Morgenausgabe Rr. 413 A 210 45.Jahrgang Böchentlich 85 Pf. monatlich 3,60 m. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne. ment 6,- m. pro Monat. * Der„ Borwärts" erscheint wochentag fich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Jlluftrierte Beilagen Bolt und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen ftimme". Technit"," Blid in bie Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 1. September 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnipaltige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile- Reichs mart. Kleine Anzeigen das fettge druckte Wort 25 Pfennig( zuläffig zwet fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden ftraße 3, wochentagl, von 8 bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts: Berlag Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berlag G.m. b.H. Der Faschistenstreich von Lugano. Roffis Entführung mit Lift und Gewalt. Lugano, 31. Auguft.( Eigenbericht.) Die Verschleppung des abfrünnigen Faschisten Rossi erinnert an die übelsten prattiken der Geheimpolizei in den neutralen Ländern während des Krieges. Es hat fich herausgestellt, daß die angebliche Tochter Rossis in Wirklichkeit eine im Dienff der Faschistenpolizei stehende& otoffe ist, die Roffi in Paris tennengelernt hatte und auf deren Wunsch er unter einem angenommenen Namen nach Lugano tam. Hier machte er durch Vermittlung dieser Frau die Bekanntschaft der Spitzel, die fich mit falschen Pässen dort aufhielten und unter der falschen Angabe, Teffiner zu sein, vor kurzer Zeit ein Auto fauffen. Um 27. August abends lud man Rossi zu einer Mond. fcheinfahrt nach Morcote, dem letzten Ort auf Schweizer Boden, ein. An der letzten Wegkreuzung vor Morcote bog das Auto nach Campione ab, das auf italienischem Boden liegt. Die Schweiz hat auf diesem wenig befahrenen Wege teine Grenzstelle, während die Italiener ihr Grenzschilderhäuschen vorher forgfältig entfernt hatten, so daß nichts verriet, daß man über die Grenze fuhr. Am nächsten Morgen rief die„ Dame" telephonisch von Campione aus bei dem Hotel„ Adler" in Lugano, wo sie mit Roffi gewohnt hatte, an, erklärte, daß sie durch einen Autounfall in Campione aufgehalten feien und fie einen Boten mit dem Geld zur Begielhung der Hotelrechnung schicke. Der Bote tam auch und das Am 11. September Parteiausschuß! Der Borstand der Sozialdemokratischen Partei hat den Parteiausschuß zum 11. September nach Berlin berufen. Auf der Tagesordnung steht die Erörterung schwebender politischer Fragen. Rußlands Beitritt zum Kelloggpaft. Nach vielen Vorwürfen angekündigt. Moskau, 31. Auguft. Die Antwort Litwinows auf die Einladung, dem Kellogg- Batt beizutreten, ist dem französischen Botschafter Herbette übergeben worden. Sie lautet in der Sache: Die Sowjetregierung ist stets und überall als fonfequenter Anhänger des Friedens aufgetreten und hat jeden Schritt, der von anderen in dieser Richtung unternommen wurde, unterstüßt. Dabei hielt und hält die Sowjetregierung die Verwirklichung des Planes einer allgemeinen und völligen Abrüftung für das einzige wirksame Mittel zur Abwehr friegerischer Berwicklungen; ihr Totalabrüstungsporschlag in Genf ist nicht unterstützt worden, leider auch ihr Teilabrüftungsvorschlag. Auf diese Weise bewies der Ausschuß nochmals die völlige Ohnmacht des Völkerbundes in der Sache der Abrüstung, die die sicherste Friedensgarantie und das beste Mittel zur Aechtung der Kriege bilden würde. Alle Staaten, die als erste den Pariser Batt unterzeichneten, haben sich damals dem Entwurf der Sowjetregierung offen widersetzt. Die Note sagt, daß die Sowjetregierung schon lange vor dem Kellogg Patt den anderen Mächten den Antrag unterbreitet habe, in zweiseitigen Verträgen nicht nur auf Angriffstriege, sondern auf alle Kriege zu verzichten. Einige Staaten, wie Deutsch land, die Türkei, Afghanistan, Persien und Litauen, hätten diesen Borschlag angenommen und mit der Sowjetregierung entsprechende Verträge abgeschlossen. Andere Staaten hätten den Antrag stillschweigend übergangen und eine dritte Gruppe von Staaten hätte ihn mit der sonderbaren Begründung abgelehnt, daß ein unbedingter Verzicht auf Angriffe mit ihren Verpflichtungen gegenüber dem Bölferbund unvereinbar sei. Dieser Einwand habe dieselben Mächte jedoch nicht daran gehindert, den Bariser Baft zu unterzeichnen. Deffenungeachtet hätten es die Urheber des Pariser Battes nicht für notwendig gehalten, die Sowjet. regierung zur Teilnahme an den Vorverhandlungen einzuladen. Gleicherweise seien auch die Mächte, die am ehesten an der Sicherung des Friedens interessiert sind, Türkei, Afghanistan und China, nicht dazu aufgefordert worden. Die Aufforderung an Rußland, dem Baft beizutreten, enthalte auch keine Feststellungen, welche es der Sowjetregierung gestatten tönnten, auf bie Gestaltung des Legtes des Pariser Dokumentes einzuwirken. Die Sowjetregierung geht jedoch von der ariomatischen Boraussetzung aus, daß sie unter teinen Umständen des Rechtes beraubt werden kann, welches die Regierungen, die den Patt bereits unterzeichnet haben, für sich in Anspruch nehmen fonnten. Indem sie sich auf dieses Recht ftüßt, muß fie zunächst einige Bemerkungen über ihren Standpunkt gegenüber dem Patt machen. Die Note Bitwinows tommt dann zu dem Befund, daß im Kriegsächtungspaft Me Berpflichtung zur Abriftung, die als das einzig wesentliche Element zur Sicherung des Friebens zu betrachten fei, fehle. Die Formulierung des Kriegsverzichts jei unHotel lieferte ihm gegen Bezahlung der Rechnung das gesamte Gepäd Roffis aus, das schleunigst nach Campione geschafft wurde. In dem Gepäck werden natürlich wichtige