BERLIN Montag, 6. Auguft 1928 Der Abend Ericheint täglich außer Sonntags Fugleich Abendausgabe des„ Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenfr.3 Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 368 B 182 45. Jahrgang. 66 anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeite 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Boßfcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Denboff 292 bis 297 149 Bandervelde fordert Räumung! Eröffnung des Internationalen Sozialistenkongresses in Brüffel. Brüffel, 5. Auguft.( Eigenbericht.) Die feierliche Eröffnungssigung des Internationalen Kongreffes fand am Sonntag vormittag in Anwesenheit von mehr als 600 Delegierten aus 24 Ländern statt. Doch maren außerdem doppelt so viele belgische und ausländische Zuhörer sowie zahlreiche Vertreter der sozialistischen, der bürgerlichen und der kommunistischen Presse im Saale und auf den Galerien untergebracht. Saal und Tribünen waren bis auf den letzten Platz besetzt. Bandervelde erteilte sofort dem Präsidenten der Arbeiter. internationale Henderson England das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Der Redner gedachte zunächst, daß bereits vor 40 Jahren in Brüssel einmal ein Internationaler Sozialistentongreß stattgefunden hat und feierte dann unter lebhaftem Beifall des Kongresses die belgische Sozialdemokratie und insbesondere ihren Führer Vandervelde. Henderson fuhr dann fort: Die Sozialistische Arbeiterinternationale tann auf das erste Jahrfünft ihrer Tätigkeit zurückblicken. Die großen Schwierigkeiten, vor denen wir auf dem Gründungstongreß in Hamburg standen, sind überwunden, ja zum großen Teil schon vergeffen. Die drei Jahre seit unserem Kongreß in Marseille waren eine Periode ftetiger und erfolgreicher Kräftigung unserer Organifafionen. Während wir auf den früheren Kongressen, vor allem unsere eigenen Organisationen aufzubauen hatten und durch die dringenden Probleme des Tages vollständig in Anspruch genommen waren, fönnen wir nun daran gehen, uns ein weitschauendes konstruktives Brogramm unferer Tätigkeit zu geben. Unter den wirtschaftlichen Problemen ist es vor allem die internationale gefeßliche Festlegung des Achtffundentages, für die die politische und die gewerkschaftliche Arbeiterbewegung mit gleicher Kraft arbeiten müssen. Das Haupthindernis der Erfüllung der feierlichen Versprechungen, die die Regierungen nach dem Ende des Krieges gegeben haben, ist gegenwärtig die konservative Regierung Englands. Immer wieder ist es unsere Pflicht, laut zu erklären, daß wir die Nichtratifikation der Konvention von Washington als Wortbruch und als Betrug an der Arbeiterklasse empfinden. In einer großen Reihe von Ländern haben Wahlschlachten in diesem Jahre stattgefunden oder werden im nächsten Jahre vor sich gehen. In Deutschland war der Wahlerfolg der Sozialdemokratie so gewaltig, daß unsere Freunde die Berantwortung für die Regierungsbildung über nehmen mußten. In dem Lande, aus dem ich komme, und in dem Lande, in dem wir uns heute befinden, werden die Wahlen im nächsten Jahre stattfinden. Wir hegen die Hoffnung, daß diese Bahlen gleich denen in Schweden, in Holland, in der Schweiz und allen Ländern, wo man in Kürze wählen wird, denselben entschiedenen Rud nach links bringen werden, wie die bereits hinter uns liegenden Beltsentscheide. Leider ist nicht in allen Ländern der natürliche Weg zur Macht der Arbeitertiaffe gegeben. Seit dem Marseiller Kongreß haben wir gesehen, wie sich in Litauen gegen den bei den Wahlen zum Ausdrud gekommenen Willen des Boltes eine Militärdiktatur etabliert und die ganze junge demokratische Entwicklung des Landes vernichtet hat. Das Schicksal dieses Landes ist ein Barnungszeichen für die Arbeiterklasse. In Polen spielt Bilfubfti immer wieder mit dem Gedanken, sich als Miltärdiktator zu etablieren; er be= schimpft im Tone eines Unzurechnungsfähigen die Institution der Demokratie, und die Arbeiterklasse Polens hat die Folgen seiner Unzurechnungsfähigkeit schon in allen möglichen Gewalttätigkeiten und Verfolgungen zu erdulden gehabt. Dem Berstand und dem guien Willen, Woldemaras und Pilsudffis können wir nur das tiefste Mißtrauen entgegenzubringen. Beide haben sich eine diktatorische Gewalt angemaßt, die, es ihnen ermöglicht, wegen ihrer Gegnerschaft die ganze Welt in Flammen zu setzen. Immerhin fönnen wir heute auch Kenntnis davon nehmen, daß Bertreter der fapitalistischen Regierungen sich gezwungen sehen, sich unseren Gedanken anzuschließen und das Wort Don der Aechtung des Krieges zur allgemeinen Anerfennung bringen. Es hat Zeiten gegeben, mo jeder, der sich nicht für den Krieg und den Militarismus begeistert hat, als Vaterlands Perräter angesehen wurde. Wir können also einen fleinen Fortschritt darin sehen, wenn die Berachtung des Krieges, deren Träger früher die Arbeitertlaffe allein war, nun ein Gedanke geworden ist, den auch die Regierungen annehmen. Die Aechtung des Krieges", die heute von der Regierung Der Bereinigten Staaten vorgeschlagen wird, ist ein beFortjeßung auf der 2. Seite.) Der verunglückte polnische Flug. MARSZALEK- PILSUDSKI zu können. Warschau, 6. August. Die beiden polnischen Flieger find geffern um 16,40 Uhr amerika-| in Leixoes in das Krankenhaus habe eingeliefert werden müssen. nischer Zeit über dem Atlantischen Ozean abgestürzt. Die beiden Polen hofften, am Montag wieder nach Paris reifen. Der Apparat ist vollständig vernichet. Die Flieger wurden von dem deutschen Dampfer Samos der Deutschen Levante- Linie gerettet; fie befinden sich an Bord des Dampfers und sind gesund. Der Dampfer ist unterwegs nach dem portugiesischen Hafen Leigoes. In einem bei der Direktion der Deutschen Levante In einem bei der Direktion der Deutschen Levante einie eingegangenen drahtlosen Telegramm des Kapitäns des Dampfers Samos vom 4. August, 16 Uhr 43 Min., wird die Rettung der beiden Bolenflieger bestätigt. Sie wurden unter schwierigen Umständen an Bord genommen, sind aber unversehrt und werden in Leigoes gelandet werden. Das Flugzeug ist zerstört. " Der mißglückte polnische Ozeanflug hat in Warschau eine gewaltige Enttäuschung hervorgerufen, nachdem die Erwartungen der Deffentlichkeit durch eine übermäßige Pressepropaganda vorher allzu stark gesteigert worden waren. Der polnische Funt, der während der beiden letzten Tage in furzen Zeitabständen Berichte herausgab. in denen nur mitgeteilt wurde, daß noch feine Nachrichten vorlägen, hatte am Sonntag vormittag plöglich jegliche Sendung eingestellt. Bereits am Sonnabend und Sonntag erschienen in der Stadt Extrablätter, obwohl noch überhaupt keine bestimmten. Meldungen vorlagen, so daß sich der Bevölkerung bereits Befürchtungen und Be. forgnis bemächtigten. Am Sonnabend traf dann um die Mittags= stunden die erste Nachricht über die Rettung der ins Meer gestürzten Flieger durch einen deutschen Dampfer ein, die durch Funk und kurz darauf erschienene Sonderausgaben verbreitet wurde. Die allge. meine Stimmung ist infolgedessen sehr gedrückt. Wie Havas aus Lissabon meldet, ist der deutsche Dampfer Samos" mit den polnischen Fliegern an Bord und deren Flugzeug im Schlepptau am Sonntag im Hafen von Leigoes ein gelaufen. Havas berichtet weiter, daß das schlechte Arbeiten des Benzinzuführungsrohres die Flieger gezwungen habe, etwa 110 Kilometer von Rap Finisterre entfernt niederzugehen. Der Apparat sei Nach einer Londoner Meldung der Radio Corporation aus mit solcher Heftigkeit auf das Wasser aufgeschlagen, daß die Flügel abgebrochen seien. An Bord der„ Samos" sei einer der Flieger New York hat das polnische Flugzeug infolge Motorschwierig. gestürzt und habe sich am Arm verlegt, so daß er bei der Ankunft| keiten niedergehen müssen. Sizewelle und Orfan über New York Die große Hitze im nordöstlichen Teil der Vereinigten Staaten hat am Sonntag weitere neun Todesopfer durch hihschlag gefordert. Trotz Gewitter und Regen gab es feine Abkühlung. Die Zeitungen feilen mit, daß seit Beginn der neuen Sizewelle in den öfflichen Staaten bisher mehr als 100 pergestorben Hihschlag jo nen find. Ueber 800000 Badegäste zählte man am Sonntag am New- Yorker Strand. In den späten Abendstunden setzte ein schwerer Ortan ein, der in New York großen Schaden anrichtete. Drei Personen wurden durch herabflürzendes Mauerwerk getötet. Sechs Badegäffe ertranten. an Unwetter in Süddeutschland. Severing spricht in Dortmund. Berichte im Innern des Blattes. Opels Rennboot verbrannt. Die Infaffen retten sich schwimmend. Die Frantfurter Zeitung" meldet aus Destrich: Das Rennboot Opel IV, ein Bremer- Neubau der Dreiliterflasse, ist bei der erfien Versuchsfahrt auf dem Rhein gestern abend oberhalb des Binger Lochs in Brand geraten und mußte von der Besatzung verlassen werden. Fritz von Opel und seinen Mitfahrern gelang es, trop des stürmischen Wetters und ihrer schweren Lederkleidung schwimmend das Ufer zu erreichen. Das Boof explodierte mit einer hohen Stichflamme und fant in wenigen Minuten. Fritz von Opel hat mit seinen neuesten Behikeln entschieden Pech. Nach der Explosion und Bernichtung zwei seiner Rateten wagen ist dies das dritte Fahrzeug, das in kurzer Zeit einer Explosion zum Opfer fällt, Oer Internationale Kongreß. (Fortsetzung von der I. Seite.) zeichnender und vielleicht bedeutsamer Schritt vorwärts. Aber wir übersehen nicht die ungeheure gewaltige Aufgabe, die noch immer vor uns steht. Nor vier Jahren Hot in Genf die 5. Völkerbundsoersammlung unt#r der Führung der Linksregierungen in zwei großen Ländern ein Dokument entworfen, das als das Genfer Protokoll geschichtliche Bedeutung erlangt hat. Das Protokoll war eine große Scharte. Die V. Völkerbunds- Versammlung gab damals zum ersten Male auf die bis dahin un- gelöst« internationale Frage des Friedens deutliche Antwort. Sie schuf einen