Morgenausgabe Nr. 331,.», Ai69 4S.I» Mirttb*, Illustriert« Beitagen.Bolt und Jett" und �Aindersreund". Ferner .Ilnteihaltung und Wissen",»Frauen» stimme",.Technit".»Blick w die Bllcherwelt"und»Zuzend-Barwört»". ¥** G Berliner vottsvlatl Sonntag 1Z, Juli 192« Groß-Äerlin 15 Z>f. Auswärts 20 Z)f. Die e l n? p a l t i g e Nonpareillezeile RetlomeAeile ö.— Reichs- Anzeigen" dos fettg.. 'st) Pfennig. Rek mort.»kleine i oruckte Wort 25 Pfennig lzulässig zwei i.ttgedru mit Handgranaten gegen die Arbeiterschaft vorging. Es wird für alle Zeiten ein ehrendes Zeugnis für die österreichische Arbeiterschaft sein, daß sie sich dem Ansturm gegenüber stark er- wiesen hat. Sie hat die Antwort für ihr tapferes Verhalten durch einen unerhörten, beispiellosen Zustrom zu unserer Organisation. Regierung und Mehrheit haben uns die parlamentarische Untersuchung verweigert. Die Wahlen haben seither ihr Ur- tett gesprochen. Der Versuch der Reaktion, eine Stunde der Leidenschaft zu dauernder Schwächung der Arbeiterklasse aus- zubeuten, ist an der Kraft, an dem Trotz, an der Einigkeit der österreichischen Arbeiterschaft elend gescheitert. C» ist den Herren nicht gelungen, die Arbeiterschaft zu schwächen, Ihrer Orgonisatian zu schaden. Unaufhörlich wird immer die Erinnerung an den bin- tigen Tag fortleben, die Erinnerung an die Infamie, die an Menschenblut und Menschenleid ein schmutziges Geschäft machen wolltet Frieders wird begnadigt. Koalitionskrise von der Volkspartei angedroht. Weimar, 14 3ufi(Eigenbericht). Da« Gesuch Frieder,' aus Erlaß wegen seiner fünfmonatigen Gefängnisstrafe wegen fahrlässigen Falscheides ist soeben mit den Stimmen der Sozialdemokratie, der Kommunisten, der Sparer- Partei und den Demokraten, insgesamt mit ZS gegen 27 Stimmen im Landtag angenommen worden. Die übrigen Gesuche Frieder»', sein Disziplinarverfahren einzustellen, sind vom Landtag abgelehnt. Kurz vor der Abstimmung hatte der Führer der Deutschen Balkspartei den Demokraten erklärt, daß eine Z u st i m m u n g der Demokraten zu der Begnadigung dieSprengungdersetzigen Regierungskaalition bedeuten würde. Die Regierung sei bereit, die Begnadigung aus eigenem Antrieb(!) vorzunehmen, müsse aber jede Beeinflussung durch Landtagsbeschlüss« ab- lehnen. Nach der Abstimmung gehen diese Verhattdlungen weiter. Die Kommunalwahlen in Preußen. Ein Zusannnenlegungsgeseh. Die preußische Regierung hat beschlassen, dem Staatsrat den Entwurf eines Gesetzes über die Festsetzung der Wählen zu den Prooinziallandtagen und Kreistagen sowie zur Gr- gänzung des Gesetzes über die Festsetzung der Gemeinde- w a h l« n vom 18. April 1928 zuzuleiten Der Entwurf will zur Verringerung der mit jeder Wahl verbundenen Kosten und Arbeits- belastung sowie zur Vermeidung der durch ein« Häufung von Wahlen erfahrungsgemäß eintretenden Wahlmüdigkeit alle t o m m u- nalen Neuwahlen(Provinziallandtags-, Kreistags- und Ge- Meindswahlen) auf einen Tag vereinigen und verkürzt daher die nach dem Wahlgesetz für die Provinziallandtag« und Kreistage vom 7. Oktober 1925 noch bis zum 29. November 1929 laufende vierjährige Wahlperiode bis zum ZI. Dezember 1928. An diesem Tag« sind auch nach dem Gesetz über die Festsetzung der Gemeindewahlen vom 18. April 1923 ine Gemeindevertretungen der Städte und Landgememden sowie die Amtsvertretungen in der Rheinproving und der Provinz Westfalen neu zu wählen. Dos Staatsministerium, welches sowohl für die Gemeindewahlen als auch für die Kreis- und Provinziatlandtvgswahlen den Tag der allge- meinen Neuwahlen bestimmt, wird in dem Entwurf ermächtigt, diese Wahlen, wenn st« an demselben Tage stattfinden, miteinander zu oerbinden. Der Entwurf will ferner bei den Provinziallaitdtagswahlcn einer unerwünschten Bildung von Splitterparteien vorbeugen und ändert den§ 12 Ab-s. 2 des Wahlgesetzes für die Pravinzlallandtage dahin ab, daß eine Verbindung von Wahlvor- schlügen verschiedener Parteien zu einer gemeinsamen Gruppe nicht mehr zulässig ist. Der Gesetzentwurf schreibt sodann vor, daß nach der jedesmaligen Neuwahl eines Kreistages die Kreisdepu- t I e r t e n und A m t« v o r st e h e r neu zu wählen sind. Durch den Gesetzentwurf sollen schließlich in den durch die b e- vorstehende kommunale Neugliederung beiroffencn Teilen der Regierungsbezirke Arnsberg, Münster und Düsseldorf die Wahlen zu den Kreistagen, Amts- und Ec- meindeoertretungen einstweilen ausgesetzt werden. Die hierfür in Frage kommenden Vertretungen und den Zeitpunkt der Reuwahl soll das Staatsministerium bestimmen, soweit dies nicht durch besondere Gesetze geschieht. Pilsudfti-�ede über Liiauen. Am 12. August in Wilna— laßt er die Schimpfwörter zu Hause? Warschau. 14. Just(Cigenberichk). Amtlich wird Mitgeteilt, daß P i l s u d s k i seinen Reiseplan nach Rumänien nicht aufgegeben, sondern nur aufgeschoben hat. Er wird zunächst nur in einem Kurort an der litauischen Grenze mehrer« Wachen Erholung suchen. Am 12. August beabsichtigt er. an dem Kongreß der Legionäre in Wilna teilzunehmen. Er dürft« dabei eine Rede halten, die sich u. a. auch mit dem Verhältnis Polen-Lilauen besaßt. Diesen Aeußetungen Pilsudskis sieht man begreiflicherweise sowohl in Polen wi« in Litauen mit großem Interesse entgegen, i Wie ein Inieressenienblaii stirbt. Dolkspa�teiler würgen die„Tägliche Rundschau� ab— die Mitarbeiter warten ans das Geld. <Ähon einmal hat di« frühere„Tägliche Rundschau" zugunsten der..Deutschen Allgemeinen Zeitung" sterben müssen— als St im n e s das Blatt in der Inflationszeit erwarb, kurzer Hand b&i ganzen Betrieb auflöste, nur zu einem kleinen Teil ihn der ..DAZ." zuschlug, und die„TR." auf seinen Befehl hin von der Bildsläche verschwinden mußfe. Auch jetzt ist letzten Endes die vor etwa vier Iahren unter einem sogenannten„Deutschen Volksdienst- oerlag" neuerstandene„TR." wiederum der„DAZ." und zwar nicht durch einen dritten Außenstehenden, sondern von dem— eigenen Verlag geopfert worden. So wenig wie einst Stinnes, sind diesem sogenannten„Volksdienlswerlag" je irgendwelche Skrupel über das Schicksal der vielen damit geschädigten oder gar vernichteten Existenzen gekommen. Dabei war das Eingehen der„TR." nach fachmännischem Urteil absolut nicht unumgänglich, ja durchaus nicht nötig. Daß ein Eingehen des Blattes nicht nötig war, geht allein schon daraus hervor, daß neben anderen Angeboten drei Tage vor seiner Einstellung mit einer neuen Finanzgruppe ein neuer Vertrag fix und fertig vorlag, der auch die Beseitigung der Hauptursachen für die ständigen finanziellen Schwierigkeiten d�s Blattes vorsah. Der Bertrag wurde vom Verlag mcht genehmigt. Wie einst auf Befehl Hugo Stinnes. so muhte vielmehr jetzt das Blatt sein Er- scheinen auf Befehl einiger Gruppen, die sich im Volks- dienstverlag gebildet, einstellen. In der Hauptsach« ein«? Gruppe, deren Leiter der mit hohem Gehalt als solcher fungierend« frühere Vorsitzende des Aufsichtsrats des D. V.. der volksparteillche Landtagsabgeordnete Pinkerncil, war. Eine andere, ebenfalls volksparteiliche Gruppe hatte die gleiche Borliebe für die„DAZ." und so begann das Intrigenspiel, durch das eine Sanierung der „TR." verhindert wurde. Die finanziellen Schwierigkeiten des Blattes waren in erster Linie auf einen durch den Vorsitzenden des— übrigens nicht eingetragenen— Aussichtsrats abgeschlosienen sehr ungünstige» Druckverkrag zurückzuführen. Weiter aber auch auf eine ebendaher rührend« Ucberorganisation des Berlagsapparates. Für den Vor- sitzenden selbst war zwar innerhalb der Druckerei ein besonderes Zimmer elegant hergerichtet, monatelang aber harrte es vergeblich seines Besuchs, ganz im Gegenteil zu der Bevorzugung, die er dem Automobil der Zeitung ongedeihen ließ, das ihn nicht oft genug allüberall hin in Berlins nähere und weitere Umgebung, ja bis in die Ostseebäder bringen konnte, selbswerständlich auf Kosten des Blattes. Damit nun aber während seiner Abwesenheit das Blatt nicht ohne Aufsicht sei, wurde ein ganzer Stab von gut, ja hochbezahlten Direktoren, Unterdirektoren. Prokuristen usw. an- gestellt, wobei verbindungsbrüderliche Beziehungen von der Staden- tenzeit her ausschlaggebender waren, als Fachkenntnisse, an denen es gerade an der eigentlich verantwortlichen Stelle bedenklich haperte. Resultat: die heutige Lage, aus der der Plan entstand, das Blatt eingehen zu lasten, das keine zuverlässige Volkspartei- Politik trieb. Der Aufsichtsvatsvorsitzend« legte vor einigen Wochen sein Amt nieder. Er war im Hauptberuf in der BergwerkSadteilung des Kohlenfyndikats beschäftigt, und die„DAZ.", di« vom Verlag der„TR." selbst eingesetzte Erbin der„TR.", Hot ihre finanziellen Hauplquellen in der Kohlenbergwerksindustrie. So mußte da» Blatt eingehen, ehe der als Nachfolger aus- ersehen« Parlamentarier mehr linksstehender Richtung sein Amt antreten konnte. Der zurückgelassen« Stab von Direktoren usw. „arbeitet" auf und hat dabei recht reichlich mit allerhand vor dem Arbeltsgericht und dem ordentlichen Gericht schwebenden Klagen zu tun. Es ist wohl anzunehmen, daß sich deren Zahl noch erheblich steigert. Denn wenn man auch den plötzlich und rigoros verabschiedeten Schriftleitern die Zahlung ihres rechtmäßig laut Kontrakt ihnen zukommenden Gehalts„zugesichert" hat, so hat man andererseits, beispielsweise den Mitarbeitern gegenüber, einfach die Auszahlung noch fälliger Honorare verweigert und ver- sendet jetzt an sie ein hcktographiertes Schreiben, in dem mitgeteilt wird, daß„Aussicht besteht, Verbindlichkeiten zu ersüllen, aller- ding» nur, wenn sich di« Gläubiger in Geduld fassen und nicht mit Klagedrohungen usw. die umfangreiche Abwicklungsarbeit stören". Gezahlt könne natürlich nur„nach dem Stande der ein- kommenden Außenstände, sowie nach Bereitstellung von Mitteln erfolgen", die der Gesellschaft(angeblich) zur Verfügung gestellt werden„sollen". Das sieht einer Verschleppung bis ins Unbestimmte verzweifelt ähnlich. Die Direktoren, Prokuristen wickeln ob, nur die Mit- arbeiter können warten. So sterben kapitalistische Zettungs- unternehmen. Tiiionis Versprechen. Faule Ausreden. Rom. 14. Juli. Senatspräsident Tittoni übersandte der„Agenzia Stesani" folgend« Erklärung: Schon lange vor Lord Parmoor haben ander« sich auf meine im Parlament im Jahre 1919 gemachten A e u ß e- rungen über Oberetsch berufen, und ich habe schon damals erklärt, dckß jene Worte, di« jüngst in ein Buch aufgenommen wor- den sind, in dem verschiedene meiner Reden und Schriftstücke ge- sammelt würden, ausschließlich das italienische Par- l a m e n t, an dos sie gerichtet sind, betreffen, und nicht andere. Deshalb hätte keine ausländische Macht das Recht, in der Oberetsch- frage zu intervenieren, die ich damals und stets als«ine inner- politische italienische Angelegenheit betrachtet hob«, und die niemals in anderem Sinne beurteilt werben kann. * Mit dem feierlichen Versprechen, die Süd- tiroler Bevölkerung liberal zu behandeln, haben die itälieni- schen Staatsmänner im Jahrs Ißlö von den übrigen alliier» ten Mächten erreicht, daß dieses kerndeutsche Gebiet aus ver- meintlichen strategischen Gründen Italien zugesprochen wurde. Es muß auch zugegeben werden, daß die ersten italienischen Regierungen in der Nachkriegszeit bemüht waren, dieses Versprechen loyal durchzuführen. Heute erklärt nun der Senatspräsident Tittoni, der im Gegensatz zu den Meisten übrigen Staatsmännern von dieser Zeit nicht den Mut gefunden hat, von dem faschistischen Regime abzurücken, weil er eben seinen Posten als Senats- Präsident behalten will, feine damaligen Erklärungen gingen nur Italien etwas an. nicht aber die übrige Welt! Das ist eine ebenso faule wie feige Ausrede. Tittoni, der die damalige Erklärung wahrscheinlich im guten GlarlbeN abgab, bezichtigt sich demnach selbst, daß er jenes Versprechen nur gegeben hatte, um bei den übrigen Mächten di« Annexion Südttrols an Italien zu erlisten. Entwicklung zur Einheit. Gerade als Westarp sich den Lambach vorknöpfte... versetzte ihm Hilgenberg den Oolchtritt von hinten; worauf Westarp und Lambach sich den Hugenberg vorknöpften; worauf die Geschlossenheit der deutschnationalen Partei einstimmig festgestellt wurde. Die„Mafalda"- Katastrophe. Oer Kaschistenkapiiän wegen Veruntreuung von Passagiergeldern angeklagt. Im Oktober 192S Hot di« italienische Faschistenregierung«in« Verordnung erlassen, wonach jeder Seemann, dessen Handlungen oder Haltung dem italienischen Empfinden zuwiderlaufen, aus den Registern der Seeleute g« st r i ch e n werden kann. In einer zweiten Verordnung werden di« Kapitän« eidlich verpflichtet, keiner dem faschistischen Regime feindlichen Vereinigung anzugehören. Der Sinn dieser Verordnungen ist klar: der Seemannsberuf sollte den geeichten Faschisten vorbeholten werden, nur geeichte Fä- s ch i st« n würden von mm an angeheuert. Was es aber bedeutet, sein Leben den Faschisten anzuvertrauen, dos bewies das entsetz- liche Unglück der„Principessa Mafalda" im Oktober 1927. Dieser Auswondererdemipfer zerschellte an der brasilianischen Küste. Zweihundert Passagiere ertranken oder wurden Opfer der Halfische. Gerettet wurden nur, wie damals ausdrücklich mitgeteilt wuiÄe, di« Pasiagiere der ersten Klasi«, um die sich die Mannschaft besonder» bemüht«. Da« Auswandtrerpack übettieß man den Hai- fischen. Merkwürdig wenig erfuhr man über das Schicksal der S ch i s s s- offizier« und der Mannschaft. Die italienische Regierung un- t e r d r ü ck t e olle Nachrichten hierüber. Nur als man die genaue Verlustliste endlich festgestellt hatte, konnte man sich ausrechnen. daß prozentual doppell soviel Passagiere als Mannschaften untergegangen sind. Die faschistischen Matrosen und ihre Osflziere hakten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Dom Kapitän erfuhr man weiter nichts. Sicher war nur, daß er, so wie Nobile sich s«lbst rettete. Ein Faschist ist noch zu andevem fähig. Das erfährt man jetzt aus einem Prozeß vor einem Gericht in Genua. Angeklagt ist der K a p i t ä n d e r„P r i n- c i p e s s a Mafalda". Giuseppe R o ss o, wegen des Verbrechens der Veruntreuung. Als die Katastrophe über das unglücklich« Schiff hereinbrach, erinnerte sich Rosso in der allgemeinen Verwirrung, unter den lodesschreien der von den Haifischen umkreisten Ertrinkenden. in dem mörderischen Kampf um einen Platz im Rettungsboot. unter dem Weinen der Kinder und den Wahnsinnsschreien der Mütter— der Schissskasse. Er stürzte in die Kajüte, bracht« die Kasse an sich und dann mit semer kostbaren Persönlichkeit aus einen Rettung sdampf er üstd an Land. In Rio de Janeiro meldete er sich bei dem italienischen Gesandten, unterließ aber, zu erzählen, daß er die Schiffs- lasse, di« die Depots der Passagiere enthielt, mitgerettet hatte. Erst auf der Heimfahrt in sein faschistisches Daterlond über- gab er dem Kapitän des Dampfers, auf dem er fuhr, die Depots. Der Kapitän schöpfte aus der Art, wie ihm die Kasse übergeben wurde, Perba cht und ließ di« Kajüte Rossos durchsuchen. Und da fand man, in einer Hosentasche ver st eckt drei Kuverts, di« zusammen IVO VW M. enthielten. Bei der Landung in Italien wurde Rossp zunächst verhaftet, dann aber aiss freien Fuß gesetzt. Run hat er sich zu verantworten. In der Houptverhandlung tat der Kapitän sehr beleidigt und erstaunt, daß er sich verantworten müsse. Er Hab«, so meinte er, sein Bestes getan bei dem Unglück, das nicht zu vermeiden war. Daß er die Schiffskass« und fein Leben dem Faschismus gerettet Hobe, fei doch eine vaterländische Tat. Und die schäbigen SOOOOO Lire, die man in seiner Hose gefunden? Ja, die habe er vergessen abzuliefern. Er habe sich nämlich, so erzählte er, als er in Rio de Janeiro ankam, neu aus- staffieren müssen. Da habe er sich Hosen gekauft. Die waren ihm zu weit, als er sich dann am Schiff umzog, habe er die Depots in den Hosentaschen einfach vergessen. Und dafür könne er doch nicht bestrast werden. Denn man müsse bedenken, was er bei der Katastrophe ausgestanden habe. Geradezu einen Nervcnschok habe er erlitten. Zwei Beamte der Navigozion« Generale Itvliano, der das Schiff gehörte, die als Zeugen venwmmen winden, stellten .dem Kapitän Rosso das beste Zeugnis aus: es wäre seine Pflicht ge- wesen, die Schiffskasse zu retten, und sie hätten in feiner Situation genau so gehandelt. Seine Verantwortung, er habe die drei Depots in feiner Hosentasche nur vergessen, erscheine ihnen durchaus glaub- würdig... Man sieht aus dieser Verhandchmg, daß Nobile, der seine Es- fährten ins Verderben trieb, dann sich als erster rettet«, und min stinken läßt, sie sollen schmeen, wie sie sich retten, keine Einzelerschei- mmg ist. Der Faschismus züchtet diese Ehrenmänner. Freidenkerkongreß. Abrechnung mit der kommunistischen Opposition. Franksurl».Jltt. 14. Juli.(Eigenbericht.) Am Sonnabend nachmittag begdnn in dem rot dekorierten Volkebildungsheim die Generalversammlung des Ver- bände» für FreidenkertuiN und Feuerbestattung. Der Kongreß zählt 100 stimmberechttgt« Delegierte, von denen etwa L2 zur kommunistischen Opposition zählen. Dies« Feststellung ist wichtig, denn die sofort nach der Begrüßungsansprache einsetzende und fast uferlöse Geschäftsordnungsdebatte bewies, daß sich diese Generalversammlung zu einer scharfen und bis ans bittere Ende gehenden Auseinandersetzung zwischen Mehrheit und Opposition zu- spitzen wird. Schon bei der Konstituierung des KoNgresies stießen Mehrheit und Opposition heftig aufeinander. Jedem Antrag soigte ein Gegenantrag, und diesem noch ein Zusatzantrag, wodurch der Mebkheit Nichts ondercs übtig blieb, als dieser Ftiit«tuen Damm durch die Abstimmung entgegenzusetzen. Es folgte Wahl auf Wahl; bei jeder Auszählung ergab sich«ine Ä-Mehrheit für die Vor- ständssist«. Zu Vorsitzenden wurden Rückerk, Mulanski und Lenzek gewählt. Desgleichen wurden olle Kommifsionsmitglieder unter heftlgeNi Protest der Opposition der Mehrheit entnommen. Noch einmal begann die Geschäftsordnungsdebatte und mit ihr ein Ansturm der Opposition, als von ihr der Anttag gestellt wurde, der Tagesordnung sin Referat über die„kulturpolitische Lag«" anzugliedern und dem kommunistischen Reichstagsabgeordneten M a s l o w s t i das Referat zu übertragen. Der Anttag fand jedoch nicht die notwendige Unterstützung von 26 Mitgliedern. Endlich konnte in die eigentliche Tagesordnung eingetteten werden. Der Vorsitzende Rückert verwies auf den gedruckt vor» liegenden Geschäftsbericht. Daraus ergibt sich ein Mitgliederbestand von 600 000, mithin ein Zuwachs von 260 000 Mitgliedern Innerhalb der beiden letzten Jahre. Hierauf nahm der Geschäftsführer Sievers das Wort. zur mündlichen Ergänzung. Er hielt Ab- rechnung mit der kommunistischen Opposition, die anfänglich zu toben begann, dann aber immer stiller wurde und zum Schluß vollständig in dem stürmischen Beifall unterging, den Sievers bei der Kongreßmehrheii fand, als er den Köngreß ctus- forderte, mit der Opposition Schluß zu machen, sie hinauszuwerfen, um so die ideologische Einheit des Verbandes herzustellen. Andernfalls könne es für den Verband keine Zukunft gebe». Verbandstag der Fabrikarbeiter. Oer Abschluß der Tagung. Hamburg, 14. Juli.