Ꮫ. BERLIN Sreitag, 2009bin 20. Juli 1928 Ericheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Abend 10 Pf. Nr. 340 B 168. 45. Jahrgang. 66 Anjeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile Spätausgabe des„ Vorwärts" 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Doftfcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H.. Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Finanzkapital gegen Völkerbund Die Wirkung einer Milliardenanleihe. Bukarest, 20. Juli. Ministerpräsident Bratianu machte im Ministerrat Mitteilung über die Ergebnisse der Verhandlungen über die Auslandsanleihe und die Währungsstabilisation. Die Hauptemissionsbanken gewähren auf Grund ihrer Stu dien über die Lage der Nationalbant, des Budgets und der Wirtschaft Rumäniens der Währungsstabilisation ihre Unterstütung. Andererseits hat man schriftlich die Bedingungen niedergelegt, unter welchen die Emission der Anleihe, die im Sommer nicht möglich ist, im Herbst erfolgen wird. Die Anleihe ist mit ersten Finanzgruppen Frankreichs, Englands und Amerikas und unter Beihilfe der Hauptbanken der übrigen wichtigen europäischen Märkte abgeschlossen worden. Der Ministerrat beschloß, die Regentschaft um Einberufung des Parlaments zum 26. Juli zu bitten und den Kammern die entsprechenden Gesetzentwürfe zu unterbreiten. Die Anleihe beläuft sich auf 250 Millionen Dollar. Die erste Tranche wird sich auf 80 Millionen Dollar be laufen, und auf diese Tranche wird sofort ein Vorschus von 20 Millionen Dollar gewährt werden. Die Gegenleistungen. Diefe amtlich rumänische Meldung bringt fein Wort über die Bedingungen, die das internationale Finanzkapital der rumänischen Regierung für die Anleihe auferlegt. Weder ift angegeben, welche Steuern und Zölle Rumänien für den Zinsendienst und die Rückzahlung der Anleihe bereitstellen und verpfänden muß, noch wird veröffentlicht, ob die Anleihe der Regierung frei zur Verfügung gestellt oder ob die Berwendungszwece genau vorgeschrieben find. Diese Schweigsamfeit ist verdächtig. Sie läßt darauf schließen, daß die Bedingungen hart sind, so hart, daß die Regierung sich scheut, sie befanntzugeben. In einigen Tagen wird aber im Barlament darüber Klarheit geschaffen werden. Unter Im übrigen ist es ganz charakteristisch, daß die Anleihe zustandegekommen ist wenige Wochen nach dem feigen Zurückzug des Bölferbundrates vor der rumä nischen Beigerung, den Streit um die Entschädigung ungarischer Grundbefizer schiedsgerichtlich entscheiden zu lassen. Während im März noch der Bölferbundsrat erflärt hatte, daß ein neues, erweitertes. Schiedsgericht diese Rechtsfrage zu entscheiden habe, fiel er im Juni plöglich um. Führung des Berichterstatters, des englischen Außenministers Chamberlain, erklärte der Rat nunmehr plöglich, Un garn und Rumänien sollten sich direkt einigen, der Streit fei für ihn erledigt. Gegenüber der nationalistischen Opposition des rumänischen Außenministers wichen die Regierungen einfach zurüd. Statt im Bölferbund ein Schieds. gericht einzusehen, wie es ihre Pflicht gewesen wäre, gaben fie den internationalen Rechtsgedanken einfach preis. Jetzt, mit Abschluß der Anleihe, wird flar, welche Kräfte die Regierungen dazu gebracht haben, ihre Haltung zu reDidieren und Rumänien nachzugeben. Es sind die Banfiers gewesen, die mit der rumänischen Anleihe ein glänzendes Finanzgefchaft machen wollten. Das fonnten sie aber nicht, folange es zweifelhaft war, ob Ungarn in einem Brozeß nicht vielleicht doch umfangreiche Entschädigungsansprüche an Rumänien durchsehen würde. So wurde namentlich der englischen, aber auch der französischen und italienischen Regierung und wohl auch anderen vom einheimischen Kapital nahegelegt, dafür zu sorgen, daß Ungarn feinen Prozeß mit Rumänien führen darf: denn wenn Ungarn diesen Prozeß führen dürfe, um ihn etwa zu gewinnen, dann werde Rumänien mit neuen Schulden belastet. Mit einem Staate aber, bem fo etwas brohe, fönne man teine Anleihe abfchließen. Und da es den Regierungen fapitalistischer Staaten eben nicht auf Recht und Gerechtigkeit anfommt, war es ihnen auch gleichgültig ob sie ihrer eigenen Politif ins Ge ficht schlugen. Statt das Schiedsgericht einzusetzen, verhin berten sie den Prozeß Ungarns gegen Rumänien. Und dann Das Gasenko- Boot. Nach diesem Modeli soll der Ozeanoplan gebaut werden und in 40 Stunden den Atlantik überqueren. Man sieht beiderseitig über den Schwimmern und unter den Flügeln die Wasserflohbeine", die nach allen Seiten knick- und streckbar sind und dadurch das Boot dem Wellendruck entziehen. 99 Die Fäden der Verschwörung. Meutereien in Merifo? Mexiko, 20. Juli.( Eigenbericht.) Am Donnerstag sind in Mexifo- Stadt im Zusammen hang mit der Ermordung Obregons außer den Ange. hörigen des Täters noch eine ganze Reihe anderer Personen in saft genommen worden. werden beschuldigt, von dem Attentat gewußt bzw. an ministeriums zu beantworten und gewisse Truppenverschiebungen entgegen den Anweisungen des Kriegsministers vornimmt. General Escobar war früher Befehlshaber der Regierungstruppen in Chihuahua und Führer der Armee, die den Gomez- Aufstand unterdrückte. deffen Vorbereitungen beteiligt gewefen zu sein. Die Schweres Autounglück bei Heiligensee. Zahl der Verhafteten beträgt bisher 15. Es sollen sich darunter auch hohe Staatsbeamte befinden. Um welche Personen es sich im einzelnen handelt, wird mit Rücksicht auf die Untersuchung bisher noch geheim gehalten. Die am Mittwoch verfügte Zensur der Pressetelegramme ist auf Anordnung des Präsidenten wieder aufgehoben worden. Was tun die Generale? New Bort, 20. Jufi. Berichte aus Laredo in Teras besagen, daß drei Regimenter in dem merikanischen Staate Daraca gegen die meritanische Regierung gemeutert haben. In megitanischen Regierungstreifen besteht ernste Sorge über die Haltung des Generals Escobar, der sich geweigert hat, ein Telegramm des Kriegs Ein Zoter, zwei Schwerverletzte. Auf der Ruppiner Chauffee zwischen Schulzendorf und Heiligensee ereignete fich heute mittag ein schweres Aufounglüd, bei dem eine person getötet, zwei weitere fchwer verletzt wurden. Das mit vier Bersonen bejezte Privalauto befand sich auf der Fahrt nach Belten. Kurz hinter Schulzendorf geriet der Wagen aus bisher noch ungeklärter Ursache auf den Sommerweg und rafte gegen einen Chausseebaum. Die Folgen waren furchtbar. Das Auto überschlug sich mehrmals und begrub alle Infaffen unter sich. Vorüberfahrende Automobilisten und Ausflügler fonnten die Verunglückten erst nach längerer Zeit aus den Trümmern befreien. Der Führer des Wagens, der 36jährige Karl bereits tot. Die Leiche wies fchmere Schädelverlegungen Brandenburg aus der Wollantstraße 26 in Pankow, mar auf. Bon den Infaffen hatten der Kaufmann Joseph Gaffer aus der Friedrichstraße 4 und deffen Begleiterin, deren Personalien noch unbekannt sind, schwere opfperlegungen erlitten. find sechs Bochen ins Land gegangen da hai Rumänien Die Ursachen der Bahnkatastrophen be fanden im Birchow Krankenhaus Aufnahme. Der vierte die Anleihe und das Finanzlapital macht an ihr ein großes Geschäft. Das Ganze ist wieder ein Beispiel dafür, wie die Regierungen fapitalistischer Staaten am Bängelband fapitalistischer Kreise internationale Politik treiben. Acgyptens Mussolini. ( Berichte auf der 2. Seite.) Insasse, der in hohem Bogen in den Chausseegraben geschleudert worden war, fam wie durch ein Wunder unverlegt davon. Die freiwillige Feuerwehr von Tegel nahm die Aufräumungsarbeiten an der Unfallstelle vor. Nobiles Opfer auf der„ Citta". Wenn die Menschenkraft versagt Bergeblich fucht man nach Amundsen. 10 Der ruffische Eisbrecher„ kraffin" ist in kingsban eingetroffen und hat die geretteten Mitglieder der NobileExpedition an Bord der„ Citta di Milano" gebracht, wo sie von der Befagung mit lauten Hochrufen empfangen wurden. Lils der„ Kraffin" gegen 8 Uhr mit seinem großen roten Banner gesichtet wurde, befand sich die gesamte Mannschaft der„ Citta di Milano" an Deck. Das endliche Wiedersehen tam in rührenden Szenen zum Ausdruck. Das Antlitz 3 appis wies Spuren besonders harte: Strapazen auf. Als letzter wurde Mariano auf einer Bahre an Bord gebra ht. Er wurde vom„ Krassin" mit Hilfe eines Krans in das Motorboot niedergelassen. Bon Bord des rassin" berichte: der Korrespondent des „ Corriere della Sera": Unsere Fahrt nach der Kings ban erfolgte bei dichtem Nebel. Wir legten nur zwei Meilen stündlich zurüd. Die Stelle, wo sich Mariano und 3 appi befunden hatten, trafen wir fast eisfrei an. Die beiden wären einen Tag nach der Rellung bereits der raschen Eisauflösung zum Opfer gefallen. Nach Angaben der geretteten Schiffbrüchigen der ViglieriGruppe war es in erster Linie das Fleisch des von Malmgreen erlegten Eisbären, das die Gruppe vor dem Hungertode rettete. Verschiedentlich stellten sich Eisbären beim roten Zelt ein, entfernten sich aber jeweils fast fluchtartig. Der Eisbrecher Malygin" stieß im Storefjord auf unpassierbares, bis zu 10 Fuß dickes Eis. Seine Nachfors hungen nach Hoch zu Roß. HOLLAND DEUTSCHLAND 21-01 9.November 1918! Der Reichsbote" will zu Wilhelms 70. Geburtstag für cin nationales Kaiserdenfmal, Hoch zu Roß" fammeln. Wir freuern diesen Entwurf bei. Amundsen hatten fein Ergebnis. Der Eisbrecher begibt sich nunmehr wegen der Erschöpfung seiner Rohlenvorräte nach Archangelst. Die römishe Presse„ begrüßt" den Beschluß Mussolinis über die sofortige Heimkehr der Schiffbrüchigen der" Jalia" und die Aufforderung der Einstellung weiterer persönlicher Bericht und die Aufforderung der Einstellung weiterer persönlicher Bericht: denziösen Feldzug" eines großen Teils der ausländischen Presse. Es gibt in Rom nur eine Presse: die faschistisch c. Ihr wird man es nachfühlen, daß sie den Befehl des Duce begrüßt. Denn der Faschismus hat, um seine Schande nicht noch zu ver größern, alles Interesse daran, die Wahrheit über das Verbrechen Nobiles zu vertuschen und zu verheimlichen. erstattung. Sie erblickt darin eine Maßnahme gegen den„ tenDer Fall Jakubowili. Berliner Beamte angefordert. 1980 Der Medlenburg- Strelitzer Untersuchungsrichter, der den Fall Jakubowiki bearbeitet, hat an das preußische Innenminifterium das Ersuchen gestellt, zur Untersuchung des Falles Jakubowffi einen Berliner Beamten, den kriminalrat Gennaf zur Verfügung zu stellen. Des Lebens überdrüffig! Bier Selbstmorde am frühen Vormittag. In den heutigen frühen Morgenstunden schieden nicht weniger als vier Menschen aus dem Leben. Aus dem Schlafzimmerfenster ihrer im zweiten Stodwert ge legenen Wohnung stürzte sich heute gegen 28 Uhr die 48jährige Witwe Adele Müller in einem Nervenanfall auf den Hof hinab. Die Lebensmüde hatte so schwere innere Verlegungen erlitten, daß sie wenige Minuten später starb. In ihrer mit Gas gefüllten Wohnung im Hause Fontanestraße 2a in Lichterfelde wurde gegen& Uhr die 63jährige Witwe Olga Martiniz tot aufgefunden. Lebensüberdruß war, wie aus einem hinterlaffenen Zettel hervorgeht, das Motiv zur Tat. An einem Gar tenzaun in der Laubenkolonie ,, Sandwüste" in Panfom erhängte sich heute früh um 5 Uhr der 65jährige Arbeiter Ernst& archland aus der Alten Jakobstraße 5. Die Gründe, die den alten Mann in den Tod getrieben haben, sind noch unbekannt. Wegen Familienzwistigkeiten suchte der 20jährige Maurer Richard Friedrich den Freitod. Er entfernte sich gestern abend aus der elterlichen Wohnung in der Ruppiner Straße 39 und lehrte nicht wieder heim. Heute früh fanden ihn Angehörige im Keller er. hängt auf. In der 3ionstirchstraße stürzte sich furz nach 8 Uhr die 30jährige Frau Helene Sume aus dem dritten Stod mert auf den Hof hinab. Die Frau wurde in hoffnungslosem Zustande in das Virchow- Krantenhaus gebracht. „ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, und " Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauflage bei. 1838 Die Ursachen der Bahnkatastrophen.