BERLIN Sonnabend, 28. Z«li 1928 Erscheint täglich außer Sonntags. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Beiugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60®. pro Monat. Nedaktion undLrpeditioo: BerliuSW68,Lindtnstr.Z yyVrtlfiwdb l r* yz 10 Pf. Nr. 354 B175 45. Jahrgang. oieigenpreis: Die einspaltige Nonpartillqeil» so Pf., Reklamejeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. okscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. d. H., Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Korruption als Kampfmittel. Kommunistische Gpitzetwirtschast am Pranger! LSge und Verleumdung sind dl« Waffen, mit denen die fiommuuistische Partei deu politischen Kamps führt. Sach- liche Gegensätze innerhalb der Arbeiterschaft allein hätte« nie die Kluft so tief aufreißen tonnen, wenn nicht die kommunistische Hetzpropaganda einen Teil sauatisiert hätte. Aber nicht our Lüge und Verleumdung der Sozialdemokratie sind die Waffe« der Kommunisten. Die Bezirksleitung der Kommunistischen Partei in Verlin hat sich nicht gescheut, bezahlte Spitzel in anderen Lagern zu unterhalten. Im Tinverständnis mit der kommunistischen Bezirksleitung haben Leiter der kommunistischen Jugendbewegung schon seit Iahren be> mußt und planmäßig sogenannte„oppositionelleGruppen" innerhalb der Berliner Sozialistischen Arbeiterjugend aufgezogen. Schon im Oktober 1926 wurde eine gedruckte Erklärung in den Kreisen der Sozialistischen Arbeiterjugend oerbreitet, die sehr scharf Stellung nahm gegen die Arbeit innerhalb der sozialistischen Jugend» organisation. In weiterer Folge wurden gedruckte Rundbriefe bis zu 18 Seiten stark hergestellt. Später wurde auch ein« Zeit» s ch r i f t der Oppositionellen herausgegeben, die sich scharf gegen die Politik und Arbeit der Sozialdemokratie und ihrer Jugenhorgani- sation wandte. Aufsallend war es, daß in den letzten beiden Iahren über alle Konferenzen der Arbeiterjugend in der„Roten Fahne" Berichte erschienen, ohne daß es der sozialdemokratischen Bezirks- leitung möglich war, sestzustellen, wer diese Informationen der „Roten Fahne" überbrachte Die Zustände innerhalb unserer Arbeiterjugend wurden unhalt- bor und auf der Generalversammlung vom Februar 1927 wurden sieben Jugendliche ausgeschlossen. Heute steht fest, daß diese Au»- geschlossenen unter Führung eines gewissen Goldenberg im Ein» Verständnis mit der Kommuni st ischen Jugend und Partei die Opposition in unsere Jugendbewegung hineingetragen haben. Einer der Führenden innerhalb der Opposition war ein Jugendlicher mit Namen Nikolaus O st e r r o t h. Dieser junge Mann wurde seit zwei Iahren von der kommunistischen Leitung angehalten, die Opposition zu organisieren und über alle Borgänge genauen Bericht zu erstatten. Alle Rundschreiben und Flugblätter der Opposition wurden in der kommunistischen Zentrale hergestellt. Damit die unsaubere Arbeit dieser Oppositionellen nicht erkannt wird, wurden die jungen Leute angehalten, olle ihre Briese und Schrift- stücke mit einem falschen Hamen zu unterschreiben. Alle nur bei einer Polizei üblichen Methoden wie Deckadresien usw„ wurden zur Bespitzelung unserer Zugendorganisation an- gewandt. So richtete der aus der SAI. ausgeschlossene und jetzige Gegner- vbmann der KI., Wolter Ehlen, unter dem schönen Decknamen Eva Briefe an sogenannte Vertrauensmänner der Opposition mit der Aufforderung, dafür zu sorgen, daß alle oppositionellen Anträge, die vorher mit den Kommunisten beraten waren, in den Dersamm- lungen der SAI. angenommen werden. Ein ehemaliger Abteilung?. leiter der SAI., Siegfried Ka i s e r, hat in einem Brief vom 30. 11. 26 sich selbst als kommunistischer Iugendspitzel bezeichnet. Wurden kommunistische Spitzel aus der Sozialistischen Arbeiter- jugend ausgeschlosien, so wurden in der Kommuni st ischen Zentrale Resolutionen abgefaßt, die als Protest den Mitgliedschaften der TAI. zur Unterschrift vorgelegt wurden mit dem Zweck, bei der Leitung der SAI. Einspruch zu erHeden. In der Ausschluß-Angelegenheit Osterroth-Strantz wurde die folgende, von Kommunisten verfaßte, Protestresolution den Arbeiterjugend- Mitgliedern zur Unterschrift unterbreitet: protest-Resolution. Mit Entrüstung hören wir von dem Ausschluß emiger ak- tiver Funktionäre unserer Bewegung, so der Genosie Ost er- roth und Strantz! Desgleichen verlautet, daß gegen den Genossen Dünner, Mitglied des Borstandes der Berliner Iungsozialisten, ein Aus- schlußversahren anhängig gemacht wird. Wir oernehmen, daß dieses Ausschlußoerfahren dazu dienen soT diesem Genossen die fernere Arbeft in Partei und Iuaend unmöglich zu machen!! Wir protestieren gegen diese Maßregelung dieser Genosien und fordern bedingungslose Wiederaufnahme bezw. sofortige Ein- stellung des Berfahrens!! Wir erklären uns mit diesen Genossen solidarisch und sind be- reft. sie mit allen Mitteln zu verteidigen!! Die Unterschriften wurden in der Kommunistischen Zentrale ] ELi. (Fortsetzung auf der 2. Sefte.) Quer durch das Hochgebirge, Ein neuer Einenhohnlunnel, dessen Eingang auf der spanischen Grenzstation Canjranc unser Bild zeigt, wurde kurzlich eröffnet. Die Berghahn selbst ist ein einzigartiges Bauwerk, weil dieser Riesentunnel im Innern des Berges eine Schleife bildet. Großer Arbeitskampf in England. Zur Krise in der englischen Textilindustrie. I« her englischen Textilindustrie droht ein Konflikt auszubrechen, der eigentlich schon seit Jahren akut ist,» jetzt aber in ein entscheidendes Stadium gerückt ist. Der Konfliktstoff begann sich bereits nach den Jahren 1920/21 aufzuspeichern, als in der englischen Textilindustrie die Dauer- krise einsetzte. Kurz nach dem Kriege hatte die englische TeM- industrie genau so eine Hochkonjunktur, wie wir sie damals auch in Deutschland ausweisen tonnten. In dieser Zeit stellten sich damals viele englische Textilbetriebe, die sich im Privatbesitz befanden, zu Aktiengesellschaften um. Bei dieser Umstellung wurden aber die Betriebe viel zu hoch bewertet. Sie wurden mit einem Aktienkapital ausgestattet, das nicht im ent- sernteften den wirtlichen Werten der Betriebe entsprach. Infolge dieser Ueberkapitalisierung verzinsten sich die in den Betrieben angelegten Kapitalien nur sehr schlecht. Don dieser Zeit an datieren die Versuche der englischen Textil- industriellen, die Löhne herabzusetzen und die Arbeits- zeit zu verlängern. Die Textilarbeiter weisen ein solches Ansinnen ganz entschieden zurück. Bor etwa einem Vierteljahr beschäftigte sich ein Kongreß der Textilarbeiter mit diesen Fragen und faßte seine Meinung in einer Entschließung zusammen, in der alle Tcxtilarbeiterorganisa- tionen verpflichtet wurden, jedem Verlangen der Unternehmer auf Verlängerung der Arbeitszeit über 48 Stunden den schärfsten Der Prozeß der 88. Wieder ein Zudundiddl. Berichte im Innern des Blattes. widerstand entgegenzusehen. Eine weitere Forderung der Unter- nehmer, in eine 12�prozentige Lohnreduzierung einzuwilligen, wurde von den Textilarbeitern ebenfalls energisch zurückgewiesen. Die Gewerkschaften machten den Unternehmern Vorschläge, die Produktion mit anderen Mitteln als denen des Lohnabbaues und der Arbeitszeitoerlängerung zu heben und zu verbilligen. Diese Vorschläge fanden jedoch bei den Unternehmern keine Beachtung. Die englischen Textilindustriellen besprachen vielmehr ein Projekt, das ihren restlosen organisatorischen Zusammenschluß vorsah. Dieser Versuch schlug aber fehl. Inzwischen waren verschiedene kleinere Bewegungen in der Textilindustrie entstanden. So streikten zum Beispiel die Textilarbeiter in N e l s o n, weil ein alter Gewerkschafts- funktionär gemaßregelt worden war. Außerdem streiken zurzeit etwa SOM Arbeiter der Ausrüstungsindustrie. Sie ver- langen 25 Proz. Aufschlag auf die Zeitlöhne oder den kollektiven Akkord. Aus Anlaß dieses Streiks haben bereits die Unternehmer erwogen, ob sie nicht sofort die Aussperrung vornehmen sollten. Man nahm aber noch einmal davon Abstand. Die Unternehmer der Baumwollspinnereien versuchten nunmehr, eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit auf 24 Stunden pro Woche durchzuführen. Eine bei den Unternehmern vorgenommene Ab- stimmung ergab jedoch nicht die notwendige Mehrheit für diesen Beschluß. Da die Unternehmer jetzt keinen anderen Ausweg mehr aus der latenten Krise sahen, griffen sie zu dem Mittel der G e- samt aussperrung. Die Gesamtaussperrung soll am 1. August er- folgen. Es ist selbstverständlich, daß die englischen Gewerkschaften dieser Aussperrung den schärfsten Widerstand entgegensetzen werden, da sie nicht zulassen wollen, daß in der englischen Textilindustrie wieder Zustände einreißen, wie sie in der frühkapitalistischen Epoche in Eng- land bestanden und wie sie schon von Karl Marx so erschütternd festgehalten wurden. I'i Das Dunkel um den Körstermord. Cm moderner Justizirrtum? Spitzelwirtschast der KPD. (Fortsetzung von der 1. Seite.) gesammelt und registriert, um später der Leitung der Arbeiter- jugend als„M a s s e n p r o t e st" vorgelegt zu werden. Für Montag den 30. Juli 1928 ist vom sogenannten„Opposi- tionsausschuh" eine Einladung an die Mitglieder der TAI. ergangen, teilzunehmen an einer Versammlung in der Schule Weinmeisterstr. Ecke Gormannstr. Diese Einladungen in einer Auflage von tausend Stück sind ebenfalls in der Kommunistischen Zentrale hergestellt worden. Damit nach außen die Versammlung als Erfolg in Erscheinung treten soll, sind 180 Mitglieder der Kommu- nistischen Jugend abkommandiert worden, ebenfalls die Verfamm- lung zu besuchen. Unter dem 26. Juli wird an die Polleiter des 1., 4., 6. und 14. Verwaltungsbezirks die Aufforderung gerichtet, daß die kommunistischen Mitglieder ohne KJV.-Abzcichen sich ein- zufinden haben. Diese Beispiele über das unsaubere Treiben der Kommunisten sind wir in der Lage, noch vielfach zu ergänzen. Der Sozialdemokratische Bezirtsverband hat erst in diesen Togen die Beweise erholten über die Umtriebe der Kommunisten in unseren Organisationen. Dem obengenannten Osterroth schlug endlich das Gewissen und er beichtete unserer Leitung all das, was er in den letzten Jahren im Einverständnis mit den Kommu- nisten getrieben hat. Diesem jungen Mann wurde bei dem un- sauberen Geschäft schließlich angst und bange, und da er sich noch etwas von Anstand und Charakter bewahrt hat, kam er in völliger seelischer Auflösung zu den Vertrauensmännern unserer Partei. Osterroth erhielt für seine Dienste von dem Mittelsmann der Kom- munistischen Partei Goldenberg monatlich Z0 Mk. Entschädigung. Diese 50 Mk. Entschädigung wurde dem O. sechs Monate lang ausgezahlt. Wichtiger als all die geschilderten Vorgänge ist ist aber die moralische Seite dieser ganzen Angelegenheit. Die kommunistische Leitung hat ganz bewußt ein verbrechen verübt an Zungproletariern, die voller Zdealismus sich der Sache der Arbeiterschaft widmen wollten. Vicht die irregeführten Zugendlichen sind in erster Linie anzuklagen, sondern die kommunistische Partei, die sich nicht scheut und schämt, Zugendlichen den Perus eines Achtgroschenjungen zuzuweisen. Kommunistische Mittelsmänner habe» wie aus dem oben ge- schilderten Fall ersichtlich, für 50 Mk. monatlich geglaubt, die Seelen von Jungproletariern kaufen zu können. Sind dann die jungen Menschen seelisch und körperlich zermürbt und ruiniert, dann fassen sie in ihrer Verzweiflung den Plan, Hand an sich zu legen, und die Tragödie dieser mißbrauchten Menschen ist vollendet. Ein Schul- beispiel dafür sind die Selbstmordversuche der drei Jungkommunisten in C ö p e n i ck vor ungefähr Jahresfrist. Alle denkenden Prole- tarier müssen endlich zu der Ueberzeugung kommen, daß mit dieser Partei die Befreiung der Arbeiterklasse nicht zu erkämpfen ist. Eine Partei und ihre Internationale, die sich z a r i st i s ch e r Polizei- Methoden bedient, sollte vor den Augen des Proletariats wo- ralisch gerichtet sein. Franz Künstler. Fragen an die Kommunisten. Ein deutscher Abgeordneter in Moskau erschossen? Der bisherige kommunistische Provinzialabgeordnete und Stadtverordnete Hans Hack richtet in der Elberfelder .freien Presse" eine Reihe von Fragen an die KPD. In diesen Fragen werden so schwerwiegende Behauptungen auf- gestellt, daß wir zwei davon wiedergeben: „Zst n richtig, daß der frühere Elberfelder Abge- ordnete der KPD., Friß Eharpentier, in Leningrad ohne wissen der deutschen Genossen erschossen wurde, weil er in einem Pries« nach Hause die waschest schrieb? Zst es richtig, daß die Emigranten fortgesetzt durch GPU. scharf überwacht werden? Daß Emigranten mit langen Freiheitsstrafen als blinde Passagiere sich haben nach Deutschland zurückschmuggeln lasten, um dort ihre Areiheitsstrase freiwillig abzusitzen? Daß Emigranten, die an diesen Zuständen Kritik übten. keineArbeit mehr erhielten und ml« ihren Familien zur Verzweiflung getrieben wurden? Zst e» richtig, daß sogar deutsche und andere Emigranten, weil sie oppositionsverdächtig waren, i n irgendeinhausbeftellt wurden, aus dem sie n i e w i e d e r. kehrten?" Diese Fragen fordern eine klipp und klare Antwort. Ist es richtig, daß Eharpentier in Leningrad erschossen wor- den ist oder nicht? Feuergefecht mit Einbrechern. In der vergangenen Nacht ist es wieder zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Schupobeamten und Ein- b rechern gekommen. Eine Doppelschupostreife des 28. Reviers bemerkte heute früh gegen 4 Uhr auf einem B a u g e r ü st, das vor dem Hause Lüneburger Straße 3 angebrocht ist, zwei Männer, die daran«mporkletterten. Unten aus der Straße stand ein dritter Mann, der ein Jackett über dem Arm trug. Als dieser Aufpasser die Beamten herannahen sah, gab er einen Signalpsiff ob und versuchte zu flüchten. Er wurde sofort festgehalten. Einer her Beamten blieb bei ihm, während die beiden anderen den Einbrechern auf das Gerüst nachstiegen. Sie sahen, daß sie sich hinter dem Balkongitter im zweiten Stock niederduckten, um un- gesehen zu bleiben. Die Beamten ließen aber nicht locker, und nun flüchteten die Verfolgten höher hinaus biszumDach. Auch hierin folgten ihnen die Beamten. Jetzt schössen die Einbrecher von oben her auf die Verfolger und die Beamten er wider- ten das Feuer. Die Hausbewohner waren durch das Getümmel und die Schießerei inzwischen munter geworden und riefen das