BERLIN Freitag, 13. 3uli 1928 Erscheint tSglich außerGanatag«. Zugleich Abendausgabe de«„Vorwärts'. Betugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, s.soM. pro Monat. Redaktion undExpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 ¥ 9» 10 Pf. Ar. 328 B 162 45. Jahrgang. nteigeuprei«: Die einspaltige Nonpareilleieil« 80 Pf., Reklameteile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. oßfcheckkvnto: VvrwärtS-Verlag G. m. b. Berlin Nr.S75SS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis Mttuna der Viglien-Gruppe. Die verdienstvolle Arbeit des Eisbrechers„Krassin". Die Opfer Mobiles. Rom. 13. Juli. Räch einem Funkspruch der„E i l l a d i M i l a n o' hat der russische Eisbrecher„K r a s s i n" die Gruppe viglierl am Donnerstag abend um 9 Uhr an Rord genommen. Der Eisbrecher befand sich gestern nachmittag Z Uhr nur noch süas Kilometer von der viglieri-Gruppe entfernt. Am Stranduogsort der„ZtaNa" sichtete der„Krassin" M en- schen und erwiderte aus deren Signale, dah er sie auf dem Rüchwege aufnehmen werde. Samulowitsch glaubt, dah die, die Alpenjäger sind, die unter Sora die VigNeri-Gruppe suchen. Mit der Rettung der v i g l i e r i» G r u p p« ist die grohe Aktion des russischen Eisbrechers„Krassin" zu einem gewissen Abschluß gelangt, und es erscheint deshalb angebracht, einen kurzen Ueberblick zu geben über die Gesamtlage bei den Der» u u glückten des Poloreises. Festgestellte Todesopfer des Robile-Abenteuers sind: 1. der schwedische Polarforscher Professor Malmgreen, der am IS. 3uni erfroren ist; 2. der Mechaniker der„Jtafla', Tomella, der bei dem Unglück am 25. Mai schwer verletzt wurde und auf der Eis- schölle verstarb. Vermißt werden:< 1. die Gruppe Marians, die bei der Lustschiffkabastrophe abgetrieben wurde; von ihr fehlt bis zur Stunde jede Nachricht; 2. Amundsen mit feinen beiden Begleitern vom Flug. zeug �Zotham'; 3. die drei italienischen Mpenföger unter der Führung des Hauptmanns Sora; L der russische Flieger Tschuchnowski mit seinen Be< gleitern; S. der dänische Ingenieur W a r m i n g mit seinem holländischen und schwedischen Begleiter. Gerettet sind: 1. der General selber, als erster; 2. die Begleiter Malmgreens Marians und Z o p p i; 3. die gestern vom„Krassin" gerettete Gruppe Biglieri, die aus Marineleutnant Biglieri, dem schon totgesagten, aber er- freulicherweise nur verletzten Maschinenmeister Ceccioni, dem tschechischen Professor Behounek, dem Ingenieur Trojani und dem Funker Magi besteht; 4. der zeitweise vermißte schwedische Flieger Lundborg. Ein Teil der Opfer des faschistischen Größenwahns ist also durch einen sowjetrussischen Eisbrecher gerettet worden. Wäre die Angelegenheit nicht allzu ernst, so könnte man von einer w e l t- geschichtlichen Groteske sprechen. Die gesamte Kulturwelt aber wird dem Kapitän Samuetowitsch und seinen wackeren Mann- schasten vom„Srccssin" für ihr mutiges Rettungswerk Dank wissen. Es ist geradezu lächerlich, wenn gestern ein kommunistisches Abend- blott schreibt, auf Befehl Stresemanns und der Reichsregierung b e- schön ig« die nichtkommunistische Presse die Schande Nobiles und setze die Leistung der Russen herab. Es ist ein Zeichen überlebter Reoolverjournalistik, aus einer Tragödie, wie sie das„Italia"- Unglück darstellt, mag es auch durch die Leichtfertigkeit de» Führers hervorgerufen sein, in dieser Weise Kapital schlagen zu wollen. Jeder gesittete Mensch bewundert die Männer des „Krassin' ebenso, wie er sein Haupt neigt vor Amundsen und Lundborg und allen den anderen, die hinauseilten zur Rettung der Schiffbrüchigen. Erbitterung im Ztuöland. In Schweden herrscht über die Bergung Malmgreens als Opfer des faschistischen Abenteurers äußerst« Bestürzung. Malm- green war in Schweden als Wissenschaftler hoch geachtet. Der Ge- lehrt« ist bereits am 15. Juni erfroren; noch einer Mel- dung aus Kingsbay hat sich der Zustand des Generals Nobile weiter gebessert. Die Erbitterung über den General Nobile hat in der f r a n- zösischen Oeffentlichkeit ein kaum zu überbietendes Aus- maß angenommen. Im Anschluß an die Fragen eines schwedischen Offiziers an Nobile macht sich ,,L e S o i r" zum Sprachrohr dieser Erbitterung und wirst seinerseits folgende Fragen auf: Kam es �_____.(Fortsetzung auf der 2. Seite.)___, I Berlins kleinstes Freibad! Wo die Klosterstraße an die Spree stößt, hat sich die Berliner Jugend trotz Wasserpolizei ein Freibad eingerichtet. Man kann von der Straße, die den Strand bildet, gleich ins Bad steigen. Besser wäre es natürlich, wenn dafür gesorgt werden könnte, daß alle Berliner Jungen und Mädchen die heißen Ferientage im Gebirge oder an der See verbringen. Schreckensszenen beim Autounglück Furchtbare Verletzungen und Verstümmelungen. Rordhausen, 13. Zull.(Eigenbericht.) Furchtbar hat sich die Autobuskatastrophe bei Lad Sachsa für die Passagiere des Autobusses ausgewirkt, von den 22 P e r f o. nen. meist verheirateten Frauen, wurde jede verletzt. Zum Teil wurden die Reisenden ganz fürchterlich verstümmelt. Schwere Arm- und Veinbrüche. bei denen die Knochen das Fleisch durchstießen und aus der wunde herausragten, kamen mehrfach vor. Ebenso sind die Schädelbrüche zahlreich. Einer Frau wurden beide Beine abgerissen. Ein Samariter aus dem kleinen Harzdorf Wieda, der als einer der ersten an der Unglücksstelle war, erzählte:„Hch habe bei einem Flugzeugunglück einen entsetzlich verstümmelten Piloten aus den Trümmern gezogen und glaubte, das wäre der schrecklichste woment meines Lebens gewesen, heute erlebte ich noch Schlimmeres. Ohne mich viel um die Einzelhelten zu kümmern, griff ich in den Trüm- merhaufen nach den durchcinanderliegenden Menschen und zog eine Frau hervor, die anscheinend sehr schwer verletz« war. Sie rief einige Male:„Guter Mann, muß ich sterben? Zch habe zwei Kinder." Kurze Zeit daraus sah ich, daß ihr nicht mehr zu Helsen war. Wie das Unglück geschah. Don dem tleinen Ort K r a m m e aus hatten am Donnerstag morgen wie olljährlich 36 Schulkinder mit ihren Müttern, dem Lehrer samt seiner Familie und dem wohlhabenden 64jährigen Landwirt Lüdicke, der unverheiratet ist, und auf seine Kosten diese Fahrt veranstaltete, um den unbemittelten Landar- beiterinnen und ihren Kindern eine Freude zu machen, in zwei Autobussen aus Wolfenbültcl eine* Fahrt durch den Harz gemacht. Vier Kilometer von dem im Südharz gelegenen Bad Sachsa entfernt, schneidet die abschüssige Landstraße das Gleis der Südhorzbahn, etwa zwei Kilometer von Walkenried entfernt. Die Straße wird von den ortskundigen Rad» fahrern nur mit größter Vorsicht befahren, weil der dichte Wold bis hart an die Schienen heranführt. Für fremde Fahrer mußte der schrankenlose Bahnübergang, der keinerlei Warnungszeichen aus. lvrfst, zum Verhängnis werden. Der erste Autobus, in dem sich alle Kinder nebst dem Lehrer und einigen Müttern befanden, kam noch knapp über die Schienen. Der dicht hinter ihm fahrende Chauffeur des zweiten Wagens hörte wahrscheinlich infolge des Motorengeräusches nicht das Läuten der Bahn. Als er den heranfahrenden Zug bemerkte, war es zu spät. Er zog die Bremsen mit Aufbietung aller Kräfte, konnte aber den schweren Wagen nicht mehr halten. Mutterlos gewordene Kinder. Erschütternd war der Abtransport der vielen Kinder, die man an der Landstraße hatte absetzen müssen, um den unbeschädigten Omnibus zum Transport der Kranken nach dem 25 Kilometer ent- fernten Nordhausen benutzen zu können. Räch etwa vier Stunden kamen endlich Automobile, mit denen die vielen Kinder wieder nach Hause transportiert werden sollten. Die meisten Kinder schrien und wollten nicht in das Auto.„Wir fahren wieder über die Schienen, nein, nein! Ich will nicht!" Andere riefen„Mutter" und„Mama". Die Mütter aber hörten nichts, sie lagen, mit dem Tode ringend. im Rordhauser Krankenhaus. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht über das Unglück durch den ganzen Harz. Von allen Seiten kamen die Radfahrer, die Krafträder und die Autos. Eine dichte Menschenmenge umdrängte bis in die späte Nacht die Unglücks- stelle. Der Verkehr auf der Südharzbahn muß durch Automobile aufrecht erhalten werden, weil es infolge der schmalen Spur nicht vle Hllie steigf weiter! Miitagslempcraiur: 33 Grad im Sdiatten. möglich ist. die Hilfsmittel der Reichsbahn zu benutzen. Noch jetzt liegt die Lokomotive auf dem Geleise, neben, ihr der total zerrissene Kraftwagen. Das Unglück ivar deshalb von schweren Folgen begleitet, weil dicht neben dem Gleis« eine starke Esche steht. Der Kraftwagen wurde zwischen Baum und Lokomotive geklemmt und von der vor- wärtsschietzenden schweren Maschine ausgerissen, weil er nicht um- kippen konnte. Die Staatsanwaltschaft von Brounschweig ist gegenwartig an der Unglücksstcll«. Ueber die Schuldfrage kann vorläufig noch nichts gesagt werden. In drei Kliniken in Nordhausen befinden sich noch sechzehn verletzte. Davon werden heute neun in ihre Heimat transportiert. Di« übrigen sind transportunfähig. Bisher sind vier Tote zu verzeichnen. Es wird befürchtet, daß von den Schwerverletzten noch einige sterben. Die Amnestiefrage im Reichstag. Die lehie Sitzung vor den Sommerferien. Die Aktion des„Kraffln". (Fortsetzung von der I. Seite.) zwischen Nobile und Malmgreen nicht zu einem Streit und selbst zu einer Schlacht, in deren Verlauf dieser verwundet wurde und geflüchtet sein soll? Sollte Nobile Angst vor den Enthüllungen Malmgreens gehabt haben? Ist es richtig, daß bei der Nordpol- expeditton im Vorjahre Larsen und Amundsen Nobile zur Taten- losigkeit zwingen mußten, um das Luftschiff und seine Besatzung zu retten, da der italienische General hartnäckig zu niedrig fliegen wollte? Warum ruft die italienische Regierung Nobile zurück? Sollte sie ein„Beweisstück des Prozesses" unter- drücken wollen? Norwegen, Schweden, Rußland und Frankreich haben das Recht auf Aufklärung. Faschistische Rüpelei. Eine deutsche Zeitung in der Tschechoslowakei erhielt dieser Tage einen Brief des italienischen Konsulats in Mährisch-Ostrau, dieses Inhalts: „Die Hetzschrift, die Sie gegen General Nobile führen, ist so kleinlich und idiotisch, daß sie keine Widerlegung verdient. Sie sind keine Journalisten, Sie sind miserable Feiglinge, denen man höchstens ins Gesicht spucken kann. gez. Dadone." Hierzu bemerkt das Blatt:„Dieser Mann steht als italienischer Konsul außerhalb der tschechoslowakischen Strasgerichtsbarkeit, hat sich aber auch außerhalb der Reihe von Menschen gestellt, mit denen man sich abgeben und von denen man überhaupt Genugtuung fordern kann. Um so getroster übergeben wir ihn und seinen Brief dem Urteil der Oeffentlichkeit und stellen ihn einfach dort hin, wo sein Platz i st, an den Pranger. Eine schöne Arbeiterpartei! Die AbstimmungSlifie widerlegt kommunistische Lügen. Die Liste der namentlichen Schlußabstimmung über die Senkung der Lohnsteuer widerlegt alle Schwindelmanöver, mit denen die Kommunisten ihre Haltung zu verschleiern ver- suchen. Sieht man nämlich von den Kommunisten ab. so bietet gerade diese Abstimmung das reinste Bild der Klassenfronten, das je im Reichstag zutage getreten ist. Als-Besitzvertreter stimmten die Deutschnationalen natür- lich gegen die Steuersenkung. Aber die christlichen Gewerkschafter unter ihnen, Behrens, Hülser und Hartwig stimmten f ü r sie. Die Christlich-Sozialen Koch und Wumm enthielten sich. Unter den Volksparteilern konnten Dr. S ch n e i- der und der Angestelltenvertreter Thiel die kaltablehnende Politik Becker-Hessens, eines typischen Vertreters der Besitz- intereffen, nicht mitverantworten. Sie enthielten sich. Das Zentrum stimmte mit Ja. Aber drei ausgesprochene Ver- treter des Grundbesitzes, Beck- Oppeln, Bolz und Feil- m c y r, konnten das Ja nicht über ihr agrarisches Herz bringen. Deshalb enthielten sie sich. Es haben also die Arbeiteroertreter bis zu den Deutsch- nationalen hinüber für die Erleichterung der Arbeitersteuern gestimmt. Dasselbe taten bekanntlich auch die National- soziolisten. Gegner der Steuersenkung waren alle bckann- ten Vertreter der S o z i a l r e a k t i o n bis in das Zentrum hinein. Die Kommunisten haben sich von ihrem blöden Haß gegen die Sozialdemokratie dazu verleiten lassen, mit den aus- gesprochensten Vertretern der Bcsitzinter- essen gegen alle Arbeitervertreter des Reichs- tags aufzumarschieren. Sie halfen der Sozialrcaktion bei ihrem Versuch, Arbeiter und Angestellte um mehr als ItX) Millionen Mark Steuererleichterungen zu prellen. Für die Kommunisten gilt immer dieselbe Parole: immer gegen die Sozialdemokratie, niemalsfürdieArbeiter. Künf Todesurteile... Eine mißglückte Verteidigung der(Sowjetjustiz. Der große Saal in der Hafenheide ist kaum zu zwei Dritteln gefüllt. Der frühere Bergarbeiter Overhagen, jetzt Rußland- delegierter der„Einheit", soll über die fünf Todesurteile des Echachty- Prozesses sprechen. Lusttos und matt sitzen die Menschen in dem heißen Saal. Endlich komnit der Referent. Die erste Enttäuschung: Er ist, wie er erklärt, stark erkältet und kann den Vortrag in der angekündigten Form nicht halten. Also will er auch in noch so stark abgekürzter Form keine prinzipielle Aufrollung und Besprechung des Prozesses geben. Auch über das angekündigte Interview mit Badstieber spricht er nicht das stände ja ausführlich in der„Einheit", und jeder könne sich die Nummer taufen. Ganz ausführlich spricht er aber darüber, warum man gerade ihn. Theo Overhagen, noch Rußland schickte: Erstens sei auch er Bergarbeiter, zweitens sei er schon zweinial vorher nach Rußland gereist bei anderen Delegationen, drittens fei er schon mehreremal Geschworener und Schösse gewesen, also wisse er mit der Justiz Bescheid. Ob er die r u s s i s che Sprache so gut beherrscht, daß , er den Verhandlungen eines solchen Prozesses ohne Dolmetscher folgen kann, verrät er ober nicht, llnd dann macht er das Moskauer Urteil zu einem Triumph der— Humanität. Jawohl! Die Ange- klagten selbst hätten mit vierzehn Todesurteilen gerechnet. Nicht nur, daß diese Zahl nicht erreicht worden sei: Rußland habe auch alles begnadigt, was sich irgendwie begnadigen ließ: nur die habe man getötet, von denen sich nicht erwarten ließ, daß sie nochmals nützliche Arbeit leisten würden, nur die, an deren Besserungsfähigkeit der russische Staat nicht glauben könne. Seine Begründungen ähneln verzweiselt den Aus- führungen eines tapferen deutschen Staatsanwalts, und auch das immer wiederkehrende:„Erschossen wurden nur die Di« heutige Reichstagssitzung, in der die Amnestievorlogc erledigt werden soll, wird vom Präsidenten Lobe um ll Uhr eröffnet. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung der Borlage, durch die in dem Gesetz über Einstellung des Personalabbaus, die Frist zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Warte- standsbeamten bis zum Zl. Januar 1929 verlängert werden soll. Diese Vorlage wird in der Schlußabstimmung gegen Deutschnattonale und Kommunisten angenommen. Eine deutsch- nationale Entschließung, in der die Reichsregicrung ersucht wird, den Entwurf zur Regelung der Rechtsverhältniste der Wartestands- beamtcn mit möglichster Beschleunigung vorzulegen, wird abgelehnt. Es folgt die erste Beratung der Novelle zur U n f a l l v e r- s i ch e r u n g. Dadurch sollen in die Unfallversicherung eingeschlosien werden der Feuerwehrdienst, das Personal der Kranken- Häuser und Pflegeanstalten, naturwissenschaftliche und technische Loboratorien, der Betrieb der Schauspiclunternehmungen, der Schaustellungen und Lichtspielbetriebe. Ein sozialpolitischer Fortschritt. Mit dieser Beratung verbunden wird die erst« Beratung des Gesetzentwurfs betreffend internationales Uebereinkommen über Gleichbchandlung einheimischer. und ausländ!- scher Arbeitnehmer bei Entschädigung aus Anlaß von B e- triebsunfällen sowie aus Anlaß von Berufskrankheiten. Abg. Frau Schräder(Soz.) begrüßt die Novell«, die schon längst hätte kommen müssen. Besonders dringlich ist die Einbeziehung der Krankenpflege, ober hier müßte auch das Priootperfonal ein- bezogen werden. Die Gehaltszrenze von 8409 M. gegen Unfall- Versicherung ist zu niedrig. Di« Annahm« dieser Bestimmung ist für die Sozialdemokratie unmöglich, ebenso sind wir gegen den Ausschluß von Schwestern und Aerzten. Der Entwurf ist ein Fort- schritt. Wir danken der Regierung, daß sie ihn wieder eingebracht hat, werden aber im Ausschuß und im Plenum für Verbesserungen sorgen. Die Rente der Unfallversicherung müßt« periodisch, nach den jeweils geltenden V e r d i« n st f ä tz« n, um- gerechnet werden. Ich möchte die Regierung bitten, uns bald eine Denkschrift über weitere Ausdehnung der Unfallversicherung vorzulegen. Di« Gefahren für die Arbeiter werden bei der heuttgen technischen Entwicklung immer größer. Ich hoffe, daß die neue Regierung alles daransetzen wird, die Unfallversicherung weiter auszubauen.(Beifall bei den Soz.) Abg. Frau Arendfee(Komm.) bezeichnet die Borlag« als un- zureichend und oerlangt Ausdehnung der Unfalloersicherung auf all« Berufe. Ein Regierungsvertreter erklärt, das Arbeitsmini- sterium werde noch in der Sommerpause eine Denkschrift über den Ausbau der Unfallversicherung herausgeben. Die Vorlag« über die Ausdehnung der Unfallversicherung wird dem sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Das internationale Abkommen über die Gleichbchandlung aus- ländischcr und einheimischer Arbeitnehmer wird in allen drei Lesungen an genommen. Das landwirischastliche Notprogramm. Zur Beratung kommen hieraus die Anträge der Deutschen Lolkspartei, des Zentrums und der Bayerischen Bolkspartei über die Durchführung des landwirtschaftlichen Not, Programms. Abg. Schmidt- Köpenick(Soz.) meint, es dürfe nicht die Auf- gäbe des Reiches sein, die oerkrachten Genossenschas» t e n des Reichslandbundes ohne Ausnahme zu sanieren. Die So. zialdemokraten würden dem Antrag Stegerwald-Lcicht, der eine Nachprüfung der Richtlinien für die Verwendung von Reichs- Mitteln zur Förderung der landwirtschaftlichen Genossenschaften ver- langt, zustimmen. Erst wenn der Reichslandbund sich verpflisite, seine Genossenschaften zu liquidieren und keine neuen mehr zu gründen, könnte man daran denken, im Interesse der Bauern- schaft einigen Genossenschaften aufzuhelfen. Reichsernährungsministcr Dietrich bittet, sämtliche Anträge einem Ausschuß zu überweisen, der olle landwirtschaftlichen Fragen, auch die der Landarbeiter, behandeln müsie. Einzelne Punkt« in den vorliegenden Anträgen seien bedenklich. Im Ausschuß werde sich leichter eine Verständigung erreichen lassen al» durch eine längere Debatte im Plenum. Eine völkische Schimpferei. Um die Mittagszeit wurde es im Reichstag lebhafter. D"r Untersuchungsausschuß über d i e Ursachen des Zu- fammenbruche» soll verlängert werden, da er seine Arbeiten noch nicht völlig abgeschlossen hat. Das rief den völkischen Ab- geordneten Grafen R e v e n t l o w auf den Plan. In haßerfüllten Ausführungen wandte er sich gegen dir Arbeit dieses Ausschusses, die Vernehmung von Zeugen durch jüdisch« Abgeordnete sei eine Schande für das deutsche Volk. Man habe sich bei der Feststellung des Tot- bestandes in hinterhältigen Fragen ergangen. Diese Schimpferei rief den lebhasten Protest des Hauses hervor. Run boten die Rechtsparteien alles auf, um sich von dem Vor- wurf zu reinigen, als ob sie im Ausschuß eine„schlappe" Hallung eingenommen hätten. Die Kommunisten erklärten durch Abg. S t ö ck e r, daß nach ihrer Aussassung der Ausschuß nur„eine Ein- richtung zur Reinwaschung von den Schandtaten des deutschen Militarismus" sei. Der sozialdemokratische Abg. Dittmann stellte mit Recht fest, diese Aeußerungcn von rechts und link« hätten bewiesen, daß die Feststellungen des Untersuchungsausschusses, besonders die über die Vorgänge in der Marin«, ins Schwarze getroffen haben. Leute von der Art des Grafen Reventlow könnten die Sozialdemokratie nicht beleidigen. Die Sitzung dauert fort: die Am n e st i e f r a g« wird am Nachmittag erledigt werden. Spione" klingt geradezu vertraut. Freilich pflegt sich selbst dos Reichsgericht mit Zuchrhausstrosen zufrieden zu geben.... Noch eine peinliche Angelegenheit gibt es, über die sich der Äcdner nicht durch billige Witzeleien weghelfen kann: Einer der drei Deutschen war doch Mitglied sogar einer kommunistischen Kampforganisation, lange Jahre erprobt. Und so oersucht er ihn schnell wenigstens zu verdächtigen: Merkwürdig, daß dieser Genost« so lange auf der gleichen Arbeitsstelle war! Anderen guten Genosten gelingt das nicht, sich so unauffällig zu machen... Stumpf sitzt die Versammlung: man ist pflichtgemäß hcrgc- kommen, man weih, was hier gereicht wird. Ein zufällig herein- geratener Fremder oerläßt mit harten Schritten den Saal, als der Redner in grob-geschmackloser Weste erzählt, es wäre durchaus möglich, daß der Bruder eines der Erschossenen an- wescnd sei— und der sei eigentlich Schuld am Tode seines Bruders. denn er habe ihn verleitet. Doch als bei den Lichtbildern Krylcnkos Bild erscheint, findet der Klaqueur, der das Zeichen zum „spontan ausbrechenden" Beifall gibt, keine Unterstützung. Selbst den jungen Menschen, die hier, randvoll mit Rußlandfonatismus gefüttert, die Mehrzahl der Zuhörer stellen, scheinen die fünf blutigen Schotten den vorschriftsmäßig zu spendenden Beifall zu verwehren. Und mancher mag auch an das Schicksal des guten Genossen denken, der nach Rußland ging, um aufzubauen, und der nur darum vor Gefängnis oder schlimmerem bewahrt wurde, weil die deutschen Handelsbeziehungen in Ruhland wichtiger sind als Ehre oder Leben eines Genossen, in dieser Partei, die heute zum Spitzel und morgen Der Kellogg-pakt. „Weine nicht, mein Sohn! Inländische Prügeleien mit Andersgesinnten verbietet der Pakt ja nicht!" zum Märtyrer erklärt, wie sie es mit Otto Broun tot... Und es gibt manche Hand, die sich bei der Schluhresolution, dem üblichen Vertrauensvotum für Rußland nicht hebt. Einen offenen Protest, auch nur eine Diskussion, aber gibt es nicht: Man hat Vertrauen zu haben, wenn die Kommunistische Partei es befiehlt. Oer Hungerstreik in Sonnenburg. 300 von 4S2 verweigern die Nahrungsaufnahme. Der Hungerstreik der Strafgefangenen in der Strafanstalt Sonnenburg hat ani heutigen Freitag ganz erheblich an Aus- d c h n u n g zugenommen. Währeno gestern nur insgesamt 66 Strasanstaltsinsistsen, darunter 25 politische Gefangene, die mit der Aktion begonnen hatten, beteiligt waren, sind heute van 482 Gr- fangenen 599 in den Hungerstreik getreten und verwci- gern die Aufnahme jeder festen Nahrung. Der Hungerstreik hat also auf die kriminellen Gefangenen, unter denen sich eine große Anzahl von Schwerverbrechern befindet, übergegriffen. Di« Streitenden haben erklären losten, daß sie durch ihr« Mahnohme eine Ausdehnung der Amnestie auch wegen allgemeiner Straftaten Berurteilte erzwingen und die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit und der zuständige» Parlamente und Instanzen auf sich lenken wollen. Im übrigen ist es aber in der Strafanstalt Sonnenburg zu keinerlei Zwischenfällen gekommen und die Ge- fangenen verrichten in gewohnter Weis- die von ihnen auszuführen. den Arbeiten. Wie dos Strafvollzugsamt beim Kommcrgericht mitteilt, nimmt man an, daß sich die Gefangenen nach Abschluß der heutigen Per- Handlungen über die Amnestie der politischen Häfttinge wieder be- ruhigen werden, wenn sie merken, daß eine Ausdehnung der Am» nestie auf kriminelle Verbrecher nicht in Frage kommen kann. Aus diesem Grunde wird man auch im Laufe des heutigen Tages noch von disziplinarischen Maßnahmen gegen die in den Tzungerstreik getretenen Stra, gefangenen seitens des Strafvollzugsamtes absehen. Tropenhitze in Berlin. Seit 4925 der heißeste Tag. Die I r o p e n h i h e hat heute bocheine weitere Steige- r u n g erfahren: Mittags wurden bereits ZZGradim Schatten gemessen. Die„weltcrmacher" rechnen mit Z4 Grad zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags. Mit diesem Temperatur zustand, der nicht sehr oft zu verzeichnen ist. kann nur das Zahr 1925 in Wettbewerb treten. wo am 10. August eine wärmetemperotur von 35 Grad im Schotten(!) herrschte. 1927 war die höchste Temperatur am 6. August mit 30.8 Grad und 1926 am 19. Zuli mit knapp 33 Grad zu»er- zeichnen.— Dos Barometer zeigt wciter beharrlich aus„Schön- weiter", sa daß die Tropenhitze wahrscheinlich noch an- dauern wird. Die Ursache de» plötzlichen abnormen warmen Wetter» ist in besonder» günstigen Einstrahlungsbedingungen und gteichzeitiger starker heißer Luftzufuhren aus dem Süden zu suchen. Hitzewelle auch über Frankreich. Auch Frankreich wird augenblicklich von einer Hitzewelle heimgesucht, deren Ende nach den Voraussagen der Wetter- warten noch nicht abzusehen ist. In Pari» stieg das Thermometer am Donnerstag auf 39 bis 32 Grad im Schatten. In S ü d s r a n l. reich wurden sogar Zö Oraö gemessen.\ Primo dementiert sich selbst. Amtlich wird die amtliche Meldung über eine Berschwörung bestritten. Paris, 13. Juli. Zu den Gerüchten von zahlreichen Verhaftungen in Spanien anläßlich der Aufdeckung eines Komplottes gegen den König meldet die Agentur Havas aus Hendaye an der spanischen Grenze, daß für diese Gerüchte feinerlei Bestätigung vorliege. London, 13. Juli. Der spanische Botschafter gibt bekannt, daß nach einem von der spanischen Regierung eingegangenen Telegramm alle Berichte über angebliche Unruhen in Spanien fategorisch dementiert werden. Paris, 13. Juli. Die hiesige spanische Botschaft dementiert die Meldungen über die Aufdeckung einer neuen Berschwörung gegen den spanischen König und die Regierung. In Spanien ist eine wahrhafte Dementierseuche ausgebrochen. Sie mirft umjo grotester, als die Mitteilung über die Aufdeckung einer Verschwörung ebenfalls eine amt= liche war. Sturm auf das Direktionsgebäude. Lohnherabsehung und Arbeitseinschränkung in Lodz. Warschau, 13. Juli.