Morgenausgabe Nr. 369 A 188 4S.Iahrgang Wöchentlich 85 Pf., monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 M. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne- ment 6,— M. pro Monat. Der„Vortvörts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend", Illustrierte Beilagen„Volk und Zeit" und..Kinderfreund". Ferner „Unterhaltung und Wissen",„Frauen- stimme",„Technik".„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Dorwärts" Vevttnee Vottsvlatt Dienstag ?. August 1Y28 Groß-Äerlin 19 ps. Auswärts 45 Pf. Die einspaltige NonpareillezeNe SV Pfennig. Retlame sile Reichs- mark.„Kleine Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben »öhlen für zwei Worte. Arbeirsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen- «nähme im Hauptgeschäft Linden- strafte 3,»ochentögl. von 8»/» bi» 17 Hhr. Jentralorgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 2 Fernsprecher: Tönhoss M— L37 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin L7 b3k.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellien und Beamten Wallstr. kb. Dikkonto-Geselllchast. Depositenkaste Lindensir S Die Jriedensfanfare von Brüssel. Das Weliproletariai sorderi Frieden— Räumung— Abrüstung. Brüssel, 6. August.(Eigenbericht.) Die Montagfitzung unter dem gemeinsame« Vorsitz von Paul Foure-Frantreich und Arthur Crispien-Teutsch- land stand zunächst im Zeichen von Begrützungskund- gedungen, unter denen der Solidaritätsgrnß, den Cor» nelius Merten im Auftrage des Internationalen E, ewerkschaftsbnndes überbrachte, der wichtigste war. Sodann trat man unverzüglich in die materielle Tagesordnung des Kongresses ein. Die Borarbeiten der Wirtschaftskommission gestatteten, die ursprünglich als vierten Punkt vorgesehene Debatte über die weltwirt- schaftliche Lage und die ökonomische Politik der Arbeiter- klaffe vorwegzunehmen. Es sprachen drei Hanptrefe- rentent H i l q« i t- Amerika. Naphtali- Deutschland pnd Eramp- England. Die Referenten entrollten ei« eindrucksvolles Bild von der Wandlung des Kapitalismus zum Hochkapitalis- mus im Zeitalter der Konzerne und Truste. Die Referate gipfelten in der Forderung der demokratischen Kontrolle über die Wirtschaft: Nationen an Stelle der Trusts. Ge- meinschafteu von Nationen an Stelle der internationalen Konzerne. (Bericht siehe 2. Seite.) Die Friedensreden. V. Sch. Brüssel. 6. August.(Eigenbericht.) Auf dem Festbankett der belgischen Arbeiterpartei zu Ehren der Kongreßdelegierten wurden hochpolitische Reden gehalten. De Brouckere- Belgien führte aus: Wir wollten euch gestern durch die Demonstration zeigen, was wir sind. Boran hatten wir die Jugend gestellt, unsere Hoffnung, die jungen Mädchen in ihren schönsten Kleidern als Symbol der besseren sozialen Ordnung, für die wir täglich kämpfen. Dahinter unsere 4006 Fahnen, die ebensoviele Werke der belgischen Arbeiterschaft darstellen, die Fahnen aller unserer Gewerkschaften, Genossenschaften und politi- schen Organisationen, in denen ässst 000 Proletarier organi- siert sind, dietZProz. der Bolksvertretung entsandt haben. Je größer aber in den letzten Jahren unsere Macht wurde, desto stärker wurden auch die Angriffe der Reaktion. Daher der dritte Teil des Festzuges, die Arbeiter m i l i z e n, deren Hundert- schaften der belgischen Bourgeoisie zuriefen: „Das ist unser werk und nun wogl nur. e» anzurühren!" De Brouckere sprach sodann von dem Kampf, den gerade jetzt die beigische Arbeiterpartei um die Herabsetzung der Militärzeit führt. Der Einsatz dieses Kampfes ist, ob in Europa jetzt trotz der Ber- heißungenvonGenfeineneueAeraoonRüstungen einsetzen soll, die zum Krieg führen. Unser Haup:g«dank«, auch für uns in Belgien, ist die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich, die den Frieden Europas verbürgt. Der alte Rhein, dessen Fluten 2000 Jahre lang vom Blut der sich zerfleischender Völker gerötet wurde, ist wenigstens theoretisch seit Lvcarno ein Fluß ohne Krieg geworden. Möge er nun auch ein Fluß ohne Soldaten werdenl(Stürmischer Beifall.) Sodann sp.-ach, lebhaft begrüßt, Rudolf Breitscheid: Zunächst will ich im Namen nicht nur der Deutschen, sondern wohl aller Delegationen, den herzlichsten Dank für unsere Aufnahme durch die belgische Arbeiterpartei und insbesondere für den wundervollen Anblick vom Sonntag aussprechen. Wir Deutsche sind mit beson- deren Gefühlen des Dankes nach Brüssel gekommen. Auf uiis lastet schmerzlich die Erinnerung an die Augusttage 1014. Wenn damals selbst Bethmann Hollweg von dem Unrecht sprach, das Belgien geschah, wieviel schmerzlicher müssen wir Sozialisten dieses Unrecht empfinden! Wir schulden daher den belgischen Genossen eine Wiedergutmachung, und die besteht vor allem darin, daß wir mit besonderem Eifer für den Frieden wirken wollen. (Lebhafter Beifall.) Heute sind wir wieder in Belgien einmarschiert, nicht Armeekorps wie damals, nu: 100 Mann stark. Doch hinler diesen 100 Delegierten stehen ganze Heeresgruppen von Mitgliedern, Anhängern und Wählern, die gern mit uns diese friedliche Durchdringung Belgiens mitmachen würden, wir sind als Armee des Friedens einmarschiert. Dürfen wir als Marxisten überhaupt für den Frieden arbeiten? Diese Frage muh man stellen; denn es gibt Leute, die sich Marxisten nennen und die den Sieg des Proletariats nur durch einen neuen Weltkrieg erstreben. Ich glaube, daß wir Sozialisten einen Sieg des Proletariats lieber gar nicht erstreben würden, als wenn er nur um den Preis eines neuen Weltkrieges erkauft werden könnte(Lebbaster Beifall.) Zum Glück richtet sich das Weltgeschehen nicht nach Moskau oder vielmehr nicht nach den jeweiligen Parolen der Boljchewisten. Wir können mit unlerer Arbeit für den Frieden keineswegs warten, bis der Sozialismus vollständig erkämpft ist, und deshalb arbeiten wir mit am Völkerbund. Aber wir wissen: wir Soziallsten werden allein den wahren Bölterbund bilden. Die Minister echalten zwar die Nobelpreise, und wir gönnen sie ihnen, aber ohne die Millionen des Proletariats, durch die die Staatsmänner in die richtigen Bahnen getrieben worden sind, würden sie sich nicht in diesem Glanz und Ruhm von Friedens- ftiftern sonnen können.(Lebhafte Zustimmung.) Wir Deutschen kommen jetzt zu euch als Regierungspartei, aber das erfüllt uns nur mit ebenso großer Verantwortung gegenüber den deutschen Arbeitern wie gegenüber der gesamten Internationale. Wir wollen für die Arbeiterschast etwas erkämpfen, besonders wollen wir dafür arbeiten, daß der Frieden mit den Ländern, gegen die wir im Kriege gestanden haben, gesichert werde. Die d e u t s ch- f r a n- zösische Verständigung bildet den Angelpunkt des Friedens in Europa. Deshalb müssen wir betonen, wie sehr die deutsch- französische Verständigung erschwert wird durch die Fort- dauer der Rheinlandbesetzung. Wir Sozialisten sind be- rechtigt, weiter zu gehen als die Regierungen, die bloß diplomatische Roten darüber austauschen. Wir fordern die Räumung, und zwar nicht nur weil die Besetzung ein Pfahl im Fleisch Deutsch- londs ist, sondern weil sie einen Pfahl im Fleische des Friedens Europas bildei. Wir danken euch französischen Genossen, euch Genossen in Belgien und England, die für die Räumung des Rhein- landes eintreten und die besonders in Paris dafür den gemeinsten Angriffen der Rat'onalisten ausgesetzt sind. Wie einst in-den ersten Kriegswochen die Berichte des deutschen Hauptquartiers lauteten: „Luttich, Brüssel, Antwerpen fest in unserer Hand", so möge bald der Tag kommen, wo wir sagen können, Brüssel, Lüttich, Ant- werpen, ganz Belgien sind fest in unserer Hand, in der Hand der Sozialistischen Arbeiterinternationale.(Stürmischer Beifall.) Leon Blum- Frankreich führte aus: Wenn man bedenkt, daß kaum zehn Jahre seit Kriegsende und kaum fünf Jahre seit der Ruhrbesetzung verstrichen sind, so kann inan ohne über- triebenem Optimismus behaupten, daß die Gesamttendenz der Menschheit doch auf Frieden gerichtet ist. Das ist aber nicht zuletzt das Verdienst der Internationale.(Lebhafter Beifall.) Die Inter- nationale hat sich wieder gebildet, als sie durch die Spaltung zer- rissen war und als die Friedensverträge neuen Konfliktstoff und neuen Nationalhaß angesammelt hatten. Ich bestätige, was Breit- scheid sagte, daß wir Soziallsten Deutschlands und Frankreich» von der ersten Stunde an keine Weinungsverschiedenheiten gekannt haben. Schon uninittelbar nach Kriegsende haben wir sranzösischen Sozialisten die militärischen Besetzungen gebrandmarkt. Solche Bc- setzungen sind eine Enklave des Krieges inmitten des Friedens Es ist unerträglich, daß erst vor wenigen Tagen verlangt werden konnte, daß gegen deutsche Staatsangehörige wegen eines auf deutschem Boden begangenen Deliktes französische Kriegsgerichts- urteile vollstreckt werden sollten.(Sehr wahr!) Seit dem Ham- burger Kongreß ist, was wir mit herbeigeführt haben, L o c a r n o unterschrieben worden, und man muß die schöne und in der Geschichte einzig dastehende Geste Deutschlands bewundern, wodurch die Grenz- festsetzung des Bersoiller Vertrags freiwillig bestätigt wurde. Später ist Deutschland in den Bölkerbnnd«ingetreten und demnächst wird es den Kelloggpakt unterzeichnen. Alle diese Ereignisse lassen die Rokwendigkeit der Räumung dringender denn je erscheinen. So werden wir auf diesem Brüsseler Kongreß bean- tragen, daß die Internationale ihren P r o t e st gegen die Besetzung des Rheinlandes wiederholt und die unverzügliche Räumung fordert. Bor zwei Jahren ist zwar in Dhoiry der Fehler begangen worden, den Standpunkt zu entwicklen, daß die Räumung gegen Gegenlei st ungen erfolgen sollte. Diese Formel ist nicht die unser«, aber sollt« sie von den Regierungen wieder aufgenommen werden, dann werden wir verlangen, daß die Gegenleistungen auf der Grundlage einer gegenseitigen internativ- nalen Kontrolle beruhen. In der jetzigen Situation ist die Internationale noch zu. schwach, um ihr« Anschauungen und Forderungen restlos durchzusetzen, aber st« ist schon zu stark, um sich von den Wirkungen ihrer Handlungen zu desinteressieren. Gerade dieses Stadium ist für die International« besonders schwierig, aber sie wird auch mit diesen Schwierigkeiten fertig werden. Der Schluß der Rede Blums war ein hinreißendes Gelöbnis im Sinne der großen Toten der Internationale, deren Verlust ge- rade die französische Partei in den letzten Jahren besonders heftig zu beklagen hatte, fortzuwirken und die von ihnen übernommene Fackel des internationalen Sozialismus, wenn unsere eigene Zeit vollendet sein wird, der nächsten Generation zu übergeben. Alle diese Reden wurden immer wieder durch stürmischen Applaus unterbrochen, der sich jedesmal am Schluß, besonders aber bei Leon Blum, zu einer minutenlangen Ovation gestaltete. Sicherheit zuerst! Soll in der Lustfahrt riskiert werden? Von Huxo Heirnanu. Das Problem der Sicherheit der allgemeinen Verkehrs- mittel steht im Vordergrund des öffentlichen Interesses. Die Häufigkeit und Schwere zahlreicher Unglücksfälle im Nah- und Fernverkehr, bei den lokalen Verkehrsmitteln, Straßen- bahnen und Autoomnibuffen, wie vor allem bei der Reichs- bahn, haben im beteiligten Publikum— und wer ist nicht beteiligt!— große Erregung hervorgerufen. Insbesondere wird der Ruf nach gründlicher Durchprüfung der Betriebs- Verhältnisse auf der deutschen Reichsbahn nicht wieder ver- stummen. Die Erklärung des neuen Reichsverkehrsministers Dr. v. Guerard auf der Konferenz im Reichsverkehrsminifte- rium vor wenigen Tagen, daß im Eisenbahnverkehr die höchste Betriebssicherheit erzielt werden müsse, und daß Kosten- und Personenfragen dabei keine Rolle spielen dürfen, hat allgemeine Zustimmung und Befriedigung ausgelöst. Wie die Dinge bezüglich der Deutschen Reichsbahngesell- schaft indessen liegen, kann das Reichsverkehrsmini- st e r i u m selbst nur wenig tun, und wenn auch der General- direktor der Deutschen Reichsbahngesellschaft unter dem Druck der schweren auf ihm liegenden Verantwortung die Worte des Ministers unterstrichen und sich zu eigen gemacht hat, wird abzuwarten sein, ob die Reichsbahngesellschpft sich nun endlich zu dem S y st e m w e ch s e l entschließt, der von be- teiligten Fachkreisen schon so oft und lange verlangt wor- den ist. So geringen Einfluß nach Lage der Verhältnisse der Reichsverkehrsminister auf die Reichsbahn auszuüben ver- mag. so unumschränkt ist seine Herrschest auf dein Gebiet des L u f l f a h r w e s c n s. Daß auch hier, ganz abge- gesehen von den natürlichen Gefahrenquellen dieses neuesten lind schnellsten Verkehrsmittels, die Sicherheitsverhältnisss viel zu wünschen übrig lassen, ist oft genug in der Oeffcn.- lichkeit und auch in den Spalten unseres Blattes konstatiert und kritisiert worden. Anfang Juni Hot in Danzig eine Tagung der Wissen- schaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt stattgefunden, auf der Ministerialrat Brandenburg, der Leiter der Luftfahrt- abteilung des Reichsverkehrsministeriums einen ausführlichen Vortrag über den Stand der deutschen Luftfahrt in 1928 ge- halten hat. Einen Bericht über diese Tagung brachte der „Vorwärts" am 10. Juni. In diesem Bericht wurde bereits darauf hingewiesen, daß im Vortrag des Herrn Branden- bürg zwar alle Fragen der Luftfahrt eingehend er- örtert wurden, das Problem der Sicherheit aber in so auffälliger Weise übergangen ist. daß gle'ch der erste Diskussionsredner diese Unterlassung auf das nach- drücklichste hervorgehoben und gcktodelt hat. Die Protokolle der Danziger Tagung sind soeben erschienen, und der Reichs- verkehrsminister hat' Sonderabzüge des Brandenburgschen Vortrags mit der anschließenden Diskussion einem weiteren Kreise von Personen zugängig gemacht. In dem Anschreiben des Ministers heißt es u. o.. daß der Vortrag„in unverbind- licher Form einige für das Luftsahrwesen wesentliche Gesichts- punkte, wie sie auch den Arbeiten meines Ministeriums im allgemeinen zugrunde liegen, zu erkennen gibt". Der erwähnte erste Diskussionsredner Marinebaurat Engberding erörterte dos Sicherheitsproblem in aus- führlicher Weise und erklärte zu Beginn seiner Darlegungen unter anderem: „Die Frage der Sicherheit ist heute eines der großen Probleme des Flugzeugverkehrs. Ich glaube, daß niemand unter uns ist, der annimmt, daß heute die Sicherheit schon in dem Ausmaß vor- Händen ist, wie sie für einen Verkehr unter allen Ilm- ständen und ohne Ausnahme unbedingt erforder- l i ch ist. Es sind in der letzten Zeit genügend tief bedauerliche Unfälle geschehen. Ich möchte absichtlich heute nicht näher aus ihren Verlauf und ihre Ursachen eingehen. Ich möchte aber betonen, daß wir neben den bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit meines Erachtens versuchen müßten, auch g r u n d- legend Neues zu schaffen." In seinem Schlußwort erwiderte Herr Ministerialrat B r a n d e n b u r g auf die Engberdingschen Darlegungen das folgende: „Wenn Herr Engberding das Problem der Sicher- h e i t, das natürlich seine volle Geltung beansprucht, so sehr in den Bordergrund gerückt hat, frage ich auch die übrigen Herren Techniker, ob man in der Luftfahrt weiterkommen wurde, wenn man diesem Problem der Sicherheit einen alles überragenden Einfluß einräumen würde. Ich zitierte vorhin schon ein Wort, da- mir heute morgen gesagt worden ist und das ein bedeutender In- genieur aussprach:„Alles, was schwer wird, ist falsch". Die Sicher heit drängt nach Erschwerung. Wir werden gewisse Risiken in Kails nehmen müssen, wenn wir nicht die Entwicklung zur Erstarrung bringen wollen." Solche Ansichten erscheinen vollkommen unoer st änd- l i ch und abwegig, und sie sind unvereinbar mit den Ansichten, die der Reichsverkehrsminister Dr. v. Guörard be- züglich der Sicherheit auf den Eiseybahueu geäußert hat. Auch vom rein fistalischen Standpunkt erscheint die Politik des Herrn Brandenburg unhaltbar. In der Militär= fliegerei, aus der Herr Brandenburg und die große Mehrzahl seiner Mitarbeiter hervorgegangen sind, kommt die Sicherheit gegenüber anderen Erfordernissen, wie Geschwindigkeit, Steigfähigkeit und Wendigkeit hintenan. Beim Berkehrs flug aber, den das Reichsverkehrsministerium allein zu betreuen hat, sind Haupterfordernisse Sicherheit und das unbedingte Bertrauen des Bublifums, daß zur Herbeiführung höchster Sicherheit alles geschieht. was menschenmöglich ist. Die Benugung von Autoumnibussen, Straßen- und Eisenbahnen ist für die übergroße Mehrheit des Publikums zwangsläufig, gleichviel in welchem Zustande diese Verkehrsmittel fich befinden. Gerät aber bezüglich des noch in der Entwicklung befindlichen und fast ganz non Reichsfubventionen lebenden Luftverkehrs das Bertrauen des Publikums ins Wanten, so ist die Abwanderung leicht und unobwendbar. Dorpmüller über die Eisenbahnfatastrophen. Sozialismus und Weltwirtschaft. Der Internationale Kongreß über die ökonomische Politik der Arbeiterflaffe. Brüffel, 6. Auguft.( Eigenbericht.) Baul Faure Frantreich eröffnet die zweite Sigung um 9% 1hr und teilt mit, das Crispien Deutschland und er von der Erefutive für die Montagligung au Borfigenden bestimmt worden find: damit soll dargetan werden, daß innerhalb der Sozialistischen Arbeiterinternationale die Völkerversöhnung bereits vollzogene Tatfache ist. Merten Belgien überbringt die Grüße des Inter nationalen Gemertschaftsbundes. Anschließend teilt Crispien mit, daß eine ganze Reihe von Begrüßungstelegrammen aus den verschiedenen Ländern eingetroffen sind, u. a. wünscht Otto Wels erfolgreiche Arbeit. Als erster Referent zum vierten Bunft der Tagesordnung führt 119 Sillquif- Amerika 19th nisu Möchte der Reichsverkehrsminister sein wachsames Auge mie auf die Sicherheit bei der Reichsbahn so auch auf die des Flugverkehrs richten und alle Maßnahmen treffen, die geaus: Im Vordergrund stehen heute zentralisierung, Ineignet sind, dem zu erstrebenden Ziel größtmöglicher Sicher- ternationalisierung, Amerikanisierung. Die Zen heit nahezukommen. tralisierung kommt in einer Berstärkung der weltwirtschaftlichen Tendenzen zum Ausdruck, die teilweise schon vor dem Kriege vorhanden waren. Das Finanzkapital beherrscht heute die ganze Welt. Die Trusts streben, die einheitlichen Wirtschaftsgebiete nieberzus reißen; nicht zu übersehen ist die Verschiebung der wirt schaftlichen Macht von Europa nach Amerita. Vor dem Kriege bildeten die maßgebenden europäischen Länder fast allein die Werkskraft der Welt. Sie erzeugten nicht genügend Nahrung und waren deshalb auf Ausfuhr von Industrieprodukten angewiefen. Mit 200 Millionen Einwohnern stellten sie 11 Pro3. Schaftlichen Arbeit der Welt. Heute ist Amerifa mit 120 Millionen der Weltbevölkerung dar. Sie leisteten den größten Teil der wirt Einwohnern das reichste Land der Welt. Vor dem Kriege war Amerika Schuldner Europas, heute ist es der Bankier der Welt. 15 Milliarden Dollar hat Amerifa an das Ausland verliehen, die Mehrheit aller euopäischen Staaten ist heute an Amerita verschuldet; München, 6. Auguft.( Eigenbericht.) Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. Dorpmüller, befindet sich seit Sonntag mit einigen Reichsbahndirektoren in Bayern, um die Eisenbahnstrecken zu befahren und zu besichtigen, auf denen sich in der letzten Zeit Eisenbahnfatastrophen ereigneten. Die Herren haben bereits die Unfallstellen bei Siegelsdorf und Dinkelscherben besucht. Das Ergebnis ihrer Intersuchung stimmt mit den von den Eisenbahndirektøren veröffentlichten amtlichen Darlegungen überein. In München versammelte Dr. Dorpmüller die Vertreter der Presse um sich. Er führte dabei u. a. aus: ,, Wir denken nicht daran, uns hinsichtlich des Ausbaues der Sicherheit irgendwelche Beschräntungen aufzuerlegen und würden lieber ein Defizit in Kauf nehmen als zuzusehen, daß die Sicherheit irgendwie gefährdet wäre. Die Presse bitte idy bei ihrer Kritik Maß zu halten. Man soll doch bedenken, daß jährlich 3500 Menschen in Deutschland ertrinten. Wie viele Menschen gehen durch Automobilunglüde zugrunde, und vergleichen Sie damit die relativ geringe Zahl der Opfer von Eisenbahnunglücken. Bedauerlich ist, daß in der Presse jedes llnglüd sehr aufgebauscht wird. Wir geben große Summen für Berkehrswerbung im Auslande aus, durch Schwarzmalerei wird vieles verdorben. Man soll immer daran denken, daß wir in Deutschland einen Fremdenverkehr haben. Was die Schuldfrage betrifft, so hat die Reichsbahn kein Interesse, irgend einen Angestellten ins Gefängnis zu bringen. Aber wir müffen Klarheit haben. Ein Systemfehler wäre es, wenn man den Fehlerquellen nicht nachginge und wenn letzten Endes die Disziplin leiden würde. Bis auf den heutigen Tag haben nie Mittel gefehlt, die Sicherheit aufrechtzuerhaltent. Was notwendig ist, mird immer bewilligt. Die neue einheitliche Signal perordnung, die demnächst herauskommen, wird ist zurzeit Gegenstand der Beratungen im Berfehrsminifterium Unzuträglich teiten infolge Verschiedenheiten zwischen den bayerischen und den norddeutschen Signalcinrichtungen hat es bis jetzt nicht gegeben." 