BERLIN Mittag 20. August 1928 IG Pf. Nr. 392 1 0194 43. Jahrgang. £r'd)«int täg licb außerSonutag«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 8b Pf. pro Woche. 3.oo M. pro Monat. Redaktion undErpedition: BerlinSWk8,Lind«nftr.3 /V g» nzeigenpret«: Die einspaltige Vonpareillezeik« SO Pf.. Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. oftscheekkonl«! Vorwärts-Verlaq V. m. d. Berlin Nr. 3? 536. Fernsprecher: Döndvff Svs bis isn Der 153. Sozialdemokrat! Ergebnis der Nachprüfung durch den Neichswahlausschuß. Albert Kattenberg gewählt. Der Relchswahlausschuh hat am Aloakag früh in einer Sitzung ein grobes Addilionsverfehea korrigiert, das bei der Zusammenstellung des Ivahlresultots vom 20. Mai zur Reichstags- mahl im Wahlkreis Ostpreußen passiert war. Dort waren im Reglerungsbezirk Gerdauen 60 SNmmbezirke bei der Addiernng aus- gefallen. Es handelte sich um insgesamt 10 41S Stimmen, die sich folgendermaßen oerteilen: Sozialdemokrten 4622, Deutschnationale 3600. Zentrum 19, Deutsche Volkspartei 316, Sowmunisteu 710. Demokraten 307, Link« Kommunisten 31, Mlttelstaodspartei 64. Ilationalsozialifien 162. Deutsche Bauernpartei 224, völkischer Block 40. Volksrechtspartei 42. Evangelische Volksgemeinschaft 6, Ehrlsllich-soziale Reichspartei 5, Veutschsoziale Partei 11. Reichsblock der Geschädigten 16 und Alte Sozialdemokratische Partei 11. Die nunmehr mehr ermittelten 4622 sozialdemokratischen SSm- meo sind der Reichsliste zugezählt worden. Dort war nach der ersten Feststellung ein Stimmenrest von 26 165 Stimmen verblieben. Run- mehr beträgt der Rest 30 767 Stimmen. Do ein Rest von mehr als 30 000 Stimmen auf der Reichsliste zu einem weiteren Mandat genügt, hat der Reichswahlansschuh festgestellt, daß auf die sozialdemokratische Reichsliste statt 9 Sitze deren 10 entfallen. Der durch diese Korrektur für gewählt erklärte Abgeordnete ist der Vorsitzende des Allgemeine» Deutscheu Beamlenbnnde» Albert Falken- berg. Die Zahl der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordnete» beträgt jetzt 153!_ Retter des Kapiiols. Nationalisten, Kommunisten und Avchdemokraten. Die S o m m u n i st e n wenden alle Mittel erlernter und angeborener Demagogoie an. um aus dem Beschluß des Reichskabinetts über den Ersatzbau eines Panzerkreuzers besondere Bortelle für ihre innerlich zerissene Partei heraus- zuschlagen. Das wundert niemanden, der die kommunistische Arbeitsmethode auch nur oberflächlich kennt. Die Nationalisten sind empört darüber, daß die sozialdemokratische Fraktion nicht Hals über Kopf ihre Minister aus der Regierung gezogen hat. Sie hatten sich schon so darauf gefreut, das den Keudell und Schiele wieder der Weg geebnet werde. 3etzt bricht die Enttäuschung hemmungslos durch. Und das Blatt der Claße und Soden- sterne zittert vor Empörung, weil die Sozialdemokraten nicht Platz machen wollen, sondern noch einige wichtige Dinge innerhalb der Regierung zu erledigen gedenken. Ganz aus dem Häuschen ist aber ein Teil der söge- nannten demokratischen Presse geraten, die besonders am Montag die Berliner Straßen überschwemmt. Bon der ..Welt am Montag" bis zum..M.-M." ist nur ein kurzer Weg. Beide machen in Schwarzseherei, künden den Zu- sammenbruch der Sozialdemokratie und den unaufhaltsamen Endsieg der Kommunisten an und weinen bitterx Tränen, weil die Sozialdemokraten ihre bürgerlich-demokratischen Erwartungen nicht in ollen Punkten erfüllt haben. Besonders der Beschluß der Reichstagsfraktion und des Parteiaus- schusses geht ihnen durchaus nicht weit genug. Man spricht verächtlich von einem..Parteikonzil" und rechnet jetzt schon aus, daß die Sozialdemokratie, weil sie die Dinge in ihrer geschlossenen und wegen ihrer Schlagkraft oft beneideten Organisation nüchterner ansieht, wie aufgeregte auchdemo- kratische Literaten, in den nächsten Reichstag nur mit 70 Mandaten wiederkehren werde! Zu all diesen aufgeregten Aufsätzen nur ein kühles Wort der Abwehr: Wenn innerhalb der Sozialdenw- tratie irgend etwas vorkommt, das die Mitglieder und ihre erwählten Führer in Gegensatz bringt, dann bringt die Partei das selbst wieder in Ordnung. Sie bedarf dazu weder der Beihllfe der Stipendiaten Moskaus, Eortfetzung auf der 2. Seile.) Der schwere Unfall in Buckow. Da» Bnckower vreiecksrenneo, das am gestrigen Sonnlag Taufende von Anhängern des Auto- und Motorradsportes nach der Märkischen Schweiz gelockt hatte. mußte wegen eines furchlbaren Unglücksfalles vorzeitig ab- gebrochen werden. Nach den Motorradkonturrenzen starteten die Renn- und Sportwagen. Zunächst verlief olles programmäßig und ohne Zwischenfall. Mit hohen Geschwindigkeiten durcheillen die Wagen die Rennstrecke. In der fünften Runde, gegen IS Uhr. ereignete sich das folgenschwere Unglück. Der bekannte Rennfahrer Huldreich Heusser. der einen Bugottiwagen steuerte, geriet aus noch unbekannter Ursach« bei einer Geschwindigkeit von etwa 150 bis 160 Kilometer plötzlich aus der Fohrbahn und raste gegen einen CHausseebaum. Der Rennwagen wurde v ö l l i g z e r t r ü m m e r t. Auf einen Umkreis von mehreren Metern lagen die Trümmer wild zerstreut. Heusser und sein Mechaniker wurden mit furchtbarer Gewalt auf die Chaussee geschleudert, wo sie bewußtlos liegen blieben. Obgleich Hilfe sofort zur Stelle war, konnte dem Begleiter Heusiers keine Rettung mehr gebracht werden. Er st a r b an den Folgen eines doppelten Schädelbruches und inneren Verlegungen. Heusser selbst wurde das linke Bein unter» halb des Knies abgerissen, vom rechten Fuß wurden mehrere Zehen abgequetscht. Der Verunglückte wurde in das Müncheberger Krankenhaus gebracht und sofort einer Operation unterzogen: sein Befinden ist den Umständen entsprechen!» befriedigend. Im Laufe des Sonntags, besonders in den Nachmittagsstunden. ereigneten sich in Berlin und auf den Autostraßen vor den Toren Berlins zahlreiche Motorrad- und Autozusammen» stoße. Sechzehn mehr oder minder schwer verlegte Perspiien mußten verschiedenen Krankenhäusern zugeführt werden. (Siehe auch 2. Seite.) Feuer in einem Krankenhaus! Das Wirischastsgebäude am Kriedrichshain beiroffen. Die Feuerwehr wurde heute vormittag nach dem Krankenhaus am Friedrichshaiu gerufen, wo der vachstuhl des Wirtschaftsgebäudes in Flammen stand. Auf dem Dache des Wirtschaftsgebäudes sind zurzeit Hand- werker mit Reparaturorbeiten beschäftigt. Aus einem Kohlenoscn war dabei unbemerkt ein glühender Lötkolben gefallen, der dos Gebälk in Brand setzte. Zu ollen, Unglück war der Vorfall nicht gleich bemerkt worden, so daß sich aus einem kleinen Brandherd bald ein größeres Feuer entwickelte. Mehrere Dachdecker und Krankenhausangestellte eilten jetzt hinzu und versuchten, die Flammen mit Feuerlöschopparalen niederzukämpfen. Alle Löschoersuch« blieben aber erfolglos, und bis zum Eintreffen der alarmierten Feuerwehr, die mit drei Löschzügen an- rückt«, hott« das Feuer den Dachsluhi fast in seiner ganzen Aus- dehuung ergriffen. Es bedurfte größerer Anstrengungen. des Feuers Herr zu werden. Der Schaden ist sehr erheblich, da außer dem Dachstuhl mehr«« Bodenkammern mit Inhalt und ein Arbeitsraum ausgebrannt sind. dauerten bis 12 Uhr. Die AufräumungsarbeiteN Schweres Verkehrsunglück in Köln. Köln. 1». August. Heute abend kurz vor st Uhr erfolgte au» Ober» länder Ufer ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem mit Aussliigler» besetzten Kraftwage« aus Remscheid und einem Straßenbahnzug. Bei dem Zusammenstoß wurden SS biö 30 Personen mehr oder weniger schwer verletzt. Vine Frau wurde tot unter den Trümmern hervorgezogen. Bei den vielen Verletzten handelt es sich in der Hauptsache um Schädel». Bein- und Beckenbrüche. Tie Feuer- wehr war sofort mit vier Löschzügen und acht Kranken» wagen zur Stelle. Tie Berletztcn wurden in verschiedene« Kranke»» Häusern untergebracht. I'' Netter des Kapitels. (Fortsetzung von d«r 1. Seite.) noch der guten Lehren solcher Demokraten, die fast keinerlei Organisation hinter sich haben. Die sozialdemokratischen Wahler, besonders die organisierten und in harten Kämpfen erprobten Mitglieder der Partei weisen diese Freundschafts- dienfte höflich aber entschieden ab. Sie haben bis- her im Kampfe für die Republik mehr als ihren Mann gc- standen, sie haben den Farben der Republik erst zur An» erkennung verholfen, als alles zu versagen schien. Sie werden sich auch durch die„Manöver" der Kommunisten und den Zorn der Nationalen so wenig aus ihrer Bahn werfen lassen, wie durch das Hofenschlottern gewisser literarischer Auchdemokraten. Das werden sie bald genug Gelegenheit finden, der Welt zu zeigen! Alte Manöver in Anwendung. Di« Unverschämtheiten kommunistischer Minderheit«,, in ein«r Reih« von großen Arbeiterorganisationen, die wüste Hege und In- famiorung, die sie in diesen Verbänden gegen die Sozialdemokratie fuhren, hat endlich einige Organisationen zur Abwehr gezwungen. Die Arbeitersportler u. a. haben den kommunistischen Spoltungs- sckrctären gezeigt, wo die Tür ist. Darob großes Geschrei in der KPD. Sic versuchen mit allen Mitteln die gefaßten Beschlüsse rückgängig zu machen, um weiter im Trüben fischen zu können. In ihrer Funttionärzeiischrift ws>den die Richtlinien für die weitere Arbeit angegeben. Es heißt da: „Der Kampf... muß also von der Partei nicht nur enl- sprechend den konkreten Verhältnissen eines jeden Verbandes durch fest zusammengeschlossene Fraktionen(! Red.) ge- t führt werden, sondern von der Gesamtpartei vor der gesamten > Arbe'tcrschast. Was die einzelnen Schritte betrifft, so kann narür- is lich kein allgemeines Rezept gegeben werden. Hier gilt das Wort !> von Lenin:„Mit List, mit S ch l a.u h e i t", hier werden wir ' alle Manöver anwenden müssen.. Der neue alt« Kurs geht also weiter. Man will in verstärktem Umfange die Fraktioncwühlarbest ausnehmen, man will mit„List und Schlauheit" und mit„Manövern" arbeiten... alles unter dein Deckmantel der Einheitsfront. Dazu gehört auch das Lärmen um ben Panzerschiffbau. Was für Moskau Heldentat, wird in Deutsch- land besudelt. Bei überzeugten Sozialdemokraten verfängt das Geschr«! allerdinge nicht! Der Unfall in Buckow. Die Untersuchung der Nennleitung. Di- R e n n l« i t u n g hat heute vormittag zusammen mit der Polizeibehörde in Buckow ein« eingehende Untersuchung vor- genommen, um festzustellen, ob der Sturz Heussers auf das Äer- schulden eines anderen Fahrers zurückzuführen ist oder ob höhere Gewalt das Unglück hervorgerufen hat. Gegen 9 Uhr vormittags wurd« ein Lokaltermin abgehalten. Mehrere Angenzeugen war»» gestern schon vernommen worden, und dabei waren Behauptungen aufgestellt worden, daß der Fahrer de» Amilcar-Wagen», Eichmann, nicht rechtzeitig aus die rechte Seite der Rennstrecke gefahren sei, so daß Heusser beim Ueberholen abgedrängt worden sei. Noch einigen Aussagen hätte Heusser etwa 290 Meter unmittelbar hin» tcr dem Amilcar-Wagen gelegen, ehe es ihm gelungen sei, vorbei- zukommen. Diese Angaben stimmten, wie der heutige Lokaltermin ergab, nur zum Teil. Eichmann, der von allen Beteiligten ein- gehend befragt wurde, gab zu, daß er das Signal Heussers, die Straße freizugeben, gehört habe. Er selbst habe zu diesem Zeit- punkt— der Unfall hat sich auf dem besten Teil der Rennstrecke, einer etwa 15 bis 16 Meter breiten Straße abgespielt— sein Fohrzeug aus die rechte Seite zugesteuert. Da Eichmann selbst ein Tempo von 125 Kilometern fuhr, konnte er natürlich nicht u n- mittelbar nach rechts ausweichen, sondern mußte vorsichtig Raum geben, da sich kurz vor der Unfallstelle an der Einmündung der beiden Straßen in der Strecke zwei Mulden befinden, die von allen Fahrern gefürchtet werden. Heusser hat nun, wie die Rennfahrer Eichmann und auch Caracciola bekunden, in dem Bestreben, sich von dem Mcrcedes-Wogen nicht„d rücke n" zu lassen, diese als schwierig bekonnte Stelle mit schätzungsweise 159— IKst-Kilomcter-Tempo passiert, da Earacciola, der hinter ihm lag und selbst hohe Fahrt hatte, kaum merklich aufzurücken vermocht«. Man nimmt an, daß Heusser in dem Augenblick, als sein« Maschine an den beiden Mulden den Boden verließ, beim Aufsetzen auf die Straße am linken Vorderrad Reifendesekt gehabt hat. vielleicht hat ein Platzen de» Reisen» heusser aus d«r Bahn gerissen und so den schrecklichen Unfall herbeigeführt. Die maßgebenden Instanzen, auch der Vertreter der Staatsanwalt- schafi sind der Meinung, daß von einem Verschulden Eichmanns keine Red« sein könne. * Beim Dreistädteflug Glauchau— Meerane— Crimmitschau, einer Werbeoeranstaliung für die Anlegung eines gemeinsamen Flugplatzes, ereignete sich ein Unfall. Beim Zielabwerfeu der Kleinflugzeuge geriet das Felsche-Flugzeug mit dem Leipziger Piloten Rode o» Bord ins Trudeln und stürzte aus geringer Höhe ab. Der Pilot erlitt schwere Bein- und Kopfvcr- letzung er. Zwei neue Typhusfälle in Potsdam. Trotz der Bemühungen der Sanitätsbehörden ist es noch nicht möglich gewesen, der Ausbreitung des TnpHiis in Potsdam und der weiteren Umgebung endgültig Halt zu gebieten. Im Laufe de» Sonnabend abend und des Sonntags sind ö— 7 neue Fälle, darunter zwei in Potsdam, hinzugekommen, so daß im Städti- schen Krankenhaus und im Iofeph-Spital jetzt öl Tyz'huskranke liegen. Es handelt sich dabei wohl ousnahmslo» um Krnitoktsolle, die durch Bazillenträger hervorgerufen sind, da nach An- ficht der Medizinalbehörde» der Herd der Erkrankungen tn Berlitz erdgültig abgegrenzt ist. Immerhin rechnet man jedoch mit der Möglichkeit, daß in d«n nächste» Tagen noch eine wehere geringe Ausdehnung�«rsolgen wird, ehe die Krankheitsauebreitung ihren Höhepunkt überschritten hat. Ford für die Alkoholgesehe. Paris, 29. August.(Eigenbericht.) Der omerikonische Antaindustrieve Henry Ford erklärte sich, amerikanischen Blättern Zufolge, für die Kandidatur 5)ozvers und für Aufrechterhaltung der Prohibition. Wenn die Prohibition bc- seitigt mlirde, müsse er seine Fabriken schließen. Kür die baldige Näumung! „Gin schandvolles Kapitel der Aachkriegsgeschichte." London. 