( Eigenbericht.) In Lodz tam es gestern zu Arbeiterunruhen. In der größten Tertilfabrit von Boznanski streifen seit mehreren Tagen 2000 Arbeiter des Spinnereibetriebes, da die Fabrikleitung eine Arbeitseinschränkung unter gleichzeitiger Lohnherab setzung vornehmen wollte. Als die 2000 Arbeiter gestern auf dem Fabrikhof erschienen, wurde ihnen von der Fabrikleitung in heraus fordernder Weise erklärt, daß sie überhaupt nicht mehr zur Arbeit zu kommen brauchten. Die Arbeiter waren darüber so verbittert, daß sie das Verwaltungsgebäude der Fabrit stürmten und zwei Direktoren der Fabrik, die in herausfordernder Weise den Arbeitern gegenübertraten, verprügelten. Sofort erschienen am Plaze eine Abteilung berittener Polizisten und zwet Abteilungen von Polizei zu Fuß, die mit Anwendung von Waffen gegen die Arbeiter vorgingen, zahlreiche von ihnen verletzten und 25 vers hafteten. Die Malmgreen- Gruppe.C Prof. Malmgreen+ Der Präsident. ( Komödienhaus.) Kapitän Zappi Georg Raiser spielt nur noch mit dem Theater. Da das Theater ja eigentlich nichts anderes als Spiel ist, ließe sich gegen die Tändelei gar nichts einwenden. Wer aber spielt, muß ein graziöser Mann, ein überlegener Kolportageclown, ein Tingeltangel: jongleur mit guten Einfällen sein. Außerdem ist dann noch die geistige Ueberlegenheit notwendig, die verrät, daß hinter dem Eulenspiegel ein Weltmeiser versteckt ist. Etwa so wie ein Stüd Chaplin braucht der Farenmacher, der uns auf dem Theater unterirdisch und überirdisch fizzeln soll. Die Träne im Gelächter und dann noch die Galle, wenn die süßesten Dinge zu verjobberten Backfischherzen gejagt werden, das wäre die richtige Methode. Doch der heutige Georg Kaiser fennt nur noch die Formen des dramatischen Wizes. Er weiß nur noch, wann und wo eine theatra lische Pointe plaziert werden muß. Was ihm fehlt, ist das Wichtigste und Kostbarste, nämlich die Originalität der Pointe. Und diese Aus: gehöhltheit foll nun durch Pfiffigkeit der theatralischen Kniffe ersetzt werden. Georg Kaiser bezieht seine Perlen nur noch durch Pump. Daher fällt heute seine scheußliche Geschmäßigkeit auf. Welt anschauung Quatsch, Gefühl Narrheit das soll seine Devise sein. Kapitän Mariano politif he und religiöse Motive hatte, sondern in erster Linie soziale Tendenzen. Das Kleinbürgertum stand auf gegen Plutokratie und Adel. Das englische Parlament suchte damals auszugleichen und zu vermitteln, betrieb eine gemäßigte Politif, während sich die Armee aus radikalen, demokratischen Elementen zusammensetzte. So tam es schließlich zu Auseinandersetzungen zwischen Heer und Regierung trotz Cromwells Bestreben, eine Einigung zu erzielen. Verschärft wurde noch der Gegensatz durch einen Beschluß des Parlaments, das Heer aufzulösen, und durch die Shulden der Regierung an die Soldaten. Die Soldatenorganisation aus dem Jahre 1647 hatte zuerst den 3med, die fälligen Zahlungen einzutreiben, die Delegierten sollten mit dem Parlament verhandeln, dann aber übernahmen diese Räte die gesamte Armeeverwaltung, organifierten das Heer von sich aus und forderten eine radikale Politik. Die Schaffung der„ Soldatenräte" entsprang der Initiative der Soldaten, die Offiziere verhielten sich abwartend. Jede Kompagnie stellte einen Bertreter und jeder Soldat zahlte 4 Pence zur Deckung der Untoften. Die Delegierten meldeten die Forderungen der Eoldaten bei der Generalität und dem Parlament an. Diese Tatsa hen waren schon den älteren Historikern bekannt. Sie stehen in den„ Clarke papers", der authentischen Quelle für die 3eit Cromwells. Aber die älteren Historiker konnten die Bedeutung dieser Soldatenorganisationen nicht erkennen, da ihnen Baralaus meint Baschufanis, ermöglicht das Verständnis. Der Lohn des tüchtigen Staatsanwalts. Also möchte er durch Satire allen Ernst beseitigen. Doch er benimmt lelen aus der Gegenwart fehlten. Erft die russische Revolution, Der Koimarer Anfläger doppelt befördert. Paris, 13. Juli. Es ist merkwürdig, daß am heutigen Freitag, dem Borabend der Begnadigung der Autonomisten, der Staatsanzeiger zwei Ber ordnungen, die sich auf den Staatsanwalt am Kolmarer Appellationshof, Fachot, beziehen, veröffentlicht. Fachot forderte bekanntlich im letzten Kolmarer Autonomisten- Prozeß die Berur teilung der Hauptangeklagten und besonders die Berurteilung Roffés und Ridlins. Er wird nunmehr in der Eigenschaft eines Rates an den Kaffationshof versetzt und gleichzeitig zum Offizier der Ehrenfegion befördert. R Pilot Tichuchnowski dem es gelungen ist, die sogenannte Malmgreen- Gruppe der verunglückten Nordpol- Expedition zu entdecken. Paffagierflugpoft nach Indien. Wöchentlicher Verkehr von England eingerichtet. London, 13. Juft. Bom Luftfahrtministerium sind die wichtigsten Bestimmungen eines neuen Vertrages mit der britischen Luftverkehrsgesellschaft Im perial Airways bekanntgegeben worden. Unter anderem wird vom April nächsten Jahres ab ein wöchentlicher Flugverkehr zwischen England und Indien angekündigt. Die Subventionen für den europäischen Dienst wie auch für den innerhalb des britischen Reiches werden auf zehn Jahre ver längert. Sie sind derartig gestaffelt, daß sie im ersten Jahre 335 000 Pfund Sterling und im legten Jahre 70 000 Pfund Sterling be. tragen. Südflawien soll geteilt werden. Belgrad, 12. Juli. Der Borstand der froatischen Bauernpartei befchloß, die Teilung Südslamiens in zwei selbständige Gebiete das ehemalige Defter reich- Ungarn und Altserbien- Montenegro unter der gemeinsamen Dnnaffie zu fordern. Geschützexplosion bei Budapest. Ein General getötet. Auf dem Uebungsplatz in Hajmaster bei Budapest ereignete sich bei Artilleriefchießübungen eine Explosion. General Cssergey erlitt schwere Berletzungen, denen er furz darauf erlag. Unter den weiteren Verletzten befindet sich Generalleutnant Ferjetfit, dessen Berletzungen leichterer Natur find. Auch sind mehrere SolDaten verlegt worden. fich als Satirifer wie ein bleichfüchtiger Meggendorf oder wie ein Dorfbarbier. Ihm gelingt in seiner Romödie„ Der Präsident" nur Bierbantplattheit und Kabarettschmus. Der Präsident das soll der Gesinnungslump in Gehrod und 3ylinder sein. Er will sich eine Position unter den sozialen Spießern verschaffen. Und er gründet den Kampfbund zur Befämpfung des Mädchenhandels. Nicht, meil er mirtlich ein Kämpfer, sondern weil er ein brediger Streber ist. Es ist ihm gleichgültig, für was und für wen er präsidiert. Nur mill er irgendwo an der Spige stehen, damit ihm der Präfeft die Hand schüttelt, damit ihm die Regierung ein buntes Band ins Knopfloch steckt, damit er für seine Tochter einen ordentlichen Bräutigam einfängt. Das find ja alles famose Motive, wenn der Dramatiter ein Kerl mit feftem Boden unter den Füßen wäre. Doch Georg Kaiser hütet sich dies: mal, in ein lebendiges Wespennest zu greifen. Sein Präfident zeigt von vornherein die Zeichen der Unbedeutendheit und Ungefährlich teit. Es wird nur ein Narr geschildert, den der dümmste Kerl schon nach wenigen Minuten langweilig findet. Die Nüffe, die Georg Raiser auftnaden will, sind von vornherein faulig. In einem erdichteten Albanien oder in einem ebenso borniert gesehenen Frankreich, das gar nicht vorhanden ist, ließen unsere deutschen Drama tifer ihre legten Geistesgeschöpfe, ihre aufgeplusterten Schaumblasen männekens agieren. Das ist erstens eine Beleidigung, gegen die Albanien und Frankreich protestieren sollten. Das ist zweitens alles ganz tindisch motiviert und hilflos auf die Bühne gestellt. Die Dramatiter miffen nichts mehr mit der Realität anzufangen. Sie fürchten sich wie verfümmerte Greise vor der Wirklichkeit. Dann nennen sie diese Mißgeburten einer schwächlichen Phantasie Aktualitätsbramatit. Georg Kaisers Präsident verliert sein Geld, das ihm von geriebenen Spizbuben im Einvernehmen mit seiner Tochter gestohlen mird. Und diese Tochter, eben dem Klofter entsprungen, wird sofort die Feindin ihres Baters. Ihr schreiendes Christentum und ihr grimassierendes Gewissen, das wird alles wieder so grob und findisch charakterisiert, daß man gezwungen ist, den Satiriker Georg Kaiser als einen tindischen Karikaturisten zu belächeln. Die Uebertreibung stumpft eben ab. Das Stück hat scheinbar Bombenrollen. In Wirklichkeit muß der Schauspieler, der nur Worte zu machen hat, jedoch erstarren. So erging es Herrn Faltenstein, der zunächst sehr ultig in feiner Berfnöcherung und schwabronierenden Großmäuligteit als Bräfident wirfte. Bald schnappte er vergeblich nach abwechslungs. reichen Bointen. Alles war nur Ratete, die verpuffte, doch nicht leuchtete. Desgleichen ging es Herrn Sima, dem Vertreter der Langfingerzunft. Im Stampf gegen das Stück blieb nur siegreich Fraut angel, die allerdings als ein Luder mit Heilsarmeephrasen aufzutreten und vom Dramatiker die besten Bointen empfangen hatte. Es spielte Fräulein Marianne Hoppe die Prä fibententochter, die eine Gewiffensmärtyrerin ist. Die junge Dame sprach mit vieler Innigkeit ungereimten Tert, den ihr Georg Kaiser zumutet. Max Hochdorf. Cromwells Soldatenräte. Bum Bortrag des ruffifchen Hiftorikers Pafchutanis. Die geschichtliche Bergangenheit ist teine für alle Zeiten festgelegte Tatsache. Sie ändert ihr Gesicht gemäß der Einstellung, der Weltanschauung der Gegenwart. Wir empfinden heute nach Niessche und Ermin Rohde das Griechentum anders als die Klaffizisten, wir werten die Gothit höher als es die Menschen des Rotofo taten. Jede neue Richtung in Wissenschaft, Kunst oder Politit fucht in der Vergangenheit nach Ahnen, vielleicht um sich zu rechtfertigen und um sich durch Parallelen aus vergangenen Jahrhunderten als eine naturnotwendige Erscheinung hinzustellen. Darum forscht der Historiker des neuen Rußland nah Institutionen, wie sie das zeitgenössische Rußland schuf, auch bei anderen Bölfern und in anderen Zeiten. So tommt Prof. Bronis Paschufanis von der Mostauer Universität in seinem Vortrag Cromwells Solbatenräte", den er während der russischen Historifer woche an der Berliner Universität hielt, zu dem Ergebnis, daß das Heer Cromwells bereits vor 270 Jahren Soldatenräte fannte. Bashutanis führt aus, daß die Revolution Oliver Cromwells. gegen Rarl I. Don England in den Jahren 1640 bis 49 nicht nur ―t. Zur Einigung der deutschen Tänzer. Quertreibereien. Bon führender Stelle des Deutschen Tänzerbundes geht uns mit der Bitte um Veröffentlichung ein längeres Schreiben zu, dem wir folgendes entnehmen: Unter dem Titel„ Die Tagung der tausend Tänzer" veröffentlicht im Unterhaltungsblatt der Bossischen Zeitung" Herr Artur Michel einen Bericht über den Effener Tänzerfongreß. Derselbe enthält abgesehen von seiner rein tendenziösen Eins o stellung derartige unrichtigkeiten und unwahrheiten, daß wir uns. veranlaßt fühlen, diese, soweit sie den Tänzerbund betreffen, richtigzustellen. Fangen wir dabei am letzten Absatz des Michelschen Berichtes an, der sich mit den beiden Organisationen ,, Tänzerbund" und Deutsche Tanzgemeinschaft" befaßt und der befagt, Herr Friedebach habe den legten Versuch gemacht, Frau Wigman zum Aufgeben ihres Widerstandes gegen den Tänzerbund zu be wegen. Herr Friedebach, der übrigens erst gegen Schluß des Kongreffes nach Effen tam, hat niemals versucht, mit Frau Wigman zu verhandeln. Dagegen äußerte bei einer Besprechung der Führer des Tänzerbundes bzw. des Kunstausschusses desselben ein Mitglied. das auch Frau Bigman nahesteht, und das soll gejagt sein, dem jedenfalls die Einigung unter den Tänzern mehr am Herzen liegt als Herrn Michel, den dringendsten Wunsch, daß eine Besprechung zwischen den Führern beider Verbände stattfinden solle. Und gerade diese Danie wollte die Besprechung nur haben, wenn auf feiten der Tanzgemeinschaft Frau Wigman persönlich einmal mit Herrn Friedebach spräche, da vorher stets nur ihr Vertreter bei derartigen Gelegenheiten anwesend war.( Uebrigens war nur einmal eine solche Aussprache feit Gründung der Tanzgemeinschaft, und zwar auf ausdrücklichen Wunsch der letzteren.) Am nächsten Tage", mie Herr Michel sagt, fand überhaupt keine Besprechung mehr statt, es konnte daher Frau Wigman auch nichts von Herrn Friedebach oder Herrn von Laban angeboten" werden. Das Ergebnis der Verhandlungen der Führer der beiden Organisationen fand seinen Nie derschlag in der auf dem Kongres verlesenen Resolution. Bon einem Berjuch zum Aufgeben des Widerstandes" fann also feine Rede sein, wie der Tänzerbund von jeher und auch fünftig nur Wert auf solche Mitglieder legt, seien es Prominente oder kleine Anfängerinnen, die freiwillig und aus Ueberzeugung zu ihm fommen. Herrn Michels journalistische Phantasie war hier etwas zu lebhaft. Die übrigen Ausführungen des Herrn Michel find, wie gesagt, jo tenenziös, daß es eines ebenso langen Auffages bedürfte, um ausführlich auf sie einzugehen. Auf alle Fälle scheint Herr Michel, nach seiner Aufsatz zu schließen, eine noch größere 3ersplitterung der Tänzer zu wünschen, aber feine Einigung. Nach der in aller Oeffentlichkeit bekanntgegebenen Resolution des Deutschen Tänzerbundes und der Tanzgemeinschaft waren seine Auslaffungen statt aufbauend zerstörend. Die weitere Entwicklung mag den berufenen Führern der beiden Organisationen überlassen bleiben. LOV Jugendpreis Deutscher Erzähler 1928. Der Wettbewerb um den Jugendpreis Deutscher Erzähler 1928, der dem Verbande Deuts ſcher Erzähler von der Deutschen Buchgemeinschaft G. m. b. 5. Berlin alljährlich in Höhe von 10 000 m. geftiftet wird und im EinDernehmen mit dem preußischen Kultusministerium zur Verteilung gelangt, wird für das Jahr 1928 ausgeschrieben. Alle deutschen Autoren, die zur Zeit der Einreichung des Manuskripts das 40. Lebensjahr nicht erreicht haben, werden zur Beteiligung aufgefordert. Zugelassen sind nur Romane, die in deuts her Sprache abgefaßt und bisher nicht zur Veröffentlichung gelangt sind. Preis von 10 000 m. wird unter allen Umständen und ungeteilt vergeben. Alle weiteren Bedingungen sind vom Bureau des Berbandes Deutscher Erzähler einzufordern. Der Berichtigung: n ber Strifit der Revue„ Es tommt jeder bran" hat uns her boshafte Drudfebler teufel einen Streich gespielt. Es soll im vorlegten Cas des ersten Absages selbstverständlich der framme bazifiſtiche und soziale Geist" der Revue gelobt werden. Bon faschistischem Geift" hat wurde das Bert im Deutschen Künstleribeater" unfer Theaterfritiler an ihr wirklich nichts wahrgenommen. Aufgeführt - night in cinem Runftblattheater". " t Raubüberfall am hellen Tage. Ein Ingenieur niedergeschlagen und beraubt. Ein verwegener Raubüberfall wurde gestern| am hellen Tage auf den Ingenieur Mar K. vor seiner Wohnung am Sternplatz 4 in Johannisthal verübf. R. hatte turz vor 13 Uhr auf einer dortigen Bank 2000 m. für Lohnzahlungen abgehoben. Das Geld steckte er in eine Aktentasche. Als sich der Mann bereits vor seinem Hause am Sternplay befand, erhielt er von hinten mehrere Schläge in den Rücken. Ehe der Ueberfallene noch recht zur Besinnung tam, wurde ihm von einem jungen Burschen die Aktentasche entrissen. Der jugendliche Räuber flüchtete und entkam trotz der Verfolgung, an der sich mehrere Passanten beteiligten, unerkannt. Der Bursche hatte, wie Zeugen später bestätigten, längere Zeit vor der Bank herumgelungert. Er muß den Ueberfallenen beobachtet haben, ist ihm dann unauffällig gefolgt und schritt dann im geeigneten Augenblick mit einer beispiellojen Frechheit zur Ausführung der Tat. Geheimnisvoller Tod eines Ruffen. 