BERLIN Freitag 10. Auguft 1928 Der Abend Ericheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenfir.3 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 376 B 186 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poffcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Wildwest bei Spandau. Raubüberfall auf ein fahrendes Auto. Auf den Straßen, die aus der weiteren Umgebung Berlins in die Stadt führen, macht sich in den letzten Wochen eine zunehmende Unsicherheit bemerkbar. In der vergangenen Nacht wurde auf der Spandau- potsdamer Chaussee ein in Fahrt befindliches Auto von einem Mann aufgehalten, der sich auf die seitlichen Triffbretter schwang. Kurz vor Mitternacht tam der Kaufmann Kurt Jeschte aus der Neuendorfer Str. 38 zu Spandau mit seiner Innensteuerlimousine, die er selbst steuert, von Spandau her die Chauffee entlanggefahren. Im geschlossenen Wagen befand sich eine Dame. Nicht weit von Karolinenhöhe, etwa dort, wo die Chaussee nach Seeburg abzweigt, steht ziemlich einsam das Haus des Landjägerpostens, während jenseits der Wegefreuzung dichte Gebüsche sind. Die Gegend ist um größten Teil noch unbebaut, unbeleuchtet und einsam. Als Joke sich mit seinem Wagen dem Gebüsch näherte, sah er einen Mann auf der Chaussee stehen, während gleichzeitig von irgendwoher ein Pfiff ertönte. Jeschke setzte seinen Winter in Tätigkeit und wollte in langsamer Fahrt um die rechtwinklige Biegung der Straße fahren. Da sprang plöhlich der Mann auf das seitliche Trittbrett des Autos, verfuchte den Schlag zu öffnen und einzufteigen, hatte aber feinen Erfolg, weil der Wagen abgeschlossen war. Der Fremde, der es offenbar auf einen Raub abgesehen hatte, rutschte von dem Trittbrett wieder ab. Zur gleichen Zeit hörte die mitfahrende Dame an der Rückwand ein Geräusch und sah durch das kleine Fenster ein Gesicht. Jeschke, der befürchtete, daß mehrere Männer ihn angreifen würden, zog seinen Revolver und gab durch die Scheibe einen Schuß auf den Räuber ab, der sofort verschwand. Er muß auf dem hinten angeschnallten Reserverad gestanden haben. Jeschte fuhr in be schleunigtem Tempo nach Spandau zurück und erstattete auf dem 144. Revier in der Zimmerstraße Anzeige. Beamte machten sich mit Suchhunden sofort auf den Weg, konnten aber in der nächtlichen Dunkelheit zunächst teine Spur finden. Erst als es dämmerte, fand man auf einem nach Seeburg führenden Feldweg die Radspuren eines Motorrades mit Beiwagen, das dorf gehalten und auch gewendet hat. Leichte Blutspuren führten etwa 11 Schritte weit von der Chauffee bis zu den Radspuren, hörten dann aber auf. Allem Anschein ist der Mann, der hinten auf das Auto stieg, von dem Schusse des Kaufmanns getroffen und von seinen Helfershelfern in den Beiwagen gelegt worden. Nach der Schußrichtung zu urteilen, muß der Räuber wohl in Brust oder Arm getroffen worden sein. Die Dame, die das Gesicht am rückwärtigen Fenster erblickte, erklärt, daß der Mann etwa 25 Jahre alt war und breite Backenknochen hatte. Obwohl das alarmierte Ueberfallkommando die ganze Gegend absuchte, konnten die Räuber nicht mehr gefunden werden. Sie haben die Zeit der Rückfahrt des Jeschte nach Spandau benutzt, um mit ihrem Fahrzeug zu verschwinden. * Ein Anschlag wurde in der vergangenen Nacht auf den Domtaplan Josef Montinisch vom Elisabeth- Heim am Fichtenweg 17 zu Spandau verübt. Das Heim ist vor etwa einem Jahr erbaut. An der einen Straßenseite ist der Zaun noch nicht fertiggestellt und diese Lücke benutzten die Attentäter, um sich Zugang zu verschaffen. Das Zimmer des Raplans liegt im Erdgeschoß nach dem Garten zu. In der vergangenen Nacht gegen 11% Uhr erwachte der Kaplan von dem Klirren der Fensterscheibe. Man hatte von außen her einen Als der ziemlich großen Stein in das Zimmer hineingeworfen. Bedrohte an das Fenster trat, sah er mehrere Männer draußen im Garten stehen, die einige Schüsse auf ihn abgaben. Der Geistliche schoß nun ebenfalls aus einer Scheintodpistole. Männer ergriffen jetzt die Flucht. Das alarmierte Ueberfallfommando suchte nach den Geflüchteten, fonnte sie aber nicht mehr finden. Was die Uebeltäter zu dem Attentat veranlaßt hat, ist unflar. Fünf Opfer einer Wahnsinnsfahrt. Perfonenzug überfährt ein Auto Die Der Personenzug Feldkirch- Buchs( Tirol) ist bei der Straßenkreuzung in Altenstadt gegen das Auto des Arztes Dr. Kohler aus Nenzing in Boralberg gefahren, in dem sich sechs Bersonen befanden. Fünf Personen find fot und eine Berfon ist schwer verleht. Das Unglüd ereignete fich dadurch, daß der Schrankenwärter um ein zwischen den Schranken festgehaltenes Fuhrwert freizulaffen, die schon halbgeschlossene Schranke nochmals öffnete. Als Dr. Kohler mit seinem Wagen auch noch schnell hinFahrt zum Verfassungstag. Berliner Reichsbanner auf dem Wege nach Frankfurt. Die Reichsbannerfameraden des Gaues Berlin-| unerflärlich. Kurz vor Weißenfels merften wir, was Brandenburg sind auf der Fahrt zur Verfassungsfeier in Frankfurt am Main. Aus dem Kraftwagen heraus geht uns folgender Bericht zu: Schon vor Potsdam grüßen uns die Fahnen der Republik. An der Chaussee stehen Reichsbannerleute und winken uns zu, Arbeiter auf Rädern und uns entgegenkommende Autler grüßen In Potsdam ertönt unsere Signaltrompete. Prompt jángt ein alter, sehr deutschnational aussehender Herr an zu schimpfen zwei Stahlhelmer fommen vorbei. Sie staunen, reißen Mund und Nase auf und vergessen das Schimpfen. Hinter Pots dam wird die Straße ausgebessert. Die Arbeiter begrüßen uns freudig: mur einer brüllt ein ,, Rot- Front", das aber von den Frei Heil- Rufen bei weitem übertönt wird. Treuenbrießen. Langsam fahren wir durch den Ort. Da plötzlich werden wir angerufen. Wandernde Arbeiterjugend grüßt. Hinter dem Ort geht es gleich im 45- Kilometer- Tempo weiter. Unser Führer, Kamerad Crome, fizt vorne neben dem Chauffeur, mit der Karte in der einen Hand und der Uhr in der anderen. Pünktlich- fast wie ein D- 3ug, fahren wir. Um 1 Uhr langen wir in Leipzig an. Ueber den Hauptbahnhof zur Zeißer Straße. Im Gewertschaftshaus essen wir. Gerade ein Jahr ist es her, da haben wir an der gleichen Stelle gestanden. 10 Kilometer hinter Leipzig steht ein Motorrad mit zwei Kameraden. Uns sehen, wenden und fortrasen, war das Werk einer Minute. Uns war dieser Vorgang durchfahren wollte, wurde das Automobil mitten auf den Schienen vom 3uge erfaßt, 30 meter weiter mitgeschleift und vollständig zerfrümmert. Die Bundesbahndirektion Innsbrud teilt zu dem bereits gemeldeten schweren Autounglück auf der Eisenbahnstrede Feldkirch Buchs mit: Die Lokomotive eines Personenzuges erfaßte auf der Bundesstraßenübersetzung in Kilometer 2,1 der Strecke Feldfirch Buchs bei halbgeschloffener Schranke das Automobil des Aufmarsch für den Frieden. Urteil im Einsponprozek. ( Berichte 2. Seite.) es bedeutet hatte: Boten von Weißenfels! Kurz vor dem Drt wartete eine Kolonne Radfahrer. Festlich wurden wir eingeholt. Auf dem Marktplatz stand eine vielhundertföpfige Menge. Eine kurze Ansprache des Ortsleiters, ein Ummarsch, und dann waren wir Gäste unserer Kameraden! 30 Minuten Pause, dann Wieder vor dem geht es weiter. Naumburg nächstes Ziel. Die Drt Motorradfahrer, die uns in den Ort bringen. alte Kirche wird uns gezeigt. Aufnahmen gemacht. Alte Genoffen, Sportler und Kameraden, haben sich zu unserer Begrüßung eingefunden. Sie grüßen gute Fahrt". Das Nest ist freilich schrecklich völlisch, und viele feindselige Blide treffen uns. Unser Wagen muß jeßt mächtig lettern. Die Gegend des Bad Kösen tommt, völkische Saaletals ist wunderbar. Hochburg. Wir denken an die Rathenau- Mörder, die sich hier versteckt hatten. Einige Billen haben am Dachfirst große Hatenfreuze. Geschäft! Republikaner tommen fast gar nicht hierher. Hinter Rösen haben wir eine längere Panne. Zwei Stunden bleiben wir liegen. Inzwischen ist die Dunkelheit eingebrochen. Ueber die Höhen in Richtung Weimar geht es weiter. In Apolda warten Weimarer Kameraden und begleiten uns. Auch in Weimar festlicher Empfang. In allen Städten, durch die wir tamen, sind die Vorbereitungen zum Verfassungstag im Gange! Ueberall wird der Berfassungstag Boltsfeiertag. 280 Kilo meter sind wir gefahren, noch muß ein großes Stück Weges gemacht werden, über die Gebirge bis ins Mainta!! Arztes Dr. Hans Kohler aus Nenzing, das mit sechs Personen besetzt war. Das Auto wurde auf einer Strecke von 30 Metern mit geschleift und in Hunderte von Stücken zertrümmert. Von den sechs Insassen wurden fünf getötet, und zwar Dr. Kohler und Frau, Hermann Suchardt, gebürtig aus Darmstadt, und eine Frau Nellesen, ferner eine Frau, deren Persönlichkeit noch nicht feftgestellt werden konnte. Fräulein Karoline Ellers, gebürtig aus Essen( Ruhr), wurde schwer, aber augenscheinlich nicht lebensgefährlich verletzt. Das Unglück ereignete sich um 2,20 Uhr nach mittags. Während der Bahnwärter die Schranke schloß, fuhr ein Pferdefuhrwerk in der Richtung auf Feldkirch unter die niedergehende Schranke. Um dieses Fuhrwert nicht einzuschließen, lüftete der Wärter ein wenig die Schranke. Das Fuhrwerk kam hindurch, das aus der Gegenrichtung kommende Auto aber, dessen Lenker die Halbstellung der Schranke benutzte, um noch durchzuschlüpfen, wurde von dem heranbraufenden Zuge erfaßt. r Republikaner! Am Verfassungstag heißt die Parole; Flaggen heraus? iL Das Lsrteil im Einsponprozeß. 85 Verurteilungen, 5 Freisprüche. �heule mittag wurde durch Landgerlchlsrat Toelke vom Gräften Schöffengericht Tharloltenburg das Urteil in dem groften Einfponbetrugsprozeft mit den SS Angeklagten das Urteil verkündet. Bon den Angeklagten wurden drei freigesprochen. Es wurden verurteilt der Kaufmann Leopold B a l f o n aus Riga ivegen Betruges in 25 Fällen und Beihilfe zum Betrüge mit 4 Jahren Gefängnis, 5 Jahren Ehrverlust und 50 000 Mark Geld- strafe oder weiteren SO Tagen Gefängnis. Der Kaufmann Gustav B a r a n y aus Wien wegen Betruges in 13 Fällen zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis, 5 Jahren Ehroerlust und 30000 Mark Geld- strafe oder weiteren S0 Tagen Gefängnis. Der Kaufmann Walter Lehnert aus Berlin wegen Betruges in 31 Fällen zu 4 Iahren Gefängnis, S Jahren Ehrverlust und SO 000 Mark Geldstrafe oder weiteren SO Togen Gefängnis. Der Kaufmann Ernest M a r g- wald aus London wegen Betruges in 17 Fällen Beihilfe und Begünstigung zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis, 3 Jahren Ehr- vertust. Der Kaufmann Friedrich chirsching zu 2 Jahren Ge- fängnis und 3 Jahren Ehroerlust. Der Major a. D. Karl Hesse zu 2 Jahren Gefängnis, 3 Iahren Ehroerlust und 10 000 Mark Geldstrafe oder weiteren S0 Tagen Gefängnis. Der Kaufmann Dr. Paul K l o m p u s aus Revol zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, 30 000 Mark Geldstrafe oder weiteren 60 Tagen Gefängnis. Ferner wurde verurteilt zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und 3 Iahren Ehrverlust der Kaufmann Paul Zarenzicki aus Berlin. Eben- falls zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis der Kaufmann Willi Beckendorff. Weiter erhielten Strafen der Kaufmann Alfred K u fem e y e r ein Jahr drei Monate Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe oder 50 Tag« Gefängnis. Der Kaufmann Ernst Eifert, der Kauf- mann Albert S t i b b e, der Kaufmann Willy B ö t ch e r erhielten je ein Jahr drei Monate Gefängnis, der Spediteur Bruno Seidenberg ein Jahr einen Monat Gefängnis. Der Spediteur Franz Jankiewicz, der Bankier Bernhard Mofchtowitz, der Buchhalter W i d m a n n, der Bankier Emil Bergmann, der Lehrer a. D. Kaiser, der Ingenieur Willy B a u m a n n, der Automobilhändler Fritz Grambow, der Kaufmann Hermann M i l i t s ch« r, der Dentist Wilhelm D o b i l z e k wurden zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt.- Di« übrigen Angeklagten er- hielten Strafen unter einem Jahre. Auch der während der Der- Handlung auf bisher noch nicht aufgeklärte Weife geflüchtete Ange- klagte Meinhold, der«ine längere Strafhaft in Hamburg zu wer- büßen hat, wurde in Abwesenheit zu fünf Monaten Gefängnis ver- urteilt. Den Angeklagten Balfon und Barany wurden ein Jahr fünf Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet. Englands Kirchen für Kriegsverzichi. Wo bleiben die deutschen? London, 10 August. Die Erzbischöfe von lanterbury und Ziork haben sämtliche Geistlichen der englischen Staatskirche angewiesen, am Z?. August, dem Tage der Unterzeichnung de» Sellogg-Pakte», in den Sirchen aus die Bedeutung diese» Vorgange» hinzuweisen, ver prima» von Zrland sowie die Präsidenten der irischen Methodisten und der irischen presbyterianer haben angeordnet, daft am ersten Sonntag im September Dankgottesdienste für die Unterzeichnung de» Pakte» abgehalten werden. Der Krieg der Kriegsachier. Gefecht in Nikaragua. Nach Meldungen aus Managua ist es zwischen einer ame- rikanischcn Marineabteilung und Nikaraguanern in der Nähe von B o k a y zu einem scharfen Zusammenstoß gekommen. Di« Nikaraguaner haben zehn Tote, die Nordamerikaner einen Toten und drei Berwundete zu beklagen. Amerikanisch« Der- ftärkungcn einschließlich einer Reihe von Flugzeugen sind nach Bokay abgegangen. Entdeckung im Versaitter Text. Alles Auslandskapital gefährdet! Professor L o r ch a r d von der Dale-Unioersität, Sachoeiftändi- ger für Völkerrecht, erklärt« in einer Rede, die Dersailler Beftim- mung, wonach die Kapitalanlagen eines Ausländers konfisziert werden können, falls zwischen dem Land, in dem das Kapital an- gelegt wurde, und dem Heimatlande des Kapitalgcbers ein Krieg ausbricht, fetz« die Ausländer einer bisher unbekannten Gefahr aus. Borchard empfahl dringend eine Aenderung dahin. daß das«meignende Land die Ausländer entschädigen soll«. Ohne«ine derartige Entschädigung seien all« fremden Kapitalanlagen gefährdet, solange eine Kriegsmöglichkeit zwischen den Völkern bestehe. Er erklärte, diese Lertragsbestimmung stoße jeglichen ordnungsgemäßen internationalen Geschäftsverkehr um und mache vielleicht jede ernstliche Einschränkunz der Rüstungen unmöglich. Wenn das Kapital bedroht ist, nicht bloß Völkerrecht und Menschenwürde, dann wird man vielleicht