Morgenausgabe Nr. 361 A 184 45.Jahrgang Böchentlich 85 Big. monatfid) 3,00 BL im voraus zahlbar, Boftbezug 4,83 2. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. * Der Bormärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illuftrierte Beilagen Bolt und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen timme", Technit", Blid in bie Bücherwelt und Jugend- Vorwärts". Vorwärts Berliner Boltsblatt Donnerstag 2. August 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipaitige Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart Rleine Anzeigen" das fettget orudte Wort 25 Pfennig( zulässig zwe. fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Bfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Brennig, iedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmart! Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Lindenraße 3. wochentagl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donboff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Verlag G. m. b. H. Jetzt wird reformiert! Beseitigung der Mißstände bei der Eisenbahn in Bayern.- Erklärungen im Verkehrsausschuß. Anläßlich der letzten Eisenbahnunfälle, die insbesondere bas süddeutsche Netz der Deutschen Reichsbahn betroffen haben, fand gestern unter Borsiz des Reichsverkehrsministers v. Guérard und unter Beteiligung des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahngesellschaft Dr. Dorpmüller eine eingehende Aussprache mit Mitgliedern der Fraktionen des Reichstages statt. Die geladenen Vertreter der Bayerischen Boltspartei maren nicht erschienen. Bei Eröffnung der Sigung gedachte der Reichsverkehrsminister der tiefbeklagenswerten Opfer des heutigen Unglüds und Sprach der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft feine Anteilnahme aus. Dieser Anteilnahme schlossen sich sämtliche anwesenden Herren an. Der Reichsverkehrsminister erläuterte den 3wed der Besprechung und betonte hierbei, daß, um die höchste Betriebssicherheit zu erzielen, die kostenfrage teine Rolle spielen dürfe. Bostschedkonto: Berlin 37 536. Banktonto: Bank der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 Reform der Sozialversicherung Bum 32. Deutschen Krantentaffentag. Die Reform der Sozialversicherung gehört mit zu den sozialpolitischen Aufgaben des neuen Reichstages. Im Mittelpunkt des 32. Deutschen Krankenkassentages, der vom 5. bis 7. August in Breslau stattfindet, steht deshalb auch diese Darüber hinaus bestand Uebereinstimmung, daß die Dienstverbandes Deutscher Krankenkassen, Helmut Lehmann, wird Frage. Der geschäftsführende Borsigende des Haupteinteilungen bei der ganzen Reichsbahn einheitlich sein in seinem Vortrag:„ Reform der Reichsversicherungsmüssen. Die Dienfteinteilung der norddeutschen Bahnen ist auf die füddeutschen Bahnen auszudehnen, da fie für die Betriebsführung und die Erhaltung der Spannkraft des Personals zwedentsprechender ift. Mit Bezug auf das Münchener Unglüd wurde hervorgehoben, daß an Tagen besonderer Inanspruchnahme des Personals, z. B. bei starkem Verkehr oder bei großer Hize, Verstärtungs per jonal mehr als bisher vorzusehen ist. Billigung fand auch die frühere Feststellung, daß zur Ueberwachung der Oberbauarbeiten weitere Kontrollen notwendig und daß die Umbauten tunlichst zu beschleunigen sind. Außerdem wurden eine Reihe weiterer Maßnahmen erörtert, so die Fragen der Vereinfachung der Dienst vorschriften. Dieser Auffassung stimmte der Generaldirektor der Deutschen Reichs: einer Nachprüfung der Dienstbauer bestimmungen, die bahngesellschaft bei. Ursachen und Folgen jedes einzelnen Unglüds Fragen der 3uggeschwindigteiten, der Berstärkung des wurden alsdann ausführlich durchgeprüft. Besonders eingehend technischen Dienstes und der eventuellen Verminderung des wurde darüber verhandelt, ob die Streden und Bahnhöfe Berwaltungsdienstes. Es wurde von den anwesenden Bertretern mit ihren Sicherungseinrichtungen, sowie die Bedes Reichstages besonders betont, daß die Verhältnisse in anspruchung des Personals den Anforderungen einer Süddeutschland einer scharfen Machprüfung be. geordneten Betriebsführung, besonders in Süddeutschland, genügen. dürfen. In Uebereinstimmung mit der bereits veröffentlichten Pressemit teilung über die am 26. Juli d. I. stattgefundene Besprechung zwischen dem Reichsverkehrsminister und dem Generaldirettor wurden die damals vereinbarten Maßnahmen zur Sicherung des Betriebes allseitig gebilligt. Diese Maßnahmen betreffen ins besondere folgendes: Im Hauptbahnhof München werden die bestehenden Blodeinrichtungen sofort durch zwischenzeitliche Verbesserungen vervollkommnet. Die Fertigstellung der im Gange befindlichen endgültigen zentralisierung der Sicherungsanlagen des Bahnhofs wird mit allen Mitteln und ohne Rücksicht auf die Kosten beschleunigt. Die übrigen, noch nicht mit zentralisierten Sicherungsanlagen ausgerüsteten Bahnhöfe werden unverzüglich darauf nachgeprüft. welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um bis zur Fertig stellung solcher Anlagen die Sicherheit des Betriebes zu erhöhen; die Durchführung dieser Maßnahmen wird beschleunigt. Gegen den Krieg! Machtvolle Kundgebung der Sozialdemokratie. Kommunisten gegen die Friedensfundgebung. Unbeschadet der unverzüglichen Durchführung der zwischen Reichsverkehrsminister und Generaldirektor schon vereinbarten Maßnahmen wurde beschlossen, einen besonderen Arbeitsausschuß einzusehen, deffen Aufgabe es ist, die gesamte Sicherheitsfrage der Reichsbahn eingehend durchzuprüfen. Die Zusammensetzung dieses Ausschuffes, der nicht zu groß sein soll, wurde dem Reichsverkehrsminister überlaffen; der Ausschuß soll seine Arbeiten tunlichst bald aufnehmen und über das Ergebnis berichten. Die Frage der Zusammenſegung des Arbeitsausschusses ist seitens des Reichsverkehrsminister unverzüglich in Angriff genommen. Im Anschluß an die Tätigkeit des Ausschusses wird die Deutsche Reichsbahngesellschaft eine ausführliche Denkschrift ausarbeiten. welche die einzelnen Unglücke und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen darstellt. Kommunisten stören eine sozialdemokratische Rundgebung gegen den Krieg! Sie haben gestern den Beweis geliefert, Die daß die Kommunistische Partei das organisierte Verbrechen gegen die Arbeiterschaft ist! Die Sozialdemokratische Partei Berlins hat gestern im Humboldthain eine wuchtige, eindrucksvolle Kundgebung gegen den Krieg abgehalten. Viele Zehntausende waren dem Rufe der Sozialdemokratie gefolgt. Die Sozial. demokratie und ihre Macht das ist die sicherste Bürgschaft gegen ein neues Kriegsverbrechen. Die Kommunistische Partei hat ihre Anhänger zu organisierter Störung dieser Kundgebung aufzu organisierter Störung dieser Kundgebung auf gefordert. Mehrere Haufen von Kommunisten haben den Versuch unternommen, diese Barole in die Tat umzusetzen. Sie haben die Demonstranten mit wüsten Zurufen beschimpft, sie haben den Versuch gemacht, auf sie einzuschlagen. Sozialdemokratische Arbeiterfäuste haben dem Sput ein rasches Ende gemacht. Kommunisten stören eine Kundgebung gegen den Krieg! Das ist der erste Erfolg der wahnwißigen Parole der Offen five gegen die Sozialdemokratie, die auf dem Weltkongreß in Moskau von Bucharin ausgegeben worden ist. Kommunisten stören eine Rundgebung gegen den Krieg! In Moskau schreien sie über drohende Kriegsgefahr, in Berlin schlagen sie auf Arbeiter ein, die ihrem festen Willen zum Frieden Ausdrud verleihen. Erste Kundgebung der ungeheuren Verlogenheit jener propagandistischen Parolen, die in Moskau geschmiedet worden sind. Die fozialdemokratische Arbeiterschaft weiß nun, daß jede fozialdemokratische Rundgebung, jede fozialdemokratische Aktion für die Arbeiterschaft und für den Frieden auf organisierte Störung durch die Kommunisten stoßen wird. Sie wird ihr Verhalten danach einrichten. Gruß an Köln. Eine Kundgebung Herriots. Köln, 1. Auguft. In einem Gruß an die Stadt Köln und das deutsche Geistes leben, den die Kölnische Zeitung" veröffentlicht, erklärt der frandöfifche Unterrichtsminister Herriot, daß die französische Regierung ihn beauftragt habe, sich als ihren Vertreter zur Internationalen Breffeausstellung nach Köln zu begeben. Heute, als Minister des öffentlichen Unterrichts, heißt es weiter, werde ich alles, was an mir liegt, daran segen, um Deutschland und Frankreich auf kulturellem Gebiet näher zu bringen. Zwei Länder, wie die unsrigen, die soviel für die Wissenschaft, für die Literatur und für die Kunſt geleistet haben, müssen bei der Morgenröte dieser neuen Zeit miteinander zusammenarbeiten an dem Aufbau nicht nur einer neuen Politit, sondern auch einer neuen Ethit, die der wiederversöhnten Menschheit unaufhörlich neue Ziele steckt. Gerade deshalb, weil ich an meinem eigenen Baterlande mit allen Fasern hänge, werde ich mich über all das freuen, was die geistige Machtstellung Deutschlands bestätigt, von der ich in Köln ein packendes Beispiel fehen werde. Die Saarregierung beschwert sich beim Völkerbund über die Betreuungsaktion der Reichsregierung für die Saargänger, b. h. die bort Arbeitenden aus dem angrenzenden Reichsgebiet. Mit dem entwerteten Frant vermochten diese Arbeiter ihre Familien nicht zu erhalten. Diese Hilfe soll, politisch" und eine Beeinflussung der Boltsabftimmung sein. Der Genfer Papierkorb wird dafür noch Raum haben. Der neue Erzbischof von Bort, William Temple, ist 1919, wo er Ranonitus von Bestminster mar, der Arbeiterpartei beigetreten. ordnung" die Forderungen des Hauptverbandes darlegen. Es ist zu begrüßen, daß die größte Organisation des bedeutsamen Zweiges unserer Sizialversicherung das öffentliche Intereffe für diese wichtige sozialpolitische Aufgabe zu wecken versucht und aus den eigenen großen praktischen Erfahrungen Wege zu einer sozial befriedigenden Lösung zeigen wird. Die Notwendigkeit einer Reform der Sozialpersicherung an Haupt und Gliedern wird von feinem Sachkundigen bestritten. Wir sehen sogar auch hier eine formelle Uebereinstimmung mit den Unternehmern. Aber sie ist wirklich nur formeller Natur. Das zeigt mit aller Deutlichkeit der Vortrag von Dr. Helmuth Boensgen über die Rationalisierung der Sozialversicherung" auf der fürzlich stattgefundenen Tagung der schwerindustriellen Unternehmerorganisation Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen." An der Spize stand zwar ein Bekenntnis für die Notwendigkeit einer Erhaltung der deutschen Sozalversicherung im Intereffe der Sicherung der deutschen Arbeiterschaft und der deutschen Volksgesundheit, was dann jedoch über die Rationalisierung der Sozialversicherung zum Besten gegeben wurde, war nichts anderes, als die berühmte Parole des Herrn von Borsig über die gesunde Sozialpolitik. Eine wirkliche Reform der Sozialversicherung wird deshalb nur in schweren Kämpfen zu erringen sein. Das umfassende Versicherungswesen unter maßgebender Mitwirkung der Versicherten, das ausreichenden Schutz gegen alle Wechselfälle des Lebens gewähren soll, wie es der Artikel 161 der Reichsverfassung verheißt, ist das Ziel, dem mit aller Kraft zuzustreben ist. Wir können es jedoch nicht mit einem Schlage verwirklichen. Einmal fehlt es dazu an den politischen Boraussetzungen. Dann aber erfordert eine wirkliche Vereinheitlichung der gesamten Sozialversicherung, die nicht nur eine Vereinheitlichung der Organisationen, sondern auch einen großzügigen Ausbau der materiellen Leistungen bringen foll, eine gründliche Vorarbeit. Deshalb muß die Reform der Sozialversicherung als Aufgabe praktischer Tagespolitik an die bestehenden Zweige der Sozialversicherung anknüpfen, um durch entsprechenden ander und durch die Sicherung der Gemeinschaftsarbeit überAusbau der einzelnen Zweige, ihre Abstimmung aufeinall dort, wo gemeinsame Aufgaben zu lösen sind, den sozialen Gedanken des Artikels 161 der Reichsverfassung immer stärfer in die Tat umzusehen. Das ist gleichzeitig gesetzgeberische Vorarbeit für die Vereinheitlichung. In dieser allgemeinen Unschreibung liegt bereits eine scharfe Abgrenzung gegenüber den Bestrebungen der Unternehmer. Wir wollen die Sozialversicherung nicht rationalisieren, um durch Beibehaltung unzureichender Leistungen oder durch Abbau der Leistungen die soziale Last" zu senken, sondern um den notwendigen sozialen Ausbau mit dem geringsten Aufwand an