BERLIN Donnerstag 23. August 10 Pf. Ar. 398 B 192 45. Jahrgang. n t e t g t H» t e i<: Die einspaltige Nonpareillezeil« «0 Pf., Sleklamezeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. ogscheckkontv: DvrrvürlS'Derlag G. m. d. Berlin Nr. 87636. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 E r« ch e i n t tfig Ii ch außer Gonntag«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 86 Pf. pro Woche, 3,60M. pro Monat. Sledaition undErpedition: Berlin SW 6«, Lindenstr.» Das Weltparlament eröffnet! Michskanzler Mütter begrüßt die Interparlamentarische Llnion. Die erste Sitzung. Am heutigen Dormittog fand im Sitzungssaal des Reichstags die erste Vollsitzung der Interparlamentarischen Union statt. Der Saal wies einfachen Blumenschmuck auf. Auf der großen Längswand waren in roten und weißen Blumen die Worte dar- gestellt:.Interparlamentarische Union, 2S. Konferenz. 1889— 1928." Als Vertreter der Reichsregierung waren mit dem Reichskanzler Müller die Reichsminister o. Guärard, Koch-Weser, Dietrich und Dr. Stresemann erschienen. An Stelle des erkrankten Vorsitzenden des Barons Adslswärd, eröffnet der stellvertretende Vorsitzende B r a b e-Tschechoslowakei die Konferenz. Er teilt mit, daß der Rat der Union vorschlägt, den Präsidenten der deutschen Gruppe, Abg. Prof. S ch ü ck i n g. zum Vorsitzenden des Songresses zu wählen. Die Versammlung stimmt diesem Vorschlage mit lebhaf- tem Beifall zu. Prof. Schücking dankt sür die Wahl und sührt dann in seiner Begrüßungsansprache weiter aus: „Eine Versammlung, so repräsentativ für das parlamentarische Leben ihrer Zeit, wie dies«, haben unsere Räume erst einmal im Jahre 1908 erblickt. Namens der auf mehr als LS0 Mit- g lieber angewachsenen deutschen. Gruppe der Inter» parlamentarischen Union habe ich die Ehre, Ihnen ein herzliches Willkommen zu entbieten. So schwer die Nachwirkungen des Krieges sind, unter denen der größte Teil der Welt heute noch leidet, wir erleben eine merkwürdig interessante Zeit. Was einst Kant als das größte Problem der Menschengattung bezeichnet hat. zu desien Lösung die Natur uns zwinge: die Ausrichtung einer das Recht verwaltenden Organisation der mensch- lichen Gesellschaft, ist im Werke. Aber noch stehen w,r mitten in dem Zeitalter des Uebergangs. Altes ringt mil Neuem auf der ganzen Linie, und es wäre töricht, zu glauben, daß die Kräfte des Alten heute schon erstorben und daß die alten Methoden der auswärtigen Politik längst überall über Bord geworfen feien. Und doch, wieviel hoffnungsvolle Ansätze zum Neuen sind überall hervorgesprossen wie die junge Saat im Frühling. Gedanken, die noch vor wenig Jahrzehnten von einzelnen Pionieren des Völker- rechtlichen Fortschritts gedacht und von der Mehrzahl ihrer Volks- genossen belächelt wurden, beschäftigen heute hie Kabinette der ganzen Kulturwelt. Di« Wahrheit ist auf dem Marsche, aber es gilt, ihr zum Durchbruch zu verhelfen Die Interparlamentarische Union ist heute in aller Welt die vornehmste Repräsentantin dieser neuen Ideenwelt. Groß sind die Leistungen, die sie zu ihrer Verwiklichung in der Ver- gangenheit gemacht hat. größer noch sind die Aufgaben sür die Zukunft, wenn unsere Organisation in der Vergangenheit auch nichts anderes geleistet hätte als jene berühmte Denkschrift an die Mächte über die international« Schiedsgerichtsbarkeit, die der belgische Baron Descamps den Regierungen unterbreitere und die das Fun- dament für die bezüglichen Arbeiten der ersten fjaager Friedenskonferenz geworden ist, so würden sie doch den Grundstein zu einem Zeitalter internationaler Gerechtigkeit gelegt haben. Aber wie manches andere Verdienst hat die Interparlamentarische Union sich seitdem erworben... Ich beschränke mich aus den chinweis, daß auch der Kellogg. Pakt nur ein« Resolution wider- spiegelt, die wir schon auf der Plenarkonferenz des Jahres 192S in Bern gefaßt haben. Aber Größeres und Schwierigeres ist noch zu tun. Wir müssen auch sozusagen die soziologischen Ursachen der Krieg« bekämpfen. Möchten all« Wähler im Land« die Ueberzeugung teilen, die uns hier zusammengeführt hat, jene Ueberzeugung, die ein Amerikaner trefflich mit den Worten formuliert hat:„Niemand ist berechtigt, dies« Welt so zu verlassen, wie er sie vorgefunden hat!" Reichskanzler Hermann Müller begrüßt die Konferenz der Interparlamentarischen Union zunächst im Auftrage des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Seit Iahren gehöre ich selbst der Interparlamentarischen Union an. Ich dars zunächst meiner Genugtuung über das stetige Wachsen der Union Ausdruck geben, die nur der ermessen kann, der die Fort- schritte erkennt, welche unsere Union seit der Griindung erzielt hat. Gewiß, als internationale Einrichtung blickt die Union erst auf dreißig Jahr« zurück, zwar nur ein Menschenalter, aber doch schon eine lange Periode, wenn man an die Schnelleb'gkeit unserer heutigen Zeit denkt, die im Zeitraum weniger Jahre Umwälzungen hervorgerufen hat, wozu in früheren Epochen Jahrhunderte nötig (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Hier wird der Pakt unterzeichnet. Das franzosische Außenministerium(Quai d'Orsay) in Paris, in dem am 27. August der Kellogg- Pakt zur Aechtung des Krieges unterzeichnet werden soll. Rülkgang der Potsdamer Typhusepidemie. Gestern nur drei Erkrankte eingeliefert! Die Hoffnung, den Typhusherd In Beelitz abzu- schnüren, scheint sich zu bestätigen. 3m Lause des gestrigen Tages sind in die Potsdamer Krankenhäuser nur drei Er- krankte eingeliefert worden, die aus Eiche stammen. Die Potsdamer Gesundheitsbehörden haben noch- mals nachdrücklich daraus aufmerksam gemacht, daß eine wirksame Bekämpfung der ansteckenden Krankheit nur dann möglich ist, wenn in jedem Haushalt die Milch vor dem Genuß abgekocht wird, um alle Bazillen zu vernichten. Offenbar wird leider diese Warnung noch immer nicht sorgfältig genug beobachtet. Durch die zu- ständigen Kreisbehörden werden alle Molkereien, die Milch nach Potsdam einführen, jetzt täglich überwacht, so daß anzu- nehmen ist, daß keimhaltige Milch nicht mehr in den Verkauf gelangt. * Zu den Typhuserkrankungen, die jetzt in vielen Orten Deutsch- lands auftreten, gibt der Landesausschuß sür hygienische Volks- belehrung folgende Aufklärungen: „Krankheiten kommen oft wie Gewitter. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel der Gesundheit und bald hier und bald dort schlägt der Blitz ein. Ein solches Typhusgewitter hat sich jetzt, wie die Zeitungen melden, in der Gegend von Potsdam und Schlesien entladen. Wie der Blitzableiter und die sonstigen allgemein bekannten Schutzmaßnahmen dem Naturgewitter seine Schrecken nehmen, so gilt das auch von Krankheitsgewitter. Der Blitzableiter für den Typhus führt den Namen„Sauberkeit". Der Typhus ist eine ansteckende Krankheit, verursacht durch den Typhusbazillus, der auf dem Wege durch den Mund in den mensch- lichen Körper Eingang findet. Dabei kann die A n st e ck u n g d: r e k t von Mensch zu Mensch oder indirekt erfolgen durch Bakterien, die sich im Trinkwasser, in der Milch oder sonst auf Nahrungsmitteln (Obst, Gemüse usw.) befinden. Der erkrankte Mensch scheidet Typhus- bazillen hauptsächlich durch Kot und Harn aus. Daraus ergibt sich, daß diesen menschlichen Ausscheidungen gegenüber ganz besondere Sauberkeit am Platze ist. Peinlichste Reinhaltung der Aborte, Per- meidung der Benutzung von Wäsche oder Kleidungsstücken, Eß- a�er Trinkgeräten, die mit dem Erkrankten irgendwie in Berührung ge- kommen sind, ist also unbedingte Pflicht. Neben diesen Uebertragungswegen spielt noch ein dritter eine wichtige Rolle, bei dem die Krankheit auftritt wie der Blitz aus heiterem Himmel. Es gibt nämlich Menschen, die ohne krank zu sein. Typhus bazillen ausscheiden. Diese „gesunden Kranken" sind entweder einmal selbst typhuskrank gewesen, und zwar wieder genesen, scheiden aber oft Monate und Jahre hin- durch den krankmachenden Ansteckungsstoff noch aus; oder aber es handelt sich um Personen, die gleichsam von Natur aus gegen die Krankheit unempfindlich find, d. h. sich, ohne je zu erkranken, irgend- wie einmal angesteckt haben und nun ständig durch die Ausscheidung von Bazillen eine Gefahr für ihre nähere und weitere Umgebung bilden. Da gegen diese Keimträger keine gesetzlichen Maßnahmen ergriffen werden können, um sie unschädlich zu machen, Hilst nur wieder„Sauberkeit" als Blitzableiter. Man mache sich zur Ge- wohnheit, nach jeder Bemitzung des Abortes sich gründlich die Hände zu waschen, Ob st und Gemüse zu waschen, zu putzen, zu schälen, zu kochen und im Zweifelsfalle auch nur abgekochte Milch zu genießen. Im übrigen wird die Befolgung der staat- lichen Abwchrmaßnahmen(polizeiliche Meldung, Isolierung, Des- infekiion usw.) bei verständnisvollem Zusammenwirken von Arzt und Publikum stets genügen, der Ausbreitung einer Typhusepidemie Einhalt zu gebieten. In gefährdeten Gegenden ist die Schutzimpfung, die uns im Kriege so außerordentlich gute Dienste gegen den Thyphus geleistet hat, empfehlenswert: im übrigen aber gilt im Abwchrkampf gegen den Typhus der Satz:„Reinlichkeit ist's halbe Leben"— manchmal sogar das ganze!" Das Weltparlament. ( Fortsetzung von der 1. Seite.) maren. In dieser Zeitspanne lag die Ratastrophe des Welt. trieges, der selber naturgemäß die Arbeiten der Interparlamen tarischen Union jäh unterbrach, und dessen psychologische Nachwir fungen noch Jahre hindurch die Aufnahme freundschaftlicher und vertrauensvoller Beziehungen unter den Nationen erschwerten. Immerhin werden diejenigen, die in den ersten Jahren nach der Beendigung des Weltkrieges auf den Tagungen der Interparlamen tarischen Union waren, sich mit Genugtuung daran erinnern, daß auf ihren Tagungen zuerst die Bande wieder angeknüpft wurden, die nie mehr zerreißen dürefen, wenn Europa nicht doch noch zu einem Trümmerhaufen werden soll. Besonders gerne gedenke ich dabei eines Mitgliedes der Interparla mentarischen Union, des verstorbenen Herrn Weardale. der sich seinerzeit in Stockholm eifrig bemühte, die Delegierten vergessen zu lassen, daß sie zum Teil bis 1918 in feindlichen Lagern gestanden hatten. Diese Zeiten gehören hoffentlich bald völlig der Bergangenheit an. Die Abgründe, die zwischen den einzelnen Völkern sich aufgetan, beginnen sich mehr und mehr zu schließen. Die Barrieren zwischen den einzelnen Staaten find gefallen, und von hüben und drüben reichen sich die Menschen, die guten Willens sind, die Hände zur gemeinsamen Arbeit. Nächtliches Trommelfeuer. 11838 Hochbetrieb in der Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen.gue.es nur die Genehmigung zum Tontaubenschießen, hat auf Grund zahlreicher Beschwerden und Klagen bei den Ver. maltungsgerichten mitgeteilt, daß er die Erlaubnis für Büchsenstände und den Pistolenstand versagt und die vorläufige Einstellung des Betriebes auf den Tontaubenschießständen angeordnet habe. ( Schreiben von 2. August 1928. Tgb.