s BERLIN Mittwoch, 1. August 1928 B175 45. Jahrgang L r sch« i n t täglidj außerSvnntag«. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Kedaktion undExpedition: Berli>lSW68,kindcnßr.3 Anieigenpretsi Die einspaltige Nonpareillezeil» « Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Was das arbeitende Volk nicht vergessen darf! Der Inhalt eines Massengrabes wird gesammelt. ä)a8 ist der ZHrieg: Ein von der Artillerie zerschossenes Gehöft. Wie es begann. Zlnt 1. August, vor vierzehn Iahren, ordnete Kaiser Wilhelm II. die Mobilmachung in Teutschland an und erklärte Ausstand den Krieg. Am Tage vorher hatte der Zar die russische Ge- samtmobilmachung befohlen, in den Krieg von Panslawisten und Militärs hincingeheist: denn am 28. Juli war von Kaiser Franz Josef der Krieg Desterreich-UngarnS gegen»erbten erklärt worden. Berlin hatte es geschehen lassen, daß die Wiener Hasardeure— Außenminister Berchtold und Generalstabschef Konrad— die Brandfackel in das Pulverfaß schleuderten. Der Balkan explo- dierte, Europa und die Welt gingen in Flammen auf. Den Hergang der Brandstiftung durch die Wiener Frevler lassen wir an dem heutigen Gedenk- tage des WeltkriegsauSbruches durch einen kundigen Wiener Darsteller schildern, der in Reichsdeutsch- land weithin unbekannt gebliebene Zusammenhänge deutlich macht. Zum vierzehntenmal jähren sich die unseligen Tage, da der van der Politik des Wiener Kabinetts geschleuderte Feuerbrand eine Welt in Asche legte. Vergegenwärtigt man sich die jämmerliche Kleinheit der Menschen, die die Anstifter nmren, den altersschwachen Franz Josef, den elegant belanglosen Berchtold, den Lehr- duchstrategen Conrad, und ruft man sich dann vor die Seele die Berge von Leichen, die der schrecklichste aller Kriege grenzenlos aufgetürmt, die Wüsten der Zerstörung, die er geschaffen, die Ber- wirrung aller Ding« und das namenlose Elend, das er zurückgelassen, so sträubt sich unser logisches wie unser ästhetisches Gefühl, das grauenhaft Ungeheure auf Urheber zurückzuführen, die nach Per- fönlichkeit wie noch Geist gleich nichtig waren. Die Phantasie flüchtet sich in Allgemeinheiten, sucht in dem gegebenen Zustand der wirtschaftlichen und politischen Dinge Europas um 1911 die Ursache des Weltkrieges. Aber Phantasie und logisches Bedürfnis irren, sie schleichen sich um das Erbärmlich-Tatsächliche schönselig und systemlüstern herum. Seit Jahrzehnten krächzten die Unheils- Propheten von dem notwendigen Weltkrieg, nie kam er. Das Pulverfaß stand da:— gewiß. Doch damit es rings Zerstörung streue, mußte seine Vernichtung?. fräste der Feuersunke wecken. Ihn warf die wiener Politik wieder und wieder. L lFortjetzung aus der 2. SesteJi' 20 Tote in Bayern! Die Ltrsachen der Eisenbahnkaiastrophe. M ü nchen, 1. August. Während Mittwoch vormittag 10, 30 Uhr die Reichsbahn- direktion Augsburg noch mitteilte, daß die Totenliste des Eisenbahnunglücks von Dinkelscherben auf 1 ö Opfern stehengeblieben sei. scheint sich nach anderen Meldungen die Zahl derTolenbereitserhöhtzu haben. Es sind nämlich ihren Perlehungen erlegen folgende in den Verlustlisten bis- her nicht genannten Personen: Oberlehrer Schenk aus Weinheim an der Vergstrahe im Krankenhaus Zusmarshausen: der Ehemann R e h m aus Stuttgart im Krankenhaus Augsburg: ein unbekannlerMann(timprunner?) mit 0Munsterhsn. Crumbach Unfallstelle ■*frn Zur Eisenbahnkafasfrophe bei flugs bürg. einer Fahrkarte von Sigmaringen nach München, auf dem Transport nach Augsburg: ein sechsjähriger Knabe namens Joses wiedemann aus Augsburg, ebenfalls auf dem Transport nach Augsburg. Danach dürfte sich die Zahl der Talen auf 20 erhöhl haben. Aus Norddeutsch- land und aus Berlin befindet sich niemand unter den Totm. Oer amtliche Bericht. Ucber die Ursachen des Eisenbahnunglücks in Dinkelscherben teilt die Reichsbahn direktion Augsburg mit, es steht zweifelsfrei fest, daß der Personenzug 911 ruf o Ige falscher Weichen st ellung anstatt in das dritte Gleis in das vom Güterzug besetzte vierte Gleis einfuhr. Die falsche Weichenstellung hängt zusammen mit dem derzeitigen Umbau des Stell- wertes auf der Westseite des Bahnhofs Dinkelscherben. Zur Wahrung der Sicherheit wahrend des Umbaues ist dort ein Be- helfssteUwert aufgestellt, durch das die erforderlichen Abhängig- keilen zwischen Weichen und Signalen hergestellt werden. Diese Abhängigkeiten zeigten insofern eine Lücke, als das Signal für die Einfahrt in das dritte Gleis aufgezogen werden kann, wenn die Eingangsweichen auf Gleis 4 gestellt waren. Diese Lücke trat weder bei der Abnahmeprüfung noch im bisherigen Betrieb des Bchelfsstellwertes zutage. Es hat sich erst jetzt bei den nachträg- lichen längeren Versuchen im Stellwerk gezeigt, daß dieser Mangel nur bei einer ganz zufällig sich ergebenden Stellung der Ber- schlußelemeutc zueinander auftreten kann. Die Reichsbahndirektion Augsburg hatte jedoch neben der mechanischen Sicherung, der das Behelfsstellwcrk dienen sollte, zur weiteren Sicherung noch ein be- sondcres Meldeverfahren angeordnet. Demzufolge hatte der Stellwerksbeamte bei jeder Zugsahrt die Richtigstellung der Weichen zu prüfen und den Vollzug der Prüfung und die Richtigstellung der Weichen dem Fahrdienstleiter in einer dem Wortlaut nach genau festgelegten Meldung anzuzeigen. Beim Unglückszuge 911 hat der Stellwerkswärter insofern eine falsche Meldung erstattet, als er die Vorstrecke sür diesen Zug in Gleis 3 hergestellt meldete, ob- wohl dies noch vom vorhergehenden Durchgangsgüterzug und auf das Gleis 4 eingestellt war. Diese Falschmeldung ist als erste Ursache des Unglücks anzusehen, das aber nur da- durch eintreten konnte, daß gleichzeitig auch der Mangel in den mechanischen Abhängigkeiten gerade bei der erwähnten Stellung dieser Vorstrecke zum ersten Mole sich zeigte. (Weitere Meldungen fielje 2-.Seitk>j J Wie das Llnglück geschah. Nach der Katastrophe. Originalzeichnung von Krommrr. Bericht eines Augenzeugen. D«r Sonderberichterstatter der TU. erhielt von einem Mit- reisenden des Unglückszuges die folgende Schilderung: Der Aug war besonders seit Ulm sehr stark mit Jetienreifcndcn besetzt, da der letzte Teil des Zuges nur bis Ulm ging und deshalb zahlreiche Reisende in die durchfahrenden Wagen übergehen mußten. Im Zuge herrschte Ferien st immung. da der groß« Teil der Reisenden, besonders zahlreich au» der Gegend von Mann- heim und aus der Stuttgarter Gegend, nach Obcrbayern fuhr. Eine Gruppe von Turnern in oberbaycrischer Tracht, offen- bar aus Köln zurückkommend, fiel durch ihre gut« Stim- mung besonders auf. Nach der choltestelle Ncu-Offingen ging der Zug kurz vor der Unglückestelle in ein ausfällig schnelles Tempo über. Bor der Station Dinkclscherben ereignete sich dann das Unglück. Die Reisenden wurden schrecklich durcheinandergeworsen, weil der Zug fast augenblicklich zum Stehen kam. Es gab ein entsetzliches Schreien der Frauen Und Kinder, die sich aus dem Durcheinander von Gepäckstücken und am Boden liegenden Personen befreien mußten. Berhältnismäßig schnell warnt all« Wogen verlassen. Nun sah man, daß die Lokomotive auf das Ende eines Güterzuges ausgefahren war. Sie hatte sich auf die rechte Seit« geneigt, während der Tender etwas aufgerichtet stehen geblieben war. Die letzten Güterwagen bildeten mit der Lokomotive eine« Trümmerhausen, in welchem das Feuer der Lokomotive brannte, das eine halbe Stunde nach dem Unglück von der Ortsseuerwehr gelöscht wurde. Es ist auffällig, daß die ersten Wagen hinter der Lokomotive nach dem Gepäckwagen— zwei lange vierter Klasse- Wagen mit Mitteltüren— unbeschädigt blieben, ebenso der mittler« und Hintere Teil des Zuges. Dagegen wurden der vierte und der fünft« Wagen, soweit sich feststellen ließ, kurze und alte vierte Klasse-Wagen, vollständig zertrümmert und ineinander geschoben. Die Insassen dieser Wagen kamen unter den Trümmern zu liegen. Der größte Teil der Reisenden blieb in den Bahnhofsgleisen bei dem Zuge stehen und beschäftigte sich mit den Leichtoerleten oder mit den Schäden an Gepäck und Kleidern. Die Schwerverletzten wurden alsbald in den Gasthof am Bahnhofe getragen, wo in kurzer Zeit zwei bis drei Aerztc tätig waren. Auch der Wartesaal mußte für die Verletzten zur chilse genommen werden. Unter diesen befanden sich eine Reihe von Frauen und Ktitbern. In der Umgebung des Bahnhofes spielten sich herzzereißende Szenen ob. Kinder bekamen durch die Ausregung Schreikrämpse, einzelne irrten wie wahnsinnig uniher, um ihre Angehörigen zu suchen. Nach der Ankunft des Hilfszuges wickelten sich die weiteren Maßnahmen für den Abtransport der Reisenden in der Richtung Augsburg in Ruhe ab. Aerzte und einzelne herzhaste Frauen und Männer leisteten das Menschenmöglichst«, um den Schwerverletzten beizu- stehen. Die Botschaft hör ich wohl... Wie die Telegraphen-Union erfährt, ist Dr. Dorpmüller entschlossen, in rücksichtsloser Strenge� im Interesse der Sicherheit auf der Reichsbahn durchzugreifen. Sein« Maßnahmen werden sich insbesondere aus das Gebiet des Sicherung?- wesens, auf die Dorschristen in der Durchführung des Betriebes und der Arbeitszeit und auf personelle Fragen erstrecken. Brandstifier des Weltkrieges. (Fortsetzung von der 1. Seite.) Schon(908 Aehrenthal. Di« Vermittlung Deutschlands, das Zurück- weichen Rußlands löschten dontols den Braitd. 1911 sorderte Conrad den Präventivkrieg gegen Italien. Jetzt war es Aehrenthal selbst, der vor den Folgen seines auf Verblüffen und tönende Wort« aufgebauten Großösterreichwohns erschreckend, den Brandstister in den Hintergrund schob. Nach seinem Tod« war olle Vernunft und mit ihr waren alle sittlichen Hemmungen vom Boll- platz verschwunden. Wenn irgendwo bei Betrachtung der Geschichte, so ist beim Nachprüfen der Ursache des Weltkrieges nötig, die nackte, kahle, unvertiessinnke und unvergeistreichelle Wahrheit zu sehen. Und Conrad in seinen Denkwürdigkeiten hat uns dach den Leitfaden zu ihrem Verständnis geboten. Dieses unsäglich öde und langweilige Wert bleibt auf Jahre hinaus eine» der wichtigsten l Urkunden des Menschengefchehens. In Conrad wirkte der zielklare zynische Wille zum Kriege, zum f Kriege, der das Prestige Oesterreich» al« Großmacht retten und das Prestige Conrads als großen Feldherrn schassen sollte. Allein Conrad besaß wohl den Willen, nicht auch die voll« Macht. , Zu seiner Ergänzung mußte sich die leichtfertige Unwissenheit ;und Gewissenlosigkeit B e r cht o l d s gesellen. Wer in r der Budapester Delegationssitzung ihn und seine Leute beobachtete, ihre öffentlichen Reden und privaten Gespräch« hörte, zweifelte nicht, daß sie in der Stiinmung von Hasardeuren waren, die mit der — deutschen— Karte ihr halbvcrlorenes Spiel auf dem Balkan zurückgewinnen wollten— auf die Gefahr des Zusammenbruchs hin. I Und was wir in Budapest gesehen und gehört, das bestätigen die . Beobachter des Tuns und Lossens der Berchtoldschen diplomatischen .Werkzeuge...Die Mitglieder der hiesigen österreichischen Bot- .schnft, einschließlich des Grafen Mensdorsf." so schreibt der damalige .deutsche Botschafter in London, Fürst Lichnowski, unter dem 28. Juli 1914, f,„haben in ihren Gesprächen mit den Mitgliedern der Botschaft und . mit mir nie das geringste Hehl daraus gemacht, daß es Oesterreich ; lediglich auf die Niederwerfung Serbiens ankomme und daß die ; Note absichtlich so gesaßt wurde, daß sie abgelehnt werden mußte. Als die Nachricht am Sonnabend hier von der„Central-News" verbreitet wurde, Serbien habe nachgegeben, waren die genannten Herren geradezu niedergeschmettert. Graf Mensdorff sagte mir gestern noch vertraulich, man wall« in Wien unbedingt den Krieg, da Serbien„nicdergebcg«lt" werden solle." Allerdings hätte der Niederbegelungsdrang des Wiener Ka- binetts seine Erfüllung nicht gefunden, wäre in Berlin die Macht in der Hand eines Mannes wie Lichnowski gewesen, der sich knapp vor dem Kriegsausbruch in einem Briese an den Staatssekretär Iogow so ausdrückte:„Ob man uns in Wien der