(Eigenbericht.) Der Derbandstaq der Fobritcrbeiter ging am Sonnabend mittag zu Ende. Ein« selten harmonieoolle und fruchtbare Tagung! ' Beschlüsse von weittragender Bedeutung, wie z. B. di« Einführung ider invaliden Unterstützung muhten gesaßt werden. Sie sind gefaßt worden, von kleineren Mißhclligkeiten abgesehen, gegen ganz wenige Stimmen. Darin zeigt sich die Entschlossenheit dieser zweitstärksten (Jewerkschaftsorganisaüon, auf die die gesamte Arbeiterschaft Deutsch- lands mit Stolz blicken kann. Der Lorsitzende, Genosse Brey, konnte dies unter lebhaftem Beifall in seinem Schlußwort feststellen. Bon den Verhandlungen des letzten Tages ist zunächst das Rcf«rat f von Schmidt- Hannover über die Bildungsbeslrebungen warzen Damm" aus unterscheidet stch die Gärtnerei freilich nicht viel von anderen ihrer Art, Beete mit blühendem Rittersporn und Helenium wechseln mit anderen ab, auf denen noch nicht blühende Pflanzen stehen oder die gerade brachliegen. Das lehle Viertel des vierzig Morgen großen Grundstückes aber ist zu einem kleinen Park umgeskaltel, den auf kleinstem Raum eine unglaubliche Fülle von Schönheit um. schließt. Vier Abteilungen umfaßt der Park: Den„Frühlings- w e g", an dem in allen Monaten des Frühlings die schönsten, in den Farben harmonisch zueinander abgestimmten Stauden blühen, den„S e n k g a r t e n", der ein Wasterbassin mit den verschiedensten Seerosen umschließt, den„N a tu rg arten" und den„Stein- garten". Im Senkgarten umschließen Laubengänge mit Kletten- rosen abschüssige Böschungen, die mit den verschiedensten, in der Zeit der Blüte abwechselnden Stauden besetzt sind. Jetzt führt da grade der Rittersporn das große Wort und entfaltet feine blau leuchtenden Blütenkerzen an den mannshohen Prachtstauden. die den Weg einfassen. Im Naturgarten leuchten zwischen über zwei Meter hohen Wacholdersträuchern blütenbesäte Heckenrosen vor Weihmutskiefern und einem Lärchenbaum von seltener Schönheit, während in der„L a u b w a l d a b t e i l u n g" Türkenbundlilien mit den lilagesprenkelten Turbanen nicken. Den größten Formen- rcichtum aber umschließt der Steingarten, auf dessen Steinterrassen kriechender Wacholder und wie„Krummholz" zu Boden ge- beugte Mispel von meterhohen Gräsern überragt werden und. man- nigfaltige Formen von Sempervivum rotleuchtende Blüten- st er u e au» den mattgrünen Llattrosetteu schicken. Alle dies« Blütenwunder sind darauf gezogen, mit der denkbar wenigst» Pflege auszukommen, sozusagen als.Selbstversorger" zn leben und auch Zeiten des Hungers und der Dürre zu überstehen. Die große Ritterspornfrage. Wa« wissen wir vom Rittersporn?— Was wir in der Naturkundestund« lernten, ist natürlich längst vergeffea. und nur, wer irgendeinen Bauerngarten genauer tennengelernt hat. erinnert stch der enzianblauen Blütenkerzen, die auf meist recht zer- rauft aussehenden Stiel» schwanken. Die Llummzüchter hob» nun freilich bald die Wandlungsfähigkeit der schönen Blume erkannt und ste in den verschiedensten Färb» gezüchtet. Da aber kam der große Feind de» Rittersporn», der Mehltau, und viele der neu- gezüchtet» Eort» gingen daran zugrunde; andere trug» die Blütenkerz» auf schwank» Stengeln und brachen bei geringstem Winde mn. Welch schwerer Kummer da- für GartenfremGe ge- wesen sein muß, ersteht man wohl am best» daraus, daß diese große Ritterspornsorge in England sogar eine neue Zeitschrift in» Leben rief:.For better Delphinum"— für besseren Rittersporn! Ja der Gärtnerei Förster ist man darum dazu übergegangen, durch Auswahl der Tüchtigst» wind- und mehllausefle Pflanz» zu ziehen, und die Methode ist ganz interessant. Aus der groß» An- zahl der aus Samen gezogenen Pflanzen werden besonders schöne ausgewählt und zu„Müttern" der kommenden Rittersporn- generation bestimmt. D»n die Zucht aus Samen liefert nach dem Mendelschen Gesetz immer eine gewiss« Anzahl Rückschläge, Pflanzen, die nur die Kennzeichen ihrer einfachen Großelte» tragen; der von der Mutterpflanze genommene Steckling aber trägt die Eigenschaften der Mutter getreu weiter, nicht nur den Cha- rakter der Blüte, sondern auch ihre anderen guten Eigen- s ch a f t« n: Starkwüchstgkeit, Windfestigkeit, Immunität gegen den Mehltau und auch den früheren oder später» Zeitpunkt ihrer Blütezeit. So ist es gelungen, durch di« Stecklingsvermehrung oder di« Wurzelteilung nicht nur schöne, in ihrer Erscheinung kon- stante Arten zu erzielen, sondem auch durch die Auswahl besonders früh- oder spätblühender Mutterpflanzen die Blütezeit des Ritter- sporns und anderer Blütenstaub» um Wochen und Monate zu verlängern und vor allem sich dem Ideal zu nähe»: dem Garten, der mit dem Minimalmaß an Pfleg« auskommt. Denn ein« Staude hält zehn Jahre, auch länger aus, braucht nicht, wie die Blüten sträucher, verschnitten zu werden, und kommt getreulich oll« Jahre wieder, ohne daß man die winterhart«, wie z. B. Ros»sträucher, im Winter eindecken muß. Vorausgesetzt freilich, daß sie von„guter Familie", das heißt von einer edl» Mutterpflanz« stammt. Allerdings, ms Uferlose lassen sich auch Pflanz» nicht durch diese ungeschlechtliche Fortpflanzung vermehren. Die edlen Geschlechter werden dann nach einer stattlichen Reihe von Generation» müde, wie wir es von der La- krance» Rose, die fast ausgestorben ist, und von der jetzt überoll in Deutschland wipfeldürr werdenden Pyramidenpappel wissen; denn alle Ls-?rauc«-Rosemoaren die Kinder und Enkel einer Mutterpflanze, und all« Pyramidenpappeln stammt» von denselben Bäumen, die s Napoleon I. in Deutschland einführte. Dann muß doch wieder ,«ine Blutaufftischung durch ein« aus ganz plebejischen Samen entsprossen« Pflanze vorgenommen werden, das soll auch bei den Menschen manchmal nicht anders gewesen sein! Wunder tropischer Lleppigkeit. Roch manch« Seltsamkett umschließt der Garten: Da steht mitten in der Gärtnerei«in« Riesenausgobe des unseren Laubenkolonisten bekannt» Schleierkrauts: Der Riesenmeerkohl, der wirklich ein ins gigantische vergrößertes Schleierkraut ist. Zehn Jahre dauert diese Staude mindestens aus und treibt während dieser Zeit eine fast«mndicke Pfahlwurzel metertief in die Erde, während der über und über mit weißen Blüten übersäte Strauch zirka 1,50 Meter hoch wird. Dann ein fast zwei Meter hoher Riesen- schierling, die Herkulesstoube, die ein Bild von geradezu tro- pischer lleppigkeit gibt und nebenbei anscheinend der Bienen be- liebteste Weide ist. Vom kriechenden Wacholder und dein blühenden Sempervivum war schon die Rede, von diesem Sempervivum, dess» heraldisch strenge Blattrosetten von uns nkir in den kleinen Kaktusgärtchen gebraucht werde». * Alle diese Blumenwunder kann man hier„in'Freiheit dressiert" sehen, und jeder Blumenfreund und jeder Garten- besitz» kann hier lernen, wie er auch auf kleinstem Raum sich den schön st en Blütengarten schaffen kann— und wenn er ein kluger Faulpelz ist, lemt er hier, wie er durch richtige Aus- wähl sich fast alle Gartenarbeit abwimmeln kann. Auskunft wird ihm üb» jede Pflanze gern gegeben, denn der Besitzer dieser Gärtnerei ist viel mehr Enthusiast als Geschäftsmann, und fein Grundstück steht allen Blumenfreunden offen mit allen Wundern seiner aus ollen Weltteilen herangeholten Blüten und aller Schönheit seiner Parkanlagen. Niemand, der auch nur einige Quadratmeter„Unland" in seinem Schrebergarten hat, wird, ohne Nutz» von diejem kleinen Paradies scheiden. Der verschlafene Einzug. Dem„Eisernen Gustav" ist in Heidelberg ein neckisch» Unfall passiert! Man muß ihn wohl in Mannheim zu ausgiebig gefeiert haben— denn als die berühmt gewordene Droschke mit dem braven„Grasmus" in den Straßen Heidelbergs erschien, saß zur groß» Verwunderung des Publikums nicht Gustav, sondem ein Heidelberger Fuhrhcrr auf dem Bock—, während der„Eiserne" im Wogen schnarchte und so d» pompösen Empfang leid» völlig verschlief. Die Hunderte, di« auf den Straß» standen, war» sehr enttäuscht. Erst später ge- lang es Gustav zu bewegen, seinen Sitz aus dem Kutschbock wieder einzunehmen. Wird man den Armen nicht tot geproslet hob», bis « nach Wannsee zurückgekehrt ist?! SieAachinachdemVerral. 8i Roman von Liam O'Klaheriy. (Au« dem Englischen überseht von«.Häuser.) Er hatte seinen Kopf noch nicht mal klar gemacht für den Beginn der teuflischen Arbeit: einen Plan zu machen, da unterbrach ihn die Ankunft von Katie Fox. Sie hatte sich neben ihn gesetzt, bevor er wußte, daß sie da war. Er war so sehr in seine Schwierigkeiten verwickelt, daß sie ihn antippte und ansprach, bevor er ihre Gegenwart bemerkte. Mit ihrer harten, dünnen Stimme sagte sie, als sie ihn in die Rippen stieß:„Wie geht's, Gypo, hast du Geld, daß du einen ausgeben kannst?" Gypo sprang auf, sein halbes Mas verschüttend. Er starrte sie mit erschrockenen Augen an, seine Brust hob sich. Dann erkannte er sie und setzte sich sofort hin, verstört und verwirrt über diesen Ausbruch seiner Erregung. Er tat, als wäre er verärgert, und murmelte:.�allo, Katie, du solltest einen nicht so plötzlich überfallen. Ich guck' mich um, auf einmal bist du da und stößt mich in die Rippen. Warum zum Teufel hast du nicht gerufen wie sonst immer?" Sie stemmte die Rücken ihrer rotgeäderten Hände auf die Hüften, sah ihn voll Erstaunen an. das teils echt, teils aber auch geboren war aus der Vorliebe für große Gesten, Bewegungen und Redensarten, die ein typisches Charakter- zeichen der Frauen aus den Slums von Dublin ist. Katie gehört« zu dieser Art von Frauen. Ihr Vater war Ange- stellter der Gewerkschaft gewesen und ihre Mutter Auf- wartefrau. Als Mädchen arbeitete Katie in einer Keks- fabrik. Ihre Schönheit mußte in der Tretmühlenarbeit der Fabrik versauern und das machte sie unzufrieden. Sie schloß sich der revolutionären Organisation an. Das war vor sechs Iahren gewesen. Räch diesem Ereignis, ihrer ersten Entgleisung vom geraden Pfad der Ehrbarkeit und des Konservativismus der Proletarierfrau, ließ sie ein Ueberschwung des Gefühls ein über dos andere Mal ge- strauchelt. Schließlich geriet sie ganz außer Verbindung mit den ordentlichen Leuten, sie wurde aus der Organisation herausgejagt unter der Anklage östentlichcr Prostitution. Ietzt war st- em Stratzemmidche» geworden, und selbst die Prostituierten des Dirnenviertels kannten sie als oerkokst, verschlampt, als eine ganz unzurechnungsfähige Kreatur. Spuren ihrer einstigen Schönheit fanden sich noch in ihren tiefblauen Augen, die müde und traurig waren, und deren Winkel zuckten, in ihrer langen, dünnen Gestalt, die jetzt ausgezehrt war, in dem schwarzen Haar, das unter dem Rand ihres verknüllten roten Hutes hervor ungepflegt ihr in das Gesicht hing. Der Mund aber, der das Laster oer- rät, hatte die zarten, aber vollen Linien unschuldiger Mädchenzeit und blühender Reife vollständig verloren. Ihre Lippen hingen seitlich herab, in der Mitte waren sie ge- schwollen. Ihre Farben waren verblichen und nun in schreien- der Gemeinheit durch billige Schminken erneuert worden. Die arme gequälte Seele starrte aus dem jungen Gesicht heraus, das alt. traurig, hart und abgestumpft war, bevor die Jahre Zeit gehabt hatten, es zu furchen. Sie streckte ihr kleines Kinn vor und drehte den Kopf seitwärts, wobei sie die Lippen auf einer Seite tiefer zog. Gesicht und Lippen verzerrten sich ihr. während sie langsam sprach:„Genau so dacht' ich mir's. Eben darum Hab' ich mich hereingestohlen und neben dich hingesetzt. Ich Hab' dich näm- lich zufällig gesehen, mein Schatz, als ich mit Biddy Mac drüben an der Eecke gegenüber von Kane sprach. Da Hab' ich mich hergetrollt, um dich mal in Ruhe zu sehen. Aber das ist sonnenklär, daß du mich lieber nicht sehen willst Nicht, so- lange du Geld hast, dich mit Porter vollzupumpen. Heut morgen war's'ne andere Geschichte, wo du mich angebettelt hast ums Geld für'ne Tasse Tee, wo ich nicht mal den Schein von'ner halben Krone zu sehen gekriegt hatte für drei Tage Laufen. Na dann... .Letzt mach' mal'nen Punkt," unterbrach Gypo erregt. ,D>as ist richttg so wie du bist: immer gleich schlecht von einem zu denken An das, was du da sagst, Hab' ich überhaupt nicht gedacht. Du bist bloß so plötzlich auf mich losgeplatzt. Was willst du trinken?" Katie schaute von oben herab auf ihn hinunter, das Kinn immer noch vorgestreckt, den Kopf seitwärts verdreht, die Lippen nach unten gezogen und hie Hände auf den Hüsten. Ohne ihre Augen von Gypos Gesicht abzuwenden, murmelte sie:„'nen doppelten Gin." Gypo erhob sich und schlürfte zur Theke hin nach dem Getränk. Ihre Augen folgten ihm schielend nach, und ihr Kopf nickte immerfort langsam zu seinem riesigen Rücken hin. � Ihr Pfffriitn™ zu mst s» mm«Mich» IfeM die sich schwer mit einem Wort beschreiben läßt. Ukizweiseb- hast war sie nicht seine Frau, ebensowenig aber konnte man sie sein„Verhältnis" nennen. Ihre Beziehungen aber hatten etwas von der doppelten Natur der gesetzlichen Ehe und des Konkubinats, sanktioniert durch wirkliche Liebe. Katie liebte Gypo, weil er stark, groß und schweigsam war, vielleicht auch weil er beschränkt war und ihre schnelle Gassenschlauheit sein schwer bewegliches Hirn stets übertölpelte. Wann immer Gypo Geld besaß, gab er es mit ihr aus. Zuweilen, wenn er kein Geld hatte, nahm sie ihn mit sich nach Hause und gab ihm am nächsten Morgen nach sein Früh- stück. Im großen ganzen waren sie gute Freunde. Während der letzten sechs Monate, als Gypo aus der Organisation ausgestoßen, ohne Geld, ohne Freunde und ohne Arbeit war, hatte Katie zwischen ihm und dem Tod vor Hunger und vor Kälte gestanden. Sie liebte ihn auf ihre eigene, merkwürdige Art. Mit den letzten Resten ihres weiblichen Gefühls liebte sie ihn. wie sie ihren eigenen Mann hätte lieben können. Aber diese Spuren von Liebe erstickten fast unter dem Laster, das sie überwucherte. Selten nur wurde sie deutlich und erfüllte die wüste Leere ihrer Seele mit Wärme und Helligkeit. Jede freundliche Handlung des Mitleids mit dem schwerfälligen Riesen wurde zehnfach überwogen von Handlungen, die schlecht und grau- sam waren, während Gypo Mit der Gleichmütigkeit des ge- sunden, starken Mannes sie hinnahm, als ob sie wie frische Lust und Nahrung zu den Bedingungen seines Lebens gehörte. Ihre Abwesenheit pflegte er nur dann zu vermerken, wenn er sie nötig hatte. Er brachte den Gin und reichte ihn ihr. Sie nahm'ihn schweigend. Langsam schlürfte sie ihn, hielt das Glas einen Zoll vor ihren Lippen und starrte im Trinken vor sich hin. Hin und wieder erschauerte sie, als wäre das Getränk eis- kalt. Gypo beobachtete sie argwöhnisch aus den Winkeln seiner Augen. Schließlich sagte er:„Wozu bist du denn eigentlich her- gekommen?" Er war sehr verärgert, daß sie gerade jetzt auf ihn gestoßen war, wo er versuchte, einen Plan zu mächen. und wo das Geld für den Verrat ihm in der Tasche brannte, ohne daß er bisher eine glaubwürdige Erklärung für sein Vorhandensein gesunden hätte. Er ärgerte' sich, aber auf eine verwirrte und dumme Art. Selbst für diesen Aerger hatte ey noch keine vernünftige Erklärung herausgefunden.. .____________________ Fortsetzung jvlgttz�L Großfeuer in Lichierfelde. Teile eines Gummiwerkes eingeäschert.— Drei Verletzte. Durch ein Großseuer. da» stundenlang mit ungeheurer Machl wülete. wurde gestern nachmittag ein graste, Fabrik. gcbäude der Berlin- Frankfurter Gummi- warenfabrik in der Steinstrahe 6 2 in Lichter- selde- Süd zerstört. Zwei Arbeiter und ein Brandmeister erlitten Verletzungen. Auf dem ausgedehnten Gelände des Grundstückes Stein- straste 6 2 in Lichterfelde-Süd befinden sich die Fabrikanlagen der Berlin-Franksurter Gummiwarenfabrit vorm. Karl Schwanitz. die zum großen Teil aus langgestreckten einstöckigen Gebäuden de- stehen. In einem der Fabritationsgebäude, das 86 Meter lang und 46 Meter breit ist, ist die Vulkanisiererei untergebracht. In einer der Unterabteilungen, der sogenannten Tauch er ei. erfolgte während der Arbeitszeit plötzlich eine heftige Explosion. Der Behälter eines Tauchapporates, in dem sich Gummilösung befand, war aus unbekannter Ursache in die Luft geflogen. Stich- flammen von fast 36 Meter Länge durchschossen die angrenzenden Werkstättenräume. Die Belegschaft mutzte ihr Heil in schleuniger Flucht suchen. Ein Arbeiter, Gustav K r e j a t, aus der Willibald- Alexis-Straß« und der Meister Salewski, die in der Nähe des Explosionsherdes arbeiteten, wurden oerletzt, konnten aber noch rechtzeitig aus dem brennenden Gebäude geborgen werden.� Die Verunglückten wurden in das Vinzenz-Krankenhaus gebracht, wo Krejat mit gefährlichen Verbrennungen daniederliegt. Das Feuer nahm in wenigen Minuten groh« Ausdehnung an. Als die Feuerwehr mit drei Löschzügen anrückte, stand fast die Hälfte des grotzen Gebäudes in Flammen. Sofort wurde die höchste Alarmstufe— Großseuer!— an die Hauptfeuerwache in der Lindenstratze weitergegeben, worauf zwei weitere Löfchzüge der Berliner Wehr und die freiwilligen Feuerwehren von Grohbeeren, Ruhlsdorf, Mahlow und Teltow anrückten. Die Flammen fanden an Gummilösungen, Benzinmischungen und ähnlichen leicht brenn- baren Flüssigkeiten nur zu reiche Nahrung. Mehrmals ertönten aus dem Inneren des Flammenmeeres starke Detonationen, die von den explodierenden Benzinvorräten herrührken. Die Lösch- arbeiten gestalteten sich sehr schwierig. Einmal war der ganze Gebäudekomplex von einer fast undurchsichtigen Rauchwolke über- lagert und zum anderen wurde die Tropenhitze für die Lösch- mannschasten fast unerträglich. Erst nach dreistündigem Wasscrgeben aus zehn Schlauch- leitungen stärksten Kalibers konnte da» Feuer eingedämmt und ein Weitergreisen auf die angrenzenden Baulichkeiten, die eine Zeitlang aufs äußerste bedroht waren, verhindert werden. Die weiteren Lösch- und Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die Nacht hinein und werden wahrscheinlich erst in den heutigen Vormittagsstunden beendet sein. Das gesamte Gebäude ist total ausgebraunt, nur die Umfassungsmauern stehen noch.