Morgenausgabe flr. 367 A 187 4S.Iahrgang Wöchentlich 8SPf�«onatvch Z.S0N. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonn«- ment 6.— M. pro Monat. Der„Vorwärts" erscheint wochentSg« lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte Beilagen„Boll und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen",„Frauen- stimme".„Technik",„Blick in die Büchenvelt" und„Äugend-Borwärts" NerUner VoWblatt Sonntag August 1Y26 Groß-Äerlin 15 pf. Auswärts 20 pf. DK etvspaltige NonpareiVezeile 80 Pfennig. Rellame'eile 5.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen' das jettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. 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Schon in der Heroenzeit der Internationale, als Karl Marx seine erste Inter- nationale Arbeiterassociation ins Leben gerufen hatte, durch die zum ersten Male versucht wurde, den politischen und sozialen Kampf des Proletariats über die Landesgrenzen hinweg zu v?'- hsitlichen, war Brüssel der Boden einer der allerersten Tcu.:ngen dieser neuen Gründung. Fünfundzwanzig Jahre später. 1891, tagte wieder ein internationaler Kongreß in Belgiens Metropole. Aber es war nicht mehr jene Marxfche Association, sondern ihre Nachfolgerin. die Zweite Internationale, die zwei Jahre zuvor am Iahrhunderttag der Erstürmung der Bastille, am 14. Juli 1889, in Paris gegründet worden war. Die Erste Inter- nationale war längst tot, getötet nicht durch den Klassenfeind, sondern durch den Feind in den eigenen Reihen, durch die Spalter der Arbeiterbewegung. Auch damals kam der Geist der Zerstörung aus Ruhland. Michael Baku» n i u predigte, daß zunächst die kapitalistische Gesellschafts- ordnung mit allen Mitteln der Gewalt und des Terrors zer- trüminert werden müßte, ehe man an sozialistischen Aufbau denken dürfe. Er lehnte jeden Gedanken an schrittweise Fort- schritte innerhalb der bestehenden Gesellschaftsordnung ab. weil jede Reform, durch die die materielle Lage des Pro- letariats gebessert werden würde, zur Konsolidierung der bürgerlichen Gesellschaft beitragen könnte. Er bekämpfte erst recht jede Betätigung von Arbeiteroertretern in Parlamenten. weil darin eine indirekte Anerkennung des Staates liege. Er versuchte, innerhalb der Internationale eine eigene „revolutionäre" Geheimorganisation zu gründen, um die „verräterische Führung" von Karl Marx zu beseitigen. Haben diese Gedankengänge und Methoden Bakunins nicht eine verblüffende Aehnlichkeit mit der bolschewistischen Ideologie und Taktik von heute? Mögen die Moskauer sich noch so sehr auf Karl Marx berufen, sie sind die gradlinigen Erben Bakunins: Zellenbildung,„Verräter"- Geschrei gegen die„Reformisten", Ablehnung der positiven Arbeit innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung— es ist alles schon dagewesen. Rur die Ausübung von par- lamentarischen Mandaten, die unter Bakunin von den Anarchisten streng verpönt war, wird unter B u ch a r i n aus naheliegenden Gründen gestattet und eifrig erstrebt. Als die Zweite Internationale im Jahre 1901 zur Einrichtung eines ständigen Bureaus und Sekretariats schritt, wurde Brüssel zum SitzderInternationale erkoren. Es folgten Jahre hoffnungsvoller Entwicklung, die dann der Weltkrieg tragisch unterbrach. Ihn zu verhindern hatten die Kräfte des internationalen Sozialismus nicht ausgereicht. Das war eine furchtbare Enttäuschung. Kindisch jedoch wäre es, die Entstehung eines so ungeheuren geschichtlichen Ereignisses aus„Fehlern" er- klären zu wollen, die von der Arbeiterbewegung gemacht worden wären. In keinem der beteüigten Länder besaß damals der Sozialismus ausschlaggebenden, beinahe in keinem auch nur nennenswerten Einfluß auf die Außenpolitik der Regieningen. Vieles, was sich im Dunkel der Kabinette ab- spielte, blieb den Führern der sozialistischen Parteien völlig unbekannt. Wie eine Sturzflut kam der Krieg und spülte alle Dämme, die für unüberwindlich gehalten worden waren, wie Kinderspielzeug fort. Will die sozialistische Arbeiterinter- nationale den Frieden schützen, so muß sie unvergleichlich mehr Macht besitzen, als sie damals besessen hat. Probleme gestellt und Verwirrung in ihre Reihen getragen. Aber national und international haben sich die Reihen wieder geschlossen. Nichts beweist die Notwendigkeit der Inter- nationale besser als die Schnelligkeit, mit der sie sich nach dem großen Kriege wieder erhob. Gerade auch die belgische und die deutsche Sozial- demokratie fanden sich bald nach dem Kriege in dem ein- mütigen Willen, die Vergangenheit zu begraben und für die Zukunft, für den Frieden international zu- sammenzuarbeiten. Aber der Bolschewismus schlug bald hier, bald dort eine Bresche in die Reihen der Inter- nationale. Er rief eine eigene Internationale ins Leben, die ihre Hauptaufgabe darin erblickte, den Sozialismus national und international zu bekämpfen und zu verleumden. Wohl- gemeinte aber aussichtslose Versuche, eine Brücke zwischen Sozialismus und Kommunismus zu schlagen, führten zu einer weiteren Schwächung und Desorganisierung der Zweiten Internationale. Schließlich wurde im Jahre 1922 von Deutschland aus der vorläufig einzig denkbare und prak- tische Weg gewiesen: der Weg zur Einigung aller Sozia- listen. Einige Monate darauf, zu Pfingsten 1923, wurde in Hamburg die � neue, vereinigte Sozialistische Arbeiterinternationale ins Leben gerufen, die vor drei Jahren in Marseille wieder als ein festes, ein- heitliches, eingearbeitetes Kampfinstrument des sozialistischen Weltproletariats in die Erscheinung trat und die heute in B r ü s s e l zu ihrem dritten Kongreß zusammentritt. 4- In harter Schule hat die Sozialistische Arbeiterinter- nationale lernen müssen, daß es zweierlei ist, Prinzipien zu propagieren und für ihre Verwirklichung zu arbeiten. Solange für ihre Sektionen keine Möglichkeit besteht, un° mittelbaren praktischen Einfluß auf die Zustände im eigenen Staat und auf das Verhältnis der Staaten zueinander aus- zuüben, ist die Beschränkung auf die Propaganda das von selbst Gegebene. Man mag aus der Rot der Machtlosigkeit eine Tugend machen, darf aber nicht in selbstgewählter Armut verharren, nicht vor der Möglichkeit, durch M a ch t a u s- Übung den Fortschritt der sozialistischen Ideen zu fördern, die Augen verschließen. Wenn Henderson und Vandervelde den Brüsie» ler Kongreß eröffnen, werden nicht nur zwei große Pro- pagandisten der Arbeiterwelt sprechen, sondern auch zwei Staatsmänner, die durch die Schule der Regierung gegangen sind. Wenn Hermann Müller und H i l f e r- ding diesmal fehlen werden, so deshalb, weil sie zurzeit aktive Minister der Deutschen Republik sind. In allen eigent» lichen Industrieländern Europas steht die sozialistische Ar- beiterbewegung heute im Kampfe um die reale Macht. Sie kann sie einstweilen nur stückweise ergreifen, und zu leicht gleitet sie ihr wieder aus den Händen. Ein Fortschritt, der uns nicht befriedigen kann, der jedoch festzustellen ist: Vor dem Kriege hat der europäische Sozialismus von der Macht geträumt, heute ringt er um sie. In einer dritten Etappe wird er sie besitzen und ausüben. * Die Fragen, die den Kongreß beschäftigen werden— so die A b r ü st u n g und das Koloniälproblem—, wären auch dann nicht im Handumdrehen zu lösen, wenn in allen Ländern sozialistische Parteien regieren würden. Sie sind es um so weniger angesichts der Tatsache, daß die sozialistischen Parteien überall bis zur Ergreifung der ganzen Macht einen mehr oder weniger weiten Weg zurückzulegen haben. Grundsätzlich sind wir alle für Totalabrllstung und für die Befteiung der in ihrer Entwicklung zurückgebliebe n Völker von jeder Art der Bevormundung durch die weiter- entwickelten. Wenn es aber darauf ankommt, den grund- sätzlichen Zielen praktisch näherzukommen, ergibt sich eine Fülle von Einzelproblemen und die Notwendigkeit, mit Entwicklungsprozessen zu rechnen, deren Tempo sich nicht kommandieren läßt. Dasselbe gilt von dem Kernproblem des Sozialismus selbst: von der Entwicklung der W e l t w i r t s ch a s t und dem Eindringen sozialistischer Prinzipien in die kapitalistische Wirtschaft. Auch in Rußland, wo eine sich sozialistisch nennende Partei mit zarischer Gewaltfülle herrscht, muß das Bestehen von kapitalistischer Privatwirtschaft neben der Staatswirtschaft geduldet werden. Die Kommunisten haben daher kein Recht, über Verrat zu schreien, wenn wir ruhig aussprechen, daß es sich für uns zunächst darum handelt, die Grenzen zwischen G e m e i n w i rt s ch a f t und Privatwirtschaft so abzustecken, wie es das gegeben» Kräfteverhältnis der Klassen und die notwendige Rücksicht aus die Produktivität immer gestattet. Hier eröffnet sich der Internationale durch den Austausch von Beobachtun- gen und praktischen Erfolgen ein reiches fruchtverheißendes Feld der Wirksamkeit. » Brüssel wird gegen Moskau ein Programm fach- licher, nüchterner Arbeit aufftellen. Brüssel wird in schärfstem grundsätzlichsten Grundsatz zu jener Desperadepolitik stehen, die Wunder zu tun verspricht, aber zum mindesten noch den nächsten Weltkrieg abwarten will, um sie zu vor- richten. Die Masse des Weltproletariats, die in der Sozia- listischen Arbeiterinternationale ihre Vertreterin und Vor� kämpferin sieht, hat keine Sehnsucht nach einer Glückseligkeit. die aus einer ganz allgemeinen, ganz großen Halsabschneiderei hervorgehen soll. Sie will die Förderung ihrer Wohlfahrt, den sozialistischen Aufbau, den Schutz der kommenden Ge- neration vor der Gefahr, Opfer einer neuen Massenschlächterei zu werden. Und darum blickt sse keine Wunder erwartend aber verstehend und vertrauend a u f B r ü s s e l. Der Bortag des Kongreßbeginns. Einigungsaktion für Argentinien und Polen.— Frauenprotest gegen Kriegsdienst. Der Krieg hat die Internationale gelähmt, er hat sse nicht zerstört. Er hat ihre Sektionen vor die allcrschwersten V. Leb. Krüssel. 4. August.(Eigenbericht.) Di« Exekutive hat ihre Arbeit am Vorabend des Kongresses in mehrstündiger Sitzung beendet. Hinsichtlich des Konfliktes in Argentinien wurde Landeroelde beauftragt, gelegentlich seiner bevorstehenden Südamerika-Reise an Ort und Stelle die Ver- hältnifse zu prüfen und eine Einigung zwischen den beiden streitenden Parteien zu versuchen. Bis dahin werden die alte und die neue sozialistische Partei ersucht, vergiftende Polemiken, die die Kluft vertiefen könnten, zu unterlassen. Di« argentinischen Un- abhängigen werden vorläufig nur als Gastdelegierte zugelassen. Die Frage des polnischen USP.-Restes stellte sich als komplizierter heraus als man ursprünglich angenamnien hatte. Es ergab sich, daß der Uebertritt der Drobner-Gruppe nicht von einem ordnungsmäßigen Kongreß beschlossen worden war, so daß die USP. rechtlich nicht aufgehört hat. zu existieren und folglich chre Vertretung in der SAJ. nicht ohne weitere» erlöschen kann. Dennoch sagt die Exekutive in ihrem Beschluß, daß die Existenz einer solchen Splitterpartei (die bei den letzten Wahlen nur 21 000 gegen die Millionen Stimmen der PPS. erhalten) für die gesamte Arbeiterbewegunz Polens schädlich ist. Die USP. Polens wird ausgefordert, ihr« Mitglieder in die sozialistischen Partsien(der betreffenden Nation«, in Polen) zu überführen. Die Resolutton beloak in ihrer Einleitung die größere Rotwe». digkeit denn je angesichts der für die Demokratte und den Frieden besonders gefährlichen Lage in Polen eine einheitliche kräf'ezu. samwensassung der gesamien sozialistischen«rbeiterschast vorzunehmen. Sie btjmftt haher has 3«W*i�«TO'trfen her PP«. mit der Senf« > ch e n SlYialÄemskrStischtn Partei Polens, sowie den Peginn der Organisierung der sozialistischen Kräfte in der ukrainischsd Be- oölkerunis Polens. Die Executive begrüßt.die Anmeldung der ukrainischen radikalsozia.istifchen Porte! zur Jnternotionatt. über die in einer nächsten Sitzung der Exekutive endgültig entschieden werden soll, so- bald dt« Vorlegung des Prögrämnss dieser Partei diese Entscheidung ermöglicht! einstweilen sonnen ihre Delegierten als T ä st e am Kongreß teilnehmen. Endlich wird die Wichtigkeit einer chinzuzichüng des Jüdischen Arbeiterbundes Polens in die TAI. hervorgehoben. Bisher ist der„Bund" der Soztalistiichen International« serngeblieben. aber ci besteht Aussicht, daß er ihr demnächst beitreten wird. Die Reso- iution beauftragt dos Sekretariat mit den ersorderlicheu Schritten w Erleichterung dieses Beschlusses im gegebenen Augenblick. Schließlich Hai die Exekutive die Frage des Vorsitzes in den ersten Kougreßsitzungen geregelt. Die Ertftsmingssitzimg am Sonntag werden chcnderson als Porsitzender der Exekiitine und Von- d e r v e l d e bis Führet der gästgebendcn Partei gemeinsam leiten. Di« zweite»itztmg am Rontag» eigentticher Beginn der Kongreß- arbeiten, wird unter dem Vorsitz eines Deutschen und eines Fran- 'nsen abgeholten werden, voraussichtlich P»t u( Lobe Und Paul F o u r e. Die dritte Sitzung werden die Vertreter von zwei Parteien lefteu. fti deren Ländern die viktoiur herrscht, und zwar ein Italiener, vcrmiiilich T u r a t i, und ein russischer Genosse. Die«tadi Brüssel steht im Zeichen des Kongresses. Außer den Delegierten. Gästen, Pressevertretern und sonstigen Beobachtern treffen ans allen Teilen Belgiens zehntausend« Jugend- genossen mit klingendem Spiel ein, die am Eannlognachntstiag ein« Masscnknndgebiinz zu Ehren der Jnbernntionale vernnstalttn. Ms Krauenkonferenz. V. Seil. Brüssel, 4. Auglzst.(Eigenverichl.) Der zweite Tag der inteniotionalen Franenkoniercnz brachte e°n« überaus spannende Aussprache, an der sowohl zum ersten wie zum zweiten Punkt nicht unwesentliche DifterenZen zutage traten. Es wurde vor allem die b e v äs k« r u n g s p o l i t i s ch e Frage heiß umstritten. Eine von den Vertreterinnen von siebzehn Ländern unter Führung Deutschlands und Oesterreichs eingebrachte iTesolUtinn nennt dir AbkreihnnR zwar«in schwere? ttichel, gvrrnrtrilt aber beten Bestrafung, so lange die Gesellschaft sät Jstulfet und Kinder nicht ausreichend sorgt. Lhn« gegen diesen Pom»« direkt Stellung zu»ehmen, erklärten die Vertreterinnen verschirdener Länder» besonders Frankreichs und Belgiens, daß diese Frage nicht ans der Tagesordnung stehe Und daß sie daher nicht dazu Stellung wehmeii konnten, Ve- bor sie nicht eingebend in ihreft eigenen PeiheN geklärt sei. Kathego- > lcher sprachen Neben den Delegierten chossands Nor oli«m die Vertreterinnen der englischen LoboUr Party. Durch hen Mnud ibrer Vednerin Märion Philipps lehnten sie ausdrücklich«ine Erörterung dieser Finge ab>md zwar mit Argusnenteii, dir all- gemeines Erstaunen erregten. Im Gegensatz dazu begrüßten die- Abgesandten der llnabbängigen Arbeiterpartei England? den Tirtrag. Schließlich inurde der Passus aus der Nesolntiön e n t- ierbs und diese darom einstimmig ängenommen. Doch gab vor- der Gobrielb Pr'o si-Wi«n Tin spätsten vost siebzehn DelegalioniN, ftebtstber stoftirftch ä°i,ch der reichsdsstthchrst, eiste Erkiörustg ab, die in unftsteidevstg'eö Worirn linierest Ssastdpimkt gegenüber dem Ab tr«ib„ngzpgrägräphen zum Ausdruck bringt. Dieser Erklärung s-Mosist, sich femet an die Bert rtke rinnest Belgiens» Lettkgnds, der Schweiz, Polens. Rußlands, der sudeiimdeullchen, der tschechi- istkn So-ialdemokrotie, Poldsstnas, Ikngarns, Jugoslawien? und d-r Iknäsibängigen Arbeiterpartei Englands. Ferner wurde diele Erfsgrimg unterschneben in ihrem stets östlichen Namen von ittiigrii Brrtreterinsten ftoklaods, Skandinaviens und FräNkreichs. Alst Nachmiftag wurde der zweite Punkt beraten: die Mobili- stst-ustg der Fron ftt Krütgszeitest. Den Anlaß zft dieser Debatte bil'-en gewusie Bestimtnuuqeu des neuen tränzösischen Wehr- «esefies. der fooenairnteo Lex P 0 u s B o n t st u r. Louise S ä u m b n e ä u- Frankreich war dir einüq«, die die Bestimmungen st-ft der Beoründnng verteidigte, daß sie einen Schritt stuf detst Weg« der Gleichberechtigung der Frau darstellten und ri/ßetdem geeignet seien, änt di« Kriegsbegeisterung der bürgerlichen Frauen äbküstlend su Wilsten. Dieseb StändpuNii wurde von allen übrigeri Sstre'chestimtest entschiedest tz N r ii ck g« cht st s« n. Adetheid Popp- Oesterreich bezstichnetst die Gedenken Louise Saumoneaus als eine Illusion: die b ü r g e r l t ch k N Fronest würden es schon verstehen, sich von den Mobilisierungsmaßnahmen zu drücken, oder sie würden n-egem'ihcr den Proletariers räueu eine O f s i z i e r? r o l l e spielen. Toni Sender sprach ebenfalls nach- drücklich gegen die französische These! die latenten keiegsqesaheen werden durch solche Gesetze eher gesörderl als vertnindert. Auch Alroe P eis-Belgien wandte sich sstbhaft gegen jene astgeb- lä« Gloichstellrmg der Fran ist den Ländern, wo sie nicht ein- mal politische G l c i ch b« re ch t i a st st g hoben, dafür aber Eileichberechtigung im Töten erhalten sollen! Die ResolMton, die die diese Mobilisisttungstestdenzen v e r- ubtstilt, wurde schließlich mit allen Stimmen gegen die einzige Stimme Litis e SomNoneons, die offenbar ihre Parle' nickst des- övouieren wollte, angenommen. Erste oüsgezcichnete Schluhansprache b'elt unt'str eiiststütlgem begeisterten Beifasi die Porsjtzrstdst Marie I u ch a c z- Deutschland. Sie sagte auch: Am i. Astgstst Ist 1t, alsst genau heute vor k4 Iahren, Hai da» große Unglück seinen Lauf begonnen. unter dem ganz besonders Belgien so schwer gelitten hat. Es iit mit und nützlich, daß gerade an diesem Jahrestage und gerade in Prüs/fck bist sozialiftrschen Frästen aller Länder dafür or- beitest, daß stiststvieder cm solck)«? ik ti heil über die Menschheit hereinbreche. Bürgerkonzestftstkioä. Ist Präg häbest sich die Deutsch-Demokra- tische Partei, die Deutsche � Gewerbe-Partej und ein Teil der DemschstaridstäTen zst'einet„Arbsti»- stnd Wirrichaftsg'ewetstschäft" oerschntolzen. Nächster Zweck ist, diesen drei schchachest �Gruppen im .fterbsi die Karrdidarur für die Lästdes- und Bezirksverkrätiistgs- idählim zu ermöglichen. Dil'udflj läßt sesi, Pferd anbeten Im polnischen National- istcheum ist— ausgestopft— das Pferd Kmchtankä ausgestellt morden, weil Pil'udski es im Welt- und ftn Russenkrieg geritten Hot. Dostn k mb tili kstabstn entgegen, stnkl— angeblich— der Kon- ferani am 15 August in Königsberg znstiirmien, Zalesti dafür sogar den ilrloud ustkervre«han. ch'ückwvnfch zstt Dstenisigifttg m chknesifchiM PüiPerifrt«ges. somit>-> Danziger Hasen unter bestimmten Bsdiizgungen für ihr« Kriegsschiffe zu benutzen, zurück, und erklärt sich bereit, dos Abkommen weiterbestehen zu losten. Kündigung frühestens zum 1. Juli 1SZ1 mit dreimonatiger Frist. Der beiderseitige Rechts- standpunkt wird hierdurch nicht berührt. In der Frag« der Eisenbahnlorise wurde folgende Regelung vereinbart: Ab I. November 1928 werden die gebrochenen Tarife zwischen Danzig und Polen aufgehoben und auf Danziger Gebiet die polnischen Eisenbahntorise eingeführt. Gleichzeitig fetzt Danzig ein« neu« Eisenbahnverkehr»- Ordnung in Kraft, die mit der in Polen gültigen übereinstimmt. Diese Vereinbarung bedeutet für Danzig eine Derbilligung sowohl der Fracht- wie der Personentarif« und dadurch«ine Er- leichterung für die Danziger Wirtschaft. Der Abschluß der Verhandlungen ist«in weiterer Schritt auf dem Weg« der wirtschaftlichen Verständigung zwischen Danzig und Polen. Der Linksfeuak hak mit diesem Abkommen noch wenige« Monaten fein« Amtstätigkeit«inen Erfolg erziel», wie ihn die Deufichoati analen während ihrer Senotszeit mit ihrer Kraftmeier- Politik i« langen Jahren nicht erzielen tonnte«. Durch die Er- ledigung dieser Fragen ist die seit langer Zeit gespannte Atmosphäre zwischen den beiden Republiken gereinigt worden. geben dem„T e m p s" zu Erwiderungen Anlaß, die an S e h S s s i g» teit nichts zu wünschen übrig lasten. Die bürgerliche Wntspreffe weiß bis jetzt nichts zu entgegnen. Genosse Paul Faur« charakterisiert die Ursachen dieses Schweigens, indem er im „Populairc" erklärt, daß die Gesamtheit der bürgerlichen Presse an da» große Unternehmertum vertaust sei und daß es in Paris nicht e i n Blatt gebe, in dem die Schrift- steller sich frei aussprechen könnten, ohne befürchten zu müssen, wie Lakaien von chren Posten gejagt zu werden. Faure erklärt schließ» lich, daß man mit der ganzen Politik, wie sie die.große Presse" versteht, nur das Spiel der Nationalisten und der Revanchards in Deutschland betreibe. vi« Pariser Polizei warnt vor Beteiligung an der verboteneu KP.