Dokumente über die antifashistische Bewegung der Emigranten vermutet. Die Schweizer Regierung erklärte, daß sie über den wifchenfall bisher nur kurz unterrichtet sei und die Teffiner Behörden zu genauem Bericht aufgefordert habe. Wie sie lügen. Ueber die Berschleppung Cesare Roffis von Schweizer Gebiet in den italienischen Kerter verbreitet die Faschistenagentur folgenden frechen Schwindel: Como, 31. Auguft. Der politische Flüchtling Cesare Rossi wurde bei dem Ber: such, den italienischen Boden in Campione an der schweizerischen Prenze heimlich zu betreten, mit der ihn begleitenden Frau Margherita Durand verhaftet. on Rossi ist einer der Gründer der faschistischen Partei. Er gehörte dem Führerausschuß an, der den Mersch auf Rom leitete. Später wurde er Leiter des Pressebureaus im Ministerpräsidium. Der Berhaftete ist in die Matteotti- Affäre verwickelt. Er wurde seiner zeit aber wieder freigelassen und flüchtete dann nach Paris, wo er einen heftigen Feldzug gegen den Faschismus eröffnete und Druckschriften gegen Mussolini und gegen das faschistische Regime veröffentlichte. genügend und unbestimmt, und es sei eine Reihe Rlaufeln beigegeben, die bezweckten, im voraus alles zu beseitigen, was einer Verpflichtung zum Frieden ähnlich sei. Trotzdem sei die Sowjetregierung bereit, den Paft zu unterzeichnen, soweit er in objektiver Weise den Mächten gewisse Verpflichtungen gegenüber der öffentlichen Meinung auferlege und der Sowjefregierung die Möglichkeit gebe, allen Teilnehmern am Pakte die für die Sache des Friedens wichtigste Frage vorzulegen, nämlich die Frage der Abrüstung, deren Lofung als einzige Garantie für die zukünftige Bermeidung Don Kriegen erscheine. Die Note schließt mit den Worten: Auf Grund dieser Darlegungen werde ich die Ehre haben, Ihnen, Herr Botschafter einen entsprechenden Akt meiner Regierung über ihren Beitritt zum Paft zu überreichen, sobald die damit verbundenen Formalitäten abgeschlossen sein werden." England- Frankreich zur See. Der Vertrag nur im Abrüftungsinteresse! Paris, 31. Auguft.( Eigenbericht.) In dem Maße, in dem die Wiederaufnahme der Arbeiten in der Borbereitenden Abrüstungskommission des Völkerbundes herannaht, bemühen sich englische und französische Staatsmänner, ihr Flottenablommen nicht nur als vollkommen harmlos, sondern gar als eine sehr wirksame Unterstützung der Abrüstungsbemühungen hinzustellen. Das tat ebenso der französische Marine minister Lengues wie der stellvertretende englische Außenminister Cushendun. Der„ Temps" aber glaubt noch ein übriges tun zu müssen. Er behauptet, daß die ganze Aufregung um das Abkommen zum größten Teil auf den boshaften Eifer der deutschen Bresse und auf politische Intrigen der Opposition in England zurückzuführen sei; besonders plump sei die Behauptung, daß Kellogg aus Berärgerung über den Baft nicht nach London gegangen sei, mo alle möglichen Aufklärungen zu erlangen, wenn er es nur gewünscht er doch in Baris die beste Gelegenheit gehabt hätte, von Cushendun hätte. Ebenso„ abwegig" seien die Behauptungen, die die Demission Bridgemans, des ersten Lords der Admiralität, auf die Streitigkeiten um das Flottenabkommen zurückführen wollten. Man fönne hoffen, schließt der" Temps" mit reichlicher Befriedigung, daß man schon bei der Tagung der Abrüftungskommission in Genf den beiden verdächtigten Mächten die Gerechtigkeit widerfahren laffe, daß fie mirtlich eine loyale Anstrengung im Interesse der Abrüftung unternommen hätten, die bisher gerade an ihren Gegenfäßen gescheitert sei. Reform Reform in China. Aufhebung der Gondergerichte. Pefing, 31. Auguft. Die Ranking- Regierung hat die Auflösung der besonderen Gezichte gur burteilung der Kommunisten angeordnet. Stünftig fallen Rommunisten und andere Staatsfeinde van orbentlichen Gerichten abgeurteilt merben. -A Bostscheckkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstr. 3 Klare Entscheidung. Bur Panzerfreuzer- Debatte. Von Paul Löbe. Auch wer der Meinung ist, daß die Ansehung eines Volksentscheides über den Bau von Kriegsschiffen ein ganz verfehlter Plan ist, der nur mit einer Stärkung der Freunde des Baues enden wird- war nicht einmal für die Fürstenenteignung die erforderliche absolute Mehrheit zu erreichen, dann erst recht nicht in diesem Falle auch wer also diesen Weg für total verfehlt hält, muß dabei bleiben, daß die Sozialdemokratische Fraktion eine flare Scheidung über den Weiterbau des Panzerfreuzers herbeiführen muß. Ich halte uns für absolut gebunden an unser Wahl= persprechen und halte es sachlich für vollkommen zu rechtfertigen, daß Mittel des Reiches in der gegenwärtigen Zeit Sem Wohnungsbau, der Kinderspeisung, der Bauernhilfe zugeführt werden, statt dem Bau von Panzerfreuzern. Spätestens bei der Entscheidung über die zweite Rate für den Schiffsbau muß also ein entsprechender Borstoß gemacht werden, der umso mehr Berechtigung hat, als der militärische Wert des geplanten Kreuzers in Fachkreisen selbst aufs Stärste umstritten ist. Auch von diesem Standpunkt aus erschien es als vorteilhafter, etwaige 5 bis 6 Millionen Mark zu verlieren, die bis dahin in den Bau gesteckt sein können, als 64 Millionen in einer Reihe von Jahren nutzlos zu verwenden. Vielleicht gelingt es doch noch, eine Mehrheit des Reichstages aus diesen sachlichen Gründen zu unserer Anschauung zu befehren. Vorläufig ist es ein Irrtum, wenn behauptet wird, daß der neue Reichstag eine sichere Mehrheit gegen den Banzerfreuzer befize. Bleiben die Parteien bei ihrer früheren Abstimmung, dann sind für den Kreuzerbau 78 Deutschnationale, 61 Bentrumsabgeordnete. 