— In den Abendstunden trafen mehrere frische Züge ein, um die erschöpften Mannschaften abzulösen. Der Schaden ist sehr hoch, konnte aber noch nicht annähernd abgeschätzt werden. Die Schatzsucher. Wiederaufleben des spanischen Millionenschwindels. Die tragikomische Figur der ewigen Glückssucher, die nun einmal an eine Welt ohne Wunder nicht glauben können, stirbt eben nie au». Und mit ihnen oder, besser gesagt, von ihnen lebt das Heer jener Erzgauner, die aus dem knappen Verstände all dieser Un- glücksphantasten Kapital schlagen. "rj Bereits seit Jahrzehnten wird von Spanien aus ein groß- angelegter Schatzschwindel betrieben. Gaunerbriefe in unge- zählter Auflage überschwemmen alle möglichen Städte, darunter auch Berlin. An Allzugutgläubige oder, besser gesagt, Dumme ergeht der verlockende Aufrüs, sich durch Zahlung eines ver- bälinismäßig geringen Betrages in den Besitz einer großen Summe Geldes setzen zu können. Etwa so: Ein„Kaufmann Soler" schreibt an deutsche, besonders Berliner.Kollegen". Durch„Schicksals- t ii ck e" säße er wegen Bankrotts im Gefängnis. Ein Geheimsach seines beschlagnahmten Koffers birgt einen Gepäckschein, der einen in Basel. Zürich oder sonstwo liegenden anderen Koffer betrifft. Jener ominöse Kosser nun enthalte die„Kleinigkeit" von 2 M i l- lianen Schweizer Franken oder jener Währung, die der vermeintliche Herr Besitzer gerade benötige. Gegen Erstattung der Gerichtskosten, die eine Entlastung aus dem Gefängnis möglich machen, verspricht der„Kollege aus Spanien" seinem deutschen Bruder ein Dritel des ansehnlichen Sümmchens. Durch eifrige Nachforschungen deutscher und spanischer Kriminalbehörden und Warntingen durch die Preste war es gelungen, den Schwindel lahm- zulegen. Nun taucht er aber seit einigen Wochen wieder in alter frische und großem Umfange auf. Unter de» Opfern befindet sich unter anderen ein Berliner Hausbesitzer, der nicht nur das oerlangt« Geld an die ange- gebene Deckadresse einsandte, sondern sich es sogar nicht verdrießen ließ, den kostbaren Schatz persönlich In Empfang zu nehmen. Er scheute weder Miil>« noch Kosten und fuhr gen Madrid, um dort die niederschmetternde Gewißheit zu erlangen, daß er einem Schwindler ins Garn gegangen sei. Wer war die„Berliner Lotte"? Mit V e r o n a I vergiftete sich am 8» August 1S2 7 in Würz- bürg eine unbekannte Frau. Seitdem bemühen sich die Würzburger und die Berliner Kriminalpolizei bisher immer noch vergeblich, die Persönlichkeit festzustellen. Ermittelt wurde nur, daß sich die Un- bekannte in den Jahren 1926 bis.1924 unter dem Namen„B«r- I i n e r Lotte" viel in der Berliner Lebewelt bewogt hat. Es wurde auch festgestellt, daß sie damals schon gern trank und Bcronal nahm. In Würzburg nannte sie sich„E h a r l o t t e von P a p e n, geb. von Schack" und behauptete, daß sie aus Stettin stamme. Unter dem Namen„Charlotte Noumann" au» S.ettin war sie im Jahre 1926 und 1921 in Berlin an verschiedenen Stellen, u. a. in einer Penston in der Derfflingerstraße, gemeldet, al» Hauptmannswitwe Charlotte von Pape» geb. Ncumann im Jahre 1924 in der Nollendorsstraße, in Schöneberg und in der Humboidlstraße im Grunewald. Unangemeldet hielt sie sich im Oktober desselben Jahres einige Wochen in einem Hospiz om Bahnhof Frledrichstroße, in der Albrechtstratze und einem Hotel in der Neustädtischen Kirchstraß«»ist. Im Jahre 1926 wurde ste unter den, Namen Charlotte Neumonn Mutter. Dos Kind, ein Knabe, starb noch in demselben Jahre im SÄiglingskrankenhous Woßensee. In den Jahren 1926—1922 liebte Kerienidyll der Oaheimgebliebenen Bei den Urlaubern im plänierwatd. Nicht jedem Ferienkind lacht das Glück einer sommcr- liehen Erholungsreise. Aber daheim ist es schließlich auch ganz schön, und so zichen täglich Tausende und aber Tau- sende von Sindern unter Leitung ihrer Lehrer und Tugend- psleger nach den großen Außenspielplöhen verlin». Buch und Vuhlheide, die größten dieser Art. werden pro Tag von S000 bis 6606 Lusthungrigen bevölkert, der plänter- wald beherbergt durchschnittlich eine tägliche Gästezahl von 1200 bis 1Z0E Kindern, die kleineren und kleinsten Spielplätze werden von 400 bis S00 Sindern besucht. Morgens 6� Uhr. Der Wold lobt und duftet. Aber nicht nur von zwistchernden Vöglein und Sommerblumen. In den Mor- gengruß der gefiederten Sänger mischt sich der Laut von kräftigen Menschenstimmen und die Düfte des Jasmin vermählen sich mit Kakaogerüchen. Im Riesenkessel der Ferienwaldküche brodelt da» Frühstück für die kleinen Gäste und fünf wackere Küchenfrauen walten fleißig ihres Amtes. So um die neunte Stund« hallt der Wald wider von fröhlichem Kinder- gesang. Don allen Seiten strömen sie herbei, ganz Klein«, Größer« und Große. Jodes trägt seinen E ß n a p f mit der Frühstücksstulle, wer glücklicher Besitzer eines Badeanzuges oder gar einer Liege- decke ist, führt auch dies« Requisiten mit sich. Leider ist ein großer Teil dieser Lufthimgrigen so gar nicht sommerlich gekleidet. Di« Füße stecken oft in derben, schweren Schuhen, manch« tragen dicke Man che st e r h o s« n, darüber wollene Leibchen,»der Sonit- kleider oder warme Stricksachen. Auch mit den Badeanzügen hapert es sehr. Wie soll da dem Körper die ihm so unendlich notwendige Lust und Sonne zugeführt werden? Ost mangelt es natürlich auch an Zeit, sich um die Kinder zu bekümmern und das Geld zum Badeonzug wird auch nicht immer zur- Stell« fein. Trotzdem könnte doch vielleicht in der Schule dahin gewirkt werden, daß die Kinder irgendein leichteres Kleidungsstück, am besten natürlich«inen Bade- anzug, erhalten. Nach der Ankunft werden die Spielplätze aufgesucht, jede Gruppe hat ihr Terrain, das„Reisegepäck" wird abgeladen, dann holen die Ober vom Dienst die gefüllten Frühstückseimer und schöpfen ihren Kollegen den Napf voll. Die leeren Eimer werden dann wieder nach der Küche ge- bracht, das Frühstücksgeschirr wird an einer großen Abwaschrinn« gesäubert und dann geht es zum Spiel. Handball, Reigen, Faust- ball, Freiübungen usw. Inzwischen entsteigen dem Kücheniessel be- reits neue verheißungsvolle Düfte, und nm 1 Uhr ertönt der Gong, indem einer mit dem Hammer auf ein altes Blech schlägt. Nach- dem Hände und Gesicht gesäubert wurden, geht es zur Mittagstafel. Es gab gerade weiße Bohnen mit Fleisch zusammen ge- kocht und sehr schmackhaft zubereitet! jedes Kind erhält bis 1 Liter Essen. Pro Tag werden ungefähr 1166 Liter Essen ge- kocht. Di« Bestandteile dieses Mittagessens waren: 1 Zentner Bohnen, 46 bis 45 Kilo Fleisch und 6 Kilo Suppengrün nebftz Knochenbrühmasse. Nach dem Essen wird wieder abgewaschen und dann ist Ruhepause bis 3 Uhr. Einig« ruhen, die meisten aber spielen, lesen oder unterhalten sich. Nach dem Mittagessen kommt das Bäckerauto uird ladet 2566 kmisprige Schrippen, extra groß gs- backen—- sie wiegen 76 Gramm— aus. Ihm folgt der Milchliefev- wagen, der 76 Liter Milch abgibt. Die Schrippen werden ausge» zählt und in Körbe verteilt, jedes Kind erhält zum Kaffee zw« Stück davon. c Nach der M i t t a g s r a st kam der schönste Teil des Togespr», gramms, das Boden. Di« Badestelle ist ein kleiner, eingezäunter, abgeschlosiener Platz, der nur für die Kinder bestimmt ist. Nach Ferienschluß werden stets Zaun und Umkleidehallen der Badestello abgetragen und in den Unterkunftshallen verstaut. NaH dem Bade-- akt, der etwa 46 Minuten betrug, gab es Kaffee, dann konnte jeder spielen, was ihm Freud« macht und um 6!-4 Uhr folgte der Abmarsch nach Hause. Es herrscht unter den Kindern und den sie Betreuenden ein sehr herzliches Verhältnis. Alles geht wie am Schnürchen, ohne daß die Kinder dabei irgendwelchem Zwang untergeordnet sind. Jhoe kleinen Wünsche oder Schmerzen tragen sie dem Leiter der Ferien« spiel« vor und es kommt fast all« Augenblicke einer mit einem An- liegen. Der hat sich den Fuß aufgeritzt und will einen Verband Hoden, dort sitzt ein ganz Kleiner traurigen Gesichte» und kühlt mit einem Wattebausch eine frisch errungen« Beule; dem einen wieder tut der Arm weh und er weiß nicht recht, wo? damit lo» ist. Für all dies« kleinen Blessuren ist Vorsorge getrosten. Im Verbands- räum gibt es sterilisierte Flüssigkeiten, Mullbinden, Watte, Kopfweh- pulver und dergleichen,«ine der Helferinnen ist gelernte Ortho- pädm uitt» mach! sich sofort mit Kennermiene an die Beobahtung des schmerzenden Armgelenkes. Auch ein.Fundburcau" ist vorhanden. Es ist zwar keine großangelegte Sache mit einer Ab- und Ausgab»» stelle und einem da, zugehörigen Beamten, das würde sich wohl bei der wirtschasttichen Beschoffenheit der Gäste auch kaum rentterenl« Hier ist die Sache ebenso einfach wie praktisch: in einer alten Kist« liegen all die in Verlust geratenen Wertgegenständ«, und zwarÄ Taschentücher, deren Farbe sich nicht so ohne weiteres bestimmen ließe, ein Paar Hosenträger, eine Mütze, ein einsamer Strumpf usw. Ab und.zu stochert der ein« oder der andere darin herum und sucht nach seinem verlorenen Gut«. Monch-mol mit, meist jedoch ohne Erfolg. Di« Kinder sind fröhlich und guter Ding«;, manche kommen schon jahrelang her und besuchen sogar, wenn sie auch schon jchulentlisseii sind, weiter die Spielplätze. Trotzdem gibt es noch ein« große Anzahl von Kindern, die sich diesen Ferienspielea nicht anschließen und lieber auf der staubigen, gefährlichen Straß« oder in den traurigen, tust- und lichtlosen Häsen der Mietkaserneitz ihr« Ferienzeit verleben. sie es Krankenschwesterkleidung zu tragen. Mitteilungen zur Auf- hlärung nimmt in Berlin die Dienststelle A 3 entgegen. Die Selbstmörderin war etwa 1,76— 1,75 Meter groß, hatte hellblondes Haar, zuletzt einen Bubikops und eine Goldplombe im rechten oberen Schneidezahn. Locarno-Auio in Berlin. Das„Wunder" von tl869 zieht durch das Branden« burger Tor. Nach einer Dauerfahrt von 16 Tagen traf gestern vom Ausgangsvunkt pari» au» über TNaux, Epernay, Brüssel, Köln, Düsieldorf. Bad Pyrmont, Hameln. Braunschweig das mit deutschen und französischen Fähnchen geschmückte Locarno-Aulo in Berlin ein. .Schon frühmorgens begab sich eine stattliche Anzahl von Wagen des republikanischen Deutschen Auto-Klube nach Werder hinaus, um ihren Borläufer noch vor den Toren der Rcichshauptstadt zu empfangen... Kaum war die Wagenkolonne durch das Baumblütenstädtchen gefahren, als das Wagelchen von 1889, das eigens zu dieser Propagandafahrt in der französischen Provinz ausfindig gemacht und aufgekauft worden war, gesichtet wurde. Di« beiden Fahrer, Dr. Duesberg und der französische Schriftsteller P r o n d y wurden von den Mitgliedern des Auto- klitds mit einem großen Rosenstrauß, den ein schwarzrotgoldenes Band zusammenhielt, begrüßt, worauf sich die Autokolonne in einem 16- bis 26-Kilomet«rtcmpo durch Werder, Potsdam und über die Avus nach Berlin hinein bewegte. Ueberall unterwegs wurde dem historischen Wagen zugewinkt. Noch größere Beachtung fand er auf den Straßen Berlins, zumal ein Plakat „Locarno. Paris— Berlin. 1889'1928" von seinem Zweck berichtete. Den Kaiserdamm und die Charlottenburger Chaussee entlang, durch das Brandenburger Tor fuhr das Loearno-Anto am Auswärtigen Amt vorüber, sodann zum Hotel Eden, wo die Fahrer durch die Ueberreichung eines großen Eichenkranzes geehrt wurden. Anschließend daran begaben sie sich zu einem Frühstück. bei dem sie von einem Vertreter des Auswärtigen Amts und van Beauftragten der französischen und belgischen Gesandtschaften olli-'ell begrüßt wurden. Wohnungsbaujahr 1925. Die mit dieser Ueberschrist veröffentlichte Mitteilung in der Sonnabendmorgen- Nummer des„Vorwärts" ist durch«inen Druckfehler entstellt worden. Der Schlußsatz muß lauten: „Die 126 Millionen Mark für 1928 liegen nicht etwa zu Beginn des Baujahres 1928 vollständig vor." Gerade au» diesem Grunde kann, wie m der Mitteilung ausgeführt wurde, die Hypathekengewährung und Wohnvaufinanzterung nicht sogleich für das ganze Johr jchvn zu Beginn des Baujahres erledigt werden. Explosion der Haßlocher Pulverfabrik. Drei Tote.— Viele Verlebte. Haßloch. 14. IuN. In den ZNitiagsstunden des Sonnabends stieg über bat haßlocher Bergen eine Rauchsäule auf. die wieder einmal eist Unglück bei der haßlocher Pulverfabrik bei Uierti heim am Main ankündigte. Es sind gerade zwei Jährst her, seit die Pulverfabrik Haßloch durch eine Explosion volt« kommen vernichtet wurde. Aus bisher unbekannter Ursache brach gestern im Abfüllraum eine Explosion aus, die einen Brand imaltenTeilderFabrikzur Folge Halts- wie die Direktion der Pulverfabrik Haßloch mitteilt, find drei Tote und ein Schwerverletzter als Opfer dest Explofivnskalastrophe festgestellt worden. Die Zahl der Leicht-, verletzten konnte noch nicht genau ermittelt werden, da die im Betriebe beschüfiiglen Arbeiter sofort nach Ausbruch des Feuer« die Fabrik verlassen haben Zu der Explosionskatastrophe in Haßloch wird weiter gemeldet« Di» schwere Explosion ereignete sich um 11.15 Uhr im Trocke« räum fl der Pulverfabrik, und zwar vermutlich infolg« Eelbstq entz Endung. Es wurden drei Tote, vier Schwerver« letzte und vier Leichtverletzte geborgen. Die Hälfte der Fabrikanlagen ist schwer beschädigt. Der Schauplatz der Katastrophe bildet einen wüsten Trümmerhaufen. Der Hauptschaden ist nicht durch die Explosion entstanden, sondern durch das Uebergreisen des Brandes auf die nebenstehenden Gebäude. Nach den letzten Meldungen über die Explosionskatastrophe im der Haslocher Pulverfabrik ist der Verlust von vier Nlenschenlebea zu beklagen. Drei Schwerverletzte befinden sich in Lebensgesahr. Auch der Pfarrer von Schollbrunn, der nach dem Bekannt- werden des Unglücks an die Unglücksstelle geeilt war, wurde schwer verletzt. Die Zahl der Leichwerletzten ist nicht festzustellen. Die von der Explosion betroffenen« Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung über die Ursache der Katastrophe an Ort und Stelle bereits ausgenommen. Der!5. Tufi in der Kinder-Republik. Vor einem Jahr, als das furchtbore Geschehen über Wie» hereinbrach, ausgelöst durch den Freifpruch der ntrtionalistischen Arbeitermörder, wurde in Kiel die erste Kinder. Republik der Roten Falten antge rufen. Vor ein paar Tagen hat im Lagerparlament der«in- der-Republik am Uedersec ei» Mädel verlangt, daß die Buben pnp Mädels im Lager an die Wiener Roten Falken schrei- ben sollen zum Gedenken an den 15. Juli. Das Lagerparla- nzent hat so beschlossen. Gestern versammelten sich die Roten Fol« k»n. Mit schlichten Worten erinnerte ein Helfer an die Vorgänge in Wien und teilte dann den Brief mst. der mit den Worten schließt: „Wir denken deute in Trauer an die 166 toten Wiener Proletarier. tue durch die mörderischen Polizeikugeln sterben mutzten. Wir Kau/n g�hcuit, fdion verdaut! Dstt fehjumiefifte Magen kann, fie vertragen.! bcnfen Menbe» an die beftet*ot«n Falk«», Me an dies« Tage getötet wurden. Dabei fühlen wir wieder gan� stark, daß wir zusammengehören, daß wir als Arbeiterkinder Brüder und Schwestern sind."_ Die Anklageschn'st im Kall Bergmann. Zehn AngeNagte, über achtzig Zeugen. In der Millionenbetrugsassäre des combardhausbesitzer» Paul B e r g mo n n ist den Angeschuldigten die AnNageschris» zugestellt worden. Sie ist 120 Schreibmaschinenseiten stark, und es werden in ihr ganz besonders eingehend die Be- Ziehungen zwischen Bergmann und Staatsaawaltschast»- rat Za c o b y I behandelt. Die Anklage richtet sich gegen 10 Angeschuldigt«: 1. gegen den Besißer des Allgemeinen Lombard- und Lagerhauses Paul(früher Tally) Bergmann, 2. den Kaufmann Willi K r a a tz, Z. den Korre- sptmdenten Bruno W u st r o w, 4. dessen Ehefrau, die Kontoristin Chorlotte Wustrow, 5. den Lageroerwalter Paul Schmidt, 6. den Korrespondenten Ludwig O h n st e i n, 7. den Kaufmann und Pserdekommissinär Felix Sulinger, 8. den Vertreter Arthur Lederar, 9. den Kaufmann Wilhelm Wo rschauer und 19. den Ttaatsanwoltschostsrat Dr. Walter I a c o b y. Von diesen Ange- klagten werden Bergmann, Dr. Jacoby, Kraotz, die Wustrows, Schmidt und Ohnftein angeklagt des gemeinschoftlichenfort- gesetzten Betruges. Bei Bergmann kommt strafverfchärfen- der Rückfall in Frage, da er schon mehrmals wegen Be- trüge, vorbestraft ist. Außerdem ist noch Bergmann wagen Konkursvergehen, und Kontur, verbrechen, ange- klagt, sowie in Gemeinschaft mit Kroatz, den Eheleuten Wustrow und mit Schmidt wegen Urkundenfälschung von Lombard- scheinen und Wechsetn. Die Angeklagten Solinger, Lederer und Warschauer sollen Bergmann Beihilfe zum Betrüge, Solinger auch zur Urkundensölschung geleistet haben. Die AnNageschrist schildert eingehend die Entwicklung der Lom- bardgeschäfte Bergmanns, der gegen Zusicherung von 4« Proz. Jahreszinsen gegen Faustpfand von allen Seiten Gelder aufnahm und sich als Referenzen einer Reihe von Persönlichkeiten in angesehener Stellung bediente. Seine chauptauskunftsperson war Ttaatsamvoltschaftsrat Dr. Jacoby. Nach der Anklage soll er genau gewußt haben, wie«, um Bergmann steh«, und seine Auskünfte sollen bewußt falsch gewesen sein. Bergmoim hatte den Dorleh'is- geben» feine Lombardbeftände als Sicherheitsunterlag« verpfändet, er hotte dabei aber dieselben Warenposten an verschieden« Gläubiger gleichzeitig in Pfand gegeben, einzelne Posten bis«lsirral. Jacoby erteilte die Auskünfte über Bergmann fotmuiarmaßig und soll in der Zeit vom 2. Oktober 1927 bis zum Zusammenbruch am 28. Januar 1928 nicht weniger als 120 Auskünfte erteilt hoben. Er bekam 2 Proz. von den auf Grund seiner Auskünste erwirkten Einzahlung«»«. Die Höhe der an Dr. Jacoby ge- zahlten Vergütungen ist nicht genau festgestellt worden, da für ihn kein besonderes Konto geführt wurde, und er keine Quittun- gen gegeben hat. Nach den Schätzungen des Bücherrevisors soll er von Mai bi, Dezember etwa 6800 Mark erholten haben. Nach Zustellung der Anklageschrift hat die Strafkammer eine vierzehmögig« Erklänmgsfrist gewährt. Di« fünf Rechtsanwälte der Angeklagten hoben noch zu den bereit, von der Staatsanwalt- fchaft geladenen über 80 Zeugen undSachvcrständigen eine große Zahl von weiteren Beweisanträgen vorbereitet. Nach Ablauf der Erklärungsfrift wird die Befchlußkannner des Landge- richts I die 1. Groß« Strafkammer über den Antrag der Staatsan- nwüschoft auf Eröffnung des ch a u p t o e r f a h r e n s gegen die 10 Angeklagten entfcheiben. Diese Beratungen»»erden ebenfalls längere Zeit in Anspruch nehmen, da es sich um ein Aktenmater iol aus 12 chauptbänden und 108 Beiaktenbänden handelt. Bahnhofsumbauien der Hochbahn. Nollendorfplah und Bülowstraße. Nachdem die Ilntergnmdbahnhöfe Zoo und Knie erweitert und die zweiten Ausgänge eröffnet worden sind, wird nunmehr die Hochbahn daran gehen, mich die Hochbahnhöfe Bülowftraßc und Nollendorfplatz zu modernisieren. Die Bahnsteige beider Bahnhöfe werden auf 110 Meter verlängert und erhalten zweite Ausgänge. Für den Umfteigeverkehr am Nollendorfplatz van der Hochbahn zur Straßenbahn oder Aboog ist der Einbau eines zweiten Ausganges befonders erfreulich,»veil es bisher für die aus der Stadt kommenden Fahrgäste außerordentlich umständlich»var, am Nollendorfplatz zu einem Wagen der anderen Berkehrsgesellschaften umzusteigen: da man erst den hier besonders lebhaften Fahrdamm überschreiten mußte. Di« llmbouarbeiten be- ginnen in Kürze, voraussichtlich noch Ende Juli. Die Pläne und Vorarbeiten sind bereits fertiggestellt. Der Umbau wird zirka drei Monate in Anspruch nehmen. Nach Fertigstellung wird es dann möglich fein, auf dieser Strecke die schon seit langein geplanten Acht- »vagenzüg« in den Hauptverkehrsstunden verkehren zu lasten, um so den Andrang des Publikums besser bewältigen zu können. Fliegender oder fester Zeitungsstand? Mit einer Frage, die für den- Zeitungshandel von grundsätzlicher Bedeutung ist und daher auch bis zur höchsten Instanz durchgefochten werden soll, hatte sich das Amtsgericht zu beschäftigen. Der Zeitungshändler L. hatte einen Strasbesehl über 5 M. erhalten, weil er nach 7 Uhr vom festen Stand aus noch verkauft hatte. Der Angeklagt« hatte dagegen Einspruch er- haben. L. hat einen festen Stand. Um 7 Uhr packte er seine Sachen zusammen, hatte aber dann schon eine Tasche auf der Erde stehen, aus der er weiter verkaufte. Als fliegeirder Händler mit seiner Tasche am Körper darf er auch noch 7 Uhr verkaufen, ftie Das Laboratorium der