Morgenausgabe Dienstag �45-Ää MM �####*> r�iwpi. I LI M«*:7l III I MMM» au�ispf. m vorou- ,alill>ar. Postbezug 4.ZZ M. iFwml V) W> IQ HM#/ WD«W >mlchb Bestellgeld. Ausiand-odonn«. k�MI■ B B B B B B B VI B B>7 vie e>»!po.-l,e Nonparelllezeil» men> ö.— M. pro Monal. WW llW WWW M Afc * I B B Orutftt Morl 25 Pfennig Der.Bomörtj--Iichew, Wochentag. Bf{ I �W JBV B �r/~�W«ltaedruckte Worte,,-de, weilere Worr ich zweimol. Sonnlog» und Moniogs �W I I Pfennig.«lellengeiuche das erfl, rinmol. die Sdendou-goden füe»erlin r �BV // B ffiott 15 Ptennig, ede, weilere Woel jnb im 5>ondei mii dem Tilel.Der // 10 Pfennig. Worte über 15 Luchstoben abend" Illustrierte Beilagen.Boll zählen für zwei Wone. Ardeitsmark, rnd 3elt- und.Sinbenreunb-, Ferner � � Ä.-.' Zeile«0 Pfennig. Samili.nanzeigen für .ilnierdaliung und Wiffen-.Frauen. a M hjf OWl � M � M<4 � Abonnenten Zeile«o Pfenmg. Anzeigen- ilimme"..Technil-.Blick in die*?> «dern ehe st« ihre Fahne dort hissen! Red. d.„V.".) Toienfeier in Wien. Das Grobmol der Stadtverwaltung, Vorbeimorsch der Zehntausend«. wie». 17. Jnli(Eigenbericht). Zn der glühenden Hitze des gestrigen Sonntag, degann um h Ahr Z0 der Vorbeimarsch am städtischen Grabmol der hundert JuNopser— erst um ll Uhr 50 postierten die letzten Neihen Im lang. samen Trouerschritt mit gesenkte« roten(sahnen da, Mostengrab. aus dem zehntausend« roter Bclken«inen dustenden Berg dltdele». zu dem jeder Demonstrant eine Blum« beigetragen hatte. Mit Worten de» Gedenken, enthüllte Abg. Dr. Wilhelm Ellenbogen da« Denkmal. Die Parteileitung hatte nur die Genosten dreier östlichen Stadt. bezirke, die dem Zentralfriedhof näher liege«, zur korporativen leit. nohme aufgefordert— e» kamen 40 000 Männer und Frauen. Vom Republikanischen Schutzbund traten ZV 000 Mann in Reih und Glied und mit gedämpfleu Trommeln an. Z0 000 Arbeitersportler kamen dazu. Alle anderen 1« Stadtbezirke, d. h. die vielen hundert Partei. sektionev, Gewerkschaftsgruppen und die Betriebsräte hatten nur Abordnungen von 5— 10 SSpsen zu entsenden. Aus dem ganzen Marschwege baten die Arbeitersamariter und der städtische Gesundheitsdienst frische» Trinkwasser dar, die vielen wachen hattcu wenig zu tun. Ohne Zwischenfall ging die Toten- seier zu Ende. Das Schwurgericht verurteilt die Hetze gegen die freie Gewerkschaft. Die Führer der freigewerkschasllichen Polüzistengewtrkschast in Wien. Schabe» und Düninger, hatten nach dem 15. Juli 1K7 vor ihren Genosten in der sozialdemokratischen Partei die folgen- schwere Untüchtigkeit der leitenden Polizeibeamten an den Unglücks- lag kritisiert. Au» eigener Erfahrung wisten wir, wie sehr beide auch gegen jede Verallgemeinerung der Kritik an den freilich s» zahl- reichen Brutalitäten aus die ganze Polizei gewirkt haben. Eher mit ollen Mitteln sollte ja nun die freie Poli.zeigewerkschoft vertilgt werden. Diesem Zweck dienten außer den hier am Sonntag et- wähnten Amtsmißbrouchmitteln auch ein persönlicher Feldzug gegen Schabe? und Döninger in dem Blatt„Bundespolizei", Organ des anti- sozialistischen, schobertreuen Polizeioerein». Schsbes und Döninger erhoben Beleidigungekloge! um dem zuständigen Schwurgericht aus- zuweichen, erklärte der Verantwortliche zunächst, die Beleidigungen weder vorher gelesen Noch zum Druck befördert zu haben. Also Bezirksgericht. Dort erklärt« er aber, er habe doch zum Druck befördert. Darauf Zürückverwcisung an das Schwurgericht. Hier trat der Verteidiger Dr. Gürtler, christlichsozialer Abgeordneter und sanatischer Sozialistenbeschimpfer auch im Gerichttsaal, wo er ge- wähnltch in Konflikt Mit dem Vorsitzenden, stets aber mit dem Gegenanwalt kommt, den Wahrheitsbeweis an. It. a. wollt« er auch beweisen, daß � Schabcs durch üble Schiebungen Mitglied des Bundesrats(etwa unserem Reichsrat gleichzusetzen) geworden sei. Der ganze Wahrheitsbeweis mißlang schmählich: es ergab sich aber, daß das Polizeipräsidium durch Kriminalbeamte die Aeußerungen Schabe»' In sozialdemokratischen Scktionsversamm- lungen bespitzeln läßt! Die Geschworenen sprachen den Schob erioner schuldig,«r«ourde zu ni«r Wachen st rengcn Arrests(Gefängnis) mit einem Fasttag verurteilt. Der wahre Derurkilir ist wieder da» System Schober. ;; Reichstag besuchipreffa. Asenaver gegen die Gelbstisolieruag.- 5i>be über die Auf gaben der presseaosstelwng. Köln. 16. Suli. Di« zum Besuch der Presto hier weilenden Mitglieder de» Reichstages unter Führung de« Präsidenten Lö b e und der Vize- Präsidenten odn Kardorff und Esser waren heute abend im großen Saale des Gürzenich Gäste der Stadt. Oberbürgermeister Adenauer gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freud« darüber Ausdruck, die Vertreter des deutschen Reichstages willkommen heißen zu können und verband damit den Dank sür da» große Verständnis, dos der Reichswg von vorherein dem Gedanken der internatidnolen Prefseausstellung entgegengebracht Hobe. Der Gedanke dieser Aus- stellung Hab« im Auslande einen ausgezeichneten Widerhall gesunden, einen Widerhall im Sinn« der Annäherung der europäischen Völler aus dem Weg« zum europäischen Frieden. Dr. Adenauer betonte, daß die Zeit der Isolierung für Deutschland ein End« hoben müsse, in gleicher Welse aber auch die Zeit der Selbstisv- lierung. Deutschland könne unmöglich verlangen, daß sein« ehe» moligen Kriegsgegner auf seine Stimme hörten, wenn es nicht ebenso, wie es das von den anderen Dötkern verlange, auch selbst unter die Vergangenheit einen entschlossenen Strich ziehe. Dos choch des Oberbürgermeisters am Schlüsse seiner Red« galt der» deutschen Reichstag und einem glücklichen Erfolg« seiner Ar- betten. Ln schlichten Worten dankte darauf Präsident Lob« dem Ober- bürgermetster für die Einladung. Er gab seiner Bewunderung für da, mit der internationalen Presseousstellung geschaffene große Wert Ausdruck, das geeignet fei, Pölker und Nationen näher zu führen, und sprach die Ueberzeugung aus, daß die Presto, die einen ethischen und kulturellen Zweck habe, sich einst rentieren werde, indem sie dem Volke«inen Einblick gegeben Hab« in die geistige Eni- wicklung eines großen Teile» seiner Vollsgenossen und ihm Rt- spekt vor geistiger Arbeit in» kjerz gepflanzt habe. Sein choch galt der Stadl Köln mit ihrem Oberbürgermeister. Beide Reden wurden von den Abgeordneten mit zahlreichen Beisallerufen auf- genommen. Anschließend folgten die Gäste einer Einladung der Stadt Köln zr> einer Rheindampferfahrt zur Besichtigung der Rhein- user- und Dambcleuchtnng. Gendarm erschießi de« Generalstabschef Tragisches Mißverständnis in Ginyrna. konstanlinopel, 16. Juli. Der Chef des Generalstabes in Smyrna, Zeti Bei, und der Leiter de» Smyrnaer öusloerbandes, N i h o t B e t, wurden v« r- sehentlich durch einen Gendarmen in Smyrna erschossen. Der Gendarm glaubte den Kraftwagen der beiden als das Auw- mobil eines Verbrecher« erkannt zu haben, auf den gefahndet wurde. Er forderte den Chauffeur auf, zu holten, und als dieser nicht Folge leistete, feuert« er mehrere Schüsse ab. durch die die beiden Insassen de» Autos auf der Stelle getötet wurden. Die dtplomatischeo Beziehungen zwischen Peru und Ehile werden jetzt nach zwanzigjähriger Unterbrechung«fgert ein«» Grenzlinienkonslittes auf Grund einer amerikanischen Vcr- mittlung wieder auf genommen. AaiionalistischerVandalismus in Löwen Anstiftung vom omenkaaischen Architekten Warren. Brüssel, 16. Juli.(Eigenbericht.) Der Kampf um die Löwener Unlversitäts- ivschrift lebt wieder aus. Am Montag früh um 7 Uhr, als in den Straßen der kleinen Stadt nock» Margenftille herrscht«, begann ein Mann die von Rektor Labeuz« angebrachte inschrifttose Brüstung mit einem Hammer abzubrechen, ohne daß ihn zunächst jemand störte. Erst als er feine Arbeit beendet hatte, traf Polizei«tn und nahm den Täter fest. Cr erklärte, Unterkleid 295 feine Kunstseide............................ Nachthemden o95 Bubiform, mit Stickerei..................... Wl» Pyjama __ farbiger Batist, mit kurzen Aermeln................ Zephir 48 für Sporthemden............. Meter Jetzt m Boumiiiöli-Huuelin 58 helle Mieter.................. Meter Jetzt FOCOllltf Kunstseide mit Banm- trolle, helle Modefarben..... Meter Jetzt Pf. Pt doppelt breit, reine Seide, moderne Farben.. Meter Jetzt AiiZlhKllle 02 Baumwolle, moderne Tupfen, Meter jetzt WZW HleMer-Frottt 1" BulMren doppeltbreit....................... Meter Jetzt| bestickt, ca. 120 cm breit. Crepe örthllie 1" Ausserdem: Kunstseide mit Baumwolle........ Meter jetzt Geidenfioßße BßStSPlÖß I65 UlfihlliaWlUit naturfarbig, abgekocht,■ ca. 80 cm breit.................. Meter jetzt 1 BflSiSßltfß O25 IJMiil*awlMWhAlbgebl4Ushtabgekocht, Jf ca. 80 cm breit............... Meter jetzt MWW Cr§pe de Chine.«380 4" 580 . Meter jetzt reine Seide, , Meter jetzt VveßSwerte Slnsebote in Gtas» Oorzeüa«* WietfchaftsaeWet« Nr. 3AA» 45. Lahrgang OisnMg, 17. Juli l92� Der Mordprozeß in Koburg. Verhandlung in der früheren Gefängniskirche. Naburg. 15. Juli. Es- enHxhrt nicht«in«s gewissen grotesken Beigeschmacks: In der ehemaligen Geföngniskirche. wo sonst di« Seelenhirten unter Berufung auf den himmlischen Richter die verirrten Seelen zur Ein- kehr mahnten, verantwortet sich Hein vor seinen Richtern. Das nach allen menschlichen Berechnungen zu erwrrtende Urtell dürfte, sofern es vollstreckt werden sollte, Heins Erscheinen vor dem himmlischen Richter beschleunigen. Die Anklag«, die auf Todesstrafe zielt, hat in dem Vorsitzenden einen Richter, der sich die größte Mühe gibt, aus den mannigfaltigen Einzelheiten der Zeugenaussagen den Totbestand des Mordes her- auszuschälen. Bei dem Angeklagten selbst hat er in dieser Be- ziebung wenig Glück. Das Ermahnen, die Wahrheit zu sagen, d. h. die Sache so darzustellen, daß unbedingt Mord herauskommt, hatte nur den einen Erfolg, daß der Angeklagte immer wieder behauptet«, gor keinen Gedanken beim Schießen gehabt, träum- Koft gehandelt und jedenfalls sein Tun nicht überlegt zu haben. Mag sein, daß es so war. Mag sein, daß er weiß, was auf dem Spiele steht. Juristisch lautet die Frage: Mord oder Totschlag? Interessanter ist aber das psychologische Problem. Wie konnte dieser Mann, von dem seine Braut, fein« zukünftigen Schwiegereltern, seine Arbeitskollegen, mit einem Worte, alle, die ihn kannten, mir Gutes aussagen, dieses Doppelleben führen— nachts Einbrecher, tagsüber redlicher Arbeiter. Und sie alle haben dieselbe Erklärung dafür: Larm. Man sah denn gestern auch nur für eine« Augenblick dLesen Mann mit dem brutalen Gesicht, und man verstond. daß er Hein beherrschen konnte. Larm aber, diesem schweren Jungen, wäre es«n Traums nicht eingefallen, sich der Verhaftung durch die Erschießung von Beamten zu entziehen. Ein Berufsverbrecher weiß, was darauf steht. Hein mar aber kein 'Berufsverbrecher: Er ist in Lärms Derbrechermanier mit hinein- gerissen. Airs welchem Grund«, ist im Augenblick noch nicht ganz ersichtlich, vielleicht wird man beim Schluß der Beweisaufnahme sich darüber im Haren sein. Das eine scheint schon jetzt unzweifelhaft: aus Selbsterhaltungstrieb ist er gewissermaßen abgeirrt, er hatte sich in seiner Angst, verhaftet zu lverden, in die Idee, das unter keinen Umständen zuzulassen, hineingerannt, so wurde er zum Amokläufer und zum dreifachen Mörder. Man war fast enttäuscht, einen so solide aussehenden Arbeiter vor sich zu sehen, von Räuberromantik kein« Spur. Nichts, was auf die Phantast« wirken konnte. Alle» trostlos nüchtern und erschreckend grauenhaft. Oer Mord in Plauen. Im wetteren Verlauf des Prozesies gegen den Morder Hern schildert« der Angeklagte, wie er nach Düsseldorf gefürchtet sei und sich dort mit Larm getroffen habe. Bon hier aus hätten sie dann am�SI. Dezember 1927 den R o üb ü berf a l l auf da» Post- a mt Ohligs verübt. Mo sie' 7<1M Mark raubten. Auch hier or- betteten sie mit schußfertigen Waste» und schössen einen Bc- amten nieder, der sich ihnen in den Weg stellte. Der Plan hierzu fei auch wieder von Larm ausgegangen, der vorher olle Post- äntter der Umgegend ausspioniert hätte. Dann seien sie nach Gar» misch-Partenkirchen und München gefahren, wo sich Hein noch einen Revolver und llXI Schuß Munition kaufte. Nach vorüber- gehendem Aufenthalt in Düsseldorf ging Hein wieder nach Jena zurück und von dort nach Plauen. Angeblich will er nicht geahnt haben, daß hinter ihm, dem steckbrieflich Verfolgten, die Polizei schon hinterher war und daß man seinen Unterschlupf in Plauen er- mittelt hatte. So fei es ihm völlig überraschend gekommen, als eines Tages hinter ihm die Tür aufgerisien wurde und zwei Polizei bearnte herein- traten. Nach feiner Behauptung hätte der erste. Kriminal komnüsiar Schmidt, sofort geschossen, denn er, Hein, habe den Blitzstrahl gesehen. Was dann geschehen sei, könne er wieder nicht sagen. Vors.: Die Zeugen behaupten, Sic hätten sofort geschossen, während Schmidt nachweislich überhaupt keinen Schuß abgegeben hit, vielmehr wurde er von Ihren zielsicheren Schüssen tödlich g e- troffen, wankte in dos Schlafzimmer und brach dort in der Tür zusammen, während der Beamte Cndisch schwer verletzt wurde. — A ng e k l.: Das weiß ich nicht mehr. Ich habe gar keine Ge- danken mehr gehabt.— Vors.: Sie hoben dann mit dem zweiten Revolver in der Hand auf den dritten Beamten, der auf der Treppe wartete, geschossen, der dos Feuer erwidert« und sich Wießlich im Obergeschoß des Hauses auf di« Lauer legte. Diesen Moment be- nirtzten Sic zur Flucht, indem Sie durch das Fenster«ist den Hof sprangen. Dam, wandten Sie sich m die(Eoburger Gegend.