198 maydi Erfiärung- Gegenerklärung. Bom Führerkrieg der Bismardingend. herr Sieneting in Altona, sogenannter Reichsführer der deutschnationalen Bismardjugend, hatte nor kurzem in der KreuzBeitung" eine scharfe Erklärung gegen Herrn Ostar Thomas, Stettin, erlaffen, der sich sogar Ehrenreichsführer" der gleichen Dr. ganisation tituliert. Ursache war der Lambach- Streit, bei dem Sieneking die Partei Hugenbergs, Thomas die seines Verbands Follegen Lambach ergriffen hatte. Nun aber zwingt Herr Ostar Thomas mit Hilfe von§ 11 des Breßgefeßes die Kreuz- Zeitung" zur Aufnahme einer Berichtigung. Es sei unwahr, was Herr Siepeting behauptet hat, daß nämlich Thomas aus dem Sozialistenlager zur Deutschnationalen Volkspartei übergewechselt jei.( Wir bestätigen Herrn Thomas gern, daß er uns seit mindestens 20 Jahren als Sozialistenfresser bekannt ist.) Weiter vermahrt sich Thomas temperamentvoll gegen die Behauptung Sievekings, daß seine( Thomas) hämischen Ausführungen über die Bismardjugend nur als Ausfiuß leichtfertiger Un40 Staaten find so von amerikanischen Bankiers starf abhängig. Geht diese Entwicklung so weiter, dann beträgt die Schuld Europas in 20 Jahren ungefähr 50 Milliarden Dollar, die Zinsen davon wären allein 3 Milliarden Dollar jährlich. Das ist das volle Jahreseinkommen von 5 Millionen Arbeitern! Diese Entwicklung wird bes gleitet von der Industrialisierung der Agrariänber. Wenn wir Sozialisten von Rationalisierung 1perträge, wie sie die Gewerkschaften in meiten Umfange durch gefeßt haben, schränten bereits entscheidend die Freiheit des Arbeitsmarktes ein. Dazu kommt die Arbeitslosenversicherung. Wir haben sie heute außer England und in Deutschland nach in 15 anderen Ländern, und wir hoffen, daß in ihrem Ausbau eine mejentliche Möglichkeit für den Umbau der Wirtschaft liegt. Wenn Karl Marr den Uebergang zum Zehnstundentag den Sieg eines Prinzips nannte, so dürfen wir heute mit mindestens dem gleichen Recht hie Durchsetzung der Arbeitslosenversicherung als Sieg eines Bri 3ips, deffen Träger die Sozialisten sind, bezeichnen. nicht eine Berringerung des Rampfes, den die Arbeitertlaffe zu Die Veränderungen in der Struktur des Kapitalismus bedeuter führen hat. Wir haben auf der einen Seite die sozialpolitischen For derungen, besonders die Arbeitslosenversicherung und auf der anderen Seite die Forderung zu erheben, die Monopolorganisation der Kontrolle der Internationale zu unterwerfen. Dabei sehen wir, daß die kapitalistische Monopolorganisation nicht nur in Widersprudy gerät zu den Interessen der Arbeiterklasse und der Konsumenten, sonbern daß sie auch zu Intereffentämpfen innerhalb der nationalen Gruppen führen kann. Wenn auch die Arbeitskämpfe in den einzelnen Ländern geführt werden, so ist es doch notwendig, diese in internationalem Rahmen zu führen, denn die internationalen Zusammenfchlüffe gewinnen dauernd an Macht. Besonders stark ist die internationale Verflechtung in der Kunst ber, noch bevor die erste Tonne fünstlichen Dels in Deutschland proseidenindustrie und Delgewinnung aus Rohle, bei buziert war, eine Verständigung über die Marke mit den ameri tanischen Delproduzenten vorlag. Gegenüber der internationalen Verflechtung müssen wir nach Organen der internationalen Kontrolle und Einwirtung suchen. Wir sehen einen Ansatz zur Bildung solcher Organe in Berbindung mit dem Bölferbund entstehen. Wir halten das aber für ganz unzulänglich. Wir glauben, daß die Intereffen der Arbeiterschaft in den Bölkerbundsorganen ungenügend vertreten find. Aber wir begnügen uns nicht mit der Unzulänglichkeit, sondern wir erheben die Forderung, daß die Sozialistische Internationale an der internationalen Wirtschaftsorganisation beteiligt sei und ein entscheidendes Wort bei der internationalen Wirtschaftskontrolle mitsprechen, dann verstehen wir darunter die technische Berbesserung zusprechen habe. So gehen wir aus der Erkenntnis der Wandlungen der Produktion, die Kapitalisten aber nennen es ,, wirtschaftliche Bes der fapitalistischen Wirtschaft in die fommenden Kämpfe, die nicht triebsführung" und meinen Antreiberei bis zur Erleichter, sondern noch schwerer sein werden als bisher. Es er schöpfung. Die Arbeiter in den amerikanischen Stahlwerken gibt sich aber auch für uns, zum Beispiel werden erschöpft und ausgepumpt bis aufs legte. Drei bis vier Millionen Menschen haben teilweise dank dieser Art von Rationalisierung heute in Amerita überhaupt teine Beschäftigung. In anderen Ländern wirft fich die billige Arbeitskraft der Kolonialländer ähnlich aus. In der Veräußerung ungeheurer Rapitalien der amerikanischen Banken an das Ausland die faum vollständig zurückbezahlt werden können liegt eine große Gefahr, die schließlich zu internationalen Streitigteiten führen fann. Sch erinnere nur en die erft fürzlich zu verzeichnende. inzwischen behobene Gefahr eines Erdölfrieges gegen Merifo. Der Kongreß muß fordern, daß die 3ollichranten niedergelegt werden; die aftatische Arbeitsfroff muf jenen Schuh erhalten, wie er in Europa feilmeise bereits besteht. Die Trusts muffen unter internationale Rontrolle gestellt merden und die Arbeiterschaft an dieser Kontrolle moß gebend mitbeteiligt sein. Nur die organisierte Arbeiterschaft tann die Aufgaben lösen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben. Wir verzeichnen leider viele Erbfleden, zu denen wir noch nicht vorge: drungen sind. In Europa ist die Arbeiterorganisation allgemein gut, in Amerifa ift fie verhältnismäßig i madh, in Südamerifa stedt fie erst in den Anfängen, in Afrita und in Asien sind die Verhältnisse noch schlechter. Aber menn jemals das Bedürfnis nach einer umspannenden Internationale vorhanden mar, dann heute. Mehr denn je ist die Barole angebracht: Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" Zweiter Referent ist Naphtali Deutschland: alle Einzelfämpfe auf wirtschaftspolitischem Gebiet einzuordnen in das große Bild der sozialistischen Zukunft, das wir noch fern, aber doch schon erkennbar fich in der Wirtschaft abzeichnen sehen. Wir konzentrieren unsere Kämpfe auf die Forderungen, die sich aus der Neugestaltung des Kapitalismus für uns ergeben und die wir zusammenfassen in den Ruf: Nationen an Stelle der Trusts, Gemeinschaft der Nationen an Stelle der internationalen Ron gerne.( Lebhafter Beifall.) Cramp- England: Das britische Weltreich ist nicht eine wirtschaftliche Einheit. Diel Hauptursache der seit 1921 bei uns au perzeichnenden wirtschaftlichen Depression ist der Rüdgang des Erports, obwohl die Bro duftion on fich die gleiche ist wie vor dem Krieg. Seither ist die Bevölkerung Großbritanniens von 40,8 Millionen auf 42,8 millionem gestiegen. Im Verhältnis danach hat sich die Arbeitslosigkeit erhöht. Wir haben seit Jahren über eine million Ermerbsa lose. Ganze Bergarbeiterdörfer find arbeitslos und werden es bleiben. Die einst blühenden Städte der Hüttenindustrie find heute Stätten der Not. In bezug auf die ungelernten Arbeiten ist eine Verbesserung zu verzeichnen. Die britische Arbeiterbewegung ist froß der Angriffe des Unfer. nehmerfums auf Arbeitszeit und Arbeitslöhne in hoffnungsvoller Cage; ihre finanziellen Schwierigkeiten sind überwunden; polififch macht fie ebenfalls Fortschritte. 10 Jahre nach dem Krieg haben wir die Möglichkeit, zu untergebung herbeizuführen, er muß regelmäßig Informationen über die scheiden zwischen denjenigen Veränderungen in der Weltwirtschaft, die vorübergehende Kriegswirkungen waren, und denjenigen, die einen Wandel der Struktur des wirtschaftlichen Lebens bedeuten. Die Hoffnung mancher von uns nach dem Krieg, daß der talismus ist noch sehr lebendig, aber wir dürfen auf der anderen Seite nicht verkennen, daß es renntnis gewertet werden können". In diesem Stil geht das Kapitalismus fein Ende erreicht habe, war trügerisch. Der KapiGezänt der beiden hervorragenden Berbandsführer weiter. Man kann den Schmerz der„ Kreuz- Zeitung" nachfühlen, die dazu seufzend bemerkt: man möchte doch innerhalb der deutschnationalen Bismarcjugend vorher für die notwendige Klärung jorgen, che man mit Ertlärungen und Gegenerklärungen an die breite Deffentlichkeit tritt. Die deutschnationale Bismarckjugend ist bekanntlich auf den Führergedanken" eingeschworen. Wie muß den armen Gefolgs fnäblein zu Mute sein, da nun die Führer einander in die Haare geraten. Vor wem haben sie jetzt die Hacken zusammenzuschlagen, vor Sieveling oder Thomas? Trübe, trübe Zeiten.... Geschichtskenntnisse. Die Republikanisierung der Beamtenschaft wird in einer deutsche nationalen Korrespondenz als„ legale Korruption" bezeichnet. Die ,, Deutsche Zeitung" bemerkt dazu: ,, Und für den Weg, der zu der ,, legalen Korruption" führt, hat man in Neu Deutschland das stolze Wort geprägt: ,, Freie Bahn dem Tüchtigen". Dieses Wort prägte bekanntlich ein Reichskanzler des alten taiserlichen Deutschlands, Herr v. Bethmann Hollweg. Beim Sommerfest des Deutschnationalen Kreisvereins Stettin zog der Festredner Parallelen zwischen dem großen Bismarc" und dem kleinen Müller", mie er geschmackvoll den jezigen Reichstanzler nannte. Diesem machte der deutschnationale Festredner besonders zum Vorwurf, daß er sich bei einer Umfrage gegen den Rückerwerb der deutschen Kolonien ausge sprochen hat. Bismard war bekanntermaßen alles andere als ein Freund von Kolonialerwerb. Er hat sich hierzu nur äußerst widerwillig und ohne jede innere Begeisterung entschlossen, als er durch vollendets Tatsache der Besitzergreifung für Deutschland hierzu ge groungen murde. Was missen die Leute, die sich andauernd auf die„ ruhmreiche Geschichte Deutsland" berufen, eigentlich von dieser Geschichte? Brunet bleibt Abgeordneter. Der belgische Sozialdemokrat Brunet, der sein Amt als Sammerpräsident sowie fein Abgeordnetermandat niedergelegt hatte, behält diefes, falls ihm die Kammerpräsidentschaft nicht mehr angetragen wird. nicht mehr der gleiche Kapitalismus wie früher ist. Heute eriſtiert die freie Konkurrenz auf den entscheidenden Gebieten des Kapitalismus überhaupt nicht mehr, und es fann nicht mehr behauptet werden, daß in der fapitalistischen Wirtschaft eine Harmonie herrsche. Die freie Bewegliteit der fapitalistischen Wirtschaft ist nicht nur durch ihre eigene Monopolorganisation ein geengt worden, sondern auch die gewerkschaftliche und politische Macht der Arbeiterklasse hat zur Umbildung des tapitalistischen Wirtschaftssystems entscheidend beigetragen. Die follektiven Arbeits Reichswehr und Berfaffungsfeier. Sonderbare Methoden eines Gießener Kommandeurs. Man schreibt uns: Der Kommandeur des Gießener Reichswehr bataillons hat unter Tagebuch- Nr. 1049/28 an die heffische Provinzialdirektion in Gießen ein Schreiben gerichtet, durch das er die Unterzeichnung eines Berpflichtungsscheines" für Die Teilnahme der Reichswehr an der offiziellen Ber faffungsfeier verlangt. Dieser Berpflichtungsschein soll auf reichswehrministerielle Anordnung zurückgehen und enthält u. a. folgende Bunkte: leistet ist, a) daß der würdige und unpolitische Verlauf der Feier gewähr b) daß im Falle der Teilnahme als politisch im Sinne des§ 36 des Wehrgesetzes anzusehender Organisationen und Vereine die Ueberparteilichkeit bei der Einladung gewahrt ist, e) daß bei unvorhergesehenen politischen Entgleisungen mit Rückficht auf die Reichswehr fofort öffentlich eingeschritten wird. Ein solcher Verpflichtungsschein fann vielleicht seine Borzüge haben, wenn die Reichswehr an Veranstaltungen privater Dr ganisationen teilnimmt, insonderheit menn es sich um die schwarz= weißroten Freunde eines großen Teils des Reichswehroffizier forps handelt. Eine unerhörte Herausforderung ist es aber, menn von einer amtlichen Stelle, in diesem Falle der hessischen Provinzialregierung für die Provinz Oberhessen, die Unterzeich Zur Kontrolle der Weltwirtschaft ist vor allein der Völkerbund berufen. Er muß versuchen, eine internationale Wirtschaftsgeset Truste und Kartelle sammeln, er soll außerdem ständige Unterfuchungen über die Nahrungswirtschaft anstellen, das wechselnde Verhältnis zwischen Produktion und Verbrauch, er foll an die Regierungen herantreten, daß sie vorhandenen Uebelständen abhelfen. Konferenzen der Interessenten können die Arbeit erleichtern. Regierungen, die sich durch derartige Maßnahmen bea schwert fühlen, sollen das Berufungsrecht haben. Außerdem soll der Völkerbund internationale Abkommen entwerfen und zur RatifiAlle internationalen Anleihen, besonders für zierung bringen. Rüftungen, müßten untersucht und geprüft werden, erst dann dürften sie Wirklichkeit werden. Es ist ein Wirtschaftsrat einzusetzen, der die einlaufenden Berichte und statistischen Uebersichten zu beraten und zu kontrollieren und in engster Berbindung mit den Internationalen Arbeitsamt zu arbeiten hat.( Lebhafter Beifall.) Um 1% Uhr wurde die weitere Aussprache auf Dienstag vor mittag 9 Uhr vertagt. Am Nachmittag tagten Kommissionen. nung eines solchen Verpflichtungsscheines verlangt wird. Wer hat eigentlich für die würdige Begehung der Reichsverfassungsfeier in Gießen Sorge zu tragen: die vom Vertrauen des hessischen Volkes getragene Regierung oder irgend ein beliebiger Bataillons tommandeur? Was aber soll es bedeuten, wenn der Gießener Reichswehrtommandeur eine Verpflichtung darüber verlangt, daß teine politischen Entgleisungen vorkommen? Fühlt sich der Herr als Kontrollorgan bestellt zur lebermachung der republifanischen hessischen Regierung? Dder Iodt ihn das Beispiel des Major Frig vom Gießener Reichswehrbataillon, der voriges Jahr die offizielle Verfassungsfeier mit seinen Offizieren während der Festrede demonstrativ verließ, weil die Rede anscheinend nicht nach seinem Geschmad war? Es ist kaum anzunehmen, daß Reichswehrminister Groener ein solches Borgehen angeordnet hat. Aber es ist höchste Zeit, daß einmal die Reichswehr von solchen politischen Provokateuren gereinigt wird. Die Einladungen nach Baris zur Unterzeichnung des Kriegs achtungsve: trags find ergangen an folgende Staaten: USA., Eng lang, Irland, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Belgien, die Tschechoslowakei, Polen, Jugoslawien Kanada, Südafrika, Australien und Neuseeland. Aus der Nic; teinladung Deutschösterreichs ist aber nicht zu schließen, daß es bereits stillschweigend in Deutschland mit einbegriffen wurde! Die Obregonpartei wird aufgelöst. Gouverneur Aaron Saenz, Leiter des Wahlfeldzuges für Obregon, hat dies angefündigt und alle Parteigänger aufgefordert, geschlossen Calles zu unterſtügen, Der füdslawische Bruderzwift. Riftowitsch wollte angeblich Pribitschewitsch töten. Agram, 6. Auguft. Der besorgniserregende Zustand Stefan Ra. ditschs hat starte Beunruhigung ausgelöst. Ein führender PoLitifer bezeichnete es als besonderes Glüd, daß der Führer der in Kroatien wohnenden Serben, Bribitschewitsch, mit der Raditschpartei verbündet ist, sonst würde im Falle des Ablebens des Kroatenführers der Bürgerkrieg vor der Türe stehen. Die Ermor dung des ferbischen Journalisten Riftowitsch hat. in Agram niederdrückend gewirkt. Die Berständigung zwischen Agram und Belgrad dürfte jetzt noch viel schwerer geworden sein. In Agram haben nach dem Mord meder die Bevölkerung noch die Studenten irgendwelche Rundgebungen veranstaltet. Auffällig ist nur, daß in den Fluren und Treppenhäusern der Zeitungsgebäude Polizisten stehen. Es wird behauptet, daß der getötete Serbe Ristowitsch hat einen Anschlag auf Bribitsche witsch geplant habe; man habe beobachtet, daß er am Sams tagpormittag wiederholt vor dem Grand- hotel auf und abgegangen fei, in dem Bribitschewitsch wohnt. Am Nachmittag desselben Tages ging er in Begleitung einer unbekannten Dame zum Bahnhof, wo er sein Gepäck gelassen hatte und er soll einen schweren Gegen= ftand aus seinem Koffer geholt haben. Die Leiche Ristowitschs wurde auf Kosten der Agramer Settion des jugoslawischen Journa liftenverbandes heute mittag in aller Stille nach Belgrad übergeführt, um dort beerdigt zu werden. Zu dem Wirtshausstreit, den Riftowitsch einige Zeit vor seiner Ermordung gehabt hat, wird noch gemeldet, daß R., als er infolge seiner herausfordernden Aeußerungen hinausgewiesen wurde, fich zuerst weigerte, aber schließlich mit den Worten ging: Das werden Raditsch und Bribitfchewitsch mit dem Kopfe büßen." Ristowitsch begann zu laufen und die Menge folgte ihm. Ein Polizist hielt ihn auf und führte ihn zur Wache. Auf dem Wege rief ihm die Menge nach, daß er an dem Mord an dem einen Rabitsch schuld sel. Bon der Polizei ging Risto mitsch ins Krankenhaus, um seine ziemlich schweren Kopfverlegungen verbinden zu lassen. Auf dem Bege nach dem Krankenhaus, den er in Begleitung eines Kriminalschußmannes zurüdlegte, fam es dann zu der Bluttat. Der Attentäter Schunitsch gab die Schüsse aus allernächster Nähe ab. Gleich der erste Schuß streckte Ristowitsch nieber. Als Ristowitsch auf dem Boden lag, richtete Schunitsch den Revolver gegen die Brust des Liegenden und schoß weiter. Wieder Genf in Sicht. Das Geptemberprogramm des Bölferbundes. Genf, 6. Auguft.( Eigenbericht.) Heil Borkum! Die Hafenkreuzpreffe erläßt einen Aufruf an alle National fozialisten, die völkische Strandmauer der Kurgäste um das letzte deutsche Bollwerk im deutschen Meer, das Geebab Borkum, zu fügen und zu fliden". und noch ein Arm die Büchse spannt, betritt fein Fremdling deinen Strand!" Koalitionsfrise in Thüringen? Die Sozialdemokratie verlangt Landtagsauflösung und Neuwahlen. Das Böllerbundssekretariat veröffentlicht die Tagesordnung der 51. Ratstagung, die am 30. Auguft beginnt. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich in ber Fertigstellung des Budgets und der Tagesord nung für die Bölterbundsversammlung am 3. September. Alle Tagesordnungspuntte finb Wiederaufnahmen früherer Berhandlungen. So erscheinen die Beschwerben der Deutschoberschlesier über die Sicherheitsverhältnisse und einige Schul fragen, die im Juni vertagt wurden, wieder auf der Tagesordnung, dazu andere Minderheitsfragen. Das größte politische Interesse birgt die Berichterstattung über die polnisch- litauischen Berhandlungen, mobei die litanische Beschwerde über die angeblichen poldingt war die Einstellung der Sozialdemokratie durch die Tatsache, nischen Manöver im iinagebiet behandelt werden dürfte. Deutschland hat als Berichterstatter die angenehme Bflicht, über den guten Erfolg ber Ein- und Ausfuhrverbotstonferenz zu berichten Richterwahl für das Beltschiedsgericht. Genf, 6. Auguft.( Eigenbericht.) Gemäß den Statuten über die Richterwahl für ben ftänbigen Internationalen Gerichtshof im Haag haben die Bölferbundsstaaten Borschläge für die Nachfolge des zurüdgetretenen Nordamerikaners Baffelt Moore eingereicht. 