BERLIN Sommstag 9. August 1928 10 Pf. Nr. 374 BISS 45. Jahrgang. € r t tf)< t n t tSg Nck aoßtr Sonntag«. Puqleich Abendausgab« des„DorwiTts". Bezugirreis beide Aufgaben 88 Pf. pro Woche. 3,60M. pro Monat. Kedaktivn vudTrpeditivn: BerlinSW6S,Lindenstr.3 « F // 1 d Buitlgenpr« Ks S ft-m i— ir««0 Pf„ KctlamrjetU ff»1/7m/X£r. 87 fiSA. 5 Die einspalttze NonpareilleieU« 8 M. Ermäßigungen nach Tarif. : Vorrvärto-Verlaa G. m. d. H., Berlin Nr. S7SZK. Fernsprecher: Dönboff sss bis 29? Oer Zensor beim Rundfunk. Wie drahtlos Geschichte gemacht wird. Das Reichsbanner hat in Osnabrück einen Ebert» Erzberger- Rathenan> Gedenkstein errichtet. Seine Enthüllung fand am 29. Juli statt. Tie Fest- rede hielt ReichstagSabgcordneter Vogel. Mitglied des sozialdemokratischen Parteivorstandes. Sie sollte durch de« Westdeutschen Rundfunk übertragen werde«; dazu wurde ihr Text dem politischen Ueber- wachungsausschuh eingereicht. Dessen Borsitzender nahm mit der Begründung, dast durch Radio nichts zu verbreiten sei...was die Gegensätze verschärfe« statt ausgleichen könnte". Streichungen und Ab- äuderunge» vor. die das Reichsbanner veranlagten. auf die Uebertraguug durch Rundfunk zu verzichten. Beschsverde ist bei den zuständigen Stellen— de« Ministern des Innern im Reich und in Preugen— eiugelegt worden. Aber es wird die weitere Oeffrnt- lichkeit interessieren, zu erfahren, was unter der Formel,„alte Wunden nicht wieder auszureißen". im Rundfunk unterdrückt werden darf. In der Festrede zu der Dentmalsenthüllung wurde von dem langen und mühevollen Aufstieg Friedrich Eberls gesprochen. Dazu sollte«s heißen: „Zene. die noch bis in die allerlehte Zeit verächtlich und berabscbend von den,..Satilergehilfen" schwätzten, haben keine Vorstellung von der harten Arbeit, die ein Mann auf diesem Entwicklungsgänge an sich selbst leisten muhte..." Der Rundfunkzensor streicht den Ansang dieses Satzes und setzt dafür:„Wenige haben eine Ahnung...". Im Rundfunk der Republik soll man nicht davon reden dürfen, daß ihr erster Präsident als Sattlergehilfe verächtlich und herabsetzend bezeichnet worden ist! Aber weiter: Ueber die Eigenschaften Eberls war gesagt, er hatte Instinkt für das Richtige und Willen zum Rechten... und hinzugefügt: „Cr hatte sogar Takt, eine Eigenschaft, die angeblich nur in den besten Kinderstuben gedeiht." Davon wird nur das Wort„Takt" stehengelassen. Im Rund- funk soll man sich nicht gegen das alberne Vorurteil wenden dürfen. daß Herzensbildung nur in den Häusern der Besitzenden gedeiht! In der Rede wurde dann weiter darauf hingewiesen, Friedrich Eberl habe endgültig das Vorurteil widerlegt, daß man in einer höheren Gesellschoftsschicht erzogen sein müsse, um Staatsmann und Führer sein zu können. Dann hieß es: „Da, war in anderen Ländern schon früher bekannt, bei uns In Deutschland für viele neu und überraschend gewesen." Auch diese Bemerkung wurde gestrichen. Aber gibt es in ganz Deutschland einen vernünftigen Menschen, der diese einfache Wahr- heit abstreiten könnte! Aber im Rundfunk darf sie nicht gesagt werden. Der Herr Rundfunkzensor gehört wohl auch zu den Per- sonen, denen das neu und überraschend gewesen! Ebenso rücksichts- voll ist er gegen die Verleumder Eberts, denn er streicht einfach den Satz, daß Ebert auf feinem Posten blieb „trotz oller Verleumdungen, die ihn schmerzlich trafen." Die Reichsfuukhörer dürfen es nicht wissen, daß man Ebert ver- leumdete. Welch Jortgesühl steckt darin für seine Verleumder, von denen einige sich diese Worte mitanhören können. Aber der Rund- funkzensor breitet nicht nur schützend den Mantel seiner Liebe um alle, die Ebert beleidigten, der Geldbeutel der Besitzenden ist ihm ebenso heilig. In der Rede hatte über Erzberger gestanden, dah er die schwere Last des Wassenstillstandes und des Friedens- fchlusfes getragen habe. „Alles Geschrei gegen ihn wäre wohl mit der Zeit verstummt, wenn nicht Erzberger ein in den Augen jener Kreise noch viel größere», ganz ungeheures verbrechen begangen hätte, das geheiligte Portemonnaie der Besitzenden anzutasten... Cr schuf da, neue Steuergeseh mit einer starken Staffelung nach oben, das dem Besitz die hauplbürden auflegen sollte. Das war viel schlim- wer als die Friedensresolution von Igt?, viel schlimmer noch als der Waffenstillstand von ISIS." Das alles streicht der Herr Zensor, und will dasür die farblosen Worte setzen:„Erzberger wurde der Schöpfer einer einheitlichen Finanzverwaltung und der Urheber einer neuen Steuergesetzgebung." Wäre es nicht so ernsthaft, es wäre zum Lachen, daß im Rundfunk einer demokratischen Republik nicht gesagt werden soll, sie habe eine soziale, eine gerechtere Steuergesetzgebung geschaffen! Und ebenso, wie die Besitzenden, möchte der Zensor auch den alten Obrigkeits- staal schützen. U-b-r Rathenau hatte die Red« sagen sollen: (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Der Wettkongreß in Brüssel. Vandervelde C Belgien) de Brouckäre (Belgien) Morris Hilquit (Ameril o) Turati (Italien) A. Z. Brüssel, 9. August. Der große Festsaal des Volkshauses ist gedrängt voll! auch aus den Galerien, wo die Presse und die Zuhörer untergebracht� sind, Kaps an Kopf. In der Mitte des Saales ist ein großer Lautsprecher angebracht, so daß die vordere Hälfte des langgestreckten Saales van dem an der Stirnseite sprechenden Redner, die andere Hälfte von der durch den Lautsprecher übertragenen Stimme beherrscht wird. Die englische und die amerikanische Delegation sitzen hinter der Vor- sitzendeneslrade aus der Bühne des Saales; nach jeder nichtenglischen Rede wird der Vorhang heruntergelassen und die Uebersetzungen finden in den zwei dadurch entstandenen getrennten Räumen gleich- zeitig statt. Auch ein Rebensaal wird für die Uebersetzungen heran- gezogen, um möglichst viel Zeit zu ersparen. Ein weiterer Reben- räum ist der Weiße Saal, an dessen Wand das Denkmal Matteottis aus grünen Pflanzen hervorleuchtet; jetzt liegen auch frische, rote Blumen dort, die Blumengrüße der Bewohner des Matteotti-Hofes aus Wien. Ueberdies beherbergt der Saal jetzt auch«ine Ausstellung der sozialistischen Buchhandlungen und Verlage. Es sind viel mehr Delegierte gekommen als erwartet wurden: mehr als siebenhundert füllen den Saal, begrüßen einander, fragen, erzählen. Man frischt alte Freundschaften auf, erinnert sich gemein- sam, zeigt sich die bekannten Genossen: der dort ist Löbe, der Leon Blum, hier sitzt Turat!... Die Oesterreicher sitzen in der rechten Hälfte des Saales hinter den Deutschen; die stattliche Delegation reicht bis an die Rückwand des Saales. Das Fest der Arbeiterjugend. ]. h. Brüssel im August. Die Vormittagssitzung des Kongresses ist kaum zu Ende, als es schon wieder in einem anderen Stadtteil lebendig zu werden be- ginnt. Etliche Sonderwagen der elektrisch«» Straßenbahn befördern die Delegierten zum„R o n d point" der Rue de la Loi, einem großen, runden Platze am Ende einer mächtigen Straße, die in einer schnurgeraden Linie in einem Gefälle wie in Wien etwa die Renn- gaste zum Rond point herniedergleitet. Das am Morgen noch unfrohe Wetter ist einem strahlenden Sommernachmittag gewichen, und in freudiger Erwartung harren die Abgesandten des Prole- tariats aller Rationen der Dinge, die da kommen sollen. Um?äZ Uhr nachmittags sieht man aus weiter, weiter Fern«, hoch oben am Anfang der Straße so etwas wie eine Fahne wehen und dahinter e>ne dunkle Waste, die sich ganz langsam nach vorne wälzt. Roch ein paar Minuten, und dann erkennt man schon, daß inttmaNonaie«rießcr in Berlin. franhreidis nerfllimlcsler Nieser vermSlMI. Berichte 2. und 3. Seite. es nicht ein« Fahne, sondern ein ganzes Karree von Standarien ist. Länger und länger wird das Feld, das die Masten bedecken, und Punkt 3 Uhr ist die Spitze des Zuges beim Rond point angelangt. Wehrhaft«' belgische Schuhbündler, auf starken Pferden silzrnd, eröffnen das Fest. Sie schwingen Fahnen:„Blacc aux pauvres!" (Platz für die Armen) und„place au peuplc rravailleur"(Platz sür die arbeitenden Menschen)! Dann folgen etliche Koinpagnien„Fuß- voll", Schutzbllndler mit ihren charakteristischen langen Stöcken. Die ersten Beifallsrufe begrüßen sie. Run aber hebt die eigentliche Aufgabe der I u ge n d an. Weiß gekleidete Kinder mit roten Käppchen trippeln vorbei und strecken zum Gruße die Hand rechts aufwärts. Andere haben rote Schärpen und blaue Röckchen, wieder andere sind ganz in Weiß. Mit den einfachsten und schlichtesten Farben werden die buntesten und reiz- vollsten Abwechselungen erreicht. Dazwischen eingeschoben Musik- kapelle um Musikkapelle, ein Klingen und Singen, daß wie den Kindern so auch den Großen das Herz im Leibe zu lachen beginnt. Mitren in das jauchzende Getriebe wird ein neues Element der Belebung eingefügt: die ausländischen Jugcnddelegationen: tschechoslowakische Arbeiterturner, französische Kindergruppen, hollän- dische Sportler, deutsche Pfeifer und Trommler. Sie alle empfängt stürmischer Jubel und besonders lebhaft wird der Beifall, als eine Abteilung von Arbeitern des Ruhrgebietes mit einer Standarte vor- überzieht:„Die revolutionären Arbeiter Essens grüßen ihre belgischen Kameraden." Als auch eine Gruppe österreichischer Turner und Sportler austaucht, zeigt sich, daß unser Gruß„Freund- schoft!" schon guten internationalen Klang besitzt: von überall her wird er den Oesterreichern zugerufen und von den Oesterreichern natürlich kräftig erwidert. Zlller Witz und Geschmack, der in den Tiefen der Volksseele wohnt, wird aufgeboten, um den Tag möglichst schön zu gestalten. Die prächtige Buntheit der Sportkostllme gibt so wie den öster- reichischen Iugendsesten auch dem belgischen sein Gepräge. Den wirklich großartigen Höhepunkt erreicht aber das Fest erst, als„d e r Fahnenwald" herangerückt kommt, ein einfach großartiges Auf- gebot der taufende Fahnen. Wimpeln, Standarten aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Oesterreich. Der ganze Aueblick ist mit schimmerndem Rot bedeckt und wie die Sonne durch die Fahnen- bilder bricht, hat man das Gefühl, gemalte Kirchenfenster in freier Natur zu erleben. Auf den Spitzen der Fahnen sieht man allerlei oft sehr launige Symbole: die Bergarbeiter von Möns und Charleroi tragen Fahnen mit auf- gesetzten Fackeln, andere haben obenauf Hämmer. Freiheitsfiguren, allegorische Gestalten. Auf einer Fahne entdeckt man sogar ein— Miniaturbillard, auf einer anderen die Figur eines Soldaten, der sein Gewehr zerbricht! Zwei Stunden lang dauert der gewaltige Zug, mehr als eine halbe Stunde allein der Fahnenwald. Wohl d r e i ß i g t a u s e n d junge Menschen mögen an diesem Nachmittag den Delegierten der Internationale zugejubelt haben Der Zensor beim Rundfunk. (Fortse�unq von d«r 1 SeitO „31)n, der wie kein anderer zur Führung berufen war. nicht an der Führung der Itotion teilnehmen zu lassen, wird aus immer ein betrübendes Zeichen des alten obrigkcitsstaatlichen Systems bleibend Auch das wird gestrichen: dem Zensor erscheint noch heute der untergegangene Staat im rosigen Lichte; er fühlt sich verletzt, wenn man auch nur das berechtigtste Urteil gegen ihn wagt. Was soll dieser„korrekte Beamte" bei der Rundfunkzensur, der eine so unsoziale Gesinnung hat und solch Unverständnis für die geistigen Grundlagen, auf denen der Staat beruht. Dank unseres Wahlsieges sitzt ja nicht mehr Herr von Keudell im Reichsmimstcrium des Innern, um schützend seine Hände über diesen gesinnungstüchtigen Vorsitzenden des westdeutschen Ueberwachungsausschusses zu halten. Aber auch grundsätzlich must zur Rundfunkzensur etwas gesagt werden. Sie ist an sich nötig, um Ent» gleisungen zu verhindern. Aber sie darf nicht so ausgeübt werden, als ob die Hörer Schüler wären, die sich in der Schule anhören müssen, was der Lehrer ihnen vorträgt. Ten Rundfunk zu benutzen steht jedem frei, gefällt ihm ein Thema und ein Redner nicht, so kann er den Kopf- Hörer ablegen oder den Lautsprecher abstellen. Wer die Wahrheit nicht hören will, ist im Rundfunk nicht ge- zwuugen, ihr zu lauschen. Aber wer sie hören will, der muß sie im Rundfunk hören dürfen. Kirchiurmpolitik. Oer Weg der protestantischen Kirche. Die Rechtspresse schwelgt in eitel Jubel, weil der Prozeß des Bezirksamts Mitte gegen den Probst von Berlin vertagt worden ist, weshalb der Generalsuperintendent D. Händler an diesem 11. August noch nicht die Reichsslagge auf dem Gebäude der Probstei zu dulden braucht. Ein„Sieg" ist das ja nun eigentlich nicht, denn die Vertagung des Prozesses bedeutet noch keine Entscheidung für die Dauer. Aber sehen wir selbst einmal den Jubel der Rechtspresse als gerechtfertigt an— ist der evangelischen Kirche auf die Dauer wohl bei solchen„Siegen". Während die katholische Kirche, wenigstens in Preußen, Konflikte mit der Verfassung und der republikanischen Staatsform vermeidet, setzt sich im Bewußtsein der Bevölkerung— und nicht ohne Grund— immer mehr die Ansicht fest, daß die evangelische Kirche, die ja durch Luther wesentlich als landesherrliche Kirche geschaffen worden ist, sichrestlosmitdemvergange- neu monarchistischen System solidarisiert und der Republik in unversöhnlicher Feindschaft gegenübersteht. Es handelt sich nicht um eine Einzelerscheinung. Eben erst konnten wir den Brief des Pfarrers Hans Krieger an den Femehäuplling Schulz wiedergeben, dessen Inhalt eine vollendete Sympathieerklärung für den Fememord und ein wutschnaubendes Gegeifer gegen die Republik ist. Jahre- lang hat der Pastor M ü n ch m e y c r aus Borkum wüsteste völkische und antisemitische Hetze entfalten können. Wenn nationalistische Feiern unter schwarzweißroten Bannern in Berlin stattfinden, wie jetzt der„Reichsmarinctag", kann man hundert gegen eins wetten, daß die provozierendste und hetzerischste Rede der e o a n g e l i s ch e G e i st l i ch e, irgend- ein ausrangierter Militärpfarrer, hält. An das Auftreten der ehemaligen Hofprediger Vogel, Döring usw. als nationalistischste Hetzapostel sei nur nebenbei erinnert. Im vorigen preußischen Landtag spielte der völkische Superinten- dcnt V o ß eine besondere Rolle. Wenn er in gehässigster Weise gegen Republik und Verfassung tobte, sah man'ihm förmlich den Geifer vom Munde laufen. Kein Wunder, daß die Entfernung zwischen der evangelischen Kirche und den hinter der Republik stehenden Volksmassen immer größer wird. Vereinzelte ver- sassungstreue und sozial gesinnte'Pastoren können die Be- weaung nicht aufhalten; ihre Stimme geht unter im nationa- listischen Gelärme der kompakten monarchistischen Mehrheit. Ohre Quittung erhält die evangelische Kirche in den nun seit Jahren sechsstelligen Ziffern der K i r ch c n a u s t r i t t s- bewegung. Nahezu zwei Millionen Dissid''ntcn-'}t es bereits in Deutschland. Die leitenden evongKischen' Kreise lassen es sich sehr angelegen sein, diese Zahl weiter zu vergrößern., Japan droht China. Ss kündigt Gewaltmaßnahmen gegen die Aufhebung der ungleichen Verträge an. 1 Peking, 9. August. Der japanische Gesandte überreichte dem Minister des Aeußern der füdchinesifchen Regierung die Antwort auf die Rote vom Ig. Zul» über die Aufhebung der chinefifch-japanifchen Verträge von ISgK und über die Behandlung der Ausländer In China. Die japa- nifche Antwor, stützt sich aus Artikel?