— Angekl.: Jawohl. Bei Untersiemau merkte ich dann, daß ein Gendarmeriebeamter mir auf den, Rad folgte. Ich wollte und konnte nicht fliehen und ließ ihn herankommen. Er fragte gleich, wo ich hinwollte und was ich ausgefressen hätte, wobei er die Waffe zog. Dos stt der einzige Fall, in dem ich weiß, daß auch ich die Waffe gezogen habe, denn ich hatte Angst, er würde mich nieder- schießen. Wir kamen dann ins Ringen und dabei mutz ich wohl ge- schössen haben.— Vors.: Das ljoben Sie bestimmt getan, denn Sie haben ja den Gendarmeriebeamten Scheler totgeschossen.— Angekl.(letfe): Ich will es nicht abstreiten, denn ich mar ein Ertrinkender, der sich an einen Strohhalm klammerl«. — Weiter kam zur Sprache, wie noch dieser dritten Mordtat Hein noch van einem anderen Becmtt«, angeholten wurde, vnt dem er aus der Deckung heraus Schüsse wechselt«, ohne daß di« Kugel» auf beiden Seiten trafen. Die Aufforderung des Landjägers, sich zu er- geben, lehnte der Mörder mtt höhnischen Warten ab und verschwand dann im Banzerwald, wo schließlich am 2. Februar 1928 dem Wacht- Meister L o s ch n e r von der Landespoiizei Bamberg, die mit einem großen Aufgebot den Wald umzingelt hatte, die Festnahme des völlig heruntergekommenen Hein gelang. Der Vorsitzende betonte dabei, daß Hein auch hier noch im letzten Augenblick den versuch gemacht habe, dem Beamten den Karabiner zu entreißen, ober der Beamte habe rechtzeitig aufgepaßt, so daß die Verhaftung gelang. Er hat nichts gewußt. Noch einmal zusammenfassend über die Gründe seiner Handlung»- weis« befragt, erklärte Hein, daß er überhaupt nicht gewußt habe, was er tat, denn er habe während der Zeit seiner Raubzug« nicht geschlafen, habe zum Schluß auch gar nichts mehr zu esien ge- habt, worairf ihm der Vorsitzende vorhielt, daß er bei seinem Aufent- halt in Garmijch Partcpkirchen und Plaue» sehr stdA gewesen sei. Auf den' Hinweis, daß er durchaus mit Ueberlegung, ja mit eiper gewissen Planmäßigkeit Beamte getötet habe, woraus sich auch der Vorsatz für seine Taten ergebe, erklärte Hew' Rein, ich habe über- Haupt kein« Ueberlegung, keinen Willen gehaitt. Weim der Moment des Zusammenstoßes kam, dann kannte ich nicht mehr überlegen, dann wußte ich nicht mehr, was geschah.— Iustizrat Fraenkl behielt sich ttn Zusammeichang hiermit die eventuelle Ladung des in Elberfeld sitzenden Larm als Zeugen vor.— Hierauf war die Vernehmung des Angeklagten Hein vorläufig be- endet und es trat eine kurze Pause ein. Die Beweisaufnahme. Dann wurde in die Beweisaufnahme eingetreten und als erster Zeuge der von Hein schwer oerletzte Kriminalbeamte Schuh mann aus Jon« vernommen, der wegen seines steifen, noch immer festbandagierten Beines in den Saal getragen werden mußte. Er schilderte, wie er gemeinsam mit seinem Kollegen Heß om lt. Dezember 1927 im Hause Mittelstraße 52 auf Hein gewartet habe, dessen Wirtin gar nicht glauben wollle, daß ihr Mieler, den sie als einen gutmütigen Menschen bezeichnet hatte, ein Verbrecher sein sollte. Hein hatte ihn und seinen Kollegen sofort mtt sicheren Schüssen empfangen. Der Angeklagte blieb auch diesem Zeugen gegenüber bei der Behauptung, daß er nicht gewußt habe, was er tat. Die im Anschluß hieran vernommene Wirtin des Ange- klagten in Jena die Frau eines Werkmeisters H ä d r i ch, be- zeichnete den Angeklagten als einen guten, freund- lichen und anständigen Menschen, der wohl elmas ner- schloffen gemesen sei, dem aber niemand zugetraut hob«, daß er sich nachts als Verbrecher betätigte. Ihre Aussagen decken sich mtt denen des soeben vernommenen Kriminalbeamten Schuhmann, lieber die ,Art und Weise, wie sich Hein nach seiner Dcrhostung ncrieidigt hat, berichtete Staatsanwaltschaftsrat Pfeifer-Iena, der bei dem Verhör Heins den Eindruck gemonnen hat, daß dieser sich vorher seine Bekundungen sorgfältig zurechtgelegt hatte, unter dem Gesichtspunkt, entweder alles zu leugnen oder olles zuzugeben. Seine Andeutungen machte er auch davon abhängig, was Larm bei feiner Vernehmung zugegeben hatte. Wie die Beteiligung der beiden an den zahlreichen Einbruchsdiebstählen in der Jenaer Gegend gewesen sei, märe jetzt noch nicht nöllig klar. Man nehm« an, daß.Hein in den meisten Fällen nur eine Zuschauerroll« spielt«. Neujohrswünsche. Bon einem Beamten der Jenaer Kriminalpolizei wurde eine Anzahl von Briefen vorgelegt, die Hein zum Silnester 1926/27 au» Hildesheim an Freunde in Jena gerichtet hat, ferner ein Droh- brief, den er einer Frau in Jena geschickt hatte, non der er annahm, daß sie ihn an die Polizei verraten habe. Dieser Brief lautet: „Hüten Sic sich im neuen Jahr, Sie haben uns verraten, der Lohn wird Euch gewiß sein. Wir müssen auch bald ins Gras beißen. Herzliche Glückwünsche zum neuen Jahr." Diese eigentümliche Zusammenstellung van Drohungen und„herzlichen Glück- wünschen" erregte bei allen Zuhörern im Saale die größte Heiter kett. In der Nochmittagssitzung wurden zunächst dt« Jenaer Soch- verständigen Prof. G i« se und Assistenzarzt Dr. Jörns über die Schußverletzungen gehört, die Hein den Kriminalbeamten Heß und Schuhmann zugefügt hat. Bon Interesse mar dann die Vernehmung der Mutter der Braut des Angeklagten, der Frau Claeske aus Jena. Sie hatte ihrer Tochter geroten, dos Ver- hältnis auszugeben, weil Hein so lange ohne Arbeil war und auch eine ihm angebotene Dauerstellung mit der Bemerkung ohiehnte, d£ji er es mit der Arbeit nicht so eilig l)abe. und arb'ctteil. wolle ejr überhaupt nicht. Ihre Tochter habe aber nicht auf sie gehört. Nach- dem er schon die Flucht wegen der Erschießung der Beamten er- griffen hatte, so erklärte die Zeugin, ist er»och einmal nachts nach unserem Haus gekommen. Mein Man« und ich hörten plötzlich, daß Lehmklumpen an die Fensterscheiben geworsen wurden und ein Schuß ertönte. Da meine Tochter nicht da war, gingen wir beide hinunter, sahen ober zunächst niemanden, bis schließlich von einem Feld in der Nähe des Hauses eine Stimm« ertöitte:„Ich tue euch nichts, ich bin Hans." Mein Mann rief ihm zu:„Mit uns ist es Schluß." Darauf Hües Hein wieder zurück:„Es steht schlimm mit mir, am liebsten möchte ich mir eine Kugel durch den Kopf schießen. Die Polizei ist hinter mir her. aber ich bin gut gesichert." Me Aacht nach dem Verrat. o] Horaon von Liam O'Klaherty. sAu« dem Englischen fiberfetzt von H. Oauser.) Koste hielt ihr leeres Glas mit dem Boden nach unten in der Hand, ihre blauen Augen waren fast geschloffen, wie sie ihn ansah. „Na, was ist los mit dir, Kindchen?" Durch den Gin war sie frech geworden.„Warum soll ich mich nicht hier aus- halten, wcnn's mir paßt? Mir hat keine wohltätige Anstalt Stundenlohn dafür bezahlt, daß ich Euer Wohlyeboren aus dem Weg gehe, wenn es dem hohen Herrn beliebt, hier in der Kneipe zu fitzen. Haha, da gibt's kein Gesetz, daß ich nicht um die Zeit in das Viertel kommen dürfte, oder...?" Im Sprechen redete sie sich in Wut. Sie hatte eine Ahnung, daß Gypo etwas Wichtiges vor ihr verbargund daß ihr Erscheinen in diesem Augenblick ihr irgendeine Macht über ihn verlieh. Diese besondere Einbildungskraft der Frau aus den Slujns konnte zwar unter die Oberfläche von Gypos Befangenheit dringen, war aber nicht imstande, ihre wahre Natur zu er- kennen. Mit der Linken schob sie ihren Mantel zurück und legte den Handrücken unterm Herzen auf ihre rötliche, zerfranste Bluse. Wie dürr war ihre Brust! „Na, Katie." Augenblicklich unterbrach sie ihn. Sie hatte nur darauf gewartet, daß er zu sprechen begann, damit sie ihn unter- brechen konnte. Sie war glücklich, wenn man ihr auf diese Art Gelegenheit gab, Krach zu machen. „So mach' man weiter, Drecksack. Ich kenne dich, jawoll. Gut bist du bloß, wenn du nichts hast. Aber sobald du dich selber riechen kannst, wenn du vollgefressen bist und mit dem Geld in den Lumpen klimperst, trägst du die Nase in der Luft und siehst keinen an. Weißt du, was ich dir jetzt sagen werde? Weißt du das? Du bist ein ganz gemeiner verstunkener und verlogener Schuft, jetzt weißt du, was du bist. Bon mir brauchst du von jetzt ab nichts mehr zu erwarten, mein feiner Käfer. Probier's nicht erst, helfen töt's doch nichts." Gifpo wurde nervös und rückte seinen mächtigen Leib zur Seite. Am liebsten hätte er seine Linke fliegen lassen und sie ihr auf den Kiefer geschlagen. Em leichter Schlag hätte sie bewußtlos umgelegt. Au» einer Art von merkwürdig ritte»- 1 lichem Gefühl heraus aber hatte er niemals eine Frau ge- schlagen Trotzdem hatte er sie schrecklich satt Jetzt, wo er das Geld bei sich trug, immer nach ohne Entschluß, was er damit tun sollte, wollte er sie los sein. Aergerlich schrie er sie an:„Halt's Maul, oder ich schlag' dich tot. Hab' ich nicht einen für dich ausgegeben?" Ab- schwächend fügte er hinzu:„Willst du noch einen?" Immer noch starrte Katie ihn an. Plötzlich kam eine Veränderung über sie. Irgend etwas drängte sich in ihren sonderbaren Gedankengang, sie änderte die Haltung. Mit leiser, trauriger Stimme, die Unterlippe herunter- hängend, fuhr sie fort, wie jemand, der durch dauerndes Un- glück vollkommen vernichtet und gänzlich geschlagen ist: „Mach dir nichts aus dem, mos ich da eben gesagt habe, Gypo. Bei Gott dem Allmächtigen, das Leben ist so hart. daß einer den Verstand verlieren möchte. Elend, Elend, Elend und nichts als Elend. Du steckst genau so tief im Dreck. Gypo, du weißt so auch Bescheid. Mit uns hat keiner Mitleid. Gegen uns hebt jeder die Hand auf, weil wir nichts haben. Kannst du mir sagen, Gypo, warum das so ist? Ist Gott selber gegen uns? Haha, wir waren ja beide Mitglieder bei der Organisation, also wissen wir ja. daß es Gott nicht gibt. 2lber nimm mal an, es gäbe Gott, was zum Teufel macht er eigentlich...?" „Hör' auf mit dem Gerede. Laß Gott in Ruhe." „Gott verzeih' mir, du hast recht." Katie sing an zu schluchzen, riß sich ober sofort mit er- staunlicher Geschwindigkeit zusammen und wandte sich scharf an Gypo. Ihre Augen verengten sich, ein Lächeln, das seit- sam und unheimlich war, lief über ihr Gesicht. Es brachte eine Spur von Schönheit in dieses Gesicht zurück, von Schönheit und von Heiterkeit.„Erzähl mal, wo du das viele Geld her hast, Gypo. Heute früh hast du noch keins gehabt." Unwillkürlich fuhr Gypo zusammen und sah sie entsetzt an. Er strengte sich maßlos an, für feinen plötzlichen Reich- tum eine Entschuldigung zu finden. Er schäumte innerlich nor Wut darüber, daß er noch keinen Plan gemacht hatte. Im Unterbewußtsein fluchte er McPhillip, den er selber in den Tod geschickt batte. Mit stieren Augen und geöffneten Lippen sah er Katie an. Dann beugte er sich zu ihr in dem Versuch zu sprechen, brachte aber nichts heraus. Sie mißverstand dos.„Ich wußte ja, daß was vorge- kommen war. Haft du'ne Kirche ausgeraubt oder na« und I bist nun bange, daß dich die Priester in'ne Ziege ver- wandeln?" „Sei still," zischte er plötzlich. Er griff dos Wort „Rauben" auf und zimmerte sich einen Plan daraus. Es war ein vertrautes Wort, ein freundliches Dmg, ihm wohlbekannt, bei dem er stch zu Haiifc fühlte. Mit zuckendem Gesicht bog er sich vor, begierig, die Worte seines Planes auszustoßen, bevor er sie wieder vergessen hatte: ..'ne Kirche war es nicht,'s war ein Seemann von'nein Amerikadampfer. In Ieromestreet, hinter Cassidys Kneipe Hab' ich ihn hochgenommen. Aber wenn du eine Silbe sogst, dann weißt du, was dir passiert." Katie lachte laut heraus und sah mit betonter Verachtung über die Schulter zu ihm zurück:„Wer, ich? Für was hältst du mich?'nen Spitzel oder wofür?" „Wer ist'n Spitzel?" Mit seiner Linken packte er ihr rechtes Knie. Seine enorme Hand schloß sich um den gebrech- lichen Knochen, das ganze Bein wurde augenblicklich steif. Ihr ganzer Körper schrumpfte unter dieser riesigen Kraft zusammen. Einen Moment herrschte Stille. Gypo stierte Katie mit einem Ausdruck von blöder Furcht an. Das Wort hatte ihn erschreckt und wütend gemacht. Zum erstenmal hatte er es in dem neuen Sinn aussprechen hören, den es jetzt für ihn hotte. Durch sein Gesicht hypnotisiert, keuchte sie und sah ihm zu. „Was redest du über Spitzel!" Keuchend umklammerte Gypo ihre Knie noch fester. Er wollte ihr nicht wehtun. Er wollte nur seinen Worten Nachdruck geben. .