26 Staaten, barunter Deutschland, haben den ehemaligen amerikanischen Staatssetretär Hughes vorgefchlagen. An zweiter Stelle folgt der deutsche Reichsgerichtspräfident Simons, den 9 Staaten, darunter England, Frankreich und die Skandinavier, nominieren. Deutschland macht aber von seinem Recht, einen zweiten Kandidaten vorzuschlagen, Gebrauch und nomi niert den Bölkerrechtler Schiding, ber allerdings von weiteren Staaten nicht unterstützt wird. Nach der Wahl zum Thüringischen Landtag im Februar 1927 waren die Demokraten bestrebt, die größte bentbare Koalition von Sozialdemokraten, Demofraten, Boltspartei, Wirtschaftspartel und Landbund herbeizuführen. Die Sozialdemokratie stellte einige grundsätzliche Forderungen für die einzuschlagenbe Politit. Be daß bei Berwirklichung der großen Stoalition die Koalition hätte ohne den Landbund gebildet merden tönnen die Sozialdemofratie mit ihren 18 Mandaten in der Koalition von 41 Mandaten eine ausschlaggebende Bebeuhung nicht hätte erlangen fönnen. Die Demokraten haben den Beweis für die Richtigteit der sozialdemokratischen Haltung erbracht, sie haben den Rechtsparteien, insbesondere dem Landbund, unter Berleugnung der von der Demokratischen Partei aufgestellten Grundsätze willig Gefolgschaft geleistet. Unter anderem haben die Demokraten im Landtag für bas Berlangen an die Regierung geftimmt, daß sie für 3ollerhöhun gen im Reichsrat einzutreten habe; der demokratische Minister Baulsen hat sich für eine Berschlechterung der von der Reichsbürgerblock regierung eingebrachte Arbeitsschußgefehvorlage hinsicht lich der Arbeitszeit eingesetzt. Das demokratisch- parlamentarische System haben die Landtagsdemokraten mit Füßen getreten. Weil die Regierungstoalition bei Beratung des Besoldungs gefeges nicht in allen Fragen einig wurde, waren die Demokraten bereit, die Bergewaltigung der Opposition durch eine En- bloc- Annahme den Wortlaut der Regierungsvorlage unter Aufhebung der Ausschußbeschlüsse, vorzunehmen. Nur durch die hartnäckig geführte Angeblich war in der Regierungsfoalition mit den Demokraten vereinbart worden, daß Frieders nicht begnadigt werden sollte. Der Landbundführer Höfer hat deshalb nach der Befürmortmg des Gnadengefuches durch den Landtag auf einer Land bundtagung den Demokraten angedroht, daß alle diese Dinge nod ihre Auswirkungen haben" würden. Der Landbundführer kann sich die Schulmeisterei erlauben, denn die Demotraten find bisher mit nicht mehr zu überbietender Unterwürfigféit dem völfisch- deutschnational eingestellten Landbund gefolgt. Nun schreibt ein Demokrat im Berliner Tageblatt" nicht aus politischem Reinlichkeitsbedürfnis, sondern in der Abwehr auf die Angriffe des Landbundes: ST ,, Nicht nur, daß die Stellung der Opposition zu der menig stärkeren Mehrheit zu dieser Mehrheit gehören neben den vier Deutschnationalen auch die beiden Nationalsozialisten ganz besonders unfreundlich ist, auch im Lager der Regierungsparteien beginnt man der Koalition gründlich mübe au werden, und diese Regierung ist ein Verlegenheitsproduft." In einer demokratischen Zeitung, die in Sonneberg erscheint, wird gleichzeitig erklärt, daß die übergroße Mehrheit der demofratischen Parteimitglieder und der demokratischen Wähler die Frage stellen: ,, ob eine Fortsetzung der Koalition noch wed mäßig und erwünscht ist". Nach der Wandlung im Reiche werde man im Herbst in Thüringen gut daran tun, daraus die Konsequenzen zu ziehen und eine Regierung der Großen Koalition zu bilden. Gleichzeitig enthüllt dieser Artikel den Zwies nationalliberalen Flügel im Landtag und in der Regierung. Er sagt: Wir wissen im Augenblic nicht, ob die bemokratischen Abgeordneten und Regierungsmitglieder die Situation gleicherweise betrachten." Stuttgarter Handwerkskammersfandal. Obstruktion der sozialdemokratischen Fraktion ist es verhindert spalt zwischen der Demokratischen Barter in Thüringen und ihrem Die Strafanträge gegen die deutschnationalen Betrüger. Stuttgart, 6. August. worden, daß die Methode, die die 3olltarifmehrheit im Jahre 1925 bei der Berabschiedung des Zolltarafs angewandt hat, in Thüringen mit Hilfe der sogenannten Demofraten lebung wurde. Nach der Reichstagswahl tritt die Unzufriedenheit ber Im Stuttgarter Handwerkskammerprozeß fonnten heute, am thüringischen Demokraten mit ihrem nationalliberalen Flügel, der 10. Berhandlungstage, die Beweisaufnahme und die Plädoners zum in Bandtag und Regierung die Demokratische Bartei vertritt, stärker Abschluß gebracht werden. Der Staatsanwalt beantragte gegen den hervor. Die Beeinflussungsversuche der Demokraten im Lande auf früheren Präsidenten der Handwerkskammer Stuttgart, Wolff ihre Landtagsfraktion scheinen einen gewiffen Erfolg zu haben. ( deutschnational), vier Jahre sechs Monate Gefängnis unter AbDie demokratischen Abgeordneten haben im Landtag der Sozialerfennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei demokratie bei der Ablehnung eines von der Regierung zum MitJahren. Gegen den früheren Handwerkstammersynditus Dr. Ger hardt lautet der Antrag des Staatsanwalts auf drei Jahre Geglied des Staatsgerichtshofes vorgeschlagenen reaktionären Beamten Gefolgschaft geleistet. Einer der beiden Demokraten hat für die Be. fängnis. Gegen den früheren Leiter der Landeswirtschaftsstelle der gnadigung des Oberstaatsanwalts Frieders geftimmt, der, gemessen Handwerkskammer, Klemm( deutschnational), beantragte der an dem Standal um Staatsanwalt Floel, von der thüringischen Staatsanwalt ein Jahr und drei Monate Gefängnis. Gegen ben Regierung parteiisch behandelt worden ist. jeßigen Präsidenten der Handwerkskammer, den früheren Landtagsabgeordneten Theodor Fischer, beantragte der Staatsanwalt megen. Untreue eine Gefängnisstrafe von einem Monat 15 Tagen, eventuell eine Geldstrafe von 600 m. Gegen die übrigen Hand mertstammer- Borstandsmitglieder, die noch in Untersuchungshaft gezogen waren, wurde anstatt einer Gefängnisstrafe von 15 Tagen eine Geldstrafe von 150 m. beantragt. Der Reichskanzler fehrt am Donnerstag von seinem Urlaub nach Berlin zurüd. Boraussichtlich wird in den ersten Tagen feiner Anmefenheit in Berlin, mahrscheinlich am Freitag, eine Sigung des Reichstabinetts stattfinden. Das polifische Asylrecht ist in der Verfassung Deutsch österreichs gewährleistet. Im Fall Bela Khun ist es auch gegen über Ungarn gewahrt worden, aber Justizminister Dr. Dinghofer mußte deshalb verschwinden. Seither hat man den Gewerkschafts fetretär Burcul auf Mordbeschuldigung an Südslawien aus geliefert, obwohl diese gewiß nur vorgeschützt wird, um diesen Kommunisten zu triegen. Der bulgarische Kommunist Dr. Is. troff fist nach Berbüßung einer Falschmeldungsstrafe weiter in Biener Haft, weil Bulgarien seine Auslieferung nerlangt, da er dort zum Tode verurteilt ist. Die Auslieferung würde sein Ende am Galgen bedeuten! Der Sowjet- Kreuzer SSR, fein anderer als das Revolutions schiff„ Aurora", das 1917 den Sieg Lenins mitentschied, ist besuchs meije in Ropenhagen, Religion und Sozialismus. Kongreß in Mannheim. Ein Kongreß der religiösen Sozialisten mit 150 Teilnehmern aus Deutschland, Holland und der Schweiz tagte vom 1. bis 5. August in Mannheim und wurde vom Bürgermeister Genossen Heimerich und dem Landesvorfigenden der Sozialdemokratie Badens, Genossen Reinold, begrüßt. Bundesvorsitzender Pfarrer dert Mannheim befannte fich unumwunden zur sozialistischen Weltanschauung und zur Zusammenarbeit mit der SPD. Gegen die Kirche stehe man in einem Oppofitionsverhältnis. Die katholische und jüdische Kirche zeige Ansätze zu einer freien Bewegung. Ueber die Arbeit im Auslande Sprachen Pfarrer Banning- Barchem( Holland), Profeffor D. Raga Sürich und ein Arbeiter Otto Bauer aus Wien. Durch das Thema Desterreich wurde die Frage der Angliederung der fatholischen Sozialisten an ben Bund atut. Man ist dazu bereit. Unter den Bortragenden war der Marburger Theologe Profeffor Wünsch, ber über driftliche Sitt lichkeit und sozialistische Wirtschaft sprach und wissenschaftlich die Notwendigkeit für den Chriften begründete, den Kampf der Arbeiter flaffe mitzutragen. Licentiat Dr. Hartmann- Solingen trat als radi faler Pazifist und Anhänger der Kriegsdienstverweigerung auf. On der sehr lebhaften Aussprache verteidigte ein SPD.- Abgeordneter aus dem Rheinlande die Haltung der Partei zum Pazifismus, Die Demokraten im Landtag werden also weiter, obwohl ihre Parteigenossen im Lande foalitionemide find, dem Landbund Gefolgschaft leisten. Sollte trotzdem die Koalition im Herbst gerfallen, jo muß es die Sozialdemokratie ablehnen, fich an einer neuen Regierungsbildung zu beteiligen. Die unverant wortliche Politit, die nicht zuletzt durch die Schulb der Demokraten seit 1924 in Thüringen betrieben worden ist, bedingt zwangsläufig die Auflösung des Landtags. Ueber die Politit, die zu fünftig in Thüringen eingeschlagen werden soll, muß zunächſt die Wählerschaft die Entscheidung treffen. A. Frölich, M. d. 2. Gegen den Bau von Panzertreuzern und die Hergabe von Boltsmitteln für militärische Zwecke wurde eine Resolution angenommen. Eine Arbeitsgemeinschaft der katholischen Sozialisten im Bunde wird erstrebt. Die österreichischen Katholiten wurden dem deutschen Bund als Landesorganisation angeschlossen. Ein internationaler Ausschuß mit dem Gig in 3ürich wurde fonftituiert. Hochschulheim Habertshof veranstaltet. Gerner wird ein Hochschullehrgang der religiösen Sozialisten auf dem Potemkin. Die Film Oberprüfstelle hat ben neu gestellten Antrag der württembergischen Regierung auf Widerruf der Zulaffung des Bildstreifens Bangerfreuzer Botemfin" in ihrer Montagsizung ohne Beweisaufnahme als unbegründet zurüdgewiesen. Bon den in Paris verhafteten 1339 Kommunisten wurden 13 megen Beamtenmißhandlung, verbotenen Waffentragens usw. ins Gefängnis gesteckt; die anderen wurden freigelassen. 98 der Festge nommenen sind Ausländer; man prüft, welche einfach ausgewiesen und welche unter Bedeckung über die Grenze abgeschoben werden sollen. Gemeinde: und Staatsarbeiterverband lionen Mart, denen Ausgaben in Höhe von 10,9 Millionen Mark Der 11. Verbandstag in Köln. Die Tagung wurde am Montag vormittag im großen Kongreßfaal des Kölner Messegebäudes eröffnet. 225 Delegierte, 38 Vorstands- und Beiratsmitglieder 27 Gäste gegenüberstehen. Das Gesamtvermögen des Verbandes beläuft sich auf über 6 Millionen Mart. Nach einem furzen Bericht des Ausschußvorsitzenden Lang wurden die Verhandlungen auf Dienstag vertagt. der Bruderverbände des Auslandes, 19 Vertreter Generalversammlung der Fabrikarbeiter anderer Gewerkschaften sowie Freunde der Organisation und Behörden füllten den geschmackvoll ausgestatteten Raum. Nach der üblichen Begrüßung wurden zwei Kollegen, die 25 Jahre im Dienste der Organisation stehen, geehrt. Es sind dies der Redakteur, Genosse Emil Dittmer, und der Gauleiter, Genosse Alt vater aus Stuttgart. Der Vertreter der Kölner Mitgliedschaft bemertte in seiner Begrüßungsansprache, daß die Ortsgruppe Köln weit mehr Mitglieder zähle als die Ortsgruppe des Christlichen Verbandes, der in Köln seinen Zentralfi habe. In Rheinland und Westfalen allein habe der Verband mehr Mitglieder als der christliche Verband in ganz Deutschland. Zu Borfizenden des Verbandstages wurden gewählt: Müntner- Berlin und hoffmann- Köln, und zwar gegen vier tommunistische Stimmen. Den Bericht des Vorstandes erstattete der Vorsitzende Müntner. Das Hauptproblem, mit dem sich der Verband in der Berichtsperiode zu befassen hatte, war der Ansturm des Privatfapitals gegen die öffentlichen Betriebe. Hier war es in erster Linie der Reichsbankpräsident Schacht, der gegen die Gemeinden, insbesondere gegen die großen Stadtverwaltungen, Sturm lief und sich als Anwalt des Privatkapitals aufspielte. Auch die Arbeitnehmer haben an sich gegen eine Rationalisierung der Betriebe nichts einzuwenden. Diese Rationali fierung darf aber nicht auf Kosten der Arbeiter und ihrer Gesund heit durchgeführt werden. Die Löhne konnten in den letzten drei Jahren im Reich durchschnittlich um etwa 46 Bro3. ge steigert werden. In einer ganzen Reihe von Bezirken ist es gelungen, die Arbeitszeit wesentlich zu senten, so daß nur noch in einzelnen Orten eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 48 Stunden zu verzeichnen ist. Die meisten Widerstände maren bei der Regelung der Arbeitsverhältnisse der Reichs und Staatsarbeiter zu verzeichnen, die prozentual auch am schlechtesten organisiert sind. Im letzten Früh jahr liefen nicht weniger als 305 Tarifverträge ab. Mit den Vorständen des Verkehrsbundes und des Eisenbahnerverbandes wurden Berschmelzungsverhandlungen Am Sonntag hielt die Zahlstelle Berlin des Verbandes der Fabritarbeiter ihre Generalversammhung ab. Der 1. Bevollmächtigte, Genosse Rücker, berichtete für das 1. und 2. Quartal unter anderem, daß der Beschäftigungsgrad in den Industrien des zuständigen Agitationsgebietes im allgemeinen gut war; namentlich die chemische Industrie, insbesondere die„ Igfag", war gut beschäftigt. In der Gummiindustrie war es zunächst nicht so günstig, doch hat sich jetzt diese Industrie wieder gut erholt, was auch die zahlreichen Neueinstellungen in der letzten Zeit beweisen. Nur in der Blumen, Blätter und Federindustrie, deren Produkte außerordentlich stark der Mode unterworfen sind, ist der Beschäftigungsgrad nach wie vor schlecht. Der Redner führte dann weiter aus, daß die Entwiclung der Lebenshaltungskosten für die Haushaltungen der Arbeiterschaft sehr unerfreulich ist, denn es ist ein zwar langsames, aber stetiges Steigen aller notwendigen Bedarfsartitel- und Lebensmittelpreise зи ver= zeichnen. Hier ermächst dem neuen Reichstag die sehr wichtige Aufgabe, einmal ernstlich an eine Senkung der Preise durch gesetzgeberische Maßnahmen heranzugehen. Auch auf anderen wichtigen sozialpolitischen Gebieten stehen dem Parlament große Aufgaben bevor und die Arbeiterschaft erwartet, daß das Tempo, in dem von den früheren Regierungen und Parlamenten auf diesem Gebiete gearbeitet wurde, wesentlich beschleunigt wird. Ganz besonders muß gefordert werden, daß die Verwirklichung des Artitels 157 der Reichsverfassung: Die Arbeiterschaft steht unter dem besonderen Schuhe des Reiches. Das Reich schafft ein einheitliches Arbeitsrecht zur Zielsetzung des neuen Parlaments wird. Deshalb begrüßte der Redner den Eintritt der Sozialdemokraten in die Regierung, weil er überzeugt ist, daß nur so die Interessen der Arbeiter und Angestellten wirksam wahrgenommen werden können. Dem schriftlich vorliegenden Kassenbericht war zu entnehmen, erhöht haben. daß sich die Finanzen der Lokaltasse wiederum um rund 5000 m. Rücker ging dann näher auf die Lohnbewegungen ein und hob hervor, daß die Ortsverwaltung sich bei der Einreichung ihrer Forderungen nicht durch das mehr oder minder„ radikale" Gebaren einzelner Phrasenhelden hat beirren lassen. Sie ist vielmehr den Weg gegangen, den ihre Verantwortlichkeit und Pflichtbewußtsein vorschreibt; der Erfolg hat ihr recht gegeben. An der Diskussion, die sehr lebhaft war, beteiligten sich fieben Redner, darunter drei von der sogenannten„ Opposition", deren Ausführungen jedoch häufig auf starken Widerspruch der Generalversammlung stießen. Die Entlastung des Kassierers wurde einstimmig erteilt. Ebenso einstimmig wurde ein Antrag auf Ausschluß von vier Mitgliedern, die sich des Streitbruchs schuldig gemacht haben, angenommen. geführt. Es fonnte aber noch feine Einigung erzielt werden. So beharren die Eisenbahner bei ihrem Vorschlag, in dem neuen Großverband eine Settion der Beamten zu schaffen ohne Ricksicht auf ihre Betriebszugehörigkeit, während der Verkehrsbund diesen Plan glatt ablehnt. Die Verhandlungen sind also vor: läufig gescheitert. Die Kartellverträge zwischen den drei Organisationen bestehen aber noch und werden Zeit und Umständen dauernd angepaßt. Weiter bestand der Plan, die Gewerkschaft der Feuerwehrleute in den Gemeinde- und Staatsarbeiterverband aufzunehmen. Die Feuerwehrleute haben aber eine Ber einigung abgelehnt. Endlich hatte der Gärtnerpers band den Antrag gestellt, sich mit dem Gemeinde- und Staatsarbeiterverband zu vereinigen. Diese Verschmelzung wurde aber vom Bundesvorstand des ADGB. auf Einspruch des LandBochum, 6. Auguft.( Eigenbericht.) orbeierverbandes abgelehnt, der die Gärtner für sich be- Das Reichsarbeitsministerium hat den in der Hauptversammlung ansprucht. In den letzten Monaten wurde mit dem Deutschen der Reichsknappschaft angenommenen Vorschlägen zur SanieMetallarbeiterverband verhandelt mit dem Ziel auf Ab- rung der Angestellten pensionskasse der Reichs schluß eines Kartellpertrages, der besonders die Regelung tnappschaft zugestimmt. Sie sind bereits zur Ausführung ge= der Lohn- und Arbeitsbedingungen in den gemischt- wirtschaftlichen langt. Am Mittwoch findet im preußischen Handelsministerium Betrieben bezwecken soll. Die Verhandlungen werden nach den eine Besprechung zur Frage des Verbots der Prämienzahlung im Verbandstagen der beiden Organisationen fortgesetzt. Die Zeit Bergbau statt, zu der die Spizenorganisationen eingeladen sind. schriften des Verbandes haben eine regelmäßige Auf= lage pon insgesamt 580 000 Die Den Kassenberichterstattete Adam Ruppert. Mielieberzahl hat sich in der Berichtsperiode auf 236 989 erhöht. Die Arbeitslosigkeit ist im Verhältnis zu anderen Gewerkschaften sehr gering. Die Gesamteinnahmen der Hauptkasse in den Jahren 1925 bis 1927 belaufen sich auf 12% MilUm die Prämienzahlung im Bergbau. Der Hohenlohe- Konzern baut ab. Wie aus Kattomih berichtet wird, hat die Verwaltung der zum Hohenlohe- Ronzern gehörenden Georg Gruben 720 Mann ihrer Belegschaft gekündigt. Besprechung über das Schlichtungswesen. Der Reichsarbeitsminister hat die Spigenverbände der wirtschaftlichen Vereinigungen der Unternehmer und der Arbeitnehmer für Anfang Oktober zu einer Besprechung über ihre Erfahrungen und Wünsche auf dem Gebiete des Schlichtungswesens eingeladen. Zusammenschluß der englischen Eisenbahner. Zusammengeschlossen sind die Eisenbahner eigentlich auch in England. Die Gewerkschaften zählen einen Verband der Lokomotivführer und Heizer, einen Verband der Eisenbahnbureauangestellten und einen Verband der Eisenbahner. Daneben aber scheint es außerdem noch eine ganze Reihe von kleineren Vereinigungen der Eisenbahnwerkstättenarbeiter zu geben. Die Organisationsfrage der englischen Eisenbahner wurde brennend, als die Eisenbahngesellschaften sich anschickten, die Löhne um 2,5 Proz. zu kürzen. Die Abwehr ist bei zersplitterter Organifationsweise natürlich sehr schwer. Daher ist jetzt erneut die Zusammenfassung der drei großen Organisationen ins Auge gefaßt worden, zweifellos unter Hinzuziehung der kleinen Verbände. Man würde so zu einer Einheitsorganisation von rund 700 000 Mitgliedern kommen. Selbstverständlich ist, daß die Verbandstage der einzelnen Verbände dazu erst Stellung nehmen und die Verschmelzung beschließen müßten. Linfe" Gewerkschaftsbureaus geschlossen. Wie aus Riga gemeldet wird, hat das Mitauer Kreisgericht die Schließung der Bureaus der linken Gewerkschaften in Mikau und zuerst geschlossenen Rigaer Zentrale staatsfeindliche kommuniſtiſche Windau verfügt. Von diesen Bureaus aus soll ebenso wie in der Propaganda betrieben worden sein. Fortdauer des Spinnerstreifs in Bombay. Bombay, 6. August. Die von den Arbeitgebern für heute angekündigte Wiedereröffnung von 11 Spinnereien ist erfolgt; die Betriebe mußten jedoch bald wieder geschlossen werden, da nur etwa Der Streitausschuß 50 Streitbrecher erschienen waren. führt einen heftigen Kampf gegen die Wiederaufnahme der Arbeit. Die Spinnereibetriebe werden von bewaffneter Polizei bewacht. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Heute, Dienstag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Frankfurter Allee: Gruppenheim Städtisches Jugendheim Litauer Str. 18, 8immer 2. Bor trag: Die Bedeutung des Nationalfeiertages." Reu- Lichtenberg: Jugendheim Hauffstraße( Sportplag), an der Lessingstraße. Heimbesprechung Ausspracheabend: Unsere Fahrten, wie sie sind und wie sie sein sollen." Heim Landsberger Play: Gruppenheim Jugendheim Dieftelmeŋerstr. 5. besprechung. Fahrten, wie sie sind und wie sie sein sollen. Treptow: Gruppenheim Jugendheim Schule Wildenbruchste. 53/54. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrolle. Südosten: Gruppenheim Jugendheim des BerkehrsAntimili bundes, Engelufer 24/25, Aufgang B, part. Rreisveranstaltung. taristischer Abend. Humboldt: Gruppenheim Jugendheim Graun. Ede Lorgingstraße. Heimbesprechung. Bunter Abend. Ohne Berbandsbuch und Heimausweis tein Zutritt. Anßenspielabende ab 18 Uhr: Gesundbrunnen: Spielen auf dem Sportplat im Sumboldthain. Rordkreis: Badeabend im Boltsbad Plößensee. Kreis Oberspree: Spiel und Sport auf dem Metallarbeitersportplag Oberspree. Südkreis: Jugendheim des Deutschen VerkehrsBrogramm: Musil, Rezitationen, Borträge, Lichtbilber. bundes, Engelufer 24/25. Krieg dem Kriege." Antimilitaristischer Abend. und Tanz auf dem Spielplag Spandau, Wilhelmstraße. Sport auf dem Sportplatz an der Epiphanienkirche. im Boltsbad Plögensee. Spandan: Spiel Charlottenburg: Nordwestkreis: Baden Jugendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Dienstag, spielen alle Jugendbezirke auf der Wiefe 7 im Treptower Park. Der Jugendbezirk Webbing- Gesundbrunnen spielt auf dem Sportplag im Humboldthain. Berantwortlich für Politit: Bictor Schiff; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Fr. Eglorn; Feuilleton: R.$. Döscher; Lotales and Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Paul Singer u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 8. Sierzu 1 Beilage und Unterhaltung und Wissen". Schulbeginn 975 890 79⁰ 1675 Waschsamtkleid braun und grün, hochgeschlossen, mit breit. Falt., Gr.60 975 Jede weit. Gr.1,00 mehr Prakt.Schulanzug Lodenmantel Schlupfform, aus blauen für Knaben und Mädchen, trosenkragen, Gr. 3 Schulanzug Manchester, in Sportform, Grösse 3-6, Gr. Jede weit. Gr.1,25 mehr Meltonstoffen, m.Ma- 890 gute Qualität, mit 790 mit weiss Kragen 1675 Kapuze... Grösse 50 Jede weit. Gr. 50 Pf. mehr Jede weit. Gr. 50 Pt. mehr Schulanzug Sportform, in guter Qua- 1275 lität, Grösse 3-12... ... 