«:„Es ist nichts!" Eines Tages verbot Schlonn« seiner Frau das Bedienen im Loden: Er habe es zwanzig Jahre ohne sie geschafft, werde es also auch von jetzt ab allein schaffen! Aber Schloime schaffte es ohne RebekNe nicht. Denn Sauberkeit und Flinkheit, Lächeln und Umsicht der Frau hatten die Zahl der Kunden vervielfacht. Immer wieder mußte der Kaufbedrängte rufen:„Re- bekkle Rebekkle!" Kaum war es geschehen, so flitzte die Gerufen« in den Laden, bediente, als ob nichts zwischen ihnen vorgefallen sei, neben ihrem Mann die Kunden, vasch und rasch, daß nicht dos Doppelle, fondern das Dreifache, das Vierfache von dem geschafft wurde, was Schloime allein zu vollbringen vermochte. Nichts blieb diesem schließlich übrig, als dos Verbot aufzuheben. An einem Maitag betrat ein wandernder Schlächtergesell« den Laden Schloimes, ein Kerl, wie es keinen im Dorf gab: groß, blond, starkknochig. Er war übers Gebirge hinweggeklettert, wollte seinen Weg weiter nach Osten nehmen, konnte aber für einige Zeit der Arbeit nicht mehr ausweichen. Bisher hatte der Argwohn Schloimes nur den Männern ins- gesamt, der Mannhett sozusagen, gegolten. Niemals hatte er mtt feinen Beschuldigungen einen anspringen können. Als der Schlächter- geselle eine Woche im Dorf war, verkrallten seine Worte sich in diesen Mann, galt sein Argwohn einzig dem Landfremden. Immer wieder rief, zeterte, schrie Schloime seiner Frau zu:„Der! Der!! Der!!!," bewies die Wahrheit seines Verdachtes mit einem Schwall von Sätzen. Rebekkle sagte immer wieder das eine:„Es ist nichts!" Nach und nach aber hingen die Augen Rebekkles länger an den Augen des Schlächtergesellen. Ihr« Worte, ihre schwerfüßigen Worte, machten sich zu den Worten des Schlächtergesellen weiter auf den Weg als zu denen eines der anderen taufenden Männer. Ihr Lächeln schmiegte sich an das Lächeln des Schlächtergesellen. Ihre Hand glitt, wenn sie ihm die Ware über den Ladentisch reichte, an der Pranke des Schlächtergesellen entlang, wie zufällig, verstohlen. Schloime beschuldigte seine Frau des Einverständnisses nnt dem giobknochigen Kerl, zieh sie des beginnenden, des durch Wunsch und Willen längst vollzogenen Ehebruches. Rebekkle sagte:„Es ist nichts!" Der Schlächtergefelle kam Tag für Tag in den Laden. Schloime lief, um ihn statt seiner Frau zu bedienen. Aber fast immer mar Rebekkle schneller zur Stelle, und er vermochte nicht zu verhindern, daß sie den Kaustvunsch des verhaßten Kunden erfüllte. Doch daß sie mit dem Schlächtergesellen in die halbdunkle Kammer ging, auf deren Trödel es der Zugereijts besonders abgejehen hatte, oerbot Schloime ihr eines Tage« nachdrücklich Es schicke sich nicht! sagte er zu ihr und zu dem Echlächtevgesellen, sagte es vor den Ohren «»»derer Leute. Iin Herbst»nußte Schlonn«, zum Einkauf rnuer Waren, eine Reis« in die Stadt tun. Er»verde erst am anderen Tage wieder. kommen, betonte er beim Abschiednehnren. Nachmittags trat der Schlächtergefelle in den Laden: Einen Schnmchtriemen! Seiner »väre ihm beim Inshausfchleppen eines halben genietzgeten Ochsen zerrissen! Da die gebrauchten Lederneren sich in der Kammer nebenan befai»iden, ging Rebekkle mit dem Schlächtergesellen in dos Halbdunkel. Dort packte der Hüne die Nein« Krämersfrau, hielt sie mit gestreckten Armen»oie ein« Pupp« eine Zett lang in die Lust, riß sie an sich und küßte sie. Ob er am Abend zu ihr kmmnen dürfe? Nein!— Nur um ihr von seiner Wanderung über. Gebirg« zu er- zählen?— Nein!— Ihr Mann wäre doch fort und käme erst am nächsten Abend wieder!— Nein! Noch heut!