- Sprechende Zahlen. iOS Ein Eisenbahnunglüd folgt dem anderen. Damit fintt unwillkürlich das Vertrauen in die Sicherheit der Beförderung bei der Reichsbahn. Wie steht es nun mit der Unfallverhütung im Betriebe unserer Reichsbahn? Zunächst einige Zahlen über das Ausmaß der Unfallgefahr im Eisenbahnbetrieb überhaupt. Die Zahl der verunglückten Per ſonen bei der Eisenbahn stieg von 1752 im Jahre 1880 auf 3065 im Jahre 1913. Die Zahl der getöteten Arbeiter und Be= amten stieg von 226 im Jahre 1880 auf 747 im Jahre 1913. In lands und damit ein bedeutendes Ansteigen des Verkehrs. den Jahren 1880 bis 1913 erfolgte der Wirtschaftsaufschwung Deutschlands und damit ein bedeutendes Ansteigen des Vertehrs. bes BerAus diesen Zahlen ergibt sich, daß mit dem Anfteigen des Verfehrs und der damit parallel laufenden Arbeitsintensivierung eine ständige Steigerung der durch Unfall getöteten und verlegten Perjonen erfolgte. Soweit Zahlen vorliegen, beweisen sie, daß in der Nachkriegszeit die Unfälle schwerer und schwerster Natur zugenommen haben. Noch sind Namen wie München- Ost, Leiferde, Siegelsdorf und jetzt wieder München in furchtbarer Erinnerung. Es wurden im Jahre 1923 innerhalb der Reichsbahn 2741 Berfonen getötet und verletzt; im Jahre 1925 maren es 3042; im Jahre 1926 stieg die Bahl auf 3364, um 1927 leicht auf 3123 zu finten. Nimmt man die Zahlen des verunglückten Personals, so ergibt sich folgendes Bild: Im Jahre 1923 wurden 363 Arbeiter und Beamte getötet und verletzt 787; im Jahre 1925 tot 409, verlegt 1042; im Jahre 1926 tot 380, verlegt 1110 und im Jahre 1927 tot 447 und verlegt 1296. Die Steigerung ist also enorm und läßt die Frage nach der Berhüfung der Unfallgefahren be for bie Gleigerung immer dringender werdn. Die Gründe für die Steigerung der schweren Unfälle liegen zum Teil in zu starter Bean spruchung des Materials und Verwendung von ungeeignetem Material. Im wesentlichen liegen jedoch die Ursachen in der fast übermenschlich starken dienstlichen Beanspruchung des Personals. Die folgende Tabelle gibt hierüber interessanten Aufschluß; die arbeitstägliche Wagengestellung bietet ein Bild von der Arbeitsleistung des Personals und der Personalstand demonstriert die dafür zur Verfügung stehende Arbeitskraft. Arbeitstägliche Wagengestellung 1925 1926 1927 9 • . 124 070 129 889 149 288 Personalstand im Jahresdurchschnitt 732 961 707 570 704 016 Wenn man aus Personalstand und Wagengestellung einen Arbeitsintensitäts- Inder errechnet und dabei das Jahr 1925 gleich 100 setzt, so ergibt sich für 1926 eine Inderzahl von 108,5 und für 1927 von 125,6. Die Beanspruchung des Perfonals warim Jahre 1927 um 25,6 Pro3. höher als 1925. Mit der Berminderung des Personalstandes und der Stei gerung der Arbeitsintensität erhöht sich die Un fallgefahr bei der Reichsbahn. Man versteht mun, wie sorgfältig die Sicherheitspor. tehrungen bei der Eisenbahn sein müssen und wie wichtig vor allem der Sicherheitsdienst jedes einzelnen bei der Reichsbahn Beschäftigten ist. Das emfige Begehen der Strecken durch den Streckenwärter, das Abklopfen der Radreifen, das Befühlen der Achslager durch den Wagenmeister, die geradezu liebevolle Betreuung und Behandlung der Lokomotive durch geradezu liebevolle Betreuung und Behandlung der Lokomotive durch den Führer und Heizer laffen die zahllosen Ursachen zu Unfällen entdecken und find im höchsten Maße geeignet, Unfälle zu verhüten. Dieses emsige Gebahren des Personals ist oft den Eisenbahnern selbst nicht recht einleuchtend, und die breite Deffentlichkeit findet diesen Sicherheitsdienst nicht selbstverständlich, sondern oft als überflüssig, als nublose leichte Beschäftigung. Aus dem Borhergesagten dürfte jedoch ersichtlich sein, wie wichtig diese nebensächlich erscheinende Der Staatsstreich in Aegypten. michae Berfassung außer Kurs gesetzt Freiheitspartei. Militär gegen die Kairo, 20. Juli. Das fönigliche Defret hebt neben dem Berfaffungsartikel über die Freiheit der Presse noch andere Artikel der Verfaffung auf, darunter auch die Bestimmung, wonach nach Auflösung der Kammer innerhalb zweier Monate die Neuwahlen stattzufinden haben. In einem Schreiben an den König erklärt Ministerpräsident Mahmud and air 9 ક 23 König Fuad von Aegypten der das ihm und England unbequeme Parlament unter Verfassungsbruch nach Hause schickte und die Diktatur aufrichtete. | Tätigkeit für die Verhütung der Unfallgefahr nicht nur für das Pera fonal, sondern auch für das Publikum ift. Doch alle technischen Fortschritte in den Sicherheitsanlagert fönnen die Unfallgefahren nicht restlos ausschalten, solange die Rationalisierungsmethoden im Eisenbahnbetrieb rcin formal- technisch und zwangsweise Anwendung finden. Die Gefährlichkeit im Eisenbahnbetrieb bringt es mit sich, daß die dienstliche Tätigkeit des Personals nach gewisse Normen geregelt sein muß. Diese Regelung erfolgt teils von Staats wegen, teils ist sie dem freien Bestimmungsrecht der Eisenbahna verwaltungen überlassen. Die staatlichen Borfhristen betreffen zu< nächst den Betrieb im engeren Sinne sowie die Unterhaltung des Schienenweges. Sie beziehen sich auf die Instandhaltung und Bemachung der Bahnen, die Betriebseinrichtungen. Signal, Telegraphen- und Blockanlage, die Anzahl, Bauart und Instandhaltung der Betriebsmittel, befondere Sicherheitseinrichtungen, und treffen Vorkehrungen für die Bequemlichkeit der Reisenden usw. Weitere Borshriften betreffen den Zugverkehr, den Fahrplan, die Fahrordnung, die Beladung und Belastung der Wagen, die Zusammen. stellung der Züge, die verschiebbaren Dienstbremsen, die Fahrgefchwindigkeit, die Abfertigung regelmäßiger und verspäteter Züge, Arbeitszüge, Hilfszüge, Bahnwagen und Draisinenfahrten, SchncePflugfahrten, Abrollen von Wagen, Berhalten bei Unfällen usw. also eine ziemlich reichhaltige Speisekarte, die dem Eisenbahna personal geläufig sein muß, soll es den Anforderungen entsprechen, die heute gestellt werden. Bei allen diesen Maßnahmen rein technisch- mechanis her Art zur Berhütung der Unfallgefahren wird eines fast vollkommen über. fehen. Die Bewachung und Durchführung einer solchen Unmenge von Borschriften muß aus sich heraus betriebliche Reibungsflächen ergeben. Die Unmenge der Vorschriften wirft auf das Personal, das sie beachten und durchführen soll, wie ein Hemmschuh. Würde auch nur 24 Stunden versucht, den Betrieb genau nach Borschrift durchzuführen, dann würde in spätestens der 25. Stunde, hö hstwahrscheinlich schon viel eher, der gesamte Eisenbahnverkehr lahmgelegt sein. In der Forcierung technisch- mechanischer Rationalisierung, unter Vernachlässigung sozialer und menschlich.orgo. nischer Bebingtheiten, liegt in der Hauptsache die Urfahe der Unfallgefahren. Soll diese Gefahr zunächſt auf das denkbar geringste Maß herabgesezt werden, dann muß an die Abstellung dieser Ursachen gegangen werden, die wesentlich bedingt sind durch die heutige abnorme A: beitsleistung des Personals und die bestehende Eristen3unsicherheit an sich. Die soziale Lage des Eisenbahnpersonals, bis ift Rern und Angelpunft einer wirksamen Unfallverhütung. So lange der Lotführer und Lofheizer, der Weichen wärte: und Wagenmeister, der Stredenläufer und Bahnwärter, turzum der Beamte, Hilfs= beamte und Arbeiter mit schwerer wirtschaft. licher Gorge belastet, zum Dienst gehen muß. fo. Iange besteht erhöhte Unfallgefahr. Solange derfelbe Dienstschichten und Arbeitsleistungen verrichten muß, die zum Teil weit über das physisch- mögliche eines gesunden Menschen hinaus gehen, vergrößert sich die Gefahrenzone um ein weiteres. Nur einen Augenblid in Gedanken bei der notleidenden Familie und grenzenloses Unglüd sowie großer wirtschaftlicher Schaden kann entstehen. Nur einen Augenblick ein Versagen der förperlichen und geistigen Kräfte, und schaudernd erfährt die Mitwelt, daß wiederum ein Unglüd foftbare Menschenleben und teueres Material zertrümmert hat. Leicht, sehr leicht wird dann der Stein auf den an geblich schuldigen Eisenbahner geworfen. Er war der Schuldige. Mit einem Bein im Zuchthaus, mit dem anderen im Grabe. Das ist sein 2os. Damit fann aber fein Im Gegenteil: Sicherung der Eristenz, Unfall verhütet werden. Im Gegenteil: menschenwürdige Dienst- und Arbeitsbedingungen, find die beste Unfallverhütung. H. Jahn. Pascha, daß das Kabineff nach reiflicher Ueberlegung feinen anderen Ausweg gefunden habe, der gegenwärtigen Lage Herr zu werden, als dem König die Auflösung des Parlaments zu empfehlen und im Intereffe der Wiedergewinnung regelmäßiger Verhältnisse die Regierungsgewalt auf fich zu vereinigen. Der Vollzugsrat der Wafe- Partei hat beidzloffen, die von der Regierung verbotene für Sonnabend angefehte Bersammlung in Tanta bei Alexandria do ch abzuhalten. Auf Anweisung des Innenminifteriums find die provinziellen Polizeistreiffräfte durch Truppenabtellungen beträchtlich verstärkt worden. In Tanta felbft find drei Offiziere und 50 Mann sowie eine Abteilung berittener Truppen eingetroffen. Je zwei Kompagnien 3nfanterie find in die Städte Benha und Damanhur enffandf worden. Eine Kompagnie Infanterie wurde nach Zagazig und nad) Kena gefchidt. Sämtliche Truppen haben Feldbahnen und Berpflegung für zwei Wochen mit sich genommen. Flucht zweier Fremdenlegionäre. Mislingen eines tollfühnen Bersuchs. Paris, 20. Juli. Bie aus Tunis gemeldet wird, stahlen zwei Fremdenlegionäre während der Nacht das Automobil des Generals und versuchton damit, über die Grenze nach Tripolis zu entkommen. Der Autodiebstahl wurde aber rechtzeitig bemerkt und die Grenaposten telephonisch benachrichtigt. Als die Flüchtlinge die Straße versperrt vorfanden, gaben fie mehrere Schüsse auf die Grenz wache ab. Diese erwiderte das Feuer und tötete einen der Legionäre. Der andere lenfte darauf bas Auto querfelbein und fuhr mit größter Geschwindigkeit in einen Gee. Die Grenz wache fischte ihn, den getöteten Legionär und das Automobil aus dem Waffer. Ein peinliches Zensurverfehen. Der„ Dziennik Ludown"( Bolfstageblatt) wurde am Donners tag beschlagnahmt wegen eines Artikels über deutsche Blätterstimmen zum Interview des Marschalls Pilsudski. Wie fich später herausstellte, stammte ber Artikel aus dem vom Barschauer Außenministerium für die Preffe herausgegebenen amilichen Bericht. D Die aufgefundene Leiche! 10g9nd Kunst in Privatbesitz. Es ist bestimmt Löwenstein! Nach einer Meldung aus Calais ſteht jeht einwandfrei feft,( Ausstellung im Kronprinzenpalais.) ben baß der gestern von einem Fischerfahrzeug aufgefundene Leichnam der Löwensteins ist. Der Leichnam war durch den langen Aufenthalt im Wasser start angegriffen. Stellenweise sind die Knochen bloßgelegt, und das Geficht ist vollständig entstellt. Außerdem zeigen fich an der Brust und an den Schultern große wunden, und die Bauchdecke war zerrissen, was auf den Sturz aus großer Höhe zurückzuführen ist. Das Schiff 155 heilige Therese Dom Jesuskind" befand sich am Donnerstag nachmittag acht bis zehn Meilen nord westlich vom Kap Cris Nez, als der Schiffseigner die Leiche eines Mannes auf dem Wasser schwimmen fah. Mit untergetauchtem Gesicht näherte sich die Leiche. Der Schiffseigner nahm sie an Bord und wickelte sie in ein Segel ein. Hierauf nahm er Kurs auf Calais, wo er gegen 19 Uhr antam. Die Leiche wurde sofort nach dem Schauhaus gebracht. Die Leiche war nur noch mit einem Unterbeinfleid, jeidenen Soden sowie Schuhen befleidet. Am rechten Handgelent trug die Leiche ein Uhrenarmband, in dessen goldener Klammer eingraviert war Capitaine Löwenstein, 35 Rue de la Science, Brugelles". Die Uhr und die Ringe waren ver. schwunden. An einem? ünstlichen Gebiß, das von der Familie Löwenstein alsbald nach dem Verschwinden des Bankiers beschrieben worden war, konnte die Leiche erkannt werden. Der Bürgermeister von Calais stellte die Lodesurkunde aus. Die Nachricht von der Werte), auch das beſtgeleitete moderne Museum an Materialwert. Wobei zu bedenken bleibt, daß neben Delmalerei auch die Stulptur glänzend erscheint, Zeichnung, Aquarell und Graphit hingegen not gedrungen fehlen mußten. Um die Maffe des modernen Kunstgutes aus Berliner Privat-| prinzenpalais, beide Abteilungen zusammengenommen( etwa 400 besig zu zeigen, bedurfte es zweier Ausstellungen im Kronprinzen palais; Dr. Thormählen und Dr. Henzen, die die eigentliche Arbeit besorgt haben, und denen unseren Dank auszusprechen mehr als Anstandsgefühl gebietet, hätten gut auch drei oder vier Fortsetzungen folgen lassen fönnen, Zahl und Qualität der Kunstwerke hätten es erlaubt. Man darf bei dieser Gelegenheit auch darauf hinweisen, daß wirklich nicht alle Künstler von Rang vertreten sind, von denen museumsreife Stüde fich in Berlin befinden; von der Dessauer Bauhausgruppe fehlten 3. 