3m Badezimmer tot aufgefunden. Gestern abend wurde im Badezimmer seiner Pension in der Lutherstraße 13 der 37jährige Direktor der Russisch- Deutschen Transithandelsgesellschaft, Zacharias Iwanow, tot aufgefunden. Die Todesursache konnte noch nicht festgestellt werden. Iwanow hatte sich bei der Pensionswirtin für 19 Uhr ein Bad bestellt. Als J. nach zwei Stunden das Badezimmer noch nicht verlassen hatte, schöpfte man Verdacht. Als auf mehrmaliges Klopfen niemand antwortete, öffnete der Sohn der Wirtin die ver riegelte Tür. Vor der Badewanne lag J. regungslos und unbekleidet. Ein sofort hinzugerufener Arzt stellte den Tod fest; die Todesursache dagegen konnte noch nicht er: mittelt werden. Die Kriminalpolizei nahm den Befund auf und ließ die Leiche zur Obduktion in das Schauhaus überführen. Bei der näheren Besichtigung des Badezimmers wurde von den Beamten eine Tüte mit weißem Pulver gefunden; es wird vermutet, daß es sich um ein starkes Gift handelt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß Iwanow vielleicht auch einem Herzschlag erlegen ist. Die Kreuzotter des Kunstmalers. Eine gefährliche Spielerei. Unerwartet war der Ausgang, den gestern nachmittag der Berfuch einer photographischen Aufnahme in Heiligenfee hatte. Dort fehrte bei dem Gastwirt Schweingruber in dessen Lokal ,, Rottäppchen" am späten Nachmittag ein älterer Herr ein und trank ein Glas Bier. gestellt. Die Verletzte liegt aber noch zu Bett und leidet besonders unter den Nachwirkungen des Schrecks. Der Gast wurde festgestellt als ein Kunstmaler Reuß aus der Schönwalder Straße. Die verwerfliche Spielerei wird für ihn noch ein Nachspiel haben. Der Wirt hat wegen Körperverlegung Anzeige` gemacht. Protest der Katzenfreunde. Die Todesfahrt des Kätzchens im Opel- Rafetenwagen, das bei der Probefahrt hineingesetzt worden war, um die Einwirkung des Luftdrucks auf ein Lebewesen auszuprobieren, hatte dem Bund der Raßenfreunde zu einer Protestversammlung Beranlassung gegeben. Die Versammlung, die im Café Schöneberg, in der Hauptstraße, stattfand, erfreute sich eines überaus regen Zuspruchs. Justizrat Fräntel sprach mit dem heiligen Eifer, der ihm eigen ist, der aber der Sache durchaus nicht immer nützt, von dem Mißbrauch des Tieres zu Versuchszwecken. Dabei gefiel sich der Herr Justizrat in einer sehr unschönen Herabsetzung der Preffe, obwohl die Presse doch sehr oft Tierschuhgedanken verbreitet hat und auch Artikel gegen die Vivisektion( 3er110 Im Laufe des Gespräches init den Wirtsleuten zeigte er ihnen zwei Schlangen, die er in einer starten Tüte bei sich trug, etwa 75 Zentimeter lange und 3 bis 4 3entimeter starte Tiere. Er sagte, es feien zahme und harmlose serbische Kreuzottern und ließ sie auf dem Tisch herumfriechen. Alle fahen sich die Reptile an, und endlich machte der Gast den Vorschlag, die 14jährige Stief tochter des Wirtes, Charlotte Träger, mit einer der Ottern auf dem Schoß zu photographieren. Das Mädchen hatte zunächst zwar Bedenken, und die Eltern rieten von der Aufnahme ab. Der Gaft wußte sie aber zu beruhigen und versicherte, daß jede Gefahr ausgeschlossen sei. Das Mädchen setzte sich auf einen Stuhl, machte aber, als eine der Ottern schon auf dem Schoße lag, noch eine hastige Sie schwitzen nicht, trotz großer Hitze. Wendung. Da wurde das Tier sehr lebendig, faßte nach einer Hand und biß hinein. Der Schreck war groß, zumal die Hand Berlin hat heute die höchste Temperatur dieses Jahres, und bald anschwoll. Der Gast aber meinte, das habe nichts zu darunter leiden besonders die Arbeiter in den staubigen Fabriken, bedeuten, so etwas sei schon öfter vorgekommen, aber ohne Folgen die Angestellten in den dumpfen Bureaus. Nur die Arbeiter in den geblieben. Auf Verlangen der Wirtsleute fuhr er mit dem Mädchen Eisfabriken brauchen in diesen Tagen nicht zu schwitzen. Aber sonst und der Mutter mit einem Auto nach dem Kochschen Institut| sind sie feineswegs zu beneiden. Die Arbeit in den Eisfabriken und in der Pulizstraße. Hier wurden sofort die entsprechenden Gegen maßnahmen angewandt. Das Mädchen wurde dann wieder nach Hause entlassen. Bisher haben sich feine weiteren Folgen einTheater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! Volksbühne LOUL DUDO Deutsches Theater Norden 12 310 U. Ende nach 101/2 Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 8 Uhr in den Eisfellern ist, wie jede Kellerarbeit, eine der ungesundesten. Niemand, der es nicht unbedingt muß, drängt sich unter den heutigen Lohn- und Arbeitsverhältnissen zu solchem Beruf. Rose- Theater Berliner Prater Gr. Frankt. Str. 134 Kastanienallee 7/9. 512 Uhr 7 Täglich 72 Artisten Leinen aus Konzert und bunter Teil. Die keusche Susanne. Regie Max Reinhardt Irland Die Komödie Komödienhaus Bismarck 2414/7516 32 U. Ende 10% U. Norden 6304 Tägl. 81, Uhr Es liegt in Der Präsident! der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Kleines Theater Berliner Theater Charlottenstr.30/ 91. Dinh 177 3, Ende nach 10% jastspiel d. Deutschen Th. Der Proze Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr Es kommt jeder dran! Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Theater am Bülowplatz| Th. am Schiffbauerdamm räglich 814 Uhr 8 Uhr Orpheus in der 8 Uhr: Der „ Spiel' m Schloss" 814 Uhr: Sprungbett der Liebe Zesch- Ballot, Christel Storm, Torning, Garrison Schafheitlin. Residenz- Theater Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Skandal im Bett! Sittenschwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Elfriede Mertens a.G. Jugendliche haben keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt. statt 4.- Mk. Unterwelt Kuhhandel Theater des Westens nur 1.- Mk. Theater am Kottbuffer Tor Tel.: Mpl. 1607 Kottbusser Str. 6 Täglich 8 Uhr: 8 Uhr: Lori Leux in Die 84 Uhr: Der Fürst von Pappenheim Außerdem Konzert, Varieté. Tanz. Kaffeekochen. Komische 8 Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück: Zich' dich aus! 200 Mitwirkende. Vorverkaut ab 10 Uhr ununterbrochen. Reichshallen Theater Sonntag, den 15. Juli 1928 Abschieds- Vorstellung der Stettiner Sänger ab 16 7. Gastspiel der DresdnerViktoria- Sänger Anf. 8 Uhr. Preise d. Plätze wie immer. Donhoff Brett'1: ( Saal und Garten) Varieté- Tanz- Kabarett SpezialIschias ungeküßte Eva Walhalla- Th. hand, Elite- Sänger Else Bötticher, allabendlich Operette in 3 Akten. Musik v. Martin Knopf. Kiper, Neruda, Bombenerfolg! Steppaenk Lachen ohne Ende. u. a: ,, Wasserratten" sowie der unvergleichliche Soloteil. Lustspielhaus Täglich 8, Uhr Berliner lk- Trio Die Reise durch Neukölln. Lahnstr.74/ 75 Berlin in 40 Stunden. or für in Hüft., Gesäß und Bein, wenn ärzti. festgestellt. D.15 Tagen sin Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr: schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Heilerfolge Restätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Der Wirt vom walidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sontag 10-12. Jacoby Heidekrug Ein lustiges Spiel m. Gesang u. Tanz m. d. neuesten Schlagern Park.auch Sonntags statt 4. M. Rind- u. Schweine- Schlächterei Max Jobski nur 60 Pf. Putbusser Straße 6 Qualitätsware/ Billigste Preise 11928 MAI gliederung lebender Tiere) mehr als einmal brachte. Zudem gibt es ja auch Aerzte, die gegen die Vivisektion sind, weil sie aus den Ergebnissen der Versuche Fehlschläge befürchten. Justizrat Fränkel hat, bevor das Experiment mit der Raze gemacht wurde, fich mit einem Protestschreiben an Herrn von Opel gewandt, der ihm sehr höflich mitteilte, daß für die Tiere alle erdenklichen Vorsichtsmaßregeln getroffen seien. Er persönlich habe zwar sein Leben eingesetzt, aber sonst mache er vor den Bersuchen mit Menschen, erst Versuche mit Tieren. Darauf sprach von Kultur und Tier und den Herr Zimmermann 2700 Mart, die für Schaffung eines Berliner Tierheims gesammelt find. Hernach sprach Herr Tierarzt Wessel auf seiner Braris und für seine Praris, ließ aber dabei durchblicken, daß ihm, trotzdem er Gegner der Vivisektion ist, ein Menschenleben doch höher stände, als des Leben einer Ratte oder einer Maus. Um Mitternacht wurde sodann eine scharfe Protestresolution an Herrn v. Opel von der Versammlung angenommen. Besuchstag in der Kinder Republik. Am Sonntag, dem 15. Juli, können die Eltern unserer Roten Falken, aber auch die übrigen Genossinnen und Genossen die KinderRepublik am ledersee besuchen. Für Verpflegung muß jeder Be falter Tee und sucher selbst sorgen, dagegen sind Getränke Milch bereitgestellt. Das Rauchen kann auf dem Gelände der Kinder- Republik unter feinen Umständen gestattet werden. Wir geben zwei Wege nach dem Uedersee an. Wer es gern bequem hat, fährt bis Eberswalde und von da mit dem Poſtautobus zur Kaiserweg- Brücke. In einer Viertelstunde ist von hier aus das Zeltlager zu erreichen. Der Weg ist durch kleine rote Tafeln fenntlich gemacht. Wer aber einen fleinen Sonntags spaziergang mit dem Besuch im Zeltlager verbinden will, der fährt Kinde Republik Kaiser- Weg Üder- See Hohenzollern- Kanal Stein furth Schopfurth to Eberswalde von Eberswalde aus mit der Kleinbahn nach Schöpfurth und geht von da zu Fuß etwa 1½ Stunden über Steinfurth und Kaiserweg- Brüde nah dem lederfee. Abfahrzeiten von Berlin, Stettiner Bahnhof 7.20 Uhr und 12.40 Uhr. Beide Züge haben sofort Anschluß an das Postauto in Eberswalde. Anfunft an der Kaisermeg- Brüde um 9.30 Uhr und 14.40 Uhr. Es empfiehlt sich aber, den ersten Zug zu nehmen, weil die Post veranlaß: wird, Reservewagen für den Autobus. perfehr bereitzuhalten, Wer den Weg über Schöpfurth wählt, fährt ab Stettiner Bahnhof 7.20 Uhr oder 9.04 Uhr, und geht vom Bahnhof in Eberswalde nach dem Kleinbahnhof; hier sofort Anschluß nach Schöpfurth.( Ankunft 8.59 Uhr und 10.42 Uhr.) M Für die Rückfahr: am Abend bestehen zwei Möglichkeiten. Ab Kaiserweg Brücke mit dem Autobus bis Eberswalde und von da Bahnfahrt. Abfahrt von der Brüde 17.30 Uhr, 19.15 Uhr und 20.05 Uhr. Ankunft Stettiner Bahnhof um 19.50 Uhr, 21.48 Uhr und 22.05 Uhr. Oder zu Fuß bis Schöpfurth und von da mit Kleinbahn über Eberswalde nach Berlin. Ab Schöpfurth: 18.05 Uhr, 20 Uhr und 22.15 Uhr. Ankunft Stettiner Bahnhof 19.50 Uhr, 21.48 Uhr und 24 Uhr. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Zb. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud druckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. OKTOBER PRESSA DIE WELT SCHAU AM RHEIN KOLN Großdestillation Ernst Friedrich, Belle- Alliance- Str.3 Flaschenverkauf zu Engros- Preisen olte- Möbel Notte- Möbel Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzel- Möbel, Küchen, Sofas, Ruhebetten auch gegen 24 Monatsraten Schönhauser Allee 141 a Hochbahn Danziger Straße Gegr. 1903 Betten- Hühn Kurf. 7704 W 30, Gleditschstraße 47, am Winterfeldtplatz Neukölln, Hermannstr. 33, Neukölln 6139. Full- Federn, Pfd. M. 5.00, 3.50, 2.00, 1.25 Inlett, gestr.130/ 200 M. 14.00, 115/200 12.00, 80/80 3.20 Metallbett, 80/180, 33 mm Bügel u. 16 Zugfed. 22.00 Auflagen, 3 teilig, m. Keilk. 30.00, 25.00, 22.00, 16.00 Ruhebett m. 40 Spiralfedern 60.00, 55.00, 50.00, 45.00 Andere Maße und Qualitäten. Preise entsprechend. Dampf- Bettfedern- Reinigung mit elektrischem Betrieb Zu noch nie Inferieren Voigt berei Betten liegen ab 16 Uhr gedagewesenen Preisen bringen wir Stores, Gardinen, Bettdecken Künstler- Gardinen in besten Qualitäten für 5.90, 7.50, 8.90 M. 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Sie versucht, sich vor dem Verbrecher zu schützen, indem sie ihn„bestraft". Die Furcht vor Strafe soll ihn von künftigen Untaten abschrecken? Erst der Einfluß der Religion hat der Arafe diese Ausdeutung gctzcbm. Ursprünglich handelte es sich hier um einen einfachen Racheakt. Die Gesellschaft tat dem etwas zu leide, der sie irgendwie geschädigt hatte, und da die Gesellschaft— sobald sie den Verbrecher gefaßt Halte— die mächtigere war, so war die Strafe meist sehr viel grausamer als die Tat. Diese Grausamkeit läßt sich auch dann scheinbar noch recht- fertigen, wenn man sie mit der Abschreckungstheorie begründet. Je grausamer die Strafe, desto größer die Furcht, sie heraufzubeschwören. Das ist richtig. Nur darf man nicht annehmeri, daß ein beab- sichtigtcs Vergehen deshalb unterbleibt. Der Täter wird nur einen immer größeren chaß gegen die Gesellschaft empfinden und ver- suchen, immer bessere Mittel ausfindig zu machen, um sie zu schädi- gen. sich selber aber vor dem Bcstraftwerdcn zu schützen. Eine Art Wettrüsten zwischen der Gesellschaft und dem Gesellschastsfeind ent- steht. Die Gesellschaft schafft sich immer neue Gefängnisbollwerke und Heerscharen von Beamten. Der Verbrecher überwindet diese Verteidigungsschranken doch, und seine heimliche Tat explodiert plötzlich irgendwo wie eine Bombe. Auch ein Wettrüsten. Wer sich gegen das Wettrüsten der Nationen wendet, muß grundsätzlich auch ein Gegner dieses Wettrüstens innerhalb de? Staaten sein. Schon aus wirtschaftlichen Gründen. Denn wie jede Bewaffnung tostet auch diese ungeheure Summen, die völlig unpro- duktiv, im Grunde sogar gescllschaftsschädigend. angelegt werden. Was aber soll an die Stelle der Kampsbereitschaft treten? Soll die Gesellschaft dem Verbrecher das Feld freigeben? Sie soll es nicht, schon weil sie es aus Gründen der Selbsterhaltung über- Haupt nicht kann. Sie muß vielmehr danach streben, diese Feinde der Gesellschaft zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Diese Forderung wurde in den letzten Iahren bereits von vielen aufgestellt, und besonders laut ist sie in Deutschland geworden, seit- dem hier die Verhandlungen um das neue Strafgesetz begonnen haben. Aber sie kann wirtliche Erfüllung erst dann finden, wenn die Stellen, auf die es beim Strafvollzug ankommt, die Notwendig- teit dazu einsehen. Hier scheint freilich noch vieles im argen zu liegen. Kürzlich hielten die Pädagogen der preußiscben Fürsorgeerziehungsanstalten eine große öffentliche Tagung ab. Strafanstaltsleiter, die auf dem richtigen Standpunkt stehen, daß auch ihre„Gefangenen" nur er- ziehungsbedürftige Zöglinge' sind, hätten für die auf der Tagung behandelten Fragen, die