Morgenausgabe Rr. 337 A 172 45.Jahrgang hentlich 85 Big, monatlich 3,00 232. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 R. einschl Bestellgelb, Auslandsabonne ment 6,-M. pro Monat. B * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen ( timme". Technit", Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts. him bunda Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 19. Juli 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipattige Ronpareillegeile 80 Pfennig. Reklamezeile 5.- Rechs mart Kleine Anzeigen" das fettg orudte Bort 25 Pfennig( zuläffig zwei fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Bfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenftraße 3, wochentagl. von 8/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m.b. H. Chamberlain für Räumung. England ist zur wohlwollenden Erwägung etwaiger Vorschläge bereit. London, 18. Juli. Frage zu beantworten. Ich glaube nicht, daß ich zurzeit mit Im Unterhaus stellte heute das Mitglied der Arbeiterpartei irgendwelchem Nußen eine Initiative ergreifen fann. Bellock die Frage, ob die britische Regierung das vor kurzem Der Abgeordnete Wedgwood fragte, ob die Regierung bei Er: gestellte Ersuchen des deutschen Reichstanzlers bewägung dieser Angelegenheit auch an die Mehrkosten denke, die züglich der Rheinlandräumung erwogen habe, und ob sie bereit sei, in wohlwollender Erwägung dieses Ersuchens zu handeln. Chamberlain erwiderte, der deutsche Reichskanzler habe in seiner Reichstagsrede teine ausdrückliche Forderung bezüglich der Räumung des Rheinlandes gestellt, sondern lediglich der An= ficht Ausdrüd verliehen, daß das besetzte Rheinland in Anbetracht der bestehenden Berhältnisse noch vor Ablauf des durch den Vertrag von Versailles festgesetzten Zeitpunktes geräumt werden follte. Die brifische Regierung stehe diefer Anficht wohlwollend gegenüber, aber eine vorzeitige Räumung des Rheinlandes könne, wie er bereits früher auseinandergefeßt habe, nur auf Grund einer besonderen Bereinbarung zwischen den Besagungsmächten und Deutschland erfolgen, bei der neben den Besatzungsmächten auch andere Mächte befragt werden müßten. Die britische Regierung sei jedenfalls bereit, etwaige Vorschläge, die von einer an dieser Frage stärker interessierten Seite ausgingen, in wohlwollende Erwägung zu ziehen. Wellod stellte sodann die weitere Frage, ob Chamberlain irgend welche Initiative ergriffen habe in Anbetracht des Umftandes, baß Deutschland während der letzten drei Jahre sich mit zunehmender Entschiedenheit von allen militärischen Tendenzen abgewandt und fogar im vergangenen Jahre Borschläge für ein Rüstungs programm abgelehnt habe, zu dessen Durchführung es auf Grund der Friedensverträge berechtigt gewesen wäre. Chamberlain erwiderte: Es fezt mich stets in Berlegen heit, wenn ich Fragen beantworten foll, die von so vielerlei Bor auslegungen ausgehen. Ich beschränke mich darauf, den Rern der mi dril nadondi diu das Verbleiben der britischen Truppen im Rheinland verursache, und ob die Regierung mitteilen könne, auf wieviel sich diese Mehr feften beliefen. Chamberlain erwiderte, diese Mehrkosten seien nicht der Rede wert.(!) Wedgwood stellte die weitere Frage: Ist es nicht eine Tatsache, daß die Kosten der britischen Besatzung im Rheinland von der Entschädigungssumme abgezogen werden, die wir von Deutsch land zu erhalten haben? Chamberlain antwortete: Die Koften unserer Besatzung im Rheinland bilden einen Bosten, der vor den Reparationen bezahlt wird. Jedoch steht unser Anteil an den Reparationen in feinem direkten Verhältnis zu dem Anteil an der Summe, die Deutschland für die Aufrechterhaltung der Besatzung im Rheinland zu bezahlen hat. Wedgwood warf ein: Wir erhalten also meniger an Reparationen. Chamberlain antwortete: Und mehr an Besagungskosten.(!) Der Abgeordnete Kirkwood stellte die Frage: Ist der Staats: sekretär des Aeußern bereit, endlich die Rolle des Starten le bes zu übernehmen, der sich seiner Stärte bewußt ist und es sich leisten tann, ebelmütig zu sein? Ist es nicht für uns an der Zeit, der Welt unseren Friedenswillen zu beweisen, indem wir alle unsere Truppen vom Rhein zurüdziehen? Chamberlain antwortete: Ich habe bereits gesagt, daß ich es zurzeit nicht für zwed mäßig erachte, eine Initiative zu ergreifen. Die Zurückziehung der britischen Truppen alle in würde die Frage der Rheinlandräumung weder lösen noch sie einer Lösung näherbringen. Merifo in Trauer und Erregung. Calles dürfte Präsident bleiben.- Der Täter schweigt. L- tz. Megito City, 18. Juli.( Eigenbericht.) Heute erfolgte die Ueberführung der im National palast aufgebahrten Leiche Obregons nach dessen Geburts stadt Sonora. Der 22jährige Mörder verweigert trok Calles nach wie vor jede Auskunft. Der Polizeigeneral Crouz und andere Polizeihilfsbeamte wurden auf Anordnung des Präsidenten Calles abgesetzt. Der Be lagerungszustand ist über ganz Megiko verhängt worden. Die Empörung und die tiefe Trauer ist allge mein. Die Lage ist augenblicklich völlig unsicher. Die Ruhe wurde aber bisher im Lande nirgends gestört. Die Führer der Obregon- Partei werden in einer Nachtsihung die Anerkennung Calles' als Hauptführer beschließen. Eine außerordentliche Parlamentssitung ist einberufen worden, da auf Grund der mexikanischen Ver faffung das Parlament berechtigt ist, falls der neugewählte Präsident stirbt, seinen Nachfolger selbst zu Abschiedsnotiz an deffen Familienangehörigen folgenden Wortlauts gefunden:„ Ich weiß, daß ich zur Ausführung meines Grundfakes sterben werde und ich entbiefe Euch Lebewohl!" Diese Notiz ist ein Beweis dafür, daß die Mordtat vorbereitet war. steht der Name Tepete, des Führers der Obregon- Fraktion im kongreß. Außerdem war der Name Robinson verzeichnet, der mit der Tochter des Präsidenten Calles verheiratet ist. Man vermutet, daß die beiden Persönlichkeiten ebenfalls ermordet werden follten. Mar Hölz entlassen. Beschluß des Reichsgerichts. Gestern abend aus • Gonnenburg abgereift. Bostscheckkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstr. 3 China im Ring der Mächte. Japans Machtkampf um die Mandschurei. Bon Elias Hurwicz. Die Einheit Chinas unter der Nankingregierung, der Imperialismus Japans und die Haltung der übrigen Mächte, bildet zurzeit im Fernen Osten ein einziges, ineinanderverschlungenes Knäuel politischer Fragen. Im Vordergrund steht dabei das Verhältnis Japans und Chinas: schon beswegen, weil Japan zurzeit die aktivste aller an China interessierten Mächte ist und von China als der Hauptfeind angesehen wird. In welcher Sonderlage sich Japan befindet, dafür gilt noch heute das Zeugnis eines japanischen Autors, der zurzeit der Washingtoner Konferenz schrieb: Wenn die Sozialisten Europas und Amerikas ihre Treue für den Internationalismus beschwören, denken sie nur an Europa und Amerika, vergessen aber, daß es jenseits des Ozeans von Millionen von Menschen wimmelt, die ein weiteres Tätigkeitsfeld ersehnen. Wenn die Bertreter europäischer und amerikanischer Gewerkschaften von der Brüderlichkeit der Arbeiter sprechen, denten sie nur an ihre Rasse. Sie beschweren sich darüber, daß die japanischen Arbeiter sich mit geringem Lohn begnügen, und übersehen, daß, wenn die ungeheuren Massen Englands und Ameritas auf einem so fleinen Archipel eingeschlossen wären, wie Japan es ist, ihr Arbeitslohn faum den heutigen Stand erreicht haben würde. Wenn die Pazifisten Europas und Amerikas den Weltfrieden predigen, denken sie anscheinend an die Aufrechterhaltung des status quo im Verhältnis von Osten und Westen, indem sie dem legteren nicht nur erlauben, fich neue Länder in allen Weltteilen anzueignen, sondern aus diesen Ländern auch alle Angehörigen der farbigen Rassen zu verdrängen, deren Heimatländer nur bie dürftigste Nahrung herzugeben vermögen." Der europäische Sozialismus weiß sich insofern von jener Antlage frei, als er die Methode des westeuropäischen Imperialismus in Asien auf das entschiedenste perwirft. Damit verliert aber das japanisch- chinesische Problem nichts von seiner Kompliziertheit. Gerade vom Standpunkt des historischen Materialismus muß zugegeben werden, daß einer der tiefsten Gründe der japanischen Expansion in Asien die heimatliche Uebervölkerung, die Schließung der Bereinigten Staaten und der Dominions des Britischen Weltreichs für die japanische Einwanderung, die jährliche Zunahme der japanischen Bevölkerung fast um eine Million Menschen und die naturgegebene Begrenzung der landwirtschaftlichen Möglichkeiten der Inseln ist. Unter diesen Umständen mußte es so fommen, wie der frühere Gefandte Italiens in Pefing, Sforza, es ausdrückte, daß die japanische Ueberpölferung einem chinesischen Problem wurde. zu Mit dieser Kennzeichnung des japanischen Problems wird aber dem japanischen Imperialismus und seinen Methoden feineswegs das Wort geredet. Japans Machtpolitik hat sich hinlänglich in der Aneignung Koreas, in dem in den berüchtigten, 21 Forderungen an China im Januar 1915, in der Ueberredung Chinas zur Kriegserklärung an Deutschland und der Aneignung Tsingtaus dokumentiert. Aber es muß doch zwischen einem mit militärischen Methoden arbeitenden, aus Machthunger entspringenden Imperialismus und einer wirtschaftlichen Expansion grundsäßlich unterschieden werden, auch dort, wo diese beiden Dinge, wie es gerade bei Japan der Fall ist, oft miteinander zusammenfließen. Diese Unterscheidung wird offenbar auch in Japan selbst gemacht: denn die zur Machtpolitik hinneigende Partei des heutigen Kabinettchefs Ianafa wird von der Minfeito Oppofition abgelehnt, die, selbst vielfach aus Bertretern werftätiger Kreise bewählen. Es ist demnach wahrscheinlich, daß die Wahl auf einem Antrag des Rechtsanwalts Dr. Rosenfeld die sofortige stehend, nur eine friedliche wirtschaftliche Expansion zu Calles fallen wird, der die Präsidentschaft somit be halten wird. Wie sich Calles selbst dazu stellt, ist aller dings bisher nicht bekannt geworden. Wird der Attentäter reden? Während sich der Trauerzug durch die dichten Bolksmaffen be megte, die die Straßen Meritos erfüllten, machte sich die Erregung über das Attentat in gebämpften Rundgebungen des Zornes und der Empörung Luft. Der nationale Arbeiterverband und der Leiter des Wahlfeldzuges für Obregon Aaron Saenz hatten Aufrufe erDer Feriensenat des Reichsgerichts hat am Mittwoch gemäß aftentlassung von Mag Hölz angeordnet. Das eingeleitete Wiederaufnahmeverfahren geht unabhängig hiervon weiter. Mar Hölz hat gestern abend 8 Uhr das Zuchthaus in Sonnenburg verlassen und ist in Begleitung seines Verteidigers Dr. Apfel abgereist. Vor dem Zuchthaus hatten sich zahlreiche Ortseinwohner eingefunden. Irgendwelche politischen Demonstrationen sind nicht vorgekommen. Todesurteil im Hein- Prozeß. laffen, in denen zur Besonnenheit ermahnt und aufgefordert Todesurteil wurde, das Ergebnis der Untersuchung über das Attentat abzuwarten. Es ist auch tatsächlich zu feinen Zwischenfällen gekommen. Der Polizeichef 3ertuche erklärte, der Mörder des Präfibenten beginne den Mund zu öffnen und man fönne weitere Berhaftungen erwarten. Hatte der Attentäter weitere Morde geplant? L- tz. Megito City, 18. Juli.( Eigenbericht.) Die Tat ist nach den bisherigen Feststellungen vorfäßlich ausgeführt worden. In der Tasche des Mörders wurde 3. B. eine Wegen Mordes in zwei Fäl en. Koburg, 18. Juli. Das Gericht verkündete gegen 9 Uhr folgendes Urteil: Der Angeklagte Hein wird wegen Mordes in 2 Fällen zweimal zum Tode und wegen Totschlagsversuch und Mordversuch in je einem Fall zu zusammen 15 Jahren Buchthaus verurteilt. stin isid( Siehe auch 1. Beilage.). billigen vermag. Japan ist gezwungen, entweder Menschen zu exportieren oder Rohstoffe zu importieren. Und gerade die Erfahrungen in der Mandschurei, wo es ihm nach 20 jähriger Vorherrschaft alles in allem gelungen war, inmitten einer Be völkerung von 22 Millionen Chinesen ganze 200 000 Japaner heimisch zu machen, gerade diese Erfahrungen beeinflußt die Entwicklung nach der Richtung hin, daß Japan feine Bevölkerungsfrise zunächst durch die Entwicklung der eigenen Industrie wenigstens teilweise zu lösen versucht. Es vermochte eben gegen die Konkurrenz des chinesischen Arbeiters, der fünfmal billiger arbeitet als der japanische, fowie gegen die unaufhaltsame Bermehrung und Einwanderung der Chinesen in der Mandschurei nicht aufzufommen. Allein im Jahre 1927 wanderte dorthin eine Million Chinesen ein. Aber zur Entwicklung der eigenen Industrie braucht Japan die Rohstoffe, die es aus der Mandschurei bezieht. Hier in der Mandschurei liegt auch das wichtigste Problem der bevorstehenden und unvermeidlichen internationalen Auseinanderlegung in und über China, die ja Durch Japans Erklärung, um jeden Preis den Zugang zur doganonsgioC Mißbrauch mit Leichen. Die Opfer von München und der Dawesplan. SILA Das schwere Eisenbahnunglüd im Münchener Haupt- minister Anlaß gegeben, sich sofort mit dem General. 19 Schwere Anklagen gegen Reichsbahnoberbeamte. Mandschurei, schüßen zu wollen, nun eingeleitet ist. Mie eifersüchtig Japan über seine dortigen Interessen wacht, zeigt seine Ablehnung des Vorschlages des amerikanisch in Staatssekretärs. Knor, der bereits 1910 angeregt hat, die Südmandschurische Bahn zu neutralisieren und diesen Befrieb einem internationalen Syndikat zu übertragen. Sicherlich haben ferner diejenigen recht, die auch in den berühmten 21 Forderungen" Japans an China 1915 nicht mur Japans Streben nach Anerkennung feiner Sonderbahnhof wird von der Rechtspresse benutzt, um einen Feld- direttor der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft intereffen seitens Chinas, sondern namentlich in dem Teil, zug gegen den Dames- Plan zu führen. Bom Bölkischen ins Benehmen zu setzen, um die in Frage kommenden Verhältnisse wo Japan von China die Annahme politischer, militärischer Beobachter" des Herrn Hitler bis zum Bayerischen Kurier". Dollständig au ffären und um über die etwa erund finanzieller japanischer Berater verlangte, darüber hin- dem Organ der Bayerischen Bollspartei, wird die Bes forderlichen Maßnahmen Uebereinstimmung zu erzielen. aus das Anstreben einer Schuhherrschaft Japans hauptung aufgestellt: der Vertrag von Versailles und der Den Hinterbliebenen der bei dem Unfall Getöteten somie den über China erblicken, deren Absicht der Ausschluß Dames- Plan find die Ursache des Münchener Unglüds. Bermundeten hat der Reichsverkehrsminister sein aufrichtigstes Beioller anderen Mächte aus der Betätigung in China war. Die Bayerische Boltspartei hat im bayerischen leib und seine besten Wünsche für Genesung durch seinen Kommissar Allein diese Absicht wurde durch die Washingtoner Kon- Landtag eine Anfrage über das Unglüd eingebracht. In übermitteln laffen. ferenz 1922 vereitelt. Noch mehr: Das von England ver- der Begründung heißt es, die Opfer der Eisenbahnunfälle laffene Japan sah sich gezwungen, den Beschlüssen dieser feien tatsächlich Opfer der Reparationsgier Konferenz sich anzuschließen. In der historisch- politischen der Siegerstaaten. Entwicklung des Fernen Dstens ist die Washingtoner Ronzt die Berm ferenz die logische Folge der Kündigung des anglo- japanischen Bündnisses seitens England( 1921) und dessen Anschlusses an die Bereinigten Staaten. Japan sah sich einer angel sächsischen Einheitsfront gegenüber und mußte nachgeben. Aber in einem überaus wichtigen Punkte habei die Japaner auf der Washingtoner Konferenz gefiegt: im Buntt 4 feines Programms für diese Konferenz sah Hughes die Möglichkeit der Revision aller früheren Abkommen der Mächte mit China in einer besonderen Kommission vor. Diesem Borschlag leisteten die Japaner den hartnäckigsten Widerstand und erreichte es, daß Punkt 4 fallen gelassen wurde. Erst in der vorlegten Sigung verkündete Hughes feierlich, daß Japan und China unter sich über die Räumung Schantungs durch Japan sich geeinigt haben. Aber erst recht ist es klar, daß die Stellung Japans in der Mandschurei, die auf den Friedensvertrag von Portsmouth mit Rußland be= ruht, von der Konferenz nicht berührt wurde. Dadurch aber hat sich die Konferenz, die den Grundjag der territorialen Einheit Chinas und namentlich das Prinzip der offenen Tür" für alle Mächte in China verkündete, von Bornherein in einen inneren Widerspruch verwickelt. Hier liegt auch der Grund jener auffälligen Haltung der Mächte, nor allem der angelsächsischen Mächte, Japan gegen über, die die heutige Lage im Fernen Often fennzeichnet. Die Vereinigten Staaten haben Japan bei Beginn der Befegung Schantungs auf deren Unvereinbarkeit mit den Beschlüssen der Washingtoner Konferenz aufmerksam gemacht. Das ist alles. England verhält sich vollkommen passiv, viel leicht in der stillen Hoffnung, allmählich in die Stelle des einzurücken. Allein nicht nur darin besteht der Grund der gegenwärtigen Haltung der in China ausschlaggebenden auswärtigen Mächte, sondern auch in jener Kompromittierung, die die anarchistischen Methoden des lange einflußreich gewefenen russischen Bolschewismus in einen Teil der chinesischen Freiheitsbewegung hineingetragen haben. Erft vor einigen Lagen richtete Mac Murray, der Vertreter Der Bereinigten Staaten, an die Nantingregierung eine Note, in der er auf die Ermordung zweier amerikanischer Missionare während der letzten Offensive der Nationalisten Tit Schantung hinweist, die Bereitschaft der amerikanischen Regierung, im Notfalle Truppen zum Schuß ihrer Staatsangehörigen zu entfenden betont und und vor Wiederholung folcher Borfälle marnt! In solcher Lage erscheint Japan, die stärkste fremde Militärmacht in China, zugleich als Schußmacht gegen die die Fremden bedrohende Anarchie. Diese Begründung läßt die Bermutung entstehen, daß die offenfundigen Mißstände bei der Reichsbahn zu weit gehender Abbau des Personals, Ueberanstrengung der Beamten die auf den Geist rücksichtslosen Unternehmertums in der Leitung zurückzuführen sind, hinter einer dema gogisch- nationalistischen