23. der bedeutende Schlemmer, Muche, W. Baumeister; an benachbarten Talenten müssen Arnold Topp und Schwitters genannt werden; von den Opfern des Weltkrieges ist leider Hans Bolz gänzlich über gangen worden, dessen Bedeutur Lüden werden auch andere feststellen fönnen, vor allem wohl die Künstler, die sich zurüdgesezt glauben. Niemand kann es allen recht machen, und diese große und dankenswerte Veranstaltung Justis will und kann ja nicht zu einem nachimpressionistischen Glaspalast sich auswachsen. Gleichwohl ist die Menge sowohl der aus gestellten Künstler wie die der Leih- Aussteller( 1331) auf dieser zweiten Abteilung ganz erstaunlich. Während sich das Interesse Eine Kritik der 81 Künstler und 300 Berte im Einzelnen is natürlich ausgeschlossen. Man fann fich nur immer freuen, daß wi so viele starke, tönnerische, empfindungsvolle oder geistreiche Künstle haben, und daß Berliner Privatsammler einen jo guten Instin befizen, der auch vor den noch ganz Unbekannten nicht zurückschre ( von denen etwa Laves, R. v. Appen, Wunderwal ganz Ausgezeichnetes geben). Als besondere Hoffnung erweden seien unter den Malern Nay, Jankel Adler, Champion und Schoff hervorgehoben; Naegele, Kleinschmid und Adolf Dietrich( feine Jünglinge mehr!), hier schon mehrfach gerühmt, haben ihre feste Form gefunden, die sie wohl faum mehr aufgeben, wohl aber steigern fönnen. Untr den Malern, um bei ihnen zu bleiben, gibt es sehr schöne Einzelleistungen noch bei Herbig, mense, Shrimpf, Domscheit, de haer, Kerschbaumer, Raus; von Aelteren bei dem vornehm alt= modischen( und sehr wertvollen) Bartning, edendorf, hat in juristischen Kreisen graffindung der Leiche Löwensteins der ersten, die im Februar eröffnet wurde, im wesentlichen auf die Jäckel, Bató, Partitel, Purrmann, Levy, MoIL weil dadurch alle aus dem belgischen Recht sich ergebenden Schwierig feiten hinsichtlich der Todeserflärung beseitigt sind. Der Sohn Löwensteins fann nunmehr die Erbschaft des Toten antreten. Ein Familienrat wird in Kürze über die Berwaltung des Bermögens Beschluß fassen. s isti Ein Laubeneinbrecher angeschossen. Bei einem versuchten Laubeneinbruch wurde in der vergangenen Nacht ein Einbrecher auf dem Gelände an der Trabrennbahn in Mariendorf schwer angeschossen. Einer der Kolonisten hatte zum Schutze seines Eigentums eine Selbstschußanlage angebracht und fie ordnungsmäßig bei der Polizei gemeldet. Ein Einbrecher, der gegen 24 Uhr über den Zaun geklettert war und in das Lauben Am Flughafen wird gebaut. Auf dem Tempelhofer Flughafen wird zurzeit an der Erweiterung der Gebäude gearbeitet, in denen die Bureaus der Luftverkehrsgesellschaften untergebracht sind. In dem Erweiterungsbau werden nicht nur Bureaus der Lufthansa, sondern auch die Berliner Bureaus der Deruluft, Moskau, und bayerischen Verkehrsgesellschaft Unterkunft finden. häuschen eindringen wollte, geriet in die Anlage und wurde von der Schrotladung schwer getroffen. Nachbarn, die den Schuß hatten fallen hören, riefen die Polizei, die den Berletzten nach dem Staatsfrankenhause brachte. Die Schrotförner hatten die Beine und das Gesäß mehr oder minder verlegt. Der Mann wurde fest gestellt als ein mohnungsloser 23 Jahre alter Friedrich A. Erbeutet hatte er noch nichts. Assist Der Hamburger Gewerkschaftsfongreß. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes veröffentlicht im Organ des Bundes, der Gewerkschafts- Zeitung", die Tagesordnung des am Montag, den 3. September, im Hambur ger Gewerkschaftshaus beginnenden 13. Kongresses der Ge mertschaften Deutschlands- des dritten Bundestages des ADGB. Dem Bericht des Bundesvorstandes, den der Bundesvorsitzende Th. Leipart erstattet, foigt ein Referat von Friß Naphtali über die Berwirklichung der Wirtschaftsdemokratie. Der Bundessekretär Otto Heßler wird über die Bildungsaufgaben der Gewerkschaften berichten und der stellvertretende Bundesvor sitzende Hermann Müller über Bereinheitlichung und Selbstverwaltung in den Einrichtungen der fozialen Gefehgebung. Der Kongreß wird voraussichtlich bis Sonnabend, den 9. September, tagen. 079226 Tabafarbeiter Verbandstagswahl! Am Sonnabend, dem 21. Juli, und zwar in der Zeit von 12% bis 4% Uhr, wählen die Verbandsmitglieder unter Borlegung ihres Mitgliedsbuches das nicht mehr als sechs rädständige Bochenbeiträge aufweisen darf zum Verbandstag in München. Außer im Burau, An der Stralauer Brücke 6, wird in folgenden Lokalen gewählt: Rungeftr. 17, Rungestr. Ede Brüdenst., Ritterstr. 15 und 117, Köpenider Str. 126, Koppenstr. 27, Rosenthaler Str. 11-12 und in Bankow, Berliner Ecke Hadlichstr. Die Beteiligung an der Wahl wird im Mitgliedsbuch vermerkt. Wahrecht ist Wahlpflicht! 3mmer noch Entlaffungen im Ruhrbergbau. Effen, 20. Juli.( Eigenbericht.) Die Bergarbeiterentlaffungen im Ruhrgebiet sind ungefähr im Ausmaß der Maientlaffungen fortgefegt worden. Im Mai wurden etwa 6000 Mann entlassen. Am 1. Juni sind 1000 Mann, am 15. Juni 2000 Mann, am 30. Juni 3150 mann entlassen worden. Am 15. Juft ftanden 4600 Mann auf Kündigung, zum 30. Juli werden voraussichtlich weitere 2500 Mann gekündigt. Damit werden innerhalb weniger Monate nicht weniger als 20000 Ruhrbergarbetter entlassen sein. " Blauen Reiters" beschränkte und die nächsten Künstler jeweils einen Saal zugewiesen befamen, hat sich diesmal eine weit mannigfaltigere Fülle zusammengefunden, die Gesamtzahl der Maler und Bildhauer beträgt 81, und feiner hat mehr als eine Wand erhalten können( nur Hofer deren zwei). Das liegt nun auch daran, daß sich z. B. von G. Groß, Otto Dig und Beckmann erstaunlicher weise nur sehr wenige Bilder in Berlin überhaupt gefunden haben, und daß die Kunstfreunde sich in der letzten Zeit mit erfreulichem Eifer der vielen jungen Talente angenommen haben, die durch die Tätigkeit unferer Kunsthandlungen, wie der deutschen Kunstgemeinfchaft und anderer großer Ausstellungsfaktoren an die Deffentlich teit getreten find. Eine solche Qualitätsauslese, wie sie zunächst der Ankauf Brivater, dann die aussiebende Tätigkeit der Berliner Museumsleiter garantiert, ist fast nie in Ausstellungen zu erreichen; die Künstler präsentieren fich demgemäß nur in guten und erlesenen Werfen, also so, wie es ihnen am vorteilhaftesten steht. Dieses ausgezeich nete und für ihre Beurteilung einzig maßgebende Brinzip ist heute immer noch nicht einmal in den modern gesinnten Museen durchgeführt. Man möchte wünschen, daß öffentliche Sammlungen lebender Kunst nur in solcher Technit eines doppelten Siebes zu stande kämen. Jedenfalls übertrifft die Ausstellung des Kronheim, Mopp, Charlotte Berend, Rauen und Moll Die fleinen Kollektionen der Führer zeigen einen Ausschnitt, und manchmal nicht den besten, ihres umfänglichen Wesens: Bed mann( den Berlin sonderbarerweise erst in der jüngsten Zeit entdeckt hat), Otto Dig, von dem nur 5, George Groß. von dem nur 3 Bilder aufzutreiben waren, und Karl Hofer, unter deffen 12 Bildern sich keines von repräsentativer Bedeutung findet( man muß ihn in der Schweiz aufsuchen!). Auf absoluter Höhe steht die Auslese aus der Stulptur: pon den Welteren find Kolbe, Friz Huf, Haller, Albiter, Scharff, R. Sintenis trefflich vertreten; von den Jüngeren Belling, nicht ganz seiner Bedeutung entsprechend( nur Kleinplastik), dafür haber Kurt Edzard, Mataré, Abbo, Garbe, Scheibe und vor allem Gustav S. Wolff in einer glänzenden Auslese. Man ist beinahe versucht, ein qualitatives Uebergewicht der Bildhauer über die Maler festzustellen. Einen ganz Unbekannten, 2 legander 3ich ofte, lernt man in vier meisterlichen Charakterföpfen fennen( darunter den Kopf Justis) und von Wolff, einer unserer großen Hoffnungen der Monu mentalbildkunst, sah man noch faum je soviel verschiedenartige und charaktervolle Kleinstulpturen beifammen. Dr. Paul F. Schmidt. General Tschangtschungtschang. Bon Hermann Schützinger. Jeder Krieg hat neben den üblichen Herren feit Jahrtausenden auch seine fomischen Figuren, irgendeinen Bramarbas, der meit über Gebühr das Maul aufreißt oder einen drittklassigen Kämpfer à la Thersites, der mit heiler Haut zurüdlehrt, während die erste Garni. tur" der Rasen deckt. Ein altehrwürdiger Trid berühmter Kriegshelden aber ist es gewesen, der Truppe durch eine große, weithin sichtbare Geste des Führers den Glauben zu imputieren, es gebe nur eine Wahl, nämlich die zwischen Sieg und Tod. Bon Rückzug oder Berständigungsfrieden" oder Schandvertrag" fönne natürlich feine Rede sein! Die Strategen des alten Griechenland pflegten die Brücken über Den Hellespont oder eine andere Meerenge hinter sich unter großem Getöse abzubrechen, die seefahrenden Admirale der Entdeckerzeit ihre Schiffe mit viel Lärm hinter sich zu perbrennen, die Generalſtäbe der Weltfriegzeit aber versuchten ihren Soldaten einzureden, daß jeder Gefangene drüben auf der anderer Seite der großen Front sofort bei lebendigem Leib geröstet wird. Im Bürgerkrieg aber ist es doppelt so schwer, der fechtenden Truppe, die Alternative„ Sieg oder Tod" finnenfällig einzubläuen. Wallenstein schickte zu diesem Behuf seine wallonischen Schüßen und den Brofoßen hinterbrein und ließ vor jeder Schlacht, obwohl ihn das Bipperlein mächtig plagte, feine Sänfte natürlich die zweite Garnitur" in Stüde hauen, als Symbol: Es gibt fein Zurüd! Sieg oder Tod!" Der zwei Meter hohe, herrlich gebaute chinesische General Tschangtschungtschang aber hat soeben einen neuen Trid dieser Art entdedt. Er führte in der großen Entscheidungsschlacht zwischen Nord und Süd einige Wochen lang seinen Sarg mit hin und her. Bon Stellung zu Stellung. Bon Quartier zu Quartier. Bon Schlacht zu Schlacht! Einen großen, schönen, gelb ladierten, mit Balmwedeln und den Initialen R. 3. B."( Requiescat in Pace" Er rube in Frieden") verzierten Garg! und Radau! Nicht etwa heimlich, im letzten Bagagewagen, damit das Möbel im Bedarfsfall unauffällig zur Stelle ist sondern mit viel Bomp Bermutlich war der Sarg des zwei Meter großen, schön und ebenmäßig gebauten, vom Straßenräuber zum Storpskommandeur avancierten Generals auf einem hohen Laftauto aufmontiert, damit ihn die Infanteriekolonnen und die Bagagefahrer auch richtig fehen fonnten, fowie mit einem großen Zettel versehen:„ Sarg für Herrn General Tichanotschungtichang." In jedem Korpsbefehl aber war von dem Sarg die Rede: „ Wir greifen an! Sieg oder Tod! Ich habe meinen Garg dabei!" ..Reinen Schritt zurück! Nur über meine Leiche! Mein Sarg steht parat!" Nach dem ersten Gefecht meldet Tschangtschunatschang, daß er die Schlacht verloren und den Brigadegeneral Jangtschingtschen megen Feiaheit vor dem Feind hinrichten ließ. Sein eigener Sarg ftehe unentwegt bereit. Nach dem zweiten Gefecht zieht Tschangtfchungtfang feine Truppen und seinen Sarg aus der gefährdeten Zone von Tsinan zurück und telegraphiert an feinen Chef Tschangsolin, der Rückzug fei leider unvermeidlich gewesen, der Wille des Himmels fei gegen ihn gewesen; man müsse sich beugen; so wolle es der liebe Gott. Diese Ausrede hat er von Wilhelm Zwo! Nach dem dritten Gefecht aber löst sich das Armeekorps samt dem Sarg Tschanatschungtschang in seine Bestandteile auf und der Kommandierende" macht an der Hausdes Generals türe Tschangfolins in Pefing den Kotau", d. h. er wirst sich der Länge nach vor dem Marschall auf den Bauch und fleht um Gnade vor seinem Herrn. anda cre Da es aber sehr drollig aussieht, wenn ein zwei Meter langer General in voller Uniform am Boden liegt und um sein Leben winfelt, hat sich ganz Pefing über die Szene schief gelacht! Uebrigens: Warum in die Ferne schweifen? Am Borabend bes Zusammenbruchs hat der Generalquartiermeifter dem wankender Obersten Kriegsherrn" eine ähnliche Geste empfohlen. S. M brauche sich zwar feinen Sarg à la Tschangtfchungtschang zu taufen aber ein furzer Gang an die Front, an die richtige" Front, mi einem Gewehr in der Hand, erfülle vielleicht denselben Zwed. Der Hofmarschall hat diese Gefte unter Berufung auf den lieben Gott entrüstet abgelehnt und S. M. unter Berufung auf sein lädiertes Bein. Und überhaupt: Heutzutage fällt ein aufgeflärter, gebildeter Soldat auf so einen Trid überhaupt nicht mehr rein! Von Pelzen, Polizei und Dieben Abenteurerfilm in der Schauburg. Der Abenteurerfilm muß in erster Linie spannend sein. Eine elementare Borausfeßung, die der englische Film ,, Derrote Ziger Don Kanada" übersieht. Allerdings tritt ein prächtiger Finster. ling im Stil John Barrymores auf, der Pelze stiehlt, virtuos mit dem Revolver umgeht und dazu noch mit einer raffinierten Graufamfeit aufwarten fann. Dieser vertrauenswürdige Herr wird gemeinsam mit seiner Bande schließlich von dem Meisterdetektiv Ra nadas, dem roten Tiger", erledigt. Aber der Manuskriptverfasser macht sich das Leben doch zu leicht, denn der geniale Detektiv verläßt fich allein auf seinen Instinkt. Er verfolgt den Verbrecher auf einem filometerbreiten Strom, fennt die Gegend nicht und landet mit mathematischer Sicherheit immer dort, wo auch der andere ans Land gegangen ist. Diese Fähigkeit grenzt zu sehr an den Bezirk des Wunders. Ferner versteht der Regiffeur Robert de Lacy nicht. eine Handlung wirksam zu steigern. Dem Film fehlt das Tempo Selbst das Finale, bei dem es drei Leichen gibt, also fogar mehr als üblich in diesem Genre, wird langsam und mit vielen Retardierun gen abgerollt. Man läßt sich eben Zeit. Robert de Lacy legt meder auf die schauspielerische Leistung noch auf die Straffung der Handlung den Akzent, sondern nur auf den dekorativen Rahmen. Und tatsächlich zeigt der Film sehr schöne landschaftliche Bilder, die eine wildromantische Szenerie auf liebliche Idylle stilisteren. Aber dieses fünstlerische Empfinden in der Behandlung der Dekoration und dem lückenlosen Einfügen der Menschen in die Landschaft entscheidet nod mittelmäßig. nicht über die Fähigkeiten eines Regisseurs. Die Darsteller sind „ Tristan und 3folde" in Buenos Aires. F.S. Das deutsche Opernensemble, das an der Repertoiregestaltung der Opernfaifon im Teatro Colon" in Buenos Aires beteiligt ist. hat seine Tätigkeit mit einer Aufführung des Tristan" erfolgreich eingeleitet. Die Aufführung wurde von Egon Bollat geleitet; in den Hauptrollen wirften die Damen Beatrice Sutter und Maria Olcemita zusammen mit dem Tenoristen Otto Wolff, dem Baritont. sten Emil Schipper und dem Bassisten Alexander Kipnis mit. Die Regie führte Georg Bauly. Zehn unverö entlichte Erzählungen der Weltliteratur bringt das umfang. reime Doppelbeft( Juli- August) der