« de, Vertrag?,, in dem eine automatische Verlängerung bestimmt wird, und sagt: Wenn die südchinesische Regierung die jüngsten Erklärungen zurück- zieht und die Gültigkeit der bestehenden Verträge anerkennt, wird Japan gern zu einer Revision der Verträge bereit sein, andernsall, wäre e, genötigt, die für notwendig gehaltenen Mahnohmen zur Wahrung der vertraglich gewährleisteten Rechte und Znleresten zu ergreifen. Rekordleistung im Gegelflug. Aus der Rhön jand gestern der Schlußwetlbewerb statt und zwar wurde aus einem Flug mit der Landung an verschiedenen vor- geschriebenen Stellen vnd im Uebungs- und Leistungewettbewerb die größte Flugdoucr aewertct. Erster Anwärter auf b e o..F e r n s e g e l s l u g p r e i in Hohe von 3000 Mark für die gröhle Strecke bei einem Flug von mindesten, 50 Kilometer .'Bnge ist der Flieger Rehring, der mit seinem Flugzrug „D a r m st o d t" bei T r e s s u r t. nordwestlich von Eisenach. 7 2 Kilometer von der Wasserkuppe entfernt, glatt landete. Auch der junge Flieger D i l t m a r- Schweinsurt vollbrachte mit dem alten Hochdecker„Albert" de» Flugvereins Fulda eine de- deutende Leistung. Er erreicht? eine höhe von 775 Metern über dem Starlplatz und landete auf dem Turnierplatz in Kistingen. d. h. in einer Entfernung von ZS Kilometer von der Wasterkuppe. Etwa Z0 Kilometer nördlich von der wasterkuppe bei Gehau, lnnb.-'»? Kegel- Kastel mit seiner„Kastel". Schul,. Morlenburg ging schon noch ZI Kilometer Strecke bei Kaltennordheim sicher zur Erde, h i r t h- Stullgort endete als letzter zwischen Kissingen und Schweinsurt in 41 Kilometer Entfernung. Kongreß der Kriegsteilnehmer. zür Volkerfriede und Gozialrecht. Im großen Sitzungssaal de, Herrenhauses begann heut« morgen der 4. Kongreß der Internotionolen Arbeitsgemcinschast der Verbände der Kriegsbeschädigten und Kriegs- tetlnehmer(EJAMAC.), der die republikanischen und sort- schrittlich gesinnten Kriegsteilnehmer- und Kriegsbeichädigtenoer- bände Europos vereinig!. Der Sitzungssaal war von den aus dem Westen, Süden und Osten Europas nach Berlin geeilten Deleziertcn gefüllt: neben dem Präsidentenstuhl war eine Fahne nabord- nung des Berliner Reichsbanners mit drei festlichzn schwarzrotgoldenen Floggen ausgestellt. Die Begrüßungsansprache hielt der französische Präsident der Vereinigung Biala. Er gab der Freude Ausdruck, daß nun auch einmal«in Kongreß der Ciomac in der Hauptstadt der deutschen Republik stottsindet. Er dankte für die herzliche Ausnahme durch die deutschen Verbände. Der Krieg hat die Nationen auseinandergebracht; erst nach langer, mühseliger Ar- beit war es gelungen, die Vertreter der Kriegsbeschädigten der ehe. mols feindlichen Staaten an einem Tisch zu versammeln, um für die Sicherung des Weltsriedens und das soziale Recht der Kriegsopfer gemeinschaftlich zu wirken. Wir halten uns für die berufensten Vertreter des Weltgewistens. die immer wieder eindringlich allen ins Gedächtnis rufen müssen, wie grausam der Krieg zerstört l)at und wie furchtbor dos Dölker. morden gewesen ist. Die Ciamac hat vor kurzem in Paris ihre letzte Borstandssitzung abgehalten, heute sind wir in Berlin: früher war Berlin und Paris«in Widerspruch, aber dieser Wider- jpruch wird überwunden. Wir sind heute die Dolmetscher drr Votksmasten. die im Krieg besonders gelitten haben. Wir kennen da» Grauen des Krieges und sind darum die Vor- kämpfer des Friedens. Dietrich Lehmann hielt für den Reichs- verband der Kriegsbeschädigten, der neben dem Reichsbund eben- falls der Ciamac angeschlossen ist, die deutsche Begrüßungsansprache. Möge die Tagung dazu beitragen, noch manchen Stein des An- stoßcs hinwegzuräumen, der die Schaffung der Vcrtraucnsatmosphäre behindere. Auf Borschlag des Vorstandes wurden Morote, der 1. V o r- sitzende des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und der Südslow« Lassarewitsch zu gleichberechtigten Vorsitzen- den des Berliner Kongresses gewählt. Rloroke führte den Vorsitz des heutigen Tages. Zu Vizepräsidenten des Kongresses wurde je ein Vertreter Frankreichs, Polens, der Tschechoslowakei(Neumeister) und Oesterreichs(Hirsch) gewählt. Dann begann die Reihe der Begrüßungsansprachen. Ministerialrat Jacobs über- brachte den Willkontmcnsgruß des Reichsarbctlsministers Wistell, der leider nicht persönlich die Tagung begrüßen konnte, da er in Urlaub ist. Das Reichsorbettsministerium legt den größten Wert auf die ständige Zusammenarbeit mit den deutschen Kriegs- beschädigtenvcrbänden. Für den Generalsekretär des Völkerbundes sprach'Blondel die Kriegsbeschädigtenoerbänöe seien die mächtigen Tröger k> r öffentlichen Meinung, ohne deren Einwirkung der Völkerbund seine Aufgaben ntcht erfüllen könne. Dechond vom Internationalen Arbeitsamt verlas ein Vchr«ben feines Direktors Albert Thomas, der es als die Ausgabe der Ciamac be- zeichnet«, für die soziale Gerechtigkeit durch die Wiedergutmachung an den kricgsapscrn und für die internationale Festigung des Weltfriedens zu wirken. Räber(Magdeburg) überbrachte den Gruß des Bundeeoorstandcs des R e i ch s b a n n c r s: Es sei die Aufgabe der in ihm zusammen- geschlossenen Millionen republikanischer Kriegsteilnehmer, für die Republik und die Erfüllung dieser Republik mit sozialem Inhalt zu kämpfen, dem eigenen Volke wäre nurjrnrch die Zust mmenarbcit mit allen Völkeim gedient. Wolsgang Schwarz(Berlin) über- brachte die Grütze des Wcltoerbandcs der Dölkerbundge- s ellschaften: wer die Grausamkeit des Krieges am eigenen Leibe gespürt habe, sei mehr als irgend jemand anders dazu be- rufen, dafür zu sorgen, daß der Krieg endgültigem die Barbarei zurückgestoßen wird, der er entstammt. Gerhard S e c g e r gedachte sür die Friedensgesellschoften des gemeinsamen Kampfes gegen die Trägheit der 5)erzen und der Gleichgültigkeit. Rosenberger gab sür die Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Kriegsgefangener dem Wunsche nach Zusammenarbeit mit der Etamac Ausdruck. Dann begann der Kongreß die sachlichen Beratungen mit einem Bericht des Vorstandes über die Bundcstätigkcit des vergangenen Jahres. Politik am Badestrand. Kahnenbiebe.— Terror der Schwarzweißroten.— Deutscher Sang von 3»tnowih Schwarzweißrote Jünglinge müssen überall in der Welt zeigen, daß ihr Rowdytum von niemandem übertroffen werden kann. Jetzt in der Ferienzeit blüht ihr Welzen besonders in den Seebädern. Da kann man mit trendeutschem Heldenmut schwarzrotgolden« Strand- korbjohnen stehlen und besudeln, die Republikaner anpöbeln, man kann int Chor Hakenkrcüzlieker singen und— nicht zu vergessen— an Reitturnieren üntcr dem Protektorat einer„prinzlichen Hoheit" teilnehme». Das alles zufaininen nennt man dann„Politik machen", versteht sich: schwarzweißrote„Politik". Aus der Fülle der utts aus Ostfcebädern zugegangenen Mitteilun- gen sei hier eine kleine Auslese wiedergegeben. Trotzdem der preußische Innenminister erst kürzlich die Behörden der Bäder- prooinzn nachdrücklich auf ihre Pflicht hingewiesen hat, die Reichs- flagge gegen Uebcrgriffe Rschtsradikolcr zu schützen, komtnen immer wieder Klagen über den Diebstahl schwarzrotgoldener S t r an dk o r b f a h n e n. Besonders„tapfer" scheinen die „Helden" in Deep(Bezirk Stettin) zu sein. Fast täglich verschwin- den Reichsslaggen von Strandkörben und Sandburgen republika- nischer Badegäste. Einem Kurgast wurde die Fahne schon z u m sechsten Male gestohlen! Ein anderer hat syy Mark Belohnung für Ergreifung de? feigen Diebe ausgesetzt. Ohne Erfolg. Trotz scharfen Protestes beim Greifenbcrger Landratsamt ist immer nach keine wirksam« Mahnahme gegen den Fahncndiebstahl getroffen. Unter dem Terror der Nationalisten wagen die Zeitungshändler nicht, sozialistische Zeitungen feilzuhalten. Ein Geschäfts. mann erklärte einem Budegast, der vergeblich nach einer republika- nifchen Flagge fragte, daß er zu Beginn der Saison schwarzrot- goldene Fahnen gehabt Hobe. Es sc! ihm aber mitgeteilt worden, daß er wirtschaftlich boykottiert würde, wenn er dt« Reichsslogge nicht enlscrne! Aus vielen anderen Ostscebädcrn werden ähnliche Dorsäll« ge- meldet. So aus Zinnowitz. Brunshanpten, Lubmin, Kölpinsee u. o. Wenn ein Strandburgwettbewcrb stattsindet, werden selbstverständlich nur solche Sandburgen prämiert, die Schwarzweißrot zeigen. So war's auch in Kölpinsee, wo unter Mitwirkung des Amtsvorstehers eine der schönsten Sondburgen „Burg Deutsche Reichsslogge" bei der Preisverteilung geflisientlich übergangen wurde. Man kann doch eine schwarzrotgolden« Sand- bürg nicht auch noch prämieten! Schlimm genug, daß man sie dulden muß. Ein paar Tage nach dcnt Wcltbeiverb wurde die Burg von nationalistischen Badegästen mit Steinen bombardiert, Stefan Rad it seh. Der Fühl er dtf fttontixv.hen tiimei np i* tu et lag den Fei letzungen, die ihm ein sei bischer Abgeordneier zu ge fugt halle. um das Aergcrnis so zu zerstören. Das ist zwar nicht gelungen, aber gegen die schwarzweißroten Rüpel ist auch nichts vnter- nommen worden. Das kann man van einer Badcverwoltung, die ihre republikanische Gesinnung am Badehaus durch eine preußische Londessahnc ln Größe öines Lanzentuches zum Ausdruck bringt, auch gar" nicht verlangen. Die Badeoerwoltungen scheinen überhaupt kein« allzugroße Liebe für Schwarzrogold zu haben. In Lubmin weht am Landungssteg' neben der blauweißen Fahne eine große schwarzweißrote Flagge mit, einer winzig kleinen schwarzrotgoldeiten Gösch. Den Bogel schießt natürlich das„deutsche Bad" Zinnowitz ab. Dort gibt es über- Haupt keine schwarzrotgoldene Fahne. Als ein Republikaner in einem Bazar die deutsche Reichstlagge verlangte, bot man ihm«ine schwarz- weißrote an. Aus die Beinertuiig, daß die Reichsfarben dach Schwarzrotgold wären, ward ihm die Antwort:„Das ist unsere Reichsllagg«! Eine schwarzrotgolden« werden Sie in ganz Zinna- witz nicht bekommen." Atn Strand wehen auch nur schwarzweißrote und Haken- kreuzsahnen. Aber damit allein lusien's die Deutschbold« nicht genug sein. Sie haben auch ihr Ziniiowitzlied. Auf einem kleinen Handzettel gedruckt ist es zu hoben,„verziert" mit zwei dicken Haken- kreuzen. Und oben drüber ist zu lesen:„Gemeinsamer Sang zun, Schluß des Rachmiitagskonzerts. Satnmelplatz vor der Kurkapelle' Es wird nach der Melodie„Hipp, hipp, hurra!" gesungen. Wir wollen unseren Lesern nicht zunmten, den ganzen„Sang" zu lesen, aber der Refrain soll doch als deutsches„Kulturdokumcnt" hier wiedergegeben fein: Und wer da naht vom Stamm Manoss«, Ist nicht begehrt, Dem sei's vermehrt, Wir mögen keine fremde Rosse! Fern bleibt der Itz Bon Zinnowitz! Die Badeverwaltung von Westerland(Sylt) ist besonders vornehm. Ei« veranstaltet Reit- und Springturniere und verkündet freudestrahlend, daß sich Reichswehr und M a» ritt« besonders stark daran beteiligen. So die Kavallerteschttle in Hannover, die Reichswehr-Fahrschulen von Rendsburg und achtes- wig und die Marine-Reitschule von Mürwik. Dos Turnier findet, wie es in einer Bekanntmachuiig der Badeverwaltung heißt, unter dem„Ehrenprotektorat Seiner Hoheit Prinz Albert zu Schleswig- Hoisiein-Glücksburg" statt und im Ehrenausschuß sitzt noch eine prinz- liche Hoheit aus dem gleichen erlauchten Hause. Das hindert die Reichswehr der Republik natürlich nicht, sich besonders eifrig an dem Turnier zu beteiligen. Der Flaggenschmuck beim Turnier wird wohl ebenso republikanisch sein, wie die Zusammensetzung des Ehren- ausschusscs. In L u b m i n ist ein Eisenbahnerheim, das vermutlich erhebliche staallich« Zuschüsse bezieht. Deshalb wagt man wohl nicht, schwarz- wcihrot ztt slaggen. Aber zur republikanischen Fahne vcichts auch nicht, da läßt man das Flaggen überhaupt fein. Viele Badegäste machen es—„um keine Unannehmlichkeiten zu haben"— ebenso Sie zeigen entweder gar keine Fahne, oder die sächsischen, jchlesistbett oder pommerschen Farben. So verstecken sie ihre wahre Gesinnung und oerheljen den Hatenkreuzlern zu einem billigen Triumph. Gelbstmord eines ZoNdirekiors. Zm Tiergarleuwalde zu Eleve erschoß sich mit seiner Dien.!!. pistole der Zolldirektor Streckmann aus Emmerich, der bisherige Leiter des Houplzollamlez Emmerich. 