Ueberfollkommando zu Hilfe. Die Jagd nach den Einbrechern ging weiter über das Dach und das Feuer wurde von beiden Seiten fortgesetzt. Endlich gelang es, auch der beiden auf dem Doch hob- Haft zu werden. Eine Waffe oder Einbruchswerkzeug wurde nicht mehr bei ihnen gesunden, sie hoben wahrscheinlich olles in einen Schornstein geworfen. Die Verhafteten sind ein 20 Jahre alter Rudolf Rieb« au» der Garhardtstrahe, ein 23 Jahre alter Maler Fredy Krohn und ein 24 Jahre alter Erich Dannenberg. Drei Mann auf der Gisschotte! wie aus Oslo gemeldet wird, sind nunmehr die van dem russischen Flieger Tschuchnowski bei der Auffindung der Molmgreen- Gruppe gemochten Ausnahmen entwickelt worden. Sie zeigen klar, daß sich nicht nur zwei, sondern drei Per- s o n e n aus der Eisschalle befanden. Die norwegische presse fordert eine Klärung des mysteriösen Todes des Professors walmgrecn und setzt ihre Vermutungen über diese Affäre sork. Die Zu st izpr esse stelle Königsberg gibt bekannt: Zn zahlreichen Blättern sind in den letzten Wochen Artitel mit der lleberschrist:„Der Zustizirrtum von Allen st ein. Ein Mörder nach neun Zahren verhaftet" usw. zu der Strafsache V u s ch a der Staats- anwaltschaft in Allenstein erschienen. Zur AusNärung des Sachverhaltes, der die Oefsentlichkeit in hohem Maße inter- essiert, sei mitgeteilt: Am Sonntag, dem 26. Oktober 1919 wurde der Forstgehilfe Finger im Belauf« K u h l b r u ch der Försterei Hartwigs- walde. Kreis Neidenburg, hinterrücks durch zwei Schüsse g e- töte'l. Er wurde mit übergehängtem Gewehr, den Gchstock noch in der rechten Hand haltend, ausgesunden. Als Täter kamen W i l- derer aus den dortigen Walddörfern in Frage. Nach umfang- reicher Voruntersuchung und Abhaltung mehrerer Ortslermine wurde gegen den Waldarbeiter D u s ch a, einen dort bekannten Wilderer, Anklag« erhoben, dieser wurde vom Schwurgericht in Allenstein wegen schweren Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Duscha verbüßt die Strafe im Zuchthaus von War- t e n b u r g. Er hat von jeher bestritten, der Täter zu sein und im Jahre 1924 Wiederaufnahme des Verfahrens mit der Begründung beantragt, ein Anderer und zwar ein inzwischen verstorbener Forstgehilfe, habe den Finger erschossen. Nach informatorischen Vernehmungen ist dieser Wiedcraufnahmeaistrag als unbegründet verworfen worden. Nunmehr wird der aus dem Kreise Allenstein gebürtige, jetzt in Wattenscheid wohnhafte Arbeiter D r e y e r von anderen ebenfalls dorthin verzogenen Landslemen beschuldigt, Finger getötet zu haben. Dreyer, der ebenfalls als Wilderer bekannt war, hat verschiedentlich Aeußerungen etwa d«s Inhalts getan, er habe einen Förster ermordet, und man sei ihm auf der Spur. Er habe sein Grund- stück in Ostpreußen verlassen müssen und könne nicht dorthin zurückzi«l>en, da er an der Ermordung eines Försters beieiligt gewesen sei. Er sei mit mehreren Männern im Walde wildern gewesen. Dabei sei der Förster von ihnen erschossen worden. Der Mörder des Försters lebe jetzt in Westfalen, er könne ihn nicht anzeigen, weil er sonst selbst in das Verfahren hinein- gezogen würde. Seine Angaben haben inhaltlich wiederholt ge- wechselt. Dreyer hat tatsächlich niemals ein Grundstück besessen. Er ha? seinerzeit sein Alibi nachgewiesen und stand seitdem nicht mehr im Verdacht der Täterschaft. Auf Grund seiner verschiedenen Erzählungen ist Dreyer vom Amtsgericht Wattenscheid wegen dringenden Verdachts des gemeinsamen mit anderen Wilderern an Finger verübten Mordes verhaftet und seine Haftbeschwerde ist vom Landgericht in Bochum zurückgewiesen worden. Dreyer bestreitet, die Tat verübt zu haben. Er will unschuldig und von den Zeugen, denen er von seinen Zusammenstößen mit dem Förster erzählt babe. falsch verstanden sein. Der frühere Alibizeuge des Dreyer hat wieder bestätigt, daß Dreyer sich zur Zeit der Tat mit ihm auf dem Wege zur Kirche befunden und die Kirche am Schluß des Gottesdienstes verlassen habe. Die Staateanwaltschaft in Allen- stein hat nunmehr gegen Dreyer Voruntersuchung wegen schweren Toischlags, begangen in Gemeinschaft mit dem verurteilten Duscha, beantragt. Das Ergebnis dieser Boruntersuchung, die mit größter Beschleunigung geführt werden wird, bleibt zu- nächst abzuwarten." * Di« Veröffentlichung der'Königsberger Iustizpresiestclle gibt zu. daß in der Tat gegen den verhnsteten Dreyer ein starker Ve r- dacht besteht. Der Passus der Königsberger Verlautbarung:„Be. gangen in Gemeinschatt mit dem verurteilten Duscha", ist nxnig begründet, er sagt nichts über die Voraussetzungen dieser Annahme. Die Königsberger Justiz verspricht„g r L ß te B e- s ch l e u n i g u ng der Voruntersuchung", wir hoffen, daß die zu- ständige Staatsanwaltschaft dementsprechend arbeitet und sich in diesem Falle als die vielgerühmte„objektivste Behörde der Welt" zeigt, auch wenn sie gezwungen wäre, einen eigenen Fehler zuzugestehen. Oer Prozeß der 88. Anklagerede im großen Einfponprozeß. Der am ZO. Mai vor dem Großen Schöffengericht Ehar- lottenburg unter Vorsitz von Landgcrichtsdircklor Toclke begonnene Rlesenprozeß mit den 88 Angeklagten, die an den Elnspongeschöslen beteiligt sind, geht jetzt seinem Ende entgegen. Nach dreitägiger Unterbrechung wurde heute die Beweisaufnahme geschloffen. Aus Anordnung des Gerichts mußten sämtliche Angeklagten heute früh im Gericht anwesend sein. Der Schwurgerichtssaol, in dem der Prozeß sich abspielt, bot wieder angesichts der großen Zahl der Angeklagten und der großen Schar von Verteidigern das Bild einer Massenversammlung. Staats- anwaltschastsrat Dr. v. Stein eck« r hielt die Anklagerede, die voraussichtlich auch am Montag fortgesetzt werden wird. Einleitend betonte er, daß dank der großzügigen Berhandlungsleitung und der verständnisvollen Mitwirkung der Verteidigung, aber auch dank des verständigen Verhaltens eines großen Teiles der Angeklagten, die ein offenes Geständnis ihrer Schuld abgelegt haben, es möglich geworden sei, diesen Riesenprozeß, der einzigartig in der Kriminalgeschichte sei, so schnell zum Abschluß zu bringen. Es ist die Frage ausgeworfen worden, ob es nötig war, einen so großen Prozeß„aufzuziehen". Dos muß bejaht werden, denn es galt. soweit es möglich ist, in die letzten Tiefen des Einspouwesens hineinzuleuchten. In Berlin haben sich die Einspongeschäfte besonders breitgemacht. Sie werden auch„amerikanische Geschäfte" genannt. Amerika ist aber dafür nicht verantwortlich, denn die Gaunerei ist international. Bei Begimr des Prozesses war ein gewaltiger Streit, wer der Pater des Einsponwesens sei. B a l s o n Die klagende Sommerkönigin. Die Sommerlönigin klagt gegen de Direktion des Lunaparks, die ihr den preis von 4000 M. vorenthält. o d e r B a r a n y? Die Beweisaufnahme hat darüber kein klares Bild ergeben. Die Vaterschaft ist, wie auch sonst oft im Leben, zweifelhaft geblieben. Dagegen lzoben sich mehrere Angeklagl« de» Kinde? mit einer Liebe angenommen, daß man sagen kann, sie haben Daterstelle vertreten. In dem Prozeß hat sich ergeben, daß eine ganze Reihe von sogenannten„amerikanischen Kolonien" vor- Händen war, allerdings ist die Gruppe, die sich um Balsou und Borany scharte, die größte gewesen. Das Merkmal der Einfpon- geschäfte ist, daß der durch einen Vermittler beschaffte Geldmanir getäuscht wurde und mit den Waren, die ganz oder vorwiegen!» unverwertbar waren, sitzen blieb. Das Wort Einfpon erinnert an die Spinne. Der Geldmann wurde cingesponnen. Zn diesem Prozeß waren immer mehrere Spinnen tätig, die den Gcldmann aussaugten. Arn den Gcldmann zu täuschen, traten noch weitere Personen in Erscheinung; so beispielsweise die Spediteure, bei denen die waren lagerten. An sich würde sich ein Spediteur nicht strafbar machen, wenn er Waren tarifmäßig bei sich lagert und befördert. Anders aber, wenn. wie hier, in vielen Fällen der Spediteur Kenntnis davon hotte, daß jemand auffitzen sollte. Wenn er trotzdem seine Speditcurpslichten erfüllt, wirkt er mit an dem Betrüge. Es wäre seine Pflicht gewesen, den gutgläubigen Käufer zu warnen, oder er macht sich mitschuldig an dem Betrüge. In allen Fällen sind aber mit diesen S p e d i- teuren besonder« Verabredungen getroffen worden. ous denen eine aktive Beteiligung an den Täuschungshandlungen erwiesen ist. Neben den Einlagerungsspediteuren wurden noch zur besonderen Sichcrmachung des Opfers Ablieferungsspediteure ein, geschaltet. Das Gefährlich« an den Berrügereien war, daß sie mit einem Schein von Recht umgeben waren. Dadurch ist es gekommen, daß die Staatsanwaltschaft lange Zeit nicht einschreiten konnte, und daß die Zivilgcrichtc die Ansprüche der Geschädigten abweisen mußten, denn es bedurfte langer Zeit, um zu durchschauen, daß ein wohl- berechneter Plan vorhanden war. Der Gesamtbetrug er- st r e ck t f i ch a u f M i l l i o n« n. Bei einzelnen Geschäften wur- den die Opfer um Hunderttausende betrogen. Ein klares Bild über die Verteilung der Gewinne hat sich nicht erbringen lasten. Wie so oft in derartigen Fällen, kam es vor, daß ein Gauner den anderen übers Ohr hieb. Die Angeklagten setzen sich aus den verschiedenartigsten Elementen zusammen. Da sind Leute darunter, die auf das Schwerste vorbestraft sind. Das In- und Ausland hat uns das Angeklagtcnmatcrial geliefert. Man muß seine An- geklagten unterscheiden. Verführer und Verführte, alle aber haben sich zusammengetan, um das Einsponnwesen zur Blüte zu bringen. �iesenbrand. -1250 qkm fruchtbares Land verwüstet. w a ll a- Walto(Slaoi Washington). 27. Zull Zn dem fruchtbaren Getreidegebie» der Eureka-Flats, S0 Kilometer von hier, zerstörte ein zwölf stündiges Feuer dreizehn Zarmerhäufer und mehrere hundert Acker Weideland und Getreide auf dem Halm. Der Brand verwüstete ein Gebiet von etwa S0 Kilometer Länge und 25 Silometer Breite, wie gemeldet wird, brach dos Feuer In der Bähe der Eisenbahnstation Atlalia aus. hunderte von Farmern waren während der ganzen Nacht auf den Beinen, um den Brand zu bekämpfen. Di« Getreide. fpeicher bei der Eisenbahnstation Abtins konnten durch Aufwerfung von Dämmen gerettet werden. Der Werl des vernichtrlev Weizens ollein wird auf mehr als 100 000 Dollar geschäht. Wilhelm:„Eifre sie mir MLR nach. 3(SÄ habe Erfahrung, wie Majestäten ihre Ansprüche durchsetzen!" Wetterbericht der öffentlichen weilerdienslslelle Berlin und Am- gegend.(Nachdr. verb.) Wechselnd wolkiges und etwas kühleres Wetter: strichweise noch geringe Niederschläge: westliche Winde.— Deutschland. Westostwärts fortschreitende Abkühlung und einzeln» Regensälle. �___-____ Herr Generalmajor! Er bekämpft die Wahrheit. In der Deutschen Zeitung" veröffentlicht der ,, königlich preußische Generalmajor a. D." v. Dommes einen Artikel zum Fall Lambach, der laut Ueberschrift eine ,, Richtigstellung" sein soll. Wir würden ihn nicht weiter beachten, wenn er sich nicht auch mit uns befaßte, und in dieser Hinsicht eine erhebliche Falschstellung" bedeutete. Der Herr General sucht von der Höhe seines durch keinerlei Sachfenntnis getrübten militaristischen Verstandes die Tatsache zu widerlegen, daß der Fall Lambach ökonomische Hintergründe hat und den Kampf zwischen Kapitalisten und Arbeit nehmern innerhalb der Deutschnationalen Volkspartei wider spiegelt. Sehr erregt wendet sich der General gegen den ,, Jungdeutschen", der geschrieben hatte, daß Hugenberg und seine Freunde die eigentliche Kampfbafis zu verschleiern fuchten, und nicht wahr haben wollten, daß dieser Kampf ,, von dem Plutofraten Hugenberg aus plutokratischen Motiven gegen den Arbeitnehmerflügel in der Deutschnationalen Partei entfesselt sei". Hierzu wetter der General: Der General in der Kiste. Von Erich Grisar. er Kiffe. General, der zur Besichtigung anwesend war, ist dabei zugrunde gegangen. Liegt der auch hier unter dem Herzen, fragt dann wohl einer. Zu den Dingen, die eine sehr geschäftstüchtige Fremdenindustrie| Geschütz beim ersten Abschuß bediente, getötet worden. Auch ein dem Reisenden, der nach Flandern kommt, zu zeigen nicht verfäumt, gehört der lange Mar. Eo heißt das Geschüß, mit dem die Deutschen während des Krieges aus einer Entfernung von 70 Kilometern den Hafen Dünkirchens beschossen. Das Geschütz, dessen Rohrlänge nahezu 20 Meter beträgt und dessen Armierung aus dicken Stahlplatten besteht, die jede für sich auf einem Waggon hertransportiert werden mußten, fonnte beim Abschluß des Krieges nicht mitgenommen werden. Eine versuchte Sprengung mißlang, und so blieb das Ungetüm denn als Erinnerung an le grand malheur an ,, le de caque" stehen. Und daß dieses Erinnerungsstück nicht vergessen wird, dafür sorgen die Reisegesellschaften, deren blue and read Cars" jeden Tag zu Dutzenden nach Leugenboom fahren, um hier ihren neugierigen Inhalt auszuladen. Wer seine 2 Frant dem hier wie bei allen Erinnerungsstätten des Krieges postierten Invaliden geopfert hat, darf heran an das ,, Es ist kein Wunder, daß die Sozialdemokratie diese Ber- Ungetüm und die Geschichten anhören, die eifrige Fremdenführer leumdungen zu ihrem Nugen auswertet. So schreibt der unentwegt erzählen. In ihrem Munde nimmt sich der Krieg wie ,, Abend" in Nr. 350: ,, Hier wird von deutschnationaler Seite eine Kette verwegenſter aus icuter Idealismus und Kühnheit heraus und darin liegt die Bedeutung endlich einmal mit voller Klarheit geborener Heldentaten aus, und wenn sie beginnen, die Maße dieses ausgesprochen, daß die wirtschaftlichen Interessen der Arbeitnehmer- Ungetüms, das sich mit hängendem Maule vor dem Besucher reckt, schichten allein von der Sozialdemokratie vertreten werden, während zu erklären, dann klingt es manchmal, als seien die Engländer und die Deutschnationale Partei( wie übrigens auch die anderen bürger- Franzosen und vielleicht sogar auch die Belgier heute noch stolz lichen Parteien) bewußt die Verbesserung der materiellen Lage ihrer darauf, daß einmal eine so große Kanone ihr Leben bedrohte. Anhänger vernachlässigt und ihnen als Ersatz eine nebelhafte ,, idealistische Weltanschaung" aufschwägt." Das hat allerdings im Abend" gestanden. Aber bewußte unwahrheit ist es, wenn der Herr General behauptet, daß die Ausführungen des Jung deutschen" uns zu dieser Feststellung veranlaßt hätten. Nein, die Ursache war ein Artikel des deutschnationalen„ Deutschen Schnelldienstes". Berfasser des Artikels war