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Noch viel g.'ößer, als bisher angenommen, sind auch die Schäden im städtischen.stafengebiet. Dort sind fast sämtliche Lagerballen vom Sturm zerstört morden. Die Droiisformäiorenchäuser wurden größtenteils umgerissen. Die im choscn liegenden Schisse wurden durcheinander geschleudert und »eilmeisc zerstört. Der Telcphonverkehr in der Stadt meist am Montag noch Störungen auf. Auch»ach auswärts ist nur ein Teilbetrieb ausgenommen worden. Das llnwet'.er von Sonntag nacht hat auch m der Umgebung von Bayreuth fu.'chtbar gehaust. In der 5)0 Ilfeld« r e g e» d wütete Sturm und.stagel derart, daß die ganze Ernte vernichtet wurde. Ungeheure Eiewiiter entluden sich irnd beleuchteten minutenlang dos ganze Gebiet. In Bayreuth selbst wurde ganz besonders die Ziegelei Wölfer mitgenom- men. Ein Teil des Fabrikgebäudes wu.'de vollständig niedergerissen. Der Schlot steht mir noch zur Hälfte da. Bei dem Unwetter hoben eine große Anzahl Leute ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Die Mehrzahl der Bamberge: Bevölkerung rihtet einen Ausruf an Hilfsbereit« zur Unterstützung der Schwergeschädigten. Auch im unterfränkischcn Weingebiet sind die Schäden seh.' groß. 3n Randersacker murden durch den Hogelschlag die Weinberge fast gänzlich vernichtet. Auch der auf den Feldern angerichtete Schoden, besonders an den Hockfrüchten, ist g mß. Obstbäume wurden umgeworfen, die Früchte a b g«- schlagen. Viele Häuser in der Nähe van Randersacker wurden abgedeckt. Der Zugverkehr erlitt auch in dieser Gegend mehrstündige Verspätungen. L.n Rezbach wurden die Dächer dei Bahnhofsgebäude abgehoben und fast alle Fensters cheiben zertrümmert. Tsiindestens 2000 schöne Itzoldbäume wurden bel Erlange« vom Sturmwind zerknickt und entwurzelt. Auch hier wurden viele Häuser abgedeckt. In Ansbach lag der Hagel stellenweise ? 5 bis 30 Zentimeter hoch, fast kein Fenster blieb ver- schont. Die telephonischcn Verbindungen Nürnbergs mit dem Norden wurden last ausnohmslos unterbrachen, so nach Richtung Bamberg, Erfurt. Schweinfurt, Eger, Hamburg und an< deren Orten. Drei Schnellzüge der Strecken München— Berlin und Stuttgart— Berlin mußten über Bayreuth umgeleitet werden. Die Neichsbahndirektian Nürnberg teilt mit, d"ß die Telephon- und Telegrgphenleitungen auf den Strecken ?oin''erg— Breitengüßbach und Bamberg— Strullendorf gestört r'iird.' i. Auf beiden Bahnstrecken wurden die Gestänge aus die i�tr'se' geworfen, so daß beide noch jeder Bichtnna längere Zelt ge- f-rrrl blieben. Bei den Ausräumungsarbeiten leisteten Reichswehr, Lunhespolizei sowie Feuerwehr von Bamberg Hilfe. Schwere Llnweiier auch in Aordtirol. Seit Sonnabend abend gehen, nach Meldungen aus Inns» brück, in N o r d t i r a I fortwährend stärke Gewitter mit hef- tigen Regengüssen und Hagelschlägen nieder. Das Landgut Daniel- h a f in der Nähe von Innsbruck wurde durch Blitzschlag»oll- ständig eingeäschert. Im oberen Teil des llnter-Inntales und des Brirentales haben Hogclschläge an den Pflanzungen großen Schaden angerichtet. Die Bahnst recke über den Arlberg-Paß wurde am Sonntag früh ebcnsalls aus eine Länge von ZS Metern verschüttet. Acht Stunden lang war der Ver- kehr unterbrochen, bis die Strecke durch Sprengungen wieder freigemocht werden konnte. Wie die polen niedergingen. Die schwierigen Zlettungsarbeiten der.Samos'. Vi« aus Lissabon gemeldet nnrd, haben die polnischen Flieger, als sie stch über die Unmöglichkeit der Fortsetzuvg ihre» Fluge» klar waren, den deutschen Dampfer„Somo«" überflogen und auf der Brücke eine Röhre mit einer Botschaft abgeworfen, in der sie den Kommandanten de» Dampfers ersuchten, v orberei- tungen zu ihrer Aufnahme zu treffen. Vach einer zustimmenden Antwort gingen sie dann um 12 Uhr mittags nieder. Major K u b a l a, einer der beiden polnischen Ozeotrflieger. teilt« dem Korrespondenten eines Warschauer Blattes mit, da» polnische Transozeanslugzeug sei beim Rückflug zweimal auf da, Meer niedergefallen. Das erstemal gelang es den Fliegern wieder hochzukommen, das zweitemal aber nicht. Die Flugdauer betrug insgesamt 3 8 Stunden. Ueber die Besatzung des Dampfers„S a m a s", dem die poimschen Flieger ihre Rettung ver- danken, sowie über den totkröfiigen Kapitän des deutschen Dampfers erklärte Kubala, nur Worte der größten Anerkennung fin- den zu können. Die Verletzungen Kubalas sind unbedeutend. Roch in dieser Woche wird er noch Paris zurückkehren. Der Ehef des polnischen Flugwesens, R a j s k i, erklärte, doß er den Rückflug der Flieger billige, zumal infolge der Erreichung der Azoren erst nach 24 Stunden der Benzinvorrat bis noch Halifax nicht ge- reicht hätte. Ttachrichten der Mttogspresie aus O p or t o zufolge gelang e» dem deutschen Dampfer„Somos" nur mit Mühe, die beiden polni» schen Flieger zu retten, vier Stunden lang wurde das auf dem Ozean niedergegangene Flugzeug bon den wellen geschüttelt vnd immer mehr vom nahenden Untergang bedroht. Nur durch«in Wunder wurden die beiden Insassen nicht von den Wellen ver- schlungen. Es bedurfte einer vollen Stund«, um die beiden Schiffbrüchigen an Bord der„Samos" zu nehmen. Löhrbach Aomar" in Travemünde. Heute erste Probeflüge. Da» von der Rohrdach Mctallflugzeughau G. m. b. H. in Berlin,.Kiautschouftroß« 9/12, im Auftrage der Deutsche» Lufthansa A.- G. gebaute erste neue Graßslugzeugboat„R a h r- b o ch R o m o r" ist gestern nachmittag im Iravemünder See- s l u g h a f e n zu Wasser gebracht morden. Ein letzter Probe- laut der drei- BWW.-b-Wotaren verlies b c j.r i e d i gern d. Mit den ersten Probeslügen der Maschine ist im Laufe des heutigen Tages zu rechnen. Außer dem Kanftrukteur des Bootes, Herrn Dr.-Ing. Adolf Rahrbach, sind bereits zahlreiche Berichterstatter und Fachleute in Travemünde eingetroffen, um den ersten Flügen beizuwohnen. * Wie aus Bern gemeldet wird, landete Jngenienr Lnffer aus Stuttgart mit einem 40-?8.-Klemm-Daimler- Sportflugzeug» glatt auf dem Jungfraujochin 3450 Meter Höhe. Der Start erfolgt« in Thun bereits auf Kufen an Stelle non Rädern. Vom Jach aus führte Lujfer am Nachmittag eine Reihe gelungener Flüge aus, di« er in den nächsten Tagen zu wiederholen gedenkt. Aeuland auch in der Elbmündung. Umfangreiche �andgewinnungsarbeiten. Kürzlich berichteten wir über Bildung van Neuland am he- rühmten Sylt er Damm. Jetzt werden wich aus den Watten zwischen geographischer und nautischer Elbmündung— van Homburg auf der Südseite der Elbe und von Preußen auf der Nord- feite— umfangreiche Landgewinnungsarbeiten vorgenommen. Preußen hat zwstchen dem Brunsbüttelcrkaoq und seiner eingedeichten Nordleeinsel T r i s ch e n ein großes Wattgebiet mit sogenannten Schlickgärten überzogen. Es sind kreuzmeiie verlaufende Faschinenzäune errichtet worden, die das Wait in Quadrate von 400 Meter Seitenläuge aufteilen. In diesen Schlick- gärten hat sich in den letzten Jahren außerordentlich viel Sa/ick angesammelt, so daß in absehbarer Zeit von Trischcn aus neue große Gebiete eingedeicht werden können. Homburg hat zunächst umfangreiche Eindeichunqsarbeiten auf der hamburgischcn Insel N e u w e r k vorgenommen. Dos Bar- land der Insel wurde in langjähriger Arbeit mit cincni deichartigen S t e i n r i n g umzogen, der ini Lause des nächsten Jahres q c- schlössen werden kann. Auf Scharhärn, einer mächtigen, gegenüber dem Feuerschiff Elbe U liegenden Sandbank, wurden ebenfalls große Gebiete mit Faschinenzäunen versehen, um dadurch den wandernden Sand aufzufangen und eine Dünen- b i l d u n g zu veranlassen._ Explosionsunglück in Bukarest. Sechs Soldaten vermipt. Gestern nachmittag ereignete sich in Bukarest in dem B!«. nitionslagcr. dos in dem früheren Fort Eatzelu an der Peripherie der Stadt untergebracht ist, eine schwereExplosivn. 400 Granaten schweren Kalibers flogen in die tust. Die Lösch- arbeiten sind insolge der großen Hitze und de» Wassermangel, sehr schmierig. lieber da» Schicksal von sech» Soldaten, weiche die toqer. mache bildeten, ist nichts bekannt. Die Ursache der Explosion ist noch nicht festgestellt. Durch die Eliern verführt. Oer Oiebstahl auf dem Wochenmarkt. Eine sechsköpfige viebesfamilie hotte sich gestern«or dem Großen Schöffengericht Charlottenburg wegen eine, Diebstahl» zn verantworten, der seinerzeit große» Aussehen erregt hatte. Es handelt sich um den Vorsoll aus dem Wachen markt in der S p r« e st r a ß e in Charlottenburg, wo im März dieses Jahres einer Standinhaberin eine Handtasche mit 1300 M. barem Gelde und 330 M. in alten Goldstücken gestohlen wurde. Angeklagt waren nun die Frauen Olga P. und Hedwig L-, deren Mjähriger Sohn Paul, der in Untersuchungshaft war, sowie di« beiden Ehe- männer und der Bruder der beiden Frauen, die Schwestern sind, der Arbeiter Oskar M. Frau P. wohnte in S c l ch o w bei Storkow und war mit ihrem 14jährigcn Sohne Kurt nach Ber- l i n gekommen, angeblich um ihm einen E i n j e o n u n g s n n z u g zu kaufen. Am Vormittag gingen die beiden Fl'asztyz mit ihren Söhnen auf den Wochenmarkt. Der kleine Kurt machte seine Mutter darauf aufmerksam:„Da liegt eine Tasche, soll ich sie nehmen?" Die Antwort muß wohl z u st i rn m« n d gewesen sein, denn nun arbeitete man mit verteilten Rollen. Frau P. trat an den Stand und ließ sich ein Viertelpfund Blutwurst onfschnerden, die beiden Jungen drängten sich in die lstähe der Handtasche, die ihre Besitzerin unvorsichtigerweise in einer halboffenen Kiste liegen hatte. Der kleinere Kurt nahm die Tasche, ohne daß es gemerkt wurde, und reichte sie seinem Netter, der alsbald verschwand. Frau L. hatte sich, wohl um von dort die Aufmerksamkeit abzu- lenken, an den Stand gegenüber gestellt. Ihr wurde dann zu- geflüstert:„Paul hat die Tasche." In der L.schen Wohnung traf man sich wieder, und hier wurde die Beute verteilt. Die Familie L. lebte fortan auf großem Fuße, AjeMchinachdemVerral. 271 �oman von Liam O'Flaherty. (Aus dem Englischen überseht von K. Sauser.) „Laus Gopo/ sagte jemand. Gypo rannte in schnellem Lauf die Gasse hinunter. Ein« Menschenmenge folgte ihm. Andere stauten sich um den gestürzten Polizisten. Am Ende der Gasse machte Gypo halt in einer dunklen Ecke. Ilm ihn saminelte sich die Menge, keuchend vor Er- rcgung. Sie sahen die Gasse hinauf in den Lichtschein, wo der Polizist lag. und begannen zu schwatzen. „Hier ist dicke Lustz" sagte einer,„die Polypen werden gleich hier sein. Dann wird's'ne Knollcrci setzen." „Quatsch," sagte ein anderer verächtlich,„'s wird sich keiner non den Polypen blicken lassen. Da gibt's keinen, der's riskieren würde, Trittstreet auf'ne Meile nohezukom- men in dieser gesegneten Nacht, nach dem, was heute passiert ist." Bei der Ermähnung desien,„mas hent passiert war", fluchte ein Mann, eine Frau bekreuzigte sich fromm unter ihrem Schal, es entstand ein finsteres Schweigen. Gnpo, die Hände in den Taschen, achtete nicht auf dos Geschwätz. Die Lippen vorgeschoben, starrte er gegen das helle Licht. Er mar ungeheuer vergnügt. „Sft. sst," mochte jemand.„Seht mal da!" Zwei Polizisten kreuzten den Lichtschimmer, sie tHlgen ibren gestürzten Kameroden zwischen sich. Ein paar Frauen und ein kleiner Junge folgten ihnen. Dann kamen zwei weitere Polizisten, die den Mann mit sich schleppten, den Gypo niedergeschlagen hatte. Sie zerrten ihn ohne Um- stände, indem sie ihn unter den Achselhöhlen hielten, während die Arme herabbaumeltcn und die Füße auf dem Boden nachschleiften. Sie standen augenscheinlich unter dem Ein- druck, daß er es gewesen sei, der ihren Kameraden gefällt hotte. Der Mann machte Anstrengungen, sich freizuzappeln. sie aber verstärkten ihren Griff an seinen Armen. Er wand sich, erschlaffte wieder und ließ sich wie leblos weiterzerrcn. Eine Frau mit unordentlichem roten Haar, die ein Kind in einem schwarzen Tuch auf dem Rücken trug, tanzte schreiend und gestikulierend vor den Polizisten her, sie verlangte, daß man den Mann loslasse. Dann kam der Zug unter vielem Getrampel und einem Gewirr von ununterscheidbaren Ge- rauschen außer Sicht. „Wollen wir nicht wieder zurückgehen?" murmelte ein junger Mann, der ein bißchen bucklig war. Gypo grunzte und zog seine Hosen hoch. Er griff sich an den Kopf, um sich das 5)ütchen auf feine verwegene Art zurechtzurücken, bevor er den Weg zurückkehrte. Plötzlich aber stieß er einen Fluch aus. Sein zerknautschtes rundes Hütchen war nicht da. Sein massiger Schädel stand barhaupt in der Nacht. Nackt, hier und da zerbeult und aufgerissen wie ein schlecht geschorenes Schaf. Er fuhr sich mit der Rechten über den Schädel, unsicher suchend, als hätte er den Verdacht, daß das Hütchen sich noch irgendwo auf der Fläche des Schädels versteckt halte. Dann nahm er, gefolgt von der Volksmenge, einen wilden Anlauf die Gasse hinunter, als hinge fein Leben davon ob, den 5zut wiederzubekommen. Zum ersten Mole, seit Gallaghcr ihm sein Wort gegeben hatte. überfiel ihn wieder der Schrecken. Wenn sie den Hut ent- deckten, dann konnten sie am Ende auch imstande sein, die Persönlichkeit des grobschlächtigen Kerls festzustellen, der auf die Polizeistation gegangen war... Aber nein. Er sauste in die Straße und bremste, mit dem rechten Fuß auf dem nassen Pflaster schlitternd. Der Hut lag zerknüllt in der Gosse vor seinen Augen, neben einer plattgedrückten Poppschachtel für Schokolade und einer Apfel- sinenschale. Ein kleiner nackter Fuß hatte auf ihn getreten. Der Abdruck einer nassen Ferse saß auf seiner rechten Seite. Geschwind griff er ihn auf. drückt« ihn zurecht und rammte ihn sich mit beiden Händen auf den Schädel. Dann wandte er sich laut lachend den Leuten zu:„Ich dachte, ich hätte ihn verloren: ich hob' ihn schon seit zwei Jahren." Die Menge gaffte den Hut an, als ob er zauberische Eigenschaften hätte. Andere, die dazu gekommen waren. ohne zu wissen, was schon vorgegangen war, glotzten auf Gypos klumpiges Gesicht, seine grüblerischen Augen, seine Brauen, die wie Schnauzen waren, auf die dicken, raten Rücken seiner Hände, mit denen er sich an den 5)als faßte, um das Wolltuch um den Nacken fester zu ziehen. Am Saum der zerlumpten Menge gab es aufgeregtes Flüstern. „Er ist stärker als jeder Bulle." „Wieso? Warum? Was hat er getan?" kam es von einem Dutzend Stimmen. „Warte, ich erzähl' dir's gleich. Mit meinen eigenen Augen Hab' ich gesehen, wie er Scrapper Moloney von der Abteilung B über seine Schultern fliegen ließ wie'n Mann, der'neu Kopfsprung macht. Ich sage mir..." „Ich kenn' ihn gut. Er selbst war mal'n Blauer. Nolan ist sein Name, Gypo Nolan. Hast du nie von ihm gehört?" „Aber sicher: war er nicht Freund mit Francis McPhillip, der heute erschossen wurde?" „Sicher, war ich das." Gypo hatte die Bemerkung mit- gehört und mischte sich hinein:„Und wenn du von dem Toten sprichst, kannst du auch sagen: Gott sei ihm gnädig." „Hört, hört," schrien mehrere Stimmen.„Haut ihm eins aufs Kinn. Wer ist der?" Es erhob sich lärmendes Hin- und Herreden und Zank. Der Schuldige wurde weggeschubst, gestoßen und ins Gesicht geschlagen, bis es ihm gelang, zu entkommen, indem er 5)al» über Kopf die Gasse hinousrannte. Dann drängten sich wieder alle um Gypo. Er stand, mit Kopf und Schultern alle überragend, und genoß die Aufmerksamkeit, die er auf sich zog. Er stand mit gekreuzten Armen fo reglos da. daß man ihn von weitem für eine große, finstere Etatue hätte halten können. Dann hob er plötzlich seine rechte Hand«ad machte eine umfassende Bewegung:„Kommt mit. Ich will für olle Mann ein Fressen spendieren. Kommt mit. Jeder Mutter Sohn soll kommen, der hier hungrig ist." Er schwang den Arm hinüber nach dem Bratfisch- und Bratkartoffelladen nnd ging voran ans die Tür zu. „Hurra!" „Sollst lange leben, du kleftster Sohn Erms." „Mehr Kraft für deinen Ellenbogen." „Hoch die Rebellen." Gypo schritt an der Spitze der anrüchigen Horde, stolz wie em König vor seinen Höflingen. Sie folgten ihm noch mit trampelnden Füßen, sich stoßend, schnaufend, schnüffelnd. mit oll dem verschiedenartigen Geräusch, das von einer Meute wilder und erschreckter Wesen ausgeht, von fernher kommend. unsichtbar, man weiß nicht warum. Sie waren zusammen» geraffter Abschaum der Slums. die allerletzten unter denen. die in den überfüllten Barocken zu beiden Seiten des Lisfeq wohnen. Für Gypo maren sie ein Gefolge, das feinen Worte» und Taten Beifall spendete. (Fortsetzung solgtjt j J obmoht per Ehemann erwerbsfos mnr. Der Diebstahl wäre ne mals herausgefommen, wenn sich dar Ehemann B. nicht in der Trunkenheit selbst durch prahlerij che Redensarten verraten hätte. Schon vor zwei Jahren war diese Diebesfamilie in den Berbacht geraten, ebenfalls eine Handtasche auf einem Wochenmarkt gemeinschaftlich gestohlen zu haben. Damals mußte aber das Berfahren mangels Beweises eingestellt werden. Der kleine Kurt ist inzwiſchen von vom Jugendgericht zu drei Monaten Gefängnis perurteilt worden. Gestern suchten Frauen I auf die Thingen su alle Schuld das wirkte besonders empörend schieben und wollfen von dem Diebstahl nichts wissen. Paul 2. geftand aber ein, daß die Eltern sie zu der Diebstahl angehalten hätten, während der fleine Kurt, der als 3euge vernommen wurde, dreift alles in brede stellte. und Frau P. und ihr Neffe Paul L., der übrigens schon fünfmal megen Diebstahls vorbestraft ist und auch in Für Räuber im Auto. Friedberger Räuber in Berlin gesucht. Ein fredher Raubanfall wurde gestern am hellen Lage, wie die Kriminalpolizei von Gießen meldet, in Friedberg in Hessen perübt. Ein Rassenbote der Discontobant hatte dort gegen 10 Uhr vormittags auf der Reichsbank zu tun. Auf dem Heimweg nach seiner Dienststelle wurde er, als er faum die Reichsbank verlaffen hatte, auf der belebten Straße von zwei unbekannten Männern angefallen. Diese entrissen ihm zwei Attenmappen, die er bei sich trug und liefen nach einem Auto, das ohne Chauffeur in der Nähe hielt. Bevor sie es erreicht hatten, gelang es dem Kaffenboten, den Räubern eine der Mappen wieder zu entreißen. Während der eine Täter nun meiterlief, hielt der Der Bartetveteran, Maurer Frans Sdnts, begeht heute, aut 7. Auguft, in seltener Rüftigkeit seinen 75. Geburtstag. Schon in frühen Jahren hatte er sich durch die glühenden Worte Lassalles zum Sozialismus bekannt. Im Jahre 1887 murde er aus seiner Heimat Stettin ausgewiesen und mußte feine treue Lebensgefährtin und Gesinnungsgenoffin mit 4 Kindern zurücklassen. Nachdem er durch die Schikane der Polizei weder in Hamburg noch in Bremen festen Fuß faffen fonnte, fam er auf Umwegen nach Berlin. Seit 1903 in Röntgental anfässig, mirfte er unermüdlich für den Sozialismus, mor der erste Sozialdemokrat im Dorfparlament und ist auch jetzt noch Abgeordneter im Kreistag Niederbarnim. Möge ihm noch lange ein froher und gesunder Lebensabend beschieden sein. jorgeerziehung gewefen ist, erhielten wegen gemeinschaftlichen andere den Boten mit vorgehaltener Bistole in Schach, um menigstens Parteinachrichten Diebstahls je ein Jahr Gefängnis, Frau 2. und der Ehemann B. wegen Hehlerei je sechs Monate Gefängnis. Der Bater L. erhielt drei Monate Gefängnis. Schließfich wurde noch Ostar M. wegen Hehlerei zu zwei Wochen Gefängnis perurteilt. Freudige Staatsbejahung. Ein Aufruf Zörgiebels. Der Berliner Boltzeipräsident, Genosse 35rgiebel, bat zum Berfeisungstage an alle Beamten, Angestellten und Arbeiter des Bolizeipräsidiums einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Das ganze deutsche Bolt hat Veranlassung, diesen Lag feftlich zu begehen, da es ohne die Verfassung von Weimar ein einiges Deutschland heute nicht mehr geben würde. Und niemand, der die Entwicklung der letzten zehn Jahre objettip überschaut und beurteilt, wird heute leugnen tönnen, daß das Verfassungswert von Weimar uns aus höchster Not errettet und dem deutschen Volke eine Zukunft erft mieder ermöglicht hat. Mit Stofs fönnen roir heute feststellen, daß die Verfassung von Weimar trotz der Anfeindungen und gewaltsamen Umsturzversuche ihrer Gegner dan? dem Opferwillen, der zähen Arbeitstraft und der nationalen Energie des deutschen Boltes die auf sie gesetzten Hofftungen erfüllt bat. Und mit inniger Freude darf uns die Tatsache erfüllen, daß die Gedanken der Berfassung von Weimar heute unantastbares