3n einem Ofslzialverfahren gegen die Frauen von zwei Zollbeamten, die Streckmann unsittlicher Anträge be- schuldigt hatten, waren die angeklagten Frauen vor einigen Tog?n freigesprochen worden. Slreckmonn war in d«m Prozeß. »in dem Eid gegen Eid stand, al» Nebenkläger ausge. treten. Zwangsvorstellungen. An der Grenze von Wahnsinn und Verbrechen. Ich möchte nicht Gcricht-arzt und noch weniger Richter sein! Denn w o liegen die Grenzen der Verantwortlichkeit für das Tun der Mensöie»? Wann sind— wider Willen— die moralischen H»m- mungen ausgeschaltet, so daß die Leute Verbrechen begehen, die ihrem ganzen Charakter wide, streben, die sie sich später einsach nicht er- klären können, und die doch ihre Ehre und Existenz vernichten? Leute noch dazu, die sonst recht energisch protestieren würden, wenn man sie etwa für„geistig nicht normal" hielt«! Ihre Taten fallen unter das Gebiet der„Zwangsvorstellungen". Irgendein dumpfer, dummer Dämon in ihnen treibt sie zu Hand- lungcn, deren Sinnlosigkeit oder gar Schsußlichkeit ihnen völlig bewußt ist, und gegen die sie doch nur mit Ausbietung aller Willens- kraft eben noch erfolgreich ankämpfen können. Ich bin kein Psychiater, vor mir liegt kein„sonstiges stichhaltiges Material". Nur vom Seelenleben eines einzigen Menschen möchte ich sprechen, den ich ganz genau kenne— und ich bin überzeugt, fast jeder dritte Leser wird irgendwie ähnliches erlebt haben und täglich wieder erleben, von dem er sich nur schämt, einem anderen Mitteilung zu machen. Dieser Mann ist ein Redakteur. Ihn peinigen solche Zwangsvorstellungen bei allen möglichen Gelegenheiten: geht er durch den Maschinensaol der Druckerei, so kostet es ihn schwerste Heber- Windung, nicht die Hand in die sausende Maschine zu stecken. Immer wieder setzt er an: nur wenige Millimeter trennen ihn ost noch vor der zermaln, enden Masse. Tausendmal hat er sich geschworen, nicht mehr diesen Saal zu betreten, lieber einen Boten dorthin zu senden: er muß einfach immer wieder selbst in diesen Kampf hinein! Oder: Er geht an einem offenen Fenster mit besonders niedriger Brüstung vorbei, steht auf einem Aussichtsturni, einem Bergcvabgrund. Da zwingt es ihn stets aufs neue, hinunter zu springen. Wie ost hat er schon mit der Gefahr gespielt, bewußt, aber immer mit dem Hintergedanken: Zu guter Letzt tu ichs ja doch nicht Und einmal hätte es ihn beinahe doch erwischt, als bei einer Hoch- tour in den Alpen plötzlich die Schneewächte abbrach, auf deren Rand er im Banne der Zwongsvorstellunq getreten war! Solch« Anfälle mörderischer Selbstvernichtung sind ihm fast alltäglich. Aus Bahnhöfen möchte er sich unter den einfahrenden Zug werfen, auf der Straße unter den Autobus. Bei seinem Freund, einem Bakteriologen, hat er schon mehrfach den Finger in eine Kultur von Cholera-Vibrionen und Typhusbazillen gesteckt. Erst dicht vor dem Mund kam ihm die Hemmung als Retter! Zwingend locken ihn Raubtierkäfigs. Giftschlangen und besonders bissige Hunde! Jeder wird sogen:„Ra ja, der Mann ist eben verrückt: oder zum wenigsten nicht mehr normal!" Und hat doch scheinbar Unrecht. Denn ich kenne keinen Menschen, der mehr frei von Nervosität ist. Unser Mann ist ein klarer Denker, eine völlig beherrschte Persönlichkeit— äußerlich wenigstens—, ebenmäßig ruhig und sonst ohne eine Spur von pathologischem Einschlag. Lebensfroh auch im Unglück und alles andere als ein bewußter Salbstmordkandidot. Ich glaube, kein Gericht würde ihm im Ernstfälle den.,Z 51" zuerkennen— er selbst sich am wenigsten. Und dennoch: Ist er nicht eigentlich verrückt? Denn neulich hätte er beinahe mit vollem Bewußtsein seinem Leben«in Ende gemacht... lediglich aus A n g st vor einer ihm neuen Art von Zwangsvorstellungen! Schuld daran war ein Beil! Ei» funkelndes, neues, scharfgcjchlisfenes Küchenbeil, das versehent- lich im Schlafzimmer stehen geblieben war. Seine Frau schlief schon. Er las noch ein wenig. Da plötzlich fiel sein Blick aus das Beil. Und die blanke Schneide gleißt und lockt:„Nimm mich und schmettere mich in den Schädel deiner jungen Frau!" Zuerst ein ärgerliches Abwehren, denn die Hemmungen sind noch wach. Aber auch da schon ein innerer Kampf! Der spielt sich m den ersten Schlaf hinein und weckt schließlich den Träumer. Da steht im glitzenden Mondlicht wieder das blanke, schwere Beil. Jetzt schlafen die Hemmungen. Magnetisch zieht das Beil den Mann aus dem Bett: „Prodier's doch mal, wie das aussieht, wenn der Schädel kracht und das Hirn spritzt!" Automatisch steht der Mann auf. faßt den Griff und tritt vor das Bett der Frau. Leise melden sich noch einmal die letzten Hemmungen: er zögert. Vielleicht war es nur dieses Zö- gern, das die Frau und ihn rettete. Vielleicht— er selbst kann's nicht sagen. Denn unter seinen Blicken ist die Frau erwacht: unter ihrem Aufschrei jetzt auch er! Fasjungslos gesteht er ihr. Und vor den grauscndcn, prüfenden, ängstlichen Blicken seiner innig geliebte» Frau will wenige Tage später auch er— und diesmal mit voller Ucberlegung— seinem Leben«in Ende machen! Die Angst vor dem Wahnsinn, vor einem furchtbaren Der- brechen hetzt ihn. Was dann, wenn nitn einmal die Hemmungen ganz schlafen? Wenn nicht wieder ein äußerer Zwischenfall als Retter kommt?— Und wäre es nicht eben wieder die Liebe zu der hilflosen kleinen Frau: ein Selbstmord wäre bereits geschehen! Rur: Das Vertrauen zur eigenen Vernunft ist hin: das Grübeln über kommedes Unheil droht fein Zcrstörungswerk zu beginnen. Was wird werden? Wird sich nicht doch noch einmal offen der Wahnsinn zeigen, der bisher nur— allen anderen tückisch ver- borgen— schon immer in dieser Seele gehaust hat? Rein! Ich möchte nicht Richter sein und nicht Gcrichtsarzt! Zu schwer ist es, in die Seele der Menschen zu schauen, und zu scheiden zwischen Sckzickso! und Schuld, zwischen Wahnsinn und Der- brechen! Dr. Gg. Victor Mendel. Fliege? Dwtchin abgestürzt. Flugzeugunglück in Orly. Dcr französische Flieger D r o u h I n ist gestern bei einem Aebungssluge abgestürzt und schwer vcrleht worden. Er ist heule früh seinen Wunden erlegen. Das Flugzeug, mit dem D r o u h i n in Begleitung eines Inge- nieurs, eines Funkers und eines Mechanikers auf dem Flugplatz Orly zu einem Uebungsfluge zur Vorbereitung seines seit längerer Zeit angekündigten Transozcansluges ausgestiegen war, stürzte kurz noch dem Start in der Nähe des Flugplatzes. Unter den Trümmern des Apparates konnte der Mechaniker nur als Leiche geborgen werden. Auch der Funker und der Ingenieur haben schwere Verletzungen erlitten. Drouhin hat das Bewußtsein vis zu seinem Ableben nicht wieder erlangt, lieber die U r s o ch e der Kata- strophe konnte noch nichts genaues festgestellt werden. Drouhin war einer der berühmtesten und populärsten franzö- fischen Flieger. L e v i n e oerhandelte im vorigen' Jahre mit ihm über einen O z e a n f l u g von Ost nach West. Ein Änglückstag für Frankreichs Flugwesen. Nach Meldungen aus Paris stürzte in der Näh« von Tours ein Militärflugzeug ob. Beide Insassen wurden schwer verletzt. Bei Nancy ist ein Flugschüler aus dem Flugzeug gefallen, und zwar, wie es den Anschein hat, durch Sturz aus der Tür. Man erinnert sich, daß bei dem Tode des belgischen Bonkiers Löwen st ein darüber gestritten wurde, ob es überhaupt m ö g- l i ch wäre, daß sich die Tür eines Flugzeuges in Fahrt öffnet«. Redewettfireit der Primaner. Von der Hochschule für polit'k über dos Thema„ 1111 Admirale und Ehrenwachen. Die Bergung der llnterseeboolleichen. x ola. 9. August. Das Unlerseebook F 14 wurde noch poka ge- schleppt und in eine Werft gebracht, wo dl« Bergung der Leichen vorgenommen wurd«. Den Arbeiten wohnten mehrere Admirale und Generale bei. Der Kommandant des Triester Armeekorps legte am Heck des Unterseebootes Blumen im Namen des italienischen Heeres für die ums Leben gekommene Besatzung nieder. Die Bergung der Leichen dauerte mehrere Stunden, denn die Zlrbeit gestaltete sich in- folge der C h l o r w a s s e r st o f s g a s e im Innern des Boots- rumpfes äußerst schwierig. Di« 27 Leichen wurden auf einen großen Ponton gelegt und nach dem Marinelazarett gebracht, wo sie in dcr Leichenhalle aufgebahrt wurde». Marineossizicr« halten die Ehrenwache. An dem Leichenbegängnis, das am Freitag statt» sinden wird, werden ein Vertreter des Königs und Admiral S i r a n n i teilnehmen. Dcr Tod der Besatzung ist IS Stunden nach erfolgtem Untergang eingetreten. Der Funker wurde an feinenApporat gelehnt aufgesunden. Die 27 Opfer stehen im Alter von 1? bis.SO Iahren. Alles, was den Toten an Ehrung erwiesen wird, sind A e u ß e r- k i ch k e i t e n, die nicht wieder lebendig machen. Die Katastrophen des 5 5 und des? 14, der schauerliche Tod der Männer unter dem Wasser, sagen etwa, ganz anderes: Fort mit der zeitwidrt- gen Wafs« des Unterstebootes! Oas Reich der Hinn'chiungen. kaukasische Weinbougenossenschaster zum Tode verurteilt. Moskau. 9. August. Roch drelmoaotigor Verhandlung in dem Prozeß gegen den d-ghestamschen w e i n b o u. Verband, bei dem groß« Mißbrauche aufgedeckt morden waren, die über eine Million Rubel Schade« nee- vrsach» hotten, verurtetlte der Oberste Gerichtshof Doghefton« den ehemaligen Direktor 3 h j a e w und den stellvertretenden Ehef der Msskaver Abteilvnq. k a l m a n o w. zum lade. Di« übrigen drei Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen. Ver frühere Großherzog von voden. Friedrich 11, ist auf feinem Besitztum in Badenweilcr im 72. Lebensjahre verstorben, Gin Berliner Kunstwart. Zum Tode Frih Stahls. Mit dem Dahinscheiden Fritz Stahls hat die Berliner Iourna- listik einen wirklichen Verlust erlitten. Dieser Kunstkritiker, der von der Kunstgeschichte herkam, Hot Jahrzehnte hindurch in Schrist und Rede auf da» Berliner Kunstleben, tcils von einer großen. Anhänger- schaft anerkannt, teil» von Gegnern leidenschaftlich bekämpft, seinen höchstpersönlichen Einfluß geltend gemacht. Er war ein Mann von heißem Wollen, nicht blaß Kritiker dcr jeweiligen Kunsterschcinungen. sondern Lehrmeister und gewifscrinoßen � Kunstwort seiner aus der wilhelminischen Barbarei sich langsam besreiendcn Heimatstadt Berlin. Aus dem Gebiete der Architektur waren Schinkel und Paris seine leuchtenden Vorbilder. Den Siegeszng der sranzäsischen impressia- nistischen Molerei hat er vorbereitet und hiermit auch die Erfolge ähnlich gerichteter deutscher Moler wie Liebermanns und Sievogts. Es ist begreiflich, daß dieser Verehrer der kühlen Klassizität eines Schinkel und der seelisch-ausgeglichenen Malerei eines Licbermann, einer überströmenden Krasterscheinung wtz» Eorinth skeptisch gegen- überstand. In einer ironisch kühlen und korrekten?lrt, die man als gutes Preußentum bezeichnen kann, ließ er sich, wo kleinere Geister schwankten, von der wechselnden Zcitmade nie beeinflussen. Vielleicht verhielt er sich gegen manches Neue zu ablehnend, sicher ist, daß immer«in strenges Bcrontwartungsgesühl in dieser chaotischen Zeit seine Haltung bestimmte. Er hat viele oortressliche Kunstbüchcr, über Schinkel, über Potsdam, die Art des künstlerischen Gcnießcns und zuletzt über Poris verfaßt. Ein Buch über Rom liegt fertig im Manuskript vor. Der unermüdliche, geistig frische, aber körperlich gebrochene Mann plante noch für die nächste Zeit eine Kunstreisc noch Spanien. Wir Freunde dieses mit weltmännischer Anmut die Dinge dcr Gegenwart bespöttelnden Plauderers, der er trotz seiner Taubheit gewesen, betrauern in dem Dahingegangenen eine dcr chorakter- vollsten Erscheinungen aus der älteren Generation. Unvergeßlich ist mir das wehmütige Lächeln, womit er, eine Stunde vor seinem jähen Tod, im Kreise von Freunden, auf dem Balkon einer am Fehrbelliner Platz befindlichen Wohnung auf die gegenübergelegene russische Kirche deutete:„Berlin, man könnte die Hoffnung verlieren. Wie falsch ist diese Kirche wieder hingestellt." Seine Liebe galt dennoch vor allem dieser Stadt, die aus der kapitalistischen Barbarei der jüngsten Vergangenheit zu befreien, ein Teil seiner Lebensauf- gäbe gewesen ist. einer Stadt, deren Kraft und Arbeit er bewunderte, deren Mängel an künstlerischem Takt ihn immer wieder erschreckte. Dan! � Gutmann. Ein Märtyrer der wissenschask. Der Dozent sür innere Medizin an der Proger tlchechischen Universität Dr. Ottokar Horok, ein Far- scher auf dem Gebiete der Tuberkulose, ist ein Opfer seiner Ver- suche geworden. Er spritzte sich das Filtrot einer Reinkuüur van Tuberkulasebazillen«in und beobachtete mikroskopisch die Wirkun- gen. Ueber das Ergebnis dieser Beobachtungen, die zu einem positiven Resultä, führten, erstattete er in einer Acrzteversammlung Bericht. Unmittelbar darauf erkrankte Dr. Horok und starb, b«vor seine Publikation der Oesfenllichkcit zugänglich wurde. Da» erste Skelett eines nordamerikanischen Urmenschen. Der amerikanische Antropologe Paul Neshit hat das erste vollständige Skelett eine» vorgelchichtlichen Menschen, das jemals in Nordosriko gefunden worden ist, noch den Bereinigten Staaten gebrocht. Dieser für die Urgeschichte de« Menschen so wichtige Fund wurde durch eine von der Universität Chicago ausgerichtete Expedition gemacht. Bis- her nahm man an, daß die Menschen des älteren Steinzeitalt«rs einem einzigen Typus angehörten, der sog. Cro-Magnon-Rafse, aber