-Demonstration am heutigen Sonntag. Ausländische« Teil- nehmern wird sofortig« Abschiebung über die Grenz« angedroht. LUaussche»: Sozialdemokrat Hanau ska» ins Konzen» trotionsloger gesperrt. Hm ersten.Holbsähr 1028 8038 Ausgewan- derte. Zwei Poien in Mariampol als Spione verhaftet, angeblich geständig.' Stefan Rodifich war schon zuckere und herzkrank, als ihn die Kugel des Ralchitz in der Skupjchtma traf. Der Schuß hat feine Krankheit zu hoher Gefährlichkeit gesteigert. Lustiges vou der Olympiade. Hugeabergs prollkauer brüllt: Kohn- Koha! Der„Lokol-Anzeiger" hat seinen Sonderberichterstatter Martin Proskouer nach Amsterdam entsandt, aus daß er .Lustiges von der Olympiade" berichte. Und Proskouer berichtet Lustiges: „Bei den Ausscheidungsläufen über S000 Meter ist Kahn, ein, Steinsetzer von der Berliner Teutonia, mit Nurini und Wide in ein« Gruppe zusammengelost worden. Wir brüllten im Chor„Kahn— Kohn"— vielleicht kann es ihn anfeuern. Aber wir find nur ein paar Deutsche zwischen Scharen von Eng- länderu und Amerikanern. Unser Geschrei klingt nicht sehr. Da wendet sich der größte Amerikaner vor uns um und sagt: „Ihr Wann ist gut. Das nächste Mal brüllen«vir ckrit." Und dann haben wir zusammen gebrüllt. Es klang sehr schön, sehr schön laut. Leider Hot es Kohn nur auf den fiiuften Platz gebracht." Die deutschnationalen Leser des ,.L.-A." werden entzückt dckniber fein, daß..ihr" Proskau« so fleißig.Lohn" gebrüllt hat— noch entzückter ol» über die schworzweißrote Fahne de» deutschen Mädels mit Nomen Mayer. FÜR KNABEN UND MÄDCHEN Kieler Wasch- Anzug blau-weiß gestr. Kadett, m. fester Garnitur, Gr. 0 f. ca. 2-3 Jahre(Steig. 0.60) Schlupfblusen-Anzug.___ marineblau Kammgarn- Cheviot, 1*//0 Gr. 0 für ca. 2 Jahre(Steig. 0.90)| jmwtm T a g h e m d f. Knaben, Hemdentuch, m. 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Die„Deutsche Liga für Menschenrechte" hat denken swsrter Meise die Vermittlung für Deutschland in die Hand genommen und arbeitet gemeinsam mit der Schwesterliga In Frankreich, die dort den Austausch über- wacht, wir bringen hier den Bericht eines beul- scheu Schülers in Paris, der beMeist, dah neben dem vorteil der Ausbildung in der fremden Sprache es auch die Eindrücke non Land und Leuten sind, die das Weltbild der heutigen Jugend bereichern und bilden helfen. Reise und Ankunft. Gestern abend bin ich glücklich in Paris angekommen. ?ch hatte an der Grenz« Pech, denn die franzci fischen Beamten auf der Telegraphenstatien erklärten mir, daß nach K llhr abends keine Tetegramm« mehr angenommen würden. So konnte ich meine genaue Ankunft meinen unbekannten Pflegeeltern nicht mehr mit- seilen. Sonst vertief die Reise ohne Zwiscbenfalli sie mar munder- nall. Bis nach Köln hatte ich einen schönen Eckplaß. ich höh« sogar die Nacht einige Stunden geschlafen. Zum ersten Male sah ich groß« Kohlenzechen und Gisenbcrgwerke auf der Durchfahrt durch Westsolen.?n Köln fuhr ich an der„Pressa" vorüber und dann über den Rhein. Ich sinde, daß h'cr der Rhein große Aehn- lichkeit Hot mit der Spree bei Treptow. In Köln mußte ich in den Aachener Zug umsteigen. Der Personenzug hielt aus jeder kleinen Station. Die Landschaft mar da» mir gewohnt« Flachlaad. In Aachen kam noch dreistündiger Wartezeit der französische Schnell- zug, ich mußt« ober nochmals in Liäge(Lüttich) umsteigen. In meinem Abteil waren zwei Pol«n, ein Franzose, ein« Französin, ein Engländer und ich als Deutscher. Di« Polen konnten etwas deutsch, während die Franzosen und die Engländer nur ihre Muttersprache beherrschten. Da habe ich mich denn mit meinem Französisch und Englis�» fabelhast mit ihnen unter- halten können und mußt« zwischen ihnen den Dotmetscher spielen. Den Engländer Hobe ich besonders gut oerstanden. Er hat mir auch erzählt, daß er in Uorkshire(England) eine Anzahl deutscher Schüler getroffen hätte, die dort zum Austausch hingereist waren. Vemertenswert im Zug waren die vielen Bohnbeamten, ich mußte sehr cht meine Karte vorzeigen. Die Bahnbeamten kümmern sich persönlich um jeden Reisenden, kurz vor Lüttich kam ein Schaffner noch zweimal zu mir und erinnerte mich an das Umsteigen. Mein« Mitreisenden bedauerten sehr, daß ich schon ausstieg, denn sie hatten sich untereinander durch mich gut uTüerholten, auch ich hatte viel dabei gelernt. Doch in dem Zug nach Paris merkt« ich mit Schrecken, daß meine französischen Kenntnisse noch recht schwach waren. Esti Bahnbeomter verwies inich„ck-ns 1» troisiäine cI-zzc", aber ich fand diese 3. Klasse nicht. Endlich konnte man es mir klar machen, daß diese 3.-Klosse.W»g«n erst noch angehängt wurden; ich munnaße, nicht extra für mich. E, waren auch keine O-Zug-Wagen, sondern ich erlebte hier ein wiedersehen mit ollen wagen der Wannseebahn. Di« Franzosen im Zug waren olle sehr redselig, und sedem mußt« ich erzählen, wo ich hin wollte. Darauf waren sie dann sehr nett zu mir. Als ich in Paris ankam, wartete natürlich ni«nand auf mich. Ich war 24 Stunden hintereinander gefahren und war infolgedessen sehr müde. Da fiel mir ein, daß man vielleicht telcphonieren könnt« und ich fragt« nach«inem Telephonbuch. Man verwies mich auf ein« Polizeiauskunftsstelle. Ein Polizist, der englisch sprach, war sofort bereit, für mich zu telephonieren. Lzerr Benoit besaß keinen Airschluß, dafür aber der Lzausmeister (Portier). Do die Häuser in Paris auch tagsüber geschlossen sinkz haben die meisten Porliers Telephon, sie richten die Bestellungen bei Anruf an die Mieter au». Ich nahm eine Autodroschks, gab dem Fahrer die Adresse und war in einigen Minuten vom Nordbahnhof aus vor dem Haus«. Der Portier wartete schon unten und bezahlte die Taxe. Da kam auch schon Herr Benoit und brachte mich in seine Wohnung im 5. Stock. Mein Gastgeber spricht gut deutsch, weil er lang« in deutscher Kriegsgefangenschaft war: er war sehr freundlich. Auch seine Frau ist sehr gut zu mir. Meinen Austausch- kollegcn habe ich nicht gesehen, er schlief fest, denn er sollte anderen Tages seine Abschlußprüfung aus dem Gymnasium machen. Auch ich habe erst einmal zwölf Stunden hintereinander geschlafen.(Weil meine Schüiermütze zu großes Aufsehen in den Straßen macht, gehe ich ohne Mütze.) Die neuen Eindrücke. Mir gefällt es hier sehr gut. Das Essen besonders ist sehr schön. Rur habe ich hier sehr viel zu tun. Herr Benoit sorgt dafür, daß ich elwos lerne, er gibt mir jeden Tag regelmäßig ein großes Stück zu übersehen auf. dazu einige Kapitel ans der Grammatik, auch muß ich alle Vokabeln aufschreiben, die ich den Tag über gehört habe. Der jünger« Lohn Jacques kommt sehr oft und fragt mich über die» und das, es ist sehr schwer, sich mit ihm zu verständigen. denn er spricht ein schnelle, und unkorrektes Französisch. Frau Benoit lehrt mich, alle Namen für Wohnungs- und Küchengegen- stände zu kennen. Am Sonntag sind wir den ganzen Tag in La D a r e n n e(an der Marne) geivesen, wo die Mutter von Herrn Benoit ein Landhaus besitzt. In den letzten Tagen mar ein« Hitze bis 37 Grad in Paris, die sehr schläfrig macht. -» Gestern und vorgestern sind wir wieder in La Barenne gewesen. Wir sind auf der Marne Kahn gefahren und haben ge- badet. Heute war ich im L o uv r e und habe dort all« die großen Kunstwerk« gesehen, Millet, Eorbet und einige Rembrandts. Für den Papa habe ich an dem Bücherstand an der Sein« nach alten Büchern gesucht. Ich glaub«, e» sind über 1000 große Kästen am Ufer entlang mit Büchern aufgestellt. Don deutschen Büchern waren viel« Reclam-Augsgoben, auch einige Klassiker, aber das waren alles neuere Ausgaben. Man findet auch deutsche Bücher moderner Dichter, z. B.<5. Hauptmann, G. Kaiser u. a. Morgen wollen wir nach Versailles fahren. Pierre, mit dem ich mich sehr gut vertrag«, fährt leider schon in diesen Tagen nach Deiüschland. Ich Hab« bereits sehr viel französisch gelernt, so daß ich schon einiger- maßen«inen Franzosen verstehen kann, während ich ihn in der ersten Zeit nicht verstand. * Der 14. Juli, der Tag, an dem die Bastille vom französischen Volk gestürmt wurde, ist der Nationalfeiertag. Alle Läden blieben geschlossen, nirgends wurde gearl>«itet, die Straßen waren voll von Menschen. Die Geschäftshäuser, amtlichen Gebäude und auch die Mehrzahl der Privathäuser hatten die Rationalfarben ge- hißt. Di« Restaurants hatten Tisch« und Stühle auf die Straße bis aus den Fahrdamm hinaus ausgebaut. Pierre führte mich am Nachmittag in die Butte, Chaumont, ein großer Park dicht neben rmserer Wohnung. Tausende von Menschen lagerten hier ans den, Rasen, sie warteten auf dos große Feuermerl, das hier, wie m�l) an vier anderen Punkten von Paris, abgebrannt werden sollte. Don einem Hügel im Park kann man ganz Paris überblicken; die Stadt unterscheidet sich im Panorama sehr von Berlin, nicht ein gleich- förmiges Häusermeer, sondern ein sehr obwcchselungsreiches Bild mit vielen Plätzen und Parks. Die großen Wahrzeichen von Poris: der Eifelttirm, das weiße Gebäude des Montmartre und Notre-Dame. Seltsam berühren die hohen Schornsteine der weithin sichtbaren Fabriken innerhalb der Stadt. Abends sahen wir dos Feuerwert von unserem Balkan aus; jede aussteigende Rakete wurde mit dem Beifall der ungeheuren Menschenmenge begleitet. Wir sahen uns dann noch etwa» die illuminierte Stadt an. Auf dem großen Platz vor der Oper war alle, dicht gedrängt von Menschen. Das schöne Gebäude lag bestrahlt im bläulichen Licht. Auch der Platz, wo früher die Bostille stand, war überfüllt; die großen Jupiterlampen warfen ihr Licht auf die Fveiheitssäule. Di« Menschen tanzten aus dem Platz, aus dem früher«in Gefängnis für politische Gefangene stand. Vor jedem Restaurant spielten Iozz-Band-Kapellen. »- Einig« Tage später besucht« ich den Triumphbogen auf dam Platz„L'ötoile"(Der Stern). Di« großen Boulevards gehen ganz gerade und strahlenförmig von diesem Platz aus, eine dieser breiten .Straßen ist sieben Kilometer lang und man kann bis zu ihrem Ende hindurchfchen. DI« eleganten Geschäfte, Hotels, Warenhäuser und Cafäs sind an diese Hauptstraße gelagert. Die Hänfer haben oft sieben bis acht Etagen. Aber Ich habe auch ärmere vierkcl gesehen, die«inen noch traurigeren Eindruck machen als die Armeuoierkcl verlin«. Eines führt den seltsamen Namen Belle-Vill«(Schöne Stadt). Hügelige, kleinstädtische Straßen. Die Häuser sind klein und verfallen. Einige haben groß« Risse in den Wänden; die Stuben sind klein und dunkel. In vielen Stuben sah ich Frauen und Kinder arbeiten. AieAachinachdemÄmai. LA Roman von Liam O'Flaheriy. (Aus dem Englischen übersetzt von K. Häuser.) Atemlos hielt sie ihn zurück:„Nein... nein, Dan. Sei still. Hör' zu. Nicht jetzt. Später werde ich dir ant- morten. Jetzt, in dieser Nacht, mit dem Tod im Haus; wie kannst du davon sprechen, daß...?" Erbittert stieß er aus:„Warum? Welche Nacht wäre sür dich besser geeignet, zu mir zu kommen? Willst du deines Bruders Tod nicht rächen? Willst du nicht.. Als er versuchte, sie in seine Arme zu schließen, rang sie sich keuchend los;„Dan, Dan, rühr' mich nicht an oder ich schreie. Ich bin so ausgeregt." Eine Pause entstand. In der Stille klang laut ihr Atem. Ein Geräusch kam aus der Küche. Eilig sagte Mary:„Das ist Mutter, die zu Bett geht, Dan. Du mußt gehen, Dan." „Wirst du heute nacht zum Untersuchungstribunal kommen?" „Dan, ich möchte lieber..." „Du mußt kommen. Mary. Du mußt. Du.. „Gut. Dan. ich werde kommen." „Schön, ich werde dich holen. Sei um ein Uhr fertig." „Ich werde fertig sein." „Warte hier im Wohnzimmer auf mich. Ich klopfe ans Fenster." „Gut, Dan. Geh jetzt. Ich komme schon, Mutter. Gute Nacht." Schnell bückte er sich und küßte ihre Lippen. Dann stolperte er aus dem Zimmer. Sie wartete, bis sich die Flurtür hinter ihm geschlossen hatte. Dann erschauerte sie so wie vorhin die Kellnerin. Gallagher ging mit wütenden Schritten nordwärts da- von, mit glitzernden Augen; er dachte nach. 8. Als er aus der Kneipe auf die Straße kam. fühlte Gypo sich, als wäre er plötzlich in eine Arena hinabgesprungen, in 7 er er erstaunliche Taten vollbringen sollte, während eine atemlose Menge mit zwei Millionen Augen auf ihn starrte, schweigend und gelähmt. Er warf den Kopf zurück. Mit losq von deq Schultern hängenden Armen Wachte er zrM taumelnde Schritte vorwärts und stieß ein langgezogenes Sellen aus. Es war jenes eigentümliche Gellen, das Bergbewohner im westlichen Irland auestoßen, wenn der Markt in der Kreisstadt vorüber ist und die Nacht hereinbricht, wenn sie aus den Kneipen taumeln, barhäuptig, mit wilden Augen ihre schnarchenden und schaudernden Gäule an den Halftern nach sich ziehend. So war Gypos Gellen. Es war wie eine Heraus- forderung zu tödlichem Kampf, allen und jedem zugeschrien. Er war außer sich vor Stärke. Er war wieder frei. Hatte nicht Gallagher ihm sein Wort gegeben, daß alles in Ordnung kommen würde? Würde er nicht wieder in die Organisation aufgenommen werden? 5)atßt er nicht den Verdacht auf Mulligan abgelenkt? Er war wieder frei. He— a— a— aw! Gellend taumelte er zum Rinnstein, vollständig schlaff vor Ekstase. Dann stand er aufrecht, heftig durch die Nase atmend, und sah sich um, welche Wirkung sein Gellen hervor- gerufen hatte. Eine kleine Menge Menschen stand in der Nähe. Sie waren gerade aus Ryans Kneipe herausgekom- men und von Shaughnessy, einer anderen Kneipe, zehn Meter entfernt an der Ecke einer Gasse. Die Ecke war hell erleuchtet von den Kneipen, einer Fisch- und Kartoffelbraterei und einem Kurzwarenladen, dessen Besitzer die ganze Nacht Licht brennen ließ, in der Meinung, das Licht schrecke Banditen und Einbrecher ab. Gypo stand mitten am Rinnstein im Glanz des Lichts, die Regentropfen auf seinem Wollschal funkelten wie Tau in der künstlichen Helligkeit. Die Leute gafften ihn ver- wundert an, mit jener intensiven Genugtuung, die die Proletarier der Glums stets von außergewöhnlichen und unerwarteten Ereignissen empfangen, die sie nichts kosten. Ein Schauspiel bot sich dar. Die Menge begann anzuwachsen. Gypo hatte nicht beabsichttgt, die Sache weiterzutreiben. Tatsächlich hatte er überhaupt nicht die Absicht gehabt, zu schreien. Als ex aber die Menge sah, machte ihm die Sache Spaß. Er ging auf einen Mann los. der in der Nähe stand, einen großen, mageren, anständig angezogenen Mann, der einen sauren Ausdruck im Gesicht hatte. Gypo starrte ihm unverschämt ins Gesicht:„Was hast du mich anzugaffen?" „Ich gaff' dich nicht an," schnappte der Mann betroffen. „Du lügst," brüllte Gypo,„seh' ich vielleicht nicht, daß du mich angaffst?" Der Fremde streckte das Kinn vor und spuckte heftig nsch links SUSI« nt Kofi« kann neu König angucken." „Was sagst du da von Königen? Sag' lieber nichts von Königen hier, mein Bürschchen. Mir scheint, du suchst Krawall. Ich hätte große Lust, dir eine in die Fresse zu schlagen." „Hätt'st du?" Der Fremde machte eine Bewegung, seine Hände aus den Taschen zu ziehen. Aber er kam zu spät. Gypos Rechte schwang herum. Der Mann flog zu Boden, wie wenn ein Sack mit Nägeln auf ein Eisendeck geworfen wird. Jemand schrie:„Hilf Himmel!" Gypo stand mit keuchender Brust über dem Gestürzten. Ein Polizist tauchte auf, von irgendwoher aus dem Hinter- grund. Die Leute beiseite stoßend, eilte er herbei und ver- suchte irgend etwas unter seinem Umhang loszumachen, als er auf Gypo zustürzte. „Gib Obacht, gib Obacht!" schrie eine alte Frau durch Ihre hohlen Hände. Gypo blickte schnell nach beiden Seiten und hörte dann den keuchenden Atem' des Polizisten von hinten näher- kommen. Er wollte sich umdrehen, aber der Polizist««r schon über ihm, seine Hände umkrampften seinen Bizeps und zerrten feine Arme nach hinten, um sie auf dem Rücken zu fesseln. Die Arme waren schon halb zurückgedreht, ehe es Gypo gelang, feine riesige Kraft mobil zu machen, um die Bewegung aufzuhalten. Man hörte ein lautes Knacken von den straff angespannten Knochen Gypos, als feine Kraft mit der des Polizisten zusammenstieß. Beide Männer ächzten laut. Die Stiefel des Schutz- manns rutschten auf dem nassen Pflaster mit einem Geräusch wie Zerreißen trocknen Tuches, als er versuchte, festzustehen. Langsam beugte sich Gypo vorwärts, bis der Körper des Polizisten auf seinem Rücken lag. Dann warf er mit einem Fauchen seinen Kopf zurück. Sein Schädel stieß gegen dos Kinn des Polizisten: es gab einen dumpfen Anprall und ein Schnappen. Gypo stieß einen Fluch aus und schoß mit dem Kops herunter in Richtung seiner Knie, die Hüften steif haltend. Bevor sein Kopf die Knie erreichte, war der Polizist, einen Schrcckensschrei ausstoßend, genau über Gypos Kopf hinweg durch die Luft geschleudert worden. Er fiel mit drei verschiedenen dumpfen Aufschlägen auf die Straße, mit seiner rechten Seite gegen die Zementwond des Hauses, dann auf den Rücken. Bon der Mitte aus rappelte er sich wieder hoch, auf die rechte Hand und auf die Hacken gestützt. Er holte mit der Linken gegen Gypo aus und versuchte gleichzeitig mit ihr einen fliehenden Zuschauer zu fassen, stöhnte und sank wiederum zurück.