Flaumocherei beschuldigt, �iit doch oollkomnien gleichgültig. Geschimpft wird über ' lins dort stets, und mit der berühmten Nibelungentreue werden wir nachträglich doch nur ausgelacht." Allein, in Berlin saß nicht i Lichnowski, sondern der bombastische Schwätzer Wilhelm, ' beroten von dem philosophischen Schwachkopf Bethmann -Holl weg und von deni spiritistisch-mystischen Moltk«. ji Cs war die monarchlfl'.sche Gestaltung der Staaten Oesterreich- s Ungarn und Deulschlaad, die den Weltkrieg möglich gemacht hat — den Weltkrieg au» dem grausig-komischen Grunde der Cr- Haltung de» Ansehens der Monarchie aus dem Balkan. Aber * wer hierbei sein kausalitätsbedürfui» nicht besriedigl findet, der s hat eben einfach vergessen, daß die auswärtge Politik und daher >1 die Entscheidung über Krieg und Frieden in den Monarchien s' völlig in der Hand der Herrscher und Ihrer nächsten Umgebung lag. ' Der vergißt auch, wie durchaus die Art der Inszenierung des Weltkrieges mit dem Geiste und den Regierungsgrundsätzcn Franz tAosefs im Einklang waren. Bielleicht entspricht die Behauptung der Wahrheit, Berchtold habe die letzte Entscheidung des Kaisers, die förmlich« Kriegserklärung an Serbien, durch eine Lüg« erschlichen. In dem Entwurf der Kriegserklärung, der dem Kaiser vorgelegt wurde, fand sich der Hinweis darauf, daß serbisch« Truppen bereits eine Abteilung der kaiserlich löuiglichen Armee bei Temes- Kubin angegriffen hätten. Im endgültigen Text fehlte dieser Hinweis einfach deshalb, iveil ein Angriff der Serben überhaupt nicht stattgefunden hatte, und Berchtold berichtet«,' nachdem die Lüg« ihre Wirkung getan, dem Kaiser einen Tag später, am 29. Juli:„Da die Nachrichten von einem Gefecht bei Tentes Kubin keine Bestätigung erfahren haben, habe ich es in Anhosfung der nachträglichen Aller- höchsten Genehmigung Eurer Majestät auf mich genoinmen, den Satz über den Angriff serbischer Truppen bei Temes-Kubin zu eli- niinicren." Es galt eben das Prestige, das Prestige Habsburg-, diese einzige Idee der buntzusammengcwürfelteit„Hausmocht", die, weil sie eben kein eigentlicher Staat war, kein« andere Idee haben tonnte. Als am 4. August 1914 Franz Josef erfahr, daß England in den Krieg eintrete, soll er gesagt haben:„Das Spiel ist verloren, wir find keine Gegner für England." Indes, wenn ihm die Erkenntnis der Aus- sichtslofigkeit des Kriege» zugutegchalten wird, sckstießt sie nicht viel- mehr den härtesten Borwurf ein? Selbst der hoffnungslose, Staat und Volk verderbende Krieg muß geführt werden, sobald es das Prestige erfordert! Im Jahre 1868 war Franz Josef kein Greis, sondern ein Mann in der Vollkraft der Jahre. Um des Prestiges willen weigerte er sich, Venedig gegen eine ihm dargebotene Summe abzutreten und ließ es auf den Krieg an zwei Fronten, gegen Preußen und Italien, ankommen, um nach dem Siege zu Wafler und zu Lande über die Italiener dann gleichwohl auf Venedig zu ver- zichten. Nur legte er die Provinz in die Hand Napoleons III., der sie hierauf den Italienern gab. So verlangt« es das Ansehen der Monarchie. Und inzwischen hatte Franz Josef Benedek nach Königgrätz geschickt, auch mit der Erkenntnis, es werd« hier zur Katastrophe kommen. Denn just deshalb sollte ja Erzherzog Albrecht nicht im Norden kommandieren, damit im Fall der Niederlag« das Kaiserhaus nicht an seinem Prestige leide. Au» dem innersten Geiste de» wonarchismu» und seines letzten Vertreters, der achtundsechzig Zahr«„die Geschicke seiner Völker ge- lenkt", ist der Weltkrieg und all sein Verderben und all seine Menschenvernichtung und all seine«achwirkend« Not hervorgegangen. Nicht blasse Abstraktionen— Menschen, die wir oll« konnten und denen der Wahnwitz der monarchischen Verfassung die Möglichkeit lieh, übermenschlich« Macht auszuüben, während sie an Charakter. Wisten und können tief unter dem Menschendurchschnitt standen: sie und die Staatsordnung, die sie verkörpern, fitzen auf der Anklagebank der Geschichte. Die Metatlarbeiterwahlen in Berlin. Bei den Wahlen der Delegierten zum Hamburger Gewerkschasts- kongreß am Sonntag entfielen auf die List« A der Amsterdamer Richtung 13 529 oder 46 Prozent der abgegebenen Stimmen, auf Lift« V der„Opposition" 15 920 oder 54 Prozent der abgegebenen Stimm«. Die Spitzelpartei. Die KpO. bezahlt und duldet Spitzel. Der Kommunistifchen Partei und ihren Gpitzelagenten ist es fahr unangenehm, daß wir in der Lag« waren, ihr verbrecherisches Spitzeltreiben aufzudecken. Mit keinem Wort geht die„Rote Fahne" auf die von uns angegebenen Tatsachen ein. Dafür schimpft sie in der unflätigsten Weis«, wie nur ein ertappter Schuldiger schimpfen kann. Di«„Rote Fahne" hat nicht bestritten, daß der Ausweis zum Betreten des Karl-Liebtnecht-i)auses c ch t ist. Der Versuch, unser« Foksimile-Beröfsentlichungen eines Briefumschlages an N. Osterroth als Fälschung zu bezeichnen, fft hahnebüchen dumm: der Brieff Umschlag mit dem Stempel Golkes als Absender liegt uns ja vor. Wenn die„Rote Fahne" behauptet, daß O. bereits feit Juni in Reinickendorf wohnte, während der Brief an ihn nach Tegel gerichtet war, so zeigt sie damit nur, daß man im Karl-Liebknecht-Haus doch eigentlich recht genau über den Aufenthalt O.'s unterrichtet war, so genau, daß auch daraus schon die eng« Zusammenarbeit der KPD.- Zentrole mit O. hervargeht. Die„Rote Fahne" erwähnt mit keinem Wart das Rundschreiben vom 25. Juni 1928, in dem dazu aufgefordert wurde, eine Störungsaktion für unseren Dortmunder Iugendiog vorzubereiten. Unser« Fesfftellung, daß die kommumstische Iugendzentral« Jungkommunisten ohne Abzeichen in die Bersammlung der sogenannten SAJ.-Opposition am ver- gongencn Montag zu schicken, ist ebensowenig bestritten und durch die Ereignisse inzwischen bestätigt. In jener Versammlung waren über die Hälft« der Anwesenden KI.-Mitglieder. Goldenberg sar- derte zum Eintritt in die KI und KP. auf. Di« Kommunisten be- streiten auch nicht, daß alle Rundschreiben und Einladungen der sogenannten SA?.- Opposition in ihrer Zentrole hergestellt wurden. Mit Herrn Doris Goldenberg über Dialektik und Klassen- kämpf zu diskutieren, ist zeitraubend und wenig erfolgversprechend, da bei ihm, wie bei so vielen spießbürgerlichen Intellektuellen, alle Dovaussetzungen für«ine sachlich« Diskussion fehlen. Was für«in sauberer.Klasscnkämpfer" dieser Goldenberg ist, geht aus seinem Brief hervor, in dem er kurz nach der Generalversammlung der SAJ. im Februar 1927 schrieb: „Am Tage vor der Generalversammlung war Walter Otto hier, der Bezirksleiter der SAJ. West fach fen. War zuerst bei ciuer Kofrasitzung(Kommunistische Fraktionssitzung)— dann bei der Sajositzung(Sozialistische Arbeiterjugend-Opposition)— wo er gut und lange sprach. Don den Vorgängen auf der General- oersamntlung selbst wirst du ja gehört haben. Der Bericht in der „Roten Fahne" stammt von mir und ist ziemlich objektiv 30 Dele- giert« gingen mit raus und etwa 79 Gäste. E�tvas später kippte A. Gottlieb mit Anhang— es kam zum Bruch auf einer Sajo- sitzung. Er hotte gemerkt, wohin der Kurs gehen sollte und agitiert« gegen Austritt und begann Verhandlungen mit dem Bezjrtsvcrstand." Als Goidenberg für die Kommunisten agitiert« und für die „Rote Fahne" den Bericht lieferte, war er noch Mitglied der SPD. Damit ist sein unsauberer Charakter gekennzeichnet. Will die kommunistisch« Partei-Zentrale und die„Rote Fahne" bestreiten, daß ZNItglieder einer anderen Partei gegen eine Pe- Zahlung von wöchentlich 10 Mark im Bureau der kommunistischen Zentrale beschäftigt wurden, um für sie Zuträgerdienstc zu leisten? E, sei schon heute gesagt, daß seit Ende 192« alle Kons«- renzen der„Arbeiterjugend" bespitzelt wurden. Dafür hoben wir Beweismateriol in Händen, da, in einer Broschüre den Interessenten zugänglich gemacht werden wird. Mit keinem Wort geht die..Rat« Fahne" auch auf den letzten Absatz unserer Mitteilungen im„Abend" vom Montag ein, wo fest- gestellt wird, daß in ihren höchsten Znstanzen Männer sitzen, die dieselbe« Nethoden gegen die eigene Partei anwenden. Biel- leicht ist die„Rote Fahne" nach nochmaliger Auf- forderung so freundlich, einmal zu diesen Tat, sachenStellungzunehmen. P.K. * Zu den persönlichen Berleumdungen der„Roten Fahne" schreibt uns der Genosse Osterroth senior: Ich kam am Montag, dem 39. Juni, aus achttägigem Ferien- oufenthalt zurück und bekomme erst jetzt Kenntnis von den An- würfen der„Roten Fahne" in Sachen meines vierten Sohnes, der immer das Sorgenkind der Familie war. In meinem Bekannten- kreis innerhalb und außerhalb der Parte! brauche ich mich nicht gegen die verlogene Behauptung der Sudelfahne zu verteidigen, ich häne meinen Sohn„ausgehungert" wegen feiner oppositionellen Gesinnung. Mein Familienstolz ist bekannt. Ich bin auf meine Kinder ebenso stolz, wie sie auf Vater und Mutter. In meiner Jugendgeschicht«„Vom Beter zum Kämpfer" schildere ich meine reli- giösen und politischen Konflikte im Elternhaus Wie könnte ein Vater mit solchen harten Erkebnisien. wie ich sie hatte, intolerant sein gegen einen Jungen, der zu viel Gärstoff in sich hat und der leichten Versuchung unterliegt, aus falschem Ehr» geiz eine Rolle zu spielen? Ich weiß mich frei von solcher väterlichen Einseitigkeit. Mit der„Aushungerung" meines Sohnes sieht es so aus: Nachdem er in Werder aus der Buchdruckcrlehre noch fast vier- jähriger Lehre entlausen war. brachten ihn gut« Freund« meiner Familie im„Vorwärts" Betrieb unter, damit er feine Lehrzeit voll- enden könne. Er war dann fast 51 Jahre in der Vorwärts-Druckerei und bekam zu seinem Torisiohn einen monatlichen Zuschuß von 79 bis 89 Mark. Kleider, Wäsche usw. besorgte sein« Mutter. Er hätte also wirklich nicht nötig gehabt, zu den Kommnnfften in die Kost zu gehen. Und wenn er mir oder seiner Muiter von materiellen Sorgen etwas gebeichtet hätte, wäre er ganz gewiß nicht mit leerer Hand davongegangen. Erlogen ist auch, daß der Borwärts-Betrieb ihn wegen„oppositioneller" Gesinnung entlassen hat. Er wurde in gegenfeitiger Vereinbarung entlassen, nachdem er bei fast 5jähriger Lehrzeit seine Gesellenprüfung nicht machen konnte. Ob ich gogen die Sudelfahne nach dieser knappen Darstellung noch«in weiteres Abwchrmittel anwende, werd« ich noch überlegen, zumal sich immer besudelt, wer den kommunistischen Dreck angreift. Nikolaus Osterroth, M. d. L. Jfobiles Empfang in �om. Rom. 1. August. Die Blätter berichten, daß Mussolim dem Präfekten von Bozen den Austrog gegeben hat, sich auf die Bahnstation de» Brenner zu begeben, um den heimkehrenden Schiffbrüchigen Im Namen der italienischen Regierung die ersten Grüße zu enibieten. Die Schiff- brüchigen sind kurz vor Mitternacht in Rom ein. getroffen. Auf der ganzen Fahrt durch Italien waren sie Gegenstand begeisterter Kundgebungen der vor allen Bahnhöfen ver- sammelten Menschenmengen. In Rom hotte sich eine noch Tausenden zählende Menschenntenge am Bahnhof eingefunden. Als C c c c: o n i vorbeigetragen wurde, brach ein großer Beifallssturm aus. Bei Zoppis Erscheinen brach die Menge in Evviva-Ruse aus. Aonnen verhastei. Mitwisserinnen des Obregon-Mordes. New York, 1. August. Wie aus Mexiko gemeldst wird, hat die Polizei die Oberin eines bei Guadeloupe Hidalgo gelegenen Klosters als angebliche An- stifterin des Mordanschlages auf General Obregon verhosten lasten. 16 Nonnen, die gleichfalls verhastet wurden, bestätigen, daß die Oberin zusammen mit einem gewissen Manuel T r e j o dem Mörder eingeredet habe, durch Beseitigung Obrcgons das religiöse Problem in Mexiko zu lösen. Krauen im Kriege. Wozu man sie mißbrauchie. Wenn heut« in Gesprächen oder Zeitungsberichten das Gespenst des kommenden Krieges auftaucht, dann steht er vor uns als furcht- barstes aller Schicksale, dos weder Frauen noch Kinder verschont vom Tod« und der Todesarbeit, lind doch stand auch der letzte Krieg säion ganz im Zeichen der Teilnahme der Frau an der Kriegs- Handlung. Denn der letzte Krieg war nur dem Schein nach ein Krieg der Männer. hinter den dünnen Schützenlinien standen in allen Ländern die Frauen, die den Kämpfenden die Munition reichten, die für ihre Verpflegung sorgten, die alles dos auf ihren schwachen Schultern trugen, was getragen werden mutzt«, um den Krieg, wie er einmal geführt wurde, fort- führen zu können.