Küche. Sotme ist Leben. Die frische Zntrf* Ist ausgespeicherte Sonnenenergie.»Eßl mehr Früchte!" wer de« gemein- verfiänisigen Sinn dieser Propaganda beachlek, würde gewiß gut dabei fahr«». Anders nur wird es. will man den wissen. schastlichen Vorgang des Ernährungswesens. wie er in seiner vielsälligen Art ans der Ansstellung.Die Ernährung" gezeigt wurde, zur Grundlage einer vernünftigen Ernährung machen. Hierbei»oird sehr übers Ziel hinausgeschossen. Unser« Mädchen sollen nicht nur hauswirtschaftliche Tugenden im Kochen und in der Krankenpflege entwickeln, sie sollen gleichzeitig C Hernikerinnen fein und müssen mit Mikroskop und Säurebestimmern umzugehen ver- stehen. Dieses Neue erinnert immer etwas an das alte Bild, wo die junge Ehefrau mit dem Kich>biich in der Hand kochte, derweiten die Milch überlief oder der Braten anbrannte. Dr. Winkel, der Ernöhrungschemiker der Ausstellung, hielt vor einem geladenen Kreis einen Vortrog über ein Experi- mentierlaboratorium in den Schulen. An einfachen Versuchen zeigte er, wie die Ernährungswissenschaft die praktische Küche beeinflußt. Und« mag vieles richtig fein, z. B. wenn die angehende Hausfrau in der Loge ist, fich selbst«in Bild über die Güte und Beschaffenheit der Milch zu machen. Auch über den Düamingehait der Nahrungsmittel ist es gut, sich orientieren zu können, aber bereits bei der Kalorienberechnung mangelt es,- wenn jede Mahlzeit erst«in« stundenlang« Berechnung erfordert. Die Veränderungen, die vor sich gehen beim Kochen, Dünsten, Dämpfen, Braten, Backen usw. sind günstig»der nachteilig für die betreffenden Nahrungsmittel. Der größte Teil dieser Veränderungen beruht auf der Zliftandsänderung der Nahrung und auf kolloid-chemischen Vor- gängen. Dr. Winkel zeigt« heizbare Mikroskop«, die die dabei auf- tretenden Erscheinungen auf eine Filnnvand projezieren. Wer es sich leisten kann, kann also einen solchen Film sich gleichzeitig bei der Ein- nähme der Mahlzeit vorführen lassen. Die nächst« Folge der Ent- Wicklung«oäre, daß«ich der Ehvorgang und die Verdauung, die Uebernahme der Stoffe ms Blut etc. gleichfalls im Film vorgeführt iverden. In welchen Wi»ckel mag sich dann noch der„durchfichtigs Mensch" flüchten, um sein Eisbein mit Sauerkohl ungestört genießen zu können? Der Vortragende führte aus, daß unsere Nahrung nicht nur Brennwert«, die Muskelkraft und Wärme bringt, enthalte, sondern auch fein«, biologisch und gesundheitlich wichtige Lebensstoffe. Unser Körper sei nicht nur init einem Ofen zu vergteichen, sondern darüber hinaus habe«r unendlich feine, biochennfche Aufgaben zu erfüllen. Nahrung und Mensch stellen in biochennfcher Hinsicht eine Symbiose (Zufannnenleben ungleicher Lebewesen) dar, und der Sinn richtiger und gefundheitsgenräßer Ernährung liege in der Erzielung einer höchstmöglichen, oernunstgemäßen Pflege dieser Symbiose. Verehrter Herr Doktor! Unsere Magen»ovllen ernährt werden, nicht nnt Mssenschast gefüllt! Oder glauben Sie. daß Sie einen einfachen Menschen unter einem zuxijährigen Hochschulkursus dahin bringen, ein fchniackhastes Gericht auf dem Mikrostop gar zu kochen? Wenn»rgn«stern L i s s i g e n, Mürlenbach, Malberg und Kyllburg. Im Westen das hohe Land der Schneifel, da unten die fruchtbare Südeifel. Und kommt man van Osten, so rücken die vulkairischen Berge immer näher heran. Mayen, das auch in der Eifel liegt, grüßt mit feinen Stadttoren und feinem schiefen Kirchturm herauf. Schon sind wir mitten in der vulkanischen Eifel. Daun mit seinen Mauern, Manderscheid nnt seinen Burgen, die stille Klosterruine Himmerode, dos ist die Eifel! Und an den Hängen der Berge steht jetzt der goldene Ginster, und auf den weiten Heideflächen die knorrige Kiefek und schlanker Wacholder. Ob das nun die ganze Eifel fei? O nein! Dazu gehören all die vielhundert Dörfer mit ihren moosbewachsenen Strohdächern, die winkligen Städtchen mit ihren alten Kirchen und ihren zerklüfteten Burgruinen. Dazu ge- hören die einsamen Berge, die tiefen Moore, die schmalen u»»d oft- mols so steilen Felswege mit ihren Kreuzen und Heitigenhäuschen, dazu gehören die grünen Wiefentäler, die stillen Waldklöster, die Mühlen im Tale und die Ruinen auf den Felsen. Und dann noch eines: Auch der Eifler gehört dazu! Der einsame, stille, ver- schlössen« Bergbewohner. Wer kennt ihn ganz? Er bleibt irgend- wie ein Rätsel, genau wie seine Landschaft, die herb und verschlossen vor uns liegt. Während sich der Hauptwairderstrom im Rheinland in die reizenden Flußtäler des Rheins, der �tofel, der Ahr und Lahn ergießt, steht die niederrheiiiische Landschaft bisher noch abseits des Großverlehrs und nur selten oerirrt sich ein Wanderer in ihre herben Schönheiten. Eine neugegründete Organisation will durch Anlegung und Unterhaltimg von Wanderasegen das Wandern am linken Niederrhein erleichtern, den Heiinotschutz und die Heimat- liebe fördern und dem Fremdem die Kenntnis vom schönen Nieder- rhein vermitteln. Kolonie Birkholzaue. Di« im Kreis« Niederbarnim, von der Station Blumkerg der Wriezener Bahn zu erreichende Kolonie Birkholzaue feiert heute ihr 26 jähr ige» Bestehen. Ein in schöner Gegend ge- legenes Fleckchen Erde,»nanchen nvch nicht bekannt, ist durch eisernen Fleiß der kleinen Leute und Arbeiter zu einer Erholungsstätte ge- worden. Es hat iin Zlnsang schwere Kämpfe gekostet, aber die Sied- ler haben sich durchgerungen. Ein kleines Paradies ist entstanden. Mit dein heutigen Tage wird auch ein acht Morgen großer Platz, der zum großen Teil als Sportplatz hergerichtet wird, der Oeffent- lichkeit übergeben. Deshalb bittet der Derein der Grundbesitzer alle Sportvereine und Freunde der Siedlung, heute hinauszukommen. Züge gehen fast stündlich ab Wriezener Bahnsteig oder auch Stetti- ner Bahnhof.__ Die Rütt Arena Hot den Ansang ihrer Rennen der großen Hitze «gen von nachmittags 4 Uhr auf abends 8 Uhr verlegt. Lloyddampfer �Augsburg" verunglückt. Lm Kanal auf Strand gefcht. Bei dichtem Nebel stieß gestern im Englischen Kanal der Lloyddampser„Augsburg", der fich aus der Ausreise von Hamburg nach Chile befand, mif dem italienischen Dampfer „Margola" zusammen. Die.Augsburg" lies Dover an, wo sie bei der Einfahrt in de»» Hosen aus den östlichen Wellenbrecher aufrannte. Dabei»vurde der Bug des Dampfers«ingedrückt, und dos Schiff mußte auf Strand gesetzt»Verden. Don Dvver aus wurden zwei Rettungsboote nach der Augsburg entsandt, die jedoch nicht in Anspruch genommen zu»»erden brauchten. Die kleinsten Gärten. Die Borgartenprämiierung Berlin 1928 ist in vollem Gange. Die für jeden Stadtbezirk gebildeten Bewertungs- kommissionen haben ihre Tätigkeit aufgenommen und find bei der Durchführung der ersten Besichtigung der Vorgärten ihres Bezirkes. Gegenüber den beiden Borjahren läßt sich ein kleiner Fortschritt In der Bepflanzung und Pflege der Vorgärten er- kennen, doch findet nwn leider immer noch viele gänzlich unge, pflegte Gärtchen. Dabei wäre es«ine leichte und ohne große Geld- aufwendungen durchzuführende Maßnahme, die Borgärten vom Unkraut zu reinigen. v � Roch ist eine Teilnahme am Wettbewerb inöglich. Garten, die neu instand gesetzt werden, können noch immer in der Ge- schäftsstell« der Vorgartenprämiierung, Berlin NW 40, Kronprinzen- ufer 27, angemeldet werden. Die bisher eingegangenen Anmel- düngen sind an die Bewertungskommissionen weitergegeben worden. Jedoch auch Gärten, die nicht angemeldet werden, nehmen am Wett- bewerb teil, da eine Besichtigung oller einigermaßen gepflegter Vor- gärten der Stadt vorgenommen wird. Die zweite Besichtigung findet im August oder Anfang September statt. Als ersten Preis hat die Borgartenpräiniierungskommission im Einvernehmen mit der städti- schen Kunstdeputation in diesem Jahre ein k ü n st l e r i s ch ausgeführtes Wandrelief vorgesehen. SO Kinder beim Ginsturz eines Hauses verunglückt. Pas zweite Stockwerk einer außer Betrieb befindlichen Baum- wollrein igungsan st alt in Greenville(Alabama), die gegenwärtig als Unterkunstshaus für Ausflügler be- nutzt wind, stürzte plötzlich aus noch ungeklärter Ursache ein. Etwa 5 0 Kinder, die sich auf einem Ausflug befanden, stürzten in das erste StockwerK hinab und wurden samtlich verletzt, darunter zehn schwer. weitersührung der Straßenbahnlinie 74. Vorbehaltlich der Ge- nehmigung der Aufsichtsbehörde wird die Straßenbahn- l i n i e 7 4, die jetzt in Lichterselde-Händelplatz endet, bis.zur Staatlichen B i l du n g» a n st n l t in der Zehlen- d o r f e r Straße weitergeführt»Verden. Die Umbauarbeiten an dieser Strecke sind beendet, so daß voraussichtlich von der nächsten Woche ab die Linie 74 die neue Streck« befahren wird. Bei dem Eisenbahnunglück von Bar sur Aube handelt es sich nicht nin de» D-Zug Paris— Aachen, sondern um den D-Zug Paris— Belfort— Basel. Wetterbericht der öffentlichen wetterdieostslelle Berlin und Umgegend. sNachdr. verb.) Weiterhin heiter mit neuem Temperaturanstieg, schwache Lustbewcgnng.— Jät Deutschland: Im ganzen Reiche weiterhin be- ständiges Sominerw elter. Juwelen-Belmonte-Uhren Sllbcrwaren. Größte Autwahl. Höchste Ouzliiät. Billigste Preise. Qoid waren Sommer-Oberbett •cht türlc rot oder Iii«, aold, m frel�lnlett, Indanthrenfarb., � � m. Mooopoldaunen 130X200 m m I Dimiti-Oberbetb I bezufl ,�xaoS4p,4.n;5.»o \ Bettlaken «H Laaguattaavarzia. " sao Ein Peatan farttM»AO/ Kissen-Inlette 40 /i ml» Nah» adar Idalaaa Fahlen ten*as(trt. Kissen-Bezüge qc mit langBattaaartigann Rand" mit haadsuogtncm Hohl- dl aaum,«OXPO....... 1.95 Gerstenkorn- Steppdecke od-A- luii! w« usQabt im »sschusses, Ktten. eüten Sonntag» ots Bildung». tuet verSffentlicht. können weiter bei dem Obmann Eenossen Günther. Moriendorf. Surfürstenstr. lg, aagemel Heute, Souatag. IS. Zoll: 101. Abt. Treptow. Der Arbeite r-Turn»»nd Sportverein„Jahn* Mit am Sonntag, 15. Juli, fein Sportfest auf dem ftraße, aegenitber dem Krematorium, ab um lZ�b.....'' 14«Ä Uhi tiefe Veranstaltung na . Uhr auf dem Eportplah. Da« Uhr. An alle Genossinnen und Genossen richten wir die Bitte, tfest auf dem Sportplatz itiefhol»» . Der Festtzug nimmt Äufstellung las eigentliche Sportfest beginnt kannte mitzubringen.„...____ fügend unserer Abteilung find ebenfalls herzli Kräften zu unterftiltzen und Freund« und Be» ie Mitglieder der SAI. und der Gewerkschaft». eingeladen. 102. Abt. Baumfchnlenweg. Wie im Vorjahr« beteiligt fich auch diesmal die Organisation an dem Sportfest de» Arbeiter-Turn. und Sportvereins Jahn am heutigen Tag«. Der Festzug nimmt um 1314 Uhr auf dem Sport» platz Aufstellung. Banner und Fahnen find mitzubringen. 130. Abt. Paukow. Um 14 Uhr treffe» fich die Mitglieder mit Familien. 128./130.■ MW ang, hörigen am Bahnhof in Buch Waldschiinke. Gäste aus anderen Abteilu zum AusflUl bteilungcn i teiligung erwartet dl« Abteilungslettung. Famii sflug üach dem Restaurant n des Kreises willkommen. Morgen, Montag. 16. Juli: 52. Abt. Tharlottenburg. 18 Uhr treffen fich die Genossen zur Flugblatt» Verbreitung bei Bade, Kaiserin-Augusta-Alle« 52. 77. Abt. eäiöorberg. 20 Uhr bei EchmUlt, Grunewald str. 16, Barstandsstwmg. III. Abt. Lichtenberg. 18—19 Uhr wichtig« Flugblattverbreitung von Krüger, TLrrfchmittstr. 33, und Klose, Rupprechtstr. 37, aus. Fraueuoeransialtungen. 2. Kreis Tiergarten. Zur Dampferfahrt am Freitag, 3. August, nach Wolter». dorfer Schleuse find bis zum 25. Zuli bei der Genossin Jordan, Lübecker Strasse 43, Karten zu haben. 2. Krei, Weddiag. Dienstag, 17. Juli, Frauenansflug nach Tegel. Treff. Punkt t0 Uhr an der Gabelung. All« Genossinuen, Genossen, deren Freunde und Bekannte sind hierzu herzlich«iugrladen. Die Karte« zur Dampfer. fahrt am Freitag, 3, August, find bei allen Abteilungsleiterinncn und bei der Kreisleiterin, Genossin Luise Pagel, Swinemünder Str. 42, erhältlich. Brei» der Karten für Erwachsen« 1,30 M., Kinder SO Ps. 12.«Kl» Tempelhof. Donnerstag, 13. Juli, IS Uhr, Moriendorf, Markgrafen. sse II, Besichtigung des Gesundheitsamtes, der«leiderkammer und des Kinderheims Mariendorf. Anschliessend Kaffeelochen. Kuchen vom Konsum daselbst. Um zahlreich« Beteiligung wird gebeten. Gäste willkommen. 20. Kreis Reinickendorf. Dienstag, 17. Juli, 20 Uhr, in Reinickendorf-West, Echarnwebcrstr. 114, Bolkshous, Funktionärinnensttzung iAgitatwn und Ardeiterwohlfahrt). Die Dampferfayrkarten für den 23. Juli find dttte am 17. Juli abzurechnen. Jede Abteilung muss vertrrtrn sein. 1. Abt. Mittwoch, 18. Juli, bei Spiegel, Ackerstr. I, am Koppenplatz, Frau«». abend. Bortrag des Genossen Dr. Thiemr über„Revolutionäre Dichtung, Scherz und Hohn". Alle Genossinnen sind herzlichst eingeladen, desgleichen .VorwärtsMieser und EhMpathisterende. Karten für die Dampferfahrt am 3. August sind bei der Genossin Schneidewind, Kleine Auguststr. 7-, zu haben. 14. Abt. Alle Genossinnen beteiligen fich am Dienstag, 17. Juli, am Frauen. ausflug des Kreises Wetding nach Tegel. Treffpunkt 10 Uhr"• /"T" ■/- Ä 4?'O. �% /V\. /�~x Ohne Anzahlung WochenraTe 3."MK. Monatsrate 12.-tiK. Zu beziehen durch sämtliche Ireigewerk- schafflichen Organisationen od, direkt durch iNDLAR-IAHRRADWERK KTTenae s e 1 1 s c harr Berlin- Lichtenrode Erato Niederlage! Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage! Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 83 in beiden Niederlagen ReparaturwerkslEtten VERKAUF werktäglich von 9 bis 19 Uhr WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Kfinfgatr. Reeenthaler Str. Moritzplatz 5« atsen Außerordentlich billige Preise in fast allen Abteilungen Ein Posten Damenmäntel Herren-Artikel shetlandartige und Herrenstoffe, Terschiedene Dessins Serie I Serie U Serie IE 1575 2150 2950 Ein Posten Damenmäntel guter Covercoat-Rips und Herrenstoff, mm Teil gefüttert Serie i Serie II Serie III 39m 49m 59m Damen-Kleider bedruckt Vollvoile und Kunstseide, Gr. 44-48 sr 690 Se* 1250** 1575 Oberhemd SS&SS Oberhemd"»S.«, Popeline-Eins. m. Klappmansch. Oberhemd schöÄlfen n. Karos, Klappmanschetten Nachthemd"ÄÄ Schlafanzug"SS" Strohhüte"ÄS" Wollfilzhüte Selbstbinder reine Seide 290 3 90 575 285 690 165 265 85 pf. WoD- 0. Seidenstoffe Serie 1 19m � 29m CrOpe de Chine-ScHal Ig« ca. 22/125 cm, moderne Farbstellungen■ 9*0 Schuhwaren Schnürschuhe SZ 1«,= amerik. Absatz, Größe 35-38' Lido-Sandalen 7� a-?* für Kinder, Größe 27-30•' � Spangenschuhe AQn für Damen, Stoff, weiß u. farbig" Spangenschuhe 1�.. für Damen, hellfarbig Lcder I v sC» Reiseschuhe q7(. Kr Damen, farbig Leder£ bedruckt Baumwollstoff, Gr. 42-48 lumper Bulgarenbluse Vollvoile, mit reicher Handstickerei Jumper Bastseide, pastellfarbig. mit langen Aerraeln I■■— o wo■■ CrSpe de Chine(Kunstseide) J U IIB|# 6■ mit Krawatte 390 690 875 950 Kinderkleid Sää 3 90 Mädchenkleider Z,- Tan bedruckter Vollvoile'** M LvEI Jugdl. Kleider g75 iz.. bedruckt Vollvoile u. Wollmusselin« w I MM Damenstrumpfe Kunstseide Seidenflor künstl. Wasch- Bemberg-Adler- frbig farbig--U-..-rdig 78«. 95- I90 275 7tr. 331* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Gonntag, IS. Juli 1923 Klaute im kapitalistischen Oelkrieg. Weltwirischastliche Ltmschau. Txa O«kin Steglitz das unbebaute Grundstück Schloßstr. 11/15 erworben. Es sollen Verhandlungen wegen eines Warenhvusneubaues schweber. 'lue Bremen wird gemeiM. hob z-nsi-bcn dem Karstadt-Konzern und dem Bremischen Staat ein schon früher abgeschlossener Vertrag endgültig genehmigt wurde Dannch wird das große Bremer Neubauprojekt des Rudolf-Korstadt-Kvnzerns. desien Kosten auf 12 Millionen Mark vorgesehen sind, bald in Angriff genommen werden 1 Weniger Lehrlinge. Vessers Lehren! Was für die Arbeiter einer ganzen Reih« von Berufen«in« zwingend« Forderung ist, wird von der Schulentlassung im nächsten Frühjahr ab zu einer Tatsache. Der Geburtenaussall während der Kriegsjahre tritt unter den Jahrgängen der Vierzehnjährigen in die Erscheinung, und zwar bis zum Jahre 1932. Der Teil des auf die Ausbeuwng der billigsten Arbeitskräfte spekulierenden Klein- meistertums erhebt deshalb schon jetzt bewegliche Klagen und schickt seine Innungen, Jnnungsverbände und die Handwerkskannnem zum Sturmangriff auf die wenigen Lchrlingsverordnungen vor, die der Lehrlingszüchterei entgegenwirken sollen. Auch das preußische Landesgewerbeamt hat stch vor kurzem mit dieser Frage befaßt und darüber berichtet: .Gegenstand besonders eingehender Erörterung war die Frage der Sicherung eines ausreichenden Lehrlings- nachwüchse» in den nächsten Iahren, im Hinblick auf den infolge des Geburtenrückganges während des Krieges zu erwor- tenden Mangel an jugendlichen Arbeitskräften. Die Abteilung B. war der Auffassung, daß auch künstig die Festsetzung von Lehr lingshöch st zahlen nicht entbehrt wer- den könne, daß eine besonders enge Zusammenarbeit der handwerklichen Organisationen, insbesondere der Handwerks- kamniern mit den Organen der öffentlichen Berufsberatung ge- boten fei, und daß dieFroge derL«h?lingsv«rgütung im Zusammenhang mit der Sicherung eines ausreichenden Lehr- lingsnachwuch'es für das Handwerk besondere Beachtung oer- diene." Diese Stellungnahme ist zu begrüßen, da sie von dem zünft- lerischen Geschrei unbeeinflußt ist. Die Frage ober ist, was die Gewerkschaften zu tun haben, um den vorüber- gehenden Lehrlingsmangel zu einer möglichst dauernden Berbesse- rung der Lehrbedinzungen zu nützen. Zunächst handelt es sich darum, die an Zahl geringeren Lehrkräfte zweckmäßig zu verteilen, ein Problem, dos im öffentlichen Interesse liegt, im Interesse des Handwerks, wie auch im Interesse der neuen Lehr- lmg«. Es bedarf weniger mehr einer Untersuchung der Gewerk- schaften ol» einer zusammenlassenden Feststellung darüber, welche Gewerbe aufnahmefähig sind und welche übersetzt sind. Absterbenden Berufen noch immer neu« Lehrlinge zu- zuführen, ist ein Berbrechm an der Jugend, das mit aller Macht ver- hindert werden müßte. Di« an sich lebensfähigen Berufe wären daraufhin zu prüfen, ob die Zahl der in ihnen beschäftigten Lehrlinge mit der der Ges«llen in einem erträglichen Verhältnis steht. Wo es nicht der Fall ist, ist jetzt die best« Gelegenheit gegeben, dies«« Verhältnis günstiger zu gestalten, durch Fernholten neuer Lehrling«. De? tatsächlich« Bedarf an beruflichem NachwuHs— nicht zu verwechseln mit de? Nachfrage gewohnheitsmäßiger Lehrlingshalter nach billigen Arbeitshänden— könnte dann trotz der bis etwa zur Hälfte sinkenden Zahl an Lehrkräften vollauf gedeckt werden. Wurde durch das bisherige Ueberangebot an Lehr- lingshänd«» ein« befriedigend« Regelung der Lehrlingsbedingungen außerordentlich erschwert, in vielen Fällen total vorhin- d«rt, datm darf der Ilmstand eine» verminderten Angebots sehr wohl dazu benutzt werden, um in die überkommen« Lehr- lin-gch ürtrtfchaft einen modernen Zug zu bringen. " Berkurzungs der Oehrzeft. Mit der notwendigen Erhöhung d«r Lehrlingsver- g ü tun g ist es allein nicht getan. Dielmehr müßten sich die Innungen dazu beguetimr, ihr« Lehrvertragsformular« einer gründlichen Korrektur zu unterziehen. Vor ollem muß die Dauer der Lehrzeit in den einzelnen Berufen nachgeprüft werden, da sie vielfach rein schematisch festgesetzt ist. Je länger sie ist, um so m«hr entspricht sie den Wünschen der Lehr- Herren, die sich dabei nicht selten mit denen der Gesellen begegneten, das Anwachsen der Konturrenz in ihren Reihen zu verlangsamen. Eine dreisährig« Lehrzeit dürste in der Regel vollkommen ausreichen, um die Anfangsgründe eines Benifes zu erlernen. Die notwendig« weite?