vollständigen Mechanismus, ein vollständiges Gesetz für die Einrichtung und Erhaltung des Friedens. Indem sie an dieses Problem des Krieges heranging und die Mittel aufzeigte, durch die es aus der Welt geschafft werden kann, hat die Z. Völkerbundsver- sammUmg den Weg gebahnt, den die Regierungen früher oder später werdcn beschreiten müssen. Denn der Krieg ist heule das wichtigste aller Probleme geworden, die zu lösen Aufgabe der Regierungen ist. Bestimmte uni> nicht ganz unbeträchtliche Ergebnisse sind erzielt worden. Ich er- innere an die Einsetzung der vorbereitenden Abrüstungs- kom Mission, an die Tagung der Schiedsgerichts- und Sicherheitskommission, und nun liegen der Welt die Bor- schlage Kcllozgs über den vollständigen Verzicht auf den Krieg als ein Mittel der nationalen Politik unserer Regierungen vor. Auch das sind konkrete Vorschläge, die den Regierungen in der wichtigen Frage der nationalen-Sicherheit gemacht werden. Wenn diese Vor» schlage angenommen werden, würden sie in weitgehendem Maße d i e Sicherheit herbeiführen, die von so vielen Regierungen verlangt wird. Aber noch viel mehr wäre getan worden, wenn nicht die zögernd« oder offen reaktionär« Haltung der kapitalistischen Regie- rungen gewcsm wäre, die jetzt an der Macht sind. Aber der Zeit- punkt, wo es heißt, Farbe zu bekennen, ist nah«. Niemals zuvor waren die Völker so bereit zum Fortschritt, den ihnen dt« Regie- rungen oevfagen. Niemals zuvor sind die Reglerungm so feige zurückgewichen, während die Völker sie vorwärtsgehen hießen. Auf unseren Schultern liegt die Pflicht, die Arbeiterklasse in das Reich des Friedens und der Freiheit zu führen und den Weg zu bereiten für die sozialistische Gesellschajt."(Stürmischer Beifall.) Es folgt ein ausgezeichneter Gesangsvortrag der Brüsseler Ar- bcitersängcr. Anschließend nimmt Vandervelde-Äelgien für die belgische Arbeiterpartei das Wort. Er zieht zunächst einen Vergleich zwischen den Zuständen vor ungefähr 4» Jahren, als in Brüssel ein Koitgreß der Internationale stattfand, und den heutigen Zuständen. Damals keine Vertretung in den Pari a- menten, keine Rechte, und heute? Heute, im Jahre 1928, bilden die Vertreter der Sozialistischen Arbeikerinternationale eine Macht, mit der jede andere Macht auf Erden rechnet. Die schwachen natio- nalen Gruppen von damals sind fast alle mächtige Parteien ge- worden, die die große Mehrheit der Arbeiterklasse umfassen und manchnial, eben wegen ihrer Machtfülle, nicht mehr in der Oppo- sition bleiben können. Aber gleichviel, ob wir in der Opposition»der in der Regierung sind, unser Kampf muß stet» der gleiche sein: der Kampf für die völlige Verwirklichung des Sozialismus und zu- gleich der Kampf, wie er richtig genannt wird, der Harle Kampf für den Frieden. Aber jähren denn nicht olle verantwortlichen Männer das Wort Frieden auf den Lippen? Sind nicht all« Außenminister Kandidaten für den Nobelpreis? Kellagg wird ihn sicher demnächst erhalten. Vermutlich hält es auch Musiolini nicht für aussichtslos. Ihn«ine» Tages zu bekommen. Werden wir nicht überdies dem prächtigen Schauspiel beiwohnen, daß die wichtigsten Staaten der Welt feierlich die gegenseitige Verpflichtung übernehmen, sich des Krieges nicht mehr als eines Mittels der nationalen Politik zu bedienen? Allerdings— fo fuhr Vanderoelde ironisch fort— herrscht zwischen den Regierungen Einverständnis darüber, daß Rica- rogua zu Intervenieren nicht Krieg bedeutet, Korfu zu bombardieren, Revolten In Damaskus und Marokko nieder-usästagen, Truppen in Schantung zu landen, die Ordnung in Nanking wiederherzustellen, olles das nicht Krieg ist. Gleichviel, ich bin mit Henderson der Ansicht, daß der feierliche Pakt zwischen den Siegern und den Besiegten des Weltkrieges keine gleichgültige oder belanglose Sache ist. Er bedeutet eine neuerliche Stärkung der Argumente aus den Friedensverträgen selb st für die Ab- ruft un g, die Räumung der besetzten Gebiete und das Selbst- bestimmungsrecht der Völker. Was wird man denn in der Tat Strefemann, dem Unterzeichner der Verträge von Locarno und des Kellogpaktes, antworten können, wenn er morgen den Alli- ierten von gestern sagen wird: Die militärischen Bestimmungen des Verfailler Derirages haben den Zweck,„die Vorbereitung einer allge- meinen Beschränkimg der Rüstungen zu ermöglichen�. Ihr habt sestgeslell«, daß wir abgerüstet haben. Wir sind einig im Entschluß, in Zukunft niemals zum Kriege zu schreite». Woraus wartet ihr noch, um abzurüsten und— wie Paul Voncour es nannte— ein« moralische und juristische Verpslichtung zu erfüllen? Artikel 1 des Völterbundspaktes sagt, daß der Völkerbund sich aus Staaten zusammensetzt,„die sich frei regieren". Ihr hobt uns ausgenommen, ihr habt uns einen Rats- s i tz eingeräumt, ihr habt uns mit euch als Hüter des europäischen Friedens eingesetzt. Ihr habt eben mit uns vereinbart, den Krieg zu ächten. Worauf wartet ihr. um eure Besatzung au» dem Rheinland zurückzuziehen, um un»— nach lOjähriger Besatzung!— das Recht zurückzugeben, uns frei auf dem ganzen uns gebliebenen Gebiet zu regieren? Artikel 19 des Paktes sieht vor, daß die Völkerbunds- Versammlung von Zeit zu Zeit die Verträge prüfen und in der Folge Ihre einvcrsiändliche Revision in Aussicht nehmen kann. Wir haben eben unsere Verpflichtung erneuert, diese Revision nicht mit Gewalt zu versuchen. Schafft das nicht für Euch die moralisch« Verpslichtung, mit uns.zusammen zu prüfen, ob in den Rachkriegsverlrägen es Ungerechtigkeiten gibt, die im Interesse des Friedens eine Gutmachung erfordern? Di« logische Folge des Kelloggpaktes ist geradezu die Räumung des Rheinlondes. Ich weiß, daß man versuchen wird, gegen diese Argu- mentation eine andere vorzubringen und man sich bemühen wird, gewisse Zugeständnisse nur gegen die Bewilligung anderer zu machen. In Wirklichkeit werden in all diesen Fragen, ob es sich nun um die Abrüstung, die Aufhebung der militärischen Besetzungen, das Selbst- bestimmungsrecht der Völker handelt, die künftigen Lösungen in weitem Auemaß von dem Einfluß abhängen, den die Parteien des demokratischen Sozialismus in den verschiedensten Ländern und in den verschiedensten Regierungen auszuüben imstande sein werden. Wir fordern nach wie vor die Annullierung der internationalen Schulden. Wir sind der Meinung, daß militärische Besetzungen sowohl drückend als auch unwirksam sind. Und überdies bilden sie ständigen Grund zur Erregung und zu Konflikten. Wir fordern, daß die Abrüstung nicht allein einigen Staaten aufgezwungen, sondern von allen verwirklicht wird. Wir bekräftigen das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Wenn die großen Parteien der Internationale an der Macht sein werden, wird dieses Programm verwirklicht werden. Aber auch schon bevor das der Fall sein wird, wird sich unter dem wachsenden Druck der sozialistischen Parteien wenigstens eine gewisse Annäherung der Wirklichkeit an dieses Programm durchsetzen lassen. Deutschland hat sich eben zum ersten Male irr ruhigen Zeiten eine Regierung gebildet, deren Pfeiler der demokratische Sozialismus ist, die mit Recht fordern kann, daß man ihr Vertrauen schenkt. Vanderoelde wendet sich dann noch mit aller Schärfe gegen die Taktik der Kom- munisten und gegen das Regiment der Diktatur.- Als er geendet hatte, wurde er minutenlang stünnisch gefeiert. Auf Antrag Vandeweldes beschloß der Kongreß unter lebhaftem Beifall, an den erkrankten und deshalb abwesenden Genossen Otto Wels ein Sympathietelegramm abzuschicken, ebenso an den Ge- nosien Eduard Bernstein und Karl K a u t s k y. Der Kongreß vertagte sich kurz nach 1 Uhr nachmittags, um an einer Demonstrativ» der belgischen Arbeiterorganisationen teilzu- nehmen.— Weiterberatung Montag 9 Uhr. Als die Kongreßteilizchmer in der 2. Nachmittagsstunde i das Volkshaus verließen, waren auf der Straße Hundert» tausende von Männern, Frauen und Kindern! auf den Beinen, die an der Kundgebung der belgischen pro« letarischen Oraanisationen, insbesondere der Arbeiterturner: und der Arbeitermilizen, teilnehmen wollten. Die größten Straßen Brüssels waren fast drei Stunden lang ab-e g e s p e r r t, um den vorzüglich organisierten D:mollstrations« zug durchzulassen. Für die Delegierten des Kongresses wari ein Podium auf einem Platz im Regierungsviertel aufgebaut worden. Von diesem Platz aus hatte man eine großartige Aussicht auf eine kilometerlange Anmarschstraße des Fest- zuges. Man sah eine endlose Schlange von Menschen, die sich auf der ansteigenden Straße dem Platz näherte. H u n- d e r t e von Musikkapellen, die bei der Ankunft auf dem Platz die Internationale spielten, Tausende von roten, kostbar bestickten Fahnen, die vor den Kongreßdelegier- ten geschwenkt wurden, gaben dem Zug ein buntes und fest- liches Gepräge. Auch kleine ausländische Delegationen� darunter deutsche, französische, österreichische und tschechische Arbeiterturner, Wandervögel und Studenten waren im Zuge und wurden besonders lebhaft auf dem ganzen Wege und von den Kongreßteilnehmern mit Beifall und Tücherschwenken begrüßt. Der rote Fahnenwald machte einen über- wältigendcn Eindruck, aber fast noch größer war die Begeiste- rung, als die A r b e i t e r m i l i z e n, das sozialistische Reichsbanner der belgischen Arbeiterschaft, in vorzüglich auf- tretenden Hundertschaften eine ganze Stunde lang defilierten. Selbst die deutschen und die österreichischen Genossen, die schon manchen erhebenden Massenumzua erlebt haben, gaben einmütig zum Ausdruck, daß dieser Aufmarsch eines ihrer schönsten Erlebnisse war. Oie Teilnehmer haben angehängt! Moskau kommt zu spät für Kriegsverzichtsverhaudlungen. Woskau, 6. August. In einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte Außen- minister Tschitfcherin über den Kellogg-Pakt und die Stellungnahme der Sowjetunion dazu, daß die Mächte nicht daran gedacht hätten, die Sowjetunion zur Teilnahme an diesen Berhandlungen aufzufordern. Die Verhandlungen seien ein Bestandteil der PoNiik der Einkreisung der Sowjetunion, welche gegenwärtig im Mittelpunkt der internationalen Beziehungen der ganzen Welt stehe. Litwinofs habe glänzend nachgewiejen, daß das Verbot des Krieges als Werkzeug der Nationalpolitik nur ein« Umschreibung sei für die Borbereitung des Krieges als Wertzeug der inter- nationalen Konterrevolution.