der mit der Deutschen Zeitung" allgemein und im Falle Lambach speziell gleich gestimmte Herr Kames. Seine Ausführungen wir wiederholen sie gern noch einmal lauteten: Der Arbeiter, der Angestellte, der der deutschnationalen Parole folgt, folgt ihr doch aus innerster, brennendster Ueberzeugung und nicht, weil er von der Reichstagsarbeit der Partei eine Zweipfenniglohnerhöhung oder sonst einen materiellen Vorteil in feinem Berufe erhofft. Selbstverständlich würde jeder Arbeitnehmer längst Sozialdemokrat fein, wenn er als Mensch, als Seele, fich der materialistischen Auffaffung zu verschreiben und alle idealistische Weltanschauung aufzugeben vermöchte... Diejenigen, die bereit sind, um ihrer egoistischen Interessen, um der Interessen für den Beruf oder ihrer Raste willen die Idee aufzugeben, für diese ist kein Platz in der Deutschnationalen Partei. Es ist allerdings erflärlich, warum der Herr General v. Dommes dieses 3itat als den wirklichen Ausgangspunkt unserer Betrachtung verschweigt und statt dessen den ganz unbeteiligten Jungdeutschen" vorschiebt. Denn das Zitat stammt von der Hugenbergschen, nicht von der Hugenberg feindlichen Seite, und stört daher einiger maßen die Beweisführung, daß es sich bei der Feststellung Hugenbergscher schwerkapitalistischer Machenschaften bloße Phantasien handele! um Der Herr tgl. preußische Generalmajor a. D." v. Dommes befindet sich offenbar noch mit seinen Gedanken im Weltfrieg, wo das Fälschen von Pressestimmen ein durch Militärzensur geschütztes Privileg der preußischen Generalität war. Wie gesagt, es hört sich nur so an, und die meisten denken sich gar nichts dabei. Vielleicht, weil sie nicht hinhören, oder weil sie so eifrig beschäftigt sind, sich die 2000 Pfund, die ein einziger Gdyuß aus dieser Kanone gefostet haben soll, in die eigene Baluta umzurechnen und darüber nachzudenken, was man dafür alles hätte kaufen können, wenn... Da aber der Führer meist schon weiter gegangen und sie Mühe haben, nachzukommen, damit ihnen auch nichts entgehe. So tommen sie an eine Stelle innerhalb des Ringes aus Beton, in dem das Geschütz aufgebaut ist, wo in dem Rasen eine Narbe ist, die wie ein großes Herz aussieht. Hier war mal ein Blumenbeet, das aber von den Vielen, die Tag um Tag hierher tommen, längst niedergetreten ist. Die Fremden, die sich wieder mißbegierig um ihren Führer scharen, erfahren, daß unter diesem erzen 26 deutsche Soldaten liegen. Die erste Mannschaft des Geschüzes. Es war fein Segen auf dieser Kanone, erklärt der Führer pathetisch. Man hatte vergessen, den ungeheuren Luftdruck beim Abschuß zu berechnen, und so ist die ganze Mannschaft, die das Wie Rußland Tolstoi ehrt. Am 9. September dieses Jahres feiert ganz Rußland die hundertjährige Wiederkehr des Geburtstages von Leo Tolstoi. Das Stammgut der Tolstoi Jasnaja Poljana steht im Mettelpunkt der Feier. Nach der Revolution, so lesen wir in der„ Literarischen Belt", wurde Jasnaja Poljana in ein Nationalmuseum verwandelt. Aus ganz Rußland tommen schon jetzt Besucher, um den Ort zu sehen, der mit Tolstois Leben und Schaffen so eng verknüpft ist. Hier lebt auch Alexandra Tolstoi, die Tochter des Dichters. Sie leitet die sozialen Einrichtungen, die zum Wohle der Bauern aus der nächsten Umgebung geschaffen worden sind, die Schule, die Werkstätten, die Kinderheime, die Bibliothek und den Klub. Natürlich Die Tolstoi- Jahrhundertfeier wird selbst im entlegenen Rautajus festlich begangen werden. Vorträge über den Einfluß des Kaukasus auf Tolstois literarische Werke sollen gehalten werden. gab es Widerspruch im Lager der strengsten Kommunisten. Ihnen Ansichten z. B. über Religion und Pazifismus jo ganz andere find war es unverständlich, daß ein Mann geehrt werden solle, dessen als die von Karl Marx. Aber diese gegnerischen Stimmen sind sämtlich verstummt, seit in das Festkomitee so bedeutende kommunistische Intellektuelle berufen worden sind wie Lunartscharski und der Geschichtsprofessor Potrowski. Eins der Hauptereignisse der Jahrhundertfeier wird die Verbreitung der erzieherischen und sozialen Möglichkeiten von Jasnaja Poljana sein. Geplant ist, die sechs Dörfer, die in der Nähe des Tolstoi- Besizes legen, zu einem Muſterbezirt" zusammenzuschließen. Sehr bedeutungsvoll ist für Musterbezirk" zusammenzuschließen. Sehr bedeutungsvoll ist für die gesamte Welt die Herausgabe einer offiziellen ersten Gezu finanzieren, hat die Sowjetregierung eine Million Rubel zur Hier Berlin- hier Detroit! ,, Hallo, Berlin! Detroit möchte Ihnen(!) sprechen!" ,, hallo, Detroit! Here's your party in Berlin; go ahead, please." Wirklich und wahrhaftig von Amerika her tönt diese Stimme! Sie gehört einer der Damen, die fraft der zugleich verbindlich- liebenswürdigen und doch Mark und Bein durchdringenden Klangfarbe ihrer Stimme zuia mtausgabe von Tolstois Werken. Um dieses Unternehmen den wenigen Auserwählten gehören, die diese berühmten neuen Gebiet, von fidem ich legt die Bebereinstimmung mit Tofftois ausdrüc lichem Wunsch Herausgabe und ihre Redaktion in den Händen von Wladimir Ticherttom, einem bimir intimen Freunde und Mitarbeiter des Dichters. Das Gesamtwert ist auf neunzig, viellecht sogar hundert Bände berechnet. Es wird sehr viel bisher unveröffentlichtes Material enthalten, besonders Tolstois umfangreiche Tagebücher und seinen persönlichen Briefwechsel. Dem Tolstoi- Museum in Moskau ist ein neues Heim Gebäude untergebracht. Aber schon heute gibt es dem Besuche: Gebäude untergebracht. Aber schon heute gibt es dem Besuche: einen sehr guten Ueberblick über die Hauptereignisse im Leben Tolstois. Diesem Museum angegliedert ist eine Bibliothek, die im ganzen 23 000 Bände enthält und dazu noch 56 000 Zeitungs- und Beitschriftenartikel über Tolstois Werke und Leben. Die Feier des hundertsten Geburtstages von Leo Tolstoi verspricht ein Ereignis von Weltbedeutung zu werden. Nein. Die Deutschen, müssen Sie wissen, haben ihre Offiziere immer besonders begraben. Sehen Sie hier, diese Kiste... Man sieht wirklich eine zwei Meter lange und meterhohe Kiste, deren vordere Wand bereits ausgebrödelt ist. Sie ist aus dem gleichen Beton, wie der dicke Unterstand, der gleich daneben steht und in dem die Frau des Invaliden, der das Geschüß bewacht, echte Brabanter Spigen als Andenken an Flandern verkauft. Die Kiste ft bis oben hin mit Erde angefüllt und sieht aus wie ein riesiger Blumenkasten, denn gelbgefledte und ſammetblaue, dunkle und helle Stiefmütterchen blühen auf dieser Erde, unter der ein Toter liegt. Vor der Stirnwand dieses grausigen Blumenkastens steht der Name des Generals und das Jahr seines Todes. Er hieß Stoffel und ist einer von den vier Generalen, die im Kriege auf deutscher Seite den Tod fanden. Man wollte ihn später wohl in die Heimat schaffen und hat ihn darum nur provisorisch begraben. Durch den plöglichen Rückzug fam der General dann um das ihm zugedachte pomphaste Begräbnis. Und so liegt er denn in seiner Kiste bis auf den heutigen Tag. und viele Ahhs und Ohhs verkünden, daß die Fremden sich freuen, neben der langweiligen Kanone eine so interessante Kuriosität zu finden; denn man fann in Flandern wohl die Gräber vieler Ramenloser finden, Gräber, in denen die liegen, die die Tausende und Hunderttausende in den Tod geführt, sind hier wie anderswo selten, denn die Generäle haben den Krieg zumeist gut überstanden, und wenn wirklich mal einen von ihnen das gleiche Schicksal ereilte, wie fie es täglich den von ihnen Geführten zudachten, dann sorgten die Ueberlebenden schon dafür, daß der Tod, der sich erlaubte, Herren und Beherrschte gleich zu machen, einen Rüffel befam, zum Zeichen dessen, daß es ein Oben gab, für das die unten starben. Und wenn wir Deutschen es bislang auch versäumten, dem unbefannten Soldaten die Ehre zukommen zu lassen, die die anderen am Kriege beteiligten Nationen ihm längst zudachten, wir stehen deshalb doch nicht zurück, denn deutscher Frontgeist war es, der als Zeichen der Widerfinnigkeit des Krieges sich ein unvergängliches mahnendes Symbol schuf, das wirksamer als alle pomphaften Gräber unbetannter Soldaten den wahren Geist des Krieges aufzeigt: Der General in der Riste. ,, Das Girl von der Revue." Ufa- Palast am 300. Der erste Film der neuen Saison zeigt fein neues Gesicht. Mit dem bisher erfolgreichen Wachsen wird der Kampf um die Gunst des Publikums fortgesetzt.( In Amerika beginnt es bereits zu streiken, und der Tonfilm, von dem soviel Geschrei auf Borschuß gemacht wird, soll dazu dienen, durch neue Sensationen es wieder zu gewinnen.) Richard Eichberg behandelt nach dem Manuskript von Hans Sturm die auch im Film nicht ganz unbekannte Karriere des Tanzgirls, das einen Grafen heiratet. Natürlich wird in der Aufmachung nicht gespart. Ganze Stücke der Hallerrevue vermitteln. auch den Hinterwäldlern, die diese Kulturerrungenschaft noch nicht genossen, das allerneuste davon. Kurz vor Toresschluß, ehe auch bie bisherige Revueherrlichkeit wieder versinkt. Der Film scheint langlebiger als die Revue zu sein: sonst fönnte er nicht diese ewige Gezelnen aufzuzählen, lohnt sich. Auf der Bühne, hinter der Bühne, schichte, die Theater und Operette schon erschöpft zu haben schienen, in der Penfion, im Chambreséparé das sind die bekannten Schauplätze. Da das happy end zu früh naht, wird noch ein Epilog angehängt, die weitausgesponnene Hochzeitsfeier, die neue Kochliebe heraufführt, und erst nach dem Umweg über einer Masterade zur Bersöhnung führt. Dina Gralla ist das natürlichste, frischeste, lustigste Tanzmädchen, das den ganzen Schmarren vergessen läßt, und May Hansen der treuherzigste Liebhaber, der immer Bech hat. Den schönen Mage, der das Rennen macht, lächelt Werner Fuet. terer. Sonst noch zu nennen: Falkenstein als Schwerenöter, als lebenserfahrene Tänzerin. neu auftischen. Die Variationen und neuen Kombinationen im einBaulig als Impresario und die überlegene Balery Boothby Meyerholds Urteil über Piscator. I. In einem Interview, das Meyerhold einem Mitarbeiter der zweiten Platz in dem internationalen Fern- und Same, die den zugesichert worden. Bisher ist es in einem bescheidenen einstödigen falschen Wege. Das ihm gestellte Problem habe er nicht richtig ver phonischen Begin, herſtellen dürfen! Dieſe neueſten Stars auf tele: Rorrespondent er. zählt, müssen zudem auch sehr deutlich sprechen und womöglich mehrere Sprachen beherrschen. Immer noh geht es einem durch und durch," sagte Miß Florence Sullivan, die erste Kraft der Fern sprechverbindungsstelle, wenn man eins dieser grandiosen und foftspieligen Gespräche in Gang bringen soll." Sie hat gerade den Herrn in Detroit mit seinem Berliner Teilhaber verbunden.„ Das aufregendste, weil das längste aller Gespräche war bis jetzt eins von San Diego in Kalifornien nach Stockholm." Die zweiten Blag in dem internationalen Fern- und Schnell auf der Stimme besett hält, ist Joharne Ficoratta. Sie löst Miß Sullivan auf ihrem Bosten der telephonischen Transozean- Berbindungen ab. Außerdem werden auf der großen Fernzentrale in New York City noch sieben deutschsprechende, drei französischsprechende, drei Schwe dischsprechende Damen beschäftigt, zwei, die die italienische Sprache beherrschen, eine, die Spanisch fann. Denn jeder Anruf wird außer dem noch von einer offiziellen Lausherin mit abgehört, deren Aufgabe es ist, etwaige Wiederholungen, Schwierigkeiten, Mißverständ nisse zu notieren und auf der Endrechnung dann abzustreichen. Denn bei Unterredungen, die 60 Mark pro Minute fosten, lich jedes Bort.„ Durchschnittlich werben ledig Gespräche Amerika Europa täglich hier angemeldet," erzählte Miß Sullivan.„ Der letzte Anruf von internationalem Intereffe war, als Miß Earhart nah ihrer Landung in England ihre Schwester anrief. Sie war so erregt, daß sie faum sprechen konnte." NUR NOCH 14 TAGE Bonfoffierte Theater. Der Deutsche Chorfänger Berband und der Tänzerbund geben ihren Mitgliedern bekannt, daß es ihnen verboten fei, Engagements in den Städten Trier und Koblenz anzunehmen. Grund liegt barir, baß diese beiden Städte wegen wilſchaftlicher Gomiedier feiten die Einführung einer verfürzten Spielzeit von zehn Monaten in Trier und achi Monaten in Koblenz beschlossen haben. „ Spiel im Schloß" im Renaissance- Theater. Molnars erfolgreiches Lustspiel Spiel im Schloß" fommt ab 1. Auguft in der Inszenierung von Eugen Robert im Renaissance Theater zur Aufführung. unter der Leitung von Barbusse neu gegründeten Zeitschrift ,, Monde" gewährte, äußerte er sich auch über Biscator.„ Auf seiner Reise nach Baris habe er von der Gelegenheit, die Piscator- Bühne zu besuchen, feinen Gebrauch gemacht. Biscator sei seiner Ansicht nach auf einem standen. Er hätte gedacht, in sechs Monaten in Berlin ein revolutionäres Theater schaffen zu fönnen. Aber Piscators Einstellung auf die materielle Bervollkommnung der Bühnentechnik sei zu einseitig. Die Probleme, denen der Regiffeur gegenüberstehe, seien außerordentlich mannigfaltig, Szenerie und Bühne bilden nur den Rahmen. Diesem Milieu müßten die Gesten und Stimmen der Schauspieler angeglichen werden. Aber danach strebe Piscator nicht. Er ließe alte Schauspieler im neuen Rahmen spielen und fenne nicht zur Genüge ihre Fähigkeiten. Ich selbst," so schloß Meyerhold, arbeite mehr als 20 Jahre an meinem Theater, und noch ist es nicht fertig." Ein Auerbach- Gedentitein in Pforzheira. Beim Kupferbammer, dem Eingang zum Schwarzwald, wurde der Gedenkstein für den hier geborenen Dichter Ludwig Auerbach eingeweiht. Auerbach, der Dichter des Liedes D. Schwarzwald, o, Heimat, wie bist du so schön", hat damit das ver. diente Ehrenmal erhalten. ist die vielgerühmte DIE ERNÄHRUNG Sommerschau am KAISERDAMM How ansH gel- li ва 2. ИНяза asvanenibinaxelA geöffnet. Sie müssen darum eilen, wenn Sie nicht viel versäumt haben wollen! 1 Der morgige Sonntag eignet sich am besten zum Besuch der lehr- und bilderreichen Schau. Geöffnet von 9 bis 9 Uhr( Einlaß bis 8 Uhr). Erwachs, 1.50 M, Jugendl. 0,75. FAMILIENKARTEN für 3 Erwachs, oder 2 Erwachs. und 2 Jugendl. bis zu 18 Jahren 3.50 M. Kinder- Zusatzkarte 0.25 M. Schon wieder ein Zugunglück. Natürlich in Bayern!