Nr. 289. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DeiterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs Preis lifte für 1805 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sosialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 11. Dezember 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. per Schau tragen, so findet das in den Thatsachen seine| gabe sich uns schon damals aus preßgesetzlichen natürliche Erklärung. Die politischen Verfassungsfragen, Gründen verbot. Im Spiegel des Auslandes. Die Leistungen des Sedan Kurses die Sprache mit denen wir in Deutschland uns jetzt noch abquälen, haben des Standard" Standard" derart Nachdem im„ heiligen Krieg" von 1870/71 der Beweis find von den Engländern seit zwei Jahrhunderten endgiltig schärft, daß der wesentliche Inhalt der Kritik in deutschen geliefert worden ist, daß Deutschland mehr Soldaten und entschieden worden, und seit drei Menschenaltern seit Beitungen auch nicht angedeutet werden kann. Das vorbesser gedrillte Soldaten hatte als Frankreich, ist es bei dem reaktionären Rückschlag der Kriege mit Frankreich nehmste konservative Wochenblatt Englands, die ,, Saturday unferen Patrioten Mode geworden, verächtlich auf die sind die Engländer über die Kinderkrankheit der politischen Review" bringt in ihrer letzten Nummer( vom Sonnabend, anderen Staaten herabzusehen, die nicht so viele und so Tendenzprozesse und polizeilichen Staatsrettereien hin- den 7. Dezember) über die deutschen Zustände einen längeren gut gedrillte Soldaten haben wie wir. Lobt uns das Aus- aus, die uns jetzt so heftige Schmerzen und Krämpfe Leitartikel und eine redaktionelle Betrachtung. Der Leitland, so nehmen unsere Patrioten das mit herablafsendem bereitet. Wenn wir uns an die Stelle der Engländer ver- artikel führt einen Titel, dessen Wiedergabe einem deutschen Lächeln als selbstverständliche Huldigung hin tadelt man segen, so können wir ihnen ihr Gefühl der Ueberlegenheit Redakteur ein Jahr Gefängniß einbringen würde uns, so sagen sie mit hochmüthigem Nasenrümpfen:" Der sicher nicht verargen an ihrer Stelle würden wir es auch und der Titel ist noch das harmloseste an dem ganzen Ars pure Neid! haben. Um die Unparteilichkeit des englischen Urtheils titel, der gut zwei Kolumnen füllt. Erwähnen wollen wir Nun, die Sache ist doch etwas anders. In Deutsch- über Deutschland darzuthun, sei nur noch erwähnt, daß blos, daß die Saturday Review" ausdrücklich betont, die land sind die letzten Reste der Preßfreiheit fast unterdrückt England zwar schon oft der Verbündete Deutschlands, nie deutsche Sozialdemokratie habe sich vom tein freies Wort fann mehr gesprochen werden, ohne daß mals aber im Krieg mit Deutschland gewesen ist die Standpunkt des Gesezes und der Verder Sprecher Gefahr läuft, auf Monate und Jahre ein deutschen Fürsten, die als Verbündete Napoleons fassung durchaus torrett verhalten. Das gesperrt zu werden. Kurz, es ist jetzt in Deutschland ungefähr England befriegten, rechnen wir nicht zu Deutschland. Und redaktionelle Entrefilet dagegen ist so gefaßt, daß wir das so, wie es vor 110 und 120 Jahren in Frankreich war auch heute ist die politische Konstellation, trotz der namenlosen Wagniß wenigstens einer theilweisen Uebersetzung ver nur noch etwas schlimmer. Und damals flüchtete der Ge- Wirrnisse, die durch die Fäulniß der kapitalistischen Ge- antworten zu fönnen glauben. Es heißt da: danke und das Wort sich nach Holland, in die Schweiz sellschaft und damit zusammenhängend die Unfähigkeit der Der plögliche Ausbruch der Breßverfolgungen in ins Ausland. modernen Diplomatenzunft herbeigeführt worden sind Deutschland zeigt, welchen Werth die Gesetze haben ohne Noch sind wir in Deutschland nicht so weit gekommen, troß dieser Wirrnisse und trotz der Hetzereien der leider eine ganz unabhängige Gerichtsbarkeit, daß die Oppositionsparteien, namentlich wir Sozialdemo- ziemlich zahlreichen Russen in Deutschland, ist auch heute welche sie auslegt. Als der Reichstag das Preßgesetz von verkündigte er als Grundsat bie fraten das geistige Kampffeld ins Ausland verlegen müssen. ein ernsthaftes Berwürfniß, geschweige ein friegerischer 1874 machte, Ift auch die Presse bei uns mehr gefnebelt als damals Busammenstoß zwischen Deutschland und England einfach Freiheit der Presse. Eine sonderbare Preßin Frankreich, so haben wir dafür andere Hilfsmittel, unmöglich. Und sollte es was das Achtmillimeter- freiheit, die den Redakteur der" Preußischen Jahrs die den Franzosen fehlten. Immerhin hat die Presse des Gewehr verhüten möge!- zu einem europäischen Krieg bücher" zwingt, fich troß seines schwerfällig ernsten Auslands für uns eine größere Bedeutung gewonnen: nur tommen, so ziehen zwingende Interessen Deutschland zu Ronstitutionalismus gegen eine Anklage auf Hochverrath in ihr können wir das Urtheil freier Menschen England und England zu Deutschland. im Kleinen( petty treason) zu vertheidigen, während die über unsere Zustände lesen. Daß dieses Urtheil vielfach Kurz, es sind bei den Engländern alle Bedingungen achtungswürdige Langeweile eines periodischen Blattes: befangen ist durch nationalen Dünkel, durch Parteilichkeit, vorhanden, welche Objektivität des Urtheils in bezug auf der Ethischen Kultur" den Redakteur nicht vor drei Modurch ungenügende Kenntniß unserer Verhältnisse das Dinge und Menschen in Deutsch nd gewährleisten. naten Einsperrung schützt. Ein deutscher Richter kann in ist wohl wahr, allein wo diese Hindernisse eines richtigen Und wie urtheilen die Engländer? einer unschuldigen Bemerkung eine Majestätsbeleidigung" und gerechten Urtheils fehlen, da muß gerade das Was die sozialistischen, die demokratischen, die radikalen, oder eine Aufreizung der verschiedenen Bevölkerungsklassen Urtheil von Ausländern, weil es objektiv und frei von ja sogar die liberalen Zeitungen äußern, das lassen wir hier bei entdecken,-§ 95 oder§ 131 fällt als Keule nieder, und patriotischer Selbsttäuschung ist, für uns ein ganz besonderes seite. Man könnte einwenden, all diese Organe vertreten vorbei ist es mit der Breßfreiheit. Gewicht haben. Namentlich gilt das von solchen Aus einen der deutschen Reidsregierung entgegengesetzten Stand- Es ist recht betrübend a little disheartening зн ländern, die durch die politische und geschichtliche Ent- punkt, und entbehrten bei Beurtheilung ihrer Handlungen sehen, wie Deutschland zurückgeht im selben Augen wicklung ihres Landes in der Lage sind, sine ira et studio ber nöthigen Objektivität. blick, wo Desterreich im Begriffe ift, sein Breßgesetz im liberalen Sinne umzugestalten. Kehrt der Kulturstaat" wieder in den Zu als welcher Deutschland einst galt stand zurück, von dem Voltaire sagen konnte: Sans l'agrément du Roi vous ne pouvez penser; Pour avoir de l'esprit aller à la police? Ohne Erlaubniß des Monarchen dürft Ihr nicht denken; Wollt ihr Geist und Gedanken, so geht zur Polizei. ohne Voreingenommenheit, ohne Haß und ohne Die deutsche Regierung nennt sich und läßt sich von Liebe, und von einer etwas erhöhten, also einen ihren Anhängern nennen: eine tonservative Regierung Gesammtüberblick ermöglichenden Warte unsere politischen ob mit recht oder unrecht, das bleibe dahin gestellt. und sozialen Zustände zu betrachten. Und das alles trifft bei Gut beschränken wir uns ausschließlich auf die konserEngland und den Engländern zu. Die Engländer sind ein vative Presse: Die Times" ist tonservativ. Die„ Times" dem unseren stammverwandtes Bolt, und wenn wir Teutsche schrieb dieser Tage, daß, dank der Anarchie in gewissen Kreisen, uns mit Stolz unseres Germanenthums rühmen, so haben für eine europäische Intervention in Berlin mehr Grund vordie Engländer sogar noch ein größeres Recht, sich dessen zu handen sei als in Konstantinopel, nur habe man hier keinen rühmen, denn sie haben relativ weit mehr germanisches festen Punkt, wo der Hebel sich ansehen lasse. Der Standard", Blut als alles in allem genommen wir Deutschen. Die das Haupt- Tagesorgan der fonservativen Regierung, brachte Engländer waren sich jederzeit ihrer nationalen Ver- schon vor Beginn des Sedan- Kurses über die deutsche Zickzackwandtschaft mit uns bewußt, und wenn " " So die Saturday Review". " Ist der Spiegel des Auslandes eft Hohlspiegel? Ift fie mit politit eine Reihe von Artikeln, die unsere offiziöse Presse es ein 3errbild, das er zurückwirft? Schön ist's unter eine nicht ganz angenehme Ueberlegenheit zur zu emer heftigen Polemit veranlaßten, und deren Wieder nicht. Aber ist's unwahr? 4 Clotilde. " Gruß des Hausherrn erwiederte, schüttelte ihn dieser noch( Nachdruck verboten.) mals beide Hände und sagte: Das trifft sich ja herrlich, Roman aus der Gegenwart von daß ein so lieber Gast unseres Hauses zu meinem Ehrentage hier einzieht, das soll uns das Fest erhöhen". H. W. M. von Walthausen. Das ist Jft er da?" Brambach athmete auf. War ihm ein Retter erschienen? Er blieb stehen und sein Gesicht erheiterte sich sichtlich. Ja, Papa, der englische Major John von Sherman ist da. Ich wußte schon vorige Nacht, daß er kommen würde, ich träumte von ihm, er brächte Unglück ins Haus." ,, Statt dessen hat er Dir und der Mama gewiß etwas Schönes mitgebracht. Romm!" " Ja, er hat viele Geschenke mitgebracht. Darum nennen wir ihn wohl den englischen Major?" " Ja, und weil er ein geborener Engländer aus Yorkshire ist. Er diente in unserer Armee als Hauptmann und nahm wegen Kräntlichkeit seinen Abschied. Bei Deinen Großeltern wohnte er."" " Bei Mamas Bater?" Georgine, ein üppig gebautes, schönes Weib in ihren besten Jahren sah über alle Maßen vortheilhaft und im Der runde, weiße ponirend in der neuen Robe aus. Hals und Nacken tamen bei dem tiefen Ausschnitt des Und ich schäße mich glücklich", begann der Major, Kleides zur vollen Geltung. Eine vierreihige, echte Perlenindem er seine lange, hagere Gestalt hoch aufrichtete, in tette hob durch ihr Glitzern die Weiße der Büste, an der fremdklingendem Accent, daß ich der Erste sein kann, der eine Rose sich wiegte. Das in der Mitte gescheitelte braune Ihnen die besten Glückwünsche darbringt". Sein bleiches, Haar, welches in einem Lockeuchignon endigte, umrahmte das ausdrucksvolle leichtgeröthete Antlig zu einem schönen faltes Gesicht verstieg sich zu einem Lächeln. " In Ihrer mir werthen Familie, fuhr er fort, habe Oval und spielte um Nacken und Schulter. Drangefarbene ich schon manche schöne Stunde verlebt, habe nirgends so Handschuhe umwoben den vollen, runden Arm und reichten angenehme Partner zum Whistspiel gefunden, wurde fast bis zu den kurzen Buffeuärmeln. Ein glänzender nirgends köstlicher bewirthet. Tas Leben in Ihrer Familie fuapper Schuh mit blizender Agraffe vollendete den wahrist mir zum Bedürfniß geworden. Ich beeilte mich, um haft fürstlichen Anzug. heute hier einzutreffen, und besonders ist es die treffliche" Sieh nur, Papa, die wundervollen Armbänder, welche Wirthin und Hausfrau, Ihre Frau Gemahlin, der ich zu Mama und ich vom Herrn Major erhielten, sind sie nicht dem Familienfeste gratuliren muß. reizend?" Biel zu loftbar und brillirend, besonders für Geschöpfe, die noch in den Kinderschuhen herumlaufen." „ Aber Papa!" Jetzt erst schien sie von ihrem Manne bemerkt zu Er verbeugte sich, trat zu der abseits stehenden Gattin Brambach's und füßte ihre Hand. " Ja, ich lernte ihn fennen im Hause des pensionirten werden. Premierlieutenants Boheimb. Du siehst also, daß es" Georgine!" rief Brambach ganz erstaunt aus, Du mich drängt, einen alten B.Cannten zu begrüßen." gebft ja prächtig. Solch foftbares Gewand sah ich noch Unter diesen Gesprächen waren Vater und Tochter die nie bei Dir." Treppe des Wohnhauses emporgestiegen. Brambach bemühte Tem Wunsche des Herrn Major nachzukommen habe fich, so heiter als möglich zu erscheinen. Seinem Liebling ich sein neuestes Prachtgeschenk sogleich angelegt," sagte gegenüber durfte er fein Wort äußern, in welcher Be- triumphirend Georgine und rauschte daher an Brambach's brängniß er sich befand. Diese zarte Mädchenblüthe Seite. durfte nicht ahnen, welches Sturmgewölk über dem Hause„ Das ist zu föftlich, Georgine! Laß sehen, ein rothes Brambach schwebte. Auch der Major sollte nichts merken. Sammetkleid mit Goldbrokat Ueberwurf. Das nenn ich Sie machen meine Frau eitel, Herr Als Clotilde die Thür des großen Empfangzimmers ein Geschenk! öffnete und rief: Da ist der Papa! trat Brambach sehr Major." freundlich und elastisch ein und ging, beide Hände auss" Nicht das Kleid, die schöne Gestalt, das harmonische Aeußere schaffen eine anmuthige Erscheinung," bemerkte der streckend, auf den Major zu. Major, seine Augen wie in Verzückung auf Georgine geheftet. Man sah es ihm an, daß er sich freute, einen solchen Anblick sich verschafft zu haben. Was höre ich! Unser getreuer Freund ist da! Seien Sie mir herzlich willkommen, Herr Major!" Als derselbe in vornehmer, ehrerbietiger Haltung den Stand." " Ihr geht mir überhaupt zu pruntvoll für unseren Aus " Heinrich!" stieß Georgine beleidigt hervor. Dankbarkeit für den Major müssen wir seine Gaben doch würdigen und tragen. Gerade heute. Der König soll sie sehen." Brambach wollte etwas erwidern, aber Georgine schnit ihm die Rede ab, indem sie einen Strauß Rosen zeigte und sagte:" Denke Dir, Heinrich, diese Rosen sind ans Nizza." Die Hälfte des Straußes gehört mir, Mama", sagte Clotilde, nahm den Strauß aus Georginens Hand und zeigte ihn Brambach. " Betrachte sie Dir nur einmal, diese Blumen, näher, erquicke Dich an dem würzigen Dufte, lieber Bapa." Georgine stand, die Blicke des Majors auf sich gesie wollte das Kleid nicht drücken, wollte sich nicht und feffelt - VolMfche Mebevstchk» Berlin, 10. Dezember. Nils dem Reichstage. Herr Richter hat viele Feinde «nd ein angenehmer Gesellschafter soll er selbst für seine nächste Umgebung nicht sein, aber seine Etatsreden werden von Freund und Feind gerne gehört. Auch heute fanden seine Ausstthrnngen aufmerksame Zuhörer im Hause wie auf den Tribünen, obwohl— aufrichtig gestanden— wir schon bessere Reden vom Führer der freisinnigen Volks Partei gehört haben. Der Grund dafür liegt nahe. Mit dem Verschwinden des Herrn v. Köller hat die Regierung ihre aggressive Spitze verloren und bei den bürgerlichen Parteien ist deshalb die Parole ausgegeben: Abwarten! Unter dieser Parole litt die Rede Richter's, wie sie gestern der Grund für die unerwartete Schweigsamkeit der Kon- iservativen beim Antrag aus das Einstellungsversahren gegen Liebknecht war. Allgemeine Ueberraschnng verursachte es, als nach Richter der Reichskanzler das Wort ergriff. Man weiß, daß der Kanzler ungern öffentlich spricht und wer den alten Herrn einmal in dieser Situation gesehen hat, begreift diese Abneigung. Man erwartete also wichtige Erklärungen, — sah sich aber bald enttäuscht. Fürst Hohenlohe ivollte die gestern vorgetragenen Befürchtungen Kardorff'S zer- streuen, er kam aber nicht über den Versuch hinaus, seinen Hörern auseinander zu setzen, warum Köller nicht gegangen ist. Die Sozialdemokraten sind es nicht, über welche der muntere Junker gestolpert ist, zu Miß Helligkeiten im Ministerium ist es auch nicht ge kommen, aber Meinungsverschiedenheiten gab es auch inl Ministerium, wie überall wo eine Anzahl von Menschen zusammen arbeitet, und infolge dieser verschiedenen Auffassungen sei Köller gegangen. Ueber was es zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, darüber schwieg sich der Kanzler aus. Ist wohl auch sehr gleich- giltig.— Sonst versprach der Kanzler, daß die Regierung sich den Schutz des„guten Bürgers" nach wie vor als Aufgabe stelle und gegen die Sozialdemokratie das straffe Regiment weiter zur Anwendung kommen werde. Ob die Regierung mit neuen gesetzlichen Maßnahmen gegen unsere Partei vorgehen werde, ließ der Redner dahingestellt. Sonst ist aus der Rede nur erwähnenswerth, daß Fürst Hohenlohe der Meinung ist, der sozialdemokratische Zuknnftsstaat werde ein Raubstaat sein. Andere Leute sind freilich der Meinung, solche Staatsgebilde existiren bereits. Nach der Erklärung des Kanzlers übernahm es der nationalliberale Professor Enneccerus geschlagene zwei Stunden zu reden, ohne etwas zu sagen. Er- wähnenswerth ist nur, daß sogar dieser Redner in Köller's letzter That eine Handlung erblickt, die nur denen nützt, welchen sie schaden sollte. Da es niittlerweile Uhr geworden war und Staats sekretär von Bötticher noch einiges über die Versicherungs- gesetze und den Nordostsee- Kanal zu sagen hatte, so kam Genosse Bebel nicht mehr zum Wort. Er wird morgen die Debatte eröffnen. Aus Bötticher's Auslassungen sei hervorgehoben, daß die Regierung auch die Arbeiter hören will, wenn sie sich vorher über die Abänderung der Versicherungsgesetze mit den Unternehmern verständigt hat.— Unzweifelhaft verfrüht ist die folgende vom Bureau Herold versandte Meldung: In der Strafsache gegen die sozialdemokratischen Bereine setzen— die Hand am Spiegeltische, wie eine Königin da— sie gefiel sich selbst. Aber mehr noch dem Major, er blickte starr und be glückt auf die huldvoll lächelnde Frau, als wolle er— rasend verliebt— verhimmeln, bis endlich ihn Brambach aus seiner Verzückung riß und aufschreckte, indem er fragte: „Wie aber, Herr Major, kamen Sie nach Nizza?" «Ja, ja, entgegnete verwirrt der Gefragte— das muß ich Ihnen noch erzählen." „Clotilde, stecke den Strauß doch in die Vase, rief Georgine." „Aber, Mama, wir haben ja zwei schöne Vasen, ich fülle sie beide. „Nun so geh', meinetwegen." Clotilde gab �hrer Mutter einen Kuß, verbeugte sich und mit den Worten:„ich muß auch in den Garten!" hüpfte sie zur Thür hinaus. Der Major im eleganten modischen Zivilanzuge räusperte sich und begann, indem er seine Bartkoteletten strich: „Denken Sie nur, beinahe wäre es mir nicht vergönnt gewesen, diesen Tag mit Ihnen zu verleben, ich war— in Gefangenschaft." „In Gefangenschaft?" riefen Georgine und ihr Mann fast zugleich. „Ja. Sie staunen— es war so." „Aber wo? und warum?" fragte Brambach hastig. (Fortsetzung folgt.) Nuttfi und ZVistenfilHsfk. Die Polizei gegen die„Weber". Direktor Meßthaler be- avsichtigle mit seinem Schauspiel-Ensemble vor Eröffnung des „Neuen deutschen Theaters" in München Gerhard Hauptmann's Drama„Die Weber" aufzuführen. Die Auffuhrung wurde in Leipzig polizeilich verboten; Meßthaler hat durch Rechtsanwalt Grelling(Berlin) bereits Berufung gegen dieses Verbot einlegen lassen. Von der Stadtdirektion Stuttgart erhielt er der„Schwöb. Tagwacht" zufolge folgenden Bescheid: „Unter Bezugnahme aus Ihr unterm 14. November an das Stadtpolizei- Amt Stuttgart gerichtetes. und von dort hierher übergebenes Gesuch, betreffend die Aufführung des Schauspiels„Die Weber" von Gerhard Hauptmann. wird Ihnen hiermit zu erkennen gegeben, daß die unterzeichnete Be- Hörde dem Gesuche um Gestattung der Aufführung dieses Schau- spiels in Stuttgart nicht zu entsprechen vermag, da dessen tendenziöser Inhalt darauf gerichtet ist, in einer die öffentliche Ordnung gefährdenden Weise die Unzusriedenheil der arbeitenden Klaffen zu steigern nnd die rohe Gewalllhat gegen die Besitzenden sowie die Staatsorgane zu verherrlichen!"— Auch du, Brutus! Im Alexander-Theatcr war am Montag große Festvor- stellung. Louis Varney's Vaudeville„Die kleinen Lämmer" er- lebten ihre fünfzigste Aufführung und dies Ereigniß war wichtig genug, den Künstlerinnen und Künstlern mit einer an die Tage des„großen" Barney erinnernden Blumenfülle zu erfreuen. Es sieht in der That danach aus. als ob der Glücksstern für die Direktion des kleinen Theaters an der Alexanderstraße aus- gegangen ist; der Darstellung half ein wohlbesetzts Haus zu lautem Erfolge, und das Publikum schien sich i» dem Hause wohl zu fühlen. � wegen Vergehens gegen das Vereins« und Versammlungsgesetz hat, wie wir hören, die Beschlußkammer beim hiesigen Land- gericht I auf Antrag der Staatsanwaltschaft beschlossen, gegen die betheiligten Vorstände Anklagt zu erheben und die vom Polizeipräsidenten angeordnete vorläufige Schließung aufrecht zu erhalten. Die Beschlußkammer de8 Landgerichts hat sich mit der Sache„Auer u. Gen." noch nicht besaßt. Herr von Köller wird der konservativen Fraktion von der „Köln. Ztg." freundnachbarlich als Führer an stelle des Frei Herrn v. Hammerstein empfohlen. Hoffentlich nimmt Köller de» so ehrenvollen Autrag au. Niemand würde darüber mehr Freude empfinden als die Sozialdemokratie. Stöcker nnd die Konservativen. Die amtliche„Leipziger Zeitung", welche zu dem Beschlüsse des Elfer-Ausschusses der konservativen Partei bemerkt hatte, daß die preußischen Konser- vativen weder entschieden für noch gegen Stöcker Partei ergriffen, antwortet die„Konservative Korrespondenz": „Hierzu bemerken wir, daß der geschäftsführende„Elfer- Ausschuß" den Gesammtvorstand des Wahlvereins der deulschen Konservativen repräsentirt, daß dieser Ausschuß den erwähnten Beschluß einstimmig gefaßt und daß der Vertreter der sächsischen Konservativen an der Sitzung theilgenommen hat." Sie können eben den Slöcker nicht entbehren, sei» Brief und so manches andere ist den guten Konservativen zwar unbequem. aber nun wo der Hammerstein nicht mehr die Direktive giebt, kann man doch nicht auch noch auf den Stöcker verzichten.— Mit der Verschlechterung des sächsischen Wahl- rechts wird es nun ernst. Eine Privatdepesche aus Dresden meldet uns: Im Landtag wurde heute der sozialdemokratische Wahlrechts- antrag berathen. Die Redner der Kartellpart�en sprachen sich in der Debatte für ein indirektes Klassenwahlsystem aus. Der Minister des Innern versprach, noch in dieser Session des Land- tages«inen Gesetzentwurf nach dem Wunsche der Kartellredner einzubringen. Das elendeste aller Wahlsysteme soll also in Sachsen eingeführt werden. Die blasse Furcht vor dem siegreichen Fortschreiten der Sozialdemokratie ist die einzige Ver- anlassung dieses größten Rückschritts der Gesetzgebung seit Einführung des konstitutionellen Systems in Sachsen. Man meint mit dieser„Wahlresorm" die Sozialdemo- traten schwer zu schädigen. Man wird aber bald einsehen, wie gründlich manfich getäuscht hat. Einen Sturm der Eut- rüstung wird das Vorgehen der Kartellparteien in Sachsen heraufbeschwören und der Sozialdemokratie zahlreiche neue Anhänger werben.— *• * Deutsches Reich. — Wie die Zwei milliarden-Schuld des Reiches entstanden ist, ergiebt sich übersichtlich aus einer dem Reichstage jetzt mitaetheilten Denkschrift. Danach sind seit 1S7S Anleihekredite der Regierung realistrt worden: für das Reichs- Heer im Betrage von rund 1298 Millionen Mark, für die Marine im Betrage von 276 Millionen Mark, für die Reichs-Eisenbahnen im Elsaß von SS Millionen Mark. Dazu komme» noch Anleihe- kredite für den Bau des Nordostsee-Kanals von 96 Millionen Mark, für de» Zollanschluß von Hamburg und Bremen von 52 Millionen Mark, für die Reform des Münzwesens von 46 Millionen Mark, für Post und Telegraphie von 75 Millionen Mark und für andere Zivecke der Zivilverwaltung von IS Millionen Mark. — Die Kominission für Arbeiterstati st ik trat beute unter dem Vorsitz des Un''rstaatssekretärs Lohmnnn im Reichsamt des Innern zu ejner Sitzung zusammen. Als Kommissäre des Reichskanzlers wohnen der Geheime Ober-Regierungsrath Dr. Wilhelmi, der Regierungsrath Dr. Wntzdorff, sowie der Re- gierungsassessor Koch, als Konimissare des Ministers für Handel und Gewerbe der Geheim« Ober-Regierungsrath Dr. Königs und der Regierungs-Affeffor von Meyeren. als Kommissar der könig- lich bayerischen Slaatsregierung der königliche Mintsterial- Direktor, stellvertretende Bevollmächtigte zum Bundesrath von Herrmann und als Kommissar des Senats der freien Stadt Hamburg der Fabrtkinspektor Steinert de» Verhandlungen bei. Die Tagesordnung ist foloende: 1. Eingänge und geschäst- liche Mittheilungen; 2. Untersuchung über Arbeitszeit, Kündigungs- fristen und Lehrlingsverhältnisse im Handelsgewerbe; S.Untersuchung über die Arbeitszeit in Getreidemühlen. Die Veryandlnngen werden voraussichtlich drei Tage in Anspruch nehmen. — Das Arbelterschutzgesetz für die Bäckerei. Arbeiter hat dem Kaiser vorgelegen und dessen Zustimmung erhalten. Es dürfte demnach dem Reichstage noch in dieser Session vorgelegt werden. Ueber den Inhalt der Vorlage, ob sie bezw. inwieweit sie mit dem von der Reichskommission für Arbeiterstatistik ausgearbeiteten Gesetzentwurfe übereinstimmt, v lautet vorläufig noch nichts.-- — Zur Rückbildung der A r b e i t er s ch u tz- .esetzgebung. Der Gcsammtverband deutscher Metall industrieller hat an seine Mitglieder eine neue Umfrage über die Wirkungen der sozialpolitischen Gesetzgebung aus die Industrie veranstaltet. Das dem Fragebogen beigegebene Rundschreiben besagt u. A. unter Hinweis auf eine ähnliche am 1. November veranstaltete Erhebung: Da das eingesanvte Material die ebenso bedauerns- als be- merkenswerthe Thalsache erkennen ließ, daß ein nicht unbeträcht- licher Theil der Mitgliedschaft die Lehrlingshaltnng überhaupt glaubt von der Hand weisen zu sollen, weil die neueren ein- schlägigcn Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung ans diesem Felde ein» Fülle von Unbcquemlichkeilen und Weiterungen nicht nur. sondern sogar von direkten Störungen des Betriebes zur Folge haben, hat der Ausschuß beschlossen, dieser Frage hinfort ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden und sie sorgsäliig zu be- arbeiten. Scheint es doch schon in ganzen Bezirken zum all- gemeinen Brauche geworden, die Einstellung von Lehrlinge» grundsätzlich zu vermeiden: offenbar zum schweren Schaden der industriellen Zukunft, deren ersreuliche Gestaltung mehr oder minder vom Vorhandensein eines gut ge- schulten und handwerksmäßig ausgebildeten Arbeiterstammes abhängig ist. Die Gewerbe-Gesetzgebung soll der Industrie dienen, nicht umgekehrt. Finden sich demnach Bestimmungen, deren schädliche Wirkung (sür die Unternehmer, nicht für die Arbeiter. Red.) außer weisel steht, so ist es Aufgabe der industriellen ereine— nicht zuletzt des Gesammtverbandes - auf die Aufhebung derselben hinzuwirken. Es ist deshalb höchst wünschenswerth, die thalsächlichen Zustände des Lehrlings- wesens, wie sie sich innerhalb unserer Mitgliedschaft heraus- gebildet haben, authentisch zusammenzustellen und zu beleuchten, so daß sich klar herausstellt, ob ein entschiedenes Vorgehen auf diesem Gebiete erforderlich ist. Bei dem Eiser der Staatsanwaltschaften und Polizei- behörden die Achtung vor den ZZ 8 nnd 16 des preußischen Bereinsgesetzes zu erzwingen, ist zu befürchten, daß der Gesammt- verband deutscher Metallindustrieller vorläufig geschlossen wird. Oder vielleicht nicht?