(!) Die französijch« Rc- gisrung hob« betont, daß der Kellogg-Pakt zum Schutz der be- stehenden internationalen Vertragsbeziehungen gedacht sei; Staaten dürfen zur Sicherung bestchender Dertragsbezichungen Krieg führen. Die Verträge Frankreichs mit Polen und Rumänien er- scheinen als solche, so daß ein aus ihnen hervorgehender Krieg kein Krieg als Werkzeug nationaler Politik, sondern ein Krieg zur Ve r- ewigung der bestehenden friedlichen und freund- schaftlichen Beziehungen zwischen den Teilnehmern des Patte» wäre. Aus letzter Zeit feien einige neu« Tatsachen zu oerzeichnen. Ein bedeutender Teil der deutschen Presse befürworte die Heranziehung der Sowjetunion zur Teilnahme am Patt, einige liberale englische Blätter, wie„Daily News", und einige französische Linfsblätter, auch ein Teil der amerikanischen Presse äußerten sich in demselben Sinne. Der Pakt ist noch nicht unter- zeichnet, noch kann mit der Sowjetunion über den Inhalt des Paktes verhandelt werden. Ich kann erklären, daß unsere Regierung bereit ist, an diesen Verhandlungen teilzunehmen. Von dem Inhalt dieser Verhandlungen wird ihr Ausgang abhängen: aber die Sowjettogierung meint, daß die Möglichkeit, den Kellogg-Pakt zu unterschreiben, für sie nicht ausgeschlossen ist. Den Kriegen ein Ende zu machen, ist«in Hauptzweck der Politik der Sowjetunion. Unsere Regierung ist bestrebt, aus ihrer Politik die Möglichkeit jeglichen Kriege» zu beseitigen. Wir wollen auch die Kriege beseitigen, welche als Werkzeug der Rationalpolitik dienen. Aber wir betrachten dieses Verbot als einen ungenügenden Akt. Unsere Presse hat vieles geleistet, um den wahren Sinn des Kellogg-Paktes klarzustellen, gm Falle unserer Teilnahm« an den Verhandlungen würden wir die von unserem Standpunkt aus notwendigen Aenderungen des Paktes vorschlagen. Unsere Regierung hebt hervor, daß der Kellogg- Pakt am meisten durch den Umstand entweriet wird, daß er nicht von einer Verpflichtung in der Abrüstungsfrage begleitet ist. Die von dem einflußreichsten Teile der Presse Englands, Frank» reichs und der Vereinigten Staaten eingenommene Stellung Christliche Revolution. „Kapitalismus und Christentum stehen einander gegenüber wie Feuer und Waffer." („X>er Deutsche" vom 5. Juli.) „Soweit hast du das eingesehen. Aber nun versuche ein- mal, ob du den Geldschrank durch Gebet öffnen kannst." läßt uns wenig Hoffnung für unsere Teilnahme an diesen Verhandlungen. Unsere Regierung würde es für äußerst abnorm halten, wenn ohne ihre Teilnahm« verhandelt würde. Wenn sie dennoch herangezogen wird, so wiederhole ich, daß die Möglichkeit einer Teilnahme unserer Regierung an der Unterzeichnung des Kellogg-Pakies nicht ausgeschlossen ist. Die Moskauer angeblichen„Voltsbeauftragten" sind etwas spät ausgewacht. Die Verhandlungen über den Kriegs- verzichtspakt haben vor neun Monaten begonnen, sie sind vor vier Wochen abgeschlossen worden; die Einladungen zur Unterzeichnung in Paris in drei Wochen sind vor acht Tagen sämtlich ergangen. Jetzt will Moskau mit einem Male an den Berhandlungen teilnehmen. Das sieht so aus, als od man sich dümmer stellt, als man ist. Es war im I a n u a r zu bedauern, daß Moskau zu den diplomatischen Gesprächen nicht eingeladen war. Das lag daran, daß sie von Washington begonnen wurden, von wo der Draht nach Moskau noch nicht wieder gelegt ist. Aber über Paris haben Prag und Warschau, und via London haben Ottawa, Kapstadt, Eanäerra, Wellington, Delhi die Verbindung mit Washington bekommen; über Berlin hätte Moskau ober ebenso leicht mit Washington sprechen können. Diese Ver- bindung hätte London nicht gestört, darauf wurde Cbamber- lain erst vor einigen Tagen von der Arbeiterpartei festgelegt. Jetzt sind die Gespräche beendet, die 15 Teilnehmer haben die Hörer wieder aus die Gabel gelegt. Und jetzt e r st will Moskau mitreden! Und warum? Um auf die Telephon- zentrale der Demokratien zu schimpfen! Unfähig, richtig zu verstehen, was in der Welt außerhalb Moskaus vorgeht, haben die Sowjetmachthaber versäumt, rechtzeitig das richtige zu tun und sich zur Teilnahme zu melden. Weil man das Ferngespräch nicht angemeldet hat, sollen die anderen Teilnehmer schuld sein! Moskau wird also jetzt fürchterlich über die anderen Mächte schimpfen, eine neue Einkreisung und ihren ewigen Kriegswillen konstatieren. Da der Beitritt der Sowjetunion aber später offensteht, sollten sie lieber in ihren Ausdrücken vorsichtig sein, damit sie sich den Weg zur Vernunft nicht verbauen. Kroate erschießt Gerben. Ein politisches Racheottentat in Südslowien. Belgard, S. August. Heule früh um 2 Uhr wurde in Agram der Redakteur des in Belgrad erscheinenden Blattes„Iedinstvo", Vlada Ristooic, von dem Bohnarbeiter Iojip Sunic durch sieben Revolverjchüsje getötet. Dabei wurden auch ein Polizist und ein Passant verletzt. Ristovic begab sich Sonnabend früh nach Agram, wo er abends in dem Gasthaus„Kalo" speiste. Dort geriet er in einem Wort- Wechsel mit Kroaten, die ihn einen Meuchelmörder nannten, weil er vor dem Abgeordnetenmord in der Kammer zum Morden gehetzt hatte. Ristovic erwiderte in gleichem Tone. Dem Wortwechsel folgte eine Schlägerei. Einer der Kroaten schlug Ristovic mit einem Stock auf den Kops, so daß er blutüberströmt zusammenbrach. Auf Einschreiten de» Gastwirtes verließ dann Ristovic das Lokal und er- griff die Flucht, da er Verfolgung befürchtete. Vor dem Kaffeehaus .Korso" wurde er von einem Kriminalpolizisten angehalten und ging mit ihm nach der Polizei. Von hier wurde er zu einer Rettungsstelle gebracht. Auf der Straße schloß sich ihnen ein unbekannter junger Mann an, der vor dem Krankenhaus auf Ristooic wartete und ihn mit der Frage empfing:„Wie hat der Ehefredakteur des„Jedinstoo" es gewagt, nach Agram zu kommen, nachdem er doch geschrieben hatte, daß Raditsch getötet werden sollt e?" Ristovic er- widerte:„I a, das hat die„Icdinfwo" geschrieben und Raditsch mußte getötet werden." Aus diese Erklärung hin feuerte der junge Mann sieben Schüsse auf Ristovic ab, der sofort getötet wurde. Aus der Polizei erklärte der Attentäter, Iosip Sunic, er kenne schon seit langem Ristovic und habe beschlossen/ gegen ihn ein Alten- tat zu verüben. Kabelhaste polizeileistung. -1200 Kommunisten in Paris verhaftet. Patts, ß. August.(Eigenbericht.) Die Regierung hatte für die am Sonntag in Ivry geplant« kommunistische Demonstration ein Massenaufgebot von Polizeikräften zusammengezogen. Im Laufe der Polizeiaktton wurden 11?9 Ver- Haftungen vorgenommen. Der größte Teil jedoch wurde am Abend wieder freigelassen. Es wurden eine große Anzahl komm»- nistischer Führer, darunter der Bürgermeister von Lory und allein 98 Ausländer, zurückgehalten. In der Provinz lam es nicht zu Ruhestörungen. Die kaiserliche Marine in Verlin. Lltid die Reichswehr macht die Musik dazu. Die Reichsmarinevereine haben in Berlin ihren Reichsmarinetag abgehalten, der am Sonntag mit einem Festzug durch Berlin abge- schlössen wurde. Aus allen Gegenden Deutschlands hatten die Marinevereine ihre Mitglieder nach Berlin geschickt und doch war es nur ein bescheidenes chüuslein, das fast unbemerkt von der Berliner Bevölkerung durch die Straßen spazierte. Die einzelnen Bereine bestanden in der Regel aus einem ehemaligen Ofsizier, der natürlich mit dem ganzen Klempnerladen anmarschiert kam, einigen ehemaligen Matrosen und einer Anzahl Schulpflichtigen, die von Deutschlands Ruhm in den Kolonien schärmten. Die Leiter dieses Rummels müssen schon vorher selbst nicht an einen machtvollen Umzug geglaubt haben. In letzter Stunde wurden noch der Stahlhelm, die chitlerbanden und die Krieger- vereine alarmiert. Doch auch das half nicht viel. In einer halben Stunde war der ganze Spuk vorbei und im Ausstellungspark ver- schwunden, wo die schwarzweißroten Abzeichen und die Ordensreihen abgelegt wurden, weil man genau weiß, daß man mit diesen Dingen angetan doch nicht durch Berlin gehen kann. Die respektlosen Berliner hätten laut gelacht. Im Ulap stand noch eine Ueberraschung bevor: Die Reichswehr lieferte zu diesem schwarzweiß- roten Rummel mit Hitler und Stahlhelm die Musik. Das I. Bat. Preuß. Inf.-Reg. Rr. 9 hott« unter Leitung von Ober- Musikmeister Hagemann die Kapelle gestellt. Auf diese Weise macht die Reichswehr die anerkennenswerten Bestrebungen des Reichswehr- Ministers, der Reichswehr auch in den breiten Masten des Volkes Freunde zu werben, selber zunichte. Die Roien Kalken kehren heim. Gestern kamen sie wieder nach Berlin au« ihrer kleinen Republik am Uedersee. Laute„Freundschafts�-Ruse klangen aus den Fenstern, als der Zug um 14.39 Uhr auf dem Bahnhof Gesund- brunnen einfuhr. Holtcrdipolter ging's aus den Abteilen, die Gruppen fanden sich schnell zusammen und die Lahnhofshalle schallte wieder von den frohen Liedern der Roten Falten. Bor dem Bahnhof hatte eine Fahnenabordnung Berliner Kinderfreunde Ausstellung ge- nommen. Freudige Zurufe und Grüße gingen hin und her, und, die Kapelle der Kinderrepublit an der Spitze, marschierte der Zug Die Olympiasiegerin. .Hoch Mayer, Mayer- haben wir geschrien, ober innerlich hat es wie.Thusnelda" geNungen!" zum Humboldthain. Dort fand auf dem Sportplatz eine kleine Feier statt. Solange mußten sich die Eltern noch gedulden, eh« sie ihre Buben und Mädeln wieder in Empfang nehmen durften. Musik, Gefang, Sprechchor und zwischendurch kurze Ansprachen. Die Roten Falken, die nicht mit am Uedersee waren, begrüßen die Heimgekehrten, der Lagerobmann antwortet. Dann klingen von ver» schicdcnen Einzclsprechern Iakobys Wort« über den Platz: Du sollst dich nicht treten lasten, Du sollst dich nicht unterdrücken lasten, Du sollst dich nicht aussaugen lasten, Du sollst den Sklavensinn von dir tun. Und? von 2Aazzl SBurgfSalizr (20. Fortsetzung.) „Dos glaub' ich von Ihnen. Sie nehmen ja alles ernst im Leben, sogar das Thentersfiel'n." „Wenn's ein Beruf ist, gewiß. Und dann Hab' ich der Mama Gruber versprochen, daß ich mir Muhe geb'n werd'." „Haben Sie so alle Ihre Versprechungen gehalten?