Phrase verborgen werden sollen. Es ist die beliebte Methode jener Unternehmerdemagogie, die unsoziale Gesinnung und Scharfmachertum mit der Reparationsverpflichtung bemäntelt. Die Behauptung, daß die Reparationsverpflichtungen es der Reichsbahn unmöglich machen, die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze des reifenden Bubli fums zu treffen, wird widerlegt durch die Begründung, mit der das Kabinett Marg, in dem auch die Bayerische Bolkspartei vertreten war, die Forderung der Reichsbahn nach Tariferhöhungen abgelehnt hat. Angesichts dieser Tatsache ist diese politische Ausnutzung des Unglüds von München teine geeignete Begründung für eine Forderung nach Revision des Dames- Blanes, ihre plumpe Demagogie wird eher schädlich als nüglich wirken. Man ist diese Demagogie bei den Deutschnationalen und den Leuten um Hitler gewohnt das aber die Bayerische Boltspartei sich daran beteiligt, ist angesichts der Tatsache, daß sie in der Reichsregierung vertreten ist, ein Standal. Wir glauben gern, daß die Bayerische Bolkspartei sich hüten wird, eine ähnliche Anfrage mit gleicher Begründung im Reichs tage einzubringen um so stärker tritt hervor, daß es sich bei dieser Anfrage im bayerischen Landtag nur um einen Bettlauf mit den Deutschnationalen und den Leuten um Hitler in plump nationalistischer Demagogie handelt. Diese Demagogie, die die Leichen der Opfer für ihre Zwede mißbraucht, ist nicht nur plump, sondern unglaublich geschmacklos. Der Reichsverkehrsminister greift ein. Amtlich wird mitgeteilt: Der schwere Eisenbahnunfall auf dem Fauptbahnhof München am 15. d. M. hat dem Reichsverkehrs A standin Der Einheitsverband der Eisenbahner, Bezirk inheitsverband der Eisen Südbayern, hat sich am Mittwoch unter Brüfung der Frage nach den wahren Schuldigen der jüngsten Münchener Eisenbahn tatastrophe in einer öffentlichen Kundgebung gegen die fort dauernde haft der drei Stellwertsbeamten gewandt. Als die wirklich Schuldigen bezeichnet er den Borstand des Betriebsamtes München I, Reichsbahnoberrat Bill, den Inspettor Gögler und den Rangieraufsichtsbeamten, Reichs= bahnoberinfpettor Felser. Betriebsamtsvorstand Will habe sich bisher grundsätzlich jeder von der Personalvertretung geforderten vernünftigen Bersonalvermehrung widersetzt. Schon seit dem Jahre 1923- so heißt es wörtlich wurde dieser Beamte immer und immer wieder darauf aufmerksam gemacht, das Rangier- und Stellmertspersonal sei zu gering, um die Dienstvorschriften einzuhalten. Er ermiderte aber stets:„ Wer nur nach den Vorschriften arbeitet, treibt Sabotage und wird bestraft" Tat sächlich ist auch unter dem Hauptbahnhofpersonal längst bekannt, daß die Borschriften nicht eingehalten werden tönnen, weil ſonſt der ganze Berkehr stoden würde. Die Schuld Göglers wird darin gesehen, daß er diese Einftellung seines Borgesetzten stets mit gebedt hat. Die schärfsten Angriffe aber werden gegen den Verantwortlichen im Rangierdienst, Oberinspektor Felser, erhoben, der nach der Ansicht des Personals zu den schärfsten Perfonalausnügern gehört. Die zwei ver hafteten Stellwerksbeamten hatten für den Unglüdssonntag einen dritten Mann angefordert. Felser lehnte das grundsätzlich ab, indem er fagte, es müsse auch so gehen. Nach dem Unglüd äußerte er sich, daß er das faulste Rangierpersonal habe, benahm sich aber selbst derart topflos, daß er nach persönlicher Inaugenscheinnahme der Unglüdsstätte jede Anweisung, ja sogar die Verständigung der Fahrtdienstleiter unterließ. Dadurch fam es, daß die Sanitätskolonnen und die Feuerwehr viel zu spät verständigt wurden. dit is p doar ninapoig Monarchisten ohne Monarch. Ministerien einzugliedern, oder ein neues Wirtschaftsministerium zu Wo ist der Prätendent? Die unentwegten Monarchisten im deutschnationalen Lager, bei den Böllisch- Konservativen und den Deutsch völlischen sind einig. in Entrüftung gegen Herrn Lambach gespalten aber, wenn es um die Frage geht, men sie als Thronprätendenten anerkennen sollen. nicht mehr. Sein ältester Sohn, der Ertronpring? Wilhelm II? An den denten selbst die Unentwegten nicht mehr. Sein ältester Sohn, der Extronpring? Von dem wollen wieder die Deutschvölkischen nichts missen, Grund Verjudung. Man liest in der Medlenburger Warte": bilden. Eine Entscheidung fonnte noch nicht fallent, bo mumehr erft die Frattion der Deutschnationalen und des Bayerischen Bauern bundes Stellung zu den Borschlägen der Bayerischen Boltspartei nehmen müffen. sad Die Reichseinnahmen im Juni. ris Normale Entwicklung. mengeja Aber da nun Peking in die Hände der chinesischen Nationalisten gefallen und die chinesische Einheit mit neuer Kraft erstanden ist, so ist damit sofort auch jener Rompler der internationalen Probleme um China afut geworden. Sicher ist ein Drud Chinas und aller anderen Mächte auf Japan wegen der Räumung Schantungs zu erwarten, zu der es sich ja auch in Washington im Beginn der Besetzung felbft verpflichtete. Aber viel fomplizierter liegt das Problem der raffisch bewußte Seherblick der Berantwortlichen. Und doch Unser Kaisertum zerbrach an fremden Einflüssen. Es mangelte der Mandschurei, das die Nantingregierung nicht aufgeben mill, sondern als Teil Chinas betrachtet. Denn Japan hat hier wieder Monarchie? Ja, aber die poltische Monarchie"! Juni um 17,4 millionen Mart, aus der Körperschaftsteuer um stärkere und vitalere Interessen als irgend eine auswärtige Macht zu verteidigen. Die Frage besteht hier für die internationale Bolitif im Fernen Asien ähnlich wie in Europa darin, an Steile einer machtpolitischen Auseinander fegung einen friedlichen wirtschaftlichen Weg zum Miteinanderleben zu finden. Hoch zu Roß. Ein Denkmal für Wilhelm Doorn. Glücklicherweise noch zur rechten Zeit ist einem Mitarbeiter des Reichsboten" eingefallen, daß unser verflüchtigter Wilhelm im nächsten Jahr feinen siebzigsten Geburtstag feiern wird. An ein vorzeitiges Ende des Mannes infolge Scham, Kummer und Gewissensbissen glauben auch wir nicht. Immerhin verdient Beachtung, welch reichhaltiges Festprogramm der Reichsbote" in petto hat. Daß die protestantische Kirche allenthalben Kirchenfeiern mit Fürbitte der Geistlichen für den Erkaiser stattfinden lassen wird, scheint ihm selbstverständlich. Weiter nimmt er an", daß man hin und her Feste feiern und Bankette(!!) begeht, daß Stahlhelmparaden stattfinden, daß Glückwunschadressen von Millionen einzelner und tausenden Vereinen nach Haus Doorn gefandt werden. Ein volkstümliches Kaiserbüchlein"( Mindestauflage 500 000 Stück) foll die Stimmung vorbereiten und durch ein„ wissenschaft liches Raiserbuch" ergänzt werden.( Wir empfehlen eine neue Maffenauflage von Emil Ludwig.) Dann aber kommt der Clou der Sache: Der Verfasser fragt:„ Ob auch eine Ehrengabe zu fammeln wäre?" Offenbar erscheint ihm Wilhelms Abfindung noch nicht ausreichend. Sicherlich würden sich Kriegsverstümmelte, Inflationsopfer usw. darum reißen, ihre legten Groschen auf dem Alter der Unersättlichkeit des faiserlichen Multimillionärs zu opfern. Doch der Gedante der zu sammelnden Arbeitslosenunterstützung wird gugunffen eines noch erhabeneren Projektes verworfen: Mir läge näher, zu empfehlen, die ersten Spenden für das zukünftige nationale Raiserdenkmal zu sammeln. Die Republik wird feinen Grund und Boden dafür hergeben. Und nor dem neuen Palais in Botsdam wird man ihn nicht dulden, hoch zu Roß, den Marschallftab in der Hand, den edeln Sproß der soldatifchen Hohenzollern." Das hat gefehlt! Der Ausreißer vom 9. November hoch zu Roß. Der unfähige Schwäger mit dem Marschallstab in der Hand. Das Beffierliche an der Sache ist, daß die Lakaiemmaturen, die solche Bilber aufammenphantafieren, sich Bund der Aufrechten" nennen. Der urdeutsche Herzogsgebante soll Taterscheinung werden, mit seinen Baladinen soll er einziehen durch das Brandenburger Tor, und die Weltgeschichte foll ihren verlorenen Sinn wiedergewinnen! Ein Fürstensohn, dem der Jude als Mitverfaffer feiner Denkwürdigkeiten die Feder führt, hat die geistige Niederlage des Deutschtums im verlorenen Weltkriege noch nicht erfannt und steht noch fern der völkischen Erkenntnis. insgesamt 556,2 millionen Mart aufgekommen, und An Steuern, Zöllen und Abgaben sind im Monat Juni 1928 zwar 344,8 millionen Mark bei den Besitz- und Verkehrssteuern und 211,4 millionen Mart bei den Zöllen und Berbrauchsabgaben. Das Austommen aus der veranlagten Einkommensteuer mat in 5,6 Millionen Mart und aus der Umsatzsteuer um 13,7 Millionen Mart geringer als im Mai. Das ist darauf zurückzuführen, daß im Mai noch größere Beträge auf der vierteljährlichen Boraus. zahlungstermin vom 10. April eingegangen waren. Die Einnahmen aus der Vermögenssteuer sind naturgemäß im Juni geringer als im Mai, und zwar um 58,9 Millionen Mart, weil am 15. Mai ein Zahlungstermin für diese Steuer war, der im Juni fehlt. Der also auch nicht. Also wer? Merkwürdige Leute, diese Monarchisten ohne Prätendenten! ot spicats im Mai, nämlich 124,9 millionen Mart, aufgekommen, eine „ Poffe." Nationale Befudelung der Reichsflagge. In Hoya bei Bremen wurde die aus Anlaß eines Schüßen festes vom Magistrat gehißte schwarzrotgoldene Flagge von unbekannten Tätern nachts heruntergeholt und verbrannt Darauf forderte der Landrat des Kreises die Mitglieder des Schüßentorps auf, am nächsten Tag auf dem Marktplatz anzutreten und bei der Neuhiffung der Reichsflagge dieser eine Ehren bezeugung zu erweisen. Der Schüßenverein kam dieser Aufforderung nach und die Ehrung der Reichsflagge ging unter zuftimmenber Anteilnahme einer großen Menschenmenge vor sich. " Die Deutsche Zeitung", die über den Borfall berichtet, hat die Stirn, von einer landrätlich angeordneten. Boffe" zu schreiben. Selbstverständlich findet sie für das nächtliche Bubenstück tein Wort der Berurteilung. Dagegen lamentiert sie von einem Geßlerhut", vor dem freie Bürger jetzt das Haupt zu beugen gezwungen feien. Die Schändung der Nationalflagge zu beschmunzein, über die Wiedergutmachung der Schändung zu feifen, das ist der Gipfel echt nationaler" Gesinnung! 11 Bayerische Koalitionsnöte. Neue Grundlage für die Regierungsverhandlungen. München, 18. Juft Die Verhandlungen über die Koalitionsbildung sind heute auf der Grundlage einer Ministerialverfassungsreform mit Besprechun gen der Unterhändler der früheren Koalitionsparteien wieder eröffnet worden. Wie bekannt wird, gehen die Vorschläge der Banerischen Bolkspartei dahin, die drei jungen sogenannten Revolutions ministerien, also das Landwirtschaftsministerium, das Sozialministerium und das minifterium für Handel, Industrie und Gewerbe, aufzuheben und die Geschäftsbereiche dieser Ministerien organisch in die fünf alten An Lohnsteuer find im Juni 6,9 Millionen Mart mehr Folge des Rüdgangs der Erstattmgen für 1927 und der Befferung auf dem Arbeitsmarkt in dieser Jahreszeit. tuto Beim Steuerabzug vom Rapitalertrag übersteigt Die Einnahme im Juni infolge der Dividendenausschüttungen zahlreicher Gesellschaften diejenige des Mai um 6 Millionen Mart. Die Einnahmen der übrigen Besitz- und Berkehrsteuert weisen im Juni gegenüber dem Auftommen im Mai mur geringe 2fbweichungen auf. Die Einnahmen aus den 3011en sind gegen den Monat Mai um 5,6 Millionen Marf gestiegen. Bei der Tabaksteuer find dagegen 19,3 Millionen Mart weniger als im Mai aufgekommen, weil im Mai die Bezahlung der in der zweiten Märzhälfte entnommenen Steuerzeichen zu erfolgen hatte und die Entnahme von Steuerzeichen zu dieser Zeit infolge Umstellung auf die gefeßliche Neuregelung der Zahlungsfristen für die Tabatsteuer besonders leb haft gewesen war. Die übrigen Verbrauchsabgaben zeigen gegenüber dem Mai nur unwesentliche Schwankungen. Der Gesaintveranschlagung von 8862 Millionen Mart im Reichshaushaltsplan stehen an Einnahmen im ersten Vierteljahr 2087,7 Millionen Mart gegenüber. Ein Biertel des Jahressolls ist also wie üblich im ersten Bierteljahr nicht erreicht worden, weil die Zahlungstermine für die Abschlußzahlungen Der veranlagten Einkommensteuer, der Körperschaftsteuer und der Umfabfteuer sowie für die Abrechnungen der Zolläger in die späteren Bierteljahre fallen. யிராரோல் sintalton Faschiffenblamage auf der Preffa. In dem unter diefer Ueber schrift in unserem gestrigen Morgenblatt erf hienenen Artikel muß daß man hier nicht das geringste erfährt, von der Bernichtung der letzte Saß des ersten Absages richtig lauten:„ Es versteht sich, der Preisefreiheit, von der Zerstörung zahlreicher Redate tionen der sozialdemokratischen, liberalen und fatholischen Blätter, nichts von den Ermordungen, Be: folgungen und Verbannungen, die der nicht faschistische italienische Journalis mus auf sich nehmen mußte. Macdonald und Clynes find wieder zu Borsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der parlamentarischen Arbeiterpartei ge wählt worden, ladatfeld als diedsi ** Der alternde Reichstag. Wahleinfluß der Nachfriegsgeneration, In dem Mitteilungsblatt der amtlichen Reichszentrale für Sei mathienft wird statistisches Material über das Alter der Gewählten und de: Wähler veröffentlicht. Die meisten Abgeordneten( 106) stehen wiederum im Alter von 45 bis 50 Jahren. Ebenfalls ist die Anzahl derer, die über 50 Jahre alt sind, bedeutend größer als die berer, die unter 45 Jahre alt sind. Das Alter von 77 Abgeordneten liegt amifchen 25 und 40 Jahren, Don 255 Abgeordneten zwischen 25 und 50 Jahren, pon 237 über 50 Jahren. Am Ende der Legislature periode, normalerweise also im Jahre 1932, würde das Bild folgen. dermaßen aussehen: 39 Abgeordnete zwischen 25 und 40 Jahren, 160 Abgeordnete zwischen 25 und 50 Jahren und 350 Abgeordnete über 50 Jahren. Gegenüber den vorlegten und letzten Bahlen ist ein weitèges Altern" des Reichstages festzustellen, und zmar ift bas Dhschnittsolter für alle Abgeordneten von 47 Jahren und 10 Monaten bzm. 48,8 Jahren auf 49,8 Jahre, also um etwa zmei, b. ein Jahr gestiegen. Das Durchschnittsalter der männlichen Abgeordneten ist gegenüber der Wahl vom Dezember 1924 um elf Monate und der weiblichen um 30 Monate gestiegen. Für die einzelnen Parteien zeigen sich gegenüber den letzten Wahlen stärkere Beränderungen, als in der allgemeinen Durchschnittsveränderung zum Ausdruck tommen. In der letzten Wahlperiode war das 3entrum von den größeren Barteien die älteste" Partei. An feine Stelle ist jetzt die Deutsche Boltspartei getreten. Insbefondere ist ein ffartes Melterwerben" der Deutschmationen feftzustellen, die bei den Wahlen vom Mai 1928 den Hauptverlust erLitten. Dies zeigt, daß der Mandatsverlust hauptsächlich jüngere Abgeordnete betroffen hat. Ueberhaupt ist durchweg bei allen Bar teien festzustellen, daß die jüngeren Abgeordneten auf den gefähr detsten Stellen der Liften stehen. thoomi Die Zwanzig bis Fünfundzwanzigjährigen wählen noch schlech ter als die Sechzig bis Fünfundsechzigjährigen. d Die Gruppe der Zwanzig bis Fünfundzwanzigjährigen, die fast nur Erstmähler und die erste Nachkriegsgeneration umfaßt hat die Stimmen für 72 Abgeord nete aufgebracht. Sie hat also einen Einfluß ausgeübt, ter etwa die Stärke der Deutschnationalen Partei gleichkommt. Ihre Stärfe mar weiterhin ebenso groß wie die der Fünfzig bis Fünfundfünfzigund der Fünfundfünfzig bis Sechzigjährigen zusammen. Bei dez nähsten Wahl im Jahre 1932 werden ein Biertel bis ein Drittel aller Mandate( 30 Proz) durch ihre Stimme hervorgebracht werden. Die Gruppe der 3wanzig bis Dreißigjährigen umfaßt 28.1 Pro3. 137 Mandate faller auf die von ihnen abgegebenen Stimmen, also eine Zahl, die fast der Größe der stärksten Reichstagsfrattion gleichkommt. Diese Altersgruppe umfaßt die Jahrgänge von 1899 bis 1908, alfo im wesentlichen von den männlichen Wählern diejenigen, die nicht mehr zum Heeresdienst eingezogen worden sind.. 98 000 Gelehrtenkonferenz bei Wilhelm. Wilhelm veranstaltete eine Gelehrtenkonferenz" in Doorn, bei der sigodon 1970 natüri ER den Gelehrten einen Bortrag hielt. T miniams or CT mee dll 10 toti mod til do dicit smitted ainda o ne of honoured da jada fagisa 116101 115d did 00 416 bnd the 150 natus Sibond hochit 2 ani stible ng as 06 10 30 铁 品 ni mahni spads thin dog matindi mildandy aid seminat 八 affiro od ju Juszod streda 1919 Dadju es bugg gol.sttod buojamo lodis motorispin bir ton 博 alm thaUnd nunmehr werde ICH die Wissenschaft herrlichen Zeiten entgegenführen.2 do 1611 0018 29 Inud, sic Der Kongreß von Moskau. 6. Weltfongreß der fommunistischen Internationale. and mud dranir( bu Moskau, 18. Juli. Der Kongreß der Kommunistischen Internationale wählte in das Präsidium des Kongreffes: Stalin, Bucharin, Remmele, Klara Betfin, Cachin u. a. Der Kongreß begrüßte Stalin bei seinem Erscheinen auf der Rednertribüne stürmisch und hinderte ihn minutenlang am Sprechen. Auf dem Kongreß fehlte die TropfiOpposition vollständig. Bucharin widmete seine Rede der weltrevolutionären Bewegung. some thin nom Die Bollversammlung nahm eine umfangreiche Tagesordnung an, die einen Bericht des Vollzugsausschusses der Kommunistischen Internationale, einen politischen Lageber and eine Behandlung der kolonialen und chinesischen Frage ve" Im Brogramm der 000 Stommunistischen Internationale soll der Punkt über die Feran ziehung der Bauernmaffen zur revolutionären Bewegung erheblich dunga Die Antworten auf den Kellogg Paft. Bird Rußland auch befragt werden? Am Mittwoch ist die englische Antwort auf den ameri fonischen Kriegsächtungsvorschlag überreicht morben. Chamber. lain Tehnte im Unterhaus nähere Mitteilungen ab. Belgien und Bolen haben ähnliche Antworten wie Frant reich erteilt. 