-Laß mich gehen!" schrie Katie, unfähig, den Schmerz noch länger auszuhalten, entsetzt durch den Ausdruck in Gypos Gesicht und durch sein seltsames Benehmen. Gypo ließ sofort los. Der Barmann kam herüber, feine Hände an der Schürze abwischend. Er zeigte nach der Tür. Gypo kam auf die Füße und starrte den Barmann an, froh, einen Mann vor sich zu haben, gegen den seine blinde Wut sich richten konnte. Er senkte den Kopf und wollte vorwärts stürzen, da klammerte sich Katie an ihn an und schrie:„Komm. Gypo. komm, wir wollen hier fort. Laß ihn, Barney. er hat ein bißchen säiwer geladen. Er wollte keinem was tun. Komm, Liebling." Gypo ließ sich an der rechten Hand nach rückwärts auf die Straße ziehen. Gemeinsam standeu sie am Rinnstein. Katie« Avn war ein gehängt in feine«. Sortj. folgt.) / Unter IHjiiiwm Matte boim die Brmif Hei«. -Hedwig Tlaeste, aufgerufen, die bleich und nxmlenb den Saal betrat. Auf Befragen des Vorsitzende» erklärt« sie, daß sie sich al» sein« Vertobte betrachte, daß sie aber ihre Aussage machen wolle. Sie habe Hein dadurch kennengelernt, daß er in Jena demselben Sportverein beitrat, in dem mich ihr Vater war. Bis zu der Zeit. als Lärm nach Jena kam, habe Hein immer gearbeitet und sich nie vor Arbeit gescheut. Lustig sei er nie gewesen, sondern habe eher zur Schwermut geneigt, sei ober auch jähzornig und aufbrausend ge» wesen. Mit dem Eintreffen Lorms habe sich dann auch sein Verhalten und sein Charakter sehr geändert. Als sie sich wunderte, daß er trotz seiner Arbeitslosigkeit später über Geldmittel verfügte, habe Hein ihr erklärt, er werde von Hause aus und politisch unter- stützt und verdiene auf diese Weise Geld. Wäre ich später m Jena gewesen, dann wäre alles anders gekommen, so erklärt« das MSd- eben mit tränenerftickter Stimme. Auf mich hätte er gehört, und ich hätte veranlaßt, daß er sich gestellt hätte. Vors.: Da» wäre auch besser gewesen, dann wäre es zu den anderen Sachen nicht mehr gekommen:— Ein ehemaliger Freund de« Hein, der Ar- beiter Fesche, gab an, daß er immer einen guten Eindruck von Hein gehabt habe, bis dieser, anscheinend unter dem schlechten Ein, fluß Lärms sehr merkwürdig« Aeußcruitgen getan habe. Heins Komplize? Zur ollgemeinen Ucberraschung teilt« dann der Vorsitzende mit, daß der Helfer Heins, Lärm, der augenblicKich in Weimar in Untersuchungshost untergebracht ist, im Laufe des Tages nach Ko- bürg gebracht worden sei und nun vernommen werden solle. Zwei Polizeibeomt« führten ihn unter allgemeiner Bewegung in den Saal. Lorm, der Ketten um die Handgelenke trug, ist ein jmrgzr, dreist aussehender Mann, dem man einen verbrecherischen Einfluß auf den viel harmloser aussehenden Hein durchaus zutrauen kann In dem Augenblick, als Larm, der sich ungeniert im Saal umblickt«, an der auf de? Zeugenbank sitzenden Braut Hein» vorbeig ng, schrie diese gellend auf und wollt« sich mit erhobenen Fäusten auf ihn stürzen, da sie ihn für den Verführer ihre? Bräutigams hält. Polizeibeomt« warfen sich dazwischen und drängten das Mädchen zurück, während Lann ängstlich zurückprallte und dann unter dem Schutz der Polizeibeamten unmittelbar vor dem Richtertisch Platz nahm. Ein Zwischenfall. Der Porsitzende rügte da» Verhalten dos Fräulein Clseske Und erklärte: Lasten Sie doch diese» Theater, das macht absolut keinen Eindruck auf um. Wir hallen das nicht für«cht. Wenn Sie nicht ruhig find, dann müsten Sie den Saal verlosten. Iustizrat F r a e n k l: Ich darf mir wohl die Bemerkung erlauben, Herr Do» sitzender, daß das Verhallen dieser Zeugin doch immerhin menschlich begreiflid) ist, denn... Vors.(scharf unterbrechend): Herr Ner- teidiger, ich oerbitte mir jede Kritik an meiner Prozeßführung. Justizrat Fraenkl: Das sollte keine Kritik sein, sondern... vors,(noch schärfer unterbrechend): Ich verbitte mir da« ein für ollemal. Iustizrat Fraenkl(gleichfalls erregt): Und ich bitte. nicht in diesem Tone mit mir zu sprechen. Vors.: Ich schlag« nur denselben Ton an wie Sie. Iustizrat Fraeukl: Ich bitte, mich nicht so anzuschreien, ich bin nicht Ihr Untergebener. Vors.: Ich habe Ihnen da» Wort nicht erteilt. Sie hoben nicht i» meine Prozeßführung einzugreifen. Die Münchener Zugkatastrophe. Wahrscheinlich ein Signal-Lrrium der Kahrdienstleiiung. Mord in einem Forsthaus. Oer Täter entkommen.' Ein schweres verbrechen wurde um Sonntag abend gegen ll Uhr in der Försterei hirschgrond bei Sranseiche iu der lkeumart euldeckl. Bei dem Förster waren als Hausmädchen die 26 Jahre alt« Helen« Barhard und als Kutscher der am 2. Juni ISOO in Reu-Radzionkou im Kreis Beuthen geborene Robert Wiedera in Stellung. Beide unterhielten seit einiger Zeit»«in Liebesverhältnis. Bei der Heimkehr fand der Hausherr die Barhard mit zertrümmertem Schädel und mehreren Schußoer» l e tz u n g e n tot auf. Der Kutscher war verschwunden. Es wurde festgestellt, daß er einen Schreibtisch aufgebrochen, SO M. nnd«inen Browning. Kaliber 6,3ö Millinreter, daraus gestohlen hatte. Ob das Mädchen ihn beim Diebstahl überrascht hat oder ob er sie beseitigt hat, weil er Ihrer überdrüssig war, ist noch unklar. Nach der Tot flüchtete er auf einem ebenfalls gestohlenen Damensahrrad Marke.Presto"'. Am Montag morgen wurde Wiedera noch in Bad Schönsließ in der Neumark gesehen. Wohin er sich von dort gewandt hat, steht noch nicht sest. Man vermutet. daß er versuchen wird, nach Stettin oder Berlin durchzu- kommen, sich falsche Papiere zu besorgen und dann die Grenze zu überschreiten. Der Verfolgte ist lH8 Meter groß, hat blondes Haar und trug zuletzt neuen dunkelblauen Anzug, grünen Hut und schwarze Schnürschuhe, an denen das Oberleder defekt ist. Ein b«- I o n d e r e s Kennzeichnen ist ein auf einen Handrücken tätowiertes.R". Mitteilungen über das Auftauchen des Mörders nimmt in Berlin Kriminalrat Gennot, Inspekttan A., im Polizeipräsidium entgegen._ parteifest in Köpenick. Der Kreis Köpenick holte am Sonntag fein« Mitglieder zu einem Volksfest eingeladen. Das Lokal Wendenschloß war mit roten Fahnen und Lampions reich geschmückt. Trotz der furchtbaren Hitze hatte sich auch eine Menge Genossen mst ihren Angehörigen aus den benachbarten Kreisen eingefunden. Die Kindersreunde iorgten für das Amüsement der Kleinsten. Die roten Falken zeigten Volkstänze. Männerchöre und gemischte Chöre hatten den musika- tischen Teil übernommen. Es war alles in allem ein richtiges prole- tarisches Fest wie es sein soll. Genosse Stelling, M. d. R., er- wähnte in kurzen Worten die bevorstehende 50. Wiederkehr des Tages, an dem das Sozialistengesetz erlassen wurde. Aber trotz allen Bemühungen des alten Regimes hat sich die Sozialdemokratie eul- wickelt und ist von Sieg zu Sieg geschritten. Nachdem jetzt Männer von der Partei sich entschlossen haben, die Derantwortung in der Regierung zu übernehnien, muß die Partei noch mehr als früher auf ihre innere Geschlossenheit achten. Nur durch Ge- schlossenheit nach innen und außen können wir vorwärts kommen und dem endgültigen Siez« entgegen gehen. Die Menge stimmte bezeistert in ein dreifaches Hoch auf die oölkerdefreiende Sozial- demokratie«in. Spontan wurde die Internationale angestimmt und auf die it-pree hinaus klang es begeistert„Völker, höret die Signale". Di» in den späten Abend waren die Genossen beisammen, sie werden sicher noch lang« an das gelungene schöne Fest denken. Zwei Millionen vuchungeo beim Berliner vostscheckamt sind in den ersten drei Werktagen des Juli ausgeführt worden Die Spitzenleistung war am 0. Juli mit mehr als 700000 Buchungen Die Aufträgi find sämtlich am Tag- de? Eingangs erledigt worden. Rückstände sind an kein«» Tag, verblieben. Dieser Verkehr-umfang Ist bisher noch k«i keinem Mo- natswechfel erreicht worden. TB* ttaterfuchllug. die von der Slaatsonwaltfchaft zur Ermittlung der Ursache der furchtbaren Zugkalastrophe am Münchener Haupkbahnhos eingeleitet ist. ist noch im vollen Gang«. Die Kriminalpolizei ist gegenwärtig noch mlt der Vernehmung de« Fahrdieast Personals nnd der Blockwörter des Müncheaer hanplbahuhofs beschäftigt. Neben dieser Untersuchung gehen die Ermittlungen der Reichsbahn. direklion. die mehrere Sachverständige an die Ua- fallstelle geschickt hat. Wenn das endgültige Ergebnis der Untersuchung auch noch nicht feststeht, so Ist das Unglück aller wahrfcheinNchkeit nach auf einen Zrrtum des Fahr. dlenfllelter» zurückzuführen, der vom Münchener Haupt. Kahnhofs aus der vor dem Bahnhof befindlichen vlockwärter- stelle versehentlich die Meldung mittels Signals gegeben hat. daß die Strecke frei fei. während in Wirklichkeit der zuerst abgegangene Zug noch nicht lange genug vom Bahnhof evt- {erat war. Wie dieser Irrtum mä glich gewesen ist, wird sich erst durch die eingehend« Vernehmung de» Vlockwärter« und Fahrdtenstpersonal« klären ü'.sien. An und für sich wird die Strecke, auch wenn«in Zug durch Notbremse zum Halten ge- bracht wird, sofort.blockiert", d. h. durch rote« Licht gesperrt, und die Signale zur Weiterfahrt de« nächsten Zuge» können erst ge- geben werden, wenn die Fohrsperre wieder automatt sch ausgelöst morden ist. Diese Signalstcherung erfolgt wenigsten, ollgemein auf freier Strecke. Durch welch« Umstände innerhalb de« Bahnhofe» die falschen Signal« gegeben worden sind, und warum sich der Fahr- dienstletter nicht überzeugt hat. ob die Strecke wirklich frei kst. wird erst durch den endgültigen Bericht der Reichsbahndirektton festg» stellt werden. Auf Grund der an den Einrichtungen des Münchener Houptbahnhofes, besonder« von der Münchener Presse geübten Kritik wird von der Hauptverwaltung der Reichsbahn darauf hingewiesen, daß der Münchener Bahnhof nicht mehr zu den modernsten Anlagen zu rechnen sei, und daß auch sicher- tick», wenn nicht Krieg und Inflation dazwischen gekommen wären, ein Umbau vorgenommen sein würde. Bei ordnungsmäßiger Durch- führung der Signale und Fahroorfchriften würde sich aber trotzdem, wie ja die vergangene Zeit zeige, ein Unglück oermeiden lassen. Die Aufräumungsarbciten auf der Strecke dauerten noch bis in die späten Abendstunden an. Inzwischen sind drei weitere Tote rekognosziert worden, und zwar der Palizeioeterinär, Dr. Slrchleitner, von der Landeepolizei Augsburg, der Architekt Haas Port aus Augsburg und die Ange- stellt« Fräulein Adelheid Erdl aus Augsburg. Die übrigen drei Toten konnten bisher nicht identifiziert worden. Dos Befinden der in den Krankenhäusern liegenden Verletzten hat sich bisher glück- licherweije nicht verschlechtert, auch sind weitere Todesopfer nicht zu beklagen. Die Meldimg, daß drei Beamte, und zwar der Oberstellwerks- meist«? Schnell rieder, der Bahnarbeiter Hecht und der Oberweichs n- Wärter Schall auf Veranlassung der Münchener Stoatsanwaltschait vorläufig festgenommen morden und dem Untersuchungsrichter zi-gefübrt worden sind, trifft, wie wir von der Hauptverwaltung der Reichsbahn hören, nicht zu. Di« genannten Beamten sollen lediglich zur Durchführung der Untersuchimg und ihrer Vernehmuv- gen in« Polizeipräsidium gebracht sein. VUNreov v«, Ferien- und Reisezeit kann der.Vorwirts* und der.Abend" an» inde Dwwr«Stewts belogen werden. Touristen und Wanderer fordern das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutsch. Unds bei den Bahnhotsbuchhandlungen, Zejtungs. Ktoakeo, Boch- bandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. B Sommerfrischler lassen sich den.Vorwirts* bei einer Auter.&aftsieltbfs zu einer Woche Per Kreuzband nachsenden. Das Porto betrigt wochentags 10 Pt, Sonntags 15 Pf.(pro Woche 70 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der „Vorwärts* auf dem billigeren Wege der Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauntexpedition vornimmt In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbc.trage die Poatbestellgebühren von 72 Pf. pro Monat Wann Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, Ist die in Frage kommende Ausgabestelle oder die Tlauptexpedltlon des.Vor- wgrts*, Berlin SW 68, Undenstraße 3. möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. Laubenkolonisten 1 wird der.Vorwärts* durch Boten rugestcBt Genaue Bezeichnung der Laube ist jedoch erforderlich. Vorwärts-Verlag .. Gerüchie um ein Giiilichkeitsdeliki. Vas Derbreche« an einer Achtjährigen. Em schwere« Sittlichkeitsoerbrechen, das an der tz Jahr« alten Gerda S. tun vergangenen Sonnabend verültt wurde, ist Gegenstand einer«ingehenden Untersuchung durch die Kriminal- polizei. Si« stellt aber fein« Sondererscheinung dar. Seit dem Der- schwinden der Schülerin Elli Reinfeld t im Dezember v. I. wird jedes Sittlichkeiisverbrechen oder«vergehen, das von den Dezernaten der Inspektion E bearbeitet wird, daraufhin geprüft, od der Täter, sei er nun verhaftet oder nicht, für da» Verbrechen an Elli Rernsetdt ebenfalls in Betracht kommen kann. So wurden erst kürzlich drei Männer festgenommen, die sich an kleinen Mädchen vergangen hatten. In der gleichen Weife wurde mst dem am Sonn- abeich verhafteten Agenten K. verfahren. Weder bei ihm noch bei den drei vor ihm Festgenommenen hat sich bisher irgendein Anhalts- punkt ftir die Täterschaft im Fall« Reinfeldt ergeben. Ä. hat sein« letzt« Wohnung, in der er das Kind mißhandelte, erst im Mai d. I. bezogen. Eine genau« Durchsuchung seines Zimmers und seiner Besitztümer hat nichts Verdächtiges zutagegefördert. Als Sittlichkettsverbrecher ist er bisher mich noch nicht aufgetreten. Im Oktober v. I. wohnt« er bei einer alten Frau m der Wittenwalder Straße. Well er die Miete nicht zahlen konnte. packt« er eines Tages heimlich seine Sachen und„rückte". Einige Zell später erschien ein Freund von ihm bei der Wirtin und schwittdelt« ihr vor. daß K.„sich erschossen" habe. Sett dieser Zeit will K. sich als Agent in verschiedenen m, deren Städten aufgehalten haben. Die Nachprüfung dieser Angaben ist noch nicht abgeschlossen. Schwere Verkehrsunfälle. Zwei Tote- zahlreiche Schwerverlehte. Im Lauf« des Sonntages ereignete sich«ine Reih« von schweren Berkehsuufällen, bei denen zwei Personen ge- tötet und 16 zum Teil schwer verletzt wurden. In der Grünauer Straße in Köpenick stieß der öZsährige Maler Albert Schubert. Marionnenplatz 22 wohnhaft. mit fetnem Motorrad mit«inem Auto zusammen. Der M o- torfahrer wurde auf der Stelle getötet. Das Auto geriet bei dem Zusammenstoß auf den Bürgersteig, fuhr gegen einen Bauin und wurde zertrümmert. Drei Insassen und der Chauffeur wurden schwerverletzt und mußten ins Krankenhau» gebracht werden.— In der Berliner Straße in Ret nicken- dorf fuhr der 22jährige Kaufmann Ernst Schuck aus der Hen- nigsdorfer Straß« lä mit seinem Motorrad gegen«ine Mauer. Schwerverletzt wurde Schuck in dos Reinickendorfer Krankenhaus gebracht, wo tr kurze Zeit nach der Einlieserung an den Folget eine» S hädelbruch«» starb.— Welterhin ereigneten sich in der Paul-Singer-Stroßa, in der Kaiserolle« in Zehlendorf und anderen Stadtgegenden Zusammenstöße zwischen Autos und Motorräder», wobei insgesamt zwölf Per- s o n« n verletzt wurden und zum Tell in Kronkenhäuser übergeführt werden wußten. Au Ausschreitung«» kam«» gestern abend gegen 2l) Uhr am Schl-sisch-n Bahnhof, mr sich anläßlich der Rückkehr der Amnestierten etwa 2500 Personen angesammelt hatten Als ein«Roter Front« kämpser" erklärt«, daß die Amnestier!