Morgenausgabe Rr. 351 A 179 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bfg., monatlich 3,60 m. im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6, M. pro Monat. * Der Bormärts" erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolt und Zeit" und Kinderfreund". Ferner " Unterhaltung und Wissen"," FrauenStimme, Technit"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts". 09090 11191 Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 27. Juli 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichsmart. Kleine Anzeigen" das fettge orudte Wort 25 Pfennig( zulässig zwei fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft LindenStraße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SM 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Polnischer Protest in Moskau. Gegen die Kongreßrede Bucharins. Warschau, 26. Juli. Der polnische Gesandte in Mostau, Patet, hat am 25. Juli bei karach an dem Vertreter des erkrankten sowjetrussischen Bolts tommiffars für auswärtige Angelegenheiten, Tschiffcherin, wegen der von Bucharin auf dem 6. Kongreß der kommunistischen Internationale gehaltenen Rede Protest eingelegt. Bucharin hatte in feiner Rede unter anderem auch die Lage der kommunistischen Partei Polens behandelt und der Hoffnung Ausdrud gegeben, daß der Kongreß dem Exekutivkomitee der kommunistischen Internationale besondere Bollmachten erteilen werde, die das Komitee zur Regelung der Parteiverhältnisse ermächtigen, damit die Kommunistische Partei Polens eines der wichtigsten Wert. geuge der fommuniftifchen Internationale werde und die Kommunistische Partei Polens für den Fall eines Krieges als revolutionäre Militärmacht gegen ihre eigene Regierung auftreten revolutionäre Militärmacht gegen ihre eigene Regierung auftreten fönnte. Patet erklärte, daß der Inhalt der Rede Bucharins eine Einmischung in die inneren Verhältniffe Polens und eine Berlehung des Artikels 5 des Rigaer Bertrages bedeute. Die Antwort Mostaus ist nicht schwer zu erraten: Die tommunistische Internationale hat mit der russischen Sowjetregierung nichts gemein. Bucharin ist weder Mitglied der Regierung, noch Sowjetbeamter, sondern nur Borsigender des Präsidiums der Internationale. Was auf dem Kongreß der Internationale geredet wird, geht die Sowjetregierung nichts an; sie hat auf die Beratungen des Ron greffes feinerlei Einfluß... Raphael fälschlich entlassen. Er hat noch eine Gefängnisstrafe zu verbüßen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat die Nach. prüfung durch die Strafvollstreckungsbehörden ergeben, daß die urSprüngliche Annahme, sämtliche in der Gesamtstrafe des früheren Oberleutnants Raphael enthaltenen Straftaten feien aus politischen Beweggründen begangen, nicht zutrifft. Soweit Raphael wegen Anstiftung zu versuchter Gefangenenbefreiung verurteilt worden ist, fehlt es vielmehr an einem solchen Beweggrund. Den auf diese Straftaten entfallenden Teil der Gesamtstrafe wird er daher in voller Höhe, aber nunmehr als Gefängnisstrafe& u verbüßen haben. Wegen der Bollstreckung des hier noch ver bleibenden Strafreftes hat die Staatsanwaltschaft das Erforderliche veranlaßt. Amnestie für Schmelzer? Die Telegraphen- Union meldet: In der Presse ist verschiedentlich die Frage erörtert worden, ob der Amnestieerlaß auf den viel besprochenen Fall Schmelzer, Vater und Sohn, Anwendung findet. Nunmehr ist dahin entschieden worden, daß der Amnestieerlaß auch auf diesen Fall anzuwenden ist, und der zuständige Oberstaatsanwalt in Frant furt( Oder) ist angewiesen, sofort das nötige zu veranlaffen. Da es sich bei den Schmelzers um ein Tötungsdelift handelt, so kommt nach den Bestimmungen des Amneſtiegefeßes für beide feine Bollamnestie, sondern nur die Herabjegung der Strafe auf die Hälfte und Umwandlung von Zuchthaus in Ge= fängnis in Frage. Schmelzer sen. hat also statt 1½ Jahr Zuchthaus 9 Monate Gefängnis, Schmelzer jun. statt 5 Jahre Zuchthaus 2½ Jahre Gefängnis zu verbüßen, worauf außerdem die erlittene Untersuchungshaft voll anzurechnen ist, so daß Schmelzer fen. nur noch einen geringen Strafrest abzufigen haben dürfte. Auf die zivile Schadensersagtlage der Angehörigen der getöteten Reichsbannertameraben gegen die beiden Schmelzer hat die Amnestie teinen Einfluß, fie nimmt ihren Fortgang. Das Satyrspiel mit Ricklin und Roffé. Mandate ungültig, Nachwahlen notwendig? Paris, 26. Juli. Die Agentur Havas glaubt auf Grund von Auskünften aus gut unterrichteten Kreisen erklären zu können, daß es juristisch gefehen, feinem Zweifel unterliege, daß die vom Shwurgericht in Solmar verurteilten Dr. Ridlin und Rossé nicht ihr Abgeordnetenmandat ausüben dürfen, da Artikel 77 und 42 des Strafgesetzbuches, die die Verbrechen und Bergehen gegen die Sicherheit des Staates betreffen, den Berlust der bürger. lichen und politischen Rechte vorsehen. und da solche Strafen nicht auf dem Gnadenwege erlassen werden könnten, * Das würde prattish die Notwendigkeit von zwei Nachwahlen bebeuten und es unterliegt gar feinem Zweifel, daß beide AbgeordAuf eine solche Antwort fonnte sich die polnische Regierung eigentlich im voraus gefaßt machen. Oder hat sie die Brotestnote dennoch eingereicht, weil sie entschloffen ist, diesmal die übliche Unterscheidung zwischen Regierung und Komintern nicht gelten zu lassen? Sowjetrussische Justiz. Zerror gegen Sozialdemokraten. Bostschedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstr. 8 Der Verzicht auf den Krieg. Der Kellogg Patt: Etappen und Vorbehalte. Zu einer großen Konferenz" der Außenminister am 27. Auguft in Paris hat die französische Regierung eingeladen. Sieben oder acht Außenminister Europas werden fich dort mit dem Außenminister der Vereinigten Staaten um einen grünen Tisch sezen, Ansprachen an die Welt über die geschichtliche Bedeutung dieses Augenblides halten und ein Dokument unterzeichnen, in dem sie gegenseitig auf den Krieg als Mittel Mittel ihrer nationalen Politik ver= zichten zu wollen erklären. Es wird das erstemal sein seit Wilson, daß ein amerikanischer Staatsmann der jetzige Außenminister Kellogg- in amtlicher Eigenschaft zur UnterWie der Sozialistische Bote" meldet, ist Ende April die Gezeichnung eines internationalen Vertrages nach Europa wenn Stresemanns Gesundheitszunofsin Eva Broido in Südrußland verhaftet und für die Dauer fommt, und es wird von drei Jahren nach dem politischen Gefängnis in Susdal ge- stand es ihm erlaubt auch das erstemal sein seit 60 Jahren, bracht worden. Genossin Broido, die in den letzten Jahren in Berlin daß ein deutscher Außenminister als solcher die Hauptstadt gelebt hat und vielen unserer Genossen wohl bekannt ist, ist seit Frankreichs besucht: kein ganz gleichgültiges Ereignis der mehr als drei Jahrzehnten in der russischen Sozialdemokratischen Gegenwartspolitik, ein so wenig gleichgültiges Ereignis, daß Bartei tätig, in der sie viele Jahre an leitender Stelle stand. Wäh- schon jetzt im voraus vierzehn Tage lang der internationale verurteilt, in den Gefängnissen und Berbanmungsorten des Barismus Melodien den alten Tert auf französisch, auf englisch, auf rend ihrer langjährigen revolutionären Tätigkeit war sie oft dazu Chor der Nationalisten und Militaristen mit immer neuen zu schmachten. Als der Bolschewismus ans Ruder fam, war sie, wie polnisch gesungen hat: Aber es wird doch nicht abgerüstet. alle unfere Genossen, die ihrer lleberzeugung treu blieben, Gegen- Nun ist allerdings richtig: wenn der Kriegsverzichtvertrag stand der tommunistischen Verfolgungen. Sie entzog sich ihnen einige auch am 27. Auguft unterzeichnet sein wird, der Krieg als Jahre hindurch, indem sie nach dem Ausland ging, wo sie in der Mittel der Politik ist damit noch durchaus nicht abgeschafft, internationalen sozialistischen Frauenbewegung tätig war. Jegt, nach nicht einmal in dem engen Kreise des Dutzends Bertragsunterihrer Rückkehr in die Heimat, ist sie den bolschewistischen Kerter- zeichner. Nach den monatelangen, nunmehr abgeschlossenen meistern zum Opfer gefallen. Die alte erprobte Kämpferin, die die Berhandlungen stellt ja die Vertragsunterzeichnung erst eine besten Jahre thres Lebens der Befreiung der Arbeiterfiaffe ge- 3 weite Etappe dar. Die dritte Etappe die Ratifiopfert hat, ist jetzt selbst das Opfer jener würdigen Erben der zierung des Kriegsverzichts ist damit noch längst nicht erRevolution geworden, die ihre Hauptaufgabe in der Bernichtung der reicht. Man braucht nur daran zu denken, wieviel Monate I verhaßten Sozialisten sehen. es dauerte und wieviel Fährnisse es sorgsam zu umschiffen gab, bis das in Locarno vor den Außenministern persönlich ,, paraphierte"( mit ihren Initialen versehene) Vertragswert von der Unterzeichnung in London am 1. Dezember 1925 bis zum Inkrafttreten durch Deutschlands Einzug in Genf am 10. September 1926 gedieh. Unterzeichnung bedeutet ja doch nur die Verpflichtung einer Regierung, einen Bertrag den zuständigen Instanzen zur Annahme vorzulegen; erst die Annahme durch diese in Deutschland Reichstag und Reichspräsident und die Ratifizierung" durch dazu bestimmte Delegierte macht einen Vertrag bindend. Und wenn es auch wahrscheinlich ist, daß in Deutschland, England und Frankreich ganz große Mehrheiten in den Parlamenten für den Kriegsverzichtvertrag zusammenkommen werden, bei den Vereinigten Staaten sich zuspizenden Parteigegensätzen den von Monat zu Monat angesichts der Präsidentenwahl in steht zwar wohl nicht dahin, o b, aber doch durchaus wohl, wann der amerikanische Kongreß ratifizieren wird, ebenso ist es angesichts der antidemokratischen und unsicheren Verhältnisse in Italien und Polen nicht durchaus sicher, ob durch sie nicht selbst das Inkrafttreten des Vertragswertes auch nur unter den neun( oder fünfzehn, wenn man die britischen Dominien gesondert zählt) Bertragsstaaten lange und unberechenbar aufgeschoben wird. Und erst dann, wenn die Unterzeichnung und Ratifizierung durch die Vertragsstaaten erfolgt ist, steht allen übrigen Staaten der Beitritt offen: erst dann wird die Frage des Anschlusses der Sowjetunion an diesem Paft akut und man fann nur sagen, hoffentlich durch ihren Beitritt bejaht werden, wobei Deutschland als Mittler eine besondere Aufgabe zuteil wird. So ist noch ein weiter Weg, bis auch nur unter den„ Kulturstaaten" der Kriegsverzicht völkerrechtliche Wirklichkeit sein wird. nete mit erheblich vergrößerten Mehrheiten wiedergewählt merden würden. Das weiß die französische Regierung ganz genau und deshalb wird sie nur sehr ungern die beiden Mandate für ungültig erffären. Die Entdeutschung Südtirols. Nur noch italienisch in Brigen! Innsbrud, 26. Juli. Wie die Bozener Alpenzeitung" meldet, hat der AmtsbürgerBrigen von nun an alle öffentlichen Bekanntmachungen, Aufschriften, meister von Brigen einen Erlaß veröffentlicht, wonach auch in Tarife und Fahrpläne in italienischer Sprache abgefaßt sein müssen. Bis 30. November müssen auf Kosten der Beteiligten alle deutschen Aufschriften entfernt sein. Mit dem 1. Of tober wird in den Briger Volksschulen der Unterricht ausschließ lich nur noch in italienischer Sprache erteilt werden. Die belgische Militärvorlage. Hauptkampf während des Gozialistischen Weltfongresses. Brüssel, 26. Juli( Eigenbericht). Der Senat beschloß, nächste Woche bis Ende September in Ferien zu gehen. Die Regierung hat alſo darauf verzichten müffen, die Militärvorlage vor den Parlamentsferien auch noch im Senat zu erledigen. Inzwischen geht die Debatte über dieses Gesetz in der Kammer schleppend weiter, hier und da belebt von mehr oder minder heftigen Zwischenfällen. Vor dem 10. Auguft dürfte die Vorlage nicht verabschiedet werden. Die entscheidende parlamentarische Schlacht wird alfo während des Jnternationalen gefehes vor sich gehen. Ordnung in Bulgarien! Sozialistische Forderung an die Regierung. Sofia, 26. Juli.( Eigenbericht.) Aber auch damit nicht genug, daß die Militaristen und Nationalisten schon jetzt versichern, daß an den Rüstungen und den Notwendigkeiten der Rüstungen der formelle Verzicht auf den Krieg nichts ändere: der einfache und klare Gedanke des Sozialisten- Kriegsverzichtes ist von den Regierungen mit Borbe halten belastet worden, Einschränkungen, die hier und da die Meinung aufkommen ließen, daß der Vertrag nun überhaupt nichts mehr wert sei. Dabei ist jedoch zu beachten, daß alle diese Einschränkungen der Regierungen in den Vertrag selbst nicht aufgenommen werden, sie wenigstens nach angelsächsischer Rechtsauffassung, für die Auslegung und Anwendung des Bertrages erst in zweiter Linie in Betracht tommen. So ist, nicht zum wenigsten dank dem Zusammengehen der deutschen mit der amerikanischen Regierung, der ursprünglich einfache und furze Vertragstert des Kriegsverzichts erhalten geblieben. Und allerdings hat dieser furze Bertrag, sobald er in Kraft ist, die Wirkung, daß jede Regierung, die einmal noch mit dem Kriege droht oder ihn als unvermeidlich hinstellt, von einer anderen Regierung bloßgestellt werden kann: die Drohung mit Krieg, die vor dem Weltkriege zu den werktäglichen Arbeitsmitteln der Diplomatie gehörte, fie würde unter der Geltung eines solchen Bertrages nicht mehr möglich sein, ebensomenig würde es noch einen diplomatisch- politischen Sinn haben, zu rüsten und aufzurüften, um damit, wie das so oft in der Borfriegszeit gefchah, ein Nachgeben des Berhandlungspartners Die innerpolitischen Zustände Bulgariens find gegenwärtig äußerst zugespitzt. Das Zentralfomitee und die Parlamentsgruppe der Sozialistischen Partei beschloffen deshalb nach einer ausführlichen Debatte über die jüngsten blutigen Auseinanderfehungen innerhalb der mazedonischen Bewegung und der erhöhten Aktivität der faschistischen Organisationen, eine Delegation zu dem Ministerpräsidenten Ciaptfcheff zu entfenden. Es wurde nachdrüdlichst darauf hingewiesen, daß die Möglichkeit schwerer 3usammenstöße besteht und eine verantwortungsbewußte Regierung schleunigft scharfe Maßnahmen gegen die mutmaßlichen Ruhefförer ergreifen müffe. Die Sozialisten forderten außerdem volle Amnestie für alle politischen Gefangenen. Der Schritt der Sozialdemokratie hat weit über die Sozialistische Partei hinaus lebhafte Zustimmung gefunden. I zu erzielen. Der Krieg als Mitte! der Politik, der im Völkerbund noch als letzte Instanz vorgesehen ist, würde aufhören: kein Zweifel, das würde einen bedeutenden psychologischen Wert für den Weltfrieden haben. Wer darüber haben sich die Regierungen nicht nur beeilt zu ereklüren. daß der Kriegsverzichtpakt den Völker- bundspakt nicht schwächen oder beeinträchtigen dürfe: das kann man gelten lassen, um so mehr, als der Kriegsverzicht, wie in ausführlichen Beratungen vor einigen Wochen der Haager Kongreß der Völkerbundsgesellschaften ein- mutig feststellte, die bisherige, dem Kriegs im Völkerbünde offengelassene Lücke schließt.' Schon nicht ohne Gefahren ist der von Deutschland so gut wie von Amerika, von Frankreich und von England gemachte Vorbehalt, daß das Recht der Selb st Verteidigung durch den Kriegsverzicht nicht eingeschränkt wird. So selbstverständlich das Recht der Rot- wehr ist, so gefährlich kann es zur Beschönigung eines Angriffs verwandt werden. Hier ist in der Tat das prompte Funktionieren des Völkerbundes nötig, der es nicht jedem Staate überläßt, selber zu entscheiden, ob er von einem anderen angegriffen wird, sondern in dem„An- greiser" und„Angegriffene" erscheinen und sich rechtfertigen müssen. Aber hier hängt alles enticheidend von einer wirk- kamen, öffentlichen internationalen Meinung aln Ist sie vor- handen, so erhält sie durch den Kriegsverzichtspakt einen sicheren Maßstab dafür, ob Notwehr oder Angriff vorliegt: einen Maßstab, den sie früher nicht belaß, solange jeder Angriff als völkerrechtlich erlaubt galt. So hätte in der Tat der formale Kriegsverzicht zwischen absoluiistischen Regierungen nur für die geschicktere den Wert, die andere leichter ins Unrecht zu setzen. Rur eine kontrollierende und kritische Demokratie ist wirklich imstande, aus dem Kriegs- verzicht zwischen den Regierungen einen Kriegsverzicht zwischen den Völkern zu machen. Und es gibt noch eine Einschränkung, die dem Kriegs- verzichtpakt einen guten Teil der Weltbedeutung nimmt. Es ist die namentlich von der englischen Regierung mit brutaler Deutlichkeit aufgestellte These, daß der Kriegsverzicht ihre Handlungsfreiheit in den Gebieten nicht beeinträchtigt,„deren Wohlfahrt und Unverletzlichkeit ein besonderes Lebcnsinteresse für unseren Frieden und unsere Sicher- heit bildet". Man bat diesen Vorbehalt, der sich insbesondere auf den Seeweg nach Indien lArgyptsn, Vorderasien, Indien) bezieht, mit Recht eine britische Monroe-Doktrin genannt. Engtand hat nicht obne Ironie darauf hingewiesen(Rote vom 19. Mai), daß die Vereinigten Staaten„vergleichbare Inter- essen" haben(Mittelamerika!), weshalb„sie glaube, mit ihrer Stellungnahme nur die Absicht und Meinung der Re- gicrung der Vereinigten Staaten wiederzugeben". In der Tat heißt das, daß der Kriegsverzickt n u r unter den söge- nannten Kulturstaaten gelten soll. Außerhalb ihres Kreises soll er nickit gelten, gegenüber Kolonial- oder Halbkolonial- Völkern soll er nicht gelten. Hier behalten sich die imperia- listischen Regierungen vor, mü Tanks, mit Flugzeugen, mit Panzerkreuzern ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten. Der Kriegsverzicht soll nur für die„Geselisä�ift der Nationen" gelten. Wer außerhalb dieser„guten Geiellschast" stebt, der wird der Segnungen des neuen Komments dieser Gesell- schaft nicht teilhaftig. Damit fehlt dem Kriegsverücbt da? Kennzeickien einer wahrhast internationalen, alle Völker umkalsenden Sache: Er ist bloß ein Versuch, den i n n e r k a p i t a l i st i sch e n Frieden zu sichern: nach außen soll er nicht gelten: er ist kei"e Sache der ganzen Menschheit, sondern nur eine An- gelogenheit der kapitalistischen Staaten. Er stellt einen log! ich folgerichtigen Schritt dar, den Krieg als Mittel der Politik unter den Kapitalisten auszuschalten, ein Unter- nehmen, das der Selbsterhaltung de- Gesellschaft dient. Im Hoebkapitalismus erschüttert jeder Krieg Kred't und Profit, gefäbrdei die Währungen, vernichtet damit ungeheure wirtschaftliche Werte und droht in Bürgerkrieg. Umsturz, Re- nolution und Bolschewismus zu enden. Seit jeder Krieg zum Weltkrieg zu werden droht, ist der Krieg kein Geschäft mehr. Es ist eine Lebensfrago für die bürgerliche Gesellsckiaft ge- worden, sich vor dem Ausbruch eines neuen Krieges'zu schützen. Der Kriegsverzicht stellt also ein Stück inner- kapitalistische Konsolidierung dar. Nur wer auf blutige Katastrophen angewiesen ist, um seine politisckien Pläne zu verwirklichen, kann Gegner des Kriegsverzichts- Paktes sein. Ehrharöi als Zeltenbauer. Ein gelehriger Schüler der Kommuniflen. Kapitän Ehrhardt, der im großen nichts erreichen konnte, fängt es nun im kleinen an. Er will die Republik von Innen aushöhlen lassen. Seine neueste Parole heißt Zellenbildung. Ein ParolebefeHl, überschrieben„Beginn des neuen Weges", in feiner Zeitschrift ordnet an: „Revolutionäre Beweaungen sind immer Minderheiisbewe. gunaen. Das politische Wirkungcmittel der Minderheit ist die Zelle. Der Aufbau des Zellensystems ist daher die wichtigste praktische Aufgabe. Zellen können gebildet werden in jedem Rahmen, in Klubs und Vereinen, in Bünden, Parteien, Berufs- orgomsationen usw. Das wichtigste Gebiet sind die Gewert« ichaften, die Bauernorganisationen und die S t u- d e n t e n s ch a s i. Die Machtbildung kann nur durch die Zelle gs- scheben. Praktisches Ziel ist die Eroberung der Werkfäle, der Dörfer und Hochschulen, das Eindringen in Behörde und Kommune. Sind einmal die' Anfänge der Zellenbildung geschaffen, so ist der Angriff auf die jeweils entscheidende Person- lichkeit des betreffenden Arbeitsgebietes m richten. Je nach den Umständen vorsichtig durch Ausnutzung von Schwächen des Geg- ners(Korruptinysfälle, Bonzentum) oder im offenen Angriff. Die Eroberung geschieht dadurch, daß unsere Leute sich auf allen Gebieten in die einflußreichen und führenden Positionen drängen. Gelingt es nicht, Zsllenleuts selbst in diese Positionen zu bringen, so ist anzustreben, vorhandene Führer und einflußreiche Persönlichkeiten in den Bann der nationalreoolutionären Idee zu ziehen, damit sie zum mindesten indirekte Unterstützung leisten." Herr Ehrhardt ist nicht originell. Sein Plan ist der genaue Abklatsch der Spalwngs- und Zellenbildungstaktik der Kommunisten, die geistige Gemeinschaft zwischen ihm und den Kommunisten offen- hart sich auch hier. Sein Plan zeigt im übrigen die Notwendigkest, chlle diese Nationalrevolutionärs und die, die ihnen indirekt Unter- stützung leisten, aus der Verwaltung der Republik hin. auszuwerfen, er ist zugleich die Rechtfertigung für da» rück- sichtsloseste Vorgehen gegen diese Leute, die Spitzeltum, Vertrauens- mißbrauch und Unzufnchtigkcit als politische Waffe gebrauchen wollen. Saubere Entwicklung übrigens, die Herr Ehrhardt genom- men hat: erst Putschist, dann Spitzelhäuptlingl Konzern gegei Oer Ginn des Kalles Lambach. Der Fall Lambach strahlt auf die Deutsche Volkspartei über. Der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Thiel läßt ankündigen, daß er auf der kommenden Tagung des oolksparteilichen Angestelltenausschusses seine Sympathie mit Lambach erklären und Kritik an der Haltung der Deutschen Volkspartei gegen- über den Arbeitern und Angestellten üben werde. Die Krise der Deutschnationalen wird zur Krise der„Dolks"parteien auf der Rechten. Die Klassenfronten treten klar hervor. Der„Deutsche", das Blatt der christlichen Gewerkschaften, schreibt über die Gegensätze in der Deutschnationalen Volks- Partei die folgenden beachtlichen Sätze: ..Die wesentlichen Gegenspieler in dieser Entwicklung sind die g ro ßen Kapitalbesitzer, welche die T r u st» und Kon- z er n e' beherrschen, auf der«inen und die organisierten Arbeitnehmer aus der anderen Seite. Wenn man die für unseren Gedankengang wesentlichen Grup- pen kurz als Konzern und Gewerkschaft bezeichnet, dann bleibt noch die Frage zu untersuchen, worum Herr Huzenberg seinen ganzen Haß gegen den Angestelltenführer Lam- dach konzentriert. Die Angestellten spielen in der kopita- listischen Entwicklung eine Roll«, die unter Umständen den großen Kapitalbesitzern gefährlich wird. Die Erlangung einer selbständigen Unternehmerexistenz ist für die Angestellten in immer selteneren Fällen möglich Dafür» aber gelangen sie in die leitenden Stellungen der großen Konzerne und werden die eigentlichen Unternehmer, die auch gegen- über dem Kapitalbesitzer eine Macht darstellen. Solange dele Angestellten einzeln herumlaufen, kann man sie gegeneinander ausspielen und beherrschen. Wenn sie sich aber zu- s a m m e n s ch l i« ß e n, wird die Situation für den Konzern- besitzer schwieriger. Es bildet sich ein Gemeinschaftsbewußt- st i n, das im Riesenopparat der Großunternehmung einen Macht- saktor darstellt." Das Auslieferungsbegehren. Die Rechtslage. Das in unserer gestrigen Morgenausgabe angekündigte vierfache Auslieferungsbegehren der französischen Besatzungsbehörden liegt jetzt tatsächlich vor. Nach sorg- fältiger Prüfung der Rechtslage ist das Auswärtige Amt zu der Ueberzeugung gekommen, daß das formale Recht leider der Reichsregierung keine Möglichkeit bietet, dos französische Verlangen abzuschlagen. Deutschland wird sich daher grundsätzlich bereit erklären müssen, diesem Begehren F o l g e zu leisten. Selbst die„Telegraphen-Union" knüpft an diese Mitteilung die Bemerkung, daß die deutsche Regierung keine andere Antwort geben k a n n, solange die unterschriebenen Vertröge zu Recht bestehen. Die Verurteilung im Zweibrückener Fall erfolgte nicht nur wegen Beleidigung der französischen Armee, son- dern auch wegen schweren Diebstahls, weil die drei Täter die Fahne vom Offizierskasino nicht nur heruntergerissen, sondern auch zerschnitten und beiseite geschafft haben sollen. Natürlich ändert auch dieser Umstand nichts an dem p o l i t i- s ch e n Charakter des Delikts. Die außerordentlich hohe Strafe von 5 Jahren Zuchtbaus entspricht insofern den franzö- fischen Rechissitten, als die Strafen, die in Abwesenheit gegen geflüchtete Angeklagte oerhängt werden, stets um ein Vielfaches härter find, als wenn die Angeklagten persön- lieh vor Gericht stehen. Deshalb wäre zu erhoffen, daß im Falle einer neuen Gerichtsverhandlung das Urteil erheblich milder ausfallen würde. Wir wissen uns frei von Mitleid mit Burschen, die aus nationalistischem Haß eine Tat begangen haben, von der sie wissen mußten, daß sie der deutschen Regierung und insbe- sondere der Bevölkerung der besetzten Gebiete die schwersten Ungelegenheiten bereiten würde. Da die formale Rechtslage auf feiten der französisch-n Bosatzungsbehörde liegt, kann auch nicht davon die Rede sein, daß man sich in einem Augen- blick, wo die Frage der Rheinlandräumung akut werden» kaiOr, einen schweren Konflikt mit Frankreich aushalft. Das haben die leichtfertigen Täter weder oerdient, noch verträgt es das Gesamtinteresse des deutschen Voltes. Indessen sind wir der Ansicht, daß die Reichsregierung nichts unterlassen sollte, um noch auf diplomatischem Wege eine glimpf- lichere Erledigung des Vorfalles zu erreichen. Denn es kann kein Zweifel daran sein, daß eine Auslieferung für jede deutsche Regierung eine sehr schwere innerpolitische B e- l a st u n g bedeutet und daß die französischen Militärbehörden, wenn sie auf ihrem Schein bestunden, den denkbar größten Dienst den N a t i o n a l i st e n ganz Deutschlands erweisen würden. Die ganze Angelegenheit beweist aber wieder einmal, daß die Tatsache der Besetzung des Rheinlandes die deutsch-französischen Beziehungen durch die Schuld einzelner auf b e i d e n Seiten immer wieder auf die schwersten Proben stellt, und daß es keinen wirklichen Friedenszustand zwischen Deutschland und Frankreich wird geben können, solange diese Besetzung fortdauert. Vrotest des StadiraieS von Zweibrücken. Im Zusammenhang mit dem Zweibrückener Flaggenzwischenfall ist auch der dortige deutsche Polizeikommissar Bauer vor einigen Tagen verhaftet worden. Es wird ihm anscheinend zum Vorwurf gemacht, daß er die U n t« r s u ch u n g de» Vorfalls obsicht- lich so geführt hätte, um den Tätern die Möglichkeit zu geben, aus dem besetzten Gebiet zu flüchten. Gestern ist die Anklageschrift fertig- gestellt und der Kriegsgerichtstermin auf den 2. August festgesetzt worden. Der Stadtrat von Zweibrücken hat in seiner letzten Sitzung einstimmig— mit den Stimmen der Kommunisten— gegen Bauers Verhaftung protestiert. Ausschreitungen französischer AtpenjSger. Speyer. 