199, nonme Die Antwort der Tschechoslomatet mirb am Freitag, erfolgen. Amerikanische Blätter behaupten, daß die Washingtoner Regierung ein Mittel ermäge, um Gomjet Rußland am Antifriegspatt zu beteiligen. England und der Giftgastrieg. London, 18. Jufi. Cham rlain teilte im Unterhaus auf eine Anfrage mit, das in Gen 1925 unterzeichnete Protokoll, das die Verwendung von Giftgoien im Kriege verbietet. Jei bisher nur von fechs Staaten Großbritannien nicht eingefchloffen- rafifiziert worden. Die britische Regierung sei nicht bereit, bas Brotokoll zu ratifizieren, wenn nicht auch die anderen Unterzeichner bereit sind, dasselbe zu tun. erweitert werden. Kommiffar Gemaschtos Gelbfitritit. Bos er darunter versteht. Die Selbstfritif" treibt in Sowjetrußland eigentümliche Blüten. Bährend die führenden Kommunisten sich die Köpfe beiß distutieren, mie fritisiert werden soll, während die einen von dieser Selbstfritif die schlimmsten Folgen befürchten, die anderen dagegen in ihr das einzige Sicherheitsventil gegen die Unzufriedenheit der Arbeiter schaft sehen, berichtet die Mostauer Arbeiterzeitung von einer eigen artigen Auffaffung des Boltstommiffars des Gefundheitswesens Semaschto über die Kritit, die bie Revisionsfommission an seiner Tätigkeit geübt hat. Die Revisionskommission hatte nämlich fest Der Hochverrat des Obersten Wolff. Bom Schwurgericht bejaht. Wien, 18. Juli.( Eigenbericht.) Bor den Wiener Geschworenen hatte fich am Dienstag und Mittwoch der monarchistisch ehemalige Oberst Wolff wegen eines Berbrechens des Hochverrats zu verantworten. 2olff hatte an die ungarische Gesandtschaft die Aufforderung gerichtet, wegen der Nichtauslieferung Bela Kuns gegen Defter Bedeutsamer Schritt Polens. Grenzschußverordnung und Handelsvertrag. amarshau. 18. Juft.( Eigenbericht) reich vorzugehen. Außerdem hatte er bod perräterijde Barihar, In Unschluß an die am Dienstag erfolgte Jeffsetzung des Flugblätter gegen Desterreich verbreitet und in Reden gegen Termins für die Wiederaufnahme der deutsch- polni- die Republir gehegt. Ursprünglich nahm die Deffentlichkeit Wolff ichen Handelsvertragsverhandlungen hat Bolen nicht ernst. Er wollte aber offenbar Märtyrer" werden und machte der deutschen Regierung am Mittwoch eine offizielle Erbeshalb von sich aus der Deffentlichkeit von seinem Brief an die flärung übergeben, in welcher die Grenzschuhverord- ungarische Gesandtschaft Mitteilung. Trogdem war die Deffentlichkeit nung, die bisher ein startes Hindernis für die Aufnahme der Ver- erstaunt, daß die Staatsanwaltschaft ihn antlagte. Immerhin er handlungen bildete, als eine Maßnahme allgemeinen vet martete man, daß ihn lezten Endes wenigstens die. Geschworenen waltungstechnischen Charakters hingestellt wird, die nicht ernst nehmen und die Sufabfrage auf Sinnesverwirrung be in feiner Weise gegen die Angehörigen irgendeines Staates, jahen würden. Trotzdem wurde die Hauptfrage auf Hochverrat also auch nicht gegen die Angehörigen Deutschlands, gerichtet fel. Die mit 11 Stimmen bejaht. Die Frage auf Sinnenverwirrung wurde Grenzschuhverordnung werde, so heißt es in der Erflärung weiter, bagegen mit 9 gegen 3 Stimmen verneint. auch in diesem Sinne gehandhabt werden. Von zuständiger Seite erfahren wir zu der Erflärung der polnischen Regierung über die Auslegung der Grenzschußverordnung: Das Urteil des Gerichtshofs lautet auf 1 Jahr Kerter, verschärft durch einen Fasttag alle 3 Monate. Wolff hat die Strafe angenommen, wurde aber mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand auf freiem Fuß belassen. 619 gestellt, daß in bezug auf Mißwirtschaft und Gevatterschaft im Kommiffariat für Gesundheitswesen das Hauptrejjort desselben, nämlich die Badeverwaltung, an der Spize marschiere. Diese Abteilung weift alljährlich ein ungeheures Defizit auf. Während aber das Personal um 55 Broz. gestiegen ist, hat die Zahl der Badegäste nur 28 Broz. zugenommen. Die Summe der aussichtslosen Schulden eine aus. macht eine Million Mart aus. Ein ähnliches Bild bieten auch die anderen Abteilungen des Boltstommiffariats für Gesundheitswesen. Semaschto war das alles nicht unbekannt: Wenn die Revisions. tommission ihm davon Mitteilung machte, hieß es nur immer: In tommission ihm davon Mitteilung machte, hieß es nur immer:„ In Zukunft soll das nicht mehr vorkommen." Obgleich er somit felbft die Schuld an all den Mißständen trägt, hat er nach dem letzten Bortrag der Repisionskommiffion turzerhand deren Auflösung angeordnet. Die Arbeiterzeitung geißelt in ſchäriften Ausbrüden eine derartige Handlungsweise des Boltskommissars für Gesundheits wesen. Wirtschaftsspionage in Rußland. Ein Deutscher zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Riga, 18. Juli. Eigenbericht.) Der deutsche Staatsangehörige Bartid. Der fich in den legten Tagen wegen wirtschaftlicher Spionage und Monterrevolution vor dem abersten russischen Ges richt zu verantworten hatte, wurde am Mittwoch zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Bon diefer Strafe soll er ein Jahr abbüßen. Die gleichzeitig angeflagten Bertreter zmeier ipe. difcher Firmen wurden zu acht Jahren mit strenger Einzelhaft verurteilt. forbert allein etwa eine halbe Milliarde tantem. Außerdem find für die Grhöhung der Beamtengehälter beträchtliche Summen notwendig. Der verschwundene Kriegsminister. Mysteriöse Borgänge in Bulgarien. Sofia, 18. Juli. Eigenbericht.) Innerhalb der bulgarischen Regierung spielen fich zurzeit mehr oder weniger mysteriöse Dinge ab. Der Kriegsminister wolltof, der vor zwei Wochen die über feinen angeblich heporstehenden Rüdiriti umlaufenden Gerüchte als gemeine Intrigen" bezeichnete, ist plöglich ipurlos verschwunden. Er hat vor wenigen Tagen einen zweimonatigen Urlaub angetreten und sich mit unbekanntem Ziel ins Ausland begeben. Niemand weiß, wo er sich aufhält. Regierungsabgeordnete wollen wissen, daß bas Abschiedsgesuch bereits schriftlich vorliegt. Als Nachfolger wird der Chef des Generalstabes General Batardjieff genannt. leber die Gründe der Flucht" Wolffofs furjieren verschiedene Bermutungen. Die einen wollen von Rorruptionsaffären und persönlichen Standalgeschichten mit Frauen wissen. Andere sprechen von Streitigkeiten zwischen dem Kriegsminister und den übrigen Kabineitsmitgliedern über den neuen außenpolitischen Kurs der Regierung, der angeblich eine Berftändigung mit Südslawien anstrebt, um die Anleihe unter Dach zu bringen. Die Makedonier, die jeder Annäherung mit Belgrab entgegenarbeiten, sollen in Wolltof einen Mittelsmann im Rabinett donischen Bandenführern nachgesagt werden. Die makedonischen Bluftaten. Sofia, 18. Juli.( Eigenbericht.) Französische Budgetnöte. gehabt haben, dem engste Berbindungen mit den makeKeine Mehreinnahmennifer 30 ,, Die von polnischer Seite gegebenen Zusicherungen find non erheblicher Bedeutung. Denn wie man auch immer über die Grenzzonenverordnung und ihre Be 6,5 Milliarden Mehrausgaben. stimmungen denten mag, es unterliegt teinem Zweifel, daß durch die amtliche polnische Erklärung die polnische Regierung jede Möglichkeit ausschließt, etwa einseitig die Be ftimmungen der Grenzzonenverordnung gegen deutsche Reichsangehörige anzuwenden. Im übrigen wird es Auf gabe der deutschen Unterhändler fein, bei den Berhandlungen über das Niederlaffungsrecht Garantien zu schaffen, daß die Versprechungen der polnischen Regierung auch in die Tat umgefest werben. Ratifiziert nach anderthalb Jahren. Der Schiedsvertrag mit 3talien. Rom, 17. Juli. Mussolini und der deutsche Botschafter v. Neurath tauschten gestern die Ratifitationen zu dem am 29. De zember 1926 in Nom unterzeichneten deutsch- italienischen Ausgleichs- und Schiebsvertrag and 1012 Paris, 18. Jufi.( Eigenbericht.) Die Ausarbeitung des diesjährigen französischen Bud. gets bereitet die größten Schwierigteiten. Während im Vorjahre 33,5 milliarden angefordert wurden, meift der diesjährige Boranschlag bereits 40 Milliarden auf. Dabei fönnen bie Steuereinnahmen nicht erhöht werden, weil die Steuerfraft erschöpft ist und die Regierung bereits Erleichterungen Bugejagt hat. 6x199 Die Mutter und Schwester des 1924 ermordeten früheren matebonischen Bandenchefs Todor Alexandroffs haben den Zeitungen in Sofia ein Schreiben zugestellt, aus dem hervorgeht, daß der in der Vorwoche getötete General Brotogeraff der Mörder Alexandroffs gewesen ist. Das Schreiben ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Die Gerüchte von weiteren Morden in ben makedonischen Grenzbezirken haben sich bisher nicht bestätigt. Boincaré hat nun die schwere Aufgabe, das Budget ins Gleich gewicht zu bringen und die Ausgaben nach Möglichkeit zu beschneiden. Dreiviertel der nötigen Kredite dienen der Abtragung des 3insendienstes der inneren und äußeren Schuld. Das letzte Biertel ist für die allgemeinen Untosten der Berwaltung berechnet, die ständig steigen. Zunächst merden für die Durchführung einer Reihe von Reformen erheblidje Summen benötigt. So leiftet der Staat gemäß dem Wohnungsbaugejet im nächsten Jahre 150 Millionen Bauvorschüsse und 25 Millionen Zinsvorschüsse. ,, kommunistischer Der Festungsbau au ber französisch- italienischen Grenze er 40 hingerichtet. Köpf Justiz in China. 40 Sinrichtungen in einer Stadt. Schanghai, 18. Juli. verhaftete die Polizei 60 Personen wegen Umtriebe". Von den Häftlingen wurden In Ematau Konflikt bei den Putzern. Durch einen selbstherrlichen Bauführer provoziert. Einzelnen Berliner Bauunternehmern scheint es auf die Dauer nicht zu behagen, wenn auf ihren Baustellen teine Konflikte entstehen. Wenn sie gerade feinen größeren Streit mit ihren Beleg schaften haben, entfachen sie einmal zur Abwechslung einen Kon ftift mit der Organisation. Anders kann man sich das Borgehen der Firma Boswau u. Knauer nicht erklären, die durch die Behandlung eines Vertreters des Baugewerksbundes eine Erregung in die organisierten Berliner Puzer getragen hat, die jeden Tag zu einem offenen Konflift im gesamten Berliner Baugewerbe führen tann. Die Vorgeschichte dieses Konflittes ist turz folgende: Auf der Baustelle der Firma Boswau u. Knauer in der Capriviallee war am 5. Juli der Fachgruppenleiter der Buzzer Lehnig erschienen, um aus dem Arbeitsvertrag entstandene Differenzen beizulegen. Der Bauführer Teste ließ den Organisationsvertreter gar nicht zu Worte kommen und antwortete ihm kurz und bündig, daß er mit ihm nichts zu reden habe. Der Organisationspertreter erwiderte darauf, daß so stolz ja nicht einmal der Herr Direktor des Bauführers sei, und, nachdem ihn der Bauführer ganz erbost angefauch: hatte, sagte er: ,, Solchen bornierten Herrn habe ich noh nicht angetroffen." Hierauf forderte ihn der Bauführer auf, die Baustelle sofort zu verlassen. Damit nicht genug, mandte sich die Firma an den Verband der Baugeschäfte Berlins und dieser wieder in einem Schreiben an den Baugewerksbund, worin der Organisation mitgeteilt wurde, daß die Firma Boswau u. Knauer dem Fachgruppenleiter Lehnig für die Zukunft das Betreten ihrer sämtlichen Baustellen verbiete. Der Borsitzende der Baugewertschaft Berlin blieb dem Berband der Baugeschäfte die Antwort nicht schuldig und teilte ihm u. a. mit, daß die Organisation nah wie vor den. Fachgruppenleiter Lehnig auf die Baustellen schicken werde, weil sie keinen anderen Vertreter dafür habe und nach ihrer Auffassung Lehnig auch die notwendigen Umgangsformen befize. Im übrigen sei es auch den Bauunternehmern bekannt, daß auf den Baustellen nicht der Ton herrsche mie in einem Mädchenpensionat und daß das vorausfichtlich auch längere Zeit noch so bleiben werde. Für die Folgen, die sich aus einem eventuellen Verweisen des Fachgruppenleiters von den Baustellen ergeben sollten, lehne der Baugewerksbund die Berantwortung ab. Am Dienstag abend nahmen nun die organisierten Berliner Buzzer in einer von etwa 1000 Personen befuchten Bersammlung im Saalbau Friedrichshain zu diesen Vorgängen Stellung. Die Bersammelten waren über die Behandlung ihres Fachgruppenleiters fehr entrüftet und brachten in der Aussprache klar zum Ausdruck, daß sie nicht daran denken, diese standalöse Behandlung ohne Protest hinzunehmen. Nur mit großer Mühe gelang es dem Fachgruppenleiter Lehnig, die Versammelten davon abzuhalten, am Mitt moch sofort geschlossen die Arbeit auf sämtlichen Berliner Baustellen niederzulegen. Einstimmig angenommen wurde zum Schluß der Versammlung folgende Entschließung: Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Fachgruppe der Buzer des BGB. am 17. Juli im Saalbau Friedrichshain nimmt mit Entrüftung von dem Schreiben des Verbandes der BauIn fast allen Abteilungen: | geschäfte Berlins E. B. vom 7. Juli 1928 Kenntnis. Die Berjammlung lehnt es ganz entschieden ab, sich dem Diktat der Unternehmer zu fügen und beschließt: Der Fachgruppenleiter, Rollege Lehnig, befigt nach wie vor unser Bertrauen; er ist ferner beauftragt, nach wie vor unsere Interessen auf den einzelnen Baustellen zu vertreten. Sollte dem Kollegen Lehnig von irgend einer Firma oder einem Vertreter derselben das Betreten einer Baustelle verweigert werden, so sind die betreffenden Kollegen verpflichtet, die Arbeit sofort niederzulegen. Die hieraus entstehenden Folgen hat die betreffende Firma zu tragen. Es liegt nunmehr nicht allein an der Firma Boswau u. Knauer, sondern an dem Verband der Baugeschäfte Berlins, durch die 3urüdnahme des gegen die Organisation gerichteten Befchlusses den Konflikt beizulegen. Der Firma Boswau u. Knauer jedoch kann nur dringend geraten werden, ihre Bauführer dahin zu instruieren, mit den Vertretern der organisierten Arbeiterschaft in einem anderen als dem schnarrenden Kasernenhofton umzugehen. Die, fenfationelle Mitteilung". Am gestrigen Mittwoch brachte ein in Berlin erscheinendes nischen Hochschule, die der Technischen Nothilfe als Mitglieder anBlatt die fenfationelle Mitteilung", daß 50 Studenten der Tech gehörten, in der früheren Maitäferfaserne untergebracht seien. In den Siemens- Werken sollen sie einen Kursus mitmachen, um zu einer Streitbrechergarde ausgebildet zu werden. Die dunklen Borgänge in der Maitäfer taserne", von denen das sensationell fein wollende Blatt, Die Rote Fahne", berichtete, bestehen darin, daß tatsächlich 50 Studenten dort nachts im Dunkeln schlafen. Sie famen von der Technischen Hochschule aus Darmstadt, um die größeren Betriebe in Berlin zu besichtigen. Es ist weber ganz klar" noch richtig, daß handelt. Das ist vielmehr ganz falsch. Kein vernünftiger Mensch wird diesen Studenten das Freiquartier in der Schupokaserne mißgönnen und es wird sie auch niemand darum beneiden. Gewiß, Mißtrauen ist eine demokratische Tugend, doch darf sie selbst in der Zeit der fauren Gurke nicht zu solch sensationellen Mitteilungen" mißbraucht werden. jedoch als undistutabel ab. Er unterbreitete gleichzeitig Gegen porschläge, die eine Verschlechterung der wesentlichsten Tarifbestimmungen zum Ziele hatten. Außerdem verlangte der Arbeitgeberbund Tarifschiedsgerichtsbestimmungen nach§ 91 des Arbeitsgerichtsgesetzes, d. h. also, die Bestimmungen des Arbeitsgerichtsgesetzes außer Kraft zu sehen. Die Vertreter des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter wandten sich selbstver ständlich gegen diese geplanten Verschlechterungen und versuchten, in langwierigen Verhandlungen eine brauchbare Grundlage für eine Berständigung zu schaffen. Am sechsten Verhandlungstag übergaben die Vertreter des Arbeitgeberbundes den Arbeitervertretern folgende schriftliche Mitteilung: Die Arbeitgeberkommission ist im Laufe der Berhandlungen weit über die ihr notwendig erscheinenden Grenzen hinausgegangen. Sie bedauert, nicht in der Lage zu sein, ein weiteres zu tun und stellt fest, daß die Kommissionsverhand lungen damit als gescheitert anzusehen sind. Die von ihr bis jetzt gemachten Zugeständnisse gel. ten damit als zurüdgezogen. Die Kommission wird dem Vorstand des Dabu Bericht erstatten und erklärt, daß der Dabu grundsäßlich bereit ist, nach wie vor an der Schaffung eines neuen Vertrages mitzuarbeiten." In Wirklichkeit haben die Unternehmer gar nicht daran gedacht, irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Die Folgen ihrer revo lutionären" Haltung haben sie sich schließlich selbst zuzuschreiben. Rongreß der englischen Bergarbeiter. Kommunistische Rüpeleien Am Dienstag wurde in London der diesjährige Kongreß des englischen Bergarbeiterverbandes eröffnet. Die Tagung wird sich mit einer ganzen Reihe wichtiger Fragen zu beschäftigen haben. In Mitgliederzahl des Verbandes im Laufe eines Jahres von 785 000 seiner Eröffnungsansprache wies der Präsident darauf hin, daß die auf 625 000 gesunken iſt. Die tommunistischen Bergarbeiterbelegierten von Lanarkshire( Schottland), die von dem Bergarbeitertongreß ausgeschloffen wurden, haben sowohl am Dienstag, wie am Mittwoch versucht, die Verhandlungen zu stören. Am Diens tag blieben diese Versuche ohne Erfolg, während es am Mittwoch zu einem schweren 3wischenfall fam. Als zwei der Delegierten bei der Eröffnung der Sigung in den Saal eindringen wollten, wurden sie von dem Präsidenten des Kongresses auf die Galerie verwiesen. Von dort aus begann der Sekretär des bontotticberholten Aufforderung des Präsidenten, den Saal zu verlassen, leiſtete er nicht Folge, so daß sich Smith persönlich auf die Galerie begab, um den Ruheſtörer hinauszuwerfen. Dabei fam es zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf der 66jährige Herbert Smith, von einigen feiner Anhänger unterstügt, erfolgreich blieb. Der fommunistische Delegierte Artur Horner, angeblich Leichtgewichtsmeister von Süd- Wales, wurde ziemlich übel zugerichtet. Der Kongreß wird sich am Donnerstag nachmittag mit dem schottischen Problem und den Forderungen der Delegation Don Lanarkshire in geheimer Sigung befaffen. Die Arbeitslosigkeit in England. Die englische Arbeitslosenzahl ist in der leßten Woche um 25000 gejunten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Arbeitslofen in England 1 242 000. Preisrätsel der Schokoladenfabrikanten. Wie zieht man nicht gemachte Zugeständnisse zurück? Die im Verlauf der letzten Woche zwischen Vertretern des Berbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter und dem Deuts fchen Arbeitgeberbund der Schokoladen- und Zuderindustrie( Dabu) geführten Verhandlungen über die Erneuerung des Reichs tarifs find gescheitert. Der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter hatte den mit Wirkung vom 1. September 1926 auf zwei Jahre geschlossenen Reichstarif gefündigt, um mehrere dem Tarif anhaftende Mängel zu beseitigen und vor allem die bisherige Gewerkschaftsbewegung: 2. Cytorn: Feuilleton: S. Dilcher: Lotales zentrale Lohnregelung durch eine bezirtliche zu ersezen. Die vom Verband der Nahrungsmittel und Getränke arbeiter eingereichten Forderungen lehnte der Arbeitgeberbund Grosser Saison Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff: Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; and Conftiges: Frig Karstäbt: Anzeigen: Th. Glede: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co.. Berlin GW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung unb wiffen". Beginn: Montag, den 2.Juli AUSVERKAUF PREISE Damen- Bekleidung aus kunstseiden. Crêpe mit Krawatte, fesch verarbeitet......... Sumper Westen ärmellos, Wolle mit Kunstseide, schöne Farben.. TEILWEISE HERABGESETZT BIS ZUR n 1250 in modernen Druckdessins, mit Volantgarnierung... 