« Ausbildung muß sowohl in der Junggesellen- praxi» wie in besonderen Fachkursen erfolgen. In manchen Ge- werben ist die dreijährige Lehrzeit noch zu lang. Di« Verkürzung der Lehrzeit bedingt zugleich ein« sorgfältigere Anlernung und Unterweisung, eine verbesserte Lehrlingsausbildung unter systenuitischcr Kontrolle. Jung« Leute, die ständig mit den gleichen Handgriffen bei der gleichen Teilarbeit beschäftigt werden, wie es z. B. yn Schlossergewerbe häufig vorkommt, sind keine Lehrling«, sondern jugendliche Arbeiter und müssen als solche behandelt und bezahlt werden. Di« Lehr- linge aber müssen allseitig ausgebildet werden. Da auch für sie und ihre Eltern der Satz gilt: Zeit ist Geld, müssen die Lehrherren bei der Lehrlingsausbildung ein weit flotteres Tempo einschlagen als bisher. Wer intensive Arbeitsleistungen von anderen fordert, von seinen Arbeitern, darf in der Erfüllung seiner eigenen Pflichten nicht so bummlig sein, wie es eine über- lange Lehrzelt ermöglicht. Für die Eltern der Lehrlinge Ist die Situation insofern günstig, al» sie ihre Söhn« nicht dem erstbesten Gewerb« und der erstbesten Betriebsstätte überlassen müssen. Alle Eltern, denen die Zukunft ihrer Kinder ernstlich am Herzen liegt, müssen zu Ihrem Teil an der Reform de» Lehrlingswesens beitragen, indem sie d I e Mahnungen und Warnungen der Gewerkschaften beherzigen und si-h deren Rat einholen, b« o o r sie einen Leh?» vertrag abschließen. Selbstverständlich ist auch, daß sie ihr« Söhn« und Töchter der Lehrling-abteilung der freien Ge» w« r k s ch a f t zuführen. An den G e w e r k s ch a f t e n aber liegt es. dieLehrking». Wirtschaft umzuge st alten, sie zu modernisieren. F. E. Zur Ausstellung„Die Ernährung" Ä« J.— vr» 6(ütf in siimtlichni Gcwerlschastsbureau» und im Zigairenn'sckÄii von Paul Harsch, irng«Ius»r 14/25 lSeweilschasishaus) zu haben. Oer Vuchbinderverband 1927. Es ist vorwärtsgegangen. Der verband der Buchbinder und Papierverarbeiter Deutsch- lands kann in seinem soeben erschienenen Geschäftsbericht für da» Jahr 1927 über eine erfolgreiche Tätigkeit berichten. Die Organisation hat im Vorjahr« 4ZZ4 neue Mitglieder gewonnen. so daß sie am Jahresschluß S3 187 Mitglieder zählte, wovon 3S 819 werbliche und 17 368 männliche waren. Die Zahl der männlichen Mitglieder ist um 808 oder 4,9 Proz., und die der weiblichen um 35.26 oder um 19,9 Proz gestiegen. Die Gesamtmitglie&erzahl hat sich um 8,9 Proz. erhöht. Bedauerlich groß ist auch in dieser Orga- nisation die Fluktuation in der Mitgliederbewsgung. 18 157 Neuausnahmen von Mitgliedern stehen im Berichtsjahr 13 8S3 Austritte, Ausschlüsse usw. gegenüber. Trotz der allgemein guten Konjunktur ließ der Geschäftsgang in der Buchbinderei und der Papierverarbeitungs- branche im Vorjahre sehr zu wünschen übrig. Wenn auch die Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter nicht mehr so hoch war wie im Jahre 1926, so lag sie doch immerhin noch bedeutend höher als in der Vorkriegszeit und auch im Jahr« 1925. Wähnend 1913 durchschnittlich 3 Proz. und im Jahre 1925 durchschnittlich 3,8 Proz. der Mitglieder arbeitslos waren, weist die Statistik für das Vor- jähr durchschnittlich 6,8 Proz. der Mitglieder als arbeitslos aus gegenüber 14,6 Proz. im Jahre 1926. Im Hinblick auf diese Totsache kann man die finanzielle Entwicklung der Organisallon al» sehr gut bezeichnen. Der gesamt« Vermögensbestand des Verbandes stieg von 1 389 683 M. auf 1 939 753 M., mithin im Laufe eines Jahres um rund 49,5 Prozent. Lohnbewegungen führt« die Organisation im Berichts- jähre 189 in 18 515 Betrieben mit 239 254 Berufsangehöngen. Von diesen 189 Bewegungen waren 157 Angriss»« und 23 Abwehrbewegungen. Die Ängriffsbewegungen brachten für die Arbeiter eine durchschnittliche wöchentliche Zulage von 3,49 und für die Arbeiterinnen von 2 Mark. Durch die Abwehrbewegungen wurde für die Arbeiter«ine Zulage von durchschnittlich 1,99 M. pro Woche und für die Arbeiterinnen von 1,55 M. erreicht. Der Bericht bringt ferner noch interessantes Material über die R a t i o n a l i- f i« r u n g in der Papierverarbeitungsindustrie, über den Außen- Handel, die tariflichen Verhältnisse in den berussfremden Betrie- den, die Ergebnisse der Lohn- und Ferienstatistik, die Betriebsrätebewegung und über das V i l d u n g s- we s e n, so daß der 251 Seiten umfassende Jahresbericht den Funk- tionären und Mitgliedern des Verbandes«ine reiche Fund- grub« für die Agitation bietet. Die Durchführung des Vetriebsrätegefetzes. Durch das Gesetz vom 28. Februar 1928 zur Abänderung de« BetriebsrStegosetzes soll die Durchführung des Betriebsröte- gesetzes insbesondere durch die Bestellung de» Wahlvor- stände» zur Leitung der Wohl der Betriebevertretung gesichert werden. Wenn der Unternehmer seiner Verpflichtung aus§ 23 Absatz 2 de, Gesetze, zur Bestellung eines Wdhworstandes nicht nach- kommt, so bestellt nunmehr nach Absatz 3 de» lj 23 a. a. O. auf An- trog eine» oder mehrerer Arbeitnehmer oder auf Antrag einer wirt- jchaftlichen Vereinigung der Arbeiter der Vorsitzende de, Ar- beitsgericht» einen Wahlvorstand aus den wahlberechtigten Arbeitnehmern. Antrogsberechtigt«st auch der Gewerbeauf- sichtsbeamt« oder, sofern der Betriob nicht der Gewerbeaufsicht unterliegt, die von der oberften Landesbehörde bestimmte Behörde. Amtlich wird hierzu mitgeteilt, daß ferner da« Wahlrecht und die Mitgliedschaft in der Betriebsvertretung gegen Benachteiligung durch Unternehmer und ihre Vertreter jetzt durch die ergänzende Vorschrift des Ab» fatzes 5 de» 8 99 a. a. O. geschützt ist. Beim Fehlen einer Betricbsoertretung ist nunmehr der Gewerbeaussichtsbeamte oder, sofern der Betrieb der Gewerbeaufsicht nicht unterliegt, die von der obersten Landesbehörde bestimmt« Behörde berechtigt, Antrag auf Strafverfolgung zu stellen. Zur Ausübung dieser Vorschriften hat der Minister sur Handel und Gewerbe am 39. Juni d. I. folgendes bestimmt: Sofern der Betrieb(Verwaltung, Bureau) nicht der Ge- werbeaufsicht(Bergaufsicht) unterliegt, ist antragsberechtigt in Land- kreisen: der Landrat, in Stadtkreiftn: der Bürgermeister (Oberbürgermeister)._ Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wegen Tarifbruch und Nichtbenutzung des ösfentlichen Arbeitsnachweises sind für die Mitglieder des Zentraloerbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafä-Angestellten, folgende Gastwirtsbetriebe gesperrt: Wedding: Hochschul- b r o u e r e i, Secstr. 15.— Tegel— Tegeler See: Rest. Zur Waldhütte, Jnh. K a r i u s- Tegel.— Rest. Zum Leucht- türm, Jnh. Decker- Tegelort.— Rest. S e e b l i ck, Jnh. R a- d o w i tz- Tegelort.— Rest. Seglerhaus, Iah. Bergmann- Tegelort.— Sporthous Heiligense«, Jnh. Donnen- berg.— Pankow: Konzerthaus Linder, Jnh. Gsell, Pankow, Breitestr. 34.— Zriedrichshagen: Gesellschastshaus. Jnh. Ww. Schröder.— Bürgersäl«, Jnh. Trepping,— Caf4 Mignon.— Rest. Hubertus. Jnh. Maus.— Rahnsdorf: Rest. Witte an der Fähre.— Erkner: Bürger- garten, Jnh. W. Schröder.— wollersdorfer Schleuse: Zum Kranichsberg. Jnh. Günther. Aufgehobene Sperren. Wie uns der Zentraloerband der Hotel-. Restaurant- und Caft-Angestellten mitteilt, ist die Sperr« über folgende Betrieb« ausgehoben: Rest.„Zum Linden- b a u m", Jnh. Herbert Reinhold-Tegelort, Rest. u r Hermannsbaude". Jich. Hermann Baude-Iörsselde. Rest.„W« i ß«- S ch l o h". Jnh. Petrick- Ziegenhals, Paul Himborg-Tegel, Hauptftr. 14. Di« Unternehmer haben den Tarifvertrag für das Gastwirtsgewcrbe und den paritätischen Ar- beitsnachwcis anerkannt. Die Differenzen sind somit beigelegt. tz freie Gewerkschasts-Iuqenö Groß-Nerlin aSorqfn. Montag, sind folgend« PcranstalNing-n:«o«dring: Spitt»nd Sport auf drm Sportplatz Cantianftratz«. Platz i U.- Skißrnfrc: Volksfanzkrel» in der Turnhallc Pifwriu, strafe(Pumpstation). Iuaendqruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, sind folgend«««ranstalwngen: Hemenepl«*: 6«, Öffnung bts neuen Iugrnddezirlz Hermannplatz. Sagungoorf; cladli- sch«, Jugendheim Hobrecht. Ecke Sanderstrasie. Di« Iugendmitglieder der Ildrigen Bezlrt« werden ersucht, diese Peranftoitung durch zahlreichen Besuch zu uniersttitzcn.- Borden: Zugendheim gastanienallee»>. Besprechung nr.t. dem'iugcndbezirl Wedding.Scsunddrunnen Uder die Teilnahm« an fem Bolko. fest in Biesenhorst.— Tempclhos: Jugendheim der Schul» Sermaniastr. 4 5. Eingang Goetzstrasie. Borirag:..Die internationale Gewertschofisbewegung Referent Kollege Lamm.— Sharlottenbneg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Bor. trag:»Die ibewerlschaftodewegunq in England. Referent Kollege Lache.— Ii�rnddezirk Nordwest spielt auf dem Sportplatz Brrmer Strafe. «m Deutsch« Bang ewrrl» band,«angewerrschest Bern»»achgouppe der Putzer. Dienstag. 17. Zuli. 17 Uhr. findet im Saalbau ffnedrrckohain eine Kollegen, in dieser Bersammfuna sollt ihr entscheiden, od wir un» einem Dilta« der Unternehmer zu fitg-n haben,«ein ffachgruppenmitglied darf daher fehlen. D'« Sachgruppenleitung Wochenprogramm des Berliner Rundfunks- Soontas. 15. Jafl: kJt: FrUikoncrt. 9t Heimmkim. UJ»; Plafennek. M: nuant Stotstande. II: Korocferfft- 11-30: Pdi 4c« L«n4«rtrt. MJO: lieber- trogung Rennbahn QrnnevaM: St.-Simon-Rennen. AiucMkBeod Unterhaltontv massk. 19; Stande des JeunmOttoa. 19.38: Was Verl UN reo vir für 19 Plenniie? 20: Uebertraranx Stattrart: Ktraracnnasik Baden-Baden 1828. Danach Vater- haUanrsnHuik, 22.30: Tanemcs�k. Montac. 16. Juli: t: Ormnastik. IUI: Hehn and Techalk. U; Moderne Sanertter. UM: Die Frostscbldeo im deotscheo Wchib«o(efaiet. 17: KanxerL 18: Vom Sdunanzeln rau> Lache«(Reziiatloaen). 19: Der Dichter«od die Badereise. 19.30; FahrerpersSnllchkeltca der deatschen Bahne. 20: Der Mensch der Za- knatt. 20.30; Detektn-resohlchtea, 21: Maslkrorirlte. Dienstag, 17. Juli: I: Gymnastik. 12.30: Die Viertel Stande fBr den Landvtrt 15-30; Deatsehe Volksknnst 16: Die Entwicklaet der Bahneneinrichlnaeee. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Uebertraraar Knrmnsik Ahlbeck 19: Die Bedeutung des Serel- sports. 19.25: Die Reisestaade. 19.55: Fenerversicheronr. 20.30: Vor der Lelosrand(Maslkvortrlce aaarZ. Mittwoch, 18. Juli: 6, Gymaastflc. 1130: Die Mode im Spiere« der Totklwtrtsebitt. Aerrt- liche Momentdiagnosen. 16-30: Berliner Fntbaltsport. 17: Hermann Bahr mm 65. Gebartstoi. 17-36: Unterhottnorsmastk. 18.45: Randscbaa für Blumen- and Gartenfreimde. 19.10: Leistancen der UnsallTersIcheranc. 19.48: Die Einheit der earop&ischen Oelsteswelt. 20 10: Sendesplele:„Rand aa> die Liebe", Operette tob Oscar Straal. 22.30: Von Mädeta aad Babea(Lieder, Mosflrror- trüie). Donnerstae, 19. Joti: 6t Oymoastlk. 12.30: Die Vleftelstande IBr den Land vi rt. H: Dot Reich der Jesniten in Brasilien. 16.30■ Der Qolfsport. 17: Kouert, 19; Fremdsprachliche Vorträre; Französisch. 19.30: Technische RetsedndrOcke In Brasiller. 20; Earopllsche Filmprobicmc- 20.30: Vortrar. 21; Ferleniahrtea durch die Mark. 22.30: Tanzmaslk. Preltag, 20. Juli; 6; Gymnastik. 15.30: Die moderne Fraa als Staatsbflrcerio. U: Die Mehlmotte hn Hanshalt, Handel and Indnstrie. 16.30; Die Sportschau des Monats. IT: Mit grollen Dichtern aal Perlen. 17.30; Untcrhaltangsmaslk. 19: Dichtung und Qegenvnrt. 19 30: Du Wochenende: der hohe und der niedere PUming. 20: Die Erfolge des landwirtschaftlichen Schulwesens. 20.30; Romantiker(Masikrortrige). Sonnabend, 21. Juli: 6: Gymnastik. 16.30: Medizinisch-hygienische Plauderei. 17: Joachim Ringehiatz. 17.30: Tecmusilt. 19i Zum 70. Geburtslage von Lovis Lorin tk 19J0: Ans dem Leben der grollen deutschen Philosophen des 19. Jahrhunderts. 20; Reisebilder sus Amerika. 20.30: Lustiger WocheasohlnB. 22-30: Tanzmusik. Könlsswusterhausen. Sonntag. 15. Juli: Ab 6.30: Uebertragang aas Berlin. 15: Praktiscie Winke«r Liebbabrr: photographen.' Ab 15.30: Uebertragung ans Berlin. 18.30; Deutscher Dichtersommer. 19: Ernst Moritz Arndt 20: Uebertragang aus Baden-Baden. Anschließend: Uebertragnng aus Berlin. Montag:. 16. Juli: 16; Französisch(kBltarkundlich-iiterarlsche Stunde).»6.30: Paeiklechnische Prägen. 17: Ueberiragung aus Berlin. 18: Emil Göll. I8J0: Konlunkturver- Indcrongea durch Vergebung öflentlicher Auftrüge. 15.55; Die Bedeutung der Wetterbeobachtungen fOr den Pflanzenbau.!9J0: Was geht in der Seele meines Autos vor. Ab 20.30: Uebertragang aas Berlin. Dienstag, 17. Juli: 16: Sonderschulen für Sehschwach« 16.30: Die Stadt als Kunstwerk. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Bühnenkunst im Wandel der Zeilen. 18.30: Wanderung durch die Oslseelandschalt vor BrCsttrert. 1855; Drr deatsehe Buchhandel. 20.10: Uebertragung aas Langenberg. Ab 32, Uebertragang aas Berlin. Mittwoch, 18. JuR: 16: Neue Weg» Im Unterricht der GrandUnsse. 16-30: Eine Reis« durch Finnland. 17: Uebertragang aas Hamburg. 18: Die Lindwirtsehaflsabhängig- keit der Industrie. 18 30: Rainer Maria Rilkes Vcrmüchtnis an die Zeit. 18.55: Technischer Lehrgang Iflr Facharbeiter und Werkmeister. 19.20; Ein- fahrang m dos Verstehen von Musik. Ab 20.10: Uebertragang ans Berlin. Donnerstag, 19. Juli: 16: Erziehnngsberatnng. 16.30: Die Stadt als Kunstwerk. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Bisherige Leistungen and neue Möglichkeiten der deutschen Arbeit in Chile. 18.30; Rainer Maria Rilkes Vermächtnis an die Zeit. 18.55: Praktische Erntemethoden. 19.20: Der reisende Ktafmann. 20; Die politische Aufteilang der Welt 20.30: Zeittragen der Oper, 31; Die Entstehung der Weiten, Anschließend: Uebertragung ins Berlin. Freitag, 20. Juli; 16: Der Beruf des Schneiders. 16.3#: Land und Leute fn der Krim, 17; Uebertragung aus Leipzig. 18; Die öffentlichen österreichischen Finanzen und der Anschluß. 18.30; Macht und Verantwortung. 18 55: Technischer Lehrgang för Facharbeiter and Werkmeister. 18.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Aergte. 20.30: Uerbertragang aus Wien. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 21. Juli: 16: Ans dem Zentralinstiiut für Erziehung and Unterricht. 16-30: Personalauswahl nach psychoteohnischca Grundsätzen. 17: Uebertragung aus Hamburg. IS; UnfaliverhQtung in der eisenverarbeitenden Industrie. 18.30: Zwischen Canada und Panama. 18.55: Das komische Element In der Klaviermusik 19.20: Goethe und das zeilgenössiseh« KunstschaHen. 19.80: Uebertragung aus Köln. Ab 20.30: Uebertragang ans Berlin. Dcr zweite Teil des Hörspiels �Halbzeit 1:1" von Bronnen lind Braun ist in manchen Einzelheiten witzig und unterhaltend. Die Verfasser scheinen endlich vom heiligen Geist erleuchtet zu sein. In der Gerichtsszene, mit der das Spiel beginnt, parodieren Saxo- »hone die Reden der einzelnen Gerichtsgewaltigen, stimmen eine Art von Hohngelächter über die juristischen Weisheiten au. Glan- zend ist die Szene auf der Börse mit dem Heraufschnellen und Sinken mildgewordener Aktien auf den Bluff eines tüchtigen Geschäfts- genies hin. Man denkt dabei an Löwenstein. Bei der Rundfunk- probe werden Moissi, Pallenberg und die Bergner imitiert. Da- zwischen hört man den.Lenz" von Hildach und das tiefe Orgeln eines pensionierten Heldenvaters, der sich hilflos in den Versen des ,.Wallenstein"-Monologs verwickelt. Das Ganze hat Tempo und ist völlig auf akkustische Wirkungen gestellt. Darüber vergißt man manche Plattheiten und auch dos Fehlen einer Handlung. Der Hörer lacht, und damit ist schließlich der Zweck dieser sommerlichen Veranstaltung erreicht. Dr. Kurt Richter beginnt eine Vortrags- reihe.Reisebilder aus Amerika". Er beschreibt nicht etSttcKOwr und SmrHchast«, sonhera sprüht wer MtanOe QR» richtungen. Erziehungsfragen bilden den Lnfang. Aus der Echft- derung ergibt sich die Ueberlegenheit des amerikanischen Schul- wesens über das deutsche in be.zug auf den sozialen Ausgleich. Da- durch, daß für alle Schulen kein Schulgeld erhoben wird, ist auch dem Minderbemittelten der Weg zur höheren Schule erschlossen, wo- von Deutschland noch weit entfernt ist. F.S. Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner �Schwarz-Rat-Gold". »-schist-stell«: Salin 6.1«, 6eiatf(ts«t.«?«,«•( t Cc. Sttrariaa, 17. J-li. » Uhr Be Uhr B-rsammIung , ncbfnnn: Sameradschaft Insel 20 Uhr i Rcfcwnt Kam. Mter. 20 Uhr Sprichchor Prenzlanir«er«! Kameradschaft bei Pohst. Stargarder Str. 19.— lersammlung d«i Groß. Eidanstr. 17 Trrpww >W_ W Jugendheim Hauptstr. 14. (Ortsveriin): Mi., d. M.. 20 Uhr, außermüientlich«er,»t»�zo«t» kerlia. lZruvo Oiento: Oinn jdaixlan. je 1a 20 a h, ekzerca kunveno en la jiinnlarhejmo„Am Ostbahnhof 17*. Chinj membroj de la Qrupo kaj sunpafinloj estas invitataj. «rbeiter.«bstluente»bm>d, Berlin. Rnrben. Mitglied« tag, 17. Juli, 20 Uhr, Wiesen. Ecke Pankstraße(weltlich« , immer. Gäste herzlich willlommen. D«e»» Lehre» Vriefkasten der�edaMon. 6. S. LI. H. W. Die«, Berlin 683 68, Liudenstr. 2. 2.«u«ms den Inder gesetzte« Buch ist auch im Buchhandel nicht zu haben.— Q. St. 20, Wenden Sie sich bitte an Herrn Magistratsschulrat Fuchs, Berlin, Rathaus. Dort erhalten Sie nähere Auskunft. Man oeradsinme nicht, den Salsnnensnertans de« weltdeiannten dentscheu repnichhense,«mtl Sefd««. BerNn. seit*t Jahren nur Ownienftt, IM, Nähe Woritzplatz, auszusuchen. Trotz Preisherabsetzung oieler Artiiel ihrer Riesen. läger in Teppichen, MOdelstofsen, Gardinen, Diwanbecken usw. gewährt das Hau» Lefdore noch 10 Proz. Rabatt auf alle Waren ohne Ausnahme. Schluß de» Saisonansvertauts ist am Sonnabend. vssuekt Borkum das Heilbad an der deustdten Nordsee 12. Aagast: Pferderennen. 15. August: Heimat- spicle. 16.— 19. August: Tennisturnier. ■ Prospekt durch die BsdetUrektlon.— [I, Und wenn die ferientage kommen fBÜ Sie tdnaus&hres?«!� Land to OAkgc bder an»»»! C im. tag, den IZ-JelL ebeede T Ahe, im Der band» hau», ClaUnftr. 03/05 Branchenversammümg der Lonauschlöger. TageeordnUng! L" den Berhan t. Inngen nuf den 1__ 2. DiZkusston.? Verschieden»». Ohne Mttglledobuch tetn gntritt. Anbetracht der werden die In Anl rdnnng estlo» die restl», die Bersammlung zu wichtigen Tage» Kollegen ersucht zeuMkmm vteunfna. den tt. JulU m 3 Ahe, im verdanb-hauo, einten. ffrah« 03 35 Bersammlung wird in der Dt» TaUieordnnn «rrstunmwüg deil----- «chw-gl(SfltflN ttwock), den IS. ZulL nachmittag» »Hr. In tSmalS» verein» Haa» HtaNher»trast. 120 Branchen Versammlung der Gürtter, Monte««. Sronen- schlosser und-klempner, vronzenre, vronziererinnen».Moutiererinneu Tag,»»rdnnng! L Bericht Aber die Tariwerhandiunnrn. t Branchen- angetegenheiten und Berfchiedene». MUgI!ed»Imq legttimtert. Derwichttgen Tagesordnung entsprechend ist zahlreiche» �scheinen Pflicht �2!« B ertranensleutefonserenz >1 Bersammlung wegen an». Erllöwvll der SoflgeldsSve der Lehrlinge in den van- und Geldschrankbetrieben. RnriWen der SchIoNerzwang»innnng und dem Gesellenausschuß wurde foigenbe« oereindari St« stostgeldsAtze betragen oom L Juli 1938 ad pro Woche im ersten Lehrjahr 3 M. . zweiten, 7, „ dritten, A, . vierten. 