BERLIN Donnerstag, 2. August 1928 19050 = Der Abend Ericheint täglich außer Sonntags. Fugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Spätausgabe des„ Vorwärts 10. F1. Nr. 362 B 179 45. Jahrgang 66 anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Voßtfcheckkonto: Vorwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 997 Anklagen gegen einen Fürsten. Die Kundgebung der Sozialdemokratie gegen den Krieg. Nie Allgemeine Abrus tung ker wieder Krieg Die gestrige Kundgebung der Sozialdemokratischen Partei gegen den Krieg im Humboldhain. Riesige Menschenmengen füllten den weiten Platz, einig in dem Willen, alles zu tun, um die Wiederkehr des Völkermordens zu verhindern. Besonderen Beifall band der englische Redner Lyons, Parlamentskandidat in London, der die Grüße der fritschen Arbeiterpartei überbrachte. Die große Demonstration wurde leider getrübt durch das Verhalten einiger kommunistischer Störungstrupps, die die an- und abmarschier enden Züge mit Schimpfworten belegten und an mehreren Stellen sogar Tätlichkeiten versuchten. In zahlreichen Zuschriften an uns gaben die Teilnehmer an der Kundgebung ihrer Empörung darüber Ausdruck. Unser Bild gibt einen Ausschnitt aus der eindrucksvollen Veranstaltung. Künstler, der Vorsitzende der Berliner Organisation der Sozialdemokratischen Partei, spricht zu den Massen. Hohenlohes Beamte. Den Reichstagsabgeordneten ist in diesen Tagen eine Petition zugegangen, die eine interessante Charakteristik für jene Kreise darstellt, die nicht genug von Menschenliebe und Rechtsempfinden reden fönnen. Die Petition stammt von zehn Familien, die bei der Fürst zu hohenlohechen Verwaltung in Slawentziz( Oberschlesien) beschäftigt waren, wegen Teilnahme an einem Streif im Sep tember 1922 fristlos entlassen wurden und nun vergeblich ihre Pensionsansprüche geltend machen. Ueber die Vorgänge wird in der Petition gesagt: Die Forstbeamten der Hohenloheschen Verwaltung waren in der Inflationszeit durch ihre furchtbare wirtschaftliche Lage und durch die jede Lohnerhöhung ablehnende Einstellung der Berwaltung zum Streit gezwungen. Aus der Tatsache des Streits entnahm jedoch die fürstliche Berwaltung das Recht zur fristlosen Entlassung, obwohl ein großer Teil der auf diese Weise auf die Straße geworfenen Beamten jahrzehntelang im Dienst des Fürsten stand." Ueber die Dienstzeit der in Frage kommenden Beamten wird folgende Aufstellung gebracht: 1. Oberforstmeister Brodersen, 25 Dienstjahre. 2. Kammerdirektor Pieckardt, 23 Dienstjahre. 3. Oberförster Dietrich, 5 Dienstjahre. 4. Wildmeister Nerlich, 25 Dienst jahre. 5. Revierförster Foizit, 45 Dienstjahre. 6. Revierförster Wolff, 43 Dienstjahre. 7. Revierförster Hunger, 34 Dienst= jahre. 8. Revierförster Woehl, 34 Dienst jahre. 9. Revier förster Müller, 26 Dienstjahre. 10. Revierförster Vetocha, 26 Dienstjahre. 11. Revierförster Eichner, 3.4 Dienstjahre. 12. Forstsekretär Grofe, 24 Dienstjahre. 13. Förster Schwarzer, 14. Förster Malorny, 22 Dienst jahre 24 Dienstjahre. 15. Förster Reschke, 10 Dienstjahre. 16 Förster Fechner, 8 Dienst jahre. 17. Förster Czaifa, 14 Dienstjahre. 18. Förster Wagner, 12 Dienstjahre. 19. Brettmühlenverwalter Schwanig, 27 Dienst jahre. 20. Brettmühlenverwalter Salinger, 10 Dienstjahre. 21. Revierjäger Czubaj, 22 Dienstiahre. 22. Heger Magiera, ( Fortsetzung auf der 2. Seite.) Ein neuer Ozeanflug. Der englische Flieger Courtney auf den Azoren gestartet. Der englische Flieger Courtney, der am 28. Juli bon Lissabon kommend in Horta landete, ist heute zum Weiterflug nach Neufundland gestartet. Die Wetterlage ist denkbar günstig. Es herrscht Sonnenschein, und die See ist bei leichtem Nordwind vollkommen ruhig. " New York, 2. Auguſt. Die Radio- Marinecorporation gibt bekannt, sie habe von dem Schnelldampfer Berengaria" und von der Funkstation auf Rap Race Meldungen erhalten, aus denen hervorgehe, daß der britische Flieger Courtney, der gestern in Horta zum Weiterflug nach Neufundland gestartet war, gezwungen war, 500 Meilen von Kap Race entfernt auf See niederzugehen. Der Weltflug Francos mißglückt. Die Vanguardia erhielt von ihrem Korrespondenten in Huelva die telegraphische Mitteilung, daß das Wasserfugzeug Numancia, das mit Major Franco von Cadiz aus nach den Azoren fliegen wollte, um 9 Uhr abends bei Huelva auf dem Meereniedergegangen set. Es habe wieder umkehren müssen, da es ihm unmöglich gewesen sei, feinen Flug förtzusetzen. Während es unmöglich ist, in amtlichen Kreisen etwas über die Rückkehr der Numancia zu erfahren, wird die Meldung durch Privattelegramme beſtätigt. Danach scheint es, daß die Numancia infolge Motorendefefts auf die Erreichung der Azoren verzichtete und zur spanischen Küste zurüdfehrte, wo sie gegen 9 Uhr abends gegenüber von Huelva an der Mündung des Guadiana auf das Wasser niederging. Die Besatzung des Flugzeuges wurde um 10 Uhr an Land gebracht und begab sich in ein Hotel Das Ergebnis der Nobile- Expedition. In einem Interview, das Professor Dr. Behounek einem Vertreter des Tschechoslowakischen Brejsebureaus gewährte, gab der heimgekehrte tschechoslowakische Gelehrte eine eingehende Darstellung seiner wissenschaftlichen Arbeiten während der Fahrt der " Italia", die er auch später infolge des glücklichen Umstandes, daß bei der Katastrophe seine Apparate vollkommen unbeschädigt geblieben waren, auf der Eisscholle fortzusehen in der Lage war. Seine Arbeiten bewegten fich hauptsächlich in zwei Richtungen, in der Messung der elektrischen Spannung der Atmosphäre sowie der Messung der Radioaktivität der Luft und der Intensität der atmosphärischen Strahlung. Zur Katastrophe der„ Italia" äußerte sich Behounek, sie könne nur in der plöglichen Entleerung eines Ballons ihre Ursache gehabt haben, wodurch die Tragfähigkeit des Luftschiffes um nicht weniger als eine Tonne herabgesetzt wurde, was in feiner Weise ausgeglichen werden konnte, da das Luftschiff feinen Ballast mitführte. Das Manometer hätte aber erstaunlicherweise nichts Abnormales gezeigt. Die Ursache der Katastrophs werde für immer in undurchdringliches Dunkel gehüllt bleiben. Ueber den Schweden Malmgreen erklärte Behounek, daß er der Wesen nach war er ein Bessimist, wenigstens hat Behounek diesen einzige erfahrene Polarreisende der ganzen Expedition war. Seinem Eindruck von ihm gewonnen. Insgeheim hatte Malmgreen fein Zutcauen zu den Italienern und zu ihrer Widerstandskraft. Noch vor Beginn der Expedition hätte sich Malmgreen Dr. Behounek gegenüber fopfschüttelnd geäußert: Wenn wir irgendwo auf Eis geraten sollten, so wäre das eine sehr traurige Expedition. Kapitän Mariano, der sich bisher an Bord der„ Citta di Milano" befand, wird mit der Eisenbahn nach Schweden gebracht werden. Die Klage gegen den Fürsten. ( Fortsetzung von der 1. Geite.) 45 Dienstjahre. 23. Revisor Pepinsti, 28 Dienstjahre. 24. Brennereiverwalter Knyhalla, 28 Dienstjahre. Im Anschluß an diese Aufstellung heißt es in der Petition weiter: also in Ausübung einer durchaus gesetzlichen Maßnahme, wurden Staatskrise um Pilsudſti. Das„ Politische Bureau" als Erbe.- Parteibildung gescheitert. 1938 Warschau, 1. August. einberufen, ferner der Kongreß der Strelcy, der Schüßenorgani „ Diese Ausstellung ist jedoch noch lückenhaft. Es kommen noch mehrere Inspektoren und Forstgehilfen dazu, die ebenfalls ein die Deffentlichkeit wissen soll. Vor einiger Zeit erlitt er auf Grund Biljubiti, der frante Marschall, ist weitaus ernster frant, als fationen, und schließlich der Kongreß der sogenannten„ Ra die Deffentlichkeit wissen soll. Vor einiger Zeit erlitt er auf Grund new 39", das heißt der früheren polnischen Offiziere der russischen Opfer der Rache des Fürsten wurden. Nahezu bis 50 Jahre lang einer vorgeschrittenen Arteriesklerose sowie der Folgen einer ehe- Armee, die nach dem Tagungsort ihres ersten Kongresses in der standen die Beamten im Dienste des Fürsten. Für einen Streit, maligen Queserkrankung einen Schlaganfall. Daneben leidet Pilsudski ukrainischen Stadt Kanem im Jahre 1917 diesen Namen tragen. Diese an Urämie( Harnstoffvergiftung des Blutes). Den Posten des Kongresse waren dazu bestimmt, unter der Hand die dauernde Funsie ohne einen Pfennig auf die Straße geworfen. Ministerpräsidenten hat er auf dringendes Verlangen seiner Freunde dierung der Diktatur vorzubereiten. Die zweite Sicherheitsmaß aufgegeben. Es sind auch nach dem Rücktritt Pilsudskis vom Minister- nahme bestand in dem Versuch, eine geschlossene Pilsudski- Partei zu präsidium einflußreiche Bestrebungen im Gange, die Möglichkeit eines bilden, da die Diftatoren glaubten, die Grundlage einer unheilvollen Einflusses des franken Pilsudskis auf die polnische Politik vollends zu beseitigen. Vor den Pilfuldskiften, die nach wie vor. Polen beherrschen, steht die Frage, was nach einem endgültigen Ausscheiden Pilsudskis aus dem politischen Leben geschehen soll und wer dann die Regierung des polnischen Staates übernehmen könnte. Unter den Pilsudski- Anhängern hat fich bereits feit einiger Zeit eine Art Eine ganze Anzahl dieser Beamten find inzwischen gestorben, darunter auch der Wildmeister Nerlich, der trotzdem er dem Fürsten Hohenlohe bei der Jagd das Leben gerettet hatte mit unter den fristlos Entlassenen war. Ein Beamter ist vor Gram ins Jrrenhaus gelommen, die anderen leben in bitterster Not. Die Prozesse der um ihre Altersansprüche Geschädigten laufen jeit dem Jahre 1924 beim Landgericht Gleiw', beim Landgericht Ratibor und beim Oberlandesgericht Breslau. Sämtlichen Klagenden ist das Armenrecht bewilligt worden. Die mit der Angelegenheit befaßten Richter tun ihrerseits alles zu einer beschleunigten Erledigung der Prozesse. Die Verwal tung des Fürsten von Hohenlohe versucht jedoch bei jedem einzelnen Prozeßtermin neue Verschleppungsmethoden anzuwenden, um eine baldige endgültige Regelung zu verhindern. Wie oben bereits gesagt wurde, sind schon eine große Anzahl der Berforgungsbered tigten gestorben. Wenn nunmehr nicht von anderer Seite zur Beschleunigung geholfen wird, dann werden auch noch andere Bersorgungsberechtigte sterben, ohne daß sie wenigstens in ihrem Alter noch ihr Recht gegenüber dem Fürsten betamen. Die Unterzeichneten wenden sich aus diesem Grunde an Cie mit der ergebenen Bitte, alles zu versuchen, um den von der Verwaltung des Fürsten zu Hohenlohe nun schon seit sechs Jahren aufs schwerste in ihrer Existenz geschädigten Forstbeamten und deren Angehörigen zur Berwirklichung ihrer rechtmäßigen An sprüche zu verhelfen." Die Geschädigten illustrieren die Begebenheiten in dem weiteren Teil ihrer Betition mit Angaben über das Privatleben des Fürften Christian Kraft zu Hohenlohe. Cinige diefer Mitteilungen seien hier wiedergegeben. Den durch die Verschleppungsmethoden der fürstlichen Berwaltung in ihrer Existenz schroer erschütterten Beamten der ForstDermoltung des Fürsten ist es zum Beispiel nach wie vor unverständlich, daß sich der Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe in der Kriegscit, der zudem früher deutscher Reichstagsabgeordneter war, eihe franzöfifche Spienin als Mätreffe hielt. Politisches Bureau", etroa wie das Polifbureau der Kommunistischen Partei in Rußland herausgebildet. Diesem Politbureau, das tatsächlich die Macht im Staate inne hat, gehören folgende sieben Personen an: Oberst Slawet, ein altes Mitglied der Polnischen Sozialistischen Partei, der seinerzeit Führer der sogenannten„ ampforganifation" der Partei war und an verschiedenen militärischen Unternehmungen Pilsudskis führend mitgewirkt hat; neben ihm stehen der gegenwärtige Unterrichtsminister Switaliti, ferner Oberst Bet, der Kabinettschef des Kriegsministers Pilsudsti, Oberst Kostel to wifi, ebenfalls ein alter Sozialist, Drefzer und der bekannte General Rydz Smigin, der die politische Leitung der Armee in den Händen hat. Diese Männer haben den General Sosn= fowiti in das Politische Bureau focptiert. Als die Befährlichkeit der Krankheit des Marschalls feststand, traten die Männer dieses leitenden Gremiums zusammen, um über diejenigen " Sicherheitsmaßnahmen zu beraten, die zur Erhaltung der Diftatur in Polen dienen