doch ein bißchen revi- dieren! Oer Raub der Mandschurei. Tokio schwenkt den roten Lappen. Die japanischen amtlichen Kreise sind wegen der Möglichkeit stark beunruhigt, daß die Mandschurei unter die Herrschaft der südchinesischen Regierung gerate. Sie fürchten, daß die Crtremisten radikale Maßnahmen ergreisen werden, wie z. B. die Aufhebung aller Abkonimen mit Japan über die Mandschurei, was waHrscheiullÖ) Japan zu einem bewaffneten E i n gre i fen zwi n g e n würde, das es zu vermeiden wünsche. Beraubung der Kaisergräber. Aus Moskau wird gemeldet, daß die Nachrichten über die Bs« raubung der kaiserlichen Gräber in Mulden sich be st ä t i g e n. Wertgegenstände aus diesen Gräbern seien bereits imHandel, Perlen und Diamanten zum Kauf angeboten. Der Wert der ge- raubten Gegenstände betrage schätzungsweise eine Million Dollar. Aufmarsch für den Frieden! Kundgebung der Kriegsopfer. Auf Einladung der Berliner kriegsopferverbände sprachen gestern abend in einer überfüllten Kundgebung im Saalbau Friedrichshain die Delegierten der gestern morgen im Herrenhaus begonnenen Konferenz der E I a m a c, der Internationalen Ar- beitsgemeinfchaft der verbände der Kriegsopfer und Kriegsteilnehmer. Die Versammlung eröffnet« der Vorsitzend« des Reichsvcrbandes der Kriegsgeschädigten, Dietrich L e h m a nn. Er begrüßt« die aus zehn Ländern nach Berlin gekommenen 100 Delegierten. Als erster Redner des Abends sprach der Präsident V i a l a, der zum Ausdruck brachte, daß er mit Stolz an dies« feierliche Stunde zurückdenken werde, wo er vor Berliner Kriegsteilnehmern über die Notwendigkeit, für den Frieden der Welt zu kämpfen, sprechen dürfe. Von Zeit zu Zeit müssen die nationalen Organisationen über die Grenzen hinausgehen, um die Nebel der Zwietracht zu zerstören. Dir kämpfen als Kriegsopfer einmal für unsere bessere ver- sorgung und dann für den Frieden. Dann sprach für die österreichischen Bruderorgonisationen Brand eis:.Ich brauche als Deutscher, der hofft, daß wir bald Oest«rreicher und Reichsdeutsche in e i n e m Verband organisiert sind, Zllustrierte Zitate. III. .Wirtschast, Horatio, Wirtschast!" (Shakespeare,„Hmnlet".) keine langen Worte machen Ich fühle mich auch nicht als Gast dieser Stadt, sondern als Bürgerdiese» Reiches. Es gibt immer noch Leute, die im Krieg dick verdient haben und darum von neuen Kriegen träumen. Ihnen diese Träume aus dem Schädel zu schlagen, dazu haben wir uns zusammengesetzt." Für die tschechoslowakischen Delegierten sprach Neumeister, der betonte, daß leider in der Tschechoslowakei noch immer recht unzuläng- l i ch für die Kriegsopfer gesorgt würde. Unsere Forderung ist ober gerecht, und um sie durchzusetzen, brauchen wir die Zusammenarbeit nicht nur der nationalen, sondern auch der internationalen Organisationen. Im Namen der polnischen Delegierten nahm das Wort Stachetzky, der zuerst polnisch sprach, weil er zum Ausdruck bringen wollte, daß bei dieser Tagung jede ZNullersprache geehrt wird. Ohne Rücksicht aus Nation und Partei haben wir überall in unsere Verbände den Ruf„Nie wieder Krieg" getragen und halten an diesem Ruf fest. Für die deutschen Kriegsopfer der Tschechoslowakei sprach L e p p i n. Aus den Opfern des Krieges müssen neue Erkenntnisse gezogen werden. Ueberall sind Kreise an der Arbeit, breite Volksmassen der einzelnen Nationen mit dem Mittel des Militärs zu beherrschen. Das ist keine Vor- wärtsentwicklung. Wir brauchen die freie Entfaltung und Selbstbestimmung der Völker. Wir wollen nicht unter- drückt werden. Jedes Volk hat das Recht zum Leben. Wir kämpfen nicht nur gegen den Krieg, sondern für die Abrüstung aller Staaten. Für den Rsichsv«rband bezeichnete Riemer es als ein besonders günstiges Aeichen, daß gerade in diesen Tagen des August Delegierte der ehemaligen Feindbund- stauten in unserer Mitte weilen. Wenn dieser Krieg der letzt« war, wenn er den Völkern die Erkenntnis ein- gcmipft hat, daft dieses Mittel der Völterauseinandersetzung das grausamste und unmenschlichste ist, dann waren die Opfer nicht vergebens. Besonders herzlich begrüßt wurde der von seiner Frau an das Rednerpodium geführte Kriegs- blinde Hirsch aus Oesterreich, der zum Ausdruck brachte, daß wir, die im Kriege ihre Gesundheit hingeben mußten, nicht a u s Feigheit Pazifisten wären. Für die Gefangencnorgani- sationen nahm Rosenberger dos Wort, dann sprach der Franzose Secret.'Es genügt nicht, den Krieg zu verfluchen. wenn es brennt. Ist c» zu spät. Man muß den Brand verhindern. Wir sind dafür, daß ein Gesetzbuch des Rechtes der Wiedergutmachung ge- schaffen wird. Wir wollen nicht, daß der Krieg ein gutes Ge- schüft ist. Der Kriegslieferant ist bezahlt worden. Nur, wer sein Blut hergab, wartet heute noch darauf, für sein Opfer eine gerechte Versorgung zu haben. Im Schlußwort faßte der Reichstagsabgeordnete Genosse R o ß m a n n vom Reichsbund der Kriegsbefchädiztcn, von der Versammlung herzlich begrüßt, die Aus- fassungen der Delegierten zusammen.„Dieser Aufmarsch für den Frieden wird auf immer ein Ehrentag für die Berliner Kriegs- opferverbände bleiben. Ich habe in den stürmischen Tagen nach dem Zusammenbruch an der Wiege des Reichsbundes der Kriegs- beschädigten gestanden. Nicht zu Unrecht haben die ausländischen Delegierten darauf hingewiesen, daß die Versorgung der Kriegs- opfer in Deutschland besser ist als in den meisten anderen Staaten. Wenn wir uns in Deutschland durchsetzen konnten, so liegt es eben daran, daft einmal die Kriegsbeschädigten«ine fest- gefügte Organisation haben und daß an der Seite der Kriegsbeschädigtenorganisänonen die deutsche Sozialdemo- kratie für eine bessere Versorgung der Kriegsopfer kämpft. Wir sind mit der Versorgungsregelung aber noch lange nicht zufrieden. In DeutschlMd haben bis zu den Maiwahlen Parteien in der Re- gierung ges�sen, die zwar 1914 am ollerschärfsten für den Krieg gehetzt haben, die ober doch nichts tun wollten, um die Kriegsopfer einigermaßen ausreichend zu versorgen. Es wird Arbeit des jetzigen Reichstags fein, die Härten des Versorgungsgesetzes aus- zumerzen. Wenn wir auch arm find, für die Kriegsopfer zu forgea ist Verpflichtung. Alle Redner haben einmütig das Bekennt- nis abgelegt, für di« Erhaltung des Friedens arbeiten zu wollen. Die deutsche Sozialdemokratie und die Kriegsopserverbändc sind in Deutschland der stärkste Hor'c des Friedens." » Morgen früh wird der Reichskanzler Hermann Müller den Vorstand der Ciamac empfangen, um die Internationale der Kriegsbeschädigten in der Hauptstadt der deutschen Republik an ihrem Versassungstage zu begrüßen. Gestern nachmittag hatte der Magistrat der Stadt Berlin den Kongreß zu einer Besichtigungsfahrt geladen. Im Anschluß Hieron fand«ine Begrüßung durch den Magistrat und di« Stadtverordneten im Garten des Funkrestarants statt. Dort begrüßten Frau Stadträtin Dr. W e y l und Herr Ob«rmagistratsräc Dr. Lieb- recht die ausländischen und inländischen Teilnehmer der Konferenz, wofür Pichot-Fronkreich dankte. Oos Werden der Gamac. Zweck und Ziel des Zusammenschlusses ist die Pflege eines E r- sahrungsaustauschcs über die Probleme der Versorgung der Kriegsopfer, die Erstrebung staatlicher Gegenseitigkeit?- vertrüge zum Zwecke wirtschaftlicher Sicherstellung im Auslande tätiger Kriegsbeschädigter und schließlich die Förderung einer sried- lichen Verständigung der Völker und die Wegbereitung für einen dauernden Frieden. Die im September 1925 in G e n f stattgefunden e erst« internationale Zusammenkunft der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer hatte das erfreulich« Ergebnis einer Vereinbarung, dauernde internationale Beziehungen durch die Einsetzung einer Jahresversammlung,«incs internationalen Vorstandes und eines Sekretariats mit dem Sitz in Genf zu schaffen. Einmütigkeit wurde weiterhin erzielt in dem Bekenntnis zum Frieden wie auch zu den internationalen Einrichtungen: Völkerbund, Internationales Arbeitsamt, WeUg«richtshof, di«, ausgebaut und demokratisiert, für die Aufrechterhaltung des Friedens zu sorgen haben. Die im Jahre darauf wiederum nach Genf einberufene Jahresversammlung stellte auf dem Gebiet versorgungsrechtlicher Fragen den Grundsatz des Anspruches auf Wiedergutmachung, der Anpassung der Vcrsorgungsgebührnisse an die Kosten der Lebens- Haltung und die Pflicht zur Wiederein st ellungderKricgs- beschädigten ins Erwerbsleben auf. Auch ein Programm der Arbeit für den Frieden-wurde festgelegt: Billigung der Grundsätze der Schiedsgerichtsbarkeit, der Sicherheit und der Abrüstung. Im vergangenen Jahre war die Stunde gekommen, Bestand, Festigkeit und Wert der Arbeitsgemeinschaft nach außen hin zu bekunden. Der neutrale Boden Genfs wurde zum ersten Male verlassen, um die dritte Jahresversammlung in Wien abzuhalten. Der Erfolg war so groß, daft der Gedanke, die Zusammenkünfte in den am Kriegs beteiligt gewesenen Ländern abzuhalten, weitcrgcsponnen werden tonnt«. Zu Beginn dieses Jahres tagte der Vorstand in Paris und wurde vom Außenmini st er Briand empfangen. Oer Klopffechier der Vockspariei. Ein Geständnis. Unsere Feststellungen über Herrn K i r s ch n e r, den ver» krachten Herausgeber des„Freien Wort" in Essen, ver- anlaßten die„Nationalliberale Correspondenz"(Pressedienst der Deutschen Volkspartei) zu einer Erwiderung, die im wesentlichen eine Bestätigung ist. Das volksparteilichs Organ schreibt: Trotz aller Bemühungen, der Deutschen Volkspartei dabei etwas anzuhängen, kann die sozialdemokratische Presse nichts anderes an- führen, als daß Herr Kirschner längereZeitdemVor stände der Deutschen Volkspartei in Essen angehört habe. Wir haben keine Veranlassung, uns mit den Privatvcrhältnissen des Herrn Kirschner zu befassen und stellen lediglich fest, daß Herr Kirschner schon geraume Zeit der Deutschen Volkspartci n i ch t m e h r angehört und daß sein Wochenblatt niemals ein Organ der Deutschen Volkspartei war. Es wird zugestanden, daß Kirschner längere Zeit Vor- st a n d s m i t g l i e d der Deutschen Volksvartei in Essen gewesen ist. Daß diese ihn ausgeschifft hat, als der Skandal öffentlich wurde, haben wir selber geschrieben. Damit wird aber nichts an der Tatsache geändert, daß Herr Kirschner während seiner jahrelangen, mindestens seit 1920 datierenden. ehrabschneiderischen Journalistentätigkeit diesem Vorstand angehören konnte. Von uns ist auch nicht behauptet worden, daß das„Freie Wort" ein Organ der Deutschen Volkspartei war. Hingegen haben wir behauptet und be- haupten nach wie vor. daß Kirschner sein Standalblatt nur herausgeben konnte infolge namhafter geldlicherUnter- st ü tz u n g e n durch den schwerindustriellen„Bergbau- lichen Verein(Geschäftsführer Assessor L ö w e n st e i u. Generaldirektor B r a n d i). der durch leitende Persönlich- keiten mit der Deutschen Volkspartei in e n g ste r B e» ziehung steht. Der Funker von F 14. Wie sich die Tragödie unter Wasser vollzog. Die„ Tribuna" in Rom veröffentlicht Einzelheiten über die Gespräche, die zwischen dem Funker des verunglückten Unterfeebootes F 14 und dem Funker des Unterseebootes F 15 stattfanden, nachdem das Unterseeboot F 15 einige Meter tief unter den Meeresspiegel getaucht war, um die genaue Lage des gefuntenen Schwesterbootes festzustellen. Auf den Ruf des F 15 antwortete der Telegraphist von F 14: ,, Wir beklagen sechs Tote. Das Wasser ist in den Hinterteil des Bootes eingedrungen. Das Boot stedt im Meeresgrund. Die Lage des U- Bootes ist fast vertikal." F 14 signalisierte bald darauf das Vorhandensein von giftigen Gafen, die infolge des Kontaktes der Affumulatoren mit Meerwasser entstanden waren. Das Meerwasser war bei den Versuchen der Taucher, das gesunkene Unterseeboot durch Röhren mit Luft zu ver= jorgen, eingedrungen. Die Mannschaft teilte mit, daß die Luftzufuhr feine Erleichterung bringe, und daß sie sich infolge der Gase in einer überaus schlimmen Lage befänden. Der Funker signalisierte weiter den Rettern, sich zu beeilen. Während der Nacht waren die Taucher infolge des schweren Seeganges gezwungen, die Arbeit aufzugeben. Gegen 11 Uhr nachts wurden die Signale des Funkers von F 14 immer schwächer. Die Retter vernahmen noch deutlich die Worte:„ Wir sind verloren." Dann wurden nur noch einige Punkte und schwache Striche vom Radiotelegraphisten des F 14 übermittelt, und schließlich folgte tiefes Schweigen. Als das U- Boot gehoben und geöffnet wurde, fand man den toten Funter vor seinem Apparat, auf dessen Taste noch immer seine leblose Hand ruhte. Betrunkene Herrenfahrer. Rächtliche Jagd durch die Straßen. In der vergangenen Nacht wurden in Wilmersdorf zwei betrunkene Herrenfahrer, die auf dem Fahrdamm kreuz und quer fuhren, bevor sie noch größeres Unheil anrichten konnten, von der Polizei, der sie sich durch die Flucht zu entziehen suchten, nach längerer Jagd durch die Straßen Wilmersdorfs unschädlich gemacht. Der Führer des Privatautos, ein Kaufmann Richard H. aus der Karlsruher Straße in Halensee, und der Kaufmann Mag B. aus der Bahnhofstraße, hatten dem Alkohol sehr reichlich zugesprochen. In der Schaperstraße beobachteten Polizeibeamte, wie das Auto in schneller Fahrt im 3idzadfurs bald auf der einen, bald auf der anderen Seite des Fahrdammes fuhr. Mehrere Warnungs- und Straßensperrungsschilder wurden sinnlos umgefahren. Die Polizei= beamten schritten jetzt ein und forderten den scheinbar wildgewordenen Autoführer zum Halten auf. Dieser reagierte aber auf die Haltrufe in teiner Weise und versuchte zu entkommen. Die Bolizeibeamten nahmen die Berfolgung in einer Kraft. droschke auf. Nach längerer Jagd durch die Straßen fuhren die an der Ecke Badensche und Innsbruder Straße auf den Bürgersteig und raften gegen einen Baum. Das Auto wurde hierbei völlig zertrümmert. Mittlerweise waren die Berfolger herangekommen. Die Berunglückten, die scheinbar Berlegungen erlitten hatten, wurden zur nächsten Rettungsstelle gebracht. Der Arzt fonnte aber außer starter Iruntenheit an dere Berlegungen" nicht feftstellen: Auf dem Wege zur Polizeiwache wurde einer der Festgenommenen, der Kaufmann Mar B., gegen die Beamten auf. jässig. Diese Sorte von