45 der Deutschen Bolfspartei, 23 der Wirtschaftspartei, 17 Bayern, 13 Christliche Bauern, 12 Nationalsozialisten. Dagegen sind 153 Sozialdemokraten, 25 Demokraten, 54 Kommunisten. Das find 249 Abgeordnete für den Bau, 231 dagegen. Fraglich ist allein die Stellung von 8 Angehörigen der Deutschen Bauernpartei und 2 Aufwertlern. Bon diesen hatten im alten Reichstag 2 gegen den Panzerfreuzer gestimmt, aber auch wenn jetzt alle 10 dagegen stimmten, bliebe eine Mehrheit für den Kreuzer vorhanden. Es ist nämlich ein Irrtum, anzunehmen, daß die Wirtschaftspartei gegen den Kreuzer gestimmt hätte. Das ist in der Vergangenheit nicht geschehen und wird, wie mir von der Führung versichert murde, auch in Zukunft nicht geschehen. Trotzdem ist die Mehrheit so klein, daß wir das Recht haben, zu erforschen, ob der neue Reichstag den Bau des Panzerfreuzers tatsächlich weiterbetreiben will, und es ist nicht einzusehen, weshalb man diese Prüfung nicht vornehmen soll. Die Sozialdemokratie muß vor aller Welt und vor ihren eigenen Anhängern durch eine flare Abstimmung befunden, daß fie ihre Auffassung über diese Rüstungen nicht geändert hat. Gewiß ist der Banzerfreuzer feine Bermehrung unserer militärischen Rüstung, deren Umfang vom Versailler Vertrag endgültig bestimmt ist, sondern der Ersazbau für einen der Ueberalterung entgegengehenden bisherigen Kreuzer. Aber das war unserer Partei auch vor der AbFraktion steht auf dem Standpunkt, daß es Dugende anderer lehnung der ersten Rate im Reichstag bekannt und die Aufgaben gibt, die wichtiger, dringender und nüzlicher sind als dieser Bau. T Freilich müssen wir uns mit der Möglichkeit abfinden, daß trok unserer flaren Abstimmung die Mehrheit auf die andere Seite fällt und daß dies bestimmte Ronfequenzen haben kann. Dann würde ich den Parteifreunden zu bedenten geben, daß wir zwar in der Panzerfreuzerfrage absolute Klarheit herbeiführen und unseren Standpunkt fest haben. Es heißt doch das Kind mit dem Bade ausschütten, und unverrüdbar vertreten müssen, daß dieser Kreuzer aber nicht die einzige Frage ist, die wir zu entscheiden haben. Es heißt doch das Kind mit dem Bade ausschütten, herige Regierungstätigkeit schlösse mit einem Minus ab. menn in manchen Versammlungen behauptet wird. die bisMan soll auch in verständlichem Unmut nicht ungerecht sein, denn das Gegenteil ist richtig. Wenn wir einmal ganz geschäftsmäßig rechnen wollen, so ergibt sich das folgende Bild: Wir fenften die Lohnsteuer um zirka 130 Millionen Mart. Das ist für den einzelnen Steuerzahler freilich nicht sehr wirksam, aber insgesamt ist das doch kein Pappenstiel. Wir haben lange Kämpfe um die Aufhebung der Zündwaren und Leuchtmittelsteuer geführt die Kommunisten übrigens auch und diese Steuern brachten in ihrer Gesamtheit nur 20 Millionen Marf ein. Wir haben die Ausdehnung der Krisenfürsorge in einem Umfang erreicht, der dem Reiche etwa 70 Millionen Mark Aus gaben für die Unterstützten jährlich auferlegt. Die Maß nahmen sind noch nicht völlig zufriedenstellend, aber es find eben 70 Millionen Mart mehr für die Arbeiterklasse durch gesezt. Wir haben durch die Amnestie etwa 3000 Gefangenen, politische und solche, die aus sozialer Not fündigten, die Freiheit wiedergegeben und auch diese Amnestie war unmöglich ohne die Sozialdemokraten. Auf der einen Seite stehen also bisher 130 Millionen Mark und 7V Millionen Mark und 3000 Befreite, auf der anderen 9,3 Millionen Mark als erste Rate für den Kreuzer. So unnütz diese 9,3 Millionen Mark nach unserer Meinung auch nerschwendet werden, im Verhältnis zu dem. was wir er- reicht, haben und noch erreichen können, bleiben sie zahlen- mägig weit zurück. Daneben ist freilich der prinzipielle Ge- fichtspunkt für weitere Rüstungen zu beachten, aber jeder- mann kann sich an den Fingern abzählen, daß selbst- verständlich mehr aufgerüstet wird, wenn die Sozialdemokratie auf die Teilnahme an der Macht verzichtete und sie den Deutschnationalen abtritt, als umgekehrt. Diese Berzichtleistung ist also der Zlrbeiterklasie zum Schaden, die Beteiligung zum Nutzen. Dabei sei ein Wort zu der kommunistischen Entrüstung über den Panzerkreuzer gesagt. Sozialdemokraten haben ein Recht zum Protest, denn sie sind eine pazifistische Partei und setzen ihre Hoffnung auf den Frieden der Welt. Die Kommunisten dagegen bekennen offen, daß sie diese Friedensarbeit und Friedensliebe für illusorisch halten und auf die Etablierung ihrer Herrschaft nach dem nächsten Krieg rechnen. Demgemäß finden die deutschen Kom- munisten ein Verbot des Kriegsschiffsbaues für Deutsch- l a n d angebracht, nicht für Rußland. Dort, wo sie die Herrschaft haben, ist der Bau von Kriegsschiffen und ihre Unterhaltung»ine vaterländische Pflicht. Die Flotten- Handbücher von 1927 und 1928 zeigen, daß Ruhlands See- rüstung stärker ist als die deutsche. Aber das tut nichts, nur gegen die Letztere gilt der Volksentscheid, nicht gegen die russische R ü st u n g. Die deutsche Seerüstung ist durch den Vertrag von Versailles begrenzt. Wir dürfen in Dienst halten: K Linienschiffe, (■> Kreuzer, 24 Torpedoboot« und Zerstörer, 0 Unterseeboote. Die Sowjet-Union dagegen besitzt schon jetzt: 4 Linienschiffe, 0 Kreuzer, 47 Torpedoboot« und Zerstörer, 20 Unterseeboote. Ihr« Rüstung ist größer und finanziell schwerer als die deutsche, zu Wasser wie zu Lande, und wenn die Herren unseren Ministern den Vorwurf machen wollen, sie haben anders gehandelt als die Partei, weil sie sich an den früheren Reichstagsbeschluß gebunden hielten, so können ihnen unsere Parteifreunde getrost antworten, daß ihre Mini st er in Rußland schonseit 10 Iahren anders handeln als die deutsche Kommuni st ische Partei es hier verlangt. Auf diesem Gebiete