Mitteln zu ermöglichen. Wenn die Unternehmer der Meinung sind, die Herr Poensgen in feinem Vortrag zum Ausdruck brachte, daß die Sozialversicherung vielfach nicht wirtschaftsfördernd, sondern wirtschaftshemmend wirft und daß sie mit einem immer mehr anschwellenden Aufwand an fachlichen und persönlichen Kosten arbeitet, so verkennen fie Ursache und Wirkung. Daß die Krankenziffern und die Krankheitsdauer ungünstiger sind als vor dem Kriege, beweist doch nur eine stärkere Gefährdung der Arbeitskraft, die nicht zuletzt auch eine Folge der Rationalisierung ist. In allen Zweigen der Sozialversicherung, Krankenversicherung, Invalidenversicherung, Unfallversicherung, spiegelt sich so die Kehrseite der Rationalisierung, der viel zu rasche Verbrauch der menschlichen Arbeitskraft wider. Diese verderblichen sozialen Folgen lassen sich nicht beseitigen durch ein Gezeter über die wachsende soziale Last, sondern nur durch einen ausreichenden Schutz der Arbeitskraft. Das ist ja der tiefere ökonomische Sinn aller Sozialpolitik im umfassendsten Sinne; sie ist deshalb ihrem Wesen nach wahrhaft produktionsfördernd, weil sie den entschwindenden Produktionsfaktor, die Arbeitskraft, nicht nur erhöht oder wiederherstellt, sondern auch in ihrem Leistungsvermögen steigert. So selbstverständich für die Unternehmer die pflegliche Behandlung der Maschinen, Arbeitsgeräte und Rohstoffe, die Amortisation der Produktionsmittel ist, so bar jeder Verantwortung fühlen sie sich gegenüber der menschlichen Arbeitskraft. Und doch ist die pflegliche Behandlung und Amortisation der menschlichen Arbeitsmaschine in viel höherem Grade notwendig. Jedes Verfäumnis richtet hier dauernden Schaden an. Darin liegt auch die ökonomische Notwendigkeit eines Ausbaues der Sozialversicherung. Welches sind nun die Hauptpunfte einer Reform der Sozialversicherung? 24 Die Krisis der Deutschnationalen. Der Landbund stellt um. verlaufen. Eine Rationaltfierung der Krantenversicherung erfordert in erster Linie Beseitigung der 3ersplitterung, also: 3entralisierung der Krankenversicherung. Die Hebertragung dieses bewährten wirtschaftlichen Gesichtspunttes auf die Krankenversicherung stößt jedoch gerade bei hen Unternehmern und ihrer politischen Interessenvertretung Die Führer der Deutschnationalen Partei haben schon nor ben| benten vorgenommen wurde, ift, mie mir erfahren, fehr firmiff auf heftigen Widerstand. Durch die Zentralisierung wird nicht Wahlen ihre ganze Hoffnung auf ihre Stellung im Reichsland nur die Berwaltung vereinfacht, es wird gleichzeitig der um bund gejezt. Die Behauptung ihrer Bosition auf dem Lande war die Die Bertreter der Bauernschaft haben sich sehr energisch gegen faffendste Risitoausgleich und damit die billigste Beitrags- Rückzugslinie, die sie betreten wollten. Die Aufputschung der länd bemessung ermöglicht. Wir fämen ferner zu einem einheitlichen Bevölkerung gegen die preußische Staatsregierung und gegen die bisherige deufschnationale Führung und den Mißbrauch lichen Unterbau für die gesamte Sozialversicherung. Das die Finanzämter war ein verzweifelter Versuch, zu retten, mas noch der Bauern zu beutschnationalen politischen Zweden gewandt. Beitragseinzugsverfahren und die Kontrolle fönnte alsdann zu retten war. Indeffen war die deutschnationale Position im Reichs. Sie wollen den Reichslandbund aus einem Machtinstrument gegen eine wesentliche Vereinfachung erfahren. Es ist eine Ver- landbund schon lange tritisch geworden. Der Austritt von ganzen den bestehenden Staat in eine rein wirtschaftliche Inter geudung von Mitteln, daß jeder einzelne Versicherungsträger Organisationen, die Gründung der Chriftlich- Nationalen Bauern essenvertretung umgestalten, um umbeschmert non agitato durch eigene Kontrolbeamte die Abführung der Beiträge in partei, der Anschluß bäuerlicher Schichten an den Bauernbund hat rischen deutschnationalen Gesichtspunkten bei der Durchführung des den gleichen Betrieben nachprüft. Auf alle Fälle gebrauchen gezeigt, daß starke Kräfte im Reichslandbund sich nicht mehr für die Notprogramms, namentlich bei der Zusammenlegung der bäuer wir gefeßliche Vorschriften, die leistungsfähige Gebilde auf politischen Intereffen der Deutschnationalen und für die wirtschaftlichen Genossenschaften unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten teil die dem Gebiete der Krankenversicherung gewährleisten und sie lichen der Großagrarier gebrauchen lassen wollten. für gemeinsame Aufgaben wie für den Risikoausgleich in Form von Pflichtverbänden zusammenführen. Die Familienhilfe als Pflichtleistung besteht für den Bergbau und die seemännischen Arbeitnehmer; sie besteht in erheblichem Umfang als freiwillige Leiſtung; ihre allgemeine Einführung als Pflichtleistung ist geboten. Ebenso bedarf die Frage der Krankenversicherungspflichtgrenze für die Angestellten einer Neuregelung. Für die Angestellten des Bergbaues und der Seeschiffahrt liegt die Versicherungspflicht grenze bereits wesentlich über 3600 M.; es ist notwendig, den Bersicherungsschutz für die Gesamtheit der Angestellten wesentHtch auszubauen. Bei einer Reform wird auch das Problem berärzt lichen Versorgung wieder afut werden. Mit Recht hat man gejagt, daß der Arzt den Schlüffel zum Geldschrank der Krankenkassen in der Hand hält. Das kommt nicht nur in dem gewaltigen Anschwellen der Ausgaben für Arzthonorar gegen über der Borkriegszeit zum Ausdruck, der Arzt entscheidet im Grunde genommen über die Leistungen der Krankenkaffen. Eine befriedigende Lösung wird erschwert durch die Tatsache, daß 95 Broz. aller Aerzte zugelassen sind, so daß auf einen Arzt im Durchschnitt 300 bis 400 Versicherte entfallen. Bei diefer geringen Durchschnittsziffer ist eine Eristenzsicherung für jeden einzelnen Kaffenarzt durch die Kassenpraris unmög lich. Deshalb sind die vielerörterten planwirtschaftlichen Maßnahmen unentbehrlich. Von einer befriedigenden Rege= lung dieser Frage hängt ein Stück Zukunft der Krankenver ficherung ab. Aus Gründen der Ersparnis und Vereinfachung muß auch die planwirtschaftliche Heilmittelversorgung aus gebaut werden. Aber auch hier widersetzen sich die Unternehmer einer witfamen Rationalisierung. Die Krise im Reichslandbund ist sehr ernsthafter Natur. Sie hat nun zu einer Teilentscheidung geführt. Die Bertretertagung des Reichslandbundes in Berlin hat am Mittwoch die Neuwahl des Präsidiums des Land: bundes und die Neuorganisation des Bundes vorstandes vorgenommen. Die deutschnationale Bresse betont Betonung zeigt schon, daß die Deutschnationalen im Reichslandbund eifrig, daß diese Umgestaltung fein Rurswechsel" sei. Diese einen starken Brestigeverlust erlitten haben. Bisher waren fie einen starken Prestigeverlust erlitten haben. Bisher waren sie ber als Bauernvertreter gezählt wurde, saß Graf Raldreuth als führend in der Leitung des Reichslandbundes. Neben Herrn Hepp, Vertreter ausgesprochener deutschnationaler und großagrarischer Interessen im Bräsidium; im Bundesvorstand aber saßen so prononzierte Deutschnationale, wie die Herren v. Goldebee, Hillger Spiegel. berg, Stubbendorf u. a. Nach der Neuwahl setzt sich das Präsidium aus den Herren Schiele, Hepp und Bethge zusammen. Hepp und Bethge vertreten die Bauern im Westen und Often, neben ihnen steht Herr Schiele als geschäftsführender Vorsitzender, als„ Primus inter pares", als maßgebenden Mann unter den drei formell gleich. berechtigten Bräsidenten. Aus dem Bundesvorstand find die prononzierten deutschnationalen Bertreter ausgeschieden. Diese Umgestaltung ist wohl kein eflatanter Kurswechsel, aber der Anfang dazu. Die Sitzung, in der die Neumahl des PräsiRoch Rückgang der Arbeitslosigkeit. 580000 Hauptunterstützte. In der Arbeitslosenversicherung ist die Gesamtzahl der Hauptvon rund 610 700 auf 579 800, d. i. um 30 900 oder um 5,1 Proz Im engsten Zusammenhang mit einer Vereinfachung in unterstüßungsempfänger in der Zeit vom 1. bis 15. Juli den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung steht der 2s zurüd gegangen. Bei den männlichen Arbeitslosen betrug bau der Selbstverwaltung. Der Gesetzgeber muß in höherem Maße der Selbstverwaltung Spielraum lassen. Das die Abnahme rund 28 000 oder 6.4 Proz., bei den weiblichen Aufsichtsrecht der Versicherungsbehörden bedarf namentlich) 2900 oder 1,6 Proz. In der Krisenunterstüßung betrug ber auf dem Gebiete der Krankenversicherung einer gründlichen Rückgang der Zahl der Hauptunterſtügungsempfänger im gleichen Neuregelung und Vereinfachung. Diese wird nicht ohne er Beitraum 23 900 oder 21,1 Proz. Die Abnahme war bei den Frauen hebliche Vereinfachung in der Organisation der Versicherungsstärfer als bei den Männern( 27,2 Broz. gegenüber 19,7 Broz. bei behörden sein. Die Gestaltung des Dienstrechts für das Berden Männern). Der Rüdgang in der Zahl der unterstüßten Arbeits. jonal muß dem modernen Arbeitsrecht angepaßt und zu einer tofen ist zu einem Teil auf eine stärkere Beschäftigung in Angelegenheit der Selbstverwaltting werden. her Landwirtschaft und im Baugewerbe, im übrigen auf den blauf ber Uebergangsbestimmungen des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 16. Juli 1927 zurückzuführen. Der Ausbau der Selbstverwaltung burch maßgebende Mitwirkung der Versicherten ist besonders dringlich in der Invalidenversicherung, die auch hinsichtlich ihrer Leistungen nicht zuletzt durch beffere Erfassung des versicherten Cinfommens eines Ausbaues bedarf. Aehnlich liegen die Dinge bei der Angestelltenversicherung. Die Lage in der lezten Julimoche befferte sich noch in landwirtschaftlichen Gebieten, blieb aber wenig günstig im Rheinland und in Westfalen, besonders für die Tertil und Metallindustrie. Stimmvich. nehmen zu können. Der vielgewandte Zentrumsmann, Herr Hermes, murde nicht in das Präsidium gewählt. Daß seine Kandidatur aber in Frage fam, beweist, wie sehr sich Herr Hepp nach einer Unter. streichung der bemokratischen und bäuerlichen Maste des Landbundes sehnte, denn Herr Hermes vertritt die deutschen Bauernvereine des deutschen Westens und Nordwestens, Daß der Landbund jekt„ berufsständische" Politif machen will, daß er eine Wirtschaftspartei werden will, hat auch andere sehr gute Gründe. Die Zusammenfassung der großen landwirtschaftlichen Genossens Schaftsverbände im Reichsverband deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften steht bevor. Der Landbund fann hier nur wenige Genossenschaften, dafür aber ein Defizit von 7 Millionen einbringen. Will der Landbund Einfluß behalten, soll Herr Präfident Schiele für die Deutschnationalen seinen Bosten richtig ausfüllen, dann muß mit aller Kraft der neue genossenschaftliche Cinheitsverband zu einer vertappten deutsch nationalen Domäne gemacht werden. Dieses Spiel muß die Deffentlichkeit und die Arbeiterschaft rechts zeitig erkennen. Herr von Kaldreuth hat nicht umsonst die Liquidation der Landbundgenossenschaften persönlich über nommen. Kroatisches Gegenparlament. Kampf gegen serbische Vorherrschaft. Agram, 1. Auguft. Heute vormittag wurde das sogenannte. Kroatische Gegenparla ment der bäuerlich- demokratischen Koalition feierlich eröffnet. Die Stadt hatte geflaggt, alle Geshäfte blieben geſchloſſen. In der Straßen wurden die Abgeordneten bejubelt. An der Sizung nahmen 78 Abgeordnete teil. Um 12 1hr eröffnete Pribitschewitsch die Tagung. Er hielt eine große Rede, in der er vor allem der Verdienste Stefan Rabitschs um das froatische Bolt ge dachte. Eine einstimmig angenommene Resolution führt aus, das die bäuerlich- demokratische Koalition am 10. November 1927 zu bena 3wed gegründet worden ist, im Wege des legalen paziamen tarifchen Kampjes die Gleichheit und Gleichberechtigung Broatiens und der übrigen nichtserbischen Gebiete zu erzielen. Das Belgrader System der serbischen Segenomie nah darauf seine Zuflucht zu dem Berbrechen vom 20. Junt um den Erfolg des gefeßlichen Kampfes der bäuerlich- demokratischen Roalition zu verhindern. Die erste Folge der Ermordung der troo tischen Abgeordneten in der Stupfchtina war, daß die Koalition bas Belgrader Barlament verließ und die Beziehungen zu den Parteien der serbischen Hegenomie abbrach. Entgegen dem Borschlag der Roalition, eine neutrale Regierung zu bilden, murde aber eine hegemonistische Serbenregierung mit den Geschäften betraut. Sie sollen. Bei der 11nfallversicherung handelt es sich darum, den Kreis der versicherten Personen auf alle Arbeiter und Angestellten auszudehnen und die Zulaffung von Berufsfrankheiten als entschädigungspflichtige Unfälle zu ermeitern. Die Ausdehnung des Personenkreises stellt die organisierten Grundlagen der Berufsgenossenschaften zur Diskussion. Die Bos deutschnationale Arbeiter vom Fall Lambach erfahren will Geseze beschließen lassen, die auch das kroatische Bolt binden Borschläge der freien Arbeiter und Angestelltengewerkschaften. für die Schaffung einer einheitlichen Reichsarbeitsaufsicht im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes rollt diese Frage auch noch von einer anderen Seite auf. So stehen wir auf diesem Be biete vor großen Entwicklungen, wobei auch hier der Einfluß der Arbeitnehmer auf die Organe der Selbstverwaltung von größter Bedeutung ist. Wir haben hier nur einige der großen Streitffragen angedeutet. Wir wissen, daß im Reichsarbeitsministerium der ernste Wille zur aufbauenden Arbeit besteht. Die Sozialdemokratie wird es nicht daran fehlen lassen, ihm zum politifchen Erfolge zu verhelfen! Einheitliches Eisenbahnrecht. 