- Welchen Anteil die Frau am Kriege nahm, das zeigt eine von der Leitung des englischen Kriegsmuseums veranstaltet« Sonder- schau, die unter dem Titel Frauen im Kriege seit einiger Zeit der Oeffentlichkeit zugänglich ist. An Bildern und Modellen, unter Glas- stürzen und auf Fresken an der Wand hängend, sehen wir da die Zeugen der Kriegsorbeit der Frau. Als Briefbotinnen sehen wir die Frauen die Strotzen durcheilen und als Schaffncrinnen in den Trams, als Fensterputzerinnen und beim Anstreichen der Schisse in den Wersten. Sie standen an den Pumpen der Torpedoboote, und schaufelten Kohlen in die Glut der Schiffskesscl. Aber auch in die Fabriken gingen sie. 25000 Frauen arbeiteten während dcs Krieges in blauer Leiaeahose in den Doolwicharsenalen, wo sie Granaten drehten. Bohrmaschinen bedienten und an den Stanzen standen. Mit durch Brillen geschützten Augen füllten sie hier mit verbrann- ten Händen Pulver in die von ihren Sckzwestern gedrehten Granaten. Auch die Arbeit des Londmanns wurde von den Frauen über- nommen und so sehen wir denn auf Modellen und Bildern Frauen hinter dem Psluge, beim Zureiten von Pferden und beim holz- fällen dargestellt. Auch jener Frau wird in dieser Ausstellung gc- dacht, die es jungen Belgiern möglich machte, unter der Fahne ihres Vaterlandes Wassendienste zu tun und die dafür starb. Ein großer Teil der Frauen war damit beschäftigt, die Pakete zu packen, die Wache um Woche an die in deutschen Gefangenen- logern lieaenden Soldaten geschickt wurden. Auch als Fürsorgerinnen für die Vertriebenen Belgiens fanden sie Arbeit. Andere nähten mit flinken Händen graue Luftschiffhüllen und wieder andere pfleg- ten in Lazaretten und Kirchen die Opfer des Krieges. Aber das waren Arbeiten, die den Angehörigen der oberen Schichten vorbc- hatten blieben, die zu schade dazu waren, in den Gasfabriken mil maskiertem Gesicht Gasgranaten zu füllen. zu schade dafür waren, sich Abend für Abend eine genaue Unter- � suchung gefallen zu lassen, ob sie nicht in irgende'ner Falte des Körpers Sprengstoffe mit in das zivile Leben nahmen, denn es war die Zeit des organisierten Mordes und nur wer eine Uniform trug, durste die Dinge befitzen, mik denen man tötet. Alle anderen durften nur helfen, dem Tod die Arbeit zu erleichtern, auf das fein tägliches Pensum pünktlich erledigt wurde. Wenn oll diese in Wort und Bild dargestellten Tätigkeiten, der am Kriege teilnehmenden Frau noch erträglich erscheinen, oder wenigstens dem Gleichgültigen kein besonderes Entsetzen cinflötzen, weil sie es der Frau immerhin ermöglichten, der eigentlichen Todes- arbeit fern zu bleiben, die Opfer der von den Frauen gedrehten Granaten, der von Fraueichändcn bcreiteien Gase nicht sehen zu müssen: ein großer Teil englischer Frauen hatte auch diese lctzie Konsequenz zu ziehen. Zu einer Zeit, als in den Schreibstuben und Etappen der Zentralmächte noch die Abkommandierten sich breit machten, schickten die Alliierten sich an. die Frauen bis auf das Schlacht. feld zu schicken. 30000 Frauen verließen England im Frühjahr 1018 in Uniform und wir sehen sie auf den Slrotzen Fwnkreichs in Viererreihen an die Front marschieren. Nicht in die Gräben zogen sie. Aber sie trieben die letzten Männer aus den Schreibstuben und fch'ckicn sie mit den Kantiniers in die Gräben. Eine große Photographie zeigt, daß sie auch die Arbeit der Totengräber übernahmen. Und das will mir als das Graucnhaficstc erscheinen, was in diesem ganzen Museum zu sehen ist. Frauen, die die Opfer de? Krieges begraben. Wie müssen sie den Krieg hassen, wie mutz er sie bis in die Träume hinein versolgen, jener unselige Krieg, der sie zwing, die Männer, mit denen sie hätten glücklich sein können, cinzu- scharren. Wie mag der Schauder sie packen, abends, wenn sie in ihren Betten liegen, wenn sie an den Geliebten sich lehnen und sie zurückdenken müssen an die Zeit, da sie blühendes, männliches Leben noch warm verscharren mußten, da die Not sie zwang, eine Tätigkeit auszuüben, vor der der Frieden immer die Frauen bewahrt. Denn der Frauen Sache ist es, Menschen in das Leben zu bringen, nicht aber die von den Männern getöteten zu bestatten. Mag darum auch in diesem Museum, das den Frauen gewidmet ist es Eonstanee T a l m a d g e— die Schwester Narrvas—, die den Sieg der klugen Frau über olle Schwierigkeiten und Gohren demonstriert. Wie sie den Großfürsten zwar abblitzen läßt, dann aber» um den Geliebten, der ihretwillen desertiert ist, zu retten, scheinbar aus seine Wünsche eingeht, sind Kabinettstück« ihres seinen Spiels. Tullio Eorwingte, der Leutnant, und Edward Martindcl, der Grotzfürft, sind ihre gut abgestimmten Gegen- spiel«. Es lebe die Talmadge, aber nun Schluß mit diesem Droßsürstenkitsch! r. Tiere als Mm- und Bühnenkünstler. (Titania-palast) Di« Instinkthandlungen der Tiere sind(wenn es gilt, sich Nahrung zu verschaffen, um dos eigene Leben zu kämpfen, als Leit- tier den Weg einer Herde zu sichern) oft über menschliches Bsrftehen hinaus zweckmäßig, aber ein Tier reine Zweckhondlungen ausführen zu lassen, um ein Filmmanuskript zu füllen, das geschieht ohne jede Berechtigung. Und die Amerikaner verraten wenig Kenntnis des Erinnerung an 1914. „Ich habe es nicht gewollt- aber Ich habe es getonnt!" ist, kein Wort der Kritik zu finden sein, das sich gegen den Krieg richtet, der Frauen solche Aufgaben stellte, die Tatsachen, die hier unverhülll ihre Darstellung fanden, zeigen, was der Krieg von den Frauen forderte, zeigen aber auch, was der kommende Krieg, der grausamer sei» wird als jeder vergangene Krieg, fordern wird von den Frauen, fordern wird von denen, die heute mit Schaudern nur denken an das was war. Und darum muß es Ausgabe vor allem der Frauen sein, jeden tcmmcnden Krieg verhüten zu helfen, der solches und Schlimmere» von ihnen verlangt. Aufgabe der Frauen muß es sein, olle Schwestern aufzurütteln, die gedankenlos den die Straßen durchziehenden Soldaten zujubeln, und sie oufzutlorcn über die wichtigste Aufgabe dieses Jahrhunderts: Di« Aechiung dcs Krieges und derer, die einen Berus aus ihm machten. Erich Grlstrr. Theater und Mm. Ein Bariton flüstert. Jack Smith im„Künstlertheater". An sich ist das keine seltene Erscheinung. Nicht nur In der Provinz sondern auch in Berlin werden viele Baritonpartien, der Not gehorchend, geflüstert bleiben unter dem Orchester, versacken einfach. Aber mit dem Amerikaner Jack Smith, dem„flüstern- den Bariton", dem Star amerikanischer Kabaretts, verhält es sich anders. Er singt gar nicht Wotans Abschied oder den Holländer- monolog, nein, er begnügt sich mit kleinen amerikanischen Songs mit jenen winzigen Melodiesragmenten, noch deren Rhnihmue die Glieder im Charleston und Trott konvulsivisch ausgekugelt werden. Lohnt es sich nun, daß sich ein Herr für eine märchenhaft hohe Gage an das Klavier fetzt, um zu erklären, daß der Himmel blau ist? In Amerika bedeulen diese Dinge scheinbor den Inbegriff der Seligkeit, denn sonst würde man Herrn Smith kaum ein paar lausend Dollar Wochengage zahlen. Jack Smith ist eine außerordentlich? Begabung, selbst wenn man die Gattung, die er betreut, ablehnt. Dieser elegante Mann, dessen Frack als Meisterwerk wohlrenoinmierter Londoner Schneider bewertet werden kann, fetzt sich an das Klavier und beginnt zu impro- vssieren ollein zu seinem Vergnügen, ohne die Herrschasten im Parkett zu beachten. Er flüstert den Text vor sich hin(übrigens können dies« Texte nur geflüstert werden), beginnt ganz zart und vorsichtig zu singen zu den ebenfalls sehr vorsichtigen Geräuschen der Saxophon«, und seine Stimme entfaltet dabei einen weichen Klang, einen dunklen saintensn Schmelz. Der Mann beweist ein seltenes musikalische» Feingefühl, und in den Augenblicken entschiedener Sentimentalität macht sich bei ihm wie bei den großen, amerikani- sehen Filmschauspielern der leise Schimmer einer überlegenen Ironie bemerkbar. Schade, daß sich dies Können ausgerechnet an amerika- Nische Songs verschwendet. Berlin ist jetzt erst auf der Höhe der Kultur. Im Künstlertheater und im Kabarett der Komiker wird der„flüsternde Bariton" dem Publikum freudestrahlend als prachiiger Luxusgegenstand serviert. Die Berliner hoben oben Geld für alleriei merkwürdige Dinge. Jack Smith ist ein groß« Künstler, ober der Gegenstand seiner Kunst blecht trotzdem nichtig. 1�. S. „Hoheii incogmio." (Marmorhaus) In dieser merkwürdigen Republik, jenseits des großen Wassers, die nun doch schon anderthalb Jahrhunderte alt ist, scheint die Freude an der monarchistischen Tradition mit ihren Großfürsten. Uniformen und dem sonstigen Klimbim noch nicht erloschen. Wenigstens wenn man noch dem Film, der doch«in Barometer des Volksgeistes sein soll, urteilen darf.„Hoheit inkognito", dessen Manuskript Hans Kröl?, einmal einer der besten Manuskript- Verfasser, frei noch einem Lustspiel von Brody gestattet hat, führt wieder einmal ins Land des Zaren vor dem Kriege. Der Glanz der Uniformen und die pompöse Etikette, der lächerliche Servilismus wird vom Regisseur Sidney Franklin in«ine? frei erfundenen Architektur schmissig in Szene gesetzt. Mcr über den galanten Großfürsten, der seinem Leutnant vergeblich die Tänzerin aus- spannen will und in dem H-n und Her der Verwechslungen schließlich froh ist, vor bar gestrengen Großfürstin sein Alibi nachweisen zu können, und über den schwärmerischen Leutnant erhebt sich natürlich Ihre Majestät die amerikanische Königin: dos Tanzgirl. Zu? Abwechslung— es gibt schon mehrere Variationen des Stoffes— Hundes, dieses dem Menschen am leichtverständlichsten Tieres, in ihrem neuen Rin-Tin-Tin-Film. In ihm hagelt es nur so von Kinnhaken, Magcnschlögen, Flintenschüssen und Mordversuchen, damit der vierbeinig« Held sich als mchrsacher Lebensretter betätigen kann. Cr kämpft sogar, um eines Menschen willen, gegen sein Rudel, das er einst geführt. Das ist eine tolle Sache, denn«in Führer, der seine eigene Gefolgschaft verrät, der ist nur unter Menschen, niemals aber unter Tieren zu finden. Howard Brctherton, der Regisseur, arbeitet mit Hoch- spannung: ein empsindsames Publikum hat stetiges Herzklopfen um seinen Liebling. R i n- T i n- T i n selbst macht wieder den oller- besten Eindruck, gleich, ob er allein spielt ober gemeinsam mit seiner Freundin, einer hellfarbigen Hündin von ganz besonderer Zartheit. Sic ist ohne Zweifel ein sehr schönes Tier, ober diese wunderbaren Augen, diese interessante Maske und das ausdrucksvolle Mienenspiel (dos sich m> Laus« der Zeit stark verändert), hat nur Rin-Tin-Tin. Er ist wirklich zu schade, der Held verfilmter Schundliteratur zu werden. Eine Vühnenschau, die vorzüglich in das Programm paßt, ist Franz G o l e m a n n j u n., Tierdrefsurrevu«. Geduld und Liebe dieses Dresseurs bringe» icdes Tier in ein Vertrauensverhältnis zu ihm. So bringt er es fertig, einen Fuchs, die Füchse«erden an und für sich wohl zahm» bleiben jedoch immer scheu, vorzuführen. «.b. Rat an Lebensmüde, Mancher Art gibt es Methoden, Diesem Dasein zu enlflieh'n. Man erhängt sich auf dem Boden Oder nimmt als Gift Slrydmin. Jeder Strick, der nidit zu kurz ist, Endet deines Trebens Pein. Audi ein Tausendmetersturz ist Wirksam ä la fjömmstein, Oder such dein letztes Stünddien An de» Gases offnen Hahn. Doch das beste: Fahr nach München! Dort besorgt's die Eisenbahn! _ Jonathan. Bezahlies Gprengkommando. politische Sitten in Polnisch-Oberschlesien. Königshülle. 