wie auf allen an- deren beruht ihre Entrüstung auf einer großen Unehrlichkeit. Aber nicht um der anderen, sondern um unserer selbst willen sind wir zur Ehrlichkeit gegenüber den Wählern verpflichtet. Unsere Minister werden selbst am besten tun, wenn sie offen erklären, daß sie nach dem Protest, den der Baubeschluh gefunden hat. den Reichstag noch ein- mal befragen wollen, wie er zum Bau steht. Hie können das tun, ohne sich etwas zu vergeben, und vielleicht haben auch weitere Koalitionsparteien außer den Demokraten in- zwischen eingesehen, daß das Deutsche Reich ohne diesen Kreuzer nicht zu Grunde geht. Gibt es aber Parteien, die daraus eine Kabinettfrage machen wollen, nun gut, dann wird es neue Kämpfe geben. Wir aber wollen bei diesen Kämpfen auf der Seite derer stehen, die die Fort- setzung dieser Rüstungen ablehnen. Führen wir diese Front- stellung klar und entschieden herbei, halten wir daran fest, was die Partei von Anfang an pro- k l a m i e r t e, dann braucht uns dieser Kampf erst recht nicht schrecken. Aeuer Sireit um Lambach. Erklärungen und Gegenerklärungen. Der Streit um Lambach hat nach dem letzten Spruch de» Partei» pericht» mieder schärfere Formen angenommen. Ein parteiamtlicher Peschwichtigungsverstich mird von der„Deutschen Zeitung' zum Anlaß einer heftigen Polemik genommen, in der für die Partei- l>ertr«tung im Ottob«r da» Recht in Anspruch genommen wird, zu erklären, daß Preisgabe des monarchistischen Ge- dank«ns gegen da» Parteiprogramm verstoße. Die Deutsch nationale Pressestelle antwortet damuf, diese» Verlangen renne offen« Türen ein: die Parteivertretung am ?!. Juli, wie alle übrigen. Parteimstanzen, die irgendwie mit dem Fall Lambach befaßt gewesen sind, hätten ausdrücklich und ein- stimmig, unter Zustimmung auch von fferrn Lambach, beschlosic», an dem monarchischen Bekenntnis des Parteiprogramms nicht rütteln zu lassen. Die Aufgabe der nächsten Parteivertretung werde«s also sein, nicht um dies« Grundlage zu streiten, sondern auslhrweiter zu bauen. Auch Westarp oersucht die durch den zweiten Spruch van neuem aufgebrachien Feind« Lambachs zu beruhigen. In längeren Ausführungen klagt er sich selbst an, indem er schreibt: „Ohne damit der Frage irgendwie vorzugreifen, ab im Fall« Lambach der von der letzten Instanz ausgesprochene Verweis das geeignete Visziplinarmlttel war, spreche ich es unumwunden als meine Meinung aus, daß der Führer der Partei, unter- stützt durch die Selbstdisziplin oller an verantwortlicher Stell« stehenden Parteimitglieder, m dieser Beziehung die Zügel st.r a s f« r in die Hand nehmen muh, als es bisher manchesmal in dem Wunsche geschehen ist, einer lebendigen Fortentwicklung der Partei nicht zu enge Grenzen zu ziehen." Die Oktobertagung der Deutschnationalen wird zeigen, ob sich die Clique von Hugenberg und Bang mit derartigen Versicherungen begnügen, oder ob sie auf dem Kopf Lambachs bestehen wird. * Hannover, 31. August.(Eigenbericht.) Eine Mitgliederversammlung der Deutsch- nationalen Hannooers, die äußerst stürmisch verlief, be- faßte sich u.a. mit dem Fall Sambach. Die Erregung richtete sich insbesondere gegen einen Abgesandten Hugenbergs aus Bielefeld, der u. o. von den ungeheuren Verdiensten dieses Reaktionärs sprach. Der größte Teil der Versaminlung lehnte diese Anerkennung glatt ab. Die Referenten kritisierten dann das. Urteil deS Partcigerichts und erklärten sich für den Ausschluß von Lambach. An dxn allen monarchistischen Grundsätzen müsse unumstößlich lest gehalten werden. Die Parteileitung muffe In Zukunft alle Kompromisse ablehnen und stark durchgreisen. An der Schwelle des Normaljahrs. Gegen die Reparaiiousdesperados! Mit dem heutigen 1. September ist die im Dawesplan vor- gesehene„Schonzeit" Deutschlands abgelaufen. Das erst« Nor- m a l j a h r beginnt, in dem 2£ Milliarden Goldmark Reparationen an die Reparationsgläubiger gezahlt werden sollen. In dem Augen- blick, in dem diese neue Periode der Reparationszahlungen beginnt, tritt auch die Reparationsdiskussion in ein neues Stadium. Seit Thoiry ist die Reparationsfroge aufs, angst« mit den übrigen Fragen der deutsch-französischen Auseinandersetzung ver- knüpft, und dieser Zusammenhang ist gerade in letzter Zeit von Frankreich aus besonders nachdrücklich betont worden. Im Mittel- punkt steht der Wunsch Frankreichs, in Kürze möglichst große auch einmalige Kopitolbelrög« als Reparalionszahluugea zu erhalten, um die französische Staatsschuld entscheidend zu ver- ringern und die keineswegs erfreulich« Lage der französischen Staats- finanzen zu bessern. Derartige große Kapttalbeträge können jedoch nur dann geleistet werden, wenn es möglich ist, Schuldverschreibun- gen Deutschlands an den internationalen Kapitalmarkt zu bringen. — Diese Frage bereitet schon rein finanztechnisch große Schwierig. leiten. Der amerikanische Kapitalmarkt, der vielfach als unerschöpflich angesehen wurde, ist schon seit Wochen nicht mehr in der Lag«, größer« Anleihen zu gewähren, nicht zuletzt, weil in- folge der unsteten Anleihepolitik unseres Reichsbantprästdenten im Frühjahr«in Ansturm deutscher An leihenehm er auf den Rew-Dorker Anleihemarkt stattfand, dem dessen Aufnahmefähigkeit nicht standzu- halten mochte. Mögen sich jetzt auch Anzeichen der Besserung zeigen, so ist das Ergebnis der letzten Wochen jedenfalls dies, daß auch Amerira nicht jeden Anleihebetrag herzugeben vermag. Neben dies« finanztechnische Frage tritt jedoch die ernst« wirtschastspolitisch«, ob die Unterbringung von Reparationsobligationen heut« schon vertret- bar ist, ob die Sicherheit besteht, daß Deutschland auch, wirklich in der Lage ist, für die ausgegebenen Obligationen den Anleihe- dienst von Zins und Tilgung aufzubringen und den ausländischen Gläubigern zu überweisen. Die sogenannte Transfersrag« ist eindeutig bisher weder In der Theorie noch in der Praxis geklärt. Sicher ist, daß bisher alles transferiert werden konnte, was Deutschland an Reparationen zu leisten hatte. Ebenso sicher ist, daß Deutschland gleichzeitig Anleihen im Auslande aufnahm, deren Betrag die Reparationsleistungen um ein Vielfaches überstieg. Völlig ungeklärt aber ist die Frage, welcher Zusammenhang zwischen den Reparationen und diesen Auslandsanleihen besteht.