literarischen Beitschrift Die Neue Bücherschau", bie von Gerbart Bobl herausgegeben wird( R. M. Spaeth Berlag, Berlin). Das Geft enthält in Deutschland unveröffentlichte Er zählungen von dem Franzosen Hemi Barbusse, den Amerikanern Jad London und John Necd. dem Nussen R. Babel, dem Polen Kuljusz KadenBandrowsin. dem Tschechen F. C. Beistopf und den Deutschen Mag Hermann- Neiße, Georg von der Bring und Herbert Beder. Das Wunder von Havanna. Gemäßigte Temperatur in den Tropen. Seit anderthalb Jahren befassen sich zwei französische Ingenieure, Claude und Boucherot, damit, an der Küste von Kuba auf irgendwelche geheimnisvolle Weise den Temperaturunterschied zwischen der tropischwarmen Meeresoberfläche und dem Tiefenwaffer, das 4 Grad Celsius mißt, zur Herstellung von Elektrizität nutzbar zu machen. Das Verfahren soll nun soweit fortgeschritten sein, daß man an die Errichtung des Elektrizitätswertes selbst geht. Seine Leistungsfähigkeit mit 12 000 Kilowatt für den Anfang ist zwar nicht groß, aber sie genügt, um das augenblicklich arbeitende Werk zu ersetzen. Und hier liegt der eine der enormen Vorteile: das alte Elektrizitätswerk wurde mit Zuckerrohrstengeln geheizt. Kuba produziert im Jahre etwa 6 Millarden Kilogramm Zuder und die verbleibenden Stengel genügten gerade zum Betrieb des Elettrizi tätswerts. Es gibt aber zur Papierherstellung fam ein Material, das geeigneter wäre, als gerade diese Stengel. So wird durch die Einsparung des Brennmaterials Havanna eine neue Exportindustrie erhalten, die um so wichtiger sein wird, als jetzt schon die fancdischen Holzlieferanten faum mehr der internationalen Nach frage nachzukommen vermögen und dort von einer Kontingentierung bzw. vollständigen Einstellung der Holzausfuhr nach Europa bereits ernsthaft die Rede ist. Die andere, gerade zu utopisch anmutende Seite der Angelegenheit ist aber die folgende: das neue Wert wird stündlich hunderttausend Kubikmeter eistalten Wassers unmittelbar an der Küste an die Meeresoberfläche fördern, das entspricht bei einer Tagesarbeit non 12 Stunden 120 Millionen Kilogramm Eis. Die Erfinder versprechen sich und anderen davon eine völlige Aenderung des meist ungefunden tropischen Klimas der Insel, neue Anbaumöglichkeiten und ganz ungeahnte Aussichten für die Bevölkerungspolitif. Wenn alle Berheizungen wirklich in Erfüllung gehen, so würde Ruba eine Infel mit gemäßigtem Klima mitten in den Tropen werden. Fünfhundert Berschollene. Gelegentlich der Gerüchte um den Tod des Bankiers Alfred प des Obregons Obregons Wert. Onoisolua si Was der ermordete Präsidentschaftskandidat Mexikos für sein Land tat. Revolutionen und politische Morde das ist das äußere Bild| teidigen. Dies schien Obregon die günstigste Gelegenheit, an die reale heutigen Mexiko. Der vierunddreißigjährigen Amtszeit des Macht zu kommen. Er versammelte seine Anhänger, er unterſtügte Präsidenten Porfirio Diaz fegte 1911 die Revolution Maderos ein das legitime Regime und wurde aus einem städtischen VerwaltungsBiel, und nun folgte eine wilde Zeit der Anarchie; Madero wurde beamten General. ermordet, sein Nachfolger Huerta zur Abdanung gezwungen. Car ranza wurde ermordet, ein Aufruhr reihte sich an den anderen. Erst mit der Präsidentschaft Obregons, die eine Periode der Reformen einleitete, schien eine Zeit anzubrechen, in der die Regierung die Bügel feft in der Hand hielt. Nun ein neuer politischer Mord, der merito in neuen Wirrwarr stürzen kann. Zivilisation" in Merifo. Es gibt wenige Völker, die in der Masse so verarmt sind mie gerade Merito. Das Land, unerhört schön und mit natürlichem Reichtum des Bodens überreich gesegnet, gehört ein paar Tausend Ausländern und der dünnen weißen Oberschicht. Fünfzehn Millionen Menschen werden von ihnen in einer Stellung gehalten, die von Leibeigenschaft nicht sehr weit entfernt ist. Das ist der Segen europäischer Zivilisation, den die spanischen Eroberer vor 400 Jahren ins Land brachten! Den Spaniern fam es nur darauf an, das heißbegehrte Edelmetall, das Gold, zu finden und schnell reich zu werden. Zur systematischen Entwicklung des Bodens hatten sie keine Geduld, die amerikanischen Kolonien waren ihnen nur Ausbeutungsobjekt. Kein Wunder, daß die Kolonien sich vor hundert Jahren gegen die spanische Unterdrückung empörten: ind fich unabhängig machten. Der„ Indio". Die große militärische Leistung seines Lebens war der Sieg bei Celaya, in der General Obregon unter Berlust eines Armes die Entscheidung für den damaligen Präsidentschaftskandidaten Carranza erzwang, und zwar gegen die beiden Banditengenerale Zapatta und Billa, die damals die faktische Macht in Mexiko City an sich gerissen hatten. Das November- Attentat. die Anhänger der Serranos und Gomez, ihn zu ermorden. Bereits im November vorigen Jahres versuchten seine Gegner, Bei einem Autoausflug, ganz in der Nähe des jezigen Tatortes, schossen Automobilisten auf den vorbeifahrenden General. Er wurde leicht am Kopf verlegt, eine tolle Jagd durch die Stadt nach den Attentätern begann, und dabei muß man den Mut und die Kaltblütigkeit Obregons bewundern, der eine Stunde nach diesem Atten tat bereits in der überfüllten Stierfampfarena erschien und mit einem Berband um den Kopf den Rämpfen beiwohnte. Der Panzerwagen. Wenn Obregon reifte, begleiteten ihn, da man stets in Gorge um sein Leben war, im gepanzerten Pullmannwagen ein Dutzend zuverlässige Detektive. Der Bahnhof, auf dem sein Zug antam, wurde vorher vom Publikum geräumt, ein paar Hundert seiner an erkannten Anhänger bildeten eine Mauer um den General, der hinter einer Rupferplatte am Fenster auf das Zeichen zum Aussteigen, das ihm seine Vertrauten gaben, wartete. Auf seinem Rancho, einer der schönsten und größten Befizungen Meritos, lebte der General fast wie ein Gefangener. BahlPerson, um die der General felbft niemals besorgt war. Löwenstein erkundigte sich ein Journalist bei der Pariser Polizei, bessern. Er führte ein Regiment der eisernen Faust. Ausländer reiche Detektive und Parteifreunde sorgten für die Sicherheit seiner ob es überhaupt möglich sei, einfach seinen Namen von sich zu werfen und heimlich ein neues Leben zu beginnen. Als Antwort mies ihm der Beamte ein dickes Buch vor, das nichts enthält als die Abgängigkeitserklärungen von Menschen auf Grund der Anzeige von Familienangehörigen. Wenn man ganz absieht von denjenigen, bei denen Selbstmord vermutet wird, so verschwinden allein in Paris jedes Jahr ohne Abschied und ohne Erklärung etwa 500 Menschen. Die meisten von ihnen sind verheiratet und wünschen ohne Familienanhang ein neues Leben zu beginnen. Küchenmeister- Zonfilm in deutschen Kinos. Das deutsche Lihtspielsyndikat teilt mit, daß es die Rechte des Tonfilmsystems Küchenmeister getauft hat. In der vergangenen Woche habe vor einem Kreis europäischer Filmsachverständige: im Haag eine Vorführung des Systems stattgefunden, das von allen Teilnehmern günstig beurteilt worden sei. Der Küchenmeister- Ton film ist auf den Küchenmeisterschen Ultraphon- Prinzipien aufgebaut. Das Gerät ist eine Zusagapparatur, die ohne weiteres in jedes Lichtspieltheater eingebaut werden kann. સમ દ્વા In der Bolfsbühne. Theater am Bülowblak, findet heute, 81, Uhr, bie 50. Aufführung von Offenbachs Orpheus in der Unterwelt"( Bearbeitung Bibo Madeben) in der Inszenierung von Friz holl statt. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Volksbühne heater am Bülowplatz 81 Uhr Orpheus in der Unterwelt Deutsches Theater • Norden 12310 SU. Ende nach 101/2 Artisten legis Max Reinhardt Staati. Schauspielh. Die Komödie Am Gendarmenmarki Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Ferienhalber geschlossen! Komische 31 Uhr Oper 8 Uhr 9 JAMES KLBIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Bieh dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk, ab 10 Uhr geöffn. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str.6 Tel: Mpl. 16077! Bis 31. Juli täglich 8 Uhr Grosses Sonder- Gastspiel Bismarck 2414/7516 SU. Ende 108, U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater Charlottenstr.90/ 91.00h.170 31%, Ende nach 10/ iastspiel d. Deutschen Th. Der Prozeß Mary Dugan Saltenbarg- Bühnen Ots. Künstler- Th. 81 Uhr Es kommt jeder dran! Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Täglich 8, Uhr Nun erlangten auch die Indianer und die Mischlingsbevölkerung, die Mestizen, politische Rechte. Aber die wirtschaftliche Lage der breiten Massen blieb so elend wie zuvor. Auch Porfirio Diaz, der 34 Jahre Präsident war, hat keinen Versuch gemacht, sie zu und Grundherren ließ er gewähren, nichts störte die Ruhe. Aber unter der Oberfläche schwelte das Feuer tiefster Unzufriedenheit. 1911 brach der Sturm los, das landlose Proletariat erhob die Fahne des Aufruhrs und siegte. Merito hat in diesen Sturmjahren die Männer gefunden, die eine neue beffere Zukunft für das Land heraufführen können. Wie der Neubau des Deutschen Reiches sich auf die Berfassung von Weimar gründet, so steht am Anfang der Aufwärtsentwicklung Meritos die Verfassung von 1917, die das Wert Carranzas war. Obre gon und nach ihm Calles haben dann in achtjähriger mühevoller Arbeit die Reformen eingeleitet, ohne die Merito nicht leben kann. 8000 Meilen auf Feldzügen." Obregon hat selbst in einer Art von Autobiographie, die uns mit anderen wertvollen Mitteilungen der frühere deutsche Gesandte in Merito während des Weltkrieges, von Edardt, zur Verfügung ftellt und die den bezeichnenden Titel 8000 Meilen auf Feldzügen" trägt, geschildert, wie er Soldat wurde. Er war damals Munzialpräsident von Huatabampo im Staate Sonora. Da brachen Unruhen aus und der damalige Gouverneur von Sonora, General Sallas, wandte sich in einem Rundtelegramm an die ihm untergeordneten Verwaltungsstellen, wieviel zuverlässige Leute mit Gewehren sie aufbringen tönnten, um die legitime Regierung zu verPRESSA P KOELN 1928/ MAI BIS OKTOBER Grosse kulturhistori: sche Schau/ Das Nach: richtenwesen aller Zeiten und Völker/ Tagespresse und Zeitschriften im Rah: men ihrer Umwelt/ Aus= stellung der Druckmaschi: nen- Industrie und des Schen Gewerbes/ Viele Sonderausstellun= gen/ Staatenhaus mit AusStellungen von 44 Ländern 500000gm GROSSER RHEINUFER MIT AUSSTELLUNGSPARKAM RECHTEN AUSSTELLUNGSBAHNHOF DEUTZ/ AUS STELLUNGSBAHN/ GROSSER VERGNUGUNGSPARK INTERNATIONALES WEINDORF/ RHEINUFER UND DOMBELEUCHTUNG JED. MITTWOCH BALLON FAHRTEN/ VERBILLIGTE TRITTSERMASSIGUNG/ AUS SONDER FAHRTEN MIT EINKUNFT DURCH ALLE REISE BUROS/ ..Spiel m Schloss" Rose- Theater Gr. Franki. Str. 132 5% Uhr: Konzert und bonfer Teil. 8 Uhr Der Fürst von Pappenheim Lustspielhaus Täglich 8, Uhr Otto Pauls Bunte Bühne Residenz- Theater Die Reise durch Volkspreise: 5 Pfg. bis 2 Mk. Reichshallen Theater Gastspiel der Dresdner Viktoria Sänger mit ihrem für Berlin völlig neuen Programm! Ant. 8 Uhr. Preise d. Plätze wie immer. Donholi Brett': ( Saal und Garten) Varieté Kabarett- Tanz Blumenstr. 8. Täglich 81, Uhr Skandal Besonders billige Berinin den Hosentage im Bett Kleines Theater Sitten schwank in 3 Akten. 81 Uhr: In der Hauptrolle Sprungbett der Liebe Elfriede Mertens a.G. Jugendliche haben keinen Zutritt! statt 4.- Mk. Zesch- Ballot, Parkett auch Sonnt. Christel Storm, Torning, Garrison nur 1.-Mk. Schafheitlin. von 2.50 M. an J. BAER, Badstraße 26 9 Ecke Prinzenallee Gegr. 188 Das Haus für Herren- und Knaben- Garderobs Windjacken, Sport- und Berufskleidung J.B PRESSA Obregons Leistung für Megito ist die Leistung eines ,, Eisernen Mannes". Er schuf Ordnung, er garantierte die Sicher heit und Stabilität der Regierung, und er begann die Durchführung eines politischen Programms, das man mit den beiden Worten grarrevolution und Kampf gegen die Machtbe. strebungen der Kirche umschreiben kann. Beides hängt eng zusammen: Denn die Anhänger des Porfirio Diaz, die sich im wesentlichen aus dem spanischen Teil der Bevölkerung und insbesondere aus den Großgrundbesitzern und den von ihnen Abhängigen refrutierten, stüßten sich ihrerseits auf die katholische Kirche, die ebenfalls großen Grundbesitz gegen die agrarrevolutionären Maßnahmen Carranzas, Calles und Obregons zu verteidigen hat. Genoffe Wilhelm Schumann und seine Ehefrau begingen am 19. Juli 1928 das Fest der Silbernen Hochzeit. 23 Jahre ist Schu mann bereits Vorwärtsleser, und 26 Jahre hindurch gehört er dem Verkehrsbund an. Berantwortlich für die Redaktion: Artur Saternus, Berlin Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Borwärts Berlag. G.am: b. H.. Berlin Prud: Borwärts Buch bruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SB 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Theater des Westens 8 Uhr: Lori Leux in Die ungeküßte Eva Operette in 3 Akten Masik v. Martin Knopf. Else Bötticher, Kiper, Neruda, Steppanek Walhaila- Th. Weinbergsweg 19/20 Heute 8 Uhr Zum letzten Male Der Wirt vom Heldekrug Ab Sonnabend Täglich 8 Uhr Absteigequartier Jugendlich keinen Zutritt! Park.auch Sonntags statt 4.