fönnten. Die Lage ist in dieser Beziehung insofern besonders fompliziert, als es in Bolen teine staatsmännischen Persönlichkeiten gibt, die die Erbschaft Pilsudskis übernehmen fönnten, und der einzige Mann, der nach seinem Format und seiner Autorität dafür in Frage täme, der General Sitorffi, ein erbitterter Feind Bilfuditis und des heutigen Regimes ist. Oberst Slawet, der führende Kopf im Politischen Bureau, berief zunächst im Mai mehrere außerordentliche Kong: effe zusammen, die sagungsgemäß erst im August ihre Tagungen hätten Der Fürst hatte die französische Madame Beauregard im Jahre abhalten sollen. So wurde der kongreß der Legionäre 1911 fennengelernt... Diese franzöfifche Spionin der Fürst zu Hohenlohe ver tehrte mit ihr auch noch, nachdem ihm der politische Charakter der Dame befannt war erhielt fogar noch im Teffament des im Mai 1926 verstorberen Fürsten ein Legat von 100 000 Mart. Für feine Beamten aber, die jahrzehntelang treu in seinem Dienst ausgehalten haben und aktiv am Abstimmungskampf teilnahmen, hat der Fürst und seine Berwaltung keinen Pfennig übrig, wirft fie wegen der Teilnahme an einem Streit auf die Straße und führt lieber jahrelonce toftspielige Prozeffe, statt daß er ihre mo relife mie juristisch berechtigten Bensionsansprüche erfüllt. Mit der Fürst gegenüber einer franzöfifchen Spionin handelte, tanahm sich seine Verwaltung im Abstimmungsfampf gegenüber den Polen. In der fürstlichen Berwaltung befand sich ein Kammerjetretär Biela, der als führender polnischer Agitator tätig roar. Er befam für feine Agitationsreifen jederzeit Urlaub. Sein Einfluß reichte so weit, daß er ein vom deutschen Plebiszit herausgebrachtes Plakat, das in den Bureauräumen der fürstlichen Verwaltung aufgehängt mar, entfernen laffen konnte. ohne daß sich irgendein Widerspruch regte. Ein deutscher Agitater da regen, der sich in des Fürsten Dienst befand, wurde in jeder Weise bei seiner Arbeit gehindert. Besonders schlimm war die einseitige Stellungnahme der fürstlichen Verwaltung zugunsten eines polnischen Agitators aus jest, namens ha= brnfa. Es erregte großes Aufsehen in Oberschlesien, daß der fürstliche Rammerpräsident von Kleefeld ein so großes Interesse an diesem Habryka zeigte. Diefer Habryka erhielt für seine polnischen Agitationsfahrten in die umliegenden Dörfer Wagen, Pferde und Kutscher des Fürfien zur Verfügung gestellt. Habryta selbst hat auf seinen polnischen Agitationsfahrten mehr als einmal versichert: Seht, die fürstliche Verwaltung ist auf unferer Seite. Sie stellt jogar Wagen und Pferde für unsere gute polnische Sache zur Verfügung." Nach der Säuberung eines Teiles von Oberschlesien durch den Selbstschutz nahm das Gerücht der Subventionierung des polnischen Aufstandes durch die Fürstlich hohenlahesche Berwaltung immer größeren Umfang an, so daß fich drei deutschgesinnte Oberbeamte veranlaßt fahen, von der Berliner Hauptverwaltung des Fürsten ein offizielles Dementi einzufordern. Erst nach geraumer Zeit des Fürsten von Hohenlohe in der Abstimmungszeit benommen." Die Petition flingt in die Bitte aus, daß sich die Reichs tagsabgeordneten der Sache annehmen und dafür sorgen möchten. daß das Prozeßverfahren in jeder gesetzmäßig möglichen Weise beschleunigt wird. Kommunistische Jugenderzieher 3334 Fünfzig Tunfzy kar SA S501 1090 blung| Work Die Kommunistische Parteizentrale verleitete durch monatliche Zuwendungen von 50 M. Mitglieder der GA3, sich als Spigel zu betä igen. Laffet die Kindlein zu mir fommen! Statt baren Geldes erhielten aber die fest zusammengefügten Partei nach dem Muffer der Kommu-| nisten in Rußland und der Faschiffen in Italien unter dem diktatorischen Regime errichten zu müssen. Zu diesem 3wed werden in den Wahlkreisen Lemberg, Lodz, Posen und Lublin besondere Tagungen durch die Wojewaden einberufen, auf denen versucht wurde, der Regierung eine feste politische Basis zu schaffen. Dieser Versuch ist indessen völlig mißlungen. Nur in Lemberg gelang es, eine gewiffe Konzentration der regierungs freundlichen Parteikräfte zu erreichen, weil die polnische Minders heit in Ostgalizien in ihrem Kampf gegen die ukrainische Majorität des Gebiets eine geschlossene Front bildet. Der Versuch mußte mißlingen, da dem Pilsudski- Regime eine soziale Basis fehlt. Seine Anhänger refrutieren sich aus den verschiedensten Schichten: Militärs, Intellektuelle, Großgrundbefizer, Kleinbauern, die gelbe" Nationale Arbeiterpartei, sozialistische Gruppen usw. Da es infolge dieser buntscheckigen Zusammensetzung der Anhängerschaft Pilsudskis, die von den Monarchisten bis zu den Sozialisten reicht, unmöglich erscheint, ein einheitliches Programm für eine pilsudskistische Regiea rungspartei aufzustellen, so liegt die Versuchung nahe, durch außenpolitische Parolen die Gefolgschaft der Dittatur zusammenzuschweißen. Dadurch birgt die innerpolitische Krise die akute Gefahr außenpolitischer Abenteuer in sich, durch die das schwankende Regime seine Autorität im Lande zu heben bestrebt sein könnte. Auch auf diesem Gebiet sind allerdings die Pilsudskiften feineswegs einer Meinung. Die eine Gruppe unter Führung von Slawek, Bek und Ryds- Smigly ist für eine scharfe Tonart in der Außenpolitit, vor allem gegen Litauen. die zweite Gruppe, an deren Spize Sosnkowski steht, ist dagegen für eine vorsichtige Außenpolitit ad für eine Berständigung sowohl mit Rußland wie mit Deutschtend. Slawek und die Seinen fehen den einzigen Weg in einer Angliederung Litauens an Polen, die, wie sie meinen, dem polnischen Staat einen Zuwachs an Gebiet, Bevölkerung und militärischer Macht bringen und durch den tradi tionellen Glanz und die Popularität dieser Idee die Stellung der Diktatur bei der gesamten Bevölkerung befestigen würde. Ueberfall auf Reichsbannerlente. Polizei weit und breit nicht zu sehen. Etwa 25 Hitlerleute in Uniform versammelten fich gestern abend gegen 11 Uhr vor einem Reichsbannerlofal in ber Glensburger Straße und beschimpften die von der Antifriegsdemonstration im Humboldthain zurückgekehrten Reichsbanne: leute mit Ausdrüden wie Mostrichjungen" und ähnlichen, Als zehn Reichsbannerleute die Ruheftörer feststellen wollten, er. öffneten die Nationalsozialisten ein Bombardement mit Kopfsteinen, die zur Ausbesserung der Brückenallee bereitlagen, Mehrere Reihsbannerleute wurden durch die Steina würfe verlegt. Einer erlitt eine schwere Verlegung am Auge. Als die völkischen Helden sahen, daß die Reichsbannerleure auf die unerhörte Provokation hin sich zur Wehr setzten, flohen sie in der Rihtung nach Moabit. Es ist sehr befremdend, daß sich verfassungstreue Anhänger der Republik von Strolchen, die unter Schwarzweißrot marschieren, anfallen lassen müssen, ohne daß von den bea amteien Hütern von Ruhe und Ordnung weit und breit etwas zu sehen ist. Die Metallarbeiterwahlen. In der Provinz" sieht's anders aus! Hannover, 2. Auguft.( Eigenbericht.) Nach den eingelaufenen vorläufigen Berichten hat bei den Delegiertenwahlen der Metallarbeiter im Bezirk Hannover zum Gewerkschaftstongreß in Hamburg die Amsterdamer Rich tung über 3700 Stimmen erhalten. Die Moskauer Richtung dagegen 335 Stimmen. Im Bezirk Rheinland- Westfalen wurden für die Liste der Amsterdamer Richtung 6807 Stimmen abgegeben, für die Liste der Moskauer Richtung 3954 Stimmen. Pariser Schnellzug entgleist. Sechs Tote. Auf dem Bahnhof von Le Mans ist heute früh ein von Paris kommender Schnellzug Paris- St. Brieuc entgleist. 11 Personen, davon mehrere schwer. Die Lokomotive und der Prag, 2. August. traf dieses Dementi ein. Es war jedoch nur von einem unteren suchte er nun selbst oder durch seine Bertreter Geschäfte aller Art Die Zahl der Toten beträgt sechs, verletzt wurden im ganzen Beamten unterzeichnet. Merkwürdigerweise wurden alle drei und kaufte mit der Zusicherung ein, daß bei Lieferung gegen Beamten, die das Dementi gefordert hatten, in der allernächsten Zeit quittierte Rechnung bar gezahlt werde. Er fonnte Tender sprangen aus den Schienen und tippten um. Drei Poſtihres Dienstes enthoben und zur Disposition geftellt. So zweideutig alles gebrauchen, große Posten Lebensmittel, Schnellwagen, Papier, wagen und ein Personenwagen wurden ineinandergeschoben. Der um ein schärferes Wort zu vermeiden hat sich die Verwaltung Photoapparate, Fensterleder, Belzmäntel, Glaserdiamanten usw. Materialschaden soll außerordentlich groß sein. Der Verkehr ist geschah denn auch. Jeder Berkäufer erhielt die Weisung, am 31: Juli zu liefern. Das jedoch nur auf einer Strede unterbrochen. Lieferanten Barschecks. Schuhmacher hatte sicher damit gerechnet, daß die Prüfung der Schecks sich solange hinziehen werde, bis er mit den Waren verschwinden konnte. Darin täuschte er sich aber. Schon am Mittwoch erschienen mehrere Lieferanten mit einer Anzeige bei der Kriminalpolizei, und deren Beamte machten im den ganzen Schwindel gleich auf. Bei der Bank für Handel und Grundbesih hatte der Schwindler gerade noch ein Konto von Einem groß angelegten Schwindelmanöver hat die Kriminal. 30 Mart. Er hatte überhaupt nur 140 m. eingezahlt, um ein polizei rasch ein Ende gemacht. In mehreren Räumen im Erd. Schedbuch zu bekommen. 110 m. hatte er schon nach einigen gefchoß am hof des Hauses Breite Straße 5 richtete ein Tagen durch die Kontoristin wieder abheben lassen. Nach diesen 28 Jahre alter aus Stettin gebürtiger Willy Schuhmacher Feststellungen griffen die Beamten rasch zu und nahmen Schuham 20. Juli ein Geschäft ein, daß er„ Oskar Schulz, Engros- Export" macher in seiner Wohnung in der Schmidstraße fest. Nach dem nannte. Er stellte eine Kontoristin und zwei Vertreter an. Ergebnis der bisherigen Ermittlungen hat er etwa 25 Firmen Bald ergab sich, daß das Geschäft von vornherein auf einen betrogen und für 50.000 Mart Scheds ausgegeben. raffinierten Schwindet angelegt war. Schuhmacher Die gelieferten Waren sind einftiveilen noch verschwunden. Wer durfte in der Firma feinen eigenen Namen nicht angeben, weil ein über den Verbleib etwas weiß, wird gebeten, sich bei der DienstStrafverfahren gegen ihn läuft. Von der Breite Straße aus bestelle D 1 im Polizeipräsidium unverzüglich zu melden. Festnahme eines Export- Großhändlers. Laufe des Abends die erforderlichen Feststellungen. Sie bedten Die Lokomotive sowie die Waggons wurden infolge des Zu25 Frauen betrogen. Die Staatsbahndirektion Prag- Süd meldet: Gestern um 6 Uhr abends überfuhr in der Station Bienendorf der Zug Nr. 21 das Signal ,, Langsam fahren" und stieß mit dem Personen aug 910 zusammen, der in der Station Bienendorf wartete. fammenstoßes start beschädigt. Etwa 50 Personen wurden leicht verlegt. Die Verlegungen sind größtenteils durch das herabfallende Gepäck verursacht worden. Sechs Personen wurden schwer, niemand födlich verletzt. Die Verletzten wurden sofort von zwei Aerzten behandelt. Aus Budweis wurden ein Hilfszug und ein Sanitätsauto nach Bienendorf dirigiert. Die Störung auf der Strecke wurde innerhalb 4 Stunden beseitigt. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgend.( Nachdr. verb.) Zeitweise heiter, am Tage etwas wärmer. Deutschland. Im äußersten Often noch strichweife Regen, sonst allgemein Besserung und auch im Nordwesten wärmer. „Lsngerechtigkeit" Die Propaganda um Schulz. Die deutschnationale Presse muß jetzt kleinlaut zugestehen, daß ihre Sensationsmeldung, wonach dem Oberleutnant Schulz seine Untersuchungsbait nicht angerechnet würde, glatter S ch w i n d el gewesen ist. Wir haben dies an Hand der eindeutigen Bestimmungen des Amnestiegesetzes so- fort festgestellt. � Nichtsdestoweniger wird die Propaganda für eine frühere Freilassung des Femshäuptlings Schulz munter fortgesetzt. So spricht die„DAZ." ihre Verwunderung darüber aus und findet es ungerecht, daß Schulz noch bis 1933 im Gefängnis sitzen muß, während Holz sich in Freiheit befindet und von seinen Anhängern feiern läßt. Wobei nur der kleine Umstand übersehen wird, daß Hölz sich seit Frühjahr 19 21 un- unterbrochen im Zuchthaus befunden hat, während Schulz erst i m I a h r e 1 92 5 in Untersuchungshaft kam und von seiner eigentlichen Strafe int Zuchthaus nux etwa ein halbesIahr verbüßt hat. Da Schulz für den Nest seiner Strafoerbüßung ins Gefängnis übersiedelt und zirka zweieinhalb Jaßr seiner Strafzeit als Untersuchungsgefangener mit allen Vorrschten eines solchen zugebracht hat, so kommt er in Wirklichkeit g ü n st i g e r davon als Hölz, der seine ganze Strafzeit im Zuchthaus verbringen mußte. Von Ungerechtigkeit zuungunsten des Fememörders Schulz kann hier also keine Nede sein. Aber selbst wenn— wer hätte sie dann zu verantworten? Haben nicht die beiden Rechtsparteien, Deutsch nationale und Deutsche V o l k s p a r t e i ausdrücklich für das Amnestiegcsetz in in seiner jetzigen Fassung gestimmt?! Keine Heirai mii der Nichte seiner Krau! Das englische Oberhaus hält Eheverbot aufrecht. London, 2. August. �Das Oberhaus brachte in geringer Besetzung mit 26 gegen 25 Stimmen einen bereits vom Unterhaus endgültig angenommenen Gcsetzesantrag zu Fall, der die Heirat eines Witwers mit der T a n t e oder Nichte seiner verstorbenen Frau für zulässig erklärt. * In England war bis vor einigen Jahren sogar die Hsirat mit einer Schwägerin verboten; erst ein besonderes Gesetz erlaubte es dem Witwer, die Schwester seiner Frau zu heiraten. Aus biblischen Traditionen heraus sind aber noch andere, uns komisch anmutende, völlig unsinnige Eheverbote vorhanden. Die jahrelange Agitation dagegen hatte endlich das Unterhaus veranlaßt, das Eheverbot gegen die Tante oder Nichte der verstorbenen Frau auszuheben. Mit einer Zufallsmehrheit hat bei lächerlich geringer Besetzung das Oberhaus sich nun wieder einmal als Hüter vorsintflutlicher Traditionen be> währt! Gprachenstürme in Belgien. Französisch oder Vlämisch in der Armee. Drüsiel. 2. August. In der Kammer kam es bei der Beratung des Gesetzentwurfs, der die Sprachensrage in der Armee regeln soll, zu | stürmischen Szenen, die 6 Stunden lang andauerten. Die Lage der Regierung erschien zeitweilig ziemlich kritisch, da die Sozialisten die Abstimmung über das Sprachengesetz noch vor der Abstimmung über die Heeresresormvorlage forderten und der Führer der B l a m e n, von Cauwalaert, zu oerstehen gab, daß seine Freunde die beiden Borlagen nur zusammen annehmen würden. Es verlautet jedoch, daß zahlreiche zur Regierungsmehrheit gehörende liberale Wallonen das Sprachengcsetz ablehnen. Am Schluß der Debatte gelang es der Regierung, mit 94 gegen 61 Stimmen einen Antrag , zur Annahme zu bringen, nach dem die Heeresresormvorlage vor der Sprachcnvorloge zur Behandlung kommt. Infolge der sozialisti- schen und vlamischen Obstruktion kam die Debatte jedoch nicht über den ersten Artikel der Heeresvorlagc hinaus. Was die Vergarbeiter in Frankreich fordern. Paris, 2. August.(Eigenbericht.) Der Nationalrat der Bereinigten Gewerkschaften der Unter- tagearbeiter beschloß, Unter Hinweis auf die Lebenshaltung»- teuerung und auf die von den Grubengesellsckaften erzielten hohen Gewinne«ine allgemeine Lohnerhöhung in sämt- lichen Kohlenbezirken zu fordern und bei Ablehnung dieser Forderung in den Streik zu treten. Ferner wurde eine Bcrschärsung der Sicherheitsmaßnahmen in den Gruben gefordert, die infolge der gesteigerten Produktion un- erlählich ist und außerdem eine besiere Behandlung der Bergarbeiter. Schließlich wurde beschlossen, geeignete Maßnahmen zur Durchführung des Achtstundentages in den Gruben zu ergreifen. Im Laufe des gestrigen Nachmittags begab sich eine Delegation des Nationalrats der französischen Bergarbeiterverbände in» Mi- �nistcrium der öffentlichen Arbeiten um dem Minister die Forde- rungen der Bergarbeiter vorzutragen. Die Katastrophe von Dinkelscherben. Die Nonnen bestreiten. Mexiko, 2. August. Die Ordensschwester Concepcion wurde zusammen mit Tora! einem vorläufigen B erhör unterzogen und sagt« aus, sie habe weder Toral noch anderen gesogt, daß der Tod Odregons für die Beilegung des Religionskonfliktes notwendig sei. Sie bestritt. Toral jemals zum Morde irgendeines Geschöpfes angestiftet zu haben. Di« übrigen 16 Nonnen, die verhaftet wurden, sollen frei- gelafsen werden. Dagegen werden Torals Familienangehörige bis auf weiteres noch festgehalten. Gegenparlament auch in Rumänien. Bukarest, 2. August. Das von der nationalen Bauernpartei einberufen« Gegen- Parlament hat eine Entschließung angenommen, worin erklärt wird, daß sich die Versammlung als die wirtliche und gesetzliche Bertretung des Volkes betrachte. Die Versammlung stellt fest, daß die von Bratianu zufammengebpacht« Versammlung keine Der- tretung des Volkes ist und daher keine bindenden Beschlüsse fassen kann. Infolgedessen haben die durch diese liberale Versammlung beschlossenen Gesetze über die Anleihen und die Stobilisicrung dem Volke gegenüber keine bindend« Kraft. Einer der zerdrückten Personen- wagen, in dem sich der größte Teil der Verletzten befand Die Zahl der bisher gemeldeten 16 Toten Hot sich nicht er- höht. Der als tot gemeldete Holzhändlcr H a l l e r- Stuttgart be- findet sich wohlbehalten in Tegernsee. Neu festgestellt wurde weiterhin die Leiche der Martha Fischer, ledige Näherin aus Wolfratzhnusen, des Kaufmanns Karl Jetter aus München so- wie her Frau Berta Buck aus Zusfenhrnisen(Württemberg). Nur die Leiche eines etwa Slljährigen Mannes, aufgebahrt in Dinkelscherben, konnte bisher noch nicht identifiziert wer- den. Don den im Krankenhaus Zusmorshausen untergebrachten Verletzten ist Frau Oberlehrer Schenk aus Weilheim nach Hause gereist. Die Gesamtzahl der Derletzten beträgt etwa 50 bis 60. Die Blick auf die letzten drei Wagen des Güterzuges, die durch den An- prall ineinandergeschoben wurden Verletzten wurden im Auftrage des durch die Untersuchung obge- haltonen Reichsbahnpräsidenten vom Dezernenten der Neichsbahn- direktion besucht. Die Bestattung der Opfer, die voraussichtlich sämtlich nach ihrer Heimat übergeführt werden, wird voraussichtlich in den nächsten Tagen stattfinden. Die von Berlin entsandte Untersuchungskommisfion war gestern mit kurzen Unterbrechungen unter Hinzuziehung von Sochver- ständigen bis zum späten Abend an der Unfallstelle mit Berneh- mungen und Erhebungen tätig. Sie kehrte erst gegen 9 Uhr nach Augsburg zurück. Ein besonderer Bericht von dieser Stelle wurde nicht veröffentlicht. Der große Tenor dirigiert. „Oer Zarewitsch" im!.ejsingtheater. Kammersänger Richard Tauber hat eine neue Pose gefunden. In mondänen Zeitschriften kann er sich jetzt am Dirigcntenpult zeigen. Schlichlich fallen die ewigen Ausnahmen im Auto, aus der Terrasse oder beim Tcn/listurnicr auf die Nerven. Bielleicht hat Tauber aber auch nur vom Orchester aus die ersten Berliner Bühnen- schritte seiner Gattin überwachen wollen, und vielleicht verfügt der Kammersänger über die Sehnsucht, Dirigent zu sein.„Jeder Mensch hat holt a Sehnsucht." Man weiß, daß Tauber hoch musitalisch ist und daß er den Zarcwitsch annähernd hundertmal gesungen hat. warum soll er also die Operette nicht dirigieren? Jedenfalls ist das Experiment gut ausgefallen. Tauber bevorzugt als Dirigent wildes Temperament, das für„Carmen" und die gesamten italienischen Beristen ausreichend wäre. Manchmal ist er so hitzig, daß weder Sänger noch Tänzer so richtig mit ihm mitkommen. Der Zuschauer hat das Einpsinden, Tauber amüsiert sich köstlich bei dieser Uebung und ist dabei sehr umsichtig und gewissenhast. Besser wäre es ober gewesen, er hätte den Zarcwitsch gesungen und das Dirigieren einem anderen überlassen, besonders da Paul Huhn bereits jür die musi- talijche Einstudierung verantwortlich zeichnet. Den Zarcwitsch singt nun Eduard Lichtcnstcin und die Sonja Earlotta Taubcr-Bancotti. L i ch t e n st e i n sieht allerdings aus.wie ein mit einem Enbonpoint gesegneter Zar. Er singt schmachtend weich. schmettert energisch in den hohen Lagen»nd ist noch immer nicht vollkommen von seiner gepreßten Tongebung erlöst. Frau Tauber- B a n c o n t i, anfänglich bühnensiebernd, hat eine hübsche Stimme für den Salon, eine freie Höhe und eine indifferente Mittellage und ist keine Sonja. Warum dies Experiment? Willi Stettner als Iwan ist quirlende» Leben und hat darstellerische Einfälle, die manch- mal leider etwas ins Trivole entgleisen. Sonst geht es auf der Bühne unter Brucks Regie hochsommerlich zu. Ein» zeigt sich immer wieder, Lehars Musik bleibt die beste, melodiöseste, kullivierteste der modernen Operette. F. S. zaubert. Harry Halm gibt dem verwöhnten jungen Mann dos richtige, etwas süßlich-weiche Gepräge, während Oskar Marion den Komponisten als Selfmademan charakterisiert. Die würdigen Herren, die die Industrie repräsentieren, kommen sehr gut heraus. Ganz be- sonders gelungen ist die Frau des einen, die Trude Hesterberg mit Entschiedenheit ausstattet. Während olle Welt sich um das Schicksal Amundscns bekümmert. kommt der Film„Im ewigen Eise", der von seiner Nordpol- expedition mit der„M a u d" berichtet, gerade zur rechten Zeit. Ob» wohl die Expedition schon eine Reihe Jahre zurückliegt— es war der mißlungene Versuch, von Rordsibiricn aus eine Triftfahrt über den Nordpol hinweg zu unternehmen—. scheint der Film erst jetzt seine Uraufführung bei uns zu erleben. Er gibt interessante Bilder von der Fahrt durch das Eis und von dem Leben und Treiben an Bord des eingefrorenen Schiffes. v. Lehmbruck in Buffalo. Die Kunstakademie in Buffalo, New Pork, USA., hat soeben als Stiftung eines Kunstfreundes die Terracottabüfte einer nackten Frau von Wilhelm Lehmbruck erhalten. Die wunderbor« Arbeit ist wohl das erste Werk, das den verstorbencn deutschen Bildhauer in einem amerikanischen Museum vertritt. „Zwei rote Rosen." (Eapitol) Aus dem Geist eines Schlagers ist diese Liebesgeschichte geboren. Wie eine ewige Melodie durchzieht den Film der sentimental-süße Schlager„Zwei rote Rosen". Seine Wirksamkeit wird gleich zu Ansang illustriert durch lustige, fast parodistische Bilder aus ollen Kreisen des Publikums. Sonst hat sich Robert L i e b m a n n in der Erfindung und im Ausbau der Handlung nicht allzu sehr angestrengt. Es ist die alte Geschichte, doch wird sie immer neu— von dem hübschen, armen Mädchen, das sich den Sohn des reichen Hauses kapert, ihn aber schließlich der ihm längst zugedachten Braut aus seiner Sphäre selber zuführt, da sie sieht, daß er dem Kampf ums Dasein nicht gewachsen ist. Sie selbst kehrt zu ihrem Schlager- tomponlsten zurück. Robert Land hat in die gerade nicht sehr komplizierte Begebenheit Leben und Bewegung zu bringen versucht. Bor ollem gibt er gute Milieubilder, spart auch die tomischen Lichter und lustigen Zwischenfälle nicht. Immerhin ist die Berlobungs- gesellichait im Fabrikantenhauje, zu der das Blumenmädchen hinzu- geladen wird, weil es sonst nur dreizehn wären, an der Grenze des Möglichen. Wirklichkeitstreuer ist das Leben in der Bar gezeichnet, in der sich alle wieder zusammenfinden, der junge Mann aus gutem Hause als Eintänzer, der hier 1>ie ältesten und häßlichsten Frauen herumschwenten muß. Hier wird der Konflikt zu gutem Ende ge- fuhrt— alles unter dem magnetischen Einfluß des unverwüstlichen Schlagers. Arthur M a r t i n e l l i hat für vorzügliche Bildwirkung gesorgt, insbesondere ist der Blumenladen sehr gut geraten. Liane Haid ist da, Blumenmädchen, das durch seine etwas herbe Frische, seine Muntertest, ja Ketzheit die jungen Männer be- Eine Faust-Ausstetlung. Die beiden Städte Braunschwcig und Wolsenbüttel wollen gemeinsam mit der Goethc-Gesellschaft in Weimar eine Kultur- ausstellung ersten Ranges veranstalten. Es ist der Versuch unter Leitung von' Professor Petersen, dem Präsidenten der Goethe. Gesellschaft und dem bekannten Faust-Forscher, Dr. C. Niesten, ein Gesamtbild des bisherigen Bühncn-Faust-Material» zu bringen und Wege der Bühnen-Faust, Gestaltung in die Zukunft zu weisen. Republikaner, seht euch durch! Zur Flaggenfrage in den Aadeorten. Von einem Leser wird uns geschrieben: In diesem Sommer verlebte ich meinen Urtaub in dem kleinen Ort Wiek auf Darß. Der Gästevertehr ist dort noch neu, da der Ort sich erst seit dem vorigen Jahr darauf eingestellt hat. Ein« Wegstunde von der Ostsee, am Bodden gelegen, bietet er Erholung suchenden Großstädtern billigen und ruhigen Aufenthalt in natur- schöner Lage, an Wald und Wasser. Es waren bei meinem Dort- sein etwa 300 Gaste anwesend. Zu meinem Erstaunen sehe ich eines Tages aus dem Badehaus des Berlehrsvereins die fchwarzweißrote Flagge gehißt, ohne daß jemand von den Gästen dagegen oppo- niert hätte. Diese Flagge schien wohl allen eine Selbswerständ- lichtest. Bei einer Zusammenkunft der Gäste und Einbeimischen, veranstaltet vom Barkehrsverein, protestierte ich energisch dagegen. Zu meiner Ueberraschung wurde ich schon während meines Sprechens durch zustimmende Kundgebungen unterbrochen, die sich am Schluß zu regem Beifall steigerten. Der Erfolg: anderen Tages war die fchwarzweißrote Flagge für immer verschwunden. Sie war vom Bertehrsverein stillschweigend eingeholt worden. Am Strand von P r e r o w sah man ebenfalls fchwarzweißrot in Menge, dagegen sehr wenig Reichsfarben. Wie gleichgültig das .Publikum darin ist, beweißt, daß ich an einem Strandkorb die beiden Flaggen schwarzweißrot und schwarzrotgold nebeneinander angebracht sah! Die Geschäfte in Prerow führten wohl zahllose schworzweißrote, dagegen wenig oder gar keine Reichzfarben. Ich unterließ es nicht, den Inhabern meine Verwunderung darüber auszusprechen, was von ihnen mit Entschuldigungen und Bersprech- ungen auf Abhilfe aufgenommen wurde. Meines Erachtens kann jeder Republikaner ein gut Teil zur Achtung der Reichssarben beitragen, wenn er ähnlich handelt, und jeiner Ueberzeugung stets unverhohlen Ausdruck gibt. Der Erfolg wird dann nicht aus- bleiben. od Feuer in Johannisthal. Benzinwäscherei ausgebrannt.