26. Juli.(Mb.) Am 22. Juli, nachmittags geg« 7�» Uhr, wurde in der Nähe des Stadtparkes. Richtung Platansnallee, in Ludwigshafen auf belebter Straße ein Mädchen mit seiner lljährigen Schwester von einem franzosischen Alpenjäger ohne jeden Grund a n- gepackt und so heftig am Hals g e w ü»g t, daß die Spuren ficht- bar waren, Der Täter befand sich in Begleitung von drei wetteren i Gewerkschaft. - Krach auch in der Volkspartei. Das ist eine klare Schilderung der Situation und einy Sprache, die der„Deutsche" sonst klassenkämpferisch nennen würde. Hier wird eine Entwicklungslinie gezeigt, die für die Ueberführung des kapitalistischen Systems in den Sozias lismus von größter Bedeutung ist. Dies Gemeinschaftss bewußtsein der Angestellten gegenüber dem Konzernbesitzer� die Ueberführung der praktischen Verfügung über die Pro- duktionsmittel aus der Haud der Kapitalbesitzer in die Hand von Angestellten— das find Gedankengänge, die an den Grundfesten des kapitalistischen Systems rütteln. In diesen Sätzen liegt ein vehementer Angriff auf das gehelligte Privat, eigentum. Der„Deutsche" möge uns entschuldigen, aber die Gedankengänge, die er hitzr vorträgt, sind revolutionär� Es zeigt sich in dieser Krise der Deutschnationalen, daß. wenn einmal die Arbeitnehmer in den bürgerlichen Parteien über ihre Klassenlage nachzudenken beginnen und sich mit dem Unternehmertum auseinandersetzen, sie sich sehr rasch sozial- demokratischen Anschauungen und Gedan, kengängen annähern. Oer Nächste! Die Landesverbandsleitung der Deutschnationalen Volk-partei Potsdam II veröffentlicht eine Erklärung über den Fall Lambach. in der es heißt: „Ueber die Tatsache der D er ö ffent ki chun g des Briefes, den das Parteimitglied Direktor Dr. Lejeune, Jung, M. d. R.. als bisheriger Vorsitzender der Ortsgruppe Halen, see an den Landesverbandsoorsitzenden hinsichtlich seiner Amts- niederlegung mit völlig tendenziöser Begründung gerichtet hat, ist eine Beschwerde an den Herrn P a rt« i v o rsitz e nden gerichtet. Eine Disziplinlosigkeit wird nicht verbessert durch eine zweite?" Noch ein Disziplinarverfahren und ein Herauswurf in Sicht! französischen Soldaten. Kurz darauf wurde ein Herr in der Nähe des Elektrizitätswerkes von einem dieser Soldaten angerempelt und gegen einen Bretterzaun geworfen. Einigen weiteren Ein, wohnern wurde die gleiche Behandlung zuteil._J Oeutsch-franzosische Besahungsehen. Aehnlich wie bei der britischen Besotzungstruppe haben auch bei der französischen Besatzungstruppe eine Anzahl von Unter, o f s i z i e r e n sich mit deutschen Mädchen im RheintanÄ verheiratet. Die Besatzungsbehörde beabsichtigt mm, bei Ab, lauf der Besetzungskommandos dieser UM er o iiiziere diese Kon», mandos nicht zu verlängern, sondern die Unteroffiziere im In nervt Frankreichs zu verwenden. Daraufhin haben-sich die in Frage kam, wenden Unteroffiziere an die französische Abteilung der Liga für Menschenrechte gewandt, mit der Bitte, für sie einzutreten urth für die Verlängerung der Kommandos zu sorgen. Metternich... Um seiner Berdlenste für die deutsche Reaktion und für Mö Knebelung des deutschen Volkes wurde dem berüchtigten Fürsten Metternich im Jahre 1815 das herrlich« GM, Kloster und Schloß Johannisberg am Rhein geschenkt. Wie sich Gesetz und Rechte forterben, so mich Schloß Johannisberg und so auch deck Sinn und Geist des alten Metternich. Der jetzige Besitzer, eben, falls ein Fürst Metternich, fft der Enkel des Unvergeßlichen. Johannisberg liegt in der Gemarkung des gleichnamigevt Dorfes. Ein Drittel des gesamten Gemeindegeländes fft Eigentum des Fürsten. Selbstverständlich gehören dazu die bestgelegenstta Weinberge. Die Bewohner von Dorf Johannisberg leiden seit Jahr und Tag unter schwerem Wohnungsmangel. Zwap fehlte es nicht an Boulust und nicht eimnal an Baugeld. Aber an Baugelände: denn der einzige zum Bauen geeignete Grund und Boden fft in fürstlichem Besitz. Die privaten uvd staMtichey Bauiechniker und Ingenieure erklärten den Neubau von Häuserr» außerhalb des Metternichschen Grundes für ungesund und unwirt, schaftlich. Deshalb ersucht« die Gemeindeverwaltung den Fürsten um Ueberlassung von Baugelände. Hohnlachend lehnte er ab. In seiner Antwort an den Bürgermeister Wagner von Johannisberg schrieb Metternich u. a. sehr sinnig und bieder: „Ein altes Sprichwort lautet: Was du geerbt von deinen Vätern hast, verwalte es und oererbe es weiter. Auch in den zehn Geboten heißt es: Du sollst mcht begehren deines Nächsten Haus, Acker und Gut. Dieses Gebot dürfte der Gemeinde Johannisberg in Vergesienheit geraten sein, daher ich dieses Gebot Gottes den guten Katholiken am Iohanmsberg in Erinnerung bringen möchte. Nehmen Sie zur freundlichen Kenntnis, daß ich freiwillig nicht einen Quadratmeter Grund abzutreten gedenke. Dollen Sie Gewalt anwenden, so machen Sie das mit Ihrem eigenen Gewisien ob..." Unterschrist: „Achtend Fürst Metternich." Mit diesem Brief war Seine Durchlaucht an den Unrechten geraten. Der Bürgermeister von Johannisberg blieb ihm die Antwort nicht schuldig. Zunächst schrieb er ihm sehr deutlich, daß Besitz noch lange kein« absolute Herrschaft und einen rücksickttslosen Eigennutz bedeutet. Noch göttlichem Gebot zieme sich lediglich eine Verwaltung des Besitzes unter billiger Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen der Allgemeinheit. Abgesehen davon steht das Eigentumsrecht der Fürsten von Metternich an Schloß und Gut Johannisberg sicherlich nicht im Einklang mit den erwähnten zehn Geboten Gottes. Diesem Brief folgte wenige Tage später auf Antrag der Gemeinde Johannisberg ein Enteignnngsverfahren gegen den Fürst en, dem nunmehr stattgegeben worden ist. Die Regierung in Wiesbaden hat die Entschädigung auf 45 M. pro Rute festgesetzt, während Metternich zuerst 8» M. hoben wollte, dann 70 M. und sich schließlich mtt 50 M. zufrieden erklärte. als er merkte, daß die Regierung nicht mit sich handeln ließ. Dann aber nahm er, was er bekam: 45 M. pro Rute! Nikaragua„beruhigt". Superior(wtekonsin). 26. Juki. Präsident Eoolidgs erhielt eine Mitteilung des Oberbefehls, Habers des amerikanischen Geschwaders in den Gewässern von Nikaragua, wonach die Parteigänger des Generals San- d i n o ihre Tätigkeit olfenbar vollkommen eingestellt hoben und Sandino geflüchtet ist. Zahlreich« Aufftändisch«, die gefangen genommen worden waren, versprachen, sich künstig loyal zu vev, hasten. Kür die Fahrt durch Deutschland stellt Mussolini eine« Gpezialwagen. Ein Männerquartett singt zum Empfang die Goetheschen Verse:«.Heiß mich nicht reden, heiß mich schweigen...* Mehr Etatskontrolle! Lleberschreitungen und nicht bewilligte Ausgaben im Haushaltsjahr-1927/28, soweit sie bisher bekannt wurden. Revclutionsromantik. Max Hölz in eigener Darstellung. � In einem kommunistischen Vlott erscheinen seit mehreren Tagen die Aufzeichnungen von M a x ch ö l z über den mittel- deutschen Aufstand. Ein„politischer Kriminalroman der Wirklichkeit" werden sie in der Einleitung genannt. LäHt mnu sich aber als kritischer Leser nicht von dem Romanhaften. berauschen, sondern legt man das Hauptgewicht auf das Politische(das freilich gegenüber den ausführlichen Schil- Oeningen von Dynamitsprengungen, Gefechten und Ent» weichungskunststücken sehr in den Hintergrund tritt)— was ergibt sich dann alz Sinn des ganzen Hölzschcn Treibens in �Mitteldeutschland? Der typische Putschismus, die künstliche Revolutionsmacherei, wie sie angeblich von der KPD. auf .das schärfste abgelehnt, aber in ihrem bedeutendsten Urheber jetzt geradezu glorifiziert wird. Hölz schreibt zwar einmal selber, er sei sich bewußt gewesen, daß eine Revolution nicht gemacht werden könne:— aber dieser angeblichen Erkenntnis widersprickt jede übrige Zeile seiner Darlegung. SchUdern wir den Ausgangspunkt mit Holz' eigenen Worten: „Angeekelt und abgestoßen durch den gehässigen Bruderstreit Anzischen cll den verschiedensten Arbeiterparteien, erachtete ich es für notwendig und richtig, durch sogenannte Einzelaktionen, «nie Attentate. Befreiung von gefangenen Eenosten u. a. die Begeisterung der lau gewordenen Massen für die revolutionäre Sache zu entfachen." Das ist die künstlich gemachte Revolution in Reinkultur! Das ist die verwerfliche Taktik, die jedem reaktionären Lockspitzel gestattet, unter der Maske des Revolutionärs die Arbeiterschaft zu Wahnsinnstaten zu verleiten und in blutiges Gemetzel zu verstricken. Denn wie soll der einfache Arbeiter wissen, ob der geheimnisvolle„Illegale", der ihn zu Dynamitansäzlägen auffordert, ein„Echter" oder ein'„Unechter" ist?! Hölz verrät uns weiter, warum er es gerade im März 1921 mit dem Losschlagen so eilig hatte. Dan den wirklichen politischen Hintergründen der Märzaktion, wie sie durch Paul Lern bekannt geworden sind, von den Befehlen Moskaus, von der Entsendung des„Turtestaners" usw. verrät er allerdings kein Wort. Für ihn persönlich gab es— angeblich— nur einen ganz primitiven, rein pecfön- lichen Grund. Hören wir ihn: «Ich hatte naturgemäß infc-lg« der bereits zwei Jahre dauernden ununterbrochenen Verfolgung dos allergrößte Interesse an einer roschen Aendcrung der herrschenden Zustände und war der Ueberzeugung, daß dieses Ziel mit ollen Mitteln ge» fördert werden müsse... Ist es für die Schreibtisch- und Redak- tionshciligcn so schwer zu begreifen,... daß der illegal lebende Revolutionär größeres Interesse an einer Aende» rung der Dinge hat als der legal lebende Revolutionär?" Ist dies auch primitiv, so hat es doch Methode. Wer wegen politischer Delikte verfolgt wird, hat das Interesse, möglichst bald aus der Verfolgung herauszukommen. Des- halb ist es nach Hölz sein gutes Recht, möglichst bald einen Putsch zu entfachen, auch wenn die nichtverfolgten und die übrigen Arbeiter gar kein Verlangen und Interesse für eine solche Aktion hoben. Aber Hölz verlangt— einfach aus „Solidarität"—, daß der Besonnene sich von dem llnbe- sonnenen und aus irgendeinem Grunde Ungeduldigen blind- lings mitreißen läßt. Er verlangt, daß die Inhaftierten für die in Freiheit befindlichen, daß die Arbeitslosen für die in Arbeit stehenden Tempo und Taktik anzugeben haben, und hält das Ganze für— materialistische Geschichtsauffassung! Noch Hölz hat sich die gesamte Arbeiterschaft bei ihrer Aktion der Leidenschost und Ungeduld derer zu fugen, die zu einer klaren und sachlichen Beurteilung der Si- tuation am allerwenigsten in der Lage sind! Die folgende Darstellung gibt die Probe aufs Exempel. >,Von der Absicht einer bewaffneten Akt'on war nicht das Mindeste zu spüren." So berichtet Hölz aus der Streik- Versammlung von Kloster Mansfeld.„Auch in Eisleben habe ich an diesem Tage nicht das Gering st e von Waffen oder der Absicht eines bewaffneten Auf st an- des gemerkt." Schlagende Seibstzeugnisse, wie sehr diese Aktion k ü n st- l i ch gemacht wurde, nicht allein von Max Hölz. sondern auch von den berüchtigten Aufrufen der kommunistischen Presse! („jeder Arbester besorgt sich eine Waffe, wo er sie findet usw."). In der späteren Darstellung gesteht Max Hölz selber, daß der Aufstand„militärisch und politisch nur dann weit- tragende Erfolge zeitigen konnte, wenn es mir gelang, eine Truppenmacht von mindestens 10 0R> Mann zusammenzubringen". Und worüber verfügte er? Der Sturmtrupp von einigen IVO Mann konnte Dorzüglubes zur Erringung lokaler Erfolge leisten, nie ober zur Durch- sührung von Operationen, die sich über ein Gebiet von hundert und mehr Kilometern erstreckten. Trotzdem werden nun munter solche lokalen Handstreiche vollführt: aus der Dynamitfabrik Leinbach werden 2 l) Z e n t- ner Spreng st off requiriert und Schienen, Amtsgebäude, Villen usw. in die Luft gesprengt, was sich alles sehr romon- hast liest, aber bei der selbst eingestandenen Ohnmacht zu wirklichen taktischen Aktionen als sinnlose Revo- lutionsspielerei anmutet. Noch am dritten Tage dieser Putscherei weiß Hölz überhaupt nicht, wie es im Reich aussieht, ob„im ganzen Reiche oder wenigstens in den maßgebenden Industriezentren der Auf- l stand entflammt war". In völliger Unkenntnis der Gesamt- situation fährt er mst Gefechten, Sprengungen usw. fort. Man erstaunt und erschrickt über die sinnlose Drauf- gängerei, mit der Hunderte von Arbeitern ins Unglück ge- jagt worden sind. Zweifellos ist Hölz ein urwüchsiges fol- datisches Talent. dem das Milstärischs im Blute liegt. Aber feine politischen Fähigkeiten stehen im umgekehrten Der- hältnis zu feinen soldatischen, und so liefert auch er den De- weis, daß militaristische Denkweise— hüben wie drüben—, sobald sie sich politische Führung anmaßt, nur schwerstes > U n h e i l erzeugt._ Fahas Pascha als Geisel. Kür etwaige Llaruhen persönlich verantwortlich. r Kairo. 26. Juli. Der Gouverveur von Kairo machte den Ex-Ministerprösidenten und Führer der Opposition Rahas Pascha daraus ousmerksam. er merde ihn. für alle Unruhen persönlich verantwortlich machen, die irzendwetchen Versammlungen oder Kundgebungen jotgen würden.______.._ Bei den Haushaltsberatungen und den Haus- halterechnungsprüfungen. die beinahe bis zur Sterbe- stunde, bis zur Auslösung des vorigen Reichstages ersolgten, ging es letzten Endes immer wieder um die strengere Durchsetzung der Reichshaushaltsordnung. Der Kampf zwischen der Legislative, dem den Haushalt festlegenden Reichstag, und der Exe- kutio«, hier den ausführenden, also den die Gelder ausgebenden Ministerien und Behörden, ist in den jüngst vergangenen Iahren zeitweise ziemlich gründlich, wenn auch nicht immer oberird'sch, geführt worden. Es hat ziemlich lange gedauert, bis der Reichstag von den Ministerien in seinen Avczabenbsschlüssen wieder einiger- maßen ernst genommen wurde. Im Neichssinonzmimstertum hatte sich in der Inflationszeit ein« Auslegungspraxis der Reichstags- beschlüsse entwickelt, von der bis zur selbstherrlichen Dersügung über hie Reichseinnohmen der letzte Schritt nicht mehr groß war. Der „getreue Fridolin" Getzlsr förderte diese Entwicklung, er deckt« das Reichswehrministerium, dem di« Reichstagsbeschlüss« als nqio« Bilanzversuche politisch unklarer Zivilisten erschien, bei der syste» matischen Mißachtung des Reichshau-halts! Keine Partei wird bestreiten wollen, daß die Sozialdemokratie bei der Wiederdurchjetzung der Parlamentsrechte und der Reichs- Haushaltsordnung jede berechtigte Erklärung von Mängeln und Schwierigkeiten gelten ließ: aber auch'dafür gibt es«in« Grenze: mos für die Vergangenheit entschuldbor war, ist für die Gegenwart und Zukunft nicht nur verboten, sondern auch streng zu ahnden. Aus diesem Grunde wurde z. B. im Reichshousholtsgesetz für 1927,28(1. April 1927 bis 31. März 1928) im§ 6, Absatz 1, auf sozialdemokratische Initiative hin beschlossen, daß dem Hausbalt-aus- schuß vierteljährlich«ine Uebersicht der vom Reichsfinanzministerium bereitgestellten über- und außerplanmäßigen AuS> gaben im Betrage von 10 000 Mark und darüber vorzulegen sei. Dieser Beschluß ist vom Reichss'nanzministsr Köhler und seiner Haushaltsabtellung nur teilweise beachtet worden. Am S. Oktober 1927 kam eine erste Vierteljahresübersicht an den Haupt- au-schuß des Reichstages, im Juni 1928 die zweite, die restlichen beiden werden ausfallen: sie werden mit der Qorlage der Reich?» b.ausholtsrechnung gegenstandslos werden. Di« Vorlag« muß auf Grund eines sozialdemokratischen Antrages, der einstimmig an- genommen wurde, zum 1. Oktober 1928 erfolgen. Für das Haushaltsjahr 1928/29 beschloß der Reichstag«ine DerschärfungderKontrolleallerüber-undaußor. planmäßigen Ausgaben. Die dafür entscheidend« Stelle des§ 19 des Houshaltsgesetzes lautet: „Uederplanmäßige Ausgaben, insbesondere persönliche Aus- gaben, sind zu vermeiden. Soweit überplanmäßige Ausgaben im Betrage van 19999 Reichsmark und darüber unbedingt nötig stirb. sind sie unverzüglich dem Ausschutz des Reichstags für den Reichshaushalt mitzuteilen." Bis zum heutigen Tage ist feit dem 1. April 1928— dem Beginn des neuen Haushaltsjahres 1928/29— n i ch t e i n e über- oder außerplanmäßige Ausgabe des Reiches dem.Haushaltsousschuß mit- geteilt morden! Optimisten mögen annehmen, daß wir mit dem Reichsetot hundertprozentig in Ordnung sind, der Pessimist neigt zu der Annahme, daß der Haushaltsabteibing de» Reichsfinanzministe- riums bisher der ß 19 des Haushaltegcsetzss noch nicht wieder ein- gefallen ist, weshalb er hier hoflich in Erinnerung gebracht sei. Im übrigen seien nun noch die über- und außerplanmäßigen Ausgaben von 1927/28 etwas untersucht, soweit si« bisher dem Hauptau-schuß des Reichstags bekanntgegeben worden sind. Fortdauernd« Ansoaden Einmalige Auegaben über- ernfter- über- außerplanmäßige planmäßige planmäßige planmäßige 1.4,— 39.6.27. TO. 3 192 894 83 593 1 792 853 2 261 995 1.7.— 39.9.27.„ 674 472 2 883 149 697 578 2 928 622 Zusammen ergibt sich für das erste Vierteljahr an über- und außerplanmäßigen Ausgaben die Summe von 7 993 512 TO., für da» zweite Vierteljahr die Summe von 7 339 257 TO. An sich erscheinen diese Summen nicht allzu hoch— wenn sie sich im zweiten Halbjahr nicht noch„verdicken", was zu befürchten ist. Schon heute muß aber gesagt werden, daß an einzelnen Stellen in der Reichsvenvallung nach wie vor nicht mit der nötigen Ge- wissenhostigteit gearbeitet wird. Nachfolgend sei eine kleine Blütenlese au» den mehr als ein- hundert Ueberfchreitungen des Etats im ersten Halbjahre 1927/28 gegeben.. Das Reichswehrministerium baute nach wie vor darauslos, es hat allein im ersten Vierteljahr 1927/28 bei den ein- m a l i g c n Ausgaben die EtatZanjätze um 757 999 TO. überschritten. (Wir haben dabei die notwendigen Ueberfchreitungen bei de? Marine— Berbesserung von Leuchtfeueromlagen usw.— nicht mit eingerechnet.) Die Errichtung von Prüfst ellen(Schund- und Schmutzgesetz) sühn« beim Rnchsinnenministerium zur Ueberschrei- tung des Etats uM 253 660 TO. War das notwendig? Das Reichsvertehrsministerium Hot den Zwischen- kredit für die Junkers Üustoertebr A.-G.. obwohl er schon 22 Millionen beträgt, noch um«in« halbe Million überschritten. DieEinrichtüngderWohnungdesReichssinanz- minister» Köhler ,wnd die Absindung de» friibsren Woh- nungsinhabers für eingebaute Einr ichtunasgegenftär de" erforderte 95 999 TO., statt, wie vorgesehen, 59 999 TO. Der Umbau der Botschaft in Rom wird wesentlich teurer als veranschlagt, weil sich„die Notwendigkeit der Tiesfundie- ning" eNt bei Beginn der Bauarbeiten herausgestellt hat.„Die gesamt« Uederschreiwng steht noch nicht fest. Sie wird ober vor-- oussichtlich noch mehr als 74 999 TO.— die derzeit angemeldete Ueberfchreituna— betragen"' Ausbau und Einrichtung einer Dienstwohnung für den Reichswirtschaftsminister üt im zweiten Ouor- tal 1927 mit 115 999 TO. autzerplonmätzig erfolgt. „Zur Förderung de? wirtschoftlichen Nack- richtenmesen»" stich 129 999 TO. über, oder oußerplanmätz-g — die amtlichen Angaben widersprechen sich— ausgegeben worden, ehe die Genehmigung diejer Summ« vorlag. Die bisherigen beiden Rachweijungen der über, und autzerplan- mäßigen Ausgaben ergeben drei Schlußfolgerungen. Einmal hat ihre Anforderung durch den Haurhol'sau-schätz er- zieherisch außerordentlich günstig gewirkt, die volle Wirkung wird wohl erst erreicht werden, wenn di« Housholtsobteilung im R«-ch?- finanzminilterium sich völlig an die Bestimmungen des Haushalts- gesetzes hält. Zum anderen müssen d'« Bauaufträge, die von Reichsbehö-'dcn vergeben werden, gründlicher an Bauzeichnungsvorlog« und Kosten- onlchlsq gebunden werden als bisher. Die Reichshaushaltsordnung wird hier noch zu wenig beachtet. Zum dritten muß der Rechnunasbof rolcher als bisher die Notwendigkeit d*r Ausgabe von Reichstag bew-vigter Mittel-ach» prüfen. Es ist ja nicht gesogt, daß dort, wo ein Housholtstitel ohne Ueberschreitung bleibt, vbne weitere» die Rotwendigkeit bestand, die zur Dersügung gestellten Mittel restlos auszugeben. Hier ist der Kernpunkt der Etatskvntroll«. Kurt H e i n i g. ZuieruaiionaZer Sozialifienkongreß. Bulgarien in Brüssel nicht vertreten. Dos Zentralkomitee der bulgarischen Sozialisten hat aus finanziellen Gründen beschlossen, kein« Delegierten zu dem beoorstshenden Internationalen Kongreß nach Brüssel zu entsenden. Dieser Beschluß macht di« Verschiebung der im Anschluß an dem Kongreß vorgesehene Konferenz zur ErörteruM der mazedonischen Frag« notwendig. Die bul- garischen Hozialisten haben sich deshalb an di« Internationole mit dem Ersuchen gewandt, in nicht zu ferner Zeit eine Sonder- k o n f« r e n z zur Beratung de» wazedonischen Problem, nach einem dem Balkan nahegelegenen Ort« einzuberufen. Peru und Bolivien im Völkerbund? Wieüeraufaahmefchriite bevorstehend. Lima, 26. Just. Nach Beilegung de» Taena-Arica- Konfliktes hat man sich in Lima entschlossen, dam Beispiel Boliviens zu folgen und wieder dem Völkerbund beizutreten. Die notwendig«« Schritte werde» s«»fort unternommen werden. JW« Khan witv m den nächsten Tagen von österreichischen Kriminalbeamten nach Vassau gebracht und von dort in einem Polizeiflugzeug nach Hamburg befördert werden. Auf einem russischen Passagieifchiss soll er dann nach Kronstadt über- geführt werden. Die südslawische Regierang besteht unter der Führung des Dr. Koroschetz lslowenisch-klerikol), bisher Innenminister, zumeist aus den asten TOinistern. TOarinkowitfch bleibt Außenminister und die Kroaten in hefttgfter Opposition, Gewaltpolitik der Bürgerlichen Metallarbeiter seid einig! Uebles Wahlverfahren in der Angestelltenversicherung. W Bei den Wahlen der Vertrauensmänner in der Angestelltenversicherung entfielen auf die Listen der Af Verbände 270 000 Stimmen, während für die geg nerischen Listen, die sogenannten Hauptausschußverbände, rund 673 000 Stimmen, abgegeben wurden. Die AfA- Stimmen stehen also zu den Stimmen der gegnerischen Listen im Verhältnis Don 1 2,5. Der AfA- Bund erhielt jedoch auf Grund des vorgeschriebenen Wahlverfahrens nur 567 Vertrauensmänner; auf die gegnerischen Verbände entfielen jedoch 3060 Ber trauensleute. Das Verhältnis verschlechtert sich ganz erheb lich( 1: 5,4) zuungunsten der AfA- Leute. Bei den Wahlen der Vertreter im Verwaltungsrat schnitten die AfA- Verbände noch schlechter ab. Die Hauptausschußverbände fönnen auf Grund des Wahlverfahrens 10 Vertreter in den Verwaltungsrat entsenden, die Af- Verbände nur zwei Hier ergibt sich ein Verhältnis oon 1: 5 zuungunsten der AfA- Ber bände. Das heißt mit anderen Worten: die gegnerischen Berbände haben im Verwaltungsrat doppelt soviel Ber= treter, wie auf sie anteilige Stimmen entfallen sind. Hinter jedem der beiden Af- Vertreter im Verwaltungsrat stehen 135 000 Wählerstimmen, hinter jedem Vertreter der Hauptausschußverbände nur 67 000. Um einen AfA- Vertreter zu wählen, waren demnach doppelt soviel Stim. men erforderlich, wie zur Wahl eines Hauptausschußver. treters. Das hat zur Folge, daß die AfA- Verbände im Diretto rium feinen Sig erhalten. Sie find von der eigentlichen Berwaltung in der Angestelltenversicherung völlig ausgeschlossen. Möglich wurde das nur durch die Art des Wahlper fahrens. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Stimmen derart zu sieben", daß die Majorität, in diesem Falle die Hauptausschuß verbände, unbeschränkt über die Size im Direttorium verfügen fönnen. Festgelegt ist dieses Wahlverfahren in der Gesetzesände rung vom April 1927. Damals lag ein Entwurf des Reichsarbeitsministeriums vor, der die direkte Wahl des Berwaltungsrates durch die Versicherten fordert. Damals hat aber der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband alle Register der Demagogie gezogen, um die Vorlage des Reichsarbeitsminifteriums zu Fall zu bringen. Heute, nach den oben geschilderten Wahlen, wird es jedem tiar, warum damals ein solcher Aufwand von Energie und Geschrei gemacht wurde; es galt, die dirette Einflußnahme Der Versicherten auf den Verwaltungsrat zu ver= hindern und damit die Mitarbeit des AfA- Bundes im Direttorium zu vereiteln. Dieses Vorgehen steht in der Geschichte der Selbstverwaltung der Sozialversicherung einzig da und muß von einschneidenden Konsequenzen für die fünftige Haltung der freien Gewerkschaften sein. Unter Miß a chtung aller sonst üblichen Gepflogenheiten im Berkehr zwischen Gewerkschaftsrichtungen, unter Breisgabe ihrer eigenen, immer wieder betonten Forderung nach einem ,, ausreichenden Schuß der Minderheit haben die Hauptausschußverbände ihre Mehrheit im Verwaltungsrat dazu mißbraudt, um jede Beteiligung des AfA- Bundes am Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte zu verhindern. Macht Schluß mit dem kommunistischen Sput! Iff es möglich, bei den Berliner Metallarbeiterwahlen am Sonntag den kommunistischen Drahtziehern endlich die längst verdiente Abfuhr zu erteilen? Diese Frage stellen heißt, fie bejahen. Es ist durchaus möglich, wenn jeder zielflare Metallarbeiter der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung die gleichgültigen Verbandsmitglieder aufrüttelt und ihnen die Bedeutung der Wahlen klarzumachen versucht. Jeder Funktionär und jedes rege Verbandsmitglied fennt in den Betrieben diejenigen, die wohl ihren Verbandsbeitrag pünktlich bezahlen und bei Arbeitsfämpfen und sonstigen Gelegenheiten ihren Mann wie jeder andere stehen, dagegen in Betriebs- und anderen Versammlungen fast immer fehlen und überhaupt dem internen Organisationsleben wenig Intereffe entgegenbringen. Das sind die Arbeitskollegen, die meiſt jedes afflärende Flugblatt achtlos beifeite legen und nur durch die Agitation von Mund zu Mund zu gewinnen sind. An diese Massen heranzukommen zu gewinnen find. An diese Massen heranzukommen- und daß es leider noch Maffen sind, haben die Verbandstagswahlen am muß das Streben der auf eine reinliche 2. Juli bewiesen Scheidung der Geifter drängenden organisierten Berliner Metallarbeiter sein. Es ist eine befannte Tatsache, daß das gesprochene Wort viel nachhaltiger wirkt als das gedruckte. An Beispielen aus der Praxis fehlt es wirklich nicht, um diesen gleichgültigen Verbandsmitgliedern flarzumachen, wie schädlich sich in allen Arbeiterorganisationen das wüste Treiben der sich schambaft Opposition" mennenden Rommunisten ausgewirkt hat und noch auswirkt. Man braucht gar nicht erst auf die klaffenden widersprüche zwischen tommunistischer Theorie und Praxis in dem ,, einzigen Arbeiterstaat der Welt", Sowjetrußland, hinzuweifen. Es gibt in Deutschland und in den Betrieben Beispiele genug, die jedem noch so politisch und gewerkschaftlich Unkundigen über den wahren Kurs der Kommunisten in den Gewerkschaften die Augen öffnen müffen. Jeder Streit, ja noch mehr, jede ohne Streit beendete Lohn- und Arbeitszeitbewegung ist von der KPD. weidlich ausgenutzt worden, um gegen die Gewerkschaften und ihre Führer zu hezzen. Die Frage, wem damit mehr gedient wurde, ob den Unternehmern oder den vorwärtsstrebenden Arbeitern, bebarf wirklich feiner Beantwortung. Wie start tönnten heute schon wieder die freien Gewerkschaften sein, wenn nicht ein so übler Berleumdungsfeldzug gegen fie geführt würde gerade von den Leuten, die vorgeben, die einzig wahren Freunde der Arbeiterschaft zu sein. Wenn es trotzdem von Jahr zu Jahr in den Gewerkschaften vorwärts gegangen ist, so ist das ein Beweis dafür, daß sich die Arbeiterschaft zwar langsam aber stetig wieder zurückfindet auf den Boden der nüchternen Wirtlichteit, der mit Phrafen nicht zu be adern ist. Gerade die Berliner Metallarbeiter haben die Folgen der Jersetzungsarbeit der Kommunisten am eigenen Leibe genügend verspürt. Es wäre bestimmt schon anders um die 2ohn- und Arbeitsverhältnisse in der Berliner Metallindustrie bestellt, wenn schon wieder alle die der Organisation angehören würden, die ihr einmal entsprechend den tommunistischen Parolen den Rüden gefehrt haben, und bis heute noch nicht wieder zur Organisation zurückgekommen sind. Die Opposition" und ihre Hintermänner machen sich die Agitation leicht, indem fie für die gewiß noch sehr verbesserungsbedürftigen Verhältnisse in der Berliner Metallindustrie die ,, reformistische" Orisverwaltung verantwortlich machen. Sie verschweigen aber, daß sie selbst die Schuld daran tragen, daß die Berliner Metallarbeiterschaft diesen Weg gehen mußte, den sie in den Jahren nach der Inflation gegangen ist. Die Spuren der legten Jahre müßten jeden Metallarbeiter schreden. Der Wille der Rommunisten ist es, den Berliner Metallarbeitern noch einmal den Sad voller Leiben aufzubürden, den fie leider lange Zeit tragen mußten. Keinem Agitator der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung fann es schwer fallen, die lauen Verbandsmitglieder davon zu überzeugen, daß es nach wie vor die Absicht der Kommunistischen Partei ist, die gewerkschaftlich organifierte Arbeiterschaft in Niederlagen und ins Elend zu führen, weil nur dann ihr politischer Weizen blüht. Es muß den rund 40 000 Berliner Metallarbeitern, die am 2. Juli der Wahlurne ferngeblieben find, flargemacht werden, daß es ihre Pflicht ist, diesmal restlos zur Wahl zu gehen und am Sonntag ihre Stimme abzugeben für die Liste A der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung! " rung der Angestelltenversicherung unmöglich zu machen, sonst wäre ein solcher Vorgang völlig unverständlich. Denn überall dort, wo die Hauptausschußverbände in der Minderheit sind, fehen sie sich für den Schutz der Minderheit ein. So ist 3. B. die billige Berücksichtigung des Schutzes der Minderheiten" in§ 6 des Gesetzes für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversiche rung erft auf Bestreben der Hauptausschußverbände geschaffen worden. Im Angestelltenversicherungsgesetz fehlt noch eine gleich: Es muß von vornherein die feste Absicht der Hauptausschuß- lautende Vorschrift; deshalb haben die Hauptausschußverbände auf verbände gewesen sein, den AfA- Bund vom Direktorium fernzu ihrem Schein bestanden und die Vertreter einer Minderheit von halten und damit die Einsichtnahme der freigewerkschaftlich 270 000 Angestelltenwählern rücksichtslos ausgeschaltet. Die ganze organisierten Angestellten in die interne Geschäftsfühl Demagogie der Hauptausschußagitation hat sich damit in voller WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise nur Freitag und Sonnabend, soweit Vorrat. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. FRISCHES FLEISCH mit Bellage, Pfund Kalbskamm u. Brust.. Pfund 76 PL Kalbsnierenbraten Pfund 85 PL Kalbskeule ganz oder gelelli Pfund 95 Pl. Schweinebauch mit Bellage, Pfund 88 PL Schweinekamm Rücken and Blatt, 98 PL Schweineschinken..... Pfund 10s Liesen Pfund 65 PL. Rückenfett 75 PL Hammelvorderfleisch Pfund 98 Pf. Hammelkeule ganz oder geteilt, Pid. 110 Querripperta.70 PL. Gehacktes 70 PL Rinderkamm 75P. Gulasch Pfd. 85 PL Schmorfleisch Roastbeef, m. Knochen 1M Kabler ohne Knochen, gerolls Plund Kalbsschnitzel Prima Gefrierfleisch Pfand 116 Pfund 2 M Rinderkamm u. Brust Pfund 65 Pt. FISCHE Schellfische Pfund Rotzungen Seelachs 15PT. Pf. Pfund 12 PL ( ganze Fische) Makrelen Kabeljau o Kopf, ganze 24 Pf. an Fische, Plund Fischfilet Pfund von 28 Pf. an Goldbars..... Pfund 32 Pf. Leb. Schleie Pid. von 1.20 an Lou- Lin ZitronenGärungsgetränk Verkauf Drogen- Abiellung Ausschank In den Erfrischungsräumen GEFLÜGEL U. WILD Junge Gänse frisch geschlacht., Pfd. 95 PL. an Suppenhühner frisch geschlacht., Ptd. 98 PL an Junge Brathühner frisch geschlachtet, Stück 1.15 an Junge Enten 1.15 an frisch geschlachtet, Pfd. 1.25 an Pfund Wolgahühner Rehblätter Pfund 1.20 an WURSTWAREN Rotwurst( schles.) Pfund 0.95 Landleberwurst Pfund 1.10 Dampfwurst... Pfand 1.10 ... Pfand 1.10 Speck fett 1.10 mag., Pid. 1.20 ( Braunschw Mettwurst Art). Pfund 1.20 Hildesheimer.Pfund 1,30 Mortadella... Pfund 1.30 Jagdwurst... Pfund 1.50 Pökelfleisch gekocht, Pid. 1,50 von von Stücken Schinkenpolnische Pfd.1.50 Filetwurst.... Pfund 1.50 Schinkenspeck in 1 Pfd.- 1.80 Plockwurst westfäl., Pfd. 1.90 Nußschinken ca. 2 Pfd. Pfund 1.90 Zervelat u. Salami holsteinische 1.75 hannov. 2.20 Pfund Pfund Königstraße, Rosenthaler Straße, Moritzplatz: Bier- u. Teewurst Pfd. 1.70 KÄSE U. SPEISEFETTE Ramadou halbfett, Stck. 0.13 Camembert Halbmond, 0.18 vollf., St. Emmenthaler o. Rinde, Schachtel 6 Portionen 0.58 RÄUCHERWAREN Stangenkäse Allg., halbf. 0.50 Stangenkäse Alls, voll!. 0.85 Steinbuscher vollf., Ptd. 0.85 Holländer halbfelt, Pfd. 0.78 fett 1.10 Flundern.... Pfund 22 Pt. Schellfische..Pfund 30 PL Seelachs L. Stücken, Pfd. 36PL Makrelen.... Pfund 36PL Fettbücklinge. Pfund 68 PL Seeaal.... Pfund 78 Pf. Aale Pfd. 2.70 an Bund 38 PL 1.Stück. Räucherlachs Pfd. v. 1.80 an * KONFITÜREN Vollmilch- Schokolade mit ganzen Haselnüssen 2 Tafeln à 100 Gramm 75 PL Creme- Schokolade( Apfelsinen- u. Himbeer- Geschmack) 2 Tafeln à 100 Gramm 45 PL Apfelsinen- und Zitronenschnitte% Pfund 23PL Eisbonbon Messins- Crops 18 PL Erfrischungswaffeln 28PL Gelee- Himbeer. Pfd. 23 PL Apfelpasten Pfund 35 PL. Dessertbrezeln 1 Pfund Pfund 38Pf. Keks- Mischung Pfund 20 Fund 78 Ft. vollEdamer volltett 0.78 halbtett, Pfd. 1.10 Tilsiter vollf., Pfd. 0.90, 1.05 Schweizerdänisch., fett 0.95 Schweizer bayrischer, 1.40 vollfett, Pfd. Kokosfett 1- Pfd.- Tafel 0.62 Margarine Prd. 0.52, 0.58 Tafelbutter I.. Pfund 1.98 Dänische Butter Pfund 2.04 Dänische Butter Pfund 2.04 WEIN Preise für Flasche ohne Glas Tarragona rot, süß, vorzügliche Qualität... Domaine St. Coloma feiner spanischer Rotwein. guter 1927 Dürkheimer Weißkelterung Tischwein Erdbeerwein aromatisch, kräftig 1927 Nitteler Gipfel süffiger Tisch. a. Bowlenmosel 1926 Niersteiner sehr ansprechend Roter Dessertwein stücks- u. Krankenwein ( Hausmarke) sil, kräftiger Früh1926 Castillo Romero ser spanischer Weißwein 1921 Chât. Cambon kräftiger Bordeaux- Médoc. Klarheit enthüllt. Die AfA- Verbände werden ihren Gegnern natürlich die Antwort nicht schuldig bleiben! Deutscher Metallarbeiterverband. 22, Bezirk Ertner: Um den Kollegen, die am Sonntag Ausflüge nach Ertner machen, die Wahl zum 13. Gewerkschaftstongreß zu ermöglichen, weisen wir nochmals darauf hin, daß unser Wahllokal bei B. Grund in der Königstraße ist. Die Wahlzeit ist von 8-14 Uhr. Nächster Weg vom Bahnhof über den Weddingsteg durch die Flakenstraße( 10 Minuten). Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales and Sonstiges: Frik Razftäbt; Anzeigen: Tb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen". Einkochgläser Globus ne 1 Ltr. ohne Ring Ltr. 1 Ltr. 11, Ltr. 2 Ltr. 0.34 0.36 eng 0.32 weit 0.36 0.38 0.40 0.42 0.48 10 Gummiringe eng 0.30 weit 0.40 Einkoch- Apparat kompl., m. Thermometer 5.75 OBST u. GEMÜSE Tomaten Tiroler Eẞäpfel Knupperkirschen Musäpfel trobe Muskatellerbirnen Pfund 8 PE. Pfand 16 Pf. Pfund 20 Pt. Pfand 24 Pt. Pfund 30 Pf. Stachelbeeren Werdersche. Pfund 24 Pf. Johannisbeeren Werdersche, Pid. 30 Pf. Holländische Tomaten Pid. 30 Pf. Bananen.. Weißkohl Wirsingkohl Möhren..... Schoten... Schlangengurken Blumenkohl Kartoffeln Kaiserschoten neue ( gelbfleischig) Pland 45 Pf. Pfand 6 PL Pfund 10 Pt. Pfand 12 Pt. Pland 14 Pf. ... Stück von 10 PL Kopf von 10 an an 5 Pid. 32. 42 PL. KONSERVEN 1 Dose ... 1.70 Leipz. Allerlei..... 0.82 Junger Spinat.... 0.48 Karotten geschnitten,% 0.78 Ananas Hawall, 8 Schelb. 1.05 Apfelmus Dose 0.35 0.58 Apfelmus( Helvetia).. 0.80 Konfitüre, 2- Pfund- Elmer Zwetschen 1/2 Dose g. Prucht( Helvetia) D. 0.45 0.80 Rindergulasch% 0.80 1.55 Würstchen Dose 5 Paar 0,90 Oelsardinen 1.20 0.75 0.45 Tafelöl FL 0.62 0.95 1.50 Olivenöl 1.60 1kg 3,20 1/2 kg Kanister Vierfrucht 0.82 Pflaum. 1.00 Aprikos. 1.10 Johannisbeer, Orange 1.15 Erdbeer 1.25 Himbeer, Kirsch 1.35 Ananas 1.45 KOLONIALWAREN 110 120 140 160 Italienisch. Reis Pfd. 27 PL Hartgrieß. Pfund 27 Pt. Eier- i 0.50 0.90 Bowlenwein. Liter 1.35 Liter 1.50 Amerik. Reis Pfund 30 PL, Frisch gebr. Kaffee Konsum- Mischung 240 dem Sauternes ähnlich Wein vom Faß zu Extra- Prelsen, z. B. Renetten- Apfelwein süddeutscher.. .Liter Johannisbeerwein rot, süß, extrafeine Qualität! Liter 1927 Kallstadter Weißkelterung guter Tisch- und Muskateller würzig, süß und kräftig. Bruch- Reis..Pfund 18 PL Weizengrieẞ..Pfund 25PL Bassin- Reis..Pfund 23 PL Schnitt- Nudeln Pid. 42PL Makkaroni Hartgrieß, 42 Pf. Bruch, Pfd. Nr. 351 45. Jahrgang Krommis 1. Beilage des Vorwärts Burgromantik Seitdem es eine Jugendbewegung gibt, seitdem bürgerliche wie proletarische Jugend hinausdrängt aus den engen Mauern der Großstadt in die Weite, sind als Unterkunftsräume immer häufiger alte, jagenumsponnene Burgen gewählt worden, in denen einige Unterfunftsräume vorhanden waren oder mit geringen Mitteln hergestellt werden konnten. Diese Verwendung unbenutzt daliegender Räum lichkeiten ist an sich begrüßenswert, zumal es sich hier um llebernachtungs- und Wohnmöglichkeiten handelt, die weit ab liegen vom Dunst und Qualm der Großstadthotels. Hier oben auf den Höhen der Felsen und Berge, in der Stille einsamer Waldungen, fönnen die jungen Menschen finden, was sie suchten: Körperliche und geistige Entspannung, Sammlung und Vorbereitung für die Arbeit des Alltags. Abseits vom Lärm und der Vielseitigkeit der Städte tann sich hier ein viel stärker ausgeprägtes Gemeinschaftsleben bilden, das den Führer der Gruppe oder den Leiter der Jugendherberge mit seinen Wanderkameraden verbindet. Hier auf diesem geschichtlichen Boden, umgeben von tausend Anklängen an die Kulturgeschichte früherer Jahrhunderte, hat er die Möglichkeit, zwanglos eine Fülle von Problemen aufzurollen, die die lebendige Geçen wart mit der Bergangenheit verbinden. Falfche Romanfit. Und doch bergen diese eseuumrankten Schlösser und Burgen, die von tausend Geheimnissen umschlossen scheinen, eine große Gefahr für junge Menschen, denen noch nicht der Blick für die Wirklichkeit, für die harten Tatsachen des Lebens aufgegangen ist. Sie züchten und nähren eine falsche Romantik, denen gerade manche Jugendliche besonders ausgesetzt sind, und sie fördern nicht selten unwahre, unklare Borstellungen über Bergangenheit und Gegenwart, die nicht im flaren Schein der Wirklichkeit, sondern im Dimmerlicht gefühlsmäßig empfundener, romantischer Träume geset, en werden. Dieser Gefahr soll nicht dadurch begegnet werden, daß man nun die zum Teil herrlich gelegenen Zeugen der Vergangenheit, die alten Wasserburgen der Tiefebene, die kunst- und fulturgeschichtlich oft hochinteressanten Höhenburgen der Berge und Flüffe einfach übergeht und die jungen Menschen lieber in nüchternen, falten Schul- oder Wohngebäuden unterbringt, um ihnen ja den Sinn für die Wirklichkeit zu erhalten. Nein, man möge die Burgen ruhig als Jugendherbergen einrichten, soweit sie dazu imstande sind und gesunde, luftige Räumlichkeiten bieten. Auf diese Weise werden sie einer Bestimmung entgegengeführt, wie sie zwedDie Nacht nach dem Berrat. 18] Roman von Liam O'Flaherty. ( Aus dem Englischen überseht von R. Hauser.) Schulter an Schulter gingen die drei Männer fort, im Gleichschrift wie Soldaten, ihre Füße fielen laut auf das naffe Pflaster, mit den Hacken zuerst. An der Ecke gerieten die Schritte durcheinander. Gypo ſpie auf die Straße. Mulholland nieste. Sie betraten die Kneipe durch ein enges, fleines Seitentor, das einen glänzenden Messingknauf trug. Sie gingen einen schmalen Flur entlang und kamen durch eine Drehtür mit bunten Glasscheiben in einen länglichen, hell erleuchteten Raum. Ein Mann saß dort bei einem kleinen Gasfeuer auf einem hohen dreibeinigen Stuhl der Tür gegenüber. Gypo erblickte den Mann und blieb auf der Stelle stehen. Der Mann war Rommandant Dan Gallagher. 6. Während des vergangenen Herbstes hatte der Farmarbeiterstreit im M.- Distrikt eine unerhörte Aufregung hervorgerufen. Die Erregung erreichte ihre Krise durch die Ermordung des Sekretärs der Farmerunion. Zum ersten Male entdeckte man, daß die revolutionäre Organisation ihren Einfluß auf die Farmarbeiter über das ganze Land ausgebreitet hatte. Einiges war bekanntgeworden. Der Geheimdienst der Regierung hatte die kommunistische Organi sation aufgedeckt, und etwas Staub wurde aufgewirbelt, aber sofort von der Regierung unterdrückt. Sehr menig da pon siderte in die Deffentlichkeit. Die Zeitungen durften feine Berichte geben. Die konservativen Organe in Dublin brachten furchtsame Leitarteifel, die verlangten, die Regierung solle die Bevölkerung ins Vertrauen ziehen. Wie groß war in Wirklichkeit der Umfang dieser Berschwörung gegen die nationale Sicherheit?" Unmittelbar darauf wurde Kommandant Gallagher zur öffentlichen Figur und zum allgemeinen Gesprächsgegen stand. Von einem Tag zum andern trat er mehr aus seiner Unbekanntheit heraus. Mit einemmal merkten die Leute, daß er im Lande eine Macht bedeutete. Er wurde photographiert und interviewt, fein Bild erschien in allen Bei | und Wirklichkeit mäßiger nicht gedacht werden kann. Aber es ist dringend notwendig, neben dem geheimnisumsponnenen, schönheitsumwobenen Bild, das fast jede Ruine bietet, auch ihre Geschichte und Kulturgeschichte lebendig werden zu lassen, und zwar nicht mit Hilfe romantisch gefärbter Borstellungen, sondern gestützt auf moderne Geschichtsforichungen. Neben dem Anblick der im tiefen Frieden ruhenden Burg, die gerade durch ihr langsames Zerfallen und durch die eng mit ihr verbundene Naturschönheit sich ins Herz schmeichelt, dürfen auch die ergänzenden Bilder aus gewalttätiger, machtbetonter Vergangenheit aus einer Zeit des Aberglaubens, der Herenverbrennung, der Folter und des Juftizirrtums, der Grausamkeit und Unwissenheit nicht fehlen, denn sie allein vermögen es, an Stelle romantischer Stimmungsbilder flare und wahrheitsgemäße Urteile zu wecken. Denn in dem alten, von einer hohen Linde oder Ulme beschatteten Schloßhof, in den Sälen und Gemächern, die noch angedeutet sind, bewegten sich nicht nur die zu fröhlichem Jagen ausziehenden Ritter, die Edelfrauen mit dem Falken auf der behandschuhten Faust. Die Burgen waren nicht nur Stätten fröhlicher Feste, glänzender Turniere. In ihren Mauern befanden sich auch die mittelalterlichen Werkstätten, in denen die Dienerinnen in engen Räumen zu fammengepfercht waren und stickten und woben, spannen und nähten. Unterernährte Knechte und Mägde, die in den Ställen oder in muffigen Kammern schliefen, drehten die schwere Handmühle, sie schleppten die Holzscheite zum Kamin und beluden sich mit den Wassereimern, die sie von der Quelle oder vom Brunnen in die Küche trugen. Und draußen auf den Feldern arbeiteten ungezählte hörige Bauern für den Burgherrn, ohne Rechte, ohne Freiheiten, auf die primitivsten Geräte angewiesen, ohne die Aussicht, jemals freizuwerden und einen selbständigen Beruf ausüben zu dürfen. Mit ihnen waren ihre Kinder und Kindeskinder unfrei, bedingungslos der Wiükür des Burgherrn unterworfen, der gleichzeitig ihr oberster und alleiniger Richter mar. Und der weit ins Land hinausblickende Bergfried, der meist noch überall erhalten ist, und dessen Besteigung die wandernde Jugend nie unterläßt, barg im untersten Geschoß das Verlies, das nur durch eine Deffnung in der Decke zugänglich war. Hier wurden die Gefangenen hineingeworfen, hinein in feuchte, lichtlose Löcher, in denen sie verhungerten oder an der Schwindsucht dahingerafft wurden. Wenn der Führer seinen Wanderkameraden diese Tatsachen ins Gedächtnis zurückruft, dann werden die Burgen und Schlösser des Rheins und der blauen Donau, des Neckar und der Weser nicht nur begeistern, nicht nur von einseitigen Gesichtspunkten aus empfunden werden. Dann wird die alte Meersburg am Bodensee, das„ öde, geisterhafte Haus" Annettes von Droste, nicht nur seines herrlichen Blickes hinüber zu Freitag, 27. Juli 1928 1 den Alpen über dem schimmernden See in der Erinnerung fortleben. Sondern auch die Gefängnisse hinter dem schönen Wappengitter, der dumpfe, tiefe Turm, in dem politische Gegner vermoderten, wird zu denken geben. @ Kostspielige Spielereien. Es ist bezeichnend, daß die erste große Bewegung, die sich der Burgen annahm und sie zu neuem Leben zu erwecken sucht, von der Romantik ausging. Unter ihrem Einfluß entstand die große Mode, alle Burgen wieder neu aufzubauen. Ludwig von Bayern, Wilhelm II., Wilhelm von Württemberg waren ihre begeisterten Vertieter, und der Neuschwanstein, der Hohenzollern, die Sohkönigsburg, die Wartburg, der Lichtenstein und die Löwenburg bei Kassel sollten dazu dienen, das Dasein ihrer königlichen und kaiserlichen Besitzer mit neuem magischen Glanz zu übergießen. Aber die Zeit läßt sich nicht zurückschrauben. Im Mittelalter hatte die Burg als fester Stüzpunkt, als Zufluchtsort in Kriegswirren ihre innere Berechtigung. Im 19. und 20. Jahrhundert war das mit Zugbrücke, mit Zinnen und Schießscharten versehene Ritterschloß eine Spielerei, deren oft recht fitschige Ausführung das Volk Millionen kostete. Und darum hat gerade unsere proletarische Jugend keinen Grund, sich von einer verlogenen Burgromantit anstecken zu lassen. Sie möge ihre Jugendherbergen auf den Burgen aufschlagen und sich auf ihren Wanderungen an den Schönheiten, die vor ihren Augen ausgebreitet liegen, erfreuen. Aber sie möge sich stets bewußt bleiben, daß sie als Trägerin des neuen Geistes Aufgaben zu erfüllen hat, die jenseits aller verlogenen, wirklichkeitsfremden Romantik liegen. Regierungsrat Ludwig bleibt in Haft! Die Sachverständigen sollen entscheiden! In der Spionageaffäre gegen den Regierungsbaumeister Ludwig und die beiden Mitbeschuldigten, den leftischen Staatsangehörigen Schaibe und einen gewissen Höffner, wegen Preisgabe von technischen Geheimniffen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof, fand gestern mittag vor Landgerichtsrat Rehbronn ein mündlicher Haftprüfungstermin statt, der sich aber nur auf Ludwig und Schaibe erftredie. Der Verhandlung wohnte als Vertreter des Oberreichsanwalts Reichsanwalt Eschenauer aus Leipzig bei. Die Rechisanwälte Dr. Arthur Feld für Ludwig und Dr. Ernst Meyer für Schaibe begründeten in längeren Ausführungen diese Anträge auf Haftentlassung. Sie gaben als unstreitig zu, daß Berichte aus der Versuchsanstalt für Luftfahrt von Ludwig an Schaibe gegeben worden seien, und daß Schaibe seinerseits eine Verbindung mit einer dritten Stelle unterhalten habe. Daß aber diese Berichte als geheim zu betrachten feien, werde von den Angeschuldigten entschieden bestritten. Die Berichte enthielten allgemeine rein wissenschaftliche Dinge, die zum Teil schon von der Versuchsanstalt in ihren offiziellen Berichten bekanntgegeben worden seien. Zum anderen Teil seien sie in den Fachzeitschriften des In- und AusDie Berichte betrafen Auslandes öffentlich besprochen worden. lediglich Untersuchungen, die den Zwecken der Vervollkommnang des Luftverkehrs dienen sollten. Bis heute habe keine Stelle festgestellt, daß die Berichte irgendwelche Staatsgeheimnissen enthalten hätten. Das werde nur aus der Tatsache gefolgert, daß eine Geheimverbindung bestanden habe. Darauf allein stüße sich der dringende Tatverdacht". Nach längerer Besprechung famen alle Beteiligten zu der Ansicht, daß die Frage, ob Staatsgeheimnisse preisgegeben seien, nur allein durch die Sachver ständigen geflärt werden fönne. Diese Sachverständigen sollen unverzüglich gehört werden. In Aussicht genommen sind als Sachverständige Prof. Hoff von der. Versuchsanstalt für Luftfahrt und einige Herren von den in Betracht kommenden Ministerien. Bis zur Klärung der Schuldfrage durch die Sachverständigen wurde die aftentlassung vom Untersuchungsrichter in Uebereinstimmung mit dem Vertreter des Oberreichsanwalts a b vermag. tungen Irlands und ebenso Englands und Ameritas. Er| Bewußtsein der gräßlichsten Untaten nicht zu durchdringen stempelte den Mord sofort zum ,, verbrecherischen Anschlag gegen die Ehre der arbeitenden Klaffen und der revo lutionären Bewegung überhaupt". An amtlicher Stelle fing man an, sich sehr vor ihm zu fürchten, als einem gefähr lichen Kunden". Diese Redensart fiel bei einer Kabinetts sigung der Regierung. Um dieselbe Zeit widmete das führende Blatt der eng lischen Aristokratie dem Thema des Kommandanten Gallagher einen zwei Spalten langen Leitartikel. Darin wurde in spöttischem Ton ein kurzer Abriß seines Lebens gegeben. Das Folgende ist ein Auszug daraus. Diese Blüte irischer Männlichkeit erwuchs auf einem dunklen Dunghausen, in täglicher Ausübung all der Tugenden, welche auf irischem Boden heimisch sind, wenn anders man den blumenreichen Sprüchen der Politiker am St.