-Nr. 1736.) Durch Schreiben vom 20. Auguft hat der Amtsvorsteher nunmehr mitgeteilt, daß er diese Verfügung aufgehoben habe. Es wird also jetzt wieder munier weiter gefchoffen auf nicht genehmigten Schießplätzen und die Ver= fuchsanstalt baut aus Freude über ihren Erfolg jegt große Lichtanlagen mit Scheinwerfern, jo daß auch in späten Abendstunden und nachts gefchoffen werden kann. Es ist taum ein Jahr vergangen, daß die Stadt Berlin das dem| stände- wenigstens seiner Meinung nach nicht erteilt hat, sondern Prinzen Friedrich Leopold gehörende Gut Düppel getauft hat, um Siedlungsgelände zu schaffen und um den prächtigen Wald bestand für die Erholung der werttätigen Berliner Bevölkerung zu erhalten. Es berührt unter diesen Umständen sehr merkwürdig, daß die Sadt Berlin die Interessen ihrer Bevölkerung dadurch zu wahren glaubt, daß sie den schönsten Teil des Eichenwaldes einem gewerb lichen Unternehmen überläßt, und noch merkwürdiger wird die Geschichte dadurch, daß dieses Unternehmen, welches unter der prunt vollen Firma zeichnet: Deutsche Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen, E. B.". auf der ihr überlassenen Fläche einen öffentlichen Schießplag allergrößten um fangs mit den allermodernsten Schießeinrichtungen versehen, an gelegt hat und noch weiter ausdehnt. Hier vergnügen sich die Schießsportfreunde am Taubenschießen und üben sich durch Büchsen schießen auf bewegliche Zicle, den laufenden Keiler und den schnell verschwindenden Wilddieb! Hierüber zu urteilen überlaffen wir dem Geschmack und dem Tattgefühl unserer Leser. " Aber die Sache hat noch mehr Meriwürdigkeiten: auf Grund des Gesetzes zur Erhaltung des Baumbestandes im Interesse der Bolts gesundheit durfte der Wald nicht abgeholzt werden ohne die Genehmigung des zuständigen Regierungspräsidenten in Potsdam. Da dieser sich verständlicherweise sträubte, murde er von dem preußischen Landwirtschaftsminister angewiesen, die Genehmigung zu erteilen. Der Landwirtschaftsminister intereffiert sich also viel mehr für ein gewerbliches Schießsportunternehmen, als für den seiner besonderen Obhut anvertrauten Wald. Es wäre sicherlich interessant zu erfahren, ob auch der preußische Wohlfahrtsminister Stellung genommen oder ob man ihn ausgeschaltet hat. So wird mit den Wäldern umgegangen, die zur Erholung der Großstadtbevölkerung erworben wurden. Tausende und aber Tausende, die von der Bertarbeit der Woche den Wald aufsuchten, um dort die reine Luft und die Ruhe zu finden, die ihnen eine Lebensnotwendigkeit ist, finden nicht nur einen Teil abgeholzt, sondern flüchten aus dem restlichen Waldgebiet, wo sie das Trommelfeuer der Deutschen Schützen" erschreckt und rertreibt. Eingeworfene Fenster. Seit einiger Zeit werden die Geschäftsleute und Inhaber von Privatwohnungen in der Gegend des Treptower Parts durch eine noch unbefante Bande beunruhigt, die planmäßig zur Nachtzeit In der vergangenen Nacht die Fensters deiben einwirft. wurden derartige Zerstörungen an nicht weniger als vier Stellen verübt. Als Murfgeschosse werden fleine Pflastersteine, sogenannte Mosaiksteine, benutzt. Was die Verbrecher zu ihrem Tun veranlaßt, ist noch rätselhaft, denn gestohlen wurde nichts. Wer über die Bande irgendwelche Mitteilungen machen fann, wird unier Zusicherung der Geheimhaltung gebeten, sich bei der Kriminalinspef= Diese gemeinsame Arbeit braucht feine Zeit nötiger als die ui ferige. Die Welt ist durch die Wunder der Technik eng geworden, die Nationen sind durch die modernen Verkehrsmittel, die immer ungeahntere Möglichkeiten zeigen, aneinander gerückt und voneinander abhängig geworden. Kein Bolt, so groß es sich dünten mag, fann auf die Dauer für sich allein bestehen; es bedarf der Hilfe und Unter stügung der anderen Mitglieder der großen Völkerfamilie. In dieser Arbeit für den gemeinsamen Fortschritt der Bölfer ist die Interparlamentarische Union ein besonders wirksames InEs wird aber noch interessanter! Geschossen werden strument. In ihr vereinigen sich die Parlamentarier aller Länder, also die Persönlichkeiten, welche ihr Mandatvon den Völkern darf nämlich nur auf Schießständen, die auf Grund einer Verselbst haben, welche die Regierungen bilden und die in dem Zeit- ordnung des Oberpräsidenten vom Mai 1927 genehmigt worden alter der Demokratie die Geschicke der Staaten entscheidend beein- sind. Der Amtsvorsteher des Amtsbezirks Stahnsdorf in flussen. Ich weiß, daß an dem Parlamentarismus vielfach Kritit Klein- Machnow, der die Genehmigung für die Büchsenschießtion Treptow in der Bouchéstraße zu melden. geübt wird, und manche dieser Kritiken ist sicher in gewissem Umfang berechtigt. Der Parlamentarismus hat wie jede menschliche Einrichtung feine Schwächen, und es wäre töricht, das nicht einzugestehen. Aber wo ist ein besseres System, das an seine Stelle treten tönnte? Wir können jedenfalls mit noch größerer Bestimmtheit unter Beweis stellen, daß unter allen Regierungssystemen das parlamentarische am leichteffen und sichersten einen gerechten Ausgleich der Intereffen bietet. Einen Ausgleich der gegenseitigen Interessen zu finden und für die eigene Ueberzeugung und Anschauung die Mehrheit zu gewinnen, ist die Aufgabe in jedem Parlament. Dies gilt erst recht für das große Weltparlament, das die Interparlamentarische Union darstellt. Aus einer Organisation, die in erster Linie für den Schiedsgerichtsgedanken und damit für die Beseitigung bewaffneter Ronflitte eintrat, hat diese Organisation sich zu einem Beltparlament entwickelt, das in voller Freiheit und geistiger Unabhängigfeit im Sinne der allen Völkern gemeinsamen Interessen an die Lösung der großen Probleme heran. geht, welche unsere Zeit bewegen. Ein erwünschtes und notwendiges Gegenstück zum Bölferbund, in dem die Regierungen zu Bort fommen. Die Stimmen aller Nationen, die in diesem großen Par lament vertreten sind, flingen aus in dem einen Wunsch, das Reich des Friedens auf Erden zu sichern. Alle ihre Arbeit ist getragen von der ernsten und aufrichtigen Hoffnung, daß ihre gemeinsamen Beratungen dazu beitragen werden, die Menschen von einer der furchtbarsten Geißeln zu befreien und das furchtbare Unglüd, das mit dem Borte ,, Krieg" verbunden ist, auf immer zu verhindern. Schwierigkeiten und Kämpfe zwischen den Völkern wird es immer geben. Diese Kämpfe aber auszutragen auf dem Boden, auf dem Sie in den Parlamenten Ihrer Länder diese Kämpfe austragen, auf dem Boden des geistigen Kampfes, auf dem Boden des Streites der Anschauungen und des Sieges der= jenigen, die sich als die stärkere und gesundere erweist, ist das Ziel Ihrer Arbeit. Die deutsche Reichsregierung wünscht von Herzen, daß Ihre Arbeit, Ihre Aussprachen und nicht zuletzt die persönlichen Beziehungen, die auch in dieser Tagung neu geknüpft und enger ge. staltet werden, dazu beitragen mögen, die Menschheit unserem gemeinsamen großen Ziele näherzubringen. Nach Festsetzung der Redezeit auf zwanzig Minuten widmete Präsident Schücking den Toten der Union einen Nachruf. Er nennt den deutschen Professor 3orn, der Schweizer Abor, den Engländer Gardener und andere und fährt dann fort: ,, Eine bedeutende Persönlichkeit ist hinweg gerafft durch ein furchtbares Verbrechen, das wir alle gleichmäßig verurteilen: Stefan Raditsch vom südslawischen Barlament, der noch bei den legten Kommissionsfigungen in Prag hervorragenden Anteil an unseren Geschäften genommen hat." Als erster Redner in der allgemeinen politischen Aussprache spricht der frühere holländische Finanzminister Dr. Treub. Er meist auf die große Bedeutung der wirtschaftlichen Zusammenhänge für die internationale Politit hin. Neben der militärischen sei auch die wirtschaftliche Abrüstung notwendig. Das habe die Interparlamentarische Union schon 1920 betont und ist damit der Weltwirtschaftskonferenz vorangegangen. Trotz aller Beschlüsse muß der außerordentlich traurige Zustand festgestellt werden, daß die Zölle in die Höhe gegangen sind, statt herunterzugehen. Einige Lichtblicke sind freilich vorhanden, wie zum Beispiel der deutsch französische Handelsvertrag. Wenn die Staatsmänner zusammenkommen, fommen sie schnell zu einer Einigung; find sie aber wieder zu Hause, so werden die guten Vorsäge nur zu schnell vergessen.( Lebhafte Zustimmung.) Der ehemalige dänische Wehrminister und Vorsitzende der Interparlamentarischen Abrüftungskommission Dr. Munch beschäftigt sich mit den Abrüstungskonferenzen, deren sehr geringen Erfolg er feststellt. Immerhin sieht er darin, daß Rußland zur legten Konferenz in Genf erschienen war, einen, Fortschritt. In sehr eindrucksvollen Schilderungen zeigt er als Fachmann die ungeheuerlich fatastrophalen Folgen, die ein neuer Krieg für die Menschheit haben müßte, und schließt mit einem eindringlichen Appell für die Abrüstung und Frieden. Abg. Dr. David( Soz.) beschäftigt sich zunächst mit den Ausführungen Treubs und Munchs. Er stimmt ihnen zu und führt dann aus: Die Frage der allgemeinen Abrüstung hat für Deutschland ein besonderes Gesicht. Deutschland hat nach Berfailles abgerüstet. Das folite lauf Vertrag das Vorspiel der allgemeinen Abrüstung sein. Bei der Entscheidung der deutschen Regierung im Juni 1919, ob sie dem Versailler Dittat zustimmen sollte oder nicht, hatte diese, auch von den Siegern in Aussicht gestellte Asrüstung ein gewichtiges Argument für die Zustimmung ab3llustrierte Zitate. VI. M. Dieser Republikaner ist hart wie Stahl ( Schiller Fiesto.) gegeben. Deutschland hat daher ein Recht, zu verlangen, daß auch die Siegerstaaten ihrer Berpflichtung nachkommen. die Siegerstaaten ihrer Verpflichtung nachkommen. Andernfalls würde dem Versailler Vertrag gewissermaßen der Boden ausgeschlagen. Dazu kommt die psychologische Seite: ein einseitig abgerüstetes Deutschland in einem maffenstarrenden Europa wäre auf die Dauer eine völterpsychologische Unmöglichfeit und für das betroffene Bolt eine ständige Bedrohung. Dieser Zustand bedeutet auch wirksamite Förderung des Nationalismus in dem wehrlos gemachten, aber ringsum Don mächtigen Kriegsapparaten bedrohten Bolle. Daß eine deutsche Aufrüstung das Unheil eines neuen Krieges nicht abwehren, sondern eher beschleunigen würde, liegt auf der Hand. Eine Lösung bringt also nur die Erfüllung des Versailler Patts über die Ab. rüstung auch durch die Sieger. Die dauernde Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich ist der Schlüffel zum europäischen Frieden. David endet, indem er Briand zitiert:„ Die Zeit der Kanonenmitrailleusen muß vorbei sein. Die Zukunft der Deutschen und Franzesen soll nur noch einen Wettfgmpf sehen um die großen Ziele der Menschheit."( Lebhafter Beifall.) Nach der Rede Davids tritt die Mittagspause ein. Die Vorgänge in Riga. Eine fehlgeschlagene fommunistische Aktion. Riga, 23. Auguft.( Eigenbericht.) Die Zusammenstöße zwischen Arbeitern und Polizei am Mittwoch ergaben sich im Berlauf einer Profeftdemonftration gegen die Auflösung der linken Gewerkschaften. Diese Organisationen, die Diese Organisationen, die ausschließlich aus Kommuniffen bestanden, hatten in den letzten Tagen befchloffen, einen„ Generalstreif" zu proflamieren. Den Auftakt dazu bildete die geffrige Demonftration. Etwa 400 Perfonen wurden verhaftet, später aber zum größten Teil wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Zahl der Verwundeten ist nicht bestimmt zu erfahren, da sich ein Teil der verletzten Personen selbst in ärztliche Behandlung begeben hat. Die fozialdemokratische Partei und die freien Gewerkschaffen haben sowohl den Generalffreif" wie die gefirige Demonftration auf das entschiedenste betämpft. Die, Folge war, daß nur ein ganz geringer Teil der Rigaet Arbeitershaft den Parolen der„ linken" Gewerkschaften Folge leiftete. Der Gireif in der Herrenkonfektion. In Berlin feierten heute morgen etwa 900 Arbeiter, und im Laufe des Nachmittags werden abermals 300 Arbeiter aus den Betrieben herausgezogen. In München, Breslau und Mainz hat die Bewegung heute morgen eingesetzt. Dort haben etwa 30 bis 40 Proz. der Arbeiter die Arbeit eingestellt. Aus Breslau mird gemeldet: Hier wird seit heute in fünf Firmen der Herren- und Knabenfonfeftion gestreift. Es dürften ungefähr 2000 bis 2400 Angestellte in Frage kommen. Die Entscheidung, ob der Kampf weiter an Ausdehnung ge minnen wird oder nicht, ist erst im Laufe des heutigen Tages zu a erwarten, wenn der Zentralverband der Herren- und Knabentleiterfabrikanten, der bei Schluß des Berichts noch tagte, seine Entscheidung gefällt haben wird. Unwetter in Oberitalien. Große Verheerungen, schwerer Gchaden. Mailand, 23. Auguft. Geffern ist über einen großen Teil Oberitaliens ein heffiges Gewitter niedergegangen, in deffen Verlauf ein orfanartiger Sturm und Hagelschlag in vielen Provinzen große Berheerungen anrichtete. In einigen Tälern von Berga mo wurden viele Bäume entwurzelt, durch Hagel ist ein Teil der Ernte vernichtet. Im Capallina Lal wurden mehrere Häuser unter Wasser gesetzt, in anderen Drten einige Häufer abgedeckt. Auch in der Umgebung von Padua wurden Bäume entwurzelt und Häuser abgedeckt. Es fielen nußgroße Hagelförner. Hunderte von Vögeln wurden erschlagen. Am Lido von Venedig wurden die Gärten verwüstet. Ein Segelschiff mit vier Fischern tippte um. Die Insassen fonnten erst nach zwei Stunden gerettet werden. Im Friaul wurden zahlreiche Telephonleitungen unterbrochen. Großer Schaden entstand besonders in den Weinbergen von Castale Monferato, wo der Schaden auf über drei Mil. lionen Lire geschäzt wird. Autounglück in Quebec. Fünf Personen getötet. Quebec( Kanada), 23. Auguft. Ein Auto, das wegen einer Motorpanne auf einem Eisenbahngleife zum alten fam, wurde von einem Juge erfaßt, wobei fünf Personen, darunter zwei Kinder, getötet wurden. Eine Person wurde schwer verletzt. Erdbeben in Persien. Behn Personen getötet. Teheran, 23. Auguft. Jn Sebfewar. Nishapur und Shirwan in der Provinz Choraffan hat sich gestern abend 11 Uhr ein schweres Erdbeben ereignet. In Nishapur wurden zehn Perfonen getötet. Zahlreiche Häufer wurden beschädigt. Achtung, Freidenfer! Der Verband für Freidenfertum und Feuerbestattung chreibt uns: In der Roten Fahne" und an den Litfaßfäulen machen die Kommunisten Freidenfer persammlungen befannt. Wir feilen mit, daß diese