20. August. Der„Daily Herald", das Blatt der Arbeiterpartei, setzt sich in einem Leitartikel für eine Räumung de» Rheinland«» ein. wenn die Meidungen, wonach Deutschland aus der September- tagung de» Völkerbundes die Rheinlaadräumung anschneiden wolle. zuträfen, werde sich ein« Gelegenheit bieten, ein schandvolles Kapitel der Rachkriegsgeschlchte abzuschließen. Jedermann wisse, daß dl« Anwesenheit französischer und englischer Truppen in Deutschland den Anlaß zu schweren Reibungen biete, den Reoanchegcist erzeuge und den Fo.tschritt in der angestrebten Versöhnung verhindere. Die B e- sahung sei ein vergehen nicht nur gegen Deutschland, sondern gegen den Frieden und die internationalen Heber- einkommcn. wenn die englische Regierung Frankreich weiter in dieser weise unterstütze, dann mach« sie sich eines Verbrechen» schuldig. Großbritannien habe lang genug eine unklare Politik In dieser Frage getrieben: ihre Erlaubnis zur Teilnahme englischer Truppen an den Bcsatzungsmonösern sei unbedingt zu bedauern. Zn Gens sollte das gan,e Gewich» der englischen Politik zugunsten Deutschland» eingesetzt werdrn. Sirefemann wieder in Berlin. Rcichsoußenminister Dr. Stresemann ist am Sonntag abend nach Berlin zurückgekehrt. Er wird am kommende« Sonntag die Reise nach Paris antreten. Das Pariser Programm liegt nunmehr voll- ständig vor. Es ist so geordnet, daß die Konserenz der Kellogg- Mächte nur dem feierlich-symbolischen Akt der Kriegsächtung gilt. Nach dem Austausch von Reden, die aus eine Kommentlerung der Unterschriften hinauslaufen sollen, wird die Unterzeichnung selbst vollzogen werden. Außerdem beabsichtigt die französische Regierung eine Reihe politischer Empfänge, die wiederum Gelegenheit zu Friedenskundgebungen der Staatsmänner bieten werden. Regierungskrise in Thüringen. Die Demokraten rufen ihre Minister ab. Weimar, 29.August. Ueber die demokratisch« Partei tagung, deren Er- gebni» mit großem Interesse entgegengesehen wurde, ist folgend« Erklärung der Oeffentlichkeit übergeben worden: „Der sehr stark besucht« außerordentliche Parteitag de« Landssoerbandss Thüringen der Deutschen Demokratischen Partei am Sonntag, dem lS. August 1928, in Weimar inuß nach eingehender Aussprach« mit Bedauern feststellen, daß sich die Thüringer Politik während der letzten Monate nach einer Richtung entwickelt hat. die die Demokratische Partei als Verderb- lich für die Zukunft unseres Thüringer Landes ansteht. Ins» besondere hat sie wahrnehmen müssen, daß unter dem Einfluß von Landbund und Wirtschaftspartei die Gesetzgebung und Verwal» t u n g immer einseitiger gestaltet wurde. Unter voller An- erkennung der Bestrebungen der Demokraten in Regierung und Landtag hält sie es nach einer Anzahl schwerer Brüskierungen für notwendig, der Partei ihre volle Handlungsfreiheit zurückzugeben. Die Demokratische Partei richtet daher an ihre Parteifreunde in der Regierung die Bitte, aus der jetzigenRegierunz auszuscheiden. Der Parteitag steht dabei auf dem Standpunkt. daß gerade nach den Erfahrungen der letzten Monate eine Regie- rung auf der Grundlage der Großen Koalition, wie sie jetzt im Reich verwirklicht worden ist, auch für Thüringen das Gegeben« ist. Unter allen Umständen ist eine A e n d e ru n g der jetzigen Regierung notwendig." Es ist bemerkenswert, daß zu der von der Sozialdemokratie beantragten Auflösung des Landtages auf der Partei. tagung der Demokraten kein« Stellung genommen worden ist. * Aus vorstehender Erklärung geht hervor, daß die thüringischen Demokraten beabsichtigen, ihre bisherige Politik der Halb- heiten fortzusetzen. Die von ihnen gewünschte große Koalition ist bei der jetzigen Zusammensetzung des Thüringer Landtage» kaum möglich. Die einzige Lösung wäre die von der Sozial- demokratie geforderte L a n d t a g s a u f l ö s u n g, für die jedoch bei dem demokratischen Parteitag keine Stimmung vorhanden war. Wie verlautet, werden der demokratische Minister Dr. Paulsen und Staatsrat Glöckner in den nächsten Tagen ihren 2l»stritt aus der Regierung vollziehen. Jedoch ist anzunehmen, daß der am 23. August zufaminentretende Landtag noch keine entscheiden» den Beschlüsse faßt, da ein Teil der Abgeordneten noch in den Ferien weilt. Handel und Wandel. 1 Zentner Aepfel----- 5,— Mk. -f 2 Zentner Zwischenhändler— 10,- Mk. ----- 1 Zentner Aepfel= 15,— Mk. Auch die Schweden überfällig. Bisher keine Nachricht von den Ozeanfliegern. London. 20. August. Um willernachl war man noch ohne jede Nachricht von den Fliegern Hassel und E r a m e r, die nach Stockholm fliegen wollten. Von de» Fliegern, die am Sonnabend in C o ch r a n e in Kanada gestartet waren, um nach Mannt Evans an der Ostküste von G r ö u l a n d zu fliegen, sind bisher keine Nachrichten irgend- welcher Art eingetroffen. Sie sollten Sonntag früh in Grönland cintrcsfen, und die Nachricht von ihrer Ankunft sollte normalerweise am Sonntag vormittag 19 Uhr in London bekanntwerden. Llm Amundsen und die Ballongruppe. Neue Nachforschungen im Polargebiet. Wie die„E i l t a d i M i l a n o" van de« Kingsbay funkt, ha« der walsischsänger„Brogonza" schon am 17. August die TNeercnge von Bevcrlry unweit des Nordkops erreicht. Er wird an der Nordküste des Nordosttandes Nachforschungen nach der Gruppe A l e s s a a d r i. der sogenannten Ballongruppe, anstellen. Es sind Zwei Wasserflugzeuge an Bord der„Bra- ganzo" gebracht worden, auf der sich auch Korvettenkapitän Bal- d I z z o n und Unterleutnant z. S. Gionannini, Flugzeugführer P e n z a und Leutnant B r o s i o mit dem erforderlichen Personal eingeschifft haben. Die„Braganzo" wird in der Beverlnstraßc die Hütten mit Lebensmitteln versehen, weitere Hütten nüt Lebens- mittcldepots errichten und Nachforschungen ün der Nordküste des Nordostlandes ouskellen. Gleichzeitig werden die Flug- zeuge systematische Nachforschungen in der östlichen Zone ukd nördlich von Kap Laygsmith unternehmen. Die Wasserflugzeug« S 55 und Marina 11 wurden abmontiert und auf einen, Dampfer verladen, der sie nach Bergen bringen soll. Die französische Regierung hat dos Angebot der dänischen Regierung, das dänische Kriegsschiff..G u st a» Holm" an der Suche nach der„Latham" teilnehmen zu lassen, an« genommen. Die„Gustav Holm" liegt zurzeit im Scorcsby-<5und, Die Tragödie einer Mutter. Das eigene Kind erdrosselt. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurde ln der Heinrich-Roller-Str. 12 eine furchtbare Tragödie aufgedeckt. Dort wurde die Z2jährlgc Hedwig K l e m p e l durch Gas vergiftet aufgefunden. In seinem Bett fand man da» neun» jährige Kind hör st der Frau tat daliegen. Strangulafions. male und blutunterlaufene Stellen am halse de» kleinen Horst be-i stätigten den verdacht, daß er erdrosselt worden sei. Frau K. lebte von ihrem Manne getrennt und wohnte mit ihrem Jungen seit einiger Zeit im zweiten Stockwerk des Hauses Heinrich-Rollcr-Straße 12 zur Untermiete. Ihren Unterhalt verdiente sie durch Nähen, doch reichte der Perdienst oft nicht einmal zur Anschaffung der notwendigsten Lebensmittel. Die ewige Sorge um das tägliche Brot ließ in Frau K. den Ent- schluß reifen, freiwillig aus dem Leben zu scheiden und das Kind mit in den Tod zu nehmen. Eine possende Gelegenheit zur Ausführung ihres Bor. Habens bot sich in der vergangenen Woche, als die Wirtslcut» mehrere Tage verreisten. Sie oerrammelte zunächst alle Türen und erdrosselte ihr Kind während des Schlafes: dann drehte sie sämtliche Gashähne auf, um selbst den Tod zu erwarten. Slls die Wirtsleute Sonntag nacht gegen 2 Uhr heimkehrten, fanden sie keinen Einlaß und benachrichtigten Polizei und Feuerwehr, Noch dem Befund liegt die Tat bereits mehrere Tag« zurück. Die Leichen wurden beschlagnahmt und ins Schaue Haus gebracht. » Auf furchtbare Weife verübte gestern die 32jährige Frau Viktoria B. in ihrer Wohnung Stralauer Platz 5 Selbstmord. Sie übergoß sich, nachdem sie zuvor alle Gashähne geöffnet hatte, die Kleider mit Spiritus und zündete sie an. Als die Tat entdeckt wurde, fand man die Unglückliche mit furch tb-aren Brand- Verletzungen auf dem Fußboden der Küche tot daliegen. Nervenzerrüttung soll das Motiv zu dem Verzwciflungs- schritt gewesen sein._ Die griechischen Wahlen. Beniselos hat„gesiegt." Athen. 29. August. Roch den letzten Meldungen Hot es den Anschein, daß dio Veniseliften-Partei eine große Mehrheit bei den gestrigen Wahlen erlangt hat. Die Mehrheit war besonders stark in 2lthen. Soloniki, in Thrazien und in Kreta. Der Sohn von Deniselos ist gewählt worden, dagegen General P a n g a l o s unterlegen. Zwischenfall bei einer Demonstration in Athen. Räch einer Rede von Denijelos in Athen, zog ein Tri d« Zuhörer in geschlossenem Zug« vor dos Gebäude des Klubs der Pangalos Anhänger. General Pangalos und zwei seiner Freund« gaben Schüsse aus die Menge ab, durch die fünf Personen, darunton «in« schwer, verletzt wurden. Zn Albanien hat die Regierungspartei„gesiegt.� Tirana. 29. August. Die Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung, die am l6. August stotttandcn, sind in ganz Albanien ruhig verlaufen. Die Liste der Regierungstandidatcn hat. wie das albanische Pressebureau meldet, überall di« Oberhand behalten, Lord Haldane gestorben. Oer Schahkanzler im Kabinett Macdonald. In London ist am Sonntag im Alter von 72 Jahren Lord Haldan« gestorben, der längere Zeit im politischen Leben Englands eine bedeutende Roll« gespielt hat. Schon im Jahre 1885. noch nicht 30jährig, wurde er liberales Mitglied des Unierhauses. Im Jahrs 1305 übernahm er des Kriegsminiftcrium. in dieser Stellung hat er sich besonders der Reorganisation des englischen Heerwesens ge- widmet. Der Name Haldanes ist in der Geschichte ober vor allem mit der Entwicklung der deutsch- englischen Lcziehun- gen vor dem Kriege verknüpft. Haidane führte für Eng- land die deutsch-englischen Besprechungen im Februar 1312 in Berlin mit Wilhelm II.. Bethmann Hollweg und Tirpitz über die Möglich- keit eines deutsch-englischen Zusammengehens in der Begrenzung der Flotlenrüstungen. Diese Verhandlungen scheiterten an dem Wider- stände Wilhelms, der, unter dem Einfluß von Tirpitz, unter keinen Umständen darauf vcrzichlen wollie, die deutschen Marinerüstungen bis aufs äußerst« zu steigern. Wäre es damals zu einem deutsch- englischen Uebereinkommen gekommen, so hätte sich wahrscheinlich zwei Jahr« später der Ausbruch des Weltkrieges vermeiden lassen. 1312 gab Haldone den Posten des Kriegsministers aus. Er wurde dann Lordkanzler von England. Im Mai 1315 trat er auch von diesem Amt zurück. Im Jahre 1320 trat Haldan« zur Arbeiter- partei über. Im Kabinett Macdonold übernahm er im Jahre 1324 den Lordkanzlerposton. Lord Haldane hatte in der Jugend an deutschen Universitäten studiert. Seit dieser Zeit interessiert« es sich ständig für Deutschland. Er Hai eine Anzahl Schriften deutscher Philosophen in die englische Sprach« übersetzt. Die Crimmiischauer Erinnerungsfeier. 3u dem Textilarbeiterkampf vor 25 Jahren. Leipzig, 20. August.(Eigenbericht.) Am Somrtag beging der Deutsch« Textilarbeiterverband in Leipzig die 25iährige Wiederkehr der denkwürdigen A u» s p e r- rung von Crimmitschau in festlicher und würdiger Weise. Aus dem ganzen Reiche hatten die Ortsgruppen D«lega- t i o n e n nach der Metropol« des sächsischen Textilmdustriegebiets geschickt. Außer Vertretern der rheinischen und westfälischen In- dustriestädte Barmen, München-Gladbach, Groningen, Bielefeld usw. sah man Delegiert« der bayerischen, der brandcirburgischen, der sochsi« schcn und der schlefischen Tcrtilarbeiterschnft. Alte Kampsgenosien sahen sich wieder. Insgesamt waren dem Rufe des Deutschen Textil- arbcsteroerbondes 263 0 Delegierte gefolgt. Aus Crimmitschau selbst waren etwa 1000 Arbci. terinnen und Arbeiter gekommen, darunter ungefähr hundert, die vor 25 3chren jenen stampf mitkämpften. Biel« dieser Kämpfer mußten damals nach Beendigung des Kampfes das Crimmitschauer Gebiet verlassen und in der Fremd« Arbeit suchen. Am Sonntag sahen sie sich nach einem Dierteljahrhundert wieder. Da gab es manches Erinnern, manches zu erzählen! Hauptquartier der Crimmitschauer war das festlich geschmückte Leipziger Volkshaus. Vor dein Eingang prangte ein mit roten Blumen drapiert« Riesentransparent mit der Inschrift �Crimmitschau 1303— 192 8*. Pünktlich um 1 1 Uhr begann die Feier mit weihevoller Musik. Die Säle des Volkshauses reichten nicht aus, um die Erschienener� zu fassen. Durch Lautsprecher wurden deshalb die Darbietungen in den Garten übertragen. Die Begrüßungsrede hielt Geschäftssührer T ä n z e r- Leipzig. Der Vorsitzende des Deutschen Textilarbeiterverbandes, Hermann Jockel, der vor 25 Jahren Streikleiter in Crimmitschau war, konnte nicht bei denen sein, mit denen er damals im sächsischen Weberstädtchen Schulter an Schulter ge- fochten hat. Er weilt, von Krankheit bedroht, in Blankenburg in Thüringen. In einem Schreiben an die Feslteilnehmcr entbietet er seinen Gnrß und wünscht, daß der Geist von 1903 die Textilarbeiter» schuft mich in den Stürmen der Zukunft beseelen möge. Gruß und Wünsche des erprobten Führers fanden lauten Widerhall. An Stelle Iäckcls sprach Karl S chö l l e r vom Hauptvorstand dcz Textilarbeiterverbandcs den ollen Kämpfern von Crimmitschau den Dank des Verbandes und der gesamten Slrbeiterschoft aus. Im Mittelpunkt der Feier standen die Darbietungen des Sprech- chors �cs Leipziger Arbeiterbildungsinltitut?. Er trug«ine Dich- tuog von Bruno Schönlank vor, die den Kampf in Crimmitschau behandelt. Die Abendseier wurde von künstlerischen Darbietungen ausgefüllt._ Oer Mongolenkrieg. Auf beiden Seiken wird gesiegt. London, 20. August. Roch einer Meldung der„Mornina Post* ist es den chine- s i fch e u Behörden