- Schwierige Löscharbeiten. 10 In der Benzinwäscherei der Automobilfabrik| mit Sachen zurechtmachen. Nach getaner Arbeit legfe er fich Chrysler Company m. b. H. in der Flugplatzft. 1-3 in auf eine Chaiselongue und schlief bald den Schlaf Johannisthal, brach heute früh Feuer aus, das in wenigen des Gerechten. Das Licht hatte er sorglos brennen lassen. HausMinuten einen äußerst bedrohlichen Umfang an- bewohner, die wußten, daß der Anwalt abwesend ist, sahen die Benahm. leuchtung und benachrichtigten die Polizei. Die Beamten stiegen dem Einbrecher auf der Leiter nach und weckten ihn. Er war weniger darüber empört, daß man ihn erwischt, als daß man seinen Schlummer gestört hatte. Dieser gemütliche Wohnungseinbrecher wurde festgestellt als ein obdachloser 20 Jahre alter Paul Ch. Seine Beute mußte er natürlich zurücklassen. In nächster Nähe der Ambiwerke befinden sich die Fabrikations und Montagewerkstätten der bekannten Autofabrik von Chrysler. In einem großen Wellblechbau ist inmitten der Fabrikanlagen die Benzinwäscherei untergebracht, in der die Eisenteile vor dem Lackieren von Schmutz und Rost in großen Bottichen durch Benzin gereinigt werden. Aus bisher noch nicht einwandfrei geflärter riache geriet furz vor 9 Uhr der feuergefährliche Inhalt eines Bottiches plöglich in Brand. Gewaltige Stichflammen schossen im selben Augenblid explosionsartig nach allen Seiten hervor, und die in der Barade beschäftigte Belegschaft hatte alle Mühe, noch rechtzeitig das Freie zu gewinnen. Die Feuerwehr, die auf Großfeueralarm" mit drei Löschzügen angerüdt war, mußte einen Schaumgenerator und mehrere Schlauchleitungen in Betrieb sezen, um bes Feuers Herr zu werden. Der Schaden beträgt nach einer vorläufigen Schägung etwa 40,000 Mart, da den Flammen die gesamte wertvolle Maschinenanlage zum Opfer gefallen ist. 31 Personen verbrannt. Brandkatastrophe in einem faditalienischen Dorfe. Das Dorf Conturella in Süditalien wurde burch eine Feuersbrunst schwer heimgesucht. Etwa 100 Häuser find völlig niedergebrannt und mehrere hundert Personen obdachlos. Soweit bisher feststeht. find 31 Personen in den Flammen umge tommen. Die Zahl der Verlekten ist sehr groß. Den Feuerwehren aus den umliegenden Ort schaften gelang es nach mehrstündiger Tätigkeit, ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verhindern. Das Feuer ist, wie man vermutet, durch Selbst. entzündung infolge der gegenwärtigen Sizewelle entstanden. Taifunopfer in Japan. 9 20 Zote. Tausend Häuser unter Waffer. Die Umgebung von Tokio ist in den letzten drei Tagen von einem schweren Taifun heimgesucht worden, durch den zahlreiche Brüden weggeriffen wurden und mehrere Tunnels einftürzten. Der Schaden beläuft sich nach den bisherigen Schätzungen auf etwa 40 Millionen Mart. Mehr als 20 Personen follen nach den bisherigen Schähungen ihr Leben verloren haben. In Tofio stehen etwa 1000 Häuser unter Wasser. In den Räumen Selbstmord auf der Arbeitsstelle. Durch Gas vergiffet tot aufgefunden. im Hause ihrer Arbeitsstelle Gneisenaustraße 27 wurde heure früh die 21jährige Buchhalterin Hertha Geige aus der Warschauer Straße 3 durch Gas vergiftet leblos aufgefunden. Die Tat wurde gegen 48 Uhr von der Reinema chefrau entdeckt. Sie nahm starten Gasgeruch wahr und entdeckte in einem Nebenraum das regungslos auf dem Fußboden liegende junge Mädchen. Die alarmierte Feuerwehr und ein hinzugerufener Arzt fonnten dem Mädchen keine hilfe mehr bringen. Nach dem Befund liegt zweifellos Selbstmord Dor. Die Beweggründe, die Hertha G. in den Tod getrieben haben, sind noch unbekannt. Seltsame Geschichte. Die Polizei bewacht eine Selbstmordfandidatin. Eine amüsante Geschichte hat sich in 3 agora in Bulgarien ereignet. Bor mehreren Monaten heiratete der als sehr reich befannte, 74 Jahre alte Goldschmied Pech otrollny die 24 Jahre alte, sehr hübsche Tochter Dannuscht a des Gutsbesizers Feblo. witsch. Doch die Ehe des ungleichen Paares wurde bald gestört; die junge Frau geriet in Schwermut und sie äußerte oft Selbstmordgedanken. Schließlich fand man die junge Frau, durch Gas vergiftet in der Küche liegend auf. Die Wiederbelebungsversuche hatten Erfolg. Doch Frau Dannuschka äußerte immer wieder Selbst. mordgedanken. Ihr Gatte war untröstlich, zwar bewachte er am Tage die Frau mit Argusaugen, doch des Nachts fiel er bald in einen totähnlichen Schlaf. In seiner Angst lief er zur Polizei und bat, daß abends immer ein Bosten vor die Tür des Schlafzimmers feiner Gattin gestellt werden möge, der darüber wachen sollte, daß diese sich des Nachts kein Leid antue. Hilfsbereit, wie die Polizei nun einmal ist, erfüllte sie den Wunsch des Goldschmieds. Die polizeiliche Bewachung schien auch auf den Gesundheitszustand der Frau beffernd einzuwirken und die Polizeibeamten riffen sich förm lich um die Nachtwachen. Einmal hatte nun ein junger, verheirateter Polizist die Nachtwache bezogen; frühmorgens wunderte sich Herr Pechofroliny, daß seine Gattin nicht zur gewöhnlicher Zeit aufgestanden war. Schleunigst fleidete sich der Goldschmied an, angsterfüllt ging er zum Schlafzimmer der Gattin. Als er die Tür öffnete, fand er den Polizisten mit seiner Frau engumschlungen im Bette liegend schlafend vor. Voller Wut stürzte er sich auf den zu Tätlichkeiten, die damit endeten, daß der Ein gemütlicher Wohnungseinbrecher. Banten, es fom all identitete un bas Saus terfie. Doch Steigt ein und schläft sich aus. Ein Gemütsmensch war ein Einbrecher, der in der vergangenen Nacht die Wohnung eines Rechtsanwaltes in der Feurig straße in Schöneberg heimsuchte. Er beschaffte sich aus der Nachbarschaft eine lange Leiter und fletterte so in das hohe Erdgeschoß hinauf, drückte eine Scheibe ein und machte un geniert Licht in den Zimmern. Da der Wohnungsinhaber zurzeit verreist ist, fonnte der Einbrecher in aller Ruhe ein Bündel Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! Residenz- Theater Blumenstr. 8. Täglich 8 Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. Theater des Westens Hente geschlossen! Freitag 8 Uhr Premiere Das süsse Geheimnis In der Hauptrolle Schwankoperette Anneliese Wörtz a. G. Musik v. Ku tZorlig Jugendliche haben keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt statt 4 Mk. nur 1.- Mk. Lilli Flohr, Paul Heidemann, Else Berna und Langendorf. Deutsches Theater Lustspielhaus Norden 12 310 3U. Ende nach 101 Täglich 8 Uhr. Die Reise durch Artisten Berlin in 40 Stunden. legie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 81% Theater am 3 U. Ende 10% U. Nollendorfplatz Es liegt in Die der Luft ungeküßte Eva Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Operette in 3 Akten. Musik von M. Knopf Berliner Theater mit Lori Leux. Charlottenstr.90/ 91. Dönh.170 Preise: 31, Ende nach 10/2 1, 2, 3, 4 Mk. usw. iastspiel d. Deutschen Th: Der Prozek Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Rose- Theaters. Künstler- Th. Gr. Frankf, Str. 132 4 Uhr: Winzerfest Tanz im Freien Feuerwerk 8 Uhr: Das 81% Uhr: Es kommt Jeder dran! Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Täglich 8 Uhr: Musikantenmädel... Der Zarewitsch" SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Das sensationelle Eröffnungs- Programm! CASINO.THEATER NEUE WELT Lothringer Str. 37. Wiedereröffnung Arnold Scholz Hasenheide 108/14. Freitag, den 17. August 1928 Beschießung von Heidelberg mit dem neuen Sch ager Rundfunktieber. Konzert, Gala- Varieté- Vorstellung und Gr. Ball. Binlaß 2 Uhr. Kaffee- Küche. damit nicht genug, der Beamte erstattete auch noch Anzeige, daß er im Dienst tätlich angegriffen worden sei. Er wurde vor den Leiter der Polizei geladen. Dieser aber wollte einen Skandal verhindern und bewog den Beamten, die Anzeige zurückzunehmen. Doch es sollte noch besser kommen. Die Frauen der Bolizeibeamten waren durchaus nicht mit dem sonderbaren Nachtdienst ihrer Männer einverstanden. Sie zogen gemeinsam zur Polizeiwache und machten einen Heidenlärm. Der Polizeichef war in tausend Aengsten, daß die Sache vor den Minister komme. Das mußte vermieden werden. Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr Stettiner Sänger Wiederauftreten von Paul Britton. Tageskasse 11 bis 2 Uhr. Preise 60 Pf. bis 2 M. Donhoff Brett'l: ( Saal und Garten) Varieté Kabarett- Tanz Komische 81%, Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues. Revue- Stück Zieh dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Heute 8 Uhr: STEMPEL Stempel Schweren Herzens entschloß sich Pechotrony, den Frauen erheb liches Schweigegeld zu zahlen. Aber etwas hatte der Goldschmied doch erreicht, seine geliebte Dannuschka fand wieder Intereffe am Leben, und damit sie ganz von ihrer Schwermut geheilt wird, will er mit ihr auf Reisen gehen. Der Stand der Olympiade. Nation Amerika Finnland Schweden Deutschland England Kanada Frankreich Italien Desterreich Estland Irland Polen • Australien Aegypten Schweiz Südafrika Haiti Holland Tschechoslowakei Argentinien Das Klaffement der Nationen. 1. Preise 5 2. Breise 3. Preise Totalpunkte 34 23210907653333332211 | 25| 12|| 622 12122|-||| 1 322221 1 2 1 1 1 1 Das Programm der nächsten Tage. Donnerstag, 2. August: 800 Meter für Damen( Ent fcheidung); 1500 Meter( Entscheidung); 400 meter( Borläufe); Speerwerfen( Entscheidung); Dreifprung( Entscheidung): Freier Ringtampf; Fechten; Rudern; Segeln; Moderner Fünftampf ( Fechten). Freitag, 3. August: 5000 Meter( Entscheidung); 400 Meter( 3wischenläufe und Entscheidung); Zehntampf I. Teil( 100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung, 400 Meter); Griechischrömischer Ringtampf; Fechten( Degen- Mannschaftsfechten); Rudern; Segeln; Moderner Fünfkampf( Hindernislaufen). Munitionslager in die Luft geflogen. Drei litauische Goldaten getötet. Der„ Glos Prawdy" berichtet über Wilna, daß in Citauen und zwar in Olita in der Nähe der polnischen Grenze ein Munitionslager in die Luft geflogen fei. Drei Soldaten wurden dabei getötet und eine Anzahl schwer verlegt. Mehrere Wohnhäuser wurden zerstört. Moderne Bölferwanderung. Der englische Kolonialminister hat im Unterhaus erklärt, daß der erste Massentransport von 10.000 Arbeitslosen nächste Woche nach Kanada abgeht. Diese 10 000 Mann werden zu den Erntearbeiten in Kanada herangezogen werden. Es handelt sich um Arbeitslose, vorwiegend Bergarbeiter, für deren Arbeitskraft in England selbst auf absehbare Zeit keine Verwendungsmöglichkeit mehr beſteht. Keine Aussperrung in England! London, 2. August. Die von der Baumwollspinnereivereinigung für den 11. August angefündigte Gesamtaussperrung in der englischen Baumwollindustrie, von der 200 000 Baumwollarbeiter in 700 Betrieben und rund 300 000 Arbeiter verwandter Industriezweige betroffen werden, ist durch die Beilegung des Streits in Oldham vermieden worden. Die Arbeiter der Ramsay- Spinnerei beschlossen die Wieder. aufnahme der Arbeit für Freitag früh. Berantwortlich für die Redaktion: Engen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Barwärts Berlag 6. m. b. S. litlin B2B 68, Lindenstraße 3 bruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW Hierzu 1 Beilage. Abzeichen MÖBEL Offene Füße Banner K. Rökler Gr.Frankfurter Straße 15 gegenüber Rosetheater. Familienheim PAUL KROLL N. 65, Utrechter Straße 21 Verkehrslokal der[ G.F.154 organisierten Arbeiterschaft Werneuchener Schloß auf Kredit Romplette 8immereinrichtungen, Rüchen und Einzelmöbel in allen Holzarten, auch poliert, liefert ficheren Räufern auch ohne Anzahlung alte Berliner Möbelfabrit. Niedrige Monatsraten. Geft. Anfragen unter L. 12 Hauptegpedition des„ Vorwärts" Elbinger Str. 87 TREFF Restaurant und Gartenwirtschaf Angenehmer Familienaufenthalt Saal und Vereinszimmer für Versamm- aller Werktätigen lungen und Festlichkeiten[ G. F. 169 Gustav Tempels Bierhaus Beinschäden aller Art, Salzfluß, Brandwunden und alte eiternde Wunden werden geheilt durch das beste Mittel Altschadensalbe HERGA erstklassige Anerkennungen und Dankschreiben. 