— — Revision der Seemanns-Ordnung. Die technische Kommission für das Seeivesen hat kürzlich die Grund- züge einer neuen S e e m a» n s- O r d» u u g in erster Lesung berathen, und es sollen vor Seginn der zweiten Lesung von den an der Seeschifffahrt interesstrlen deutschen Regierungen über eine Reihe von Fragen weitere Erkundigungen eingeholt werden. Zu den schwierigsten Fragen gehört die. wie den mit der Ein- richtnng der Heuerbase verbundenen Mißbränchen abzuhelfen sei. Ueber diese Frage wurden regierungsseitig bereits gutacht- liche Aeußerungen von den betheiligten Handelskammern«in- gefordert. Um der systematischen Ausbeutung der Seeleute durch gewissenlose Henerbasen in Zukunft vorzubeugen, hat man u. a. den Vorschlag gemacht, die sogenannten Seemanns-Heime so ein- zurichten, daß Rheder und Seeleute nicht mehr auf die Heuer- basen angewiesen sind, und ferner an stelle der Heuer- basen vereidete Seemanns-Makler anzustellen und sür diese einen Gebührentarif sowie genaue Buchführung über die Geschäftslhätigkeit vorzuschreiben. — Als Kosten der Berufs- und Gewerbe- statistik, soweit sie im Reichsetat figuriren, werden ent- sprechend den Beschlüssen des Reichstages um 683 009 M. mehr als ursprünglich verlangt. Das Reichsamt des Innern schlagt nun die Ausgaben des Reichs für die Zahlung mit 2 833 000 M. an. Der Druck des tabellarischen Theiles wird das Doppelte des im ersten Voranschlage angenommenen Umfanges betragen, die Kosten der Veröffentlichung der Landwirlhschaflsstatistik werden um ein Fünftel, die der gewerblichen Betriebsstatistik um reichlich ein Drittel erhöht. Ueber den Zeitpunkt der ersten Veröffenl- lichung definitiver Resultate wird keine Angabe gemqcht. Bei Berathung der Elatposten dürste Herr v. BöUicher Herüber Wterpellirt werden.— Der Kampf gegen da? allgemeine 2Bi reckt wird auf der ganzen Front des Reaklionsheeres afl� gcnoiHpen. So schreibt jetzt die konservativ geleitete„Tentscljl Volkswirthschaftliche Korrespondenz": Auch in weiteren Kreisen des Volkes beginnt sich die An- schaumig schon Bahn zu brechen, daß es das gellende Wahl- recht ist, welche? eine Zusammensetzung des Reichstages schafft, die die Slimmung der Nation geradezu fälscht. Noch kurz vor der Eröffnung des Reichstages hat einer der größten Neichstags-Wahlvereine, der Hamburger, i» einer sehr zahlreich besuchte» Versammlung öffentlich Stellung gegen bas allgemeine, geheime, direkte Wahlrecht genommen. Die Hamburger Bürger. die sich zu dieser That aufgerafft haben, sind keineswegs .Reaktionäre". Mit diesem Stichwort kann ihr Verlange» nicht abgethan werde». Wenn aber in Hamburg geschah, ivas zu thun man sonst im Deutschen Reiche bisher Anstand ge- noinmen hatte, so wird dort naturgemäß die Anomalie besonders hart empfunden, daß die größte Handels- und zweitgrößte Stadt des Reiches im Reichstage durch drei sozialdemokralische XnawnotmuKS(NichlSwisser)— dank dem geltenden Wahlrecht — vertreten wird. Hamburg hat aber noch einen anderen An- spruch, zuerst diese Forderung erheben zu dürfen. Dort war die sozialdemokratisch« Propaganda auf die äußerste Spitze getrieben. dort sollte bei der ersten Maifeier das Bürgerthum.klein" ge- macht werden, dort schloß sich aber das Bürgerlhum zusammen und wird in einmlithiger Abwehr den sozialrevolutionären Ueber- inuth abwehren. Hat sich Hamburg im eigenen Hanse der Sozialdemokratie zu erwehren vermocht, so muß es dort besonders bitter empfunden werden, wenn die gesetzlichen Einrichtungen des Reichs ihm eine Vertretung im Reichsparlament aufzwingen. die schlimmer als gar keine ist. Was aber von Hamburg gilt, gilt es nicht auch von fast allen unser» andern großen Verkehrs- und Bildungszenlren, gilt es weniger von Berlin. Königsberg, Stettin, Breslau, Hannover, Elberfeld. Frankfurt a. M., München«. s. w.? Fürst Bismarck hat seinerzeit sür den Nord- deulschen Bund das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahl- recht nach sranzösisch-napoleonischem Muster adoptirt, weil er die Großdeutschen überbieten mußte und die Liberalen in Süd- deutschland zu sich heranziehen wollte. Als aber Fürst Bis- marck diesen Trumpf ausspielte, waren kaum Anfänge einer sozialrevolutionären Bewegung vorhanden, und niemand, also auch er nicht, konnte voraussehen, welche Entwicklung die Dinge nehme» würden. Der stärkste und der ausschlaggebende Beweis gegen das Reichstagswahlrecht ist, daß unter seiner Herrschaft trotz des Sozialistengesetzes und trotz aller sozialrekormatorischen Be- strebungen die Sozialdemokratie zu einer Gefahr sür den Kulturstand unserer Nation heranwachsen konnte und dieses Wachsthum alle anderen Parteirichtungen degenerirend beeinflußt hat." Es ist gut, diese Ausbrüche blinden Haffes gegen die Sozial» demokratie und das allgemeine Wahlrecht zu registriren. damit das Voll überall zum Bewußtsein kommt, daß es unsere Partei ist, mit der sein wichtigstes politisches Recht, da? allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht steht und fällt. — Für Beseitigung des bestehenden Reichs- tagS-Wahlrechts sprach sich, nach einem Referate deS ehemaligen Reichstagsabge ordneten Dr. Böttcher, der national- liberale Provinzialverein sür Schleswig-Holstein in seiner am Sonntag in Neumünfter abgehaltenen Versammlung auS. Der Redner suchte noch Unterstützung anderer Parteien, da er diesen reaktionäre» Schritt von einer Partei unternommen für z u gefährlich erklärte. Diese, dem§ 8 des preußischen Vereins- gesetzes zuwiderlaufende Versammlung wurde von einem Land- g e r i ch t s r a t h und Landlagsabgeordnelen geleitet.— — Der konservative sächsische Landtags« abgeordnete Stadtrath Seydler aus Limbach ist 'reilag Abend nach kurzem schweren Kra»ke»lager gestorben. dler vertrat den 14. städtischen Landtagswahlkreis Meerane- enburg- Hohenstein-Ernstthal. Ob eine Nachwahl statt- find?R wird, ist fraglich, da§ 9 des Wahlgesetzes bestimmt: „Wird die Stelle eines Abgeordneten während des Land- tags oder kurz vor Beginn desselben erledigt, so ist dann, wenn die Beendigung des Landtags früher als die Vollendung einer Neuwahl zu erwarten, von letzterer abzusehen." Das Mandat Seydler's wäre erst im Jahre 1899 ab- gelaufen. Findet jetzt keine Nachwahl statt, so wählt dieser Kreis im Jahre 1897 mit. Der sozialdemokratische Kandidat er- hielt im Jahre 1893 1773 gegen 1873 Stimmen, die Seydler auf sich vereinigte. Sollte also während dieses Landtags noch eine Nachwahl stattfinden, so könnte leicht der 15. Sozialdemokrat in den Landtag komme».— — Im Reichslande werden seit einigen Monaten Parteibildungen unter neuen Namen und liberaler Flagge ver- sucht. Am 8. d. M. tagte unter dem Vorsitze von Lanique in Metz eine Versammlung von 300 persönlich geladenen Elsäffern, welche sich als liberale lothringer Vereinigung konstituirten.— Frankreich. PariS, 10. Dezember. In der heutigen Vormittagssitzung der Deputirtenkammer erklärte der Minister der Kolonien. Guieysse. bei der Berathung des Budgets in Be- antwortung verschiedener Bemerkungen, die französische K o l oni a l p ol it i k habeden o f fe n s i v e n Charakter aufgegeben und sei eine friedliche geworden. Frank- reich würde sich zwar durch seine Nachbaren nicht belästigen lassen, jedoch seine Besitzungen nicht anszudehuen suchen. Die Regierung wirb einen Gesetzentwurf vorlegen, welcher das Protektorat Anam-Tonkin zu einer Anleihe von achtzig Millionen sür die Regelung der finanziellen Lage und für die AussührunA von Arbeiten im öffentlichen Interne ermächtigt.— Italien. — Eine sch w e r e N i e d e r l a g e hat die Kolonial- Armee in Afrika erlitten. Die amtliche„Agenzia Stefani" meldet auS Massauah: General Baralieri telegraphirie auS Baraschit, daß die ans fünf Konipagnien bestehende Kolonne des MajorZ Toselli. welche sich bei Ambalagi befand, am Sonntag plötzlich von der ganzen fchoanischen Armee angegriffen und umgingelt wie es bereits Riamil Bascha schon beantragt hatte, Wort ertheilt wurde, fiellte der überwachende Beamte die Frage, wurde. General Avimondi batte mehrfach an Toselli den mit einer größeren Machtsphäre ausgestattet werde und ob Grenz Mitglied sei. Als dies verneint wurde, erfolgte die Befehl gefchickt, sich zurückzuziehen; der Befehl scheint aber nicht gewisse unheilvolle Balafteingriffe beseitigt würden. Abdul regelrechte Aufnahme des Gen. Grenz, worauf er aufs neue angelommen zu fein. General Avimondi, welcher vorwärts Hamid sagte Said Pascha zu, verlangte aber einen das Wort erhielt. Jezt machte der überwachende Beamte die marschirt war, um Toselli zu unterstüßen, traf auf der Mitte Tag Bedenfzeit. Nach deren Verlauf erschien der gegen Einwendung, Herr Grens fei Former und könne als solcher in des Weges zwischen Makalle und Ambalagi auf den Feind, wärtig allmächtige Kammerherr des Sultans Izzet Bey im Konat einem Textilarbeiter Verein nicht aufgenommen werden und somit worauf sich ein Gefecht entspann. Avimondi vereinigte sich Said's und theilte ihm unter ausdrücklichen Versicherungen des auch nicht sprechen. Nachdem dann der 1. Punkt der Tagesordnung dann mit Offizieren und dreihundert Askaren, welche taiserlichen Wohlwollens mit, daß der Sultan die Bedingungen abgesetzt war, trat man in eine Diskussion über das Vortrags von Ambalagi zurückfamen, und zog alle feine Truppen afzeptire und noch in derselben Nacht den Wechsel zum Groß thema ein. Ein Vorstandsmitglied nahm hierzu das Wort. Der in größter Ordnung bei Makalle zusammen; sodann vezirat vollziehe. Der Sultan stelle Said Bascha den kleinen Beamte verhinderte aber auch ihn am Sprechen und bemerkte, marschirte er nach Adagamus, nachdem er in Matalle eine starte, Riost des taiserlichen Palastes zur Verfügung und zweifle der Vortrag sei nicht gehalten, folglich tönne auch eine Diskussion gut mit Munition versehene Befagung zurückgelaffen hatte. Die nicht, daß Said von diesem Beweise des kaiserlichen nicht stattfinden. Als ein Vorstandsmitglied trotzdem zu sprechen italienischen Offiziere Bobrero, Bagella und Bazzani haben Vertrauens noch vor der Ernennung Gebrauch machen werde. begann, löfte der Beamte die Versammlung einfach auf. Auch sich Avimondi angeschlossen. Militärische Blätter rechnen Said Bascha sagte zu und war entschlossen, in den Yildiz Kiost dem Reichs- und Landtags- Abgeordneten ofmann, der in den Verlust, ohne den des Generals Avimondi mitzu überzusiedeln, als ihm beim Ginsteigen in den Wagen ein einer Geschäftsordnungsdebatte den Versuch gemacht hatte, die zählen, auf 1200 Mann und 15 Offiziere. Tofelli ift vertrauliches Schreiben von einer Seite, auf welche Said Bersammlung zu beruhigen, wurde vom Beamten das Wort todt. Sehr bedenklich ist, daß die Italiener gezwungen sind, Pascha höchstes Gewicht legte, übergeben wurde. Dieser Brief entzogen, als er sagte, es würde sich Gelegenheit über Makalle hinaus sich nach Norden zurückzuziehen. Man enthielt nur die Worte: Rette Dich!" Anstatt nach. Yildiz finden, die Dinge im 2andtag zur Sprache au rechnet auf eine Belagerung Matalles, das für 3 Monate ver- Riost ließ Said Pascha den Wagen direkt nach der bringen. proviantirt ist. Wahrscheinlich werden die Jtaliener bei Adigrat englischen Botschaft fahren. Einige Stunden später wurde Said- Gine öffentliche Rollette, welche der Ober eine Entscheidungsschlacht liefern.- Die schoanische Armee wird Pafcha's Ronat umgingelt und feine fämmtlichen Papiere präsident nicht genehmigt hatte, sollten die Genossen beschlagnahmt. Nach einer Meldung der Daily News" aus 3 ahn und Schü, ersterer als verantwortlicher Redakteur In der italienischen Rammer wurde von den Ministern Konstantinopel hat sich Said Bascha, bevor er in seine Wohnung der Boltswacht", dieser als Verleger derselben, dadurch veran den Patriotismus appellirt. Man will große Geldmittel zurückkehrte, erst des Schußes aller auswärtigen Mächte versichert. fordern und starte Nachschübe nach Afrika entfenden. Große Opfer hat die Kolonie schon gekostet, ohne irgend welche Vortheile zu bringen oder in Aussicht zu stellen. auf 20 000 Mann geschäßt. Aus Nom wird ferner telegraphirt: Bezüglich der KolonialDänemark. Parlamentarisches. anstaltet haben, daß in der Volkswacht" vom 1. September der Aufruf eines Dortmunder Komitees zur Unterstützung der Familien der im Effener Meineidsprozeß Berurtheilten zum Abdruck gelangte. Sowohl Zahn wie Schirh Der Seniorenkouvent des Reichstages hat heute den wurden mit einem Strafbefebl, über 15 m. lautend, bedacht. politik warnen einzelne Blätter die Regierung und stellen die Beginn der Weihnachtsferien auf nächsten Dienstag fest aber auch den Komiteemitgliedern in Dortmund find von Kolonialpolitik als den Ruin Italiens dar. Um die afrikanische gesetzt. Bis dahin sollen wenn möglich die ersten Berathungen Breslau aus Strafbefehle zugeschickt worden. Auf erhobenen Stolonialpolitik weiter fortzuführen, fehlten der Regierung sowohl ber bisher eingegangenen Regierungsvorlagen beendet sein. Nach Widerspruch sind die Komiteemitglieder und Schü vom die Streitkräfte wie auch dem Lande das Geld. Den mit dem dem Etat wird das Gesez betr. der unlautere Wett. Schöffengericht in Breslau freigesprochen, Zahn zu 5 M. verDampfer Singapore" heute abgegangenen 1000 Mann werden bewerb zur ersten Berathung gelangen. Alsdann kommen urtheilt worden. in den nächsten Tagen weitere 4600 Mann Verstärkungstruppen die Gesezentwürfe betreffend die Handwerkerkammern. Geschäftsführer der Bremer Bürger- Beitung" Genoffen Herrn Ordemann in Bremen, der dem früheren nach Maffauah folgen. Zur Fortsetzung der Operationen in und die Konsumvereine auf die Tagesordnung. Afrika wird Crispi eine größere Summe in der Kammer bean- Das Börsenreform- Gefes foll ebenfalls in erster Doutine sehr üble Dinge nachgesagt hatte, find die 450 M., bie tragen. Berathung noch vor den Weihnachtsferien erledigt werden. ihm das Schöffengericht aufgetnackt hatte, in der Revisionsinftanz Schwerinstage zur Berathung der Initiativanträge bestätigt. werden vor Neujahr nicht stattfinden. In bezug auf die Art der Behandlung von Initiativanträgen hat der Seniorentonvent beschloffen, es bei der Einrichtung zu belaffen, welche in der vorigen Seffion getroffen worden ist. Hiernach bestimmt ab wechselnd jede Frattion, welcher von ihren Anträgen zur BerDas Wahlrecht zu den kommunalen Körperschaften des handlung gelangen foll.Reiches kommt den Wittwen und andern unverheiratheten Frauen Feier der Reichsgründung im Reichstage. Der Vorzu, die bisher allein ihr Geschlecht von dem erwähnten Recht stand des Reichstages hat beschlossen, am 18. Januar 1896 abends ausgeschlossen hat, die aber im übrigen allen gefeßlichen Beim Reichstagsgebäude zur Feier der Kaiferproklamation zu Bersailles dingungen für die Ausübung desselben gerecht werden. Hiervon im Jahre 1871 die Mitglieder des Reichstages bei einem Fest sind jedoch solche Wittwen und geschiedenen oder separirten Frauen bankett zu vereinigen. ausgenommen, deren Männer innerhalb der letzten 5 Kalenderjahre und während sie mit ihnen und in Gütergemeinschaft zu fammen lebten, Armen- Unterfügung erhalten haben, die weder erlassen noch zurückbezahlt ist, sowie ferner alle diejenigen Frauen, die im Laufe der legten zehn Kalenderjahre Erwerb durch Unzucht gesucht haben." - Sosiale Reformgefeßgebung. Das dänische Folkething gab in zweiter Berathung einem Antrage Harald Holms Folge, der die Ertheilung des kommunalen Wahlrechts an Frauen verlangte. Der betreffende Beschluß lautet: des Reichstages liegt jezt bereits eine ganze Reihe von Petitionen Bürgerliches Gesetzbuch. Bei der Betitionskommission betreffs Abänderung von Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz buches. Die Uebersicht über die Ergebnisse des Heeres Er gänzungsgeschäfts ist dem Reichstage zugegangen. Schiveden. Die nationalliberale Fraktion des Reichstages hat zur Stockholm, 8. Dezember.( Eigener Bericht.) Das sogenannte Frage, daß die Abgg. Schwerdtfeger, Frhr. v. Seyl, Sosang Unionsfomitee, das für Verhandlungen von den staats- und Graf Oriola den Antrag Kaniz, betreffend das Getreide rechtlichen Streitfragen zwischen Schweden und Norwegen im Einfuhrmonopol unterzeichnet haben, Stellung genommen und Beginn des Novembers eingefeßt wurde und von sieben Mit das Auftreten der National- Beitung" gegen diese Abgeordneten gliedern aus jedem Lande besteht, ist jetzt in Stockholm ver gemißbilligt. Die Nat.- 8tg." und eine Anzahl anderer national jammelt und hat seine Arbeiten begonnen. Der" patriotische" liberaler Blätter haben bekanntlich aus Anlaß der Unterzeichnung Sturm mit Kriegsdrohungen und allerlei Abenteuerlichkeiten ist des Antrages Kanis durch einzelne nationalliberale Abgeordnete fomit zur Ruhe gebracht zu gunsten der Erörterung anderer reinliche Scheidung in der Partei gefordert. innerfter Fragen in beiden Ländern. Partei- Nachrichten. -In der Straffache wegen gemeinschaftlicher öffentlicher Beleidigung des fürstl. reuß. Ministeriums, die in dem Landtagswahl- Flugblatte unferer Partei begangen sein soll, ift den beiden Angeklagten, Genossen Rödiger und Stroh in Gera, die Anklageschrift zugestellt worden. Soziale Mebeelicht. Deutschland. Im Jahre 1894 wurden im Deutschen Reich in Jugendliche Fabrikarbeiter und Fabrikarbeiterinnen in Fabriten und diesen gleichstehenden Anlagen, die den GewerbeAufsichtsbeamten( Fabrikinspektoren) unterstellt sind, 213 974 219 871 im Jahre 1898) beschäftigt, und zwar im Alter von jugendliche Arbeiter im Alter von unter 16 Jahren( gegen unter 14 Jahren 2682: 8780 Knaben und 1577: 2181 Mädchen; im Alter von 14 bis 16 Jahren 189 891: 140 695 Arbeiter und 70 824: 78 265 Arbeiterinnen. Die Fabritarbeit von Kindern ist nach diesen Zahlen seit 1893 um 27,9 pet. zurückgegangen. Verhältnismäßig am zahlreichsten finden noch Kinder Verwendung in der Textilinduſtrie mit 27,2 pt., und in der Industrie der Steine und Erden mit 23,9 pet. von der Gesammtzahl aller in Fabriken beschäftigten Rinder; in der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel hat die Kinderarbeit gegenüber den Vor jahr beträchtlich abgenommen( 8,5 pt. gegen 12,4 pt.) Die Bahl der Arbeiter zwischen 14 und 16 Jahren hat sich seit dem Jahre 1893 um 2 pet. vermindert( im Vorjahre war eine 3nnahme gegenüber 1892 um 2,5 pCt. vorhanden). Von ihnen waren 25,8 pet. in der Textilindustrie, 12,2 pct. in der Metallverarbeitung, 11,5 pet. in der Industrie der Steine und Erben und 10 pet. in der Industrie der Nahrungs- und Genußmittel wachsenen Arbeiterinnen waren 250 689 oder 39,6 pCt. 16 bis 21 Jahre, 388 094 oder 60,4 pCt. über 21 Jahre alt. 310 691 88 785 oder 14 pct. in den Gewerben für Nahrungs- und Geoder 49 pCt. der Gesammtzahl waren in der Textilindustrie, nußmittel beschäftigt. Unter diesen ist die noch ungelöste Stimmrechtsfrage blitzschnell nach der Unionskrise in Vordergrund getreten. Im Sommer und Herbst haben die Anhänger des allgemeinen Stimmrechts( der Sozialismus und die bürgerlichen Radikalen) eine großartige Geldsammlung unternommen, um einen Fonds für agitatorische Zwecke zu errichten. Das Resultat ist ,, Märkische Landbote", Botskalender für 1896 sehr erfreulich, indem ca. 50 000 kronen in die Kaffe geflossen erscheint dies Jahr im Verlage der Buchhandlung be3 sind, wovon die Sozialdemokraten mindestens 20 000 kronen beigetragen haben. Bon der Regierung erwartet man eine Vorwärts". Preis und Bezugsbedingungen sind die alten Stimmrechts- Vorlage im Frühling nächsten Jahres, allerdings wird geblieben: 10 Pf. pro Exemplar. 500 Gremplare foften 8 M., Verkümmerung der Sonntagsruhe. Wie die Köln. es teine radikale Reform sein, sondern eine sehr unbedeutende, 1000 Exemplare 15 M. Um die Höhe der Auflage bestimmen 3tg." meldet, beschäftigt sich die Reichsregierung auf Verja fast lächerliche Abschlagszahlung eine Herabsehung des und rechtzeitige Versendung bewirken zu können, sind die Beanlaffung des Reichskanzlers augenblicklich mit Prüfung ber gegenwärtigen 800 Kronen- Benfus auf 500 Kronen eingeschätztes Ginkommen im Zusammenhang mit fogenannten„ Garantien" itellungen umgehend erbeten und zwar ausschließlich an die Frage, wie weit sie den berechtigten Bedürfnissen der Gewerbe ( für die Besitzenden), so u. a. eine Verschiebung der Altersgrenze Buchhandlung des Vorwärts", Beuthstr. 2. Berlin SW, der Wähler. Parteifiteratur. Der in erster Linie zur Verbreitung in beschäftigt. Unter den im Jahre 1894 beschäftigten 688 783 erder Provinz Brandenburg bestimmte Spanien. " 1 " treibenden in den größeren Städten an den Sonntagen vor Weihnachten unbeschadet der gesetzlichen Bestimmungen über Diefer Scheinreform gegenüber werden die Anhänger des jedenfalls auch die Gemeindevorsteher der nicht sehr weit von habe es als für den Verkehr ungenügend bezeichnet, daß alle Bon der Agitation. Nach berühmten Mustern wollten die Sonntagsruhe entgegenkommen tönne. Der Reichskanzler allgemeinen Stimmrechts voraussichtlich einen ablehnenden Stand der Residenz des verflossenen Reichs heros belegenen Ortschaften Läden um 7 Uhr abends schließen müßten. Es sei Aussicht vorpunkt einnehmen. Sie bereiten in diesen Tagen mit großer Rothenbek und Ruddewörde im Lauenburgischen im Stampfe banden, auf eine Lösung der Frage in der Weise, daß den Energie die Wahlen zum zweiten Bolts reichstag", wie gegen die rothe Rotte einige Lorbeeren erwerbeu. Ein will Ladeninhabern, die auf die Geschäftsstunden vor dem Beginn des sie ihre allgemeine Landesvertretung der Stimmrechtslosen kommener, Anlaß bot die vor einigen Wochen erfolgte Ber: Gottesdienstes tein Gewicht legen, gestattet werde, ihre Laden" gefeßlichen" Bertretung der befizenden Klaffen zu martiren. Genossen. Einige Tage später gingen die Ortsgewaltigen in in der nächsten Woche eine hierauf bezügliche Verordnung au Jim Frühling nächsten Jahres wird der Wolfsreichstag zusammen- böck steigener Person von Haus zu Haus, um die gewissenhaft erwarten. Das ist so die richtige Manier, bie wenigen sozialtreten und sich dann sowohl mit der Stellungnahme zur Re- vertheilten Kalender wieder einzusammeln und gegen einen politischen Fortschritte, die wir im letzten Jahrzehnte gemacht gierungsvorlage als mit derjenigen der außerordentlichen Maß Das Baterland" betitelten patriotischen Kalender umzutauschen. haben, auf dem Berordnungswege wieder rückgängig zu machen. regeln für die Eroberung des allgemeinen Stimmrechts be- wo die Frauen nicht sofort zur Herausgabe zu bewegen waren, schäftigen. In der Presse und in Bersammlungen wird gegen wurde denselben bedeutet, daß sie von dem Boltskalender nur zu Leipzig hat auf Veranlassung der Stadtverord Beschäftigung ortsansässiger Arbeiter. Der Stadtrath wärtig der politische Groß- Streit" lebhaft diskutirt. Unangenehmes haben könnten. Als am Abend einige Arbeiter neten an eine Anzahl Innungen und sonstige Unterzum Ortsvorsteher gingen und ihr Eigenthum zurückverlangten, nehmer- Bereinigungen ein Schreiben gerichtet, in dem Madrid, 9. Dezember. Anläßlich der Rundgebung, durch erhielten sie zur Antwort, daß die eingesammelten Kalender schon er bei diesen Bereinigungen anfragt, ob und wieweit bei Verwelche der Regierung der Wunsch der Einwohner ausgedrückt am Nachmittage verbrannt seien!! gebung von städtischen Arbeiten die Unternehmer vertragsmäßig werden soll, eine Untersuchung gegen den Munizipalrath einzu Eine öffentliche Parteikonferenz für das Fürstenthum verpflichtet werden könnten, nur bezw. vorzugsweise ortsTeiten, wurden bereits um 2 Uhr Nachmittag alle Geschäfte ge- Lübeck fand am letzten Sonntag in Eutin statt. Es waren dazu anfäffige Arbeiter zu beschäftigen. Die Innungen kamen jedoch schloffen. Gendarmerie und zwei Regimenter Kavallerie hielten sechs Delegirte aus acht Orten, darunter auch ein Delegirter aus zu dem Resultat, daß eine derartige Verpflichtung unmöglich die Straßen und Pläge besetzt. Sagasta, Armijo, Leon Castillo, bem 9. schleswig- Holsteinischen Wahlkreis anwesend. Außerdem aufrecht erhalten werden und in einer BeDeputirte, Senatoren und Mitglieder aller politischen Parteien war die Agitationstommiffion zu Neumünster durch den Genoffen aie hung förderlich wirten tönne. Deshalb sei die waren zugegen. Das Wetter war herrlich. Die Kundgebung, Lienau vertreten. Von Wichtigkeit ist der Beschluß, daß die Anfrage des Rathes in verneinendem Sinne zu beantworten. während welcher der Ministerrath versammelt war, nahm einen Parteigenossen des Fürstenthums an den Gemeinde- und ebenso zweifellos wie es im Interesse einer jeden Gemeinde sehr ruhigen Verlauf. Landtagswahlen fich betheiligen sollen, jedoch müssen sich liegt, zunächst die ortsansässige Bevölkerung zu beschäftigen, Birta 50 000 Personen sollen sich an der Demonstration, die Kandidaten auf den Boden des Parteiprogramms stellen. ebenso sicher war die Antwort der Jnnungen vorauszusehen; die mit einer großen Ovation für den früheren Minister Als Vorort wurde Stockelsdorf wiedergewählt. um ihren Profit zu wahren oder zu erhöhen, werden sie nie präsidenten Sagasta, den früheren Führer der Liberalen, endete, geneigt sein, auf die Konkurrenz der auswärtigen, vielleicht betheiligt haben. Man hält den Ausbruch einer Ministerkrisis sämmtliche sozialdemofratische Arbeitnehmer ge- Orten, wo ihnen fräftige Arbeiter- Organisationen gegenüberstehen. Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Elberfeld wurden billigeren gegen die heimischen Arbeiter zu verzichten, zumal in und die Erfeßung des konservativen Kabinets durch ein liberales vählt; eine gegnerische Liste war gar nicht aufgestellt. Unfer nicht für ausgeschlossen. Ueber die Arbeit in Militärwerkstätten meldet Der Bartei- Organ, die Elberfelder Freie Presse", tlagt über die Türkei. Lauigkeit bei der Wahl der Arbeitgeber Beisiger, Arbeiter", ein süddeutsches, von Unternehmern unterstütztés wo bei einigermaßen reger Betheiligung ein Sieg unserer Kandi Blättchen, aus München: In der Militärbäckerei, und zwar baten in der dritten Gruppe möglich gewesen wäre. in der Zwiebackbäckerei, arbeiten durchschnittlich zehn Mann von morgens halb 5 Uhr bis 6 Uhr abends bei einer Ruhe pausen betragen genau 60 Minuten. Dabei gehen tonstanten Temperatur von 30 bis 35 Grad. Die fämmtliche 14 Defen, welche auf 200 Grad geheizt werden, in den gewöhnlichen Aufenthaltsraum der Arbeiter. Die vorhandene Ventilation darf des Gebäckes halber nicht benützt werden. Ein dorthin Tommandirter Reservist, der als Bäcker schon einige Size vertragen fann, nahm in 8 Wochen 16 Pfund ab und meldete sich vom Ofen weg. Da fam er aber schön an beim Bäckermeister, der meinte, er müsse am Ofen bleiben, und wenn ihn der Teufel hole". Der Reservist meldete sich Dienstzeit beendet war, machte ihm der Arzt den Vorschlag, er zum Arzt und kam vom Ofen weg. Als nach 8 Tagen feine folle noch 14 Tage zur Erholung ins Lazareth geben, da man ihn in diesem Zustande nicht -Said Pascha hat die englische Botschaft verlassen und fich in seine Wohnung zurückbegeben. " Als bestbeglaubigte der in Konstantinopel umlaufenden Versionen über die Gründe der Flucht Said Pascha's wird hat, wenn es ihr auch im Verein mit der Volkspartei nicht geGemeinderathswahl in Stuttgart. Die Sozialdemokratie die Meldung der der Wiener Bolitischen Korrespondenz" lungen ist, ihren Kandidaten den Sieg zu verschaffen, doch keine bezeichnet, nach welcher die gegenwärtige Umgebung des Sultans, Urfache, mit dem Ausfall der Wahl unzufrieden zu sein. Die in Said Bascha die Hauptgefahr und das stärkste Hinderniß ihres Bahl ihrer festen Anhänger nimmt langsam, aber beständig zu; Einflusses erblickend, diefem eine Falle legte, indem fie einerseits während die Zahl der auf sie abgegebenen unabgeänderten den Sultan bewog, Said Pascha eine Wohnung im Yildiz- Riost Bettel von 1898 auf 1894 nur um 7 stieg, belief sie sich diesmal anzubieten, damit er( der Sultan) seinen obersten Rathgeber auf 95. stets zur Hand babe, andererseits aber durch Freunde Said Pascha's diesem den Wunsch des Sultans als große Gefahr für Polizeiliches, Gerichtliches zc. feine persönliche Sicherheit hinstellen ließ. Die Aufregung des Sultans- Die Schöffengerichts- Verhandlung gegen fei sehr groß, da er thatsächlich Said Bascha sehr hochgehalten den Redakteur Wolfgang von der Brandenburgischen Zeitung" und demselben jenes Anerbieten in befter Absicht(?) gemacht wegen Beleidigung des Superintendenten 3 ander in Lucken= habe, somit dieses Mißtrauen als persönliche Kräntungwalde wurde vertagt. Die Vertagung wurde auf Antrag der empfinde. Amtsanwaltschaft beschlossen. Es soll eine weitere Zeugen Ueber die Ursache der Flucht Said Paschas in die englische vorladung stattfinden und ein amtliches Gutachten über den Botschaft erklärt der Rorrespondent der Franti. 3tg." in Ron Wandel und die Amtsführung des Superintendenten vom Ronstantinopel auf grund eigener Mittheilungen Said Pafchas fistorium eingefordert werden. folgendes: Der Sultan machte ihn den Antrag, das Groß--Sächsische Versammlungsfreiheit. In einer vezierat zu übernehmen und Said zeigte sich hierzu bereit, knüpfte Fachvereins- Versammlung der Textilarbeiter sollte am Sonnabend aber an die Annahme die Bedingung, daß das Großvezierat, Gen. Grenz- Leipzig einen Vortrag halten. Als ihn hierzu das entlassen könne." " bemerkenswerth ist übrigens auch, daß Reservisten zu nichtDiese Mittheilung erfordert eine strenge Untersuchung; militärischen Verrichtungen eingezogen werden. Lohnherabsetzung und Arbeiterentlassung. Die Furcht der Arbeiter vor der Arbeitslosigkeit im Winter fuchen die westfälischen Gifenbarone zu Lohnkürzungen zu be- Angehörigen des Brauereigewerbes und Bertretern aus den Depeschen und lehte Nachrichten. nugen. Die Leipziger Volkszeitung" berichtet aus Dortmund, Reihen der bei den betreffenden Verbandsmitgliedern beschäftigten daß auf der Union, Abtheilung für Blockwalzwerk, für den Leuten besteht, sondern aus Mitgliedern anderer verschieden= Berlin, 10. Dezember. Die zwölf Boltsversamma 15. Dezember 2ohn herabfezungen von 25-30 Pfennigen artiger Berufstlassen zusammengesezt ist. Diese Ablehnung lungen, die heute zur Besprechung der Tagesordnung für den Tag bekannt gegeben find. Der Anschlag schließt mit glaubt der Vorstand umfomehr für richtig halten zu müssen, als Bolizeiliche Staatsrettung und Sozialdemokratie" tagten, nahmen Der gnädigen Bemerkung, daß etwaige Kündigungen wegen dieser die obigen Anfforderungen unter gehässigen Androhungen folgende Resolution an: Lohnreduktion schon jetzt angenommen würden. gemacht worden sind." Elektrische Kraftstation in Solingen. Die Firma Pfaffrath in Solingen beabsichtigt, eine elektrische Kraft zentrale von 400 Pferdekräften zu schaffen; die Kraft soll durch die ganze Stadt geleitet und an Kleingewerbetreibende abgegeben werden. Die Stadtverordneten- Versammlung hat die Anlage in der letzten Sigung genehmigt; jedoch muß die Firma als Entschädigung für die dem Gaswerte aus der Anlage erwachsende Konkurrenz jährlich 10 000 M. zahlen. Außerdem hat fie eine Raution für Straßenbeschädigung, etwaige Unfälle zc. au leiften. Arbeitslose in München. Etwa 100 Arbeitslose in München, die weder beim städtischen Arbeitsamt noch sonstwo Beschäftigung finden konnten, stellten an den ersten Bürgermeister die Bitte, es solle das Statut des städtischen Arbeitsamtes in dem Sinne geändert werden, daß die am längsten dort angemeldeten Leute und zwar zun chst die Verheiratheten und hier Heimathsberechtigten bei dem Nachweis von Arbeit berückfichtigt werden dürften. Der Bürgermeister sicherte die Aende rung des Statuts zu, soweit es thunlich sei. Eine erfreuliche Verurtheilung. Wegen Ausbeutung jugendlicher Arbeitsträfte( vorschriftswidriger Vers wendung jugendlicher Arbeitskräfte, Vergehen gegen die GewerbeDidnung) wurden von der Straftammer des Landgerichts in Rempten die Fabrikdirektoren Gottfried Eimer und Hans Spöri von Berghofen, ersterer zu 1000 m. event. 100 Tage Gefängniß und letzterer zu 300 M. event. 30 Tage Gefängniß verurtheilt. Bei der mangelhaften Kontrolle in deutschen Fabriten werden leider gar zu selten derartige abscheuliche Vergehen gegen die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung zum Schuße der Arbeiterjugend zur Bestrafung gebracht. Arbeiterstatistische Nachweisungen- in Amerika. Das erste Heft des auf Beschluß des Parlamentes der Vereinigten Staaten herausgegebenen ständigen arbeiterstatistischen Bulletins ist erschienen und enthält Angaben über die Streifs und Aussperrungen in den Vereinigten Staaten während der letzten zehn Jahre sowie der wichtigsten Englands und anderer größerer Industriestaaten. Die Bulletins erscheinen alle awei Monate etwa 100 Ottavfeiten start. Gewerkschaftliches. Achtung, Gewerkschaften Berlins! Wir fordern die Inhaber von Sammellisten für die streifenden Lohgerber, Bergolder und Steinbildhauer auf, soweit sie die Listen noch nicht abgeliefert haben, dies bis spätestens 21. De zember dieses Jahres bebufs Abrechnung über die Streits zu thun auf dem Berliner Gewerkschaftsbureau, Annenstraße 16, v. part., in der Beit von 9-1 und von 6-8 Uhr. Die Berliner Gewerkschaftskommission. Achtung, Bureau- Angestellte Berlins! Mittwoch, den 11. Dezember, abends 81/2 Uhr, wird im Klubhaus, Komman dantenstr. 72, eine große öffentliche Versammlung abgehalten, wo Herr Rechtsanwalt Wolfgang Heine über die„ recht liche und soziale Stellung der Bureau- Angestellten spricht. Kollegen, Kolleginnen! Die Tagesordnung ist für uns alle von außer ordentlicher Bedeutung. Herr Rechtsanwalt Heine wird in seinem Vortrage u. a. auch darauf hinweisen, welche Forderungen Bürgerliche Gesebuch zu stellen und wie wir diese Forderungen geltend zu machen haben. Er wird uns ferner Mittel und Wege zeigen, die eine Verbesserung unserer elenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse herbeizuführen geeignet sind. Wir erwarten deshalb zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Im Auftrage der Agitationskommission der Berliner Bureau- Angestellten: Adolf Kempf, Alexandrinenstr. 116a, Hof II. wir an das " " " Resolution. Im Gewerkschaftskartell, wo nun die Kommission der ArDie heute versammelten Berliner Sozialdemokraten erklären: beiter über die Konferenz mit der Brauereidirektion berichtete, Die seitens der Polizei verfügte vorläufige Schließung der erklärten sämmtliche Mitglieder der Kommission, daß bei der Unterredung auch nicht mit einer Silbe von einem Boykott die sozialdemokratischen Vereine, Kommissionen und VertrauensRede gewesen sei, vielmehr sei die Unterredung von beiden personen in Berlin ist ein weiterer Schritt auf der durch die Seiten in der ruhigsten und fachlichsten Weise geführt worden. Ganz räthselhaft erscheine es, daß in dem Schreiben des Umfturzvorlage flar" gezeichneten Bahn zu Ausnahmemaßregeln Syndikus von gehässigen Androhungen" die Rede ist; die Kom gegen die in der sozialdemokratischen Partei politisch organisirte mission verwahrte fich ganz entschieden gegen diese Entstellung Arbeiterklasse. der Thatsachen. Um aber Gelegenheit zu geben, die Angelegenheit friedlich zum Austrag zu bringen, beauftragte das Gewerkschafts- Kartell die Brauer, eine neue Rommission zu wählen, die nur aus Brauern besteht und die Verhandlung erneuern soll. Diese von der Regierung an stelle der versprochenen Sozial. reform- Gefeße für die Arbeiter vollzogenen Maßnahmen schließen sich organisch den Tendenzprozessen an, die in jüngster Aus Bern wird gemeldet: In der vorgestrigen Telegirten Beit gegen die Sozialdemokratie eingeleitet und von den Ver versammlung der Angestellten der Jura Simplon tretern der herischenden Klassen mit Jubel begrüßt wurden, weil Bahn waren 135 Personen zugegen und alle Sektionen mit diese darin den Anfang zur Berwirklichung ihrer offen ausAusnahme derjenigen von La Chaux- de- Fonds und Alpnach- Stadt vertreten. Es wurde einstimmig der Anschluß an die allgemeine gesprochenen Absicht erblicken, daß sogenannte gemeine Recht Lohnbewegung des Personals der schweizerischen Eisenbahnen im gegen die Sozialdemokratie anders gehandhabt zu sehen, als gegen Sinne der am 18 vorigen Monats gemeldeten Luzerner Reso- die bürgerlichen Parteien. lution beschlossen. Die Direktion der Jura- Simplon- Bahn wurde Die Versammelten protestiren gegen diefe Politik, die geeignet aufgefordert, bis zum 15. Januar 1896 die Eingabe der An- ift, die Arbeiter laffe von dem Boden der gefeßlichen Agitation verpflichten sich, allen Verfolgungen Aus Peft wird der Köln. 3tg." telegraphirt: Der abzudrängen, und Troy nach tote vor für die Forderungen der Au 3 stand der Seher dauert fort, umsomehr, da alle An- zum geklagten die Arbeit ohne Kündigung verlassen haben; zwei Sozialdemokratie einzutreten und unentwegt weiterzukämpfen, hundert Seher sind bereits mit Geldstrafen belegt; hunderte sind bis die Befreiung der Arbeiterklasse vom Doppeljoche für die nächste Woche vorgeladen. gestellten zu beantworten. Gerichts- Beifung. In Tunis ist ein Droschtenkutscher- Streit aus. ber ökonomischen Ausbeutung und politischen Knechtung ere rungen ist. gebrochen, weil der städtische Thierarzt einige altersschwach geDie Versammelten ehen in dieser neuesten Polizeimaßregel wordene Rofinanten ausrangiren wollte. einen abermaligen Bewet für die Nothwendigkeit der Beseitigung eines Zustandes, bei den es in der Hand der Behörden liegt, der einen Partei zu gewähren, was der anderen versagt wird. Die Versammelten erwarten, daß die Parteivertretung im Reichstage entsprechende Maßregeln zur Alenderung diefes dem gleichen Recht aller Staatsangehörigen widersprechenden Zus standes ergreife, und betrauen bis auf weiteres mit der Bes forgung der für den... Berliner Wahlkreis nothwendigen Partei- Agitation den Genossen.. De Juhaber einer der bekannten Ausschankstätten der Brauereifirma Kinz u. Ko. war angeflagt worden, die Gewerbe Ordnung und das Gewerbesteuergesetz verlegt zu haben. Der Mann wurde von den zuständigen Behörden und dein Vertreter der Staatsgewalt als selbständiger Gewerbetreibender betrachtet, während er der Meinung war und noch ist, nur Angestellter der Brauereigesellschaft zu sein. Gemäß der eigenen Auffassung seiner Stellung hatte der Angeklagte den Anforderungen nicht genügt, welche die Behörden an einen Schankwirth und selbständigen Gewerbetreibenden zu stellen berechtigt und ver pflichtet sind. In den ersten beiden Instanzen wurde er frei gesprochen; die Gerichte schlossen sich seiner Auffassung an, das er nur Angestellter und nicht selbständiger Gewerbetreibender sei, also feiner Konzession zum Betriebe der Schanfwirthschaft bedürfe und auch keine Gewerbesteuer zu zahlen brauche. Der Straffenat des Kammergerichts hob aber dieser Tage die Vor entscheidung auf und verwies die Sache an die Straf fammer zurück. Diese hätte den Begriff der Selbständigkeit eines Gewerbebetriebes verkannt. Wenn auch die Brauerei: gesellschaft Kink u. Ro. die Konzession besige und Gewerbesteuer für die Betriebe ihrer Ausschantstätten zahle, habe der Angeklagte doch gewerbsmäßig und auf eigene Rechnung und Gefahr das Geschäft betrieben. Je mehr er von dem Bier, welches ihm die Brauerei zu einem bestimmten Preise lieferte, los wurde, je mehr verdiente er. Wenn der Angeklagte von der Brauerei u. a. schlecht gewordenes Bier umgetauscht erhielt, sei das so unerheblich wie einige Beschränkungen, welche die Gesellschaft ihm vertraglich auferlegt habe. Lange vor Eröffnung der Versammlungen waren sämmtliche Lokale wegen Ueberfüllung polizeilich gesperrt. Viele Tausende batten den Weg zu den Versammlungen vergeblich gemacht. Im fünften Wahlkreise löfte der Polizeilieutenant die von 5000 Personen besuchte Versammlung, als sie zur Wahl eines Vertrauensmannes schreiten wollte, auf. Die Versammlung verlief bis auf diesen Zwischenfall musterhaft. daß der Minister des Innern Freiherr von der Recke heute die Berlin, 10. Dezember.( B. S.) Die Berl. Korr." bestätigt, Geschäfte des Ministeriums des Innern übernommen hat. Köln, 10. Dezember.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" meldet aus Göttingen: Heute früh explodirte im biesigen chemischen Laboratorium ein gläserner Gasometer. Profeffor Wallach, dem ein Glassplitter in den Gehörgang drang, und zehn Studenten sind schwer verlegt, bie übrigen leicht, darunter eine Dame. Wien, 10. Dezember.( B. H.) Die Gemeinderathswahlen finden im Februar statt. Wien, 10. Dez( W. Z. B.) In der Budgetdebatte des Abgeordnetenhauses sagte der Ministerpräsident Graf Badeni u. a.: Die äußersten Flügel hüben und drüben ver einigen sich in einem an dem gefeglichen Staats: gefüge rüttelnden Gedanken, welchem die Rewerden. Es ist nämlich eine Streitfrage, ob die Zentralvorstände Kaufmann. Er heirathete und die Ghe wurde mit vier Kindern Hauses im Februar vorlegen. der erften Sigung nach dem Zusammentreten des ertheilen. auses im Februar vorlegen.( Lebhafter Beifall.) Budapest, 10. Dezember.( B. H.) Der Chef der Getreidefirma Mag u. Julius Spizer stürzte sich, angeblich in einem Unfall von Geistesstörung, in die Donau und ertrant. . Der antisemitische ,, Deutsche Generalanzeiger" schreibt: „ Die Untlage wegen Majestätsbeleidigung gegen unseren ver antwortlichen Redakteur Seolaget ist nunmehr vom Staatsanwalt Gegen die Organisation der Bildhauer. Drescher erhoben worden, wird aber wohl ebenso bald wieder Wie die fallen gelaffen werden, wie dies bei Redakteur Schröder in Bildhauer Zeitung" mittheilt," schwebt" etwas gegen die Halle der Fall ist, welcher in seiner„ Halleschen Reform" unseren sierung energisch entgegentreten muß. Bezüglich Organisation der Bildhauer. Der Vorstand des Zentralvereins bezüglichen Artikel nachdruckte und seinerzeit ebenfalls sofort der WahIreform erklärte der Ministerpräsident, der Bildhauer Deutschlands erhielt vom Berliner Polizei- wegen Majestätsbeleidigung angeklagt wurde. Das Gericht lehnte der Gefeßentwurf fei feit einiger Zeit fertigPräsidium eine Aufforderung, die Beschlüsse des Beschlüffe des Zentral- aber noch foeben eingelaufener Nachricht die Eröffnung des Bergestellt und gedruckt. Er könnte ihn sofort einbringen, da er Borstandes", die sich mit den einzelnen Unterstützungszweigen fahrens ab." die Zustimmung des Raisers erhalten habe; gegenwärtig könnte man beschäftigen, da das Statut als solches davon verschont sich jedoch weder im Hause, noch im Ausschusse damit befassen bleiben mußte, um den Verein nicht zu einer Versicherungsgerichtsverhandlung des Landgerichts I. vor Augen geführt. Der einbringen, sondern auch durch bringen wolle, Ein Stück Beamtenelend wurde in der gestrigen Schwur und da die Regierung diese Vorlage nicht nur Der Vorstand weigerte sich, nicht etwa weil er den Behörden fühere Stationsdiätar 3 ander war der Unterschlagung im so sei fie im Intereffe des Zustandekommens etwas zu verheimlichen hat, sondern weil die Gefahr vorlag, Angeklagte neun Jahre Soldat gewesen, nahm er sein Recht auf diesem Augenblicke einzubringen; sie werde sie Amte in vier Fällen beschuldigt und geständig. Nachdem der der Wahlreform nicht geneigt, dieselbe in nachher wegen Begebens einer ungefeßlichen That behelligt zu eine Militärversorgung nicht gleich in Anspruch, sondern wurde in der Gewerkschaftsorganisationen den Vorständen der örtlichen Verwaltungsstellen gleichzuachten sind und ihnen wie jenen z. B. nach gesegnet. Sein Geschäft ging so schlecht, daß er es aufgab und § 2 des preußischen Bereinsgefeßes dieselben Verpflichtungen auf- fich als Militäranwärter meldete. Zander wurde im März erlegt werden können, das heißt Statuten und Mitgliederliste er erhielt eine Anstellung als Stationsdiätar bei der Fahrkarten1892 in den Königlichen Eisenbahndienst aufgenommen, einzureichen, überhaupt der Polizeibehörde jede Auskunft zu Ausgabe der Stadt- und Ringbahn auf dem Schlesischen Bahn Paris" meldet, in der Nähe von Paris ein Säbelduell zwischen Paris, 10. Dezbr.( B H.) Gestern fand, wie das„ Echo de Der Zentralvorsitzende erhielt also wegen der Weigerung ein bofe. La er nicht im stande war, die verlangte Kaution beim ben ungarischen Kavallerie Offizieren Baron Simonyi und Graf Strafmandat von 30 M.; es wurde jedoch gerichtliche Ent. Dienstantritt sofort zu leisten, machte ihm seine Behörde von zapary statt, in dessen Verlauf dem Grafen die linke Hand abscheidung angerufen. Der erste Termin vor dem Schöffengericht abzug von 7,50 Mart, wodurch nach und nach die Kaution ge/ gefchlagen wurde. Baron Simonyi erhielt eine tiefe Brufts seinem 95 Mark betragenden Monatsgehalt einen jedesmaligen geschlagen wurde. Es werden noch mehrere Gerichtsverhandlungen in der bildet werden sollte. Außerdem wurden ihm noch andere Nom, 10. Dezember.( M. T. V.) Deputirtenkammer. Am Sache stattfinden, da es sich um eine wichtige prinzipielle Ent der Angeklagte in arge Bedrängniß. Seine Familie war Imbriani, Bonin und Cavallotti Interpellationen betr. Dienstabzüge gemacht. Im Anfang dieses Jahres gerieth Schlusse der heutigen Sigung brachten die Abgeordneten Cafiero, scheidung handelt. von Krankheit heimgesucht worden, die Noth steigerte sich von die Lage in Afrika ein. Hamburger Kellnerverein. Um dem gewerkschaftlich Woche zu Woche, der Angeklagte war nicht im ftande, die fällige antragte( an Stelle des durch Unwohlsein verhinderten Ministerorganisirten Verein der Kellner und Berufs- Prämie für die Lebensversicherung zu bezahlen. Da ließ er sich präsidenten Crispi), die Interpellation Sonnabend zu berathen. genossen in Hamburg den Boden abzugraben, ist dort vor verleiten, zum ersten Male die ihm anvertraute Kaffe anzu- Inzwischen erkläre die Regierung, daß sie von dem Recht und furzem ein Hamburg- Altonaer Kellnerbund von 1895" gegründet greifen. Dem ersten Schritte folgten andere, der Angeklagte ver- der Pflicht durchdrungen sei, den gegenwärtigen dringenden Bes worden, dessen Leiter erklären, daß fie erstens die Befferstellung der ging sich viermal. Die unterschlagenen Beträge beliefen sich ins dürfnissen zu entsprechen, daß sie indessen keinen Beschluß zu Lage der Gastwirthsgehilfen mit Hilfe der Arbeitgeber" gesammt auf nur 13,90 M. Die Staatskasse ist nicht geschädigt fassen gedenke, der dem Lande Ausgaben auferlegen würde, die herbeiführen und zweitens mit der Arbeitersache nichts worden, da der Angeklagte bereits 135 M. Kaution hinterlegt nicht durch das Parlament bewilligt find.( Lebhafter Beifall.) zu thun haben wollen. Hoffentlich werden die Herr hatte. Da der Angeklagte geständig war, konnte der Vertheidiger Der Antrag des Ministers Saracco wurde hierauf angenommen. schaften nicht durch den Beitritt ihrer Berufsgenossen zu ihrem R.-A. Dr. Lehfeld den Geschworenen nur die vielen vorliegenden Versöhnungsmischmasch in ihrem findlichen Bergnügen geftört; Milderungsgründe vor Augen halten. Es wurden dem An- aus sicherer Quelle zu wiffen, daß die italienischen Truppen auch Rom, 10. Dezember.( W. T. B.) Die„ Opinione" behauptet, auf deutsch: hoffentlich fällt kein einigermaßer aufgeklärter Kellner geklagten auch mildernde Umstände bewilligt, die Geschworenen Adua räumten und sich in Adigrat tonzentrirten, wo sie fich auf den alten Zauber hinein. hatten sogar am Fuße des Fragebogens schriftlich zu erkennen zum Widerstande gegen den Feind vorbereiten. Die italienische In Mainz hatte die Direktion der Aktiengesellschaft gegeben, daß sie ein Gnadengefuch an den Kaiser befürworten Regierung betreibe die schleunige Entfendung von 3000 Mann Rheinische Bierbrauerei in betreff der in Nr. 283 des würden. Der Präsident erklärte allerdings den Geschworenen, und 2 Batterien Gebirgeartillerie. Die Bahl der Schoaner be Borwärts" schon erwähnten Forderungen der Brauerei- Arbeiter daß diese Kundgebung auf den Gerichtshof keinen Einfluß aus trägt nach Angabe der„ Opinione" 30 000-40 000. erklärt, daß sie bereit sei, zu verhandeln; man solle zu diesem üben tönne; nachdem das auf 9 Monate Gefängniß lautende Zweck eine Kommission wählen. Das ist geschehen. Die Kom- Erkenntniß aber verkündet worden war, trat der Vertheidiger mission wurde freundlichst empfangen und bekam den Bescheid, sofort mit den Geschworenen in Verbindung. Ob die Bemühungen man sei im Prinzip mit den Forderungen einverstanden, wolle derfelben Erfolg haben werden? Und wenn, ist dann das 2003 darüber berathen und werde noch diese( vorige) Woche Antwort des unglücklichen Erbeamten und seiner Familie irgendwie wesentgeben. Die Antwort traf auch ein, aber in etwas anderer lich gebessert? hat stattgefunden, wurde aber vertagt. " " Der Arbeitsminister Saracco be. Loudon, 10. Dezember.( W. T. B.) Der den amerikanischen Missionaren in Marasch durch das Niederbrennen ihrer Gebäude erwachsene Verluft wird auf 2400 türkische Pfund veranschlagt. Seit einigen Lagen laufen Gerüchte um, daß mehrere höhere Difiziere, welche der Verbindung mit der jungtürkischen BeGestalt, als man nach dem bisherigen Gange der Verhandlungen Danzig, 10. Dezember. Vor dem hiesigen Schwur wegung verdächtig waren, aus der Türkei entflohen seien; heute erwarten fonnte. Die Kommission der Arbeiter empfing nämlich gericht begann heute die Verhandlung gegen den seit dem heißt es, unter den Flüchtlingen befänden sich zwei Adjutanten folgendes Schreiben des Rechtsanwalts Dr. Lucius: A13 8. Mai d. I. in Haft befindlichen Direktor der Attien- des Sultans. Syndikus des Verbandes der Vereinigten Brauereien von Mainz gesellschaft Weichsel" Alexander Gibsone, den Glasgow, 10. Dezember.( W. T. B.) Die Konferenz der und Umgebung bin ich beauftragt, Ihnen namens der gesammten feinerzeit der eigene Bater als Vorsitzender des Aufsichtsraths Schiff: bauer- Arbeitgeber und Arbeiter am Clyde und in Belfast Verbandsmitglieder die folgende Erklärung abzugeben. Diefelbe der genannten Gesellschaft dem Staatsanwalt überlieferte. Be trat unter dem Vorsitze des Lord James heute Vormittag hier soll als Antwort dienen auf die an die Mainzer Bierbrauereien der verantwortlichen Vernehmung geftand der Angeflagte im zufammen. Etwa 80 Delegirte waren anwesend. Die Berathung im allgemeinen und die Rheinische Bierbrauerei im besonderen wesentlichen zu, die Gesellschaft durch eigene Wechselatzepte wurde auf morgen vertagt. gerichtete Anforderung, Erhöhungen bezw. Aenderungen in den im ungefähren Betrage von 160 000., feruer im Jahre 1892 Konstantinopel, 10. Dezember.