diese» Skelett, das in Erdschichten von einem Alter von etwa 30 000 Iahren gefunden wurde, zeigt einen andern Typus, so daß man nun- mehr annehmen muh, daß es unter den Menschen der Steinzeit bereits verschiedene Rassen gab. ver erst« Inlernafionalc zeit-agswtssensch-itlüt,« Kongreß wmdc heute In 9 5 In eröffnet. EJ Kaien sich efma TO Teilnehmer angemeldet. Der Kangrez Befdjättigt sich om ersten Tag mit dem Stand der ZcitungS- Wissenschaft in Teutschland und dem Autland. „Marter der Liebe." (Capitol) Ein Film mit vielen Schauplätzen, bis zum Rande gefüllt mit sich drängenden Ereignissen, voller Spannung und starker Essette und ohne die Süßlichkeit dcr üblichen Girl-Liebe. Dos ist immerhin>c, etwas, und man wird dafür allerlei Gewaltsames und Unwohrschein- liches in Kauf nehmen. Earmine Gallon« hat die Regie führt und bewiesen, daß er den richtigen Filmatem hat. Mutz Green bäum Hot seine Intentionen mit dcr Kamera aufs wirk- samste befolgt. Mit einer Episode im Kampf zwischen Polen und Sowjetrußland setzt dcr Film ein. Zwischen die beiden Fronten ist ein Schlitten geroten, in dem die ehemalige kaiserlich-russischc Tänzerin Suminska mit ihrem Kinde flieht, nachdem ihr Man» von den Revolutionären erschossen ist. Mutter und Kind werden ge- trennt. Das Kind gerät in die Hände eines revolutionäre» Osfizicrs, der früher die Mutter liebte und aus Eifersucht ihren Mann er- schießen ließ. Einer falschen Fährte folgend, kommt die Mutter »ach Paris, begeht einen Sslbstmordversuch in dcr Sein« und wird von einem jungen Moler gerettet, dcr sich ihrer liebevoll annimmt. Das Paris dcr Ateliers und Künstlerscste wird geschildert. Mck einem Male ist der russische Revolutionär auch in Paris, dcr über das Kind die Mutter zu«robern denkt. Man preßt ihm, der zugleich als Spion sich hcrausstellt, die Zldress« des Kindes ab. Der Schauplatz wird noch Polen verlogt, wo sich ein leidenschaftlicher Kampf zwischen den beiden Parteien um das Kind abspinnt. Den Schluß bildet eine rasende Wettfahrt über einen zugefrorenen See, bei dcr der Filmschuft verunglückt und das Kind gerettet wird. Olga T s ch e ch o w a läßt all« Register spielen, bald ist sie die schöne Tänzerin, bald die besorgte Mutter, dann in tiefe Trauer versenkt. Angst und Entsetzen spiegeln sich in ihren Zügen, wenn es zum Endkampf kommt. Sympathisch ist der junge Maler von Hans S t ü w e charakterisiert, temperamentvoll und lustig die I o f y a n e als Modell. Henri Bauden sucht den Filmböscwicht erträglich zu machen.— r. Kunsterzieherkongreß in Prag. Schon vor dem Kriege hat die„Vederation internationale pour 1' enseignement du dessin", eine Vereinigung der Organisationen aller Kunstlehrer und-lchrerinnen in 22 Kusturstaaten, in stiller, un- bemerkter Arbeit neben der Lösung der ihr gestellte» pädagogischen und methodischen Ausgaben versucht, Verständigung zwischen den Völkern herbeizusühren. Auf dem Kongreß zu Paris 192ü zeigte es sich schon, daß die Vereinigung für Zeichnen und angewandte Kunst die Stürme des Krieges gut überstanden hatte. Erfreulich ist es, jetzt in Prag die letzten Fäden, die 1925 noch zerrissen waren, wieder angeknüpft zu sehen. Ueber 3000 Teilnehmer, olle Mitglieder oder Freund« der Fede- ratio», waren aus allen Erdteilen herbeigeeilt. Den größten Anteil stellten die USA.-Leute, die zusammen mit Kanada in Scharen ge- kommen waren. Staat und Stadt hotten sich nicht auf die Darbietungen der Gastfreundschaft beschränkt. Reden verschiedener prominenter Per- sänlichkeiten nahmen u. a. zu den Fragen des kulturellen und de» wirtschaftlichen Ausgleichs in der Tschechoslowakei Stellung. Im deutschen Teil seiner viersprachigen Erässnungsxed« sagte der Unter- richtsminister Dr. M. Hodca zu diesen Fragen wesentliche», das noch an Wert gewinnt, wenn berücksichtigt wird, daß«in anderer Unter- richtsminister, Herriot, in Köln ähnlidze Gedankengänge vertrat. Die Reden sorgten dafür, daß der S. Internationale Kongreß für Kunstunterricht«in besonderes Gesicht bekam. Es trat sehr bald zutage, daß der Kongreß, der zu dem Zwecke des Gedonkenous- tausche? über Fachfragcn einberufen war. ein politischer Kon- g r e ß war. Er wird durch die Mitarbeit der Kunstlehrer aller Völker, die keine Nationalisten sind, den Ausgleich zwischen den Völkern beschleunigen. jn der Badewanne ertrunken. LlngiücksfaU oder Selbstmord. 3a der Badewanne in der Wohnung Ihres Arbeitgebers im ,iule Barnimer Straße 19 zu Wilmersdorf wurde heute früh »ie ZSZährige Hausangestellte Augusta h. leblos ausgesunden. Nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen scheint die Frau as Opfer eines Unglücksfalles geworden zu sein! aber auch«in Selbstmord ist nicht ganz ausgeschlossen Frau h. hatte gestern abend gegen 11 Uhr ein Bad genommen. Die Dienst- Herrschast war um diese Zeit zur Ruh« gegangen heute früh gegen 4 Uhr wurde der Wohnungsinhabcr durch röchelnde Laute aus dem Schlaf geweckt. Als er der Ursache nachging und nichts gutes ahnend an die Tür des Badezimmers, aus dem noch Licht brannte, klopft«, erhielt er keine Antwort. Di« von innen ver- riegelte Tür mußt« daraufhin gewaltlam erbrochen Verden. In der Wanne fand man die h. mit dem Kopf halb unter Wasser regungslos daliegen. Die Feuerwehr wurde alarmiert, die Wiederbelcbungsoersuche mit Sauerstoff vornahm. Alle Bemühungen waren aber vergeblich und der hinzugerufene Arzt konnte nur noch den Tod infolge Erstickens feststellen Die Leiche wurde beschlagnahmt und in das Charlottenburger Schauhaus gebracht. Das Verbrechen öes Sechzehnjähdgen. Ei enbahnattentat aus Heimweh. Drei Estländer, darunter der IKsährige Alfted E s w a, verlassen ihr heimatstädtchen F e l l i n in der Absicht, sich aus einem Auslandsdampfer einzuschmuggeln und so das Ausland zu erreichen. In Reval verstecken sie sich auf einem der Rettungsboote des fran- zösifchen Dampfers„Virginia" Sie werden auf der Fahrt von Matrosen entdeckt, in Riga aufs Land gesetzt und der Hofenpolizei übergeben. Ihre estnischen Passe waren in Ordnung, sie erklärten, Seeleute zu sein, also ließ man sie laufen Die beiden Erwachsenen hatten etwas Geld bei sich und gingen ihrer Wege. Der Sechzehnjährig« blieb allein zurück mit einigen zerrissenen estnischen Marischeinen in der Tasche. Er versucht« vergeblich sie in der Bank einzuwechseln. Drei Rächte verbrachte er unter freiem Himmel. Der Magen knurrte, und er hatte Sehnsucht nach seinem heimatstädtchen Fellin. Er saßt« Mut und begab sich zur estnischen Gesandtschaft i man möchte ihn doch heimbefördern. Man verweigerte es ihm. Was nun? In der Röhe Rigas bestieg er einen Güterzug in der Hoffnung, auf dies« Wsise an die estnische Grenze zu gelangen. Der Zug ging aber in «ntgegengesetzter Richtung. Er verließ ihn und begab' sich nun zu Fuß von Riza nach Walk. Der Weg war lang, der Magen leer und so entstand in ihm«in waghalsiger Plan.'Er be- schloß, auf irgendeine Weise den' Schnellzug Riga— Reval zum Stehen zu bringen, sich schnell in ihn hineinzuschwingen, um so un- bemerkt die estnische Grenze zu passieren. Er legte über das Geleise «ine Schiene und wartete nun in der Nähe, was kommen würde. Es kam ober anders... Der Bahningenieur G o b i n und dessen Gehilfe, ein bekannter Rigoscher Radrenner, befanden sich in diesem Augenblick aus einer Draisin« unterwegs von Riga nach Walt. Sechs Kilometer von Hinzenberg erhielt die Droissne plötzlich einen Stoß, beide Insassen slogen aus den Eisenbahndamm. Eobin schleppt« sich mühevoll zur nächsten Station und alarmierte die Polizei. Der Wald ourde umstellt, und der lösährig« Alfred E s w a verhaftet. Beinahe är« er dos Opfer einer Lynchjustiz geworden. Der iftfnge wurde wieder nach Riga geschafft, hier vernommen und in das � fängnis gesteckt. Er bestritt,«in Attentat geplant zu haben. Er e nur noch Haufe gewollt, sagte er.©ine Entgleisung d.s meltzuges Riga— Reval wäre aber säst unvermeidlich gewesen. Und das alles nur, weil Erwachsene es nicht verstanden hatten, sich eines Sechzehnjährigen anzunehmen! Ein Fashornleguan im Aquarium. Das Berliner Aquarium ist seit einiger Zeit wieder im Besitze eines Nashornlcguans, der in dem großen Terrarium Nr. 21 im ersten Stock untergebracht ist. Diese mächtige Echse stammt von der amerikanischen Insel San Domingo. Sie kommt aber nur gelegentlich in den Tierhandel. Bon seinen nächsten Verwandten, dem grünen Leguan aus Südamerika und dem Dornschwanzleguan aus Mittelamerika unterscheidet er sich in der Hauptsache durch einen plumperen Körperbau, durch mächtige Wulste am Hinterkopf und unterhalb des Ohres und vor allen Dingen durch einige große kegelförmige, hornartige Schuppen. Diesen'Schuppen auf der Schnauze verdankt ja auch das Tier seinen Namen. Die Nashornleguane sind vorwiegend bodenbewohnende Tiere, die sowohl pflanzliche wie tierische Nahrung zu sich nehmen. Das grau-grün gefärbt« Tier ist in Gefangenschaft sehr ausdauernd. Em 25 0S0-Mark-Gewmn! Schlußziehung der Klassenlotterie. Am zweiten Tage der S ch l u ß z I e h u n g für die 257. Klassen. lolierie wurde heule vormittag der erste große Gewinn von 25 000 M. gezogen, und zwar auf die Rummer ZS5 1K4. Das Los ist In beiden Ableilungcn in Karlsruhe gespielt. Der Publitumsandranz für die Ziehung der 5. Klaffe ist immer besonders stark, und so ist auch diesmal die Zuschauertribün« überfüllt. Gibt es doch in der letzten Ziehung die größten Gewinne, und jeder, der in den ersten vier Klassen leer ausgs- gangen ist. hat noch die Hoffnung, wenigstens bei der Schluß» ziehung mit einem bescheidenen Gewinn herauszukommen. Oer Dan? Polens. Das polnische Außenministerium hat den polnischen Konsul in Hamburg beauftragt, im Namen des Außenministers Z a l e s k i der Direktion der Deutschen Levante-Linie sür die vom Dampfer„Satftos" den verunglückten polnischen Fliegern ge- währte Hilfe den Dank auszusprechen. Skranlwortli» ttir di» Zlkdariton! au««» Pr-a-r. s-rlin: Än,-igon: Id. Berlin. Verlag: Vorwtirls Verlag<5. m. b H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und V-rl-gsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin 63B 68. Lindcnslrake S. Sie,,» I Beilage. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um- gegend.(Rachdr. verb.) Trocken und ziemlich heiter. Am Tag« mäßig warm, westliche Winde. Für Deutschland: Teils Heiteres, teils wolkiges, im allgemeinen trockenes Wetter. Am Tage rasche Er- wärmung. 8.: Oraniensiraße 16*1165. IL: Stetnickendorfer Straße 21. CharloHenburg, Stosinenstraße*L O.: frankfurter Allee 60. Tbea:er am«avduirer Tor KOttdusserStr. o Tel:Mpl. 16077 Meute S Uhr �lile-Sänger Allabendlich Bomben-Erfolg! „Lohangrin in Neukölln** Preis Mark<\5fl bis Mark. Nollendort 7360 Bas sensationelle Sröffnnngs- Programm! CASINO. THEATER Lothringer Str. 37 Wiedereröffnung Freitag, den 17. August 1928 mildem neuen Sch'ager Rundfunkfieber. berliner iglk-Trifi Neukölln. Ee? Ubnstr.74/7B 1 WM IHM Norden 12 310 U. Ende nach 101/ Artisten «,(• Max Reinhardt Die Komödie lismarck 2414/751' i'/jU. Endem, L Es liegt In der Luft tevue von Schiller duslk v. Spoliansky MW Tüeatei mrultmA.lMl.dma.nc Ende nach 1 0'/, intspiiid.SiütiliitBTb. Der Prozeß rsarv Dnäan Lustspielbaus rägllch SV, Uhr vis Reise-orcfi BerlnnntOMeii. Slltnliorz-IStiieii Iii. Künstler- fr., f/4 Uhr Es kommt Jeder dran I Revue von Fr. Holländer Lesslog-Tneater räglich 8 Uhr JerZargw'M Resideez-Theater Blumenstr. S. Täglich 8'/, Uhr Skandal im Bett! Sittenschwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Anneliese Wortz 3. C. Jugendliche haben keinen Zutritt 1 Parkett auch Sonnt statt 4.— Mk. nur 1.— Hk. 8>/. Theater am Nollendorfplatz Die ongeküßteEva Operette in 3 Akten. Musik von M. Knopi mit Lori Lcux. Preise: 1, 2, 3, 4 Mk. usw. Dieater des Westens Täglich 8>,. Uhr Lllll Plobr, Paul Heldemaon in: DaS süps Geheimnis Schwankoperette. Else Berna, Laneendorl Bose-7beater ür. Frankl. Str luv. SUhr- KONZERT Banter Teil. &'/< Uhr Das MDsikantenmäiiei. Berliner Prater Kastanlenlllee 7/9. Mr. Vom 6V, Uhr Jörsterchrlstel. lisstiitiiiisioprriltL Konzert, Varlelt. Tanz. Kafieekochen. Beg.5. Stgs. 4 Uhr. oooooooooe• ooodoo®»« VerRehrsloKa! i � der orgaaUierl. ArbcUertthefl Willy llelimaim AERLIN N, Lrdhener Strafe S Heichshalien-Theater Allabendlich 8 Uhr Sfetflner Sänger Wiederauttreteri von Paul Britton. Preise 60 Pf. bis 2 M. DSnholf.Brett'l: (Saal und Garten) Varietd— Kabarett— Tanr Patentanwalt Dipl.-Ing. Hans Wolff BERLIN SW 68 AlaxandrlnenstraBe 1 SwlnemOnder EeseliMhabshans Neuer Inhaber, neu renoviert Säle frei! Soweit der Vorrat reicht. Frisdies Hclsdi SehinorOeiseho.Knoch.pfd.1.25 Roastbeef m. Knochen Pid. 1.00 Hlnderqoerrippe.. pid. 0.70 HaBBielMnlErfleisdi pm- von 1.10 an Hammeilceale...?». 1.80 Kalbskeule ganz». get ptd. 1.05 Kalbskamm.... p» 0.80 Ralbsnlerenbraten. pm. 1.00 SdVtiMSdlillkeilm. Beilage Pfd. 1.15 Sdivtlnestboiter mit Beilage ptd. 1.1 0 Rinderbacken frisch, ptd. 0 50 RflekeBfett bratfertig. Pfd. 0.80 Gehacktes..... ptd 0.75 Kabeuter frisch... m 0.26 kidekliikl ir.Pld 0.50 Longe Pfd. 0.80 Gefrier-Rindfleisdi. ptd. von 0.65 an fielrier-HaiBDelfleisdi ptd. von 0.88 an Billige Lebensmittel WseMim!rischprvcohn 0.95 Menjcenab�abe vorbehalten. ffisöie a.RSodicrwarcsi Engl. FMtbOckllnge ptund 0.48 lieler BQckllnne.., 0.6S Seelachs, geiloeherl. O.SO Sehellllseh,... 0.45 Makrelen.....„ 0.50 BnnäAale, gcrSocbert Bund 0.40 Sinüneii jgOtl om SO IS 46 60 0.80 InehOTyS Ml. Dose 0.45 Ifeii-Z. Sil iseg Ig Tonnt. Dose 0.48 Feinst. Tafe 01 fi. 28 12 66 1.10 Boiler ond Käse Feinste Tafelbutler ptd 1.85 1.95 Margarine Pfund 0.62 0.62 0.90 Tllslter ohn; i gte, vollfett ptd. 0.88 Sieinbuseher, vollieft. 