— Von vielen Seiten wird so argumentiert: Deutschland muß das von ihm benötigte Kapital in Form von Reparationen an das Ausland ab- führen, da es aber die Produktionsmittel, deren Erstellung mit dem auf diese Weise verlorenen Geldtapital bei normaler Wirtschaftsentwicklung vor sich gegangen wäre, benötigt, um für den Zuwachs an Bevölkerung und da» normal« Wachstum der Wirtschast die not- wendigen Voraussetzungen zu schaffen, so muß«» da» hin- gegeben« Kapital au» dem Auslande borgen. Deutsch- land zahl« also aus der»inen und borg» in die ander« Tasche.— Bon anderen wird demgegenüber ausgeführtt Deutschland zahlt Reparationen teils durch Einschränkung seines Verbrauchs, teils durch den Verzicht auf Kopttal?anlag«n, dl« unproduktiv oder doch weniger produktiv wären als diejenigen, die tatsächlich vorgenommen werden. Seine Reuverschuldung an das Ausland erfolge ober im ganzen nicht, um da» normal« Wachstum der Wirtschaft zu de- friedigen, sondern diene der Finanzierung eines außerordentlichen Wirischostsauffchwunge«. der es allein in die Lage versetzen könne, seinen durch die Repa- rationszahlungen verringerten Verbrauch zu steigern und schließlich auch die zwangsläusig zurückgestellten Kapitalanlagen wieder vor- nehmen zu können. , Man mag die erst« Auffassung als„Reparationspessimismus". die zweit« als„Reparationsoptimismus" bezeichnen. Biel Sinn hat ein« solche Benennung nicht. Denn beide Betrachtungen find letzten Endes pessimistisch, und im Grunde ist die erst«, vom deutschen Standpunkt au» gesehen, optimistischer als die zweit«. Denn jene erste Aussassung kommt zwangsläufig zu dem Schluß, daß Deutsch- land schließlich und letzten Endes eben Reparolioncn überhaupt nicht leiste» könne. also wirtschaftlich zu schwach sei, und daß die Pumpwirtschost im Laufe der Zeit zu einem völligen Zusammenbruch zwar de» Repa- rationsgedankens, aber auch der deuffchen Wir tschast führen müßt«. Nach ihr müßte in absehbarer Zeit automatisch da« ganze System der Reparationszahlungen zusammenbrechen. Nach der Zwesten Auffassung ist dem keineswegs so. Dementsprechend gruppieren sich um dies« beiden Auffassungen die noch keineswegs scharf abgegrenzten Parteien der Reparation»- Politiker. Es ist klar, daß im Grunde auf dem Boden der ersten Auffassung eine aktive Reparotionspolitik nicht entstehen kann. Denn für sie gibt es kein« Problematik. Sie behauptet, Deutschk-rnb kann keine Reparationen leisten. Was es aufbringt, sind Schein- leistungen. Die zweit« Auffassung allein ermöglicht aktiv« Repa- rattonspolitlt. Es ist daher kein Zufall, daß die erst« Auffassung von den meisten Reporationspolttikern de» reaktionären Bürgertum» vertreten wird, das in dieser Hinsscht von Hugenberg und dem Reichslandbund bis zum rechten Flügel der Demokratischen Partei einer Meinung ist. Sie wollen Deutschland i» ein« Sackgasse führen, aus der es keinen Ausweg mehr gibt. Nach ihnen muß man die Ding» laufen lassen, bis st« sich ausgelaufen haben. So wäre es wenigstens, wenn sie konsequent wären. Außerdem hat dieser Stand- punkt den unbestreitbaren agitatorischen Vorzug, daß man von ihm aus jede neu« Lösung de» Reparationsprvblems angreifen kann, denn wozu überhaupt Verpflichtungen eingehen, wenn man schließlich (nach dieser Ausfassung) eines schönen Tages doch aller Berpflich- lungen durch die Logik der Ereignisse ledig wird, mag diese„Frei- heit" auch mit einem wirtschaftlichen Zusammenbruch erkauft werden. Verantwortungsvolle Reporationspollttk kann von hier au» nicht getrieben werden. Anders bei der zweiten Auffassung. Hier ergibt sich für die Rcparatiouspollkik eiu konkretes Ziel, das schrittweise erreicht werden muß. Da« Zivl muß sein, die durch die Reparationszahlungen erzwungene Verbrauchsemschränkung so klein wie möglich sein zu lassen, den Kopitalentzug ebenfalls auf das denkbar kleinste Ausmaß herabzusetzen. Die Anhänger dieser Aus- fassung können demgemäß ihr Zies auch in einzelnen Etapven zu er- reichen suchen. Der Betray von 2/> Milliarden Mark, der in diesem Jahre zu zahlen Ist. soll nach dem Dawesplan nur ein Grund- betrag sein. Schon vom Jahre 1929/30 ab sollen sich die Zahlungen nach einem Index erhöhen, der aus einer Reihe nicht gerade logisch ausgewählter sogenannter Wohlstandsmerk- male zusammengesetzt ist. Er wüßte in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erstmalig berechnet werden. Für jede zielklar« Reparationspolttit ist es ein erstrebenswertes Ziel, diesen Wählst andiindax zu beseitigen, so daß die deutschen Zahlungen also ein für allemal auf eine Höchstzahlung von 2.6 Milliarden Mark jährlich begrenzt würden.