- M. olte- Möbel N Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Einzel- Möbel, Küchen, Sofas, Ruhebetten auch gegen 24 Monatsraten Schönhauser Allée 141 a Hochbahn Danziger Straße Großdestillation Ernst Friedrich, Belle- Alliance- Str.3 Flaschenverkauf zu Engros- Preisen nur 60 Pf. Restaurant Zur Spreeterrasse Paul Kön g pezial lehand, 107 Ischias düft, esi8 and Bein, wenn ärztl. festgestellt. to 15 Tagen sind schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Reilarfolge. estätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. 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SO 16, Michaelkirchplatz 4 Tel.: F 7, Jannowitz 4514 störung einer Farm, in der nächtlicherweile Feuer aus dem Ofen fiel, eine im Zimmer stehende Oelkanne zur Explosion brachte und sechs Personen in ihren Betten röstete. In erschreckend vielen Fällen handelt e« sich um Brand» stiftung: so hört« man in der Stadt Holland(Texas) eines Morgens eine Explosion, sah ein Auto rasch davonfahren, und im nächsten Augenblick waren eine Apotheke und das frühere Gebäude der Staatsbank ein Flammenmeer. Der Apotheker kam dabei ums Leben. Wenige Tage später wurde in einer anderen Stadt noch vor Tagesanbruch ein Mann durch ein« Bombenexplolion aus dem Bett geschleudert und getötet. Fast gleichzeitig explodiert« Zu den Wirren in Mexiko. Panorama der Hauptstadl Mexiko. in Dallas unter einem von Farbigen bewohnten Haufe eine Bombe, die das Haus selbst und ein Nachbarhaus vollkommen zer- trümmerte. Im Anschluß daran gab es eine Revolver- s ch i e ß e r e i auf der Straße, die bei den Passanten und insbe- sonder« in dem Wagen einer Straßenbahn eine Panik hervorrief und zu Berwundungen völlig Unbeteiligter führte. In derselben Woche wurden allein in Houston fünfzehn Wohnhäuser durch Feuer zerstört. Die oben geschilderten Verbrechen, die nur einen Teil der gleichzeitigen Kriminalstatistik erfassen, spielten sich im Zeitraum von noch nicht fünf Wochen ab. Nichts Hilst gegen gerissene Verbrecher. Auch in C h i k a g o ereigneten sich im Bankraubfach in einer einzigen Woche einige Vorfälle, die an Romantik nichts zu wünschen. übrig lassen. Die meisten Banken haben in ihren im Keller gelegenen Geldräumen Vorrichtungen ongebrochi, die bei unberech- tigtem Manipulieren an den Schlössern die sofortige U e b e r- schwemmung des Gewölbes zur Folge haben. Bankräuber haben, wi« gewöhnliche Sterblich« auch, ein« lief eingewurzelte Ab- Neigung dagegen, wie Katzen ersäuft zu werden, und man kann es ihnen nachfühlen, daß sie nach einer Methode suchten, die kompli- zierten Kcmbinotionsschlösser aufzubekommen, ohne das der unheil- volle Wosserspender in Tätigkeit trat. Es lag auf der Hand, daß di« Bankleute, die in diesen Räumen zu tun haben, am besten Bescheid wissen mußten, wie man sich vor einem unsreiwilligen Bade zu hüten hat, und die Herren Einbrecher beschlossen, sich die Hilfe eines solchen Mannes zu sichern. Der 26jährig« Kassierer James Dillon kam eines Sonntag» au» der Kirche und dacht« auf dem Nachhauseweg« an nichts arges, als vier Männer in einem Auto an ihm vorbeifuhren— di« Straße war menschenleer— und ihn mit diskret vorgehaltenem Revolver «inluden, mit ihnen das Vergnügen einer Spaziersahr: zu teilen. Sie brachten Dillon bis zum Abend in Sicherheit, fuhren dann nach Einbruch der Dunkelheit mit ihm an der Industriebank vor, schlugen den Wächter nieder und machten sachverständig aus ihm ein regungs» loses Paket. Dann baten sie Dillon, die Räume zu öffnen, in denen das Geld lag, und der Gefangene kennte sich diesen dringenden Bitten, di« durch Vorzeigen gefährlicher Gegenstände unterstützt wurden, nicht entziehen. Er öffnete die Schlösser, deren unsachgc- mäße Handhabung eine Sintflu« zur Folge gehabt hätte, auf trockenem Weg«, und die vier Banditen tonnten nach Abwicklung der Angelegenheit«inen Gewinn von 85 000 Dollar buchen. Richi viel anders als Dillon erging«s dem Präsidenten der Ravenswood- Nationalbank. Auch er Mußte eine unfteiwillige Spazierfahrt mit- machen und di« Schlösser seines Institutes öffnen. Er war aber schlau genug, sich etwas dumm anzustellen, so daß den Herren Le- suchern„nur" 85 000 Dollar in die Hände fielen. Der Beruf eines Bankbeamten scheint dort seine Schattenseiten zu haben. Weniger unangenehm Ist wie euch sonstwo, der Beruf eines reichen Mannes. Hat man das Glück, begütert zu sein, so zeigt die Dame Justitia«in« erfreulich« Mild«. Ein Herr W o o d s i n war in Texas wegen gemeinen Mordes zu dreißig Jahren Zuchthaus ver- urteilt worden: der früher« Gouverneur setzt« auf dem Gnadenweg« dos Urteil auf fünf Jahr« herab, und der jetzige Gouverneur be- urlaubte den Mörder auf längere Zeit und verlängert« den Urlaub um abermals mehrer« Wochen, damit Herr Woodfin die Oel- bohrungen seiner Firma, die in letzter Zeit einen erfreulichen Stand aufwiesen, persönlich bcauffichtigen könne. Man darf also offenbar in Texas, wenn man zu den„besseren" Leuten gehört, annähernd zwanzig Menschen über den Haufen schießen,«he man Anwarffchast auf«in« Strafe hat. die für Bankraub ausgeworfen wird. SS Jahr« für Bankraub— 5 Jahr« für Meuchelmord! Die W«ge der Justiz sind selffam und unersorschlich, auch überm großen Teich. fohavn KarUson. Berliner Schnurren vor 100 Jähen. Daß der Berliner Witz bereits vor 100 Jahren prächtig gedieh, zeigt die kleine Sammlung„Berliner Schnurren". Manchen Witz im alten Gewände wird man als guten Bekannten ansprechen, dem man also sein Alter nicht ansieht. * Wer ist der größte Kaufmann gewese-.? Napoleon: denn er hat eine Niederlage gehabt von Moskau bis Paris. Welch« Aehnlichkeit hat ein Arzt mit einer Kartoffel? Sie haben beid« ihre Früchte unter der Erde. * Ein sehr witziger Jude, dessen Einfäll« in ganz Berlin als höchst geistreich bekannt waren, begegnete in der Mohrenstraße einem Offizier, der sein Schuldner war. E» mochte ihm vielfache Bor- stellungen wegen der langen Verzögeruna.„Ach. laßt euer ewige» Mahnen," sprach endlich der Offizier, während sie in der Nähe der Dreifaltigkeitskirche gekommen waren.„Macht lieber, da ihr doch ein so berühmter Witzbold seid, einen Witz auf diese Kirche hier." „O, nichts ist leichter als das," versetzte der Jude.„Sie und die Kirche und ich, wir drei— sind dreifältig: die Kirche und Sie sind zweifoltig und Sie allein sind— einfaltig." * Madam G. rief lange nach ihrem Bedienten, ober vergeblich. „Laß mich rufen," jagte endlich ihr achtjähriger Sohn,„du Host keinen guten Ruf!" * Ein kleines Mädchen wollte ein Eingabe in die Registratur des Stadtgerichts zu Berlin trogen und fragte«ine ihr begegnende Ge- richtsperson: „Wo kommt man hier in die Restauration?" * Es fragte jemand in Berlin ein« Dame: ,F)abcn Sie schon einen Bock mit Hörnern gesehen?" „O, ja," versetzte diese. „Ich bitte um Verze'hung." entgegnete der Frager,„mit Augen, denn mit Hörnern sehen Sie doch nicht." * Dieselbe Dame wurde gefragt: „Haben Sie schon einen Postillon durch die Stadt blasen hören?" „O, ja," oersetzte sie. „Um Vergebung!" sprach der Fragende,„nicht durch die Sta dt, durch das Horn." In einer Beleidigungsklage, die bei einem berlinischen Stadt- gericht schwebte, beklcgte sich ein Schneider darüber, daß eine Obst- Händlerin an der Schleufenbrücke unter anderem zu ihm gesagt hätte: „Lassen Sie sich doch einen Torwegsflügel auslegen, damit Sie In gelinden Schweiß geroten: lassen Sie sich doch in Schweinsleder einbinden, damit Sie nicht mottig werden." Was hatten die Franzosen zur Revolutionszeit lieber, den Kaffee oder den Tee? Den Tee, denn sie riefen immer: (Liberte.) Lieber Tee! Lieber Tee! Als die Frau des Doktors 1. zu Berlin, der nur ein Auge be- faß, durch einen Stoß ebenfalls einäugig wurde, beklagte er zwar diesen Verlust, meinte aber: „Meine Frau bleibt doch das beste Weib von der Welt: nur ist mir das sehr unangenehm, daß ich mit ihr nie etwas unter vier Augen abmachen kann." * „Die Trommeln sollen nicht mehr gehen?" fragte jemand den Leutnant K. „So?!" fragte dieser verwundert. „Nein," sprach jener,„sie sollen getragen werden!" * „Der Mann inuß sich ja den Mund ganz trocken reden!" sagte Doktor B. in Berlin von einem einfältigen Mensch«», der nie auf- hörte, Unsinn zu sprechen. „Ach, nein," versetzte Professor S.,„wo soviel Wasser durch den Mund geht, da kann dieser wohl nicht trocken werden." * Welche Aehnlichkeit ist zwischen einem Advokaten und einem Wagenrad«? Sie müssen beide geschmiert werden, wenn sie sich bewegen sollen. Welche Aehnlichkeit ist zwischen der Gasbeleuchtung und der wc'ßen Frau im Schloß von Berlin? Sie verschwinden beide eine Stunde nach Mitternacht.(Die Gasbeleuchtung dauerte vor 100 Jahren nur bis ein Uhr in der Nacht.) * Was riecht zuerst, w«nn man in eine Apotheke kommt? Die Nase. E. N. �ferv2r_c�x3rT26cn2 von JAaul �uroßsiUszr 6. Fortsetzung. "Kinö,£>a»„q-ut mit seht an dit, was du jetzl gesagt Host. Obwohl«z mein Btudet ist. dem du seinen eigenen Trotz vetglüft. Wirst halt doch was von ihm haben, seinen Dickschädel— wenn sonst gar nichts." „Bist du mir deshalb böse?" „Nein, Aind, da Hab' ich g'rad, bevor ich nach Wien gekommen bin,«in Gedicht gelesen— man wird halt alt und kindisch, und so les' ich wieder Gedichte wie ol? Backsisch. Aber es sind, Gott sei Dank, doch andere. Eines ist mein Lieblingsgedicht geworden, und ich Hab' es mir gemerkt. chorch. wie der knospige Wipfelsaum . Sich sträubt, sich beugt, von Baum zu Baum: Mein Sohn, in deinem Wiegentraum Zornlacht der Sturm— hör' zu, hör' zu! Er hat sich nie vor Furcht gebeugt, Horch, wie er durch die Kronen keucht: Sei du! Sei du I lind wenn dir einst von Sohnezpflicht, Mein Sohn, dein alter Bater spricht. Gehorch' ihm nicht, gehorch' ihm nicht... „Berftehst du, was der meint? Sei du, sei du!" „Ja. Tante." „Sein, was man ist, da? hört sich so einfach an und ist eine so schwere Kunst im Leben, und man mutz sich frühzeitig darauf dressieren oder trainieren, wie man jetzt sogt... Uns hat man's nicht gelernt, uns hat man's oerboten, und so bin ich die Wirt« schafterin von meinem Bruder geblieben." Tante Hedwig ging mit der Kleinen und sagte manchmal einig« Sätze, als ab sie ein Selbstgespräch hielte. Hilde lauschte mit mädchenhafter Neugiero« sie erfuhr doch man6)ez Neues— und unter- brach die Tante nicht. „Ich schimpf' nie auf die Jugend von heute... im Gegenteil... wenn wir so g'scheit gewesen wären... wenn eine schon aux- gebrochen ist, so hat man ste wieder eingefangen... wozu? Damit s den, Fernleitner die Strumpf stopft. Sei du, sei du, Hilde, du bist ein gescheites Mädel, laß dir nil d'sinreden. Willst du gleich Geld verdienen, gut. so geh'>n eine Bant oder in ein Geschäft. Willst du was anderes machen, so ist's auch nicht schlecht und bleib dann dabei... Bist nicht mehr zu jung, um zu wissen, was du willst... Möchtest holt was anderes werden, als ein Fräulein Rose, ha? No. ja, ich mächt sie auch nicht ins Knopfloch stecken. Diese Rose im Knopfloch, dos belustigte wieder Hilde so, daß ste vor Lachen stehen blieb, und die Tante lachte gern mir.„Du, Hilde, sag's aber der Mutti nicht, wie ich dich oufhetz! Ich Hab' schon ohnehin einen genug schlechten Ruf bei ihr, nicht wahr? Weißt, mir zwei bleiben Spczialsreundinnen— hast du überhaupt Freun- binnen? Ich sah dich ja immer nur mit der Mutti und dem Frau. lein Rose, zum Teufel, daß mir dieser Geruch nicht aus der Nase grht. Sag', Host du Freundinnen?" Hilde erzählte von der Lutz Gruber und von dem einen oder anderen Mädel, das sie gern hatte und hie und da besuchte. Tante Hedwig schnitt«in Geficht..Leine Freundinnen. Das sind Bekanntschaften. Oder wie man so be! uns vornehmen Leut' sagt: Eonnoissancen! Und einen Jugendfreund hast du auch nicht? So einen Buben, mit dem man von klein auf gespielt hat— ober deine Mutti hat dich ja immer zu gut behütet, als daß du je— hast nie Schneebällen geworfen, was? Na, ja, be! die besseren Leut'! W!