Ber fammlungen mit denen des Verbandes für Freidenfertum und Feuerbestattung E. 23. nichts zu tun haben. Mitglieder, ble einen wahrheitsgemäßen Bericht von der Generalversam ni. Iung erhalten wollen, besuchen die Bersammlungen im Monat September, die von den Freidenferfunttionären arrangiert werden, denn nur da berichten Delegierte der Frankfurter Generalversammlung. Wer die Bersammlungen der Rommunisten aufsucht, wird das Opfer einer lügen haften Berichterstattung. Gegen die Macht des Geldes! Lehrer und Arbeiter gehören zufammen. Der große Lehrerverband Frankreichs, der schon nahezu 80 000 Mitglieder zählt und dem französischen Gewerkschaftsbund ange schlossen ist, ist Poincaré und der reaktionären Presse Frankreichs ein Dorn im Auge. Die Kampagne, die jedes Jahr zu Beginn der Schulferien, der mit tem Kongreß zusammenfält, geführt wird, ist in diesem Jahre besonders heftig. Deutlih merkt man, daß von der Reaktion nach Mitteln gesucht wird, um der Tätigkeit der Lehrer auf dem Wege antigemertshaftlicher Maßnahmen gegen die Staatsbeamten entgegenzutreten. Unermüdlich fahren aber auch die Lehrer fort, im Bewußt sein ihres Rects und einer guten Sache ihre freigewerkschaftliche Stellung zu verteidigen. So fchreibt E. Glaŋ in einem Leitartikel des Pariser„ Peuple": Daß sich die Lehrer zu den Arbeitern gefellen und zu Propagandisten werden, die außerhalb ihrer beruflichen Funktion Die verderbliche Wirksamkeit der großen, den Staa: beherrschenden Unternehmen anprangern, das ist es, was dem Hugenberg und die Angestellten Keris, wenn 3hr noch longe debattiert, falle ich noch raus!" ,, Comité des Forges", d. h. der Schwerindustrie, und dem Unter nehmerverband der Wirtschaftlichen Interessen" nich paßt. Shon früher, als einige Mitglieder unseres Berufes durch genaue Dofumente die Allgewalt der Finanz- und Industrieoligarchie denunzier ten, versuchte man sie als Anaristen zu behandeln. Nachdem nun ant die Stelle von Individuen eine Körperschaft getreten ist und nun Demnächst 80 000 Lehrer jede Woche durch ein verbesse: tes Bulletin in den Besitz ernsthaften Materials gelangen, das es ihnen ermög lichen wird, unter den Massen der Bauern und Arbeite: die 21.1. gewalt der Banten bekannt zu geben, die durch eine Presse erleichtert wird, deren Finanzquellen wir nun allmählich lennen, wird man fich auch jeden Tag besser über den wahren Sachverhalt flar. Bei unseren Anstrengungen handelt es sich feineswegs da: um, dem Barlament eine rivalisierende Macht gegenüberzustellen oder den Staat den Launen der Beamten auszuliefern. Unser Streben ist ernsthafterer Natur: wir wollen die Macht des Geldes, die fich der nationalen Souveränität entgegenstellt, belämpfen. Wir ve: langen die Kontrolle der privaten Interessengemeinschaften, der Kartelle und Trusts! Denn sie bedeuten für die Allgemeinheit eine Gefahr. Aus diesem Grunde werden wir von so vielen Seiten angegriffen. Gerade dieses Streben rechtfe: igt aber auch unsere Beharriihkeit." Daß unter den französischen Lehrern in diesem Kampfe vollste Einigkeit und Klarheit übe: das Ziel herrscht, zeigte eine Abstimmung auf dem in Rennes abgehaltenen Rongreß über die Zulassung eines Vertreters der kommunistischen Lehrerinternationale von Paris zur Darlegung der Ziele und Bestrebungen dieser Dr. ganisation: der Antrag wurde mit 250 gegen 2 Stimmen ab. gelehnt. Kellogg Paft und Kirche. Eine Anweifung an die Geistlichen. Albanische Fürstenschicksale. Achmed Zogu, seit dem 1. Februar 1925 Präsident der Republit Mibanien, hat sich nach Niederschlagung der verschiedensten Aufstände zum Diktator des Landes entwickelt und, wenn die Boraussagen richtig sind, wird ihn die am 25. August zusammentretende neue Nationalversammiung zum König ernennen. Durch diesen Aufstieg Achmed 3ogus wird die Liste der seltsamen Herrscherpersönlich feiten im Lande Albanien um eine neue Figur bereichert. Das Gebirgsland mit seinen verschiedenen Stämmen die stets unter. Gebirgsland mit seinen verschiedenen Stämmen die stets unter einander im Kampfe liegen, mit seinen drei Konfcffionen, die sich gegenseitig aufs heftigste befeinden, war stets der Tummelplatz abenteuernder Elemente. Die schöne Phrase, Albanien zu einigen und befreien zu wollen, gab jedem von ihnen in dem von der Geschichte jeit mehr als zwei Jahrtausenden arg heimgesuchten Lande ein gemisses Recht zu solchem Freibeutertum. Drei Männer find es, die aus der Reihe all diefer Persönlich feiten wesentlich hervorragen. Das ist zunächst Standerbeg, der viel besungene Nationalheld der Albanier. Ihm gelang es, für ein Menschenalter das türkische Joch von dem Lande zu nehmen, das damals noch vorwiegend christlich war. Sein Vater, Johann Kastriotas, mußte ihn im Jahre 1423, als Standerbeg, der eigentlich Georg Kastriota heißt, cben 20 Jahre war, an den Sultan Murad II. mit drei meiteren Söhnen als Geisel ausliefern. Zunächst verbrachte Standerbeg Jahre im Serail, dann aber trat er zum Jam über und wurde Fürst im Sandschat. Nach seines Laters Lode vergiftete er seine Brüder und kam so in den Vollbesitz der Herrschaft. Als dann im nächsten Jahre die Ungarn fiegreich gegen die Türkei vorstießen, verließ er mit 300 Albaniern die Mohammedaner und bemächtigte sich durch List der Festung Kroja. Von da on leistete er 23 Jahre hindurch mit größtem Erfolg den türkischen Waffen Widerstand. Einmal schlug er an der Spige von nur 8000 Reitern und 7000 Mann Fußsoldaten 40 000 Mohammedaner. Ein im Jahre 1449 aufgebotenes Heer von 100 000 Mann, an dessen Spitze der Sultan Murad selbst stand, mußte unverrichteter Dinge von den Mauern Krejas abziehen. Im Jahre 1461 endlich wurde Albanien als freies Fürstentum förmlich anerkannt. Inzwischen war Standerbeg längst wieder zum Christentum zurückgekehrt, und Bapst Pius II. beauftragte ihn mit der Führung eines Kreuzzuges gegen die Türken, zu dem es allerdings wegen fehlender Mittel nie getommen ist. Noch in den letzten Jahren seines Lebens schlug Standerbeg zwei Heere unter der persönlichen Führung Sultan herrschte Ali unabhängig in diesen Gebieten und nur ein jährlicher Tribut war das letzte Beziehungsglied zum türkischen Reich. Die ausländischen Mächte erkannten ihn als seibständigen Herrscher an und England, Frankreich und Rußland unterhielten an seinem Hose ständige Gesandtschaften. Ali war, obwohl er sich zum mohammedanischen Glauben bekannte, auch gegen seine chriftlichen Untertanen rücksichtsvoll. Er entwickelte eine große Militärmacht und lebte in feinem Palast in größtem Pomp. Trotzdem brach ein von den Türfen entfachter Aufstand gegen ihn aus, er mußte tapitulieren und wurde im Auftrag des Sultans am 5. Februar 1822 vergiftet. Dann kam Albanien wieder für 90 Jahre unter die Gewalt der Pforte, bis es nach dem Balfankrieg zu einem unabhängigen Fürstentum erfiärt wurde Biele Bewerber ftritten sich um den zu besetzenden Thron: Abkömmlinge Standerbegs und einheimische Führer, wie Essad Pascha und Brent Bib Doda. Endlich aber wurde im Frühjahr 1914 Prinz Wilhelm von Wied zum Mbret von Albanien ernannt. Doch sein Scheinkönigtum dauerte nur wenige Monate, und seit dem Weltkrieg ist Albanien in erneute Wirren verfallen. ,, Angst." Gloria- Palast. Daß ein Film nach einer Novelle von Stefan 3weig bearbeitet ift, läßt aufhorden. lind in der Tat hat diese Manuskriptgestaltung von Ernst B. Feŋ manches Wertvolle von der Novelle herübergenommen, wenn auch anderes frei dazu erfunden ist. Zwei Chen entwickeln sich nebeneinander.( Die beiden Paare find befreundet, da die Männer Compagnons sind.) Beide scheinen einer Katastrophe zuzueilen, aber in beiden erfolgt die Umfehr. In der mondinen Ehe gehen Mann und Frau jeder ihrer Wege, bis die Frau in irgendeiner Laune die Scheidung beantragt. Rechtzeitig lenkt der Mann ein und gewinnt die Frau zurück. Ernster und tiefergehend ist der Konflikt in der anderen Ehe. Der Mann opfert seine Frau seinen Geschäften, schickt sie allein auf Reisen. Hier entsteht ihre Schuld, und nun können sie zueinander nicht wieder finden, leben nebeneinander her, weil teiner den Mut zur befreienden Aussprache findet. Angst und Scham lähmt die Frau, Angst auch den Mann, der sie zu verlieren fürchtet, fie aber insgeheim überwachen läßt. Ein Selbstmordversuch der Frau sprengt schließlich die Bartiere. Jeder sieht feinen Teil Schulo ein, und die Versöhnung bahnt sich an und findet eine Sicherung in dem Kinde. Gegenüber den trivialen Liebese geschichten bietet dieser Film immerhin ein ernsteres Problem, das wiederum Aufheiterung erfährt durch die Beluftigungen der ersten Nach diesem Manne also will fich Achmed Zogu, Albaniens neuer Fürst, in Zukunft nennen. Wenn auch Standerbeg zweifellos Che. Hans Steinhoff häit alles auf einem tünstlerischen Niveau und wenn er auch nicht die Gefahr der Versandung ganz zu umgehen Albaniens größter Freiheitsheld gewesen ist, so fommt ihm doch 2li von Janina an Bedeutung nahe. Dieser albanische Despot, vermag, hat er doch durch die Besetzung dafür gesorgt, daß wir an der von Nordgriechenland aus eine unabhängige mohammedanische den Personen Anteil nehmen. Henry Edwards und Elga Brink Herrschaft aufzurichten begann, scheute ebensowenig wie Standerbeg repräsentieren die seriöse Ehe, beide menschlich sympathisch. Bruno alle Mittel der Hinterlist und des Meuchelmordes. In den ersten Kastner und Margit Manstad sind das fröhliche Ehepaar, das Jahren des 19. Jahrhunderts gelang es ihm, einstweilen noch formell feine Seitenwege scheut, aber doch im Rahmen eines gewissen Geabhängig von der Pforte, ganz Albanien, Nordgriechenland und Best- schmads bleibt. Den jungen Verführer gibt Gustav Fröhlich sehr frisch. mozedonien in feine Gewalt zu bekommen. Seit dem Jahre 1807 Mohammend II. Nachdem er aber im Jahre 1468 gestorben war, gelang es den Türfen bald, das Land wieder zurückzuerobern. Sein unmündiger Sohn stand zwar unter der Obhut der Benezianer, aber es mar ihm unmöglich, ähnliche Heldentaten wie sein Bater zu vollbringen. Um die Wiener Operette. Es ist bereits bekannt, daß Mar Reinhardt das Theater an der Bien gepadtet hat, das bisher das angesehenfte Operettentheater war. Aus diesem aftuellen Anlaß hat die Neue Freie Preffe" Franz Lehar, Emmerich Kalman und Leo Ascher, also drei hervorragende Wiener Operettenkomponisten, interviewt, um deren Anfichten über die Biener Operette zu hören. Franz Lehar äußert sich unter anderem dahingehend, daß die Operette nicht verschwinden kann. Sie fei sogar eine Notwendigfeit, weil sie, was die Musik anbelangt, derzeit das einzige Genre sei, das an der Melodie nod) unentwegt festhält und dessen größte noch Aufgabe darin bestehe, Melodien zu bringen, die populär flingen sollen, ohne banal zu wirken. Lehar glaubt, daß die Existenz der Wiener Operette nicht im mindesten bedroht ist. Aufgabe sei es nur, wieder etwas Neues zu bringen. Bien sei und bleibe die Hochburg der Operette; sie werde solange leben, solange man an sie glaubt. Emmerich Kalman stellt fest, daß die Wiener Operette mit jedem Durchfall stirbt und mit jedem wirklichen Erfolg wieder ges baren wird. Keinesfalls sei sie an die Existenz gewiffer Theater oder Direktionen gebunden. Leo Aschers Ansicht ist, daß die Schaffensfreude und die Schaffenstraft der Wiener Operettenkomponisten nicht zu leiden brauchen, wenn Wien eine Operettenbühne weniger hat. Es habe Der Generalsuperintendent der Kurmart Dr. Dibelius hat sich nämlich erfreulicherweise gezeigt, daß die Berke, soweit sie die Geistlichen seines Sprengels ersucht, anläßlich der Untertünstlerisch bestehen fonnten, unabhängig vom Wiener Operetten: Kellogg- Paftes zeichnung des Kellogg Baftes im Gottesdienst ber Sache des marft auch nach reichsdeutschen Uraufführungen den Weg in die Friedens zu gebenfen und zu befunden, daß die evangelische Belt fanden. Kirche willens sei, im Sinne und Geist des Evangeliums für den Frieben zu wirken, f. Mitrophotographie, Röntgenphotographie und andere ausgewählte Kapitel aus dem Gebiete der Photographie berücksichtigt werden. Es ist beabsichtigt, derartige Unterrichtsturse in Zukunft nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen größeren Orten Preußens von Zeit zu Zeit einzurichten. Der Minister bittet, die staatliche Hauptstelle bei der Organisation dieses für den heutigen Unterricht so wichtigen Unternehmens nach Möglichkeit zu unterstützen. Genfer Sommerschulen. Der Weltverband der Bölferbundgesellschaften veranstaltet vom 27. August bis 1. September in Genf Sommerturse über den Bölkerbund in deutscher und franzöfifcher Sprache. Die Vorträge werden zum Teil von Mitgliedern