«» erst am Dienstag in Berlin «intteffen, setzte et» Gedränge»»,« dessen Berkuis es zu««zn J Handgemenge mst der Schupo kam. Bon den Demonstranten wurde» ' Steine und Flaschen gegen die Beamten geschleudert. E» wurde» mehrer« Schreckschüsse abgefeuert. Em Mann und«in« Frau wurden wegen Widerstandes zwangsgestellt und der Abteilung la zu- geführt.'_ Zur Katastrophe. Iniernaiiovales Ehrengericht über Nobile gefordert. Kopenhagen. 16. Juli. 1 In der Zeitung.Polltiken" äußert sich der Polarforscher P«ter Freuchen zu der Jag«, wer Nobile richten oder freisprechen wolle und fordert die Einsetzung eines inter- nationalen Ehrengericht». Er führt u. a. aus. daß Dr. Molmgreen vom Standpunkt de« Polarforschers aus ge- sehen, da» wertvollst« Mitglied der Expeditton gewesen sei. Di« un- klaren Bericht« Noblles über die Vorgänge im Lager seien nicht dazu geeignet, in der Oeffentlichkest Vertrau«» zu erwecken Es sei aus keineswegs geklärt, ob Dr, Malmgreen nicht etwa im Zorn über da« Verhalten Nobtles das Lag«r auf dem Eise oerlassen Hab-. W«nn di« beiden andererseits als Freunde voneinander geschieden sei«», könne man nicht begreisen, warum Nobile es zuzelaljen habe, daß ein Mann mit einem gebrochenen Arm und ohne Wasfen Pich. ig. die furchtbarsten Gefahren begab. Nobile selbst habe in seinciu Bericht angedeutet,- daß Malmgreen rntt SelLstmordabsichteu umgegangen sei. Diese Vorgänge forderten«ine Aufklärung, jedoch nicht durch Nobile und Italien, fondern vor einem internatio wlen Forum. Das internationale Ehren« oder Schiedsgericht solle notür- lich nicht eingesetzt werden, um zu strafen, sondern um aufzuklären. Man müsse folgende Fragen stellen: 1. War die„Ztolia" für den Polarflug- geeignet? Diese Frag« sei von hervorragenden deutschen Luftschifssachverständigen v«rn«int worden. 2. Waren Nobile» Maßnahmen nach der Katastrophe einivandftet. so u a. sein Verlassen der Mannschaft auf dem Eise? 3. Hat Nobile durch feine unklaren nnd widersprechende« Berichte eine Gefährdung der hilf». expcdiliou verursacht? Wenn im nächsten Jahr« die Polarforschung im großen Stabe wieder aufgenommen werden solle, so müsse das Mißtrauen und der Unwille der Oeffenllichkett gegen solche Unternehmungen vorher beseitigt werden. Tschuchnowskis Rettung. Oslo. 1«. IvK.' Wie aus Spitzbergen bestätigend gemeldet wird, befinden sich der russische Flieger Tschuchnowsti und seine Begleiter sowie die von der„Braganza" aus zu chrer Entsetzung entsandten Italiener an Bord des Eisbrechars„Ärassin". Der Eisbrecher soll jetzt nach der Adoents-Bay zurückkehren, um die Geretteten abzuliefern uitd Kohlen einzunehmen. Nach einer anderen Meldung will der russische Eisbrecher vorher noch nach der Leiche Dr. Malm- groens suchen.— Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der russische Flieger Tschuchnowski kurz nach seinem Eintreffen an Bord des Eisbrechers„Krassin" dem Expeditionsleiter einen Bericht erstattet. Danach lzat er wähend seines Aufeittholls auf dem Packeis nach Molmgreens Leich« gesucht, diese jedoch nicht gefunden. Nach den Ortsbcschraibungen Zappis fei die Leiche nicht aufzu- .finden. In der ganzen Gegend habe man keine Spuren von Mm- schon wahrgenommen. Es wird daher angenommen, daß die Leiche Malmgrosns auf«ine? Eisscholle in unbcstünmtcr Richtung abge- trieben worden ist. Di« Sowsetregierung hat für di- Durchführung der Hilssexpedttton weiter« 50000 Rubel bewilligt. Die„Ermordete" als Retten'n. Semohe unfchulSig hingerichtet. Na» gork. 16 Iull Wie aus Atlanta(Georgia, Bereinigt« Staaten) gemeldet wird, wurden zwei ang-blichc Mord«?. George Clder und Louise Butler, in letzter Stunde vor der Hinrichtung bewahrt. B-itr waren zum Tode verurteilt worden, weil sie angeblich ein ,ung-s Mädchen erschlagen hotten. Kurz vor ihrer Hinrichtung erschien aber die„Ermordete" plätzlich auf der Bildfläche so daß die beiden Todeskandidaten freigesprochen werden mußte«. BAlzksblldwi-sollsschub. Tie Bibliothek ist in d«, gommtzmenatm «BT Freitags»an Uhr abend»-eöffnet. Den reizvoll sdiimmem- den Glanz deg Haare» erhült Di an dm ch Gchweyf im Vrieselang. Za d>c Jlllle elaev jede» Zahre» stellt die»Zutig. sozialistische Vereiuigvug SPD." cia Fest, das ol» ein symbolische» Zeichen zwischen alt« and nea» Arbeil stehen soll. Dies« Gemeinschaft jung« Sozialdemokraten »rllngt es. Feste zu gestallen, die in ihrer Art vorbildlich flnd. D>esmnl rtvtr das idyllisch« ffifefengrinirb« der Jugendherberge fan B r i e s« laug zum Festplatz olisersehen. Auf ihm vereinig« ten sich schon am Sonnabend einig« chimdert junge Sozialisten aus Berlin, zu denen sich die Arbeiterjugend aus Spandau und Brieselang gesellten. Alz der letzte rote Schein der Abendsonn« erlosch und die ersten Sterne funkelten, loderte am Ufer des kleinen Nywphensses ein H o l z st o h ans. in dessen Feuerschein der Wiener Todesopfer vom IS. Juli gedacht wurde. Franz Lepin«ki von der Reichslcitimz hielt hier— nach den, von Werner Int er ergreifend gesprochenen Prolog„Proletari««r- schlagen..."— eine packende Gederitred«. die in dem G«- liidnis der Jungsozialisten ouskiong, für die Sozialdemokratie zu arbeiten und ihr die Treue zu halten hi» zum letzten Atemzug. Am anderen Mvrgen zogen neue Scharen mit wehenden roten Fahnen und dem Gesang alt« Kampflieder auf da» Äelünde. Erfreulich, datz auch nicht wenige der älteren Genossen d« Einladung zum Besuch der Veranstaltung gefolgt waren. Die im doppetten Sinn sonnigen Stunden de« Sonnlag«»«gingen wie im Flug«. Ihren Höhepunkt bildete die von Cchöneberger Jrntgsozialisten oer- fohte und gespielt« Revue.Schwarzweißrotgold"— ein Spiel um den braven Soldaten Schweyk.besten«Hernes Papp« «n onvment bei dieser Gelegenheit feierlich enthüllt wurde. Das ungebundene, non ansteckender Heiterkeit getragene Spisl d« Laien- fp eler fand den Beifall des vergnügten Publikums im grünen -Parkett. «insevlumge» für dies« ZtvbrU sind Berti» SW«.-Liudeustreß« I. parieinachn'chtenF��fürGroß-Verlin k»t» n da» Beztrtrsekretari«, 2. Hos, X!>*». rechsi», j, richte». Achtung, Funktionäre und Revisoren? Zu ein« griltzeren Anzahl Abteilungen find leider»ach immer Maimarkeu und Sammellisten abzurechnen. wenn dieses Alakerwl hier nicht tri» Donnerstag, den ist. Zuli. eingegangen ist, wüsten wir leid« die einzelnen säumigen Abtcilun- gen hi« an dies« Stelle mied««rässcullichen. Z. A.:«lex Pagel«. • > 4. jkrri« Brmzla»«! Berg,»chisns, TllernbrIrZt»? MiUnixb. Ui. kioll. tXts Uhr, b«> Nluz«. idanziger Str. Tj. Boloersatmaluiig der alternd«! ritt«. Jedes Mitglied rnug erscheine«. Abschriften der Wehlvorschlage sind»it- zubringen. r. ttne!» SlMrlettenb»�. Woldfestausschusisidung eca Mittwoch. 18. Zuli. ja Uhr piinitlich im Jugendheim lsinsinenstt. 4, vorn I Ii. Bildungs» ausschußsidung am Donnerstag, t». Juli. 20 Uhr pilnktlich. Im Jugend. heim Rosinenstr. 4. nor« t Ir. lZ. greis Tempelhos. Donnerstaa, l». IuN. IV4 Uhr. SiMma de»«»>»- dildungsausschusse« bei»iiendorf in Morlendors. ahouiseestr. IS. B«. stinunte» und»tinkMche» Erscheine»»»bedingt«rsorderlich. Heule, Dien»lag. den 17. Zuli: ' 78. Abt. Trefsvunit 10 Uhr an der Gabelung ,iu» sZ»miIienau»Nn« de» grast«» I nach Tegel. ZZqch�iizler u» Lokal.Noikzvpchen". SSste«il«»mm»n. Morgen, Mlitwoch, den IL. Zvli: «. Abt. Wh Uhr wicht!-»«isiung der ElternbmrSt« der. t. mch».»roppe bei«lug. Danziaer ötr. 7t. �» Kt Abt. Die Ahteilungifunktionlirversammlong sZltt in diesem Msnat au». tS. Abt. Schwnhdrig«. lS.,M>r pünktlich Mtgliederversamn-lung int Iugsnd. rn Lindenstr. 8. I. Ameiiungsangeiegendciten. X.«ortrag de» chenolsc» Siednionn. All» Mitqliedcr mitssea pbnrtlich erscheinen. *». Abt. Mariendors. 30 Uhr gahlabend. X.»ob 7.»-«irt bei Ri-men-e. Schiönederaer Etraß«. S.Ii. Bezirk bei Niendorf, Ehausseeftr. l». 8./1S. Be. »irk bei Tchrodcr, Friedenftr. 0. 703. Ab«. Baumlch«le»w»g. Dreisen zwechs gemelniame» Sooglrrgang«» mit «nschliekendcm Spiel 18L» Uhr in der Noniasheide,>deide.lainvw>X! Ecke Dbnnnschiilensliah». Spielgeriit« und Bdll« stno»itgubringeo.?0r Nach- zillirr Wiese Waldesront. XST. Abi.»eioicheodors.Weft. 20 Uhr FunktionSroersamMlung im Bolkthav», Scharnweberstr. U4. Trschainrn aller Funktioniire unbedingt Pssudt. 133. Ab! Teael, Schulzeubors. NeueScillgeos«, AEch. b-r Barfiqslebl«»«. 20 Uhr Mitzliederne.rsammlvng Nestaurant Hilhnert o« Bahnbas Schulzen. de es. Literarischer Abend(Freiligraths. chdste sind willkomine». Fraucvveranstalluagen: »1. Abt. Sartr» Mr die Sompf-rtahrt am Freitag. 8. August,»och«olter». dorfer Schleuse lind dei Woldschmidt. SWIpisch« Str. in haben. Preis der Karten fttr chrmachsene IM M.. Kinder 00 Pf... 40. Abt. Danrpserkarten yir den 8. Auaug nach Woltcrsdorker Schleuse sind beim ltossicrer chenossen Swquft geuincr. Hagelberaer Str. 20», zu haben. SZ. Abt.«siarlottenburg. Mittmoch, I«.?ul!. Kasfeekochen UN Bolkspark Jungsernheid«. Tresspunkt l4>4 tlhr bei Stewinger, HitttensiraKe. oder «in« Stunde später im Lokal Volkspark. Um zahlreich« Beteilignng wird gebeten, kälte willkommen. Reukoll». KI. Abt. Mittwoch, 18. ZnN, 9 Uhr. treffen sich die Genossinnen am Bahnhos Kaifer.FrieSricknStrahe zur Desschtiguiia der Auostellung»Die Ernährung'. BerbiMgte Karten daselbst.— 97. Abk. Rittwoch. 18. Zult, 0>» Uhr, treffen sich die Genossinnen zum Ausflug nach Fricdrichsbagen. Treffpunkt Bahnhof Hermonnftraße. Alle Genossinnen find herzlich«in- geladen. Gaste willkommen.__ 120. Abt. ReiniSendors.Ost- Donnerstag, 1».?uN. 1»'? Uhr. Foouenabend in der Baraike. Ct lommt unser D»,ggi Much. Bitte frohe Loun« nnd viel Taschentücher mitbringen. Die Dampferbillctt» find heute, Diensia,;, 17.?nli. bio 1» Uhr bei der Genossi» Lisa Meise«, SchSnholzer Weg 1, be stimm l abzurechnen. Zunsozinlistische Vereinigung: Grnpp« Dempelhos. Marienbors: Heute. Dienstag, Jogendhei» �»zeuw S'Mpeldos, Eingang Werdergstrafie. Diiussionsobend: �.Demorratie.— Gruppe Lichtenberg: Heute. Dienstag. 20 Uhr, Bibliothek Weichselstr. 2». Allerlcl Buntem Sruppenangelegenheiten. Arbeltsgemeinschaft der kinderfreunde: Gruppe Steglih. Der Dicntag.Hetmabend fällt au». � Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation j noch ist am uulttwoG, Ui. Zuli, 18 Uhr. im Kren rriche Beteiligung ersucht die«bteilungsleltung. SozialiflisHe Arbeiterjugend Sroß-Serlin (Zinsendunqen für dies« AubrU m»« das Äerlia SD 68. zLmdenstroße Z Dievskag, 13� Uhr: Solnilchar park: Große granksurter Str. Ii frmmtr i. �»uerbef! ; Erdbestattung?'— Gesundbrunnen I, Goten burger Str. X. »der DDUUCtivu*.#----—-V, v----- �-—-— is»».».*,ic utt. IT-----"'. � Äuauintipla�s Schnenberastr. 7. �Sozial iften und Aßmmnmften.— Slüifc» «st: Einführung in dc» Sozialiemu».—»Sörthep Platz: Kastaniaualle« 81. '«>ntc:nott»na!e sozialistische Arb-it«rb«weguna.'— Gchouebr« l: Hauptstr. Ib. 'Tie Berhältnisse in Sowjetrußland.'—«S»:..Bud und Mädel.'«e»- !-ll» ll:.Der neue Reichstag.'— Neukölln IL: fflughafrnstr. 7..Leben» «form.'— Ncnkiill» V; Biihmische Elke Sann er Straß,..SPD., KPD. und Ärnachistrn.'—. j�tUsste�.'��rtors.AijlersIws. Friedet chehage»: Zui-ndtag. abend .Unter> I z��hi��Bergstr. 22. Zimmer lg,'zu'ammen."LiÄk�dee.t''�F«hleudars: Uen 20 Uhr im kleinrn Saal de, Linhenpark» hie Sportkartell-Mikglieder- »erschminlung besuchen. Spielen fällt dawr au». Erscheine» ist Pflicht. kitelterbertcht der äfteotlich«« klletlerdtenststalle Beefs, nob Umgeqeetd. «ochdr. o«rb.) Teiij heUar, t«U« wolkig, Tagellewperakuren etwa» niedriger- Toichie nördliche Winde, stellenweste Getmlterneigwia.— JU vevstchtead: �flgeztnnpframrrn llbamll eti»a> rnehrigei. faichmwk-■" Wissenschastliche Betriebsfühwug. Kapital gegen Fortschritt. Seit«inistEn Iostp-n spricht und fchrekdt man auch w Deutfch. tend viel von wistenschostltcher Veiried«fiidrimg, di« man kurz auch Rationalisierung nennt. Ader was verstedt d«r landläufig« deutsch« Unternetjmer dantnt«r? Erhöhung der Leistung des Arbeiters unter gleichzeitiger Herabsetzung des Lohnes. Datz dies im Effekt das Gegenteil«in« wissen- schaftlichen Betriebsführung ist, fällt dem Unternehmer gor nicht ein. Was ist wissenschaftliche Vetriebsfiihning? Die methodische Aus- schaltnng-jeder falschen Anwendung oder Verschwendung von Zeit und Kraft im Arbeitsprozeß und die Harmonisierung von Erzeugung und Verbrauch. Die Arbeit muh also vereinfacht,«leichtert, die Arbeitszeil berabgesetzt, der Verbrauch— durch Lohnsteig« runq und Preisherabsetzung— gesteigert, der gesteigerten Produktion angepaßt werden. Das ift der Kern der Lehren Taylor», der ja der eigentlich« Begründer d« wissenschaftlichen Betriebsführung ist. Man weiß, was dos Unternehmertum, soweit es sich überhaupt damit befaßte, aus dem Taylorismus gemacht: ein System zur Auspressung der Arheitskroft, das zur wissenschaftlichen Betriests- führuna sich verhält wie die Produktionsregelung der Truft» zur fazialistischen Produktionsregelung. Das Jnternattonal« Arbeitsamt,«nt« der«G ermüdlich-opttmistischen Jmtiattve seine« Direktors, hat es mit«. nommen, eine Erhebung über di« wissenschaftliche Be- triebssührung in Europa zu veranstalten, deren Ergebnis jetzt in deutscher Sprache vorliegt.