1. August. Gestern wurde In Ehorzow auf eine Ortsgruppenverfammlung der Chriftlich-Demokratifchen Partei, der sogenannten Kor- f o n t y st c n, van einer Gruppe van zehn Ausständischen ein U e b e r f a l l verübt, wobei der Referent mißhandelt wurde. Das Sprcngkommando konnte von der Polizei festgenommen wer- den. Die Festgenommenen erklärten bei der Vernehmung, daß ihnen für die Sprengung der Versammlung eine gute Entschädigung von dem früheren Sejmabgeordneten der Eh ristlich. Demokratischen Partei, Ianicki, zugesagt worden fei. Das Grauen zwischen den Fronten dr Rataplan, rataplan Militärmusik. chin bum! Schmalbrüftige Jungen, grau uniformiert, marschieren gleichen Schrittes. Ueber ihnen weht die kaiserliche Kriegsflagge mit dem Eisernen Kreuz und aus ihren Augen blitzt Begeisterung. So, genau so, zogen wir 1914 ins Feld, wir Siebzehnjährigen, mir Kriegsfreiwilligen ... Seitdem aber sind vierzehn Jahre verflossen und was nun marschiert, das sind vielleicht schon die Kriegsfreiwilligen von morgen. Da ist es an der Zeit, daß mir, die mir nicht vergeffen haben, den Schrein der Erinnerung öffnen, mahnen und zur Einfehr rufen. Bielleicht vielleicht geht dann mancher der Siebzehnjährigen von heute nicht den bitteren Gang, den wir, die Siebzehnjährigen von 1914, gegangen sind... 100 Mann in den Tod geheht. Bier Tage und vier Nächte frachten im März 1917 die schweren Minen auf die Drahtverhaue nieder, die den gegnerischen Front abschnitt vor dem rheinischen Infanterieregiment 363 schüßten. Dazwischen brüllten die Geschüße ihr Bernichtungswert. An drei Stellen wurden breite Lücken in das feindliche Drahtgewirr gerissen. Einfalltore für uns sollten sie sein. Denn es war ein Handstreich geplant. Gefangene mußten gemacht werden, um zu erfahren, welche Formationen uns gegenüberlagen Am Abend des vierten Tages hörte die Feuervorbereitung plöglich auf. Mit leichtem Sturmgepäd stiegen wir über den Grabenrand: 100 Mann, die für die Aktion ausgewählt waren, auf die der Gegner so vorzüglich vorbereitet worden war. 800 Meter lagen zwischen den beiden Stellungen. Merkwürdig ruhig war alles. Höchstens, daß eine vereinzelte Kugel über das Feld irrte. Schon glaubten wir, die Gräben drüben wären geräumt.. Und dann krachte es los. Bon allen Seiten pfiffen Granaten und Schrappnells, tacten Maschinengewehre. Vor uns und hinter uns lag eine Feuerkette, und das Gelände dazwischen war durch unaufhörlich aufsteigende Leuchtkugeln taghell beschienen. Wie Hasen bei der Treibjagd wurden wir zusammengeschossen. Wimmern und Schreien der Getroffenen flang uns in die Ohren. Unser Gegner nüßte es vortrefflich aus, daß er durch die wahnwizige Minenvorbereitung nachdrücklichst auf die Dinge aufmerksam gemacht worden war, die da tommen sollten. Von 100 Mann tehrten wir ganze Elf zurüd. Die anderen hingen durchlöchert in den Drahtverhauen, verbluteten zwischen den Linien. Opfer einer verbrecherisch dummen Führung. Der Jrre von Thiepval. Hochsommer 1916. Wochenlang schon hämmerten die Geschütze der Franzosen und Engländer die deutschen Stellungen an der Somme zusammen. Regiment um Regiment fraß diese Hölle. Zehntausende bereits hatten ihr Leben verblutet. Da warf ein Befehl das rheinische Infanterieregiment 68 in die Todeslinie. Zum zweiten Male... Das Sperrfeuer verschlang viele. Zerfetzt blieben sie liegen. Der nächste Bolltreffer räumte dann auf, was von ihnen übrig war. Wir, die wir Glüd gehabt hatten, fauerten in den Granat trichtern vor Thiepval, lauerten von Sekunde zu Sekunde auf den Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! Deutsches Theater Theater des Westens Norden 12 310 8U. Ende nach 10 Artisten Regis Max Reinhardt Heute u. morgen geschlossen! Freitag 8 Uhr Premiere Das süsse Geheimnis Schwankoperette Musik v. Ku tZorlig Die Komödie Lilli Flohr. Bismarck 2414/7516 8 U. Ende 10%, U. Es liegt in Paul Heidemann, Else Berna und Langendorf. der Luft Rose- Theater Revue von Schiffer. Gr. Frankf, Str. 132 Musik v. Spoliansky 4 Uhr: Winzerfest Tanz im Freien Feuerwerk Berliner Theater 84 Uhr Charlottenstr.93/ 91.06nh.170 Gastspiel d. Deutschen Th. Das 81, Ende nach 10% Musikantenmädel. Der Proze 8 Theater am Mary Dugan Nollendorfplatz Lustspielhaus ungeküßte Eva Die Täglich 81, Uhr Operette in 3 Akten. Musik von M. Knop Die Reise Burch mit Lori Leux. Berlin in 40 Stunden. Preise: 1, 2, 3, 4 Mk. usw. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Heute 8 Uhr: Elite- Sänger Der Höhepunkt des Abends: ,, Lohengrin in Neukölln' Preis M. 0.50 bis 2.- M. Residenz- Theater Saltenbarg- Bühnen Blumenstr. 8. Täglich 8, Uhr Skandal im Bett! Sitten schwanki in 3 Akten. In der Hauptrolle Anneliese Wörtz a. G. Jugendliche haben keinen Zutritt! Dts. Künstler- Th. 81% Uhr: Es kommt jeder dran! Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Heute 7 Uhr: Premiere Tod, frallten die Hände in die lehmige Erde, fluchten Vergeltung zenen, die dieses Unheil über uns gebracht hatten. Und wenn in der Morgendämmerung die englischen Sturmbataillone heranfluteten, dann rissen wir die Gewehre an die Bade, feuerten, bis die Läufe heiß wurden und zu plazen drohten, warfen Handgranaten in das Menschengewühl vor uns. Und santen apathisch zusammen, wenn die Welle der Angreifer abebbte. Während das Trommelfeuer von neuem einsette, schliefen wir wohl einen tiefen, bewußtlosen Schlaf, Sekunden, Minuten oder auch Stunden.. Was tat es schließlich, wenn der beste Kamerad plötzlich in einer Fontaine von Feuer und Dred emporgewirbelt und zerstückelt und zerfetzt wurde. Das schmerzte nicht mehr groß. Wir waren abgeStumpft. Eines nur quälte: der Durst! Der Pulverdampf der Explosionen dörrte uns die Kehlen zu und der Efel vor dem Pestgeftant der Leichen wollte heruntergespült sein. Da entdeckten wir Waffer in einem Loch. Milchig weiß quoll es aus der Erde. Auf allen Bieren trochen wir hin und tranken. Tranten uns die Ruhr in den Leib. Und konnten es doch nicht lassen. Kam der Abend, schleppten wir unfere franken Leiber über Erdschollen, Leichenberge und Geröll zu der Quelle, tranfen uns voll und füllten Feldflaschen und Kochgeschirre für den kommenden Tag, von dem wir nicht wußten, ob wir ihn überleben würden. Bis wir an einem Abend aufgerüttelt wurden. Da saß einer oben am Wasserloche und lachte und fang aus vollem Halfe. Und plöglich sprang er auf, machte eine groteste Berbeugung und tanztn! Tanzte im Walzertaft zwischen trepierenden Granaten. Und sang dazu und lachte, daß uns das Blut in den Adern gerann. Lachte und tanzte, bis es ihn erwischte und er lang hinschlug. Ein Blutbad quoll ihm gerade zwischen den Augen hervor, die immer noch lachten, lachten, lachten. Das war der grauenvollste Augenblick, den ich in der Somme schlacht erlebt habe. Wir wagten uns nicht mehr an das Wasserloch seitdem. Das Gespenst des tanzenden Irren saß uns würgend im Genid. Am nächsten Abend wurden wir abgelöst und wanften, ein paar Mann nur noch, in ein Dorf hinter der Front in Ruhestellung. Kurt Lehmann. Der Lockvogel. Eine verhängnisvolle nächtliche Bekanntschaft. An den Unrechten tamen in der vergangenen Nacht zwei Räuber, die fich eines jungen Mädchens als Lodvogel bedienten. Als ein 38 Jahre alter Privatbeamter K. gegen 1½ Uhr auf dem Wege nach feiner Wohnung am Kronprinzendamm über die halenfeer Brüde tam, sprach ihn dort ein junges Mädchen an. Er ließ es sich, nichts Böses ahnend, gefallen, daß das Mädchen ein Stüd Weges mit ihm ging. In der Höhe der Bahnüberführung an der Trabener Straße tauchten plötzlich zwei junge Burschen auf und stellten sich K. in den Weg. Ehe diesem noch flar wurde, was sie beabsichtigen fönnten, packten sie ihn, stie Ben ihn gegen die Mauer der Ueberführung, durchsuchten seine Taschen und raubten ihm die Brieftasche aus dem Rock. Dann eilten beide davon und mit ihnen das Mädchen. er teine Baffe befas, fuchte nach dem Ueberfall zur Berfolgung bei Räuber Hilfe und fand fie in amei Chauffeuren, die in der Nähe hielten. Mit ihnen setzte er den Räubern nach. Als diese merkten, daß man ihnen auf der Spur war, flüchteten sie in einen unverschlossenen Keller des Hauses Lügenstraße 7. Die Ver folger jahen das noch, suchten den Keller ab und fanden die beiden Burschen, und das Mädchen in ihren Berſteden. Sie nahmen alle drei fest und brachten sie mit einem Auto der Chauffeure nach der Bache des 157. Reviers. Die Festgenommenen leugneten den Ueberfall. Die Ertappten wurden festgestellt als ein 21 Jahre alter Rudolf C. aus der Weberstraße und ein 24 Jahre alter Werner E. aus der Allten Schönhauser Straße. Bei ihm wohnt das Mädchen, eine 22 Jahre alte Charlotte Sch., die den Lockvogel gespielt hat. Der Ueberfall war planmäßig verabredet. Die Räuber und ihre Helferin wurden der Kriminalpolizei übergeben. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Zeitweise heiter und wieder wärmer. Deutschland. Im Süden heiter und wieder warm, auch im Norden Erwärmung, im Nordwesten stärker bewölkt und strichweise etwas Regen. 1-8 Der Abend Spalausgabe des Vorwärts ist die Spätausgabe des„ Borwärts". Das Blatt ist bei den Straßenhändlern, an den Zeitungskiosken und in den Bahnhofsbuchhandlungen zum Preise von 10 Pf. zu haben. " Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des Borwärts", deffen Lesern der„ Abend" ohne besondere Bergüfung ins Haus geliefert wird.„ Vorwärts" und„ Abend", von denen 12 Nummern wöchentlich erscheinen, foffen zujammen nur 85 Pf. die Woche oder 3,60 m. den Monat. Ich abonniere den Vorwärts"( und die Abendausgabe für Berlin Der Abend") mit den illustrierten Bei lagen Volk und Zeit“ und„ Kinderfreund", sowie den Beilagen Unterhaltung und Wiffen"," Frauenstimme".„ Technif". Blick in die Bücherwelt" und Jugend- Vorwärts" in GroßBerlin täglich frei ins Haus. " Name " Wohnung: ( Monatlich 3.60 mt., wöchentlich 85 Pfg.) A Straße Nr.. Dorn Hof Quergeb.- Seitenfl Ir. lints rechts bei Ausfüllen und einsenden an den Berlag des Vorwärls' K., der der Uebermacht gegenüber ziemlich mehrlos mar, meil Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr Stettiner Sänger Wiederauftreten von Paul Britton. Tageskasse 11 bis 2 Uhr. Preise: 60 Pf. bis 2 M. Donhoff Brett'l: ( Saal und Garten) Varieté Kabarett- Tanz Parkett auch Sonnt. Der Zarewitsch" Besonders en Anzeiges Mk. nur 1. Mk. Komische 81% Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. 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Robert Meyer Mariannenstraße 3, Ede Naunynitraße Amt Morispl. 10308 Spritzpumpen 2. Reklamepreis v.7 M. an zum Selbstaufstellen, Flitersanger, Schlfache verkauf. Krüger& Lathan, Pamponfabrik Berita 0. 27, Alexanderstr.14 2 M.v.Bebab.lannewitzbriel DERBUCHERKREIS BERLIN SW61 FUR 1MK.MONATLICH • JÄHRLICH VIER BUCHER MONATL.EINE ZEITSCHRIFT KEIN EINTRITTSGELD • KEINE NEBENGEBÜHREN EINTRITT ZU JEDER ZEIT • PRAMIE 1928: 5.BAND NUR 1MK. • FREIE WAHL DER BANDE REICHSKANZLER HERM.MULLER: REVOLUTIONSERINNERUNGEN • ERSCHEINT DEMNÄCHST• WEITERE STANDARDWERKE DER ARBEITERBEWEGUNG: KAMPFFMEYER- VOR DEM SOZIALISTENGESETZ BERNSTEIN- SOZIALDEMOKRATISCHE LEHRJAHRE NÄHERE BEDINGUNGEN UND KATALOG UBER ALLE BISHER ERSCHIENENEN WERKE DURCH: DER BÜCHERKREIS G.M.B.H. BERLIN SW 61, BELLE- ALLIANCE- PLATZ 6 Beilage Mittwoch, 1. August 1928. olio VNBEKANNTE SOLDAT arim 1642 11. Tolent Der Abend Spalausgabe des Vorward UNBEKANNT Es hob sich ein Sturm über blühende Erde, Zerknickte die Ernte auf reifendem Feld; Er warf den Hirten und traf die Herde Und lengte und brannte und schlug die Welt. Da schrien im zuckenden Lichte die Lüfte, Da barsten die Brücken in reißender Flut. Im Pesthauch aufgeriffener Grüfte Verdarb das Leben, erstarrte dos Blut. So Jahre und Jahre im wirbelnden Reigen Europa, in fladernder Städte Glanz, Tanzte beim Klang der höllischen Geigen Den eigenen, Schaurigen Totentanz. Seht ihr sie noch ziehen, die feldgrauen Schlangen, Ununterbrochen im rhythmischen Tritt? Und flingt euch im Ohre, was sie fangen? Ihr schmücktet ja Flinten und fanget mit! Ihr feiertet Schlachten in jubelnden Tönen Was drang da von ferne durch schmetternden Sieg, Wie Fluch und Schrei und Aechzen und Stöhnen? Die Fratze grinste: Das war der Krieg! 