des Bölkerbundssekre tariats und des Internationalen Arbeitsamtes, zum Teil von befannten Hochschullehrern gehalten. Außerdem finden gleichfalls in Genf vom 20. Auguft bis 1. September Kurse des Bureau International d'Education statt, die sich speziell mit dem Thema Bölferbund und Schule" befassen. Die Vorträge und die Stunden beider Sommerschulen sind in gegenseitiger Berücksichtigung festgesetzt worden, so daß beide Tagungen gleichzeitig besucht werben fönnen. Die Kurse sind in erster Linie für Lehrer aller Unterrichtszweige, sowie für Studenten und Schüler bestimmt, die sich für internationale Probleme interessieren. Die Deutsche Reichsbahnverwaltung wie auch die Schweizerischen Bundesbahnen gewähren den Teilnehmern bei genügender Beteiligung bis zu 50 Broz. Fahrpreis( Berlin W. 35; Potsdamer Str. 103a) verjendet unentgeltlich Prospektmaterial und ist zu jeder Auskunft gern bereit. ( Berlin W. 35; Potsdamer Str. 103a) versendet unentgeltlich ermäßigung. Die Deutsche Liga für Menschenrechte Das ist endlich einmal eine sehr verständige und verdienstvolle Das Photographieren in den Schulen. theorie ist in Amerika noch immer nicht zur Ruhe gekommen; in Anregung eines tirchlichen Borgesetzten. Es bleibt zu hoffen, daß ihr Don den Geistlichen auch nachgekommen wird. Allerdings hegen wir da eine Reihe von Zweifeln. Wir wissen nicht, ob der Hof- Bogel von Potsdam oder der Hof- Döhring zu dem Sprengel des Herrn Dibelius gehören. Wohl aber glauben wir zu wissen, daß sie beide auf solche Anregungen nicht mit gebührendem Respekt antworten würden. Ein Bombenlager in Merifo. Neue Berkaftungen wegen der Ermordung Obregone. New York, 23. August. Aus Merito wird gemeldet, daß die Polizei weitere 12 Berhaftungen im Zusammenhang mit der Ermordung des Ge nerals Obregon vom 16. Juli vergenommen hat. Darunter befinden sich vier Frauen. Die Berhafteten werden beschuldigt, ein Bombenlager unterhalten zu haben. Sie sollen nicht nur die Waffen und Munition für die Ermordung Doregons geliefert, sondern damit auh Rebellen ausgerüstet haben. Polizei gegen Streifende. MIB. meldet: Im Hafenviertel von Le Havre, mo wegen des Streifs der Nachtautomobilfahrer eine gereizte Stimmung herrscht, wurden mehrere Chauffeure, die fich dem Streif nicht angeschlossen haben, angegriffen. Es tam zu einem Kramall bei dem drei Personen durch Revolverschüsse perlegt wurden; zwei Personen wurden verhafet. Bildung von Arbeitsgemeinschaften. Der preußische Kultusminister Dr. Beder hat an die Schul behörden einen Erlaß gerichtet, dem der Amtliche Preußische Preise dienst folgendes entn'mmt: Der Streit um Darwin. Der Kampf gegen die Evolutions einigen Staaten wird er fogar energisch fortgefekt. So ist vie Frage jekt in Arkansas der Boltsabstimmung unterbreitet worden. In der Tat haben sich bereits mehr als 200 000 Stimmen, nahezu das Doppelte der zirr Einbringung nötigen Zahl für einen Gefeß= vorschlag ausgesprochen, der an allen Universitäten, Unterrichtsund Erziehungsanstalten jeder Art, die ganz oder teilweise aus öffentlichen Mitteln unterhalten werden. die Lehre, daß der Mensch von einer niedrigeren Tiergattung abstamme, perbieten und ihre Berbreitung unter Strafe stellen will. Berbreitung unter Strafe stellen will. Die Passage- Cichtspiele in der Bassage Unter den Linden find nach wechfelvollen Schicksalen ihrer ursprünglichen Bestimmung zurüdgegeben worden. Die renovierten Räume, die an 500 Be: fonen fassen. wurden mit einem sehr reichhaltigen Programm(„ Emil und Schlemihl" sowie„ Eva in Seide") eröffnet. Für später find Da seit einiger Zeit die Schüler und Schülerinnen sich auf dem Gebiete der Photographie immer mehr betätigen, erscheint es ange: bracht, daß die berufenen Kreise diese sehr zu begrüßende Bewegung in richtige Bahnen lenken. An einigen Schulen ist man dazu übergegangen, die photographierenden Schüler und Schülerinnen zu Lichtbildarbeitsgemeinschaften zusammenzufaffen, in denen die Beteiligung neben einer ästhetischen Schulung eine phototechnische Ausbildung erhalten, damit sie ihre photo- aud; Uraufführungen geplant. graphifce Runft in den Dienst der ganzen Shule ſtellen können. In gemeinsamer Arbeit von Lehrern und Schülern werden die Lichtbildsammlungen der Schulen ergänzt oder zum Teil für Sondergebiete neu geschaffen. Eine derartige Selbstherstellung von Lichtbildern jeder Art bietet auch erhebliche wirtfhaftliche Vorteile, die bei der schwierigen finanziellen Lage der Schulen noch mehr ausgenutzt werden müssen. Die photographische Arbeitsgemeinschaft ist abwechselnd an die hierfür geeigneten Fächer anzugliedern. damit eine phototechnische Unter. weisung der taren interessierten Schüler ständig stattfindet. Um den Lehrkräften Gelegenheit zu entsprechender Ausbildung zu geben, hat die staatliche Hauptstelle für den naturwissenschaftlichen Unterricht seit dem verflossenen Winterhalbjahr im Rahmen ihrer ständigen Lehrgänge photographische Kurse für Anhänger und Fortgeschrittene aufgenommen, wobei auch Sondergebiete, z. B. Farbenphotographie, Die Staatsoper Unter den Linden beginnt ihre Spielzeit Montag, den 27. August, mit einer Reitvorstellung. Zum Verkauf gelangen nur Starten Die Staatsoper am Blak der für den 2., 3. und 4. Rang. Republit cöffnet die Epielzeit gicid falls am 27. Auguft mit Don Giovanni" als Boltsbübrenvorstellung. Beichränkter Startenverkauf. Der Vorverkauf für beide Häuser beginnt heute, Donnerstag. „ Calancea", die Serbst- Uraufführung des Großen Schauspielbaufes, schließt fich den periättigen Snizenierungen Crit Chavells an, indem sie wie Mikado" und" Pompadour" feine Stevue, sondern eine Operette großen Etils repräsentiert. Ostar Maria Gra's Selbstbiographie Wir sind Gefangene erscheint in einer großen billigen Boltsausgabe im Diet Masken Berlag. Profeffor Mar Semrau t. Bor menigen Tagen ist der Professor der Surftgeschichte an der Universität( Greifswald. Dr. Mar Semrau, mährend er sich auf einer längeren Reise befand, in Nürnberg gestorben. Semrau, der sich in wissenschaftlichen Streifen besonders durch die Herausgabe der Deutschen Kunstgeschichte" einen Namen gemacht hat, spielte in der Demotratischen Partei eine Rolle. Ein gemeiner Fahrradmarder. Er bestiehit Kranfe! Auf dem Hofe des Kaffenlokals einer Krantentasse in Neukölln trieb sich am 20. d. M. ein junger Mann in den zwanziger Jahren mit gelblich blasser Gesichtsfarbe und grauem Anzug herum, der die Radfahrer anhielt und auf ein in der Innen. feite seiner Jacke befindliches Schild mit der Aufschrift Portier" Derwies. Er verbot den Radfahrern, ihr Fahrrad mit in das KassenTotal zu nehmen, und erklärte, er sei dazu da, die Fahrräder zu bewachen. Als ein Erkrankter, der ihm das Fahrrad übergab, das Kaffenlofal verließ, war der angebliche Portier mit dem Rade längst verschwunden. Die Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin bittet uns, das Publikum davor zu warnen, fremden Personen, gleichgültig, wie sich dieselben bezeichnen, ihr Fahrrad zu überlassen. Der erneuerte Marmorsaal. zurüd, so gibt es erst eine lebhafte Debatte, und die Folge iſt meist, daß aus der erst so guten Nachbarschaft erbitterte Feindschaft wird, denn keine der Frauen will natürlich den Schaden tragen. Die Imkerei in Ostpreußen hat nichts mit dem Gauner zu tun. harmonische Gesamtwirkung. Ueber der Orchesternische prangen, als I quittierte Rechnung. Kommt dann die Empfängerin Zugeständnis an den 300, erotische Vögel, die von einem dekorativen meißen Pfau vorgesehen war zuerst ein weißer Schwan- über thront werden. Bei der Eröffnung fand das neue Gewand des Marmorsaales allgemeinen Beifall, die Künstler aber, die Lob für ihre Ideen ernteten, sagten alle den werkenden Händen, die den Bau der Wirklichkeit zuführten, ihren Dant. Freilich war es Herrn Baurat Hegel nicht vergönnt, bei der Einweihung zugegen zu sein, da er während des Umbaus so schwer verunglückte, daß er schon neun Wochen auf dem Krankenlager liegt. Gerade jetzt erwies sich die zweite Operation als nötig. Ein Unhold am Werke! Verbrechen an einem Kinde. Gestern abend fiel ein 7 Jahre altes Mädchen in der Simon- Dachstraße einen Un hold in die Hände. Während die Mutter in einem benachbarten Geschäft noch einkaufte, stand das Mädchen wartend im Hausflur. Ein Mann von etwa 20 Jahren lockte es die Treppe hinauf und versuchte, sich an ihm zu vergehen. Auf das Geschrei der Kleinen eilte die Mutter, die sie schon gesucht hatte, herbei. Jezt rannte der Bursche die Treppe hinunter und auf die Straße, wo er im Verkehrsgewühl verschwand. einen modernen rötlich schimmernden Jadettanzug. Er hatte ein auffallend no chiges Gesicht und trug „ Garantiert echter Honig." Die Gasträume im 300 sind nicht nur in Berlin und Deutschland, sondern sie sind in der ganzen Welt bekannt, weil seit geraumer Zeit viele Feste und Zusammenkünfte von Bedeutung dort abgehalten werden. Da Berlin nun über seine früheren Ausmaße fo gewaltig hinauswuchs und der Verkehr auch bei Festen und Veranstaltungen größer wurde, erwies sich die Neugestaltung des Parmorsaales als notwendig. Siebzehn Jahre hindurch ließ min ihm seine ursprüngliche Form, da setzte sich selbstverständlich etwas Gebrauchspatina an, die beseitigt werden mußte. Zugleich gestaltete man den ganzen Saal zweckmäßiger, und so verschwand die raumverschwendende Repräsentationstreppe. In künstlerischer Hinsicht gab man sich vor allen Dingen Mühe, den heiteren Charakter„ Garantiert echt" soll der Honig sein, den von der Imkerei des Saales zu betonen und ihn hell und fröhlich zu gestalten. Demar ft im Johannesburg in Ostpreußen ein Schwindler Geheimrat Felix Genzmer, bem ordentlichen Professor für anbietet, der neuerdings wieder in allen Stadtgegenden auffarbige Deforationen an der Technischen Hochschule Charlottenburg, getaucht ist. der Gelb für die festlichste aller Farben hält, kam der gelbe, durch Er flingelt an den Wohnungstüren und wendet sich, den Marmor bedingte Grundton sehr zu paß. Er ließ die Wand- wenn ihm dort nicht geöffnet wird an die Nachbarin. Meist ist flächen mit gelbem, großgemustertem Seidendamast bespannen, diese gern bereit, den Betrag für den angeblich bestellten Honig wählte hauptsächlich Blau als Gegenton und erzielte so eine äußerst auszulegen, und erhält über die Bezahlung auch Theater, Lichtspiele usw. Staats- Oper Jnter d. Linden Wiederbeginn der Vorstellungen Montag, 27. August Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Wiederbeginn der Vorstellungen Montag, 27. August Donns., d. 23.8. Städtische Oper Bismarckstr Turnus IV Anf. 20( 8) Uhr Die neugierigen Frauen Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmark Ferienhalber geschlossen Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Ferienhalber geschlossen Deutsches Theater Norden 12 310 8 U. Ende nach 101/2 Zum 76. Male: Artisten Revie Max Reinhardt Sarnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 8 Uhr Leinen aus Irland SchlesingerEffenDie Komödie: Curt Bois. Bismarck 2414/751 81, U. Ende 10%, U. 84 Theater am Zum 102. Male: Es liegt in Nollendorfplatz Die der Luft ungeküßte Eva Planetarium am Zoo Jarläng. Joachimsthaler Straß DIN Noll. 1578 16 Uhr Der Sternhimmel im Sommer 18 Uhr Erde und Weltenraum. 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne Juergens ( Vo ksglaube und Wissenschaf). Alexanderplat Komische 81%, Uhr Oper 8 Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. SCALA 8 Uhr Aber jede Biene würde erröten! Familienheim Oskar Szengel N 65, Maxstraße 5 Verkehrslokal der organisierten Arbeiterschaft[ G.F.182 Der Kübel, den er abliefert, enthält eine übel riechende grauflüssige Masse, deren sich jede anständige Biene schämen würde. Wo der noch unbekannte Schwindler auftaucht, sollte man ihn sofort der Polizei übergeben. Seit drei Jahren vermißt. Seit Anfang August 1925 ist der jegt 61 Jahre als Ausgedinger Ernst Böhm, der aus Razdorf stammt und zuleht in Lop= pow im Kreise Landsberg a. d. Warthe wohnte, spurlos verschwun Sen. Böhm hatte sein Grundstüd vertauft und im Vertrage ausbedungen, daß ihm bis an sein Lebensende freie Rost und Wohnung von dem neuen Befizer gewährt werde. Dieser Bedingung tam jedo h der Käufer nicht nach, so daß Böhm die As. sicht äußerte, den Vertrag rü dgängig zu machen. Ehe er zur Ausführung seines Planes tam, verschwand er und tauchte auch nirgends wieder auf. In der Gegend hat sich seither das Gerücht verbreitet, daß der betagte Mann umgebracht worden sei. Alle Nachforschungen nach seinem Verbleib sind bisher ergebnislos verlaufen. Da Böhm nerventrant war, so ist es nicht ausgeschlossen, daß er in einem Heim oder einer Anstalt Unterkunft gefunden hat, ohne daß man weiß, daß er in der Heimat vermißt wird. Mitteilungen, die zur Aufklärung des Verschwindens Böhms führen fönnen, nimmt in Berlin die Dienststelle A. 5 im Polizeipräsidium entgegen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachbruch verboten.) Wolfig bei zeitweiliger Aufheiterung, etwas Bewöltung, feine wesentlichen Niederschläge. Für DeutschLand: Nur im Often noch einzelne Regenfälle, im übrigen Deutschland zeitweise heiter bei ansteigenden Temperaturen. verantwortlich für die Redaktion: Eugen Prager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Berlag 6. m. 5. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin GW 68, Lindenstraße Sierzu 1 Beilage. Unsere Manchesteranzüge sind eine gediegene, haltbare Berufs- und Wanderkleidung.- Wir führen sie seit Jahren in guten Qualitäten und kräftigen Farben: blau, braun, oliv, grau, grün Neue Schönhauser Straße 8, nahe Bahnhof Börse Landsgemeindehaus G. m. b. H. Restaurant Taube Löwenbrauerel- Ausschank Bruno Mollhau[ G.F.191 Müllerstraße 62 a Verkehrslokal der organisiertenArbeiterschaft. Geschäftszimmer des Kleingarten- Bezirksverbandes Wedding". Großdestillation Hackepeter Eigene Thür. 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Die„Aerztliche Sachverständigen-Zeitung' bringt einen nicht nur für medizinisch« Gutachter, sondern auch für das große Publi- tum sehr beachtlichen Aufsatz, in dem sich der Strafanstalts-Medizi- nalrat der Strafanstalt Plötzensee, Dr. Heinrich Bernhardt, mit der Person und den Untaten des im Januar dieses Jahres hin- gerichteten Doppelmörders Böttcher beschäftigt. Die Ausführungen Dr. Bernhardts beanspruchen aus zwei Gründen besondere Aus- inerksomkeit. Einmal deshalb, weil ein« Reihe interessanter Be- sonderheiten, die sich aus das Ergehen des Mörders während der lag« vor der Hinrichtung beziehen, mitgeteilt werden. Dann aber auch darum, weil Dr. Bernhardt bei der Würdigung der krank- haften Persönlichkeit Böttchers, insbesondere im Hinblick auf sein« Zurcchnungssähigkeit, recht deutliche kritische Betrachtun- gen anstellt. Dr. Bernhardt war vom Strafsenat des Kammergerichts die Ausgabe erteilt worden, Böttcher in den letzten Tagen, insbesondere während der Nacht vor der Hinrichtung daraufhin zu beobachten und zu untersuchen, ob Zeichen irgendwelcher geistigen Störungen vorhanden seien, wie das die Berteidiger behauptet hatten. Wenn das zutraf,,. j�ann hätte nach§ 485 der Strafprozeßordnung die Todesstrafe nfcht vollstreckt werden dürfen. Böttcher bot in den letzten Tagen vor der Hinrichtung nichts Auffälliges. Er nahm regelmäßig Nahrung zu sich, klebte in der Zell« sein Pensum Tüten und schlief nacht» ruhig. Bis zum letzten Tage hoffte er auf sein« Begnadigung, Ueber sein Leben und seine Taten sprach er sachlich und, wie Dr. Bernhardt bemerkt, ohne wahrnehmbar« gröbere innere Erregung. Zwar hielt er sich für schulhig, fügte aber diesem Bekenntnis stets die Worte hinzu:„Nicht so, wie das Gericht es angenommen hat.' Am 12. Januar wurde dem Mörder mitgeteilt, sein« Hinrichtung würde am Morgen des nächsten Tages erfolgen.„Nach der Ber- kündigung war Böttcher zunächst erstarrt und bot die Zeichen«ine» schweren vasomotorisch. neurotischen Schecks', bald jedoch faßte er sich und bestellte sich beim Direktor der Anstalt seine Henkers- mahlzeit, deren Zusammenstellung er selbst angab: ein Beef- steak mit Gurken, Pfeffertuchen und eine halb« Flasche Rotwein. Das Essen ließ er sich gut schmecken. Dann spielte er mit dem wachthabenden Beamten in der Zelle Dome. Kurze Zeit unterhielt er sich mit dem Strafanstaltspfarrer, der ihn besuchte. Dann sprach Böttcher über sein« beiden Verbrechen. Vor der Mordtat an der kleinen Senta E. habe er mit seiner Wirtin wegen der Zahlung der Miete und des Kostgeldes Streit bekommen. Die Wirtin wollte mehrere Vögel, an denen Böttcher, wie er angab, sehr hing, vertausen, um einen Teil der Schuldsumm« sicherzustellen. Darüber will sich Böttcher sehr auf- geregt haben. Nach dem Besuch einer Kneipe und dem Genuß vieler Kognaks fei er mit der Eisenbahn nach Karow gefahren. Unterwegs fei ihm dann schlecht geworden und er hob« sich in ein Kornfeld gelegt. Als die kleine Senta herbeikam, habe er ihr unter die Röcke gegriffen, und als das Mädchen geschrien habe, ihr die Kehl« zugedrückt, weil Leute vorbeigekommen wären. Das Kind sei dadurch erstickt. In großer Erregung habe er dann die Leiche mißbraucht. Während der Zeit, zu der Böttcher den Mord an der Gräfin L. beging, habe er aus Geldmangel hungern müssen. Er sei auf Raub ausgegangen. Beim Ringen fei der Revolver losgegangen. Darauf habe er in großer Aufregung auch nach dieser Tat eine Leichenschändung begangen. Dann erzählte der Mörder dem Strafanstaltsarzt von seiner Mutter, die häufiger umgefallen sei und dann„Spucke vor dem Mund' gehabt hätte. Eine Cousine sei in einer Irrenanstalt ge- starben. Als Kind sei er, der Mörder, aus einem fahrenden Eisen- bahnzug gesprungen und habe damals ein« Kopf, und Ohrverletzung davongetragen. Ein anderes Mal sei er von einer Schaukel ge- fallen und Hab« sich ein Loch in die linke Stirnseite geschlagen, dessen Narbe er dem Arzt zeigte. Mit 14 Jahren will er Sodomie getrieben hoben. Nach Mitternacht begann Böttcher von seinen Reisen und Wanderschaften zu sprechen. Er lächelte im Andenken an das Hamburger Dergnügungsviertel St. Pauli.„Oester habe er sich auch an das Bühnenhaus an der Oper Unter den Linden gestellt und von außen der Musik gelauscht.' Tiere habe er stets gern gehabt. In Karlshorst habe er einmal einen Igel gesunden, den er mit nach Hause genommen hätte. Der Igel habe 8 Junge de- kommen, die ihm viel Spaß gemacht hätten... Auch am Morgen der Hinrichtung war Böttcher bei Bewußtsein. Sein Gedankenablauf und seine Bewegungen waren jedoch deutlich gehemmt. Ein« Geistesstörung bestand nicht; Bött- cher zeigt« weder eine geistige Verwirrtheit noch einen Zustand von Bewußtlosigkeit. Auch unmittelbar vor der Hinrichtung waren keine Zeichen einer Geisteskrankheit im Sinne des Gesetzes wahr- nehmbar. Um 8 Uhr morgens erfolgt« die Hinrichtung durch Hand- beil. Die Persönlichkeit Böttchers setzte sich, wie Dr. Bernhardt be- tont, erbbiologisch aus einer Reihe von minderwertigen Bausteinen zusammen. Böttcher litt an angeborener Syphilis und an epilep- toider Belastung mit abnorm starkem, ungehemmtem Trieblcben sowie sexuellen Perversionen.„Umwelteinflüsse wie Hunger, Alka- hol haben bei diesem Menschen auf wohloorbereitetem kranken seelischen Boden die entsetzlichen Taten auslösen können.' Medizinalrat Bernhardt nimmt den Fall Böttcher zum Anlaß, in der„Aerztlichen Sachoerständiqen-Zeitung' aus den Begriff der Geistesschwäche und Geisteskrankheit näher ein- zugehen. Ein Geistesschwacher kann durch besondere Umstände, Um- welteinflüsie, vorübergehend in Geisteskrankheit verfallen, in der er dann strafbare Handlungen begeht, für die er nicht verantwort- lich gemacht werden kann, wenn er nachweisbar zur Zeit der Be- gehung der Tat sich in einem Zustand von Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistestätigkeit befunden hat. durch die sein« freie Willensbestimmung ausgeschlcssen war(§ 51 des Strafgesetzbuches). Ein Zustand von Bewußtlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistestätigkeit hat bei Böttcher nicht vorgelegen. Es erhebt sich nun nach der Ansicht Dr. Bernhardts die Frage, ob nicht Böttcher derartig minderwertig gewesen sei. daß er bei der Ausführung der Mordtaten ohne Ueberlegung gehandelt habe. Werde das bejaht, so hätte Totschlag vorgelegen; die Schuldfrage Zuschlag P ober Merkest vom Gericht nicht erörtert worden, „Es wäre denkbar, wenn auch nicht mit Sicherheit zu beweisen, daß bei der minderwertigen, pervers triebhaften Veranlagung des Böttcher derartige Ausnahmezustände vorübergehen. der Art vorgelegen haben könnten"— diese vorsichtige wissenschaftlich gutachtliche Formulierung gibt jedenfalls zum Nachdenken und zur kritischen Beleuchtung reichlich Anlaß.• Di« Mordtaten, die Böttcher begangen hat, gehören zu den gräßlich st en Kapitaloerbrechen. Es fällt sehr schwer, für Böttcher auch nur eine Spur persönlichen Mitleids aufzubringen. Besonders der Erbbiologe und der Kriminalist werden die Schilde- rungen Dr. Bernhardts, die der Analyse der Persönlichkeit Böttchers dienen, mit Interesse veriiehnien. Worin liegt aber der allgemein« Wert dieser Mitteilungen und Betrachtungen? Bei den Erörterun- gen zur Frage der Abschaffung der Todesstrafe ist von zahlreichen Seiten immer wieder auf Böttcher hingewiesen worden, desien Mord- taten als Sühne die Enthauptung erheischten. Hat aber Böttcher, wie Medizinalrat Bernhardt dies nicht für ausgeschlossen hält, bei den Ausführungen der Mordtaten ohne Ueberlegung gehandelt, dann wäre im Falle Böttcher nach Z 212 des Strafgesetzbuches auf Totschlag zu erkennen gewesen, und als Sühne für seine Greuel- taten eine nicht unter 5 Jahre liegende Zuchthausstrafe in Betracht gekommen. Diejenigen Zeitgenossen, die immer noch nicht von der Todesstrafe lassen wollen, werden also jedenfalls gut tun, sich nicht auf den Fall Böttcher zu bezichen. Beseitigung der Todes st rafe und Schaffung eines Reichsbewahrungsgesetzes— das sind die Forderungen, die auch der Fall Böttcher dringlichst zu erheben lehrt. Stadtarzt Dr. Alfred Korach. Eine Schule für Papageien. Mr. King in Brownsville in Texas hat«ine nicht all- täglich« Schule eingerichtet, deren Pensionäre sämtlich Papageien sind. Die Papageien sind nämlich in Amerika wieder in Mode ge- kommen, vor allem sprechende Papageien werden gut bezahlt. Um sich die Arbeit der Sprachdressur zu erleichtern, vereinigt Mr. King seine Papageien zu Klassen, denen er durch Grammophon« unermüd- lich die zu lernenden Worte vorsagen läßt, nicht einmal, nicht zehn- mal, sondern mehrer« hundertmal, so daß sie schließlich der dümmste Papagei begreifen muß. Bevor die Zöglinge diese Sonderschule des Mr. King oerlassen, werden sie noch einer Abschlußprüfung unter- worfen, die ziemlich hohe Anforderungen stellt. Mr. King garantiert, daß seine Papageien durchaus anständig erzogen sind und ihren Be- sitzer nicht dadurch unangenehmen und sehr peinlichen Ueber- raschungen aussetzen, daß sie sich einer Sprache bedienen, die nicht gerade in der„feinen" Gesellschaft, sondern meist unter altgedienten Seeleute» gebräuchlich isb Der Teufel und der Pope. Ein weißrussisches Volksmärchen. Ein Hirt weidete die Schaf« und blies dabei auf seiner Schalmei «in Lied. Das hörte der Teufel, der zufällig vorüberkam. Er trat zu dem Hirten heran und sprach zu ihm: „Möchtest du nicht lieber Pope(Pfarrer) sein?' „Wie soll ich Pop« sein, ich kann ja nicht lesen und schreiben!" „Ich will es dir lehren!" sprach der Teufel.„Bringe du mir zuvor das Flötespielen bei!" Der Hirt war es zufrieden. Er lehrte den Teufel auf der Flöte spielen. Anfangs begriff es der Teufel schwer und der Hirt prügelte ihn weidlich. Endlich aber blies er sehr gut. Daraus be- gann der Teufel den Hirten zu lehren. Doch der Hirt erlernte an einem Tage Lesen und Schreiben, der Teufel brauchte ihn nicht ein einziges Mal zu prügeln. ' Als nun der Winter herankam, fuhr der Pope im Dorf zum Gutsherrn, um Knechte für das nächste Jahr zu dingen. Da gesellte sich der Teufel zu ihm, brach einen Streit vom Zaun und brachte es dahin, daß sich de« Pope mit dem Teufel prügelre. Der Gutsherr war entrüstet über das Benehmen des Popen und beschwert« sich beim Konsistorium über ihn; gleichzeitig verlangte er daß sein Hirt, der lesen und schreiben konnte, Pope werden sollte Es geschah nach seinem Wunsche und der Hirt wurde Pope, wie ihm der Teufel vorausgesagt hotte. Bis Ostern war der neue Pop« in seinem Amt, es war bis dahin alles gut gegangen. Aber als er am Ostermorgen die Messe beginnen wollte, war plötzlich der Teufel wieder da, der ihm befahl: „Richte mir die Flöte! Ich muß zu einer Hochzeit aufspielen!" Der Pope richtete ihm schnell die Flöte. „Nun spiel auf!" rief der Teufel. Der Pope weigerte sich, jetzt während der Heiligen Messe die Flöte zu blasen. Doch der Teufel drohte: „Spiel auf. sonst bist du am längsten Pope gewesen!" So spielte denn der Pope, wie es der Teufel verlangte, um nicht sein schönes Amt zu verlieren. Aber die Leute in der Kirch« wunderten sich sehr über das Gebaren ihres Popen. Sie waren so entrüstet über ihn, daß sie sofort«ine Beschwerde an das Kon- sistorium richteten, der Pop« habe während der Messe Flöte geblasen. Er mußte sich nun auch wie sein Vorgänger vor dem Bischof ver- antworten. „Wenn du so gut spielst, so spiel uns auch eins auf!' sagt« der Bischof. Da reichte der Teufel seinem Freunde die J.