(Forts, folgt.) Ich hob« dam» da» Grabmal de» Jlndcfatmfen Soldaten" besucht. Es liegt in der Mitte unter dem Triumphbogen. Die Be- suche? nehmen den chut ab, wenn sie an das Grab herantreten. Einem Fremden, anscheinend ein Amerikaner, der den Hut auf- behielt, wurde von einem Polizisten bedeutet, den Hut abzunehmen. Am 14. Juli standen an diesem Grab«, das die Inschrift trägt: „Ici repose un soldat franfais mort pour!a patrie 1914— 1918" (Hier ruht ein französischer Soldat, gestorben für das Vaterland 1914— 1918), 10 000 Soldaten und sangen die Marseillais«. * Aus dem Straßen- und Familienleben, au« dem Vertehr und anderen öffentlichen Einrichtungen könnt« ich noch vieles berichten, was mir aufgefallen ist, weil es sich von Berlin unterscheidet. Ich möchte nur wünschen, daß ich im nächsten Jahre wieder das Glück hätte, nach Paris reifen zu können, denn vor allem ist nichts so wirksam, ein« fremde Sprach« zu erlernen, als ein Aufenthalt im Heimatland der Sprache. Möchten nur recht viele deutsch« Kinder nach Frankreich und von dort recht viele nach Deutschland kommen. Martin. In Äoulogne. Von anderer Seite erhalten wir folgenden Bericht: Am 14. Juli, dem Nationalfeiertag Frankreichs, trafen mit dem Hapagdampfer.Hamburg" 25 Berliner höhere Schüler in Boulogne an der französischen Nordseeküste ein: in den nächsten Tagen werden Schüler des Rheinlands das französische Volk kennen lernen, so daß 75 deutsche Schüler hier in Boulogne ihre Ferien verbringen. Vielleicht mag das in dem großen Getriebe der inter- »rationalen Politik als unbedeutend erscheinen, und doch, vielleicht bedeutet es mehr. Der Empfang der Schüler auf französischem Boden hatte nicht nur einen oftiziellen, sondern auch einen herz- lichen Charakter. Dem großen Hapagdampfer waren unter vielen anderen aufs Meer entgegen gefahren: der Leiter des fran- zösischen Gymnasiums, in dem die deutschen Schüler Aufnahme finden, der Germanist dieser Schule, der Bürgermeister von Boulogne und als Vertreter der Umversität Lille Profesior Guerlin de Guer: von ihm geht der Gedanke für diese Vcrständigungstat aus: er hat ihn mit Hilfe der französischen Schulbehörden und der Stadt Berlin zur Wirtlichkeit werden lasten. Die Begrüßungs- ansprachen waren getragen von der Idee, diese Schüler werden durch ihren Verkehr mit französischen Mitschülern, durch Kontakt mit dem französischen Volke zu Pionieren der wirtlichen Völkerverständigung, zu Bahnbrechern des internationalen Gedankens werden. So wie 1789 mit dem Sturm auf die Bastille das Mittel- alter abgetan wurde, so nmh heut« in zäher Kleinarbeit mit den Vorurteilen nationalistischer Beschränktheit gebrochen werden— hüben wie drüben. Der deutsche Schülerbesuch in Frankreich in diesem Jahre will»mr einen Schritt auf diesem Wege sein, dem weitere Schritte folgen werden. G. B. Ferienschluß. Abschiedsfeste auf den Großspielplähea. vier wachen goldener ArelheN— rote«in hauch gingen sie vorüber! Der kiadertraum ist wieder einmal für ein Zahr ausgelräumi und der Ernst de» Lebens kriit in feine Hechle. Der tägliche Schultrott, das Lernen und all die nicht so sehr beliebten Begleiterscheinungen mahnender Lehrer. strafender Eltern, kurzum der Drill für» Leben..Ach, könnte e» doch immer Feriensommer sein", wünscht wohl so manches Kinderherz. Auf dem Ferienspielplatz Iungfernheid«, sorvi« auf vielen anderen wurde am Sonnabeird Abschied gefeiert. Dom frühen Morgen an ward alles eifrigst mit bunten Fähnlein und Girlanden geschmückt, die kleinen Feriengäste selbst trugen bunte Papiermützen, Schärpen und Bänder, sogar papierene Sonnebrillen, um den Hals drapiert, fanden als Festschmuck Verwendung und selbstverständlich erschien alles im Sonntagsstaat. Eltern, Ge- schwister und sonstige Angehörige harten sich zur S ch l u ß f e i e r eingefunden und halfen fleißig an der letzten Ausschmückung des Spielplatzes und seiner Gäste mit. Aufgeregtes Hin und Her. Da wird eine Mütze probiert,»nie sie am besten sitzt, dort wird eine neue Schärpe erstanden, der Spielplatz muß auch noch gründlich von ollen Ueberbleibseln gesäubert werden,»md so gibt es bis zum offiziellen Festakt noch allerhand zu tun. Jede Gruppe hält schnell noch eine kurze Generalprobe ihrer Vorführung ab: da versucht man den Reigen, dort summt ein Chor, und die Erregung der kleinen Gemüter hilft ihnen vielleicht am besten über die wehmütige Ab- schiedsstlmmung hinweg. Dem armen, zertram pellen Gras, das eigentlich schon überhaupt keine» n»ehr ist, merkt man das Ge- trappel von tausenden und abertausenden Kinderfüßchen wohl an: 1600 Kinder zählte der durchschnittlich« Tagesbesuch, an besonders schönen Tagen stieg er bis auf über 2000, und ein Rekord- rag hatte die ansehnliche Ziffer von 3000 Lufthungrigen aufzuweisen. Der Spielplatz Iungfernheid« hat die besondere Annnehmlicheit, an die große Badeanstalt zu grenzen, so daß die Kinder täglich zwei- nial, vormittags und nachmittags, baden konnten. Nachdem die nötigen Vorbereitungen ihr Ende erreicht hatten, fand dann im Naturtheater die offizielle Abschiedsfeie? in Form eines Festaktes statt. Der Oberleiter der Ferienspiele begrüßt« di« amveseirden Bezirksoertreter sowie die Angehörigen der Kinder und hielt eine launig« Abschiedsrede, in deren Verkäufer eine kleme Beschwerde über jene kleinen Missetäter flocht, die ihm manch- mal sein Amt nicht allzuleicht machten. So soll unter anderem ein ganz rabiater kleiner Urlauber einem Lehrer, als dieser ihm einen Verweis erteilte, im Ueberschroang der Gefühle ein« Tasche mit Emaillegeschirr an den Kopf geworfen haben: er»erriet also den Ellern, daß sie nicht durchaus Engelein im Hause hätten und daß es vielfach wirklich um jeden Klaps schade sei, der daneben ging«. Am Abschiedstag gab es natürlich nur Mustertinder, die durch hübsche Vorführungen den Beifall der Anwesenden danken quittierten. Den Auftakt der Festfolge bildete ein Chorgesang, dann folgte die Prämiierung der besten Schwimmer und Waldläufer der Ferienzeit in Form eines Diploms und einer Tafel Schokolade. Gesangsvor- träge, turnerische und gymnastische Uebungen zeigten von sportlichem und künstlerischem Fleiß während der Mußestunden. Bei ein- brechender Dunkelheit ging es dann mit Gesang und Fackelbeleuch- iung an Mutterns Hand endgüllig nach Haus«. Ein wenig Wehmut saß doch in all den kleinen Herzen, aber Jugend trauert nicht lang« und zu Hause und— weil? doch eben einmal sein muß— in de? Schule ifts dann auch wieder ganz schön. Haftbefehl gegen politischen Propagandaleiter. Gegen den früheren Propagandaleiter des Werbebureauz der„N a t! o n a l e n E i n h e i t s f r on t e. V.", Louis Donner, schwebt seit langem beim Schäfsengericht Schöneberg ein Strafverfahren»vegen Unterschlagung umfangreicher Mitgliedsbeiträge. Die Verhandlung tonnte bisher nicht stattfinden, da der Angeklagt« Zwanzigtausend junge Menschen! Glänzender Verlaus der S. Arbeiierjugendtagung in Dortmund. Dortmund. 4. August.(Eigenbericht.) 20 009 Jugendliche sind gekommen! Vi» Sonnabend trafen auf dem hauptbahnhos IS Sonderzüge ein: au» Hamburg und au» Sachsen kamen je 2000 jungen und Mädel, vom Niederrhein 1600, au» Berlin über 1000, und Westfalen selbst war mit 5 0 00 Teil- nehmern vertreten. Zahlreiche Gruppen haben lange Fußmärsche hinter sich. Aus allen Teilen Deutschlands sind sie herbeigeeilt! Kaum ent- wirrbar ist das Durcheinander der Dialekte. Alle deutschen Stämme sind vertreten, und oll« find festlich empfangen worden. Der Dortmunder Magistrat hat alle städtischen Gebäude, die Schulen und selbst die Straßenbahn beflaggen lassen. Fast alle Geschäftshäuser sind diesem Beispiel gefolgt. Girlanden und Transparente hängen mit Willkommensgrüßen über vielen Straßenzügen. Dortmund strahlt im Festkleid. Di« Stadwer- waltung hat es sich aber auch nicht nehmen lassen, den Iugendtag finanziell wirksam zu unterstütze»». Zu allen städtischen Sehenswürdigkeiten hat die Arbeiterjugend freien Zutritt. Die Straßenbahnen weisen einen Rekordverkehr auf: Für eine ganz geringe Gebühr hat die Arbeiterjugend auf der Straßen- bahn unbegrenztes Benutzungsrecht. Die Reaktion schäuint, der Arbeiterschaft aber wird gezcigt, was möglich ist, wenn sie in einer Stat�oerwaltung die Macht hat. Jn Dortmund hat die Sozialdemokratie die Macht fest in härrden. Die Dortmunder Arbeiterschaft selbst liefert glänzende Beweise der Solidarität. 17 000 von 20 000 Jugendlichen konnten in Privatquartieren untergebracht werden. Durch das Band der Solidarität, das die sozialistische Jugend mit der sozialdemo- kratischen Arbeiterschaft umschließt, konnte dos Werk der' Dortmunder Tagung vollendet werden. Di« Auswirkungen dieser drei Tage im Herzen des industriellen Deutschland sind heute noch nicht zu übersehen. Sie werden aber sicher groß und tiefgehend sein. Dort, wo Kapital m,d Arbeit am härtesten kämpft, ist ein großer Wurf gelungen. Die roten Banner flattern sieghast über dem Lande der roten Erde. Den glanzvollen Auftakt des Tages bildete die füy die Delegierten der Ortsvereine veranstaltete Begrüßungsfeier. Währeird die Massen der Jugendlichen zur Besichtigung die Stadt durchzogen, versammelten sich die Delegierten im Goldenen Saal der Westfalenhalle. Die Ränge nwren bis auf den letzten Platz r füllt, als die Feier mit einem Prolog und Lledervorträgen des üdenscheider Jugendchors eröffnet wurde. Im Rahmen von künstlerischen Darbietungen, von denen die Vorführun- gen des Bewegungschors der Berliner Arbeiterjugend zu envähnen sind, wurden die Begrüßungsansprachen gehalten. Ge- noss« Erich Oll enha u«r richtete als Verbandsvorsitzender an die Delegierten herzliche Begrüßumgswort« und begrüßte dann die De» legationen aus der T sch ech osl o w a k« i, O est e rre! ch, Holland und Polen. Mit Ergriffenhell nahmen die Ver- sainmelten die schriftlichen Grüße jugendlicher italienischer Sozialisten entgegen. Sodann sprach Genosse Ollenhauer den Per- tretern der Stadt Dortmund und den Reichs- und Staatsbehörden den Dank der Organisation für die gewährte Unterstützung aus. Von den der Arbeiterjugend befreundeten Organisationen »varen anwesend die Vertreter des Sozialistischen Kulturbundes, des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, des Reichsousfchusses für soziali- stische Bildungsarbeit, des Haupiausschufses für Arbeiterwohlfohrt, des Reichsausschusses der Jungsozialisten, der Reichsarbeitsgemein- schaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen, der Reicks- arbeitsgemeinschaft der Kindersreunde, des Verbandes sozialistischer Studenten Deutschlands und Deutschösterreichs, des Reichsbanners und des Iugendherbergeverbandes Im Namen des Magistrats be- grüßte Bürgermeister Genosse Paul Hirsch die Jugend, für die preußische Staatsregierung sprach der Regierungspräsident von Arnsberg, Genosse König, und als Vertreter des Partei- Vorstandes richtete Genosse Max Westphal— von starkem Veifall begrüßt— begeisternde Worte. Noctidem für den Bezirksverband der Sozialdemokratischen Partei westliches Westfalen �und zugleich für die Landtagsfraktion Genosse Franz Klupsch, für den Orts- ausschuß des Allgemeinen Deuffchen Gewerkschaftsbundes Wilhelm Ziegler, für die Sozialistische Arbeiterjugend westliches West- falen Heinz Poosen und für die Sozialistische Jugendinter- nattonale Dr Felix K a n i tz Begrüßungsansprachen g chatten hatten, fa»»d die eindrucksvolle Kundgebung mit einem gemeinsam ge- sungenen Kampflied ihr Ende. Von den Nachmittaqsveranstaltungen ist die Aelter en- Kundgebung im Goldenen Saal der Westsalenhalle hervorzu- heben. Hier sprach vor überaus starker Zuhörerschaft Reichstags- abgeordneter Genosse Wilhelm S ol l m a n n über die Ausgaben der jungen Generation des Sozialismus. Der Dortrag gestaltete sich zu einem Appell an die Jugend, sich der Schwere der zukünftigen Arbeit bewußt zu sein und sich durch eiserne Selbslerzlchung und Selbstdisziplin zu eiiunn schöpferischen und aufrechten Menschentum zu entfalten, dem der Sozialismus als unverlierbares Gut angehört. Bis zur großen Feier, die am späten Abend in der West- falenhalle stattfindet, werden die Iugendgenossen ihre Zeit weiter zu Besichtigungen der baulichen und industriellen Anlagen Dort- munds benutzen. Leider ist das Wetter wechselnd, und es hat den Anschein, daß es auch morgen ungünstig bleiben wird. Indessen ziehen ununterbrochen singend« Trupps durch die Straßen. Danach soll ein großer Fackelzug veranstaltet werden. Der Höhepunkt der Veranstaltung wird die Suudgeburrg für völkerftieden»md Sozialismus in der Kampfdahn Rote Erde fein, die am Sonntag stattfindet. Auf ihr wird Reichsminister Genosse Se v«ring zu der sozialistischen Jugend sprechen. niemal« erschien. Auch gestern war wieder ein Termin angesetzt. aber Donner war wiederum ausgeblieben. Das Schöffengericht Schöneberg unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor Wengler erließ jetzt einen Haftbefehl gegen Donner, der sich in Boppard auf- halten soll. Donner leitete die Mitgliedsnxrbung seines Vereins und hatte unter sich eine Reihe von Werbebeamten. Er hatte nicht die Befugnis, selbst Beiträge einzuziehen, hat es aber trotzdem getan und die erhaltenen Gelder für sich oerbraucht. Schon vor zivei Iahren wurde«ine Untergebene Donners wegen Unterschlagung von 7000 M. Mitgliedsgeldern in Essen verurteilt. Mörder Rauschgift. Sine neue Arzttragödie in Neukölln. Die furchtbare Rauschglftleidenschasi hak einen jungen Arzt nichk nur zur körperlichen und geistigen Ruine gemacht, sie hat auch da» ihm anvertraute Leben einer Patientin gefordert. In der Jägerstraße zu Neukölln betrieb ein 23 Jahre alter Dr. M. G. eine Praxis. Zu seinen Patienttnnen gehörte auch ein 20 Jahre altes Mädchen, das aus Stralsund nach Berlin gekommen war. Das Befinden der Kranken verschlechterte sich von Tag zu Tag, bis eine Ueberführung in ein Krankenhaus sich als notoendig erwies. Hier starb die Kranke, und es wurde festgestellt, daß der Tod auf einen unerlaubten Eingriff zurückzu- führen war. Dr. M. G. wurde von der Kriminalpolizei f« ft g e- n o m m e n. Die Nachforschungen ergaben nun, daß er seit einiger Zeit ausfallend viele Rezepte auf Kokain und Morphium ausgeschrieben ur»d sie persönlich in allen möglichen Apotheken vor- gelegt hatte. Die Rauschgifte verbrauchte er für sich selbst. Im Polizeipräsidium wurde Dr. M. G. in Gegenwart eines medizinischen Sachverständigen vernommen, und so kam an» Licht, daß der Arzt sich schwere Kunstfehler hatte zuschulden kommen lassen. Offenbar hatte er die Behandlung der Patientin im Morphium- und Kokainrausch unternommen. Die Untersuchung durch den Sachverständigen erbrachte das Urteil, daß Dr. M. G. in seiner Eigenschaft als Arzt als gemeingefährlicher Geisteskranker anzusprechen sei. Der junge Arzt rvar früher schon einmal den Rauschgiften unterlegen. Er suchte damals eine Entziehungsanstalt in einem westlichen Vorort auf und schien geheilt. Die Leidenschast über- mannte ihn jedoch bald wieder. Jetzt wurde er der allgemeinen Sicherheitspolizei übergeben, die ihn in B u ch unterbrachte. Einbruch auf Bestellung. Der Zigarrenhändler Rücker machte schlechte Geschäfte. Um sich aus der Patsche zu helfen, versicherte er sein Geschäft hochgegenEinbruch und ersuchte dann seinen Freund Zander, ihm eine Kolonne zu besorgen, um seinen Laden aus- zuräumen. Dafür wollte er 1000 M. zahlen. Zander konnte die Kolonne aber nicht finden und sagte daher zu seiner Braut, der Gastwirtin Hechel, daß ek das Geld allein verdienen könne. Während seine Braut Schmiere stand, brach er die Türen auf und räumte den Laden aus. Die Waren wurden zu Frau Hechel geschafft. Die Versicherungsgesellschaft zahlte an Rücker wegen des glaubhaft ge- schilderten Einbruchs 4500 Mark Entschädigung. Hinter- her geriet aber Zander mit seinem zukünftigen Stiefsohn in Streit und aus Wut zeigte dieser Zander und seine eigene Mutter an. Nach ihrer Verhaftung hatten alle drei Beteiligten ein volles Ge- ständnis abgelegt, später widerriefen sie es aber. Auch vor dem Schöffengericht Mitte wollten sie durchaus glauben machen, daß es sich um einen richtigen Einbruch gehandelt habe, von dem sie alle nichts wissen wollten. Das Schöffengericht Mitte, unter Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Unger, kam jedoch zu einer Ver- urteilung sämtlicher Angeklagten und ging teilweise noch über den Antrag des Staatsanwalts hinaus. Rücker wurde als der Haupt- schuldig« wegen Betruges zu 9 Monaten, Zander zu 5 und Frau Hechel zu 1 Monat Gefängnis wegen Beihilfe am Betrüge verurteilt. Auch sie verschollen? heikle Nachrichten von den polnischen Ozeanfiiegern. New Dork.4. August. Bis 1,30 Uhr nachmittag» sind keine weiteren SIchlmeldungen des polnischen Ozeansluge» eingetroffen. Auf Grund der Dampfermeldungen, daß die polnischen Flieger anscheinend aus etwa halbem Wege umgekehrt sind, hat man ausgerechnet, daß die Flieger innerhalb neun Stunden die europäische Küste hätten erreichen müssen, wenn die polnischen Flieger talsächlich den R ü ck s l u g angetreten haben, so ist man der Meinung, daß sie wenigsten» von einem der unterwegs befindlichen zwölf Dampfer hätten gesichtet werden müssen. Sollten sich die Flieger völlig verirrt haben, jo hätten sie durch Zeltelabwurs ihre Position von einem gejichtrten Dampfer feststellen lassen können. Einsam verhungert. Sommer ist's, die Menschen fliehen aus der heißen, stickigen Stadt hiiraus in die schöne, blühende Natur. Fröhlich durchwairdern sie die Wälder, gierig atmen ihre Lungen frische, würzige Luft. Im Tegler Forst hören Spaziergänger aus einem Gebüsch leises Stöhnen. Sie eilen hinzu und finden eine etwa 5 5- bis 60jährige Frau, vollkommen entkräftet, abgemagert bis zum Skelett,»mr mehr der Schatten eines Menschen. Das Mitleid ge- bietet ihnen, die Frau schleunigst nach dem Krankenhause zu schassen. Dielleicht ist sie krank, sie ist gebrechlich, dort wird ihr Hilfe werden. Ein wenig Wehmut schleicht ihnen ins Herz, dann ziehen sie weiter ihres Weges, das heitere, sonnige, ewig pulsierende Leben schließt sie in seine geöffneten Arme und die arme Alte ist bald wieder vergessen. Im Krankenhaus ist die Frau, ohne dos Bewußtsein wiedererlangt zu haben, g e st o r b e n. Aerztlichcr Befund: Tod aus Nahrungsmangel. Wie ein Menetekel lodert solch grauenvolles Leid in die Well. Welche furchtbare Tragödie verbirgt sich hier? Ein Mensch ist ver- hungert, einsam, verlassen in seiner letzten Stunde. Ist sie Mutter, ist sie Gattin, stand sie allein auf der Welt? Niemand weiß es. Verhungern dauert lange: es ist kein rascher, gütiger Tod, kein Retter aus arger Bedrängnis. Das zehrt und quält bis zum letzten Seufzer. Wie lange dauerte die gräßliche Qual und wußte keiner darum? Neue Gefchöstsverieilung im Magistrat. Vom 6. August ab treten in der Geschäftsverteilung des Ma- gistrats folgende Aenderungen ein: In die Deputation für Hairdel und Gewerbe tritt ein unter Uebernahme des Vorsitzes Stadtrat W u tz k y. Es scheidet aus Stadtrat Dr. T r e i t e l. Das Messe- dezernat behält Stadtrat E z e m i n f k i. In die Deputation für das Siedlungs- und Wohnungswesen tritt ein unter Uebernahme des Vorsitzes Stadtrat C z e m i n f k i. Es scheidet aus Stadtrat W u tz k y. Das Dezernat für die Krankenversicherungsonstalt über- nimmt Stadtrat Wutzky an Stelle von Stadtrat Czeminski. Die Kommunisten hielten gestern im Lu st garten eine so- genannte Antikriegskundgebung mit wilden Reden und blutrünstigen Plakaten ab. Die Beteiligung war äußerst schwach, die ein- zelnen Züge, besonders die aus dem Neuköllner und Lichtcnberger Bezirk waren nur wenige hundert Mann stark. Im Lust- garten war imr der Platz vor dem Dom und dem Schloß einiger- maßen besetzt. Die gestrige Kundgebung hatte noch nicht ein Drittel der Beteiligung an der sozialdemokratischen Kundgebung im Humboldthain aufzuweisei». In den Reden wurde selbstoerständ- (ich uuf die Sozialdemokratie geschimpft. Oer große Anleiheschwindel. Neue Enthüllungen aus Wien. Die Aufdeckung des Schwindels mit deutschen Kriegsanleihepapieren, die vor etwa zehn Tagen die Verhaftung eines Herrn von Waldow, des früheren Privalfekretärs von Hugo Stinnes junior, ver- aniaßte, scheint zu immer größeren Enthüllungen zu führen. In Wien will man wissen, daß die Angelegenheit auf mehr als anderthalb Jahre zurückgeht. In der deutschösterreichischen 5zauptstadt sei bereits im Ö k! o b e r 192 6 bei den zuständigen Stellen Anzeige erstattet worden. Damals erschien nämlich auf der deutschen Gesandtschast in Wien ein Kaufmann, der, nicht unterrichtet über die verwickelten Bestimmungen der deutschen Aufwertungsgesetze, Erkundigungen darüber einziehen wollte, wie es eigentlich mit dem Unterschied zwischen Alt- und Vcubesih von deutscher Kriegs- anleihe bestellt fei. Don befreundeter Seite sei ihm nahegelegt worden, nach Möglichkeit Neu besitz zu erwerben, der dann„nach Durchführung gewisser geschäftlicher Maßnahmen in A l t b e s i tz umgewandelt" werden könnte. Dabei wären ohne Mühe riesige Summen Geldes zu verdienen. In der Tat ist nach � 8 folgende des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 192S, das in die Regierungszeit