Herrenfahrern fann gar nicht schwer genug bestraft werden. Die Strafe wird in diesem Falle auch nicht fehr milde ausfallen, da sich die Festgenommenen schwerster Bergehen schuldig gemacht haben. Einen Führerschein dürfte H. wohl die längste Zeit besessen haben! Die Sowjetunion fann mittun. Der Beitritt zum Kriegsverzicht steht ihr offen. Kellogg fommt. Sozialismus als ,, happy end". Ein neuer amerikanischer Roman. In den Romanen der Welt"( Knauer- Berlag) ist vor furzem ein Roman Der Sprung ins Leben" des amerikanischen Schriftstellers Mar Eastman erschienen, der die Wandlung eines Bürgerlichen zum Eozialisten darstellt. Noch immer steht Upton Sinclair in der amerikanischen Literatur vereinzelt da, sein Beispiel hat so gut wie feine Nachfolge gefunden, denn dem Sozialismus gehen dort die meisten Schrif steller im Bogen aus dem Wege. Selbst ein Sinclair Lewis be. schränkt sich auf das Bürgertum, er ist sein Satyrite:, er deckt schonungslos und völlig sachlich die Läherlichkeiten der kleinen " Babbits" auf, aber er begnügt sich mit dieser kritischen Haltung. Alfred Döblin Der bekannte Romancier, politische Schriftsteller und Arzt wird am 10. August 50 Jahre alt. Im Fischer- Verlag erschienen seine drei großen Romane„ Der dreifache Sprung des Weng- lun", ,.Wollenstein" und ,, Berge, Meere und Giganten". Döblin übt noch heute in der Frankfurter Allee seine ärztliche Praxis aus. Niemals fontrastier: er den Bürger mit dem Proletarier, und auch John dos Passos in ,, Manhattan Transfer" vergißt in diesem Quer hnitt durch New York den organisierten Arbeiter. In einer de: artigen Situation wirkt das Buch„ Der Sprung ins Leben" des Mar Eastman beinahe wie eine Tar, trotzdem dem Europäer manches dari merkwürdig naiv vorkommt. Jedenfalls stellt Eastmann der fünften Avenue das Proletariat gegenüber, allerdings nicht das arbeitende, sondern das streifende. „ Mädchenschicksale." Schauburg. Um ein Standardwerk handelt es sich bei den verfilmten Mädchenschicksalen gerade nicht, doch verspürt man in diesem Film deutlich ein ehrliches Streben zur Leistung. Das Manuskript ist etwas fraß fintoppdramatisch, aber immerhin geschicht gemacht. Eine Mädchenhändlerin pürscht sich an eine Dame der GesellBestrebungen. Zugleich wirft die raffinierte Frau ihre Netze nach dem zukünftigen Schwiegersohn aus und der wäre beinahe ins Verderben gerannt und in Marseille als Zuhälter geendet, wenn das pflichtgemäß gute Filmende ihn nicht bewahrt hätte. So aber läßt er Irina, seine Braut, nicht im Stich. Ferner bekommt noch Lene, die von Irinas Bater ein Kind hat, einen rechtschaffenen, vorurteilsfreien Mann und alle Staatsbürger, denen an der Aufrechterhaltung der Che gelegen ist, haben mehr als einen Grund, dankbaren Gemüts zu sein. [ chaft an und gewinnt sie durch eine hochherzige Spende für soziale Washington, 10. Auguſt( Eigenbericht). Staatssekretär Kellogg erklärte, er werde am 17. August dic Reise nach Europa antreten. Er bedaure, daß Chamberlain nicht Der Regisseur Richard Löwenbein wartet mit einer an an der Unterzeichnung teilnehmen könne, aber deshalb habe er seinen ständigen Arbeit auf. Er findet bei feinen Darstellern nicht die Blan, nach Paris zu fommen, nicht aufgegeben. Was Rußland allerbeste Unterstützung. Bera Schmiterlöw und Sybil betreffe, fönne die Sowjetregierung späterhin, wie jede andere Beach sind noch sehr jung, sie sind noch nicht reif genug für Regierung, den Paft unterzeichnen, natürlich ohne besondere Beschwerere Rollen. Man kann nur für die jungen Schauspielerinnen dingungen zu stellen. hoffen, daß sie auch in Zukunft an Regiffeure geraten, die darstelle rische Leistungen verlangen. Verschwörer des Schweigens. Kein Wort in der Rechtspresse über die Räumungsforderung. Am Sonntag hatte Vandervelde den Brüsseler Kongreß der Internationale als Vorsitzender der belgischen Sozialdemokratie mit der Forderung begrüßt, daß die Räumung des Rheinlandes nach der längst festgestellten deutschen Ent waffnung nunmehr sofort erfolgen müsse, um das größte Hindernis für die Annäherung Deutschlands und Frankreichs zu beseitigen. Schon davon hat die deutsche reaktionäre Presse faum Notiz genommen. Gestern haben die französischen Sozialisten die Erklärung abgegeben, daß sie für die fofortige und bedingungslose Räumung fämpfen und schon den französischen Wahlkampf mit dieser Forderung geführt haben. Stürmischer Beifall des ganzen Kongresses und wütende Angriffe der französischen Rechtspresse waren ihr Lohn. Was aber tut die deutsche reattionäre Presse heute morgen? Mit einer einzigen Ausnahme- ,, DA3." bringt sie nicht eine einzige Beite. Sie unterschlägt ihren Lesern, daß Frankreichs sozialdemokratische Partei, die in der Kammer über 100 Abgeordnete zählt, für die Befreiung der besetzten Gebiete Deutschlands fämpft. Denn wenn ihre Leser das erführen, dann könnten sie auf den Gedanken kommen, daß die deutschen Sozialdemokraten starke Bundesgenossen haben, wenn fie die Räumung fördern. Das dürfen die Leser Hugenbergs nicht erfahren. Die Methode ist durchsichtig. Wir werden uns auch gar nicht wundern, wenn die Räumung dank der Sozialisten zustande kommt, sie ihren Lesern davon nichts berichtet damit nur ja tein gutes Licht auf die deutsche Sozialdemokratie fällt! Das Millionenvermögen Lowensteins. Löwenstein, der durch Absturz aus seinem Flugzeug den Tod gefunden hat, hinterläßt acht Millionen Pfund( 160 Millionen Mark), die zu gleichen Teilen feiner Witwe und seinem Sohn zufallen sollen. Es verlautet, daß Lömenstein in den letzten drei Wochen vor seinem Tode ungefähr zwölf Millionen Pfund verloren habe. Hochschulen mit Nachtbetrieb. Die wissensdurftigen New Horfer. g. Wenn man von dem Nachtleben in der Weltstadt am Hudson frpicht, denkt der Leser vielleicht an den Betrieb in New- Yorter Nachtlofalen; aber es gibt in New York daneben noch ein anderes, einzigartiges Nachtleben in Bildungsanstalten, die nur in den Nachtstunden geöffnet sind, und deren Zahl man höre und staune! die der Klubs und Theater um das Doppelte übersteigt. Viele Tausende von Berufstätigen aus allen Gesellschaftsklassen und aus den verschiedensten Nationalitäten bilden eine stattliche Armee Don Studierenden, die Wissensdrang genug in sich spüren, um nach schwerer Tagesarbeit die Nacht dem Studium zu widmen. Schon Upton Sinclair in dem Roman Hundert Prozent" und der Engländer Frant Harris in„ Die Bombe" haben das schonungslose Borgehen, die Verbrechen des Rapitals und des amerikanischen Staats an dem Arbeiter gezeigt, der wagt, gegen die geheiligte, fapitalistische Weltordnung zu protestieren. Provokationen durch Lockspizel, Berrätereien von allen Seiten, rücksichtsloses Niederschießen, Auspeitschungen und sinnlose Verhaftungen sind an der Tagesord nung. Bei Eastman geht es sanfter zu, aber er fügt diesem Bild ein neues Detail ein: die Käuflichkeit der bürgerlichen Presse, die nach Wahrheit verfälscht. Eastman zieht seinen Darstellungsbereich weiter den Angaben der Trustmagnaten die Nachrichten lanciert und die als Upton Sinclair, denn er behandelt die fünfte Avenue genau so eingehend wie die Proletarier und noch eingehender. Und so gerät ihm der Milliardär George Forbes, Gewaltmensch und Aesthet, fühler Rechner und Kunstkenner am wahrsten und lebendigsten. Weil nun Eastman nicht so einseitig wie Sinclair die Welt sieht, fehlt ihm auch das grandiöse, anflägerische Pathos, die Stoßkraft der Darstellung, manchmal fühlt man ein Hamletsches Schwanken, Seine Liebe gehört dem Proletariat, aber er möchte auch den Trust. fönigen Gerechtigkeit widerfahren lassen. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich Jo Hancock, der Held des Romans. Er wandelt sich von einem Anhänger des kapitalistishen Systems, von einem Freund und Geschäftsinhaber des George Forbes zum Sozialisten. Doch diese Wandlung geschieht nicht auf Grund einer geistigen Erkenntnis, trotzdem Jo Intellektueller ist, sondern rein gefühlsmäßig, fast aus einer Freude am Widerspruch, denn Jo ist ein Mensch, der sich zu seiner Umgebung in Gegensatz stellen muß. Und letzten Endes entscheidet seine Liebe zu einem russischen Proletariermädchen über den Gesinnungswechsel. Dies bedeutet jedoch eine Konzession an den Magazingeschmack des bürgerlichen Bublifums. Der Sozialismus spielt gewissermaßen die Rolle des beliebten ,, happy end", er wirft daher versöhnlicher und für naive Menschen mundgerechter. Dadurch kommt aber ein spielerishes Moment in den Roman hinein, und der unbefangene Leser gibt George Forbes recht, der beim Abschied von Jo leise durch blicken läßt, daß dieser Abschied nicht als endgültig zu be trachten sei. Auch anderes bleibt unklar. Eastman zieht keinen scharfen Trennungsstrich zwischen Sozialisten und Kommunisten. Hier scheinen ihm die Begriffe nicht ganz geflärt zu sein. Zusammengefaßt: Eastman findet den Mut, ein in den Vereinigten Staaten unbequemes Thema zu behandeln, doch er gibt ihm feine abschließende Formu lierung. Gerade ein Mensch wie Jo Hancod ist von feiner typischen Bedeutung, von feiner zwingenden Beweisfraft. Er müßte flar erkennen, daß der Sozialismus die bessere und humanere Weltanschauung bedeutet und nicht nur rein gefühlsmäßig handelt, besonders da er Intellektueller ist. Aber vielleicht ist diese Form, die den europäischen Sozialisten kaum befriedigt, für Amerika besser geeignet und propagandistischer als Upton Sinclairs Unbedingtheit. Alfred Arna. mieten und dort ihre Debatten fortzusetzen. Die jungen Leute ließen sich das nicht zweimal sagen und mieteten tatsächlich einen Saal, in dem fie ein heute start besuchtes Seminar für Kantsche Philosophie organisierten. Trotzdem soll es in New York unter den Einwanderern eine Viertelmillion Analphabeten geben. Ihre Zahl geht jedoch, dank den unzähligen Nachtlehranstalten, von Monat zu Monat zurück. Die Gesamtzahl der Nachtkurse von New York erreicht zurzeit 40 000, von denen 15 000 auf Nachtkurse für Angestellte entfallen, die dort auf Kosten ihrer Firmen studieren. Eine Klaffe für Theaterkunst. An der Münchener Staatsschule für angewandte Kunst ist in Berbindung mit den Werkstätten der bayerischen Staatstheater und dem Theatermuseum eine Klasse für Theaterkunst eingerichtet worden, deren Leiter Prof. Emil Preetorius ist. Der Unterricht umfaßt in seinem theoretischen Teil die Einführung in das Problem von Szene und Figurine und die bildnerische Gestaltung von Bühnenwerken mit llebungen in der Anfertigung von Szenenbildern und Figurinen als Entwürfen und Modellen sowie Geschichte der Bühnenausftattung und des Bühnenkostüms. In seinem praktischen Teil bringt er unmittelbare Unterweisung in der gesamten Bühnenbildnerei, malerei, schreinerei und schneiderei, im Requisiteur- und Cacheurwesen sowie Einführung in die technische Gesamtapparatur der Bühnen; er obliegt den Professoren Preetorius, Rapp, Pasetti und Linnebach und hat als Lehrziel die künstlerische und handwerkliche Ausbildung zum Bühnenbildner und Theatermaler. Zu den Aufnahmebedingungen, von denen jedoch Ausnahmen zulässig sind, gehören ein Lebensalter zwischen 18 und 30 Jahren, Gefellenprüfungszeugnis als Deforationsmaler oder sonstiger Nachweis über entsprechendes handwerkliches oder fünstlerisches Können sowie Nachweis eines praktischen Jahres im Bühnenausstattungsbetrieb. Ein unbekannter Roman Stendhals. Der Herausgeber der Gesamtausgabe von Stendhals Werfen, Henri Martineau, hat in dem umfangreichen Nachlaß des Dichters zu Grenoble einen neuen unveröffentlichten Roman entdeckt. Das Werk besitzt zwar nicht die Bedeutung und den dichterischen Wert wie die anderen Romane, die aus seinem Nachlaß bekanntgemacht worden find, wie ,, Lucien Leuwen" und„ Lamiel", aber es ist doch ein echter Nacht- Stendhal, der die Geschichte eines jungen liebenden Mädchens erzählt. das sich verkleidet, um die ,, wahre Liebe" zu suchen. Der Roman führt den Titel Roja und Grün", der an Stendhals berühmtes Meisterwerf ,, Rot und Schwarz" antlingt. Als vor zehn Jahren das Guntercollege Nachtkurse organisierte, betrug die Zahl der Studierenden nur 400. Heute zählen diese turse bereits 10 000 Schüler. Die zwei großen Universitäten von New York haben gleichfalls Nachtkurse für Leute eingerichtet, die tagsüber feine Zeit zum Lernen haben. Das Auditorium ist in diesen Lehranstalten sehr gemischt. Man findet Ingenieure und Schuster, Rechtsanwälte und Börsenmakler, Setzer und Straßenmaler. Diese Leute sind von reinstem Wissensdrang beseelt; denn ein Diplom hat in einem Land wie Amerika teine große praktische Bedeutung. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß 50 Proz. der Nachtstudenten, die sich für irgendein besonderes Fach interessieren, bereits akademisch gebildet sind. In der Nachtklasse des Psychoanalitikers Dr. Ferenzi wohnen aber neben bedeutenden Psychiatern noch zwölf Bureauangestellte, eine Kellnerin vier Verkäufer, zwei Buchhalter und ein Bierbrauer den Vorlesungen bei. Zu den Nachtkursen Profeffor Martins über die Analyse der amerikanischen Psychologie versammeln sich viele Tausende, unter denen sich ein vierundachtzigjähriger Straßenmaler befindet. Einmal geschah es, daß junge Leute, die von einem philosophischen Vortrag morgens nach Hause famen, auf der Straße ſtehen blieben und lebhaft debattierten. Der Polizist, der die Leute wiederholt aufforderte, nach Haus zu gehen, verlor endlich die Geduld und gab den jungen Leuten den spöttischen Rat, einen leeren Saal zu Das Zentraltheater beginnt die diesjährige Epielzeit am Freitag, dem 17. August d. 3., mit einer Festvorstellung. An diesem Tage und allen meis teren gelangt die dreiaftige Tragödie„ Das Geleb" von Paul Bader aus der Reit des Sozialisten gefezes zur Aufführung. Der Kartenverkauf beginnt am Montag, dem 13. Auguft, an der Tagestaffe des Zentraltheaters. Uraufführungen der Barnowsky- Bühnen. Die Reihe der im Theater i. d. Königgräger Straße norgesehenen Uraufführungen deutscher Autoren eröffnet Mitte Auguft Arnolt Bronnens Luftipiel Reparationen" unter der Reale von Wolfgang Hofmann- Harnisch mit Curt Bois in der Hauptrolle. Anschließend erfolgt die Uraufführung von Hermann Ungars Schauspiel " Podfamjenski" mit Frizz Kortner in der Titelrolle( Regie Erich Engel), darauf die Erstaufführung von Gerbard Menzels Toboggan in der An izenierung von Bittor Barnowsky mit Rudolf Forster, der sich die Ur. aufführung von Hans Borchardts Komödie„ Die Musit der nahen Zukunft" mit Albert Steinrüd, anreiht. Gin fojialifischer Film arökten Stils foll in So II and hergestellt werden. Die Sozialdemotratische Arbeiterpartei arbeitet zu diesem Zwed mit der Harlemer Filmfabrik Polygon zusammen. Zahlreiche neue Film reformgedanken sollen in dem sozialistischen Film verwirklicht werden, bei dessen Herstellung Tausende von Personen mitwirken werden. Gigantisches Hallenbadprojekt. A Zwischen Potsdamer Platz und Anhalter Bahnhoj soll nach einem Entwurf von Prof. Karl Stodieck von der Technischen Hochschule in Berlin ein für 30 000 Besucher berechnetes Riesenhallenbad entstehen. Das Projekt, dessen Kosten sich auf etwa 12 Millionen Mark belaufen, sieht einen riesigen Rundbau mit Kuppeldach vor. Hier soll auch gleichzeitig ein Winterstrandbad errichtet werden, das von 150 Höhensonnen bestrahlt wird. Küchenspionage bei Kempinski. Die verführerischen Krebsschwänze. In de: Küche des Weinrestaurants Kempinski soll das Personal fortgesetzt umfangreiche Diebstähle an Lebensmitteln verübt haben. Ein Koch, der wegen Mißhandlung eines Küchen nädchens entlassen worden war, hatte es behauptet. Die Firma fühlte sich daraufhin veranlaßt, eine Untersuchung vorzunehmen. Sie wandte sich an ihren kriminalistischen Berate:", den Inhaber eines Detektivinstituts, der seine angeblich zuverlässigste Detektivin der Firma zur Verfügung stellte. In der Maske einer Volontärin wurde die Dame sechs Tage in der Kempinskishen Küche„ beschäftigt". Von„ umfangreichen Diebstählen" hat sie allerdings nichts entdecken fönnen, weil solche nicht vorgekommen sind. Aber sie hat einige Fälle ausspioniert, die zwar nicht recht, aber menschlich begreiflich find. Einige Küchenmädchen haben ihre Bersonalfost gelegentlich durch gute Bissen, die ihnen zugänglich waren, aufgebessert. Das heimliche Verzehren eines Eies, einer Scheibe Schinken, eines Stück hens Aal, einer Tomate und ähnlicher Aleinigkeiten war alles, was den Mädchen zur Last gelegt werden fonnte. Einmal hatte die Detektiv- Volontärin zwei Körbe voller Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden Ferienhalber geschlossen Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Ferienhalber geschlossen! Städtische Oper Bismarckstr Ferienhalber geschlossen! Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmark Ferienhalber geschlossen Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Ferienhalber geschlossen! 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Die Entlassenen riefen das Arbeitsgericht an. Die Detektivin trat als Beugin auf. Es zeigte sich, daß sie nichts weniger als„ zuverlässig" ist, denn von den fünf anwesenden Klägerinnen fonnte sie nu: zwei belasten. Hinsichtlich der übrigen drei Klägerinnen mußte fie zugeben, daße sie diese gar nicht kennt. Und doch hat sie auch diese drei der Firma gegenüber des Diebstahls beschuldigt und ihre Entlassung veranlaßt. Mit Recht kennzeichnete der Vectreter der Klägerinnen dies Verhalten der Detektivin als ein frivoles Spiel mit der Existenz von Arbeiterinnen. Das Gericht verurteilte die Firma, diese drei Kläge= rinnen, gegen die nichts erwiesen sei, wieder einzustellen oder der einen 398 M., der anderen 454 M., der dritten 683 M. Theater des Westens 18 Theater am Nollendorfplatz Lilli Flohr. Die Paul Heidemann ungeküẞte Eva in: Das CASINO.THEATER Täglich 8, Uhr Lothringer Str. 37. Wiedereröffnung Freitag, den 17. August 1928 mit dem neuen Schlager Rundfunkficber. 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So ist also bei dem Feldzuge, den die Firma Kempinski mit Hilfe eines Detektivinstituts gegen ihr Küchenpersonal führte, doh ein Opfer auf der Strede geblieben, ein Mädhen, das der Versuchung, sich einmal an einigen Krebsschwänzen gütlich zu tun, nicht widerstehen konnte. Der Brand von Luhe. Gegen 200 Gebäude eingeäschert.- Viele Obdachlose. Nürnberg, 9. Auguft. Wie die Polizei in Weiden mitteilt, sind bei dem großen Brand in Luhe insgesamt 100 Gebäude dem verheerenden Element zum Opfer gefallen. Darunter befinden sich neben Scheunen, die vollgefüllt waren von Futtervorräten, Getreide und Vieh, zahlreiche Wohnhäuser. Der Brand fonnte erst in der Nacht gelöscht werden, nachdem die Feuerwehr zehn Stunden lang an der Bekämpfung des Feuers gearbeitet hatte. Man weiß immer noch nicht, ob unter den Trümmern Tote liegen. Die Obdachlosen wurden teils in den Häusern untergebracht, die vom Feuer verschont blieben, teils mit Lastkraftwagen nach Weiden gebracht. Die Ursache des Brandunglückes ist noch nicht völlig geflärt. Auf jeden Fall steht fest, daß das Feuer auf seinen Herd hätte beschränkt werden können, wenn nicht der Wind die Flammen nach allen Richtungen getrieben hätte. Die Bevölkerung der Umgebung ist herbeigeeilt, um Hilfe zu leisten. Nach den letzten Meldungen sind bei dem Brand in Luhe 53 Wohnhäuser mit 120 Nebengebäuden in Schutt und Asche gelegt worden. Sämtliche Häuser zu beiden Seiten der Hauptstraße sind niedergebrannt. Nur die Häuser an den Außenseiten des Ortes find heil geblieben. Personen sind, bis auf einen Feuerwehrmann, der leicht verlegt wurde, nicht zu Schaden gekommen. Als Brandursache wurde Kurzschluß festgestellt. Kinderfeft auf dem Spielplatz„ Einfame Pappel". Das Bezirksjugendamt Prenzlauer Berg veranstaltet am Sonnabend, dem 11. August d. I., auf den Spielplaz„ Einsame Pappel" wieder ein großes Kinderfest. Zur Einleitung des Festes, das den Charakter einer Völkerschau tragen soll, wird auf dem Festplatz ein Umzug der Völkergruppen, die von Kindergruppen unseres Bezirkes dargestellt werden, veranstaltet. Alsdann werden die Kinder wieder durch. Spiele, Kasperletheater und sonstige Beluftigungen unterhalten. Zum Abschluß des Festes wird ein Fackelzug und Feuerwerf veranstaltet werden. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend:( Nachdr. verb.) Ziemlich heiter und am Tage mäßig warm. -Für Deutschland: Fortdauer der herrschenden westliche Winde. Witterung Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin; Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierau 1 Beilage. 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Aber sie zählt nur einen Bruchteil der Einwohnerzahl der britischen Insel. Die Hunderttausend, die sie bevölkern, haben zumeist schwer um des Lebens und des Volkes Notdurft zu ringen; denn Island ist das Nordland der Kontraste. Island ist mit malerischen Naturschönheiten überreich gesegnet, aber es ist arm an Möglichfeiten, aus dem Lande Schätze für die Allgemeinheit zu heben. Sein Boden ist von Bulkanen geformt und noch erschüttert, aber von Gletschern und Schneemassen bedeckt. Island trägt seinen Namen von den Eismassen her, die seine norwegischen Entdecker vor mehr als tausend Jahren vorfanden und die auch jetzt noch in zahlreichen und ausgedehnten Gletschern Don der Lebenskraft in diesen Breiten Zeugnis ablegen. Weite, endlos weite Streden des sogenannten Festlandes auf dieser zerrissenen Insel sind heute noch wüst und leer. Lavamassen decken den Boden, Schutt und Geröll auf meilenweiten Gebieten. Nur selten eine grüne Fläche, auf der es sich lohnte, Pflanzen anzubauen. Hier und da setzt sich auf den Lavamaffen langsam eine leichte Grasschicht an. Auf diesen seltsamen Weiden grasen die langwolligen wetterharten Island- Schafe, die im Frühjahr hinausgetrieben und erst im Herbst wieder gesammelt werden. Sonst haufen sie Tag und Nacht, bei Sonnenschein und bei dem piel häufigeren Regen im Freien. Ihnen leisten Ziegen Gesell schaft und die kleinen isländischen Pferdchen, die als Ponies be fannt sind. Aus dieser Wikinger- Zeit leiten die heutigen Isländer ihren Althing, das heutige Parlament ab, das allerdings nicht mehr im Freien und in der steinigen Schlucht am See, sondern ordentlich im Reichstagshause zu Reykjavik sich zu versammeln pflegt. Es beruht auf dem allgemeinen Wahlrecht Wahlrecht aller Fünfundzwanzigjährigen ( Männer und Frauen) und besteht aus zwei Kammern, von denen die erste 14, die zweite 42 Mitglieder zählt. Unter den letzteren befinden sich fünf Sozialisten, während in der ersten Kammer ein Sozialist die Arbeiterpartei( Althydu- Flokknum) vertritt. Die Allmännerschlucht bei Thingvellir. Diese Art Viehzucht ist fast die ganze landwirtschaftliche Betätigung. Der Anbau von Nußpflanzen ist im Vergleich zur Viehzucht gering. Isländische Wolle liefert einen Teil der Ausfuhr; den größten Teil aber bieten die Fische, vor allem die im Hochseebetrieb gefangene Dorsch- Art, die, als Klippfisch oder Stockfisch befannt, zumeist in getrocknetem Zustande in ungeheuren Massen ausgeführt wird. Die Mehrzahl der Bevölkerung lebt von Viehzucht und Fischerei. Siedlungen sind auf dieser vulkanischen Gletscher insel nur dünn gefät. Die Hauptstadt Reykjavik( Rauchbucht) zählt etwa 23 000 Einwohner. Aber auch diese Zahl ist erst seit furzem erreicht. Noch vor einem Jahrzehnt war die Hauptstadt ein sehr fleines Gemeinwesen. Die Isländer sind stolz auf ihre Vergangenheit und auf ihre völlische Eigenart. Sie haben es fertiggebracht, ihre Sprache fast so zu erhalten, wie sie vor tausend Jahren von den norwegischen Entdeckern und Siedlern gesprochen wurde. Dieser Sprachreinigungstrieb war besonders gegen die dänische Herrschaft gerichtet, die abzuwerfen erst nach dem Weltkriege vollkommen gelungen ist. Jetzt bildet Island ein eigenes Königreich mit eigener Berwaltung. Mit Dänemart, dem es seit vielen Jahrhunderten zugehörte, verbindet es heute nur noch die Person des Königs, der gleichzeitig König von Island ist. Bis zum Jahre 1930 werden vertragsmäßig auch noch die diplomatischen Beziehungen durch Dänemart wahrgenommen. Dann soll auch das aufhören, und der letzt Grad der Selbstherrschaft errungen werden. Straßenild aus Reykjavik. Island behauptet, das älteste Parlament der Welt zu haben. Es zeigt heute noch dem Besucher mit Stolz Thingvel lir, die alte Thing- und Gesezesstätte, am gleichnamigen See rund 50 Kilometer von der Hauptstadt gelegen, und die Allmänner. ( chlucht", wo sich seit 930 die Abgesandten aller angesiedelten Normänner versammelten, um Recht zu sprechen und Recht zu schaffen. Das kleine Land hat trotz seiner geringen Einwohnerzahl drei sozialistische Blätter. Ich lernte in Reykjavik die dortige Parteizeitung fennen, die den Namen ,, Boltsblatt"( Althydubladid) trägt und etwa die gleiche Verbreitung hat, wie die Zei tungen der Konservativen( Mornungbladid) und der Bauernpartei ( Timinen). Leider traf ich den Redaktionskollegen nicht an. Er war in Urlaub in Kopenhagen. Aber ich sprach mit dem Borsitzenden der isländischen Sozialdemokratie, Pjetur G. Gudmundsson, der mir in selbsterlerntem Deutsch wertvolle Auskunft gab. Schwer ist es, die isländischen Namen zu merfen. Es ist verboten, Familiennamen zu führen. Jedes Kind wird als Sohn oder Tochter nach dem Rufnamen des Vaters benannt. Olav Sigurdsson ist also der Sohn eines Mannes, der Sigurd gerufen wurde. Sein Sohn wird in Zukunft Olavsson heißen oder seine Tochter Olavsdottir. Nicht ganz flar geworden ist es mir, wie sich das Verhältnis bei Unehelichen regelt. Aber vielleicht gibt's so etwas überhaupt nicht.. Landschaftlich bietet die Küste Islands malerische Reize. Schon wenn man vom Süden heransteuert, sieht man auf weite Entfernung schroffe Felsengruppen, deren Eis- oder Schneelage fast unmittelbar bis ins Wasser reichen. Die Westmänner- Inseln, die der Südküste vorgelegt sind, bilden augenscheinlich frühere Teile des Festlandes, die durch vulkanische Eruptionen von diesem geDer Abend Spalausgabe des Vorwärts trennt wurden. Sie ragen fast gespenstisch aus dem Meere auf, teils tegelförmig, teils langgestreckt mit tiefen Mulden. Die Zahl der Bes wohner ist herzlich gering, dafür aber hausen Riesenschwärme von Wasservögeln aller Art in den felsigen Rissen Als unser Schiff bei der Durchfahrt die Dampfpfeife ertönen ließ, schraten sie aus ihren Nestern auf und flatterten in gewaltigen Schwärmen ängstlich um das Ungeheuer, das ihre Ruhe störte. Plötzlich schwirrt über uns der Motor eines Flugzeuges. Es ist die bekannte Junkers- Type, die hier auf Island den inneren Luftpostdienst verrichtet. 