— Das zweite Ziel muß sein die Zahl der Jahre festzusetzen. während derer die Reparationszahlung in dieser Höhe zu leisten ist. Der Dawesplan enthält keine derartige Begrenzung der deutschen Reparationsleistungen. Nach ihm würde sich vielmehr der Betrag der deutschen Reparationen von Jahr zu Lahr erhöhen, bis im Jahre lSb4 durch die Tilgung des verbrieften Tests der Schuld, der Eisen- bahn- und der Industrieobligationen, eine neu« Auseinandersetzung über die künftig zu leistenden Zahlungen notwendig wäre. Diese Regelung hat den großen Nachteil, daß Deutschland gar kein Interesse daran hat, etwa die Zahlungen zu beschleunigen, um möglichst rasch der lästigen Tributverpfstchiung ledig zu werden. Man könnte sich z. B. denken, daß im Falle einer Begrenzung dpr Reparationszahlungen alle möglichen Mittel und Wege gesucht und gefunden würden, um die Reparationslast beschleunigt abzu- tragen. Sie brauchen hier nicht erörtert zu werden. Sie würden aber zweifellos letzten Endes auch für die Gläubiger vorteilhaft sein. Eine solche Begrenzung könnte sehr ver- schieden aussehen. Es wäre jedenfalls aber möglich, alsdann«inen Zahlungsplan aufzustellen, an dem es heute völlig fehtt. Sowohl die Beseitigung des Wohlstandsindex wie die Fest- lögung der Zahl der Jahre, während derer überhaupt Reparationen zu leisten seien, würden praktisch auf eine Senkung der Reparations- last hinauslaufen, ob nun die Höhe der Iahreszahlung mit 2,ö Mil- liarden Mark festgesetzt wird oder mit einem niedrigeren Betrage. In eine solch« Regelung ließen sich auch ohne Schwierigkeit Bor- schriften hereinorbeiten, die für den Fall besonderer Nofflände«inen vorübergehenden Zahlungsausschub vorsähen, genau so, wie ein« beschleunigte Erfüllung möglich wäre. Ein ernsthaftes Programm deutscher Reparattonspolirik wird sich daher um dies« beiden Punkte gruppieren müssen. Die unmittelbaren Problem« der Reparationspolitit werden von diesen beiden grundsätzlichen Gesichtspunkten beherrscht. Die Frage, ob Sachlieferungen an unserx Gläubiger Barzahlungen vorzuziehen seien, ist davon abhängig, ob man eine Regelung der hier skizzierten Art wünscht oder nicht. Der Desperado der Reparationspolirtk, der überzeugt ist oder doch überzeugt zu sein vorgibt, daß Doutschland doch nicht zaltfen könne, wird dafür eintreten, daß möglichst wenig Sachlieferungen ausgeführt und statt dessen möglichst große Bar- betröge an die Gläubiger ausgezahlt m?rden(auch wenn der einzeln« Vertreter der gekennzeichneten ersten Auffassung oft nicht so konsequent ist). Denn selbstverständlich versprechen Barzahlungen eher Schwierigkeiten herbeizuführen al« Sachlieferungen. Der Ver- treter unserer Auffassung wird dagegen z da» SachUxferuagsgeschäfi als einen Teil unseres wachsenden .o Ausfuhrhandels besonders pktcgen. Er wird alio die Bemühungen der französische» Regierung, Sodr- lieferungen im großen Umfang« für die Finanzierung öffentlicher Arbeite» in Frankreich und den französischen Lolonisn hcuanzu- ziehen, unterstützen. Der Desperado wird dafür eintreten, die Bereit- schaft de» Auslandes. Deutschland Kredit zu gewähren, mü glichst wenig auszunutzen; denn seiner Meinung nach muß be: aus-- bleibender Kreditzufuhr sich die Unmöglichkeit deuifcher Reparations- Zahlungen erweisen. Der Vertreter unserer Auffassung wird dagegen für eine reichllch« Kapitalversorgung Deutschlands eintreten, weil durch sie die Schädigimg der deutschen Wirtschast, die durch di» Reparationszahlungen eintreten muß, gemildert werden kann. Der Desperado wird dafür eintreten, die Gegenwart mit möglichst höhen Ausgaben für die Zukunft zu belasten, also einen Kampf dagegen führen, daß die ösfentlichs Hand Kapstalsanlagev. die vor allem in der Zukunst erst Ertrag bringen(etwa Schuld"«/« für den Unterricht der heranwachsenden Generation und Wohnung»- bauten zur Verbesserung ihrer Gesundheit), in der üblichen Weis« auf dem Anlsihswege ftnanziort. Denn je mehr durch erhöhte Steuern der Verbrauch der Gegenwart eingeschränkt und die Kosten der Produttion in di« Hohe getrieben werden, um so«her wird seiner Meinung nach der erwartete Zusammenbruch erfolgen. Von dam anderen Standpunkt au« ist das einfach unvernünftig. E» ließen sich noch anders Beispiele dafür anführen, wie tief die grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten in der Reparation»- frag» greifen. Für die deutsch« Raparotionspolittk ist jedoch zu wünschen, daß möglichst bald Klarheit darüber geschossen wird. von welchem Standpunkt aus Reporationspolitik gelrieben werden soll. Bisher hat eine einheitliche Hallung aller maßgeblichen Ist- stanzen in diesen Fragen leider nicht bestanden. Leidtragender dieser Unklarheit ist da» deutsch« Voll und vor allen, die deutsche Arbeiter- schaft._ Kelloggpaki fordert Rheinlandräumung Auch in Paris anerkannt. Paris, 31. August.(Eigenbericht.) Di« Forderung nach der sofortigen bedingungslose» Räu- muug des Rheinlandes, di« bisher in Frankreich nur von Sozialisten vertreten wurde und die ihr die wütendsten An- griffe selbst aus dem Lager der Radikalen eingebracht hat. gewinnt in der bürgerlichen Presse an� Boden. Die Unterzeichnung des Anti- kriegspaktes hat zweifellos einen großen moralischen Eindruck hervorgerufen und in diesem erfreulichen Sinne gewirkt. Eharakterisch für di« angegebene Sinnesänderung ist ein Artikel des bürgerlich-radikalen„Paris S o! r", jenes Blattes, das vor wenigen Monaten noch die Räumungsforderung der Sozialisten' als „zum mindesten voreilig und verfrüht" bezeichnet hat. Das Blatt er- klärt jetzt unumwunden, die sofortige Räumung des Rheinlandes sei als logische Konsequenz der Unterzeichnung de» Kriegsächtungspaktes unbedingt geboten. Wenn man an diesen Pakt glaube, müsse man auch an den Friedenswillen Deutschlands glauben, im gleichen Augenblick aber verwandl« sich die Rheinlandbesetzung zu einer Quälerei, die nurneuen Haß erzeugen könne. So lange noch ein Fußbreit deutschen Bodens von fremden Truppen besetzt sei, könne wabrer Friede nicht ge- deihen. Die Besetzung de» Rhelnlandes sei nicht nur überflüssig, son- dern auch unzuträglich. Sie gebe jedech Frankreich die Gelegenheit. ein« groß« Gest« zu tun und da, Friedenswert Briands zu fördern. Die Regierungsfrage in Thüringen. Die Gozialdemokratie lehnt eine Beteiligung ab. Weimar, 31. August.