*) Es ist bezeichnend— sogen wir ruhig: be schä m end daß die bescheidenen Kosten dieser Erhebung non Amerikanern getragen wurden, wie e» nicht minder beschämend ist, daß das vom Jniernationalen Arbeitsamt ins Leben genifen« Internationale Rationalisierung«. institut mit Hilfe derselben Amerikaner(X X t h Century Fnnd, dessen bekannteste« Mitgsted Filene ist) a«? der Tauf« gehoben und lebensfähig genta cht wurde. Ist es schon merkwürdig. daß Deutschland nicht dem Jnternationosen Komätee für Rationalistrrimg angehört, fv wollen wir dach hoffen, daß di« Reichsregierung nicht mehr zögert, die Lappalie von#>000 M. auszuwerfen, nicht mir um als stiftendes Mitglied■')*»« Rotiimnii- siervngsinstibtt beizutreten, sondern um dort mihzuarbeiten und die Ergebnisse für die deutsche Wirtschaft zu verwerten. Obwohl der Versofl« des vorliegenden Buches, der zugleich die Erhebung vornahm, sich sichtliche Mühe gibt, die Nnternehm« nicht zu hrfostcn, ist das Ergebnis der Erhebung geradezu vernichtend für die Unternehmer. Hi« nur einig« Zitate: „Aus sämtlichen Ländern Europas wurde uns berichtet,... daß e- häufig au der mangelnden Anvbildiina der Arbeitgeber siegt, wenn sie die Methoden der Rafionoli- sterung nicht eingehender studieren und die überlieferten Einwände nicht überwinden tonnen.�..Man(die Techniker) b«- *) Wissenfchoftkiche B'trsebsführung in Europa. Von Paul Devinat. Preis ll M. Au beziehen durch das International« Arbeitsamt, Ami Berlin, Scharnharftstraße 35 nnd durch alle Parteibuchhandlungen. hängtet van diesen Arbeitgebern, datz sie größeres Gewicht darauf legen, ein höhere« Arbeitsergebnis aus ihren Arbeitern herauszn- holen, als durch eigene Bestrebungen in Form neuer Methoden oder Verbesserung de« Werkzeug», kurz durch besser« Betrieb»- leiNing Fortschritte zu erzielen... Es kommt ober auch nicht selten vor, daß aus Furcht vor mangelndem versländni» oder schlechkem Willen, ohne vorwissen des Ärbeilgebers od« des Verwaltungsrais, teilweise Anwendungen(der Rationalisierung) in den Fabriken unternommen werden. Bei unseren»nge- zwungenen Unterhaltungen mit zahlreichen Jnaenienren erhielten wir mehrfach die V«sicherung. daß der Arbeitgeber, namentlich in mikkleren vetricben. für die Rationalisierunq des Betrieb«» eh« ein Hindernis ist als eine Unterstützung.- Man braucht diesem Urteil der Ingenieure, die es ja wissen müssen, nichts hinzuzufügen. Offenbar in dem Bestreben. Licht und Schatten gleichmäßig zu verteilen, hält es Devinat für naiwendig. d« Arbeiterschaft vorzuhalten, der Nationalisierung sich gleichguliiq gegenüber zu verhalten. Was er aber zum Beweis« dafür anführt, hält ein« näh«en Untersuchung nicht stand. Und zwar führt er ein vor dem Kriege erschienenes Buch„eines sranzösischen Arbeiters Ponaet' an. Der Verfasser scheint nicht zu wissen, daß Pouget kein Arbeiter, sondern ein anarchistisch« Schriftsteller ist, der wohl einige .tzest in der französischen Gewerkschaftsbewegung eine Rolle spielte, ab« ftn Jahre 1914, als da« ermähnte Buch erfchien, jeden direkten Kontakt mit der französischen Arbeiterbewegung seit Jahre,, verloren hatte. MerrHeim. der damals wohl der führende Kopf der fron- zösisäiei, Gewerkschaite» war, hat sich nicht ollein vor dem Kriege— wie Devinai selbst anführt— in Artikeln für die richtige Anwendung des Taylorismus ausgesprochen, sondern mich nach dem Krieg« darüber eine Broschüre verösfenklicht. Daß sich die Arbeiterschaft gegen di« unter dem Anshängeschild der Rationalisierung vorgenommene.Herobsetzimq her Löhne wehrt. versteht sich non selbst. Dies« Herabsetzung der Löhne— noch dazu ohne gleichzeitige Herabsetzung der Preise— ist eben keine Ra. tianaltsterung, soiidern>>aßl z» ihr wie die Faust aufs Auge. Devinat hat aber soft völlig übersehen, datz es die G r we r k s cha ste n und die Sozialisten in allen europäischen Ländern waren, die di« Unternehmer geradezu zur Rationalisierung drängten. Da, Buch Devinat« ist nicht ohne Mängel und Lücken. Es hätte z. B. für JVnischlond ans die Arbeiten von Abbe und B o o ck hin- weisen müssen, die die eigentlichen Vorkämpfer der Rationalisierung in Deutschland sind. Denn was heut« in Deutschland unter Rationa- fisterung firmiert, ist fast durchweg eine geistlose Mechanisierung des Prodnkilon-prozesies, verbunden mit einer vom kopi- talistischen Machthunger inspirierten De rt r u st u n o. Diese Sorte van Ratsonalssienmg läßt drn Menschen, der doch im Mittelpunkt der Rationalisierung stehen sollte, ganz außer Betracht und sieht Pro- duktion Und Verbrmich nicht unter dem Gestchtswftikel der Wissenschaft. sondern einzig de« Profits. Trotz seiner Mangel ist das Buch onregcnd�md als Materiassommlung zu empsehien. I. Steiner-Jultien. bleiben unsere Beiiräge?" E» gibt nicht wenige Gewerkslj)aft?mitgli«d«. die sich um nicht-. kümmern, aber bei seder unpassenden Gelegenheit, womöglich im Kreise von Indifferenten, ihrem Verbände die vorwurfsvoll« Frage entgegenhalten: Wo bleiben unser» Beiträge? Der»Grund. stein' gibt jetzt für den Deutschen Laugewertsbund auf diese Frage Auskunft, indem er eine graphisch« Darstellung über di« Leistungen des Bundes aus den Mitgliederbeiträgen in den letzten vier Jahren gibt. Di« Schaubilder jür die einzelnen Jahre sind recht aufschlußreich. Sie zeigen auf den ersten Blick, welche Jahre größere Kämpfe brachten und die Jahre, die ruhiger waren. Während 1924 nahezu 2 Millionen Mark von über 6 Millionen Mark Iabresein- nahmen aufgewendet wurden, erforderte das Jahr 1925 nahezu die Hälfte der IS?»? Millionen Mark Jahreseinnahmen für Lohnkämpfe. Vinnen eines Jahres eine Steigerung der Einnahmen von 6 455 863 Mark auf 15 740 985 M. und eine Steigerung der Aufwendungen für Lohnkämpfe von 1944 056 M. auf 7 411 002 M. Für»revolutionäre� Oppositionelle läge der Schluß nahe, den sie verschiedentlich in anderen Fällen gezogen haben, daß der Zuzug zu den Gewerkschaften um so stärk« sei. je mehr sie kämpften, daß st« also imm«zu kämpfen müßten. Ied« vernünftige Gewerk- schafter weiß, daß seine Gewerkschaft nicht blind drauflos gehen kann, weil sie sonst bald abgewirtschaftet hätte. Mag sein, daß Arbester, die in ihrem Kampfe von keiner Seite mehr Hilfe er- warten können, mit dem Mute der Verzweiflung kämpfen. Aber nicht lange, dann sind sie abgekämpft. Es kommt bei allen Kämpfen in erster Linie auf die Konfunktur an und die Schlagfertigkest der Gewerkschaften. Im Jahre 1926 hat der Baugewerksbund von sein« 11 371 058 Mark Einnahmen noch nicht 300 000 M. für Lohnkämpfe aufge- wandt, dafür aber über 5)1 Millionen Mark erübrigt, um sich für etwa notwendige weitere Kämpfe zu rüsten. Im letzten Jahre wurden nur 776 137 M. für Lohnkämpf« aufgewandt und 6 102 158 Marl erübrigt. Weit größer dagegen waren 19-26 und 1927 die Aufwendungen für Unterstützung d« Erwerbslosen. Die Ausfassung, daß die Untcrstützuiigscinrichtungeii der Gewerkschoften die Lohn- kämpfe beeinträchtigten, ist längst als grundfalsch abgetan. Wenn sie dennoch immer wieder auftaucht, so aus Kreisen, die für ihre be- sonderen politischen Zwecke Derzweislungsstimviung gebrauchen, der die Unterstützungen allerdings, und zwar nicht ohne Absicht, entgegenwirken. Es kommt eben für di« Gewerkschaften nicht auf g«< legentliches Revoltieren an, sondern auf wohlüdertegt« erfolgreich, Kampsessührung. Die besten Errungenschaften gehen wieder verloren, wenn die Organisafion nicht stark genug ist, sie zu halten. Und wenn d« Bauaewerksbund im Jahre 1925: 3 232 278 Millionen Mark, im Jahre 1926: 2 823 361 Millionen Mark und im Jahre 1927: 4 280 482 Millionen Mark für die Unterstützung sein« er- werbslofen Mitglieder ausgegeben hat, so deshalb, um die Erwerbs« losen davor zu bewahren, daß ste durch Hung« mürbe gemacht, sich alz Sohndrücker hergeben. Auch da« gehört zum Kampf. E« soll hier nicht aus alles eingegangen Verden, was die Schau- bilder zeigen. Für jeden, d« sehen will, zeigen sie klar und deutlich, wo die Gewerkschaftsbesträge bleiben, daß st« notwendig find und di« beste Kopitalsanloge d« Arbeit« find» Die Mnifchen Postbeamten organisieren sich. Kopenhagen, den 15. Aull. Aus der Tagung d« dänischen Postbeamten wurde der An j ch l u ß de» Postbaomtvwerbondes an di« Bereinigteu Ge> j w«r»schoft«n beschlossen. Nach der Beschlußfassung wurde npv i den T-llnehmor» der Tagung die SazxnatiaaaJe ivtatfUumt. 1 Suqendaruppc fies Zeniralverbandes der Anaesicttien W-sfi Ml» SuflMidtezir?« sptelon heilte, Dienstag, armeinfam auf der«ptel. *■- rn.esi 7 im Srtptomrr Park.— Jugendbezirk Wedding. G«l»»dtr»»»»» spielt auf dem Sportp'aß im Humboldthain. ?3rcfc Gewerkschasts�Lugenö Groß BLttin I Saite UN» Ußr tonen die Gruppen: Fraakbuter«llc»:»ruppenhchm Städtisch»» Jugendheim Litauer Str. 18, Zimmer 2. Lustiae Tippet- »nd Vagabunbengeschichte».— N»».LIchtrnbe»gi Iugendhrlm Sauft- firaße(6porlpIfl|», an der Lefs.ngslraß«. Distussionrabeich:„Die nützlich« äluszestaltuug uilnrrr Fre-zeit.'— iand-brrger Platz: Sruppenheim Ingen». heim Diestelm'nersn. e>. Wir tibe» neu» Wonderlieder.— Lrrpto»! Gruppen- heim Jugendheim Schul» Äiidenbrnchftr. 82/04. Eagcoabeud.— Gl doste»: Gruppenheio, Jugendheim de» Bcrtehrsbuntes, Engclufcrr HI'X, Aufgang B, pari. Unierlmliungsaäend.— Humboldt: Gruppenheim Jugendheim Gravn- Sek» Sortzingstraße. Lustiger Abend. Humor und ssrohsinn.— Anßenfpielaben»« ob ,8 Uhr: Krri, k)b«r!pr»c: Spielen auf dem Sportplatz der Metallarbeiter, an der Ooeripre«, hinter dem Booishaus..Borwärt»'. Spaadon: Sport nnd Spiele ans dem Spielplatz Spandau, Wilhelmstraße. Sesnaddrnnn»»: Toni und sportliih» Spiele aus dem Sportplatz Humboldt. Siidlrcie: Uebungeabend der Zan,kre>se ssir die Tompferlabrt um So Uhr auf dem Sportplatz Am Urban Sühwesten: Sport und Spiel auf dem Sportplatz Am Urban.— Bodcabend: Nordkrri«, Nortmxstlrei« im Tolkzbad Plotzensec. Treffen um 18?L Uhr am Eingang de.» Voikslnzdes. viesituk iSJB&W- «ITOOLO p � Die Tugend des Ltmlernens. Agranerwissenschast und unser Agrarprogramm. vi« deutsch« Lanimnrtschast ist heut« w>r?lich in einer Rat» lag«. Zwar hoben hie Führer der agrorierretbönbe schon immer seit Kriegsend« von einer Landwirtschaftsnot gesprochen und diese mit veralteten, heutigen Wirtschaftsformen nicht mehr angepaßte« Süßeren Mitteln— Zollschuß, Ein» fuhrsperren und andere Subventionen— zu bekämpfen versucht, die wirkliche Krise der Agvarmirtschoft ist aber erst jetzt gerade als Folge der bisherigen verfehlten, angeblichen chilfsmaßnahmen eingetreten. Run mehren stch die Stimmen, welche Abhilfe der Londwirtschaftsnot mir von einer inneren Konsolidierung des Landwirtschaft»- betriebes erwarten, neben der die bisherigen Mittel des Kompfes gegen Krisenerscheinungen an Bedeutung völlig zurück- treten. Für den Sozialisten ist es dabei ein reizvolles Bild, zu sehen, wie seine bisher so verlochten Wirtschastsanscho»- »ngen heute als neue und vollwertige Erkenntnisse im agrarischen Lager dämmern. Diese neuen Erkenntnisse im agrarischen Lager haben ihren Riederschlag in einer Reihe von Beräffentlichungen gefunden, deren interessanteste heute die Heiden Arbeiten von Professor Dr. Kurt Ritter über„Staatsbilfe oder Selbsthilfe zur Linderung der Agrarnot?*(Verlag Paul Parep, Berlin l9M, 112 Seiten, Preis 3,50 M.) und von Diplomlandwirt Dr. Fritz Steding über„Die Kartelliernng der Landwirt» fcha f t"(Deutscher Schristenverlag. Berlin lOR, 80 Seiten, Preis 2 TO.) find. Ritter erblickt in den noch der Stabiststernng eingetretene« Preisscherenbildungen, den Steuer- und Soziallasten sowie der hohen Steueroerschuldung der Landwirtschost mit ihrer Folge nahezu untragbarer Zinslasten die unmittelbaren und mittelbaren Krisenursochen. Das Verschuldungsproblem steht der Bedeutung noch im Vordergründe. Von irgendeiner Schuld für diese Entwicklung zu sprechen lehnt Ritter ab. Zur Abhilfe unterscheidet er zwei Wege: S t a o t s h i l f e und Selbsthilfe; beide schließen nach feiner Auffassung einander nicht aus. Allerdings— und da» ist int er- essant zu bören— betont Ritter scharf den Widerspruch, der in der Ablehnung sozialistischer Gedankengänge durch weite Wirtschaftskreise auf der einen Seite, iu dem an» haltenden Ruf der gleichen Kreise nach tief» greifender Staatshilfe auf der anderen Seite besteht. In der kapitalistischen Wirtschast müsse der Unternehmer®e» winn und Risiko tragen; letzteres auszuschließen, gehe nicht an. Jede Rotloge erfordere daher unter der heutigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung zunächst Selbsthilfe? Rur wo die Rot gemeingefährlich werde, solle der Staat mit Maßen eingreifen, keinesfalls dürfe er ober dabei den privaten flnter» nehmen da« Risiko abnehmen! Und mm beginnt Ritter in dem Abschnitt»Bon der Staats- beilfe' einen wahren Eiertanz um dos Ausmaß der Staat, Hilfe. Schwarz in schwarz malt er das Bild der heutige» Agrarwirtfchast. Groß«, weitreichende Forderungen stellt er für die Staatshilfe auf: nach systematischem Auffangeu abgleitender Betriebe und ihrer chevausnahme aus dem freien Güter, und Pacht- markt, nach innerer Nmschuldung, nach Rationalisierung und dadurch Konsolidierung des Genossenschaftswesens, nach Steuerentlastung, Abbau der SozioNasten, sinnvoller Handelspolitik mit guten Zoll- «äffen, FSrdenmg der Pflanzen- imd Tierzucht usw. Aber noch jedem wuchtige« Ausholen zu einer dieser Fordern». gen bremst Ritter bann gleich wieder. Er will nämlich unbedingt vermeiden, daß.die Grenzen de» gemeinnützigen Kapitolismns ü b er schritte« werden", denn wo man Ltnsere �Volksfürsorge�. Snivitklvng zum Sroßunteruehmen.