590 Boilekleider 590 Meinwoll. Mäntel 1650 Bollerleider 750 Meinwoll. Mäntel in scönen Mustern, kleidsame Formen. Morgenröcke aus Fla schstoff mit farbigem Besatz...... Waschstoffe Perkal ir Oberhemden, ca. 80 cm breit... Waschseide Baumwolle.. Meter Kunstseide mit ..Meter Crêpe marocain moderne Muster. ...... Meter imprägniert 90 Morgenröcke h 62PL aus 1975 stoff mit farbigem Besatz und Kurbelei.. 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Er wird zweimal zum Tode und zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf Lebensdauer aberkannt. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte. Die ihm gehörigen Pistolen und Munition werden cingezogen. * leber den Schluß der Berhandlung im Prozeß Hein ist noch nachzutragen: Zur Nachmittagssigung erschien Hein mit rotgemeinten Augen und noch ersichtlich bewegt von dem 2 h= schied, den er furz vorher von seiner Mutter genommen hat, die der Urteilsverkündung nicht mehr beiwohnen wollte und in ihre Seimat zurüdgefehrt ist. Das Plaidoyer des Staatsanwalts. Sofort noch Eröffnung der Berhandlung ergriff Erster Staatsanwalt Leimer das Wort zur Anklagerede. Er betonte, daß die moderne Strafgeseppilege nicht mehr, wie es früher der Fall mar, cinen Angeklagten lediglich als Gegenstand der Berurtei= Tung, sondern als ein Mitglied der großen menschlichen Gesellschaft anjehe und deshalb zunächst prüfe, ob er für immer oder vorübergehend von dieser Gesellschaft ausgeschlossen werden solle. Vor allem müsse man daher Werdegang und Persönlichkeit des Angeflagten betrachten, der, wie der Staatsanwalt betonte, auf ihn während der Untersuchungshaft einen guten Eindruck gemacht und der sich in der Haft ordentlich benommen habe. In mißlichen Verhältnissen sei er geboren, aber in diesen ungünstigen fozialen Berhältnissen sei die Grundlage für seine Verbrechen nicht gegeben. Die in Düsseldorf erfolgte Mißhandlung durch die Polizei, die an sich natürlich durchaus nicht zubilligen fei, fönne ebenfalls den Beginn der Verbrecherlaufbahn nicht erflären. Im Felde sei er auch nicht gewesen, fönue sich also nicht barauf berufen, daß er dort das Männermorden gelernt habe. Der Angelpunkt der Motive sei die Berführung durch 2arm, die gerade zuerst von der von Hein so sehr gehaßten Düffel dorfer Polizei zu seinen Gunsten hervorgehoben worden sei und die auch von der Anklage als vorliegend anerkannt merde. Durch Larm murde er ein Entgleister, der den Weg nicht mehr zurückfand. Aber diese Verführung sei doch nicht so start gewesen, daß er nun die Bluftaten unter dem Einfluß Larms begangen haben soll.. Ein Dunkles Ropitel feires auch, wozu die Beiden 23entner Sprengstoffgestohlen hätten und mo die Beute und auch später das viele Geld geblieben seien. Alle psychologischen Er rägungen seien aber hinfällig, weil die Frage nach Mord bejaht merde, denn auf dieses Verbrechen gebe es nur eine Strafe. Bon Notwehr sei gegenüber den in Ausübung ihres Dienstes be griffenen Beamten teine Rede. Nur Mord liege vor, denn Sein habe vorsätzlich und mit Ueberlegung gehandelt. Aber nicht nur mit leberlegung, sondern auch mit lange gehabtem Borsah hat der Angeklagte gehandelt, selbst wenn man annehmen will, daß er zu diesen Toten angestiftet worden sei. Dann muß er dafür bizen, und zwar genau so wie ein Nichtverführter." Zum Schluß seines Plädoyers stellte der Anklagevertreter den Antrag: Der Angeklagte Hein ist in drei Fällen des vollendeten Mordes und in zwei Fällen des versuchten Mordes schuldig. Ich beantrage, ihn wegen dreifachen Bergehens des Mordes dreimal zum Iode und wegen zwei in sachlichem Zusammenhang begangener BerDie Nacht nach dem Verrat. 11] Roman von Liam O'Flaherty. ( Aus dem Englischen übersetzt von R. Hauser.) Er war irgendwie davon überzeugt, daß die Organi sation ihn schon im Verdacht hatte, McPhillip verraten zu haben. Er fühlte, daß man ihn schon fuchte. Er mußte alfo einen Plan machen. Er mußte eine glaubwürdige Entschuldigung haben. McPhillip hatte immer gesagt:„ Wenn du ein gutes Alibi hast, dann kann der Teufel selber dir nichts anhängen." Wie aber sollte er für sich selbst ein Alibi bekommen? Dreimal ging er unentschlossen die ganze Länge der Straße hinah, die Augen auf den Boden geheftet. Er war unfähig, on irgend etwas zu denken. Sein Hirn fuhr fort, sich in abseitige Betrachtungen zu vertiefen, die nichts mit der gegenmärtigen Angelegenheit zu tun hatten: Fragen über den Fanoriten für das nächste große Rennen, und ob der SchauSpieler Johnny Grimes fich selbst ertränkt oder ob er ermordet ins Wasser geworfen worden war: dies beides waren Angelegenheiten, die die Slums von Dublin zurzeit am meisten aufregten. Einen Augenblid lang war er entschloffen, zum Dunbon Iogierhaus zu gehen, sich ein Bett zu mieten und zu schlafen. Im nächsten Augenblid erschreckte ihn diese Borstellung. Sie mochten dort schon wissen, daß er der Angeber gewesen war. Dann würde vielleicht, während er schlief, einer zu ihm in die fleine Kammer gefchidt werden mit einem Schießprügel, um ihn schlafend zu ermorden. Oder sie fonnten ouch den Trid gebrauchen, ihm den hals umzudrehen, lautlos mie einem Karnidel. Er malte sich die enge fleine hölzerne Kammer des Logierhauses aus, das Schweigen der Nacht, nur unterbrochen von dem troftlosen Geräusch des Schnar chens einer nicht zu unterscheidenden Anzahl unbekannter Menschen auf allen Seiten, die laut träumten, grunzten und schnarchten und überall, in allen Richtungen schliefen, mährend fie" lautlos heranschlichen, ihn zu morden. Er erschauerte. Schmeiß stand ihm auf der Stirn. Eifer voll und mit Erleichterung entschloß er sich, im Freien zu bleiben, wo er seine Fäuste und seine Kraft gebrauchen | brechen des Mordverfuchs zu einer Zuchthausstrafe von je 10 Jahren, zusammen zu einer 3uchthausstrafe von 15 Jahren zu verurteilen und ihm auf Lebensdauer die bürgerlichen Ehrenrechte abzuerkennen, somie ihm die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Ich beantrage meiter die Einbeziehung der ihm gehörigen Pistolen samt Munition." Kein Mord", sagt der Berteidiger. Nach einer kurzen Pause ergriff dann der Verteidiger, Justizrat Dr. Biftor Fra enfl- Berlin, das Wort. Er betonte einleitend, daß er nicht Gnade, sondern kritische Würdigung der Toten des Angeklagten verlange. Dann schilderte er das Milieu, dem Sein entstammt, hob seine guten Charakterzüge hervor und mies darauf hin, daß er durch die von Larm selbst zugegebene Verführung in eine Hörigkeit zu Larm geraten sei und so ein Doppelleben geführt habe. Zu der Frage der juristischen Beurteilung der Straftaten suchte der Verteidiger in eingehenden Aus: führungen nachzuweisen, daß sowohl in Jena wie in Plauen und Unterfiemau Hein ohne Ueberlegung gehandelt habe. Etwaige 3weifel in diesen Punkten müßten zugunsten des Angeklagten entschieden werden. Deshalb komme nur Totschlag, aber nichi Mord in Frage. Eine Bejahung der Ueberlegung wäre ein gefähr= licher Justizirrtum, Hein hat das Schlußwort. Der Vorsitzende erteilte dann dem Angeklagten selbst das Wort, der leise und stockend erflärte:„ Ich sehe jetzt erst richtig ein, mas ich getan habe. Bisher ist mir das gar nicht richtig bemußt morden. Jóh weiß nicht, wie ich zum Verbrecher geworden bin. Glauben Sie mir, wenn ich auch so gleichgültig dasige, mich trifft doch jedes Wort im Innern wie ein Schwert. Ich habe das alles nicht gemollt, ich habe nie daran gedacht. Es ist das alles so über mich gekommen, und ich war eben ein Ertrinlender, der sich an einen Strohhalm flammerte. Weiter kann ich nichts sagen." Um 7 Uhr abends zog sich das Gericht zur Beratung zurüd, um dann das oben wiedergegebene Urteil bekanntzugeben. Die Begründung des Todesurteils. In der Urteils begründung betonte der Vorsitzende, daß für die Beurteilung der Tatsachen die Bekundungen Heins und Larms nicht so wichtig seien, zumal Larm auch auf das Gericht einen, erschütternden Eindrud gemacht habe und seine Aussagen fein einwandfreies 3eugnis darstellten. Er habe offenbar schwer mit sich gefämpft, ob er sich selbst oder den zum Tode bestimmten Freund und Komplicen belasten follte. Im übrigen habe sich Hein nach Ansicht bes Gerirchts durch aus nicht so miderwillig an den Taten Larms beteilig.. Er habe mehr oder weniger gleich attin daran teilgenommen. Wenn er zuerst auch in Not gehandelt haben mag, so tam dieses Moment späterhin feinesfalls mehr in Frage. So nich von unge, seine Freiheit zu retten, denn er war ein Mensch von ungeheurer Lebenskraft und von Freiheitsdrang. In den drei Fällen der Tötungen hat er nach Ansicht des Gerichts vorsäglich ge= handelt, wenn er sich auch vielleicht die Tötung der Beamten nicht vorgenommen hätte. Im Fall Jena hat das Gericht die Ueberlegung verneint, weil Hein von der Jenaer Polizei überrascht wurde. Dagegen hat er in Plauen und Untersi em au mit voller Ueberlegung gehandelt. § 51 tomme für ihn meder mittelbar noch unmittel bar in Frage. Er sei voll verantwortlich für seine Taten. Das Gericht hat nicht leichten Herzens die Todesstrafe verhängt, über die man verschiedener Ansicht sein könne. Aber mer auch ein bes geisterter Anhänger der Todesstrafe ist, wird sich mit dem Gedanken abfinden müssen, daß es ein Gebot der Gerechtigkeit ist, menn solche schweren Bluttaten mit entsprechender Sühne belegt werden. Alle diese Tatsachen merden die Todesstrafe, auch wenn man sie an sich nicht gut heißen will, konnte. Wenn er schon daran glauben sollte, dann wollte er ermordet werden, den Griff seiner Hände um einen toten Hals geflammert. Schließlich stand er stocksteif und schlug sich dröhnend auf die Brust. Berdammt nochmal, bin ich denn verrüdt ge worden, warum hab' ich daran nicht schon längst gedacht? Sie werden sich wundern, warum ich nicht schon da bin. Jeder in der Stadt muß jezt inzwischen von der Sache gehört haben, und ich, wo ich doch sein Freund war, bin noch nicht da, um seiner Mutter ein Wort zu sagen. Bestimmt werden fie gleich Verdacht auf mich kriegen, wenn ich nicht sofort gehe." Er fniff die Augen zusammen und setzte sich in Trab in der Richtung von McPhillips Haus in Tittstreet. Er nahm die Hände aus den Taschen und schwang fie seitlich, mie es Polizisten tun. Er warf den Kopf zurüd und überragte jo wie ein Riese alle, an denen er vorüberlief. Er lief an ihnen vorbei, fast über sie hinweg, mie ein fernes Fabelmesen, etwas Einmaliges. 4. Tittstreet befand sich in Aufruhr wie ein Ameisenhaufen, in den der schmere Huf einer Kuh hineingetreten ist. Unter den vereinzelten Laternen, zwischen den betden Reihen zweistödiger Badsteinhäuser standen Gruppen von Männern, die mit aufgeregten Augen redeten. Das fahle Licht der Lampen ließ den niefelnden Regen sehen, der mie Dampf auf ihre rauhen, schmutzigen Kleider sich legte, auf ihre dickgeäderten Naden, auf die erregten Gesichter und auf ihre knorrigen Hände, mit denen sie geftitulierten. Ihre Stimmen erfüllten die hohle Dunkelheit der Straße mit unterdrüdtem Flüstern, das wildkreisend sich hob und fenfte wie Sturmwind zwischen Felsen. Die Stimmen waren nervös, als marteten sie auf einen Sturm auf See. Alte Frauen mit Tüchern um die Köpfe huschten umher wie Schatten. Sie glitten von Tür zu Tür, führten Ge fpräche, machten heftige Gesten nach etwas Entferntem hin, begegneten sich, die hageren Gefichter aufwärts gegen den Himmel gemandt. Junge Frauen gingen langsam Arm in Arm die Straße hinauf und hinab. Sie sahen nach Nummer 44 hin, wenn sie vorbeigingen, mit Schweigen, mit Ehrfurcht auf den roten, geöffneten Lippen. Nummer 44 mar der Mittelpunkt des Interesses. Das Donnerstag, 19. Juli 1928 als eine gerechte Sühne erscheinen lassen. Mildernde Umstände mären in diesem Fall nicht am Blaze. „ Es ist nun einmal geschehen!" Dann wandte fich der Vorsitzende an den Angeklagten persönlich: Ich will noch einige persönliche Worte an Sie richten, Hein, ich fann von Ihnen nicht erwarten, daß Sie das Urteil ohne weiteres hinnehmen. Aber ich möchte Ihnen ans Herz legen, weil ich Ihnen glaube, daß Sie wirklich Reue empfinden, schlagen Sie sich ans Herz, ob es nicht das beste ist, in sich zu gehen und die Strafe auf sich zu nehmen. Falls Sie sich dem Urteil nicht unterwerfen wollen, steht Ihnen in der gesetzmäßigen Frist die Anmeldung der Revision ans Reichsgericht zu. Der Angeklagte erwiderte nichts, morauf die Sigung geschlossen wurde. Hein, der während der Urteilsverkündung feine Gemütsbemegung gezeigt hatte, ließ sich ruhig abführen und sagte beim Abtransport nur noch halblaut:„ Es ist mun einmal geschehen." 00 Der Tote von Friedrichshagen. Ein lange gesuchter Verbrecher. Der bei dem nächtlichen Kampfe mit Billeneinbrechern in Friedrichshagen erichoffene Ber. brecher ist in der Tat der Litauer Wladimir Dremlonjento, der von der Berliner Kriminalpolizei seit langem gesucht wird. Wegen verschiedener Straftaten, die er in Düsseldorf ver übte, hatte D. zu Anfang d. 3. eine längere Strafe verbüßt. Gr erhielt dann den Ausweisungsbefehl aus Preußen. Statt ihn zu befolgen, tam er jedoch nach Berlin. Hier murde er im Mai in der Königgräger Straße bei einem Einbruchsversuch überrascht und festgenommen. Er redete sich damit heraus, daß er angenommen habe, vor einer unbenugten Wohnung zu stehen, darin habe er übernachten wollen. Um sich zu diesem Zwecke Eingang zu verschaffen, habe er eine Scheibe eingedrückt. Weil ihm das Gegenteil seiner Behauptung nicht nachzumeisen mar, so mußte D. wieder entlassen werden. Man vermutet jegt, das er der dritte Mann der Einbrecherbande Wittrad Wide ist, die, mie mir wiederholt berichteten, verschiedene Ortschaften in der Umgebung Berlins unsicher machte. Bei einem ihrer Einbrüche murde in Köpenick der junge Kaufmann Rudolf Großer bei der Verfolgung erschossen. Wittrad und Wicke wurden festgenommen. Wittrad aber entwich vor einiger Zeit aus dem Zuchthause ir Brandenburg, mo er 1½ Jahre verbüßen sollte. Er hat be: stritten, den verhängnisvollen Schuß in Köpenick abgegeben zu haben. Möglich ist, daß der jetzt Erschossene der bisher vergeblich ge fuchte Schüße mar. Es iſt auch nicht ausgeschlossen, daß Wittra d selbst bei dem Einbruch in Friedrichshagen wieder beteiligt mar. Der Arbeiter Kallies, der Untermieter, der mit einem der Ber brecher in einen Ringkampf geriet, hat erst vor zwei Tagen seiner Sohn verloren, der beim Baden vor den Augen des Baters ertrant. Ende der Hizewelle? Weitere Abkühlung und Niederschläge wahrscheinlich. Die Higeperiode der legten Tage scheint, menn nicht alle Anzeichen trügen, vorläufig zu Ende zu sein. Das Barometer ist gestern rapide gefallen, und der Zeiger nähert sich weiter verdächtig der Schlechtwetterseite. Gestern wurden noch als Höchsttemperatur 26 Grad im Schat ten, gegen 25 Grad am Vortage, gemessen. Im ganzen Reich sint die Temperaturen gleichmäßig verteilt und waren am höchsten in Grauen, das über dies Haus gekommen war, hatte die ganze Straße aufgewühlt. Das ganze Biertel befand sich in Aufregung. Drei Straßen entfernt standen die Barbesucher atemlos hinter den Schanttischen, während irgendein Mann mit milderregtem Geficht und meitaufgerissenem Mund die Szene von Francis McPhillips Tod erzählte, mit Ausrufen und heftigen Gebärden. Ueberall auf den Straßen, in den Kneipen, in den Küchen der Mietstasernen, wo alte rotnajige Männer ihre eingeschrumpften Hälse vorrecten, um die Schreckensnachricht zu hören, wurde mit Furcht und mit Hap das eine Wort geflüstert: das Wort„ Spigel". Gypo vernahm das Wort, sobald er die Kreuzung non Tittstreet und Bryanroad erreichte eine lange und breite Straße mit kleinen Läden zu beiden Seiten, das Pflaster mit Papier bestreut, fleine Schmutzhaufen in der Gosse, zmei Trambahngleise, verrostet durch den nieſelnden Regen, Gruppen von Bummlern an jedem Laternenpfahl, in den Kneipen und auf der Brücke über den Kanal, wo die Straße plöglich am Horizont verschmand, als ob sie in die Leere eines Abgrunds fiele. Er passierte Ryans Kneipe, die an der Ede lag, halb in Tittstreet, halb in Bryanroad. Das Wort traf ihn durch die offene Kneipentür. Er hatte den Schritt verlangsamt, als er die Gegend hier erreichte, und sobald er das Wort vernahm, zog er, statt weiterzugehen, nur das rechte Bein an das linke heran und ließ es schmer und lautlos auf das nasse Pflaster fallen, das mit Sternen aus roten und weißen Ziegelfacheln verziert war. In diesem Augenblid mehte ein Windstoß um die Ecke und blies ihn durch und durch. Er öffnete Mund und Nosenlöcher. Seine Augen meiteten sich. Er redte den Kopf vor, horchend. Angezeigt muß es einer haben, denn wie hätten sie sonst Ein großer, magerer Monn sagte das, der in fönnen... der Mitte des mit Sägespänen bedeckten Bodens stand und ein Maß schwarzen, schäumenden Porters in seiner Rechten hielt. Dann stieß ein untersetzter Karrenführer, mit einem grauen Sad um die Schultern, den Sprecher an, bei dem ungeschickten Versuch, den Raum durch die Menge hindurch zu überqueren. Aber der Mann hatte schon genug gesagt. Gypo mußte, daß sie über den Tod Francis McPhillips sprachen und daß fie argwöhnten, daß Berrat im Spiele sei. ( Fortfegung folgt.). Süddeutschland, mo beispielsweise in Rarlsruhe und Frankfurt a. M. 30 Grad herrschten. Für heute wird vom Wetterdienst bemölfter himmel mit weiterer Abkühlung bei zunehmender Gewitter und Nieder fchlagsneigung vorausgesagt. Gegenwärtig ist die Allgemein. Tage so, daß das Hochdruckgebiet, das lange Zeit über dem größten Teil Europas verharrie, sich nach dem Ozean verlagert hat. leber Mitteleuropa ist eine Tiefbrudrinne in der Ausbildung hegriffen, die sich von Standinavien bis zum Mittelmeer erftreden mird. Da das deutsche Gebiet wahrscheinlich auf der Westseite der Tiefdruckrinne verbleiben wird, ist bei nordwestlichen Winden mit Abfühlung und Niederschlägen zu rechnen. * Im Grunewaldsee ertrant gestern ber 20jährige Lehrling Ernft Bindner aus der Schumannstraße 11.