« ihr Geld gehabt habt, bist du auf den Eislaufplotz gegangen, und fetz» habt ihr keins mehr, da bleibst z'Haus! Alfa, wenn du keine bessere Freundin findest, so nimm mich, ja? Und wir erzählen uns alle», alles?" �„Alles, Tante Hedwig. Und zuerst und zum Beweis deiner Spezialfreundschast— erzählst du mir die Geschichte... die Geschichte der Mutti." „Du bist ja sehr tüchtig, um zu deinem Ziel zu kommen. Sind dos auch so neue Moden?" „Es gibt da ein Geheimnis, Tante Hedwig. Ich weiß es... und ich darf es erfahren. Jetzt bin ich fünfzehn Jahre alt..." „Eigentlich sechzehn..." „Ja. eigentlich sechzehn." Hilde war auf die Ironie der Tante Hedwig«ingegongen, machte aber ein ganz ernstes Gesicht. Die Tante sah sie prüfund an und sagte:„Was ist da viel zu erzählen? Dein Fall ist der von Tausenden— Du bist ein uneheliches Kind!" Hilde war zusammengefahren und hatte unwillkürlich eine Hand. die frei war, vor's Gesicht gelegt. „Schreckt dich da»? Wirst dos deinen Stolz, den Fernleitner- fchen Stolz, zu Boden? Du bist ein uneheliches Kind, und deine Mutter ist ohne Schuld. Wir sind schuld, dein Großvater ich, wir alle. Sie hatte einen Menschen lieb, und wir hielten sie äb. ihn zu heiraten. Wir hatten recht mit unserer Warnung, denn er ver- ließ sie, al» du kommen solltest. Wir hatten unrecht, denn man vermeidet es besser, die Menschen zum Heroismus zu zwingen. Wär' alles so gegangen, wie es sonst geht, so wären die zwei ein glück- liches Paar geworden und hätten sich durch» Leben durchgeschlagen. Vielleicht... Wahrscheinlich... So aber hat dein« Mutter das Vaterhaus verlollen, ist nach Wien und hat allein, ganz ollein den schweren Weg beschritten, für eine Familie zu sorgen. Ihr Bater ist ein korrekter Mann— er hat deiner Mutter die Rente ausgefolgt, die ihr gebührt«— aber gesehen hat«r si« nie mehr." Hilde hatte sich auf einen Holzstoß niedergesetzt, der fetzt auf ihrem Wege lag, und Tante Hedwig setzte sich zu ihr. „Hilde!" „Was muß die Mutti gelitten haben!" „Ja. gelitten hat sie und es tapfer getragen, da» muß man ihr lassen." Lange Paus« Selbst Tont« Hedwig, dl« sonst wahrhaftig nicht mundtot war. wußte jetzt nichs zu sagen. „Warum war eigentlich der Großvater so böse?" „Ein uneheliches Kind, das ist Sünde, ist Schande, und bei seiner Stellung..." „Das versteh' ich nicht." „Du kannst es heute noch nicht verstehen. So, wie du bist. kannst du es nicht verstehen. Du wirst viel um dich sehen müssen. um zu unterscheiden, ob... dein Großvater recht hatte oder nicht." „Er hat nicht recht gehobt, so gegen die Mutti zu sein!" schrie Hilde auf. „Das glaub' ich auch, Hilde." Das Mädel sah zu der Tante auf und küßt« si« stumm. „Was geschehen ist, das kann man nicht ander» machen, Kind. Und du bist nun einmal da. Die Welt, die früher gegen dich auf- gestanden war«, d'ch verfolgt hätte, um in dir deine Mutter zu treffen, die ist auseinandergesprengt... zum Giück Der neuen West ist es Wurst, ob deine Mutter einen Trauschein hat oder nicht... Du hast noch die Dahl... ob du zu jenen oder zu deiner Mutter halten willst... Halt dich an die Dernunst, an die Menschlichkeit... wir waren unmenschlich!" „Warum sagst du immer: Wir? fragt« Hilde. ,Ha, weiht du, Kind, ein« Heldin bin ich ja nicht. Alle», wo» ich kann, ist nur. hinter den Leuten die Zunge herausstrecken, wenn sie nicht zugesehen hoben natürlich... unk�bildlich gesprochen, natür- lich. Ich hab's bald sott bekommen, mich mit dem Fernleitner' herumzuschlagen... Mich hat das Schicksal in jene alte West hinein- gesteckt, und ich war ganz allein, so allein, wie deine Mutter in Wien. Nur anders war mein Kampf. Immer die Gescheitere sein. dos wird einem schließlich zu fad. Da Hab' ich mich so blöd gestellt, wie es die anderen wirklich waren. Weißt du, so vor dreißig Jahren die Provinz und dazu noch die gute Gesellschaft, das war, das war... mit heute oerglichen, so ein« altertümliche Ritterburg, wenn man sie mit einem modernen, gemütlichen Dillenbou vergleicht. Mer wir mußten oben auf der Ritterburg sitzen und herunterschauen. Allweil herunterschauen. Da bin ich eben mitgesessen und Hab' mit heruntergeschaut... auf die Leut', dies nicht bis zum Oberlandes- gerichtsrat bringen können. Weißt du, weil ich allein war. Man soll nicht allein sein. Wer ist so stark, daß er es könnte! Und wenn man so stark ist, hat man erst kein Recht dazu. Man soll nicht allein sein, Hilde. Merk' dir dos." Es war mittag geworden, und man mußte heim. .Lamm, Kind, die Mutti wird warten. Du sagst ihr nix. hörst du, du laßt ihr nix merken. Dir zwei wollen unser Geheimnis haben, dos brauchen wir, um Speziolsreundinnen zu sein. Aber dann kannst du dir andere Freundinnen aussuchen, nicht so alte Scharteken wie mich oder gar dieses Fräulein Rose." Di« beiden wanderten stadtwärts. „Weißt du, Tante, ich glaub', ich bin heut« viel g'schester geworden." „Das scheint dir nur so. Don einem Gespräch wird man nicht gescheiter. So was bringt nur das Leben zustand«. Wenn's dich an» Leben traust, net so wie wir. wie die blöd« Gans, die ich war, oder wie deine Mutti, die sich vom Leben hat beuteln lasien und ihm sonst ganz feindlich gegenübergestanden ist— kann es ihr übrigens nicht übelnehmen weißt du, im Leben selbst wird man g'scheit." „Tante— und du?" „Ich? Hab' ich dir schon gesagt, daß ich«ine Gans war? S«! du. sei du. sagt der in meinem Lieblinasgedicht, und ich war immer wer anderer, zuletzt bin ich seit— Gott, seit wieviel Jahren!— ein alter Oberlandesgerichtsrat. Wenigstens hat er kon Bart, der Fern- leilner. da» war' sonst zu grauslich!" „Tante— du host dir deinen Humor bewahrt." .„Schau, Kind, wann man Jahr um Jahr dasitzt und nur darauf wartet, daß man älter wird, oder daß«inen der Teufel mitnimmt, da wird's einem langweilig. So unterhält man sich mst seinen eigenen Spoßett'ln." Al» die zwei heimkamen, umarmt« die Hilde ihr« Mutti be- sonder» stürmisch. ..Wo» host du denn, Kind?" fragte die Mutter. Und Tante Hedwig erwiderte:„2>a, macht die frisch« Lust!" .Habt ihr zwei wieder konspiriert?"(Fortsetzung iolgU WAS DER TAG BRINGT. iiniwmmiiiinwwniwiminriiiiiniiiiiiiiiimiiwniniiimimnmitiiiiimiiiiiiiiiiiiMimiiiiimntwitniniiniiniiflmHnwinninniiimiiiiimiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiimiiiMiiinniinn Die Zwangsgestellung in die Freiheit, durchgesetzt in mannhafter revolutionärer Aktion der begnadigten Gefanzencn von Sonnenburg. bringt unp ein Gegenstück in Er- innerung: Als der böhmisch« Gros Adalbert Sternberg, ein richtiger„Wilder", wider einmal in einem Dorfe bei Löniggratz redete und stch ein Oppositioneller Zwischenruf« erlaubt«, schmissen ihn die Sternbergianer einfach durch das Fenster de»«benerdigen Tanzsaales auf die Dorfstraße hinaus. Do lag er nun im Staub drinnen aber tadelte der Graf, der es nicht befohlen hatte, solche unwürdige Einschränkung der Meinungsfreiheit und fordert« im Namen der— ihm sonst gar nicht heiligen tschechischen Demokratie, daß man den Beleidigten wieder hereinhole: er, Sternberg, werde mst ihm schon fertig werden. Sa gingen denn vier Mann hinaus und forderten ihn auf, wieder hineinzugehen. ,Ha, daß Ihr mich noch ganz erschlagt— könnt' mir einfallen!" lehnt« der entschieden ob. Unerfüllten Auftrags kehrten die Gesandten zurück, ihren Miß- erfolg kündend. Doch Sternbcrg lieh nicht locker, er wolle nicht auf sich i?nd dem tschechischen Namen fitzen lassen, daß in seinen Der- sommlungen nicht Redefreiheit herrsche. Neuer Vorstoß der Bier in Richtung auf den Hinausgeschmissenen. Der aber erklärte auf seinem staubigen Lager, hier sei und hier bleibe er. Nach kurzer Be« rätung und energischem, doch vergeblichem Ultimatum entschloß sich die Deputation, zu handeln. Und packten an und hoben und schmissen ihn durch dasselbe Fenster wieder hinein in den Saal. Worauf ihn Sternberg begrüßte und fortfuhr, gegen die „Vorzimmergeneräle" Franz Josephs und sein« übrigen Lieblinge zu wettern, daß es eine Art hatte. r. bn. Das Helgoländer Brautbettragen. In Helgoland fand früher am Donnerstag vor der Hochzeit auf der rolen Klippe das„Brautbettragen" statt, eine eigenartige Sitte, die heute so gut w!« ausgestorben ist. Die Einladungen dazu ergingen von der Braut. In feierlichem Zug« wurd« außer der Broutkist« das Bett, das aus Ober- und Unterbett und sechs Rissen bestand und bei dessen Anfertigung es schon allerlei Scherz und Kurzweil gegeben hotte, in weiß« Laken«ingehüllt als Bündel auf dem Kopf oder in den Armen van acht jungen Mädchen vom Brauthause in die zukünftige Wohnung des jungen Ehepaare» ge- tragen. Voran ging die Trägerin des Unterbetts, meistens«ine Schwester des Bräutigams. Das nächste Mädchen, meist eine Schwelter der Braut, trug dos Oberbett, und dann folgten sechs jung« Mädchen, die je ein Kissen trugen. Hinter diesen endlich gingen zwei kleine Mädchen mit einem Korb, der die Dettwäsck?« enthielt. Den Schluß bildet die Braut mit allen zur Feier«in- geladenen Frauen. Bei dem Hintragen der Bettstücke wurde streng darauf geachtet, daß sich niemand umsah oder ausruht«. Das würde nach allgemeiner Ansicht großes Unglück zur Folge gehabt haben. Nach der Ankunft im Hause de, jungen Ehepaares, in dem mit Tee und Zwieback aufgewartet wurde, machte man da» Bett, wieder unter allerlei Spähen, in dem Bettschrank aus, und zwar wurden die Kissen«ins neben dem anderen senkrecht ausgestellt. Dann pflegten sich Verwandte und Bekannt« einzustellen, um es in Augen- schein zu nehmen und gebührend zu bewundern. Dos Broutbett war eben—- neben der Lrauttiste— der Hauptbestandteil de» Drantschatz«», und deshalb wurd« es mit aller«rdenNiHer PraHt, wo möglich mit Brüsseler Spitzen, ausgestattet. Die verbrannte Tante. Hexenverbrennungen waren früher im Mittelalter durchaus üblich. In der Neuzeit ist man von diesem Brauch abgekommen, nur in Schlesien scheint an der feurigen Tradition noch festgehalten zu Verden. Jedenfalls tonnt« man im„Liegnitzer Tageblatt" folgendes lesen: „... Unter der Führung des Molers Hendrich bewegt sich ein Reigen von jungen Mädchen, die als Priesterinnen gekleidet sind, mit Fackeln um den Platz, und dann hören wir au» dem Mund« unseres lieben schlesischen Landsmannes Paul Keller Worte von Menschenfreundlichkeit und Liebe. Am Holzstoß, den feine Tant« krönte, züngeln die Flammen empor, zuckende rot« Hände, die in den schwarzen Himmel greifen wollen." Herr Keller scheint seiner Dermo ndtschast nicht gerade freundlich gesonnen zu sein! Bin eigenartiger Berufswechsel. Die Regierung der Republik Kuba befindet sich in einer äußerst schwierigen Situation: der«instig« Henker Kubas, Francisto Romeo. bot ein Entlassungsgesuch eingereicht: er beansprucht für sich die Stellung des Gesängnispforrers. Romeo hat während seiner Henker- tätigkeit etwa 20 Menschen ins Jenseits befördert. In den Abständen oerfügte er über genügend Muße, um über den Sinn seiner Tätig- kost nachzudenken: er kam zu dem Schluß, daß die Todesstrase«ine unzweckmäßig« Grausamkeit sei. Deshalb beschloß er. den Rest seines Lebens den Verbrechern zu widmen, die ihm entgongen sind. Während meiner Amerikareise hatte ich folgendes Erlebnis: Unser Dampfer wollt« in den Hafen von X. einlahren, als ihm «In« sämmerliche kleine Kohlenbark« in den Wq, fern. ..Geh' ou» dem Weg mü Deinem dreckigen Kasten!" rief ein Offizier. Gin wettergebräunte» Gesicht erschien in der Luke der Barke und sagt«:„Sind Di« der Kapitän des Schiffes?" „Rein, ich bin der erst« Offizier!" „Dann red' ich nicht mit Ihnen! Ich bin hier Kapitän!" («Der wahre Jacob") bab laiqalom tod Hygienisches vom Sport. Massage und Reizmittel. Die Sportmassage steht bei allen Sportbeflissenen in hohem Ansehen. Sie verfolgt sowohl die Entwicklung und Pflege des Kör pers, dient aber auch direkten sportlichen 3meden: als Borbereitungsmassage, dann als Entmüdungsmaffage nach den Leibes übungen; und schließlich wäre noch die Heilmassage nach sportlichen Berletzungen oder sportlichen Schädigungen zu nennen. Ueber alle diese Fragen hat sich jüngst Dr. Kirchberg, Leftor für Maffage und Heilgymnastik an der Universität Berlin, in der Medizinischen Welt" ausführlich verbreitet. Die hygienische Sportmaffage soll nach den Ausführungen Kirchbergs den Körper geschmeidig machen, den Blutkreislauf an regen, Sehnen, Muskeln und Gelenke erweichen; andererseits aber auch überflüssige Fettmassen, abgelagerte gichtische und rheumatische Stoffe beseitigen helfen. Die Massage verfolgt also den 3wed, Menschen, die an sich nicht ohne weiteres für sportliche Uebungen geeignet sind, für diese vorzubereiten. Vor allem gelingt es, mit Hilfe dieser Massage törperlich schwächliche Menschen zu kräftigen. Anfangs soll diese Massage von einem Sportmaffeur ausgeübt werden, späterhin fann man sie auch selbst vornehmen. Dieje hygienische Massage soll auch in den Zeiten durchgeführt werden, in denen aus irgendwelchen Gründen fein Sport getrieben werden fann, damit der Körper in Form bleibt". Die Massage darf nicht schmerzhaft sein, sie muß erfrischen und die Spannkraft erhöhen, ohne baß es nachher zu einem Müdigkeitsgefühl fommt. Ganz bejon ders werden die Haut und das Unterhautzellgewebe günstig beein flußt. Die Haut wird straffer, besser durchblutet, wird widerstands fähiger gegen äußere Einwirkungen, die Hautunreinheiten verschwinden allmählich. Die Muskelmassage macht die Muskeln weich und elastisch. Die einzelnen Muskelgruppen, die früher als harte fest zusammengebackene Masse imponierten, lassen sich nach einer Massagefur gut gegeneinander abgrenzen. Diese Massage besteht aus Längsfnetungen und Rollungen, aus Hautverschiebungen und Berarbeitung der einzelnen Muskelgruppen. Der Brustkorb erlangt durch Klopfungen, Drüdungen, Daumenballenstreichungen und Atmungsübungen eine größere Elastizität. Wenn die Nackenmuskulatur start und hart ist, so muß fie durch Kneten und Streichen, durch Dehnen und Rollen des Kopfes erweicht werden. Selbfimafiage umfaßt den ganzen Körper. Hals und Raden werden ausgestrichen, Brust, Bauch und Rüden mit Streichen, Klatschen und Klopfen bearbeitet. Arme und Beine werden gefnetet, gerollt, gebrüdt und gestrichen. Die Ganzmassage vor sportlichen Wettkämpfen, ausgeführt