12, Via Ortsnannattnitg. 40.' Rmk, Anzablong Biesenthal. Perle der Mark (jm 60 Pfg. an. MonatL 25-—, 5 Min. v. Bhf., ca. 200 Parzellen, baureit, am plätschernd. Bach. Verkäufer Mittw. n Sonnt Restaur.„Wonneberg" am Bhf. Inlhu Bieger JBemn c 2S Prenzlauer StraBe 32, l. &>«tebpfe SCHUHHOF - faioen- AuSverMur ÜHKSIR3fl�yigU��PQaP£RSmi1Tt SPANPAUrBR EITESTQ.1� HOBEL auf Kredit NlBdrig« Anxahlung j Monatsraten 20-30 M. BIocb« Fabrikation ADgostF.Sehaltzel InvaildenotraBe 145| »» dar BaroatraOc 5" GegrQodet 1852"W IftJ« 55«. 85-. SiwUurt.kOch» 140.- 170� Vobnkftcba 205� 245� Abwmchtuch. 4%e 50* WUchwchrJnk. 55� 65-. Klndanchrlak» 5 iL- 09* BUkkttan Tan 53.» u iBerolim iKommongontenstr. 571 -Möbel- oho« Aniahluna Schlaf», Speisen Wohn» nnb Srrrenzim., Nöchon, 24 Monat« stiedil, l. Monatsrate L 8. 28 Wer dies« Belegenhett nicht der- i'äamen all, der ichreid« fofott rat R.1I an b. Gxvebitwn d.Borwärt», Lwdenstr.8 ttsus ver�nmao ZiaarfitteiüalMikA»ß*Oieadea | In•fastallen Abteilungen:! | Beginn: Nontagden 2. Juli Porzellan, extra billig I KkWbeKer��i I, is.,. mit Goldrand, PorzeUan, Stück SOffüll blaner Band, Porzallan, Stück AWeiitt Abendbrotttller 38 öpeifeteiler Butterglotken pi. pf. pf. pt Pressglass,. Komyotteller& L Zitronenpressen............12 Blumenvasen r...95» «uchenteller-"A_ 2" pt pt Holzwaren Fl0iWrtttll!-«4S,90.. Rudelrvllen �____ 50 KolztabIM............ 1" Waschbretter..... 95 1" tief od. flaeli, Festori/ Goldrand..... StüoA l Porzellan, Stück 48 Kaffeeservice 5 teilig 9 telllg IStelllg fflr 2 Personen für 6 Personen für 12 Personen J85 2» �90 gis Tafelservice 23 telllg 77 telllg für 6 Pers., für 12 Per«. Randmuste buntes Blumen rauster, mit Goldhenkel 77 telllg für 12 Pers. H".„„.esoo fipoo ..firsr. I J DJ Goldhenkel M W W W Krüge s-kä Kompotteller TronDenspfller matkrUtaH..... BM- i|89 krtataN 3S° 3" 4" 5" BlerodZeebecher�. 16» Mrglüser.sie» Mrbecher Weingläser--«JH 38 Welnrömer..�..� 28» 'Oll,.. 48» KoctilSffel, Quirle,-tA Kellen, Brettchen Iii mm Anssnchen................ Stück Bürstenwaren -k.1 5925935pt Schrubber.-.. 25,45,85» MMMsM.S0»1"1" R»ßbaarbesen-..l"2"2� ZeppichkehlMschinen.. 8" Lmalllewaren Kasseekmmen�..� 95» BassMimer-�85»i"1" Mülleimer-« 1 � 3" Kehrschauselo �«.65,85» NSll>lpeWM'Ls55, 75,95» ToileUeneimer 4" -.Grosse Porzellan w"'VÄe,n" ..Stück 1 0 ..Stück 1 3 Pf. Pf. Komvottelier...... Abenbbrotteller Sp!isetel>er.„............ ,,...25» Sveiseteller......„...35» Zaiatiere».................... 70� Bratenplatten............. 85:; Beilageschalen..............55» Samieren........................ 95» MtvWschüsseln......„...1" Terrinen................2" 2" Giabfwave« Emaille- seichirre alt Mdaes Fatlarz, ina iaaiaataa, darzatar; Schmortüpfe, Wasserkessel, Milchtöpfe, Kaffeekannen und Kasserollen enorm billig Zum Aussuctien Zum Aussucheo: Stück Einzelne Hesser �.20» BroU[iilaclitinesser45. Bestecke..... ,„.45„.75» Gefliuelsclieren......— 1" Btfttrfe�lS4 Kaffeelöffel 12» Esslöffel�»»»» Esslöffel.»...........22» Snacenlölfel Solamesteche......„.95» Vorleser Alpaka, poBeri... Stück HAUSHALTS- ARTIKEL Wirtschafts-Artikel Rtibmaschinea..........~»1" KasseeMIen.....-.2" 4" Wasjerkeiiel 2" 4M SchmertSpse Än-.» 3" WWemrele Themoniet.,ElnsatzJ'o# M II Brottasten—«-2" 4" WaschWndtr..95»i''i- BolkSbabewannen■». 1S° Zinkzvber•" �»9'° Ii50 Zinkwannen«s.g" 11" Gießkannen�95»l"2'° Wäschemangeln, Waschmaschinen, Wringmaschinen besonders preiswert ifiin.-wasser. laiBadBiwasser o.RoMJandeCoiofii» ßar(iiinzersl8ob8r____ l45!75 Frlsierhömine s'no45( s"n"60, WSpt Schenei1flClierstarkc.«cicha 00��25, 35pt Gr�cb�ÄY- liiMidZe!MSiM«25.45.75.9Srt IMiiMleli°�20.�"Z0.�'40pt"75� 95�*1» T» ' ♦„..---. n— v �**"■""""*""**—- 1 EoUemitea.SOOBlatt Qg mit Spitzkork.. k 60, k 95 pf DÄp- 175'It 325'k: 6°° ScliwaninilienlelS�rSO, 55,65, 75pt HanillJürslen �0-..««................... 25pt Krepp-ToiletleDapier Eo1. bou« PeineHaarwassersCri'Ä" �ll-SSpt Taschenhaniffle'7.�.25. T40. mr50pt SeBendosen cei-nmA........ 20. 30.40pt TollelleoaDlerlialler�45.75 pt �c�.90rt Ein Posten Giamw Gakbfioves SERIE I TebTTTT SERIE llil m. Handstopfarbeit, breit handyest. Filetnetzern- m.extr? echwererHandstopl- früherbis5,75,Jet2t Sätzen, frh.b.9,50, jetzt arbeit, frh.b.12, 00 ,jetz! «390||75•J50 TeMiche (dollplilsdi-TepplchQ Pa. VM-Teppictie (dollperser-Tepplche Grtsae ca. ISO X MO cm, früher bis 62,00, Jatzt GrBsse ca. 200 X SOO cm, früher bis 110,00, Jatzt Grösse ca. 250 X SSO cm, früher bis 128,00, 42°° 72° 9900 Ein Posten StevvdeBen SERIE I SERIE Satik mit Trikot, aweiaeitig Satlm.,. viele Farben, Jetzt viele Farben, Jetzt Handstepparb, Jetzt| 9" 13" 19 SERIE IUI rweiseitig Satin, Besonders preiswert! VeittvMtHe Küchenhanbiücher kräftiges Reinleinen, gesäumt u. gebäud., grau gestreift, ca. 46x100........... jetzt Stubenbanbiücher besond kräftiges Drellgewebe, vollweiss gebleicht, gesäumt n. g6bne&. 50X100,)«tzt Rvlltiicher :a.»W ca. 80X100,� 140, S 1 W früher biel u bis J 145. 1 .Jetzt Jatzt> 75 78 bekanntes Streifenmuster ca.80xl60.49C ca. 445 früher bi» T �"�HOXiaü.T�"» 145,| früher bis I Pf. Jatzt I 146. Jetzt I an decken,_ früher bis 246, Jetzt Mittenbetten bea. hübsch31umanmast., auf»eiea n. färb. Grand, 80X80, früher» PI, Jatri 385 ea.110) 2 ■f O 7o �95 �eußöetken aparte Bessins, anf farbigem Fond, indanihrenfarbig, 130X160, früher 5,90, jetzt Gartenbetten 025 045 durchgewebt, doppelseitig ;u decken, BlumenmuBter, früher bis tflSrJttlt Iettbettbezüge glatt weiss, ca. 120x200cm....Jetst Stück KooMeabezüge dazu passend, ca.£0x80 cm..... Jetst Stück IelkbettbeWge«775 025 aas prima Linon. 130x200, früher bis 1,76, jetzt Stück SopWen ä 80(80, früh, bis 2,78, Jetzt Stck. Jatzl 450 I15 8 früb.his 1 5 bis 1040. Jetzt Stück züchengarniimen Qso 1 Deckbett 2 Kissen............. jetzt Stück Simittgarniinrea.�.�. TIASO 4050 4Z-S0 'S I V SÄ 13 SÄÄlO SchWetten-es | ca. I grau. ca. 140 X 180 cm, Jetzt Stück Imitiert DA Q A Kamelhaar, Im 7w 140X100 cm, J Jetzt Stück 150 � Unterhaltung unö �Dissen Brief aus Südftankreich. Argeniinische Ameisen, Siabilisation, Kino am Meeresstrand. Oer Sumpf. Vau Kaloddrichkeit. Ja, fie war jung. Und sie war schön. Noch borgen ihre fchwennütig-dunven Augen jene träumerische Andacht, die man gemeinhin Anmut nennt. Noch strafften ihre jungen, schlanken Glieder sich beim Tanze, noch... Noch? Noch! Ja, sie war jung. Und sie war schön. Sie hieß Liselotte. Man nannte sie Lilo. Ihr Vater war ein Ungetüm. Er war nicht eben ein Verbrecher im landläufigen Sinne. Er war kein Verbrecher, den man für seine Taten verantwortlich machen kann, er war ein Säufer und soff, um sich zu betäuben... Ihre Mutter war ein ängstliches, vermickertes Weibchen, dos in ständiger Sorge lebte um ihren Mann, in ständiger Angst vor der Polizei. Nun war da«in« Nacht. Ein« unbeschreiblich kleinmütig«, trost- lose, elend«, von Sott verlassen« Nacht, da Silo au» dem Hause schlich Der Dater war im Bogriff, ein Ding zu drehen. Er hockte da oben mit Double- Egon und dessen Fräulein Vraut, jener Proftituiertgowesenen, die man allgemein unter dem hübschen Deck» namen Chemisett ensule kannte, über einem Plan, der die Lage des Zigarrenladens von Karl Schmitzk« an der Ecke zweier Straßen, die hier in der Nähe sich kreuzten, veranschaulichte. Lilo ging hinaus in die Nacht. Sj« spürte nicht die Schmerzen, die von den Schlägen mit der Hundepeitsche herrührten, sie fühlt« nur eine». Und dieser Gedanke, daß man ihr ihren Teddy nehmen würde, ihren Menschen, ihren Geliebten, den Einzigen, der in ihr Menschentum lebendig bleiben ließ, machte sie fast rasend vor Angst. Teddy war Arbeiter. Er arbeitete in einer enormen Fabrik irgendwo an der Peripherie der gewaltigen Stadt. Nun ober hatte ihr Vater ihn überredet, gemeinsame Sach� mit ihm zu machen, sich an dem von langer Hand vorbereneten Einbruch zu beteiligen. Als Lilo dies gehört hott«, hatte sie gebeten und gefleht, doch wenigstens ihn zu schonen, ihn bei seiner Arbeit zu lassen, ihn nicht auch zu „so einem" zu stempeln. Als sie nicht abließ, die drei verwahrlosten Menschen, die da oben hockten, zu bitten, ihr ihren Menschen zu lassen, war der eine von ihnen aufgesprungen, hatte geschrien:„Nu oba Schlußl" Und hotte sie mit der Peitsche bearbeitet. Dann hatte er sie am Genick gefaßt, hatte mtt dem Knie in ihr Gesäß gestoßen und sie die Treppe hinuntergeworfen. Das war der Dater gewesen. Der Vater, der— haha— drei Tag« vorher ihren Speichel geleckt hätte, weil er hofft«, sie an den Schweinemäster, den er am Bahnhof Alexanderplatz ausgefischt hatte, verkuppeln zu können. Sie aber hatte sich gewehrt. Denn sie liebte. Sie liebte so innig, so hingebend, wie es eben nur solchen Jungweibern beschieden ist, zu lieben, die ihr letztes Restchen Menschsein, ihr winzigwenig Sonne und Wärme von dem erhoffen, den sie mit ihrer ganzen Kreatur lieben. Sie ging. Die Nacht war dunkel, spärlich nur erhellt von trübe ftinzelnden Stocklaternen. Do sah sie Teddy. Er eilte an den Fronten der gespenstisch sich in den Himmel reckenden Häuser ent- lang. Sie trat ihm in den Weg. Sie sagte nichts. Sie sah ihn an. Und in ihrem Blick lag etwas, was ihr armer Mund nicht hätte lallen können. Er aber wandte sich ob. Ging weiter und weiter, bis er ihren Blicken entschwunden war. Ja, sie war jung. Und sie war schön. Und so hofft« sie also, daß ein gütiges Geschick ihn ihr wiedergeben möge. Sie setzt« sich in ein Lokal. Die widerwärtigen Flecke auf dem Tischtuch stierten sie an. Eine Jozzbande leierte einen Blackbottom. Es tanzten welche. Einige grölten tierisch gemeine Lieder, die sie während des Krieges in belgischen Bordellen gelernt hotten. Draußen strichten die armseligen, vermaledeiten Dirnen ihren einsamen Lebenstrott. Eine gierig« Hand tätschelte ihr Kinn, eine andere betastete ihr« seidenen, jungen Schenkel. Sie fühlte das nicht, sie dachte immer den einen,«inen Gedanken. Dal Ein Schuß. Grell, beißend bellt er durch die Nacht. Dal Ein zweiter Schuß. Rack-tack-tack, rack-tack-tack. Noch ein Schuß. Dal Noch einer. Und nun beginnt auf der Straße die Flucht, wild« Jagd, unsagbare Hast. Der Sumpf schlägt Blasen. Im Moment ist das kleine Lokal erfüllt von gestikulierenden, atemlosen Menschen, die aus der Flucht sind vor einer sich verirrenden Kugel. Die beiden gierigen Hände, die Lilos Gesicht und Beine be- tasteten, singern in neurastenischer Hast an einem Schlagring. Wortfetzen schwirren:„Beim Zijarrenftitzen Schmitzke hamse innjebrochen."„Schmitzken hamse um de Eck« jobracht."„2Ver denn?" „Määnsch, det kannste dia doch denken...." Ein Weib stürzt in die Kneip«: Chemisettenjule.„Uhje, uhje," stöhnt, heult, plärrt sie mit schlaffen, blutlosen Loipen. Da sieht sie Lilo, die zusammengekauert dahockt.„Määchen," kreischt sie aus, „Määchen, Määnsch, dein Data hamse oschossen." Da löst sich Lilos starr« Ruhe. Da bricht alr das jahrlang Unterdrückte, all' das mühselig Ueberwundene mit ungeahnter Vehemenz hervor. Sie weint nicht, oh nein. Sie schluchzt ein inner- liches, ihren armen, unkeuschen Leib erschütterndes krampfhaftes Weinen. Sie denkt nicht an den Vater, sie denkt auch nicht an die Mutter. Sie läuft hinaus. Hinaus in die Unheil verkündende Nacht. Sie will ja nichts für sich. Sie will nur ihn retten. Bald ist sie an der Ecke, wo die Menge sich staut. Nun erfährt sie, daß Schmitzke ihren Dater erschossen hat. Notwehr! Dann fährt das Polizeiauto vor. Die Sipos springen von dm Bänken. „Weitergehen, Ruhe, Weitergehen..." Ihre Augen irren umher. Und nun geschieht das Entsetzliche. Das Grauenvolle. Dos Unbeschreibliche. Zwei Polizisten schleppen zwei Männer mittels Polizeigrlff zum Auto. Der eine, Double- Egon, zeigt ein« grinsende, gleichwohl von Schmerz verzerrte Gn- masse. Der ander« aber fft Teddy. Da sinkt sie vornüber auf den nn Laternenlicht opolschimmernden Asphalt. Sie erwacht. Sie liegt in der Wohnung ihrer Eltern. Draußen graut ein grausamer Morgen. Alles fft ungewohnt sauber. Alle» fft ungewohnt geordnet. Lilo steht auf. Sie reckt die schmerzenden Glieder. Dann geht sie zu ihrer Mutter, die kleiner, vergrämter, vermickerter denn je am Fenster sitzt. Sie will ihr etwas Liebevolle» sogen, will ihr sagen, daß sie für die Mutter arbeiten will... Da fühlt sie zurückschreckend, daß kein Loben mehr in den starren, kalten Höndm ist Dann g«ht st« in ihr« Kammer. Wäscht sich sehr sorgfältig. Schminkt die Augenbrauen, die Wimpern, di« Wangen, die Lippen, selbst ein Schönheitspflästerchen vergißt si« nicht. Sie zieht sich sehr bedachffam an. Stellt sich vor. den Spiegel. Und der Spiegel brüllt ihr etwas ungeheuer Unflätiges ins Gesicht, etwas ungeheuer Unflätiges, was sie später in viel gemeinerer Auflag« aus den be- erledigte» Münder« divers« Männer hören wird. Sie geht hin- Nun haben wir die Sonn«! Nun rinnt der Schweiß, mm gehen wir mit nackten Beinen, nackten Armen und Hälsen in hemdorttgen Kleidern. Alles grünt, blüht, wuchert!— Rosen blühten und ver- welkten und blühm schon wieder. In Gärten, auf Mauern, Wiesen und Feldern allüberall Rosen! Schwer hängen ttefviolett die Trau- ben der Glyzinen von Portalm, Ballonen herunter. Orangen duften, Nelken wuchern in nie gesehener Pracht und Lilien atmen be- rauschend« Düste aus. Die Palmm haben sich vom Winter erholt und strecken majestätisch ihr« neuen Fächer au», während die ver» welkten am Stamm herunterhängen, de« sie gegen die zu heißen Sonnenstrahlen schützen. DI« Pfesserbäum« zittern in der warmm Lust mit ihrem dünnsingrigen Laub, und Platanen bekommen breite» schattenspendende Blätter. Recht unordentlich zeigen sich die allen Eukalyptusse. Roch vom Winter her trage» sie ihr welle» Laub, da» vom frischen stark verdrängt wird und doch nicht abfällt. Die Eukalyptusse verunzieren das Frischgrün der anderm Bäume. Luch werfen sie wie alte Lappm ihre Rind« ab, die in langen Fetzm von dm Stännnm herunterhängt. Wie zerlumpt gehend« Weiber sehm sie aus, diese unordentlichen Eukalyptusse! Glasklar ist das Himmelszelt, das Meer flimmert und funkelt in Sonnmglut. Tagsüber sind nur wenige Menschen auf den Straßm, die Fenster der Häuser sind dicht geschlossm mit„Volets", wie man hier die Holzläden nennt, die im Süden an keinem Hause fehlen. Hunde sollen Maulkörbe tragm oder an Leinen geführt werden. Die sengende Sonne läßt leicht Tollwut auskommen. Das Gesetz ist da und es ist berechtigt; aber keiner kümmert sich darum. Man ist frei, jeder will ftei sein, tun, was er will, und tut es auch.-- .Grosse", die Stadt der Blumendüst«, roirt) von einem Feind bedroht. Nicht Menschm sind es, sondern winzige Lebewesen. Man denke, kaum zu sehen sind sie, und bedrohm Leben und Sicherheit einer Stadt. Es ist die schrecklich« argentinische Ameise, gegm die es heißt, Krieg zu führen. Aus den Kolonim hat man Pflanzen exportiert und hier angesiedelt, und auf ihnen saßm diese Ameisen, die, falls man ihnen nicht energisch zu Leibe geht, die ganze Stadt unwohnlich machen, ja. fast aushungern. In dm Häusern nisten si«, an Mauern kriechm sie milliononweis hinauf, in Schränken wimmeln sie, daß all« Lebensmittel voll von ihnen sind, kein Kleidungsstück verschonm sie, und der Mmsch kann sich ihrer schwer erwehrm.„Un danger qu'il kaut conjurer*(eine Gefahr, die beseitigt werden muß), so schreibm die Zeitungen und rütteln' die Menschen auf..La kourmii Argentine*(argentinische Ameise) bedeutet geradezu ein Unglück, eine nicht auezurottende Landplage. Das Insekt fft so klein, kaum bemerkbar, und überfällt in kürzester Zeit ganze Häuserrechen, wie es schon einige Villen volllommen besetzt hält. Wie schwer wird e» sein in.Grass«', mit den engen Sassen und dichtbevölkerten, uralten Häusern, dieses Feindes Herr zu werden. Etwas neues! Stabilifatton!— Der Franken hat seinm festen Kurs. Noch dem Stand des Dollar. Kein Mensch weiß Bescheid! Fragt man, so heißt es, die Lebensmittel werdm billiger. Trotzdem wurde das Brot von Woche zu Woche teurer. unter. Auf der Treppe stehen di« raunzenden, schnalzerchm Klatsch- weiber mtt ihrm rachitischen Kindern, di« anormal große Köpfe mit alten Gesichtern und winzige, knochige Körperchen haben. Eines der Kinder,«in kleines Mägdelein mit kleinen rattmschwanzartigm Zöpfchm im Racken, tritt hervor und reicht ihr schüchtern die klein« Patschhanü.„Tante Lilo." sagt das Kind,„nu jehste unn kommst nich mehr wieda. Sei man froh, nu krichste wmichstens teme Sänge mehr von deinem Ollm.. Bald fft sie unten. Bald ist sie in einem dumpfen Zimmer mit irgendeinem Schweinemäster oder Ritzenschieber. Bald ist sie ganz gefühllos, stumpf. Und die sattgefressenen bürgerlichen Exfftenzen werden sie„versiert" nennen. Sumpf. Oer Spürhund. Bon Michael Sostschenko. (Au« dem lKusflschen von Alma Leperej. Dem Kaufmann Ieremey Babkin haben sie«inen Waschbärpelz gestohlen. Der Kaufmann Ieremey Babkin hat tüchttg Krach geschlagen. Arg leid tat es ihm um den Pelz. „Ein feiner Pelz, Bürger," sagte er,„schade drum. Ich werde kein Geld scheuen, den Verbrecher werde ich schon erwischen. In die Fratze spucke ich ihm." Und so ließ also Ieremey Babkin einen Polizei-Spürhund kommen. Es erschien ein Mensch in Käppi und Schal und mit ihm ein Hund. Ein ganz gewaltiger Köter, braun, di« Schnauze spitz und unsympathisch. Der Mensch stupste seinen Hund auf die Spur neben der Tür, sagt«„Ps" und zog sich zurück. Der Hund schnupperte in der Lust, überblickte die Meng«(es hatte sich natürlich viel Bolk angesammelt) und plötzlich ging er auf die alle Thekla von Nr. 5 los und beschnupperte ihren Rocksaum. Die Alte flüchtete in die Menge. Der Hund hinter ihrem Rock. Di« Alt« läuft zur Seite— der Hund hinter ihr drein. Hat die Alle am Rock gepackt und läßt sie nicht los. Die Alt« stürzt vor dem Agenten auf die Knie. „Ja." sagt sie,„Ihr habt mich erwischt. Ich leugne nicht. Und," sagt sie,„fünf Eimer Kauerkohl, das stimmt. Und der Ap- parat— das ist wahr. Alles steht im Badezimmer. Führt mich zur Polizei." Nun, dos Voll machte Augen. „Und der Pelz?" fragte sie. „Dom Pelz," sagt si«—„weiß ich nicht». Hab keine Ahnung davon, aber das ander«— das stimmt. Führen Si« mich ab. Der- urteilen Sie mich." Nun, di« Alte wurde abgeführt. Der Agent nahm wieder seinen Hund, swpste ihn mit der Nase aus die Spur, jagte„Ps" und trat zurück., Nicht viel, immer einen.Souz" mehr(5 Eetttim) das Kilo. Es wird hier noch immer nach.Sous" gerechnet, bis hundert, wie bei uns wohl alte Leute noch von.Groschen" und.Dreier" reden. Wir Deutsche, die wir die Folgen der Inflasion und Stabilisation kennen, sind weniger optimistisch. Hier sogt man, dos französische Volk ließe sich so etwas nicht gefallen. Gewiß, so geduldig wie wir, sind die Franzosen nicht. Sie verstehen es besser, Revolutionen zu machen als wir. Doch wo» sollen sie jetzt tun? Das Leben fft schon teuer genug. Dorlänfig merkt man noch gar nicht«. Do» schmierig« Papiergeld kursiert noch. Poinearö hat eine feine Red« geschwungen und man vertraut ihm. Bielleicht bleibt es wie es war, vielleicht kommt es aber nach und nach anders, bis da» Bolk sich erst gewöhnt hat.