des Bürger- blockkabinetts Luther-Frenken-oon Schlieben fällt, der Vorteil, den Altanleihebesitz gegenüber Neuanleihebesitz genießt, sehr groß. Die Auskunft, die dem Wiener Kaufmann bei der deutschen Gesandtschaft zuteil geworden sei, hätte ihn bestimmt, sich von dem Geschäft zurückzuziehen. Er sei mit den ein- schlägigen Bestimmungen der deutschen Gesetze bekanntgemach l, und gieichzeitig sei ihm bedeutet worden, daß diese Bestimmungen unier keinen Umständen umgangen werden könnten. Der Kaufmann Hab« einige Zeit später von der deutschen Gesandtschaft ein« Vorladung erhalten. Diese hatte die Unterhaltung des Kaufmanns nach Berlin weiter- geleitet, um zu erfahren, von welcher Seite er zu dem Geschäft angeregt worden sei. In der Folge habe der Kaufmann von der Berliner Untersuchungsbehörde mehrere Vorladun- gen erhalten. So sei er im Laufe der letzten IVj Jahre mehrere Male von führenden Persönlichkeiten der Berliner Polizei, Staats- anwoltschaft und des Reichsfinanzministeriums vernommen worden, wobei Spuren aufgedeckt worden seien, die jetzt zur Ent- hüllung der Angelegenheit geführt hotten. Nach dem bisherigen Ergebnis der Untersuchung sollen in die Schwindel- angelegenheit neben deutschen Bankiers auch eine ganze Reihe von Bankiers aus Holland, der Schweiz, Frankreich, Polen und sogar aus Süd- amerika oerwickelt fein. Von der Wiener Bankwelt scheine nach dem bisherigen Untersuchungsergebnis niemand bloß- gestellt zu sein. Ueber die weiteren Feststellungen der Unter- suchungsbehörden im Fall« von Waldow und Genossen und über das Ergebnis der Vernehmung von Hugo Stinnes in Hamburg ist bisher nichts näheres bekannt geworden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der verwickeUen Angelegenheit werden fortgesetzt. Verwahrloste Häuser— auch in Berlin W. Man schreibt uns: Welch' skandalöse Zustände in der Berliner Hausbewirtschaftung bestehen, möchte ich Ihnen an einem Fall, der mich selbst betrifft, deutlich machen. Ich wohn« zur Zeit.in H a l e n s e« in einem Haus, das einem Polen gehört. Da der Herr nicht in Berlin wohnt, hat er zu seiner Vertretung(Verwal- tung, Mietenkassierung u. a.) zwei RechtsanwÄte bestellt. Diese Herren sind zwar geschäftstüchtig genug, von j�dcm Mieter, der untervermietet, ein« Art Zehnten, nämlich 5,— M. vom Ertrag zu oerlangen— sonst aber ist ihnen das anvertraute Haus an- scheinend völlig gleichgültig. Trotzdem sich das Haus in einem jämmerlichen Zustand befindet(Dach imd Boden sind so baufällig, daß man ohne Uebertreibung von einer Gefährdung der Mieter sprechen kann), wird nichts gemacht! Die mehrfachen Proteste der Mieter waren völlig fruchtlos. Die Verwalter suchen sich dadurch zu helfen, daß sie auf die ö Proz. aus den„Schönheitsreparaturen" verzichten, und glauben so jeder Verantwortung enthoben zu sein. Charakteristisch für die Verwahrlosung des Hauses ist, daß die Treppenbeleuchtung(Gas!) schon seit längerer Zeit nicht funktioniert, so daß der Treppenslur abends und nachts völlig dunkel liegt. Und diese primitiven Zustände i�i Berlin W! Da kann man sich un- gefähr denken, was die Hausbesitzer im Süden und Osten ihren Mietern zu bieten wagen. Wobei noch, damit der Humor nicht fehle, festgestellt sei, daß die Hausbesitzer sich bitterlich über den Terror beklagen, der gegen sie ausgeübt wird! Letzte Woche„Ernährung". Die große Sommerschau„Die Ernährung", die viel Hundert- tausende von Besuchern nach dem Ausstellungsgelände am Kaiser- dämm gezogen hat, schließt endgültig a in nach st en Sonntag, 12. August, ihre Pforten. Heut« ist also vorletzter Sonntag, geöffnet von 9—9 Uhr(Einlaß bis 8 Uhr). In den seit der Eröffnung verflossenen 93 Tagen wurden im Pavillon der Städtischen Volksspeisung mehrer« zehntausende Por> tionen Mittagessen.zum Pveise von 30 bzw. 40 Psg. aus- gegeben. Von zwei führenden Firmen wurden ca. 1% Millionen Tassen Malzkafsee bzw. Kornfrank-Kassee kostenlos verabfolgt. Eine bekannte Brauerei brachte über 2S0 000 Flaschen Malzbier gratis zum Ausschank. An R«is-Ko st proben wurden täglich S000, Sonntags oft die dreifachen Portionen verabreicht. Auch die Milch- schänke in der Sonderausstellung„Die Milch" erfreut sich dauernd guten Zuspruches, sie gab gegen geringes Entgelt, mehrere tausend Liter Vollmilch und Sahne ab. Die große B r 0 l f a b r i k hat bis- her lll! Millionen Brote vor den Augen des Publikums gebacken und die Keksfabrik stellte täglich zwischen 300 und 1000 Kilogramm Keks her. Die Berliner Bevölkerung hat älso nur noch 7 Tage Gelegenheit, die groß« Schau, die für alle bisherigen Besucher un- vergeßlich sein wird, zu sehen. 8port. Die Katastrophe von Gpezia. Weitere Ausdehnung des Feuers zu befürchten. Zu der furchtbaren Explosion In Spezia wird ergänzend gemeldet. daß das Feuer sich mit großer Schnelligkeit ausbreitet. Eine Anzahl von Häuserblocks mußten schnell st ens geräumt werden. Bis Sonnabendmittag war das Feuer noch nicht gelöscht, sondern droht aus den Flughafen der Ansaldo- werke überzugreifen. Die Flammen sind weithin zu schm. Fort- dauernd starke Explosionen haben die Bevölkerung in eine große Panik verseht. Soweit bisher bekannt ist, sind Menschen- leben nicht zu beklagen. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Eine große verfassungsseier veranstaltet das Reisbanner Schwar-Rot-Gold am Sonntag, dem 12. August, nachmittags 4 Uhr, im Lun apark. Die Festredner sind Polizeipräsident Karl Zör- giebel und Staatssekretär Oskar Meyer gewonnen worden. Drei Konzertorchester spielen, auch das S i n f 0 n i e- O r che st« r der Schutzpolizei(100 Musiker) unter Leitung von Camilla Hildebrand. Ferner beteiligt sich an dem Fest die Männer- abteilung des Volkschores„Harmonie", Charlottenburg. Es findet außerdem statt Zapfenstreich und großes Feuerwerk.— Der Orts- verein Schön eb'erg-Friedenau des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold veranstaltet am Sonntag, dem 12. August, nachmittags eine große Verfassungsseier im Bürgergarten, Hauptstr. 122. Es sprechen: O. Meier, M. d. L., O. Ruschke, M. d. L. und Rektor Kellernmnn. Großes Gartenkonzert. An- läßlich des Verfassungstages finden in Schöneberg am Sonntag, dem 12. August, Platzkonzerte statt: 12 Uhr Stadtpark, 14,30 Uhr auf dem Leuthenplatz. Die Baugenosienschosi„Freie Scholle", Tegel, veranstaltet am Sonntag, dem 5. August, ihr seit Jahren herkömmlich gewordenes Kinderfest auf ihrem Freigelände. » Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Verlin Sinsendimqen für diese Rubrik nur< Äerlin SD SS. Lindenstraße 3 i das Zugendsekretarlai. heule, Sonntag: Zte»-SIihtenb«ra: Tommerfsst mit der Partei.— Rrialckeadorf-Best: Heim Seidelstr. 1. Bunttr Abend. Morgen, Illonlag, 1914 Uhr: Haala: H«im Bochumer Etr. N>. Hrimabend.— Moabit I: Schute Waiden. scrstr. 21. Heimabend.— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18— IS. Aussprache- abeud.— Fallplah II: Heimabend fallt aus.— Fianlfurter Viertel: Heim Litauer Str. 18, Zimmer 2. Liederabend.— Treptow: Heimabend fällt aus.— ZiciniSendors-Ost: Heim Lindaucr Str. 1. Nunttidnärfchung. Vorträge, Vereine und Versammlungen. « Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Sefchäfts stelle: Berlin E. 14, Eebastianstr. Z7/Z8, Hof 2 Tr. Sonntag, 5. August. Ritte, Iungbauner: Ausmarsch Nack, Potsdam iWondertlcidung). Antreten 8 Uhr Potsd. Hauptbhf. Kosten l M. Reuiälln-Brig: Pslichtfahrt»ach Tcupitz. Abfahrt mit Dahnen V,i Uhr Boddin- plah. 4. Kameradschaft: 8 Uhr Buschkrug. Pankow: Sportler Antreten 14 Uhr Stadion Weifjcnfce.— Montag, 6. August. Mitte, Iungbanner: Jugendheim Ticckstr. 18. Portrag:..Kartenkunde". 4. Kameradschaft: 20 Uhr Stralaucr Strohe ist. lköpeuia sOrtsucrein): 9—12 Uhr Zusammciifein im Restaurant Wilhelmshof.— Dienstag, 7. August. Mitte: 20 Uhr Versammlungen: 1. und 8. Kameradschaft Eartenstr. K: 5. Kameradschaft Rosenthajcr Hof. Krruzberg: Bcrfammlungen um 20 Uhr: Zug Z bei Vraunsdorf, throhbeercustr. 23; Zug ö bei Böhm, Alcrandrinenstr. 39 Pankow: Kameradschaft Pantow-Rord 20 Uhr Versammlung im Türkischen Zelt, Breite Straße,— Kreuzberg, Zug 7: 20 Uhr Versammlung bei Ewald, Clalißcr Str. 120, am Mittwoch, 8. August.— Mitte: Die Turnabende finden wieder Icdcn Mittwoch Turnhalle Sartcnstr. 8 statt.— Rciaickcndors sOrtsvercin): Unterem Kam. ssriedrich Weiß m seinem 60. Geburtstage ein kräftiges..Frei Heil!".— Pankow: Mm. Wilhelm Völkel j»n. ist verstorben. Einäscherung Montag, 0. August, im Krematorium Gericht- straße. Antrete» Vhf. Pankow-Schönhausen 18% Uhr.— Prenzlauer Berg: Frankfurt-Fahrer, die sich an einer Rheinsahrt beteiligen wollen, meld:» sich Dienstag, 7. August. 20 Uhr, bei Zeuge, Milastr. ä.— Krcnzberg, Fug 4: Dienstag, 7. August, 20 Uhr, Versammlung bei Grllndler. Zimmcrstr. 30. Referent Otto Lchmanst-Rußbüldt:„Zehn Jahre nach der Wende". Rrichsbund der Kr'cg» beschädigten, Kriegsteilnehmer und ltriegerhinter. bliedenen. Bez. Zentrum. Montag, 0. August, 20 Uhr, findet im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Etr. ll— 12, die Monatsversammlung statt. Tagesordnung: Wahl des 2. Vezirksleitcrs. Referat Karl Mendt:„Krankheiten, über die man nicht spricht. Arbeitcr-Efperanto-Bund Berlin, Gruppe Osten. Feden Donnerstag»in 20 Uhr finden im Jugendheim Am Ostbahnhof 17 unsere Gruppcnvcriämm- lungen und Ucbuugsabciide statt. Sämtliche Gruppcnmitglicder und Jntcr- effcnten werden hierdurch eingeladen. Soäciei äe Conver-alion branpaise. Conference et discussion, Caf« Burkhardt, Beile-Ailiance-Platz 4. Les hdtes sont les bienvenus.— Lundi 8'/? s. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, dem 4. August. 1. Rennen. 1. Tuena fThielcmannl, 2. Minna lHahnes), 3. See- kndett sKrabfch). Toio: 38:10. Platz: 16,11:10. Ferner liefen: Conserpa, Tillcrgirl. 2. R e n n e N. 1. Dido fVarga), 2. Moewe fZehmisch), 3. Saalburg� CIaiict). Toto: 22: 10. Platz: 18, 31, 25: 10. Ferner liefen: Colleaiai, HoneZka, Note Nelke, Dirfchau, Petra. 3. ist e n n e n. 1. Oldwiga< Böhlke),"2. Karo-Bube lZehmiW. 3. Nostra (D. SchMbt). Toto: 19: 10. Platz: 12, 14: 10. Ferner lief; Ofiris. 4. N e n n c n. 1. Hermes(O. Schmidt), 2. Alexander der Große (Wermann), 3. Amandus(Hayues). Toto: 35: 10. Platz: 17, 28; 10. Ferner liefen: Wacho.dcr, Ninaldo, Mescl. 5. R e n n e n. 1. Adilja(Huguenin), 2. Aureliusen Farben; die Wände des Zuschauerraumes sind ia Rot-Gold gehalten, während der Vorraum in Blau mit Silber er- strahlt. Eine zartgetönle Decke in Grau bildet den angenehm- ruhigen Abschluß. Beleuchtungskörper in Tulpenform setzen das Ganze in das richtige Licht, zahlreiche bequeme Ein- und Ausgänge, rundbauartig angelegte Sitzreihen sorgen für den Dienst am Kunden. Das Eröfsnungsprograinm brachte neben der Deulig- Woche den Sportfilm„Eins, zwei, drei" mir Bebe Daniels und Gertrud Ederle und den neuen Eichberg-Film„Das Girl von der Revue", deren Besprechung an anderer Stelle erfolgt. Zw Osten Berlins, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Ncucnhagen bei Berlin, ist eine Gartenstadt im Entstehen begriffen, für deren gedeiht. che Ent- Wicklung alle Voraussetzungen gegeben crsd)ci>ie». Der Bcsitzec des 2000 Morgen großen Gutes Polleusdorf bei Neuenhagen, keine Parzcllirrungsgcfcllschait, stillt feinen 800 Morgen großen Hochwald und sein kultiviertes Land de» Siedlern zur Verfügung. Für diejenigen. wcld;c das nötige Interesse am Gartenbau mitbringen, sindct sickj lohnende Betätigung in der Bearbeitung des Landes, das keine Sandwiisie, sondern guter, ertragfähiger Boden darstellt. Für die anderen, die Ruhe in ozonreicher Luft dem Gartenbaubetriebe vorziehen, dient die Waldkolonic, deren prächtige Tannen und Eichen nach Möglichkeit erhalten bleiben solle». Die Bedingungen zum Erwerste einer foldjrn Baustelle, für deren Bebauung sofortig« Baugenehmigung, jedoch kein Bauzwang besteht, sind vom Besitzer i» denkbar günstigster Form festgelegt, die es auch Minder- bemitelien erlauben, sich eigenen, dauernden Grundbesitz zu erwerben. Die Anzahlung ist klein bemessen, ciwa 20 Proz., der Rest soll in Z Jahre» ab- getragen sei». Persönliche Berhältnissc der Interessenten finden stets ent- sprechende Berücksichtigung. Wir verweisen aus das diesbezügliche Inserat in unserem Blatte. Ja dem Deutschoa Tcppichhau» Emil Leienre, G. m. b. f>., welches feit 47 Jahre» nur Oranicastr. 138 feine einzige Verkaufsstelle unterhält, sind samt. liche Neuheiten für die Hcrbstsaison eingetroffen. Für den Geschmack einer Zigarette ist es von größter Wichtigkeit, daß dem Rohtabak bei der Fabrikation d'e an den Tabakblättern heftenden Staubteilchen entzogen werden. Geschieht dies nicht, so erhält die�Zigareiie leicht einen Manoli-Zigarette„Gibson Girl", die in neuer Ausstattung und verbesserter Mischung ersdiienei, ist, feststellen, daß diese Zigarette eineii äußerst milden und sllß-aroinatisd>en Geschmack besitzt. Das große Dcutschlanb-Feuerwerk, welches bei: Berlinern»»b sicherlich auch Tausenden von anwesenden Fremden am 11. August aus der Gruncwalb-Rcnn» bahn vorgeführt werden soll, wird sich zu einem gigantischen Schauspiel ohne gleichen gestalten. An der Ausführung beteilige» sich die vereinigten großen nord- und süddeutschen Feuerwerksfabriken. Der mächtige Aufbau und das Abbrennen dieses großen Deutichland-Feuerwerks wird von über 100 Personen bewältigt werden. Die einzelne» ffeuerfronten solle» eine Länge von etwa 200 bis 230 Meter bade». Die vorkommenden Porträts des ersten U"d irtzigen Reichspräsidenten, der großen Meister unserer Musik, Wagner»nd Beethoocn, des Grase» Zeppelin und Dr. Eckcners sowie des Turnvaters Jahn haben ein Ausmaß von etwa>00 Quadratmetern, während das rorkomm-nde Tanncnbcrg» Denkmal etwa 100 Quadratmeter groß ist. Sehr überraschend und interessant dürften auch die während der Front„Deutscher Ge-ster und deutsche Arbeit" vorgeführten gänzlid, neuen Rokctenerpermientc zum Roumlustschiff sein, auf welche wir später noch eingehender zurückkomme» werden.'Der Eintrittspreis soll so niedrig gehalten werden, daß sich jedermann die großen Errungen- schafte» Deutschlands auf dem Gebiet der Pnrotcdmik anfch-n kann. Eitra» zllge für bequeme Hin- und Rückfahrt werden von allen Berkehrsanstalten gestellt. Leiser«nd die Schule. Die Firma Lesser hak es sich feit sehcr zur Aus- gäbe gemacht, nur wirklicki gutes, der natürlidien Form des Kiilberfußcs genau angepaßtes Schuhwerk zu verkaufen. 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Das Interessanteste an dieser Ausstellung war aber die V e r a n st a l- tung eines Wettbewerbs, an dem sich nur Schüler b«- teiligen durften: prämiierk wurde der beste Aufsah, der in knapper Form den Ruhen elekkrischer haushallungsgegeustände beschrieb. Als erster Preis in diesem Wettbewerb war ein ganzes Haus Im Werte von 20 000 Dollar ausgesetzt, vollständig ausgestattet, ins- besondere mit sämtlichen nur denkbaren elektrischen Apparaten. Man stelle sich die Propagandamözlichkeit eines derartigen Weit- bewerbe? vor— Hunderttausende von Schülern sollen sich daran beteiligt haben. Die Ausstellung und dieser Wettbewerb veranlaßten also Hunderttausende junge Amerikaner, ernstlich über die Nützlich- keit der Elektrizität im Haushalt nachzudenken. Würde eine solche Propaganda auch in Deutschland mog- lich sein? Höchstwahrscheinlich nicht. Denn wenn ein Schüler über den Nutzen solcher Gegenstände und Apparate ewas schreiben soll, so muß er sie doch zum mindesten irgendwie kennen. Wie viele deutsche Arbeiterkinder mögen wohl von der Verwendung von Staubsaugern, elektrischen Kochern usw. etwas wissen? Auch in Deutschland sind natürlich all die Annehmlichkeiten, die die Verwendung von Elektrizität im Hausholt bietet, nicht unbe- kannt, aber es ist im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung, der in der Loge ist, von diesen Dingen Gebrauch zu machen. Wie groß der Unlerschied zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten ist, soll an einigen Zahlenbeispielen gezeigt werden. Zunächst der Stromverbrauch: Während in Deutschland im Jahre 19Z.ä: 20,3 Milliarden Kilowattstunden Strom hergestellt wurden, waren es in den Vereinigten Staaten im gleichen Jahre 81,7 Milliarden. Nur teilweise erklärt sich diese amerikanische Ueberlegenhest durch die größere Zahl der Bevölkerung. Auf den Kopf der Ein- wohnerschaft gerechnet wurden nämlich 1923 in Deutschland etwa 326 Kilowattstunden hergestellt, in den Vereinigten Staaten da- gegen 720. Würde Deutschland je Einwohner den gleichen Strom- verbrauch haben wie die Vereinigten Staaten, dann würde die deutsche Stromherstellung, die im laufenden Jahr auf etwa 25 Mil- liarden Kilowattstunden geschätzt werden kann, mindestens 50 bis 60 Milliarden betragen. Etwas Zlehnliches ergibt sich für den Berbrauch«kektro- technischer Fabrikate, d. h. Installationsanlogen, Glüh- birnen, elektrischer Hausbaltunqsgegenstände, elektrischer Maschinen, Kraftwerkseinrichtungen, Fernleitungen usw. Diese Produktion wurde in Deutschland 1925 auf etwa 2.1 Milliarden Mark geschätzt, in den Vereinigten Staaten dagegen auf rund 6 Milliarden Mark. Würde der deutsche Absatzmarkt auf diesem Gebiet ebenso aufnähme- fähig sein wie der amerikanische, d. h. würde die deutsche Bevölke- rung im gleichen Maßstabe wie die amerikanische einen Teil ihres Einkommens für vermehrte Elektrizitötsanwendung im Hausholl erübrigen können, so würden sich die Erzeugunqsmöalichkeiten für die deutsche elektrotechnische Industrie ganz erheblich steigern. Zwar sind es in Deutschland nur 5 Proz. aller großen, mitt- leren und kleinen Gemeinden, die noch nicht über Elektrizitäts- onschluß verfügen, die Zahl der Haushaltungen mit Elek- t r i z i t ä t s a n f ch l u ß ist jedoch immer noch verhältnismäßig klein. In Berlin z. B., wo, wie man annehmen sollte, die Der- HSltnisse am günstigsten liegen müßten, sind gegenwärtig erst 40 bis 45 Proz. oller Wohnungen an dos Leitungsnetz angeschlossen. Wie stark dabei vor allem die Arbeiterviertel noch im Rückstand sind, geht daraus hervor, daß in Wilmersdorf dieser Pro- zentsatz etwa 64 beträgt, im Bezirk Wedding dagegen nur 10 bis 11. Zn den Arbeikervierleln Berlins sind im Durchschnikt nur rund 15 Proz. der wohnunaen an die ElellrizikSks- leilungen angeschlossen. Demgegenüber sei bemerkt, daß bereits im Jahr« 1914 In Chicago rund 30 Proz. aller Wohnungen elektrischen Anschluß hasten. 