� Hilde tat, als hatte sie diese Anspielung an ein gewisses früheres Gesprach ni6)t oerstanden. „Ich weiß nicht, wem und wa» ich sonst noch versprochen habe." „Ujc," seuszte Edi und sprach erst wieder, als Hilde ihn um seine Zukunftspläne befragte. „I bleib' in Wien, natürlich. Ich setz' mich nach dem englischen Jahr zur Ruh'. Me komm' denn ausgerechnet ich dazu, der Firma Adolf Grubers Söhne eine neu« Branche zu ovganisteren? Ich Hab' fo meine eigenen Ideen, wissen S'... Ich kauf' mir c Jagd und ein kleines Iogdhüusel no dazu, fünf bis sechs Zimmer kann's schon hoben, und da leb' ich halt an großen Teil des Jahrs» draußen. Ich leb' für mich, ich bin doch kein Mäzen noch ein Märtyrer der österreichischen Volkswirtschaft, daß g'rad ich mich um das Bank- wesen kümmern soll. Und für die Sensenfabrik hab'n wir ja a den Leiter, wissen S', das alte Viech, das sich ums Geschäft kümmert, als ob es das seinige war'. Schau'n S', das ist halt mein Ideal, nix tun, nix tun!" „Wenn S' nur nicht so foul wären, Herr Edi!" „Aber ich bin ja nicht faul, ich lass' nur die anderen für mich arbeiten. Wenn sie so blöd sind, mir den Gefallen zu erweisen." Die Hilde schüttelte den Kopf. „Ra, Sic werden S' auch noch lernen, bis Sie sich ein bißchen ausgetobt haben mit ihrem Arbeitseifer. Matura, Schauspielschul'—- so«in schönes und g'scheites Mädel wie Sie. Rehmen S' sich an der Dely ein Beispi.-l, i wunder' mich immer, daß die schreiben und lesen kann." „Da möcht' ich schön verhungern, wenn ich so war'— wie übrigens die Dely gar nicht ist. Di« liest sehr viel..." „Ja, ober was für Sachen!" Der Edi war nun da, aber Hilde konnte nicht sagen, daß dies« Betonung seiner Prinzipien ihn ihr näher gebracht hätte— so«in lieber Bub, wenn sie ihn nur ändern könnte. Der lange, wilde, un> geschickte Drobauer, vor dem sie immer heimliche Angst hatte und der schon mit seinen wilden Gebärden«in« Atmosphäre der Unruhe verbreitete, war doch anders, belebender, wenn man mit dem bei- sammen war, sah man doch weiter als nur das, was das eigene Behagen anging. Der Edi nötigte Hilde, mit hinaufzukommen, und all« waren froh, daß auch sie dabei war, wenn sie nun alle, Mama Gruber und die beiden Mädel— und der Schubert war später auch dabei— die Heimkehr des weitgereisten Edi feierten. Nach einigen Tagen gab's ein fürchterliches Ereignis. Karo Bsnard hatte einen Selbstmordversuch begangen. Man fand sie am Morgen in ihrer Dachkammer am Hernalsergürtel bewußtlos im Bett: sie hatte eine tüchtige Dosis Verona! zu sich genommen, und die Aerzte im Spital wollten nicht sagen, ob sie mit dem Leben davon- kommen werde. Was mar nur vorgegangen? Frau Neumann-Norrek war die einzig«, die darüber Rechen- fchaft geben konnte, und sie erzählte immer wieder, was sie wußte, und wurde bei jedem neuerlichen Bericht noch tragischer, als sie beim früheren gewesen war. Ja, das Unglück war di« Folge eines großen Glücks gewesen. Starz hatte einem großen Theaterdirektor vorspielen dürfen. Es war so zugegangen: Der Direktor saß in seiner Kanzlei. einem Raum, der zur Hälfte von einem Sofa, einer Kathedrale von einem Sosa, einem imposanten Sofawolkenkratzer, eingenommen wurde. Frau Neumann-Norrek hatte ihn bewogen, die kleine, be- kanntlich so begabt« Kora Benard anzuhören, da er den Wunsch ge- äußert hatte, jemand an seinem Theater zu haben, mit der er seine immer störrige und jetzt schon unausstehliche Tragödin im Zaum halten könne. „Spielen soll sie nicht, aber ich brauch' eine Person, der ich die Rollen zuschick', die die Kadicka mir an den Kopf schmeißt." Er betitelte seine Tragödin, wenn er bös' war, mit dem Familiennamen. obgleich er sie doch seit mehr als einem Jahrzehnt unter dem wohl- klingenderen Namen Cadika berühmt gemacht hatte. Für diese Mission war also Kara ausersehen, und da sie selbst einerseits nicht» wußte und Frau Neumann-Norrek sich anders«!» viel davon versprach, daß ihr Schützling überhaupt schon Mitglied eines Theaters sei, wurde sie dem gestrengen Mann vorgeführt. Der Direktor begrüßte Frau Neumann herzlichst, nickte der Kara, die mit glühenden Wangen dastand, geistesabwesend zu und ging an» Telephon. Nachdem er fünfzehn Minuten lang telephoniert hatte, wendete er sich zu den beiden Frauen, wobei er dem Diener läutete. „Sie, Lachner, wenn der Oberregisseur Bäcker kommt, soll er auf der Stelle her! So a Sauwirtschaft!" Dann wendete er sein Antlitz der Kara zu.„Also, sag'n E' was vor! Was können S' denn?" „Die Lady Macbeth wird s' Ihnen vortragen, Herr Direktor." „Die Lady Macbeth? Großartig, die ist gleich im Repertoire von der Kadicka! Warten S' nur einen Moment noch.. Und er telephoniert« wieder ein paar Minuten lang, die eine Ewigkeit dauerten. Die Kara rezitierte endlich ihre Rolle. Sie war, wie Frau Reu- mann-Norrek beteuerte, noch nie so gut gewesen, wie an diesem Vor- mittag, und hotte noch nie ein so reines Deutsch gesprochen. Der Direktor schien zuzuhören. Er sah auf das Mädchen, das hohcitsvoll dahinschritt und die 5)ände rang, er sah auf den Schreib- tisch, er sah um sich herum. Und als die Kara fertig war, drückt« er zuerst auf den elektrischen Taster und rief dem eintretenden Diener zu:„Ist der Oberregisseur Bäcker noch immer nicht gekommen?" „Nein, Herr Direktor!" „Na ja, dann kann einen die Sauwirtschaft nicht wundern!" Der Diener ging wieder hinaus und der Direktor wendete sich wieder zur armen Kara, die keuchend dastand. Ietzr musterte er sie von oben bis unten. „San Sie aber klein!" Er musterte sie von neuem. „Gesprochen haben S' ja ganz gut— ober san Sie klein!" Frau Neumann-Norrek wollte sich ins Mittel legen. Der Direktor ließ sie nicht zu Worte kommen. „Gesprochen hat s' ja ganz gut— ist sie aber klein!" Kara wußte nichts zu sagen, und Frau Neumann-Norrek schnappte nach einer Bemerkung, die ihr nicht einfiel. „Die Stimm' wär' a nit schlecht— aber klein ist st. Ich bitst Sie, für das hochtragisch« Fach, da muß ja was auf der Bühne stehen, da muß ja was Raum einnehmen. Bitt' Sie, liebes Fräulein, na, wie heißen S' denn?..." „Kara Benard," warf Frau Neumann-Norrek ein, denn der Kara, die sich hier förmlich als Delinquentin vorkam, war die Stimme eingetrocknet. „Also, Fräulein Benard, was nützt das schönste Talent, das Sie haben, wenn'» an der Statur für die Roll' fehlt? Ich geb' Ihnen einen Rat, lasten S' die ganz« Tragödie, die ist nix für Sie. Was Sie brauchen, sind Hosenrollen, bestere Kinderrollen, aber da gibt's kaum welche im Draam. Wissen S' was, geh» S' zur Operette über, da laßt sich was machen, na ja, wie soll sich denn ein Hamlet in ein solche» Nixerl verlieben?" Er sah gleich, daß der Eindruck seiner Worte tiefer war, als er wohl selbst beabsichtigt hatte. Im selben Augenblick kam aber ein dicker Herr mit einer Riesenglatze ins Zimmer, der Direktor sprang auf:„Da san S' ja, Herr Bäcker!" Er wollte noch rasch liebenswürdig sein und sagt« zu Kara:. .Misten S', wertes Fräulein— wie heißen S' denn nur?— Ich hör' Sie noch einmal, aber in was anderem. Lernen S' a andre Roll' ein— also guten Tag, auf Wiedersehen, gehorsamster!" Und die Kara stand mit der Frau Neumann-Norrek vor der Tür. Die Kara hörte nicht, was ihre Meisterin eindringlich zu ihr sagte, sie ging nach Hause und nahm das Beronal. Im Allgemeinen Krankenhaus besuchte die Hilde, ihre Freundin, die Kara lag in ihrem Bett teilnahmslos und bleich, nur die Augen glühten und dos kohlschwarze Haar ließ ihre Blässe noch sürchter- licher erscheinen. Hilde versuchte gleichgültig zu tun, ja sogar zu scherzen. Aber die Kara richtete sich aus:„Das ist lieb von dir. daß du herkommst, Hilde. Alle seid ihr lieb zu mir.*. weil ich sterben werde..." „Ach, Ustnn, Kara. die Aerzte sogen, du bist in ein paar Tagm gesund und wieder aus." „Schade..." sagte die Kara, und stieß sich wieder auf dos Bett zurücksinken.