Morgenausgabe Rr. 359 A 183 45.Jahrgang Böchentlich 85 Big., monatlich 3,60m im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,-. pro Monat. Der Borwärts erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illuftrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauenftimme", Technif"," Blid in bie Bücherwelt und Jugend- Borwärts". ngoffin Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 1. August 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die ein paltige Nonpareillegeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettgei orudte Bort 25 Pfennig zulässig zwe tettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Bfennig, jebes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Linden raße 3, wochentagl. von 8/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G. m. b. H. Bostichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstr. 3 Neue Zugkatastrophe in Bayern 12 Tote- 16 Schwerverletzte. Ein beschleunigter Personenzug auf einen Güterzug aufgefahren. Augsburg, 31. Juli. Ein neues schweres Eisenbahnunglück hat sich Dienstag nachmittag 4 Uhr auf der Strecke Ulm Augsburg zugetragen. Der beschleunigte Personen zug 911( Saarbrücken- Stuttgart- Ulm- AugsburgMünchen) fuhr auf einen in der Station Dinkel: scherben stehenden Durchgangsgüterzug 7535 mit boller Wucht auf und zwar wahrscheinlich infolge falscher Weichenstellung. Mehrere Wagen wurden wie Streichholzschachteln geknickt. Nach den letten von der Unfallstelle eingetroffenen Meldungen hat der Zugzusammenstoß bei Dinfelscherben bisher zwölf Todes opfer gefordert, zehn Personen wurden schwer, etwa zwanzig bis fünfundzwanzig leichter verletzt. Erst vor wenigen Tagen hat der Generaldirektor der Deutschen Reichseisenbahngesellschaft, Dr. Dorpmüller, ausführlich über die Eisenbahnfatastrophen der letzten Wochen gesprochen und dabei den forgenvollen Sag geprägt: ,, lleberfieht man die erwähnten. Unfälle( Nürnberg- Siegelsdorf, Ummendorf, Ulm, Amstetten, Münchener Hauptbahnhof), so fällt es auf, daß fie in die kurze Zeit vom 10. Juni bis 21. Juli fallen, und menn man daraus Schlüsse für die Zukunft ziehen würde, so würde das ein trauriges Bild für die Sicherheit der deutschen Reichsbahn aufrollen." Durch das neue Unglüd auf der Strecke Ulm- Augs burg sind auch die dunkelsten Voraussagen übertroffen. Addiert man allein die Totenziffern der drei großen bayerischen Unglücksfälle von Nürnberg, München und Augsburg, so ergibt sich die erschreckende Ziffer von und Augsburg, so ergibt sich die erschreckende Ziffer von über 50 Toten, wozu noch eine weit größere Zahl von Schwerverletzten hinzuzurechnen ist. Eine traurige, eine im Schwerverletzten hinzuzurechnen ist. Eine traurige, eine im höchsten Maße erschreckende Blutstatistik! Herr Generaldirektor Dorpmüller hat von der Perio: dizität der Unglüdsfälle gesprochen und darauf hingewiesen, daß es nach unglücksfreien Zeiträumen immer wieder solche gibt, in denen eine wellenartige Zusammenballung der Unglücksfälle auftritt. Wenn aber in so kurzer Zeit so viele fürchterliche Katastrophen sich häufen, dann darf zur Erklärung nicht allein die Mystik des statistischen Zufalls herbeigezogen werden. sie ver Bayerns minderwertig sein, aber was tat's?- sie ver förperte doch noch ein Restchen bayerischer Souveränität. Als Ergebnis dieser Eigenstaatlichkeits"-Gelüste liegen heute über 50 Tote! Opfer eines sinnlosen Partitularismus! " die Der bayerische Ministerpräsident hat freilich Dinge umdrehend- vorsichtig andeutend behauptet, daß die Unglücksfälle eine Folge der Zentralisierung und der daraus entstehenden Vernachlässigung der periphären Berhältnisse seien. Dorpmüllers flare Zahlen strafen ihn Lügen. Seit das bayerische Netz an die Reichsbahn angeschlossen ist, hat es zur Unterhaltung seiner Anlagen den dreifachen Betrag der Summe erhalten, den es selber in Friedenszeiten dafür ausgegeben hat. Aber selbst dieser Betrag hat nicht zur Abstellung der Mängel ausgereicht. Borständen der einschlägigen Aemter. Erste Hilfe wurde inzwischen geleistet von Aerzten aus Dinkelscherben und Zusmarshausen und von Krankenschwestern des Krankenhauses Zusmarshausen. Kurze Zeit später traf die Sanitätsfolonne Augsburg mit zwei Krankenautos und drei Aerzten an der Unfallstelle ein. Ein weiterer Hilfsnachzug ging um 17 Uhr von Augsburg ab und traf um 17,40 Uhr in Dinkelscherben ein. Außerdem kam um 18 Uhr ein weiterer Hilfszug aus Ulm mit Aerzten und Hilfspersonal an der Unfallstelle an. Der Zugverkehr war zunächst gesperrt, fonnte aber dann auf dem Gleis Augsburg- Ulm eingleifig meitergeführt werden. D 59 von Ulm wurde über Neu- Offingen, Donauwörth nach Augsburg umgeleitet. Bayerische Zugfatastrophen. 25 5.26 München. 10. 6. 28 Siegelsdorf 23. 6. 28 Ummendorf. 3.7.28 21m 15. 7. 28 Nürnberg. 28. 7. 28 Kehrsbach 31. 7. 28 Augsburg . 27 Tote, 23 Verletzte 24 12 " 15 292 12343 " 10 99 25 12 • 35 Doch ebenso wichtig, noch wichtiger als die Materialist die Menschenfrage. Ueber die sozialen Mißstände im bayerischen Eisenbahnbetrieb, die Ueberlastung des Zugpersonals und die mangelhaften Dienstpausen wurde hier nach der Münchener Katastrophe von sachkundiger Seite bereits einiges gesagt. Dies sind freilich Berurfachungsmomente, die man bei der Leitung nie wahr haben will. Es ist ja viel bequemer, einzelne Beamte als Sündenböcke in die Wüste zu jagen, als das ganze System der Arbeits- und Diensteinteilung auf seine Zweckmäßigkeit hin zu revidieren. Man spricht leicht von ,, Unaufmerksamkeit", sobald die Nerven eines Beamten versagen. Aber es ist hier wie in der Schule: Wenn die ganze Klasse unaufmerksam ist, so liegt die Schuld Bollfigung versammelt war und furz vor dem Abschluß seiner Arnicht bei den Schülern, sondern beim Lehrer und bei der Schule! Auch der Teil des Publikums, der sonst sozialen Fragen empfindungslos gegenübersteht, wird hier auf ihre Bedeutung hingewiesen. Denn seine eigene Sicherheit hängt von der richtigen sozialen Regelung des Eisenbahnerdienstes ab. Aber es wird beinahe symbolhaft, wenn just am Tage des sechsten Eisenbahnunglücks innerhalb von sechs Wochen das Land Bayern sein Sozialministerium abbaut, um einen reaktionären Koalitionsschacher zustande zu bringen. Was braucht man in einem Lande, das sich der sicheren Obhut von ehemaligen Hochverrätern und Hitler putschisten erfreut, auch noch großartig Sozialpolitik. Dieser Abbau ist auch ein schöner Zug von reaktionärer Eigenstaatlichkeit, als deren unschuldige und nichtahnende Opfer Reisende mit zerschmetterten Gliedern auf der Strecke bleiben! Der amtliche Bericht. Augsburg, 31. Juli. Die Reichsbahndirektion Augsburg hat über das Eisenbahn" Bestürzung im bayerischen Landtag. München, 31. Juft. Im bayerischen Landtag, der am Dienstag nachmittag zu einer beiten stand, rief die Nachricht von dem Eisenbahnunglück bei Dinkelscherben große Bestürzung hervor. Der Präsident Dr. Königbauer sprach namens des Hauses das Beileid aus und erhielt die Ermächtigung, mie bei dem letzten Münchener Eisenbahnunglück, auch hier den so schwer Betroffenen das Beileid der Volksvertretung zum Ausdrud zu bringen. Der Eindruck in München. München, 31. Juli. Die Kunde von dem neuen großen Eisenbahnunglück rief in München starte Erregung hervor. Die Anschlagtafeln der Zeitungen wurden von bichten Menschenmassen umlagert. Viele Hunderte eilten zum Hauptbahnhof, um Auskunft über Angehörige, Bekannte und Freunde zu erlangen, die aus der Richtung Ulm erwartet wurden. Unter dem Publikum spielten sich erregte Szenen ab. Dorpmüller fündigt Maßnahmen an. Wie die Reichsbahnhauptverwaltung mitteilt, ift Generaldirektor Dorpmüller fest entschloffen, im Interesse der Sicherheit des Reiseverkehrs in Bayern mit rücksichtslofer Strenge durchzugreifen. Seine Maßnahmen werden sich auf das Sicherungswesen, die Eisenbahnunfälle entstehen durch Versagen von Mate= rial und Menschenfraft. Was das Versagen von Material betrifft, so hat Dr. Dorpmüller selber mit erfreulicher Deutlichkeit den Finger in die Wunde gelegt. Er hat offen ausgesprochen, daß die bayerischen Bahnen der unglück von Dinkelscherben folgenden amtlichen. Bericht ausgegeben: Durchführung der Betriebsvorschriften, die Arbeitszeif und die PerDeutschen Reichsbahngesellschaft in einem trostlosen Zustand„ Der aus der Pfalz kommende beschleunigte Personenzug 911 übergeben worden sind und daß- trog erhöhter Zuschüsse stieß heute nachmittag um 16 Uhr bei der Einfahrt in die Station in den vier Jahren seit der Uebergabe die Deutsche Reichsbahn Dinkelscherben infolge falscher Weichenstellung auf den zur noch nicht alle Sünden hat wieder gutmachen können, die in Ueberholung stehenden Durchgangsgüterzug 7535 auf. Bom Güter zehnjähriger Raubbau- und Ausbeutungszug sind die letzten drei Wagen entgleist und umgestürzt. Ebenso ist zeit" vorher von der bayerischen Verwaltung begangen der nachfolgende Eilgutwagen umgestürzt. Die folgenden sieben morden sind. Und was Herr Dr. Dorpmüller zur Entschul- Bersonenwagen find entgleift. digung dieses Raubbaues durch Bayern ausführte, das ist im Grunde nur eine verstärkte Anklage. Dr. Dorpmüller jagte: ,, Es ist klar, daß das bayerische Net, als es noch allein stand, fich nicht eine derartige Ausstattung leisten konnte, wie zum Beispiel Breußen. Denn es fehlt ihm als Binnenstaat der Reichtum, den große Schiffbare Flüsse, eine hafenreiche Küste und vor allen Dingen reiche Rohlengebiete Preußen bieten." Trogdem aber war die partikularistische Engstirnigkeit darauf verfeffen, eine eigene banerische Eisenbahn zu befigen. Jahrzehntelang wachen die Lokalpatrioten der bayerischen Eigenart und Selbständigkeit mit Argusaugen darüber, daß tein Zusammenschluß des bayerischen Eisenbahnnezes mit der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft stattfand. Die Eisenbahn, die man auf diese Weise hatte, war zwar mindermertig, mußte nach den wirtschaftlichen Verhältnissen Einer von diesen zerquetscht, einer geknickt. Getötet wurden zehn Personen, schwer verleßt etwa 16, weniger schwer 12 Personen. Außerdem wurden 23 Personen leichter verletzt, die ihre Reise fortsetzen konnten. Von den Schmerverletzten wurden 12 mit Rettungswagen nach dem Städtischen Krankenhaus nach Augsburg gebracht. Bon diefen sind auf dem Transport zwei Personen ihren Verlegungen erlegen, so daß die Zahl der Todesopfer 12 beträgt. Die weniger schwer verletzten wurden im Sanitätsauto nach den Krankenhäusern in Zusmars haufen und Augsburg gebracht. Der erste Hilfszug wurde bei der Station Augsburg um 16.05 Uhr angefordert. fuhr um 16.24 Uhr ab, traf um 16.56 Uhr an der Unfallstelle ein. In diesem Hilfszuge befand sich der Prä sident der Reichsbahndirektion mit mehreren Dezernenten und den fonalfragen erstrecken. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat nach Bekanntwerden des neuen Unfalles in Bayern, um volle klarheit über die Gründe des Unfalles zu schaffen, zusammen mit dem Reichsverkehrsminifterium eine Kommission an die Unfallstelle entsandt. Zu dieser Kommiffion gehören die Reichsbahndirektoren kilp und Städ el, fowie Ministerialrat Dr. Ebeling. Besprechung beim Reichsverkehrsminister. . An der Besprechung, die am Mittwoch vormittag zwischen den Berkehrsreferenten der Reichstagsparteien und dem Reichsverkehrsminister v. Guérard stattfindet, wird als Vertreter der Reichsbahnhauptverwaltung Generaldirettor Dorpmüller teilnehmen. Von den Barteien sind folgende Abgeordnete zu dieser Besprechung eingeladen worden. Von den Sozialdemokraten die Abgg. Schumann Frankfurt und Scheffel, von den Deutschnationalen die Abgg. Dr. Quaaß und Dr. Roch, vom Zentrum bie Abgg. Giesberts und Erfing, von der Deutschen Volkspartei die Abgg. Dr. Hugo und Hinzmann, von den Demokraten die Abgg. Dr. Wieland und Schuldt- Stegliß, von der Wirtschaftspartei die Abgg. Mollath und Dremis, von der Bayerischen Bolkspartei die Abgg. Leicht und Dauer. Schwindel mii Reichsanleihen. Die Wahrheit über die Retrugsmonöver. Die Betrugsoersuche bei der Aufwertung der Popiermarkonleihen des Reichs haben in der Oesicntlichfeit lebhafte Unruhe hervorgerufen. Insbesondere herrscht im Kreis« der durch die Inflation ohnedies schwer geschädigten Anlcihealtbesitzer große Erregung, die zu wilden Gerüchten geführt hat. So spricht man z. V. davon, daß 22 Milliarden Papiermarkanleihen fälschlich als Altbesiß angemeldet worden seien. Demgegenüber erscheint es angebracht, den wirklichen Sachverhalt, soweit er bis zum Augen- blick feststellbar ist. kurz darzustellen: Durch das Anleiheablösungsgesetz vom Jahre 1925 find die öffentlichen Anleihen in zwei Gruppen eingeteilt worden, und zwar in die Gruppe des Altbesitzes und des Neubesitzes. Als Alt besitz wird, angesehen derjenige Besitz, der vor dem 1. Juli 1929 erworben worden ist und seitdem bis zum Umtausch ununterbrochen behalten wurd«.� Alles übrige wird als Neubefitz angesehen. Während der Neubefitz sich mit einer Aufwertungsquote von 2,A Proz. des Goldwertes begnügen muß, die in einer verzins- lesen Ablöjungsanleih« gewährt wird, erhält der AUbesitzer ein sogenanntes Auslosungsrecht, das in dreißig gleichen Jahresraten zum sllnffochen Nennbetrage durch Auslosung getilgt werden muß. Während also der N e u b e s i tz e r nur den vierzigsten Teil seiner einstigen Goldeinzahlung zurückerhält, erholten die A l t b e- sitzer ein Achtel, und zwar in einem Papier, das wesentlich günstiger ausgestaitci ist. In dieser Besserstellung der Altbesitzer liegt .natürlich für gewissenlose Elemente ein Anreiz zu betrügerischem Vorgehen. Die Finanzbehörden haben mit solchen Bctrugsversuchen immer rechnen müssen. Daher wurden Kontrollmaßnahmen eingeführt, die von dem Zlltbesitz oftmals als schikanös empfunden wurden. Für die Anmeldungen im I n l a n d e lag die Prüfung, ob es sich um wirklichen Altbesitz handelt, bei den Finanzämtern. Da sie über ein reichhaltiges Steuermalerial verfügen, so war damit in weitest- gehendem Umfange die Möglichkeit zu betrügerischen Maßnähmen ausgeschlossen. Schwerer war die Kontrolle für die A n m e l d u n- gen im Auslande, chier wurden besondere Aufwertungsstellen errichtet und ihnen die Pflicht auferlegt, Buchprüfungen vorzu« nehmen, Einsicht in die Bücher der Banken zu verlangen usw. Immerhin ist, wie die jetzt aufgedeckten Betrügereien zeigen, diese Kontrolle im Auslnnde nicht in vollem Umfange ihrer Aufgabe ge- wachsen gewesen. Insgesamt sind rund 4 Millionen Anträge ans Auer- kennung als Altbesitz gestellt worden. Dchwn entfallen nur etwa 799 999 auf das Ausland. Aus dieser Angabe läßt sich bereits er- fchen, daß die vom Auslande her unternommenen Betrügereien ' nicht den gewaltigen Umfang haben können, der nach den ersten Nochrichten oermutet wurde. Das geht noch deutlicher aus der Tat- fache hervor, daß amtlich der Betrag, der vom Ausland« als Alt- besitz angemeldet wurde, auf rund eineinhalb Milliarden Papiermork beziffert wird. Der Gesamtbetrag der der Aufwertung als Ali- und Neubefitz unterliegenden alten Reichsanleihen beträgt 72 Milliarden Papiermärk. Ursprünglich nahm man an, daß nur etwa 29 bis 25 Milliarden davon als Alt besitz anzusehen seien. Diese Zln- »ahme stützte sich auf eine Schätzung, für die genauere Unter- logen nicht vorlagen. Trotzdem wirkte es überraschend, daß als Alt- besitz 42 Milliarden angemeldet wurden. Davon werden voraus- sichtlich 56 bis 37 Milsiarden auch yls Alt besitz an. erkannt... Öb die Meinung richtig ist, daß die Behörden bei den Klein- Besitzern sehr streng die Boravssetzungen für die Anerkennung als Altbesitz nachgeprüft hoben, laßt sich schwer beurteilen. Während im Durchschnitt 4,1 Proz. der Anträge abgelehnt wurden, bleibt der K l« i n b e f i tz mit Proz. hinter diesem Durchsämitt zurück. Der G r o ß b« f i tz übersteigt diese Grenze mit 7 Proz. Beim Aus- la nds b esitz sind sogar 19 Proz. der Anträge der Ablehnung verfallen. Aber selbst wenn formell alles in Ordnung sein sollte, so muß man doch von den Behörden die allergrößt« Strenge gegen die Be- irüger verlangen. Sie hoben nicht nur den Versuch unternommen, da, Reich zu schädigen: ihr« Handlungsweise bedeutet auch eine Schädigung der wirklichen Altanleihebesitzer. Die?lussichten für den einzelnen, bei der Auslosung berücksichiigt zu werden, ver- schlechtert sich umsamchr, fe höher der Umfang des Aktbesitzes ist. Daß die durch die Inflation um ihr Vermögen gebrachten oltm Sparer und Rentner nun auch noch die Beute gewissenloser Speku- kanten und Betrüger werden sollten, ist eine Schurkerei, die nicht scharf genug oerurteilt und nicht hoch genug bestraft werden kann. Vorstoß gegen Hilgenberg. Veuischnationale Angestellte fordern seinen Anelschluß. Wie der.Lunddeutsch«' sich aus Minden melden läßt, holen die deutschnotionaien Angestellten zum Gegenstoß au,. Sie sind keines- . megs gewillt, den Ausschluß Lambachs still hinzunehmen und sie beantworten ihn damit, daß sie«inen Antrag auf Ausschluß des Abgeordneten Hugenberg einbringen werden. Die Meldung des„Iungdeuifchen" besagt: Der Angestcllienausschuß der Deutschnationalen Dolkspartei im Wahlkreis Westfalen- Nord, dessen Abgeordneter der Geheimrat Hugenberg ist. hat eine Versammlung einberufen mit der Tagesordnung: Antrag auf Aus» ichliehimg des Abgeordneten Hugenberg wegen Gefährdung des Be. stände» der Partei. Wie weiter verlautet, vertritt in der Deutjchnationalen Volks- pari«! ein« nicht unbedeutende Gruppe die Ansicht, daß die Partei- leitung auch ohne daß eine Berufung von Lambach vorliegt, das Urteil kassieren solle, wozu die bei den Verhandlungen vom Landesverband Potsdam II begangenen Formfehler angeblich genügend Gelegenheit geben würden. Reichswehr und 11. August. Offizieller Befehl zur Teilnahme an den Feiern. Neichswehrminister Gr o« n e r Hot einen Befehl zur Be- reiligung der Reichswehr an den Berfassungsfeiern erlassen. Nach diesem Befehl beteiligt sich die Reichswehr an den vorgesehenen staatlichen Feiern. Die Beteiligung der R« i ch s- wehrtopellen regelt sich nach den örtlichen Berhältnissen. In Berlin wird tn« Reichewehr«in Platzkonzert veranstalten. Im Anschluß daran findet dann die Parade einer Kompagnt« des Dachregimentes vor dem Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Vor dem Brüsseler Kongreß. Beginn der Vorarbeiten in dieser Woche.— Die Tagesordnung.