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Im Ballhaus „ Englischer- Hof" Alexanderstr. 27b, a.Alexanderpl. Neuze tl. renov., erstmalig in Berlin Hängender Springbrunnen Täglich bis 3 Uhr nachts Tanz Stimmungsvoller Betrieb 163 Krüger, Hussitenstr.34 99 Rosenthaler Str. 11-12 3 Säle, 6 Vereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten. Leihhaus ( Ecke Scheringstr.) höchste Beleihung jeder Wertsache Verkehrslokal der Partei, Reichsbanner und Gewerkschaften [ G. F. 166 Kurbadeanstalt Treptow Bouchéstraße 18 an der Graetzstraße( 131 Auch Verkauf jeder Art Oranienstr. 177 Ecke Adalbertstraße Brillen- Dase 70 Tischtelephone- 2 Kapellen Lieferant aller Krankenkassen. Weddingplatz, Allerstraße 174 Prenzlauer Allee 204[ B.8 (Beilage Donnerstag, 2. August 192S. S-rMmd �'. In den Zelten geht das Aonzert zu Ende. Wir schenken uns den letzten Militärmarsch und gehen auf die Straße hinaus. Hier ist noch großer Korso all der Zaungäste, die mal von dem, mal von jenem Zelt ein Stückchen Musik mitnehmen. Reichsweh» lo'daten, untergehakte Mädels in ihren hellen Sommerkleidern, junge Burschen von dem großen Rummel am Sproeufer, lauter junges Volk sch-ebt sich aneinander vorbei. Hier kann man im hellen Licht der elektris hen Lampen noch schnell«ine Bekanntschaft schließen. Schmeichelnd lockt das küble Dunkel des großen Parks. Auch die solidesten Leute hoben heut keine Lust, zu den heimischen Penaten Zurückzukehren— wieviel weniger die Jugend, die bei fremden Leuten oder im Elternhaus niit einem bescheidenen Winkel vorlieb nehmen muß, und die von der sanften Lust dieser Sommernacht wie berauscht ist. Dunkel liegen die Wege, aber sie sind nicht ein- sam. Jede Bank ist besetzt, mindestens von einem, manchmal von �n-ei Paaren. Der gute Ton«rkorden es, nicht gar zu genau hinzu- seden— denn auf das trügerische Dunkel oertrauend, vergessen die i benden(irr zu leicht, daß ihre Absonderung von der Umwelt nur r r.- ir- ir ist. Manch« der Paare sind noch kindhokt jung, ..'«ndr'ch'iol bell- in Märchen lache» out. G raschel. Getlüster . ,?n solcher Macht entlirt die muntere Jesiiea aus eines rüchen J>id"n iäaiis..." In solcher Nacht auch vollendete sich .?>endla Beramonns Meichjck. Trügerisch tkt' die Arithmetik in inlchcr Sommernacht, das einfache Ercinpel 1 und t ist 2 hat sich schon oft als ein.Tchfchpr Rechenfehler herausgestellt! Und doch— alle chcllchi ein Zipfelchen Klück crhaichcn... Hinter einem Gesträuch, gespannt eine ichwach sichtbare?.ank e!.-.cht eine gerückte M nneraej«ott■ Wir bleiben absichtlich in der Nabe stehen. Nur so können wir das Paar schützen, das in seiner Liebssvcrsunkenheit nicht den lauernden„Spanner" merkt, der nur den pallenden Moment abwartet, um an ihm zum Erpresser zu werden. Dann tritt er hervor, nun den Herrn„Kriminalbeamten" spielend. Und überrascht und verschüchtert, sind die Paar« meist froh, wenn sich �er(.Herr Beamte" auf- dem Weg zur Wache er. weichen läßt und gegen Zahlung eines Lösegeldes, das oft die ganze Barschast des Paares verschlingt, von der Feststellung der Namen Abstand nimmt. Und mancher Spanner vergeht sich dann noch an dem vo» seinem Begleiter im Stich gelassenen Mädchen. Endlich haben wir das Ungeziefer vertrieben und schlendern weiter durch den nachtdunkeln Park. Nun ist er still geworden. Di« ge- ruhigen Bürger sind alle endlich doch heungekehrt. An der Löwen- brücke hus M eine kicke Rotte über den Weg, gerade, als wir die Taschenlampe spielen lassen, um zu kontrollieren, ob der Weg über die Brücke eben fortführt. Fettes, vollgefressenes Nachtgetier, das nun lebendig wird. Kreuz und quer wandern wir, von der Som< mernacht verlockt, durch den nun schweigenden Park. Aus einer der erleuchteten Alleen fährt langsam ein Auto, ein großer Privatwagen, mit einer lustigen Und angeheiterten Gesellschaft an»ns vorbei. Einer der Fahrgäste pufft den Herrenfahrer freundschaftlich in den Nocken:„Los. Dicker, zieh'n dritten Jang raus! Wir wollen doch noch in die Bcr, was haste schon von de Natur!". Und schneller nimmt der Wagen seinen Kurs noch dem Westen. Plötzlich— raschelte das dort nicht im Gebüsch— ein so großes Tier läuft hier doch nicht mehr herum! Neugierig sehen wir einen Lu-» sch»-lc» Gang, durch eine vorgelegte Kette als..gesperrt"«arkiert. Au» seinem Dunkel lenkt das Abenteuer, das uns jeden verboienen Weg als den schönsten zeigt. Enttäuschung! Hier verbirgt das schützende Dickicht kein Holzhöuschen— nur einen großen Haufen verrotteten Dung. Wir lassen unsere Lampe spielen, um aus d'esem Sock den anderen Ausgang zu finden. Da— richtet ssch dicht vor uns ein Mensch auf: Ein Obdachloser, der sein« Schlasmulde mit Zeitungspcpier ausgepolstert hat. Di« Lamp« blendet ihn, er er»' kennt nicht die Geftclkn, die hinter dem hellen Schein stehen. Denn es die Polente wäre! Wir schämen uns— für die drei Mark, die uns der Abend in den Zelten gekostet hat, wäre dem hier auf Tage erspart gewesen, auf dem verrotteten Misthaufen zu schlafen, feiste Tiergartenratten zur Gesellschaft. Und wenn er auch ins Asyl gehen könnte: Wie mag heut, in dieser Nacht, in der uns die Luft in unserem gelüfteten Schlafzimmer zu schwül ist, die Atmosphäre in den Sälen der„Palme" sein! Schon sind die Lrmpcn erloschen: Verwundert und schlosblöd stört er uns nach, als wt kurz kehrt machen. Schweigend steuern wir einer der beleuchteten Allecn zu. Die Lust an den romantischen Wegen ist uns vergangen. Aber unsere Augen sind geschärft, und im Schotten eines dicken Baumes sehen wir nun �wei Leute hacken, Mann und Frau, zwischen sich ein mehrfach verschnürtes Bündel. Sind das Zugereiste� fremd in Berlin? Schon stehen wir vor ihnen:„Der Bahnhof Zoologischer Garten liegt da..." Höflich nimmt der Mann den brennenden Stummel(ins dem Mund:„Nicht Bahnhof— wir gehen zu Fuß." Da will ich meine Weisheit von der„Palme" auskramen.„Palme" nimmt uns nicht. Sind ausgewiesen. Waren nach Paris— schon dreimal hin und her! Soll man uns doch endlich zu Deutschen machen... wollen uns drieben nich, wollen uns nich hier..." Zwei Russen, mit denen die benachbarten Länder Fangball spielen, zwei Menschenleben. An den Baum gelehnt, hören wir noch kurze Zeit das Gejammer der Frau; der Mann weist sein französisches Visum vor. Noch rouchen wir eine Papyrosss zusammen, da fallen dick ein- zelne Tropfen. Mit schnellem Abschied eilen wir dem dichten Baum- bestand zu. Plötzlich ein Blitz, ein schmetterndes Krachen: Der auf. springende Gewittcrsturm hat eine hohe Pappel dreißig Schritt von uns über den Weg geworfen. Platschend strömt der Regen herunter. Ife Ci/ Wir hoben die Orientierung völlig verloren— plötzlich taucht�vor uns ein Schutzdach auf, drinnen flammt ein Streichholz auf. Froh eilen wir darauf zu. Ach... nun wissen wir, wo wir uns be- finden. Alle Bänke sind rings besetzt von jungen Burschen, den Stammgästen einer nahegelegenen, von Homosexuellen frequentier» ten Allee. Alle Typen sind vertreten, und auch in der Aufmachung ist für manchen Gcschmack gesorgt: Matrosenkostüm oder Breeches mit Ledergomaschen— die„Stars" aus den westlichen Bezirken freilich, die„süßen Jungen" mit den nachgezogenen Augenbrauen und den goldenen Armbändern, die fehlen. Beim Aufflammen einer Zigarette, eines Streichholzes kann man hier und da ein Ge» ficht unterscheiden: Manches vom Laster zerstört, manches noch milchbärtige, junge Gesicht. Es sind gewiß üble Burschen und harte Erpresser darunter: Wehe dem, der in ihr« Fänge fällt! Aber ein junger, hübscher und arbeitsloser Bursche ist heut für zahlende Gönner dieser Art ein begehrtes Wild— niemand weiß, une sie zu ihrem Gewerbe verlockt wurden. An dreißig kaum zwanzig Jahre alten Burschen sitzen hier in der Runde. Ihr Mißtrauen schließt einen Wall um uns. Lei'? tuscheln sie miteinander; die geschästs- mäßige Kopfstimme lasten sie völlig bei Seite, es ist kein zahlender Gönner da— wozu sich unnötig in Unkosten stürzen! Sobald der Regen nciWLßt, flüchten wir hinaus. Aber ein neuer Schauer setzt ein. Und beim Versuch, in dichterem Dickicht Schutz zu finden, entdecken mir vor uns die Umrisse eines Schuppens. Schade— vorn unter dem Holzdach scheint alles besetzt. Wir drücken uns eng an!ve Wand. Merlwü''dig, endlich scheinen wir Leidens» genossen gefunden zu haben. Bei dem matt durch die Bäume scheinen- den Li-bt sahen wir, daß einige.Herren recht gut gekleidet waren. Aber eine unruhige Gesellschaft ist das da vorn schon! Wir hören eine erregte, flüsternde Unterbaltüng, an der sich all« zu beteiligen scheinen— dann bricht sie ab, eine merkwürdige, gespannte Stille tritt ein. Wäre nur ni(% der Regen! Aber wir können nicht fort— hier chaben wir-doch wcnigftttts etwas Schutz. Plötzlich stehen wie aus dcm Boden gewack)sen zwei Gestalten vor uns, die mit leisem, aber festem Schritt an uns vorbeigehen— mir scheint, als träfe ein die Dunkelheit durchdringender Blick mein Gesicht. Schon sind sie um die Ecke gebogen. Wir hören ein scharfes Kommando— das Licht einer Toschenlampe blitzt auf. Einen Augenblick— wir sehen zwei andere Schatten auftauchen. Eine Silhouette steht hell gegen den Schein einer Lampe: Ein Mensch, der sich dem Zugriff der Be- amten zu entwinden sucbt. Flüchtend eilen einige Männer ins Ge- büsch— mich der mit dem eleganten, hellen Anzug. Wir selbst eilen, den hellen Weg am Rande des Parks wieder zu erreichen— mag es regnen, was es will. Von den Beamten kümmert sich keiner um uns. Berweht klingt es von der Ecke.„Habe ja Arbeit!" Wir hasten an der Gruppe vorüber, der erleuchteten Berkehrsstraße zu. zu den hellen Lampen, den großen Kaffees, dem ganzen, nüchternen, geschäftsmäßigen Amüsierbetrieb Berlins, der uns jetzt tausendmal gefahrloser und ungefährlicher vorkommt, als das weiche. lockende Dunkel der Sommernacht im schweigenden Park, das Elend und Laster— oft eins aus dem anderen entsprossen— mit gleichem verschwiegenen Schatten umhüllti K. Iii. Oer Krieg als Kuliurfaktor. Dokumente aus Deutschlands„großer Zeit". Es lohnt sich schon, in alten Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren zu blättern und denen, die es nicht glauben wollen, in ErrnnerunB zu rufen, wie deutsche.„Dichter", Geistliche und ähnlich« Kulturträger über den Krieg gedacht haben. In der„Aschaffen- buvger Zeitung" findet sich in einer Nummer vom August 1914 dieser Vera: „Gegen die englischen Lumpenhund«. Erschlägt kein Blitz die Schlangensaat, Ersäuft kein Meer die Brut, Dann, Deutschland, zeichne deinen Psad Mit, ihrem Schlangenblut." Von einem Landstunnmann Leonhardt stammen folgende Sätze, die eine große Berliner Zeitung druckte: ..Gott, gib uns Menschen zum Erwürgen! Guier Gott, laß doch ein paar Spione ins Land, Und gib mir ein« einzig? russische Gurgel in die Hand!" Nicht nur brave Landsturmmänner gerieten außer sich. Deutsch- fand, das Land der Dichter und Denker, sah auch diese in„heller Begeisterung". So sudelte Sudcrmann: „Unser einz'ger Wunsch ist geben, opfern, was man ist und liebt, leben, leben— dreimal leben, daß es dreimal Tote gibt." 