sich alle um den Kernpunkt drehten, wie die Anstalt am besten lebenstüchtige Menschen erziehen könne, das größte Interesse hoben nwssen. Aber nur der Leiter der beiden brauirschwcigischen Strafanstalten, Oberregierungsrat Dr. Weiß, war erschienen. Er führte in der Diskussion lebhaste Klage über die völlig unzureichende Vorbildung der Strafanstaltsbeamtcn, die in großem Maße heute noch dem Militärberuf entstammen, also ehe- malige Feldwebel sind. Sic können treue, korrekte Beamte sein, doch nie Erzieher. Nur Menschen mit einer hründlichen päd- agogischen Vorbildung dürften auf diesem schwierigsten Erziehungs- gebiet Verwendung finden. Wie dies« Vorbildung im einzelnen be- schaffen sein muß und welche Erziehungsziele zu erstreben sind, dafür gab die Tagung mancherlei Hinweise. Es ist bedauerlich, daß nur e i n deutscher Strafanstaltsleitcr sie für fein Arbeitsgebiet für wichtig hielt. Achtung vor dem Menschentum? Allerdings sind durch gesetzliche Bestimmungen den Anstalts- leiten, noch sehr die Hände gebunden. Die Achtung vor dem Menschentum, die das erste ist, was dem Gefangenen beigebracht werten müßte und die bei der Achtung seines Menschentums anzu- fangen hätte, wird von diesen Vorschriften völlig ignoriert. Die Gefangenen schlafen zum Teil noch in großen Sälen, in denen ihre einzelnen Kojen wie vergitterte Raubtierkäfige eingebaut sind. Sie dürfen in der gemeinsamen Pause auf dem GesängnisHos kein Wort miteinander wechseln. Wenn sie auch noch in Einzelhaft arbeiten müssen, so sind sie also zur völligen Stummheit verdammt. Nur die knappen dienstlichen Bemerkungen der Beamten hören sie. Eine Fülle von Einzelbestimmungen legt den Gefangenen außerdem Fall- stricke in den Weg und n,acht es von dem guten Willen und der Erkcnntnissähigkcit ihrer Hüter abhängig, ob die eigentliche Strafe noch alle möglichen Verschärfungen erfährt oder nicht. Der Verbrecher kann aus tiefster innerer Anlog« ein gesell- schaftsfcindlicher Mensch sein. Doch das ist ziemlich selten der Fall. Dieser Verbrecher ist geistig krank. Er kann nur durch dauernd« Auffielst an gescllschaftsseindlichen Handlungen gehindert werden. Man müßte ihn daher in irgendwelchen Heimen internieren und könnte hier versuchen, durch geregelte Lebensführung und ärztliche Behandlung seine Heilung zu erreichen. Die meisten straffällig Gewordenen dürften aus ihrem Lebensmilieu heraus zu Gesell- schastsfeinden geworden sein. Erzieht man sie zur Arbeit und kann man ihnen dann durch Tatsachen beweisen, daß sie damit nicht nur der Gemeinschaft nützen, sondern vor allen Dingen sich selber bester« Lebensbedingungen schassen, so sind diese„Verbrecher" für die Ge- sellschaft gerettet. Ein beträchtlicher Teil derer, die sich gegen da» Gesetz vergingen, ist aber überhaupt arbeitswillig und arteitssähig. sobald man ihnen entsprechende Arbeitsmöglichkeiten bietet. Die Not— es braucht nicht nur wirtschaftliche Not gewesen zu sein—. oder auch selbst ein Zufall hat ihr Vergehen verursacht. Endlich werten noch zahlreiche Menschen bestrast, die in keiner Weise„Der- breche?" genannt werten können. Wer wegen Gotteslästerung, poli- tischer Meinungsäußerung oder ähnlicher Ding« im Gefängnis sitzt, wird— von seltenen Ausnahmen abgesehen— ein achtbarer, anständiger Mensch sein, der nur seine Ueberzeugung vertrat. Wo ist die Schuld der Gesellschaft? Alle diese Menschentypen, die natürlich wieder völlig verschiedene Einzelindividuen zusamnicnfassen, werden nach den heute geltenden Bestimmungen völlig gleich behandelt, durch„Strafe" von weiteren „Untaten" abgeschreckt und von geistig oft recht wenig hochstehenden Beaniten„erzogen". Man müßte denken, daß angesichts dieser grotesken Tatsache kein vernünftiger Mensch sich der Erkenntnis ver- schließen würde, daß eineAenderung des ganzen Straf- apparates von Grund auf notwendig ist. Eine der ersten Untersuchungen bei jedem Vergehen müßte es sein, festzu- stellen, wo die Schuld der Gesellschaft liegt und wie groß diese Schuld ist. Auf dieser Erkenntnis könnte sich dann ein« wirksame Form der„Strafe", d. h. der Erziehung und Hilfe für den stras- fällig Gewordenen, ausbauen. Für manche soll die Zeit der In- haftierung nur eine Zeit des Sichbcsinnens bedeuten, für die es also keinerlei Sonderbestimmungen braucht. In den meisten Fällen wird eiye solche Strafe allerdings überhaupt überflüssig sein. In der Hauptsache wird das Gefängnis ein Erziehungsheim werden müssen, in dem den Insassen auch die Möglichkeit gegeben wird. «nen Beruf zu erlernen, der ihren Fähigkeiten und Neigungen ent- spricht, oder sich in ihren Berufen zu vervollkommnen. Eventuell muß nach Ablauf der Straffrist die Fertigausbildung in Uebergangs- Heimen ermöglicht werten. Bester und richtiger allerdings wäre es, wenn die Gefängnisse überhaupt soweit ihren Strafanstalts- charakter verlören, daß ein Aufenthalt darin über die vorgeschriebene Zeit hinaus ohne weiteres möglich wäre. Man darf hoffen, daß es wenigstens noch einige Strafanstalts- leiier gibt, die sich wie Dr. Weiß für eine grundlegende Aenderung des Gefängniswesens einsetzen. Es wird Aufgabe der neuen Volts- Vertretungen im Reich und in den Ländern sein, zu zeigen, daß der größte Teil des Volkes dafür ist, und die Strasanstaltsleiter zu zwingen, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Von manchen Seiten wird allerdings der Einwand gebracht werten, daß hier Unmögliches gefordert wird. Es ist derselbe Einwand, der es verhindern will, daß die Mauern um die Erziehungsanstalten für Jugendliche fallen. Trucke E. Schulz. Hier zerschellte der Ozeandampfer„Angamos ii 3>er Qotf von Arauco vor Xebu. Ein furchtbarer Sturm, der Uber dem Stillen Ozean wütete, hat den chilenischen Dampfer„Angamos" auf die Riffe im Golf von Arauco geschleudert und dort zerschmettert. Fast dreihundert Menschen sind kaum 250 Meter von der Küste entfernt der entsetzlichen Katastrophe zum Opfer gefallen. Soziale Fürsorge in Ostelbien. Ein altes schlesifches Volksmärchen erzählt: Einst flog der Teufel mit einem Sock« voll Junker über die gesegneten Gefilde Ostelbiens. Rechts der Oder riß ihm der Sack und ein Teil seiner Ladung siel auf die Erde und siedelte sich dort an. Diese Unfallstelle muß der Kreis Namslou gewesen sein, denn fast in jedem Dorfe der dortigen Gegend ist einer der Nachkommen alter Raubritter- geschlechter zu finden. Eine der größten Domänen dieses Kreises ist N a ß a d c l, dem Dr. v. Heydebrand und der Laasa gehörend. Dieser Her? war Regierungsbeomter und ist ein eifriger Förderer und Führer des Stahlhelms. Dem Besucher von Naßadel sällt ein prächtiges Schloß mit wohl- gepflegtem Park auf, der genannten Iunkerfamilie gehörend. Durch Heirat ist Herr v. Heydebrand in den Besitz eines noch größeren Rittergutes, Parks und Schlosses in Dammer, Kreis Namslau, ge- langt. So sieht man die Besitzenden als Bewohner von Schlössern mit allem Komfort ausgerüstet. Dieser Lichtseite steht eine Schatten- seite gegenüber: die Wohnung der Aermsten! Eine Beschreibung des Armenhauses von Naßadel erübrigt sich: das nebenstehende Bild sagt alles. So sorgte dieser deutschnationale Mann und schwerreiche Junker für die Unterkunft der Landarbeiter, wenn sie ausgepreßt wie eine Zitrone waren. Man hatte ja seinen Gutsbezirk und die Ge- meinde konnte für die Alten sorgen. Ein Glück, daß der preußische Landtag dieses vorsintflutliche Feudalunrecht beseitigt hat. Am Anfang des 17. Jahrhunderts hatte Hcnelius in seiner Silesivgraphia die Deutschen mit den Polen in folgenden Versen verglichen: Ein deutscher Untertan Sich redlich quält und wacker, Baut Haus und Hof wohl an, Und richtet zu den Acker, Ist fleißig auf dem Feld, Klug, mühsam und bescheiden: Zu was man ihn bestellt, Verrichtet er mit Freuden. Was aber Slawen sind, Zu stehlen gerne pflegen: Doch haben Weib und Kind Von diesen keinen Segen. Zur Arbeit sind sie faul, Und was sie heut erwerben, Muß morgen in dem Maul Aus einmal ganz verderben. Was sie vor Wirte fein, An bösen Häusern schaue, Und fället selbst es ein, So heißt es: Herrschaft baue! Die Armen von Naßadel waren Deutsch«, besaßen also nicht die den Polen angedichteten Schwächen: sie hatten niemals ein eigenes Haus, welches sie verfallen lassen konnten. Hatte es aber nicht für die Familie von Heydebrand schon seit Jahrzehnten geheißen: Herr» sch oft baue? Theodor Müller-Breslau. Rund um die Liebe. Die uralte Therese erzählte ihren großen Nichten Erlebnisse aus der Jugendzeit. „Ihr müßt nicht glauben," sagte sie,„daß ich immer so ver- hutzelt ausgesehen habe wie jetzt. O nein, ich habe richtig schön aus- gesehen, und die Mannsleute sind mir nachgelaufen, so daß es schwer war für ein anständiges Mädchen, sich so zu halten. Einmal erinnere ich mich, kehrte ich in der Stadt von einer Besorgung heim. Da schloß sich mir ein sehr feiner Herr an und oersprach mir einen wundervollen Schal, wenn ich mit ihm käme." Die Nichten staunten, und in ihren Mienen glomm so etwas wie leiser Zweifel. .Äa, Mädels, wenn ihr es nicht glauben wollt— ich habe den Schal noch," sagte Tonte Therese. -i- „Das ist ein hübsches Boot, nicht wahr. Gretchen?" sagte der große, dunkle junge Mann. „Wirklich sehr hübsch, Karl," antwortete dos hinten im Boot sitzende Mädchen. „Es hat nur einen Fehler," meinte der junge Mann. „So? Was für einen?" fragte das Mädchen. „Ja, weißt du, es ist sehr leicht gebaut, und wenn man darin ein Mädchen küssen will, so ist große Gefahr vorhanden, daß es um- kippt, und dann fallen der Bursche und das Mädchen ins Wasser." „Wirklich?" sagte dos Mädchen gedankenvoll und schwieg dann ein« Weil«. Endlich fragte sie leise:„Weißt du eigentlich, Karl, daß ich schwimmen kann?" * Jemand erklärte einer jungen Dame die Blumensprache und begann mit der Bedeutung der Farben:„Rot ist die Liebe," sagte er,„Blau ist die Treue, Grün ist die Hoffnung, Weiß ist die Un- schuld. Gelb die Eifersucht, Schwarz die Trauer." Am anderen Tage kam er wieder und examinierte das jung« Mädchen. Das Fräulein zählte alle Farben auf, nur vergaß es Weiß. Saphir, der Spötter, meinte:„Wer kann alles behalten!" Ein Schüler hatte mit seiner Angebeteten, der Tochter des Rek- tors, einen Abendspaziergang gemacht. Plötzlich sah er aus dem zum Glück schwach erleuchteten Wege den Rektor kommen. Rasch ver- ständigte er seine Begleiterin von der Gefahr, schlug seinen Mantel um sie, nahm sie auf seine Arme und trug sie eilig am Rektor vorbei. Der hatte ihn aber doch erkannt und rief ihm über den Weg zu: „Wo kommen Sie denn her, Spencer?" „Aus der Musikschule, Herr Rektor."—„Was tragen Sie da?" —.Mein Cello, Herr Rektor."--„So, so! Ein schönes Jnftru» ment, so ein Cello! Seien Sie nur recht fleißig damit!" Die Gnädige will helfen. „Minna," sagt« die Gnädig« zum Stubenmädchen,„haben S ter Köchin gesagt, daß ich ihr später helfen will?" „Ja, gnadige Frau," antwortete das Sksttenmädchen,„at st« meint, ob's nicht vielleicht einen anderen Tag fein könnte heute hätte sie soviel zu tun!"(Aus dem.f&djrm Jacob") &tn ß�fenerLc�ornäTh von£hul SBiirgßiSüLlzr Die enge Stube. „Mutti, da bist du ja endlich! Warum bist du so schlecht ze- loun;?" Das et Iva vierzehnjährige Mädel sprang von den Büchern, vor denen es gesessen hatte, auf und wendet« sich der eintretenden Mutter zu: „Ach, Kind, das verstehst du nicht. Später einmal, viellei ht später!" Die Mutter legt« ihre mit Büchern vollgestopfte Tasche aus ein Regal und räumt« den Hut in den Kasten. Dann setzte sie sich auf- seufzend nieder. Di« Tochter sah prüfend in das liebe, müde, vergrämt« Antlitz. O, sie kannte jeden Zug darin und jede Falte, die der Kummer ein- gegraben hatte, und war nun gewiß, daß etwas die Mutter wi«der bedrückte. Aber wenn sie fragen und trösten wollte, kam die ab- wehrende Antwort:„Das verstehst du nicht! Später!" Warum sollt« sie denn die Mutter nicht verstehen? War sie d«nn mit ihren vierzehn oder«igentlich fünfzehn Jahren nicht schon«rwachscn? Und bewies sie nicht, daß sie im schweren Kampfe d«s Alltags so aufrecht blieb wie die Erwachsenen? Wenn sie dieses„Später!" hörte, wer immer es ihr zurief, so konnte sie recht ärgerlich werden. Sie trat wieder cm den Tisch, ein blondes Mädel, freilich ein bißchen kleiner, als es ihrem Alter entsprach, ganz schmal, ganz blaß. vom ruchlosen Kriege, wie all« Kinder ihres Alters, gezeichnet. Sehr ernst sagte sie zur Mutter: „Aber warum willst du mir nicht sagen, was du hast, Mutti? Ich errat's ja doch. Was wird's denn sein? Irgendwer hat hast wieder die Stunden aufgegeben, wahrscheinlich der Professor oder gar die Familie vom Ministerialrat, die sind ja die letzten, die die ganze Zeit durchgehalten haben." Die Mutter sah auf das Mädel, stand auf und ging einige Schritte durchs Zimmer. Als ob sie vor dem Kinde verlegen wäre. Als ob ihr ein Geheimnis schwer auf der Zunge läge und als ob sie zögert«, sich davon zu befreien. „Ja!" sagte sie jetzt, scheinbar fügsam.