in der Mandschurei gelungen, die in die Provinz Barga eingedrungenen Mongolen zurückzuschlagen. Diese haben sich zum größten Teil in das Innere zurückgezogen und führen einen Kleinkrieg. Der Verkehr auf der chinesischen Osteisen- bahn, der unterbrochen war. ist teilweise wiederhergestellt worden. Panzerzüge sichern den Eisenbohnoerkchr. Demgegenüber berichtet ein Telegramm der„Daily Mail* aus Tokio, doß die ch i n e s i s ch e n T r u p p c.n sich vor den monqoli- schen Aufständischen zurückziehe». Die Auiständilchen bätien die Absicht, sich der Stadt Hailar zu bemächtigen. Die Chinesen haben einen Direktor der ostchinesischen Eisenbahn verhaftet, den sie vorwerfen, daß er an dem Aufstand beteiligt sei. Bord an Mi» mit dem Eisbrecher Kraffin. Ein Giimmungsbild aus dem hohen Norden. Als die 1500 Passagiere des leckgewordenen„Monte Cervantes* erfuhren, daß auf dessen Radiorufe der russisch« Eisbrecher„Krassin" zur Hilfeleistung mit Dolldampf herbeieile, da erfüllte zugleich Freude und Spannung jeden Passagier. Mit Hochrufen wurde der schwere, einem Panzerschiff ähnelnde..Krassin* empfangen, als er sich im Scheine der warmen Mitternachtssonne— genau zur Mitternacht— langsam an die Steuerbordseite der mit schwerer Schlagseste in der Recherchbai in Spitzbergen vor Anker gegangenen „Monte Cervantes* legte, um sofort mit den Taucherorbeiten zur Feststellung des Lecks und dem Auspumpen des Wassers zu beginnen. Der Dampfer war etwa IIS bis 2 Meter nach der Steuerbordfeit« tiefer gesunken, und es waren zirka 800 Tonnen Wasser eingedrungen, so daß das Wohndeck im Vorderschiff geräumt werden mußte. Bord an Bord liegen so etwa«ine Woche lang dos neuerbaut« elegante große deutsche Passagierschiff mit zirka 1800 Mann an Passagieren und Besatzung, einem schwimmenden Hotel vergleichbor, und das grau« schwere russische, gepanzerte Arbeitsschiss mir fünf Offizieren und 34 Mann Besatzung nebeneinander. Bald'.st es mir vergönnt, das russische Schiff eingehend zu besichtigen. Seit IIS Monate» war der, Krassin* im nördlichsten Spitzbergen zur Rettung der ver- sprengten Nobile-Monnschaft tätig gewesen und befand sich gerade auf der Fahrt von Kingsbai noch Stovangar(Norwegen), um einen im dicksten Packeis zerbrochenen Propeller ersetzen zu lassen. Auf Deck des„Krassin" ist kaum ein Plätzchen frei! Zum Trocknen hängen in den Rahen die Felle zweier frischgeschossener Eis- bären, riesige Walsischknochcn stehen umher, um irgend einem Museum zugeführt zu werden, ganze Stöße von Hundeschlitten, Skis und Schneestöcke liegen da aufgestapelt, auch Balken für das Ablauf- gerüft und die obinontierten Schwimmer des Flugzeugs, das in Kingsbai zurückgeblieben ist, liegen auf Deck. Mit Mühe finde ich den Zugang zum Schiffsinnern. Der Kapitän des, Krassin". Komman- dant Eggi, ein geborener Estländer, empfängt mich freundlich und gibt, ebenso wie der eigentliche Leiter der Rettungsexpedition Prof. Samoilovilsch von der Universität Leningrad, in liebenswürdiger Weise Auskunft über die Nobile-Expedition, die vexschiednen Sucher- fahrten des.Krassin* usw. Beide Männer sind genaue Kenner der geheimnisvollen Polargegcnd und des nördlichen Eismeeres. Prof. Samoilovilsch betrachtet die wissenschaftliche Erforschung Spitzbergens bereits seit 20 Jahren als sein« Lebensaufgabe. In der gemütlichen, holzgetäsclten Offiziersmesse, die mit Bildern Krafsins und Lenins geschmückt und mit einein Klavier aus» gestattet ist, befinden sich die Originalkarten, auf denen die einzelnen Fahrten Robiles und des„Krassin" eingezeichnet sind. Fast alle Offiziere und sogar ein Teil der Mannschaft sprechen mehr oder weniger gut Deutsch. Kapitän Eggi zeigt mir die Negative der bisher noch nirgends gezeigten Aufnahmen über den Unfall des schwedischen Fliegers Lundbergh(des Retters Robiles) und die Auf- findung der Malmgreen- und Vighlieri-Gruppe. In den Aussagen über den Tod des schwedischen Forschers Malmgreen und das Der- halten der beiden geretteten Italiener Zappi und Marioni sind die Offiziere des„Krassin* sehr zurückhaltend. Es klingt aus den Er- Zählungen der Mannschaften wenig Sympathie für die Italiener, namentlich für Zappi heraus. Hochinteressant ist der ungeheure Maschinenapparat des„Kras- sin', der wohl den schwersten Eisbrecher der Welt darstellt. Er ist 1317 in England gebaut, hat 10 500 Tonnen Wasserverdrängung und eine Stärke von 10 600?Z. Cr hat nicht weniger als zehn Kessel. drei Dampfmaschinen und drei Schrauben. Kein Wunder, daß ein solcher Riesenkoloß Eis bis zu einer Dicke von 4 bis 5 Meter brechen kann. Das Schiff ist oval gebaut, fast eiförmig, mit dicken Panzer- platten dreifach bedeckt, an der Spitze und am Heck über das Wasser ragend. Durch diese Bauart schiebt sich das Schiff mit seiner Spitz« auf das Eis. bricht es noch nicht, dann wird durch ein« besondere Tankanlage der riesige Wasserbalast nach dem Achterschiff gepumpt. Wenn dann das Schiff ganz auf dem Eis liegt, wird das Wasser wieder noch dem Vorderschiff geleitet, so daß die jetzt ungeheuere De- lastung selbst das stärkst« Eis brechen muß. An Bord befinden sich sechs russische Journalisten und eine Journalistin, die uns im Laufe der mehrfachen Besuch« mancherlei � Interessantes über Rußland erzählen. Die Mannschaften des ,Kras-< sin" sind lauter ausgesuchte Freiwillige, Ingenieure, Handwerker usw. aus allen Berufen. Alle mit Leib und Seele bei der Sache. Freudigen Auges erzählen sie, wie sehr sie sich gefreut haben, deutschen Brüdern Hilfe bringen zu können. Fieberhaft arbeiten di« Schlosser und Bootsbaner an Deck des.Krassin" an den Platten,'die die Lecks der ..Moni« Cervont«" bedecken sollen. Unaufhörlich rasseln die mächtigen Pumpen des.Krassin", der mit sechs riesigen Schläuchen das Wasser � aus unserem lecken Schiff pumpt. Freiwillig, in doppelter Arbeits- schicht steigt der Taucher des Krassin in primitiver Gummitoucher- ausrüstung, die die Kälte nicht abhält, immer wieder in die eiskalten Fluten des Eismeeres, um das Leck zu dichten. Begünstigt werden die Rettungsarbeiten glücklicherweise durch die Polorsonne, die mit Ausnahme von zwei verlorenen Nebcltagcn, ununterbrochen scheint. Zwischen beiden Schiffen herrscht lebhafter gegenseitiger Bestich. Abends sind die Russen auf dem deutschen Schiff gern gesehene Gäste. � Ramentlich das gute deutsche Bier, das sie so lang« entbehren mußten, findet ihren Beifall. Ihr« auf ihren Instrumenten gespielten schwer- mutigen Lieder und Weisen finden lebhaften Beifall der deutschen Zuhörer. Als der Kapilän unseres Schisfes eines Abends die von ihm zum Essen eingeladenen russischen Offiziere durch die dicht- besetzten Restaurationsräum« der..Monte Cervantes" führt, fetzt ganz spontan lebhaftes Beifallklatschen des deutschen Publikums ein, wofür die russischen Offiziere sichtlich erfreut danken. Am letzten Abend sind unsere Offiziere Gäste des russischen Kapitäns. Nach einer langen Woche, die die Passagier« mit Matorbootous- slügen nach den stillen, vielleicht noch von keinem Mcnschensuß be- txetenen Usern der Bucht mit Besteigung der Eisberge und der ins Meer abfallenden Eisgleffchern ausfüllen, ist die Reparatur gut und glücklich beendet. Unter den Klängen unserer Bordkapelle, die zu- nächst die russische und dann die deutsche Nationalhymne spielt, unter gegenseitigem Tücherwinken werden die Anker gelichtet und die Rück- fahrt angetreten. Im Kielmasier des Russen erreicht unser Schiff glücklich nach zweitägiger Fahrt über das tückische nördliche Eismeer H a m m c r s e st, die nördlichste Stadt der Welt. Am nächsten Morgen ist der Russe spurlos verschwunden. Nachts um 3 Uhr hat er lautlos die Anker gelichtet und ist nach Staoanger abgedampft. Er wollte anscheinend keinen Dank! Sehade, viel« Passagiere hatten sich auf das Abschiednehmen so sehr gefreut! Möge es diesem tüchtige» russischen Schisse, das dieser Tag« nach« Beendigung seiner Reparatur wieder noch Spitzbergen fährt ver» gönnt sein, auch Amundsen zu« retten. ii-iirtr, Ernst Bcrnvcret, Frankfurt a. M.-ö i» Wiener Gängergäfie. Oer VAS. eröffnet die Konzertsaison. Gastkonzert des ersten Männerg efangvereins der städtischen Straßenbahnen m Wien. Zweitausend Hörer, oder waren es mehr, sitzen im Saalbau Friedrichs- Hain, und es sind gute Darbietungen, denen sie lauschen, sehr an- «rkennenswerte Leistungen eines singsreiidige», künstlerisch ernsten, zielsicher geleiteten Männcrchor. Das Programm, fast ganz öfter- reichisch-wicnerffch gehalten, bringt einen Höhepunkt in Bruckners innig-feierlichen Hymnus„Trösterin Musik". Aber als besonders ge- lungen, beredtes Zeugnis der Erziehungsarbeit des Eharmeisters Joses Burgschwingcr, ist die Wiedergabe van Uthmanns» des nordwestdeutschcn Arbeitermusikers, Ballade„Belsazar(nach Heinrich Heines Gedicht) hervorzuheben. Wertvolle Bereicherung er- fährt der Abend durch die Konzertsängerin Elsa S p a l! tz e r, sie singt Lieder von Schubert mit sympathischem, klangvollem Sopran, begleitet von Kapellmeister Rudolf P e h m, der auch gutgemeinte Orgelimprovisationen über Schubert-Lieder und als Zugabe am Klavier eine Paraphrase über Iohann-Strauß-Walzer beisteuert. Die Wiener Sänger, die mit ihrer willkommenen Kunst die deut? schen Großstädte bereisen— ein finanzielles Opfer, das ihren Idea- lismus rühmt—, wurden mit größter Herzlichkeit aufgenommen. An das Konzert schloß sich eine zwanglos-gefellige Feier, in deren Verlauf Genosse Paul Löbe zugleich im Namen der deutschen, als Vertreter der Berliner Arbeiterschaft Genosse S a b a t h vom ADGB. und Genosse Schneider als Gauvorstand des ADS. den Besuch der österreichischen Freunde warme Worte der Begrüßung und des Dantes widmeten. Zwischen den Ansprachen gab es Gesangsvor- träge unserer Berliner Chöre— des B o l k s ch o r s unter Dr. Z a n d e rs. des U t h m a n n- C h o r s unter Siegfried Günthers Leitung! und schließlich auch eine kleine Sensation: Filmvorführungen vom Sängerfest in Hannover. Die Berliner Arbeiterkonzertsaison ist verheißungsvoll eröffnet. Klaus Fringslieim. Eine Lokomotive, die ihren Aeruf verfehlte. Nördlich der Stadt Scott im Staate Kansas steht mitten in der Prärie eine verlassene Lokomotive, den Unbilden der Witterung ynd dem Rost ausgesetzt. Sie ist ein« Reliquie der Scott-Pordbahn ynd steht seit zehn Jahren in der Prärie. Die Bahn wurde von Leisten geplant, die sich von einer Nord-Süd-Bahn Profite versprachen. Sie wurde gebaut und von Garden City durch Scott City zu einem Punkte im Loganbezirt betrieben. Allein die erwarteten Dividenden blieben aus, und die Gesellschaft geriet schließlich in Liquidaton. Die Santa-Fe-Bahn kaufte die Linie von Garden City bis Scott City und betreibt sie. Der Teil der Bahn nördlich von Scott wurde aufgerissen. Ein Nebengeleise führte zu der einsamen Lokomotwe. und da man sie nicht einlöste, wurde sie das Eigentum eines Gläubigers der Bahn, dem sie noch immer gehört. Bor und hinter der Maschine sind die Geleise entfernt, und die Lokomotive steht da als Wahrzeichen eines verfehlte» Bahnproiektes — und eines amerikanischen Schildbürgerstreiche- Denn wenn der Gläubiger sie auch unter seinen Aktiven bucht, so Ist doch eine in einsamer Prärie verlassene Lokomotive üngefähr so nützlich wie ein Elefant m einer Hühnerbrutanstalt. Zum Kapitel provinzthealer. Prüderie und Klerikalismus. In einer sairischen Plauderei wurden hier bereits die geradezu katastrophalen künstlerischen und sozialen Zustände an gewissen deut- schen Pravinztheateri, beleuchtet. Die Ablzängigleit der Mehrzahl der Stodtiheater von den kleinliehen Sonderintressen einer durch keinerlei Sachkenntnis und künstlerische Urteilsfähigkeit getrübten Theaterkonimission ist ein Skandal, der um so größer ist, wenn es sich auch noch um solche Theater handelt, die durch staatliche Zu- schüsse unterstützt werden. Am schlimmsten sind die Zustände da, wo der Klerus seine Hand im Spiel hat. Man ahnt gar nicht, welche geradezu unüberwindliche« Schwierigkeiten dar» der Durchführung eines halbwegs künstlerisch zu verantwortenden Spielplans entgegen stehen. Die Prüderie und ein falscher Moralstandpunkt verderben Schauspielern und Intendanten jede Freude an ihrem Berus, ab- gesehen davon, daß sie das Publikum systematisch an künstlerische Plattheiten gewöhnen. Besonders schlimm wüten diese Wächter der Prüderie und einer mißverstandenen Moral in gewissen rheinischen Städten. Ist es doch in diesen Städten gar nichts Seltenes, daß eine hochwohllöbliche Theatertommission Arm in Arm mit einer vom Klerus mehr oder weniger abhängigen Presse niemals eine Wedckind-Aufführung ge- stattet, den Woyzek mich der erfolgreichen Premiere verbietet, Kaisersche Komödien wegen„anstößiger" Dialoge ablehnt, den Rückenausschnitt der Damen ffn der Operette vorschreibt. Vielleicht werden die bevorstehenden kommunalpolitischen Wahlen hier die dringend notwendige Besserung bringen, wenn sich die Zusammensetzilng der Theaterausschüsse zugunsten starker fort- schrittlicher Elemente ändert. dloro. Gedenkfeier für Gast. Anläßlich des 100. Todestages des Be- gründers der Phrenologie, des deutschen SBztes Dr. G a l l, ver- soinmelten sich in Paris an seinein Grabe auf dem Pöre Lachaise Sonntag Vertreter der prenologischen Gesellschaften aller Länder zu einer Gedenkfeier. Die Volksbühne E. v. läßt ihren Mitgliedern auch im nächsten Jahr wieder di« Wahl zwischen solche» Abteilimgen, di« ausschließlich Abendvorstellungen bringen, und anderen, die eine größere oder ge- ringer« Zahl von Sonntagnachmittagsaufführungen mit Abendvorstellungen vereinigen. Der Beitrag je Dofftellung beträgt«inschlleß- lich eines Zins- und Tilgungszuschlages für Nachmittagsnorstellun- gen 1,30 M. für Abendvorstellungen im Schauspiel 1,70 M., in der Oper 2,20 M. In ollen?1bteilungen erhalten die Mitglieder im Lauf« der Spielzeit 12 oder 1.3 