— Man brauche ja das erstemal nicht gleich die ganz« Nacht dazu. Zum Erzählen! Also heut abend!— Nein! Nein!— Aber der Schlächtergefelle hatte sich schon aus dem Trödelraun» durch den Laden ins Freie gelacht: Zum Erzählen—. Zum Erzählen---(Schluß folgt.) Oer größte Zirkus der Welt. Der größte Zirkus der Welt befindet sich selbstverständlich in den Pereinigteu Staaten und gehört den Nachfolgern Bornums, den Brüdern Ringling. Der Direktor dieses Riesenzirkus, Georg Ring- ling, weilt zurzeit in Kopenhagen, wo er dem Mitarbeiter einer führenden dänischen Zeitung einige Mitteilungen über sein gigon- tisches Unternehmen gemaäst hat.„Bor 8 Jahren", erzählte Di- rettor Ringling,.haben»vir den Zirkus von Bornum und Bailey übernommen. Unser Zirkus besitzt 700 Pferd«, 40 Elefanten und ein« große Menge anderer Tier«. Wir haben 1700 Angestellte: das Inventar umfaßt nicht nur Reiservagen, sondern auch Eisenbahn rvagen, die sich»oährend ulfferes Ausenthalles in erner Stadt in bequeme Wohminqen verwandeln lasten. Der Zirkus spielt auf dem Laad« m eurem Zelt,« dem IS 000 Zuschauer Platz Hab«, und« dem 3 Manegen und 4 Bühnen mttergebracht find. Es wird gleich- zettig auf sämllichen Bühnen und Manegen gespielt, wobei jede Nummer von einer Bühne auf die ander«»»ändert uird im Laufe des Abends also dreimal auf den Rundplätzen und vieimal auf den Bühnen aufgeführt wild. In New York wird»«türlich in einem richtigen Zirkusgebäude gespielt. Die Spielzeit in den Ber- einigten Staaten dauert sieben Monate, die nur zum Teil in New Bork verbracht»Verden. 5 Monate verbringt das ganze Personal am sonnigen Floridastrand, wo man sich ausruht und neue Nummern für die kommende Saison einstudiert." Zum Schluß erzählte Mister Ringling, daß der Weltkrieg die Zirkusarbeit nicht gelähmt habe. Seme größte Attraktion fft zurzeit ein See-Elefant, der 3%. Tonnen wiegt. Seil wann gibt es keine wilde« Pferde mehr? Wilde Pferde gibt es in Deutschland schon lange»richt mehr. Doch kamen st« noch im 16. Jahrhundert, jedenfalls aber ganz bestinrmt noch im 13. Jahr- hundert in den großen deutschen Waldgebieten vor. Wann das letzte wilde Pferd im Thüringer Wald erlegt wurde, kann nicht gesagt werden, da es hierüber kein eigentliches Material gibt. Daß die Waldgegend Mitteleuropas im Altertum aber von Rudeln wilder Pferd« belebt gewesen, wird durch eine Reihe geschichtlicher Zeugnisse bewiesen. Auch später fehlt es nicht an Belegen für das Vorkommen des wilden Pferdes in Deuffchlaitd uird in den von Deutschland öst- lich gelegenen Länder»». So bittet beispielsweise Gregor III. im Jahr« 732 den Heiligen Bonifazius, den Genuß des Fleffches wilder Pferde nicht mehr zu gestatten. Doch ist es bekannt, daß noch um das Jahr 1000 die Bewohner von Sankt Gallen solches Fleisch ge- gesten haben. Im Jahre 1ö93 werden die wilden Pferde, die in den Vogesen lebten, ausführlich geschildert, und in Preußen jagte man noch zur Ordenszeit wilde Roste, zu deren Erhaltung Herzog Albrecht im Jahre 1643 einen Schonungsbefehl erließ. Nach den neuesten Forschungen scheint es festzustehen, daß es sich dabei nicht um ver- wilderte, sondern um wirklich wttde Pferde handev, von denen e» zroei verschiedene Rassen gab: ein schwerer, großer langköpfiger, west- licher Schlag, und ein kleiner, kurzkäpfiger, östlicher Schlag. Die letzten Exemplare der letzten Rasse sind erst um 1880 m Rußland erlegt worden, wo mau dieses Pferd Tartan nannte Funkwinkel. Der Sender Wigleben reagiert mimofenhaft zart auf alle Dinge, die das Ohr des Berliner Westlers verlegten fönnten. Nach einem braven Musikstück trägt am Sonntag