- Ungeheure Leberlastung des Personals. Geffern nachmittag brach im Bahnhof kehrsbach an der Lokomotive eines Personenzuges eine kolbenstange, so daß die Lokomotive weder vor- noch rückwärts fahren konnte. Der Zugverkehr der Linie Nürnberg- Bamberg mußte daher auf der Strede von Forchheim nach Baiersdorf zunächst auf dem falschen Gleis durchgeführt werden. Dabei fuhr ein Personen3ug infolge falscher Weichenstellung auf einen Güterzug auf. Vier Reisende wurden leicht verletzt. Der Perfonenzug fonnte die Fahrt fortsetzen, während die Lokomotive des Güterzuges mit einer Achse entgleift ift. Mehrere Züge erlitten große Verspätungen. Standalöse Zustände im bayrischen Bahnbetrieb. München, 28. Juli( Eigenbericht). Der Einheitsverband der Eisenbahner nahm am Freitag abend in einer sehr gut besuchten öffentlichen Versamm lung Stellung zu dem jüngsten Eisenbahnunglüd, um mit aller Entschiedenheit dem Versuch entgegenzutreten, die Schuld an diesem Unglück dem Personal zuzuschieben. In einer einstimmig gefaßten Entschließung wird erklärt, daß kein Eisenbahn unfall so deutlich das verwerfliche Spar- und Antreiber= system fennzeichne, als gerade diese letzte Katastrophe. Von Reichsregierung und Reichstag wird gefordert, daß der Betrieb der Reichsbahn raschestens wieder unter die Kontrolle des Barla ments gestellt werde, daß sie ferner für die sofortige Einfegung des Achtstundentages, Aenderung der Dienstvorschriften unter Mitwirkung der Gewerkschaften, für Beseitigung der Gedingearbeiten, Abschaffung der Mehrleistungszulage, Einstellung des Personalabbaues usw. Das von einem Fachmann gehaltene Referat förderte sehr bemerkenswerte Einzelheiten über den Lotterbetrieb bei der Reichsbahn, insbesondere im Bereich der Gruppenverwaltung Bayern, zu Tage. So erfuhr man, daß gewisse Dienstkategorien im unteren Personal bis zu 93 Stunden Wochendienst verrichten müssen. Lokomotivführern wurde unter Gewährung besonderer Prämien nahe gelegt, Gutachten abzugeben, wonach ihre CATEL WHER Maschine über die vorgeschriebene Höchstverwendungsdauer von 50 000 Kilometer noch verwendungsfähig seien. Da durchschnittliche Lebensalter einer Lokomotive ist in Bayern 30 Jahre, während sie in anderen Gebieten der Reichsbahn nur 15 bis 20 Jahre beträgt. Stredengeber müssen bis zu 35 Kilometer Gleise im Lauf schritt tontrollieren und find infolgedessen gar nicht in der Lage, genaue Untersuchungen anzustellen. Ein Lokomotivführer mußte seine Maschie 38 mal zur Reparatur anmelden, ehe seinem Verlangen stattgegeben wurde. Die in Bayern übliche ein männige Besetzung der elektrischen Lokomotive bedeutet eine ständige Gefahr für das reisende Publikum. Die Versammlung gelobte, dem Kampf gegen das fluchwürdige Sparsystem der Reichsbahn mit allen Mitteln zu betreiben. Sozialismus und Weltanschauung. Die Streitfrage, ob der Sozialismus eine Weltanschauung ist, bewegt heute wiede: in startem Maße die Geister. Bielfach ist der Streit um diese Frage eine Folge unflarer Begriffsbestimmungen, die notwendigerweise Mißverständnisse hervorrufen. Diese Untlarheiten sucht Dr. Karl Schröder im Juliheft der„ Bücherwarte“ ( in der Beilage Arbeiterbildung") in einem Artikel Sozialismus und Weltanschauung" zu beseitigen, indem er die Wurzeln der Ideologienbildung aufdeckt. Er kommt zu der Schlußfolgerung, daß die neue sozialistische Weltanschauung entscheidend geboren wird aus Sein und Werden der Arbeiterklasse. Damit wird die soziologische Grundlage gegeben für die Gestaltung der Gedankenwelt, die mit dem Durchbruch sozialistischer Tendenzen im Gesellschaftsleben in steigendem Maße Geltung erlangt. In engem Zusammenhange mit diesem Artikel steht ein Aufsatz von Christian Döring: Marrismus tut not!", der die Frage zu beantworten sucht: Wie sichern wir uns den Nachwuchs, und wie bringen wir es fertig, unsere Organisationen nicht nur zu er meitern, sondern auch zu vertiefen?" Als eines der wichtigsten Mittel hierzu betrachtet Döring den Ausbau der Arbeiterbildungsbewegung, die nicht eine Bildungsbewegung schlechthin ist, sondern SWEEE Der Raketenwagen aus Holz. eine Schulung sowohl der Maffen als der Führer im margiftischen Sinne. Denn mur die marristische Theorie stellt den Zusammen hang her zwischen sozialistischem Endziel und praktischem Tages tampf, und fichert jene Einheit zwischen Wollen und Können, die die Voraussetzung des Erfolges des proletarischen Befreiungstampfes ift. Bon aktueller Bedeutung ist ferner eine bibliographische Skizze Don Otto Jenssen:„ Sozialismus und Kolonialpolitik", die eine Uebersicht der älteren und neueren sozialistischen Literatur über die Kolonialfrage gibt. Im Hinblick auf den internationalen ſozialiftischen Kongres in Brüssel, auf dem auh die Kolonialfrage behandelt werden soll, dürfte diese Uebersicht vielen Lesern willtommen sein. Aus den zahlreichen Beiträgen der Bücherwarte" sei ferner noch genannt eine umfangreihe Abhandlung des bekannten Litera turhistorikers Dr. Alfred Kleinberg:„ Theate: und Drama". in der eine lebersicht der wichtigsten Erscheinungen der dramatischen Literatur gegeben wird. " Die Bücherwarte" mit Beilage Arbeiterbildung" ist zum Preise von 1,50 m. für das Vierteljahr durch die Post, die Buchhandlung Diez, Lindenstr. 2, und durch alle Borwärts"-Speditionen zu beziehen. Einzelnummern tosten 75 Pf. 25 000 Tonnen Kohle brennen! Kattomis, 27. Juli. Die auf dem Kaiser- Wilhelm- Schacht der Giesche- Grube lagernden Rohlenbestände etwa 25 000 Tonnen- find in Brand geraten. Um den Brand zu löschen und die noch nicht vom Feuer ergriffenen Bestände zu retten, ist der größte Teil der Belegfchaft zu den Löscharbeiten herangezogen worden. Theater der Woche. Bom 29. Juli bis 6. August. Boltsbühne. Theater am Bülowplah: bis 31. Orpheus in der Unterwelt; ab 1. 8. geschloffen. Theater mit feftem Spielplan. Deutsches Theater: Artisten. Die Komödie: Es liegt in der Luft. Komische Oper: Zieh' dich aus. Deutsches Bünftlertheater: Es fommt jeder drau! Lustspielhaus: Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Trianon- Theater: Totentanz.- Residenz- Theater: Standal im Bett. Berliner Theater: Der Prozeß Mary Dugan. Neues Theater am 300: Frühlingsmädel. Die Tribüne: Sybille?... Ausgeschlossen! Kleines Theater: Das Sprungbrett der Liebe. Walhalla- Theater: Das Absteigequartier. RofeTheater- Gartenbühne: Der Fürst von Pappenheim. SchloßpartTheater Steglih: Die Zirkusprinzessin. Theater in der Lühowstraße: Ernst und Scherz in der Erotik. Theater mit wechselndem Spielplan. Theater des Westens: bis 31. 7. Die ungefüßte Eva; ab 1. 8. Das füße Geheimnis. Leffing- Theater: bis 31. 7. Spiel im Schloßz; ab 1. 8. Der 3arewitsch. Renaiffance- Theater: bis 31. 7. Das Bett; ab 1. 8. Spiel im Schloß. Scala: bis 31. 7. geschl.; ab 1. 8. Internationales Barieté. Reichshallen- Theater: bis 31. 7. Gast[ piel Dresdener Bittoria- Sänger; ab 1. 8. Stettiner Sänger. Theater am Rottbuffer Tor: bis 31. 7. Sonder- Gastspiel Otto Bauls Bunte Bühne; ab 1. 8. Elite Sänger. Nachmittagsvorstellungen. Valliers neuer Raketenwagen, der nur fünfzig Kilogramm schwer war, sollte die Erprobung des Weltraummotors um einen Schritt weiterbringen. Das Fahrzeug erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von Mittwoch. Leffing Theater: Sarewitsch. Renais 250 km auf der Strecke Nordhausen- fance Theater:- Spiel im Schloß Theater des Westens: Das füße Geheimnis. Rose Theater: Das Gernrode, entgleiste aber dann, und wurde Musikantenmädel. Rofe- Theater: 5% Uhr Konzert und bunter Teil. SchloßpartTheater Steglih: 29. Das Dreimädlerhaus. zerstört. Erstaufführungen der Woche. Berantwortlich für die Redaktion: Artur Geterans, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b.$., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanftalt Baul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu i Beilage. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! Volksbühne Beutsches Theater teater am Bülowpiatz Norden 12 310 814 Uhr RU. Ende nach 101/2 Orpheus in der Artisten Unterwelt Rose- Theater Gr. Frankt. Str. 132 5 Uhr: legie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/751 Konzert und bunter Teil 2 U. Ende 10%, L. 844 Uhr: Der Fürst von Pappenheim Theater des Westens 814 Uhr: Lori Leux in Die ungeküßte Eva Operette in 3 Akten Musik v. Martin Knopf. Rundfunk hörer habe Preise Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater marioitanstr.90/ 91. Jona.171 Ende nach 101, lastspiei d. Deutschen( h. Der Prozek Mary Dugan Kleines Theater Residenz- Theater 81 Uhr: Blumenstr. 8. Sprungbett Täglich 8 Uhr der Liebe Rundfunk hörer halbe Preise Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Walhalla- Th. Elfriede Mertens a.G. Weinbergsweg 19/20 Täglich 8, Uhr Absteigequartier Jugendliche keinen Zutritt! Park.auch Sonntags statt 4.- M. nur 60 Pi. Jugendliche haben keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt statt 4.- Mk. nur 1. Mk. Saltenburg- Sühnen J.s. Künstler- ih. 842 Uhr Es kommt jeder dran! Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater fäglich 8 Uhr Lustspielhaus Täglich 8, Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Spiel im Schloss" Komische 8% Uhr Oper 8, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel: Mpl. 16077 Bis 31. Juli täglich 8 Uhr: Sonder- Gastspiel Otto Pauls Bunte Bühne Ab 1. Aug.: Wiederauftreten der Elite- Sänger Volkspreise: 50 Pfg. bis 2 Mk. Heute Sonnabend Fest der FILM- u.SPORTPRESSE LUNA PARK || Autogrammstunde des ,, Film- Magazin" Schaukampt: Haymann- Domgörgen Filmstar gesucht! Film- Preisbewerb: 500 MK. in bar. Eintritt: Mk.1.20 Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr bis zum 31. Juli: Dresdner Viktoria Sänger Ab 1. August: Stettiner Sänger Wiederauftreten von Paul Britton. Donholt Brett' ( Saal und Garten) Varieté Kabarett- Tanz Küchen Verkauf direkt an Private Die alten Preise nur noch bis 8. Juni d. J. Küche Hilde 7teilig 188.-Küche Ilse 7teilig 245.Küche Helga 7ieilig 265. Abwaschtische 50.Wäscheschränke 65. Kinderschränke 60.BEROLINA Kommandantenstr. 57 SCALA Beginn der Winterspielzeit Mittwoch, d. 1. August, abds. 8 Uhr Vorverkauf an der Theaterkasse von 10-5( Nollendorf 7360), bel Wertheim, K. d. W., Tietz, Invalidendank und allen bekannten Hotels u. Billettbüros. Kleinen Anzeiges Besonders wirksam sind die in der Gesamt. Auflage billig! des Vorwärts und trotzdem Offene Füße Beinschäden aller Art, Salzfluß, Brandwunden und alte eiternde Wunden werden geheilt durch das beste Mittel Altschadensalbe HERGA erstklassige Anerkennungen und Dankschreiben. Alleiniger Hersteller und Versand Altstädtische Apotheke, Berlin C. 2, Münzstr. 14/15. Preis pro Dose M. 1.50, Kurpackung M. 4.50. 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Illustriert von Schlichter geb. statt M. 4.M.-. 95 Oskar Maria Graf, Zur freundlichen Erinnerung. 8 Erzäh lungen. geb. M.-. 95 Werner Kautzsch, Hofgeschichten aus der Regierungszeit Wilhelms II. 308 Seiten geb. M. 1.50 Dr. Grasshoff, Das wahre Gesicht der Hohenzollern. Aus fünf Jahrhunderten ihrer Familiengeschichte. 2. Aufl. 190 Seiten Außerdem: • M.-. 75 Ein großer Posten Romane, Novellen, Erzählungen u. a. Ladenpreis bis M. 10.jeder Band M. 0.95 Wir empfehlen, da die Bestände der einzelnen Werke nur sehr klein sind, umgehende Bestellung. Lieferungsmöglichkeit vorbehalten. Versand in der Reihenfolge des Bestellungseingangs Partei- Buchhandlung J. H. 10. Dietz Nachf. Hauptgeschäft: Berlin SW68, Lindenstr. 2 Filiale: SO, Prinzenstr. 63 Beilage Sonnabend, 28. Juli 1928. Das Leben eines Revolutionärs. Ein Vorläufer des Sozialismus in Rußland. ,, Handelt so, daß Euer persönlicher Borteil mit den Interessen der Allgemeinheit zusammenfällt; dann werdet Ihr Euch weder Gewalt antun noch aufopfern müssen." Tschernyschemiti. Am 25. Juli jährte sich der 100. Geburtstag des Vorfämpfers des russischen Sozialismus Nicolai Gawrilowitsch Tschernyschewski. Geboren in Saratow, als Sohn eines Geistlichen, erlebte er als junger Student im Jahre 1848 die europäischen Revolutionen. Troß der schärfsten Zenjur fanden die Lehren des Sozialismus Zutritt zu ihm. Von ihnen erfüllt, wurde er dank seiner hervorragenden Fähigkeiten Führer der jungen Generation der russischen revolutionären Intelligenz und übte auf sie einen ungeheuren Einfluß aus bis der Zar ihn in seine Kasematten warf und in die Zuchthäuser Sibiriens verbannte. Es war anfangs der 60er Jahre. Eben erst hatte Alexander II., der Bar Befreier", die Bauern aus der Leibeigenschaft gehoben, Rußland u. a. eine neue Gerichtsverfassung und eine städtische Selbstverwaltung gegeben. Die Reformen waren aber auf halbem Wege steden geblieben. Die Bauern erhielten Freiheit", jedoch fein Land. Die Selbstherrschaft blieb in ihrer ganzen unerschütter lichen Selbstherrlichkeit bestehen, die russische revolutionäre Intelligenz fah sich in ihren besten Hoffnungen getäuscht. Es gärte unter ihr, es gärte unter der Bauernschaft, Tschernyschewski machte fich zum Sprachrohr. Er verfaßte einen Aufruf an die Bauern, einen anderen an die Sektengruppen; einer feiner nächsten Gefinnungsgenossen sollte einen Aufruf an die Soldaten und ein weiterer Gesinnungsgenosse einen an die junge Generation verfaffen usw. Da wurde Tschernyschewski verhaftet. Eine große Zahl von Feuersbrünsten in Petersburg hatte die Regierung in panischen Schrecken versetzt. Man fahndete nach den Urhebern. Zwar war Tschernyschewsti auf eine Verhaftung gefaßt. Trotzdem wähnte er sich sicher. Nie führte er irgend etwas Rompromittierendes bei sich, man hätte bei ihm nie irgendwelche Beweise gegen ihn gefunden. Die politische Polizei verstand aber ihre Sache. Als sie tatsächlich nichts fand, was als Indiz hätte dienen können, da machte sie sich an einen jungen Schriftsteller, Kostomarow, heran, der seinerzeit von Tschernyschewski den Auftrag erhalten hatte, den Aufruf an die Bauern in einer Geheim typographie zu drucken. Verhaftet, war er den funstvollen Fallen, die die politische Polizei sowohl ihm wie seiner Frau stellte, nicht gewachsen; er begann zu plaudern, belastete Tschernyschewsti aufs äußerste und wurde schließlich zum willfährigen Werkzeug der Untersuchungsorgane. Diese bedurften aber untrüglicher Beweise, um beim Senat eine Berurteilung Tschernyschemstis zu erzwingen. Die Beweise wurden denn auch auf die raffinierteste Weise mühselig herbeigeschafft. Mit Hilfe Rostomaroms murden ein Brief und ein Zettel verfertigt, die