Borstellungen, davon jeweils 5 oder 6 im Theater am Bülowplatz, 2 in der Staatsoper am Platz der Republik, die anderen im Thaliatheater, Theater am Schlfsbauerdamm und Schillertheater. Besondere Zusatzabteilungen geben die Möglichkeit, die Opernvorstellungen um 3 oder 6 zu vermehren. Anmeldungen zur Volksbühne müssen In diesen Tagen erfolgen(IsiO Zahlstellen. ii. o. sämtliche Tietzsche Theaterkass«», Hauptgeschäftsstelle Linien- straß« 227). Ein Romon Illoffolin!». Eine New Aorker Buchhandlung hat einen Roman verlegt, den Mufsolini im Aller von 28 Jahren, al« er noch ein sozialistische» Wochenblait redigierte, schrieb. Dieser Roma» enthält ewe Liebesgeschichte de« Kardinals von Trtent mit einer jungen Aristo iratm de» XVH. Jahrhundert«. Unsterbliche Opfer! Groß Die Enthüllung des Gedenksteins für Karl Zieh und Richard Wollant. Bor Jahresfrist überführten Reichsbannerleute des Gaues Berlin- Brandenburg die sterblichen Ueberreste des in Arensdorf jemordeten Kameraden Karl Tiez nach Ertner, um sie dort ur letzten Ruhe zu betten. Unvergeßlich wird der Augenblic leiben, in dem die Leiche die Grenze Ertners passierte: als im unflen Walde die Fackelträger des Reichsbanners Aufstellung geommen hatten, als dumpfer Trommelwirbel den tot heimkehrenden Pämpfer empfing und ihm wehmütig das legte Lied sang... Noch inmal mußten die Kameraden nach Erfner eilen: Auch Richard Bollant war den Verlegungen, die die Schmelzer- Bande ihm eibrachte, erlegen! Noch einmal mußte mit den Angehörigen der Loten der bittere Schmerz der Trennung durchkostet werden. Auf em stillen Friedhof ihres Heimatortes ruhen nun die beiden Streiter om Kampfe aus. Nur einen kleinen Teil der großen Dantesschuld trugen die im teichsbanner organisierten Republikaner ab, als fie am Sonntag In den Gräbern einen Gedenkstein enthüllten. Aus dem anzen Gau waren die Fahnendelegationen mit umflortem Tuch erbeigeeilt. Auch die junge Kameradschaft Arensdorf mar verreten. Von den Behörden waren vertreten die Landräte Schlem. singer und Breuer und der Gemeindevorstand von Erfner. Die Sozialdemokratische sowie die Demokratische Partei und der Reichsund der Kriegsbeschädigten hatten ebenso wie die freien Gemerthaften und die Arbeiterturner Delegationen entsandt. Zu Häupten er Gräber das Gaubanner, zu Füßen die Fahne der Heimat. ameradschaft Tietz' und Bollants. Stimmungsvoll leitete die Neuköllner Reichsbannerkapelle bie feier ein. Die Arbeitersänger Erfners brachten Uthmanns Fernes land" zum Vortrag und dann sprach der Ortsgruppenvorsitzende tainerad Bauer einige Worte. Die Weiherede hielt er Gauvorsitzende Kamerad Stelling, Stelling, der noch einaal im Namen der Millionen Republikaner den Gemordeten Dank nd den Hinterbliebenen Trost aussprach. Dann fiel die Hülle. Als Bertreter des Bundesvorstandes schloß sich Kunzemann den Dankesworten Stellings an und legte einen prächtigen Kranz nieder. lamerad Neßler aus Frankfurt a. d. Oder überbrachte den Kranz ür den Gauvorstand, Ehorn Bernau für den 8. Kreis. Und dann olgten Kränze der Sozialdemokratischen Partei, des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes, der Gasanstalt, der Arbeitersänger und icle andere in reicher Fülle. Der Tod in den Bergen. Zwei Wiener Touristen verunglückt. Chur, 20. Auguft. Ein schweres Bergunglüd ereignete fich am Bis leich. Seit Freitag wurden zwei Touriffen aus Wien, Dr. Alappholz und Dr. Schlesinger, vermißt. Sie wohnten in Mabulein( Oberengadien) und wollten en Biz Resch ersteigen. Als sie bis Eonnabenb abend nicht jurüdtehrten. wurden Don 3u0z und Madulein Rettungsfolonnen entfandt, die am Sonntag mittag die eiden Touristen tot auffanden. Die Touristen hatten allem Anchein nach die eschnabel erstiegen und wollten über den Grat ach der Keschspitze hinüber. Auf dem Grat hat sich das Unfück ereignet. Etma 200 Meter tief stürzten die beiden Wiener urch einen Kamin auf den Porcabellagletscher ab und Lieben mit zerschmetterten Gliedern, aber noch angeseilt, liegen. Die Leichen wurden nach 3uo gebracht. Hinrichtung eines Jrrfinnigen. 3m Kulturreflameland Ungarn. Während das Lied vom guten Kameraden über Gräber reihen flagte, fentten sich die Fahnen gum Gedenken. Sonnenschein bricht durchs Grün. Die Fahnen werden aufgerichtet. Mit flingen dem Spiel ziehen die Kolonnen wieder hinaus, um im Sinne der Toten weiter Aufbauarbeit im Dienste des werftätigen Volfes und der Republik zu leiften! Nacht schlaflos in der Zelle. Als er nach seinem legten Bunsch gefragt wurde, verlangte er gut zu effen und zu trinten. Seine Mutter, die ihn zum Morde angestiftet hatte, mollte er nicht sehen, dagegen verlangte er nach seiner in Bisegrad lebenden Schwester. Diese wurde telegraphisch nach Budapest gerufen und verbrachte eine halbe Stunde bei ihrem Bruder. Papp verbrachte die Nacht apathisch und hörte taum auf den Salesianerpater, der ihm aus der Bibel vorlas. Eisenbahnunfall in Mailand. Fünfzehn Verletzte. Rom, 20. August. 3m Mailänder Nordbahnhof ereignete fich ein Unfall, bei dem 15 Reisende verletzt wurden, darunter mehrere schwer. Durch die Unachtsamkeit eines Weichenftellers wurde der aus Asso tommende überfüllte Personenzug auf ein fotes Geleise gelegt. Der Lokomotivführer versuchte zu Der Lokomotivführer versuchte zu bremsen, fonnte aber nicht verhindern, daß der Zug auf mehrere Wagen auffuhr. Der Sachschaden ist sehr erheblich. Der Weichensteller wurde verhaftet. Wetterbericht der öffentlichen Wefterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Ziemlich warm, zeitweise heiter, ohne erheb. fiche Niederschläge. Für Deutschland: Zeitweise heiteres und namentIn Budapest ist Sonnabend um 8 Uhr früh der Batermörder Florian Papp auf dem Hofe des Staatsgefängnisses von Steinruch durch den Strang hingerichtet worden. Papp verbrachte die Ilich im Südwesten ziemlich warmes Wetter. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Unter d. Linden Wiederbeginn der Vorstellungen Montag, 27. August Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Wiederbeginn der Vorstellungen Sonnabend, 1. September www Städtische Oper Bismarckstr. Wiederbeginn der Vorstellungen Dienstag, 21. August Anf. 19( 7) U. Lohengrin Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Ferienhalber geschlossen! Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Ferienhalber geschlossen! Reichshallen- Theater Stettiner Sänger Wiederauftreten von Paul Britton. Anfang 8 Uhr. Populäre Preise: 1,60-2,50 Sonntag, 26. 8.: 1. Nachmittagsvorstil. zu halb n Preisen n. vollem Programm! D Doshol Brett': ( Saal und Garten) Varieté Tanz- Konzert. Theater am Kottbusser Tor Kottbusser Str. o Tel.: Mpl. 16077 Heute 8 Uhr Deutsches Theater Saltenburg- Bühnen Norden 12 310 U. Ende nach 101/ Zum 73. Male: Pianetarium am Zoo Dis. Künstler- Th. Berliner Prater, shaler Straß Uhr: Es kommt Kastanienallee 7/9. Artisten jeder dran! tegie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 1, U. Ende 108, C. Zum 99. Male: Es liegt in der Luft Revue von Fr. Holländer Lessing- Theater Täglich 8 Uhr Täglich 8 Uhr: Försterchristel 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Sommer. 18 Uhr: Ausstattungsoperette. Erde and Weltenraum. Konzert, Varieté. 20 Uhr: Tanz. Kaffeekochen. Der Einfluß d. Gestirne Der Zarewitsch" Beg. 5. Stgs.- 4 Uhr.( Vo ksglaube un Wissenschaf). 8 Theater am Schwechtensaal, Berlin W, Lützowstr. 76 Revue von Schiffer. Nollendorfplatz Musik v. Spoliansky Die 99 Uraufführung Berliner Theater ungeküßte Eva DER GROSSE PALAESTINAFILM" narlottenstr.90/ 91. Dönh.170 Operette in 3 Akten. ,, Eine Reise durch Palästina" 31 Ende nach 10/2 Musik von M. Knop Kultur- und Reisefilm, aufgenommen Objekt. Darstellg. d. heil. Stätten, Einw, Kultureinrichtungen, Landschaften usw. Dienstag, Mittw., Donnerstag 7 u 9 Uhr. Eintritts. a. d. Abendk u. i. Vorverk b. A. Werth., Bote& Bock Zum 120. Male: Preise: lastspiel d. Deutschen Th. 1. 2. 3. 4 Mk. usw. Lustspielhaus räglich 81 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Der Prozeß Mary Dugan Theater des Westens Täglich 8, Uhr Lilli Plohr, Paul Heidemann in: Das süße Geheimnis Schwankoperette. Else Berna, Langendorf HALLER- REVUE Schön und schick" Th. im Admiralspalast Premiere Dienstag. 2. Aug 7 Uhr präz. Trianon- Th. Täglich 8 Uhr Sprungbett Elite- Sänger der Liebe Der Höhepunkt des Abends: ,, Lohengrin in Neukölln" Preise 2, 3, 4 M. usw. Rundfunkhörer halbe Preise Preis Mark 0.50 bis 2 Mark. Für Jugendliche nicht geeignet Residenz- Theater Blumenstr.& 8. Täglich 1, Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Anneliese Wörtz& Jugendliche nabe. keinen Zutritt! Parkett auch Sonni statt 4.- Mk. nur 1.- Mk. ose- Theater ur rrank. Str. 1-2. , 30 Uhr KONZERT Bunter Teil. .15 Uhr: Jugendfreunde durch die Palästina- Film- Ges. 1928. Engelhardt Engelhardt Caramel- Makbbler OSTETISCHES GESUNDHEITSBR Mark VOLLBIER Engelhardt- Brauerei Komische 81% Uhr Oper 81%, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk, ab 10 Uhr geöffn. Berliner Ulk- Trio Neukölln. Lahnstr. 74/ 75% EngelhardtCaramelMalzbier nahrhaft wohlschmeckend bekömmlich erfrischend Aerztlich empfohlen für Kinder, junge Mütter, Erholungsbedürftige, Sportler Eine Engländerin schwimmt über den Kanal. 3hr Konturrent gibt auf. London, 20. Auguft. Die englische Schwimmerin Jon Hawken, die am Sonnabend abend furz nach 10 Uhr von Cap Gris Nez aus zur Durchschwim mung des Kanals gestartet ist, betrat Sonntag nachmittag um 5,15 Uhr, verschiedene Meilen östlich von Dover entfernt, wieder englischen Boden. Ihre genaue Zeit ist 19 Stunden 16 Minuten. Der englische Schwimmer Frant Berts, der Sonnabend abend um 10 Uhr von Cap Gris Nez zu einem Versuch, den Kanal zu durchschwimmen, startete, war weniger erfolgreich und gab Sonntag morgen 8,07 Uhr fünf Meilen von der englischen Küste entfernt auf. Der Rubel auf Reisen. Mostau hat Geld! Es tann es sich leisten, um ,, ins Geschäft zu tommen", mit goldenen Schlüsseln sich Eingang zu verschaffen suchen. Und sei ein Streif noch so aussichtslos, er wird von Moskau finanziert, wenn es glaubt, dabei seine Pläne zu fördern. In nicht allen Fällen hat es Glück mit seiner Aufdringlichkeit. Bor uns liegt folgende Meldung: London, 18. August.( EP.) Wie aus Bombay gemeldet wird, hat das Streitfomitee der indischen Zeptilarbeiter, dem eine Unterstügung von 2500 Pfund von der Union der sowjetrussischen Eisenbahner übermittelt worden mar, diese wieder zurüdgeschickt. Die Spekulation auf den Hunger der 150 000 indischen Textil arbeiter, die feit einem halben Jahre streiten, war aussichtsvoll. In einem solchen Falle wäre es fein Wunder, wenn die Streifenden Geld nehmen ohne zu fragen woher es fommt, mit welchen Hintergedanken es gegeben wird. Wenn die indischen Baummollspinner die russischen Gelder trotzdem zurückgewiesen haben, dann ist dies ein so deutlicher Bemeis für die Zielflarheit ihrer Streifleitung, daß man das volle Bertrauen in sie sehen darf, ihrer Aufgabe gewachsen zu sein und den Kampf zu gewinnen. Der Brauertarif in Köln gefündigt. Köln, 20. Auguft.( Eigenbericht.) Die Kölner Brauereiarbeiter haben den Lohntarif mit den Kölner Brauereien zum 1. September gekündigt. Sie fordern eine Lohnerhöhung von 12 bis 20 Pro3., die Einführung eines Einheitslohnes und vor allen Dingen eine Erhöhung der Löhne für die Arbeiterinnen. Streit im ostoberschlesischen Textilgewerbe. Kattowih, 20. August. Die Arbeiterverbände in der Leinen- und Textilindustrie haben den Streit beschlossen, da die von ihnen gestellten Lohn. forderungen von den Arbeitgebern abgelehnt morden sind. Die Ber bände fordern eine Erhöhung der Handarbeiterlöhne um 15 Proz und der Maschinenarbeiterlöhne um 30 Proz Ein Zwischenspiel auf der Mondscheinpartie. Eine Herrenvereinigung hatte in der Stadt zum Sonn tag mit einem Motorboot eine Mondsheinfahrt nach Alt. Buchhorst unternommen. Dort Merterten zwei der Teilnehmer an einem Blizableiter einer Billa empor und stiegen in das Zimmer de: Hausangestellten ein. Sie entwendeten verdhiedene Kleidungsstüde und eine Handtasche, in der sich einiges Geld be fand. Die Mädchen hatten den Diebstahl bemerkt und benachrichtig ten den Landjägerposten, der miederum die Berliner Rrimi. nalpolizei verständigte. Als das Moto: boot am Sonntagfzüh an der 3 annomigbrüde anlegte, standen die Kriminalbeamten schon zum Empfang berei. Sämtliche Teilnehmer wurden befragt, doch konnten die gestohlenen Sachen nicht mehr bei ihnen gefunden werden. Später fand man die Meidungsstücke auf dem Wasser schwimmen und fischte sie heraus. Die Handtasche ist jedoch nicht zum Borshein gekommen. Die Mondscheinpartie wird voraussichlich für die beiden Kletterfünstler noch ein wenig ange nehmes Nachspiel haben. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud druderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co.. Berlin EW 68, Lindenstraße 3. Sieran 1 Beilage. HALLER REVUE CHON THEATER IM ADMIRALSPALAST UNDSCHICK PREMIERE DIENSTAG DEN 21. AUGUST 7 UHR PRAZISE VORVERKAUF UNUNTERBROCHEN SCALA s Uhr Nollendor 7360 Das sensationelle Eröffnungs- Programm! Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorsicilungen! 3.30 und 8 Uhr..30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Uar CASINO THEATER 8/ Uhr Lothringer Straße 37. öbel ohne Anzahlung Schlafzimmer Herrenzimmer Speisezimmer Mod. 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M., in der Eprendlinger Landstraße, besitzt der„Arbeiter-Rad- und M o t o r f a h r e r b u n d Soli- d a r i t ö t" ausgedehnte Grund- stücke, die eine Fläche von etwa 10 Morgen bedecken. An der großen Straße stehen schmucke Wohn- Häuser, die von den Beamten des Bundes und des Fahrradhauses Frischauf bewohnt werden. Doch schon ein Gang auf den großen Hos läßt ahnen, wieviel Geschäftigkeit in den dahinterliegenden Fabrik- und Verwaltungsgebäuden herrscht. Die Verwaltung des Bundes und des Fahrradhauses sind getrennt Freundlich wird man von dem Ge- schäftsführer, dem langjährigen Radfahrer- Funktionär Sachs empfangen und durch die Räume geführt. „Das Wetter hat uns diesmal einen wenn auch nur schwachen Strich durch unsere Rechnung ge- macht," sagt Sachs mit einer be- zeichnenden Handbewegung auf den gerade herniederströmenden Land- regen draußen.