(Fortsetzung folgt.) ■KT WAS DER TAG BRINGT. minmimminminfflnnmRmimiimranHmmimmmmmüiinnmimmimnwNnMmnmiiRmimiiinmimnimniimniiiimimiiiiiimimiiiimmmmiiiminiHiiimiiiiimimniiimmi Sowas gibts auch noch. Während des Sangerfestes in Wien haben die Wiener Zeitungen folgendes Schreiben zur Veröffentlichung erhalten. Wir losten es wirken, indem wir nicht, verschweigen und nichts hinzufügen: Sehr geschätzter Herr Sangesbruder! Das zehnte deutsche Sängerfest hat auf uns Oesterreicher durch seinen aus gemeinsamer Gesinnung und Kunstpflege ent- sprostenen unvergleichlichen Erfolg in jeglicher Hinsicht, im Nachball in tiefsten Eindrücken gswirkt und fo unvergänglich« Beweggründe geschaffen, di« bestimmt sind, uns nunmehr ungesäumt zur Tathandlung zu veranlassen. Dissen gottgelegneten Augenblick glaube iäz in idealem Geiste und mit fester Hand erfassen zu sollen und an«ie, sehr geschätzter Herr Sangesbruder, die herzinnig« Bitte richten zu dürsen, sich ohne Rücksicht auf Ihre bisherige Tätigkcits- zugehöriakeit für österreichisch- wienerische goldene Einigkeit zur ernsten Kunstpflege des deutschen Liedes im Männer, und gemischten Gängerchor entscheiden und sich au» und zeitlebens mit dauernder pflichttreuer B« geifterung aufnehmen lassen zu wollen. Dieser„SLiiigerbiand" soll in Hinkunft alle für künstlerisch zu pslcgenden Gesang männiglicher Stufungen schwärmenden Sänger- schaft unseres herrlichen IX. Wiener ftadtbezirks— der süßen Wiegen st ätte unseres so überaus verehrten Liederfürsten Franz Schubert— umfassen und sonach vor aller Welt den Kunstgesang machtvollst zur Re- Präsentation bringen. Folgen Sie dem Zug« Ihres Herzen« und dem Gebot unserer Zeit; jenen unbezwingbaren Einfluß. faktoren, di« zielsicher alle, auch di« sorgfältigst erwogenen Be» denken zu überwinden und zu zerstreuen geeignet sind. Zur„Schubert-Brunnen-Enthüllungsfeier sollen wir der Oeffentlichkeit bereits geeinigt unsere Lieder wtihen und in Treu und Verehrung unsere innigsten Songergrllße entbieten. Daß es so sei, darauf"Herzensgruß und Heill Anton Maurer, Vorstand d«r Schubert-Liedertasel. Das ist zu schön, um kommentiert zu sein: heiß mich nicht reden, laß mich schweigen! Schwalbennost. Ein Grubenarbeiter in St. Avold in Lothringen hatte an seinem Häuschen ein Schwalbennest, das er sorgsam hütet«, da Schwalben Glück bringen jollen Das Schwalbenpaar kehrte zur Freude des Arbeiters im Frühjahr immer wieder zurück. Zlls wieder einmal der Abreisetag nahte, fing der Mann das Pärchen ein und befestigte ein Brieschcn in Gestalt eines kleinen Röllchens am Flügel einer der Schwalben. Er schrieb auf den Zettel:„Wahrend des Sommers wohnte ich bei A. H. in St. Avold in Lothringen und wenn ich zurückkomme, muß ich ihm erzählen, in welchem Lande ich den Winter zugebracht hotte." In diesem Frühjahr ist nun die Schwalb« wieder in ihr altes Nest zurückgekehrt. Der Lothringer fing sie und tatsächlich war ein anderer Zettel am Flügel befestigt, auf dem zu lesen war:„In der Zeit, in der ich abwesend war, habe ich in meinem Nest am Haus« von Josef Body auf der Insel Mar- tiniqne gewohnt, der mir aufgetragen hat, herzliche Grüße an seinen alten Hauswirt zu überbringen." Für 60000 Mark eine Braut. In der Londoner„Evenings Standard" erschien ein Inserat: „Ich erkläre mich bereit, die Frau desjenigen zu werden, der meiner Mutter 3000 Pfund Sterling gibt". Das Inserat mar von der Ilffährigen Stenotypistin Klara Hartcastel in New Brighton aufgegeben worden. Ihre Mutter leidet seit 20 Jahren an einer schweren Krankheit. Der älteste Sohn ist im Kriege gefallen. Klara ist die Ernährerin der Familie, bestehend aus Mutter, einem jüngeren Bruder und zwei kleinen Schwestern. Um für die Mutter das nötige Geld zur Heilung zu erhalten, entschloß sie sich zu ihrem gefahrvollen Schritt. Als sie nach Erscheinen ihres Inserates Reporter bestürmten, sagte sie:„Ich weiß wohl, wie gefährlich es ist, einen Mann zu heiraten, den man nicht kennt. Ich weiß aber kein anderes Mittel, meiner Mutter zu helfen". Klara Hartcastel hat tatsächlich eine größere Anzahl von Angeboten erhalten. Der größte Teil detz Hilfsbereiten ist gewillt, ihr eine Beschäftigung zu geben. Die wenigen Freier dingen sich eine Bedenkzeit aus, um das Mädchen näher kennen zu lernen. Es ist also doch nicht so leicht, zu 3000 Psruch zu kommen. Gorkis Autorenhonorare. Gorki» Besuch in Sowjetrußland macht sich gut bezahlt: der Stoatsvcrlag hat für 362 000 Dollar, also für etwa 1,5 Millionen Mark, da» Recht einer vollständigen Ausgabe seiner Werke er- worden. Es ist dies der erste Fall, daß der Staatsverlag mit einem russischen Schriftsteller einen Vertrag unter Zugrundelegung ausländischer Währung schließt. Sollte Gorki so wenig Vertrauen zu dem sowjctrussischen Tschcrwonetz haben? So vergeht der Ruhm der Welt! Der Ruhm scheint selbst in den Vereinigten Staaten nicht immer in Dollarwerten gegenwärtig zu sein. Denn al» Oberst Lindbergh, der Ozeanflieger, in North Platte in Nebraska eine Zeche von vier Dollar für sich und seinen Mechaniker gemacht hatte und einen Scheck über diese Summe in Zahlung gab, lehnte man es freundlich, aber bestimmt ab und verlangte Barzahlung! Schon am Abend vorher mußte Lindbergh die trübe Erfahrung machen, daß der Ruhm ver- gänglich ist. Er war in North Platte zu einer Notlandung gezwun- gen und fand in keinem der überfüllten Hotels ein Zimmer! Ob» wohl er doch Lindbergh war.,, Ueberraschung im Marathon- Lauf. Die leichtathletischen Ergebnisse in Amsterdam. Am Sonnabend goß es von den frühen Bormittagsstunden an bis zum späten Abend in Strömen, nach den Vorläufen in den Staffeln verließ dann auch alles fluchtartig das Stadion. Das Hauptinteresse fonzentrierte sich zuerst auf die Vorläufe im Staffellaufen. Die deutsche Herrenstaffel über 4X100 Meter lief in der Besetzung Lammers- Corts- Houben- Körnig. Angesichts der Ueberlegenheit der Franzosen strengte sich Körnig nicht weiter an und hielt den zweiten Plaz vor Belgien hinter den in 41,8 fiegenden Franzosen. Den ersten Borlauf hatte Kanada in 42,2 gegen England und Italien gewonnen, im dritten Vorlauf waren die Amerikaner Wyfoff- Gwinn- Borah- Ruffel in 41,2 vor der Echweiz( Ungarn als 2. dift.) in Front zu finden. Drei Finnen machten den 3000- meter hindernis. I auf unter sich aus. Beit hinter dem in 9: 21,8 einfommenden Luotola besetzte Nurmi den zweiten Platz vor seinem Landsmann Andersen, während Ritola infolge einer Fußverlegung aufgeben mußte. Die Rampfbahn der Schwimmer, unmittelbar neben dem Hauptstadion gelegen, war der Schauplatz der ersten Wettbemerbe. Hierbei schnitten die deutschen Teilnehmer ganz schlecht ab. Von den deutschen Freistilschwimmerinnen über 400 Meter tam nicht eine über den Vorlauf hinaus, die beiden Dresdener Lehmann und Schönemann, sowie auch Frl. Ertens- Oberhausen blieben auf der Strede. Die beste Zeit über 400 Meter Freistil der Damen zeigte die Amerikanerin Norelius, die mit 5: 45,4 einen neuen Weltreford schuf. Ihre schärfste Gegnerin dürfte Frl. Braun- Holland sein, die ihren Vorlauf in 5: 53,8 gewann. W In der 1500- meter Freistilstrede der Herren fam es im fünften Lauf zu der mit Spannung erwarteten Begeg nung Arne Borg- Charlton. Der Schymede siegte verhalten in 20: 14,1 por feinem großen Rivalen Charlton- Australien, dem Crabbe- Amerita dichtauf folgte. Der Dortmunder Handschuhnia cher blieb etwa 100 Meter zurüd vierter und war damit aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Im Mannschaftsdegenfechten waren die Franzosen und Italfener weit überlegen. Mit ihnen haben sich Belgien und Portugal für die Schlußrunde qualifiziert. Deutschland schied bereits in der Zwischenrunde aus. Die deutschen Ringer der schweren Gewichtsflaffen behaupteten sich auch am Sonnabend. Rieger- Berlin besiegte Gautset Norwegen nach Punkten und im Schwergewicht wurde der Franzose Lanfranchi von Gehring- Ludwigshafen in vier Minuten auf beide Schultern gelegt. In den Ruderwettbewerben wurden fast alle Boote, die auf der vom Winde ungeschütten Seite fuhren, geschlagen, so auch der Berliner Sturmvogel- Bierer, der gegen Italien unterlag. Die Italiener siegten überlegen in 7: 41,3, Sturmvogel gebrauchte 8: 04,2 und muß sich nun über einen Befähigungslauf die Teilnahme an den weiteren Rennen noch erfämpfen. Dies glüdte dem Bierer o. St. des Dresdener Rudervereins, der feinen Befähigungslauf in 7: 21,4 gegen Holland( 7: 30,2) gewann. Ueberraschende Ergebnisse gab es im Einer. So unterlag BrightKanada gegen den Tschechen Strafa, Schwarz- Dänemark gegen Bearce Australien und Bernasconi- Italien gegen Saurin- Frankreich. Der Achter von Amicitia Mannheim gewann auch seinen zweiten Lauf überlegen in 6: 31,6 gegen Argentinien. Der Moderne Fünfkampf wurde mit dem Geländeritt über 500 Meter zum Abschluß gebracht. Auf fremden Pferden mußten die Teilnehmer zahlreiche fünftliche und natürliche Hinder niffe nehmen, die Aufgabe war also nicht leicht. Das vorläufige Endtlaffement sieht den Schweden Thofeldt an erster Stelle vor feinem Landsmann Lindman und Leutnant Kah1- Deutschland. Die Entscheidungen vom Sonntag. Bei wollenbedecktem Himmel wurden am Sonntag die letzten Teichtathletischen Wettbewerbe ausgetragen. In den Entscheidungsfämpfen der Staffelmettbewerbe fonnte Deutschland noch zmei zweite Pläge und einen dritten Platz erringen. Die 4X100- meter- Damenstaffel gewann Kanada in der neuen Weltrefordzeit von 48,4 Gefunden vor den Bereinigten Staaten und Deutschland. Die 4x100- Meter- Staffel der Herren entging Deutschland nur infolge des schlechten Wechsels zwischen Corts und Körnig. Ameritas Sprinter fiegten in 41 Sefunden vor Deutschland und England. Ein ausgezeichnetes Rennen lieferte die deutsche 4x400- Meter- Staffel. Die Vereinigten Staaten verdanten ihren Sieg in diesem Rennen nur ihrem Olympiafieger Barbutti, dem Engelhardt nicht gewachsen war. Die Amerikaner gewannen in der neuen Weltrekordzeit von 3: 14,2 mit nur 2½ Meter Vorsprugn por Deutschland und Kanada. Auch im Hochfprung der Damen murde ein neuer Weltreford geschaffen. Frl. Cattermood fiegte mit einer Leiftung von 1,59 Metern. 53,1, 110 Meter Hürden in 16,6, Diskuswerfen 42,09 Meter, Stabhechsprung 3,30 Meter, Speerwerfen 55,70 Meter, 1500 Meter in 4: 44,8. A Ritola- Finnland hat den 5000- Meter- Lauf mit 5 m Vorsprung vor Nurmi gewonnen. 