3m Reich und im Bund. dürfen. Es gibt einen sogenannten Deutschnationalen Arbeiterbund, der die zurüd gebliebensten der Arbeiter als Stimmpieh für die Deu: sch nationalen betreut. Die Leitung dieses Bundes versendet ein Rundnationalen betreut. Die Leitung dieses Bundes versendet ein Rund schreiben, in dem es heißt: Bum Fall Lambach gibt der Geschäftsführende Aus schuß des Deutschnationalen Arbeiterbundes, Landesverband Berlin, folgende Ertlärung ab und ersucht die Mitglieder des Bundes, bis auf weiteres biefen Standpunkt zu vertreten: Durch die Linkspreffe gehen Berichte von einer Krise in der Deutsch nationalen Bolfspartei. Alle diese Zeitungsnachrichten beruhen nur auf leeren Bermutun gen. Wir bitten deshalb unsere Kameraden dringend, sich durch solche irreführenden Nachrichten nicht beeinflussen zu lassen. Also: es gibt feine Krise bei den Deutschnacionalen, alles cur leere Bermutungen, alles in schönster Ordnung! Deutscmationale Arbeiter? Nun, wenn sie so dumm sind, deutschnational zu wählen, find fie auch dumm genug, daß wir ihnen den grandiosesten Schwindel vorfezen können, so meinen die deutschnationalen Drahtzieher. Es geschicht den deuts nationalen Arbeitern recht. Meinungsverschiedenheiten in Westfalen. Bom 26. bis 28. Juli wurden in Gmunden Besprechungen zmischen den Bertretern des Reichsverkehrsministeriums Berlin und des Bundesministeriums Wien für Handel und Verkehr über die von beiden Eisenbahnen vorgelegten Ausführungsbestimmungen zu den einzelnen Eisenbahnverkehrsordnungen geführt. Hiermit sind die vor etwa einem Jahre begonnenen Regierungsverhandlungen zur Angleichung des deutschen und österreichischen Eisenbahnverkehrsschuß der Deutschnationalen Boltspartei im Wahlkreis Westfalen rechts zu einem befriedigenden Abschluß gelangt. Es merden nunmehr auch die Ausführungsbestimmungen im Sinne der Rechtsangleichung sowohl nach Ausdrudsweise mie nach Inhalt in Deutschland und Desterreich annähernd übereinstimmen. Die vereinbarten Ausführungsbestimmungen werden durch Heraus gabe neuer allgemeiner Bersonen- und Gütertarife mit Wirksamkeit vom 1. Oftober 1928 veröffentlicht werden. Oberleutnant Schulz wird, nachdem die Bestimmungen der Amnestie auf ihn angewandt worden sind, bis zum 19. April 1933 in Soft bleiben. Der Brovinzialausschuß von Niederschlesien beschloß in seiner heutigen Sigung gegen die Stimmen der Deutschnationalen, dem Borschlag des Innenministers zuzustimmen, den bisherigen Regies rungspräsidenten von Lüneburg, Lüdemann, zum Ober präsidenten von Niederschlesien zu bestellen. Der in Stocholm verhaftete ruffische Journalist Alegandrow ift wieder freigelaffen worden. Dagegen verbleibt ein gleich zeitig verhafteter Rechtsanwalt miigewiß in Gewahrsam. Die Ursache der Berfolgung scheint zu sein, daß die Ruffen mit Hilfe schwedischer Kommunisten Nachrichten über die schwedischen Flottenmanover sammelten. Zu der Meldung des Jungdeutschen", daß der Angestelltengus nord einen Ausschlußantrag gegen ugenberg vorbereite, verbreitet der Landesverband Westfalen- Ost der Deutschnationalen im Einverständnis mit dem Borsigenden des Angestelltenausschusses Westfalen- Ost folgende Erklärung: Einen Angestelltenausschuß der Deutschnationalen Bolkspartei Westfalen Nord hat es niemals gegeben. Dem Vorfizenden des Angestelltenausschusses Westfalen- Ost ist von einer Ein berufung einer Bersammlung nichts betannt. Bielmehr hat der Borsigende des Angestelltenausschusses Westfalen- Oft, in deffen Bezirk Minden liegt, die Haltung des Abgeordneten Hugenberg voll gebilligt. Sollten also. zwei oder drei der im Bezirk Bestfalen. Dit rund 20 000 eingeschriebenen Mitglieder der Partei zu irgend einer Sonderaktion zusammentreten, so tann es sich nur um die Stellungnahme pon wenigen Außenseitern, nicht die einer Rorporation handeln. Im übrigen tennzeichnet die obige Meldung des Jungdeutschen" von neuem die seinerseits bewiesene Irre führung der öffentlichen Meinung." Das Rumpfparlament in Belgrad habe gar feine Bollmacht. Beschlüffe für das ganze Land zu faffen. Die legten Ereignisse hätten im Boltsbewußtsein bas Vertrauert in das bestehende Staatssystem erschüttert, weshalb bie bäuerlich demokratische Koalition nunmehr den Kampf um eine neue und bessere Staatsverfaffung mit allen Mitteln aufzunehmen beschließt und alle Parteien und Gruppen auffordert, sich ihrer Aktion anzuschließen. Es wird die Erwartung ausgebrückt, daß die Bauern Altferbiens burch ihre Haltung den Sieg der Prinzipien der Koalition beschleunigen werden. Erregung im Elsaß. Wegen der Behandlung Ridlins und Roffés. Paris, 1. Auguft.( Eigenbericht.) Die Erregung im Elsaß angesichts der halben Mah nahmen der Regierung, die Ridlin und Rossé begnadigt, ihnen aber das Recht ihrer parlamentarischen Mandatsausübung nehmen will, ift ständig im Bachsen. Am Mittwoch tagte in Straßburg eine große Protestversammlung gegen dieses Verhalten der Regierung. Gegen die Anmeldung Dr. Ridlins zur Aerztegruppe der Kammer protestiert ein Müthauser Arzt im ,, Temps" unter Hinweis darauf, daß der Aerztenerband von Mülhausen Ridklins Aufnahme nahezu einstimmig am 17. Mai 1925 verweigert habe, meil Ridklin bei einem Aerztestreit in Straßburg, entgegen der Haftung feiner Kollegen, Rrantentassenpatienten be handelt hat. Die Geerüstungen. Beschränkung großer, Freilassung fleinerer Boote. Paris, 1. Auguft.( Eigenbericht.) Das neue Einvernehmen zwischen Frankreich und England in der Seeabrüstungsfrage sieht besonders eine Beschrän tung der Unterseefreuzer mit 1800 Tonnen Wasser Der Reichsdeutsche Flesch in Saratow( Wolga- Republik), der seit verdrängung und darüber vor. Nicht mir die Zahl, sondern auch feine: Kriegsgefangeni haft dort- lebt, ist wegen Ausübung ärztlicher die Bestückung der leichten Schiffe sollen der Regelung unterliegen, Bratis ohne erforderliche Genehmigung sowie wegen Bewährend die leichten Unterfeestreitt räfte frei von jeder truges der Wolga- Republik" verhaftet worden. Beschräntung bleiben. Neutschs Ratschläge in Kowno. Zurückweisung russischer und litauischer Behauptungen. Nachdem zunächst durch die„Sstpestja" Kritik an dem Verhaften Deutschlands, dessen Gesandter in Kowno mehrer« Rücksprachen mit Woldemaras gehobt hat, und an einer angeblich«inseitigen Ten- dcnz dieser Einwirkung geübt worden ist. hat auch da» halbamtlich« litauische Blatt behauptet, daß Deutschland eine Einwirkung auf die litauische Regierung zur Ausgabe chrer bisherigen Stellung und zur Annahme polnischer Forderungen geübt Hab« und sogar, daß dies« Einwirkung durch das Versprechen von Gegenlei st ungen der Wesi machte veranlaßt worden sei; es wird weiter kritisiert, daß Deutschland nicht auch in Warschau vorstellig geworden sei Diese Ausi'ührungen bewegen sich aus den Linien der Moskauer Unterstellung, Deutschland habe sich in der Frage des polnisch-litauischen Konflikts in eins„Front der De st m ä ch t c* einreihen lassen Deutsch-osfiziös wird demgegenüber betont: Die freundschast- lichen Besprechungen zwischen dem deutschen Gesandten in Kowno und Woldemaras waren weder ein Kollektioschritt noch«in ein. scitiger Schritt. Das Interesse aller beteiligten Mächte geht da- hin, auf die beiden Konsliktsteilnehrner beruhigend zu wirken, und die Erkenntnis der Situation und ihrer Rachteile für die un- mittelbar Beteiligten wie für die gesamt« europäische Entwicklung stimmt in England, Frankreich, Italien, Deutschland und Rußland durchaus überein. Rur in diesem Sinne ist Deutschland bei der litauischen Regierung vorstellig geworden. Deutschland steht in Ge- donkenaustausch nicht mir nnt Polen, sondern mich mit den interessierten Großmächten. In einer Besprechung, die der Leiter der Ostobteilung des Auswärtigen Amts mit dem hiesigen polnischen Gesandten hatte, ist Posen nahegelegt worden, auf die Herbeiführung de» dringend erwünschten Auegleich» und der Entspannung hinzuwirken. Es ist also durchaus vermieden worden— und zwar nicht nur von Deutschlaird, sondern auch von den übrigen Großmächten, denen gegenüber deutsch« Schritte im Gang« sind, um eine Einflußnahme in beruhigendem und entspannendem Sinne auch mif Polen aus» zuüben— den freundschaftlichen Empfehlungen einen«inseitigen Charakter zu geben, wenn auch in Kowno die Ausrechterhaltung eines allzu theoretischen Standpunkts(.�Hauptstadt" Wilno! Red d. B.t objektiv und aus bester Ucberzeugung naturgemäß ni.cht empfohlen werden konnte. Neue Königsberger Konferenz. Warschau, l. August.(Eigenbericht.) Di« litauische Regierung hat Polen trotz des ergebms- losen Verlaufs der Kommissionssitzungen zur Klärung der Streit- fragen aufgefordert, am 15. August in Königsberg ein« Plenarschlußfitzung beider Delegationen abzuhalten. Polens Antwort dürft« neben einer prinzipiellen Zustimmung die Anregung enthalten, als Konserenzort G e n f zu wählen und den Termin un- mittelbar vor der Bölkertmndstagung zu verlegen. Außenminister Za l« s k i könne zum 15. August nicht abkommen, da die Dor. bereitungen für die Unterzeichnung d«s Kelloggpaktes und die für die bevorstehende Bölkerbundstagung ihn völlig in Anspruch nehmen würden. Sollt« Litauen jedoch ans Königsberg bestehen, so werde Zaleski sich vertreten lassen. Oikioiuroustafi pilsudstis. i l„ Warschau. 1. August. Eine Reih« von Pilsudski«vgebenen Verbänden und Vereinen, darunter der Verband der Legionär« sowie der der Schütz«, und die Liga zur Förderung der Großmachtstellung Polens, veröffent. lichen anläßlich des kommenden Jahrestages der Aufftellung der polnischen Legion einen Aufruf, in dem betont wird, daß alle unter- zeichneten verbände bereit sind, die Idee Morscholl Pilsudskis, des Führers der Nation, gegenüber ollen, die sich ihr ent- gegenstellen wollen, mit ganzer Aerbisfenheit und Selbst- Verleugnung zu verteidigen. Dem Willen Marschall PUsudskis, der nicht aufgehört Hab«, Führer der Notion zu sein, uitd in dessen Geist die Zukunft der polnischen Großmacht liege, müsse sich die ganze Nation ausnahmslos unterordnen. Das Warschauer Regierungsorgan„Kurier Wilenski" erfährt, daß an dor für den 13. August angesetzten Wllnaer Legionärtagung fast sämtliche polnischen Minister teilnehmen werden: einig« «erden sogar ihren Erholung- urlaub zu diesem Zweck unterbrechen. pilsudski oder Demokratie? Warschau. 1.August.