die gefälschte Handschrift Tscherny fdemftis zeigten und ihn unwiderruflich belasteten. Es half nichts, daß der Angefchuldigte die plumpe Fälschung nachwies; grapholo gische Sachverständige bestätigten die Identität der Handschrift. Auch ein falscher Zeuge wurde gekauft, der über ein angebliches Ge spräch zwischen Kostomarom und Sichernyschewski bekunden tonnte. So waren untrügliche Schuldbeweise vorhanden, die vom Zaren speziell eingesetzte Untersuchungsfommiffion fonnte ihre Arbeit abschließen, der Senat durfte sein Urteil jällen. Unterdeß saß Tschernyschewski zwei lange Jahre in einem der steinernen Käfige der Peter Paul Feftung. Er war guten Mutes, ging feinen Studien nach, schrieb zuversichtliche Briefe an seine Frau und humorvolle an den Generalgouverneur von Mostau. | Er nannte die Polizeischergen und die Untersuchungsorgane nicht Er nannte die Polizeischergen und die Untersuchungsorgane nicht anders als Spaßvögel, die mit ihm ihren Spaß trieben. Auch an den Zaren wandte er sich, um wegen der unrechtmäßigen Einferferung zu protestieren. Der Zar interessierte sich in höchstem Maße für den Verlauf der Untersuchung, verfolgte alle ihre Einzelheiten und ließ teinen Zweifel darüber, daß er Tschernyschewskis Verurteilung erwarte Der Senat sprach sein Urteil. Tschernyschewski wurde nach Berluft sämtlicher Rechte zu 14jähriger Zwangsarbeit in den Bergwerfen verurteilt; nach Berbüßung der Strafe sollte er für ewige Zeiten in Sibirien verbannt bleiben. Alexander II. setzte die Strafe gnädig auf die Hälfte herab. Am 19. Mai 1864 wurde der 35jährige Tschernyschewski auf die Richtstätte geführt. Das Urteil wurde verlesen, der Berurteilte zuerst an den Schandpfahl öffentlich zur Schau gestellt und dann auf die Knie gezwungen; über seinem Kopf wurde ein Säbel zerbrochen. In diesem Augenblick flog ihm ein Blumenstrauß zu Füßen. Die Frau, die ihn geworfen hatte, wurde verhaftet. Die anwesende Jugend ließ sich nicht davon abhalten. ihm zuzurufen: Lebe wohl, Tschernyschewski! Auf Wiedersehen!" Tschernyschewski war seit dem Augenblick aus der Zahl der Lebenden gelöscht. Alle Versuche, ihn aus dem Kerker zu befreien, verliefen ergebnislos. Der Revolutionär Lopatin verließ zweimal heimlich seine Verbannung, um ihn zu befreien. Der Revolutionär Myfchtin hatte es fast geschafft. Als Gendarmerieoffizier verkleidet, wies eine Order auf die Befreiung Tschernyschewstis vor. Er wurde aber entlarvt und gefaßt. Sieben Jahre Zwangsarbeit in Bergwerten sind weniger als ein ganzes Leben. Es bleibt dem Zuchthäusler immer noch die Hoffnung, fich später in der sibirischen Verbannung wieder mit seiner geliebten Frau zu vereinigen und in einer fleinen Stadt, umgeben von seinen Büchern, die unterbrochene geistige Tätigkeit wieder aufzunehmen. Es tam aber anders. Tschernyschewski wurde im fernen Jatutst in ein Gefängnis gesteckt. Hier blieb er bis nach dem Tode Alexanders II. im Jahre 1881. Die Frage seiner Befreiung spielte eine gemisse Rolle bei den Verhandlungen gewisser dem Zaren nahestehender Kreise mit der Partei der Volksfreiheit über die Einstellung des Terrors. Im Jahre 1883 gestattete man ihm, in das europäische Rußland zurückzukehren. Als Aufent haltsort wurde Astrachan bestimmt. Tschernyschewsti war nun ein alter und gebrochener Mann. Er midmete sich der Uebersetzung der Geschichtswerte von Schlosser und Weber. Erst im Jahre 1889 durfte er seine Heimatstadt wiedersehen, um wenige Monate später zu sterben. Tschernyschewstis Einfluß auf die heranwachsende Jugend hat mit seiner Einterferung nicht aufgehört. Generationen revolutio närer Intelligenz hatten in ihm den Borläufer des russischen So. zialismus, ihren Lehrer und Meister gefunden. Im Archiv der deutschen fozialdemokratischen Partei befinden sich seine Werte mit Mary's handschriftlichen Randbemerkungen, aus denen hervorgeht, wie hoch dieser ihn schätzte; er nannte ihn einmal ,, einen großen ruffischen Gelehrten und Krititer". Die zaristische Regierung mußte, welche Gefahr er für sie bedeutete und hat ihn deshalb vernichtet. Tschernyschemstis Tod gab Anlaß zu Studentendemonstrationen; an seiner Beerdigung nahmen Delegierte revolutionärer Arbeiterzirfel teil. Die Morgenröte der russischen Revolution ging bereits langsam auf. Dem russischen Industrieproletariat muchyjen Flügel. Den utopischen Sozialismus löfte der wissenschaftliche ab. Tschernyfchemftis Opfer war nicht umsonst gebracht.. Haus an der Waterloo- Chaussee. Belgiens Arbeiterhochschule. Weitab vom Haften und Jagen der Großstadt, mitten in einem Schattigen Park, dessen hohe, ale Bäume wie schützend ihre Zweige über das Haus breiten, liegt die Arbeiterbildungsschule Belgiens. Etwa 40 Minuten fährt man mit der Elektrischen von Hauptbahnhof Brüssel nach der Borstadt Uccle, erst durch alte, enge Gassen, an den Proletarierwohnungen der Unterstadt vorbei, später durch schöne, breite, von hohen Bäumen eingesäumte Boulevards. Nur menige Schritte von der Haltestelle, und wir sind am Ziel. Die hohe, eiserne Pforte des Parks öffnet sich. Der Eintretende atmet unwillkürlich tief auf, um die herrliche, reine Luft, um den Frieden und die Stille dieser Umgebung ganz in sih aufzunehmen. Grüne Rafenflächen, Blumenbeete, blühende Sträucher und Bäume, wohin auch der Blick schweift! Breite, fiesbedeckte Alleen, tühle, schattige Wege führen zu den Shul- und Wohngebäuden, in denen alljähr lich eine Anzahl belgischer Genossen und Genossinnen für ihre Weiterbildung, für ihre geistige Schulung zum Wohl der gesamten Arbeiterschaft sich bemüht. Ein Werf der Arbeiterschaft. Die Arbeiterbildungsschule in Brüssel ist ausschließlich das Werk der belgischen Arbeiterklasse. Sie entstand nach dem Weltkrieg, aus der tiefen Erschütterung der belgischen Proletarier über das Fur htbare, das fie erlebt hatten, aus dem Drang, Aufklärung zu schaffen, für die Ziele des Sozialismus zu werben, aus der Sehnfucht nach Berinnerlichung und Bertiefung ihres Wissens. In stiller Abgeschlossenheit und Konzentration, in ernster Arbeit und be glückender Gemeins haft, sollte hier eine Stätte errichtet werden, an der belgische Proletarier in den geschichtlichen Werdegang des Sozialismus, in die großen, weitumfassenden Aufgaben der Arbeiterbewegung eingeführt werden sollten. Von hier aus sollte sich langsam ein Strom der Bildung und Kultur, ein Strom politifchen Wollens und sozialistischer Ueberzeugung in alle Teile Belgiens ergießen. Von hier aus aber sollten gleichzeitig Ströme der Friedensbereitschaft und der Verständigung hinausfließen in die ganze Welt, alle Grenzen und Schranken zwischen den Bölfern überbrückend. Auf dieser Grundlage, den Blick fest auf die großen Biele der Arbeiterbewegung der ganzen Welt gerichtet, wurde die Arbeit an der Bildungsschule in Angriff genommen. Und von diesem Geist und dieser Stimmung durchalüht, wird sie bis heute unter der Führung des Genossen Léon Delfinne, des Direktors der Anstalt, durchgeführt 雲 Die Schüler, die hier alljährlich Aufnahme finden, werden durch ihre Organisation vorgeschlagen. Es handelt sich um begabte, mindeftens 18 Jahre alte Proletarier, die körperlich gesund sind, und deren Charaktereigenschaften eine Gewähr für die Einordnung in eine sozialistische Gemeinschaft bieten. Sie müssen die Grundele lesen und schreiben fönnen. Die Kurse, die etwa von September mente der Volksschule in sich aufgenommen haben und französisch bis Juli dauern, umfassen eine Fülle von Fächern. Einen breiten Raum nehmen darin die Ausbildung in der Muttersprache, sowie Der Frauenpavillon. die gründliche Einführung in die Elemente der Arbeiterbewegung nach der politischen und gewerkschaftlichen, nach der fulturellen wie der genossenschaftlichen Seite ein. Daneben wird die allgemeine Welt- und Kulturges hichte unterrichtet, die Geschichte des Sozialismus wird ausführlich behandelt, und Bürgerrecht, fozialer Gesetzgebung, Psychologie, Rechnungsführung sind eine große Anzahl von Unterrichtsstunden gewidmet. Einen teineren Raum nehmen Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Kunstgeschichte und Literatur, pädagogische Fragen und statistische Berechnungen ein. Dagegen sind der Gesundheitspflege nicht weniger als 20 Unterrichtsstunden vorbehalten, in denen alle Fragen der Hygiene, die gerade für den Proletarier von großer Wichtigkeit und Bedeutung sind, ausführlich behandelt werden. Im Verlauf der Kurse, die bis jetzt stattgefunden haben, kam man zu dem E:= gebnis, daß das Alter von 18 Jahren als absolutes Minimum besprochen, daß die jungen Arbeiter wenigstens 20 Jahre alt fein trachtet werden muß. Im allgemeinen wird der Wunsch ausgemögen, damit eine gewiffe Reife verbürgt erscheint. Dagegen ist man auf Grund der hier gesammelten Erfahrungen zu einer immer shwächeren Betonung der früher aufgenommenen Schulbildung gefommen, da es sich zeigte, daß Schüler, die früher in der Volksschule zu den schlechteren gehörten, in reiferem Alter die Lücken ihres Wissens nicht nur überraschend schnell auszufüllen verstanden, sondern im Verlauf der Kurse sogar Kameraden, die als Kinde glänzende Schulzeugnisse aufzuweisen hatten, überflügelten. Man legt deshalb heute bei der Aufnahme den Hauptwert auf Jutelligenz, gute Charaktereigenschaften und die Durchdringung der Lebensführung mit den Grundfäßen der sozialistischen Weltanschauung. Auf diese Weise hofft man, die wirklich wertvollen Kräfte der Arbeiterbewegung am besten und am wirksamsten zu erfassen. Ein Rundgang durch die Schule. Ein Rundgang durch die Arbeiterhochschule vermittelt durchweд erfreuliche Eindrücke. Kleine, saubere Einzelzimmer, von deren Fenstern man einen herrlichen Blick in den blühenden Bark genießt, dienen den Schülern als Schlafzimmer. Fließendes Waffer, Badeeinrichtungen und helle, luftige klaffenräume zeigen, daß die Grundsäße der Hygiene, die im Unterricht behandelt werden, hier in der Braris angewendet werden. Hell und freundlich, mitten im Grünen gelegen, sind auch die Eßräume und der kleine Bersammlungsfaal, in dem oft gemeins haftliche Aussprachen stattfinden ,. Auf diese o Das Unterrichtsgebäude. Weise, durch ausgedehnte Körperpflege, durch Aufenthalt in reiner, frischer Cuft, und durch eine kräftige, nahrhafte Koft hofft man, den Gefahren der Heberarbeitung, denen gerade die Besten und Eifrig ften ausgefeht sind, wirksam zu begegnen. Denn oft handelt es sich um unterernährte, geschwächte Menschen, die sih, taum der schweren Fabritarbeit entronnen, mit Feuereifer in die neue Tätigkeit stürzen. Gerade für sie ist deshalb ein besonderes Gegengewicht nötig. Flämische, das Wallonische und das Franzöfifche, begegnen uns auch Die drei Sprachen, die in ganz Belgien gesprochen werden, das in der Arbeiterbildungsschule. Das Flämische ist für uns Deutsche nicht schmer zu verstehen, denn es ist dem Holländischen und Plattdeutschen nahe verwandt. Dagegen handelt es sich bei dem Ballonis ten um eine oltfranzöfifche Mundart, die mit fremden Sprachresten durchzogen ist. Sie wird vor allem in den Brovinzen Namur, Luxemburg, Lüttich und Hennegau ge= sprochen. Die offizielle Sprache Belgiens dagegen, die Sprache seiner Literatur und seine: Gebildeten, ist das Französische. Was uns als Sozialisten am meisten an diesem Dreisprachenland intereffiert, das ist die Tatsache, daß diese verschiedenen Ausdrucksforment die politische und wirtschaftliche Einheit Belgiens feineswegs cr= fchüttern. Und mir dürfen daraus, wie aus dem Beispiel der Schweiz, den Schluß ziehen, daß auch unser großes Ziel, die Shaffung eines vereinigten Europa, troß der verschiedenen Sprachen der einzelnen Bölker sehr mohl verwirklicht werden kann, wenn mur erst der zielbewußte, vor feinem Hindernis zurückschreckende Wille dazu vorhanden ist. Um dieses Ziel zu erreichen, das einen Krieg, wie er 1914 notwendig, daß die deutsche Sozialdemokratie mit den Genossen der möglich war, illusorisch machen wird, ist es immer wieder aufs neue notwendig, daß die deutsche Sozialdemokratie mit den Genossen der übrigen Völker Europas Fühlung nimmt. Es ist deshalb dem Sozialistischen Bildungsausschuß ganz besonders zu danken, daß er der Teilnehmer auf einige Tage in der Arbeiterhochschule bei Brüssel auf seiner diesjährigen Belgien- Studienreise eine große Anzahl wohnen ließ, und daß er allen Reiseteilnehmern an einem Abend der Zusammenfimft mit belgischen Genossen einen Einblick in das Werden und Wachsen der belgischen Arbeiterbewegung gestattete. Denn unser Ruf Krieg dem Kriege" ist auch der Ruf unserer sozialistischen Genossen der übrigen Länder, und mur in enger, brüderlicher Zusammenarbeit mit ihnen wird die Verständigung der Völker, der Weltfriede, den wir erstreben, Wirklichkeit werden. Wer weiß das? Rajan, die Hauptstadt des ehemaligen Tartarenreiches und jetzigen russischen Gouvernements gleichen Namens, ist bereits zwölfmal abgebrannt. * Der Adler frißt von seiner Beute stets zuerst die Zunge, die Rage den Kopf. * In Deutschland läßt die Jugend Drachen aufsteigen, in China tun dies die Greise. Eine Bienenkönigin fann 5 Jahre alt werden. Als niedrigste Lufttemperatur find an einzelnen Tagen in Berchojanjt in Sibirien 68 Grad beobachtet worden. Der Inhalt eines Straußeneies entspricht etwa dem von 36 Hühnereiern. Die Särge der altägyptischen Mumien sind aus dem Holze einer Feigenart, der Sytomore, hergestellt. &tri �)ijzrierc�lj3ruccrh von JashZ tßvrgp&üzr (13. ftortfefcung.) Mama Grubsr nahm sie sich her und sprach mit ihr eines Nachmittags ganz ernstlich. Die Aussicht, daß eine berühmte Schau- spielerin aus ihrem Salon hervorgehen würde, reizte ihren Tätig- keitsdrang besonders. Alles, was von Jugend an in ihr an Romantik aufgespeichert lag, entlud sich im Interesse fürs Theater. In der Ehe mit Adolf Grubcrs Söhne gab es die Wohlhabenheit, an die sie nunmehr schon gewöhnt war, und Kinder. Aber von Adolf Grubers Söhne mit ihrem immer weiter reichenden Sensen- «rport konnte man nicht Abenteuer verlangen, Messerkämpfe um ihren Besitz, Erlebnisse im Mondenschein, atemraubende Spannung der Ereignisse. Der Ersatz für dies olles, was sie als schlanke», junges Mädel erträumt hatte, war nun das Theater. Das Geheim- nis Hintsr dem herabhängenden Vorhang war der Extrakt aller Geheimnisse, auf die sie im Leben verzichten mußte. Die Begegnung mit