( W. T. B.) Der Minister Lohn- und Arbeitsverhältnissen der Brauereigesellen eintreten zu durch Ausgabe von 114 Stück und 1894 durch 86 Stück ge- des Aeußeren, Tewfit Pafcha, hat heute den Botschaftern mits laffen. Diese Anforderungen wurden von der Drohung befälschter Aktienduplikate zu 1000 M. geschädigt zu haben. getheilt, daß der Sultan die Fermans für die zweiten gleitet, vorerst eine Brauerei herauszugreifen und durch Verhängung Gibsone räumte auch ein, faliche Bilancen aufgestellt und un- Stationsschiffe unterzeichnet hat. des Boykotts dieselbe gefügig zu machen. Die Mitglieder des Ver- richtige Buchungen gemacht zu haben, um die wahre Sachlage Konftantinopel, 10. Dzbr.( W. T. B.) Wie verlautet, hat bandes haben berechtigten, erfüllbaren Wünschen von jeher ihr Ohr zu verdunkeln. Said Pafcha bisher nicht den Gedanken aufgegeben, nach nicht verweigert, dagegen muß der Verband es ablehnen, Unter- Gibsone wurde zu 7 Jahren Zuchthaus, Ehrverlust und dem Ausland zu reifen. Ein diesbezügliches Ansuchen ist seitens handlungen mit einer Kommission einzugehen, welche nicht aus 6000 M. Geldstrafe verurtheilt. des Sultans noch nicht entschieden. Gerantwortlicher Redakteur: Frių Kunert, Schöneberg- Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 289. Reichstag. = Mittwoch, den 11. Dezember 1895. 12. Jahrg. neuen Schiffe aus laufenden oder Anleihemitteln gedeckt der Schwerpunkt des Reichstages für Monate in die Kommissionen. werden. Das was aus Anleihemitteln gedeckt ist, spielt Die Folge davon ist eine Ueberlastung der Rommissionen, schwache 4. Sigung vom 10. Dezember 1895, 1 Uhr. in der Rechnung des Abgeordneten v. Kardorff nicht mit. Besetzung der Bänke dieses Hauses und fortdauernde BeschlußAm Tische des Bundesraths: Fürst v. Hohenlohe, Ich wundere mich, wie dem Vorsitzenden der Budgetkommission unfähigkeit. Grundsätzliche Fragen sollten in zweiter Lesung von Marschall, Graf Posadowsky, Bronsart ein solcher Lapsus begegnen konnte. In diesem Jahre erreicht sofort im Plenum entschieden und die technische Durcharbeitung von Schellendorf, v. Bötticher. das Extra- Ordinarium der Marine schon die Hälfte des Extra- der einzelnen Bestimmungen den Kommissionen überlassen werden. Das Haus genehmigt zunäast ohne Debatte den Antrag Ordinariums des Militäretats! Bei diesen Neuforderungen Dieselbe Einschränkung wäre auch schon beim Budget am wegen Einstellung des gegen den Abg. Brühne schwebenden tommt es doch nicht sowohl auf die ersten Raten an, sondern Playe; sodann bei der Justiznovelle, die leider noch Strafverfahrens während der Dauer der Seffion und setzt darauf auf das was nachkommt. Das große Panzerschiff, welches wir nicht an uns gelangt ift. Wir haben sehr bedauert, daß die erste Berathung des Reichshaushalts Etats für vor zwei Jahren bewilligt haben, fostet 20 Millionen. Die im vorigen Jahre die Novelle in bezug auf die Ent1896-97 fort. Schiffe, für die wir im vorigen Jahre erste Raten bewilligt schädigung unschuldig Verurtheilter und die Abg. Richter( ff. Vp.): Bei der gestrigen Rede des haben, toften 40 Millionen, und die jetzt geforderten Schiffe Wiedereinführung der Berufung nicht zum Schatsekretärs dachte ich bei mir: Qui s'excuse, s'accuse würden ebenfalls 40 Millionen fosten. Das sind im ganzen Abschluß gekommen ist. Die Wiedereinführung der Berufung ist ( wer sich entschuldigt, flagt sich an)! Er begann mit einer Ent- 100 Millionen, 50 pCt. des Werthes der vorhandenen Schiffe! gegenüber den Erfahrungen, die wir in den letzten Wochen mit schuldigung, daß die Rechnungsergebnisse so viel günftiger aus- Darüber ist tein Zweifel, daß man unserer Flotte jetzt Aufgaben den Straffammern gemacht haben, besonders dringlich. Wer gefallen feien, als seine Anschläge. Er hat alle Veranlassung, stellt im Widerspruch mit allen früheren Rundgebungen. Gs beute wegen eines politischen Vergehens an eine Entschuldigung in dieser Richtung zu versuchen. Er hat in sollen nicht blos die Küste vertheidigt und die deutschen Inter- get lagt ist und das Unglück hat, vor die Brause. seiner gestrigen Rede mehrmals an die älteren Mitglieder essen vertreten werden. Es sollen auch große Schlachten ge- wetter- Rammer zu kommen, tann sich schon von appellirt. Allerdings hat an seiner Stelle noch nie liefert werden in überseeischen Gewässern. Der überfeeische vornherein als verurtheilt betrachten.( Sehr mand gestanden, der so unglücklich in der Auf deutsche Absah hängt von der Güte unserer Waaren ab, und richtig! lints.) Er wird von dem Vorsitzenden dieser stellung des Etats gewesen ist.( Sehr richtig! lints.) nicht von der Zahl unserer Kanonen auf den Schiffen. Jeder Rammer wie ein Verurtheilter behandelt, und Für das erste Jahr 94/95 wurde uns ein Etatsentwurf vor- in überseeischen Gewässern refindliche Kreuzer entzieht uns man weiß nicht, warum überhaupt noch die gelegt, der eine Spannung von 52 Millionen Mart enthielt; Mannschaften, welche die Marine braucht zum Schuße des Formalität einer Gerichtsverhandlung stattfindet. nach der Rechnung hat sich diese Spannung auf 2 Millionen M. Vaterlandes. Politische Preßvergehen gehören vor die ermäßigt. Daran ist die Börsensteuer nur mit 15 Millionen M. Herr Frigen will das Sezirmesser auch an den Rolonial Schwurgerichte; die jeßige Art der Aburthei= betheiligt. Für das zweite Jahr 1895/96 veranschlagte der etat legen. Das ist erfreulich, denn das rapide Steigen des lung steht in schreiendem Widerspruch mit dem Staatssekretär die Spannung auf 37 Millionen Mark, und jetzt Kolonialetats ist nur möglich gewesen durch die Freigebigkeit öffentlichen Rechtsbewußtsein.( Bustimmung links.) erklärt er, daß noch 20 Millionen herausgezahlt werden, also des Zentrums. Herr Frigen wollte allerdings nicht die Schiffe Wo solche fünstlichen Urtheile gefällt werden, wie in im ganzen in zwei Jahren 92 Millionen Mart! Da kann man schneiden; er wollte die Forderungen der Kultur nicht stören. der letzten Zeit geschehen ist, da macht man die An. tein rechtes Vertrauen haben zu der Etatsveranschlagung Er hat vielleicht nicht daran gedacht, daß man seine Worte auch getlagten zu ärtyrern. Ich bedauere, daß die Aufdes Herrn Schafelretärs. Diese Bahlen machten im Hause deuten könnte auf die Kulturträger à la Leift und Wehlan. hebung des Zeugnißzwanges in Preßfachen solchen Eindruck, daß daß der Abgeordnete Schädler einen( Sehr richtig! links.) Das Missionswesen und die und die Beschränkung der Zuständigkeit der Straffammern in Schreck betam und sich zur Tabaks Fabrikatsteuer bekannte. Rolonial Politik Politik find durchaus nicht gleichbedeutend; Breßfachen noch immer nicht zur gesetzlichen Regelung gelangt ( Heiterkeit.) Es hat ja meiter feinen Schaden gethan.( Heiter- ersteres ist nicht an eine bestimmte Flagge gebunden. ist, obgleich der Reichstag bereits 1876 mit überwältigender feit.) Hätten die Tabaffabrikanten es mit Freuden gesehen, wenn Evangelische und katholische dertsche Missionäre find in fremden Mehrheit sich dafür ausgesprochen hat. Seitdem sind die ganze Steuerbelastung nur erfolgt wäre, um Konsols zurück- Ländern und Schußgebieten thätig gewesen, bevor die schwarz- die Unzuträglichkeiten der bisherigen Bestimmungen erst recht zukaufen? Der Schaßfekretär glaubte sich auf ungünstige Ron- weiß- rothe Flagge dort gehißt war. Es wäre der Untersuchung grell hervorgetreten; das ist nicht einladend zu einem Verzicht, junkturen einrichten zu müssen. Auf Konjunkturen baut man werth, ob durch die Art der Kolonialpolitit, die dort geführt wie er gegenwärtig vielfach verlangt wird gegenüber dem bürgerüberhaupt teine Steuern.( Sehr richtig! links.) Die richtigere wird, das Missionswesen wirklich gefördert wird, und nicht lichen Gesetzbuch. Ich bedauere, daß in dem Entwurf des Schäßung des Reichstags hat sich niemals so glänzend bewährt viel mehr Menschen durch Todtschlag zur bürgerlichen Gesetzbuches das Vereinsrecht nicht wie diesmal. Wir founten eingreifen auf grund unseres Hölle befördert, als zum Christenthum be behandelt ist; wir haben uns deshalb veranlaßt gesehen, dem Etatsrechts, deshalb sollten wir uns hüten, einen Auto- fehrt werden. Seitdem Fürst Bismarck fort ist, entwickelt Hause einen solchen Entwurf bezüglich der Rechte persönlichkeit maten einzurichten, der unfere Thätigkeit einengt. Wenn sich das Kolonialwesen immer mehr militärisch; von der Berufsvereine vorzulegen, ebenso ein Nothgeset in be= in Finanzsachen etwas nothwendig ist, so ist es das Gefek Kulturbestrebungen ist teine Rede. Immer mehr zug auf das politische Vereinsrecht, namentlich über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches, welches vor Kosten und Ausgaben werden nothwendig durch die Vermehrung der gegenüber den Polizeimaßnahmen der lezten Wochen. zwanzig Jahren schon angeregt worden ist; da es bis jetzt nicht Schußtruppe und Verstärkung des militärischen Elementes. Jezt Diese polizeilichen Maßnahmen gehen nicht die erlassen, ist unsere ganze Rechnungslegung nur eine provisorische. sollen wir wieder 1/2 Millionen mehr für Kolonialzwecke bewilligen. Sozialdemokratie allein an, fie treffen in Wir müssen verlangen, daß die alte Forderung auf Erlaß dieses Rechnen Sie hinzu was uns die Kolonien mittelbar durch die ihren Konsequenzen alle anderen Parteien. Gesetzes endlich erfüllt wird. Herr Frißen hat mit recht hervor anderen Etats tosten, so haben wir schon jetzt 11 Millionen. Mit Recht ist 1871 die Zuständigkeit des Reichs auf das Vergehoben, daß die Veranschlagung der Zölle viel zu niedrig ist, was tönnte dafür geleistet werden! Wie viele gerechtfertigte eins- und Versammlungsrecht ausgedehnt worden. Dieses Recht das zeigt sich schon daran, daß der Anschlag niedriger ist, als Wünsche und Beschwerden könnten durch Aufbesserung der Ge- ift entscheidend für die Art der Bethätigung des öffentlichen: die in den letzten Jahren wirklich erzielten Zolleinnahmen. hälter berücksichtigt werden. In den Einzelstaaten, wie Preußen, Lebens in Deutschland, und dieses ist wieder die Grundbedingung Das Extraordinarium zeigt in der Militärverwaltung fnaufert man mit einem Lehrerbesoldungsgefeß, weil es einen für die Zusammensetzung der Volksvertretung und die Richtung nicht weniger als 41 erfte aten; es fehlt uns aber jede Ueber- Aufwand von 2 Millionen erfordern würde! Wenn die Herren der Gefeßgebung. Welche Ungleichheit in den Einzelstaaten ficht darüber, inwieweit die einzelnen Positionen den Reichstag im Bundesrath mit dieser Freigebigkeit in der Ausgestaltung des bis zu Mecklenburg Strelik herab( oh! rechts), wo die Abverpflichten. Es fehlt uns auch jede Uebersicht über die Kafer: Etats fortfahren, dann ist die Zeit nicht fern, wo das Reich haltung einer Versammlung von der vorherigen Genehminirung der Truppen; wir tönnen die Bauten gar nicht fon- wieder der Kosgänger der Einzelstaaten werden wird. gung des hohen Ministeriums abhängt!€ 3 darf trolliren, zumal der Regierung mehr bewilligt wird, als sie in Die Herren vom Bundesrath mögen fich daher vorsehen, nicht länger eine Bestimmung aufrecht ers Wirklichkeit verbauen kann,( hört! lints.) fie verfügt noch namentlich wenn es sich darum handelt, die Grundlagen des balten werden, welche die Verbindung der über zahlreiche Millionen. Das Ordinarium des Etats, die Einnahmen, die Steuergesete umzugestalten. politischen Vereine unter einander untersagt. Militäretats ist in diesem Jahre um sieben Gerade jetzt soll ja die Art gelegt werden an eine Haupt- Wenn man die legten Ronfequenzen zöge, müßte Millionen Mart höher als bisher; für die Hälfte einnahme, an die Buder steuer. Wir allerdings haben doch man auch die Zentralorganisation der land der Summe hat sich die schöne Ueberschrift gefunden: Für schon erlebt, wie die Einnahme der Zuckersteuer infolge der wirthschaftlichen, industriellen und der Han= organische Fortbildung des Heeres. Der Reichstag ist freigebig Prämien bis auf 9 Millionen Mart heruntergefunten ist. Del 3 und Gewerbevereine aufheben, welche der gewefen gegenüber der Militärverwaltung; diese aber ist dem Jetzt ist die Buderfteuer auf 80 Millionen geftiegen. Die Vertretung der Sonderinteressen einen viel größeren Spielraum Reichstage nicht entgegengekommen. Herr Frigen hat schon von Ausfuhrprämie soll allerdings nicht aus der Reichstasse bestritten gewähren, als die politischen Bereine, welche allgemeine Interder Militär Strafprozeß Ordnung gesprochen; ich werden, sondern durch einen Zuschlag zur Verbrauchsabgabe effen verfolgen. 0 B will etwas hinzufügen, vielleicht nimmt dann der Kriegsminister gedeckt werden. Uebt das feinen Einfluß auf die Einnahme Die Thronrede hat mit Recht daran erinnert, daß wir dem Beranlassung, darauf eine Antwort zu geben. Im nächsten aus der Zuckersteuer? Die inländischen Preise werden doch auch nächst die fünfundzwanzigjährige Jubelfeier des Jahre feiern wir das 25 jährige Jubiläum des Reiches. Die gesteigert; das Kilo Zucker wird um mindefiens 10 Pf. dadurch Reich es begehen. Ich denke, wir werden die Feier einträchtig 25 jährige Nichtbewilligung der Militär Strafprozeß Ordnung vertheuert.( Widerspruch rechts.) Der Inlandskonsum ist in den mit einander begehen. Wenn ich aber als Einer, der dem ersten hätten wir schon früher feiern fönnen( Heiterkeit), denn letzten 8 Jahren um 50 pCt. gestiegen; eine Abnahme des Kon: Reichstage schon angehört hat, die politischen Zustände von schon 1870 hat der Norddeutsche Reichstag fich fich für fums um ein Drittel ergiebt einen Einnahme- Ausfall von damals und heute vergleiche, so fällt der Vergleich nicht zu eine Reform der Militär- Strafprozeß- Ordnung ausgesprochen. 18 Millionen Mart. Mit einem solchen Opfer will man die gunsten der Gegenwart aus.( Seiterkeit rechts.) In den ersten Herr v. Köller soll ja der Stein des Anstoßes für die Reform deutsche Zuckerausfuhr erhalten. Für die Militärvorlage wollte Jahren des Deutschen Reiches batte die wirthschaftliche Gesezgewesen sein. Feierlich hat der Kriegsminister erklärt, wenn es der Reichstag den Tabak und das Bier nicht besteuern, und hier gebung einen freiheitlichen Bug; man suchte das Gewerbe zu befreien ihm nicht gelingen sollte, diese Reform mit dem Reichstag zu will man ein Lebensmittel vertheuern zu von allen Echranken, damit wir die Militärlasten tragen könnten. vereinbaren, so werde er den Kaiser um einen Nachfolger bitten. gunsten der 3uderfabrikanten. Die Zucker Seitdem find die Militärlasten verdoppelt, die Steuerlaften verdreiWir möchten gern wiffen, ob wir nun endlich einer Grfüllung exporteure in Hamburg protestiren gegen ein solches Gesetz. worden; die Gesetzgebung hat aber das gewerbliche Leben erdieser Forderung näher sind. Jetzt wird wieder in offiziösen Was hat sich geändert seit 1891? Man hat damals nicht auf schwert und die Kraft vermindert, die Last des Reiches zu tragen. Blättern der Ruf laut, vor der Reform der Militär- Strafprozeß die Beseitigung der Prämien anderer Länder gerechnet; man hat Herr von Kardorff ist allerdings anderer Meinung. Er hat die Ordnung müsse erst die Strafgefeß- Novelle berathen sein. Ser amals gefagt, im Interesse der Reichstaffe tönne man nicht Beit von 1873 eine Zeit der Verarmung und des Verfaus geKriegsminister müßte uns doch wenigstens das Programm dar- warten auf diese Beseitigung der Prämien. Hat sich die Ausfuhr nannt; Fürst Bismarc's Umfehr habe einen steigenden Wohl. Tegen fönnen, auf grund dessen die Reform ausgearbeitet werden vermindert? Es ist ein Preisfall überall eingetreten infolge der ftand gefchaffen, der wieder durchbrochen ist durch die Handels. foll. Wir könnten dann ertennen, ob den Hauptforderungen des außerordentlich günftigen Ernte des letzten Jahres. Die bevor- verträge, so daß wir wieder einer zunehmenden Verarmung entReichstags Rechnung getragen werden soll. Ter Interpellation des stehende Kanpagne bat eine allgemeine Einschränkung der Pro- gegengehen.( Heiterkeit links.) Herr von Kardorff tritt um so Abg. Frißen wegen der vierten Bataillone muß ich mich buktion überall mit sich gebracht und dadurch wird ohne fünft- selbstbewußter auf, je schwächer die Unterlagen seiner Be mit einigen leinen Verschärfungen anschließen. Seit einiger liche Mittel der Preis wiederhergestellt werden. Diese Liebes- hauptungen, je wiütürlicher seine Schlußfolgerungen find. Zeit heißt es, die kommandirenden Generäle hätten sich ungünstig saben politik hat man bei der Branntweinsteuer begründet Herr v. Kardorff hat von der schlechten Handelsbilanz der uver die vierten Bataillone geäußert, so daß man zu einer Um- mit dem Hinweis anf die armen oftelbischen Provinzen. fiebziger Jahre gesprochen. Das sind die Berechnungen, die aus gehaltung derfelben übergehen misse. Alles, was ich darüber Jegt handelt es sich aber um die reichen Provinzen, den siebziger Jahren bekannt sind. Sie sind lediglich privaten gelesen habe, fagt mir, daß die vierten Bataillone das Sachsen u. f. w., wo die Preise der Landgüter infolge des Rüben Ursprungs; eine genaue Ausfuhrstatistik hat es damals garnicht geleistet haben, was man bei ihrer Einrichtung er baues erheblich gestiegen sind. Auf Kosten der oftelbischen Bro: gegeben; sie ist erst später eingeführt worden, weil früher die wartete, und daß sie das nicht geleistet haben, vinzen sollen diese reichen Provinzen unterstüßt werden. Und Bollverwaltung an der Ausfuhr kein Intereffe hatte; die Auss was man damals auch nicht von ihnen erwarten fonnte. gerade die großen Fabriken, welche billiger produziren und nach fuhrwerthe sind damals sehr niedrig angegeben worden. 1873 ist Coll vielleicht bezüglich der vierten Bataillone ein Nachtragsetat dem Auslande exportiren tönnen, die besteuert man, um ihre gar kein Freihandel eingeführt worden. Es sind damals nur die Tommen? Dann wäre uns ja die Grundlage für die Etats. Produktion einzuschränken. Wenn wir jetzt die Ausfuhrprämien Gifenzölle etwas ermäßigt worden, sonst blieb alles beim alten. Herr berathung überhaupt entzogen. Der bayerische Landtag hat den aufheben, so ist die Zuckerindustrie in Amerita beffer gestellt als v. Kardorff hat die Zahlen sich garnicht genau angesehen, sonst Militäretat bereits berathen; er hat sich einstimmig für eine Ver- jezt, wo ein Zuschlagszoll erhoben wird. Wir follen Geld opfern, würde er gesehen haben, daß 1872-73 die Einfuhr so groß war, minderung der Pensionirungen ausgesprochen. Der Pensions- um den Amerikanern billigeren Zucker zu liefern! Wenn die wie niemals zuvor. Wir müßten also damals der Verarmung etat ist von 47 aui 84 Millionen Mart gestiegen.( Hört, hört!) Amerikaner ihren Zuschlagszoll nun auch aufheben, was bleibt entgegengegangen fein, gerade als wir die französischen Milliarden Die Zahl der penfionirten preußischen Oifigire beträgt jest 8000, übrig, als eine Besteuerung des inländischen Konsums? erhielten( Heiterfeit) und als die Industrie auf der Höhe stand. das ist beinahe die Hälfte der attiven Offiziere.( Hört, hört! Herr v. Marschall meinte, daß wir die Meinungs- Die Zahlen beweisen, daß wir nach Herrn v. Kardorff der Ver links und im Zentr.) Es muß untersucht werden, ob der Grundsay, verschiedenheiten zwischen Deutschland und armung entgegengegangen sind in den Jahren, welche den daß der im Avancement Uebergangene feinen Ab. Amerifa mit Ruhe behandeln sollen. Damit bin ich einver- Handelsverträgen vorangegangen sind. Aber die ganzen Be= schied nehmen muß, nicht bedenkliche finanzielle standen. Ich bin überzeugt, daß die Maßnahmen, über welche rechnungen sind hinfällig, und wenn Sie die Statistik anderer Konsequenzen nach sich zieht. Bei der Marine Amerika fich beschwert, teine Spitze gegen Amerika haben. Aber Länder vergleichen, so finden Sie, daß alle anderen Länder eine geht die Penfionirung noch lustiger; wir haben schon die Begründung der Maßregeln ist nicht bekannt, sie befindet sich Unterbilang haben, nur Spanien und Serbien nicht.( Große Heiterfeit.) 37 pensionirte Admirale bei 13 aktiven.( Heiterkeit.) Bei der nur in den Atten. Im Abgeordnetenhause wurde die Schließung England z. B. ist um 10 000 Millionen Mark in den letz.en Wiarine ist eine Mehrausgabe von 2 Millionen hauptsächlich der Grenze verlengt nicht allein wegen der Seuchengefahr, Jahren verarmt!( Heiterkeit.) Entschuldigen Sie, daß ich Sie wohl dadurch entstanden, daß das ostafrikanische Geschwader fondern hauptsächlich zur Steigerung der inländi mit Nationalökonomie etwas belästigt habe. Für Herrn v. KarDa schen Preise. aus größeren, also fostspieligereu Schiffen zusammengesetzt ist. im entsteht dann Ausland die dorff wäre das sehr belehrend gewesen; aber ich sehe einen, der Ueber die Politit in Ostasien giebt uns vielleicht die Anschauung, daß die Maßregeln protektionistischen Absichten nicht da ist.( Heiterkeit.) Hübsch fann ich es nicht gerade finden, Regierung Auskunft, weil sie nicht übereinzustimmen scheint mit entsprungen sind. Wenn das Texasfieber wirklich auch im ge- daß man erst eine Brandrede hält und dann verschwindet. ( Sehr richtig! links und im Zentrum) und weil diese Inter die Atteste darüber nicht veröffentlicht? Bezüglich der Ver- was Jupiter erlaubt ist, schickt sich für jeden anderen.( Heiter= ventionspolitik nicht den wirthschaftlichen sicherungsgesellschaften wäre es angebracht, die Borschriften noch feit.) Herr v. Kardorff meint, daß wir uns im Stadium Interessen Deutschlands entspricht. einmal zu prüfen. Man sagt, daß sie auch für die inländischen der allgemeinen Verarmung befinden, weil die Getreidezölle um Herr Frigen hat sich für Abstriche bei den Schiffs. Gesellschaften sehr läftig sind. Die Versicherungsgesellschaften 1,50 Wi. ermäßigt find. Ich habe die Wirkung der Handels. neubauten ausgesprochen; das ist erfreulich gegenüber der tönnen nicht, wenn sie in verschiedenen Staaten arbeiten, sich in verträge nicht überschätzt, aber sie haben gehalten, was sie verFreigebigkeit im vorigen Jahre, die nur den Anlaß gegeben hat, jedem Staate anderen Vorschriften unterwerfen. Die fremden sprochen haben; ihr Hauptwerth besteht darin, daß sie dem noch mehr zu jordern.( Heiterteit.) Herr v. Kardorff hat ge- Gesellschaften find aufgefordert worden, die Hälfte ihrer Prämien- System der gegenseitigen Hinaufschraubung der Zölle unter den meint, in der Marine dürfe überhaupt nicht gespart werden; reserve in Konsols anzulegen und sie als Buchschuld eintragen einzelnen Staaten entgegengearbeitet haben. Herr v. Kardoiff wir gäben nicht einmal 5 pCt. des Werthes der vorhandenen zu lassen. Es ist bedauerlich, daß diese Dinge alle turzer Hand bestreitet, daß die Industrie einen Aufschwung genommen hat. Graf Schiffe für Neubauten aus. Diese 5 pCt. umfassen doch aber nur auf dem Verwaltungswege gemacht werden tönnen. Posadowsky bat nachgewiesen, daß die Artikel Kaffee, Rakao u. j. 1. Diese Session ist mit Vorlagen so überlaftet, größere Zolleinnahmen ergeben baben, gerade die Dinge des dasjenige, was aus laufenden Mitteln für Schiffsbauten ausgegeben wird, während es doch, wenn man die ganze Vermehrung daß wir diese nicht einmal im Juli erledigen könnten. Die Maffenkonsums find in größerer Menge verbraucht worden. ins Auge faßt, ganz gleichgiltig ist, ob die Kosten der Rommissionsarbeiten müßten mehr beschränkt werden. Jetzt fällt Auch die Arbeitslosigkeit ist jetzt nicht so groß wie früher. Also »Ott enier Verarmung kann keine Rede sein. Herr v. Kardorff spricht von einer Verarmung auf dein Lande. Aber die Statisti' des Brehbestandes ergiebt eine Zunahme des Werihes von 800 Millionen Mark in zehn Jahre». Allerdings sind die Renten allgemein gefallen, da muß sich der Grundrentner den Vorgang ebenso gefallen lassen, wie der Kapitalist. Eine Ab,«ahme der Bevölkerung auf dem Lande hat sich von 1885 bis 1890 nicht ergebe» oder sie beruht nur auf rechnerische» Verschiebungen, weil einzelne kleine Gemeinden, die früher unter 2000 Einwohner hatten, jetzt mehr als 2000 Ein wohner haben. Eine Abnahme der Bevölkerung zeigt sich nur in den preußische» Gutsbezirken. Daß die Jndustriebevolkerung zunimmt, ist selbstverständlich; wo soll denn die Bevolkeriing überhaupt unterkommen, da die Arbeit auf dem Lande beschränkt sit? Sollen mehr Leute auf dem Lande bleiben, dann sorgen Sie für Aufhebung der Beschrälikungen, sorgen Sie dafür. daß die kleinen Leute Besitzthümer erwerben können. Statt dessen sollen sie die Fideikommisse fördern und de» Erwerb von Grund und Boden verhindern. Hüten Sie sich die Zucker steuer zu machen und setzen Sie keine Prämie darauf, daß die Leute aus dem Osten nach Sachsen gehen. Herr v. Kardorff hat den Altreichskanzler besucht; ich war begierig, was er für ein ob er wohl die Ziegierung scharf Er brachte aber kein Programm. alle Attinghausen: Seid einig! nicht nöthig, da die Minister geworden waren, Herrn von Köller auszuschließen.(Heiterkeit.) Herr von Programm mitgebracht hat,' machen würde.