0.82 tilg. Sebweizerkkss v.ptd. 0.35 Limbniger, bayrisch., 0.58 Mflnster. TOlltelt.. n 0.98 Camembert.... stock 0.28 Karzer pid. 0.40 ipitikite 3St 0.15 Brie, Tallfeit... stock 0.28 Junge Tauben Junge Enten St 1.15 0.60 1.15 Junge Gänse------ v°n 0.95- RehDlätter... p». 1.20 Birschbiatt-..----> 0.75 kebragenl.. pwnd 0.Z0 Obst und la loebiafel m 0.18 0.26 e.16 iastral.Tafelipfel ptd. 0.60 0.76 Bananen...... ptd. 0.60 Tafelbirnen.. pw. 0.10 0.'0 Jobannlsbeeren, Berd. pfd.t-.16 Pflaomen(Spillen).. ptd 0.28 Pfirsiche.. Pfd. von B.I5 an Sauerkirschen... pid. 0.82 Gemüse Tomaten.... pid. 0.16 0 66 Gurken... Stclcvon 0.10 an Möhren....... ptd. 0.12 Kopfsalat groSer. 3 Kopf 0.20 VeiOkohl...... ptd. 0.1k Schrao gurken... ptd. 0.18 Neue Karloffeln w..bi..5Pfd. 0.80 Sole ROben.... 2 pid. 0.15 Konfitüren und Konserven Vlerfrneht-Marnl. 2Pf.-EimerO.82 PflaUfflen-C0nf.2 Pfd.-Eimer 0.96 Pfiaamen-Mos 2 ptd-Eimer 0 66 tprlkOSen Conf. 2Pfd.-Eimer l.lfl Erdbeer-Conf. 2 ptd.-Eimer. 1.26 Blmbeer-COQf.2 Pfd.-Eimer. 116 lirseh-Coof. 2 Ptt�EIrner. LI« tnanvs-Conf. 2 ptd.-Eimer. I.,,D. 1.55 Teliower BDbea..-/.D.».7» Junger Spinat..../.d. 0.55 M�linge-Frficbte. v.o. 0.75 Apfelmus weiß la.. 1, D. 0.78 Kolonialwaren Kaffee frisch gebr. Pfd. V. 2.40 an Kaff.- SiSebsoo/oBohnenk Ptd.1.1 0 Kakao lose.... Pfd.» 85 Blockschokol. 1 Pfd.-Riegel 0.95 Karlsb. KalfeegevQrz 3Pak. 0.25 Kals.-Anszugmeht. 2 Pak. 0.50 II. Lnopthl„Rnkrilf"5-Pfd.-Bti.1.3S Bruchreis..... ptd. 0.18 Burma Tafelreis... ptd. 0.22 WeiOe Bohnen.... Pfd. 0.42 Iletorla-Erbsen... Pfd. 0,35 Broeh-Maeearonl.. Pfd. 0.44 Weine und LikSre 1927 Dledesfelder.% fi. 1.30 1926 Yaleneia snan.Rotw.„ 1.30 i9j!7HeseniehX9nigsbeigH 1.50 pnmm gitnimplw Basler«old..,-/ru°Fi. 1.45 r.0®®-»UMMCIW.. 1921 Beaojolais.. Fi. 1.80 92» Saolernes..... 2.50 Blmnersad champ.-Fi. 1.45 »ommerlnnder...«/, fi. 3.80 Toeo-Lfköre vtFi.2.10„ 3,50 Warslwaren Pa. Landlebervarst ph 0.90 la. Hansm. Leberv. pi-l 1.10 ff. Leberwurst.. m. 1.50 la. Roiwarst Thor. An Pfd. 0.90 la. Preßwarst... Pa. Sülzwurst... la. Jagdwurst... la. Hildesheimer. Fa. SdiinkeB-Polnisdie.. Msdilbg. Fauenunetfwürsf. MeltWOrSt Braunschw. Art Feinste Teewurst. Pa. HaQscbinken. Holst. Cene�at 0. Salami. KäSSlPf �0"en' c>hn �noch- ohn Schwarte Ptd Pfd. I.81|la. Magerspeck 1.20 Beil. KnolilarJiwoist pm. 0.80 pm. 0.85 1.20 1.40 ptd. 1.80 ptd. 0.5 1.50 Pfd. SpeMsmÄ Donnerstag, 9. August 1928. Auf Ei fei und H Ferienfahrt ins linksrheinische Land. Auch die Berliner Arbeiter suchen in den letzten Jahren mehr denn je ihre karge Ferienzeit auf Wanderungen zu verbringen. Da- bei werden oft auch Fahrten in weiter entfernte Gegenden unter- nommen, die Naturerlebnisse in reichstem Matz« bieten. Eins der ge- suchtesten Gebiete ist das Rheinland. Der Rhein selbst mit seinen Burgen, Ruinen und Rebenhügeln wie auch da- Moseltal Naturfreundetieim am Laachtr isee. b'eten Anlaß zu sangesfrohen Fahrten. Datz dabei auch im Wein- seligen nicht immer das rechte Matz gehalten wird, sei diesmal über. gangen, wenngleich unsere Jugend hier glücklicherweise auch schon bessere Wege geht. Aber nicht nur die weitbekannten Gebiet« um Rüdesheim, Bacharach und Loreley sollten für Arbeiterwanderer Fahrtenziele sein. Wer Reize der Natur sucht, findet sie auch abseits m den Bergen, im Sieg, und Lahntal, im rheinischen Schiefergebirge und im Siebengebirge. Noch wertvoller für den wahren Naturfreund ober sind die linksrheinischen Berggebiete. Der H u n s r ü ck mit seinen stillen Tälern trägt zwar nicht soviel ungesunde Burgruinen, romantik ins menschliche Gemüt. Auch die Stätten des Schinder- Hannes wirken heute auf die Jugend nicht mehr. Biel eher finden wir hier dos wahre Naturgeheimnis, das sich dem Wanderer auf verschwiegenen Pfaden in stillen Tälern und in tiefen Schluchten offenbart. Man mutz nur nicht immer im ausgetretenen Gleise der großen Heerstraße wandern wollen. Man muß die nerven- und herzstärkende Wirkung der Natur auf Proletarierkörper wirken lasten, denen dos für den Alltagstampf so autzerordentlich nottut. Besondere Möglichkeiten frisch-frohen Naturerlebnistes aber bietet das von Arbeiterwonderern immer noch zu wenig erforschte Eifelgebiet. Es heißt, die Eifel sei ein armes Land, weil den Bewohnern gewiß keine Reichtümer in den Schatz sollen. Ein l�rtes Leben ringt hier um Gestaltung auf hartem Boden mit kärg- lichen Nährstoffen. Dennoch ist die Eifel voller Reichtum für den, der zu schauen und zu erleben versteht. Und für jeden rechten Ar- beiterwanderer wird immer aus dem Erlebnis das starke Wollen nach Um- und Bestergestaltung der menschlichen Gesellschast er- wachsen. So ersteht dem Bewohner der schwarzen Eiselgebiete in den Arbeiterwonderern eine Schar mitfühlender und mitlebender Kampfgenosten, die im Gcsamtziel des Kampfes auch Erlösung für den einzelnen, für die Neinere Volksschicht bringt. Ueberall, vor allem auch in der Bordereisel, bietet die Land- schaft stets neues Erlebnis. Sei es schon von der Mosel aufwärts, von den schönen Stätten um Trier, Cochem, Bullay und Burg Eltz oder sei es im nördlichen Gebiet vom schönen Ahrtal aus zur Hohen Burg Eitz nördlich der Mosel. lcht über Adenau, noch Schloß Dürresheim, noch Mayen usw., mmer wechseln die Bilder. Die Perlen der Eisel aber sind ihre -een. Und unter diesen wieder darf man mit Recht als schönsten oohl den Laacher See betrachten. Von allen Seiten ist er auf prächtigen Wegen erreichbar. Dom Rhein aufwärts über Burg- brohl, vom Norden über Mayen, von der Mosel an Burg Eltz und Monreal vorbei nach Niedermendig ziehen Wege nach rechter Wan- derer Art. Hier bietet der Pflanzenreichtum wechselvolle Gestal- tung für den Naturfreund, der mit wissenschaftlich geschärftem Blick durch die Auen wandert. Auch in geologischer Hinsicht zeigt das früher in lebhafter vulkanischer Tätigkeit befindliche Gebiet einzig- artige Beobachtungsmöglichkeiten. Erloschene Vulkane umkränzen den Laacher See und bringen ihm mit hohem Mischwald den schönsten Waldgürtel der ganzen Eifellandschaft. Basaltbrüche lasten Eindrücke vom sozialen Leben in den Basalt- und Bimssteinwerken, in der Herstellung der Niederinendiger Mühlsteine und sogar in den Bierbrauereien gewinnen, denn die fiesen Lavabrüche boten 39 Meter unter der Erde beste Kellereien, um das frisch gebraute Bier kühl zu erhalten. Vieles wäre gerade aus dem sozialen Leben der Bevölkerung und aus der Einwirkung der Kirche auf das Volks- leben zu berichten. Aber man muh mit eigenen Augen schauen, mit eigenem Herzen erleben können, um so recht in die Tiefe der Natur und des menschlichen Lebens eindringen zu können. Nur ein Hin- weis auf zahlreiche Reste altrömischer Kultur, die hier frühzeitig Eingang fand, sei noch gestattet. Auch dabei schaue man um sich. * Beste Gelegenheit zum Besuch dieser herrlichen Gebiete hat auch hier wieder die Organisation der Arbeiterwonderer, der Tou- ristenverein»Die Naturfreund e�, geschaffen. Schon das kleine Bonner Naturfreundehaus im Norden im Bischelral, unweit der Ahr, hat sich als guter Stützpunkt bewährt. Demgegenüber aber darf das neue grotze Naturfreundehaus bei Niedermendig, unweit des Laacher Sees, das„Laacher-See- Haus" mit seinen 139 Betten und grotzen Aufenthaltsräumen, mit Bade- und Heizanlagen modernster Art. als Mittelpunkt des künf- tigen Wander- und Jugendlebens in diesem Teil der Eise! an- gesprochen werden. Im Wandern wie bei Kursen, in sportlichen und tänzerischen Spielen wie in geistiger Arbeit soll dieses Heim ein Hort neuer Menschheitsidecn sein und kommende Geschlechter auf das hohe Ideal einer sozialistischen Gesellschaftsordnung vor- bereiten. Auch norddeutsche, Brandenburger, Berliner Arbeiter- «anderer werden gern die Gelegenheit künstiger Fahrtentage in diesem Gebiet benutzen, um am Gemeinschaftsstreben der Arbeiter- klasse neuen Anteil zu nehmen. A d o l f L a u. Kloster Maria Laacn am Laacher Äee. Ein Schatz wird gehoben* Die Bergung der Flotte von Scapa Flow. Wie kürzlich gemeldet wurde, ist es gelungen, die bei Kriegsende in Scapa Flow versenkten deutschen Schiff« zu heben, um sie zu ver- schrotten. Zuletzt ist der deutsche Schlachtkreuzer„Moltke" gehoben und zum Schrottplatz transportiert worden. Di« Bergungsarbeiten haben zwei Jahre gedauert, schließlich hat man das Wrack nach Rosyth geschleppt. Es wird derichtet, daß die Schiffer in den Gewästern bei Rosyth «in seltsames Schauspiel erlebten. Ein« ungefüge, schwimmende Masse, in der Gestast einem Wal ähnlich und doch hundertmal größer als ein solcher, txwegte sich, von drei schweren Sch�pp�n gezogen, in langsamer Fahrt nach Süden. Beim Näherkommen sah man, daß die gewalfige Mass«, die in keiner Weise an ein Schiff er- innerte, doch der Körper eines Riesenschifies war, das kieloben die Nordsee durchquerte, und nur ein bis zwei Meter aus dem Wasser emporragte. Di« Bergung der Schiffe hat eine lang« und wechselvolle Ge- schichte. Noch im Jahr« 1925 hielt man es nach einigen, mit unzu- reichenden Mitteln unternommenen und daher fehlgeschlagenen Ber- suchen für aussichtslos, an die Arbeit heranzugehen. Die Tatsache jedoch, daß die Wracks gefährliche Hindernisse für die Schisfahrt sind— bei Ebbe ragen einige aus dem Master heraus—, ferner der Wunsch, an den deutschen Schiffen Beobachtungen und Studien anzustellen, brachte nach so langer Zeit neu« Bergungsversuche zu- stand«. Den mittelbaren Anstoß gaben anscheinend amerikanische Kreise, die die Schiffskörper mit ihrem gesamten Inhalt an Stahl und Eisen zur Bcrschrofiung ankaufen wollten. Zuerst ging man an den Schlachtkreuzer �indenburg' heran. Nach zweijähriger Arbelt entglitt das Schiff und kehrte in die Fluten zurück. Man gab die Bergung des �indenburg" deshalb zunächst auf und wandte sich dem Schlachtkreuzer„Moltke" zu. der auf der verhälrnismätzig ge- ringen Wostertiefe von 22 Metern gesunken war. Hier fiel allerdings erschwerend ins Gewicht, daß das Schijf beim Sinken gekentert war und kieloben mit starker Schlagseite auf dem Grunde lag. Der ganze erste Abschnitt der Bergung war den Bemühungen gewidmet, zunächst die Lage des gekenterten Schisses zu oerändern. Zu diesem Zweck befestigte man zahlreiche Stahltrosse an den Ge- schütztürmen, die mittels Handwinden auf zwei Pontons steif zu holen waren. Die Pontons besaßen die außerordentliche Trag- sähigkeit von 2499 Tonnen, die mit steigender Flut als Drehmoment auf dos gekrängte Schiff übertragen wurde. Zur Derftärkung dieses Drehmomentes wurde ein gehobener deutscher Zerstörer auf den Schiffsboden des Schlachtkreuzers ausgesetzt und voll Wasser gepumpt. Schließlich wurden riesige Abteilungen auf der über- hängenden Seite des Schiffes unter größten Schwiengkeiten unter Wasser abgedichtet und mit Preßluft entleert. Als letztes verankerte man noch ein 899-Tonnen.Schwimmponton an der tiefliegenden Seite. Durch gemeinsamen Angriff dieser Drehkräf.e gelang es, die Schlagseite des Schiffes allmählich zu verringern. Das jetzt auftretende schwierigste Problem an der Bergung war die luftdichte Abschlutzung der Unterwasserräume, um sie durch Ein- pressen von Luft entleeren zu können. Außerordentlich verzögert und erschwert wurde diese Arbeit jedoch durch völlige Unkenntnis der Engländer von der Lage der zahlreichen, bei der Versenkung geöffneten Bentile. Man entschloß sich daher, zunächst durch Taucher nach Schiffs- Plänen forschen zu lasten. Um einen Zugang zu, dem Innern des kieloben liegenden Schiffes zu erhalten, wurde aus dem Schiffs- boden«ine Oeffnung herausgeschnitten, auf die«in Einsteigeschacht in GestaU eines mehrer« Meter hohen Eisenzylinders gesetzt wurde. Nach dreitägigem Suchen entdeckte man die gesuchten Pläne in der Schiffszentrale. Da ein Teil von ihnen, darunter die wichtigsten Flugpläne, auf nicht rostenden Metallplatten eingegraben und nach Entfernung der Derkrustung gut erkennbar waren, kamen die Dich- tungsarbeiten jetzt rascher vorwärts. Manche Oefsnungen konnten durch Holzpflöcke leicht zugeschlagen werden. Andere wurden nach Herstellung eines geeigneten Dichtungsprosils durch«inen Sauer- stofffchneidebrenner mit Werg und Segeltuch oerstopft. Zu weisser- dichtem Abschluß oerklridete man die Dichtungsflächen mit einer dicken Talgschicht, die jedoch von den Fischen aufgefresten wurde und durch Portland-Zement ersetzt werden mutzte. Nach mühseliger Kleinarbeit gelang es so, mehrere hundert Oefsnungen zu schließen. Die Luftkompressoren wurden nun auf das tief im Wasser liegende Achterschiff des Schlachtkreuzers geschaltet, mit dem Erfolg, daß das Heck sich fchlietzlich hob und, vollständig mit Muscheln und Tang bewachsen, die Schrauben und das Ruder an die Oberilächs kamen. Jetzt war die Hauptarbeit geschafft. Durch weitere? Ein- pressen von Luft wurde das Schiff weiter gehoben, bis es ,oweit schwimmfähig war, daß es in Schlepp genommen und bei der Insel Cava auf Strand gesetzt werden konnte. Es stellt dem dechschen Schiffsbau ein gutes Zeugnis aus, daß die Vernietung des Bodens, der Seitenwänd« und der Schotten nach sechsjährigem Aufenthalt auf dem Meeresboden noch immer wasserdicht waren. Sonst wäre jeder Bergungsversuch zwecklos gewesen. Das auf Strand gesetzte Schiff wurde dann wieder aufge- schnitten. In langwieriger Arbeit wurden gewaltige Metallmassen aus dein Schiffsinnern entfernt und der Rumpf um etwa 3999 Tonnen erleichtert. Vor wenigen Wochen wurde er wieder ver- schlössen. Stahlplatten wurden