-*92» prSchKae Srfolge. ..Wenn nicht alle Zeiche« trügen, fv scheint die BolkSfSrstwge au» dem Stadium de» bloßen Wiederaufbaues endgültig heraus zu fein und sich in ruhiger und stetiger, von keiner Krtf« mehr bedrohter Entwicklung zum Großunter- nehmen ausznwachfen; denn sonst wären die großen Erfolge einer immer mehr in die Breite und Ties« gehenden Organisation angesichts der noch immer anhollenden Wirtschaftskrise und einer überaus scharfen Konkurrenz im Dersicherungsgewerbe, vor allem des Kleinversicherungsgewerbes, nicht zu erklären.... Nicht zuletzt trägt ein hohes Verdienst daran die immer g«- schlossener wirkende Arbeit draußen im Lande, di«, sich stützend auf zunehmende Erfolge, immer weiter ans» greift und höchste Erwartungen rechtfertigt." Mit diesen Worten wurde der Rechenschaftsbericht über das Geschäftsjahr 1927 der„B ol ks fü r s o r g e". gewerkschastlick�ge» nossenschaftliche Dersicherungsoktiengesellschaft, eingeleitet. Brachte da? Jahr 1027, dos für das Versicherungsgewerbe allgemein.zu weiterer Festigung führte, für die Dolksfürforge, die außerordentlich epri fundiert ist, überraschende Fortschritte, so werden diese aller Borausstcht noch durch die Erfolge des Jahres 19 28 noch weit übertroffen. Schon die Entwicklung im ersten Halbjahr 1928 läßt darauf schließen, wie die folgende Eebersicht zeigt: 3m ersten Halbjahr dieses 3ahres sind.zur Regulierung von Sterbefällen 783 000 Mark ausgezahlt worden, in-� gesamt fest November 1923(Umstellung«mf wertbeständige Basis) 4 Mi l l i o n« n Mark. Den größten Teil der eingegangenen PrSmiengelder(in diesem 3ahre werden es etwa 25 Millionen Mark sein) muß die Volks- fürforge als Präuiienreferve für die Versicherten anlegen, um bei Fälligkeit die garantierten Versicherungssummen einschließ- lich der Geminnanteile(in den letzten Iahren 25 Proz. der gewinnberechtigten Iahresprömie) auszahlen zu können. TMefe Reserven finden vornehmlich Anlage in erststelligen Hypotheken auf ge- werkschaftlichen und genossenschaftlichen Grund- besitz. Mit den übrigen wirtschaftlichen Unternehmungen der deutschen?lrbeiterbewegi'ng und deren Zentral! nstonzen sielst die Vokksfürsorge daher in engster Zusammenarbeit. der Gemeinwirtschaft de« kleinen Finger reicht, nimmt der Sozialismn» natürlich gleich die ganze Handi Unangenehm berührt es, daß Ritter in diesem Abschnitt mehrmals sehr unsachlich die agrarpolitische Arbeit der Preußenregierung behandelt. Den Abschluß der Schrift Ritters bildet ein sehr zurückhaltender Abschnitt„Von der Selbsthilfe". Räch flüchtiger Feststellung der Notwendigkeit, das Bildungsproblem zum Zeutralpunkt der agrarischen Selb st hilf« zu machen. wendet stch Ritter betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Einzelfragen zu. Die Frag« der intensiven oder extensiven Wirtschost stellt er. ober beantwortet sie nicht. Weiter bewnt er die Notwendigkeit der Absatzerschließung und-regelung besonders scharf und nimmt danach Gelegenheft, in diesem Zu- sannnenhang die Ouolitätsverbessenrng im In- und Ausland, Ire Standardisterungsfrage, das Problem der Absatzgenossenschasten und schließlich die Fragen der Preispolitik und der Konjunkturbeobach- tung zu erörtern. Während Ritter all« durch die Saichwirtschaftskrifc aufgeworfenen Probleme der Betrachtung zu unterziehen sucht, bo» schränkt stch Steding in seiner Arbeit bewußt aus ein Pro- b l e m: Die Absatzorgonisation. Er sagt, daß die Haupt- Ursache der Unrentabifität in der Unterlegenheft der Organisation?- formen der Landwirtschaft gegenüber den Orgonisationssonnen anderer Wirtschaftszweige liege. Das soll heißen, daß die Landwirt- schost keinen genügenden Einfluß in einer ihrer Rentabilität günsii- gen Weise auszuüben vermöge auf Preisgestaltung, Ab- satzverhöltnisse. Erzengnngsbebingungen usw. Wolle also die Landwirtschaft sich besten, müsse sie schleunigst den Barsprnng von Industrie nnd Handel einholen urtd stch eine genügende Wirtschaftsorganisation schaffen. Die Landwirffchast müsse sich Ka rt« ll o r ga n i sa- t i o n«» schaffen, die eine straffe Erzeugungsregelung auf der Grundlage genauester Marktbeobachtungen und dergleichen vorzu- nehmen hätten. Dann zeichnet Steding«in genaues Bild der«ach seiner Auffassung notwendigen Boraussetzungen für die Bildung marktbeherrschender landwirtschaftlicher Absatzorgonisation en, die nach Form und Zielsetzung industriellen Kartellen gleichkommen. Steding schließt sein« an sich recht geradlinigen und klaren Ausführungen mft einer lleberstcht über kartellähnliche Absatzorganifatianen in der Landwirffchast de» In- und Auslandes. Wohltuend ist überall Stedings nüchtern« Sachlichkeit, wenn er auch In manchem unklar bleibt— fo scheint er über den Begriff Kartell noch nicht mft stch ins reine gekommen zu fein— und sich aus feiner kapitalistischen Einstellung heraus verfchiedeutkich in Widersprüche verstrickt. Di? Sozialisten können ans beider Schriften fveuen. Zwei führende Köpfe aus dem agrarischen Lager beweisen die bisherige Unzulänglichkeit der landwirffchastlichen Betriebsführung unter dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Sie zeige» beide weiter, daß hier nur ein Wechsel im Wirt- schaftssystem wirklich Hessen kann, und empfehlen daraufhin in der Praxis die Anwendung gemeinmirtfchaftlicher Prinzipien. Daß fie danach wieder Angst vor ihrer eigenen Eourage bekommen und ihre Vorschläge nicht kon- seguent zu Ende führen, nimmt man ihnen angesichts ihrer kapftali- stischen Grundanschauung nicht wetter übel: ihrer Erkenntnis find dadurch eben Grenzen gefetzt! Höchstens kann man ihnen empfehlen, gründlich Krüger-Boade» Kommentar zum sozialdemokra- tischen Agrarpr ogram m durchzuarbeiten, wo fie das ihnen fehlende hinzulerne« könne». v. K. Wettkohlenbilanz-1927. Dsrkriegserzeogmlg nad«verbrauch überschritten. Der Reich« kohlenoerband bat auch für da, Jahr 1927 seine statistischen Ermittlungen über die Weltkohlenerzeugung und den Dellkohlenverbrauch fortgesetzt. Steinkohlen und Braunkohlen zu- sammengezählt, ergab stch iu der Welt eine Gesamtförderung von 1467 Millionen metrischen Tonnen. Braunkohle in den Heizwert der Steinkohl« umgerechnet, enffpricht diese Weltförderung einer Menge von 1403,8 Tomen. Die Welt steinkohle» sörde- rung betrug 1276,4 gegenüber 1179,2 Millionen Tonnen im Jahre 1926 und 1216,3 Millionen Tonne» im Jahr« 1913. Räch Umrech- rnrng der Braunkohle in Steinkohle ergibt sich eine Deltkohlensörde- rung überhaupt von 1403,8 gegen 1297,9 Millionen Tonnen im Jahre 1926 und 1299,6 Millionen Tonnen in 1913. Der Anteil der Steinkohl« ist gegenüber 1913 von 90,7 auf 87,0 Proz. zurückgegangen. Europa kam in der Welt- steinkohlenförderung mit 615,5 Milkionen Tonne« wieder vor Amerika mit 557,2 Millionen Tonnen an die erste Stelle, nachdem im Jach« 1926— eine Folge des englischen Bergarbsi(erstreik«— Amerika Europa weit überflügelt hatte. Der Verbrauch Europas an Kohlen— Brounkofsse eingerechnet und in Steinkohle umgerechnet— erhöhte sich gegenüber 1926 von 485,1 aiff 628,8 Millionen Tonnen, was»bensalls gegenüber 1913 mit 621,0 Millionen eine Ueberflügelung des Borkriegs. Verbrauchs bedeutet. Der Anteil Europas am Welttohlenoeichvauch ist von 1926 auf 1927 von 485,1 auf 628,8 Millionen Tonnen gestiegen, während der Anteil Nord- und Südamerikas am Weltoer. brauch von 598,9 auf 565,5 Millionen Tonnen zurückgegangen ist. Der gesamte Weltverbrauch Hat sich gegenüber 1926 mit 1202,0 und gegenüber 1913 mft 1257,4 im Johne 1927 auf 1309,1 Milüonen Tonnen erhöht Anregung für den Gnqueteausschuß. Selbstfosten« vnd TagespreiStalkulatton in der Industrie. Zu unserem Artikel vom 12. Just„Gegen die Hohe preise" erhalten wir folgend« Zuschrift: Die in der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 12. Just dieses Jahres gebrachte Anregung der„Deutschen Vauernzeitung", durch den Enqueteausschuh eine Untersuchung der trotz weitgehender Rationalisierung viel zu hohen Düngemittelpreis« vorzunehmen, ist sehr beherzigenswert. Dabei genügt aber«ine Vernehmung der Direktoren der haupffächlichen Erzeuger durchaus nicht Eine eingehende Untersuchung der Düngemittelpreffe kann viel- mehr— und das gilt für alle derartigen Untersuchungen vor dem Enqueteausschuß— nur durch die Prüfung der gesamten, schrift- lichen Kalkulationsunterlagen effolgen, rntd zwar durch erfahrene. unabhängige Fachleute. Zur Begründung braucht man nur auf die Unsitte hinzuweisen, nicht nur ein« Kalkulation auszustellen, die ' 1 |d«m> wahren Goss-chungspeeft ei'ssprfcht, fottde?» tzwsl. nSnMfi. Selbstkosten- und eine Tagespreiskoltulation. Neida Kalkulationen, deren Benutzung je nach Bedarf«folgt«geben natürlich durchaus verschiedene Preis«. Diese Unsitte ist keine»-' weg» aus die Privatindustrie beschränkt Der Enqueteousschuß wird, sofern er, wa» durchaus nötig es- scheint, Untersuchungen über zu hohe Preise von Industtieprodukteu vornimmt, nicht umhin können, die wenig bekannte Tatsache, zweier- lei Kalkulationen aufzustellen, gebührend zu berücksichtigen. Tagesumsah über eine Million. Eigenproduttion der GEG. fast verdoppelt. Die Großeinkaujsgejellschaft deuffcher Konsumvereine»eröffenl- licht die Umsatz'zlsfern für da» erste Halbjahr 19?$. Die deutschen Konsumvereine können aus diese Uwsatzzissern ihrer Großhandelsgesellschast stolz sein.. Der Gesamtumsatz der GEG. im ersten Halbjahr 19ZS betrug 197.43 Millionen Mark. Dm ersten Halbjahr 1927 betrug der Um- sah 160,46 Millionen Mark. Gegenüber 1927 ist der GEG.-Umiatz um 36,97 Millionen Mark oder um 23.04 proz. gestiegen. Aast viermalso stark hat sich der Umsah der iu den GEG.» Fabriken erzeugten Eigenp rodukle ausgedehnt während im ersten Halbjahr 1927 die GEG. nur 25,51 Millionen in eigenen Erzeugnissen umsetzte, erhöhte sich dieser Betrag im erste« Halbjahr 192S auf 48,10 Millloueu Mark. Das enffpricht einer Steige- rung vou 22.59 Millionen Mark oder 88.50 proz. Reniabilitäi der sächsischen Siaaisgüier Eigenwirtschaft oder Verpachtung? Die sächsische Regierung hat dem Landtag eine Vorlage über die wirtschaftlichen Verhältnisse und die zukünftigen Denvendungs-- Möglichkeiten der Landwirtschaftsbetrieb« des sächsischen Wirtschafts- ministeriums zugehen lassen. In dem der Vorlage angefügten Gift- achten wird vorgeschlagen, die Staatsgüter teilweise zu ver- pachten und einen Rest in Eigenbewirtschaftung zu belassen. Wefter wirb in dem Gutachten davon gesprochen, daß zur voll- ständigen Ausgestaltung der Güter ein Betrog von 2.2 Millionen Mark notwendig ist Diese Boffchläge geben der Presse der landwirffchastlichen Unternehmer zu hämischen Bemerkungen Veranlassung- Man spricht van Uurentobilttöt und verfahrener Wirtschaft. Die Freude svllte nicht lange dauern. Bei der Aussprach«, di« aar einigen Tagen im Housholiausschuß B des Sächsijcben Landtages stattfand, machte ein Vertreter de» Staatsrechnungs- Hofes noch der„Chemnitzer Volksstimme" Ausführungen, die die Behauptung der landwirffchastlichen Unternehmerpresse Lügen strafen. So wurde mitgeteilt, daß der rechnerisch« Ueber- schuß im Wrffchaftsiahr 1927/28 bis Ende Mai 1928(dos Wirt- fchaftsjahr endet am 30. Juni 1928) 79 000 Mark betrage. Die Zahlen, die über die einzelnen Güter vorgetragen wurden, zeigten, daß die Derluste größtenteils nicht nur wettgemacht, stn- dem darüber hinaus erhebliche Ueberschüsse erzielt werden konnten. Wefter murde erklärt, daß die in dem Gutachten genannte Summe von 550000 Mark für die Ergänzung des Diehbestondes«nffchiedm zu hoch gegriffen sei, daß höchsten» 100 000 Mark erforderlich sei-m. Auch seien 300000 Mark Gedäudeouswand nicht erforderlich. Die Güter kämen ohne weiteres Betriebskapital au». Wenn zur voll- ständigen Ausgestaltung der Güter 1,1 Millionen Mark und nicht. wie es in dem'Gutachten Heißt 22 Millionen Mark neues Ve° triebskapital gebraucht würden, so wären diese 1,1 Millionen TOnrk auch nicht sofort erforderlich. Sie würden mir nach und noch, ohne die Finanzen des Staates besonders zu belasten, aufzubringen fein. Jetzt, wo man vor einem günstigen Abschluß stehe, sei eine Eni- scheidung über das weitere Schicksal der Staats� guter verfrüht Dies« Ausführungen erfahren eine wertvolle Ergänzung durch Angaben, die dem Berbandsvor stand de» Deutschen Landarb ei ter-Verbandes in diesen Tagen von einem genauen Kenner der sächsischen Staatsgüter gemacht wurden. Roch diesen Angaben hat da» Inventar der sächsischen Staatsgüter ein-n wesentlich höheren Wert als es die Bilanz aufweift. Der Viehbestand fei prömiiert und der beste in Sachsen. Trotz- dem stehe er nur zu Schlachtpreffen zu Luche. Die Maschinen seien beim Kauf sofort bis auf den Altwert abgeschrieben worden. Die Neuwerte der Gebäude habe man außer acht gelassen. Das Wirffchaftsjahr 1926/27 war«in Verlustjahr. Die Verluste seien durch Hochwasser und Maul- und Klauenseuche entstanden. Zurzeit sei alles aufgeholt Trotz Maul- und Klauenseuche, die eine wesentliche Perminderung der Viehbestände gebracht habe, sei heute der Milchviehbestand um über 200 Stück größer als 1926. Neben einem erheblichen Reingewinn werde das Wirtschaftsjahr 1927/28 auch noch mft einem erheblichen Wertzuwachs ab- schneiden. Nach den weiteren Erklärungen de» Gewährsmannes des Deuffchen Landarbeiter-Derbandes wußte man in den Kreisen, die hinter dem Antrag auf Verpachtung stehen, ganz genau, daß die Ereignisse des Wirtschaftsjahres 1926/27 Erscheinungen sind, die stch von Zeit zu Zeit auch in anderen landwirtschaftlichen Be- trieben bemerkbar machen. Unter diesen Umständen dürste in der Tot der Borschlag zur Berpochtung, soweit er aus Rentabilitätsgründen begründet wird, sehr verfrüht und absolut nicht dringlich sein. Vorfig in Oberschlesien. Günstige Entwicklung der Borsigwerke A..S. Di« Fonuli« Borsig hat außer ihrem großen Tegeler Werk auch noch eine Boffigwerk A.