- Beim Bader im Teufelssee versant der 28jährige Erich Böddiker aus der Bruch joler Straße 7. Nochmalige Ablehnung des Droschfentarifs. Der Magiffrat bleibt dabei: zu teuer! Geffern trat der Magistrat am Schluß feiner Sihung noch mals zufammen, um außerhalb der Tagesordnung erneut zu dem raffdrofotentatif Stellung zu nehmen. Er kam zu dem Beschluß, an feinem ablehnenden Standpunft gegenüber dem Tarif festzuhalten, da dieser besonders bei weiteren Entfernungen untragbar für die Bevölkerung fei. Hiernach fann es zweifelhaft scheinen, ab der Polizei: präsident den neuen Tarif in Kraft sezen wird. Er wird das toum hun mollen, nachdem der Magistrat sich so entschieden dagegen musgesprochen hat. Städtische Spenden für Wissenschaft und Theater Der Magistrat bewilligte gestern einen Beitrag von 12000 Mart zu dem in der Bildung begriffenen Wilhelm Filchner. Fonds, der dem Forscher die Berwertung der von ihm bisher gewonnenen Ergebnisse und die Fortsetzung feiner Arbeiten gemähr leifter foll. Auch dem Beschluffe der Stadtverordnetennersammlung nom 26. Juni dieses Jahres auf Bewilligung von 70 000 art für 3mede der Not standsaktion für erwerbslofe Schauspieler und Artisten stimmte der Magiftrat zu. Ein Rotschrei der Durftigen. Ueber die Size" stöhnt und schreit in diesen Tagen alle Beit, auch mancher, der gar nicht so sehr darunter zu leiden braucht. Hast du dir schon mal flar gemacht, mas es bedeutet, jest z. B. im Sonnenbrand einer Baustelle oder vor der Höllen glut eines heiztessels seine Arbeit tun zu müssen? Oder meißt du, mie schmer bei arger Hize auch das werden tann, in engem Raum zujammen mit vielen Menschen tundenlang zubringen zu müffen, ohne fich Erleichterung fchaffen zu fönnen? Warum forgt man nicht für Erleichterungen menigstens da, mo es möglich wäre! Aus den Kreifen der Arbeitslojen, die bei dem ftäbtischen Arbeitsnachweis am Belle Alliance Blag ein- und ausgehen, fommt an uns die Klage, daß für die bort Wartenden teine Trintgelegenheit norhanden ist. Bafferleitung gibt es da, denn es müffen ja Aborte bereit gehalten merden, und auch Gelegenheit, die Hände zu waschen, fehlt nicht Aber vergeblich sucht man nach einem Becher, aus dem ein Durstiger sich an tíarem Waffer laben könnte. Warum fehlt es daran? Die Forderungen der Phosgenopfer. Rach einer Meldung aus Hamburg haben etwa 300 Ber fonen, die bei der Bhosgentatastrophe im Mai Angehörige berloren oder Sachschaden erlitten haben, durch einen Rechtsanwalt zivilrechtliche Ansprüche von mehreren Millionen Reichs. mart beim Landgericht Hamburg geltend gemacht. Die Haftung des Samburger Staates wird vor allen Dingen daraus hergeleitet, daß vom Gewerbeaufsichtsamt feine ausreichende Kontrolle ausgeübt sei. Es habe sich auch ergeben, daß die Bhosgenbehäller durchaus unsachgemäß oberirdisó gelagert und ausreichende Sicherheitsvorrichtungen nicht vorhanden gemesen seien. Mit dem Arm in die Transmissionswelle. Bei der Firma rifter in Oberidönemeide ereignete fidy ein fdmerer Betriebsunfall. In der Revolverdreherei geriet ber acht zehnjährige Arbeiter Bruno Gießmann aus Oberschöneweide, Rudoper Straße 14, beim Hantieren in die Transmiffions. melle und wurde von ihr mitgerissen. Der rechte Arm murde ihm nem Körper getrennt. G. wurde ins Krantenhaus gebracht. Morphin auf Blankorezepte. 19 Arzt und Apotheker auf der Anklagebant. Das Schöffengericht mitte verhandelte gestern einen umfangreichen Rauschgiftprozeß. Angeflagi waren ber prattische Arzt Dr. Mar R., der Apothekenverwalter Ludwig H. und der Provisor Friedrich K., beide von der Reichsapotheke in der Elbinger Straße. Die drei Angeklagten werden beschuldigt, im großen Maßstabe Rofain- und Morphiumhandler beliefert zu haben. Der Hauptangeflagte, Dr. R., ein Mann von 52 Jahren, bietet das Bild eines traurigen sozialen Niederganges. Er ist seit 21 Jahren praktischer Arzt und hatte vor dem Kriege eine felb. ständige Bragis. Während des Feldzuges war er bis 1919 Militararzt, nachher fonnte er sich teine eigene Tätigkeit mehr verschaffen. Nachdem er einen Versuch in Wittenberge gemacht hatte, tam er 1926 nach Berlin zurück und fant nun hier von Stufe zu Stu fe. Er hatte bald feine feste Wohnung mehr und wurde schließ lich in einer herberge in der Auguststraße aufgegriffen. Der Name des Dr. R. als Lieferanten eines meiten Kreises von Rofainhändlern wurde der Kriminalpolizei zuerst genannt, als man ben berüchtigten fliegenden Rauschgifthändler Pscheuchner am Brandenburger Tor aufgriff, der am Rande des Tiergartens feinen Kunden" im Freien Morphiumsprigen perabfolgte. Infolge der Verunreinigungen hatten sich bei den Kunden schwere Enttenhaus geführt hatten. Die Ermittlungen ergaben, daß Dr. R. sündungen herausgestellt, die zu deren Einlieferung ins Kran nicht nur Pscheuchner, sondern auch vielen cnderen Händlern in großen Mengen Kofein und Morphium verschrieben hatte. Er stand mit der Reichsapothefe in einem besonderen BertragsDerhältnis und lieferte dieser Blanto- Rezepte Das Gericht verurteilte den Arzt zu 3 Monaten Gefängnis. Die Strafe wurde durch die Untersuchungshaft für verbüßt erlärt, der Angeffagte murde aus der Haft entlaffen. Das Schöffen gericht berücksichtigte, daß der alte Mann sich in großer sozialer Not befunden hatte. Die mitangeklagten Apothefer wurden freigesprochen. Das Gericht stellte zwar fest, daß ihr Verfahren, Kokain und Morphium auf Blanto- Rezepte an die Patienten des Dr. R. zu verabfolgen, hö ch it unforrett gewesen sei. Das Gericht habe aber über diese Methode nicht abzuurteilen, sondern nur soweit es sich um einen Verstoß gegen das Opiumgefek handele. den Apothekerverwalter H. 4 Monate Gefängnis beantragt. Der Staatsanwalt hatte gegen Dr. R. 8 Monate, gegen Berkehrsunfälle und Zusammenfröße. In der Nähe ihrer Wohnung in der Gatower Straße in Spanbau murde die 49jährige Witwe Pauline Dohler von einem Brivatauto überfahren und auf der Stelle getötet Ein schmeres Lastautounglüd ereignete sich gestern gegen 18 Uhr in Döberiz. In unmittelbarer Nähe der Kommandantur geriet auf der Daberiz- Hamburger Chauffee aus noch ungeklärter Ursache ein Lastauto auf den Sommermeg. Das schmere Gefährt raste gegen einen Baum und wurde völlig zertrümmert. Der Führer und sein Mitfahrer erlitten lebensgefährliche Berlegungen und wurden durch die Spandauer Feuerwehr in das Spandauer Kreis frantenhaus gebracht frantenhaus gebracht. In 3irstom bei Buftermart stießen zwei Motorräder in voller Fahrt zusammen. Drei Personen wurden durch die freiwillige Feuerwehr in schwerverlegtem und bewußtlofem 3uftande in das dortige Krantenhaus In Rahnsdorf fuhr ein Motorrad mit einem eingeliefert. Privatauto zusammen. Der Führer des Motorrades wurde auf das Funkwinkel.Z Ostar Strauß Operette Rund um die Liebe" in einem melodienseligen Biener Stil mar eine hübsche Gabe für den Sommerabend. Der nach naivem Operettenschema gebaute Tert störte menig. Daß die Musik nicht zu kurz kam, dafür sorgten das Funkorchester, das diesmal von Ben Genfel geführt wurde, und die recht guten Sänger, vor allem als Erjaz Charlotte Boerner, Leopold Heinisch und Bernhard Böiel- Unter den Bor trägen des Tages verdiente nor allem der von Dr. Werner Mar. holz Beachtung, in dem„ Die Einheit der europäischen Geiftes melt" behandelt wurde. Der Redner zeigte, wie Europa, das, rein geographisch betrachtet, gar kein selbständiger Kontinent ist, feit dem Abschluß der Völkerwanderung sich zu einer geistigen Einheit zu formen begann, die trotz harter innerer Kämpfe die Jahrhunderte überdauerte. Oberinspektor Ernst Schönlein behandelte mit fehr trodener Sachlichkeit, aber flar und übersichtlich, Die Leistun gen der Unfallversicherung". Tes. Straßenpflafter geschleudert und erfitt einen boppelten Sã delbruch Der Berungfüdte fand im Köpenider Freistranten haus Aufnahme. Der Neubau des Grenzbahnhofes. bau des Grenzbahnhofes Neu- Bentschen wegen schwerer Der im Zusammenhang mit den Unregelmäßigkeiten beim Neuse Urkundenfälschung angeflagte Bauunternehmer SchmidtRosengarten, gegen den gesondert verhandelt wurde, wurde Don Schwurgericht in Frankfurt a. d. D. freigesprochen. Die Koften des Verfahrens trägt die Staatstaffe. Die Gerüchte über die Latham. Die Gerüchte, Fischer hätten auf der Bäreninfet Spuren der„ Latham", auf der Amundsen startete, entbedt, beziehen sich auf die alte Geschichte, die bereits vor einiger Zeit von zwei Fischern erzählt wurde, sie hätten auf der Bäreninsel Räderspuren und die Reste einer Belzmüze gefunden. Diese Schilderung ist sehr unbestimmt; jedenfalls fann ein Bafferflugzeug wie die Latham" feine Räderspuren auf dem Eise hinter laffen. Am 16. Just fand in den Räumen des Bundes, der Bereinigung Aufstieg der sozialistischen Studentenschaft. freiheitlicher Arabemiter, der erste Kreisvertretertag des Kreises Berlin im Deutschen Studenten- Berband statt. Folgende Gruppen hatten Bertreter entsandt: die Freiheitlichen Studentenschaften der Universität und der Technischen Hochschule, der Sozialistische Hochschulausschuß der Universität und der Sozialistische Studentenausschuß der Handels. hochschule Berlin; Bertreter waren auch erschienen von der Tierärztlichen und Landwirtschaftlichen Hochschule; ferner ein Vertreter des R. C. und als Vertreter der Alt- Akademikerschaft Regierungsaffeffor Bähnisch. Aus den Berichten, die die Bertreter über die hochschulpolitische Lage gaben, war ein erfreulicher Aufschwung und eine innere Konsolidierung sämtlicher Mitgliedsgruppen des Verbandes ersichtlich. Durch eifrige Aufflärungsarbeit ist es gelungen, die Beteiligung an den Wahlen zur natonalistischen Allgemeinen" Studentenschaft so gering als möglich zu halten: sie überstieg im allgemeinen faum 40 Proz. Dagegen haben sich die Mitgliederzahlen der Gruppen im DSB. ins. besondere der sozialistischen Studentengruppen.. verdoppelt. Die Bildungsarbeitsgemeinschaften und andere Veranstaltungen fanden einen immer regeren Zustrom. Mit der Einberufung des nächsten Kreistages wurden stud. med. Lange( Freiheitliche Studentenschaft der Universität Berlin), stud. oec. Kurt Lomenthal( Sozialistischer Studentenausschuß Hanbelshochschule Berlin) betraut. Raubmordverfuch um Cuno- Papier. In Hamburg murde auf den 85jährigen möbelhändler Boges in der Elbftraße ein Raub morbversuch verübt. 23oges wurde im Schlaf überfallen und durch Schläge über den Kopf erheblich, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Der Täter, der unbekannt entfam, erbeutete, soweit bisher feststeht, aus einer Truhe neben dem Beit des Möbelhändlers nur Millionen« und Billionenscheine aus der Inflationszeit. Genoffe Robert Goldbadh, ber 40 Jahre lang Parteimitglied war und in der vorigen Woche verstarb, ist gestern im Krematorium Gerichtstraße eingeäschert worden. Bon Beruf Tischler, hatte er schon unter dem Sozialistengefek fleißig und unerfchroden gearbeitet. Während des Krieges hatte er sich mit allen feinen Kräften für den Zusammenhalf in der Partei eingefeßt. Mit ihm ist einer der Besten hingegangen. Verkehrserleichterungen für Monatstarten. Nachdem wmmehr die Linie 74 der elektrischen Straßenbahn über Dent Händelplay hinaus im Zuge des Hindenburgdammes weitergeführt ist, gelten die Monatskarten der Linien 56 und 74 zwischen Stegli, Rathaus, und Händelplak auf beiden Wegen, über ben Hindenburgdamm sowie über Albrecht, Kuhligtshof, Birkbusch, Schützen-, Gélieustraße. Arbeiter- Samariter- Bund E. B., Kolonne Berlin. Armbinde Nr. 440 und Nr. 163 und Ausweis Str. 676 auf den Namen Alfred Wagner lautend, werden hiermit für ungültig erklärt. Finder werden gebeten, gegen Erstattung der Untoften die Sachen der Geschäfsstelle zu übergeben. Mißbrauch ist strafbar. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr. verb.). Etwas fübler, teils mollig, teils heiter, einzelne leichte Regenschauer nicht ausgeschlossen. Für Deutschland: In Norddeutschland überall etwas fühler mit zunehmender Niederschlagsneigung, im Süden noch wenig Aenderung, aber etwas Gewitterneigung. Schluß unseres belspiellos billigen Saison- Ausverkaufs Weitere Preisherabsetzung Strickwesten für Dagen und Herren.... 4.20 Damen von. 35.an Herren- Sakkoanzüge 70.-, 64, 41- 31.- 24. mit kurzer u. langer Hose 38Herren- Sportanzüge 86.- 72-64-, 57.-, 47.Herren- Sommermäntel 97060-26. 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Juli. 3. Bt. Charlottenbara, 20 Uhr Funktionärsgung bei Sug. Suttenfte. 26. Abt. 124a Mahlsdorf Gud. 20 Uhr im Lotal Draber, Uhlandstr. 18, erweiterte Mitgliedernerfammlung. Vortrag des Genossen Zempert. Borwärts"-Sefer und Sympathierende find besonders eingeladen. 83. b. terfelbe. Montag, 23. Juli, beteiligen fich die Frauen und Rinder amusflug zum Bahnhaus 4. Kafferkochen im Walde. Abfahrt 14,08 Uhr Siperfelde- ft. Frauenveranstaltungen. 136. Reinidendorf Oft. Seute, Donnerstag, 19. Juli, 19% Uhr, Frauen eend in der Parade. Es fommt unser Buggi Mud. Bitte frohe Laune itbringen. Alle Genoffinnen find herzlich eingeladen. Stach langem. mit großer Geduld ertragenem Beiden starb am 17. Juli mein guter Mann, unier lieber Bater, Schwieger- u.Großvater der Buchbinder Richard Seidel im 59. Bebensjahre. Jn tiefer Trauer Ida Seide, geb. Krieg und Angehörige Marienburger Straße 7, 1 Einäfcherung Sonnabend, 21: Juli, 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. Danksagung. Für die Beweiie herzlicher Teilmahme bei ber Einäscherung meines lieben Mannes Joseph Peikert fage ich allen Freunden und Bartel genoffen meinen herzlichsten Dont. Hedwig Peikert Gräteftr. 77 Deutscher Metallarbeiter- Verband Yerwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, der Früfer Hermann Beyer geb. 13. Juli 1879, am 16. Juli ge ftorben, ift. findet am Die Cinäscherung Donnerstag, dem 19, Juli 19: 8, nachmittags 20 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße, statt. Am 16. Juli ftarb unser Rollege, ber El Monteur Paul Köhler geb 24. März 1894. D Die Einäscherung findet am Frei tag, dem 20. Simmi 1928, nachmittags 17 Uhr. im Krematorium Baur schulenmag, Riefholzstraße, statt. Am 16 Juli ftarb ferner unser Rollege, der Fräser Harry Böckert geb. 27. Juni 1873. Die Einäfcherung findet am Frei tag. bem 20. Juli 1928, nachmittags 17% Uhr, im Krematoriunt Baumschulenmeg. Riefbolzftraße, ftatt.. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung ermartet Die Ortsverwaltung. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmark Ferienbalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charithg. Ferienhalber geschlossen! Komische 81%, Uhr Oper 8 Uhr JAMES KLEIN S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk, ab 10 Uhr geöffn. 37. Abt. Achtung! An Stelle des alljährlichen Raffectadens findet in diefem Jahr ein großes Sommerfest am Sonnabend, 21, Juli, im Reftaurant Storchneft", Hohenschönhausen, Sauptstr. 7/8, ftatt. Kaffee. Eiche ab 16 Uhr geöffnet, Gartenkonzert und ein humoristisches Brogramm. Ab 19 Uhr großer Eall. Tombola. Eintritt 50 Bf. Kinder haben freien Eintritt. Fahrverbindung: Straßenbahnlinie 66. Halte. stelle vor dent Lokal. Um rego Beteiligung aller Genofsinnen und Genoffen wird gebeten. Mitglieder anderer Abteilungen, Bormärts".Leser und Sympathifierende sind herzlich eingeladen. Jungfozialistische Vereinigung. Gruppe Reinidendorf: Heute, Donnerstag, Bortrag des Genossen giljeberg um 20 Uhr im Boltshaus Scharnweberstr. 114. SAJ. und Gäste willkommen. Kinderfreunde Groß- Berlin. Rinder und Jugendgruppen, die am Sonnabend, 21. Juli, nach dem Ueberfee mollen, merden fich medmäßigerweise um 15% Uhr auf dem Blak upr dem Stettiner Bahnhof treffen. Fahrt bis Steinfurth- Schöpfurth. Dortfelbft Quartier. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation a 94. Abt. Neufölla. Nadyruf. Unfer Genoffe Guap Ries Reuten, Beifeftr. 18( 68. Bea.), ift verstorben. Ehre seinem Andenfen! Die Beerdigung hat am Dienstag, 17. Juli, ftattgefunden. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfe? retariat. Berlin SB 68. Lindenstraße 3 Achtung, Abteilungsleiter! Die Berichtsbogen für das 2 Quartal und das Monatsprogramm für August find umgehend im Sekretariat abzugeben. Achtung, Rafficrer! Die Juli/ August- Nummer der Arbeiter- Jugend ift eingetroffen. Deutsches Theater Norden 12310 Achtung! U. Ende nach 10/2 Achtung! Artister Profest- Versammlung Regia Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 32 U. Ende 10% U. Es liegt in der Luft der Kleingärtner Wegen der unberechtig'en Kündigungen von drei Kolonien in der Grenza lee Bri z fordert der BezirksRevue von Schiffer. Verband d r Kleingärtne Neukölln- Treptow alle KolleMusik v. Spoliansky ginnen und Kolleg n, sowie Freunde un erer Bewegung auf, am Freitag, dem 20. Juli 1928, abends 7 Uhr, im Karlsgarten Neukölln, Karlsgartenstr., zu erscheinen. Referent: 1. Vorsitz. des Prov.