(Eigenbericht.) Genosse Hermann D i a m a n d gab in einer Presseunterredung über die politische Lage in Polen folgenden Ueberblick:„Der Stand- punkt, den Pilsudski in seinem bekannten Interview eingenommen hat, läßt sich trotz entsprechender Propagondavcrsuche der Regie- rungspresse mit einer demokratisckten Staotsform nicht verein- baren. Entweder muß Pilsudski sich von diesem Standpunkt zurück- ziehen oder die parlamentarische Demokratie in Polen wird zu- s a mm«nb rechen. Pilsudski selbst hat nur wenig Vertrauen zu der gegenwärtigen Regierung, in der er selbst Kriegsminister ist und überdies die auswärtige Politik leitet, obwohl dafür der Außenminister dem Parlament verantwortlich ist Di« geographische, politisch« und wirtschaftliche Lage Polens erlaubt e» hier weniger als irgendwo, politisch« Experimente zu machen Die logische Konsequenz des Interviews Pilsudskis, seiner bekannten Aeußerungen über das Parlament, wäre die Regierung eines ein- zclnen, genialen Manne», indessen wäre da» wohl in«tner J5 r i- mitiven Gesellschaft möglich, nicht aber in einem modernen Staat. Bayerische Sozialpolitik. Slaiers Entschädigung. « den Dezemberputsch befiehlt, so nur deshalb, um der O p p o- sition in der dritten Internationale, die ihm ein Fiasko der kommunistischen Asienpolitik vorwirft, durch solche Blutmonöver den Mund zu stopfen. � So kurze Zeit der kommunistische Terror in China auch nur gehaust hat, die Revolution hat darunter sehr gelitten. Wenn bei der Abwehr des roten Imperialismus Opfer nicht zu ver- meiden waren, so bedauert die Kuomintang die» selbst lebhaft. Aber haben die Kommunisten, die vor keiner Gewalttat zur Durchsetzung ihrer Ziele zurückschrecken(siehe Georgien, siehe Kronstadt usw.) das Recht, darüber Ärokodilsträncn zu vergießen? S i e tragen die Schuld, daß die chinesisch« Revolution heute noch nicht vollen- det ist. Nieder mit den kommunistischen Konterrevolutionären! Nieder mit den kommunistischen Arbeiter- und Bauernmördernk Rela khun, dem aus dem Transport Wien— Swinemünde der Kommunist Eberlein immerfort nachjagte, ohne an ihn heranzu- kommen, ist in Moskau eingetroffen. Seine Ergreifung- in Wien bat Hundertc ungarischer Kommunisten den chortn-Schergcn be- kanntwerden lassen: sie sind sämtlich eingekerkert und können sich bei Bela Khun und der Moskauer Leitung dafür bedanken, Südstawiens Minderheitsschulen. Anerkennenswerte Regelung. Der südslawische Unterrichteminister hat sämtlichen Schul- inspektoren und Lehrern in der Vojvodina(ehemals ungarisches Gebiet) aufgetragen, streng dafür zu sorgen, daß den Eltern der Schuljugend vollkommen frei stehe, in welcher Sprache sie den Lolkeschulunterricht(Gemeindeschulen) ihrer Kinder wünschen. Bei der Einschreibung der Kinder in die Schule sind die Eltern nicht zu befragen, zu welcher Rasse und zu welcher Nation sie sich bekennen. Demzufolge können die Eltern ihre Kinder auch in solche Schulen einschreiben lassen, die mit der Muttersprach« nicht über- einstimmen. In Orten, in welchen die nichtslawisch« Schuljugend auch gering ist, sind dennoch die Minderheitsklassen aufrechtzuerhalten. Wo e» in solchen Fällen an Lehrkräften mangelt, sind zwei Klasien zusammenzulegen, so daß verhindert wird, daß die Minderheitsklosse geschlossen wird. Nätigensalls sind gesonderte Minderheitsschulklossen zu eröffnen, wofür da» Unterrichtsministerium aus Staatskosten Lehrkräfte stellen wird. Auch die jüdischen Kinder können je nach dem Wunsch ihrer Eltern auch deutsche oder madsarksch« Klassen besuchen: bisher konnten dl» jüdischen Kinder tn der Vojvodina nur serbisch« Klassen besuchen. Mazedonien und unser Weltkongreß. Die französischen Genossen fordern Besprechung. Paris, 1. August.(Eigenbericht.) Die Zustände in Mazedonien, dos in den Friedensverträgen zwischen drei Staaten oufgeteist wurde, verfolgt die ftanzosische sozialistische Partei mit steigender Besorgnis, vor allem, da Bulgo- rien und Italien bestrebt sind, die mazedonische autonomistische Be- wegung zu ihren Zwecken gegen Jugoslawien auszunutzen. Di« sozialistische Partei Frankreichs Hot deshalb tn Allesicht ge- nommen, die Behandlung dieses Problems dem Brüsseler Inter- nationalen Sozialistenkongreß vorzuschlagen. Z y r v m s k i» der diese Absicht im„Populaire" ankündigt, führt au», daß olle Kam- binationen, die den Frieden auf dem Balkan sichern sollen, da» „Balkan-Loearno" oder die„jugoslawische Föderation" letzten Endes Interessen der Großmächte dienkitn, die ihr Spiel auf dem Balken treiben, oder von Balkanmächten, deren Politik unter dem Einfluß der Großmächte steht. Die einzige Lösung des Problems bestehe in der Schafsung einer Balkon-Föderation, di« die'Völker des Balkans ii s r« i e r Gemeinschaft vereine. Wenn auch die nötige Revision der Verträge, schreibt Zyromski, heut« noch nicht möglich sei, so müsse doch in jeder Weise der Boden vor- bereitet werden. Aus den Fingern gesogen. Oeutfchnationale Erfindungen über das Reichsbanner. Vom Bundesvorstand des Reichsbanners wird uns mitgeteilt: Di«.„Kreuz-Zeitung" veröfsentlicht in ihrer Nr. 356 vom 31. Juli 1928 einen Aufsatz„Da» Reichsbanner als sozialdemokratische Wehr- organisation", in dem behauptet wird, daß vor«inigen Tagen in Wien auf einer Konferenz der Internationalen Kommission zur Bekämpfung des Faschismus, an der für das Reichsbanner der zweite Bundesvorsitzende Karl ch ölt« r mann und für dt« sozial- demokratische Partei der Abgeordnete Paul L« vi teilgenommen hätten, eine Entschließung angenommen sei, di« unter anderem wörtlich sage:„Die Sozialdemokratisch« Partei Deutschlands ist zur Bildung einer partei-eigenen Wehrorganijotion aufzufordern". Diese Behauptungen sind in allen th r« n Einzelheiten frei erfunden. Der zweite Dundesvorsitzend« Karl chöltermann hat Magdeburg seit Monaten nicht verlassen. Reichstagsobgeordneter Levl hat niemals der Internationalen Kommission zur Bekämpfung des Faschismus" angehört. Eine Tagung dieser Kommisston hat in der letzten Zeit nicht stattgefunden und natürlich ist di« angeführte Entschließung auch nicht gefaßt worden. Als Ergebnis der„Deutschen Bulgarenhllfe" sind bisher Sofia 1789 257.37 Lewa(etwa 53000 M.) überwiese» worden. ,, An die Lehrlingszüchter!" Ausbeutung ist nicht Ausbildung. Unter dieser Ueberschrift brachte die Berliner Schuh.| macher 3eitung", das Publikationsorgan des Reichsverbandes des deutschen Schuhmacherhandwerks, des Innungsverbandes der Provinz Brandenburg und des Groß- Berliner Verbandes der selbständigen Schuhmacher, einen herzerfrischenden Aufruf, den wir des allgemeinen Interesses halber hier wiedergeben: Shulentlassung und Lehrlingseinstellung pflegen ziemlich zu sammenzufallen. Im voraus für den nächsten Terinin geziemt fich an die gewohnheitsmäßigen Lehrlingszüchter im Reiche wohl eine ernste Mahnung, die aus Eigennug an unserem jungen Nachwuchs ein grenzenloses llnrecht begehen, an dererseits aber wohl unbedacht das ganze Schuhmacherhandwert schwer schädigen und damit lehten Endes sich selbst. Zuvörderst ist die Frage aufzustellen: 3 u welchem Zwede stellen die meisten Kollegen einen Lehrling ein? Wohl, um an ihm eine billige Arbeitsfraft in ihrer Werf statt zu hab e n. Der frühere Lehrling hat seine Gesellen prüfung gemacht und mag nun zusehen, wo er anderweitig unter tommt; allein arbeiten möchte man nicht, das macht nach außen hin einen schlechten Eindrud, also, wird ein neuer Lehrling eingestellt wieder einer, der, wenn er ausgelernt hat, nicht weiß, wo er unterfommen soll wieder einer, der entweder der Arbeitslofenfürsorge anheimfällt oder in einer der vielen Schnellbesohlungsanstalten Unterschlupf findet, die man selbst bekämpft. Dergewohnheitsmäßige Lehrlingszüchter denkt nicht darüber nach, ob es nicht vielleicht doch aufmännischer gedacht wäre, dem eben ausgelernten Lehrling ben Anfangsgesellenlohn zu zahlen, als ihn einer Ehmußfonfurrenz zu überantworten, wahrscheinlich sogar einer Schmukkonkurrenz der nächsten Nachbarschaft, die ihn mehr schädigt, als der Anfangsgefellenlohn ausgemacht hätte. Und nun ein anderes glattes Rechenegempel: Rund 75 000 Schuhmacherlehrlinge befinden sich zurzeit in Deutschland, bie, wenn ihre Lehrzeit zu Ende ist. zum weitaus größten Teil entlassen werden. Und genau soviele find dann arbeitslos, und genau so viele werden dem selbständigen Der Textilkonflikt in Sachsen. Vor der Entscheidung. Die Entscheidung im Arbeitszeitstreit der westsächsischen TextilIndustrie liegt jetzt in der Hand des Reichsarbeitsministers. Die Nachnerhandlungen über den vom Sonderschlichter gefällten Schiedsspruch in der Arbeitszeitfrage für Westsachsen fanden unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Claffen statt. Troh größter Bemühungen des Borsitzenden gelang es infolge der Hartnäckigkeit der Unternehmer nicht, den Streit beizulegen. Wird nun der Reichsarbeitsminister dem Antrage der Unternehmer, den Spruch verbindlich zu erklären, ftattgeben? 1 legitimen Schuhmacherhandwert zwangsläufig- benn leben wollen auch diese in den Rücken fallen, als Schwarzschuster oder als Gehilfen der Schnellbesohlanstalten, die naturgemäß besonders gerne Gehilfen aus der Nachbarschaft einstellen werden. In allen Bersammlungen wird als Hauptgrund der Not im Schuhmacherhandwerk der Mangel an Arbeit und als erster Weg zur Linderung der Not die Beseitigung der großen Ueberlegung des Schuhmacher handwerks bezeichnet. Wenn aber die Lehrlingszüchter noch weiter das Material für die Zukunftskonkurrenz schaffen, dann ist alle Mühe der Innungen umsonst, überhaupt aller Organfationen, die mit den Be hörden um eine bessere Lebensstellung des Schuhmacherhandwerks fämpfen. Aber neben der materiellen Seite hat die Lehrlingseinstellung auch noch eine ethische Seite: Jeder Handwerksmeister be= denke wohl, daß er dem jungen Manne gegenüber und daß er auch deffen Eltern gegenüber mit der Einstellung als Lehrling eine schwere moralische Verpflichtung übernommen hat, die gewissenhaft zu erfüllen er bestrebt sein soll. Jedoch auch in wohlverstandenem eigenen Interesse mag jeder Handwerksmeister für sein Teil dafür Sorge tragen, daß der Saz zuschanden werde, der da fagt: Der schlimmste Feind des Handwerks ist der Handwerker selbst." Es mußte schon weit gekommen sein, bevor sich die Erkenntnis von der Berwerflichkeit und Sinnlosigkeit einer planlosen Lehrlingszüchterei in den leitenden Kreisen des Schuhmacherhandwerks durch gesetzt und zu diesem Notschrei verdichtet hat. Wir fürchten jedoch, daß seine Wirkung nicht nachhaltig genug sein wird, wenn nicht bei den Handels- und Gewerbeministerien eine einschränkende Verordning über die Zahl der zu haltenden Lehrlinge erreicht wird. Wann werden die Innungen, in deren Berufen ähnliche Mißstände herrschen, zu der gleichen Einsicht kommen und die entsprechenden Abwehrmaßnahmen ergreifen? Hoffentlich nehmen auch etliche Berufsberater und Fürsorge rinnen von diesem Appell der Schuhmachermeister Notiz und führen den übersetzten und niedergehenden Berufen nicht immer wieder neue Lehrlinge zu. ministerium in dieser Agelegenheit folgende Antwort bekommen: Der Reichsminister der Finanzen. Berlin W 66, den 19. Juli 1928. Zum Schreiben vom 9. Juli 1928 St./Hu. Seit der letzten Besprechung mit den Arbeitnehmerorganisationen über die geplante Zusagversorgungskaffe sind seitens der Länder mehrfach Abänderungsanträge zum Sagungsentwurf ge= stellt worden. Die Verhandlungen darüber sind noch nicht abgeschlossen. Es ist aber damit zu rechnen, daß die noch offenen Fragen in Kürze erledigt werden. Die Besprechungen mit den Arbeitnehmerorganisationen werden sodann unverzüglich wieder aufgenommen werden. J. A.: gez. Unterschrift. Der Schiedsspruch hat schwere Mängel. Er sieht 3. B.