1925 waren es rund 90 und 1927 sogar rund 95 Proz. Im Gegensatz zu Berlin gibt es also in Chicago heute überhaupt kaum noch Wohnungen, die noch nicht elektrischen Anschluß haben. Auf einigen verwandten Gebieten liegen die Dinge genau so. Während in Deutschland 3.2 Proz. aller Einwohner eine Radio» empfongsanlage haben, sind es in den Vereinigten Staaten 13 bis 25 Proz. Was Telephononschlüsse anlangt, so bestanden Anfang 1926 in Deutschland noch nicht ganz 2,6 Millionen, in den Vereinigten Staaten dagegen fast 17 Millionen Anschlüsse. Auf 1000 Einwohner entfielen somst in Deutschland nur 41 Sprechapparate, In den Vereinigten Staaten dagegen 148. Tatsäch- lich verfügt die Mehrzahl aller amerikanischen Haushaltungen gegenwärtig über Telephonanschluß. Nach einer vor kurzem in den Vereinigten Staaten veranstalteten Rundfrage ergab sich, daß von etwa 8 Millionen befragten Haushaltungen 50 bis 60 Proz. eigene Telephonanlage haben. Ueber die Verwendung von Staubsaugern, elektrischen Kochern und anderen Haushaltungeapparoten gjbt es zwar keine Statistiken, ober es Ist anzunehmen, daß hier die Dinge für Deutschland im Vergleich zu den Dereinigten Staaten sogar noch ungünstiger liegen als bei den erwähnten Beispielen. Die niedrige Einkommenhöhe in Deutschland. die diese Rückständigkest bewirkt, bringt als Kehrseite eine schwere Gefahr auch für die Entwicklung der elektrotechnischen In- d u st r i e mst sich. Im gleichen Maße, wie der Durchschnittsver- dienst der amerikanischen Arbeiter und Angestellten sich gehoben hat, konnte auch die Produktion der amerikanischen elektrotechnischen In- dustrie— wie aller übrigen Industrien— gesteigert werden. Während sich von 1913 bis heute die deutsche Elektroproduktion auf rund das Doppelte vermehrt hat, ist sie in den Bereinigten Staaten um mindestens das Fünffache gestiegen. Es ist klar, daß eine In- dustrie. die über einen so riesigen Inlandsmarkt verfügt wie die amerikanische, sich in viel größerem Maße auf Massenproduktion einstellen kann, daß daher ihre Kapitalkrast und Leistungsfähigkest viel stärker zunehmen muß und auch die Aussuhr immer stärker entwickell werden kann. Während von 1913 bis 1925 die deutsche Ausfuhr an elektrischem Material von 331 auf 357 Mil- lionen Mark gestiegen ist, hat sich die amerikanische in der gleichen Zeit von 118 auf 353 Millionen Mark gehoben. Gerade die Größe des Inlandsmarktes stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der amerika- uischen Firmen mich auf den Auslandsmärkten. Der Lohnkampf als volkswirlschaflliche Losung. Wer frellich aus diesen Zusammenhängen den Schluß ziehen wollte, die deutschen Unternehmer würden von sich aus für eine allgemeine Einkommenssteigerung der arbeitenden Massen sorgen. der würde übersehen, daß in Deutschland dos P r i v a t kapital herrscht und daß sich Produkston und Absatz nicht nach v o l k s- wirtschaftlichen Zweckmäßigkeiten entwickeln. In den Vereinigten Staaten war das grundsätzlich zwar nicht anders, aber hier hat vor allem der jahrzehntelange Arbeitermangel die Arbeitstraft teuer werden lassen und dos heutige hohe Lohn- und Gehaltsnioeau ge- schaffen. In Deutschland waren die Verhältnisse von jeher, zumal seit der letzten Rationalisterungsperiode, erheblich anders; und während das Gesetz von Angebot und Nochfrage in den Vereinigten Staaten den Kaufpreis der Arbeitskraft, d.h. den Lohn. hob. hat das gleiche Gesetz in Deutschland lohndrückend gewirkt und nur der gewerk- schaftliche und politische Kampf hat mit einigem Erfolg dem Lohndruck entgegengewirkt. Jedem einzelnen Unternehmer erscheint doch die Gewinnmöglichkeit um so günstiger, je kleiner er das Lohnkonto insgesamt hallen kann. So bleibt die Crzielung eines höheren Masseneinkommens auch zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der Industrien eine Aufgabe des gewerkschaftlichen und politischen Kampfes. Das gilt doppest, wenn die Arbester und besonders unsere Hausfrauen an den Annehmlichkeiten der Clektrizitätsverwendung im Hausholt testhaben wollen. Ltmstettung im deuifchen Lokomoiivbau. Oenkfchrist der Arbeitsgemeinschaft an die Reichsregierung. Die kürzlich gegründet« Arbeitsgemeinschaft im Lokomotivban zwischen Henschel und Sohn-Kassel, Schwartz- kopff-Berkn. Borsig-Tegel und Masfei-München hat der Reichs- regierung eine Denkschrift über die Dauerkrise im deutschen Lokomotivbau unterbreitet. Die Denkschrift kommt zu folgenden drei DorschlSgen: Zunächst soll die Reichsregierung der Reichsbahn bis Ende 1929«inen K r e. d i t von 50 Millionen geben, mst dessen Hilf« die notwendig- sten Lokomotivbestellungen erteilt werden sollen. Zwestens wird eine Zusammenarbeit der Reichsbahn mit der Loko- mostvindustri« nach dem Vorbild der Waggonbau-Dereiniguug vorgeschlagen, mit dem Ziel«, die Aufträge nur auf die leistungs- fähig sten Werk« zu verteilen und durch diese Zusammen- fassung auch eine Senkung der Preis« zu erzielen. Die unrationellen Betriebe sollen endlich nach und nach stillgelegt werden, damst die Leistungsfähigkeit mst der Beschäftigungsmöglichkeit in Einklang gebracht wird. Mit dem ersten Vorschlag einer indirekten Subvention durch das Reich macht sich die Arbestsgemeinschaft die Lösung der Krise zu leicht, und es ist nicht anzunehmen, daß sie dabei die Unter- stützung der Oefsentlichkeit finden wird. Dagegen treffen der zweite und dritte Dorschlag, einen Ausleseprozeß im Lokomotivbau vorzu- nehmen und die ungesunde Uebersetzung in dieser Industrie zu b& seitigen, wohl das Richtig«. Die Entwicklung der letzten fünf Jahre im In- und Ausland zeigt, daß die zwanzig deutschen Lokomotivfabriken, die 1912 über 4000 Maschinen gebaut hatten und in dem Inflationsjahr 1921«in« Höchstleistung von 5370 Maschinen aufwiesen, auch bei besserer Konjunktur in den nächsten Jahren nicht leben und nicht st e r b e n können. Im letzten Inflationsjahr lieferten die Werk« noch 2171 Maschinen, während die Beschäftigung in der Folgezeit rasch absank. So betrugen die Lieferungen 1924. 1925. 1451 Lokomotiven 1140 Lokomotiven 1926. 1927. 615 Lokomotiven 870 Lokomotwen Da die Bestellungen der Reichsbahn im Durchschnitt der Jahre 1924 bis 1928 noch nicht 120 Maschinen jährlich ausmachten, also auf 7 Proz. der normalen Friedensbcstellimgen zurückgegangen waren, entfielen fast 90 Proz. der Auftröge in den letzten vier Jahren auf das Ausland. Da auch der Auslandsabsatz in der Nachkriegszest auf ungleich stärkere Konkurrenz stößt und der Bedarf von 1914 nicht annähernd erreicht wird, so wird auch intter günstigeren Urnständen die Leistungsfähigkeit der deutschen Werke auf absehbare Zeit kaum mehr als zu einem Drittel ausgenutzt werden können. Die Arbeiterschaft wird sich eventuellen Zusammenschlüssen und den, Ausleseprozeß im Lokomotivbau trotz der zu brin« gendcn Opfer grundsätzlich nicht widersetzen. Sie wird sich aber auf der andren Seite dagegen wehren, daß sie allein die Kosten der Gesundung zu tragen hat. Das Kapital der Unter- nehmungen muß— wo Zusammenschlüsse nötig und möglich er- scheinen— so gründlich zusammengelegt werden, daß von vorn- herein mit einer dem Absatz entsprechenden Rentabilität begonnen werden kann. Je gründlicher die finanzielle Bereinigung ist. desto stärker kann die Substanz erhalten, die Konkurrenzfähigkeit erhöht und die Spezialbelegschaft den Betrieben erhallen werden. G r ü n d- liche und rechtzeitige Selbsthilfe war noch immer die beste Subvention, die einer ausbauenden Volkswirtschaft zur Verfügung steht._ Geldnot zwingt zum Werksverkauf. Zum Schuh der Städte muß etwas geschehen. Wir mußten kürzlich den Verkauf der Recklinghausener Gas- und Kraftwerke an die Vereinigten Elektrizstätswerke West- falen melden, der wegen der Geldverlegenhesten der Stadt Recklinghausen durchgeführt wurde. Jetzt hat die Stadt Trier ihr Dampf- kraftwert in Trier, ihre beiden Wasserkraftwerke in Kyll und an der Dyron an das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk aus denselben Gründen verkaufen müssen, und es ist beabsichtigt, dem RWE. auch die der Stadt Trier gehörigen Kraftanlagen in Saarburg, Wittlich. Zell, Kochem, Bernkastel und Bstburg an das RWE. zu veräußern. Die Krafterzeugung in Trier soll aufrechtcrhallen werden; das RWE. übernimmt die Versorgung in den bisher von den genannten Werken belieferten Gebieten. Die Stadt Trier soll dafür 16 Millionen Mark zum Test in bar. zum Test in RWE.-Aktien erhallen. Die Finanznot der Städte wird mehr und mehr zu einem volkswirtschaftlichen Skandal. 2luf steuerpolitischem Gebiet und in der Kapitalbeschaffung werden die Städte mst künst- lichen Methoden, aber klar die Privatwirtschaft bevorzugenden Mitteln an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gettieben, wenn sie die ihnen gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben erfüllen wollen. Der Verkauf städtischer Werke erfolgt nicht mehr unter betriebswirtschaft- lichen und kaufmännischen Gesichtspunkten, sondern einzig und allein wegen der unerträglich gewordenen Fincknznot. Was hier vor sich geht, hat mit der Problematik, ob öffentliche oder private Wirtschaft, nichts mehr zu tun. Es handest sich ausschließlich noch um die Ausbeutung einer unverschuldeten, teils vom Gesetzgeber, teils vom polttssch unverantwortlichen Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht herbeigeführten Notlage, bei der das Versorgungsinteresse der Bevöllerung geopfert wird und un- kontrollierbaren Sonderinteressen mst staallicher Duldung Sonder- vorteile zugeführt werden. Gegen diese unerträgliche Situation muß etwas geschehen. Es ist Zell, daß sich die deutschen Städte und auch die öffentlichen Werke zu einer Gefahrengemeinschaft zusammenschließen, um der volkswirtschaftsschädlichen Verschleuderung der öffentlichen Werke vorzubeugen. Es wäre durchaus möglich, für die Dauer der dringenden Finanznot eine kommunale Notorganisatton zu schaffen, die betrieblich und finanziell das Rötige tut, um in der Uebergangszest die Verschleuderung öffentlichen Werksbesitzes zu verhindern. Auch die Parlamente im Reich und in den Ländern haben einzugreisen und die öffentlichen Werksinteressen zu ihren eigenen zu machen. Wann werden die Kalipreise gesenkt? Visher schon 4 Million Doppelzentner Mehrabsatz für 1923 Das deutsche Kalisyndikat hat im Monat Juli wieder einen Rekordabsatz zu verzeichnen. Gegen Juli v. I. hat sich der Reinkaliabsatz von 888 000 auf 1 026 000 Doppelzentner erhöht. In den ersten sieben Monaten d. I. wurden 9,06 Millionen Doppelzentner Reinkali abgesetzt gegen nur 8,04 Miß. in der gleichen Zeit des Vorjahres. Das ist eine Million Doppelzentner mehr! Wir haben kürzlich nachgewiesen, daß die Ergänzungs- und Rentabilitätsbedingungen d«r deutschen Kaliindu- strie sich in dem letzten Jahr ganz außerordentlich verbessert haben. Dazu kommt jetzt für das Jahr 1928 im Laufe von sieben Monaten eine Absatz st eigerung von mehr als 12 Proz. Die Kalipreise wurden End« vorigen Jahres erhöht. Es ist hohe Zeit, daß sich die Oeffenttichkeit im Interesse der Landwirtschaft um eine E r m ä ß i- gung der Kalipreis« kümmert. Dasselbe gilt auch für die Stickstosfpreise. Von hier aus könnte den Bauern wirkllch nachdrück- lichst geholfen werden. Kein Mensch zweifell an der Notwendigkeit dieser Hilfe. Der Reichswirtschaftsmini st er hat nach dem Sinne des Gesetzes nicht nur ein passives Kontrollrecht gegen Preis- erhöhungen, sondern auch ein aktives gegen an sich unange- niessene Preise. Dieser unangemessen« Preis dürfte beut« vorliegen. Die deutschen Landwirtschastskammern und die wirtschaftspolitischcn Bauernorganisationen könnten und sollten dem Reichswirtschasts- minister Dr. Curtius einmal einen sehr gründlichen Wink in dieser Richtung geben. Gelegentlich der letzten Kapitalerhöhung bei der Kaliindustra« A.-G. für den Rostergkonzern hat sich gezeigt, wie gründlich da Fett angssetzt wird. Als k o n j u>: k t u r- politische Maßnahme wäre die hier mögliche Preissenkung außer- ordenttich nützlich. Herr Dr. Curtius müßte mst beidenHänden nach dieser Möglichkeit greifen, denn aktiv« Wirtschaftspolitik ist nicht nur sein Programm, sondern auch seine Pflicht. Großer Auslands-Auftcag der Siemens-Lauunion. Die Sie- mens-Bauunio», die an der Ausführung d«s 400-Millionen- Austrages für persische Bahnbaül«n mit der Julius-Berger-Ticsbau- A.-G. beteiligt ist, hat jetzt von der Regierung Columbiens einen neu«n Riesenauftrag erhallen. Die Gesellschaft soll«ine Bahn- strecke von 170 Kilometern bauen, die als wichtige Querverbindung die reichen Kornprooinzen Columbiens mit dem Magdalenenstrom verbindet. Da die Bahn den Cordillerenkamm, ein s«hr zerklüftetes Hochgebirge überqueren muß, werden an die technische Ausführung groß« Anforderungen gestellt werden. und der zarte leint, besonders bei Frauen und Kindern, wird durch milde Kost gefördert und erhalten. Scharfe und schwere Kost sowie viel Fleischnahrung verdirbt den leint. Deshalb essen Sie oft die sehr nahrhaften, aber doch außerordentlich leicht verdaulichen Gerichte, die bereitet sind aus Milch. Früchten. Eiern und Zucker, auf der Grundlage von «/ Zum Verbandstag der Gemeindearbeiter. Gute Gntwickelung der Organisation im Vorjahr. Den Delegierten zum Vcrbandstag der Temeind«- und Staats- orfieiter, der am Montag in Köln beginnt, liegt«in umfangreicher gedruckter Geschäftsbericht über die Tätigkeit der Verbands- körperschaften im Jahre 1927 vor. Au» dem Geschäftsbericht ist zu ersehen, daß das Vorjahr auch für diese Organisation ein Zahr der gewerkschofllichen Erfolge auf ollen Gebieten war. Schon die Mitgliederbewegung zeigt, daß die Organisation immer mehr Vertrauen auch bei denen findet, die den Wert einer starken sreigewerkschaftlichen Organisation leider noch Immer nicht erkannt haben. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter begann das Jahr 1927 niit einem Bestand von 298 679 Mitgliedern. Am Jahresschluß 1927 zählte die Organi- sation 229 698 Mitglieder. Der Mitgliederbestand hat sich also im Laufe des Berichtsjahres um 21 019 oder um 19.1 Proz. erhöht. An der Mitgliedersteigerung sind die Gemeindearbeiter am stärksten beteiligt. Diese Gruppe erweist eine Mitgliederzunahme van 19 226 oder um 18,5 Proz. auf. Bon der Gesamtzahl der Beschäftigten, die für den Organisationsbereich der Organisation in Frage kommen, hott« der Verband der Gemeinde- und Staotsarbeiter End« 1927 rund 65 P r o z. o r g o n I s i e r t. In anderen freigewerkfchoftlichen Ver- bänden befanden sich 7,6 Proz., In gegnerischen Verbänden 6,3 Proz. und unorganisiert waren 21,1 Proz. Diese letzte Johl zeigt, daß der Verband noch ein bedeutendes Agitationsfeld zu beackern hat. Die günstige Entwicklung in der Mitgliederbewegung hat sich naturgemäß auch auf die Ilnanzen der Organisation ausgewirkt. Di« Hauptkasse hat mit einer Gesamtein- nahm« von 4 339 147 M. eine M«hr«innal?:ne gegenüber 1926 van 585 996 M. Das in der Hauptkasie des Dtrbandes befindl'ckn: Vermögen bat sich im Lauf« des Berichtsjahre» von 1 158 270 M. auf 1 595 355 M.» mithin um 437 985 M. erhöht. Einschließlich des Bestandes der Lokolllossen und des Bestandes der Bermögens- Verwaltung verfügte der Verband am Schlüsse des Jahres 1927 über ein Gesamtbarvsrmögen von 6056873 M. Di« im Laufe des Berichtsjahres in Buckow in der Märkischen Schweiz eröfsvte Berbandsschule und die Biclgestoltigkeit der Verbondspressc sind ein Beweis dafür, wie iiitensio sich d'a Organisation um die Fortbildung ihrer Funktionäre und Mit- gliedcr bemüht. Unter der Arbeitslosigkeit hatte die Organisation Verhältnis- mäßig wenig zu leiden. Die Johl der arbeitslosen Berbandsmit- glieder schwankte im Laufe des Jahres zwischen 2298 und 5908 oder-wischen 1,04 Proz. und 2,59 Proz. der Gesamtmitgliedschaft. Die Johl der Tarifverträge erhöhte sich im Laufe des Berichtsjahres von 357 auf 377, die für 8429 Betriebe mit 359 444 Beschäftigten Gültigkeit hatten. Es wurden 621 Lohnbewe- gungen für 359 444 Beschäftigte gesührt. die im Jahres- durchschnitt(52 Wochen)«ine wöchentlich« Lohnerhöhung von 1,95 M. pro Kopf brachten. Wenn schließlich auch nicht in allen Fällen das erreicht werden konnte, was sich die Mitglieder der Organisation zum Ziele gesetzt hätten, so werden die Delegierten auf dem Verbandstag doch aner- kenneri müssen, daß die Organisation ihr möglichstes getan hat zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder. Bildschau über das Wirten des Verbandes. Anläßlich des BorbawZstages hat der Vorstand des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter«in eigenartiges Werkchen heraus- gegeben. Der Leiter der statistischen Abteilung des Verbandes, Ge- nosie laoer K a m r o w s k i. machte die Beobachtung, die in allen größeren Organisationen zu machen ist, daß das umfangreiche Material, da» die Verbände über ihre Tätigkeit Herousbringen, ins- besondere auch das statistische Material nur von dem stärker inter- essierten Teil der Mitglieder aufgenommen wird und der breiten Oeffentlichkeit so gut wie unbekannt bleibt. Er zog daraus den Schluß, die wichtigsten Ziffern im Bilde wiederzugeben und so in einer Bildschau alleszu vereinen, wasvom Wesen und der Tätigkeit des Verbandes besondere Be- a ch t u n g v e r d i en t. In der Ausführung dieser Absicht wurde Kamrowsti unterstützt durch die Zeichner Riemer und K i i e m e s ch und den in der Hauptverwaltung tätigen Graphiker H o s e m a n n. Die Schau beginnt mit dem Signum des Verbandes„L. G. 6.*. Dann geht esvomAufnahmescheinan.der Berbandssatzung, dem Mitgliedsbuch, dem Programm des Verbandes, dem Lohnbewe- gungs- und Strcikreglcment zur Organisation und Verwaltung des Verbandes, zu seinen Aufgaben und Leistungen, seiner Bildungs- tätigkcit ins einzeln«: der Beranschnulichung der wöchentlichen Arbeitszeiten auf Grund der Tarifoerträge. die die 48-Stuirden- Woche bis zu 78,1 Proz. der Beschäftigten vorsehen, mit Ausnahme des Personals in Kranken-, Heil- und Pflegeonstalten, des tariflich geregelten Erholungsurlaubs, der Ruhelohn- und Hinterbliebenenversorgung, Blatt um Blatt bis zu den komplizierteren Graphiken, jeweils mit besonderein knappen Begleittext. Abgesehen von d«r mühsamen Arbeit, die in einzelnen Bildern enthalten ist, suchen sich dazwischen leicht einprägsame Bilder wie die Schädlinge der Gewerkschaftsbewegung, die Hauptverwaltung des Verbandes, die Verbandshäuser, die Berliner Ortsverwaltung, das Berbandsorgon„Die Ge- werkschoft", die„Sanitätswarte�, die„Beamtengewerkschaft*, ..Technik und Wirtschaft* u. a. m. Jedes einzelne Gebiet des Der- bandes kommt in den über 49 Bildern zur Gettung. Di«„Bildschau* ist aus Kunstbrnckpapier wiedergegeben und vornehm ausgestattet. Di« fleißige, sorgfältige Arbeit wird großen An- klang finden, weit über den Kreis der Mitglieder hinaus. Verbandsiag der Liihographeu. Am 4. Bsrhandlungstag hotten die Delegierten vor der Eröff- nung der Sitzung Gelegenheit, einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise und in den Produktionsoorgong in der Glasindustrie, de» Betriebes von Schott und Genosien. zu tun. Bei der Be> sichtigung wurden die Teilnehmer da, beklemmend« Gefühl nicht los. daß die Arbeitstättgkeit in der Glosiiürnftrü! von gefundheit». zerstörender Wirkung ist und auch in dieser Industrie die Arbeit durch die äußerst« Zerlegung und durch die Akkordschusterei zu einer freudlosen Angelegenheit geworden ist. Rocb 9 Uhr begannen die Verhandlungen. Zunächst wurde der j Bericht der Beschwerdekommisston entgegengenommen, lieber die' t e ch n i s ch e und wirtschaftliche Entwicklung im Be- r u f sprach Genosse Herbst, Berlin. Die Bedeutung des Gewerbes in der Gesamtwarsnausfuhr ist relativ zurückgegangen. Jedoch ist es gelungen, im Binnenmarkt den Aerlust auszugleichen. Die B erteil, mg des Exportausfav« auf die einzelnen Sparten ist sehr un- gleich, so daß sich die» wiederum sehr verschieden auf die Beruf« auswirkt. Es wird auch nichts unversucht gelassen, raffiniertere Arbeitsmethoden einzuführen. Als Ergebnis ist eine ansteigende Kraukenkurve zu verzeichnen. Reben der Konzsrnbiidung, zu der die Unternehmer übergehen, versuchen sie auch auf Kosten der lebendigen Arbeitskraft die ungünstige Preislage auszugleichen. Man ist zu diesem Zweck aus die Schaffung einer großen Bernfsreservearmee bedacht, indem man eine übergroß« Zahl van Lehrlingen einstellt. Dagegen müsse vor allem angekämpft werden. Ist das Gewerbe erst über- füllt, ist es mit den besseren Löhnen vorbei. Einen breiten Rahmen der Ausführungen nahmen Einzelheiten über die technische Fortbildung und Umwälzungen ein. In der Diskussion wurden die Ausführungen des Genossen Herbst bestätigt und seine Borschläge gutgeheißen. Ein Antrag auf Förderung der Arbeit der technischen Zentrale wurde angenommen, einige andere Anträge dem Verbandsvorstand zur Berücksichtigung überwiesen. Am Nachmittag wurde in geheimer Sitzung die Lohn- und Vertragspolitik des Verbandes behandelt. Oer westsächsische Schiedsspruch verbindlich. Die Kurzarbeitregelung ausgenommen. Der Reichsarbeilsminlster hat den Arbeikszeil- Schiedsspruch für die w e st s ä ch s i f ch e Textilindustrie mit?lu?nohme der Zifser 14 für verbindlich er- klärt. Ziffer 14 des Schiedsspruches behandelt die kurzarbeUszeil- regeluug und hätte für den Aal/, daß sie für vfrbtodlich«klärt worden wäre, eine wesentliche Beschränkung der kklilbestlmmung»- «cht«, dl« dt« Betriebsräte in Mestfachfen auf Grund der ArteWs- Ordnung haben, zur Folge gehabt. Zn den übrigen Dankten, die noch Unklarheiten enthielte«. haben die Arbeitgeber protokollorlfche Erklärungen abgegeben, nach welchen mißverständliche Auslegunze« de» Arbeitszestschledsfprnche» ansgefchloffen fein dürfte»._ Gtrei? der Vauanschlager. Bauarbeiter, übt Solidarität! Der Tarifvertrag der Berliner Bauanschläger wurde vom Metall- arbeiteroerband bereits im Herbst v. I. zum 31. März gekündigt. Es wurde u. o.