Gut des größten Teiles des deutschen Boltes geworden sind, und daß die in der Berfassung veranferte Staatsform auf dem besten Bege ift, Herzensfade immer weiterer Teile der deutschen Bevölferung zu merben. Aber vergessen mir heute auch nicht, melche Kämpfe dialer Erfolg getoftet hat, welche Bast an Arbeit und furchtbar drückender Berantwortung jene Männer auf fich genommen haben, die dem Wert von Weimar in vorderster Reihe ergeben maren, die ihm, mit allen Kräften gedient, und die fogar die Liebe zum neuen Ghat und dem deutschen Bolle mit ihrem Tode bezahlt haben. Auch uns, deren Beruf und Pflicht es ist, die Verfassung von Weimar in erster Linie zu ichügen, darf und soll diese Berfassung der deutschen Republik nicht eine mefenslofe Idee bleiben. Auch wir müssen sie erfüllen mit dem Geifte freubiger Staatsbejahung. Wir wollen und müssen dem neuen Staate bienen, nicht, meil er uns bezahlt, nicht, weil er uns Stellung und Ansehen gibt, sondern wir müssen ihm dienen aus innerer, ehrlicher Ueberzeusun, pon hem feften Willen beleelt, entschloffen für the hetene Berfoffung einzuftehen." Gegen fommunistische Störenfriede. Die Berfaffungsfeiern in den Berufsschulen. Dem Bernehmen nach ist beabsichtigt, die am 11. b. M. ftattfindenden Berfassungsfeiern in den Berufsschulenburgh fommunistische Jugendliche zu stören oder gar zu fprengen. Wie der Amtliche Breußische Pressedienst dazu mitteilt, hat der Breußische Minister für Handel und Gewerbe die zuständigen Steffen angemiefen, gegen derartige Störenfriede mit aller Strenge vorzugehen. die eine Mappe zu retten. Sobald dieser den Wagen bestiegen und den Motor angeworfen hatte, ließ auch der erste von dem Boten ab und sprang ebenfalls auf. Beide jagten dann in schnellem Tempo davon und entfamen. Die geraubte Mappe enthielt aber nur Geschäftspapiere. Das von den Räubern benujte Auto ist ein schwarzer offener Adlerwagen. Der eine Täter ist 1,70 bis 1,80 Meter groß, hat blaffes Geficht und zurüdgefämmtes Haar und trug hellen Anzug. Der zweite mißt 1,65 bis 1,70 Meter, hat buntles Haar und trug dunklen Anzug. Beide find etwa 30 Jahre alt. Mite teilungen über ihr Auftauchen an das Raubdezernat im Bolizei. präsidium. Die gleiche Dienststelle beschäftigt ein ametter Raubüberfall, der in der vergangenen Nacht in der Gegend von Grünau verübt murde. Dort find schon den ganzen Sommer hindurch russische Saisonarbeiter beim Bau einer Wirtschafts- Privatbahn Diepensee beschäftigt. Um Geld zu sparen, haben manche von ihnen gar tein festes Quartier und schlafen irgendwo in einem Unterschlupf im Freien. Zu ihnen gehört auch ein gewiffer Roslomiti Er hatte fich 500 m. zuurückgelegt, die er immer bei sich trug. In der vergangenen Nacht schlief Roslomiti wieder in einer Roggenhoce auf dem Felde. Weil es Lohn gegeben hatte, so gingen viele Russen abends zum Tang. 3mischen 12 und 1 Uhr wurde nun Roslomiti von Arbeitsgenossen, die er persönlich nicht tennt, weil sie einer anderen Stolonne angehören, in seiner Hode überfallen Die llebeltäter, die angetrunten maren, schlugen ihn blutig, raubten ihm die 500 Mt. Ersparnisse und verschwanden damit. Der Beraubte machte auf dem 243. Revier Anzeige. Diefes nahm die Ermittlungen auf und setzte auch das Raubdezernat in Renntnis. Die Räuber find noch nicht gefaßt. Einbruch in die Treptower Gternwarte. Unbekannte Einbrecher überfliegen den Baum des Borhofes an der Treptower Sternwarte, öffneten mit einem Dietrich die Tür zum Barteraum und Stahlen aus den aufgeftellten Schaufästen mehrere Fern und Brismengläser, während sie die aftrono. mischen Instrumente unberührt ließen. Einen leinen Borrat an Schokolade ufw. nehmen sie noch non dem Verlauſs: ftand mit stuse Gastod eines Sechzehnjährigen. In der Bohmung feines Ontels, im Haufe Belle. Ili. ance Straße 17, murde gestern dez 16jährige Kellnerlehrling Erwin Balzer aus der Schleiermacherftr. 1 durch as ver. giftet leblos aufgefunden. Die Feuerwehr murde alarmiert, boch blieben alle Wiederbelebungsverfuche ohne Erfolg. Nach dem Befund scheint der junge Mann bas Opfer eines 11n. glidsfalles geworden zu sein. Rom schweigt über Spezia. 40 000 Besucher auf der„ Ernährung". Brand von Spezia. Auch die Montag Mittagsausgabe ber„ Corriere Eine einzigartige Refordziffer. Der vergangene Sonntag brachte der Ernährungsausstellung einen Reforbbesuch, hinter dem alle bisherigen Zahlen weit zurückbleiben. Bis um 18 Uhr hatten über 40 000 Besucher die Sperren passiert; die Hallen wiefen zeitweise eine beangsti gende Fülle auf. Wie auch der starte Publifums andrang in den Wochentagen bemies, hat diese große und einzigartige Schau bisher nichts an Zugfraft eingebüßt. Die Ausstellung schließt am tommenden Sonntag, dem 12. Auguft, endgültig ihre Pforten. Eine Berlängerung über diesen Termin hinaus ist aus technischen Gründen nicht möglich. Besonders wesentlich für den Erfolg der Ausstellung war es, daß das Ernährungsproblem nicht nur theoretisch, sondern auch praftisch behandelt wurde. Sehr interessant find in dieser Hinsicht einige Zahlen. die für sich sprechen. In den seit der Eröffnung der Ausstellung verfloffenen 93 Tagen wurden im Pavillon der Städtischen Boltsspeisung zehntausende Portionen mittagessen zu dem billigen Preise von 30 und 40 Pfennigen veraus gabt. An zwei Ständen größerer Malzlaffeefabriten wurden 1% Millionen Lassen Kaffee toftenlos bergbfolgt. Eine Brauerei brachte 250 000 lafen Malzbier toftenlos zum Ausschant. Sehr begehrt waren auch die Reistost proben; durchschnittlich wurden wochentäglich 5000 Portionen, Sonntags vielfach die dreifache Menge verabreicht. Die Straßenunfälle der Großstadt. In der Berliner Allee zu Weißensee ereignete fich gestern nachmittag ein schwerer Straßenunfall. Der 26jährige Arbeiter Gustav iz aus der Blantenburger Straße 69 zu Nieder schönhausen befand sich mit seinem Kleinmotorrad auf dem Heimwege und wollte vor dem Grundstück Berliner Allee 176 eine Sugmaschine mit Anhänger überholen. Hierbei geriet R. mit dem Borderrad seines Kraftrades in eine Straßenbahnschiene; er stürzte und tam so unglüdlich zu all, daß er unter die Räder des Anhängers geriet. Der Berunglückte murde sterbend ins Krankenhaus eingeliefert. Beim leberfchreiten des Fahrdammes por dem Hause Berg. fraße 149 34 Reutölin wurde gestern um 15.30 Uhr der Tischler Emil Weihrauch von einem Autobus der Linie 4 überfahren und schmer nerlegt.. murde durch die Feuer mehr in das Budomer Krantenhaus übergeführt, doch trat bereits auf dem Wege dorthin der Tod ein. ma: 4 Kart Wermuth 50 Jahre. Heute begeht de: Bürgermeister Stellvertreter рон Berlin Treptom, Genoffe Kart er muth, feinen 50. Geburtstag. Воп Beruf Glacégerber, er ihon mit 20 Jahren Filialleiter des Lederarbeiter berbandes in Karlsruhe Mühlberg. Deben leiner gemertfchaftlichen und politischen Tätigkeit arbeitete der junge Bar muth fleißig an fich felbft, and schon nach einigen Jahren sehen wir ihn eine eine ganze Reihe wichtiger Funktionen befleiden. 1906 trat er in bie Redaktion des armats" ein. Hier hat er auf fommunalpolitischem Gebiet fein Beftes gegeben. Wir münschen dem Jubilar, daß es ihm noch recht lange vergönnt ist, in unfaren Reihen und in seinem Amt im Intereffe der arbeitenden Bevölkerung zu mirfen. " Die Halienischen Zeitungen enthaften außer dem furzen Stefani Bericht in den Sonntagsblättern nichts über den bella Sera bringt teine 3eile über bas Unglüd. Echt faschistischt Barteifreifen weit befannte Genoffe Auguft Penn. Seit 1891 ge Das 60. Lebensjahr vollendete am 6. Auguft der in Berliner hört er der Partei an. Auch heute noch steht er in der Reihe der Rämpfer. Der vierte Kreis( Prenzlauer Berg) hat ihm das Chren amt als Bezirksverordneter übertragen. Möge es denn dem Ge. noffen Benn vergönnt sein, noch viele Jahre mitzuarbeiten im Dienste der modernen Arbeiterbewegung. Funkwinkel. Endlich nach langer Zeit ein Sonntagabenbprogramm, das vollstümliche Orchestermufit bringt! Immer wieder muß bie Funtstunde darauf hingewiesen werden, daß die Darbietungen populär fein tönnen, ohne daß fie dabei an fünftlerischem Format verlieren. Ein Orchestertonzert mit Duvertüren, fleinen Konzert. stücken und Soli ist abwechslungsreich und wahrt doch eine einheitliche Form. Seidler- Wintler ist für diese Art von Konzerten ein vorbildlicher Dirigent, ba er weniger seine Berson als die Sache in den Bordergrund rückt und da diese Dinge teine großen Diri. gentenpersönlichkeiten erfordern. Auch die Soliften Schröder, Gundpelsen und Berger sind gute Technifer, Musiker von gediegenem Sönnen und Wissen ohne Birtuosenalliren. Wie gesagt, die Funtstunde müßte öfters ähnliche Konzerte in ihr Programm aufnehmen. In dem Mittagskonzert, bas Max Roth mit Jeinem Wintergartenordhester veranstaltet, hört man eine russische Foxtroti Duvertüre Don Nußbaum. Nach Tannhäuser", Margarethe", Maritana" und den Buccinischen Opern ist jest Tschaikowskis Duvertüre 1812" an die Reihe der Berjazzung getommen. Es wirft im Grunde wie ein Satyrspiel, wie eine mufitalische Barodie und für seriöse Gemüter vielleicht wie eine Lästerung. Aber es liegt doch Mih darin, besonders da Nußbaum vorzüglich zu inftrumentieren versteht. Dr. Leopold Hirschberg beginnt eine neue Bortrags. reihe: Shubert und bie Antite". Das Thema berührt merkwürdig, und der Hörer meis noch nicht genau, worauf Hirschberg hingus mill Wie immer find jedoch Interpretation und Erläuterung der Lieber pon hohem Rang. Bum ersten Male veranstaltet bie Berliner Funfslunde am Mon tag eine untwochenschau, in der allerlei Ereignisse der festen Zeit Repue passieren, von der Rafetenfahrt Fris son Opels, von der Umfterdamer Olympiabe bis zu merkwürdigen Befhäfts und Betrugsaffären unter tajchiertem Namen. Aber man hätte die Sache mit mehr Geift aufziehen sollen, denn die Rebe, bie Ch. Bauchholz hält, ist trocken und ohne Biz und Bointe. Ueber den Bunten Abend ist nicht mehr zu fagen, als daß er in dem üblichen Schema abgehalten wird, in dem diese Ver. anstaltungen sich immer poffziehen. Es bleibt ein Vortrag non Dr. Anni Friedlander über Käufermacht und Käuferorganifationen", in dem sie auf die ungeheu: e Bedeutung der Konium. pereine hinmeiſt, auf ihren Einfluß auf die Breisgestaltung für lebensnotwendige Artikel F. S. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin S8 68. Lindenstraße 3. für Groß: Berlin itets an das Bezirksjefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Achtung, Elternhor der Beltlichen Schule Dan. siger Straße! Seute, Dienstag, 7. Angust, pfinitlich 20 Uhr, äußerst wichtige Besprechurg. Erscheinen dringend erforderlich. Wir bitten, möglichst audiefer Besprechung noch mändlich einzuladen, 12. Areis Eteglik. Mitglieder des Freien Sportvereins Berlin XII werden erfucht, am Mittwoch, 8. Auguft. zur Fortfegung der HalbjahresversammLung Steglis, Albrechtshof", 19% Uhr zu erscheinen. Heute, Dienstag, 7. August: 8. Die Funktionärßigung fällt aus, 38. Abt. Die Funktionäre treffen fich um 20 Uhr zu einer wichtigen Be fprechung bei Bartusch, Friedenste. 88. 8. Abt. Bilmersdorf. Achtung! Der Schlabend findet erst am Dienstag, 14. Auguft, bei Rulla, Lauenburger Str. 20, statt. 85. Abt. Tempelhof. 2. und 5. Bezirt 20 Uhr Bahlabend bei Pommerening, Bittoria Ede Berliner Straße. Bortrag:" Desterreichische Studien und Schren." Referent Georg Raible. 1. bt. Neukölln. 19% Uhr Funktionärsigung bei Röfter, Rarlsgartenftr. 4. Am Mittwoch finden die Sahlabende in den Bezirken fatt. 1. Morgen, Mittwoch, 8. Auguft: Mitgliederversammlungen und Zahlabende Beginn um 19 Uhr: Sadefcher Bot, Rofenthaler Str. 41/42, Borttag: Die Eroberung der politischen Macht." Referent Erich Steuer, 2. Abt. politit." 20 Uhr bei Ohngemach, Rommandantenste. 89, Bortrag: Rulture Referent Stabiverordneter Hans Wonwod. 3. Abt. Die Abteilungsversammlung am 8. Auguft fällt aus und findet dafür am Mittwoch, 15, Auguft, int Gaal 1 des Gemertschaftshauses statt. 4. Abt. Lotal Stommel, Neue Friedrichstr. 1, Borttag: Die religiöse Ges bantenwelt des Proletariats( nach sozialistischen und fommunistischen Selbstzeugniffen). Referent Dr. Paul Piechowsti Abt. Rofenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Bortrag: Bor neuen Aufgaben. Referent Galo Roppe. Abt. Bei Büttner, Schwedter Str. 23. Borttag: Birdhaftsfragen." Refe rent Ernst Neumann. 7. Abt. Rablabende in folgenden Botalen: Rube, Streliger Str. 55 Däl, Bergstr. 71 Bärmalde, Schlegelftr. 8 Beirau, Bflugftr. 1 Mauser, Boyenstr. 19. 7 8. Abt. Rahlabende bei Ridert, Steinmesstr. 36a( Referent Regierungstat Dil Tiger), Seiler, Steinmegfir. 29( Bortrag: Russische Außenpolitit"; Referent Michael Sirschberg), Meier, Lugomtr. 7( Boricag: Gogialpolitische Forderungen"; Referent Rudolf Karsten), Riofe, Sugomufer( Vortrag: Die politische Lage": Referent Genoffe Geiler, M. b. 2.), Bollfelag. Elsholaftr. 5. Vortrag: Bolitische Tagesfragen." Referent Gen. Stratmann. 10. ht Moabiter Bierhallen, Kirbitr. 18, Vortrag: Kulturprobleme des Sozialismus." Referent Willi Wolff. Achtung! Genoffen, welche Metallarbeiter find, haben ihr Buch aweds Kontrolle mitzubringen. 11. Abt. Bei Berger, Benekomitr. 21, Ede Jagomstraße, Bortrag: Unfere Forderungen an den neuen Reichstag." Referent Genoffe Michaelis. Achtung! Die Beairtsführer erfdeinen bereits um 19 Uhr bei Berger, da wichtiges Material ausgegeben wird. 12. Aht. Im Lotal Machtigall, Beuffelftr. 32. Bortrag: Kommunalpolitif." Referent Willi Großmann. 13. bt. Sm Basenbofer", Turmfir. 25( Planer Saal), Bartrog des Genoffen Sturt Schindler. 14. bt. Rahlabende bef Gottfall, Butbuffer Str. 24 Start, Butbuffer Straße 14 Callies, Grannfte. 41. 15, Abt. Rahlebende der Besirfe 251, 252, 253, 254h und 260 bei Anton Both. Binetopt. 7 der Bezirke 259, 265 und 266 bei Theodor Korkowiti, Feldstr. 3. 17. bt. Sablabende bei Loeffst, Tegeler Str. 50 Neuenkirch, Triftir. 49 und Schreiber, Triftstr. 63. 18. Abt. Rahlabende in den befannten Sofalen. 19. Abt. Rahlabende in folgenden Lofalen: Bezirke 805/806: Grunert. Banf ftraße 59 807-810: Schrepel, Grünthaler Str. 18 811: Brodzinffi, Grünthaler Str. 6. 812: Schulz, Stettiner Str. 52 813 und 819: Gottfchaft, Grünthaler Str. 14 814-818; Gauchardt, Christianiaftr..116. 820: Grünberg, Brinzenallee 57. 20. Abt. Die Zahlabend: fallen aus. Die Bezirksführer helen Unser Weg" ab. Die Mitgliederversammlung findet am 22. Auguft statt. 31. Abt. Rahlabende in folgenden Zolalen: Böhm, Marftr. 18- Damme, Schul Straße 2 Silmann, Nazarethkirchftr. 41 Hofmann, Bring- Eugen- Str. 7 Sappe Nachf., Marftr. 5- Rroll, Utrechter Str. 21 Schrepel, AntonStraße 8 Schola, Abolffte, 12 Boigt, Oudenarber Str. 6. 24. Abt. Sahlabende in folgenden gotalen: 1. Gruppe: Rösner, Immanuelfirch ftraße 25 la- Gruppe: Ulmer, Winsstraße, Ede Chriftburger Straße 2. Gruppe: Bogel, Jablonitiftr. 9( Bortrag: Arbeitsmissenschaft": Referent Hermann Michaelis), 3. Gruppe: Schulz, Carmen- Sylva- Str. 51, Ede Naugarder Straße( Bortrag des Genoffen Arno Schola). 23. Abt. Die Rahlabende fallen in diefem Monat noch aus. 26. Abt. Bei Beinlich, Weißenburger Str. 1, Vortrag: Jugendfürforge." Referent Otto Fenfelau. Mehlberg, Gaudystr. 6 Wooz. 1 27. Abt. Zahlabende bei 8euge, Milaftr. 1 mann, Gleimstr. 10 Rees, Sonnenburger Str. 1- Glanz, Ropenhagener Straße 37. 28. Abt. Achtung! Die Rahlabende in den Besirten finden in diesem Monat ausnahmsweise am Mittwoch, dem 15, Auguft, ftatt. 23, bt. Im Altersheim, Danziger Str. 62, Bortrag: Referent Gustav Fuhs. 30. Abt. Die Rahlabende in diesem Monat fallen aus. Berfassungsfragen." Die Mitteilungsblätter find burch die Bezirksführer vom Genoffen Sehmann abzuholen. 31. Abt. Rahlabende in folgenden Lotalen: Goldschmidt, Stolpische Str. 36 → Meißner, Schivefbeiner Str. 34 Schwark, Bornholmer Str. 9. 32. Abt. Rahlabende in folgenden Lofalen: Gruppe Tröber: Kleinik, Breslauer Str. 25- Gruppe Schumann: Kromphardt, Paul- Singer- Str. 49( Bortrag: Schlichtungswesen"; Referent Paul Jubrian), Gruppe Kluge: Schmidtfe, Srautftr. 44, Eingang Paul- Singer- Straße Gruppe Meifter: Sermann Thefch, Martusftr. 36 Gruppe Wartmann: Horstmann. Am Oftbahnhof 18 ( Vortrag: Arzneimittelwucher und das Proletariat": Referent Apotheker Serlik). Alle Genoffen müssen vollzählig und pünktlich erscheinen. Sämtliche Bezirksführer milfsen anwesend sein, um die Karten für die Dampferfahrt in Empfang au nehmen. 33. Abt. Rahlabende in den Lotalen: Abraham, Simon- Dach- Str. 24 Soff. mann, Straflauer Straße, Ede Martgrafendamm Bertalla, Sohenlohestr. B ( Thema: Genoffenfchaftsbewegung"). Die Referenten werben in den Zahl. abenden bekanntgegeben. 34. Abt. Gemeinsamer Rahlabend in den Comeniusfälen, Memeler Str. 67. Ausgabe der Karten für bie Dampferfahrt. Bombe, Boigtstr. 25 Otto, Rigaer Str. 85 25. Abt. Rahlabenbe bei Portowfti, Echreinerftr. 32 ( Bortrag: Bürgerliche und sozialistische Brefle ( Bortrag) Schule, Samariterfte, 20( Bortrag). 36. 26t. Rahlabende in den folgenden Lofalen: 1. Gruppe: Busch, Tilfiter Straße 272. Gruppe: Höhne, Zorndorfer Straße, Ede Löwestraße- 3. und 4. Gruppe: Wittschuß, Petersburger Str. 5. 38. Abt. Die Rablabende finden in den bekannten Sofalen statt. 39, Abt. Im Rotal Treulieb, Wilhelmstr. 114, Bortrag: Die Rheinlandfrage." Referent Genoffe Günther Joachim. Achtung! Um 18 Uhr ebenbort Funktionärsigung. Abrechnungen. Achtung! Früh Uhr Zahlmorgen für bie Silfsarbeiter ber Beitungsbruckereien in 2etal Mohren", Serufalemer Straße 9, 40. 96t. Mitgliederversammlung im Lokal von Sung, Dreibundstr. 11/12. 41. Abt. Rahlabende in ben befannten Lokalen. Sämtliche Genoffinnen und Genoffen werden erfucht, zu erscheinen. 1. Gruppe: pünktlich 20 Uhr bet Elbrandt, Lantwisstr. 5: Bortrag:„ Das neue Mietrecht." Referent Genoffe Roffad. 42. Abt. Rahlabende bei Söhlte. Bergmannstr. 69- Geehaat. Bilibalb- Alerisftraße 5- Boaler, Mittenwalder Str. 16 Wiersdorff, Urbanitr. 6. Braun, Baermalbitr, 1. 44. Abt. In der Schule, Mariannen ftr. 42, Boztrag: Bartei und die Arbeiter[ portbewegung," Referent Adolf Bud, 46. Abt. Am Lotal Burdhardt, Görliger Str. 32, Bortrag: Arbeitsrecht." Referent Dr. Krotossiner. Distuffton. Baztelangelegenheiten. Bollzähliges Erscheinen wird ermoriet. 47. bt. Rahlabende. Stadtbezir! 82, 85: Simpe, Staunynftt. 60- 97: Ster, Raunnnftr. 9 98-100: Siebentopf, Mustauer Str. 35( Vortrag: Wirtfhafts- und Sozialpolitif im alten und neuen Staat"; Referent Theodor Rogur) 101-105: Lehmann, Mustauer Str. 1. 48. bi. In Oliefinas eftfälen, affertorfir. 68, Bartrag: Die Rinderrepubli! am Ueberfee. Referent Felix Rechenbach. Charlottenburg. 51. Ast. Achtung! Die Rahlabenbe fallen aus. Abteilungs. verfammlung am Mittwoch, 22. Auguft. 52. Abt. Bei Reis, KaiſerinAugufta- Alee 81, Ede Sömmeringstraße, Boriras: Die Bolitit in der Kommune"; Referent Bezirksverordneter Bruno Theet). 53. Abt. Zahlabende. Laxin führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und Du bist im Bilde L. 2. Beşirt: Swettert, Erasmus ftr. 3( Bortrag: teterredyte unb tetes pflichten"; Referent Genoffe Sudis) 3., 4. Pezirk: Lug, Suttenfte. 26 ( Bortrag: Genossenschaftswefen": Referent Genoffe Berzat) 5. bis & Bezirk: Steininger, Huttenstr. 34( Vortrag: Was muß der Arbeiter von der Juvalidenversicherung wiffen?": Referent Genoffe Solze). 54. Abt. Jm Jugendheim, Rofinenftr. 4, Bortrag: Die Sozialdemokratie in der Reichsregierung." Referent Georg Raible. 55. Abt. Bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Vortrag: Sozialismus und Bazifismus." Referent Kurt Großmann. Berschiedenes.- 57. Abt. Gemeinsamer Zahlabend bei Arndt, Santftr. 51. Bortrag: Bohnungsbau und Baupolitit. Referent Otto Heid. rich. Aussprache. Berschiedenes. 58. Abt. Jm Gigungsfaal des Rankehauses, Ranfeftr. 4, vorn 4 Tr., Vortrag:„ Die weltpolitische Lage und der Böllerbund." Referent Otto Bach. 53. Abt. Spandan- Altstadt. Im Lotal Türkisches Relt", Bismardstraße, Ede Molttestraße, Bortrag des Genossen Mar Sendemann. ADe Mitglieder müssen vollzählig erscheinen. 60. Abt. Spandau- Wilhelmstadt. Bei Rönig, Bichelsdorfer Str. 38, Bortrag: Reifeeindrüde aus der Sowjet- Union." Referent Regierungsrat Richard Joachim. 68. Wt. Salenfee, 20 Uhr bei Bandmann, Westfälische Str. 42, 8ahlabend. Bortrag: Die Verfassung von 1871 und die Weimarer Berfassung." Referent wird in der Mittwoch- Morgenausgabe bekanntgegeben. Die Bezirksführer Taden bestimmt ein. Wilmersdorf. 70. Abt. 20 Uhr bei Kroiß, Holsteinische Str. 60, Zahlabend. 71. Abt. Bei Lau, Sildegardstr. 14, Bortrag: Agrarpolitik." Referent Ser mann Krüger. 