( Eigenbericht.) Der demokratische Unterhändler Abg. Dr. Krüger teilte am Freitag über den Stand der Berhandlungen zur Neubildung der Regierung folgendes mit: Auf die Mitteilung von der grunbjäßlichen Stoalitions. bereitschaft der bisherigen Koalitionsparteien mit der SPD. hat ber Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion des Thüringer Landtages erflärt, daß für ihn zunächst notwendig sei, zu missen, ob ins= besondere die Boltspartei noch an der 1927 eingegangenen Bindung ( mit der Wirtschaftspartei und dem Landbund) festhalte. Der Unterhändler wurde ermächtigt, auf diese Frage im Namen der Deutschen Bolkspartei folgende Antwort zu geben: Die Deutsche Boltspartei ist der Ansicht, daß zunächst einmal die SPD. unzweideufig und offiziell erklären müßte, ob sie überhaupt grundsäglich bereit ist, mit den vier koalitionsparteien in Berhandlungen über die Bildung der großen Regierungostoalition einzutreten oder ob sie nicht dazu bereit ist und eventuell welche der bisherigen Regierungsparteien fie für solche Koalitionsverhandlungen offiziell ablehnt. Bom deutschnationalen Kriegsschauplatz. Die mit der Entgegennahme von Mitteilungen beauftragten Mitglieder der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, die Abgeord neten Frölich und Gründler, sandten dem demokratischen Unterhändler folgende Antwort: Aus Ihrem Schreiben vom 30. d. m. ist zu entnehmen, daß Sie trotz der mündlichen Aeußerung und der fchriftlichen Erklärung des mitunterzeichneten bei der irrigen Annahme verharren, als ob die SPD. vor einer Neuwahl des Landtages die Verpflichtung oder das Bedürfnis hätte, nach der Demofratischen Partei an erster Stelle für die Bildung einer anderen Regierung besorgt zu sein. Für die Fraktion der SPD. liegt bei diesem Vorhaben einer Regierungsbildung teine Notwendigkeit zur Stellungnahme vor. Die Richtigkeit der Stellungnahme der SPD. zur Regierungsbildung im Frühjahr 1927 ist in der Zwischenzeit erwiesen. Angesichts der aus Ihrem Schreiben vom 28. und 30. b. M. festzustellenden Bestrebung, die dahin geht, in erster Linie die Verhandlungen zur Regierungsbildung so zu führen, daß eine wesent= liche politische Kursänderung in Thüringen nicht er. folgen fann, halten es die Beauftragten der Fraktion der SPD. für notwendig, zu erklären, daß die SPD. an Berhandlungen zu ciner Regierungsbildung, die das Ziel einer wesentlichen politischen Kursänderung im Sinne des republikanischen, demokratischen und fozialen Berfaffungsstaats außer acht läßt oder in den Hintergrund rüdt, fein Interesse hat." Gepanzerte Kommunistenlüge. Die Wahrheit über die Wilmersdorfer Kreisversammlung. Zu dem Bericht der Roten Fahne" über die Wilmersdorfer Mitgliederversammlung, den wir schon in der gestrigen Abendausgabe fennzeichneten, wird uns geschrieben: Cambad LORAL ANZEIGER tuo An einen Kaiser glaubt kein Mensch... Monarchie ist was fürn 1 Kintopp VonDilhelm wollen wir denken Moderner mussen uns nichts mehr muskle wis wollen kein wiggen len! Lamb Heeresbericht: Die Schlacht am Lambach ist geschlagen. Die ganze Walftatt war mit den Trümmern eines verzwofelten Befennermutes bedeckt. Lambach wurde mit verbogenem Rüdgrat in das Philifterland zurückgeführt. Auch die Hugenberg- Front ift an einigen Stellen durchstoßen. Seine Dittaturträume wurden einst weilen vergast. Jetzt ist über alle ein Verständigungsfriede hereinge brochen. Der monarchistische Gedanke marschiert getarnt" weiter. Westarp, Generalquartiermeister. Das Juffizwesen Reichsangelegenheit? Eine Forderung des Justizsachverständigen der Volkspartei. Der 35. deutsche Juristentag, der vom 12. bis| tionen des letzteren um eine rein in der Natur der Sache, im Besen 15. September in Salzburg abgehalten werden wird, be des Rechts, in der Funktion der Rechtspflege selbst begründete schäftigt sich auch u. a. mit der Frage ob die Interessen der Forderung. Die Tendenz ist nicht, durch Einziehung der Länderjuftiz Rechtspflege es notwendig machen, das gesamte Justizwesen ein auf dem Wege zum begehrten Einheitsstaat oder möglichst unitaauf das Reich zu übertragen. In der Septembernummer der ristisch einzurichtenden Bundesstaat gelegenes Hindernis zu beseitigen. Deutschen Juristen- Zeitung" beantwortet Professor Dr. Kahl, Mitglied der Reichstagsfraktion der Volkspartei, Tendenz ist einzig und allein, der Juffiz in allen ihren Berzweigungen das einheitliche Fundament zu geben, auf dem fie diese Frage zustimmend und betont, daß über die Unzuträg notwendig fußen muß. soll sie ihres Amies in Kraft und lichkeit, um nicht zu sagen unerträglichkeit des bestehenden Majestät walten fönnen. Rechtszustandes und damit auch über das Ziel unter den deutschen Juristen eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit nicht bestehen sollte. Kahl führt dann aus: Die Rote Fahne", die sich in letzter Zeit nur noch um das Wohl der SPD.