lustdicht auf die gewaltigen Oeff- nungen aufgenietet. Auf dem breiten Schijfsboden wurde ein« Kraftstation errichtet, mit einer Lichtanlage und Lustkompressoren, sähig, 899 K'ubikfuß Lust pro Minute zu liefern, falls irgend ein Bruch oder eine Undichtigkeit auftreten sollte. In der Nähe steht ein Rettungsboot für den äußersten Notfall. Zum zweiten Male trat jetzt die Preßluft in Kraft, die das Meerwaster hinausdrückte und den Schiffsrumpf langsam mit einer riesigen Luftblase anfüllte. Kieloben schwamm das Schlachtschiff auf und hing nun frei beweg- lich im Wasser. Damit konnte die Reise nach dem Verschrottungs- Hafen Rosyth beginnen, die inzwischen glücklich beendet ist. dlexerle von dlüKIlelck. Wer weiß das? Die erste gedruckte Karte von Deustchland erschien im Jahre 1491. * Der Mensch schläft am fiefsten und ist von allen Kreaturen am schwersten zu wecken. Je Die Japaner haben gleiche Fertigkeit im Gebrauch der rechten und der linken Hand, sind also doppelhändig. * In Deutschland gibt es erst seit dem 16. Jahrhundert Flieder. * Die Eingeborenen der früheren deutschen Kolonien von Togo und Kamerun bestreichen die Innenwände ihrer Hütten mit Kuhdünger, der in erhärtetem Zustand immer noch genügend Ammoniak ausscheidet, um jedwedes Ungeziefer fernzuhalten. * Kaiserin Katharina die Erste von Rußland konnte weder schreiben noch lesen, sprach jedoch vier Sprachen: russisch, schwedisch, deutsch und polnisch. Ihre Tochter Elisabeth schrieb und unter. zeichnete an Stelle der Kaiserin die von ihr verfaßten und diktierten Beschlüsse. Zu einer Schlittenfahrt der„Allerhöchsten Herrschaften' während des Wiener Kongresses wurde der Schnee in Körben zusammengetragen. Das Wort Japan ist eine chinesische Entstellung von Nippon, das ist Sonnenaufgang. � Um die Verdunstungsoberfläche auf ein Mindestmaß herabzu- drücken, haben sich bei den Kakteen die Blätter zu den gefürchteten Stacheln oerwandett. Der nun das Blattgrün tragende Stamm ist so gezwungen, die Aufgabe des Blattes zu übernehmen. &(n von JAazzl Mw�gßhlter (23. Fortsetzung.) „2>q hoben Sic recht. Meisterin, dos weiß ich nicht. Das war eine Halbheit, die ich da begangen Hab' und das rächt sich jetzt." „Nicht viel spintisieren, Kind. Das Theater ösfnet dir seine Strme— laß dich ausnehmen. Es ist«ine große, eine prachtvolle Kunst, die du erwählst..." „Die mich erwählt hat." „Wie dem immer sei. Ihr hobt euch getrosfen." „Wenn ich an das Feuer denk', das die arme Kara beseelt hat..." „Und sie verzehrt hat." „Ja, das war groß. Zlber wenn ich mich prüf'..." „Ich habe dich geprüft, mein Kind. Und es darf dir gc- nügen, daß dich Frau Neumann. Norrek, ehemaliges Mitglied des Burgthcaters, geprüft und für reif befunden hat. Also... Bregcnz oder Wien?" „Nein, Bregen; für keinen Fall, für keinen Fall! Hilde schüttelle sich. Bei dem Gedanken, dem Großvater ent- gegentreten zu müssen, schauderte es sie. Nein, von dem wollte sie weder ein zwcitesmal verstoßen noch ausgenommen werden. Freilich— es wäre der Mühe wert, nach Bregen; zu gehen, nur um dort als Fräulein Hilde Fernleitner aus dem Theaterzettel zu figurieren. Das würde den- Oberlandcsgerichtsrat Richard Fernleitner schon ein bißchen unangenehm sein und ihm eine bald zwei Jahrzehnte alte Schuld, die noch ungcsühiil war, ein wenig zu Keinüte führen! Und gerade in einem möglichst unanständigen Stüch auftreten und in einer Rolle mit einer Auskleideszen«, ein Akt mußte im Bett spielen, und im Pyjama wollte sie aus der Bühne herumtanzen und... Hilde stellt« sich den Herrn Oberland« gerichtsrot Richard Fernleitner, den sie nur aus den Schilderungen der Tante Hedwig kannte, im Parkett vor und wahrscheinlich bedrückte es ihn, daß die oben seinen Enkelin mar und daß sie seinen Namen trug, und daß der Tratsch einer kleinen Stadt, der schon in der langen Zeit«in- geschlafen war, von neuen, aufgerüttelt wurde. Aber nein! Die Rache würde auch Tante Hedwig und besonders Mutti treffen, und außerdem dürfte Bregenz eine tugendhafte Stadt sein und böte dieser Vergeltung nicht Raum. „Nein, Bregenz nicht!" sagt« sie noch einmal und schüttelte alle die Gedanken, die sie soeben beschäftigt hatten, ab. „Was hast du gegen Bregenz, Kind? Es ist eine sehr schöne Stadt, nahe der Schweiz und Deutschland, du kannst herübergeholt werden. Nicht schlechter als Dillach." „Bregenz nicht!" wiederholte Hilde und nun. da sie zum erstenmal die Möglichkeit befprach, in dieser Stadt zu sein, die Ihrer Mutti soviel des Leides angetan halte, sah sie form- ljch all das, was dieser armen Frau widerfahren war, hört« sie da- Zischeln der üblen Nachrede, sah sie die Mutter mit einem kleinen Kosferchen als ihrer Habe und ihrem Leid im Herzen und— unterm Herzen, sich zur Bahn schleichen. „Sprechen Sie nicht mehr von Bregenz!" rief Hilde au?, und ein Schluchzen durchbebte ihren Körper. „Unbegreiflich!" sagte Frau Neumnnn-Norrek und nahm Hilde, Pie aus einem Fautcuil niedergesunken war, in die Arme. „Was bedeutet dir diese fremde Stadt! Oder erregt dich so die Aussicht, mich zu vcrlosien, die Schule zu verlassen, dem tausendköpfigen Publikum ins Gesicht sehen zu Müssen? Fasse dich. Kind, fürchte dich nicht vor dem Leben! Es bringt Sorgen, Aengste, Lampenfieber, aber auch Erfolg... den Erfolg! Er- folg..." „Sie sprechen wenigstens nicht von G.üd. Meisterin!" sagte Hilde. „Hörst du denn so viel von Geld reden, Kind? Zu Hause oder in der Familie Gruber? Ja, das ist diese verruchte Zeit, die eine Jugend vergiftet! Aber glaub' mir, Geld ist nicht das Wichtigste Im Leben, nicht einmal heut«, da man es nicht hat. Sondern Ersolg muß man haben, Erfolg..." Vorläufig wurde weder von Bregenz. noch vom Engagement am Deutschen Dolk-theoter weitergcsvrochcn. Aber das war natürlich nur eine Atempause. Es galt ja doch, sich zu entscheiden. Wie Tante Hedwig gerochen hatte, daß sich ihr Hildekind in seelischen Nöten befand, war nicht zu eruiere». Jedenfalls kam richtig eines Abends ihre Depesche zu der Familie Fernleitner und am nächsten Tag« traf sie selbst, mit den üblichen absonderlichen und altmodischen, aber inhaltsreichen Koffern, Taschen und Schachteln beladen, in Wien ein. Sie wunderte sich,„wie's hier zugeht", kritisierte, nahm, ohne es laut zu verkünden, ihre Konstatierungen vor und suchte mir der Hilde allein zu sein. Das war sreiiich, beschäfligt wie diese war, keine einfache Sache. „Das ist aber doch bezeichnend," schimpfte Tante Hedwig.„So a Mädel, das nie Zeit hat, wie ein moderner Bankdirektor!" Als endlich Hilde doch Zeit hatte, erzählt sie der Tante von der Kara und der Scha»Ipielschule und auch von den Möglichkeiten eines Engagements. „Bregenz"! schrie die Tante Hedwig auf.„Freuen tat' mich schon das Gesicht, das der Fernleitner machen mächt! Wie das Gesicht beschassen sein würde, darüber waren sie sich bald einig. Aber ebenso, daß Mutti es als schwere Kränkung empsinden würde. „Na. so durch ein Hintertür! sollst du zu ihm nicht, er muß dich feierlich empfangen..." „0 je!" „Ja. das muß er. Feierlich und glücklich, daß er dich als Enkelin hat. Aber— sag' einmal— du freust dich ja gar nicht aufs Theaterspielen— hast a Angst?" „Angst? Nie... Ich Hab' ja schon vor Leuten gespielt." „Ja, ich denk' mir, wenn ich— so jung wie du— endlich so weit gewesen war'... Du red'st mir zu vernünftig über die Sache." „Wie soll ich denn über sie reden?" „Anderc? Bor mir sollst du keine Komödie spielen, nein. Ich weiß halt nicht— aber ich Hab' meine Nas'n." „Jetzt wirst du gleich sagen, ich Hab' kein Temperament." „Wer sagt denn das?" „Die Dely Gruber und andere Leut', aber die Meisterin, die Frau Neumann-Norrek, sagt es nicht." „Gott sei Dank! Das fehlte nach, daß dir's Temperament fehlt." Hilde lächle. „Frag' nicht herum, Tante, wie ein Untersuchungsrichter. Du fühlst schon das Richtige." „Und das ist?" „Daß ich zur Theaterspielerei Lust Hab', daß sie mich natürlich interessiert, aber.. „Aber..." „Die große Leidenschaft Hab' ich nicht." „Dann tu's nicht! Wozu laßt dich drauf ein? Ohne Leiden- schaft führt man an alten Oberlandesgerichtsrat die Wirtschaft, aber zur Kunst gehört sie." „Das ist es ja eben, was mich zurückhält." „Teufel, Teufel, was magst denn tun?" „Ich will Aerztin werden." „Und wer drängt dich zur Komödispielerei?" „Die Mama Grubcr. Und die Vernunft. Und..." „Und wenn'? noch hundert andere Herrschaften wären, so ist dos Wurst." „Nein, so Wurst ist das nicht. Bedenk' doch. Tante. Wieder studieren und nichts verdienen, und das Studieren kostet sogar viel Geld." „Wenn man Geld verdienen will, geht man in ein Bank- gcschäft, aber dach nicht zur Kunst. Etwas muß es doch geben, an das man rein herangeht. Glaubst nit?" „Ich glaub's schon, ober wenn ich jetzt nach Bregenz geh' oder irgendwo airdershin. dann krieg' ich eben eine Gage. Noch einmal a paar Toiletten anschaffen und die Mutti ist mich los. „Freilich, die Muiti ist dich los. und du stehst in der Sauce drin." „Na, so tief ist die Sauce nicht." „Meinst? Ein Beruf, der keine rechte Freude macht! Das ist ja was Fürchterliches! Und gar was für an Beruf. Willst meinen Rat...? „Ja. Tante!" „Schmeiß die Sache hin und werde Aerztin!" „Die Mama Gruber wird mit mir todböj' sein, wenn ich sie enttäusch'!" „Also dann tritt aus!" „Aber meiiist..." „Dann werd' Aerztin!" „Mit dir kann man ja nicht mehr reden, Tante Hedwig!" „Na, du willst, ich soll meinen Buckel herhalten, damit du ka Verantwortung hast, was? I dank' schön. I sag' dir: Tu' nichts. wozu dich nichl dein Herz treibt. Dos gilt fürs Heiraten und für den Beruf und für alle sonstigen Herzensangelegenheiten. Wenn du ober an die schlechte Laune von der Mama Gruber denkst und an die Monorsausgabcn vom Jahr lstZZ und ich weiß nicht an was noch, gut— wann ich einen Brief krieg', daß du nach Bregenz kommst, ich steh' am Bahnhos." Beide sprachen nicht. Dann sing Tante Hedwig wieder an! „Erinnerst du dich, wie ich dir einmal ein Gedicht vordekla» miert Hab? Wahrscheinlich war's falsch betont, ober es war richtig genieint: damals, wie ich dir mitgeteilt Hab', was du eigentlich bist...«in uneheliches Kind, ein Glück, das unerwünscht ge- kommen ist. Erinnerst dich an das Gedicht? Na, Blödsinn hast seitdem genug auswendig gelernt, aber das hast gewiß vergessen; „Sei du! S«! du! Und wenn dir einst von Sohnespslicht, Mein Sohn, dein alter Vater spricht, Gehorch' ihm nicht, gehorch' ihm nicht..." (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iii:iiiiiiii!iiiiiii!i;ii!iiiiiimiiiiiiiMiiiniii:inii{|iiiii!inmiMimmiiiiniiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiinimiiiiiiiiiiiMininiiiiiiiii!miiiiiuiiuiiiMiiiiiiiiiuiiiiiiiiiliHiiiiiliiilini Wie man sich 1814 die Reichsflagge vorstellte. „Nicht gleichgültig ist, oh«in Symbol bedeutend oder unbcdeu- tend sei-, wie das Weiße die llnschuld kleidet, und die grüne Farbe des Frühlings die Hoffnung anzeigt, so sei auch Teutschlands Wappen ein Wahrzeichen des temschen Sinnes, nach mehr aber der Teutschen Eintracht.— Könnte demnach nicht dos Reichswappen den öfter- reichischen Doppeladler und den preußischen Adler vereint darstellen, wie sich Beide umhalsen, friedlich müßte der bayrische Löwe sich zu ihnen gesellen, eine gemeinschaftliche Krone von Eichenlaub schwebe nebst einem Landwehrkreuz über den Dreien, unten zu ihren Füßen könnten zusammengewundene Stäbe mit der Umschrift:„Qmcordia ies psrvae crescimf, discordia magna« dilabuntur"(Eintracht ernährt, Zwietracht verzehrt! D. Red.) zu sehen sein. Zu dem ganzen könnte die Iahrzohl und der 18. Oktober als Ehrentag hinzugesetzt werden. Und dann müßte dieses Reichszcichcn auf allen teutschen Fahnen, für alle und jeden teutschen Krieger, ein sprechendes Moment» sein."