( in der Ziffer 3) vor, daß die Ueberstunden über 8% Stunden Während aber den Arbeitervertretern versichert wurde, daß der pro Tag mit den im Abkommen festgelegten Zuschlägen zu vergüten Sagungsentwurf als endgültig anzusehen sei und Abänderungsfind. Diese zuschläge festzusetzen, hat aber der Sonderschlichter anträge dazu nicht mehr gestellt werden fönnen, ergibt sich jetzt, bei seinem Schiedsspruch vergessen. In dem Schiedsspruch haben. Soviel uns befannt ist, waren sich bei den Verhandlungen ( 3iffer 6) wird ferner dadurch, daß die Belegschaften bei Ablehnung| Breußen und das Reich über den Sagungsentwurf einig. Diese von Mehrarbeit durch den Betriebsrat gezwungen sind, bis zur Ent- beiden Körperschaften zusammen stellen für die neue Ruhelohnverfcheidung durch eine Schiedsinstanz die Mehrarbeit auf Ansorgungstasse mindestens 90 Broz. der Mitglieder. ordnung der Unternehmer zu verrichten, das Mitbestimmungsrecht Der Betriebsräte also eine wesentliche Bestimmung des Betriebs rätegefeßes außer Kraft gefeßt. Im Spruch( 3iffer 13) ist weiter ein Widerspruch infofern enthalten, als hier die Ueberstundenbezahlung von der 49. Stunde ab pro Woche vorgesehen ist, während nach Ziffer 3 des gleichen Schiedsspruches die Bezahlung der Heberstunden grundsäglich ab 8% Stunden Tagesarbeit er folgen soll. Bon besonderer Bedeutung ist die Ziffer 14 des Schiedsspruches. Auf Grund der Arbeitsordnung haben in Westsachsen die Betriebsräte bei der Festsetzung der betrieblichen Arbeitszeit mitzubestimmen auch in den Fällen, in denen Kurzarbeit vom Arbeitgeber verlangt wird. Die Ziffer 14 hebt jedoch das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte vollständig auf; nach ihrer Faffung fann der Unternehmer die Kurzarbeit im Benehmen mit dem Betriebsrat festlegen. Das bedeutet eine außerordentliche Verschlechterung der Schuzbestimmungen der Arbeitsordnung für Westsachsen. Die Unternehmer haben sich auch geweigert, eine ausgleichende Erklärung abzugeben, die dahin gehen sollte, das Recht der Betriebsräte laut Arbeitsordnung nicht zu beschneiden. Beachtenswert ist noch, daß die Unternehmer auf das Verlangen der Arbeiter, die anzuordnende Arbeitszeit zu verkürzen, antworteten, die Arbeiter hätten doch im vorigen Jahre die Verbindlichkeit beantragt. Demgegenüber ist festzustellen, daß im vorigen Jahr die anzuordnende Arbeitszeit von 54 Stunden im Schiedsspruch herabgesetzt und die Bezahlung der Zuschläge von der 48. Stunde ab von 5 auf 25 Broz. heraufgesetzt worden ist. Das war im vorigen Jahr ein Borteil für die Arbeiterschaft; sie konnte daher mit ruhigem Gewissen ihre Zustimmung geben. Im Gegensatz zu dem Schiebsspruch vom vorigen Jahr sieht dagegen der diesjährige Schiedsspruch eine Berlängerung des alten Zustandes bis zum 31. Dezember 1929 vor. Kann das Reichsarbeitsministerium angesichts dieser Sachlage der Forderung der Unternehmer nachtommen? Wo bleibt die Ruhelohnversorgungskaffe. Für die Reichs- und Staatsarbeiter. Seit Jahren hat sich der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter darum bemüht, für die Reichs- und Staatsarbeiter eine Ruhelohn- und Hinterbliebenenversorgungskasse zu schaffen. Das Reichskabinett hat diesem Drängen folgend schon im Jahre 1925 den Beschluß gefaßt, sich mit seinen Arbeitern der damals bei der Reichspost errichteten Ruhelohnversor= gungsfasse anzuschließen. Einsprüche der preußischen Verwaltungen und auch der Vertreter der Industrie haben dann diesen Anschluß verhindert. Biele der aufgetretenen Schwierigkeiten wurden aber dann im Laufe des Jahres 1926 durch persönliche Verhandlungen mit den einzelnen preußischen Ministerien aus dem Wege geräumt. Die Einführung einer Ruhelohnversorgungstaffe fonnte also am Schlusse dieses Jahres bereits als gesichert gelten. Trotzdem wurde die Borlage eines Sigungsentwurfes immer wieder verzögert und erst nach fortgefeztem Drängen der Organisation vorgelegt. Am 14. Juli 1927 fanden offizielle Verhandlungen mit den in Frage fommenden Organisationen und dem Reichsfinanzministerium statt. Man rechnete allseitig mit der Einführung der Ruhelohnversorgungstaffe spätestens am 1. Oftober 1927. Gs Mappte immer noch nicht. Am 23. Januar 1928 wurde den Arbeitnehmerorganilationen im Reichsfinanzministerium em Sagungsentwurf vorgelegt. Dabei wurde von dem Referenten immer wieder betont, daß ende rungen daran nicht mehr vorgenommen werden fönnen. Die Dr. ganisationen haben schließlich, obwohl ihnen der Entwurf durchaus nicht weit genug ging, ihre Zustimmung erteilt und daran den Wunsch gefnüpft, daß die Ruhelohnversorgungstaffe spätestens am 1. April 1928 in Kraft treten soll. Wie lange joll denn die Geschichte noch so weiter gehen? Die Arbeiter haben ein Recht darauf, endlich einmal zu wissen, wer die Saboteure an dieser so dringend notwendigen sozialen Einrichtung sind. Generalversammlung der Maschinisten und Heizer. Am Sonntag fand im Gewerkschaftshaus die Quartalsgeneral versammlung des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer statt. Nach der Ehrung der im zweiten Quartal verstorbenen Mit glieder erinnerte der Bevollmächtigte, Genosse Reinefeld, an die Grundsteinlegung der Bundesschule in Bernau. gedruckt vorliegenden Kassenbericht für das zweite Quartal Der Raffierer, Genoffe Rud stuhl, erläuterte eingehend den 1928. Die Einnahmen für die Hauptkaffe betrugen 37 708 m., die Ausgaben 14 337,79 m., die Einnahmen für die Bezirkskasse betrugen 30 420,43 m. und die Ausgaben 13 896 m. Die Extrafterbekasse für den Verwaltungsbezirk hatte einschließlich dem Kassenbestand eine Einnahme von 6288,50 m. und eine Ausgabe von 1687,60 m. Der Mitgliederbestand erhöhte sich im Quartal um 251. An die Invaliden gelangten 2544 M. zur Auszahlung. Ein Antrag, der in der Hauptsache will, daß die Betriebsfaffierer ihre Marken von dem zuständigen Bezirk entnehmen, Iwurde dem Bezirksvorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Genoffe Reinefeld, der den Geschäftsbericht gab, hob zunächst hervor, daß der Wirtschaftsbezirk Brandenburg sich außerordentlich gut entwickelt hat. Das beweisen in erster Linie die in den legten Quartalen gemachten Neuaufnahmen. Dazu habe auch die Einsicht vieler Kollegen beigetragen, sich in den getroffenen Beranftaltungen nur mit wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Fragen zu befassen. Troß fortgeseztem Herunterreißen und Berleumden der Organisation durch Außenstehende, erkennen die Berufskollegen mehr und mehr, daß sie sich ihrer zuständigen Organisation anschließen müssen. Reinefeld schilderte dann eingehend die Lohn- und Tarif. bewegungen. Aus dem jeden Delegierten vorgelegten schrift lichen Auszug ist zu entnehmen, daß der Wirtschaftsbezirk Brandenburg an einer beträchtlichen Zahl von Tarif- und Lohnbewegungen teilgenommen hat, die alle im Quartal zum Abschluß gekommen find. Die durchschnittliche Lohnerhöhung betrug ungefähr 9 Proz. pro Stunde und für die Gesamtmitgliedschaft 9,72 m. pro Woche. In der Diskussion über den Geschäftsbericht wurden die schärfsten gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen gegen die Unternehmer gefordert. Ebenso wurde verlangt, daß die Bertreter der Organisation auf dem Gewerkschaftstongreß zur Frage der Grenz ftreitigteiten Stellung nehmen. Die Tätigkeit des Bezirks vorstandes wurde anerkannt. Zur Erörterung standen dann noch einige Anträge. Ein Antrag betraf die Zustellung des Materials für die Delegierten; ein anderer nahm Stellung gegen die Wahlpropaganda der Verbandszeitung für die SPD. und will, daß auch die KPD. bei der Wahl. propaganda usw. zu Wort fommt. In einem weiteren Antrag wurde gefordert, daß die Rote Fahne" mit Annoncen und Berichten ver fchen wird und schließlich wurde beantragt, für den Wirtschaftsbezirk das Berhältniswahlsystem einzuführen. Nach kurzer lebhafter Diskussion beschloß die Versammlung mit übergroßer Majorität zur Tagesordnung über die gestellten Anträge überzugehen. Braunfohlenarbeiter fordern den Achtstundentag. Köln, 1. Auguft.( Eigenbericht.) Im rheinischen Braunkohlenbergbau wird es mit der Lohn. Stun sind wieder Monate ins Land gegangen und noch steht und Arbeitszeitbewegung ernst. Jegt haben auch die nicht fest, wann und ob überhaupt die Ruhelohnversorgungstaffe Funktionäre des Zentralverbandes der Maschinisten und wirksam werden soll. Der Verband der Gemeinde und Staatsheizer im rheinischen Brauntohlenrevier in einer Entschließung arbeiter hat auf jein legtes Schreiben an das Reichsfinanz ihre Drganisationsleitung beauftragt, gemeinsam mit dem Berg arbeiterverband alles zu hm, um eine gerechte, ben heutigen Leue rungsverhältniffen entsprechende Lohnregelung herbeizuführen. Die Konferenz fordert die restlose Einführung des Achtstunden tages, verbunden mit einem entsprechenden Lohnausgleich. Am Sonntag fanden im mitteldeutschen Braunkohlengebiet zahlreiche Funktionärtonferenzen der Bergarbeiter statt. Die Organisationsleitung wurde beauftragt, das Mehrarbeits abtommen zum nächstmöglichen Termin zu fündigen. Verlangt wird die Wiedereinführung des Achtstundentages. Der Konflikt im oberschlesischen Bergbau. Noch feine Beilegung der Lohndifferenzen. Kattowih, 1. August. In den ostoberschlesischen Lohnverhandlungen im Bergbau ist troh mehrmonatiger Verhandlungen immer noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Am Dienstag fand vor dem Schlichtungs ausschuß erneut eine Sigung statt, in der die Gewerkschaften eine Lohnerhöhung von 30 Proz. forderten. Diese Erhöhung wurde von den Unternehmervertretern abgelehnt. Infolgedessen wird nicht mehr der Schlichtungsausschuß über die Lohnverhandlungen entscheiden, sondern eine eigens dazu berufene Spezialkommission, die noch im Laufe dieser Woche zusammentreten soll. Kranfenfassentag in Königsberg. Der Gesamtverband der Rrantentassen Deutschlands hält am 20. und 21. Auguft in Königsberg seine 12. orden: liche Mitgliederversammlung ab. Im Mittelpunkt der Beratunnen stehen vier Fragen: Rationalisierung der Sozialversiche rung, Pflichten der Krantentaffen in der Gesundheitsfürsorge, Krankenkassen und Arbeitslosenversicherung und Auswirkung des Gesezes zur Bekämpfung von Geschlech.skrankheiten. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß: Berlin Seute 19% Uhr tagen die Gruppen: Sichtenberg: Jugendheim Hauff ftraße, an der Leffingstraße. Seimbesprechung. Berbandsbuch und Heim ausweis nicht vergessen, Frankfurter Allee: Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Str. 18, 8immer 3. Heimbesprechung. Ohne Berbandsbuch und Heimausweis fein Zutritt. Röpenid: Gruppenheim Jugendheim Grünauer Str. 5. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrolle. Schöneweide: Str. 31. HeimGruppenheim Jugendheim Niederschöneweide, Berliner besprechung. Verbandsbuchkontrolle. Südosten: Gruppenheim Jugendheim Reichenberger Str. 66( Feuerwehrhaus). Heimbesprechung. Heimausweise und Berbandsbücher werden fontrolliert. Tempelhof: Gruppenheim Jugendheim Lyzeum Germaniaftr. 4-6. Heimbesprechung. Zutritt nur mit Berbandsbuch und Heimausweis. Charlottenburg: Gruppenheim Städt. Jugendheim Spree. Straße 30. Heimbesprechung. Verbandsbitcher und Heimausweise find mitzu bringen. Moabit: Gruppenheim Städt. Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Seimbesprechung. Lefeaber.b. Berbandsbuchtontrolle. Webbing: Jugendheim Orthstr. 10. Heimbesprechung. Berbandsbuch und Heimausweis mitbringen. Außenspielabenbe Weißensee: robe der Singschar im Enzeum Parkstraße. Rentolla: ab 18 Uhr. Treptow: Wir fpielen auf der Wiese 8 im Treptower Bart. Gesundbrunnen und Humboldt: Spielabend im Humboldthain. Tanz und Spiel auf dem Bollspark Hasenheide. Juaendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Schöneberg: Heute, Donnerstag, find folgende Beranstaltungen: Jugendheim Hauptstr. 15( Sofgebäude 1 Tr., Thüringenzimmer). Gruppenbesprechung. Der Jugendbezirk Süboft- Treptow spielt auf der Wiese 7 im Treptower Part. Der Jugendbzirk Webbing- Gesundbrunnen spielt auf bem Sportplag im Sumboldthain. Der Jugendbeair? Often spielt auf der Wiese 3 im Friedrichshain. Der Jugendbezirt Charlottenburg( pielt auf dem Sportplag Olbersstraße. Berantwortlich für Politik: Victor Schiff: Birtschaft: 6. Alingelhöfez; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: A.$. Döscher; Lotales and Sonstiges: Frik Karktäbt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag Gm b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlaasanftalt Baul Singer u Co.. Berlin G 68. Lindenstraße& Sieran 1 Beilage, Unterhaltung und Biffen" unb Franenftimme. Züm Schulanfang Schulanzug grau gemusterte für 6jährige haltb. 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MrnnHsm Cef« wird die Frag«, wie er sich beim CisenbaH» imptiirf tierhalten soll, eigenartig tiorFommen.„Was ist zu tun, inenn sich der Waggon, in dem ich sitze, plötzlich zusammenschiebt?" mird man fragen- oder„Wie soll ich mich benehmen, wenn ich mit- samt dem Wagen und allen Mitreisenden die Schienen verlasse und in einen mehr oder weniger tiefen Abgrund stürze?" Ist dann ein überlegtes Verhalten überhaupt noch möglich und zweckmäßig, oder bleibt einem in solchem Falle nicht vielmehr einzig und allein übrig, seinem gute!, Stern zu vertrauen, soweit man noch Zeit und lieber- legung hat und nicht gleich„starr vor Schreck" oder sonst Hand- luligsunsähig ist? Welche Unfälle gibt es? Alle dies« Fragen sind nottürlich nicht einsach mit einem guten Rezept zu beantworten: Man nehme---, und doch form man sich in jeder tage gut oder schlecht benehmen und auch au» einer to kritischen Situation wie einem Eisenbahnunglück kann man sich, falls man von ein wenig Glück begünstigt ist, noch heraushelsen, wenn man mit Ileberlegung und Geschicklichkeit dem Glücke die .tzand reicht. Grundsätzlich muß man zwei formen von Eisenbahn. Unglücken betrachten. 