'Die„Vereinigung der Äunstfrciind«"(ft brachte im Okiober 1914 eine Postkarte mit diesem Kunstgedichl in die deutsch« Oefsent- sschkcit. Sic bleibe für jedes Kunstmuseum erhalten: „Bei Lüitich war es gar fein. Jupphcidi, jupphcido! Wir schlugen Tür und Fenster ein. Juppheidi, juppheida! Und Hütt man uns die Freud' oergönnt, Wir hätten'» ganz« Nest oerbrennt!" »Die Vertreter der christlichen Nächstenliebe vergaßen ihre Pre- digten über dos fünfte Gebot und fanden die wärmsten Worte zur Fördelung und Verteidigung des Mord- und Blutgeschäftes. Ein schönes Beispiel dafür: S ch ä d e l e i n s ch l a g e n a ls, Gottesdienst. „Unsere Schuld ist es nicht, wenn wir in der Blutarbeit des Krieges auch die des Henkers verrichten müßten. Dem Soldaten ist das kalt« Eisen in die Hand gegeben. Er soll es führen ohne Scheu: er soll dem Feind das Bajonett zwischen die Rippen rennen, er soll sein Gewehr auf ihre Schädel schmettern: das ist seine Pflicht, das ist sein Gottesdienst." (Divisionspfarrer Schlettler.) Der Domprediger G. Zolzien brachte den U-Boot-Krieg mit den Lehren Christi in Einklang. Ein Kunststück theologischer Dialeklik. das gemdezu fabelhaft ist: „Unterseeboote sind gewiß lieblos, unchristlich, Sic sind genau so ungerecht, wie der Mammon, Gerod« darum entsagen wir ihnen nimmer. Wir brauchen sie, wie wir nach Jesu eigenen Worten den Mammon brauchen sollen,'Das ist eben das schön«, daß wir bei dem allen das Wort Jesu für uns haben," Noch besser kann es der evangelische Pfarrer Sigismund Rauh. Nach seinen Worten ist sogar Fraueaschändung mit christ- sicher Sittlichkeit vereinbar. Er schrieb im„Tag" vom 4, Dezember 1914: „Es ist ganz falsch, im einmal nusgcürocbenen FranMirau» Iftieg nur die„Ertappten" zu strosen, nach des Krieges sittlichen «efetzen ist das ganze Polt„ertappt"... Wenn der Hoerfühver trotzdem unter allen Umständen Plünderung und Frauetsschändimg oertncicf und verhindert, so geschaht das um der Moral der Truppen willen. Das feindliche voll hätte nicht einmal hierauf mehr ein sittliches Anrecht." Wenn man diese Zeilen genossen bat und an den im Jahre 1914„rechtzeittg ausgebrochenen Krieg" denkt, dann kann man auf die Lektüre dieses Buches verzichten. Vbf. Wo. (17. Fortsetzung.) „Sager Sic: Stellen Sic sich so blöd oder sind Sie wirklich so?' „Ich bin wirklich so.' „Dann sind Sie leider unheilbar. Also meine Mutter ist ge- prüfte Lehrerin für Französisch und Englisch, und ich gebe Nach, hilfestunden, und wenn ich noch nicht bei„Tristan' war, so deshalb, weil ich kein Geld dazu g'habt Hab' und nur ins Theater geh', wenn man mich einlädt'. „Uje! Das ist ja dann noch ärger. Noch ärger, dann sind Sie ja eine Stehkragenproletarierin...' „Was das heißt, versteh' ich nicht. Ich hob' noch in mein' Leben kein Stehkragen getragen.' JD ja, Sie versteh'»'s schon. Eine, die nicht dort ist, wo sie natürlicherweise zu stehen hätte und von ihrem Noblichtun g'rad mehr Unannehmlichkeiten hat als Annehmlichkeiten.' Wieder eine Pause. „Kommen S' mit mir oder dem Dosiischitsch, Sie werden ein» mal echte Begeisterung kennen lernen auf der vierten Galerie im Burgtheater oder im Stehparterre beim Philharmonischen und Nächte, Nächte im Schrebergarten..." „Nein!' Hilde war aufgesprungen. „Sie wissen ja nicht, was Sie daherreden...? Ich bin ganz bestimmt kein Genie, das weiß ich, ober wenn ich's in mir spüren möcht', durch die„Boheme' würd' ich's um keinen Preis wecken wollen. Lieber bleib' ich, wer ich bin.' „Sie haben mich ganz mißverstanden, Fräulein Hilde. Was ich gemeint Hab'... man muß dem großen Erlebnis entgegen- gehen und das große Erlebnis können Sie überall finden...' „Das glaub' ich auch. Es muß in einem sein... Aber hören wir zu plauschen auf— da ist die Meisterin.' „Die Meisterin, die Meisterin!' brummte der Longe.„Es ist ja nur die Norrek.' Als Hilde nach diesem Gespräch am späten Abend zu den Grubers kam, fühl!« sie sich freier. Der lange Kerl hatte sie ver- wirrt und beunruhigt. Was wollte er? Was war in seinen Reden echt und was ein heimlicher Versuch, sie an sich zu locken? Nein, hier bei den Grubers war die Luft durchsichtiger, man wußte stets, woran man war. Edi war von einer respektvollen Zärtlichkeit, die sie wohl spürte. Und selbst die Frivolitäten des Schubert, des Herrn mit den Kotclettchen an den Wangen, mit dem hohen Stehkragen und der bauschigen Krawatte, waren nicht so unheimlich wie die Reden Drobauers, nicht förmlich« Fallstricke, die ausgelegt schienen, um sie cinzufangen. „Was Sie nur immer mit der Masse wollen!' rief Hilde dem Drobauer zu, als er sie einmal heimbegleitete und wieder zu laut auf, der Straße davon schwärmte, nicht im engen Raum eines Theater« zu rezitieren:„Ich furcht' mich vor zu vielen Leuten!' „Sie fürchten sich! Oha, weil Sie die Masse nicht verstehen wollen! Natürlich bei der Premiere in einem Operettentheater ist's Ihnen behaglicher. Sie waren ja vorgestern bei einer solchen Festlichkeit!' „Wie gut Sie über meinen Lebenswandel informiert sind. Waren S' vielleicht auch dabei?' „Ich? Was Sie glauben! Aber so ein Flitscherl von unseren Kolleginnen war dabei, oben aus der Galerie, und hat Sie in der ersten Rangloge gesehen." „Ig, ich war dort, eine befreundete Familie hat mich mit- genommen.' „Sie leugnen also nicht einmal.' „Ich leugne nie, was ich tu'.' „Prmzivienfest.' konstatierte Drobauer. „Und ich gestehe— elegante Menschen, Frauen in schönen Abendtoiletten, Herren im Smoking gefallen halt besser als... als Menschen..., die nicht gut gekleidet sind. Das ist doch an und für sich kein Verbrechen.' „Na, ja, äußerlich betrachtet. Aber wenn man a bissei Röntgen- äugen hat. die durchschauen...' „Ich Hab' keine..." „So? Dann sehen Sie die Welt aber sehr oberflächlich an. Ich weiß, ich bin a gemeiner Kerl in meiner Ausdrucksweise, aber die Herrschaften, die so gewunden sprechen, sagen nix anderes als wie ich.' „Und was sagen Sie denn?" Hilde war so unvorsichtig zu fragen. „Daß ich Sie gern Hab', Fräulein Hilde, und daß ich Sie zwingen werde, zu mir zu kommen.' Hilde lief wortlos fort, der lange Mensch mit seinen flammenden Haaren und seinen in die Weite greifenden Armen machte ihr Angst. Für diesen Abend war sie zu Grubers eingeladen. Großer Empfang, der seinen Glanz durch die Anwesenheit des Barons Rosenberg erhielt, eines neuen Sterns im Wiener Finanzleben. Der Schubert— man nannte ihn nicht anders und Hilde konnte sich nicht einmal immer seines richtigen Namens entsinnen— war fein Sekretär und hatte die Aufgabe, ihm den Schliff und die Be- Ziehungen der vornehmen Welt zu verschaffen. Denn der Baron- titel war sehr frischen Datums und recht exotischen Ursprungs und wurde nur deshalb hingenommen, weil sein Träger im Geschäfts-, leben so glücklich und im Privatleben so generös war. Hatte er nicht neulich be! einem auserlesenen Souper, das er einigen wenigen Freunden und dessen Frauen gegeben hatte— es war gerade zwölf— in die Serviette einer jeden Dame ein kostbares Schmuckstück hingeleot. das sie nun ihm zu Ehren auf ihren Abend- kleiden, trugen? Also, so einer Freundschaft zuliebe konnte man schon tun. als ob dieser Herr Rosenberg ein wirklicher Baron wäre, wa» ja sonst in den Augen dieser Kreise etwas besonders Ghr.onrn»aes zu sein ichicn. „Wsis?n 8' was, Fräulein Hilde,' sagte Schubert,„Sie bleiben Na und lallen oie großen Leut' im Salon, die sich um den Herrn gespart haben, ungestört beisammen. Ich erzähl' Ihnen alles, mos er sagt, ick, hab's ihm ja erst am Nachmittag eing'lernt.' flllde willigte ein, sich in einem der kleinen Empfangszimmer vor eV.en, Rnndlisch auf ein Sofa zu setzen, und der Schubert setzte �ch ihr gegenüber. Er fragte sie' au-, wie es denn in der Theaterschul« gehe und &tn von jDcsajl Mvrgßhlbzr ob man bald die Freude haben werde, sie auf einer Bühne zu sehen und was man eben als Einleitung zu einem Salongespräch sagt. Er habe, soweit es die Zeit zulasse, denn jetzt habe er wirk- lich zu arbeiten: wieder einen Einakter gedichtet und komponiert, und die Hauptrolle sei für die Hilde Fernleitner bestimmt; er habe geradezu nur die gesehen, als er an dem Werkchen geschrieben habe. Eine französische Marquise, ganz so wie sie im vorigen Jahr auf dem Kostümfest in Aussee war— dos Bild verlasse ihn nun einmal nicht. „Na, gut,' antwortete darauf die Hilde leichthin. „Wie schade, wie töricht, daß Sie sich damals nicht haben photographieren lassen, Fräulein Hilde, aber das kann ja leicht nachgeholt werden. Wissen S', Fräulein Hilde, Sie kommen zu mir— ich hob' ja ein ganz ausgestattetes Amateurotelier— im Kostüm..." ,Lch hab's ja gar nicht mehr.' „Na, das läßt sich leicht wieder herstellen. War so lauter Gschnas. Und ich photographiere Sie." „Das war' nett! Ich komm' also einmal mit der Lutz zu Ihnen hinauf." „Nur die Lutz wollen S' mitnehmen? Warum nicht gleich ein ganzes Mädchenpensionat zur Ueberwachung! Uebrigens, wenn Sic es wünschen— die Lutz. Ich werd' sie halt Bilder anschauen lassen. Aber: haben Sie schon etwas von meinem Atelier und meiner berühmten Photographiensanmilung gehört?' „Nein.' „Ich mach' immer zwei Aufnahmen." .„Na. gut." „Die eine als Geschenk für die Dam«, die einwilligt, sich photographieren zu lassen, die ander« als... Honorar für mich." „So? Ein Honorar oerlangen S'? Wie muß man Sie denn honorieren?" „Wie gesagt... Ich mach' immer zwei Aufnahmen: eine in dem von den Domen gewählten Kostüm und eine im Kostüm, das ich bestimme... ohne... oder höchstens mit Badekostüm.' „Das ist«ine Frechheit!' sagte die Hilde und wollte aufstehen. Gleich zweimal an einem Tage solche Dinge zu hören, war ein bißchen viel. Der Schubert hielt sie zurück. „Sie sind doch Schauspielerin!.Und wenn ich Ihnen ein« Rolle schreib', wo Sie im Badekostüm auftreten müssen, werden Sie deshalb di« Rolle nicht spielen wollen, aus dem Engagement treten und weiß Gott, was für Spampanadln machen? Sie sind zu— wie sag' ich nur— zu zurückhaltend. So werden Sie nie zu einer Karriere kommen." Der Schubert sprach jetzt mit einer geradezu liebkosenden Stimme, ganz leise, damit die Eintretenden ihn nicht hören sollten, und in dem etwas verfetteten Gesicht leuchteten die Aeuglein. „Ueberlassen Sie die Sorge um meine Karriere mir, Herr— wie heißt der Mensch nur?— Drobauer..." „Aber ich heiß' ja Waldbauer. Warum nennen Sie mich übrigens nicht Schubert wie sonst?" „Weil ich mit Ihnen auf Formalitäten Wert lege.' „Oho, Sie sprechen wie eine große Dame. Und sehr gut betont. Macht der Frau Neumann-Norrek alle Ehre. Aber ich sag' Ihnen nochmals: seien Sie nicht so unklug. Der Baron ist ein Kunstmäzen. Ich bin sein Sekretär und sehr mächtig, ja, ja, der Schubert ist jetzt sehr mächtig... eine Persönlichkeit wie Bach.' „Wollen Sie mir vielleicht drohen. Herr Waldbauer?' „Drohen? Das hieße ja alle Verehrung für Sie, die ich im Herzen hege, zurückdrängen, und das ist unmöglich. Nein, ich zeige Ihnen bloß einige... Möglichkeiten einer raschen, ungeahnt auf- steigenden Karriere... wenn Sie vernünftig sein wollen.' Der Dicke spricht ja genau so brutal wie der Lange, sagte sich Hilde, nur sagt er seine Worte behutsamer, höflicher. Und di« andere Seite ihrer gegenwärtigen Existenz, der Maturakurs, kam ihr in den Sinn und sie dacht« an ein lateinisches Sprichwort, das sie umkehrte: Wenn zwei auch nicht dasselbe tun, so kann es dasselbe sein. Der Schleichende und der Brutale— es war dasselbe, was si« umlauerte. Hilde stand auf. „Sei'n S* nicht bös, Fräulein Hilde. Ich... verehr' Sie holt sehr. Ich Hab' Sie gekamrt, wie Sie ein kleines Schulmädel waren und jetzt sind Sie ausgeblüht... und eine angehende Künstlerin... und schön... so schön...'