(Aus einem Brief vom Jahre 181ä an den„Rheinischen Merkur".) Eine Falschmünzerei im Gefängnis. Gibt es da in S o f i a einen hervorragenden Zeichner Christo A r n a u t o f f. Seine Begabung nutzte er, um Fälschungen zu be- gehen. Bald war es falsches Geld, bald waren es Briefmarken, Wertpapiere und Schecks, die er fabrizierte. Was Wunder, daß er den größte» Teil feines Lebens im Zuchthaus verbrachte. Mehr als einmal gelang es ihm auch, zu fliehen, und zwar auf Grund von Papieren, die von ihm gefälscht worden waren und von seinen Kam- plicen der Geiängmsoerwaltung vorgelegt wurden. Als er zuletzt ein« zwanzigjährig« Strafe verbüßte, lernte er im Gefängnis zwei Gefangene kennen, von denen einer wegen Diebstnhls altertümlicher Münzen oerurteilt worden war, der ander« wegen Herstellung falscher Banknoten. Zllle drei säßen in der gleichen Zelle. Der Münzen- dieb erhielt eine Nähmaschine, aus der er arbeiten durste, Arnau- toff stellt« Zeichnungen und Klischees fertig und der Notenfälscher konnte nun an die?lrbe!t gehen. Die Nähmaschine tat gute Dienste. Sofia war non gefälschten Stempelmarken überschwemmt. Lange Zeit konnte die Polizei ihren Ursprung nicht stststellen. Schließlich fand sie ihn. und zwar im Gefängnis selbst. Mit Hilfe eines der Gcsängnisbeamten hatten die Gefangenen die gesälschten Stempel- walken nach außen geschmuggelt. Ein Adreßbuch prominenter Neger. Noch der Art der amerikanischen und englischen Dho's Who und des deutschen„Wer ist's?" haben jetzt auch zum ersten Male die Neger der Vereinigten Staaten ein Anschriftenbuch und ein bio- graphisches Werk über ihre amerikanischen Slammesangehorigen herausgegeben(Colored America Corporation, New Jork). Das Werk unterscheidet sich von ähnlichen Almanachen dadurch, daß es zahlreiche Lichtbilder führend« Neger bringt. Auf den Z0v Blatt- feiten des Buches findet man Lebensbeschreibungen von schwarze» Geistlichen, Schrifistellcrn, Künstlern und Journalisten, von Mit« gliedern der schwarzen oberen Zehntausend, von schwarzen Lehren» und Hochschullehrern, von verdienten Führern von Negerocreini« gungen und Einrichtungen, die mittelbar oder unmittelbar vor» Negern beherrscht werden, von schwarzen Zlerzten und Juristen so« wie von schwarzen Finanz-Busineß- und Industrieleuten. E- ist leicht erllärlich, daß bei einer ganzen Reih: von ausgeführten Per» sonen die Angabe über das Geburtsjahr fehlt. Die Neger in un- kultivierten Strichen kümmern sich meist wenig um ihr Alier und geben darüber mitunter geradezu phantastische Angaben. Diele der ausgezählten Neger sind erst in der ersten Generali:»» in die amerikanische Kultur hineingehoben worden, und bei manchen der ver- zeichneten Neger ist sogar bemerkt, daß die Eitern noch Sklaven waren. M. v. M, Dreifache Qiftmürder. In dem polnischen Dorf 0 st r o w spielt« sich vor wenigen Tagen eine aufsehenerregende Szene ab. Die Bauernmenge warf«ine Frau in das Grab ihres Mannes und war dabei, sie bei lebendigem Leibe zu begraben, als es der Polizei noch im letzten Augenblick gelang, sie aus der Erde zu befreien: die Besinnungslose wurde vom Friedhof direkt ins Gefängiiiskrankenhaus gebracht. Sie hatte ihren Mann vergiftet, doch nicht diesen allein, gemeinsam mit ihrem Freund, dem landwirtschaftlichen Arbeiter Niklas, mit dem sie ein Liebesverhältnis unterhielt, hatte sie kurz vorher auch dessen Frau und vierjährigen Sohn vergiftet. Schon damals schwirrten im Dorf versdiiedcne Ge- dichte umher. Al? aber wenige Wochen daraus auch ihr Mann starb, stellte der Zlrzt Dergistung fest: Niklas hatte das Gift im de- nachborten Dorf gekaust. Dreifacher Giftmord aus Liebe! Die Zigarette als Feind der Wälder. Jährlich fallen riesig« mit Wald bestandene Flächen der Der- einigten Staaten Bränden zum Opfer. Obwohl ein großes Heer von Waldhütern und Forstaussehern die Wälder durchstreift, ist es nicht möglich, die vielen Tausende non Menschen, d!« zum Wochen- ende Erholung in der Natur suchen, zu überwachen. Aber gerode die Fahrlässigkeit der Raucher ist schuld an einem großen Teil dieser Waldbrände, die Forstoe'waltung schätzt die durch weggeworfene Zündhölzer oder Tabakreste verursachten Brände auf 3S Proz. der Gesamtzahl der Waldseuer. Eine schlechte Empfehlung. Frau A: Ich empfehle Ihnen. Frau B.. geben Sie Ihren Kindern Alkohol. Ich Hab' dos bei allen meinen sieben Kindern getan, Frau D.: Was ich Hab' gor nicht gewußt, daß Sie Kinder haben. Wo sind die denn? Frau A.: Ja, die sind olle schon tot. Der weltumspannende Arbeitersport. Bureausiizun� der Sozialistischen Arbeitersport-Internationale. Bruffct, 8. August.(Eigenbericht.) Dos Vureou der Sozialistischen Arbeitcrsport-Jnternationole (SASJ) hielt am 7. August im Volkshaus in Brüssel eine ordent- liche Sitzung ob. Die Tagung war nach Brüssel verlegt worden, weil die Sozialistische Arbeitersport-Internationale an der Erziehungs- konferenz des Internationalen Sozialistenkongresses teilnahm. Die Sitzung ehrte zunächst das Andenken ihres vor einigen Tagen verstorbenen Mitgliedes, des Genossen Mikkola(Heising- fors). Dann erstattete der Generalsekretär Genosse Silaba(Prag) seinen Bericht, aus dem zu entnehmen ist, dast die Entwicklung der Internationale einen erfreulichen Fortgang nimmt. Alle gröberen Verbände pflegen einen regen Berkehr mit dem Internationalen Bureau. Dagegen geht es im europäischen Westen nicht besonders äut vorwärts. Der kleine Verband in England ist in kommu- nistische Hände geraten, er hat auch eine Delegation zur Moskauer Spartakiade entsandt. In Frankreich hat der Verband außerordentlich schwer zu kämpfen, wohingegen es in Belgien, be- sonders in der Provinz Lüttich, ganz erfreulich vorwärts gehl. Norwegen ist, obwohl die Kommunistische Partei dort stark im Rückgang begriffen ist, immer noch Mitglied der Moskauer Sport- internationale Es ist aber Aussicht vorhanden, in nicht allzu ferner Zeit den Verband zu gewinnen. Die Entstehung des norwegischen Verbandes fällt in die Zeit der kommunistischen Vorherrschaft in der norwegischen Arbeiterbewegung. In Polen bestehen vier Ber- bände, von denen drei sich in einem Spitzenverband zusammenge- schlössen haben; der ukrainische Verband steht dieser Vereinigung noch fern. In Ungarn hindert die bürgerliche Levente, die militaristisch und faschistisch eingestellt ist. den Fortschritt unserer Bewegung. Die ungarische sozialdemokratische Partei hatte vor kurzem eine Delc- gation nach Wien entsandt, die auch mit dem Genossen Dr. Deutsch über sportliche Fragen verhandelt hat. Die Bewegung in H o l l a n d geht trotz der Gleichgültigkeit der Sozialdemokratischen Partei gut vorwärts. Es ist Aussicht vorhanden, daß durch die bürgerliche Olympiade in Amsterdam unsere Bewegung einen guten Auftrieb erhält. Genosse Dr. Deutsch(Wien) berichtet dann über die Verbindungen mit den politischen Parteien. Die von ihm verfaßte Broschüre wird ins Lettische und Finnische von den dortigen Genossen übersetzt: für Skandinavien soll, wenn die Uebersetzung der ganzen Broschüre nicht möglich ist, ein Auszug in norwegischer Sprache hergestellt werden. Dann berichteten die U n t c r s c k r c t ä r e. Aus diesen Bc- richten ist zu entnehmen, daß mit einixen Ländern Lateinamerikas, besonders mit Chile und Argentinien, gute Verbindung hergestellt wurde, so daß die Möglichkeit einer Verbandsgründung dort nahe- genickt ist. Genosse Kalnin(Riga) beschwert sich besonders darüber, daß die schwedische Sozialdemokratie uns jede Unterstützung� versagt. Diese Gleichgültigkeit hat zur Folge gehabt, daß sich in Scbweden ein kleiner Verband gebildet hat, der sich in kommunistischen Händen befindet und mit Moskau Beziehungen unterhält. Es liegt die Gc- fahr nahe, daß, wenn die schwedische Partei ihre bisherige Haltung nicht ändert, die Entwicklung den gleichen Verlaus nimmt wie in Norwegen. In D ä n e m a r k ist eine Kinderorganisation entstanden, die Leibesübungen betreibt; es soll mit dieser die Verbindung aus- genommen werden. Nachdem der technische Bericht entgegengenommen worden ist— aus dem hervorgeht, daß vom 20. vis 26. August 1928 in Leipzig ein internationaler Kursus' stattfindet, der in der Haupt- fache der Erziehung dienen soll—, wird über die Beziehungen zur Moskauer Internationale verhandelt. In einer Entschließung wird ausgesprochen, daß die in Paris beschlossene und in Helsingfors erneuerte Resolution immer noch zu Recht besteht. Demnach ist der sportliche Verkehr mit Ruß- land nach wie vor gestattet. Es wird aber festgestellt, daß die Kommunisten die Anwesenheit von russischen Sportdelegationcn zu feindlicher Propaganda in den Ländern der SASI benutzt haben. Sollte das auch in Zukunft geschehen, dann würde sich das Internationale Bureau genötigt sehen, dem nächsten Kongreß den völligen Abbruch aller Beziehungen zu Rußland zu empfehlen. Hierauf wird über die nächste Olympiade verhandelt, die im Jahre 19Z1 in Wien stattfindet. Genosse Dr. Deutsch kann berichten, daß der Bau des Stadions rechtzeitig vollendet fein wird, so daß der Abhaltung irgendwelche Schwierig- keitcn nicht im Wege stehen. Die von den österreichischen Genossen aufgestellten Richtlinien werden gutgeheißen. Es wird weiter be- schloffen, von jedem Mitglied ein Zwanzigstel Dollar als Garantie- fonds zu erheben. Die Landesorganisationen haben diesen Betrag in drei Raten, und zwar 1929, 1930 und 1931, an den Olympiade-Haupt- ausschuß abzuliefern. Der Festbeitrag wird aus einen Dollar fest- gesetzt. Dem Hauptausschuß für die Olympiade gehören alz aus- wärtige Mitglieder der Generalsekretär, Genosse Silaba(Prag), und der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Genosse Bühren (Leipzig), an. Genosse Dr. S t e i n c m a n n(Bern) berichtet dann über die Erziehungsfragen. Die Sozialistische Erziehungskonferenz hat den Beschluß gefaßt, ein« internationale sozialistische Erziehungskonferenz einzuberufen. Es wird beschlossen, sich an dieser Konferenz zu beteiligen. Der Er- ziehungsausschuß der Internationale setzt sich zusammen aus den Ge- nassen Dr. Steinemann, Silaba(Prag), D a v e r k a(Prag), R e i tz n e r(Bodenbach), B r i d o u x(Belgien), Drees(Deutsch- land). Es soll darauf hingewirkt werden, daß möglichst olle Länder an der geplanten internationalen Erziehungskonferenz teilnehmen. lieber die Beziehungen zum Internationalen Arbeits- a m t berichten die Genassen Dr. Steine mann(Bern) und G u i l l e v i g(Paris). Das Internationale Arbeitsamt hat in seinem Jahresbericht über die Arbcitersportbewegung berichtet und hat auch die Absicht, größere Erhebungen über die sportliche Lewegung in allen Ländern anzustellen. In Zukunft sollen zu den Bureausttzungen der Borsitzende des technischen Hauptausschusses sowie der Leiter des Internationalen Pressedienstes hinzugezogen werden. Die nächste Sitzung des Bureaus soll im Februar in Wien stattfinden.' Sie wollen spalten. Oer Streit um das Kartell. Den kommunistischen Drahtziehern fällt es ivahrlich schwer, zu begreifen, daß ihrem Treiben in der Arbeitersportbewegung allen Ernstes ein Ende bereitet wird. Sie überwinden es nicht, daß die Arbeitersportverbände nicht gewillt sind, sich unter das Diktat der Kommunistischen Partei zu stellen. Trotz eindeutigster Beschlüsse der Bundestage und der Zcntralkommission versucht man die Berliner?srbeitersportbcwegung in ein Fahrwasser zu leiten, daß in eine Sackgasse hineinführt. Man schimpft über die Spalter und betreibt ganz offensichtlich die Spaltung. Was soll es anders fein, wenn in der Kommunistenprofse die Vereine aufgefordert werden, einem Kartell weiter anzugehören, daß zu der Arbeiter- sportbewegung keine Beziehungen mehr hat und gegen dessen Vor- standsmitgliedcr in Kürz« Aucschlußverfahren aus ihren Verbänden eingeleitet werden, falls sie ihr unheilvolles Treiben nicht einstellen. Sehr deutlich Hot das der Bundesvorstand des Arbciter-Turn- und Sportbundcs in seiner ersten Sitzung nach dem Bundestag be- schlössen: die vereine haben alle Verbindungen mit den bisher bestehenden Sorlellen abzubrechen und müssen sich dem neuen Kartell an- schließen. Vereine, die diese Anweisungen nicht besolgen. stellen sich außerhalb des Bundes, gegen Bundesmitglieder. die die Ar- bellen de« alten Kartells weitersühren, wird ein Ausschlußver- fahren eingeleitet. Nicht nur der Arbeiter-Turn- und Spartbund, auch die übrigen Verbände haben sich auf dem Boden der Zentralkommission gestellt und ähnlich beschlossen, soeben noch der Bundestag des Arbeiter- radfahrerbundes„Solidarität� Aus allem geht hervor, daß die Neugestaltung der Ar- be'terfportbewegung in Berlin. Halle usw. entsprechend des Mehr- beitswillcns der gesamten Arbeiterbewegung durchgeführt wird. Des- balb dürfen die Arboitersportvcreine sich nicht durch Täuschungs- Manöver der fogenanten Opposition irreleiten lasten. D:e Maß- nahmen müssen durchgeführt werden, um die Einheit der Ar- beitersportbcwegung zu erhalten. Die Bestrebungen der Kommu- nistischen Partei und der Roten Sportinternätionale, die Arbeiter- sportbewegung zu erobern, sie zur Stätte wüstester Agitationsreden xegen die Führer des Arbeitersports zu machen, die lügenhaste, in der Gemeinheit niedrigster Gesinnungsweise kaum zu überbietende Agitation ließen kein anderes Mittel übrig, als eine Neuordnung der Dinge. Die kommunistischen Drohlzi-her wissen sehr wohl, was ihnsn droht, sie erkennen die Tragwelte der Beschlüsse und versuche« zu retten, was zu retten ist. Lüge, Niedertracht, Verleumdung und Ge- mcinheit werden wiederum in reichlichster Weife in Anwendung gebracht. Man versucht den Mitgliedern und Vereinen vorzutäuschen, daß es noch möglich wäre, die Zentralkommilsion in ihren Beschlüssen um- zustimmen. Daß die Zcntralkommission mit fester Hand durch- greifen wird, braucht nicht besonders betont zu werden. Wir empfehlen dringend, in den Bereinen Vorlesungen au» der Broschüre„Der Kampf um den Bund" und der Broschüre des Arbeitersamariterbundes zu halten, dessen Material- sammlungcn die niederträchtigen Kompfesmethoden der Kommunisten in der Arbeitersportbewcgung kennzeichnen. Die Verein- sollten klar erkennen, daß hinter dem Treiben der sogenannten Opposition nichts anderes als die Kommunistische Partei und die RSI. steckt. Wir warnen diejenigen Vereine, die sich bisher noch als Vorspann für die Intrigien der Kommunisten ge- brauchen ließen und weisen auf die Konsequenzen der oben ange- führten Beschlüsse hin. Die Parole kann für jeden Verein nur lauten: FürdicVerbändederZentralkom Mission, gegen die Spalter der RSI.! Hinein in das von der Zentralkommission gebildete Kartell für Zlrbeitersport und Körperpfleg«! Polen, Olympiaboxer In Berlin. Die polnischen Olympiaboxer Glon(Bantam), Gorny(Feder), Majchrzycki(Leicht) und Snopet(Mittel) werden kommenden Dienstag 20 Uhr auf dem Sportplatz Greifswalder Straße 71 in den Ring steigen. Die Gegner sind Moehl, Dalchow, Bächler(Heros) und Britsch(Weißenseer F. C. 1900). Bei der gleichen Veranstaltung kämpft der deutsche Halbschwcrgcwichtsmeister Pistulla(Heros) mit dem nordwcftdeutschen Schwergewichtsmeister Lücke(Heros- Hannooer). Internationaler Arbeitersport. Handball. R v r d- W i e n, Meister des österreichischen Arbeiterhandball» verbände? befindet sich auf einer Spielceise in Deutschland und traf im ersten Spiel mit der starken Städtcmannschaft 5) a l l e zu- sammen. Wien gewann 4: 2, trotzdem zur Halbzeit Halle 2: 1 führte. Das Spiel wurde im flotten Tempo durchgeführt und war sehr spannend. kuhball. Der Arbciter-Turn- und Spartbund Deutschlands mit seiner starken Fußballbewcgung, ist das Ziel vieler ausländischer Arbeiter- fußbollmannschaften, insbesondcrs der Wiener. Die Empfänge der Gäste fanden fast immer starke Teilnahme der Arbeiterschast und waren stets Kundgebungen innerster Verbundenheit. In den Spielen waren mit ganz wenigen Ausnahmen die Gäste überlegen. Sa gewann Wien- Wieden gegen„Vvrwürts"-Erfurt 5: 2, gegen Verein für Bewegungsspiele Ei s c» a ch S: 0, nur die Spiel- Vereinigung Ilmenau i. Thür, trotzte ihnen ein 1: 1- Ergebnis ab. Ein sehr starker Gegner ist auch die P o st g e w c r k s ch a s t Wien, die in Rheinland und Westfalen gastiert. Die bisherigen Ergebnisse lassen aufhorchen. Geschlagen wurde„Britania"-Solingen 7: 2 und Düsseldorf-Gerresheim 8:1. Wien-Brigittenau begann verheißungsvoll durch folgende Siege über die Bezirks- Mannschaft Riesa i. Sachs. 