Morgenausgabe Nr. 403 A 205 4S.I richte der Regierungspresse über Kundgebungen im Lande zugunsten der Rangerhöhung Achmed Zogus sind erlogen. Das albanische Volk wendet sich mit Abscheu von solchem Treiben. Es leidet Rot. Gedanken einer solchen Rangerhöhung liegen ihm zurzeit fern: überdies ist ihm Achmed Zogu aus ganzer Seele verhaßt. Es kann und will nicht neue Abgaben leisten, die Achmed Zogu als König und für seinen luxuriösen chos- staat verlangen wird. Das Volk verzeichnet all die schrecklichen Vorkommnisse, die aus seinem Rücken auegetragen werden, mit Schaudern und Empörung. Es verflucht Mussolini und Achmed Zogu. Eines Tages wird es der Bergewaltigungen und dieses Possenspieles müde sein, wird aufstehen gegen diese beiden Geißeln des Lande«, um sich vor solchem Jammer zu erretten. Die Proklamation Achmed Zogus zum König nimmt dem Volt jede Zuversicht auf Besserung seiner Lage. Es wird auf die Dauer ein« despörish« Regierung nicht ertragen. Die Verzweiflung und der Selbsterhaltungstrieb zwingen das albanische Bolk, nach jeder Gelegenheit zu greisen, um diese Regierung zu stürzen. Wir fühlen uns verpflichtet, gegen die Ungerechtigkeiten in unserer Heimat die Stimmen zu erheben und die Presse auszusorde.'N, dem Gewissen der Welt unsere Anklag« vorzutragen, sowie die Großmächte und den Bölkerbund aufmerksam zu machen, auf daß der Tragödie eines Voltes Einhalt geboten werde, das von Mussolini skrupellos geknechtet wird, der zum Schergen seiner Pläne jenen verbrecherischen Abenteurer benützt, den er jetzt zum König erhebt. Der Frieden aus dem Balkan, der Frieden Europa; ist in Gefahr! » Der erste Akt dieses eigenartigen Schauspiels, daß ein Land von 800 000 Einwohnern, meist bettelarmen Berg- dauern und Hirten, zehn Jahre nach dem Sturz der größten Monarchien des Kontinents zum„Königreich" gemacht wird, nämlich die Parlamentskomödie von Tirana, ist vorüber. Montag folgt die Fortsetzung mit der Krönung„Stander- begs III." zum„König der Schkipetaren". Die weitere Ent- wicklung dieser Posse kann zum Drama werden! Paris im Fahnenschmuck. Auch viel Schwarzrotgold. pari», 25. August. Aus Anlaß der Unterzeichnung des Paktes haben sämtliche öffentlichen Gebäude seit heute mittag geflaggt und viele Privat- gebäude Flaggen- und Girlandenfchnmck angelegt. Die deutschen Farben wehen nicht nur an den öffentlichen, sondern auch an zahlreichen Privatgebäuden.> Kellogg sagt der presse— nichts. paris, 25. August. Staatssekretär Kellogg hatte die Dertreter der französischen und der ausländischen Presse für heute vormittag zu einer Besprechung im Palais der amerikanischen Botschaft einladen lassen. Nachdem Botschafter Herrick die Erschienenen begrüßt hatte, gab Kellogg ein« kurze Erklärung ab, in der er den ausländischen Staats- männern für chre großzügige Unterstützung der Paktidce dankte und die Hosfnunh aussprach, daß alle weiteren Staaten der demnächst an sie ergehenden offiziellen Einladung zum Beitritt Folge leisten würden. Die Beantwortung einer Frage nach der Aussicht der Ratifizierung des Paktes in Amerika lehnte Kellogg mit dem Hinweis ob, daß dies eine Angelegenheit sei, die nur den Senat und den Präsidenten der Vereinig- t«n Staaten angehe. Er teilte schließlich mit, daß er morgen nach- mittag eine Unterredimq mit dem Ministerpräsidenten Poincar� haben werde. Stresemann unterwegs nach Paris. Reichsaußenminister Dr. S t r e s e m a n n ist Sonnabend abend »« Begleitung seines Privatsekretär» Konsul Bernhard, des vor- tragenden Legationsrate Dr. Redlhammer und seine« Arztes. Profesior Dr. Zondck, mit dem Nordexpreß nach Poris abgereist. Kur Verabschiedung waren im Bahnhof Friedrichstraße außer der Sattin und dem Sohn des Ministers erschienen Reichskanzler Müller, die Staatssekretäre von Schubert und Pünder sowie der Pressechef Ministerialdirektor Dr. Zechlin. Die Abmachung Paris— London. Abgrenzung der See« und Lustherrfchafi. New park. 25. August. Der Londoner Berichterstatter der„New Pork World" meldet zu dem Gerücht, daß amerikanische Zeitungen in den Besitz eines angeblichen Geheimdokumentes gekommen seien, das Chambertain an Briand im Zusammenhang mit dem englisch-französischen Ab- kommen gerichtet habe und dessen Veröffentlichung in amerikani- schen Blättern am Tag der Unterzeichnung des Kellogg- Paktes geplant sein soll, dos Schreiben Chamberlains enthalte Abmachungen über periodische Konferenzen eng- lischer und französischer Marinesachverständiger sowie über gegenseitige Bekanntgabe von Flotten- dispositionen. Ferner sei darin vorgesehen die Ausarbeitung eines Programms für die Zusammenarbeit beider Flotten im Stillen Ozean und im Atlantischen Ozean, besonders zum Schutz des Seeweges nach China. Im Mittel- meer solle die englische Flotte den Schutz der Osthälfte, die fron- zöösische Flotte den der Westhälste übernehmen. In gleicher Weise sollten auch die militärischen Flug sachverständigen miteinander beraten. Die Lage im nahen Osten wie im fernen Osten beding« häufigere Besprechungen. Sollte der Weltsrieden bedroht werden, so würden beide Mächte sofort die Eventualität eines gemeinsamen Borgehens erwägen. Auslandsgew für China. Oollurs für die Währung, Pfunde für die Industrie. Peking, 25. August. Nach Mitteilungen der Nanking-Rcgierung stehen die vom Finanzkcmmissanat mit englischen Banken und Firmen einge- leiteten Verhandlungen über einen Vertrag zur Unterstützung de» südchinesischen Wiederaufbaues vor ihrem Abschluß. Während di« Verhandlungen mit dem amerikanischen Kapital in der Haupt- fache die Stützung der chinesischen Währung vorsehen, soll eng- lisches Kapital den industriellen Aufbau und das Verkehrs- wesen Südchinas fördern. Die tieferen Llrsachen. Woher der panzerschiff-Konstikt? Bis zum 10. August konnte die Sozialdemokratische Partei als einzige unter den großen Parteien Deutschlands von sich sagen, daß sie seit Jahren von inneren Krisen verschont geblieben sei. In dieser Zeit hatte sich die K o m- munistische Partei in Krämpfen gewälzt, das Zentrum hatte den Uebergang zum Bürgerblock mit schweren Erschütterungen bezahlen müssen, die Volks- Partei schien wiederHoll nahe vor der Spaltung zu stehen. Die Deutschnational e Partei erlebte die Abspal- tung der völkischen Gruppe, die wiederum in Wirren zerfiel, ohne daß deshalb die Mutterpartei den inneren Frieden fand. Auch die deutschnationale Partei hat ihre k o a l i- tionspolitische Krise gehabt, sie führt auch nach ihrem Austritt aus der Regierung ihre inneren Kämpfe weiter. Alle diese Krisen der politischen Parteien sind Folgen der großen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen, die seit dem Weltkrieg ins Rollen gekommen sind. Die Parteien finden sich in der veränderten, sich täglich weiter verändern- den Umwelt mit ihren alten Ideologien nicht mehr zurecht. So muß unter allen Parteien diejenige im Vorteil sein, in deren Bewußtsein sich das Sein am klarsten widerspiegelt, deren Ideologie der Wirklichkeit am besten angepaßt ist. Diese Partei war bisher und ist noch immer die S o z i a l- demokratische Partei. » Trotzdem kann sich die Sozialdemokratische Partei seit dem 10. August leider nic>st mehr rühmen, daß sie zum Unter- schied von allen anderen Parteien k r i s e n f e st sei. Auch sie ist in den Strudel mit hineingezogen worden, dem sich, wie es scheint, keine Partei entziehen kann. Während sie bisher bei den Streitigkeiten der andern den vergnügten Dritten spielen konnte, bietet sie in diesem Augenblick selbst ein Schauspiel, das die Gegner erfreut und angenehme Hoffnungen in ihnen erweckt. Schuld daran trögt der ganz unerwartete Entschluß der sozialdemokratischen Minister, dem vom alten Reichstag be- schlossenen Bau des Panzerschiffes A keinen w°'teren Widerstand entgegenzusetzen, seine Inangriffnahme vielmehr zu ge- nehmigen. Damit ist der Eindruck entstanden, als ob die Minister gerade das Gegenteil von dem getan hätten, was d'e Partei bis zum 10. August vertreten und gefordert hat. Hobn und Spott der Gegner konnten nicbt ausbleiben, in der Masse der Parteigenossen aber entstand eine Stim- mung, die sich vielleicht am besten in die Worte des Sol- baten Valentin zusammenfassen läßt:„Und möcbt' ich sie zu- sammenschmcißen, kann ich sie doch nicht Lügner heißen!" Waren wir nicht mit dem Ruf„Fort mit dem Panzer- schiff— wählt Liste I" in den Wahlkampf gezogen? Die Sozialdemokratie hat in diesem Wahlkampf beträchtliche Er- folge errungen, sie hat infolgedessen die Bildung der Regie- rung übernommen-- und nun wird das Panzerschiff doch gebaut! Mit Zustimmung der sozialdemokratischen Minister! Wer verkennt, daß damit den Gegnern eine Waffe in die Hand gegeben war? Wer versteht nicht, daß sich der Groll der Parteigenossen geg'n diejeniqen richtete, die durch ihren brüsken Entschluß den Gegnern diese Waffe geliefert hatten? « Wie kamen die Minister dazu, diesen plötzlichen Rück- zug auszuführen? Nach ihrer Erklärung haben sie es ge- tan, weil sie nicht dieser einen Frage wegen die ganze strategische Position, die die Partei in der Regierung bezog m bat. preisgeben wollten. Die Möglichkeit, den Bau des Schiffes zu verhindern, sahen sie nicht mehr gegeben. Um einer leeren Geste des Protestes willen wollten sie nicht eine Krise heraufbeschwören, nicht die verantwortliche Stellung, in die sie die Partei gesetzt hatte, wieder verlassen. Die Parteigenossen im Lande, zum mindesten in ihrer großen Mehrheit, haben darauf geantwortet, daß ihnen eine Re- gierungskrise tausendmal lieber gewesen wäre als der gegen- wärtige Zustand. Wenige sind in der Konsequenz so weit gegangen, den Ausschluß der Minister-Genosscn aus der Partei zu verlangen, und doch ist diese Konsequenz die einzig richtige, wenn man sich auf den Standpunkt stellt, daß die Partei von allen Sünden rein ist und daß die Minister die einzig Schuldigen sind. In Wirklichkeit ist aber mit einem Verdammungsurtcil gegen die Minister noch lange nichts getan. Es wäre eine kindisch oberflächliche und ungerechte Beurteilung der Dinge, wenn man annehmen wollte, die Partei sei durch einige „Verräter", die ihre schönen Posten nicht aufgeben wollten, in eine schiefe Lage geraten, und sie brauche sich nur von diesen Leuten zu befreien, um das Gleichgewicht wiederher- zustellen. Die Masse der Parteigenossen weiß ja auch ganz genau, daß die Genossen in der Regierung keine Streber. keine Kleber und keine politischen Anfänger sind. Wenn es zwischen ihr und ihnen zu so tragischen Meinungsver- schiedenheiten kam. so müssen die Ursachen tiefer liegen, und es scheint uns eine Aufgabe der Partei, diesen Ursachen gewissenhaft nachzugehen. '-H Eine dieser Ursachen ist ohne Mühe zu erkennen. Sie liegt in den taktischen Schwierigkeiten, mit denen der Uebergang von der Opposition in die Reg i e- r u n g für jede Partei verbunden ist. Wir haben da ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie es nicht gemacht wer- den' darf; das ist das Beispiel der Deuts chnatio- n a l e n. Die Deutschnationalen haben sich auf dem Weg von der Opposition in die Regierung mindestens viermal überschlagen: bei den Dawes-Gesetzen, bei Locarno, bei der Aufwertung und beim Republikschutzgesetz. Solche Spuren sollten schrecken. Aber daß es nicht ganz leicht ist, sie zu meiden, zeigt das Beispiel der sächsischen Kommu- n i st e n, die während der kurzen Zeit ihrer Mitregierung in Sachsen die— Abfindung der W e t t i n e r mit- gemacht haben. Daraus ergibt sich die Lehre:„Eine Partei darf sich als Oppositionspartei nicht so verhalten, daß sie als Regierungs- partei zwangsläufig in Widerspruch zu ihrem früheren Ver- halten gerät." Diese Lehre auszusprechen, ist, wir wissen es, sehr leicht, sich an sie zu halten.' ist viel schwerer. Da muß jeder Lehrgeld zahlen. Wir haben es gezahlt, reich- lich! Mit diesem einen Mal sollte es genug sein? « Eine andere Ursache liegt nicht mehr auf dem Gebiet der Taktik, sondern auf dem des Prinzips. Ueber die Stellung der Partei zum Wehrproblem muß Klarheit geschaffen werden! Wer genauer hinsieht, er- tennt deutlich, dav sich die Opposition gegen den Bau des Panzerschiffes aus zwei ganz verschiedenen Strömungen zu- s�mmensetzt. Die einen von uns— und zu denen gehören bis zum heutigen Tag auch die vier Minister— halten den Bau des Panzerschiffs A für einen militärischen Unsinn. Ihre sachliche Gegnerschaft stützt sich auf das Urteil von Sach- verständigen, die erklären, daß dieses Schiff vom ersten Tage an nichts weiter als altes Eisen sein wird. Sie halten den Bau für verkehrt, weil für viel Geld ein schlechtes Kriegsschiff gebaut wird, nicht weil überhaupt ein Kriegs- schiff gebaut wird. Die andern jedoch betrachten die Bewilligung von Geld- Mitteln für Rüstungen überhaupt, auch für zweckmäßige und auch— wie es hier der Fall ist— im Rahmen des Ver- failler Vertrags, als unvereinbar mit den sozialistischen Prinzipien. Diesen erscheint natürlich das Verhalten der Minister noch viel schlimmer: nicht nur als ein unvorbereite- ter oder unnötiger taktischer Rückzug, sondern als eine Sünde wider den Geist des Sozialismus. Es ist nicht möglich, dieses verwickelte Problem im Rahmen eines einzigen Artikels erschöpfend zu behandeln. Nur im Vorbeigehen sei auf die reizvolle Rolle der Kommu- nisten hingewiesen, die doch zweifellos den militär- freudig st en Teil der Arbeiterbewegung darstellen, sich aber im Augenblick aus rein opportunistischen Gründen als ultraradikale Pazifisten maskieren. Klar ist jedoch, daß diese Meinungsverschiedenheiten irgendwie bereinigt werden müssen. Stehen wir noch bei Bebel, Jauros, dem Erfurter Programm und den französischen S o z i a l i st e n, die ein sehr weitaehen- des Gesetz zur Verteidigung des Landes angenommen haben, ein Gesetz, das sogar die Dienstpflicht der Frauen vorsieht. oder vertreten wir den Standpunkt, daß die Sozialisten über- oll. ohne Rücksicht auf die Rüstungsverhältnisse der anderen Länder, für die T o t a l a b r ü st u n g des eigenen Landes eintreten müssen?(Nebenbei: Wer da meint, die Beschlüsse des Brüsseler Soziali st enkonarcsses enthielten eine solcbc Verpflichtung, ist im Irrtum.) Die Beantwortung dieser Frage ist wichtig nicht nur für die Entscheidung des gegenwärtigen Konflikts, sondern für unsere Stellung im Staate überhaupt. Denn sie schließt eine andere Frage ein. die lautet: Sind wir der Ideologie des extremen Pazifismus in solchem Maße verpflichtet, daß wir um ihretwillen darauf verzichten müssen, als Regie- rungspartei praktische Arbeiterinteressen wahr- zunehmen? Müssen wir damit warten, bis wir allein die Mehrheit haben, um dann jenes Ideal in die Wirklichkeit zu überführen? Wohl verstanden, allein, auch ohne die Kommunisten! Denn, wäre es Ernst, die Sowjetmilitaristen würden uns schön auslachen! » Das sind Dinge, mit denen wir jetzt fertig werden müssen. Sjx sind, wie man sieht, noch schwieriger als die Ueberwindung taktischer Schwierigkeiten des Augenblicks, deren Bedeutung wir darum nicht verkennen. Rur wenn mir nicht an der Oberfläche haften, sondern bis auf den Grund gehen, werden wir— bei allen Meinungsverschiedenheiten, die natürlich bestehen bleiben und für die eine große Partei Raum haben muß— die Sozialdemokratie als das politische Werkzeug erhalten können, das die Arbeiter- klaffe braucht, um ihren weltgeschichtlichen Befreiungskampf durchzuführen. Es ist notwendig, daß die Lücke im Heidel- berger Programm geschlosien und über die Stellung der Partei zum Wehrproblem Klarheit geschaffen wird! Vor dem Zuchihaus gerettet! Verfahren eingestellt! Ver 4. Strafsenat des Reichsgerichts hat bisher auf Grund des von der Sozialdemokratie durchgesetzten Amnestiegejetzes 61 Verfahren wegen Vorbereitung zum Hochoerrat eingestellt. Es handelt sich durchweg um K o m m u n i st e n, die in der Reichswehr und der Schutzpolizei„Zersetzungsarbeit" getrieben haben sollen und die sich zumeist in Hast befanden. Da sie auf ihre Befreiung durch die kommunistische„Weltrevolution" lange hätten warten können, hat die Sozialdemokratie es vorgezogen, ihnen durch praktische Arbeit den Weg In die Freiheit zu össnen. Säßen Sozialdemokraten im Gefängnis und wären die Kommu- nisten Regierungspartei, die Sozialdemokraten könnten im Gefängnis schwarz werden. Siehe Rußland! Trotzdem gibt es nichts Edleres auf der Welt als den Kommunis- mus und nichts Niederträchtigeres als die Sozialdemokratie. Siehe „Rote Fahne"!_ Der völkerbundral tritt am 36. August zusammen, Führer der deutschen Abordnung ist Staatssekretär v. S ch u b e r t. Die von Reichskanzler Müller geführte Abordnung der Vollversamm- lung reist am I. September nach Genf. Der schwedische Außenminister toefgren, Vorsitzender der libe- ralcn Partei, soll bei der Rcichstagswahl im September nicht wieder aufgestellt werden, weil er zuviel Geschmeidigkeit und Schwanken in innerpolitischen Fragen bewiese» habe, und gegen- über dem Ministerpräsidenten E k m a n n, dem Führer der frei- sinnigen Partei, der eine radikale Politik treiben wolle, zu nach- x i e b i g fei,_ Reichsbahntarife werden erhöht. Enischeidung des Veichsbahngen'chts.— Belastung von Publikum und Wirischast. Vas Reichsbahngericht hat im Ziarifstreit zugunsten der Reichsbahn entschieden. lDie Reichsbahngesellschaft wird vermutlich am 1. Oktober die Personen- und Güter- tarife erhöhen. * Im Frühjahr hatte die Deutsche Reichsbahngesellschaft der Reich-regicrung eine Erhöhung der Güter- und Pcrsonentarise vor- geschlagen und diese Forderung in einer Denkschrift eingehend be- gründe». Di« Tariserhöhungspläne der Reichsbahnverwaltung stießen damals nicht nur auf den Widerstand der Wirtschaft, sondern riefen. in der gesamten Oejfentlichkcit jchärjsten Protest hervor. Da die Rcichsbahngescllschast ihre Forderung mit einer notwendigen Mehr- einnähme von 250 Millionen Mark begründet hatte, in ihrer Denk- schrift ober keinen schlagkräftigen Beweis für die tatsächliche Not- wcndigkeit dieser Mehreinnahmen gesührt hatte, wurde der Tarif- vertrag seinerzeit von der Reichsregierung abgelehnt. Als Vermittler bei Disserenzen zwischen der Reichsbahngesellschaft und der Reichs- regierung hat das Reichsbahngesetz von 1924 eine objektive Instanz, das Reichsbahngericht in Leipzig, vorgesehen. Nach dem ablehnenden Bescheid der Regierung Anfang Mai wurde der Streit- soll sodann dem Rcichsbahngericht zur endgültigen Entscheidung vorgelegt. Jetzt hat das Reichsbahngericht sein Urteil gefällt und wird es mit der Begründung den beteiligten Parteien, also der Reichsregic- rung und der Reichsbahngesellschaft, Mitte der Woche zustellen. In seinem l.rteil stellt sich das Reichsbahngericht auf den Stand- puntt der Reichsbahn und erklärt somit die beantragte To- riferhöhung für notwendig. Bei der Reichsbahngesell- schaft rechnete nwn mit diesem Ausgang und traf feit langem Vor- bereitungen, um die Tariferhöhung durchzuführen. Es ist also damit zu rechnen, daß die erhöhten Tarife bereits aml. OktoberinKrofttreten. Für die Oeffentlichkeit kommt diese Entscheidung des Reichsbahn- gerichts höchst überraschend. Hat doch der erst kürzlich veröfsentlichie Halbjahresausweis der Reichsbahn gezeigt, daß sich die Finan< zen der Reichsbahn vom Januar bis Juni 1928 über all» Erwartungen günstig entwickelt haben. Während die Reich» bahn für das ganze Jahr 1928 nur mit einer Mehreinnahm« oo» 126 Millionen gegenüber dem Vorjahre rechnete, hat Ihr allein da« erste Halbjahr eine Mehreinnahme von 166 Millionen Mark gebracht: Auch wenn man die steigenden Ausgabe» der Reichsbahn berück- sichtigt. ja bleiben diese doch insgesamt hinter den Mehreinnahme» zurück. Erfahrungsgemäß entwickeln sich die Rcichsbohnfinanze» im zweiten Halbjahr regelmäßig günstiger als in den ersten sechs Monaten, so daß also für die folgenden Monate gleichsalls mit einer weiteren Steigerung der Einnahmen gerechnet werden kann, dies uiv so mehr, als der Güterverkehr sich bisher aus ansehnlicher Höhe hielt. Die Entscheidung des Reichsbohngerichts sieht vor, daß von den 256 Millionen Mark Mehreinnahmen 3 5,5 Millionen Mark aus der Tariferhöhung im Pcrsonenver, kehr und der Rest aus der Erhöhung der Gütertarif« zu erbringen ist. Dies bedeutet ein« Gütertariferhöhung von durchschnittlich 11 Proz. Da die Einnahmen der Reichsbahn aus dem Kohlenversand 36 Proz. der Gesamt- einnahmen ausmachen, werden die Kohleniarife zwangsläufig mit in die Tariferhöhung hincingerlssen werden. Würde die Reichs- bahn die Kohlentarife ans der Tariserhöhung herauslassen, so würde diese Last auch noch den übrigen Wirtschaftszweigen aufgeholf! werden. DI« Konjunktur, die sich ungeachtet der Schachtfchen Kredit- drosselung und trotz der Eisen- und Kohlenpreiserhöhung bis zum Frühjahr ihre Starke bewahrt hatte, bröckelt seit einigen Monaten in einem Maße ab, daß nicht einmal mehr die Saisonberuse, wie Landwirtlchast und Boumarkt, de» Arbcitsmarkt stützen können. Es bedarf keiner weiteren Erklärung, daß die Erhöhung der Eisen- bahntarife den weiteren Ablauf der Konjunktur auf das schwerste schädigen wird. Um so unverständlicher ist es, daß da« Reichsbahn- geeicht sich diesen schwerwiegenden wirtschaftlichen Momenten gegen- über verschlossen hat. Russische Abrüstungsanfrage. Ein Schreiben der russischen Delegation zur Abrüstungö- konferenz. Moskau, 25. August.(Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Die sowjetrussische Delegation zum. Vorbereitenden Abriistungs- ausschuß hat dem Vorsitzenden des Borbereitenden Abrüstungsaus- schusses des Völkerbundes, deni Gesandten der Niederland« in Paris, Loudon, ein vom 26. August d. I. datiertes von Litwinofs unter- zeichnetes Schreiben zugehen lassen, in dem es heißt: „Sehr geehrter Herr Präsident! Nachdem die Vorbereitende Kommission für die Abrüstungskonferenz in ihrer fünsten Tagung die Borschläge der sowjetrussischen Delegation über eine ollgemeine unvollständige Abrüstung abgelehnt hatten, hat die Delegation der URSS. den Entwurf eines Abkommens über die teil- weise 2k b r ü st u n g unterbreitet. Der Vorbereitende Abrüstungsausschuß hat, ohne dazu ein« Be- gründung zu geben, mit Elimmenmehrheit beschlossen, die Prüfung dieses Vertragsentwurf» bis zur nächsten Tagung de» Vorbereiten- den Abrüstungsausschusses zu verschieben. Jedoch wurde«in Ter» M i n für die Einberufung der nächsten Tagung nicht s e st g« s e tz t, wenngleich«ine von der Kommission angenommen« Entschließung den Wunsch zum Ausdruck brachte,„daß die Eröffnung der nächsten Tagung zum nächst«» geeigneten Datum und wenn wäg- lich, vor der nächsten Tagung der Völkerbunds- Versammlung stattfinde". Als ein Beweggrund für den vorzeitigen Abschluß der fünften Tagung des Vorbereitenden Ausschusses und für die unbe- stimmte Vertagung der Einberufung der nächsten Session wurdc die Tatsach« angeführt, daß zwischen zwei Mächten beträchtliche sachliche Unstimmigkeiten über die Cntwasfnungs- frage bestünden und daß es deshalb nötig sei zu warten, bis der Gedankenaustausch zwischen diesen beiden Mächten, der bereits be- gönnen habe, zu einem befriedigenden Ausgang gelangt sei. Der Minister der auswärtigen Zlngelegenheiten einer dieser Großmächte, nämlich Großbritannien, Sir Austen Chamber- lain, hat vor kurzem öffentlich und offiziell erklärt, daß eine Einigung über die strittigen Fragen erzielt sei. Ohne sich ans eine Bewertung der so erreichten Einigung hinsichtlich ihrer sachlichen Bedeutung vom Standpunkt der wirklichen Friedens- Interessen einlassen zu wollen, muß man doch feststellen, daß allein die Tatsache des Zustandekommens dieser Einigung den oben er- wähnten Beweggrund für die Vertagung der Arbeiten der Ab- rüstungskommission aus der Welt schafft. Es muß außerdem auf die Tatsache hingewies«» werden, daß der größte Teil der an der fünften Tagung der Vorbereitenden Kommission teilnehmenden Delegation ganz zweifellos unter dem Eindruck des Vorschlages derVereinigtenStaoten stand, den Krieg als außerhalb des Gesetzes stehend zu erklären. Auf all« Fälle sollte man die äfsentlichen Erklärungen nicht ver- gessen, in denen die Urheber des Paktes selbst davon sprechen, daß zwischen diesem Pakt und der Abrüstung und d«mzu- folge auch ebenso zwischen diesem Pakt und der Sicherheitsfrage keinerlei innerer Zusammenhang bestehe. Indem ich Ihrer Zlufmerksamkeit die oben angeführten Gedanken- gänge anempfehle, und indem ich mich auf die formellen Veschlüsse der fünsten Tagung der Vorbereitenden Abrüstungstommission stütze, erlaub« ich mir, Herr Präsident, in meiner Eigenschaft als Mitglied dieser Kommission an Sie die Frage zu richten, welche Umstände es unmöglich gemacht haben, in Ucbereinstimmung mit den auf der fünften Tagung gctrosfenen Beschluß die Vorbereitende Abrüstungs- kommiffion vor der unmittelbar bevorstehenden Tagung der Völker- bundsoersammlung zusammenzurufen, und ferner die Frag« an Sie zu richten, welche Hindernisse nunmehr der raschen Einberufung der Kommission im Wege stehen, sowie für wann diese Zusammen- berufung geplant ist."_ Llm Hugenberg. Vertrauensvotum in Wefifaten. vicleseld. 