- PatricksTag Glauben schenken darf. Sein Vater war ein fleiner Bauer in Kilkenny. Nachdem dieser sehr wahrſchienlich in früheren Zeiten bei der freundlichen Ermordung mehrerer Agenten seines Gutsherrn mitgeholfen hatte, beschloß er voller Ehrfurcht, die berufliche Tätigkeit seines vielversprechenden Sohnes Gott zu widmen. Aber davon wollte Daniel nichts wiffen. Er war für andere Eroberungen ausersehen. Es gelang ihm, sich schon auf dem Priesterseminar, in dem er sich auf seinen göttlichen Beruf vorbereiten sollte, einen Namen zu machen, dadurch nämlich, daß er einem der katholischen Priester bei einem Streit auf dem Spielplatz den Schädel einschlug. Das Instrument, das er bei diesem Ausbruch knabenhafter Fröhlichkeit benußte, war die berühmte irische Lieblingswaffe, ein Schleuderstoď. Der junge Fionn McCumhaill( gälische Version des Namens Gallagher?) wurde fortgejagt und landesflüchtig. Er trieb sich acht Jahre lang herum, ohne daß man eine Spur von ihm entdecken fonnte. Sehr wahrscheinlich verbrachte er diese Zeit in den Vereinigten Staaten. Wir können uns vor züglich vorstellen, wie er dort mit offenen Armen von all den Organisationen empfangen wurde, die, von Iren geleitet, die Zerstörung des britischen Imperiums versuchen durch Mord und Totschlag und alle die anderen erfreulichen Pläne, die das gälische Gehirn so bereitwillig ausbrütet. Wir können uns vorstellen, wie er sich in allen Zweigen des Banditentums vervollkommnete, in jedem Betrug und jenen heimlichen Abarten geschlechtlichen Lasters, die, wie man sagt, von diesem frankhaften revolutionären Typ ausgeübt werden, um sein Gewiffen zu einer Trägheit abzustumpfen, welche selbst das | Jedenfalls kehrte er reichlich begabt mit jenen Eigenschaften, die ihn dem Herzen aller Iren, die Mordgelüfte hegen, teuer machen, in sein geliebtes Baterland zurück. Unglücklicherweise bildet dieser Schlag Menschen einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung von Irland. Mister Gallagher hat eine mächtige und begeisterte Gefolgschaft. irischen Natur am meisten liegt. Eine Mischung von römiDie Sorte seines Kommunismus ist diejenige, die der irischen Natur am meisten liegt. Eine Mischung von römischem Katholizismus, nationalem Republikanismus und Bolschemismus. Sein Schlachtruf lautet: Mord und Plünderung." Das Folgende ist der Auszug eines Artikels, der kurze Zeit später in den Spalten des offiziellen Organs der revolutionären Organisationen in Amerika erschien: ,, Sollte je die ruhmreiche Geschichte der Kämpfe für die Befreiung des irischen Proletariats geschrieben werden, so Seite in ununterbrochenem Ruhmesglanz fortschreiten... wird der Name des Genossen Dan Gallagher von Seite zu Kein anderer unter den Lebenden hat der Weltrevolution erhabenere Dienste geleistet als dieser unerschütterliche Kämpfer, der mit größerer Macht die irischen Arbeiter beherrscht, als die irische Bourgeoisie zugibt, die dem Namen nach noch im Sattel figt. Der Zusammenbruch des Landarbeiterstreiks. braucht nicht die Genossen zu entmutigen, die von dem Hissen der roten Fahne in M. im Oktober vorigen Jahres große Dinge erhofften. Genosse Gallagher hält die Zeit noch nicht Dinge erhofften. Genosse Gallagher hält die Zeit noch nicht die Zeit erst reif ist für gekommen, dem irischen Bürger Schach zu bieten. Wenn Im November war ein Vertreter des internationalen Exekutivkomitees der revolutionären Organisation vom Kontinent nach Irland geschickt worden, um einen besonderen Bes richt über die dortige Situation zu erstatten. Das Folgende ist ein Auszug aus dem Geheimbericht, den jener geschrieben hatte, nachdem er drei Monate in Irland das Land durchreisendverbracht hatte. ... Im Augenblick würde es ein taktischer Fehler fein, den Genossen Gallagher aus der Internationale auszuschließen. Gleichzeitig aber kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die irische Sektion vollkommen von den Prinzipien des revolutionären Kommunismus abgewichen ist, wie sie in den Bestimmungen der Internationale festgelegt sind. Ge noffe Gallagher herrscht unumschränkt als Diktator über die nationale Organisation. 3mar besteht eine Art von Exekutivfomitee, aber nur dem Namen nach.( Fortseßung folgt.) gelehnt. Der Untersuchungsrichter versprach den Angeklagten jedoch, daß die Sachverständigen schon in der nächsten Woche gehört werden sollen und daß dann unverzüglich ein neuer HaftDie beiden prüfungstermin von ihm angesezt werden würde. Angeklagten wurden darauf wieder in das Untersuchungsgefängnis zurückgeführt, Nach einigen Gläsern Bier... Ein seltsamer Polizeibeamter. Eine Reihe von Kreditschwindeleien, daneben aber auch ein Fall, der fast wie ein Raub aussah, führten den Polizeioberwachtmeister Worliger das Große Schöffengericht Charlottenburg. vor Die Schwindeleien des Angeklagten begannen damit, daß er bei einem Monatsgehalt von 200 mart einen Radioapparat für 155 Mart auf Abzahlung erwarb, den er angeblich seiner Braut ge= schenkt haben will. Dann faufte er unter Eigentumsvorbehalt ein Fahrrad, das er schon am nächsten Tage versetzte, um sich gleich darauf ein neues Fahrrad zu verschaffen. Nach seiner Behauptung soll ihm dies gestohlen worden sein. Dem Gericht erschien das aber nicht glaubhaft, denn er hat nicht einmal, obwohl er Polizeibeamter war, den Diebstahl angezeigt. Ganz ähnlich lag es mit zwei Anzügen, die er bei verschiedenen Firmen unter Ausnutzung seiner Beamtenstellung auf Abzahlung entnahm. Am schlimmsten war aber der Fall mit einer jungen Tapeziergehilfin. Das junge Mädchen hatte an einem Lage ihren Wochenlohn abgehoben. Auf dem Heimwege sprach sie der Angeklagte an und sie folgte feiner Einladung in ein Gartenlokal. Was mit ihr dann geschah, weiß sie nicht mehr genau, nur soviel hoch, daß ihr nach einigen Gläsern Bier so übel wurde, daß sie fich erbrechen mußte. Halb ohnmächtig brachte ihr Begleiter fie in einem Auto nach Hause, wo er dann geblieben ist, weiß fie nicht, denn sie wurde unterwegs ohnmächtig. Die Droschke hat ihr Bruder bezahlen müssen. Ihre Attenmappe, in der sich auch das Geld befand, das der Angeklagte gesehen hatte, da sie es in dem Augenblic, als er sie ansprach, gezählt hatte, war verschwunden. Die Zeugin hat einen Zusammenstoß mit einem Motorrad gehabt und lag 14 Tage an Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Ihr Gedächtnis ist seitdem start geschwunden, und es ließ sich vor Gericht nicht feststellen, ob dieser Unfall in Verbindung mit der Heimfahrt durch den Angeklagten stand oder ob er erst am Tage später erfolgt ist. Die Zeugin war der bestimmten Ansicht, daß der Angeklagte ihr etwas in das Bier hineingetan haben müsse. Die Attentasche, in der sich die gesamten Ausweise des jungen Mädchens, auch ihre Wohnungsadresse, befanden, wurde etwa 14 Tage später bei dem Angeklagten, als infolge der verschiedenen Anzeigen bei ihm eine Durchsuchung stattfand, vorgefunden. Das Geld war aber nicht mehr vorhanden. Der Angeklagte bestritt, es an sich genommen zu haben, während die Zeugin bestimmt wußte, daß sie nichts ausgegeben habe. Der AnDer Gegen" fommt von oben? Wenig Erfreuliches vom Flugverkehr. Die modernen Flugzeuge find mit allem Komfort ausgerüstet. Auch die sicherlich sehr wichtige Toilette ist nicht vergessen worden. Leider scheint man gerade bei dieser Einrichtung die ähnlichen Anlagen der Eisenbahn zum Vorbild genommen zu haben. Bei diesen werden die Fäkalien bekanntlich während der Fahrt zwischen die Schienen auf den Gleistörper befördert. Zu welchen Zuständen die gleiche Anlage bei einem Flugzeug führen kann, möge die folgende Zuschrift zeigen. fam, über uns geflogen war, unterlag es für mich keinem Zweifel, daß es sich nicht um Gaben des Himmels handelte, sondern um Unrat aus dem Flugzeug. Die Bestätigung für diese Annahme sollte ich kurz nachher erhalten, denn als ein anderes Flugzeug auf dem Wege nach dem Tempelhofer Flughafen an meinem Hause vorbeigeflogen war, praffelten bei vollständig flarem Himmel mehrere Wassertropfen auf meine Glaze und in mein Gesicht. Nunmehr paßten wir angestrengt auf und tatsächlich fiels am Montag, dem 23. d. m., am Nachmittag, nachdem wiederum ein Flugzeug über meinen Garten geflogen mar, ein größerer braungelber Klumpen auf ein Tischchen, neben dem eine zu Besuch weilende Dame saß. Die sofort vorgenommene Untersuchung ließ schon an dem Geruch die Art der Substanz zweifelsfrei erkennen. Die Folgen dieser unglaublichen Fahrlässigkeit, das Wort Schweinerei" märe besser am Blaze, sind nicht abzusehen. Während jede Gemeinde bestrebt ist, die Fäkalien auf unterirdischem Wege aus dem Bereich der Menschen zu entfernen, müssen wir uns jetzt gefallen laffen, daß der Inhalt von Nachttöpfen uns auf die Köpfe gegossen wird. Seit einiger Zeit machte ich die Beobachtung, daß während meines Aufenthalts auf meinem Balkon oder im Garten einzelne Tropfen auf meinen Kopf oder in mein Gesicht bzw. auf Hände fielen, ohne daß am Himmel auch nur das fleinste Regenmöllchen zu sehen war. Vor einigen Wochen traf meine Frau in meiner Gegenwart, als sie auf dem Balfon saß, ein Schlag in den Na den. Sie glaubte, daß ihr ein größeres Insett angeflogen sei, das den Rücken langsam hinabspazierte. Beim Nachsehen fand ich einen dunkelgelben weichen Körper von der Größe einer weißen Bohne, von welchem eine Flüssigkeit nach allen Seiten verspritzt war. Den Fingern meiner Frau, welche sofort nach diesem vermeintlichen Insekt gegriffen hatten, entströmte ein höchst unangenehmer Duft. Eine uns besuchende Dame hatte in meinem Garten am Kaffeetisch das gleiche Erlebnis, nur daß die dunkelgelbe Masse auf die linke Wange flatschte. Meine Spalierobstbäume zeigten an den Früchten und Blättern verschiedentlich rostbraune auch orangefarbene angetrocknete Klümpchen, die sich niemand erklären konnte. Unsere Technifer sollten es sich überlegen, ob es nicht möglich In dem Wahne, daß es sich um eine neue Pflanzenkrankheit handeln ist, die üblen Stoffe während der verhältnismäßig furzen Fahrten könnte, wurden die Bäumchen genau untersucht, und da ſtellte sich zu sammeln, zu desinfizieren und dann auf den Flugplähen zweckdann heraus, daß von oben eine breiige Masse über diese Bäum- mäßig zu entleeren. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch können chen geschüttet morden sein mußte. Als nun am Sonnabend, dem 7. Juli, nachmittags auf meine Zeitung( auf dem Balkon) wieder ein gelbes Klümpchen aus dem Himmel mit flatschendem Geräusch fiel, und zwar zu gleicher Zeit, als ein dreimotoriges Flugzeug, das vom Tempelhofer Flughafen straße und den Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus im Raufhaus des Westens, bei Wertheim, im MER. Potsdamer Bahnhof, in Scherls Reisebureau und im MER. Bahnhof Friedrichstraße. Sollte der Zug wegen zu geringer Beteiligung nicht fahren, so wird das Geld für bereits getaufte Karten zurückgezahlt. geklagte entschuldigte den Befiz der Mappe damit, daß er, nachdem Zum Unfall der„ Monte Cervantes". er das junge Mädchen in das Auto gesezt hatte, vergessen habe, ihr die Mappe hineinzureichen. Er wollte mit ihr auch nicht mitgefahren sein. Das Schöffengericht hielt zum mindesten in diesem Falle eine Unterschlagung für erwiesen und verurteilte den Angeklagten hierfür zu 1 Monat Gefängnis. Die Betrugsfälle wurden milder angesehen und nur mit 250 Mart Geldstrafe geahndet. Der Haftbefehl gegen den Angeklagten wurde jedoch nicht aufgehoben, da gegen ihn noch weitere Strafverfahren bei der Staatsanwaltschaft III Schweben, Neues Leben im Scheunenviertel". Stadtbibliothek und Stadtarchiv am Bülowplah! Die Arbeiten an den Neubauten im Scheunenviertel haben in ber legten Zeit ganz erhebliche Fortschritte gemacht, und der eine der Baublocks ist bereits im Rohbau fertig, so daß die neuen Wohnungen am 15. November d. 3. beziehbar sind. In etwa 14 Tagen werden auch die Häuser auf zwei weiteren Blöcken rohbaufertig sein, während bei vier anderen Blocks die Ausschachtungsarbeiten in Kürze beendet sind und mit der Fundamentierung der Neubauten begonnen werden kann. In dem Baublock, der zunächst fertiggestellt worden ist, wird bekanntlich ein großes Rinotheater Play finden, und die Räume sind bereits verpachtet, so daß ebenfalls Mitte November mit der Eröffnung des Lichtspieltheaters zu rechnen ist. Des weiteren sind in dem Baublod Räume für ein großes Bierrestaurant vorgesehen und, wie mir erfahren, stehen die Verhandlungen über die Verpachtung der Restaurationsräume, die mit einer Münchener und zwei großen Berliner Brauereien geführt werden, unmittelbar vor dem Ab: schluß. Die Vermietung der mit Hauszinssteuerhypotheken errichteten zirka 250 Wohnungen wird bereits im Laufe des nächsten Monats erfolgen. Links neben die Bolksbühne wird definitiv der Neubau für die Berliner Stadtbibliothef errichtet, während auf der rechten Seite ein Neubau für das Stadtarchin und Bureauräume des Bezirksamtes Mitte Blaz finden werden. Für die Stadtbibliothet ist bereits die erste Baurate von den zuständigen städtischen Körperschaften bewilligt worden. Bei der Einhaltung des bisher angeschlagenen Bautempos tann damit gerechnet werden, daß die privaten Neubauten im Scheunenviertel und am Bülowplay in der Mitte des nächsten Jahres fertiggestellt sein werden. Die Vollendung der vorgesehenen städti. schen Bauten dürfte allerdings noch längere Zeit in Anspruch neh nen. Vom Autobus totgefahren. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes am Hohenstaufen. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes am Hohenstaufen platz wurde gestern abend der 46jährige Steinmetz Wilhelm ant hant ner aus der Flughafenstraße 21 von einem Autobus der Linie 30 erfaßt und überfahren. Der Verunglückte wurde mit schweren inneren Verlegungen in das Urban Dank für die Hilfe des„ Kraffin". Die Gesandschaft der Sowjetunion hat ein Telegramm von Profeffor Samoilowitsch erhalten, in dem es heißt, daß die Taucher des Krassin" ein 3,80 mal 1,30 Meter großes Loch in der Monte Cervantes" gefunden haben. Die Taucher sind mit der Abdichtung beschäftigt. Man ist dabei, das Wasser aus zupumpen. " Wie aus Moskau gemeldet wird, teilte der Eisbrecher Krassin" mit, der Kapitän des deutschen Schiffes Monte Cervantes habe dem Krassin" seinen Dant für die Hilfeleistung aus: gesprochen, worauf der Kommandant des Kraffin", Egge, erwidert habe, daß es der Stolz eines Seemannes sei, dem in Not Befindlichen Hilfe zu leisten. Mißglückter Ozeanflug. Kurz nach dem Start gelandet! Rodford( Illinois), 26. Juli. Die Flieger Haffel und Cramer starteten heute mit ihrem Flugzeug Greater Rodford" zu einem Flug nach Schweden in Richtung Grönland. Nach einem Fluge von etwa 25 Minuten Dauer mußte das Flugzeug plöblich niedergehen. Die Piloten blieben unverlegt, die Maschine wurde jedoch schwer beschädigt. Cramer erklärte, das Flugzeug sei zu hoch belastet gewesen, so daß die erforderliche Flughöhe nicht erreicht werden konnte. Brückeneinsturz in Tirol. 20 Personen verletzt! Innsbrud, 26. Juft Bei Partschins in Südtirol stürzte während eines Gewitters ein Steg über den Töllbach, auf dem sich etwa 20 Personen befanden, infolge der starken Belastung ein. Sämtliche 20 Beron en stürzten in die Tiefe, fünf von ihnen erlitten schwere Verlegungen. Bootsunglück auf dem Genfer Gee. Bier Tote. Genf, 26. Juli. Wie aus Vevey gemeldet wird, sind am Mittwoch auf dem Genfer See vier junge Leute im Alter zwischen 18 und 20 Jahren bei einer Bootsfahrt ertrunken. Die Leichen der vier jungen Leute fonnten bisher noch nicht geborgen werden, | Damit dürfte der Beweis erbracht sein, daß das Flugzeug bei allen seinen sonstigen Vorzügen eines der gefährlichsten Seuchenverbreiter ist, daher ist dringend zu wünschen, daß die in Frage tommenden Behörden sich unverzüglich mit dieser für die Volks K. W." gesundheit höchst wichtigen Frage beschäftigen. * die von dem„ Flugzeugsegen" Betroffenen gegen die Lufthansa auf Unterlassung flagen. Vielleicht würde eine solche von vielen Geschädigten erhobene Klage sehr schnell eine Abhilfe dieses himmelschreienden" Zustandes erzielen! Wie Nobile nach Narvik kam! Bom, weißen Schweigen" zum eifigen Schweigen! Oslo, 26. Juli. 1 In Erwartung der„ Citta di Milano", die, wie gemeldet, heute früh in Narvik eintraf, waren viele Leute die ganze Nacht mach geblieben. Als der Dampfer jedoch später als erwartet einlief, maren nur wenig Leute an der Landungsstelle. Die norwegischen Behörden waren nicht vertreten. Dagegen befand sich ein Bertreter der italienischen Gesandtschaft in Stockholm unter den wartenden ausländischen und norwegischen Journalisten und Photographen. Als das Landungsseil an Land geworfen wurde, half niemand das Seil festmachen, und ein Mann der Besatzung mußte an Land springen. Die aus der Eiswüste, dem großen weißen Schweigen, zurückgekehrten Italiener wurden mit eisigem Schweigen empfangen. An Bord des Schiffes waren neben den geretteten Italienern auch drei Schweden, die an der Schlittenexpedition bei der Suche nach der Batham teilgenommen hatten. Als die Schiffsmannschaft merkte, daß Besucher des Schiffes durch das Oberlichtfenster in das Innere des Schiffes fahen, 30g man schnell einen Borhang über das Fenster. Von den Geretteten ließ sich niemand sehen. Sofort nach dem Herablaffen des Fallreeps wurde hier ein matrose mit Gewehr und aufgepflanz tem Bajonett aufgestellt. Dies rief allgemeines Erstaunen hervor. Die Geretteten sehen heute abend mit der Lofoten- Eisenbahn, die Reise fort. Diese Bahn führt nach einigen Meilen durch Norwegent auf schwedisches Gebiet und weiter südwärts. Ein Eisenbahnwagen ist dicht an die ,, Citta die Milano" rangiert worden, um die Italiener sofort nach Verlassen des Schiffes aufzunehmen. Freudige Begrüßung der Schweden! Das italienische Flugzeug Marina I traf gestern abend vori Tromsoe mit einem Teil der schwedischen Expedition ein, die von Spißbergen zurückkehrte. Unter den Schweden befindet sich auch der Führer der Expedition Thornberg. Die schwedischen Flieger wurden von einer großen Menschenmenge mit Hurra Rufent empfangen. Das Flugzeug Marina I fehrt heute nach Tromsoe zurüd. Unfälle beim Segelflugwettbewerb. Ein Bauer vor Schreck gestorben. Paris, 26. Juli. Die am Segelflugmettbewerb in Cherbourg teilnehmenden deutschen Flieger benugten gestern günstige Winde zur Ausführung mehrerer Flüge. Kegel unternahm einen Angriff gegen den Entfernungsrekord, mußte jedoch nach 30 Minuten an der Küste niedergehen. Dabei ereignete sich ein mert würdiger Unfall. Ein in der Nähe arbeitender 24jähriger Landwirt eilte während der Landung herbei. Der Apparat ging in geringer Höhe über ihn hinweg. Dadurch erlitt der Neugierige einen solchen Schred, daß er an einem Schlaganfall ver Ichieb. Hirth führte einen Flug von 46 Minuten aus. Neh ring legte 8 Kilometer zurüd, beschädigte aber bei einer Landung in den Dünen seinen Apparat, da er sich auf den mit zahlreichen Badegästen belebten Strand nicht niederlassen wollte. Die Reparatur wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Ein Darmstädter Kon am Arm zu. Der Wettbewerb geht heute abend zu Ende, 83 Kilometer im Segelflugzeug. frankenhaus geschafft, an deren Folgen er einige Zeit nach Abbruch des Hamburger Bahnbaues. fruteur og fich beim Sturz auf einen Baum leichte Berlegungen In den Räumen der Buch bruderei von Hömsen im Hause Ritterstraße 71 ereignete sich gestern ein eigenartiger Unfall. Infolge Ueberlastung stürzte ein mehrere Meter hohes Bücherregal zusammen und begrub den 57jährigen Buchbinder Hermann Schulz aus der Selchower Straße 27 zu Neukölln unter sich. Sch. wurde schwerverletzt geborgen und durch die zu Hilfe gerufene Feuerwehr in die Klinit 3iegel straße übergeführt. Für 35 Mart nach Bremen und Helgoland. Die Mittel fehlen! " Paris, 26. Juli. Der Bau der Hamburger Untergrundbahnstrecke Kellinghusenstraße Jungfernstieg ist mitten auf der Strecke, an der Ede Colonnaden- und Große Theaterstraße abgebrochen worden, weil Bei dem Segelflugwettbewerb in Bauville hat gestern Mag Kegel eine Mittel mehr zur Verfügung stehen. Man beschränkt sich mit dem Flugzeug„ Kaffel" eine Strede von 83 kilometer zurüddaher für die nächste Zeit im wesentlichen auf zwei Arbeiten: es gelegt. Er ist bei Stouville- Bielette gelandet. MagerUntergrundverhältnisse an der Stelle zu prüfen, an der der unter: irth auf dem Flugzeug ürttemberg" 37 Minuten 34 Ge werden jetzt im Jungfernstieg Bohrungen vorgenommen, um die juppe flog mit dem Flugzeug Kegel" 42 Minuten 34 Sekunden, irdische Bahnhof für 12 Gleise geplant ist. Beim Dammtorbahnhof funden. Magerjuppe flog alsdann mit dem Flugzeug Regel" beginnt man im Augenblic mit dem Bau eines elettrifchen zwei Minuten lang, Hirth auf dem Flugzeug Württemberg" wieUntermerts. Wenn dieses Unterwert fertig ist, wird man die berum 36 Minuten 1 Sekunde. Auger erreichte mit dem Flugzeug fertige Teilstrede der Untergrundbahn Rellinghusenstraße autour" in 26 Minuten 24 Sekunden eine Höhe von 31,9 Meter, Stephansplatz in Betrieb nehmen fönnen. Magerjuppe mit dem Flugzeug ,, Regel" in 32 Minuten 38 Se funden eine Höhe von 90 Meter. Am Abend landete Hirth mit dem Flugzeug Württemberg" bei Carteret und flog damit den am 20. Juli pon Rehring aufgestellten Weitstreckenreford. Bei lebendigem Leibe geröstet. Die Reichsbahndirettion Berlin veranstaltet gemein. Jam mit dem Mitteleuropäischen Reisebureau( MER.) Dom 11. bis 13. August eine Sonderfahrt über Bremen nach Helgoland. Der Sonderzug verläßt Berlin( Bahnhof Friedrich straße) um 12,14 Uhr und tommt in Bremen 18,23 Uhr an. Hier wird der im Bau befindliche 46 000 Tonnen große Riesendampfer In der Gasanstalt in Sogenplog in der Tschecho Bremen" besichtigt. Am 12. August geht es dann weiter mit flomatei ereignete fich ein tragischer Unglüdsfall. Ein Arbeiter, dem Dampfer Roland" nach Helgoland. Am 13. August der nachts allein bei einem noch in Glut befindlichen Rolshaufen 6,19 Uhr trifft der Zug auf dem Bahnhof Charlottenburg wieder arbeitete, wurde anscheinend von einer Ohnmacht befallen, so daß ein. Der Preis für die ganze Fahrt beträgt einschließlich Fahrgeld er auf den glühenden aufen fiel. Da niemand da war, für Hin- und Rückfahrt, Abendessen, Uebernachtung in Bremen und der ihm hilfe bringen tonnte, wurde er bei lebendigem Beibe ge Frühſtüd sowie Straßenbahnfahrt und Dampferbesichtigung nur 35 M. Der Bertauf der Fahrtarten und Gutschein. röstet. Man fand feine zum Teil verkohlte, furchtbar perstümmelte beite beginnt am 30 Juli bei der Jahrtartenausgabe Friedrich Leiche erst in den frühen Morgenstunden, " Kufeke " Bel Brechdurchfall, Diarrhoe und Darmkatarrh die unübertroffene, verdauungs regelnde, oft einzig bekömmliche Nahrung. Seit Jahrzehnten tausendfach bewährt für Erwachsene u.Kinder GREEKIN LOTS STADT BEILAGE RK DES VORWARTS Die städtischen Hofpitäler. Die Berliner städtischen Krantenanstalten kann man in drei| Auch in anderen Hospitälern, z. B. im Hospital in der große Gruppen einteilen. Die erste Gruppe bilden die allgemeinen Palisadenstraße und im Bürgerhaus zu Char Krankenhäuser, die Spezialfrankenhäuser( einschließlich der Ent- lottenburg, das eine Spezialabteilung für zuderfrante Hospibindungsanstalten) und die Leichtkrankenhäuser. Zur zweiten taliten enthält, hat mancher Wechsel in der gekennzeichneten Rich tung stattgefunden. Gruppe sind die Heil- und Pflegeanstalten, früher Irrenanstalten genannt, zu rechnen; zu diesen gehört auch die Spezialanstalt für Epileptiker in Wuhlgarten. Die dritte Gruppe umfaßt die soge= Wartung und Pflege. und es ist charakteristisch, daß im Jahre 1927 über 300 Personen aus dem Hufeland- Hospital entlassen werden konnten. Chronisch frant Geeignete ift eben nicht gleichbedeutend mit hoffnungslos frant! von KrankheitsBehandlungspraktiken des Grundleidens und komplikationen(!) gar nicht selten auch neue diagnostische Erfenntnisse vermögen den Hospitaliten in hohem Grade zugute zu tommen. Daß die wissenschaftliche Arbeit in den Hospitälern, die selbstverständlich in keiner Weise zu einer irgendwie unnötigen Besich als hochbedeutsam zu erweisen vermag, man dente da nur an die Krebsbekämpfung, das sei in diesem Zusammenhang nur angedeutet. nannten Hospitäler, die zur Aufnahme schwer chro gebieterisch eine entsprechende Angleichung des ärztlichen helligung der Patienten führen darf, für die medizinische Forschung nisch franter, fiecher und altersgebrechlicher Personen bestimmt sind. 7000 Hospitaliten. Der veränderte Charakter der Struktur der Anstalten verlangt Dienstes. Man hat in den letzten Jahren die Zahl der Dienstes. Man hat in den letzten Jahren die Zahl der affiftierenden Aerzte im Hufeland- Hospital und auch in anderen Hospitälern verdreifacht bzw. verdoppelt. Jetzt ist es an der Zeit, die Riesenabteilungen", auf denen schwerkrante Hospitaliten liegen, planmäßig zu teilen und die abzuzweigenden Abteilungen neuen dirigierenden Aerzten anzuvertrauen. Im Hufeland- Hospital hat man bereits im Jahre 1920 eine besondere Abteilung als Nervenabteilung geschaffen. Diese umfaßt jetzt 500 Betten und stellt als solche die größte neurologische Krantenanstaltsabteilung in Europa dar. Dringlich ist jetzt die Teilung der inneren Abteilung des Hufeland- Hospitals, und auch eine halbierung oder gar eine Drittelung der bisher einzigen Abteilung im Hospital Buch fann man nicht mehr lange umgehen. Nur allzu oft immer wieder macht man diese Er fahrung wird das hospitalwesen in seiner großen fommunalen und medizinischen Bedeutung unterschäßt. Man gibt sich in weiten Kreisen, sowohl bezüglich des Umfangs des Hospitalwesens wie auch hinsichtlich des Charatters der verschiedenen Hofpitäler, vielfach abwegigen Anschauungen hin. Die Stadt Berlin hat für über 7000 ofpitaliten zu sorgen. Die Pläge verteilen sich in folgender Weise: es entfallen an Betten