1. den Zusammenstoß durch Zusammenfahren zweier Züge, durch Ausfahre» eines Zuges auf ein Hindernis oder auf einen inderen stehenden Zug: >> 2. den Absturz, der vorwiegend bei Gebirgsbahnen und ousge- sprochene» Dergbahium vorkommt, jedoch auch bei nonnalen Eisenbahnen, auf Brücken, Viadukten usw. Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten einer Katastrophe, doch sind diese meist eine Kombination der beiden vorgenannten Formen. Wie bei Eisenbahnen kommen derartige Unglücksfälle auch bei Straßenbahnen vor, auch Kraftsahrzeuge ohne Schienen werden davon betrossen: auch hierfür kommen sinngemäß die gleichen Sicherheitsmaßnohmcn in Frage. Für die Anwendung aller„Rezepte" ist nun leider eine Vorbedingung: Absolute kalt- tilüligkeil und Ruhe! Meist sind es ja nur wenige Sekunden, oft nur Bruchteile von Sekunden, die man zur Ileberlegung Hot, und wenn man dann auch nur einen kurzen Augenblick die Ruhe vcr- liert, so ist es meist schon zu spät. Kaltblütigkeit ist ja nun- nicht jedermanns Sache und Menschen, die einer kritischen Situation nicht gewachsen sind und die die Nerven verlieicn, kann natürlich mit den besten Ratschlägen nicht geholfen werden Aber vielleicht kommt einer oder der andere meiner Leser— ich will es ihn, nicht wünschen!—, der Ruhe und Kaltblütigkeit besitzt, doch einmal in die Verlegenheit, sich diesen oder jenen Wink zunutze zu machen, und für diese sollen dies« Zeilen geschrieben sein. Oer Zusammenstoß. Also zunächst— der Zusammenstoß! Erfolgt zwischen,- zwei Zügen oder einem Zuge und einem festen Hindernis ein Zusammen- stoß, so wird die Bewegung plötzlich gebremst und hierbei die Bewegungsenergie in Drückenergie umgewandelt. Abgesehen davon, daß der ganze Zug hierbei seitlich ousknicken und aus den Schienen gedrängt werden kann, wird jeder Waggon für sich durch den Schwung der hinten nachdrängenden Wagen aus Druck beansprucht. die vorderen wagen naturgemäß am meisten. Ist die Geschwindig- seit im Augenblick des Zusammenstoßes groß und ist der Waggon nicht besonders stabil gebaut, so kann er wie eine Ziehharmonika zrsar,'mengedrückt werden.— Hierbei werden zunächst die Fenster- rahmen und Zwischenräume zwischen den Bänken zusammenge- drückt, da die Wandungen des Wagens an diesen Stellen am wenig- sie» Widerstand leisten. Die meisten Opfer bei derartigen Unfällen kommen daher durch Zerquetschen zwischen den Bänken und in Türen und Fensterrahmen vor. Abgesehen davon bilden We zer. splitternden Fensterscheiben ein große» Gesahrenmoment. Um sich nach Möglichkeit diesen Gefahren zu entziehen, soll man, sobald man au» einem heftigen Stoß, der meist mit starkem Lärm und Herabfallen der Koffer, Zerbrechen der Fenster usw. verbunden ist, auf einen Zusammenstoß schließen kann, sofort die Beine anziehen, um sie aus den, Bereich der tückischen Bänke zu bringen. Besser noch ist es. in das Netzwerk des Gepäckhalters za greisen und den ganzen Körper anzuziehen. Da der Körper im Sitzen kein« Elastizität be- sitzt, so besteht nämlich die Gesahr, daß ein heftiger Stoß die Wirbel- säule bricht oder direkt aus das Zentrol-Neroensystem übertragen wird und hier zu erheblichen Schädigungen führt. Hängt jedoch der ganz« Körper an den Armen, so bilden dies« ein« hervorragend« Federung, die den Hauptschiog abhält. Weiler halle man sich nach Möglichkeil von Tür und Fensterscheiben fern— falls man genüg eich Platz hat. Zwischen dem Zusammenstoß und den Auswirkungen der Katastrophe vergehen naturgemäß einige Sekunden, da sich zu- nächst die Puffer zusammendrücken, ehe der Druck sich direkt auf die Wagen überträgt Dann hält der Wagen auch noch einen Augenblick lang den Druck aus ehe er sich zusammenschiebt. Jeden- falls bleibt den Reisenden, falls sie nicht gleich— bildlich gesprochen den— die größten Gefahren in sich birgt, baut man heute vielsach crgreiscn. Manchmal gelingt es airch noch, durch das zufällig offen- stehende Fenster ins Frei« zu gelangen, bevor der Waggon völlig zerstört ist. Da, wie man sieht, das Ineinanderschieben der Wagen bei Zusammenstößen— neben Explosionen der Gasbehälter, die durch die elektrische Zugbeleuchtung nach und nach, verdrängt wer- den— die größten Gefahren in sich birgt, baut man heut« vielsach den ganzen Wagen aus Stahl. In Amerika sind einmal mehrere Waggons eines Pullmann- Zuges eine hohe Böschung herabgestürzt, ohne zerstört zu werden. Auch bei der vor längerer Zeit im Pol- Nischen Korridor erfolgten Zug-Katastrophe hat der ganz aus Stahl gebaute Schlafwagen dem Druck standgehalten, wodurch alle Reisen- den des Wagens gerettet wurden. Leider kann nicht von heut« auf morgen der gesamt« Wagenpark ausrangiert und durch Stahlmogen ersetzt werben, sa daß wir noch für lange Zeit bei Unglücksfällen mit der Zerstörung der Waggons und deren Folgen rechnen müsien. Der Absturz. Im Gegensatz zu den Zusammenstößen handelt es sich bei Ab- stürzen meist nicht um Druckkräfte, die den Waggon von der Stirn aus. also in Richtung der Achse beanspruchen, sondern um Stöße senkrecht zur Achse. Ein Zusammenschieben des Waggons ist daher hier weniger zu befürchten, dagegen können Zusammendrückungen senkrecht zur wagenachse auftreten: z. B, kann dos Waggondach durch darausstürzende Gegenstände(Lokomotive, andere Waggons usw.) eingedrückt werden usw. Außerdem sind hier die Reisenden, auch ohne durch Teile de? Waggon� eingeklemmt oder sonst verletzt zu werden, in Gesahr, durch die ptötzlichr Abbremsung der eigenen Körperschwimgkräft erheblich verletzt, zu werden. So ist bei sitzendem senkrechten Absturz Bruch des Beckens, der Wirbelsäule usw. zu befürchten. Hiergegen kann man sich nur dadurch schützen, daß man dem Körper in eine Loge bringt, in der die natürlichen Feder- organe. Arme und Beine, voll zur Wirkung kommen köimen. « Das Unglück von Chamonix. Der Verfosscr verunglückte bei dem Eisenbahnunglück in Chamonix, und hatte dabei Gelegenheit, seine„Rezepte" praktisch zu erproben, und, wie diese Zeilen beweisen, mit bestem Erfolg. Wie erinnerlich, kam dort der aus Lokomotive und zwei Wagen bestehende Zug infolge Nichteingreifens des Zahnrades auf einer Strecke mit 24 Proz. Gefälle nach wenigen 100 Metern so ins Schießen, daß die Lokomotive und der erste Wagen mit 90 Kilo- meter Geschwindigkeit in einer Kurve entgleist« und von dem 15 Weier hohen Viadukt abstürzte, während der zweite Wagen durch die Aufmerksamkeit des Bremsers noch zum Stehen gebrocht werden konnte. Ich selbst befand mich mit meiner Schwägerin im ersten Wagen und bemerkte zunächst die wachsende Geschwindig- keit des normal mit etwa d-Kilometer-Stunden fahrenden Auges. Ich fuhr.rückwärts" und sprang daher auf und drehte mich herum, um besser sehen zu können, was geschehen sei. Ich erkannte sofort das Kritische der Situation und nachdem ich alle Rettungsmaß- nahmen, wie Bremsen oder Abspringen als unausführbar erkannt hatte, traf ich mein« Gegenmaßnahmen zur Milderung des zu er- wortenden Stoßes. Ich stellte mich mit leicht gebeugten Knien hin und hielt mich krampfhost an der Lehne der Bank fest, meiner Schwägerin zurufend, das gleiche zu tun. Die meisten anderen Reisenden, die die Gefahr ahnten, stürzten schreiend an die Fenster um herauszu springen, was unmöglich war, da alle Fenster mit Rücksicht auf den Schneesturm und die Türen, wie mir bekannt war, von außen verriegelt waren. Oder aber sie waren vom Schrecken gelähmt und blieben starr auf ihren Plätzen sitzen. Noch dem vorher gesagten mußte dies Verholten verhängnisvoll werden. Die Reisenden, die fitzend abstürzten, mußten durch den furchtbaren Stoß beim Auffchlagen getötet werden, obgcscheu davon, daß das durch die darausstürzende Lokomotive herobgedrücktc Dach schreckliche Verletzungen hervorrief. Ebenso wurden viele Reisende durch die in der nächsten Sekunde zersplitternde» Fenster schlimm zugerichtet. Meine Stellung dagegen zwang mich beim Aufschlagen des Waggons automatisch in die tiefe Kniebeuge, wie wir das schon in der Schule gelernt hatten. So wurde der Hauptstoß abgefangen, während der in Fahrtrichtung wirkende Schwung— 20-Kilometer-Tempa— durch die Stirn e aufgenommen wurde, so daß kein Knochenbruch erfolgte und auch die unvermeidliche Gehirnerschütterung noch ge- linde ablief. Das Bremsen. Allgemein sind mit dieser Schilderung schon die meteutlicheii Maßnahmen gegeben. Natürlich hätte auch ein Aushängen im Gepäcknetz stoßmildernd gewirkt und die Stoßmildening ist ja das ein- zige, was man in solchem Fall erstreben kann. Da jedoch kein Gepäcknetz vorhanden war, entfiel diese Möglichkeit. Nun noch«in paar Worte über das Bremsen. Es kann ja vorkommen, daß man einmal selbst in die Verlegenheit kommt, die Handbreins« ,zu be- dienen: sei es, daß man sich in einem sührerlaien Wagen de- findet oder der Führer auf abschüssigem Gelände die Gewalt über den Zug verliert und das Notsignal gibt. Die Wirkung der Bremse ist um so stärker, je größer die bremsende Fläche und der Brems- druck ist. Die bremsende Fläche ist durch die Größe der Brems- klotze gegeben, die auf den Radkranz wirken, und der Bremsdruck kann durch mehr oder weniger starkes Anziehen geändert werden. Der Laie glaubt somit die größte Bremswirkung zu erzielen,, wenn er die Bremse möglichst stark anzieht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Vielmehr tritt der Moment ein, in dem die Räder sestge- bremst werden und zu rutschen beginnen. In diesem Augenblick vermindert sich die bremsende Fläche aus die Berührungsstelle Zlwischen Radkranz und Schiene, wodurch die Bremswirkung fast aufgehoben wird. Das Anziehen der Handbremse muß daher mit „Gefühl" erfolgen, und man muß, falls man die Räder festgebremst hat, sofort nochlassen, bis die Räder wieder rollen. Man braucht allerdings nicht allzu ängstlich zu sein, da bei den ichweren Eisen- bahuwagen ein Festbremsen gar nicht so leicht vorkommt. Da bei Bergbahnen ein Bremsen des!n Bewegung befindlichen Zuges ntit der gewöhnlichen auf den Radkranz wirkenden Bremse nicht möglich ist, kommen hier sogenannte Schienenbremsen zur An- «endung, die direkt in die Schienen eingreifen. Auch hier muß Nie Aacht nach dem Verrat. 53] Roman von Liam O'Flaherty. (Aus dem Englischen übersetzt von K. Hauser.) Gallagher sah zu Mulholland hinüber. Mulholland runzelte die Stirn und schüttelte leise den Kops. Dann sah er neugierig Gqpo an. Connors Mund stand weit offen, ver- wundert glotzte er zu Gypo hin. Gypa zog seinen Hosengürtel enger. Ms er fertig war, sagte er:„Na, und Kommandant, hältst du dein Wort, daß du mich wieder in die Organisation aufnimmst?" „Langsam, langsam," murmelte Gallagher verträumt: er starrte auf den Boden.„Erst müssen wir sehen, ob deine Aussage auf Wahrheit beruht. Wenn deine Aussage wahr ist. wirst du auf alle Fälle wieder aufgenommen." Plötzlich sah er auf, lächelnd, mit funkelnden Augen. Er faßte Gypo bei der rechten Hand und lächelte ihm auf freundschaftlich intime Art ins Gesicht:„Hör' zu. Heute nacht wird ein Unter- suchungstribunal sein um halb zwei. Sei dabei. Mulholland wird dich mit hinnehmen. Du kannst dich auf mich verlassen, Genosse, ich will deine Sache schon in Ordnung bringen. Du stast früher gute Arbeit geleistet, Genosse, und du wirst wieder gute Arbeit leisten für die Befreiung deiner Klasse." Gypo ergriff Gallagher» Hand und preßte sie heftig. Dann schlug er die Hacken zusammen und salutierte auf groß- artige Manier. Daraus wandte er sich zu Mulhalland und flüsterte:„Ich werd' in Biddy Burkes Kneipe sein, gegen ein lihr. Ich werd' dich da treffen." „'s'st gut so," antwortete Mulhollond. „Gute Nacht, Jungen»," rief Gypo mit lauter, herzlicher Stimme. Dan stolzierte er aus dem Zimmer, indem er dröhnend feine Hocken auf den Boden fallen, ließ und sich räusperte. Sie sahen olle zwei Sekunden lang schweigend hinter ibm her. Dann rief jemand:„Feierabend, meine Herren. Feierobend!" Gallagher brach Ins:„Verdammt will ich sein... Er schlug seine linke Hand in meine rechte." '„Er ist's!" zischte Eonnar mit offenem Mund«, auf Gallagher losstürzend. Js*} stitt km Idiot." brüllte Gallagher.