60 Sie hingen zerfetzt in den Drahtverhauen, Es zuckte verröchelndes Fleisch im Kot Und wilder schlug mit bepanzerten Klauen Blind um sich der ruhmvolle Heldentod. Von vierzehn bis achtzehn ein einzig Verderben, Für das Hohn grimmigsten Spott erfand: Sie wußten in großer Zeit zu sterben Mit Gott, für König und Waterland! Habt ihr das vergessen? Was hetzen sie wieder Mit Reden und Singen und flatterndem Tuch? Ihr Opfer von morgen! Die Waffen nieder! Und nieder die Henker! Wir haben genug! Otto Meier. e 314-9 FLORATH mad dru Niemals vergessen: Das war der Krieg! Gedenktag des Kriegsausbruchs! Zum vierzehnten Male jährt fich der Tag, an dem sich die durch Lügen irregemachte Menschheit aufeinanderstürzte, zum vierzehnten Male jährt sich der Tag, de: Auftakt war einer endlosen Reihe furchtbarer Jahre, und immer noch gibt es Menschen, die nichts aus dieser Zeit gelernt haben oder die alles schon wieder vergessen haben, die nicht mehr wissen, wie es war, als die Not begann, im Felde und in der Heimat! Troß der Graufigkeit des Geschehens ist viel zu schnell vergessen worden, wie der Krieg gemütet hat. Bei DenkmalseinKaiser Wilhelm- Tee und Dreibund Kaffee. Da gibt es ganze Glasfästen voll mit Pulvern, Pulvern aller Farben, und jedes Pulver soll etwas Genießbares vortäuschen. D, sie haben alle schöne Namen, diese wertlosen Erfagmittel, fie heißen Deutsche Kraft" und Kaiser- Wilhelm- Tee" und ,, Deutsches Mark" und" Dreibund- Kaffee". Und wenn sie gelb gefärbt sind, heißen sie ,, Ei- Ersatz", von den roten behauptete man, daß sie besser feien als fräftigstes Rindfleisch, die weißen sollen Milch oder Käse oder sonst irgendetwas darstellen. Die meisten Packungen dieser Die meisten Padungen diefer Padung" trägt ein Eisernes Kreuz und verfündet stolz: nur echt mit diesem Warenzeichen. Jeder Packung ist irgendein Gutachten irgendeines Kriegsprofessors aufgedruckt. Jedem Pulver wird bescheinigt, daß es nahrhafter sei als jedes Naturprodukt. weihungen, Kriegervereinsfesten und Regimentsfeiern sprechen heute Fabrikate sind schwarzweißrot umrändert, eine Maimondtee immer noch ein paar alte Generale von der großen Zeit". vom ..Heldentod" oder vom Dolchstoß". Nur von den Leiden, die er duldet wurden, von Brotkarte und Papierhemd redet kein Festredner, fein Gedenkstein. = Niemals vergessen! Ständige Rubrik dieser Zeit ist Lebens mittel der Woche". Eine Woche aus dem November 1917 fei herausgegriffen: Brot 1600 Gramm, Butter 20 Gramm, Margarine 30 Gramm, Fleisch 250 Gramm, Kartoffeln 7 Pfund. Süßstoff. verteilung findet nicht statt, da feiner zur Verfügung steht! Und in einer anderen Woche stehen feine Kartoffeln zur Verfügung, und in der dritten feine Butter. Dann gibt es als besonderes Geschenk 125 Gramm Streichkäse( Auslandsware). Ab und zu, ungefähr alle sechs Wochen, verkünden dide Ueberschriften, werden große Plakate an die Litfaßsäulen geklebt:„ Es gibt wieder ein Ei!" Aber dafür gibt es wieder einmal feine Kartoffeln, die doppelte Menge Kohlrüben foll Ersatz sein. Die Zeit der Erfahmittel. " Niemals vergessen: Ersaß, Ersay! Eine Ausstellung von Ersatzmitteln wurde eröffnet. Fast war es, als gäbe es feine Naturprobufte mehr auf der Welt, alles Erfahz; da wurde eine undefinier bare Flüffigtelt gleichzeitig zum Strecken"- auch ein gebräuchliches Wort in der großen Zeit zum Strecken des Teiges für Badware und zum Beſtreichen von Blechen gegen Roſt empfohlen. Es gab Lebludyenpulver, Waschmittelerfaß, und eine geheimnisvolle Leipziger Sülze" wurde gleichzeitig als Brotaufstrich, Tunke und Bratmittel angeboten. " 12 Auf der Berliner Ernährungsausstellung am Raiserdamm treffen wir diese Nahrungsmittel" wieder. Geschichte der Er= nährung!" Das ist eine Abteilung der großen Ausstellung. Neben den Spezialgerichten aller Bölfer, neben den ausgesuchten Delikatessen aller Zeitalter, neben Extravaganzen übersättigter Gaumen steht über einem Sonderraum geschrieben: Hungersnet! Best und Kriege waren stets die Ursachen der Hungerfatastrophen. Auf einer großen Tafel wird bildlich dargestellt, wie oft im Verlaufe des Mittelalters die einzelnen Gebiete Deutschlands unter Nahrungsmangel gelitten haben. Auf Tischen ausgestellt sind die Brote der Not, mit denen man einst den Hunger zu stillen versuchte, getreu nach alten Rezepten gebaden: Brot aus Kartoffeln, Brot aus SägeSpänen, Brot aus Erde und Brot aus gemahlenem Stein. Neben diefen Zeugen vergangener Nöte sind hier die Dokumente ausgestellt der gigantischsten Hungersnot, die je über Deutschland hereingebrochen ist: Dokumente aus den Hungerjahren des Weltfrieges! Geschichte der Ernährung" steht über der ganzen Abteilung. Zu schnell ist hier eine Epoche zur Geschichte geworden, unter deren Folgen noch heute ein Großteil unseres Boltes leidet. Raschlebige Zeit! 3u schnell müffen wir uns in Museen das ungenießbare Brot einer Hungersnot ansehen, die unsere Not war, zu schnell haben wir vergessen, und erft hier vor den Bitrinen wird Bur Erinnerung, was noch vor turzen Jahren gegenwärtig war. Niemals vergessen: diese Kriegsprofefforen. Sie begründen die Güte aller behördlichen Einschränkungen wissenschaftlich. Es gibt feine Schuhe mehr, selbst auf Bezugschein nicht? Wie gesund ist Barfußgehen!" sagen die Orthopäden piöglich, der Fußmuskel wird gestärkt, der Schuh beschränkt das Wachstum der Füße, sind nicht die alten Germanen auch mit nackten Füßen gegangen?" Die Menschen, die während des Dreißigjährigen Strieges Brot aus Sägeipänen und Erde aßen, haben sich wenigstens nichts vorgemacht. Sie haben gewußt, daß sie ihren Magen mit unverdaulichem 3eug pollschlugen, nur um ihn zu beruhigen, uns aber haben unsere Professoren soviel eingeredet, bis wir wirklich an ihre Bulver glaubten. Niemals vergessen: Die Professoren, die die Vorzüge des Holzschuhes und die Gefundheit der Mäßigkeit lehrten, sie lebten ganz nach ihren Worten. So zum Beispiel der Direktor eines Berliner Königlichen Gymnasiums, der jeden Montag feinen nicht gerade abgemagerten Bauch auf die Aulafanzel steminte und nach einer längeren Siegesrede die verschüchterten Schüler fragte: hat jemand von euch schon mal gehungert, der stehe auf. Hat jemand von euch schon mal gehungert, der stehe auf." Natürlich stand niemals einer auf, wenn auch der Magen noch so fnurrte. Auf dem Schulhof aber liefen die fetten Hühner dieses Erziehers zum Heldentum herum und pickten fröhlich die letzten Brotfrumen der Schüler. Was alles angeboten wurde. 0 Niemals vergessen: Die Inserate der Kriegsver= diener! Sie boten Rübensauerkraut und gebrauchte defekte Handtücher an, sie offerierten Klippfische, jeder Biffen ein Hochgenuß und Kohlrübenmus mit Erdbeergeschmack. Sie verdienten an Papierfleidern und anzügen und an Schuhsolen aus Pappe. Sie versuchten sogar noch, getrocknete Spargel- und Erbsenschalen an den Mann zu bringen. Und schamlos teilte ein Hutfabrikant seinen Kunden mit, daß er Trauerhüte der guten Konjunktur wegen nur gegen fofortige Kaffe und 10 Proz. Aufschlag auf die Normalpreise verkaufen könne. " Niemals vergessen: Auf jeder Seite der alten Zeitungen werden Maßnahmen ergriffen". Es wird nur noch organisiert, der Maßnahmen ergriffen". Es wird nur noch organisiert, der Oberbefehlshaber in den Marken erläßt Verfügung über Verfügung; er schränkt die Straßenbeleuchtung bis zur völligen Finsternis ein, er und nur für Kaisers Geburtstag wird setzt Gassperrstunden fest eine Berlängerung der Polizeistunde über 11 Uhr hinaus gewährt. Er erläßt Heizungsverbote und beiegt alles mit Beschlag. Er verfügt den Arbeitszwang für Kriegerfrauen und befiehlt, daß bei etwaigen Beigerungen die Unterstügung sofort entzogen wird. Seine besondere Fürsorge aber galt den sogenannten Hamsterern. Niemals vergessen, wie von Gendarmen auf arme Frauen Jagd gemacht wurde, wenn sie irgendwo in der Umgebung einen Zentner Kartoffeln ergattert hatten. Lieber zerschlugen sie Eier und ließen Milch sauer werden, als daß sie den Frauen mehr als ihre Rationen gestatteten, und das ganze hieß dann Be" wirtschaftung". Wer aber Beziehungen hatte und Geld, bekam alles, was er wollte hintenherum. Lebensmittelfarten wurden gestohlen, gefälscht, zu 5 Mart das Stüd verkauft. Wer Geld hatte, brauchte nicht zu„ Rochvorführungen über Kohlrübenverwendung mit Softproben und Rezepten" gehen, sondern besorgte sich im Schleichhandel seine Butter, das Pfund zu 18 Mart. Was halfen da Prozesse, das Geld triumphierte über Lebensmittelverordnungen und Hungergefeßze. Niemals vergessen: Die Leute, die am meisten schrien, und die auch heute wieder nach dem Stahlbad der Krieges schreien, die saßen auf ihren Bütern. Sie litten feine Not und mußten oft sogar non den Königlichen" Landräten öffentlich angeprangert werden. Da meldet zum Beispiel der Landrat des Kreises Grüneberg Ende 1917: ,, Ich mache hiermit bekannt, daß die Befizer. des Rittergutes Starpel/ Oder fortwährend reine Sahne getrunken gaben, bei weitem nicht die erforderliche Menge Milch und Butter ablieferten. Es wurde zum Kochen nur reine Butter in großen Mengen verwandt, und der Kuchen ist sogar noch mit Butter bestrichen worden." Auf der anderen Seite wurde dann vom Gewerbegerich: ein Barbierlehrling verurteilt, der es verschmäht hatte, Gänse. Pfoten, auch eine Kriegsdelikatesse, als Mittagsmahl zu essen. Der Mensch vergißt schnell. Nun gehen wir in das Ernährungsmuseum und staunen über die Dinge, die wir vor zehn Jahren aßen. Die Besucher tommen hinein und lächeln, fie lächeln über ihre eigene einstige Not, so fremd ist ihnen das alles hier geworden. Sie lächeln und vergessen, daß noch Hunderttausende deutscher Volksgenossen an den Folgen dieses großen Hungerns in den Siechenhäusern liegen, sie lächeln und vergessen die ganze Generation der, Kriegstinder, die mit Trockenmilch groß gezogen werden mußte, bis sie endlich durch das Hilfswerk der Quäter nach dem Kriege das erste nahrhafte Essen ihres Lebens bekamen. Der Mensch vergißt schnell, deshalb ist es wichtig, daß er hin und wieder an die Bergangenheit erinnert wird, vielleicht nur so nebenbei, wie es in der kleinen Abteilung auf der Ernährungsausstellung geschieht. Gerade dann, menu er von den anderen Ständen kommt, an denen er durch ledere Rostproben gejättigt wurde, wirkt der Anblid eines gräulichen Etwas, das sich als brotmarkenfreier Zwieback des Jahres 1917 entpuppt, um so stärker. Niemals vergessen: Auf der ersten Seite der Kriegszeitungen hieß es oft: Bom westlichen Kriegsschauplah nichts Besonderes!" Nichts Besonderes, das waren nur ein paar hundert neue Nichts Besonderes, das waren Ariegergräber, nichts Besonderes, das waren nur ein paar hundert zerfette Menschenleiber. Nichts Befonderes, das war das ewige Hungern der Millionen; all dies nichts Besonderes nur Be gleiterscheinungen. Aber an den Hunger gewöhnt man sich nicht troß aller Berfügungen." Die Leute aber, die uns in diesen Krieg in diese Hungersnot geführt haben, die wagen es auch heute noch, uns führen zu wollen. Sie find feinen Heldentod gestorben, sie sind nicht zu Krüppeln ge schossen worden, sie haben nie gehungert! Immer daran denken, stets davon sprechen! Grekow, (16. Fortsetzung.) „Sa. man soll nicht immer an da» Geld denken, das stört die Kirnst, die man in sich Hot. Und es ist doch dos thöher«. Esten, da» können oll« Leute, auch die gemeinsten, aber Orphelia spielen, wie sie stch der Shakespeare gedacht hat, das kann nur ich. Und ich Hab'— wie sagt man— die Pflicht, sie zu spielen. Derstehst dir, Hilde, was ich mein'? Ich kann mich nur nicht so ausdrücken. JD ja, ich versteh dich schon, Kara." „Denn man ist eine Mutter, hat man die Pflicht für die Kinder, die man geboren hat, und muß sich für sie aufopfern. Denn man ist eine Künstlerin, hat man die Pflicht für sein« künst lerischen Ideen, die man hat. Wenn man ist ein Gelehrter, hat man die Pflicht für die Wistenschast. Nirgends steht geschrieben, daß man Pflichten hat, zu esten oder gut zu leben. Aber wo wären di« Menschen, wenn nicht die Mütter und die Künstler und die Gelehrten und