auf das Hufeland Hospital Die schwerkranten Menschen, die in diesen Hospitälern liegen, ( in der Prenzlauer Allee) 1430, auf das Friedrich- Wilhelm- bedürfen einer sehr eingehenden Wartung und Pflege, aber Hospital( in der Palisadenstraße) 660, auf das Hospital Buch auch der häufigen Untersuchung und einer sehr vielgestaltigen 1570, auf das Hospital Lichtenberg 700, auf das Bürgerhaus ärztlichen Behandlung! Das wird nur allzu oft vergessen oder in Charlottenburg 400, auf die 3 Spandauer Hospitäler 320, auf übersehen. Mancher glaubt nämlich, die Hospitaliten, die aus den das ursprünglich Schöneberger Hospital in Deutsch- Wusterhausen 130, allgemeinen Krankenhäusern nach den beiden großen Hospitälern verauf das Hospital in Neukölln( am Mariendorfer Weg) 130, auf legt werden, tämen mit einer genauen Diagnose, nach langer die Hospitalabteilung in Wuhlgarten 200 und auf die beiden kleinen Krankenhausbeobachtung, gewissermaßen als hoffnungslos frante Hospitäler in Köpenick und Weißensee je 40 Betten. Dazu kommen Menschen in das Hospital, um dort ihre Tage zu beschließen; eine noch 1100 Pläge in den Siechenabteilungen der Laneigentliche klinische Krankenbehandlung sei daher nicht am Blaze. desanstalten der Provinz Brandenburg, deren Belegung auf Dies sind jedoch Trugschlüsse. Die Behandlung der schwer auf Grund vertraglicher Bereinbarungen zwischen der Stadt Berlin chronisch tranten Menschen in den Hospitälern und der Provinzialverwaltung, die im Anschluß an die Bildung spielt heutzutage eine ichr bedeutende Rolle, der Stadtgemeinde Groß- Berlin erfolgten, gewährleistet wurde. Im Jahre 1929 dürfte voraussichtlich das im Bau befindliche Hospital in Buch- hobrechtsfelde, das 500 Betten um faffen wird, beziehbar werden. Der Bedarf an Hospitalbetten ist aber auf weitere Sicht auch dann noch nicht sicher gestellt. Aus drei Gründen. Erstens zeigt die Zahl altersgebrechlicher Menschen, die einer Hospitalisierung bedürfen, machsende Tendenz. Diese Erscheinung ist sicherlich größtenteils auf die stark veränderte Altersgliederung der Bevölkerung zurückzuführen. Der Anteil der alten Leute an der Gesamtzahl der Bevölkerung ist beträchtlich gestiegen; es gibt mehr alte Leute als früher, sie leben durchschnittlich mehrere Jahre länger als in verfloffenen Zeitläuften. Der zweite Grund liegt in der seit Jahren bestehenden Ueberfüllung der Krantenhäuser, aus denen ein hoher Prozentsaz chronisch franter Menschen in die Hospitäler verlegt wird. Drittens hat die ständig wachsende Belegung der Irrenanstalten indirekt Einfluß auf die Zahl der verfügbaren Hospitalbetten. Man beabsichtigt nämlich die in den Provinzialanstalten zur Verfügung stehenden Betten fünftig in geringerem Umfang mit Hospitaliten, dafür aber mit einer entsprechend größeren Zahl von Geistesfranken, insbesondere idiotischen Personen, zu belegen. Eine solche Umstellung fann ohne größere Schwierigkeiten durchgeführt werden, da die Provinzialanstalten, freilich in besonderen Häusern, sowohl für die Aufnahme von Hospitaliten wie auch auf die Beherbergung von Geistestranten eingerichtet sind, Der Charakter der Hospitaler. = Im Jahresdurchschnitt des letzten Jahrzehntes wurden in Berlin über 200 Personen hospitalisierungs bedürftig. In manchen Jahren sanf diese Zahl, in anderen Jahren stieg fie jedoch bis auf etwa 300. Man fann damit rechnen, daß etwa 2 auf das Tausend der Berliner Bevölkerung für die Hospitalpflege in Frage kommen. Um die hierfür genügende Anzahl von Betten fünftig bereitzustellen, plant man das Hufeland- Hospi tal und das Hospital in Buch mit einer größeren Anzahl von Hofpitaliten, als das jetzt der Fall ist, zu belegen. Dies kann ohne Be nachteiligung der jeßigen Insassen geschehen, wenn man für das zurzeit in den Hofpitälern untergebrachte Anstaltspersonal andere Wohngelegenheiten zur Verfügung stellt. Es wäre sehr rationell so zu verfahren, da dann eine weit bessere Ausnutzung vieler Räume, die sich sehr gut zu Krankensälen, aber sehr schlecht zu Wohnzwecken eignen, ermöglicht werden könnte. Man darf sich nun nicht der Täuschung hingeben, als ob die Anstalten, die gewissermaßen unter dem Sammelnamen Hospitäler" zusammen 3mar gefaßt sind, durchweg gleichartige Einrichtungen wären. Zwar Sienen sie sämtlich, im Gegensatz zu den Altersheimen und Stiften, vornehmlich spezifisch frankenpflegerischen Zwecken; indessen ist der Charakter der einzelnen hospitäler voneinander recht verschieben. Das Hufeland Hospital hat feinen Anstaltscharafter im Laufe des letzten Jahrzehnts fast vollkommen geändert. Aus einem Heim für altersgebrechliche und sieche Menschen ist ein Krantenhaus für schwer chronisch frante Patienten geworden. Von den 1430 Insassen gehören nur noch etwa 120 hochbetagte Greifinnen und Greise zur Gruppe der Altersgebrechlichen. Die anderen Hospitaliten, die zum großen Teil aus den allgemeinen Krankenhäusern nach dem Hufeland- hospital verlegt werden, find eben Schwerkrante, sogar Schwersttrante. Aehnlich, wenn auch nicht ganz so start ausgeprägt, liegen die Dinge hinsichtlich der Veränderung des Anstaltscharakters im Hospital Buch. # です Neben der sorgfältigen ärztlichen und frankenpflegerischen Betreuung der Hospitaliten ist in ganz besonderem Maße der Verpflegung der Patienten stete Aufmerksamkeit zu midmen, sowohl aus medizinisch- physiologischen Gründen wie auch aus menschlichen, allzu menschlichen Ursachen. Das Essen soll nahrhaft und bekömmlich sein, es muß aber auch gut munden; denn die Einnahme der Mahlzeiten gehört nun einmal zu den kleinen Freuden im alltäglichen Leben der meisten Hospitaliten. Als ich vor einem Jahre ein großes Hospital, das nicht zur Berliner städtischen Verwaltung gehört, besichtigte, wunderte man sich allgemein über das mangelhafte Essen, das an die dortigen Insassen gerade ausgeteilt wurde. Auf eine entsprechende Bemerkung erwiderte das Haupt jener Küchenverwaltung, ein jener Küchenverwaltung, ein alter Inspektor, dessen forsche wilhelminische Allüren ins Auge fielen: Warum geben Sie denn in Berlin ihren Hospitaliten so gut zu essen? Die werden ja doch nicht wieder gesund!" Die Stadt Berlin wird gut tun, sowohl bezüglich der Beurteilung der Erfolge der Anstaltsbehandlung wie auch hinsichtlich der Verpflegung der Hospitaliten umgekehrt zu ver fahren, wie es jener menschenfreundliche Inspektor ihr anzuraten sich bemüßigt fühlte... Dr. med. Alfred Korach. " Wohnhausbaufabriken. Eine wichtige Frage. Das Bermauern eines einzelnen Steines wollte man einsparen In den Fachkreisen des Berliner Baugemerbes wird zurzeit über| nommen worden, den Steinhausbau maschinell auszuführen. Pläne einer Berliner Grundstücksfirma diskutiert, die sich mit der Abficht trägt, in Berlin eine Firma zu gründen, die werkstatt mäßig die Fabrikation von Häusern übernimmt. In dieser Fabrit soll alles so weit vorbereitet werden, daß an der Baustelle nur noch die Montage vorgenommen wird. Mit diesem maschinellen Hausbau soll erreicht werden, daß man vom Wetter unabhängig ist und auch im Winter bauen kann, zudem soll eine Berbilligung der Baukosten erzielt werden. und ganzé Bandfronten oder Teile davon, die fabrikmäßig hergestellt werden, verarbeiten. Alle Versuche, die auf diesem Gebiete bisher unternommen worden sind, haben insofern noch nicht befriedigt, als die Kosteneinsparung nicht erheblich ist. Die Aufführung eines Gerüsts aus Stahlträgern, die notwendig ist, um die Wandplatten untereinander zu verbinden und dem Haus den Halt zu geben, stellt sich teurer als die Ersparnis beträgt. Auch bei den neuen Versuchen handelt es sich darum, das Ver= mauern der einzelnen Steine zu ersetzen, indem man ganze Wand platten verwendet. Ob und inwieweit diese neuen Versuche zu einer Senf ung der Baukosten führen und damit eine Mietpreisverbilligung bringen können, bleibt abzuwarten. Uns scheint, als ob die Bege, führen als diese Versuche. Die Bauhütten haben schon beim Bau der letzten großen Siedlungen eine Reihe von Maschinen in den Arbeitsprozeß eingeschaltet. So wurden die Ausbaggerungsarbeiten durch einen Bagger vorgenommen, der die Arbeitsleistung von acht Arbeitern verfah. Auch in den übrigen Arbeitsprozeß wurden, soweit es möglich ist wie bei Materials transporten zum Arbeitsplat Maschinen eingeschaltet. Größere Maschinen sind natürlich auch nur bei Großbaustellen rentabel. Die Ersezung der teuren Hand. durch billige Maschinenarbeit wird sich nur langsam nach und nach er möglichen laffen. Bei den Bauhütten wird der Arbeitsprozeß genau tontrolliert. Jeder Arbeitsvorgang wird sorgfältig beobachtet. Schon allein dadurch, daß bei den Großbaustellen immer eine bestimmte Kolonne eine bestimmte Ar beit so das Mauern der Fundamente verrichtet, wird der Arbeitsprozeß mit dieser eingearbeiteten Gruppe beschleunigt und verbillig Ansätze eines maschinellen Hausbaues finden wir schon über all in Deutschland. In den meisten Fällen handelt es sich aber bisher nur um Versuch e, die feineswegs immer günstig geendet haben. In Berlin hat vor zwei Jahren eine holländische Firma mit einer neuartigen Betonhausbauweise Aufsehen erregt. Nach diesem System sind in Lichtenberg für eine Kriegsbeschädie von den Bauhütten gegangen sind, weit eher zum Ziel digtensiedlung eine Reihe Häuser gebaut worden. Die Firma hat nach der„ ,, Occident"-Bauweise gearbeitet. In großen Formen wurden in unmittelbarer Nähe der Baustelle die Hauswände in Beton gegossen, mit einer Zwischenschicht, die als Wärmeleiter dienen sollte. Ein riesiger Kran, der über den Häusern meist Kleinhäuser bis zu zwei Treppen errichtet wurde, bringt die Wände an ihren Standort. Mit Eisenbolzen werden die Platten mit den übrigen verbunden. Bei dieser Bauweise ist das Vermauern des einzelnen Steines gespart worden. Die Herstellung der Platten mußte an der Baustelle vorgenommen werden, so daß auch diese Bauweise von den Wetterverhältnissen abhängig blieb. Ersparnis war lediglich beim Rohbau vorhanden und betrug nach den eigenen Angaben bis zu 30 Broz., d. h. da die Rohbaukosten etwa die Hälfte der Gesamtkosten sind, beim ganzen Bau nur etwa 7,5 Proz. Der zum Aufstellen der Wände benötigte Kran ist aber nur bei Großbaustellen rentabel. Bei den kleineren Baustellen wird die billige Bauweise durch die Aufstellung des Krans wieder auf gehoben. Wie schon betont, ist diese Bauweise genau, wie die alte Methode. des Hausbaues, vom Wetter abhängig. Die fabri tationsmäßige Herstellung der Häuser ist nur im Holzhausbau In den großen Maschinen= praktisch durchgeführt worden, anlagen wird heute das Holz zu Türen, Wänden und Dachabschnitten fertig verarbeitet. Auf der Baustelle wird lediglich Wand an Wand gefügt, das Dach wird auf, die Fenster werden eingesetzt. Die großen Holzhausfabriken haben sich vom Wetter und der Konjunktur unabhängig gemacht. Sommer wie Winter arbeiten fie in ihren Fabriten und brauchen nur für die Montage einigermaßen gutes Wetter. Nicht nur die Koniuntturschmantungen find durch eine fabrikmäßige Herftellung ausgeschaltet, auch die Bauzeiten fönnen erheblich vertürzt werden und damit ist das Betriebskapital wieder für andere Bauten verfügbar. Genau wie beim Holzhausbau sind auch Versuche unterAuch dadurch, daß dem Maurer das Material handgerecht hingelegt und sein Arbeitsplatz so eingerichtet wird, daß er in möglichst bequemer Stellung arbeitet, hat die Arbeitsleistung des Maurers gesteigert. Das aus Platten aufgebaute Haus wird sicher eines Tages fommen, wird sicher auch die Bautosten start beeinflussen. Noch fehlt das richtige Baumaterial, Stahl und Beton find in den meisten Gegenden zu teuer. Von uns ist immer wieder gefordert worden, daß der Staat nicht warten soll, bis sich die Bauhütten oder Privatfirmen zu entscheidenden Versuchen aufraffen. Der Staat muß unter Unterstüßung der Bauherrenorganisationen die notwendigen Versuche unternehmen, um die maschinelle Herstellung der Wohnhausbauten aus dem Stadium der Versuche in das der praktischen Verwendbarkeit zu bringen. Arno Scholz. Stiller Beginn: Morgen SAISON JONNABEND DEN 28.JULI Beachten Sie unser Sonntags- Inserat! AUSVERKAUF Mittwoch, den 1. August, 19% Uhr Die Der Flugplatz Brit. Neue Beschlüsse und Vereinbarungen. Massenkundgebung Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt" wird doch, wie wir bereits im Abend" mitteilten, von dem der Stadt Berlin gehörenden Rittergut Brig geeignetes Gelände für einen Flugplatz erhalten. Der Platz wird aber nicht östlich, sondern westlich der Buckomer Chaussee liegen. Bekanntlich hatte die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt außer von der Stadt Berlin noch Angebote pan Stuttgart und Bayern für die Anlegung eines Flugplatzes für Betriebs: zwecke der Versuchsanstalt erhalten. Die Deutsche Versuchsanstalt felbft wollte zunächst ein bei Britz liegendes Gelände haben, auf das Siedlungsbauten errichtet werden sollten. Der Berliner Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung haben nach Ablehnung dieses Geländes ein anderes, westlich der Buckower Chaussee in Briz, für die Versuchsanstalt angeboten. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben auf Bitten des Reichsverkehrsministeriums schon vor Wochen der Ueberlassung dieses Geländes zugestimmt. Trotzdem schien es in den letzten Wochen, als ob in gewissen Kreisen immer noch Neigung bestände, die Berjuds anstalt aus Berlin zu verlegen. Der Beschluß der Reichsregierung macht dem unerträglichen Zustand der ständigen Diskussionen über die Verlegung ein Ende. Selbstverständlich müssen nun die Verhandlungen beginnen. Das angebotene Gelände hat einen Flächeninhalt von 164 700 Quadrat meter. Die Stadt war gezwungen, zur Abrundung einige Grundstücke zu erwerben und hat sich außerdem verpflichtet, die Planierung und Einrichtung des Flugplages, die Zuleitung des elektrischen Stromes sowie die ständige Unterhaltung zu übernehmen. Es handelt sich um ein Gelände von etwa 80 Hektar, das zu einem jährlichen Pachtzins von 25 000 Mark dem Reich auf die Dauer von 99 Jahren überlassen wird. Die Stadt ist außerdem verpflichtet, die Anlagen zur Entnahme von Gas, Wasser und elektrischem Licht und Kraft sowie Kanalifationsvorrichtung bereitzustellen und instandzuhalten. Besonders ist hierbei bemerkenswert, daß eine Leitung zur Entnahme einer elektrischen Marimalleistung von 4000 Kilowatt zum Betrieb der großen Prüfeinrichtungen angelegt werden muß. Die Stadt übernimmt weiterhin die Verpflich= tung, daß in einem Umkreise von 1000 Meter von der Flugplay mitte aus die Höhe der Baulichkeiten auf höchstens 15 Meter beschränkt bleibt. Außerdem verpflichtet sich die Stadt, die Höchstspannungsleitung der Golpawerte auf ihre Rosten in einem Abstand von mindestens von 6000 von der Flug playgrenze zu verlegen. Wie schon ausgeführt, wird über die einzelnen Bedingungen dieses Vertrages noch weiterverhandelt. verschmiert werden, anstatt sie ordnungmäßig, wie es die allgemeinen Betriebsbestimmungen vorschreiben, abzustöpseln, d. h. durch Schraubverschluß zu sichern. Diese Anbringungsart von Sparbrennern bedeutet eine große Gefahr für Leben und Gesundheit der Bewohner, da der kitt nach einer gewissen Zeit eintrodnet, herausfällt und alsdann die Gasauslässe frei werden, so daß Gas bis zu etwa 50 Litern pro Stunde je Brenner ausströmen fann. Auf diese fahrlässige Art der Anbringung von Sparbrennern wird aufmerksam gemacht; es wird empfohlen, Aenderungen an Gastochern nur von gewissenhaften Firmen ausführen zu lassen. Der Schulhof als Kinderspielplatz. Da in der letzten Zeit wieder einige Kinder beim Spielen auf der Straße überfahren worden sind, hat sich das Bezirksamt Charlottenburg entschlossen, versuchsweise den Schulhof der 1./2. Boltsschule, Pestalo 33 i str. 89/90, für den Rest der Sommerferien vom 26. Juli bis 8. August 1928 für noch nicht schulpflichtige und schulpflichtige Kinder als Kinderspielplaß freizugeben. Achtung! Leserinnen der Frauenwelt! Freitag, den 3. August, große gemeinfame Dampferfahrt nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt morgens 9 Uhr ab Oberbaum- oder Baisenbrüde. Starten zum Preise von 1,30 M. für Erwachsene, Kinder, 50 Pfg. sind noch im Sekretariat der Arbeiterwohlfahrt, Lindenstraße 3 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 1, zu haben. Für die Herbstjugendweihen werden noch Anmeldungen unter Zahlung der Einschreibegebühr Lebenskundevorbereitung gehen nach den großen Ferien schriftlich von 50 Pf. entgegengenommen( die Einladungen zum Beginn der hinaus): Straße 48( Borwärts.Sped.), P. Kroll, N 65, Utrechter Str. 21( Reſtaurant), Berlin: Großes Schauspielhaus: Jugendfetretariat, G 68, Lindenstr. 3. 2. Hof, 2 Treppen, 8immer 11, geöffnet von 9 bis 17 Uhr, Mitt. wochs und Freitags von 9 bis 19 Uhr. G. Joseph, NW 21, Wilhelmshavener A. Hönisch, N 65, Müller- Ecke Utrechter Straße( Borwärts- Sped.), W. Soff. mann, N 58, Lychener Str. 8( Restaurant), E, Lehmann, N 54, Ackerstr. 174 ( Borwärts- Speb.), P. Dobrohlaw, N 37, Gwinemünder Str. 11( Restaurant), R. Andersson, R 31, Stralsunder Str. 19, E. Gerth, N 113, Greifenhagener Straße 22( Vorwärts- Sped.), S. Fischer, N 20, Bastianstr. 7( Borwärts- Sped.), P. Dölz, NO 55, Jmmanuelfirchstr. 24( Borwärts- Sped.), W. Güde, NO 18, Landsberger Allee 45 1, M. Wartmann, 34, Königsberger Str. 37( Photo gefchäft), R. Melle, 34, Petersburger Plag 4( Vorwärts- Sped.), L. Wittfchus, 34, Petersburger Str. 5( Restaurant), F. Arndt, O 27, Martusftr. 36 ( Vorwärts- Sped.), F. Petke, GD 36, Glogauer Str. 30, vorn IV, P. Böhm, GO 36, Lanfiger Plaz 14/15( Vorwärts- Sped.), P. Lier, GO 26, Raunynstr. 9 ( Restaurant), Borwärts- Sped., 6 61, Baerwaldstr. 47,( a. d. Gneisenaustraße), W. Gallas, Baumschulen weg, Schraderſtr. 16, vorn 3 Tr., G. Medel Schöneberg, Apostel- Paulus- Str. 7, R. Petrie, Echöneberg, Ebersstr. 70, Rathmann, Schöneberg, Belziger Str. 27( Vorwärts- Sped.), G. Schaudt, Friedenau Bacheftr. 9, Grau Ungerer, Wilmersdorf, Sanauer Straße 43( Siedlung), S. Schönwetter, Lichterfelde.Best, Händel. plak 5, F. Hamburg, Stegliz, Schloßftr. 103, W. Stubig, Stegliz, Ringftraße 7, Gartenh. LI, G. Felgenireu, 2ant wig, Charlottenstr. 34. Ueber den Zeitpunkt der Verlegung ist im Augenburg, Treptow, Grachitraße 50( Borwärtsspedition), Frau Klawitter, blick noch nichts zu sagen. Im legten Etat für 1928 sind die Mittel für den Neubau der Fabrikanlagen der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt wieder gestrichen worden. Die Mittel müssen nun entweder in einem Nachtragsetat vom Reichstag ge= fordert oder aber in den nächsten Etat, also den für 1929, eingesetzt werden. Wahrscheinlich wird dann die Versuchsanstalt erst im Frühjahr des nächsten Jahres mit den Bauarbeiten auf dem neuen Flugplatzgelände in Briz- Rudom be= ginnen fönnen. Verfassungsfeier der Af- Gewerkschaften! Den Wünschen aller Berliner AfA- Gewerkschaften folgend, hat das Berliner AfA Ortstartell für den 11. August eine besondere Verfassungsfeier im Konzertsaal der Staatlichen akademischen Hochschule für Musik in Charlottenburg vorbereitet. Die Vorbereitungen waren ursprünglich in der Erwartung getroffen, daß der 11. August ein offizieller Feiertag sein würde und die besondere gewerkschaftliche Verfassungsfeier des AfA- Bundes am Vormittag stattfinden könnte. Nunmehr wird eine Abendfeier abgehalten, die um 7 Uhr beginnt. Diese Feier wird einen rein fünstlerischen Charakter haben, in dessen Rahmen eine besondere Betonung des Verfassungstages ermöglicht werden soll. Orgelwerte von Bach eröffnen und beschließen die Feier. Der Berliner Lendvai Chor unter Leitung seines Chormeisters G. D. Schumann bringt vier Licder zum Vortrag, darunter ,, Weihe des Gesanges" von Mozart, Schwarz- rot- gold" von Schumann und ,, Bet und arbeit" von Weißheimer nach dem Tert von Herwegh. Oberregisseur Hugo Gau Hamm vom Ostdeutschen Landestheater wird einen Auszug von Artikeln der Deutschen Reichsverfassung zum Vortrag bringen, ferner auch eine von Walter Esch ba ch verfaßte Rezitation Das Bott ist souverän". Diese Rezitation foll den Mittelpunkt der Veranstaltung bilden, für die, abmeichend vom sonstigen Brauch, eine besondere Festrede nicht vorgesehen ist. Die Feier soll insgesamt die Dauer von 90 Minuten nicht überschreiten. Die Ausschmückung des Saales wird gleichfalls dem Charakter des Tages angepaßt werden. = Unentgeltliche Eintrittstarten fönnen von Mitgliedern der Berliner AfA- Gewerkschaften und Interessenten gegen Ausweise bei den Geschäftsstellen sämtlicher zehn Berliner AfAGewerkschaften schon jest entnommen werden. Sparbrenner." Gesenheimer Gir. 1, part., Frau Joachim, Charlottenburg, Raiserbamm 95, Charlottenburg: Schiller- Theater: Borwärts- Spedition, Charlottenburg, Eingang Rognißstraße, von 14-18 Uhr( Borwärts- Spedition), Schulz, Char. lottenburg, Dronsenstr. 12, 1. Gartenhaus III, Buseniat, Charlottenburg, Augs. burger Str. 47, part., F. Schmidt, Charlottenburg, Rosinenstr. 4( Laden), Deutscher Verkehrsbund, Charlottenburg, Bayreuther Str. 31. Bankow: 2yzeum: Ronfumverkaufsstellen in Bankow, Bollant. Araße 102, Berliner Str. 47, Breite Gtr. 16, Riffingenstraße, und bei Mar Scharfstedt, Bankow- Güb, Spiekermannstr. 30, Konsumvertaufs. #ellen in Niederschönhausen, Raiser- Wilhelm- Str. 79 und Raiferweg 60. Röpenid: 23. September, 10 Uhr, Körnerschule. Lehrer Erich Müller, KaiferWilhelm- Str. 93, Emil Schubert, Flemmingstr. 19, Mag Tolksdorf, Glienider Str. 3c, Buzte, Parrisiusstr. 25, Pirriz, Kiezer Str. 6( 3igarrengeschäft). Köpenid- Nord, Uhlenhorst und Dammfeld: Friedr. Schulze, Unter den Birken 34, Bruno Rettner, Mahlsdorfer Str. 67. Röpenid. Elfengrund: Erwin Mante, Dahiwizer Plag 3. Grünau und Friedrichs 6mödwis: Franz Klein, Grünau, Friedrichstr. 17. Rahnsdorf: Seinr. Gtaschke, hagen, Wilhelmshagen und Friedrichshagen, Kirchstr. 25, Friedr. Krail, Rahnsdorf, Forststr. 9. Die Säuglings- und Kleinkinderfürsorgestelle Wittenau, Rosenthaler Straße, hält während der Schulferien Freitags von 13 bis 14 Uhr Sprechstunden ab. Funkwinkel. ,, Die bisherigen Entdeckungsfahrten. nach dem Nord- und Südpol" nennt Gustav Eckhardt seinen Vortrag, der einen furzen historischen leberblick gibt über die Bemühungen, die Polgegenden zu erforschen. Da Eckhardt sogar die Normannen erwähnt, hat er nicht genügend Zeit, die wichtigsten Expeditionen eingehend zu beschreiben. So bleibt es nur bei einer Aufzählung, aber auch daraus erkennt der Hörer das Abenteurertum, die Kühnheit, die Energie und den Idealismus dieser Forscher, zu denen ein Nobile nicht gehört. Ein Bild aus der frühen, römischen Kaiserzeit entwirft Brof. Dr. Hinze aus Dessau, in seinem Vortrag Pompejanische Wandinschriften". Aus den Inschriften auf den Wänden pompejanischer Häuser kann man das Leben der damaligen Zeit refonpropaganda und wüste Reklameorgien fannte. Die Wände der Häujer bildeten gewissermaßen einen Zeitungsersatz. Aus diesen Inschriften erkennt man, daß es eigentlich nichts Neues unter der Sonne gibt, daß damals die Oeffentlichkeit ebenso forrupt war wie in der Gegenwart. in der Gegenwart. Das Nachmittagskonzert bringt Kompofitionen von Bach, Mozart und Mahler. Wie immer glänzt der Flötist Alfred Lichtenstein mit seiner brillanten Technik, während die Altistin Maria Peschten manchmal etwas gaumig fingt. Innig ist ihr Vortrag der Mahlerlieder. Abends eine halbe Stunde Hans Reimann. Darauf ,, Bolkslieder verschiedener Nationen". Der Tenor Alberto Pincas singt mit angenehmer, weicher und ausgeglichener Stimme. Besonders gut liegen ihm die getragenen, flawischen Volksweisen. F. S. Es ist festgestellt worden, daß Mieter an Gaskochern mit tech- uiten, das genau wie die Gegenwart u. a. auch glühende Wahlnisch einwandfreien Brennern durch herumreisende Handwerker jo genannte Sparbrenner" anbringen lassen und daß hierbei die an dem Gasverteilungsrohr des Gaskochers vorhandenen, für die Kleinstellung der Flammen erforderlichen sogenannten Sparröhren aus den Rohrnezen herausgeschraubt und die etwa 7 Millimeter im Durchmesser großen Deffnungen. furzerhand mit Bleiweiß Muftaufträge fibergibt man nur dem Nachweis bes Deutschen Musikerverbandes, Berlin, Kom mandantenstr. 63/64 Dönhoff 8277-78. Geschäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbesuch. 