4: 1,„Sturm 07"-Magdcburg 2: 0 und Burg b. Magdeburg 3:1. Daun siel die Mannschaft ab und ver» l o r gegen„Wacker�-Köthen 2: 4 und gegen die Städtemannschast Braunschweig 1: 4. 'Wien- Atzgersdorf siegte in den ersten Spielen über Schmölln i. Thür. 4: 2 und über„Friesen"-Altenburg 8: 1. „L cgi a"- Krakau weilte in Deutsch-Obcrschlesien, gewann' gegen die Auswahlmannschaft dieses Landcsteilcs 3: 3 und gegen „Wackcr"-Zaborze 3:1.. Die Amsterdamer Olympiade. Deutsche Erfolge und Niederlagen. Bei den olympischen Spielen in Amsterdam verbesserte diel Deutsche Hilde Schräder im 200-Metcr-Dameu-Brustschwimmen am Mittwoch ihren am Vortag mit 3 Minuten 11,6 Sekunden aus« gestellten Weltrekord noch um'/-» Sekunden. Sie schlug die Ver« tretcrinncn Sckiwcdens und Amerikas in überlegener Weise. Inn zweiten Zwischenlauf über diese Strecke mußte die Deutsche Lotte Mühe der Holländerin B a r o n, die sie noch am Bortage im Vor- kämpfe geschlagen hatte, den ersten Platz überlassen.— Das Er- cignis im Endkampf zum 2 0 0- M e t e r- B r u st s ch w i m m e n für Männer war die Niederlage des seit Jahren nicht geschlagenen Welt- rekordinhabcrs Erich Rade macher(Deutschland). Der Japaner T s u r u t a hatte schon in den Borkämpfen den bisherigen Weltrekord unterboten. Auch am Mittwoch ließ sich Tsuruta den Sieg nicht nehmen. Er gewann die 200-Meter-Strcckc in der neuen olympischen Rekordzeit von 2 Minuten 48,8 Sekunden; für Rademacher wurden 2 Minuten 80,6 Sekunden gestoppt. Dritter wurde Ildefonso(Phi- lippincn) in 2: 36,4. Im Kun st springen blieben die Zlmcri, kaner weit überlegen. Das 400-Meter-Freistilschwimmen brachte das Ausscheiden des deutschen Meisters Heinrich- Leipzig. Im Wasserballspiel schlug Holland die belgische Mannschaft mit 3: 2. In den Ruderkämpfen schied am Mittwoch der deutsch« Doppelzweier endgültig aus dem Wettbewerb aus, da er im Vorlaus von Kanada geschlagen wurde. In den Boxkämpfen siegte der Leichtgewichtler D üb b c r Köln gegen den Norweger Lind nach Punkten: P i st u l l a- Bcrlirr errang gegen den Amerikaner Lucas einen knappen Punktsieg. In der Fliegengewichtsklasse siegte der Mllnchener A u s b ö ck über den schwedischen Europameister Bohmann sicher. In dieser Gewichts- klass« siegten weiter Taylor-England über Trivolo-Argcntinicn, Lebanan-Südafrika über Nilscn-Rorwegen sowie der Ungar Kocsis übpr den Spanier Bilanova Pueyo. Der deutsche Vertreter der Welterklasse Walter- Hamburg wurde von Hall-Rodesia g e- schlagen, dieser aber von dem Japaner Usuda ausgepunktet. Im Endspiel des Wasserballturniers schlug Deutschland Ungarn mit 8: 2(Halbzeit 2: 2) nach Verlängerung. Der Sieg der deutschen Mannschaft kommt überraschend. Im Tor stand Erich Rade macher, der einen glänzenden Tag hatte. Deutschland hat somit eine weitere goldene Medaille errungen. Kurse im vlolorradfahrcn für Frauen und Männer veranstaltet die Volkshochschulkurse der Deutschen Hochschule für Leibesübungen. Auskunft durch das Bureau, Genthiner Straße 34 I, Kurfürst 1309. Bundestag der Arbeiterradtabrer. Hamburg, 8. August.(Eigenbericht.) Der Bundestag hat den Mitgliederbeitrag der Motorrad- f a h r e r auf 2 M. vierteljährlich festgesetzt und eine ganze Reihe Orgaßisationsfragen für Motorradfahrer erledigt. Dann gab Jr- misch, Ossenbach, den Bericht des Bundessportausschustes. Mit der bisherigen Entwicklung des Arbeiterradfahrersports kann man durchaus zufrieden sein; er kann und muß aber»och-weiter ausgebaut werden. Notwendig ist, neben dem Radsport auch einen Ergänzungssport— möglichst Gymnastik— zu treiben. Die 50-Kilometer-Strecken bei Rennfahrten sollten entgegen einigen vor- liegenden Anträgen nicht überschritten werden. Es darf auch nicht aus der Motorfahrcrbcwegung eine besondere Sparte gemacht wer- den. Für die Motorsahrer muß der Bundessportausschuß gleichfalls zuständig sein. Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag abgelehnt, wonach die Rennstrecken von 50 Kilometer bis auf 100 Kilometer erhöht werden können. Einige Anträge wurden dem Bundesvorstand überwiesen. Dieser soll z. B. darauf hinwirken, daß möglichst bald eine Zenlralisierung sämllicher Sporlorganisolionen erreicht wird und auch den Ortsgruppen staatliche Sportgelder zur Bersügung gestellt werden. Weiter wurde beschlossen, mit Ruß- land radsportliche Beziehungen zu pslegen. Nach einem kurzen Referat von Irmisch über die Tätigkeit des Bundesjugendousschustes wurde eingehend die Jugendsrage besprochen. Fast alle Redner betonten, daß der Bund mehr für die Jugendbewegung tun müsse. Sodann wurde beschlossen, daß der Bundestag zunächst einen ehrenamtlichen Iugendleitcr wählt. Die Wahl fiel auf N a s e m a n n, Hannover. Am Mittwoch, norgcn hielt Bundesvorsitzender Nicmann, Offenbach, einen kurzen Dortrag über den beabsichtigten Bau einer vundesschule. Die Notwendigkeit dafür hat sich in erster Linie aus Raummangel herausgestellt: ferner müßte man für eine gute technisch« Ausbil- dung der Sportlcitcr Sorge tragen, wenn die Organisation aus der Höhe bleiben soll. Der Bundesvorstand plant nicht nur den Bau einer Bundesschule, sondern auch eines Verwaltungsgebäu- des und eines Wohngebäudes in Offenbach. Er ersuchte den Bundestag, ihn zur Durchführung der Vorarbeiten für dieses Pro- jekt zu ermächtigen, was auch geschah. Dann wurde noch eine Reihe Anträge politischen und allgemein- sportlichen Charakters erledigt. So wurde erneut die p a r t e i p o l i- tische Neutralität des Bundes festgelegt. Die Ausgabe von Diplomen bleibt verbaten. Der Bundestag stellte sich rückhaltlos auf den Boden der Beschlüsse der Zentralkommission für Arbeiter- sport und Körperpflege sowie der internationalen Konferenz zu Helsingfors. Ein Kommunistenantrag,. die Aushebung der Helsing- forscr Beschlüsse zu erwirken, wurde durch Uebcrgang zur Tages- ordnung erledigt. Angenommen wurde ein Antrag gegen die'gc- plante Fahrrad st euer sowie gegen die Numerierung der Fahrräder und die Ausgabe von Fahrrad karten. Bezüglich der' Entlohnung der Bundesangestellten und der Angestellten des Fc>hr- radhauses„Frischauf" wurde beschlossen, daß der Tarifvertrag des ZdA. gelten soll. Sehr eindrucksvoll war dann noch der Protest kommunistischer Delegierten gegen verlogene vcrichlerstak- long der kommunistischen„Volkszeitung" über den Bundestag. Ein Delegierter gab im Namen von dreien seiner Freunde die Er- klärung ab, dnß sie diese, tatsachcnentstellcndc Berichterstattung auf das schärf st e ner urteilen. Der Bundesvorstand wurde wiedergewählt, d. h. Niemann, Ossenbach. bleibt erster Vorsitzender und Zimmermann, Ossenbach. erster Kassierer. Ebenso ersolgte die Wiederwahl des Bundesbeirats. Der Sitz des Bundesausschustes soll Dresden bleiben. Als Ort für den nächsten Bundestag in drei Iahren wurde München bestimmt. Der To- gungsvorsitzende Göbel wies nachmals darauf hin, daß es durch die Zlusgestaltung der Organisation erfreulicherweise auch gelunqen sei, eine S p a r t e n b i l d u n g der Moiorradsahrcr zu vermci- den. was für die Einheitlichkeit der Bewegung von unschätzbarem Vorteil sc,. Er hoffe, daß es bald möglich sein werde, den Bundes- jugendletter hauptamtlich anzustellen. Mit einem Dank an die Hamburger Sportgenossen für die sreundliche Ausnahme und einem dreifachen Frischaus! wurde der 17. Bundestag geschlossen. Veranstalhin�en der Naiurfreunde. Der Touristenocrein„Die Naiurfreunde" veranstaltet in der Zeit vom 1. bis 9. oder bis 16. September nochmals eine Ferienwande- rung durch de» Schwarzwald, zu der sich noch einige Teil- nehmer melden können.(Beschränkte Teilnehmerzahl.) Näheres durch Rciseburcau Touristenoetein„Die Naturfreunde", Berlin N 4, Johannisstraste 14/15) Telephon Norden 4177). * 21m Sonnabend, dem 18. und Sonntag, dem 13. 21ugust, ver- aiistaltet der Touristenverein„Die Naturfreunde" eine Wochenend- fahrt in den W ö r l i tz e r Park. Die Fahrt führt zuerst mit der Eisenbahn über Belzig und Wiesenburg nach Dessau. Besichtigung der Stadt. 2lm Sonntag früh mit der Bahn nach Worlitz zur Besichtigung des grasten Parks. Preis der Teilnehmerkarte 15 M. (Eisenbahn, chin- und Rückfahrt, Quartier, chotel und Bett, Frühstück, Mittagessen, Besichtigungen). Teilnehmerkarten sind zu haben im Reisebureau des Touristenvercins„Die Naturfreunde", N 24, Jo- hannisstraste 14/15, Montag bis Freitag von 17 bis 23 Uhri bei Meckelburg, Treptow, Graetzstraste 53(„Borwärts"-Spedition): Walter, Zieukölln, Siegfriedstraste 55: Schmidt, W, Ranrestraßc 33; Thomas. N 65, Luxemburger Straße 1(Ecke Müllerstr.): Sinn, N 23, Stettiner Straße 33. Des Gewerkschaftsfestes am 26. August wegen, findet die Wöchenendsahrt nach Fürstenberg— W a b l> tz- K a- n a l— L y ch e n am 2. September statt. Die nächste Spree- waldfahrt ist am 1. und 2. September. 72 km im Segelflugzeug. Die offizielle Entscheidung des Schiedsgerichts Wasserkuppe stellt fest, daß Nehring 72 Kilometer weit geflogen ist. Außerdem flog am Miltwochnachmittag noch 5) i r t h- Arnshauscn aus„Stuttgart" 41 Kilometer, er landete bei Kissingen. Vereimkalencier. ASS., KoScyabtcilung. Leute, Donnerstag, 20 Uhr, Sitzung, ssichtc.Z platz Baumschuicnwcg flur Vervollständigung einer Damenmannschast u> Freitag wichtige Sitzung, rbeitsdienstes für"' c- Sport. werden noch Intcrcllcntcn aufgenommen. Ziudcrocrcia„FrcchVt" e. V. Freitag wichtige Sitzung,„Fllrstcnhof, K6pe> nickcr Str. IKf. Einteilung des Arbeitsdienstes für das Bootshaus am Bamcritz. fee, Erkner, Ufcrstr. 17. Mitglieder, Männer und Frauen, können noch auf- genommen werde». Stände frei.. � Arbeiter.Radfahrerbund„Solidarität�. Ausfahrten Sonntag. 12. August. 2. Dezirl, Ortsgr. Eharlottenburg: Falkcnfcc! 6 Uhr Ealvanistr. 13. Treptow- Baumfchulcnwcg: 11. August Lampiontour Burig! 13 Uhr Baumfchulcnstr. 3o. Lickiterfeldc: Kloster LcHmn: 5 Uhr. iSrödcnfce: 13 Uhr Hind'nburgdamm 55. Schöneberg: 11. August Steinkirchcn— Sprcewald: 15 und 18 Uhr Stubenrauch- strabc 5a. Steglitz: 8 Uhr Birkbuschstr. 30: Ziel am Start. Neukölln: Flakenfce: 3 Uhr Hertzbeil Lampiontour darf: 1. Abt. 13 Uhr Antonienstr. 81. .... Jlhr l_____________....... Weitzenfce: Lchnitzfee; 6 Uhr Berliner Allee 258. Leinersdorf: 11. August Königsberg: 18 Uhr Heinersdorfer Kirch«. Borfigwald«: 3. August, 18 Uhr, Propagandafahrt. 12. August Bezirkssportsest: 14 Uhe Schubart. Ecke Ernststraße.— Motorfahrer: Neukölln! Ruppiner Schweiz: 8 Uhr fcrrfurthstr. 27.— Ortsgr. Schöneberg hat Start und Berfammlungswkal nach tubcnrauchstr. 5» verlegt.— Sonntag, 12. August, Austragungen der Sau- meisterfchaftc» im Straßenmannschaftsfahren auf der Strecke Buckow— Foffen� Z'i-ckow. Start 7 Uhr. Umklcidelolal H. Bischer, Buckow, Ehausseestr. 12. Eaumeisterschaft 50 Kilometer Hauptilasse(6 Fahrer eine Mannschaft), 25 Kilo- ..._ �. xjne Mannschaft), Dfi 50 Kilometer Altersklasse metcr Hauptklasse<3 Fahrer (3 Fahrer eine Mannschaft). Ruderer, und Kanusahrer, 1. Kreis! Alle Teilnehmer an der Ruder- und Kanurcgatta in Leipzig am 13. August melden durch ihre Bercinsobleut» bis Montag, 13. August, die Tcilnchmcrzahl ihres Vereins, Ecfellschastsfahrt. iahrpreis für Hin- und Rückfahrt 8,80 M. Fahrkartenausgabe nur an die ereinsoblente am Sonnabend, 18. August, um 1554 Uhr Anhalter� Bahnhofs Kurt 22, vorn 3 Tr. l, e. V. Monatsverfamm'i'"''nstag, Friedrich- Str. 13. Bericht•■". Bundestag Referent A. Buck. Rudervercin„Vorwärts�, Oberschöneweide, W lhelmstrand. rstag, 18. August. 20 Uhr, außerordentlich« lbeneralversammlung: Beitritt neuen Eportkartcll. Berlin am versassungstag im Flaagcnschmnck! Fahnenstosfe und Jahnen- stangen sind erhältlich in den vier Warenhäusern der Konsum-Genosse" Waft Berlin und Umgegend: Süden, Oranlenstr. 184—185: Eharlottenburg, Rosinen- straße 4: Norden, Reinickendorfer Str. 21: Osten, Frankfurter Allee 80. � OWFM-Jbt$äger ÜSezirfz Jiorden-Cften. Carl Lossow SW 29, Bergmannstra�e 56 Speiiailieferant für Großbetriebe in Puddingpulver, Eispulver, Suppenartikel, Gewürze etc. B. 4. Hermann Lorenz Invalidenstraße 161>7. Kaffee:: Tee:: Kakao Eigene Röttcrel«eil 1879 Ladfe und Farben f. alle Zwecke, wie Mrtbcl. Fuß- bftden, Ruder- u.SegcJi)uoie. «rejc�tfertft und schnell trocknend, kauft man vor- heilhaft Im größten Farben- üccchäft des Ostens Ernsf Sdiübel � Lack-undOellarben-Fabrlk Boxhagener Straße 109 Tel. E 8 Andr. 4024. Geöffnel 8—7. Juwelen* Uhren* Gold- und Silberwaren EObesteckeweVa Dienstuhren, Omega, Longines Haus-Uhren von 75M. an. Wecker von2.25M.an. 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