008 Ueberraschungssieg im Marathonlauf. Benn Marotto in der Liste der am Olympia teilnehmenden Nationen stehen würde, hätte es den schwersten Preis, den es bei den Olympischen Spielen gibt, für sich in Anspruch nehmen können. Denn der Maroffaner El Ouafi, ein Neger, war es, der die Goldmedaille in dieser schweren Prüfung errang. Frankreich hatte fich diesen Dauerläufer aufgefischt und überraschte damit alle übrigen Nationen, denn der Marokkaner ermies fich als ein Gegner, dem keiner der übrigen 70 Abgesandten gewachsen war. Anfangs sah man von dem Neger nicht viel. Bielmehr hatte man noch bis zum 35. Kilometer den Eindruck, daß sich die Entscheidung zwischen Japan und Finnland abspielen würde, da die Japaner Yamada und mit dem Finnländer Marttelin die Spitze bildeten. Isuba zusammen aber El Quafi immer weiter nach vorn gekommen Inzwischen war und ein anderer Unbekannter, der Chilene Placa, hatte sich an seine Fersen geheftet. Auch er hielt die übrigen in Schach. Aber gegen El Duafi fonnte er doch nichts bestellen. Mit 150 Meter Vorsprung passierte er das Ziel. Erst an dritter Stelle folgte in dem Finnen Marttelin der erste Europäer vor dem Japaner Yamada, während Amerikas großer Favorit Joie Ray nur den fünften Blaz besetzen konnte. Von den deutschen Läufern spielte Stellges- Dort mund mit seinem 18. Platz noch die beste Rolle, von den übrigen wurde Hempel 31., Härger 46., Schneider 47., Gerhardt 50. Der Stand vom 5. August: Amerita Finnland Nation Sfter Deutschland Frankreich Kanada 535142313 19 13 13 10 1. Preise 2. Preise 3. Preise Totalpunite 10 9 8 56 7 7 40 5 5 38 4 7 4 3 Schweden 4 3 England 4 Holland 2 Jtalien 2 3 Schweiz 1 3 Defterreich 2 • Ungarn 1 Japan 1 1 Dänemart 1 Irland 1 Aegypten 1 Südafrika 1 Luremburg 1 Haiti Belgien Chile Bolen Estland Tschechoslowakei Argentinien Norwegen Portugal. 1 332233007555ITT 1. Südwestdeutsches Arbeiter- Turn- und Sportfest. Mannheim, 6. Auguft.( Eigenbericht.) Das Feft nimmt heute mit einem Kindertag seinen Abshluß. Es war die größte Demonstration, die in Südwestdeutschland seit dem Kriege auf sportlichem Gebiete gezeigt worden ist. Sportfest in Spandau. Die 25- Jahr- Feier der Freien Turn- und Sportvereinigung Spandau 03 nahm in all ihren. Teilen einen glänzenden Verlauf. Am Sonnabend abend fand die Begrüßung der Gäste statt. Die Spandauer Gesangvereine Hoffnung" und" Bolfschor" leiteten den Abend ein, worauf der Borsitzende Otto Herrmann die Festrede hielt und der Turngenosse Reichardt einen Rückblick auf die Bergangenheit warf. Dann fand eine Ehrung von fünf Turngenoffen statt, die dem Verein seit der Gründung angehören. Bom 4. bis 6. Auguft fand in Mannheim das 1. füdwestdeutsche Arbeiter- Turn und Sportfest statt, dem gleichzeitig die Bedeutung eines Jubiläumsfestes aus Anlaß des 30jährigen Bestehens des 8. und 10. Kreises des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zu fam. Schon am Freitagabend und am Sonnabendvormittag trafen aus dem Elsaß, Württemberg, Baden, der Rheinpfalz, dem Saar gebiet und aus Effen mehrere tausend attine Sportler ein, deren Zahl fich am Hauptfefttag auf etwa 12 000 erhöhte. Das Fest wurde eingeleitet durch eine würdige Begrüßungsfeier, in der als Bertreter der Stadt Mannheim Oberbürgermeister Dr. Heimerich, und für die badische Staatsregierung Staatspräfident Dr. Remmele sprachen. Beide betonten die große Bedeutung, die dem Arbeiter. sport beizumessen ist im Kampf der Arbeiterschaft zur Erhöhung ihrer sportlichen Siege. Es sprachen weiter der Bundespräsident Belleri- Leipzig, ein Vertreter des 8. und 10. Kreises sowie der Borsigende des Mannheimer Arbeitersportkartells. Der Feier, die im Musensaal des städtischen Rosengartens stattfand, schloß sich eine überaus ftart besuchte Jugendfundgebung an. 3um Festbankett, das am Sonnabendabend in den beiden größten Sälen Mannheims, dem Nibelungensaal und dem Musensaal gleichzeitig abgehalten wurde, waren über 10000 Teilnehmer gekommen. Hunderte konnten feinen Eintritt mehr erhalten, weil die Säle überfüllt waren. Die turnerischen, tänzerischen und sportlichen Uebungen, die den Rahmen des Festbanketts bildeten, waren ein überzeugen. der Beweis für die hohe Leistungsfähigkeit der ArbeitersportbemeSung. Die Festrede hielt Bundesvorsitzender Gellert, der vor allem auf die Schwierigkeiten hinmies, die die Arbeitersportbewe: 45,15 meter, 2. Schütte- Brandenburg 40,76 Meter, 3. Lüdemann Brandenburg gung in ihrer 30jährigen Entwicklung zu überstehen hatte. Das Ergebnis der Wettkämpfe. Was den deutschen Leichtathleten verfagt blieb die Erringung einer Goldmedaille machten die Schwerathleten in jeder Bezie Am Sonntagvormittag fanden auf der Hauptkampfbahn des bung gut. Kurt Leucht aus Nürnberg wurde im Ringen Stadions die Entscheidungs mettkämpfe der Vereins- und Olympiafieger der Bantamgewichtsklaffe, Eduard Sperling( Dort- Einzelturner statt. Am Nachmittag bewegte sich durch die Straßen mund) besetzte den zweiten Platz im Leichtgewicht, auch Adolf Rieger der festlich geschmückten Stadt ein riesiger Fest zug, an dem sich ( Berlin) errang im Halbschwergewicht die figure) and the buitenste 15000 Berfonen beteiligten. Der Borbeiner do portem em, Achterreihen über eine halbe Stunde. Im Stadion angekommen, marschierten die Turner und Sportler mit ema 200 Bannern und einem Spielmannsforps von über 400 Spielleuten an der Spitze auf der Hauptkampfbahn auf. Es folgten die Freiübungen der 3000 Turner und anschließend die Freiübungen von etwa 2500 Turnerinnen. Dann wurden die Entscheidungsfämpfe in Leichtathletit ausgetragen. Schwergewicht tam Georg Gehring( Ludwigshafen) auf den dritten Rang. Bem Bantam- bis zum Schwergewicht heißen die Olympiafieger im Ringen: Leucht Deutschland, Bally- Estland, Rereiztes. Ungarn, Rottinen Finnland, Mustafa Aegyp. ten, Svenffon Schweben. Im Beisein einer großen Zuschauermenge murde auf der Bahn im Olympischen Stadion das 3eitfahren der Radfahrer über 1000 meter zu Ende geführt. Die weitaus beste Figur machte der Däne Willy Fald Hansen, der sein Benfum in 1: 14,2 erledigte und damit erster Olympiafieger im Radfahren murde. Der Folländer nan Drafestein fam mit einer Zeit von 1:15 auf den zweiten Plak vor Gren- Australien mit 1: 15,6. mährend der deutsche Bertreter Kurt Einsiedel( Dresden) mit 1: 17,1 noch hinter dem Franzosen Dayen an fünfter Stelle landete. Auch im Hochsprung der Damen endeten die deutschen Bertreterinnen Notte, Braumüller und Bonettsmüller im Hinter treffen. Den Sieg errang die Kanadierin Catherwood mit der Beltreforbleistung von 1.59 meter vor Grisolf- Holland und Wifen- Amerita, die je 1,56 Meter übersprangen. Am Sonntag ging ein Fest zug durch die Straßen der Stadt zum Stadion Hakenfelde. Im Laufe des Vormittags hatten bereits die Ausscheidungsfämpfe stattgefunden, so daß am Sonntag nach. mittag das Endprogramm abgewickelt werden konnte. Die Ergeb misse stellen sich folgendermaßen: 100- Meter- Laufen für ältere Sportler: 1. Siethen- Charlottenburg 13,4 Gel., 2. Dörband.Wedding 14 Get., 8. Biech- Spandau 14.4 Get, Distuswerfen, Jugend: 1. Rufferom.Bedding 30.07 Meter, 2. Mahnicke- Charlottenburg 29,02 Meter, 3. Jordan- Moabit 25,50 Meter. Kugelftoßen für Männer: 1. Rlemfe- Siemensftabt 10,70 Meter, 2. Fabich- Lichtenberg 10,61 Meter, 3. Wehn. Rugelwerfen für Frauen: 1. Sippel I. Lichtenberg 16 Meter, 2. Zippel II.'Lichtenberg 14,60 Meter, 3, Weidlich- Moabit 13,50 Meter. ordoft 9,95 meter. 3X1000- Meter- Laufen für Männer: 1. Lichtenberg 1 8,355 Min., 2. Spandau 03 Schwebenstaffel der Jugend: 1. Moabit 8,526 min., 3. Nomames 8,59 Min. 3X200- Meter. 2,25 min., 2. Wedding 23,266 min., 3. Sreptow 2,29 Min. Laufen für Männer: 1. Rowawes 1,173 min., 2. Treptom 1,192 min., 3. Liber. tas- Charlottenburg 1,20 Min. Speerwerfen für Männer: 1. Rörften.Nordost 39,58 Meter. Sochsprung, Jugend: 1. Fiedler- Faltensee 1,50 Meter, 1a. Graffert- Nordost 1,50 Meter, 1b. Schulze- Argin 1,50 Meter, 2. Janello- Charlottenburg 1,45 Meter, 2a. Sped.Webbing 1,45 Meter, 3. Drähnstein 1,40 Meter. 100- Meter- Lauf, Jugend: 1. Lichtenberg 12,5 Get., 2. Wanite- Charlotten burg 12,7 Get., 3. Rifferom. Wedding 12,8 Set. 100- Meter- Lauf, Frauen: 1. Lafe.Lichtenberg 14,5 Get., 2. Reu- Webbing 14,9 Set., 3. Schankowiti- Lichten berg 15 Set. 200- Meter- Lauf für Männer: 1. Peznick- Nordost 24,6 Set., 2. Knorr- Lichtenberg 25,4 Set., 3. Janke- Wedding 25,6 Get. 4X100 Meter für ältere Sportler: 1. Charlottenburg 53 Get., 2. Spandau 55,8 Get. 800 Meter für Männer: 1. Kuhlsdorf 2,95 Min., 2. Treptow 2,159 Get., 3. Graffe- Nowawes 2,173 Set. Weitsprung für Männer: 1, Klemte- Siemens. Stadt 6,53 Meter, 2. Rörften- Nordost 06 6,35 Meter, 3. Koppe- Brandenburg 6,29 Meter. Weitsprung für Frauen: 1, Schilf- Nowawes 4,37 Meter, 2. Weid lich- Moabit 4,33 Meter, 3 Bahl- Lichtenberg 4,32 Meter. 10x100 Meter, Jugend: 1. Moabit- Treptow( fombiniert) 2,8 Min., 2. Wedding 2,154 Min. berg 16,338 Win., 3. Gäbice- Moabit 16,33 Min. 5000 Meter für Männer: 1. Bohmenet Moabit 16,285 min., 2. Andre- Lichten. unb B: A. 1, Nordest 06 47 Get., 2. Spandau I 48 Get., 3. Webbing 48,6 Get. B. 1. Norboft 06 48 Get., 2. Brandenburg 48,8 Get., 3. Wedding 49,8 Get Weitsprung für Jugend: 1. Schulz- Wedding 4,61 Meter, 2. Birkholz- Wedding 4.60 Meter, 3. Bartsch- Webbing 4,59 Get. 1500 Meter für Jugend: 1. Jordans 9sabit 4.51 min. 2. Graffert Nordost 4,51 min., 3. Brenneisen- Wedding 4,518 Min. Aleine olympische Frauenstaffel: 1. Lichtenberg 1,1 Min., 2. Moabit 1,18 min., 3. Webbing 1,27 Min. 10X- Rundenstaffel für Handball: Fußball: Spandau 25 gegen Wader 20 2: 1 für Spandau. Wedding gegen Epanbau 1: 1. 4X100 Meter, Klasse A Volkssportfest in Lichtenberg. In einem Fußballwettspiel um die Festmeisterschaft annet: 1. Nordost 5,291 Min., 2. Epanbau 5,884 Min., 3. Wedding 5,40 Min. zwischen Baden und Württemberg blieb die badische Mannschaft mit 6: 2 Sieger. Die Handballmeisterschaft errang Württemberg gegen Baden mit 5: 3, ein Tennisturier Mannheim- F: antfurt wurde von Mannheim 10: 6 gewonnen. Eine neue Bundeshöchft leistung im Rugelstoßen stellte die Sportlerin Wüst. Rundenheim mit 9,50 Meter auf. Im Speerwerfen der Sportle rinnen erzielte die Genassin Kehrt- Ludwigshafen 29,70 Meter, im Weitsprung dieselbe Sportlerin 4,80 Meter; die 4mal 100- MeterStaffel wurde von Ludwigshafen in 55,9 Sefunden gewonnen. Im 100- Meter- Bauf gewann die Sportlerin Kehrt in 13.1 Gefunden. Leichtathletik- Resultate für Sportler. 3mal 100- meter- Staffel Der 3ehntampf sah zwei Finnen auf den ersten Plätzen. 