(Heiterkeit.) sondern schloß wie der einig! einig Z Das war eben darüber einig aus ihren Reihen Kardorff beschwerte sich darüber, daß die Minister sich unter elnander verhetzen. Ich weiß nicht, ob das geschehen ist; ich will die Minister nicht vertheidigen. Zlber die Verhetzung ivar unter dem Fürsten Bismarck noch viel schlimmer. Gegen Herrn von Köller will ich nichts sagen. Abgegangenen Miniftern sage ich nur gutes. Die Schaffung der„Berliner Correspondenz" war etwas gutes. � Ich bedauere aber, daß dieser gute Gedanke des Herrn von Köller nicht alle» Ressorts gegenüber zum Ausdruck gekommen ist. Es iverden Regierungsvorlagen verhökert bald an diese, bald an jene Zeitung. Die Minister würden gut thun in ihrem eigenen Interesse, dem entgegenzutreten und zwar dadurch, daß die Vorlagen möglichst bald im„Reichs-Anzeiger" veröffent- licht werden. Wenn man sagt, das 2Sjährige Bestehe» des Reiches sollte am besten dadurch gefeiert werden, daß das Einigende beirnc wird, so ist das ein gutes Wort; unter dem Fürsten Bisu arck wurde gerade das Trennende, der Widerstreit der Jntcrsff n betont. Die Begehrlichkeit ist gewachsen, die Sonderinter ssen sind aufgestachelt. Das Reich kann ater nicht alle Anforderungen befriedigen, ohne den Handel und Verkehr stärker zu belasten. Das ist eine böse.Erbschaft, die die Regierung überkommen hat. Die Regierung trifft aber der Vorwurf, daß sie nicht energisch genug die Sonderinteressen abschüttelt. Gegenüber dem Antrag 5tanitz hat die Regierung eine runde Absage ertheilt. Aber die Zuckersleuer ist auf demselben Holze gewachsen wie der Antrag Kanitz, sie ist in ihren Grundsätzen vielleicht noch verderblicher. Es ist deshalb leicht, den Glauben zu erwecken, daß die Regierung noch zum Antrag Kanitz sich be- kehrt. Der Antrag Kamtz ist etivas neu mit Schnüren und Quasten ausstasfirt wieder eingebracht worden. Wir werden in die Verhandlung eintreten, aber der Hanptrufer im Streit, Herr v.Hammerstein, fehlt, derRitter ohneFurcht. aber mitum so mehrTadel. Es ist gelungen, vier armselige Nationalliberale für den Antrag Kanitz zu gewinnen. Herr v. Bennigsen hat den Antrag als gefährlich und verderblich bezeichnet, aber seine Freunde haben den Antrag unterzeichnet. Das scheint unter nationalliberalen Kameraden ganz egal zu sein!(Heiterkeit.) Wegen des Antrags Kanitz ist hauptsächlich die Hochburg der Konservativen, Halle- Herford, verloren gegangen. Trotzbein man sich bemüht hat. von dem Antrag bei der Wahl so wenig wie möglich zu reden, wurden doch die bäuerlichen Wähler bedenklich und ließen die Kon- servativen im Stich. Das sind also ganz intelligente Leute, aber anderweitig werden die Wähler auch noch klug werden. (Heiterkeit.) Die andern Parteien sind überhaupt dieser Agitation gegenüber viel zu nachsichtig gewesen; wir müssen die Gegen- agitation gegen die Brotverlheuerer und Gelrverschlechterer — das_ ist ja ein und dieselbe Gesellschaft— etwas kräftiger anfassen. Ich habe gestern vermißt, daß Herr v. Kardorff am Schluß seiner Rede den eigentlichen Trumpf auS- spielte und den Bimetallismus als Heilmittel empfahl. Man hat mir aber gesagt, daß Herr v. Kardorff jetzt zu den andern Silbermännern fährt und daß die Silbermänner sich gegenivärtig in Paris versainmeln, weil sie das Bedürsniß empfinden. sich gegenseitig zu trösten(Heiterkeit), da es mit Balfour, aus den sie so große Hoffnungen gesetzt hatten, absolut nichts ist. Er ist ins Amt gekommen, aber er macht ihnen den Bimetallismus nicht. Indessen warten wir ab. Vielleicht war Herr v. Kardorff gestern hierin so schweigsam, damit der Eindruck um so größer ist, wenn er nun gestärkt und gekräftigt durch die übrigen Silbermänner aus Paris zurückgekehrt ist und dann die Slurmfahne gegen das Ministerium voranträgt. Der Land- tags- Abgeordnete Arendt hat ja in seinem Wochenblatt laut verkündet, was nun werden soll. Jetzt wird Graf Mirbach demnächst zurückkehren und fürchterliche Musterung halten unter den Ministern.(Heiterkeit.) Dann wird es heißen: Hohenlohe, hk ßliodus, hie salta! Und wehe, wenn dann nicht das Pro- gramm des Grafen Mirbach erfüllt wird! Dann wird Hohenlohe in derselben Versenkung verschwinden, in welche Gras Caprivi versunken ist und zuletzt Herr v. Köller.(Heiterkeil.) Also der Reichskanzler ist gewarnt!(Heiterkeit.) Er möge sich vorsehen, wenn die Herren ans Paris kommen.(Heiterkeit.) Sie sehen die Sache mit einer gewissen heiteren Ruhe an. aber darin gebe ich den Herren Bimetallisten recht: die Zeit der Halbheiten ist vorbei — entweder— oder! Die Methode, daß man sagt: ohne Prä- judiz für die Goldwährung oder den Bimetallismus. sgeht nicht länger so; dabei verliert man das Vertrauen auf jeder Seite. Es muß ein entschiedener Standpunkt eingenommen werden, alles andere ist verschwindend gegenüber dem großen Segen der Gold- Währung und dem Festhalten an der Goldwährung.(Sehr wahr! links.) Hoffentlich wird die Regierung aus den jetzigen Erinnerungs- und Festfeiern in Deutschland die Stärke und Kraft finden, mehr und sicherer als bisher das nationale Banner der gemeinsamen Interessen des ganzen Volkes hochzuhalten gegenüber den Sonderbündeleien von verschiedenen Seiten. Nur soweit dies der Fall ist, darf sie aus unsere Unterstützung rechnen.(Lebhafter Beifall links.) Nach dieser fast zweistündigen Rede erhält daS Wort Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe: Ich bin genölhigt, auf linige Aeußerungen des Herrn v. Kardorff einzugehen. Herr v. Kardorff hat der Regierung den Vorwurf des Mangels an Einigkeit gemacht. Ich wundere mich, daß ein Politiker von so großer Erfahrung auf das Gerede der Zeitungen eingeht, daß die Minister in Zeitungen sich gegenseitig befehden. Bei der Beur- theilung der Einigkeit der Regierung kommt es hauptsächlich aus Ziel und Richtung der Politik an. Diese sind in meinem Programm im vorigen Jahre beim Eintritt in die Session festgelegt worden, und daran hat sich nichts geändert; die Minister sind nach wie vor damit einverstanden, in keinem Punkte sind Abweichungen erfolgt. Der Vorwurf des Mangels an Einig- keit ist also in das Gebiet der Legende zu verweisen.(Vereinzeltes Bravo rechts.) Meinungsverschieden- heit findet überall da statt, wo Menschen sich zu gemeinsamer Arbeit vereinige». Wir. die Minister, suchen die Meinungs- Verschiedenheiten in friedlicher Weise zu lösen. Der Rücktritt des Mini st ersv. Köller ist nicht ausschließlich aus Meinungsverschiedenheiten zurückzu« führen; er ist veranlaßt worden durch Miß- Helligkeiten, die sich a» die Meinungs- Verschiedenheiten geknüpft haben.(Hört!) Ich war zu meinem Bedauern nicht in der Lage. diese Mißhelligkeiten zu beseitigen. Die Frage der Maßregeln gegen die sozialdemokratische» Vereine in Berlin hat ebenso- wenig wie die anderen in den Zeitungen auf- geführten Gründe dazu den Anlaß gegeben Wenn der Regierung Mangel an Initiative vorgeworfen wird, so möchte ich doch dabei benierken, daß das nur geschehen kann mit einem Reichstag, der eine geschlossene Majorität hat. Das ist bei uns nicht der Fall. Zahlreiche Interessen machen sich im Reichstage geltend, die den Gang der Regierung erschweren. Herr von Kardorff wünscht die Wiederherstellung der Ruhe, Ordnung und Wohlhabenheit, die Zurückdrängung der drohenden Gefahren, vor denen er gewarnt hat. Wir werden fori- fahren, die gegen die Staats- und Gesellschafts- Ordnung, gegen Religion und gegen Monarchie gerichteten Bestrebungen zu bekämpfen. Im Wege des gemeinen Rechts ist daS uns bekannt- lich mißlungen. Ich komme darauf nicht zurück und habe ich nicht die Absicht, dem Reichstage ei» neues Gesetz vorzulegen. Allein der ruhige Bürger bedarf des Schutzes, und es ist nöthig, daß die Gesetze, welche bestehen und welche geeignet sind, diese Gefahren abz wenden, zur Ausführung kommen.(Abg. Singer: Gegen alle Parteien!) Wenn die Sozialdenwkratie sich beklagt, daß sie jetzt anders behandelt wird, so ist sie selbst daran schuld. Ihre Presse hat, als in diesem Sommer die deutsche Nation sich an- schickte, die großen Thaten zu feiern, welche vor 2S Jahren voll- bracht wurden, und als das gesammte Deutschland dabei seines ehrwürdige» Kaisers gedachte, dessen Muth und Weisheit zur Gründung des Deutschen Reiches geführt hat(Beifall rechts), diese nationale Bewegung mit Hohn überhäuft und das„Vaterland" als einen kulturfeindlichen reaktionären Begriff bezeichnet. Ich be- schränke mich auf dieses Zitat, um den Geist anzudeuten, der in diesen Auslassungen waltet. Oft ist an mich die Frage gerichtet worden, wie lange soll das noch danern? Die Herren von der Sozialde nl okratie dürften nicht vergessen, daß ihre Grundsätze des Kommunismus und Sozialis- mus, wie sievertrete» werden, nicht den Ein- druck der wissenschaftlichen Erörterung machen, sondern eines Begriffs, hervorgehend aus einer kulturfeindlichen, vaterlandslosen Ge- s i n n u n g. Wenn wir dagegen die Zügel etivas straffer angezogen, haben wir dabei weite Kreise des Volkes hinter uns.(Beifall rechts.) Abg. Enneccerus(natl.): In der großen Unruhe des Hauses gehen die ersten Worte des Redners verloren. Er scheint sich gegen die Ausführungen des Fürsten Hohenlohe zu wenden und zu bemerken, daß die Maßregeln gegen die sozial- demokratischen Vereine vielleicht derartige seien, daß sie Sympathie» für die Sozialdemokraten erwecken. Gegen Richter bemerkt Redner, daß dieser das Urlheil über die 3 Herren und Hospitanten, welche den Antrag Kanitz unterzeichnet haben, der Fraktion überlassen möge.(Zustimmung.) Die Mehrheit der Fraktion ist gegen den Antrag und hält denselben für sehr bedenklich und für ein sehr gefährliches Agitations- mittel. Das sollten auch die Herren bedenken, welche für ihn eintreten. Der Antrag verstoße gegen die Handelsverträge. Wie denkt man sich das'i Solche Dinge müssen auch denen, welche noch Anhänger des Antrages Kanitz sind, die Augen öffnen über seine Unansführbarkeit. Herrn v. Marschall sind wir für seine Erklärung dankbar. Wir erkenne» daraus, daß die Regierung mit aller Besonnenheit und nachdrücklich der Frage näher treten wird, daß sie bei aller Festigkeit den berechtigten üleressen des Auslandes nicht zu nahe treten wird. n Amerika wird der deutsche Handel vielfach belästigt. Wir wünschen die Freundschaft mit Amerika aufrecht zu erhalten. iia»ientlich aus volkswirthschaftlichen Gründen. Den Etat sehe ich günstiger an als Herr Richter. Ich stimme nicht ein in seinen Tadel, daß mit Rücksicht ans die Steucrvorlagen die Einnahmen zu gering eingeschätzt waren. Gegenüber der stetigen Steigerung der Schulden müssen wir organische Einrichtungen treffen. Dafür ist meiner Meinung nach gerade jetzt der richtige Moment. Verschiedene Parteien wollten von der Finanzreform nichts wissen wegen ihrer Verbindung mit der Tabaksteuer. Wird die Reform allein vorgelegt, so wird sie eine bessere Beurtheilung finden. Ich trete für die Reform ein, nicht blos wegen der Einzelstaaten, sondern auch im Interesse der Steuerzahler. Unnütze Ausgaben vermeiden kann nur ei» durch seine Stellung mächtiger Schatz- sekretär. Das beweist die Stellung des preußischen Finanz- nnnisters. Dem Reichs-Schatzsekretär fehlt das Haupt- argument: Ich habe kein Geld. Denn das Reich hat infolge der Matrikularbeiträge kein Defizit. Jede Gemeinde und jeder Staat muß seine Ausgaben selbst be- streiten: man muß auch das Reich selbständig mache». Aber da kommt der Automat als Schreckbild für die iveniger gebildeten Leute; das ist das bewährte Agitationsmittel des Herrn Richter. (Heiterkeit.) Der Automat ist nur ein Gespenst; es ist nichts weiter dahinter, als daß das Reich auf sich selber angewiesen werden soll. Herr Fritzen will einen Theil der bei der Kon- verlirung ersparten Zinsen zur Schuldentilgung ver- wenden; er findet darin keinen Widerspruch gegen die �ranckenstein'sche Klausel. Das ist richtig. Diese Frage muß in der Budgetkommisflon gründlich erwogen werden. Im Etat ist I Million Mark Ueberschuß aus dem Münz- wesen eingestellt. Ich möchte dabei die Regierung fragen wegen der Bestrebungen auf Aenderung unserer Währung. Der Reichs- tag hat die Regierung aufgefordert, eine Münzkonferenz ein- zuberufen. Die Gründe für die Annahme dieses Antrages waren verschiedene. Einige wollten dadurch die Doppelwährung förder», andere wollten aber nur eine Klärung schaffen. Ich möchte ragen, welche Antworten auf die Anfrage der deutschen Regierung von den verbündeten und von den auswärtigen Regierungen ein- g e g a n g e n s i n d. Ich stelle die Frage nur zur Aufklärung; sie Mehrzahl meiner Freunde»vill an unserer Währung nichts ändern. Die Einnahmen des Kaiser Wilhelm- Kanals decken nicht vollständig die Ausgaden. Das mutz untersucht werden in der Kommission, weil leitende Handelskreise die Meinung haben, daß die niedrigen Einnahmen veranlaßt sind durch die hohen Tarife und die falsche Anordnung derselben. Ich hoffe, daß die Re- gierung bereit sein wird, die Materialien dazu zur Verfügung zu stellen.(Zustimmung des Staatssekretärs v. Böllicher.) Die Ausgaben des Reiches für die Invaliden- Versicherung steigen; es steigen aber auch die Kapitalansamm« lungen bei den JnvalidenversicherungS-Anstalten, und da die In- validenrenten schneller erlöschen, als man angenommen hat. so werden Mittel frei, die man anderweitig verwenden könntezurVerminderung der Beiträge oder zur Gewährung von Theilrenten oder vorüber- gehenden Renten an bedürftige bezw. vorübergehend erwerbs- unfähige Personen. Ich würde auch die Wittwen- und aifenverficherung empfehlen, die freilich nur durch Aeuderung des Gesetzes eingeführt werden kann. Wir wollen die gesunde Fortentwicklung der Arbeiterversicherung. aber deswegen verlangen wir eine Vereinfachung der Organisation, denn die Klagen sind hauptsächlich auf die Belästigungen zurückzuführen, nicht auf die Versicherung selbst. Es sind schon Erwägungen darüber im Gange; ich bitte den Herrn Staatssekretär, das Material darüber baldigst zu veröffentliche». Die öffentliche Kritik würde, wie es sich beim bürgerlichen Gesetzbuch gezeigt hat. sehr zur Förderung des Werkes beitragen. In, Militärelat ist eine technische Inspektion neu vorgesehen für die artilleristischen Institute u»d für die Fürsorge für die Arbeiter dieser Institute. Diese«» Versuche gehört unsere volle Sympathie; ich möchte den Kriegsminister bitten. sich nicht irre machen zu lassen rn diesem Versuche durch das überall verilrtheilte Gebahren der Sozial- d e m o k r a t i e bei der Feier der vor 23 Jahren er- fochtenen Siege. Ueber den Stand der Militärstrafprozeßordnung können die Erklärungen wohl nur in der Budgetkouimisston ge- geben werden. Der Jndiensthaltungsplan der Marine wird einer genauen Prüfung unterzogen werden müssen. In Südamerika. wo große Interessen sind, ebenso in Ostasien ist das Deutsche Reich nicht genügend vertreten, weil es keine geeigneten Kreuzer hat. Nächst England kann das Deutsche Reich an, allerwenigsten einer p r ä s e n t a t i o n s f ä h i g e n Flotte entbehren. An unserer Küste liegen die großen Handelsstädte, unser Handel ist nach dem englischen der ausgebreitetste. Herr Richter meint, wir sollten gute Waaren liefern; aber damit ist es allein nicht gelhan, das bestätigen alle Sachverständigen. Vorbehaltlich der Einzel- Prüfungen, können wir die Forderungen für die Marine nicht für zu hoch halten. Die Neberschüsse des P o st- E t a t s sind in erfreulicher Weise gestiegen. Das legt uns die Frage nahe, ob nicht für die U n l erb e a mt e„ dieser Verwaltung etwas ge- schehen kann. Erfreulich ist es. daß eine geringe Aufbesserung der Minimalgehäller stattgefunden hat. Der Reichs- Justizetat enthält einige Posten, die sich auf das bürgerliche Gesetzbuch beziehen. In der„Freisinnigen Zeitung" ist«in Angriff gegen das Gesetzbuch daraus hergeleitet worden, daß das Vereinsrecht darin nicht geregelt ist. Wir wollen nicht, daß diese Materie mit diesem Gesetzbuch verquickt wird. Die meisten Juristen haben sich für die Annahme des bürgerlichen Gesetz- buchcs erklärt. Die große Bedeutung dieses Gesetzbuches ist für den einzelne» kaum zu übersehen. Jeder, der einen einzelnen Punkt des Gesetzbuches bekämpfen will, sollte daran denken, daß dadurch das große nationale Werk geschädigt werden kann. Die Zuständigkeit des Reiches ist ohnehin nicht sehr ausgedehnt. Die Frage der Kunst und Wissenschast gehört den Einzel- staate»; um so nothwendiger ist es, daß das Reich wenigstens die äußere Rechtseinheit herbeiführt. Der Bundesrath hat das bürgerliche Gesetzbuch wohlwollend aufgenommen. Der Reichst» z sollte sich vom Buudesralhe nicht an Patriotismus übertresien lassen. Deshalb richte ich die Bitte an alle Juristen, das bürg,r- liche Gesetzbuch nicht, wie wir wünschen würden, en Hoc an- zunehmen(Widerspruch links und im Zentrum), sondern nur bezüglich der Abänderungsvorschläge sich äußerster Enthalt- samkeit zu befleißigen. Deshalb will ich mit der Hoffnunz schließen, daß der Reichstag sein möge das, was er sein soll und als was er vor 23 Jahren begründet wurde: Die Grund- läge der Einheit des Reiches. Das würde die beste Feier des 23jährigen Bestehens des Reiches sein.(Beifall bei den National- liberalen.) Staatssekretär t>. Bötticher: Die Korrektur unserer Arbeiier- Versicherungsgesetze wollten wir in der Reihenfolge vornehme», in der die Gesetze selbst entstanden sind. Das Krankenkassengesetz haben wir 1892 revidirt und diese Novelle bewährt sich ausgezeichnet. Ueber die Revision und Ausdehnung der Unfallversicherung sind bereits im vergangenen Jahre dem Bundesrath Entwürfe vor- gelegt worden; sie sind veröffentlicht und die Kritik hat sich ihrer bemächtigt, und da manches daran ausgesetzt zu werden scheint, so wird sich der Bundesrath demnächst mit einer Revision beschäftigen. Aber wegen der erheblichen Klagen über unsere Jnvaliditäts- und Altersversicherung wollen wir auch diese schon jetzt unter die Lupe nehmen. Es liegt ein voll- ständig ausgearbeiteter Entwurf vor, durch den die Klagen über das Markensystem, über die Organisation unseres schiedsrichter- lichen Verfahrens abgestellt werden sollen. Dieser Entwurf sollte zunächst einer Vorberalhung von Beamten. die mit der Versicherung zu thun haben, und von fach» verständigen Arbeitgebern unterzogen werden. (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Die Arbeitnehmer kommen auch an die Reihe. Allseitig wurde namentlich in der einschlägigen Literatur gewünscht, durch eine generelle Revision, eine Vereinfachung der ganzen Arbeiterversicherungs-Gesetzgebung, um die Sache für die Jnter- essenten bequemer und leichter durchführbar zu machen. Von den in der Konferenz auf Vereinfachung und Zusammenwersuug der Arbeiterverstcherungs-Gesetzgebung gemachten Vorschlägen hat nicht einer den ungetheilten, oder auch nur überwiegenden Beifall der Mitglieder gefunden. Und das ist auch ganz natürlich. Je tiefer man in die Materie hineinsteigt, um so mehr erkennt man, daß die Vorschläge nicht die erwartete Wirkung haben können. Ich will aber diese Vorschläge nicht aä aeca legen, sondern diese Frage prüfen und weiter nach Mitteln und Wegen suchen. wie dem an sich durchaus gerechten Gedanken einer Vereinfachung unserer Versicherungs-Gesetzgebung Liechnung getragen werden kann. Zu dem Zweck habe ich gegenwärtig dem preußischen Ministerium ein Votum vorgelegt. Findet sich zur Zeit kein Weg zur Vereinfachung, so werden wir aus dem einmal ein- geschlagenen Wege fortfahren und in einer Novelle zum Allers« und Jnvalidiläls-Versicherungsgesetz«ine ganze Reihe von Vor- schrifteN' dahin korrigiren. daß das Gesetz sich leichter ausführen läßt und auch der Bevölkerung erheblich schmackhafter sein wird. Die Einnahmen des Nord-Ostsee-Kanals sind aller- dings hinter unseren Erwarlungen zurückgeblieben; bis zum November freilich hatten wir«ine steigende Einnahme, im No- vember ist aber eine kleine Abmindernng gegenüber dem Oktober zu verzeichnen. Das überrascht keineswegs, es ist außerordentlich schwer, auf diesem vollständig neuen Gebiet; der Reichstag hat das auch dadurch anerkannt, daß er die Festsetzung des Tarifs für das erste Jahr dem Bundesrath überlassen hat. und dieser hat vor der Festsetzung des Tarifs die sachverständigsten Personen darüber gehört. Daß der Kanal noch nicht in erwünschtem Maße benutzt wird, hängt damit zusammen, daß jedes solches neue Unternehmen sich erst in die Gunst des Publikums ein- leben muß. Daß die Verwaltung noch nicht so funktionirt, wie es zu wünschen ist, ist erklärlich; von dem vollständig neuen und ungewohnten Personal kann man keine untadelhaslen und unzweifelhaften Leistungen verlangen. Schließlich benutzen die Rheder den Kanal nicht genügend, weil sie sich sagen: wem» jetzt der Verkehr auf dem Kanal lebhaft ist, dürfen wir unter keinen Umständen auf eine Herabsetzung des Tarif» rechnen. Deshalb enthalten sie sich lieber im ersten Jahre der Benutzung des Kanals.(Sehr wahr!) Es ist fraglich, ob die dem Reichstag vorbehaltene spätere Festsetzung des Tarifs durch Gesetz praktisch ist, denn ein solcher Tarif muß sich je na h der Frequenz moduliren können. Diese Frage wird uns ja demnächst beschäftigen. Vielleicht ist es richtiger, meinetwegen unter Theiluahnie einer Kommission des Reichstages, der Ver- waltung freieren Spielrauni für den Tarif zu lassen. Der Abg. Richter sagt, daß eine Verhökerung amtlicher Schriftstücke zu Zwecken des Nebenverdienstes von Beamten betrieben wird. Die Regierung ist ebenso entrüstet wie irgend jemand hier darüber. daß amtliche Schriststücke ohne Genehmigung der betreffenden Ressortstelle der Presse übergeben werden; ein solches Verfahre» ist nur unter Verletzung einer Amtspflicht des Beamten oder unter Verletzung der Diskretion möglich. Seitens der Regierung ist alles geschehen und wird auch ferner geschehen, um diesem Unfug, der ein sehr grober ist, zu steuern. Dazu wird eS wesentlich beitragen, wenn der Abg. Richter mir die Spuren zeigen wollte, auf die seine Forschungen hinlenken. Bis dahin muß ich die Bezichtigung, daß ein kaiserlicher oder königlicher Beamter im Nebenamt aus der Verhökernng von amtlichen Schriftstücken sich einen Nebenverdienst verschafft, als unberechtigt zurückweisen. (Beifall rechts.) Darauf wird um 3 Uhr die wettere Berathung auf Mittwoch 12 Uhr vertagt. Tokales. inhaber am Dönhoffsplah erhielten nämlich die polizeiliche Auf- 1 Vom hiesigen Gewerbegericht erhalten wir eine Buschrift forderung, ihre Ladenfenster während der Verkaufsstunden zu vers des Juhalts, daß die in der Sonntagsnummer des Borwärts" Frau Kräcker, die Gattin unferes verstorbenen Reichstage hängen. Es ist wohl begreiflich, daß die wenigsten sich an dies gebrachte Mittheilung, betreffend die Diätenzahlung an die Abgeordneten, wurde gestern Nachmittag 4 Uhr auf dem eigenartige Gebot fehrten, und so soll es denn vorgekommen sein, Bureau- Hilfsarbeiter des Gewerbegerichts für den Tag der Werder'schen Kirchhof in der Bergmannstraße zur letzten Ruhe daß in einem Geschäft viermal von Schuhleuten und zweimal Volkszählung durchaus unwahr sei und jeder thatsächlichen bestattet. Zwei Kinder der schwer in ihrem Leben geprüften vom Revierleutenant selber die Befolgung der ergangenen Weisung Unterlage entbehre". Uns ist diese Mittheilung von einer sonst Genossin umftanden nebst einer Enkelin und anderen Verwandten durchzusehen gesucht wurde. So wenig wir uns selbst für die in gewerbegerichtlichen Angelegenheiten gut unterrichteten Seite ihren Sarg, welchem mehrere unserer Abgeordneten und ein ausnahmsweise Offenhaltung der Läden an Sonntagen begeistern zugegangen und wir hatten daher keine Ursache, an der Richtig. zahlreiches Gefolge von Genoffinnen und Genossen das letzte tönnen, so will uns doch dünken, daß Beschränkungen der ge- feit derfelben zu zweifeln. Dies hält uns selbstverständlich nicht Geleit gaben. Auf dem Friedhof war bereits eine Anzahl von nannten Art denn doch völlig unangebracht und mit den er- ab, unserm Bedauern darüber Ausdruck zu geben, daß wir einer Leidtragenden versammelt; ein Arbeiter- Gefangverein widmete laffenen Ausnahmebestimmungen schwer zu vereinbaren sind. falschen Meldung Raum gegeben haben. der Todten den letzten Scheidegruß. Die Feier selbst wurde ohne Theilnahme eines Geistlichen vollzogen. Alle diejenigen, welche die Verstorbene kannten, werden nicht nur ihre Verdienste als treue und aufopferungswürdige Gattin und Mutter, sondern namentlich als Gefährtin eines erprobten und treuen Rämpfers für das Proletariat in Ehren halten. " " Vermißt wird der 24jährige Schreiber Josef Grudzielski, Weihnachten, das Fest der Liebe", bringt alljährlich eine große Bahl von Vereinen und Komitees auf die Beine, die sich der in der Sophie Charlottenstr. 15a zu Charlottenburg bei die Aufgabe stellen, den Armen eine Weihnachtsfreude zu be Giese wohnte. Der Mann hat von seinen Sachen nichts mitreiten. Ein Theil dieser Vereinigungen beschafft das nöthige genommen, und man vermuthet daher, daß ihm ein Unfall zuGeld durch private Sammlung in kleinerem Kreise, ein anderer gestoßen fei. wendet sich an das große Publikum. Da erscheinen dann in den Polizeibericht. Am 9. d. M. morgens wurde auf dem Auch ein Bild aus dem Staate der Sozialreform. In bürgerlichen Blättern allerlei„ Weihnachtsbitten", die die Flur eines Hauses in der Wollinerstraße ein Arbeiter erhängt der Berliner Zeitung" lesen wir: Noth und das Elend der Armen in beweglichen Worten schildern. vorgefunden, aber noch rechtzeitig aus seiner Lage befreit.