«ine Aufbesserung der Arkordpr«is« ver« langt, die nachweislich zu niedrig sind. De» weiteren wurde ein« BerkürzungderwöchentlichenArbeitszeit. dieEin- führung eines bezahlten Urlaube», die Beheizung der Arbeitsräum« in den Wintermonaten gefordert. Di« Unternehmer lehnten anfangs jede Verhandlung über diese Ford«- rungen ab, so daß von der Organisation der Schlichtungsausschuß angerufen wurde, der Mitte März tagte. Der Schlichtung»- a u» s ch u ß erklärte sich außerstande, wegen der umfangreichen und verwickelten Materie(etwa 499 Positionen) einen Schiedsspruch zu fällen. Er verpflichtete jedoch die Parteien, sich in zwei Monaten über die strittigen Fragen zu oerständigen. Da in mehrmaligen Per- Handlungen ein« restlos« Verständigung zwischen den beiden Parteien nicht erziett werden kannte, wurde im Einverständnis der beider- seitigen Berhandlungskon, misstonen die vom Schlichtungsausfchuß festgelegte Frist nochmals um zwei Monate verlängert. Nachdem dann bereit« über die meisten Streitpunkt« eine Einigung«rzielt worden war. zogen die Unternehmer plötzlich Im letzten Stadium der Verhandlungen fast ihr« gesamten Angebote zurück. Dieses Berschleppungsnianöver der Unternehmer beantworteten die Bauanschläger in einer Branchenversammlung damit, daß sie s a st «in st immig den Streik beschlossen. Der Bronchen- kommisston wurde die Aollmacht erteilt, die Betriebe zu bestimmen, die in den Kampf eintreten fallen. Auf Grund dieses Beschlusses wurde gestern früh in folgenden Bauschloffereien die Arbeit eingestellt: B c n e ck e- Chausseestraße, Hermann- Königgrätzer Straße, Niedergesäß- Pankow, Blume- Charlottenburg, Frauke- Admiralstrahe, Ernst H a u k- Charlottenburg, Hahn u. Grundmann- Zehtendors. Am Montag treten noch folgende Betriebe in den Streik: M ö l l e r- Landsberger Straße, Pollei- Hagelberger Straße und T f ch« r n e r- Schöneberg. Die Streikenden erwarten von den Berliner Bauarbeitern, daß sse ihren berechtigten Kampf dadurch unterstützen, indem sie streng darauf achten, daß auf den Baustellen kein« Streikbrecher arbeiten. Diejenigen Bauanschläger, die während des Streiks die Genehmigung zur Arbeit haben, besitzen eine graue, vom Metall- arbeiterverband ausgestellte Legitim ations- karte. Es ist darauf zu sehen, daß die Nummer dieser Legiti- mationskart« mit der Nummer des Verbandsbuches ihres Inhabers übereinstimmt. Die Sonntagsruhe im Ladenfleifchergewerbe. Die Fleifchermeister wollen sie durchlöchern. Test Jahren ringen die im Berliner Laden fleischergc werbe be- schästigten Gesellen und Lerkäuserinnen um d i e völlige Sonn- tags ruh«. Diesem Streben ist im Frübjahr dieses Jahres durch eine Verordnung des Polizeipräsidenten in Berlin Rechnung getragen worden. Seit dem 1. März 1928 darf an den Sanntagen kein. Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren stattfinden, also auch kein Personal beschäftigt werden. Einigen führenden Herren aus den Berliner Fleischer- innung«n, zumeist solchen, die als Rentiers und Privatiers in sechs Tagen der Woche nicht viel zu tun haben, gefällt dieser Zustand nicht. Sie können nicht einsehen, daß Gesellen und Verkäuferinnen an einem Tage in der Woche Ruhe haben. Bekannt ist in Berlin, koß es in keinem Berufe ein« sa lang« tägliche Arbeitszeit gibt, wie un Fleischergewersts. Arbeitszeiten von 12 und me h r Stunden am Tage, bei Gesellen sowohl wie bei Berkäuse- rinnen, sind gar keine Seltenheiten. Trotzdem es so ist, verlangen die Innungen immer wieder von den Behörden die rlui- Hebung der Sonntagsrnhe-Derordnung. Vorerst will man zwar nur „in den heißen Sommermonaten* die Sonntagsruhe aufgehoben haben. Aber bekanntlich kommt der Appetit beim Esien. Ist die Sonntagsruhe erst einmal uitterbrochen, dann hält es doppelt schwer, sie wieder einzuführen. � Mit dieser Sachloge beschäftigt« sich an, Mittwoch eine sehr stark besuchte Versammlung der Gesellen und'Verkäuferinnen d.-s Berliner Ladensleischergewerdes. Scharf wurde das Verholten der Fleischermeister gegeißelt und solgeiide Protest-Resolution einstlM- m ig angenommen: „Dir öffentliche Versammlung der im Ladenfleischcrgewerbe Berlin« beschästigte» Verkäuferinnen und Gesellen erhebt hiermit schärfsten Protest gegen die Bestrebungen des Bezirks- Vereins Berlin im deutschen Fleischermeister-Aerband aus Ant- Hebung der Polizeivernrdnung über die Sonntagsruhe im Hau- delsgewerb« vom 8. Februar d. I. Die Versammelten find der Auffassung, daß die Klagen der Fleische rmeister�über stillen Ee- schostvgang insofern nichts mit dem Verbot des Sonntogsverkaui- zu tun haben, als das ein sich in jedem Jahr wiederbolendcr Bar- gong, bedingt durch die Ferienzeit und die Hitze, ist.tung zum Achtstundentag und die angestrebt« Aufbesserung der Löhne noch immer nicht erfolgten. Es besteht die Gefahr, daß dieser Streik auch auf das Baugewerbe und ander« Betriebe übergreifen wird._ Sowjeiruffifche Arbeiisnachweise. Wie es da zugeht. Das Problem„Arbeitsnachweise* verschwindet überhaupt nickit mehr von den Spalten der Sowjetblätter. In der„Roten Abend- Zeitung* widmet ihnen der Volkskommissar für Arbeit, der Genosse Schmidt»«inen ganzen Artikel. Die Zustände aus den Arbeit»- nachweisen, sagt er, sind einfach abscheuerregend. Wir kennen fast keinen einzigen einigermaßen verantwortlichen Mit- arbeiter, der nicht Gesahr gelaufen wäre, oerprügelt zu werden. Die Arbeitsnachweise stellen wer weiß was nicht alles vor: Märkte, Nachtasyle, Treffpunkt für allerhand Rowdies, die Stätte konterrevolutionärer Aufpittschung der Arbeitslosen. So blieb nicht» anderes übrig, als ein« große Anzahl Leute aus Moskau zu verweisen. Der Kampf mit dem Bestechungswesen muß aufs schärfste geführt werden. In gleicher Weise auch der Kampf gegen den Protektionismus. Dan 11 C00 Arbeitslosen kommen etwa 1500 mit Zetteln von verschiedenen Institutionen und Persönlichkeiten. All diese unmöglichen Zustände finden ihre Er- klarung in erster Linie in der niedrigen Qualität der An- gestellten der Arbeitsnachweise. Die in dieser Beziehung gr- trofsene Auswahl ist auch vollkommen unzureichend. Untauglich sind auch die Rä um«, in denen sich die Arbeitsnachweis« befinden. So kann e» nicht weitergehen. Dies die Wort« des Volkskommissars. Es wird wohl noch eine Weile so weitergehen müssen. GewefkfchastS'Lugenö Groß-Verlin pfiff p-ut», Sonntag, finl, folgende BeronstolNingen: Renliilln und«et. ««»»platz: Besuch der«uoftellung„Di« E-Nliyrvng".— g«pp«ll»platz: jgi, fadten nach Südetdiwif.— Morgen. Montag, sind folgende Bcl. ansiavunaen:«»U»t»»»»b«nd in der Turnholle Pistoriuo'traKe«Dumpftation). — Nordriug: Spielen aus dem Sportplatz Santiai' strotze, Platz i H. Iuaendaruppe des ZentralverbandeS der Anqestellten Morgen, Montag, sind folgende Veranstaltungen: He!m Äastanienallo« 81. Heimhesprechung.— Ten, pclhof: Jugeudhcim •t Schule Srrmanfastr. 4—«. Gruppenbesprechung,— Charlottenburg: Jugendheim Zlosinentzn. 4. Heimabend.— Der Iugendbrzirl iliordwcft spiel» auf dem Sportplatz Bremer Straße Die Qualxi- at�igapette \ t: si. S.\< ■■■■&*» i tr'«• V. wX;■ S: N.\ angenehm T7).üd und aromatisch Jtr. 367* 45. Iahrgong 3. Beilage des Vorwärts Gonniag, 5. August 1928 Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntas. 5. August: 6.30; Frühkonrert. 8�8: Glockenspiel der Potsdamer Qarnisonkirche. 9: Morfenfeier, IIJO: Musikvortriae. 14: Punkheinzclmanns Sinzstundc- 15.30: Für den Landwirt. 17; Tcemusik. 19; Franz Schubert und die Antike. 19.30; Pancuropa in der Weltliteratur. 20: Moderne Meeres- forschunj. 20.30; Volkstümliches Orchesterkonzert. 22 30: Tanzmusik. Montag. 6. August: 6: Gymnastik. 16: Kdnfermacht und Kloferorcanisationen. 16.30: Technische Wochcnplaudcrci. 17: Gitarre-Kammermusik. 19; Unsere Amateurboxer auf der Olympiade. 19.30: Warenpreise und Kaufkraft. Einzelhandel und Verbraucher. 20; Schulmf des Denkens* 20.30; Funk-Wochenschau. 21: Bunte Stunde. Dienstag, 7. August: 4: Gymnastik. 12J0: Die Viertelstande ttr den Landwirt, 1(; Tiere vor der Kamera. 16.30: Stande mit Büchern. 17: Unterhaltuntsmnsik. 10: Preiwilliae Mitgliedschaft nnd Pflichtmitgliedschalt in der Krankenkasse. 19.30; Die Reisestnnde. 20: Vom Siehernngswesen der Eisenbahn. 20 30: Alte Meister— Musikvortrige. Mittwoch, 8. August: 6: Gymnastik. 16: Die Eran als KnUnrlrigerin. 16J0: Sorgenkinder mit gehemmter Sprachen iwicktang. 17: MOrcbenstnnde. 17.30; Unlcrhaltungs- mosik. 19: Die Apparate und Wege der Telegraphie. 19.30: Die Internationale der Wohlfahrt. 20: Rechtsfragen des Tages. 20.30; Heine— Schumann. Musikvortrige, Rerilationen. 22.30: Von der Waterkant. Lieder, Musikvorträge. Donnerstag. 9. August: 6: Gymnastik. 12,30: Die Viert eistat de für den Laadwirt. 16.30; An der Peripherie Berlins. 17» Klarinette nnd Eagott- Konzert. 18: Mit großen Dichtern auf Eerien. 19: Eremdsprachllcht Vorträge: französisch. 19.30: Luft- und wassergekühlte Elngmotoren. 20: England wird Filmland. 20.30: Ouer durch die Berliner Operette. 22.30; Tanzmusik. 7 reltag, 10. August: 6: Gymnastik- 11.18: Uebertragung Deutsche Hochschule für Politik: Eröffnung des internationalen Schülervetlbewerbes Über Verfassungsfragen. II; Die staatsrechtliche Stellung der frau. 16.30: Unterirdischer Alpinismus. 17: Kurmnsik Ostseebad Ahlbeck. 19; Die Arbeitsgeräte des Kleingärtners. 19.30: Schorlheide und zum Kloster Chorin. 20: Die gewerkschaftliche Organisation der Angestellten— ein wichtiger Paklor neuzeitlicher Staatspolitik. 20.30: Alfred Döblin zum 50. Geburtstag. 21.30; Opcrn- Eantasien. Soonabend, IL August: 6t Oyauastlk. U: Verfassungsleier der Reichs re gierung. 16.30: Reise- eindrücke tooi Balkan. IT:-Lacht euch gesund." Vorträge. 17.30: Unter- haltungsaasik. 19: Deutsche Dichterreisen. 19.30: Der gegenwärtige Stand der deutschen Handelsschiflahrt. 20: Friedrich Ludwig Jahn(zum ISO. Qc- burtstag). 20-30; Uebertragung Staatsoper Platz der Republik; Verfassungsleier der Reichsregierung, der preußischen Staatsregierung und der Stadt Berlin. Anschließend: Unterhaltungsmusik. 22.30: Tanzmusik. Kdnlgswusterhausen. Sonntag,(. August: Ab 6J9t Uebertragunc a«s Berlta. IS: Praktische Winke für Lieb- haberphototrapheA. Ab 15 30: Uebertrazunz aus Berlin. 18.30; Von Frauen end Müttern rroßer Männer. 19: Eine kuriose Reise durch Obcrschlcsicn. 19.98: Das deutsche Turnfest in Köln. Ab 20.30; Uebertrazunz aas Berlin. Ab 22: Uebcrtrazanz aus Salzborz. Montag. 6. Augast: 16: Enslisch(kulturkundlich-literarische Stunde). 16J8; Die praktische Psycholozie als helfende Macht im Beruf und Leben. 17; Uebertrazunz aus Beilin. 18; Bücherstundc* 18�0; Enzlisch für Anfänzer. 18.55; Grün- landfraztn. 19.20: Technischer Lchrganz für Facharbeiter und Werkmeister. Ab 20.30; Uebertragung ans Berlin. Dienstag, 7. August: 16; Aus dem Kultusministerium. 16.30: Deutsche Lande und ihre Sagen. 17; Uebertragung aus Leipzig. 18; Das Volkstheater. 18.30: Erfolgreiche nnd verkannte Maler. 18.55: Das Innere der Erde. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 8. August: 16; Einführungslchrganz ht das Laienspiel. 16.30; Deutsche Lande und ihre Sagen. 17; Uebertragung aus Hamburg. 18; Die volks- und weltwirtschaftliche Bedeutung der Spielwarcnindustrie. 18.30; Deutsches Volkstum. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 9. August: 16: Erziehunzsbcratung. 16-30: Deutsches Volkstum. 17; Uebertrazunz ans Berlin. 18: Gesetzgeberische Probleme des Hausgehilfenrechts. 18J0: Deutsche Lande und ihre Sagen. 18.58: Wie muß der Landwirt den Handels» Paul Förster spricht von Wanderungen durch die Mark. In diesem Zusammenhang ist aus den gestrigen Vortrag Walter Trojans über die Oder hinzuweisen. Beide Vortragende wollen nicht eine mehr oder minder poetische Schilderung der Landschaft geben, sondern vielmehr Änweisungen für Reisende, chin und wieder kommt ein Satz, der die Atmosphäre des Landschaftlichen spiegelt. Aber der Hauptakzent ruht auf der sachlichen Schilderung. Es sind eben Anleitungen zum Reisen in Gegenden, die wohl sehr schön sind, sich aber merkwürdigerweise bis jetzt keines großen Zulaufes erfreuen. Ingenieur Petersen nennt sein Referat.Der tech* nische Angestellte als Objek'r der Rationalisie« r u n g". Er betont in erster Linie die wirtschaftlichen Gefahren der Rationalisierung für Angestellte und Arbeiter. Ein paar Beispiele: Die Einführung der Kuntze-Knorr-Bremse sür Güterzüge hatte die Entlassung von IStXXf Bremsern in Deutschland zur Folge, und die Rationalisierungen im Bergbau und in der Eisenindustrie ver» minderte die Belegschast um durchschnittlich 40 Proz. Petersen hätt es darum für notwendig, daß die Ausbildung der technischen Angestellten nicht zu eng und zu speziell gehalten werde, denn in der zu speziellen Berufsausbildung lieg: die Gefahr, daß der Angestellte keinen anderen Beruf bei einer Entlastung finden kann. Einen Weg aus diesem schweren wirtschaftlichen Dilemma zeigt auch Petersen nicht. Am Abend wird das Kadelburgsche Lust- spiel..Großstadtluft" gesendet. Es gibt Schwanke, Posten und Lustspiele auch aus alter Zeit, die weniger eingemottet sind. Das Problem der guten Weekend-Unterholtung hat die Berliner Funkstimde bisher noch nicht zu lösen vermocht. S. teH einer Zeilnnt lesen? 19.2t: Die Maschine als Helferin im Laden nnd Bnrean, Ah 20.30: Uebertragung ans Berlin- Treitag, 10. August: 16» Der Fleischer. 16.30: Chemie nnd Weltwirtaehalt. 17: Oeber- tragnng aus Leipzig. 18: Der Stahltmst. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20: Die öfientliehe Meinung. 20.30: Technik und Handwerk im Altertom. 21: Drei Studenten im Anto quer durch Amerika. Ab 22: Uebertragung ans Berlin. Ab 22.30; Uebertragung aus Hamburg. Sonnabend, IL August: 16; Friedrich Ludwig Jahn. 16.30: Die Beamtenfachpresse des Aaslandes. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Ans dem Leben eines Leuchtturmwärters. 18.30:„Coue" 18 55: Das Duett. 19.20: Goethe und Carl August. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin. Ciafenhntisea ffit diese Stubzit Rah 9t(IIb 6«68, ginhenftzafct 2. pariemachrichien für Groß-Berlin ttttf am feta»ejfTtafefzeturtu* 2. Hot, Z trep. recht», ga rtchte». Achtung! SpO.'BetriebSverirauenSleuie! Zm Bezirkssekretariat ist wichtiges Agitakionsmaterial vor- Händen. Sofort abholen nnd verleilen. 7. Rztf» ttbotlottenburq. Iugenbknmmislwnsschuns om Moni 20 Uhr, im Jugendheim Roftnenstr. 6. Jede Abtellunz muh heute. Sonnlag. deu 5. August: Montag, I, August. ' stl «ertrrten fein. tSrunenxilb, Rometunct Str. 19. 46. Abt. Zu der cm 8. August steftfinbrnhen Ahtrilungsverscnmilung leben die Bejizloführrr ein. 48. Abt. Die ffunttionärCanfmni stillt in diesem Monct aus. Die Bezirks- filhtcr werben ersucht, zur Mitglieberverscmnilung am Mütmoch, 8. August, einjulaben. 101. Abi. Treptow. Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich Heute, Eonn» tag, an der Derscssungsfeier des Reichsbanners. Tresfpuntt 14 Uhr Wiener Brücke. Semeinsamer Abmarsch mit Musik nach dem Alten Eierhäuschen. Sichtenberq. 117. Abt. Die Genossinnen und Genossen treffen sich«um Bolls. fest Sonntaq 13 Uhr pünktlich Gärtnerpiasi.— 118. Abt. Die Partei- genossen treffen sich znm Umzug pünktlich 13 Uhr om Gürwerplah. Die Billetts zum Sammerfest sind bei hem Genossen Nabe ab 4. Abt. 19.80 Uhr FunMonärsitmng 6tf Brandlfch, 7. Abt. Funktionärsstzung bei Bdewalde, Schleaelstr. 11. Abt. Die fiunktfonärlanferenz fällt aus. Die,____._ der am Mittwoch stattfinbenben Mitglied erversemmlung ein. Unsere Forderungen an den neuen Reichstag. Ref. Gen. M> ch< 13. Abt. liJSO Uhr Funkiianärsstzung bei Liebsch, Wilhelmohaoene abzurechnen. Morgen. Montag, den v. August: ühung bei Brandlsch, Stralau« Str. IS, Bärwalde, Schleaelstr. 8. uferen« fällt aus. Die Beztrkssvhr« laben zu Thema: a e l t si. .„_______________..._________ ilhelmshaoener Str., Ecke Birken straße. 14. Abt. 20 Uhr Funktionärsttzung bei Lauritzen, Putrtmsser Str. 11. IS. Abt. Sitzung der Parte: fnultionäre mit den BetricbsvertrauensleuteB bei Dernhard Galle, Swinemünder Sir. 102. 10. Abt. 19.30 Uhr Funktionärfonferenz bei Karl Rinzek, Usebomstr. 28. 17. Abt. Die Funktlonärfonserrnz fällt aus. 18. Abt. 20 Uhr bei Müller, Uferstr. 12, ssnnktionärverfaminlung. 19. Abt. 19.30 Uhr Funkrionärsisinng bei Scher pel. 21. Abt. 19.30 Uhr Funktionärversammlung in der Geschäftsstelle Utrechter Str. 21. 22. Abt. Bezirksführer Hofen„Unser Weg" bei Rabwan, Brvsseser Str.,«b. Funftionärfonfercn« und Zahlabenbe fallen in diesem Monat aus. 24. Abt. 19.30 Uhr Funktionarsitzung de! Räsner, slrnmanuetfirchstr. 23. 25. Abt. Die heutige fällige Funftionaesitzung findet erst 8 Doge s! statt. Lotal wirb noch befauutgegeben. spät« *- Für Kinder: Rost u. weiss Lein cn-Lido- Sandalen, Gr. 27-30 3,RO, Gr. 31-35 4,90 Braune Maslbox- Spangenschube, Gr. 23-26 Roie Leder-Lidosandalen flexibel genäht, Gr. 23/26 Für Dantem Schwarz Btnde.Spangen. schuhe, Lackgamitur, mit L. XV.. Absatz Rote Leder-Sandaletten Lack-Spangenschuhe mit L XV.-Absert« 9 90 Damen-StrÜmpfe kfingtllche Waschseide, herrorragend •chOnc Quallldt, mit Florrand und veratdrkler Florsohle, alle Modefarben Kinder- Kniestrumpf ■[4 lang, mit gemusterten Umschlaf- rendem. grau. mode. beige Cr. 1-5 75Pf- 6-7 95 Pf- MI 1,15 Kinder- Söckchen, mit Wollrand, moderne Farben Gr. 1-5 55 Pf« 4-7 75 Ff-«-11 951*1 Florsöckchen mit elegant gemusterten Rindern Gr.1-3 70Pt. 4-7 90Pf-»Ii 1,10 Jedes Kind erhält ein Geschenk Für Rindert Schw. 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Abt. lZ.ZZ Uhr Funklionärfltzung bei Busch, Tilsiter Str. 27. aller Gcnosicn nctwcndig. ZS. Abt. Unsere Funktionärsitzung findet nicht Montag, sondern am Mitt. wach statt. II. Abt. 19.30 Uhr Funktionärsitzung bei tleufner, Hogelberger Str. 20e. 4l. Abt. 20 Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre bei Liefert, Mariendorfer Str. 5. 42. Abt. 20 Uhr bei Wiersdorf Funktwnärsitzung. Jeder Bcjirl muß vertreten fein. 43. Abt. 19.30 Uhr ssunktionärsitzung bei Bruhn, Gräfcstr. 4l. Erscheinen aller dringend notwendig. 44. Bht. Funktionärsitzung am Montag fällt aus. Dafür sind die Be- zirksfllhrcr Mr Abtcilungsversammlung pünktlich 19.13 Uhr zur Stelle. Acultzlln. 89. Abt. Funktionär» und Vorstandssitzuna bei Erommek, Sander- siraße 10.— 90. Abt. 20 Uhr bei S-babeiko, Weichselstr. 