* Cannes hat wieder den Charakter einer kleinen Provinz- stadt bekommen. Man ist nun unter sich, die Fremden sind fort. Alle eleganten Geschäfte mit Luxusartikeln sind geschlossen. Das Leben auf den Straßen erwacht erst gegen Abend. Dies« warmen Sommernächte am Meere sind köstlich. Wir haben unten am Strand dicht am Kasino, ein Kino im Freien. Die breite Leinewand ist bis in das Meer gespannt, und vom nächtlichen Himmel sieht der bleiche Mond erstaunt, was uns an Bildern vorgeführt wird. Bunt- gestreifte Marquisen umzäunen den Platz, auf dem über 1000 Menschen sitzen können. Im Juli bekommen wir eine italienishe Oper auch ttn Freien am Meer. Dabei plätschern leise di« Wellen, buntbeleuchtete Boote schwimmen schemenhaft vorüber, und weit hinten sieht man die Konturen der sagenhaften Lerinishen Inseln: .Saint Honorat" und.Saint« Morguerite". Letztere war noch im siebzehnten Jahrhundert eine stark« Festung. Unter ihren Gefangenen befand sich der mysteriös«.Mann mit der eisernen Maske", von dem man annimmt, er sei ein Bruder Ludwig XIV. gewesen. Ander« wieder meinen, es war ein Graf Mattioli, Herzog von Mantua, den man mit List und Gewalt aus seinem Land«nt- führt hatte, weil er bei Unterhandlungen dem König Ludwig XIV. Unannehmlichkeiten bereitet habe. Sicher ist jedenfalls, daß man in dieser Festung einen Menschen fast ein Leben lang gefangen hielt, dessen Gesicht mit einer eisernen Maske verschlossen war.— Während des. Weltkrieges waren hier di« zurückgebliebenen Deutschen inhaftiert. Die Insel.Saint Honorat" ist kleiner und durch die 700 Meter breite, farbenprächtige Meerenge.Frioul" getrennt. Diese still« Insel, während der Revolution von einer französischen Schau- spielerin gekaust, wurde dann später von den Zisternienser Mönchen übernommen, die neben dem alten Kloster eine Abtei und ein Waffenhaus errichteten. Sie trieben Obst- und Feldbau und be- reiten noch heut« den köstlichen Lerina-Likör. Männer können da» Kloster besichtigen, Frauen dürfen es nicht betreten.— All das oev- schwimmt im nächtlichen Dunst, während auf der weißen Leinewond die abenteuerlichen Geschichten des Films an uns vorüberziehen. Hier im Kino in Cannes am Meeresstrande, in einer milden Sommernacht, sind die Frauen jedenfalls in der Mehrzahl. Claire Pape, s Der Hund ließ seinen Blick umherschweifen, schnuppert« in der Lust und ging plötzlich geradeswegs auf den Hausverwaller los.. Der Hausverwalter erbleichte und fiel auf di« Knie. „Fessell mich," sagt er,„gute Leute, ausgeklärte Bürger. Ich habe," sagt er,„Geld für's Wasser gesammelt und diese» Geld zu meinem Vergnügen verjuxt." Run die Einwohner sind natürlich über den Hausverwalter hergefallen und haben ihn gefesselt. Aber der Hund geht indessen auf den Bürger von Nr. 7 zu und zerrt ihn an den Hosen. Der Bürger erblaßte, fiel vor dem Volk auf die Knie. „Schuldig bin ich." sagt er,„schuldig. In meinem Dienstbuch habe ich ein Jahr unterschlagen. Das ist wahr. Ich bin ausgelost, müßte im Heere dienen und das Baterland verteidigen, anstatt dessen wohne ich hier auf Nr. 7 und profitiere von der Elektrizität und von anderen kommunalen Einrichtungen. Nehmt mich- in Gewahrsam!" Das Bolk aber staunte.. „Was ist das für ein wunderbarer Hund?" dachten sie. Aber der Kaufmann Ieremey Babkin blinzelte mit den Augen. blickte umher, zog Geld hervor und gab es dem Agenten. „Deinen Köter," sagt er,„kannst du zum Henker schicken. Meinetwegen soll der Pelz hin sein. Hol ihn der Teufel." Aber der Hund ist schon da. Steht vor dem Kaufmann und wedelt mit dem Schwanz. Der Kaufmann Ieremey Babkin wurde ganz verlegen und wollte sich drücken, aber der Hund ihm nach. Geht auf ihn zu und schnuppert an seinen Ueberschuhen. Der Kaufmann begann zu stottexn und wurde ganz bleich. „Nun," sagt er.„Gott sieht die Wahrheit also doch. Ich bin ja auch," sagt er,„ein Hundsfott und Beutelschneider. Und der Pelz, Brüderchen gehörte gar nicht mir. Den Pelz habe ich meinem Bruder abgeknöpft. Ich schlage mich an die Brust und bereue." Hier begann das Bolk nach allen Seiten auseinander zu laufen. Der Hund hotte gor keine Zeit zu schnuppern, er packt« gleich zwei, drei auf einmal, wer ihm gerade in den Weg lief, und hielt sie fest- Die beichteten. Einer hatte Staatsgelder in Karten verfpiell, der Zweite hatte sein Weib mtt dem Bügeleisen geschlagen, der Dritte hatte so etwas gesagt, was gar nicht wiederzugeben ist. Schließlich war alles Volk auseinander gerannt. Der Hof war leer. Es blieben nur der Hund und der Agent. Und plötzlich geht der Hund auf den Agenten zu und wedelt mit dem Schwanz. Der Agent wurde bleich mtt» fiel vor dem Hunde nieder. „Beiß mich," sogt er,„drei Tscherwonzen bekomme ich für deinen Hundefraß, und zwei davon habe ich für mich behalten.. Was weiter geschah, weiß ich nicht. Ich habe gemacht, daß ich davon kam. Drei rote Rosen. Von Michael SrdSdi. (Sinzig berechtigte lleberfehtmg aus dem Ungarischen von Maurus Mezei, Wien.) 1. Der herbe Spitalsgeruch legte sich ihm auf i>ie Kehle, als er eintrat. Schwindlig blieb er vor der Tür des Krankenfoales stehen. „Wen suchen Sie?" Die sanften Augen der Pflegerin hafteten an ihm wie ein Der- band auf einer Wunde. Er atmete tief aof. „Meine Frau... Frau Elisabeth Kiß... bitte...' „Dritter Saal, Bett sechs." ,Lch danke." Er trat ein. Dos sohle, gelbe Gesicht seiner Frau frischte sich zu einem Lächeln aus. Und die zwei mageren Arm« erhoben sich. Andreas Kiß bückte sich und prestte feinen kalten Mund auf die aufgefprun- genen Lippen der Kranken. „Fühlst du dich wohler?" ,2a." „Gott fei Dank!" „Noch... fünf... Wochen..." 1 Die erste Woche oerging stumpf, leer, gm Bureau rauchte er nervös sein« Zigaretten, er war zerstreut, die Arbeit ging ihm long- sam von der Hand. Er konnte kaum den Rachmittag erwarten. Er speiste gar nicht zu Mittag, sondern eilte, um nur rechtzeitig im Spital zu sein. Cr kam als erster und oerließ als letzter den Saal. Die Pflegerin sagte auch: „Der beste Gatte der Welt." Der Frühling nahte heran. Der feuchte Asphott glänzte im Sonnenschein. Die hoffnungslose Häuserreihe der Spitalsgasi« legt« sich ihm aufs Herz wie eine blumengeschmückte Bahr«. „Es ist Frühling... Frühling..." Heiß durchlief es ihn, fein Blut braust« und«r erhob feine» Blick zu den Gesichtern der vorbeigehenden Frauen. Aber rasch wendete er ihn wieder ab. Der Spitalsgeruch kratzte ihn noch i» der Kehl«. Z. Zu Beginn der zweiten Woche begegnet« er Liselotte. Sei» erstes Gefühl war, daß diese Frau ihn noch immer interessier«. Er hatte thr einmal sogar die Eh« versprochen. Damals war sie»och «in« Theaterelevin. Sie lachte ihn aus. Jetzt, wo ihn das Schicksal mit ihr zusammenführte, schämte er sich, einzugestehen, daß er ver- heiratet sei. Er verleugncte es. ,JSd} habe auf Sie.. gewartet...* Liselotte erwiderte mit einem klingenden Lochen: „Sie sind zu spat gekommen." Andreas Kiß errötete. Er dachte an seine Frau. Erschrocken reichte er Liselotte die Hand: .Leben Sie wohl..." Und er eilt« nach Hause. Aber am nächsten Tage erkundigte er sich schon im Theater nach Liselottes Adresse. Und er ging vom Spital aus direkt.«« die Straußgasse. Sein Blut trieb ihn dorthin. Diese» Blut durchlief brausend seinen Körper, und so oft es m fem Herz ten, empfand er eine heftige Scham. Er trat vor Lifelotte. .Melch ein Zufalll" Liselotte verzag die Augenbraue«. „Sie sind es?" 4. Mit geschlossenen Augen sank er über das Bett der Frau; er getraute sich nicht, der Kranken in die Augen zu schauen. „Noch zwei Wochen..." „Zwei Wochen... ja.. Die bis an die Knochen abgemagerten Schultern erbebten. Die Hoffnung des neuen Lebens machte ihre Wangen erglühen. Dem Druck der ausgetrockneten Hand entströmte eine tröstende Wärme. „Mein armer Mann.. Am Donnerstag entfernte sich Andreas Kiß noch vormittags aus dem Bureau. Er eilte nach Haufe, kleidet« sich um. Auf feinem frisch rasierten Gesicht brannte der Durst. Auf der Straße sog er den Glanz, dm Frühling in sich ein. Bor dem Blumengeschäft blieb«r stehen. Er wählte drei rvte Rosen. Er hob sie zu seinem Gesicht, atmet« dm Dust ein. Er erschauerte. Als würde dm Kelchblättern ein Spitalsgeruch mtströmm. Er zahlte und taumelte auf ine Straße hinaus. Die drei Reisen dvochte er Llfelolte. Er läutete. Lifelotte nahm mit nervöser Grimasse den einfachen Strauß. Sie warf ihn gelangwellt auf dm Tisch. „Sie haben sich sehr angestrengt, lieber Freund.. Andreas Kiß stieg das Blut in den Kopf. „Na, härm Sie? Drei Rosen bringen Sie mir zu meinem Namenstag?" Sie nahm ärgerlich die Rofm und warf sie ihm hin. Andreas Kiß bückte sich; er hob die drei Rosen auf und wankte mit glühender Stirn hinaus. Ohne sich zu verabschieden. Dom weißen Polster lächelte ihn die Frau schon durch die Tür an. Sie richtete sich im Bett auf. Die Freude trieb ihr die Farbe des Lebens ins Gesicht zurück. Sie klatschte tn die Hände: „Du Süßer... du Guter... Nosm host d« mir gebracht... mir hast du st« gebracht... Andreas Kiß schnürte e» die Kehle zusammen: „3a..." Die Frau nahm den Strauß entgegen. Dann küßte sie ihren Mann: „Me nett..." Aus ihrem Blick sprach inniger Dank „Daß du an mich gedacht hat..." Andreas Kiß wendet« sich ab. Die blühende Farbe der Rofm blendete feine Augm. Dies« drei Rosen hat Liselottes parfümiert« Hand weggeworfen. Und als hätte Ihm jedes einzelne Kelchblatt ins Herz gestochen. Hiet ist es ein Geschenk, was ein« andere mit Füßen gettetm, was die Sünde weygeworfen hat... Andreas Kiß' Augen wurden feucht. Trinen btanntm darin. Die Frau streichelte die Rofm: .Lch danke dir..." I Dann blickte sie auf ihrm Mann. Sie staunt«: „Da... weinst?" Meeresstltle. Don Tmde S. Schatz. 1 Die ganze Welt ist voll von leuchten dem, strahlendem Ufa*« Wohin ich den Kopf wende: Blau, nichts als Blau. Sind mir noch keine Schwimmhäute gewochsen? Längs«« reck« ich den Arm in die Lust und spreize die Finger. In schimmeri», den opalen Tropfen rinnt das Wasser der Adria von ihnen herab, Aber sonst sehen die Hände noch ganz so aus wie immer. Die Beine stoßen empor. Durchaus kein Fijchschwanz, nichr einmal der geringste Flossemmsatz ist vorhanden. Es sind richtige, gebräunte Menschcnbeine. Uebermütig plätschern sie zurück. Aus weißem Schaum-t gekräusel sprühen Goldtropsen in die Lust. Die Lungen pumpen sich voll mit klarer, salziger Reinheit.� Dep Körper reckt sich, gleitet weiter, mit gelassenen, mühelosen Gebärden. Oder ist es das Wasser, dos ihn sanft und lind vorwärts trägt, das Meer, der geduldig« Sklave des Menschen? Ich werfe mich herum und liege unter einem blauseidenen Baldachin, der von der großen goldenen Sonnenanipel blendend Erleuchtet ist, auf einem Lager von blauseidenen Daunenkissen, Nein, Daunenkissen sind hart, haben zuviel �oon menschlicher Un-> Vollkommenheit, verglichen mit meisten märchenhaften Polstern. Weich schmiegen sie sich dem Körper an, halten ihn, tragen ihn, ohne daß er den mindesten Druck fühlt. Nur der Bogel, der mit weit-, gebretteten Schwingen die Lust durchgleiteh kann ähnliches empfinden, kann so der irdischen Wirklichkeit entrückt sein. Weich dehnen sich die Glieder, die Arme verschränken sich unter dem Kopf, die Bein« kreuzen sich. Die Augen blinzeln unter fast geschlossenen Lidern in dieses traumhafte Wachen. Langsam, beinahe unmerklich geht es vorwärts in die blau« Unendlichkeit. Der seitwärts gerichtete Blick fängt«in Fischlem«in, da» emporschießt. Hallo, Bruder Fisch, wohin geht die Reise? Aber der Fisch bleibt fast neben mir stehen. Will er mit mir spielen? Oder sjat«r eine Botschaft für mich? Und der dumme, plumpe Mensch, der die Sprache der Krealur nicht versteht, läßt die Beine sinken, gleitet mtt heftigem, ungeschicktem Plätschern näher. Lautlos sinkt das Fischlein wieder in die Ties«. Der Blick geht ihm noch, wandert durch das klare Blau der Oberfläche herab an dem Grünlich- weiß der lächerlich verkürzten Füße in die dunkel schwimmende Ferne. Das ist das Meer: endlos, grundlos. Der Herzschlag stockt. Das ist das Meer: ein Raubtier. Kein geduldiger Sklave. Ein Raubtier, dos mir jetzt feinen Rochen weift. Nicht im Grimm, nickst um mich zu verschlingen. Nur: erkennen soll ich e«. Und da kreist das Blut auch schon wieder im gewohnten Gleich« maß durch den Körper. Mit vorsichtigen, nicht mit ängstlichen Gebärden strebt es zurück an die Oberstäche. Doch mtt leisem, bo- alücktem Lächeln sind die Augen noch in der Tiefe. Bnider Meer, starker, schöner, gewaltiger Bruder! Wir lieben uns, wir beide, du und ich. Du kannst wild, du kannst Raubtier sein. Aber ich habe nichts zu fürchten. Wir beide, wir liebe« uns! Eine Stakifttk der Religionsbekenntnisse, von den 18l« Mil- stönen Menschen, die nach den neuesten Erhebungen die Erde zählt. gehören 684 Millionen einem christlichen und 1182 Millionen«mein nichtchristlichcn Bekenntnis an. Bon den 684 Millionen Christen sind 336 Millionen Katholiken, 210 Millionen Protestanten und 144 Mil- lionen griechisch-orthodoxe, orientalische und ander« Chrtften. Di« 1132 Millionen Nichtchristen setzen sich zusammen aus 15 Millionen Juden, 225 Millionen Mohammedanern, 200 Millionen Buddhisten, 217 Millionen Hindu», 800 Millionen Anhängern des chinesischen Gelehrten Konfuzius, 140 Millionen Heiden und Naturanbetern. Jin Lahre 1810 betrug die Gesamtbevoltcrung der Erde 653 Millionen. Darunter waren 228 Millionen Christen und 425 Millionen Nicht« christen., — Und ss um Scßluß terUnen vir unaeren sensationellem Saison-Hiisverkauf dmth eine Reihe»iamtcnswerter Angebote, wie sie in ab&€tf>barGr Ze 1/ nic&t wiedler vorkommen werden. Socfi einmal bieten wir Ihnen mt diesen tadellosen Qualitätswaren so große Vorteile durch die unglaublich billigen Preise, daß me diese letxte Gelegenheit ausnutzen W ÜSSCn! Beginn 2. Juli 192S ttn großer Posten Bademäntel für Damen und Herren 9 Extra WM te Badcmlwtel Mt Damen und Herren,«neb für die grSSten Figuren. Bade- und Sirandanzüge an angUnUidi billigen Ptdsen. Ein großer Posten «vmml»antel kleinkariert, I. riel. Farbrtellnngen ■=12: Mnlarbig, mit besender» starker Onromierung and fester Decke =22. Ein großer Posten bunter rctaueld. bedruckter Cr£pede(hlne Kleider In herrlichaa Mustarn, mm Teil mit Btiseben, Volanta und dergl. In euegezeichneter Verarbeitung 25; Ein RIesenposlen Original Wiener Sirldnvarcn ans bester Angora-, Zephir-«bw. Wolle, In rielen Mastern, Macharten and Farbtönen, darunter Pullover Poeten 3.- Elegante Strick-Kleider JMst ren K�O an. Ein«rober Posten sABnater Blusen in Tersehiedenen Seidenarten, durchweg, solange der Vorrat reicht elden- *0�. Iangen8cbal,der[ in Hohlsaum ge-* faßt ist und schöner Schmuck- biums.legst, doppelt plissierten 29; Ein großer Posten hocheleganter Herrenstoll- Mäntel InaliSBOröSeB, teilweite teilweisa auf(si nitam Falter, nie wiederkehrsng rößea, 129- BBBBF Äf KT• Bettfedern nicht roh, sond. gründl. gereinigt(gew.), garant. frei v. Kranliheitskeim, ftupf p. Pfd. 0,.V), 0Ä), , 1,40, dann. 1.90, Rupf weit 2.50, Hai hfl, weiß ISO, weiS Schleiß US, Schleißhalbfl. 3JQ, Daunen i80, weiße Daunen 7.—, 9.80, gel. Oberbetten mit ktark. Inlett. 2 m lang, 7.45, n.M, 14.90, IT«, Unterbetten 6 25, 9.30, 11.90, 1A20, Kissen 2.7s. J.90, 5.40, SM- Portofrei v. M.. Niehtbass, tu rück od. lim Much. PrcisL Nr. 43 u. Mutter gratis. ÄTÄKfeiSÄ Na SaniiMiaiiii, Berlin S 59, Kottbusser Damm 88/89 Zweigniederlassung: Bgrli« N 14, KesCntbalcr S trage 9 VftB der Reise zurfiek ZAhnarzl«arUinüd AU-KoaMt 20. iiiiiiiiiiimiwigiwiuiiuraiiutti uuiwguiuumiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiniKiiiMimiHiiiiiiii können auch Sie Jetzt die wegen ihrer Qualltdf und Schönheit bekannten und beliebten ,Drtha*- Möbel haben, wenn Sie unseren Verkguftrfamen Clsdsser Straße 37(Oranienburger tor) und Brunngn- slraSe 39(nahe InvaJIdenstrafce) einen Besuch abstatten. Schlaf. Speise- und Herrenglmmer sowie Küchen und Etntelmöbel jeder Art verkaufen wir auf Kredit bis zu 2 Jahren und langer Bitte besuchen Sie uns oder fordern Sie unser.Driha*- Werbcblatt, auch Sie werden ein Freund der guten imimiminniiiiimiinninmiuiiiiuiuinniiiimiiininiimiiiiiniminiiimmminiiiimiiiiimui 99 3)riha"-cniöbel Das Gebof der Stunde ist der Eintritt in den Erd' und fencr- Bestattundsverein GroD-Berlln ,-> W35, Steglitzer Straße 66 Femsprecher: Nolleodorf 4148(69 Eisu-,2, v.Bellen, KS; Stahl matratr en, gflngtlgü Priv. Kjt.mi fr. fitteanigbeliaurtii gnbi(Toüri. ..........- Dur lim liiiMM ObL Organ d.�Vrbelter-Radio-Bundes Deutschlands e.V." BcIIagea: Oer Bastclmelster— Ole Neue Musik— Da» Keue Theater— Der Nene Wim— Der Nene Sport. Eine große Kulturreitschrift im Finne der modernen Arbeiterbewegung. Wöchentlich 25 Pf., in allen Kiosken. Beiugsprtis bei Handel und Post monatilch 90 Pf. Der..ArbelterfunK" kann auch durch alle Botenfrauen und Speditionen des„Vorwärts" herogen werden. Probeheft kostenlos vom Verlag der Neuen Gesellschaft, Berlin-Hessenwinkel V. Montag und Dienstag jjÄ m ÄUSVERKÄUP «od--- Deckov ■, a-i iaadtücha» ITbc�aM�äcIncai Haascl Theater, Udilsplclc usw. ■■■■■■■■■■■■■•■■■■■■! Staats-Oper Unter d. Linden 25.AlUtlUl mt» Tontellng Hfc fci Foia Staats-Oper Am Pl.d. RepuW. zs.luiost enti forstellBBg vzlti den Fnin Bismarcks tr. fMSllllM StntL Sdnnpltik. Im Ferienliai&er itaatUdiillir-M.Qiaritlii. Volks büh ne TL an SiMffliawnlamii Tbutit an niD«|ilati S1/, Uhr Orpheus In der Unterwelt 8'/, Uhr Der Knimandel ZD Ilf Sonntag, den 15. Jnli nachmittags 3 Uhr WsMMlei Norden 12310 i U. Ende nach ICf/, Artisten iHh Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 SV, u. Ende 10*/, U. ■s liegt in der Luft Reme roo Schiffer. Musik t. Spollanskj Berliner Theater :!iarlottB!str.9S/9I.Oönk.lIB 9«/* Ende nach lOVs jastspiei d.Dntsdietl!). Der Prozeh Hary Dunau Snweür-atln« lUKönlgKrättSt. 8V, Uhr Leinen ans Irland KomSdienhant Norden 6304 TägU S»/. Uhr Der Präsident! Lostsplelhans Täglich 8»/, Uhr Jp&»Phii£v:38''n. Mafkgn-Fohrröder bis5iQhrgGarornie rHir�'ini'invdl -.Jntcl, Schlauche. Laterne h etc.enqrm bllllq! Faltrradhau» WERNER BeHinSOsft Adalberts tra�e•(am Koftbusscr Tor) m-PHASI mn Zoe iui«nd.« an «ecaeatogens�t »oeBtaaSisjts�i» BLOHIS-PMiST ». d GedScbtnisk. Bio. 9Q3S, 8656 «oelNatag«Tis�>: SoutagSts�ts�u nsFOBSTEmuni Korfdrateadaaun 26 Bismarck 6179 tfocnentaBiH�» Sonntags PA-PimOB am NollcadorfpL 4 Ufa. mu uinn WockeetageTis,»!» 8oMta«8i>.Ii>�ls T Ii BMJ TRASSE Ecke StrTxnstr. Wockentags J, 0 Sonntag S, 7, 9 iiiutuiiifmoii AÖNIßSTADT Scbönb. AUm 10-11 Norden 8067 Mocbentags 7, 9 Sooitag S, 7. 91» FRIED BICHSHAIN Ecke BStxewatr. KSnigsUdt 5564 Uockenta�s 7,�9 Sonntag ALEUNBESPL Alezmnderstr. 46-46 Kupfargrabca 4930 tonn tag tags 7, 9 9 L7. 9 ..51?- geht an die See,„Er" nach Tirol, Und sie flflstem zu sich;„Lebewohl", Ueberzeuet, daß„Lebewohl*" nur tauge,. Wenn beim Wandern schnierztdas Hühnerauge. Aerzten empfohlene HühBeraugen-Lebewohl und Lebewohl• BBUcnschelben. Blechdose(g Pflaster) 75 Pfg., l.ebevvobl.Fulibud gegen empfindliche Füße und Fußschweiß Schachtel(2 Bäder) 50 Pfg., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Wehn Sie keine Enttäuschungen erleben wollen verlangen Sie ausdrücklich das echte Lebewohl In Blechdosen und weisen andere, angeblieh.ebenso grSte* Mittel zurück, «EINBERG SVEG Weinbergtw. 