— Erhebliche Zunahme der Velegiertenzahlen gegenüber 192S. Die polnische Amnestie verkürzt die lebenslängliche Strafe des K o w« r d a, der den Sowjergesandtcn W o j k o w in Warschau ermordet hat, aus zehn Jahre: Wojciechowski aber, der den Sowjetdelegierten L i s a r- w zu töten versucht hat. wird nicht be- gnadigt, da er nicht polnischer Staatsbürger«st. Der Dritte International« Kongreß, den die Sozialistische Arbeiterinternotionol« seit ihrer Gründung in Hamburg im Mai 1923 abhält tritt kommenden Sonntag, 5. August, im großen Festsaal des Volkshauses in Brüssel zusammen. Di« Ber« Handlungen werden eine volle Woche in Anspruch nehmen und schon in dieser Woche tagen Vorlonferenzen: Das Bureau der SAJ. tritt am 2. August zusammen, die Exekutive am Z.. die I n- ternotional« Frauenkonferenz der S2lI. tagt am Z. und 4., außerdem sind Vorbesprechungen der Sonderaus- schüsse für A b r ü st u n g und Kolonialfragen vor Bs- ginn des Kongresses in Aussicht genomnwn, um die beiden ausge- arbeiteten Resolutionsentwürfe eventuell einer neuen Lesung zu unterziehen. Deutschlands ständiger Vertreter im Bureau der SAJ., Genosse Otto Wels, ist, wie wir bereits berichteten, durch Krankheit an der Teilnahme verhindert und wird in der Sitzung des Bureaus durch Genossen Arthur Crispien vertreten werden. Ebenso ist, gemäß den Statuten, Genosse Her- mann Müller- Franken infolge der llebernahme des Reichs- kanzlerpostens aus der Exekutive automatisch ausgeschieden und durch Genossen Johannes Stelling ersetzt worden. An Stelle von Hermann Müller als Mitglied des Sonderausschusses sür Ab- rüstungsfragen ist Genosse Dr. Breitscheid getreten, an Stelle von Wels als'Mitglied des Sonderausschusses für Kolonialfragcn Genosse Wilhelm D i t t m a n n. Wie die„Internationale Information", das Nachrichtenorgon des Züricher Sekretariats der SAJ., mitteilt, findet am Erösf- nungstag, dem 5. August, in Brüssel ein« große Demon- st r a t! o n zu Ehren des Kongresses statt, bei der die s o zi a l i st i- s ch e Jugend korporativ ausmarschieren wird. Den Abschluß des Kongresses bildet eine Massendemonstration im Arbeiterzentrum Liege(Lüttich), wo am Sonntag, dem 12. August, wohl mehr als 199999 Arbeiter versammelt sein werden. Die Tagung wird eröffnet mit einer Rede des Vorsitzenden der SAJ. Arlur henderson. darauf wird im Namen der gastgebenden belgischen Arbeiterpartei Emile Dandervelde sprechen. Di« eigent- lichen Beratungen beginnen am Montag, dem 6. August, vormittags. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Die wettpolitische Lage und die internationale Arbeiter- bewegung. 2. Der Militarismus und die Abrüstung. 3: Das Kolonialproblem. 4. Die wirtschaftliche Situation der Nachkriegszeit und die öko- nomische Politik der Arbeiterklasse. S. Bericht und Antrag der internationalen Frauenkonferenz. 6. Organisatorische fragen der SAZ. Für jeden der Tagesordnungspunkte wirb eine K 0 m- Mission eingesetzt, in der die angeschlossenen Parteien bis zu drei Vertreter entsenden tönjicn. Das Sekretariat der SAJ. legt dem Kongreß ansführliche gedruckt« Berichte.. vor. Diese umfassen ist jeder der drei Kongreßsprachen weit mehr als 500 Seiten. Diese Berichte werden den Delegierten, in fünf Teilen gesondert geheftet, übergeben. Der erste Teil gibt auf 115 Seiten eine politische Uebersicht. Dieser Teil ist in 11 Abschnitte gegliedert, von denen wir folgend« hervorheben wollen: Di« Einleitung gibt«ine Darstellung der Hauptereignisse seit dem Marseiller Kongreß. Sie geht besonder» auf die Stellungnahme der SAJ. zu der großen Streikbewegung in E n g l a n d und zu den Er- eignissen in China ein. Ein eigenes Kapitel ist dem Kampf gegen den Faschismus in Italien gewidmet, an das sich eine Dar- stellung der Aktionen für die Opfer politischer Verfolgungen an- schließt. Die Fragen der politischen Ler'ständigung zwischen Deutschland und Frankreich einerseits und die Verwicklungen im Nordosten sind sowohl in eigenen Kapiteln als auch im Zu- sammenhang mit den Völkerbundsproblemen behandelt. Zwei be- sondere Abschnitte sind wirtschaftlichen Fragen gewidmet: dem Kampf um den Achtstundentag und den Konserenzen über die Wanderungsproblein« und die Fragen der Zoll- und Handelspolitik. Eine besonders eingehende Darstellung ist den Beziehungen zwischen der SAJ. und dem Völkerbund gewidmet, ein weiteres großes Kapitel gibt die Vorarbeiten der SAJ. inderAbriistungsfrage wieder und bildet die Grundlage fiir die Behandlung des Tagesordnungspunktes„Militarismus und Abrüstung". Dieses Kapitel schließt mit dem Wortlaut de» Resolutionsentwurfes, den die Exekutive in dieser Frage dem Brüsseler Kongreß vorlegt. Noch weit umfangreicher find die Borarbeiten fiir die BeHand- lung der K o l o n i a l f r a g e. Die Darlegungen der einzelnen Par. teien zu dieser Frage stellen«in Heft von 299 Seiten dar. Dieses schließt mit dem Resolutionsentwurf über die Kolonialfrag«, die die zu diesem Zweck eigens eingesetzte Kommission dem Kongreß vorlegt. Während die Materialien für diese beiden Hauptpunkte der Tagesordnung schon durch mehr als ein Jahr den Parteien zur Per- fügung standen und in der Presse wiedergegeben und diskutiert wurden, sollen die anderen Punkte de? Tagesordnung vor allem ein Produkt der Kongreßarbeit selbst werden. Für die Internationale Frauenkstifereaz und die Be- Handlung von deren Ergebnissen auf dem Kongreß liegt ein eigener Bericht von 40 Seiten„Die Frauen der Sozialistischen Arbeiter. Internationale" vor. Die organisatorischen Fragen der SAJ. werden in einem besonderem Abschnitt eingehend behandelt, der durch ein Kapital über die„Probleme der Internationale" ein. geleitet ist, in dem die Möglichkeiten der Entwicklung in anderen Sontineptcn und die Möglichkeiten der Herstellung der Einheit: auf inier- nationalem Gebiet untersucht werden. Sehr stark angewachsen ist der Teil, der über die der SAJ. angeschlossenen Parheien im einzelnen berichtet. Dieses Kapitel stellt ein wichtig« Nach- schlagebuch dar. dos über den Stand der Arbeiterbewegung Auskunft gibt. Die ganzen Berichte geben«in Bild der regen Tätigkeit, die die Sozialistische Arbeiter-Interpationale«füllt, und sie werden für jeden, der sich für die Probleme de? Arbeiter- bewegung interessiert, von dauerndem Wert sein. Digse Berichte werden nach dem Kongreß gemeinsam mit dem stenographischen Protokoll durch den Buchlzandel allgemein zugänglich werden. Dritte Internationale Frauenkonferenz der SAJ. Am 3. und 4. August findet im Konferenzsaal des Brüsieler Volkshauses die Dritte Internationale sozialistische Frauenkonferenz seit der Gründung des internationalen sozialistischen Fr a u e n- komitees. die im Jahre 1927 erfolgte Den Vorsitz der Konferenz werden Mitglieder des FrauenprSsidiums führen. Die provisorische Tagesordnung lautet: 1. Konstituierung der Konserenz. 2. Diskujsicmspunkte. I. Die sozialistischen Zorderungen der politischen Arbeiter. bewegung-„. a) für Mutler und Sind: Beserentmnen: Susan La� wrence tSrohbritanmen). Isabel Blume und Alice pel» sBelgien).. d) für die?rau im Betrieb: Beferentin:»ertrnd tzanna (Deutschland). c) in der Fürsorge für Hilfsbedürftig«: Beferentin: Agnes D o l l a n(Großbritannien). II. Tendenzen zur Mobilisierung der Zroue» in Kriegs, eilen. Beferentin: vorola Kluszyafka(Polen). III. Organisatorische Fragen. IV. Verschiedenes. Außer den erwähnten Berichten liegen weitere Anträge zu obigen Punkten vor, so van Oesterreich, der Unabhängigen Arbaiter- portei Großbritanniens. Polen usw. Der Konferenz wird ferner ein gedruckter Bericht des Sekretarial» der TIA. über die Frauen- org-mifation unterbreitet. Der Konferenz gehen Sitzungen des Frauenkomltees und des Präsidiums voraus. Die Delegationen am Brüsseler Internationalen Kongreß. Der Brüsseler Kongreß wird noch wesentlich stärker be- sucht sein ol» der zweite Kongreß, der im August 1925 in Mar» f e i l l« stattfand. Bis 25. Juli waren bereit» mehr al» 500 Delogierte angemeldet. Bis zur Eröffnung des Kongresses wird dies« Zahl noch erheblich steigen. Die Steigerung der Teilnahme illustrieren unter anderem folgende Länder: Aus England sind 65 Teilnehmer gemeldet, wäh» rend in Marseille nur 38 anwesend waren. Frankreich hat 56 (in Marseille 33). Oesterreich 67(44). Dänemark 31(11). Deutschland 100(73), die tschechoslowakische Sozial- demokratte 26(14) Delegierte bereits jetzt angemeldet. Bon der Sozialistischen Portei in den Bereinigten Staaten von Amerika sind bisher außer den Exekutiomitgliedern Victor L. Berg er und Morris Hillquit noch James Oneal, Jakob Ponten, George H. G o e b e l. Julius Gerber. Albert Holpern, Nathan C h a n i n angemeldet. Die Soziallstisch« Partei Argentiniens ist durch Senator Dr. Mario Bravo vertreten. Auch die Unabhängige Sozialistische Parte! Argentiniens ent» sendet den Abgeordneten Bunge, der. da die Partei sich zwar zur Aufnahme in die SAJ. angemeldet hat. übet dies« Frage jedoch vor dem Kongreß wohl kaum endgültig entschieden werden kann, den Verhandlungen nur als Gast beiwohnen wird. Außerdem wird «ine Reihe von Gästen aus überseeischen Ländern den VerHand- lungen beiwohnen. So R. R. B a t h a l«. Vertreter des All- indischen Gewerkschaftskongrejses, A. A. C i p r i a n i. Vertreter der Working Men's Association von Trinidad und G. E. de Silva, Vertreter der Labour Union von Ceylon. Auch die Nachfrage noch Karten für Pressevertreter und Zu- Hörer ist so groß, daß im großen Festsaal des Bolkshaufes auch die Bühne zur Unterbringung von Delegierten verwendet werden muh. Die Sitzordnung wird so eingeteilt werden, daß m allen Fällen die Uebersetzungen in einfacher Weise parallel vorgenommen werden können und'damit ein Drittel der Zell erspart wird. Massenwahn. Die erste Etappe deck Moskauer Kongresseck. Der erste Tagesordnungspunkt des Kongresses der Komintern ist erledigt, die Tätigkeit des„Ekki" ist einstimmig gebilligt worden. Im Schlußwort hat B u ch a r i n noch ein- mal mit aller Schärfe gezeigt, welche propagandistische Parole in Zukunft im Mittelpunkt der kommunistischen Agitation stehen soll: dieAchsederWeltlageistdieKriegs» g e f a h r. Das Kriegsgefahrgeschrei soll die kommunistische Pro- paganda beherrschen. Und wie! Gewerkschaftsgesetz in Eng- iand— ist Instrument der Kriegsoorbereituna. Eintritt der Sozialdemokraten in die Regierung, Eintritt Deutschlands in den Völkerbund— ist Kricgsvorbereitung. Wirtschaftsdemokratie— ist Kriegsvorbereitung. Schlichtungswesen— ist Kriegsvorbereitung. Sa sagt Bucharin. Es ist die Absicht, künstlich einen Massenwahn, eine Psychose der Kriegsangst zu erzeugen, dazu eine Hetze gegen die Soziaidemokratie in der Art des Spioncnwahns zu Kriegsbeginn. Die Sonne scheint und die Wälder werden grün— das ist Kriegsoorbereituna und die Sozialdemokratie ist daran schuld! Die großen Massenbetrüger in Moskau spielen mit dem Feuer. Deutsches Arzt in Rußland verhastet. Riga. 31. Juli.(Eigenbericht) Dieser Tage ist wieder ein Reichsdeutscher in Ruß- land verhaftet worden, und zwar der im russischen Staats- dienst stehende Arzt Dr. F l« s ch, der beschuldigt wird,.chen Staat betrogen" zu haben, indem er Privatpraxis betrieben hat. Oer Schachty-prozeß als Theater. Moskau. 30. Jv.'i. Noch fowjetamtlichen Angaben hat die Zahl der Zuhörer im Gerichtssaal im Laufe der 41 Tag« des Schachly-Prozesse» in Moskau insgesamt 156 522 betragen. Davon waren 48 499 Mitglieder von Gewerkschaftsverbändcn. Maharadscha in Sichtl Der Maharadscha von P a t i o l a hat am Montag London oerlassen, um sich nach Berlin zu be- gebrn..j Regierungserklärung in Bayern. Weitere Kleritalisierung der Bolfsschule. München, 31. Juli.( Eigenbericht.) Am Dienstag ließ Ministerpräsident Dr. Held von seinen Bürgerblodparteien die alten Kabinettsmitglieder wieder wählen. Irgendwelche Beränderungen in der Zusammenlegung des Kabinetts haben sich nicht ergeben. Bemerkenswert ist nur, daß vier Abge ordnete der Bayerischen Volkspartei gegen die Regierung ftimmten. Die Regierungserflärung des Ministerpräsidenten Held mar furz. Ihr sachlicher Inhalt ist eine genaue Kopie des Brogramms, nach dem die alte Regierung des weißblauen Bürgerblods schon gehandelt hat. Bayern soll als felbständiger. Staat im Rahmen des Deutschen Reiches erhalten bleiben, wobei das Berhältnis zwischen Reich und Ländern nach den Grundsägen zu regeln ift, die Dr. Held auf der Länderfonferenz im Januar in Berlin vertreten hat. Da der bisherige Finanzausgleich weder den rechtlichen Ansprüchen noch den tatsächlichen Bedürfnissen der Länder gerecht geworden sei, erstrebe die bayerische Regierung einen ge rechteren Finanzausgleich. Daneben werde Wert auf eine Erweiterung der noch vorhandenen Rechte eigener Finanzhoheit gelegt. Außerdem versprach die Regierungserklärung dem bayerischen Bolte unerbittliche Sparsamkeit durch Vereinfachung und Verbilligung der Staatsverwaltung. Einen recht eigentümlichen Eindruck machte die Tatsache, daß diese Regierung, der als oberster Siegelbewahrer des Rechts in Bayern wiederum der Deutschnationale Gürtner angehört, sausbrüdlich erklärte, fie werde die Gleichheit vor dem Gesetz für jedermann anerfennen und Unparteilidh feit zur Richt chyur ihres Handelns machen. Das wichtigste der Erklärung ist aber zweifellos die Ankündigung der Fortjehung und Erweiterung der Konkordatspolitik in Bayern. Sie besteht insbesondere darin, daß die Regierung festhält an einer Ordnung der Erziehung des Bolksschullehrers, die feine Geeignetheit und innere Bereitschaft, im Sinne des Bekenntniffes die Bolfsschuljugend zu erziehen und zu bilden, ficherstellt." Da die politische Aussprache zu dieser Erklärung mit der Etatsberatung im Herbst verbunden wird, begnügen sich die Oppositionsparteien mit der Abgabe von Erklärungen. Die sozialdemo= fratische Frattion charakterisierte das neue Rabinett als die Fortegung des Rechtskurses, der in Bayern im Jahre 1920 durch einen Staatsstreich ans Ruder gekommen ist. Das Rüftungskompromiß. Freie Hand für England auf dem Meere, für Frankreich auf dem Lande. Paris, 31. Juli.( Eigenbericht.) Die von England und Frankreicht seit Monaten in der See abrüstungsfrage geführten und nunmehr zum Abschluß je. langten Berhandlungen boten ein Musterbeispiel dafür, in welche: Meise das Entwaffnungsproblem auch heute noch vielfach von den Westmächten verstanden wird: nämlich so, daß vor allem der andere Teil mit der Entwaffnung zu beginnen hat. Da sich Engländer und Franzosen gegenseitig diese Forderung stellten, war die Lösung schwierig. Sie ist jetzt insofern gefunden worden, als beide Teile erklären, gegen ihre beiderseitigen Rüftungen fünffig nichts mehr einjumenden! sopno 19 Fall Lambach. 12 D si ml? f .Prost 0 wir werden schon dafür sorgen, daß der materialistische Egoismus ans der DNVP. ausgerottet wird!" Amnestie und Tscherwonzenfälscher Eine Zuschrift der Georgischen Sozialdemokratie. Zu dem Korrespondenzbericht über Amnestierung der Tscher-[ schen Deckmantel zu bringen, um auf diese Weise bei der Amnestie wonzenfälscher in Nr. 355 des ,,, Vorwärts" schreibt man uns aus der die Hitlerianer herauszubekommen. Der von Sadathieraschwili als Hauptorganisator des Unter Georgischen Sozialdemokratie: nehmens benannte unwahr ist, daß die Notenfälscher ,, gewisse Verbindungen mit dem Komitee zur Befreiung des Rautasus" hatten, das angeblich aus Bertretern der von den Sowjets pertriebenen nationalen Regierungen von Georgien ufm. gebildet und von Amerika als die legitime Regierung dieser Gebiete anerkannt morden ist". Wahr ist, daß die in Betracht kommenden Regierungen die Notenfälscher schon längst als ganz einfache Falschmünzer entlarvt haben. Dieser Erklärung haben sich f. 3t. die im Eril lebenden Bertreter aller politischen Barteien Georgiens angeschloffen. Reine diefer Bartelen hat mit Sabaihieraschmilt und feinen Rumpanen je etwas zu tun gehabt, weder direkt noch durch irgend. ein gleichwie benanntes Komitee. Böllig aus der Luft ge= griffen find auch die Behauptungen, daß Amerika dieses Komitee anerkannt habe, und daß der Intereffentampf der Naphtha erzeuger in die Affäre hineinspiele. Ob es mar ist, daß Sadathierafchwili die Tscherwonzen her. zu schädigen" das eben ist der Kern der Sache und dies zu flären, ist Aufgabe des Gerichts. Für die Erglände: hatte es sich vor allem barum gehandelt, einmal den franzöfifchen Unterseeboots bau zu überwachen und, menn irgend möglich, das Schwergewicht der französischen Militär macht herabzubrüden. Sie vertraten dementsprechend den Stand. punkt, daß im Intereffe der Beschränkung der Schiffsbauten eine Höchst tonnenzahl für jede einzelne Schiffskategorie feststellen ließ, um die jeßigen Machthaber in Rußland gesetzt werden sollte und traten bezüglich des Landheeres für eine Beschränkung in der Zahl der auszubildenden Reservisten ein. Demgegenüber verlangten die Franzosen, denen an der Minderung des Uebergewichts der großen Seemächte auf den Meeren gelegen ist, die Festsetzung einer möglichst niedrig gehaltenen Gesamt tonnenzahl für Schiffsbauten, wobei es dann jedem Land freistehen sollte, diese Zahl auf die einzelnen Kategorien zu ver teilen, wie ihm gutdünkte. In bezug auf das Landheer erklärte bies bei der Strafbem effung berücksichtigt werden. Aber zu die französische Regierung, auf teinen Fall auf die englische nächst müssen die ideellen Motive einwandfrei nachgewiesen wernächst müssen die ideellen Motive einwandfrei nachgewiesen were Anregung eingehen zu fönnen, da diese praktisch der Abschaf- ben und dazu ist eben das Gericht da! Es ist kein Geheimnis, fung der allgemeinen Dienstpflicht gleichkomme. Der nunmehr geschlossene Akkord gibt den Franzosen auf dem Lande und den Engländern auf dem Meere Recht. Frankreich ist bereit, sich eine genauere Kontrolle seiner Schiffsbauten gefallen zu lassen, wenn ihm in der Landrüftung freie Hand gelaffen wird. Der Temps" erfennt am Dienstag an, daß für die Sicherheit Englands die Flotte genau so wichtig sei wie für Franfreich das Heer. Auf dieser Erkenntnis beruhe das neue Abkommen, Aber gesetzt den Fall, daß Sadathieraschwili nach der Uebereugung des Untersuchungsrichters tatsächlich nur zur Befämpfung der Sowjetregierung falsches Sowjetgeld hergestellt habe soll dies nun in Deutschland straffrei fein? Gewiß, wenn dabei in ihrer Art ,, ideelle" Motive nachzuweisen sind, kann daß Karumidfe ist ein Agent der GPU.; die Vermutung liegt sehr nahe, daß die GPU. ihre Hand hier im Spiele hatte. und dar in liegt vielleicht die Erklärung, weshalb die Sowjetpreſſe die Schuldigen in den Reihen der georgischen Sozialdemotra ten sucht. Sie behauptete lehthin sogar, der Hauptschuldige sei Genoffe Jordania, der frühere Staatspräsident Georgiens! Eine Tifliser tommunistische Zeitung schrieb vor turzem Sadathierafchwili sei identisch mit Datilo Sagirafchwili, der im Mai 1920 im Anfrage der fozialdemokratischen Regierung Jordania den georg ruffischen Friedensnertrag in Moskau unterzeichnet hat. Sagirajdymili ist ein alter bewährter Barteigenoffe, der jegt in Berlin lebt und angesehenes Mitglied des Klubs der Sozialdemokratischen Arbeiter. partei Rußlands ist. Auch der Name dieses Genoffen wird in den Berleumbungsfot gezerrt. Gewiß wird auch in Rußland fein ver. nünftiger Mensch diese schmutzigen Verleumdungen ernst nehmen. Aber, um wenigffens im Auslande den Berleumdern das Handwerk zu legen, müßten die Notenfälscher vor Gericht gestellt werden, damit festgestellt wird, wer tatsächlich hinter und neben den Notenfälchern ffand und aus welchen Motiven gehandelt wurde. Die georgische Sozialdemokratie hat ein brennendes Intereffe. ant der Klärung dieser Affäre; bas tann aber nur durch die öffentliche Gerichtsverhandlung herbeigeführt werden. Eine Einstellung des Verfahrens liegt nur im Interesse der GPU., des Dunkelmannes Sadathierajchwili und seiner Helfershelfer. die deutschen Helfershelfer von Sadalhierafchwili- Hitlerleufe find. Schon längst war bekannt, daß diese Leute alle Hebel in Bewegung feßten, die Affäre unter einen antibolichemifti.minifterium dies zufassen würde. md so allein, indem jeder Teif auf die Sicherheit, bes anderen Rüd Ranking vertritt China im Völkerbund. ficht nehme, fönne das Entwaffiuungsmerk vormärtsschreiten. Das neue Einvernehmen, dessen Umfang noch nicht bekannt ist, läuft im mefentlichen auf bie Herstellung einer gemeinsamen Fronf zwischen Frankreich und England für die im Herbst beginnenden Berhandlungen der Internationalen Abrüstungston ferenz hinaus. Stefan Raditsch in Lebensgefahr. 