5, Funktionär- sitzung.— 92. Abt. 20 Uhr bei Wolf, Aaifcr.Fricdrich.Str. 173, Erls Noseggerstr., Adteilungs-Funktionärsitzung, auf der kein Funktionär fehlen darf. Am Erscheinen vcrdindcrtc Bciirksfllhrer müssen für gc- eignete Vertretung sorgen.— 94. Abt. 7.30 Uhr Funktionärsibung. Vorstandsmitglieder erscheinen um 7 Uhr pünktlich bei Schröder, Stein. wetzstr. 52. Der nächste Zahlabcnd, Mittwoä), 8. August, fällt aus. OK. Abt. 8.13 Uhr bei Keusch, Iägcrstr. 10, außerordentliche Funktionär. sitzung. Alle Genossinnen und Genossen erscheine». Der Vorstand trifft sich schon nm 7 Uhr. Die Abteilunasvcrsammlung findet 8 Tage später statt.— 90. Abt. 19 30 Uhr wichtig- Funktionärsitzung bei Loh-u, Wipperstr. 18—19.— 97. Abt. 19 Uhr Funktionärsitzung bei Rohr, Sieg. tr edsir 25— 29. 103. Abt. Qberlchöncweide. 20 Uhr bei Winkler Funktionärsitzung. 136. Abt. Reimdendors-rFt. 20 Uhr Baracke, Funktionärsitzung. 137. Abt. Reinickeudors.West. 20 Uhr Funktionärsitzung im Volkshaus, Scharnwcbcrstr. 114. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. Dienstag, den 7. August: II. Abt. 19>4 Uhr Mitgliederversammlung bei Krüger, Hussitcnstr. 34. Ecke Scheringstraße. Vortrag des Genossen Hanns Komm:„Kulturpolitik". 47. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei«raufe, Mariannenplatz 22. «. Abt. Wilmersdorf. Unsere Mitgliederversammlung findet erst am Dienstag, 14. August, bei Bulla, Lauendurger Str. 20, statt. M. Abt. Schoneberg. 20 Uhr bei Gütlich, Begasstr. 1, Funktionärsitzung. Zrauenveranftallungen: 2. Kreis Tiergarten. Die Genossinnen beteiligen sich am Montag, I. August, am Kaffeekochen der Konsumgenossenschaft im Moabiter Schützenhans in Plötzcnscc. 33. Abt. Achtung Genossinnen! Wir beteiligen UN» am Kaffeekochen bei Echonert, Stralau. Achtet ferner auf die Anzeige in den nächsten Tagen. Es findet eine wichtige Veranstaltung statt. 39. Abt. Montag, 6. August, Fahrt nach Pichclswerder. Treffpunkt 14 Uhr lnachmittags 2 Uhr) im Restaurant„Freund", bis 17 Uhr Kassce- kochen, dann Spielen im Walde, lg Uhr Abendessen im Restaurant. Verbindung: Untergrundbahn bis Reichskanglerplatz, dann mit den Linien S8 oder 75 bis Halteftelle Pichelswerder und links durch den Wald bis zum Restaurant„Freund". Alle Genossinnen und Genossen, sowie deren Bekannte sind eingeladen. Eharlottenbnrg, 54. Abt. Dienstag, 14. August, Kaffeekochen im Restaurant „Wicsengrund" aus der Mäckcritzwiese. Alle Genossinnen sind herzlich cinacladen.— 55. Abt. Dienstag, 14. August, Koffeekochcn im Restaurant „Wicsengrund". Lagern auf der Mäckerltzwiefe. Um rege Dcteiligung wird gebeten. 74. Abt. Zehlendorf. Dienstag. 7. August, Konsumkaffeekochcn. Di« Se. nossinncn, die sich hieran beteiligen wollen, treffen sich um 15 Uhr an der Endhaltestelle des Omnibusses. Jungsozialistische Vereinigung: Sroß'Berl'n. Gcfamtveranstaltuna am Montag, 13. August, W 19'� Uhr. im 5 otcn Saal des ZdA., Bellc-Alliance-Str. 7—10. Genosse M Dr. Fritz Eroncr spricht über„Soziale Reform— Soziale Revolu- M tion". Partei, und EAI..Genosscn sind herzlich eingeladen. jf____ i i'••*■ 1— 1—- 1 4 Gruppe Wilmersdorf. Montag. 6. August. Gruppenabend im Jugendheim Wilhclm-aue 123. Vortrag des Genossen Richard Beckmann üscr„Die Bc- deutung des Radio". Alle Mitglieder werden erwartet. Arbeitsgemeinschaft der ftindersrennde: 21. Kiel» Reinickendorf. 1916 Uhr beim Genossen ffindeiscn Kreishclfer» sitzung. Befprcchltna: Unser Waldfest. Stellungnahme zur Generalvc? Gruppe Tempelhos. Zur Begrüßung der Feltlagcrteilnchmcr treffen wir un» heute, Sonntag, 12V4 Uhr, in Tcmpclhof. Dorfstraßc. Geburistage, Jubiläen usw.: 24. Abt. Unser Genosse August Penn, Naugarder Str. 37, vollendet am Montag, 6. August, fein 60, Lebensjahr. Wir wünschen unserem Partei. Veteran viel Glück und Wohlergehen. 99. Abt. Britz-Buitow. Unser Genosse Karl König, Britz, Chaussee. straßc wohnliast, rollendet am Sonntag, 5. August, sein 65. Lebensjahr. Genosse König ist 35 Jahre Mitglied der Partei und langjähriger Mitarbeiter der Inferatenabteilung des„Vorwärts". König ist trotz seines Alters noch immer ein rühriges Mitglied, an dem sich unsere Jungen ein Beispiel nehmen können. Wir wünschen, daß er noch recht viele Jahre im Kreise seiner Familie zum Ziutzen der Sozialdemokatischen Vartei wirken möge. 128.1130. Abt. Pankow. Fast 3 Jahrzehnte in der politischen Bewegung als ein rast, und selbstloser Kleinarbcitcr tätig, begeht heule unser Ab. teilungsleiter Gustav Bartels, Pankow, Milhlcnstr. 15, seinen 50. Ge. burlstag. Die aufrichtigsten Glückwünsche dem leuchtenden Borbild vieler. tlO. Abt. Borsigwalde. Heute, Sonntag, vollendet unser Genosse Fried. r i'ch Beiß seinen 60. Geburtstag. Seine Pflichten in unserer Abteilung erfüllt der nun Sechzigjähriae mit zäher Ausdauer. Die Abteilung gratuliert und hofft, den Jubilar auch in Zukunft in gewohnter treuer Mitarbeit Kr den Sozialismus in ihren Reihen zu finden. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 128./130. Abt. Pankow. Am 2, August verstarb nach langem Le'den unser Parteigenosse Wilhelm Völkcl, Clausthaler Str. 17. Ein ollseitia bc. licbter Parteigenosse ist mit ihm von uns geschieden. Die Einäscherung findet am Montag, 6. August. 20 Uhr, im Krematorium Gcrichtstraße statt. Um zahlreiche V-teiligung wird gebeten. Zur Ausstettuna»Die Ernährung"«a..�sa At.1.— vro Stück in sämtlich.» Gewerkschaftsbureau» und im Zigarrengeschäit von Paul Horsch. Engelufer 24/25 zu haben. J'oäessnketFe Nach langem, schwerem Leiden ent- schlief am 2. August im Alter von l 25 Iahren unser lieber Eohn und Bender Wilkelm Völkel Die» zeigen tielbctrsibt an leine Eltern Vilüelm und Anna Völkel (ein Bruder Karl und Frau Völkel Die E'niücherung sind« am Mon- tag, dem 0. August, abends 8 120) Uhr, im Krematorium Gcrichtstraße statt. vsntiSKZUNg. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim.Hinscheiden meines lieben Mannes und unseres treuen Vaters Gottfried Müller sagen w:r allen Genossen und Freunden unseren herz ichften Da»!. Ww. Martha Müller urd Kinder. oanlsagnng. Für d'e uns deim Hinicheidcn meines lieben Mannes, unieres lieden Baiers, Droßv.>:er» und Schwiegervater« Johann Ja'JCiynskl denn- enc Ante Inahme danken wir hierdurch Herzlichst. Besonderen Dank Wae» wir den Kollegen der Firma Gatvaneplaltet, Berlin. Im Namen der Hinterbliebenen Ww Caife Znbczynait BerUn-Zchündors. CsaisMElaiiateilrtM Ackiiiin»! Unser- ordentliche«Benernlnerlntnn,. lung für Oos 2 Quartal 1028 findet am 24 September statt. Anträge dazu müssen bi» siätssten» den 18. August, mittags 1 Uhr, im Besitze der Ortsverwallung sein Die wnkiltörpernersntnrnlnngen sollen in der Reit vom 3. de» 15 September abgehalten werden. Etwaige Neumeldungen von Delegierten müssen b>» 17. September erledigt sein Wiedereröffnung der Kulturabteilung morgen, Montag, den 6. August. Spielplan unlerer Knllnrnblollung. In der Woche vom 6. bt» 12. August: 1. Der Heilige Berg. 2. Die Berliner Hochbahn. 3 Humoreske. In der Woche vom 13. Iii» 19. August: 1. Bis ins dritte und vierte Glied ISexual-Zilm). 2. Mgichineniadrik Augsburg- Nürn- bcrg. Hersteller Fr itz K n e I e I», Zimmerstr 13. 3, Humoreske. Zu der Boche vom 20. dt» 21. August: 1. Die Wunder des Amazonenftrvms 2. Der neueste Fordfilm. 3 Humoresle. Zu der Woche vom 27. August bis 2. September: I. Der Mann im Feuer. 2. Herstellung von Starkstromkabeln. 3. Humoreske. Anfragen wegen Ueberiassung und Besuch der Abteilung sind telephonisch oder schriftlich an das Bureau(Kutlurabteilung) zu richten. Dl« Orksvorrnallung. r 40.- Rmk. Anzahlung � Blesenthal. Perle der Mark qm 60 Pfg. an. Monatl. 25.—. 5 Min. v. Bhf., ca. 200 Parzellen, baureil, am plätschernd. Bach Verkäufer Mittw.u Sonnt. 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Bcrltu-Köpenld. den 4. August 1928. Oer Vorstund. Otto Nidel. Borlitzender, Inserate im A Vorwärts sichern Erfolg! Neubauwohnungen QrellstraBe(Bez. Prenzlauer Berg) 2. JV» o. IV» Z„ Zeil nlheit.. Wimwiiser, beste Vetkebrshge ohne BenkottcnziifdinS teton od. 1. fepenr. an alte und neue Mitglieder des Bundes Deutscher Mietervereine, Gau Berlin, zu vermieten. Erforderlich: Wohnuncsbechtigunpschein, Erwerb einer Aktie von RM. 500.—(evtl. Teilzahlung).— Ke ne Vermittlergebühren. Kieteraklienbauvcreiit, Gemeianfllzi� Aktiecgeseüsdiaft, KantstraOe 146.— Steinplatz 4300. Näheres im Vermietangsharean QrellstraBe 60, geöffnet außer Sonntags und Montags täglich von 10 bis 6 Uhr.— Königsiädt 8960. llr'DEitsrM- Der Mi RöiuUddIj Obl. Organ d.„Arbeiter-Radio-Bundes Deutschlands E.V." Beilagen: Der Bastelmelster— Die Nene Musik— Das Neue Theater— Der Neue Film— Der Neue Sport. Eine große Kulturzeilschrift im Sinne der modernen Arbeiterbewegung. Wöchentlich 25 PI, in allen Kiosken. 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Reisebnef aus dem Norden von Franz Klühs. Auf See, im Juli 1928. Vom Kai in Bremerhaven löst sich langsam der Ozeanries« „Berlin*. Die Schiffskapelle schmettert ihre Abschied?weisen. Unten winken Hunderte von Männern, Frauen und Kindern, die der Wind zusammengcweht zu haben scheint, als gälte es, Abschied fürs Leben zu nehmen. Aber„Berlin*, der Lloyddampser, stolz auf seine 15 000 Registertonnen, birgt heute nicht wie sonst wohl Auswanderer an Bord, die ihrer Heimat für immer Valet sagen, weil sie ihnen zu eng wurde. Er denkt auch nicht, wie sonst im Tourendicnst nach Nordamerika zu steuern. Er hat eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft an Bord, die einen Ferienausslug ins Eis zu machen gedenkt. Eine„Polarreise*— schon der Name lockt, die Aussicht auf weite Wasi'erfeldcr, auf ferne Inseln, auf Mitternachts- sonne und arktische Wunder— der Phantasie bleibt ein blühendes Fetd der Träume... Allerdings ist da zunächst ein Etwas, das sich immer näher ins Bewusitsein drängt, von dem niemand gern spricht und von dem doch der Mund übersliesit, weil das Herz davon gepackt ist. Während der Koloß langsam aus der Wesermündung ins offene Meer gleitet, spricht erst der eine schüchtern aus, was andere dachten: Wie wird die See sein? Wird sie und werden wir? Ich denke an die bis- her einzige Nordsecsahrt, die mir dos Geschick verstattete. Sie hat tiefe Furchen in die Erinnerung gegraben. Es war vor nunmehr zwei Dutzend Iahren, als die sozialdemokratischen Parteivertreter in Bremen tagten. Wie üblich, unterbrach der Parteitag an einem Tage der Woche seine ernsten Verhandlungen, um einen Ausflug in die Umgebung zu machen. Ein Dampfer war gechartert, der die Delegierten noch der Insel Helgoland bringen sollte. Erwartung?- froh und hoffnungsfreudig traten alle die Fahrt an. Aber was sich unterwegs begab, davon will ich lieber schweigen. Es leben ihrer nach zu viele, die damals mitgeopfert haben. Ohne Rücksicht auf die „Richtung*, der sie angehörten. Die Seekrankheit brachte fertig, was sonst unmöglich schien:»Radikale� und„Revisionisten* waren eines Geistes— das Land, das bloße Land, mit ihrer Seele suchend! Kurt Cisuer hat damals in einer prächtigen Skizze diesen„Partei- tag aus See* im„Vorwärts* mit jenem Humor geschildert, der ihm zu Gebote stand. Seit jener Zeit dachte ich an Helgoland nur mit innerer„Ergriffenheit*. Aber plötzlich tauchen jetzt im abendlichen Dämmer vor dem Schiffe Leuchtfeuer aus. Der.„Hohe Sand*-Turm. der den Heber- gong zur See markiert, liegt längst hinter uns. Was leuchtet vor dem Bug der„Berlin* auf und verschwindet, um wieder aufzu- flammen? Es sind, wie uns der Schiffsmann tröstend versichert, die Leuchtfeuer von.Helgaland! Di« See ist diesmal spiegelglatt, die Fahrt so ruhig, so gleichmäßig still wie eine Sonn- togsfahrt auf dem Wonnfee. Rur daß nicht die Menschen so ge- drängt beieinander sitzen und stehen, daß nicht so aufdringlich wie eindringlich das Schwatzen der Bielzuvielen sich geltend macht. Helgoland hat sein« Schrecken verloren. 1928 ist nicht 1904 und unser 15 000 Tonnendampfer ist etwas anderes als die schlingernde Nußschale von damals. Da bis hierher alles gut ging, schwellt neuer Mut die Hoffnungssegel. Es ist etwas Schönes um so eine Seefahrt. Bis tief in die Nacht sind Fahrgäste an Deck, um die weihevolle Stille einer nächtigen Mcerfahrt zu genießen. Fernab vom hostenden, lärmen- den, nimmermüden Treiben der Stadt, das die Menschen so unruhe- voll macht, gleitet das Schiff hinaus auf die See. Rings nichts mehr als Wasser in glitzender Schöne. Leicht gekräuselt die Fläche, aber noch sind keine tiefen Furchen in dies Antlitz gegraben. Du siehst und träumst und trinkst die Lunge voll reiner klarer Luit und die Seele voll erhabener Schönheit. Es geht die Nacht hindurch und den nächsten Tag und wie eine Nacht. Da erwachst du in der Frühe und durch das„Bullauge*, das rund« Fenster deiner Kabine, blickst du voll staunendem Entzücken auf eine lange Hügelkette, die>m Sonnenglanz sich dem Auge darbietet, wie eine geschmückte Maid. Wir sind an der schottischen K ü st e und fahren In Firtb of Förth, im großen Meerbusen, an dem die schottische Hauptstadt Edinburg mit ihrem Hafenvorort Leith(sprich: Lids) gelegen ist. Die liebe Erde ist ein großes Dorf! Noch bevor wir an Leith an Land steigen, hörte ich meinen Namen rufen. Zwei junge Lehrer sind'e von einer weltlichen Schule in Neukölln, die hier ihren Urlaub oerleben, um praktisch Englisch zu lernen und zu veriiesen. Edinburg ist eine Stadt von etwa 555 000 Einwohnern. Sie ist ganz dem modernen Leben in Industrie und Handel hingegeben, wie es im Hafen durch einen Wald von Masten und Schloten sich widerspiegelt und durch den Riesenbau der berühmten Eisen bahnbrücke symbolisiert wird, die beide Ufer dieser Bucht in kühnem Bogenwurf verbindet. Zlber die Stadt hat auch Erinnerungen. Zw�i Schlösser umschließen sie. In dem einen werden die Gemächer jener Maria Stuart gezeigt, die als schottische Königin dem Henkerbeil ihrer englischen Rivalin zum Opier fiel. Mord und Totschlag sind immer die erhabensten Traditionen „großer* Fürstengeschlechter. Nicht weit von denen Marios ent- fernt, sind die Staatszimmer, in denen sich die gegenwärtige englische.Majestät oufzuholten pflegt, wenn sie alljährlich etwa auf eine Woche die Hauptstadt Schottlands besucht. Die blutige Er- innerung an die Vorfabrin stört nicht die Ruhe der Lebenden! Das zweite Schloß, die olle Burg, enthält als Sehenswürdigkeit die alten schottischen Königszeichen. Kronjuwelen und Szepter. Man blickt in eine versunkene Welt. Näher als diese liegt die Erinnerung an zwei gioße schottisch« Dichter, an Walter Scott— dann Robert Burns. Don ihnen zeugen ragende Maler. Auf dem Burgberge hat man Im Stile der allen Nachbar- gebSude ein neues Bauwerk errichtet, das gleichfalls der Erinnerung dient: das Denkmal der im Weltkrieg gefallenen schottischen Soldaten! Ein Erinnerungszeichen besonderer Art! Dem Aeußeren nach einer Kirche ähnelnd, enthält c? im Innern kapellenartige Nischen. Alle sind geschmückt mit dem Zeichen schottischer Regimenter oder Schiffsbesatzungen, die ihre Soltoten in den Tod schickten, mit weihevollen Inschriften, die den Nam-P. Gottes nicht gerade spärlich verwenden. Ihnen ollen wird ewiger Dank ausgesprochen, weil sie für„God and the King* in den Tob gingen, um den Sieg, um„overwinnig" zu erkämpfen. Aber kein Gott und kein König kann sie au» der Berlustliste wieder in das Register der Lebenden schreiben. Ueberall dasselbe: in Schottland wie in Frankreich, in Deutschland wie in Belgien: Alle kämpiten und fielen, olle sind des ewigen Dankes sicher, alle aber sind toi und still. „Berlin* lichtet die Anker und flieht aufs Meer. Der Kurs geht zum Nordwesten: Island ist das nächst« Ziel. Ernte. Don Albert Leitich-Wien. Der Mand war so rein wie ein Edelstein, und sein Licht, das auf die Erde fiel, ließ das Korn glänzen. Durch den blanke» Himmel zog ein einsames, weißes Wölkchen, es segelte zögernd am Monde vorbei und war wie ein sanftes Lächeln der Nacht. Die ferne Nachtigall fang ihr Lied und das Firmament wurde immer heller. Bald daraus begann es langsam Tag zu werden. Uiwer- sehens tauchte die rote Scheibe der Frühsonnc aus. Ihre grellen Sirahlen liefen bis in den verborgensten Winkel und vergoldeten die reisen Halme der wogenden Kornfelder. Schon in der nächsten Stunde herrschte überall eine sengende, drückende Schwüle. Die Bienenkörbe ließen schäumend ihren Honig überlaufen, und all die bunten Dauerngärten rochen danach. Adam Kraft schlug die Augen aus. Er schloß sie jedoch gleich wieder, da das scharfe Tageslicht ihn blendete. Wollüstig dehnte und streckte er sich in dem behaglichen Bette, in dem es nach Schweiß und Heu roch. Der Bauer fühlte sich in diesem Halb- schlummer frei und glücklich. Dann jedoch kam es ihm zum Be- wußtsein, daß er nun ausstehen und aufs Feld hinausfahren müsse, und eine dumpfe, lähmend« Verdrossenheit übermannte ihn. Man war jetzt mitten in der Erntezeit. Diesen Sommer herrschte eine entsetzliche Dürre, und ein jäher Wetterumschlag war stündlich zu erwarten. Adam Kraft hatte noch viel Jungsutter im Freien stehen — also hieß es flink sein. Irgendwo krähte ein Hohn, und aus dem Stalle drang das Brüllen der hungrigen Kühe. Adam Kraft konnte keine Ruhe mehr finden. Er erhob sich mißmutig und kleidete sich an. Mit seinen schweren, hohen Stieseln stampfte er an das niedrige Fenster und öfsnete es, mit den derben, roten Fäusten an den Griff- haken reißend. Eine wunderbare, klare, satte Luft drang in die Stube. Der leichte Wind, der sich im Westen zu erheben begann, rauschte in den alten Birnbäumen, die vor dem Fenster standen. Der Bauer sah nachdenklich und prüfend zum Firmament empor. Er schüttelte einige Male den Kops und spuckt« aus der irisch gescheuerten Diele nieder. Hierauf stopfte er gemächlich die Pfeife, entzündele langsam den knisternden Tabak und ging ins Freie. Unier dem breitesten Birnbaum stand Hamte. Sie war zweiundzwanzig Jahr« alt, hatte ein blühendes, gesundes Aussehen und ein gutes, feines Gesicht. In der Linken hielt sie eine Schüssel voll Körner, die sie mit der Rechten den gackernden Hühiurn »orstreute. Sic blickte auf und bemerkte Adam Kraft. „Guten Morgen, Bauer!* sagte sie. Er läch-A« ,fie freundlich an. ließ den Wagen anspannen und fuhr auf» Feld hinaus. ' Weit in die Ferne bis zu den grünen Berglmien dehnten sich die Felder au». All da» viele Getreide glich einem großen, gelben Mantel, der über die dampfende Erde gebreitet war. Di« Sonne rückt« immer weiter vor. Sie bildete einen glühen- den Feuerball im wolkenlosen Blau de» Himmels. Kein Luftzug rezte'sich und olles stöhnte und ächzte unter der Last der Hitze, die stetig zunahm. Sonnverbrannt und schlaff hingen die Halme da und ein seiner, mehliger Staub begann sich überall festzusetzen. Man borte kein Bogelgezwitscher, kein Grillengezirp«, ab und zu mir da» Dengeln einer Sense. Dann fuhren wieder wie auf Kommando alle Schneiden schief in das hohe Korn und gleich- mäßig fielen die Garben hin. Adam Kraft arbeitete für zwei. Denn ihn ängstigte das Wetter und stets glaubte er in der Ferne den Donner rollen zu hören. Zu Mittag kam Hanne und brachte ihm das Essen. Wegen der großen Hitze trug sie nur«in Hemd und darüber einen leichten Rock' Da» Licht, das durch die dünnen Stoff« drang, ließ das Madchen nackt erscheinen. Die Augen des Bauern funkelten vor sinnlicher Erregung. Jetzt, wie sich das Mädchen bückte, hatte er ihren jungen unver- hüllten Busen dicht vor sich.„Wie hübsch sie geworden ist!* dachte er sich. Und noch einer Weile redete er sie an:„Wie alt best du, Hanne?