-G. in Obeffchlesien, die ebenso wie da, Tegeler Werk rewer Familienbesitz der»orstgs ist Das Ober- fchlesssche Zechen- und Hüttenwerk hat stch im Jahre 1927 sehr gut entwickelt nachdem es vor zwei Jahren noch einen Verlust von über S Millionen hatte, der aus den Gewinnen des Jahres 1926 bis auf 2,42 Millionen Mark getilgt wurde. Die Entwicklung im letzten Jahre war so günstig, daß der Betriebsgewinn, soweit er ausgewiesen ist. von 6,76 auf 7„98 Millionen Mark stieg und der Reingewinn sich von INI auf 2,54 Millionen Mark erhöhte. Dieser Reingewinn von 2,54 scheint sorgfältig errechnet worden zu sein, einmal, domft man gerade noch den bestehenden Verlust von 2,42 Millionen voll tilgen konnte, und weiter, damft die immer klagende Familie Vorsig keine Dividende auszuweisen brauchte. Als Präsident der Vereinigung der Deutschen Arbeit- geberverbände hat man damr immer die Möglichkeit, auf die unsag- bar traurige Loge der Unternehmer mit persönlich allerreinstern Gewissen hinweisen zu können. Allerdings, bescheiden bis ins letzte war man doch nicht. Die Familie Borsig hat zwar das oberschlesische Werk keine Dividende ausweisen lassen, aber st« hat sich vor Feststellung des Reingewinnes„eine Vergütung" von 500 000 Mark aus den Uellerschiissea zur Verfügung stellen lassen, Unterhaltung unö ÄAissen Oer Mörder Vacher. Den Henning Ouderstadt. ' Der Mörder Josef Vacher hockte auf seinem Schemel, den Kopf in die schwieligen Hände gestützt. Plötzlich warf er die Arme zurück, sprang empor und rannt« wie irr um das kleine Viereck der Zelle herum. Dann, ganz ohne Uebergang, schleudert« er sich auf die Erde und heulte. Mählich entrang sich dem Heulenden ei» einzige« Wort:„Unschuldig, unschuldig, unschuldig...* Josef Dacher sollte morgen hingerichtet werden. Elf Luftmorde hatte er eingestanden, die Mehrzahl der Sachverständigen hatte er- klärt, er sei verantwortlich für da», was er verbrochen hatte, kurzum: der Fall war klar, und man oerurteille ihn zum Tode. Als er sich vor den Geschworenen verantworten mußte, hatte er seine Verteidigung mit kalter Ruhe geführt, und die diederen Bürger drüben auf der Richterbank waren entsetzt über die Offenheit, mit der Vacher seine Verbrechen gestand. Dieser Mensch verleugnete jede Reue, ja zuweilen schoß wie ein Irrlicht aus seinen Augen so etwa» wie Stolz, daß gerade er es gewesen war, der all dies vollbracht«. Trotzdem Personen im Gerichtssaal fühl« mochten, daß dieser ehe- malig« Sergeant außerhalb de« Gewöhnlichen stand, sprachen doch Sachverständige und Geschworene, nicht tmbeeinslußt auch durch de» Lärm der Presse und das Schreien der Menge draußen auf dem Marktplatz, ihr: Kopf ab! Und es ist eigentümlich, daß der einzig«, den dieses Urteil ver- wunderte, Josef Vacher selbst war. Aber es regte ihn nicht weiter auf, denn es schien ihm ganz klar, daß der Präsident der Republik ihn begnadigen würde. Er war ja unschuldig. Heute vormittag hatten sie Ihn benachrichtigt, daß man ihn morgen früh hinrichten«erde. Und da brach er zusammen. Er, dessen spärliche Wimpern bisher durch keine Träne genäßt waren, feit sie ihn vor neun Monaten gegriffen hatten, sah etwas stürzen. Und das war er selbst. Seitdem schien er«in Feigling, ohne e« zu sein. Angst vor dem Tode? Mumpitz! Er. der ruhig und toll elf Menschen unter Mar» tern hatte verrecken lassen, alte Frauen, junge Mädchen, blondhaarige Hirteicknaben, zwölfjährige Kinder, er, der am Zucken der Glieder, am Blick dieser sterbenden Augen seine Wollust gehabt hatte, pfiff «ms das Sterben. Aber er wollt« fein Stecht. Nichts als sein Recht! Wußten denn diese Menschen gar nicht, wa« er in jenen heiß. atmigen Mörderstunden durchlebt hatte? Ahnten sie nicht, daß hier kein Verbrecher gewütet hockte, fonder» eben der Mensch? Der Staatsanwalt, dieser trockene Bursche im schvarzen Talar, hatte mit Salbung gesprochen von der„mensiÄichen Bestieg und Josef Locher hatte zustimmend mit dem Kopf genickt. Er gab ja dem Bramarbas Recht! Der verstand dies« lqonnSser Dummköpfe schien sich nur dos hb« zu sagen, er. Josef Dacher. habe gemordet, und müsse deshalb wieder gemordet- werden. Das Pack ging nach Hanf«, saß Arm« Arm mit Sattln oder Kokotte und brüstet« sich, ein echtes Kollegium«ahrhaft gerechter Richter gewesen Kl sein? Wann hatte er Arn, in Arm gesesie«. wann hatte er das Glück «es« Erde gesehen? Er war da» Elend, ha» Mensch geworden«! Wenn» lachenden Menschen da« Leib seziert hatte, so sollten sie sich wo anders beschweren, doch nicht bei ihm. Was schenkt« denn Gott seiner Mutter das Leid, Jahr um Jahr in der Sticklust der zer- faljemn Hütte zo Keaujort au der Jfäre neue Vachers zu werfen? O, wie heckte« feine Geschwister gehaßt, die ihm da» bißchen Atem stahten. damals, als sie sich drängten in der muffigen Kammer, kriechend, kletternd, kreischend. Er hätte sie würgen können, das Rudel! Und war es denn Lüge, daß ihn, den dreizehnjährigen Bengel, mtf der Dorfgass««in tollwütig« Hund anfiel und biß? Blöde hatte er dagesessen, monatelang, ein Tier, dos fraß und soff, doch nicht mehr zu denken vermochte. Sollte man diese Töl« von einem KSt« hinrichten, ab« nicht ihn! Josef Vacher erhob sich, rannte auf und ab und grübelte«med«, bw niedrige Stirn zu breiten Wulften gefaltet. 0, er war ja so gut! Er sehnte sich so nach Lieb« und Neigung. Er schrie nach d« Braut, er Irrte nach Freunden all sein« Tage! Damals, als« au« den Hütten der Jsere geflohen war in die Still« des Klost«» Saint-genIs-Lewas. war« wieder von dannen geeilt. nur well die Brüd« ihm tot erschienen, weil« zu freundlichen, liebenden Menschen wollte. Denis« Latour, die Perle von Bamnes-les-Dame», er hatte sie ehrlich geliebt. Cr war zu ihr gegangen, wie st« am Brunnen stand, « hatte sie angesehen, die drallen Hüften, den fleischigen Hals, die blühenden Lippen, und er hatte gefragt:„Keimst du mich noch, Denis«?" Sie schüttelt« nur den Kopf. Er mar ihr n«chge gangen Tag und Nacht, er hatte gefleht und gedroht, sie sagte ihm nein und lachte dazu. Und dann kam die Stund«. Denis« mit einem Burschen aus d« Nachbarschaft und er, Josef Vach«, sah sich auf der Gasse. Er muß sie sprechen, und Wied« bittet, beschwört er. Doch sie schilt ihn Trottel und Fant. Da packt es ihn. Er schießt, sieht zum ersten Male Blut, das er vergoß, und ist seit dem Augenblick Joses vacher, der heute im K«k« sitzt. D« Gefangene stöhnt ganz au» d« Tiefe.„Denise hat Schuld, Denis« hat Schuld?" Er hatte sich sa zusammengerissen? Al»« Soldat war. lobten ihn sein« vorgesetzten und machten ihn zum Sergeanten, denn mili- tärisch war er ein Kerl. Aber seine Kameraden haßten Ihn, sürch- teien ihn. Er hatte keinem ein Leid getan, doch d« neben ihm schlief, hatte sein Bajonett unter der Bettdecke, nur, weil« Angst hatte vor Josef Vach«. Und sie«zählten sich, daß er im Schlaf wild« Reden führ« von Btut und Mord. Kein Mensch mochte ihn. Selbst wenn er zur Dirne ging und ihr seine vom kargen Solde«» sparten Groschen in den Schoß warf, mertte er, daß er ihr scheußlich war. Und immer mehr»«kroch sich Josef vacher m Aery« und Einsamkeit. Warum sprach man mit ihm nicht so wie mit ollen den and««,? War« denn schlecht« als sie? Er trank nicht, spielte nicht, ab« war er denn deshalb«in Lump? Eine» Tages war Schluß. Wied« hatte es Strest«eien gegeben, er hatte zustechen wollen. Da packten sie ihn und steckten ihn in Arrest und dann in die Anstalt. Er sollte verrückt sein! Nein, er war nicht verrückt, aber ein geschlagenes Tier war er,«in Hund, den man trat fett dem Tag« der Geburt und der dadurch, nur dadurch in Krankheit»«fallen war. Jetzt, in der greulichen Woche, da man in Lchon üb« sein« Mordtaten beriet, hatte der einzige Arzt, der für khn war. e« gesagt:«M-eine Herren, wenn Sie Krankheiten durchs Fallbeil heilen wollen, dam, sogen Sie es gleich, dann schließe ich wem Referat." Da» vergaß Josef Bach« nicht. Ab« da» gerade wollten die feisten Richt« Lyons. Sie«erachteten die Genechtlgkett. Kranke sollten durchs Fallbett genesen. Damals, in Besan?«,. hotte» sie ihn heravsgewoefe» ans der Maisvn de Santä. hatten gesagt, er(ei gesund, und setzten ihn auf die Straße. Ja,«nd dann, und dann... Joses Vach« ging hostig«,.. dann begannen die Jahre der Greuel... Auch da» waren Worte des Staatsanwaltes. JXt Jahre der Greuel, die Jahr« d« Greuel, die Jahr« d« Greuel.. Unaufhörlich flüsterte Josef Lach« die vi« Worte. imm« rasch« durchmaß er den Raum. Und ans einmal, ganz jäh wetteten sich sein« Augen. Seine Brust hob sich in wilden Stürzen. vor sein« Lippen trat Schaum, seine Nüstern quollen auf wie die eines Hengstes, d« im Ansprung ist. Finger und Hände krampften zu» jammen, fein»auch vibrierte, und seine Beine schlenkerten, um Plötz- licft nur für einen Augenblick, sich zur Straffheit zu recken, breit und ganz wie«starrt, und dann vorwärts zu stürme» gegen das Gitterfenster, da» kleine, schmale, über Mannsmaß erhöht«. Seine Fäuste umkrampften es. fein Leib schwang sich empor, sein« Lippen umrastm die kalten Stäbe, und er hing wie bewegungslos. Dann sockte« nieder, stand für Sekunden geduckt, um. ganz entmenscht im Gesicht, mit d« rechten Hand sich ins Maul zu fahren und feine Zähne in sie zu stoßen. Grimmig« stets, vis da» Blut floß. Und trank voll Wollust, duckt« sich jäh imd sank auf die Pritsche-., ... Das war sein Abschied vom Leben. Und darauf lag«. in wifoen Träumen, die letzte Nacht. Durchwste den fvrchtbarm Zu- stand, d« zwischen Ganzschlof und Wachen steht. Wieder war« im Bett der Kasxrne und schrie sein:„Blut. Blut. Blut! Sie wisse» all« nicht, wozu ich imstande bin. Ich Verde sie umbringen!" Wieder sah « die alte Frau Lenoir, wie sie die Knie bog und ihn um Gnade bat: er ab« stoch,« aber schlug, er aber schnitt. Wieder umarmte «r die abgeschnittenen Brüst« her Antoinette Blanche, mied« küßt« « heiß den zerhackten Lockenkopf Franc«»', de« Hirtenknaben. Und alles wogte in ihm. Morgens um 4 Uhr stöberten sie ihn auf. Er sollte zum Richtplatz und wehrte sich fürchterlich. Fortwährend schrie«r:„Ich will mein Recht, ich will mein Recht!" Und straffte dt» Muskeln. Er entwand sich ihnen, sie griffen ihn wieder. Es war ein entsetzliches Schaustück. Der Staaisamvast lo», der Pfaffe brabbelte etwa«, Josef»er- nahm nichts. Plötzlich aber, drei Schritte von» Beil,«starrte er. Und sprach mir sieben Worte:„Dir Welt fit ein Pack von Verbrechern!" Und ging, ganz ruhig, ganz selbstbewußt.... Sein Kopf war gefallen. . Und wirklich schienen die Männer, die langsam he» Richtplatz verließen, ernsthaft zp glauben, die Mord« Josef Bacher» feien end. lich gesühnt. Die Lang« genug hat es«, diesem Sommer gedauert, bch sich die Hitze emgestellt hat, die wir von der sommerlichen Jahreszett nicht zu trennen vermögen, obwohl nun, nachdem e» endlich heiß geworden ist, schon wied« alle Welt über.chiese unerträglich» Hitze" stöhnt. Diese nie Zufriedenen dürfen zu ihrer Entschuldigung anführen, daß sie an solche Temperaturen nicht mehr gewöhnt seien: e» ist in der Tot, von einigen eng« begrenzten Landstrichen und von einzelnen sehr warmen Tagen abgesehen, seit drei Jahren in Mitteleuropa nicht mehr so warm gewesen wie in diesen Julitogen. Aber von abnormen Temperaturverhältnissen kann deshalb doch zunächst jedenfalls noch keine Rede sein. Höchsttemperaturen pon 33 bis 35 Grad Eelstus, wie wir sie bisher gehabt haben, kommen bei uns in jedem richtigen Somm« vor und find durchaus nichts Ungewöhn- liches. Es sind die sogenannten Tropentag« unseres Klimas, deren unt«e Grenz« bei 30 Grad Celsius liegt, wie man als Sommertage diefeuigen Tag« bezeichnet, an denen das Quecksilber mindesten» 35 Grad Wärm««rrelcht. Selbst dies« sind im Frühjahr und Avr- somm« 1928 recht dünn gesät gewesen: neben der großen B«änder- lichtest und d« oft wochenlang anhatteichen empfindlichen Kühl« im ersten Teil der diesjährigen warmen Jahreszeit war es ja besonders d« Mangel an wirklich warmen Tagen, der uns bis vor kurzem üb« unseren Sommer so viel hat klagen lassen- Obwohl man, streng genommen, auf mitteleuropäische Verhält- niste den au» Amerika stammenden Begriff d« Hitzewell« nicht an- wenden kann, so rechtfertigt sich diese Bezeichnung doch insofern, als es sich zurzeit um einen machtvollen Vorstoß der warmen Aequa- torialfront noch Mittel- und Nordeuropa handelt. Er beruht auf den Pulsattonen de» Azorenmoximums, dieses ständigen mittelatlanti- schen Hochdruckgebiets, dem dadurch d«r Weg nach Nordosten, auf den europäischen Kontinent, freigegeben worden ist, daß die nördlich von ihm aus thermischen Ursachen entstehenden Zyklonen seit kurzem eine nördlicher« Bahn als zuvor«Inschlagen und von dem atmo- sphärischen Aktionszentrum bei Island nicht mehr ostwärts nach Skandinavien und Finnland, sondern in einer nordostwärt,»er- laufenden Bahn Richtung auf Spitzbergen nehmen. Infolgedessen gelangen die Einbrüche polarer Kaltlust auf der Rückseite d« Zyklonen, die bis vor kurzem für die ewig wechselvolle Witterung bei un» maßgebend waren, nicht mehr auf dos west- und mitteleuropäische Festland: dt« von der Kaltluft in Wechselwirkung mit d« warmen Aequatoriallust erzeugten Randwirbel verlaufen vielmehr in wesentlich höheren Bretten und dadurch ist nun auch-n Skandi- navien endlich sommerliche Wärme eingekehrt. Angesscht» der Be- harrungstendenz ein« einmal zum Durchbruch gelangten Weit«- lag« spricht manches dafür, daß die Hochsommerhitze sich nun für einige Zelt erhält, und daß die nunmehr erfolgte Stabttisierung der Wetterlag« von Dauer ist. Damit wäre die Mögllchkett zu noch wetterem Ausstieg der Temperaturen gegeben. Er hängt davon ab. daß sich der hohe Luft- druck, d« zurzeit Mitteleuropa bedeckt, noch weiter nach Osten und Nordosten verlagert und üb« den großen osteuropäischen Kontlnen» talmassen stationär wird. Verläuft dabei die Zugstroße der atlanti, schen Zyklonen auch weiter durch den Raum von Island nach Spitz- bergen, so entsteht eine anhaltende heiße Südostströmung, die im Verein mit der Sonneneinstrahlung die Temperaturen besonders stark steigert. Erst dann pflegt es also bei uns zu abnorm warmen Tagen zu