3nfolge des Attentats im Belgrader Parlament. Belgrad, 31. Juli. Das Befinden Stefan Raditschs hat sich in der Nacht vom Monfag zum Dienstag bedeutend verschlechtert. Es besteht Lebensgefahr. In der Lunge find neue Entzündungen aufgetreten. Auch Pribitschewitsch bedroht. Wien, 31. Juli. Nach einer Agramer Meldung der Stunde" nahm die Agramer Bolizei eine große Razzia vor, in deren Verlauf sechs Mazedonier verhaftet wurden, die den 3wed ihres Agramer Aufenthaltes nicht nachweisen tonnten. Da Pribitschewitsch, der Führer der bäuerlich- bemokratischen Koalition in den legten Tagen eine Reihe von Drohbriefen erhalten hat, in denen ihm mit dem Tode gedroht wurde, wenn er nicht sofort von der politischen Bühne ver schwinde, hat die Polizei einen besonderen Sicherheitsdienst zum Schutz Bribitfchewitschs organisiert: Er wird außerdem von der Jugendorganisation der bäuerlich- demokratischen Organisation standig bemat toes molled Kein Protest zu erwarten. Genf, 31. Jufi.( Eigenbericht.) Das Bölferbundsfetretariat hat am Dienstag die bisher angemeldeten Delegationen zur Bollversammlung im September ver. öffentlicht. Interessant daran ist, daß die chinesische Süb. regierung nunmehr Delegierte schickt. So ist der bisherige Ver. treter der Pekinger Regierung im Völkerbund und im Bölkerbunds. rat, der Pefinger Gesandte in Paris Tscheng- Loo durch den Führer der inoffiziellen Vertretung der Südregierung in Paris Chi- Chih ersetzt worden. Theoretisch hat die Bölterbundsversammlung das Recht, diese neue Vertretung abzulehnen, da die Südregierung noch nicht von den einzelnen Staaten anerkannt ist. Da aber die Nordregierung verschwunden ist und somit fein Protest zu erwarten ist, wird man wahrscheinlich stillschweigend den Wechsel in China anerkennen. Es wäre sehr zu bedauern, wenn das preußische Justiz Marinus Kristensen gestorben. Schwerer Berlust der dänischen Sozialdemokratie. In einem kleinen Landort als Kind armer Arbeitereltern geboren und früh verwaist, erlernte Marinus Kristensen das Setzerhandwerk. Schon mit 17 Jahren fing er an, für die Arbeiterpreffe zu schreiben, in den Bersammlungen der eigenen Klaffe, bald auch vor den Gegnern und im rednerischen Stampf gegen sie wurde Kristensen einer der gewandtesten Sprecher der Partei. Seit acht Jahren arbeitete er in der Redaktion des Zentralorgans, 1924 murde er neben unserem allbekannten Borgbjerg leitender Redakteur des Kopenhagener Socialdemokraten". War Borgbjerg als Fraktionsführer, Minister, Ausschußmann oft der intensiven Redaktionsarbeit entzogen, so konnte sich Kristensen ihr desto mehr widmen. Freilich mußte er in steigendem Maße auch fein ausgezeichnetes Rednertalent der Partei zur Verfügung stellen und sich als Stadtverordneter an der hauptstädtischen Verwaltung feiner volkstümlichen, noch jugendlich frischen Persönlichkeit einen großen Kreis zu erobern. Rankings Antwort an Washington. beteiligen. Für die nächste Foltethingwahl war man ficher, mit London, 31. Juft." Nach Meldungen aus Washington hat die dortige chinesische Gesandtschaft die Antwort der Nantingregierung auf die Note des amerikanischen Gesandten über die Wiederherstellung der vertraglichen Beziehungen zwischen den Bereinigten Staaten und China veröffentlicht. In der Antwort kommt die Befries bigung der chinesischen Nationalregierung über die Bereitwillig feit der Vereinigten Staaten zur Aufnahme von Verhandlungen mit der Rankingregierung zum Ausdruck. In der Note wird ferner der Hoffnung Ausdrud gegeben, daß die Berhandlungen eine ordnungsgemäße Erledigung aller dringenden Fragen bringen werde. Sum chinesischen Vertreter für die Verhandlungen mit den Bereinigten Staaten ift Dr. Tschaotschufu ernannt worden. www Da warf ihn, den sonst so gesunden, strahlend heiteren Mann, ein schweres Magenleiden auf das Krantenbett. Nach einer fdymienur 38 Jahre rigen Operation ist er jetzt der Krankheit erlegen alt; zwei Kinder frauern mit ihrer Mutter. Aber mit ihnen trauert die dänische Sozialdemokratie um einen ihrer Besten, ja niele glauben fogar, um einen Unerseglichen. Wir, denen, Marimus" ein lieber Freund mar, wir schicken so nannten sie ihn drüben unseren Trauergruß nach dem großen Parteihaus an der Norre Farrimaksgade! Die deutsch- französische Schüleraustauschstelle fchidt 260 frume zösische Schüler nach Deutschland, Von der Angestelltenversicherung. Um die Erhöhung der Pflichtgrenze. Die Angestelltenverbände aller Richtungen fordern seit längerem cine Erhöhung der Pflichtgrenze in der Angestell tenversicherung. Das Reichsarbeitsministerium war auf Grund der Reichstagsberatungen bereit, die Grenze auf 8400 Mart heraufzusetzen Aber auch diese geringfügige Aus ehnung der Pflichtversicherung, die erheblich hinter den berechtigtn insprüchen der Angestellten zurückbleibt und durch die insbesondere tie schwierige Lage der knappschaftlichen Angestellten nicht beseitigt wird soll jetzt verhindert werden. Der Reichsarbeitsminister hat sich„ infolge des Ganges der Ereignisfe" genötigt gesehen, die von ihm bereits vollzogene Berrrdnung einer Entscheidung des Gesamtkabinetts vorzulegen. Es ruß also ein anderes Ministerium gegen die geplante Berordnung protestiert haben, obwohl gemäß§ 3 des Angestellten Bersicherungsgefeßes der Reichsarbeitsminister allein befugt ist, die Jahresarbeitsverdienstgrenze festzusetzen. Nach Lage der Dinge fann der Protest mur von dem volts parteilichen Wirtschaftsminister ausgegangen sein, dessen Sabotageverfuch offensichtlich unter dem Drud der Unternehmer erfolgt, und der sich damit durchaus in die Kampffront der Hugen berg und Scholz gegen die Interessen der Angestellten einordnet. Dieser Borstoß ist um so unglaublicher, als die Versichertenvertreter im Verwaltungsrat der Reichsversicherungsanstalt ein= mütig die Erhöhung der Grenze auf 12000 Mart gefordert haben und auch die„ Vereinigung der leitenden Angeftellten"( Bela") ihre ablehnende Haltung aufgegeben und bie Einbeziehung aller Angestellten in die Angestelltenversicherung verlangt hat. Der AfA.Bund fordert mit aller Entschiedenheit, daß bei der Stellungnahme des Gesamttabinetts ausschließ lich die Interessen der Angestellten Berücksichtigung finden. 13000 Der angestellte Apotheker. Proletarier mit akademischer Bildung. gegen die tausend feinen und tiefen Nadelstiche, dem bleibt nichts anderes übrig, als willenlos fich zu fügen und vor der Zeit ein gebrochener Mann zu werden mit einem Rezep tierbudel, mit müdem Blid und Herzleiden, wie man deren so viele in deutschen Apotheken findet. Auch als ein Beitrag zum tommenden Reichsapothekengesetz| versflavt hat. Wer da einigermaßen unempfindlich werden will find die folgenden Schilderungen beachtenswert. theters, Proletarier zu jein, ohne es zu wiffen, ja, ohne es Es ist das Schicksal des deutschen angestellten Apowiffen zu wollen. Denn ganz im Gegensatz zu den Apothekenbefizern, oie fast ausnahmslos in fetten fründen figen, geht es den angestellten Apothekern jämmerlich genug. Vor dem Kriege war es noch etwas anderes: da diente et, ähnlich den preußischen Unteroffizieren, schlecht und recht seine zehn bis fünfzehn Jahre ab, dann erhielt er vom Staat das Gefchent der Konzeffion, wodurch er in die Reihe der wohlhabenden Leute eingereiht wurde. Wem auch diese Zeit noch zu lang war, der faufte sich vorher eine Apothere, falls er das nötige Kapital dazu hatte; wenn nicht, suchte er fich einen reichen Saywiegervater, was im damaligen Deutschland für einen Akademiker nicht allzu schwierig war. In diese geheiligten Berhältnisse brachte der Krieg einen jähen Umschwung. Ben 1914 an stodte ein Jahrzehnt lang jede Apothekenvermehrung, wodurch das Bewerbungsalter der Konzes ionsanwärter naturgemäß um zehn Jahre hinaufgerüdt einsetzte, erhielten zunächst die früheren Apothekenbefizer aus den wurde. Als dann nach und nach die Apothekenvermehrung wieder einsetzte, erhielten zunächst die früheren Apothekenbefizer aus den abgetretenen Gebieten die neuen Konzeffionen, wodurch den fehn füdtig auf Selbständigkeit wartenden Angestellten wiederum die besten Felle wegschwammen. Jest mußte man schon fünfund zwanzig und mehr Konditionsjahre aufweisen. Doch diese Berhältnisse wurden noch rapide schlechter. Während früher zahlreiche Apothekentäufe vorgenommen wurden, um an einem baldibösen Erfahrungen der Inflationszeit gewißigt, auch der Apothekenverkauf, so daß selbst diejenigen, die das Geld zum Kauf hatten, sich genötigt jahen, den langen Weg des Konditionierens zu gehen und die Zahl der Anwärter erneut zu vermehren. In gleichem Sinne wirfte der Berlust zahlreicher Vermögen durch die Inflation. Und heute steht es so, daß der angestellte Apotheker Generalversammlung der Gemeindearbeiter. gen Bertauf eine nette Summe zu verdienen, ſtockte jetzt, durch die Kommunistischer Eiertanz. In der Generalversammlung der Berliner Gemeindearbeiter am Freitag im Gewertschaftshaus gab der Bevollmächtigte Genosse Bolenste zunächst einen furzen Ueberblid über die im zweiten Quartal geführten Tarifbewegungen. Die meisten Bewegungen fanden bereits im ersten Quartal ihren Abschluß. Im zweiten Quartal ist es endlich gelungen, für die Gutsarbeiter die Lohn und Arbeitsbedingungen in getrennten Tarifen zu ver antern. Zu diesem Erfolg tam noch, daß für die Gutsarbeiter eine Bulage von 2 bis 8 Pfennig je Stunde vereinbart wurde. Für die Angestellten der städtischen Güter gelang es ebenfalls, einen Lohn- und Manteltarif abzuschließen. Obwohl die Verhand lungen wegen der Umgruppierung einzelner Arbeiterkategorien bei der Straßenreinigung noch nicht beendet sind, fonnten auch hier schon einige Berbesserungen durchgefegt werden. Ganz erhebliche Berbesserungen fonnten für die Elettri zitätsarbeiter erzielt werden. Ohne Ründigung des Manteltarifes murde erreicht, daß die Elektrizitätsarbeiter in Zukunft 90 Prozent des Bruttolohnes als Krantenlohn erhalten, daß bei Ründigungen von Arbeitern stets Verhandlungen mit dem Be triebsrat vorangegangen sein müssen, ein besserer Urlaub gewährt wird usw. Mit der Gasbetriebsgesellschaft fonnte wie üblich bisher noch teine Einigung erzielt werden. Die Direktion hat die Forderungen der Belegschaft nach Gleichstellung mit den städtischen Basarbeitern, besonders in der Frage der Ar beitszeit, des Krantenlohnes und des Schlichtungsmejens abgelehnt, so daß der Tarifgekündigt werden mußte. Ein durchschlagen der Erfolg war auch der Tarifabschluß mit der Direktion des Lunaparts, wodurch das dort beschäftigte Bade- und Maffage personal im wesentlichen den Rämmereiarbeitern gleichgestellt morden ist. In der Mitgliederbewegung find ebenfalls wieder Fortschritte zu verzeichnen. Es wurden in Berlin im zweiten Quartal wieder 1675 neue Mitglieder gewonnen, so daß die Organisation jest 35 231 Mitglieder zählt. Der vom Genossen Bielemann gegebene Raffenbericht zeigt auch eine gefunde Entwidlung der Finanzen. Der Bestand der Lofalfaffe hob sich im Laufe des 2. Quartals von 252 278 m. auf 283 113 M., mithin um rund 21 000 m Angesichts dieser erfolgreichen Tätigkeit der Organisation mußten die Kommunisten nicht recht, mo sie nun ihre grundsägliche" Kritif ansehen sollten. Der frischgebadene tommunistische Bandtags abgeordnete und Rußlandfahrer Mölders übte sich im Biebertauen der Rote- Fahne" Artikel über Wirtschaftsbémotratie und Amnestie. Er brachte folgende Entschließung ein. „ Die Generalversammlung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter beglüdwünscht die amnestierten proletarischen politi fchen Gefangenen und übermittelt ihnen die brüderlichsten Grüße. Des weiteren fordern die Delegierten von der SPD. und von der KPD., fowie vom ADGB., daß diese sich mit allen Mitteln für die Amnestie der übrigen proletarischen politischen Gefangenen, einschließlich Rudolf Margies, einsetzen. Die Versammlungsleitung ergänzte diese Entschließung noch Durch folgenden Zusatz: Die Bersammelten bedauern außerordent. lich, daß die gleichen Maßnahmen nicht auch für die politischen Gefangenen in der tommunistischen Sowjetrepublit bisher ergriffen worden find." Mit diesem Zusatz wurde die Entschließung bei einer Anzahl Stimmenthaltungen der Kommunisten einstimmig ange nommen. Darob bei den Kommunisten großes Geschrei und die Abgabe einer schriftlichen Erklärung, in der es heißt, daß es dem Ermessen der Sowjetregierung überlassen werden muß, wann eine 2mnestie erfolgt. Leberstunden in Großbritannien. Der parlamentarische Staatssekretär des britischen Arbeitsmini. fteriums hat in einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage mitgeteilt, daß einige Bereinbarungen bezüglich der Leistung von Ueberstunden über 48 Stunden wöchentlich hinaus für gewiffe Arbeitergruppen in der Eisen- und Stahlindustrie bestehen, für die Schichtarbeiter in der Gas- und Elektrizitätsherstellung, der Eisenerzgewinnung, der Schleppschiffahrt ufw. In der Kohlenindustrie beträgt die Arbeitszeit unter Tage 7½ Stunden je Schicht in einigen Bezirken und 8 Stunden in einigen anderen. Die Arbeitszeit für die Arbeiter über Tage überschreitet in einigen Bezirken auf Grund von tarifvertraglichen Bereinbarungen 48 Stunden wöchentlich. In der Landwirt. schaft wird in einigen Bezirken im Sommer die 48- Stunden- Woche überschritten, in anderen Bezirten wird sie das ganze Jahr hindurch häufig von denjenigen Arbeitern überschritten, die mit der Wartung der Tiere betraut sind. bis an die Grenze der Invalidität, des Greifenalters, in drückender Abhängigkeit verharren muß. Unter 55 Jahren ist an eine Konzessionsverleihung nicht mehr zu denten, es mehren sich aber die Fälle, in denen erst Sechzig iährige und Weitere berücksichtigt werden fönnen, so daß in Angestelltentreifen bereits das Wort von der Ronzession im Himmel" geprägt wurde. Man sollte meinen, der Dienst des angestellten Apothekers müßte einigermaßen reizvoll sein, um durch so lange Jahrzehnte des Wartens ertragen werden zu können. Dem ist aber feineswegs fo, ganz im Gegenteil: dieser Beruf stellt wie taum ein anderer sehr große Anforderungen an Körper und Geist. Muskeln und Hirn werden gleichermaßen angestrengt, ja während mancher Tages. stunden geradezu überspannt. Und feine Minute setzt das Gefühl aus, durch irgendeine unüberlegte Handlung Unglüd anzu. richten und mit den Gesetzen in Konflitt zu tommen. Dabei hat der angestellte Apothefer außer feinem 50stündigen Wochendienst noch den Nacht- und Sonntagsdienst ohne jede Bergütung zu leisten. In Orten mit mur einer Apotheke ist dies eine um die andere Nacht, in Drien mit medyfelweiſem Dienst entsprechend meniger, doch auch hier bleibt diese unbezahlte Dienstbereitschaft und Arbeitsleistung eine brüdende Last, während der Apothekenbefizer für jede, auch die fleinste Sache nach acht Ihr abends nicht nur die tar gemäße Bezahlung erhält, sondern noch eine Mart Sonderzuschlag. Die Geringschägung, die in dem Anspruch liegt, den Nacht und Sonntagsdienst ohne Entgelt leiften zu müssen, brudt sich auch in der übrigen Behandlung der angestellten Apotheker aus. In einem Rieinbetrieb tätig, ist er von jeder Laune und Willtür seines Chefs abhängig, der genau weiß, daß bei einer Entlaffung zwanzig andere bereit sind, in die leere Stelle zu springen. man sollte nicht glauben, was hier in einem Stande, der sich bei all feinem Krämertum doch so gern mit einer gewissen Eitelteit afademisch nennt, was unter Männern mit gleicher wissenschaftlicher Bildung möglich ist! Daß fast überall eine politische Bevormundung stattfindet( dem Berfasser wurde mit sofortiger Entlassung gedroht, falls er noch einen Reichsbannerumzug mitmache), ist vielleicht noch verständlich; aber daß der Angestellte sich nicht felten bis zur Verleugnung seiner Menschenwürde still und demütig verhalten muß, davon weiß der Außenstehende nichts. Doppelt mehe dem Angestellten, ber fich durch Frau und Kinder noch fester Die nachstehende inzwischen wohl schon ziemlich überholte Uebersicht aus der vom britischen Arbeitsministerium im Jahre 1924 durchgeführten Erhebung zeigt das Verhältnis der Arbeiter einiger Berufsgruppen, deren normale Arbeitszeit 48 Stunden wöchentlich überschreitet. Industrien Töpferei, Ziegelei, Glasfabrikation, chemische Erzeugnisse usw. Metall. Tertil. Bekleidung Nahrungsmittel, Getränke u. Tabat Bapier, Graphisches Gewerbe Holzbearbeitung Maschinenbau u. ähnliche Industrien Andere Industrien Deffentliche Dienstzweige Gewerbliche Staatsbetriebe Anzahl der von ber Erhebung erfaßten Arbeiter Sundertsag der Arbeiter, beren normale Arbeitszeit 48 Stunden wöchent lich übersteigt 277 828 11,8 1 362 199 5,0 1 031 821 2,9 487 318 3,3 398.911 14,0 179 516 13,7 • 238 004 3,6 289 783 11,6 306 164 15,3 466 366 12,6 101 810 0,8 Insgesamt 5139 720 Durchschn. 7,3 Allgemeinverbindlichkeit im Bankgewerbe. Die am 19. April d. 3. zwischen dem Deutschen Bantbeamtenverein, dem Reichsverband der Banttassenboten und dem Reichsverband der Bankleitungen abgeschlossene Vereinbarung, durch welche der Reichstarifvertrag bis zum 31. März 1930 ver. längert wurde( Gehaltsregelung bis 31. März 1929), ist vom ReichsRote Grüthe Maizena mit Daß unter solchen Umständen die Arbeit des angestellten Apo thefers auch petuniär nicht hoch bewertet wird, ist selbstverſtändlich, wenn ich das Durchschnitts- Nettogehalt eines approbierten mit annähernd 300 mt. angebe, so ist dies schon hochgegriffen, da es be reits das Monatsgehalt für einen älteren Angestellten in Ortstlasse B ist. Um ein solches Gehalt zu bekommen, find lang jährige Ausbildung und teures Studium erforderlich. Hinzu kommt, daß der Apotheker fünf Jahre nach der Approbation bereits als älterer Mitarbeiter gilt, deffen Gehalt teine Steigerung mehr erfährt. Außerdem gehört gerade der Apothekerstand zu jenen Berufen, die mit einem Ballast toter Tradition belaflet sind; d. h., der Apotheker, der sich, wie schon erwähnt, mit be fonderer Vorliebe als zu den akademischen Berufen gehörig be zeichnet, demnach eine Frau aus jogen. befferen Ständen geheiratet hat, muß unvergleichlich mehr für Wohnung, Lebensversicherung, äußere Lebensgestaltung anwenden als der Arbeiter, so daß ihm nach Abzug dieser Ausgaben in der Tat nicht das zum nackten Leben, zum Essen und Trinken, verbleibt, was der gleichulterige gelernte Arbeiter hat. Mit Einschluß des Nachtdienstes inft der Stundenlohn teilweise unter 70 Pf. So wird das Leben des angestellten Apothekers zwischen seinen vier Wänden das eines vollendeten Proletariers. Die Apothetenbefizer, die mit ihrem Befigtum aus der Inflationszeit hypothetenfrei oder nur gering belastet hervor. gegangen find und deren Umfäge durch die ungeheure Ausdehnung der Krankenkassen, der Ersatz-, Berufs- und Privatlassen eine gewaltige Steigerung erfahren haben, find seit Jahren zu feiner Erhöhung der Gehälter bereit. Ja, selbst die von der Angestelltenseite aus gegründete 3uschußtaffe, die den älteren und be sonders verheirateten Apothetern helfen soll, erfährt von der Befizerſeite die schärfste Ablehnung, und zurzeit, nachdem diese Kasse bereits für verbindlich erklärt und in den Tarifvertrag einbezogen ist, läuft noch eine ganze Reihe von Prozessen gegen die fäumigen Zahler. Organisierte Arbeiter faffen es nicht, wie trog wiederholtem Schlichtungsspruch das Gehait unverändert auf der alten Stufe stehenbleibt. Sie haben als letzte Entscheidung noch ein Machtmittel, ben Streit. Die angestellten Apotheter haben dieses machtmittel nicht, weil fie in feiner gefchloffenen Organisation zusammengefaßt find. Wohl mar da in den seligen Friedenszeiten der„ Berband deutscher Apothefer, der aber beileibe feine Angestelltenorganisa tion fein wollte. Als dieser Verband bann in der Inflationszeit, um nicht völlig zusammenzubrechen, an einem Gewerkschaftsbund Anschluß suchte, trat ein Teil seiner Mitglieder aus, weil ihm die Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft eines academischen Standes unmürdig erschien. Die Wenigen gar, die zum AfA- Bund ftrebten, wurden vollends überschrien. Heute dürften vielleicht 40 Broz, der angestellten Apotheker zum GdA. gehören. Daß man damit nicht mal eine Drohung aussprechen fann, weiß man natür lich beim Deutschen Apotheferverein, der gemertſchaftlich straff gefchloffenen Organisation der Apothetenbefizer, ganz genau Doch nicht genug bamit, immer hübsch genügsam und arfig zu sein, sehen sich die Führer der angestellten Apotheter auch noch feit Jahren mit besonderer Zähigkeit für die Belange der Apothefenbefizer ein, indem sie auf Erhöhung der Arzneitage drängen. Ja, fie führen in dieser Weise beinahe einen noch schärfe ren Rampf gegen die Bertreter der Krantenfassen als ihre Brots herren, immer in der trügerischen Hoffnung, es fie. Len auch für sie ein paar Brosamen babei ab Ich sage ficher die volle Wahrheit, wenn ich behaupte, daß heute noch viele angestellte Apotheter von diesen Gefühlen" bemegt werden, und daß vielleicht gerade diese Gefühle fie daran hindern, zu begreifen, daß fie doch nichts anderes find als Bro letarier mit atademischer Bildung und dies auch bei dem bestehenden Apothefenmonopol in den allermeisten Fällen bis an ihr Lebensende bleiben müssen. Nur in einheitlicher, 3ielbemußter Organisation wird es auch ihnen gelingen, gründlich Wandel zu schaffen KER. arbeitsminister durch Verfügung vom 28. Jufi 1928 für aff. gemeinverbindlich erklärt worden, Nachverhandlungen für Westfachsen ergebnislos. Die vom Reichsarbeitsministerium angefeßten Nachver handlungen über den Schiedsspruch für die westsächsische Tertil. industrie sind ergebnislos verlaufen. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Mittwoch, 19.30 Uhr, tagen die Gruppen: Baumschulenweg: Gruppenheim, Jugendheim, Ernststr. 16. Beimbesprechung. Ber bandsbücher und Seimausweise werben tontrolliert, Süben, Süb westen: Gruppenheim, Stäbtisches Jugendheim, Dorkste. 11( Fabrikgebäude), NeuHeimbesprechung. Berbandsbücher und Heimausweise mitbringen. fölln: Gruppenheim, Jugendheim, Bergstr. 29( Sof), Heimbesprechung. Ber bandsbuchkontrolle. Weißensee: Gruppenheim, Beißenfee, Partstr. 36, Heim. Bentrum: besprechung. Heimausweis und Berbandsbuch nicht vergeffen. Gruppenheim, Jugendheim, Zehdenider Str. 24/25, Seimbesprechung. Butritt nur mit Heimausweis und Berbandsbuch. Tempelhof: Treffen zum Spiel auf der Sübfeite des Tempelhofer Felbes( Tempelhofer Gelte). Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angeftellten Seute, Mittwoch, finden folgende Beranstaltungen statt: Osten: Jugendheim der Schule Litauerstr. 18: Gruppenbesprechung. Stralau: Jugendheim der Echule Goßlerstr. 61, Nähe Rudolfplag: Gruppenbesprechung. Webbing- Gesundbrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1( Ledigenheim 5 Tr.): Nie wieber Krieg!" Rektölla: Jugendheim Böhmische Str. 1/4: Wir besuchen Die Berfammlung unseres Werbebezirks. Nordwest: Realgymnasium Schles miger Ufer 14: Heimbesprechung. Spandau: Jugendheim Lindenufer 1: Heimabend. Südost- Treptow: Jugendheim Wrangelstr. 128: Wir üben Jugendspiele ein. Berantwortlich für Politik: Bictor Schiff: Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: R.$. Döscher; Lotales and Sonstiges: Fris Rarftabt: Anzeigen: b. Glade; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Baul Ginger Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Biffen". Hamburger Rote Grütze: 1 Pfund Johannisbeeren und 2 Pfund Himbeeren gebe man nach dem Entstielen und Waschen in 1 Liter kaltes Wasser. gebe 1 ganze Stange Vanille und 1 Pfund Zucker dazu und lasse dieses zusammen ½ Stunde langsam kochen. Nun giebt man die Masse durch einen Saftbeutel, rührt 160 Gramm " MAIZENA tn% Liter Wasser glatt, gibt dieses ta den durchgestebten Saft und 186t thn unter stetem Umrühren noch einmal gut aufkochen. Dann follt man the in gut mit kaltem Wasser magespalte Schüsseln Rr. 35945. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärtsuguft 1925 1. Der Mann auf der Lokomotive. Von Dingen, die den Fahrgästen nicht erzählt werden. Die NEUC schwere Eisenbahnkatastrophe in Bayern, lektes Glied in einer Kette verhängnis: voller Zufälligkeiten, lenkt die Aufmerksamkeit auch auf den Mann, dem in erster Linic das Schicksal von Hunderten anvertraut ist. Ein otomotiv führer schildert hier die Sorgen und Fährnisse seines schweren Berufes, die den Fahrgästen gewöhnlich verschlossen bleiben. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn hatte vor einigen Tagen die Vertreter der Presse zu sich geladen und seinerseits nun Aufklärung über die Betriebssicherheit der Deutschen Reichsbahn sowie über die dienstliche Inanspruchnahme des Personals und über die Schuldfrage an Unfällen gegeben. Nach den Zeitungsberichten hat auch der Generaldirektor zum Teil zugegeben, daß die Unfälle auf den nicht besonders guten Zustand des Oberbaues zurückzuführen find. Auch hat er zugesagt, überall da einzugreifen, wo sich Berhältnisse entwickelt haben, welche nicht im Interesse der Betriebs: Sicherheit liegen. Hierbei ist aber nach unserer Ansicht eine außer ordentlich große Lücke entstanden und die ist folgende: Man hätte nicht nur bei einer solchen Unterredung die Erklärung vom Stand punkt der Verwaltung aus geben dürfen, sondern man hätte auch die Personalvertretung hören müssen. Es hätte sich dann das Bild des öfteren verschoben. Wohl nicht direkt, aber indirekt wirkt sich der Dawes- Plan zuungunsten des Betriebes aus, oder aber es bestehen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Chef der Deutschen Reichsbahnverwaltung und seinen Referenten, denn bei allen Verhandlungen der Personal- und Organisationsvertreter über beffere dienstliche Berhältnisse, Eisenbahnetat, Personalwirtschaft sowie Beförderung hat man den Vertretern des Verionais immer klar zu machen versucht, daß die Reichsbahn- Hauptverwaltung teine Zugeständnisse dort machen darf und kann, wenn es sich um irgendwelche Mehrkosten handelt. Jede Verringerung des Dienstes beim Lokomotivpersonal um nur täglich 10 Minuten kostet jährlich etwa 3 Millionen Marf. Daraus geht doch ganz klar hervor, daß der Verwaltungsrat die Mehrausgaben deswegen abstreicht, meil durch die Einnahmen die aufzubringende Summe für Reparationen sich sonst nicht ermöglichen läßt. Die Personalvertreter merden aber bei kommenden Berhandlungen auf die Stellungnahme des Generaldirektors hinweisen müssen. Dienstdauer. Der Generaldirektor geht dann auf die einzelnen Unfälle und deren Ursachen über und sagt, daß die dienstliche Belastung des Lokomotivpersonals doch heute weniger groß wie vor dem Kriege sei, da die Dienstdauervorschrift heute weniger Dienst als im Jahre 1913 porsieht. Auch sei die Kopfzahl des Personals eine meit höhere. Dabei ist aber unterlassen worden zu sagen, daß die Berechnung der Dienftdauer jetzt eine ganz andere ist, wenn man auch zugeben muß, daß die Stundenzahl des von dem Personal geleisteten Dienstes 1913 eine höhere war, so hat man doch damals solche furzen Dienstunter brechungen, wie man es jetzt tut, niemals als Bause angerechnet. Man hatte auch keine 3eitstudieningenieure eingesetzt, die die einzelnen Dienstverrichtungen mit der Stoppuhr zeitlich be: merteten, sondern man hat Bausen von weniger als sechs Stunden, die auf auswärtigen Stationen entstanden, um einen Gegenzug zurückzufahren, mit in die Schicht als Dienststunden eingerechnet, wogegen man heute schon Dienstunterbrechungen bis zu 30 Minuten als Bause, oder aber als Bereitschaftsdienst, welcher nur mit 50 oder 80 Broz. als reine Arbeitszeit berechnet wird, einsetzt. Durch diese neue Berechnungsart muß das Personal mehr und angeftrengfer Dienst leiffen als 1913. Und wenn auch die Kopfzahl eine höhere iſt, . Die Nacht nach dem Verrat. 22] Roman von Liam O'Flaherty. ( Aus dem Englischen übersegt von R. Hauser.) , Dante schön. Ah! Gute Sache. Na gut, die Angelegenheit ist so, wie sie gewesen ist. Gleich als Francis mich im Eßraum verlassen hatte, dachte ich auf einmal bei mir selbst, es wäre beffer, ich würde ihm nachlaufen und versuchen, ihn davon abzubringen, nach Hause zu gehen. Ich hatt's schon versucht, ihn dazu zu bringen, daß er sich wieder fortmachte aus der Stadt und nicht nach Tittstreet ging. So wie er immer war, der schrullige Kerl, er wollte ja nicht hören auf das, was ich ihm jagte. So fagte ich bei mir selber, Gott fei feiner Seele gnädig: ,, Schön, mein Lieber, ich habe feine Luft, mich selber ins Schlammaffel zu bringen, damit du nicht reinfällst und mich noch obendrein in Grund und Boden fluchst". Na, gleichviel, sobald er meggegangen war, entschloß ich mich, ihm nachzugehen und ihm noch' ne letzte Warnung zufommen zu laffen. Ich rannte raus in den Borraum, men sehe ich: die Ratte, wie der Kerl um die Ede schnüffelt. Ich rannte durch den Vorraum durch. Da stand die Ratte an der Tür, die Hände in den Jadentaschen und spähte die Straße hinauf. Dann tauchte er' ein in die Straße. Ich ihm nach' s mar grade noch Zeit, zu sehen, wie Francis um die Ece in die Straße bog, die Ratte immer hinterher. Toten gnädig! Wenn ich in dem Augenblick bloß dran ge bacht hätte, dann tönnte Francis jetzt am Leben sein, anstatt ' s ist so flar wie die Sonne. Tatsächlich. Gott sei dem ftarr und falt Bib mir noch was zu trinten, Kommandant, mir ist die Kehle ausgeirndnet." so trifft das nur auf Aufsichtspersonal und Bureaufräfte in den Betriebswerken zu, wo eine faft 100prozentige Bermehrung statt gefunden hat. Das Personal hat sich bei der alten preußischen Dienstdauervorschrift keineswegs schlechter gestanden wie es heute der Fall ist. Wenn gesagt wird, daß die Dienstschicht für das Lokomotivpersonal nur 11 Stunden und der reine Fahrdienst 6 Stunden 39 Minuten an dem Unglüdstage betrug, und daß die Ruhe vorher 36 Stunden gemesen ist, so muß man in Betracht ziehen, daß zu den 6 Stunden 39 Minuten Fahrzeit auch noch die schwere Arbeit des Borbereitungs- und Abrüftungsdienstes hinzufommt. Eine kleine Bause im Dienst ist in der Praxis wertlos, da es an einer großen Lokomotive immer Arbeiten gibt, welche nicht vorauszusehen sind und bei der Aufstellung des Dienstplanes gar nicht als Dienst erfaßt und berechnet werden. Aber auch die Ruhezeit von 36 Stunden muß unter dem Gefichtswinkel der Auswirkung des Dienstes im gesamten Dienstplan betrachtet werden. Dazu kommt noch, daß es im Lokomotivdienst des öfteren Berspätungen gibt. In vielen Fällen liegt es ja so, daß die Dienststellenleiter ein Reservepersonal gar nicht zur Verfügung haben, da die einzelnen Kopftagewerke der Dienststelle durch das Amt oder die Reichsbahndirektion so knapp gehalten werden, daß ein Ersatz oder eine Ablösung gar nicht erfolgen kann. Fordert ein Dienststellenleiter aber mehr Arbeitskräfte an, so werden sie ihm abgelehnt und tut er das ein zweitesmal, so ist er nicht mehr der tüchtige, brauch bare und leitende Beamte. Berkürzte Fahrzeit. Lotpersonal als teine überaus große Belastung dargestellt werden. Es ist zu hoffen, daß die Hauptverwaltung Mittel und Bege findet, damit die Betriebssicherheit der Deutschen Reichsbahn mieder einen guten Ruf erhält. Nicht nur der Oberbau muß den schweren Fahrs zeugen entsprechend in guten Zustand nersetzt werden, auch die dienstliche Inanspruchnahme darf nicht auf Grund der Stoppuhr jest. gelegt werden. über Der Anleiheschwindel. Borwürfe gegen die Reichsschuldenverwaltung. Das Sonderdezernat, das für die Aufdedung der Kriegsanleihefchiebungen eingefeht ist, hat sich in den vergangenen Tagen weiter mit Bernehmungen beschäftigt, die sich auch auf eine Reihe weiterer Persönlichkeiten des Stinnesfonzerns erffredien. Aus diesem Kreise hat man hauptsächlich Zeugen gehört, die die Vermögensverhältnisse des Herrn v. Waldow Auskunft geben sollten, da dieser über verschiedene Geldsummen, die offenbar zum Erwerb von Kriegsanleiheitüden vermendet worden sind, feine erschöpfende Auskunft zu geben vérmochte, oder weil die Ermittlungsbehörde seinen Angaben mit einer gewissen Stepsis gegenübersteht. Durch diefe Bernehmungen Den Personen aus dem Bekannten- und Mitarbeiterfreis v. Waldows soll auch Klarheit über einige Reisen, beispielsweise nach Amsterdam und London geschaffen werden, die der Beschuldigte nach der bis: Weiter muß gesagt werden, daß die Kürzung der Fahrzeit für den herigen Auffassung der Staatsanwaltschaft nur zu dem Zwede Lokomotivführer eine so große dienstliche Erschmernis mit sich gebracht unternommen haben soll, um Verbindungen mit den ausländischen hat, daß er oft in Zweifel darüber gerät, mie er sich zu verhalten hat, Banfiers anzufnüpfen, die sich die„ Kriegsanleiheauswertung" zur um einer Bestrafung aus dem Wege zu gehen. Ueber jedes Nicht- Spezialität gemacht haben. Nachdem diese Verbindungen aufgenom einhalten der Fahrzeit, wenn es im Fahrbericht vermerkt ist, wird men worden waren, soll v. Waldom im Auslande für etma der Lokführer zur Rechenschaft gezogen, und zmar muß er dann zu 20-30 Millionen Mart Anleihest üde erworben der dienstlichen Bernehmung in seiner Freizeit die Dienststelle auf haben. 3 seiner Verteidigung hat jetzt v. Waldom der Staatssuchen. Kommen solche Fälle oft vor, so wird er in den Rangier: anwaltschaft eine eingehende Schuhschrift zugehen lassen, die aber dienst versetzt. Diese Nadelstiche bringen auch den Charakterfestesten offenbar die Berdachtsmomente nicht restlos beseitigt hat, so tak einmal zum Wanken. Würde der Lokomotivführer, was ja eigentlich noch weitere 3eugempernehmungen notwendig sein seine Pflicht ist, immer nach den Vorschriften handeln, so dürften werden. Ein Zufall ist es, daß sich sowohl v. Baldom, wie der Stockungen im Eisenbahnbetriebe an der Tagesordnung sein. Es Bantier Ruhnert, obwohl zwischen ihnen keinerlei Berbindung mird auch dem Lokführer keine Vermaltungsstelle etwas sagen, menn besteht, wovon auch die Staatsanwaltschaft nunmehr überzeugt ist, er nur die Züge immer pünktlich befördert. Es wird dann nur fest derselben holländischen Banfiers bedient haben, u. a, auch der Niedergestellt, daß er irgendeine Vorschrift verlegt, menn ein linfall statt fändischen Grand- Kreditbont. Diese Benfen, zu denen sich auch eine gefunden hat. Benn er aber seinen Dienst genau nach den Bor Reihe französischer, rumänis her und italienischer Bankhäuser fleineren schriften ausführt und Verkehrsstörungen eintreten und er meist auf 11mfanges gefellten, versuchten ohne Ausnahme auf Grund des§.10 die einzelnen Vorschriften hin, so nennt man das passine Resistenz des Aufwertungsgesetzes, der unter besonderen Umständen neu und er wird sicher gemaßregelt. So sind z. B. die Borschriften über erworbenen Anleiheftücken die Rechte des Althesizes sichert. zur die Behandlung der Lokomotive vor und nach dem Dienst bis in die Anmeldung zu bringen. Diejenigen Berionen, die Kriegsanleihe Einzelheiten so klar gefaßt, daß, wenn er danach handelt, der Bor ftüde bei einer Bank auf Stüdefonto hatten, mo sie bekanntlich ohne bereitungs- und Abschlußdienst zum mindesten um 50 Proz. ver- Nummernverzeichnis aufbewahrt werden, fonnten die ihnen zurüdlängert werden muß. Entweder gibt er dabei die Freizeit zu, oder gereichten neuen Stücke als Altbefit aufgewertet bekommen, menn unterläßt manches. Dabei ist noch besonders zu bemerken, daß die die Bank versicherte, daß der betreffende Kontoninhaber vor dem Lokomotiven in der Zeit des Stillstandes viel zu menig gereinigt Stichtag dieselbe Anzahl von Anleihen besaß. Bon einer Reihe der werden. Es ist dem Lokführer auch beim besten Willen oft gar nicht Beschuldigien wird jeht auch verjudt, zur eigenen Entlastung Be möglich, alle Schäden zu entdecken, die sich an der Lokomotine beamte der Reichsschuldenverwaltung und der in finden, weil die Schäden in vielen Fällen vor Schmutz nicht zu finden sind. Beschwerden sind meist ohne günstiges Ergebnis, da es immer wieder an dem nötigen Personal fehlt. = Baris und Amsterdam tätigen Beauftragten der mit der Abwicklung der Aufwertung bestimmten Stellen in die Affäre hineinzuziehen, indem gegen sie erhebliche Vorwürfe erhoben merden. So behauptet man u. a., daß sie nicht nur falsche Ausfünfte über die komplizierten Aufmertungsbestimmungen ge= geben, sondern zum Teil auch von den Machenschaften der ausländischen Banten gemußt hätten. Die Staats= Es sei an dieser Stelle vor allem darauf hingewiesen, daß die dienstliche Inanspruchnahme beim wechselseitigen Tag und Nacht dienst eine fast untragbare ist. Man kann es nicht verstehen, daß selbst von dem Bräsidenten der Reichsbahndirektion München Dienste von 52,5 bis 54,2 Dienststunden im möchentlichen Zeitraum für das| anwaltschaft muß nun gleichfalls diese Beschuldigungen nachprüfen. wiederum in einem Zug, segte das leere Glas auf den Kamin und räusperte sich tief. Mit lautem Geräusch schlug er die Hände hinter seinem Rücken zusammen. Er begann sich auf den Hacken vormärts und rückwärts zu wiegen wie ein Polizist. ,, Wie konnte ich bloß nicht eher daran denten," sagte er, während er nachdenklich an die Decke jah. Er mar jezt ganz erfüllt von dem Gefühl seiner eigenen Schlauheit und bemerkte nicht das vollkommene Schweigen, mit dem Gallagher und die beiden anderen seine Geschichte aufgenommen hatten. | perächtlich nach. Er schaute mit ärgerlichem Gesicht auf die ihr und sagte: Mach schnell, wir haben bloß noch' ne Minute Zeit.' s ist eine Minute vor elf." Bieber machten vier Gläser Whisky die Runde. Gypo nahm seins und schluckte den Inhalt auf einen Zug. Dies: mal nahm er Gallagher das Glas, ohne ihn zu fragen, aus der Hand. ,, Leg' los, Genosse," sagte Gallagher scharf, heraus mit deinen Neuigkeiten. An der Nase führen gibt's nicht. Er goß auch das auf einen Zug hinunter; offenbar wollte er seine Trintfestigkeit bekunden. Mulholland und Connor tranten ihre Gläser schnell aus, als ob sie Angst hätten, daß er ihre auch noch nehmen wollte. Er ging zum Ramin hin über und setzte die beiden leeren Bläser darauf. Dann be Er dachte mit Bergnügen an die alten Tage, als er auf der Polizeiftation einen Verbrecher in der Zelle zu betrachtete er die fünf Gläser, die er leer gemacht hatte, lächelte wachen hatte. Er pflegte eine ganze Stunde lang in der wachen hatte. Er pflegte eine ganze Stunde lang in der breit und schlug sich hallend auf die Brust. rnächtlichen Stille dazustehen, den Gefangenen einzuschüchtern, ihh mit den Augen, mit einem plöglichen Aufwand seiner Kraft, mit einem irren Lachen, mit schweigendem Starren zu beherrschen. Dieselbe Empfindung spürte er jegt. Ungeheuer angeregt von dem Whisky, den er getrunten hatte, und in höchfter Spannung durch die Nervenprobe der letzten Stun den, bildete er sich ein, daß Gallagher und die beiden anderen ihm ausgeliefert seien, daß er ein Polizeibeamter und sie Zivilisten seien, die ein Ansuchen an ihn stellten, ein unrecht mäßiges Ansuchen, das sie in seine Gemalt lieferte. Genau fo mar es in den alten Tagen, wo er sich von Gallagher Ber trauensbrüche mit einem Gläschen Whisky bezahlen ließ; fleine und, wie er glaubte, harmlose Andeutungen über die Dienstordnung im Hauptquartier und von der Verteilung der Geheimpolizisten. Boran eher denten?" Gallagher fragte fühl. Er sprah langfam, gleichgültig und fah Gypo grübelnd an. Na, ich meine die But, die die Ratte auf Francis hatte," ermiderte Gypo vertraulich und michtigtuend. Bon was für' ner ut redest du da?" ,, Dh, das ist' ne lange Geschichte." Gnpo seufzte, als er zum Spudnapf hinüberging und hineinspie. Mit unge heurem, peinigendem Geräusch machte er sich die Kehle sauber. Blöglich rief er mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit: Spendier' uns noch ein Glas, bevor sie zumachen, Kommandant." Ohne ein Wort oder einen Blick ging Gallagher zu der Schiebetür und flopfte an die Deffnung. Gypo ließ sich nicht einmal dazu herab, seinen Bewegungen zu folgen. Sein Selbstgefühl war grenzenlos. Er merkte, daß er erstaunlich gerieben war. Er fühlte selbst Verachtung für Gallagher in fich. Was Mulholland und Connor anbetraf... Er marf Er marf einen wohlwollend abschätzenden Blick auf sie, wie etwa ein Mann ein paar nügliche Hunde betrachtet. Es mar die gleiche ,, Beim lumpinen Moses, Gupo! Du bist ein fühler Kunde. Art Blid, die Gallagher stets auf jedermann zu richten pflegte. Hahaha. Na, schön, auf alle Fälle bist du noch' nen Whisky Gallagher brachte ein frisches Glas Whiskn und gab es| mert." ihm. Er nahm es, ohne zu danken, ging zum Spudnopf und Heimlich mintte er Mulholland und Connor zu, als er Leerte jeinen Mund hinein. Dann ichludte er das Getränt zu dem Schiebefenster hinüberging Gypo jah ihm beinahe ,.Schon gut." Gypo beugte plötzlich seinen großen Schädel vor, so daß er aussah mie ein Rammflog. der ihm auf einmal am Hals saß: Erinnerst du dich an Susie, die Schwester der Ratte? Früher mar jie Mitglied bei der Organisation. Sie. Jamoll," schnappte Gallagher ärgerlich. Ich erinnere mich an fie. Was ist mit ihr? Was hat sie mit der Sache zu tun?" ,, Warum sollt sie nicht' ne ganze Masse damit zu tun ?" haben? Sie hatte' n Kind, nicht ,, Was meißt du von ihrem Kind?" zischte Gallagher. Er mar totenbleich. ,, Reg' dich nicht auf, Kommandant." Gnpo lachte breit. Er mar angetrunken und unnerschämt. Hab' ich' nen mun den Bunkt berührt, mas? No. von der Sache weiß ich nichts. Du kannst dich beruhigen, Francis McPhillip mar der Bater non dem Kind, und er weigerte sich, sie zu heiraten Ich er innere mich: er und ich, mir woren hinten in Cossions Kneipe den einen Abend und tranten eins, da fam mer rein und fagte zu Francis, er möchte doch mal eben für' ne Minute um die Ede fommen. Er blieb so lange weg, daß ich ihm nach. ging, weil ich den Verdacht befam, da märee mas nicht richtig. Aber da fand ich ihn und Susie, die einen bösen Krach machte. Sie schrie und verlangte von ihm, er sollte sie irgendmohin mit sich nehmen. Natürlich dachte er nicht dron. No. soniel ich weiß, ist sie dann um die Ede gegangen. Du fannst dein Leben drauf nermetten, daß es die Ratte deshalb tat. Deshalb hat er den Angeber gemacht." ( Fortjehung folgt.) * Wie teuer ist ein„ Kinnhafen"? 