25. August. Die heutige Tagung des L a n d e s v o rsta n de s West- falen-Ost der Deutschnasinnalen Vv'krpartci bclchnstigic sich mit dem Antrag« des Parteimitgliedes S p r u t c- Detmold aus Ein- lcitung eines Ausschlußverfahrens gegen dos Paricinnt- glied Abgeordneten Dr. Hugenberg. In der dazu angenommenen Entschließung heißt es u, Die Begründung gibt n i ch t d e n g e- ring st en Anlaß, das Ausschliihoersahren gegen den Abgeordneten Hugenberg einzuleiten. Sie wild vielmehr vom gesamten Landesverband in allen Einzelheiten für völlig abwegig erklärt. Di« Einleitung des Ansschlußverfahrens wird einstimmig mit 58 Etim- inen abgelehnt. Der Landesverband versicherte ebenfalls ebenso ein- stimmig seinem 2lbg«ordneten Dr. Hugenberg nach wie vor seines vollen Vertrauens und ist mit ihm der lleberzeugung, daß es für die Deiitschnationals Volkspartei mehr denn je nötig ist, fest bei ihren Grundsätzen zu beharren. Aniisemiiismus und kein Ende. Die Schande Sowjetrußlands. Wieder schlägt die Sowjetpress« Lärm über das Anwlchsen des Antisemitismus in Rußland. Fünf Beispiele: In R o st p w haben leitende Mitglieder der kommunistischen Jugend ihren jungtommunistisHen Genossen Jlstein andauernd mißhandelt. Als das Mitglied der kommunistischen Jugend Selesnew für ihn eintrat, erhiclt auch er Prügel. In Dn«propetrowsk wurde zwei Jahre long gegen zwei jüdische Studenten, Mitglieder der kommunistischen Jugend, syst» matisch gehetzt. Ein Jude, hieß es,„dürfe nicht Mitgli«d der Partei sein: er habe sich von jeder öffentlichen T ö t i g- feit zurückzuziehe n". Als sich einer der jüdischen Studenten eines Tages zur Wehr setzte, erhielt er von der jungkommunistischen Zelle einen Verweis. In Kasan wurde ein roter Pionier, Sohn eines jüdischen Schneiders, von seinem Iugendgenojsen stundenlang so mißhandelt, daß er am nächsten Tage schwer erkrankte. In Odessa war das Opfer, Mitglied der kommunistisch',, Jugend, ein verkrüppelter junger Mensch mit einer gelähmten Hand. Ein Nervenschock infolge der Mißhandlungen bewirkte, daß ihm auch der zweit« Arm gelähmt ist. An den Mißhandlungen nahnxn auch Mitglieder der Partei teil. In I e k a t e r I n o s l a w hatte die Hetz« den Austritt einer größeren Anzahl jüdischer Jungkommunisten aus der Organisation zur Folge. Den Kampf gegen die Juden führte hier eine o r g a n i» sierte Gruppe von Jungkommunisten. Di« Jung- kommunisien sagen klipp und klar heraus: sie fürchten die Konkurrenz ihrer jüdischen Genossen im praktischen Leben. Die steirische Kaschistenseuche. Zusammenarbeit mit Heimotschüßlern abgelehnt. Wien. 25. August.(Eigenbericht.) In Hinterb«rg bei Lochen ist eine Zellstoff-Fabrik, deren Direktion in der letz.en Zeit die Heimatwehr-Methoden der alpinen MontangesellsHaft nochahmt. Es sind etwa 36 Heimaffchützler im Betrieb. Dieser Tage wurde ein sozialistischer Betriebsrat, der um 16 Uhr abends zur Slrbesi gehen muht«, von m«hr«ren Heimat- schützlern mißhandelt, so daß er mit schweren Schädel- und Wirbelsäuleverletzungen ins Spital gebracht wer- den mußte. Die Heimaffchützler wurden verhastet. Die Arbeiterschaff hat am Sonnabend in ein«r Betriebsversammlung beschlossen, mit Heimaffchützler» nicht mehr zusam« men zuarbeiten._ polen und Litauen. Zaleski hofft auf Verständigung. Warschau. 25. August.(Eigenbericht.) Lußemwmster Zaleski äußert« sich vor seiner Zlbreis« nach Pari» gegenüber Pressevertretern, daß es rntte? dem moralischen Druck der Mächte schließliH doch noch möglich sein werde, mit Wol- demaras zu einer Verständigung zu kommen. Zaleski gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich der Völkerbund aktiv an der Vorbereitung einer Verständigung zwischen Polen und Litauen be- tciligen werde. Der sozialistische„R o b a t n i k" verlritt demgegenüber die Auf- fassung, daß eine Verständigung mit Litauen unter seinem gegen- wärti gen Diktator Woldemavas kaum möglich jei. Die Minderheiten fordern... Generalaussprache auf der Interparlamentarischen Union. In dkr Nachmittagssitzung bcschlotz die Jnterporla- mentarischc Union zunächst einige unwichtige Satzung;- onderungen. Präsident Brobcc(Tschechoslowakei) teilt einen AntragLöbe, ?r. Wirth und Dr Schnee mit. der im Nomen der deutschen Gruppe wünscht, daß die Behandlung der von der Znter parlamentarischen Z'nion gefaßten Beschlüsse in den gesetzgebenden Körperschaften der einzelnen Länder als ein« der dringendsten Fragen in der Kom- wifstw für politische und organisatorische Fragen beraten und aus die Tagesordnung tunlichst der nächsten Konserenz gestellt wird. Der Antrag wird der Kommission für politische und organi- satorische Fragen überwiesen. chiernns wird die Generaldebatte über den Bericht des Generalsekretärs forlgesetzt. Der ehemalige Minister v. Berzeviqy(Ungarn) gibt unter er- regten Pratestrusen der rumänischen Gruppe«ine Erklärung ab, in der es heißt: Di« Erklärung de» Führers der rumänischen Abordnung enthält unrichtige Beschiildignngen gegen Ungarn. Insbesondere find die Angab«», die der Redner über die nationalen Minderheiten in Ungarn gemacht hat, abfolut falsch. In Tronssyloonien waren, als es noch zu Ungarn gehörte, die Auge- hörigen der rumänischen Rosse verhältnismäßig viel mehr mit Schulen versehen, als es die Angehörigen der ungarischen Rasse jetzt in Rumänien sind.(Zurufe.) Di« nationalen Minderheiten des augenblicklichen Ungarn, unter denen sich 20 000 Rumänen befinden, sind in der Ausübung ilzrer nationalen Rechte keineswegs behindert, und es sind aus ihren Kreisen auch keinerlei Beschwerden bsrvorgegangen. Wenn sie Grund zu Beschwerden zu haben glauben, so erklärt die ungarische Abordnung in Uebereinstimmung mit der ungarischen Regierung dieser Konserenz gegenüber, daß sickz Ungarn keineswegs einer Untersuchung dieser angeblichen Klagen und Beschwerden durch den Völkerbund widersetzen werde, obgleich die sehr gerechtfertigten Beschwerden der ungarischen Minderheiten in den Rachsolgestaaten bisher noch nicht vom Völkerbund zugelassen worden sind. Wir weisen gleichsall» energisch die Anspielungen de» rumänischen Redners zurück, die Ungarn, das vollständig entwaffnet ist, anzuklagen schienen, daß es den Frieden dadurch störe, daß es im Interesse einiger Großgrundbesitzer die Optanienange- l c g e n h c i t immer wieder neu aufrolle und aus diese Weise gleich- zeitig die Verteidigung gegen die bolschewistische Revolution hemme. Zunächst einmal fordert Ungarn in diesem Falle nicht» weiter ! als die gewissenhaste Anwendung de» Friedensvertrage», den ' man immer dann nicht anwendet, wenn irgendein Artikel ans- (/ nahmsweise auch einmal für die Vesiegken günstig ist. Es handelt sich nicht nur um Großgrundbesitzer. 65 Proz, der im Prozeß Stehenden sind kleinere Grundbesitzer. P. Z. Hanno»(Großbritannien) erklärt, England sei bereit, soweit möglich, die Zolltarife anzupassen. Aber man dürfe von England nicht» Unmögliches»erlangen. Der englisch« Binnenmarkt müsse geschützt werden, solange die ge- wältige Arbeitslosigkeit bestehe und England ungeheure Mengen Lebensmittel und Rohstoffe einführen müsi«. England I m portier« z. B eine halb« Million Tonnen Stahl, während gleichzeitig 2 50 000 englische Stahlarbeiter erwerbslos feien. Mit der Abrüstung sei England mit gutem Beispiel vorangegangen. Ez Hab« seine Landstreitkräfte um 290 000 Mann und seine Flotte um über ein« Million Tonnen vermindert Ein Abrüstungsvorfchlag. hierauf begründet Lindhagen(Schmede») folgenden Resolutions Porschlag:„1. Der Kongreß möge sich aussprechen für die Aufnahme der allgemeinen und unmittelbaren Abrüstung In das Ideenprogramm de, D ö l k e r b u n d e s: sür eine sympathisch eingestellt« Prüfung nicht nur de» Kellogg-Iroktates, sondern auch des Abrüstungsvorschtage» der Sowjetunion und für«inen unmittcl- baren Anschluß an die Abrüstung Deutschlands. Oesterreichs. Ungarns und Bulgariens seitens anderer dazu bereiter Staaten, ohne den Zeitpunkt abzuwarten, zu dem andere Mächte sich hierzu bereit- finden." Die Resolution setzt sich weiter sür ein« internationale Weltsprache und sür ein« aligemeine Revision der Völkerbundsakte in ideellem Sinn« ein. Abg. Ben Rilcy(Großbritannien) erklärt, die projektionistische Strömung habe keineswegs die Mehrheit in England. Die eng- lisch« Arbeiterpartei sei entschieden« Gegnerin des Protektionismus. Di« Wahlen von 1923 l)ätten den protek- tionistischen Bestrebungen«ine unzweideutige Niederlage bereitet. Die Interparlamentarische Union sollte in Verbindung mit dem Internationalen Arbeitsamt das Problem prüfen, der Arbeitslosig- keit durch die�hcrstellung de« Gleichgewichts zwischen Produktion und Verbrauch zu steuern. Das geknebelte Italien spricht. Abg. wilfan. der als Bertreler der troalischen und floweni- scheu Minderheiten in Italien da» Wort nimmt, wird mit lebhaften Beifallskundgebungen empfangen. Tr erklärt: Bach der neuen Le- ftimmung der Regierung für die italienische Deputiertenkammer ist es ausgeschlossen, daß aus künftigen inlerpariamentrischen Konserenzen die deutsche oder die stoweuische ondkroatische Minder- heil noch eigene Vertreter haben, shdrl! hörli) Er billel die Interparlamentarische Union mit Marten des Dankes, auch weiter dem Minderheitenproblem ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Der Völkerbund sollte bewogen werde«, ein« permanente Kommission sür die Minderheitenfragen zu schassen. Abg. di Slesano erklärt, er spreche als Präsident der italienischen Gruppe, aber er sei nicht Faschist Er wendet sich gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Dr. Schiemann und bezeichnet dessen Behauptungen über die Lage der deutschen, slowenischen und kroatischen Minderheiten in Italien als unwahr. Für Italien sei das Minderheitenprodlem numerisch ohne jede Bedeutung, denn auf lausend Einwohner kämen nur drei Fremd- gebürtige. DioFremdgebürtigengenSsseninItalien dieselbe Behandlung wie dt« Italiener, ja sogar ein« bessere.»W» Jacq ua rd-Tischtücher reinleinen, vollweiß, fei nfädlg 160/225 160 ISO 130/160 130 130 weiß Gerstenkorn mit bunter Kante, 46*100 cm weiß halbleinen Drell oder Gerstenkorn mit Kante, 48x100 cm weiß Reinleinen gemustert mit Kante, 48 x 100 cm Küchenwischtücher welB Halbleinen, kariert 53x70 022 53x54 022 weiß Reinleinen, mit Kante Laken Vau>as. 1 46x225 Garnitur gestreift Satin, 1 Deckbettbezug, 130*200 cm, 2 Kissenbezüge, 80*80 Garnitur Linon, 1 Deckbettbezug, 130- 200, reich bestickt, 1 Kissenbezug, 80*80, reich bestickt, 1 Kissenbezug, 80* 80 cm, glatt 490 C m*1*3X9 1422 1222 Handtücher Jacquard. 1135 farbige Bordüre, 47*100 UiSBOi weiß mit roten Buchstaben, 110 47x100 cm I aaaa Badelaken Jacquard K85 J95 140/180 Ossm 125/160 Bademantel gemustert, Frottierstoff, Q/D für Damen und Herren ULian B ETT- I N L E TT E Bettkö per-lnlett türkischrot, federdicht 322 '30 cm 82 cm 55X75 022 55x55 022 TBL5 14L5 81° 62? TEEDECKEN EINFACHE WÄSCHE T a g h e m d m. Stlckerel-Ans. u. Hohls. T a g h e m d mit Stlck«r«l-Motl* Nachthemd mit Stickerei u. Hohleaum Hemdhose mit Stickerei u. Hohlsaum Hemdhose färb. Batist, Motiv m.Klöpp.- oder Valenciennes-Spltze 122 222 322 222 422 TASCHENTÜCHER Damentücher Batist mit Hohlsaum 35*35 3 StOck Makobatist m.handgestlck- tem Buchstaben, 3 St ü c K Herrentücher Batist mit Hohlsaum 45x45 3 Stück Halbl. mit handgestlcktem BuchstabentSx 46. 3 Stück r el n s e I d e n e r, farbiser 790 Cröpe de Chine mit Spitze F»» Nachthemd„ Änn reinseid., farbig. Crepe 1 UUU de Chine m. Handhohls.|\Jmm G a r n i t u r 2»g.,TaBhemdu.Beinkl.,#«nnn reinseid. Crepe deChlne, J jUU mit Handhohlsäumen\J\twmt HERRENWÄSCHE Perkal-Oberhemd t>90 m.gefi)tt.Faltenbr.,1 Kragen\Jtmm Weißes Oberhemd Qn mit kariertem Batisteinsetz /| jü und Manschetten*TBai Trlkolette- Oberhemd. mtt Ersatz- Manschetten, RSU in neuesten Mustern UiM Einstoffkragen fl75 Typ„N.J.", halbsten U— Selbstbinder 175 moderne Muster I mim» Wollfilz hut.Qn in mod. Fsrben u. Form., /| all besonders preiswert"•bb 122 Servietten passend, 60x60 cm Kaffeegedecke weiß mit farbigen Kanten mQE oder farbig Indanthren, 130x160, mit 6 Servietten Ubb Kaffeedecken farbiges Doppel gewebe, moderne Muster 120X150 522 120X120 322 annfwa Kunstseid. Teed ecken In zarten Farben, Damastmuster 130x160 1 0.50 130x130 8.75 Servietten passend, 35x35 0.75 Moderne Stilzalchnung, schwere Qualität 130*160 130*130 110*110 13.25 10.75 8.00 Servietten passend, 38* 38 1»1 0 Bettlaken- Kupons>150 Halbleinen. 140* 220 cm �rnai Halbleinen, mit verstärkter 1�95 Mitte. 150*225 cm NEUHEIT: FARBIGE BETTWÄSCHE In lila, nll, rosa, vorzOgl. RenlorcS Bettlaken 160245-i 050 farbig, mit Hohlsaum| fcxzn Überschlaglaken__ mit Hohlsaum� 1 Q/ O farbig 150/260 TRIKOTAGEN UND STRÜMPFE Schlüpferf.Damen 1 90 Kunstseide, feste Qualität I na Kunstseidene Wäsche mit Spitze, besonders elegant Complet RgO Damenstrümpfe 025 Waschkunstaelde. extra lg. Cmtsza Bamberg j 085 mit Zlarrand 122 Damenhemdchen 065 weiß oder farbig Uns Damenhemden 095 breite Form, Achselbinder Una Schlüpfer für Damen Echt-<85 Baum. H 15 Mako I mn wolle Ina Hemdhose 035 echt Mako, weiß od. farbig fcns Herren-Garnituren C90 Jacquard geatraift vj mm Kissenbezug so/so 025 farbig, mit Hohlsaum Ua» SCHÜRZEN Gummischürze 095 In vielen Muttern Uan Jumperschürze i 90 bunt Satin.........| oaa 222 Unterbettd rell 075 türkischrot. 116 cm VMm Fed e r n und Daunen bestgewaschene Ware WÄSCHESTOFFE Hemdentuch(11.� Makobatist n70 echt ägyptisch vocs Linon für Bettwäsche 105 130 cm 80 cm Crepe de Chine Kunstseide, für feine Leibwäsche, in neuen Wächefarben, 80 cm 022 322 BERLIN C 2 SPANDAUER- NIQSTRASSE Nachruf Am Donnerefag, dem 23 August, wurde uns unser langjohriger Porleileiter Hubert Kreuer durch den Tod entrissen. Ein leuchtendes Beispiel treuester Pflichlerlllllung wird er uns unoergeglich sein. Durch sein stets bttssbereites Eintreten siir die Interessen der Arbeiterschalt hat er sich und der Partei. die er der! rat, die Adiiung aller, auch unserer Gegner, ju perschaffen gewußt. Die Einäscherung findet am Dienstaa, 28. August. nachm. 4 Uhr, im Kremaloriuin Baumschuienweg statt. Um rege Beteiligung ersucht BPD. Ortsverein Fredersdorf Handkoffer 75 cm. 7 M was er). MonhijoupLATZ 4 u. mein Sattel 70 M. Patent LATZ. Sprilipampen !. Rjklraeprais y.lM.an um ItlbO- || IDfltlllll, 'litirsMier Idiilidu verhaut, KrüRertk Lathan. 'orngnlibrlt 5, rlli 0. 27. Alexanderstr.14 I ß.r.htjbJnniiiliirldi Am 23. August, entschlief sonst unsere lieb« Mutter, Schwieger- und Großmutter Marie Walter geb Messer, im 84. Lebensjahre. Dies zeigt an im Namen der Hinterbliebenen ElUe Trl'tsch, geb. Walter. Bin-Britz, Fritz-Rcut-r-Allee 10. Einäscherung am Dienstag, dem 28. August. 18 Uhr, im Krematorium Baumichuienweg. ArlieiteM- Oer neue Miflik Obl. Organ d.. Arbeiter-Radio-Bundes Deutschlands E.V." Beilagen: Oer Bastelmelster— Die Neue Musik— Das Nene Theater— Der Neue Film— Oer Neue Sport. Eine große Kulturzeltschrift im Sinne der modernen Arbeiterbewegung. Wöchentlich 25 Pf-, in allen Kiosken. Bezugspreis bei Handel und Post monatlich 90 PL Der..Arbeiterfunk" kann auch durch alle Botenfrauen und Speditionen des.Vorwärts" bezogen werden. Probeheft kostenlos vom vorlag der Neuen Gesellschaft, Berlm-Hessenwinkel V. Für die vielen Beweise ausrlchtigcr Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Gattin sage ich hiermit allen Freunden, Bekannten und Ber» wandten, den Kollegen der Fach» abteilung der Metallindustrie, sowie dem Angestelltenaueschuß tllr die trostreichen Worte am Sarge der Enischlasenen meinen liejempsundenen Dant. Willi ilnorr nebst Kindern und Hinterbliebenen, Von der Reise zurück I Zahnarzt Dr. Landau 6opp*traße O, E�ke Kottbusser Damm Dr. ItuSz, Nervenarzt. Zurück Professor A. Pinhu� Kleiststraße 2. Klinik Augsburser Str. 68 toiarai Will LidiW'ra Fernspr. E 5(Lichtenbergt 4580 Empfehle den werten Vereinen meine Räume(50— 300 Personen) zur Abhat* tung von Festlichkeiten. lonnahena und sonnios nodi frei. Otto Hebenstreit. DasneueWerderdesOstens! Garlensladi Fredersdorf hei Berlin Heute, Sonntag, den 26. August, auch an aTen Wochentagen, verkaufen wir weitere hundert Parzellen zum Vorzugspreise von Mark 1.40 pro qm. Parzellen von 800— 1200 qm Autobus zu al'en Zügen am Bahnhof Fredersdorf Erfrischungen unentgeltlich im Sie lungsgelände Kleine Anzahlung* Kleine Monatsrate Deutsche Gultur- und Siediungsgesellschalt m. b. H. Berlin W 35, Blumeshof 13"■ Telephon; Lülzow8129 Carl Kellers Festsäie (früher Altes Bai haus), Joachimstr. 20 sind fflr Verein« und Festlichkelten noch einige Wochentage und Sonnabende frei. Anfragen im Bureau, wochentags 2—1 Uhr. Amt Norden I 2 2- Zuiück Dr. Elpern Facharzt für Haut- und Harnleiden Große Frankfurter Straße 40. Eisu-£1*: Beilen, dÄ Stahlmatratzen, ai Priv. Kzt.2C49 fr disenmittiei ad7' 1 Anh iTnür luergens Alexanderploß Anruf wegen Abholung: J Moritiplalz263,284,2d5\ ]28SJ8du.mhelw7599. AbfiolungiiZusendunginl ISroß-BeHin kostenfrei.] Serägfe�rl anäerRixirnnrcH-Str, Siedluna S; des Rittergute« Schulzendorf. Unmlfelbart Nilhe Station Eichwaide- Schmöckwlb 'orortverkehr), bisher verkaud 8<0 Parzellen. Für en Herbstverkau: gegenüber starker Nachtrage nur noch knanp 4.0 GrcndiitUcke hochwertigen Kulturbodens verfügbar. Hervorragende Siedlungsverhältnisse, günstigste Preis- und Zahlungsbed ngungen. Auskunft und Prospekte Sicdlungsburcau �chulzen- dorr b. Eichwalde, Stadion-Allee 08(Schmöckwitz Nr 225). Nr. 403* 45. Jahrgang ± Beilage des Borwäris Sonntag, 26. August 492» H Uedn ige Macht der NeName lsl schon oft genug geschrieben worden, und heute gibt es keinen Gefchösismann mehr, der im Ernst glaubt, ohne Reklame auskommen zu können, besonders die Re- klame durch die Zeitung hat mehr und mehr an Ausdehnung gc- mannen. Keiner ist unter uns, der nicht einmal durch einen besonder» packenden Text, ein« besonders prägnant« Zeichnung auf irgend eine Sache ausmerkfam gemach? worden wäre, und gan� sicher kann man den Cinflust de» Inserats bis in eine Zeit.zurück- oerfolgen, in de? man zu seinem eigene» Leidwesen durchaus noch nicht als Kails« r der angepries«n«n schönen Dino« in Frag« kam. War doch sür uns chalbwüchstge d«r?i«klamet«il der Zeitungen durchaus nicht minder interessant als der Textteil, im Gegenteil! Der Leitartikel war uns gleichgültig, aber di« vielen Herrlichkeiten, die im Reklameleil angepriesen wurden, eröffneten uns einen Aus- blick in die Welt der Erwachsenen, über der unsichtbar drohend die Inschrift stand:.Kindern Ist der Zulrill verboten!" Desto eifriger studierten wir die Inserate. Die haben nun freilich im Laufe der Jahre nach Einkleidung und Inhotc stark gewechselt. Was wurde uns nicht olles angepriesen, uich wie lächerlich erscheinen uns heute di« damals so verlockenden Sachenl Wie man einst die, Schönheit' pflegte. Wer denkt nicht noch mit Vergnügen an die zahllosen Annoncen der„Mittel zur Erzielung«wer graziösen, vollen Büste", eines „graziösen Embonpoints? Da war dann immer eine „junonische F r a u e n g« st a l t" mit Siegerblick und einem wirklich höchst beachtenswert entwickelten Busen dargestellt als Re- klame für irgendein Busenmiitel, dos garantiert auf die sonstigen Körperformen keinen Einfluh haben sollte. Manchmal war es auch nur äußerlich anzuwenden. Mir dem chauch eines verbotenen Rasfinements schien die Anwendung dieses wie anderer Schönheits- mittel umgeben, denn Ihre Abgab« erfolgte meist im„diskreten Po st oersand" gegen Nachnahme oder Voreinsendung des Be- trag«. Um die Sache noch raffinierter erscheinen zu lassen, kamen dies« Mittel, wie di« berühmten„Pilules orien'rotes" oder das„E a u de Iunon", meist aus Paris oder Budapest. Keine Dame hätte sich getraut, in irgendeiner Apotheke nach diesem Schönheitsmittel zu fragen. Ach, die Mode här diktatorisch den Ab- bau des Busens befohlen, es ist aus mit dem Geschäst, und auch all die„Haarwuchsmittel" sind jetzt, im Zeichen des Bubi- kopses", überflüssig.„Ich, Anna Csillag, mit dem 178 Zentimeter langem Riesenlorclcyhaor", ist wirklich am Bubikopf gestorben, noch- dem das Bild dieser Dame jahrzehnrelang die Annoncenseiten der Zeittingen und Zeitschriften schmückte. Sonderbarerweise war es für eine Frau durchaus keine Schande, solch«in Haarwuchs- mittel in Drogerie oder Apotheke zu sordern, während die un- zähligen Bartwuchs mittel wieder durch Postversand vertrie- den wurden. Denn der Barr, das Zeichen der„Manneswürde", wurde anscheinend ebenso wie der Busen der Frau durchaus als sekundäre» Geschlechtsmerkmal ausgesaßt und so was war in jenen Zeiten durchaus genierlich. Di« Zahl der Bartwuchsmittel war Legion! Dazu kamen dann noch die Barkbindcn und Varl- pslegemlllel. allen voran hofsriseur Fron>:oi» haby�„Es ist er- relchl!(Im persönlichen Gebrauch Sr. INajeslSl des Kaiser»)", als für jeden echten deukschen INann unentbehrliche Toiletlenreguisiten. Ja, die Herren der Schöpfung waren damals schon durchaus nicht weniger eitel als die Frauen, und zur Erringung einer„echt männlichen Schönheit" wurden unendlich viele Methoden ange- priesen: Gera dehalter uird Gürtel und sogar„Geheim- s y st e m e" zur Erzielung körperlickxr und geistiger Frische mit einem Anhang über den Vollgenuß des Lebens, und in der An- ■V�.asfS&äiÄ nonc« heißt es wörtlich: fast unentbehrlich, denn ist dieses System Mann übt ein« .Besonders für Herren nu rder muskulöse unwiderstehlich« Änziehungskrast aus die Frauen aus." Für Domen gab es den geheimnisvoll wirkenden Poudre rovissont, mit dein Bilde der Erfinderin, die gleichzekrig königlich serbische Hos- liefernntin, Ehrenmitglied einer obskuren Akademie und Dame Po- tronesse des St. Pctrusordens mit dem Ehrenkreuz war, und das Eau de Lys in den verschiedensten Teinttönen— alles diskret und verführerisch angepriesen. Damals durste von dem Gebmuch dieser Schönheitsmittel um Gottes Willen niemand etwas merken! Der Gebrauch eines tippenslisles vor den Augen anderer Menschen hätte eine /srau sosort in den Ruf schlimmster Der- worsenheit gebracht! Nur durch Empfehlungsschreiben einer leib- haftigen Baronin glaubten manche Fabrikanten die moralischen Bedenken der Kundschaft besiegen zu können— wenn die lln'.cr. schrift auch oft diskret nur„Baronin Z. in A." lautete. Di« Damm fühlten sich doch schon durch den Titel allein geschmeichelt und beruhigt. Mit gutem Gewissen schmierten sie sich nun die diversen Extrakte aus Wangen und Busen. Nur eins hatten alle diese Mittel gemein: Sie kosteten Immer 3 oder 5 Mark und waren in WirNichkeit trotz aller Empfehlungsschreiben keine s ü n s Pfennig wert. Denn die Unterschriften zu den Empfehlungs- schreiben dichteten die Fabritanten oft genug an Hand des Adreßbuches selber zusammen. Gsheime Mächte. Dann gab es noch eine andere Art von Annoncen, die un» geheuer neugierig machten. Gewöhnlich trugen sie in einer Ecke einen Teufels topf oder eine T c u s e l s g e st a l t. In ihnen wurde versprochen, daß jedermann durch einen gedruckten Lehrgang für nur l.50 M. zum fertigen 5?ypnotisciir entwickelt würde. Ausschluß über geheime Kräfte, Zauber und Liebe, sowie das versiegelte sechste und siebente Buch Mösts konnte man auch für den gleichen Spottpreis haben. Ebenso konnte man sür den gleichen Preis anregend und geistreich plaudern lernen, und Lampen- fiebcr, Schüchternheit, Angst vor dem anderen Geschlecht beseitigte unter Garantie ein Menschenfreund durch die Methode„D i p l o- m a t". Diese Art Annoncen ist ja noch nicht ausgestorben, denn immer wieder begegnen wir in Zeitungen und Zeitschriften dem geheimnisvollen Inder mit dem' Postschließfach in London« der uns mit hypnotischem Blick anstarrt und uns gegen Einsendung von nur einer Mark Aiifschüiß über unser ganzes vergangenes und zukünftiges Leben verheißt. Er findet noch immer Gläubige! Eben- so geheimnisvoll wie Hypnose und Suggestion war den Menschen vor nur zwanzig Jahren aber anscheinend auch die Elcktrizi- t ä t, denn das Heer der„elektrischen Apparate" war zahllos: an- gefangen von dem berühmten„E n e r g o s k a m m" zur Erzielung h a: Ii eines vollen, lockigen Haarwuchses, der auf ganzen Seiten unserer bekanntesten Zeitschriften inseriert wurde, bis zu dem Elcktxo-Vigor- Gürtel, der mit seiner„K ö r p e r b a t t c r i e" ungefähr alle Leiden dieser und jener Welt heilen sollte. Dabei bestand der Kamm aus einer Blechhlllse und einigen unten verdickten Zinken und der Gürtel ans einigen Plättchen von Zink und Kupfer, ganz wie die be- rühmten„B o l t a k r e u z e". Der Herstellungspreis betrug für jedes dieser Heilmittel einige Pfennige, der Verkaufspreis schwankte zwischen fünf und fünfzehn Mark! Heute kann jeder einigermaßen intelligente Schuljunge sich seinen Radioapparat oder eine Klingclleitung zusammenbasteln und lacht die dummen großen Leute von damals aus. Aber die „Astrologischen Annoncen" in den Zeitungen nehmen von Tag zu Tag zu, denn eine gewisse Sorte Menschen wird eben nicht alle! Verführerische Allheilmittel. Ach, was haben wir, gezwungen von unseren durch ReName verführten Müttern, nicht alles schlucken müssen! Sirolin gegen Blutarmut wie gegen Liingenkrankheiten, und Pains Expeller sowie Hieng son half überhaupt gegen alles. Manchmal wurde es nur gegen Gliederschmerzen eingerieben, gegen Zahnweh träufelte man es auf Watte und bohrte die ganze Ladung in den Stockzahn, daß man die Engel im Himmel singen hörte, gegen Sodbrennen bekam man einige Tropfen auf Zucker, und ganz abgehärtete Naturen nahmen einfach die Flasche vor den Kopf! Dann gab es eine unübertreffliche Rinojalbe, die ein- fach gegen jede Hautkrankheit gut war. Wenn stch der kranke Fuß dann so entzündete, daß er fast amputiert werden mußte, lag die Schuld natürlich nicht an der Salbe, sondern an dam Palienlcn, der nicht lange genug ausgehalten hatte, bis„die schlechten Säfte eben au-getriebcn waren!" Freundliche Erinne- rungen dagegen wecken geradezu Wachsmuts Hühneraugen- ringe in der Uhr. Warum die bloß ausgerechnet in der Uhr getragen werden mußten?! Aber alles schwor damals auf die Hühneraugenringe in der Uhr so, wie heute auf das Hühner- augenlebewohl oder den Doktor Unblutig. pikante Lektüre. Es ist wahrhaftig wahr: In jener Zeit, in der man sich noch nicht im Freibad davon überzeugen konnte, ob das Mädel ge- rode oder krumme Beine hat, in der an die jetzige Kniefreiheit der Damenmode nicht gedacht werden durfte, da waren diese„v e r- hüllten Kostbarkeiten" anscheinend Gegenstand der un» endlichen Neugierde. So gab es eine Anzahl Annoncen, die jetzt fast ausgestorben sind: Die„Aktmappen"! Nur für Künstler!, die gegen Voreinsendung des Betrages doch an jeden Gymnasiasten versandt wurden. Ebenso schön waren die Anpreisungen mords- langweiliger Bücher„für das Intimste der Eliern" oder „K l o st e r g c h e I m n i s s e", die aber von den sindigen Verlegern mit fabelhast pikant wirkenden Titelblättcn» ausgestattet worden waren. Oder die üppige Harcmsschönheit, die uns immer zur Lektüre von Sir John Relclisfs Romanen verlocken wollte; ach, noch heute bedauert man, nie Nena Eahib gewesen zu haben: es muß sabclhast bunt und aufregend gewesen sein, aber jetzt würde man solche Lektüre wohl nicht mehr aushalten! Vergebens hat Dr. F a u st u l u s verjprochen, für I,9S Mk. alle au» alten Quellen geschöpfte Weisheit über Zauber. und Liebe zu verraten. Aber man sollte eigentlich nicht über diese ollen Kamellen lachen: Es waren rechte Gisiblüten darunter. Wie viele mag das„berühmte Werk":„Dr. Retaus S e l b st b e wa h r u n g" mit seinen über- triebenen und schauderhaften Ausmalungen der Folgen„j u g e n d- DieAachlnachdemBeml. 44] Vornan von Liam O'Maherty. (Au« dem Englischen überseht von K. Hauser.) Ha! Sie wurden ihm herausgerisien durch die erstaun- liche Tatsache, daß Mulligan verschwand, frei, mit Geld in der Tasche, das Gallagher ihm gegeben hatte.„Genosse" hatten sie ihn genannt. Sie hatten versprochen, seinen Fall vor das Hilfskomitee zu bringen und ihn freien Fuhes ent- lassen. Er war fort... Jesus, Maria und Joseph! Was hatte das zu bedeuten?. Dann, wie er so dasaß, bolzengerade auf seinem Sitz, fluteten jene unbeschreiblichen Schrecknisse in sein Gehirn. Sie kamen daher als fertige Gebilde, voll ausgereift, be- täubend wie Gallenanfälle, scharf und brennend wie Bajonettstiche, schwer und lastend wie Herzkrämpfe. Sie kamen daher: eins, zwei, drei, vier, Hunderte von ihnen, sie reihten sich in seinem Hirn, Schulter an Schulter, eine große Masse, die dort festgewurzelt stand und die dann Plötz- lich wie Gespenster ohne einen Laut entschwand, um neuen Platz zu machen. Sie bildeten eine riesig« Menge, aber jedes einzelne war deutlich erkennbar. Jedes hatte seinen eigenen, eigentümlichen, schweigenden Schrei, jedes besaß sein eigenes, sonderbar dämonisches Grinsen, jedes besaß sein eigenes, eigenartiges... hol' sie all« der Teufel! Das Bersluchte an ihnen war. daß er nicht wußte, was sie waren. Sein Ich erschien ihm in Fesseln geschlagen, und er war außerstande, die verfluchten Dinger zu fassen. Er mußte still sitzen, kerzengerade auf seiner hölzernen Bank, und zu- lassen, daß sie unangefochten in seinem Gehirn standen. Er war hilflos. Ein kalter Schweiß drang aus jeder Pore seines Körpers.. Pier Sekunden vergingen. Dann begann sein H'rn wieder zwischen den Schrecknissen herumzutasten, furchtsam wie eine Schnecke, die sich bei einer Berührung in ihr Haus zurückgezogen und tot gestellt hat und die dann wieder her- auskommt, argwöhnisch die Grashalme betastet und ihre Fühler spielen läßt. Gypo vffnet« Mund und Nase. Durch beide Organe gleichzeitig sog er einen liefen Atemzug. Der kalte Schweiß wurde mit einem Male warm, Blut flutete in wallender Bewegung in seinem Kopf. Er wurde wütend. Zuerst verkleinerten sich seine Augen, und die rüsselähnlichen Brauen senkten sich, dann weiteten sie sich, und die Brauen hoben sich, wie Gewehre, die man hebt, um sie auf eine Scheibe zu richten. Die Unterlippe fiel herab. Sein Gehirn begann methodisch zu arbeiten. Die Schrecknisse entwichen daraus, und an ihre Stelle trat eine eiserne Entschlossenheit, bis zum bitteren Ends zu kämpfen. Sein Blut, toll gemacht vom Alkohol, ließ ihn die riesige Stärke seines Körpers fühlen. Er empfand beinahe ein Glücksgefühl angesichts dieser Gelegenheit, von ihr Gebrauch machen zu können. Es war jene wilde Freude, die in Zeiten der Gefahr in der irischen Seele stets gegenwärtig ist, der große Kämpfergeist der irischen Rasse, geboren aus den Nebeln, den Bergen, den brüllenden Stürmen und dem un- endlichen Brausen der See. Er sah sich um und maß die Gegner, die er zu be- kämpfen hatte. Zu seiner Linken sah er Mary McPhillip sitzen. Sie hielt die Hände im Schoß, saß leicht vorgeneigt und sah mit einem nervösen, erwartungsvollen Blick in den Augen zu Gallagher hin. Zuweilen warf sie einen er- fchrockenen Seitenblick auf Gypo, aber ihre Augen kehrten immer wieder wie verzaubert zu Gallaghers Gesicht zurück. Es war deutlich zu sehen, daß sie erschrocken war und daß sie versuchte, ihre Willenskraft fest auf den Gegenstand zu heften, dem die Gebete galten, die ihre bebenden Lippen stammelten. Gypo sah die Angst in ihrem Gesicht und wußte. daß er nichts von ihr zu stlrchten hatte. Dann blickte er auf die drei Richter. Er kannte, diese maskierten Männer. Das waren bloße Puppen, Politiker, Marionetten, die olles tun würden, was Gallagher von ihnen verlangte, voll Angst, ihm zu widersprechen. Ha! Gallagher, das war der Mann, gegen den er kämpfen mußte. Gallagher und jener Kerl, der Mulholland. Er sah sie drüben an dem kleinen Tisch die Köpfe zusammenstecken. Seine Augen blieben auf ihnen haften. Fieberhaft machte er sich daran, einen Plan auszu- hecken, nicht weil er sich in dieser Stunde etwas vom Pläne- machen erhoffte, sondern nur weil das Aushecken eines Planes seinem eigenen Grübeln ein Ende machte. Aber er tonnte nicht einmal an einen Plan d'enken. All seine Energien waren darauf gerichtet, seinen Zorn aus Siede- Hitze zu erhalten. Er schlug sich schwächlich mit Bruchstücken von Gedanken herum und ließ sie dann hoffnungslos fallen. Er ballte die Fäuste an den Hüften mit den Knöcheln nach unten. Die beiden Männer hinter ihm sahen seine Rücken» muskeln gegen das blaue Zeug schwellen und sich spannen. Dann wurde das Schweigen gebrochen. Gallagher stand auf, das offene Notizbuch in der Hand. Er ging hinüber zu dem Richtertisch, legte das Notizbuch vor die Richter hin und wies auf etwas mit dem Finger. Der Richter in der Mitte nickte. Gallagher ging wieder an seinen Tisch und fetzte sich. Gypo verfolgte mit wilder Erregung jede seiner Be- wegungen. Er schien im Begriff, aufzuspringen und sich auf Gallagher zu stürzen. Die beiden Wachen im Gang und Iis zwei Bewaffneten, die hinter Gypos Rücken standen, ließen ihre Finger über die Drücker ihrer Revolver gleiten und beugten sich vor. Es war ein mit Spannung geladener Augenblick. Dann blickte Gallagher auf Gypo und begann mit scharfer und verhaltener Stimme zu sprechen:„Nun, Gypo, gib uns an, wo du die Zeit von sechs Uhr ab verbracht hast, bis du um halb zwei hierher kamst. Mach' schnell. Verliere keine Zeit. Wir haben's eilig." Gypos Augen schlössen sich fast ganz: dann schien sein Gesicht anzuschwellen. Sein Mund zuckte.„Was hast du damit zu tun, wo ich gewesen bin?" donnerte er mit einer seltsam hohlen Stimme. Sein Mund schien ausgetrocknet zu sein. „Man kann nie wissen," sagte Gallagher nachlässig. „Es kann uns vielleicht interessieren, das zu erfahren. Ist dir vielleicht nicht danach zumute, uns zu erzählen, wie du dich amüsiert hast seit der Zeit, wo du mit Francis Joseph McPhillip um sechs im Dunboy-Logierhaus zusammen- trafst, bis du hierher gekommen bist? „Und wenn ich's dir nun nicht erzähle, was willst du dann machen? Was?" „Hm. ich will dir das jetzt nicht sagen. Aber wir können einiges tun. Das weißt du ja selber— oder nicht? Du hast die Wahl in dieser Sache. Entweder du erzählst mir oder ich selber maebe mir die Mühe, es dir und dem Gerichtshof zu erzählen. Er machte eine kleine Pause und fügte dann hinzu:„Mit Hilfe von Bartly Mulholland, der Hier sitzt,"__________(Fortsetzung folgt.) j l i ch« r Seslrrtmjf««*«tHt te Not, MelcmHoN««ck Ler- zweiflunq getrieben habenk Wieviel Geld ist nicht für die vielen „Aufklärungsschriften" über„Mannesschwäche" weg- geworfen worden! Wir haben gar keinen Grund, uns allzu sehr zu überheben: Zwar hat die Aufmachung gewechselt, ober auch in unseren heutigen Zeitschristen finden wir noch genug„Aufkläricht" von dieser üblen Sortel » Wenig gute Dinge sind es, die uns freundliches Erinnern hinterlassen haben. Wo ist„Dörings Seife mit der Eule", wo ist die Indische Blumenseife mit dem kleinen Kaufmannsdiener? Man wäre direkt gerührt, wenn heute mal so ein Kasten auftauchte, und keines der Grammophoninserate hat uns wieder einen so starken Eindruck hinterlassen, als das alte mit dem kleinen Terrier:„D i e Stimme seines Herrn." Ach, man merkt beim Kramen, wie alt man schon geworden ist, und vielleicht würde man jetzt ein ganzes Stück Weisheit drangeben, wenn diese überwundenen Dummheiten für uns wieder Geheimnis und Wunder wären..,, Naubüberfatt im l�ingbahnzug. Auel dem Nebenabteil kam plötzlich... Ein Raubüberfall im Ringbahnzug, der eine große Aehn- lichkeil mit dem Fall k i e b a ch hat. gelangle vor dem Großen Schöffengericht in Charlottenburg zur Verhandlung. In der Nacht zum 2Z. Juni d. I. wurde in einem Ringbahnzuge zwischen den Stationen Westend und Witzleben die Ehefrau K. von eViem jungen Manne angefallen und zu berauben versucht. Die Frau hatte in Westend in dem letzten Abteil eines Nichtraucher- wagens Platz genommen. Als der Zug sich gerade in Bewegung gesetzt und die Station verlassen hatte, kam ans dem Nebcnabteil plötzlich ein junger Mann und stürzte sich, ohne etwas zu sagen, auf die vollkommen überraschte Frau. Die Ueberfallene vermochte nur einmal laut um Hilfe zu rufen, denn der Räuber packte und würgte sie und schlug mit der Faust auf sein Opfer ein. Glücklicherweise war der Hilferuf von einem Herrn, der aus dem Abteilfenster eines Nach- barwagens gesehen hatte, gehört worden. Dieser Herr zog sofort die Notbremse und kletterte sodann auf dem Trittbrett entlang. Als er die Wagentür öffnete, ließ der Räuber von der Frau ab, sprang aus dem noch fahrenden Zug und versuchte über die Gleise hinweg zu entkommen. Streckenarbeiter hielten ihn nach kurzer Verfolgung auf. Auf der Polizeiwache wurde er als ein aus Ostpreußen stam- mender Löjähriger Arbeiter Otto Kowalewski festgestellt. K., ein mehrfach wegen Eigentumsvergehen vorbestrafter Mensch, hatte sich jetzt wegen des Raubübersalles, der eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Falle Kiebach aufweist, vor dem Großen Schöffengericht Charlottenburg zu verantworten. Der Angeklagte behauptet, de- trunken gewesen zu sein. Er sei im Zuge eingeschlafen und erst hinter dem Bahnhof Westend aufgewacht. Er habe dann im Neben- abteil die Frau bemerkt, sich lediglich zu ihr gesetzt und sie zu um- armen versucht. Frau K., die noch heute unter der Schreckeinwirkung leidet, erllärte jedoch als Zeugin, daß ihr der Angeklagte sofort die Kehle zugedrückt habe. Außerdem habe er, als sie die Ztotbremse ziehen wollte, mit der«inen Hand in seine Tasche gegriffen und gedroht:„Wenn Sie jetzt nicht ganz ruhig sind. dann schieße ich." Der Staatsanwalt beantragte«ine fünf- jährige Zuchthausstrafe. Das Schöffengeiricht aber glaubte mit Rücksicht darauf, daß K. sich während der letzten drei Jahre straffrei geführt hat, mildernde Umstände nicht versagen zu dürfen. Es er- kannte wegen versuchten schweren Raubes auf zwei Jahre Ge- f ä n g n i s und fünf Jahre Ehrverlust. Diebe im Rathaus von Neuenhagen. Fast 4000 Mark Lohngelder erbeutet. Unliebsamen Besuch von Geldschrankeinbrechern erhielt in der Rächt zu Sonnabend das neuerbaule Rathaus in Reuenhagen bei Berlin. Am Sonnabend früh entdeckt« der Hausmeister, daß der Geld- schrank im Kassenraum im 1. Stock aufgebrochen und vollständig geleert war. Beamte des Berliner Sonderdezernats stellten fest, daß die Knacker die Hintertür mit Nachschlüsseln geöffnet hatten. Der Geldschrank älterer Konstruktion bot ihnen keine groß«kl Schmie- rigkeiten. Sie erbeuteten 3900 Mark bares Geld, das wegen der Wochenlohnzahlungen bereits in Tüten verteilt war, der Rest war für Arbeitslosenunter st ützungen bestimmt. !)l)(1 Mark bestanden aus Zehn- und Zwanzigmarkscheinen, das andere in Silber und größeren Scheinen. Der Wächter, dessen Obhut das Rathaus anvertraut ist, hat nichts von den Einbrechern gesehen oder gehört. Ein angesetzter Spürhund führte über Garten und Felder hinweg bis zur Chaussee, dort ging die Fährte verloren. Allem Anscheine nach handelt es sich um Berliner Ein- brecher, die einen kleinen„Ausflug" gemacht haben. Für die Wieder- bcschaffung des Geldes sind 10 Proz. Belohnung ausgesetzt. Mitteilungen an Kriminalkommissar Zapfe, Dienststelle L. 6, im Polizeipräsidium._ Sonderfahrt zum Rhein! Vom 9. bis 15. September veranstaltet die Reichsbahndirektion Berlin gemeinsam mit dem Mitteleuropäischen Reis«bureau(MER) ihre zweite Sonderfahrt an den Rhein. Da die Hin- und Rück- fahrt mit dem Sonderzuge 4. Klasse, der beschleunigt durchgeführt wird, nachts erfolgt, stehen für den Aufenthalt am Rhein fünf volle Tage zur Verfügung. Der Zug fährt am 9. September ab Bahnhof Friedrichstraße um 19.20 Uhr nach Köln, wo der Zug am nächsten Morgen um%6 Uhr eintrifft. Zur Besichtigung der alten Rheinmetropole, des Domes, der vielen anderen Schätze und der großen„Pressa"-Ausstellung ist der ganze Tag frei. Die Weiter- fahrt erfolgt am nächsten Morgen mit dem Sonderzug nach Königswinter, wo wiederum ein Tag Aufenthalt ist. Von Königswinter aus geht es mit dem Rheindampfer weiter bis nach Mainz, das nach weiteren Unterwegsaufenthalten in Koblenz und in Rü d e s h e i m am 13. September abends erreicht wird. In Koblenz und in Rüdesheim ist genügend Zeit, um Ausslüge zur Burg Stolzenfels, zur Marksburg bei Braubach und nach Aßmannshaufen unternehmen zu können. Am Abend der Ankunft in Mainz findet in der Stadthalle ein großer Rheinischer Abend mit Konzert und Vorträgen statt. Der 14. September, der letzte Tag, ist einer Be- sichtigung von Mainz und einem Ausfluge nach Wiesbaden vor- behalten. Abends wird in Mainz die Rückfahrt angetreten, und am 15. September morgens 8.12 Uhr ist der Zug wieder in Berlin. Die ganzeReisekostctnur78Mark. In diesem Preise ist die Fahrt von und nach Berlin, die Kosten für die Uebernachtungen und Verpflegung(Frühstück, Mittagessen, Abendesien einschließlich Be- dienungsgeld) sowie für die Veranstaltung des Rheinischen Abends enthalten. Der Verkauf der Fahrtarten und der Gutscheinhefte de- 3« Tote, 200 Verwundete. Die Ll-Vahnkatastrophe am Times Square. New Bork, 25. August. Es bestätigt sich, batz bei dem Untergrund- bah nunglück am Times Square 21 Personen getötet und annähernd 200 Personen verwundet worden sind. Da in der Zwischenzeit mehrere Verletzte in den Krankenhäusern g e st o r- b e n sind, rechnet man mit einer Steigerung der Totcnzahl auf 30 bis 40. * Das Unglück nahm einen derartig riefige» Umfang an, weil es in der HauptverkehrszeitdesTages geschah. Die Panik im Tunnel war groß. Hilfefrufe Sterbender erklangen, und gleichzeitig entstand eine weitere Panik auf dem nahen Times Square, der um diese Zeit überfüllt war. Die Menschen stürzten sich wie wild auf die Ausgänge, als aus dem Schachteingang Rauch herausströmte. Trotzdem man die Hochspannung ausgeschaltet hatte, hatten dennoch überspringende Funken Holzwerk in Brand gesetzt. Bald trafen große Polizeiaufgebote auf Lastautos und Motor- rädern ein, die mit aller Schärfe die Ordnung herstellten und den Bahnhof absperrten. Der Tunnel bot ein s ch a u e r l i ch e s B i l d. Es herrschte eine Hitze, die kaum noch die Menschen atmen ließ. Wildes, hyste- risches Schreien der Eingeschlosienen übertönte die Kommandos der Feuerwehrleute. Verschiedene Stahlbetonsäulen waren buchstäb- lich zermalmt worden. Die Leichen lagen zerrissen zwischen den Mauern und Eisenteilen. Die einen halben Kilometer lange Untergrundbahn-Station Times Square, die mit Menschen voll gefüllt war, wurde in- folge der Abstellung des Stroms nach dem Unglück zum größten Teil in Dunkel gehüllt. Während die unter dem Klirren der Eisenteile und der berstenden Fensterscheiben um ihr Leben kämpfende Menschenmasse sich aus dem dunklen Tunnel und aus dem südlich der Station festgefahrenen Zug zu befreien suchte, während die Feuerwehr mit Sauerstoffgebläse die Wände der Wagen ausschnitt, nahmen sich die A e r z t e der aus den Wagen- öffnungen hervorgezogenen Opfer an, die meist komplizierte Brüche und innere Verletzungen erlitten hatten. Inzwischen war eine Not- beleuchtung hergestellt worden, so daß das Unglllcksbild einiger- maßen klar wurde. Es ergab sich, daß infolge des Bruches der Weiche der neunte Wagen gegen die Betonwand angeprall» war und in zwei Hälften zerschnitten wurde, so daß die letzte Hälfte des neunten Wagens und der zehnte Wagen auf das andere Gleis geworfen wurden. Es war ein glücklicher Zufall, daß durch Kurzschluß die Stromzuführung auf der Stromschiene unterbrochen wurde. Dadurch wurde vielen Menschen, die im Staub und in der Dunkelheit auf dem Gleis umherirrten, das Leben gerettet. Man brachte schließlich die Scheinwerfer der Feuerwehr herbei und begann bei dem Lichte der Scheinwerfer die Verunglückten unter den Trümmern hervorzuholen und auch die vielen Fahrgäste, die sich furchterfüllt in Gruppen gesammelt hatten, herauszuführen. Feuerwehrleute trugen zuerst Frauen und Kinder zum nächsten Aus- gang und machten sich darauf an die Arbeit, die Verunglückten aus den zertrümmerten Wagen zu befreien. Man fand o e r- schieden? Leichen in einem Wagenfenster eingepreßt. Da die Untergrundbahnzüge zur Zeit des Unglücks in ganz geringen Abständen verkehren, kam der dem entgleisten nachfolgende Zug erst in kaum zwei Meter Abstand von dem entgleisten Zuge zum Stillstand, so daß ein Zusammenstoß mit knapper Not ver- mieden wurde. Die anfangs nach der starken, weithin vernehmbaren Explosion gehegte Befürchtung, daß Feuer ausgebrochen sei, eine Befürchtung, die noch stärker wurde, als in die von Menschen er- füllte Station Times Square Rauch und Staub eindrang, be- wahrheitete sich glücklicherweise nicht. Es dauerte etwa eine Stunde, bis die Aerzte ihre aufreibende Tätigkeit in dem Gewirr von zerrissenen Drähten und Wagentrümmern beendet hatten, Schreie und Stöhnen verstummt und die Toten und Verwundeten ans Tageslicht gebracht waren. Viele Tote sind so entstellt, daß ihre Person noch nicht festgestellt werden konnte. Erst acht Stunden nach dem Unglück war die Strecke wieder betriebsfähig. Oberbürgermeister Walker leitete persönlich die Rettungs- arbeiten. Am Abend waren alle Toten und Verwundeten geborgen. ginnt am 27. August bei der Fahrkartenausgabe des Bahnhofs Friedrichstraße und bei den Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reiscbureaus im Potsdamer Bahnhof, Bahnhof Friedrichstraße, im Kaufhaus des Westens und im Reisebureau Wertheim, Leipziger Straße. Sollte der Zug infolge schlechter Besetzung ausfallen, wird der volle Betrag in Höhe von 78 Mark zurückgezahlt. „Oberr, Ooberrr!" Gerichtlich bescheinigte Ungezogenheit. Dies begab sich in der Weinabteilung des Berliner Ratskellers: Ein Tierarzt, der im Begriff ist, seine Zeche zu bezahlen, ruft den ihn bedienenden Kellner nur mit„O b e r" an, worauf der Kellner den Tierarzt darauf aufmerksam macht, daß er mit„H e r r O b e r" anzureden ist. Es entspinnt sich ein Wort- Wechsel— Beschwerde beim Geschäftsführer— fristlos« Ent- l a s s u n g des Kellners. Im Anschluß daran Klage vor dem Arbeitsgericht. Dieses stellt fest, daß der Tierarzt seine Bestellung in besonders scharfem Ton gegeben und mit dem Finger auf den Kellner gezeigt hatte. In den Urtellsgcünden führt das Gericht dann aus, daß dem Kläger wie jedem arideren Mitbürger die Anrede„Herr" zugestanden werden müsse. Es ist auch der Meinung, daß die Weg- lasiung dieser Höslichkeitsformei dem Bedienungspersonal gegenüber eine Unsitte ist, die früher zwar üblich war, aber den heutigen Anschauungen nicht mehr entspricht.— Soweit gibt also das Ge- richt dem Kellner recht. Trotzdem aber kommt es zur A b- Weisung der Klage, denn das Gericht gewährt nur in der Theorie die Anrede„Herr". In der Praxis dagegen untersagt es dem Kellner, Ungezogenheiten eines Gastes zu rügen. Da der Kellner dies getan hat, war die fristlose Entlasiung berechtigt. Der Kläger, der zu Hause Frau und Kind hat, ist mit seinen Ansprüchen abgewiesen. Er mag sich trösten mit der im Urteil festgelegten Auffassung des Gerichts, daß nicht alle Gäste über die nötigen äußerlichen Umgangsformen verfügen. Das Arbeitsgericht verlangt eben von eineni Kellner ein besseres Be- nehmen als von einem Mediziner. „Einbruch auf Bestellung." Don dem Rechtsbeistand des Zigarrenhändlers R., über dessen Prozeß wir in unserer Nummer vom 5. August 1928 berichteten, erhalten wir ein« Zuschrift, der wir im Interesse unparteiischer Stellungnahme die Aufnahme nicht versagen. Cs ist nicht richtig, so heißt es, daß sämtliche Angeklagten zunächst ein Geständnis abgelegt und dies dann widerrufen haben. Vielmehr hatten die beiden anderen Angeklagten, welche den Einbruch ausgeführt haben, ein Interesse daran, die Sache auf R. zu schieben, weil sie dann nicht wegen Einbruchs, sondern nur wegen Beihilfe zum Betrug bestraft werden konnten. R. hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, die den Umständen nach Aussicht auf Er folg bietet. c�ditung! Genossinnen!'Achtung! Oonnerstaq, 30. August, 49V, Llhr, im Börsen« saal der Musiker-Säle, Kaiser-Wilhelm-Str. 34 große allgemeine Aunktionän'nnenkonserenz Tagesordnung: Die internationale Frauen- konferenz in Brüssel. Referentin: Mathilde Wurm, M. d. R./ Diskussion./ Verschiedenes. Funktionärinnen der Arbeiterwohlfahrt haben Zutritt. Türtontrolle 1. Kreis. Luöenöorffs als Arbeitgeber! Vor dem Münchener Arbeitsgericht. München. 24. August.(Eigenbericht.) Der Kriegsverlierer Ludendorff und Frau stan- den am Donnerstag vor den Schranken des Münchener Arbeitsgerichts. Eine arme Hausangestellte hat die noble Herrschaft auf Zahlung von 67 M. verklagt. Das Mädchen war l�h Jahre bei Ludendorffs in Stellung und besuchte aus Veran- lassung seiner Herrschaft zwei Kochturs«, für deren Kosten die Luden- dorffs aufzukommen oersprachen. Das Mädchen legte die Gebühren einstweilen aus eigener Tasche aus. Es wartet aber heute noch auf die Begleichung der 67 M. Der große General war in höchteigener Person zu der Der- Handlung erschienen, um„die Lügen und die falschen Angaben der Klägerin, die sie in den Vorverhandlungen gemacht hat, richtigzu- stellen". Herr und Frau General wetteiferren in dem edlen Be- streben, das Mädchen herab, zusetzen und warfen ihm vor, es habe schecht gewirtschastet, zu viel oerbraucht, und habe sich unbotmäßig benommen. Die Klägerin wurde vom Deutschen Verkehrsbund ver- treten, dessen Bevollmächtigter dem großen Kriegsverlierer allerlei bittere Wahrheiten ins Gesicht sagte. Das Gericht beschloß die Der- Handlung auszusetzen, um Einsicht in die Ludendorsf- schen Haushaltungsbücher nehmen zu können und die Behauptung der Beklagten, das Mädchen habe zu schlecht gewirt- schaftet, nachzuprüfen. Ein Dampfer in Flammen. Der englische Dampfer„Port Rapier" steht nach Berichten aus T u t u i l a auf S a m o a in Flammen und hat die Flotten- station in Tutulla um dringende Hilfe ersucht. Das Feuer hat bereits die Laderäume erfaßt und droht auf die O e l v o r r ä t e überzugreifen. Das Schiff befindet sich etwa 75 Meilen von Tutuila entfernt. Ein Kriegsschiff wird zur Unterstützung abgehen. Sport. Rennen zu Ruhleben am Sonnabend, dem 25. August. 1. Rennen. 1. Marone(Knöpnadel jr.), 2. Ordensritter(RingiuS), 3. Falkenstein(I. MillS). Toto: 12: 10. Platz: 10. 12. 11: 10. Ferner liefen: Charmant. Heliotrop, Siegmund, Mtzbocd, Quirin. 2. R e n n e n. 1. Malteser lKnöpnadel jr.). 2. Frieda Edelstein kKaupper), 3. Palmetto Silver(Fercch). Toto: 41: 10. Platz: 16, 18, 19:10. Ferner liesen: Ingelinde. Edelsteins Sohn, Eitelsried, Ejsi, Iram, Rosenstau, Regenbogen, Steinnelte, Flaggenlied. 3. R e n n e n. 1. Haga Burton(I. Mills), 2. Diniermärchen(Sinoratzki), 3. Frank(F. Schmidt!. Toto: 61: 10. Platz: 24, 116, 16: 10. Ferner liesen: Baron Gabler, Slnker I, Ludzina, Rchoserin, Dolman, Meiftersänger, LicbeSbote, Kartenspieler. Adeline, Dancing Girl, Lombardei, Campanula, Orientale, Propeller, Lessing. 4. Rennen. 1. Karl Heinz(Cb. Mills), 2. Cotta(Schleulener), 3. Marie Luise iKaupper). Toto: 22: 10. Platz: 14, 22. 15: 10. Ferner liesen: True Fox, Aga, Isegrim, Königsadler, Trotteur, Ehrenberg, Eckstein. 5. R e n n e n. 1. Valencia l»Elias), 2. Passer(Brandt), 3. Kürassier (Rückert). Toto: 36: 10. Platz: 16, 16. 27: 10. Ferner liesen: Terraria, Constanze, Nippsache, Kros-bel, Erich S., HoloferneZ. Einsicht, Lord Volo, Halma, Daldiiymphe, O'Captain Leerberg, Minni Halle Esparsette. 6. R e n n c n. I. Lady Morgan tCh. Mills), 2. Hut ab(Knöpnadel jr), 3. Kakadu 1»J. Mills). Toto: 12: 10. Platz: 11, 13: 10. Ferner liesen: Arosa, Agitator. 7. R e n n e n. 1. Der aopora lJ. Mills), 2. Großmogul»Jauß jr), 3. Ida Palos lHeckert). Toto: 17: 10. Platz: 11. 12. 14: 10. Ferner liesen: Isarwellc, Möglich, Turiddu. Kapitän Halle, Weinbrand. 3. R e n n c n. 1. Nusbaga Boy: Sinoratzki), 2. Rentner»RingiuS), 3. Selamlik»Rogowsli). Toto: 673: 10. Platz: 226, 146, 46: 10. Ferner liesen: Nekome, Morgcnilunde, Fridericus Rex. Silberpappel I. Windsang, Nanu, Nixchcn, Mcdardus. Wickingcr, Hexenmeister, Prima. Jung Quast: ll, Thcokrat. Long Albert, Notbremse, Die Letzte. Olan, Nebelkappe. Mia Halle. 9. Rennen. 1. Quitte B»F. Schmidt). 2. Lichtung»W. schultzc), 3. Hcnnh Cord»I. Mills). Toto: 36: 10. Platz: 18. 185, 26: 10. Ferner lieien: Jrrteuielchen. Susi Lcyburn, Prinzessin Etawab, Dompsaff I. Frankenstein. Noiula, Lmsko, Hauptmann. Lu. Potsdam, Importeur, Arn- fried, Goudster jr., Ellen, Dcnlmünze, ManzanareS, Capal, Dante. %/pei/bn,, die Lieblings- Jlahruny unferer Xieblinge Der Berliner Krastdroschkentarif. Eine Erklärung des Polizeipräsidenten. Nachdem der Berliner Magislral dle vom p o l l z e l- Präsidenten vorgeschlagene Neuregelung des Droschkenlarises abgelehnt hatte, haben in den letzten Tagen im Polizeipräsi- dium wiederholt Besprechungen über diese Frage staltgesunden, die zu einer erneuten Stellungnahme gesührt haben. Wie wir erfahren, hat der Polizeipräsident am 24. August an den Magistrat ein Schreiben gerichtet, in dem noch einmal aus- sührlich seine Stellungnahme begründet wird. In diesem Schreiben be- tont der Polizeipräsident, wie wir unterrichtet zu sein glauben, noch einmal, daß auch er durchaus auf dem Standpunkt stehe, die Droschkentarife müßten so niedrig wie möglich gehalten sein. Nicht die einzelne Fahrt dürfe hohen Gewinn bringen- sondern nur die große Masse der Fahrten. Andererseits aber müßten die Tarife mindestens die Selbstkosten decken, und es fei eine Unmöglichkeit, den Berliner Droschkenfuhrunternehmern einen Tarif aufzuzwingen, der zu ihrem Untergang oder zu einem derartigen cherobwirtschaften der Berliner Droschken führen müsse, daß dadurch die ollgemeine Verkehrssicherheit ge- f ä h r d e t werde. Der Polizeipräsident weist darauf hin, daß sich die Betriebs- kosten im Droschkengewerbe verteuert haben, und daß er des- halb durch die eigenen Sachverständigen und durch Professor Dr. Becker von der Technischen Hochschule in Charlottenburg, der ein Sachverständiger von internationalem Rufe ist, die Tarife nochmals einer eingehenden Prüfung habe unterziehen lassen. Sämtliche Gutachten halten ein heruntergehen unter den vom Polizeipräsi- denten vorgeschlagenen Tarif für völlig unmöglich. Die meisten halten die Forderungen des Droschkengewerbes sogar noch für zu niedrig, so vor allem Professor Dr. Becker, dessen ausführliches Gutachten sehr beachtlich erscheint. Der Polizeipräsident bittet den Magistrat nochmals, dieses Gutachten doch zu widerlegen, wenn er unter diese Forderungen der Arbeitsgemeinschaft herunter- gehen wolle. Der Polizeipräsident hält den Hinweis des Magistrats auf Rom, Mailand, Budapst, Wien und Paris für abwegig, schon allein wegen der völlig abweichenden Teuerungsverhältnisse in diesen Städten' der Vergleich mit London sei vom Magistrat zu Unrecht abgelehnt worden, da die dortigen Lebenshaltung?- kosten den unsrigen weit ähnlicher seien. Daß eine starke Ver- billigung der Kurzfahrten dem Publikum einen Anreiz geben würde, unnötige Fahrten über kurze Entfernungen zurückzulegen, hält der Polizeipräsident im Gegensatz zum Magistrat nicht für bedenklich, er steht vielmehr aus dem Standpunkt, daß jede ver- billigung der Kurzfahrten höchst erfreulich ist, und er glaubt auch nicht, daß eine Herabsetzung der Grundgebühr auf 20 Pf. die Straßenbahn oder andere ösfentliche Verkehrsmittel in ihren Ein- nahmen nennenswert schmälern würde. Nachdem der Polizeipräsident dann noch den Vermittlungsvor- schlag des Magistrats als technisch undurchführbar be- zeichnet hat, da er sowohl die Zuschläge zur Grundgebühr als auch die drei Taxen untereinander in ein Verhältnis gebracht habe, das sich durch leinen Fahrpreisanzeiger ausdrücken läßt, bittet er er- neut, das Gutachten des Professors Dr. Becker nochmals einer Nach- Prüfung zu unterziehen und dem von ihm in Aussicht genommenen Tarife zuzustimmen. Ihm pcrsönich sei es nicht möglich, bei gerechter Würdigung der Gutachten mit den Tarifen noch weiter herunterzugehen, weil er sonst die öffentliche Sicherheit für gefährdet halte. hoffentlich tritt der M a g! st r a t nunmehr recht schnell in eine eingehende Prüfung der vom Polizeipräsidenten dar- gelegten Gesichtspunkte und besonders der erwähnten Gutachten ein, damit die llnruhe, die durch die Frag« der Neuregelung der Droschkentarife in der Oessentlichkcit entstanden ist, baldigst b e< s e i t i g t wird. Typhusepidemien. Ein interessanter und lehrreicher Rundfunkvortrag. Die Ty p h u s e r k ra n k un g e n in Potsdam und Caputh, die in wenigen Tagen einen epidemischen Um- fang annahmen, gaben Ministerialrat Or. med Alfred Beyer Veranlassung, gestern abend im Rahmen des Funkprogramms einen Vortrag über das Thema„T y p h u s e p i d e in i e n"' zu halten. Dr. Beyer führte aus, daß jeder Typhusfall in der Bevölke- rung mehr als eine andere Infektionskrankheit, wie Scharlach, Diphtherie usw., zur Beunruhigung Veranlassung gibt. Und doch verliert jede Krankheit ihren Schrecken, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, um ihr erfolgreich zu begegnen. Ist einmal der Bazillus oder Krankheitserreger in den Organismus des mensch- Pchen Körpers gelangt, so kommt es häufig vor, daß bei gesunden Menschen diese Erreger wirkungslos bleiben, weil ihnen der bestimmte Nährboden fehlt. Es müssen also Schwächen im Organismus vorhanden sein, die dem Krankheitserreger einen willigen Nährboden geben. In diesem Zusammenhang zeigte der Vortragende in allgemeinverständlichen Ausführungen, daß der Mensch den Krankheitserregern nicht wehrlos aus- geliefert ist, und daß in dem Organismus des menschlichen Körpers cm heftiger Kampf, der ihm van der Natur aus mitgegebenen A b w e h r st o f f e mit dem Bazillus entbrennt. Diesen Vorgang verglich Dr. Beyer mit einem G i f t k r i eg. Die Wissenschaft ist hier aber soweit vorgeschritten, daß sie durch Vorbeugung?- mittel den Krankheitserreger zunächst einmal fesselt oder ganz abtötet. In seinen weiteren Ausführungen ging Dr. Beyer auf die Seuchenherde und ihre Bekämpfung durch die Be- Hörden, die besonders bei Typhuserkrankungen unverzüglich alle notwendigen Abwehrmaßnahmen treffen, ein. Sind in einem Ort eine oder mehrere Erkrankungen festgestellt worden, so greifen die zuständigen Stellen sofort ein. Nicht nur der Erkrankte, sondern auch seine ganze Umgebung werden sorgfältig beobachtet, denn nicht selten sind es gesunde Menschen, die den Typhusbazillus, ohne es zu wissen, in sich tragen und eine große Gesahr für ihre Um- gebung bedeuten. In solchen Fällen ist es natürlich erheblich schwerer, den Krankheitsherd festzustellen. In Potsdam und Caputh, wo der Infektionsherd in einer Meierei war, konnte der Ausgangspunkt der Erkrankungen sehr bald festgestellt werden, und man war in der Lag«, vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Die Wohnungen der Erkrankten, die Aborte, Viehställ«, Dunggräben usw. wurden desinfiziert, und im übrigen wurde eine strenge polizeiliche Kontrolle ausgeübt. Wenn trotzdem nach Ergreifung der behördlichen Maßnahmen neue Er- krankungen zu verzeichnen waren, so liegt das daran, daß die Er- krankten den Bazillus bereits im Körper trugen und erst nach dem Verlauf von vierzehn Tage»— so lange dauert es ge- wöhnlich bis zum Ausbruch der Krankheit— als Typhus erkannt wurde. So ist es beinahe selbstverständlich, daß tagtäglich neue Erkrankungen in Erscheinung treten. Der Typhus ist im An- fang schwer zu erkennen, da er ein« äußerst schleichende Krank- heit ist. hat ein Arzt einwandfrei Typhus festgestellt, ist der Fall innerhalb von 24 Stunden anzeigepflichtig. Die von der .Krankheit betroffene Familie ist ihrerseits dazu verpflichtet, der Polizei sofort Meldung zu erstatten, damit sofort olle vorgeschrie- benen gesetzlichen Schutzmaßnahmen getroffen werden können. Ein oft angewandtes Gegenmittel ist die sofortige Schutz- impfung mit abgetöteten Typhusbazillen. Den Behörden wird aus den Kreisen des Publikums nur zu oft, leider ganz zu Unrecht, zulangsamesArbeiten vorgeworfen. Wer aber die Eigenarten und Tücken dieser schwer erkennbaren Krankheit kennt, wird sich diesen Borwurf nicht zu eigen machen können. Zum Schluß feines lehrreichen Vortrages hob Dr. Beyer be- sonders hervor, daß die Potsdamer Typhusepidemi« für Berlin keine Veranlassung zur Beunruhigung gibt. Leider ist es vorgekommen, daß Sommerfrischler, die in Caputh in typhus- verdächtigen Häusern logierten, a b r e i st e n. ohne sich unter- suchen zu lasten. Sie können, ohne daß sich vorerst bei ihnen Krankheitssymptome zeigen, ihr« Umgebung durch diese Nachlässigkeit in schwerste Gefahr bringen. Jeder sollte dafür sorgen, zum Wohle der Mitmenschen und zum Nutzen der Volksgesundheit allen Personen, die mit Typhuskranken in Berührung kamen, eine sofor- tige ärztliche Untersuchung herbeizuführen. Typhuserkrankungen bei Rathenow. Rathenow, 2S. August. Auf den Gütern Nordend und Albertsheim sind meh- rer« Fälle von Typhuserkrankungen festgestellt worden. Auf beiden Gütern mußten sich zusammen 70 P e r s o nen einer Schutzimpfung unterziehen. Die Kranken wurden in das Rä.chenower Kranken- bans geschafft. Ueber beide Güter ist vorläufig die Milchsperre ver- hängt worden. Sämtliche Milch muß vor dem Verkauf pasteurisiert werden._ Massnahmen gegen die Diphtherie in Nowawes. Berlins Nachbarstadt Nowawes, in der die Sterblichkeit der Kinder an Diphtherie 8 bis 10 Proz. beträgt, hat jetzt kostenlose Impfungen mit einem neuen Schutzstoff ein- geführt. Kleine Kinder vom 9. Monat bis zu 5 Jahren werden in der Säuglings- und Kleinkinderfürforgestelle im Beethoven-Lyzeum an drei Tagen in der Woche kostenlos durch den Stadtarzt geimpft. Schulkinder erhalten die kostenlose Impfung durch die Schulärzte ihrer Schulen. Oos eingeäscherte Kinderheim. Kein Menschenleben zu bettagen. Westerland(Stjlf), 25. August. Bei einem schweren Gewitter schlug der Blitz in das Kinder- heim in Bad Keitum ein und zündete. Die 50 Kinder des Heims konnten glücklicherweise, wenn auch mit knapper Rot, gerettet werden. Das Gebäude, das der Stadt Mülheim H.tiU ßuhebeü�ß B'UÜ mit farbigem Bezug tfaasar. 2.75 3.45 DivandeckeS! inQobelinmustern.mitFransen%9.9S Steppdecke Oberseite Halb- Kunstseide, Damast, Rückseite guter* B g Satin, sehr elegant, ca. 150 x 200.......' Daunendecke 59� Damen-Wäsche (Varknuf nur PrlnzenstraOa Eckt SebastianstrafleJ Schlüpfers� in verschiedenen bunten Farbsn, 4R gute Qualilät, Größe 42- 50... MW».1**! Nachthemd� mit Klöppelspitze garniert, J? guter Wäschestoff.... ck&.DJ bester Daunensatin, Rückseite la franz. Daunenperkal, bunt gemustert, mit prima Daunen, ca. 150 x 200.. IM 5§JitostiajvSl£ 400 20 Metall-Bettstellen zusammenklappbar, mit doppeltem Spiralboden,__ braun......... Mr. Zu Bosenform, mit Zugfedermatratze, 33 mm geschlossenes Stahlrohr, mit Messingstäben und Kugeln verziert, weiB oder schwarz, 90X190 Weißlack-Möbel Garderobenschrank mit /m Hutboden und Stange, bügeltief, 192 cm hoch Qarderobenschrank, 2 türig, mit Hutboden u. Stange, zerlegbar, Fassade haibrund, bügeltief,«gt 120 cm breit, erheb- lieh zurOckgesetzt csjy.— Kinder-Holz bettsteile 70X140 cm 21 .75 Große Kindsrwasen leicht fehlerhaft In diversen Ausführungen und Farben, wesentlich Im Preise herabgesetzt! et us Z>e u tschlands fiir dem, Retten und Sctilafzim merpeäarf. Einsendungen für dies« Rubrik sind »erlin SW KS, Lindeustratz« Z. pariem ach richien für Groß-Berlin stet, au da» Rezirkisekretaria« Z. H«f. 2 Tee», recht», ,u richte». 1. ftrei» Mitte. Abteilungen 1—7. Alle Mitglieder treffen sich heute, Sonntag, zum Scwerkschaftsscst in Treptow bei Zenner. 2. Kreis Tiergarten. Die von den Abteilungen gewühlten Genossen fiir den Besuch des Gewerkschaflssestes in Treptow treffen sich bestimmt heute, Sonntag, li! Ilhr- Bahnhof Bellcvue. 8. Arcis Krcnzberq. Dienstag, 28. August, is>,> , fammlung bei Rabe, Kichtestr. 29. Vertrag: Der Paa,rrkr««,er und die L»ge der Partei. Reserent: Bürgermeister Dr. cherz. Mitgliedsbuch Icgrimiert. 7. Kreis sbarloltenburg. Mittwoch, 29. August, 1»>,<. Uhr, im Ebenpalast, Kaifer-Triebrich. Straße 24, Kretsmitgliedentersammlung. Vortrag: Die 1 Sozialbemokratie in der Reich, regiernnq. Rescrent: Reick,»tagsabgeord- j ncter Hildcnbrand. D'skufsion. Alle Mitglieder de» Kreises müssen voll» Mhlig und pünktlich erscheinen. 9. Krei,«ilmeredorf. Dienstag, 28. August, 2« Uhr, Im Viktoriagarten, Wilhelmsaue 114-115, Kreismitglikdcrvcrfammliing. Vortrag: Panzer» Ireuzer und die Re-chsrcgicrung. Rrscreut: Reich»tag»abaeordnetcr Sieg» frikd Aushäuser. Alle Mitglieder müssen erscheiuen. Mitgliedsbuch ist zur Kontrolle rorzuzcigen. 18. Krei» siehlendsrs. Dienstag, 28. Allgup, 28 Uhr, Im K-iserhos, Pots» damer Str. Z, Kreismitolicderverfammlüng. Die politisch« Loge. Nesereut: Reich«taq«bgeorduktkr Sari vitke Alle Mitglieder müssen erscheinen. 1Z. Krei» Tcmpclhos. Achtung, Arbeitcrsportlerl Mittwoch, 2S. August, lll'h Uhr, Grllndungsversammluug der 18. Abteilung der Sreien Turnerschaft Groß-Berlin im Lokal»Zur Linde", Tcmpelhos, ssriedrich-Karl-PIaß, Gcke Werdcrstr. 14. Krei, Reukälln. Mittwoch, 28. August, 18>4 Uhr, im Knisrr.ssriedrich» Ncalgnmnasium, Kaiser-Zriedrich-Stroße 21». Versammlung sämtlicher Elternbeiräte und Lcbrer der Liste„Schillaufbau". Tagesordnung! Vor- trag. Die Aufgaben der Elternbeiräte. Referent: Rektor Eduard Hahn. Uhr, Kreismitglieberpcr- Neuwahl de» 18. Kreis Köpenick. orstande» Verschiedenes. Die Obleute müssen einladen. llc Äitglieber. die sich heute, Sonntag am Gcwerk. schastsscst beteiligen, treffen sich in der Abtei. 18. Kreis Weißensee. Mittwoch, 2». August. 2» Uhr, I«»WirUhan, zum Vferdemarlt", Schönstr. Kreismitglicdcrvcriammlung. Vortrag: Panzer. kreuzer nud Partei. Referent: Rcichstagsabgcordneter Albert galkenberg. Alle Mitglieder wüsscn»ollzähliq erscheinen. 28. Krei» Remickendors. Montaa, 2l. August. 2» Uhr, in der Varacke, Lin. baner Etr. in Remickendors-Ost. Sitiung de» engeren Kreisvorsiaiidco mit den parteigenSssischen Stadträten des Kreises, Morgen. Montag. 27. August: 42. Abt. 194h Uhr bei Höhlte, Bcrgmannstr. 89, Abrechnung aller Bezirk». sührer 56. Abt, kharlottenbnrg. 20 Uhr bei Liersch, Kantstr. 82. ssunktlonürsißuno. Die Abteilungsversammlung am Mittwoch, 20. August, fällt au». Die Mitglieder beteiligen sich vollzählig am Mittwoch an der Krclsmilglicdcr» Versammlung. 99. Abt. Vritz-Buckow. 20 Uhr Eißunq her Echulkommissson Kali-Hufeisen, ssrig.Reuter.Allce. Sämtliche an Echulsragen interessierten Genossen sind dazu eingeladen. Mittwoch. 29. August: 78. Abt. Schöneberg. 20 Uhr Mitgliederversammlung Im Lokal Rosenthal, Ebrrssir. 80. Vortrag: Die Rationalisierung der Industrie in Wirt» ichaftllcher und sozialpolitischer Hinsicht. Referent: Otto Ziska tvom Deutschen Metallarbeiter-Verbond). Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Die BezlrkssUhrer laden bestimmt ein. 188. Abt. Köpenick. 1»>4 Uhr Mitgliederversammlung im großen Saal de, Stadtiheatcr» in Köpenick, Frirdrichstr. 6. Vortrag: Die politische Lage, Vanzerkreuzerbau, Referent: Dr. Kurt.Löwenstein, MdR. Die Bezirks» führer werden bringend gebeten, bestimmt einzuladen. 158. Abt. Reinlckenbors-Ost. 20 Uhr im Schllßenhaus, Ressdeiuistr, 1, Mit» aliebervcrlammlung, Vortrag: Die politische Lage, Referent: Carl Litke, MdR. Die Funktionäre werden»ringen gebeten, bestimmt zu dieser Versammlung einzuladen. Die Plaketten zur Bannerweihe sind am --• ivsscn Meiser in der Zeit von 18—20 Uhr 8«,— in Smpsang zu nehmen. Fraucnveranstalkungen am Montag, 27. August: 18. Kreis Weißensee. 20 Uhr bei Pohlmann, Zanghan» Ecke Socthestr. Bor» trag des Genossen Dr. Mever-Vrodnitz. 8. Abt. 20 Uhr bei Rickert, Eteinmcßstr. Z6a. Vortrag der Gcnosssn Helene Michaeli». 14. Abt. 20 Uhr im Lokal Putbusscrstr. z. Vortrag de» Genossen Heilbronn. Gäste ssvd herzlichst eingeladen. 58. Abt. 19sb Uhr bei Busch, Tilsiter Etr. 27. Vortrag de» Genossen Heinz Rarthel. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Gäste sind herzlichst willkommr» 58. Abt. 20 Uhr bei Partus' �.-....., *L»t ms fflfc W Ewa»,«aw»«r.».«ort«,: fM&toaitt. Abend. Referent: Rektor Arthur Rachow. Gäste willkommen. 88. Abt. Sharlottenburg.. Gemeinsame» Kaffcekochen im Lokal.Alter Freund", Pichelsdors. Die Genossinnen trcsfcn sich bei günstigem Wetter um läs., Uhr am �ophic.Charlotlc.Plaß. 85. Abt. Staaken. Der Frauen». de nd findet am 3. September statt. 181. Abt. Treptow. Frauenlesrabeud lSfß Uhr bei Iahnke. Kiefholzstr, 2l. Referent Genosse Kunstman». Thema: Wir Frauen und uuicrcr Kinder Zukunft. 152. Abt. Vlavkenbnrg. Montag, 27. August, Fraucnlcscabcnd bei Klug, Dorsstraße. 118z. Abt. Wittenau, bei Schulz am Nordbahnhof, Fraucnabend. Gäste will» kommen. Arauenveranslaliungen am Dienskag. 23. August: 19. tt. 20. Abt. 19� Uhr bei Stengel, Schweden str. 13. Vortrag: Tolstoi als PaJ''fist und Kriegsgegner. Referent: Tr. Mar Brie. Gäste find will- kommen. 90. Abt. Neukölln. 20 llstr im Ideol-Kastno. Weichselstr. 8. Nortrag: Die ssrau in Staat und Kommune. Referent: Stadtverordneter Max Fechncr. Alle Genossinnen sind d 23 Seifenschale bun«.. 1 2 pi. _ irre Butterkühler GllTsCn»! 85 Pt besonders billig Waschgarnitur m4bac0m 975 Farbige Yaseru Schalen mit kleinen Fehlem �Ädrla" Blaabaad Speiseteller llei» flach Iso Dessertteller...... 85 pt Kompotteller...... 6 0 pt Terrinen...... 13 m 1073 Kartoffelschüssel... 8:o Sauclere.......... 5 so Salatieren 225 245 435 Beilageschale...... Its Platten»v-i... 1 co bis 7 73 Bleikristall RSmer..... 2»5 495 LSffclbecher 295 Kontpoiftschale 6� Jardiniäre«cm IG so Bonbontere i« e» 3 m Bowle-"Ä, 52 m Tafelgeschirr weiß Feston, Roacnthal (nur Lelprlger Sir.) Speiseteller u«r u. nach 78 pt Dessertteller...... 48 pt Kompotteller...... 40 pt Terrinen?£,. 783 p"». 923 Kartoffelschüssel 343 4 83 Saucieren...... 283 350 Salatieren...35pt bis 2so Beilageschale...... Iio Platten..... 95 pt di, 8s5 Chlnablan Kaffeekannen 2io tu 450 Teekannen... 240 w» 475 Milchtöpfe.. 55 pt w» 1 45 Zuckerdosen.. 1 30 wa 2 33 Butterdose......... 233 Eierbecher... 42 pt 80 pt Tasse dünn........ 95 pt 18 cm 17 cm 19 cm Teller 60 pi. 65 pt 75 pi Glaswaren Jardiniere 2® cm... Kuchenteller u-m. Vase 20 cm........ Krug Wdnlaub-Muatar.. Sturzflasche uter Weingläser vÄend- 22 pt 95pt 95 pl 75 pl 75 pl 35pl Weinglasgarnitur„Eros" geschliffen Likörglas........ 35pl Portweinglas..... 40pt Rotweingfas..... 45 Pt Rheinweinglas... 45 pl Römer.......... 55 pt Ferner: Emaille-, Aluminium-, Stahl-, Michel- u. Eisenwaren usw. Jlr. 403* 45. Jahrgang 2. ISdfogi Voftvät�s Sonntag, 26. August 4923 Berufswahl. Zur Herbstfchulentlaffung.- Was der Berussberaier sagt. .�e Herbstschulentlassung naht und mit ihr die Garnunflszeichen der Gewerkschaften. Die Kinder und deren Ellern stehen wieder vor einer schweren Entscheidung. Aus der einen Seit« die Wünsche de.- Kinder, auf der anderen Warnungen und Einwen- düngen. In den Kreisen der Ellern macht sich wieder eine gewisse Nervosität bemerkbar. Dazu ist bei geistig und körperlich gesunden Jungen und Mädchen keine Ursache. Auswohl an Lehrstellen ist genügend vorhanden. Wie steht es mit den Lehrmöqlichkeiten de.- Jungen? Ihre Unterbringung in geeignete Beruse ist leichter als die der Mädchen. Ein allgemeiner Not, den wir den Eltern geben, ist, einmal darüber nachzudenken, ob es zweckmäßig ist, shon im Herbst die Kinder aus de.- Schul« zu nehmen. Wer es irgendwie möglich machen kann, sollte seine Kinder so lang« als möglich zur Schule schicken. Vorab sollen die Kinder noch weiter zur Schute gehen, die aus irgendwelchen Gründen noch nicht die 1. Klasse oder die Obersekunda erreicht haben, denn für dos fernere Fortkommen ist ein Schulabschluß unbedingt«ine Erleichterung. Der Besuch be- stimmter höherer Fachschulen setzt sogar den Schulabschluh voraus. Aber auch alle die sollen weiter zur Schule gehen, bei denen der Schularzt eine gesundheitliche ernsthaft« Störung gesunden hat. Ferner sollten diejenigen die Schule weiter besuchen, deren Berufs- wünsch sich im Herbst nicht erfüllen läßt, wo wenig Aussicht auf Unterbringung ist. Die Möglichkeiten zur O st e r e n t l a s s u n g gestalten sich -ünstiger. Die Berusswünsche der Berliner Zungen itzen sich auf ganz wenige Berufe zu. Obenan steht der Buch- ruck er beruf. Di« Jungen machen dabei wenig Unterscheidung „wischen den einzelnen Sparten, für sie ist olles„Buchdrucker". Ein weiterer Hauptwunsch ist der, Maurer zu werden. Zum Herbst ist eine Aussicht, eine solche Lehrstelle zu erhalten. Wie sich in diesem Beruf die Dinge im Frühjahr gestalten, ist fraglich. Es gibt in Berlin wenig Firmen, die man als brauchbare Lehrfirmen an- sprechen kann. Man geht immer mehr dazu über, berussschulsreie Jugendliche als Spezialarbeiter im Baugewerbe anzulernen. Brauchbare Lehrstellen für Maurer gibi es mehr in der Provinz, wo Arbellstempo und Spezialisierung noch nicht so durch. geführt sind wie gerade in der Großstadt. Die auf den Bauten ge- übte Akkordarbeit läßt den Gesellen gar nicht die Zeit, sich dem Lehrling so zu widmen, wie es die planmäßige Ausbildung des Lehrlings erfordert. In der Kleinstadt kommt der Lehrling mehr an alle Arbeiten heran, auch ist die Ausbildung gründlicher, weil Polier und Geselle mehr Zeit für den Lehrling ausbringen können. Unsere guten Berliner Maurer haben zum großen Prozentsatz in der Provinz gelenit. Als dritter Hauptwunsch kommt der Friseur. Alle ernst- basten Bemühungen, die Jungen von ihren Ideen abzubringen, scheitern zum guten Teil an ihrer Hartnäckigkeit. Auch bei den Friseuren gibt es nur einen ganz geringen Teil von Firmen, die wirtlich als Lehrfirmen anzusprechen sind. Es genügt nickst, den Jungen drei Jahre oder noch länger im Einseifen, Rasieren und Haarschneiden zu dressieren. Zum Friseur gehört mehr. Ein gut Teil der Firmen arbeitet nur mit Lehrlingen, andere nehmen sich am Sonnabend und den Tagen vor Feiertagen Aushilsen. Jede Woche kann man in einigen Berliner Zeitungen ganze Spalten von Anzeigen sehen, wie„Friseurgehilfe verlangt" oder so ähnlich. Eine Reihe von Firmen nützen den Ansturm auf Friseurlehrstellen aus und verlangen Lehrgeld, oft bis in die Hunderte von Mork. Eine Firma, vielleicht gibt es auch von der Sorte noch mehr, forderte von jedem Lehrling 200 M.: nach einigen Wochen stellte der„Chef" fest, daß der Junge ungeeignet sei. Das Lehrgeld wurde nicht zurück- gezahlt. Auf diese Weise beschaffte.sich dieser Herr Betriebskapital. Also Vorsicht bei den Friseurstellen. „Es ist noch keiner verhungert." Uebegreislich ist der Wunsch der Jungen. Bäcker zu weichen. In der Kriegszeit, zurzeit der seeligen Brotkarten, konnte man das noch oerstehen. Noch heute gibt es Leute, die da sagen:„Ein Bäcker ist noch nicht verhungert." Sie haben bis zu einem gewisien Grade recht. Di« da Bäcker gelernt kchben und nachher keine Stellung als Bäcker finden, warten natürlich nicht, bis sie verhungert sind, sondern versuchen, schnellstens eine andere Beschäftigung zu finden. Sie wandern als Hilfs- und Maschinenarbeiter in die Industrie ab. Wer mit offenen Augen durch die Weft gcht, wird erkennen, was vom Bäcker übrig geblieben ist. Seht einmal den Betrieb der Kon- sumgenossenschaftsbäckereien an. In der Ernährungsausstellung konnte man ebenfalls sehen, wie weit hier die Maschinentechnik vor- geschritten ist. Ist der„Bäcker" von heut« nicht genau derselbe Ma- schinenenaubeiter wie in der übrigen Industrie. Sind da nicht drei oder sogar vier Lehrjahr« zuviel? Noch ein« ganze Reihe von Berussarten könnt« man hier auf- führen, die mit Vorsicht behandelt werden müssen. So zum Beispiel der Beruf der Gärtner, Schlächter, Böttcher, Brauer, Lithographen, Metalldreher, Werkstattoptikcr, Drechsler, Metallformer, Jiluto- schlosser, Holz- und Steinbildhauer, Graveure, Musiker und Schuh- macher. Immerhin bleiben noch genug Berufe übrig, unter denen man wählen kann. Daß die Dinge heute für Lehrlinge günstig stehen, ging auch schon aus dem Artikel im„Vorwärts" vom 15. Juli 1928:„Weniger Lehrlinge. Bessere Lehren" hervor. Bei der immerhin lebenswichtigen Frage der Berufswahl sollt« man die gebotenen Hilfsmittel.zu Rate ziehen. Da sind in erster Linie die Berufsämter und die Gewerkschaften. Sehr zweifelhast ist es, gute Freund« und Nachbarn über Berufsaussichten zu hören. Es kann den Eltern sonst gehen wie der Mutter im„Grünen Hein- rich" von Gottsried Keller. Eine dankenswerte Aufgabe der Elternbeiräte in den Schulen ist, die Berufsberater zu aufklären- den Vorträgen heranzuziehen. Eine noch dankenswertere Aufgabe der Eltern aber ist es, diese Veranstaltungen zu besuchen In diesen verflosienen drei Jahren ist die Volksfürforge unter tätiger Mitarbeit der Gewerkschaften ein großes und leistungsfähiges Unternehmen geworden. Seit dem letzten Gewerkschaftskongreß hat sich die Zahl ihrer Versicherten nahezu verdreifacht. Gegenwärtig zähst die Volksfürsorge einen Bestand von rund 1� Millionen Policen. Als Berficherer mit äußerst günstigen Ver- sicherungsbedingungen und als Kapitalgeberin erfüllt die Äolksfür- sorge ihre großen Ausgaben. Im Interesse der deutschen Arbeit- nehmerschaft liegt es, daß sie immer größer und damit leistungs- fähiger wird._ Wie nett doch die Unternehmer sind! Im rheinischen Braunkohlenbergbau. Am Donnerstag veröffentlichten wir den Schiedsspruch für den rheinischen Braunkohlenbergbau, der in seinem ersten Teil die neun- stündige Schichlzcit bis End« September 1929 verlängert und in seinem.zweiten Teil eine Lohnerhöhung von acht bis zehn Pfennigen vorsieht. Die Unternehmer lassen jetzt verkünden, welche Stellung sie zu diesem Schiedsspruch einzunehmen geruhten. Essen. 23. August.(TU.) .Lum Lohn- und Arbeitszeitkonslikt im Rheinischen Braun- kohlenbergbou ist bekanntlich vor einigen Tagen ein Schiedsspruch über die Neufestsetzung der Lohnsätze, sowie über die Beibehaltung der bisherigen Arbeitszeitbedingungen von dem Schlichter für Rheinland und Westfalen gefällt worden.— Wie der DHD. von beteiligter Seite erfährt, ist die Entscheidung der Arbeitgeber in bezug aus den Schiedsspruch bereits gefallen. Der erste Teil des Schiedsspruches, der die Arbeitszeit- regelung betrifft, dürfte ober voraussichtlich von der Arbeit- gebcrseite angenommen werden. Die von den Schlichtern den Arbeitnehmern zugesprochene Lohnerhöhung von durch- schnittlich 12 Proz., die den zweiten Teil des Schiedsspruches betrifft, dürste dagegen mit Mcksicht aus die Tatsache, daß für eine ganz« Reihe von rheinischen Braunkohlenwerken die Lohnerhöhung in dem angegebene» Ausmaße nicht tragbar sein würde, abgelehnt werden. Am Sonntag werden aus den einzelnen Werken Beleg- schaftsoersammlungen stattfinden, so daß erst am Sonntag abend über die Stellungnahme der Arbeitnehmer Gewißheit zu erlangen sein wird." Der langen Rede kurzer Sinn:„Die Verlängerung der zu langen Arbeitszeit ist uns recht, nur müßte sie noch weit mehr ver- löngert werden: die Lohnerhöhung aber lehnen wir ob." Da sage noch einer, die Unternehmer lehnten alles ab. Wie die Entscheidung der Arbeiter ausfällt, zumal nach dieser Bekundung von Unternehmerschlauheit, kann nicht zweifelhaft sein. Der Schiedsspruch kann nur als Ganzes angenommen oder abgelehnt werden. Knede in der Rheinschiffahrt. Di« Verhandlungen für die Rheinschissahrt, die dieser Tage in Aßmannshauscn geführt worden sind, haben für den Herbst und Winter den Arbeitssrieden am Rhein gesichert. Es gelang den Gewerkschaften, Sicherungen gegen eine juristische UmgehungderAbmochungen zu schaffen, die ieinerzeit nach dem Abschluß der großen Maibewegung auf dem Rhein getroffen worden waren. Es gelang vor ollem, für Schiffsführer, Kapitän« und erste Maschinisten ein« Gehaltszahlung von einem Monat herauszuholen und die Zahlung des vollen Ge- h a l t» ab 1«. Juni sicherzustellen. Ebenso gelang es. den Versuchen. mst Hilf« der Kündigung der Diensto«rträge schlechter« Gehälter durchzudrücken, einen Riegel vorzuschieben. Stellenweise hatten die Arbeitgeber durch ihre Praktiken bereits«in« Kürzung der Gehälter bis zu 33 Mark durchgesetzt. Die Einzelheiten des Abkommens zur Begleichung der nach der Streikbewegung vom Mai aufgetretenen Differenzen sind in einer besonderen Vereinbarung formuliert wor- den. deren Veröffentlichung bevorsteht. Rund 2500 Arbeitnehmer kommen in den Genuß der durch das Abkommen geschaffenen Siche- rungen und finanziellen Verbesserungen. In ihren Versammlungen hoben die Arbeitnehmer der Lereinbarungzugestimmt. Dos bedeutet, daß di« Geltung des Rahmen, und Lohntarifs zunächst bis zum 31. März 1929 ver- längert wird. Es bleibt also bei den allen Löhnen ohne Rück- ß i cht auf das Gutachten zur Untersuchung der wirtschaftlichen Lag« der Rheinschissahrt, das von einer besonderen Gruppe von Sachverständigen erstattet werden soll,_____ Di« Endabrechnung in der Lohnfrage der Rheinschiffahrt steht noch aus und kann in diesem Jahre nicht mehr vorgenommen werden. Zur Beilegung des noch immer bestehenden Tarifstreits in der rheinisch-westsälischen Kanalschiffahrt wird am 28. August im Reichsarbeitsministerium verhandelt. Der vor kurzem gefällte Schiedsspruch ist von den Arbeitnehmern angenommen, von den Unternehmern obgelehnt worden. Die Arbeitnehmer haben Verdi ndlichkeitserklärung beantragt. Der Schiedsspruch bringt in der Lohnfrage keine Veränderungen, d. h. er beläßt es bei der Lohnerhöhung von 4 bis 11 Proz., die im Früh- jähr noch dem großen Streik in der westdeutschen Kanalschissahrt, der den ganzen Winter über dauerte, herausgeholl worden war: er bringt aber in der Arbeitszeit und vor allem in der Nacht- ruhesrage verschiedene Verbesserungen. Oer Kampf in der Herrenkonfektion. Di« Aussperrung setzt morgen ein, nachdem inzwischen die Kündigungen erfolgt sind und die Ausgabe von Arbeiten eingestellt wurde. Ueber die Durchführung der Aussperrung wird vor Diens- tag keine vollständige Uebersicht möglich fein. An allen Lonfektions- orten werden morgen, Montag, Versammlungen der beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen abgehalten. Für Berlin ist zu morgen abend 7 Uhr«ine ö f f e n t- liche K o n s e kt i o n s s ch n e id e rv e r so m m lun g in der Brauerei Friedrichshain anberaumt, zu der all« Zu- schneider, Schneider, Näherinnen, Werkstall- und Kleinarbeiter ein- geladen sind, um zu der Aussperrung Stellung zu nehmen. Gewerkschaften und Volksfürforge. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund rüstet zu feinem 13. Kongreß in Hamburg. Bor drei Iahren, auf dem Breslauer Gewerkschaftskongreß, wurden auch Beschlüsse über die Genossen- schaftsbewegung und über die.„B o l k s f ü r s o r g e, Gewerkschaft- lich-Genossenschaflliche Versicherungsaktiengesellschaft", gefaßt. Die Entschließung über die Volksfürsorge lautete: „Der 12. Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands nimmt mit Befriedigung Kenntnis von dem Bericht über die Entwicklung der Volksfürforge. Er spricht seine Genugtuung darüber aus, daß es der Volksfürforge gelungen ist, die ungeheuren Schwierig- leiten der verheerenden Inflation zu überwinden, insbesondere auch darüber, daß es der Volkssürforge möglich war, den Versiche- rungsschutz bis zur Umstellung auf wertbeständige Basis aufrecht- zuerhalten. Die m dem Jahre nach der Umstellung gewährten gewaltigen Leistungen an die Hinterbliebenen der in dieser Zeit Verstorbenen sind von nicht zu unterschätzender sozialer Bedeutung. Als eine sehr wertvolle Hilfe auf dem Gebiete des Klein- Wohnungsbaues sind die von der Volksfürforge an die in Betracht kommenden Organisationen gegebenen hypothekarischen Darlehen zu betrachten. Der Gewerkschatsskongreß verweist auf sein« früheren Be- schlllsse und fordert die Gewerkschaftsmitglieder auf, der Lebens- Versicherung die allergrößte Beachtung zu schenken und Dersiche- rungen aus Todes- oder Todes- und Erlebensfall nur bei der von den Gewerkschaften und Genossenschaften gegründeten BoUssür- sorge abzuschließen. Eine Beteiligung an Gründungen von Ver- ficherungseinrichtungen irgendwelcher Art, di« lediglich„als Mittel zum Zweck" dienen sollen, ist aus das Entschiedenste abzulehnen. Die Versicherung soll und darf nur Selbstzweck fein, wenn die ihr eigene soziale Bedeutung voll zur Auswirkung kommen soll. In Ausführung dieses sowie der früheren Beschlüsse fordert der Kongreß die Gewerkschaften zur tätigen Mitarbeit für die Volksfürforge auf." Ltm die Kurzarbeiterunterstützung. Die Kurzarbeiterunterstützung bleibt in der durch die letzte Ver- ordnung des Reichsarbeitsministers festgelegten Form höchstens noch bis zum l. Dezember in Kraft. Bom Verwaltungsrat der Reichs- anstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung wird eine neue Fassung vorbereitet. Sie soll spätestens am 1. Dezember Geltung«rhalten. Für die unständig beschäftigten Hafenarbeiter hat der Verwaltungsrat in der Frage der Erfüllung der Anwart- schoftszeit eine Sonderregelung getroffen. Danach brauchen diese Arbeiter nicht 20 Wochen versicherungspflichtige Beschäftigung nach- zuweisen, sondern 39 Wochen Krankenversicherung. Das Verhält- nis 26 zu 39 erklärt sich daraus, daß die unständig beschäftigten Arbeiter tatsächlich nur% der Woche arbeiten. Die L o h n e l n- st u f u n g dieser Arbeiterkategorie, deren tatsächlicher Lohn nur schwer zu errechnen ist, erfolgt ebenfalls nach einer besonderen Regelung und zwar in der Form, daß im Höchstfall für diese Arbeiter die Lohnstufe 8 in Frage kommt. Die Saifonarbeiterfrage wird zurzeit vom Arbeits- ausfchuß des Verwaltungsrats beraten. Funktionarverfammlung der(Schuhmacher. Eine Resolution zum Gewerkschastsfest. Dem uns von der kommunistischen Leitung der Berliner Zahl- stell« des Zentralverbandes der Schuhmacher übermittelten Bericht über eine Funktionäroersammlung am 22. August entnehmen wir, daß sie die Einführung der Invalidenunter st ützung ablehnt, worüber durch Urabstimmung entschieden wird, die in Berlin am Mittwoch, dem 29. August, vor sich geht. Eine Entschlic- ßung gegen den Bau von Panzertreuzern, worin der Wohnungsbau und die Speisung der Arbeiterkinder als dringender bezeichnet wird, fand gegen vier Stimmen Annahme. Der Wortführer der SPD.- Minderheit begründete die Ablehnung der Resolution ganz richtig damit, daß es sich hier um«in« politische Frage handelt, die innerhalb der politischen Organisation ausg«- tragen werden muß. Trotzdem er diesen Einwand vor der Ab- stimmung erhob, wurde die Resolution angenommen. In einer weiteren Resolution wurde zum Ausdruck gebracht, daß das Gewertschaftsfest in Treptow am Sonntag„nicht im Zeichen des Klassenkampfes und durch voraufgehende Demon- stration gefeiert wird". * Solange zwischen uns„Reformisten" und den Kapedisten die Auffassungen über Klassenkampf so weit auseinandergehen und die kommunistisch«„Opvosition" ihre„revolutionären" Methoden in so aufdringlicher Weise bei Gewerkschaftsumzügen praktiziert, daß daraus Kundgebungen des Bruderhasses auf offener Straße werden, mögen die Kommunisten ihren Bedarf an Demonstrationen selber decken. Ihre Spekulation darauf, daß wir trotz all ihrer Pro- vokationen den.Klassenkampf" mit ihnen nicht auf der Straße aus- fechten, ist ganz richtig, doch müssen sie gestatten, daß wir daraus die Konsequenzen ziehen. Wir fürchten ihr Treiben nicht, doch der Ekel- erregung setzt man sich ohne Not auch bei einem Gewerkschaftsfest nicht aus. Damit wollen wir weder den Funktionären der Schuhmacher noch ihrer Leitung einen direkten Vorwurf machen. Doch solange es ihnen nicht gelingt, ihr« Parteizentrale dahin zu bringen, daß bei gemeinsamen Demonstrationen der Gewerkschaften das Trennende nicht zur Schau gestellt und von Lastautos herab ausgeschrien wird, solange haben sie nicht das Recht sich gegen die Form der Ver- onstaltung des Ortsausschusses des ADGB. zu wenden. ltrabstlmmung im Schuhmachefverband. Am Mittwoch, dem 29. August 1928, erfolgt für Berlin die auf Beschluß des Verbandstages vorzunehmend« Urabstimmung für die Einführung der Jnvalidenunterftützung in folgenden Lokalen: Lehrter Straß« 18/19: Gerichtstraße 71: Sophienstraße 5: Brunnen- straße 32: Georgenkirchstroße 67: Weberstraße 24a: Große Frank- furter Straße 30-, Michaelkirchstraße 292 und Britz, Chaussee- straße 69/70 in der Zeit von 16 bis 19 Uhr: Gubener Straße 5 von 16 bis 20 Uhr: Wilhelmstraße 114 von 17 bis 20 Uhr: Neu- kölln, Flughafenftraßc 29 von 16 bis 20 Uhr, und im Verbands- bureau, Engeluser 24, von 9 bis 1 und 15 bis 20 Uhr. Es sst Pflicht aller Mitglieder des Schuhmacherverbandes, sich an der Urabstimmung zu beteiligen, um ihren Willen unzweideutig zum Ausdruck zu bringen!_ Beim Gewerkschaflsfest spielen heute die K i n d e r f r« u n d e mit den Kindern auf der großen Spielwiese in Treptow in der Zeit von 4lb bis 6� Uhr. Der Verband der Buchbinder und Papierverorbeiter Deuts h- lands, Ortsverwaltung Berlin, hat über di« Firma Otto Bosse, Buchbinderei, Stallschreiberstraße 24/25, die Sperre verhängt. Der Verband ersucht seine Mitglieder, die Arbeitsannahme bei dieser Firma zu verweigern. Es kommen hauptfächlich Hefterinnen und Falzerinnen in Betrocht._____ »Freie(Sewerkfchasts-Lugend Groß.Verlm Keilte, Sountaa, Tewerkschnftsfest in Treptow. Jeder finde sich dei seiner Gewerkschaft ein,— Morgen, Montag, solgende Veranstaltungen: Zusammcnknnft der Gruppen leitungen im Metallarbeitcr-Berbandsllono, Linienstr. W-dd. gutritt nur mit Vcrdandoduch und ffunktionäranoweio,- Slordkreio: Spiel und Tan, ab 18 Uhr aus dem Eportplag Cantianstr, t H. — Weißensee: Volkotanz-Uebungoabend ob 18 Uhr in der Turnhalle Pistorius- straße«Pumpstation). Iugendgruppe des Zentralverbandes der Anqestellten «eute, Sonntag, folgende Veranstaltungen: Die Jugendbezirle Zeddlng. Gesundbrunnen, Nordwest und Norde», spielen oon w b>» 18 Uhr auf dem Sportplatz im Humboldthain. Alle Iugendbezirkc beteiligen sich geschlossen an dem Gewerkschaft«?»?», Treffpunkt 15 Uhr in der„Abtei". SPD.- Metallarbeiter. Mittwoch, 2#. August 1928, 7% Uhr, ffraltiontversammlung in den Musiker-SÄUn,«alser-Dilhelm-Straße. Bericht vom Berbandotag in Karlsruh«, Ohne Partei- und Verbandsbuch kein Zutritt. Der graltionsvorftand, Butab-vrtsserwaltnng Berlin. Morgen. Montag, I»,8« Uhr, Germania- «rstf-lr.«hausseestr, ,1«,«ortragsahend. Pros, J. Eripansli spricht Lbe« »Rationelle Au-nutznng der«rbeitsmaschine Mensch". Der Vortrag, der leb- �-tt�di-Intiert werden wird, mutz oon jedem interessierten»nndesmitglied f s'm&ts'j $lr?cku'«(en r«Ä2.25 StrlCkWCStCtl sür Dmne« und L-n»».. 4."'� KrbeUsmätmerwesten�w-t.dn.u. � 85 »och gelchloli-n. �niflieiljlj......... Rcrrcn-ßcmdcn I.05 Rcrr?n-UntcrI)oIcn n°nnoiottig.«r.< l.40 Jultertrikot-Uutcrborcn l.90 Rcrrcn-tiagbcmdcn>»>«. 2.5o Unterjacken'''II.93 Damcn-Scklüpfer �t'f�TT.r:M Z.25 Damcn-Sd)tüpfcr!.« Ramen-8chlüpfer.'".""O.95 Damcn-UntcrjKb�lüpfcr�.O.65 Damcn-Rcmdbolcn v°rm°!�ig.. j.20 Rnaben-Remdbosen�w"""' m"0' Ö.95 Remdhosen �' y N Madchen-Springbosen 0." Mädcben- und Mnderschlijpfer» � ptau 5utt«rtriFpS.............."• Rerren-8ocken m-xm,.®uttn---- O.40 rnänner-ScckCN Ichworz. schwer» LuoMöl ß,''� rnänncr-Socbcn 9««. wcht ensrttouM 8.49 5tuben-Randtücher O.50 Aaschlammete«noi->.ich°n F.r».n.M.r l.35 Xakcnftoffc eou5turtk 140 cm'HU l.30 ndtcl etwa 140 cm breit,,,,.». Meter Rerren-Kraqen......... siüdö.10 ILanderdecken s«»......... ü.90 �erren-Dreiihose]) 2.so �a'srHItteJ......... 2.90 üerraB- Sulissiinhosen..... 3.25 Waschhosen«..« 3.S0 Essenhahnerjacken 5.75 Herren- Waschlonnen...... 3.75 HeSEe Wasch-Sakkos..... 5.50 Gummimäntel«. 8.50 Windlacken tür Damen S.SO, tiir Herren 7.90 ifl für Knaben............... Knahen-Wasch- anSerordcnllicb preiswert � 25 Kerien- Ss30?2ast2öse...... 24.— Usbfirgaüos-MSntc! 27— Manchester- AnZüss 15.50 Hanc�ester- ÄnaugeÄtU'.r.'-V? 6.75 5chlaf- und Rcilcdcckcn---- Z." Aufträge von auherhalb werden geg. Nachntchme ausgeführt. Freier Versand v. iv M. an. Baor lohn§ Berlin N 4 Staats-Opu Linter d. Linden Weösräsginn der Verstellungen Moatag, 17. August Staats-Dper Am Pl.d. Republ. Uj;. J, wiBßßrnsg.ia der VcrstelluiigeD Montag, 27. Aa;uet itaatl.idiillei-Tliealer.üisritlig. Wledcrbeolno d.VoreteUuns. Sonnabend, I. September Sonntg., d- 26.8. Slädtisdie Dper Bismarekstr. Turnus IV i 0~22i,, U. Die neugieriges Frauen Staatl. SAausaiilh. Am jendarmenmartri Wiederbeginn Sonnabend, I. September r b Uhr Nollendort 7360 Das sensationelle 8r8|fntmgs-?rograma! Sonnabends u. Sonntags te 2 VorsieUunöcn! 3.30 und 8 Uhr..'.30 ru ermäBigten Preisen da« ganze Programm. Komische leVgUiH Oper svjuet 1 JANES KLBIN'Sj gewaltiges neues Rcvue«St&ck Zieh' dich aus! lOO Mitwirkende iVorverk. ab in Uhr �emfn. »•/«uhr CASINO-THEATER sv.uhr Lothringer Strafte 37. Oer neue Eröffnungs-Schlager Allgemeiner Deutscher GewerWastSbund Allgemeiner freier Angestelltenbvad Allgemeiner Deutscher Beamtenbund Getverkschasts-Zest in Treptow Sonntag, den 26. August in den Loialen: Etablissement Snape(früher Senner)» Spree- garten» Sonnenwende» Abtei» Schloß Treptow» parabieo- garten» Sentscher Garten» Große« Sierhau« und Alte« Sierhao« Liktoria-Garten» Zrmer« ZeMle» Concordia-ZestfSle» Zciger- Häuschen» Parkrestaurant Treptow. Lustgarten»Gewerrfchafishau« Konzert* Gesang ♦ Artistische Darbietungen* Große Tombolen*** ZedeS Kind erhält eine Zacket! Riesen-Feuerwerke!! Eintrittspreis 0.50 Ml» Jugendliche und Kinder 0.25 MI» Erwerbslose frei» Beginn Z Uhr. Karten im vorverlauf bei allen Organisationen» Kasseneröffnong 2 Uhr C3K05ZL5 SCHAUSPIELHAUS -Hee Opeteta? rmjmjwjmwfjjnifi I.Sepl.T'/ir MICHAEL BOHNEN Wosik von Johann Strauss Schanzer Wellsch Ralph Benatiky imi STÜRM, flüKI FR5HD, ßrfNY EHLERS, TRUOE LiESKE, MRRG&REIE KUPFER, JULIä SERDfl, SIEGFRIED QRHO, WILHELM BENDOW, PAUL MOROKN, FRITZ BLSNKENHORN, HERMSNH PSCHll, KQRL GELFERT Grata Walter, Kurt Mihulakl, Oorris Kaiser, Marli Harlan, Fritz Bargar irnsl Hauke 1 La Jana I I Harlame Winhelslern 1 j W. Jackscn | SBnshfncgjrlt 1| Nie Coaieilisn Hatinoniils 1| lackson Ba/i" 1 Gesamtausstattunö: Prof. Ernststem. Etifz%%OLt€& Vervark. 10 1 Uhr ununterbroch. Alle Lieder in Originalbasatzung sind nur tul Electrola Musik, laltan araohlanan wrjmfrrrfrimirm Stundfunkfieber Dazu sin erstklassiger bunter Teil. FDrunsere LeserGutschein tür J— 4 Pers. Fauieuil nur I.IJM- Sessei 1�5.71. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Tüeaier am Hounnsser Tor bottbusser Str. o Tel.:Mpl.l607i Fabelhaft... Das gr. Augiist-Programm der �EEite-Sänser Beginn 8 Uhr. Lachen ohne Ende . Preis Mark 0.50 bis Z— Mark. SONNTAGS-VOPSTELLUNG&N '*.•*»115'•>'/* AGl' 2'Bm- CJ't GAf/ZE .' y'Cjisprt£ LIUNG HmiSg»; VOBVEXXAUF UNUNTERBHOUith Winter Garten Variete- u. Revue- Sensationen 1 Beule 2 TonleUnna. 2| 3.30 und 8 Uhr J 330 cur Kleine Preise Rauchen gestattet! ZOOLOGISCHER GARTEN f%acmn.} Gr.Koiizeft; #Sö;Ä«.l|lnl.SiaiODie-irdi.j 1 son, abend-< t Dir. Clsnens Sdimasstidi< ZOO-OSTAFaiKASCHAU »— Karl Hagenbecks Somalis.— AQUARIUM SPORTKUNST- geöffn.v.9-7 LI. AUSSTELEUNg •eeeeeeee— eee— e— Meichshailen-Theatar Sicillner sanier Anlang 8 Uhr. Sonntag, 26. Augnst: T. Nachmlifapg.Vorstellg. zu halben Preisen, mit vollem Programm! Döohoft.Brett't: Crockers dressiert. Bären I Auf dem gleichen Gelände in derZeit vom 7. bis 16. September Internationale 6. Büro- Ausstellung 19 2 8 ■am ZNlZlllttMl» Norden 12310 . U. Knde nach 101/, Zorn 7«. Male: Artisten (igli Max Reinhardt Die Komödie 3ismarck 7414,731! i'/, U. Ende 10»/, U. Zum 105. Malet Ca liest in dar Luft Kerue von Scblfier. Yluslk r.Spoltaosky derliner Tbeater ! iutottiwtT.33'91. MuS-tlt i'/h Ende nach 10»/, Zum IM. Male: iastsniil lüsntsdienlti Der Proiefi Mary Dtuias TH. im Idnira'.tgilisl H ALLER- REVUS „idlSo nnd sdildi" Täglich 8', Uh;. �Iieuieboiini, Vorstelluncei ZU»;> S1', Uhr.«idi- mitlags iu»»>! Vor- t'illq.!» bito Prtijtr Hülsebas— Röderstein Schulz— VorKauf Steil— Aust Segina 8 Uhr. Eiatritt I N- Brillant- Feaerwerb ÄV-M" )t4, Künstler-Ib. 6»', Uhr Es kommt Jedor dran! Revu6 von Fr. Holländer ocssift�Til�dctf Tätlich 4 Uhr .Derlarewitnir flanrtaninn an Zw /».Zny. JcadiimittialCT Straf Noll. 1578 16 Uhr Der Sternblmmel im Sommer 18 Uhr Äs End MmzM 2ü Uhr der Einflu31C9it!m (Volksglaube Und Wisse nschafi). E,a.Dnconl5 Pfoaüa »SSÜ« nmiiiiatHiiHaminnaiimmmi Angst Utk aber IcfiUa im Sielen iwelfi linnniiMMiiiiNuainitDiiiMiiit Nall BUr Bit Lwisl kniMis nnimteiiiiifN«HMiiiiin»tiiiii 4. Wbtt« Ziz Sssssbitcfilai iieiCoror.sluBdiua PälS'sadsiDJslfl la�eMI ciiia latritt llllUttlllllMMIIKMJIIIMiUMIilll Vom T&ier tein lese 5vur ist Isr Bdboa: Tba Honnar Blrla ' BPi PAllST j Kallend 62, 1347 JUaabsittau»'1».*15 SaaataglDJis�'u iiiitmuiiiiinimiuHinim>Mwi GL98U- PAUST a. d. Gedicbtnisk. Bism. 9635, 6555 Wochentag* 7i Sonntag MIIIUIMUllllll'MIKtlllllllllUNI lUHFOflSIEHDAHK Ktirfürslendanun 26 Bl«tnarck 6179 WocbontagsTi�sn 3onptag5«s.7i5�J5 inmai»liMiHunMr.»»«"»tMini üTiPamsu am KolUodortpI. 4 iaj.J4S3 Ml. 6373 Waehoolaga 7t5�iv 8oaatagJ'»,7'>Als nmw8n8»nitttMW"tH»*>»aw TURMSTIASSE Eck« Slrwnttmll« Kanu 4883 Uotiiantagn 7, 1 Sonatag 5, 7, s mmminuiiHiimumuimmu WElNDESfiSlES Veinberg»». 16-18 Norden 1863 ffocboaiae* 7,» 8330134 5. 7, 8 lmn(>iitmiiniHmiiMiii iMMMM Eck« B6lzow«tr- Köni�stadt 5564 WochentaQS 7, 9 Sonntai 5, 7, 9 irHtminniitimmnivtP'1«! ALE1AKMSPL Alexandertlr. 46-48 Kupfcrgraben 4930 Wechentagt 7. 8 Soanlai 5, 7, 9 »UmM»ltl«l""1»IU»MIMMimilU KSHiSSYAST 3cb6nh.AU«c 10-11 Norden 8067 «aubeataza 7, 8 Saontau 5, 7. 8 imitefmuwimtimtmmiwii WÖSSBNSEE Am Antocp!atz Waisacasc« 319 �osfeefHasa 7, 9 saontaa 9 � 9 •L<.�BtWlL'Uf�vlWbCHfNätHAO• Hieater des iesteu Täglich 8'/, Uhr Ulli Plohr. Paul Heldemana In: ßas süpe Geheimnis Schwankopereue. ise Borna Kesidem-Ti Biumenstr. 8. Täglich M/, Uhr Skandal im Bett! SiUenschwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Anneliese Wonz a. G. Jugendliche haben keinen Zutritt t Parkett auch Sonne stau 4.— Mk. nur 1.~ Mk. Baribträt SoatUa Oer S$33isao ssWsM.. Bühnanachau leise Bölieil der Biaasirassn BUhnonschau HmtmiixuitinianuHttiiiNiii I Elitü kÄZ sv. Theater am Nollendorfplatz vi» ungekQDteEva Oparatte in 3 Akten. Musik von M. Knopl Preise; 1. J, 3, 4 Mk. usw. HtaWHtMuiMltMunMMMI Wo»» fflferf fsSelf ILÄ« SKAk[ aütinv::ach«u I itenuEUaKarlshsrsi Sonntag, den 26. August, nachmittags 3 Lhr Haopt-JagdrenneD Lustspielhant Täglich 8'', Uhr Die Reise M ierliniiUßMii. nmose-Theater U■ ürTn-tfirer IM 32 *8■ 1.13 Uhr: Bjf Jegestlf eoeds U» iukibibie: 6 bbr I D änud»Jorltr Tel II v.19 Uh': II Die Schöne >»vom Strande rtuKünifgräta. 8% Uhr leinen ans irlanti SchlesingerEtfen- di; Curt Vota. Trlanon-Th. Täglich ei, Uhr. Sprunabett der Liebe Preise A3. 4 M- USW. Rundtunkhörer ball»« P'eist tlr Jtteillichi MI juhwl Berliner Pratar Kastinleanllce 7/4. Täglich!h/< UTir Jörslerchristal. tisstattuiiupuatlt. Konzert, Varietä. Tanz. Kaifeekochen. ßeg, 5, Stgs. 4 Uhr, Achtung! Achtung! HerrcHkeatrMiM Große öif ntKcJse Koofektlons« Sehn e!dcr>Versamn] lang SIm TNonlng, dem 2T. Anovs! 1928, obenbs 7 Übt. tu der Ptaueeei Friedrichs Hain, am Friedrichshain. Genersl-�usspcrrnng in der Berliner He> ren-Konlektion Zuschneider, Schneider, Näherinnen, Werk» siall- und Hcimarbeuer! Auf Veranlassung des Drdeiigeber- »erdaudes fälllc das Ne chsardeiisnnnifte- rium einen Schiedssvruch, Die Verbindlichkeit des Schiedsspruches wurde abgelehnl. Jetzt sollt Ihr Such der Diktatur der Arbeitaereroerbandes deuzen und tu den disherigen Stundenlohne» von vchv bis l>.92 MI. werter arbeiten Kollogen and Kolleginnen! Gebt den Scharfmachern in der Herren- koniellion die richltge Aniwort. Auf-ur Bersammtung! Sorgt für Maffenbesuch! vie Vilinlleltung de» BenUehen Bekleidung»aibeiter«Verbande» SebaatiaBstraßc 37-38 __ i.ArWilliLehmann___ Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe von Steuererklärungen für die Herbstveranlagung 1923. Die Steuererklärungen für dieEinkommen Neuer, Körperschollsteuer und Umsaklsteuer sind von den Etcuerpfiichtigen, deren Wirtschaitsiadr zwischen dem I. Januar und Sil. Juni ISA geendet hat. in der Feit vom 1. bi» IS. September 1S28 unier Benutzung der vargeschriebenen Vordrucke «ldzugeben. Eteuerpfilchtige, die zur Ab, gäbe einer Erklärung verpflichtet sind. erhalten vom Finonilimt einen Bordruck ii gesandt. Die durch da, Sintoinmen- t.uergesetz, Körperschaftsteuergesetz und llmsatzsteuergesetz begründete Verpflichtung eine Steuererklärung abzugeben, auch wenn ein Vordruck nicht übersandt ist, bleibt unberührt! erforderlicheniall, haben die Vflichiigen Vorbrude vom Finanzami anzufordern. Bert in, den 17. August 1928. Oer Präsident des condesflnonzamta perlln. S Ke!>Wsv!sSe in gt Fils! and m. od. ohne Land in Reuen- dors b. Trebbin, Sc. Teltow. vieisw»u vert od. zu serpachten. Hans renovier«, UFimmer. Wasserleitung. Dad.iVL., eleltr Licht. 2 gr Stallgeb, 1 gr. Scheune m Remise inaiflo. clrkir Sicht Am Haus 4 Werg Garten oerzügL Gcmüieboden. reicht. 0 delobst u. Beerrnslriiucher. Spargel. Secignet für ge- werblichen Betrieb, Gärtnerei, Fleischerei. Bäckerei, Vichhand u. dergl. Auskunft erteilt Ttcuner, Sharlottenburg. Kais er da mm W KsttksÄsrn nicht rc>h. zonck. Lrünckl. eereiniflt ttzev.l. gacant- trai v. Kcsnkkeiislceim.. kupl p. Pfd. OSO, 0Ü0, 1.40. caun. 1.90, Rup! weift 2S0. Halbfl. weift 3.80, weift Schleift 2J0, SchieifthalbU. 7-50, Daunen 5.80, weifte Daunen 7.—, 9.80, gef. Oherbetten mit Stark- inlett, 2 in lang, 7.45, 11.60, 14.90, 17.65. Unterbetten 625, 9.20, 11.90, 13.20, Kissen 2.73, 3,90. 5.40, 6.65. Portofrei v. .A. 20.—. Nichtpass. zurück od. Umtausch. Preisl. Nr. 42 u. Muster gratis. üettfedernrcinlgung m. Dampi u. Heiftluft bei Einkauf von M. 20.— für 1 Staad gratis. H. Sannemann, Berlin S 59, Kottbusser Damm 88/89 Zweigniederlassung: Berlin N 54, Rosenthaler Straße 9 40.- Knill. Anzahlong Blesenthal, Perle der Mark qm 60 pfg. an. Monatl. 25.—, 5 Min. v. Bhf-, ca. 200 Parzellen, baureif, am plätschernd. Bach. Verkäufer Mittw. u Sonnt. Restaur..Wonneberg" am Bhf. Idins Sltger.BerUn C 25 � Pfcnzlaueir StraiSe 32. I. � Metallbetten 12" Kinderbett� Chaiselong. 26. Polst.-Stahlmatr., Sofas. Ratsnuhl. Berlin, Pappelallee 12 VlWfila Pankow.Schmidtstr.l Fabrik Scheffian üosesthalsr Str. 55 Speise- von 375.— an Herren- von 275.— an Schlaf- Zimmer von 340.— an SlumeuspeudeB lebet Art ieiert p r e> s n» er t'esrt I vorm.>l�n b-M Mariaunensirase Ecke Nauntznllratze Ami Vlorltzpl. 1030 8 ».«last« ZI, Ohne Gewähr Gewinnauszug Preubllch-Südbeutsch» Klasten-Lotlerle. Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinn» geialleu.»ad zwar je einer aus die Los« gleicher Nummer in den beiden Ablrilnngen I und II 16. Ziehungstag 25. August 1928 3n der Vormittogsziehung wurden Gewinne über 159 M. gezogen s»««>»»« ,u I vooo M. 1 3731 5 f. 6 Gewinn« ,u 3000 W. 85083 164934 218601. r 22 Gewinn« ,» 2000 M. 2988 9441 40484 50813 94569 109639 166315 233534 246305 246976 306022 20 etvimi« m 1 000 9K. 69958 107206 147997 170534 172292 17675t 222338 293839 298110 302219 48»«Biiin« m 000 M. 2638 14221 31270 41984 49850 51829 103707 i 38843 195297 212318 219652 226246 231232 264052 273976 279521 87498 29)690 290160 346200 360103 368498 372785 374364 162«.Bln.. in 300 M. 2645 14512 13267 17351 22027 26042 80329 82283 48695 49637 63206 66833 60635 72619 79033 86086 81013 91834 95928 118565 124311 124506 124833 136124 138674 140444 1*2264 145417 159266 166562 168301 175443 176549 180227 182364 180797 201795 203487 219171 220354 222666 225734 226895 230092 830567 230666 231778 234121 235738 235793 238080 238691 239187 240143 245554 249945 253221 295177 257003 259392 278648 282689 892040 290763 301122 305811 313273 318570 319143 322226 323369 323887 325893 331681 335365 347262 350484 352450 364206 367886 368592 Sn der Nochmittossziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2««Bin»« ,» 75000 M. 251346 2 Gewinn» ,» 10000 M. 283831 4 Gewinne ,« 5000 M. 19364 358216� 8 S-Bin», ju 3000 an. 101126 146603 152599 154806 14»«Bin»« ,» 2000 M. 30835 79586 277558 307981 318167 332612 360274 28»-Bl-N«>» 1000 M. 37602 49137 49493 83206 88067 146178 166748 176937 196998 231730 239399 285416 267827 343316 63»elvinne ,u 500 M. 16316 13921 27977 36457 53141 56422 36526 77683 107477 110842 1I9L79 141769 131373 182990 212928 224732 231202 231811 236774 254067»59523 259681 261162 263384 286233 288809 306668 307982 317340 324602 330206 350728 351648 362010 176»«Btirn« in» 300«L 2144 37071 43123 46313 47079 50725 62892 66540 67416 67381 68127 69321 74058 78226 78339 83679 91858 83722 96182 98979 99442 106821 108681 109988 113580 113885 122897 127403 129086 144449 149021 150787 157541 159972160858 160653 161945 164253 169279 169393 173526 178545 178800 189019 103890 199191 200504 204558 216107 220913 222218 223994 224711 230144 230161 233303 233422 244338 244874 264311 259981 268912 269998 273841 276735 282329 292266 294466 298077 304340309246 809701 310336 319219 322943 327460 330734 330877 334400 338914 840825 351040 362834 354608 365337 369973 371066 371442 >52834 354608 365337 368973 371060 371442 de verblieben i 2Präniien zu 500000, 2 Gew. zu Z00000. zu 75000, 4 zu 50000. 6 zu 25000, 32 zu 10000. l zu 3000, 316 zu 2000, 742 zu 1000, 2052 zu 500, au. Dr. Sdioll's Tino Pads in drei Grössen gegen Hühneraugen, Ballen und Hornhaut. Einfach In der Anwendung, anflsep.tisdiuml wasserfest. Sic schützen vor Drudi und Reibung und tragen nicht auf. Preis pro Packung i,— „GUt TU&UM J4UiC Der Wunsch vieler Millionen kann erfüllt werden! D-Scholfs Fuss-Pflege- System hat gegen die verschiedenen Fussleiden besondere Mittel und Behelfe, die in sedem etazelnen lalle genau angepasst werden. Sie gewähren sofort Erlcichiei ung und fortschreitende Besserung und geben den Füssen ihre normale Leistungsfähigkeit zurück. Lassen Sie sich von unseren erfahrenen Fußspezialisten kostenlos untersuchen und beraten. Allel M verka Dr. Scholl's Elnltzosn werden In ö8 verschlc- dcnenTypcn zur R?sso- rung und r.cseUigu. g der vers hiedenen Fuss- leiden hergestellt. Si« werden nur>on Fuss- spcziallsten individuell passt und sind tn ;em Schuh au tragen Neubauwohnungen Grelistraße 3 Minuten vom Ringbahnhot Prenzlauer Allee 2, Z>/, u- 31/» Zimmer, Zentralheizung, Warmwasser, mechanische Waschküche, beste Verkehrslage onne BanKostenzusdiuO tofori od. i. septbr. an alte u, neue Mitglieder d. Bundes Deutscher Mietervereine, Qau Berlin, xu vermieten. Erforderl.: Wohnberechtigungsschein, Erwerb einer Aktie v. RM. 500.— (evtrTefizahlg.)— KeineVermittlergebühren. MiMiMainerein, GeraeinnBtzigB Sktiengesellsdiaft, KantstraOe 146.— Steinplatz 4390. Näheres Im Vermletnngsburean Grelistraße 60, Kdnlgstadt 8960.— Geöffnet wochentags v. 10— 6 Uhr, außer Montag und Donnerstag. {Cpexiezl- J Jftxz GbASKNÄtz und Woblbsiiudeu dc» Magen«»ab somit de« ganzen Organismus stehen in enger Sezlehung. Zu reicher Genuß von Frischobst kann in unangenehmen Beschwerden führen. Äberhauhi jebee relibe Genuß von glahrungSmtüeln führt zu Stürangen de««»gemein. befinhens. stiber auch chronische, nerv Sie Äogenbcschwerds» machen sich unangenehm bemerkbar, zumal sie sederzril aus Grund einer kleinen unbedeutenden Heilung aukleeten kännen. gelben Sie an Mageoträmpsen, schmerzhastee Beedauung, Appetilmangel. Druck und schwerem Gekühl im Magen oder onderen Magenleiden, dann Helsen Ihnen REICHELS MAQENTROPFEN, ZI. M 1.10, große ZI. M 2.75 In Ahochelen und Drogerien erMIÜich, echt aber nur mit der Zinna Otto Reichel, Bcrllp SO. Elsenbahiutr. 4 lalar-ciriet-. _ schon von SttkX� V�aru Marken-Fahrrädar bis 5 Johr« Gorenhe rarp ;tc.er>orm billiq! MdnteUSchläuche, Laterncjn etc.enorm billiq! Fatsrradhau* WERNER Berlin&O36 Adalbertstrafte 9(am Kottbusser Tor) Landhaus l mit großem Garten Und 11 Morgen! Land, nah« Bertin sür NM. 15000— sofort zu verfaulen Angedole unter M. f. 347 an Ala Hsasenslcin& Vogler. Hannover.| zur Miete WiP.Ansbacherstr.l IsüifdüiimelKi-stMiiil iditiins! steWeldelliede 26. Angl»», nachm. Bctcinohaus, Dienstag, den S Ahr. in Swatda Srallher Sltqsje»20 M?- Versammlung'«i aller inderSlempelindustrle belck äf- liglea Kolleginnen und Kollegen. Tagesordnung: I.Stellungnahme zum Abschluß elnesTarilvertragr» i. Freie Aussprache. 3. Vetjchiedencs IS s ist Pflicht aller Zlvflegmnrn i, Kollegen. in dieser Versammlung zu crschciuen. Olenslag. den 20. August, oben»« l Ahr, im Sitzungssaal de» öetbondo- Hause», Cinienflcatze«d 65 W- BekleidungS Jndusfrie G. m. b. W. Brunnenstraße 188-199, am Rosenthaler Platz Herren-Bekleidung in bester Verarbclfung Anzüge die Jugendweihe und Sdiulentlassungs- Anzüge in allen Größen und Preislagen Sportbekleidung aller Art Trendi Coafs-, Gummi- u. Loden-Mäntel in gr. Ausw. Windjacken für Damen u. Herren in allen Größen und Preislagen Eleg-ante Maßanfertig'ung' Herrenartikei Hüte, Krawatten, Oberhemden usw. zu billigst. Preisen Berufskleidung für jeden Beruf Fahnen und AusröstungsgegensfSnde für den RFB. wmmmummmm» Geöffnet ran 3L,— 7 Uhr--- Konferenz der weiblichen verlrouenftperjonen und veiriebslöle. Tagesordnung! I. Berichs»om Vecbanhslag. S. Verbanbsangelegenhrilen und Verldsi. dencs. Da es sich um wichtige Fragen handelt. muß seder Belricb veclrelen sein. Die Funkilonärinnen können vrggnisieiie Kolleginnen ai» Säfte einsühien. bMd§röleMSWkgr!lM?I Untergruppen 18 Ist. Dienstag, den 20. Augusl, avenv» r>, Ahr. MI Ziinrnor 20 vr« Arrvands- hause», cintenslraszs 05/6» sbf* Versammlung"»ra Tagesordnung! 1. Iahrssbeeschl. 6. Neuwahl der Gruppenlcitung. ll. Verschiedenes, aw(golii-u.5llbetfdiinteiie! Mitlmaih. Den 29. August, nachm. 5 Ahr, im„Oresbenec(Batten". Dresdener Straft« 4» Branchenversammlung Tagesordnungi I. Zlortrag i. Stellungnahme zum Lohntaris. ll. Ver» schieden e» Es ist Pflicht»ine» sehe» Kollegen, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Spielplan unserer aulfucabteilung. der Woche vom 27.»nguft X) 2. September: 1. Der Mann im Feuer. 2. Herstellung von Starkstromkabeln. 3. Humoreske. Zu der Woche vom Z. bi« 6. September: 1. Unter Asten und Palmen. 2. Die Gietzerci. S. Humoreste. Zu der Woche-om 10. bis 10. September: I. Rum Gipfel der Welt.. 2. Der Elektro-Osen. Z. Humoredte. Zn der Woche oom 17. dl» 2.1. September: 1. Allan der Wdlftschfänger. 2. Hernellung dce Elektropoft, Nohr- post, Seilpost. 3. Humoreske. Ankragen wegen Ueberlassung und Besuch r Abteilung sind telephonisdi oder schrill- h an die Ruliurabieilnug sBurcau: ------------- g(Bureau: Liulenstraße, Zimmer 20) zu richten. Die Orlsaeriualtuag. Jn unserem SSetriebe findei eine Aussperrung nicht stall. Berliner||jlH-TrlO Meukölln. W lahnstt.74/ISl Räumungs- Ausverkauf vom Montag, den 27. August bis Vonnersteg, den 30. Aagast nur Leipziger Strasse 87 das größte Haus für Damenhiite Ne u-Erö ffn ung nadi erfolgtem Umzug ab t, September, 3 Häuser weiter, im Neubau Leipziger Strasse 90 L i; fi f/ i I | r.-i I i | i- ffi I i x I ö Kl it; i- BemdllOSe'voUeaWindMf"nii95pf, SiSlflDler�Xbenert,.Mlto: I95 f.Dam..Kuiistseid.,8ehr Q95 liallb. Qual., viele Färb.«■ für Damen, gestreifte Kunstseide, m.Spftze, �75 für Herren, halboffen, echt IJ95 KindllMidma LoflenianlelSdX'Ä™ 7" Bemilliose krs.iÄ, Windelform, viele Farben....... w lUlflü Mako, oder Vi Aermel. nncß für Herren, echt Mako, Z5ur �45 IIU ju Jacke passend........... O ünmifl für Herren, mit Doppcl- 095 II t Iii II brüst echt Mako....... O SdÜflBlGF vkU�, Or«! Ki9 5pt. flberheinil BmÄÄ�50 Jede weitere Grösse 50 Pf. mehr |nQi,l für Mädchen. Bluse aus rein- lllbll! wollen. Schotten, Röckchen �75 einfarbig Popelin, Länge 55cm.../ Jede weitere Grösse 75 Pf. mehr Iflßlfl f. Mädch., a. Popelin. Bluse ulblu ni it hübscher Biesenstepp.. 4 Q00 Röckch. in Falten gelegt, Lg.55 cm l dm Jede weitere Grösse 1,00 mehr M oninl f Mädchen, f. d. Uebergang, ft75 rilllllbl hübsch verarbeit.,Lg.60cm mf Jede weitere Grösse 75 Pf. mehr QnnrlhnCOfar �I�en. aus engl. Allul luUab gemustert. Stoff, ganz gefüttert......... für ca. 5 Jahre I imhrrtaliWoü-,n-K-UMtaele 2x6 23>— Ausperfaulspreis Größe 2 x 3 66,— Ausverfaufopreis Größe 2V4X3W 38, Ausverfaufsprcis©töte 2V4x3i4 46, Auspcrfausspreis Größe 6 X 4 68,— Ausperfaufspreis Größe 6 x4 79,— wegen Geschösisumstellung. Hörnet, Poto, tamerllraße 26a.__* «ettenverlaull Neue, 9.761 IS,-. 19,601 Prachipoüe 27,501 Bauernöettcn 82�-1 Dannige 87,501 Hi»derbe tten 8.751 Bettwaschel Inletts! spottbillig und gutl Heine Lomdardwaren. Leih» haus, Brunnenstraße 47. Waldpaezellen, herrlich, baureif, 960.—, Anzahlung 100,—. Wagner. Wandlitz, sce, Stolzcnhagenerstraße._' Landparzellen, nur 850,-, Anzahlung 100,-. Restaurant Höfmann, vranien, bürg. Berlinerallee 21..' Beachtenswert! Denifches Zeppichhau» Smil Lefövre feit 1882 nur Vranirn strafte 168. Heinerfei Beziehungen zur ähnlich klingenden Firma. Man achte auf Vornamen Emil. Leihhan» Molitzplah 68a. Berkauf von Havalier.Garderobe. teil» auf Seide, Jackett.. Frack», Smokinganzllqe. Gadar» dinemäniel, Bauchanzüge, für lede Figur passend. Erira-Angebole für neue Gar. derobe. Pel, lacken 60.—. Pelzmäntel 96,—, Sportpelze 86,—. Gehpelze 100.—. Heine Lombardwarel' Stannenerregend! Pelzmäntel 76.—! Pelzjackcn 60,-1 Edelfüchse fünfzehn! Sknnfskmgen! Riefen.Sondcrpcrfauf! Prachtteppiche fünfzehn! Brücken! Di» pandeckcnf Gardinenlagerl Anzüge 20�—! PalefotsI Monatsgarderobe! Federbetten Etond 26,-1om Faß. 5 Liter öder 5 Flaschen frei tous Verlin. Original Tarragona iier 1,20, Flasche 1,—. Original Ma- laga Liier 1,40, Flasche 1,25. Dessert ?bhannisbeer Liter 0,85. Dessert Hirsch- wein Liter 1,25. Dessert Erdbeerwein Liter 1,25. Prima Weißwein zur Bowle l 25, Flasche 1,—. Feinster Roiwein Liier 1,25, Flasche X,—. Fruchtsekt in. kiusioe Flasche 1,20. Buliger Wein. brand, BeriGnitt, Hognak. Hostproben icoti«. Weinaroßhandluna Richard iasper, Reue Roßstraße 6, an der Untergrundbahn Inselbrücke. Telephon Iannowitz 4820.« Speisezimmer! Große Gelegenheit für Hassoföuser! 180 breit! Entzückendes Modell! Hompleft! Rindledcrstühle. 475,—. Möbelhaus, Rcanderstraße Rr. 10/11. Ohne Anzahlung Bettwäsche, Gar. dinen. Steppdecken, Diwandecken, Tüll» decken. Matzner, Elbingerstraße 47 I.» Schlafzimmcrl Gelegenheit für Hassa> käufer! Bolle Türen! Modernes, cnt- zückendes Muster! 495,—. Rietenau». wähl! Möbelhau», Rcanderstraße zehn.* Röbel-lldelsman», nur Holzmarkt, ftraße achtundfechzig. Rücksichtslos herab geletzte Preise: Ankleideschränke 85.—, Hüchen»0,—, Bettstellen, Soka». Ruhe- betten 62.—, Schlafzimmer, Speisezim. r, Herrenzimmer 246,—. Nußbaum- __ seit». Anrichten 115,—. Eangjähti Gotontiel Fahlungserleichterungl lStrai und Sausnummer beachten.) Bauparzellen von 660 M. an, 50 M. Anzahlung, monatlich 20 M. Abzahlung, dickt am Bahnhof, Baugenehmigung wird erteilt. Berfauft M. Hein, Ber. ffn RO. ib. Bötzowstraß« 38 bei»er. lach. lleklrtiluliqzztutke. Wasche usw Getragene Herrengart erobe. Spezialität Bauchsiguren. spottbillig. Raß.»or. mannstraße 25/26, früher Zfiulackstraße.' Ohne Anzahlnng. Pianos in großer Auswahl, neue und gebrauchte, mit Herr. icher Tonfülle. Langjähriger Garantie. chein. kleine Ratenzahlung. Herer. Brunnenstraße 191. I Treppe, am Zipfen. l halerplatz. Piano 200,—. 350,—. gebrauchte. Zeil- zahlung. Serer. Prinzenstraße neunzig.� Sie zahlen in kleinen Raten ohne Anzahlung für Pianos, neu und ge- braucht, große Auswahl. Pianohaus. _• Bandonion». Lange, Uhlig, welibe. rühmt. Fabriklager. Fabrikpreise. Teil- zablnngen. kleine Anzahlung. Musik- wcigel. Adalberfstraße 91.• Bandonionlager. Epezialberatung. Ab. zahloerkauf, Fachunterricht. Ackersir. 38. Piano» ohne Anzahlung kaufen Sie bei Thür. Hottbusser Damm 64, 1 Treppe sHermannplatz). Hleinfte Ratenzahlung gestattet.* Fahrräder Teilzahlung. Geringe Anzahlung. kleine Rate, trotzdem billig. Rur Ouali- tätsräder, drei Jahre Garantie. Fahr. radbau Wima. Bckerstraße breißia' Möbel-Schmidt. Berlin R. 84. Ber- nauer Straße 60. Schlafzimmer 450,—, 665,—, 975,—, Speisezimmer 425,—, 745,—, 980,—, Herrenzimmer 390,—. 650,— 895,-, Hüchen 110,-, 225,-, 295,—. Berkauf in unserem ssabrifaus. stcllungsgebäude. Haialog fostenlo»._* Fahrräder 20,—, 25,—, 35,—. Reue. ebrauchtc Mark 15,—, Tourenräder mif rorpebofteiiauf, prima Bereifung, foin- pleit mit Dpnamolampe, 5 Jahre Garantie, Mark 66,—. Fahrradrahmen 17,—. 19,—, 22—, 25,—, Azctnlcniam. Pen 1,50, 2,35, Sy-, Laufmänikl ILO. 2.25, 2,50, 3,—, Dunlop» und Eoniinen. tal» prima Laufmäntel(stabiblan) 4L0, Lustsckläuche 0,80, 1.—, 1,50, Pumpen 030, Lenker 1,50. Pedale 1.20, Heften 0,80. Stahlfelgen 0,50, Gummigriffe 0,20 usw. E. Mathnow, größtes Fahrrad, hau» Deutschlands, Weinmctfterstr. 14 Speisezimmer, Eiche, innen Mahagoni. modernes Büfett, große Anrichte, 325,—. eichenes Schlafzimmer. Spiegelschrank. dreiteilig, komplett, mit Spiralboden 495.—, Anrichtefüchen 145,—. Einzel. möbcl enorm billig. Moebel-Boebel. Moritzplatt. Fabrifgebäude.___' Rolste», Hastanienallee 57. 30 Speise, zimmer, 85 Schlafzimmer gebe ich zu billigsten Preisen auf 24»Monate.Ratcn. zahsung, auch ohne Anzahlung. Rossien. Hastanienallee 57._ Teilzahlung. Homnletti Himmer. Ein, lelmöbel bissig. Denger. Marstlius» itraß- 8 fAleranderplatz). Große Frank kurterstroße fecksunöfünfzla._" Teilzahlung! kulant, billig ssrankfurterst :aß- 46-46. Misch, Große Möbelhaus Stet». Weinbergsweg 24 Besonder» günstige» Angebot: Schlaf, zimmer 475�, Speisezimmer. Rut baumbstfett,, Ankletdefchränke«i Polstermöbel. zimmer 476� Spiegel 105.-, Hüchen, Hablungserleichterung. Unser bestreuommierte, Möbelunter. 600 Fimmer neuester Modelle in Eiche und polierten Edelhölzern. Stilmöbel in ttalienischer Renaissance, Barock, Ehiopendegle usw. weit unter heutigen Herstellungskosten. Moritz Hirschowitz, nur Südosten, Skalitzer Etratze 26. Hochbahn Hottbusser Tor. MöbeNredit Schlafzimmer. Möbel. Hüchen H» Meiling, Hastanienallee 66. Spelfe» HnBKi zimmer. dergarnituren, Standuhren. RiesenauswahL Spottpreise, zahlung». erleichterung. bi, 20 Monatsraten Speisezimmer. Einzel. ___________..... SRetafibetten. Stöbet. hau» Luifenstadt. Höpenickerstraß» 77/78. Eck» Brückenstraße. Urttnrkf mit AufIMen 11.-. Schlafchais-longu.« Ä-.«aiftfcms decken 4.— ffiattdBeMnge 6,—». lentmntratzen 4�-. Polstfrauflagen Wochenabzahlung 8�-. GÜhr. Pappel alle« 12: Pankow. Schmidistraße L' Muxikinstruenente Linkpia»»». Bberau* labeit Link, Brunnen' Piano. Berlitz SchooL Fremde Sprachen Leip. zigerstraß« 110, Taucntzienstraße 19a Einzel, und ZirfelunierrichL Eintritt sederzeft-' Abiinranstalt, Einjährige», Dr. Meulel, Hurfürstenstraße 72. Bolksschüler lchnellförderndc Sonderkurse, Tage». schule und Abendschule. Hurfürst 7687. Schnellfördeend» Privatzirkel, Hurz» sckrist, Maschinenschreiben, Buchhaltung. Bücherrevisor Aulich, Sendelstraß« 1, Spittclmarkt._• Gesundbrunnen. Kaufmännische PrI. vatschule Hossatz, Berlin R. 20. Bad. straße 67. Ofwber beginnen 3.. 4-, 6- und l2-MoitatsIehrgänae in sämtlichen Sandclsfächern. Hurzschrift. Maschinen. schreiben und Fortbildung, Deutsch und ffrcmdsprachcn. Schönschreiben jeder Art. Privatunterricht scderzeit.» Technische Privatschule Dr. Werner, Regierungsbaumeister, Berlin, Rcanbcr» straße 6 Maschinenbau. Eleftroicchnik, Hochbau, Tiefbau, Steinmetzschule. Hei- zungstcchnik, Technikerkurse, Meister- fürs«. Polierkurse.» Technische Privatsdiule Diplomingc. nieur Stcklmacher, Friedrichstraße 118. Allgemeiner Maschinenbau, Automobil. FIugzeugmotoren.Borrichtunasbau, Werk- zeuqmaschincn, Heizung, Lüftung. Fa. brikation, Halknlation. Eleftroicchnik Installation, Elcktromaschincnbau. Fern» -nc'deiechnik, Galvanotechnik. Techniker. kursc. Ferner Vorbereitung für Elek» tromeister-Gehilsenprüfung." Ohne Anzahlung an Fcstanaestcllte städtischer Betriebe. Post, Schupo, "Mc-'-babner usw. Starkes n'o—•■ r' 85 M. m:t 6jäbr>aer Garantie. Woch-u, rate 2 M. Fahrradbau«»Rund»m Berlin", Weinmeiftcrstraße 2, Ecke "-rerstraße.__ 2,50 wöchentlich, eveniuell ohne An zahlung, erstklassige Fahrräder, 6 Jahre Garantie. RiesenauswahL Groß-Ber- liner Fahrradpertriebsgcfcllschaft, Turm» straße 70, Röhe Dotzfowskystr. »SähnssZckhi«,«»» Nähmaschinen. Billige, erstklassig» Fabrikate für Hausbedarf und Gewerbe Wöchentlich 6,�. straße 108 Fischer. Potsdamer Tiirfopp.Rädmaichinen gegen 3.Mark. Wochenrafen Wlosik. Brunnenstraße 186. zwischen Rofenthalerplatz und Inpali- denstraß». Norden 118. Kaiiffgesuche gahngediste. Platinadfälle. Hinn- Metalle, Ouecksslber. Silderfchmelze. Gofdfchmelzere! Chriftfonaf. Höpenicker. straße 69 fnabe Adalbertstraße)* Beiefmarten. iftünzen tauft»roß. mann. Iohanni»straße 4.' Rtfigitm. Edeimetalllstssch. OWS» stlder. Hinn, Blei. Sllbttsthmeize Ebrisif-not Höpenickrr straße 20» lMan- teuffelstraße).' �l-vfrr- mh fifotf m vziüii Bergmann 6607.• Zeichne rinnen- Ausbildung für tcch nifchc Bureaus von Maschinenfabrifen Elektrizitätswerken, Patentanwälten Technische Privatschule Diplomingenieur Stcklmacher. Friedrichstraße 118. Technische Privatschul« von Ludwig Barth, Inhaber und Leiter Dipl..Ing Hermann Haase, R 4. Ehausscestraße 1 lOranienburaer Dar). Maschinenbau, Elektrotechnik: Toges-, Abendschule, Werkmeister-Technikerkursu«. Reue Lehr. gänge Ansang Oktober. Lehrplau krstrnlos." Wäscherei Hvbasch, Höpenick, Srü� nauerstraße 46. wäscht und plättet samt. liche Haus, und Leibwäsche. Bezug 30. Damenhemd 16. Abholung Donnerstag. /Mitglied SPD.)_______________ Detcktiobniean Staschel, Ehaussee» straße 77 Fernsprecher Norden 7886. Beobachtungen, Ermittelungen Au». fünfte allerorts._____ Wasche nach Gewicht. Halbtrocken zu- rück per Pfund nur 20 Pfg.. trockcir zurück' nur 26 Pfg. Dgmpfwäfchereß Merkur", Frankfurter Alle« 307. An. dreas 2820._____________ Ehrenerflärnng!?as von mit über Herrn Swiderski und Frau Raedtfe perbreitete Gerücht nehme ich mit Be- dauern zurück und erkläre beide für Ehrenpersonen. Frau Günther.__ Vere!»»z!»m«r. 35 Personen, bei Ge. noss cn_ frei, Sebastian straße k.____ Sitzungszimmer empfiehlt Franz Schirm, Barutherstraße 8. Versniigusgen Hubertussäle, Schönbolz. Im größten. Über>00/1 Personen fassenden Ballsaal der elegante Rundianz. Eollbrf.Säle Schönebcrg, Marfin- Luther-Straße 69, gegenüber dem neuen Rathaus. Heule in zwei großen, Pracht» voll dekorierten Sälen altdeutscher Boss und moderner Tanz. Tausend Plätze." Richter» kaufmännische Privatschnlcn, Sieglitz. Albrechfsiraße 126. Fernrpf 136, und Lichtenberg, Reue Bahnhofstraße 7o, Andreas 2696. Jahres-, Halbtahres. und Bierteffahres-Lchrgänge. Schnell» färdernde Etnzelsach» und Privat»Lchr. gänge monatlich und täglich beginnend. Lebrpläne kostenlos. Anmeldung jederzeit. Zirnn««?> Möblierte, Zimmer vermietet»um 1. September, Habicht, Seydelstraße 20. Arbeitsmarkt StcUenangehotc Gürtlerlehrling verlangt. Ehcstädt u. Robert, Brandenburgstraße 65. '�Hletder-Räherinnen im, außerm. dauernde Beschäftigung, Fahrgeidver. güiung, verlangt Hleidcrfadrit, Fidi- cinstraßc 20. M. Strahlendorf» Hoch, und Kau». haftungsfchule mit Tvchtcrheim. Berlin, Höniaarätzerstraße 44. Gewissenha/Ie Ausbildung In allen Fächern der Saus» Wirtschaft. Tage», und Abendkurse. Fröbel-Oberfln-Hnstitut. Berlin, W!l» belmstraße 10. Privat-�ausbaltsschule, Rollak. Sorgfärii""« Ausbildung in "~"...... feinen Unterricht taute«., Vandolw., Biollnunterricht, Seoigcnfirchstraße 68.' „. oges» und Abendkurse. Besreit von Pslichtsortbil. dungoschule. Eintritt jederzeit. Verschiedenes guna. Fachmann von gut be« Metallwarenfabrik gesucht SU. Einlage. Offerten unter an die Haupteipedition de» vor. 1» toi RekiÄmejettel S�-. Buchdruck», r«i Sdimitz. Romintenerstrgß« 20.' HusfitcnflvaLe), öi>ctOciROftta, xrogent plätterei. Prima Rollwäsche. Prompte Lieferung. »eübte Altpapiersortiererinnen und Arbeiterinnen werten sofort eingestellt. Bareinscheck, HoHenloHebriick«. Ecke Ru- dolsstraß«. ksdNlkvorlier für Nachtdienst, der eigene 2» Zimmer. Wohnung gegen vorhandene Dienftwoh. nung iauscht. nur zuverialstge. delt empfohlene Hraft, per dgldtgst gesudit. Rur Schwerbeschädigt« wollen sich m/t Zeugnissen, randgeschriebenem Lebenslauf und Beschädigungsauswei» persönlich melden dei Schulz& Sackur A.-Cu Wassert» rstroße 9.___ Lehrjungen le|zt«Bi«brlk, Or. sucht per 1. 10. 1928 Gold- und Politur. Frankfurter Str. 53. SctiMMurftbrimire ja L Oktober»»tnil früher eilt« gestellt Art). Gossen. Kunstschmiede und Bauschloster»>,w»thcnl»».L«hderftr 89 41 werden zu f nscrake im Vorwärts sichern Erfolg! »I»». Lehderftr 89 41 Hecher Löterwnen, perfekte. auchHeimorbester er» hallen Dauern) best. aiella. MentfdkU r Nr. 403* 45. Iahrgang i�i.« 3 Beilage des Vorwärts Sonntag, 26. Stugust 4926 Die Lage der Reichsfinanzen. Die unselige Erbschaft des Finanzministers Köhler. Die Lage der Reichsfinanzen ist nicht gerade'rosig, und die Nnternehmerverbände haben den Beschluß der Reichsregierung, die llnterstützungsdauer in der Krisenfürsorge von 26 aus 33 Wochen zu verlängern, benutzt, um auf den Ernst der Finanzlage hinzuweisen. Der Zweck dieses Xzinweisee war durchsichtig genug, aber dessen- ungeachtet haben die Reichssinanzen eine Entwicklung genommen, die zu ernsten Betrachtungen nötigt. Die Lage der Reichssinanzen war gesund, bis im Kabinett des Bürgerblocks Dr. Köhler das Reich-sinanzministerium übernahm. Er brachte es fertig, im Lause eines Jahres die Stadililät der Ainanzwirlschaft des Reiches fast völlig zu untergraben. Der Etat, den er im Winter 1327 dem Reichstag vorlegte, oersteckte hinter optimistisch ge- särbtcn Boranschlägcn in Wahrheit ein Defizit. Während ihn die bürgerliche Presse lobte, wies die Sozialdemokratie rem Anbeginn der Etatsdebaste auf diese Tatsache hin, und Dr. Köhler war in der Diskussion nicht in der Lage, ihre Argumente zu entkräften. Aber er wußte, daß er bei einer Neubildung der Reichsrcgierung auegeschifst werden würde, und was sein Nach- solger tun würde, darum hat er sich sicherlich keine grauen 5)aare wachsen losten. Dementsprechend übertrug er denn seinen Optimismus auch noch auf die Rechnungslegung. Noch jeder Reichssinanzminister hatte bis dahin als Einnahme aus dem Münzgewinn nur den Betrag ver- bucht, der tatsächlich Im Laufe des Etatssahrs erzielt werden kannte. Dr. Köhler wich von dieser Praxis ab und buchte als Ein- nähme den im Voranschlag vorgesehenen Münzgewinn, der nicht voll eingegangen war, und erklärte, der Rest werde ja im Etatesahr 1328 auskommen. Dies wird natürlich nicht der Fall fein: aber Dr. Köhler hat sich auf diese Weise einen hohen Ucberschufi errechnet und sich so das Lob eines guten Jinanzministers gespendet. Seinem Nachfolger aber hinterließ er auf dem Papier»inen Ueberschuß von 127 Millionen Mark, von dem zwei Drittel einfach nicht vorhanden waren. Nimmt man. hinzu, daß er im Etat für 1328 den Münzgewinn, auch abgesehen von dem Einnahmevortrag, mit 175 Millionen Mark erheblich höher veranschlagt hatte, als voraussichtlich die tat- sächliche Einnahme sein wird, daß er unter den Einnahmen des außerordentlichen Haushalts 83 Millionen Mark verbucht hat. die die Reichsbahn zurückzahlen soll, aber sicherlich nicht zurück- zahlen wird, daß er schließlich eine Reihe wichtiger Steuereinnahmen zu hoch veranschlagt hat» um den von ihm vorgelegten Etat, in dem so gut wie nichts erspart wurde, im Eleichgowicht zu halten, so kann man es ver- steheu. däß die Lag» der R»ichssinanzen pr«kär ist. Die Entwicklung der Reichssinanzen hat den Kritikern der Finanzpolitik des Bllrgerblocks Recht gegeben. Die Einnahmen haben bei einer Reihe wichtiger Steuern den Boranschlng in den ersten vier Monaten de» Jahre» nicht erreicht. Wie üblich, werden Bennögene- und Erbschaftssteuer nicht den vcränschlagten Ertrag bringen. Auch die Odligationenstcuer wird wahrscheinlich hinter dem Boranschlag zurückbleiben, und Umsatzsteuer und Kapital- verkehrsstcuern bringen weniger, als Herr Dr. Köhler zu hoffen vorgab. Schließlich erscheint es alz fast aucsichtsloe, daß die Zölle den veranschlagten Ertrag von 1,2 Milliarden Mark er. reichen werden; denn dieser Voranschlag stellte nichts anderes dar als eine großzügige Spekulation auf eine Miszcrnle, und diese Spekulation ist ganz offensichtlich sehlgeschlagen. Die deutsche Ernte ist anscheinend recht gut, und der Einfuhrüberschuß an Brotgetreide, der für die Entwicklung der Zolleinnahmen von erheblicher Bedeutung ist, wird in diesem Jahre voraussichtlich klein sein. Zeigen so die Reichseinnahmen eine enttäuschende Entwicklung, so sind auch die Reichsausgaben voraussichtlich von Herrn Dr. Köhler zu niedrig veranschlagt worden. Nachdem er Im Vorjahr die Ausgaben für die Erwerbslosenfürsorge nicht hoch genug ansetzen konnte— er erhöhte den Ausgabenvoranschlag seines Lorgängers um 233 Millionen Mark, und zwar, wie sich später zeigte, nur darum, weil er diese 233 Millionen Mark zur Deckung laufender Ausgaben statt zur Deckung außer. ordentlicher Ausgaben verwenden wollte—, veranschlagt« er für 1328 die Slusgaben für die Srifenfürforge nur mit 133 Millionen Mark und schrieb obendrein noch einen Teil der 1327 geleisteten Ausgaben des Reiches für die Krisen- sürsorge dem Jahr 1328 zu r L a st, so daß allein der erste Mo. nat des Etatsjahres mehr als«in Fünftel de, insgesamt veran- schlagtcn Betrages aufzehrte. Für die Gewährung von Dar- lehen an die Arbeitslosenversicherung, die das Arbeits- losenverstcherung-gesetz vorsieht, wurden Mittel überhaupt nicht veranschlagt, obwohl dank der von Köhler krästig befllr. warteten Anlelhepolitik Dr. Schachts schon damals die Wirtschafts- lag« Deutschlands stch offensichtlich zu verschlechtern begann. Diese Etatsmacherei hat nun der neue Finanzminister aus- zuboden und hilfcrding mufi Schlerv Sünden büßen. Die Unternehmerverbände freilich wollen nicht nur Hilfer- ding, sondern die Arbeiterschaft büßen lassen. Sie wollen, wie ihr Einspruch gegen die Verlängerung der Unterstützungsdauer in der Krisenfürsorge zeigt, die Folgen der Köhlerschen Finanz- Politik sich dahin auswirken lassen, daß die Sozialpolitik gedrosselt wird, ohne sich darum zu kümmern, daß das Arbeits- losenversichcrungsgesetz gerade für eine Lage, wie sie setzt gegeben ist. nämlich eine zunehmende Verschlechterung des Arbeitsmarktes, die Krtsenfürsorge vorgesehen hat. Jeder, der die Dinge aus der Praxis kennt, wird die Tatsache nicht bestreiten können, daß die heutige Regelung der Krisenfürsorge auch bei einer Bezugs- dauer von 33 Wochen noch sehr zahlreiche und sehr empfindliche Härten mit ssch bringt, und daß es wirNich niemand reizen kann, um der mageren Unterstützungssätze willen, die hier gezahlt werden, Arbeits- gelegenheiten vorbeizulassen. Di« Konsequenz, die aus dem Defizitetat Dr. Köhlers zu ziehen ist, sieht für die Arbeiterschaft ganz anders aus. Zunächst wird man versuchen müssen, bei der Verschwendung von Reichs- Mitteln, wie sie Köhlers Etat vorgesehen hat, nicht einfach stehen zu bleiben, sondern nach Möglichkeit dort z» sparen, wo mit Rücksicht auf die politische Lage und ohne Beeinträchtigung der Interessen der Massen des deutschen Volkes gespart werden kann. Damit allein wird freilich voraussichtlich das dem Bürgerblock zu dankende Defizit nicht ausgeglichen werden können. Es wird vielmehr notwendig sein, dem Reich neue Einnahmen zu schaffen. Es ist auf die Dauer unerträglich, daß gerade die Steuern des Besitzes Minder- erträge bringen. Man wird daran denken müssen, durch eine Erhöhung der Steuersätze diesem Mißstände ein Ende zu bereiten. Sodann wird man wahrscheinlich die Versteuerung a l k o h o- lischer Getränke auszubauen haben, ohne dabei allzu zart mit den Jnteresien der Schnapsproduzenten und der Brauereien umzugehen. Wenn irgend möglich, sollte man auch die Weinsteuer wieder einfuhren und die Schavmweinsteuer krästig erhöhen. Es wird nichts schaden, wenn die Sekttrinker doppelt so viel wie bisher an die Reichskasse abführen müssen. Schließlich wird man auch einen Teil der Uebergewinne, die der R e i ch s p o st dank der Eebührenerhöhung vom vorigen Jahre zufließen— der Gssamt- ertrag dieser Maßnahme stellt stch auf fast 433 Millionen Mark jähr- lich, also rund das Doppelte dessen, was der Reichspost- minister im vorigen Jahr von ihr erwartete—, siir das Reich nutzbar machen und die Ablieferung der Reichspost an die Reichs« lasse erhöhen können. Ob weitere Maßnahmen zur Einnahmeerhöhung notwendig sein werden, hängt von der Entwicklung der nächsten Monate ab. Wir zweifeln nicht daran, daß die Unternehmerverbände lebhaft protestieren und die Lohnsteuersenkung, die Krisen- sürsorge und alle möglichen anderen Maßnahmen der Rcichsregic- rung für die Pleite der köhlerschen Finanzpolitik verantwortlich machen werden, wenn es sich darum handeln wird, im Herbst die Konsequenzen au, der Verwüstung zu ziehen, die unter der Darhcrrschaft der Bürgerblockparteien im vorigen Jahre in den Reichssinanzen angerichtet wurde. Ihr Vorstoß in der Frage der K r i s e n f ü r s o r g e ist nur ein Ansang. Es erscheint not- wendig, ihnen schon heute zu sagen, daß diesmal auf sie und ihre Parteien und Syndizi die Verantwortung dafür sällt, daß der Steuerdruck, der auf dem deutschen Bolke lastet, keine Milderung erfahren kann; praktisch steht nur noch die Frage zur Diskussion, ob das Kapital oder die Arbeiterschaft die Losten zum Ausgleich des Defizits tragen sollen. Sie wird im Mittelpunkt des politischen Kampfes stehen, wenn der Reichstag im Herbst wieder zusammentritt und bald darauf mit der Beratung des Haushaltsplans für 1323 beginnen wird. Die Kreditbanken Ende Juli. Rekordstand der Kredite und fremden Gelder. Di« Eniwicklung, die das Bilanjbild der deutschen Kredit- Wirtschaft in einem leichten Absinken der Kreditgemährungen an die Wirtschast und in einer Berringcrung der Bilanzsummen Ende Juni zeigte, hat sich im Juli nicht fortgesetzt. So ist bei dem Monaisausweis zun: 31. Juli die Bilanzsumme der sieben Berliner Großbanken, die im Pormonat von ,13,21 auf 10,19 Milliarden gesunken war, bereits wieder auf 13M Milliarden Mark g e st I e g e n. Sluch die Bilanzsumme sämtlicher 34 berichtenden Kreditbanken weist eine Erhöhung der Bilanzsumme von 14,52 auf 14,69 Milliarden Mark auf. Die Gesamtziffcr der fremden Gelder(Kreditoren) bei den Der- liner Großbanken zeigt gleichfalls ein« Aufwärtsbewegung. Sie gingen von 8,72 Milliarden Ende Mai auf 8,63 Milliarden Ende Juni zurück und haben Ende Juli mit 8,78 Milliarden einen Rekordstand erreicht. Gleichsalls hat das Kontokorrentgeschäst, wie der Posten Debitoren in laufender Rechnung zeigt, eine Ausdehnung erfahren. Die Debitoren, die von Ende April bis Ende Juni von 4,51 auf 4,45 Milliarden Mark zurück- gegangen waren, haben sich bis zum 31. Juli um rund 233 Mit- lionen auf 4,65 Milliarden Mark erhöht und damit auch einen neuen Rekord gestellt. Diese Entwicklung ist um so auffälliger, als sich in den letzten Wochen die Anzeichen einer abbröckelnden Konjunktur vermehrten, aber es ist deutlich ersichtlich, daß sich In der Anlage der fremden Gelder die Verschiebung von den Wirtschafts- zu den Börsenkrediten, die sich in dem Ausweis Ende Juni zeigte, nicht fortgesetzt hat. Im Gegensatz zu den durch börsengängige Wertpapiere gedeckten Debitoren haben sich die Beleihungen für die Finanzierung des Börsengeschästs von 431,3 auf 453,5 Millionen Mark gesenkt. Dieser Rückgang der Bärsenkredite, der sich aus dem daniederliegenden Börsengeschäft erklärt, findet sich nicht nur bei fast sämtlichen Berliner Großbanken, sondern auch bei den übrigen berichtenden Kreditbanken, bei denen die Börsen- kredite von 852,3 aus 816,5 Millionen Mark zurückgingen. Die von den Banken gewährten Vorschüsse auf verfrachtet« und einqelngerte Waren erhöhten sich zum 31. Juli weiterhin von 333,5 auf 1339,2 Millionen Mark. Die bei fremden Banken ge- haltenen flüssigen Mittel sind zum Julischluß bei den sieben Groß- danken von rund Su7 Millionen auf 1,03 Milliarden und bei den 34 berichtenden Kreditbanken von 1,25 auf 1,34 Milliarden ge- st i c g e n._ Die Verschlechterung des Arbeiismarkts Auch inBrandenburgZunahme der männlichenArbeitöiosen Die Arbeitsmarktlage im Bereiche des Landesarbeitsamtee Brandenburg war auch in der Berichtswoche wieder durch starke Konjunkturschwankungen und als Folge davon durch ein in mehreren Bezirken beobachtetes erhebliches Anwachsen der Arbeitsuchendenzahl gekennzeichnet. Die gedrückte Lage besonder? des Spinnstofsgewerbe» veranlaßte die Mehrzahl der Betriebe zu weiteren umfangreichen Entlassungen von Arbeitskräften, es läßt sich daher über die Gestal- tung des Arbeitsmarktes in der beginnenden Saison noch nicht? Be- stimmtes fagv>! die bisherigen Anzeichen deuten jedenfalls mehr auf eine weitere B e r s ch l e ch t e r u n g als aus eine Besserung der Lage hin. Die gleichfalls sich fortsetzenden Entlassungen aus dem Holz- und öchnitzstossgewerbe. von denen vornehmlich Möbeltischler betroffen wurden, die austretenden Absatz- schwierigkciton in der Industrie der Steine und Erden sowie die wegen Beendigung zahlreicher Arbeiten bereits einsetzende Abstoßung van Tiefbauarbeitern tragen das ihre dazu bei, die unsichere Lage, in der der brandenburgische Arbeitsmarkt schon seit etwa drei Wochen verharrt, zwar langsam, jedoch je länger je mehr zu verschärfen. Was günstig geblieben ist und voraussichtlich auch noch günstig bleiben wird, ist in erster Linie die Vermittlung weiblicher Arbeitskräfte für die Metall industrie, die auch in der Be. richtswoche wieder Maschinenarbeitcrinnen und jüngere ungelernte Handarbeiterinnen lebhaft verlangte, ferner für die Bekleidungsindu- strie mit ihrem anhaltenden Bedarf an Konfektionsnäherinnen sowie für die Süßwarenindustrie. Alle diese Bcrufsgruppen boten für weibliche Kräfte gute Vermittlungsmöglichketten, ohne daß es infolge fehlenden ausreichenden Angebotes immer gelungen wäre, sie voll auszunutzen. Stark gefragt war auch die Kategorie der männ- ltchen jugendlichen Arbeitskräste, und zwar ebenfalls seitens der Metallindustrie, der Landwirtschaft sowi� einzelner Zweige der Holzindustrie: auch hier blieb ein Teil de» Bedarfes am Ende der Berichtswoche noch ungedeckt. Die Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden Personen betrug in der Verichtswoche 99 0 98(90 9 00), davon entfallen 64 626 (64 252) auf männliche und 34 472(85 648) auf weibliche Haupt- Unterstützungsempfänger. Arbeitslosenunterstützung bezogen 55 756 (55 532) männliche und 31 743(32 823) weibliche, zusammen 87 436 (83 325) Personen. Krisenunterstützung erhielten 8873(8753) männ- liche und 2732(2825) weibliche, zusammen 11 63Z(11 575) Personen. Alkoholismus und Wohnimgsnoi. Eowjetrussifches Arbeiterelend. Der Alkoholismus in der Sowsetunion hat in den letzten Jahren eine gefährliche Ausdehnung angenommen. Der Schnapsoerbrauch ist von 246 Millionen Liter im Jahre 1325/26 auf 381 Millionen in, solgenden Jahre und auf über 533 Millionen Liter im Jahre 1327/28 g e st i e g e n. Nach der jüngsten Erhebung des Zentralamtes für Arbeitsstatistik beträgt die Zunahme des Ausgabepostens Alkohol lm Arbeiterhaushalt für die Zeit vom 1. bis 4. Vierteljahr 13Z7 rund 3 0 Proz.(I!) Wie das sowjetrussische Organ, der„Trud\ hierzu bemerkt,„genüge es am Feiertag oder am Zahltag einen Spaziergang selbst durch die z e n- � t r a l e n Straßen unserer Hauptstädte zu machen, um eine ge- nügend große Zahl lebendiger„Anzeiger" der Höhe der Aitoholaus-.'� gaben zu sehen. Was bleibt dann noch über Arbeiterviertel und\ � k—«"-*1 i... I\ UPasch mit Arbeitervororte zu sagen, wo an Ruhetagen die Straßen fiir einen, der nüchtern ist, unpassierbar sind."' Die Ursachen dieser wachsenden Alkoholisierung in der russischen Arbeiterbevölkerung haben verschiedene Ursachen. Neuerdings wer- den die elenden Wohnverhältnisse des russischen Prole- tariats als die chauptursache dieses Uebels hingestellt. Ueber diese Frage lassen sich wiederum im„Trud" zwei führende Mit- g l i e d e r der zentralen Kontrollkommission der Kommunistischen Partei Rußlands aus, die ihre Erfahrungen in einer Reihe Arbeiter- siedlungen gesammelt haben. „Das Hauptübel," heißt es da,„das den Boden abgibt für alle möglichen häßlichen Erscheinungen der herrschenden Sitten, wurzelt in der stellenweise skandalösen Einstellung der Wirtschaftsorgane gegenüber der Wohnungslaae der Arbeiter. In Perejaslawl z. B., im Bezirk der Fabrik„Das Rote Echo", Hausen die Arbeiter in alten Wohnkasernen! es ist eng, dicht und dreckig dort, und es herrscht durchgängiges Saufen. Etwa 6g Proz. der Insassen des dortigen Gefängnisses sind wegen Alkoholoerbrechens verurteilt. Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen den schlechten Wohnungsver- hältnisien und dem Alkoholismus in Koltschugino sichtbar. Die Ar- beiter, die dort zu je 70 Personen einen Raum bewohnen, saufen, randalieren und sind für kulturelle Einwirkungsversuche schwer zu- gänglich. In der Nähe, einige Minuten weiter, ist eine neue Sied- lung erbaut worden, wo die Arbeiter nicht besonders gut, aber besser leben als in den Kasernen(je 5 Personen in einem Raum): dort wird auch wesentlich weniger getrunken," Aber dieser Bericht der kommukiistischen Kontrollkommisiare er- schöpft das Wohnungselend des russischen Proletariats noch nicht an- nähernd. Denn Hunderttausende von russischen Arbeitern müssen es (»«ute noch als einen schönen Traum bezeichnen,„nur" mit drei bis v>'er Personen in einem Raum zu hausen. Die„Rote Fahne", die gegen die praktische Wohnungspolitit der deutschen Sozialdemo- kratie nicht genug Hetzen kann, wird sich natürlich hüten, ihre Leser über diese paradiesischen Wohnungszustände der russischen Arbeiter- schaft zu unterrichten. Friedensburg geht nicht ins Handelsministerium. Als Nach- folger des Oberberghauptinanns Schanz, des Leiters der berg- baulichen Abteilung im Preußischen Handelsministerium, wurde in diesen Tagen der jetzige Regierungspräsident Dr. Friedens- bürg genannt. Wie Dr. Friedensburg jetzt mitteilt, hat er die zu- ständigen Stellen gebeten, sein« auch schon in der Presse erörterte Berufung in das Handelsministerium nicht in Erwägung zu ziehen. 10 Proz. Dividende der Hamburger Elektrizitätswerke. Die Hamburqische Elektrizitäts-Werke A.-G., ein g e m i s ch t w i r t- s ch a f t l i ch e s Unternehmen, erzielte im Geschäftsjahr 1927/28 einen Reingewinn von 13,1 gegen 12,6 Millionen Mark im Vorjahre, obwohl die Abschreibungen auf die Anlagen um fast IM Millionen Mark heraufgesetzt wurden. Wie der Geschäfts- bericht ausführt, hat die Zunahme der Stromabgabe durchschnittlich 23 Proz. betragen. Infolge des gesteigerten Strom- absatzes mußten die Stromerzeugungs- und Vericilungsanlagen er- heblich ausgebaut werden. Mit der staatlichen Preußischen Elektri- zitäts A.-G. wurden Vereinbarungen getroffen, die erwarten lassen,. daß der Hamburger Elektrizitäts-A.-G. für den weiteren Ausbau der deutschen Elektrowirtschast auch über ihr bisheriges Versorgungs- gebiet hinaus wichtige Aufgaben zufallen. Enllassungen in der waggonlndustrie. Die Waggonfabrik H. Eu ch s A.-G. in Heidelberg, die im Laufe des letzten Jahres ihre elegschaft bis auf 1400 Mann erhöht hatte, hat jetzt wegen Auf- tragsmangel, der besonders auf die Streckungsmaßnahmen der Reichsbahn zurückzuführen ist, weitere 300 Mann entlassen. Damit hat sich die Belegschaft auf die Hälfte des Standes von 1927 verringert. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 36. August: 6.30: rrOhkonzert. 8.SS: Standenclockeazpie! der Potsdamer QaraUonlcIrche. 9: Morgenfeier. 11.30: Mnsikvortrige. 14; Funldielnzelmanns Singstunde- 15; Kurzschrift. 15.30: Für den Landwirt. 17: Teemusjlt. 19: Theater und Revolution. 19.30: Motive des Aberglaubens- 20; Die See als Verkehrsweg. 20.30: Vor- und Zwischenspiele zu modernen Operetten. 22.30: Tanzmusik. Montag, 27. August: 16:„Wenn die Hausfrau von der Reise inrflekkommt." 16.30: Technische Wochenplauderei. 17: Konzert- 19: Kniturfragen in der Literatur. 19.30: Die große Deutsche Funkausstellung Berlin 1928. 20: Denkträgheit. 20.30: Vortrag. 21: MusikvortrSge. Dienstag, 28. August: 12.30: Die Viertelstunde für den Landvlrt. 16: Qoethc anf Reisen. 16-30: Stunde mit Büchern. 17; Ironische und andere Mcrkwürdijskeiten. 17.30; Kurmusik Ahlbeck. 19: Ein Tag im Schreibmaschinenzhnmer. 19.30; Entdeckungen in Deutschland. 20; Fernsteuerung von Empfängern zur Ausschaltung von Empfangsstörungen. 20.30; Goethe zu seinem Geburtstag. Mittwoch, 29. August: 16; Die Frau als Kulturträgerfn- 16.30; Der Sternhimmel hn Monat September. 17; Jugendstunde. 17.30; Unterhaltungsmusik. 19; Nervosität. 19.30; Schachstunde. 20; Architektur und Lichtreklame. 20.30; Johann Strauß— Josef Strauß— Musikvoi träge. 22.30: Trinklieder. Donnerstag, 30. August: 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt- 16: Den Pionier unserer Beleuchtung, Karl Freiherr Auer von Wclsbach. 16.30; Sport und Körperkultur. 17; Konzert. 19; Spanischer Vortrag. 19.30; Was bringt die Große Deutsche Funkausstellung an technischen Neuerungen? 20.10: Sendespiele:».Die blaue Mazur", Operette von Lehär. 22.30: Tanzmusik. Freitag. 31. August: 12; Uebcrtragung Eröffnungsfeierlichkeiten der Großen Deutschen Fnnkaus- stellung 1928. 16: Die neuesten, die Frauen besonders betreffenden Sozialgesetze. 16-30; Probleme der Opernregie. 17; Blasorchesterkonzert. 19; Italienisch, 19.30: Rheinsberg und der Stechlinsec. 20; Hinter den Kulissen eines Bahnhofs. 20.30; Chorkonzert Sonnabend, 1. September: 16; Psychologie des Witzes. 16.30; Die englische Polizei. 17; Unterhaltungsmusik. 19; Die Reichsstelle für das Ans wände ru n gewesen. 19.30: Die Macht der Luggestion. 20: Großes Gartenkonzert. 22-30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 26. August; Ab 6.30; Uebertragung ans Berlin. 18.30; Rundfunkstudlenreise durch England. 19; Körpererziehung als Lebensgrundlage. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin. Montag, 27. August: 16: Französisch(kultorkündlich-fltertTlsche Stande). 16.30: Des Orchester und seine Instrumente. 17: Uebertrapinz ans Berlin. 18: Aktuelle Romanstoffe. 18.30; Englisch für Anfänger. 18.55: Die Enterkrankheiten des Rindes und ihre Bekämpfung. Ab 20.30; Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 28. August: 16: Die Schule: bücherei in der Volkaachnle. 16.30: Das Orchester und sebie Instrumente. 17: Uebertragung ans Leipzig. 18: Das Volkstheater einst und letzt. 18-30: Französisch für Anfänger. 18.55: Deutsches Land und deutsches Schicksal. 20.05; Uebertragung ans Stuttgart. 20.15: Zn Goethes Geburtstag. 20.30: Uebertragung aus Köln. 22: Uebertragung aus Berlin. Ab 22.15: Uebertragung aus Leipzig. Mittwoch, 29. August: 16: Ans dem Zentralinstitnt. 16-30; Deutsches Land und deutsches Schicksal. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18; Die Gasfernversorgung und die Industrie. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20; Einführung in die moderne Musik. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 30. August: 16; Erziehungsbcratun?. 16.30; Deutsches Land und deutsches Schicksal. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Deutschland auf der Olympiade in Amsterdam. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Bayerische Forsten. 19.20: Die Maschine als Helferin im Laden und Bureau. Ab 20.10; Uebertragung aus Berlin- Freitag, 31. August: 16: Aus dem Zentralinstitut. 16.30; Leo Tolstoi zum 100. Geburtstag. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18; Agrare Reformgesetze in Deutschland und Osteuropa. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 20; Königswusterhausen einst und jetzt- 20.30: Technik und Handwerk im Altertum. 21: Oesterreichische Dichterstunde. Ab 21.50; Uebertragung aus Berlin.• Sonnabend* 1. September: 16; Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 16.30: Der Lehrer in der Reichsverfassung. 17; Uebertragung aus Hamburg. 18: Der Arbeiter m der Volkshochschule. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55; Das Kammerorchester. 19.20: Lesen wir noch Goethes Romane? Ab 20; Uebertragung aus Berlin. ünlernehmen der Gewerkschaften ir; y+ji' k y' y ''''"'sz/SSS■ •'■'■ Ohne Anzahlung WochenroTe 3.'Mk. MonaTsraTe 12.-MK. Zu beziehen durch sämtliche freigewerk- sihafllichen Organisationen od. direkt durch iNDLAR-FAHRRADWERK /AKtienaeseilschaft Berlin- Lichtenrade Erste Niederlage: Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.83 In beiden Niederlagen Reparaturwerkstätten VERKAUF werktäglich von 9 bis 19 Uhr Sonntag 26. August 1925 Unterhaltung unö AAissen Seilage des Vorwärts ■ir M Bei den Großmoguten. Oer Roman einer Dynastie. Die Cäsur im Schicksale der Großmogulen fällt nicht in die Todesstunde ihres glanzvollen Oberhauptes, des Großen Akbar, der Scheitelpunkt liegt in der Mitte von Akbars eigenem Leben und Herrschen. Als er das Schwert aus der Hand legt, das sein Ge- schlecht emporgeführt hat, um als asiatischer Renaissancesllrst mit unerreichten Prachtbauten seinen Feldherrnruhm zu übertreffen, zieht er unbewußt selbst den Grenzstrich und löst die Lawine, der seine Nachkommen oerfallen. Kein zweites Beispiel, das mit gleicher Un- erbittlichkeit und Klarheit die Tragik der kulturellen Verfeinerung, des Hinauswachsens über die eigene, ungezähmte Kraft enthüllen würde. Mit dreizehn Iahren schon siegreicher Feldherr, war Akbar mit fünfundzwanzig des Kriegsruhms fall, ließ von ferneher Künstler und Gelehrte kommen, baute erst Fotpur Sikri, dann Agra zu seiner Residenzstadt aus, erneuerte mitten im Fratzenwalde der hinduisti- schen Götzen, von dem finsteren, grausamen Fanatismus einer Drei- Hundertmillionensekte umlauert, die zartgeschwungenen Kuppelbauten seiner persischen Heimat. Ein Tropfen nur war sein ganzes Volk in dem Menschenozean Nordindiens, eine schmale Klinge, eingedrungen in den Riesenleib des Hinduismus, aber diese Klinge hatte dreimal schon den Riesen gestürzt, und so vertraute Akbar ihrer Schneide, sie werde auch in der Faust seiner Nachkommen die Märcheninsel be- schützen, die er in die feindliche, blutrote Sandwüste pflanzte. Aber der begonnene Wunderteppich fraß um sich, unter den schwebenden Arkaden, den glitzernden Kuppeln und mit Edelsteinen eingelegten Mauern webten die Erben den Schönheitstraum Akbars weiter, der kriegerische Sinn versickerte zwischen den Quadern der weiten, brunnendurchrauschten Marmorhöfe,— und auch das Volk vergaß über den Freuden des Rastens und Besitzens die blutigen Siegesfeste im Zeltlager des ewigen Kriegszuges. Es ist nicht leicht, dem Hochmut des Abendländers, der gewöhnt ist, alle Kunst als ein Geschenk seines Erdteiles an die übrige, un- zivilisierte Welt zu betrachten, einen Begriff von dem schönheits- trächtigen, niemals aufdringlichen Glänze zu geben, der schon an Akbars Bahre das eben erst festgegründet« Reich durchstrahlte, die unmittelbaren Nachkommen unsteter Räubersürsten in einer Atmo- sphäre veredelten Kunstsinnes die Herrschaft antreten ließ! Seine Residenzstadt Agra hat Akbar nicht selbst gegründet, nur ausgebaut, feine Erben haben noch an der Beroollkommnung der Bauten fort- gewirkt, und so läßt sich sein unerklärlich hochentwickeltes Kultur- gefühl, fein souveräner Sinn für Dimensionen am besten mit der Beschreibung seines Grabdenkmals illustrieren, das er sich noch hatte zu Lebzeiten errichten lassen. Grabmäler. Wie das andere berühmte Grabmal, das Akbar seinem Dater Humayun in der Nähe Delhis erbauen ließ, ist auch sein eigenes mitten in einen hochummauerten Park gestellt, und das übliche rote Sandsteintor, ein« Triumphpforte mit drei Bogen, reich mit in- krustierten Ornamenten geschmückt, bildet die Einfahrt. In der Mitte des Parkes steht das Grab, eher wie ein Wohnbau, wie ein vier Stock hoher Königspalast anzusehen. Die Stockwerke verjüngen sich nach oben, so daß jedes hinter dem vorherigen zurückstehend, von einem mehrere Meter breiten Erker umlaufen ist. Bon der Monu- Mentalität des Ganzen vermag vielleicht eine Vorstellung zu oer- leihen, daß in das sonderbar verschlungene Gitterwerk, das den letzten, engsten Perron umrahmt, immer noch vierundvierzig breite Fensterbogen eingeflochten sind.— Zu ebener Erde gähnt ein schwarzes Tor, und eine steil abfallende Rampe führt bis unter die Mitte des ganzen Gebäudes in die Erde hinunter, rvo Akbars Leiche liegt, in einem mächtigen Sarkophag, dessen Konturen in der Finsternis ver- schwimmen, denn es fällt nur durch einen ganz schmalen, endlos hohen Schacht, der durch alle vier Stockwerke hindurch zum Dach führt, ein leiser Widerschein des lodernden indischen Sonnenhimmels in die tiefe Grabesnacht. Steigt man aber wieder zu Tag»ud über �die breiten Stufen auf den höchsten Perron hinauf, dann steht man geblendet in einer Art steinernen Campo Santo, dem ganz aus rotem indischen Sandstein gebauten Gebäude aus schneeweißem, gleißendem Marmor aufgesetzt. Aus großen weißen Marmorquadern ist auch der Boden gefügt, durch die vierundvierzig weißen Fenster- rahmen strahlt die Bläue des Tropenhimmels, der sich frei über der Terrasse wölbt, und in der Mitte der Plattform, genau senkrecht über dem fünf Stockwerk« tiefer ruhenden Sarg«, steht, aus.einem einzigen Marmorblock gehauen, ein Zwillingsbruder des mächtigen Sarkophages schmerzend weih in der flammenden Halle.-- Der Srondiamanl auf der Zinne. Erstaunt bemerkt man zu Füßen des ungeheuren, sanft ab- fallenden Blockes einen oerkümmerten Säulenstumpf, ein achteckiges Zwerggebilde, gleichsam aus weißem Marmor, nicht höher als ein dreijähriges Kind greifen kann. Oben in der Mitte ist dieser Säulen- stumpf leicht ausgehöhlt, genau wie die Weihwafferbehälter zu Füßen der Christengräber. In diese leichte Aushöhlung unter freiem Himmel war auf Befehl Akbars, als feine Leiche unten die Grab- kammer bezog, der damals größte Diamant, der Kohinor gelegt worden, der heute die Krone Englands schmückt. Hoch oben, auf dem versteinerten weißen Wogenkamm, den das blutrot« Gebäude gegen den Himmel wirft, sollte zu Füßen des Kcnotaphes der König der Edelsteine funkelnd der Sonne zurufen, daß dort, wo er blitzte, Shab Akbar, der größte der Großmogulen, begraben lag! Konnte diese überwältigende Mischung von Schlichtheit und Prunk, diese vierstockhohe Fackel mit dem lodernden Krön- diamanten auf der höchsten Zinne, den Sohn des Toten entlassen, ohne seinen erweckten Schönheitssinn zu neuen Toten zu spornen? Konnte Jugend, von beschäftigungslosen Künstlern umdrängt, sich damit be- gnügen, tatenlos die überlieferte Pracht zu genießen, unbehelligt von dem Verlangen fortzuwirken, auch den eigenen Namen in wür- digen Bauten zu verewigen?-- Schon Iehangir, der Sohn Ak- bars, verlegte seine Residenz aus dem vollendeten Agra, das zu laut des Daters erdrückende Größe pries, noch Lahor«, aber erst fein Nachfolger konnte wieder aus dem Vollen schöpfen, weit die Türen der Schatzkammer aufreißen, von dem Ehrgeiz verzehrt, die Schöpfungen de- Dielgepriesenen, den sie alle den„Großen' nannten, an Pracht noch zu übertreffen. Shah Jehan, der Enkel. war ja schon im Frieden gezeugt, hinter den gesicherten Grenzen des Reichs, in Glanz und Ueppigkeit eines prunkvollen Hofhaltes aufgewachsen, hatte auch den Großvater nur als weisen, von Gelehrten und Künstlern umringten Fürsten, nicht als blutbedeckten Sieger, an der Spitze feiner Feldherren gekannt! Krieg war ihm nur mehr ein Wort, eine überholte, roh« Gewohnheit der Ver- gangenheit. Er sah das ungeheure Ruinenfeld von Alt-Delhi, die zerbröckelten Mauern, eingestürzten Kuppeln, geborstenen Säulen. die Tagereisen weit die entseelte Ebene bedeckten, und er schämte sich seines Ahnen, des schrecklichen Timur-ling, der verständnislos, blind- wütend wie ein rasendes Tier hinweggefegt war über die reiche Königsstadt, wohl auch noch stolz darauf, ein Trümmerfeld zu hinterlassen: wo der höhere Sinn seiner hingeschlachteten Gegner Schönheit jahrhundertelang gehäuft hatte! hier ist das Paradies! So entstand, gleichsam wie eine Art Sühneopfer, unmittelbar neben dem Ruinenfeld Neu-Delhi, die dritte Mogulenresidenz. Wieder stöhnten endlose Karawanen unter der Last makellos weißer Marmorblöcke: Plätze, Säulengänge, Paläste, Bäder und Empfangs- räume sprengten fast mit ihrem Reichtum die umlagerten Festungs- wälle, die Kapitäle wurden in Gold gehüllt, die schneeigen Wände mit eingefügten Edelsteinen übersät, Tribut und Schweiß ganzer Bolksstämme auf den Schmuck jeder einzelnen Halle verwendet. Der gnädige Zufall warf einen französischen Künstler, einen Abenteurer aus Bordeaux, an den Hof des schönheitsdurstigen Fürsten, und zum ersten Male verbündete sich westliches Können dem Raumsinn und der Phantasie des Morgenlandes, um mit den unbegrenzten Mitteln des Großmogulenschatzes eine Traumstadt zu schaffen.-- In die Stirne des Diwan-i-Khas, der Privataudienzhall«, zwischen die goldenen Säulenköpfe und das Gewölbe aus azurblauem Pietra- dura-Mosaik, ließ der König mit schwarzen Marmorbuchstaben die persische Inschrift einsetzen:„Wenn es ein Paradies auf Erden gibt, — so ist es hier, so ist es hier, so ist es hier!'— Und niemand kann den Satz als prahlerisch belächeln, wenn er aus dem Schatten der Arkaden die Märchenpracht der weißen Residenz überblickt. Timurs Rache. Dem Erbauer selbst ober erging es ähnlich wie Belfazar, er mußte allzu bald erfahren, daß es kein Paradies auf Erden gebe, die Schönheit seines neuen Palastes wurde zur leeren Hülle, die sein Kummer floh, da der kostbarste Inhalt für immer verloren ge- gangen, die vergötterte Lieblingsfrau, die junge, zierliche Muntaz Mahal, selbst noch ein halbes Kind, im ersten Kindsbett ihren Qualen erlegen war. Als holte die Faust des hinkenden Timur aus dem Grabe zu rächendem Schlage aus, geriet der Thron, einst über Leichenbergen errichtet, über diesen einzelnen Todesfall, über den Verlust eines Kind-Weibes ins Wanken! Shah Jehan, der Empfindsame, kehrte Thron und Hof und Leben den Rücken, wollte den Rest seiner Tage dem Bau einer würdigen Grabstätte widmen, und seine tränenblinden Augen merkten die Gefahr zu spät, die seiner Herrschast drohte. So wurde er gestürzt, ehe er fein Werk vollendet hatte, als die sterbliche Hülle der Vielbeweinten eben erst endgültig beigesetzt worden war in dem weißen Marmormausoleum, dem Taj Mahal, dessen schwebend«, hauchzarte Schönheit und fast schmerzend vollkommene Harmonie kein Bauwerk der Erde über- flügelt. Jenseits des Flusses, der dieses weiße Wunder spiegelt, sieht man noch heute die Erde ausgehoben, Teile der Grundmauern zu einer genauen Wiederholung des Grabmales aus schwarzem Mar- mor, für den König: als Verbindung sollte ein Brückenbogen aus massivem, ziseliertem Silber über den Fluß hinweg die beiden Grab- stätten verbinden. „Silber!'... der Klang wirkte als Stichwort. Das Volk, das jede Hofsart geduldig getragen, unter jeder Belastung demütig den Rücken gewölbt hatte, knurrte auf, da der Herrscher, tränenreich wie ein Weib, seine klägliche Weichherzigkeit auch noch in kost- spieligen Denkmälern verewigen wollte. Zu lange hatte das Schwert gerostet, Fürsten und Völker ringsum hatten in der langen Friedens- zeit neue Reichtümer gesammelt, neue Sieg« versprachen reiche Beute, und so riefen die Vezire den Sohn des Schwächlings, den rauhen Aurangzeb, zum König aus, und dieser ließ den gramgebeugten Vater in das Fort von Agra werfen, mochte er dort nach Belieben weiter trauern. Sieben Jahre lang saß Shah Jehan, von den Häschern seines eigenen Sohnes bewacht, im„Jasminturm', dem weißen Marmor- kiosk auf dem höchsten Kamm des roten Festungswellss: der Führer zeigt noch die Säule, an die er den Rücken lehnte, den fehnsuchts- kranken Blick unverwandt auf den„Taj', auf die schimmernde Kuppel geheftet, die gewichtlos, wie �in Spiegelbild, unten im Tale schwebt und seit dem Tode des Königs die Liebenden unter ihrer edlen PZölbung vereint. Aurangzeb aber raste wie sein Ahne Timur-ling durch das Gangestal, ließ auf dem höchsten Hügel der zehnfach heiligen Stadt Benares die Moschee erbauen, die seinen Namen trägt und über den tausend Hindutempeln wie eine ewige Herausforderung ihre spitzen Nadeltürme reckt. Dieser Faustschlag.war der- letzte Triumph des Geschlechtes, das Beispiel der Zwietracht wirkte fort, die Söhne des Aurangzeb, der seinen Vater entthront' hatte, kämpften unter- einander um die Macht und spalteten das Volk, das langer Friede, Pracht und Wohlleben ohnehin gezähmt hatten. So hatte der kriege- rische Hindustamm der Mahratten leichtes Spiel,- als er nackt und hungrig, wie einst die wilden Horden Timurs, aus dem Gebirge vorstieß. Der ungleiche, ewige Kampf wiederholte sich, zwischen dem schrankenlosen Mute der Obdachlosen/ die nichts zu' verlieren haben, und dem Widerstand der Derfeinerteu, die Besitz und Genuß-schon gelehrt haben, das Leben zu lieben und somit den Tod zu fürchten, der es zerstört._• Airdreas L a tz k o. Fische fressende Kühe. Nicht selten hört man davon, daß be- sonders in den Gebieten an der Meeresküste, dsn Schweinen Fische als Futter gegeben werden. Meist hat das Fleisch dieser Schweine dann einen etwas tranigen Geschmack. Dagegen dürste es weniger bekannt sein, daß auch Kühe gelegentlich Fische fressen. Auf einer Reise durch die nördlichsten Gebiete des europäischen Rußlands hat der Hannoveraner Geograph Erich Obst beobachtet, daß die Bewohner der Küstenorte des Weißen Meeres, die ihren Haupt- erwerb im Kabeljaufang haben, ihren Kühen Fische zu fressen geben. Da die Weiden der Tundra selbst in der günstigsten Jahres- zeit, im Sommer, nur ei.n spärliches, ungenügendes Futter geben, werden die Fischköpfe, die beim Einsalzen des Kabeljaus abfallen, den Kühen zum Fressen gegeben. Ist der Kabeljaufang größer als der Absatz, so werden auch ganze Fische an die Kühe oer- füttert. Anscheinend hat sich das Äieh ganz gut an diese seltsame Nahrung gewähnt: denn es ist durchaus kräftig gebaut und macht einen gesunden Eindruck._ Oer wandernde Älumenfirauß. Von Eugen Heltai. (Autorisiert« Uebersetzung aus dem Ungarischen von Maurus Mezei, Wien.) Als meine Frau zu Beginn des Sommers abreiste, beschloß ich, ein überaus ausgelassenes Leben zu führen. Das verworfenste Geschöpf auf Erden ist der bürgerliche Ehemann im Sommer. Es erfaßt daselbst den anständigsten Familienvater ein unerklärlicher Wahn, und er hat ein Gefühl, als würde er seinen Kindern gegen- über sündigen, falls er sich einmal vor Mitternacht niederlegte. Um solche Zeit lebt der Ehemann nicht für sich, sondern für die Kellner, für die Dienstmänner, Chauffeure, Zigeuner und Blumenmädchen, für die Bardamen und angeblichen Elevinnen der Theaterschulen. Tagsüber schlendert er ziel- und sinnlos durch die Stadt, abends aber strebt er mit ungesunder Hast zu jenen Saisongasthäusern, wo es zwischen grüner Petersilie rotgesottenen Krebs gibt, und die Zuckermelone ihren Schatten voraussendet. In Gesellschaft gleich- gesinnter Kavaliere, wo man sich gegenseitig per General DJ�ß, General Krug und General Eimer tituliert, führt er ein wildes Gelage auf, wobei er je nach seinem Talent die Witwen der im Herrn entschlafenen seligen Cliquot und Pomery unterstützt. Auch ich selbst war in eine solche Räuberband« hineingeraten, die jeden Abend im Ofner„Marmorweibchen' ihren Schmaus abhielt. Und ich muß errötend gestehen, daß ich mich in dieser ver- fluchten Gesellschaft verflucht wohlgefühlt habe und daß ich innerhalb eines bestimuton Zeitraumes eine der volkstümlichen Gestalten des großstädtischen Nachtlebens geworden bin. Mein Hausbesorger, mit welchem ich im Winter kaum in Berührung gekommen war, ver- sichert« mir eines Morgens unter Tränen, erst jetzt entdeckt zu haben, welch einen unerschöpflichen Schatz er an mir besitze. Kam hingegen jemand um 11 Uhr vormittags in meine Advokaturskanzlei, traf er dort ein struppiges Ungeheuer an. Dieses struppige Ungeheuer schnarchte über den Tisch gebeugt. Dieses struppige Ungeheuer war ich. Und ich war trotzdem nicht ganz glücklich. Und es quälte mich dennoch etwas. Nicht das Gewissen. Diesen Begriff kannte ich aus zweierlei Gründen nicht. Erstens als hervorragender Advokat, zweitens als neugebackener Strohwitwer. Es quält« mich aber das Fehlen eines zärtlichen Wesens, um mit seinen süßen Küssen von meiner sorgen- vollen Stirn die trüben Wolken zu vertreiben. Der Junggeselle heiratet ganz einfach. Was soll aber der ver- heiratete Mann beginnen, der nicht mehr heiraten kann, weil er bereits ein« Frau hat? Der sich— im Gegenteil— gerade darüber freut, die Frau für einig« Wochen los zu fein. Da ich auf diese Frage keine Antwort fand, bracht« ich im Kreise der oben erwähnten Räuberbande bei einem Nachtmahl dieses schwere Problem zur Sprache. „Wie würdest du diesen gordischen Knoten lösen, verehrter General Krug?' fragte ich, mich vor dem erprobtesten Strohwitwer voll Achtung verneigend. „Das Ganze ist«ine Kinderei,' entgegnete General Krug, der tagsüber auf den viel einfacheren, aber weit ernsteren Namen„Birn- bäum' hörte.„Man kaust einen Blumenstrauß und eine Loge. Im Sommer sind beide billig. Man setzt sich mit dem Blumenstrauß in die Loge, und sitzt so lange geduldig dort, bis einem eine der auftretenden Künstlerinnen gefällt. Es ist durchaus kein Fehler, wenn diese Künstlerin jung, hübsch und untalentiert ist. Man schickt ihr den Strauß, fügt einig« freundliche Worte hinzu und die Sache geht in Ordnung. Mit Ausnahme jener Fäll«, wo sie nicht in Ordnung geht. Berstehst du?...' „Ja." Und schon am nächsten Tag befolgte ich den Rat des edlen Generals Krug. Ich kaufte einen Blumenstrauß und ging ins Orpheum. Dort setzte ich mich in ein« Loge und beschnupperte demonstrativ das erstandene Blumenarrangement. Daraufhin ging der Borhang in die Höhe und ich begann mit der Bühne zu kokettieren. Eine Schön« mit rabenschwarzen Locken kokettierte zurück. Es ist selbstverständlich, daß ich ihr daraufhin den Strauß in ihre Garderobe schickte und einige freundlich« Zeilen hinzufügte. Was hernach geschah, war zumindest überraschend. Die Schöne mit den rabenschwarzen Locken schickte den Strauß mtt folgenden erläuternden Zeilen zurück: „Verehrter Unbekannter! Es tut mir wirklich leid, Ihren Blumenstrauß nicht annehmen zu können. Ich bin leider Braut, und mein Verlobter ist eifer- süchtig, wie der Mohr von Venedig. Leben Sie wohl auf ewig! Jeanette.' Ich hob den Brief des lieben Kindes auf, und ich hob— selbstverständlich— auch den Strauß auf. Drei Tage hindurch habe ich ihn mit wahrer Selbstaufopferung begossen, damit er von seh er Frische nichts einbüße. Nach drei Tagen ging ich mit demselben Blumenstrauß ins Moulin Rouge. Dort setzte ich mich in eine Loge und beschnupperte demonstratto mein« nicht mehr ganz frischen, aber immer noch ziemlich wertvollen Blumen. Als der Vorhang in die Höhe ging, wiederholt« ich den bereits ausführlich geschilderten Vor- gang mit einer blonden Schönheit. Zu meiner größten, um nicht zu sagen, zu meiner unangenehmsten Ueberraschung, bekam ich den Strauß diesmal in Begleitung folgenden Briefes: „Verehrter Unbekannter! Es tut mir wirklich leid, Ihren Blumenstrauß nicht annehmen zu können. Ich bin leider ein« verheiratete Frau und mein Mann ist eifersüchtig, wie der Mohr von Venedig. Leben Sie wohl auf ewig. Jeanette.' Ich hob auch diesen Brief auf, ja, ich verglich ihn sogar, da mir die Schreibart sehr bekannt vorkam, mit dem ersten Brief. Es war dieselbe Schrift. Während dreier Tag« hatte Jeanette ihr Haar blond gefärbt, geheiratet und ein Engagement im Moulin Rouge angenommen. Den Blumenstrauß, der mir nunmehr schon zum zweitenmal am Hals geblieben war, pflegte ich nach den neuesten Errungen- schasten der modernen medizinischen Wissenschaft weiter. Am dritten Tag ging ich mit ihm wieder in die Stadt. Diesmal ins Tabarin. Der Strauß lebt« wohl noch, aber feine Seele war schon im Absterben begriffen. Trotzdem verzagte ich nicht. Ich setzte mich in «ine Loge und wiederholte aus Borsicht den ganzen Vorgang mit einer rothaarigen Tänzerin, ober noch immer mit ein und demselben Blumenstrauß. _ Der Erfolg wqr niederschmetternd. Den Blumenstrauß erhielt ich rasch« zurück al» se, Lazu noch mit folgendm Zeilen gewürzt: „Verehrter Unbekannter! Es tut mir wirklich leid, Ihren Blumenstrauß nicht onnehmen zu können. Ich lasse mich leider von meinem Mann scheiden und muß mich daher jeder kompromittierenden Handlungsweise fern- halten. Leben Sie wohl auf ewig. Jeanette/ Ich hob den Brief sorgfältig auf, da ich den Verdacht hegte, daß er wieder von der ersten, von der eigentlichen, von der Urjeanett« stamme. Meine Ahnung hat mich nicht betrogen. Tat- sächlich hatte ihn Jeanette geschrieben, die ihr Haar mnerholb dreier Tage rot färbte, sich von ihrem Mann scheiden ließ und ein Engagement im Tabarin annahm. Ich packte den Strauß und ging,«in wemg niedergeschlagen, nach Hause. Ob es wohl der Mühe wert ist, den Blumenstrauß noch weiter zu pflegen und mit ihm weiter zu experimentieren? Er wird ja schließlich doch nur wieder zu Jeanette kommen, die ihn mir wieder zurückschicken wird. Zu Haus« übergab mir der Hauobesorger eine Depesche. Sie war von meiner Frau. Bloß soviel stand darin: „Ankomme morgen früh. Viele Küsse, Mimi/ Bei Gott, ich sreute mich darüber. Ich ging in d« Morgen- frühe zum Bahnhof und umarmte glücklich mit der linken Hand mein« Gattin. .Hast du an mich gedacht?" fragte mein« Gemahlin. „Und ob ich an dich gedacht habe! Da stehe!" Damit zog ich den rechten Arm hinter meinem Rücken hervor und übergab meiner Frau den bereits zwölf Tage alten Strauß. '.ftimi fiel mir weinend um den Hals und erklärte, daß ich der bravste und entzückendste Mann aus Gottes Erdboden sei. Woraus ich die Lehre ziehe, daß einen richtig nur die eigene Frau zu schätzen weih.—•_ Zu Tisch mit Brahms. Von Georg Hirschfeld. An Johannes Brahms sich erinnern, da, heißt Gerichtstag halten über sein musikalisches Ich. Bei Beethoven ist die Seele gesichert. Brahms ist die ewige Warnung vor dem Abweichen ins Bequeme, Undisziplinierte, vor dem Sturz in den Abgrund des Ve?» gänglichen. Brahms war ein Unzufriedener, Brahms war em Himmelskind mit harter Erdenstimme, unbestechlich auch vor sich selbst, sehnsüchtig und seine Sehnsucht als Heiligtum vergrabend. Der Hamburger. der ein Menschenalter in Wien gelebt, flüchtete sich zu dem Gegen- pol seines Wesens, zu Mozart, und blieb vor Beethoven fern und still wie Iehova. Dreißig Jahre sind sei? seinem Hinscheiden im Wiener Frühling verflossen. Man streitet jetzt um die Schutzfrist geistigen Eigentums. Der große Junggeselle löst die Frage der Erbschaft wahrhaftig geistig. Frei war sein Werk schon, als er lebte, für jeden, der real und symbolisch um der Kunst willen tiefer in den Beutel griff. Hans von Bülow machte bekanntlich gute Witze, und er freute sich selbst wohl am meisten daran. So spitzte er sich lang« darauf, Johannes Brahms und Otto Brahm miteinander bekannt zu machen. Er sah mit Recht voraus, daß die beiden Namen dem Publikum eine schwer überwindlich« Verwechslung tosten würden. Ihm selbst, dem strengen Magister des Publikums, blieben die Namen persönlich so tief geschieden, wie sie sn der Sache gemeinsam waren. Als Prahms und Brahm sich endlich begegneten, brachte Bülow seinen sorglich aufbewahrten Witz an. Er sagte zu dem Berliner Kritiker: ,, Lieber Nominatious, hier bringe ich Ihnen Ihren Genitivus." Brahm behielt dieses Wortspiel, das wirklich ein Wort war. im Ge- dächtnis. Als der Genitivus dann ein Datious der Menschheit gc- worden mnd als Akkusativus des irdischen Lebens zu Gott ge- kommen, im Jahre 1897, schrieb Brahm mir, des Toten gedenkend: „Er war ein Mann in eigenen Schuhen." Das war er, und dieses Urteil noch über den Ruhm der gewaltigen Schaffenskraft zu stellen, erschien mir vor dem Denkmal des Meisters nicht nur richtig, sondern auch notwendig. Kein Musiker hat es ausgesprochen, sondern nur «in Mensch, der jedes Können achtete, vor jeder Meisterschaft den Hut zog. Hier wurde der ringend« Mann, der seinem Menschen- tum die große Kunst dankte, gekennzeichnet. Brahms ist nämlich, Brahms zieht uns mit, wo echte Sehnsucht ist. Ich war 23 Jahre alt, als er noch lebte und durch die Gaffen von Wien schritt, die ich eben kennenlernte, Im Frühling 1896 hafte ich gute Wiener Tage. Für den Herbst stand die Aufführung meines Schauspiels„Die Mütter" im Deutschen Volkstheater bevor. llnte- denen, die mich damals herzlich empfingen, war auch Max Kahlbeck, der Freund und Biograph Johannes Brahms. Er hörte aus meinen Worten«inen Wunsch, den ich nicht aussprach. Immer habe ich mich zumeist als Musiker gefühlt, und als ich nach Wien kam, war mir diese Kunst doch mehr noch Wi«>, als das beste Theater. Beethoven und Schubert sprachen als Geisterstimmen aus der Materie alter Häuser, alter Gärten— Brahms aber lebte noch. Ich brachte natürlich mancherlei anekdotische Kenntnis von seiner Lebensführung aus Berlin mit. So wußte ich auch von dem Stammlokal in der Altstadt, vom„Roten Igel", wo Brahms seit Jahren Mittagsgast war. Es zog mich dorthin, ich suchte es auf. und'als Ich Im ersten Stock an einem runden Tisch saß, konnte ich das berühmte„garnierte Rindfleisch" nicht würdigen, denn mit Herz- klopfen war ich gewärtig, daß plötzlich der alte Magier in meiner Nähe sitzen würde. Doch es blieb bei den behaglichen Wienern Bürgern um mich her— der große Stammgast wurde picht ficht- bar. Schließlich zwang ich mich doch, den Zählkellner nach ihm zu fragen. Während ich es tat, kam mir meine Frage so phantastisch vor, daß ich ganz undeutlich wurde. Doch der gute Joses, oder wie er hieß, neigte sich zu mir nieder und erwiderte:„Der Herr Doktor Brahms? Der sitzt unten im Parterrel Soll ich's ihm sagen?" Um alles in der Welt nicht— das war ein Gefühl. Ich be- dankte mich stotternd und verließ schleunigst den„Roten Igel". Die Tür zum Parterrelokal ließ ich zu. Aber ich lief zum Ring hin- über und in den Stadtpark, wo das Leben blühte. Man weiß nicht, was noch werden mag. Durch diesen Park, das wußte ich. führte Brahms täglicher Heimweg. Ich betrachtete seine kleinen Freunde, die Spielkindcr, mit denen er wohl schon oft gesprochen hatte, und «ik.« dann in mein Hotel. Als ich im Herbst wieder nach Wien kam, sagte Max Kahlbeck: Ich möchte Sie doch diesmal mit Brahms zusammenbrinacn. Aber leider— es fft nicht mehr der Brahms von einst. Er ist sehr krank, kränker als er ahnt. Immerhin, man soll es nicht versäumen." Alles In mir sagte ja dazu. Es fügte sich, daß Ich Mar Kahl- becks Mikiagsgast an dem Tage war, deffen Abend die erste Auf- fühning der„Mütter* bringen sollte. Rausch und Weihe war es für mich, denn mein Stück lebt« in Musik und strebte zu dem Meister. Mit Brahms Nominatious ging ich zu Kahlbeck, um den Kenftivus zu treffen.... Wenig« Gäste in der behaglichen Wohnung der Porzellangasse. In einem kletn'en Zimmer standen Brahm anS Kahlbeck mit dem alten Wilhelm Singer vom„Neuen Wiener Tag« blatt". Ich hielt mich, scheuer Erwartung voll, etwas abseits. Ber, träumt bemerkte ich erst einen neuen Gast bei den drei Männern, als er schon im Gespräch mit ihnen stand. Ich wurde aufmerksam, Ein kleiner weißbärtiger Herr in grauem Röckchen, gelbliches Gesicht, mit Zwicker, etwas harte, kühle Stimme— kein«„Musikerstimms". In die Augen hatte ich noch nicht sehen können. Ich näherte mich langsam. War er das? Konnte er das sein? Nun zog Kahlbeck mich heran. Ich sah in die Augen, die noch das Licht hatten. Blau und einzig, aus Robert Schumanns Welt, aber dem Verstände der Gegenwart nicht fremd.„Herr Doktor Brahms." Er gab mir die Hand kurz, ohne Wort. Etwas Müdes, schmucklos Ehrliches war in seiner Art. Und etwas verkappt Leiden- des. Es war, als wollte er sagen:„Ja, ja, ich bin's. Noch einer mehr aus dieser zweifelhaften Welt." Wir gingen zu Tisch. Man hatte mir den Platz zur Rechten von Brahms gegeben. Ich wußte sofort, daß ich nur wenig würde sprechen können. Di« stille, junge, fühlende Art neben ihm schien ihm zu behagen. Er sah mich wiederholt an. und ergreisend, weil ihm unbewußt, zeigte sich die brechende Kraft dieses Riesen. Nie- mals war er krank gewesen— nun hatte der Feind ihn erreicht. Er wehrte sich, er würde bis zum letzten Augenblick sich wehren— aber während er auf die Frage der Freund« erwiderte:„Es geht mir besser, der Arzt ist zufrieden", wußte er da» Gegenteil. Das gab in das leuchtend« Blau dieser Augen eine Trauer, die ich nie vergesse. Behutsam betrachtete ich ihn. Das Gesicht war schon abgo- magert und fahl, doch das Haupt hatte noch die wundersame Schön- heit des alten Zauberers. Er ließ mich schauen und pflückt« lang- sam die dunklen, quellenden Beeren einer Brüsseler Weintraube. Wie«ine Pflegerin, voll zarter Hingabe. Zufriedenheit heuchelnd, saß die gute Frau Kahlbeck ihm gegenüber. Sie wußte, was dem Freunde noch wohl tat. Man lachte gern bei Tisch, um keinen melancholischen Schatten aufkommen zu lassen. Der alt« Wilhelm Singer, ein Muster der wienerischen Raunzerart, gab Gelegenheit dazu. Er schimpff« auf alles. Dann aber sprach man von de» Konzerten, und der Name Robert Schumann floß ins Gespräch. Da kam es über mich. Ich sagte leise vor mich hin:„Ja, Schumann." Es konnte eigentlich nur für inich sein. Doch Brahms hatte es ge- hoch. Er nickte und hielt, ohne zu pflücken, die Weintraube in seinen Händen. Bald nach Tisch brach er auf. Er trat zu mir hin und gab mir noch einmal die Hand. Nun erst spürt« ich, daß er von der bevorstehenden Ausführung wußte.„Na, soll man Ihnen min Glück wünschen?" Das waren die letzten Worte, die ich von ihm gehört. Herb, scheinbar kühl— keine„Musikerstimme". Ich sah ihm nach, dem Meister des Frauenliedes, dem Träger menschlicher Sehnsucht, dem Letzten au» dem großen, aften Reich. Der Hauch über Cngkand. Dr. Owen schätzt die Menge Ruß, die über England hinzieht, auf 214 Tonnen jährlich. Ein Fünftel hiervon besteht aus Teer. An Hausbrand werden jährlich 40 Millionen Tonnen Kohlen verbraucht. Diese geben 999 Tonnen Schwefel- säure, die, mit dem Regen nach unten kommend, den Boden vergiftet und die Bauwerke beschädigt. Der Rauch der Fabriten enthält lange nicht soviel Teer. Der meiste Häusevrauch entwickelt sich beim An- machen der Oefen und Herde zwischen 9 Uhr morgens und 6 Uhr abends. Owen l>at das Institut für Technologie der Brandstone ersucht, nach einem Mittel zu suchen, damit diese schädlicljen Rieder- schläge beseitigt werden. fiesdienKartihei In großer Auswahl KiassiKer in gnlea tionztefnenaiisgalien Sf Oranienstr. 164-65/ Reinickendorfer Str. 21/ Charlottenburg, Rosinenstr. 3/ O., Frankfurter Allee 60 SabkO'ADZfile 42»» 42»» 32s« SaK«a-Aazüge""»,",!?„.«.:..M.«mi. 62«» 56«» SaHHO-ADZttge üualSeibtvM-'aiiä Kotnniflarn-lioile. von 35 an Oberliemdea»«>».,,. 7m 6" S5» lamu 2»« StebuntEcgcüragen.......... 80 n. 65 n. Selbsfbinder and§dt!elien in großer Answaiil Hosenträger................ i" i2' Efnsalzbemdea im«»......... Z- z« 2" Garailaren, i»»» an» scinsnein.......... 42» Dansen-ladisdiahe lW?:?»-» 1825 14'° iz»° ii«» Bnrsdienslfeiel ihiuuh».... 16S»14IS»12M112S BursdieQ-SIälbsdmhe m-«--»». 11»»«»mm 14" Barstbcn-Laabalbsfltnfte......... is»» DameiiMbirme........... ii»»ios»8»» Herrensdtlnae........... n« s»» 6»» ......................... 165» 14-° 12-° Crepe-de-Cbiae-üleidersawanu.iamhi 25°» 21»» Velonlinc-Kleidcr«ii»anö.iariiu,.. 29°» 25»» Sammel- tun lamiae WOBKIefder in var«v. Ptclslaaen Unlerideider leiaenlrlllal, in allen Farben... 5»- 4-» Bernden mlllruern.»«»«!....... 42- 32- 225 Hemdhosen...........:.. 42- 32- 2'° Gainituren nemd n. Belnbldfl...... 7" 62- 4»» Nadiflicmden............. 5»- 42- 3°- prtozeßrsffle............. 2-» 5-« 32-