abend Claire Waldoff ein Gedicht vor, das die Ueberflüssigkeit der Kriege, den Machthunger gemisser Dynastien und den noch größeren bestimmter Industrie- und Bankmagnaten anprangert. Nun, vielleicht hätte der Rundfunk den Angriff gegen Schwarzweißrot durchgehen lassen, aber einen Angriff auf das Kapital? Ganz unmöglich! Was würde der Kurfürsten damm dazu sagen, besonders men man bedenkt, daß hier ein Angriff auf die heiligsten Güter, nämlich auf die Inflation, stattfindet! Es macht jedoch einen schechten Eindruck, wenn man einfach ein der artiges Gedicht unterdrückt, denn man spielt sich ja immer als den Toleranten ur Weitherzigen auf. Deshalb hat man sich in Wizzleben einen, Sender zugelegt, der im entscheidenden Moment streift, die Töne verzerrt und störende Geräusche dazwischentutet. Und erst men Herr Alfred Strauß findliche Neckarliedchen singt, besinnt sich Jet Sender auf seine eigentliche Bestimmung. Neckarlieder beleidigen den Kurfürstendamm nicht. Eine außerordentlich praktische Einrichtung, die sich oft bewährt hat. Allerdings schon zu oft, so daß selbst das naivste Gemüt die Absicht merkt und verstimmt wird. Könnten übrigens nicht diese Kabarettabende endlich zu den Akten gelegt werden? Die Uebertragung der Kurmusik von Sminemünde ist nicht besser als die aus anderen Ostseebädern. Da Berlin gute Kapellen besigt, erübrigt sich diese Ostseespielerei von pornherein. Der Sommer wirft verwüstend auf die Leitung der Funkstunde. Dr. Kurt Mühsam flärt die Hörer auf, woher die Zeitungen Nachrichten beziehen, und Major Richard von Kehler feiert den Grafen Zeppelin in einem zu gestrafften militärischen Ton, findet aber einen Ausgleich zwischen persönlicher Anekdote und fach lichem Referat über die Bedeutung des Mannes. OPEL Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staals- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staat!. Schauspielh. Am Gendarmenmarki Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Ferienhalber geschlossen! Deutsches Theater Norden 12 310 U. Ende nach 101/2 Artisten legie Max Reinhardt Die Komödle Jismarck 2414/7516 32 U. Ende 10% U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater 13rlotteastr.90/ 91. Dönh.170 31/4, Ende nach 10/ lastspiel d. Deutschen Th. Der Prozeß Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Ots. Künstler- Th. Heute geschlossen! Morgen. 71 Uhr Premiere Es kommt Volksbühne leder dran! Theater am Bülowplatz( Th. am Schiffbauerdamm 81% Uhr Orpheus in der Unterwelt 8 Uhr Der Kuhhandel Komische 8%, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr: Elite- Sänger allabendlich Bombenerfolg! Lachen ohne Ende. U. 3.: Wasserratten" sowie der unvergleichliche Soloteil. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Zum Schluß Mutter uff Reisen" Burleske von Meysel. Anfang 8 Uhr. Donhoff- Brett' 1: ( Saal und Garten) Gr. Varieté- Programm, Konzert, Tanz Lessing- Theater Täglich 8, Uhr f. S. Der brave Soldat Schwejk in Brieselang Unter diesem Motto findet am Sonnabend und Sonntag, dem 14. und 15.Juli, in Brieselang ein Jungsozialisten- Treffen durch leichtsinnige Retordfucht in Gefahr begeben, so daß als Folge davon andere, die zu ihrer Rettung herbeieilten, ihr Leben aufs Spiel sehen müssen. Die Erforschung des arttischen Gebietes hat dagegen sehr wohl prattischen Wert in wirtschaftlicher und wissens schaftlicher Hinsicht. Mar 3ähner sprach unter dem Titel„ An Schraubftod und Drehbant" über den Beruf des Mechanifers. Er warnte besonders törichte Eltern davor, Kinder Mechanifer werden zu lassen, wenn diese nicht besondere