50 Mart, fagt ein Staatsanwalt! 3m allgemeinen werden Ueberfälle auf Straßenpaffanten durch Rowdys besonders ffreng geahndet. Der Hilfsmonteur Franz Werder, ein als gewalttätig bekannter Mensch, der auch hon vielfach vorbestraft ift und im Zuchthaus gefeffen hat, hatte das Glüd, ein mildes Schöffengericht zu finden, ob. wohl die Straftat, die ihn vor das Schöffengericht Charlotten burg führte, ein geradezu beispiellofer Rehheitsaft war. In der Nacht zum 14. Dezember tam der Fräser Sachs auf feinem Rade heim und wollte gerade vor seinem Hause in ber Dandelmannstraße absteigen, als sich eine Horde von vier Burschen über ihn stürzte. Ohne daß der Arbeiter durch eine Miene oder ein Wort die Wegelagerer gereizt harte, schlugen ste ihn derart auf den Kopf, daß er vom Rade herab zu Boden stürzte und die Besinnung verlor. Auf den Behrlofen traten die Burschen mit den Stiefelabsägen unbarmherzig darauf los. hatte sich eine Menschenmenge angesammelt, aber niemand magte, gegen die Rohlinge vorzugehen. Einem Schloffer Neumann, der fich einen Einspruch erlaubte, betam das übel. Werber, der Hauptführer der Bande, versezte ihm einen Rinnhafen, so daß ihm hören und Sehen verging. Das Rad war inzwischen verIchwunden und ist bisher nicht ermittelt morden. Der überfallene Fräser fam erst im Krankenhaus wieder zur Besinnung. Der Ueber fall war to überraschend erfolgt, daß er feine Angreifer gar nicht zu Geficht bekommen hatte und auch nicht wußte, was mit ihm geichehen war Er war lange Zeit arbeitsunfähig und leidet auch heute noch an stechenden Schmerzen am Kopfe. Den Haupttäter ließen aber Augenzeugen des Vorfalles, die ihm unbernerft gefolgt waren, fastnehmen. Obgleich der Ueberfall anscheinend auf das Fahrrad berechnet worden war, mußte die Raubanflage gegen Werder fallen gelassen werden. Wegen der schweren Mißhandlungen des Fräsers beantragte der Staatsanwalt drei Monate Gefängnis und den Rinnhafen bewertete er fogar nur mit 50 M. Geldstrafe. Der Verteidiger Werders schien meit mehr erwartet zu haben, denn er begnügte fich damit, fich dem ..mohlwollenden" Antrage des Staatsanwalts anzuschließen. Dem milde gestimmten Schöffengericht war das denn doch etwas zu wenig und es verurteilte Werder zu fieben Monaten Gefängnis für den Ueberfall und berechnete den innhaten mit zwei Wochen Gefängnis, woraus eine Gesamtstrafe von sieben Monaten und einer Woche Gefängnis gebildet wurde. Dafür wurde dem Angeklagten aber die Untersuchungshaft voll angerechnet, und das Gericht gab auch dem Antrage des Berteidigers statt und hob den Haftbefehl gegen den Angeklagten auf. In der Berhandlung war auch noch zur Sprache gekommen, daß Werder in berfelben Nacht dreimal auf der Polizeiwache gewesen war, weil er 3ech prellereien begangen hatte, wobei er die betrogenen Birte noch bedroht hatte. Nach der Befundung von Augenzeugen mor der Angeklagte aber nur etwas animiert, aber nicht wie er behauptete, sinnlos betrunken gewesen. Jis Nicht benutt“ „ Nicht benutzt" Endstation Breslau! Wie die Reichsbahn betrogen wurde! Die Fahndungsabteilung der Reichsbahndirektion Bres-[ trugsaffäre. Ifchernik mar gerade von einer feiner Reisen" lau hai in Gemeinschaft mit der Kriminalpolizei nach lang- zurüdgefehrt; in einem noch nicht verschlossenen Gepäcftud fand non allen möglicher wierigen Untersuchungen eine großzügig organisierte Fahr- man zahlreiche abgefahrene Fahrtarten Stationen, die von dem Fälscher wieder erneuert" waren. Der fartenfälscherzentrale ausgehoben. Das Haupt dieser Fälscherorganisation, der 29jährige Kaufmann Tschernik, ist verhaftet Schwindler hatte es verstanden, in raffinierter Weise auf den alter Fahrkarten die geknipsten Löcher auszufüllen und den Karten das worden; zehn feiner Helfershelfer, die zum Teil in den verAnsehen von neugelösten zu geben. Als Hilfsmittel dienten ihm schiedensten Großstädten Deutschlands als Verbindungsleute unbedruckte, aus dem amtlichen Bestand stammende graue und grüne tätig waren, fonnten der Tat überführt werden. Pappen. Tschernit hatte für den Bertrieb der gefälschten Karten eine großzügige Organisation von Helfersheffern ins Leben gerufen. Die Karlen selbst wurden ihm von einem Breslauer Eisenbahnbeamten, der sie im Dienst unterschlug, zur Verfügung gestellt. Dieser Beamte konnte noch nicht ermittelt werden. Die Bendt, war in den letzten Tagen von Tschernik nach Leipzig geschickt worden, um sich hier das Geld für eine erneuerte" Fahr farte Leipzig- Breslau zurückgeben zu lassen Sie erhielt das Geld anstandslos. In München ließ sie sich gleich darauf das Fahrgeld für eine gefälschte Karte München- Breslau zurüderstatten. Die Wendt fuhr dann nach Leipzig zurüd und trieb die Frechheit fo weit, auch das Fahrgeld für ihre eigene in Leipzig gekaufte HinSpielte das Geschick der Schwindlerin eine üble Rolle. Der Schalter Beamte beanstandete zu Unrecht den Rückfahrisstempel Mädchen geriet darüber so in Aufregung, daß fie beleidigend wurde und der Bahnbeamte ihre Personalien feststellen ließ. Die Karte fam zufällig einem Leipziger Fahndungsbeamten zu Gesicht, der von der Fälscheraffäre gehört hatte. Die weiteren Nachforschungen führten zur Berhaftung der Krankenschwester; fie bat als einzige der Helfershelfer ein Geständnis abgelegt. Die Höhe der non den Fälschern insgesamt erbeuteten Beträge ist noch nicht ermittelt morden. Die $ Die Breslauer Reichsbahndirektion hatte seit drei Jahren Rennt nis von der Eristenz einer Organisation, die sich mit der Fälschung faßte. Die geschicht gefälschten Karten tauchten vornehmlich in Ostund Mitteldeutschland auf, zuletzt auch häufiger in Süddeutschland. Es handelte sich dabei um reklamierte Karten, die am Ausgabe schalter als nicht benut zurückgegeben worden waren. Schalterbeamten zahlten die Beträge fast stets anstandsfos aus. Erst später erregten die Karten Berdacht, zumal fie sämtlich als End station Breslau aufwiesen. Die Karten lauteten fast aus: schließlich auf weite Strecken, daß bobe Beträge sablen waren. Bor etwa einem halben Jahre wurde ein leberbringer einer gefälschten Karte gestellt und perhaftet. Es handelte fich um den Sohn eines Breslauer Universitäts. professors, der die Karte von seinem Freunde Tschernit erhalten haben wollte. Ischernik mu de damals ebenfalls feft. genommen, ohne daß man ihm jedoch etwas nachweisen konnte. Im Oftober murde Tschernik zum zweiten Male verhaftet; aber auch diesmal mußie er wieder freigelassen werden, da das Material zu feiner Ueberführung nicht ausreichte. s sino Eine in diesen Tagen in der Wohnung Tschernits unvermutet vorgenommene Haussuchung führte zur Klärung der Be. Bootsunglück auf der Spree. Paddelboot vom Laftfahn gerammt. Auf der Spree in nächster Nähe des Freibades Oberfchöne weide ereignete sich gestern nachmittag ein schweres Bootsunglüd. Das beschwerlichen Marsch zu einem der Groß- Berliner Freibäber an zutreten, oder auch noch Fahrspesen zu verausgaben. Es ist zu hoffen, daß dem allzu berechtigten Wunsch der Eichwalder nah einem Bad am Ufer der Dahme recht bald Rechnung getragen wird. 50jähriges Bestehen der städtischen Blindenanstalt. Die städtische Blindenanstalt begeht ihr 50jähriges Jubiläumt feier findet am gleichen Tage die Eröffnung zweier Ausftellungen statt, Sie nicht nur eine Darstellung der gesamten Blindenpflege Berlins, fondern darüber hinaus auch ein Bild der Blindenpflege im allgemeinen bieten wird. Der vierzehnjährige Schüler Heinz M. aus der Großerst am 8. September d. J. Im Anschluß an die offizielle Fest. be erenstraße 29 batte gestern nachmittag mit einem gleich altrigen Freunde eine Fahrt in seinem Baddelboot unter. nommen. Oberhalb des Freibades Oberschöneweide wollten die Kinder den Strom überqueren und versuchten zwischen einem Schleppzug hindurch die andere Wasserseite zu erreichen. Die jugendlichen Paddler hatten jedoch die Entfernung unter: häßt und das Boot wurde gesammt; es schlug um und beide fielen ins Wasser. Während einer von ihnen gerettet merden fonnte, ging der vierzehnjährige Heinz M. unter und ertrant. Der zu Hilfe gerufene Reichswasserschuh suchte längere Zeit vergeblich nach der Leiche des Berunglückten. Die Gedenktafel für Karl Marg. Bir meldeten vor einigen Tagen, daß die Stadt Berlin eine Gedenktafel für Ferdinand Lassalle an dem einst von ihm bewohnten Hause Bellevueftr. 13 hat anbringen laffen. Mit dieser Ehrung ist ein schon por längerer Zeit von der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat gefaßter Beschluß ausgeführt worden, der aus ciner Anregung der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraction hernorgegangen ist. Beschlossen wurde damals, Ferdinand Lassalle und Karl Marr durch Gedenktafeln zu ehren. Auf die Gebent tafel für Rari Marg wird noch gewartet. Zunächst mar in Aussicht genommen worden, sie an dem Hause Alte Seipziger Str. 1 anzubringen, in dem Karl Marg einst, im Jahre 1836, gewohnt hat. hinterher ist aber das Bedenten entstanden, daß diefes Haus famt den Nachbarhäusern seit Jahren im Besiz der Reichsbant ist, die hier über furz oder lang ein Dienstgebäude aufführen will. Demnach wäre in absehbarer Zeit zu erinarten, daß beim Abbruch des Hauses Alte Leipziger Str. 1 die Er bricht bei sich selbst ein! Gedenktafel für Marg sozusagen beimatlos" würde. Nun hat Marg mährend seines Berliner Aufenthaltes nacheinander verschiedene Wohnungen gehabt. Jetzt wird, wie wir hören, erwogen, die Ge denktafel an dem Hause des Grundstückes Marfgrafen str. 50 anzubringen, weil Marr auch an dieser Stätte einmal, nom Herbst 1839 bis zum Sommer 1840, gewohnt hat. Das jetzt auf dem Grundstück stehende Haus ist gewiß nicht mehr dasjenige, in dem Marg ein und ausgegangen ist. Aber hiermit wird man sich abfinden müffen, wenn wirklich die Gedenktafel für Marr an dem House Alte Leipziger Str. 1 leider nicht mehr angebracht merden fönnte. Außer dem reichlich alten Haus Alte Leipziger Str. 1 dürfte Peine andere der Berliner Bohrstätten unseres Karl Mary erhalten geblieben fein. Das Haus macht den Eindruck, daß in hundert ghren nicht allzuviel daran geändert worden ist. In ihm hat übrigens auch Leffing einmal gewohnt. Beim Spielen an der Uferböschung des TeltomRanals am Tempelhofer Weg stürzte in der Nähe der Borg mannbrüde der achrjährige Schüler Arthur Borgaß aus der Siegfriedstraße 52 zu Neukölln ins Wasser. Sofort angestellte Rettungsversuche blieben ohne Erfolg, die Leiche konnte erst einige Zeit später durch die Feuerwehr geborgen werden. Reichsbannerfahrt nach Frankfurt. Ein Einbruch wurde in der vergangenen Nacht auf dem Grundftück am Stadtpart 17 unter besonderen Umständen verübt. Beim Verein der Thomasmehlerzeuger, der hier seine Geschäftsräume hat, war seit 5 Jahren ein 31 Jahre alter Kassierer Dito Semmler aus der Wartburgstraße angestellt. In der vergangenen Nacht hörten Hausbewohner verdächtige Geräusche und sahen noch, wie ein Mann über die Mauer nach dem Nachbargrundstück hinüberkletterte. Das Ueberfallfommando, das sie riefen, fuchte dieses Grundstüc ab, fand den Berdächtigen und nahm ihn fest. Es war der Kassierer Semmler. Dieser hatte mit dem Schlüssel, den er besaß, den Geldschrank aufgeschlossen und 1800 Marf her. ausgenommen. Er hatte ihn dann mit dem Bohrer nach Art porzutäuschen. Semmler hat sich fürzlich verheiratet. Ihm ist nun eines Knabbers bearbeitet, um einen Einbruch von fremder Hand die Brieftasche mit einem erheblichen Betrage abhanden gekommen. Ob sie ihm gestohlen worden ist oder ob er sie verloren hat, weiß er nicht. Es war ihm nun peinlich, daß er keine Möbel faufen konnte und er scheute sich, sich seinen Angehörigen zu offenbaren. Mehrere Reichsbannertameraben des Ortsvereins Tiergarten haben sich zu einer Fahrt im Schnellaftwagen zur Bundesverfaffungs- Eichwalde- Schmöckwis will Badeanstalt. feter zusammengefchloffen. Die Fahrt geht über Leipzig, Beimar, Eisenach, Fulda nach Frankfurt. Die Rückreise wird in drei Tagen über das Rheinland( Bonn und Köln), Kaffel, Tanne im Harz und Magdeburg gemacht. Beginn der Fahrt 9. August, Fahrtdauer eine Boche, Fahrpreis 30 Mart. Reichsbannerfameraden, die sich an der Fahrt beteiligen wollen, erfahren Näheres im Gaubureau, Sebastianftr. 37/38. Der DAC. am Verfassungstage. ,, Bo nichts ist, hat selbst der Kaiser sein Recht verloren", heißt es befanntlich, und wo fein Wasser ist, wird keiner nach einer Babe gelegenheit schreien. Eichwalde- Schmöckmin liegt jedoch am schönen Ufer der Dahme und doch ist seinen Bewohnern Schmöckwit allein zählt deren ungefähr. 12 000 teinerlei Badegelegenheit geboten. Alle Wassergrundstücke sind an Privatpersonen ver geben und das ganze Ufer entlang liegen dicht bei dicht die verschiedenen Jachten dieser Herren, die hier ihren Sommerfig und ihr schönes Weekend haben. Nicht nur, daß sie den Schmöckmizern das Ufer und das schmale Streifchen Strand vollständig verrammeln, Der Deutsche Auto- Club( DAC.) veranstaltet anläßlich des Ver entrüften sie sich auch noch sittlich über den Anblick badender Profoffungstages am 11. Auguft eine besondere Feier, an der leten"; es ist ihren eifrigen Bemühungen tatsächlich gelungen, zu fich auch die Ortsgruppen des Reiches beteiligen werden. Die Ber- erreichen, daß Landjäger die Badenden wegtrieben. Tags darauf onftaltung beginnt morgens 10% Uhr mit einer Auffahrt sämtlicher prangte auch schon ein Badeverbot an dieser Stelle. Alle BorFahrzeuge am Pariser Plak zur Begrüßung des Reichstellungen und Bitten der Einwohner wegen Errichtung einer Badepräsidenten und der Reichsregierung. Hieran schließt sich eine Rund anstalt wurden bisher nicht berücksichtigt. So find die armen Menfohrt der Fahrzeuge durch Berlin an mit dem Endziel Lustgarten. fchen gezwungen, in der sommerlichen Gluthige erst einen langen, Dort finden Ansprachen und Begrüßung der ebenfalls inzwischen bort eingetroffenen Mitglieder der Motorbootabteilung statt. Gleich zeitig wird aus Frankfurt a. M. mittels Automobilen des DAC. eine offizielle Botschaft nach Berlin überbracht. Der Start des ersten Stafettenwagens erfolgt in Frankfurt a. M. vor ber Baulustirche. In Fulda, Eisenach, Erfurt und Halle erfolgt Stafettenwechsel. Die Anfunft der Botschaft ist gegen Abend in Berlin bei Kroll zu erwarten. Blagkonzert. Am Donnerstag, dem 2. August 1928, neranstaltet bas Boltsbildungsamt Wilmersdorf im Breußenpart von 18 bis 19 Uhr ein Blaskonzert des Musikkorps der Schutzpolizei. Funkwinkel.z Innerhalb der Reiseftunde erzählt Friz Stowronnef von den Majurischen Seen in Ostpreußen. Es ist teine erafte geographische Schilderung mit ausführlichen statistischen Angaben, sondern mehr die Wiedergabe einer befonderen Stimmung. Er spricht fnapp und beinahe trocken von den endlosen Wäldern um den SpirdingGenoffe Waldemar Fiedler verstorben. Am Sonnabend, dem und Mauersee, und doch gibt er die Atmosphäre dieser schweigenden 28. Juli 1928 ist unser alter, lieber Genosse Waldemar Fiedler großen und herben Landschaft. Vielleicht liegt es an der stark im Alter von 63 Jahren verstorben. Fiedler hat in seiner 38jäh. dialektisch gefärbten Aussprache, an dem ruhigen breiten Fluß des rigen, ununterbrochenen Mitgliedschaft, jederzeit ostpreußischen Idioms. Jedenfalls vermittelt der Borragende dem für die Bartei fein Bestes gegeben. Selbst im hohen Alter betätigte Hörer einen lebendigen Eindruck und das ist besser als eine mit er fi bei jeder Kleinarbeit und hat uns manchen Genoffen zur Bartei geführt, so daß er als leuchtendes Beispiel für unsere jungen Genoflen gilt. Durch Unglüdsfall ift er uns teiber zu früh aus unjeren Reihen entriffen. Wir werden seiner immer ehrend gebenken. Die Einäicherung unseres Genoifen Fiedler findet am Don nerstag, 2. August, 17 Uhr( narhm. 