di« bedeutenden Leut' vergessen möchten an olle» andere, al, an da», was sie haben geboren... oder erzeugt.». oder was sie gebären wollend „Sa red'st du?' „Ach, nicht nur ich red' so. Tausende reden so, nur sind sie nicht so angelernt wie ich, aus dem Innern olles herauszureden. Wir sind ja Schauspielerinnen, wir können aussprechen,««» ander« Leut'«rdacht haben. Wie müssen wir uns erst klar sein über unsere Gedanken in unserem Kopf?" .La... ja, na komm zur Hebung. Wir warteten an der Ecke de» Gartens auf den rothaarigen Bruder meiner in Lyon lebenden guten Tante.. Wenn Hilde nach einem solcheit Gespräch zu Grubers kam, hatte sie oft Gelegenheit, daran zurückzudenken. Die Gelegenheiten drängten sich sogar, ob sie wollte oder nicht, auf. Da kam das ein« Mal Herr Gruber»en., den man im allgemeinen nur selten zu sehen pstggte— in den Kreisen der jungen Leute, die zu Grubers eing«lad«n waren, nannte man ihn deshalb den„weißen Elefanten", weil man von dem auch nur spricht und ihn niemals sieht— also Herr Gruber senior kam zum Nachtmahl, er wurde van den beiden Mädeln abgeküßt und sprach von allerhand Dwg-n, von Begegnungen in der Stadt und daß der Josef, sein ihm allein zu- geteilter Bureaudiener, sich krank gemeldet habe, wa» sehr unbequem sei. und dann sagte Papa Gruber schmunzelnd und so nebenbei: „Denkt euch Kinder, ich hob' das rote Automobil gekaust, dos euch neulich aufgefallen ist!" Di« Lutz sprang auf und gab dem Vater einen Extrakuß, und die Dely sagte nichts und man redet« von anderen Dingen weiter. Und di« Hilde hört« hier viel von Geld sprechen und was man sich leisten könne, wenn man'o habe, uird wemi sich zwei junge Menschen verlobten, so fragte man zuerst nach dem Gelde der beiden, und wenn man darüber gut informiert war, so erklärte man befriedigt, daß die beiden es gut getroffen hätten, und so rankten sich die Ereignisse de, Leben, ums Geld, wurden von ihm genährt, wurden erlebt, um den Glanz des Geldes, das im Mittel- punkt von allem war, hervorzuheben. Hier ober, unter der Fuchtel der Frau Neumann-Norrek, sprach man von Kunst, von Dichterwerten und von ihrer Berkörperung. Man verhöhnte die Burgschauspieler, die setzt In Schieberspelunken Kabarettlieder sangen, und man wollte ihre Not nicht anerkennen. Man war tn seinen Ulteilen hart und einseitig, aber man war es. «eil man an die Kunst mit Inbrunst glaubte und sie nicht wollte verunreinige» lassen. Hier, bei diesen jungen Leuten, die lernten, di« eigenen Gesichtszüge unter Schmink- und Perücke zu verbergen und eigene Gefühl« nur in fremden, erlernten Worten auszudrücken, hier war es dos erstemal, daß Hilde etwa» sah, wozu sich in der engen Stube nicht Gelegenheit geboten hatte und was den eleganten, witzigen, behaglichen, welterfahrenen Leuten, die bei Frau Gruber zusammenkamen, durchaus fremd war: die Hingabe an etwas, was nicht Person und Verwandtschaft berührte, nicht Wohlsein und. Genuß erhöhte, sondern um seiner selbst willen bestand, di« Hin- gab« an»in, Idee. In der Theaterschule war ein langoufgeschostener Kerl, an dem olle». Gestalt. Haar. Krawatte und Gesten, züngelnde Flamm« schien. Wenn er Sprachübungen absolviert«, dröhnte der Salon der Neumann-Norrek, und wenn er eine kleine Szene zu spielen hatte, demoliert« er vor lauter Kunstbegeisterung mit seinen langen Armen die Einrichtung. „Entweder der Mensch ist ein Genie oder ein Unhold," sagt« dann die Meisterin nervös.„Ich freilich glaube dos letztere." „Der Mensch" hungerte sich vorläufig durch und verbrachte mit einem gleichgearteten, nur etwas kurz geratenen Freunde. einem serbischen Bildhauer namens Botlschitsch. seine Tage in ewiger Verzückung. Ob es eine Statue war, die di« beiden be- wunderten, ein« Opernvorstellung, der sie auf den Stehplätzen der merlen Galerie beiwohnten, ein neuentdeckie» Gedicht von Heine, das Drobouer, der Schauspieler, in seinem Zimmer rezitierte, daß die Scheiben klirrten, si« waren immer— zu zweit— begeistert und selig. „Wissen S'. Fräulein Hilde. Ihnen sag' ich',, ober die Alt« darf's net erfahren: I werd' kein gewöhnlicher Schauspieler. Fallt mir nöt ein, in fedrm Blödsinn aufzutreten, den so«in Mädchen- Händler von an Direktor spielen läßt." I werd' Rezitator. Ich will vor dem Volk rezitieren, net in so ein'm engen Raum, sondern in der Volkshall« vom Rathaus oder gar unter freiem Himmel—- da brauch' ich mich nöt zu fürchten, daß ich irgendwo anstoh'. da Hab' ich Platz für meine B«»«gung«n. So was in der Abenddämmerung vortragen..." Und er legt« los: Auf Trümmer der Bastill« Di« Trikolore gepflanztl E» ist des Volkes Dille- Hier wird getanzt! Krach, hatt« er ein Riesengeböude von metallenem Aufsatz um- geworfen, da» nur dank seinem soliden Material unversehrt bleiben tonnte. Hilde mußt« lochen. „Sehen S', da» haben S' von der allzu stürmischen Begeisterung. Immer hübsch besonnen!" »Da» sagen Si«, eine Künstltnn! Mr hab«n nicht besonnen zu sein, mir haben alles umzustürzen, die Aussätze, di« zu nichts nützen, und die Einrichtungen, in denen solche Aussätze zuviel Platz einnehinen!" „U je, Sie san a Wilder! Lassen S' mich meine Sprach- Übungen machen: Der Inn biegt sich inmitten seines gekrümmten Laufes.. „Lasten G' den Blödsinn konstruierter Sätze! Rezitieren S' Gedichte, was Lobendige», oh, ich werd' Ihnen Freihcitsgedichte beibringen." „Geben S' auf die Vorhänge acht, Herr Drobauer!" „Freiheit! Freiheit! Ich stoß' mich ja allweil an das Glumpert!" Der arme Teufel setzte stch auf einen Fauteuil, der für seine langen Beine viel zu niedrig war, und lernte ein Gedicht aus- wendig, während Hilde das„I" in seinen verschicdenen Tönungen zu modulieren suchte und ein anderes Mädel in einer Ecke leise und teilnahmslos die Berta aus der„Ahnfrau" rezitierte. JDie Alte läßt uns heute warten. Lauft s' wieder wegen ihrer B«s«nrcitcr hemm? Ein prächtiges Weib, die Alt«. Wenn s' nur nicht an der nerstaubtesten Literatur ihrer Jugend so hängen macht! Ihre Jugend— für die Hot g'wiß noch der Schiller g'schrieben!" „Seien Sie nicht gemein, Herr Drobauer, auf di« Meisterin last' ich nichts sagen," rief Hilde. Der Lange sah prüfend auf die Hilde. „Wann t Sie mir onschou', stell ich Sie mir als die Dienerin vor, die dem Volke die rot« Fahne voronträgt. Ja, wirklich. Sö könnten das ganz gut sein. Aber wann i Sie hör'I Pfui Teufel! Wie Si« fad sind, bieder und fadl" Hilde dankt« mit einem Hofknix, den sie bereit» in der Schule Neumann-Norrek gelernt hotte. „Was brouchl's denn, um Sie aus Ihrer behaglichen Bürger- lichkeit hinauszutreibcn?" „Sie, meine behaglich« Bürgcrlichkeit! Wenn Sie mein Budget und meinen Arbeitstag kennen möchten!" „Ich wette. Sic haben noch nichts im Leben nnigemacht, noch kein« Schmerzen, noch kein tiefes Erkenntnis, noch nix. Sehen S', haben Si« schon einen Sonnenaufgang erlebt, beim Bauern auf dem Heuboden, auf den man sich in der späten Nacht hing'stohlen Hot? Haben Si« schon„Tristan und Isolde" erlebt, erlebt, den ganzen Tag nichts dafür im Magen und seit zwei Uhr nachmittags ong'stellt, damit man doch einen Stehplatz erwischt? Haben Si« mit Kameraden im Zelt üb«rnacht«t, ganz feucht ist die Rächt und man fürchtet stch vorm Rheumatismus? Oder haben Sie in der Menge mitdemonstriert? Die Meng«, die schön ist, wenn das Wunder sie ergreift: ja schön sind si«. diese Züge voller Männer und Frauen mit den zusammengeflickten Gewändern und den ob- gearbeiteten Händen. Schön sind sie, sag' ich Ihnen, Tausende, Tausend« mit einem Willen und einer Begeisterung. Haben Sie etwa» davon schon erlebt oder gar alle» miteinander?" „Nein." „Und da wollen Sie a Gem« haben? Da soll ein Vulkan in Ihnen sein, der die Leidenschaften nur so aussispuckt? Di« Theater. schule allein bringt Ihnen kaum ein Talent bei. Ja, kaum ein Talent für di« Naive in«inem Salonlustspiel." Pause. „Seh'n S', wenn man schon nichts Eigene? erlebt hat, so muß man sich tief in das große Erlebnis der Natur oder der Kunst oder des Voltes versenken. Am besten ist es freilich: A Kind müssen S' kriagen und sich bis zur letzten Minute vor der Mutter fürchten, und es dann in aller 5icimlichkeit in einem Kaminett zur Welt bringen." „Sie sind ja blöd!" „Oder Sie müssen alles zusammen mitgemacht haben und noch anderes, und erst durch di« Gesamtheit solcher Eindrücke wird in Ihnen der Funke angezündet, der das Genie bedeutet. Aber Sie san ja zu sad! Mit der Frau Mama einer Premiere in der Loge beiwohnen. Und im Sommer im Kurort paradieren. Im Luxus- Hotel— nicht wahr?"(Fortsetzung folgt.) Rätsel- Ecke des„Abend", iwniiiiiiiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinimiiiiiniiitinimiiiHniiiiiMimmiiiiiiimiiiiinMHiiinuMiniiuiiiiumMiiiiuiitiMiinmwilMwilniBMwn«««»« Rösselsprung-Rebus. Ordnungsaufgabe. berg— dem— den— der— tric er— er— er feld— gott— gunst— in— in_ n«— rech— sei sen— sen— schickt — ström— te— te und— und und— wold— wei— wei— wei— welk— wem— will will wun.—. Diese Silben sind so innzuordnen, daß der erste Der, eine» bekannten Wanderlied«» zu lesen ist. Abstreichrätsel. Karausth«, Petriheil.— Ulcmo, Girlande.— Bulletin, Gelege. — Indien, Zuchtrüde.— Nazaretb, Notturno._ Kassette. Terrine. — Kataster, Kaschemme.— Etappe. Cholera.— Imperlekt, Cherusker. — Internat, Pastete.— Bon den vorstehenden Worten ist je eine Silbe zu streichen, und zwar derart, daß die abgestrichene Silbe eines Wortes der Gruppe 1 mit der der nebenstehenden Gruppe Z ein neue, Wort ergibt. Die Anfangsbuchstaben dieser Wörter nennen ein«« bekannte» Äompouisten. Wabenrätsel. Jede l««r« Wabe ist der- ortigmit«inemBvchftaben auszufüllen, daß die um einen Nummernkreis her- umliegenden Waden jeweilig«in Wort ergeben, dessen Anfang durch«inen Pfeil angedeutet ist und in Uhrbewegung verläuft. Di« Wörter hoben fol- gend« Bedeutung: 1. Be- tleidungsstück: 2. Scherz ausdruck für Angst: Toilettengerät-,<. photo- graphischer Apparat. Doppelsinnig. Es gibt einen Baum, man wird es glauben kaum. aus dem dos Pferd, das Echos, das Rind mit Vorliebe zu finden sind. Auflösungen der Rätsel aus voriger Rummer. Silbenrätsel: 1. Granit: 2. Laer: Z. Sachsen: 4. Eltern: 5. Trikolore: 6. Zigeuner: 7. Zr«ne: 8. Ktrindberg: 9. Taifun; 10. Messina: 11. Artemis: 12. Eidechse: 13. Christian; 14. Thermo- meter: 13. Znnebru»: 16. Glogou: 17. Metropole.—(Gesetz ist mächtig, mächtiger ist die Rat!) Wunderlich: Menelaus. Entzifferungsaufgobe: Das Deutsche Reich ist ein« Republik.(Die Schlüsielwörter hießen: Relk«, Bart, Puschkin, Dante.) E h a r a d e: Froh, Locken, frohlocken. DieRätseltreppe. Wogerccht: Nase. Genre, Debüt, Termin, Nero. Besen.— Senkrecht: Segen, Rede, Butter, Minne, Robe, Sense. Ergänzung, rgtsel: Gemfr, Spule. Gemme, Roman. Grete, Falle, Klage, Nonne, Rinde.