3 um Gruß für die„ Berlin" führt das Flugzeug einige Rundflüge über die Westmänner- Inseln aus, um dann weiter über Land zu verschwin den. Eine freundliche Ueberraschung dieser Gruß aus den Lüften! Der Abschied von Reykjavik wird mir unvergeßlich bleiben. Denn in der Nachtstunde, da die Anker des Schiffes gelichtet wurden, erlebte ich nicht nur den wunderbaren, stimmungsvollen Sonnenuntergang, sondern nur wenige Stunden später den Sonnenaufgang in wundervoller Farbenpracht. Nur ein großer Dichter oder ein großer Maler vermöchte dies Erlebnis in seinem ganzen Stimmungsgehalt festzuhalten und wiederzugeben. Vom Grünblau des Wassers heben sich hier hellblaue Wolkengebilde ab, die wie flüchtende Nebel am Horizont zu verschwinden scheinen. Auf der anderen Seite irrlichtern violette Streifen am Himmelsgewölbe und tauchen das Meer in schimmerndes Violett. Es dunkelt, und die Stadt mit ihrem bergigen Hintergrunde verschwindet in nächtliches Dunkel. Psözlich taucht aus einer hellen Wolfe ein gelber Schimmer, der die Nähe der Sonne fündet. Und überraschend ist der eben noch tiefdunkle undurchdringliche Himmelsbogen über der Stadt in glühendes Rot getaucht, etwa, wie wenn weit im Hinterlande eine Riefenfeuersbrunst den Himmel rötete. Je tiefer die glühende Farbenmasse dort, desto heller wird hier das Spiel der Wolken und der ganze Horizont. Das ganze in dauernder Bewegung. Phantastische Wolfengebäude tauchen auf, plöglich gefrönt mit schimmernden Ruppen, als wenn sie Glühbirnen großen Ausmaßes trügen. Tauchen auf und verschwinden wieder. Das glühende Rot drüben dunkelt ab, versinft in Nacht. Nur an einer Stelle ist ein großer rötlicher Ballon aufgestiegen, wie ein Fesselballon in der Farben eines papierenen Lampions. Rot in der Grundfarbe, bläulich durchwirft. Gebannt hängt das Auge an dieser Erscheinung. Nach einer Biertelstunde ermattet ihr Glühen, und die Scheibe zerflattert im Morgendunst. Es wird fühl und fühler. Das Farbenspiel verliert sich. Doch plötzlich steht, die Hügel rings mit Glanz übergießend, der Sonnenball weit über dem Horizont. Das Licht hat gesiegt. Westmänner- Inseln mit grüßendem Flugzeug. Island, Land der Gletscher und Bulkane, des Eises und der heißen Quellen, zeigte auch zum Abschied sich noch als das Nordland der Kontraste. Wer diesen Sonnenaufgang verschlief, hat die Schönheit verschlafen. Ferientage. Die letzten Wochen vor dem Urlaub sind Flügel der Sehnsucht, eschwingt mit der Freude auf das, was man erwartet. Noch letzte Heberlegungen: was benötigst du alles und plötzlich ist die Stunde gekommen, in der du mit einem tiefen Atemzug und leuch tenden Auges die Fabrik oder das Bureau verläßt. Mit einem Male sieht die Straße, die zu deiner Wohnung führt, ganz funkel anders aus. Duft der Lindenblüten saugt dein Atem ein, und vor deinen Augen erschaust du sich weit dehnende Auen, von silbernen Flußbändern durchzogen. Dunkler Wald umfriedet das alles. Heiha! morgen geht es los. * Wälder, Felder, Seen und Dörfer gleiten an dir vorüber. Frisch gesenstes Heu schickt seine süßen Düfte in die Abteile der rollenden Wagen. Langsam werden die Nerven empfänglich für das in allen Nuancierungen schimmernde Grün und für die Stille, die nichts stört als das ratt- tatt- tatt der eisernen Räder. Stunden vergehen so im Fluge. Du staunst, wenn der Zug hält: auch hier sind Menschen! Leise prickelnde Ungeduld erfaßt dich, denn das Ziel deiner Reise naht. Lange vorher hast du dein Gepäck fertig gerichtet. Ein langer Pfiff, Bremsengefnirsch du bist da! * Weit hinaus dehnt sich das Land bis an die blau schimmernden Höhen der Bergfette. Du tauchst ein in das satte Grün der Wiesen und bist nur noch ein fleiner, wandelnder Punkt. Lerchen über dir steigen tirilierend in den blauen Aether. Du bist stumm geworden, bleibst ergriffen stehen und schauſt nur schauft Ein plätschernder Bach begleitet dich hinunter in das Tal Klappernd treibt er im Dorf, das du durchschreiten mußt, die Sägemühle. Dunkler Tann nimmt dich dann auf, verschluckt dich vor allen Blicken. Noch eine kleine Weile, und du haft dein Ziel erreicht: ein fleines ahus im Tal, am Waldesrand gelegen. Es ist wie ein Märchen. * Wie goldene Perlen reihen sich die Tage aneinander. Das Seitgefühl schwindet. Wenn du die Stunden auf der bunten Wald. Franz Klühs. wiese verträumst, glaubst du ein anderer zu sein. Einer, der sich eigentlich zu Mutter Erde schon immer hingezogen gefühlt hat. Gibt es überhaupt noch Steinstädte, in denen Millionen auf- und übereinander hausen? Ein Eidechslein huscht über den Weg, bleibt stehen und guckt dich aus den kleinen Augen an. Märchen steigen in der Erinnerung auf: vom Froschkönig, und viele andere heimliche Geschichten. * An einem Nachmittag bewölkt sich der Himmel. Wie in stählernes Grau gekleidet liegt das Land. Fahle Blitze zucken im Westen auf. Still steht die Luft, unbeweglich dann aber kommt der Sturm angeraft, dicke Bäume wie Gerten biegend. Das Donnerrollen nähert sich schnell; das Gewitter steht zu deinen Häupten. Blitz auf Blitz durchzüngelt die Atmosphäre, frachende Donner rollen lange, Echo weckend, über die Berge, durch die Täler. Die Wolfen haben sich geöffnet, gierig saugen die Pflanzen das strömende Naß ein. Wie lange das gedauert, mer fragt danach Das Rollen in der Luft wird immer ferner, hört ganz auf, und plötzlich strahlt die Sonne wieder heiter. Gesättigt und gewaschen duften Blätter und Blüten wie nie zuvor. Auch du bist erfrischt und atmest die reine Luft tief in deine Lungen. Deine Augen erblicken ein Wunder: einen vielfarbigen Regenbogen, der sich im Halbkreis weit über das Land spannt. In einer stillen Stunde erinnerst du dich daran, daß diese Tage zu Ende gehen. Kann das sein? Es muß sein! Noch einmal durchwanderst du die liebgewordenen Stätten der schönen Ruhe; noch einmal liegst du sinnend an der Waldwiese dann hat die Stunde der Heimkehr geschlagen. Ein fester Händedruck mit den Wirtsleuten, ein sinnender Blick rings in die Runde. Den Wanderftab fest angepackt, schreiten deine Füße wieder zu dem Eisenstrang, auf dem die donnernden Räder dich wieder der Stadt zurollen Bedauern? Nein; Freude, daß es dir vergönnt war, deine Seel vollzujaugen mit Ruhe, Schönheit, Stille und Erhabenheit. N 2. E hast du wieder ein langes Jahr zu zehren. (24. Fortsetzung.) oetzl willst gar einer Adoptiomama gehorchen. An die Mama Gruber hat der Dichter nicht gedacht. Wirst halt, wenn es nicht in dir glüht, von Bregenz nach Leitomischl und von Leitomischl nach Anientz an der Natter kommen. Na ja, sich selber kann man betrügen, aber die Kunst nicht— die Kunst, weißt du, das ist so eine Art von lieber Gott, der in alles sieht, auch in die Herzen. Vielleicht übrigens ist jeder Beruf so." Wenn jetzt auch die Tante Hedwig als bewahrte Ratgeberin versagte— sie war übrigens sehr gealtert in diesem Jahr—, dann wer freilich Hilde aus sich allein angewiesen. Zum erstenmal in ihrem Leben suchte sie Rat und sand ihn nicht, und fand auch nicht den Weg. den sie beschreiten sollte. Bis das Schicksal sie des Entschlusses überhob und ihr eines Tages Frau Neumann-Norrek, tragisch wie ein« Göttin des Schmerzes, entgegentrat und mitteilt«, daß die klein« Katzinger das Engagement nach Bregenz angenommen habe und daß sie demnächst die kleine Agnes an einem Sonntagnachmittag auf der Bühne in Wi«n bewundern können. „Na ja," schloß Frau Neumann-Norrek,„das find ja auch meine Kinder und wenn du dich nicht meldest, so Hab' ich eben sie protegiert." Hilde fiel der Meisterin um den Hals. „Ich bleib bei Ihnen!" „Sehr geschmeichelt, du wirft halt bei mir olle Rollen von der jüngsten Naiven bis zur komischen Aeltesten lernen, was?" Aber Hilde war herzlich froh, daß jetzt keine Entscheidung not- wendig war. Jetzt die Matura, das war dos Wichtigste— was nachher kam, mit dem wollt« sie schon fertig werden. Das Schuldbewußtsein bracht« sie wieder der Mama Gruber näher. War die so taktvoll oder hatte sie andere» im Kopf? Sie war so lieb wie nur je, sprach mit Hilde über alles, nur wicht über das Theoterspielen, lud sie ein, nahm sie mit. Später erst erfuhr Hilde, daß Mama Grübet in der letzten Zeit nun sehr zerstreut gewesen war. Endlich war der groß« Tag da und vorüber. Natürlich bestand die Hilde ihr« Prüfung mit Auezeichnung. Ale sie heimkam und sich den Umarmungen der Mutti und des In Tränen aufgelösten Fräuleins Rose entwunden hatte, sah sie in ein großes Rosenbukett. „Denk dir, Hilde, das hat die Familie Gruber geschickt. Das ist wirklich nett von ihr." Es war aber nicht von der„Familie Gruber", sondern von Edi, und auf der Visitenkarte standen, zweimal unterstrichen, bloß die Worte:„Aussee, Sommer 1920..." „Ein komischer Mensch muß dieser Herr Edi sein, daß er sich sogar bei der Jahreszahl irrt." sagte das naive Fräulein Rose. „Er ist ein komischer Mensch," sagte Fräulein Hilde und steckte ihr Näschen in die Rosen. Schloh Wunder aller Welt. Das groß« Ereignis war, daß Familie Gruber ein riesiges Besitztum in Steiermark gekauft hatte, nur wenig« Automobil- stunden von Wien entfernt, ein Gut mit Park und Wald, mit einem Meierhof, der bewirtschaftet wurde, und einem Schlosse, dessen Namen schon alles versprach, was ein landsüchtiges Menschen- herz ersehnen mag. Es hieß Schloß Wunder aller Welt. An der Tür des Parkgitter, konnte man den seltsamen Namen aus vergoldeten Eisenschnörkeln herauslesen: Schloß Wunder oller Welt. Mit weißem Äie» säuberlich belegt, führten Wege zum Hause hinan, das auf einem Hügel lag, die ganze Landschaft be- herrschend und von ihr durch«in Wirrnis von zierlichen Pfaden, Hecken, Bächen, Brücklein, versteckten und offenen Gartenhäuschcn, Ruinen, grotesken kleinen Zwergwäldchen und hochragenden, Jahr- hunderte alten Eichen getrennt. Das Schloß war in seiner Architek. tur unendlich vornehm gegliedert, longgestreckt mit einer Front un- zähligcr Fenster, die mit luftigen grünen Läden verschlossen werden konnten. Dieses absonderliche Schloß hotte eine absonderliche Ge- schichte. Sein letzter Besitzer war der Bub des Schulmeisters aewesen. hotte an de� Portmauer selbst noch mit Steinchen gespielt und hatte den Entschluß gefaßt, daß das Schloß ihm gehören müsse, gerode dieses Schloß, zu dem ihm der Eintritt verboten war und das wie ein Traumbild oben auf dem Hügel vor seinen Blicken schwebte. Sein ganze» Leben war weiterhin von der Be- sessenheit dieses Wunsches geleitet worden, er hatte Pläne, die ihm lieb waren, aufgegeben und andere, die seinem Sinn widerstrebten, begierig durchgeführt. Alles nur, weil er dadurch den Wundern aller Welt näherkommen mußte. Er hatte, nachdem er ein« Jugend lang alle Wort« der Lieb« vermieden, da sie ihn gestört hätten,«in scheclsüchtges, buckliges Fräulein geheiratet, er hatte, als er seines Besitzes, den des vielen Reichtums und nicht der Che- Hälfte, froh, dos Schloß Wunder aller Welt endlich hatte kaufen wollen, erfahren müssen, daß es nicht zu verkaufen war. denn dem Eigentümer waren Kinder und Kindeskinder aufgewachsen, denen er das Glück seiner reifen Jahre vererben wollte. Da hatte der Schulmeisterssohn einen Kamps aufgenommen, der erst unscheinbar anfing und dem mächtigen Gegner nicht einmal zum Bewußtsein kam, mit dem er aber bald seinem Konkurrenten, seinem«Find auf allen Gebieten, auf denen jener Eifolg hatte. Hort an die Fersen rückte. Es war ein Kampf wie zwischen einem Jäger und seinem Wild. Der Kampf sollte durch Berhandlungen beigelegt werden: Ver- einigung der vier Jahr.-ehnte allen Firma und ihres gewaliigen, tatkräftigen Feindes. Man dachte, daß dieser die höchsten Forde- rungen stellen werde, aber an der Spitze aller stand nur ein«: Schloß Wunder aller Well. Erst wollte dessen Besitzer nichts d>rvan hören. Das Schloß, in dem er seit vierzig Jahren lebte, war ihm über alles wert und dessen Uebergabe an den s�eind wäre als sicktbare Kapitulation zn deutlich gewesen. Aber Söhne und Enkel, die schon ein wichtiges Wort mitzusprechen hatten und denen das Schloß nicht» weiter als irgendein anderer hübscher Landsttz war, wie es deren hundert auch neu zu kaufen gab, waren die Mittler, die es dahin brachten, daß man sich diesem Wunsche des Eroberers fügte. Es duldete den Sieger nicht, so lange zu warten, bi» er feier- lich als Herr des Schlosse» hätte einziehen können. In der Nacht Siri von lAazzl selbst, in der er die Dokumente ttber den Besitz des Schlosses In der Tasche hatte, müde von den Aufregungen der Verhandlungen, zog er in seinem Automobil hinaus. Als das Automobil ankam, sah der Chauffeur, daß sein Herr dalag und sich nicht mehr erhob. Er war ganz blau im Gesicht und sein« recht« Hand hing wie leblos herab. Ein Schlagonfoll. Man trug den Kranken in dos Schulmeisterhaus, weil es am nächsten lag— es war schon längst von einem anderen Schulmeister bezogen worden. Hier starb der neue Besitzer vom Schloß Wunder aller Welt, das er nie in seinem Leben betreten und dos mit der Wucht und Ausdehnung, die es kennzeichneten, in seinen Sinnen allen Platz eingenommen hatte. Schloß Wunder aller Well war jetzt leichter, und weil sich nur Fremd« darum bekümmerten, auch billig zu erwerben. Es kostete kein Menschenleben, nicht alle straff gespannte Energie eines kühnen Spielers und Kämpfers, sondern nur mehrere Millionen, deren' Bedeutung auf Adolf Grubers Söhne gar keinen Eindruck machte. Auch diesem neuen Besitzer war Schloß Wunder aller Welt ein Besitz, wie ein anderer, an dem ein« romantisch« Geschichte hing, wie auch mit renovierten Ritterburgen manchmal eine Liebes- oder Spukgeschichte verbunden ist. Nach der idyllischen und nach der romantischen Zeit war für Schluoß Wunder oller Welt nun eine behäbig gleichgültige Zeit ge- kommen. Es sollte dazu dienen, die Gäste der Familie Gruber zu be- Herbergen— vierzig Zimmer waren da— und war gerade recht, um für die Frühlings- und Herbstmonatc, solang« Villa Viktoria in Aussee nicht bezogen wurde, und nachher, für Sonntag und für Erholungswochen eine angemessene Unterkunft zu bieten. In langer Autokolonne fuhren die Grubcrs mit ihren Gästen hin, um Schloß Wunder aller Welt offiziell In Besitz zu nehmen. Da war ein Baron, Monokel im Auge und elegante Reitergestalt, sonst aber ziemlich fadenscheinig, den Papa Gruber erst in der jüngsten Zeit als Derwaltungsrat einer Aktiengesellschaft unter- gebracht hatte. Der macht« Dely mehr noch als die übrigen Gäste den Hof und hatte sogar die Kühnheit gehabt, sich bei Hilde um die Chancen seiner Bewerbung zu informieren. Der Baron Rosen- berg war mit seinem ganze» Hofstaat auegedicnter Sektionschefs und sehr tätiger Advokaten mit und zeigt« im Gespräch, daß er sich jetzt lebhast für die Kunst All-Wiens interessiere, sür deren Kenntnis er einen eigenen jungen Professor in Lohn genommen hotte. Und der Schubert war mit, der jetzt eine bedeutend« Persön- lichkeit war— erster Prioatsakretär des berühmten Barons Rosen- berg!—- und sein« Wichtigkeit mit der ihr entsprechenden Würde zur Schau trug. Und viele andere Gäste, Männlein und Weiblein, Marionetten des Wiener Puppentheaters anno 1322. Gegen vierzig Zimmer gab es im Schloß Wunder aller Welt für Besitzer und Gäste, und es waren ihrer nicht zu viel. Papa Gruber strahlte, als ob er, wie der romantische Schul- meistersohn, sich Schloß Wunder aller Welt durch die Anspannung eines ganzen Lebens erzwungen hätte. Mama Gruber organisiert« die tägliche Existenz und erklärt« jedem, der es hören wollte, daß diese Arbeit sie zu sehr ermüde und daß sie bald werde nach Ausiee fahren müssen. Dely interessierte sich jetzt nur mehr für Sport, für Pferd« und für Automobile. Sie sprach von Automobilmarken, und die Fachausdrück« flogen nur so herum, und ihr« wahre Be- wunderung galt eigenttich nur Pferden, deren Porträte, statt wie früher die Bilder von Operettentenorcn, jetzt auf den Wänden. Tischen und Regalen ihrer drei Zimmer im Schloß Wunder aller Well aufgestellt waren. Nur die arme Lutz wurde immer ver- schüchterter.