16-18 Norden 1865 VMheiitagt Y, 9 Sonntag 5, 3, 9 inMUinMmiiiiiiixiMiiimiiiii WEISSENSEE Aa AntonpUte Weieaenace 319 »eekeeta,« 7,• SeontaiL 7.° loua Anna fiarentna -KS ffirtnitiü sflflfler Im? Uaito' Bv BeflektoM lal 4ar Un Spiel Die ABStern- griiuessla Polo Reftrl Rtrtei Stodt LeiberJ CMeiir nnauuianaiinfnni im i in i DOllfle üflfl fler ZalaU BOhnenachau Arnold Scholz. Hasenheide 106/14. Sonntag, 18, Juli: Gr. Garten-Konzert und Gala-Varietö-Vorstellung BlnUtt 2 Uhr Kaffee-Köche Donnentn. 13. i«H:. fr- knnwi-kWfRft Das grässte Schah-Spexiaihaus Merlins Komische | Vit Ohr Oper«v., Bhr| JAMES KLEIN'S gewaltiges neues RewueeStUck: Zieh' didi aus! 200 HitwiiKeade. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen. Relchnhallen-Theater Sonntag, den 18. Jnll 10Z8 lusmieös- Torsteiioag der Stettiner Sänger ab 19. 7. dastsplel der DresdnorVikloria-Sänger UOnhofi-Breit'i: (Saal und Oarten) Varietä—Tanr— Kabarett ZOOLOGISCHER GARTEN l�nac�.} Gr. Konzen ISÄ�JIW-�OD�P. Sonnabend-<1 Dir. Cleins Sduaalstidi ZOO-OSTAFRIKASCHAU WWW Karl Hagenbecks Somalis. WM» VM SPORTKUNST. 9-7 U, AUSSTELLUNG Berliner Igik-TriO NBUkOKn. HW UhMirJi/ni TTMawr am Kottbnaaar Tor Kottbuanr Str. 8 TeL: UpL 10077 Montag, den 18 Jnll,»(ihn Lnfzto Vorstelluna der G/te-Säiiger tot Ihrem Bommeturlaab. Yga IT. dl, 8t Jnll! QroOes Sonder- Gastspiel Inet Programme d.Fiohsioote.d. Heiterkeit I Bit Vorzugskarten kabe« neuere euiinumHl Kleines Tiieater S1/, Uhn SpranU&ett der Liebe Zesch-Ballot, Christel Storm, Ternlng, Garrison Schafheitlin. Blumenstr. 8. Täglich SV, Uhr Skandal im Bettl Si tt en sc hwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Elfrlede Mertens ,.9. Jugendliche haben keinen Zutritt I Parkett auch äonnu statt 4.— Mk. i»Mr 1.— Mk. BeriinBr Prafer Kastanienallee 7/9. ?>/, Täglich 7i/, Die keosAe Susame. Außerdem Konzert, Varleft. Tanz. Kalfeekecbea. Stltenburg-DSbn:!! Ots. Künstler-1 h, 8V, Uhr Es kommt Jador drani Revue von Fr. Holländer Lessing Theater Täglich SV, Ulli „Spiel Sdiloss" Theater des Westens SV, Uhn Lori Leux in Die ungeküßteEva Operette in 3 Akten- Sfusik f. Martin Knopf. Else Böttipher, Kjper, Neruda, SteppeenK WiHhaUa-Th. tVeinbergswegI(V2C Täglich SV, Uhn Der Wtrt vom Heidekrog Ein lustiges Spiel ra. Qesangu.Tanim.d. neuesten Schlagern Park.au eh Sonntags statt 4— M. nur 60 Pf. Rose-Theatsr 3r. Frank!. Str. 132 5 Uhr. Ksnint und bnntcr Tail. SV, Uhn Der rarst von PeppenliebB ttbec 9lrl leiert o t et s m er: Panl Uolletc. ustm. Debvt Mtrer Mariannenstraße 3. Ecke Naunnnstraße Amt MsrtbvL 10303 m in Niete WSO.Ansbgchersir.l jß Unfern Senoffen Prltz Kramer zum 60. Gebnrfsfnge die besten GlütfmütisC.v BeilrksTerordneten-Fraktlen 19. Bezirk. »«»€€€€€«: O ,.jf» Unserem verehrten Genossen Tä $ Franz Schmidt w w, Bin Jühatlatlenburq. Am Volks» feinem Wjähr. Partei- ! hrrzL Glückwünsche. »ie 54. Abteilung. '''ISSSSSiS hau« 1, M feil fubUSutn die I Am Dmuerstam dem 12. Juli, entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber, guter Mann, ttttfer liebet Vater, Schwieger- und Großvater, der Gastwirt Robert Goldbach Brttnnittstr. 4ß. In tiefer Trauer Marie Goldbach nebst KJndeni. Die Eittstschermtg findet am Miit- woch, dem 18. Juli..40 Uhr, im Krematorium Verlin. Gerichisttaßr, statt. l�t»SgkTIFp�g»4I wle-hsa« sind die L8k?VUnUeT» Kiemen Anzeige« In der Qesamt- Auflage hJIIJnif des Vorwärts und trotzdem K-iURI�e 5«»Mittßer 125 eigene Verkanfulellen davon 18 in Ctro6- Berlin und Potsdam C, Spitteimarkt 14 N, Brunnenstraße 37 N, Danziger Straße 1 N, Friedrichstraße 130 N, Müllerstraße 3 N, Rosenthaler Straße 14 NW, Turmstraße 41 NW, Wilsnacker Str. 22 O, Andreasstraße 50 O, Frankfurter Allee 22 SO, Oranienstraße 2a SO, Wrangelstraße 49 SW. Friedrichstr. 240/41 W, Potsdamer Straße 50 (an der Kurfürstenstr.) Chariottenburg, Wilmersdorfer Straße 122 Friedenau, Rheinstraße 6/7 Neukölln, Bergsfr. 12 (Ecke Steinmetzstraße) Potsdam, Brandenburger Str. 54 KLEINEANZEIGEN UüMliPI. fetljeJraitB Wort 25 Pf. liclisiig 2 feffytdrijit! Worto).— Slellsnsoodie das I. Wort Maidruit) 1 5 Pf., jedis weitsre Wort 10 Pf. Wortz mit modo als IS Eudislabon aihlia für iwsi Worte. tnifigeo, weldie flr Oll nächste Pommer bestimmt siEd.Diösseobiispilnliiii iVj Uhr nadimiltajs in der Haupt-Expeditifln des Vorwirts. Llndeaslrati Z. abgegeben werden. Dieselbe istwodscntngsnn morgens O'/otlbr bis naebm. SOhr unonterbrodien oeöftoet. Leidhau» Mnni�platz 58a. itavalier-Garderode, teils Berkauf von auf Seide, Jackett., Frack., Smokjnganaiiae, Dakar» dlnemäntel, Bauchanzüge, für lede Figur passend. Drira-Angevote für neue Dar. derobe. Pelzlacken 50,—, Pelzmäntel 95,—, Sportselze 85,—, Tehpelze 100,—. tteine Lomk>ardu>arel__ Verkäufe Ohne Anzahlung in 12 Monatsraten Teppiche, Diwan-, Tisch-, Daunendecken, Läuferstoffc, bcauemste Monatsraten. Deutsche Teppich-Vertriebs-Desellschast. Nroneiisiraße Str. 66—87.' Teppiche mit kleinen Websehlee». Sonderpreis 2X8 19,—, Sonderpreis 2X3 24,—, Sonderpreis 2X3 35.—, Eonderpreis 254x354 39,—, Sonderpreis 254X354 48,-, Sonderpreis 3X4 59,—, Eonderpreis 5x4 85,—. Korner. Potsdamer Strafte Sit. 26a.• Wenig getragene Frackanzllge, Smo- kinganzUge, Gehrockanzllge, Jackett- anziige, Gummimäntel, Cutawayanzllge, Gabardinemäntel, Gvverteoatpaletots, filr jede Figur passend, Spezialität s Bauch- anziige spottbillig. Gesellschaft sanzllge werden verliehen. Halpern, Rosenthaler- strafte 4, I. Etage. Patentum traten, ,Primissima".Meia0. betten, Auflegematratzen, Chaiselongues. Walter, Etargarderftrafte achtzehn, Epe- zialgeschäft.' Möbel'Adelsmann, strafte achtundsechzip nur Hoizmarkt. Rücksichtslos herab- Betifeder» ab Fabrik, graue Rupf- federn Pfund 59 Pfennig an, Bettfedern- Dampfreinigung. Neu: Bettfedern» Wäsche. Bettfedernfabrik Schwan, Brun» rsenstrafte 152, Fabrikgebäude. Pergllte 5 Prozent. Waldparzellen, herrlich, baureif, 950.—, Anzahlung 290,—. Wagner, Wandlitz- see, StolzenHagenerstrafte._* Landparzellen, nur 750r-, Anzahlung 100,—. Restaurant Kofmann. Oranien. durg, Berlinerallee A._ Beachtenswertl Deutsches Teppichhaus Emil Lefdvrr seit 1882 nur Oranien- strafte 158. Keinerlei Beziehungen zur ahnlich klingenden Firma. Man achte auf Vornamen Emil.' Ilrnenkissen, Marmorplattrn, weift und schwarz, Goldschrift, von 12 Mark. Paul Fischer, Waldemarstrafte 16 II. Eyklonetie, 10 PS., billig. Buchdrucke. Lei Culmstrafte 18. Botzletilunzsslurlid, Wascht us* Saifou-Ansverkans. Anzüge. Paletots, Illster, Trenchkoat, Hosen, jedes Stück ein Gelegenheitskauf. Bedeutende Maft- schneiderei. Lieferung in 8 Tagen. Be» vueme Ratenzahlung. Bei Barzahlung 10 Proz. Rabatt. Walter Stein, Znva- lidcnstrafte 135. Wenig getragene Iackettanzllge, teils auf Seide, 18,—. Emokinganzüqe. Bauch- anzüge, Taillenmäntel, Paletots, stau- r.end billig. Gelegenheitskäufe in neuer terrenaarderobe. Leihhaus Rosenthaler or, Linienstrafte 203—204, Ecke Rosen. tfialerftrafte. Keine Lombardware. Getragene Herrengarderobe, Speziali- tat BaiÄsiguren. spottbillig. N»ft, Gor- tnannstrafte 25/26, früher Mulackstrofte.* Woche aison- Vcrhanl Dcntsdieg Teppifliliaas Lmr Emy efivre (4. m. b. 11. BeilU S. Stil 1882 nnr Oranienslr. 158 Vir dÄm Keine Filialen! Prp.islieraliselninö aller Waren okue Ai M' riii n ic! «usaahmeangebotel Söhlafzimmer, echt Eiche, 180 breit, mit Fassonspicgel, voll verarbeitet, 495.—. Polierte Schlaf» Zimmer, Mahagoni, langjährige Daran- he, 630,—. Speisezimmer, echt Eiche. 200 breit, ganz schwere Ausführung, komplett 545,—. Herrenzimmer, 180 breit, gediegene Arbeit, komplett 475,—. Standuhren 68,—. Anrichieküchen. stehen- teilig. 95,— Ankle! beschränke, sourniert, 160 breit, dreitürig, auf Pianoband, mit Facette. spiegel, Wäscheabttilung, 128,—, four- nierte Bettstellen 42,—, Waschkommoden mit weiftem Marmor, Faeettespiegel, 75,—, Nachttische 15,—, Apotheken 12.—, Sofas 65,—, Ruhebetten 18,—, Diploma- ten 52,—, Vierzugtische 78,—. Riesen. auswahl in kompletten Ausstattungen und Einzelmäbel. stahlungserleichterun- gen. Bequeme Anlieferung durch eige» nen Fuhrpark. Delegenheitl Speisezimmer, Eiche four» .iiert, komplett 225,—, Büfett 75,—, Nuftba um. Schreibtisch« 35,—, Umbauten 38,—, Kleiderschränke 18,—, Vertiko 15,—, Waschtoiletten mit Marmor 14,—, Kücken 24,—, Bettstellen 15�-. Haupt- gesetzte Preise: Ankleideschränke 85>—> Küchen 80,—, Bettstellen, Sofas. Ruhe. betten 32,—, Schlafzimmer, Speisezim- mer, Herrenzimmer 245,—, Nußbaum- büfcits. Anrichten 115,—. Langiährige Garantie! gahlungserleichterungl IStratze und Hausnummer beachten.) Kasnerling, Kastanienallee 56. Ledergarnituren, Speisezimmer, Ledergarnituren, Standuhren. Ziiesenauswahl. Spottpreise. Zahlungs» erleichterung.___• Möbel-Schmidt, Berlin N.84, Sc f. nauer Strafte 80. Schlafzimmer 450,—, 655,—, 975,—, Speisezimmer 425,—, 745,—, 980,—, Herrenzimmer 390,—, 650,— 805,—, Küchen 110,—, 225,—, 295,—. Verlauf in unserem Fabrikaus. stellungsgebäude._ Katalog kostenlos.__* Speisezimmer, Eiche, innen Mahagoni, modernes Büfett, große Anrichte, 325,—, eichenes Schlafzimmer. Spiegelschrank, dreiteilig, komplett, mit Spiralboden 495,—. Anrichieküchen 145,—» Einzel- mäbel enorm dillig. Moebel-Boebel, Moritzplatz, Fabrikgebäude.» Piano 209.—, 360,—, gebrauchte. Seil» zohlung. Herer. Prinzenstrafte neunzig. Ohne Anzahl»»». Pianos in großer Auswahl, neue und gebrauchte, mit Herr. licher Tonfülle. Langjähriger Garantie. schein, kleine Ratenzahlung. Herer. Brunnen strafte 191, 1 Treppe, am Rosen- thalerplatz.__ Sie zahlen Raten noch Wunsch, ohne Anzahlung für Pianos, neu und gs- braucht, große Auswahl. Pianohaus, Königgrätzerstrafte 81.__ Bandauionlager. Epezialberatung, Ab- zahlverkauf, Fachunterricht. Ackerstr. 38. Bandonions. Lange, Uhlig, welibe» rühmt, Fabriklager, Fabrikpreise. Teil- Zahlungen, kleine Anzahlung. Musik- weigel. Adalbertstrafte 91. Fahrräder Teilzahlung. Geringe Anzahluna. kleine Rate, trotzdem billig. Nur Qual»- tätsräder, drei Jahre Garantie. Fahr- rabbau Äima. Ackerstrafte dreißig,_• Ohne Anzahlung Fahrräder Wochen- rate 2,—, Reparaturen billig. Fahr- raddeckcn 2,50. Schläuche 1,20. Ketten ILO. Pedale 1,50. Sättel 3,—. Leer- läufe 2,—. Anoden 3,50. Akku 4,—. Eparröhren 2,—. Schönleinstrafte 2._ geschSstt Möbel-Magazin, Zirvalidenstvafte Laden, am Stettiner Bahnhof. Stamm- Haus: Rügenerstrafte 13. 181. geh» Jahre Garantie, Zahlungserleich. terung. niedrige Preise, Leistungen nn- seres Mäbelfachhaufes Schumann, gions- kirchstrafte 3», im Fabrikgebäude, fünf Stockwerke fNähe Kastanienalleej.» stabngeliste, Edelmetallbruch. Queck- stlber. Kinn, Blei, Silberschmelze Ehristionat Küpen ickerstrofte 20a(Man- ieuffelstraße).• Teilzahlung. Komplette Kimmer. Ein» »elmübel billig. Wenger, Marstlius- strafte 8 sAlepanderplatz). Große Frank- fürte rstrafte fechsundfünfzia.» kulant, billig, reej Teilzahlung! Teilzahlung! Teilzahlung! Franks e 45-46. el-Misch, Große Möbelhaus Stein, Weinbergsweg 24. Besonders günstiges Angebot: Schlaf- nnner 475�-, Speisezimmer, Ruft. iinnbüfetts, Ankleideschränke mit Spiegel 105,—, Küchen. Polstermöbel. ssahlungserleichterung._• Möbelkredit bis 20 Monatsraten. Schlafzimmer. Speisezimmer, Einzel» Möbel. Küchen, Metallbetten. Möbel- Haus Luisenstadt. Köpenick«rstrafte 77/78, Ecke Brückenstrafte. Möbelfabrik Georg Tennigkett, Qranien. strafte 173—178. Sonderangebot: Schlafzimmer von 450,—, Speisezimmer 550,—. Herrenzimmer 410/—, Nußbaum- An. rleideschrank 125,—. Ruhebett 35,—, Bettstelle, komplett 90/-, Anrichteküche 125,-. Auch Teilzahlung._• Metallbetten mit Auflage» 21/—. Schlafchaiselongues 23,—. Ehaifelongue- decken 6,— Wandbehänge 3,—. Paten tmat ratzen 9.—. Polsterauflagen. Wochenabzahlung 3,— Göhr. Pappel- ollee 12: Pankow. Schmidtstrafte l.' 9ft»»»ihi>»xtru«,emtze «nkpianon, überaus fabrik Link. Brunnen Piano- Pianos ohne Anzahlung kaufen Sie der Thür, Kottbusser Damm 54. 1 Treppe «gnguqjlaa).------'" Fahrräder, gebrauchte, Mark 15—> 20,—, 25,—, 35,—. Reue Tourenräder mit Torpedokeilauf, prima Bereifung, komplett mit Dnnamolampe, 5 Jahre Garantie, Mark 68.—. Fahrradrahmen 17,—, 19,—, 22,—, 25,—. Azetylen- lampen ILO, 2,35, 3,—. Laufmäntel 2,25, 260, 3,—. Eonttncntal-Eyklop Lausdecken 2,75. Dunlop und Continen. tal prima Laufmäniel s stahlblau) 4,50. Luftschläuche 0,85, 1,—, 1,50. E. Mach now, größtes Fahrradhaus Deutschlands. Weimneisterstrafte 14. Nähmaschinen Röhmaschiuen. Billige, erstklassige 'abrikate für Hausbedarf und Gewerbe. 3.—. Fischer, Potsdamer- Dürlopp- Nähmaschinen gegen 3-Mart- Wochenrattn. Wloflk, Brunnenftrafte 185, zwischen Rosenthalerplatz und Invali- denstraft». Norden 118._ Halt! Bin als Nichiizihaber eines Ladens in der Lage, zwanzig Mark bei Selbstkauf oder Vermittlung einer Näh- Maschine trotz billiger Preise ab Fabrik zu vergüten. Ohne Anzahlung, erste Rate September. Beflchtigung im Fa- briklager. Alle Systeme. Ilnverbind- liche Postkarte an Neuköllner Nähmaschinen- Vertretung, Wipp erstrafte sechsundzwanzig. Kaufgesuche gahngebisse, Plattnabfälle, Sinn» Metalle, Oueckstlber, Silberschmelze. Golbschmelzerei Ehristionat, Köpenicker. strafte 8S(nahe Adalbertstrafte).' Briefmarke», Münzen kauft Groß- mann, IoHannisstrafte 4.__• »laviere kauft Bergmann 6607. sofort van privat Unterricht Berlitz«chool. Fremde Sprachen. Leip- »igerstrafte 110, Tauentzienstrafte 19». Einzel- und girkelunterricht. Eintritt lederzeit._» _. rderude Privatzirkel, jtur» schritt. Maschlnenfchreiben, Buckchattung. Bücherrevisor Aulich. Seydelstrafte 1. Spttttkuaarkt.» Lonttn-, Mandolin-, Violinunterricht. Deorgenkirchstrofte 39.» Vermietungen versicherte. 1. August. Strafte 79. Wohnungen kein J Wohnraum. Bsrgulaau 6394. Znvaliden. Zimmer Bs: Fromm, rdermnuner, möbliert, ruhigen Herr». nm, Manteuffelstrafte 4. »ftietgegurhe geräumiges Zimmer Licht sucht Lehrer an "e. Westend oder Teilmöbliertes mit elekttifchem ~ atlicher Berufsfchuli Kreuzberg beooruugt. Zuschriften Z. 11 an die ,.Boru>äiÄ»Spedi. tton Drlhelmshavenerstrafte 48._ Kachstube»der Küche sucht mm 1. August oder später Ehepaar. An. geböte an die Geschäftsstelle des«Bor» warf. Smmouue.llttchtoafte 24. Ber» OMmim- BekleidungS-JnduS-l-rie G. m. b. M. Brunnenstraße 188-190, am Rosenthaler Platz Herren-Anzüge in bester Verarbeitung Lüster-u.Leinenbekleidung in großer Auswahl und allen Preislagen Weiße Hosen in allen Größen Sportbekleidung»»er ah Gummis und Lodenmäntel in großer Auswahl Windjadken für Damen und Herren in allen Größen und Preislagen Elegante Maßanfertigung Herrenartikel Hufe, Krawatten, Oberhemden usw. zu billigst Preisen Berufskleidung für jeden Beruf Fahnen und Ausrushingsgcgenstandc für Rcidw- banncr Schwarz-Rot-Gold Verschiedenes 10 000 Reklamezettel 3,—. Buchdruckerei Schmitz. Romintenerstrafte 20.> Kubasch, Köpenick, Grll- WWW'~~~ 2Bafcf)ccci nauerstrafte 45, wäscht und plättet sämt- liche Haus- und Leibwäsche. Bezug 30, Damenhemd 15. Abholung Donnerstag. (Mtglied SPD.) Wäsche nach Gewicht. Halbtrocken zu- rück per Pfund nur 20 Pfg., trocken zurück nur 25 Pfg. Dampfwäscherei .Merkur", Frankfurttr Allee 307. An- dreas 2820.• Lieferung. MPenston 10(Nah- Kragen. Prompte . 1 loftberg, Inhaber Genosse Srieb. 650 Meter Hobe in Tännesberg, tderpfalz. Volle Pension pro Tag 4.—. Ideale Lage, waldreich« Segend. Be- -nnt gute Verpflegung. Prospekte frei.» verriaszimmer, 36—40 Personen, auch für gahlstelle frei. Sebastiansttafte 1. «llrode bei Treseburg im Harz. Re- publikaner und Genossen finden billigen, angenehmen Aufenthalt. Prospekte per- sendet Gast- und Logierhaus.Sturmeck*. Habe» Sie Stoff? Für 29,— ferttge einschließlich Futterzutaten modernen Anzug oder Mantel nach genauem Maft. Anferttgung aus eigenen Stoffen von 50.— an..Ehick"» Sebastianftraft« 76 sMoritzplatz).__ Detekti-bnrea» Staschel, Chaussee- strafte 77 Fernsprecher Norden 7886. Beobachtungen. Ermittelungen Aus- künft« allerorts.• Vergnügungen Collbri-Söle, Schöneberg, Narttn» Luther�iraft« 69, gegenüber dem neuen Rathaus, heut« in zwei großen Pracht» voll dekorierten Sälen altdeutscher Ball und moderner Tanz. Die neuen Coli» bri-Kapellen und Tanzmeister sorgen für Stimmung und Humor.* chubertnssöle, Schönholz. Zm größten, über 1000 Personen fassenden Ballsaal der elegante Rund tanz._• Uhlenhorst. Waldrestaurant und Ball- haus, Köpenick, Mahlsdarferstrafte. Emp» fehle meinen 1000 Personen fassenden schattige» Garte». Saal mit großer Beraiwa und Nebenräumen, 700 Per- sonen. Sonntags Kaffeekonzert mit fol- lendem Tanz. Sonnabends Vereins- Berrttm» gzöfttes Arbeitsmarkt Stellenangebote Bollportier für ärztliches Institut ge- sucht. Tauschwohnung letwa 2 Zimmer und Küche) erforderlich. Meldungen mit Zeugnissen, Lebenslauf, evtl. Bild, unter Ehiffre U.11 an den.Vorwärts". Tüchtige Fliesenleger stellt ein Firma Lehr u. Eo.. Berlin NW 40, Werst- strafte 12. Moabit 5118/5119._ Schlosserlehrlinge stellt per sofott oder später ein Otto Lubitz, Werk 1, Charlottenburg, Tegelerweg 28/33(Bahnhof Jungfernheide): Werk U, NO 43, Neue Königstrafte 85(Alexanderplatz). Binderinnen, tüchtige Andrahterinnen suchen Rappe u. Hecht, Reinickendorf, Nordbahnstrafte 7. Bahnhof Schönholz. Tüchttge Rutenwederinnen sofott ge» sucht. Ludwig Lehmann A.-G., Berlin- Rummelsburg, Hauptstrafte 5. Zngendlich« Ardeiterinnen, 14—16 Jahre, suchen Rappe u. Hecht, Reinicken- dorf, Nordbahnstrafte 7. Bahnhof Schön- holz.___ Gesucht ron Berliner »leMSrotzllsvaiiwS Jüngerer, Intelligenter, kräftiger Arbeiter mit Aussicht auf arbeiterposten. Bewerbungen unter Chiffre w. II Hauptexped. d. Vorw späteren Vor- rbi Jür ßruneraald-Villa Ehepaar nii Tauschwohnung gesucht. Mann soll Chauffeur. Frau mit allen ctausarbeiien vertraut sein. Anfebo e unter L. 5766 an Ala, Berlin SW 19. i- Neugründung sucht Kollegen. Betrieb vorhanden. Nähere Angaben unter A, 12 an die Hauptexpedition des.Vorwirts", Lindenstraße 3. Von Oewerkschaltxburean wird ein Jüngerer Bnreanan�eslelUer fesucht, der Kartothek, Archiv und tatistik einrichten und ergänzen kann und nach Angabe der Sekretäre den Schriftverkehr mit den Gerichten übernimmt Nur schriftliche Bewerbungen an Gjaeger, Benimm, Kurfürstenstr. III, I. Etage. antasiefedem! S1ÄS S und außer dem Hause sucht Adolf Kosen. Berlin SW 19, Waltstr. Ii. Lehrmädchen I der Putziederntebrikation sucht Ado» Rosen. Berlin SW 19. Wallstr. Ii. Wäsche- Direktrice FOrunserAtcliermltelektrischem Betrieb suchen wir geeignete Kraft, die mit Aussteuer sowie Lageranfertigung durchaus ver- traut ist Damen, denen an selbständiger Dauerstellung gelegen ist, wollen Offerte mit Bild, Oehaitsanspruch U.Zeugnisabschriften einrefchen. M. Conlfzer Söüne, ft'nrier.huri'(Wisiprtuß n. Unpenerfenripsta. gilb e. verl. A. Oll ndatt> C».. Britz, Cbattsto'nSt III t. Sltellenaiigeliote| Iflilei inlorwärts f ■bBsteBeadUmig; Feinmechaniker lür den Bau geodätischer Instrumente gesucht Bewerbungen mit Angabe der bisherigen Tätigkeit erbittet R. Reift G.m.b.H., FabrtK ledinlMher ArttKel Licbenwerdk CProv. Saduen)