- Verb. Berlin. Berliner Theater Charlottenstr.93/ 91.Wob.170 31%, Ende nach 10/2 iastspiel d. Deutschen Th. Der Proze Mary Dugan Volksbühne eater am Bülowplat 844 Uhr Orpheus in der Unterwelt Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Kleines Theater 8 Uhr Sprundhett der Liebe Zesch- Ballot, Christel Storm, Torning, Garrison Schafheitlin. Theater am Kottbusser Tor Rose- Theater Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Während des Urlaubs der Sapp Elite- Sänger Bis 31. Juli täglich 8 Uhr Großes Sonder- Gastspiel Otto Pauls Bunte Bühne Größt. Erfolg! Tolle Heiterkeit! Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Berwaltungsmitglieder! NEUE Am Freitag, dem 20. Juli, findet die Sigung der Mittleren Ortsverwaltung ftatt Die Ortsverwaltung. Lastkraftpersonenwagen 45 Sitzplätze, mit Gardinen und Regendach, für Ausflüge noch frei. Tel.: Moritzpl. 32 Rennen zu Hoppegarten Donnerstag, den 19. Juli nachmittags 3 Uhr WELT Gr. Frankt. Str. 152. 5% Uhr: Konzert und bunter Teil 8% Uhr: Der Fürst von Pappenhei Residenz- Theater Blumenstr. 8. Täglich 81% Uhr Skandal im Bettle Gr. 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Rottbuffer Tox: Brizer Str. 27/30. Mein Beruf. August Beber. Wilmersdorf: Wilhelmsaue 123. Behlendorf: Lofal Buffe, Karlstraße. Glaßbrenner." Straße 15. Was will der Begetarismus?" Köpenider Biegtel: Unsere Fahrten. Bittenau ofenthaler Vorträge, Bereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Geschäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftian str. 87/38. Sof 2 Tr. Friche shain: Do., d. 19., 191 Uhr, technische Führerbefprechung bei Mürich, Krautstr. 26, Freitag, 20. Juli. Siergarten: Rame radschaft Sanfa 20 Uhr Bersammlung bei rituper, Flensburger Str. 8. Seferat Dr. Misch:„ Der Geist der Baulskirche und der Geist von Beintar." Brenzlauer Berg: 20 Uhr bei Burg Kameradschaftsführer. Sorten abholen aur Berfassungs feier. Sonnabend, 21. Juli. Brenzlauer Berg: Kameradschaft alle: Sigung fält aus; dafür Zusammenkunft mit Damen 19 Uhr auf dem Sportplas Friede richsfelde. Friedrichshain: 2114 Uhr Antreten auf ben Gammelplägen der Kameradschaften zur Nachtfahrt nach Rüdersdorf. 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Diese beiden Kammern entstanden während der Zeit der Revolutionsfämpfe und sind als gefegliche Einrichtungen mehr aus der Furcht als aus der fortschrittlichen Gesinnung der bremischen Bürger geboren. Man verdanft ihnen manche statistische Erhebung über die Lage der Arbeiter und Angestellten, die ohne die beiden Kammern sonst kaum durch geführt worden wären. Eine solche statistische Erhebung liegt jetzt in dem Geschäftsbericht der Bremer Angestelltenkammer für das Jahr 1927 über die Einkommensverhältnisse der bre= mischen Angestellten vor. famte deutsche Angestelltenschaft lehrreich. Der Geift ift leider noch| 67 Broz. affer in Spigenorganisationen organifierten Arbeiter ben lange nicht tot, der in Bremen besonders lebendig ist und der glaubt, schweizerischen Gewertschaftsbund angeschlossen. daß zur pflichtgemäßen Erfüllung des Dienstes auch die persönliche Anhänglichkeit und Berbeugung vor dem Willen der Unternehmer gehört. Eine solche Haltung ist für die Volkswirtschaft geradezu gefährlich, wenn, wie heute, die wirtschaftliche Konjunktur zurückgeht und alles darauf ankommt, daß die Kaufkraft der breiten Massen gestärkt wird. Wirtschaftliches Gedeihen, ausreichende Beschäftigung und gewerkschaftliche Organisation stehen heute mehr denn je in Wechselwirkung. Die Angestellten müssen aus dem bremischen Beispiel lernen, daß ihr Los genau so gut oder genau so schlecht ist, mie ihre gemertschaftliche Organisation, die das Spiegelbild ihrer geistigen und wirtschaftlichen Reife bildet. Berhandlung von Lehrlingsstreitigkeiten. Die Erhebungen haben weit über Bremen hinaus Bedeutung Bei Lehrlingsstreitigkeiten ist nach der Entscheidung des Reichsfür die gesamte Angestelltenschaft und stellen eine ernste Maharbeitsgerichts vom 14. März 1928, nach§ 111 des Arbeitsgerichts nung an die engestellten bar, fich gemertischaftlich au orgeleges in Berbindung mit§ 81a Nr. 4 ber Gewerbeordnung, die ganisieren. Der erste Abschnitt des 130 Seiten umfassenden Verhandlung vor dem Innungsausschuß eine unerläßliche Geschäftsberichtes gibt eine geschlossene Darstellung des Wirtschafts- Voraussetzung der Erhebung der Klage vor dem Arbeitsjahres 1927 und zeigt die Abhängigkeit der bremischen Wirtschaft gericht. Mit Rücksicht auf diese Rechtslage muß von den Invon der deutschen und die der deutschen von der Weltwirtschaft. Es nungen die unverzügliche Bildung der Innungswerden dann weiter behandelt das Währungs- und Reparations. ausschüsse gefordert werden, weil ihr Fehlen nach jener Entproblem, die internationalen Fusionierungen, die technischen Er scheidung des Reichsarbeitsgerichts geradezu zu einer Rechts= findungen und die industrielle Organisation. bermeigerung für alle diejenigen Arbeiter führt, die auf der einen Seite gefeglich gezwungen sind, sich zunächst an den Innungsausschuß zu menden, dies aber andererseits mangels Bildung eines folchen nicht können. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist daher nach einem Erlaß des Preußischen Handelsministers den Arbeitsgerichten und Landesarbeitsgerichten im Einvernehmen mit dem Justizminister ein Verzeichnis der in jedem Regierungs bezirk vorhandenen freien und Zwangsinnungen, die sämtlich nach § 111 ArbGG. Innungsausschüsse zu bilden haben, übersandt worden, damit jedes Gericht in der Lage ist, im einzelnen Falle zu wissen, wie weit es sich um eine dem Borverfahren aus§ 111 des Arbeitsgerichtsgesetzes unterliegende Rechtsstreitigkeit handelt. Daß das Arbeitsrecht und die Sozialgesetzgebung des Borjahres, sowie das Schlichtungsmesen und die Tarifverträge besonders ein gehend behandelt werden, versteht sich von selbst bei einer Körperschaft, die sich auf die Gewerkschaften stützt. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich eingehend mit der Lage der bremischen Angestellten. Arbeitsmarktlage und Angestelltengehälter in Bremen werden durch Tabellen, die das Resultat umfangreicher Erhebungen find, dar gestellt. Die Erhebung erstreckt sich auf rund 11 000 Ange: stellte, das sind mehr als die Hälfte sämtlicher Angestellten Bremens. Für den größten Teil der Privat- und Staatsangestellten find die Arbeitsbedingungen immer noch nicht tarifvertraglich geregelt. Von den erfaßten 11 000 Angestellten waren 55 Broz. männlich und 45 Broz. weiblich. Am Ende des Jahres 1927, alfo nach einer glanzpollen Konjunktur, hatten von sämtlichen erfaßten Angestellten noch fast 62 Pro3. ein Einkommen von weniger als 220 m, was einem Wert von rund 142 M. Borkriegsmark entfpricht. 11 eber 29 Pro3. fämtlicher Angestellten beziehen nur ein Gehalt von 130 m. ader noch nicht 90 Borfriegsmart. Bon sämtlichen weiblichen Angestellten haben fast Unter 60 Pro3. nur ein Einkommen bis zu 130 m. den von der Statistik erfaßten Angestellten von 35 und mehr Lebensjahren beziehen nur 55 Proz. ein Gehalt non 250 M. Die Erhebungen der Bremer Angestelltenfanumer find für die geWachstum der schweizerischen Gewerkschaften. ( IGB.) An dem allgemeinen Aufstieg der Gewerkschaftsbewegung hatte der schweizerische Gewertschaftsbund einen großen Anteil. Neben einer Zunahme der Mitgliederzahl im Jahre 1926 um 3800 steht eine Bermehrung der Mitgliederzahl um 11 895 im Jahre 1927, so daß die Gesamtzahl der Organisierten im schweizerischen Gewerkschaftsbund Ende 1927 165 692 betrug, eine Mitgliedsziffer, die seit 1921 nicht mehr erreicht wurde. Auch die Zahl der angeschlossenen Berbände hat sich infolge des Wiederanschlusses des Lithographenbundes um einen permehrt. Jetzt find Troy des erfreulichen Wachstums des Gewerkschaftsbundes und einer Verbesserung der Konjunktur konnten im Berichtsjahr nur kleine Ergebnisse erzielt werden, was unzweifelhaft auf die noch immer außerordentlich große Zahl Unorganisierter unter den schweizerischen Arbeitern zurückgeführt werden muß. Die Einnahmen der angeschlossenen Verbände betrugen im Jahre 1927 10 260 139 gegen 8 626 640 Schweizer Franken im Jahre 1926. Das Gesamtvermögen hat um 2 197 222 Schm. Franken zugenommen, so daß dieses jetzt 16 595 797 Schm. Franken beträgt. Aus der Verteilung der Ausgabeposten ergibt sich, daß der Posten Reise, Umzug und Arbeitslosigkeit" beträchtlich größer als im Jahre 1926 ist; er ist nämlich von 2 043 320 quf.3 059 880 Schw. Franken gestiegen. Es tann angenommen werden, daß namentlich die Arbeitslosigkeit besonders große Ausgaben erfordert hat. Die Ausgaben für Streifs und Maßregelungen haben dagegen start ab= genommen, und zwar von 630 133 Schm. Franken im Jahre 1926 auf 280 123 Schw. Franken im Jahre 1927. Sattler, Tapezierer- und Portefeuillerverband. Seute, Donnerstag, 19 Uhr, im großen Eaal des Gewerkschaftshauses Generalversammlung. Vorstands und Kassenbericht. Berband der Maler, Ladiezer, Anstreicher usw. Morgen, Freitag, 19 Uhr, im Gewerkschaftshaus( Eaal 5), Engelufer 24/25, Geftionsversammlung der Ladierer. Die Ladiererfonferenz in Köln." Behandlung der Anträge und Wahl der Delegierten hierzu. Pünktliches Erscheinen ist Pflicht; ohne Mit gliedsbuch kein Zutritt. Die Sektionsleitung Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin 1 " 1 Seute 19% Uhr tagen die Gruppen: Lichtenberg: Jugendheim Posse straße 22. Unterhaltungsabend. Frankfurter Allee: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Litauer Str. 18, 3immer 3. Spiel und Sang im Jugendheim, Röpenid: Gruppenheim Jugendheim Grünauer Str. 5. Ein Schöneweide: Gruppenheim Jugendheim Niederbung unseres Jugendspiels. schönemeide, Berliner Str. 31. Lichtbildervortrag: Hamburg und feine, Umgebung." Südosten: Gruppenheim Jugendheim Reichenberger Str. 66( Feuer wehrhaus). Kreisspieltag. Tempelhof: Gruppenheim Jugendheim Enzeum Germaniaftr. 4/6. Kreisspieltag. Charlottenburg: Gruppenheim Jugendheim Spreestr. 30. Eatirischer Abend: Unter dem Brennglas." Moabit: Gruppen heim Städtisches Jugendheim Lehrter Str. 18/19. Eagen aus der Mart Brandenburg." Spandau: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Linden ufer 1. Wedding: Gruppenheim Jugendheim Orthstr. 10. Distuffionsabend: Die Bedeutung gewerkschaftlicher Jugendtreffen." Gesundbrunnen: Gruppenheim Jugendheim Rote Schule, Gotenburger Straße. Bortrag: Gemeinschafts arbeit als Grundlage jeden Gruppenlebens." Außenspielabende ab 18 Uhr: Treptow: Spiel und Tanz auf Biefe 8 im Treptower Bart. Sumboldt: Spielen Südkreis: Kreisspieltag auf dem Bolkspart auf dem Sportplay Humboldt. Singkreis Weißensee: Chorprobe im alten Lnzeum, Varkstraße. Safenheide. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Donnerstag, find folgende Beranstaltungen: Schöneberg: Jugend Schmejf. heim Hauptstr. 15( Sofgebäude 1 Tr., Thüringenzimmer). Jugendbezirk Südost- Treptow spielt auf der Spielmiefe 7 im Treptomer Bark. Jugendbezirk Bedding- Gesundbrunnen spielt auf dem Sportplat im Humboldthain. Jugendbezirk Diten spielt auf der Wiefe 3 im Friedrichs Jugendbezirk Charlottenburg spielt auf dem Sportplat Dibersstraße. Abend. WERTHEIM Billige Bücher Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz Soweit Modernes Antiquariat, Restauflagen, Neuausgaben Vorrat Besonders preiswert 95 Pf. Jeder Band eleg. gebunden nur Bermann, Richard A., Das Antlitz. Raman. 189 Seiten. Ladenpreis 4 M. Bongardt, Hans, Schwarz- Rot- Gold? Studentenroman aus der Zeit der ersten Demagogenverfolgungen. 329 S. Ldpr. 4M. Böttcher, Maximilian, Aus märkischen Jagdgründen. Fahrten und Streifen durch Wälder, Felder und Seen. 398 S. 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Gebund., statt 7,50 mur Janui, Ettore, Das Leben Columbus. 272 Seiten Gang, 195 Meyer- Förster, Wilhelm, Karl Heinrich. Erzählung. Illuftr. v. 190 Walb. 204 S. Leinen, statt 4,50 nur Biebig, Clara, Naturgewalten. Neue Geschichten aus der Eifel. 276 6. Ganzleinen, statt 5,50 190 Abteilung: Alte Graphik Nur Leipziger Straße, Zwischenstock Rrickeberg, Elifabeth, RittmeifterSegendorf. Roman. 333 S. Ladenpreis 4 M. Leskow, Nik., Die Klerisei. Roman 416 Seiten. Ladenpreis 2 M. Martens, Rurt, Der Alp von Zerled. Roman. M. Titelzeichn. 332 S. Ldpr. 4 M. Martin, Kurt, Novellen des Todes. 12 Tragödien verirrter Liebe. 272 S. Großf. Moreck, Curt, Jokafte, die Mutter. Roman 214 Seiten. Ladenpreis 4 M. Moefchlin, F., Der glückliche Sommer. Roman. 308 Geiten. Moefchlin, F., Wachtmeister Voegeli. Roman. 882 Seiten. Naufen, Peter, Die Brüder Menthe. Roman. 198 Geiten Bierbaum, Otto Julius, Der neubestellte Irrgarten der Liebe. Um etliche Gänge und Lauben vermehrt. Ver liebte, launenhafte, moralische u. a. Lieder, Gedichte, Sprüche aus den Jahren 1885-1905. 48 6. Geb., ftatt 3,50 nur 165 Presber, Rudolf, Pierrot. Ein Liederbuch mit acht Originalzeichnungen von Luz Ehrenberger. 166 Seiten. Geb., ftatt 5 M. mur statt nur 165 Sellke, Herbert, Maria am Geftade. Roman, 878 Seiten. 165 Storm, Ausgewählte Novellen. Mit einer Einleitung von Dr. Hermann Thalmann. 560 Seiten. Ganzleinen 165 Welten, D. goldene Mantel Erzählung. 270 Seit., Leinenbd. mur Eine 165 95 PL. Nathufius, Annemarie v., Eros. Roman. 324 Seiten. Ladenpreis 5 M. Renard, Maurice, Der Doktor Lerne. Schauerroman. 299 Seiten. Scheffel, Jof. Vikt. v., Der Trompeter von Säkkingen. Ein Sang vom Obers rhein. Mit Juftrationen von Anton v. Werner. 313.- 322. Tausend. 810 Seiten. Sommerfeld, Adolf, Das Fräulein vom Spittelmarkt. Lebensroman einer Stenotypiftin. 222 Seiten. Ladenpreis 2,50 M. Türk, Willi, Lebenskunft. Sprüche in Prosa. Mit einem Proträt Willi Türks. 74 Seiten. Ladenpreis 3,50 M. Wagner, Hans G., Am Tore d. Zukunft. Novellen und Stizzen. 281 Seiten. Mereschkowski, D. 5., Leonardo da Vinci. Histor. Roman aus der Wende des 15. Jahrhunderts. Jllustr. Boltsausg. Holzfr. Papier. 816 Seit. Halbs leder m. Goldschn. 350 ftatt 9 M. Ganzleinen 225 Statt 11 D. W. Die illuftrierte Reihe. Prachtvolle illuftr. Geschenkbändchen auf holzfr. Papier. Storm, Better Christian. Goethe, Das Tagebuch. Andrejew, Das Schweigen. Tschechow, Die Deportierten. Zied, Der Gelehrte. Balzac, Der Rorfar. Hauff, Bom Hirschgulden. Hebel, Anekdoten. Goethe, Die neue Melufine. Storm, Es waren zwei Königskinder. Stifter, Der Kondor. Jeder Band mit 6 bis 10 pielfarb. Original lithographien u. handfoloriert Zeichn. erst. Künstl. statt 1.80 nur 45 Pf. Chodowiecki edes 5M Sammlung Gavarni Blatt jedes 3M .... Blatt Fortsetzung Saison- Ausverkaufs Außerordentlich billige Preise in fast allen Abteilungen Oonnersiag 19. Juli 1928 Unterhaltung unö AAissen Beilage des Vorwärts Stadt aus Stahl. Stenuo, Mitte Juli» Die Tram führt schnell ans dem Markttreiben Bromens hinaus, wo vor dem Rachaus der Roland steht, den Glanz und das Ge- i-ucht«Iner Zeit in den steinernen Zügen, die noch von Freiheit und Männerwert träumen durfte. Hansa, Königliche Kausleute? Ach ia— heute A.-G. und Trust. Und die Aktionäre sitzen irgendwo mit gelben Gesichtern und mit dem Bäuchlein der Unbeholfenheit in einem Kurbad, studieren Kurse, schlucken Wasier, berechnen die Dividende. Breit sind die Tore der Werft hinter dem Eisonbahndamm. Gegenüber Schrebergärten mit schwarzrotgoldenen Fahnen. Häuserblocks, die noch lang« warten müssen, bis sie ein Stück City sind: Typisches Bild der Dorstadt. Der Portier verweist auf das Rauchverbot in der Werft. Auch photographieren darf man nicht. Worum? Verkehrsfpitzelei? Industriespionage? Man erzählt sich merkwürdig« Anekdoten in unserer Gesellschaft. Einer will wissen, daß die Franzosen zum Beispiel gleich den kürzlich eingestellten Rhein gold-Expreß kopiert hätten, als sie durch«ine Baden-Badener etwas vorlaute Zeitungsnotiz davon gehört hätten. Vorsicht also—? Was wir sehen sollen, soll ja das größte Schiff Deutschlands wer. den. 46000 Tonnen. Zwei Schiffe dieser Riesenklasie auf einmal, die der Norddeutsch« Lloyd einmal hier in Bremen, und das andere- mal in Hamburg auf Stapel gelegt hat: Dort die.Amerika", hier die.Bremen", 90, vielleicht auch 100 Millionen Mark investiertes Kapital! Stapellauf am 16. und 17. August! Erste Fahrt im nächsten Frühjahr. Das sind die Stichworte, die reih' um fliegen. Achtung... eine Schwell«. Man stolpert über Bandeisen und leere Sauerstofflaschen. Ein paar nwhrschworze Arbeiter, irgend- woher aus heißem Nubierlond, die«in kleines, winziges Sklaven- schicksal hierhin verschlagen haben mag, gucken neugierig unter dem Hallendach. Rechts, links, zwischen Buden und Werkstätten, zwischen Kesseln und T-Trägern, auf ölgetränktem Weg, der giftig glitzert. Dann--- Da ist sie, die werdend« Meeresstadt aus Stahl. Ein rotfchwarz geflecktes Ungetüm, um besten Leib sich 6000 fleißige Hände bemühen und auf besten hier schon glatter, dort noch verschuppler Haut auto- matische Niethämmer und unermüdlich« Bohrmaschinen ein Höllen- konzert veranstalten. So reckt sich das empor wie ein Dom, aber ganz unfel«rlich, ganz zweckbeseelt, kalt, fast drohend und unheimlich. Kranen, deren halbmeterdickc Eisensparren hoch oben in den Lüften wie dürre Topfblumenstöcke sich ausnehmen, spinnen das Ungeheuer in ein Gewirr von Ketten und Trösten ein. Leitern, Treppen und Lvujstege verlieren sich irgendwo in seinem Bauch. Darunter eine schwarze Höhle, aus der dicke Bolzen und Spanten hervoräugen: Pumpen speien aus dieser Höhle ohne Pause ihre Wasterstrahlen. Es pfeift, hämmert, rastelt, schnurrt. 3000 Arbeiter sind angeblich um diesen Riesen bekümmert, kriechen in seinen Eingeweiden, betasten seinen Puls, brennen ihm Brandmale ins Fleisch, bohren ihm nlühende Eisen in den Leib, schrauben und nieten an seinem Gerippe. Aber kaum sieht man«inen von ihnen hier und dort, hoch oben über der Kante schwebend oder kletternd an der riesigen Wand, wie«in- zelne Ameisen, die an ihrem wunderlichen Staat bauen— Deutschland muß leben, und wenn wir... Wem fällt nicht Lerchs, des Kestelschmieds, Heiligsprechung der Besessenheit ein. gleichgültig. welcher Art sie auch sein möge. Ewig ist nur die Idee.., Oer Sturm. Loa Arnold lltitz. (Schluß.) Da aber hielt gerade der Schnopsspender ein« betrunkene Prole- taricrrede gegen die Villa Mia, die keine dreihundert Schritt von hier in einem Rest des Flußwalde» lag: gegen den Treffpunkt der feinen Well, das Rest der Schieber und chrer Geliebten, der Blutsauger, der Geschwüre am Körper des darbenden Volkes.