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiniiiiiiiimHintiinHiiiiiiiiiiiiinuiiiiiiiiiiHiimiiiiiiiiiiiiiiniiiimiiiniiiiiinniMiiiniMnimiiiiiinniiiniHiiiiiim'iiiiiiiiiiiiiiiiim Kulturrevolution in Sowjetrußland. Es soll nicht bestritten werden: die Oktoberrevolution hat der Idee nach den Massen des Volkes, in erster Linie dem Industrie- Proletariat die Möglichkeit des kulturellen Aufstiegs eröffnet. Es hieß, die Tatsachen vergewaltigen, wollte man in dieser Hinsicht die guten Absichten der Sowjetregierung bestreiten. Ilm so tragischer ist aber die Kluft zwischen diesen guten Absichten und dem, was tatsächlich geschieht. Einen schlagenden Beweis dafür liefert eine Notiz in der„Prawda" über den Analphabetismus. Ein« unbedeu- tcnde Tatsache, die der Verfasser anführt. In Karclien hat ein Be- zirksvollzugsrat die Summen, die zur Beseitigung des Analpha- bstentums ausgeworfen waren, zum Ankauf von Futter für das Polizeipferd verwandt. Eine Kleinigkeit? fragt der Verfasser. Nicht ganz. Z. B., fährt er fort, im Jahre 1320 gab es in einem Bezirk des Dongebiets 113 333 Analphabeten, jetzt gibt es da 133 333. Im Nordkaukasus sind es über eine Million, in Sibirien und im fernen Osten IM Millionen, auf dem Ural— dem Gebiet der Metallindu- strie— 933 333 und im Leningrader Bezirk 333 333. Und all die Analphabeten sind Bürger im Alter von 16 bis 34 Iahren. In ganz Rußland find es aber neun Millionen, die des Lesens und Schreibens unkundig sind. Trotz dieser ungeheuren Zahlen werden die etatmäßig festgelegten Summen zur Bekämpfung des Analpha- betismus vermindert! Hand in Hand damit geht auch die Verminde- rung des Interesses an der Bekämpfung des Analphabetismus bei der kommunistischen Jugend, den Gewerkschaften, den Konsum- genossenschasten So sieht es also mit dem oielgerühmten Kampf gegen den Analphabetismus aus. Eine Straße mit Dampfheizung. In dem nordamerikanischcn Staat Nevada beschäftigt man sich eifrig mit den Plänen für ein riesenhaftes technisches Projekt, das nichts weniger als die Beheizung eines ganzen Hochgebirgspasjes während der Wintermonate vorsieht. Und zwar handelt es sich um den sogenannten Bictory Highway, die einzige groß« Straße, die über die Sierra Nevada führt. Diese Straße befindet sich zwar an und für sich in glänzender baulicher Verfassung, doch hat sie den Nachteil, daß sie fast die Hälft« des Jahres zugeschneit und vereist Ist, wodurch ein regelmäßiger Berkehr während dieser Zeit natürlich unmöglich gemacht wird. Deshalb ist man auf den Gedanken ge- kommen, die höchstgslegeuen Teile dieser Straße etwa in einer Ausdehnung von dreißig bis vierzig Kilometer künstlich zu erwärmen, «in Plan, dessen Lösung technisch trotz aller Schwierigkeiten durchaus möglich ist. Etwa fünfunddreißig Kilometer von Victory Highway entfernt befindet sich nämlich eine große Anzahl warmer Quellen, deren Dämpfe zur Beheizung des Paffes in der Art Verwendung finden sollten, daß man sie durch ein System von dicht unter der Strußenoberfläche gelegenen Röhren hindurchlcitet. Hierdurch hätte man die Möglichkeit, das Pflaster auf eine ganz bestimntte gleich- bleibend« Temperatur zu erwärmen, die auch die gewaltigsten Schnecmassen in kurzer Z«t zum Schmelzen bringen würde. Di« einzige wirkliche Schwierigkeit, die sich setzt noch diesem gigantischen Projett«ntgegensti-llt, ist nicht technischer, sondern finanzieller Natur. doch hofft man, auch dieses 5)indernis in Kürz« beseitigt zu haben, worauf dann sofort mit dem Bau der„gehe'Zten Straße" begonnen werden soll. W. M. Auch eine„Modemesse". Der Bischof der Diözese Easale in Italien, Monsignor« Albino Pella, hat angeordnet, daß Frauen nicht mehr zur 12-Uhr-Messe er- scheinen dürfen. Er begründet diese Maßnohm« damit, daß diese Messe mehr und mehr ein Treffpunkt der Mode geworden sei, wo die neuesten Kleider einer eingehenden Kritik unterzogen würden und daß die religiösen Zwecke der Messe ganz außer acht gelassen. würden. Ja, die Frauen benutzten die Messen förmlich, um sich gegenseitig mit den neuesten Modeschöpiungcn zu übertrumpfen. Künftig wird In Casol« wöchentlich nur«ine 12-Uhr-Mcsse in der St. Stephanskirche abgehalten werden, und auch diese eine Messe ist ausschließlich den Männern vorbehalten. Störche über den Alpen. Der englische Pilot McIntosh, der mit seiner Maschine von einem Fluge aus der Schweiz nach London auf dem Flugplatz Croy- don eintraf, berichtet von einer interessanten Begegnung mit einer Gruppe von 23 Störchen, die in einer Höhe von 533 Meter flogen und geradeswegs Kurs auf die Maschine nahmen, als wollten sie den großen Bruder angreifen. Kurz vor der Flugmaschine schwenk- ten sie plötzlich gemeinsam nach unten und flogen unter der Ma- schine fort. Oranatenexplosion im Friseuriaden. In Lemberg brachte am 31. Juli ein junger Mann ein in Papier gewickeltes Paket in den Friseurladen Steinski, Legionär- straße, und übergab es dem Gehilfen Panek. Panek packte das Paket aus,>n dem sich ein« Granat« altösterreichischen Modells befand. Panek manipulierte beim Zünder der Granate so unvorsichtig, daß die Granate explodierte. Panek wurde an beiden Händen ver- letzt. Durch die Explosion wurden überdies zwei Spiegel zer- trümmert. Mit dem Automobil auf der Lokomotive. In den Vereinigten Staaten find die Lokomotiven der lieber- lundzüge mit sogenannten„Kuhsängern" versehen, da die Fälle sich täglich ereignen, daß Vieh auf der Strecke stehen bleibt. Als Robert Moat bei U n i o n City mit seinem Kraftwagen auf dem Heimvxga die Bahnstrecke kreuzte, wurde er von einem Zuge erfaßt. Er hatte Glück; er blieb mitsamt seinem Auto auf dem Kuhfänger hängen und wurde etwa 33 Meter weit mitgeschleift. Al» Robert Moat aus seineni Auto herauskletterte, brach er ohnmächtig zusammen. Es stellte sich aber heraus, daß er keine weitere Verletzung al«. einen leiten Riß am Ellbogen erlitten hatt«. Da« andere hatte der Schreck besorgt. Sozialismus und Naturfreunde Von C. Schreck. Von Am 15. August tritt in Zürich die Hauptversammlung| in der Natur erleichterten. Das Vorrecht des Besizes erfuhr desdes Internationalen Bundes" Die Naturfreunde" zusammen. Dies bot Anlaß zu dem folgenden Artikel. halb eine Korrektur durch die Opferbereticos besteht, der Habenichtje. Durch den Bund der Naturfreunde, der feit 1895 besteht, gelang es schließlich, folche Heime zu errichten. Mit Stolz darf festgestellt werden, daß solche in einer Zahl von über 300 vorhanden sind. Biele haben noch nicht erkannt, daß durch die Bewegung der Naturfreunde der sozialistis hen Gestaltung gedient wird. In allem aber, wodurch die proletarische Gemeinschaft gestärkt wird, rch offenbart sich das Wesen des Sozialismus. Gerade weil der polister tisch- ökonomische Kampf der Werftätigen zum 3iel hat nicht nur ihre Befferstellung, sondern auch ihre endgültige Befreiung, müssen auch die Kräfte zur Entwicklung gebracht werden, die heranreifen machen den sozialistischen Menschen. Voraussetzung hierfüz ist nicht nur theoretisches Wissen, sondern vor allem praktisches Wirten. Naturbetrachtung und Naturerkenntais entwickeln und steigern die Energien, die solches ermöglichen. Denn nicht nur ein gestedtes Ideal ist von Bedeutung, sondern zu seiner Erreichung trägt wesentlich bei, ob mit der Erkenntnis verbunden ist fester Wille und Tattraft. Sozialist sein heißt, den anderen helfen wollen. Demen: sprechend vollbrachten die Naturfreunde dadurch eine Kulturtat, daß sie die Arbeiter ein neues Wandern lehrten. Wer in der Natur mit offenen Sinnen einhergeht, wird die Gesetze, die in ihr wirken, kennen und schätzen lernen. Daraus wieder wird er die Shlußfolgerung ziehen für den Lebenskampf als einzelner und als Angehöriger einer Klasse. Vor allen Dingen wird das Bewußt sein wachsen, daß durch ein willkürliches Geschehenlassen kein Werk jozialer Ar entstehen kann. Wenn am taufrischen Morgen Millio. nen pon Tautröpfchen an den Gräsern hängen, wenn aus den Blüten der Duft emporsteigt, wenn es rauscht in den Buchenwal dern oder im dunklen Tann, wenn der Sturm uns auf den Schnee: firsten umkreist dann ahnen wir die Kräfte, die, allen nutzbar gemacht werden können. Beim Getier, wie im Gestein und Erdgefchiebe beobachten wir Borgänge, die daran mahnen, uns einem höheren Geschick der Menschen zu widmen. Der Blick wird da= durch über die Enge des Daseins hinweg geweitet und auf die Belt gelentt. Gegenüber der Zermürbung durch die Arbeit, der Berdösung durch Stuben und Kneipenhockerei wird so eine Rebellion größten Ausmaßes geübt. Der Kampf gegen die Ausbeutung verlangt förperliche und geistige Frische diese fördert auf das stärtste eine Fahrt durch das Gelände. Aus fleinen Anfängen heraus entwickelte sich eine große Be megung des Wanderns und des Bergsteigens. Durch diese wieder wurden Ideen lebendig gemacht, die auf soziale Maßnahmen hindrängten. Es galt für die Arbeiter und vor allen Dingen für die Jugend solche Erleichterungen zu schaffen, die die Durchführung von Wanderungen erleichterten. Im harten Ringen wurde erreicht, daß die Bereine der Arbeiterflasie endlich als gleich berechtigt anerkannt wurden, soweit es sich um Fahrpreis ermäßigung und Sonderzüge handelte. Darüber hinaus trieb bald die Erkenntnis zu höheren Leistungen. Wuchs schon auf der Banberung die Solidarität in einer Gruppe, so fam diese stärker zur Entwicklung im Hochgebirge. Ershmert wurden die Fahrten und der Aufstieg durch den Mangel billiger Bleiben. Daher ent stand der Drang, Banderheime zu errichten, die das Leben Der Start der Kleinen. Das neue Manöver der Spalter. Die Sportkommunisten verfahren nach dem schönen Grundsah: Hannemann, geh du voran Bei der Abstimmung über das Ultimatum der Zentraltommission und des Arbeiter- Turn- und Sportbundes schicken sie die kleinen Vereine ins Feuer, während die großen sich drücken dürfen. Fichte" hat seine erste Verfammlung, in der es recht lebhaft herging, wie üblich vertagt. Bei der Redeluftigkeit in diesem Berein fann es noch ein Halbdugendmal zu einer Bertagung tommen, ehe ein Beschluß gefaßt mird. Der Schwimmberein Borwärts" ist ebenfalls einer Entscheidung ausgewichen; er mill erst in einer später anzusehenden Bersammlung dazu Stellung nehmen. Offenbar hofft man, daß der Bund inzwischen bei den fleinen Bereinen ein Erempel ftatuiert, worauf man dann als tapferer großer Bruder in die Arena steigen tann. " Fußball am 11. und 12. August. Am Gonna 11. the Berliner swabimannſchaft und Am Sonnabend fährt eine Berliner Auswahlmannschaft nach Dresden, um dort gegen eine Kreismannschaft des 4. Kreises ein Spiel auszutragen. Die Berliner Mannschaft fährt in folgender Aufstellung: Weiher Weber ( Alemannia) Abel ( Bader 20) Krüger ( Spandau 25) Seelinger ( Alemania) Fiebler Baruth ( Brandenburg) Heftermann ( Boruffia)( Belten)( Borw.- Hennigsdorf) Ranfo ( Berlin XII) Pisturet ( Frisch- Frei) Silbebrand ( Adler 08) Die Mannschaft hat in Dresden einen schweren Stand. Hat doch auch der 4. Kreis alle zur Verfügung stehenden Kräfte aufgestellt. Am Sonntag zieht das Hauptinteresse die Begegnung zwischen Lichtenberg I und Sparta 11 auf sich. Das Spiel, das als Wiederholungsspiel ausgetragen wird, findet auf dem Sportplatz in der Kynaststraße um 17 Uhr statt. Beide Mannschaften kämpfen um die Führung in der Gruppe. Noch steht Sparta an der Spitze. Wird es den Lichtenbergern gelingen dem Ostbezirksmeister die Führung zu nehmen? 610 Auf dem Sportplatz Scharnweberstraße in Reinickendorf stehen sich aus Anlaß des Bezirksfestes Stettin Pommerensdorf und eine Auswahlmannschaft des 20. Bezirks gegenüber. # In diesem Wirken offenbart sich größte Entschlußkraft und höchIdealismus. Alle Heime stehen den organisierten Wanderern offen und sie bilden wertvolle Stüßpunkte für das fahrende Bolf. Die Anlagen sind bestimmt durch die Ausdehnung und Art der Wandergebiete; ihre Einrichtungen find praktisch und darum behaglich. In irgendeinem versteckten Winkel von Heide, Waldoder Berggelände sind die Heime meist auf eigenem Grund errichtet. Auf dem Wege der Selbsthilfe erstanden diese Wahrzeichen des prattischen Sozialismus. In der Freizeit wurde de: Boden bewegt, Steine und Holz zusammengetragen und schließlich wurde gemauert und eingerichtet. Deshalb gilt auch in den Heimen das Gesetz der gegenseitigen Hilfe. Wenn hier und da einige Ich süchtige sie stören, dann wird schnell eine Korrektu: durchgeführt durch die Liebe zur gemeinsamen Sache. Die Werftätigen wissen durch die Liebe zur gemeinsamen Sache, Die Bertiätigen wiffer Verbesserung der Weltrekorde. gestalten unter großen Opfern, sondern welches auch geschaffen eben zu schätzen das Werk folidarischen Handelns, das sie nicht nur wurde im Kampfe gegen Filzigkeit und Unterdrückung. Soziale Großtaten sind hier geleistet worden, die nicht nur Anerkennung finden, sondern die zur Nacheiferung anfpornen. Alt und jung wi ten im freien stolzen Schaffen voller Begeisterung für das herliche Werf, auf dem grüßend dann gehißt wird das rote Banner, das Symbol des Sozialismus. Aufstieg des Proletariats sichert. Dieses erlebt jenes Große, wie Entwickelt und gestärkt wird so jenes Kraftgefühl, das den der Bergsteiger bei seinem Aufstieg zum First. Gleich mächtigem Flügelschlag lösen sich jene Seelenschwingungen aus, die ihn innerlich emporheben über all die Kleinigkeiten des Werkeltages. Dem Höchsten wendet er sich zu und ein aufwärtstreibender Bille stärkt ihn. Gelöbnis für ein Ziel ist wertvoll wichtiger aber ist gestaltendes Schaffen. Es sind verkrüppelte Zwerge, die da schmähen und schelten, statt ihre Kräfte einzusetzen für den sozialen Bau, auf dem die sozialistische Welt erstehen wird. Aus freudigem Gefühl und geklärtem Geift strömen so die Energien wirklicher Lebens bejahung. forderlich für die erfrischenden Bir Naturfreunde, in einem Weltbunde vereinigt, schätzen unser Dasein. Wir werfen es nicht fort, weil es Not und Bedrückungen gibt. Wir suchen und