öte. Der Pope begann zu blasen, der Teufel ober kroch dem Bischof unter die Röcke, so daß dieser zu hopsen ansing. Je lustiger der frühere Hirt blies, um so toller mußte der Bischof tanzen. Zuletzt rief er ganz erschöpft: ,�?ör auf, hör auf! Es waren Esel, die sich über deine Flöte beklagt haben. Du spielst ganz famos. Du sollst auch die srei- gewordene Propststelle bekommen.' So machte der Teufel aus einem Hirten«inen Propst und das ist er bis heutigen Tags auch geblieben. Flughafen an der Wesermündung. Brütende Hitze in dem sonst naßkalten, regnerischen Bremer- Häven. Schweißtriefend, schleichend fanden wir uns am Geeste- anleger ein. wollten wir doch heute dem neuen Sseflughafen an der Wessrmündung einen Besuch abstatten. Ein Polizeiboot nahm uns zur Ueberfahrt nach Blexen auf, eine willkommene Wasserfahrt ver Zdivlmmponton für FlnggSste. in dem flotten Motorboot. Kaum aus dem kleinen Geestehafen her- aus, wehte uns eine frische Brise entgegen. Vorbei an dem von Badelustigen wimmelnden Strand ging es quer über die hier sehr breite Weser zum gegenüberliegenden Ufer. Gleich hinter Bahnhof Blexen grüßten Flaggen, ein Zeichen, daß wir am Ziele waren. Seit Gründung der Gesellschaft im Herbst vorigen Jahres ist manches geleistet worden, wenn es sich auch um aus das Notwendigste be- schränkte Anlagen bescheidenen Umfangs handelt. Die vor zwei Iahren erfolgten Versuche der Lufthansa, mit Hochseeflugzeugen nach Helgoland zu fliegen, erwiesen die flugtechnische Eignung der Unter. weser. Neben der Elbe ist die Weser Ein- und Ausgongshasen für den überseeischen Berkehr gewesen, und ein hochwertiger inter- nationaler Passagier-, Post- und Warenverkehr hat sich entwickelt, an Sicherheit und Schnelligkeit vorbildlich. Aus diesem, für das Unter- wesergebiet lebenswichtigen überseeischen Interessenbereich ergibt sich die Notwendigkeit, rechtzeitig an die Eingliederung des jüngsten Ver- kehrsmittels, des Flugzeuges, zu denken. Es handelt sich zunächst nur um Möglichkeiten, deren Verwirklichung im transatlantischen Ver- kehr noch ungeklärt ist. In welcher Form sich ein solcher entwickeln wird, kann heute moch kein Sachkundiger sagen. Die öffentliche Finanzlage gestattet eine Verwendung öffentlicher Mittel nur insoweit, als es gilt, eine Bereitschaft der Weser zur Auf- nähme eines künftigen Sceflugverkehrs technisch sicherzustellen Die neue Anlage verbürgt dies. Eine Startlänge von 2500 Meter, 1000 Meter mehr als amtlich verlangt wird, ebenso größere Wasser- tiefe ist vorhanden. Dank der natürlichen Verhältnisse ist die Anlage dieser Wasserslughäfen einfacher und billiger als Landslugplätze. Schwierig ist bei Wasserslughäfen die Bermittlung des Verkehrs vom Lande auf das Flugboot und umgekehrt infolge Wasser- und Wind- verhältnisie, wie Ebbe und Flut usw. Unter Berücksichtigung dieser Verhältnisse ist, im Gegensatz zu den bestehenden Wasserslughäfen, erstmalig ein« vom Ufer völlig getrennte, aufdem Wasserfrei schwimmende Anlage geschaffen worden. Diese schwimmende Anlage ist der Kernpunkt des ganzen Flug-. Hafens. Die Landanlagen dienen nur als Stütze und Ergänzung. Die Flugzeuge legen seitlich an diesem tief im Wasser liegenden eisernen Anlegeponton an und können so Personen und Gepäck über- nehmen. Der Ponton ist so niedrig gehalten, daß die Tragflächen des Flugzeuges darüber hinwcgragen und Zusammenstöße dadurch vermieden werden. Auch ist eine Anlaufbahn zum Heben und Senken von Flugzeugen bis zu 15 000 Kilogramm vorhanden Diese können in beliebiger schräger Richtung auffahren, wie aus fester Anlaufbahn auf dem Lande. Die Laufbahn kann zur Ausbesserung des Flugzeuges gehoben werden. All« für den Flugbetrieb nötigen Räume sind unter dem Deck des Pontons untergebracht, so für Betriebsstoffe, Werkstätten, Räume für Arbeiter, getrennt davon für Fluggäste, Flugleitung, Luftpolizei und Führer, Zoll- und Schiffswachen. Die Länge des Pontons ist 35 Meter, die Breite 13 Meter. Die auf erhöhtem Gelände besind- lichen Landanlagen bestehen aus Betriebsgebäude, Werk- stattschuppen und Vetriebsstofflager. Das Betriebsgebäude macht trotz seiner Einfachheit einen überaus freundlichen Eindruck, sowohl innen wie außen und fügt sich architektonisch gut der Umgebung an. Das Gebäude hat Wartehalle und alle für den Flugdienst not- wendigen Räume. Ein Turmaufbau dient der Flugpolizei zur Er- teilung der Startsignale. Den Verkehr zum Anlegeponton vermittelt ein Motorboot. Die Fluganlage ist eine Neuerung, die die Verkehrs- abwicklung wesentlich günstiger stellen wird als bei anderen Wask> flughäfen. Probeflüge nach Helgoland sollen das erweisen. Wir ließen es uns trotz der Hitze nicht verdrießen, alles eingehend zu besichtigen, überzeugten uns von der tadellos funktionierenden An- laufbahn. Schweißtriefend krochen wir unter Deck der schwimmenden Anlage, staunend über die Geräumigkeit; sieht das Ding von außen doch ziemlich, unscheinbar aus. Einen besonderen Genuß bot die Rückfahrt weserabwärts, vor- bei an der schönen langen Strandpromenade Bremerhavens, dem Da» BcirlebigebSude de« Seeflughafen«. Columbusbahnhof, der neuen Columbusmauer, ein Schmerzenskind Bremens. Hinter dem Deich ragten die Ramm- und Baggertürme der im Bau besindlichen Nordschleuse empor. Es ist zu hoffen, daß der neu geschaffene Seeflughasen ein weiterer Schritt zur Erreichung des Zieles der regelmäßigen Trans- ozeanfahrt ist. &{n �ßieru23zcflor72äris> von jQszzl �TjrgßhUzr (35. Fortsetzung.) „Deshalb war also das gnädig« Fräulein auf dem Land, damit sie so ausschaut, natürlich immer getanzt, immer in Bewegung? Na. ja, die noblen Leut' sind ja zu blöd, um ruhig zu bleiben, chaben Sie je einen Sonnenaufgang gesehen? Haben Sie sich eine Pflanze ruhig angeschaut? Nein! Dann kommt naturlich vor lauter Unruhe das Fieber!" Er untersuchte Hilde und konstatierte:„Gar nix hat sie. Lb«r Fieber hat sie. Woher kommt also das Fieber?" Hüd« erzählte von ihrem Debüt, sie war erhitzt, und es war ja Mens, Doktor Wolff schüttelte den Kopf.„Viele Leut? haben damals Theater gespielt, für alle war Zlbend. Haben die anderen auch Fieber? Nur gerade Sie haben Fieber? Ohne Halsentzün- bog, ohne ein sichtbares Symptom? Merkwürdig!" Dann berichtete er von einigen Pflanzen, die er im Frühjahr selbst auf einer dalmatinischen Insel ausgegraben hatte, und die nun anfingen, hier Wurzeln zu fassen, und er schilderte sie eingehend und schimpfte dann wieder, alles durcheinander. „Diese Lebensweise auf einem Schloß ist für Sic keine Erholung gewesen. Warum nehmen Sie nicht ein paar Mädel, können auch ein paar Burschen sein, schad't nix, und steigen auf die Berge? Da gibt es eine neu- Zeit, Fräulein 5)ilde. Jawohl, Fräulein Hilde, eine neue Zeit nüt einer anderen Jugend! Und Sie leben, wie die Madame Rothschild vor dreißig Iahren gelebt haben mag: ein Schloß und wahrscheinlich keinen Schritt ohne Wagen oder Auto, und ein Essen tagtäglich wie beim Sacher. Davon hat unszreiner nach einer Wach« genug! Ist ja unvernünftig, geradezu blöd! Natürlich bckomnit so ein zimperlich Fräulein bei der ersten Aus- rcgung cw Nervensieber! Denn irgendeine Aufregung hat'» ge- geben. Das werden Sie so einem alten Fuchs wie dem Doktor Wolfs nicht ausreden. Uebrigens sollen doch auf diesem Schloß Wunder aller Welt auch einige botanische Wunder sein? Diese Schieber leisten sich ja alles! Sogar was Schönes!" Hilde erzahlte ihm vor allem, was sie an seltenen Bäumen und Blumen gesehen hatte. Daß es sogar einen Strauß von wirklichen Lotosblumen dort oben gab. Das interessierte den Doktor sichtlich mehr als die Krankheit. „Sie sind nicht krank. Weiß der Teufel oder Sie w'.isi.n's, wo so ein fesches Mädel Nerven hergenommen hat. Was? Na, ich bin kein Beichtvater. Ruhen S' sich aus und führen S' dann ein vernünftiges Lebe». Dazu sind Sie gemacht und nicht zur Gesellschafterin der Familie Gruber mit.ihren Gästen" Frau Fernleitner war mit dem alten Doktor niemals einver- standen, und j«tzt nach weniger als je. Es war doch das Glück dieses klugen Mädel», daß es sich an die reiche, an die jetzt so berühmt« Familie Gruber angeschlossen hatte, und das wollte er ihr verleiden? Hilde wartete fügsam, bis sie gesund wurde. Das Fieber ließ nach, sie fühlte sich nicht mehr so unendlich müde, und jetzt begriff sie gar nicht, daß sie sich von dem seltsamen und schrecklichen Er- lebniz jener abenteuerlichen Nacht so in ungewohnte Angst hatte jagen lassen. Als sie so weit war, aufstehen zu können, schrieb sie an Mama Gruber und entschuldigte sich nochmals, daß sie so platz- lich nach Wien gefahren sei, aber das habe sie doch nur im Interesse der Leute auf dem Schloß getan, da sie Angst hatte, ernstlich krank geworden zu sein... Sie schrieb an Dely... Sie schrieb an Edi und auch an dis kleine Lutz, die sie noch einmal einlud, zu ihr nach Wien zu kommen. Von der Lutz allein kam eine Antwort: die Mama, di« gar keine Zeit habe, lade die Hilde ein, nach dem Schloß zurückzukommen, aber sie möge sich erst genau untersuchen lassen, ob gor keine Infektionsgefahr bestehe. Der Edi lasse sie hsrzlichst grüßen, er sei jetzt mit dem Bau einer Jagdhütte beschäftigt und erwarte sie. Und von sich selber könnt« di« arme Lutz nur berichten. daß sie halt ewige Kopfschmerzen habe und sich so zur Hilde und nach Ruhe sehne, aber sich nicht getraue, dies der Mama zu sogen. Wenn sie denke, daß die Hilde sich in einigen Wochen auf der Uni- versität einschreiben lasse, so zerspringe sie vor Neid... Und dann sah sich Hilde wieder einmal gründlich zu Hause um: Mutti sah schlecht aus. Sie wollte sie bitten, für einige Wachen wieder nach Langenlcbarn zu gehen. Dort war es nun freilich so wenig amüsant, daß dies« Anregung unterblieb.. Während Hild« selbst am Luxus der Allerreichsten teilgenommen hatte, hatte Mutti in dies-m gleichsam verdrückten Hause an einer staubigen Straße, den Sommer genießen müssen... Es war unbegreiflich, daß Hilde nie daran gedacht hatte. Die Langeweile, dis dieser Aufenthalt ausstrahlte... freilich, da waren auch blumenumfäumte Pillen und hübsche Alleen, aber di« lagen abseits, und was vor ihr stand, war Enge, Armut, Entbehrung von aller Scmmerschönheit, und darin hatte Mutti mehrere Sommer lang gehaust. Daß Hilde nicht daran gedacht hatte, sich einmal dos alles an- zusehen— es war unbegreiflich! Es war fo vieles unbegreiflich, daß ihr manchmal war, als fei sie jetzt erst nüchtern geworden, und der Rausch der Vergnügungen und des Reichtums, der sie ein- gefangen hatte, wäre ein wirklicher, ihr« Sinne umnebelnder Rausch gewesen. Mutti sprach' nicht viel von dem, was sie in diesen vom Gekdstebcr durchschüttelten Wochen mitgemacht hatte.«Aber Dro- bauer erzählte, erzählte, erzählte: der Stoff ging ihm nicht aus. Er kam jetzt während der Genesung Hildens häufig zu den Fernleitners hinauf, der Drobaucr, und vertrug sich mit allen im Hause recht gut. Mit Fräulein Rose zankle er sich, weil er an das Heiligtum der„Mafchag" zu rühren und die Jdcalgestalt des Generaldirektors zu kritisieren wagte, aber wenn er fort war. an- erkannte selbst das Fräulein, daß er gescheit sei. Sonst gab es für sie außerhalb der Sphär« derer, die geschäftlichen Erfolg hatten, keine Menschen, die sie sür gescheit hielt. Auch Frau Fernleitner miß- billigte seine aufrührerischen Ansichten, ober sie ließ sein Tempera- ment gelten. Sie oerstand von der neuen Sensation gor nichts, weder di« plötzlich« Abreise von Schloß Wunder aller Welt, noch, warum Drobauer, den Hilde schon von früher kannte, mit einem Mol« jetzt oft zu ihnen hinaufkam, aber seufzend unterwarf sie sich der neuen Zeit, die Kinder in ihren Entschlüssen so rasch selbständig werden ließ. Immerhin, dieser lang« Drobaucr war persönlich ein netter Kerl, der Hilde hündisch treu ergeben war. Wenn er sie nur auch nicht von den Grubers fortreißen wollie! ..War man dort droben auf dem Schlosse nicht nett zu dir?" fragte si« di« Hilde. „Aber ja, Mutti, reizend. Ich war für alle doch eine» von den drei Grubermädeln, so hat man mich dort gehalten," „So? Wann fährst du denn zurück?" „Vorläufig niäzt, Mutti!" „War vielleicht... der Edi... ungebührlich zu dir?" „Der? Gar nicht. Der hat mich als Kameradin behandelt und war übrigens von feinen Pferde- und Jagdgeschichten zu sehr in Anspruch genommen." „Also, was willst du denn hier, in dieser Enge, warum fährst du nicht zu den Leuten, di« so nett und so... reich sind?" „Weil ich nicht immer von Schlagobers leben kann, Mutti." Frau Fernleitner verstand da» nicht und sah ihre Tochter fragend an. „Das soll heißen, daß ich genug Hab', am Reichtum zu schmarotzen, zum Luxus mitgenommen zu werden." „Du bist neidisch, du willst da» alle» haben?" „Neist, Mutti, für ein paar Tage das mitmachen, ist sehr lustig. Ab«r da» wichtigst« ist es nicht." „Sandern was denn?" „Das weiß ich noch nicht. Aber ich fühl' schon, daß es etwas andere» gibt, als im Fett leben und sich wie eine Nudel darin ausbratsn zu lassen. Und ich Hab'» gespürt, wenn ich noch lange drin bleib', werd' ich wie sie. Das wollt' ich nicht." „Ist das ein Unglück, eine Grubersche zu sein?" „Wenn ich vom Meierhof geredet hob'..." „Was ist das, der Meierhof?" Hilde schilderte ihr Erlebnis auf dem Meicrhof. Frau Fernleitner zuckte die Achseln.