5 Uhr) im Krematorium Baum. fchulen meg, ftatt. Um rege Beteiligung der Genoffen wird gebeten. Bahlen gespickte, statistisch einwandfreie Beschreibung. An Stelle des verhinderten Barry Jones singt Frik Berger Kabaretchanjons und Studentenlieber. Iron hübscher Stimme uno guten Bortrags bietet er feinen vollgültigen Ersaz für die entgangenen englischen Lieder. Doh mon muß einem tühiten, unternehmenden Beift, der im legten Augenblid eine Situation rettet, anerkennen. lleber das Sinfoniekonzert wird ipäter berichtet merben, F. S, Boltsfest in Biefenhorst. Am Sonntag, dem 5. August, nach. mittags, wird die Gemeinnügige Siedlungsgefell. fchaft Biesdorf auf ihrem Siedlungsgelände, das zwischen Biesdorf und Karlshorst an der Stelle des ehemaligen Flugschiffhafens Schütte- Lanz gelegen ist, ein Bolksfest mit Festzug, Tänzen und Vorträgen veranstalten. Es soll gleich dem vorjährigen int Zeichen volkstümlicher Satire über politische und soziale Zeiterscheinungen stehen. Für die allerjüngsten Besucher des Festes wird ein Kinderdorf aufgebaut merben, in dem das Safperletheater der Bolfsbühne seine humorvolle unit zeigen wird. Den Atlantik im Faltboot überquert. In St. Thomas gelandet! New Yorf, 31. Juli. 1 Der Deutsche Franz Romer, der in Lissabon zur Ueber. querung des Ozeans in einem Faltboot gestartet war, ist laut Affociated Preß heute mohlbehalten in seinem Boot in St. Tho mas auf den Birginischen Inseln angefommen. Die Bedingungen für seine Weiterreise sind günstig. Bom Bormeister zum Philosophen. Der Morning World" zufolge beabsichtigt der Borlampf. Beltmeister Tunney in London und Heidelberg Philos fophie zu studieren und hierauf eine Stellung in der Industrie oder bei einer Bank zu übernehmen. Italien feiert Nobile. Die Schiffbrüchigen der Italia" haben Verona Berlaffen. Sie merden heute abend 11 Uhr in Rom eintreffen. Ihre Fahrt nimmt zusehends den Charakter eines Triumphzuges an. In allen größe ren Stäoten, die durchfahren merden, findet sich die Bevölkerung zahlreich ein und bereitet Nobile und seinen Gefährten Kund gebungen. Der Wagen ist mit Blumen und Trikolorebändern geschmüdt. In Rom werden Nobile und seine Gefährten vom Gouver neur Prinzen Botenziani und den Bertretern der Regierung, darunter des Luftschiffahrts- und des Marineminifteriums und anderer Behörden begrüßt werden. Seitens der Bevölkerung ist eine große Freudenfundgebung vorgesehen. Biglieri verließ seine Gefähr ten in Verona, um direkt in seine Heimat an der ligurischen Küste zu fahren. Auf dem Mailänder Bahnhof fanden sich zu seiner Begrüßung die Stadtbehörden und eine große Menschenmenge ein. Als der junge Kommandant turze Zeit seinen Wagen verließ, murde er begeistert als Held des roten Zeltes gefeiert. Spreewaldfahrt der Arfo. Die Arbeitsgemeinschaft für Forstschuk und Naturkunde. B. veranstaltet auch in diesem Jahre wieder die besonders beliebte Spreewaldfahrt. Am 11./12. August geht es über Lübben nach Straupis zum Kirchgang in Straupis sowie zu ben 1000 jährigen Gichen. Die anschließende stahnfahrt führt durch den herrlichen Erlenhochwald nach übbenan Programme sind durch die Geschäftsstelle Berlin- Friedrichshagen, Echarnweberstraße 51, erhältlich. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für diese Rubrit nur an bas Jugendfefretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Dortmund- Besprechung für die Abteilungsleiter. Donnerstag, 2. Auguft pünktlich 19.30 Uhr in der Schulaula Kochstr. 13. Jede Abteilung mus burch einen Genoffen vertreten fein. Achtung! Das Bureau wird heute um 17 Uhr geschlossen. Anti- Kriegsfundgebung! Seute Mittwoch, 1. August, Gesamttreffpunkt aller Werbebeziele pünktlich 18.30 Uhr am Brunnenplag Arfonaplag: 18 Uhr Sofenthaler Plak, Rofenthaler Vorftabt: 18 Uhn Rottbusser For: 18.30 Uhr Brunnenplag. Zempelhof: Rofenthaler Blah. 1. Gruppe 17.30 Uhr Wohnhof Tempelhof; 2. Gruppe 18 Uhr U- Bahn Flug hafen. Mittena: 18.30 1hr Straßenbahnhaltestelle Hauptstr., Ede Dranien burger Str. Norden: 18 Uhr Brunnenplag. Nordost: 18 Uhr am Bezirks Aunt Tanziger Str., Ede Brenzlauer Wee. Werbebegir! Tiergarten: 17.45 Uhr Unionplat. Werbebezirk Müggelfce: 18.15 Uhr Bahnhof Bedding, Nachzügler Brunnena Werbebezirk Neutolla: 17.30 Uhr U- Bahnhof Bergstraße. plas ÷ Berbebezirk Kreuzberg: Am 11. August find die Gruppen verpflichtet, fich restlos an dem Kinderfest des Jugendamtes au beteiligen. Peccavon macht schönes Haar BUON schönes Haar bringt Erfolg Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin GB 68, Lindeustraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 4. Greis Prenzlauer Berg. Freitag, 3. Auguft, abends 7.45 Uhr, Rund gebung zum Sugendtag in Dortmund. Anschließend gemeinsamer Marsch zum Lehrter Bahnhof. Zahlreiche Beteiligung der Parteigenoffen und Parteigenoffinnen dringend erwünscht. Banner und Fahnen mitbringen. 5. Kreis Friedrichshain. Donnerstag, 2. Auguft, 19 Uhr, Areivorstands figung mit den Abteilungsleitern in den Commeniusfälen, Memeler Straße 67. Eine jebe Abteilung muß vertreten sein. 14. Abt. Reukölln. Das Parteibureau ist der Anti- Kriegs- Rundgebung wegen heute geschlossen. Jeder Genoffe erscheint um 6.30 Uhr auf dem Gene felberplay. Anti- Kriegs- Kundgebung im Humboldthain. Heute, Mittwoch, 1. August. 8. Abt. Die Genoffen marschieren 6.45 Uhr vom Artonaplah mit dem 2. Kreis Tiergarten zum Humboldthain Fahnen mitbringen. Die jenigen Parteigenoffen und Sympathisierenden, die fich nicht um kleinen Tiergarten versammeln können, sammeln sich zur Teilnahme an bet Demonstration um 18.30 Uhr am Hochbahnhof Billowstraße. 23. Abt. Alle Genoffinnen und Genossen treffen sich 18.30 Uhr auf dem Reppelinplag. 30. Abt. Die Genoffen treffen fich 18.45 Uhr Danziger Str. vor dem Bezirks amt. Zur Abschiedsfeier der GAZ. am Freitag Treffpunkt 20 Uhr Wörther Plaz. 44. bt. Treffpunkt der Genoffinnen und Genoffen 18.30 Uhr Stralsunder Ede, Brunnenstraße. 74. Sibt. Zehlendorf. Die Genossen treffen fich 17.30 Uhr an der Endhaltestelle Omnibus 20. 79, bt. Edöneberg. Alle Genoffinnen und Genossen treffen fich 18.30 Uhr Pantstraße am Brunnenplag. Banner und Fahnen mitbringen. 81. Abt. Friebenan. Treffpunti 17.30 Uhr bei Ia.be. 85. bt, Tempelhof. Treffpuntt 18.30 Uhr Stralsunder Ede, Brunnenstraße. 91. Abt. Neuköllu. Treffpunkt 18.30 Uhr Senefelderplatz( Untergrundbahnhof). Jeder Genosse ist verpflichtet zu erscheinen. 102, Vot. Baumschulenweg. 6.45 Uhr treffen fich alle am Bahnhof Wedding, Lindomer Straße. 109. Abt. Friedrichshagen. Treffpunkt 6.45 Uhr am Bahnhof Wedding, Lindomer Straße. Rege Beteiligung wird erwartet. 116. Abt. 2chtenberg. 18.15 Uhr Promenade Elbinger Str., Ede Lands. berger Allee. Alle Parteigenossen müssen erscheinen. 121 Abt. Karlshorst. 18.15 Uhr Promenade Elbinger Str., Ede Landsberger Allee. Fahnen mitbringen. Alle Parteigenoffen milffen fich beteiligen. 138. Abt. Hermsdorf. Sämtliche Mitglieder beteiligen fich an ber Rundgebung. Treffpunkt 18 Uhr Reinickendorf Schüßenhaus. Schwimmverein„ Borwärts". Alle Genosfinnen und Genoffen sowie alle mit der SPD. Sympathifierenden treffen fich pünktlich 18 Uhr auf dem Reppelinplag zur Anti- Ariegs- Rundgebung im Humboldthain. Bir mar fchieren möglichst in Sportkleidung. Umkleidung Lütticher Straße 8. Morgen, Donnerstag, 2. Auguft. 101. Abt. Ereptom. 19.30 Uhr pünktlich in der ftraße Borstandssigung. * Borwärts"-Spedition Gonek2. Abt. Der Borstand und die Bezirksführer treffen fich zu einer Bregen aber wichtigen Sigung am Freitag, 19.30 Uhr, bei Sübner, Wilsnader Straße 34. Rein Bezirksführer darf fehlen. 93. Abt. Neukölln. Die Funktionärßigung findet ausnahmsweise nicht Freitag, fondern am Eonnabend, 4. August, 19.30 Uhr, im Lotal von Rorisch, Böhmische Str., Cde Schubomaftt., statt. Partei- und Gewerkschaftsbud fomie Borwärts"-Quittung müssen mitgebracht werden. Frauenveranstaltungen. 82. 2. Sonnabenb, 4. Auguft, Kaffeekochen. Treffpunkt 15 Uhr Bahnhof Sapoma. Alle Genoffinnen find schon heute dazu eingeladen. 37. bt. Achtung Genoffinnen! Wir treffen uns heute, Mittwoch, 1. Auguft, zur Anti- Ariegs- Rundgebung im Sumboldthain nicht um 19.15, fondern um 18.15 Uhr Landsberger Allee, Ede Elbinger Straße. Reine Genoffin darf fehlen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Gruppe Tempelhof. Gymnastit von 16.30 bis 18 Uhr auf dem Sportplas am neuen Bart, Manteuffelstr., Ede Rofeftraße. Geburtstage, Jubiläen usw. 1. Unfer Genoffe, der Stadtverordnete Giegbert Boemn, it Bente 25 Jahre Parteimitglied. Wir wünschen dem Genoffen Loemy, daß er noch recht lange als tatkräftiges Mitglied in unserer Mitte weilen möge. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 3 105. bt. Ablershof. Unser Genoffe Ba Ibemar Fiedler ist im Alter von 68 Jahren verstorben. 25 Jahre hindurch hat er der Partei treue Dienste geleistet. Die Einäfcherung findet Donnerstag, den 2. August, 17 Uhr, im Srematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung erwartet der Abteilungsvorstand. 96möluomo si onu molitus 19 Gegen den Krieg! Aufmarschplan zur Anti- Kriegsfundgebung am 1. August, 19.30 Uhr, im Humboldthain, Wiese am Stier. Die Genoffinnen und Genossen nehmen auf den Sammelplägen| Kreis Wilmersdorf und Zehlendorf. Sammelpunkt Bahnhof bei ihren Abteilungen Aufstellung. Banner und Fahnen mitbringen. Kreis Mitte. Treffpunkt 18% Uhr Artonaplah, Abmarsch 19 Uhr Swinemünder Straße, Bernauer Straße, Brunnenstraße, Humboldthain. Kreis Tiergarten. Treffpunkt 18% Uhr Kleiner Tiergarten. Abmarsch Stromstraße, Berleberger Straße, Fennstraße, Müllerstraße, Schulzendorfer Straße. Grenzstraße, Humboldthain. Krets Wedding. 14, 15. und 16 Abteilung. Treffpunkt 18½ Uhr Gartenplag. Abmarsch 18% Uhr Feld, Husfiten-, Stralsunder Straße, Binetaplah, Swinemünder Straße, Rügener Straße, Brunnenstraße, Humboldthain. 18., 19. und 20. Abteilung. Treffpunkt 18% Uhr Brunnenplatz. Marsch durch die MartinOpiz- Straße, Gottschedstraße, Exerzierstraße, Koloniestraße, Soldiner Straße, Freienwalder Straße, Stettiner Straße, BadStraße, Humboldthain. 17., 21., 22. und 23. Abteilung. Treffpuntt 18½ 1hr Zeppelinplay. Marsch durch die Genter Straße, Triftstraße, Müllerstraße, Schulzendorfer Straße, Grenzstraße, Humboldthain. Kreis Prenzlauer Berg. Treffpunkt Mittelpromenade, Danziger Straße an der Prenzlauer lee. Abmarsch 18% Uhr durch die Schönhauser Allee, Gleimstraße, Rügener Straße, Humboldt hain. Kreis Friedrichshain und Lichtenberg. Treffpunkt 18 Uhr Promenade Elbinger Straße Gde Landsverger Allee. Abmarsch 18 Uhr durch die Elbinger Straße, Danziger Straße, Ebers. walder Straße, Bernauer Straße, Brunnenstraße und GustavMener- Allee Kreis Kreuzberg und Tempelhof. Treffpunkt 18% Uhr Stralfunder Straße Ede Brunnenstraße. Marsch durch die Brunnen straße bis Humboldthain. ft am Knie Kreis Charlottenburg. Treffpunkt am Knie. Abmarsch 18 Uhr durch die Marchstraße, Franklinstraße nach Alt- Moabit, Stromstraße bis Perleberger Straße, Fennstraße bis Reinidendorfer Straße, Pantstraße bis Badstraße, Humboldthain. Kreis Spandau. Treffpunkt 18 Uhr am Hauptbahnhof. Abfahrt 18,15 Uhr bis Gesundbrunnen. Die in Berlin arbeitenden Spandauer Genossen müssen sich um 19 Uhr am Bahnhof Gesundbrunnen versammeln. Abteilung Staafen ab 18,04 hr. Achtung! Leserinnen der Frauenwelt! Freitag, den 3. August, große allgemeine Dampferfahrt nach Wollersdorfer Schleuse. Abfahrt morgens 9 Uhr bon Dberbaum, Baisen oder testow- Brüde( Oberschöneweide. Starten zum Preise von M. 1,30 für Erwachsene, Kinder 50 Bfg. find im Frauenfefretariat, Berlin S 68, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 1, zu haben. bis 2. Auguft beim Rameraden Bagt, Tempelhof, Friedrich- Karl- Str. 112, einzahlen. Sportplag Friedrichsfelde: Die Uebungsabende find wie folgt feft gefegt: Jeden Mittwoch, Lichtenberg. Donnerstag, Mitte, Freitag, Brenz lauer Berg. Sonnabend, Treptom und Friedrichshain Sonntag bleibt für allgemeine Uebungen. Diese Notia erscheint nur einmal. Ausschneiden und Vorträge, Vereine und Versammlungen. emaben! Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Gebastianstr. 37/88, Sof 2 Tr. Zum Schutz der SPD.- Rundgebung am Mittwoch, 1. August, im Sumboldthain, treten die Ortsvereine wie folgt an: Stegliz: 18 Uhr( nicht 18.30 Uhr) Düppelplak. Nachzügler 19 Uhr Arfonaplah. ilurersborf 18 Uhr Gesundbrunnen, Ausgang Millionenbrüde. Nenfällu- Brig 18.80 Uhr Genefelderplag. Lichtenberg nebst Kameradschaften 18.15 Uhr Landsberger Allee, Ede Elbinger Str., mit Mufit, ohne Fahnen. Nachailgter Bumboldthain, Wiese am Stier. Brenzlauer Berg 18.30 Uhr Danziger Str., Ede Schönhaufer ee. Weißensee 18.30 Uhr Heinersdorfer Str., Ede Gustan Abolf- Str., ohne Fahnen unb Mufit, mitte 18 Uhr Artonaplag Webbing 18.15 Uhr bei Müller, Uferstr. 12, zum Ordnerdienst. Nachzügler GustavMaier- Allee, Rosengarten. Kameraden, die nach Frankfurt fahren wollen, treffen fich nach der Rundgebung zu einer kurzen Besprechung bei Müller. Areuzberg 18.30 Uhr Brunnenstr., Ede Stralsunder Str. Tempelhof 18.30 Uhr Stralsunder Str., Ede Brunnenstr. Mittwoch, 1. Auguft. Arenzberg, Zug 2, 20.30 Uhr Versammlung bei Rrepp, Planufer 75. Nowawes: 20 Uhr Ber. fammlung mit Frauen im Eisenbahnhotel. Ramerad Albini spricht über Bolizei und Boltsstaat". Donnerstag 2. August. Kreuzberg: 19.30 Uhr Abrechnung der Beiträge und Fahrgelder Frankfurt bei Krepp, Planufer 75. Weißensee: 20 Uhr Versammlung bei Peters, Lichtenberger Str. 12. Brenzlauer Berg: Freitag, 3. August, 20 Uhr bei Burg, Prenzlauer Alle, erweiterte Borstandssigung. Röpenid( Rameradschaft): 20 Uhr Ber fammlung im leinen Gaal des Stadttheaters am Freitag, 3. Auguft. Schönemeibe- Johannisthal: Frankfurtfahrer müssen bis spätestens 2 August heim Ram. Steingräber, Oberschönemeide, Schloßparfftr. 15, 1., das Fahr gelb einzahlen. Röpenid( Ortsverein): Die Eintrittstarten für die Ber faffungsfeier am 12. Auguft im Restaurant Bendenschloß sind an die Untertaffierer abgegeben. Tiergarten; Jungbanner 20 Uhr Bersammlung mit Bortrag bei Lindner, gehrter Str. 44. Bankow: Kamerabschaft Vantom- Süd 20 Uhr Bersammlung bei Mecß, Lindenpromenade. Steglig: Frantineither mollen Fahrgeld bis spätestens 1. August beim Rameraden Arnsen einzahlen. ( Nur nachmittags.) Tempelhof: Alle Frankfurtfahrer müssen das Fahrgeld Bund Berlin für Einheitsturzschrift. Uebung in allen Geschwindigkeiten jeben Freitag, abends von 8 bis 10 Uhr, im Französischen Gymnasium, Reichstagsufer 6( am Reistagsgebäude) und jeden Dienstag von 8 bis 10 Uhr abends im Schulhause, Utrechter Str. 30/31. Anfängerkurse, fomie Aufnahme neuer Mitglieder au jeder Zeit. Auskunft Friz Plauschinn, Berlin- Zehlendorf, Waldemarstraße 8. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienffffelle Berlin und Umgegend. ( Nachbr. verb.). Zeils mollig, teils beiter, etwas fühler, böige westliche Winde, ohne nennenswerte Niederschläge. Für Deutschland: Ueberall etwas fübler, nur an der Ditfeetüfte leichte Regenschauer, sonst meist troden, in der westlichen Hälfte des Reiches und im Süden wieder aufheiternd. Sportler heraus! Alle auf dem Boden der Sozialdemokratie stehenden Arbeitersport- und Kulturvereine beteiligen sich an der vom Bezirksverband Berlin der SPD am Mittwoch, 1. August d. 3. veranstalteten Nie wieder krieg- Kundgebung auf der großen Spielwiese im Humboldthain mit vorhergehender Demonstration. Sportler in Sporffleidung, Treffpunkt 18 Uhr am Zeppelin- Plah ( Wedding). Umkleideräume im Hause Lütficher Straße 8, unmittelbar am Zeppelin- plab, Fahnen der Vereine usw. find mitzubringen. Gesundbrunnen, Ausgang Millionenbrüde, Bellermannstraße, dann Marsch durch die Brehmstraße, Badstraße und Brunnenftraße. Kreis Schöneberg. Treffpunkt 18% Uhr Pantstraße am Brunnenplaz. Kreis Steglik. Treffpunkt 18% Uhr Artonaplay. Abmarsch mit dem Kreis Mitte nach dem Humboldthain. Kreis Neukölln. Treffpunkt 18% Uhr Senefelberplatz. Marsch durch die Fehrbelliner Straße, Anflamer Straße, Brunnenstraße bis Humboldthain. Kreis Treptow und Köpenick. Sammelpuntt Lindower Straße am Bahnhof Wedding. Marsch durch die Panfstraße, Badstraße, Brunnenstraße bis Humboldthain. Kreis Weißensee. Treffpunkt 18% Uhr an der Prenzlauer Promenade Ece Heinersdorfer Straße. Marsch durch die Brenzlauer Allee Krügerstraße, Humannplay, Stahlheimer Straße, Bappelallee, Stargarder Straße, Gleimstraße, Rügener Straße, Gustav- Mener- Allee. Kreis Pankow. Abmarsch 18% Uhr vom Marktplak in Bantom. Marsch durch die Breite Straße, Bollantstraße, Prinzenallee, Badstraße, Humboldthain. Ebenso zurück. Kreis Reinickendorf. Die Abteilungen Reinickendorf- West, Legel, Freie Scholle, Borsigmalde, Bittenau Antreten am Boltshaus, Scharnweberstraße 114. Abmarjd 18 Uhr. Die Abteilungen Reinidendorf- Oft, Hermsdorf, Rosenthal, Waidmannsluft Antreten am Schüßenhaus in Reinickendorf- Oft. Anschluß an dem Buge von Reinickendorf- Weft 18.30 Uhr. Marsch durch die Scharnweberstraße, Berliner Straße, Humboldtstraße, Hauptstraße, Residenzstraße, Schmedenstraße, Badstraße, Brummenstraße bis Humboldthain. Sozialistische Arbeiter- Jugend. Treffpunkt 18 Uhr am Brunnenplatz Marsch durch die Pantstraße, Reinickendorfer Straße zum Beddingplay. Bon da ab gemeinsam mit den Arbeiter- Sportlern durch die Schönwalder Straße, Gartenstraße, Scheringstraße, Gustav- Meyer- Allee zum Humboldthain.. Arbeiter Sportler. Treffpunkt 18 Uhr am Zeppelinplag. Durch die Gartenstraße, Triftstraße, Tegeler Straße, Fennstraße zum Weddingplatz. Bon da ab gemeinsam mit der SAJ. durch die Schönwalder Straße, Gartenstraße, Scheringstraße, GustavMeyer- Allee zum Humboldthain. Sport. Rennen zu Grunewald am Dienstag, dem 31. Jull 1. Rennen. 1. Abaminus( Edler), 2. Rotenstein( Schat), 3. Masterabe ( Dertel). Toto: 40:10 Blag: 27, 16:10. Ferner liefen: Fafner, Estimo, Parabenia. 2. Rennent. 1. Allah( v. Metsch), 2. Enzian( v. Gog), 3. Dtami ( b. Borde). Toto: 48: 10. Plat: 28, 21: 10. Ferner liefent: Quo vadis, Goldener Frieden, Zauberflöte. 3. Rennen 1. Teutone( Grabfc), 2. Domfalle( Barga), 3. Altenberg( M. Schmidt). Toto: 46: 10. Blaz: 17, 17, 25: 10. Ferner liefen: Lotos, Mousme, Favorit, Oberon II, Brinzeß Roland, Belopea. 4. Rennen. 1. Lobredner( Wolff), 2. Fliegender Fuchs( Bismark), 3. Lanz( Schuller). Toto: 35: 10. Plaz: 18, 18: 10. Ferner liefen: Prunus tochter, Lufas, Iliade. 5. Rennen. 1. Brandmeister( b. Borde), 2. Le Challenge( Liebrecht), 3. Parsifal( Schniper). Toto: 30: 10. Plat: 19, 41: 10. Ferner liefen: Coeur d'Almee, Manitou, Fateider. 6. Rennen. 1. Kasper( Sahnes), 2. Künstlerin( Grabsch), 3. Norjana ( Elflein). Toto: 21:10. Blag: 12, 11, 13:10. Ferner liefen: Heideland, Helvetier, Kahren, Leda. 7. Mennen. 1. Sanssouci( Schat), 2. Duelle( Derschug), 3. Gold. traut( Burst). Koto: 29: 10. Plaz: 13, 13, 15: 10. Ferner Itefen: Pumpernidel, Marcion, Raisertag, Meton. Trinit Fachinger. Ein bekannter Facharzt fagt: Benn Typhus, Ruhr, Cholera und andere Seuchen graffieren und die gewöhnliche Srinkwasser. Dersorgung verbächtig, geworden ist, darf man doch bas völlig bakterienfreie Fachinger Wasser unbebentlich trinken". STAATL Natürliches Mineralwasser FACHINGEN Für die Gesundheit! Fachinger Versandstelle, Berlin SW 11 Schöneberger Str. 16a. Tel. Lützow 8260-61 ERSTKLASSIGE VERARBEITUNG MARK ER LAMANDE DAS ERZEUGNIS DER GROSSTEN DEUTSCHEN UNUBERTROFFENE PASSFORM SCHUHFABRIK Deutschland und die Donauländer Ziele der deutschen Handelspolitik im Südosten. Die Aufteilung Desterreichs hat die zahlreichen festgefügten WirtIchaftsbeziehungen der ehemaligen Donaumonarchie zerrissen. Gie hat dem heutigen Desterreich die breite Agrarbafis genommen; fie hat der österreichischen Schwerindustrie die Kohlenbasis entzogen; fie hat der österreichischen Tertilindustrie einen großen Spindelbestand und zahlreiche Ausrüstungsbetriebe zmar erhalten, dagegen die Webereien überwiegend losgetrennt. Aus demselben Grunde ist es aber auch ohne weiteres verständlich, daß zwischen den nunmehr perselbständigten Wirtschaftsgebieten enge wirtschaftliche Verflech tungen meiter bestehen, und daß der ehemalige starte österreichische Binnen handelsverkehr nunmehr in bedeutenden Außen handelsumfäßen seinen Ausdrud findet. Bergarbeiter zur Kohlenkrise. Der Bergarbeiterverband gegen die Preisschleuderei auf dem Weltmarkt. Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands mendet sich in einer scharfen Kritit gegen die forcierte Steinkohlenausfuhr Deutschlands, die dauernd nur hohe Verluste bringt: Daß die gegenwärtige Abjagforcierung des Ruhrbergbaues feine Wirtschaftlichkeit bedroht, braucht angesichts der ungeheuerzwei Millionen Tonnen gehen mehr als drei Zehntel nach Deutsch land. Von dem Export der österreichischen Automobile nimmt Deutschland fast die Hälfte ein. Desterreich deckt andererseits seinen zusätzlichen Maschinenbedarf zu mehr als drei Viertel bei der deutlichen Syndikatsumlage von 2,20 Mart je Abjazztonne schen Maschinenindustrie und to fort. T Man begegnet heute schon in österreichischen Kreisen immer wieder der Auffassung, daß die österreichische Wirtschaftslage maß gebend beeinflußt wird durch die Aufnahme= fähigkeit des deutschen Marktes und in engster Abhängigkeit von ihr steht, und daß die Erholung der österreichischen Wirtschaft in der letzten Zeit vornehmlich auf die Exportsteigerung nach Deutschland zurückzuführen ist. Die Wirtschaftsbeziehungen Defterreichs und auch der anderen Donauländer zu Deutschland sind Enge Berflechtung. Gegenseitiger Profeffionismus. bereits im jezigen Stadium schon wieder so eng geworden, daß eine Der Außenhandelsumsatz beträgt in Desterreich pro Kopf der Bewirtschaftliche Kombination der Donauländer etwa unter Ausschluß völferung 463 M., in Deutschland im Jahre 1927 nur 386 M. Der Deutschlands, wie sie die Kleine Entente verfolgt, tatsächlich jedem tichechische Totalhandel ist um 75 Broz., der Desterreichs um fast wirtschaftlichen Beobachter unmöglich erscheinen muß. Von einem 20 Broz. höher als der Polens, dessen Bevölkerung vierfach bzw. wirtschaftlichen System" der Kleinen Entente, zu dem auch Dester doppelt so hoch ist. Nimmt man nach der Schätzung des österreich gehören soll, in dem Sinne einer organischen Verbindung zu reichischen Expertenberichts das Volfseinkommen mit 5 Milliarden einer relativ sich selbstgenügenden Wirtschaftsein Goldkronen an, so kann man Oesterreichs Exportquote heit kann nach der Umgestaltung der neuen nationalen Wirtschaften auf 25 Pro3. der Gesamtproduttion schäzen! nicht die Rede sein. Daß der Außenhandelsverkehr der Donaustaaten jedoch auch nicht annähernd den früheren Versand und die Zufuhr von und nach den einzelnen österreichischen Wirtschaftszonen erreichte, daran trifft die protektionistischen Methoden der Nachfolge staaten die Hauptschuld. Die ehemals überwiegend agrarischen Länder Jugoslawien, Ungarn und Rumänien errichteten phantastische Zoübarrieren für Industriewaren und versuchten, eigene nationale Industrien zu errichten, soweit nicht aus den alten Industriegebieten Berarbeitungsstätten verpflanzt wurden. Für die deutsche Handelspolitik gilt es, in dieser Situation durch weitgreifende Handelsverträge mit Desterreich und mit den anderen Nachfolgestaaten dem noch vielfach gehemmten Handelsverkehr die Wege wieder zu ebnen und die für uns wie für unsere Bertragspartner vorhandenen Austauschbeziehungen wieder in vollem Umfange herzustellen. Schon heute find, trotz der großen Zollhemmungen, die Berflechtungen Deutschlands mit den Nachfolgestaaten so dicht, daß praktisch irgendein Vorzugsystem oder eine Zollunion dieser Länder ohne oder gegen Deutschland nicht durchführbar In diesen neuen Staatsgebilden haben außerdem die Zölle noch ist. Je stärker jedoch in den nächsten Jahren die Wirtschaftseine außerordentliche phantastische Bedeutung. Die großen Staatsbeziehungen Deutschlands mit dem Südosten ausgebaut werden, desto ausgaben werden zu einem erheblichen Teil durch die Zölle| schneller werden sich auch die heute noch bestehenden starken Widergedeckt. Im Jahre 1926 betrug in Ungarn der Anteil der Zoll- stände gegen eine Wirtschaftsverbindung Deutschlands mit Dester einnahmen von den gesamten Staatseinnahmen 16 Proz., in Jugo- reich legen und desto leichter wird sich allmählich unter Abbau der slawien 28 Broz., in Rumänien durfte er noch höher sein. Deutsch Zollschranken und Subventionen und durch einheitliche Verkehrs: Desterreich fonnte bei der starken zerreißung seiner Industrie politit ein wirklich finwolles Wirtschaftssystem herausbilden können. grundlagen für den Neuaufbau gleichfalls industriellen Zollschutzes nicht entbehren, neuerdings geht es allerdings auch zum Agrarproteftionismus über. Nach Erhöhung der Getreidezölle und des Mehlzolles sollen jetzt auch die Biehzölle gesteigert werden. Auch in Desterreich decken die 3olleinnahmen ein Fünftel des Bundesbudgets. Die Tschechoslowafei, ein typischer Agrarindustriestaat mit zwei Fünftel landwirtschaftlicher, drei Fünftel industrieller Bevölke: rung hat gleichfalls ein geschlossenes Solidarschußsystem. Wie wirken die Handelsverträge der Donauländer. Run find zwar in den letzten Jahren zahlreiche Handelsperträge unter den Nachfolgestaaten zum Abschluß gelangt, doch haben fie fein mesentliche Berdichtung der Handelsbeziehungen der Donauländer bewirkt. Verfolgt man die Außenhandelsentwicklung der Nachfolgeftaaten seit 1924, so zeigt sich, daß die Austausch beziehungen anteilmäßig zurüdgegangen sind, wie die folgende Gegenüberstellung zeigt: Defterreich Tschechoslomatei Ungern 1924 1927 1924 1924 1927 in Broz. der Gesamteinfuhr bezw. Gesamtausfuhr 19,4 19 Einfuhr aus den Nachfolgestaaten Ausfuhr nach den Nach folgeftaaten 40,9 39,1 • 37,4 34,5 1927 61,1 44 36,7 32,4 71,6 64 In Desterreich, in Ungarn und der Tschechoslowakei ist der Exportanteil nach den Nachfolgeftaaten in den letzten Jahren nicht unerheblich zurückgegangen. Er ist natürlich noch immer bedeutend. Die Tschechoslowakei schickt fast ein Drittel ihres Exports, Desterreich mehr als ein Drittel, Ungarn fast zwei Drittel nach den Nachbarländern. Von Importen gelangen aus den Nachbargebieten nach der Tschechoslowakei etwa ein Fünftel, nach Desterreich fast zmei Fünftel, nach Ungarn noch mehr. Der Totalhandel Rumäniens erstreckt sich zu fast ein Drittel, der Jugoslawiens zu fast der Hälfte nach den Nachbaarstaaten. Immerhin ist auch bei diesen Ländern eine rüdfäufige Tendenz des Außenhandels nach den ehemals öfterreichisch- ungarischen Wirtschaftsgebieten festzustellen und eine Ausdehnung ihrer Handelsbeziehungen zu anderen europäischen Ländern. Am auffallendsten ist dabei die außerordentliche Ausdehnung der Handelsbeziehungen zu Deutschland, die bei allen Nachfolgestaaten festzustellen ist. Deutschland war in der Borkriegszeit an der Einfuhr Desterreich- Ungarns mit 40 Broz. beteiligt und nahm dessen Export mit 44 Broz. auf. Der Gesamtegport Deutschlands nach Desterreich- Ungarn, Serbien und Rumänien hetrug 1913 1,264 Millionen, 1927 nach den entsprechenden Wirtschaftsgebieten 1335 Millionen; der Import 1913 917 Millionen, 1927 1164 Millionen. Während die Einfuhr aus den Nachfolgeftaaten bei Umrechnung auf die Borkriegswerte schon wieder etwa fünf Sechstel des Friedensimports beträgt, bleibt der Export nach den Donauländern doch noch erheblich unter dem Borkriegsvolumen. Die Beteiligung Deutschlands am Außenhandel der einzelnen Nach folgestaaten läßt sich wegen der neuen Zollgrenzen nicht mit den Borfriegsziffern vergleichen, doch ist es interessant festzustellen, mie starf sich immerhin bereits in den legten Jahren wieder die Handelsbeziehungen der Nachfolgestaaten zu Deutschland verdichtet haben. Export der Donauländer nach Deutschland. 街 1924 1927 Desterreich. . 13,1 18,5 Proz. Tschechoslowakei.. 19,5 24,2 Ungarn. 7,9 13,6 Jugoslamien 4,1 15,4 Rumänien 7,3 25,5 Die Bedeutung Deutschlands als Exportmarkt für die Nachfolge: staaten hat in den letzten Jahren start zugenommen. Die Tschecho flomatei und Rumänien lenten ein Biertel ihres Gesamterports nach Deutschland, Defterreich bald ein Fünftel. Jugoslawien und Ungarn etwa ein Siebentel. Der Unteil Deutschlands an den Importen der Nachfolgestaaten ist gleichfalls, wenn auch nicht in dem Umfange wie der Export gestiegen, immerhin ist Deutschland an der Einfuhr der Tschechoslowakei und Jugslawiens mit 21 Broz, also mit mehr als ein Fünftel beteiligt, an der Einfuhr Desterreichs, Rumäniens und Ungarns mit mehr als ein Sechstel.. Defterreichs Abhängigkeit von Deutschland. Die Verknüpfung der Donaufänder, vor allem Desterreichs und der Tschechoslowakei mit Deutschland, speziell im Austausa) von Industrierohstoffen und Fertigmoren, ist außerordentlich vielseitig. Bon der bedeutenden österreichischen Holzausfuhr von insgesamt 10 Jahre Randstaaten. Die Wirtschaft der baltischen Länder. Unbemerkt von der europäischen Deffentlichkeit haben die drei baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland im vergangenen Jahre das zehnjährige Jubiläum ihrer Gründung gefeiert. Im Laufe dieser Zeit ist ihre Volkswirtschaft eigene Wege gegangen, hat nicht minder wie die der großen Staaten mit Schwierigkeiten gefämpft, aber doch eine bemerkenswerte Aufbauarbeit geleistet. E standen mährend des mirtschaftlichen Zusammenbruchs der Nachfriegszeit, haben diese des russischen Hinterlandes beraubten Stad: en ihre Wirtschaft in neue Bahnen zu lenten versucht. Die Grundlage der Wirtschaft dieser Länder ist stets die Land und Forstwirtschaft gewesen, die heute noch drei Viertel ihrer Bevölkerung ernährt und ein Drittel des Bodens bedeckt. Dank einer erfolgreich durchgeführten Agrarreform, die viele Tausende von neuen Bauernstellen shuf, konnte die baltische Landwirtschaft eine erfreuliche Entwicklung nehmen und die Erzeugung über die Borfriegshöhe heben. Unter Führung der weitverbreiteten Genossenshaften wurde die Vichzucht gefördert, deren Erzeugnisse, wie Butter und Fleisch, gegenwärtig drei Biertel der landwirtschaftlichen und ein Drittel der Gesamtausfuhr bilden. Die ausgedehnten 19 Broz des Bodens bedecken, beliefern eine große SägemühlinduWäldereien, die in Bettland 29 Broz- und in Litauen und Estland strie, deren Erzeugnisse nach fast allen europäischen Ländern ausgeführt werden; Holz und Papier bilden den dritten Teil der Gesamtausfuhr. Im Außenhandel der baltischen Staaten steht Deutschland an erster Stelle. Auf Deutschland entfallen etwa 40 Broz der nash Litauen, Lettland und Estland eingeführten Waren, während EngLand mur 10 Broz. und Amerita 6 Proz. liefert. Für die Weiterentwicklung der Wirtschaft der baltischen Staaten fehlt allerdings die wichtigste Voraussetzung für eine schnellere Industrieentwidlung das Kapital. Vielleicht werden die bisher fast unverschuldeten Staaten im Hinblid auf ihre attine Handelstilanz den Weg einer Anleiheaufnahme im Auslande bestreiten. Gefrierfleisch teurer und teurer. Hat die Landwirtschaft etwas davon? Die Hausfrauen der breiten Massen bekommen immer meniger Gefrierfleisch zu sehen. Das hängt zunächst natürlich mit de: Ber ingerung des Einfuhrtontingents von jährlich 120 000 auf 50 000 Tonnen zusammen, die zum 1. Mai d. J., um der Landwirtschaft zu helfen", durchgeführt worden ist. Aber nicht nur damit hängt der Gefrierfleischmangel zusammen, sondern auch mit der Beteuerung des Gefrierfleisches, die schon bei der Anfuhr fest zustellen ist. Seit März dieses Jahres, wo argentinische Bare im Monatsdurchschnitt 38 m. pro 50 Kilo tostere, stiegen die Preise un unterbrochen bis zum Juli auf fast 50 M. Vor dieser Preissteigerung mar es noch möglich, daß nerzolltes Gefrierfleisch außer dem Pentingentierten zollfreien eingeführt wurde. Da nach der enormen Erhöhung des Importpreises der 45 m. für 100 Stilo betragende Einfuhrzoll gegenüber dem Frischfleisch die Einfuhr von verzolliem Gefrierfleisch nicht mehr lohnend macht, hat auch die zusätzliche verzollte Gefrierfleischeinfuhr aufgehört. Es mag sein, daß damit die Absicht, die bei der Herabsehung des Gefrierfleischfontingentes verfolgt wurde, erreicht ist. Es merden jetzt in Deutschland in der Lat nicht mehr als 50 000 Tonnet Gefrierfleisch verbraucht. Die Folge dieser absolut unsozialen Maßnahme ist natürlich auch durch die Verreuerung des Gefrier fleisches wird dasselbe erreicht-, daß zahlreiche Familien der breiten Massen überhaupt fein Fleisch mehr zu sehen bekommen, nachdem ia bekanntlich auch die Schweinefleischpreise scharf in die Höhe gegangen sind. Wenn nun damit zu rechnen märe, daß die deutschen Bayern aus der Gefrierfleischdrosselung einen wirtli hen Ruben gehabt hatten, so ließe sich die Drosselung als Notmaßnahme für die Bauernschaft vielleicht noch verstehen. Aber es wäre die Aufgabe der deutschen amtlichen Stellen, statistisch der Nachweis dafür zu führen, daß die Drosselung der Gefrierfleischeinfuhr und die inzwischen eingetretene Berteuerung auch wirklich dazu geführt hat, daß auch mehr frismes Dienfleisch im Inland abgejezt morden ist. Wir fürsten nur, daß diefer Nachweis sehr schmer zu führen jein wird. nicht näher begründet zu werden. Vom arbeitsmarktlichen Standpunkt aus betrachtet ist die gegenwärtige Exportforcierung die beitsbeschaffung, die man sich denken kann. Es gibt überallerungeeignetste und unwirtschaftlichste Ar= haupt feine plausiblen Argumente, die einen derartigen Konkurrenzfampf auf dem Weltmarkt rechtfertigen fönnten. Gegenüber, der bevorstehenden Herbstoffensive der Engländer auf dem Weltköhlenmarkt empfiehlt sich die anderswo bewährte Ausweichtaktit. In dem Maße, in dem sich die deutsche Kohle aus verlustbringenden Absatzgebieten zurückzieht, merden für die innere Ausgestaltung des Bergbaues, wobei im besonderen an den weiteren Ausbau der Kohlenverwertung und Kohlenver= edlung zu denken ist, Mittel frei. Ein Teil der Mittel ist dazu zu verwenden, die den Bergarbeitern aus der notwendigen Probuftionsangleichung erwachsenden Lasten herabzusetzen. Bon der Aufgabe verlustbringender Absatzgebiete im Ausland würden 20 000 bis 25 000 Bergarbeiter betroffen werden. Würde man diese 25 000 Bergarbeiter zum vollen Jahresverdienst auf Kosten der Ruhrbergbauunternehmer pensionieren, so würden sich immer noch zmei Drittel der heutigen Konkurrenztampftoften ersparen lassen! llebrigens wird gerade die englische Offensive als ein erneuter Ansporn für die Betreibung des vom Wirtschaftsrat des Bölferbundes und vom internationalen Arbeitsamt bereits begonnenen Bereinigungswertes der internationalen Kohlenfrise zu betrachten sein. Internationale Handelspolitik. Während bisher die zwischenstaatlichen handelspolitischen Beziehungen jeweils nur zwischen zwei Ländern geregelt wurden, gehen die Bestrebungen des Völkerbundes dahin, in Zukunft internationale Abkommen unter Teilnahme einer großen Anzahl von Ländern zu erreichen. Die Bedeutung des jüngst zustandegekommenen internationalen Vertrags über die Aufhebung der Ein- und Ausfuhrverbote, die von Vertretery von 27 Staaten unterschrieben wurde, liegt gerade darin, daß dies den ersten internationalen handelspolitischen Bera trag der Nachkriegszeit darstellt. An sich bedeutet das Abkommen teinen überwältigender Fortschritt in der Richtung des Zollabbaus. Einmal wird der Vertrag, vorausgesetzt, daß er von den betreffenden Ländern überhaupt ratifiziert wird, erst Anfang 1930 in Kraft treten. Des meiteren enthält er zahlreiche Ausnahmen in Bezug auf Waren, für welche bestimmte Länder Ein- und Ausfuhrverbote meiter aufrechterhalten dürfen. Die Ein- und Ausfuhrverbote mit den dazugehörenden Einfuhr- und Ausfuhrerlaubnissen im Rahmen von jeweils vereinbarten Kontingenten haben zwar zur Berschärfung des Schußzzollsystems beigetragen, ihre Abfchaffung bedeutet aber noch nicht den 3ollabbau. Die Ein- und Ausfuhrverbote sind im wesentlichen Produkte der Kriegs und Nachkriegsjahre. Hochschutzzollpolitik tann auch ohne sie getrieben werden. Biel größere Bedeutung würde internationalen Verträgen zu tommen, welche die gemeinsame herabjegung der 3oll sätze zum Gegenstand haben würden. Auf der Weltwirtschaftstonferenz und vom Wirtschaftsrat des Bölkerbundes wurde der Gedanke erörtert, daß die autonomen Tarife der einzelnen Länder fchrift meise um einen bestimmten Prozentjazz herabgesezt bzw. die Höchstgrenze der Zollsätze in internationalen Berträgen festgelegt merden soll. Wirtschaftsrat und Wirtschaftskomitee haben nun türzlich festgestellt, daß die Zeit für den Abschluß solcher tollektiven Berträge zum Zollabbau noch nicht gekommen ist. Einstweilen will man mur versuchen, einzelne midnige Industrieprodukte und Rahrungsmittel herauszugreifen und zunächst in Kommissionen zu prüfen, ob eima für Aluminium. Eisenhalbfabritate, 3ement, Leder, Rundholz und gesägtes Holz, Zellulose und Papier, frische Früchte, Gemüse und Reis ein internationaler Bollabbau möglich wäre. Aus den übrigen Empfehlungen des Wirtschaftskomitees soll die Forderung für den Abschluß langfriftiger Handelsvertäge an Stelle der in der Nachkriegszeit üblichen Handelsverträge von kurzer Dauer hervorgehoben werden, um eine gewiffe Beständigkeit der zwischenstaatlichen Wirtschaftsbeziehungen und die Möglichkeiten genauer Kalkulation für die Ausfuhrindustrien zu sichern. Ein weißer Rabe. 3ollfenfung der Tschechoslowakei. Das tschechoslowakische Finanzministerium hat zur Neuregelung der Kunstseideneinfuhrzölle eine Berfügung erlassen. Der Einfuhrzoll für Kunstseide, der bisher 7 bis 9 Kronen pro Kilogramm betrug, ist auf 1,5 Kronen herabgelegt worden. Wirklich ein seltener Borgang in unserer troh aller Freihandelspredigten fo überprotettionistischen Zeit, ein seltener Vorgang auch für die im übrigen scharf schutzöllnerische Tschechoslowakei. Die Preife fleffern. Der deutsche Benzo( perband mird das von ihm erstrebte halbe Dugend Preiserhöhungen für das Jahr 1928 bald erreicht haben. Wie der Verband mitteilt, wird das Liter Benzol um 2 Bf., das Liter Benzin um 1 Pf. wieder einmal heraufgesetzt. Auch die Thomasmehl erzeuger nüßen die für sie in den legten beiden Jahren wieder sehr günstig gewordene Konjunktur gründlich aus. Die Düngemittelpreise sind nach ihrer Meinung offenbar zu niedrig, nachdem die deutsche Land wirtschaft schon einmal dazu übergegangen ist, wieder mehr mit Phosphorsäure zu düngen. Die Thomasmehlerzeuger fonnten fich auf den steigenden Düngemittelverbrauch der Landwirtschaft, da sie bis Mitte September aus vertauft find, teinen anderen Bers machen, als den Kilopreis auf 25 Pf., das ist um mehr als 8 Proz. zu erhöhen. Arbeit für bremische Werften. Die bremischen Werftarbeiter haben schmere Tage. Der Wesermerft hat der Norddeutsche Llond vor nicht langer Zeit nicht nur die Großreparatur des 36 000 Tonnen Dampiers Columbus", sondern auch den Bau mehrerer Frachtschiffe weggenommen und nach Hamburg gegeben. Jegt wird im Bremerhaven hart um die Stillegung der Tecklenburg- Werft gefämpft, die ebenso wie die Wesermerit zum Deschimag- Konzern gehört. Benn am 16. Auguft der 46 000 Tonnen Dampfer Bremen nom Stapel gelaufen fein mird, steht die gesamte bremische Werftarbeiterschaft nor fwerster Arbeitslosigkeit. diesen Umständen ist es erfreulich, daß die franzöfifche Compagnie Générale Transatlantique der Bremer Bultanmerft je zwei Dampfer von 10 500 bzw. 10 900 Tonnen in Auftrag gegeben hat. linter Opel baut auch Motorräder. Adam Opel in Rüsselsheim, die großem Maßstabe die Produktion von Motorrädern auf deutsche Großfirma für Auto- und Fahrradproduktion, nimmt auch in die eelend Ronjunttur scheint ihn dazu anzuregen--, nachdem Opel das Elite- Bert ermorben und die Autoerzeugung vom Elite Bert nach Riffelsheim verlegt hat. jr«. Unterhaltung unö ÄVissen Beilage des Vorwärts Oer Krebs ist heilbar. Das Ergebnis des Weltkongresses der Krebsforscher in London. Ein Vierteljahr ist vergangen, seit in Wiesbaden auf dem Kongreß für innere Medizin das Krebsproblem zur Erörterung