- Ant Gine Maſſenſiſtirung schulpflichtiger Knaben hat Sonnabend Won Arbeitsunfähigkeit, die durch Krankheit, oft durch lang- Beughause wurde vormittags aus dem Spreekanale die Leiche stattgefunden. Es handelte sich um die kleinen Hampelmänner- jähriges Giechthum hervorgerufen ist, sprechen sie und eines Mannes gezogen. Auf einem Neubau in der RamlerVerkäufer, Kinder armer Familien, die ein paar Pfennige zu von Arbeitslosigkeit, die auch den Gesunden dem straße stürzten zwei Maler aus dem vierten Stock herab und erWeihnachten verdienen wollen. Die Polizei drückte bisher Glend überliefert, von Ermission und Obdachlosigkeit, litten außer Knochenbrüchen auch schwere innere Verlegungen. ob des mangelnden Gewerbescheins ein Auge zu und ließ von Mangel und die Kleinen gewähren. Entbehrung bis zum bittersten Nachmittags fiel in der Königstraße ein Arbeiter infolge der Da diese Verkäufer aber neuer- Sunger. Es ist auch dieses Jahr wieder wie alle Jahre. Und Glätte hin, gerieth unter die Räder einer vorüberkommenden dings in großen Trupps allzudreift den Passanten auf den was find es für Leute, die die Aufrufe unterzeichnen? Unter- Droschte und trug erhebliche Verlegungen am Oberschenkel und Leib rücken, so haben in verkehrsreichen Gegenden Siftirungen nehmer, die sonst finden, daß es der Arbeiterklasse noch viel zu am Kopfe davon. An der Ecke der Friedrichstraße und des tattgefunden, bei welchen die Namen der ohne Gewerbeschein gut geht, Geistliche, welche allsonntäglich Genügsamkeit von der Reichstagsufers fiel ein Arbeiter von einem Kohlenwagen, wurde Verkaufenden festgestellt wurden. Hoffentlich hat es bei dem Kanzel predigen, Stadtverordnete, die in Hohngelächter aus überfahren und schwer verletzt. Im Laufe des Tages fanden Schrecken, den die Hampelmann- Verkäufer ausgestanden haben, brechen, wenn ihnen ein Nothstandsantrag vorgelegt wird, über- acht unbedeutende Feuer statt. sein Bewenden," haupt fast ausnahmslos Leute, die zu anderen Zeiten über die Das Gesetz gestattet den Handel bekanntlich nur dem Begehrlichkeit" des Proletariats jammern und schelten. Vor Witterungsübersicht vom 10. Dezember 1895. jenigen, der fich für gutes Geld einen behördlichen Gewerbeschein Weihnachten ist das alles vergessen, warum, bleibe hier unerworben hat. Die Polizei ist mithin im Recht, wenn sie erörtert, aber eben leider nur vor Weihnachten. Na ch die arbeitslosen Eltern, die ihre hungrigen und in Lumpen Weihnachten, da wird's stiller in den Juferatenspalten gekleideten Kinder in Wind und Wetter auf die bürgerlicher Blätter, da haben die meisten dieser MenschenEtraße schicken müssen, mit einem Strafmandat bedenkt. Und freunde den Nothstand wieder vergessen. Da kann man wenn das Vorgehen der Polizei den Erfolg hat, daß die fleinen lange suchen, bis man einen Aufruf findet, der Hampelmann- Verkäufer nicht mehr die Straßenpassanten be- von wachsender Noth und Entbehrung der Armen spricht. Es läftigen", dann ist vielleicht wieder ein Grund mehr für die staas: ist, als hätte das Weihnachtsfest mit einem Male alles Elend Swinemünde erhaltenden Drgane vorhanden, nach bekannter Vogelstraußpolitit hinweggefegt, als fönnten bie bescheidenen Gaben, die den Hamburg darauf hinzuweisen, daß gewisse Darstellungen von der Aus- wenigen Auserwählten aus dem großen Heer der Bedürftigen Berlin dehnung des sozialen Glends nichts sind, als gemeine, heherische auf den Weihnachtstisch gelegt worden sind, über den Winter Wiesbaden Nebertreibungen. Es kommt in den Augen der Ordnungsstüßen hinweghelfen. Nach Weihnachten beginnt ja erst recht München nur auf die Tüchtigkeit der Polizei an, um sowohl das soziale eigentlich die Zeit der Noth, während gerade der Weihnachts- Wien. Elend als auch die Sozialdemokratie verschwinden zu machen. monat mit feinen Vorbereitungen für das Fest, mit seinem leb. Haparanda. Städtisches Obdach. Im Familien- Obdach waren haften Geschäftsverkehr auch dem Arbeitslosen noch manche Ge- Petersburg am 1. November 15 Familien mit 49 Köpfen und 39 Ginzel- legenheit zu verübergehender Beschäftigung bietet. Aber nach Cork perfonen, am 1. Dezember 15 Familien mit 42 Köpfen und Weihnachten, wie gesagt, verschwindet trotzdem das Nothstands- Aberdeen. 46 Einzelpersonen. Nächtlich Obdachlose wurden im thema beinahe gänzlich aus den Inferatenspalten der Blätter; Paris. November 20 083 Männer, 1080 Frauen, zusammen 21 168 Per- da wird nur noch berichtet, daß die Gefängnisse sich täglich fonen aufgenommen, wovon 409( 19 vom Tausend) der mehr füllen. Polizei überwiesen wurden, weil sie zu oft tamen. Die Zunahme der Frequenz gegen die Sommermonate ist bei den Männern sehr bedeutend; die Frequenz vom November war bereits über doppelt so groß, als die vom September dieses Jahres. Trotzdem blieb sie aber hinter der Novemberfrequenz der Vorjahre wiederum erheblich zurück. Dafür kann man jetzt in den späten Abendstunden mehr Obdachlose als früher durch die Straßen irren sehen. Wenn die fatte Moral über das Elend wiselt, so pact den gefitteten Menschen allemal das Grauen. Die neueste Rohheitsleistung, die wir im Organ der nothleidenden Landwirthe, der Deutschen Tageszeitung", und in einigen anderen geistesverwandten Blättern finden, lautet: 1896 der Fall sein wird. Statione 11. . Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. 82 888 Windrichtung Windstärke NANO 22( Stala 1-12) 750 WSW 752 20 753 SM 759 SW 762 52 760 749 Still 752 23 762 SW 753 WNW 763 •. Better Temperatur * 44484 nach Gelfius ( 5° C. 4° R.) Dunst bedeckt 5 Regen 4 bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt -6 heiter halb bedeckt 4 bedeckt 8 WSW 2 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 11. Dezember 1895. Etwas fühleres, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter mit Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. # Vermischtes. Das brasilianische Panzerschiff 24 de majo" ist am Dienstag durch den Gisbrecher auf der Werft des„ Vulkan" ( Stettin) eingeschleppt worden. Wenn man in Treptow Hilfe haben will. Auf einem Neubau an der Treptower Chauffee verunglückte am Montag Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr ein Tischler dadurch, daß ihm ein schwerer Thürflügel auf den Körper fiel und die Schlagader am Bein verlegte. Zwei feiner Kollegen eilten nach dem Ausstellungsterrain, um von der dort befindlichen Unfallstation schnell einen Arzt zu requiriren. Ihre Mühe war jedoch vergeblich. Aus Hamburg schreibt man uns: Jn arge Noth gerathen Obgleich fie in den bewegteften Worten dem Portier vorstellten, daß sind die Bewohner der Hafengegend in Hamburg durch die Gehr im Verzuge sei, verweigerte der Berberus, getreu und Ueberschwemmungen in den letzten Tagen. Gewaltige Nordwestbuchstäblich seine Weisung befolgend, den Hilfefuchenden den Bu- stürme peitschten die Fluthen in der Elbe aufwärts und diese tritt. Er dürfe niemanden ohne Erlaubnißtarte einlaffen, da trat am Hafen so weit über die Ufer, daß der Verkehr auf tönne schließlich jeder kommen und sich in den Ausstellungspart einigen Straßen völlig stockte und eine große Anzahl von Kellereinschleichen wollen. Die beiden Arbeiter mußten unverrichteter wohnungen überschwemmt wurde. Viele Leute sind dadurch In die Stadtvogtei ziehen die Wintergäste in hellen Sache wieder zu zu ihrem schwerverletzten Kollegen zurück- obdachlos geworden und an ihren geringen Haben es handelt Haufen ein. Die Anstalt, das Wintereldorado aller Penn- tehren. Empört ob der Meldung, die diese Leute mit sich fast ausschließlich um Arbeiter erheblich geschädigt. Die brüder, zählte gestern in ihren drei Abtheilungen bereits 1497 In- brachten, machten sich nunmehr ein paar handfeste Männer Leute sind durch die Ueberschwemmungen in diesem Jahre um faffen. Vorwiegend find es bisher die altgewohnten Berliner auf den Weg, schoben den Portier furzer Hand bei feite fo härter getroffen, als sie auch im vorigen Jahre durch eine Stammgäfte, die freiwillig den eigentlich unfreiwillig gedachten und meldeten auf der Unfallstation im Park dem sofort zur große Ueberschwemmung der Elbe um ungefähr dieselbe Zeit Aufenthalt in der Stadtvogtei zu erlangen fuchen, aber schon Hilfe bereiten Arzt den Unglücksfall. Als dieser jedoch an der heimgesucht sind und sich bei den traurigen wirthschaftlichen beginnen auch die Zuzüge von außerhib, deren Eintreffen ge- Unglücksstätte antam, war der Tischler bereits verblutet, es blieb Verhältnissen von diesem Schlage noch nicht haben erholen wöhnlich mit der Eröffnung der Wärmehallen zusammenfällt; dem Arzt nichts übrig, als den Tod des Armen zu fonstatiren! tönnen. bilden doch gerade die Wärmehallen einen wahrhaft magischen Aus Bremerhaven wird gemeldet: Fortwährend laufen Anziehungspunkt, der seine Wirkung ausübt auf das Strol ch- Direktion die bisherige Strecke Grunewald- Johannisthal getrennt. rettete 5 Mann des englischen Kutters Arkadian", der FischZur Erleichterung des Stadtbahn- Verkehrs hat die Nachrichten von Schiffsunfällen ein. Der Fischdampfer, Nymphe" thum in weiteftem Umkreise Berlins und bis in die benach: Die Büge fahren jetzt von Charlottenburg bis Johannisthal, dampfer Dora" 9 Mann der finnischen Bark Arel". Bon dem barten Provinzen hinein. Die gemüthlichen Zusammen tünfte der Strolche und Pennbrüder, die sich bei einem Zeller während andererseits die Grunewaldzüge ebenfalls von Char Fischdampfer Polyp" wurden 5 Mann über Bord gespült, von Erbsensuppe und einem verstohlenen Schluck aus der Kümmelpulle lottenburg abgelaffen werden. Hierdurch wird das Ueberkreuzen benen nur zwei gerettet werden konnten. Anscheinend ein bes ganzen Bahndammes durch diese Züge vermieden und sowohl größerer Dampfer ist beim Weser- Leuchtschiff gesunken. in ben molligen Räumen der Stadtbahnbögen abspielen, die Betriebssicherheit, als auch die Schnelligkeit der Abfertigung größerer Dampfer ist beim Weser- Leuchtschiff gesunken. bilden oft während des ganzen Sommers das Lieblings der einzelnen Trains erhöht. Diese neue Einrichtung soll so bieben in der Nähe von Herbern( Westfalen) wurde ein wildBei einem Zusammenstoße zwischen Förstern und Wildgespräch ber bei Mutter Grün fich treffenden Landfireicher, und die enthusiastischen Schilderungen locken lange aufrecht erhalten werden, bis die im Bau befindliche dieb erschossen und ein anderer verwundet, während ein Förster iummer neue zweifelhafte Elemente nach der" humanen" Grunewaldstrecke fertiggestellt ist, was voraussichtlich im Frühjahr einen Schuß in den Unterleib erhielt. Metropole des Reiches. Die meisten von ihnen verfallen sehr bald der Stadtvogtei und sind mit diesem Schicksal auch ganz Wer bezahlt die Scheibe? Nach einem heftigen Schneezufrieden, wenn natürlich die Stadtvogtei auch bei weitem falle war am Montag in den späteren Abendstunden der nicht die Annehmlichkeiten der Wärmehallen bietet. Fuhrwerksverkehr in den Straßen Berlins wieder erheblich Neben den notorischen Strolchen sind es aber auch viele der erschwert. Die Kutscher mußten die größte Sorgfalt anwenden, Arbeit noch nicht entfremdete Leute, die es um die Pferde auf den Beinen zu halten. für gut finden, den Winter, der ihnen außerhalb wenig Arbeits- erschwerenden Umständen passirte es dem Kutscher eines Pferdegelegenheit bietet, in Berlin zu verbringen und die dann bei bahn- Wagens der Linie Bahnhof Friedrichstraße- Görlizer ihrer Mittellofigkeit sehr bald in der Stadtvogtei Bahnhof am Morigplay, daß es beim Halten einen etwas starten landen. In erster Linie kommen hier die Obstpflücker in Rud gab. Dabei fiel ein Herr auf der vorderen Plattform rückbetracht, und namentlich die Werdersch en gelten meist in der lings in eine Scheibe hinein, die in tausend Scherben ging. Der Stadtvogtei als alte Bekannte. Auch die RieseIfelber- Fahrgast verweigerte natürlich die Zahlung, da der Ruck ihn in 26. November fällig. Arbeiter bilden ein starkes Aufgebot der Wintergäfte der die Scheibe geworfen hatte. Den Schaffner trifft auch feine Lente, deren Geld nicht alle wird. Die Sammlerwuth Stadtvogtei. Daneben kommen noch die 3 i egelei- Arbeiter Schuld. Ergo muß, wie der Schaffner versicherte, der Kutscher an der feine Nation mehr leidet, als die englische, nimmt manchbesonders in betracht." zahlen. Wäre es nicht beffer, so meint der Berichterstatter, wenn mal seltsame Formen an. Bei Pontefract in Wales lebt ein Soviel zynische Rohheit, als sich in diesen wenigen Zeilen unter den obwaltenden Verhältnissen die Gesellschaft felbft den Bankier, welcher ein Museum alter Thüren befigt. Sie stammen angefammelt findet, haben wir selten auf einem Haufen ver. Schaden trüge? Die wird sich hüten! von Schlössern, Abteien und Häusern von geschichtlichem Interesse. einigt gesehen. Die Arbeiterschaft möge den sittlichen Werth Das Resultat der Volkszählung in Friedrichsberg Kürzlich bot der Sammler in Paris 1000 Pfund Sterling für eine Thür, durch welche während der franzöfifchen Revolution Marie Antoinette, Charlotte Corday, Danton und Robespierre den Weg zur Guillotine gegangen waren. Eine Sammlung alter Wetterfahnen verleiht dem Museum des wallisischen Bankiers einige Abwechslung. Bestialisches aus einem Zirkus. Man berichtet der bestand, sind gestern auf dem Schlesischen Bahnhof eingetroffen; Personen, darunter auch einige Damen, hatten sich gestern NachDrei Güterzüge, deren Inhalt nur aus Weihnachtsbäumen Frantf. 8tg." aus Paris vom 4. d. M.: Etwa dreihundert mit dem Verkauf der Bäume an Ort und Stelle ist bereits nachmittag im Winterzirkus auf die Einladung des Direktors Franconi mittags begonnen worden. Die Engrospreise sollen sich. da große eingefunden, um dem Ringkampfe des türkischen Athleten Jufſuf, Vom behördlichen Kampf gegen die Billethändler weiß Quantitäten Weihnachtsbäume nach hier unterwegs find, nicht Champion des Impresarios Doublière, und des gleichfalls türkidas Berliner Tageblatt" folgendes zu berichten: zu hoch gestellt haben. Für das Schock Tannen oder Fichten fchen Ringtämpfers Rara- Amet, Champion der Impresarii Tom Gegen die Theaterbillethändler gehen die Gerichte jetzt scharf wurden 40-90 Mart je nach Qualität bezahlt. Canon und Pierri, beizuwohnen. Die Herrschaften waren von vor. Die Bestrafung erfolgt wegen des Betriebes eines fon sessionspflichtigen Gewerbes ohne die erforderliche obrigkeitliche Einen Selbstmordversuch machte am Sonnabend um die vornherein darauf vorbereitet worden, daß es diesmal ernst herGenehmigung, welche indeffen niemals ertheilt wird; ist die Mittagszeit ein Gast im Café Bauer, Unter den Linden. Der gehen werde, da der Einfaß nicht nur 2000 Franks, sondern auch lebertretung am Sonntag begangen worden, dann gefellt sich Lebensmüde erreichte seinen Zwed zwar nicht sofort, fand aber ein glänzendes Engagement für den Sieger wäre. Um 5 Uhr beals zweites Delitt auch noch die Störung der Sonntagsruhe dazu. infolge der Verlegung doch bald nachher den gesuchten Tod. Es traten die beiden Kämpen, die bis auf eine grünlederne Schwimm Bisher wurde stets auf Geldstrafe erkannt, und wenn auch jüngst ein ist festgestellt, daß es sich um den 42 jährigen Kaufmann Wilhelm hofe völlig nackt und mit Del eingerieben waren, die mit einem Billethändler zu 100 m. Geldstrafe verurtheilt und für je eine Mart Liebert aus der Neuen Winterfeldtstr. 51 handelt. Der Mann Tuche bedeckte Arena und bald lag der Riese Jussuf mit seiner ein Tag Haft substituirt wurde, so haben diese Geldstrafen doch nie- hatte sich aus einem Revolver eine Rugel in den Kopf gejagt. gewaltigen Körpermasse auf dem Rücken des schlankeren und gemals etwas gefruchtet, denn die Billethändler bilden einen Schwerverletzt wurde er zunächst auf die Unfallstation I in der schmeidigeren Kara- Amet, der Arm und Beine angezogen hielt, um nicht umgekehrt zu werden. Berein und haben eine gemeinschaftliche Kaffe, aus welcher die Wilhelmstr. 10 gebracht. Nachdem er hier einen Verband retelerregende Schauspiel, während dessen Juffuf seinen Gegner von den einzelnen Mitgliedern verwirkten Geldstrafen bezahlt halten hatte, führte man ihn in ein Krankenhaus über. Dort werden. Seit dieses Faltum gerichtsseitig bekannt geworden ist, ist er seinen Verlegungen erlegen, ohne das Bewußtsein wieder hat der Erste Amtsanwalt Dieße sich mit den übrigen Amts- erlangt zu haben. Was Liebert zu dem Schritte veranlaßt hat, anwälten dahin verständigt, daß nur noch Haftstrafen beantragt ist nicht bekannt. einer folchen Auffassung nach dieser Leistung bemessen. Dem Direktorium der ,, Akademischen Lesehalle", das bekanntlich den bei der Universität als Hospitantinnen zugelaffenen Damen das Betreten der Lesehalle verbot, wurde gestern eine von über 100 Mitgliedern der Lesehalle unter zeichnete Petition folgenden Inhalts überreicht:" Ein hoch löbliches Direktorium wolle befchließen, daß Hospitantinnen der hiesigen Universität Mitglieder der Akademischen Lesehalle" werden können. Schneidermeister Dome, der bekannte Erfinder des„ kugel sicheren Panzers", ist am Sonntag in Wiesbaden gestorben. Unter diesen Schiffsunglück? Wie ein Telegramm aus Genua meldet, wird dort bestimmt angenommen, daß der Dampfer„ Chatean quem" untergegangen sei. Das Schiff ist am 8. November mit 700 Italienern, Ackerbau- Arbeitern, die von dem amerikanischen Millionär Austin Corbin für eine Kolonie in Arkansas geheuert waren, nach New- Orleans abgegangen; dort war es bereits am Lichtenberg hat eine Zunahme der Bevölkerungsziffer um 6098 Stöpfe ergeben. Es wurden 1895 gezählt 28 868 gegen 22 770 im Jahre 1890. Das Verhältniß zwischen männlicher und weiblicher Bevölkerung ist ziemlich gleich; die lettere weist nur ein Plus von 348 Personen auf. Drei Viertelstunden währte dieses langsam zu erbrücken suchte. Sein Körper rührte sich taum; man fab nur feine Hände in die Weichen seines Gegners eindringen und seine Hand zwischen die Haut und das Leder der Schwimmhose zwängen, um Kara- Amet das Athmen zu benehmen. Da plöglich werden, und die Schöffengerichte erkennen jetzt ausnahmslos Aufsehen erregt in Spandau ein Leichenfund, der am gab Kara- Amet nach und fiel platt zu Boden. Jussuf sprang auf, fiel diefen Anträgen gemäß, weil die Geldstrafen den Verurtheilten Sonntag Bormittag im Graben bei der töniglichen Munitions- auf ihn zurück, um ihn gegen den Erdboden zu erdrücken. Langsam nicht treffen, und auf anderem Wege dem standalöjen Treiben fabrit gemacht wurde. Gegen 9 Uhr wurde die Leiche des und methodisch glitt er bis zum Kopfe Amet's, den er 20 mal der Billethändler nicht beizukommen ist. In der letzten Woche Schloffermeisters Riegel von der Gewehrfabrit aus dem Waffer hintereinander auf den Boden schlug, worauf er den rechten Arm sind von verschiedenen Schöffengerichts- Abtheilungen des Amts- gezogen. Der Unglüdliche ist dem Anschein nach auf dem Wege unter den Hals feines Gegners schob und ihm die Kehle zugerichts I fünf Billethändler zu Haftstrafen verurtheilt worden. zur Fabrit in der Dunkelheit ins Wasser gerathen und ertrunten. fammenzufchnüren fuchte. So vergingen mehrere Sekunden, ohne Ueber eine auffallende Beschränkung des Geschäfts- Er hinterläßt eine Frau nebst 9 Kindern. Von anderer Seite daß die Zuschauer, die fich wohl bewußt waren, daß bier unter verkehrs vom legten Sonntag wird uns berichtet. Die Geschäfts- Iwird auch Selbstmord angenommen. der Form eines Ringtampfes ein Mord versucht wurde, ein. in schritten. Da schlug mit einem Male der Unterliegende im ihre Kräfte meffen, als der Polizeikommissär endlich seine schwächliche Individuen, Frauen und Rinder, ausgefekt. Gist verzweifelten Tobestampfe mit den flachen Händen auf die die Schärpe umlegte und den Zirkus räumen ließ.- Gin bezeichnen- bieferhalb bereits von anderer Seite vorgeschlagen worden, die Arena bedeckende Leinwand. Da erft bemerkte das Publikum, des Kulturbild! Abgabe von Rarbollösungen ohne ärztliche Verordnung gänzlich daß die Bestie ihrem Gegner zwei feiner zolldicken Finger in Warnung vor Karbolsäure. In einem in der medi- zu untersagen. Rosenbach hält es für noch wirksamer, wenn die Nasenlöcher gesteckt hatte, um ihn zu ersticken. Das war zinischen Zeitschrift" Die Praxis" erschienenen Aussage von außer den Aerzten auch das übrige Sanitätspersonal, Apotheken, den blafirten Herren denn doch zuviel und sie suchten mit aller Professor Dr. J. Rofenbach- Göttingen:" Ueber die Gefahr der Krankenpfleger, Schwestern, Hebammen, Bader( AssistenzGewalt die beiden Kämpfer zu trennen. Da Jussuf sein Opfer Karbolgangraen nach äußerlicher Anwendung der Karbolsäure, Chirurgen) von der Gefahr der Karbolgangraen stetig Kenntniß mit eisernen Klammern festhielt, schlug man mit Stöcken auf ihn besonders in schwachen, wässerigen Lösungen" finden sich folgende erhalten. Durchaus nothwendig ist es außerdem, daß das ein, ohne daß er sich rührte. Mehr als zwanzig Personen ge- Bemerkungen, welche weite Kreise interessiren dürften: Verfasser Publikum vor dem Gebrauch der Karbolsäure dringend gelang es schließlich nur mit der größten Mühe, den fast Erstickten berichtet über eine Reihe von Fällen, in denen nach Anwendung warnt wird. aus der Umklammerung seines Henters zu entreißen. Jussuf's von schwachen Karbollösungen( das in der Apotheke käufliche Rücken war von den erhaltenen Hieben blutüberströmt, was aber Karbolwasser ist 3 prozentig, d. h. 100 Gramm desselben enthalten Briefkasten der Redaktion. diese Bestie in Menschengestalt nicht weiter aufregte. Auch 97 Gramm Wasser und 3 Gramm reine Karbolsäure) zu Um Journalist. An den Direktor des Reichstages, Geheimrath Rara- Amet erholte sich und tlagte mit wilden Gesten Jussuf an, schlägen oft schon nach wenigen Stunden Brand der betreffenden Knack. Daß er ihn habe erwürgen wollen. Die Juroren zogen fich zur Körperstellen eintrat. Meist handelt es sich um Finger, die auf Herm. Bauh. Wäre es der Dame nicht möglich, heute bei Berathung zurück und die beiden Kämpfer wollten aufs neue diese Weise verloren gingen; der Gefahr sind hauptsächlich uns vorzusprechen? Für denJuhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, 11. Dezember. Opernhaus. Wagner- Bytlus. III. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Doktor Klaus. Deutsches Theater. Der Misanthrop. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Neues Theater. Spectacle coupé, Leng- Theater. Fift. Schiller Theater. Reif- Reiflingen. Residenz- Theater. Hals über Kopf. Vorher: In doppelter Befehrung. Adolph Ernst- Theater. Der kleine Lord. Hierauf: Die ewige Braut. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplah- Theater Die kleinen Lämmer. Vorher: Nr. 66. National Theater. Der Jude. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. 42 Mädchen Uom andern Ende Nächste Soiree der|| Glas- Christbaumschmud. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Sonntag, 15. Dezember, im Concerthaus Sanssouci Rottbuserstraße 4a. Der Welt Apollo Theater Apollo- Theater ( Samoa). Theater Unter den Linden. Der Castan's Panopticum. Mikado. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. American Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Mittwoch: Reif- Reiflingen. Donnerstag: Reif Reiflingen. Central- Theater. Alte Jakobftr. 30. Emil Thomas a. G. Fräul. Rita Leon a. D. Bum 97. Male: !! Neueste Illusion!! Allerseelen. Die syrischen Fechter. Die Sünde. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Der Jude. 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Von der Anklage der Majestätsbeleidigung Genosse eh me freigesprochen. Kiel. 20 M. Geldstrafe Genoffe Cappel wegen Verübung groben Unfugs". Breslau. Wegen des gleichen Vergehens Genosse 3 ahn 100 M. Geldstrafe. 2. Halle. 3 Monate Gefängniß der Arbeiter Eltinger wegen Mißhandlung eines Streifbrechers. 5. Erfurt. Wegen mehrfacher Majestätsbeleidigung Genosse Güldenberg 5 Monate Gefängniß. 02 W Benthen. Wegen des gleichen Vergehens Genosse Tusker 3 Monate Gefängniß. Mittwoch, den 11. Dezember 1895. 12. Jahrg. 23. Kaffel. Genosse John wegen Bürgermeister- Beleidigung regierung zu der dem Bundesrathe zugegangenen Zuckersteuers 14 Tage Gefängnißstrafe. " Stade. Wegen Beleidigung in zwei Fällen Genosse Goltermann zu 500 bezw. 200 M. Geldstrafe. 25. Gleiwitz. Wegen Verbreitung beschlagnahmter Schriften die Genossen Hennig- Breslau und Kaffzy d aus Zaborze je 3 Wochen Gefängnißstrafe, 2 andere Genossen je 30 Mart Geldstrafe. A W Gesetzesvorlage ein, und ist die königliche Staatsregierung geFrankfurt a. M. 10 M. Geldstrafe Genosse Meier willt, vor endgiltiger Festlegung des genannten Entwurfs im wegen Verübung groben Unfugs. Bundesrathe die Meinung des gegenwärtig versammelten Landtags entgegenzunehmen? Gründe. Die erwähnte Gesetzes= vorlage, welche noch vor Weihnachten im Reichstag zur Berathung gelangen foll, ist darauf zugeschnittten, den bestehenden Zuckerfabriten und den damit zusammenhängenden Rübengütern eine Art Realberechtigung zu gewähren zur Ausbeutung des Inland konsums und der Gesammtheit der Steuerzahler, sowie einem Theil des Großgrundbesizes in einseitiger Weise einen besonderen Vortheil zuzuwenden. Für Bayern speziell hat der Gesetzentwurf sowohl für die Allgemeinheit als für bestimunte Gewerbe mehr Nachtheile als Vortheile im Gefolge. 25. Mannheim. Genosse Bueb, Mülhausen, wegen Beleidigung eines Polizeibeamten 25 Mark Geldstrafe. Hamburg. 8 Monate Gefängnißstrafe Genosse Meier wegen Beleidigung des Senats. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genossin Rohrlad in Berlin wegen Beleidigung des Dresdener Gewerberaths 4 Monate Gefängnißstrafe. 26. Lichtenstein. Wegen Verübung groben Unfugs 4 Genossen zu 30, 20 bezw. 15 Mark Geldstrafe. Stettin. Genosse Ohl ein Monat Gefängnißftrafe wegen Beleidigung des Staatsanwalte. " vier " Berlin. Der Redakteur des Töpfer", Genoffe Babiel wegen groben Unfugs- Zuzug ist fernzuhalten zehn Tage Haft. 6. Falkenstein. Genoffe Meinhold wegen Beleidigung Dr. Hans Blum's 50 M. Geldstrafe. " Ratibor. 11/2 Jahr Gefängniß der Genosse Franz Risenti wegen Majestätsbeleidigung. Magdeburg. Genoffe Rehle 3 Wochen und seine " Cherrau 14 Tage Gefängniß wegen groben Unfugs. " 7. Dortmund. Wegen zweifacher Majestätsbeleidigung Genosse Dr. Lütgenau 5 Monate Gefängniß. " . 〃 Der gleiche Genosse wegen Beleidigung des Gendarm Münter 300 M. Geldstrafe. Breslau. Genosse 3 ahn wegen Majestätsbeleidigung 2 Monate Gefängniß. Volfmarsgrün. Wegen Vergebens gegen das Vereinsgesetz fünf Genossen je 3 M. Geldstrafe. Kiel. Genosse RI üß wegen Beleidigung eines Gewerbe- 14 gerichts- Beisitzers 50 M. Geldstrafe. Annen. Genosse Gläser wegen Verbreitung von Druckschriften an öffentlichen Orten 10 M. Geldstrafe. " " Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Friedrich, Lübeck, 6 Wochen Gefängnißstrafe. Breslau. Wegen Verübung groben Unfugs Genoffe Kühn 30 M. Geldstrafe. Zur Ergänzung der von uns reproduzirten Meldung des Wolff'schen Bureaus über die Debatte tragen wir aus dem aus. führlichen Berichte unseres Korrespondenten folgendes nach: Grillenberger führte aus: Es handle sich hier nicht um eine Kompetenzverschiebung, sondern lediglich darum, dem Reichstag und dem Bundesrath die Arbeit zu erleichtern und der Regierung Gelegenheit zu geben, die Beunruhigung im Bolte zu beseitigen und zu erklären, daß sie nicht geneigt ist, zu dem neuen Beutezug auf die Taschen der Gesammtheit der Steuerzahler ihre Zustimmung zu geben zu gunsten einer verschwindenden Minderheit von Zucker. Berlin. Genosse Heymann wegen Aufreizung zum fabrikanten und Rübenfelder Besitzern. Bei Klaffenhaß 200 M. Geldstrafe. 27. Berlin. Ein Jahr Gefängnißstrafe Genosse Stadt- Regierung wohl sich die Lehre zu nuge gezogen haben, hagen wegen Richterbeleidigung. 28. Dortmund. Wegen Beleidigung des Gendarm Münter Genosse Block 4 Wochen Gefängnißstrafe. 29. Quedlinburg. Wegen Bergehens gegen die öffentliche Ordnung Genoffe Trautewein 50 M. Geldstrafe. Zeit. Genoffe Henschel wegen Verübung groben Unfugs 150 M. Geldstrafe. " 30. Lüneburg. 15 M. Geldstrafe Genosse Schneider wegen Vergehens gegen das Vereins gesetz. Insgesammt wurden erkannt auf 3195 M. Geld und Jahre, 9 Monate, 1 Woche und 3 Tage Gefängnißftrafe. Hamburg, den 8. Dezember 1895. Der geschäftsführende Ausschuß 8. Brieg. Genoffe Petschte wegen Majestätsbeleidigung der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 1 Jahr Gefängniß. Cappel. Wegen öffentlicher Beleidigung Genosse Stein " 20 M. Geldstrafe. 9. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Schneckens • " " Aus den Landtagen. der Beurtheilung ihrer Haltung zur Umsturzvorlage werde die daß es ersprießlich sei, wenn derartige Schritte von ihr vorher im Landtage einer Besprechung unterzogen werden. Es handle sich bei der Neubesteuerung, welche zum großen Theil die minderbemittelte Bevölkerung belastet, und weiter um den Ausbau jener von Bismarck inaugurirten Steuerpolitif, welche darauf hinausläuft, Millionäre zu züchten. Bei der ganzen Art, wie diese Besteuerung in Szene gesetzt werden soll, liegt der Verdacht nahe, daß es sich darum handle, auf Umwegen einen Theil der berühmten Finanzreform auszuführen. Und bei der Zuneigung des bayerischen Finanzministers zu jenen Projekten sei Anlaß genug gegeben, die Regierung zu interpelliren. Der Bundesrath sei zudem nicht nur eine Vertretung der Bundesfürsten, sondern auch der Bundes= stamme. Unſer Genosse schließt seine detaillirten und instruktiven Ausführungen mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Negierung eine befriedigende Auskunft ertheilen werde.. Minister v. Crailsheim erklärt, daß die bayerische Regierung heute noch nicht in der Lage ist, sich defiDresden, 9. Dezember.( Eig. Bericht.)( Sächsischer nitiv über ihre Stellung zu dem in Rede stehen burger wegen Majestätsbeleidigung zwei Monate Ge- andtag.) Die sozialdemokratischen Abgeord: den Gefeßentwurfe zu erklären. Die Regierung werde fängniß. Nürnberg. Genoffe Segi wiederum 80 M. Geldstrafe neten verrichten trotz ihres Ausschlusses aus den Deputationen zwar im Intereffe einer Erleichterung des Zuckerverbrauchs" Nürnberg. Genoffe Segi z wiederum 30 M. Geldstrafe ihre parlamentarische Arbeit mit einer Aufmerksamkeit und in wie bisher immer für Herabminderung und Beseitigung der wegen Führung eines ihm nicht gebührenden Titels. Kiel. Wegen Beleidigung des Kassirers einer Kranken- einer Form, daß die Gegner die Sachlichkeit dieser Thätigkeit Prämien eintreten, aber sie müsse im Auge behalten, daß, wenn nicht leugnen fönnen. Unsere Abgeordneten kennen die Stimmung Bayern auch an der deutschen Rübenzuckerproduktion nicht in taffe Genosse Poller 100 M. Geldstrafe. im Lande und treffen darum bei ihrem Vorgehen gegen die hervorragendem Maße betheiligt ist, doch die bayerischen Interbureaukratischen Machenschaften immer das richtige. Manchmal effen und insbesondere auch die bayerische Landwirthschaft und macht sich der Ausschluß unserer Genossen aus den Deputationen Viehzucht indirekt unter einem empfindlichen Rückgange der der Regierung und den Kartellparteien recht unliebsam be- Rübenzucker Industrie zu merkbar. Das, was unsere Genossen im Plenum vorbringen, zweiten Frage bezieht sich der Minister auf die am überrascht die Herren oft, so daß man es ihnen anmerkt, wie 23. November 1893 gelegentlich der Berathung eines Antrags schwer ihnen eine Erwiderung fällt. Hätten unsere Genossen Vollmar abgegebene Erklärung, daß die Regierung bereit bereits in den Teputationen ihre Ansichten äußern fönnen, wäre fei, die innerhalb des Landtages bestehenden Auslassungen über auch für unsere Gegner, überhaupt für den ganzen Landtag, die Reichsangelegenheiten zu vernehmen und in den Kreis ihrer ErArbeit erleichtert. Solche thörichte Absperrungen einer Partei wägungen zu ziehen, daß sie aber auf die ihr verfassungss haben eben ihre schlimmen Folgen, besonders aber für mäßig zukommende Selbständigkeit und Freiheit bie, die jene Thorheit begingen. der Entschließung in Bundesraths- An" Hof. 14 Tage Gefängniß der Maurer Bernhardt wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung. München. Wegen des gleichen Vergehens zwei Genossen je drei und zwei Genossen je zwei Tage Gefängniß. 11. Halberstadt. Genoffe Krebs aus Aschersleben wegen Majestätsbeleidigung 1 Jahr Gefängniß. Bofen. 6 Monate Gefängniß Genoffe Rafpozat zum Andenten an die sozialistengesetzliche Zeit. Breslau. Wegen Verübung groben Unfugs Genosse Kühn 30 M. Geldstrafe. Stettin. Von der Anklage, verschiedene Bevölkerungs: flaffen gegeneinander aufgereizt zu haben, Genosse Ohl freigesprochen. " " " n Leipzig. In der Revisionsinftans Genoffe Schippe! Berlin 2 Monate Gefängniß wegen Beleidigung des preußischen Kriegsministers. Erfurt. Wegen groben Unfugs, Boykotterklärung, Genoffe leiden hätte. Hinsichtlich der Bom Etat wurden bis jetzt nur Theile in Schlußberathung gelegenheiten nicht verzichten tönne." Debatte stimmten die sozialdemokratischen Abgeordneten gegen Regierung( bez. Der Kompetenz des Landtages!) für richtig. genommen, die in der Regel teine Debatte hervorrufen. Ohne Stauffenberg( frs.) hält die legtgeäußerte Ansicht der die Ausgaben für die Gesandtschaften( 93 200 M.). Die projektirte Steuer sei eine zweischneidige Maßregel. Bereits in der Etatsdebatte hatte unser Redner erklärt, daß die Das Profitchen, welches die Reichstaffe nebenbei zu machen Gesandtschaften gar keinen Werth für Sachsen mehr haben, da gedenke, werde äußerst gering sein. So wie das Projekt doch seit 1866 Sachsen in der auswärtigen Politit nig to legt liege, halte er es für ein höchst gefährliches Experiment, vas feggen" hat. Auch gegen die Ordenskanzlei stimmte weite Streife des Volkes nur zu schädigen geeignet sei. unsere Fraktion( 3uschuß 9475 M.). Dr. Raginger( Bbd.) hält die zu besprechende Zuckersteuer13. Offenburg. Genosse 8ielowsti wegen Beleidigung Etwas verwundert that der neue Finanzminister v. W a tz= Vorlage für eine Ungeheuerlichkeit, fie involvire einen eines Pfarrers 100 M. Geldstrafe. in die Preisbildung. 14. Breslau. Wegen Majestätsbeleidigung Genosse Lieb- borf, als unfere Genoffen gegen das Finanzgefeh ungeheuerlichen Eingriff Huth 75 Mart Geldstrafe. 12. Magdeburg. 1 Jahr Gefängniß Genoffe Baumüller " " " wegen Majestätsbeleidigung. Pistorius 30 M. Geldstrafe. = . Was fnecht 4 Monate Gefängniß. Von der gleichen Anklage timmten, das die provisorische Forterhebung der Bayern an Exportprämien für die norddeutschen Zuderfnecht 4 Monate Gefängniß. Von der gleichen Anklage Steuern verfügt. Und doch geht diese ihre Haltung logisch barone geleistet, überschreite weit die Kriegstoften- Entschädigung Genosse Zahn freigesprochen. aus der Ablehnung des Etats durch die sozialdemokratische von 1866. Finanzminister Riedel: Er habe keine Ursache, den Magdeburg. Genosse Baumüller vier Wochen Haft Gefeßentwurf zu vertheidigen, aber er müsse dagegen pro wegen Berspottung des heiligen Geistes". Je 3 Wochen Fraktion in der letzten Session hervor. Eine lebhafte Debatte entspann sich aber in der Sigung vom testiren, daß ihm unlautere Motive unterschoben werden. Haft Nitsch und Glode wegen Verübung groben 5. Dezember. Auf der Tagesordnung stand eine Petition Es handle fich nicht darum, Millionäre zu züchten. Unfugs. Wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz Genosse de 3 Gemeinderaths in Gelenau und Dis. Orterer( 3): Die Regierung hat die Pflicht, die Meinung pensation von der Bestimmung des§ 23 des Landtags in wichtigen Fragen zu hören und ihr Verhalten 15. Riel. 9 Monat Gefängniß Genosse Poller wegen bsa 2 der revidirten Landgemeinde im Bundesrath der Meinung der Mehrheit gemäß einzus Majeitätsbeleidigung. Ordnung, die Heranziehung des festen Dienst richten. Man solle eine Mittellinie suchen, welche aber keines16. Grünberg. Wegen Bergehens gegen das Bereinsgefeß ein tom mens nur zu vier Fünfteln zu wegs eine Erhöhung der Prämien sein dürfe. Die bayerische 10 Genossen zu je 15 M., einer zu 50 M. und eine Ge- den Gemeinde Anlagen betreffend. Unser Genosse Regierung müsse daher mit der äußersten Vorsicht vornoffin zu 10 M. Geldstrafe. Goldstein bezeichnete die Bestimmung als längst unhaltbar. gehen.- Grillenberger fonstatirt in feinem Magdeburg. Die Genoffen 3ähle und Gerlach in Auch die Regierung habe bereits in der letzten Session erklärt, Schlußwort, aus den Reden der einzelnen Fraktions Fermersleben, ersterer 12, letzterer 6 Wochen Gefängniß daß sie bei einer Abänderung der Landgemeinde- und Städte Wortführer fei hervorgegangen, daß die Stimmung strafe wegen Verübung groben Unfugs. Ordnung sich diese Bestimmung genau ansehen werde. Man im Volte eine die Zuckersteuer- Projette ab Halle. In der Berufungsinstanz Genoffe Schnecken habe sich seitens der Anhänger dieser Bestimmung darauf be- lehnende sei. Und er sprach das dringende Ersuchen aus, burger wegen Beleidigung eines Oberamtmanns 14 Tage rufen. daß der Beamte in der Wahl seines Aufenthaltsortes nicht daß die Regierung das, was sie hier gehört, auch im BundesGefängniß. Breslau. Wegen Beleidigung eines Polizeibeamten ein frei sei, daß er zur Schuldentilgung herangezogen werde und sein rath beherzigen möge. Die jetzt ertheilte Antwort sei weder geEinkommen immer genau ermitteln alt sei. Dasselbe hauen noch gestochen. An 500 Millionen seien bis jetzt durch Monat Gefängniß ein Redakteur der„ Bolswacht". fönne man aber auch vom Arbeiter fagen, darum die Prämien aus den Taschen der deutschen Steuerzahler ge= 18. Frankfurt a./D. Genosse Buder wegen Verächtlich- sei die Beziehung nur dieser Gründe auf Beamte schöpft worden; das sei Grund genug, um endlich einmal mit madung von Staatseinrichtungen und wegen Beleidigung völlig verfehlt. Am besten sei es, das Privilegium ganz der geltenden Zuckersteuer Gesetzgebung reinen Tisch zu machen. von Militärbeamten 6 Wochen bezw. 3 Monate Gefängniß aufzuheben. Das Privilegium der Beamten mache böses Blut München, 10. Dezember. Kammer der Abgeordneten. Die ftrafe. im Lande. Nun müsse die Initiative seitens der Kammer er- Breslauer Staatsanwaltschaft hat die GenehmiBielefeld. 100 M. Geldstrafe Genoffe Hoffmann griffen und im Interesse der Steuergerechtigkeit die betreffende gung zur Strafverfolgung der in Breslau erscheinenden wegen Beleidigung eines Landraths. Gesetzestestimmung beseitigt werden. Der Minister des Innern, Volkswacht" wegen Beleidigung der bayerischen Kammer Schkeudik. Wegen Berübung groben Unfugs Genosse Serr v. Metzsch, tehrte sich gegen die Ausführungen Gold- der Abgeordneten nachgesucht. Die Kammer begann die Be" Müller 15 M. Geldstrafe. Für die Arbeiter erblicke er ein gutes Korrelat rathung des Gesetzentwurfs betreffend die Errichtung einer München. Wegen des gleichen Vergehens Genosse in der Gewährung des gleichen Privilegiums. Ge staatlichen Viehversicherungs- Anstalt. In der Schmidt 20 M. Geldstrafe. nosse Geyer schloß sich den Ausführungen Gold Generaldiskussion begrüßten Redner aller Parteien den Entwurf 19. Langenbielau. Die Genossen Feldmann und Bölte stein's an und meinte, er werde sein Bestreben darauf richten, mit Freuden als ein weiteres Mittel, die Interessen der Landje 10 M. Geldstrafe wegen unerlaubten Rollektirens. Daß ein Antrag auf Aufhebung der berühmten Gefeßesbestim wirthschaft zu fördern. Nach Erledigung der gegenwärtigen Genoffe Kühn wurde wegen des gleichen Bergehens frei- mungen an die Rammer gelange. Wenn man aber den Arbeitern Vorlage werde auch die Pferdeversicherung in Angriff genommen gesprochen. eine Steuerverminderung wie den Beamten durchaus gewähren werden. In der Spezialdiskussion wurde dann noch längerer wolle, so werde er mit beiden Händen zugreifen. Aber wenn Debatte der grundlegende Artikel I in der Fassung des Ausman auch den Arbeitern das gleiche Privilegium gewähre, wie schusses angenommen. den Festbefoldeten, seien sie doch den übrigen Klassen gegenüber noch schwer benachtheiligt durch die indirekten Steuern, die fie am schwersten und ungerechtesten belasteten. Uebrigens bedürften die Beamten des Steuerprivilegiums nicht, wenn man den unteren Ans Mannheim berichtet die bortige Boltsstimme": Beamten bei der vor vier Jahren vorgenommenen Gehaltserhöhung nach dem Rathe der sozialdemokratischen Abgeordneten Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt" und" Ruhehöhere Zulagen gegeben hätte, den höheren Beamten aber nicht. Störung" stand am Sonnabend Genosse Süßkind vor dem 21. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Huth wegen Tenn diese letteren bezögen hohe Gehälter und tönnten die biesigen Schöffengericht. Er hatte einem Steuerbeamten gegenBeleidigung eines Oberlehrers 100 M. Geldfirafe. Steuern voll bezahlen. Der Nationalliberale Georgi sprach über, der in seinen Geschäftslokalitäten einen bei ihm bediensteten In gleicher Instanz die Genossen Moh 3 und Kagen für Beibehaltung des Privilegiums. Die Frage ist noch nicht zuschneider wegen rückständiger Steuer pfänden wollte, mit wegen Beleidigung des Leipziger Magistrats erledigt. In der einen oder anderen Form wird sie wohl wieder Recht bemerkt, er solle derartige Geschäfte nicht in seinem 3 bezw. 5 Monate Gefängnißstrafe. Laden, sondern in der Privatwohnung des zu Pfändenden beforgen, eventuell sich einen Arrest auf das Gehalt des Z11 Wegen Handlungen, begangen im Verfolg des vor dem Landtage auftauchen. Streits der Bauarbeiter, Heinz aus Giebichenstein München, 9. Tezember.( Eig. Bericht.)( Bayerischer schneiders erwirken und dann bei ihm im Geschäfte die rücf= 6 Monate, J. Labes aus halle 1 Jahr, E. Labes 6 Landtag.) Zur Berathung fleht folgende Interpellation ständige Steuer erheben, aber eine Pfändung im Geschäfte selbit und Schäfer aus Trotha 4 Wochen Gefängnißsirafe. unserer Genossen: Welche Stellung nimmt die königliche Staats- tönne er( Süßtind) nicht zugeben, daß sei eine Störung, des Ge" 20. Hamburg. 100 M. Geldstrafe Genosse Stenzel wegen Beleidigung des Magistrats in Nienburg a. d. Weser. Brandenburg. Die Genossen Wolfgang, Branden burg, und Mufoasch, Luckenwalde, wegen Beleidigung eines Fabrifinspektors, je 200 M. Geldstrafe. Freiburg( Baden). 6 Monate Gefängniß der Maurer Clemens wegen Majestätsbeleidigung. Stuttgart. Wegen Verstoßes gegen das Preßgesetz Genoffe Dietz 40 M. Geldstrafe. " # " stein 22. Halle. stein's. 11 Gerichts- Beitung. " # das baer bieſe fchäfts, gegen die er sich verwahren müsse. Als der Steuerbeamte, bekannt wie die Thatsache, daß der Frau Gubela durch ver- 1 Plaz sei. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Die Zustände in seinem Amtseifer von seinem durch das Gesetz that- schiedene Schiedsgerichte jegliche Ehrenamter aberfannt wurden und auf dem Postamt 19( Beuthstraße), theilte Kollege Staßler fächlich nicht gerechtfertigten Vorhaben nicht abstand, machte daß Frau Dmoch bis heute noch nicht über die während der ehe- mit, daß in dieser Angelegenheit bereits Remedur geschaffen Süßtind von seinem Hausrecht Gebrauch und forderte den Bemaligen Kellnerinnenbewegung vorgenommene öffentliche Samm worden ist.( Es handelte sich um die bekannte Verordnung des amten auf, seinen Laden zu verlassen. Der Beamte tam diefer lung abgerechnet habe. Diese Beleuchtung jener Gestalten sei, Herrn Direktors Lilienthal betreffs Aufstellung der Geschäftswagen Aufforderung nicht nach, worauf Süßtind einen Schuhmann wie schon gesagt, zwingende Nothwendigkeit angesichts des bevor der Poft.) Da bei der Packetablieferung sowie Packetherbeirief und diesen ersuchte, den Beamten aus dem Laden zu vorstehenden Kampfes und zur Aufklärung der Arbeiterschaft. abholung überall noch Uebelstände herrschen, die als sehr drückend iveifen. So weit war Genosse Süßkind in feinem In der Diskussion erklärte sich Pfeiffer mit dem Ausschluß empfunden werden, wobei besonders das Postamt in der Oranienvollen Recht und er wurde auch wegen Widerstands Schmidt's und Wiesemann's von der Konferenz einverstanden; burgerstraße in betracht kommt, wurde beschlossen, diese Angegen die Staatsgewalt und Ruhestörung freigesprochen, in Beziehung auf die von Timm angedeutete Reise Schmidt's gelegenheit in einer großen öffentlichen Versammlung, die im aber wegen Beamtenbeleidigung zu 50 Mart Geldstrafe gab Pfeiffer dahin weiteren Aufschluß, daß der nur selten Januar 1896 abgehalten werden soll, zu verhandeln, und man verurtheilt, weil er bei Herbeirufung des Schußmannes einen arbeitende Schmidt eines schönen Tages plötzlich nach forderte die Kollegen auf, bis dahin recht viel Material zu bebeleidigenden Ausdruck gegen die Person des Steuerbeamten ge- Amsterdamm gereist gereift sei, als er angenommen habe, forgen. Zum Schluß wurden einige interne Angelegenheiten braucht haben soll, wie ein damals zufällig vorbeigehender Land- in Konflikte mit seinen anarchistischen Gesinnungsgenoffen erörtert. bürgermeister gehört haben will. Eine Klage wegen Hausfriedens- verwickelt zu werden; als ihn jedoch die Mittheilung Ju Charlottenburg tagte am Montag eine Kommunal. bruch, die Genosse Süßfind gegen den Gerichtsvollzieher angestrengt erreicht hätte, daß sich der Hauptbelastungszeuge gegen ihn wähler- Versammlung. Die zahlreiche Zuhörerschaft folgte mit hat, weil derfelbe trot mehrmaliger Aufforderung das Ladenlokal hinter Schloß und Riegel befände, fei Schmidt schleunigst wieder Interesse einem Vortrage des Reichstags- Abgeordneten Klees nicht verließ, trotzdem er in demselben in amtlicher Eigen- zurückgekehrt. Täterow war ebenfalls mit der Haltung der aus Magdeburg, der in flarer, eindrucksvoller Rede die beschaft nichts zu suchen hatte, steht in dieser Angelegenheit noch zum Konferenz einverstanden; im weiteren erklärte er es für ein fannten Forderungen der Sozialdemokraten in den städtischen Termin. Der Ausgang derselben ist von prinzipieller Bedeutung. trauriges Zeichen der Zeit, daß es jedem fragwürdigen Troddel Bertretungen erläuterte und schließlich die Parteigenossen erDenn bekommt der Gerichtsvollzieher recht, so fann fünftighin gestattet sein könne, Bersammlungen einzuberufen und darin ehrliche mahnte, bei den Stichwahlen am Mittwoch auf dem Posten zu sein jeder Arbeiter, der noch irgend welche Steuer schuldet oder sonst Arbeiter herunterzuhunzen, sowie der Arbeiterschaft und der Arbeiter- und sich nicht vor der öffentlichen Stimmabgabe zu fürchten, die gepfändet werden soll, auf seinem Arbeitsplaße und in aller presse Infamien anzudichten, die natürlich niemand der zufammen- doch höchstens nur einzelnen eine Maßregelung eintragen fönne, Deffentlichkeit vor seinen Arbeitsfameraden von dem Gerichts getrommelten unwissenden Indifferenten zu widerlegen im stande aber nicht zu fürchten sei, wenn die Arbeiter Mann für Mann vollzieher heimgesucht werden, was doch etwas zu weit ginge." sei. Reißhaus Erfurt erklärt, daß er in Erfurt nicht zu von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen würden. In der Did= Eine Roufiskation eigener Art war es, welche der Straf- und Wiesemann auszuschließen; nachdem, was er gehört, ertenne durch Gellin und Görte ein von den Freisinnigen beab den Freunden des Beschlusses der Konferenz gehört habe, Schmidt fussion sprachen mehrere Redner in demselben Sinne, während fenat des Kammergerichts in seiner legten Sigung aussprach. er jedoch jetzt an, daß die Konferenzmehrheit nur allzu recht mit sichtigtes Wahlmanöver wurde, Es handelte sich um 400 Wachteln, die schon längst nicht mehr dem Beschlusse hatte. Es sei durchaus verwerflich, daß Schmidt Herrn nicht im besten Lichte erscheinen läßt. Nach der Daraufgedeckt im Besitze irgend jemandes find. Die Thierchen waren während der Schonzeit von Italien in Deutschland( Berlin) eingeführt und Wiesemann in die gutgeleitete Bewegung einen Keil hinein- fiellung der beiden Redner hat ein Herr Isa a c einem unferer worden, die Polizei hatte sie dann in Empfang genommen zutreiben suchen; solche Leute sollten von der Arbeiterschaft Genossen folgenden Vorschlag gemacht: Wenn die Sozialdemo und auf dem Tempelhofer Felde in Freiheit gefeßt. Das fonfequent isolirt werden. Witte ergänzte die Reihe der traten im 1. Bezirke, wo ein Freisinniger mit einem Kon Schöffengericht war darauf dem Antrage der Amtsanwalt Dunkelgestalten durch Angabe über eine Frau Pietschmann. fervativen in Stichwahl steht, für den Freisinnigen stimmen, schaft gefolgt und hatte die behördliche Einziehung der Wachteln Im Schlußwort betonte Timm, daß die im Bericht der" Post" dann würde Herr Isaack unseren Parteigen offen Material das geeignet wäre, den freisinnigen Kandidaten ausgesprochen, während das Landgericht als Berufungsinstanz über ihn enthaltenen Behauptungen von A bis 3 erlogen seien liefern, 5. Bezirkes bringen zu Fall zu und unserem das Verfahren einstellte, weil sich Wachteln, die längst verschwunden und daß er dagegen für seine Behauptungen zahlreiche Beweise des feien, nicht konfisziren ließen. Das Kammergericht gab der in Händen habe. Hierauf wurde einstimmig folgende Resolution Genossen den Sieg zu verschaffen. Natürlich wurde dieser unRevision gegen dies Urtheil statt und verwies die Sache in die angenommen: saubere Handel unfererseits entschieden zurückgewiesen und Borinstanz zurück. Die Konfistation tönne auch noch aus- Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Konferenz- betont, daß wir nur, im Vertrauen auf unsere gute Sache, aus gesprochen werden, wenn das zu tonfiszirende nicht mehr im Beschlüssen und und mit der Stellung des Delegirten einver- eigener Kraft fiegen wollten und uns nie dazu hergeben würden, Besize einer Person sei. Der Vorinstanz wurde anheimgegeben, standen, insbesondere erklärt sie ihr Einverständniß mit der die schmutzige Wäsche der Herren vom Freifinn zu waschen. festzustellen, ob die Wachteln nach Ablauf der ersten 14 Tage Abweisung von Personen, deren ganze Vergangenheit und jetzige Wenn die Arbeiter bei der Stichwahl ihre Schuldigkeit thäten, der Schonzeit während derselben feilgeboten seien. In Stellungnahme nur auf Schädigung der Arbeiterinteressen ge- dann würden unsere Kandidaten auch ohne solch verdächtiges diesem Falle wäre nach§ 7 des Gesetzes über die Schonzeiten richtet ist. Ferner spricht die Versammlung ihre volle An- Entgegenkommen von anderer Seite den Sieg erringen. des Wildes vom 26. Februar 1870 bie Beschlagnahme gerecht- erkennung über die Haltung des Vorwärts" aus, der, in Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, fertigt. Würdigung des schweren Kampfes, den die Arbeiter und den 11. Dezember 1895, abends 8% Uhr, Gemüthliche Zusammenkunft der Arbeiterinnen der Bekleidungsbranche zu führen haben, energisch Schleswig- Holsteiner im Restaurant des Landsmannes Saß, Martgrafentämpft, trotz aller gemeinen Berdächtigungen und Quertreibereien fraße 102. Verein Berliner Mechaniker. Mittwoch, den 11. Dezember cr., abends zweifelhafter Personen. Die Versammlung verspricht, für die s uhr, im Bereinslotal Restaurant Herkules, Neue Promenade 8. Was lehren uns die jüngsten Polizeimaßregeln und weitere Verbreitung unseres Arbeiterblattes umsomehr zu wirken." ordnung: 1. Vorführung einiger glastechn. Neuerungen von Hrn. W. Niehis. Hierauf wurde die Fünfer- Kommission durch Wahl des 2. Vorführung einiger Neuheiten von Hrn. G. Halle. die neuesten richterlichen Urtheile in Beziehung auf Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Mittwoch. Südost= Geschichte. die Gewerkschaften? Diese Frage behandelte Theodor Kollegen Reifing ergänzt, anstelle des ausgeschiedenen Büglers schule, Waldemarstraße 14: Nordschule, MüllerMehner in einem Vortrage, den er am 9. Dezember in einer Brandt. Bekannt wurde noch gemacht, daß die Potsdamer faße 179 a: Deutsch. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume sind zur Benutzung der Bibliothet und des reichhaltigen Zeitschriftenöffentlichen Klempner- Versammlung hielt. Der Filiale nächsten Sonntag ihr Stiftungsfest abhält, und daß dazu materials schon von 8 Uhr an geöffnet. Redner entwarf ein Bild all' der Drangfalirungen, denen die auch die Berliner Kollegenschaft eingeladen ist. Der UraniaLese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Frih Gesundbrunnen, abends 8% 1hr, bei Arbeiterbewegung bis jetzt ausgesetzt war, und gab der zuversichtlichen Vortrag wird nächsten Montag in der Oranienstr. 181 fortSaferland, Bellermannstr. 87. Gleichheit, abends 8% Uhr bei Stramm, Hoffnung Ausdruck, daß, wie die Arbeiterschaft bisher immer gesetzt und Mittwoch den 11. Dezember wird bei Rautenberg in als Sieger aus dem Kampfe hervorgegangen sei, dies auch fürder der Oranienstraße die Schlußberathung über den Tarif der der Fall sein werde! Ausnahmemaßregel gegen die Sozial- Mäntelbranche vor sich gehen. demokratie!" so sei in die Welt hinausgerufen worden, als Versammlungen. Das zu " Bieste, Schwedterstraße 33. Tages: Ritterstraße 128.- Beine, Rirdorf, abends 8½ Uhr, Brinz- Bandjerystr. 60, parterre.- Ginigtett, abends 8% Uhr bei Zeige, Triftstr. 1.- Theater und Leseflub Morgenroth, abbs. 9 Uhr, im Restaur. Diete, Lothringerstr. 67. Sozialdemokratischer Agitationsklub Osten, abends sy uhr, bei Jauer, Fruchtste. 52. bet Stehmann. Freiheit 1, Bülowstraße 65 bet Richter. Freya I, Männerchor Nord West( früher Klempner) Moabit, Embener- und Mathies. 1 = Neumann, Pase walterstr. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Adolf richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Mittwochy. Uebungsfunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Liebesfreiheit 1, Andreasfir. 26, bet Wilke. Norddeutsche Schleife, Melchiorstr. 15 Unverzagt 1, Manteuffelftr. 9 bei Nomad. ( Gemischter Chor), Rosenthalerstraße Nr. 57 bet Wernau. Lorbeer trang 1, Weinstraße Nr. 28 bet Späth. Deutsche Eiche 1, fraße, Störr'sches Gesellschaftshaus.- Gefangverein Arton III, Rigdorf, HerrGroße Frankfurterstraße Nr. 188 bei Gold. Echo 1, Pantow, Mühlenmanns n. Serrfurthstraßen- Ecke bei Weiß.- Freundestreue( gemischt.Chor), Südenstr. 36 bei Link. Ginigteit( Hutmacher), Rosenthaler fraße is bei Brüning. Allegro, Wrangelfir. 141 bei W. Schmidt. Steinnelte, Base= walterstraße 3 bei A. Neumann.- Süd Dit, Falckensteinstr. 7 bet Trittelmig. Stebestust, Fürstenwalde an der Spree, Schloßtelleret. Freter Siemensfiraßen- Ede 14. Supferfchmiede, Weinstraße 11 bet Feind. Rothe Melte 1, Schöneberg, Golzfir. 43 bei laufe. Appolonia, Rosenthalerstr. 57 bet Wernau.- Freiheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bei Straßen- Gde bei Silpert.neeglo dchen 2, Potsdam, Brandenburger Schneeg löd c) en 1, Rirdorf, Hermann- und KarlsgartenKommunikation 16 bei Glaser. Maiengruß 3, Friedrichshagen, Rundtheil, bei Lerche. Unverdroffen, Lindowerstraße 26 bei Sachs. etfenburg, Langeftraße 65 bet Owezarec. Vorwärts 7, Rummels: Kanistraße Ede bet Greinert = Hoffnung 3, burg, Göthe und Brandenburg a. S., Konfordia", Wilhelmsdorferstraße. Freiheits= tränge 1, Stallschreibe rfir. 29, Sum eichenen Glabe" bet schöning. Arbeitergesangverein von Brit in Briz, Bürgerftr. 4 bet Dorn. SeegerMaiengruß 2, scher Mannerchor, Sandsberger Allee 156 bei Göbel. bet Beyer. Dämmerlicht, Zorndorfer= Charlottenburg, Wallfir. 96 ftraße 17 bei Hoffmann. Edelweiß 2, Potsdam, Brandenburger Kom munitation 16 bei Glafer. Heimathtlänge, Räpenic, Rosenstr. 101 Männer- Ge fangverein Geduld, Gesundbrunnen, Buttbet Troppens. Chorinerfir. 55 bet Sobeck. mannstraße 17 bei Mohes. Gesangverein Freiheitstlänge II, Männer Gefangverein Palme, Belten t. d. M. bei Bemlin. Weiße Rose, Reinickendorf, Resibenzstr. 101 bei Malchin.. Ganges= Männer Gefangverein Siebert'u ft, Adalbertstr. 21 bet Roll. Gleichheit, Schönhauser blüthen, Stralauer Play 10-11 bet Poppe. Allee 135 bei Ramlow. Gesangverein Frohsinn II, Friedrichsberg, Wartenbergstr. 67 bet Lange. Sängerchor der Maler, Alte Jakobftraße 83.- Männer- Gesangverein 8 telbewußt, Beughofstr. 8 bei Behlendorf. Arbeiter- Gesangverein Einig", Blumenftr. 32 bei Retch.-ArbeiterGesangverein" Neue Beit", Gwinemünderstraße 45 bei Neuter. männer- Gesangverein Hilari tas, Hochftr. 32a bet Schmidt. beiter Gefangverein 8utunft II Nieder- Schönhausen, bet Setteforn, ser euzberger Sarmonie, Admiralstr. 18c bet Möhring.- Froh= Lindenstraße.. Bruderherz, Bernauerftr. 40-41 bei R. Borf. Stunde, Rottbuser Ufer 57 bei Ringel. A Ara In der General- Versammlung des Fachvereins der ein Hödel und Nobiling ihre wahnsinnigen Thaten begangen Lederarbeiter( Portefeuiller) berichtete am 2. Dezember d. J. hatten; als Ausnahmemaßregel gegen die gesammte, auch Alb. Voigt über die Thätigkeit des Vereins. Dann machte gewertschaftliche Arbeiterbewegung hätte sich aber die weide den Kaffenbericht vom legten Quartal bekannt, wonach Haupt- und Staatsaktion des Sozialistengesetzes in der Praxis die Einnahme 129,10 M. und der Bestand vom letzten Quartal erwiesen. dürfe jest nicht vergessen 41,40 m., die Gesammteinnahme also 170,50 M. betrug. Hierwerben. So wie das Ausnahmegesetz gegen jede selbständige von die Ausgabe im Betrage von 107,30 m. abgerechnet, bleibt Regung des werkthätigen Voltes verwendet worden sei, werde ein Bestand von 63,20 M. Die Zahl der Mitglieder ist auf 215 Die Gewerkschaftsbewegung auch die neuesten Praktiken der gestiegen. Der Kaffirer erhielt Decharge. Alb. Voigt berichtete Behörden, die neuesten Auslegungen des Vereinsgesetzes voraus über den Arbeitsnachweis. Danach wurden von den Fabrikanten sichtlich mit zu fühlen bekommen, müsse sie zum theil doch schon 51 Arbeitsstellen gemeldet und von den Arbeitern 29 gesucht. jetzt darunter leiden. Redner erinnerte dabei daran, daß jetzt der Erledigt fonnten 19 Stellen werden. Bei den Ergänzungswahlen Unfugsparagraph sogar auf gewerkschaftliche Aufrufe, wie: wurde Alb. Voigt vom 2. zum 1. Schriftführer gewählt, Knorr " Zuzug ist fernzuhalten", angewendet wird. Sollte diese Praxis zum 2. Schriftführer, Sch ambach und Dertel zu Beisigern allgemein werden, dann wäre das Koalitionsrecht, das der§ 152 des Vorstands, Görig und Winkelmann zu Revisoren, der Gewerbe- Ordnung den Arbeitern wie Unternehmern verleiht, üst für den Arbeitsnachweis. Zum Schluß schlug Görig für die Arbeiter nur noch todter Buchstabe auf werthlosem Papier. vor, im Februar einen Wiener Maskenball zu veranstalten; der Den mit schwarzen Listen operirenden Unternehmern dagegen werde Borstand hat den Vorschlag zu prüfen. nichts in den Weg gelegt. Dem gegenüber gebe es für die Arbeiter nur die die eine Parole: sich zu organisiren und Der Verband der Zimmerer( Bahlftelle Berlin) ehrte zu agitiren. Alle kleinlichen Bedenken müßten fallen gelaffen in feiner regelmäßigen Mitgliederversammlung am Sonntag zu und nur der eine Gedanke im Auge behalten werden, das nächst das Gedächtniß des verstorbenen langjährigen Milgliedes Solidaritätsgefühl zu pflegen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem I. Schmidt in der üblichen Weise. Sodann hielt Genosse Beifall aufgenommen. Nach kurzer zustimmender Debatte gingen er einen trefflichen Vortrag über:" Die Nothwendigkeit man zur Besprechung der in den Werkstätten und auf den der Verkürzung der Arbeitszeit", worin er die Verkürzung der aus wirthschaftlichen, fanitären und Bauten herrschenden Berufsverhältnisse über, bei deren Erörte Arbeitszeit fitt rung die Nothwendigkeit der Organisation um jeden Preis betont lichen Gründen befürwortete und mit der Aufforderung wirken, daß die Arbeitszeit gefeßwurde. Alle Rebner vermieden absichtlich, den Streit um die schloß, dahin beste Organisationsform aufzurühren, so daß die Versammlung lich geregelt werde, wozu es auch nöthig sei, gefchloffen in würdig verlief. Durch eine Resolution wurde schließlich der Gewerkschaften zusammenzutreten, wie überhaupt das SolidaritätsVertrauensmann der Klempner beauftragt, alle vier Wochen eine gefühl nach jeder Richtung hin zu pflegen. Aber nicht kleine öffentliche Klempner- Versammlung einzuberufen. Organisationen, sondern solche im weitesten Umfange, also große Organisationen müßten dem Kapital entgegengestellt werden. In der öffentlichen Versammlung der Schneider und De Redoner erntete reichen Beifall. In der Diskussion wurde Näherinnen aller Branchen, die am 9. Dezember in der Ber- auf die vielen Uebelstände des Zimmererberufs hingewiesen. Weiter liner Ressource tagte, berichtete Timm kurz über den Verlauf theilte man mit, daß ein Kamerad, ein sogenannter Postengeselle, der in Erfurt abgehaltenen Konferenz der Konfektionsschneider dafür gesorgt habe, daß 6 Mann, die in den Arbeitspausen die anderen und Näherinnen Deutschlands, von deren Berathungen die Kameraden zum Beitritt zur Organisation aufforderten, sofort unter Arbeiterschaft schon durch die Partei- und Gewerkschaftspresse dem Borwand ihre Entlassung erhielten, es jei kein Material da. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bu hinreichend unterrichtet ist. Wegen des in Aussicht stehenden Auf Borhalt der entlassenen Kameraden habe der Polier erklärt, Ichriften find zu richten an B. Gent, Dresdenerftr. 107-108, 1. Stfl. IVi Mittwoch: Geselliger Verein Brüderlich tett, Georgentirchfir 65 bei Kampfes zwischen den Konfektionsarbeitern und Unter- daß der Postengeselle der Denunziant sei und sie nur wegen ihrer Späth.- Verein Rhetorit, Manteuffelstr. 95 bet Schulze. Theaterverein nehmern nahm der Referent dann Gelegenheit, einige Agitation entlassen worden wären. Betont wurde demgegenüber, Proletariat, Nau nynftr. 83 bei Köhn. Bergnügungsverein Amor 2, dunkle Gestalten zu stizziren, die stets bei ernsten Situa- daß man sich durch solche Vorkommnisse nicht abschrecken lassen bei Ziehs.- Gefelliger Berein Freundschaft, Bimmerfir. 89 bei Engel. Buttmannstr. 9 bet se ntschel. Rauchflub Rothe ahne, Cuvryftr. 48 tionen auftauchen und diese im Interesse der Unternehmer oder solle, zu agitiren; habe sich die Organisation bis jetzt in furzer Gefelliger Verein Deutsche Eiche, Fürbringerftr. 7 bet Grothe. Theater auch für ihre eigene Person nach Möglichkeit auszunuzen suchten. Beit verdoppelt, so müsse man dafür sorgen daß verein Bühnenverb and Apollo, Prinzen- Allee 10 bei Bergemann. Veranlassung dazu gebe ihm der Umstand, daß das Sprachorgan fie fich nochmals verdoppelt, und man werde dann für die Mundharmonita- Be rein Borwärts, Boffenerstr. 52, Restauraut. felliger Verein i egniger Schweiz, Liegnigerstr. 9 bei Sabel. des Herrn von Stumm, bie" Post", feine Spalten Verkürzung der Arbeitszeit mit Erfolg eintreten tönnen. Kamerad Theaterverein Nora, Admiralfir 18c, Märkischer Hof. Verein Ge= jenen Elementen in weitem Maße geöffnet habe. Zuerst Büchner wurde einstimmig zum Revisor gewählt. Nach Erfelliger Bund, jeden 2. Mittwoch im Monat, bei Sommer, Grünftr. 21. handelte es sich int die beiden Don der Erfurter ledigung mehrerer interner Angelegenheiten wurde die gutbesuchte Gesang- Verein offnung, Friedrichsberg. Uebungsstunde abends Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Arbeiter: Konferenz ausgewiesenen Delegirten der lokalen Richtung, Bersammlung geschlossen. 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karistr. 34.- Gefangverein 2erche, Schmidt und Wiesemann. Schmidt habe früher dem - PrivatDie öffentliche Versammlung der Album- und Mappen- ebungsfi. abends 9-11 Uhr bel Mar Mörschel, Schönhauser Auce 28. deutschen Schneider- und Schneiderinnenverbande angehört. Für Stromstr. 28. Priv at- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Gigung mit einige Monate sei er mit der Bureauführung des Arbeits- arbeiter, die zum 9. d. M. nach dem Roll'schen Lokale in der Theatergesellschaft Heimathi ust, Uhr Sigung im Vereinslokal bei Lange, nachweises beauftragt worden, als deffen ständiger Leiter mußte Adalbertstraße einberufen war, konnte wegen zu schwachen Be- Damen, abends uhr, Seughofftraße 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. Theaterverein unitum, abends 9 ühr bei Wiersdorf, er eine politische Strafe verbüßen. In dieser Eigenschaft fuches nicht abgehalten werden. Die schwache Betheiligung hatte atte Jatobftraße 96/97: Gigung mit Damen. Turnverein Fichte. Mittwoch und Sonnabend von 8 bis sei ihm auch die Leitung eines Verbands- Stiftungsfestes anvertraut ihren Grund in der gleichzeitigen Tagung einer Orts- Kranken- 1. Manner: Abtheilung turnt faffen- Bersammlung, wo Delegirtenwahlen vorzunehmen waren, 10 Uhr, Turnhalle Friedenfiraße 37. 3. Männer Abtheilung turnt Miltwelchen Umstand man bei Einberufung der Versammlung nicht woch und Gonna bend Abend von 8-10 Uhr, Turnhalle Böckhstr. 27. 2. Lehrlingsabtheilung turnt Mittwoch n. Sonnabend 8-10, Staligerstr. 56-57. berücksichtigt hatte. Bereinigung der Turnfreunde. Mittwochs und Sonnabends, Turnen von 8-10% Uhr abends in der Zurnhalle, Demminerftr. 56-57, Geselliger Verein unter uns, Gizung 8 Uhr bet Fischer, Must toilett anten- Berein prectosa abends 8% Uhr bei Beusselstr. 66. Geisler Fenn- und Tegelerstraßen- Gce, Uebungsstunde, Aufnahmen. Wusit- Dilettanten- Werein orbische klänge, bet center, Swinemünderfraße 45, uebungsstunde von 8 bis 11 hr. Schwimmverein Nord Ge abends 7% Uhr Admiralsgarten bad, Friedrichstr. 102, Uebungsstunde. felliger Verein Anna- Marie, abends 9 Uhr, im Restaurant Roll, Adalbertstraße 21, Sigung. Stattlub Die Lufttige 8wölf, im Restaurant RuhlAndree, Chorinerftr. 53. Statflub 50, 8% Uhr Sigung bet Fechner, WienerKraft- und Artistentlub ich e", Mittwochs von 9-11, Sonnfiraße 50. Artisten und tags von 11-1 tbr, bei Auguftin, Kaftanien- Allee 11. Ringsport Verein Vereinte raft. Mittwoch abends von 9-11 Uhr, Sonntag vormittags 10-11% Uhr bei Serrath, Plan- Ufer 92a. Vergnügungsverein Fortuna, abends 8 Uhr, Sigung bei Schulz, Weberstr. 10. Theaterverein ariete, bei Weigt, Martgrafenftr. 97. MusttotlettantenRauchtluh Berein snatch, abends 9 Uhr bei Steffens, Stolbergerftr. 2, Bereinsabend. Grüne Quaste, abends 9 Uhr bei Sieberer, Holz. marttstraße 48a. Rauchklub Granate, Forsterftr. 40 bet Tuguntte= Rauchklub Artona, abenbe 8% Uhr bet Richter, Stalizerftraße 41. Orientalischer Rauchflub, abends 9 Uhr, Reichenr bergerftraße 24 bet Tauschte. Rauchttub Frisch gewagt, abends 9 uh. Rauchklub Roochloch= bei F. Rockendorf, Bofenerstraße Rauchtlub Messa= Admiralfir. 33 tm Restaurant abends 9 11hr. Tina, bei H. Wuttke, Graubenzerstr. 2.@ tat- lub Treff, Frankfurter allee 90 bet D. Babel. Rauchtlub Ohne 8wang, Weinjtr. 28 bei Stauchflub Die Dampfenden, Langestr. 24 bet Jeratsch. epäth. worden; zur Abrechnung darüber sei er aber erst mit größter Mühe, nachdem fast ein Jahr vergangen, zu bewegen gewesen. 15 Eizungen hätten deshalb anberaumt werden müssen und unzählige Male sei die zur Regelung der Angelegenheit eingesetzte Der Verband aller im Handels- und Transport: GeStommiffion genarrt worden; auf Drängen nach Abrechnung werbe beschäftigten Hilfsarbeiter, dessen Bureau und Arwären von Schmidt die unfläthigsten Briefe eingelaufen, bis beitsnachweis sich Neue Grünftr. 10, 1 Tr. befinden, hielt am schließlich eine Verbandsversammlung einstimmig beschlossen habe, 3. Dezember feine Mitgliederversammlung in der Berliner gegen Schmidt die Staatsanwaltschaft anzurufen. Darauf habe Ressource ab. Nachdem der Vorsitzende mitgetheilt hatte, daß Schmidt wegen angeblicher, Erpressung" gegen die auf Abrechnung seit der letzten Versammlung 75 Kollegen neu aufgenommen Drängenden vorgehen wollen, sich aber schließlich flugerweise worden sind, und nachdem auf das bei Keller, Koppenstraße, am bequemt, durch sofortige vorläufige Deponirung von 50 M., der 1. Weihnachtsfeiertag stattfindende Familienfest hingewiesen war, die weitere Regelung folgte, dem Verlangen der Kollegen nach hielt Schriftsteller Heinrich Schulz einen sehr beifällig zukommen. Von den weiteren Verwandlungen, die Schmidt aufgenommenen Vortrag über das Thema: Deutsche Zu In der durchgemacht habe, sei noch hervorzuheben, daß bei der Erfurter stände zur Zeit der franzöfifchen Revolution. Konferenz von seinen früheren anarchistischen Freunden eine War- Diskussion wurden die Ausführungen des Referenten von nung eingegangen sei, worin er beschuldigt wäre, Beziehungen verschiedenen Rednern ergänzt. zu bemerken ist noch, daß der Bekannter seien die Entwicklungs- Borsigende bei Beginn des Vortrages Gelegenheit nahm, einen zur Polizei zu haben. stabien Wiesemann's. Nachdem er bei der am Herrn Gaffrou denselben Herrn, auf den im Vorwärts" 13. Januar in Berlin abgehaltenen Konferenz bereitwilligst bereits des öfteren aufmerksam gemacht wurde aus dem Saale zugelassen worden sei, habe er in seiner Berichterstattung darüber zu weisen. Verschiedene Bemerkungen aus der Versammlung bie bündige Erklärung abgegeben, nicht eher ruhen zu wollen, ließen darauf schließen, daß dieser Herr Gaffron den Anwesenden bis der Verband vernichtet sei. Das Gebahren der Frauen seit längerer Beit nicht von der erfreulichen Seite bekannt war. Gubela und Dinoch sei unter der Arbeiterschaft ebenso stadt. Der Vorsitzende bemerkte, daß hier für Leute wie Gaffron fein " 5. & e= Viel Geld sparen kann ein jeder, der sich die günstige Gelegenheit nicht entgehen läßt, bevor zu den Weihnachts- Einkäufen geschritten wird, die mir zum Verkauf übergebenen 1100 Stück Kleiderstoffe und 500 Dukend Nnterröcke in Augenschein zu nehmen. Der Verkauf dieser Waaren geschieht nur in den Separat- Abtheilungen meiner neu hinzugenommenen Verkaufsräume und dauert nur bis zum 15. Dezember. Es bieten sich dadurch dem kaufenden Publikum die denkbar günstigsten Vortheile, gute praktische Weihnachts- Geschenke um mindestens die Hälfte billiger einzukaufen • als bisher. 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( Boden, Trinkwasser- Versorgung, Städtereinigung, Wohnungshygiene, Volksbäder, Nahrungsmittel 2c.) Herr Dr. Heymann. Dienstag: Kein Unterricht. Mittwoch: Nord- Schule, Müllerstrasse No. 179a Montag: Nationalökonomie( wie in der SüdoftSchule). Herr Dr. A. Bernstein. Dienstag: Rein Unterricht. Mittwoch: Geschichte.( Mittelalter. Die alten Deutsch( wie in der Südost- Schule). Deutschen. Völkerwanderung. Kirche und Staat. Mohamedanisch- arabische Kulturperiode. Feudalismus und Zunftwesen.) Herr Dr. Pinn. Donnerstag: Deutsch.( Lektüre. Anfertigung von Auffäßen.) Herr Heinrich Schulz. Freitag: Rede- Uebung. Herr Heinrich Schulz. Sonnabend: National- Oekonomie.( Die Mary Engels'schen Lehren. Werth, Mehrwerth, Kapital.) Herr Dr. A. Bernstein. Herr Heinrich Schulz. Donnerstag: Oeffentliche Gesundheitspflege( wie in der Südost- Schule). Herr Dr. Weyl. Freitag: Geschichte( wie in der Südöft- Schule). Herr Dr. Pinn. Rede- ebung. Sonnabend: Herr Heinrich Schulz. Der Unterricht beginnt pünktlich um 9 Uhr abends und endet pünktlich um 10 Uhr. Die Schulräume find täglich von 8 Uhr abends an geöffnet( Sonntags 10-12 Uhr), um den Mitgliedern Gelegenheit zur Benutzung des Zeitungs-, Zeitschriften- und Büchermaterials zu geben. Es liegen in beiden Schulen fast fämmtliche proletarischen, sowie die wichtigsten bürgerlichen Tageszeitungen, außerdem eine große Anzahl von wissenschaftlichen Revuen, Fachschriften, Ge werkschafts- und Wizblättern aus. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen Verfammlungen abgehalten, in denen wichtige Fragen allgemeinen Interesses in populär- wissenschaftlicher Weise erörtert werden. Unter sachfundiger Leitung werden ferner wissenschaftliche, künstlerische und gemeinnüßige Justitute be fichtigt, um allgemeine Beben der ſpeziellen Ausbildung unserer Mitglieder auch für ihre Der Mitgliedsbeitrag, sowie das Unterrichtsgeld für jedes Unterrichts: fach beträgt monatlich je 25 Pf. Aufnahme neuer Mitglieder( am besten bei Beginn jebes Semesters) sowie die Zahlung der Beiträge erfolgt in beiden Schulen und in den nachstehend verzeichneten Zahlstellen: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. So. Südost- Schule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grabe, Mariendorferstr. 5. Windhorst, Junkerstr. 1. 0. Owczarek, Langestr. 65. N. Nord- Schule, Müllerstr. 179a, Gnadt, Butbuferstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42, NW. Löffler, Stendalerstr. 12, Ww. Werner, Bülowstr. 59. Der Vorstand. NB. Alle Briefe, Anfragen und Zusendungen 2c. sind an den Vorfizzenden, Schriftsteller Heinrich Schulz, Berlin SO. 16, Raiser- FranzGrenadierplatz 7, alle Geldsendungen an den Kassirer H. Königs, Berlin S. 59, Dieffenbachstr. 30, zu richten. Stoppenstraße Louis Keller's Festsäle, Nr. 29. Sonnabend, den 14. Dezember 1895: 4/16 Roppenstraße Nr. 29. Großes Extra- Konzert, veranstaltet von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend( Direktion: Gustav Grass), Anfang 8% Entree 25 Pfennig. Nach dem Konzert: Grosser Ball. hr. Jeden Morgen von 28 Uhr ab 63/5 Berkauf von Rüdenfett, Liesen, Knochenfleisch, Schinkenfnochen, Schinkensped, Blut- und Leberwurst sowie allen übrigen Fleisch- u. Wurstwaaren zu äußersten Engrospreisen. Wurfffabrik mit Dampfbetrieb, Wilhelmstraße 56, Hof redyts. In Berlin einzige Verkaufsgrossartige Auswal stets neueste Muster 1739b Stelle einer Rathenower opt. Fabrik. Bei Bedarf optischer Waaren, als alle Sorten Brillen, Klemmer, Operngläser, Perspective, Krimstecher, Fernrohre, Stereoskope, Pantoscope, Lupen, Lesegläser, Laterna magica, Thermometer, Barometer u. s. w. empfehle meine Verkaufsstelle Brunnenstrasse 1, Eingang Weinbergsweg. 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Bon einer Lieferung zurückgebliebene 2000 Shid fogenannte ArmeePferde- Decken werden wegen verwebter,( nicht ganz fauber) ausgeführter Bordüre zam spott billigen Preise von M. 4,25 ver Stud direkt an Landwirthe ausverkauft. 1 Diese dicken- anverwitst lichen Decken finb warm wie ein Pelz, ca. 150x180 cm groß,( alse beinahe das ganze Bferd bebedend), duntelbraun mit benähten Rändern und 8 breiten Streifen( Bordüre) verfehen Kl. Boften engl. SportPferde- Decken, goldgelb und erbsgelb, Größe ca. 160X205- benäht mit prachtvollen 4 breiten Streifet versehen, offerire wegen ganz geringem( nur vom Fachmann merkbarem) Bebefehler à M. 6,25 per Stück, sonst Mr. 15,-. Deutlich geschriebene Bestellungen, welche nur gegen Borhersendung oder Nachnahme des Berages ausaeführt werben, an den General Bertreter ber Bereinigten Wollwaaren Fabriten" G. Seubert, Berlin W., Leipziger Straße 115. NB Für nicht Bufagendes berpflichte ich mich, ben erhaltenen Betrag zurückzusenden Weberstr. 16 u. 39312 Gerichtsstr. 31. Backbutter à Pfd. 80 u. 90 Pf. #. Tafelbutter à Pid. M. 1, Achtung! Küchen- Einrichtungen. Eisernes oder Emaille Geschirre, Messer, Gabeln, Löffel, Glas und PorUm zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Donnerstag, 12. Dezember, abends 8 Uhr, bei Herrn Gold, Große Frankfurterstr. 133: Vertrauensmänner- Versammlung für den Often. $ Tages Ordnung: 1. Besprechung über„ Lohn- und Arbeitsverhältnisse". 2. Was fordern wir? Es ist Pflicht der Verbandskollegen, daß sämmtliche Werkstätten des Oftens vertreten sind. 799 Die Ortsverwaltung. Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe Berlins und Umgegend. Freitag, den 13. Dezember, nachmittags 5 1hr, im Lokal des Kollegen Henke, Naunynstr. 27: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Vereins- Synditus Dr. Schöps über Ertheilung von Schank und Singspiel- Konzessionen in Berlin und den Vororten". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Im Auftrage: C. Behrend. 1 69/8 Allgemeiner Verein der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands.( Filiale Berlin). Donnerstag, den 12. 6. M., abends 7 Uhr, im Lokal des Herrn Wernau, Rosenthalerstr. 57: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Max Kiesel über die Chartistenbewegung. 2. Diskussion und Verschiedenes. Gäste find willkommen. Uni zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 195/4 Die Ortsverwaltung. Achtung! Schöneberg. Achtung! Donnerstag, 12. Dezember, abends 7 Uhr, im Saale des Herrn Obst, Grunewaldstr. 110: Gr. öffentl. sozialdemokrat. Volksversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Regierungs- Baumeisters Kessler: Die Stellung der Sozialdemokratie in neuester Zeit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 208/17 Bur Deckung der Unkoften findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. zellan, Bürsten, ſowie fämmtlichem zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Complettirungsartikel f. Haus ut. Küche kaufen Sie am billigsten im Arbeiter- Verkehrs- Almanach Berlin und Bürgerlichen Kaufhaus G. Gerstel 8856L* für den Südwesten: 100 Belle- Alliance Straße 100, für den Norden: 105 b Friedrichstraße 105b an der Weidendammer Brücke. Vorwärts. Beliebter[ 88542* Berliner Bitter. R. Hubert, W., Göbenkrake 21. Selten günftige Gelegenheit! Nur einmaliges Juferat! So lange der Borrath reicht, versende unter Nachnahme nach allen deutschen Bostorten für nur 4 Mark 6 Meter doppeltbreit Damentuch zu einem vollständigen Kostüme, in Farben: blau, grün, bor: deaux, grau und braun. Nur fofortige Bestellungen werden erledigt. 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