1. Fellbach 8,35; 2. Mannheim 8,40,5; 200- Meter- Bauf Willer B. Yrjölä verbesserte feine erft fürzlich anerkannte Belt- Feuerbach 23,4; 100- Meter- Lauf Rupp 11,1; 4mal 100- meter- Staffel höchstleistung von 7935,19 auf 8053,290 Punkte, dichtauf 1. Feuerbach 46,2; 2. Rederau 47,0; 1500- Meter- Lauf 1. Wolfer aus folgte sein Landsmann Järvinen mit 7931,500 Punkten vor dem Amerifaner Doherty mit 7706,650 Bunften. Die Deutschen Huber, Barth, Bademig und Lemperle tonnten sich in dieser Gesellschaft nicht behaupten und endeten im Mitteltreffen. Yrjöläs Leistungen maren die folgenden: 100 Meter in 11,4, Weitsprung 6,72 meter, Rugelitoßen 14,11 Meter, Hochsprung 1,87 Meter, 400 meter in Romlanden 4,2; Speerwerfen Single- bingen 48,8; 110 Meter Hüs den Krainer- Mannheim 18,7; Weitsprung 1. Eichner- Ludwigshafen, Im Schwimmen fiegte der Bundesmeister Karl Werner, im Frei ftilschwimmen für Männer über 400 Meter und Freistilschmimmen über 100 Reter. Es fanden dann noch statt Ranumetttämpfe und Handball- und Fußballspiele. Nachdem die reinliche Scheidung im Arbeitersport vollzogen, und der Weg zum weiteren Ausbau der bundestreuen Sportvereine offen ist, find überall die Arbeiterorganisationen dabei, um den Sportgenossen bei der Werbearbeit zu helfen. Am Sonntag veranstalteten die Sozialdemokratische Partei, das Reichsbanner und das Freie Sportkartell Lichtenberg im Strandbad- Restaurant in der Roederstraße ein Volksfest. Um 2 Uhr marschierten die Festteilnehmer von der Gärtnerstraße zum Festlokal. Der Ummarsch mit Musikkapellen, Fahnen und Transparenten mar eine gelungene Werbeveranstaltung. Nach einem ausgedehnten Musikteil begann im Strandbad das Programm mit der Festrede des sozialdemokratischen Bezirksverordneten Lempert, banach zeigten die Turner und Turnerinnen Gymnastikübungen und die Freien Schwimmer Reigenvorführungen. Im meiteren Verlauf des Programms wurden Radfahrervorführungen und Borführungen einzelner Arbeiterartisten gezeigt. Beendet wurde die Feier mit einem großen Fadelzug für die Kinder, einer Borführung des Reichsbanners und einem großen Feuerwert. Den Kommunisten ist scheinbar diese rührige Agitation sehr auf die Nerven gegangen. Sie versuchten den Festzug zu stören. Als ihnen durch das Reichsbanner eine fleine ,, Belehrung" zuteil geworden war, verlegten sie sich darauf, den Zug aus einer sicheren Entfernung mit Steinen zu bewerfen. Auch die Veranstaltung selbst wollten sie mehrfach stören und rückten mit Trupps von 20 bis 30 Mann vor das Festlokal, um die dort postierten Reichsbannerkameraden anzugreifen. Auch hier mußte ihnen sehr energisch beigebracht werden, daß die Acbeitersportler sich ihre Veranstaltungen nicht länger stören lassen wollen. Fußball vom 5. August. Union- Wien siegt 2: 1( 0: 1). Trotz des schlechten Wetters hatten sich doch noch mehr als 1000 Zuschauer eingefunden, die Zeugen eines fairen Kampfes werden sollten. Fichtes Vereinsmannschaft wurde von den Wienern nach vollkommen einwandfreiem Spiel geschlagen. In der ersten Hälfte war der Kampf ausgeglichen, doch machte sich hier schon eine technische lleberlegenheit der Gäste bemerkbar. Haupt sächlich waren es die drei kleinsten Spieler, die durch ihre bestechende Spielweise den Beifall der Zuschauer für sich in Anspruch nehmen fonnten. Diese drei Spieler sind der Torwart mit seiner blendenden Fangtechnik, der linke Verteidiger und der rechte Läufer, die durch ihr entschlossenes Dazwischengehen viele Situationen rettéten. Bei Fichte gab wohl jeder sein Bestes her. Wenn auch der Mittelstürmer in der zweiten Halbzeit sehr nachließ. Fichtes Anstoß endet schon bei Wiens Sturm, der sofort durch. bricht. Einige Minuten seßen sich die Wiener vor dem Tor der Fichteleute feft. Dann macht sich Fichte frei. Schnell geht es dem Wiener Tor entgegen. Ein Bombenschuß faust auf Wiens Heiligtum. Blendend wehrt der Torwart ab. Doch schon wieder fegt der Ball auf ihn zu, aber er hält ihn. Sofort sind einige Fichteleute um ihn herum. In der Bedrängnis wirft er den Ball einem seiner Spieler an die Hand. Der darauf verhängte Elfmeter wird von Fichte unver ständlicherweise zum ersten Tor verwandelt. Trotz beiderseitiger Angriffe bleibt es bei diesem Ergebnis. Nach der Bauſe tritt dann die technische Ueberlegenheit Wiens richtig zu Tage. Schon nach zwei Minuten ist der Ausgleich ge schaffen. Allerdings trug die Hintermannschaft Fichtes an diesem Tor die Hauptschuld. In der 22. Minute wieder ein Mißverständnis zwischen Berteidigung und Torwart. Entschlossen greift Wiens Mittelstürmer ein und der Ball fizt im Netz. Auf beiden Seiten werden jetzt Angriffe unternommen, um das Ergebnis zu verbessern. Die Borstöße Fichtes prallen elle am Torwart ab. Kurz vor Schluß blüht Fichte der Ausgleich. 3u weit ist der Torwart aus dem Tor gelaufen. Scharf schießt Fichtes Halblinker aufs Tor, doch hier steht der linke Berteidiger, der den Ball mit weitem Schlag ins Feld gibt. Somit ist Wien glücklicher Sieger geblieben. Weitere Fußballresultate. Das Wiederholungs- Serienspiel, das Luckenwalde I und BackerLankwiz zusammenführte, fonnten die Luckenwalder sicher mit 7: 2 für sich entscheiden. Podejuch- Stettin weilte bei Frisch- Auf und gemann 4: 3. Stralau und Treptow trennten sich 1: 2. Unions- Straßenmeisterschaft. Auf der 279,4 Kilometer langen Strede Hannover- HamburgHannover lam der fünfte und letzte Meisterschaftslauf der Deutschen Radfahrerunion zum Austrag. Bon 37 gemeldeten A- Fahrern stellten sich 31 zum Stampf. 27 Mann erreichten geschlossen Harburg. Auch auf der Rückfahrt kam es zu feiner Sprengung der Spize, vielmehr rüsteten 17 Fahrer zum Endkampf. Diejen ent schied der Berliner Mandeltow zu seinen Gunsten. Mandeltom fi herte sich damit auch den Titel„ Unions- Straßenmeister" mit 45 Punkten vor Sieronsti mit 44, Rafpe: mit 35, Gottwald mit 21 und Thumbach mit 17 Punkten. Nachstehend die Einzelergebnisse: Klaffe A, 279,4 Kilometer: 1. Mandelkom 9:06:30: 2. Sieronski Handbr.; 3. Kasper; 4. Metze- Dortmund; 5. Boigt Hamburg; 6. Thumbach; 7. Nosenbusch- Hannover; 8. Stöpel; 9. Ujjat; 10. Weiß; 11. Nitschte- Chemniß. Klaffe B, 157,2 Rilo: meter: 1. Ambros- Hannover 4:59; 2. Schmidt- Hannover; 3. R. Schumacher- Hannover 4. Gudjon- Hannover; 5. Bölte- Braunschweig ( alle dichteuf). Engel- Rült gegen Moestops- Kaufmann. Auf den Länderkampf Deutschland gegen Ausland, der am vorigen Mittwoch stattfand und nur unter der ungünstigen Witterung litt, läßt die Rütt- Arena am fommenden Donnerstagabend einen meiteren Fliegerkampf Deutschland gegen Ausland folgen, bei dem diesmal neben Weltmeister Engel der in großer Form befindliche Oskar Rütt die deutschen Farben vertreten wird, während für das Ausland die beiden Weltmeister Kaufmann( Schweiz) und Moes= tops( Holland) am Start erscheinen. Vereinskalender. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Friedrichshain: Dienstag, 7. August, 20 Uhr, Ebertnstr. 12, Lichtbilbervortrag: Geologie der Mart"( Gottschar). Abt. Gesundbrunnen, Jugendgruppe: Dienstag, 7. Auguft, 20 Uhr, Echönstedtstraße, Ledigenheim( 3. 22). Gechs Referenten. Abt. Friedenau: Dienstag, 7. August, Offenbacher Str. 5a, Geschäftliches, Liederabend. Abt. Norden: Dienstag, 7. Auauft, 20 Uhr, Connenburger Str. 20, Geschäftliches, Spielabend. Abt, Webbing: Dienstag, 7. August, 20 Uhr, Trriner, Cde Geestraße, Geschäftliches, Liederabend. Abt. Treptow: Diens tag, 7. August, 18 Uhr, Spielen Wiefe 9 Treptower Park. Abt. Bankow: Dienstag, 7. August, 20 Uhr, Görschstr. 14. Geschäftliches, Liederabend. Abt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 9. Auguft, 20 Uhr, Christburger Str. 14, Wie entsteht eine Karte"( Schuppa). Abt. Tiergarten: Donnerstag, 9. August, 20 Uhr, Lehrter Str. 18-19, Distusfionsabend. Abt. Gesund. brunnen: Donnerstag, 9. August, 20 Uhr, Pant, Ecke Wiesenstraße, Spiel abend. Abt. Schöreberg: Donnerstag, 9. August, 20 Uhr, Sauptstr. 15, Nie wieder Krieg!" Naturwiffenschaftliche Abteilung: Tonnerstag, 9. Auguft, 20 Uhr, Johannisstr. 15, Hiddensee". Werbebezirk Norben und Abt. Fried. lauer Berg am Connabend, 11. Auguft, werden noch gewünscht. Genossen und Genoffinnen, welche Gemeinschaftsarbeit leisten wollen, melden sich am 11. August, 15 Uhr, Spielplag zur Einsamen Pappel". richshain: Helfer und Helferinnen zum Kinderfest des Jugendamtes Brenz Freie Faltbootfahrer Berlin. Bufammenkunft Donnerstag, 9. August, Schule Weinmeisterftr. 