72. Ubi. Der Rahlabenb findet erst am Mittwoch, 15. August, statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Sigung sämtlicher Funktionäre am Mittwoch, 8. August, 19% Uhr, bei Schäfer, Augusta str. 31. 73. Abt. Schmargendorf. 20 Uhr im Lofal Deutsches Saus", Breite Str. 34, Rahlabend. 1 Schöneberg. 77. Abt. Rahlabende. 1. Bezirk: Milde, Nollendorfstr. 16-2. Be girt: Sürgens, Barbarossastr. 5a( Referent Baul Rathmann), 3. Bezirk: Seugner, Grunewaldstr. 36-4. Bezirk: Will, Martin- Luther- Str. 69( Bortrag: Wohnungsbauprobleme": Referent Genosse Fritsch). 78. Abt. Rahl abende. 1., 2. Bezirk: Bandtke, Bahnstr. 25( Vortrag: Politische und wirtschaftliche Gegenwartsfragen"; Referent Genosse Felgentreu),- 3. und 4. Bezirk: Nosenthal, Ebersstr. 66. 81. Abt. Friebenau. 20 Uhr im Gesellschaftszimmer des Ratskellers, Am Bauterplag, Bortrag: Demokratie und Dittatur". Referent Franz von Buttkamer. 82. Abt. Steglig. 20 Uhr für alle Bezirke Bahlabende in den bekannten Lotalen. 7. Bezirt- Südende: Neues Lotel: Lichterfelder Str. 1, Ede Stephanstraße. 83. Abt. Lichterfelde. Die Genoffen treffen fich zum Bahlabend bei Baul Kraft, Heinersdorfer Str. 17. 84. Abt. Lantwig. Achtung! Die Mitgliederversammlung findet erst am Mittwoch, 15. Auguft, statt. 85. Abt. Tempelhof. Bahlabende: 1. Bezirk: Biegner, Boruffiaftr. 71, 3., 4. Be. zirk: 8ur Linde, Berder, Ede Friedrich- Karl- Straße. 6. Bezirk: Lange, Ringbahnstr. 4. 7. Bezirk: Happel, Gottleb- Duntel- Straße 11. 86. Abt. Mariendorf. 20 Uhr Zahlabende: 1., 2., 7. Bezirk: Neumenere, Raiserstr. 140, Bortrag:„ Eine Fahrt zu den Tschechen, Gerben, Türfen und Kroaten". Referent Otto Günther. 3. bis 6. Bezirk: Niendorf, Chauffeestr. 19. 8. bis 10. Bezirk: Schrader, Friedenstr. 6. Reukölln. 89. bt. Zahlabende: 1. bis 4. Bezirk: Grommed, Sanderstr. 10, Vortrag: Das Arbeitsgerichtsgeses. Referent Gerhard Kramer. 5., 7., 8. Bezirk: Wilfe, Reuterstr. 47, Bortrag: Sozialistische Kulturpolitit". Referent Heinz 2ömi. 6. 11., 12. Bezirk: Brandt, Pflügerstr. 19, Bortrag: Die Justiz". Referent Rechtsanwalt Dr. Leffmann. 9., 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Hobrechtstr. 64, Bortrag: Die sozialistische Arbeiterinternationale in Brüffel". Referent Hans Waldmann. 90. st. Mitglieder perfammlungen in folgenden Lotalen: 13. Bezirk: bei Rüdiger, Loh. mühlenstraße 36; 15. und 26. Bezirk: bei Jahn, Fuldaste. 45; 16. und 25. Bezirk: bei Schönfisch, Weichselstr. 15, Vortrag des Genossen Placzek über Geschichte ber Revolutionen"; 17. unb 24. Bezirk: bei Lehmann, Tellftr. 8, Bortrag des Gen. Abraham über„ Der Einheitsstaat"; 22. Be. airt: bei Tig, Mainzer Str. 4; 23. und 36. Bezirk: bei Schabeiko, Beichfel. Straße 5; 34. unb 43. Bezirt: bei kleiftner, Flughafenstr. 7; 35. Bezirk: im Sheaftafino, Beijselftr. 8. 91. Abt. Bahlabende: 20., 21., 39. Be girt: Röfter, Rarlsgartenstr. 4; 40. Bezirk: Ribbedfe, Rarlsgartenstr. 12; 50. Bezirk: Flughafen, Mahlomer Str. 10; 37., 42. Bezirk: Stahmann, Reuterstraße; 48. Bezirk: Balewski, Beddinstraße; 38., 41., 49. Bezirk: Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden 25. August erste Vorstellung nach den Ferim Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 25. August erste Vorstellung nach den Ferien Städtische Oper Bismarckstr. Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! SCALA 8 Uhr Nollendorf 7360 Das sensationelle Eröffnungs- Programm! Komische 8%, Uhr Oper 8%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Bieh dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. CASINO.THEATER Lothringer Str. 37. Wiedereröffnung Freitag, den 17. August 1928 mit dem neuen Schlager Rundfunktieber. Reichshallen- Theater Allabendlich 8 Uhr Stettiner Sänger Wiederauftreten von Paul Britton. Tageskasse 11 bis 2 Uhr. Preise: 60 Pf. bis 2 M Dönhoff Brett'l: ( Saal und Garten) Varieté Kabarett- Tanz Deutsches Theater Norden 12 310 3U. Ende nach 101/2 Artisten Regiae Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 8½ U. Ende 10% U Es liegt in der Luft Revue yon, Schiffer. Musik v. Spoliansky Berliner Theater Charlottenstr.90/ 91.Dooh.170 31 Ende nach 10% Gastspiel d. Deutschen Th. Der Proze Mary Dugan Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 81 Uhr: Es kommt jeder dran! Revue von Fr. Holländer Miste, Flughafentrate bt. 22. st. Sablabenbe: 14., 29., 30. Begizt: bei Gauter, Harzer Str. 88, Bortrag des Gen. Erich Eichhorft über Mussolinis Faschismus"; 21, 28. Bezirk: bei Siforra, Schandauer Str. 1, Ede Elbetraße, Vortrag; 32., 33. Bezirk: bei Rönig, Wildenbruch, Ede Weserftraße, Bortrag des Gen. Dr. Deder von der Forschungsstelle für Wirt. schaftspolitik über Anschlußfrage, Rheinlanbräumung, Reparation, Kriegsächtungspatt"; 81., 44., 45., 53. Bezirk: bei Wolff, Kaiser- FriedrichStraße 173, Ede Weserstraße, Bortrag:„ Wirtschaftspolitif im neuen Reichs tag". Referent Dr. Walter Domf; 46., 47., 59. Bezirk: bei Simon, Berthelsdorfer Str. 9, Vortrag; 72., 73. Bezirk: bei Schneider, Rosenstr. 7, Vortrag. In allen Bahlabenden außerdem wichtige Mitteilungen, deshalb Erscheinen aller Abteilungsmitglieder unbedingt erforderlich. 93. Bahlabente: 56., 58., 81. 85. Bezirk: bei Hoffmann, Herzbergstr. 26; 57. Bezirk: bei Rekler, Treptomer Str. 90; 82. Bezirk: fällt aus; 83., 84. Bezirk: bei Rorisch, Böhmische Str. 43/44, Bortrag: Sozialdemokratie, Roalitionspolitik und Trustfapital". Referent Emit Barth fen. Gäste millkommen; 93. u. 100 Bezirt: tagt am Mittwoch, 15. Auguft; 96 und 99. Bezirk: bei Rönig, Rannerstr. 14, Ede Elsterstraße; 97. Bezirk: fällt aus: 98. Bezirk: Siedlung, Bärpintel. Referent Gen. Karl Bolenste. 96. bt. In allen Bezirken fallen im Monat Auguft die Zahlabende aus. 97. Abt. Sahlabende: 79., 89. und 92. Bezirk: bei Rugti, Leineftr. 1, Bortrag: Proletariat und Strafrecht". Referent Sans Bauer; 90., 91. Bezirk: Helmie, Barthestr. 48; 105., 106., 107. Bezirk: Krüger, Emser Straße 85/86, Ede Neißestraße. 98, 6t. 19% Uhr bei Teich, Anefebedftraße 135, Abteilungsversammlung. 99. Abt. Briz- Budow. Zahlabende: 3., 5., 6. Bezirk: im Lokal Werner, Chausseestt. 66, Borttag: Heinrich Heine und feine Beit". Referentin Margarete Hartig; Bezirk Groß- Siedlung: 8ahlabend im Lokal BuschIrug, Rubomer Straße. 101. Abt. Treptow. Sahlabende: 1., 2. Bezirk: Stephan, Graeßftr. 1, Bortrag Rapitalismus, Krieg und Frieden". Referent Wolfgang Schwarz; 3. und 5. Bezirk: Dettinger, Riefholaftraße, Ede Elsenstraße. Referent Ernst Fald. 102. Abt. Baumschulenweg, Pünktlich 191 Uhr bei Saß wichtige Funktionär. figung. Erscheinen unbedingt erforderlich. Die Mitgliederversammlung finder erst am Mittwoch, 15. August, statt. 103. Abt. Oberschöneweide. 8ahlabende: 1., 2. Bezirk: Rnappe, Westendstraße: 3., 4. Bezirt: Winkler, Wilhelminenhofstraße; 5., 6. Bezirk: Emmerich, Wilhelminenhofftrage. 104. Abt. Niederschönemeide Lotal Brüdentiaufe, Bridenstr. 15, Bortrag: Die Aufgaben des neuen Reichstags". Referentin Margarete Schenta. Towsty. 106. Abt. Johannisthal Botal Botha, Stubenrauchstr. 11, Bortrag: Die innen. und außenpolitische Lage. Referent Robert Fendel. Achtung! Die Funt tionäre treffen fich eine halbe Stunde früher im gleichen Lotal. 107. Abt. Alt- Glienice. Lotal 8obian, Grünauer Straße. Tagesordning: Unsere Ertliche Parteiarbeit. Berfchiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. 108. bt. Capenid. In diesem Monat fallen die Sahlabende aus. 10s. Abt. Friedrichshagen. 20 Uhr im total Scholz, Friedrichstr. 81, Bortong: Die politische Lage". Referent Rurt Riegmann. Aussprache über die Bannerweihe und das Boltsfeft. Wir beginnen, wie immer, pünktlich 20 Uhr. 111. bt. Bohusbort. Die Sahlabenbe fallen in diefem Monat aus. 2ihtenberg. 114. Abt. Total Schentte, Croffener Str 14, Vortrag: Kultur. politit". Referent Hanns Ramm. 115. Abt. 8ahlabende: 1. Gruppe: Sempel, Jungstraße, Ede Scharnmeberstraße. 2. Gruppe: Lohann, Oder. ftraße, Ede Jungstraße. 3. Gruppe: Radtke, Müggelstraße, Ede Scharn. meberstraße. 4. Bezirk: Seipfe, Kronprinzenftr. 47. 116. Abt. 20 Uhr im Botal Albrecht, Boghagener Str. 62, Bortrag: Böfferfrieden und Bölkerperständigung Referent Robert Breuer. 117. Abt. 20 Uhr in ber Schule, Lüdftr. 60, Vortrag: Unter dem Sozialistengefes. Referent Dr. Mar Schütte. Unfer Weg" wird daselbst ausgegeben. 118. Abt. Lofal Tempel, Gubrunstr. 7, Bortrag:„ Die nächsten Aufgaben der Sozial bemokratie in der Regierung. Referent Willy Schneider. 121. bt. Karlshorst. 20 Uhr im Deutschen Haus, Stolzenfelsstraße, Vortrag: Wirtschaftspolitit". Referent Bernhard Göring. 122. Abt. Biesborf. 20 Uhr bei Borath, Marzahner Str. 31, Bortrag: Freibenfertum und Sozialismus". Referent Wilhelm Miethte. 124. Abt. Mahlsdorf. Die Mitgliederversammlung fällt diesmal aus. Die Bezirksführer erhalten Unser Weg" beim Genoffen Richard Weber, Lemtestr. 46. Theater am, Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Heute& Uhr Elite- Sänger A. a. ,, Lohengrin in Neukölln" Ein Volitreff.r grösster Heit.rkeit! Preis Mark 0.50 bis 2- Mark. Täglich ab 4 Uhr voller Betrieb!. LUNA PARK HEUTE VOLKSTAG! Eintritt 75 Pi. Grosses Feuerwerk Artist. Darbietungen. 12%.. Belßenfee. 20 he in Sotal Sum ferbemart Sutraße, Boe trag: Die neuesten Ereignisse in Rußland. Referent Dr. Gregor Bienstod 127. UHL Sohenschönhausen. 20 Uhr im Berliner Sof, Berliner Str. 93, Bor. trag: Barum noch Reichsbanner?" Referent Richard Meier. 128./130. Abt. Bankow. Bahlabende in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Lokal 9ferent Raifer- Friedrich- Str. 53. Vortrag: Die Freibenterbewegung." Genoffe Schmidt. 2. Bezirk: Schweizerhütte, Marimilianftr. 11a. Vortrag: Cozialistische Wirtschaftsfragen." Referent Georg Stieglitz. 2a. Bezirk: Lotal Mühlened, Brenner. Ecke Mühlenstraße. Bortrag:„ Die Unfailversicherung." 3. Bezirk: gofal Dreiez, Referent Genosse Sonnemader. Kiffingenftr. 4. 4., 5. Bezirk: Lofal Wulf, Grunowstr. 1. Bortrag: u funftsarbeit." Referent Stadtrat Eugen Rosemann. 6. Bezirk: Lofal Neumann, Mendelftr. 17. Bortrag: Bolitik und Gesellschaft im Spiegel der Satire." Referent Robert Seller. 7., 8. Bezirk: Lotal Forsthaus, Bollant. ftraße 115. Bortrag: Die Demokratisierung der Berwaltung." Referent: Stadtamtmann Georg Reich. 9. Bezirk: Botal Hirth, Bollantstr. 31. 131. Abt. Mieberschönhausen. Die Mitgliederversammlung im Monat Auguft fällt aus. Dafür befuchen die Genossinnen und Genossen die Verfassungsfeier des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold am Sonntag, 12. August, im Lokal Canssouci, Nordend. Karten zu 50 Bf find bei den Bezirksführern und beim Genossen Soeven, Blatanenftr. 11, zu haben. Die Bezirksführer werden gebeten, Unser Weg" und obige Rarten abzuholen. Gemeinsame 137. Abt. Reinidendorf- West. Volkshaus Scharnweberstr. 114. Zahlabend aller Bezirke. Vortrag: Kommunalpolitik." Referent Stadt nerordneter Fris Brolat 13&. Abt. Sermsdorf. 20 Uhr Lokal Ofrent, Bahnhof. Ede Berliner Straße. Bortrag: Die Entwidlung der Unternehmerorganisationen und ihre Be. deutung für die Arbeiterklasse." Referent Bernhard Krilger. 141. Abt. Rosenthal und Niederschönhausen Best. 20 Uhr im Lokal Sübel, Referent Germanenstraße, Bahlabend. Bortrag: Die Mieterbewegung." wird in der Mittwoch- Morgenausgabe bekanntgegeben. 143. Abt. Waidmannsluft. 20 Uhr bei Dreißig, Waidmannstr. 4, 3ahlabend. Alle Mitglieder werden um vollzähliges Erscheinen gebeten. Frauenveranstaltungen. 136. bt. Reividendorf- Dft. Donnerstag, 9. August, 20 Uhr Funktionärinnen figung in der Barade. Da wichtige Besprechungen norliegen, wind uns pünktliches und vollzähliges Erscheinen gebeten. Jungfozialistische Vereinigung: Groß- Berlin: Gesamtveranstaltung am Montag, 18. Auguft, 19% Uhr, im Roten Caal bes 86A., Belle- Alliance- Str. 7/10. Genoffe Dr. Fris Croner spricht über Soziale Reform Soziale Revolution." Parteis und GAS.- Genoffen find herzlich eingelaben. Groß- Berlin: Saffierer! Abrechnung der Beiträge usw. Donnerstag, 9. Auguft, 17-19 Uhr, Lindenstr. 4, Bitcherstube. Gruppe 2htenberg: Seute, Diens fog, 20 Uhr, im Jugendheim Weichfelfte. 28 Bortrag: Meine Finnlandreise." Referent Sans Marten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Rreis Webbing. Donnerstag, 9. August, 20 Uhr, im Ledigenheim Am Brunnenplat Kreishelfertigung. Stellungnahme zur außerordentlichen GeneralDersammlung. Rreisangelegenheiten. Areis Neukölln. Achtung! Alle Rinder, welche am 8eltlager teilgenommen haben, treffen sich Dienstag, 7. Auguft, 1815 Uhr, zum Biegen am Rathaus Neukölln, Schönstedtstraße. Achtung! Seute, Dienstag, 7. August, 19% Uhr. Vorstandssigung im Parteibureau Redarstr. 3. Hallesches Tor: Dienstag, 7. August, pünktlich 20 Uhr, wichtige Helfer. fisung. Erscheinen aller Helfer ist Bilicht. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 125. bt. Weißensee. Am Freitag, 3. Auguft, if unser Genosse Mar DIen verstorben. Ehre feinem Andenten. Einäfcherung am Mittwoch, 8. August, 15 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße. Umi zahlreiche Beteiligung bittet der Borstand. Kinderschuhe Snid Lessing- Theater Rose- Theater Berliner Prater Täglich 8 Uhr: Der Zarewitsch" Gr. Frankt. Str. 132. Kastanienallee 7/9 5 Uhr: Theater des Westens KONZERT Bunter Tell. Täglich 8 Uhr 8¼ Uhr Das Lilli Flohr, 7 Täglich Die 72 Försterchristel Ausstattungsoperette. Außerdem Paul Heidemann Musikantenmädel. Konzert, Varieté. in: Das süße Geheimnis Operette von Zorlig 8% Theater am Else Berna und Nollendorfplatz Langendorf. Die Residenz- Theater angeküßte Eva Blumenstr. 8. Täglich 8% Uhr Musik von M. Knopt Tanz. Kaffeekochen. Wospeist man gulu. billig? Nur Groß- Berlin Alexanderplatz. Operette in 3 Akten. inferate im Skandal mit Lori Leux. Worwarts im Bett! Sittenschwank in 3 Akten. Preise: 1, 2, 3, 4 Mk. usw. Sichern Erfolg! Zurück In der Hauptrolle Dr. H. Bernhardt Anneliese Wörtz& G. Jugendliche haben keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt statt 4.- Mk. nur 1.-Mk. Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Hals-, Nasen-, Ohrenarzt. 40.- Rmk. Anzahlung Biesenthal, Perle der Mark qm 60 Pfg. an. Monatl. 25, 5 Min. v. Bhf., ca. 200 Parzellen, baureif, am plätschernd. Bach. Verkäufer Mittw.u Sount Restaur." Wonneberg" am Bht. 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Krantenfassentag des Hauptner bandes der Deutschen Krankenkassen. Die Bedeutung dieser Tagung hat wohl der Reichsarbeitsminister Wissell in einem Begrüßungs: schreiben an die Delegierten am besten gekennzeichnet. Die deutsche Krankenversicherung schütze, so führt der Minister aus, rund 34 Millionen Arbeitnehmer bzw. Familienangehörige und schädige pro Jahr 250 Millionen Krantentage. Der Breslauer Tagung falle insbesondere die Aufgabe zu, Vorarbeit für die Erweiterung der Sachleistungen, Begrüßungsrede gefliffentlich unterstrich um demonstrativ zu wirken, sondern um ihr Interesse für die Tagung zu befunden. Die Begrüßungsansprache für die Gemerfschaften hielt der Reichstags= abgeordnete Hermann Müller vom Allgemeinen Deutschen Gemertschaftsbund. Ueber den Geschäftsbericht referierte Geschäftsführer Bohlmann- Berlin. Er mies die unberechtigten Angriffe, die im Verlauf des letzten Jahres auf die Krankenkassen erfolgt find, zurück. Hinsichtlich der sozialpolitischen Geentseggebung betonte er, daß auch im verflossenen Jahre be= grüßensmerte Fortschritte zu verzeichnen feien. In Frage kommen die Versicherung für Seeleute und das Gesetz über die Arbeitsvermittlung, an dessen Durchführung die Krankenkassen wesentlich mitmirfen. für die noch stärkere Berücksichtigung von Mitgliedergruppen und für die Neuregelung der Versicherungsgesetzgebung zu leisten. der Das in Breslau tagende Gesundheitsparlament steht durchaus im Zeichen der bevorstehenden Revision des Sozialversicherungsrechts und der geforderten Rationalisierung Krantenversicherung im Simme zmedmäßigfter Berwaltung und erhöhter Leistungen an die Mitglieder. Unbedingt erforderlich ist aber, daß die Früchte einer solchen Rationalisierung den Mitgliedern zugute fommen. Hier wird viel von der Gesetzgebung ab hängen, von den Machtverhältnissen im Reichstag. Erbitterte Kämpfe find zu erwarten. Einen Borgeschmack davon hat uns bereits in den letzten Monaten die Unternehmerpresse mit ihrer abDer Vorsitzende des Hauptverbandes, Lehmann, hielt ein großzügig angelegtes Referat über die Reform der Reichsversicherungsordnung. Er betonte die Notwendigkeit einer Rationalisierung der Verficherung und er versteht unter Rationalisierung die Zusammenfassung der finanziellen Kräfte, den Lastenausgleich und die Vereinfachung der Verwaltung. Kranten faffen, die eine angemessene Mitgliederzahl nicht erreichen, feien zu schließen. Neue Kassen dürften nur errichtet werden, menn sie bei der Gründung über die entsprechende Mitgliederzahl verfügen. Lehmann legte Richtlinien über einen Organisations- und Ra Hebertragung ber Aufsichtsbefugniffe vom Staat auf Be Berbände halte er staatsrechtlich für unmöglich. Gegen die Ausführungen Erdmanns wandte sich vor allem Aman von der AfA. Er führte aus: Wenn mit der von Dr. Erd mann ermähnten Begehrlichkeit der Versicherten eine unberechtigte Inanspruchnahme der Versicherungsleistung gemeint sei, so könne er mur auf verweisen. Diese Erziehungsarbeit habe derartig positive Erfolge die Erziehungsarbeiten der großen Gewerkschaften gehabt, daß von Begehrlichkeit nicht mehr gesprochen werden kann. Nach einem Schlußwort Lehmanns wurden die Verhandlungen auf Montag vertagt. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat, Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Abteilungsmitgliederversammlungen heute, 19% Uhr: Wörther Plag: Schule Raftanicnallee 82. Richterfelbe: Heim Albrecht. ftraße 14a( mit Aussprache: Unser Dortmunder Jugendtag"). Neukölln I: Heim Sander Ede Sobrechtstraße. Reukölln II: Heim Steinmetstr. 114. Reutölln IV: Seim Schierkestr. 44. Bohnsdorf: Heim Wachtelstr. 1, bei Mohr. Hermsdorf: Turnhalle Roonftraße, Rimmer 24. Reinidendorf- Ost: Heim Lindauer Straße, Barade 1. Reinidendorf- Weft: Heim Geidelstr. 1. * Nord: Heim Sec. Ede Turiner Straße. Heimabend. Wedding R.- F.: Schule Lütticher Str. 4. Bunter Abend. Scherenbergstr. 7. Nie wieder Krieg!" Bunter Abend. 1 Köllnischer Part: Heim Often, Große Frankfurter Str. 16, 3immer 6. ,, Erlebnisse vom Reichstreffen." Brunnenplag: 18 Uhr Treffen vor der Schule. Wedding Sumannplag: Schule Nordoften: Seim Danziger Str. 62, ,, Lebensreform. Schöneberg IV R.- B.: Seffenland. zimmer Heim Hauptstr. 15. Sorde 2. Westen II: Heim Bülowftr. 88 Schmejf- Lefeabend. Steglig: Heim Albrechtstr. 47. Unterhaltungsabend. Bankow: Seim Görschftr. 15. Ernster Borlefcabend. Heim Hauptstr. 15. Hafenheide: Heim Nordstr. 11. Aunstabend. Schöneberg 1: megigen, unfachlichen und heherischen Kritik gegeben. Der Ber. tionalisierungsplan vor. Die Richtlinien fordern u. a. Cinführung Vorträge, Vereine und Bersammlungen. treter der Vereinigung der Arbeitgeberverbände, Dr. Erdmann, betonte allerdings am Sonntag in seiner Begrüßungsansprache an die Breslauer Berjammung, daß die Unternehmer bestrebt seien, für die kommende Arbeit eine gemeinsame Blattform des gegenseitigen Vertrauens zu finden. Die UnterDie Unter nehmer seien bereit, die Leistungen der Krankenversicherung zu er höhen, aber nur soweit, mie es die Wirtschaft" gestatte. Wir fennen diese Klausel und diesen Vorbehalt. Die Unternehmer haben comit dem Tempo, in dem der Ausbau der Sozialversicherung er folgen soll und muß, bereits jetzt die Bremse anzulegen versucht. Die Tagung am Sonntag murde durch den Stadrat Ahrens Berlin eröffnet, der die Vertreter der Behörden, der einschlägigen Organisationen, der Gemertschaften, der Unternehmernerbände, die Delegierten der deutschen Krankenkassen und die ausländischen Deles gationen begrüßte. Gegenüber den früheren Jahren sind besonders die Unternehmer zahlreich vertreten, nicht mie Erdmann in seiner hermes BruchHeilung hermes murde durch unfere Behanblungsart fogar in schwersten Fällen in erstaunlichem Maße erzielt und uns in Sunderten von Sittesten bestätigt. Referenzen und Prospekte auf Wunsch tostenlos. Rüdporto ermünscht. Zur Behandlung tommen Leiften, Schentel, Nabel, Narben, Bauch- und Wafferbrüche. Sprechstunde unferes approbierten Bertrauensarztes in: Brandenburg: Mittwoch, 8. August, vorm. 9-12 Uhr, und nachm. 3-6 Uhr, Bahnhofs- Satel Potsdam: Donnerstag, 9. Auguft, vorm. 9-12 Uhr und nachm. 3-6 Uhr. Hotel Obelist. Berlin: Freitag, 10. August, und Sonnabenb, 11. August, vorm 9-12 Uhr und nachm. 