„Bravo!"„Rackttänze führen sie auf", schrie der Mann, und geiler Neid scholl in seinem Schreien. Die Frau des Krüppels kicherte. Wördens Herz stand stille.„2>ie Frauen durch die Straßen kardätschen, die Kavaliere in ihren Fräcken ins Flußwoster tunken!" Da war ein Licht in Worbs gefallen. Auf, auf! Leise wankend stand er auf, der Flußboden taumeve wie Moorland, es war«in seliges Laufen, es war wie Fliegen.„Mir ist alles ganz egal, ganz egal!" rief er laut. Es war beschlosten: Die Sastiantasche bleibt sein, er pfeift auf dämlich« Ehrlichkeit; ehrlich und arm sein, das Ist ein Ding, aber unehrlich fein und schlemmen, das ist auch«in Dings Gutes Ding, hübsches Ding! Morgen wird er wieder Schreiber sein, aber heute will er Lebemann sein, einmal im Leben! Patzig be- zahlte er den Eintritt, ließ sich herausgeben und grinste dabei: „Eigenes Geld, Finderlohn". Er gab seinen Hut nicht ab und knetete ihn erregt, als er ins herrliche Gebliye eines Saales trat, wo bunte Seide und das Schwarz der Fräcke iu Ledersesseln sich schmiegten. Er machte jrech« Augen. Keine sollte wagen, ihn seines Anzuges wegen anzuschielen, er zückte ein wenig die Sassiantasche und lachte höhnisch: .Lognoi will ich haben", rief er. Dem Kellner fiel er nicht sonderlich auf, denn hier verkehrten oft seltsam« Herren.„Ich will etwas zu essen haben", rief Worbs, und als man fragte, ob er ein ganzes Souper befehle, runzelte er die Stirn und schnauzte den Menschen an:„Ja, was dachten Sie denn, natürlich ein ganzes Souper!" Und Worbs aß. Vierunddreißig Jahre lang war nüchternste Kost in diesen Magen gedrungen, jetzt erschauerte er, und Gebratenes, Duftendes wirkte wie Alkohol. Er hatte keinen Blick für die Kavallere, und die wundersam schönen Frauen sah er nur wie Lichtflecke. Ueber dem Teller standen seine gefräßigen Augen wkd Raubvögel in der Schwebe, und er schaufelte, kratzte und ließ eisblankes Porzellan zurück, als habe«in Hund hier gefressen. Acchzend ließ er sich sinken, die Bollwerke des Klubsessels mummten ihn ein, eine beseligend« Schläsrigikell schlug mit sanften Fächcrfchwtngen gegen ihn, und er mußte ein« Zigarre bestellen, um frisch zu bleiben. Als aber dann abgedeckt wurde, fo daß«tn kahles Tischtuch übrig blieb, ärgert« er sich und»erlangte wiederum Kognak.„Ganz egal, ganz egal!" grinste er. Und nun begann die Musik, da hätte er bald geweint. Er wollte bis zum Lokalichluß hier verharren. Ihm graute vor dem Heimweg durch die Sommernacht, als klirre sie ungastlich von Frösten. Er wollte sterben, denn es lohnte nicht zu leben, wenn man i uicht jede» Abend so verbringen tonnte.»Kognak. Kognak!" rief er.| Soziale Erziehung. Die Ansichien des Schriftstellers H. G. Wells. Wells hat durch feine Werke wie«in Erzieher großen Formats gewirkt. Er hat versucht, die Menschen dazu zu bewegen, sich auf sich selbst zu besinnen, versucht, sie dazu anzuspornen, ihre eignen Fähig- keitcn zu entdecken und auszunutzen. Er hat es versucht, sie fort- schrittlich, vorwärtsschauend zu orientieren, und zwar zu einer Zeit, in der sie Gefahr liefen zb stagnieren mit dem Angstbtick krampfhaft auf die Vergangenheit gerichtet. Die Vergangenheit ist das Land der vollendetsten Tatsachen, fest und begrenzt. Die Zukunft hingegen ist da» unübersehbare Reich, das verheißungsvolle Land, von dem wir Besitz ergreifen sollen, nicht wenn es„Gott gefällt", sondern wenn wir selbst wollen. Es ist charakteristisch für Wells, daß er die sozialen Problem« nicht etwa wie ein großes Rätsel betrachtet, das wir nicht lösen können, und von dem wir erwarten, daß irgendein günstiger Zufall es lösen soll, son- dern wie eine Aufgabe, die praktisch und rationell angepackt werden kann. Gan,z gewiß eine endlose Aufgabe, um so mehr Grund, ihre Lösung in Angriff zn nehmen. Wells sieht klar, daß die Lösung dieser Aufgab« nicht Sache des einzelnen ist. Wir müssen unsere Bestrebungen tordinieren. wir müssen mit anderen Worten Sozialisten werden, was nichts anderes heißt, als daß wir zusammen arbesten, um den Menschen menschliche Verhältnisse zu schaffen. Frühzeitig ist er ssch darüber klar geworden, welche Bedeutung die Erziehung für den sozialen Fortschritt hat. Zwar ist heute die Erziehung noch weit davon entfernt, die soziale Entwicklung frucht- bringend beeinflussen zu können. Wells sagt ganz richtig:„Auf keinem Gebiet des sozialen Lebens hat sich das Traditionsunwefen derartig breitgemacht wie in der Schul«. All« erzieherischen Anstren- güngen bewegen sich in einer Atmosphäre saumseligen Konservatis- mus, und die Lohrer sind von jener Gedanken- und Redefreiheit voll- kommen abgeschnitten, die alle anderen respektablen Menschen besitzen. Sie müssen, wie D o r w i n, das Maul halten, sie müssen in politischen Fragen höchst konservativ und in religiösen Dingen höchst ortho- dox sein. Wollen sie ihre Schüler etwas ermuntern und beleben, so hat das vermittels einer Trompete zu geschehen, ohne Worte und Gedanken. Sie dürfen gern große volkssührer werden, vorausgesetzt, daß sie das Bolk rückwärts führen oder nicht vom Fleck weg." ZXefe Charakteristik ist sehr treffend. Bon den Schulautoritäten wird alles in Kauf genommen: Dummheit, Gedankenträgheit. Kritiklosigkeit, Stumpfsinn, nur nicht etwa revolutionär« Gesinnung. Und doch übt dies« letztere Eigenschaft nicht annähernd den verderblichen Einfluß aus. wie man anzunehmen beliebt. Die Erziehung teilt mit der Kirche dasselbe tragische Schicksal, sie kommt sehr weit hinter der geistigen Entwicklung hinterhergehinkt und anerkennt erst dann die vorwärts- treibenden Kräfte und Gedanken, wenn sie ganz alltägliche Wahrheiten geworden sind. Als ein einziges Beispiel braucht man nur ihre Stellungnahme zur Entwicklungslehre zu nehmen. Roch heut« nehmen sie dieser gegenüber eine abweisende Hallung ein.— Zwischen der Gesellschaftsordnung und der Pädagogik besteht ein« sehr enge Be- Ziehung. Als man noch unter despotischer Staotsgewall lebte, war die Schule eine Zwangsschule. Im Zeitaller der freien Konkurrenz hat die Schule ihren Charakter verändert. Jetzt ist es nicht nur der Zwang, sondern auch die Lust zu wetteisern, die der mangelhast entwickelten Lernbegierd« zn Hilf« kommt. Solche Schulen tonnten beziehungsweise Untertanen und Streber hervorbringen: wenn sie. wie in unserer Zell, zusammenwirken, erhalten wir«ine kuriose Mischung von beiden. Nach Wells Meiinmg ist der Zeitpunkt gekommen, daß die Zwangs- und Konturrenzschule von einer andere� Schule abgelöst werden müßte, die sich aus einem natürlichen Interesse aufbaut und die Kinder dazu anspornt, sich zur Lösung der Ausgaben, die die Schule stellt, zusammenzutun. Nichts bringt Wells Ueberzeugung ins Wanken, daß eine derartige Schule möglich ist. Dos Ideal einer solchen Schule hat er bei Sanderson in Oundle verwirklicht gesehen. Dort hat er gesehen, wie dieser große Schulmeister es verstand, die Kinder dafür zu interessieren, in praktischen Aufgaben auszugehen und sie gemeinsam, sich gegenseitig helfend, zu lösen.— Er meint. daß«ine derartige Erziehung, ein« neu« Menschenart hervorbringen würde. Denn nicht nur allein würde man auf diese Art bessere intellektuelle Resullote erzielen, fandern ein ganz neuer Schulgefft würde erstehen. Dieser besteht nicht nur allein im Sinn für Zusatn- menarbeit. Das Wesen des Zusammenhalls ist schon der sporttreibenden älteren Generation bekannt gewesen, indem sie sich den Regeln der Spiele und einer gewissen Disziplin unterwerfen mußten, indem sie zusammenhalten mußten, um das beste Resultat zu erzielen. Da» Zusammenarbeiten der Jungens erhält jetzt das Ziel, etwas zu schaffen und nicht nur etwas zu gewinnen. Der schaffende Geist hält seinen Einzug in die Schule." Es ist«in leichtes, Wells Erziehungsgedanken als idealistische Schwärmerei zu bezeichnen. Diejenigen, die ihm diesen Vorwurf machen, sind genau dieselben, die sich über die materialistisch« Geschichtsauffassung empören, und solche Menschen, die höhnisch jeglichen Idealismus abweisen und die am Materialismus Anstoß nehmen, sind ja unter keinen Umständen zufriedenzustellen. Das wäre ver- geben? Liebesmüh«. Im übrigen ist Wells nicht nur der Typus eines Idealisten, der leicht dam Sport oder der Lächerlichkeit anheimfallen könnt«. Er steht mit beiden Beinen fest auf der Erde rmd sein Er- ztehungsprogranun kann kurz zusammengefaßt werden: Di« Er- ziehung soll sich nicht mühsam hinter der kullurellen Entwicklung herschleppen und alle längst kassierten Anschauungen aufsammeln, sondern sie soll an der Spitze marschieren und den Weg in die Zukunft ebnen helfen. Eva Schneider. „was denken Sie, ich geh« noch lang- nicht, heute wird gelebt, mir ist alles egal, verstehen Sie?" Lächelnd sodann, nur zum Zeitvertreib, griff er sich die Speise- karte, spottete zunächst nur über die unkünstlerische Schrift da oben. dann aber erkannte er, daß seine Zech« weit über die Fundsumme hinausging, und die Karte zitterte in seiner Hand, und der metallene Fuß, in dessen Spall st« gepflanzt war. schlug schallend auf den Tisch. Aus der sekundenkurzen Betäubung sprang aber dann als wütendes Tier ein wahnsinniger Entschluß:„Ganz egal, ich gehe nicht, ich trinke, ober ich zahle nicht. Sie sollen mich entlassen, oerklagen, ein- sperren! Ich werde Einbrecher, nur ist olles egal. Ich werde Ber- brecher! Kognak. Kognak will ich", und«r lachte laut und idiotisch und schüttelle sich, hielt sich den Bauch, warf sich in den Klubsessel zurück und strampelle mit den Beinen. Es war die seligste Sekunde seines Lebens, es war die Explosion aller fett Jahrzchnten ein- gepferchten Sehnsüchte, seine Seele stieg sekundenlang raketensteil in die Höhe, dann brach jäh« Nacht herein, er erbleichte, verfiel. krümmte sich, Leib und Seele taten ihm weh. Er war wie vom Berge gestürzt, wie mll zerbrochenen Knochen, er tnetete die Hände ver- zweifelt unter dem Tisch, und als der Kellner, der seinen Zusammen- bruch mißverstand, ihm höflichst-in« Tür wies, hinter der er sich erholen könne, gehorchte er sklavisch und krümmte wie prügel- gewärtig den Rücken. Draußen sah er leer« Garderobenhoken. Er stiert« hin. taumell« aus sie zu. wollte sich erhängen, und da er keinen Strick hatte, klammert« er sich an zwei Knaggen und schluchzte hilflos, ein lächerlicher Lump. Jetzt krachte Glas; die Flußmänner. tollkühn von Fusel und neidischem Haß, stürmten die Villa Mio. schrien nach den Tänze- rinnen, drohten sie zu ersäufen wie räudige Katzen. Sie rudelten sofort durch den Saal zur Tanzdiele, in der sie Orgien vermuteten, eine Portier« dämpfte ein wenig ihr Gebrüll, und da rafft« Worbs sich empor, verschönt, strahlend wie ein Heiliger, lächell« milde- dankbar, lief, wieder völlig kluger Meister seiner Sinne, wieselslint in den Saal, vergaß nicht einmal seinen zerquetschten Hut. und sprang in Sätzen über die Flußwiesen davon. In einem Gebüsch hörte er reden:„Die werden sich was Schönes einbrocken, Trud«! Wir sind bestimmt die Schlauen!" Dann kichert« die Frau des Krüppels.„Ehebrecher!" dacht« Worbs entrüstet, er hatte schon am Flusse derartiges vermutet. Und dann hörte er jemanden wie aus der Erde heraus„Trude, Trude" schreien. Es war der Menschenstumpf auf seinem Karren, dem alle davongelaufen waren. Worbs machte einen Bogen und lächelte kwg. Es war nicht nötig, daß man ihn erkannte.„Armer Mann", dachte er, und dann:„Schlecht« Well". Bis an die Grenze der Stadt blieb er im Trab, dann ging er, wie ein Genesender atmend, seinem Haufe zu. Cr schlief unsäglich friedvoll und ruhigen Gewissens. Nächsten Tages meldete er seinen Fund, er war ein redlicher Mann. Die kleine Zechprellerei war nicht der Rede wert, der Wirt der Villa Mia war sicherlich keines Mitleids würdig. Der Verlierer der Saffiantasche sand sich nie. und Worbs trug das Geld auf die Sparkasse. Mit schier mönchischer Zärtlichkeit zirkelt« er wieder seine Schrift. Wenn er jenes stürmischen Tages gedachte, stockte immer eine Sekunde lang sein Herz unter dem Echo des Grausens, dann aber lächelt« er glücklich. Windstill« war in seinem Blut. Eine neue tiosftcfinng in der Verllaer Ikallonal-Kaleri« Die Berliner Naüonal-cynlerl«, die im flrübjabr eine erite Auestellung deutscher ftitnfl tsi(Ätgcnrncit ou« Berliner Prioalbeüt. besonders mit den Berken der Sünl'.ker der.Brücke", veranstallete, eröffnet heute eine zweite Autstellung deutscher uach-imprelpouistilch« Kunst aus Bexlintt Privatbesitz. Labsal der warmen Tage. Das Fruchteis, das heute auf dem ganzen Erdemund«in beliebtes und begehrtes Erfrif chung»mittel ist, kennt man erst seit zweieinhalb Jahrhunderten. Die erste Grundlage seiner Erjindung war die von Blasius Billafranca im Jahre 1580 veröffentlichte Eitt- deckung, daß man durch eine wässerige Salpeterlösung ein« Kälte- nnschung darstellen könne, die sich zur Kühlung von Speisen und Getränken sehr gut ergne. Daraufhin gelang es im Jahr« 1607 einem anderen Forscher Namens Lattnus Tancredus, das erste künstliche Eis herzustellen, indem er den Salpeter mit Schnee vermischt«. Dies« Erfindung scheint auch bereits in der Küche verwendet worden zu sein, denn nach Feldhaus berichtet der Dichter und Satiriker John Barlay m seinem 1621 erschienenen und damals in ganz Europa berühmten Roman„Argems", daß man b« diesem Wetter den Wein aus Bechern, die aus Eis hergestellt waren, zu trinken pflegt«. Fünf Jahre später kam dann Santorio Santoro daraus, Källensischungen aus drei Teilen Schnee und einem Teil Kochsalz herzustellen. Di« Erfindung des Gefrorenen ließ ober doch noch mehr als dreißig Jahre auf sich warten: gleichwohl stammt sie ursprünglich ebenfalls aus Italien, da da» erste Fruchteis in Frankreich im Jahr« 1660 durch den Florentiner Prokop Cuttelli bereitet und in feinem noch heute feinen Namen führende« Kaffeehaus in Paris ver- kaust wurde. Obwohl anfangs noch ziemlich tostspiekig. sand das neue köstliche Erfrischungsmittel doch reißenden Absatz. Zudem scheint das von Cuttelli zuerst streng gehütet« Geheimnis der Her- stell ung des Eises auch bald bekannt geworden zu sei«: denn im Jahre 1676 war es schon in nicht weniger als 520 Pariser Limo- nadenschenken zu haben, wenn auch Cuttelli» Erzeugnis noch lang« als das feinste Fruchteis galt. Fast volle hundert Jahre war das Gefrorene schon bekannt, als ein gewisser Bulsson als Erster auf die Idee kam, auch im Winter Gefrorene» herzustellen, das man bisher immer nur im Sommer zu genießen pflegt«. Und fett dem Jahr 1750 ist das Gefroren« denn auch ein fast unentbehrlicher Bestandteil der winterlichen Ball- und GeMschoststasel geworden. Mchfige Ausgrabung»erzebnlsie im Trierer Tempelbezlrk. Bet den Ausgrabungen im Altbachtal bei Trier, die unter der Leitung von Prof. Siegfried Loefchcke vom Provinzialmuseum in Trier stehen, sind in jüngster Zeit Funde gemacfjt worden, die historisch und kulturell bedeutsame Schlüsse gestatten. Es ließen sich an der Grabungsstelle die ersten Rest« des prähistorischen Trier nachweisen, darüber der größte Tempelbezirk nördlich der Alpen. Weiter wurden die ersten Wohnbauten des ältesten deutschen Trier der frllhfränki- schen Zeit erkannt und auf Grund der Fund« der Sieg des Christen- tums in Trier auf das Jahr 357 festgelegt. Das beste Stück der neuen Funde ist ein Kuttbild aus Jurakalk, die Pferdegöttin Epona darstellend, dos sich durch besonders gute Ausführung und Erhaltung auszeichnet. Gummi aus Opuntien. Nach einer Meldung au» Los Angelos fft es dem Chemiker Dr. I. C. Wichman gelungen, aus dem Saft von Opuntien(einer Kakteenart) Kauffchut zu gewinnen. Da die Produktionsmöglichkeft aus den in den Vereinigten Staaten wild wachsenden Pflan�n auf 35 Millionen Tonnen veranschlagt wird, würde es sich bei dieser Erfindung um ein Objekt größten internatto» nalen IMeresses handeln. Für den englischen Handel, der mit den von England kontrollierten Anbauslächen etwa 70 Proz. der ge» amten Gnmmiproduktiou der Welt besitzt, würde durch die hier entstehende. Aonkurrenz- da« Preisdiktat in Wetzfall kommen.- Bau von Landarbeiterwohnungen. Erleichterungen aus Mitteln der produttiven Arbeitslofenfürſorge. Durch die Ermächtigung des Reichsarbeitsministers ist die Förderung des Baues von gesundheitlich und kulturell geeigneten Landarbeiterwohnungen, um den Uebergang von Arbeits fräften aus der Stadt auf das Land zu erleichtern, aus Mitteln der produttiven Arbeitslosenfür jorge bestimmt worden. Allerdings kommen mur Arbeiter in Frage, die entweber über wiegend als Handwerfer für die sächlichen Bedürfnisse fand mirtschaftlicher Betriebe tätig sind, oder solche, die in den der Antragstellung vorangegangenen beiden Jahren je mindestens zehn Bochen hindurch während der Hauptarbeitszeiten( Heu-, Getreideund Hadfruchternte) Lohnarbeit in landwirtschaftlichen Betrieben verrichtet haben und den Gesamtverhältnissen nach darauf angewiefen find, sich auch zukünftig gleichermaßen in der Landwirtschaft zu betätigen, d. h. jährlich mindestens 10 Wochen hindurch während der Spikenarbeitszeiten in nicht eigenen landwirtschaftlichen Be trieben als ausgesprochene Landarbeiter tätig zu sein.