16-17, um 20 Uhr. Bericht von der Main- Rheinfahrt. Gäste willkommen. Connabend, 11. August, Fahrt Kummersdorf- Springsee. Näheres im Heim. Zwei Dachstuhlbrände am Sonntag. Am Sonntag abend und in der Nacht vom Sonntag zum Montag war die Feuerwehr in der Chausseestraße im Norden Berlins, sowie in der Halleschen Straße im Südwesten, mit der Bekämpfung von zwei größeren Dachstuhl bränden stundenlang beschäftigt. Der Vorderhausdach ſtuhl des Hauses Chauffeestraße ist ausgebrannt, der Dach stuhl des Seitenflügels wurde gleichfalls in Mitleiden fchaft gezogen. Im Hause Hallesche Str. 4 mar gegen 3 Uhr nachts ebenfalls der Dach stuhl des Borderhauses in Brand geraten. Der heftige Wind erschwerte die Löscharbeiten außerordentlich, und es bedurfte großer Anstrengungen, um ein lebergreifen des Feuers auf die angrenzenden Dächer zu verhindern. Unwetter in Süddeutschland. Bamberg und seine Umgebung schwer heimgesucht. Bamberg, 6. Auguft. In der Nacht zum Sonntag wurde Bamberg und Umgebung Don einer Unwetterfatastrophe heimgefucht. Sie ist eine der furchtbarsten, die je in Deutschland vorgekommen find. Mit furchtbarer Gewalt fekte am Spätabend des Sonnabend ein heftiger Sturm ein, begleitet von schwerem Gewitter. Innerhalb furzer Zeit waren sämtliche Anlagen, Gärtnereien und Felder wie durch ein Artilleriefeuer verwüstet. Fast tein einziges Haus in der Stadt blieb unbeschädigt. Das Stadion wurde vollkommen zerstört, die Verkaufsstände liegen sämtlich am Boden und bilden einen wüsten Trümmerhaufen. Bis jetzt wurden drei Schwerverletzte aus den Irümmern geborgen. Der Schaden beläuft sich auf über 1 Million Mart. Sämtliche Eisenbahnstreden sowie Fahrffraßen von Bamberg nach allen Richtungen find gesperrt, und die Schnellzüge mußten über Bayreuth und Probfizella umgeleitet werden. Die Beffürzung unter der Bevölkerung ist ungeheuer. Die bisher vorliegenden Nachrichten laffen folgendes erkennen. Nach einem Hagelschlag, bei dem Schloßen von Taubenei größe niederfielen, und mehreren darauffolgenden heftigen Gewittern tam plöglich aus dem Nordwesten eine Windhose herangebrauft, die überall auf ihrer Bahn furchtbaren Schaden anrichtete. Im Bamberger Volkspart wurde die neu erbaute 10 x 30 meter große Festhalle vollkommen zertrümmert. Die ganze Parkanlage ist vernichtet; die Bäume wurden wie Streichhölzer geknickt. Kilometerweit dehnt sich der Windbruch hin. Viele tausende der stärksten Föhren sind vernichtet worden. der Bamberger Radrennbahn, auf der am Sonntag die bayerischen Fliegermeisterschaften ausgefahren werden follten, fielen zahllose schwere Bäume nieder, durch die die Umschalung zerstört wurde. Auch an den sonstigen Baulichkeiten und Einrichtungen wurde schwerster Schaden verursacht. Im Bamberger Hafen find fast 3m Bamberger Hafen find fast fämtliche Lagerräume und Fabrifeinrichtungen ein Opfer des Sturmes geworden. Der Schaden im Hafengebiet allein dürfte in die Hunderttausende gehen. Im Bamberger Hain find ebenfalls schwere Zerstörungen zu verzeichnen. Zahlreiche Ramine wurden durch den Sturm umgerissen, davon allein sechs große Fabrit. ichornsteine. Der Gesamtschaden in Bamberg geht nach vorläufiger Schäßung in die Millionen. Die Windhose hat ungefähr fünf Minuten gedauert, und die Schreckensbahn ist durch die Zerstörung genau festgelegt. Im Bamberger Eisenbahnverkehr traten stunden Die lebende Fadel. Die Tat einer betrunkenen Frau? Ein aufregender Borfall spielte sich am Sonnabend abend im Hause 3nvalidenstraße 7 ab. In der Wohnung der 31jährigen Plätterin Anna Feuerhahn ertönten gegen 20 Uhr plöhlich gellende Hilferufe. O lange Störungen ein, da auf allen Strecken die Telegraphenmaster über den Schienen lagen. Die Verbindungen, auch Telephon und Telegraph, besonders nach dem Norden und der näheren Umgebung Bambergs, sind noch nicht wieder hergestellt. In der inneren Stadt wurde besonders durch die Schloßen: großer Schaden angerichtet. Die Häuser weisen schwere Be schädigungen auf, viele Tausende von Fensterscheiben wurden zertrümmert. Schwer betroffen wurde auch die Hauptkraftwagenwertftätte, von deren sämtlichen Gebäuden die Dächer abgerissen und ungefähr 200 Meter weit vom Sturm hinweggetragen wurden. Das ganze Bamberg bietet ein einziges Bild der Zerstörung. In allen Straßen liegen entwurzelte Bäume umher. Glasscherben und Ziegel steine bedecken die Straßen. Zahlreiche. Häuser sind abgedeckt. Die Ernte und vor allem der im Bamberger Lande bedeutende Obstbau find durch den Hagel vollkommen vernichtet. Die Bamberger Landespolizei war fofort an den besonders betroffenen Schredensorten, um. helfend einzugreifen. Der Volkspart wurde gänzlich gesperrt. Als ein großes Glüd muß es betrachtet werden, daß infolge des Ge mitters der Eröffnungsabend zu den Bayerischen Radmeisterschaften in der Festhalle, die, wie oben berichtet, gänzlich zertrümmert wurde, nicht stattfand; es hätte sonst unbedingt eine riesige Zahl von Toten und Berlegten gegeben. Bis jetzt sind nur sechs verletzte festgestellt worden. Hilfsmaßnahmen sind im Gange, um den Schwerbetroffenen, insbesondere auch den Gärtnereien, Hilfe zutommen zu lassen. Die Bamberger Sportwoche, die am Sonnabevid ihren Auftakt haben sollte, ist abgesagt worden. In der Umgebung herrscht genau das gleiche Bild der Zer störung. Die Windhose kam aus der Richtung Eltmannsdorf und erstreckte fich über die ganze Stadt; sie wütete abgegrenzt zu beiden Seiten von den Ortschaften Breitengüßbach und Hirschais weiter in das Bayreuther, Hofer und Koburger Land. Besonders schwer be troffen wurden die Ortschaften Hirschaid und Strullen. dorf, Gaustadt und Hallstadt. In Gaustadt wurden mehrere Häuser abgedeckt sowie fast die ganze Obsternte mit den Obstbäumen vernichtet. In der bei Gaustadt gelegenen großen Biegelei Leffing warf der Sturmwind einen 50 Meter großen Teil des Daches eines Nebengebäudes gegen den großen Fabrikschornstein, so daß diefer auseinander barft. Das Wert muß infolgedeffen stillgelegt werden. Auf der Straße nach Stegaurach sind sämtliche Obstbäume und Telegraphenmasten aus der Erde gerissen worden. Die Ernte in der Umgebung von Bug ist völlig vernichtet. aber nicht unterkriegen. Es sind ja Biesenhorster Kinder", meinte irgend jemand, die sind abgehärtet." Die Darbietungen selbst wirften trotz ihrer primitiven Art sehr erfreulich. Auf einem Pariser" zeigten dann Mitglieder vom Arbeiter Rad= fahrerbund Solidarität" ihre Geschicklichkeit im Saal fahren. Alles in allem ein Volksfest, bei dem weder die Alten noch die Jungen zu kurz famen! " Salzfäure als Morgenfrunt. Die Wohnungstür wurde im selben Augenblick aufgeriffen, und auf den Treppenflur eilte ein Mann hinaus, dessen Oberfleider lichterloh brannten. Hausbewohner eilten hinzu In einer Bar in Elizabeth in New Versen wurde vier und erstid ten die Flammen durch lleberwerfen von Bekleidungs- Männern anstatt des üblichen Morgentruntes Salzsäure verabs stücken. Der Schwerverlegte, ein 52jähriger Schriftseter reicht. Drei starben sofort, der viete liegt in hoffnungsAlbert E., der zu der Feuerhahn seit etwa drei Jahren Belojem Zustande im Krankenhaus danieder. ziehungen unterhielt, wurde zur nächsten Rettungswache gebracht, von wo der Arzt die fofortige Ueberführung ins Lazarustrantenhaus verordnete. Die Polizei war inzwischen benachrichtigt worden. Die Ermittlungen ergaben, daß Frau F. mit ihrem Freund in einen Streit geraten war, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. In finnloser Wuf ergriff fie einen auf dem Tisch fiehenden brennenden Spirituskocher und schleuderte ihn gegen den Kopf ihres Freundes. Die brennende Flüssigkeit ergoß sich über die Kleider E.'s, der furchtbare Verbrennungen erlitt. Die Aerzte fonnten dem Unglücklichen feine Hilfe mehr bringen, er erlag im Laufe des Sonntags seinen schweren Verlegungen. An Die Täterin, die nach ihrer Vernehmung am Sonnabend zunächst auf freiem Fuß belassen wurde, wurde gestern abend verhaftet und ins Polizeipräsidium gebracht. die Borgänge in ihrer Wohnung will sie sich nicht mehr genau erinnern fönnen, da sie start angetrunken war. Die Tat streitet sie zunächst noch aufs entschiedenste ab. Sie behauptet, daß E., der betrunken nach Hause gekommen sei, fie mit Fußtriften trattiert habe. Er habe dann den brennenden Spirituskocher ergriffen, um daraus zu trinken.(!) Hierbei müsse er mit der Flamme in Berührung gekommen sein. Diesen Aussagen steht die Polizei natürlich sehr steptisch gegenüber, da E. furz nach seiner Ueberführung ins Krantenhaus bei vollem Bewußtsein noch angeben fonnte, daß die Feuerhahn mit dem brennenden Spiritustocher nach ihm geworfen habe. Volksfest in Biesenhorst. Die Biesenhorster sind ein ganz unternehmungsluftiges Siedlervöllchen; sie führen das, was sie sich schon lange vorher ausgedacht haben, ernsthaft durch. Hindernisse sind ihnen fremd und so war es nur selbstverständlich, daß auch die Launen des Wettergottes bei der gestrigen Volksfestveranstaltung sich nicht durchzusehen vermochten. Troß Wind und Regenschauer wurde das Programm abgemidelt! Auf dem Festplatz und auch in der Siedlung sah man zahlreiche rote und schwarzrotgoldene Fahnen. Alte Boltstänze, von jungen Burschen und Mädeln ausgeführt, fanden lebhaften Anflang. Auch die Vorführungen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin wurden mit Interesse verfolgt. Selbstverständlich hatte die rührige Feſtleitung auch der Kleinen gedacht, die in der Biesenhorster Arena" luftig ihr Liedchen sangen und ganz bei der Sache waren. Auf dem eigentlichen Festplatz ging es lebhaft zu! Dort fonnte man für 10 Pf. einen dicken( sehr oft aber auch einen dünnen) Aal gewinnen oder preiswert eine Süßigkeit ziehen". Je nachdem einem die Glücksgöttin hold war. In unmittelbarer Nähe der Plazbudike war wieder, wie im Vorjahr, das alkoholfreie Belt, und beide murden reichlich in Anspruch genommen. Beim Hause des Rajperle ging es am lebhaftesten zu. Wie herzlich lachte die Jungschor, wenn Kasperle des Teufels Großmutter nach allen Regeln der Kunst verdrosch. Später öffnete 3irtus Knor" seine Pforten. Wer zuerst erschien, konnte sich den besten( Steh-) Blayz aussuchen. Mitwirkende: Biesenhorster Ratten in Araberfleidung und im Baftkleidchen. Da saßen sie nun lange vor Beginn in der Manege", bibberten dann und wann ein wenig, ließen sich Ein 17. Todesopfer von Dinkelscherben. Nach Meldungen aus Landshut ist im dortigen Krankenhaus das bei dem Dinkelscherbener Eisenbahnunglück schwer verlegte Fräulein Irma Marg und Buttenhausen bei Münsingen gestorben. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer des Unglüds auf 17 erhöht. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Woltig bis heiter, nach sehr fühler Nacht am Tage mäßig warm. Für Deutschland: Im Westen heiter mit rascher Erwärmung, auch im Osten allmähliche Besserung. Unternehmen der Gewerkschaften LINDCAR Ohne Anzahlung Wochenrate 3. Mk Monatsrale 12 Mk. Zu beziehen durch samtliche freigewerk schaftlichen Organisationen od direkt durch INDCAR- FAHRRADWERK Aktiengesellschaft Berlin Lichtenrode Erste Niederlage: Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.83 In beiden Niederlagen Reparaturwerkstätten VERKAUF werktäglich von 9 bis 19 Uhr