„So wie heute ist es eigentlich das ganze Frühjahr über gewesen und vor Pfingsten ist das Fahrradgefchäst überall eigentlich so gut wie abgeschlossen. Aber für uns ist das kein Grund zum Pessimismus. Wir sind mit unseren Fabrikaten und mit unseren Bedarfsartikeln bei den Mitgliedern des Bundes wie auch bei einem großen Teil der Bevölkerung so gut eingeführt, doß wir hoffen, in diesem Jahre unseren Umsatz um 700000 M. auf 3 Mil- lionen steigern zu können." Auf 1800 Quadratmetern Grundfläche hat das„Fahrradhaus Frischauf" große Fabrikflachbauten errichtet. Helles Oberlicht strömt in die Säle; Werkbank reiht sich an Werkbank, die moderusteu Arbeitsmaschinen surren und rattern. Hier wird das nahtlos gezogene Stahlrohr für die Rahmen auf der Kreissäge pasiend geschnitten und auf der Fräsmaschine mit der entsprechenden Gehrung versehen. Der Arbeiter an der Kopiersräs- Maschine hat inzwischen die Verbindungsstücke für die Rohre pasiend zugearbeitet. An großen, tischähnlichen, eisernen Vorrichtungen wer- den die Rahmen zwangsläufig zusammengepaßt, mit Haltestisten ver- sehen, um dann in der Schleiferei von allem Metalloxyd und allen Krusten befreit zu werden. Eine besonders eigene Arbeit ist das Löten der Rahmen. Bei„Frischauf" ist man bei dem alten System der Messinghartlötung im Tauchverfahren geblieben, weil es sich in der Praxis als das beste und haltbarste herausgestellt hat. Ein glühend flüssiges Messingbad nimmt die zu lötenden Verbin- dungsstücke aus und wenn der Fahrradrahmen die Temperatur des Messingbades angenommen hat, kann das Werkstück, an den Löt- stellen zu einem homogenen Ganzen verbunden, die Löterei oerlassen. „Bei Arlschmts-Rädern gibt es keine Gabelbrüche au den Lötstellen." versicherte der freundliche Führer.„Wir schweißen nur den Steg an der Hintergabel, also einen unwesentlichen Teil am Fahrrad- land verteilten Filialen(für Berlin in der Bcusielstraße) und in über tausend Verkaufsstellen sind Frischauf-Räder und Frischauf- Bedarfsartitel von der Speiche bis zum Rahmen und dem kom- plellen Fahrrad zu haben. In kurzer Zeit beginnt das Unternehmen von„Solidarität" auch mit der Herstellung von Motor- rädern. Unter den 3S00 Motorradfahrern des Bundes ist starke Nachfrage nach einem guten eigenen Fabrikat. Die Vorbereitungen für den Bau einer mittelschweren Maschine von zirka S00 Kubik- An der Verladerampe. Zentimetern Zylinderinhalt sind getroffen: zum Frühjahr werden auch Frischauf-Motorräder die Straßen befahren. Es ist selbstverständlich, daß in einem der Arbeiterschaft gehören- den Unternehmen vorbildliche Lohn- und ArbeiksverhSlkuisse herrschen. Zum Tariflohn wird ein Zuschlag von IS Proz. gezahlt, der bei Akkordarbeit mit garantiert ist. In Krankheitsfällen er- halten die Arbeiter den Lohn bis zu sechs Wochen Krankheitsdauer ausbezahlt. Speisesöle, Wasch- und Baderäume, Sonitätsversor- gung, Essenkoch- und Wärmcoorrichtungcn sind vorhanden und werden von den Arbeitern immer benutzt— bis au; den Verbandraum, der noch nie Schwerverletzte sah. Als wir wieder den Torweg nach dem Hof hin passieren, fällt uns ein Schild mit der Aufschrift:„Radfahren verboten!" auf. Wir machen darauf aufmerksam, daß das eigentlich etwas paradox ist, wenn man in der Zentrale des Arbeiterrad- und Molorfahrerbundes das Radfahren verbietet! Aber Führer Sachs wehrt ob:„Der Betrieb in unserem Geschäftshause ist so stark, doß wir Verkehrsunfälle befürchten!" dl. f. Reise im Gchwarzwald. Ein junger Arbeiter sendet uns inefes Stimmung?- bildchen von einer Wanderfahrt: Es ist noch Nacht. Stiller Friede liegt über dem Schwarzwald- ftädtchen Haslach. Weit und breit ist nichts zu sehen und zu Hören. Nur in der Ferne nach Hausach zu singt die Kinzig mit leiser, nimmer- müder Stimm« das ewige Lied vom Wandern. So werde auch ich bald wieder weiter wandern. Wie viel« zfiehen ihr Leben long auf der endlosen Landstraße ohne Rost und Ruhe, ohvc Halt und ohne Heim! Die Straß« zum Bahnhof liegt in mattem, fahlen Lickste da. Dex Zug fährt kreischend ein: dann faucht die schwarze Schlange in die Dunkelheit hinaus. Doch allmählich heben sich die Konturen der Berge und Häuser aus dem schwarzen Grau. In den alten, alten Schwarzwaldhäusern flammen Lichter auf. Jetzt rattert und holpert der Zug an der Gutach entlang. Es dämmert. Wie weißer, glitzernder Schnee bedeckt der Morgennebel die Berggipfel und legt einen Schleier auf Berge und Täler. Nun wird es Tag. Die ersten Häuser des lieblichen, im Gutach- tole liegenden Hornberg sind zu erkennen. Da drunten»n Tale verbinden die grünen Hänge wie eine Brücke die Berghänge mit einander. Ein Kirchlein liegt drüben auf dem Berge und daneben ein Feld weißer Kreuze, der Friedhof, lieber Felsen stürzr ein Waldbach: ein Sträßle führt am rauschenden Wasser entlang Immer höher windet sich die Bahn hinauf. Da liegt in einem ferneren Tale ein trauliches Nest. Kling, kling, kling, kling! So tötnt's herüber von einer weidenden Herde, jo silderein, wie Morgengeläut. Und nun erwacht auch die Sonne. Ueber den Bergen spielt das Morgenrot in allen Farben und geht in das leichte Blau des Himmels über. Immer weiter rollt das Bähnchen, bald oben, bald unten windet es sich durch die Berge. Viele finstere Tunnels werden noch durch- fahren, bis Triberg, ein« Perl« im Schwarzwald, erreicht ist. -Jetzt aber geht es hinaus in den hellen, sonnigen Morgen Am rauschenden, tosenden Wasserfall, der jung herunterstürzenden Gutach, steig« auf die Höhen. Wenn ich hinuntersehe ins Tal, dann erscheint das Städtchen so klein, so winzig klein. Ich lobe mir die Berge, wo der graue, trübe Alltag in Nichts versinkt.» Im Spiegel der Auskunft Schleiferei. rahmen, autogen: alles andere wird im bewährten Touchverfahren innengelötet. Wenn wir mal Stichproben machen, so kriegen wir selbst mit Hammer und Meißel die Lötstellen nicht voneinander, eher geht Rohr und Verbindungssteg zum Teufel." Es ist noch ein weiter Weg, den der Fahrradrahmen in der Fabrik zurückzulegen hat, ehe er als fertiges Rad zum Kunden expediert werden kann. Schleifer, Lackierer, Monteur«, Kontrolleure und Packer haben noch manche Stunde Arbeit zu leisten. Dann aber verläßt auch ein Rad das Werk, das als Gebrauchs- oder Touren- rad als Renn- oder als Soalsportmaschine dem„Fahrradhous Frischauf" Ehre und den Benutzern Freude macht. Bi» zu 200 Fahrräder liefert die Fabrik täglich zur Bahn, und in Zeiten der Konjunktur werden an 300 Arbeiter enb beschästtgt, In»eunzehu über ganz Deutsch- Vor einigen Tagen erzählle mir meine Portierfrau:„Gestern war ein Mann hier, der hat sich nach Ihnen erkundigt. Haben Sie was auf„Stottern" genommen? Der sah nämlich aus, wie ein Abzahlungsmensch. Er wollte wissen, wie alt Sie sind, ob Sie verheiratet, einen anständigen Lebenswandel führen, wieviel Sie verdienen, ob Sie immer pünktlich die Miete bezahlen."„So", gab ich zurück,„was haben Sie ihm denn gesagt, Frau Handel?" „Nichts, ich Hab ihn gefragt, ob er mich als Schimmelpfeng be- nutzen will."„Hätten Sie ihn doch zu mir geschickt"„Das Hab ich ihm ja auch gesagt, er soll reingehen und sich bei Ihnen er- kundigen. Wissen Sie, das kommt bei uns alle Tage vor, wenn neue Leute einziehen, da kommen immer allerhand Menschen, die Auskünfte einholen wollen. Wie soll ich wissen, was die Mieter oerdienen, es laßt sich doch keiner in die Karten sehen." Unser Ge- spräch schien so halbwegs beendet zu sein, denn Frau Handel be- merkte, wie ihr Jüngster mit einer toten Maus zu spielen begann. Nach Togen stieß mir die Sache mit der Erkundigung auf, es ließ mir kein« Ruhe, ich war doch zu neugierig, wer sich über mein Privatleben informieren will. Da ich keinerlei Besitz habe und auch Abzahlungsgeschäft« meide, kenne ich keine derartigen geschäftlichen Verbindungen. Darum begab ich mich, um dem Problem„Aus- kunft" näher zu rücken, zu einer unserer größten, bestinsormierten Auskunfteien. Nachdem ich meine Pressekarte vorgewiesen hatte, führte mich ein freundlicher Herr vom Sekretariat durch die Karto- theken. Erläuternd fügte er hinzu:„Das ist die Kartothek für Groß-Berlin." Wir standen in einem viereckigen Raum, der zwei Etagen hoch war. Die vier Wände glichen Honigwaben, die alpha- betische Buchstaben aufweisen. Ich sagte dem Herrn:„Wissen Sie. hier fehlt etwas. In der Mitte müßte Gott Merkur stehen. Er ist doch das Symbol der Koufleute und der Wechselprotestanten." Mein Führer überging letzteres lächelnd und begann mich zu orien- tieren... „Wir geben der Berliner Stadtkundfchoft täglich 10— 12000 Auskünfte. Dos wir mit der Behörde in engster Verbindung stehen, brauche ich Ihnen ja nicht erst zu sagen. Unsere Firma hat vor einem halben Jahrhundert, wie sie gegründet war. sehr zu kämpfen gehabt. Der eine Teil der Kaufmannschaft stand uns feinblich gegenüber, man nannte unser Beginnen anmaßend, vom volks- wirtschaftlichen Standpunkt sogar gefährlich. Das„Warum" brauche ich Ihnen ja nicht zu sagen, denn die Gründerjahre hotten ebenso wie die Inflation ihre Koufleute. die ihre Vergangenheit verdecken wollte. Luftgeschäft in grünen Fischen, das gab es bei uns nicht. Wir waren sozusagen der Keil zwischen den Kaufleuten, der Infor- mationen ausgab, gute und schlechte. Auch heute noch verfolgen wir dasselbe Prinzip, daß wir auf Wunsch demjenigen, über den wir Auskunst eingezogen hoben, diese bekannt geben." „Ich werde Sie nachher beim Wart nehmen" sagte ich.„Bitte", erklärte mein Führer..Auskünfte über Privatleute sind ja ergent- lich nicht unser Resiort. aber wenn über Sie Auskunft eingeholl ist. können Sie sie jederzeit einsehen. Natürlich behalten wir uns das Geheimnis des Auftraggebers vor. Wir ziehen Recherchen über Kaufleute. Aktiengesellschaften. Banken ein und stellen sie Firmen im Wonnement.' auch in Sonderberichten zur Verfügung. Wir sind über das Stammkapital informiert, Kreditsichcrheiten, Besitz- tum, Gütertrennung, Familienangelegenheiten, die in geschäftlichen Interessen verbunden sind. Wenn man an uns herangetreten war«. säße Herr Bergmann zwei Jahre früher auf Nummer sicher. Ein- spon war bei uns schon lange auf der schwarzen List«. Aber unsere Interessen reichen nicht so weit, daß wir össentliche Warnungen herausgehen lasten. Das ist Sache der Behörde. Wir geben auf Wunsch unseren langjährigen Abonnenten sogar über ihren eigenen Betrieb Auskunft, und zwar schonungslos, denn das erste, was der Kaufmann besitzt, ist fein Leumund, denn damit ist auch sein Kredit verbunden. Vor einigen Tagen kam wutentbrannt ein Direktor zu uns und erklärte, wir hätten bei seiner Auskunft vergessen, daß er schon vor zwei Iahren einen Offenbarungeeid geleistet hätte Da sehen Sie, wie komisch zuweilen unser Geschäft ist. Es gibt noch andere, verzwicktere Situationen, kann ich Ihnen sagen, aber meistens liegen die Fälle klar und offen, denn durch die jahrelange Verbindung unserer Gewährsleute mit dem In« und Auslände ist es uns nicht schwierig, das Innenleben der Gefchoftswell zu beleuchten. Privatleute interessieren uns wenig. Bei diesen ist die Ermittlung ihrer Verhältnisse immer schwierig. Das überlassen wir lieber den Detekteien. Die dann meistens beide ver Rahmenbau. Parteien schröpfen mit dem Ergebnis, daß sie größtenteils eine falsche Auskunft bekommen haben." Nachdem ich dem Sekretär meinen Fall erzählt hatte, sagt« er: „Das können wir gleich richtigstellen." Er sprach meinen Namen durchs Telephon. Fünf Minuten mochten vergangen sein, als ein Boy ein« gelbe Karte mit meiner Aufschrift brachte, schon hörte ich die Daten meiner Geburt, meine Beziehungen zu den Zeitungen, die Namen der von mir erschienenen Bücher. Die gelbe Karte war so mit meinem Innersten vertraut, daß ich den Sekretär bat, auf- zuhören:„Sie wisten mehr über mich, als ich selbst aussagen kann," sagt« ich...Offenbarungseid haben Sie noch keinen geleistet." hört« ich noch. In die tobende Straße tretend, mir die lastenden Men- schen ansehend, glaubte ich. daß es für jeden gut wäre, in den Spiegel seiner Auskunft zu sehen, bevor er Beziehungen anknüpft und sich wundert, warum sie Plötzlich abgebrochen wurden. Megerle von MühlfekL Die Befreiung Hilde Fernleitner ( 32. Forffeßung.) ,, Sie haben doch früher erzählt, daß Sie der alte des Grieux firts," sagte Hilde. Ich bin..." miederholte der Schubert zögernd. Falsch! Irrtum! Ich bin der Staatssekretär des allergnädigsten und aller mächtigsten Herren, der allermächtigsten Macht..." Hilde fuchte das Gespräch mit einer fomischen Wendung abzus schließen und machte den tiefsten Knig, den sie im Tanzkurs der Frau Neumann- Norret gelernt hatte. ,, Es freut mich, daß Sie es einsehen, werte Marquise," sagte der Schubert und lachte, wie er zu lachen pflegte. holla! Da segen fich Leut' an unseren Tisch!" rief Edi und lief in die Allee, in der sich das Tischchen befand, das Hilde und er von weitem ausgewählt hatten. lind jetzt fommen Sie mit mir!" flüsterte der Schubert Hilde zu und padte fie q Arm. ,, Sind Sie wahnsinnig geworden?" Standal?" Wollen Sie einen ,, So laut fönnen Sie nicht schreien, daß sie den Lärm über. tönen, den die Gescheiteren machen! Es nügt Ihnen nichts, feien Sie vernünftig!" Und schon hatten mit gemachter Harmlosigkeit fünf Musketiere, bie von weiß Gott mo aufgetaucht waren, die beiden umstellt und einen Kreis um sie geschlossen. Sehen Sie? Wir sind in all dem Trubel allein. Aber ich mill, ich fann die Gelegenheit nicht ausnügen, ich bin ein treuer Diener meines allerhöchsten