•(" Aufgeregt schrie Mulholland:„Hör' zu, Kommandant, er ist es, ich will drauf schwören, weil.. „Hol' dich der Teufel, wer hat dich nach deiner Meinung gefragt? Gib mir deinen Bericht. Flink, flink! Mach' keine langen Geschichten." In kurz abgehackten Sätzen und mit heftigen Gesten be- schrieb Mulholland olles, was sich in der Nummer 44 Titt- street ereignet hatte: Gypos Aufregung und wie das Geld auf den Boden siel: wie Gypo es Frau McPhillip gab und wie er aus dem Haus stürzte. Dann plötzlich fing er in weiner- lichem Ton an aufzuzählen, was er seit seiner Mobilisierung um acht Uhr, wo er die Nachricht von Francis McPhillips Tod empfing, alles geleistet hatte. Gallagher schnitt ihm das Wort ob:„Laß das aus. Hat die Polizei in Nummer 44 irgendwelche Papiere gefunden? Nein? Gut. Fand man etwas bei der Leiche? Du weißt es nicht. Gut, du erfährst das bester morgen bei der Leichen- schau. Mach', daß du fortkommst. Hefte dich dem Gypo auf die Hacken wie ein Topf mit Kleister. Bring' jede kleinste Kleinigkeit heraus, die du finden kannst. Bring' ihn auf alle Fälle mit nach Bogey Hole um ein Uhr dreißig. Lauf'!" Mulholland verschwand ohne ein Wort. Gallagher wandte sich an Connor:„Nun du, Corrnor. Mobilisiere sechs Mann von deiner Sektion. Rollt Mulligan auf— umzingelt ihn! Bringt ihn noch Bogey Hole. Beeist dich!" Connor murmelte etwas und verschwand. Gallagher blieb allein: er starrte in Gedanken verloren zu Boden.' Im Nebenraum sangen betrunkene Stimmen. Füße scharrten. Eine eintönige Stimme rief fortwährend: „Feierabend, bitte, meine Herren, Feierabend!" Gallagher? Augen weiteten sich verträumt. Seufzend murmelte er vor sich hin:„Es hangt an einem Haar, und olles zerplatzt. Dann ist es aus mit mir. Ich muß diesen verdammten Spitzel vernichten, wer es auch fein mag. Biel- leicht ist es Gypo. Vielleicht ist es die Rotte, obwohl das sehr unwahrscheinlich ist. Das ist unwichtig. Wichtig ist die Tatsache, daß ein Spitzel vorhanden ist... Guter Gott! Ein Spitzel ist die große Gefahr. Alle sind gegen mich. Nur Furcht kann mich schützen. Ich muß an diesem Kerl ein Exempel statuieren." Seine Stimme erstarb allmählich. Im Zimmer herrschte wieder Schweigen.n« wunderbare Spezialisierung in der Dokolmusik der Vögel. Eine gleiche kann man auch� bei den musizierenden Insekten beobachten. Hier findet man vor allem die Initrumenialmusiker vertreten: mikroskopisch kleine Zähne werden von einer vorbeistreichenden Schneide bearbeitet. Dieses primitiv« Pylophon bietet eine Reihe von Möglichkeilen. Es kann Zähne von verschiedener Größe und verschiedenem Zwischenraum aufweisen wie bei einigen musizierenden Ameisen und Käsern, oder p tarn«che als eine Feil« bei einem Infekt vorhandeu sei» Das am 1. Oktober 1927 m Kraft getreten« Gesetz zur De- kämpfung der Geschlechtskrankheiten brachte auch die Schließung der noch bestehenden Bordelle mit sich. Die Geschichte der Prostitution erreichte dadurch einen Wendepunkt, dessen Bedeutung heute noch nicht zu übersehen ist. Aber gleichviel, wie weit die zahlenmäßige Auswirkung gehen wird, wieviel der bordellicrten Mädchen ollmäh- lich den Weg in das„bürgerliche Leben" zurückfinden und dort festen Fuß fassen werden, darüber kann kein Zvieisel herrschen, daß eine Institution ein End« gefunden hat, deren grauenvolles Gehabe mittel- alterlich anmuten muß. Schon 1921 veröffentlichte Kurt Schneider seine„Studien über Persönlichkeit und Schicksal eingeschriebener Prostituierter" und vor zwei Jahren konnten die späteren Lebensschicksal« einer Reihe der früher erfaßten Prostituierten festgestellt werden. Trotz des natürlich begrenzten Umfanges solcher Untersuchungen war nicht nur der Wssenschast unendlich wertvolles Material in die Hand gegeben worden, sondern auch der Sozialpolitik der Weg gezeigt worden, die sie gehen mußt«. Jetzt liegt ein ähnlich angelegtes, wenn auch weniger wissenschaftlich durchgeführtes Buch vor: Elga Kern, Wie sie dazu kamen. 35 L e b«n s f r a g m e n ke bor- d e l l i e r t er Mädchen.(München, 1928, Berlag Ernst Rein- hard.) Elga Kern hat die Mädchen monatelang in den Bordellen selber aufgesucht; ohne jeden kritischen Zusatz gibt sie wörtlich die Unterredungen mit den Mädchen wieder. Sie sucht namentlich sol- gende Gesichtspunkte zu erfassen: Familienverhältnisse, Schulzeit, Fortbildung, Sexualleben, Einstellung aus das Leben im Bordell, Stellungnahme gegenüber der Zukunft nach Aushebung der Bordelle usw. Was sich uns in diesen Selbstdarstellungen darbietet, kann nicht mit bloßen Schlagwort«» abgetan werden, wie: Erblich« Belastung, soziales Milieu, Erziehungsfehler, sexuelle Trieblypen usw. Denn so unendlich monoton und gleichförmig fast all« dies« 35 Berichte verlaufen, so wenig kann man sagen, daß diese Lebensschicksale eine zwingende Logik der Entwicklung in sich bergen, daß der Weg ins Bordell sozusagen schon an der Wieg« vorgezeichnct war. Das ist keineswegs der Fall, und hier liegt die große Problematik, die das Buch von Elga Kern nur aufzeigt, ohne sie zu irgendeiner Lösung oder Erklärung zu bringen. Woher stammen diese 35 Mädchen? Eine entscheidend« Frage, wie man zunächst annehmen möchte. Zunächst befinden sich unter den 35 Mädchen nur vier unehelich geboren«, olle anderen sind«he- lich; die Däter sind: Chauffeure, gelernt« Arbeiter, Elasermeistcr, Fuhrwerksbesitzer. Bildhauer, Musiker, Verwalter, Gürtler, Maurer- meister, Gärtner, Kontrolleur. Zimmermann, Schneider, Bäcker- meister, Baumeister, Polizeibeamtcr usw. Acht von den Eltern wer- den als T r i n k e r bezeichnet, nur in einem Falle kann man vielleicht von erblicher Belastung sprechen. Im übrigen handelt es sich meist um kinderreiche Familien, die aber meist in auskömmlichen Ver- mögensoerhältnissen leben, deren übrige Kinder alle gut geraten sind. Nur in wenigen Fällen verläßt der Vater die Familie, oder läßt sich scheiden oder gibt sich mit anderen Frauen ab. In«inigen Fällen sind die Väter früh gestorben, die Stiefmutter zwingt das Mädchen, das S)aus zu verlassen. Was die Intelligenz der in Frage kommen- den Mädchen betrifft, so ist bei keinem von einem ausgesprochenen Schwachsinn die Rede; bei sehr vielen handelt es sich vielmehr um Intelligente Mädchen, die aber zum Teil nur mit Unlust die Schule durchgemacht haben. Don hier aus ist also kein Weg zur Prostitution gegeben. Was sich jenseits der Schulzeit ereignet, vollzieht sich mit einer schicksals- hasten Gleichförmigkeit und einer in den Etappen deutlich zu er- kennenden Schnelligkeit. Die meist aus Dörfern oder kleinen süd- deutschen Plätzen stammenden Mädchen verdingen sich als Dienst- Mädchen in die Stadt; mitten in der körperlichen Entwicklung stehend, und der von ihnen gesorderten Arbeit nicht gewachsen, dabei unter dem Herrschaftszwange leidend, werden Hie unstet, wechseln sie die Stellungen, machen sie Bekanntschaften mit Männern oder Frauen, die beide für sie zum Verhängnis werden. Werden sie nach dem ersten sexuellen Verkehr nicht schwanger und verlieren damit Stellung und Heimat, so sind es„Freundinnen", die den Lebensunerfahrcncn Außerdem können dies« Instrumente zur Toncrzeugung verschieden benutzt werden, um eine große Mannigfaltigkeit der Töne und Noten hervorzurufen; hier ist die Technik im Spiele, die bei den Musik- künstlern der Menschenwelt eine so große Rolle spielt. Während nun die Grillen scheinbar einen besonderen Wert auf die Ausbildung der Tonalität ihrer Musik legen, haben die Zikaden, die hier voll- kommen versagen, ihren Vorzug in der Ausbildung der Technik. Ja, es gibt hier größere Zikadcnarten, die man als Pioniere in ihrer Kunst bezeichnen kann. Wenn es einem Insekt gelingen würde, die Tonalität der Grille mit der Technik der Zikade zu verbinden, so würde ein Insektenkünstler entstehen, dessen Musik mit der der Vögel in einen aussichtsvollen Wettkampf treten könnt«. Die allgemein verbreitete Technik der Tonerzeugung bei den Grillen wie bei den Zikaden besteht darin, daß ein Schaber über eine musizierend« Feile ein- oder mehrmals gezogen wird, um einen Ton hervorzubringen. Bei dem einfachen Zirpen der Grille oder dem unterbrochenen mancher Zikaden wird der Ton durch«in ziemlich schnelles Bor- und Rückwärtsbcwcgen hervorgerufen. Bei dieser Handlung werden alle Zähne der Feil« gleichzeitig benutzt. Di« großen Zitodenarten verstehen es aber, über diese primitive Art weit hinauszugehen und eine langsam« Folge von 30 bis 40 Zirptönen hervorzubringen, indem sie spezielle Zähne benutzen oder auch manchmal über zwei oder mehrere hingleiten. Da» schabende Organ wird langsam und mit großer Präzision über die bestimmten Zähne hingeführt, in einer allmählich die Flügel fchließenden Be» wegung wird eine lange Aufeinanderfolge von jenen Zirptönen hervorgerufen, die für den typischen„Gesaug" dieser Anen charakteristisch ist. Eine Zählung der Zähne der Feile ergibt, einschließlich der wenig entwickelten am Ende, 55 bis 50 Zähne aus einer Länge von etwa einem Sechstel Zoll. Die Zikade benütz: nun diese Zähne nicht nur so, daß sie bei einer Serie von 30 bis 40 Zirptönen immer je einen der entwickelten Zähne streift, sondern sie bringt auch ein intermittierendes Zirpen hervor, indem sie olle Zähne mit einem schnellen Zug des Schobers trifft. Es erweckt die höchste Bcwun- derung, wie dies« Zikade die Technik beherrscht, so langsam die ZuerhHlzer ihre» organZschen Tyloxhons zu streichen, daß jeder Zahn die Welt der„schönen Kleider", des„vielen Geldverdienens" aus- malen. Die Besucherinnen der Animierkneipen werden zunächst selber Cervicrmädchen, müssen sich das Trinken und Rauchen ange- wähnen, finden an der„Stimmung" Gefallen. Die.Kolleginnen" besorgen den Rest. Bon hier bis zur Straße ist der Weg nur kurz, nicht länger der ins Krankenhaus und zur Kontrolle. Kann das Krankenhaus vermieden werden, und wird dem Cr- suchen nach Kontroll« nicht gleich stattgegeben, so wechselt das Möd- chcn den Wohnort, bis es gefaßt wird und nunmehr ungehinderten Eintritt ins Bordell hat. Die Schilderungen, die die Mädchen von dem Treiben hier geben, sind grauenvoll in ihrer Monmonie:„Wenn man es sich überlege, so wäre dieses Leben in den Häusern eine ganz verrückte Sache; man jage ewig dem Geld« nach, setz« alles aufs Spiel und habe doch zuletzt nichts. Sie würde gewiß ein zweites Mal nicht wieder ins Bordell gehen, aber man könnte ja überhaupt davon nicht reden, daß ein Mädchen freiwillig in dieses Leben hinein- ginge. Es wüßte ja keine einzige, was ihrer warie.... Perversi- täten mache sie mit Unwillen, aber diese würden halt besser bezahlt. Und da sich eben alles um Geld drehe, käme es ja auf etwas mehr oder weniger nicht an." Eine andere erzählt,„sie wisse eigentlich nicht, warum sie dageblieben sei und auch nicht, warum sie überhaupt ins Haus gegangen. Sie habe nur gehört, es ginge einem da sehr gut, und da habe sie sich nicht viel Gedanken gemacht. Sie hätte ja auch nicht viel zu verlieren gehabt und sei ja auch damals noch so dumm gewesen, so wirklich dumm. Bor zwei Iahren habe sie endlich heraus wollen. Sie sei damals drei Monate außer Kontrollo gewesen. Sie habe aber keine Arbeit gesunden und hätte mit ihren: Kinde verhungern können. So s« sie eben wieder hierher ins Haus gegangen. Sie fühle sich jetzt gar nicht mehr widerstandsfähig und glaube, nicht schwer arbeiten zu können. Sie fühle aber, daß sie jetzt doch«in anderes Leben beginne müsse wegen ihres Kindes. Und wenn sie Arbeit finde, werde sie dies auch können, denn sie sei mit diesem Leben gar nicht verankert." Der Sexualpsychologe findet tn diesen Setbstdorstellungen«in unendlich wertvolles Material. Kein einziges dieser Mädchen offen- bart ein besonders starkes sexuelles Triebleben; sie haben oll««in- mal, und meist für ihr« seelische Entwicklung viel zu früh und viel zu abrupt, rein triebmäßig das Leben kennengelernt, um dann völlig zu oersagen. Kein einziges dieser Mädchen erfüllt anders als rein geschäftsmäßig ihren„Berus"; völlig teilnahmslos, innerlich passin bis zur ausgesprochenen Gejchlechtskölte, nicht selten unter Ekel- empfinden, spüren sie eine gewisse Gespaltenheit ihrer Persönlichkeit. Da die Not aber größer ist, und sie, aus Furcht auf der Straße zu verhungern, lieber«in Dach über dem Kopf« haben wollen, greifen sie zu Alkohol, Nikotin und Kokain, um ihr„Geschäft" versehen zu können, nicht wenige zu Mädchenfreundschasten.