(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iitimiiiimmiimmiiiiiimiiiiiiiimniiiiiiiiiiiiiiminmtmninnniimiiniiinnmniiminnininmiiiiiiiiiininiiiiiiiiiiiHiiiniiiininnnmiiiiniimiiiiiiiimiiiiiiiiiniiiniininiiitiiiiiiiiiimimn Altbayerische Eisenbahnwirtschaft. Ende Oktober 1911 fuhr ich von Berlin nach Innsbruck. Um 9 Uhr abends ging mein Zug von München-HauptbaHnHof nach Innsbruck ab. In München-Ost hielt er, wao nicht weiter verwunder- lich war— aber er blieb stehen. Als das den Reifenden zu lange zu werden begann und sie sich nach der Ursache erkundigten, erfuhren sie.chahnamtlicherseits", daß die.Maschine des eben von München- Hauptbahnhof erst in Verkehr gesetzten Zuges schadhaft sei;«ine Ersatzmaschine vom Hauptbahnhos müsse gleich kommen. Es dauerte eine Stund«, bevor die Maschine vom Zentralpunki de» kgl. bayerischen Eisenbahnwesens ankam. Dann gings los und statt um 12 Uhr, waren wir um 1 Uhr in Innsbruck. So geschehen z' Minta, in der kgl. Haupt- und Residenzstadt, in der allerdings der Königssohn Prinz Karl dem Derkehrsminister v. Frauendorfer, als dieser sich ehrfürchtigst ihm vorgestellt hatte, das Sprüchlein per Antwort huldvollst zu geben geruht: Wo» nix is und wos nix kann geht zur Post und Eisenbahnl rb. Gespräche. „Langsam", so erzählte bei Tisch in einer Familienpension ein Nordpolsahrer,„sahen wir unserem Ende entgegen. Wir hatten nichts, gar nichts mehr zu essen. Da schnitten wir unsere Schuhe in Stücke und machten davon ein« Suppe. So konnten wir bis zur An- kunft der Hilfsexpedition leben.'—„Nicht so laut!' unterbrach ihn ein Tischnachbar,„die Pensionsmutter könnte es hören!" * Ein junger Gelehrter bekommt als Tischdame da» entzückende Töchtcrchen eines Bankiers. Es entspinnt sich folgendes Gespräch: „Gnädiges Fräulein, kennen Sie Scotts Werke?"—„Nein, wieviel Dividende geben die denn?" * „Meine Frau benützi einen Punktroller."—„Und bemerkst du eine Wirkung?"—„Gewiß, der Punktrollcr ist dünner geworden." Schwarz oder weiß? Aus dem„Bochumer Abendblatt": „... Dabei lachte der Neger über das ganze e b e n h o l z- schwarze Gesicht und fletschte in aufrichtiger Freude das tadellose blendend weiße Gesicht." Der unglückselige Neger scheint sich über seine endgültig« Hautfarbe noch nicht ganz im klaren zu sein! Die ausjrebotene Bureaudame. Im„Oranienburger General Anzeiger" findet man das folgende merkwürdige Inserat: „Bürodame gegen gute hypothekarische Sicherheit auf Haus- und Grundbesitz in Provinz Brandenburg von 1000 M. aufwärts in größerem Umfang« sofort verfügbar. Günstig« BedinguOgen, kostenlose und unverbindliche Auskunft. Kredit- und Finanzierung?- bank A.-G." Diesen fragwürdigen Handel sollte sich doch einmal die Polizei näher ansehen. Die Expedition Martins. Das Rätsel um den Tod des schwedischen Forschers Malmgreen ruft die Erinnerung an eine andere Polarexpedition wach: die erste Expedition nach Spitzbergen, die unter Leitung Dr. Martins, eines Schützlings des bekannten Botanikers Linne, stand. Martin hatte in Aabo— das heute zu Finnland gehört— studiert und kam schließlich nach Upsala, wo er den philosophischen Doktorgrad erwarb und mit Linnä enge Freundschaft schloß. Ein Jahr später, 17S8, segelte er von Gotenburg nach Spitzbergen. Ende April kam er in die arktischen Gewässer, und die Kälte war so ungeheuer, daß die Expeditionsmitglieder Perücken und dicke Pelzmäntel tragen mußten. Die Bemannung des Expeditions- schiffes litt unsäglich unter der Kälte, bekam erfrorene Füße und konnte kaum das Schiff bedienen. Am 9. Mai erreichte Martin das Packeis auf 77� Grad n. Br. und fand bald darauf die west- liche Küste von Spitzbergen. Hier landete Martin, und mit unermüdlichem Eiser sammelte er. was es nur zu sammeln gab, Pflanzen, Insekten und andere Tiere. Außerdem führte er trotz der großen Kälte, die selbst das Trinkwasser im Augenblick gefrieren ließ, mit peinlicher Sorgsalt Tagebuch, und seine Auszeichnungen aus der Frühzeit der arktischen Forschungen stellten für die schwedische Akademie der Wissenschaften Pn außerordentlich wertvolles Material dar, das sich auch auf die Färbung des Eises, auf die Eisbildung, auf die Erscheinung von Nebensonnen. Polarlichtern und andere Dinge erstreckt. Böse Folgen einer Hochzeitsreise. Im Jahre 1897 hatte«in Kaufmann aus Naranganganj in Bengalen eine Hochzeitsreife nach Australien unternommen und als Erinnerung einige in Indien unbekannte Pflanzen mitgebracht. barunter eine schöne hyazinthenartige Wasserpflanze mit blauen Blüten. Als der junge Ehemann diese Pflanze im Garten seines Hauses unterbrachte, ahnte er nicht, was er anstellte. Die Pflanze. in Indien„kachuri" genannt, verbreitete sich mit der unheimlichen Geschmindigkeit, die Unkräutern eigen ist, über den ganzen Garten, ergriff von weiten Landstrecken Belitz und, was viel schlimmer war. wucherte in allen Wasserläusen, Seen und Flüssen mit solcher Ueppigkeit, daß Schiffahrt auf diesen Gewässern unmöglich war. Riesige Flächen in Ostbengalen sind der blauen Wasserhyazinthe. I die man auch als„blauer Teufel" oder„bengalisch« Pest" be- zeichnet, befallen worden, die Schifkahrt hat ungeheuren Schaden erlitten, und alles nur, weil ein Kaufmann von seiner Hochzeit«- reise nach Australien ein unscheinbares blaues Pflänzchen mitbrachte. Heraus aus der Reserve! DeutschlandbeidenRadweltmeisterschaften Der Sportausschuß des Bundes Deutscher Radfahrer hat mit der Bertretung der deutschen Interessen bei den in der Zeit vom 15. bis 20. 2ugust in Budapest stattfindenden Weltmeistermöller, Walter Sawall. Berufs Flieger: Mathias Engel, Paul Ds3 mella. Amateur Flieger: H. Bern hardt, K. Einsiedel. Berufs Straßenfahrer: 5. Nebe, Oskar Liez, A. Brandes, R. Wolfe. Amateur- Straßenfahrer: Stübede, Roch. = = Es war zu begrüßen, daß sich an der am Mittwochabend| Mit Achtgrofchenjungen und Denunzieren suchten sie die Einheitsschaften folgende Fahrer beauftragt: Dauerfahrer: Erich veranstalteten Rundgebung: Nie wieder Krieg! auch die Arbeiter- front" herzustellen. Ja, diese Menschenfreunde scheuen sich nicht einfurner und-sportler offiziell beteiligten. Der ansehnliche Zug, in mal, ihre eigenen Bereins- und Bundesgenossen tätlich zu bedrohen dem Turner und Sportler aller Gebiete durch die Straßen zum und zu verprügeln! Und alle diese Schändlichkeiten wurden getrieben Humboldthain marschierten, war ein sichtbarer Beweis dafür, daß auch mit dem Bundesabzeichen an der Brust. Daß diese Rinusteinmanieren die sporttreibenden Kreise endlich einsehen, daß es unbedingt nötig die gesamte Arbeiterturn- und sportbewegung an den Abgrund ist, aus der bisher geübten Reserve herauszutreten. Die Arbeiter- bringen, ist jedem normalen Menschen klar! Darum ist es zu be= furner und-sportler hatten stets Zurückhaltung geübt und gegenüber grüßen, daß die Bundesmitglieder, die sich hinter die Beschlüsse des der„ Opposition" eine Geduld an den Tag gelegt, die feinesgleichen Bundesvorstandes stellen, endlich von dieser widerlichen Clique fuchte. Die„ Oppofition" dagegen hat nachweisbar schon seit Jahren abrücken. Hier bedeutet Neutralität Selbstmord! Hier gibt es nur versucht, in das Turn- und Sportleben besonders hier in Berlin- eins: Heraus aus der Reserve! eine durchaus politische Note hineinzutragen. Dabei tam es der ,, Opposition" gar nicht darauf an, aufrichtig für die kulturellen Bestrebungen der Arbeiterturn und sportbewegung zu werben. Gerade das Gegenteil war nicht nur beabsichtigt, sondern wurde auch tatsächlich erreicht. Durch Berleumdungen und fanatische Hetzereien follten die Urbeiterturner und-sportler mürbe gemacht werden, und so wurde versucht, ihnen das ganze Vereinsleben zu verleiden. Durch das fortwährende hysterische Gefafel der„ Opposition", die sich als die Handlanger der Kommunist en entpuppten, wurde jegliche Zusammenarbeit zur Unmöglichkeit. Jede Sportveranstaltung wurde zur parteipolitischen Kundgebung der Kommunisten gestempelt. So waren es gerade diese Einheits" apostel, die in die Reihen der Arbeiter- Turn- und sportbewegung den unglückseligen Bruderkampf trugen. Die„ Oppofition" gibt ganz offen zu: wir richten uns nur nach den Anweisungen der Kommunistischen Partei! Das bedeutet eine Bergewaltigung des Teiles der Bundesmitglieder, die von der Bedeutung der Moskauer Parolen absolut nicht überzeugt find. Das efelhafte Betragen der Kommunisten erreichte in lezter Beit seinen Höhepunkt dadurch, daß sie sich nicht scheuten, in diesem Bruder tampf Mittel anzuwenden, die an wilhelminische Zeiten erinnern. Fußball am 5. August. W Der kommende Sonntag steht wieder im Zeichen interessanter Kämpfe. Kurz vor dem Beginn der neuen Serie hat sich die Fichte Vereinsmannschaft noch einen ausländischen Gegner verpflichtet. Union Wien, wohl eine der stärksten Wiener Mannschaften, trifft auf dem Fichte Sportplag in Baumschulenweg auf die Besieger des Bundesmeisters. Das Spiel beginnt um 16 Uhr. B B An Serien und Pflichtspielen find folgende Treffen angefeßt: In Woltersdorf bei Erfner spielt der dortige Fußballverein gegen Hertha 22. Die Auswahlelf des Ostbezirks trifft in Strausberg auf den mehrfachen Bezirksmeister Sparta 11. In Tasdorf stehen sich um 14,45 Uhr Stralau und Tasmania, um 16 Uhr Oberspree und Tasdorf und um 18 Uhr Lichtenberg I und Johannisthal gegenüber. In Ludenwalde treffen sich zum Wiederholungsspiel die I. Abteilung der Luckenwalder Turner Minerva Borsigwalde erhält schaft und Wader- Lantwiz. den Besuch der Weddinger Sportfreunde. Auf der Rennbahn in Auf der Rennbahn in Weißensee stehen sich aus Anlaß des Weißenfeer Jubiläums die 1. Mannschaft des Turnvereins und der Berliner Sportverein 16 um 18 Uhr gegenüber. Bon 10 Uhr vormittags an ist hier schon reger Betrieb der unteren Mannschaften. Auch in der Wuhlheide herrscht Hochbetrieb. Der Sportflub Oberspree hat Stettiner Besuch. Beginn 17 Uhr. Auf dem neuen Sportplatz in der Laster straße, zwischen Warschauer Straße und Stralau- Rummelsburg, ftehen sich zwei alte Rivalen, Stralau und Treptower Ballspielflub, gegenüber. Die bisher zwischen beiden Bereinen ausgetragenen Spiele gestalteten sich stets zu interessanten Kämpfen, die mit wechselfeitigem Glüd gewonnen wurden. Beginn 16 Uhr. Beginn 16 Uhr. Auf dem Egerzierplay, Schönhauser Allee, spielt Sowjet gegen den Mariendorfer Sportklub um 16,30 Uhr. Die Bersammlung am Montagabend im Lehrervereinshaus und die erfte offizielle Beteiligung an der Kundgebung im Humboldthain ist erst der Beginn des Selbsterkennens. Bundesmitglieder, entschließt euch! Die Wahl fann nicht schwer fallen. Denkt an die Vorgänge der letzten Zeif, denkt an Ertner! Sorgt dafür, daß die Arbeiter turn- und-sportbewegung auch in Berlin wieder zu Ehren kommt! Die Wahl tann nicht schwer fallen. Betrachtet das verleumderische Treiben der Oppositions"-Kommunisten, wollt ihr euch noch länger von ihnen besudeln lassen? Alle Sportlerinnen und Sportler können sich unter scharfer Berücksichtigung aller dieser Umstände nur der fozialdemokratischen Bewegung anschließen.. Je zahlreicher und geschlossener wir uns zur Sozialdemokratie betennen, je eher wird der Talmiglorienschein der Revolutionären" Derblaffen. Bundesmitglieder! Heraus aus der Reserve! Durch einstweilige Verfügung ist dem Beauftragten der Zentral tommission des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, Genossen Dehlschläger, die Geschäftsstelle Landsberger Allee zugesprochen worden. " Tennis- Rot( Groß- Berlin.( FTGB.) Pflicht aller bundestreuen Tennisspieler ist es, sich Tennis- Rot anzuschließen. Zu den bereits bestehenden fünf Abteilungen werden im nächsten Spieljahre wiederum neue treten, bis in sämtlichen Bezirken Berlins TennisRot Abteilungen bestehen. Alle Tennisfreunde werden aufgefordert, ihre Adresse an den Obmann Karl Kohler, D34, Weidenweg 63, gelangen zu lassen. Wer die Absicht hat, im nächsten Jahre Tennis zu spielen oder zu lernen, werde jetzt schon Mitglied, damit Plätze besorgt werden können. Die Vorbereitungskurse beginnen bereits im Herbst. in Vereinskalender. ACC. Freitag, 3. August, pünktlich 20 Uhr, Monatsversammlung bei Sehnigt, Mühlenstraße Ecke Brommybrüde. Erscheinen aller Mitglieder un bebingt erforderlich. Sonntag, 5. August, Internes Sportfest auf dem EicheSportplag, Köpenid. Anfang 13 Uhr. Wander- Paddler Savel" c. B. Bootshaus Heiligensee, Dorfstr. 