„So ist's! Der Professor will kein« Französischstunden mehr. Es geht nicht, meinte er. Das macht wieder acht Stunden im Monat weniger. Ich bin wahrhaftig nicht böse, woher soll er's denn nehmen? Wer ich binge es auch nicht länger zusammen." Das Mädel versuchte keinen banalen Trost. Der Winter fing wirklich böse an. Es ging jetzt so hart zu in dieser Welt, daß die Leute nicht einmal mehr den Ehrgeiz hatten, sich mit den Franzosen und Engländern in ihrer Sprach« zu oerständigen, ein großes Un- «cht: hinsichtlich der Völkerversöhnung und besonders hinsichtlich des Budgets der Familie Fernleitner. In der kleinen Stube herrschte Schweigen. Die Mutter ging in die Küche, um das Nachtmahl zu bereiten. Indessen setzte sich das Mädel wieder an feine Bücher, las aber nicht. Wenn sie nur Helsen könnte! Wenn sie nur helfen könnte! Da rückte die graue Not ganz nahe heran und das Schicksal sagte so wie die Mutter:„Später, vielleicht später!" Aelter sein, aber was dann? Törichte KiirdertrSume und die Pläne eines reifen Menschen gingen ihr durch den Kopf, durchkreuzten sich, überschlugen sich, ein Ring- kämpf zweier Gewalten, von denen die«in««rdenschwer war und von den häßlichen Lasten, die jeder Tag erhöhte, zu Boden gezogen wurde und die andere sich walkenleicht über all die Kümmernisse erhob. Ich hätte doch lieber in die Handelsschule gehen sollen, sagt« sich das kleine Mädel und machte ein ernstes Gesicht, oder gleich zu einer Modistin, da könnt' ich jetzt schon was verdienen... oder sich als Bub oerkleiden, als Schiffsjunge ins Ausland, weit weg, in Süd- afrika Diamantengräber werden.... Unsinn, sie war ja doch ein Mädel und die Verkleidung als Bub war gerade gut genug fürs Theaterspiel, damals bei den Grubers, was war das für in Herr- sicher Nachmittag gewesen... wenn sie älter wäre und nur ein bissel größer, könnt« sie filmen, das war ja das neueste Kompliment, das ihr die dummen Jungen machten:„Fräulein, Sie haben so ein ausdrucksvolles Gesicht wie ein« Filmdiva...." Ja, Filmdiva oder Opernsängerin, die Mutter in ein Sanatorium auss Land schicken, daß sie wieder essen lernte, essen und schlafen, das war wohl not- wendig... und die Direktoren müßten dann, wenn sie eine be- rühmte Theaterdam« wäre, vor ihrer Tür angestellt sein, wie... wie jetzt die Leute ums Fett.... Und mit dieser Erinnerung an die Gegenwart sanken die Luft- schlösser zusammen, an denen sie nicht lange gebaut haben mochte, denn schon trat die Mutter mit dem Abendesien ein und dessen Her- richtung pflegt« nur kurz zu währen. Sie brachte ein Gemüse, das von einer grüngrauen Sauce Überzossen war und nicht gerede an- regend aussah und als erbärmlich kleines Häufchen auf der Schüssel dalag. Die Mutter nahm einige Löffel und hörte zu essen auf, aber die klein« Hilde griff tüchtig zu. „Ich Hab' halt immer Hunger," sagte sie und ihre Augen lachten, und da lächelte auch die Mutter. „Weißt du was, Mutti," fuhr die kleine fort,„wir nennen das einen Rostbraten und eine Wildsauce, dann wird's dir auch anders schmecken, koastbeek ä la Sauce tatare. Und garni de... wie wie beißen die Wrucken auf französisch, Mutti? garni de Wrück." Die Mutter lächelte wieder. „Na, es würde dir nicht schaden, wenn du einmal ein Roastbeef hättest!" „Will ich gar nicht, Mutti," erwiderte Hilde und löffeite weiter. „Roastbeef in heutizer Zeit, das würde mich in eine Nachbarschaft bringen, die ich nicht mag und würde mich stolz und hofsärtig machen." „Und besser aussehend." Das Mädel schnitt al» Antwort«ine Grimasse. „Aber, du wirst bald alle» haben, was du brauchst, olles, was du willst...." Die Mutter sprach plötzlich hastig, als hätte sie jetzt Mut gefaßt und mußte alles hinausreden— was sie vergebens hatte bei sich be- halten wällen. „Ja. was hast du denn, Mutti?" fragte das Mädel betroffen. »Du— du fantist jetzt nach Dänemark fahren.., gerade habe ich die Derständizung erhalten." „Jetzt? Aber die Schule?" „Die Schul« wird dich für so lange freigeben, das ist das wenigste, dos macht sie immer." Hilde stieß einen Schrei aus und fiel der Mutter um den Hals. Die lange Reise und ein sernes Land sehen, ein« neue Sprache, nicht aus Grammatik und Ucbungsbuch, sondern von lebenden Menschen lernen! Aber die Mutter blieb merkwürdig kalt. Sie ließ sich vom Kinde abküssen und erwiderte nicht die Liebkosungen. Seit wann freute sie sich denn nicht mit, wenn sich ihre kleinc Hilde freute? Und als Hilde innehielt, sah sie auf den Wangen der Mutter groß« Tränen, untd nun schob diese den Teller weg und oergrub, heftig schluchzend, ihr Antlitz zwischen die Hände. „Was hast du denn, Mutti? Du freust dich nicht?" fragte das Mädchen erschrocken. „Ja. ich freu' mich gewiß... um deinetwillen, aber was wird in der langen Zeit aus mir werden!" Hilde trat zurück,«in hysterisches Weinen erschütterte den Kör- per der Mutter. Dann blickte sie auf und trocknete ihr« Tränen. Kein Wort wurde gesprochen, man hörte das rasche Ticken der alten Standuhr auf der Kommode. Mutter und Tohter schienen zu war- ten, daß die andere das Wort ergreife, spreche, erkläre, den Schleier wegschiebe, der sich, gewiß zum erstenmal, zwischen Tochter und Mutter gesenkt hotte. Aber lang« sagte kein« von beiden ein Wort. Dann zog di« Mutter die Tochter an sich und sagt« mit bebendem Atem: „Geh' nicht von mir, geh' nicht von mir, Kind! Monat« ohne dich— ich könnt's nicht ertragen! Du hast ja noch dos Leben vor dir, du kannst noch glücklich sein, aber verlaß mich nicht, ich fühl« mich so alt und so müde!" Dann, nachdem sie das gesagt hatte, tat es ihr leid, sie horchte doch auf eine Antwort und suchte nach neuen Argumenten, die ihr in ihrer Erregung nicht einfielen. Aber Hilde sagte aus di« natür- lichste Weise der Welt: „Nun gut, Mutti, so fahre ich nicht, wenn du es nicht willst. Ich bleib bei dir, Mutti! Ist mir ohnehin lieber, bei dir zu bleiben! Da droben in Dänemark muß es ja fürchterlich kalt fein!" Die Mutter riß dos Kind in stürmischer Umarmung an sich. „Du gutes, du braves Kind! Du bleibst bei mir und du wirft sehen, daß du es auch hier gut haben wirst. Nein, du wirft nicht leiden, ganz gewiß nicht! Und noch ein Jahr, dann bist du frei!" „Nein, Mutti, nein, das ist was ganz anderes, noch ein Jahr, dann gehe ich ins Gymnasium!" „Ach, darüber reden wir noch. Für heut« will ich nur dos eine wissen, daß ich dich bei mir haben werde, jeden Tag, jeden Tag... das LKben wäre mir sonst unerträglich gewesen." Frau Fernleitner beruhigte sich, wie gewöhnlich, ebenso rasch, wie sie sich ihren Nerven zu überlassen pflegte. Noch einmal sah sie Hilde prüfend in die Auzen, und als sie darin das spitzbübische Leuchten sah, das sie so reizend machte, stand sie auf, ordnete das Haar und räumte vom Tische ab. Ein letztes Mal vergewisserte sie sich: „Also— es ist wahr?... Wir sagen ab, wir ziehen da, Gesuch zurück?" „Aber ja, Mutti, wir haben'» ja schon ausgemocht." „Und— was sagen wir den Leuten?" fragte die Mutter w'«der. „Ach, die Leute! Was kümmert denn sie das, was du und ich tun?" „Sage das nicht, Kind! Was werden di« Leute sogen— da; muß für alle Menschen das oberste Gesetz sein. Wir werden also den Leuten sogen..." „Daß ich einfach nicht mag und daß ich von der Schul« nicht wegbleiben will und daß ich ja auch meine Stunden Hab'!" „Na, deine Nachhilfestunden! Daß man deswegen nicht nach Dänemark fährt, werden die Leute wohl kaum glauben!" (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. nmmiininnmmniniiminnMiiiiiimmitniiminiimHiiiiiminniimiiniimmmninniiiimimniinimiimiimniiiiniiimniiiiiiiimiiiiiiimimiiiiimiiiiimnimiinmtniiminiiinnmnnn .... Ihr liebt die Blüten. Von einem Leser wird uns mitgeteilt: Auf dem Zentral- friedhof in Friedrichsfelde Hot auch die Verwaltung unter den„Fingerfertigen" zu leiden. Da die Schilder„Schützet die Anlagen!" nicht den erhofften Erfolg gebracht haben, so wurden bei den Neuanlagen Aufschriftm an den Bänken angebracht. Eine Rundbank trägt folgenden Spruch an der Lehne: „Ach, ich weiß, ihr liebt die Blüten In den Beeten und am Strauch, Ist's nicht Pflicht, daß wir sie hüten, Denn unser Nächster liebt sie auch. Eine Eckbank mahnt das Publikum: Für jeden Müden diese Bank, Für jeden Fuß ist jeder Gang, Für dos Aug' gehöret alles dir, Nur für die Finger ist nichts hier. Diese Sprüche finden viel Beachtung, aber leider noch immer zu wenig Beherzigung. * Von einem anderen Leser wird uns geschrieben: Eine Mahnung an die Spaziergänger ist auch im Stadtpark von F i n st e r w a l d e(N.-L.) zu lesen, die wie folgt lautet: Für jeden Fuß ist jeder Gang, Für jeden Müden jede Bank, Für jedes Auge jede Blum', Zum allgemeinen Eigentum. Für Herz und Sinn ist alles dir, Doch nichts für Hand und Finger hier. Aber es gibt nicht nur„Narrenhände", sondern auch„Narren- süße", die ermahnt werden müssen. Ganz besonders schlechte Er- fahrungen scheint man mit den letzteren in dem Orte W i p p r a bei Finsterwalde gemacht zu hoben. Aus einer grünen Wiese steht dort eine„poetische" Warnungstafel mit folgender Aufschrift: Lieber Leser, merke dir das: Geh auf dem Weg und nicht ins Gras! Damit man leidst und ohne Müh' Dich unterscheiden kann vom Vieh! Die Morgenandacht des Bankiers. Di« Blätter in oller Welt sind voll von dem phantastischen Leben, das der Brüsseler Bankier Löwen st«in geführt hat. Er war ein verwegener Reiter und Boxer. Er war ein wilder, leidenschaftlicher Spieler, der oft genug den Lebensoerdienst eines Durch- schnittsmenfchen auf eine einzige Partie Baccarat setzte. In Biarritz stand eine seiner Villen, in der tagelang grandioseste Freß-, Sauf- und Liebesfeste gefeiert wurden. Ein Autopark, ein Flug- zeugpark, ein Bedienstetenheer stand zu seiner Verfügung. Zu- weilen hatte er Appetit auf besonders frischen, besonders guten Kaviar. Dann mußte, eigens zur Befriedigung seines Gaumen- kitzels, ein Flieger starten und ihm auf schnellstem Wege aus Ruß- land das Gewünschte besorgen. Auf allen Börsenplätzen der Welt war er zu Haus« und löste Hausse und Baisse au». Er hatte da» wenig zarte Gemüt des steinreichen Mannes, der Rücksichten nicht zu nehmen braucht, und er schämte sich nicht, seine Macht zuweilen die kleinsten Leute fühlen zu lassen; beispielsweise einem Platzanweiser auf einer Londoner Rennbahn, gegen den er sich so unflätig be- nahm, daß ihm nahegelegt wurde, die Bahn zu oerlassen. Aber dennoch war mit Spekulationsmonövern und Orgien de» Lebens- genusics der Tag dieses so überaus erfolgreichen Nutznießers eines verfehlten Gesellschaftsprinzips nicht völlig ausgefüllt. Frühmorgen», noch dem Aufftehen, tot Löwenstein zunächst etwas anderes als Aktienpakete kaufen und feilhalten, als Kaviar essen und Sekt trinken, er hielt eine Andacht ab, er betete. Sehr hübsch von einem Großen der Welt, in ollem Glanz seines Reichtums di« Frömmigkeit nicht zu vergessen, indessen bleibt zu hoffen, daß Löwenstein, der sich alles vom Besondersten leistete, auch seine Religion nach einem besonderen, umredigiertcn Exemplar der Bibel betätigte. In dem beispielsweise jener so taktlos millionärfeindliche Satz fehlt«, der in einer gewissen Situation, bei der es daraus ankommt, durch ein Nadelöhr zu kriechen, nicht dem Fuchs, der er war, sondern dem Kamel, das er nicht war, die größere Chance einräumt. H. B. Der Fremdenlegion entronnen. Neun deutsch« uni> ein österreichischer Deserteur aus der fran- zösischcn Fremdenlegion sind in Britannien gelandet. Zwei wurden in Gran ton, Edinburgh-Shire, von einem in Leith beheimateten, aus Tunis kommenden Dampfer an Land gesetzt, aus dem sie sich als blinde Passagiere versteckt gehalten hatten, bis Durst und Hunger sie zwangen, hervorzukommen, und sich dem Kapitän auf Gnade und Ungnade auszuliefern, der sie gut behandelte. In Granton ver- ständigtc der Kapitän die zuständigen Konsuln, die den Deserteuren Zivilklcidung besd)afft«n und sie nach Hamburg einschifften. Die acht anderen Deserteure landeten in P l y m o u t h; zwei von ihnen waren als blinde Passagiere auf einem mit Phosphat beladenen, ebenfalls aus Tunis kommende Schiffe gewesen, während die übri- gen als zahlende Passagiere schon ein« weite Reise hinter sich hatten und nur aus Niederländisch-Guinea kamen. Ein sonderbares Testament. Der als Sonderling bekannt« Landwirt Peljko P a k a r d l?n der Gemeinde Maratonos in Karpathenrußland starb kürzlich und hinterließ ein werkwürdiges Testament. Seine ansehnlichen Habseligkeiten»eilte er in gerechter Weise auf die Hinterbliebenen aus. Ferner hinterließ er eine wohl einzig dastehende Verfügung, daß sein Begräbnistag ein Festtag für die gesamte Bevölkerung des Dorfes fein müsse. Unter Glockengeläute, Böllerschüssen und in Begleitung einer Blechmusik sei er zu Grabe zu tragen. Dann habe der Leichenschmaus zu beginnen, bei dem SM Kilogramm Fleisch und 500 Liter Wein zu oerteilen seien. Ferner sei Schnaps zu bringen, die Musik habe aufzuspielen und auch getanzt solle werden. „Am Tage meines Begräbnisses muß das ganze Dorf betrunken sein." Mit diesen Worten schloß das Testament. Der letzt« Will« des merkwürdigen Sonderlings wurde pünktlich vollzogen. Ob das ganze Dorf wirklich betrunken war, wird allerdings nicht berichtet, Ein Engländer über deutschen Sport. Von Th. Brown. naomapnidade fabio Bir geben nachstehenden Ausführungen eines Eng-| Erziehung zur fairness" auch im Kampf ums Dasein. Nach länders gern Raum, betonen aber, daß wir vom Stand- meinem Gefühl wird auch heute noch zu viel getanzt und im Freien punkt der Arbeitersportler betrachtet tet nicht alles be- werden zu wenig die Kräfte im edlen Wettstreit gemessen. Beim bingungslos unterschreiben können. Der Verfasser, der Tanz ist der Flirt das Gegebene, im Sport verblaßt der Flirt. an der Verständigung des englischen und des deutschen Bolkes mitarbeitet, ist offenbar mit den Grundsägen des Körper und Geiſt werden gestählt und abgelenkt. Gesunder Instinkt Arbeitersports in Deutschland noch nicht genügend vertraut. ist die Hauptsache. Arbeit und Spiel sind entschieden wichtiger für ein Volk, das aufwärts strebt. Der Gymnasiast wird in der Schule Es ist allgemein bekannt, daß in England der Sport im nach diesem wichtigen Grundsatz erzogen; aber die deutschen jungen Mittelpunkt des Boltslebens steht. Durch ihn erhält das Land das Kaufleute? Hier herrscht noch viel ungesunde Luft. Pflichtvorträge typische Gepräge. Bei einem Vergleich der deutschen Ber in den Bureaus, Geschäften über die Nüglichkeit attiven Sports und hältnisse fällt auf, daß der große sportliche Aufschwung Pflichtsportübungen, wie auf der Schule, würden manches beffern. ,, organisiert" worden ist. Zweifellos ist das deutsche Volk Ein Kampf zwischen zwei englischen Boys" auf der Straße das organisatorisch am meisten befähigte. Hier wird alles nach ist ein Genuß. Jacken