einem Mann oder einer Frau, die innerhalb jener Geheimnisse lebten, indem sie an Lühnenproben teilnahmen und den Beginn der Vorstellung hinter dem Vorhang erwarteten, war für Frau Gruber seit jeher und immer noch ein Hineinlugen in eine Welt, die alles hatte, was sie nicht befvh, und das war das einzige, was sie nicht besaß, ober es war so viel! Di« D«ly und die Lutz, ihre Töchter, sollten in der sicheren, bürgerlichen Ehrbarkeit verbleiben, für die sie ja sichtborlich Neigung hatten und aus der sie sich s�bst nicht herausgetraut hatte. Aber die Hilde— na, Frau Gruber war es gewöhnt, zwischen sich, ihrem Fleisch und Blut, dem, was ihr angehörte und was sie zu ihrer Ruhe, ihrer Bequemlichkeit, ihrer Behaglichkeit und ihrem Wohlleben brauchte, einerseits und dem gesamten übrigen Weltall anderseits einen Trennungsstrich zu ziehen, dessen sie sich bei aller ihrer Liebenswürdigkeit bewußt war. Was jenseits dieses Walles war, hatte für sie nur soweit Interesse, als es sie, ihr Fleisch und Blut, ihr« Ruhe, ihre Bequemlichkeit, ihr Behagen und ihr Wohlleben irgendwie betraf. Es gab zwar Brücken hinüber und herüber, aber die konnten jederzeit ab- gebrochen werden, und da drüben konnte man auch Experimente wagen, die man herüben nicht unternommen hätte. Hilde, die jetzt so oft zu Gruber kam, daß sie auch oft ihre beiden Freundinnen nicht zu Hause traf und ruhig in der Wohnung auf sie wartete, erhielt im Zimmer der Dely den Besuch der Mama Gruber. „Sag' mal, Kind, ich wollte dich schon sprechen— was meinst du, wenn du zum Theater gingest?" fragt« Mama Gruber unver- mittelt und zündete an ihrer erlöschenden Zigarette eine neue an. „Wer? Ich?" „Natürlich du! Wie du als Schlangenbändigerin dagestanden bist und gar erst, wie du das Dirnenlied gesungen hast, die Leute waren ja begeistert— geh, bitt' dich, du weißt das so gut wie wir .olle! Laß doch die Studiererei und werde Schauspielerin oder Sängerin, womöglich Operettensängerin, das trägt ja viel mehr ein!" Hilde war sprachlos vor Staunen. Ja, die Leute hatten ihr immer so viel Unsinn gesagt:„Ach, Fräulein, Ihr Profil! Gehen Sie doch zum Film!" und so weiter— ober ernst hatte sie das nie genommen. Aber daß Mama Gruber auch so sprach... „Hast du nie daran gedacht?" „Nein!" „Komisch! Wie kann eine Frau an was anderes als ans Theater denken!" „Mein Gott, Mama Gruber, es gibt doch viele Berufe..." „Aber ja, gewiß! Doch für eine Frau, die Karnerc machen will, gibt es nur einen. Und du sollst Karriere machen, Kind!" „Wie gut du, zu mir bist, Mama Gruber!" „Ja, Kind, ich denk' für dich. Ich hob' mit dir meine Pläne." Hilde zog wieder einmal die Oberlippe hoch. Das vertrug sie nicht, daß man mit ihr Pläne habe und sie wollte selbst für sich denken. Aber das wußte nur Edi, was das bedeute, wenn Hilde ihr Gesicht leicht verzog. Bor Mama Gruber hotte sie noch nie Gelegenheit gehabt, unzufrieden zu sein. „Ich mein' also, Kind, du gibst das Gymnasium auf und gehst in eine Theaterschul'l" „Nein, Mama Gruber!" „Nein? Was heißt dos: Nein?" Mama Gruber warf die halbgerauchte Zigarette fort und zündet« sogleich eine andere an. „Ich hob' auch meine Pläne. Die Matura muß ich machen." „Aber wozu denn? Was willst du werden? Phildsophin? Oder Lehrerin? Damit kann man nix machen. Oder gar Aerztin— die verdienen doch allesamt nichts. Du mußt an deine Zukunft denken, Kind, du bist ein arme» Mädel." Frau Gruber liebte es, brutal zu sein, wenn e» ihren Willen durchzusetzen galt. Da tonnte sie keine Umwege und keine Rede- Wendungen. „Ihr hobt nicht», du und dein« Mutter. Willst du auch dein Leben lang französische Stunden geben?" Hilde schnitt chre Grimasse noch deutlicher, so daß e» Frau Gruber merken mußte. „Na, darüber braucht man sich nicht zu schämen. Armut ist kein« Schande. Aber herauskommen muß man aus ihr, und dos kann man, wenn man jung und vernünftig ist. Schau, Kind..." Frau Gruber war bisher im Zimmer herumgegangen, jetzt setzte sie sich vor Delys Toiletteüsch nieder, legte sich die Zigaretten» dose bereit und fuhr in ihrer lebhaften Art fort:„Jetzt lebst du schon«in gut Stück Zeit mit un», da wirst du doch ein bisset wo» abgeguckt haben, wie man das Leben vernünftig anfaßt! Du wirft doch kein« Idealistin fein! Im Leben ist eines wichtig! reich sein oder reich werden. Alles andere ist a Schmarrn, glaub' mir'?. Was willst du sagen— du hast Neigung zum Studieren? Na gut. Oder du hast Neigung für den oder jenen Berus? Denn man arm ist, hat man kein« Neigungen, die aussichtslos sind und kein Geld eintragen. Ich mach's dir ja leicht. Di« Kosten in der Theoterschul« trog' ich. Da» wird mich nicht umbringen. Und du gibst da» blöd« Gymnasium auf und lernst fürs Theater. Mehr als zwei Jahre braucht das auch nicht. Du hast Talent, da» sog' ich dir— und man versteht was davon, wenn man so wie ich der ollen Premieren ist. Also abgemacht?" „Nein, Mama Gruber, gar nichts ist noch abgemacht." „Du bist ja ein Trotzkopf Kind." „Mag sein, Mama Gruber. Aber ich geb' nun einmal meine Neigungen nicht so bald auf." „Neigungen!" Frau Gruber sprang empört auf.„Ich hätt' dich für klüger gehalten." „Ja, ich Hab' dafür lang genug mit der Mutter gestritten und will nun einmal studieren. Weißt du, was ich studieren will? Medizin!" „Um Gottes willen!" Frau Gruber hatte das gor nicht ironisch ausgerufen, ihr war wirklich angst und bong geworden, o!» sie Hilde das sagen hörte, denn sie hatte dos anmutige, kluge Kind lieb.„Grad' das schwerste Studium mußt du dir aupwählen! Und den unappetitlichsten Beruf! Ja, ein Mann ist Arzt, aber wie«ine Frau sich zu so wo» freiwillig entschließen kann— nein, das versieh' ich einfach nicht." Hilde konstatierte bei sich, daß Mama Gruber jetzt genau ja sprach, bi» aus den Tonfall genau so, wie e» oft die Dely tat, wenn sie ihren Meinungen entschiedenen Ausdruck gab. „Ich hob' mir das früher so schön vorgestellt, armen Menschen zu helfen, ober nicht bloß so, wenn g'rad« ein« Gelegenheit da ist, sondern... gleich... wie soll ich's nur sagen?... vom Beginn seiner Arbeit an... gleich sich darauf einzustellen." „Na, holt nur gleich eine Bolksv-rsammlungsrede! Was du für Talente hast!"(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend", Silbenrätsel. Aus den Silben an ar berq bnick chri e ech eid el fun gau ger geu glo gra i inn» ko le lo me me mes mis mo na ne ner nit po re re fach s« sen si sti strind tai te ter tern ther tri tro zi sind 17 Wörter zu bilden, deren erste und dritte Buch- stoben, beide von oben nach unten gelesen, ein Zitat aus Faust II ergeben. Die Wörter bedeuten: 1. Gesteini 2. Stadt und Fluß in Böhmen; 3. Deutscher Freistaat: 4. Nahe Verwandt«: S. Dreiforbig« Fahne: 5. Wondervolk: 7. Mädchenname: 8. Schwedischer Schrift- steller: S. Wirbelwind; 10. Stadt auf Sizilien: 11. Griechisch« Göttin: 12. Reptil: 18. Männlicher Bornanm; 14. Wärmemesser: 15. Stadt in Tirol: IS. Stadt in Schlesien: 17. Hauptstadt,(ch— ein Buchstabe.) Wunderlich. Da» Wort nennt einen König dir aus Griechenland. Nimm fort den Kopf und wohlbekannt wird es dir ein Insekt benennen. Bon diesem Tier könn'n wir un» gar nicht trennen. Wenn wir ihm auch den Hals abschneiden, wird immer ein Insekt uns bleiben. Der nächst« Buchstabe soll weg: Und«ieder ist e» da« Insekt. Der viert« Buchstabe wird abgetrennt.— Der Rest dir wieder das Insekt benennt. Streich' aus den fünften nun mit einem Ruck— und aus ist dann der ganze Zauberspuk. Snizifferungsaufgabe. 123— 14563784— 94 10 78— 10 3«— 4 10 11 4— 9 4 13 5 14 IS 10 16.— Schlüsselworte.zu diesem Satz aus der deutschen Reichsverfassung: 11 4 15 16 4 Blume: 14 2 9 6 Schmuck des Mannes: 13 5 3 7 8 16 10 11 russischer Dichter: 1 2 11 6 4 italienischer Dichter. Qharade. Die erste, Mädchen, werd' ich sein, Wenn du von deinen beiden letzten. Die jederzeit mein Aug' ergötzten, Mir eine willst aus Lieb« weihn. Erfülle den bescheidenen Dillen: Das Ganze werd' ich dann im Stillen. Oie �ätseltreppe. Die freien Felder der nebenstehenden Figur sind so mit Silben auszufüllen, daß die vorhandenen Silben wogerecht und senkrecht zu voll- ständigen Wörtern ergänzt werden. Ergänzungsrätsel. In der Mitte jeder Reihe ist ein Buchstabe einzusetzen, so daß elf leidlich bekannte Hauptwörter entstehen. Die neuen Buchstaben, von oben nach unten gelesen, nennen eine Gestalt aus einem be> liebten Tierbuch. Gchieberätfel. Di« Wörter Werktag, Scheitemonn, Kompliment. Laubon. Burgruin«, Olpe, Regierung und Ukraine sind untereinander zu setzen und seitlich so zu verschieben, daß zwei benachbarte Reihen, die eine von oben nach unten, die andere von unten nach oben gelesen, ein« Staatsform nennen. Auflösungen der Rätsel aus voriger Rummer. Kreuzworträtsel. Senkrechi: 1. Sem: 2. Eharon: 3. Mate: 4. Iris: 5. Dolelf: 6. Eva: 11. Riegel; 13. Geiler: 15, Ceber; 16. Bruch; 19. Lid: 21. Ast.— Wage recht: 1. Schmiede; 7. Ar; 8. Mantilla; 9. es; 10. Brom; 12. üllg«; 14. ein: 17, Fez: 18. Herz: 20, du; 22. Eidechse. Ergänz unqs rätsei. Die Wahrheit richtet sich nicht nah uns, Wir müssen uns nach ihr richten. Elaudius. E h a r a d e: Madame.— Adam. Silbenausschnitträtsel: O, daß sie ewig grünen bliebe, Die schone Zeit der jungen Lieb«! Quadraträtscl: 1. Havel: 2. Amsel: 8. V«dr«: 4. Aill,; 8. Grund. Ein Wahrzeichen modemer A rbeiterknltar Dax„Haus des Volkes" in Probstzella, das auf lichter H he die ganze I�nd schaft überragt und infolge seiner überaus durchdachten Bauweise und Einrichtung sich als Tagungsort für Bildungshurse besonders bewährt hat. D�eiGsfrauenkursus in Probstzella. Fünfzig Frauen trafen am 16. Juli in Probstzella ein, um in der Woche vom 16. bis 21. Juki an einen, Kursus über s o- zialdemokratische Gemeindepolitik teilzunehmen. lieber die Hälfte der Teilnehmerinnen gehörte gewählten Körper- schaften der Sclbfwerwaltung, hauptsächlich Stadtverordnetenversammlungen, an. Ein Viertel war berufstätig. Am 2. Dezember 1928 finden voraussichtlich in Preußen, also in zwei Dritteln des Reiches, Provichzial-, Kreis- und Gemeindewahlen statt. Auch in anderen Ländern werden in diesem und im nächsten Jahre die Gemeindevertretungen gewählt. Der Reichs- kursus sollte die Frauen für die Aufgaben der Gemeindewahlen vorbereiten. Das Frauenbureau beim Parteivorstand hatte von vornherein die Bezirke angeregt, im Herbst F r a u e n k u r s e mit derselben oder einer ähnlichen Tagesordnung abzuhalten. Die Teil- nehmer des Probstzellaer Frauenkursus sollten an den Borberei- tungen mitwirken. Der Reichssrauenkursus sollte sie für die Ge- meindeaufgaben schulen und sie anregen, ihre Genossinnen im'hei- matlichen Pezirk gleichfalls zu schulen, damit genügend weibliche Kandidaten für die Listen der Partei bei den Wahlen zur Ver- fügung stehen, die genügende Sachkenntnis besitzen. Wollte der Kursus diese Ausgabe erfüllen, so mußte er schil- dern, welche gemeindlichen Ausgaben sich aus den Bedürfnissen des Proletariats ergeben, in welchem Umfang die Sclbswerwal- tung durch Reichs- und Landesgesetze begrenzt wird und wie in diesem Rahmen die Aufgaben in sozialistischem Geiste durchgeführt werden können. Ein weites Gebiet reiner Rechtsbegriffe war zu erörtern, sollten die Möglichkeiten der Gemeinden auf den wich- tigsten Arbeitsgebieten erkannt werden. Das Interesse der Frauen für die gestaltende Gemeindearbeit konnte ohne weiteres voraus- gesetzt werden, für die theoretische Grundlage mußte es erworben werden. Das ist voll gelungen. Ja der Wunsch nach einer iyste- matischen Grundlage der praktischen Arbeit war bei den meisten Frauen groß und bei allen Teilnehmern rege. � Man darf behaupten, daß die Frauen in ihrem Interesse und in ihrer Beteili- gung in keiner Weise hinter dem zurückstanden, was in Kursen für männliche Teilnehmer üblich ist. Genossin Wachenheim, die Leiterin des Kursus, gab zu Beginn einen Ueberblick über Selbstverwaltung, Ge- meinderecht und Gemeindeverfassung. Sie behau- delte die Stellung der Selbstverwaltung neben der Reichs- und Landesoerwoltung, ihren Aufbau und ihre Organe, und schließlich die Zuteilung der Aufgaben an die verschiedenen Körperschaften der Verwaltung, Provinzen, Kreise, Landgemeinden. Zun, Schluß ging sie auf Staatsaufficht und Verwaltungsaerichtsbarkeit ein. Um den Hörerinnen dieses Thema zu klären, suchte sie die politische Herkunft der Verwaltungswirrnisse aus dem alten preußischen System darzulegen und ihre heutige praktische Bedeutung zu umreißen. Die praktischen Gemeindeaufgabcn waren folgen- dermaßen aufgeteilt: Genossin Mathilde Wurm behandelte „Wirtschaft und G e m e i n d e p o l i t i k", Genossin Tor- h o r st, Düsseldorf„Die Kulturpolitik in den Gemein» d e n", Genossin Klara Weyl, Berlin„Die sozialen Auf- a b e n der Gemeinden". Genossin Wurm ging vom städti- en Haushalt zur Frage der Finanzgebarung, Steuern, Anleihen über, schilderte dann die Form der Gcmeindebetriebe und die Ge- biete, auf denen es notwendig ist, Eigenbetriebe der Gemeinden zu errichten: sehr ausführlich behandelte sie das Wohnungswesen und die Lebensmittelversorgung der Gemeinden, namentlich die Ver- sorgung inst guter und billiger Milch. Sie gab schließlich reiches Material aus den wirtschaftspolitischen Kämpfen des Reichstages.— Genossin Torhorst, die die Leiterin des Düsseldorfer Berussschul- wesens ist, sprach aus reicher Erfahrung über die Gemeindeauf- gaben auf' dem Gebiet der Volksschule. Sie berücksichtigte�bkson- ders die Frage der weltlichen Schule, des Berufsschulwesenöf'lder Erwachsenen und Kunstpolitik. Es kam zu lebhaften Erörterungen über die Frage weltliche oder Simultanschule, und über die Frage der Konzert- und Theaterveranstaltungen für Arbeiter.