5Pfg Die Qualitätszigarette im Humboldthain. Alle erscheinen. Wohnungsfürsorgesellschaft beleiht wieder! Doch Einzelfiedler haben noch wenig zu hoffen. Bei der Wohnungsfürforgegesellschaft Berlin liegen noch immer in großer Zahl Beleihungsanträge vor, die in den Vorjahren eingereicht worden sind. Es handelt sich um Reste, die noch nicht verabschiedet werden konnten, da bekanntlich die Hauszinssteuermittel in Berlin im Verhältnis zu dem Wohnungsbedarf und der vorhandenen Baulust unzurei= chend sind. In jedem Jahr konnte nur ein Teil der eingereichten Anträge Berücksichtigung finden. Auch die im Jahre 1928 zur Verfügung stehenden Mittel würden noch nicht ausreichen, die jetzt noch verbliebenen Anträge zu erledigen. Trotzdem hat sich die BFG. entschlossen, die seit längerer Zeit bestehende Annahmesperre aufzuheben und bis auf Widerruf wieder Neuanträge entgegenzunehmen, da es sich bei der gegenwärtigen Lage nicht mehr rechtfertigen läßt, daß die Anbringung neuer Anträge für den Berliner Baumarkt noch weiterhin unterbunden bleibt. Die Verteilung der im Jahre 1928 noch verfügbaren Mittel wird in unbeschränktem Wettbewerb zwischen aften und neuen Anträgen erfolgen. Bei der Auswahl wird maßgebend sein, daß die günstigsten und preiswertesten Objette in erster Linie Berücksichtigung finden. Demgemäß werden im wesentlichen bei der Vergebung der Mittel folgende Gesichtspunkte entscheidend sein: preiswerteste Miete, niedrigster Baustellenpreis, gesicherte Fnanzierung, Bonität der Bauherren, Rücksichtnahme auf allgemeine. städtische Interessen, Bevorzugung von Großbaustellen und Baulücken. Für Einzelsiedler, die Eigenheime mit einer Wohnung oder mit zwei Wohnungen bauen wollen, liegen die Verhältnisse noch weniger günstig. Anträge von Einzelfiedlern sind noch neuer Anträge in größerem Umfange nicht gerechnet in solcher Zahl vorhanden, daß mit einer Berücksichtigung werden kann. Sprechstunden der Säuglings- und Kleinkinderfürsorgeffelle im Bezirk Weißenfee. Vom 1. August 1928 an finden folgende ärztliche Sprechstunden statt: Fürsorgestelle 1 in Weißensee, Pistoriusstr. 17: Montigs: 2-4, Dienstags: 10-12, Mittwochs: 2-4, Donnerstags: 10-12, Freitags: 2-4. Fürsorgestelle 2 in Hohenschönhausen, Hauptstr. 50: Dienstags: 2-4, Donnerstags: 2-4 Uhr. Die Sprechstunden werden von der städtischen Fürsorgeärztin Frau Dr. med. Kohler gehalten. 91 Hans Reimann und Stadtrat A. Horlih sprechen heute im Gartenrestaurant Bürgerpart" in Pantom während einer Veranstaltung der Gruppe Pankow des Arbeiter- Radio- Bundes. Vorträge und Reden werden durch Großlautsprecher verbreitet. Das Programm des Abends heißt: ,, hört, hört, der Arbeiter sendet!" Untoftenbeitrag 10 Bf. Beginn der Veranstaltung um 7 Uhr. Alle teilung werden um ihr Erscheinen gebeten. Genossen, besonders die Mitglieder der 128., 130. und 131. AbSport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, dem 26. Juli. 1. Rennen. 1. Trier( Hauser), 2. Irkutsk( Derschug), 3. Caesar II ( Reutn. v. Neibnit). Toto: 31: 10. Dret liefen. 2. Rennen. 1. Peter Sonnenschein( öb1), 2. Tiber( Braß), 3. Damon( Narr). Toto: 224: 10. Plak: 47, 31, 34: 10, Gerner liejen: Quellendorf, Friederun, Winska, Comptendorf, Landbund. 3. Rennen. 1. Eigenfinn( Besizer), 2. Alleluia( Leutn. v. Imhof), 3. Beleda( Leutn. v. Göt). Zoto: 20: 10. Plag: 17, 30: 10. Ferner liefen: Frustra, Nettelbed. 4. Rennen. 1. Lord Bal( Kränzlein), 2. Maltajten( Derſchug), 3. Mariza( Morib). Toto: 29: 10. Plag: 67, 20, 22: 10. Ferner liefen: Rubel, Marchesa, Mannestreue, Merkur II, Opar, Coeur d'Almee. 5. Renne 1. 1. Hadrian( Thiel), 2. Wint( Stufulies), 3. Trukig ( Sths). Toto: 191: 10. Play: 53, 48, 24: 10. Ferner liefen: Der Butünftige, Tartar, Siegberte, Grisettchen, Nil, Ernani, Welf. Donnertönig, Maskerade. 6. Rennen. 1. Quo vadis( Leutn. v. Reibnit), 2. Genius( Leutn. b. Jmhoj), 3. Amara( Leutn. v. Göz). Toto: 74: 10. Drei liefen. 7. Rennen. 1. Kaisertag( Eichhorn); 2. Minenkönig( Bittner), 3. Falkenfeder( Wolff). Toto: 67: 10. Plak: 22, 20, 49: 10. Ferner liefen: Narrengold, Steineibe, Leichte Isabel, Marcion, Immortelle, Meton, Feldblume. Fischgenuß. Die Nachricht von einer Maffenerkrankung durch Fischgenuß anläßlich einer Rheinlandfahrt, die der Deutsche Touring- Klub Ende Juni unternommen hat, hat sich als unzutreffend erwiesen. Es ist inzwischen einwandfrei festgestellt worden, daß Typhusbazillen die Ursache für die Erfrankungen waren. Für die Bevölkerung braucht in bezug auf den Genuß von Fischen keine Besorgnis bestehen, da eine sorgfältige Behandlung der Fische iur regulären Bertrieb garantiert ist. Selbstverständlich müssen Fische im Sommer unmittelbar nach dem Einkauf Berwendung finden, wie überhaupt eine Reihe von Nahrungsmitteln im Sommer strengeren Bedingungen unterworfen sind als in der fühleren Jahreszeit. Morgen, Sonnabend, 28. Juli 1928, beginnt endlich der schon von vielen Areifen seit langem erwartete diesjährige Eaisonausverkauf des SchuhwarenGenfation, denn die fabelhaft billigen Preise, die die vielen Echaufenster für hauses Carl Stiller. Wieder ist der Saisonausverkauf von Stiller eine große erstklassige Qualitätswaren aufweisen, übertreffen tatsächlich alles bisher Da gewesene. Rüdsichtslos find die Preise in allen Abteilungen herabgesetzt. Nicht hochwertige Eaisonware. Die enormen Preisermäßigungen ermöglichen es auch nur Rest- und Einzelpaare find im Preise wesentlich ermäßigt, sondern auch bei bescheidenster Geldbörse, in diesem Saisonausverkauf hochwertige Schuhe zu billigen Preisen einzukaufen. Jeder, der jegt oder in absehbarer Zeit Schuhe einzukaufen beabsichtigt, wird daher gut daran tun, diese einzigartige Gelegen heit wahrzunehmen. Im übrigen verweisen wir auf das Suferat det egent am kommenden Sonntag. Was ist Togal? Togal Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel! Ueber 5000 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis Mt. 1.40. 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad 100 Amyl. 5 ABDULLA 15 angenehm mild und aromatisch Nr. 351* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 27. Zali 1925 t Gold-, Silber-, Platinwirtschast. Die Beherrscher der Edelmetalle. Gold, Silber und Platin sind die Metalle, die man als Edel- metalle bezeichnet, weil sie in der internationalen Wirtschaft ihrer Seltenheit und ihres hohen Preises wegen einen hohen Wert dar- stellen. Wenn man bedenkt, daß aus beb ganzen Erde rund 600 000 Kilo Gold gewonnen werden, dagegen die Welterzeugung von Kupfer ungefähr 1,6 Millionen Tonnen beträgt, so hat man schon einen Begriff davon, wie wertvoll die Edelmetalle im Vergleich zu den N c u m e t a l l e n, nämlich Kupfer, Blei, Zink, Zinn, Aluminium u. a. sind. Hinsichtlich der Machtverteilung der Neumetalle ist bei früherer Gelegenheit an dieser Stelle schon einmal auf das lieber- gewicht der Bereinigten Staaten, besonders bei Kupfer hingewiesen worden. Für die Edelmetalle läßt sich nur für das Silber eine herrschende Stellung Amerikas bei der Erzeugung und auch beim Verbrauch feststellen. Im Jahre 1013 betrug die Wclterzeugung rund 6,4 Millionen Kilo, wovon die Vereinigten Staaten etwa 60 Proz. kontrollierten. Nach dem großen Nückgang der Weltsilbergewinnung in den Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren ist dann seit 192S ein außerordentlicher Auf- schwung festzustellen, so daß 1927 mit einer Welterzeugung von rund 8,0 Millionen Kilogramm die letzte Vorkriegsproduktion beträchtlich überschritten wurde. Auf die Vereinigten Staaten entfallen nach dem Ergebnis des vergangenen Jahres ungefähr 64 Proz. In Amerika wird dos Silber entweder direkt durch die Veredelung der in Mexiko befindlichen Erze oder als Nebenprodukt der Kupfer-, Zink- und besonders der Bleierzeugung gewonnen. In Deutsch- land schätzt man die Silberproduktion Amerikas aus der Neben- gewinnung der oben angegebenen Metalle auf 60 bis 66 Proz. Diese Feststellung ist insofern wichtig, als die Amerikaner schon seit einigen Jahren ein großes Interesse an der Preisgestaltung von Silber zeigen und mit allen Mitteln versuchen, den Preis so hoch w i c m ö g l i ch'zu halten. Sie brauchen nämlich einen Ausgleich für den Rückgang des Bleipreises, den sie durch einen entsprechend hohen Silberpreis erhallen. Silber kostete zu Ende des Jahres I9l3 rund 70 M. je Kilo, im Jahre 1924 etwa 90 M. und im Juli 1928 83 M. Der Derbrauch von Silber entfiel vor dem Kriege etwa zu 50 Proz. auf die Industrie und zur anderen Hälfte jür mllnztechnische Zwecke. Sehr wichtig ist der Bedarf der Länder im fernen Osten wie Indien und China. Diese beiden Staatengebilde hatten noch sehr lange die Silberwährung und waren aus diesem Grunde große Abnehmer von Silber. Seit Ende 1926 ist in Indien durch den Vorschlag der englischen Münz- und Währungskommission die Goldwährung eingeführt worden, was eine Abgabe eines Teils der großen indischen Silbcrreserven zur Folge hatte. Durch den Verkauf indischen Silbers ging der Preis vorübergehend bis auf 79 M. her- unter, da jetzt erst die große Erzeugung auf die Preisbewegung sichvoll auswirkte. In China werden jetzt immer noch große Mengen Silber gebraucht, und besonders zur Zeit kriegerischer Maßnahmen ist ein steigender Bedarf zu beobachten, da die chinesischen Generäle ihre Söldlinge mit Silber bezahlen. Bei der industriellen Verwendung kam vor dem Kriege in erster Linie die Luxuswarcnbranche in Frage. Allein in Deutschland wurden für die Herstellung von silbernen Bestecken und anderen Geräten, Schmucksachen usw. 1913 etwa 100 000 Kilo ver- braucht. Der gesamte deutsche Verbrauch wurde vor dem Kriege auf 400 000 Kilo geschätzt. Durch die Verschlechterung der w i r t s ch a f t lsi ch e n V e r h ä l t n i s s e ist ein Rückgang des Silhcr- Verbrauchs in der Luxuswarenindustrie eingetreten, während auf der anderen Seite in der Film- und Photoindustrie nicht mir her deutsche, sondern auch der Wdtverbrauch gestiegen ist. Veim Gold stellt England den gröhten Anteil der Erzeugung, das infolgedessen auch bei der Münz- und Währungspolitik seines Jinperiums alle Maßnahmen zugunsten des Goldes trifft. Vor dem Kriege stellte sich die W e l t g o l d g e w i n n u n g auf rund 691 000 Kilo. 1923 auf 553 000, 1925 auf 593 000 und 1927 auf über 600 000 Kilo. Von England wurden 1913 rund 50 P r o z. kontrolliert, wovon allein auf Südafrika über 43 Proz. kommen. Der Anteil des britischen Imperiums an der Weltgoldgewinnung stieg bis zum Jahre 1927 auf fast 60 Proz. Es ist im besonderen eine Steigerung der Ausbeute in Südafrika innerhalb der letzten Monate fest- zustellen, so daß sich für das laufende Jahr die Weltgoldgewinnung erhöhen wird, ebenso wie man mit einer Vergrößerung des Anteils Englands an der Wellcrzeugung rechnen muß. Die Kriegs- und Nachkriegszeit brachte naturgemäß einen Abfluß der in Europa befindlichen Mengen Goldes nach Amerika mit sich, was in der Hauptsache aus die internationale Verschuldung gegenüber den Vcreingten Staaten zurückzuführen ist. Auch Deutschland wurde davon stark betrossen. Die Bestände der Reichsbank hatten zu Ende des Jahres 1913 einen Wert van 4,180 Milliarden Mark, Ende 1923, nach der Inflation, nur von 523 Millionen Mark. Durch das Rcparationsabkommen war das Deutsche Reich verpflichtet, zur Erhaltung seiner Währung auf die Steigerung der Goldbestände zu sehen, und so wurden große Mengen van der deutschen Reichsbank angekaust. Ende 1927 be- liesen sich die Goldvorräte bereits aus 1871 Millionen, Mitte Juni 1928 auf über 2062 Millionen. Der Verwendungszweck von Gold in der Industrie be- schränkt sich in der Hauptsache auf die Herstellung von Goldwaren aller Art, wie Uhren, Ringe, Ketten und anderen Schmuckgegen- ständen. Ferner wird es wegen seiner Beschaffenheit in der Zahn- technik zur Herstellung von Zahnersatz bei Kronen, Gebißplatten usw. verwendet, während die Verwendung in der Technik eine geringere ist. Der Preis des Goldes betrug vor dem Kriege 2785 M. je Kilo. Er stieg während des Jahres 1924 auf rund 3000 M., im Jahre 1928 kostete dos Gold 2800 M. Der Hauptverwendungszwcck bleibt aber der münz- und währungstechnische, da die meisten Staaten im Lause der letzten Jahre wieder zur Goldwährung zurück- gekehrt sind und für die Ausgabe von Noten eine entsprechende Golddeckung unterhalten. Das teure Platin— Sowjetrußland beherrscht 57 Pro;. Platin ist ein Edelmetall, das erst spät entdeckt wurde und dessen wirtschaftliche Auswertung erst Mitte des vorigen Jahrhunderts beobachtet wurde. Die Welterzeugung betrug 1912 ungefähr 11300 Kilo, wovon auf Rußland 95 Proz. oder 10 750 Kilo entfallen. Es befinden sich im Uralgebirge die größten und reichsten Platinerzlager der Welt, und es ist daher verständlich, daß Rußland schon vor dem Kriege im internationalen Platingeschäft eine beherrschende Stellung einnahm. Durch den Krieg und noch mehr durch die russische Revolution wurden lange Jahre die großen Erzläger teils infolge der gesteigerten Unkosten und auch wegen der allgemeinen Unsicherheit nicht ausgebeutet, so daß im Jahre 1922 nur 2322 Kilo in der Welt hergestellt wurden, wovon auf Ruhland nur 31 Proz. entfielen! Es waren allerdings neue Erzläger, und zwar in Süd- amerika im Staate Kolumbien, gefunden worden, die unter cnglisch-amerikanischer Kontrolle ausgebeutet wurden und bis zum Jahre 1925 für den internationalen Platinmarkt die entscheidende Rolle spielten. Vom Jahre 1925 an ist dann wieder eine steigende Bedeutung der Platinerzförderung Rußlands zu beobachten. Im selben Jahre wurden neue Lagerstätten in S ü d a s r i k a entdeckt, die wirtschastlich aber noch keine große Bedeutung haben. 1926 stieg die Welterzeugung auf 5355 Kilo, wovon auf Rußland 56 Proz. entfallen, 1927 auf 5650 Kilo mit 57 Proz. für Rußland. Bis zum Jahre 1926 verkauften die Russen fast ihre ganze Aus- beute an Platinerzen und halb veredelten Materialien an sogenannte Scheideanstalten, insbesondere an einige Firmen in Deutschland. Seit April 1927 ist eine russische Verkaufsorganisation gegründet, deren Zentrale sich in Berlin unter dem Namen Edel- metall-Vertriebs-A.-G. befindet. Hauptaktionär ist der russische Staat. Außerdem werden Agenturen und Vertretungen in allen Ländern, besonders in den Vereinigten Staaten, England und in Frankreich unterhalten. Der Platinpreis betrug vor dem Kriege ungefähr 6300 M., 1924 18 000 bis 20 000 M. und jetzt 11 500 M, je Kilo. Für münztcchnische Zwecke findet Platin außer zur Deckung der russischen Währung keine Verwendung. Platin ist infolge seiner Färb- und Säurebeständigkeit und seines hohen Schmelzgrades(1764 Grad) das Edelmetall der Industrie, der Laboratorien und der Medizin. Man stellt Chemikalien her und Artikel für die Laboratorien wie Schmelzticgel, Schalt», Elektroden und andere Geräte. Auch wird es in der Medizin für Injektion?- kanülen und bei der Herstellung von Röntgenröhren verwandt, in der Zahntechnik zur Anfertigung künstlicher Gebißplatten und bei der Herstellung von künstlichen Zähnen. Schließlich findet �cs noch Verwendung in der Elektrotechnik, um die Kontakte gegen das Oxydieren bei Stark- und Schwachflromapparaten und bei Blitzableitcrspigen zu verhindern. Allerdings ist man vielfach infolge der hohen An- schaffungskosten dazu übergegangen, Platin durch billigere Rohstoffe zu ersetzen. L— h. Kamps um die Braunkohlenpreise. Veto gegen Hausbrandverteuernng.— preise für Industrie» brikettö ohne Einspruch erhöht. In der gestrigen Sitzung des Reichskohlenverbandes und des großen Ausschusses des Reichskohlenrates wurden die feit Ende vorigen Jahres bereits andauernden Kämpfe um die Erhöhung der Brauckkohlenbrikettpreise für Mittel- und Ostdeutsch- land fortgefetzt. Ueber die Sitzung liegt folgende Mitteilung vor: In der gemeinsamen Sitzung des Reichskohlenoerbandes und des großen Ausschusses des Reichskohlenrotes am Donn«:siog wurde zunächst von der Kommission, die in der letzten Sitzung" ur näheren Untersuchung der Selbstkosten und Wettbewerbslage des Braun« kohlenbergbaues eingesetzt war, Bericht über das Ergebnis der Untersuchungen erstattet. Die Kommission ist nicht zu einem einheitlichen Ergebnis gekommen, hat jedoch in ihrer Mehrheit dem großen Ausschuß des Reichskohlenrats zur Erwögung anheim- gestellt, die Preise bis einschtießlich Dezember d. I. unter teilweiser Erhöhung bis zu 1 Mark je Tonne gegenüber k Preisen festzusetzen. ..N..__________ den vorjährigen M D D Im Verlause der einachenden Erörterung k dieses Borschlages durch die Organ« der KoHienwirtschaft wurden von den Brauntohlensynditaren schließlich folgende Anträge gestellt: 1. für H a u s b r a n db r i k e t t s die Preise für beide Syndikate für August auf 14 M. und für September auf 15 M. festzusetzen: 2. für In d u str i« b r i t e t t s die Preis« für Mitteldeutschland auf 14 M. und für Ostelbien aus 13 M. zu erhöhen. Vom großen Ausschuß des Reichskohlenrats wurde der erste Antrag mit Stimmenmehrheit, der zweit« ein- stimmig angenommen. D«r Bertrerer des Reichs wir t- schaftsmini fters erhob gegen den Beschluß über die Festsetzung der Hausdrandbritett preise insoweit Einspruch, als der Beschluß eine Erhöhung gegenüber den Preisen des letzten Jahres Vorsicht. Daraus ergibt sich also, daß sich in den b« i d e n Körperschaften der deutschen Kohlenwirtschaft eine Mehrheit gefunden hat, sowohl für die Verteuerung der Hausbrandbriketts für vorläufig August und September' d. I. als auch für tine Verteuerung der In- dustriebriketts vom 1. August bis 31. März nächsten Jahres, und daß nur gegen die Verteuerung der Hausbrand briketts der Der- ireter des Reichswirtschaftsmipisters Einspruch erhoben hat. Der Reichswirtschaftsminister wird' im Lause der nächsten vierzehn Tage erklären, ob er die von ihm im Augenblick verhinderte Verteuerung der Hausbrandbriketts auch weiterhin hintanhalten wird. Wir hoffen mit aller Bestimmtheit, daß dos geschehen wird, denn wenn auch Abschlußbilanzen für das Jahr 1928 noch nicht vor- liegen können, so hat man bisher noch nichts darüber erfahren, daß sich die Lage des Braunkohlenbergbaues in finanzieller Hinsicht irgendwie verschlechtert hätte. Es ist bedauerlich, daß man von der im Kommunique erwähnten Untersuchung der Fünfmännertommission über die Selbstkosten und Wettbewerbslage im Braunkohlenbergbau, die wegen der Kürze der Zeit gewiß nicht sehr eindringlich gewesen sein kann, in der Oessentlichkeit bisher nichts gehört hat. Die Oeffentlichkeit hätte einen Anspruch darauf, wenn Preiserhöhungen beantragt oder vorgenommen werden, derartige Bericht« erst recht kennenzulernen, wenn man nicht annehmen tonn, daß sie sehr viel Neues bringen. Solche Untersuchungen dürfen nicht zur Farce wer de n. Daß sich in den beiden Körperschaften eine Mehrheit auch für die Erhöhung der Preise für Hausbrandbriketts finden konnte, das läßt darauf schließen, daß neben den Arbeitervertretern wieder nur sehr wenig Vertreter der Derbraucher und kein Vertreter des Handels sich gegen die Preis» «rhöhung ausgesprochen haben. Es ist in der Tat nicht zu ver» stehen, wenn sich die eigentlichen Vertreter der Derbravchermassen und selbst die beteiligten Bergleute gegen die Verteuerung aus sicher wohlerwogenen Gründen wenden, daß dann die von den Städten und der ländlichen Bevölkerung delegierten Vertreter sich f u r eine Erhöhung der Hausbrandpreise einsetzen. Die Rentabilität?- läge im Braunkohlenbergbau scheint heute so eindeutig klar zu sein, die Feststellungen des Schmalcnbach-Gutachtens über die Ersparnismöglichkeit bestehen heute noch so sehr zu Recht, daß man schlechthin nichr begreifen kann, wie durch Verbrauchers stimmen ein« Mehrheit für Preiserhöhungen zustande kommen konnte. Demgegenüber ist es keineswegs eine Beruhigung, daß das Veto des Reichswirtschoftsministcrs die Verteuerung der Hausbrand- briketts vorläufig inhibiert hat. Angespannte Kreditwirtschast. Die deutschen Banken Ende Juni.— Leichter Rückgang der Bankentätigkeit. Die statistische Abteilung der Reichsbank hat die fällige Monats» Übersicht der deutschen Bankbilanzen für Ende Juni veröfsentlichr. Das Bilanzbild der deutschen K'reditwirtschaft zum Halbjahresschluß 1928 ist besonders durch zwei Momente gekennzeichnet, einmal durch die Verstärkung des schon sür Ende Mai beobachteten leichten Ab- sinkens der Kreditgewährungen an die Wirtschaft, und sodann — was besonders charakteristisch ist— durch die bei den sieben Berliner Großbanken erstmals zu beobachtende V e r r i n g e- rung der Bilanzsummen. Es haben sich gleichzeitig die Kreditgewährungen für die Börsen wieder erhöht und die Summ« der den Banken zur Verfügung stehenden fremden Gelder verringert. Wenn man auch in Rechnung setzen muß, daß der ziemlich scharf angespannte Juniultimo bei den Bilan- zen gewisse, die Vergleichbarkeit beeinträchtigend« Veränderungen hinterlassen hat. so ändert das doch nichts an der zur Beurteilung der Wirtschaftslage wichtigen Tatsache, daß die Gesamttätigkeit der Banken wie auch die Hergabe von Wirtjchaftskrediten ein« leichte Einschränkung erfahren haben. Die Bilanzsumme der sieben Berliner Großbanken ist gegenüber Ende Mai von 10 210 auf 10190 Millionen ge funken. Dabei ist immerhin interessant, daß bei sämtlichen 92 berichten- den Banken, ohne Staatsbanken und Girozentralen, die Bilanz- summe sich noch von 14 472 auf 14 523 Millionen erhöht hat. Die Gesomtzifser der fremden Gelder(Kreditoren) zeigt eine ähnliche Entwicklung: eine Verringerung bei den sieben Groß- danken von 8725 auf 8693 Millionen und eine Steigerung bei sämtlichen 92 Banken von 11 315 auf 11 351 Millionen. Dabei scheinen die kurzfristigen Gelder relativ st arterhöht, während die längersristigcn ziemlich erheblich zurückgegangen sind. Als Moment der Anspannung dürfte diese Tdtsache besonders zu beachten sein. Bankakzepte wurden im ganzen nicht mehr als Ende Mai ausgewiesen. Die Anlag« der fremden Gelder zeigt«ine neuerliche Ver» schiebung von den Wirtschafts» zu den Börsen» k r e d i t e n bei einer gleichzeitigen Verringerung der bei anderen Banken aus Liquiditätsgründen bereitgehaltcnen Gelder. Me Wcchselbe stände sind bei den sieben Berliner Banken �Nt 2084 um 16 Millionen niedriger ausgewiesen als End« Mai. Eine beträchtliche Steigerung zeigt sich bei der Bevorschussung von lagernden oder schwimmenden Waren, be! den sieben Groß- danken um 51 auf 990 Millionen Mark, woraus man schließen möchte, da die auf laufendem Konto von den Großbanken gewährten Kredite gleichzeitig um 33 Millionen gesunken sind, daß die Banken in der gegenwärtigen Lage durch Waren gesicherte Kredite bevorzugen. Zur Beleihung von Wertpapieren und sür die Finanzierung des Börsengeschäfts wurden in Berlin wie im ganzen Reiche die Kreditgewährungen erhöht. Bei Börsengelder» allein stieg die Kreditgewährung der sieben Berliner Banken um 30 auf 491 Millionen, und bei sämtlichen 92 Banken un� 32 auf 533 Mil- lionen. Die bei fremden Banken gehaltenen flüssigen Mittel haben sich zum Iunifchluß bei den sieben Großbanken von 1022 auf 967 Millionen, bei sämtlichen 92 Banken von 1334 auf 1253 Millio» nen verringert. Reichsbank kauft immer noch Gold. Die Reichsbank wurde in der dritten Juniwoche von Wirtschastskrediten wieder ziemlich e n t- lastet. Es erfolgte ein Rückgang der Wechsel- und Lombordkredite um 1s)8,6 auf 2 211,4 Millionen, womit etwa 500 von der 723-Mil- lioneN-Mark-Belastung zum Juni ende wieder beseitigt sind. Im Vergleich mit anderen Monaten war die Entlastung der drei ersten Juliwochen allerdings weniger stark. Die W e ch s c l bestände sind um 158,7 auf 2 083,2, die Lombarddarlehen um 9,9 aus 34 Mil- lionen gesunken. Die Kundschaftsgelder aus Girokonto zeigen mit einer Zunahme von 109,9 auf 668.3 Millionen eine erhebliche Ver- mehrung. Dieser Zufluß von Girogeldern steigerte den Rückgang des Notenumlaufes auf 237,5 Millionen Mark. Insgesamt liefen noch 3 987,4 Millionen Rcichsbanknoten und 533,4 Millionen Rentenbankscheine um. Aus russischen Käufen wurden die Goldbestände wieder um 21,56 aus 2148,8 Millionen erhöht, während die Bestände an deckungssähigen Devisen sich um nur 6,1 auf 194,0 Millionen senkten. In den allerletzten Tagen hat die Reichsbank noch für 13,3 Millionen Mark englisches Gold erworben. Die neuen waqqonauslräge der Reichsbahn werden— nach noch nicht bestätigten Zeitungsmeldungen— beträchtlich verkürzt werden. Sie umfallen 325 Stadtbahnwaacn für Groh-Berlin, 100 moderne v-Zug-Wagen und gegen 700 Personenwagen für Eil- und Personenzüge. Gedeckte und offene Güterwagen, besonders Großraumwagen, kommen voraussichtlich bis zum Herbst noch nicht zur Vergebung. Sämtliche Aufträge gehen auf Rechnung des B e- triebsjahres 1929, Vorschüsse aus die Lieferungen sollen aus Etatgründsn nicht gegeben werden können. Der Wert der Auf- träge beläust sich auf 5 0 b i s 6 0 M i l l i o» e n Mark. Ein amerikanischer Freigabcscheck über 3 Millionen Dollar. Di« endgültige Freigabe der in Amerika beschlagnahmten deutschen Vermögen hat begonnen. Der Verwalter des beschlagnahmten fremden Eigentums hat zugunsten der Firma?lron Hirsch u. Sohn, Halberstadt- Berlin, einen Scheck über 3 Millionen Dollar aus- gefertigt, womit die fälligen 80 Prozent des amerikanischen Guthabens dieser Firma abgeglichen werden. Fristen für Llquidationsgeschädigle und Verdrängte. Der Deutsche O st b u n d weist darauf hin, daß a m 3 1. I u l i die Fristen ablaufen für Beihilfeanträge aus dem 37-Millionen-Härtefonds nach § 20 des Kriegsschädenschlußgesetzes, wonach Verdrängt« und Liqui» dationsgefchädigte unter gewissen Voraussetzungen Beihilfen erhalten können. Bis zum 31. Juli müssen die Anträge beim P r ä s i- denten des R c i ch se n t s ch ä d i g u n g s a m t e s in Berlin- Friedenau, Rheinftr. 46/46, eingereicht fein. Die Richtlinien— auch für Beihilfen aus dem 3-Millionen.Härtefo>iids für durch den Krieg aus Rußland Verdrängte— sind vom Deutschen Ostbund, Berlin W- 3, Potsdamer Straße 14, zu beziehen, Parteinachrichten Cinfendungen für diese Rubrik find Berlin 6 68, Sinbeuftraße 8, für Groß- Berlin ftets an bas Bezirkssefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Heute, Freitag, 27. Juli: Abt. Reulöln. 