durch einen guten Sportmasseur, ist heutzutage unentbehrlich. Die Entmüdungsmassage, die nach starken Anstrengungen oder zwischen zwei sportlichen Leiſtungen zur Anwendung gelangt, wird gleichfalls am besten durch cinen guten Masseur vorgenommen. Der Unterricht in Sportmassage selbst soul grundsäglich durch den Sportarzt mit Hilfe eines besonders ausgebildeten Sportlehrers porgenommen werden. sid dion Sportleistung und Reizmittel. Leichtgewichts- Boxturnier bei Rütt. Der Borring auf der Rütt- Arena brachte am Donnerstag eine neuartige Beranstaltung. Dem Bublikum wurde nach amerikanischem Muster ein Turnier der Leichtgewichte mit Vors, Zwischen und Endfampf vorgeführt. Mit Ausnahme der über sechs Runden angefeßten Entscheidung gingen alle Stämpfe über vier Dagegen wird von Professor Windler für Sportsleute als unRunden. In der Zwischenrunde fam Schumacher- Berlin über den bedenklich der Gebrauch von Kaffee, Tee, Maté und Kola empfohlen. Bremen, Kruje- Hamburg über den sich tapfer wehrenden Heinischnicht angetretenen Kühn- Berlin, Stamms- Mülhausen über PaulfeDas Coffein ist eigentlich in der ganzen Welt bekannt und von den Dessau und Reppel- Herne als flarer Buntisieger über B. Müllerverschiedensten Bölkern in den verschiedensten Pflanzen und Pflanzen. Berlin. Die beiden heiß umstrittenen Zwischenrundentreffen fahen teilen gefunden worden, ohne daß sie voneinander wußten. Die Araber suchten sich das Coffein in der Kaffeebohne, die Chinesen im Schumacher über Stamms und Reppel über Kruse siegTee, die Eingeborenen Zentralafritas in der Kolanuß, die Süb. reich. Reppel hatte sich jedoch in seinem Kampf eine Handverafrikaner in dem Buschtee, die Eingeborenen Südamerikas in dem legung zugezogen, so daß Kruse im Entscheidungstreffen gegen Schumacher antreten mußte. Der Berliner blieb hier über. Baraguantee, die Indianer Nordamerikas in dem Apalachentee. Das Schumacher antreten mußte. Der Berliner blieb hier überMerkwürdigste aber ist, daß das Coffein sich weder durch seinen Gelegener Sieger, da Krufe den für ihn aussichtslosen Kampf ruch noch durch seinen Geschmad verrät, und doch wurde es von in der vierten Runde aufgab. Der eingelegte Mittelgewichtstampf dem menschlichen Instinkt allenthalben aufgestöbert. Allerdings find zwischen den beiden Leipzigern Böhnisch und Pietsch endete in der vierten Runde mit dem l. o.- Sieg von Böhnisch, nachdem Pietsch die einzelnen Glieder der Coffeingruppe in ihrer Birkung nicht rest bereits vorher zweimal hatte den Boden aufsuchen müssen. los übereinstimmend; denn das Coffein ist mit verschiedenartigen Stoffen verbunden, die die Wirksamkeit nach der einen oder anderen Richtung hin abändern. Motorrad- Sechstagefahrt. Eine Zerreißprobe größten Stiles. Einen besseren Beweis von den Schwierigkeiten, die diese zweite Motorrad- Sechstagefahrt den Teilnehmern bietet, fann es wohl faum geben als den, daß von den am ersten Tage gestarteten 87 Bewerbern nur noch 28 ftrafpunttfrei find. Dieser Ausfall von zirka 66 Proz. spricht eine beredte Sprache für die Schwierigkeiten der Prüfung, er stellt aber gleichzeitig denen, die glatt über den Kurs tamen, ein hervorragendes Zeugnis aus. Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen hierbei unter anderem DAW., BMW., Zündapp, D- Rad und Schüttoff. Mitteldeutsche Athleten- Meisterschaft. Am Sonntag, dem 22. Juli, nachmittags 16 Uhr, in Nitschkes Vittoriapart, Am Treptower Part 25/26, Endkampf um die Mitteldeutsche Mannschaftsmeisterschaft im Bogen des AAB. Staßfurt, und der Kreismeister des 4. Kreises,„ Lurich 02"-Berlin; Den Endkampf bestreiten der Kreismeister des 8. Kreises,„ Adler"= daß Adler ein nicht zu verachtender Gegner ist, beweist der Ausgang des Freundschaftskampfes im März, wo Lurich eine Niederlage mit 9: 7 Buntten hinnehmen mußte. Ihre Zwischenrunde gewannen sie sehr hoch, denn 14: 2 mußte sich Gera geschlagen bekennen. Der Berliner Vertreter„ Lurich" weist in diesem Jahr nicht die Form auf, die er im vergangenen Jahre hatte, er konnte die Kreismeisterschaft nur knapp mit 9: 7 Bunften gegen Nord- Ost gewinnen, die Die zweite Schleife über 158,9 Kilometer, die über Zwischenrunde gewann er nur 8: 8 gegen Achilles- Halle. Demnach) Probstzella, Widersdorf und Volkmannsdorf führte, nahmen 77 Be- zu urteilen, wird der Kampf äußerst spannend werden, den werber auf. Es ging fortwährend bergauf, bergab, wobei sehr oft Sieger voraus bestimmen kann man nicht. Zurich wird sein letztes Am schlimmsten hergeben müffen, um seinen zahlreichen Anhängern nicht eine Entrefpeftable Steigungen zu überwinden waren. waren aber die langen, mit zahlreichen Wasserrinnen durchsetzten täuschung zu bereiten. Gefälle. Hier gehörte große Geschicklichkeit dazu, die Maschinen über all die Hindernisse zu bringen. Das gilt vor allen Dingen auch für den Sonderprüfungsabschnitt Bidersdorf- Eine Fliegerprüfung, das Fervor- Rennen, steht am SonnBoltmannsdorf. Bielleicht noch gefährlicher war aber die Schotterftrede zwischen Probstzella und Widersdorf. Es war richtige Afro- a bend im Mittelpunkt der Geschehnisse auf der Bahn des Berliner Rennvereins. Dem Conteffa"-Bezwinger Oberwinter( Tarras) batit, die die Maschinen über die hoch aufgeworfenen Steinhaufen hindurchbringen mußte. Naturgemäß gab es zahllose Reifendefekte, hindurchbringen mußte. Naturgemäß gab es zahllose Reifendefekte, wird auf den 1200 Metern schwer beizutommen sein. Piemont aber auch viele Fahrer machten mit dem Boden Bekanntschaft. Be-( Haynes), Teutone( Grabsch), Dianthus( X), Faro( D. Schmidt) fonders arg zugerichtet wurden Hans Prybylski- Berlin( D- Rad) und Atlantis( Huguenin) find zwar sämtlich sehr schnell, fönnen und 3. Reißl- München( Hecker), deren Verlegungen leber aber natürlich mit dem hochklaffigen Weiler auf seiner Spezialstrede führung ins Krantenhaus notwendig machte. Der Berliner nie leben. Gut dotiert ist auch das Festa Rennen für zweiKarl Salbach( Zündapp) zog sich eine start blutende Kopfwunde jährige Stuten, das die Weinbergerin Ausnahme gewinnen fönnte. dultisigo zu, erreichte aber nach Anlegung eines Verbandes noch rechtzeitig das Ziel. Recht achtbar hielten fich wieder die beiden weiblichen Teilnehmer, Hanni Köhler Berlin( Mabeco) und Thea Hanza 1 Nürnberg( Triumph), die die unerhörten Strapazen bisher gut überstanden haben. Die dritte Schleife führt als Nachtprüfung über den gleichen Kurs wie am ersten Tage, nur in umgekehrter Richtung. Jm allgemeinen ist es üblich, sportliche Höchstleistungen durch ein gründliches Training zu erzielen. Jedoch gibt es auch andere Hilfsmittel, um zu Marimalleistungen zu gelangen. Solche Stoffe werden Reizmittel, Stimulation, genannt und rednen mie jüngst Brofeffor indler Bab Nenndorf in der Medizinischen Welt" ausführte zur Gruppe der Genußmittel. In früherer Zeit hielt man den Altohol für ein fast unentbehrliches Getränk des Hoch touristen, des Ruderers, des Wanderers usw. Späterhin jedoch erfannte man, daß der Alkohol in Bahrscheinlichkeit die förperliche Leistung beeinträchtigt. Der Alfohol ist ein großer Blender, er stärkt nicht, er lähmt nur. Indem er das Gehirn betäubt, täuscht er über das Müdigkeitsgefühl hinweg und erzeugt so die irrige Emp findung von Stärte. Sobald man sich von altoholischen Getränken nöllig fern hält, ist man in der Lage, größere Arbeit zu leisten. Auch beim Wintersport hat der Alkohol jeine Rolle als Wärmebringer ausgespielt. Denn Menschen, die unter dem Einfluß non Alkohol stehen, fallen am ehesten der Erfrierung zum Opfer. Das Experiment beweist eindeutig, daß sich die Körpertemperatur einer Versuchsperson 20 Minuten nach Alkoholzufuhr erniedrigt. Auf Nordpolerpeditionen erhält die Mannschaft feinen Schnaps, da sie sonst die Kälte nicht ertragen kann. Am bedenklichsten ist der Alkoholgenuß, wenn es sich um gefährliche Sportarten handelt; die Urteilstraft wird geschwächt, die Gefahren werden unterschätzt, die Bewegungen unsicher. Auch die noch hie und da vorherrschende Ansicht, daß eine kleine Menge Alkohol vor der höchsten Kraft. anstrengung zweckmäßig sei, ist irrig. Der bekannte Berliner Sport arzt, Privatdozent Dr. Sergheimer, hat festgestellt, daß selbst kleine 2lkoholmengen furz vor einer sportlichen Anstrengung die Leistungs. fähigkeit herabsetzen. Rul E aid S Sawall vor Möller! ig Vorschau auf Grunewald. 0 Borausfagen für Sonnabend, den 21. Juli: Grunewald: 1. Madonna d'Arezzo- Dominica; 2. Bers- Cosimo;; 3. Selecta Mousme; 4. Oberwinter Faro; 5. Conferva- Minna; 6 Ausnahme Stall Altefeld; 7. Irländerin Herzog Christoph. Be Tremblay: 1. Hotchti Asnelles; 2. Frolic Ropal Banjo; 3. La Flamme Bolga; 4. Larsy Tatoule; 5. Eversharp Kfarine; 6. Polus www Rimac. www.w Vereinskalender. Das gute Better und nicht zuleht Möllers erster Start als deutscher Meister hatten ennoper ausgezeichneten Besuch verschafft. In den Fliegerrennen gelang es zur allgemeinen Ueberraschung dem Lotalmatador Fride burch seine Siege im Hauptund Zeitfahren Weltmeister Michard, Kaufmann und Schamberg das nachsehen zu geben. Bei den Stehern waren Sawall, Thollembeet und Möller die Besten. Ergebnisse: 25 Kilometer: 1. Sawall 23: 57,6; 2. Thollembeet 50 meter; 3. Sausin 450 Meter; 4. Graffin 1450 Meter; 5. Möller( Defeft) 4350 Meter zurüd. Stunde der Matadoren: 1. Thollembeek( Contireifen) 67,400 Kilometer; 2 Samall 400 Meter; 3. Möller 450 Meter; 4. Saufin 700 Meter; 5. Graffin 750 Meter zurüd. Fliegerlampf: Haupt- Röpenid- Grünau, Mogener. Cee 21. Juli 18 Uhr, 22 Juli 6 Uhr fahren: 1. Fride; 2. Raufmam 1 Länge; 3. Michard; 4. Schamberg. 3 weierläufe: 1. Michard 9 P.; 2. Raufamm 7 B., 3. Fride 5 P., 4. Schamberg 3 Buntte. 3eitfahren: 1. Fride 32,8 Setunden; 2. Schamberg 34,1 Sekunden; 3. Michard 34,2 Sefunden; 4. Raufmann 35 Sefunden. Gesamtergebnis: 1. Fride( Contireifen) 15 Punkte; 2. Michard 13 P., 3. Kaufmann 11 P.; 4. Schamberg 7 Pundite. der Blätter für Wohlfahrtspflege, 54 Seiten mit Abbildungen, an Ein Leitfaden für Rettungsschwimmen ist in der Schriftenreihe deffen Herausgabe fich fämtliche in Frage kommenden Drganisa tionen beteiligt haben, im eBrlage von B. G. Teubner, Dresden, er schienen. Arbeiterrablahrerbund Sel'barität“. Ausfahrten fir Conntag. ben 22. Juli. 1. Bezirk: 1. Abt. Corinfee, 5 und 12 Uhr Bülowstr. 55; 3. bt. Guffom, 6 Uhr Laufiger Blaz; 4. Abt. Salinden 21. Juli 18 Uhr, 22. Juli 5 Uhr Weberwiefe: 5. Abt. Müggelbort, 5, 9 und 12 Uhr Landsberger Blas; 6. Abt, Falkenhagener Ece, 6 und 10 Uhr Echönhauser Afee 164; 7. Abi. Birkenwerder, 21. Juli 17 Uhr, 22. Juli 13 Uhr Brunnenplag: 8. Abt. Schmielowsee, 21. Juli 17 Uhr, 22. Juli 5 Uhr Arminiusplag: 9. Abt. Blögensee Waldhütte 21. Juli 20 Uhr, 22. Juli 6 und 12 Uhr Echulst:. 111; 10. Abt. Stienissec, 6 Uhr Commenius- Piak: 11. bt. Summitfee 21. Suli 18 Uhr Blochplag: Rennfahrer Moabit: Epandau Straßenrennen, 6 Uhr Armeniusplay; Jugend Wedding: Budowlec- Biesenthal, 6 Uhr Blochplas; Jugend Brenzlauer Berg: Stolzenhagener Sec, 7 Uhr Selmholzples. 2. Bezirk: Ortsgr, Charisttenburg. Tanenberge 21. Juli 18 Uhr 22. Juli 6 Uhr Galvaniftr. 13; Ortsgr. Lichterfelde. Sabiom 8 Uhr Marienfelde, 18 Uhr Hindenburgdamm; Detsgr. reptow- Baumschulenweg, Ctäripice 6 Uhr Bhi. Baumschulenweg; Orisgr. Bilmersdorf, Rildersdorf 5 Uhr Auc; Rölnischer Blag; Ortsgr. Adlershof, Rlcin Röris 21. Sufi 17 hr Ortsar Steglis. Biel am Start 7 Uhr; Ortsgr. Priz, Fornows del Terp's, 5 Uhr Chauffcefte. 66; Ortsgr, Neutaun, Torrom 21. Juli 18 Uhr, 22. Sul Mom 6 Uhr Bhf. Hermannstr.-21. Bez rf: Ortsgr. Reinickendorf 1. Aht. Bogenier, 5 Uhr Fesibengftr. 109; 2. st. Bennigsdorf 21. Juli 17 Uhr Antonienfir. 61; Ortsgr. Bankow, Märt. Schweiz 21. Juli 18 1hr Marktplag: Ortsge. GtralanRummelsburg, Werlfee 5 Uhr Thürrichmidstr., Ede Beffingfir.; Ortsgr. Borfigwalbe, Gorinjce 6 Uhr Schubertstr., Cde Censiftr.; Ortsgr. Heinersdorf, Mühlenbed 21. Juli 19.30 Uhr Seinersdorfer Rice: Ortsgr. NiederSchönhausen, Budowlee 5 1hr Bornholmer Str. Ede Echönhauser Allee. Motorfahrer 9, 9. 9. Golibarität": 12. Abt. Tevoit 7 Uhr Laufiter Blaz: Abt. Norden, Düfterferbe 6 Uhr Brunnenstr. 101; Abt. Reukölln, Echlaubethal 6 Uhr Serrfurthfir. 27. Arbeiter- Rabjahrer- Burb Sol barität", Drtgr. Berlin. 2. Abt.: Gon fag. 22. Juli. 5 Uhr früh, Selzerner Cee. Start: Dieffer badhitr. 