( 3 eit arbeiter.) Auch für Bauhandwerker ist die Förderung eines Bau vorhabens möglich, wenn sie ihren Beruf, ohne in einem festen Arbeitsverhältnis zu stehen, überwiegend auf bem flachen Lande ausüben und daneben ihre Arbeitskraft zu landwirtschaft. lichen Zeitarbeiten zur Verfügung stellen. Die Bauten können als ertwohnung oder ohne heimstätten( gemäß§ 1 bes Reichsheimstätten- Geleges vom 10. Mai 1920) errichtet werden. Der Bau von Wertwohnungen fann aber nur von Inhabern felbständiger land- und fort wirtschaftlicher Betriebe, die für ihre werfangehörigen Arbeiter Wohnungsbauten zu errichten beabsichtigen, beantragt werden. Auch Gemeinden oder sonstige öffentlich- rechtlichen Körper fchaften fommen als Bauherren in Betracht, wenn sie Besizer landwirtschaftlicher Betriebe sind und für ihre im Betrieb tätigen Arbeiter Wohnbauten zu errichten beabsichtigen, oder die mit Landarbeiterwohnungen zu bebauenden Grundstücke an Land- oder Forstarbeiter als Eigentum oder im Wege des Erb baurechts, gegebenenfalls mit der Eigenschaft als Heimstätte, im Sinne des Reichsheimstättengefeges übertragen. Dagegen sind Arbeitnehmer, denen eine Anwartschaft auf fändlichen Befit oder auf Bermögen anderer Art zusteht, von solchen Bauvorhaben aus geschloffen. Die zu fördernden Wohnungen müssen allen Anforde rungen in baulicher, räumlicher und hygienischer Beziehung genügen. Ledigenheime dürfen nur für mindestens 6 Personen, und zwar für männliche und weibliche Arbeiter, mit Normale Reichsbanklage. Am 15. Juli zwar mäßige, aber reguläre Entlastung. Die berechtigten Wünsche nach einer Distond ermäßigung. die Befürchtungen einer Distont erhöhung der Reichsbank im Zusammenhang mit der Gelboerteuerung in New Port und fürzlich in Wien, geben bem Reichsbantauswets vom 15. Juft eine besondere Bedeutung. 2eußerlich fonnten Bessimisten in ihren Befürchtungen durch die tatsächliche geringe Ent last ung der Reichsbant in der 2. Woche nach dem Halbjahrsschluß bestärkt werden. Die Bedfelbestände haben um nur 66,2 auf 2242,0 Millionen abgenommen, die Lombarddarlehen sind um 16,7 auf 43,9 millionen erhöht. Aber diese scheinbare geringe Entlastung ist für die zweite Suftwoche durchaus regulär. Die Erhöhung der Lombard Darlehen erfolgt zur Monatsmitte ganz regelmäßig. Die Gesamt entlastung( 46,5 Millionen) mar, verglichen mit den gleichen Wochen der beiden Borjahre 36 Millionen im Jahre 1927 und mit 75 Millionen im Jahre 1926- durchaus entsprechend. Im Juli find die Ansprüche an die Reichsbank wegen der Ferienfinanzierung der Reisenden, der Steuer- und Reparationsfälligkeiten der In dustrie immer sehr hoch. In diesem Jahre tamen die Eine zahlungen auf die 80 Millionen Preußenanleihe noch hinzu. Wenn man berüdfichtigt, daß die Reichsbanttundfchaft auf@trotonto 134,6 millionen neu eingezahlt hat( Erhöhung auf 558,4 mil lionen), so muß man sich eber wundern, daß die New- Yorker und Wiener Distonterhöhung einen jo geringen Einfluß auf die Reichsbank ausgeübt haben. um Der Rotenumlauf der Reichsbant verringerte sich mit 201,7 auf 4225,0 Millionen sehr wesentlich. Der Umlauf an Renten bankscheinen nahm um 4,5 auf 551,8 millionen ab. Die Gold bestande wurden( aus ruffischen Stäufen) wieber um 21,9 auf 2127,3 millionen erhöht, so daß seit Jahresanjang eine Berstärkung der Goldreserven um über 260 Millionen zu verzeichnen ift. Allerdings verringerten fich die Dedungsbevisen- Abnahme un 39,5 auf 200,1 millionen starter, als die Goldbestände zunahmen. Da aber die Dedung der Reichsbantnoten burch Golb und Devisen fich trobem Don 53,0 auf 55,1 Bros. erhöhte, blieb auch für das Dedungsverhältnis die Entwidlung günstig. Die Prüfung ber Möglichkeiten, der rüdgängigen Ronjunttur eine diskont politische Stüge zu geben, erstreckt sich durch bie New- Dorter Borgänge jest natürlich auf einen längeren Beit raum. Sie muß aber fortbauernd erfolgen, und die Distont ermäßigung muß das Ziel der Reichsbankpolitik in der heutigen Wirtschaftslage bleiben. Das Joch der Lebensmittelzölle. Belaffung der deutschen Bevölkerung durch die Agrarzölle. Aus der. jüngsten Beröffentlichung des Statistischen Reichsamies über die deutschen Zollerträge in den Jahren 1926 und 1927 ist das außerordentlich hohe 3ollaufkommen des Jahres In diesem Jahr wurden nicht weniger als 1224 Millionen Mart aus 3öllen eingenommen gegenüber 840 millionen im Jahre 1926. Fast drei Biertel dieses Auftommens, 904 Millionen Mart, entfallen auf Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft, tierische und pflanzliche Brobufte und Nahrungs- und Genußmittel. | getrennten heizbaren Räumen und gemeinfamem Rochraum er richtet werden. Die Darlehen zur Förderung von Landarbeiterwohnungen find 3inslos und werden nach der Quadratmeterzahl der Wohn-, Stall- und Scheunenflächen errechnet, und zwar bei Werkwohnungen abzüglich der Wandstärken bis zu 70 Quadratmeter Wohnfläche und 20 Quadratmeter Ställe und Scheunen. Lettere können bei Eigen heimen für jeden Landarbeiter bis zu 40 Quadratmeter in Anfag gebracht werden. Als Einheitsfäße fommen in Ansatz für 1 Quadratmeter Wohnfläche bei Wertwohnungen 50 Mt., Stallfläche 35 Mt. und Scheunenfläche 20 Mt. Bei Eigenheimen er höhen sich die Säge auf 65 Mt., 45 Mt. und 25 Mr. Für Schwertriegsbeschädigte, Landarbeiterfamilien mit mehr als drei unversorgten Kindern, oder wenn die Ablösung auslands deutscher Arbeitskräfte ermöglicht wird, fönnen noch Zusazbarlehen, pro Quadratmeter für Wohnflächen 15 Mt. und für Stall- und Scheunenflächen je 10 Mr. in Ansah gebracht werden. Als besondere Sicherung fommt in Frage, daß die Landarbeiter wohnungen auf die Dauer von 50 Jahren nur vont deutschstämmigen" Landarbeiterfamilien bewohnt werden dürfen. Die Träger diefer Maßnahme werden von der obersten Landesbehörde beſtimmt, an die die Anträge wegen Baudarlehen einzureichen sind. Welche Unterlagen beizufügen find, wird noch bestimmt werden, weil sie in engster Verbindung mit den Landes- Arbeitsämtern erörtert werben. Die Bestimmung soll besonders die Seßhaftigkeit der Bandarbeiterfamilien ermöglichen und damit bie Banderarbeit der Bandarbeiterfamilien, die in den meisten Fällen zu einer monate langen Arbeitslosigkeit und oft damit verbundenen Obdachlosigkeit führt, wodurch nicht selten eine wirtschaftliche und moralische Berelendung eintritt, einschränken. B = jezt auch ein ausschlaggebendes Attierpatet der Adler, Denkfe Portland 3ementfabrit A. G. Berlin( Kapital 7,53 Millionen Marf Werte in Rüdersdorf) erworben haben, ist die Fusion der Ubler 2.-G. mit der von dieser bisher schon beherri.en Portland 3ementwerte Saale 2. G. möglich geworden. Die Abler, Saale und Sächsisch- Thüringische Portlandgesellschaft treten mit ihren acht Prozent der deutschen Zementerzeugung nunmehr also unter den Einfluß der Ostwerke A.-G., wodurch sich bei dieser die Kontrolle von etwa einem Biertel der gesamten deutschen 3ementerzeugung vereinigt. Im Norddeu: schen 3ementverband wird damit der Ostwerte- Konzern ausschlaggebend. Diese Erweiterung der Zementintereffen des Ostwerke- SchultheißBazenhofer- Konzerns schafft im Norden und Often Deutsch lands ein festes Trust gefüge, das in feiner Stärke nicht welt hinter dem Wiring- Konzern im Nordwesten und dem fiddeutschen Zementfonzern zurückbleibt. Rationalisierung der Industrie wäre schon im Gefolge dieser zunehmenden Bertruftung möglich. Sie sollte aber, angesichts der enormen Be beutung der Zementindustrie für den Baumarkt, durch staatliche Einflußnahme gefördert werden, die im Augenblid zum mindesten eine statistische und rechnungsmäßige Durch leuchtung der Industrie für die wirksame Durchführung einer Preistontrolle ins Auge faffen müßte. Eine Aufgabe für Dr. Cur tius im Rahmen des Programms der letzten Regierungsa erklärung. H Aftive fommunale Ferngaspolitif. Neue Bersorgungsgesellschaften in der Pfalz und Westfachsen In Ludwigshafen wurde von der Kreisregierung der Pfalz fowie den Städten Ludwigshafen, Kaiserslautern, Pirmasens und Frankenthal die Pfälzische Gas A. G." gegründet, die die Gasversorgung der Pfalz und der anliegenden Gebiete durch Eigen erzeugung und gemeinsamen Sufauf in die Hand nehmen will. Auger den genannten Städten find auch Landau, Neustadt a. d. H., Speyer, 3metörüden und bemerkenswerterweise Homburg und St. Ingbert, die im Saargebiet liegen, im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft vertreten. Der pfälzischen Gründung fann eine bedeutende Rolle zufallen für die gegenwärtig zwischen der Südwestdeutschen Gas- 2.- G., der Hessisch- Kommunalen Gasgesell schaft und dem Saargebiet angestrebte einheitliche Organisation. Mit der Durchführung der Bestimmungen darf aber nicht so lange gewartet werden, bis es den Befihern der landwirtschaftlichen Betriebe gefällt, davon Gebrauch zu machen; fondern es ist Aufgabe der Bezirksarbeitsämter, in Verbindung mit den örtlichen Behörden, Gleiche Biele verfolgt für das füdwestliche Gebiet des Frefe besonders in den ländlichen Gegenden, für den Bau von Cand staates Sachsen ber jetzt in 3widau gegründete Gasperior. arbeiterwohnungen mit aller Schärfe einzutreten und den Inter- gungsverband Südwestfachfen", dem zunächst die Städte effenten mit Rat und Tat beizustehen. Auerbach, Crimmitschau, Faltenstein, Glauchau, Kirchberg, LengenAllerdings ist mit dem Bau zweckmäßiger Landarbeiter- feld, Meerane, Reichenbach und Werdau angehören. Es soll die gee wohnungen die Seßhaftigkeit der Landarbeiter noch nicht ermög- meinfame Gaspersorgung der beteiligten Städte geprüft licht, sondern das wichtigste bleibt eine ausreichende und die Gründung eines dauernden Zweckverbandes vorbereiter tarifmäßige Entlohnung. Wenn beides gleichmäßig zu werden. Erster Borsitzender des Verbandes ist Bürgermeister Grieß sichern ist, so wird auch die Möglichkeit bestehen, eine größere hammer- Faltenstein. Anzahl Arbeiter der städtischen Gemeinden für das Band zu interessieren. Stabtrat E. Rosemann. Englischer Eisen und Stahlzoll. Die fonservative Regierung will immer noch nicht. als aus diesen Ziffern ersichtlich ist, weil ja bie 3ölle die Steige Die englischen Elfen und Stahlindustriellen laufen bei der fon rung des im Inland erzeugten Getreides herbeiführen. Die den ferpativen Baldwin- Regierung Sturm, um sofort hohe Schutzölle Bendwirten als Ausfuhrvergütung gewährten Einfuhricheine für ihre Gifen und Stahlindustrie durchzusetzen. Bor wenigen tofteten die Reichstaffe im Jahre 1927 mur 21,9 millionen Mart. Tagen hat der englische Ministerpräsident furzerhand erklären laffen, Bedenkt man aber, daß die Einfuhrscheine den 3wed verfolgen, durch daß weber bie englische Regierung noch bas englische Parlament Förderung der Getreideausfuhr und Berfnappung ber Inlandsoorräte Beit hätten, sich während des Restes ber Regierungsperiode diejes den Inlandspreis zu heben bzw. ben Landwirten die Auszugung Barlaments mit den Schutzollmünschen der Eisen- und Sight der Schutzolles in vollem Maße zu ermöglichen, fo beträgt der industrie zu beschäftigen. Die englischen Industriellen haben jetzt Breis, den die Verbraucher infolge der Einfuhrscheine zu tragen im Underhaus mit Obstruktion gedroht und werden in der haben, ein Bielfaches der 21,9 millionen, die auf Kosten der Staats.nächsten Boche den Ministerpräsident Baldwin cuffordern, fofort taffe gingen. freihalten. einen Schutzzoll auf Eisen und Stahl einzuführen. Der„, Daily Die Veredlungsprodukte der Milchwirtschaft genießen gegen Expreß melbet demgegenüber, daß die Regierung nach wie vor über der Getreidewirtschaft einen relativ geringeren Sollſchutz. über der Getreidewirtschaft einen relativo geringeren Sollidu entschlossen ist, das Berlangen der englischen Schwerinduſtrie abButter und Margarine wurden im Betrage von 367 Wil fionen Mart eingeführt, die Solleinnahmen aus biefer Einfuhr bezulehnen. Die konservative Partei Englands will fich offenbar für trugen 30,1 Millionen Mark, b. h. 8 Proz. vom Wert( auf den Kopf die tommenden Wahlen von einer derartigen politiſchen Belaſtung der Bevölkerung 48 Pf.). Die Einfuhr von Eiern hatte einen 19@ Wert von 288 Millionen Mart und brachte einen Zollertrag von 13,2 Millionen, b. i. 5 Broz. vom Wert gegenüber 19 Broz. beim Getreide( auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet eine Befaftung von 21 Pf.). Die Gegenüberstellung der Einnahmen aus der Betreibeeinfuhr auf der einen und aus der Butter und Eiereinfuhr auf der anderen Seite zeigt deutlich die einseitige Bevor ugung des Großgrundbesiges, der allein den Marti mit Getreibe beliefert. Auch die Zuder einfuhr wird mit erbrüdenden Söllen belastet. Bei einem Einfuhrwert von 36,8 Millionen entfielen nicht weniger als 10,7 millionen weniger als 10,7 Millionen 29 Broz. des Bertes auf Zölle. Die Schweinecinfuhr war mit 17 Broz. des Einfuhrwertes geschüßt, doch fonnten infolge der bestehenden gesundheitspolizeilichen Maßnahmen fowie infolge der Einfuhrverbote nennenswerte Mengen nicht einge. führt werden. Die gesamte Schweineeinfuhr des Jahres 1927 betrug 12,1 Millionen, der Zoll hieraus 2,1 Millionen Mart. Ein Ofttruft der Zementindustrie. Die Dftwerke A.-G. verstärkt ihre Machtposition. Zu den unerfreulichsten Kapiteln der deutschen Kartellgeschichte und Kartellpolitik gehören die Verhältnisse in der deutschen Sement industrie. Die Kapazität der Sementindustrie überschreitet weit den Bedarf, und dennoch bedeutet die Preispolitik der 3ementfartelle eine monopolistische Ausbeutung des Marties, wie sie taum in einer anderen Industrie eine Parallele findet. Die damit verbundenen großen Gewinne haben in ber legten Zeit allerdings das Außenseitertum begünstigt, und die Probuftions. fähigkeit der Industrie wurde noch stärter erweitert. Der Stampf gegen bie Außenseiter nahm in der Folge die brutalften Formen an, worüber wir in den letzten Monaten häufig genug berichten mußten. Allerdings hat die übergroße Leistungsfähigkeit zusammen mit den großen Gewinnen in der Sementindustrie auch zur Bildung großer Konzerne und Trusts geführt, von der zu erwarten ist, daß sie allmählich auch den für die Volkswirtschaft verluftreichen Kartellkämpfen ein Ende jegen wird. Im Westen regieren heute schon der große Witing- Konzern und die Süddeutsche HeidelbergMannheim- Kombination. Im Norden und Often Deutschlands beint fich jetzt auch der Bertruftungsgebante stärker durchzusetzen. Frankreich in der Delproduktion. Als Großverbraucher für Del, insbesondere für Benzin hat Frankreich an der Gestaltung der Berhältnisse auf dem internationalen Delmarkt ein großes Interesse. Das geplante Einfuhrmonopol für Petroleum ist infolge des Widerstands des Privat topitals nicht zustande gelommen, nur Maßnahmen für eine wirtfame Kontrolle der Einfuhr wurden vor einigen Monaten getroffen. eft ericheinen, wenn die Ausbeutung des Dels in den mesopotamischen Als Produzent wird das franzöfifche Rapital auf dem Delmarkt Delfeldern, wo das franzöfifche bereits in gleichem Umfange wie das englische und ameritanische Deltapital beteiligt ist, aufgenommex wird. Doch hat man damit erst in legter Seit begonnen. Inzwischen gelang es dem franzöfifchen Kapital, die polnische Delproduktion an sich zu ziehen. Die polnischen Deſgruber wurden nach dem Kriege zum großen Teil mit franzöfifchem Kapital finanziert. In jüngster Zeit hat das franzöfifche Deltapital die größten polnischen Delgesellschaften, Fanto, Nafta und die Karpathenpetroleumgesellschaft erworben. Die Karpathengesellschaft wird in eine Dadgesellschaft in franzöfifchem Befiz umgewandelt werden und wird über der polnischen Petroleumförderung mit 12 Raffinerien verfügen. Allerdings ist die polnische Betroleumerzeugung zure zeit nicht sehr bedeutend und erreicht noch nicht einmal die Bortriegs erzeugung, doch soll deren Ausdehnung mit franzöfifchem Kapital nunmehr in größerem Umfang vor sich gehen. Juni- Bericht der Reichsbahn. Nach dem Suni- Bericht ber Reichsbahn ist der Güterverkehr in diesem Monat zurüc gegangen. Die arbeitstägliche Bagengestellung fant auf 147 839 gegen 149 077 Bagen im Monat Mai. Der Versand an tünt lichen Düngemitteln war im Juni außerordentlich groß Er übertraf den des Monats Mai um 43 Prog. Für 3ement wurden 51 500 Bagen geftellt, gegenüber 49 646 im Mai. Im Bersonenverkehr wurden 5920 überplanmäßige Büge gefahren.Die Einnahmen der Reichsbahn im Monat Ma i betrugen ins gefamt 415,13 Millionen Mart und find gegenüber April um rund 12 millionen Mart gestiegen. Die Gesamtausgaben beliefen fich auf 440,91 Millionen und überirafen die Aprilausgaben um rund 27 Millionen. Der Berfonalbestand hatte sich Ende Mai auf 708 248 gegenüber 694511 Ende April erhöht. Eine Wochenlohnipende für die gesamte Belegschaft. Die Firma Sarotti besteht am 22. Juli fechzig Jahre. Gleichzeitig begeht fie als Attiengesellschaft das Jubiläum ihres 25jährigen Bestandes. Die Gesellschaft veröffenlicht zu diesem Tage eine Festschrift. Sie feht aber im übrigen von allen Feierlichkeiten ab. Die Berwaltung will den Tag baburch angemeffen feiern, daß fie ihrer gefa mtex Belegschaft einen arbeitsfreien Wochentag gibt und außerdem ein Wocheneintommen als Jubiläums= Die Sarotti A.-G. ist ein tapitalistisches spende auszahlt. schlesische 3ementindustrie über mehr als sechzehn Bro internehmen wie jedes andere und verdient sehr schön. Aber durch zent der gesamten deutschen Zementerzeugung. An der Sächsisch bie Art, wie die Verwaltung auf besondere Feiern verzichtet und Thüringischen Portland- Bementfabrik Brüßing u. Co. waren vie an die Belegschaft bentt, unterscheidet sie sich doch in vorteilhafter Großattionäre der Ostwerte A.-G. bisher schon beteiligt. Da die Beise von anderen Berliner Großunternehmungen, die in den Ditmerte 2.-G. und die mit dem Konzern perbundenen Barthaler| legten Jahren auch Geschäftsjubiläen zu feiern hatten. Dieser Bertruſtung im Osten und Norden dient eine Kombi nation, die jetzt von der Oft werte A.-G., ber zweiten Haupt Allein die Getreidezölle brachten einen Ertrag von gesellschaft des Schultheiß- Pazenhofer- Konzerns, ausgeht. Die Oil 300,5 Millionen Mart, also fast ein Biertel des gesamten Bollaufwerke A.-G. verfügte schon bisher durch ihre Herrschaft über die tommens. Der Wert der Getreideeinfuhr betrug 1,6 Milliarden Mart; somit machte die Zollbelastung 10 Broz. des Wertes aus. Auf den Kopf der Bevölkerung entfielen 4,75 Mart als Belastung aus den Getreide zöllen. Selbstverständlich war bie wirtliche Be leftung der Bevölkerung durch die Getreidezölle wesentlich größer,