empfinden in der Natur die erfrischenden Säfte, die unserem Kampfwillen förderlich sind. Wir wollen die Gemeinschaft aber wir wollen eine solche der einzelnen, die sich aber mit wollen einere sa her einzelnen, bie fin, gegenseitig zu helfen bereit sind. Unsere Fahrten und Forschungen, das Bauen unserer Wanderheime und das Zusammenleben in diesen trägt sicher bei zur Entwicklung und Stärkung des Sozialismus. Werben für unseren internationalen Bund ,, Die Naturfreunde" und höchste Steigerung sozialer Tatkraft sei unsere Losung! In diesem Sinne wird die Hauptversammlung in Zürich besonders zeugnis ablegen von dem sozialistisch- kulturellen Wert unserer internationalen proletarischen Wanderorganisation. Von den Höhen der Alpen mird frohen Herzens unser Ruf erschallen, der überall freudig aufgenommen wird: Berg frei! Neues Rettungsmittel. ndo Die Amsterdamer Olympiade. Amsterdam, 10. August. Außer dem Sieg der Magdeburger Schwimmerin Hilde Schrader im 200- meter- Brustschwimmen für Damen war den deutschen Farben bei den Olympischen Spielen ein Erfolg nicht beschieden. Das 100- Meter- Rüdenschwimmen für Männer gewann der junge Amerikaner Rejae in der neuen Weltrekordzeit von 1: 08,2. Rüppers Deutschland tommte nur den fünften Blazz belegen. In der 4 × 200 Meter Freistilſtaffel verfiel die deutsche Mannschaft der Disqualifikation. Die Ueberraschung des Tages bildete die Niederlage des für unschlagbar gehaltenen Schweden Arne Borg im 400- Meter- Freistilschwimmen, das der Argentinier 3orilla in der neuen olympischen Rekordzeit von 5: 01,6 vor Charlton- Australien gewann. Arne Borg fam als Dritter an. Von den deutschen Borern sind nur noch Bist ulla in der HalbschwerPistulla gewichtsklasse und Schönrath im Schwergewicht im Wettbewerb geblieben. In allen anderen Klaffen schieden die deutschen Vertreter durch Niederlagen aus. Im Säbel- Mannschaftsfechten siegte auolen. Ungarn vor Italien und Polen. Die deutsche Mannschaft konnte nur den vierten Plaz belegen. Neuer Rhöndauerrekord. Dittmar mit dem Flugzeug ,, Albert" etwa 4% Stunden in der Bei den Flügen am Donnerstag auf der Rhön gelang es Luft zu bleiben; er überbot damit den bisherigen Reford Pomnitz's, Akademische Fliegergruppe Dresden, der auf vier Stunden 7 Minuten stand. Moeskops dominiert bei Rütt. Tietz gewinnt das Rennen hinter Tandems! Bei der gestrigen Veranstaltung der Rütt- Arena stand der internationale Biererkampf im Mittelpunkt des Programs. Zwei deutsche und zwei ausländische Vertreter- Engel, Rütt, Moestops und Raufmann bestritten diese Angelegenheit, die sechs 3meierläufe über je 750 und einen Viererlauf über 1000 Meter vorsahen. Im ersten Lauf trafen sich Moeskops und Rütt. Versteht sich, daß der holländische Weltmeister dominierte. Kaufmann und Engel starteten im zweiten Lauf. Ein flotter Antritt brachte dem Schweizer den Sieg. Engel schlug dann Rütt im dritten Lauf. Mit einer gewissen Spannung verfolgte man den vierten Lauf, der ein Treffen Moestops- Kaufmann brachte. Auch hier vermochte sich Moestops glatt durchzusetzen. Kaufmann schlug im fünften Lauf Rütt und Moeskops schickte im se ch sten Lauf Engel ganz gehörig heim. Der legte Lauf vereinigte alle vier Fahrer am Start. Gleich nach Rennbeginn benahm sich Rütt gegenüber Kaufmann recht unfair, indem er den Schweizer arg behinderte. Moestops tat in der letzten Runde dasselbe und wurde daraufhin distanziert. Im Gesamttlassement hatten Moestops und Kaufmann die gleiche Punktzahl. Nach den Rennbestimmungen müßte, da Moestops distanziert und somit Kaufmann Sieger des legten Laufes wurde, auch Kaufmann Sieger im Gesamtflassement sein. Doch das Renngericht sprach nach einer geraumen Weile Die meisten der kleinen Bereine befennen gegen starte Minderheit sich zu den Kommunisten. Bei dem Zustand im Berliner Arbeitersport war das vorauszusehen. Die Vereine dürften Das neu eingeführte Motorredboot der Berliner Schutzpolizei, zu Land Destops den Sieg zu. Den dritten Platz erhielt Engel und zu Wasser gleich benutzbar. auch des Glaubens sein, daß die Suppe nicht so heiß gegessen werbe, wie sie gefocht wurde. Sie irren darin; es geht in der Tat um Kopf und Kragen. Die Berbände, die zum Ausschluß von Ber einen gezwungen sind, werden sofort zu Neugründungen für Arbeitersport und Körperpflege eingeschritten, um den Arbeiter schreiten. Damit ist dann den ausgeschlossenen Bereinen die Tür Sport vor dem sicheren Untergang zu retten. Jetzt ist es wieder Bauernd verschloffen, und sie können in der sportlichen ,, Schuhmacherei" möglich, pofitive Sportarbeit im Interesse des Arbeitersports zu Hutmanns ein unrühmliches Dasein führen. Daß Hutmann den leisten. Die Arbeit beginnt, das neue Kartell ist gebildet, jetzt ist es Zeit, daß sich fämtliche Genossinnen und Genossen, welche Sport eigenen Baden will, geht aus seinem Blatte mit erfreulicher Deutlichkeit hervor. Da auch Wiest schon seit langem sich mit dieser treiben und bis jetzt auf Grund der kommunistischen Hezze gegen unsere Partei, fich außerhalb der Reihen der Arbeitersportorganifa zwangsläufigen Folge der Zellenbauerei vertraut gemacht hatDor längerer Zeit hat er schon Berechnungen über die Enttionen stellten, sich unverzüglich diesen anschließen. Es ist wohl widlungsmöglichkeiten eines tommunistischen Bundes an felbstverständlich, daß nur noch die Vereine in Frage tommen, welche gestellt so dürfte es doch zur Spaltung in Berlin kommen. hinter den Beschlüssen des Bundestages und der Zentralkommission Man will sich aber noch nicht ganz demaskieren, sondern zunächst stehen, denn nur hier ist die Möglichkeit geboten, politive zu leisten. Die Anschriften der Turner, Schwimmer, Leichtathleten, Ruderer und sonstiger Sparten werden in nächster Zeit in der Presse bekanntgegeben. Für die Kanufahrer tommen nur die Freie Kanu nion, Freie Turner fahrer Berlin in Frage. Die ( 4 Punkte), den vierten Rütt( 4 Punkte). Auch hier müßte die Placierung umgekehrt sein, da Engel im letzten Lauf als letzter durchs Ziel ging. Im Runden Refordfahren fuhr, wie wohl faum anders zu erwarten, der holländer it 15,4 Sef. die beste Zeit des Tages. 3weiter wurde Kaufmann wit 15,5 und dritter Rütt mit 15,9, vierter Engel mit 16 Set. Michard ist somit mit seinen 14,7 Sef. zweiter Inhaber des Bahnrefords. Walter Rütts zweiter Versuch der Rennen hinter Tandemführung flappte schon wesentlich besser, wenn auch hier und da die Ablösungen zu wünschen übrigließen. Der Sieg war Dstar Tie nicht zu nehmen. Er fuhr in einer Stunde zwei Läufe 47,345 Kilometer. Zweiter wurde über je ½ Stunde Louet, 47,301; dritter Kroschel, 46,680 und vierter Linari, 46,645 Kilometer. die ausgeschlossenen Vereine auf proletarischer Grundlage zu einer eten, Ruderer und sonstiger Sparten werden in nächster Freitag, mit der Fahrt zum Bundesfest in Ludwigshafen. Danach Arbeitsgemeinschaft zusammenschließen unter der Barole: Kampf gegen den Ausschluß, wieder hinein in die Verbände! Zentralfommiffion und Verbände werden dafür sorgen, daß den Die Süddeutschlandturnee der Lurich- Ringer beginnt heute, Städtetämpfe in Darmstadt, Wienheim, Heidelberg, Die LurichSchuhmachern die Wiederzumachung ihres Ladens dadurch erleichtert fchaft Groß- Berlin Kanubezirf, Freie Faltbot mannschaft foll in neuer Aufstellung zeigen, ob sie in dieser Aufihnen teine Aussicht mehr, wieder in die Verbände zurückzukehren. Wenn die Hut, Fried- und Bergmänner nebst weiblichem Gefolge sich heroisch in die Selbstverbannung begeben wollten, würden wir das sehr begrüßen; das wäre dann der Anfang vom Ende ihrer arbeitersportlichen Laufbahn. Nach diesem Harakiri würde die Arbeitersportbewegung fofort gefund werden. Den feinen Vereinen, die sich jetzt für die Sendlinge der KPD. aufopfern, ist nicht zu helfen. Den bundestreuen Mitgliedern Dieser Bereine wird aber schnellstens Gelegenheit zur Ausübung ihrer sportlichen Tätigkeit gegeben werden. Die Fichte"- und Borwärts" Leute werden nun aber audy sehr bald an den Start ins Blaue gebracht werden; die Startpistole ist schon geladen.iginal mis Kanusportler! in Erfner, Köpenick und Tegel. Die Abteilungen Erfner und Köstellung an den kommenden Serienfämpfen teilnimmt, in diesem penid veranstalten morgen, Sonnabend, eine Gemeinschafts Jahr wird zum erstenmal auch die Abteilung Fürstenwalde an den fahrt nach dem Flakensee. Sämtliche Ranuſport betreibenden Ge- Gerientämpfen sich beteiligen. nofsinnen und Genoffen, welche ein paar gemütliche Stunden beim Spiel und Sport im Streife von Gesinnungsgenossen verleben wollen, sind hierzu herzlichst eingeladen. Anschrift für die Freie Kanu- Union: Georg Dewald, Berlin- Treptow, Kiefholzstr. 46. Fußball. Lichtenberg 3 IT. B. C. I. Vereinskalender. Freitag, 10. August, 20 Uhr, Spreeftr. 30. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Zentrale Wien. Abt. Charlottenburg: Tor. Romao A to sit Auch dieses Jahr messen turz vor Beginn der neuen Serie die Fußballrivalen des Ostbezirks ihre Kräfte. 2. 3 sowie TBC. haben zu diesem Treffen ihre besten Spieler zur Stelle. Das letzte Derby" dieser beiden Vereine hat 2 ist der neutrale Austrnentschieden 2: 2 geendet. Auch diesmal Die gegenwärtigen Verhältnisse im Arbeitersport müssen jedem Barteigenossen und Sportler die Augen geöffnet haben, wohin ber der Sportplag in der Kynaststraße Kurs im ersten Kreis des Arbeiter- Turn- und Sportbundes getrieben am Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Der Kampf beginnt 6 Uhr. werden soll. Rechtzeitig ist der Bundestag und die Zentraltommiffion Borher spielen die Jugendmannchaften beider Vereine. Geschäftliches, Singsang. Abt. Südost: Freitag, 10. Auguft, Abendwanderung. Treffpunkt 18% Uhr Rottbusser Abt. Treptow: Freitag, 10. August, 20 Uhr, Elfenstr. 3. Geschäftliches. Abt. Neukölln: Freitag, 10. August, 20 Uhr, Flughafenstr. 68. Seimabend. Bhotogemeinschaft: Montag, 13. August, 20 Uhr, Ebertnstr. 12. Coziale Aufnahmen. Maltunftgemeinschaft: Freitag, 10. August, 20 Uhr, Johannisstr. 15. 9ofen. Arbeitsgemeinschaft proletarischer Boltstangtreife. Gonntag, 12. August, Treffpunkt aller Teilnehmer am Stiftungsfest des Arbeiter- Abstinenten- Bundes um 15 Uhr Eingang des Boltsparts Jungfernheide. Nächster und lehter TanzBeginn pünktlich 19 Uhr. Bekanntgabe neuer Kurse Anfang September. abend im Freten am Mittwoch, 15. August, in Treptow, Spielwiese Nr. 10. Bolkstanztreis Prenzlauer Berg: Treffpunkt zum Kinderfest des Bezirksjugendamtes morgen, Sonnabend, 15 Uhr, auf dem Spielplay Rudolf- Mosse- Straße, hinter der Mauer. Nachzügler am Spielplak 8/9. Arbeiter- Rabfahrerverein Groß- Berlin. Conntag, 6 Uhr, Schnitzeljagd nach Mahlsdorf Glib, Restaurant Dräger, Rickemal. Start Waldemarstraße Ecke Mariannenplak Gäfte wilkommen. Arbeiter Rabfahrer- Bund„ Colibarität", Ortsgr. Berlin. 2. Abt.: Sonntag, 12. Auguft nach dem Groß- Glienider See. Start frith 5 Uhr bei Rohde, Dieffenbachyfte. 36. Gäfte ftets willkommen. Eine Insel des Elends. Arbeiternot im Lande des Dollars. Das Arbeitsamt von Porto- Rico hat der gesetzgebenden Berfammlung von Porto- Rico einen Bericht erstattet, der ein grelles Licht auf die erbärmliche wirts haftliche Lage der Arbeiterklasse wirft. Der Bericht wurde von offiziellen Regierungsbeamten gegeben, die mit der Beaufsichtigung der Werkstätten, Fabriken usw. beauftragti find. Porto Rico, das nach dem spanisch- amerikanischen Kriege von Spanien an die Vereinigten Staaten abgetreten wurde, ist eine Inset mit etwa 1 300 000 Einwohnern, von denen 90 Pro 3. Arbeiter sind. leber die Zustände der Fabrit- und Heimarbeit in der Sticke rei und Nähe: eiindustrie, in der 40 000 Frauen neben 900 männlichen Personen beschäftigt sind, sagt der Beri ht, daß die Wertstätten in der Regel in unzulänglichen Gebäuden untergebracht sind. Bon 492 besuchten Betriebsstätten genügten insgesamt mur zehn den Anforderungen, die an einen modernen Arbeitsraum gestellt werben förmen. 4339 Frauen und 234 Männer in dieser Industrie wurden in eine Untersuchung einbezogen, wobei festgestellt wurde, daß sie alle Löhne verdienten, die unzureichend maren, um auch nur bie dringlichsten Lebens. bedürfnisse zu befriedigen. De: Durchschnittslohn von 144 weiblichen Arbeitern, die Familienhäupter waren, belief sich om 2 bis 12 Dollar die Woche( der überwiegende Lohnfag betrug 4 Dollar bie Boch e). Die Lage der Heimarbeiter, unter denen sich auch viele Kinder zwischen 8 und 12 Jahren befinden, wird als erbärmlih" und„ betlagenswert" gekennzeichnet. Der allgemein geltende Lohn für eine Gruppe von 553 Frauen betrug 1 Dollar die Woche für eine Ar beitszeit, die zwischen 60 und 72 Stunden schmanfte. Unterernährung der Arbeiter fommt unter diesen Umständen natürlich häufig vor. Die Berhältnisse der Arbeiter in den 3uderrohrplan tagen, der wichtigsten Industrie des Landes, worin schäßungs. meife 100000 Arbeiter tätig sind, find ebenso wenig beneidens mert. Die Löhne betragen bei achtstündigem Arbeitstag 0,75 bis 1,25 Dollar pro Tag. Obwohl die Produktion zunimmt, ergibt sich, daß in den letzten Jahren die Lage des Arbeiters völlig unverändert geblieben ist. Die in den Kaffeeplantagen tätigen Arbeiter erhalten ein en Lohn von 0,50 bis 0,75 Dollar pro Tag während der neun Monate der Hochsaison, wohingegen sie während der Ernteperiode von 0,50 bis 1,50 Dollar in Afford und einen regelmäßigen Lohn von 0,60 Dollar täglich verdienten. In der Tabaffultur merden Löhne von 0,75 bis 1,50 auf die Lohnlisten zu sehen. Ein vor einigen Jahres von der Gefeggebenden Bersammlung angenommenes Gejeg betreffend Mindestlöhne für Frauen wurde wurde vom höchsten Gerichtshof der Vereinigten Staaten für ver. fassungswidrig erflärt. Die Tagebücher eines Hoffräuleins. Ein Meisterstück der Fälscher funft. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichten russische Emifür ihre Pferde gebrauchte Bettfche- tft zum fteten Begleiter jedweder Anordnung der Ad. ministration geworden. In einer Resolution, die auf einer Arbeiterversammlung angenommen wurde, heißt es unter anderem, daß Mißhandlungen, insbesondere das Schlagen ins Gesicht, auf der Station Kautschi zum System geworden ist. Wenn aber hier im Vorort Taschtents derartige Dinge ungestraft lange Zeit hindurch ge= schehen können, wie mag es dann tiefer im Lande aussehen. grantenzeitungen und eine ſowjetruſſiſche Archivzeitschrift in Moskau„ Widerstand gegen die Staatsgewalt." die sensationellen Tagebücher des früheren Hoffräuleins Wyrubowa, der intimen Freundin der Zarenfamilie. Die Tagebüder erregten ungeheures Aufsehen; sie schilderten mit einer fast an Schamlofigfeit grenzenden Offenheit intimste Vorgänge am 3arenhose und waren geeignet, in höchstem Maße die Zarenfamilie zu diskreditieren. Die sowjetrussischen Geschichtsgelehrten Schegolew und Po fromsti zweifelten jedoch die Echtheit der Tagebücher an und verhinderten ihr weiteres Erscheinen. tommen war. Der Redakteur der sowjetrussischen Archivzeits hrift Serwejeg legte aber unerschütterliche Beweise für die Echtheit der Tagebücher vor: eigenhändig geschriebene Briefe der Wyrubowa, die indirekt auch auf die Tagebücher Bezug nahmen. Schegolew begann flein beizugeben; Botrowski blieb jedoch bei seiner Ansicht, daß die Tagebücher gefälscht seien. Da legte Sergejem neue Beweise vor: einen Brief der Wyrubowa, der erst ganz vor kurzem aus Finnland geEr war auf ganz dünnem Papier geschrieben und in einer Weise zusammengelegt, wie es gewöhnlich mit Briefen, die illegal nach Sowjetrußland geschmuggelt werden, gemacht wird. Die Wyrubowa bat darin, die letzten Kapitel ihrer Tagebücher zu vrnichten, da sie allzu fehr für die Zarenfamilie tompromittierend seien. Die Echtheit der Tagebücher schien erwiesen. Die GPU. begann aber nun ihre Nachforschungen, um festzustellen, in welcher Weise der Brief nach Rußland gelangt sein fonnte. Sie verhaftete alle, die mit diesen Tagebüchern zu tun gehabt hatten im ganzen vierzehn Berfonen. Die Nachforschungen ergaben, daß sowohl die eigenhändig geschriebenen Briefe der Wyrubowa, als auch die Tage bücher gefälscht feien. Der Berichterstatter der Zeitung Sewodnja" teilt mit, daß alle Verhafteten, mit Ausnahme des talentvollen Brieffälschers, in Erwartung der gerechten Strafe im Gefängnis figen. Der Brieffälfder aber ist megen seiner großen Talente in Freheit gelassen worden. Die GPU. will sehen, ob sie sich seiner nicht zu ihren eigenen Zweden bedienen fann. Pr Arbeiterbehandlung in Mittelafien. n Kein Zuckerbrot, aber die Peitsche. Polizei, wie sie nicht sein soll! In der Abendausgabe des„ Vorwärts" vom 1. Februar wurde über die Mißhandlung eines Radfahrers durch zwei Polizeibeamte berichtet. Der Mißhandelte war abends ohne Licht gefahren. Man halte ihn brutal zur Wache geschleift und ihn auf dem Wege dorthin mehrfach mit dem Gummifnüppel geprügelt. Der Polizeipräsident hat auf unsere Veröffentlichung eine strenge Untersuchung in dieser Angelegenheit eingeleitet. Von einer Bestrafung der Beamten wurde bis zur endgültigen gerichtlichen Untersuchung des Vorfalles zunächst abgefehen. Gestern nun sollte vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte gegen den Radfahrer wegen Widerstandes gegen die Staats= gemalt verhandelt werden. Der Prozeß wurde nach mehrstün diger Beratung pertagt, weil ein wichtiger Entlastungszeuge nicht erschienen war. Interessant ist, daß in dem bisherigen Berlauf der Berhandlung die beiden Bolizeibeamten die von uns wiedergegebenen Angaben über die Behandlung des Radfahrers fast restlos be stätigen mußten. Sie haben dem Angeklagten, weil er angeb lich nicht schnell genug vom Rade herunterstieg, herunterge3ogen, so daß er hinfiel. Sie haben ihn, weil er sich an geblich weigerte, mit ihnen zur Wache zu gehen, zur Wache hleifen wollen, und ihn tatsächlich mit dem GummiSie haben ihm die fnüppel mehrfach verprügelt. fast ramache, Sachen vom Leibe gerissen, und erst auf die Bitte eines Chauffeurs brachten sie den jezigen Angeklagten, der fast bewußtlos war, in einem Auto zur Wache. Interessant ist die Tatsache, daß der Angeflagte sehr schmächtig ist, während die beiden Beamten ihn an Körpergröße und Kraft weit überragen. Es mußte ein leichtes sein, ohne Anwendung grober Mittel den Angeklagten zur Wache zu bringen. Trotzdem sagte der eine Beamte folgendes aus: ,, Ais der Angeklagle sich vom Boden erheben wollte, hatte ich den Eindruck, daß er sich auf mich stürzen wollte, und darum schlug ich ihn mehrere Male mit dem Gummifnüppel". Der Angeklagte mußte sich ein recht scharfes Kreuzperhör des Borsitzenden gefallen lassen. Der Zu hörer aber mußte den Eindrud gewinnen, daß der ganze Vorfall erst durch das rigorose Verhalten der beiden Beamten hervorgerufen wurde. Der Angeklagte hat infolge der Berlegungen, die er bei diesem Borfall erlitt, längere Zeit hindurch nicht arbeiten fönnen. Er hat seine Stellung verloren, und Dollar täglich für Männer und von 40 bis 60 Cent für Bollzugskommission des mittelasiatischen Bureaus des noch heute ist er arbeitslos. Frauen allgemein während de: Erntezeit bezahlt. Es wird mitgeteilt, daß vor einigen Jahren von den Arbeitgebern ein Anfang mit dem Bau einigermaßen hinreichender Wohnungen gemacht wurde, aber daß während des ganzen Jahres 1927 darin tein Fort schritt wahrzunehmen war. Der Lohn für Hafenarbeiter ist ebenfalls sehr gering und schwankt zwischen 2 und 3 Dolla- pro Tag. Dies erscheint als ein anständiger Betrag, aber erweist sich als sehr niedrig, wenn man vernimmt, daß für diese Arbeiter hö hstens 10 Tage im Monat Arbeitsgelegenheit besteht. Die Löhne in den üblichen Berufen( wie für 3immerleute, Maurer, Rohrleger) sind durchgehend nicht höher als 3 Dollar pro Woche, im allgemeinen also höher als in vorgenannten Berufszmeigen, aber in verschiedenen Gewerben wird nicht ständig gearbeitet. Berechnungen des Arbeitsamtes von Porto- Rico führen zu dem Ergebnis, daß für den städtischen Arbeiter mit einer Familie aus fünf Personen ein Monatseintommen von minde stens 100 Dollar zu: Bestreitung seines Lebensunterhaltes nötig ist, vorausgefeßt, daß er nicht mehr als 20 Dollar Miete zu zahlen hat. Diejenigen, die weniger als diesen Betrag verdienen, und bei den meisten ist dies der Fall, find infolgedessen die Opfer berufsmäßiger Geldleiher oder der Geschäfte, die ihnen die Wohnungsausstattung in Ratenzahlung liefern." Die Arbeiter auf dem Lande sind größtenteils gezwungen, minderwertige Nahrung zu gebrauchen. Es bestehen in Porto- Rico auch einige Gesetze auf sozialem Gebiete, aber die meisten davon werden übertreten. So umgehen die Arbeitgeber vielfach das bestehende Gesez zur Regelung der Beschäftigung Jugendlicher; es ist schwer, die Umgebung zu entdecken, Sa die Arbeitgeber vielfach unterlassen, die Namen der Rinde: PROGRAMM für die Zeit vom 10. bis 13. August BTL Potsdamer Straße 38 Unterwelt Der größte Kriminalfilm aller Zeiten Turmstraße 12 Vier Herren suchen Anschluß mit Clara Bow Belprogramm Rheinstraße 14 Der Florentiner- Hut Sanatorium zur Liebe mit Laura la Plante Die Prawda" des Oftens vom 3. Juli teilt einen Beschluß der Bentralfomitees der russischen Kommunistischen Partei betreffs der Stimmung unter den Arbeitern Mittel afiens mit; dieselbe Zeitung vom 15. Juli berichtet über einen Be schluß des Vollzugsbureaus des Bezirkskomitees der Partei von Usbefftan betreffs der Mißhandlungen von Arbeitern auf der Bahnstation Kautschi, einem Vorort von Tajchtent. Im zweiten Punkt dieses zweizen Beschluffes heißt es: Die in de: legten Zeit stattgehabten Streiks auf den verschiedenen Bauten in den Eisenbahnwerkstätten, Fabriken im ganzen werden mehr als neun verschiedene Unternehmungen aufgezählt zeigen, daß die Partei, Gewerkschaften, Wirtschaftsorganisation nicht rechtzeitig die Maßnahmen zur Vorbeugung und Beseitigung der Ursachen ergreifen, die die Stimmung der Arbeiter verschlechtern, und daß sie ihrer Stimmung überhaupt nicht Rechnung tragen. Aus dem gleichen Beschluß erfährt man auch, daß die Mißstände in der unzureichenden Lohnauszahlung, den unbefriedigenden Wohnungsverhältnissen und der Nichtversorgung der Arbeiter mit Lebens: mitteln bestehen. Besonders wird in dem Beschluß die chauviniftische Einstellung gegenüber den einheimischen Arbeitern unterstrichen. Es heißt da wörtlich: Es handelt sich um Ueberbleibsel aus der Zeit des allrussischen Chauvinismus, der bei den einheimischen Arbeitern gegenüber dem europäischen Proletariat Mißtrauen her. vorruft. Aus dem Beschluß ersieht man ferner, daß MißhandIungen der Arbeiter durch die Administration wiede: holt vorgekommen sind. Die elementarsten Forderungen r Arbeiter werden einfach ignoriert. Die Zeitung schreibt:„ Diese Erscheinungen haben lange Zeit hindurch gewährt. In der letzten Zeit aber scheut man selbst vor Mißhandlungen nicht zurück. Man prügelt die Arbeiter bei jedem Zusammenstoß, der bei der Ausführung von Aufträgen entsteht." Die Nagaita die von den Rosaten Es muß anerkannt werden, daß bei der Berliner Polizei ein derartiges Borgehen zu den Seltenheiten gehört, und gerade im Interesse des Ansehens der Polizei sollten Beamte, die sich durch übermäßig energifches Borgehen auszeichnen", so schnell als möglich von einem Posten entfernt werden, für den sie nicht ge eignet sind. Rein Rännchenzwang mehr im Funkturm- Garten. 14 Das Ausstellungs-, Meffe- und Fremdenverkehrsamt der Stadt Berlin teilt uns zu dem Artikel in der Nummer 370 des ,, Abeni mit, daß es sich auf Grund der dort abgedruckten Beschwerde mit dem Restaurationspächter des Funkturmgartens in Verbindung gesett habe. Der Bächter verweist darauf, daß die mitgeteilten Ziffer gegenüber den tatsächlich im Lokal und im Konzertgarten aushängen den Preisen um 10 bzw. 20 Pf. zu hoch angegeben sind, so daß in dieser Beziehung ein Irrtum obwalten muß. Im übrigen sei zu beachten, daß für den Eintritt in den Konzertgarten das sonst üblid, Sondereintrittsgeld nicht erhoben wird und die Kännchen einen besonders reichlichen Inhalt aufweisen. Der Bächter hat jedoch insofern der Beschwerde Rechnung getragen, als er von dem Kännchenzwang für die Zukunft absieht und auch die Ausgabe von Kaffee in Tassen wieder einführt. Demgegen über teilt uns unser Gewährsmann mit, daß er seinen Bericht voll und ganz aufrechterhalte. In Daß die Verhältnisse für die Besucher der verschiedenen Lokale feineswegs günstig liegen, beweisen die zahlreichen Zuschriften, die uns inzwischen zugegangen sind. So wird uns mitgeteilt, daß auch in einem alten betannten Lotal am Schlachtenfee, das aber feinen Komfort aufweist, für ein Glas 3itronenlimo= nade einschließlich Zuschlag 80 Pfennig gefordert wird. einem Lofal in Rauchfangswerder wurde einer sozialDemokratischen Frauenorganisation, die also doch Massenkonsum mitbrachte, für 1 Liter tochendes Wasser zum Kaffeeruf brühen 1,50 m. abgefordert. Das geht doch entschieden zu weit. KINO TAFEL Sadwesten Usten = Concordia- Palast Film- Palast Kammersåle Concordia- Palast Teltower Str. 1-4. W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 U. Andreasstraße 64 Liebeskarneval mit Carmen Boni. Jack Trevor Der geheimnisvolle Ozeanflug Süden Th. am Moritzplatz Beg. W. 6.15, 9. S. ab 4 Uhr Liebeskarneval m. Carmen Boni Die Leopardenlady Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 Im Taumel von Paris Monty Banks in Hochzeitsreise Bühnenschau Neukölln Passage- Lichtspiele Alexanderstraße 39-40 Neukölln, Bergstraße 151-152 Passage Rin Tin Tin als Lebensretter Die Geisterfarm Jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Str. 75 Rin- Tin- Tals Lebensretier Der geheimnisvolle Ozeaning Jugendliche haben Zutrit Dle Dame und ihr Chauffeur Das gewaltige Belprogramm Bühnenschau Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Dorine und der Zufall Der geheimnisvolle Ozeaning Babgenschan Unterwelt Belprogramm Bühnenschau Viktoria- Lichtbild- Th, Frankfurter Allee 48 Liebeskarneval Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Rin Tin Tin als Lebensretter Kampf im Tal der Riesen Bunenschau Norden Pharus- Lichtspiele Müllerstr. 142 Unterwelt Rn- Tin- Tin als Lebensretter Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Carmen Boni: Liebeskarneval Beiprogramm und Varietéschau Metro- Palast Chausseestraße 30 Das große Eröffnungs- Programm: Zwei rote Rosen, Liane Haid Bühne: Das berühmte amerik Jazzband Nordwesten Kosmos- Lichtspiele Welt- Kino Lichtenberg. Lückstraße 70-73 Die große Ausstattungsrevue: Lebe. Liebe, Lache in 11 Bildern, 6 Mitwirkende 10 Flitterwochen Belprogramm Friedrichsfelde Alt- Moabit 99 Polizeifl'eger von Kalifornien Das gute Beiprogramm Gesundbrunnen ,, Alhambra" Badstraße 58 M. Sonja: Die Studentengräfin Beiprogramm und Bühnenschau Ballschmieder- Lichtsp.| Badstraße 16 PROGRAMM für die Zeit vom 10. bis 13. August Weißensee Die Dame und Ihr Chauffeur Schloßpark Film- Bahne Der Weltmeister Große Bühnenschau Kristall- Palast Prinzenallee 1Im Taumel von Paris mit Lil Dagover Harry Piel in Schneller als der Tod Große Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a W. 6.30, 9, S 5, 630,9 U Filtterwochen.. In den HauptBerliner Allee 205-210 Flitterwochen Belprogramm Große Bühnenschau Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17. W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U. Das große Wiedereröffnungsprogr. Sonnabend, 11. August: Jackie Coogan, der Schiffsjunge Herr Meister u. Frau Meisterin Jugendliche haben Zutritt Schönepers rollen Landa, Bill, Paulsen. Titania( uta Schöneberg) Sandrock u. a. Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Film: Königin Luise, I. Teil Bühne: Ein Abend auf Gut Paretz Nieder- Schönhausen Kammerlichtspiele Humboldt- Theater Film- Palast Friedrichsfelde, Berliner Straße 18 Sechs Mädchen suchen Nacht quartier Der Feldmarschall, Sporifiim Badstraße 19 Auf viels. Wunsch 2 Harry- Plel- Filme Rivalen und der letsie Kampt Große Bühnenschau Blankenburger Str. 4 Derine und der Zufall Meral mit Elles Richter Hauptstraße 43 6.30,-9, S. 3.15, 5, 7, 9 U Zwei rote Rosen m. Liane Haid Der ei erne Esel Beiprogramm Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Liane Heid, Käthe von Nagy in Königin seines Herzens Regie: Viktor Janssen Auf der Bühne: Bise Kneper von der Staatsoper Bernhard Bötel von d. Städt. Oper