3-6 Uhr, Bügowstraße 75( beim Magde burger Plan). Hamburg: Bochentags vorm. 10-12 Uhr und nachm. 4-6 Uhr, im Institut, Esplanade 6, außer Sonnabends nachmittags. 140 Hermes" Merztliches Institut für orthopädische Bruchbehandlung G. m. b. S., Hamburg, Esplanade 6.( Aerztl. Reiter: Dr. H. 2. Meŋer.) Größtes ärztliches Institut dieser Art. von Kassenpflichtverbänden, eine Vereinfachung der Gesetzgebung unter Betonung der Selbverwaltung nach fommunalen Musterbestimmungen, Einfluß der Versicherten, Ausdehmmg der Versicherung auf alle sozial Schmachen und lebertragung der Aufsichtsbefugniffe nom Staat auf die Krankenfassenverbände. In der Diskussion sprach Dr. Erdmann von der Bereinigung der Arbeitgeberverbände über die Richtlinien, die die Bersammlung zur Kenntnis nehmen soll und die nicht zur Beschlußfaffung stehen. Im großen und ganzen ging der Vertreter der Unternehmer an den Dingen vorbei. Eine Kostenersparnis ermarte er durch Druck auf die Begehrlichkeit der Versicherten. Auch müsse die Merzbefrage in dem Sinne geregelt werden, daß die Begehr lichkeit der Versicherten auf ein für die deutsche Krankenversicherung erträgliches Maß zurückgedrückt wird. Bon einer Konzentration der Versicherung verspricht der Redner fich feinen Erfolg. Große Kaffen, wie sie Herr Lehmann schaffen wolle, müssen die Versiche rung mur demokratisieren und die Verwaltung verteuern. Henko Henky Henbel's Balch und Fleidy Soda Die Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin 6. 14, Sebaftianftr. 37/38, of 2 r. Gauvorstand: Die Gautasse ist zmeds Ausgabe der Fahrkarten ant Mi., d. 8., bis 18 Uhr geöffnet. Charlottenburg: Mi., b. 8., 19 Uhr, Radfahrer zur Verfassungsfeierpropagandafahrt Gybel. Ede Dronienftraße. Berliner Schubert- Chor, Mitglied des DAGB., hält feine Uebungsstunden Dienstags für Männerdor, Donnerstags für Gemischten Chor von 20-22 Uhr in der Aula der Werner- Siemens- Realschule, Badftr. 22, ab. Gangesfreunde herzlich willkommen. Gesangsgemeinschaft Rosebery b'Arguto beginnt ab 7. August Dienstags und Donnerstags in der Dieffenbachstr. 60/61( Aula) einen neuen Gesangs furfus und bittet alle fortschrittlich eingestellten fangesfreudigen Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder, auch mit wenigen Stimumitteln, fich dort. felbft zu melden. Für Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienftfielle Berfin und Umgegend. ( Rachdrud verboten). Teils moltig teils beiter und troden, am Tage mäßig Deutschland: Auch im Dften wieder Besserung, in der westlichen Hälfte des warm, nachts sehr fühl, mäßige bis schwache nordwestliche Binde. Reiches vorwiegend heiter, überall etwas wärmer. 1gr. Katk im Waschkessel vernichtet 15 gr. Seife! Deshalb ist es sehr wichtig, daß Sie bas falfhaltige Leitungswaffer DO dem Waschen mit einigen Handvoll Henfo- Bleich- Sodo weichmachen! Henko Henkels Wasch und Bleichsoda und erzeugt die Seiche des Regenwasserst bindet den Kalt de ni dow Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schloffer. Julius Werwitz geb. 24. Geptember 1857, am 2. Auguft gestorben ist. Einäscherung am Dienstag, dem 7 August, 14 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Am 2. August verstarb unser Rollege, der Mechaniker Walter John geboren 25. Januar 1899. Beerdigung am Dienstag, dem 7. August, 15 Uhr, auf dem Sentralfriedhof, Friedrichsfelde. Am 3. August verstarb unser Rollege, der Klempner Max Oley geboren, 6. April 1859. Cinäscherung am Mittwoch, dem 8. August, 15 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Blöglich und unerwartet verschied infolge Herzschlags am Donnerstag, dem 2. Auguft 1928, unser lieber Rollege, der Borftzende des Betriebsrats der Berliner Müllabfuhr A- G. Emil Weihrauch im Alter von 39 Jahren. Jn jahrelanger Zusammenarbeit lernten wir den Berstorbenen als guten, ftets hilfsbereiten Rollegen schäzen. Durch sein eifriges, felbftlojes und fachliches Arbeiten für die Allgemeinheit hat er fich Achtung und Sympathie bei allen Rollegen erworben. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes Heinrich Müller fage ich allen Freunden und Bekannten, Rollegen und Genossen, meinen herzlichsten Dant. Im Namen der Hinterbliebenen Ww. Franziska Müller. Verkäufe Teppich- Ausverkant. Ausverlaufspreis Größe 17, Ausverkaufspreis Größe 2x8 23, Ausverkaufspreis Größe 2x3 35, 2x3 Ausverkaufspreis Größe 24x3 38, Ausverkaufspreis Größe 2x3% 45, Ausverkaufspreis Größe 3x4 58, 3x4 Ausverkaufspreis Größe 79, wegen Geschäftsumstellung. Körner, Botsdamerstraße 26a, thaler Blag. Verschiedenes Wenig getragene Ravaliergarderobe| Roffien. Gute und billige Gonder. 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Handelt man genau nach dieser Vorschrift, so wird einem überhaupt nicht geöffnet oder es stürzen gleich drei zur Tür. „Natürlich: zu Salmanowitsch.... zu ihm muß man doch zweimal lang und fünfmal kurz klingeln, und Sie haben einmal zu wenig geklingekl! Es fällt mir gar nicht ein, für Salmanowitsch aufzumachen!" Ja, dann sagen Sie's ihm doch....* „Er kann ja selbst aufmachen. Ich bin kein Dienstbote, um jeden anzumelden. Vielleicht ist er gar nicht zu Hause?" „Vielleicht ist er aber doch zu Hause?" „Dann kann er ja selbst aufmachen!" » Schon von Ist Uhr früh an herrscht reges Leben in der Woh- nung und in der gemeinsamen Küche. „Wie kommen Sie dazu, meinen Primus(Spirituskocher) zu benutzen?" .Hab' ihn gerade nötig, Ihren Primus! Ich Hab' auf meinem eigenen gekocht.... Da, sehen Sie, er ist noch warm!" „Auf'nem fremden Primus kochen die und den eigenen war- men sie an, damst man's nicht inerkt.... Eine wahre Plage!" „Könnt ihr nicht noch ein bißchen inehr Radau machen?" hört man hinter der Wand(aus dem Nebenzimmer) eine Männer- ltrmme.„Die ganze Nacht arbeitet man und ihr macht ein Ge- jchrei, daß man überhaupt nicht schlafen kann!" „Vielleicht schlafen Sie noch bis zwölf«! Das könnte Ihnen wohl so passen! Die anderen Hetzen zur Arbeit, und der gnädige Herr will schlafen!" „Die ganze Nacht sind Sie auf..- und das elektrische Licht müsien wir zu gleichen Testen bezahlen. Ich denk' ja gar nicht dran, für Sie zu zahlen!" Aus einem anderen Zinnner stürzt eine Frau heraus und schreit:„Gebt's ihm nur gründlich! Zahlen tut er nicht und will noch auf fremde Kosten dösen!" „Wer hat das Wasser nicht Heruntergelasien. Wer?" schreit sie nach zwei Minuten durch die ganze Wohnung.„Her mit ihm, ich hau' ihm eine runter!" �Dazu haben Sie kein Recht," sagt eine ruhige Stimme. „Was wollen Sie denn eigentlich? Haben sich über den ganzen Tisch breitgemacht und reden da noch von Recht?" Di« Küche starrt vor Schmutz... Auf dem Fußboden siegen Kartosseljchalen, Papiersetzen. Heringsköpfe. „Wer ist heute an der Reihe mit dem Aufräumen, Murafch- kma? Genossin Muraschkina, bkcte, bemühen Sie sich. Für Sie sind keine Dienstboten da!"' „Aber seid doch ruhig«,-.7 Sie fft ja gar nicht zu Haufek* „Wenn sie aufräumen muß. ist sie natürlich nicht da. Ich werd's genau so machen!" „sind warum räumt vom achten Zimmer nur einer auf, wo doch d«! drin wohnen?"-> sc" �< wj t „Aber der Dritte kst ja noch viel zu klein!" -Ra, und wenn er klein ist, macht er da ecwa nicht dreckig?" "» Wenn die Rechnungen von der Hausverwaltung kommen, muß der Bote lange vor der Tür warten, während im Korridor erregt« Auseinandersetzungen stattfinden. „Nehmen Sie doch die Rechmmg entgegen!" „Fällt mir gar nicht ein! Das wär' ja noch schöner!"• „Aber ich kann doch nicht für alle quittieren!?" „Lassen Sie sie doch auf dem Tisch liegen.,,. Dort können's ja all« lesen!" Dauernd kommen Mahnungen von der Hausverwaltung: Die Wohnung sei unsauber....- Unhygienische Derhältnisie... 4 „Ich bin nicht unhygisnifch. das ist der Salmanowitsch!" „Dann sagen Sie's ihm doch. „Sagen Sie's doch selber......" Nur nachts herrscht in der Wohnung verhältmsmäßige Ruhe. Aber manchmal gehen die Türen und man hört halblautes Gemurmel:„Nicht einmal nachts hat man Ruhe, hol sie der Teufel!" (Aus dem Rugstchen ton Nina Stein.) Oer Weg ins Leihhaus. Das größte Kernrohr. Das größte Fernrohr der Welt ist das hundertzöllige Spiegelteleskop auf der Mount Wilson-Sternwarte in den Vereinigten Staaten, über das Prof. Riem in der„Umschau über die Fortschritte in Wissenschaft und Technik" eingehende Mitteilungen macht. Die Anfertigung der riesigen Gußstücke hatte sich während des Krieges sehr hingezogen, da die betreffende Gießerei durch die Lieferung für Kricgsschisse in Anspruch genommen war. Das Ge- wicht dieser beweglichen Teile beträgt aber auch Sst Tonnen und stellt eine Meisterleistung der Gießerei dar. Der große Spiegel, der 2 57 Meter Durchmesser und eine Brennweste von 12,88 Meter be- sitzt, wiegt 4088 Kilogramm: er hat in der Mitte eine Dicke von ogi Zentimeter. Mehr als ein Jahr lang hat man gebraucht, um den überaus schwierigen parabolischen Schliff des Spiegels herzu- stellen. Bei langdauerndcr Belichtung kann man damit Sterne unter der 2 0. Größe, deren Zahl unvorstellbar groß ist, genauer kennenlernen. Man hat mit diesem Riescnsernrohr so vor- züqliche Erfahrungen gemocht, daß der Erbauer, Francis G. Paese, den Plan gefaßt hat. ein noch viel größeres Teleskop her- zustellen, dessen Kosten auf 12 Millionen Dollar geschätzt werden. Das neue Instrument müßte nun mindestens drei- mal so groß wie das des Mount Wilson sein. Jede Größenklasse der Sterne ist nämlich um das 2,Sfache schwächer als die vorher- gehende. Wenn man also mit dem neuen Fernrohr noch kleinere Größen' erfassen will, muß die lichtausfangende Fläche mindestens um das 2.Sfoche oder, da die Randporticn weniger in Bestacht kommen um das Dreifache vergrößert werden. Der Durch- mesier müßte dabei um 1.7 vergrößert werden, so daß der Spiegel von 100 Zoll auf 173 Zoll anwachsen müßte. Die Kosten nehmen aber zu wie die dritte Potenz: der Gewinn dieser einen sLhe ist also mst dem Stachen Kostenauswaud zu bezahlen, Ltntersuchung über die Llmweriung der Werie. Es ist ane verstackte Sache um den Wert der Ding«. Ein Gegenstand, den man eben mit, sagen wir, 10 Mark bezahlt hat, ist in der nächsten Minute auf einmal nur noch einen Bruchteil dieser Summe wert. Es spielt bei dieser Erscheinung«in Geheimnis mit, das mit jenem vom Verhältnis zwischen Angebot und Nach- frage nicht zu verwechseln ist. Jedenfalls ist der Gang ins Leihhaus für jeden, der ihn gehen muß, eine schmerzhafte Unterrichtsstunde in kapitalistischer Wirtschaftspraxis. Ich war kürzlich einmal in dieser Lag«, d. h. ich brauchte Geld und hatte keins. Aber ich besaß einen hübschen Ring, von dem ich wußte, daß er einmal ziemlich teuer gewesen war. Ich beschloß daher, ihn zu oersetzen. Und da Geldeswert ebenso anfeuernd wirkt wie bares Geld, macht« ich mich fröhlichen Mutes auf ins Leihhaus. Aber da zeigten sich bereits die ersten Schwierigkeiten. Unglaublich, wie schwer es ist, ein Leihhaus zu betreten, wenn grade jemand vor der Tür steht! Mich hielt eine Frau davon ab, die mich, wie ich mir einbildete, schon von weitem verdächtig musterte, als ob sie meine Geldklemme witterte. Es ging mir. direkt gegen die Ehre, sie mit ansehen zu lasien, wie ich estvas versetzen mußt«. Ich ging also hochmütig vorüber und wartete an der nächsten Ecke, bis die Luft wieder rein war. Als sie sich aber endlich wieder entfernte, kamen dafür ein paar junge Mädchen die Sstaße entlang, die be- greiflicherweise noch viel weniger nierken durften, was ich vorhatte. Erst nach Verlauf von zehn Minuten kam ein günstiger Augenblick, in welchem ich unbemerkt durch die diskret verhangene Eingangstür schlüpfen konnte. Der Inhaber war ein älterer Mann mit unheimlich wissenden Augen, die gleichzeitig in Verlegenheit setzten und Mut machten. Wie ich mir vorgenommen, reichte ich ihm nachlässig den Ring hinüber und fragte, wieviel ich darauf bekommen könnte. Wortlos nahm er den Reif, klemmte«ine Lupe ins Aug« und begann ihn umständlich zu untersuchen. Bange wartete ich auf die Entscheidung. Es dauerte endlos lange, bis er die Lupe wieder abnahm und, den Ring in der flachen Hand wiegend, fragt«:„Wieviel wollen Sie haben?"—„Ich dachte etwa SV," sagte ich heiser: das glaubte ich mit gutem Gewissen verlangen zu können, denn ein Juwelier hatte den Wert des Ringes einmal auf 73 bis 100 Mark geschätzt. Aber auf dem Gesicht des Pfandleihers ging bei dieser Summe eine geradezu erschreckende Veränderung vor sich: Erstaunen, Entrüstung, schließlich sanstes Mitteid.„Aber, lieber Herr!" erwiderte er nur vorwurfsvoll.—„Wieviel wollen Sie geben?" fragte ich verstehend und bedrückt.—„25, weil Sie es sind."— Mir wurde siedendheiß. „Ich brauche aber wenigstens 40."—„Unmöglich Aber wenn es Ihnen zu wenig scheint, so hindert Sie ja nichts, es noch woanders zu versuchen. Bitte sehr." Er gab mir lächelnd den Ring zurück, und kleinlaut schob ich ab..->, Das war eine glatte Niederlage. Draußen aber faßte ich wieder Mut. Eigentlich unerhört, für dos immerhin beträchtliche Wert- stück einen solchen Bettel zu bieten! Aber vielleicht war der Mann auf solche Objekte nicht eingerichtet. Es hieß also weitersehen. 35 Mark muhte ich unbedingt haben. Oder mindestens 30. Das war aber die unterste Grenze. In das nächste Leihaus trat ich bereits ohne wesentliche Hem- mungen ein. Noch erfüllte mich Kampfstimmung.„Bitte, wieviel geben Sie für diesen Ring, auf einige Tage?" fragte ich mit neuer Energie.— Dieselbe Untersuchung mit der Lupe, dasselbe Abwiegen in der flachen Hand. Dann kurz und trocken:„Höchstens 20 Mark." —„Zu weig. Danke sehr."—„Adieu, mein Herr." Im dritten Leihhause bot man 18 Mark, im vierten 15. Mein Mut saük immer tiefer und machte abgründiger Verzweiflung Platz. 12 Mark— 10 Mark— 8 Mark... Je bescheidener ich wurde, desto tiefer sank der Wert des Ringes. Hatten denn sämttiche Pfandleiher der Gegend sich verständigt, mich immer schäbiger zu drücken? Und es wurde noch schlimmer. Man untersuchte den Ring gar nicht mehr, sah ihn an, zuckte die Achseln. Der letzte hatte sogar die Kaltblütigkeit, verächtlich zu sagen:„Tin- n e f!" Und feixte mir nach, als ich schweigend abzog. Bestaubt, müde, gedemütigt schlich ich dahin und knabberte an dem hoffnungslosen Problem, das so plötzlich vor mir aufgestiegen war: Was ist„Wert"? Anscheinend gab es sowas überhaupt nicht, wenn man etwas verkaufen oder versetzen mußte. Jedenfalls schien es aber in solchem Fall unmöglich, den Wert eines Gegenstandes genau festzulegen, da er so haltlos zwischen zuwenig und gar nichts schwankte! Am Ende meiner Pilgerfahrt zweifelte ich nicht nur an meinem Ring, sondern auch an mir selbst und an der ganzen Menschheit. Heruntergekommen, abgehetzt, zermürbt landete ich schließlich wieder bei dem ersten Pfandleiher, voller Angst, ob er sein glänzendes An» gebot auch jetzt noch aufrechterhalten würde. Schüchtern trat ich ein und wurde wieder von den wissenden Augen begrüßt, die inzwischen aber noch unendlich wissender ge- worden waren. Zweifellos erriet der Mann, was ich in diesen Stunden durchgemacht hatte. Schweigend legte er Geld und Pfand- schein auf den Tisch, und ich— ich hätte ihm am liebsten die Hand gedrückt für seine unfaßbare Großmut. Seitdem habe ich einen unfehlbaren Wertmesser für den Fall, daß ich wieder einmal etwas versetzen muß: Im besten Fall die Hälfte von dem, was ich nötig habe, wahrscheinlich aber noch viel weniger! Das scheint ein Naturgesetz zu sein und nicht zu ändern. Peter Polier. Die Geschichte eines Elements. Von Oipl.-Zng. Dr. Arthur Hamm. Dor 80 Iahren veröffentlichte in der Zeitschrift„l-es Mondes* Georges ßeetanche die erste Beschreibung seines Salmiak-Elementes, das in der Herstellung von Elementen gewissermaßen Epoche gemacht hat. Damals bestand die ganze Elektrotechnik soft nur aus. Tele- graphie. Das Telephon war zwar wenige Jahre vorher von Philipp Reis erfunden worden, aber die Anwendung in der Praxis fand es erst über ein Jahrzehnt später. Auch die Dynamo-Maschine war bereits erfunden, aber von Anwendung noch weit entfernt. Der elektrische Strom, der damals gebraucht wurde, konnte lediglich in Elementen erzeugt werden. Daher war die Konstruktion eines neuen und sehr brauchbaren Elementes für die Elekstotcchnit von größter Bedeutung. Das war das Leclanche-Element in der Tat. Es gab auch schon vorher Elemente wie das Bunsen- und das Ehromfäure-Element, die sehr leistungsfähig waren, hohe Span- nungen und auch verhältnismäßig große Stromstärke gaben, aber sie hielten nicht lange vor. Wenn der negative Pol, meistens ein Zink- Zylinder, nicht schnell zerstört wurde, so starb das Element an der Polarisation. Darunter versteht man den Vorgang, daß der bei der Zersetzung der Element-Flüssigkeit gebildete Wasserstoff zum positiven Pol wandert und bissen mit einer Gashaiit umgibt, wodurch der Pol gegen die Flüssigkeit mehr als gut isoliert wird. Damit hört natürlich der Strom fluß aus, und das Element ist erledigt. Hiergegen fand Leclanchc ein vorzügliches Hilfsmittel, m- dem er den positiven Pol, einen Kohlesttft, mit Braunstein umgab. Zwar waren schon vor ihm solche Versuche gemacht worden, ober mit geringem Erfolge, wohl teilweise weil schlechtes Material ver- wendet wurde. Leclanche nahm einen vorzüglichen Naturbrounstein und hatte Erfolg. Das neue Element gab zwar nur etwa Wz Doli Spannung, also Vi Volt weniger als einige der schon bekannten. aber es hielt außerordentlich lange vor. Eine Erneuerung war erst nach Jahr und Tag nötig. Wenn man einen guten, kräftigen Zink- zylinder verwendet«, hielt es fast beliebig lange Zeit. Damit war der Telegraphentechnik ein sehr guter Dienst erwiesen, denn bei den vielen kleinen Aemtern war die Auswechslung der Elemente schwierig und kostspielig. Deshalb führte sich das Salmiak-Element sehr schnell ein und hat zu seinem Teil dazu beigetragen, der elektrischen Tele- graphie zu ihrem großen Ausschwung in den K0cr und 70er Iahren des vorigen Jahrhunderts zu verhelfen. Auch heute noch, obgleich wir längst leistungsfähige Dynamo- Maschinen von riesigen Abmessungen haben, ist das Salmiak- Element ein technisch wichtiges Gerät. In häuslichen Klingelanlagen wurde es von jeher gern verwendet, da es sehr konstant ist, keine Gase abscheidet und bei der geringen Beanspruchung einer solchen Klingelanlage lange Zeit hält. Dann kam die elektrische Taschen- lampe auf, die wieder ein sehr leistungsfähiges Clement von ge- ringem Gewicht verlangte. Man hatte inzwischen gelernt, die lästige Flüssigkeit in den Salmiak-Elementen zu vermeiden, indem man die Lösung durch passend« Zusätze zu einer Gallerte verdickte und das ganze Element mit einer Vergußmasse abschloß. So entstanden die Trockenelemente, die natürlich für Taschenlampen das Gegebene waren, well sie in jeder Lage Strom abgaben und nie irgendwelche FlüMkett ausstießen lassen konnten, Für diese Zwecke mußte das Clement in einer Kleinheit hergestellt werden, an die man früher nicht gedacht hatte. Aber auch dafür erwies es sich als gut geeignet. Einen neuen Aufschwung, und zwar von bisher ungeahntem Maße, bekam aber die Industrie, als der Rundfunk sich ausbreitet«. Zwar für die Heizung der Röhren war der Akkumulator schwer zu ent- behren. Die hierfür zeitweilig verwendeten Trockenelemente größter Abmessungen konnten sich nicht recht«inführen, weil ihr Betrieb zu kostspielig war. Aber als Anodcnbatterie ist das Leclanche-Element auch heute noch fast iinersetzlich. Die letzten Jahre haben uns zwar eine lebhaft« Entwicklung der Netzanschluhgeräte gebracht, die den Anodenstrom unmittelbar aus dem Lichtnetz entnehmen, ober die Fabrikation von Anodenbatterien ist dadurch nicht wesentlich be- einträchtigt worden. Die Ersahrungen, die man in der Herstellung kleiner Elemente bei Taschenlampenbatterien gemacht hatte, kamen der Herstellung der Anodenbatterien in vollem Maße zugute. Nach- dem anfänglich mancher Schund aus den Markt gebracht worden war, ist man heute so weit, daß außerordentlich lagerfähige Elemente von guter Erholungsfähigkeit hergestellr werden können. die also in den Pausen zwischen der Benutzung, die ja recht lang sind. ihre ursprüngliche Spannung zum größten Teil wieder erlangen. Durch die Vereinigung der Hersteller von Anodenbatterien wird dafür gesorgt, daß die Derbandsbattcrie dem Käufer eine Gewähr für Qualität bietet. Wissenschaft und Forschung hoben natürlich das ihrige getan» um das rein empirisch gefundene Leclanche»Clement nach Möglichkeit zu verbeffern. Für den Genius des Erfinders ist es aber kenn- zeichnend, daß erst jetzt, nach 80 Iahren, eine wirkliche Verbesserung — wenn man von der Einführung der Trockenelemente absieht— gefunden wurde. Diese besteht in dem Ersatz des Salmiaks (Ehlor-Ammonium) durch eine Lösung von Chlor-Magnesium mit ein«m Zusatz von Magnesium-Chlorür, wodurch die Lebensdauer und Erholungsfähigkeit der rieinen Trockenelemente erheblich erhöht wurde. Im übrigen hat die Wissenschaft nur gezeigt, daß Leclanche instinktw das Beste getroffen hat. So ist zum Beispiel der als positiver Pol versuchsweise verwendete tünsttiche Graphit weniger geeignet als der natürlich«, obgleich er reiner ist. Ebenso ist künstlicher Braunstein trotz seiner großen Reinheit und Feinkörnigkeit weniger gut als natürlicher. Er wird nur zu dem natürlichen etwas zugesetzt, in der Hauptsache wohl des Preises wegen. Aber sonst hat sich das Element in diesen 80 Jahren nicht verändert, und es wird so, wie es Leclanche geschaffen hat. wahrscheinlich noch viele Jahr- zehnte der Technik und dem Publikum die großen Dienste leisten, die es bisher schon geleistet hat. Der erste Elesanl. der noch Nvrddeutschland kam, gehörte Karl dem Großen: dieser erhiell ihn im Jahre 802 zu Aachen als ein Gegengeschenk vom Perserkönig Aarun. Das Tier, das Abulabaz hieß, ward von einem Juden über Italien nach Deutschland gebracht und starb 810 zu Lippenheim.