aus Mappen weg! Dann ein regelrechter Gefichtspunkten eingegliedert, uniform gemacht, auch im Zeichen der Borkampf mit allen Feinheiten. Am Schluß der traditionelle Hände Republik fast militärisch aufgezogen. Das ist außerordentlich nüz drud. Hier im Lande sah ich selten mal ein beherztes Zupaden, lich, doch die Individualität tommt etwas zu turz statt dessen meist ein Geschubse von der Seite. Das ist alles. Im dabei. Und dennoch wäre es schr wertvoll, wenn die Hefe des allgemeinen herrscht auf den Schulen ein gutes sportliches Training; Individualismus treibend wirfte. in den Turnhallen und auf den Sport- und Schulfesten. Gediegener Ernst, gepaart mit Kameradschaftlichkeit. Hier müssen noch mehr mittel ausgeworfen werden, z. B. für eigene Ruderboote und Rudermaterial, Bunchingbälle und Schulhockeyplätze. Einen guten Sport bietet das Hand- und Faustballspiel, die in England nicht bekannt sind. Der Deutsche eignet sich vorzüglich für das Fußballspiel, und selbst manche gute englische Mannschaft hat das anerkennen müssen. Alles in allem ist ein Fortschritt im Sportlichen underfemmbar. Pferde- und Radrennen stehen auf hoher Stufe. Die englische Wettleidenschaft nach Deutschland zu verpflanzen, wäre nicht angebracht. Das ist kein Gewinn für dieses Land. In England werden Unsummen in törichten Betten verpulvert. Der junge Clerk, legt" manchmal auf Hunderennen und Fußballspiele Beträge, die seinen Verhältnissen nicht entsprechen. Sehr oft lebt er nur von Vorschüssen. Vorschüssen. Dieses Uebermaß ist Torheit; die Besonnenheit der Deutschen in dieser Beziehung ist für den Engländer zweifellos nach ahmenswert. Der Sport wird das Volk auf die Dauer mur ertüchtigen, wenn er um der Sache willen und auf ideeller Grundlage In England herrscht in der Erziehung, wie im Sport, der Grundsatz der fairness", des Billigkeitsgefühls, oder besser gesagt, des gefühlsmäßigen Leben und Lebenlassens. Kein Neid und feine Mißgunst! In Deutschland herrscht der Grundjag des Freie Bahn dem Tüchtigen". Doch scheinen mir die Schlacken des Zwanges diesem ins Deutsche übersetzten Begriff der„ fairness" anzuhaften. Der Sport in England ist der Niederschlag des Strebens nach förperlicher Ertüchtigung. Er ist insulare Ausdrucksform einer spezifisch völkischen Einstellung. In Deutschland scheint mir der Sport Ausdruck teils des Ehrgeizes, teils des Ausgleichschaffens für nationale Enttäuschungen zu sein. Hier wird der Sport nebenbei betrieben, da man die förperliche Ausbildung mur als etwas Rügliches betrachtet. In England ist der Sport die Schule für praktische Lebensführung. Durch ihn lernt der Engländer den Besseren, den lleberlegenen anerkennen, ihm nachzustreben und ihn mit Achtung zu behandeln. Das Shake Hands" nach dem Kampf ist so außerordentlich wichtig für die Arbeiter- Fußball. epiDresden gegen Berlin. Der fommende Sonnabend bringt für die Arbeiter- Fußballbewegung wieder eine Sensation. Die Berliner Städte mannschaft tritt im Post stadion in der Lehrter Straße den Repräsentativen der Fußballhochburg, Dresden, gegenüber. Hier sollen die Berliner den Beweis erbringen, daß sie zurzeit zu den spielstärksten Kreisen gehören. betrieben wird. Die Radmeisterschaften. Der Flieger und Steher. Heute abend wird in Köln die höchste Bürde im deutschen Radsport vergeben: die Meisterschaft der Flieger. Am Sonntag folgt dann der Kampf um die Meisterschaft der Steher. Versteht sich, daß all die, die einen Namen im Radsport haben, am Start erscheinen werden. Die Meisterschaften gehen über 1 und 100 Kilometer. Die sportliche Leitung hat der Club der Kölner Herrenfahrer übernommen, an dessen Spitze der bekannte Radsportführer Heinrich Stevens steht. rahmen. Die offizielle Begrüßung durch die Vertretung der Stadt Zahlreiche festliche Beranstaltungen werden das Programm um= = Rainin Riga, für die lateinsprachigen Gebiete Devlieger. Fleron bei Lüttich. Referent über die sozialistische Erziehung ist Dr. Steinemann Bern und über das internationale Samariterwesen Kretschmar- Chemniz. Ein sehr wichtiger Gegenstand ernster. Beratungen ist das 2. Arbeiterolympia 1931 in Wien. Die finanziellen, technischen und organisatorischen Vorbereitungen stehen im Vordergrunde. Auf der Tagesordnung stehen ferner, die Aufnahme des Verbandes in Litauen und ein Referat: Das Verhältnis zu Staat und Gemeinden, von Wildung. Im Anschluß an die internationale Bureaufizung findet der Kongreß der Arbeiterinternationale statt, auf dem neben Referaten über die Sozialistische Erziehungsinternationale, die Sozialistische Jugendinternationale, Dr. J. Deutsch über die Sozialistische Arbeitersportinternationale sprechen wird. op hun modo Man beschämt uns! industrie fargen Lohn abwirft und die Bewohner nach des Tages Da befindet sich im Thüringer Wald, dort wo die Heimindustrie fargen Lohn Arbeit mit Bienenfleiß der harten Bergscholle Erträgnisse abringen, Arbeit mit Bienenfleiß der harten Bois Bewohner nach des Tages die nur 3400 Einwohner umfassende Gemeinde Gräfenroda. Der Gemeinderat hat eine Mehrheit, die schon seit Jahren erkannte, daß den geplagten Einwohnern eine Stätte der Erholung bringend fehle. Man redete wenig darüber, ging vielmehr ans Werk und schuf ein Bad, daß viele größere Ortschaften und Städte beschämen läßt. Mitten im Ort gelegen finden wir es, mit einer Schwimmfläche von 25X50 Meter, zum Teil betoniert und versehen mit vorschrifts= mäßigem Springturm. Für die Kinder und Schule ist ein besonderes Planschbecken errichtet und ein Wasservorwärmebeden reguliert Wafferwärme und Badfüllung. Zur Badweihe zeigte sich die Dank. barkeit der Einwohnerschaft in ganz erfreulicher Weise, indem über 2200 Zuschauer der Abwicklung des Programms beiwohnten, das vom Arbeiterkultur- und Sportkartell unter Mitwirkung der Arbeiter- Schwimmvereine Erfurt, Gotha, Arnstadt, Ohrdruf durchgeführt wurde. Alle Arten Schwimmen und Sprünge, Reigen, Rettungsvorführungen und Wasserballspiele brachten den Schwimme rinnen und Schwimmern begeisterten Beifall. Wo bleiben die großen Gemeinden mit ihrem Industrieproletariat auf dem Gebiete des Bäderbaues? Warum müssen sie sich von den kleinen Orten auf ihren Rückstand hinweisen lassen? Nicht Worte, Ausflüchte und Beteuerungen praktische Arbeiten zeugen von Berständnis für die förperliche und geistige Notlage des schaffenden Volkes, und an dieser praktischen Arbeit fehlt es leider pielerorts. prime Haymann bleibt im Lande.d Die beabsichtigte Reise des deutschen Schwergewichtsmeisters Ludwig Haymann nach Amerika ist nunmehr endgültig fallen gelaffen worden. Der Münchener ist von seinem Ausflug nach San Sebastian zurückgekehrt und wird sich in Gemeinschaft mit seinem Trainer Hein Domgörgen und einigen Sparringpartnern in aller Ruhe auf die kommenden Ereignisse vorbereiten. Es ist deshalb auch nicht beabsichtigt, vor September Kampfangebote zu akzeptieren. nicht beabsichtigt, vor September Kampfangebote zu akzeptieren. Finnische Leichtathleten kommen. Leichtathleten des finnischen Arbeitersportbundes Es ist dem Arbeiter- Turn- und Sportbund gelungen, die besten 14:12 Tore für Berlin. Allerdings wirften in den is beträgt Köln erfolgt im Hansasaal des Rathauses. Dann wird der Berein( TUL) in der Zeit vom 24. August bis 4. September zu Wett Betrachtet man furz die bisherigen Spiele zwischen Dresden und Berlin, so kann die Feststellung gemacht werden, daß die Berliner gerade gegen Dresden äußerst günstig abgeschnitten haben. Bor fünf ausgetragenen Spielen gewann Berlin drei, Dresden eins und unentschieden en endete ebenfalls eins. Das Torverhältnis 14: 12 Tore für Berlin. Allerdings wirften in den letzten beiden Spielen( die Berlin 7: 4 und 5: 3 gewann) kein Spieler des lang jährigen Bundesmeisters, des Dresdener Sportvereins 1910, mit. Die Siege der Berliner sind deshalb aber feineswegs geringer zu merten. Um so gespannter wird man auf den Ausgang des fommenden Kampfes fein. Die zum Spiel aufgestellten Mannschaften stellen wohl das spielstärkste Material der beiden Städte dar. In der Mannschaft Dresdens befinden sich einige Spieler, die bereits in internationalen Kämpfen ihr Können gezeigt haben. Die Hauptkräfte dürften der Mittelläufer und der Mittelstürmer sein. Auch der Mittelläufer der Berliner verfügt über großes Rönnen. Die Mannschaften spielen in folgender Aufstellung: Dresden: Scheinpflug ( Reustadt) Baftmann Treepte ( Löbtau) Rrug Niefe ( beide D.5.B. 1910) 2.8C)( Alemannia) Berlin: Raifer ( Pirna) Lindner ( D.5.B.) Scheibe Richter ( Löbtau) ( DS.B.) Bergmann Bolff Hartwich ( Sichtenberg 1) Haase ( T.B.C.) Sermann ( Eintracht) Wolf ( 3schachwig) Lindenau ( Abler 08) Ruchenbeder ( Adler) Krüger ( Spandau) Rube ( Adler 08) Raum ( Neukölln) Das Spiel beginnt nachmittag 5( 17) 11hr. Schneider ( 2öbtau) Beicher ( Boruffia) Deutscher Radrennbahnen seinen Sommertongreß abhalten und u. a. festlegen. Die Kämpfe um die Meisterschaften finden auf der die Termine für die nächsten Sechstagerennen bzw. der Hallenremen Müngersdorfer Bahn statt. Im übrigen ist alles zur Stelle, was Anspruch auf den stolzen Titel erheben fann. Darüber hinaus hat man überhaupt alle deutschen Berufsfahrer zugelassen, sofern fie auf eigene Rechnung nach Köln kommen. Gespannt ist man, was der vorjährige Amateur- Weltmeister Mathias Engel und auch Paul Oßmella auf ihrer heimatlichen Bahn ausrichten werden. Sie haben im Krefelder Schamberg einen äußerst scharfen Gegner. Hinzu kommen Lothar Chmer, Alfred Schrage, Willy Lorenz, der Titelverteidiger Fride- Hannover, Fritz Knappe- Breslau und Oskar Rütt, die alle ein sehr gewichtiges Wort mitzureden haben! Von den übrigen Teilnehmern seien noch genannt: Theo Frankenstein, Peter Steffes, Bruno Beinert, Willi Gottfried, Willi Kühl, Willi Wette, Paul Buschenhagen, Paul Mühlbach, Frizz Graue, Mar Hahn, Kurt Kirbach, Hellmut Kießlich, Viktor Rausch, Gottfried Hürtgen, Karl Rauch und Georg Kroschel. Es finden sechs Vorläufe und zwei Hoffnungsläufe statt. Die Sieger der Vorläufe und der Hoffnungsläufe bestreiten zwei Zwischenläufe, die ersten beiden Fahrer der zwei Zwischenläufe, also Bier Fahrer, bestreiten bann in sechs Zweierläufen nach Bunftwertung die Deutsche Meisterschaft. Am Sonntag tommen dann die Steher zum Wort. Walter Sawall hat seinen Titel gegen Karl Saldow, Erich Möller, Paul Kremer, Emil Lewanow und Jean Rosellen zu verteidigen. Erwähnt sei noch, daß Kölns OberAm Sonntag spielt dann Dresden gegen eine andere Berliner bürgermeister, Dr. Adenauer, den Ehrenvorsiz bei den deut schen Meisterschaften übernommen hat. Mannschaft in Eberswalde. Zum Fußballturnier in Stralau. Die am Sonntag in der Laskerstraße zum Austrag fommende Zwischenrunde wird wieder einige Ueberraschungen bringen. Im ersten Spiel stehen sich„ Treptow" und„ Amateure" gegenüber. Die Treptower müssen jedenfalls ohne ihre besten Leute antreten. Trotzdem wird Amateure" alles hergeben müssen, um für die Endrunde in Frage zu kommen. Im zweiten Spiel stehen sich dann Britannia" und Berliner Sportverein 22" gegenüber. Hier dürfte der Sportverein den Sieger stellen. Die Spiele beginnen um 15 Uhr. " Handballspiele. Die Morgen, Sonnabend, empfängt Eiche- Cöpenid um 19 Uhr in Cöpenick, Marienstraße Groß- Berlin- Wedding 1 I. Männer. besseren Aussichten bei diesem Spiel hat Groß- Berlin. Biesdorf und Arbeiterturnverein Pankom stehen sich um 19 Uhr in Biesdorf, Leffingplay, gegenüber. Groß- Berlin- Wedding 1 II. Männer spielt um 18 Uhr in Reinidendorf, Echarnweberstraße, gegen SchwimmDerein- Borwärts I. Von den Frauen spielt mur Neukölln 2. Abt. gegen Nordiska um 20 Uhr in Neuföln, Dammmeg. Hoffentlich wird die Niederlage für Nordiska nicht allzuhoch. Von den Jugend= mannschaften spielen Eiche- Copenid gegen Bohnsdorf um 20 Uhr in Copenid, Marienstraße, und Groß- Berlin Wedding gegen Sparta um 19 Uhr in Reinickendorf, Scharnweberstraße. Am Sonntag fährt Lichtenberg 2. Abt. nach Dremig und spielt dort um 17 Uhr. Schmargendorf empfängt um 16 Uhr im Seepart Wilmersdorf Hennigsdorf 1. Männer. Nordista- Frauen spielt am Sonntag wieder, und zwar ist diesmal Belten ein ebenbürtiger Gegner. Arbeiter Radfahrer- Bund Solidarität", 2. Abtig. Sonntag, 15. Juli, früh 5 Uhr: Budomjee. Start Dieffenbachstraße 36. Sizung Mittwoch, 18., 20 Uhr, bei Müller, Schönleinstraße 6. Gäfte ftets milltommen Tagung der ,, Sasi". Das Bureau der Sozialistischen Arbeitersport internationale wird am 9. und 10. August in Brüssel zufammenkommen, um die Berichte der Ressortleiter entgegenzunehmen und die großen Zukunftsaufgaben zu beraten. = Es werden berichten neben den Bräsidenten Dr. Jul. DeutschWien und Gellert Leipzig, der Sekretär Silaba- Prag, vom technischen Hauptausschuß Bühren Leipzig, der Untersekretär für Mitteleuropa Wildung Berlin, für die nordischen Staaten lazol ardmant JEGZ A Mannschaft wird starten: am 24. und 25. August in Nürnberg.cam 28. Auguſt in Magdeburg, am 30. August in Leipzigpum 31. August in Dresden, am 2. September in Breslau und am 4. September in Weißwasser( Laufig). Es stehen erstklassige Wettfämpfe bevor, die ein gutes Spiegelbild von den Leistungen der besten finnischen und deutschen Leichtathleten ergeben werden. Zur Abkühlung. Die Arbeiter Wintersport 3nteressengemein schaft veranstaltet für Eisläufer und Interessenten Kurse für Schiedsrichter und Eishockeyspieler. Erster Abend heute, Freitag, 20 Uhr, bei Atter, Weigandufer 8, v. 1. Alle Freunde des Eislaufes find hierzu herzlichst eingeladen. Montag, 20 Uhr, Heim, Steinmetz straße 114. Dienstag ab 17 Uhr Training Treseburger Ufer, Brig. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Die Bezirke und Abteilungen beteiligen sich am Sonntag, 15. Juli, am Sportfest des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Jahn, Treptow- Baumschulen meg. Der Verein Jahn beteiligte Pensmerter Weise am 10. Juni am Feſt der FTGB. in Treptow. Alle Mitglieder, die frei sind, find verpflichtet, den Berein Jahn zu unterstützen. Die Bezirke und Abteilungen müssen sich so einrichten, daß sie spätestens zur Aufstellung des Festzuges, bis 13 Uhr, auf dem Sportplatz Baumschulenweg, Kiefholzftr. 