Herrn." ,, Sie wissen wohl, daß ich mich nicht zwingen lasse!" ,, Aber ja! Ich weiß es. Ein Zeichen der Einwilligung und dieser Kreis öffnet sich und..." Nein, ich gebe dieses Zeichen nicht- Herr Edi!" Hilde schrie jetzt fo laut fie fonnte, aber wahrhaftig, burd) diefes Schwazen und Lachen, das wie eine Welle über den großen Plazz dahinftrich, drang ihre Stimme nicht. Benn Sie widerspenstig sind oh, ich versuche es gar nicht, Eie zu zähmen. Keine Angst: Wir drängen Sie nur langsam, iangfam, langsam weiter. So- Schritt für Schritt. Gnädigste Marquise merden sich doch nicht von den derben Stiefeln meiner Mus. fetiere zertreten lassen. Schritt für Schritt!" Die fünf riesenhaften Kerle taten, als ob sie gemächlich dahin. ftapften und trieben Hilde mit ihrem Begleiter vor sich hin. Aber mas machen S' denn für Spaß, Fräulein Hilde?" rief Edi, der durch die Mauer der fünf Gestalten von ihr getrennt war. Hilde sah ihn und hörte ihn nicht, wie er nicht die Rufe hörte, die fie ausstieß. Und weiter und weiter stapfte die Menschenmauer und nun war man von der Masse der Speisenden weg. Hie und da noch vereinzelte Paare, die sich nicht stören ließen, dann standen im Freien ausgestellte Serviertische, an denen Diener, auch sie wie eberi Diener jener Zeit gefleidet, geschäftig hantierten. Und dann war nichts mehr als Gebüsch und Wiesen und schmale Pfade und alles Dom Mondlicht verklärt. Und die Fünf schritten mit eherner Ruhe, jetzt mar es ein Halbkreis, den sie bildeten und der jagte Hilde, bulbete nicht, daß sie stehen blieb, hob sie mit zehn Armen auf, wenn fie fich niederwarf. Und neben ihr hielt der Schubert den Schritt ein, schweigend und vor Erregung jegt feuchend. Hilde schrie, aber ihr Schreien verhallte nun in der Einsamkeit, mie es früher in tosendem Lärm verhallt mar, oder die wenigen Leute, die es hörten, glaubten an Scherz. Sie fühlte fich immer schwächer werden, dieses seltsame Erlebnis nahm ihr, der sonst so Starten, alle Kräfte. Es war ganz gewiß ein vorbezeichneter Weg, an den sich die fünf ftapfenden Ungeheuer hielten. Denn die stumme Maffe gemaltiger Leiber wendete sich nach links und schlug den Weg nach rechts ein und als das letzte Lichtlein, das in der Ferne noch sichtbar gewesen war, auch verschwand, blieben sie stehen. hilde, hören G mich, wir sind jezt ganz allein. Die Fünf find taubstumm und blöd und was Sie noch wollen. Sie sehen, 1 Sie haben uns unterschäßt. Was wir wollen, das geschieht. So ader fo. Aber zittern S' doch nicht so, Fräulein Hilde, wir tun Ihnen nichts an. Ein paar Schritte von hier steht ein Auto. Darin fahren Sie, in meiner Begleitung, wenn's beliebt. Wohin, ist ja Nebensache, aber es wird Ihnen gleich sein können, ob Sie ein paar meitere herrliche Tage auf Schloß Wunder aller Welt verleben oder dort, mahin mir jeßt die Autopartie machen, wie beliebi? Sie reben fein Wort? No, mir werden schon wieder gut merden. Er Ein Wiener Roman von Paul Burgftaller leichtern Sie mir die Situation, aus der es für Sie feinen Ausmeg gibt. Und fo arg ist sie nicht, glauben S es mir. Eine romantische Entführung, ja, alle Damen drüben gäben das gute Souper her, das fie eben einnehmen, und die wißigste Gesellschaft, die fie fich ausgesucht haben für eine so romantische Entführung Anno siebzehn hundertetlichundachtzig. Und Sie sind unzufrieden..! Der Schubert wartete auf eine Antwort. Hilde sagte, und man hörte ihrer Stimme die Erregung an: Wenn das ein Scherz sein soll, so hat er schon zu lange gebauert und es wäre Zeit, daß Sie mich freigeben. Wenn das aber Ernst ist, so ist das die ungeheuerlichste Geschichte, die einem in unserer 3eit paffieren tonn. Sie haben die Losung des Kostümfestes ein bißchen zu wirklich genommen. Wir leben doch nicht mehr in der Zeit der Bastille und selbst für den Herrn Baron gibt es Grenzen des Erlaubten, die er nicht überschreiten darf. Also wie steht's, Schubert: Ernst oder Scherz ,, Ernst. Wahrhaftiger Ernft." Sie, das ftreift fchon das Strafgericht." Ich fenn' mich, dant meiner gegenwärtigen Stellung auf diesem Grenzgebiet aus, und wenn ich hinüberrutsch', so macht es auch nichts. Man ist eben der erste Brivatsekretär des Barons Rosenberg. Ein Bort von Ihnen und ich gebe alle die romantischen Begleits umstände dieser furzen Episode auf. Die fünf Ladeln ziehen fich zurüd, Sie besteigen mein Auto und fahren mit mir in unsere Billa. Dort bleiben Sie als Herrin, so lange es Ihnen beliebt. Im übrigen gegenseitige Diskretion Ehrenfache. Abgemacht?" ,, Nein, du Lump!" Eine fremde Stimme rief es hinein, aus dem Gebüsch sprang, hinter dem tommandierenden Schubert hervor, eine riesenlange Ge stalt in wallendem Gewand, hob Hilde in seine Arme und verschwand im Dunkel, aus dem sie gekommen war. Das alles geschah so blißschnell, daß der Schubert fomohl wie feine fünftöpfige Garde sprachlos dastanden und gegen die Ent führung der Entführten nichts unternahmen. Als ihr Erstaunen vorüber war, stürmten fie ins Gebüsch nach, liefen auf allen Wegen, die fich dahinter erftredten, Schubert rief bald verzweifelt nach Hilde und schimpfte bald mit seinen Begleitern, die ebenso blöd und be wegungslos wie er zugesehen hatten, wie ein Unbekannter ihnen die Beute entriß, sie stürmten herum, führten in aller Eile rasch be sprochene, taftische Umzinglungspläne durch es war vergeblich. Als ob der Erdboden den Räuber mit seiner holden Last verschluckt hätte, blieben beide, Laft und Träger, unsichtbar. Der Schubert hatte, vielleicht zum erstenmal in seinem Leben, ficherlich zum erstenmal in seiner neuen Stellung, seine Frechheit verloren. Er war fonfterniert. Das war eine fatale Geschichte! Und vor allem war er ernstlich um das Schicksal Hildens besorgt. Die Szene im harmlosesten Sinne darzustellen, war schließlich nicht schmer: fich auf einem Mastenfest mit einer jungen Dame von der Menge der Gäste loslösen das war das Natürlichste auf der Welt und Dugende von Paaren haften an diesem Abend sicherlich gleiches getan. Die fünf Musketiere einfach verschweigen, den kurzen Dialog mit Hilde anders wiedergeben oder humoristisch deuten eine Kleinigkeit. Aber wie stand es um hilde selbst? In wessen Hände mar fie gefallen? War die vermummte Gestalt ein Gast im Schlosse Wunder aller Welt gewesen oder irgendein Strolch, der sich von aus märts eingeschlichen hatte und dem das schöne Mädchen nicht viel mehr bedeutete als ein liegengelaffenes Handtäschchen oder ein EBbested auf dem Anrichtetischchen, das' er nehmen und gegen Löfegeld zurückerstatten würde? 3ur Gendarmerie!" befahl der Schubert. Bißt ihr, we hier ein Bosten ist?" Sie wußten es nicht. Der Schubert fing an, nervös und rabiat zu werden. ,, Die Gendarmerie muß den Burschen verfolgen! Was heißt denn das? Ein Mädet fortschleppen! Sind wir am Balkan? Das ift ja was Unerhörtes! Laternen! Militär! brechen vor!" WAS DER TAG BRINGT. Schwarz- weiß- gold. 21s 1866 der Sieg für die Preußen entschieden war, fehlte es nicht an befümmerten Menschen, die mit blutendem Herzen voraus sahen, daß die alte fdhwarzmeiße Fahne einen Farbenzuwachs bekommen werde. Einen solchen Schmerzensschrei veröffentlichte die Kreuz- Zeitung" unter dem 29. Juli 1866 als einen„ vom 1. Juli batierten, aber nicht abgesandten Brief an den preußischen Minister. präsidenten Grafen von Bismard". Was für Farben soll das neu gegründete Deutsche Reich haben?" ruft der Briefschreiber aus und faßt nach einer Lobpreisung von schwarzweiß seinen Wunsch in folgende Worte zusammen: Nein, muß es denn eine Trifolore sein, so werde unserem ehrlichen Schwarzweiß das Gold hinzugefügt, ein Zeichen der Aechtheit und der Treue." Seinem Abscheu par Schwarzrotgold gibt er natürlich fräftig Ausdrud und fügt eine jedenfalls recht spaßige Darstellung der Entstehung dieser Farben bei: danach habe der Senior einer Jenaer Studentenverbin dung von seiner Liebsten einen in diesen Farben gehaltenen Tabaksbeutel geschenkt erhalten, was die Begeisterung für diese Farben zusammenstellung angefacht habe. Uns Nachgeborenen tann bei dieser Geschichte hauptsächlich die Charakteristik der Farbe Gold durch den treudeutschen" Mann intereffieren. Also ächt und tren bedeutet Gold. Die heutigen Nachfolger des Briefschreibers haben in dieser Beziehung ein Beträchtliches umgelernt, wie die von ihnen mit Vorliebe gebrauchten Umschreibungen dieses Teils des Reichsbanners beweijen. P. D. Armer Klabund! Er wird sich im Grabe herumdrehen müssen, wenn er im Jenfeits seinen Retrolog in einem Berliner Kommunistenblatt erschaut, darinnen es heißt: Später dichtete er chinesische Lyrif neu, schrieb ein chinesifches Drama Kreide weiß", mit dem er großen Erfolg hatte: später erschien ein Chromwell" Drama." Der Verfasser dieser Zeilen scheint den Dichter Klabund mit einem Färber gleichen Namens verwechselt zu haben, dessen Spezialität es gewesen sein muß. Kreidemeiß mit Chrom zu übermalen. Oder meinte er am Ende den„ Kreidefreis" und den„ Cromwell"? Not unter den Diamantengräbern. Bar furzem hielt die Bereinigung füdafrikanischer Diamanten gräber zu Botscheffstroom eine Generalversammlung ab, um Maßnahmen gegen die steigende Not unter ihren Mitgliedern zu beraten. Bei dieser Gelegenheit wurde bekannt, daß nicht weniger als acht: tausend amtlich zugelassene Gräber in höchster Armut leben und mit fünfundzwanzigtausend Angehörigen auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind. Ein Teil ist bereits dem Verhungern nahe. Die Not läßt sich nur auf die Weigerung der Regierung zurüdführen, den Gräbern neue Lizenzen auf erschlossene Felder zu erteilen, weil Da liegt ein Ber ( Fortsetzung folgt.) eine Ueberproduktion an Diamanten befürchtet wird. Ist so auf der einen Seite die Lage mancher Diamantengräber perzweifelt, so er freuen sich auf der anderen Seite die Glücklicheren, die eineiz ,, Claim" zugewiefen erhielten, einer oft fabelhaften Ausbeute. Sa fand fürzlich ein Gräber in den Feldern an der Alegonder- Bucht in Namawqaland an einem Tage 479 Diamanten, darunter einen von 83, einen anderen von 79 Karat. Fideles Gefängnis. Der Polizeichef der amerikanischen Republik Paraguay fam bei einer Inspektionsreise auch in die kleine Stadt Santa* malona und begab sich zum Gefängnis. Ein Mensch in der malerischen Tracht der Gauchos öffnete das Tor. Könnte ich den Direttor des Gefängnisjes sprechen?" Der Direftor ist nicht hier, verehrter Herr. Vierzig Meilen von hier liegt seine Sazienda, daher sieht man ihn nur selten."„ Na, dann führen Sie mich bitte zum Oberaufseher!"„ Der Oberausscher ist seit zwei Wochen nicht hierher gekommen. Seine arme Frau ist schwer erfrantt."„ Sa pristi! Schicken Sie einen Wärter her. Das ist ja eine nette Wirts schaft!"„ Die Wärter sind schon weggegangen. Um vier Uhr nach. mittags haben sie Dienstschluß und tommen erst am nächsten Morgen un 10 Uhr wieder." Caramba!" schrie zornesrot der Polizeichef, da ist also fein Mensch in diesem Gefängnis zu haben? Aber Sie, wer sind Sie denn? Was machen Sie hier?" Ich bin der Ges fangene!" Die Kinoaufnahme im Gericht. Erst vor kurzem wurde von einem folchen Fall berichtet, schon lieft Der Film scheint fich allmählich in den Gerichten einzubürgern! # man von einem ähnlichen Fall. In einem Nem Vorter Gericht wurde den Geschmorenen auf der Leinwand der Borgang des Berbrechens vor Augen geführt. Angeflagt war der Fabrikant Dapo lito wegen Ermordung des Bauunternehmers Jilbrad. Er soll den Toten ausgeplündert, die Leiche in einen Sad gestedt, sie die Treppe hinuntergebracht und dann in einem Auto fortgeschafft haben. Der Untersuchungsrichter refonstruierte den Vorgang, mie ihn die Anflage schildert, und ließ ihn furbeln. Dieser Film wurde darauf den Geschmorenen im Gerichtsjaal vorgeführt. Ein bedenl liches Unternehmen! Ist der Borgang nicht ganz wahrheitsgetreu refonstruiert, so tann die Filmaufnahme unter Umständen für den Angeflagten verhängnisvoll werden. Der kleine Philosoph. ,, Nun, meine lieben Kinder," begann die Lehrerin, pas ist es, was wir in diesem Leben am meisten brauchen, um glücklich zu sein?" Die Dinge, die mir nicht haben!" rief der helle Junge auf der letzten Bant. Wahrer Jatob Die Verbrüderung der Arbeitersportler. Das Freundschaftsfest der Prager Turner und der FTGB. Der Freundschaffsabend, der anläßlich des Besuches von 150 Prager Arbeiterturnern am Sonnabend im Deutschen Hof veranstaltet wurde, gestaltete fich zu einer Feler. stunde für die internationale Arbeitersportbewegung. Die Bedeufung der Kundgebung geht daraus hervor, daß anwesend waren der schechoslowakische Gesandte Dr. Choaltoosfy, der sozialdemokratische Bizepräsident des tschechoslowakischen Abgeordneten. hauses( gleichzeitig Chefredakteur der„ Pravo lido") Stinin, der Sekretär der tschechischen Arbeiterturnvereine Pasa, der Generalfekretär der sozialistischen Sportinternationale Sila ba, der Sefrefär der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege Bud. Der Saal war geschmüdt mit den Emblemen der tschechischen Arbeitervereine und mit den beiderseitigen Candesfarben. Weithin leuchtend grüßen die Transparente ,, Weiter- weiter dem Licht entgegen! Nazdar Frei Heil! Der Saal war überfüllt, und selbst die Nebenräume und die Galerie vermochten dem Anfturm der zu strömenden Gäste taum gerecht zu werden. Der Borsitzende der tschechischen Turnabtellung ,, Havlicet" Silinet fand herzliche Worte zur Begrüßung der Anwesenden. Die Prager Kapelle intonierte die Internationale, in die alle Anwesenden begeistert einstimmten, worauf die tschechische hymne" folgte. Die zündende Ansprache des Generalfefretärs Silaba flang aus in ein drckfaches Hoch auf die internationale Arbeiterfurn- und-sportbewegung. Im Namen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin begrüßte der Borfigende & ofel alle Gäste. Bud betonte in freffenden Worten die besondere Jdee der Arbeiterfportbewegung: 