Eignung für diesen Beruf haben. Auch der gelernte Mechaniker ist heute in den meisten Fällen nichts anderes als ein Fabrikarbeiter, der Teilarbeit leisten muß. Nur einige menige ringen sich zu selbständiger Tätigkeit durch. Sonnabend ab 21 Uhr Rezitationen, Gesang, Musik. Gedenk- te Musik in guter Ausführung brachte der Nachmittag, moderne feler für die Wiener Todesopfer. Ansprache. Abbrennen Orchestermusit der Abend. Das Wohlfahrts- Sinfonieorchester unter eines Holzstoßes. Der Sonntag soll zur Förderung des Ge- Artur Guttmanns Leitung spielte fauber, aber ziemlich tempe meinschaftslebens beitragen. Rezitationen, Stegreifspiele. ramentios. Also: AUF ZUM TREFFEN NACH BRIESELANG statt, zu dem auch die Partei- und Arbeiterjugend- Genossen herzlich eingeladen sind Ueber den Reformator des klassischen Dramas auf der Bühne, Georg von Meiningen, sprach Dr. Wolfgang HoffmannHarnisch. Die Meininger waren lange Zeit das Symbol für edlen Bühnenstil. Denn nach einer Epoche, in der sich auf dem Theater unerträgliches Stümpertum breit machen durfte, zeigten sie wohlgeschultes Bühnentum, die sich in jede Einzelheit durchgebildet war. Die Klassiker, die auf der deutschen Bühne nur noch ein Scheindasein führten und in Aufführungen herausgebracht wurden, die oft Parodien glichen, wurden dem deutschen Theater nun wiedergewonnen. Einen Vortrag, der gerade in diesen Tagen, wo die Welt mit Sorgen nach Amundsen ausschaut, von besonderem Interesse ist, hielt Prof. Dr. Adolf Martuse: Warum und wie bestimmt man den Nordpol der Erde?"- Die Hezjagd nach dem Pol lohnt sich nicht das war der wesentlichste Kern der Antwort, die der Redner auf den ersten Teil der Frage gab. Den Pol zu überfliegen, ist mehr eine sportliche als eine wissenschaftliche Angelegenheit. Es ist daher doppelt beschämend, daß sich Menschen RODUKTIWELT An schönen Sommertagen in den LUNA PARK Heute Eintritt 75 Pf. Das nächste Fes': Sonnabend, 14. Juli Wochenende b. Zie Walhalla- Th. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr: Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz, St. 844 Uhr Der Wirt vom Leinen aus Irland Heldekrug Ein lustiges Spiel m. Gesang u. Tanz m. d. neuesten Schlagern Spiel im Schloss" Park.auch Sonntags Residenz- Theater Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. statt 4.- M. Komödienhaus Haute geschlossen! Donnerstag 72 U. Zum 1. Male: nur 60 Pt. Der Präsident! Kleines Theater Berliner Prater 8 Uhr Kastanienallee 7/9. 7%, Sprungbrett Täglich 7 der Liebe Die keusche Susanne. Zesch- Ballot, In der Hauptrolle Christel Storm, Außerdem Konzert, Varieté. Elfriede Mertens a.G. Torning, Garrison, Anf. 5 U., Sonnt. 4 U. Jugendliche haben Schafheitlin. keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt. Berliner statt 4.- Mk. nur 1.- Mk, Neukölln. Henk Bentel's Banff und Fleich Soda Tanz. Kaffeekochen. Ulk- Trio Lahnstr. 74/ 75% st R Arias Tracken Schaumpan Schwarzkopf Renaissance- Theater! Steinplatz 901. 8% Uhr Das Bett Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Rose- Theater Gr. Frankf. Str. 132 5 Uhr Konzert und bunter Teil 8 Uhr: Der Fürst von Pappenheim Die hiesige Stelle des SAJ Tes. Sozialistische Arbeiterjugend Groß Berlin infendungen für biefe Rubrif nur an bad Jugendfefretariat Berita GT3 68, Lindenstraße 3 $ Heute, Dienstag, 10. Juli, 19% Uhr: Röllnischer Bart: Große Frankfurter Str. 16, Zimmer 2. SAJ., Kino und Theater." Gesundbrunnen: Gothenburger Str. 2. Der deutsche Jugend Wedding- Nord: See- Ecke Turiner Straße. SAJ. und herbergsverband. RJ." Faltplay 1: Sonnenburger Str. 20. Dortmund." Sumannplay: Scherenbergftr. Schönhauser Vorftabt: Driesener Str. 22.