29. Sigung am Freitag, 3. August, 20 Uhr, bei Fuhrmann, Graun- Ede Demminer Straße. Gäfte willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Zuschriften an Walter Schlotat, NO 55, Prenzlauer Allee 202. Arbeiter Radfahrerbund Solidarität". Ausfahrten für Gonntag, 5. Auguft. 1. Bezirk, 1. Abt.: Gaatwinkel; 5 und 12 Uhr Bülowstr. 55. 3. Abt.: Körbistrug: 6 Uhr Laufiger Plaz. 4. Abt.: 4. August, 20% Uhr, Mondscheinfahrt Neu- Helgoland, Dampfer Berolina. 5. August Raterbummel, 13 Uhr Weber6. Abt.: Hohenschöppingen; 6 und 10 Uhr Schönhauser Allee 164. wiefe 7. Abt.: Tiefensee- Gamengrund; 5 Uhr. Ahrensfelde; 13 Uhr Brunnenplay. 10. Abt.: 4. August Gaatnißfee: 18 Uhr. 5. August Schönmulpe; 6 Uhr Comeniusplag. Rennfahrerabt. Moabit: 4. Auguft: 3 Uhr Hamburg, 18 Uhr Anrig. 5. Auguft Kyriz; 4 Uhr Arminiusplay. Jugend Prenzlauer Berg: 2. Bezirk, 4. Auguft Budower See, Lampionfahrt; 19 Uhr Helmholtplay. Ortsgr. Lichterfelbe: Stiftungsfeft, Korfofahrt; 14 Uhr. Ortsgr. Schöneberg: Wandligsee; 5 Uhr Belziger Str. 17. Ortsgr. Treptow- Baumschulenweg: Hellsee; Uhr Ortsgr. Steglig: 4. August Nachttour Mogener Gee; 20 Uhr Birkbuschstr. 90. Ortsgr. Briz: Krüpelfee; 6 Uhr Chauffeeftr. 66.- 21. Bezirk, Ortsgr. Reiniden. borf: 1. Abt.: 4. Auguft Budowfee; 18 Uhr. 5. Auguft Jugendausfahrt Gamenfee; 5 Uhr Residenzstr. 109. 2. Abt.: Gamensee; 5 Uhr. Summt; 6 und 12 Uhr Antonienstr. 61. Ortsgr. Pankow: 3. August Hamburg: 18 Uhr. 5. August Tiefensee, Jugendausfahrt; 5 Uhr Marktplay. Ortsar. Niederschön. hausen: 4. August Bezirksjugendausfahrt Gamengrund; 19 Uhr Bornholmer Wochenende am Pätzer See.96br Bahnhof. Detsgr. Charlottenburg: Teufelsfee: 7 Uhr Galvaniſtr. 13. Wohl felten ist von Arbeitersportlern so intensiv und musterWohl selten ist von Arbeitersportlern so intensiv und mustergültig eine Wochenendkolonie vollendet worden, wie die Kolonie Seeblic" des„ Wassersportvereins Päßfee"( Mitglied des Arbeiteranglerbundes Deutschlands). Auf einem 24 Morgen großen Gelände direkt am Bäger Hintersee, das noch im März d. J. von einer Kiefernschonung bestanden war, stehen heute 60 Wochenendhäuser. Ein Badestrand ist geschaffen und ein Bootssteg wird er richtet. Da nicht alle Interessenten befriedigt werden fonnten, ist ein ebenso großes, mit Hochwald bestandenes Gelände auf zehn Jahre gepachtet worden. Es ist hier besonders den Minderbemittelten eine feltene Gelegenheit geboten, sich für die Mußestunden ansässig zu machen: Quadratmeter 8, 10 und 12 Pf. im Jahr, Kahnanlage unentgeltlich. In Aussicht genommen ist, das ganze Gelände in Eigenbesig zu nehmen, um so eine Dauerfolonie zu schaffen. Siedler. farten bis Groß- Besten 40 Pf. ab Görlizer Bahnhof. Sonntags. rückfahrkarten 1,40 m. von allen Bahnhöfen Berlins. Besichtigungen täglich. Anmeldungen Sonntags persönlich beim Vorsitzenden Ernst Ewald in der Kolonie oder schriftlich, N. 58, Lychener Straße 113. Straße Ede Schönhauser Allee. Ortsgr. Stralau- Rummelsburg: 4. August, 18 Uhr, 5. August, 5 Uhr, Tiefensee- Gamengrund; Türrschmidt. Ecke Leffingftraße. Drtsgr. Borsigwalde: Liepnissee; 7 Uhr Schubart. Ece Ernststraße. Motorfahrer Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität". Abt. Norden: Lotschefee; 6 Uhr, Brunnenstr. 101. Abt. Neukölln: Störigsee; 7 Uhr Herrfurthstr. 27. Arbeiter Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 5. August, 5 Uhr, ftraße Ede Mariannenplay. Gäste willkommen. Brierosbrild rechts am See. 18 Uhr Grünau Sportdenkmal. Start Waldemar Tennis- Rot, Abt. Lichtenberg. Der Treffpunkt am Sonntag zum Boltsfest ift 13 Uhr Grünberger Plaz. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Am Dienstag, 7. August, findet im Vereinsheim Lichtenberger Stadion unsere Abteilungsversammlung statt. Am Eonntag, 12. Auguft, ab 8 Uhr, findet unser Abteilungsturnier für Anfänger und Fortgeschrittene statt. Durch die Neuorganisation find wir noch in der Lage, Neuaufnahmen zu machen und bitten, Intereffenten im Stadion oder beim Borsigenden Heinz Wagner, Lichtenberg, Auguftafte. 8, zu melden. Sonntag findet am Sonnabend, 4. August, eine Propagandafahrt der Rad Propagandafahrt der Radfahrer in Lichtenberg. Für das Volksfest am fahrer statt. Treffpunkt 18 Uhr Auguſtaplay. An der Fahrt müssen sich telligen. Die geitung befindet sich in Händen von„ Solidarität"-Friedrichsfelbe. alle radfahrenden Parteigenossen, Reichsbannerkameraden und Sportler be Neue Enttäuschungen in Amsterdam. Williams Doppelmeister. Körnig dritter im toten Rennen. Völliges Versagen der deutschen Diskuswerfer. Wenn die deutschen Gewichtheber nicht zwei Goldmedaillen errungen hätten, sähe es um Deutschland bei den Olympischen Spielen ganz schlecht aus. Gerade von den deutschen Leichtathleten hatte man auf Grund ihrer heimatlichen Form ganz große Dinge erwartet, „ Tennisspieler einig!" usat aber es blieb bisher und bleibt wahrscheinlich auch weiter bei den Unter dieser Ueberschrift berichtet das fommunistische Abend Erwartungen. Hirschfeld, Lammers und Engelhardt haben Deutsch blatt von einer Delegiertenfizung der Arbeiter- Tennis- Bereinigung". land bisher bronzene Medaillen eingebracht, und nun lasteten alle In dieser Sigung wurde der Borstand neu gewählt, an Stelle von Hoffnungen auf körnig und Schüller. Aber über 200 Ignaz Friedmann versieht nunmehr seine Frau das Amt des Vor- meter reichte es auch nur zu einem dritten Platz für Körnig, und sigenden. Die kommunistische ATV. bildet sich im Ernste ein, mit dazu noch im toten Rennen mit dem Amerikaner Scholz. In solchen Mäßchen sich aus der Affäre zu ziehen. Diefelbe Sigung den Borläufen siegte Rörnig in 21,8 mit zwei Meter vor Scholz, faßte entsprechend einer alten Gepflogenheit wiederum bundes. während Schüller als dritter hinter Williams- Kanada und dem Engfeindliche Beschlüsse. Dem Bunde und der Sentraltom länder Rangelan einfam. In der Entscheidung ließ Schüller zuerst mission werden schärffter Kampf angejagt. Es würde nach und kam aufgerichtet als sechster ein, während Körnig hinter sich vollkommen erübrigen, von diesem Dreimännerkollegium zu dem in 21,8 siegenden Kanadier Williams einen scharfen Kampf berichten, wenn die Notiz in dem kommunistischen Blatt nicht den mit Rangelan und Scholz auszufechten hatte. Rangelan blieb Versuch einer Irreführung der Deffentlichkeit darstellen würde. Es schließlich um einen knappen halben Meter geschlagen zweiter, wähwird nämlich behauptet, daß auch die sozialistischen Mitglieder der rend Körnig und Scholz im toten Rennen als dritte einfamen. ATV. für die bundesfeindlichen Beschlüsse gestimmt hätten. Zur Steuer der Wahrheit meisen wir darauf hin, daß die sozialistischen und bundestreuen Arbeiter Tennis- Bereine der bundesfeindlichen ATB. überhaupt nicht mehr angehören. Die bundestreuen parteigenössischen Tennisvereine find fich auch einig, und zwar in ber dan Hinsicht, daß eine neue ATV. gegründet werden muß, der nur bundestreue Tennisgruppen angehören fönnen. Sie find fich weiter darin einig, daß sich in der jeßigen Situation aber auch bis 22 die Sozialdemokratische Partei angelegentldyft mit Parteimitgliedern befaßt, die bereits seit Jahren den kommunistischen Arbeitersportfommuniſtiſche zerstörern Suträgerdienste leisten. Deutschland siegt im Länderkampf. Walter Rütt hat nun einmal fein Wetterglüd. Er kennt fast nur noch ver regnete oder an geregnete Veranstaltungen. Gestern follte es nicht anders sein. Mit fast einstündiger Berspätung- die Bahn war beim angefeßten Rennbeginn noch zu naßfonnte erft die Abwicklung des Programms in Angriff genommen werden. Den Fliegerländerkampf Deutschland gegen Ausland, der acht Läufe vorsah, brachte im Einzelttassement den Sieg Engels mit 14 Punkten vor Michard und Ehmer, die je 12 Punkte auf sich vereinigen fonnten. Bierter wurde aufmann, fünfter Hahn mit je 7 Buntten. Linari wurde sechster mit 4 Punkten. Im Länderklaffement war fomit Deutschland mit 33 Buntten Sieger. Das Ausland hatte 23 Punkte. Das Mannfchafts Dmnium, bestehend aus zwei Fliegerrennen, einem 30 Runden Punktefahren und einem australischen Zweisiger: Berfolgungsrennen, holten sich Kühl- Mühlbach mit 41 Buntten; 2. Dorn- Maczinsty 39 P.; 3. Dobe- Behrendt 26 B.; 4. Henne- Longardt 20 B. Borgabefahren für Berufsfahrer: 1. Michard( 0); 2. Henne( 55 Meter); 3. Riedel( 25 meter); 4. Engel( 0). 3 meifiberfahren für Berufsfahrer: 1. 5 cyne3. Longardt Hahn. Rolles; 2. Rebziersti Rantorowicz; # 0.100 Eine noch größere Enttäuschung brachten die Distuswerfer Paulus und hoffmeister, die sonst ständig die 47- MeterGrenze erreichten und sogar überboten, hier aber, wo es darauf anfam, nicht einmal über den Borkampf hinaustamen. Sieger wurde der Amerikaner Soufer mit 47,32 meter vor dem Finnen Kivi mit 47,23 Meter und Corson- Amerita mit 47,10 Meter. Aus den Vorläufen über 1500 Meter schied Dr. Betzer aus, der in dem von Conger Amerifa in 4: 02,4 ge= wonnenen Lauf nur fünfter werden konnte. Der Karlshorster Turner Wichmann dagegen und auch er gewannen ihre Borläufe, Böcher sogar in der besten Zeit des Tages von 3: 59,6, während Wichmann seinen Lauf in 4:03 beendete. Krause fam im sechsten Vorlauf als zweiter hinter Ellis- England( 4: 01,4) ein, hat sich also ebenso wie Böcher und Wichmann für das Finale qualifiziert. Auch die 800 Meter Vorläufe der Damen verliefen gut für Deutschland. Fräulein Dollinger siegte in ihrem Lauf in der neuen Weltrekordzeit von 2: 22,4, Frau Radke war in 2:26 gegen die Japanerin Hitomi erfolgreich, und Fräulein Wener fam als dritte hinter Thompson- Kanada( 2: 23,2) und McDonaldAmerika ein, bleibt also für die Entscheidung startberechtigt. Das 110 Meter Hürdenlaufen brachte der Südafrifaner Attinson in 14,8 vor Anderson- Amerika und CollierAmerika auf sein Konto. Zu einer rein amerikanischen Angelegenheit wurde, dann der Stabhochsprung, in dem der Kannstätter Müller bei einer da Carr- Amerika Höhe von 3,80 Meter ausfiel. Sabin Carr- Amerika bewältigte eine Sprunghöhe von 4,20 Meter, seine Landsleute Droegemüller ( 4,10 Meter) und McGinnes( 3,95 meter) legten auf die Plätze Anobu Beſchlag. Frl. Konopacka- Polen Ohne deutsche Beteiligung gingen die Vorprüfungen zum 3.000Meter Hindernislaufen vor sich. In diesem Sportzmeig trat wieder einmal so recht die überlegene Klasse der finnischen Langstreckenläufer in die Erscheinung. Die drei Vorläufe wurden von Ritola in 9: 46,6, von Nurmi in 9: 58,8 und von Lufgla in 9: 37,6 gewonnen. In der zweiten lebung des Modernen Fünftampfes, im Schwimmen über 300 Meter warteten die deutschen Kandidaten mit mäßigen Leistungen auf. Oberleutnant Hölter besetzte in 5:30 den achten Platz, Leutnant Kahl wurde in 5:34 neunter, und Oberleutnant ar, der im Schießen die beste Figur unter allen Teilnehmern gemacht hatte, mußte sich sogar mit dem 15. Platz begnügen. Als der beste Schwimmer erwies sich der Italiener Pagini, der sein Pensum in 4: 37,3 erledigte. Nach Erledigung des Florettmannschaftstampfes, bei dem Italien vor Frankreich und Argentinien erfolgreich war, begannen die Einzeltämpfe im Florett. Casmir und Gazerra haben die ersten Runden überstanden, nur J. Thomp= fon tam nicht in die Schlußrunde. Casmir brachte das Kunststück fertig, den starken Italiener Gaudini zu schlagen. Auch im Damenflorett machten die deutschen Bewerberinnen Helene Amateur Mannschaftsfahren: 1. Lehmann hat mit ihrem Diskuswurf( 39,62 m) den Weltrekord gebrochen und aner, Frau Sondheim und Frau Delters bisher cine den Titel einer olympischen Meisterin gewonnen. 23iffet 46 Buntte; 2. Schmidt Eggert 28 Buntte. 6 recht gute Figur. Geschäfts- Anzeigero Bezirk Norden- Often. Unsere Manchesteranzüge sind eine gediegene, haltbare Berufs- und Wanderkleidung.- Wir führen sie seit Jahren in guten Qualitäten und kräftigen Farben: blau, braun, oliv, grau, grün Neue Schönhauser Straße 8, nahe Bahnhof Börse Gute warme Küche WALFISCH Landsgemeindehaus G. m. b. H. Jeden Abend: Künzler- Konzert Köpenicker Str., Ecke Engelufer Siphons, Liter 60 Pf., frel Haus! Elgene Kühlanlage! 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