36 bei Rohde. Gäste stets willtommen. Arbeiter- Rebfahrerverein Groß- Berlin. Conntag, 22. Suli, 5 Uhr, Tack. 13 Uhr Sirfchgarten, Reliers Waldburg. Start Waldemarstraße Ede Mariannenplag. Gäfte willfommen. GREILING GREILING 50 AUSLESE Die Zigarette, die sich ihren Platz durch ihre Güte verdient hat. Offizielle Statistiken zeigen, daß heute mehr GreilingAuslese geraucht werden als je zuvor. Dies ist das beste Lob, das je einer Zigarette gespendet worden ist. AUSLESE Städtefußball Kottbus gegen Berlin- Norden. Noch haben sich die Arbeiterfußballer von den beiden Nieber. lagen gegen Dresden nicht gang erholt, ba steigt schon wieber ein Städtekampf. Der Bezirk Norden der Märkischen Spielvereini gung hat sich zum Sonnabend die Städtemannschaft von Rottbus verpflichtet. Obwohl die Kottbusser innerhalb Berlins nicht so bekannt sind wie Dresden, dürften sich bei diesem Spiel faum weniger Zuschauer einfinden als am letzten Sonnabend. An Spielstärke stehen die Gäste den Dresdenern bestimmt nicht nach. Die Rottbuffer Mannschaft besteht zum größten Teil aus Spielern vom Sportverein Rottbus 93. Die 93er waren in den letzten Jahren stets an der Spize im 16. Streis. Bei der Berliner Mannschaft hat man wieder die Spieler des Bundesmeisters nicht mit aufgestellt. Warum? Auch der übrige Mannschaftsteil ist wohl nicht der stärkste, den der Bezirk Norden aufstellen kann. Wo bleiben z. B. die Spieler von Pantom 08? Die genaue Aufstellung der Mannschaften ist folgende: Rottbus: Gresche ( Sachsendorf) R. Roffad ( Rottbus 93) Gaifchewa ( Sachfendorf) M. Roffad ( Rottbus 93) Schieste Das Murmelspiel der Erwachsenen. Ranter ( Branig) Schwari ( Rottbus 93) Göich Bergmann ( Sparta- Webb.)( Alemannia) Berlin: Wiesner ( Disfenchen) Rossad Krause ( Diffenchen) ( Schmellwig) Schensch ( Rottbus 93) Statthei ( Rottbus 98) Gisel Fiedler ( Abler 12) Gobien ( Belten) Wether ( Boruffia) Geelinger Seinte ( Fichte- Nord)( Fichte- Gef)( Alemannia) Krüger ( Spandau 25)( Fichte- Nord) Beber ( Alemannia) Das Spiel ist auf dem Adler- 12- Sportplay, Christianiastraße, und beginnt um 18 Uhr. Borher stehen sich die Jugend mannschaften von Brandenburg 02 und Vorwärts- Hennigsdorf gegenüber. Das Turnier in Stralau. Die Endrunde im Stralauturnier wird Sonnabend auf dem Sportplatz in der Lasterstraße ausgetragen. Es stehen sich der Treptower Ballspielflub und Britannia- Lichtenberg gegenüber. Die Treptower haben ihre Gegner in der Vor- und Zwischenrunde einwandfrei schlagen fönnen. Dagegen fommt Britannia mit einigem Glück in die Endrunde. Trogdem soll gesagt werden, daß Britannia über eine ausgezeichnete Elf verfügt. Auf jeden Fall wird es einen interessanten Kampf geben, bei dem die Zuschauer auf ihre Rech nung fommen. Das Spiel beginnt um 18 Uhr. Borher spielen die Jugendlichen von Stralau gegen Treptow. Am Sonntag spielt Stralau in der Basterstraße gegen Spandau 25 um 18 Uhr. In Stegliz stehen sich Berlin XII und Frisch- Auf gegenüber( 17 Uhr). Woltersdorf bei Luckenwalde erhält den Besuch von Luckenwalde I( 17 Uhr). In Alt- Glienicke finden auf dem Sportplatz am Klesberg folgende Werbespiele statt: AltGlienice gegen Hertha 22 um 14 Uhr. Brandenburg 02 gegen Treptower Ballspielflub um 16 Uhr. Wildau gegen Berliner Sport verein 22 um 17.45 Uhr. Generalprobe für Amsterdam. .tdata Blick auf die Kampffelder des großen Murmelspielwettbewerbs in Atlantic- City, natürlich USA. IMGC Achtung, Kreuzottern! Wie schützt man sich gegen Schlangengift? In einem Berliner Vorort ist ein junges Mädchen durch| Jahre hindurch alle in den Zeifungen gemeldeten Fälle von Kreuzdas merkwürdige Gebaren eines Zoologen, der sich besonders otternbissen aus ganz Deutschland verfolgte, tam zu dem Ergebnis, dem Stadium der Schlangen widmete, von einer Kreuzotter daß ein einziger Todesfall eintrat, und in feinem gebissen worden, worauf fie schwer erkrankte. Handelt es alle die Folgen des Bisses sich länger als drei fich hier um einen Fall absonderlicher Art, fo tann doch verständlich nichts unterlassen haben, um eine Ausbreitung des Tage bemerkbar machten. Immerhin wird man selbstgerade in der jehigen Reisezeit, wo zahlreiche Städter fich Schlangengiftes in der Blutbahn des Körpers zu verhindern und harmlos auf dem Lande bewegen, nicht genug vor der Gefahr alle jene Mittel anzuwenden, die sich bei der Behandlung von eines Schlangenbiffes gewarnt werden. Zwar find eine Schlangenbissen bewährt haben. Diese Mittel sind einfach und Anzahl von den in Deutschland vorkommenden Schlangen fönnen auch dann angewendet werden, wo nicht sofort ärztliche harmlos. Anders ist es mit den echten Giftschlangen, zu Hilfe vorhanden ist. Als bestes Mittel gegen die Folgen denen in erster Linie in unseren Breitengraden die Kreuz- des Bisses hat sich Altohol in starten Dosen bewährt, mobei es auffällt, daß die Gebissenen teinerlei Rausch verspüren. otter gehört. Da das Schlangengift im Magen des Menschen nicht schädlich wirkt, so kann man die Bißwunde unbesorgt aussaugen, ausgefegt natürlich, daß Mund und Lippen frei von Wunden sind. Gut ist es auch, die nur sehr kleine Bißwunde mit einem sauberen Messer zu erweitern oder sie auszubrennen. Unbedingt notwendig ist auch, daß das Glied oberhalb der Wunde umschnürt und ein glatter Gegenstand fest auf die Wunde gebunden wird, um die Blutzirkulation zu hemmen. Auch die Anwendung von Schröpftöpfen zur herbeiführung einer starken Blutung hat sich bewährt. Einspriten von Schlangengift in Pferdeblut erhält. Aber dieses Serum wirft nur gegen das Gift der Schlangenart, von der es hergestellt wurde, also 3. B. nicht gegen die Biß von einer Schlange anderer Art. Borbeugend wirft ein derartiges Serum überhaupt nicht. Auf den Internationalen Olympischen Spielen in Amsterdam wird eine deutsche Mannschaft auftreten, die, abseits von allen sportlichen Wettkämpfen, dem Ausland ein Bild zeit gemäßer deutscher Körpererziehung" geben soll. Diese Aufgabe ist der Deutschen Hochschule für Leibesübungen zugefallen, gehen. Sie zeigten im Deutschen Stadion alle Uebungen und Spiele, die zum Amsterdamer Programm gehören: Medizinball, Boren, Laufen und Springen der Frauen, die einen harmonischen Drei flang von Anmut, Kraft und Gewandheit hervorzauberten, Ball. spiele der Männer, rythmische Leibesübungen und alte Boltstänze nach altdeutscher Musit bildeten die lange Reihenfolge der Dar: bietungen, die in schnellem Wechsel vor den Augen der Zuschauer vorüberzogen. Besonderen Gefallen erregten die Boltstänge, die durch die bunten, farbenfrohen Kleider der Tänzerinnen, zu denen die groben, erdfarbenen Anzüge der Tänzer einen wirkungsvollen Kontrast bildeten, ein malerisches Bild boten. Die rythmische Kraft, die von diesen Tänzen ausströmte, war außer ordentlich start. Reizvolle Begleitmusit- Fiedeln, Lauten und Flöten erhöhte die Wirkung. Sicher werden diese Vorführungen, deren nationaler Charakter sich in unaufdringlicher Weise offenbart, deren nationaler Charakter sich in unaufdringlicher Weise offenbart, in Amsterdam Anflang finden. Schülerinnen Amſterdam in Laboumegue läuft Nurmi- Zeiten. Um zweiten Tage der fran. zöfifchen Leichtathletik- Meisterschaften gelang es dem Mittelstreden. läufer Jules Ladoumegue auch über 1500 Meter einen neuen Reford aufzustellen und mit 3: 52,2 Nurmis Zeiten für diese Streden zu erreichen. PROGRAMM für die Zeit vom 20. bis 23. Juli BTL Potsdamer Straße 38 Die Dame und ihr Chauffeur mit Elisabeth Pinajeff, Jack Trevos Rheinstraße 14 Das gewaltige historische FilmDrama Potemkin Odeon, Potsdamer Str. 75 Mady Christians in Fräulein Chauffeur Turmstraße 12 Eines starken Mannes Liebe mif Lilian Hall Davis, Carl Brisson und: Der Untergang der Hesperus Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Potemkin( in Originalfassung) und Bobby, der kleine Detektiv Die Kreuzotter ist über fast ganz Europa verbreitet, ja man findet sie sogar in den Alpen bis zu den Höhen von mehr als 2000 Metern. In manchen deutschen Mittelgebirgen wie im niederrheinischen Schiefergebirge, im Siebengebirge, auf dem Hunsrüd, in der Eifel, in der Rheinebene von Baden bis Mann heim, im Elsaß, im Odenwald, in Neckarkreis, in der Rheinpfalz und auf dem mittelfränkischen Plateau fehlt fie fast völlig, aber sporadisch tommt sie auch hier vor. Am häufigsten ist auch in den Sudeten, im Riefengebirge und den Vorbergen findet man sie häufig, wo sie im Wald, auf der Heide, auf Wiesen und Feldern, unter Gebüsch, am liebsten in steinigen, überwucherten Halden Maus- oder Maulwurfslöcher bewohnt, von denen aus fie furze Wanderungen unternimmt, um sich möglichst Jonnige Bläge zur Ruhe auszusuchen. Im Gegensatz zur Matter der Annäherung an Menschen nicht die Flucht zu ift sie wenig beweglich, was sie wohl auch veranlaßt, bei ergreifen. Sie bleibt trogig liegen, bläht sich, wenn sie gereizt wird, auf und läßt unter 3ischen den Biß folgen. Nach dem Biß zieht sie sich möglichst schnell zurück. In der Nacht ist die Gefahr für den Menschen weniger groß, da die Kreuzotter im Dunkeln vor den Menschen die Flucht ergreift. Die Kreuzotter ift für denjenigen, der die giftige Schlange nicht aus Buchbeschreibungen und Terrarien tennt, leicht erfenntlich an gereihter Bierede vom Naden bis zur Schwanzspiße über den der schwarzen 3idzadlinie, die sich wie eine Schnur auf Rüden hinzieht. Eigentliche Kreuze werden durch diese Linien nicht gebildet, die sich niemals schneiden und sich nur selten bis zur Berührung nähern. Das Gift dieser Schlange ist für den Menschen ebenso gefährlich wie das anderer Giftschlangen, wenn auch hinsichtlich der Tödlichteit des Kreuzotternbisses die Meinungen der Wissenschaftler auseinandergehen. Professor Köhler, der seinerzeit mehr als zwanzig DotWährend, wie ermähnt, der Biß der Kreuzotter nur selten weniger harmlos. Besonders beachtenswert ist, daß das ein tödliche Folgen hat, ist die Giftwirkung bei anderen Schlangenarter getrodnete Schlangengift noch jahrelang wirksam bleibt. abgeschlagene Köpfe von Schlangen, auch Kreuzottern, tönnen noch nach mehreren Viertelstunden mit giftiger Wirkung beißen. Da gegen ist die Behauptung, daß eine Kreuzotter mit ihren Giftzähnen auch das Leder unserer Stiefel zu durchdringen vermöge, ein Märchen. Gerät man aber durch Zufall in die Nähe einer Kreuzotter, so wird es sich stets empfehlen, diese nicht durch hastige Besonnenheit aus dem Wege zu gehen. Bewegungen zu reizen, sondern dem gefährlichen Tier mit ruhiger Eine Gedenkfeier für Theodor Herzl wird kommenden Montag 20 Uhr, im Blüthner- Saal veranstaltet. Prof. Dr. Chaim Weiz mann und Nachum Sofolow, die Präsidenten der Zionisti schen Weltorganisation, werden sprechen. KINO TAFEL Südwesten Osten = Film- Palast Kammersäle Concordia- Palast Teltower Str. 1-4. Achtung! Beg. 6.30. Andreasstraße 64 Harry Liedtke in Heimliche Ehe Der Untergang der Hesperus Süden Der Untergang des Hesperus Bühne: Singers Midgets- Revue Viktoria- Lichtbild- Th Th. am Moritzplatz Frankfurter Allee 48 Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Flitterwochen Margot Landa in Der Schrecken von London Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 ab Küsse, die töten Dorine und der Zufall Bühnenschau Neukölln Passage- Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Tragödie Im Zirkus Royal Bühnenschau Tempelhot Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Rechtlose Frauen Artistenliebe Auf der Bühne: Persönl. Auftreten von Bruno Kastner und Luise Tirsch in dem lustigen Sketsch: " Herzkrank", Geheime Macht Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Henny Porten in Lotte Auf dem Kriegspfade Bühnenschau 12 Norden Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Jackie Coogan, der Schiffsjunge Der geheimnisvolle Ozeanflug Jugendliche haben Zutritt Humboldt- Theater Badstraße 19 Der fliegende Teufel R. Talmadge Fräulein, bitte Anschluß Große Bühnenschau Alhambra Müllerstr. Kristall- Palast Lon Chaney: Der Unbekannte Gr Ausstatt- Revue: Es war einmal Metro- Palast Chausseestraße 30 Der Roman eines Lebemannes Prinzenallee 1Rummelplatz des Lebens Große Bühnenschau Pankow Bühne: 5 Teufel( Tanz- Attraktion) Palast- Theater Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Die Dame und ihr Chauffeur Kosmos- Lichtspiele Tunney, der Buffalo Bill des Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Monty Bank in Hochzeitsreise Harold Lloyd in Mädchenschen Große Bühnenschau Friedrichsfelde Ringes Gesundbrunnen ,, Alhambra Badstraße 38 Lya Mara: Das tanzende Wien Wiedemanns gr. Ausst.- Ballett- Rev Große Bühnenschau Breite Straße 21 a Beg. 7.30, 9 Uhr Wehe, wenn sie losgelassen Der Verführer PROGRAMM für die Zeit vom 20 bis 23. Juli Weißensee Schloßpark Film- Sühne Berliner Allee 205-210 Fitterwochen Große Ausstattungs- Revue: Berlis braucht Geld Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 Chikago W. 7, 9.15, S. ab 4 Uhi Das verrückte Sanatorium Schöneberg Tivoli- Lichtspiel- Th. Titania( uta Schöneberg Berliner Straße 27 Ein Tag der Rosen im August da hat die Garde fort gemußt Lelehte Isabell Bühne: Dagma u. Apado, Tanzattraktion Nieder- Schönhausen Kammerlichtspiele Ballschmieder- Lichtsp. Film- Palast Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Das gefährliche Alter mit Asta Nielsen Die sieben Sünden Badstraße 10 Dorine und der Zufall Der Untergang der Hesperus Bühne 2 Marleys( akrob. Tänze) Große Bühnenschau Blankenburger Str. 4 Die Geliebte mit Harry Liedtke Die Frau, die nicht nein sagen kann Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.13, 5, 7, 9 U Jackie Coogan, der Schiffsjung bas rollende Haus Stegl182 Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr Monte Blue in: Der geheimnis volle Ozeanfing Bühne: Witt, Carr und Reed: Jazz auf 3 Flügela