— Genossin Weyl schilderte schließlich aus ihrer reichen Erfahrung das Berliner Wohlfahrtswesen. Die meisten der anwesenden Frauen waren auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege tätig, so daß hier eine sehr leb- hafte Aussprache mit der Genossin Weyl über die innere Ausge- staltung der Wohlsahrtspslege, namentlich der Fürsorgeerziehung, einsetzte. Da die Genossinnen I u ch a e z und B o h m- S ch> suchswcise einige Tage am Kursus teilnahmen, um sich über seinen Erfolg und die Wünsche der Frauen zu informieren, gab es mehrere Stunden gemeinsamer Aussprache über politische Frauenschulung e Frauenarbeit. Es wurde dringend der Wunsch aus- derartige Reichskurse zu wiederholen. Es war inter- der einzige Wunsch, der für das Thema des nächst- rsus ausgesprochen wurde,„Steuerfragen" hieß, also kein Thema war, das man im allgemeinen als Frauenthema ansieht. Die Schwierigkeit, die das Thema des bisherigen Kursus bot, lag in der Vielgestaltigkeit des Gemeinderechts und der Selbst- ocrwaltungsaufgaben, in der Stadt und aus dem Lande. Sie sind nicht restlos überwunden worden. Dennoch versicherten die Zu- Hörerinnen, daß der Kursus für sie anregend und fördernd ge- wesen ist. Mittatz- und Abendpausen und ein Spaziergang auf den Lauen- stein ermöglichte gegenseitiges Kennenlernen und alle versicherten beim Auseinandergehen, daß die Freizeit für sie nicht minder an- regend und belehrend war als der Kursus. H. W. be- und cssant, poüti en | Oleue Fort stritte. kulturpolitische Ärbeitsrooche. Im Interesse der Vereinheitlichung und Vertiefung des Arbeiter- bildungswesens hat der Rsichsausschutz für sozialistische Bildungsarbeit den Versuch unternommen, die leitenden Funktionäre aus dem ganzen Reiche zu einer kulturpolitischen Arbeitswoche zusammenzurufen, um in eingehender Weise die wich- tigsten theoretischen und praktischen Fragen der sozialistischen Kultur- arbeit zu erörtern. Diese Arbeitswoche, die vom 8. bis 14. Juli im„Haus des Volkes" in Probstzella abgehalten wurde, wies einen ungewöhnlich starken Besuch auf. Es waren aus ollen Bezirken des Reiches etwa hundert Personen erschienen, und zwar neben den Leitern der Bildungsarbeit in den einzelnen Bezirken die Wander. lehrer des Reichsausschuffes, Lehrer an Arbeiterschulen, Leiter von Arbeiterbüchereien und Buchhandlungen, Iugendsekretäre, Vertreter s befreundeter Organisationen und Vertreter aus dem Auslande. In intensiver Zusammenarbeit wurden während der ganzen Woche die Fragen durchgesprochen, die vorher schon in Form von Leitsätzen den Teilnehmern zugänglich gemacht worden waren. (Zaterrffoere BU dungsarbelt l An den ersten zwei Tagen wurde der Stand des Ar- beiterbildungswesens in Deutschland erörtert. Es > referierte zunächst A. Stein, Berlin, über die organisatorischen Grundlagen des Arbeiterbildungswcfcns, und anschließend daran Dr. Karl Schröder, Berlin, über Inhalt und Methodik der proletarischen Bildungsarbeit. In beiden Referaten wurden mst oller Schärfe die Aufgaben umrissen, die sich sowohl in organisato- rischer Beziehung wie im Hinblick auf die prinzipielle Zielsetzung und Form der sozialistischen Bildungsarbeit aus dem gegenwärtigen Stand der Bewegung ergeben. Daneben wurden auch die Grenzen zwischen der Parteibildungsarbcit und der sogenannten„neutralen" Boikshochjchularbeit gezogen. In der anschließenden sehr inhalt- reichen Debatte wurden die wichtigsten Fragen soweit geklärt, daß von einer einmütigen Zielsetzung in der Richtung einer konsequenten sozialistischen Schulungsarbeit und einer Zusammenfassung aller Kräfte der Arbeiterbewegung gesprochen werden kann. Die Gewimmitg der Ivgend. An diese Debatte schloß sich am dritten Tage die Behandlung desIugendproblems. Es gast bei dieser Frage, die Stim- mungen und. Strömungen in der proletarischen Jugend kennenzu- lernen und bei den Bildungsfunktionären ein« einheitliche Auffassung über ihre Stellung zur Jugend herbeizuführen. Als Referenten waren Helmut Wagner, Dresden, und Erich Ollenhauer, Berlin, gewonnen worden. Während der erftere das Jugend- Problem psychologisch und soziologisch zu werten suchte, behandelt« der: zweite Referö'nt die Frage im Zusammenhang mit der orgam- satorischcn Zerrissenheit der heutigen Jugendbewegung und der Diel- gefttMigteit der Einflüsse: unter der die Jugend steht. Da sich rniter den Anwesenden auch eine beträchtliche Anzahl von Iugendsekretäre» befand, die auf Grund langjähriger praktischer Erfahrung sprechen konnten, nahm die Debatte einen äußerst interessanten und für alle Teilnehmer sehr lehrreichen Charakter an. Praktische Jragrrr. Die folgenden Tage waren einzelnen praktischen Fragen ge- widmet. Karl Wenk, Dresden, referierte über das sozialistisch« Verlags- und Buchhandelswesen, Josef Setzer, Berlin, über das Büchereiwesen, Adolf Iohannesson, Hamburg, über sozia- listische Festkultur. An die beiden ersten Referate schloß sich ein« sehr eingehende Aussprache, an der auch die Vertreter des Der- lages Dictz und des Bücherkreises wie auch die Leiter einiger der größten Arbeiterbüchcreien teilnahmen. Mit Recht wurde hervor- gehoben, daß die weitere Entwicklung des Zlrbeiterbildungswesens in engstem Zusammenhang mit dem Ausbau der Arbeiterbüchereien und der intensiven Förderung des sozialistischen Verlagswesens steh«. Zahlreiche Wünsche wurden laut, so insbesondere die, daß der Heraus- gäbe billiger sozialistischer Schriftenreihen und sozialistischer Lehr- bücher die größte Aufmerksamkeit gewidmet werde. In bezug auf das Bllchereiwcsen wurde die Notwendigkeit einer größeren Zcn- tralifation und eines systematischen Anfbaus betont. Beim Thema Festkultur wurden schließlich in eingehender Weise die Mittel und Wege erörtert, durch die den proletarischen Festen eine stärkere sozial'stische Note und eine bessere Einwirkungsmöglichkeit auf das Gefühlsleben der breiten Masse verliehen werden könne. Der letzte Tag der Arbeitswoche wurde schsießlich den Fragen Lichtb'ld. Film und Radio gewidmet. Nach Referaten von Richard Weimann und Marie Härder, Berlin, wurden im einzelne» die praktischen Fragen erörtert, die mit der stärkeren Ausnutzung dieser wichtigen Propaganda- und Aufklärungsmittel in Verbindung stehen. Manche wertvollen Fingerzeige wurden ge- geben, die es sicherlich ermöglichen werden, daß auch die neuesten technischen Errungenschaften in stärkerem Maße als bisher in den Dienst der sozialistischen Bildungsarbeit gestellt werden. * Die allgemeine Aussprache, mst der die Arbeitswoche ab- geschlossen wurde, zeigte. das erfreulich« Bild, daß die gemeinsame Durchberatung der wichtigsten theoretischen und praktischen Fragen in hohem Maße dazu beigetragen hat, eine einheitliche Ausfassung in den Reihen der leitenden Bildungsiunktionäre und eine starke persönliche Annäherung zwischen den Vertretern der einzelnen Bc- zirke herbeizuführen. Auch der Zusammenhang zwischen der Zen- tralc und den einzelnen Orten im Reiche ist durch die Arbeitswoche in hohem Maße gefördert worden. Die Teilnehmer schieden von- einander mit dem freudigen Bewußtsein, daß sie durch die Tagung, die im wahren Sinne des Wortes eine Arbeitstagung war, ein gut Stück vorwärtsgekommen sind, und daß sie bei der bevor- stehenden Winterarbeit als Träger einer starken einheitlichen Be- wegung in Aktion treten können. A. St. .Itlr mechen untere Qelrhieitle felbH, mber unier lehr be IHmmien ToreutfeiMungen und Bedingungen, darunter find die ökonontlfehen die fthlleßlich erüfeheidettden. Aber auch die polHifehen ufrr., ja Jethfi die in den Köpfen der Ulenfchen Ipukende TradMon, fpielen eine Stelle, nenn auch nlthl die ■MlfchnWaiufr* Sriedritt Cagela. Bildungsarbeit im Sommer. Endlich hat sich auch der deutsche Lohnarbeiter durch tarifliche Abmachungen seiner Gewerkschaften ein paar Tage Ferien im Jahr errungen. Damit ist in die Bildungsarbeit eine neue Note ge- kommen. Die Kursformen sind un, de» Ferienkursus bereichert. Und es ist eine Tatsache, der man Bewunderung zollen muß. daß so viel« bildungsbeflissene Arbeiter dies« kurz« Urlaubszeit noch zu gesstiger Weiterbildung ausnutzen. Der Ferienkursus bietet als Ganztagekursus die Dorteile inten- sioer Bildungsarbeit. Sein Problem aber besteht darin, den Ge- danken de? Lernens glücklich mit dem der Erholung zu verbinden. Der Ferimkursus findet seine beste Lösung, wenn er in landwirtschaft- lich bevorzugter Gegend abgehalten wird, wo ein Heim gute Unter. kunfts- und Verpflegungsmözlichkeiten bietet. Durch das nahe Zu- sammenwohnen der Teilnehmer, die gemeinsamen Mahlzeiten und Spaziergänge ergibt sich der Vorteil, daß die im Unterricht angc- schnittencn Fragen in der Unterhaltung diskutiert und weiter ge- klärt werden, daß gegenseitiger Ersahrungsaustausch den Unterricht ergänzt, daß die Schüler mit dem Lehrer, der das Gemcinschafts- leben teilt, in enge Fühlung kommen und der Lehrer seine Beleh- rung in der am leichtesten aufzunehmenden Forni, dem Gespräch, auch noch außerhalb des eigentlichen Unterrichts fortsetzt. Zu dem Kursusplan gehören naturgemäß auch Ausflüge in die schöne Um- gebung und interessante Exkursionen, sie sind ein notwendiger Bc- standteil dabei. Wenn der Unterrichtsplan nicht. überlastet ist —«ine Gefahr, die nicht immer vermieden wird—, sind die Er- gebnisse immer verhältnismäßig gut und deshalb sind diese Kurse besonders für die Funktionärschulung der Partei geeignet. Der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit veranstaltet ja auch jeden Sommer in Verbindung mit den Bezirken eine größere An- zahl von Ferienkursen(in diesem Jahre etwa 26), an denen im Durchschnitt je 36 bis 46 Personen teilnehmen. Ein solcher Kursus wird auch für den Bezirk Berlin vom 19. bis 25. August in Ober- kiezmühle bei Freienwalde unter der Leitung von Dr. Gregor Bien- stock abgehalten, der das Thema„Theorie und Praxis der modernen Arbeiterbewegung" behandeln wird. Doch nicht bloß die deutsch« Arbeiterschaft trifft solche Vera». staltunzen. In ähnlicher Weis« arbeiten die Oesterreicher und tschechischen Genossen. Ein« eigene Not« haben die entsprechenden Sommerkurse der schweizerischen Arbeiterbildungszentrale, die in der Form des Kampings, des eigenen Lagcrbewirtschaftens, statt- finden. Di« Belgier benutzen für Sommerkurse die Ferienzeit ihrer sehr schönen und hervorragend gelegenen Arbeitervolkshochschule Uecle bei Brüssel. In England finden solche Kurse in der Univer- sität Oxford in deren Ferienzeit statt, und zwar im Balliol College. lDie Oxforder Universität besteht aus 22 solcher Colleges, die Lehr- gebäude und Internat zugleich sind, und die alle herrliche Parks, Gärten und Sportplätze besitzen, so daß sich die Universität über die ganze Stadt hin erstreckt.) Für ihre Kursustätigkeit sowie zu sonstiger Benutzung erhielt die Labour-Party Easton-Lodge einen gräflichen Landsitz mit ausgedehntem Park von Lady Astor seit 1924 zur Verfügung gestellt.— Aus England stammt der Name Sommerschule. Di« damit bezeichnete Einrichtung deckt sich nicht ganz genau mit den übrigen Kursen. Es sind Parteiveranstaltungen in Kursusform, auf denen die Führer der Partei über aktuell« Parteiprobleme unterrichten. Sie werden von allen drei Parteien in England gepflegt. In Deutschland hat die Demokratische Partei den Namen und die Einrichtung aufgegriffest. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß der IGB. in der Nach- kriegszeit einige internationale Sommerkurse von 14tägiger Dauer veranstaltet hat, die aber an den sprachlichen Schwierigkesten zu sehr littep, so daß sie eingestellt wurden. B. H. Konstituierung des Kartells für Arbeitersport und Körperpflege Grofj-Berlin. Am 27. Juli wurde nach den Beschlüssen der Zentralkommifsion das Kartell für Arbeitersport und Körperpflege gebildet. Alle Ber- bände waren vertreten. Vor den Verhandlungen wurde eine Er- klärung vorgelegt, nach der die Verbandsvertreter an der Neu- bildung des Kartells im Sinne der Beschlüsse der Zentralkommission mitzuarbeiten bereit sind und sich verpflichten, der Fortsetzung der Arbeit des aufgelösten Kartells entgegenzuwirken und an allen Stellen der Arbeitersportbewegung für die strikte Inne- Haltung der Beschlüsse der Zentralkommission einzutreten. Diese Erklärung wurde von allen Vertretern mit Ausnahme des Ar- beiterathletenbundes unterschrieben. Hiernach wurde der Kartell- ausschuß aus folgenden Genossen gebildet: Max Reichert, Max Schulz, Arbeiter-Turn» und Sportbund, Fritz Bartelmann, Touristenoerein.Die Naturfreunde", Seeger und Geleszinski, Arbeiterradsahrerbund.Solidarität", W. Haamann, P. Richter, Verband Dolksgesundheit, Robert Hensel, Arbeitersamariterbund, Karl Franke, Arbeitersctmchbund, Karl Pähl, Freier Seglerverband. Vom Schützenbund wird der Vertreter der Bundesleitung noch genannt. Von der Märkischen Spielvereinigung der Vertreter der Fußballer. Für die Führung der Geschäfte de« Kartellausfchusses wurde ein vorstand gewählt, dem folgende Genossen angehören: l. Vorsitzender: Fritz Bartelmann, 2. Vorsitzender: Max Reichert, Schriftführer: Max Schulz, Revisor: Karl Pähl, und als angestellter Geschäftsführer wurde Genosse O e h l- s ch l ä g e r gewählt. Für die Wahrnehmung der Arbeiterfportinteressen in den D e r- waltungsbezirten sind einstweilen folgende Genossen be- nannt: Verwaltungsbezirk I: Rudolf Meinert. SO. 16, Brückenstraße Sb, r. Seitenfl. IV. , 2: Erich Richter, NW. 21, Wiclefstraße 20 . 3: Emil Tabbert, » 4: Karl Kofel. N. 31, Ramlerstrah« 39. „ 5. Gustav Möß, Friedenstraße 35. ,. 6: f). Backhaus, Neukölln, Donaustraße 29. 7: Karl Levin, Charlottenburg, Häselerftr. 14s. . 8: Georg Preß, Spandau, Wröhmännerstr. 18. . 9: Wilhelm Metze, Wilmersdorf, Hildegard- straße lks. » 19: Walter Sabath, Zehlendorf, Reiherheize 53. , 11: Erich Kanehl, Friedenau, Kreuznacher Str. 3. „ 12: Alfred Schulfee, Lankwitz, Arbeiterheimstätten 6. . 13: Paul Ziedrich, Tempelhof, Werder Str. 19. , 14: Paul Schulze, Neukölln, Stuttgarter Str. 18. . 15: Georg Dewald, Treptow. Kiesholzstraße 46. . 16: Aug. Hosfmann, Köpenick, Friedrich-Wilhelm- Straße 3. . 17: Otto Friesecke, O. 112, Grünberger Str. 18. 18: Georg Gradte, Weißensee, Metzstraß« 86. „ 19; Aug. Kramer, Pankow, Mühlenstrahe 39. „ 29: Rich. Toppcl, Reinickend.