19% Uhr Vorstandssigung mit den Bezirksführern bei Stahmann, Reuter- Ede Münchener Straße. Morgen, Sonnabend, 28. Juli: 48. Wbt. 18% Uhr Abrechnung bei Kelle, Fürstenstr. 1. Alt- Sandsberg. 20% Uhr bei Bichaget Monatsversammlung. Frauenveranstaltungen: 7. Abt. Seute, Freitag, 27, Juli, 20 Uhr, in Cornis Festsälen, Gartenstr. 6, Vortrag des Genossen Wiethte über Religion und Sozialismus." Alle Genoffinnen find herzlich eingeladen. 103. Abt. Oberschöneweibe. Sonntag, 29. Juli, Ausflug nach der Rönigsheide. Raffeetochen im Restaurant Waldesruh. Treffpunkt 14 Uhr Rönigsplay. Alle Genoffinnen und Genossen sowie die Jugend und Kinderfreunde find herzlichst eingeladen. Die Helferinnen werden gebeten, einzuladen. Jungjozialistische Vereinigung. Groß- Berlin: Gruppenkonferenz am Montag, 30. Juli, pünktlich 19 Uhr, im Bund", Albrechtstr. 11. Jede Gruppe entfendet zwei Bertreter. Vorher, 18 Uhr, ebenda Arbeitsausschußfizung. Zur Anti- Kriegs- Demonstration am Mittwoch, 1. August, im Humboldthain nehmen wir um 18% Uhr am Brunnenplag gemeinsam mit der Arbeiter- Jugend Aufstellung. Photographien vom Jungsozialistentreffen in Bricfelong find an den Genossen Hans Seigewasser, Charlottenburg, Guareaftr. 11, zu senden. Auch solche von früheren Fahrten ufm. tönnen dorthin gesandt werden, da die Zusammenstellung eines Albums geplant ist. Gruppe Wilmersdorf: Seute, Freitag, treffen wir uns um 19 Uhr am Untergrundbahnhof Fehrbelliner Blaz. Gruppe Schöneberg: Seute, Freitag, treffen wir uns zur Bummelfahrt durch den Grunewald um 19 Uhr am Restau tant Waldfrieden. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 67. Abt. Wilmersdorf. Unser Genosse Radide, Grunewald, ist ver. Storben. Die Einäfcherung findet heute, Freitag, 18 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für diefe Rubrit nur an das Jugendfekretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Achtung, Sandball, Fauftballspieler und Stafettenläufer für Dortmunder Jugenbtag! Connabend, 28. Juli, 19 Uhr, im Lichtenberger Stadion Uebung und Training. Jeder muß erscheinen. Abrechnung der Beiträge heute, Freitag, zwischen 17 und 19 Uhr. Heute, Freitag, 27. Juli, 19½ Uhr: Rosenthaler Vorstadt: Seim Zehdenicker Str. 25. ,, Die Lage der russischen Arbeiter in Sowjetrußland." Fansa: Heim Bochumer Str. 8b. Rörperbildung und Radtkultur." Moabit I: Schule Waldenserstr. 21.„ Tagespolitische Fragen." Faltplag 11: Schule Connenburger Str. 20. Politisch fatirischer Abend. Morgen, Connabend, Nachtfahrt Erfner Peezfee. Treff punkt 21 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Fahrpreis 50 Pf. Hohenschön hausen: Heim Freienwalder Str. 5/6. Anti- Kriegs- Abend. Nordost: Heim Danziger Str. 62. Dortmund und die Arbeiterschaft." Andreasplag: Heim Brommyftr. 1. Unsere Arbeiterführer." Stralauer Tor: Heim Goßlerstr. 61. Jugendgerichtshilfe." Charlottenburg: Heim Rosinenstr. 4. 10 Jahre Charlottenburger SAJ." Brig: Beteiligung am Werbebezirksfilmabend. Treffpuntt 19 Uhr Buschkrug. Bohnsdorf: Seim Wachtelftr. 1. Dortmund und der Jugendtag." Baumschulen weg: Heim Ernststr. 16.„ Berufsberatung." Rieberschöneweibe: Schule Berliner Str. 31. Bekanntmachungen für Dortmund. Tegel: Heim Fahnhofstr. 15. 8ehn- Minuten- Referate. Bantom 1: Seim Stiffingenftr. 48. Fahrtenberichte. Pantom II: Seim Riffingenftr. 48( Reller). Die Geschichte der Internationale." Rieberschönhausen: Lotal von Reibe, Raiser Wilhelm- Str. 10. Das Wesen der Demokratie." Berbebezirk Reuteln: Filmabend im Saalbau Bergstr. 147. Freies Bolt" und Beiprogramm. Einlah 19% Uhr. Eintritt 50 Bf. Varteigenoffen! Unter stüßt uns durch euren Besuch. Vorträge, Vereine und Bersammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin S. 14. Sebaftianste. 37/38, Sof 2 Tt. Freitag, 27. Juli. Kreuzberg: Zug 6 20 Uhr wichtige Bersammlung bei Gravenhorst, Schönleinstr. 15. Frankfurt- Fahrer bestimmt er fcheinen. Sichtenberg: Rameradschaft Rummelsburg 20 Uhr Sigung bei Neumann, Leopoldstr. 17, Ede Emanuelstraße. Kameradschaft Gustav Tempel 20 Uhr bei Sonow, Frankfurter Allee 263, mit Fahile, in Bundeskleidung. Neukölln. Brig: Eo, d. 28., Antreten des Ortsvereins zur Nachtfahrt 22 Uhr Ringbahnhof Reutöln. Jungbanner 21 Uhr Hohenzollernplay. Sonntag, 29. Juli. Friedrichshain: Badetour mit Familienangehörigen des Tambour torps des Kreises Often, Abmarsch 8 ühr Bahnhof Köpenid. Rückfahrt 18% Uhr Bahnhof Friedrichshagen. Kreis Often: Spielleute Antreten zur Babetour 74 Uhr Bahnhof Köpenid. Schöneberg- Fricbenau: Sportabteilung: 9 Uhr Sandballwettspiel Schöneberg- Friedenau I gegen Jugendbund ehemaliger Schüler der 195. Schule, Berlin, Manteuffelstraße, Rheingau, Schule Friedenau. Steglig( Ortsverein): Alle Rameraden von 9 bis 12 Uhr in Lichterfelder Schußenhaus. Wichtige Besprechung. Röpenid: 8 Uhr Antreten Bahnhof Räpenid zum Ausmarsch der Tambourkorps des Kreises Often nach Friedrichs hagen. Neukölln- Brig: Die Gruppenführer haben umgehend die Karten für die Berfaffungsfeier Neue Welt am 12. Auguft bei den bekannten Stellen abzuholen. Friebrichshain: Kameradschaft Büsching Co., d. 28., 19½ Uhr, Ramerabschaftsfigung in den Fortunasälen, Strausberger Str. 3. Bortrag. Minter portabteilung: Co., d. 28., 17% Uhr, Abfahrt zur Mondscheinfahrt, Gröbenufer, Oberbaumbrüde, nach dem Möllensee. Gäste willkommen. abzuholen. Kleinkaliber- Schüßenverein„ Republik" e. B. Geschäftsstelle: Berlin G 14, Gebastianstr. 37/38. Kreuzberg: Conntag, 29. Juli, ab 9½ Uhr, auf dem neuen Plas Friedrichsfelde, Treskow- Allee, Upstallweg( Linie 89. 154, oder Eisenbahn, dann Linie 70). Rundschreiben beachten. Stegli( Ortsverein): Sonntag, 29. Juli, 9-12 Uhr, im Lichterfelder Schüßenhaus Uebungsschießen. Außer. dem wichtige Besprechung. Erscheinen unbedingt erforderlich. Berliner Schubert- Chor, Mitglied des DAGB., hält feine Uebungsstunden Dienstags für Männerchor, Donnerstags für gemischten Chor von 20 bis 22 Uhr in der Aula der Werner- Siemens- Realschule, Badstr. 22, ab. Sangesfreunde herzlich willkommen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. ( Nachdr. verb.). Teils wolfig, teils beiter und so weitere Erwärmung, feine wesentlichen Niederschläge, Winde aus westlicher Richtung. Für Deutschland: 3m Südwesten und Süden sehr warm, im übrigen Reiche etwas warmer. Niederschläge strichweise an der Ostseeküste. Mifa DAS MARKENRAD AB FABRIK Hin- aus in die Fer- ne auf schnellem Mifa- Rad Folgen Sie dem altvertrauten Klang. Das Fahrrad gibt Ihnen die schönste Möglichkeit, weite Gebiete IhrerHeimat zu durchwandern. Bedenken Sie aber, dass nur ein Qualitätsrad, wie es von den Mifa- Werken in höchster Vollendung hergestellt wird, mit seinem leichten Lauf und seiner unverwüstlichen Konstruktion wirklich befriedigen kann. Mifa- Räder M Kassapreis 64 von an Wochen 2.50 m an raten von Mifa- Fabrik- Verkaufsstellen Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 1; NW 21, Turmstraße 3( gegenüber vom Kriminalgericht); N, Chausseestr. 37; CAT Katalog gratis! N 54, Schönhaus.Allee 177; 034, Petersburger Straße 8; SW 61, Belle- Alliance- Str. 6; SW 68, Alexandrinenstr. 15; Charlottenburg, Tauroggener Straße 12; Kaiserin- Augusta- Allee 44; Friedenau, Cranachstraße 57, direkt a. Wannseebahnhof; Bln.- Lankwitz, Kaiser- WilhelmStraße 89; Neukölln, Friedelstr. 27; Pankow, Schloßstr. 18; Potsdam, Berliner Str. 1; Spandau, Potsdamer Straße 1a; Tegel, Berliner Straße 15; Tempelhof, Berliner Straße 62. Stundenrennen hinter Tandemführung Berlin, Rütt- Arena 21. 7. SIEGER: Oskar Tietz Mifa Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienbalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! Komische 8%, Uhr Oper 8 Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr bis zum 31. Juli: Dresdner auf Volksbühne heater am Bülowplatz 8 Uhr Orpheus in der Unterwelt deutsches Theater Norden 12 310 U. Ende nach 10/2 Artisten tegie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 32 U. Ende 10% U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater harlottenstr.90/ 91. Donh.170 31/4, Ende nach 101/2 putzt alles VIM putzt den ganzen Hausrat blank, Die Töpf', die Messer, Den Tisch, den Schrank. VIM macht das Scheuern und Putzen leicht und sparsam. Es verleiht mit wenig Mühe allen Sachen aus Holz, Porzellan oder Metall strahlende Reinheit. VIM kratzt und schmiert nicht VIM ist in der ganzen Welt unerreicht. Gastspiel d. Deutschen Th. Residenz- Theater Kleines Theater Walhaila- Th. Lustspielhaus Der Prozes Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 81 Uhr Es kommt Blumenstr. 8. 8 Uhr: Täglich 8 Uhr Sprungbett Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. der Liebe Rundfunk hörer halbe Preise jeder dran! In der Hauptrolle Rose- Theater Elfriede Meriens a.. Gr. Frankt. Str. 132 Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Täglich 8, Uhr: „ Spiel im Schloss" Theater des Westens 8 Uhr: Lori Leux in Die ungeküßte Eva Operette in 3 Akten Musik v. Martin Knopf. Rundfunkhörer halbe Preise Viktoria- Sänger Berliner Prater Ab 1. August: Kastanienallee 7/9. Stettiner Sänger 7 Täglich 7 Wiederauftreten von Paul Britton. Die keusche Susanne. Donho11 Brett'i: Außerdem ( Saal und Garten) Varieté- Kabarett- Tanz Tanz. Kaffeekochen. Konzert, Varieté. Jugendliche haben keinen Zutritt! statt 4.- Mk. 5 Uhr: Parkett auch Sonnt. Konzert und bunter Teil. 8% Uhr: nur 1. Mk. Der Fürst von Pappenheim Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 160771 Bis 31. Juli täglich 8 Uhr Grosses Sonder- Gastspiel Otto Pauls Bunte Bühne Volkspreise: 50 Pfg. bis 2 Mk. Rennen zu Hoppegarten Freitag, den 27. Juli nachmittags 3 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8 Uhr Täglich 8, Uhr Absteigequartier Jugendliche keinen Zutritt! statt 4.-M. Wospelsi man gut u. billig? Nur Groß- Berlin Alexanderplatz. Kleinen Anzeigen Park.auch Sonntags Besonders wirksam sind die nur 60 Pf. in der Gesamt Autage billig! Gesamt- Auflage Rudolf Fink, Berlin NW 21 vis- à- vis Kriminalgericht Alt- Moabit 83 und Uhlandstraße 106. Aus eigener Spezial- Rösterei stets frisch gerösteter Kaffee: Pfd. 2.80, 3.20, 3.80, 4.20, 4.60 RM. von bekannter Güte, Aroma und Ergiebigkeit. Echter Souchong- Tee Pfd. von 4.80 RM an Empfehle in reicher Auswahl und jeder Preislage: ff. Kakao- Zucker- Schokoladen- Keks und Fruchtsäfte Oelsardinen, Feinkostwaren, ff. Liköre u. Spirituosen Gut gepflegte Rot-, Weiß- und Südweine Echte Braunschw. Mettwurst... Pid. 1.90 Echte Schmidtbals Teewurst Echter Braunschw. Schinkenspeck Prima Dauer- Zervelatwurst Pfd. 2.40 99 99 2.70 2.20 Butter- Handlung Totaler Ausverkauf!!! wegen Auflösung des seit 40 Jahren bestehenden Detailgeschäftes Mohrenstr. 37a Größte Eile geboten!!! Nur Ia Qualitäten! Ia Pelzmäntel früher Scalplüschmäntel 72.175.215.Ausverkaufs 48. 95.- 129.preis In allen Abteilungen Passendes für stärkste Figuren! Scal Electric 650.325.früher 450.Ausverkaufspreis 250.Maulwurf 575.345.950. 500.Wollplüsch-, Krimmer, u. Astradhanmäntel früher 58.126.Ausverkaufs 39.- 69.preis 33.59.Gummi-, Reise-, Sport, Alpakka, Seidene fraher Ausverkaufs 16.75 21.und Kunstscidene Übergangsmäntel preis Einzelne Sommermäntel Jetzt 975 früher bis 30.Westmann 96.45.145.72.früher preis Persianer 22.59.45.Peczaniki 2300.1550.900.475.in 95.68.115.- 175.166.215.1650.875.Wintermäntel mit und ohne Pelz serien Ausverkaufs 9.15 18.- 29.- 48.- 15.Mostüme früher bis Ausverkaufs 26. 42.- 65.- 112.Komplets preis Finzcine Pelzmäntel Jetzt 150.- bis 298.Berlin W 56, Mohrenstr. 37 a an den Kolonnaden Untergrund- Bahnstation Friedrichstadt Ausgang Mohrenstraße Freitag 27. Juli 1928 Unterhaltung und Wissen Das prächtige Modell. Von Pierre Mille. Sie trafen einander in der Nachtherberge der Heilsarmee. Butal, ein kleiner verhuzelter, rungliger Gefelle, und Tavigard, ein großer, magerer Mann, ganz mit Bart überwuchert. Die militärische Disziplin der Heilsarmee imponierte ihnen mächtig. Sie gehorchten blindlings. Sogar als man sie unter die Brause tommandierte. Nachdem sie ihr Abendbrot verzehrt hatten, sprach der Heilsarmeehauptmann ein Gebet und hielt eine etwas unverständliche Rede, der sie nicht die geringste Aufmerksamkeit schenkten. Dann gingen sie endlich hinauf in den Schlafsaal. Dort wählten sie zwei Betten, die nebeneinander standen, denn sie hatten sich gleich miteinander befreundet. ,, Die sind ja hier rein verrückt mit ihrer Sauberkeit," meinte Tavigard, nachdem sie sich unter den wärmenden Decken ausgestreckt hatten. ,, Was machen die sich bloß für Umstände mit dieser verfluch ten Reinlichkeit. Das Spaßige an der ganzen Geschichte ist, daß sie es ja in Wirklichkeit gar nicht leiden mögen, wenn wir gar zu rein sind." ,, Können sie das wirklich nicht leiden?" ,, Nein, paß auf, ich will dir mal was erzählen. Du kennst sicher Die Kapelle Saint Magloire. Diese Kapelle wurde einmal als Nachtafyl benutzt, lediglich aus dem Grunde, weil darin geheizt war, denn sonst war sie zu diesem Zweck sehr wenig geeignet. In der Kapelle waren nämlich steife und harte Stühle, in denen wir schlafen mußten, und außerdem wurden wir vor Tau und Tag auf die Straße gejagt, nur damit die Leute, die zur Frühmesse tamen, feinen Anstoß an uns nehmen sollten. Schließlich hatte es sich aber doch herumgesprochen, daß die Kapelle als Herberge diente, und gerade aus diesem Grunde fanden einige der feinen Leute es irgendwie amüsant, beim Morgengrauen zu kommen, um uns zu sehen. Sie erschienen zusammen mit dem Kirchendiener, als dieser uns an die Luft setzen wollte. Eines Morgens hörte ich einen Herrn zum anderen sagen: ,, Sehen Sie doch mur, wie hübsch und stimmungsvoll es hier ist, wie das Licht durch die Kirchenfenster fällt auf all die tragischen Gesich ter dieser schlafenden Menschen und hören Sie auf die Atemzüge... Sehen Sie mal, jenen dort ist er nicht einfach prächtig?" wobei er auf mich zeigte, als sei ich irgendein sonderbares Tier. an mich. Wollen Sie hundert Sous verdienen?" wandte er sich plöglich ,, Tjaaa, was soll ich denn dafür tun?" fragte ich ganz ruhig, denn es fällt mir ja gar nicht ein, mich für einen solchen Kavalier zu überanstrengen. ,, Ach- so gut wie nichts. Sie sollen nur ungefähr cine Stunde Jang ganz still fizzen das ist alles." Ich blickte ihn etwas erstaunt an. Ja ich möchte eine Studienffizze von Ihnen machen!" ,, Er war also Maler, verstehst du nicht etwa so einer, der Zäune anstreicht trät von mir machen." Kunstmaler natürlich und er wollte ein Por Jawenn ich also nur still fitzen soll," sagte id) millige ich ein." -,, dann ,, Er gab mir seine Adresse und bestellte mich zu 10 Uhr am felben Vormittag. Ich erhielt auch gleich die hundert Sous, und er bemerkte, daß er sich auf mich verließe. Er wollte also ein Bildnis von mir malen mit Farben verstehst du kannst du das begreifen? Ich war ganz bedeppt. Auf dem Wege zu ihm ging ich in eine Wirtschaft, wo ich mich plötzlich selbst im Spiegel sah und ich erschrat nicht gerade wenig das geht nicht sagte ich zu mir selbst so tannst du unmöglich gemalt werden ist ja ein Standal mein Haarwuchs glich einem alten struppigen Bejen übrigens glich mein ganzes Geficht einem Besen, Daran konnte ich natürlich nichts ändern mit meinen 100 Sous. Ich ging aber in einen Friseurladen und sagte:„ Schneiden Sie mir das Haar und barbieren Sie mich- aber richtig elegant und modern. Der Friseur glogte mich an, worauf er meinte: das ist wahrhaftig teine kleine Arbeit. ,, Das kann Ihnen ja ganz gleich sein," entgegnete ich, denn ich bezahlte. Beeilen Sie sich und reden Sie nicht so viel." ,, Er schnitt mir also das Haar, seifte mich ein und barbierte mich, daß es nur so schäumte und spritzte. Als ich mich nachher im Spiegel betrachtete, fonnte ich mich fuapp wiedererkennen. Ich glich, weiß Gott, einem feinen Herrn. Dieser Spaß fostete mich drei Francs. Ich behielt also nur noch zwanzig Sous, um essen und trinken zu können. Meine Gedanken treiften aber mur um die eine Idee, welches herrliche Bild der Maler jetzt von mir machen könne und beeilte mich, um nicht zu spät zu kommen. Als ich das Zimmer betrat, saß da noch ein anderer Herr. Mein Maler sah mich ziemlich verständnislos an, als ob er teine Ahnung hätte, wer ich überhaupt sei. ,, Ich bin's malen. " Sie gaben mir doch hundert Sous, um mich zu 44 ,, Nein Sie sind es also" schrie er mich an und rang verzweifelt die Hände, mein Gott Sie haben sich ja gewaschen und haben sich die Haare schneiden lassen- einfach tatastrophal... Dann wandte er sich dem anderen Herrn zu und sagte:„ Dieser Kerl war heute morgen noch das wunderbarste Modell, was Sie sich benten können. Einen Ribera einen Gona hätte man schaffen tönnen... Wer hat Lust, den da zu kaufen so wie er jetzt aussieht was zum Teufel fange ich mit diesem Idioten an?!" Dann fauchte er mich an: Sie können gehen! Ich kann Sie nicht mehr gebrauchen!" -Und ich na ich verschwand schleunigst denn ich hatte Das Geld doch schon vermöbelt... 6 Milliarden Dollar für Anzeigen. Bei einer Tagung der International Advertising Affociation in Detroit murde die Mitteilung gemacht, daß die amerikanischen Produzenten und Händler im letzten Jahre 1500 Millionen Dollar, also über 6 Milliarden Mart, für die Anzeige ihrer Waren aus. gegeben haben. Von dieser Riesensumme erhielten 3200 Millioner Mart die Zeitungen, 800 Millionen die Zeitschriften; 800 millionen wurden für Straßenreflame und 1200 Millionen für Briefreklame ausgegeben. Als ein Beweis für die außerordentliche Wirksamkeit der Anzeigen führte Francis H. Sisson, der diese Zahlee mitteille, an, daß eine Bürstenfabrik den Umfang ihres Geschäfts in 8 Jahren burch Reflame um 300 Proz. vergrößerte und dabei doch in der Bage mar bie Breife ihrer Erzeugnille berabzulegendeliks Im dunkeln Warschau. Eindrücke von Heinrich Vierbücher. Beilage des Vorwärts Bilder, die man in ihrer Einprägsamkeit nicht so leicht vergißt. Die Ritualmordlüge ließ den Fanatismus schäumen; das Blut der ErEin Streifzug durch das Judenviertel von Warschaut bietet| blut- und raubgieriges Gesindel zu Pogromen in die Gassen. Die schlagenen mischte sich mit dem Spülicht in der Gosse. polnihen Freunde waren nur schwer zu bewegen, uns zu führen. Mir schien, als ob da ein Unbehagen, ein leises Gefühl der Verantwortung vor der schwärenden Wunde, die den ganzen Osten peinigt, im Spiel sei. Wir sollten uns alle an die Brust schlagen. Das Grauen dieses geballten Elendes, das einem hier begegnet, ist nu: ein Ton aus der Höllenmelodie, welche die Vergangenheit uns in allen Städten unseres Erdteils entgegenschreit. Es offenbart sich überall die Kultur eines Zeitalters, das Ritterrüstungen, Dome und prunkende Rathäuser erbte und viel zu wenig tat, um diese Erbstücke Unfreiheit, Unrecht, Unwissenheit, Not und Schmuß zu überwinden. Wer ins Ghetto geht, um sich zu entrüsten, der durchstreife in Berlin das Scheunenviertel, manche Partie des alten Köln, das Haarmannquartier Hannovers genug Häuser und Menschenschutt. Nur, daß da im Osten das Elend greller, konzentrierter auftritt, mit dem Anspruch, gleichsam ein Lexikon aller menschlichen und kulturellen Nöte zu sein. Wenige Schritte abseits vom Gedröhn des Autotreibens, der eleganten Müssigänger, den Prunkgebäuden ist man plöglich in einer anderen Welt, einem anderen Bolt, im Schatten einer ich möchte es so nennen riesenhaften Enge; in einem Getriebe, so fremdartig, so gestrig, so erfüllt von Ahnungen und Bildern selbstfremdartig, so gestrig, so erfüllt von Ahnungen und Bildern selbsterträumter Phantastik, daß man starr die Augen öffnet, um sich zu versichern, daß das Geschaute tein Traum ist. Wir find in einer großen Judenstadt, einem Stadtteil von vier hunderttausend Menschen. Ghettos. Ich sah sie in Smyrna, Aleppo, Damaskus, Jerusalem. Ueberall Enge, Düfterkeit und den gedrückten Ernst, der aus der Pein der Vergangenheit, dem Mißtrauen, der Hezze der Gegenwart erwuchs. Stadtteile und Städte ohne Sonne; Leben, wimmelndes Leben, aber ein Leben ohne Lachen. So auch in Warschau; eine Sinfonie in Grau und Schwarz, Armut, Gespensterei am lichten Tage, Gerüchen und Geräuschen, die uns von fern vertraut und doch wieder als Ausdruck einer uns völlig fremden, geheimnisvollen Welt erscheinen. Glaubenswahn, aufgepeitschter Haß trieb die Kinder Israels aus den deutschen Landen in das damals gaftliche Polen. Damals, als der sogenannte deutsche Often im großen polnischen Reich einen Hort der Freiheit und in den Ordensrittern eine hochnäfige Räuberbande sah, haben polnische Fürsten den Scharen des Flüchtlingsvolkes Leben und Eigentum feierlich verbürgt. Boleslaus der Fromme und Kasimir der Große gaben ein leuchtendes Beispiel für die Behandlung der Minderheitenfrage. Selbstverwaltung, eigenes Parlament, eigene Schule brachten eine Entfaltung der besten Kräfte. Polen blühte dabei. Es war lange vor England das Land der inneren Freiheit und Sicherheit. Da fam das große Verbrechen von 1772. Die preußishen, russischen und österreichischen Räuber fielen über den Staat her, der niemals einen Angriffstrieg geführt hatte, dessen demokratische Fortentwicklung man als ansteckende Best fürchtete. Polen wurde zerhackt in dem Augenblick, als es ein freies Wahlrecht einführen wollte. Rußland murde der Herr im Herzen Bolens. An die Stelle der Rechte trat die Willkür, die Gesetze wurden abgelöst von Knute und Folter. Was wurde aus der jüdischen Minderheit? Schlagbäume der= riegelten das Land freuz und quer. 3arengouverneure trieben Sportpsychose. Das durch den Weltkrieg zu staatlicher Selbständigkeit erweckie Polen hat eine furchtbare Erbschaft, eine Drachensaat der Geschichte übernehmen müssen. Von den fünf Millionen Juden hat wohl kaum die Hälfte eine Existenzgrundlage. Man kann die Entwicklung nicht aufnehmen, wo man sie vor 150 Jahren verließ. Was fann geschehen? Auswanderung, etwa nach Palästina? Dies Land wird niemals solche Menschenmassen aufnehmen können, da es doch bereits bevölkert ist. Wahrhaftig, die Polen sind nicht zu beneiden. Kein tobender Biljudski wird diese Herkulesaufgabe meistern. Das fönnte nur ein Staatswille, der nicht vom Wahn der Allmacht und Unfehlbarkeit befangen ist und ein gesunder Lebenswille, der nicht nur zetert und rückwärts schaut, sich verkrampft und verkapselt, sondern Bräuche und Arbeitskraft dem Atem unserer Zeit anpaẞt. Im Ghetto leisten Unzählige teine nüßliche Arbeit. Ihr Bater land wurde die hungernde Familie, ihre Verfassung blieb der Tal mub. Da schleichen die bleichen Menschen in speckigen schwarzen Kaftanen mit todesernsten Mienen umher, als wollten sie alle Stepsis der Welt spazieren führen. Schon die Jugend trägt die Läden Runzeln des Alters. Eine erfältende Gleichförmigkeit. über Läden, gefüllt mit diskutierenden Müßiggängern. Keine Käufer. Wovon lebt diese seltsame Stadt? Kaum sieht man auf den Straßen sich balgende Kinder. Die Jugend sizt in den Talmud schulen, kaut Formelkram, über den unsere hastige Zeit hinwegbrauft. Der tote Buchstabe, Gedankenspalterei feiern Triumphe in unfruchtbarer Gehirnqual. Wo sind die Frauen? Man sieht wenige junge Mädchen. Mit dem Tage der Ehe ist die Frau lebendig begraben. Immer war die Orthodoxie eine Kettenlaft für die Frau. Im Düfter erzieht sie ihre Kinder. Da kommt ein Wagen, um den sich ein Menschenhaufe wälzt. Totentragen. Das gellende Geschrei, die verframpften Gebärden erinnern leise an manche Glaubensraserei im Orient. Wir folgen von weitem und gelangen auf den Judenfriedhof von Warschau. Der erste Eindruck: Enge, Enge, wie im Ghetto der Lebenden. Beinliche Raumausnügung, und doch sieht man manches prächtige Grabmal. Als wollte man im Tode scheinen, was das Leben an äußerem Glanz versagte. Wir werden auch für Juden gehalten, die etwa Gräber von Verwandten suchen. Man erbietet sich, uns fuchent zu helfen und gegen eine Gebühr in unserem Namen Gebete zu verrichten, Wir können uns faum der auf uns anstürmenden An gebote erwehren. Ein junger Jude ist so freundlich, uns vor seinen aufdringlichen Landsleuten in Schuh zu nehmen. Wir sehen die würdevollen Gräber von Perez, Ansti und eines jungen Dichters, der dem Sozialismus diente. Und dann, an den Gräbern von ungezählten Namenlosen vorbei, stehen wir vor der Ruhestätte von 3amenhoff, der uns das Esperanto gab. Ein Stern von immergrünen Pflanzen deckt das Grab des schlichten Mannes, dessen Werk der Völkerverbrüderung dienen soll, dessen Tat eines der Lichter war, die aus dem Dunkel des Oftens aufgingen. Als wir die Region des Todes verließen, mußten wir eine Gaffe unsäglich zerlumpter Bettler passieren. uns der Sport nicht mehr um seines 3wedes willen, sondern um seiner selbst willen betrieben wird, daß wir nicht mehr dabei an Körpergesundung und Stärkung der Volksgesundheit, sondern lediglich an Wettbewerb und Sensation denken. Es ist bezeichnend, daß fürzlich selbst in Spanien ein gräfliches Ehepaar infolge einer Wette sich den Sport leistete, als arabische Bettler verkleidet, durch Spanien zu wandern. Das Experiment wäre ihnen beinahe sehr übel bekommen, da die Polizei die beiden verdächtigen" Fremden bereits mit großen Zeitungsinferaten verfolgte, so daß fie ihr Unternehmen schleunigst abbrachen. Aber solche Erscheinungen einer