„Das bringe der Bordellbetrieb so mit sich." Die Entscheidung für die Zukunft, nach Aufhebung der Bordelle. ist naturgemäß die schwierigst« und am wenigsten durchsichtige. Alle sehnen sich, wie bereits hervorgehoben, aus dem Bordellbetrieb hiii- aus in ein geordnetes Lebm, aber ein großer Teil ist entweder völlig resigniert oder glcichgültig-swpid« geworden, der Rest möchte heiraten und ein neues Leben anfangen. Am stärksten ist dieser Drang nach einem neuen Aufbau bei denjenigen, die schon geboren haben, und die, wie die Akten und Nachforschungen ergeben, mit großer Liebe und Sorgfalt an ihren Kindern hängen. So sagt eine: „Wegen des Buben könne sie ihr„Geschäft" nicht mehr weitermachen. Die Leute hätten ihm einmal gesagt, seine Mutter sei im Puff, und da sei er ihr nachgegangen. Und wenn man als Mutter da noch Ehrgefühl im Leibe habe, müsse man sich verändern." Tatsächlich sind auch, wie die Untersuchungen von Schneider frülzer gezeigt haben. die Prostituiertenehen durchaus nicht so unstabil, wie man oft an- zunehmen geneigt ist. Mit der Aufhebung der Bordelle allein wird natürlich das Schicksal der Prostituierten nach keiner Richtung hin gemildert; die sozialpolitischen Probleine bleiben weiterhin mit aller Schärfe und Eindringlichkeit bestehen. Auf sie auss neue hingewiesen zu haben, ist«in Verdienst des Buches von Elga Kern, das man vielen in die Hand geben möchte. Besinnung tut uns allen von Zeit zu Zeit not. einen Ton oder eine Note hervorbringt. Eine Anzahl von Zikaden haben richtige klein«, komplizierte.Anstrumentalgesäuge". aus- gebildet, die sich durch ein« große Mannigfaltigkeit der Zeitintcrvalle und der Phrasierung auszeichnen. All dies scheint unbewußt einer persönlicheren Ausdrucksform zuzustreben. Eine Schule für Charme-- in Amerika. In Amerika gibt es viele Schulen. Reben ausländischen Sprachen und doppelter Buchführung kann man an diesen Bildungsstätten auch in die Geheimnisse der richtigen Zahnpflege, des Hypnotismus, der gesellschaftlichen Konversation und anderer nützlichen Fertigkeiten eindringen. Nun kommt aus New Park die Nachricht, daß dort eine Schule eröffnet worden ist, wo man den Schülern jenes undesinier- bare Etwas, das Charme genannt wird, beibringt. Die Leitung dieser neuen Hochschule erklärt, daß sie ein« gewisse Rassentradition, Anmut und Schick in der Haltung, mit einem Worte: europäischen Charme vermitteln will. Sie unterscheidet auch gewiss« Arten und Abarten dieses Charmes und behauptet, daß der slawische am empfehlen?- wertesten sei. Dar kurzem begann der erste Kursus, der für sechs Monate anberaumt ist. Man wird die Ergebnisse dieses eigenartigen Unterrichte abzuwarten haben. Denn bis heute nahm man an. daß Charme etwas Angeborenes sei. Amerika will un» jetzt eines Besseren belehren._ Das höchste Postamt der well. Das Postamt von Phari-Iong in Tibet, das genau 3877 Meter hoch liegt und einen regelmäßigen Dienst versieht, dürfte wohl das höchftgetegcne Bureau dieser Art aus dem Erdenrund sein. Wie man weih, ist die Hauptstadt von Tibet, das heilige und geheimnisvolle Lhassa, vor einigen Iahren auf Beseht des Dalai Lmna, der ein sehr modern denkender und dem Fortschritt nicht abgeneigter Herr ist. durch eine Telegrophenlinie mit Indien verbunden worden. Die Isolierung, in der sich Tibet, dieser eigentümliche Priesterstoat auf dem Doch der Welt, wäbrend der vergangenen Jahrhunderte befunden hat, ist durch den Draht ausgehoben, der durch das gigantische Gebirgsmajsio und die Schlmh- len des Himalaya die Außenwelt mit den buddhistischen Klostem sestungen verbindet,_ Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68, Lindeustraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. Achtung, Genofsinnen! Morgen, Freitag, 3. Auguft, große allge. meine Dampferfahrt nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt 9 Uhr von Oberbaum, Waisen oder Treskowbrüde in Oberschöneweide. Bitte recht viele rote und schwarzrotgoldene Fahnen zur Ausschmüdung der Dampfer mitbringen. Karten zu 1,30 M. für Erwachsene, Kinder 50 Bf., find im Frauensekretariat, SW. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Bimmer 1, noch zu haben. 14. Kreis Neukölln. Erweiterte Kreisvorstandssigung am Freitag, 3. August, 19% Uhr, an bekannter Stelle. 17. Kreis Lichtenberg. Heute abend 20 Uhr in der Bibliothet Weichselftr. 28 Sigung des Bildungsausschusses. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Jebe Abteilung muß drei Ordner zum Volksfest stellen. Morgen, Freitag, den 3. Auguft: 5. Abt. 20 Uhr Funktionärsizung bei Lehmann, Bartelste. 7. 27. Abt. 19 Uhr treffen sich die Genossinnen und Genossen am Faltplag zur Abschiedskundgebung der SAJ. 33. Abt. 20 Uhr Funktionär- und Bezirksführersigung bei Lojat, Beymestr. 8. Aurze aber wichtige Tagesordnung. 79. Abt. Schöneberg. 20 Uhr Funktionärversammlung im Lokal von Nitsch, Siegfriedstr. 9. Pünktliches Erscheinen sämtlicher Funktionäre erwünscht. 84. bt. Lantwik. 20 Uhr pünktlich bei Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 29-31, Funktionärsizung. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr erweiterte Vorstandssigung bei Primus( 8ur Linde), Werder-, Ecke Friedrich- Karl- Straße. 89. Abt. Neukölln. Die Funktionärversammlung findet umständehalber nicht Freitas, sondern Montag im Lokal Grommed, Ganderftr. 10, ftatt. 128.- 130. Abt. Pantow. 20 Uhr Funktionärversammlung bei Meeß, Berliner Straße, Ede Lindenpromenade. Vereinigung der Jungsozialisten: Gruppe Süben: Freitag, 3. August, 20 Uhr, im Jugendheim des Bezirks amtes Kreuzberg, Nordstr. 11, Vortrag:" Arbeiterklasse, Abrüstung und SAJ." Borher, 19% Uhr, Gruppenangelegenheiten. Achtung! Parteimitgliedsbuch zur Rontrolle mitbringen. Gruppe Reinidendorf: Heute, Donnerstag, 20 Uhr, im Boltshaus, Scharnweberstr. 114, Vortrag des Genossen Liljeberg über„ Die| Theater, Lichtspiele usw Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Repubi. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! Komische 81%, Uhr Oper 8, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk, ab 10 Uhr geöffn. SCALA 8 Uhr Nollendort 7360 Das sensationelle Eröffnungs- Programm! Deutsches Theater Norden 12 310 3U. Ende nach 101/2 Artisten ' egie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 82 U. Ende 103 U. Es liegt in der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater Mariottanstr.30/ 91.Dinh 170 314, Ende nach 10%/ 2 iastspiel d. Deutschen Th. Der Proze Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr: Es kommt jeder dran! Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Täglich 8 Uhr: Der Zarewitsch" 8% Theater am Nollendorfplatz ungeküßte Eva Die Operette in 3 Akten. Musik von M. Knopf mit Lori Leux. Preise: 1, 2, 3, 4 Mk. usw. Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Residenz- Theater Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Anneliese Wörtz a. G. CASINO.THEATER Jugendliche haben Lothringer Str. 37. Wiedereröffnung Freitag, den 17. August 1928 mit dem neuen Schlager keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt statt 4.- Mk. nur 1. Mk. Theater des Westens Heute geschlossen! Rundfunkficber. Freitag 8% Uhr Reichshallen Theater Allabendlich 8 Uhr Stettiner Sänger Wiederauftreten von Paul Britton. Tageskasse 11 bis 2 Uhr. Preise: 60 Pf. bis 2 M. Premiere Das süsse Geheimnis Schwankoperette Musik v. Kurt Zorlig Lilli Flohr, Paul Heidemann, Else Berna und Langendorf. Dönhoff- Brett Rose- Theater ( Saal und Garten) Varieté Kabarett- Tanz Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel: Mpl. 16077 Heute 8 Uhr: Elite- Sänger U. a. ,, Lohengrin in Neukölln" Ein Valtreffer griester Beter beit! Heiterkeit! Preis M. 0.50 2.- M. Gr. Frankf. Str. 132 4 Uhr: Winzerfest Tanz im Freien Feuerwerk 84 Uhr Das Musikantenmädel. Entwiffung bes Webettsrets. Gefcheinen aller Genellen i Bt. ex und Gäste willkommen, Geburtstage, Jubiläen usw.: 22, bt. Am Mittwoch, 1. August, beging unfer Genosse Franz geh. mann und Frau, Berlin N. 65, Müllerstr. 39, bas Feft der Silberhochzeit. Wir wünschen unseren beiden langjährigen treuen Genossen noch recht viele gemeinsame Jahre des Eheglücks. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 34. Abt. Gestern verstarb unser Genoffe Heinrich Müller, Borhagener Str. 24. Einäscherung Sonnabend, 16 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 37. Abt. Am Montag, 30. Juli, verstarb unser Genosse Wilhelm Fintenzeller, geboren 5. September 1854. Genosse F. war 21 Jahre Mitglied der Partei. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Bestattung findet am Freitag, 3. August, 12% Uhr, Baumschulenweg, statt. Rege Beteiligung erwünscht. Die Abteilung. 97, Abt. Neukölln. Wir erfahren erst heute, daß unser Genoffe AI fred Bauer, Hermannstr. 116-117( 92. Bezirk), verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. SES Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an bas Jugendfefretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Dortmund- Besprechung für bie Abteilungsleiter. Heute, Donnerstag, 2. August, pünktlich 19% Uhr, in der Schulaula Rochstr. 13. Jede Abteilung muß durch einen Genossen vertreten sein. Abteilungsmitgliederversammlungen Donnerstag 19% Uhr. Norden: Heim Butbuffer Str. 3.- Röpenider Biertel: Schule Wrangel. ftraße 128. Wilmersdorf: Heim Wilhelmsauc. Wittenan: Heim Rosen thaler Str. 15. " Röllnischer Bart: Seim Große Frankfurter Str. 17. Geschichte Berlins." Falfplag 1: GSchule Sonnenburger Str. 20. Appell fitr Dortmund. Schöne berg II: Abschiedsfeier für die Ferienfahrer. Zehlendorf: Nordschule, Bots damer Str. 5-7. Letzte Besprechung zur Dormund- Fahrt. Werbebezirk Westen: Funktionärfihung im Heim Rosinenftr. 4( Charlotten. burg). Thema:„ SAJ. und Kinderfreunde." Der wahre Jacob F. Einmal alle vierzehn Tage mindert Sorge fich und Blage: Rommt der Wahre Jacob raus, lacht man froh im ganzen Haus! ..Der Wahre Jacob", das volkstümliche Wits blatt, reich Hlustriert, anerkannt hervorragende Ausstattung, 14tägig, 40 Pf. pro Nummer, zu haben in allen Volksbuchhandlungen. Rennen z Karlshorst Donnerstag, den 2. August, nachmittags 3 Uhr Morgen, Freitag. Werbebezirk Prenzlauer Berg: 20 Uhr Treffen auf dem Wörther Plaz zu einer Abschiedstundgebung der Dortmund- Fahrer. Von dort aus Fackelzug zum Lehrter Bahnhof. Achtung, Dortmund- Fahrer! Die Abteilungen müssen pünktlich um 21% Uhr abfahrtbereit stehen. Werbebezirk Lichtenberg: 20% Uhr Treffpunkt aller Dortmundfahrer Bhf. Stralau- Rummelsburg. Wer am Treffpunkt nicht sein tann, meldet das seinem Abteilungsleiter. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14. Sebaftianfte. 37/38. Sof 2 Tt. Donnerstag, 2. August. Mitte: 20 Uhr 3. Kameradschaft Bersamm lung bei Schilling, Rungestr. 30. Friedrichshain( Schuhsportabt.): Ab 19 Uhr Training Sportplag Friedrichshain. Sportplag Friedrichsfelde: 20 Uhr sämtl. Borstände und Aufsichtspersonen im Bereinsheim. Stellung nahme zum 2. Geptember. Freitag, 3. Auguft. Kreuzberg, Bug I: 20 Uhr Versammlung bei Geehat, Willibald- Aleris- Str. 5. Röpenid: 18 Uhr Sigung des Ortsvereinsvorstandes im Stadtheater Köpenick. Anschließend Kameradschaftsversammlung. Sonnabend, 4. August. Steglig( Ortsverein): Gründungsfeier in den Gesamträumen des Albrechtshof, Steglit, Albrecht. straße 1a. Festredner Ram. Abter. Eintritt einschl. Tanz 50 Pf. Kameraden anderer Ortsvereine und Republikaner sind eingeladen. Borfigwalde: Verfassungsfeier. Antreten zum Fadelzug 19% Uhr Spandauer, Ecke Sendelstraße, am Gaswerk Tegel. Nachbarkameradschaften und Republikaner sind freundlichst eingeladen. Arenzberg: Conntag, 5. August, Fahrt bis Bepernid, 7.25 Uhr Stett. Borortbhf. Die Jugend fährt Connabend, 4. August, 16% Uhr und 19 Uhr. Wildan: Sonntag, 9. Geptember, Republikanischer Tag. 16 Uhr im Lotal Wedhorn( Altes Schüßenhaus). Abmarsch 14 Uhr vom Lokal Dubian. Tiergarten: Die Bersammlung am Freitag, 3. August, 20 Uhr, bei Lindner, Lehrter Str. 44, betrifft die Kameradschaft Stephan, nicht Hansa. Der Junge Chor"( Mitgl. d. DAGB.). Gonntag, 5. Auguft, Mitwirkung bei der Antitriegstundgebung des Jungproletarischen Bundes. Treffpunkt 13 Uhr Bülowplay( Volksbühne). Erscheinen aller Mitglieder ist notwendig. 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