-Ost, Luisenweg 18. Sehr wichtig sind die Bestimmungen der Zentralkommission über die Mitgliedschaft. Danach können Mitglied des neugebildeten Kar- tells nur Dereine und Ortsgruppen der Verbände werden, die der Zentralkommission angeschlossen sind, soweit sie keine Beziehungen zur kommunistischen Partei Deutschland» unterhalten und keine kommunistisch« Propaganda in ihren Reihen dulden. Vereine und Ortsgruppen, die in dem aufgelösten Kartell bleiben, oder an deren Veranstaltungen teilnehmen, an Beschlüssen, Aufrufen usw. mitwirken, werden in das neue Kartell nicht auf- genommen und gehen aller Rechte, die sich aus der Zugehörigkeit zur Zentralkommission ergeben, verlustig. Besonders geben diese Vereine ihr Anrecht an die Benutzung städtischer Spielplätze, Turnhallen, Schwimmhallen, Beihilfen und sonstige Förderung preis. Den Vereinen wird eine Erklärung zugesandt, nach der sie sich bereit erklären, keine Verbindungen mit dem aufgelösten Kartell bzw. mit den Bezirkskartcllen zu haben. Auch die Mitglieder dieser Vereine sind verpflichtet, nur nach den Beschlüssen der Zentral- kommission zu arbeiten, andernfalls sie sich als außerhalb des Vereins bzw. der Organisation stehend betrachten müssen. Diese Erklärung muß mit Angabe der Mitgliedszahlen bis zum 19. A u g u st 1928 an Genossen Robert Oehlsch läger einge- reicht werden. Nach Eingang der Erklärung werden den Vereinen Ausweife übersandt, aus denen hervorgeht, daß sie Mitglied des Kartells sind. Ebenso wird an die Behörden ein Verzeichnis der dem Kartell angeschlossenen Vereine gesandt. Gleichzeitig werden die vereine, die die Zusammenarbeit mit dem Kartell ablehnen und sich damit außerhalb der Arbeitersportbewegung stellen, den Bundesinstanzen gemeldet. Damit wird jede Täuschung der Bundesvereine in der Provinz verhindert und erreicht, daß die sportliche Zusammenarbeit nur mit den dem Kartell für Arbeitersport und Körperpflege angeschlossenen Vereinen gepflegt wird. Mif der Konstituierung des Kartells ist nun der Weg frei, die Arbeitersportbewegung in Berlin wieder auf gesunde Füße zu stellen. Wir können den Vereinen nur dringend raten, sich restlos dem neugebildeten Kartell anzuschließen, damit den kommuni- stischen Quertreibereien in der Arbeitersportbewegung ein rasches Ende bereitet wird. SPD.~Sportler vor die Front! Zwei widitige Veranstaltungen. Heraus aus der Reserve— Hinein in die Kampffront! so mfen wir ollen sozialdemokratischen Arbeitersportlern und den mit uns Sympathisierenden entgegen. Bisher sind unsere Parteige»ossen nie als solche hervorgetreten. In der Sozialdemokratischen Partei wie in der Oessentlichkeit entstand der Gedanke, daß der ganze Arbeitersport k o m m u n i st i s ch sei. Das hat dem Ansehen de» Arbeitersports sehr geschadet— und das muß jetzt anders werden. Am Montag, den» 30. Juli. 19'A Uhr, SPD.-Sportlerverfammlung im großen Saal des L e h r e r v e r e i n s.) a u s e s. am Alexander- platz, in der Genosse Adolf L u ck von der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege über den Bundestag und die Sitzung der Z e n t ra l t o m m i s s i o n referieren wird.(Parteibuch vorzeigen!) Am Mittlvoch, dem 1. August» Nic-wieder-Krieg-Kundgcbung des Bezirksverbandes der SPD. mit der Arbeiterjugend und den bundestreuen Arbeitcrsportlern. Treffpunkt 18 Uhr am Zeppelinplatz(Ostender Straße, U.-Bohnhof Seestraße.) U m- kleideräume im Hause Lütticher Str. 8(unmittelbar am Zeppelinplatz). Von hier aus Jugend- und Sportdemon- st r a t i o n(in Sportkleidung) nach der großen Spielwiese im Humboldthain. 1'. Bundestreue Arbeitersportler! Zum ersten Male rufen wir euch heraus zum großen Appell. Der jetzt beginnende Kampf um den Bund verlangt Aktivität und Begeisterung. Eine geschlossene Phalanx bringt den Sieg. Unsere Sportler» Versammlung soll der Auftakt zur Offensive sein, sie soll den K a m p f p l a n festlegen für die Einheit des Bundes. Die Nie-wieder-Krieg-Kundgebung am Mittwoch soll der erste Generalappell sein, der die Jugend unter den roten Fahnen des Arbeitersports zum Kampfs führt. Arbeitersportvereine und Verein„Arbeiter- jugend"! Kommt geschlossen mit allen verfügbaren Fahnen zum Treffpunkt, um die Größe unserer Bewegung der Oessentlichkeit zu zegen. Begeistert die Jugend für die sozialistische Friedensidee, für die Versöhnung der Völker. Was nützt der Arbeitersport und der Kampf um die Volksgcsundheit, wenn in Weltkriegen unsere Jugend zu Millionen vernichtet wird? Wie ein einziger Ruf muß es daher durch alle Arbeiterfportoereine gehen: N i e wieder Krieg! �fitgliedor der Kulfurorganisalioncn! Der Beschluß der Zentralkommission für Sport und Körper- pflege, den Berliner Kartellverband für Sport, Kultur und Körperpflege und seine 29 Bezirkskartelle aufzulösen, verpflichtet unsere Parteigenossen, in ihren Organisationen dahin zu wirken, daß sie aus dem alten Kartell ausscheiden. Durch die kommunistischen Quer- treibereien war in den letzten Jahren keine Möglichkeit vorhanden, positive Arbeit für die Sportbewegung und noch weniger für die Kulturorganisationcn zu leisten. Um unsere Genossen von allen Vorgängen in Kenntnis zu setzen und die neuen Wege der kommen- den Zeit zu zeigen, hat der Bezirksverband der Partei für Man- tag, den 39. Juli, im Lehrcrvereinshaus, Alcxanderplatz, eine Ver- fammlung einberufen. Es ist Pflicht aller Parteigenossen, die Mit- glied einer proletarischen Kulturorganisation sind(Schach, Volks- gesundheit, Naturfreunde, Samariter, Schützen, Stenographen, Musik, Esperanto, Ida, Abstinenten, Photographcn, Theater, Radio usw.), bestimmt zu erscheinen. Die Vereinssportensraktions- obleute kommen nachdem zu einer kurzen Besprechung zusammen. Zu der A n t i kr i e g s ku nd g e b u n g am 1. August müssen unsere Genossen dahin wirken, daß ihre Organisationen zahlreich vertreten sind. Transparente und Fahnen sind mitzubringen. Treff- punkt ist am 1. August, 18 Uhr: Zeppclinplatz. Gerade wir Kulturorganisationen sind verpflichtet, diese Antikriegskundgebung mächtig zu gestalten, denn wir wollen Bahnbrecher für eine neue Kultur sein. Kulturfraktion der SPD. I. A.: Heinz Wagner. Berlin-Lichtenbcrg, Augustastr. 8. Adler 08-Pankow OS. Am 28. und 29. Juli begehen beide Vereine gemeinsam ihr 29jähriges I u b i l ä u m, zudem für heute, Sonnabend, 18'� Uhr auf dem Norden-Nordweftplotz am Bahnhof Gesundbrunnen«in Kampf beider Verein« ausgetragen wird. Bei der guten Form beider Parteien, die sich besonders in den Serienspielen gezeigt hat, kann man einen besonders spannenden Kampf erwarten. Vorher geht ein Jugendspiel vonstatten. Anschließend Iubiläumsball in dem Etablissement Srrauchwiese, Niedcrschönhausen. Alle Freunde und Brudervereine sind herzlichst eingeladen. Morgen, Sonntag, auf dem Platz in der Pfeilstraße am Bürgerpart weitere interessante Spiel« mit Musik der Schalmeien- kapelle von Sparta 11: um 2 Uhr 15 Altersmannschaston von Adler 98 gegen Pankow 98, 4 Uhr 39 Adler 98 gegen die Fichtevereinsmann» fchaft. Auch hier wieder interessanter Kampf, Hot doch der deutsche Meister sein« Niederlage wettzumachen. Zum Abschluß des Jubi- läums: Endspiel Pankow 98 gegen Vorwärts-Leipzig-Süd um 6 Uhr 15. Klepperbootfckrer Kapitän Romer. Nur noch 600 Seemeilen vor Mittelamerika. Der Dampfer„Epidauro" sandte am 21. Juli folgendes Tele- gramm:„Verproviantierten Romer 18. Juli, 23lb Nordlänge, 58'/a Westbreite. Romer und Klepperboot alles wohlauf." Roiner begann seine Ozeanüberquerung am 28. März in Lissabon, mußte jedoch wegen schwerer Kllstenstürme nach seinem ersten Start an der Südspitze von Portugal notlanden. Am 17. April startete er abermals ab Kap St. Vincent(Slldspitze Portugals) und erreichte in schwerer clstägigcr S t u r m s a h r t am 27. April glück- lich die Kanarischen Inseln. Los Palmas(Kanar) verließ er am 2. Juni und Hot nunmehr bis zu seinem Zusammentreffen mit dem Dampfer„Epidauro" zirka 3 999 Seemeilen aus offenem Meer zurückgelegt, eine Leistung, die auch in Scemannskreisen für ganz unmöglich gehalten wurde. Ein starres Holzboot hätte nie durchgehalten, während das kleine zerlegbare Klepperboot mit seinem e l o st i s ch e n Eschenholzgerippe und sener unvergleichlichen Walroß- haut den Gewalten des Meeres standhielt. Rur wer den kühnen Seemann persönlich kennt, konnte an das Gelingen des tollkühnen Planes glauben. Seine Tot ist ein neuer Beweis deutschen Sportgeistes und hinsichtlich des Fahrzeuges auch deutscher Wertarbeit. Romer wird nun unter Ausnützung des seiner Fahrt günstigen Golfstromes voraussichtlich Kuba oder Florida anlaufen, um dann an der Ostküste der Vereinigten Äoaten entlang sein Endziel New Jork zu erreichen. Tünnen von Paolino gefordert* Der Baske avisiert sich schon. Der baskische Holzfäller Paolino hat den Sieger des Welt- meisterfchaftskompfes herausgofordert und seine Ankunft in Amerika für Mitte August angekündigt. Mit dieser Angelegenheit wird sich Tex Rickard nach dem finanziellen Mißerfolg mit Tom H e e n e y wohl schwerlich befassen. In Amerika mehren sich die Stimmen, die das Wiedererscheinen Dsmpseys im Ring ankündigen. Eine neuerliche Begegnung des populären Dempsey mit Tunney scheint auch die einzige Möglichkeit zu sein, die Kassen von Tex Rickard wieder zu füllen. Boxer Molina verunglückt. Der durch seine mehrfachen Kämpfe mit dem deutschen Mittel- gewichtsmeister Hein Domgörgen bekannte sranzösische Boxer B. M o l i n a erlitt in der Nähe von Bourges einen schweren Motorradunfall. Beim Passieren eines Eisenbahnüberganges wurde er vom Zuge erfaßt und zur Seite geschleudert. Dem ehe- moligen Europameister wurde die Kinnlade zertrümmert, außerdem erlitt er schwere innere Verletzungen. Boxen bei Rütt. Turnier im Mittelgewicht. Auf der Rütt-Arena wurde gestern ein Boxturnier der Mittel. gewichtler ausgetragen, zu dem sich 1199 bis 1299 Zuschauer ein» gefunden hatten. In den vier Vorkämpfen, die über vier Runden gingen, gab es durchweg Punktenfcl�rdungen. Im Einleitungstreften siegte Max Matt Heus-Hamburg über W e fe nb e r g-Berlin. Mi- lenz, der sich nach sehr langer Zeit wieder einmal im Ring zeigte, hatte gegen Franz B i a l o j a h n-Essen einen schweren Stand und mußte Bekanntschaft mit dem Boden machen. Milenz kam trotzdem über die Distanz, konnte aber an dem Punktsiez des Esseners nichts mehr ändern. Alex K i a u s ch-Berlin siegte über Willi Bolze- Duisburg einwandfrei. Beide Gegner zeigten gute Nahkampftechnik. Recht flott verlief der Kampf zwischen Richard Kaub«-Berlin und Hermann S ch e r le-Mannheim. Kaube siegte verdient. In den Zwischenrundcnkämpfen siegte B i a l o j a h n über M a t t h e u s in der dritten Runde durch k. o. und K i a u f ch über Kaube nach Punkten. Das Resultat des letzten Kampfes gab dem Publikum zum Protest Anlaß. Schließlich siezte noch in einem Bantamgewichtskampf Schulze- Magdeburg über A u st-Berlin durch k. o. Aust mußt« auf einen genau gesetzten Kinntresfer in der dritten Runde über die Zeit auf die Bretter. Morgen Sonntag, 9� Uhr. im Lunapark: Deutsche Weiter- gcwichtsmeistcrschaft._ Sportplatz Löbau in Sa. Ein vorbildliches Werk hat die Löbau er organisierte Ar. beiterschaft in Angriff genommen. Nach langen Bemühungen ist es endlich gelungen, in der Nähe der Kaserne an der Georgewitzer Straße ein Gelände zu erwerben, das zu einem Sportplatz her- gerichtet werden soll. Zunächst wurden 29 999 Quadratmeter für 8999 M. erworben, später 16 999 Quadratmeter dazugepachtet und endlich von der Stadt Lübau eine Wiese und ein Geländestreifen von rund 18 999 Quadratmeter auf 29 Jahre gepachtet. Der obere Teil des erworbenen Geländes, dos bisher landwirt- schoftlich genutzt wurde, soll in einen Sportplatz umgewandelt werden. Für die riesigen Erdbewegungen ist allerdings noch viel Arbeit nötig. Das etwas tiefer gelegene frühere Wiesen- gelände, von herrlichem Laubwald— Eichen, Buchen, Birken— umsäumt und von der Löbau durchflössen, ist bereits zum größten Teil in einen Volkspark umgewandelt worden. Ungeheure Arbeit niuhte geleistet werden, bis das Gelände seiner Bestimmung als Erholungs- und Festplatz für die gesamte organisierte Arbeiterschast zugeführt werden konnte._ Olympia-Radrennbahn. Die Teilnehmer der am Sonntag auf der Olympia-Radrennbohn stattfindenden Dauerrenncn sind sämtlich cingetrossen und haben bereits das Training aufgenommen. Sonnabend nachmittag ab 5 Uhr offizielles Training sämtlicher Dauerfahrer. Die Rennen der Benifs- fliegcr haben qualitativ ein sehr gutes Ergebnis gefunden. Der belgische Meisterfahrer Degraeve trifft im Verein mit seinem Landsmann D e w o l f auf die beiden Italiener Mori und Bassi sowie auf die Deutschen Behrendt, Krüger, Heyne, Kantorowicz, Kühl, Dorn, Kodzierski, Maczinski usw. Die Bundesamateure bestreiten dos 6. Rennen des Großen Olynipia-Prcises. Hier stellen sich etwa 39 der bekanntesten Berliner Amateure den, Starter. Rcnnbeginn 4 Uhr(n i ch t 5 Uhr). Zum Arbeitersport übergetreten. ..Rudolfshügel', Wien, ist der erste große Professional. sußballvcrein, der nach dem bitteren Abenteuer des Berufsspieler- tums den Weg zum Arbeitersport gefunden hat. Der Verein verlor als Mitglied des bürgerlichen Fußballoerbandes viel von seinem führenden Ansehen, daß er im Wiener Sport genoß. Der Verein hat seinen Sitz im größten Arbeitcrbezirk Wiens und hat sich mit dem Favoritner Amateursportverein zu einem großen Zcntralvercin zusammengeschlossen._ Turnlehrerausbildung in Preußen. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volks- bildung hat in einem Schreiben vom 16. Juli dem deutschen Reichs- ausschuß für Leibesübungen bekanntgegeben, daß die Vorarbeiten für die künftige Regelung der Turnlehrerausbildung im Kultusministerium im wesentlichen abgeschlossen worden seien. Der Minister beabsichtigt, vor der endgültigen Entscheidung der Frage über die Neugestaltung der Turnlehrerausbildung die besonders interessierten Kreise zu einer Aussprache Ende Sep- tember oder Anfang Oktober einzuladen. V ereinskalender. .»bt Licht.nb«�. Zur Antikrieg»kuiidzebung her Partei aa» 1. August(Srnfounft 18 Uhr, ab Zeppelinplatz) stehen Umkleideräume zue Verfügung: Sportdreß und Schläger sind mitzubringen. Zu dem Volks;ost am 5. August sind Horten beun E-enossen Schmidt zu hoben. Unentschuldigtes Fernbleiben zieht 8 Tage Spielnerbot noch sich. Hleidung im Festzug: für Männer weiße Hose und Sporthemd, für Frauen weiße Blute und weißen bzw..hellen Nock. Schläger nicht mitbringen. Umkle'delokol norbanden. I Ilhorn: mm4___ i*__.- t l,«*:<•... jycrncMciu�i»"-iupe vspicincrDot noch sich. Hleidung ,m Festzug: tue Männer weiße Hose und Sporthemd, für Frauen weiße Blute und weißen bzw. hellen Pock. Schläger nicht mitbringen. Umkle'delokol norbanden. Den Hleider.ronsxoit übernimmt das Freie SportkarteN. doch bitten wir. an diesem Tage nicht die beste Hleidung anzuziehen. Genauen Treffpunkt im Stadion sowie im«Abend" nächster Tage. 29. Juli, ab 9 Übt: Etaimn«»ex Leicht, «thletck auf dem TpartplaS Westcu». Etfche inen ist Pflicht. l