222/233, eintreffen. Fahnen mitbringen! Fahrgelegenheit: Stadtbahn bis Baumschulenweg( ev. Görlitzer Borortbahn), Straßenbahn: 95, 87, 187. Freier Sport- Berein Berlin XII. e. V. Mittwoch, 18. Juli, 19% Uhr, Halbjahrsversammlung im Restaurant Albrechtshof, Stegliz, Albrechtstraße. Tagesordnung: Bericht vom Bundestag. Sämt verhindern, daß die Kommunisten die Oberhand gewinnen, ist die liche bundestreue Mitglieder haben pünktlich zu erscheinen. Um zu Stimme eines jeden Sportlers und jeder Sportlerin, die zum Bund halten, nötig. Arbeiter- Schüßenverein Groß- Berlin. Abteilung Friedrichshain: Montag, 16. Juli, 20 Uhr, im Lotal Bäntsch, Weberstr. 15, Sportabend. Ortsgruppen fizung Mittwoch, 18. Juli, 20 Uhr, im Lokal von Bäntsch, Weberstr. 15. Arbeitersport in den kleinsten Orten! A +1 ollantanion Turnfest in Caputh Neuruppins Sportlerfestzug Deutsche Bergarbeiter in Rußland. Die Sowjetbehörden billigen die stlavischen Arbeitsbedingungen. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob deutsche Arbeiter in Sowjetrußland als Delegierte empfangen und durch wohlvorbereitete Lichtreflere geblendet, oder ob sie als Lohnarbeiter beschäftigt merden. Die Bergarbeiter 3eitung" veröffentlicht in ihrer legten Ausgabe vom 7. Juli einen Arbeitsvertrag, der die Arbeitsbedingungen deutscher Bergarbeiter in der staatlichen Steinkohlenindustrie der USSR. umfaßt und dessen Inhalt erkennen läßt, wie deutsche Unternehmer in Rußland mit Zustimmung der ruffifchen Behörden behandelt werden. Die Schachtbau Thyssen G. m. b. H. teuft in Rußland für die staatliche Berwaltung Schächte ab und sucht dafür in Deutschland Arbeiter. Nachstehend die Hauptpunkte aus den Sowjet- Thyffenschen Arbeitsbedingungen: Zur Ausführung der Abteufarbeiten des Schachtes...... für die staatliche Steinkohlenindustrie der USSR. im Donezgebiet ( Don- ugol) engagieren wir Sie hiermit als für die Dauer dieser Arbeiten unter nachstehenden Bedingungen: § 1. Wir behalten uns das Recht vor, Sie jederzeit und unter den gleichen Bedingungen nach einem anderen als dem obengenannten Schacht im Donezgebiet zu versehen. § 3. Sie verpflichten sich, für die Dauer unserer Arbeiten auf der Arbeitsstelle in Rußland zu bleiben und während dieser Zeit Ihre ganze Tätigkeit ausschließlich in unsere Dienste zu stellen. Nebenbeschäftigungen irgend welcher Art ohne unsere schriftliche Genehmigung berechtigen uns zu fristloser Entlassung. Ihre Borgefeßten sind der leitende Ingenieur und der Betriebsführer der Anlage sowie die von diesen benannten Personen. Sollten Sie vor Fertigstellung der Arbeiten ohne unsere Einwilligung oder infolge irgendeiner be hördlichen Maßnahme ( vgl.§8) die Arbeitsstelle verlassen oder durch Ihr Verhalten Anlaß zur Entlassung geben, so wird die im§ 2 genannte Fahrtentfchädigung für die Rüdreise nicht gewährt und der Ihnen für die Hinreise erstattete Betrag fällt in voller Höhe an uns zurüd. Der Arbeiter wird zum Sklaven. Das Arbeitsverhältnis ist fest und unfündbar bis zur Beendigung oder Einstellung der Arbeiten des Schachtes, dem Sie zugestellt worden sind. Mit der Beendigung oder Einstellung findet auch das Arbeitsverhältnis sein Ende. Es kann jedoch aus den in der Reichsgewerbeordnung( 123, 124 und 124 a) vorgesehenen Gründen jederzeit mit fofortiger Wirkung aufgehoben werden, insbesondere aus folgenden Gründen: 1. Arbeitsverweigerung, 2. passive Resistenz, 3. wiederholtes, willkürliches Fernbleiben von der Arbeit, 4. wiederholte Trunkenheit während der Arbeit, 5. Krankheit durch eigenes Ber schulden, 6. vorfäßliche Schädigung unserer Firma, 7. tatsächliche Mißhandlung, Bedrohung oder wiederholte Beleidigungen eines Mit arbeiters, 8. Beleidigung oder Bedrohung eines Borgesetzten, 9. wiederholtes Belügen eines Borgesezten in Betriebsangelegenheiten. Acht Stunden Arbeit ohne Pause. §4. Die Schichtzeit beträgt: über Tage acht Stunden ohne Pausen, unter Tage fechs Stunden ohne Pausen. Sie verpflichten sich, wenn der Betrieb es erfordert, sowohl Arbeifen über die regelmäßige Schichtzeit hinaus, als auch Arbeiten an Sonn- und Feiertagen zu leisten. § 5. Für Ihre Dienstleistungen erhalten Sie entweder einen Schichtlohn von 14 Mark( in Worten: vierzehn Mark) oder einen mit der Betriebsleitung auf der Arbeitsstelle vereinbarten Gebingefohn. Irgendwelche Zuschläge werden nicht gezahlt. Bon dem vereinbarten Lohn werden Ihnen für Ihre Bedürfnisse in Rußland bis 5 Mart pro verfahrene Schicht in Tscherwonehrubeln auf die Arbeitsstelle ausgezahlt. Weiter werden mindestens 2 Mart pro verfahrene Schicht zur Sicherstellung des eventuell verfallenen Hinreisegeldes bis zum Höchstbetrage von 300 Mart auf Ihren Namen bei einer Spartaffe eingezahlt. Der verbleibende Restbetrag nach Abzug der Steuern und sonstigen Abzüge wird Ihren Angehörigen oder sonst einer von Ihnen anzugebenden Stelle in Reichsmart ausgehändigt. Auf Gewährung von Sozialzulagen und Deputatleistungen usw. haben Sie feinerlei Anspruch. § 6. Als Erholungsurlaub gewähren wir Ihnen nach Be endigung der Arbeiten für jeden vollen Arbeitsmonat einen Arbeitstag( eine Schicht). Die Urlaubsvergütung wird auch bei Berzicht auf Urlaub gewährt. PROGRAMM für die Zeit vom 13. bis 16. Juli BTL Potsdamer Straße 38 Potemkin und: Bobby, d. kleine Detektiv. 6 Akte Rheinstraße 14 Soll und Haben mit Mady Christians, Hans Brausewetter Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Str. 75 Soll und Haben mit Mady Christians, Hans Brausewetter Jugendliche haben Zutritt Turmstraße 12 Potemkin und: Bobby, d. kleine Detektiv. 6 Akte Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Mady Christians in: Fräulein Chauffeur U.: Der Untergang der Hesperus 5 Akte § 7.( Diefer Baragraph enthält die Unfall- und Pensionsvers ficherung. Der betreffende Arbeiter wird nämlich bei irgendeiner deutschen Lebens- oder Versicherungsgesellschaft auf Versicherungs. prämien versichert.) Der politischen Freiheit beraubt. § 8. In Rußland haben Sie alle dort geltenden Gesetze und Be. Stimmungen zu beachten und sich jeder politischen Tätigkeit zu enthalten. Sollten Sie wegen Nichtbeachtung der Gesetze und Bestimmun. Sollten Sie wegen Nichtbeachtung der Gesetze und Bestimmungen oder infolge politischer Tätigkeit Unannehmlichkeiten haben, so find Sie hierfür allein verantwortlich. Sollten Sie aus vorstehendem Grunde durch irgendeine behördliche Maßnahme an der weiteren Ausübung der von Ihnen übernommenen Dienstverpflichtung verhindert werden, so entfallen vom Zeitpunkt der Verhinderung an die nach dem Dienstvertrage uns obliegenden Verpflichtungen. § 9. Für das Dienstverhältnis ist dieser Vertrag allein mag gebend." Die Sowjetbehörden billigen diese Arbeits: bedingungen. Faffen wir zusammen: Die Thyssen G. m. b. 5. nimmt den Bergarbeitern gegenüber zwar die Rechte aus den§§ 123, 124 und 124 a der deutschen Reichsgewerbeordnung für sich in Anspruch, verweigert ihnen aber die in den§§ 124 und 124 a für sie geltenden Rechte. Der Arbeiter fann nicht fündigen. Sozialversicherung egiffiert für ihn nicht. Die Schichtzeit ist ohne Ein- und Ausfahrt und ohne Brotpausen bemessen, also als reine Arbeitszeit, die über dies von den Vorgesetzten nach Gutdünken jederzeit länger bemeffen und selbst auf Sonn- und Feiertage ausgedehnt werden kann. Der Schichtlohn fann in Gedingelohn verwandelt werden, ohne daß dieser Lohn feststeht. Fest steht nur, daß der Das goldene Arbeitsjubiläum beging dieser Tage der 81jährige Tischler Johann Michalski aus Neukölln in körperlicher und geistiger Frische. Er ist seit 50 Jahren bei der Firma E. Laborenz, Möbelbau G. m. b. H. beschäftigt. Arbeiter für Ueberarbeit teine Zuschläge erhält und baß er für feine Berson mit 30 Mart in der Woche austommen muß. Trifft auch die Thyssen G. m. b. H. die Verantwortung für diesen Sklavenvertrag in erster Linie, so sind doch die Sowjetbehörden nicht minder schuldig, indem sie einen derartigen Bertrag billigen. Polizei und Fremdenverkehr. Eine Rede Grzesinstis. J. Der preußische Minister des Innern Grzesinsti sprach in dem bekannten Zyklus der Berliner Handelshochschule über Polizei und Fremdenverkehr". Der Minister behandelte zunächst die Anschauung des alten Polizeistaates, daß der Ortsfremde bis zum Beweis des Gegenteils als verbächtig erscheinen müsse, und wies dann darauf hin, daß noch heute viele alten Vorschriften in den einzelnen Gebieten zu Recht bestehen. Dies ist vielfach eine unnötige Be. Dormundung des Reisenden, und der Minister hat schon als Polizeipräsident von Berlin die Beamten angewiesen, daß fie die Fremden so behandeln sollten, wie sie wünschten, als Fremde im Auslande behandelt zu werden. Die einzige Aufgabe des Beamten ist: Er hat dem Staate, dem Bürger und der Wirtschaft zu dienen. Dem unkundigen Fremden ist der Berfehrspolizist eine starte Stüge; aber jede wichtige Straßenverkehrsregelung ist geeignet, dem Fremdenverkehr zu dienen. In der Frage des Automobilverkehrs ist eine lokale Regelung nicht möglich; die Bestimmungen über Umgehungsstraßen, Hauptverkehrsstraßen, Barkplätze sollten staatlich, ja wo möglich international getroffen werden. Für den eigentlichen Fremdenverkehr kommen das Paß. wesen, die Fremdenpolizei und das Meldewesen in Betracht. Vor dem Kriege gab es teine besonderen Vorschriften für nach Friedensschluß blieben Baßzwang und Sichtvermert Fremde, dann kam die schärffte Kontrolle während des Krieges, und und damit die hohen Kosten die Waffen, womit einem unlieb. famen Einströmen von Ausländern und Staatenlosen be gegnet werden sollte. Von Jahr zu Jahr, nach der Inflationszeit, ist die Schranke gelo dert worden, aber noch heute ist der Pa ß3wang notwendig, und eine völlige Aufhebung dieser Forderung fönnte nur der Völkerbund anordnen. Aber in der Behandlung der Fremden in Deutschland ist nun durch eine im Sommer in Eisenach abgehaltene Konferenz der von der preu hischen Regierung mit besonderem Nachdruck verfochtene Grundsatz der Verkehrsfreiheit und der Duldung aller ein= wandfreien Ausländer proflamiert worden. Mit Nachdruck betonte der Minister, daß auch im Hinblick auf die Auslandsstaaten, die noch schärfere Bestimmungen haben, diese Liberalität der Neuordnung von Paß- und Aufenthaltserlaubnissen ihre Früchte tragen würde; die Fremden werden die Herolde dieser neuen Zeit sein und die anderen Staaten zwingen, ihrerseits ebenso liberal zu werden. Somit ist wohl davon zu sprechen, daß die großzügige, humane und höfliche Regelung der Polizeivers hältnisse auf den Verkehr befruchtend wirken wird. Zum Schluß gab der Minister noch einige neue Zahlen aus der allerdings bis jetzt noch sehr mangelhaften Fremdenverkehrsstatistit. Das eine geht daraus hervor, daß der Fremdenverkehr gegen 1913 gestiegen ist und daß die Zahl der Ausländer auf etwa zehn Prozent der Fremden zu schäzen sei. Reicher Beifall der zahlreichen Hörer löften die von demofratischem Geist getragenen Worte aus. Wetterbericht aus deutschen Reisegebieten. Herausgegeben von der Deffentlichen Wetterdienststelle Berlin. Nordsee. Westerland a: Sylt: heiter. Helgoland: heiter. Bortum: heiter. Norderney: heiter. Bremen: wolkenlos. Hamburg: wolfenlos. Offfee. Travemünde: heiter. Warnemünde: wolkenlos. Saßniz: heiter. Swinemünde: heiter. Stettin: wolkenlos. Rolberg: heiter. Stolp: heiter. Danzig- 3oppot: woltenlos. Seebad Kranz: heiter. Harz. Schierte: heiter. Harzburg: heiter. Bach Sachsa: heiter. Broden: wolkenlos. Thüringen. Erfurt: woltenlos. Eisenach: heiter. Bad Liebenstein: heiter. Inselsberg: woltenlos. Heffen. Kaffel: wolfenlos. Waffertuppe( Rhön): wolfenlos. Sachsen. Dresden: heiter. Schandau: heiter. Annaberg: heiter. Fichtelberg( Erzgeb.): wolfenlos. Zittau: heiter. Schlesien. Breslau: wolfenlos. Flinsberg: heiter. Schreiberhau: heiter. Schneekoppe: wolkenlos. Bad Reinerz: heiter. Landed: heiter. Rheingebiet. Köln: heiter. Bad Aachen: wolfenlos. Roblenz: heifer. Bad Ems: heiter. Wiesbaden: heiter. Frankfurt a. M.: wolkenlos. Feldberg( Taunus): wolkenlos. Bad Dürkheim: heiter. Baden. Karlsruhe: wolfenlos. Baden- Baden: heiter. Freiburg: heiter. Feldberg( Schwarzwald): wolfenlos. Württemberg. Stuttgart: woltenlos. Freudenstadt: heiter. Friedrichshafen: wolfenlos. Bayern. Hof: wolkenlos. Würzburg: woltenlos. Fürth: wolkenlos. München: wolkenlos. Garmisch- Partenkirchen: heiter. Zugspize: wolkenlos. Berchtesgaden: heiter. Oberstdorf: heiter. Bad Tölz: heiter. Tegernsee: heiter. Desterreich: Innsbrud: wolfenlos. Salzburg: woltenlos. Wien: wolkenlos. KINO TAFEL Südwesten Osten Norden Film- Palast Kammersåle Concordia- Palast Pharus- Lichtspiele Teltower Str. 1-4. Achtung! Beg. 6.30. 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Juli Weißensee Schloßpark Film- Bohne Berliner Allee 205-210 Das Ladenmädel( Mary Pickford) Bühne: Gr. Ausstattungs- Revue Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhr Küsse, die töten( Verheiml. Sünde) Das Ladenmädel( Mary Pick ford) Schöneberg Tivoli- Lichtspiel- Th. Titania( uta Schöneberg) Berliner Straße 27 Die Geliebte Seiner Hoheit Bühne: MIB Sergeva mit ihrem Wunderzebra, Emil Blume( Bauchredner) Große Bühnenschau Nieder- Schönhausen Ballschmieder- Lichtsp. Film- Palast Badstraße 16 Verrat Küsse, die töten Große Bühnenschau Blankenburger Str. 4 Der Zigeunerbaron, Lya Mara Das Feldgericht von Gorlice Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5, 7, 9 U. Herr Meister und Frau Meisterin Brownie und die Spritschieber Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Eines starken Mannes Liebe Bühne: Eltinge und Vernon in ihrer Zigeunerszene: Meine Karawane