„ Segual problem. Schöneberg 1: Hauptstr. 15. Der Dortmunder Jugendtag. Westen II: Bülowfte, 88, 8immer 4. Der Krieg in der Satire." Reukölln 1: Sander Ede Sobrechtstraße. Sozialistische Erziehung." Rentälla III: Flug hafenfte. 7. Erlebnisse unter dem Sozialistengefeh." Neukölln V: Böhmische de Ranner Straße, Die Aufgaben der Parlamente." Neukölln VI: Reinidendorf- Ost: Lindauer Sergbergplah( Schule)." Jugend und Bartet." Straße 46, Barade 1. Unfer Bandern." Bankow 1: Riffingenstr. 48. Sermann Löns, Bankow: Görschstr. 14. Bölkerbund." Tempelhof: wir gehen zur Gründungsverfammlung der Gruppe Steglig im Jugendheim Albrechtstraße. Treffpunkt 19 Uhr Manteuffel. Ede Friedrich- Wilhelm- Straße. Reutölla IV: Gegelle Fragen". Fauftballspieler für Dortmund! Ueben auf Biefe 6 im Treptower Bart um 19 Uhr. Die neue Haannischel Wenn Sie unerwartet Besuch bekommen, oder eine plötzliche Einladung erhalten, so behandeln Sie rasch Ihr Haar mit SchwarzkopfTrocken- Schaumpon. In 3 Minuten ist es wundervoll rein, duftig und locker. Die Original- Dose zu 1 Mark reicht für lange Zeit. Schwarzkopf Trocken- Schaumpon die Schnellhaarwäsche ohne Wassen Möbel Theater des Westens KLEINE ANZEIGEN Patentmattagen, Brimiffima". Retall8 Uhr Lori Leux in Die ungeküßte Eva Operette in 3 Akten. Musik v. Martin Knopf Else Bötticher, Kiper, Neruda. Steppaenk Stadtbaurats für Tiefbau ( Magistratsmitglied) foll wegen Uebertritts des bis herigen Stelleninhabers in den Ruhestand neu befekt werden. Die Wahl erfolgt nach den Bestimmungen der Städteordnung auf 12 Jahre. Bewerber milffen über Kenntnisse verfügen, die einer abgeschloffenen Hochschul bildung entsprechen, und sich in verantwortlicher und Teitenber Stellung bewährt haben. Insbesondere find eingehende Kenntnisse im Straßenbau und in der Ra nalisation notwendig. 8um Aufgabenkreis des Stellen inhabers gehört unter anderem auch die Bertretung des Magistrats im Aufsichtsrat der Städtische Werke A- G." Gas- und Wasserwerte). Gehalt während der ersten Wahlperiode nach Gruppe la der Breußischen Besoldungsordnung plus 1000 RM. ruhegehaltsfähige Zulage, Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung nach den ortsstatutarischen Borschriften, Meldungen mit Lebenslauf, beglaubigten Reugnis abschriften und Belegen über bisherige Beschäftigung unter Angabe von Auskunftsperfonen bis zum 25. Aucust 1928 an das Stadtverordnetenamt im Rat haufe erbeten. Persönliche Borstellung nur nach Aufforderung. Stettin, den 5. Juli 1928 Der Stadtverordnetenvorsteher D. Ahrens. Jedes Wort 12 Pf.en, welche für die Fettgedrucktes Wort 25 Pt. nächste Hummer bestimmt sind, müssen bis spätestens lässig 2 fettgedrackte 4% Uhr nachmittags in Worte). Stellengesuche das 1. Wert( fettgedruckt) 15 Pl., jedes weitere Wort 10 Pf. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen für zwei Warte. der Haupt- Expedition des Vorwärts, Lindenstraße 3. abgegeben werden. Dieselbe istwochentags von morgens Uhr bis nachm. 5 Uhr ununterbrochen geöffnet, Verkäufe Rabio, 12 Monatsraten, Garantie anlagen, hervorragende Martenfabri late, billigffe Breife, Ratalog B gratis. Gefa. Friedrichstraße 120, Oranienburger Tor. betten, Auflegemateagen, Chaiselongues Balter, Stargarderstraße achtzehn, Spe alalgefchäft. Möbelhaus Stein, Beinbergsweg 24 Besonders günstiges Angebot: Schlaf immer 475 Speifezimmer, Nuß baumbülfetts, Antleideschränte mit Spiegel 105, Rüchen, Bolstermöbel Sahlungserleichterung. 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