eigenartigen sportlichen Betätigung laffen erkennen, daß auch Europa sich bereits in der Gefahrenzone dieser Sportpsychosen befindet. Um so bes grüßenswerter ist das Gegengewicht der Arbeitersportbewegung, die den Rekord nicht überschäßt und an die Stelle der Spitzenleistung die Massenleistungen fett. Die bürgerliche Sportbewegung hat den Sport zur Retordfarce degradiert, alles unter dem Beispiel Ameritas. Der Sport beherrscht heute in Amerika das Denken einer ganzen Generation. Alles Denten ist in gewisser Weise sportlich beeinflußt, jebe Tätigteit erhält einen sportlichen Charakter, jeder Mensch wird jebe Tätigkeit erhält einen sportlichen Charakter, jeder Mensch wird in feinen Leiftungen, nach seiner Sportlichkeit bewertet. Infolgedeffen gedeiht auch jeder Sport wie er immer heißen mag. Nicht in seiner Sweckmäßigkeit für die Ausbildung des Körpers liegt sein Wert, sondern allein in der Tatsache, daß er eine sportliche, d. h. eine Wetibewerbsbetätigung ist. So ist die ganze Nation von einem Wettbewerbsfimmel befallen, für den bezeichnend ein Vorfall ist, über den fürzlich die amerikanische Preffe ausführlich berichtete. Ein amerikanisches Professorenehepaar machte außerordentlich gefährliche Erperimente mit Krankheitsbazillen. Es fuchte zu diesem Zwecke freiwillige junge Leute, die sich zur Erprobung der Bekämpfungsmittel der einzelnen Krankheiten mit den betreffenden Krankheitsbazillen impfen ließen. Die Erkrankungsgefahr war in solchem Falle selbstverständlich ziemlich groß und man nahm deshalb an, daß niemand oder nur sehr wenige sich für solche Versuche hergeben würden. Aber zum größten Erstaunen der Forscher meldete sich eine so große Anzahl größten Erstaunen der Forscher meldete sich eine so große Anzahl von Bazillenkandidaten, daß fie gar nicht alle in Frage kommen fonnten. Der Professor und seine Gattin mußten die Abgewiesenen auf weitere, spätere Experimente vertrösten und in der Bresse öffent- hält unter ihnen, wie in der Zeitschrift„ Der Naturforscher" ausge lich mitteilen, daß fie vorläufig feine neuen Kandidaten brauchten. Unter diesen Bewerbern befanden sich nicht etwa nur Leute, die um des Verdienstes willen sich der großen Gefahr aussehen wollten, sondern eine große Anzahl junger Leute aus besten Kreisen Ohne Frage ist diese ganze Erscheinung nur aus der sportlichen Psychologie heraus zu erklären, die heute Amerika beherrscht und die in jedem Wettbewerb, in jeder Rekordleistung, in jeder ungewöhnlichen Leistung etwas Erstrebenswertes sieht. Auch die Ziffern, die die Einnahmen und Kosten der sportlichen Veranstaltung wiedergeben, geben ein Bild von der Größe und Bedeutung der amerikanischen Sportbewegung. Man schäßt die Befucher der Spiele der amerikanischen Fußballsaison auf nicht weniger als 15 Millionen, die ungefähr eine Summe von 30 Millionen Dollar an Eintrittspreisen aufgebracht haben. Das Fußballspiel ist aber auch das einzige, das sich als Amateursport aus seinen eigenen Einnahmen erhalten kann. Alle übrigen Amateursportarten erfor dern erhebliche Zuschüsse. Wie bedeutend diese Zuschüsse sind, das geht am besten daraus hervor, daß eine einzige Universität, die Universität Yale, etwa 1,3 Millionen Dollar an Zuschüssen für das Rudern und die Leichtathletik, das Schwimmen, das Tennisspiel, das Ringen und Boren und das Baseballspiel zahlte. Andererseits fonnte sie diefe gesamten Untofsten und Zuschüsse aus den Ueberschüssen decken, die die Fußballspiele erbrachten, mit einer Summe non 1,4 millionen Dollar. Es ist teine Seltenheit, daß die großen Fußballspiele 40 000 und 50 000 Zuschauer aufweisen, ja der Rampf der beiden Universitäten Harvard- Yale zählte 60 000 Zuschauer und den Reford erzielte im Jahre 1926 das Fußballspiel zwischen der Armee und der Marine mit 100 000 Zuschauern. Solche Ziffern erreicht sonst nur die Veranstaltung von Professional- Bogfämpfen. Uebrigens ist das amerikanische Fußballspiel keineswegs mit dem unfrigen identisch, sondern dem Rugby viel verwandter als unserem Fußballspiel. Fachmänner haben die Gesamtkosten des ameritanischen Sports auf mehr als 5 Milliarden Mark veranschlagt, eine Summe, deren Bedeutung man erst voll ermessen fann, wenn man erfährt, daß die gesamten Einnahmen der amerikanischen Kinos 1926 nur 4,3 milliarden Mark betragen, Europa ist zwar noch feineswegs völlig von dieser Sport pinchoie ergriffen, aber es besteht sicher die Gefahr, daß auch bei Höhenrekorde der Alpenpflanzen. Wenn der Alpenwanderer bie Gürtel der Zwergsträucher und ber alpinen Matten hinter sich hat, so liegen die oberen Schutfluren und die Felsfluren scheinbar ohne jedes Pflanzenleben vo ihm da. Bei näherem Zusehen erkennt er jedoch zwischen den Blöcken und in den Fugen und Risen noch immer Gruppen von Enzianen, Steinbrechen und anderen Alpenpflanzen. Den Höhenrekord“ aber führt wird, ein weißblühender Hahnenfuß, der Gletscherhahnenfuß, Ramunculus glacialis. Auf dem Monte Rosa gedeiht dieser noch im 3630 Meter Höhe, auf dem Großglockner dicht unterhalb des Gipfels in 3780 Meter Höhe, am Matterhorn fann er bis zu 4200 Meter aufsteigen, und am Gipfel des Finderaarhorns erreicht er mit 4275 Meter den höchsten Stand, den eine Blütenpflanze in den Alpen be fizt. Am Finsteraarhorn erreichen zahlreiche Alpenpflanzen höhere Standorte als an anderen Stellen. Nur wenige Meter tiefer findet man den Glets hermannsschild, die schwarze Schafgarbe, verschiedene Steinbreche und den furzblättrigen Enzian. Natürlich werden die Höhengrenzen durch ungünstige Fattoren wie Nordlage oder Nähe größerer Eis- und Schneeflece start beeinträchtigt, während die Nähe der Gletscherzungen manche, alpine Bilanze noch in tieferen Lagen gedeihen läßt als es ihrer Art entspricht, Rüdgang der deutschen Dramenproduktion. Die feit 1921 feft zustellende Abnahme der dramatischen Produktion in Deutschland setzt sich nach der Statistit, die Wilhelm Frels in der„ Schönen Lite ratur( Ed. Avenarius, Leipzig) für 1927 veröffentlicht, weiter fort. Die Dramenziffer fant von 393 auf 322, die der Uraufführungen von 278 auf 224. Diese perteilen sich auf 84 Städte und etwa 130 Theater. An der Spike steht absolut natürlich Berlin mit 25 Uraufführungen, doch bedeutet diese Zahl gegenüber 1926 mit 31 auch einen Rüdgang. Dann folgt Wien mit 16, Hamburg mit 13, Dresa den mit 10, Leipzig mit 8, Röln mit 7 Uraufführungen. Mit je 6 schließen sich Bremen und Krefeld an und in einer Reihe mit ihnen bemerkenswerterweise München. Auf 5 deutsche Uraufführungen bringen es Breslau, Frankfurt a. M., Kiel und Mannheim. Unter den Theatern nimmt mit seinen 6 Uraufführungen das Stadttheater Strefeld die erfte Stelle ein. Start ist Deutsch- Böhmen mit 11 schwach die Shweiz mit 4 Uraufführungen beteiligt. Den 224 U aufführungen deutscher Werte, deren Stoffwahl ebenso wie die ber Lesedramen gegenüber dem Vorjahr feine wesentlich veränderten Neigungen aufweist, stehen 77 von überfekten Stücken gegenüber. Davon tommen 27 auf Frankreich, 23 auf England und Amerifa, 10 auf Italien, 7 auf Rußland und die skandinavischen Länder. Die Ausfuhraiffer ber deutschen dramatischen Produktion ist leider nicht befant Kommunistische Zitatfälschung. Zu dem neuen Schiedsspruch für die weftsächsische Textilindustrie brachte die Rote Fahne" am 26. Juli folgendes Zitat aus einer Bolemit der Chemnizer Boltsstimme" gegen den tome munistischen Kämpfer": Der Kämpfer" soll einen einzigen Führer des Deutschen Textilarbeiterverbandes öffentlich namhaft machen, der die Arbeiter in ihrem Befreiungstampf für den Achtstundentag auf Wissell, Kunze oder Piefte vertröstet hat. Wären von 360 000 fächsischen Tertilarbeitern statt rund einem Drittel 300 000 organifiert und zum Kampf für den Achtstundentag entschlossen, dann wäre die Frage längst entschieden und die Textilarbeiter brauchten sich in Der Arbeitszeit keinem Schlichter zu stellen. Die Textilarbeiter haben seit dem 1. Juli Gelegenheit, bis zur Verbindlichkeitserklärung eines neuen Spruches 48 Stunden zu arbeiten und dem Schlichter ihre Meinung über den Achtstundentag zu beweisen. Rein Führer, fein Gefeß, auch nicht das Arbeitszeitgesetz mit seinem berühmten 30- Stunden- Paragraphen fann die Arbeiter zwingen, länger als 48 Stunden zu arbeiten." Jeder, der lesen fann, ersieht daraus, daß die Chemnizer Boltsstimme" der sächsischen Textilarbeiterschaft den Vorwurf macht, Daß fie noch lange nicht starf genug organisiert ist. Was aber macht das Kommunistenblatt aus dieser Mahnung zu befferer gewerkschaftlicher Organisation? Die Rote Fahne" perbreht den Kern der Auslaffung der Chemnizer Bolfsstimme", um fie für ihre 3wede zu verwerten. Sie kommt so zu folgendem Runststüd: ,, Diese Sprache müssen sich die Arbeiter merken. Die SPD. Bresse macht ihnen zum Vorwurf, daß sie sich überhaupt dem Schlichter stellen, das heißt, daß sie nicht von vornherein die Schlichtungsinstanzen zurückweifen und sofort fämpften. Sie macht ihnen weiter zum Vorwurf, daß sie die tarifloſe Zeit nicht zum Kampf ausnutten. Dieser Hohn der SPD.- Presse wird zweifellos aufflärend wirken." Die Arbeiter müssen sich wirklich einmal merten, wie lügnerisch demagogisch die RPD.- Preffe polemisiert, Bor allem die Il norga: 1 nisierten müßten sich aber auch merken, was die SPD. besser organisiert und an einem Strang zieht, dann wird sie fich Presse in Birtlichkeit fagt: Wenn die Arbeiterschaft sich den Achtstundentag bald erringen. Solange aber ihre Organisation mangelhaft ist, wird es ihr sehr schwer fallen, den Achtstundentag zu erreichen. Daran tann auch tein Schlichter etwas ändern. e. Konzentration der Evangelischen. Zu einer Spikenorganisation haben sich zusammengeschlossen: der Gesamtverband der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands V., der Gesamtverband evangelischer Arbeiterinnenvereine Deutschlands e. V., der Verband evangelischer Gesellenvereine Deutschlands und die Arbeitsgemeinschaft evangelischer Arbeiter jugend. Die Hauptgeschäftsstellen dieser Berbände wollen sich zu einer Bureaugemeinschaft als Reichsgeschäftsstelle vereinigen, deren Siz zunächst in Berlin SW. 11, Königgräger Straße 87, ist, wo der Gesamtverband" bereits seinen Siz hat. Die beiden erstgenannten Vereine gaben ihre Mitgliederzahlen Ende 1924 mit 89 897 und 9000 an. Es handelt sich hier nicht um Gewerkschaften, sondern um fonfeffionelle Bereine." Die chinesischen Mauern. Wie lange follen sie noch stehen bleiben? Eine der schlimmsten Hinterlassenschaften des Krieges ist die Abriegelung Des internationalen marttes durch die in allen Staaten Europas erlassenen InlandsArbeits. arbeiterschutzgesetze. Infolge der erwähnten Geseze ist der Aus wie unterbunden. Dem Arbeiter ist es heute verwehrt, im fremden tausch von Arbeitern von Land zu Land praktisch so gut Lande zu arbeiten und fremde Arbeitsweisen kennenzulernen. Ein Unternehmer dagegen fann in jedem Lande seinen Laden aufmachen. Gegen diesen Mißstand wendet sich jetzt in scharfer Form Ber Korrespondent", das Organ des Deutschen Buchdruckera internationalen Arbeitsmärkte dem Wirtschaftsleben neue Fesseln verbandes, der u. a. betont, daß durch die Abriegelung der auferlegt und der Völkerversöhnung sicherlich nicht gedient wird. In diesem Zusammenhang schreibt der Korrespondent":" Sogar zwischen Deutschland und Desterreich wird diese Ab Sperrung geübt. Sache der freien Gewerkschaften und der Arbeiter parteien wäre es, für den Abbau dieser Absperrungsgesetze zu wirken und vor allem einen Anfang damit zwischen Deutschland und Desterreich zu machen." Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten M.-G., Berlin. Wallstr. 65, ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend von 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends von 9-1 Uhr geöffnet. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin beute, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Hermannplag: Gruppen. heim Jugendheim Sanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. Unsere Wander leiter haben das Wort. Zeppelinplag: Gruppenheim Jugendheim des Bezirksamts Wedding, Turiner Ede Seestraße, Eingang Turiner Straße. Bora trag: Die Bedeutung gewerkschaftlicher Bildungsarbeit für den Befreiungs. tampf der Arbeiterklasse." Nordring: Gruppenheim Jugendheim Holzhaus auf dem Sportplag Cantianstraße, an der Schönhauser Allee. Vortrag: Jugend und Betriebsrätegeseh." Außenspielabenbe ab 18 Uhr: Spandau: Spiel und Tanzabend im Stadtwald Spandau. Weißensee: Spiel und Sport am Faulen Gee, Blag III, Buschallce. Südwesten- Südosten: Sport und Tanz auf dem Sportplay Am Urban. Oftkreis: Baden im Flußbad( Klingenberg), Lichten. berg, Köpenicker Chauffee. Boranzeige. Achtung, Funktionäre! Zusammen Referent Frig R. Schulz. Ohne Verbandsbuch und Funktionärausweis tein funft der Gruppenleitungen am Montag, 30. Juli, im Metallarbeiterverbands. haus, Linienſtr. 83/85. Vortrag: Die Boltsbühne in diesem Augenblic." Zutritt. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Seute, Freitag, finden folgende Beranstaltungen statt: Südwest: Jugendheim des Ortsbureaus, Belle- Alliance- Str. 7/10. Leseabend: Jack London. Köpenid: Jugendheim Grünauer Str. 5, 1 Tr., Zimmer 2. Licht. bildervortrag des Kollegen Georg Heilbrunn. Der Jugendbezirk Südost. Treptow spielt auf der Wiese 7 im Treptower Park. TIETZ Billige ebensmittel Leipziger Strasse* Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse* Brunnenstrasse Kottbuser Damm* Andreasstrasse* Chausseestrasse Verkauf soweit Vorrat Wurstwaren Sülzwurst.... ........ Pfund 80P. Schinkenpolnische Pfund 1,30 Westi. Mettwurst.. Pfund 80P, Hildesheimer...... Pfund 1,40 Speckwurst Pfund 95Pt. fl. Leberwurst...... Pfund 1,50 Hansm. Leberwurst Pfund 1,10 Bierwurst.......... Pfand 1,50 Jagdwurst... Pfand 1,20 Schinkenwurst..... Pfund 1,60 Knoblauchwurst.... Pfund 1,20 Teewurst.. Pfund 1,70 Fleischwurst....... Pfund 1,20 Zervelat u. Salami.. Pfand 1,75 Mettwurst Braunschw. Art, Pfd. 1,30 Mausschinken...... Pfund 2,00 Berliner Schlachtung Pid. Speck fetter...... Pfund 105 Schinkenecken Pa 95pt. Speck magerer.... Pfand 115 Schinkenspeck.. Pfund Wild u. Geflügel 180 Wolgahühner Pfund von 15 Junge Tauben Stack 75P an Tilsiter, ohne 20 Darm, Pfd. v. an 120 Masthühner Data Rehblätter Pfand Junge Enten Pfund von 125 Reh- Kochfleischptd 30Pf. Junge Gänse Pld von 95 Wildschwein Pid.von 70R Pid. Käfe an an Sette an Romadour..... Stück 16PL. Margarine Ptd. 52 und 62Pt. Harzer Käse... Pfund 32Pt, Kokosfell 1- Pfd- Paket 62Pt. Stangen- Limburg.Pfd.52Pt. Bratenschmalz Pfund 78Pt. Edamer.......... Pfund 78pt Griebenschmalz Ptd. 80P. Holländer...... Pfund 78Pt. Rohschmalz.... Pfund 80Pt. Tilsiter ohne Rinde, Pfund 88Pt, Grasbutter...... Pfund 1,76 Steinbuscher vollt. Pta. 85pt. Tafelbutler...... Pfund 1,96 Dän. Schweizer Pid. 96PL. Konfitüre ria Münster vollfett..Pfund 98Pf. Vierfrucht... Tilsiter vollfett, Prd. 90PL 1,05 Erdbeer. Bayr. Schweizer Pfand 1,40 Ananas.. Eimer ca. 2 Pid. 82Pt. 1,25 1,45 Fleisch, Wild, Geflügel, Fische, Obst und Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen Mengenabgabe vorbehalten Seisches Sleifth Pa. Schweinebauch ohne Beilage, Ptd, 96Pt. Kalbsnierenbraten ohne Beilage, Ptd. 90Pt. Pa. Schweine- Schulterblatt.... Ptand 98et. Kalbskeulen bis 9 Pfd. schwer, i.-Blatt, Pid. 95Pf. Pa. Kasslerrollen ohne Schwarte, Pa. Schmorileisch Keule, o. Knoch., Pfd. 1,28 ohne Knochen, mild.. Pland 1,16 pa. Rouladen Pa. Eisbein mit Spitzbein. ..Pfund 1,38 ...... Pfund 40P. Pa. Schabefleisch. Pa. Liesen Pfund 1,28 Pland 66rt. Pa. Suppenfleisch...... Pfund von 88Pt.an Pa. Rückenfett bratfertig........ Pfund 75Pt. Pa. Rinderleber.. Pfund 1,24 Pa. Hammelvorderfleisch Ptd. von 98Pf. an Pa. Hinderbacken ohne Knochen, Ptd. 50Pt. Kalbskamm ohne Beilage...... Pfund 78Pt. Pa. Rindertalg selbst ausgelassen, Pfd. 56pt. Gefrierfleisch 600 Pa. Ochsenschmorfleisch Kenle o. Kn., Pfd. 1,98 Pa. Hammelkenlen Pa. Gulasch ohne Knochen....... Piund 80Pf. Pa. Rinderherzen Pa. Suppenfleisch..... Pfund von 64Pt. an Pa. Rinderlungen... Pa. Hammelvorderfleisch..Pfund von 82P1.an Pa. Kuheuter... Pa. Schweinekopie mit Fettbacke. Pfand 50Pf. Extra billig Weine vom Fass Extra billig Roter Tarragona volle Qualität........ Liter Insel Samos 25 5 Liter 600 5 Liter 750 vorzüglich, fettsüss..Liter 100 Zur Sonnengartner oder Malaga, dunkel... Liter Deutscher*** Weinbrand, unsere Spezial.Ltr. Sandgebäck.............. Pfund 95PL. Vollmilch- Nuss- Schokolade1 Haselnussbruch..., Pfand 85Pt. Dessert- Brezeln.., Pfund 75Pf. Pralinen- Mischung Pfund 95PL. Pfefferminz- Fondantia 80Pt. i. Sifce u. Räucherwaren * Kabliau o. Kopf, i. g., Ptd. 24pt. Seelachs........ Pfund 36Pf. " Seelachs o. Kopf, 1.g., Pid. 15Pt. Secaal Pfund 78Pt. * Retbars Plund 28Pt. Bundaale........ Bund 38Pf. * Fischfilet...... Pfund 28,38Pt. Echte Makrelen... Pfund 36pt. Engl. Fettbücklinge Pfund 66Pt. Räucherheringe... Stack 15PL Nur Leipziger Str., Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kottbuser Damm, Belle- Alliance- Str. Matjesheringe stack v. 10Pf. an Portug.Deisardinen 55 85,90 2 Portions- Dosen Clubd. Pf. Frisch gebrannter Kaffee 240 . Pfund 1,04 Plund 50Pf Pland 28Pf. .Pfund26Pf. aus eigener Rösterei.. 60 5 Liter 75 400 5 Liter 1900 25 Boule: RheinpfälzerWeisswein zu empfehlen, Liter 15 Liter Röthaer Aepfelsaft, naturrein, alkoholfrei 1927 er Edenkobener Kirchberg.. 1924 er Beauxrives, französischer Rotwein.. Vorzüglicher Erdbeer- oder Kirschwein. 1925 er Dienheimer Roedern, vorzüglicher Tischwein.. 1926 er Oppenheimer Goldberg, vorzüglicher Tischwein. 1926 er Kestener Herrenberg, vorzüglicher Tischwein.. 1925 er Hahnheimer Moosberg, mittelvoll, vorzüglicher Bukett 1925 er Winkler Hasensprung, hervorragender Tafelwein Zur 10 Flaschen Oberhaardter Maikammerer........ 1 Flasche Club- Star, Traubenschaumwein.. Bowle: 1 Dose Ananas, in Scheiben... Preise ohne Flasche 6° 0 Fl. 10 Flasch. 95PL. 9,00 1251200 160 1500 1,8517,50 2,85 27,50 zusammen 1750 ohne Flasche von Kolonialwaven Obstu. Gemüse Bruchreis........ Pfund 18PL. Stachelbeeren... 2 Pfund 45Pf. Burmareis...... Pfand 21 Pt. Pflaumen Pfund 35Pt. Palnareis....... Pfund 30Pf. Muskateller Birnen Pta. 28PL. Weizengriess..Pfund 24Pt. Johannisbeeren.... Pfand 30Pf. Hartgriess...... Pfund 26Pt. Bananen...... Pfund 45Pt. Kartoffelmehl.. Pfund 30Pt. Tomaten. 3 Pfund 25Pt. Eierbandnudeln Pid. 45Pt. Gurken.... Stück von 12 Pf. an Eierfadennudeln Pid. 48Pt. Rhabarber starker, 3 Ptd. 20Pf. Eierbruchmakkaroni Pra.46pt. Salat........ 4 Köpte 10Pt. Pfund 6Pt. Kakao lose....... Pfund 85Pt. Junge Schoten.... Pfund 14PL. Gebr. Gerste. Pfund 25Pt. Weisskohl Puddings erstklassige Fabrikate, in grosser Auswahl Ananas 1/1 105 10 Junge Möhren Pfund 12Pt. Wirsingkohl........ Pfund 10pt. Pfund 20Pt. Rotkohl. Dose Zwiebeln.. Höchstgewinn im W. von 3 Pfund 20Pt. Neue Kartoffeln..5 Pfund 35P. Morgen Jugendherbergs Lotterie 40000 M. Lose 100 Ziehung der Raether& Lamparsky A.-G. für Obstverwertung Berlin NW 87 Berlin NW 87 [ B. 12 Lieferantin von Großbetrieben Deutscher Metallarbeiter- Verband Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gpleißer Wilhelm Grunwald geb. 26. Juni 1858 am 24. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn abend, dem 28. Juli, 14 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ferner verstarb am 25. Juli unser Kollege, der Schloffer Karl Gohr geb. am 4. Februar 1884 Die Beerdigung findet am Sonnabend, dem 28. Juli, 16 Uhr, von der Leichenhalle bes Neuen Bauls- Kirchhofes, Geeftr., aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung Waldparzellen, herrlich, baureif, 950, Anzahlung 100,- Wagner, Wandlig Tee, Stolzenhagenerstraße. Landparzellen, nur 750,-, Anzahlung 100,- Restaurant Hofmann, Dranien. burg, Berlinerallee 21. Billige Schuhwaren und trozdem halt bar taufen Sie am besten bei R. Herrn stadt, C. 25, Münzstraße 7. Bekleidungsstücke Wasche usw, wenig getragene Sadettanage, teils oder 36 bar Fahrräder 19 an allen Kassen enig getragene, teils auf Geide ge- p Nur 10 Anzahlung. Grammophone] 8ahngebiffe. Platinabfälle, Binna arbeitete, erstklassige Jadettanzüge, rad und Schallplatten aller Art leifert Stein metalle, Quecksilber, Gilberschmelze. anzilge, Emofinganzüge, Gehrodanzüge, brecher, Berlin W57, Pallasstraße 6, Goldschmelzerei Chriftionat, Röpenider Sommerpaletots, Gabardinemäntel, am Sportpalast. * straße 39( nahe Adalbertstraße). Bauchanzüge, für fede Figur paffend. außerdem hochelegante neue Garderobe, Alte Parteiliteratur: Neue Beit; von erstklassigen Schneidern gearbeitet, Hohenzollernlegende; Gekrönte Häupter; au staunend billigen Preisen. Besonders Fahrräder, gebrauchte, Mart 15,- Bernstein, Arbeiterbewegung, u. a. tauft billig: Belaiaden, Belamäntel im Leih- 20,25,35, Neue Tourenräder ständig Parteibuchhandlung 3. H. W. haus Lowidi, Prinzenstraße 105, eine mit Torpedofreilauf, prima Bereifung, Dieß Nachf., Berlin CW 68, Linden Treppe. Reine Lombardware. tomplett mit Dynamolampe, 5 Jahre straße 2. Garantie, Mark 68,-. Fahrradrahmen Möbel 17,-, 19,-22,-, 25,- Azetylenlampen 1,50, 2,35, 3, Laufmäntel 3, auf Geide, 18,-, Gmotinganzüge, Bauch- Möbelhaus Stein, Weinbergsweg 24. 2,25, 2,50, 3. Continental Cytop Vermietungen Achtung! Tarifverträge Achtung! anzüge, Saillenmäntel, Baletots, ftau- Besonders günstiges Angebot: Schlaf Laufbecken 2,75. Dunlop und Continen. Wohnungen Die Mantel- und Lohntarife der BBMJ- Serrengarderobe. Leihhaus Rofenthaler baumbüfetts, nend billig. Gelegenheitstäufe in neuer zimmer 475.- Speifezimmer, Nuß. tal prima Laufmäntel( stahlblau) 4,50. Antleideschränte mit Luftschläuche 0,85, 1,-, 1,50, E. Mach Betriebe find noch nicht fertiggestellt. Bir Tor, Linienstraße 203-204, Ede Rosen. Spiegel 105,- Küchen, Bolstermöbel. now, größtes Fahrradhaus Deutschlands, werden an dieser Stelle bekanntgeben, fo- thalerstraße. Reine Lombardware. bald dieselben in unserem Bureau 31 Kleinwohnungen, nur für Invaliden. Bahlungserleichterung. Weinmeisterstraße 14. perficherte, fein Bauzuschuß, beziehbar haben sind. Die Ortsverwaltung. Wenig getragene Ravaliergarderobe Batentmatragen, Brimissima"-Metall. Teilzahlung. Geringe Anzahlung. 1. Auguft. Wohnraum. Belle- Alliance 300 gm Räume für neuein urichtende onillionären, Aerzten, Anwälten. betten, Auflegematragen, Chaiselongues eine State, trokdem billig. Nur Quali Straße 79. Bergmann 6294. Säuglingsfürsorgeftelle, fomie 800 qm aillenmäntel, Baletots, Frads, Emo. aialgefchäft Fabelhaft billige Breife. Empfehle Walter, Stargarderstraße achtzehn. Spe. tätsräder, brei Jahre Garantie. Fahr. rabbau Wima. Aderstrake dreikia Räume zur Errichtung einer Stadtbücherei tings, Gehrocanzüge, Sofen, Sport, Mietgesuche im Verwaltungsbezirk Wedding fucht Möbellredit bis 20 Monatsraten. Stod- Motorräber, Teilzahlung. BerGehpelze, Gelegenheitstäufe in neuer Schlafzimmer, Speisezimmer, Einzel. Laufsstelle Turmstraße 70. Zwei- Zimmerwohnung gesucht, WohnGarderobe. Beitefter Weg lohnend. möbel, Rilchen, Metallbetten Möbel- 2,50 wöchentlich, eventuell ohne An- berechtigungsschein, Miete bis 65 Mart. Lothringerstraße 56, 1 Treppe. Rofen haus Luisenstadt, Röpeniderstraße 77/78, zahlung, erstklassige Fahrräder, 5 Jahre Vorwärts", Nedarſtraße 2. thaler Blas. Garantie. Riefenauswahl. Groß- Ber. Leihhaus Morigplag 58a. Berkauf von Ramerling, Raftanienallee 56. Rug- liner Fahrradvertriebsgesellschaft, Turm: fucht. Vorwärts", Nedarstraße 2. Zwei leere Zimmer von Ehepaar ge Ravalier- Garderobe, teils auf Geide, baum- Büfetts, Kredenzen, Schreibtische, ftraße 70. Jadett, Frad, Smokinganzüge, Gabar. Gofaumbaue. Riefenauswahl. Spott Bezirksamt Wedding ( Hausverwaltung) Berlin N 65, Egerzierstr. 11a. Verkäufe Ede Brückenstraße Musikinstrumente Nähmaschinen Nähmaschinen. Billige, erstklassige Fabritate für Hausbedarf und Gewerbe. Wöchentlich 3.- Fischer, Potsdamer Rur o Anzahlung. Bett., Tisch- und Dinemäntel, Bauchanzüge, für jede Figur preise. Sahlungserleichterung. Leibwäsche, Frottier, Babe, und Hand- berobe. Belajaden 50,- Belzmäntel paffend. Extra- Angebote für neue Gat. tücher, federdichte Inlette, Gardinen, 95,-, Sportpelze 85,-, Gehpelze 100.Stores, Bettdecken, Diwandecken, An- Reine Lombardware! züge, Windjacken, Radfahrhofen, Regen Pianos ohne Anzahlung, neu und geftraße 103. mäntel, Einsazhemden, Matowäsche, Berleth hocheleganter Gesellschafts- braucht, in großer Auswahl verkauft Ruhebetten, Leihhaus Lowidi, Bringen. Serer, Brunnenstraße 191, 1 Treppe, Auflege. Anzüge. Rosenthaler Plaz. Langjährige Garan Getragene Herrengarderobe, Speziali. tie, fleinste Ratenzahlung. Sintpianos, überaus preiswert, Bigns mannstraße 25/26, früher Muladitraße, fabrit Sint, Brunnenstraße 35 Metallbetten, matragen, Grammophone aller Art, ftraße 105. Schallplatten liefert Steinbrecher, BerTin 57, nur Ballasitraße 6, 1Treppe, tät Bauchfiguren, spottbillig. Naß, Gor am Sportpala Kaufgesuche Briefmarken, Münzen Lauft Imann, Johannisstraße 4 Arbeitsmarkt Stellengesuche Dipl.- Ing., 30 Jahre, mit beften Zeug nissen, sucht Anstellung bei Gewerkschaft oder ähnliche: Organisation für Unterricht und Bertretung und zweds pers Groß- fönlicher Ausbildung. Buschriften unter 12 an den Berlag dieser Seitung. .