— Muemmelmarm. Schieberätsel. WERKTAG S CH» I D E M A K M K O M P J, IMENT l A U B A N 5 U R G R U INS OLPE REG I ERUNG U H» 4 1 N E Zum deutschen Turnfest. Von Wilhelm Sollmann, Köln. Wir wollen den Erfolg des deutschen Turnfestes nicht verHeinern. Einen ähnlichen Massenaufmarsch hat Köln feit den Mobilmachung stagen nicht mehr erlebt. Ein großes, ein großartiges est tonnte die Deutsche Turnerschaft uns zeigen. Mehr aber auch richt. Wenn es ihnen genügt, uns soll es recht sein. Nur möge niemand uns einzureden versuchen, daß noch etwas wie das Feuer einer Idee in den Marschkolonnen dieser Bewegung glühe. Jeber Tisch- und Weiheredner machte pflichtschuldigst seine Berbeugung vor dem biederen Turnvater Jahn. Galt doch bas Ganze dem 150. Geburtstage des Alten. Es ist gerne zuzugeben, daß das geistige Teftament dieses knorrigen Rebellen nicht an eine Ueberfülle non Gedanken leidet sonst würde seine Brust schmerlich zwischen Trinthörnern und Messingpokalen in den Vereinsräumen des -SOP wax in den Geſtreben wenig zu finden einen Gedanken und zielen Jahn, so begrenzt er außerhalb des Gebietes seiner Meisterschaft, dem Turnplate war, wollte mehr erziehen als Turner. Ein freies Boll auf freiem Grunde- er mußte, daß die Herrenmächte, die folchem Ziele sich entgegenstellen, außerhalb der Turnriege ge padt werden müssen. Zu seiner Zeit war die Zurnerei eine politische Freiheitsbewegung. Was ist sie heute? Seitdem man die Kaiserhurras durch ein Telegramm an den Herren Reichspräsidenten ersetzt selbstredend erst, seit er von Hinden -burg heißt ift man neutral gegen alles, was nur von Ferne nach einer Ueberzeugung aussieht. Baterland" gewiß, Einheitsgewiß, Einheitsſtaat schon nicht, und über demokratische Republik darf in der Deutschen Turnerschaft, die den Demofraten Bahn feiert, nicht gesprochen werden. Im Weitsprung mag die Deutsche Turnerschaft nach Bedeuten des leisten, sonst aber tritt sie seit langen Jahren auf der Stelle und muß daher weit hinter der Entwidlung zurüdbleiben. Die Führer der Deutschen Turnerschaft beklagen, daß die Arbeiter Turn- und Sportbewegung getrennt von ihnen marschiert. Die Unmöglichkeit, die beiden großen Kraftströme förperlicher Erneuerung unseres Boltes zu einen, wird manchem nie deutlicher geworden sein, als in diesen Turnfesttagen. Das kann ohne fleinliche Gehässigkeit oder gar Feindschaft gesagt werden. Die Arbeiter- Turn- und Sportbewegung muß ihren eigenen Weg gehen, und fie geht ihn gut. Wir wissen wohl, daß auch in der Deutschen Turnerschaft sozialistische Menschen wirken auch kommunistische Wähler, und zwar nicht vereinzelt aber es ist unbentbar, daß dort starte sozialistische Temperamente fich betätigen, denen alles, was sie denken und tun, nur zu dem einen Ziele gilt, Welt und Menschen im Geiste des Sozialismus zu erneuern. Der fozialistische Turner und Sportler fann nicht einen Tag seines Lebens neutral fein gegenüber den ungefunden, mangelhaften, menfchen feindlichen, gesellschaftlichen Zuständen, die eine freie Entfaltung der Bersönlichkeit den meisten unmöglich machen. Unsere Körperfultur hat, was den anderen fehlt: eine Idee. Sie ruft nicht nur den Körper zur höchsten Anspannung auf, fie erzieht zugleich Gehirne und entwidelt feelische Kräfte für den Aufstieg der Masse Mensch. Ihr genügt der Mann nicht, der am Barren Meister ist, ihr genügt das Mädel nicht, das in der Schwimmbahn bie Muskeln adelt. Diese proletarische Bewegung will den ganzen Menschen in den Dienst eines großen allgemeinen Erneuerungsmertes stellen. Das hebt sich ab von der Deutschen Turnerschaft und nicht zum Nachteil der Unsrigen. Nach einem von den Turnern gern zitierten Dichterwort stärkt und erfreut die Turnerei nicht nur den Körper fondern er. mutigt und träftigt auch Seele und Geift. Nach hundert Jahren Zurnerei möchten wir davon in den Reden, Schriften und Taten der Deutschen Turnerschaft endlich etwas mehr verspüren. Zwischen den sozialistischen Jugend und der sozialistischen Turn und Sportbewegung ist enge Gemeinschaft. Ist der Deutschen Turnerschaft noch nicht aufgefallen, daß weder in ihr Rennens wertes von dem lebensreformerischen Willen der deutschen Jugendbewegung zu entdeden ist, nach in den Jugendbünden viel pon dem Einflusse des Sie äußerlich fo gewaltigen Zurnerbeeres? marschieren laut und bröhnend diese Turner, fie marschieren, aber pon dem Geiste neuer Jugend ist nichts in ihren Reden, nichts in ihren Liedern. Der hat Turnpater Jahn wirklich nichts zu geben. Unmöglich, daß irgendein geistig ringender Jugendbund, und sei er noch so national, um den würdigen Alten im Barte sich sammelte. Die Deutsche Turnerschaft ahnt nichts von dem, was die deutsche Jugend bewegt. iffen wir es? Wissen es die Parteien? Wir geben uns Mühe, bie Stimme der Jugend zu hören. Mehr können wir nicht sagen. Diese Jugend wird schmerer als die Generation vorher in die übertommenen organisatorischen Formen einzufpannen fein. Sie ist gläubig, aber weniger an Programme, Kirchenlehren und Theorien als an sich selbst. Die Gewedtesten juchen nicht nur jenseits der nationalen, sondern auch jenseits der Partei und Konfeffionsgrenzen Rameraden, Freunde. Arbeitsgemeinschaften wie die auf der Freusburg im Siegerlande sind dafür ein startes Zeichen. Junge Menschen von den Bölkischen bis zu den internationalen Sozialisten, von orthdogen Broteftanten und tirchenfesten Statholiten bis zu ebenso energischen Atheisten laffen fich an einem Tage Bors träge halten von Menschen ganz verschiedener Geiftigteit, die nach ehernen Parteigesetzen von Emigfeit zu Ewigkeit in fein Koalitionsverhältnis gehören. Diese Jugend, in der sich natürlich beinahe jede religiöfe, politische oder fulturelle Richtung für revolutionärer hält als die andere, diskutiert tagelang miteinander, gegeneinander, auch durcheinander, ohne daß ein Ordnungsruf fiele poder gar ein par lamentarischer Hinauswurf sich nötig magte, wie in jenen hohen Häusern, die mehr das Bolt als sich selbst regieren. Diese Jugend ift geleitet nur von einer Disziplin, die Klarheit und Entfchloffenheit im Geiftestampfe nicht ausschaltet: von der Achtung vor Der Bersönlichkeit und leberzeugung des Gegners, der freilich zeigen muß, daß er für eine Anschauung geistig ficht. Der Sozialist mird auf solchen Tagungen immer mit scharfen Sinnen auf mei Gruppen bliden: die Religiösen und die Rationalisten. Sie allein bewegen neben dem Sozialismus Maffen, wenn man die Marschmufit der deutschen Turner nicht als geistige Bewegung anerkennen will. Und es ist eine große Hoffnung Diese Religiösen und diese Nationalisten beginnen in ihren führenden Menschen die Kirchenphrafen vor der Religion und die Barteiphrafen von der Idee zu scheiden. Auch Ichwarzweiß rote Jugend höhnt über verschwommene Boltsgemein Ichaftsideologie", die von den Bätern dieser Jugend zu nationalen Festreden perarbeitet werden. Der Führer jungnotionaler Jugendschaft jagt gerade heraus: Die ausschlaggebende Bedeutung der tanonischen Berhältniffe als # Lugnis( Laufig) hatte ein Pflichtfpiel gegen Benzig zu absol nieren, das es mit 61:34 Punkten in guter Form erledigte. Bei den Frauenspielen unterlag Neukölln schon in der Vorrunde den Frauen von Brieg mit 70:58 Punkten. Auch das Pflichtspiel Weißwasser( Lausitz) gegen Neukölln perloren letztere mit 56:52 Bunften. Die Trommelballspielerinnen Branden= burgs verloren das Spiel gegen Rottbus( 16. Kreis) knapp Unterbau des politischen, rechtlichen und tultumit 114: 106 Punkten, während sie das Pflichtspiel gegen rellen Geschehens, die ja der Ausdrud fanonischer Zustände Königszelt( Schlesien) mit 114: 71 Punkten überlegen gefind, wird erkannt und beweist damit, daß fein nationales Hahnentuch dicht genug ist, um das Leuchten margistischer Erkennt niffe auf die Dauer verdunkeln zu können. winnen fonnten. In den Schlußspielen standen sich bei den Frauen Brieg und 2Beißwasser gegenüber; Weißwasser fonnte bei einem technisch hochstehenden Spiele mit 46: 40 Punkten geminnen. Das Trommelballspiel brachte den Rottbussern einen überlegenen Sieg über die technisch nicht gute Mannschaft von Königszelt mit 173: 95 Punkten. Das mit Spannung erwartete Endspiel Branden= Die Jugend in allen geistigen Lagern- wir wollen ihr forschend ins Antlitz blicken. Die Jungmannschaft der deutschen Turner jedoch, die jetzt durch Köin marschierte, zeigt nicht die leiseften Spuren einer charakteristischen Prägung durch die Idee. Wir lassen den breitenburg gegen Lugniß sah die Lugnißer schon nach 10 Minuten Strom gleichmäßig an uns vorüberziehen. Die neue deutsche Jugend trägt er nicht. Ländermannschaft schlägt Berlin. deutschen Ländermannschaft und der Städtemonn Das mit großer Spannung erwartete Treffen zwischen der fast Berlins ist vorüber. Die Berliner zogen sich einigermoßen gut aus der Affäre. Allerdings auch erst in der zweiten Spielhälfte, nachdem der halblinke Spieler ausgewechselt wurde. Berlin hat Anstoß, gegen Wind und Sonne. Sofort hat sich die Ländermannschaft in den Befiz des Balles gesetzt. Einige Plänkelei vor dem Berliner Tor führt nur zu einer Ecke, die wohl präzise eingegeben wird, doch nichts einbringt. Dann versucht Berlin einen gegeben wird, doch nichts einbringt. Dann versucht Berlin einen Vorstas; es bleibt aber bei dem Versuch. Hier zeigt sich schon die Talentlosigkeit des Berliner Halblinken. Die sichersten Situationen werden von ihm ausgelaffen. Ueberdies sind seine Vorlagen jo schlecht, daß auch die anderen Spieler versagen mußten. Wieder kommen die ,, Deutschen" vor. Berlins rechter Läufer gibt nicht an den Torwart zurück. Dagegen steht der Mittelstürmer der Ländervertretung bereit, und der Ball sitzt im Netz. Gleich nach dem Anstoß verpaßt die Verteidigung der Berliner wieder den Ball. Kurz entschlossen schießt der Halbrechte, dod) knapp über der Latte landet der Ball im Aus. Mehr und mehr wird Berlin eingeschnürt. Die Ländermannschaft zermürbt die Berliner durch kurzes zuspielen Ländermannschaft zermürbt die Berliner durch kurzes zuspielen immer mehr. In der 22. Minute sendet dann Halbrechts mit scharfem Schuß zum zweitenmal ein, Auch der dritte Erfolg läßt nicht lange auf sich warten. Mit 3: 0 geht es in die Pause. Die zweite Spielzeit sieht dann die Berliner mit einem neuen Halblinken. Sofort gibt es auch ein anderes Bild. Das Spiel ist jest vollkommen offen. Zeitweise drückt Berlin sehr. Der Sturm zeigt jetzt mehr Zusammenhang. So bleibt es auch nicht aus, daß der Halbrechte den ersten Treffer anbringen kann. Durch diesen Erfolg werden die Einheimischen mehr und mehr angespornt. Der Sturm der Ländermannschaft spielt auf ,, marten". So bleibt es eine Zeitlang. Da läuft Berlins Halbrechter durch. Scharf fliegt der Ball aufs Tor, doch die Latte zeigt sich als Retter. Der Ball springt ins Feld zurüd. Berlins Halblinker steht aber bereit und sendet ein. 3: 2 lautet das Resultat, Wohl perfucht auch die Ländermannschaft, das Resultat zu verbessern. Die Hintermannschaft Berlins ist aber das Resultat zu verbessern. Die Hintermannschaft Berlins ist aber auf den Boften. Auf der anderen Seite geht der Rechtsaußen mit dem Ball auf und davon. Kurz vor dem Tor bleibt er stehen und sendet dann unhaltbar zum Ausgleich ein. Beide Mmnschaften spielen jeßt auf Sieg. Kurz vor Schluß sendet dann der Mittel stürmer der Ländermannschaft zum fiegbringenden Tor ein. im Vorteil. Durch das finessenreiche Spiel des Einschenfers wurden mit 33: 12 Borteilen für Lugniß die Seiten gewechselt. Nach der Pause spielten die Brandenburger etwas besser, fonnten ober den großen Borfprung des Gegners nicht mehr pink file mird bessere Mannschaft siegte durch ihr taktisch gutes Spiel; mitzureden haben. bei den Endspielen um die Bundesmeisterschaft ein wichtiges Wort Um die Wasserballmeisterschaft. Das Spiel Neukölln gegen 11nion- Berlin entwickelte sich äußerst flott, Neukölln konnte furz nacheinander zwei Tore einsenden. Union holte dann ein Tor auf, aber kurz vor Halbzeit stellte Neukölln das Resultat auf 3: 1. Union erzielt nunmehr durch gutes Zusammenspiel das 2. Tor, kurz darauf stellt Neukölln das Resultat auf 4: 2. Ein für Union gegebener Strafwurf wird zu einem Tor verwandelt. Neukölln spielt schließlich nur noch mit fechs Mann, stellt aber trotzdem das Endergebnis auf 5: 3. Im Spiel Weißeniee gegen Neukölln fiel nach 2% Minuten das erste Tor für Weißensee. 3wei Minuten später gelingt es Neukölln durch gutes Bordribbeln seines Mittelstürmers, das einzige Tor des Tages zu schießen. Halbzeit 2: 1. Dem schnellen Tempo Weißensees können die Neuköllner nunmehr nicht Endergebnis 7: 1 für Weißensee. 23eißensee ist somit Kreismeister und nach dem Ergebnis vom Sonntag gegen Senftenberg 13: 1 auch reisverbandsmeister. mehr folgen. Neptun= Am 12. August spielen in Osnabrüd nunmehr um die Bundesmeisterschaft Ostdeutscher Kreisverband( Weißensee) gegen Norddeutschland( Hannover- Linden); Mitteldeutschland( jedenfalls Leipzig) gegen Süddeutschland ( jedenfalls Mannheim). Sportfest in Schenkendorf. Am Sonntag hatte auch Schenkendorf, ein Dorf mit 300 Einmehnern, sein Arbeitersportfest. Vereine aus Drewig, 3- hlendorf, Teltow, Ruhlsdorf, Marienfelde, Sputendorf usw. unterstützten die Schenkendorfer, so daß der Erfolg nicht ausblieb; über 100 Sportgenoffen beteiligten sich an den Wettkämpfen. Unter mie schlechten Blazverhältnissen die Provinzvereine arbeiten müssen, zeigte fich auch bier und das ist bei dem Wettkampfergebnis zu berücksichtigen. Wer des öfteren die Provinzvereine des 1. Kreises Des Urbeiter- Turn- und Sportbundes besucht hat, merkt deutlich, wie Berlin sich selbst von der Provinz isoliert. Die Unterstügung der Berliner Vereine bei Veranstaltungen in der Provinz läßt noch viel zu wünschen übrig. Ostdeutsche Faustballmeisterschaften. 