4 Wir streifen nicht um den Rang als Sieger, wir drängen nicht nach Diplomen oder goldenen Medaillen. Wir huldigen dem Solidaritätsgedanken, der nicht Raum und Landesgrenze fennt. Eine gefunde, mutige Kämpferschar wollen wir erziehen, die über jede Landesgrenze den Arbeitsbrüdern die Hände reicht! Die herzlichsten Grüße der Sozialdemokratischen Partei überbrachte Reichert: Neben der Stärkung des Körpers vergeßt nicht die Schulung des Geistes! Nur durch genossenschaftliche, innige Zusammenarbeit der Arbeiterschaft aller Nationen wird es möglich sein, der Redaktion eine gefchloffene Kampfesfront entgegenzustellen!" In ein brausendes Hoch auf die internationale Sozialdemokratie stimmten alle begeistert ein. Jetzt begann der Reigen der Vorführungen. Unter den Klängen eines tschechischen Fanfarenmarsches marschierten zunächst die Jungmädchen und dann die Frauen der Turnabteilung„ Havlicek" auf. Der Arbeiterturnverein Brag folgte mit Darbietungen der Frauen und Männer. Die landesübliche Turnkleidung, in Berbindung mit dem eigenartigen Tempo der Tschechen unter Berücksichtigung der Begleitung einer 31 Mann starten Blastapelle geben den Vorführungen einen ganz besonderen Reiz. In den Uebungsgruppen selbst tehten tägliche Arbeitsmomente abwechselnd mit Motiven aus der Leichtathletik und dem tändelnden Spiel wieder. Daß alle diese Vorführungen beim Publikum Anklang fanden, bewies der brausende Beifall. Auch die Freie Turnerschaft Groß- Berlin mar durch hervorragende Vorführungen der Frauen, Jugend und der Männer vertreten. Rhythmische Gymnaftit mechselfe mit ausgezeichnetem Geräteturnen und außerdem einem sehr flotten Turnen ber Jugend auf der Matte ab. Die tschechischen Arbeitersportler hatten hierdurch Gelegenheit, die ganz andere Art des deutschen Turnens fennenzulernen. Slowakische Bollstänze in Original- Boltstrachten führten dann die Prager Turnerinnen vor, die mit einer malerischen Schlußgruppe viel Beifall auslöften. Kosel dankte für diese Widmung und rief den Gästen zu: uf Versammlung der Naturfreunde. Wiedersehen in Prag!" Anschließend spielte die Kapelle die Internationale und das tschechische ,, ied der Arbeit". Die Ammendorfer Mannschaft tritt zum Handballspiel gegen FLGB.- Wedding an, während die letzten Stafettenläufer die Rundbahn durcheilen. Die Besucher rüsten zum Abmarsch, nach dem Gemertschaftshaus, wo im großen Saal die letzte gesellige 3u jamment unft stattfindet. Die Bertreter der tchechischen Gesandtschaft, die dem Sportfest ebenfalls beiwohnten, bedankten sich in herzlichen Borten für den überaus freundlichen Empfang und die bereitwillige Aufnahme ihrer Landsleute. Besonders sei noch die eifrige Tätigkeit der Prager Kapelle unter Leitung ihres Dirigenten Rous erwähnt, die viel zum Gelingen des Festes beigetragen haben. So erlebten alle Teilnehmer eine Beranstaltung, die für jeden ein Ereignis war ein Erlebnis, das wir als das hohe Lied der internationalen Berbrüderung bezeichnen dürfen. Die tschechische Turnabteilung„ Havlicek" und die Freie Turnerschaft Groß- Berlin haben es verstanden, den Prager Gästen den Berliner Aufenthalt zu unvergeßlichen Festtagen zu gestalten! Kadzar Frei Heil! Die Rüdreise der Tschechen erfolgt heute abend um etwa 22 Uhr vom Anhalter Bahnhof. Sport und Internationale. Von R. Silaba. Generalsekretär der Sozialistischen Arbeitersport- Internationale. Gymnastik und Sport find zwei mächtige Fattoren in der Arbeiterbewegung, denn sie geben uns die Möglichkeit der gemeinsamen Erkennung und Berständigung. In beiden ist verförpert Schönheit und Güte und beide erziehen. Sie hinterlassen nicht Haß, im Gegen teil sie beseitigen großes Mißverständnis. Die Körpererziehung ist eine bis jetzt noch nicht vollständig ausgenügte Macht für die Ber R. Silaba aise mo brüderung der Völker besonders der Arbeiterschaft, deren Aufgabe es ist, auf diesem Gebiete eine mächtige Einheitsfront aufzubauen. wir uns doch in friedlichen Kämpfen die Hand zur Abwehr. Benn auch durch die Sprache und Staatsgrenzen geteilt, reichen Sozialistische Der jest folgende gesellige Teil nahm einen äußerst harmonischen Sportorganisationen führen Berlauf. In zwanglojen Gruppen wurden Meinungen und Gefportlich die internationale Berbrüderung der banken ausgetauscht und manches Freundschaftsband gefnüpft. Neu war für die Berliner die äußerst flotte und schmissige Tanzmusik von 31 Musikern. Musiker und Tänzer wurden nicht müde und so ner gingen die wenigen Stunden des ungetrübtesten Beisammenseins alzu schnell. Das Sportfest im Humboldthain, daß die Freie Turnerschaft Groß- Berlin zu Ehren der Prager Gäfte veranstaltete, erinnerte an das große Volksfest vom 10. Juni in Treptow. Auch im Humboldthain waren Tausende von zu schauern anwesend, die allen Vorführungen mit großem Interesse folgten. An dem Aufmarsch allein nahmen außer den Tschechen in Landestracht über 1000 Turner und Turnerinnen der Freien Turner. schaft Groß- Berlins teil. In der Ansprache des Borsigenden Roset murde besonders auf den großen Wert hingewiesen, den derartige Feste mit Arbeitsbrüdern des Auslandes haben. Wir fennen feine Grenzpfähle, wenn es gilt, den Körper zu stählen, nicht um Mordwaffen zu führen, sondern um eine innige Bölfergemeinschaft heranzubilden, die imstande ist, jede Reaktion niederzuringen. Für uns gilt die Parole: Die Waffen nieder, reicht euch die Freundschaftshände!" Von mehr als 3000 Frauen und Männern, Tschechen und Deutsche, erklang nun die feierliche Weise der Internationale, die von allen entblößten Hauptes gesungen wurde. Den gelungenen Borführungen der Kinder folgte das Hocken spiel Leipzig I gegen FTGB. Nordring I, die Stafetten der Kinder, Frauen, Jugend und Männer. Auf den Tennisplägen standen sich Dresdener Tennismannschaften und Tennis. Rot der TGB. gegenüber. Die Mannschaft Frisch auf" Niedleben war schon vormittags gegen FTGB.- Wedding angetreten. Eine besondere Note brachte dann das Böller der ganzen Welt durch. Wir waren deffen Zeuge an den schönen unvergeßlichen Tagen, welche wir soeben in Berlin erlebt haben, wir waren dessen Zeuge in Leipzig, Frankfurt, Wien, Brag und wir werden die Möglichkeit haben, dies alles nächstes Jahr in Nürnberg wieder zu erleben. Bei jeder Turnfahrt und bei jebem Sportfest haben wir erkannt, daß wir uns näher stehen als mir gedacht haben! Daraus geht hervor, daß die Verständigung zwischen den Bölfern und der Kampf um den Weltfrieden nicht ausgefochten wird am grünen Tisch der regierenden Klassen, sondern auch in den Turnhalten und den grünen Spielplätzen der Arbeiterturner und Sportler. Arbeiter- Fußball. Leipzig- Berlin 2: 4( 0: 2). Bor ungefähr 5000 Zuschauern standen sich gestern die Repräsentativen der beiden Städte Leipzig und Berlin gegenüber. Was nur menige erwartet, aber desto mehr gewünscht hatten, t: at ein. Die Berliner zeigten sich im besten Licht. Allerdings be darf die Manns haft noch einer kleinen Veränderung. So wäre bringend anzuraten, den Halblinken, der nur mit dem linken Bein spielen kann, zu erfeßen. Halb: echts, zum erstenmal repräsentativ spielend, litt zuerst sehr unter Lampenfieber, nach der Pause zeigte er gute Leistungen. Das Beste in der Mannschaft war die Läuferceihe, die sowohl den Sturm mit guten Vorlagen versorgte als auch die Hintermannschaft unterstützte. Bei den Leipzigern war der Torwart der beste Spieler. Ihm hat es Leipzig zu danken, daß die Niederlage nicht größer wurde. Leipzig eröffnet das Spiel gegen das Licht spielend. Der Anstoß wird abgefangen. Kurzes Buspielen des Berliner Sturms und Rechtsaußen jendet schon ½ Minute nach Anfang zum Führungstor ein. Auf beiden Seiten wird nun energisch auf eine Resultatperbesserung hingearbeitet. In der 27. minute läuft der Linksaußen der Berliner mit dem Ball auf und davon. Bohl greift die Berteidigung an, doch zu spät. Mit scharfem Schuß setzt er den Ball Hammershwingen der Prager Turner, das außerordentlich starken Beifall auslöfte. In ihrer Landestracht gaben sie starte Momente aus dem täglichen Arbeitsleben, die in finnnoller Weise mit zwedmäßigen gymnastischen lebungen verbunden waren. Auch die Prager Turnerinnen und Turner, die Freiübungen vorführten, wurden mit jubelnden Beifall begrüßt. Darauf traten auf Einladung der Brager Gäste die Delegierten der Bezirke und der Borstand der FIGB. zur Mitte des Innenraumsprochen, der sein Ziel jebody verfehlt. Nach der Bause hat Leipzig und unter lautloser Stille nahm der Generalsekretär der Sozialistischen Arbeiter- Soprt- Internationale Silaba das Wort: ,, Ergriffen über den Empfang und die freundliche Aufnahme, die meine Landsleute hier in Berlin gefunden haben, fehlen mir die Barte, um meiner Freude und Anerkennung Ausdruck zu verleihen. Zum Andenken an die erste Turnfahrt der Brager Arbeiterturner nach Berlin überreiche ich euch diesen Hammer als Symbol der Arbeit und der Solidarität." Ein feierlicher Augen blid, deffen Größe und Bedeutung den freundschaftlich vereinigten Arbeiter portiern recht zum Bemußtsein tam. unter die Batte. Kurz darauf erhält Leipzig einen Elfmeter zugeungeftellt. Wohl beherrschen die Gäfte jetzt das Spiel, por dem Tor sind sie jedoch ma hilos. Berlin verläßt sich auf Durchbrüche. Rehtsaußen geht vor, gibt den Ball zur Mitte. Halblints schießt gegen die Batte. Sofort ist der Mittelstürmer zur Stelle und sendet zum 3. Zor ein. In der 25. Minute ist Halblinks Leipzigs ungedeckt, so daß es mit scharfem Schuß das Resultat auf 3: 1 stellen kann. Nicht lange dauert die Freude, dann hat Rechtsaußen Berling das alte Torperhälmis mieder hergestellt. Jetzt jetzt Leipzig alles daran, um das Resultat günstiger zu gestalten. Der Torwart Berlins, vermag jedoch alle Angriffe abzumehren. Erst 5 Minuten vor Schluß ist es wieder Halblinks, der den ameiten Erfolg für Leipzig erringen tam Die Beschlüsse von Zürich. Im Zentrum der Schweizer Bergwelt, im schönen Zürich an der Limat, tagte am 16. und 17. August die zweite deutsche Reichsversammlung des Touristenvereins Die Naturfreunde". Zusammen mit der Behandlung der Anträge zum Gefchäftsbericht setzte auch eine ausführliche Debatte zu den einzelnen Punkten des Berichts ein. In erster Linie marschierten auch hier die menigen fommunistischen Kritiker auf, die glauben, durch unfruchtbare Reden dem proletarischen Klassenkampf dienen zu fönnen. Vor allem metterte man wie üblich gegen die Mit arbeit in den öffentlichen Jugendausschüssen. Bulan nahm als Bertreter des Gaues BrandenburgPommern im weiteren Verlauf der Debatte Gelegenheit, festzustellen, daß die Berliner Naturfreundebewegung nach der Lösung von den parteipolitischen Hemmungen vorzüglich in der Arbeit fortschreitet. gabe einer Denkschrift über die Arbeit der Im weiteren Verlauf der. Debatte ward dringend die Herausund anderende in der Schaffung von Ferien- und Wanderheimen ge= wünscht. In der Unterstützung des Heimbaues soll in nächster Zeit in erster Linie die Errichtung trefflicher Heime im alpinen Gebiet, bevorzugt werden. Besonders start unterstrichen wurde die Not wendigkeit der Mitarbeit in behördlichen Ausschüssen. und im Jugendherbergsverband. Dringend gewünscht wurde auch die enge Zusammenarbeit mit den übrigen Arbeiterorganisationen, vor allem mit den Gewerkschaften. Gegen drei Stimmen fand schließlich ein Antrag Annahme, der sich hinter die Beschlüsse der Zentraltommission für Arbeiterfport und Körperpflege betr. Auflösung der Kartelle Berlin und alle stellt, die Ortsgruppen zum Anschluß an die neuen Kartelle auffordert und denen, die dem Beschluß nicht Folge leisten, den Ausschluß aus der Bewegung anfündigt. Eine lebhafte Debatte löste der Punkt ,, Naturfreundeheime" aus. Bon vielen Seiten wurde die Notwendigkeit ber Zentralisierung anerkannt. Der Wegemartierung wird in Zukunft besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dasselbe gilt Don den Gesellschaftsfahrten, die von Naturfreunde- Reise bureaus eingeleitet werden. Mit besonderer Energie wird in den nächsten Jahren die Frage der Schaffung von Touristenfahrtarten in Deutschland gemeinsam mit anderen großen Organisationen in Angriff genommen werden. Nach Erledigung einiger organisatorischer Angelegenheiten wurde die bisherige Reichsleitung in ihren Funt tionen bestätigt. Dem Reichsausschuß gehören SchredBielefeld, Frant Dresden, Härzer Jena, Coblenz- Karlsruhe und Simonis hamburg an. Am 2. Verhandlungstage wurde auch am Grabe August Bebels ein großer Lorbeertranz mit leuch= tender roter Schleife niedergelegt. Dadurch dokumentierte die deutsche Naturfreundebewegung ihre enge Berbundenheit mit der fozialistischen Bewegung. Die Olympier in Charlottenburg. Die zweitägigen internationalen Leichtathleti Wettkämpfe, die auf dem Platz des Sportklubs Charlottenburg ausgetragen wurden, gaben zum Teil gute Leistungen; viele der mit großer Reflame herausgestellten Olympia- Größen erfüllten ihre Startverpflichtungen nicht. Im 100- meter- Laufen sicherte fich Houben den Sieg, wobei er den Amerikaner und den Engländer weit hinter sich ließ. Das 100 Meter Hürden= laufen mar dem Schweden Petersson nicht zu nehmen. Deni Weitsprung gewann der Olympiasieger Hamm- Amerika mit 7,46 Meter. Den gleichen Wettbewerb der Damen belegte die Japanerin Hitomi mit 5,51 Meter. Der Reichswehrsoldat Hirschfeld verbesserte seinen eigenen Kugelstoreford auf 15,875 Meter. Interessant dabei ist, daß er noch einen halben Zentimeter weiter warf als der Olympiafieger in Amsterdam. Einen Weltrekord in Speerwerfen brachte Fräulein Harbus mit 38,39 Meter. Der Sonntag war besonders den Laufkonkurrenzen vor behalten. Der Deutsche Körnig lief die 200 Meter in der neuen deutschen Rekordzeit von 20,9 Gefunden. Der Weltrekordmann Lode konnte nur Fünfter werden. In den Frauenkonkurrenzen mußten sich die Deutschen mit den Plazzsiegen begnügen. Selbstverständlich, daß auf einer derartigen Veranstaltung die anwesenden Olympiasieger heftig gefeiert wurden. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Alle Mitglieder trefen heute, Montagabend, vollzählig um 20,30 Uhr am Gewerkschaftshaus, Engelufer, an, um den Prager Arbeiterturnern in einer impofanten Schlußfundgebung das Geleit zum Anhalter Bahnhof zu geben. Die Begleitung nach dem Anhalter Bahnhof findet in Form eines Fadelzuges statt. Der Vorstand. Neue Bundeshöchstleistung. 3 X 1000 Meter in 8: 14,6. Stettin, 20. August.( Eigenbericht.) Bei einer Spiel- und Sportveranstaltung der Freien Turnerschaft Stettin lief gestern die 3 × 1000- meter- Stafete des Veranstalters in 8: 14,6 eine neue Bundeshöchstleistung. Der Sieger startete in der Besetzung Longmart- Birtholz- Gülle von denen ersterer für seine Strecke 2: 49,8, der zweite 2:42 und der Schlußmann 2: 42,8 gebrauchten. Den bisherigen Retord hielt der Berein für Leibesübungen Hamburg", der bei den Bundesmeisterschaften 1927 in Hannover die 3 × 1000 Meter in 8: 20,4 lief. Die Radweltmeisterschaften. Berufsfliegermeister. Michard Nach den Vorläufen für die 100- Kilometer- Meisterschaft der Dauerfahrer am Sonnabend brachte der Sonntag die Entscheidung der Fliegermeisterschaft für Berufsfahrer. Auf den stolzen Titel Weltmeister legte auch diesmal wieder der Franzose Michard Beschlag. Die Ausscheidungsläufe nahmen mit den Siegen Don Moestops, Kaufmann, Engel, Michard, Damella und Faucheng 库 Sen erwarteten Ausgang. Die deutschen Hoffnungen Engel und Dizmella sollten über die Zwischenläufe nicht hinauskommen. Recht unrühmlich unterlag Moestops gegen Faucheur, er ließ jeden Wider stand vermissen und blieb mit anderthalb Längen geschlagen. Die Entscheidung brachte einen eindrudsvollen Sieg Michards, der feinen Landsmann Faucheur in beiden Läufen meisterte. Beide Maie juhr Michard sein Rennen von der Spize und gewann überaus sicher. Sommerfest Freie Artistenvereinigung 1924. Am Sonntag veranstaltete die Freie Artistenvereinigung 1924" gemeinsam mit dem„ Orchester- Berein 1911" im Victoriagarten in Treptom ein Sommerfest. Die Veranstaltung hatte einen ausgezeichneten Besuch aufzuweisen, Garten und Saal waren fast bis auf den letzten Platz besetzt. Mit einem ausgedehnten Musikteil des Orchestervereins begann das Sommerfest. Im artistischen Teil mechselten in bunten Folge Kraft- mit Balanceaften. Besonderen Beifall fand Grano, der auf einer vollkommen freistehenden Leiter, die er wie Stelzen hantiert und mit ihr auf und ab tippelt, Balanceatte ausführte. Kurt Hoffmann, der Humorist, gefiel mit jeinen Coupletts. Die 2 Ottanos zeigten ihr Können im Luftakt. Die Gladiatoren- Spiele der 4 Revellos hatten wie immer, wenn sie auftreten, starken Beifall. Schwierige Arbeiten am Doppelred wurden in der Red- Pantomime zum gemütlichen Wirtshaus" gezeigt. Die Veranstaltung war in ihrem Verlauf eine gute Werbung für die Arbeiter- Artisten. Trabrennen zu Ruhleben. Begrüßungs- Rennen. 1. Arola( Rogowski), 2. Mia Salle, 3. Meisterfänger. Foto: 135: 10. Play: 36, 70, 35:10. Ferner liefen: Biedermann, Planet, Sallig, Nanu, Olan, Gelamit, Silberpappel, Nushaga Boy, Long Albert, Zierde, Die Lette, Baron Meum, Jrrwisch, Alpspige, Saga Burton, Badel.. Bauntönig- Rennen. 1. Lucie Salle( Knöpnadel it.), 2. Ludzina, 3. Eitel fried. Toto: 31:10. Blag: 17, 58, 23:10. Ferner liefen: Heliogabal, Dolman, Anker L, Leuchttäfer, Cilly Dillon, Orientale, Dancing Girl, Propeller ,. Campanula, Gondel, Mailuft, Casimir, Brate. Gottfried- Rennen. 1. Willn A( Jauß ir.), 2. Ehrenberg, 3. Quifi quast. Foto: 16:10 Plag 12, 13, 13:10. Ferner liefen: Alpengeier, Dawson Watts, Lodung, Florian, Cuba. Jugend- Preis. 1. Rönig Lear( Ch. Mills), 2. Gignal, 3. Albrecht Dürer. Foto: 23:10. Plat: 12, 12, 20:10. Ferner liefen: Marone( 4), Beracampos, Opernsänger, Olympia. Buchbrucer Rennen. 1. Primel( Elias), 2. Erbpring jr., 3. Schnadahüpft. Toto: 39:10. Blat: 22, 157, 66:10. Ferner liefen: Einsicht( 3. disq., 80 Broz. Blatz zurüd), Drave, Naturbursche, Peter Sall, Paffer, Hippologe, Alarich, Terraria, Effi, Waldnymphe, Jram, Edelsteins Sohn, Ingrid Halle, Beraspera, Erifa, Adeline. Inländer- Elite- Breis. 1. Annie Goudster( J. Mills), 2. Michael, 3. Marie Luife. Toto: 222: 10. Blah: 37, 20, 17:10. Ferner liefen: Möglich, Mentor I, Paula A., Aga, Jfegrim, Caro- Bube, Barmaid, Königsabler, Cotta. Mary- H.- Rennen. 1. Abendstern( Jauß ir.), 2. Marimus, 3. Sut ab. Simpel- Rennen. 1. Daisy Worthy( Serm. Schleusener), 2. Malthefer, 3. Lebemann. Toto: 38:10. Blag: 23, 21, 90:10. Ferner liefen: Laterne, Hellina, Rehoferin, Menado, Frieda Edelstein, Senny Cord, Chrifti, Kürassier, Sarfenmädchen, Eulenspiegel, Cilento, Beffie, Ingelinde, Flaggenlied, RathaToto: 37:10. Blag: 14, 12:10. Ferner liefen: Valencia I, Galeere. rina, Dante. Frundsberg- Rennen. 1. Gawein( Frömming), 2. Goudster fr., 3. Flamingo. Toto: 103: 10. Blag: 24, 21, 21: 10. Ferner liefen: Interpellant, Fels, Manzanares. Copal, Dompfaff I, Rotula, Wintermärchen, Dunajec, Hauptmann, inz, Importeur, Rorona, Mc Rinnen, Ingrid Halle, Quitte B., Barometer, Dentmünze. So wurde in Lankwitz gefeiert! Was aber sagt die Aufsichtsbehörde dazu? Es ist viel darüber Klage geführt worden, daß am 11. Auguft die Verfassungsfeier an den Schulen häufig dadurch sabotiert morden ist, daß die Festredner mit ein paar dürftigen und unluftigen Worten ein paar minder wichtige Verfassungsparagraphen interpretierten und dann ausführlich und begeistert auf Jahn zu sprechen tamen. Das war feine Verfassungsfeier, aber es nannte sich immerhin so. Bon herzerfrischender Klarheit und Eindeutigkeit über die Art ihrer Feier am 11. August ist demgegenüber die Widmung, die die 16. Gemeindeschule in Lantwit einer Schülerin in das als Prämie überreichte Buchgeschenk( J. B. Hebel, Echaßfäftlein) schrieb. Die Widmung, die uns, samt dem Buch, im Orignal vorlag, lautet wörtlich folgendermaßen: Zur Erinnerung an die Jahnfeier 1928 überreicht Berlin- Lankwiz, den 11. 8. 1928. Müller. Kuhnt. Man könnte sagen, daß denn doch eine gewisse Hemmungs. losigkeit dazu gehöre, nicht nur heimlich und hintenherum die Berfassungsfeier als Jahnfeier aufzuziehen, sondern sie auch ganz offiziell als folche zu bezeichnen. Man fann andererseits den Herren Kuhnt und Müller aber auch zugestehen, daß sie durch die Aufrichtigkeit, durch die sie sich von vielen ihrer gesinnungsver wandten Kollegen unterscheiden, einen schönen Beweis ihres per. jönlichen Mutes erbracht haben. Was jedoch die Schulauf. sichtsbehörde anbelangt, so sollten sie den beiden Herren zu Gemüte führen, daß von Mut mur dann gesprochen werden fann, wenn diese an sich erfreuliche Geisteshaltung auch ein gewiffes Ri. fito einschließt, das man um seiner Ueberzeugung willen, auf sich zu nehmen bereit ist. Bolksfest in Brig. Die Großsiedlung Brig ist nicht nur nach den modernsten Anschauungen einer neuen Wohnkultur gebaut, in ihr wohnen auch Menschen, die sich zu einer neuen Wohngemeinschaft, einer harmonischen, hilfsbereiten 3usammenarbeit der Wohnnach barn, bekennen. Diese Zusammenarbeit hat sich in ernster Arbeit schon bewährt. Am Sonntag zeigten die Siedler, daß fie auch verstehen, gemeinsam Feste zu feiern. Nach wochenlangen Vorbereitungen wurde am Sonntag ein Kinder- und Volks fest begangen, daß eine nach Tausenden zählende Besucherschar auf. wies. In dem Akazienwäldchen war ein richtiger Fest plat mit Buden, Tombola und Gulaschfanone entstanden, und die Bauhütte hatte lange Kaffeetafeln aufgestellt. Das Fest begann mit einem Umzug der Kinder im Gedenken an Friz Reuter, nach dem die Straßen benannt sind. Die Kinder trugen Kostüme und Masken, die aus Reuters Werken entlehnt sind. Nach dem Umzug, an dem sich über 1500 Rinder beteiligten, wurden im Akazienwäldchen Spiele und Wettrennen veranstaltet. Die Nach Internationales Schachturnier in Kissingen. Unser Bild zeigt von links nach rechts: Euwe, Yates, Tartakower, Spielmann, Réti, Mieses, Bogoljubow, sitzend: Niemzowitsch, Capablanca, Tarrasch, Marshall. mittagsstunden brachten für groß und flein Spiel und Unterhaltung, Musik und Gesangsvorträge. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde ein Fadelzug durch die Siedlung veranstaltet, der seinen Abschluß mit einer Feier im Hufeisen fand. Das Hufeisen war in ein Feuermeer getaucht, aus riesigen Pechpfannen leuchtete es in wechselndem Farbenspiel, rings um den Teich brannten unzählige Fadeln. In den Fenstern, auf den Baltons und in Gärten schimmerten Hunderte von Lampions. Nach Musikund Gesangsvorträgen sprach der Vorsitzende des Bewohnerausschusses, Erich Koch, der den Hand- und Kopfarbeitern, die diese Siedlung geschaffen haben, den Dank der Bewohner bezeugte. Zum Abschluß der Feier gab der Sprechchor der proletarischen Feier stunden das Gedicht von Dehmel Mahle, Mühle, mahle." Mit dem Gesang der Internationate flang die Feier aus. Der verhängnisvolle Schulausflug. Die Toten der Gandgrube. Wir berichteten feinerzeit über den fragischen Tod zweier Schüler, des 11 Jahre alten Frih Angermann und des 14 Jahre alten Ewald Barthel aus der Beeliher Gegend, die bei einem Schulausflug am 14. Juni in Schönefeld bei Beelitz durch Sandmassen verschüttet wurden. Der Fall beschäftigt die Potsdamer Ermittlungsbehörden. Die Ermittlungen werden von der Potsdamer Staatsan waltschaft geführt und stehen furz vor dem Abschluß. Ob die Lehrerin Frau Nolte aus Beeliz, welche den Ausflug geleitet hat, zur Verantwortung gezogen werden wird, steht bis zu Stunde noch nicht fest. Die Kinder spielten damals tromi eder. holter Mahnung der Lehrerin an einer steilen Sandwand, die von den Kindern unterhöhlt wurde. Verbandstag der Tabafarbeiter. München, 20. August. Der 20. Berbandstag des Deutschen Tabatarbeiterverbandes wurde heute vormittag im Gewerkschaftshaus eröffnet. Anwesend find außer den Vertretern des Verbandsvorstandes, des Verbands. ausschusses und der Redaktion des Tabatarbeiter", etwa 75 Delegierte, worunter fieben weibliche, sowie fünf Vertreter des Verbandsbeirats. Von den rein geschäftlichen Angelegenheiten abge= sehen, befaßt sich der Verbandstag mit der Einführung einer Invaliden- und Altersunterstügung, dem kommenden Berufsausbildungsgeleg und der Lehrlingsfrage in der Tabatindustrie. Ueber das Arbeitslosenversicherungsgesetz wird Franz Spliedt vom ADGB. referieren. Der Deutsche Tabatarbeiterverband hatte im ersten Bierteljahr 1928 einen Zuwachs von 661 männlichen und 3600 weiblichen Mitgliedern zu verzeichnen und zählte Ende März 1928 75 640 Mitglieder, und zwar 58367 weibliche und 17 273 männliche Mitglieder. Bon der Aufhebung der 25- Pf.- Beitragsstufe war ein Mitglieder. rüdgang befürchtet worden. Das Gegenteil ist eingetreten. Bon den weiblichen Mitgliedern leifte 38 638 einen Beitrag von 40 Pf., 14 529 einen solchen von 55 Pf., 4873 einen Beitrag von 75 Pf. und 327 eine Mark Was brauchen Arbeiter Auslandsvisum? Wenn sie in Sowjetrußland leben. Die in Riga erscheinende russische Zeitung ,, Sewodnja" hat aus Leningrad einen vom 29. Juli 1928 datierten Brief erhalten, worin 72 Arbeiter und Angestellte verschiedener Fabriken Leningrads sich darüber beschweren, daß sie kein Auslandsvisa erhalten. Die Schreiber, gebürtig in Polen, Lettland, Finnland, Estland und Litauen, haben im Jahre 1915 ihre Heimatsorte verlassen; auch heute noch leben dort ihre Eltern. Kinder, Brüder, Schwestern und sonstige Berwandten. Sie zu besuchen, ist ihnen aber unmöglich; ein Arbeiter, der 50 Rubel monatlich verdient, muß für ein Auslands. visum 56 Rubel zahlen; ein Arbeiter mit einer Entlohnung Don 60 bis 100 Rubeln monatlich 90 Rubel. Eine so hohe Summe fönnen die Arbeitnehmer natürlich in der Regel nicht auftreiben. Ist dics aber doch mit knapper Not gelungen, so wird das Gesuch an die GPU. eingeschickt, damit diese die Erlaubnis zur Ausreife erteilt. Wird sie verweigert, so erhält der Betreffende nicht die ganze Summe zurückbezahlt. Etwa 6 bis 10 Rubel merden zur Deckung verschiedener Unkosten einbehalten. ,, Mit einem Wort", sagen die Briefschreiber ,,, aus Sowjetrußland können ins Ausland nur die reichen Leute reisen, die Arbeiter sind nicht dazu imstande." Sie befinden sich also in dieser Beziehung in einer schlimmeren Lage als Leute, die im Gefängnis fizen und von ihren Berwandten aufgesucht werden dürfen. Entschließungen der Trade Unions. Sie danken für die kommunistische Freundschaft". London, 20. Auguft. Die Trade Unions, die am 3. September in Swansea ihren Jahrestongreß abhalten, haben die Entschließungen bekanntgegeben, die dem Kongreß unterbreitet werden sollen. Eine derselben fordert Disziplinarmaßnahmen gegen die Gewerkschaften, die durch ihre Haltung die Tätigkeit der Trade Unions behindern. Eine andere fordert einen jährlich bezahlten Urlaub von zwei Wochen für alle Arbeiter und eine dritte fordert wiederum den Ausschluß sämtlicher Kommunisten aus den Trade Unions. Gewerkschaftsfest in Treptow. Sonntag, 26. Auguft, ab 15 Uhr, veranstaltet von den Berliner Drtsaus schüssen des ADEB., des Af- Bundes und bes ASB, in allen größeren Garten Lotalen Treptows. Ronzert, Gesang, artistische Darbietungen, Sombola und Riesenfeuerwert. Eintritt 50 Pf., Jugendliche und Rinder 25 Bf.( jebes Rind erhält eine Fadel), Erwerbslose frei. Vorverlauf bei allen Berbänden. Unternehmen der Gewerkschaften ENDCAR Ohne Anzahlung Wochenrate 3. Mk. Monatsrate 12 Mk. Zu beziehen durch samtliche freigewerkschaftlichen Organisationen od direkt durch INDCAR- FAHRRADWERK Aktiengesellschaft Berlin Lichtenrade Erste Niederlage: Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.83 In beiden Niederlagen Reparaturwerkstätten VERKAUF werktäglich von 9 bis 19 Uhr Bergmann über 70 Filialen in Groß- Berlin färbt! wäscht! Sie waren verreist? Nun müssen Sie Kleider und Wäsche reinigt! zu Bergmann bringen.