*„Zweiundzwanzig!* „Na, da kannst du ja schon mit mir Hochzeit machen!* meinte er scherzend. Hanne wurde feuerrot im Gesicht und ging. Adam Kraft dachte zurück und fand plötzlich, daß er eigentlich schon sehr alt war. Damals, als er Hanne als Findelkind aus Erbarmen zu sich genommen hatte, war er dreißig,»lso mußte er jetzt fünfzig sein. Das kam ihm ganz wunderlich vor und er konnte es gar nicht glauben. Wo all die Zeit hingekommen war? So spurlos hinabgesunken! Adam Kraft hatte gar nicht bemerkt, daß er grau wurde. Jeden Morgen stand er in zeitiger Frühe auf und machte die Runde durch den Hos und die Stallungen. Dann ging's im Sommer hinaus aus das Feld, im Winter in den vereisten Wald. Einen Tag wie den anderen. Hie und da unterbrochen Feiertage » da? ewige Einerlei der Arbeit und Plage.?ldam Kraft ging zu solchen Zeiten hinab in den Krug. Zuerst schwieg er, ober später, wenn er einige Gläser Wein getrunken hatte, sing er zu reden und zu erzählen an. Am nächsten Morgen aber war der Bauer wieder früh an der Arbeit. Darüber ging die Zeit hinweg. Jahr- aus, jahrein. Nun stand er an der Schwelle des nahenden Atters, dem Tod« ein gut Stück näher. Eigenllich war olle» nutzlos gewesenl Wozu war es? Weshalb denn? Ein lähmendes Entsetzen vor diesem surchtbaren, unausbleiblichen Ende ersaßt« Adam Kraft. Er sühlie einen heftigen Zorn in sich aussteigen, er empfand es als eine schreiende Ungerechtigkeit, daß ein jeder Mensch sterben inußie. Da wurde einem plötzlich alles genommen: Licht, Lust, das weite Feld, der grüne Wald, Freude und Genuß, und man wurde ganz einlach in etwas Rätselhaftes, Unergründliches hinabgesenkt. In eine dunkle, lange Nacht, über die man nichts wußte und in der man sich nicht zurecht finden konnte. Mußte gleichsam ein Stück der eigenen Kindheit wiederholen. Ja. er würde Hanne heiraten und glücklich werden. Der Bauer schloß die Augen und sah sich im Geiste von einer tollenden Schar blonder und gesunder Kinder umgeben. Lauter kleine Kraft. Sie zupften ihn am Barte und riefen scherzend: ..Bater! Vater!* Der Bauer lachte laut auf. Wenn die Bäume blühten, würde er mit dem jungen, mun- tercn Völkchen zu Flur und Wald hinausjagen. Wie ein nicht»- nutziger Junge für sie auf die Bäume klettern und allerlei Unsinn und Schabernack treiben. Und weint der Schnee aus den Feldern tag. sollten sie eine prächttge Eisbahn haben. Und niedliche SchUlte», die lustig die weiße, weich« Berglehne hinabsausten. Ein« jähe Wörme durchströmte seine Brust. Blonde Köpfe hüpften vor ihm herum und«? wallte sie berühren, streicheln. Wie er mit der Rechten in die leere Lust fuhr, kam er zur Besinnung. Er schämte sich, daß er so hinträumte, statt zu arbeiten, und warf verstohlene Blicke ringsum, ob ihn gewiß niemand bemerkt hatte.---- Adam Kraft war gerade beim besten Mähen, da wurde es ihm auf einmal dunkel vor den Augen. Er sah auf und da starrten die anderen, die mit ihm am Felde waren, gerade so angstvoll wie er, zum Himmel empor. Den überzogen rasch drohende, finstere Wolken. Eine sagte hinter der anderen her. Und bald war es ganz dunkel geworden, als wäre es Nacht. Kem schützen- der Baum oder Strauch war in der Nähe, überall freies Feld. Das vom Sturmwind bewegte Getreide glich unheimlichen, schwor- zen Wellen, die näher, immer näher kamen. Die Knechte fürchteten sich und riefen einander ununterbrochen an. Und nun ein Blitzstrahl. Feurig lodernd züngette er am fernen Horizont auf. Plötzlich stürzte Adam Kraft, vom Blitze getroffen, tot zur Erde nieder. Er lag da, einem allen, knorrigen Bannt gleichend, der gefällt worden ist. Hinterher ertönte das Rollen des Donners wie ein boshaftes, schadenfrohes Ge- lächter..... Und die Knechte ftihren sich mit der Hand an die Stirn«: so hell und goldcnleuchtcnd das Leben auch um uns blühen mochte, auf einmal war es uns Nor, daß mir aus dem Dunkel kommen und in das Dunkle gehen mußten, und daß es eigentlich ganz un- verständlich war, wie wir dies auch nur für einen Augenblick ver- gssien konnten. Oer Fernseher kommt! Von Karl Andere. Dem Leipziger Professor Karows, der Physiker an der dortt- gen Universität ist, war es schon vor einiger Zeit gelungen, da? beste System der Bildübertragung ausfindig zu machen. Nunmehr gelang es ihm auch, einen Apparat zu konstruieren, mit dem dos Fernsehen auf funkeittelegraphischem Wege nwglich wird. Aller- ding? wird es sich bei der neuen Anlag« zunächst nur um Usber- tragung van Bildstreifen, noch nicht von Vorgängen in der Wirk- licbkeit handeln. Trotzdem aber stellt bie neue Methode einen riesigen Fortschritt auf dem Gebiete der funkentelegraphischen Licht- bildübertragung dar und erweist sich als bedeutend gebrauchsfähiger als das System des Amerikaners Bird. das bisher für das geeig- netfte gebalien wurde. Schon vor einiger Zeit war es dem Leip- ziger Professor, der mit der Telesunken-Gcsellschofi zusammen- arbeitet, geglückt, ein elektrisches Lichtrelois herzustellen, das die elektrischen Wellen an der Empfängerstotion zu Lichtwellen zunick- oerwandelt. Dies« sogenannte Telesunken-Karows-Zelle stellt eine» nitrobenzalgcjüllten Behäller dar, der seine Lichtdurchlässigkeit im Tempo der Stromschwankungen, die durch die elektrischen W-llen herbeigeführt werden, verändert. Na6)d«m mit dieser Telefuukcn- Karolus-Zelle die schwierigste Frag« aller Bildübertragung gelöst worden war, konnte es nur noch einige Monate Arbeit kosten, be- vor es Professor Karows gelang, dos Problem der simkentelearo- phischen Lichtbildüberttagung übcrljaupt zu lösen. Soll da? Bild für das menschliche Auge wirklich lebendig sein, so müssen in der Sekunde zwölf Bilder erscheinen oder 100 000 bis 120 000 Bild- punkte in der Sekunde. Diese volle Leistung ist allerdings bisher noch nicht erreicht worden, sondern im Höchstfall wurden jetzt 80 000 Bildpitnkte übertragen, oder acht Bilder in der Sekunde. Di« Uebertragung geschieht im einzelnen folgendermaßen. Das zu übertragende Bild wird auf«in« Walze aufgespannt, die rotiert. Darauf fällt ein dünner Lichtstrahl, der diese Walze in Spiral- linien abtastet. Dieser Sirahl wird reflektiert, gelangt in eine Phatozellc und wird dort in elektrische Stramschwankuitgen um- gewandelt. Durch einen Verstärker gelangen diese aus den Sender und werden dann ausgestrahll. An der Empsangsstaiion werden di« Wellen zunächst wieder verstärkt und dann In der Telefunken- Karolus-Zelle wiederum in Lichtschuxuikungen zurücknerwandeii. Neuerdings arbeitet Karows auch ohne dos Neslekticren des Ab- tastestrahles auf der Senderseite. Der Lichtstrahl gelangt direkt durch das abgetastet« Filmbild in die Phatozellc und Mdurch wird eine höhere Sekundenleistung ermöglicht und di« Bilder gewinnen an Schärfe. Die letzten Versuch« haben schon recht erfreuliche Erfolge zutage gesärdert. Die acht Bilder, die in der Sekunde erscheinen, entw-nfr: jchnn ein recht erfreuliches Bild für das menschliche'Auge, wenn die Bewegungen auch noch eckig sind und das G-mze etwa den Eindruck eines alten, ziemlich lasigfam ablaufenden Films macht. Bell- kommen vermieden sind aber fetzt schon die Entstellungen durch rot« Flecken, wie sie beim System Bird stets auftraten, und«ür ein leichter gelblicher Schimmer überdeckt das erscheinende B Id. Bereits heute sind die Ilebertrogungcn so scharf, daß man Portratts ohne weiteres erkennen kqnn. Die neue Methode ist nach durch- aus nervallkamnmungsföhig. und es werden auch nach manch« Ver- bcsserungen angebracht werden müssen, bevor der Fernseher wirk- sich ganz brauchbar wird. Uebrigen? dürfte damit ollein nach Nicht das Fernsehen für jeden Rundfiinkhörer möglich werden, da der Empfänger im Besitze einer ziemlich kastspieligeii Apparatur sein muß. Dieben der Karolus-Zelle ist ein Verstärker mit einer Span- nung von 500 Volt nötig und aar ollen Dingen ein Spiegetrnd, das bie aus der Zell« kommenden Schwankungen ausfängt und rotierend auf di« Sehfläche übertrögt. Dazu braucht man weiter nach eilten Elektromotor von 500 bis 750 Tauren und alle diese Apparate zu- sammen stellen sich heute noch oui ungefähr 1500 M. Doch es ist zu hoffen, daß mit der Vervollkommnung der ganzen Methode auch di« Empfängervorrichtungeu oerbilligt werdeir könne». Seit es Gemeingut nicht nur der wiffenschaftlichen, sondern noch der allgemeinen Anschauungen geworden war. daß das Wachs- tum der Lebewesen auf Vorgänge zurückzuführen ist, die sich in den Zellen abspielen, aus denen sie selbst bestehen, bildet die Frage nach den Ursachen und den näheren Umständen der Lebens- oorgänge unausgesetzt den Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Glaubte man doch, das Rätsel des Lebens dadurch lösen zu können, wenn es gelänge, eine Zell« zum Leben zu erwecken. Der Vorgang des Lebens spielt sich ja dadurch ab, daß durch chemische Vorgänge aus einer Zelle durch Teilung ein« zweite Zelle entsteht, die der ersten durchaus ähnlich ist. Die Eiweißstoff«, aus denen die Zellen bestehen, wurden gründlichsten Untersuchungen unterzogen und es gelang auch, ihren noch komplizierten Aufbau weitgehend aufzuklären, nachdem die Chemie, besonders die Chemie der Kohlen- stoffe, ihre Fortschritt« gemocht hatte, die in erster Linie in der Erkenntnis der verschiedenen Strukturformen verschiedener Stoffe beruhen, die an sich aus den gleichen Grundstoffen zusammen- gesetzt sind. Man glaubte auf diesem Wege auch den Uebergong von der toten zur lebenden Natur gefunden zu haben, als die Zelle sich gewissermaßen darstellte als ein höchst kompliziertes chemisches Gebilde aus Eiweißstoffen. Trotz aller Bemühungen gelang es nicht, eine Zelle zu bauen oder auch nur eine vorhanden« Zelle, deren Zusammensetzung und deren Lebensbedingungen man auf das genaueste kannte, zum Leben zu erwecken. Nun ist es bereits vor einiger Zeit einem russischen Forscher gelungen, die Natur der Acllteilungsvorgäng« weiter aufzuklären. Er hat festgestellt, daß die Zellteilung zwar von chemischen Er- scheiimngen notwendig begleitet ist, daß sie aber physikalische Reize voraussetzt, die in das Gebiet elektrischer Strahlungen sollen. Gurwitsch fand nämlich, daß bei Geweben, die in Zellteilung be- griisen sind, die sich also im Stadium des Wachstums befinden, Strohlungen ausgehen müsien. Von dieser Hypothese ausgehend, hatte er ein« Zwiebel in ein« Glasröhre eingeschlossen, die so um- gebogen war, daß das Wurzelende dieser Biegung folgen mußte. Das Gebiet der stärksten Zellteilung ist die Wurzelsohle. Gingen also hiervon Strahlungen au«, so mußten sie in der Röhre an der Krümmungsstelle Reflektionen erleiden, die an einer bestimmten Stelle zu eiyer Sammlung der Strahlen führt, ähnlich wie b«i einem Hohlspiegel. Nun gelang e- ihm tatsächlich, durch mikroskopische Untersuchungen nachzuweisen, daß an dieser Stelle in der Wurzel eine stärkere ZeMeilung auftrat als an den übrigen, wo eine der- artige Sammlung der oermuteten Strahlen nicht auftreten konnte. Er führte seine Versuche weiter, bis er sogar die Strahlungen als ultraviolettes Licht bestimmen konnte. Seine Versuche und ihr« Ergebnisse blieben allerdings so gut wie unbeachtet, und erst in neuerer Zeit haben zwei deutsche Forscher diese Untersuchungen sortgesetzt und sind zu Ergebnissen gekommen, die für die Biologie von außerordentlicher Bedeutung sind. Zunächst konnten sie nachweisen, daß derartige Strahlungen bei ollen Zellteilungen in pflanzlichen und tierischen Organismen austreten, und zwar nicht nur bei den ausgesprochenen embryonalen Gewebsneubildungen in den Keimen der Pflanzensamen oder der in Entwicklung begrisfenen tierischen Eizellen, sondern auch bei krankhaften Gewebsveränderungen, wie wir sie vor allem bei den bösartigen Tumoren der Krebsgeschwür« finden. Di« Art dieser Strahlen konnte noch ihrer Wellenlänge und ihrer Intensität durch photographische Ausnahmen genau bestimmt werden und so wurde es möglich, nicht nur die in Zellteilung begriffenen Organismen selbst als Strahlungserreger zu verwenden, sondern auch natürliche !>e Zellen. und künstliche Lichtquellen konnten in ihrer Wirkung auf die Zell- teilung untersucht werden. Dabei ergab sich zunächst, daß die an ultravioletem Licht reichen Lichtquellen wie die Sonne, Kohlen- bogenlampe oder Quecksilberdampflampe keinerlei Wirkung zeigten, bis man durch Quarzprismen die ultravioletten Strahlen zerlegte und alle Wellenlängen ausschied, denen diese spezifische Wirkung nicht zukam. Dabei wurde gefunden, daß es einen Wellenbereich gibt, der die Wirkung der zellteilenden Strahlen aufhebt, auch wenn sie nur in zehnmal geringerer Menge vorhanden sind. Was diesen Versuchen aber erst ihre eigentliche Bedeutung gibt, ist, daß die Eizellen des Wassermolch, die noch völlig unbefruchtet waren, durch dies« Strahlen zu einer Zellteilung angeregt werden konnten, daß aus der Eizelle ein sechzehnzelliges embryonales Gebilde wurde. Diese Feststellungen sind geeignet, die Grundlag« abzugeben für die Erklärung so mancher Zusammenhänge und Erscheinungen, die bisher zwar festgestellt, aber noch nicht erklärt waren. Denken wir dabei etwa an die Behandlung der Krebsgeschwülste durch Strahlen, so scheint hier der Zusammenhang gefunden, warum diese Strahlen überhaupt einen Einfluß auf die Wachstums- Vorgänge haben. Aber auch über dieses spezielle Gebiet hinaus findet der Zusammenhang zwischen Licht und Wachstum eine neu« Beleuchtung, wenn sich auch über die eigentlichen Vorgänge, die zu der Strahlung führen, und die andererseits durch die Strahlung ausgelöst werden, soweit sie innerhalb der Zelle selbst liegen, noch nichts gesagt werden kann. Oer moderne Gchnettdichier. „Helden an Fruchtbarkeit" hat es zu jeder Zeit auf dem Parnaß gegeben, und wenn auch das„Weltwunder" Lope de Dega mit seinen 4500 Dramen einzig dasteht, so fehlt es doch nicht an Dichtern, die nach Platens Wort„schmierten, wie man Stiefel schmiert". Der Schnelldichter unserer Zeit ist der Engländer Edgar Wallace, dessen spannend« Detektiv, und Abenteuer-Romane bei uns viel ge- lesen werden, dessen Kriminalstücks volle Häuser machen und dessen Bild bei uns durch tüchtige Reklame allgemein bekannt ist. Die Geschwindigkeit, mit der er arbeitet, hat zu zahllosen Geschichten und Anekdoten Anlaß gegeben, und erst kürzlich ging der Witz durch die Presse von einem Freunde, der am Telephon Wallace zu sprechen wünscht, hört, daß er gerade ein Drama schreibt, und daraufhin er- klärt, er bleibe am Apparat, bis er fertig sei. Seine Einnahmen sollen ans Fabelhafte grenzen und werden mit über einer Million Mark im Jahr angegeben. Nebenbei ist er auch ein tüchtiger Geschäftsmann, der nicht mehr mit seinen erfolgreichen Stücken für die Theaterdirektoren arbeitet, sondern das Geschäft selbst macht, indem er eigene Truppen mit seinen Dramen auf die Tournee schickt. Gegenwärtig läßt er an drei Londoner Theatern Stücke von sich spielen und verdient, wenn er volle Häuser hat, 60 000 bis 80 000 Mark in der Woche, nur mit den Theaterstücken, wozu dann noch die Honorare für seine Romane, seine kurzen Ge- schichten, sein« Zeitungsartikel und sein« Film« kommen. Wallace ist«in bescheidener Mann, der nicht gern van seiner Arbeitsweise spricht. Er ist eben von einer Ferienreise nach London zurückgekehrt, auf der er vier Monate gar nichts getan hat. Jetzt aber muß er um so eifriger an die Arbeit, denn er hat in einer Woche ein Stück abzuliefern, wie er einem Berichterstatter oerriet. Dieser erfuhr auch auf eingehendes Fragen von ihm die folgenden ungefähren Zahlen feiner bisherigen Produktion �<0 Roman« (es können auch ein Dutzend mehr sein), ein halbes DutzeiÄ Theaterstück«(mindestens), 200 kurze Geschichten, vielleicht aber auch 400; im ganzen hat er ejwa 9 Millionen Wort« geschrieben. Auf die Frage, welcher seiner Romane am schnellsten entstanden sei, erzählte er:„Eine Verlegerfirma bestellte bei mir am Donnerstag einen Roman von 70 000 Worten, der bis zum nächsten Montag nnttag geliefert sein mußte. Ich arbeitete 17 Stunden am Tag, diktierte alles in die Schreibmaschine, während meine Frau das Diktat oerbesserte, und war mit der„Seltsamen Gräfin" am Mo» tag morgen fertig." Wie Chinas Hauptstadi ausfiehi. Wenn Nanking, das feit 1927 der Sitz der Kuomintang» Regierung ist, nunmehr zur Hauptstadt des Reiches der Mitte er. hoben wird, so dürfte dies nur möglich sein, wenn eine ganz neu« Stadt außerhalb der gegenwärtigen an den Ufern des Iangtsekiang errichtet wird, denn trotz seiner uralten Vergangenheit und seines Ruhms als frühere Hauptstadt des Landes ist Nanking heute ein Riese ndorf. Die Stadt hat sich nicht wieder erholen können seit der Belagerung während der Revolution der Taiping in den Iahren 1853 bis 1864; es wurde damals erobert und zerstört, wo. bei auch der berühmte neunstöckige Porzellanturm zerschlagen wurde. So macht die Stadt heute zwischen den bewaldeten Hügeln und Wiesen mit seinen großen unbebauten Strecken den Eindruck einer ländlichen Siedlung. Wenn der Reisende auf der Hauptstraße von dem I-feng-Tor die Stadt betritt, die von einer fast 45 Kilometer langen Mauer umgeben ist, dann sieht er viele Kilometer lang wenig von dem. was den Eindruck einer großen Stadt hervorrufen könnte. Die Geschichte der Stadt reicht mindestens bis ins dritte christ- liche Jahrhundert zurück. Sie war damals der Mittelpunkt eines der drei Königreich«, in die China zeitweise verfiel, und hieß nach den Berichten japanischer Historiker Chie-jeh. Der Name Nanking ist verhältnismäßig neu und stammt aus dem Anfang des 15. Jahr, Hunderts, als der Mtng-Kaiser Iung-Loh Peking zur nördlichen Hauptstadt machte und davon Nanking, d. h. südliche Hauptstadt unterschied. Damals war die Blütezeit Nankings schon vorbei, denn als Hauptstadt der Ming-Dynastie war der Ort mit seinen mehr als 800 000 Einwohnern die größte Stadt der Erde. Die Ratio- nalregierung wird ein« schwere Aufgab« haben, um der Stadt chren alten Glanz wieder zu verleihen. Sie besitzt gegenwärtig nichts von dem, was für eine moderne Hauptstadt notwendig ist, kein« Wasserleitung, keine auch nur erträgliche Beleuchtung. Die öffent« lichen Gebäude sind verfallen, und für die fremden Gesandtschaften ist nichts vorhairden als weite Bauflächen, wie sie sich in dem alten Mandschu-Ieil finden. Die Wahl Nankings zur Hauptstadt geht auf die Anregung des Präsidenten Sun Iat-sen zurück; sie wird in der Proklamation vom April 1927 erwähnt als Hauptgrimd dafür, daß die nationale Regierung damals ihr Quartier von Wuchang nach Nanking verlegte. Das Jangtse-Tal ist das Herz Chinas, und die Nähe Nankings zu dem Haupthafen Schanghai bietet die Möglichkeit, von dieser Stadt aus die wichtigsten Hilfsquellen des Handels zu beherrschen. Peking, diese abgelegene Stadt, in der der verhaßte„Mandarinengeist" herrschte. galt einem Sun Iat-sen als der Inbegriff jener veralleten und un- tätigen Verwaltung, die er bekämpfte. So wollte er Nanking zum Mittelpunkt einer neuen Zeit machen, und als Sinnbild dieses Strebcns sollen nun die Ueberreste des Schöpfers der nationalen Partei nach der neuen Hauptstadt gebracht und dort in einein großartigen Mausoleum beigesetzt werden, das ein Nationalheilig- tum bilden wird. ok'.-K Gsiieißlsllt Bollensdorf bei Neuenhagen/ Hoppegarten Größte Siedlung des Ostens durch den Besitzer selbst ins Leben gerufen. Erste Station hinter Hoppegarten. 5 Minuten vom Bahnhof Neuenhagen &fZ. SC€€ Eigenh Herrliche Wald- und Landbaustellen. Elektrisches JJcht, Gas- und Wasserversorgung. Kein Bauzwang. 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