— Merkwürdig ist, daß das Alchenken an diesen Elefanten noch jetzt in der deutschen Sprach« lebt. Um Kinder zu schrecken, sagt man noch jetzt in manchen Gegenden West. falens:„Siehe, da kommt der Buleubak!" Bulenbak tjt eine mm». liehe Verdrehung von Abulabaz. Leerlauf in der Privatwirtschast. Miwendige Sanierung eriragloser Reiriebe.— Oer„Sanierungsschniti" in die Kapitalien. Wenn man den Kursze�el durchsieht, findet man, daß es eine sehr große Anzahl Aktiengesellschaften gibt, die seit dem Jahre 1S24 keine Dividende ausgeschüttet haben. Es handelt sich meistens um kleinere und mittler« Unternehmen, ve.-einzelt auch�größere Betriebe mit zahlreichen Interessen, die nicht leben und nicht sterben können. Die Aktienkapitalien dieser Betriebe werden von der Börse tief unter Pari, größtenteils nur mit Bruch- teilen des Nennwertes bewertet. Bei der Beurteilung dieser Be- triebe herrscht oft ein übertriebener Pessimismus, du.'ch welchen die„verlorenen Werre" immer mehr absinken. Dazu hat man kaum die Möglichkeit zu erkennen, inwieweit der Bewerttingsausschlag nach unten übe.-trieben oder inwieweit er durch die inneren Ber- hültniss« bei den Betrieben gerechtsertigr ist, zumal die Bilanz. gcborung der Gesellschaften oft derart unklar ist, daß der Einblick erschwert wird.' Ganz allgemein kann man jedoch den Leitsatz ausstellen, daß es sich bei den bisher dividendenlos gebliebenen Unternehmen u m unrentable Be triebe handelt. Damit soll nun nicht be- hauptet werden, daß diese Unrentabilität nicht gemildert oder be- seitigt werden könnte. Unter den notleidenden Unternehmen wird es zwar viele geben, bei denen.,5?opscn und Malz" verloren ist. Unverkennbar sind aber auch die Betriebe nicht selten, au» denen. wenn rechtzeitig gehandelt würde, noch etwas zu machen wäre. Wenn nnm genügend Einblick in die Praxi» gewonnen hat, findet man, daß an sich durch technische Verbesserungen durchaus lebens- sähig zu gestaltend« Betrieb« durch die Ungunst der Verhältnisse mit hohen Schulden beladen sind, denen eine in der GoldmarkeröfsnungS' bilanz überwertete Substanz gegenübersteht. Man hat in der Goldbilanz die Bewertung zu wenig uitter dem Gesichtspunkt der Rentabilität und der unumgänglich notwendigen p'oduktions- technischen Umstellungs- und Rationalisierungsmaßnahmen vorge» noinmen. Diese unterlassen« Vorsorge für die Zukunft rächt sich nun durch die Ertragslosigkeit, die auf den Börsenkurs drückt, womit ongedeu- tet wird, daß dem Aktienkapital nicht der bilanzmäßig angesetzte. vielmehr nur der im Kurse prozentmäßig ausgedrückte Teilwert beizumessen ist. In der börsenmäßigen Unterpari-Bewertung de» Aktienkapitals spiegelt sich die Ucb«rb«wert»ng des Anlagekapitals wieder. Auf die Dauer ist aber eine Aktiengesellschast, di« keine angemessene Verzinsung des Kapitals erwirtschaften kann, lebens- unfähig, denn es ist ihr unmöglich, für ihre Aktien den Parikurs zu erreichen, wie ein Blick in den Kurszettel zeigt. Die Aknengesellschasten, deren Aktien tief unter Part notieren, erfahren aber auch bei den Lieferanten und der Kreditgewährung die größte Zurückhaltung! sie haben kein« Möglichkeit, Kapital durch Neuemissionen zu dem Zwecke zu beschaffen, um kostspielig«, an den kargen Betriebseinnahmen zehrendc Schulden abzudecken und technisch« Neuerungen durchzuführen, wodurch sich nur die Krankheit des Betriebe» an Haupt und Gliedern kurieren ließe. Gar mancher notleidende Betrieb würde sich ausrichten und rentabel gestalten lassen, wenn sich die Verwaltungen, anstatt den Betrieb, so wie eb ist. gehen, stehen und lausen zu lassen, dazu verstehen könnten, das Dividendenkapital in ein«rt.-agssicheres Verhältnis zum produktiven Anlagekapital zu bringen. Wenn alles so weiter geht wie bisher, werden auch die Aktionäre der notteidenden Gesellschaften infolge der Teilnahmslosigkeit der Verwaltungen sortgesetzt geschädigt, da die Gesellschaften zweifellos wirtschaftlich relativ mehr und mehr zurückkommen. Daran ändert auch die Hoffnung mancher Verwaltungen nichts, die dahin geht» daß sich der«rtraglose Betrieb im Laufe der Jahre doch noch aus feiner üblen Lage herausarbeiten möchte. Daß es Aktionäre gibt, die von einem„Sanierungsschnitt" in die Kapitalien nichts wissen wollen, ist verständlich. Einsichtsvolle Aktionäre werden sich, wenn die Verwaltung die nötig« Initiative entwickelt, aber nicht der Erkenntnis entziehen können, daß ein„Sanierungefchnitl" mit so!» gcnder Gesundung und Entwicklung der Unternehmung aus eigener Kraft für sie vorteilhafter ist als ein Dahinsiechenlassen bis zur voll- ständigen Erschöpfung und Auslösung. Man braucht zur Gesundung nicht immer einen Sanierungs- schnitt ins Kapital. Es gibt Unternehmungen, di« bei der Vielheit ihrer Betriebe anstatt die zur wirtschaftlichen Durchsührung eines engeren Produktionsprogramms nicht benötigten Objekte abzustoßen und sich damit Betriebsmittel zu schaffen, daran festhalten, daß keine der vorhandenen Einzelanlogen genügend ertragsfähig ge- staltet werden kann: andererseits find oft genügend Interessenten vorhanden, die für dieses und jenes Objekt Käufer wären, wenn sich die Verwaltung nur zur Abstoßung der zu entbehrenden Objekte entschließen wollte, um die für einen wirtschaftlichen Ausbau der ver- bleibenden Anlage benötigten Mittel zu gewinnen. Das Festhattcn der Verwaltungen an den im Rahmen eines engeren wirtschaftlich zu gestaltenden Produktionsprogramms entbehrlichen Objekten liegt in dem Bestreben begründet, den I n t« r e s s e n k r e i s der Verwal- mngen nicht zu verkleinern, auch wenn diese Tendenz nicht dem Interesse der Unternehmung entspricht. In diesen Fällen zieht die Verwaltung ihr? persönliches Wünsche und Interessen den geschäftsfördernde» Intel* essen vor und verhindert den Gesundungsprozeß. Die EntfckLußs lostgkeit in wichtigen, die Existenz der notleidenden Betriebe de- treffenden Fragen ist ein Feind dieser lanierungsbedürstigen Unter- nehmen. Wenn diese an Haupt und Gliedern kranken, aber im Kern oft gesundungsfähigcn Betriebe noch rechtzeitig aus dem toten Gleis in wirtfchastliche« Fahrwasier hinübergesteuert werden sollen, müßte endlich gehandelt werden. Vielleicht ist es noch nicht zu spät und lasten sich gemacht« Fehler gutmachen. Je eher man in dem angedeuteten Sinne versährt, desto besser ist es für die in Frag« kommenden Unternehmungen auch im Interesse der Gesamtwuch» schastt Bücherrevisor E. K e ßte«, s Wie X G Farben spart. Zusammenhänge der internationalen Essigsäureindustrie. Wie wir aus Holland erfahren, beschäftigen sich die Notterdamer Polizei und die Rotterdamer Gerichte gegenwärtig mit Untersuchungen gegen eine Tochtergesellschaft der I. G. Farben-Industvie A.-G. Frankfurt, weil diese Tochtergesellschaft Seetransporte ge- fährdet und holländische Reedereien um nicht unerhebliche Fracht- betröge geschädigt habe. Die Zusammenhänge sind interessant genug, um auch vom wirtschaftlichen Standpunkt behandelt und für eine breitere Oeffentlichkeit dargestellt zu werden. Eine Reihe von europäischen Essigsäureerzeugern, darunter das Höchster Werk der I. G. Farben-Jndustrie A.-G., die Dr.-Wacker- Werke in München, die Holzverkohlungsindustrie A.-G. in Konstanz, die Lignocheinie A.-G. in Wien, der Verein für chemische Industrie A.-G. Frankfurt und die Elektrizitätswerke Lonza A.-G. in Basel haben sich vor einigen Iahren zur Ausschaltung der gegenseitigen Konturrenz in der Essigsäure-G. m. b. H. mit dem Titz in Frankfurt am Main karrell mäßig zusammengeschlossen und der Frankfurter Gesellschaft den Alleinverkauf der gesamten Produktion von Essigsäure und Eisessig übertragen. Da die gesamte europäische Prooutnon in dieser Dcrkaufsgescllschast vereinigt war, konnten die Preise in Europa bedeutend heraufgesetzt werden und nur in den außereuropäischen Gebieten bestand noch Konturrenz, weil eine kana- bische Großfirma in Montreal den internationalen Essigsäuremarkt bestritt. Das dauerte aber nur so lange, bis auch mit deni kana- dischen Produzenten eine Preiskonvention vereinbart wurde und damit für den ganzen Weltmarkt die Preise zu dit- t i e r e n möglich geworden war. Die Essigsäure und besonders der Eisessig haben nun wie zahl- reiche ander« Fäuren gefährliche Eigenschaften, die den Transport gefährlich machen und erheblich verteuern. Namentlich der Sä und mehr Prozent Essigsäure enthaltende Eisessig ist gefähr- lich, weil sein Entzündungspunkt bereit» bei etwa Sä Grad Eelsiu» liegt. Die Transport- und Schiffahrlsgesellschaften haben deshalb für bie Beförderung von Eisessig besondere Transport- und Verpackungs- Vorschriften erlassen, und vor allem gilt mit Rücksicht aus die höhere Feuergesährlichkeil für Eisessigsendungen eine höhere Frachtrate. schifte, die auch Passagiere befördern, sollen an» Sicherheitsgründen Überhaupt keinen Eisessig mitführen, und selbst für den Transport auf Frachtdampsern besteht die Vorschrift, daß die betreffenden Korb- paschen in besonderen, durch eine zehn Zentimeter dicke Kieselgur- schicht noch zu sichernden Kisten verpackt sein müssen, die überdies nur auf Deck, also nicht im Schifssramn selbst verladen werden dürfen. Di- Gefährlichkeit dieser Sendungen wird also besonders hoch ein- S-lchätzt. Die höheren Frachten und nicht zuletzt auch die besonderen Der- Packungsvorschriften haben natürlich nicht unbeträchtlich höhere Koste n zur Folge. Diese Kosten nun wollte offenbar die Rotter- damer Tochtergesellschaft sparen. Der betreffende Geschäftsführer soll sehr lange Zeit hindurch Eisesstgsendungen stets als einfache Essigsäure deklariert und den Schiffahrtsgesellschaften aufgeliefert baben. Diese Sache ist inzwischen bekanntgeworden und ist der Anlaß für da« Eingreifen der holländischen Staot»behörden. Ist an sich schon für die Oeffentlichkeit da« Bestehen diese» weit- greifenden internationalen Essigsäurekartells interessant, so erscheint die deutsch« I. G. Farben-Jndustrie A.-G- Frankfurt im Zu» sammenhong mit dieser Alsäre deshalb in einem ungünstigen Lichte, »eil sie—. wir können diese Darstellung natürlich nicht nachpriisen— von dem Vorgehen der Rotterdomer Tochtergesellschaft Kenntnis gehabt haben soll oder hätte haben müssen. Es wird behauptet, daß die von der I. G- Farben-Jndustrie Frankfurt beherrschte k t i e n g e se l l s ch o s t für Stickstoffdünger in Knap- s a ck ihre Eisesstgsendungen zunächst wahrheitsgemäß als Essigsäure von 9H und 99 Proz. deklariert, auf Anfordern der Rotterdamer Ge- schästsstelle aber, um Kosten und Frachten zu sparen, dies« Deklaration späterhin unterlassen und die Sendungen nur noch al» Essigsäur« aufgeliefert habe. Sa die Zusammenhänge. Wir glauben, daß die Oestentlichkeit an diesen Dingen ein Intrr- est« hat. E» wäre in der Tat in hohem Maße badauerlich, wenn ungenügende Kontrolle im I. G. Farbentrust bzw. den von ihr beherrschten Tochtergesellschaften, wenn weiterhin da» Streben unter- geordneter Stellen günstige Abschlüsse auszuweisen, zu so ernsten Folgen wie der Transportgesährdung in diesem Falle führen würde. Wir haben natürlich keine Möglichkeit, die holländischen Angaben in den Einzelheiten nachzuprüfen, hassen aber, daß die I. G. Farben- Industrie bzw. di« Essigsäure-G. rn. b. H. In Frankfurt im öffentlichen Interesse zu den gegen sie vorgebrachten Behauptungen Stellung nehmen werden. Oie chemische Industrie blühi. Rentabilität um 50 Prozent gestiegen. Die„Chemische Industrie", eine Unternehmerzeitschrift, Hot für 19?? eine Ertragsberechnung der deutschen chemischen In- dustrie aufgestellt, bei der für US Unternehmen das Verhältnis des insgesamt investierten Kapitals zur Gesamtsumme der gezahlten Dividenden errechnet wurde. Das Ergebnis dieser Berechnung zeigt, daß die chemische In- dustrie von der Konjunktur des letzten Jahres in hohem Maße profitieren konnte, denn der Prozentsatz der dividenden- losen Gesellschaften ging von 7» Proz. im Jahr« 7925 auf nur 25,9 Proz. im letzten Jahre zurück. Dagegen stieg einschließ- lich des Farben'trusts die durchschnittliche Kapitalverzinsung von (5,6 auf 9,4 Proz. Schaltet man bei dem überragenden Einfluß des Farbentrusts dieses Unternehmen aus der Berechnung aus, so ist die durchschnittliche Kapitaloerzinsung der übrigen Unternehmen in dem gleichen Zeitraum von 3.1 aus 6,5 Proz. g e st i e g e n. Die Ren- tabilität der chemischen Industrie ohne den Farbentrust hat sich also in den letzten Jahren um weit mehr al» 100 Proz. erhöht, mährend sie einschließlich des Farbentrust» um rund ö0 Proz. ge- stiegen ist. Auch die Bedeutung der chemischen Industrie an der A u» f u h r Deutschlands ist ständig im Wachsen begriffen. So betrug der Export an chemischen Erzeugnissen 1925......... 937 Millionen Mark 1926........- 1,02 Milliarden Mark 1927......... 1.16 Milliarden Mark Gleichfalls stiegt der Anteil an der Gesamtansfuhr Deutschland» seit 1925 von 10,6 auf 11,4 Proz. Die Aussichten für da, laufende Jahr sind im allgemeinen nach günstig zu beurteilen. So hat sich im ersten Vierteljahr 1928 die Auswhr mit 328 Millionen Mark gegen- über der entsprechenden Zeit des Vorjahres nicht verringert. Der Exporttückgong im zweiten Vierteljahr auf 297 Millionen Mark ist durch Saisoneinslüss« bedingt, und«» liegen noch kein« Anzeichen vor. daß dieser Rückgang sich in den solgendey Monaten verstärken wird. Enilastung des Arbeiismarktes. Langsames Sinken der Erwerbslosenziffer. Di« bisher beobachtete E n t l a st u n g de» Arb«it»martt«» im Bereich des Landesarbeitsamtes Brandenburg hat sich auch in der Berichtswoche jortgesetzt. Trotzdem ist eine Tendenz zu einer Verschlechterung in einzelnen Berusszweigen nicht zu verkennen. Sie macht sich besonders in der T e x t i l i n d u st r i e fühlbar, in der mit einer rückläusigen Bewegung der Beschäftigung besonder» bei den Tuchfabriken gerechnet werden muß. Auch im Baugewerbe waren die Arbeitsverhältnisse in der letzten Woche nicht einheit- l i ch. Jedoch kann hier angenommen werden, daß»» sich nur um vorübergehende Stockungen handelt. All« anderen Berus»gruppcn behielten dagegen fast sämtlich die Tendenz der letzten Wochen in- sofern bei, als in ihnen eine weiter« Abnahme der Arbeitslosigkeit festzustellen war. Die« trifft in erster Linie auf die Landwirt- s ch a f t zu. die mit dem Einsetzen der Roggenernte eine besonders große Ausnahmesähigkeit zeigt«. Die Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden Personen betrug in der Berichtswoche 107 300(112571), davon entsallen 64 346(65 910) auf männlich- und 42 954(46 661) auf«eibliche Hauptunterstüungscmpfänger. Arbeitslosen Unterstützung be- zogen 54 969(56 446) männliche und 39 578(43 099) weibliche, zu- sammen 94 547 Personen. Krisen Unterstützung erhielten 9377 (9464) männliche und 3376(3562) weibliche Personen. TNelallsusion und Aussichlsralstantieme. Die Generalversamm- lungen der Metallgesellschaft und der Metollbank und Metallurgischen Gesellschaft A.-G. in Franksurt a. M. haben gestern die Fusion»- antrage der Derwaltungen genehmigt. Damit ist die Ber- schmelzung der beiden Metallgroßimternehmen pettekt acworden. Da, Gejamtkapital der neuen Gejellschajl, di« den Namen Metall- g« s« l l s ch a s t A.-G. führen wird, beträgt 70,8 Millionen Mark. Die erste wichtige Maßnahme der Generalversammlung der neuen Gesellschaft bestand darin, die Tantieme für den Aufsichtsrat von 6 auf 8 Proz. zu erhöhen. Dies schien für den Augenblick die dringlichste Aufgabe zu jei». Warenhaussparkassen und Reichswtrlschostsministerium. Das Reichswirtjchastsministerium wird die Entscheidung in der Frage, ob die Warenhausjparkasjen unier das Depot recht sollen, in aller- nächster Zeit fällen. Ein Gutachten des Reichsjusti.zministeriums ist bereits von ihm eingeholt worden. Es ist anzunehmen, daß die Entscheidung in dem Sinn« ausfällt, auch die Warenhausspartassen den Bestimmungen be» Depotrecht» zu unterwerfen. Bei Entscheidung dürste weniger der Fall der Warenhaussparkasse der Karstadt A.-G., von der das Verfahren ausgegangen ist, maß- gebend sein, al» vielmehr di« Ueberlegung, daß bei einer Ausbreituoz der Warenhäussparkasienbewegung keine genügende Ge« währ für die Sicherung der Einlagen gegeben ist. Bei der noch im Fluß befindlichen Bewegung für schärfere Ueberwachung der ver- schieden»» Bausparoereiniaungen wird man daher tauni eine andere Entscheidung des Rcichswirtschaftsministeriums erwarte? können.> Guler Geschäftsgang bel dem Laounternehmea des Sprit- konzer»». Di« Industriebau Held u. Franke A.-G., das Dommternehmen des Schultheiß-Ostwerk-Konzerns, hat, wie der letzt veröfsentlichte Börsenprospekt besagt, im ersten Halbjahr 1928 ihre Geschäststätigkeil weiterhin erheblich ausdehnen können. Auch di« für den Prospekt ausgestellte Zwischenbilanz des Unternehmens, das im letzten Jahr 10 Proz. Dividende verteilen konnte, zeigt, daß sich die Geldoerhäitnisse bei der Gesellschaft bedecktend verbessert habyi So konnten von den 5,6 Mill. Mark Schulden rund 1,6 Mill. Mark zurückgezahlt werden, während sich die Wechsel« Verbindlichkeiten gleichfalls von 0,6 auf 0,4 Mill. Mark verringerten. Dagegen haben sich die Forderungen um 0,3 aus 5,2 Mill. Mark erhöht, darunter die D a n k g u t h a b e n von 0,4 auf 0,63 Mill. Mark. Di« Gesellschaft beschäftigt zurzeit etwa 300 Angestellte und gegen 5000 Arbeiter. Wie gemdgelt wird. Dem Reichstag ist jetzt ein Nachweis über di« im letzten Jahr hinterzogenen Steuern, Zölle und Verbrauchsabgaben zugegangen. Danach sind 1927 wegen Steuerhinterziehungen in 31 580 fällen Geldstrafen rechtskräftig fest- gesetzt worden Die Geldstrafen beliefen sich auf 13,6 Millionen Mark. Wegen Hinterziehung von Zöllen und Verbrauchsabgaben wurden 19 478 Fälle anhängia gemacht, für die Geldstrafen in Höhe van rund 132 Millionen Mark festgesetzt wurden. Den traurigen Ruhm der meistt» Fälle von Steuerhinterziehung bat der Bezirk des Landessinanzamts Stuttgart mit 2812 Fällen aufzu- weisen, während bei der Hinterziehung von Zöllen und Verbrauchs- abgaben der Bezirk Köln mit 5671 Fällen an der Spitze steht. Zaristische» und wirlschasttechlliche» Zenlralarchio. Das geltende Recht hat einen derartig großen Umfang angenommen, daß die Uebersicht außerordentlich erschwett ist: das gleiche gilt für die Em- schetdungen und di« Literatur. Neben den große:, Handbüchern und Kommentaren sind seit geraumer Zeit Nachscblagebü-her, Jahr- bücher, Register usw. erschienen, ohne jedoch das Problem zu lösen. lediglich da»geltende ReÄt für die erste Orten- tierung bereit zu halten. Nun ist vor einiger Zeit«in Juristische» Zentralarchio(Rechtslexikon in losen Blättern) er- schienen, wdches sich zur Ausgabe gemacht Hai. das geltende Recht einschließlich der Wirtschaftswissenschaft auf ein- zelnen Blättern darzustellen und zugleich olle für di- Praxis not- wendigen Hilfsmittel(Texte, Entscheidungen, Formular«) wieder- zugeben. Aendert sich die Gesetzgebung oder Rechtsprechung, so werden die veralteten Blätter ou-aeschieden und durch neu« ersetzt. Das Juristisch« Zemralarchiv. welches ausschließlich sür die Praris bestimmt ist. ist von Dr. Paul Posener unter Mitwirkung zahlreicher und namhafter Praktiker herausgegeben worden und im Verlage Fichtner u. C«.. Berlin W30. erschienen. I