308 Tuntte, 3. Sube( Publsdorf) 378 Bunkte, Grauen Dre lampj: 1. 3. SafeAm vergangenen Sonntag fanden in Penzig( Baufig) die Ausscheidungstämpfe um die oftbeutsche Berbandsmeisterschaft im Faust- und Trommelball statt. Bon den Brandenburgern nahmen Brandenburg a. d. Hapel im Faustball- Männer und Trommels Der ball- Frauen und Neukölln in Faustball- Frauen teil. 1. Kreis, der jahrelang die Meisterschaften in allen drei Spielarten inne hatte, mußte sich diesmal den Mannschaften des 16. Kreises beugen. Im Faustball- Männer spielte Brandenburg gegen Rönigszelt( Schlesien) und gewann leicht mit 35:28 Puntten. Männer Fünftampf: 1. Fringel( Telten) 402 Punkte, Hinze( Dremit) Toff( Premis) 190 Bunkte, 2. Fischer( Drewis) 160 Punkte, 3. Fechner( Drewis) 159 Bunfte. Jugend Dreitamuf: 1. Rähmer( Marienfelde) 285 Tunkte, 6 Thäle( Marienfelde) 259 Punkte, 3. Bogt( Marienfelde) 259 unite. Männer 4X100 Weter: 1. Teltow( komb.) 51 Sef., 2. Zehlendorf 31,3 Gef, 3. Echenkendorf 53 Eck. Männer 1500 meter: 1. Sube( Buhlsdorf) 4:14 min., 2. Brüggemann( Echentendorf) 5:23 Min., 3. Einsiedel( Behlen. dorf) 5:28 Min. Richtigstellung. In dem Bericht über das Schwimmfest in Finsterwalde in Nr. 356 unseres Blattes muß es heißen: Die Jugendlagenftafette wurde von Neukölln mit 10 Meter Vorsprung gewonnen, nicht verloren. Die Amsterdamer Olympiade. dem Deutschen Meier mit 7,39 Meter und dessen Landsmann Röchermann mit 7,35 meter. 0 In den leichtathletischen lebungen ist es den deut| Haiti mit 7,58 Meter, sowie Bathes- Amerifa mit 7,40 Meter und fchen Teilnehmern an den ersten brei Tagen nicht möglich gewesen, einen olympischen Sieg zu erringen. Im Weitsprung blieb Dober. mann, auf den man große Hoffnungen gesetzt hatte, weit unter feiner sonst gezeigten Form. Beffer schnitt Engelhardt in dem Rennen über 800 Meter ab, in dem er zweiter wurde. Im einzelnen ist über die Spiele vom dritten Tage zu berichten: Dem Rennen über 800 meter wohnten 20 000 Menschen bei. In der neuen olympischen Refordzeit pon 1: 51,8 fiegte der Eng länder Lowe, der den gleichen Wettbewerb vor vier Jahren schon in Paris an sich gebracht hatte. Beim Einbiegen in die Gerade lagen die Läufer noch in einem dichten Knäuel beisammen, dann machte sich Lome frei und gewann sicher. Im Kampf um die Pläße siegte der Schwebe Rylehn, und dann schoß Engelhardt durchs Ziel Schwebe Rylehn, und dann schoß Engelhardt durchs Ziel in der guten Zeit von 1: 53,2. Die Favoriten Lloyd Hahn- Amerika und S. Martin endeten im geschlagenen Felde. Einen sehr breiten Raum in dem Programm des Dienstag nahmen die Läufe über 200 meter ein, waren doch zunächst 15 Vorläufe und später noch sechs Zwischenläufe zu erledigen. Der deutsche Kandidat d) üller gewann seinen Zwischenlauf in 22 Setunden gegen Cumming- Amerita, während Körnig in der olympischen Rekordzeit von 21,6 vor dem 100- meter- Meister WilliamsKanada und Borah- Amerika einfam. Beide haben sich für die Entscheidung qualifiziert, nur Schlöste ist gegen Legg- Sübafrifa( 21,8) und Gill- England ausgeschieden. Im Lauf über 110 Meter Hürden stand Steinhardt Karlsruhe vor einer sehr schweren Aufgabe. Den Vorlauf beendete er amar als 3weiter hinter dem Engländer Lucas, im 3mischen lauf reichte es jedoch in dem non Dye- Amerita in 14,8 von Gaby England gewonnenen Lauf nur zum fünften Blaz, und damit maren feine Aussichten vernichtet. 3ur langen Strede über 5000 meter traten die Deutschen Am besten hielt fich noch Rohn, der Rohn und Boltze an. hinter Smith Amerika, Bide- Schweden, Johnston- England und Nurmi- Finnland einen guten fünften Blazz herauslief, während 301ge im zweiten Lauf nur siebenter werben fonnte. Hier siegte der Schwede Etlöf in 15: 07,4 vor dem Finnen Ritola. Im Weitsprung schieden Dobermann, der ebenso wie der Ameritaner Subbard über 7,11 Meter nicht hinaustam, und auch Schlöste, der nicht einmal die Siebenmetergrenze erreichte, fchon im Borkampf aus. Mit der olympischen Retordleistung von 7,73 meter fiegte schließlich der Amerikaner Samm por Cator. F Die Entscheidung im 100- meter Lauf der Damen fiel zugunsten der Australierin Robinson aus, die in 12,2 sicher gegen Rosenfeld Kanada und Smith Kanada gewann. Fräulein Steinberg Berlin hielt sich zunächst gut, fiel dann aber auf den vierten Platz zurück, während Fräulein Schmidt- Bremen von der Teilnahme am Endlauf ausgeschlossen wurde, weil sie zwei Fehlstarts verschuldet hatte. # Das Diskuswerfen der Damen beendete die Polin Konopada mit der Weltrekordleistung von 39,62 Meter als Siegerin. Die Amerikanerin Copelan besetzte mit 37,08 Meter den zweiten Play, während die Deutschen Reuter( 35,92 Meter) unde ublein( 35,56 Meter) sich mit dem vierten und fünften Platz begnügen mußten. Ein weiterer Weltrekord wurde später von dem südafrikanischen hürdenläufer Weightmann Smith mit 14,6 Set, erzielt. Der Wettkampf im Modernen Fünffampf wurde mit dem Schießen eingeleitet. Hier stehen die Aussichten für die deutschen Teilnehmer durchaus günstig, denn Oberleutnant Har- Berlin gemann unter 37 Teilnehmern mit 196 Ringen vor Olsen- Dänemark mit 194 und Berg- Schweden mit 191 Ringen. Von den beiden anderen deutschen Bewerbern erzielte Leutnant Kahl 184 und Oberleutnant Hölter 159 Ringe. In der Vorentscheidung des Mannschaftsflorett fechtens war Italien mit 10: 6 gegen Frankreich und mit 13: 3 gegen Belgien siegreid), Argentinien unterlag gegen Frankreich mit 7: 9. Das Programm der nächsten Tage. Mittwoch, 1. Auguft: 110 Meter Hürden( Entscheidung), 200 meter( 3wischenläufe und Entscheidung), Stabhochsprung( Entscheidung), Disfuswerfen( Entscheidung), 800 Meter für Damen( Borläufe), 2000 Meter Hindernislauf( Borläufe), 1500 Meter( Vorläufe), Freier Ringfampf, Fechten( Einzelkampf Florett), Moderner Fünftampi( Schwimmen). Donnerstag, 2. Auguft: 800 Meter für Damen( Entscheidung), 1500 Meter( Entscheidung), 400 Meter( Borläufe), Speerwerfen( Entscheidung), Dreisprung( Entscheidung), Freier Ringkampf, Fechten ( Florett für Damen), Rudern, Segeln, Moderner Fünftampf ( Fechten). Bootstaufe bei„ Collegia". Am vorigen Sonntag fonnte der Ruderverein„ Collegia" wieder drei neue Boote( Vierer) von Köpenick durch Berlin nach dem Bootshaus Tiefwerder bringen. Wenn man in Betracht zieht, welche ungeheuren Opfer notwendig sind, um auch nur ein neues Boot zu beshaffen, das doch immerhin 1200 m. fostet, so muß man um so mehr die Leistung der Mitglieder dieses Vereins anerkennen. Die drei Boote haben durchweg Namen, die der Arbeiterbewegung entnommen sind. Die Taufe wird am nächsten Sonntag im Anschluß an die interne Regatta des Vereins, die von 2 bis 4 Uhr nachm. vor dem Bootshaus in Tiefwerder stattfindet, vorgenommen. Der Republikanische Motor- Yacht- Club von Deutschland begeht den Verfassungstag am 11. August mit einer großen Feier im ,, Schwedischen Pavillion", Wannsee. Republikanische Motorbootsbefizer, Wassersportler und Wassersportfreunde sind hierzu eingeladen. Sie erfahren Näheres durch die Geschäftsstelle, BerlinB.-Biol hot Miter. Ithen posted, our te en Partei, damit die braven Rommuniffen als getreue Inter tanen des Brauereikapitals die Uebervorteilung ihrer Arbeitstolle. Der KPD. Zweck heiligt das KPD.- Mittel. Die Theorie ist nichts, das Geld ist alles mogen begünſtigen. Aber natürlich iſt die Kommunistische Partei die In der Mitropa" in Botha ist eine Kantine, die an die Arbei.erschaft, Bier zum Preise von 30 Pfennigen für den halben Liter abgibt abgibt. Eine andere Brauerei wollte das Bier zum Preise von 25 Pf. liefern. Selbstverständlich wollten die Arbeiter das billigere Bier beziehen, das ihnen bereits durch einen Arbeiter im Einzelverkauf vermittel. wurde. Betriebsratssitzung über die Bierlieferung. Der Betriebsrat beschloß, das teuere Bier beizubehalten, Sem Arbei.er, der billigeres Bier vermittelte, den Bierverkauf zu untersagen. Der teueren Brauerei wurde also ein Liefe= rungsmonopol auf Kosten der Belegschaft gegeben. Hier wird die Kleinigkeit erstaunlich. Noch erstaunlicher aber wird sie, wenn man die Gründe zu diesem Beschluß erfährt. Der Betriebsrat hat einen kom mu fommu und Schöneberg, Berchtesgadener Straße 18/19, Telephon: Stephan 5790. nistischen Der kommunistische Vorſizende Borsigenden und Corfiende namens Otto Vereinskalender. Freier Sportverein Berlin XII. Die Turnabteiiung Lichterfelde Froh und Frei begeht am 4. August in den Lichterfelder Festsälen, Zehlendorfer Str. 5, ihre 30- Jahr- Feier. Die Arbeitersportler sind hiermit herzlich eingeladen. Montag, 6. Auguft, Sigung aller Wasserballschiedsrichter und Vereinsmafferballobicute im Kartellhaus Landsberger Str. 82, um 20 Uhr. Ruderverein Collegia. 2. August Versammlung im Vereinslokal Wielandftraße 4. 4. Auguft nachmittags Arbeitsdienst im Bootshaus. 5. Auguft, 14 Uhr, interne Regatta, anschließend Bootstaufe. Röder, erklärte, daß man der teueren Brauerei die Lieferung nicht entziehen könne, da die Kommunistische Partei jährlich 500 M. von der Brauerei erhalte, und die tommunistishe Mehrheit stimmte ihm bei. Also Tatbestand: Eine Brauerei macht auf Kosten der Arbeiter durch die Ueberteuerung des Bieres einen Egiraprofit. Von dem Ertraprofit stiftet sie einen Bruchteil der Kommunisti Feine Kommunisten das! Brautapikaltommunisten! Gewerkschaftsfest in Treptow. Der Ortsauschuß Berlin des ADGB. und das Drtskartell Berlin des AfA- Bundes veranstalteten zum Sonntag, den 26. August, ein Gewerkschaftsfest in Treptom mit hervorragenden Darbietungen, deren Abschluß ein Riesenfeuerwerk bildet. Alles Nähere erfahren die Gewerkschaftsmitglieder durch ihre Verbände. Die Jugendweihen in Lichtenberg finden im Rahmen der weltlichen Schule statt und zwar am Sonntag, dem 23. September, 10 ind 13 1hr, im Feitsaal des Reform- Realgymnasiums an der Bartaue. An. meldungen von Kindern die nicht die weltliche Schule besuchen nehmen entgegen: Genosse Rektor Lenz, Schule Scharnweberstr.; Genosse Rektor Priebe, Schule Marktstr. 13; Genosse Rettor Schlider, Schule Pfarrstr.; Genosse Reftor Sänger, Schule Friedrichstr.; Genosse Rettor Wölferling, Schule Holteiftraße. In der Schulzeit von 11-13 116r. Beim Genosse: t A. Rafewig, Gärtnerstraße 6, abends nach 6 Uhr. Bei der Anmeldung find 0,50 M. Einschreibegeld zu entrichten. Der Borbeitungsunterricht beginnt am Dienstag, dem 14. Auguſt. Berantwortlich für die Redaktion: Engen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch. druckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sicrzu 1 Beilage. Geschäfts- Anzeiger Bezirk Süden- Weften. Racther& Lamparsky A.- G.Billig Bezugsquelle für Obstverwertung Berlin NW 81 [ B. 12 Berlin NW 87 Lieferantin von Großbetrieben G.F.5] Herrenkleidung F. Hamburg, Bin.- Steglitz Feine Herren- Ausstattungen E Vorzüglichen Bien's Festsäle Weißkäse Kreuzbergstraße 48 an der Katzbachstraße Täglich außer Dienstag und Freitag Großer altdeutscher Ball Rundtänze Zwei Kapellen Ende 3 Uhr Q. Rackwitz Nfl. Groß- Destillation 1. Am Blücherplatz( Planufer 24) II. Am Hermannplatz( Kottbusser Damm 36/37) III. Wiener Straße 15( Ecke Lausitzer Straße) Restaurant zum Alexandriner Inhaber: Karl Wolter Alexandrinenstraße 37 a Säle und Vereinszimmer für Organisationen und Vereine in jeder Menge zu billigen Preisen empfiehlt zu schnellster Lieferung Schloßstr. 102-103 Berufskleidung Blinde, Invaliden und Witwen erhalten 5 Prozent Preisermäßigung! 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