kommen, und beim Zusammentreffen von für die Erhitzung besonder» günstige» Umständen kann das Quecksilber Rekord werte Beilage des Vorwärts phoiographierie Zirptöne. Beobachtungen aus dem Leben der Grillen. Mit Hilfe eines eigenartigen Versuchs hat ein Forsch«, Prof. Regel, vor einig« Zeit eine bedeutsame Feststellung gemacht. Es war zwar anzunehmen, aber keineswegs erwiesen, daß Grillen auch «inen verläßlich funktionierenden Gehörsinn besitzen, da die An- lockung d« Geschlecht« ebenso gut auch durch den Geruchssinn ver- mittels werden könnte. Um vies« Frage zu klären, wurden nun die Zlrplaut« eines Grillenmännchens durch«inen Fernsprechapparat einem in einem entfernten Raum befindlichen Weibchen zugeleitet. Sobald die Tön« hörbar waren, ließ die Grille sofort das Futter, an dem sie gerade aesressen hatte, im Stich, lief auf den Apparat zu, au» dem die Töne kamen und blieb endlich zwei Zentimeter weit vor dem Schalltrichter stehen, richtete die Fühler aus ihn und kroch dann, als sich kein Männchen zeigte, wie suchend um das Telephon herum. Da» Jnt«esse erlosch sogleich, als das Zirpen aufhörte, erwachte aber sofort wieder, wenn das Telephon die Laute wieder hören lieh. Man kann demnach wohl mit Sicherheit annehmen, daß die Grille recht gut hört. Der Sitz de» Hörsinns befindet sich wahr- scheinlich an den Fühlern und den Unterschenkeln der Vorderbeine. Wenn man das Gezirp einer Grill« in einem schwachtönenden Telephon ausfängt und die Lautstärke gleichzeitig photographtert, wie e» im Verlauf eingehender Untersuchungen auch geschehen ist, klingen die Töne keineswegs so gleichförmig, wie sie das menschliche Ohr in der Natur hört. E» lassen sich vielmehr ganz perschieden klingende Zirplaut« unterscheiden, Laute, die, stärker und schwächer hervorgebracht, vielleicht auch einer gewissen Bedeutung entsprechend, vermutlich mit Absicht verändert««den. Die Tonhöhe der Zirp- laut« dürft« ihrer Schwingungszahl nach ungefähr der des fünf- gestrichenen C gleichkomme». Das Grillenzirpen ist, wie bekannt. eine rein instrumentale Betätigung: denn das Zustandekommen der Zirptöne erfolgt nicht im Sinne einer Lokolnmstk durch die Atmung»» organe, sondern durch das Aneinavderreiben der beiden Vorderslügel, von denen der ein« eine quergerillte und der andere ein« glatt- kantige Leiste besitzt, also in ähnlicher Weise wie der Geigenbogen über die Saiten tächrt. Dos Hin- und Herreiben geht so schnell vor sich, daß sich ine beiden Flügel innerhalb einer Sekunde durchschnitt- lich sechzehnmal gegeneinander bewegen, doch wird die Geichwindig- keit des Zirpens von der gerade herrschenden Lusttvärm« insofern de- einsluht, als Temperaturerhöhung ein« starke Vermehrung der Zahl der Zirptöne bedingt. Der Einfluß der Wärm« aus da» Grillen- gezirp geht sogar so west, daß der amerikanische Forscher Holmes nur durch genaue Sekundcnzählung der Zirplaute die Temperatur feststellen konnte. Hierbei spielen allerdings Vorgänge mit, deren Einzelheiten völlig unbekannt sind. Wenig bekannt ist ferner, daß die(Unsen Larven der Feldgrillen, wenn sie ongegriffen werden, zur Verteidigung aus kleinen on der Brust sitzenden und leicht platzenden Bläschen Biitt van sich spritzen: vermutlich sind im Blut dieser Jung- larven Giftstoff« enthalten, die den Gegner in irgendeiner Weil« schädigen. Später geht diese Fähigkeit aber wieder verloren, ja, sie wird schon bei alleren Larven nicht mehr beobachtet. wmmmmmmmemmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmm europäische Hitzewelle. So« Moritz toeb. erreichen. Ungewöhnlich heiß« Tag« kämme» auch«MT, wenn d« höchste Lustdruck im Südosten Europa» liegt und wenn von der europäischen Westküst« Druckfall auf das Festtand gelangt. Eine derartige Druckverteilung bezeichnet aber fast stets einen rasch vor» 'übergehenden Uebergangszustand: sie ist es. die uns in sonst wenig freundlichen und vor ollem sehr veränderlichen Witterungsperioden die vereinzelten schönen Tag« mit beinahe sprunghaft erfolgender Erwärmung aber auch ebenso rasch« Wiederabkühlung durch! Gewitter bringt, die gewöhnlich schon im Laufe des Nachmittags den Witte- rungsumfchwung einleiten. Diese starke Erhitzung wird also wegen ihrer raschen Vergänglichkeit weniger wirksam als die langsamer vor sich gehende Erwärmung bei östlicher Luftzufuhr, die aber den Vorzug der längeren Dauer sür sich hat. Ihr war beispielsweise hie wochenlang anhaltende große Hitze des Hochsomm«s von 1911 zu- zuschreiben, während der hohe Lustdruck während der ganzen Dauer der Hundstage über Finnland und Nordrußland verlagert war. In dem noch heißeren Sommer 1921 war zwar das kontinental« Hoch- druckgebiet Über dem Osten des ErdtÄls nicht so stabil, er ergänzte sich aber immer von neuem durch das Vordringen des Azoren- Maximum« nach Europa. Sommer vom Typus des heißen Jahres 1911 pflegen sich stet? durch Dürre unliebsam auszuzeichnen, wenn auch in Sommern wie in dem von 1921 d« Mangel an Nied«- schlagen meist sehr empfindlich wird. Wie heiß kann es denn min überhaupt bei yns zu Lande weichen? Es herrschen darüber vielfach ziemlich unklare Vorstellungen. die wohl»«ist aus laienhaften Ablesungen von Thermometern de- ruhen, die gegen die Sonnenstrahlung gar nicht oder unzureichend geschützt sind. Die essektivcn höchsten Schattentemperaturen— und nur diese haben einen Vergleich»«, ert— liegen in Mitteleuropa b«i 4V C. 2fl*r dieser Rekordwert ist mir in gang vereinzelten Fällen und nur an wenigen Orten beobachtet worden. Zuletzt hat Straß- bürg i. E. 49" Wärm««reicht; es war am Z- August 1921, einem der heißesten Tage des 20. Jahrhunderts. Am 23. Juli 1911 hatten es auch Chemnitz und Jena apf 49" E gebracht: am 18. August 1892 mar in Amlberg da» QuecksWer bis fast auf 49° Wärme gestiegen. Der am gleichen Tag« in Bad Reichenhall beobachtete Wert von 49?4° C gilt in bezug auf die nötig« Exaktheit der Messung nicht als un» bedingt verbürgt. Auch 39» C, die am 38. Juli 1921 in Karlsruhe und Würzfcurg registriert wurden, sind in Mitteleuropa schon ein« außer- ordentlich« Seltenheit, wie überhaupt Temperaturen pon 37° und mehr in uns««n Breit«, höchst selten« Hitzeextrem« darstellen. In Berlin beispielsweise ist seit dem Deginn des lg. Jahrhunderts das Thermometer nur einmal, am 29. Juli 1835, auf 37° C gestiegen. Während de, ganzen 18. Jahrhundert», wurde hier nur einmal, am 4. Juli 1781, ein Temperaturwert von 37�° erreicht, lieber dos 18. Jahrhundert gehen aber die meteorologischen Aufzeichnungen nirgend» hinaus; lediglich in Part» sind solche aus den letzten Iahren des V. Jahrhunderts erhallen. Torlcellt hat ja auch erst im Jcchvo 1848 das Barometer erfunden. Die naheliegende Frage, ob die gegenwärtige Hitzeperiode den Beginn eines heißen und trockenen Hochsommers darstellt, läßt sich im Augenblick noch keineswegs beantworten. Die Wahrscheinlichkeit spricht nicht dafür, und selbst wenn e» noch 8 bis 14 Tage so heiß bleiben sollt«, könnt« man nach dem viel zu kühlen Juni und an. gesscht» des noch ausstehenden dritten Sommermonats August, über dessen verlauf wir noch nichts wissen, noch nicht von einem heißen Hamm« sprechen. Der©onntflfl abend brachte eis Uebertragunc, von den Kammermusikveranstaltungen in Baden-Baden Kammeropern. Die Werke, sämtlich Uraufführungen, können ihrer musikalischen Be- deutung nach nicht auf Grund einer Funkübertragung beurteilt werden. Am besten freilich hätte man auf diese Uebertragung ganz verzichtet. Die Werkchen blieben textli chvöllig unverständlich. Ge- legentlicbe atmosphärische Störungen beeinträchtigten auch den musikalischen Empfang. In jeder Hinsicht erfreulich war dagegen die nächtliche Tanzmusik des Jazz-Orchcsters von Sams Wooding, die mit prachtvollem Schwung und Rhythmus aus- geführt wurde. Gustav Hochstetter plauderte über das feit lehren durch sämtliche Blätter Berlins totgepeitschte Dhenia:„Was oerlangen wir für zehn Pfennige" uniständlich und ernsthaft. Am Montag gab Dr. Wolf Zucker einen Bortrag und Lese- proben unter dem Titel„Detektiogeschichten". Er zeichnete die Kurve der literarischen Produktion auf diesem Gebiet. Durch Edgar Allan Poe wurde ste aus einem recht hcchen Niveau begonnen. Verne Detet- tive arbeiteten ohne besondere Maschinerie, ohne verwegenes Sport- lertum, nur mit ihrem kombinierenden Derstand. Dann schuf Conan Doyle die Gestalt des Sherlock Holmes, des„Meisterdetektios" mit ausgeprägter persönlicher Erscheinung, hervorragenden körperlichen Fähigkeiten und einem im Grunde sehr schenm tischen Denken. Der Detektivroman sank noch tiefer durch Erzeugnisse der Conan-Doyie- Nachahmer. Erst in letzter Zeit haben wir wieder Detektwromane von Niveau erhalten, die geiswolle Verstandestätigkeit und schllo- sophisches Denken in einem kultivierten Stil verherrlichen. Der Bor- tragende nannte als Verfasser neben Chesterton— von dem er auch eine Leseprobe brachte— Frank Heller, vergaß leider Sven Eldeswd, dessen amüsanter Roman von dem„Mann, der die Stadt stehlen wollte", als glänzende Gannergeschichten, den Verfasser in che Reihen der guten Kriminalautoren stellt.— Dr. Arnold Hahn versucht« geiswoll, ein Bild von den Menschen der Zukucht zu zeichnen, der nicht nur die Welt nach seinem Bilde umformt, sondern der zuerst sein Bild so zu schassen weiß, daß ein umformen danach den Kräfte- auswand lohnt.—.Massische und virtuose Meister" hört« man am Abend, gespielt von Maurits van den Berg(Violine), E w e l S t e g m a n n(Cello), Johannes Strauß(Klavier). Es war ein wohlgelungenes, dankenswertes Konzert. Tes. Vorträge, Vereine und Versammlungen� Reichsbanner«Schwarz-Rot-Gold". Sefchistsstelle: Berlin E. 1t, Eebastianstr. 57/38, Hof l TN» Friedrichohoia! Kameradschaft Stralau Di„ d. 17., 20 Uhr. Tene sammlung bei Werwlla, Hohenlohcstr. 3.— Prenzlauer Berg, Vcrtamnlungen am Do., d. 19., 20 Uhr: Kameradschaft Robert Blum bei Klug» Danziger Str. 71. Kameradschaft Arnowaldcr Plah im Werneuchener Schloß. .....~-----— r-—"o Kameradschai» ___________________ W>... wser, ZÜederschSneweid«, Berliner Straße.— R«utöllu»Br>ß: 3. Kameradschaft Mi., d. 18., 20 Uhr, Zusammenkunft der Franlfurt-Fahrcr bei SchrSder, Stci», «etzstr. 52, Belli»««ch-bert-SH-r, Mitglied des DAS. Ucl'ung-siunden: Dienstags flir Mänaerchor, Donnerstags Semischter Chor von 20—22 Uhr in der Aula der Werner-Sirmens-Realschale, Badstr. 22. Sangesfreunde herzlich will» kommen. Reichs»»»» der Kriegsbefchödigica. Kriegsteiloehmer und ltricgcrhiutcr, blieb«»«». Ortsgruppe Charlottenburg: Sprechfwnden�leben Donnerstag Reftaie« Kriege rhinterdliebenen." Referentin DSrinz, 2. Borsißende des«douvorstaudes. — Ortsgruppe Rorde» 1t: Mittwoch, 18. Juli, 20 Uhr, Casiiio-ffestsiile, Pappel. alle« 15, Mitgliederversammlung. Referent Kamerad Max«albaum. Thema; .Siftgaskrieg— Kindermord." Am 12. Juli starb nach langer\ Krantheit unser alter Genosse KoberMt Goldbach Seit dem Eoziatistengeseß zur l Partei gehörend, hat er als Mitglied und auch ai« Funktionär feine ihm gestellten Ausgaben mit großem Pflichtbewußlscin fiir die Partei er- fiillr Wir verlieren ,n dem Toten! einen braoen Kämpfer. Cin bleibendes I Andenken bewahren ihm deshalb alle Genossinnen und Genossen der\ 18. Abteilung. Staats-Oper | unter d. Linden 25. Anlast erste V«ch«>Ilil>z nadi den Ferien SläSisdis Oper Bismarcks tr. FerioDüaüier SSSJliflSSOfl! Für die vielen Beweise herzlicher s Teilnahme, die uns beimTode unsere» lieben Entschlafenen, des Reisenden Lsrl Msim Behrend I zuteil wurden, sagen wir allen, die ihm das letzte Geleit gaben, herzlichen Dane. Insbesondere danken wir dem Reichstagsabgeordneten Herrn Franz ! Künltler für die lieben Worte des | Abschieds. Berlin NW2I. den 18. Juli 1928. Bremer Straße 12, l. Trau Slugufle Lehrend. gb. Henfchle, und Kknder Staats-Oper Am P!.d. Republ. 25. AuHnst erste Vorstellun; nzdi den Ferien StutL Sdunspielb.{ kn limchnieiNoti ferienlialiier !23Si!ll0KS3! üaatUdilllor-üioater.tiiarlttig. FeriooliaüiorgEsöiiössoD! MeiNetaMIMniaDd Vekciebsröke g*tunfl! Die Betriebsräte- Zeitschrift Rr. 1t Ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der Legitimalionskarte des Bctricbsrats-Ob> Mannes in unserem Bureau, Zimmer 5, oder nach t Uhr im Zimmer 4. entgegengenommen werden. fidtfang! MlLUevSlM ftditonii Die tSccfrauensaklnBccfonfecenj der Schwarzblechbramh« findet in diesem Monat nicht statt. Vi« Ortonernsaltnap. Kaaea Sic nur KapffänKaolaliak die Qualitätsmarke 15 Pf. Kapltäii-Kopeiibagener�'; In den meisten aeschäften erhältlich. Volksbühne netter in BSIowiiliti «>/. Uhr Orpheus In der Interweit Flu an Sdiiffbinirdanir S1/. Uhr Der Kuhhandel Ketchshaliien«Vneaier Gastspiel der Dresdner � Viktoria- Sängar mit ihrem für Berlin ; völlig neuen Programm! Aul. 8 Ilde. 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Rothenburg(Lausttz), den 14. Juli 1928. Der vorsiheudc des tlreisausschussev Merz, Landrot.___ Die Stelle der KreWrsorgerin ist bewi Kreiswohisahrtsault des Kreises Rothenburg(Lausig) zum 1. Oktober d I. zu besetzen. Anstellung erfolgt nach sechsmonattger Probezeit auf Privatdicustoertrag. Be- ioidung nach Gruppe VII de» Angestellten- tariss, Ortsliasse C, daneben Reise» pauschale, die vom Kreisausschutz besonder» lestoesetzt wird. Bewerberinnen müssen die staatllche An» crkennung ai» Wohilahrtspflegerin m dem Haupt lach.Sesundheitslürsorge- besitzen und in allen Zweigen der kommunaieit Wohlfahrtspflege erfaheen fein. Gesuche sind unter Beisügung eine« au». iübrlicdeu Ledenstau'e».»ine, Lichtbildes und beglaubigter z-ngnisadschr!ften bis zum l5. Augult d. I. an den.Kreis» nuslckutz— Kreiswohlsahrlsamt— i« richten. Rothenburg(Laufitz), de» It. Juli 1928: