BERLIN Freitag 31. Auguft 1928 Der Abend Ericheint täglich außer Sonntaa s. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 10 Pf. Nr. 412 B 204 45. Jahrgang. 66 anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezetle Spätausgabe des„ Vorwärts 80 Pf., Reklamezeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. Voßfcheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Droht eine Fieberepidemie? Beunruhigende Nachrichten aus Griechenland. Die große Fieberepidemie, die seit fast einem Monat in Griechenland herrscht und allein in Athen und der Hafenvorstadt Piräus mehr als 100 000 Rrankheitsfälle hervorgerufen hat, legt die Frage nahe, ob mit der Möglichkeit zu rechnen ist, daß sich diese verheerende Bolfsseuche auch nach Mitteleuropa und Deutschland ausbreitet. Die Schreckensnachrichten, die täglich aus Griechenland kommen und von einem durchschnittlichen Zod von 80 bis 100 Personen an einem Tage, allein in der Hauptstadt, berichten, müßten sicher Unruhe hervorrufen, roenn eine solche Ausdehnungsmöglichkeit bestände. Dann wäre es mohl möglich, daß bei uns in ähnlich fürchterlicher Weise das tägliche Leben und jeglicher Verkehr gestört würde, wie das schon seit Wochen in Griechenland und besonders in Athen der Fall ist. Nun haben aber in den letzten Tagen Nachrichten, die über ärztliche Untersuchungen der Krankheit bekannt wurden, die Annahme bestätigt, daß mit aller Wahrscheinlichkeit fein Uebergreifen her griechischen Fieberepidemie auf Mitteleuropa zu befürchten ist. Einigen Aerzten, die früher in türkischen Diensten standen und so Gelegenheit hatten, lange Zeit in Gegenden mit ausgesprochen tropischem Klima zu arbeiten, ist es in den letzten Tagen gelungen, festzustellen, daß die bis dahin unerklärliche Krankheit eine Abart des seit Jahrzehnten bekannten. Denguefiebers. ist, einer gefürchteten und weit verbreiteten Tropenfrankheit. Damit stimmen auch die Angaben überein, daß die Krankheit von Aegypten aus, also einem Lande mit zum Teil tropischem Klima, nach Griechenland eingeschleppt wurde. Hier aber waren die Witterungsbedingungen im verflossenen Monat für die Ausbreitung einer Tropenkrankheit ganz besonders günftig. Griechenland hatte wie ganz Südeuropa unter andauernder Hize zu leiden, die eine Höhe erreichte, die in jenen Gegenden ganz außergewöhnlich ist. Im Zusammenhang damit stellte sich große Trockenheit ein und empfindlicher Mangel an geeig= netem Trinkwasser. Alle diese Voraussetzungen gaben der ausgesprochenen Tropenkrankheit die Möglichkeit, sich im subtropischen Klima Griechenlands auszubreiten. Damit ist aber schon festgestellt, daß es eine Außergewöhnlichkeit ist, daß Denguefieber überhaupt nach Europa fommt. Dies mar nur möglich in einem besonders heißen Sommer und durch das Zusammenwirten mehrerer besonders ungünstiger Umstände. Für uns in Mitteleuropa ist aber bereits die heiße Zeit vorbei, die vielleicht wirklich auch bei uns die Möglichkeit zur Verbreitung solcher Krankheiten gegeben hätte. Ueberall haben wir fühles, schon nahezu herbstliches Wetter, und auch die Niederschläge sind so reichlich, daß die Versorgung mit gesundem Trinkwasser durchaus gesichert ist. So wird die Krankheit, die bisher mit Ausnahme von einzelnen eingeschleppten Fällen im wesentlichen auf die eigentlichen tropischen Gebiete nördlich und südlich des Aequators beschränkt war, feine weitere Berbreitung über Griechenland hinaus finden. Selbst wenn durch Reisende der eine oder andere Krankheitsfall eingeschleppt würde, wäre das auch noch tein Grund zur Beunruhigung, da keinesfalls dann mit einem Umsichgreifen des Denguefiebers zu rechnen ist. Bir dürfen uns also glücklich preisen, daß Deutschland und ganz Mitteleuropa außerhalb der Gefahrenzone dieser sehr gefährlichen Krankheit liegt. Denn bis heute ist es noch nicht gelungen, den Erreger des Denguefiebers festzustellen, und die Medizin hat deswegen auch noch feine wirksamen Bekämpfungsmittel gefunden. Die Krankheit äußert sich so, daß vor allem geschwächte Organe angegriffen werden und sich neben hohem Fieber heftiger KopfSchmerz, Erschöpfungszustände und Blutbrechen beim Erfrankten einstellen. Besonders merkwürdig ist auch Gang und Haltung des Kranten, die gezwungen und gedenhaft wirken, weswegen das Denguefieber auch als Dandyfrankheit" bezeichnet wird. Dr. Max Langer. Erdbeben in Süddeutschland. Bon der Erdbebenwarte Hohenstein wird mitgeteilt: „ Gestern abend wurde von den Instrumenten der hiesigen Erdbebenwarte ein Erd stoß aufgezeichnet, dessen Herd in 50 bis 60 kilometer Entfernung liegt. Die Aufzeichnungen begannen um 9 Uhr 10 Minuten 58 Sefunden und endeten nach etwa einer halben Minute. Es handelt sich um einen Erdstoß mittlerer Stärke, der im Erdbebengebiet der schwäbischen Alb erfolgte." Auch aus Rottenberg( Nedar) wird berichtet, daß gestern abend nach 9 Uhr mehrere Erdstöße wahrgenommen wurden. Much ein längeres donnerähnliches Rollen war vernehmbar. Der Kampf in der Konfektion. isieren Ein wirkungsvoller Propagandazug der kämpfenden Schneider. Die Funkausstellung eröffnet. Der Festakt. Eine Großleistung der Funkindustrie. Heute vormittag 11 Uhr wurde die 5. Berliner Funtausstellung mit einer Feier im blauen Saal der neuen Autohalle am Kaiserdamm eröffnet. Die Feier begann mit einem Vortrage der Trompetenouvertüre von Mendelssohn- Bartholdy durch das Funkorchester. Reichspostminister Schäßel hielt die Eröffnungsrede. Er wies darauf hin, daß der Rundfunk in den fünf Jahren seines Bestehens von einem technischen Spielzeug heute zum Gemeingut des Volkes, ja der Menschheit geworden sei. Er wies weiter darauf hin, daß wir heute 2½ Millionen Funkhörer haben, das Gehör des Menschen sei nicht mehr auf lokale Eindrücke beschränkt, es reiche hinaus über die Kontinente. Der Minister bezeichnete den Rundfunk als die sechste Großmacht, die sich der Presse ebenbürtig an die Seite gestellt habe. Es sei ein außerordentliches Ereignis, daß gleichzeitig mit der 5. Funkausstellung in Berlin die Tagung des Inter nationalen Weltrundfuntvereins stattfindet. Indem er allen, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben, dankte, eröffnete der Reichspostminister die Ausstellung.- Bürgermeister Scholz begrüßte im Namen der Stadt die anwesenden Minister, die Bertreter der Behörden, der Industrie und Preſſe. Auch er wies auf die besondere Bedeutung hin, die die diesjährige Ausstellung durch die Tagung des Weltrundfunkvereins erhalte. Schließlich sprach Dr. Erwin Michel, der Syndikus der Verbandes Der Skandal um Stinnes. Wieder eine Liebestragödie. Berichte 2. und 3. Seite. der Funkindustrie, der die Entwicklung der Funkindustrie seit fünf Jahren schilderte. Er wies insbesondere auf die Tatsache hin, Laß die weniger leistungsfähigen Firmen, die sich anfänglich zu hunderten in der Funkindustrie betätigten, im Laufe der Zeiten ausgeschieden seien. Durch ständige Verbesserung der Produktionseinrichtungen sei es möglich geworden, die Preise für Funkgerät gegenüber 1923 um 50 Proz. zu ſenten. Im Anschluß an diese Rede trug die Funkkapelle unter Leitung von Seidler- Winkler den Marsch aus der Oper„ Die Fol funger" vor. Sehr eindrucksvoll war die Vorführung des TriErgon- Tonfilms, der unter der technischen Leitung von Gustav Masfolle in der letzten Zeit aufgenommen wurde. Gegenüber den Darbietungen, die man vor einigen Jahren bewundern konnte, zeigt der Film ganz erhebliche technische Verbesserungen. Im Anschluß an die Feier fand dann ein Rundgang durch die Ausstellung statt. Eine erste Uebersicht. Die diesjährige Funfausstellung überragt den Umfang der bis. herigen bei weitem. Außer der Funkhalle ist auch ein großer Teil der neuen Autohalle für die Ausstellung der Behörden der Reichsrundfunkgesellschaft und der Funkstunde verwendet worden. Auch das Fernsehgerät der Telefunkengesellschaft ist hier zu sehen. Im Blauen Saal der neuen Autohalle finden Vorführungen des sprechenden Films, Gleichlauffinovorführungen und ähnliches statt. Beim Rundgang durch die Ausstellung fällt vor allem das Bemühen der Industrie in die Augen, Funkgeräte zu schaffen, die auch von jedem Laien ohne irgendwelche besonderen Fachkenntnisse bedient werden können. Vor allem ist man bemüht, die unbequemen Batterien, nicht nur die Anoden-, sondern auch die Heizbatterie zu ersetzen. Man hat versucht, Röhren zu schaffen, die mit Wechselstrom geheizt werden können oder auch geeignete Gleichrichter zu entwickeln, die demjelben Zwede dienen. 3 wei Arten von Wechselstrom röhren beherrschen die diesjährige Funtausstellung: eine Kurzfabenlampe, die direkt durch Wechselstrom geheizt wird, aber nur einen Bolt Heizspannung be nötigt. Die Wechselstromstörungen. sind durch den kurzen Heizfaden start herabgesetzt, aber noch nicht gänzlich beseitigt. Trotzdem fann diese Röhre im Hochfrequenzteil der Apparate und als Endröhre bei der Niederfrequenzverstärkung Verwendung finden. Röhren mit indiretter Heizung dagegen kommen für das Audion und die erste Niederfrequenzverstärkerstufe in Frage. Bei diesen Röhren wird der Elektronen ausstrahlende Körper durch einen getrennt von ihm wirkenden Glühförper oder durch Wärmeleitung über einen elektrischen Nichtleiter erhitzt. Bei den Netzanschlußgeräten find glücklicherweise die Gleichstromgeräte fast gänglich verschwunden. Man sieht sie nur noch im Zusammenbau mit Empfängern. Besonders zu begrüßen find die Sicherheitsvorrichtungen, die getroffen mur den, um die Rundfunkhörer vor Berührung mit der Negspannung zu schützen. Es gibt Konstruktionen, die das Netz automa tisch abschalten, sobald die Empfängerflappe abgenommen wird, die Möglichkeit besteht, die inneren Teile des Gerätes zu be rühren. Bei Gleichrichtern fallen vor allem die Metall. Trodengleichrichter auf, die bis zu 1 Ampère Heigstrom liefern können. Allgemeine Beachtung dürfte die neue Schirm. gitterröhre finden. Bei dieser Röhre ist das zweite Gitter zwischen Steuergitter und Anode so angeordnet, daß es um die letztere fäfigartig herumgreift. Dadurch wird es möglich, die Steil feit so zu vergrößern und den Durchgriff so flein zu machen, daß 150fame Spannungsverstärtung in einer Röhre erreicht wird. Diese Röhren sind auch bei fleinen Bellen zur Hochfrequenzverstärkung ausgezeichnet zu verwenden. Bei diesen Röhren ist die Anode nicht zum Röhrensockel, sondern nach oben aus der Röhre hinaus geführt. Bei dem ständigen Wachsen der Senderleistungen wird die Gefahr des Durchschlagens, lleberlagerns der einzelnen Sender immer größer. Daher ist es nicht verwunderlich, daß auf der Ausstellung zahlreiche Sperrschaltungen zu finden sind. Auf dem Gebiet der Lautsprechertechnik finden wir bei allen Arten neue Typen. Es hat den Anschein, als ob der elektrodynamische Laut sprecher die übrigen Typen( elektromagnetische und elektrostatische) an Güte übertrifft. In der Autohalle zeigt die Polizei. die bei ihr eingeführten Sende und Empfangseinrichtungen sowie das Bildfunkgerät des Professors Korn. Dieses Gerät ist be fanntlich bei der preußischen Polizei zur schnellen Uebertragung der Fingerabdrücke, Lichtbildern usw. eingeführt worden. Die Sentralstelle für Flugsicherung zeigt Flugzeuglender, Beileinrichtungen fowie eine lleberficht über das Funtneßhaus. Sehr intereffant ift die Aussteling der Reichspost, die vor allem der Geschichte der Funktechnik gewidmet ist. Hier finden wir eine Sammlung von Funkgeräten, die fehr anregende Ber gleiche zulaffen. Weiter zeigt die Reichspoft, wie Rundfuntüber tragungen durchgeführt werden; fie führt vor Augen, wie Rundtuntstörungen entstehen und durch welche Mittel fie beseitigt ober herabgemindert werden können. In der Abteilung der Reichspoft ist auch der in Borwärts" eingehend besprochene Fernseher des ungarischen Forschers Don Mihaly zu lehen. Sehr hübsch ist die Gegenüberstellung eines älteren und eines neueren Aufnahmeraumes, den die Funkstunde gemeinsam mit ber Reichsrundfunkgesellschaft ausgestellt hat. Im ganzen gewinnt man den Eindrud, daß die technische Ent micklung des Rundfunks bis zu einem gewiffen Grabe zum 2b schluß gekommen ist. Einzelteile fallen weniger durch die neue Konstruktion als durch die Güte der Ausführung auf. Wesentliche Fortschritte sind eigentlich nur noch auf dem Gebiete der Bildüber tragung, soweit es sich um Amateurgeräte handelt, wie auf dem Gebiete des Fernsehens zu erwarten. Hier allerdings eröffnet sich noch ein weites Feld der Arbeit, das noch viele neue Lösungen und Fortschritte bringen fann. Es ist ihnen nicht ernst. Bolfsentscheid mal so, mal so. Der Wortlaut des fommunistischen Gesetzesantrags lautet nun wieder:„ Der Bau von Panzerschiffen und Kreuzern jeder Art ist verboten." Bor zwei Tagen lautete er:„ Der Bau von PanzerGeftern freuzern und Kriegsschiffen ist verboten." wollten sie also jeden Kriegsschiffbau verhindern heute wieder nur den Bau von Großfhiffen. Es wäre nach diesem Antrag du: h aus möglich, die Ersatzbauten für Torpedoboote und Ber störer, auf die das Wehrministerium verzichtet hat, herzustellen. " Der Unterschied beider Fassungen ist sachlich sehr groß. Daß sie von gestern auf heute so herumgeworfen werden, hat seine be sonderen Gründe. Die Rote Fahne" redet von Mißverständnissen aber das ist nur eine bei der telephonischen lebermittlung" faule Ausrede. Die Wahrheit ist, daß es den kommunistischen Drahtziehern nur darauf antommt, gegen die Sozialdemokratie zu hehen, und daß es ihnen egal ist, was sie beantragen. Die erste Saffung lautete so wie die heutige. Wir haben sofort aufgezeigt, dah sie der höhere Ult ist. Darauf bemühten sich die Herrschaften, sich etwas gründlicher und solider zu gebärden: es entstand Fassung Rummer zwei. Aber die war nicht viel ordentlicher fabrizie: t. Also verfielen sie nun wieder auf Fassung Nummer eins. Die fommunistischen Regisseure behandelt eben das, worauf es ihnen angeblich ankommt, den Gesetzesantrag selbst, mit de': größten Wurstigteit. So arbeiten nur, Leute, denen es mit der Sache, die sie betreiben, nicht ernst ist. Daß dies Boltsbegehren ni hts ist als ein Parteimanöver gegen die Sozialdemokratie, steht in de: Deffentlistteit längst fest. Die pa'zifistischen Organisationen mit denen die kommu tistische Presse, verlogen wie immer, vorzeitig geprahlt hat, machen nicht mit. So geht es los, und so wird es weiter gehen, wenn die Kom munisten nach der Zulassung des Boltsbegehrens an die Sammlung Absage der Friedensgesellschaft. Grundsäglich fein Zusammenarbeiten mit Rommunisten. Die apD. hat auf ihre Aufforderung an pazififfische Organi fationen, an der Borbereitung des Volksbegehrens teilzunehmen, die folgende Antwort erhalten: ,, Die Deutsche Friedensgesellschaft lehnt es Grundsäglich ab, nach den Erfahrungen beim Boltsbegehren jur Fürftenabfindung gemeinsame Ausschüsse mit den Kommunisten zu bilden und nimmt infolgedeffen auch nicht den ihr bereitgehaltenen Sih in dem gemischten Ausschuß ein." Sozialdemokratie und Panzerschiff Kreismitgliederversammlung der SPD. Wilmersdorf. Außerdem wurde der Zusatzantrag Rosenfeld gegen eine starte Minderheit angenommen: ,, Sollte der Reichstag nicht einberufen werden, so werden die Minister aufgeforbert, die Rüdgängigmachung des Rabinetts. befchlusses Dom 10. August 1928 zu beantragen und im Falle ber Ablehnung des Antrages zurüdzutreten." In der am 28. Auguft d. 3. im Bittoria- Garten" tagenden| gegen den Krieg und ihre schärffte Gegnerschaft gegen neue Militär Kreismitgliederversammlung des Kreises Wilmersdorf referierte Gen. vorlegen zum Ausdruck. Sie sind von der brennenden Sorge er Aufhäuser über das Thema: Partei und Panzerfreuzer". Der füllt, unserer Jugend eine geistige Entwicklung zu sichern, die sie bewahrt, je wieder dem Bölkermord für fapitalistische Interessen zum Andrang der Genossen zu dem Tagungsraum war gewaltig. Die Ausführungen des Referenten gipfelten darin, daß die Opfer zu fallen, die sie aber gleichzeitig stärkt für den siegreichen Ministergenossen den Kampf gegen den Panzerfreuzer im Kabinett Rampf um Freiheit und Sozialismus." leider nicht fortgesetzt haben. Dieser Kampf ist aussichtsvoll, wenn die Verbindung der Minister mit der Fraktion und der Partei besteht. Die Minister dürften in dieser Frage auf die außenstehenden Kräfte nicht verzichten. Die Rechtfertigungsversuche haben feinen überzeugt und neuen Unwillen ausgelöst. Nach§ 32 der Reichs fabinettsorbung haben Finanzminister und Kanzler bei Ausgaben ein Einspruchsrecht. Davon hätte unbedingt Gebrauch gemacht werden müssen. Es ist auch durchaus nicht sicher, ob eine Kabinetts frise eingetreten wäre. Die Haltung des Zentrums ist seit der Wahl eine andere geworden. Die Ablehnung des Banzerschiffes hätte ein Rennzeichen für den eingetretenen Kurswechsel sein müssen. Der Artikel im„ Borwärts" über„ Die tieferen Ursachen" erscheint vollkommen deplaciert. Es ist in diesem Falle zwecklos, den Gesamt fomplex der Rüstungsfragen in allen Schattierungen aufzurühren. Fest steht, daß die Sozialisten in allen Ländern, so start sie tönnen, die Rüstungen bekämpfen müssen. Dazu bedarf es feiner Parolen von der KPD. Der Referent fordert die Einberufung des Reichs. tages, die unbedingte Ablehnung der folgenden Raten und ein un eingeschränktes Gelöbnis zur internationalen Solidarität. In der lebhaften Debatte wurde unter anderem hervorgehoben, daß nicht nur die Minister sondern auch die Frattionen die Verantwortung tragen. Vor allem hätte man vor der Koalition erst eine Bindung der bürgerlichen Parteien herbeiführen müssen. Die folgende Entschließung wurde fast einstimmig angenommen: Ein Spielbericht. Die Rote Fahne" veröffentlicht einen Bericht über die Mits gliederversammlung in Wilmersdorf, den sie von einem Spigel er halten hat. Der Bericht enthält die üblichen Fälschungen und Berdrehungen, wie sie von den Subjekten erfunden werden, die diese Spizeldienste verrichten. Der Verfasser dieses Berichtes ist dem Kreisvorstand der SPD. Don Wilmersdorf nicht unbekannt. Der Kreisvorstand wird das Erforderliche veranlassen. Die Fahne behauptet weiter, daß der Vorwärts" die Ber öffentlichung eines Berichts über die Wilmersdorfer Kreisverfammlung schroff abgelehnt habe. Das ist dreift erlogen. Der Bericht über diese Versammlung ist erst heute, Freitag morgen, beim Bezirkssekretariat der SPD. eingelaufen. Bei drei Worten der Roten Fahne" sind immer mindestens zwei erfogen. Die am 28. Kuguſt togenbe Strets- Migliederverfammlung der Die Gozialdemokratie wächst! SPD. Berlin- Wilmersdorf spricht den sozialdemokratischen Ministern für die Zustimmung zum Bau des Panzerfreuzers A ihre entschiedene Mißbilligung aus. Die Versammlung erachtet das Botum von Barteiausschuß und Reichstagsfraktion vom 18. August, worin ledig. ich das Bebauern über die Handlung der Minister zum Ausdruck tommt, als durchaus unzureichend. Die Partei hat vielmehr Beranlaffung, ihre unveränderte ablehnende Haltung zum Panzer freuzerbau in unzweideutiger Weise zu bekunden. Es wird deshalb dringend die beschleunigte Einberufung des Reichstags gefordert, um eine Entscheidung des neugewählten des neugewählten Barlaments über den Bau des Panzerfreuzers herbeizuführen. Ferner werden die sozialdemokratischen Rabinettsmitglieder und die Reichstagsfraktion aufgefordert, die weiteren Raten für das Banzerschiff abzulehnen und ausreichende Mittel für soziale und fulturelle 3wede bereitzustellen. Die versammelten Parteigenossen bringen erneut ihren Abscheu der notwendigen 4 Miuionen Unte: fchriften gehen merden. Ob sie fie erreiden, ist ihnen egal. Ob der Antrag durchzusetzen ist, ist ihnen noch viel gleichgültiger, Hauptsache, daß fie eine Zeitlang einen Borwand zu verlogenem Arafeel gegen die Sozialdemokratie haben. Man muß diefe Leute bei diesem perlogene Geschäft hübsch allein fallen! Sie ohrfeigen fich selbst. Die kommunistische Breffe entlarot selbst das Manover, das fie mit dem Bolfs begehren gegen die Sozialdemokratie zu führen gedenkt. Auf der einen Seite schreit fie: unterzeichnet das Bolts begehren auf der anderen Seite rühmt sie sich, sie wiederhole Tag für Tag, daß mit dem Stimmzettel in der Hand imperialistise Rüstungen nicht perhindert werben tönnen". Das eine ist für die Dummen, auf die fie spekuliert, das andere für die unentwegten Revolutionäre, die die Kommunisten ob des Boltsbegehrens des plattesten Opportunismus" und der refor mistischen Fliegenfängerpolitit" zeihen. Im Organ der UrbahnsGruppe wird der KPD. vorgehalten: ,, Diese Einleitung des Belfsentscheids beweist eine glatte Rapitulation des 3. vor den parlamentarischen Illusionen der heute vom Reformismus verseuchten KPD.- Wählerschichten. Es ist daher lächerlich, wenn die KPD.- Presse den ehrlichen, noch revolutionär gefinnten Mitgliedern der Partei weismachen will, dieser Volksentscheid bezwecke die revolutionäre Aufrüttelung und außerparlamentarische AttionsDorberei tung zum gewaltsamen Sturz der Bourgeoisie. Fällt der heutigen KPD. gar nicht ein, im Gegenteil, fie medt durch ihre praktischen Maßnahmen noch weitere pazifistische Illufionen und demokratische Utopien." Jede Lüge trägt ihre Strafe in fich. Das kommunistische Volksbegehren ist ein unehrliches Manöver. Die Kommunisten stellen sich fe, als ob sie es ernst nehmen nun stellt sich ihre linte Oppofition aber ebenso, worauf die Kommunisten ihr wieder zuflüstern: Pst: pit! mur fein Geräusch, es ist uns ja gar nicht ernst!" Eine plumpe, verlogene Komödie! 17 Die Regierung greift ein. Der Sparkassenstandal von St. Ingbert. Saarbrüden, 31. Auguft. Die Regierungsfommiffion des Saargebiets, die der Stadt St. Ingbert bereits einen Borj duh von ½ million Frank unter gewissen kontrollbedingungen zur Verfügung gestellt hat, um die notwendigen gefehlichen Ausgaben der Stadt zu bestreifen, hat in ihrer gestrigen Sihung beschlossen, mit der Stadt St. Jagbert, der Stadtsparkasse und der Bezirksspartaffe St. Ingbert in Verhandlungen einzutreten mit dem Ziele, mit Hilfe eines Darlehens der Regierungskommission die Sparein. fagen bis zu einem Betrage von 60 000 Frank oder deren Gegenwerf ficherzustellen. Die Regierungstommiffion hat außerdem, um wirtschaftlichen Nachteilen aus Anlaß der Bortommnisse bei der Stadtsparkasse St. Ingbert möglichst vorzubeugen, die fofortige Einführung des deutschen Gesetzes vom 5. Juli 1927 über den Bergleich zur Ab wendung des Konturfes( Bergleichsordnung) im Wege der Rot berordnung befchloffen. Die Regierungsfommiffion will we'terhin bestrebt sein, sobald die Verhältnisse dies erlauben, eine Lösung zu ermöglichen, die sowohl den Rechtsansprüchen der Gläubiger ber Stadt als auch den finanziellen Möglichkeiten der Stadt selbst Rechnung trägt. Die disziplinarischen Maßnahmen wird die Regierungstommission treffen, sobald das Ergebnis des eingefelteten Strafper fahrens gegen Bircher und Genossen vorliegt. Wirkungen der kommunistischen Hehe. Erfreuliche Fortschritte in der Mitgliederbewe. gung der Sozialdemokratischen Partei fino aus Altona zu be richten. Dem dortigen Ortsverein sind im zweiten Quartal 1928 insgesamt 248 neue Mitglieder beigetreten, darunter 52 Frauen. Im laufenden dritten Quartal ist bisher ein Zugang von 70 neuen Mitgliedern zu verzeichnen. In allen drei Quartalen wurden int Stadtgebiet 2liona 750 neue Mitglieder gewonnen Der Altonaer Ortsverein zählt nummehr 13080 Mitglieder, das find 8,7 Broz. der wahlberedtigten Bevölkerung Altonas. Auch aus anderen Teilen des Reiches wird gemeldet, daß die Wirkung der kommunistischen Hezze in einem erfreulichen Aufstieg der Mitgliederziffern der sozaldemokratischen Organi. fationen zum Ausdrud tommt. Wieder eine Liebestragödie. Die Reihe der Liebes- und Ehefragödien will tein Ende nehmen. Nach der geftrigen furchtbaren Bluftat in der Hennigsdorfer Straße erschiltert heute die Nachricht von ciner blutigen Eiferfachtsfragödie in der openhagener Straße. In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages feuerte der 29jährige Chauffeur Billi Seeger aus der Kopenhagener Str. 72 auf seine Freundin, die 53jährige Kontoristin Maria Strapp c3af auf der Treppe vor der Wohnung ihrer Eltern, Korföer Straße 5, fünf Schüsse ab, die das Mädchen lebensgefährlich verlegten. Inmittelbar nach der Tat jagte sich Seeger eine Kugel in die rechte 51afe. Das Baar hatte sich vor einiger Zeit fennen gelernt, aber bald tam es zu schweren 3erwürfnissen und das Mädchen trachtete danach, das Verhältnis zu lösen. Mehrmals versuchte Seeger, den Entschluß seiner Freundin rückgängig zu machen. Heute morgen erschien er vor der Wohnung der S., als sie im Begriffe war, ins Bureau zu gehen. Der Mann zog plöglich einen Revolver herpor und gab auf das Mädchen fünf Schüsse ab, pon denen drei in den Kopf und Hals trafen. Der Täter versuchte zu flüchten, Hausbewohner, die auf die Hilferufe herbeigeeilt waren, verstellten ihm aber den Weg, so daß er, als er feinen Ausweg mehr fand, die Waffe gegen fich selbst richtet. Maria S. wurde in das Virchow- Krankenhaus geschafft, wo sie ziemlich bedentlich daniederliegt. Der Chaufeur wurde als Polizeigefangener in das Staatstrantenhaus übergeführt. Eine vierzehnjährige Selbstmörderin. Gestern abend um 7 Uhr stürzte fich die 14jährige Alma U. aus der Wohnung ihrer Eltern in der Wolgafter Straße auf den Hof. Die Motive zu der schrecklichen Tat find auf Klatschereien im Hause zurückzuführen. Gestern nachmittag besuchten einige Freun dinnen das Mädchen, um es zu einem Spaziergang zu bewegen. Als die Mutter das untersagte, erzählten die Freundinnen, daß Alma sich bei jeder Gelegenheit herumtreibe. In diesem Augenblick er. fletterte das Mädchen die Fensterbrüstung und stürzte sich hinab. Die Bierzehnjährige wurde mit schweren Verlegungen ins Lazarus. frankenhaus gebracht. Unwetter in den Alpen. Aus dem Schweizer Kanton Graubünden, dem Rheintal und dem Kanton Tessin lommen Meldungen über schwere Unwetterschäden. Teilweise sind die Bäche und Flüsse so gestiegen, daß die im Bau befindlichen Wehre wieder zerstört wurden. Im BergellTal ist das Dorf Biscoloprano vollständig überschwemmt. Edywer heimgesucht wurde auch das Balfer- Tal. Alle Brüden wurden weggerissen. Auf den Höhen fällt Schnee. Infolge des Hochwaffers ist die Straße nach Splügen zum Splügenpaß nicht mehr befahrbar. Die große 3izerser Lawine hat sich bei 3izers wieder über die Schienen der Eisenbahn ergossen. Am Donnerstag vormittag fonnte ber non Chur abgehende Bug die Strede nicht mehr befahren. Gegen Mittag hat das Hochwasser etwas nachgelassen. Im Gebiet des Oberrheins traten durch das Hochwaffer des Rheins an verschiedenen Orten Rüd ft auungen ein. Eine Steinfamine hat die Bandstraße nach Feldkirch in Borarlberg überschüttet. Auch der Tessin ist über die Ufer getreten. In Bellinzona stürzte eine Stüpmauer der im Bau begriffenen Straßenunterführung unter der Baulinie ein. Das Haus eines Arbeiters wurde von den Fluten fortgeriffen. Der Glandal um Stinnes. Roch tein Haftentlassungsantrag der Verteidigung. Die Vernehmungen von Sugo Stinnes jun., dessen Verhaftung in den Kreisen der Wirtschaft das größte Aufsehen erregt hat, nehmen heute in Moabit ihren Fortgang. Sugo Stinnes wurde aus der Untersuchungshaft heute vormittag wiederum dem Unter suchungsrichter, Landgerichtsrat Brühl, vorgeführt, und die Vernehmungen erstrecken sich hauptsächlich auf die Pariser und rumänischen Beziehungen, durch die Hugo Stinnes mit den ausländischen Kriegsanleihe. schiebern, die hauptsächlich ihren Sit in Frankreich und Holland hatten, in die Affäre verwickelt worden ist. Bisher hat die Berteidigung von Hugo Stinnes noch teinen Antrag auf Haftentlaffung gestellt und man will ficher lich aus taktischen Gründen die Beendigung der Bernehmungen ab warten, die sich sicherlich einige Tage hinziehen werden. Falls nämlich der Haftentlassungsantrag zu früh gestellt und von den Untersuchunsbehörden abgelehnt wird, fann er et ft nach drei Wochen wiederholt werden. Wenn auch bisher ein Haft entlaffungsantrag noch nicht geftellt worden ist, so haben doch die Hugo Stinnes jun. Berteidiger von Hugo Stinnes heute bereits im Laufe des Bor. mittags mit dem Untersuchungsrichter und dem Leiter des Sonder bezernats, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berliner, Fühlung zu nehmen versucht, um in Erfahrung zu bringen, welche Borwürfe im einzelnen gegen ihren Mandanten vorliegen. Haftprüfungstermin für von Waldow. Heute nachmittag um 1 Uhr findet in Moabit her haft prüfungstermin für den angeschuldigten Privatjefretär von Hugo Stinnes, v. Walbow, statt, der von dessen Verteidigern bereits vor der Bernehmung und Berhaftung von Hugo Stinnes beantragt umd auf diesen Termin festgelegt worden war. Da bei diesem Termin auch das bei der geftrigen Bernehmung von hugs Stinnes gewonnene Material, soweit, es für eine Entlassung v. Baldows in Frage fommt, ausgewertet werden muß, dürfte die Entscheidung über eine etwaige Haftentlaffung v. Balbows erit in den Nachmittagsstunden zu erwarten fein. Der Erbe des Wirtschaftsherzogs. Der alte Hugo Stinnes, der größte Inflationsgewinnler aller Seiten, pflegte, wenn man ihn fragie, warum er tros feines Milliardenbesizes raftlos neue Reichtümer zusammenraffte, stets zu jagen: Ich tue es für meine Kinder." Lem alten Stinnes schwebte ein wirtschaftliches Herzogtum mit unendlichen Hilfsquellen und einer Machtbefugnis vor Augen, die dent politischen Staatsgebilde Schach bieten konnte. Hugo Stinnes jun., der schon als junger Mann einen führenden Besten in dem väterlichen Milliardenfonzern bekleidete, hatte diese väterliche Idee von dem wirtschaftlichen Herzogtum" schnell in sich aufgenommen. Dies trat in der Art, wie er die Menschen zu behandeln pflegte, deutlich in Er scheinung. Auf großen Industriesigungen, auf denen eine Anzahl der bedeutendsten Generaldirektoren und Unternehmer versammelt waren, ereignete es sich mehr als einmal, daß sich beim Eintritt dieses jungen Mannes, der, mit dem Machtbewußtsein der väterlichen Milliarden ausgestattet, den Saal betrat, die ganze Versammlung der alten Herren wie ein Mann erhob und den Dreiundzwanzigjährigen mit tiefer Berbeugung begrüßte. Es bedutet schon viel, wenn Hugo Stinnes jun. diese Art Empfang mit einem leichten herablaffenden Kopfniden quittierte. Er, der von Wilhelm Defterle Im Alter von 53 Jahren, viel zu früh für alle, die ihn und eine Kunst kannten, ist Wilhelm Defterle plöglich am Herzschlag gestorben. Unsere Leser hat die Bellage Bolt und Beit" mit einer Anzahl seiner Graphiten bekannt gemacht. Auch für den Diez- Berlag hat Defterle oft gearbeitet. Aber man muß die feinen Werte im Original gesehen haben, um die fünstlerische Persönlichkeit Defterles voll würdigen zu können. Defterle entstammt fleinen Verhältnissen. In Wagenpadt im Breisgau wurde er als ältester Sohn eines Bauern am 22. März 1876 geboren. Die Eltern starben früh. Wilhelm Defterie kam zu einem Kirchenmaler in die Lehre. Dann besuchte er verschiedene Fortbildungs- und Handwerkerschulen und arbeitete in einer Anzahl von Städten Deutschlands als Dekorationsmaler. Aus seiner Tätigkeit erwarb er sich die Mittel zur fünstlerischen Weiterbildung. Bon 1902 bis 1905 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Karls. ruhe; dann ging er nach Berlin, wo er pon 1906 bis 1911 Schüler von Lovis Corinth war. Erst seit dieser Zeit war es ihm möglich, als selbständiger Künstler zu schaffen, allerdings zum Teil durch die tapfere Hilfe feiner Frau. Besonders befannt wurden seine märkischen Landschaften. Aus dem Kriege, den er seit 1916 als Landsturmmann mitmachte, stammen seine Porträtstudien aus der Gegend von Balenziennes. In ver schiedenen Ausstellungen, in der Sezeffion, der Freien Sezession, zuletzt auch in der Akademie waren Delbilder von ihm zu sehen. Besonders das Muttermotiv behandelte er immer wieder in größeren Gemälden. Defterle war seit den Nachkriegsjahren als Lehrer an der Schule Reimann tätig. S- z. Ein charmantes Lustspiel. neben feiner alternden häßlichen Frau eine lebensluftige Geliebte. Er will eine neue Arbeitskraft und vielleicht auch ein neues Mitglied seines harems, und so verheiratet er feinen junger Sohn Jwan mit einem hübschen, wenn auch armen Mädchen. Beide werden nicht gefragt, aber zufällig hatten sie sich schon gefannt und auf cent ersten Blid geliebt. Die Tochter des Bauern, Sie einzige, die ihm zu trogen magt, lebt mit ihrem Geliebten, dem Schmied, in fracr zu trogen magt, lebt mit Ehe. Der Krieg holt die jungen Männer aus dem Dorf. Mis Jwan nach Jahren zurüdtommt, findet er bei seiner Frau ein junges Kind. Er stößt sie von sich, sie geht in den Dorfteich. Als der Schuldige wird der alte Bauer entlarot. Aber inzwischen ist ein neues Rußland entstanden: aus dem Gutshof ist ein Kinderheim geworden. Es wird sich des armen verlassenen Kindes annehmen. Wie das russische Drama, liebt auch dieser Film die ausführ li he Milieuschilderung. Spannende Atzente fehlen im ganzen. Aber vortrefflih ist die Kleinmalerei. Das ruffische Dorf ist uns noch nie so nahe gefommen; föstlich ist die Brautschau, die Hoch zeit, die Spinnstube und das Dorffest im Bilde festgehalten. Die Landschaft ist organisch mit den Ereignissen verwachsen. Ganz herrlich ist die Ernte mit dem wogenden Kornfeld geraten. Regiffeurin Olga Breobrajchenstaja bat charakteristische und zum Teil ausgesprochen schöne Darsteller verwendet. Die Lupe. Gegen die Enigeiftigung der Jugend. Die Ein Kreis junger Menschen hat eine Bereinigung Die Lupe" gegründet. Was der Name andeutet, führt das Programm weiter aus: ,, Wir wollen auf allen Gebieten der Literatur und Kunst das Wertvolle suchen, unbeeinflußt von Mode und Richtung. Bir wollen uns bewußt einer Entwicklung entgegenstellen, die be sonders in Kreisen der Jugend imnier mehr um fich greift: der Entgeistigung. Deshalb wenden wir uns gegen Schlagwort und Phrase, die Schrittmacher geistiger Berflachung. Wir wollen statt halten. Nichts gegen Sport und ,, förperliche Ertüchtigung", folange oberflächlicher Zivilisation Kulturwerte pflegen, fördern und er. fie Mittel zum 3med sind. Aber wir wollen nicht, daß der Bizeps Besprechung mit der Breffe wurden die Ziele der Bereinigung noch über das Gehirn herriche," heißt es da unter anderem. In einer eingehender dargelegt. Man hofft, die Jugend zu gewinnen, die heute zum Teil völlig in Sport und leeren Bergnügungen" ihre Freizeit vertut. Sie soll sich hier, durchschnittlich zweimal im Monat, zusammenfinden, um die verschiedensten Probleme fachlich und fruchtbar zu bistutieren. Achtung vor der Meinung bes anderen muß dabei Grundfaß sein, wirkliches Biffen und selb ständiges Denken müssen die Disfuffionen bestimmen. Die Gesellschaft hofft, daß reise Menschen, die der Jugend wirklich etwas zu fagen haben, noch mehr, als es bisher geschehen ist, sich als Vortrags rebner zur Berfügung stellen; aber fie will vor allem auch aus den Kreisen der Jugend heraus die Fragen der Jugend behandelt Komödienhaus:„ Mein Vater hat recht gehabt". Sascha Guitry plaudert in feiner Komödie mein Bater hat recht gehabt" über Liebe und Ehe, über die Frauen, über die Kunst des Lebens und über tausenderlei andere Dinge. Eine leichte Unterhaltungskomödie, denkt man zunächst, wie sie zu Dußenden aus Frankreich importiert werden. Dann mert man plöglich, daß er uns mehr und mehr feffelt. Die Worte perlen dahin, die aus dem Augenblid geboren, leicht natürlich, liebens würdig, voll fluger Lebensphilofophic. Mir scheint, die Frauen find dazu da, geheiratet zu werden, und die Männer, Junggesellen zu bleiben." Das Luftspiel fümmert sich blutwenig um die Regeln der Boetik des Ariftoteles, auf die das flaffische franzöfifche Drama fo stolz ist. Der zweite Aft spielt zwanzig Jahre nach dem ersten. Ber vorher der Sohn gewesen ist, ist jetzt der Bater. Wenn Gaicha Guitrys Komödie uns nichts weiter gebracht hätte als die Bekannt schaft mit Thimig, Bater und Sohn, so wäre das schon genug, den bend zu einem genußreichen zu machen. Der alte Hugo Thimig macht auf der Bühne eine rückwärtige Linie durch: er wird im Lauf des Abends jünger und jünger. Zuerst spielt er den Großvater mehr recht mit, aber voll sprühender Lebenslust und voll paffiver fich darüber entscheiden, ob fie eine zeitnotwendige Neugründung Belanger, schon ein bißchen flapprig, auch die Ohren fönnen nicht Resistenz gegen jede Art von Unannehmlichkeit. Dann ist er sein Sohn, der vom Bater die Kunst erlernt hat, auch noch am Lebens. abend Freuden zu suchen, wo man sie findet. Radikal wird Schlußz gemacht mit der Berufsarbeit und eine neue Jugend begonnen. Hugo Thimig hat im Jungbrunnen gebadet: er verjüngt sich auf der Bühne in Stimme und Sprache, im Wesen und im Aeußeren. Es ist zwecklos, die Handlung des Lustspiels wiederzugeben, das ffizzenhaft Lebensumstände und Episoden zeichnet, wie wir sie täglich erleben und erleben können. Und diese Kleinmalerei findet unter der fultivierten Regie des Julius E. Hermann den feinsten Schliff. Da gibt es mehrfach ein stummes Spiel, das be: redter wirft als Worte. Beifall auf offener Szene erntet die fleine Lulu der Maria Bardt, wenn sie, im Salon allein gelaffen, Haltung und Worte der tommenden Worte erprobt. Liebenswürdige Satire gegen den Rerpenarzt versprigt Egon Friedell Die Tragit der alternden Frau zeichnet unaufdringlich mit einem Stich ins Bächerliche Johanne Termin. Der alte Thimig ist die Dertörperte Gemütlichkeit, der junge Hermann Thimig Gestalt gewordene Menschengüte. Das Lustspiel macht fein literarisches Experiment. In an spruchslojem Gewand läßt es die Herzen aufgehen, Menschen stehen auf der Bühne; Freude am Leben und Vertrauen ins Leben strahlt es mit Grazie aus. Ein großer Erfolg, den das angeregte Publitum herzlich quittiert. Ernst Degner. Der fesche Husar." St. T. Kürfürstendamm. Der Filmtitel enthält ein deutliche Warming für alle ernsthaften tollen, schuldenmachenden Leutnants per floffener 2. u. f. Herrlichkeit. Filmbesucher, die übergenug haben von all diesen faufenden, liebesUnd da Leichtsinn und ein Stich moralischer Verkommenheit die Qualitäten sind, um im Filmmanuskript eine glänzende Karriere zu machen, angelt auch hier der Uniformträger einen Goldfisch aus Amerifa. wiffen. An ihren Veranstaltungen wird die Gesellschaft zeigen müssen, wie weit sie ihre Ideen zu verwirklichen vermag. Dann erst läßt ober mur ein Verein von vielen ist. Franz Stuck gestorben. Tes. Aus München fommt die Nachricht, daß der Maler Franz Stud im Alter von 65 Jahren einem Herzschlag erlegen ist. Vor einem Menschenalter würde dieser Tod ein Ereignis gewesen sein. Deutschland hätte getrauert. Hätte eine stärkste Hoffmung begraben. Stud gehörte, mit Klinger und Leistikom, zu den deutschen Malern, die über den damals allmächtigen Naturalismus hinaus und auf dessen Basis eine neue große Stilfunst suchten. Er stand an malerischem Genie weit unter Klinger und auch unter Leiftitom, aber er war der populärste von den Dreien. Die träftigen einfachen Blafatwirtungen seiner Gemälde und Zeichnungen gingen dem Bublifum ein. Und seine Mattlasse an der Münchener Akademie war von Schülern überlaufen. Inzwischen sind drei Jahrzehnte vergangen. Die Hoffnung, aus dem Naturalismus einen neuen monumentalen Kunststil zu ge minnen, hat sich als trügerisch erwiesen. Wir haben einen neuen Stil, aber er floß uns aus anderen Quellen. Eine junge Generation, die vom Naturalismus nichts wußte und wissen wollte, die aber die reine Sprache der Linien und Farben zu vernehmen imftande war, hat ihn uns beschert. Studs Lebenswert gehört der Kunsthistorie an, unferer Zeit hat es nichts zu sagen. Der verfittlichte Goethe. Wie Schulunterrichtsbücher aussehen würden, wenn jemals der Kirche Einfluß in dem Sinne einer Anpassung des Lernstoffes an versuche an flaffischen Volksliedern und Dichtungen, die auf mude ihre Dogmen erwüchse, zeigen im Borgeschmack die Reinigungs. rische Beranlassung vorgenommen worden sind. Wir brachten gelegentlich schon Proben davon. Das Tollste aber, was uns bisi, er auf diesem Gebiete zu Gesicht gekommen ist, dürfte die Umdichtung des„ Heiderösleins" von Goethe sein, die in dem Erbauungsbuche für die chriftliche Jugend" steht, das der Verlag Agentur des frühester Jugend auf gewohnt war, nur in Geld zu denken und seine schmarren mit Hingabe, denn er ist selbst ganz auf Schmalz und Süß. Rauhen Hauses" in Hamburg unter dem Titel Weihnachtsglocken" Umgebung und die Menschen überhaupt nur ziffernmäßig zu be werten, betrachtete alle diese kleinen Millionäre als folgsame Behns leute, die dem Milliardensproß ihre Untertänigkeit erweisen mußten. Rach Rußland geflüchtet. Geza von Bolvary, der Regiffeur, liebt diesen Filmlichkeit eingestellt. Er verfügt zwar über ein paar recht nette Regieeinfälle, die einige Anregungen schaffen, und so wird er, der mitunter topiert, auch wieder fopiert werden. Recht schön und wirkungsvoll find Bilder von großen Bichherden und Landschaften. Ivor Novello ist gerade fein Liebhaber von überwältigendem Schneid. Ist aber das können der zarten Evelyn Holt wirklich nur so sehr begrenzter Art, daß man sie einzig und allein als Trauerweide herausstellen tann? Warum verbraucht man sie als Ein fommunistischer Trümmerhaufen in der Glowafel. Lilian- Gish- Surrogat, wo doch die fleine Enelnn ein Eigenleben zu Prag, 31. Auguft. haben scheint! Glänzend findet sich mal wieder Ernst Berebes „ Narodni Listy" melden aus Breßburg, daß der Borsigende der mit einer tomischen Rolle ab. Ibolya Szetely hat ein beson Kommunistischen Partei in der Slowakei, Stadtrat Eugen Sinders gut filmgeeignetes Gesicht, während Elisabeth Binaieft ger, der dieser Tage eine Gefängnisstrafe antreten sollte, ver. wie üblich Attrappe bleibt. schwunden ist. Er soll mit einem falschen Baß nach Sowjetrußland geflüchtet fetn * Für diese Flucht dürften noch andere Gründe vorliegen. Die Kommunistische Partei in der Slowakei befindet sich in voller Auffofung, man fegt sich gegenseitig ab, beschimpft einander in der un erhörtesten Weije, turzum: dem Beobachter zeigt sich ein vollstän biger Trümmerhaufen. Vielleicht ist Herr Singer vor der brohenden Abrechnung seiner bisherigen Gefolgschaft geflüchtet, denn das Gefängnis darf doch einen Revolutionär" nicht schreden! " Das Dorf der Günde." Capito!. e. b. Ein Sowjetfilm, der dem russischen Dorf gewidmet ist, zugleich ein Gittenfilm, der Sen Tiefstand des alten Dorfes und das Herauftommen einer neuen Zeit fennzeichnet. Sunächst wird bie gute, alte Zeit" an dem Leben einer Familie vorgeführt. Beter hen hat publizierte: nabe sprach: Der Knabe und das Eselein. Sah ein Knab' ein Ef'lein steh'n, Es'lein auf der Weiden. Estein dünkt dem Knaben schön, lief herzu, es nah zu seh'n, möcht es gerne reiten. Ef'lein, Eflein, Es'lein grau, Es'lein auf der Weiben. Jegt trage mich, und der wilde Knabe schlug ' s Erlein auf der Beiben. Eftein mehrte fich genug. bis es doch den Knaben trug, mußt es eben leiden. Estein, Eflein, Eslein grau, Eflein auf der Weiden. Es'lein auf der Belden." Erlein sprach: Jch trete dich, daß du ewig bentit an mich, und ich will's nicht leiben!" Ellein, Ef'lein, Ef'Tein grau, Eflein auf der Beiden, Der Bäffchen- Banaule, der biefe Rotzüchtigung Goethes vollbrachte, war wirklich fein Ef'lein" mehr, sondern, mindestens geistig, ein ausgemachtes Rindoieh. Und wozu falch' Blöten dienen foll, lehrt die Tatsache, daß diefer gebrudte Mist Hamburger Schulkindern Beihnachten 1927 im Rinbergottesdienst geschenkt worden ist; achtjährigen Kindern! 27 Zurück aus Frankreich! Erlebnisse im fremden Lande. Als eine der ersten Expeditionen des diesjährigen deutsch-| in einem neuen, fortschrittlichen Geist der Lösung zuzuführen. französischen Schüleraustausches waren Schüler der kant- Hierin liegt der Auftakt der Schaffung eines geeinten Europas Schule, Karlshorst, des Köllnischen Gymnasiums auf der Basis einer kulturellen Weltanschauung. und der Kaempf- Schule, insgesamt 20 Jungens, als Gäfte nach Frankreich gefahren, wo sie, zuerst in Boulogne, im College Mariette, dann in Paris, im College Chapetal, gemeinsam mit jungen Franzosen ihre Ferienzeit verbrachten. Dieser erste Versuch eines gemeinsamen Jugendlagers, der den Kontakt zwischen der Jugend zweier Nationen durch unausgesetztes Zusammensein noch inniger gestalten follte, ist über alles Erwarten gut gelungen, wie der folgende Bericht zeigt. Die Leitung der genannten Schulen hatte fürzlich Eltern und Schüler nach der Aula des Köllnischen Gymnasiums geladen, um über die Eindrücke und Erfolge dieser Reise zu berichten. Direktor Kawerau sprach in seiner Begrüßungsrede vor allem der Stadt Berlin seinen Dank aus, durch deren finanzielle Unterstüßung eine so umfassende Organisation in die Wege geleitet werden konnte. Sein Dank galt weiter den Unterrichtsministerien beider Länder sowie den städtischen Behörden, die sich in zuvorkommendster Weise der Sache angenommen hatten. Der Leiter dieses Schülertransportes Dr. Schwarz schilderte dann in eindrucksvollen Worten das herzliche Verhältnis der Jugend zueinander, die ohne Hemmungen rasch den Weg zueinander fand. Das Wort, der lebendigste Mittler alles Empfindens formte sich, in der Sprache des Landes, dessen Gastfreundschaft man genoß, wie von selbst. Jeder wollte zeigen, was er fann es wurde fast nur Französisch gesprochen und der Schulmann fonnte mit freudiger Genugtuung neben dem ethischen auch den pädagogischen Erfolg buchen. Das Leben im gemeinsamen Lager gestaltete sich nach jeder Richtung hin äußerst angenehm. Ueber das rein persönliche Rennenlernen hinaus tauschte die Jugend ihre Kenntnisse geistiger und förperlicher Natur aus. Vormittags gab es Stunden in Literatur, im Gesang volkstümlicher Lieder, im Turnen und Spielen; der Nachmittag gehörte der Besichtigung all des Neuen, Interessanten. Zwei der jugendlichen Reiseteilnehmer erzählten hierauf in begeisterten Worten von der so liebevollen Aufnahme im fremden Land, von den Sehenswürdigkeiten in fultureller und technischer Beziehung. und aus all dem Gesagten flang der schöne Erfolg, politische Probleme Kommunistentlamaut. Auch im Arbeiter Radiobund. = Der Arbeiter Radiobund hält in der nächsten Woche seine Reichstagung ab. Genau wie bei den Freidenfern und in der Konsumgenossenschaft haben die Kommunisten im Arbeiter- Radiobund versucht, die Bewegung zu beherrschen. Am Donnerstag hielt der Berliner Bezirksverband eine Mitgliederversammlung ab, auf der auch die Delegierten zur Reichskonferenz gewählt werden sollten. Die Kommunisten hatten aus ihren Organisationen mehrere hundert Mann abkommandiert, die plötzlich als Mitglieder, teilweise sogar allerdings noch ohne Mitgliedskarte erschienen. Schon bei dem ersten Diskussionsredner Genossen Flatau, der nach einem kommunistischen Referat sprach, brüllten die neugebackenen ,, Mitglieder" los. Als die sozialdemokratischen wirklichen Mitglieder sahen, daß eine sachliche Arbeit unmöglich war, verließen sie die Versammlung. Die Kommunisten tagten weiter, wählten die Delegierten alles Kommunisten und nahmen selbstverständlich auch eine Resolution an, die verlangt, daß der Arbeiter- Radiobund dem Ausschuß zur Durchs führung eines Boltsentscheides gegen den Panzer freuzer beitritt. Eine von über 70 Mitgliedern unterschriebene Resolution verlangt ein Eingreifen der Reichsleitung gegen das rüde Treiben der Kommunisten. Ein Flugzeug mit sieben Personen vermißt. Bon einem Flugzeug, das am Sonnabend in Victoria ( Britisch- Kolumbien) mit zwei Flugzeugführern und fünf Passa. gieren nach Seattle aufgestiegen ist, fehlt jede Spur. Unter den Passagieren des Flugzeugs befanden sich auch der bekannte englische Politiker und ehemalige Abgeordnete im Unterhaus M. Scott und seine Frau, die eine Studienreise in Kanada unternahmen. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Nachts sehr fühl, am Tage trocken und ziemlich heiter, nur geringe Erwärmung. Für Deutschland: Im Nordosten noch unbeständig, sonst überall fortschreitende Besserung, aber ziemlich fühl. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. Heute, Freitag, 31. August, 20 Uhr, int Vier Lautsprecher übermitteln auf dem Feinbahnsteig des Berliner Boltshaus, Scharnweberstr. 114, erste Mitgliederversammlung der Freien Bahnhofs" Zoo" dem Reisepublikum die Mitteilungen, die früher Turnerschaft Groß- Berlin, Ortsgruppe Reinidendorf- West. Alle an der Spor: gegeben wurden. Selbst bei stärkstem Verkehrslärm sind die Ausvon Beamten ausgerufen oder mittels tragbarer Tafeln bekannt- bewegung interessierten Genossinnen und Genossen sind dazu eingeladen. künfte, die ein Beamter des Stellwerks über die bevorstehende Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Unzeigen: Th. Glode. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch. Ankunft der Züge und die Anordnung der einzelnen Wagen- Bruderei und Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin G 68, Lindenstraße 3. klassen durch den Lautsprecher gibt, gut zu hören. Hierzu 1 Beilage. MODERNE SAKKO- ANZUGE Von großer Wichtigkeit für die Lebensdauer des Anzugs ist sein innerer Aufbau für den wir uns durch sorgfältige Verarbeitung in eigenen Werkstätten und Verwendung bester Zutaten verbürgen Zum Anzug Der Hut Die Krawatte* * Das Hemd in unserer Sonderabteilung Theater, Lichtspiele usw. Freitag, d. 31. 8. Staats- Oper Unter d. Linden 191 nach 22 U. Cavalleria rusticana Bajazzi Staats- Oper Am Pl.d. Republ. Vorstellung der Volksbühne Freitag, d. 31.8. Städtische Oper Bismarckstr. Geschlossene Vorstellg. 20-22 Uhr Die neugierigen Frauen Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarkt Wiederbeginn 20- nach 22, U. der Vorstellungen Fidelio Sonnabend 1. September Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Wiederbeginn d. Vorstellung. Sonnabend, 1. September Berliner Prater Theater des Westens Kastanienallee 7/9. Täglich 84% Uhr Lilli Flohr, Täglich 8 Uhr: Paul Heidemann Försterchristel. in: Das naph Leineweber Berlin C, Köllnischer Fifchmarkt 4-6 Deutsches Theater HALLER- REVUE Norden 12 310 U. Ende nach 10%/ Zum 84. Male: Artisten Regie Max Reinhardt Die Komödie Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 814 Uhr. Bismarck 2414/7516 Vorstellungen U. Ende 10% U Zum 110. Male: Es liegt in der Luft ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 8,15 Uhr: Jugendfreunde Gartenbühne: 580 U. Konzert u. Bunter Teil 8.15 Uhr: Die Schöne vom Strande 3 Uhr u. 81/4 Uhr. Nach- 8 Theater am mittags die ganze Vorstellg. zu halben Preisen Nollendorfplatz Die Revue von Schiffer. Residenz- Theater ungeküßte Eva Musik v. Spoliansky Blumenstr. 8. Heute 8 Uhr Operette in 3 Akten. Musik von M. Knopt Preise: Kammerspiele zum letzten Male: 1, 2, 3, 4 Mk. usw. Norden 12310 Skandal Eröffnung der im Bett! Winterspielzeit Ab Sonnabend 74, Uhr. Ende geg.10 Täglich 844 Uhr Zum 1. Male: Saltenburg- Bühnen Dts. Künstler- Th. 81% Uhr: Oktobertag Skandal im Bett Es kommt Schauspiel von Georg Kaiser Berliner Theater Charlottenstr.90/ 91.Dönh.170 Ende nach 10%, Zum 131. Male: Letzte Aufführung Gastspiel d. Deutschen Th Der Proze Ausstattungsoperette. süße Geheimnis Mary Dugan Konzert, Varieté. Tanz. Kaffeekochen Schwankoperette. Beg. 5, Stgs. 4 Uhr. Else Berna, Langendorf. Planetarium am Zoo Veriang, Joachimsthaler Straße Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel Sommer 18 Uhr: Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 8 Uhr: Trianon- Th. Leinen aus Heute 8 Uhr: Premiere Stürmische Brautnacht Erde und Weltenraum. Schwank in 3 Akten 20 Uhr: mit Sybil Smolowa Preise 2, 3, 4 M. usw. Der Einfluß d. Gestirne Rundfunkhörer ( Volksglaube und halbe Preise Wissenschaf). Für Jugendliche nicht geeignet Irland SchlesingerEffendi: Curt Bois. Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vater hat recht gehabt im Zentral- Theater Lustspielhaus jeder dran! Morgen, 7 Uhr: Premiere Fräulein Mama Lessing- Theater Täglich 8 Uhr: Täglich 8 Uhr Die Reise durch Berlin in 40 Stunden. Der Zarewitsch" Komische 81% Uhr Oper 8 Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. Zu noch nie SCALA dagewesenen Preisen 8 Uhr Nollendorf 7360 Das sensationelle Eröffnungs- Programm! Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorstellungen! 3.30 und 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm. Reichshallen Theater Abends 8 U. Sonnt. nachm. 3 U. Steffiner Sänger Nachmittags halbe Preise bringen wir Stores, Gardinen, Bettdecken Künstler- Gardinen in besten Qualitäten für 5.90,7.50, 8.90 M. Halbstores in allen Webearten 1.75, 4.50, 5.50 8.- M. Gardinen- Reste Einzel- Schals p. Einzel- Fenster zum halben Preis. Einzelverkauf von 9-7 Uhr. Spezial- Gardinen- Werkstätten Neukölln, Bergstr. 67 2. Stock, am Ringbahnhof Kein Laden! Volles Programm Rind- u. Schweine- Schlächterei Dönhoff- Brett'l: Crockers dressiert. 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Alexanderplat Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Beilage Freitag, 31. August 1928. Der Abend Spalausgabe des Vorwärts Das Zuchthaus als soziales Experiment. Ein Besuch in der Strafanstalt Untermaasfeld. Wenn wir die Menschen behandeln, wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln wie sie sein sollten, so machen wir sie zu dem, was sie werden können. Goethe. Der Weg vom Hein- Prozeß aus Koburg nach Eisenach führte über Untermaasfeld, am Zuchthaus vorbei, genannt: Thüringische Strafanstalt Untermaasfeld. Mit seinen sieben Türmen und Mauern steht da das alte Schloß, und nur die kleinen vergitterten Fenster verraten, daß in diefer mittelalterlichen Feste, in der einst Wolfgang von Eschenbach seinen Ritterschlag empfang, Menschen in Un freiheit leben. Unter den 272 Gefangenen zählt man 21 Lebensfängliche. Wenn ein seine letzte Wahnsinnstat in Thüringen begangen hätte, so wäre vielleicht auch er hierher gekommen und nicht einer der schlechtesten gewesen. Bei seinen Erziehungsgrund sähen hat sich der bisherige Leiter, Regierungsrat Krebs, der jezt zum Direktor der Berliner Fürsorgeanstalt Lindenhof be= rufen wurde, den ebigen Goethischen Ausspruch zu eigen gemacht. Die Strafanstalt. Und diese Erziehung innerhalb eines Buchthauses" führt nicht zur Dasziplinlosigkeit, sondern im Gegenteil: zur Selbstdisziplin. Beweise: Hausstrafen: im Jahre 1926 gleich 100 gesetzt, machten im Jahre 1927 nicht mehr als 43 aus; Arreststrafen: 58; gemaltsame Ausbrüche: im Jahre 1923 bei 180 Gefangenen 13, im Jahre 1926 3 mei bei 290 Gefangenen, im Jahre 1927 überhaupt feine mehr; Entweichungen: im Jahre 1923 bei 29 Außenarbeitern 20, im Jahre 1924 bei 46 Außenarbeitern 13, im Jahre 1927 nur zwei bei 38. Und dies Ergebnis bei 21 Lebenslänglichen und schweren wie schwersten" Jungens! Die Beamten dazu unbewaffnet. Worin liegt das Geheimnis dieses Erfolges? Der moderne Strafvollzug. Als Direktor Krebs im Jahre 1923 die Anstalt übernahm, fand er sie nach einer Meuterei im Zustande vollster Auflösung. Er war gezwungen, scharf durchzugreifen und Disziplinlosigkeit mit harten Maßnahmen zu bekämpfen. Nur Schritt für Schritt konnte er den Gefangenen das Bewußtsein beibringen, daß es von ihnen abhänge, ihr Gefangenfein innerhalb der Mauern so zu gestalten, daß es nicht all zu fühlbar wäre. sie zur Mitarbeit an sich selbst heranzuziehen, in ihrem besseren Teile einen wahren Kamerad. schaftsgeist zu erwecken, das Zuchthaus in ihrer Borstellung zu einer Anstalt werden zu lassen, für deren Gedeihen sie selbst die mitverantwortung tragen. Das war aber nur möglich, indem er an ihr besseres Ich appellierte, sie als gleichwertige Menschen behandelte, Aufseher und Erzieher mit dem Goetheschen Satz zu durchdringen verstand. Der moderne Strafvollzug ist zum Schlagwort geworden. Und mie immer mit Schlagwörtern wird auch mit diesem Unfug getrieben. Falsche Münze wird für echt ausgegeben, Schein für Wirklichkeit, Sentimentalität mit Humanität verwechselt, jede kleine Verbesserung als aufsehenerregende Reform auspofaunt. Ein bißchen Mufit, Radio, Sport, Berträge, ein wenig Selbstverwaltung und freundliche Behandlung gilt als außerordentlicher Erfolg. All das bleibt jedoch nur Aeußerlichkeit, sofern es nicht durch Ausbau des Strafvollzugs bis ins kleinste hinein eine ständige innere Umstellung des Gefangenen bewirkt, seine unbewußte Erfüllung mit neuen fozialen Gemeinschaftswerten gewährleistet, die es ihm nach Freilaffung innerlich unmöglich machen, rückfällig zu werden. Strafanstalt Untermaasfeld versucht das zu erreichen; sie täuscht sich aber feinen Augenblick darüber, daß sie sich erst auf dem Wege zur Erfüllung befindet. Vom Tage des Eintritts der Gefangenen in die Anstalt Untermaasfeld beginnt die zielbewußte Arbeit am ganzen Menschen. Die Einlieferung. Die Der Neuling fommt in die erste Stufe: die Beobach= tungsstufe. Am nächsten Morgen besucht ihn der Fürsorger und gibt ihm Papier, damit er seinen Lebenslauf niederschreibt. Das Ergebnis der ersten darauffolgenden Unterhaltung wird dem Anstaltsrat mitgeteilt, die Wachtmeister bekommen Berhaltungsmaßregeln, durch das Städtische Wohlfahrtsamt oder durch die Thüringische Gefängnisgesellschaft wird mit der Familie des Gefangenen Fühlung genommen und im Notfalle für Unterstützung gesorgt Auch ber Direktor kennt jeden seiner Leute aufs genaueste Der Ge fangene erhält eine seiner Persönlichkeit angepaßte Arbeit, die er in der Regel in Gemeinschaft mit anderen Gefangenen ausübt, er bekommt einmal wöchentlich je ein Unterhaltungs- und ein wissenschaftliches Buch, hat bloß eine Stunde Aufenthal: um Freien, ver= bringt seine ganze Zeit in der verschlossenen Zelle, der Schulunterricht ist obligatorisch. Die Länge des Aufenthalts in der Beobachtungsstufe wird in der Rege: von der Persönlichkeit des Gefangenen abhängig gemacht. Die eigentliche erziehliche Einwirkung beginnt in der zweiten Stufe: der Behandlungsstufe. Hier tritt der Gefangene in die Gemeinschaft ein und muß sich, ob er will oder nicht, in ihren Geift einordnen, Selbstverständlich gibt es da eine Anzahl von | Menschen, die noch in ihrer trüben Vergangenheit schwelgen; tonangebend sind aber nicht sie. sondern die anderen, die bereits ein Stück Selbsterziehungsarbeit hinter sich haben und für die die Bewährungsstufe als Uebergang zur Freiheit das sehnsüchtigste Ziel ist. Die Gefangenen der zweiten Stufe haben ihre Vertrauensleute, die sie der Direktion gegenüber vertreten. Sie entsenden ihre Bertreter in das Anstaltsgericht und in den Kantinenausschuß; fie nehmen am Turnen und an Freiübungen, am Schulunterricht und an der Arbeitsgemeinschaft teil, wirten mit im Anstaltschor und im Orchester, beteiligen sich an Schachturnieren und Anstaltsfeiern, an Borträgen und Radiokonzerten, verfügen selbständig über ihre Freizeit auf den Gefängnishöfen; zu je acht, denen ein selbstgewählter Tischältester vorsteht, speisen sie an einzelnen Tischen im gemein famen Speisesaal oder im Freien, auf dem großen Anstaltshof, der teils aus Rasen, teils aus Blumenpflanzungen besteht. So reifen fie allmählich für den Eelbstverwaltungsbetrieb der dritten Stufe heran. Auch ihnen ist ein Fürsorger zur Seite gestellt, an den sie sich mit allen ihren Nöten menden können. Und schließlich die oberste Stufe: die Bewährungsstufe. In Untermaasfeld gehören ihr 31 Gefangene an. Sie be wohnen kleine Räume, deren Zellencharakter bloß das hohe Gitterfenster verrät; die bunt angestrichenen Wände in jeder Zelle verschieden haben etwas ungemein Anheimelndes; das an die Wand befestigte Bett ist von einem farbigen Vorhang verdeckt. über dem ein Holzumbau ein Regal bildet; vor dem bequemen Tisch ein Stuhl mit einer kurzen Rückenlehne; ein Schrank dient zur Aufbewahrung von Kleidern, Wäsche, Geschirr; die elektrische Lampe läßt sich an einem Pendel frei bewegen; je nach der Individualität des Gefangenen sieht man in den Zimmern Blumen, Bücher, Bilder, Pheteraphien. Ein gemeinsames Kachelflosett ersetzt den berüchtigten Kübel in der Zelle. Ein Kochherd gibt die Möglichkeit zum Kaffee= oder Teekochen; ein freundliches Gemeinschaftszimmer mit runden Tischen und im Bauhausstil angestrichenen Wänden, mit Fenstern, die nicht mehr gefängnismäßig hoch sind, dient als Speise- und Aufenthaltsraum. Von hier aus ein mundervoller Blick auf den Thüringer Wald. Nicht weniger stimmungsvoll das Zimmer des Fürsorgers; er verbringt hier seine Nachmittage bis 8 Uhr abends und zweimal seine Abende bis 10 Uhr. An den übrigen Abenden wird er durch einen Fürsorger aus einer anderen Stufe vertreten. Die Selbstverwaltung der dritten Stufe. An der Spitze der Selbstverwaltung der obersten Stufe steht ein Ausschuß von fünf Gefangenen. Er wählt seinen Vertreter in das Anstaltsgericht und in die von den Gefangenen felbstverwaltete Anstaltskantine. Die Bücher werden getauscht, so oft es erforderlich ist. 31 Zeitungen sämtlicher Richtungen, it Ausnahme ,, um= stürzlerischer", hängen im Abteilungsforriodor aus; die zweite Stufe erhält sie erst am Sonntag für die ganze Woche, ebenso die Fachzeitschriften. Der ersten Stufe steht eine im Buchthaus Waldheim erscheinende Zeitung zur Verfügung. Innerhalb der Anstalt besteht für die dritte Stufe unbeschränkte Freiheit. Die Ausflüge in die weitere Umgebung Untermaasfelds haben seit 1923 nur ein einziges mal zu einer Entweichung geführt; der Ausreißer war ein Geistes franfer. Dies die dritte Stufe; fie stellt eine geschlossene Gemeinschaft dar, jedoch nicht abgeschloffen gegen die übrigen Gefangenen, die durch den Geist der dritten Stufe ungewollt beeinflußt werden. So sollen ihr auch gegen ihren Willen neue Mitglieder nicht aufgezwungen werden; in jedem einzelnen Falle segen sich Direktor und Anstalts rat mit ihr in Verbindung. Es kommt vor, daß die dritte Stufe selbst um die Aufnahme des einen oder anderen Gefangenen nachfucht; es geschieht aber auch, daß auf ihren Wunsch das neu hinzu gekommene Mitglied in die zweite Stufe zurückversetzt wird. Es ist einmal so; die dritte Stufe stellt einen Gemeinschaftsorganismus dar, der auf selbstgewollter Disziplin und auf gegenseitigem Vertrauen der Kameraden untereinander und dieser zur Verwaltung aufgebaut ist. Unterhält man sich mit alten Gefangenen, die sich sieben, acht oder mehr Jahre in der Anstalt befinden, so wird einem der Unterschied zwischen früher und jetzt erst richtig far. Jetzt fühlen sie sich als Menschen, als verantwortungsvolle Persönlichkeiten, sie stehen nicht mehr unter einem Druck wie früher und trotzdem sagen sie: Das Leben in der Anstalt ist in gewisser Hinsicht schwerer als früher; Das Anstallsgericht. früher galt nur eins: nicht gegen den Korporativgeist der eigenartigen Verbrecherkameradschaft verstoßen, der Administration gegen über heuchelte man aber Unterwürfigkeit. Jezt hat man Verpflich tungen, die aus der Selbstverwaltung entspringen, es gibt auch eine öffentliche Meinung der Kameraden, die mit den Anstaltsinteressen als ein Ganzes zusammenfällt. Anstaltsgericht und Disziplinarabteilung. Seinen höchsten Ausdruck findet dieses Berantwortungsgefühl der Gefangenen im Anstaltsgericht. Es besteht aus dem Direktor, dem | Amtmann, den drei Fürsorgern, dem Inspektor, dem Hauptwachtmeister, dem Hauptverwalter und zwei Gefangenen, dem Vertrauensmann der zweiten Stufe und einem Ausschußmitglied der dritten. Bei allen Meldungen der Aufseher über Hausvergehen, wie bei Bergehen Gefangener gegen ihre Kameraden tritt das Anstaltsgericht zusammen. Der Gefangene gibt seine Erklärung ab, er fann durch Beugenvernehmung eine Beweisaufnahme verlangen; darauf folgt die Abstimmung sowohl über die Schuldfrage als auch die zu ver hängende Hausstrafe: Kostentziehung, Lagerentziehung, Verweis, Arrest. Ist der Beamte im Unrecht, so wird ihm nahegelegt, von seiner Meldung zurückzutreten; handelt es sich um eine Bagatelle, so wird unter Umständen dem Gefangenen nahegelegt, sich zu ents schuldigen. Ist aber das Anstaltsgericht der Ansicht, daß eine Hausftrafe im gegebenen Falle nicht imftande sein würde, eine erzieherische Wirkung auszuüben, so wird die Versehung in die Strafftufe zum Borschlag gebracht. Diese Bersetzung wird dann, falls er forderlich, vom Anstaltsrat bewerkstelligt. Die Urteile des AnwaltsBeim Turnen. gerichts müssen vom Direttor genehmigt werden; in seiner Macht liegt es auch, fie zu mildern. Die Gefangenen der Strafstufe werden in besonderen Zellen mit doppelten Türen gehalten, ihre Arbeit tun sie in der Zelle selbst, ihr Aufenthalt im Freien ist nur furz bemessen, auch sonst unter liegen sie einer ganzen Reihe von Einschränkungen, sie sind von der übrigen Gemeinschaft der Gefangenen vollkommen isoliert. Bon den 23 Strafzellen waren während des Besuchs nur 11 besetzt. Es handelte sich um schwere Disziplinarvergehen, Gewalttätigkeiten usw. Bibliothek, Arbeit, Musik, Innenausstattung. Eines der wichtigsten Erziehungsmittel der Anstalt ist die Bibliothet. Sie enthält etwa 3000 Bücher aus den verschiedensten Wissensgebieten. Wertlose Lektüre gibt es darunter nicht. Von den Gefangenen, ausgefüllte Wunschzettel, auf denen, nach Wissens gebieten getrennt, die Nummern der gewünschten Bücher aufge= schrieben werden, dienen dem Bibliothekar, der ein Gefangener ist, als Wegweiser bei der Auswahl von Büchern. Der dritten Stufe steht ein eigener Katalog zur Verfügung. Der Einfluß der Lektüre auf die Gefangenen ist unbestreitbar. Der seit dem 1. März d. J. in einer besonderen Karthotel geführte Lebenslauf der ausgeliehenen Bücher spricht in dieser Beziehung eine beredte Sprache. So wurde das Buch von Hermann Bopert Helmut Haringa" innerhalb 4% Monaten 25mal angefordert; Ingenieur Horstmann" von Hegeler 15mal! Der Spieler" und„ Der ewige Gott" von Dostojewski je 18mal; einzelne Bände von Gorfi 13- bis 18mal; ,, Anna Karenina" von Tolstoi 13mal. Bon ernster Literatur:„ Die Lebens. erinnerungen" von Bismard 16mal, das dreibändige Werk von August Bebel, Aus meinem Leben" 12mal;„ Der Zukunftsstaat" von Ballod 16mal; die Werke von Dr. J. Klug Lebensbeherrschung und Lebensdienst",„ Der Mensch und die Ideale"," Das Leben" neunbis zehnmal;„ Das Thüringer Wanderbuch" von Irinius 33mal. Die Arbeit ist, wenn es irgend geht, instruktiv gestaltet; die Gefangenen sollen nach Möglichkeit ihre Gesellenprüfung ablegen. Neben einer Maschinen- und Handtischlerei, einer Schneiderei und Schufterei, einer Schlosserei und Schmiede, Schloßmontage und Stellmacherei gibt es auch weniger wertvolle Arbeit in der Tütenfleberei und Mappenfabrit. Bon größter Bedeutung ist aber die Landwirtschaft, die neben dem Gutshof in Untermaasfeld selbst noch einen ausgedehnten landwirtschaftlichen Betrieb 3 Kilometer entfernt in Grimmental aufweist 360 Morgen Land, 50 Stüd Rindoieh, 12 Pferde, 84 Schweine. Etwa 60 Gefangene, die teils auf fremden Gütern verteilt sind, befinden sich tagsüber unter Aufsicht weniger unbewaffneter Aufseher auf dem Felde. Daß die Außenarbeit sehr beliebt ist, ist selbstverständlich. Eine Meisterleistung ist das Streich orchester. Es besteht erst seit wenigen Jahren, zählt 15 Mitglieder darunter keine Be rufsmusiker, und nur drei, die spielen konnten und 19 Musikschüler. Dirigent ist ein Gefangener; er hat auch die Leitung des ganz jungen Blasorchesters und des Gesangchores. Gegen den humanen Strafvollzug der thüringischen Straf anstalt in Untermaasfeld find Stimmen laut geworden, die von einer Bermeichlichung sprechen. Es wurde angezweifelt, ob es angebracht fei, Zuchthäuslern derartige Vergünstigungen zu gewähren. Die Erfolge der Anstalt strafen diese Zweifler Lügen. Die Anstalt Untermaasfeld liefert den besten Beweis, daß nicht durch Härte, sondern allein durch menschliche Behandlung, die bis ins fleinste die Gesamtpersönlichkeit des Gefangenen erfaßt, eine innere Wandlung des Menschen und seine Erfüllung mit sozialen Werten möglich ist. Nur so allein fonnte das soziale Experiment gelingen: Ein Zuchthaus, in dem der Zuchthäusler Herr der Lage war, 3 น einer Anstalt werden zu laffen, in der trop der Freiheitsberaubung Wege zur inneren Wandlung gebahnt werden. Leo Rosenthal. &tri von j�sojlL fBvTcrJfhüLlszr (42. Fortsetzung.) .-s awrb etwas, war]) immerhin noch nicht sehr viel. Aber ehe Hilde dieses wichtige Problem einer Lösung zusührte, oh. es präsentiert« sich zu Beginn eines jeden Winters und war Heuer nicht einmal so urgent, hatte sie mit Edi Drüber«in« Unter- redung. Der erwartete sie am Abend vor der Anatomie. „Dos ist ja jetzt sehr schwer, Sie zu Gesicht zu bekommen. D!« Mama ist schon ganz bös auf Sie. Fräulein Hilde, und zu .Haus sprechen nur zwei Menschen von Ihnen, die Lutz und ich." „Ist denn die Mama Aruber schon van Auflee zurück?" fragte Hilde. „Ja, seit vorgastern."" „Na. da hat sie noch nicht viel Zeit gehabt, sich über mich zu äußern," lachte Hilde. „Dochl Sie haben ihr ja auch dort gefehlt, ihr. allen unseren Bekannten, mir.. Pause. „Ja, sagen Sie, a. propos Aussee, Fräulein Hilde, erinnern Sie sich noch, daß Sie mir dort was versprochen haben?" „Ich erinnere mich, daß ich Ihnen nichts versprochen Hab'." „Ah so, Tie erinnern sich sedenfalls. Dann ist'/ sa gut, das heißt, dann ist's g'sehlt" „Seien S' nicht so dumm, Herr Edi, gar nichts ist g'fehlt." „Also doch nicht. Sprechen wir offen. Sie hätten mir ver- sprechen sollen, daß Sie mich vor jeder— entscheidenden Wandlung in Ihrem Leben verständigen." „Na, und?" „Das haben Sie nicht geholtem" „Und ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich das, was ich nicht versprochen Hab', geholten hob'." „ülber das ist ja nicht möglich! Sie laufen ohne Abschied vom Schloß Wunder oller Welt fort, Sie verschwinden aus unserem Gesichtekreis, das deutet doch nur auf«ine» hin: Sie find verliebt oder verlobt oder verheiratet." „Wer ich Hab' einen Fehltritt zu verbergen, was? Ich schwör' �bnen aber, daß ich nur«inen Großpapa gekriegt Hab', sonst nichts." „Was heißt dos?" „Eine sehr intime Familienangelegenheit." „Ihre Frau Großmama hat geheiratet? Meine aufrichtigsten Glückwünsche." „Ich danke. Aber Sie können sich vorstellen, daß so etwas sehr mühevoll und zeitraubend ist." „Sie waren'?, die Ihre Großmama unter die Haube gebracht hat?" „Nehmen Sie'«, wie Sie wollen, aber ich war sehr beschäftigt. Und bin'? noch immer. Aber setzt nur mit meinem Studium."" „Beschästigt! Immer sind Sie beschäftigt. Wieviel Jahr' hat die blöde Medizin? Bier Jahr', fünf Jahr'? Da werden S' fünf Jahr' wieder beschästigt sein!" Der Edi war, wenn er mault«, immer sehr herzig: er wußte es und nützt« es aus. „Erzählen Sie mir vom Schloß Wunder aller Welt, von Ausfee..." Edi erzählte von Jagden, von Autoousflügen. von Motorboot- fahrten-, die Personen waren dabei Figurinen, wie auf Neklame- bildern, die Hauptsache waren die Pferde, Automobile und Boote. Hilde wußte an dos denken, was olles immer nach ihrer Rückkehr der lc&g« Drobauer.zu berichten pflegte. Das war die Welt, die weite. Hinstürmeich«, von Leiden durchzogene, kämpfend«, zukunft- erfüllte Welt. Di« aber, die Edi mit behaglichem Spvit schilderte, war sie lebendig oder tot, schrieb sie 1922 oder die Zahl eines ver- gangenen Jahrhunderts, war sie«in physikalisches Experiment, bei dem man die Gesetze der Umwelt ausschaltete, war sie Wirklichkeit? „Sie hör'n mir ja gor nicht zu!" rief Edi und zog Hildens Gedanken wieder an sich. „Dach, doch. Herr Edi. Was ich für Herrlichkeiten ausgelassen Hab'!" sagt« Hilde und suchte einen ironischen Ton hineinzulegen. „Aha! Sehen T' das ein? Sie müflen reiten, Automobil lenken und jagen lernen, Fräulein Hilde. Besonders jagen! Das paßt, wenn man Sie so anschaut, für Sie besser als diese blöde Medizin, glauben S' mir, ich bin ein Menschenkenner. Wenn S' Blut sehen wollen, so haben Sie das auf der Jagd im Wald, und das ist schöner als in einem chirurgischen Operationssaal. Was aber die Herrlich- keitcn betrisst, so werden sie sich wiederholen. Wer' ma schon machen.„Ein freies Leben führen wir, ein Leben voller Wonne.. wird in den„Räubern" gesungen. Paßt in jeder Hinsicht auf uns! A propos, Räuber, darf ich Ihnen eine Indiskretion verraten, aber Sie werden diskret fein? Versprochen?" „Versprochen!" „Also, die Dely soll sich verloben, raten Sie mit wem?" „Mit dem Baron Rosenberg." ..Na, woher wissen Sie das?" „Sie haben mich ja aufgefordert, es zu raten." „Das ist ja unmöglich. Oder hab'n S' was bemerkt? Die Sache ist erst seit einigen Tagen überhaupt so weit. Jetzt muß man ihn nur noch von seiner bisherigen Freundin losreißen... soll schwer gehen... kostspielig... recht hat s'. Na ja, zum Vergnügen liebt man dock den Baron Rosenberg nicht... die Dely schließlich auch 'licht. Aber o Glück ist's doch!" Der Edi war heut« sehr redselig. ..Wissen'?, man sagt, der Baron soll verliebt gewesen sein..." „In seine Freundin?" „Aber ka Spur. In Irgend a Mädel aus»nseren Kreisen... wahrhaftig unglücklich verliebt... halten Sie dos für möglich, daß ein Baron Rosenberg unglücklich verliebt ist? So a Gans! Der Kerl wird ja immer reicher. Der zählt überhaupt nur mehr in Dollars, wann der, was zwar selten, aber doch passiert, einem Bettler ein paar Groschen gibt, rechnet er sich'? erst in Dollar um, sonst fürchtet er sich, daß es zuviel ist. Und den �soll wirklich und .rxrhrhaftig ein Wiener Mädel, ein Kronen-Mädel, ausgeschlagen haben!" „Wiflcn Sie. unter uns, ihren Nomen?" „Nein, das ist da? Gemeinste dabei. Der Schubert hat so was angedeutet, ist aber verschwiegen wie ein Grab, nein, wie«in Grab- stein. Er iveiß nur Rühmende» zu erzählen... von ihr, der Un- betonnten. Und so.zusagen, aus unglücklicher Liebe heiratet der Baron die Dely. Wenn nicht jene, dann ist's ihm Wurst So profiliert die Dely davon Jedenfalls kriegt sie einen Smaragdsihmuck, der sich gewaschen hat. Bor ihr soll ihn die russische Zarin besessen haben. Das flt auch was wert." Manchmal fand Hilde den liebenswürdigen, netten Edi un- begreiflich, manchmal graut« ihr direkt vor ihm. Auch jetzt empfand sie dieses Grauen, und sie war froh, am Ziel, vor der Wohnung des Fräulein Salome Blau am Kolowvatring. zu sein. Al» Edi erfuhr, warum sie da hinausging, fragte er treuherzig: „Schauen S', ist dos itotwendig?" ,.Ra und ob's notwendig ist, Herr Edi." „Ich mein' anders. Es... könnt' anders sein." „Versteh' ich nicht. Auf baldiges Wiedersehen! Ich meld' mich an, wenn ich zur Mama Gruber kommen kann." „Aber bald, ja?— damit die Maina nicht bös ist." Der Besuch bei Mama Gruber fiel glnnpflicher aus. als Hilde ar wartet hatte. Di« Frau war entschieden zu dick, um lange zu schmollen. Sie schimpfte sehr liebenswürdig, versprach Hilde zu verstoßen und schloß sie in die Anne und erkundigte sich, wie es ihr ergangen sei und wartete keine Antwort ab. Bon Hildens unter- bliebener Theaterkarrisre sprach sie auch mit einigen Worten. „Und du hast wirklich das Theaterspielen aufgegeben, Hilde? Talent host du, Hilde, die Jrou Neuniami-Norret war sehr mit dir zusrieden. hübsch bist du und Protektion hättest du auch haben können, und ziehst vor... na, ich glaub', dir das früher schon öfter auseinandergesetzt zu haben. Du bist in deiner Art ein Phänomen." „Schau Mama, wenn ich aber gar keine Lust zum Theater habe." „Lust haben, Lust haben! Nicht einmal zum Heiroten braucht man heutzutag noch Lust zu haben. Ein Beruf ist zum Geld- oerdienen da." t.Nicht bloß. Mama Gruber.", „Du bist dieselbe Jdealfltin geblieben, der Verkehr mit uns hat dir gar nichts genützt. Ich mächt nur wissen, wer dein Gehirn mit diesem unpraktischen Blödsinn angefüllt hat. Denn von allein ist man doch nicht so." „Ich bin wirklich von allein so— dumm." „Na, na, mir kommt so manches merkwürdig vor. Aber du hast dich emanzipiert, bitte! Du bist frei' Ich werde duh nicht zurück- halten, so viel Unsinn zu machen als du nur zustande bringst. Ich hätte dtr eine andere Karriere verschafft,«ine Schauspielerin wie dich kann ich ans Burgtheoter engagieren lasten uich wen du alles hier kennengelernt Haft! Di« Bezieljungen! Das hast du hin- geworfen... bitte!... wozu? um verlausten Proietanerkindern ihre Krankheiten zu heilem Es geht dir ja ja gut. daß du an die anderen Leute denken darfst. Da kann man eben nichts machen! Es gibt ver. schieden- Arten von Geisteskrankheiten. Mama Gruber zündete sich nach der erloschenen Zigarette eine neue an und sprach von allem mögsichen, dos heißt von Toiletten, die sie bestellen, von Festen, die sie mitmachen, von Reiseir, die sie unternehmen wollt«, dazu Tratsch, Weitergab« von üblen Gerüchten, Verdächtigungen guter Bekannter... Hilde saß da, hörte in voller Anteilnahme zu. sprach mit. lochte und erriet Andeutungen und dachte dabei in einem fort: Dag ist eine Welt... I Do» war einmal meine Welt.. I Wie war das nur möglich gewesen? Früher hatte sie mit ihren Instinkten gegen den Geist, dar in diesen von künstlerischem Geist geordneten Airn- mern herrschte, angekämpft. Und war ihm immer wieder doch unter- legen. Jetzt war keine Gefahr mehr. Sie stand zu ihm nicht mehr in Opposition, sie stand über ihm... jawohl, über ihm, das wußte sie bestimmt. Er konnte Ihr nichts mehr anhaben, sie spielt« mit ihm wie mit einem Schoßhündchen, das man ew bißchen krault. auch ein bißchen ärgern kann und da» ganz gefahrlos ist. Als Hilde mit Mama Gruber fertig war, die natürlich plötzlich aufsprang und sich mn kleiden und wegfahren mußte, suchte st« erst Lutz in ihren Zimmern auf. Denn jetzt hatte jedes Foinilrenmitglied der Gruber» seine Gemächer, ein Stockwerk war auf die alt« Villa aufgefetzt worden, und so hatte man enorm viel Platz geschosten. Die arm« Lutz wieder, hatte sclbswerständiich Kopfweh und lag zusammengekauert auf einer Ehaiselongue. Ihr war es hauptsächlich darum zu wn. über dos medt.zinische Studium näheres zu erfahren. „Du, dos muß ja furchtbar interessant sein. Und furchtbar unanständig, nicht?" Hilde lächelte.„Das ist dir das Wichtigste dran?" (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. wiiminmnnmniimiiiiuimiiiuiiiuiniimmuiMimuiiiHuniHiinuiniiiniiiiinniiHiiiiiimiiiigiminiiinMiiiiiiintimiiDUiiiiiiHiinuiiuiiiiwiiiiimiiuiiiniiiniiiiiiuiiiniHniiuniium Eine Flaschenpost. Am 18. Mai 1927 ging der Dampfer„President Roosevell" von Bremerhaven nach New Bork in See. Am 22. Mai traf auf dem Dampfer radiotelegraphisch die Nachricht von Lindberghs Ankunft in Frankreich ein. In der freudig erregten Stimmung über diese Botschaft tauchte der Vorschlag aus, ein« Flaschenpost ins Meer zu werfen, in der die Passagiere der Begeisterung und Freude über Lindberghs gelungenes Wagnis Ausdruck verliehen. An letzter Stell« unterzeichnete ein Dentist aus Berlin, der sich auf einer Studienreise noch den Vereinigten Staaten bcsand. Er unterzeichnete aber nicht bloß, sondern setzte auch einen Dollarbetrgg als Belohnung für die Person aus. die die Flaschenpost finden und chm dies melden würde. Als der Dentist dieses Reiseinterinezzo schon so gut wie vergessen hatte, traf kürzlich in Berlin ein aus Saffi(In Marokko) vom 8. Mai 1923 datierter, französisch geschriebener Brief bei Ihm ein, in dem eine Madame Berger, Inhaberin eine« Modeateliers, be- richtete, daß sie gelegentlich eines Spazierganges in Ouailles an der Küste die Flasche gesunden habe. Sassi ist«ine kleine, am Atlan- tischen Ozean zwischen Cap Eantln und Tensift gelegene Stadt, die durch den Export von Sasfianleder eine gewiss« Bedeutung erlangt hat. Die ausgesetzte Belohnung wurde der Dame zugesandt mit der Bitte un> Uebcrsendung des Schriftstückes, das die Auslobung ent- hielt. Am 39. Mai ging von Saffi ein zweiter Brief ab, der den Zettel enthielt und am 8. Juni in Berlin bestellt wurde. Die Flaschenpost hatte, um den Weg zur marokkanischen Küste zurück- zulegen, des Zeitraumes von einem Jahr weniger fünfzehn Tagen bedurft, was für die Ozeanographie von Interesse sein dürft«. Stahlhelm-Helden. „Immer raus mit Lambach und Konsortenl Wir sind zwar ooch Handlungsgehilfen, aber unsereins sucht da» in anständiger Gesellschaft doch zu verbergenl"(Aus dem„Wahren Jakob".) Stadtbahn— Untergrundbahn. „Alles schon dagewesen", sagte angeblich Rabbi Ben Akibo: und wen» ein süewitziger Berliner etwa meint«, daß die großzügige Umgeslailung des Berliner Stroßenbilde» durch den Unter- grundbahnbau etwas Neues sei, so irrt er gewaltig. Eine ähnlich« Veränderung brach:« in den 70er Iahren des vorigen Jahrhunderts auch der Bau der Berliner Stadtbahn. Vor uns l-egt der„Boer", ein« Zeitschrift sür„vaterländische Geschichte und Altertumskunde", vom 22. November 1879. die sich mit dem S'adtbahnbou bejchäft'gi; und die zu folgendem Urteil kommt:„Jene Ausgeburt der Gründer- zeit, das Ungeheuer„Berliner Stadtbahn" genannt, das Häuser, Brücken, Wasserläuse verschlingt, kein Eigentum relpektiert, aber dafür desto mehr herrlich« Blick« auf große Plötz« und majestätisch« Straßen ruiniert: dieser» Ungetüm sollt auch draußen sin Freien manche Idylle zum Opfer." Wir können heut« ein ähnliche» Klage- lied anstimmen, aber wir hoffen, daß aus den Ruinen wieder neues Leben sproßt und daß dos neu wachsende Stücklein Verlin den modernen Erfordernissen eher entspricht, al» das verschwundene, wie es beim damaligen Stadtbahnbou trotz aller Gegner auch der Fall war. Die Wiener Arbeiter trinken weniger. Im Wiener„Abend" lasen wir kürzlich:„Das Arbeiterhcim Favoriten schenkt heute nicht mehr ein Viertel der im Jahr« 1913 verbrauchten Alloholmenge aus. Don 89 999 Liter- Bier und Wein ist der Verbrauch aus weniger als 29 999 im Jahr gesunken. Zwei Drittel des gesamten österreichischen Alkoholnerbrauchs gehen Herne auf das Konto der B ü r g c r l i ch c n... In den von Aibeüern besuchten Wirtshäusern sinkt der Alkoholoerbrauch gewaltig. In Versammlungen, die von 1999 Leuten besucht sind, werden kaum mehr 29 Krügel Bier getrunken." Selbst wenn man die wirtschastliche Not der Massen auch als eine Ursache des verminderten Alkoholkonsums uk Betracht zieht, so ist sicherlich der Rückgang des Alkoholismus in der österreichischen Arbeiterschaft zum erheblichen Teil ausdrücklich gewollt. Die Ar- betterführer, allen voran Vittor Adler, haben dort seit Jahr- zehnten planmäßig die Trinksitten bekämpst, sind persönlich mit gutem Beispiel vorangegangen und haben die sozialistische Abstinenz- b-wegung kräftig gefördert. Wenn auch in Deutschland der Zllkohol- verbrauch gegenwärtig noch niedriger ist als vor dem Krieg—, die ständig siegenden Derbrauchszisfern zeigen doch wie ein Bärometer, daß die breiten Volksschichten sich immer mehr wieder aus den Altoholgenuß«instellen und die Alkoholgesohr nicht klar genug er- kennen. Das Geheimnis der Hotelzofe. Eine recht amüsante Geschichte läßt sich das„Journal" aus Montpellier berichten. Bor etwa.zehn Tagen wurde dort«in i Pärchen unter der Anschuldigung öffentlichen Aergernisies ver- hast«. Der Mann war ein 2Zjähriger Bursche. Di« junge„Frau", unier dem Namen Iuliettc Renondan bekannt, hatte den Denis eine» Zimmermädchens In verschiedenen Hotee ausgeübt. Das Paar wurde bis zu seiner Berantwortung vor den Dtrafrichtern in das Gefängnis geschickt. Iuliette Renondon wurde natürlich der Frouenabteilung überwiesen. Sie hatte ihre Zchlafstätte Im Schlaf- saal der weiblichen Gefangenen. Nach mehreren Tagen und Nachten- teilte nun eine Gefangene dem Wächter des Schlafsaales mit, daß. die Iuliette Renondon ein M a n» sei. Di« Beamten ließen„Iuliette" tu Einzelhaft überführen. Die Polizei ist gegenwärtig bemüht.\ die Personalien der„Iuliette" festzustellen. Im Kampf mit den Finnen. 6: 42,7. Berlins Zeit betrug 6: 56,4. Ungeteilten Beifall fanden auch die Vorführungen von Frl. Meudtner( Union Neukölln), Hans Luber( Poseidon) und Takashina( Japan) im Kunst- sowie Grothe und Maraun( Poseidon) im Turmspringen vom 10- Meter- Brett. Im Wasserballspiel zeigte sich der Brandenburgische Meister Großkampftag im Arbeitersport am 2. September im Tiergarten- Beißenfee 96 mit 5: 1( 2: 0) Spandau 04 einmal mehr überU Sportplatz. Der Start der finnischen Ländermannschaft beim| Rönnen gegen die Klasse unserer Langftredler, wie Romenat, BameHerbstsportfest des 5.- 23. Moabit am 2. September auf dem Lier renz- Schönow, Gäbide Moabit, Buch- Leipzig, Luz- Stettin und vorgarten Sportplag, über die der 2 bend" bereits am ausfidhlich auch Wagner- Leipzig zu zeigen. Im Einladungskampi Mittwoch vergangener Woche berichtete, wird den Höhepunkt der über 110 Meter Hürden treffen Mehwald- Rathenow, Walsdiesjährigen Wettkampfzeit im Groß- Berliner Arbeitersport bilden. leben- Burg. Schulze- Weißwasser und Rummler- Sparta zufammen. Gegenüber dem unerfreulichen Kampf der Geister in der Bewegung Bon den Wurf Wettbewerben intereffiert das Speer: tritt die geschlossene Masse der aktiven Sportler in erfreulichem zu werfen auf Einladung mit dem finnischen Refordmann Iattinen, fammenhalt in Erscheinung. dem Schulze- Weißwasser, Beyer, Rheinhardt- Berolina, Schulz, Rund 800 Teilnehmer mit 1300 Einzelmeldun| Mesenberg- Burg gegenüberstehen. Im Kugelstoßen ift gen und 180 Staffelmannschaften sind das bisherige Franzen nicht zu schlagen; seine schärfften Gegner find Taffinen, Bun Mibl Franzen it Etholen Nummelin 905 18 TUD Gefamimelbeergebnis. Eine Beteiligung ist damit erreicht, die für ben Arbeitersport als beste Werbung geeignet ift. Die Bor fämpfe für Frauen und Jugend gelangen bereits am Bor mittag ab. 9.30 Uhr, die der Männer ab 12 Uhr zum Austrag. Dem Beginn der Hauptfämpfe um 15 1hr geht der Ein marsch aller Teilnehmer vorauf. Der Nun zu den einzelnen wichtigsten Kämpfen des Tages: offene 100 Meter Lauf der Männer bringt unter 18 Bewerbern Heldt, Wienide- ASC., Wenzel- Berolina, Leistitom und Hinge- Burg mit Ethofen zufammen, der bei Wiederherstellung vou feiner Musleigerrung in front vor feinen Bezwingern in Rathenom enden sollte. 3m 1000 meter 2aufen sind 58 Teilnehmer am Start; im Einladungswettbewerb haben die Finnen Nummelin und Halen stärffte Gegnerschaft m Bener Barolina, Andra- Lichtenberg, Gülle, Birtholz- Stettin, Huwe Ruhlsdorf. Eine weitere Berbefferung der Bundesbeltzeit ift zu er. marten. Beim 5000 Meter Laufen mit 54 Teilnehmern hat der Arbeiter- Nurmi Birtanen Gelegenheit, fein überlegenes Und wieder ein donnerndes Halt! Wie immer kommunistische Flegeleien. Bundestreue und sozialdemokratische Sportler hatten für Mitt wech zu einer Gründungsversammlung einer Turn- und Sportabter lung im Bezirk Zempelhof aufgerufen. In der Versammlung gab es zunächst ein unerfreuliches Vorspiel. Mehrere Fichte" Mitglieder mußten darauf aufmerksam gemacht werden, daß ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist. Dr weder politisch noch gemert: schaftlich organisierte ,, laffenfämpfer und Teilnehmer an der Spartafiade" Appelt mar zu feige, die diesbezüglich an ihn gestellte Frage zu beantworten. Troß mehrfacher Aufforderung, den Raum zu verlaffen, blieb er dickfellig fitzen. Erst als er einfah, daß die Geduld unserer Genossen zu Ende war, forderte er seine Fichtegenossen auf, den Raum zu verlassen. Man wollte alfo provozieren. Nach diesen Borgängen mar es jedem flar, daß es mit solchen charakterlofen Menschen feine Gemeinschaft geben fann. Takihen 26 Halen 25910 Virtanen mit | Balsleben- Burg, Wehn- Sparta, Kalmeit- Moabit, HauptmannWehn Sparta, Kalweit- Moabit, Hauptmann Leipzig. Bener- Berolina. Auch im Distuswerfen 68 Teilnehmern ist Franzen der Sieg nicht zu nehmen. Bei den Sprungmettbewerben ist Lattinen im Weitsprung gegen 60 Bemerber, barunter Mehwald- Rathenow, am Start. Unter den 18 Teilnehmern am, Stabhochsprung find Meh wald- Rathenow und Schulze- Weißwasser Favoriten. Mit 18 Be merbern ist auch das 5000- meter- Gehen gut besetzt; hier find zu nennen: Gebrüder Dames- Sparta, Blanfenburg, Gierde- Moabit, Bossier- Bernau, Lehmann- ASC., Wolf- Bohnsdorf, Briegel- Brandenburg, Bließ- Rathenem. Maffenbeteiligung ist auch bei den Staffeln und den Wettbewerben der Jugend und der Frauen. Wer nimmt Sportler in Quartier? Zu dem obenbesprochenen Sportfeft benötigt der Sportverein Mcabit eine größere Anzahl Quartiere. Meldungen erbittet: R. Lipps, Berlin NW. 21, Stephanstraße 50. Japanische Schwimmer in Berlin. Die japanischen Olympiafchwimmer starteten gestern auf Einladung Berliner Schwimmvereine im Wellenbad Lunapart. Es war ein voller Erfolg für die Vereine mie für den Sport. Lange vor Beginn der Borführungen waren Tribünen und Hallenpläße bis auf den legten Platz gefüllt und Japans her vorragende Meisterschwimmer zeigten sich in blendender Form. 3m 100- Meter- Freistilschwimmen erzielte I ataishi mit 59,5 Gefunden eine Zeit, die in Deutschland noch von feinem Schwimmer erzielt worden ist. Sein Landsmann Sata murde in 1: 04,6 3weiter, der brandenburgische Meister Lochte: ( Poseidon) Dritter. Der Rodemader Begminger Ifruta mar im 200- Meter- Bruftschwimmen natürlich eine Klasse für sich. In der ausgezeichneten Zeit von 2: 51,2 verwies er seinen Landsmann Mapatari( 2: 59,2) und Dornheim- Berlin( 3:00) auf die Plätze. Küp pers- Bierfen, Deutschlands Meister im Rüdenschwimmen, trat seinem japanischen Widersacher und Bezwinger in Amsterdam 3: ye gegenüber. Es gelang Küppers niht nur, den Japaner über die 100- Meter- Strede hinter sich zu lassen, sondern er jhwamm mit einer Zeit von 1: 11,4 vorausgelegt, daß die Länge der Bahn einen neuen deutschen Rekord heraus. genau jtimmt 3rye wurde in 1: 14,4 3weiter. Um so glatter ging die Gründungsversammlung vor sich. Hier wurde einem schon lange vorhandenen Bedürfnis weiter Bevölkerungstreife entsprochen und eine Stätte gefchaffen, ander die Arbeiterschaft Tempelhof Mariendorfs Sport betreiben tann, ohne politisch angeefelt zu werden. Bereits jetzt haben sich schon 87 Erwachsene zur Aufnahme gemeldet. Weitere Aufnahmen nehmen der Borsitzende Emil Kämmerer, Tempelhof, Stolbergstraße 5, und der Raffierer Friß Reum, Tempelhof, Albrechtstraße 123, an. Wer also noch an dem in den nächsten mania 94), die sich in 10 mal 66%-Meter- Freistülstaffel führte Jazu eröffnenden Turnbetrieb will, der melde sich rechtzeitig an in der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, pans Ländermannschaft mit einer Berliner Städtevertretung zusam Bezirt Tempelhof Mariendorf. men. Japan gewann durchweg führend mit 20 Meter Vorsprung in Das 200- Meter- Brustschwimmen für Damen wurde erwartungsgemäß eine leichte Beute der Magdeburger Olympiafiegerin Hilde Schrader. Sie fiegle in 3: 13,7 vor Frl. Zimmermann( GerFrl. Riffnacht( Mire Charlottenburg) legen. Arbeiter- Handball. Die Bundesmeisterschaft. Serienspiele. Am kommenden Sonntag finden in Bremen die ersten Ausscheidungsfämpfe um die Bundesmeisterschaft im Handball zwischen den Bertretern des Nordwestdeutschen und des Ditdeutschen Berbandes statt. Bei den Männern stehen sich VSK.Bremen und Fichte- Nord- Berlin gegenüber, während es bei den Frauen Bremen- Delmenhorst und Freie Turnerschaft Groß- Berlin ( Bezirk Bedding) ist. Bei den Männern wird Fichte einen schweren Stand haben, denn Bremen ist ein langjähriger Anwärter. Bei den Frauen sind beide Mannschaften neu in den Endspielen. Die Vertreter der anderen Berbände sind: Mitteldeutscher Verband; Männer: Magdeburg Fermersleben 2. Kreis; Frauen: Eintracht- Blauen 4. Kreis. Süddeutscher Berband: Männer: Frankfurt a. M.- Westend 9. Kreis; Frauen: Nürnberg- Gostenhofen 7. Kreis. Im Deutsch= öfterreichischen Verband fiegte Wien- Ottakring- Männer 17. Kreis vergangenen Sonntag über Augsburg 19. Kreis mit 20: 0( 11: 0). 14 In Reinickendorf, Schatuweberstraße, spielen am Sonnabe, 1. September, Belten 1. Männer gegen Neukölln 2. Abtlg. um 17% Uhr. Groß- Berlin- Süden 2. Männer spielt um 18 Uhr auf dem Urbanplag gegen Neukölln 1. Abtig. II. In Rosenthal, Hauptstraße, spielt Groß- Berlin- Rosenthal- Jugend gegen Groß- BerlinSüden um 18 Uhr. Am Sonntag hat Sparta um 17 Uhr im Friedrichshain Bernburg zu Gaste. Im Lichtenberger Stadion stehen sich um 10% Uhr Lichtenberg 2. Abtlg. und Allzeit- Bereit gegenüber. Neukölln- Budom empfängt um 15 Uhr Potsdam in Budkom. Schöneberg- Turner 2. Männer und Marienfelde spielen um 15 Uhr auf dem Dominitusplah in Schöneberg. Rüftig- Borwärts- Frauen besucht Hennigsdorf und spielt um 17 Uhr auf dem Waldsportplatz. Hermsdorf spielt gegen Groß- Berlin- Rosenthal um 10 Uhr am Waldsee in Hermsdorf. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Die Teilnehmer am Spielerturfus treffen fich 17 Uhr Koppenstraße Ede Madaistraße( Schlesischer Bahnhof). Schwarze und weiße Hose find mitzubringen. ADAC- Motorboot- Regatta. Für die am 30. September auf dem Templiner See bei Botsdam ftattfindende ADAC- 5erbstregatta, verbunden mit Motorbootmeisterschaft, werden Meldungen bis zum 18. September von der Geschäftsstelle der Motorbootabteilung, 3. Hd. Lombardino, Berlin S. 61, Blanufer 61, Fernsprecher F 6, Baerward 8154, angenommen. Die Ausschreibung, die jetzt im Drud vorliegt, ähnelt im großen und ganzen den früheren Ausschreibungen. Nur die Unterteilung der Kaffen ist eine größere geworden. Eine Sonderklaffe, für die Boote mit über 40 Rilometer Gashwindigkeit zu melden sind, ist neu hinzugefommen. Für das schnellste Tourenboot wird außerdem ein sogenanntes Blaues Band" ausgeschrie. ben. Die Boote werden in Privat- und Industrieboote geschieden. " Republikanisches Sportschießen. Das„ Gaufartell Republit", die Organisation der republikanifchen Klemfaliberjohügen, veranstaltet am Sonntag, dem 2. September, auf seinem eigenen Sportplay in Friedrichsfelde, Treskowallee ( Haltestelle der Straßenbahn 70 nor der Tür) sein 1. Republifanisches Sportschießen. Die Beteiligung wird nach den vorliegenden Anmeldungen eine erfreulich starte sein. Der Bundesvorstand, der dur h den Bundesvorsitzenden selbst vertreten sein wird, hat einen Breis gestiftet, der dem besten Berein zufallen wird. Auch für die Angehörigen der Kameraden, die am Shießen teilnehmen, ift gesorgt, da im Garten des Sportplages ab 15 Uhr Konzert stattfindet, ferner für die Kinder Spiele und Ueberraschungen veranstaltet werden. Ein Eintritte geld wird nicht erhoben. Touristenverein„ Die Naturfreunde", Orisgruppe Berlin. Sonnabend, 1. September, Teilnahme aller Gruppen an den Umzügen zum Voltsbühnenfest in Treptow. Treffpunkt 16 Uhr, am Gewerkschaftshaus, Engelufer, für die Neuköllner Boddinstraße. Anschließend um 18 1hr Jugendfundgebung für die Wolfsbühne, auf dem Eichenrundplay, hinter der Treptower Sternwarte. Freie Schwimmer Groß- Berlin, Gruppe Lichtenberg. Sämtliche Reigenschwimmerinnen, Wasserballspieler und Springer beteiligen sich an den Vorführungen des vom Bezirksamt im Städtijchen Flußbad veranstalteten Volkstages. Treffpunkt 14 Uhr in den Bereinszellen. Wo liegt Meißners Hof? Der„ bayerische Seppl" ist, wie berichtigend mitgeteilt wird, schon am 2. September im Landheim Meißners Hof. Fußball Hamburg- Berlin! Am Sonntag geht im Poststadion, Lehrter Straße, ein Fußballspiel Hamburg- Berliner Mannschaften vor sich. Spielbeginn 16 Uhr. Schüler- Rudern. Am Sonntag, 2. September, findet in Grünau die 13. Jugendregatta statt. Der alte Hochradmeister Otto Brambor ist im 62. Lebensjahre in Berlin gestorben. Brambor war in seiner Glanzzeit nach August Lehr der beste deutsche Hochradfahrer. Er gewann 1888 die Meisterschaft von Berlin und 1892 die Meisterschaft von Europa. Die diesjährige Konferenz der Jugendpflegedezernenien und der Bezirksjugendpfleger bei den preußischen Regierungen findet vom 27. bis 29. September in Marienwerder statt. Berliner Rubernerein Freiheit", e. B. Freitag, 31. August, 20 Uhr, int Fürftenhof, Köpenider Str. 123, Sigung. Arbeitseintellung für den Gonntag. HERBST: Leiser NEUE MODELLE Das größte Schuh- Spezialhaus Berlins Grosser dadi Beginn 1. September CITEER NACHDRUUL IN WORT UND BILD VERBOTEN Wilhelm Welbeuf OSEPH Bln Schöneberg Hauptstr.163 Volksfürsorge Gewerkschaftlich- Genossenschaftl. Versicherungs- Aktiengesellschaft Die Versicherung aller Arbeiter und Angestellten [ 8 Auskunft erteilen alle Vertrauensleute, sowie die Rechnungsstelle Berlin S 42, Ritterstraße 126, 1. Kassenstunden täglich von 8-1, Dienstags von 8-6,30 Uhr. PROGRAMM für die Zeit vom 31. August bis 3. Sept. BTL Potsdamer Straße 38 Don Juan, der große Liebhaber mit John Barrymore Rheinstraße 14 Marter der Liebe mit Olga Tschechowa Mein Pappi Odeon, Potsdamer Str. 75 Anna Karenina mit Greta Garbo, John Gilbert Turmstraße 12 Don Juan, der große Liebhaber mit John Barrymore Alexanderstraße 39-40 ( Passage) Marter der Liebe mit Olga Tschechowa Wild- West- Schau mit Horst Gibson Súdwesten Film- Palast Kammersåle Teltower Str. 1-4. W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 U. Eva in Seide mit Lissi Arna, M. Kupfer, W. Rilla Angeregt durch den großen Erfolg meines Jubiläumsverkaufes im Vorjahr, weiterschaffend an dem unumstößlichen Prinzip meines Hauses und aus dem Bestreben heraus, meinen Kunden immer neue Vorteile zu erschließen, veranstalte ich zum ersten Male den großen Wettbewerb- Verkauf. Meine große Einkaufsmacht, noch verstärkt durch den Anschluß an den größten Textilkonzern Deutschlands, rücksichtslose Zurückstellung eigener Interessen, sollen Ihnen eine Einkaufsmöglichkeit schaffen, die Ihnen in ständiger Erinnerung bleibt. Während dieses Verkaufs erhält jeder Kunde sein Bild Das Atelier des Westens W. H. Mager, Berlin, Tauentzienstraße 10, stellt kostenlos eine Künstleraufnahme im Format 18X24 im Werte von 5 M. von jedem Kunden her, der in meinem Hause einen Einkauf von 10,- tätigt. Einen Gutschein über 150: für das schönste Bild! Ger Betten- Hühn 1903 Die Bedingungen dieses Wettbewerbes finden Sie in meinen Fenstern Kurf. 7704 W 30, Gleditschstraße 47, am Winterfeldtplatz Neukölln, Hermannstr. 33, Neukölln 6139. Full- Federn, Pfd. M. 5.00, 3.50, 2.00, 1.25 Inlett, gestr. 130/200 M. 14.00,115/ 200 12.00, 80/80 3.20 Metallbett, 80/180, 33 mm Bügel u. 16 Zugfed. 22.00 Auflagen, 3 teilig, m. Keilk. 30.00, 25.00, 22.00, 16.00 Ruhebett m. 40 Spiralfedern 60.00, 55.00, 50.00, 45.00 Andere Maße und Qualitäten. Preise entsprechend. Dampf- Bettfedern- Reinigung mit elektr. Betrieb Vormittags gebrachte Betten liegen ab 16 Uhr gereinigt bereit. Bei einem Stand frei Haus! Speziallehandl, ar für Ischias in düft., uesäß and Bein, wenn Handkoffer ärztl. festgestellt. 75 cm. 7 M. wasserd, In 15 Tagen sin MonbijoupLATZ 4 schwere Fälle beseitigt worden. Unantastbare Heilerfolge. u. mein Sattel 70 M. Bestätigung und Referenzen, ärztl. empfohlen. Patent LATZ. Invalidenstraße 106. 9-11, 1-4. Sonntag 10-12. 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Stg. ab 4 Uhr Das Schicksal einer Nacht mit Liedtke Der Florentiner Hut mit Tschechowa Luisen- Theater Reichenberger Straße 34 In Werder blühen die Bäume Freibeuter der Prärie Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Marter der Liebe mit Olga Tschechowa Bühnenschau Tempelhof Tivoli- Lichtspiele Tempelhof, Berliner Str. 97 Eva in Seide Andreasstraße 64 Don Juan mit John Barrymore Beiprogramm und Bühnenschau Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Vom Täter fehlt jede Spur Nordwesten Welt- Kino Alt- Moabit 99 Mein Pappi mit Reginald Denny Der einsame Adler Jugendliche haben Zutritt Norden mit Gritta Ley, Hanni Welsse, Pharus- Lichtspiele Fritz Kampers, Kurt Gerron Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Allee 9+ Emil und Schlemlhl unter Menschenfressern Der Arizona- Tiger mit Tom Mix Bühnenschau Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70-73 Eln besserer Herr( Fr. Kampers) Beiprogramm und Varietéschau Friedrichsfelde Kammerlichtspiele mit L'ssi Arra, Marg. Kupfer, Friedrichsfelde. Berliner Straße 18 Walter Rilla, Curt Vespermann Bühnenschau Neukölln Passage- Lichtspiele Kolibri Lichtspiele Neukölln, Bergstraße 151-152 Belle- Alliance- Platz 2 Hilfe! Polizei! mit Richard Talmadge Der Prärierelter Emil und Schlemihl unter Menschenfressern Der Arizona- Tiger mit Tom Mix Bühnenschau Müllerstr. 142 Arizonatiger mit Tom Mix Marienbad- Palast Badstraße 35/36 Ecke Prinzen Allee wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage Vorwärts" und des billig! PROGRAMM für die Zeit vom 31. August bis 3. Sept. Reinickendorf- Ost Die Schlange von Paris mit Bürgergarten- Lichtsp. Novarro Die Teufelsschlucht mit Luciano Albertini Große Bühnenschau ,, Alhambra" Badstraße 58 Der einsame Adler Zwei große Lustspiele Große Bühnenschau Emil u. Schlemihl unt. Menschen- Kristall- Palast fressern Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Vom Tater fehlt jede Spur Revue: Ich hab' ne kleine Sache vor Metro- Palast Chausseestraße 30 Der seltsame Fall eines Arztes mit Conrad Veidt Große Revue: Mir ist heut so! Gesundbrunnen Herbstzeit am Rhein mit Gesangs- Ballschmieder- Lichtsp. einlagen Pat und Patachon auf dem Wege zu Kraft und Schönheit Weißensee Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205-210 Mein Pappi mit Reginald Denny Große Ausstattungs- Revue: Es war einmal Badstraße 16 Don Juan mit John Barrymore Donnerwetter mit Monty Banks Große Bühnenschau Humboldt- Theater Badstraße 19 Die Königin seines Herzens Hilfe, Polizei m. Rich. Talmadge Grote Bunenschau Jugendliche haben Zutrit Prinzenallee 1Hauptstr. 51 und Lindauer Straße Zwei rote Rosen mit Liane Haid Die gestohlene Braut mit Billie Dove- Freitag Eröfinung des umgebauten Ranges Charlottenburg Alhambra- Palast Kurfürstendamm 68 7 u. 9.15 Uhr Uraufführung: Song mit A. May Wong, Heinrich Georg Anna Karenina mit Greta Garbo Schlüter- Theater Zwei große Lustspiele Große Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Str. 21 a. Schlüterstr. 17. W. 7, 9.15, Stg. ab 4 U. Herbstzeit am Rhein mit G. Reinwald § 182 minderjährig Schöneberg Film- und Uhr Alhambra Bühnenschau Beg. W. 6.30, 9, S. 5, 6.30, Marter der Liebe mit Olga Tschechowa, Hans Stüwe Das gute Beiprogramm Tivoli- Lichtspiel- Th. Berliner Straße 27 Sonnt. Jugendvorst. Wolkenkratzer Bühne: Tänzerpaar, Solotänzerin, Operettensängerin Nieder- Schönhausen Film- Palast Blankenburger Str. Ich hab dich lieb( Singspiel) Seine Hoheit, der Dienstmann Schöneberg, Hauptstr. 30 Stephan 1505 Ler eriolgreiche Eichberg- Film Nina Svella in Das Girl von der Revue rüher Titania( uta Schöneberg) Hauptstraße 43 6.30, 9, S. 3.15, 5. 7. U. Don Juan mit John Barrymore Beiprogramm Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr Uraufführung: Ein besserer Herr Bühne: Colani, der lustige Matrose