„Sind halt reich« Leust. „Ja, ja, aber ich gehör' nicht zu ihnen. Wenn man nicht auch das Herz dazu mitbringt, das immer schweigen muß..." „Das alles hat dir Tante Hedwig eingegeben! Die Tante Hed« wig, der Drobauer und du— ihr s«id ein Trifolium, da» die Welt anzünden möcht'l Reiche und arme Leut' müssen sein, da» hat Gott so eingerichtet und da» wird keiner von euch dreien ändern. Und sür die vielen armen Leut', die auf der Welt herumlausen, ist es sehr gleichgültig, ob die Hilde Fernleitner bei ihnen oder bei den anderen ist. Aber für die Hilde Fernleitner ist das sehr wichtig, denn sür ein Menschenleben ist es von ungeheurer Bedeutung, ob es auf dem Schloß Wunder aller Welt oder da in der engen Stube in der Iosefstadt abrollt. Die ganze Menschheit kann man nicht be- freien, nur sich selbst. Es ist sehr unrecht von dir, daß du den Weg in« Freie, den du schon gefunden hast, wieder aufgeben willst." „Mutti, glaub' mir, das schaut dort droben nur so schön au», wenn man'» von unten au» betrachtet." „Na, und unten ist's so schön? Ist es also ein Derbrechen, sich herausarbeiten zu wollen? Das will doch jeder, der ein bistel Kraft in sich fühlt. Der Drobaucr will ja auch nicht zeit seines Lebens ein herumvazierender Schauspieler sein. D Gott, wenn ich so jung war' wie du und dein Glück gehabt Hütt'.. H-lde küßte die Mntti wie einst, wenn sie unter ein Gespräch einen Schluhpunkt setzen wollte, nur daß sie jetzt nicht mehr zu ihr hinoufspringen mußt«, sondern gleich zu gleich mit der Mutter war, mit ihr auch schon gleich-groß und sie als Groß« küßte. Und schließlich erklärte Dr. Wolfs, daß si« ganz gesund sei und jetzt schauen sollte, ein vernünftiges Leben zu führen, was man holt in unseren Kreisen ein vernünftiges Leben nennt, wie spazieren gehen, schwimmen, bergsteigcn, turnen, kurz,«in modernes Mädel fein und nicht so ein moderner Modefratz. Und wenn ihm die Hilde vom Schloß Wunder aller Welt ein paar botanische Seltenheiten verschassen könne, so würde ihn das sehr freuen. Und Hilde war gerade daran, ihre neu« Existenz zu organi» sieren, als Frau Neumann-Norrek bei ihr einbrach. „Ich steige selbst zu dir herauf, mein Kind. Ein große» Ereignis! Sogar ein glückliches Ereignis.. „Was gibt's denn, Meisterin?" „Für dich wenigstens ein glückliches Ereignis, für mich ist e5 schmerzlich.. „Um Gottes willen, Meisterin!" „Seid ihr denn nicht all« meine Kinder, olle, di« ihr von miy ein« Ahnung der göttlichen Kunst empfangen habt..." Endlich war Frau Neumann-Norrek in ihrer Red« soweit g«» lammen, daß si« auch zu den konkreten Dingen überging, die ihren Besuch veranlaßt hotten. „Denk' dir, Kind, es muß ober noch ein Geheimnis bleiben.., denk' dir, Kind, die Koginzer<.. ahnst du es?" „Nein." i „Sie war bei all ihrem Talent immer ein leichtlebiges Ding.«, sie hat einen italienischen General bekommen!" „Gleich«inen General!" mußte Hilde ausrufen, und si« empfing einen strafenden Blick.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. St. BuresLukraiius ist wachsam! Wer ohne Paß über die tschechoslowakische Grenz« geht, kann üble Erfahrungen machen. Das mußte sogar«ine harmlose Ziege erleben. Das gute Tier war mit seinem Zickel Nuf die Weide ge- trieben worden, und hatte sich einen günstigenn Augenblick aus- gewählt, um einen Spaziergang über die Grenze zu machen. Das Zickel konnte noch rechtzeitig abgefangen werden. Di« dumme Ziege nahm jedoch keine Notiz von den Grenzpfählen, sondern lief bis nach Engelsdorf, in der Nähe der sächsischen Grenze, wo sie ihr Schicksal ereilte. Don dort wollte di« Frau des Ziegenhalters später die„Kuh des armen Mannes" wieder abholen, damit si« reuevoll in den heimischen Stall zurückkehre. Aber die Frau hatte nicht in Rechnung gestellt, daß auch in der Tschechoslowakei St. Bureau- tratius noch feine Vertreter sitzen hat. Ein tschechischer Finan.;- beamter erklärt« die Ziege glatt alz Konterband«, und trotz beiq- brochter polizeilicher Bescheinigung gelang es bisher dem Ziegen» besitz«? nicht, fein Eigentum zurückzuerhalten.— Od nun diplomatische Verhandlungen sich nötig machen, um den schwierigen „Grenzfall" zu erledigen»der ob die tschechoslowakische Finanz- behörde die Konterband« fteigibt, wenn für die Ziege 30 Pfennige für einen Grenzauswei» bezahlt werden? Wer weiß es! Er glaubt's auch so! Ein Leser teilt uns folgendes mit: In einem kleinen Dorf im Kreise Glogau starb kürzlich«in alter Mann, der nie einen Arzt konsultiert hatte, noch longer schwerer Krankheit. Sein« Tochter schickt« sich an. d!« notVendigen Formalitäten beim Herrn Pastor, beim Standesbeamten us«. zu erledigen. Ihr« zufällig aus Berlin zu Besuch weilende Kusine macht sie darauf oulmerksam, daß doch zuerst ein Arzt den Toten untersuchen und den Totenschein aus- stellen müsse. Daraus sagt di« Tochter de» Verstorbenen:„Da» ist bei un» nicht nötig, der Standesbeamte glaubt» auch so!" Und er hat es geglaubt, ebenso wie der Her« Pastor!— Geschehen in B or ka u(Kreis Glogau), Ansang August 1028. Die JRomanovs klagen gegen Finnland. Die.�kaiserimvitwe" Maria Fedorowna glaubt nicht genug Geld ins Ausland gerettet zu haben. Soweit bekannt, leidet sie in Kopen- Hägen nicht sonderlich Ritt. Jedenfalls hat ihre Tochter, di«„Groß- sürstin" Kenia Alexandrowna im Nomen ihrer Mutter an die sinn- ländisch« Regierung di« Forderung gestellr, ihr«in groß«, Stück Land zurückzugeben. Diese Forderung beruh» auf der Behauptung. daß Alexander III. im Jahr« 1890 dieses Land angeblich als Privat» eigentum erworben Hobe. Im Augenblick ist e» mehrer« Willionen finnilcher Mark wert. Die finnländische Rozierung steht dagegen aus dem Standpunkt, daß auch dies«» Besitztum auf Grund de» im Jahre 1920 in Dorpot geschlossenen Friedenso-rtrages als Besitz des russischen Staate» rechtmäßig an die Finnisch« Republik übergegangen ist. Es ist überall das gleich«: di« Appetit« der einstmals Herrschenden kennen keine Grenzen. Eine Stange Milch gefällig? Ein dänischer Erfinder will in der Lage sein, Milch so voll» kommen von aller Feuchtigkeit zu befreien, daß schließlich ein« feste Masie zurückbleibt, die in jede beliebige Gestalt gepreßt werden kann und sozusagen Milch In fester kondensierter Form darstellt. Diese „feste Milch" soll sich zwei Jahre lang in gutem Zustande hosten. Von Elefanten belagert. Ein bös«? Erlebnis hatte ein Elefantenjäger im Gwonda« Distrikt von Südrhodesien. Ihm wurde von Eingeborenen mit- geteilt, daß ganz in seiner Nähe eine Herde Elefanten gesichtet worden sei. Ohne Zaudern begab sich der Jäger quf die Suche. entdeckte die Elefanten und brachte einen zur Streck«. Aber menn er geglaubt hatte, sein Schuß würde di« anderen Tier« zur Flucht bringen, so l>atte er sich getäuscht. Sie machten plötzlich Front gegen den Jäger, der um sein L-ben lies und auf einem steilen Gipfel Zuflucht suchte. Er gab mehrere Schüsse ab und brachte einen Zwesten Elefanten zu Fall. Di« anderen Elefonten aber sammelten sich im Kreise um den steilen Gipset und schienen es auf eine regelrechte Belagerung abgesehen zu haben. Sie entfernten sich erst nach zwölf Stunden im Morgengrauen, indes sich der Be» lagerte heimwärts stahl und sich schwor, di« Elesanten künftig in Ruhe zu lassen. Alz er sich nach seinen beiden Opfern umsah. stellte er fest, daß nur ein Clesant tot dalag. Ein Kraftfahrer berichtete ihm, daß er drei Elefanten begegnet sei, von denen d«r eine verwundet zu sein schien. Offenbar wurde er von seinen Gefährten unterstützt. Feuerwasser macht seinem Namen Ehre. i In der Stadthalle von Long Lronch im amerikanischen Staat« New Jersey hatte man auch«inen großer«» Posten Schmuggelschnaps gelegen. In der letzten Hitzewell« litt es diesen nicht mehr in seinen Behältern, er explodiert« mit heftigem Kroch und entzündet« sich. Im Handumdrehen folgte«ine Explosion von Alkoholbehältern der anderen, und fünf Polizisten, di« damit be» schästigt waren, das F-uerwaffer in die Gosse zu entleere», wurden arg gefährdet. Schließlich erschien die Feuerwehr ak» Retterin. Möglicherweise hatte der Schnapsfabrikant dem Schnaps Glyzerin zugesetzt, das sich durch irgendeinen Umstand in Nitroglyzerin zu verwandeln begann. Zuwachs. „Nun, rechne mal schön, Mäxchen: ihr seid vier Geschwister—> und wenn nach ein» dazukäme?"— ,�?ast auch schon was bemerkt, Gcaßmuttsc?" ~ Sportund SpielEs geht vorwärts in Berlin! Die Gesundung des Arbeitersports. = Biel Geschrei in Demonstrationszügen gegen die Spalter Das neue Kartell hat auf solche oder ähnliche Schreiben gar Bonnernde Reden in öffentlichen Sportlerversammlungen gegen die nicht geantwortet; seine Zeit ist dazu zu fostbar. Wenn die Sport. Diftatur der Zentralfommission und der Verbandsvorstände sekretäre der KPD. alles versuchen, um ihren Einfluß in den ArFraktionsbeschlüsse der bezahlten KPD. Sportjetretäre in der beitersportvereinen zu behalten, jo tann man das menschlich ver Aleinen Alexanderstraße Berlangen nach proletarischer Demo- fiehen. Pratie" beim Aufbau des neuen Kartells große Entrüstung gegen die Auflösung des alten Kartelles Treue bewahren dem alten Kartell für die Einheit der Arbeitersportbewegung! Das waren so die Parolen, die durch die Fraktionsarbeit in die Arbeitersportvereine getragen wurden. In den kommunistischen Zeitungen Berlins find im Laufe der letzten Wochen Dugende solcher Resolutionen, Protefte, Erklärungen, Anträge als in den Bereinen angenommen, veröffentlicht worden. Still und eifrig hat demgegenüber das neue Kartell gearbeitet. Es mustert zurzeit 50 Bereine mit über 15 000 Mitgliedern. Das ist mehr, als der fühnfte Optimist erwartet hatte. Im Laufe ter Zeit wird noch eine Anzahl Bereine hinzukommen, die nog nicht in der Lage waren, zu der neuen Situation Stellung zu nehmen. Glatt abgesagt haben bisher nur 6 Vereine; der Arbeitersportverein Fichte" sucht noch nach einem Ausmeg; er breht und wendet sich nach allen Richtungen und verlangt für seine Un mesenheit im neuen Kartell die Gegenleistung, daß der Kartellausschuß in den Bereinen gewählt werden soll. Wenn die FichteFunktionäre nicht schon so lange in der Arbeitersportbewegung tätig wären, tönnte man dieses Verlangen als Unsinn bezeichnen. So aber ist es bewußte Quertreiberei. Der nach dem Fichte mufter gewählte Kartellausschuß würde nämlich nicht mehr und nicht meniger als 300 Mitglieder start sein. Das wäre dann das richtige Quatschparlament für die Sportsekretäre der Kommunistischen Bartet und ihre Trabanten in den Bereinen. 152119220118 Virtanen läuft Rekord. 