ge- stellt wurde. Schon dieser medizinische Kongreß gab einen bemertens- werten Ueberblick über dieses umstrittenste Gebiet der Heilwissenschoft, und seine Verhandlungen waren nicht nur für Gelehrte von Be- demung, sondern für die gesamte deutsche Oessentlichkeit. da nach zu- verlässigen Schätzungen Deutschland jährlich über Sl> 000 Krebsopser zu beklagen hat. Aber der Krebs ist nicht nur eine deutsche Volks- kranikheit, die schlimmer als die Tuberkulose wütet, sondern ein internationales Leiden, das fortwährend in ollen Ländern Menschen dahinrasft. Man hatte deshalb kürzlich zu einem Internationalen Krebskongrcß nach London eingeladen, an dem die berühmtesten Gelehrten von achtzehn Notionen teilnahmen, und der soeben ge- schlössen worden ist. Dieser Weltkongreß der Krebsforscher war wohl die bedeutsamste Konferenz, die zur Bekämpfung dieser Welt- seuchc je abgeholten worden ist. Ein hervorragender Teilnehmer des Kongresses, Sir Thomas Horder, der Chefarzt des Londoner Krebs- Hospitals, faßte die Ergebnisse der Zusammenkunft einem englischen Journalisten gegenüber in einigen Leitsätzen zusammen, aus denen hervorgeht, daß die Ursache der Krebserkrankungen zwar noch immer nicht sicher erkannt, aber doch vermutet werden kann, und er stellt« gleichzeitig fest, daß der Krebs heute kein unheilbares Leiden mehr sei, da sich aus der Konferenz eine Reihe von erfolgreichen thera- peutischcn Methoden herausgestellt habe. Die Ursachen der Krankheit sind noch immer umstritten; es stehen sich zwei Gruppen von Gelehrten gegenüber, von denen eine behauptet, daß der Krebs durch chemische oder mechanische Reizungen bestimmter Gewebegruppen hervorgerufen werde, während die andere die Ansicht vertritt, daß es sich um eine Infektionskrankheit handelt, die auf einen vorläufig noch unbekarmten Erreger, irgend- eine parasitäre Mikrobe zurückzuführen fei. Di« Parasitentheorie hat nun in letzter Zeit erheblich an Boden gewonnen, �er Kopenhagener Forscher Professor Fiebiger, der für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden ist, hat schon früher behauptet, daß gewisse Parasiten durch giftige Absonderungen die erste Krebserscheinung in einem Organismus her- vorrufen, dann aber an den Ausstrahlungen der Verbreitung des Krebses an dem übrigen Körper nicht mehr beteiligt sind. Professor Fiebiger hat sein« Theorien durch Versuche erhärten können, bei denen er Ratten und Mäuse durch bestimmte Einspritzungen krebs- krank machen konnte. Vor genau drei Iahren, im Juli 1925, behaupteten zwei englische Aerzte, den Krebsbazillus gefunden zu hoben; nach dem ersten Aussehen, das die englischen Veröffent- lichungen erregten, ist es inzwischen um die Untersuchungen der beiden Engländer wieder sehr still geworden, während der holländi- sche Forscher van Calcar, Professor an der Universität Leyden, in allen Krebsgeschwülsten bei Tieren und Menschen spulförmig« kleinste Lebewesen entdeckt hat. Vor wenigen Monaten hat nun der deussche Chirurg Heidenhain aus Worms auf dem deutschen Chirurgentongreß in Berlin ein« aufsehenerregende Rede gehalten, die ebenfalls zur Stärkung der Parasitentheorie dient. Seit dem Jahre 1924 hat Heidenhain in fast 2000 Millen Krebsbildungen von Menschen und Tieren auf Mäuse überimpft und dabei festgestellt, daß in ungefähr 7 Prozent der Fälle dies« Mäuse trebskrank wurden. Auch diese Versuche haben noch keine Beweiskraft. Auf dem Londoner Kongreß find sie aber durch die Arbeiten des New-Torker Arztes Dr. James Murphy und seiner Mitarbeiter in gewisser Weise widerlegt worden. Seit nahezu zwanzig Iahren veranstaltete Dr. Murphy— nur unterbrochen durch andere Tätigkeiten während des Krieges— Experimente, um bei Hühnern Krebsgeschwukst« zu erzeugen. Er spritzte einen bestimmten Reizstoff in die Adern dieser Tiere, und es ist ihm gelungen, fast ausnahmslos dadurch Krebsgeschwulste hervorzurufen. Das wider- spricht der Ansicht, daß Mikroben notwendig seien, um den Krebs hervorzurufen, und stimmt mit den Forschungen des englischen Arztes Neve überein, der in Tibet viele hundert Fälle des söge- nannten Kangrikrebses behandelt hat. Da die Winter in Tibet außerordentlich kalt sind, die Eingeborenen aber nur sehr dürftige Unterkunftsmöglichkeiten besitzen, tragen die Tibetaner im Schlaf einen Tontopf, den sie Kangri nennen, und der mit glühender Holz- kohle gefüllt ist, zu ihrer Erwärmung auf dem Leib. Dabei ocr- brennen sie sich häufig die Bauchhaut, und das führt zur Bildung von Brandnarben. Dr. Neve hat nun festgestellt, daß zwei Drittel oller tibetanischen Krebsfölle in Gewebezerfall und Gcschwulstbildung der Bauchhaut bestehen, und«s liegt nahe, diesen sogenannten Kangrikrebs auf die ständige Reizung dieser Körpcrstellcn zurück- zuführen. Für die Reizungsthcorie trat auf dem Wiesbadener Kon- greß auch Professor Dr. Bernhard Fischcr-Wasels«in, der Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Frankfurt o. M. Es ist sehr schwer, eine Krankheit zu heilen, deren Ursachen nicht genau fessstehen. Aber man war auf der Londoner Konserenz über- «instimmeird der Ansicht, daß früh erkannter Krebs, auch geheilt werden könne. Dazu ist notwendig, daß sich alle Menschen sorgfältig beobachten und Veränderungen ihres Gesundheitszustandes rechtzeitig dem Arzt mitteilen. Verhältnismäßig leicht ist ja der Krebs an äußeren Organen zu erkennen; schwieriger ist es dagegen beim Magenkrebs, und man muß bei der Ausbreitung dieser Krankheit fordern, daß sich alle Aerzte mit der genügenden Apparatur ver- sehen, also vor allen Dingen Untersuchungen durch Röntgenstrahlen vornchmen können. Ist der Krebs erst einmal diagnostiziert, so gibt es verschiedene Wege zur Heilung. In London behauptete eine wachsende Zahl von Acrzten, daß die Besttahlung mit Radium und auch die Anwendung von Röntgenstrahlen gerade bei Krebs- geschwulsten im Inneren des menschlichen Organismus hervorragende Dienst« leisten. Die Kombination beider Bestrahlungsarten scheint geradezu ideale Erfolge in vielen Fällen gehabt zu haben. Aber noch ein anderes Mittel ist in letzter Zeit viel erprobt worden: Dos ist die Anwendung metallischer Heilstoffe und besonders die Ein- führung von Blei. Professor Blair Bell hat darüber ein großes Referat gehalten, das dann zu hefttgen Diskussionen Anlaß bot. Man Hot mit der Anwendung von Blei Erfolge erziett, doch ist die chemische Verarbeitung des Metalls poch nicht genügend gelungen, und es ist sicher, daß das schließlich verwertbare Medikament anders beschaffen sein muß als die Drogen, die den Kranken.- augenblicklich gereicht werden. Es scheint mit den Bleipräparaten. ähnlich zu sein wie mit dem Saloarsan. dem Littel gegen Syphilis, das zunächst ziemlich giftig war, und an dem unzweifelhaft viele Patienten gestorben sind, bis es so verbessert wurde, daß es heute von jedem gewissen- hasten Arzt verwendet werden kann. Wenn man Blei oder«in anderes Metall so weit verbessern könnte, daß es die Krebszellen zum Absterben bringt, ohne den übrigen Organismus zu schädigen, so wäre das ein ungeheurer Forsschritt, schon deshalb, weil sehr viele Fälle nicht operiert werden können, und selbst wenn eine Operation möglich ist, besteht doch kein« Sicherheit, daß der Kranke nicht rück- fällig wird. Die wichtigste Regel für das Publikum ist aber, niemals solche Kuren auf eigene Faust oder auf Beranlassung von Quack- jalbern auszuführen, sondern sich sofort, wenn irgendwelche Er- krankungserscheinungen auftteten, zu einem Arzt zu begeben. Die Suppe. Von Alfted Machard. Rem, diese klein« Marie— elf Jahre erst alt und schon«in richtiges Hausmütterchen! „Melic, laß deine Puppe und wiege den kleinen Moumouchel" „Er weint aber!" „Gib ihm den Lusschsr... Und du Bcbert, decke den Tisch! Schau, daß du kein« abgestoßenen Teller nimmst... suche die schönsten aus... und reib« sie, damit sie glänzen... Zerbrich aber nichts, gib gut acht, du bist ja schon ein Mann, sechs Jahre alt... Und den Teller mit dem Hahn darauf, der die schönen blauen Federn bat, wirst du auf Papas Platz stellen. Wo ist denn Iulot? Er treibt sich noch im Hof herum... ich werde ihn rufen. Der Nichtsnutz! Iulob! He. Iulot! Höre einmal, gehe zu Frau Pienu und hole cmen Liter um zweiundzwanzig, den guten versiegelten Roten. Du wirst sagen, daß er für Papa ist, für unseren Papa, der heute auf Urlaub kommt!... Und dann Iulot, gehe zu Barbagna, dort kausst du ein Viertelpfund Brie, einen recht flüssigen, es ist für Papa! Warte, ich werfe dir das Geldtäschchen hinunter... verliere es nicht, es sind die letzten Sous. Und dann komm' rasch zurück..." Iulots dünn« schrill« Stimme erklingt vom Hof herauf:„Ich galoppiere schon! Aber was gibst du dem Boten für die Besorgung? Darf er sich ein Zuckerl kaufen?" „Schau, daß du weiterkommst, du Näscher," schalt Marie. „Man sollt« es nicht glauben, so ein großer Junge." Bebert spuckte gewissenhaft auf die Teller und wischte sie mit dzm Zipfel seiner Schürze ab. Melie, ein achtjähriges Mütterchen, wiegte Moumouchc und schwätzte ihm halblaut das absonderlichste Zeug vor: „Heute kommt der Papa und wird dich auffressen... Ja, du dickes Schneckchen, heut wirft du gefressen..." Marie stand nach- denklich vor dem Tisch und überlegt« ein paar Minuten lang. Die Wochslcinwand war so abgenützt, verblaßt und schäbig! Das Tisch- arangement erforderte um jeden Preis ein Tischtuch... Aber sie besaß keines, ebensowenig wie eine Serviette. Auf dem Platz, der iür den Soldaten bestimmt war, breitete sie sorgfältig ein kariertes Sacktuch aus. dos sie mit der Hand glättete. Bebert, der sich an die Lade des Büfetts hängte, brummt«:„An jeder Gabel fehlen Zähne!" Marie befahl gebieterisch:„Also Papa die, an der die wenigsten fehlen." Melie, die trällernd den Kleinen wiegte, meinte:„Es fehlen Blumen..." „Blumen sind teuer," seufzte die kleine Hausfrau. „Und es ist kein Sau mehr da." „Mache dir nichts daraus... Nimm die auf dem alten Hut von Mama, da drinnen im Schrank. Es sind Rosen und Gänse- bliimchen, fein, nicht? Sie sind aus Stoff, man wird sie in eine kleine Vase stellen. Und dann," fuhr Melie fort,„unter dem Glas, wo die Bilder der toten kleinen Schwestern sind, ist auch Mamas Brautkranz. Wenn man den auf- Papas Teller legt, wird sich das sehr gut machen." „Famos dekoriert!" rief Bebert begeistert. „Ja," sagte Marie vor sich hin, als dächte sie laut.„Er wird zufrieden sein, der Papa!" Der Tisch wurde herrlich geschmückt. So wie bei reichen Leuten wurde das Brot in Scheiben geschnitten und in Beberts Schul- körbche» pyramidenförmig aufgehäuft. Der Käse wurde auf dem Deckel einer Schuhschachtel angerichtet und die künstlichen Blumen, entfärbte Rosen und verstaubte Gänseblümchen streckten ihre ent- blätterten Drahsstiele aus einer winzig kleinen Vase. Fast alle Teilnehmer des Festmahls hatten Gläser, und das des Heimkehrers war mit einem Brautkranz umwunden. Iulot kam zurück und schwenkte seine Literflasche Rotwein, während er den Brie zere- moniell auf der Handfläche präsentierte, wie auf einer Platte. „Hast du genug Geld gehabt?" fragte Marie unruhig. Iulot nickte bejahend mit dem Kopf. „Warum antwortest du nicht?" Iulot zuckt« mit einer ausweichenden Gebärde die Achseln. Bebert stieß«inen wilden Schrei aus.„Er antwortet nicht, er hat sich von unserem Geld ein Zuckerl gekauft!" Marie wurde ernst.„Ist das wahr?" Und sie hielt dem Elenden die Nase zu, ihn damit zwingend, den Mund weit auf- zureißen, um atmen zu können. Der Beweis seiner Missetat wurde in seiner ganzen Scheußlichkeit sichtbar. Eine Nebrige grüne Masse hastet« an seinen Kiefern und verband sie mtt dünnen Sirupfäden, die beim ängstlichen Keuchen des Schuldigen erzitterten, und seine Zähne bedeckte ein« zähe Schicht, in der kleine Papierschnitzel sichtbar waren. Bebert bebte vor Wut und Neid und schrie: „Das Ferkel hat sogar das Papier mitgcfrcssen!" Marie machte dem betrügerischen Iulot gründlich den Stand- punkt klar, und zur Straf« wurde er mit den» Besen auf die Treppe kommandiert, um den Gang zu fegen, den Türoorleger auszubeuteln und die Ankunft des Urlaubers am Geländer abzufassen. Marie war sehr aufgeregt.„Papa hat geschrieben, daß er Schlag sieben Uhr ankoimnt. In zehn Minuten ist er da. Also hört, wir machen es alle so, wie es besprochen wurde, wenn er die Tür öffnet. Melie gibt Moumouche den Lusscher, Bebert hält die Vase mit den Blumen, Iulot hebt den Deckel von der Suppenschüssel auf, damit Papa sieht, wie sie raucht. Domi werde ich sprechen." Draußen signalisiert« der Wachtposten:„Er ist da.. er kommt, ich sehe seinen Helm..." Iulot rannte zum Tisch, um seine wichtige Rolle zu übernehmen: „Ich lasse die Suppe rauchen!" Marie keuchte:„Und daß mir ja keines weint..." Ein langes Stillschweigen ensstand, das nur vom wollüstigen Glucksen des saugenden Moumouche unterbrochen wurde. Dann hörte man schwere Schritte, unter denen die Treppenstufen dröhnten und dos Geländer bebte. „Er steigt herauf," murmelte Bebert. „Da ist er," hauchte Marie. Die Tür tat sich auf, ein Krieger erschien aus der Schwelle. Sosort bemerkte er den gedeckten Tisch, die rauchende Suppenschüssel und die Kinderschar ringsum, und seiner Freude Ausdruck gebend, rief er mit ausgebreiteten Armen: „Da bin ich... Das werden sieben Festtag« sein... Es Aber plötzlich hielt er inn«. Sein Blick schweifte erstaunt und beunruhigt im Zimmer herum, dessen Winkel durchforschend. „Wo ist eure Mutter?" Mari« trat vor. Sie senkte den Kopf und erwiderte bebend: „Sie... sie sst fort... „Wohin?" „Ich weiß es nicht... vor acht Tagen... mit dem Nachbar von unten... sie ist nicht mehr zurückgekommen..." Der Mann wankte. Er hiett sich am Türrahmen fest, um nicht umzusinken, und mit seiirein ganzen Gewicht preßte er den Rucksack gegen das Schloß. Sein rauhes Soldatengesicht, das schmerzliche Furchen voller Straßenstaub durchzogen, wurde totenbleich. Er stotterte:„Sie ist fort... ah... fort..." „Ja, fort," wiederholte Marie. Bebert, der aufgestanden war, schluckte seine Tränen hinunter und hielt dem Vater von fern die kleine Base hin. Iulot rührte mit seiner Gabel die Suppe um,„damit sie noch mehr raucht". Und Melie ließ hinter den von der Suppe ausgehenden duftenden Dämpfen den kleinen Moumouche aufsitzen, der. gesättigt, die Augen- lider schloß. Marie hielt jetzt den Hals des Vaters umklammert und stammelle kindische Trostesworte: „Sei nicht traurig, Pappi..., es hat sich ja nichts geändert... wo ich doch schon selbst Suppe kochen kann.. (Bwcht. Ueberk'lums nsn Elle»«»lbeneiu») Die älteste Zeitung Europas. Seit vielen Iahren streiten sich Länder und Städte uri� den Ruhm, die älteste Zeitung zu besitzen. Nun wäre der ganze Streit für Europa überhaupt sinnlos, wollte man von der ältesten Zeitung überhaupt sprechen, da diese wohl in China in nahezu unvordenklicher Zeit erschienen sein dürste. Auch für das alte Rom sind schon der- artige Nachrichtenblättchen anzunehmen, aber alle diese Esscheinun- gen können nicht als Zeitungen in unserem heutigen Sinne an- gesprochen werden. Zu allen Zeiten und fast bei allen Völkern gab es derartige Nachrichtenübermitllungen. Das mannigfaltigste Materiol fand dabei Verwendung, und die vesschiedensten Schrift- orten dienten zur Nachrichtenübermittlung. Bereits seit dem Aus- gang des Mittelalters wurden auch gedruckte Blätter verbreitet, die noch vor der Erfindung der beweglichen Lettern auf Holzschnittaieln abgezogen wurden. Auf solche Weise fand z. B. schon der Bericht Christoph Kolumbus' über seine Entdeckungsfahrten nach Westindien im Jahre 1493 in ganz Europa Verbreitung. Aber alle diese Nach- richtenbrief«, wie sie im 16. Jahrhundert massenhaft umgingen, können doch nicht als Zeitungen in unserem Sinne gelten. Hier handelte es sich um zufällige Ausgaben von Mitteilungen, die ge- druckt wurden, wenn sich irgendetwas Denkwürdiges ereignet hatte. Erst?lnfang des 17. Jahrhunderts erschienen die essten periodischen Zeisschriften, die allmonatlich oder auch bald schon allwöchentlich über Neuigkeiten aus aller Well berichteten. Erst diese Gazetten oder Relationen, wie die frühesten Zeitungen sich meist nannten, können als Vorläufer unserer heutigen Tageszeitungen und Wochen- schriften angesehen werden. Es dreht sich der Streit also darum, welches Land und welche Stadt die älteste derartig periodisch er- scheinende Zeitung besaß. Nach neuesten Forschungen, die auch auf der Pressa Ausdruck fanden, besitzt nun Deutschland die älteste Zci- wng Europas. Dies ist nicht, wie früher angenommen wurde, die „Ordinari-Reichszeitung", die seit dem Jahre 1620 erschien, sondern das„Augsburger Aviso". Es ist auch noch um einige Monate älter als die sogenannte„Heidelberger Relation", eine Zeitung, die seit 1609 in Straßburg erschien, von der aber nur ein Exemplar in der Heidelberger Bibliothek erhalten sst. Das„Augsburger Aviso" ist damit die älteste gedruckte Zeifung, nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas, und es bestehen begründete Vermutungen, daß dieses Blatt sogar vor dem Jahre 1609 zu erscheinen begann. Jetzt wurde auf der Pressa ein« neue Ausgabe dieser ältesten Zeitung veranstaltet, die das beträchtliche Alter des modernen Zeitungswesens handgreiflich veranschaulichen soll. Oer gesunde Gchauspielerberus. Obgleich der Beruf des Schauspielers so große Anforderungen an die körperlichen und seelischen Kräfte stellt, ist es doch schon öfters aufgefallen, daß die Schauspieler im allgemeinen dieses aufreibende Leben gut überstehen und daß sie ein ungewöhnlich hohes Alter erreichen. Auch die Zahl der Geisteskrankheiten und Älbstmorde ist bei ihnen gering. Prof. Julius Heller gelsi nun diesem Problem in der„Deusschen Medizinischen Wochenschrift" nach, in dem er die Paralysesterblichkeit der hervorragenden Bühnenkünstler Deutsch- lands untersucht. Auf Grund der ausführlichen Lebensbeschreibungen in den Bühnenlexiken und Theaterzeitungen hat er die Krankheiten von 1429 bedeutenden Schauspielern statisttsch verwertet und bei ihnen nur 22 Fälle von Paralyse, also IL Prozent festgestellt. Dieser Prozenssatz ist überaus gering. Es ergibt sich daraus, daß etwa alle vier Jahre ein prominenter Bühnentünstter in der Zeit von 178? bis 1870 an dieser Folgeerscheinung der Syphilis gestorben ist. Nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung kann man annehmen, daß von den fyphilitsschen Bühnenkünstlern nur 3L Prozent der Paralyse erlegen sind; das ist im Verhältnis zu dem überhaupt nicht sehr großen Prozenssatz sehr wenig. Prof. Heller erklärt diese Erscheinung daraus, daß in der Bühnenlaufbahn überhaupt nur körperlich und geistig hervorragend ausgestattete Menschen Ausgezeichnetes leisten. Kodonn aber besitzen die Schauspieler in ihrer Kunst die Möglichkeit, ihre Leidenschaften beruflich abzureagieren; sie finden in ihrem Spiel einen Ausweg, um sich von ihren Erregungen zu befreien, und so fehlt bei ihnen die Verdrängung, die sonst die Entstehung von Geisteskrankheiten begünstigen kann. Der Gelehrte zieht daraus die allgemeine Folgerung, daß die Häufigkeit der Paralyse in den ein- z einen Dolkskreisen nicht so von äußeren Umständen, wie der Be- Handlungsart ufw. abhängt, fondern konstitutionell begründet ist. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmark! Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Ferienhalber geschlossen! SCALA Nollendorf 7360 Heute, 8 Uhri Dassensationelle BröffnungsProgramm! Zum 1. Male in Deutschland P. T. 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