5000 m in 14: 48,3 Minuten. cl Bei den legten finnischen Arbeiter- Athletif- Meisterschaften hatte der finnische Arbeitersportler Lasse Virtanen einen neuen Berbandsreford aufgestellt. Er ist auf regenweicher Bahn die 5000- Meter- Strede in 14: 48,3 Minuten durchlaufen( der bürgerliche Reford steht auf 15:03 Minuten). Diese hervorragende Leistung bemeist am besten, daß die Arbeitersportler sich in ihren Leistungen durchaus mit denen der Bürgerlichen messen fönnen. Die Zeit, die Birtanen gelaufen ist, liegt also mehr als 12 Gefunden unter dem deutschen Reford, und dürfte nur von den fünf besten Läufern der Welt unterboten werden. In Finnland wird diese Leistung eines Arbeitersportlers besonderen Beifall auch deswegen finden, weil dort der Gegensatz zwischen Arbeiter und dem bürgerlichen Sport befonders scharf ist. Die finnischen Arbeitersportler haben in ihren Reihen erste internationale Kräfte. Eine ganze Anzahl großer Sporttanonen find aus den finnischen Arbeitersportverbänden hervorgegangen. I Für sie handelt es sich um eine Broffrage, denn im Augenblick, wo die Kommunisten im Berliner Arbeiter. sport abgewirtschaftet haben, wird die KPD. die finanziellen Mittel für die Sportpropaganda sperren und die Sportsekretäre find arbeitslos. Eine Anzahl der vom Arbeiter- Turn- und Sportbund taligeftellten Vereine haben im„ Sportverein Libertas" in Char lottenburg Unterschlupf gefunden, indem sie sich deffen Leichtathletik. abteilung anschlossen. Die Absicht, das neue Kartell dadurch zu täuschen, wird ihnen nicht gelingen, denn die Leichtathletikabteilung ist auch dem Arbeiter Turn- und Sportbund angeschlossen. Wie wir erfahren, wird sich auch der Bundesvorstand im Arbeiter athletenbund in nächster Zeit mit den Berliner Zuständen befaffen. menn er dabei die Arbeit des Kreisvorsitzenden Mag Sellheim richtig unter die Lupe nimmt, so fann es fehr leicht passieren, daß auch dieser Herr sportlich arbeitslos" wird. Audy die Borstände aller anderen Sportspizenorganisationen nehmen nächstens Stellung zu den Berliner Verhältnissen, so daß die Bereine fich sehr bald zu entscheiden haben werden, ob sie weiter zur Fraktion der fommunistischen Sportsekretäre oder zum neuen Kartell halten mollen. Es geht vorwärts in Berlin, treg aller Schimpfereien und persönlichen Berleumdungen, trok aller Lügen und Berdrehungen, trotz aller kommunistischen Frattionsbeschlüsse und Einheitsfrontrefolutionen. Es geht vormärts, trotz aller Bühlereien der um ihre Existenz besorgten Sportfetre täre der Kommunistischen Partei. 6 Die neue Fußballserie beginnt. 21 Der kommende Sonntag bringt den Beginn der zweiten Serie fm 2rbeiterfußball und damit wieder den Kampf um die Bunkie. In der 1. Klaffe spielen im Norden: Teutonia 09 gegen Amateure in der Christianiastraße. Adler 12 gegen Wittenau, ebenfalls Christianiastraße. Bantam 08 gegen Sparta Wedding auf dem Bolle- Sportples in Nordend. Beder 20 gegen Union- Pantom auf dem Egerzierplay, Schönhauser Allee. Bezirk Often: Lichtenberg III gegen Adlershof auf dem Kar tellplatz in Friedrichsfelde. Oberspree gegen Johannisthal in der Wuhlheide. Wildau gegen Stralau in Wildau. Neuenhagen gegen Speria 11 in Neuenhagen Alt- Glienice gegen Weißenfee in Alt Glienice, om Kiesberg. Asfania gegen den Berliner Sportverein 22 in Köpenid, Grüne Trift. Bezirk Südmeft: Fortuna 10 gegen Wader 21 im Neuköllner Stadion. Berlin XII gegen Seddin. Hertha gegen Brandenburg a. b. Havel in Ludenwalde. Lichtenrade gegen Teltow in Lichtenrade. Luckenwalde II gegen Wannsee in Luckenpalde, Heyheide.. 2. Klasse, Norden: Brieselang gegen Rauen. Elsthal gegen Beddinger Sportfreunde. Staaten gegen Boruffia. Eisen spalterei gegen Butab. Fichte- Nord gegen Lichterfelde. Blau- Weiß gegen Arbeiter- Sportverein 24. Briß gegen Steinfurth. Dranien burg gegen Helvetia. Hennigsdorf gegen Karom. Neuruppin gegen Fichte- Nardost. Osten: Friedrichshagen gegen Hertha 22. Lichtenberg II gegen Romet. Rudow 12 gegen Merfur. Mahls dorf gegen Eggersdorf. Teutonia 26 gegen Tasmania( 4 11hr). Petershagen gegen Müncheberg. Birkenstein gegen Tasdorf. Herzfelde gegen Richterswalde. Zeuthen gegen Guffon. Senzig gegen Stablam Biegelei. Ragom gegen Niederlehme in Königswusterhausen. Beefen gegen Bohnsdorf. Südwesten; Eintracht 25 gegen Zehlendorfer Ballspiel- Club. Ludenwalde V. gegen Zoffen. Fußhallring gegen Tempelhof. Rüftig- Borwärts gegen Schöneberg. Mariendorfer Sportclub gegen Jüterbog. Wilmersdorf gegen Stern Marienfelde. Kreuzberg gegen Ruhlsdorf. Beginn der Spiele 17 Uhr. Borher untere Mannschaften. Bormittags auf allen Blägen: Altjugend, Jugend und Schüler mannschaften. Handball Moskau- Deutschland." Die Welt am Abend" veröffentlichte Sonnabend, 18. Auguft, im Spartatiade- Bericht in Schlagzeilen obigen Hinweis. Der Bundes spielleitung des ATSB ist nicht bekannt, daß eine deutsche Arbeiter Handballmannschaft, vielweniger eine deutsche Landesmann schaft zur Spartakiade Spielerlaubnis bekommen hat, oder eine Delegation vorgenommen worden ist. Bir wiffen nicht, wie die deutsche Handballmannschaft zusammengekommen ist, die sich mit der Städte mannschaft gemeffen hat. Das zur Richtigstellung. Bundesspielleitung für Handballspiele. -0108 Keine Tillergirls sondern Sportlerinnen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, die es durch zielbewußtes Körpertraining zu einer beachtenswerten Gelenkigkeit gebracht haben. Sawalls erster Start. Als Weltmeister auf der Rütt- Arena. Die Berliner Radsportgemeinde wird das Vergnügen haben, ihren Landsmann Walter Sawall, der am Montag in Buba peft die Steher- Weltmeisterschaft in großem Stile gewann, am fommenden Sonntagnachmittag auf der Rüft- Arena zu begrüßen. Der neue Weltmeister startet in vier Läufen über je 25 Stilometer gegen Emil Lewanow, Jean Rosellen und den Franzosen Jules Miquel. Den Dauerrennen, die von weiteren interessanten Wettbewerben umrahmt werden, geht eine Chrung des neuen deutschen Weltmeisters, dem es gelungen ist, den höchsten Titel der Sturzfappenfahrer seit 16 Jahren wieder nach Deutschland zu bringen, voraus. Der Ständige Boxring". Das Programm für nächsten Freitag. Freitag auf der Rütt- Arena bringt diesmal Bertreter der mittleren Der nächste Kampfabend des Ständigen Ringes" morgen und schweren Gewichtstlaffen in den Ring, die fast säntifich burch ihr bisheriges Auftreten im Ständigen Ring" befannt find. In fünf Kämpfen wurden durchweg gleichwertige und technisch gut durch gebildete Boger gepaart. " Der Berliner Schwergewichtler Rarf alter, der bei feinem legten Kampf mit dem Dortmunder Bischoff, den er sicher nach Buntten schlug, gut zu gefallen wußte, trifft auf den Ham borner Balter Taupel. Ferner stehen zwei Mittelgewichtstreffen auf dem Programm. Im ersteren begegnen sich die beiden Turniersieger Alex Kiausch Berlin und der Mannheimer Her mann Scherle. Den zweiten Kampf in dieser Gewichtsffasse be. ftreiten der Duisburger Willi Bolze und der zweimalige f..0.. Sieger Walter Ponisch Leipzig. In den beiden übrigen Kämpfen erscheinen mit dem Gelsenkirchener John Müller und dem Magdeburger Hochbaum zwei neue Leute im Ring, von denen der Gelsenkirchener Müller ein hoffnungsvoller Debutant ist. Müller T ist mit dem fampfstarten Saarbrüdener Otto Lauer gepaart worden, Hochbaum hat in dem Berliner Weltergewichtler Glaser einen gleichwertigen Gegner gefunden. Heute DRU.- Rennen. Auf der Rütt- Arena. = Die Anhänger der Union haben heute um 19,30 Uhr wieder Gelegenheit, die D. R. U.- Fahrer im friedlichen Wettkampf zu sehen. Als Einleitung des Tages steht ein 50 Runden Punkte. fahren auf dem Programm, zu dem 25 Fahrer gemeldet haben. Die Hauptattraktion des Tages ift das 100 KilometerMannschaftsfahren, au dem 13 Mannschaften auserwählt find. Bei der guten Besetzung ist wieder mit einem interessanten Berlauf des Rennens zu rechnen. it einer Die Britzer laden ein. Jubiläumsfest am 16. September. Der Arbeiter Turn- und Sportverein Freie Turnerschaft Briz" fann am 16. September auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Um diefen Gründungstag festlich und werbend für den Arbeitersport zu gestalten, ist beschloffen worden, ein Gruppenabturnen auf dem Briger Sportplag abzuhalten. Der Berein rechnet damit, daß sich die Arbeitersportler stark daran beteiligen und sich beizeiten anmelden. Da die Vorfämpfe am Sonntag vormittag stattfinden, fönnen die Teilnehmer, die am Sonntag früh schlechte Fahrverbindung haben, schon am Sonnabend erfcheinen; für Nachtquartier ist gesorgt. Das Programm für den Sonntag ist folgendes: Bormittag: Vorfämpfe. 13.30 Uhr Umzug durch Britz zum Sportplatz. Für alle Teilnehmer Bezirksfreiübungen. Mehrtämpfe: Jugend: 100- Meter- Lauf, Weitprung, Kugelstoßen, Speerwerfen. Frauen: 75- Meter- Lauf, Kugelstoßen, Hochsprung. Männer: 100- Meter- Lauf, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen. Männer über 30 Jahre: 100- Meter- Lauf, Hochsprung, Diskuswerfen. Einzeltämpfe: Jugend: 100- meterLauf, Diskuswerfen, Weitsprung. Frauen: 75- Meter- Lauf, Weitsprung, Ballweitwerfen. Männer: 100- Meter- Lauf, 3000- MeterLauf, Hochsprung, Speerwerfen. Männer über 30 Jahre: 100- MeterLauf, Weitsprung. Mannschaftstämpfe: Männer: 4X100- Meter- und 3 × 1000- meter- Stafette. Männer über 30 Jahre: 4X100- meterStafette. Frauen: 4 × 100- meter- Stafette. Jugend: Diympische Stafette 800-200, 200-400 Meter. Gruppenmeisterschaft im Faustball und Handball. Stoppuhr, Bandmaß und Speer mitbringen. Meldeschluß am 25. 2luguft. Meldungen an Fr. Heller, Wildau, Am Sportplatz. Für Quartiere H. Röhler, BerlinBrig, Germania- Bromenade. 1600: 10 beim Trabrennen. Eine nicht alltägliche Quote gab es bei den Trabrennen zu Hamburg Farmsen. In der von 13 Pferden bestrittenen zweiten Abteilung des Preises von Schandau", einem Ausgleich über 2200 Meter, siegte die von Schürmann gesteuerte Dreijährige Zinchen leicht mit vier Längen Vorsprung gegen Schneesturm und Jambus. Die beiden erstplazierten Pferde waren am Toto fast ausgelaffen worden, denn auf Zinchen gab es nicht weniger als 1600: 10 auf Sieg, die Platzquoten betrugen 132, 122 und 36. Die höchste Quote auf einer deutschen Bahn gab es im Jahre 1891, ebenfalls in Hamburg. Auf der damaligen Traberbahn in Mühlenfamp schüttete der Totalisator, als Contesse ihr zweites Rennen am gleichen Tage gewann, 3562: 10 aus. Es ist allerdings auch schon bagemefen, daß auf ein fiegreiches Bferb gar feine Einfäge gemacht worden find, so erst vor einigen Jahren in Doverant. In diesem Falle mußten alle in diesem Rennen getätigten Siegeinfätze nach Abzug der Steuern zurückgezahlt werden. Das Kissinger Turnier. In der zehnten Runde verlor Dr. Eume überraschend gegen Dates in einer[ panischen Partic. Die interessantsfte Begegnung mar die zwischen Nimzowitsch und Capablanca, die lekterer, trotzdem er die Qualität einbüßte, noch unentschieden geftalten fonnte. Bogoljubom gemann sehr schnell gegen Spielmann, Rubinstein gegen Dr. Tartafomer, die Partien Marshall- Mieses und Dr. TarrajchReti hängen noch. Diese beiden Partien werden am Donnerstag zu Ende geführt, am Freitag folgt die Schlußrunde. Bogoljubom führt mit 71 Buntten vor Capablanca 6%, Euwe 6, Rubinstein 5%, Nimzowitsch 3, Marshall 4%( 1), Spielmann, Tartalower 4½, Reti 4( 1), Yates 4, Tarrasch 3%( 1) und Mieses 2%( 1). = 1 Deutsche Motorrad- Klubmeisterschaft. Die Ausschreibung zu den DM B. Herbst- Avusrennen am 16. September ist erschienen. Es wird die traditionelle Deutsche Klubmeisterschaft für Motorräder ausgefahren, bei der eine Strecke von 157,4 Kilometer( 8 Runden) vorgesehen ist. Startberechtigt ist jeder DMB.- und ADAC.- Klub, der drei Fahrer gemeldet hat. Neben der Klubmeisterschaft sind noch drei Rennen über kurze Distanz en geplant, und zwar für Solomaschinen bis 350 Stubikzentimeter und für Solomaschinen über 350 Rubitzentimeter und Beiwagen. Die Rote Sportinternationale fagt. Heute wird im Gebäude des Bildungskommissariats der vierte Kongreß der Roten Sportinternationale eröffnet. Als erster Punkt steht auf der Tagesordnung ein Referat über die Kriegsgefahr und die damit zufammenhängenden Aufgaben der Sportorganisationen. Man sezt also auch bei den kommunistischen Sportlern das Kriegsmanöver fort. Freie Spielmannsvereinigung Charlottenburg. Zur Verstär fung des Spielmannszuges werden noch einige Spieler, die pfeifen oder trommeln wollen, aufgenommen. Für Anfänger beginnt mittmoch, 29. August, ein neuer Kursus. Notentenntnisse sind nicht erlottenburg, Wilmersdorfer Straße 156. forderlich. Schriftliche Melsungen an Georg Wiedemann, CharVereinskalender. Freie Schwimmer Groß- Berlin e. B., Ortsgruppe Lichtenberg. Connabend, 25. Auguft, 18 Uhr, Gruppenversammlung bei Wegner, Frankfurter Allee 256. Rannbezirt Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Am 25. und 26. Auguft Trefffahrt aller Boote am Kroffinfce( Motorboothafen). Am Sonnabend in der Zeltftadt efteffen und Fackelzug. Jeder für fich. Am Sonntag Spiel und Sport file alle. 11. September, 20 Uhr, bei Briefe, Neukölln, Weichselfte. 8, Eikung. schrift: Alfred Rind, Berlin G. 29, Mittenwalder Str. 30. Melbung für Langstrecken- Regalia abgeben. Aufnahme neuer Mitglieder. AnTennis- Rot Webbing( Rehberge). Dringende Sigung Freitag, 24. August, 20 Uhr, im Cafe Chrte, Geestraße. Endgültige Spielstundeneinteilung. 15. Areis Ezeptam. Freitag, 24. Auguft. 1915 Uhr, in der Brüdentlause, Niederschöneweide, Brückenftr. 15, Gründung einer Abteilung der Freien Turnerschaft Alle parteigenössischen Turner der Abteilungen Nieder- und Oberschönemeide, Adlershof, Johannisthal und Alt- Glienice fowie alle Genossen und Freunde, die gewillt find, einem bundestreuen Berein beizutreten, find dazu eingeladen. Geschäfts- Anzeiger o Bezirk Norden- Often. Bauhütte G.m. b. H. Berlin B.M. 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