- Mitglieder befümmert, bringt in ihrer gestrigen Ausgabe einen sogenannten„ Bericht über die letzte Kreismitglieder verfammlung in Wilmersdorf. In dieser gegen jede Wahrheit luftdicht gepanzerten Erzählung eines foglaldemokratischen Funt tionärs", b. h. eines fommunistischen Spigels, wird der Anschein ermedt, als hätten die Wilmersdorfer Bartelgenoffen entgegen dem Referenten den Billen befundet, die sozialbemo fratische Arbeiterschaft an der tommunistischen Heze gegen bia SBD. au beteiligen, und als hätte fich die Wilmersdorfer Bersammlung für einen gemeinsamen Boltsentscheib der SBD. mit der BD. erflärt. Es heißt u. a. über bas Referat: Die Empfehlung Auf häufers, dem Antrage ber Kommunisten entgegenzutreten, indem auf die Rüstungen der Sowjetunion hingewiesen wurde, löfte stür mischen Widersprud) aus." In den Ausschußverhandlungen der Nationalversammlung urbe das Problem der Justiz unbewußt noch viel zu sehr unter dem Gesichtspunfte der Machtverteilung zwischen Reich und Ländern behandelt. Was für die Eigenstaatlichkeit zu retten mar, nerjudie man zu retten. Aber die grundsägliche Erwägung aus dem Wesen der Rechtspflege tam zu furz. Ich habe nichts einzumenden, menn bei einer allgemeinen Reichsreform die Länder mit dem Ziele einer perständigen Dezentralisation durch Zuwachs von Kompetenzen auf den Gebieten der Kulturpflege engeren Sinnes, der Polizei und meinetwegen fogar der Finanzhoheit bereichert werden. Aber die Abzweigung der Juffishoheit müffen sie tragen, nachdem die Erfahrung unwiderleglich dargetan hat, daß Gerichtsbarkeit, Gejehgebung und Verwaltung unter der ferritorialen Zersplifferung des Jufflzwesens Schaden erleiden." * 3meifelhaft wird sein, wo die Grundlegung des Baues beginnen und wie der Anbau der einzelnen Stodmerte folgen soll. Ich bin der Ansicht, daß bie turbereinigung der erste Schritt sein muß, d. h. die über die Landesgrenzen hinausschreitende Umbilbung ber Ländergerichte in Gerichte bes Reiches und im Zu sammenhange damit sogleich die Brüfung der Bereinfachung der Gerichtsverfaffung überhaupt. 3weiter Schritt wäre dann die Neuorganisation ber Justizverwal tung. Beibe Reichsordnungen tönnen natürlich nur zu gleicher Zeit ins Leben treten. Die gefeggeberischen Borarbeiten aber tönnen heute beginnen. Dringend miderrate ich ihre Verbindung mit den Blänen und Maßgaben der allgemeinen Reichsreform. Und zwar aus dem tiefften und innerlichsten Grunde, daß es sich bei dem Einheitsproblem der Reichsjustiz in Wahrheit In Wirklichkeit hat Aufhäuser von den Rüstungen der Sowjetunion mit teinem Wort gesprochen, sondern unter ausdrücklicher Zustimmung der Bersammlung ausgeführt, daß die Sowjetunion teine Angst zu haben braucht, durch den Panzerfreuzer A niedergeschoffen zu werden. Der Referent hat sich weiter. hin nicht, wie es nach der Roten Fahne" den Anschein haben müßte, für Rüstungen zur Baterlandsverteidigung eingefegt, sondern umgelehrt von der Täuschung gesprochen, die 1914 von den im damaligen faiserlichen Deutschland herrschenden Gewalten mit dem Schlagwort Baterlandsverteidigung" getrieben morden war. -In ähnlicher Weise wird in der Roten Fahne" ameispaltenlang weitergelogen, und es wird vor allem verschwiegen, daß die nom Referenten vorgelegte Resolution, bie inhaltlich bem Beschluß der Berliner Funktionäre entspricht, und nach wie vor bie beschleunigte Einberufung des Reichstages forbert, einstimmig angenommen murbe. Aus dem Unterbezirk Aachen. nicht um einen Streifgegenstand zwischen Unitarismus und Föderalismus handelt, vielmehr, ganz unabhängig von den Formen des Einheits- oder Bundesstaates und den mehr oder minder zentralistischen Baria Retter Achmed Bogu. Alles geht am Schnürchen. Profeffor Dr. Rahl ist sich im flaren darüber, daß sich der llebernahme der Justiz auf das Reich politische Widerstände entgegensezen werden. Er warnt vor jeder Bergewaltigung, auch vor einer Majorisierung durch Gefeße, und glaubt, daß das Ziel nur auf dem Weg der freien Berständigung erreicht werden könne. Der König der Geldschrankknacker. Franz Kirsch verhaftet. Gestern abend gelang es, nach längerer Beobachtung den berüchtigten Geldfchrankelnbrecher Franz Kirsch, der unter dem Namen der König der Geldichtanttnader" belanırf ift, auf einer Straße in Reinidendorf- West in dem Augenblic festzunehmen, als er im Begriff war, eine fahrende Straßenbahn zu besteigen. Er war hochelegant gefleidet, glatt rafiert, und trug, um fich unfenntlich zu machen, eine schwarze Hornbrille. Bon der Kriminalpolizei wird nunmehr nachgeprüft, für welche Cinbrüche in den letzten Wochen seiner Freiheit Kirsch in Frege Tirana, 31. Auguft.( Albanisches Breffebureau.) In der dritten Sigung der Nationalversammlung murde die Berfassungsänderung beraten. Mehrere Rebner betonten die Not. wendigkeit dieser Aenderung und erklärten, daß fie Wortführer des Bolkswillens feien, wenn sie die Monarchie proflamieren und Standerbeg, den Erretter der Nation, auf den Thron erhöben. Die Reben wurden mit Begeisterung aufgenommen. Es wurde ein Ausschuß für die Verfassungsänderung eingesetzt, der am Sonnabend Bericht erstatten soll. Auch am Donnerstag wieder. am Sonnabend Bericht erstatten soll. Auch am Donnerstag mieder, holten sich die Kundgebungen für Achmed 3ogu. Die Menge zog vor das Palais des Bräsidenten sowie vor alle übrigen öffentlichen Gebäude und verlangte die Ausrufung Achmed 3ogus zum König. Abordnungen der Frauen und der Jugend wurden vom Präsidenten empfangen. Die ganze Stadt war illuminiert. Aus Köln wird uns geschrieben: San Unterbezirt achen der Sozialdemokratischen Partei nahmen in den letzten Tagen zahlreiche Mitgliederversammlungen zur Banzerschiffrage Stellung. Die Bersammlungen waren außerorbent lich start besucht. In der Aussprache wurde an dem Berhalten der fozialdemokratischen Minister heftige Kriti! geübt. e Berlammlungen nahmen eine Entschließung an, in der gegen die Haltung der Minister Protest erhoben, deren sofortiger Rücktritt und Ersegung durch andere Sozialdemokraten verlangt wird. Der Mehrheit der Reichstagsfraktion wurde die schärfste Mißbilligung ausgesprochen. Außerdem wird die Einberufung eines außer ordentlichen Parteitags erwartet. In einem Ortsverein murde die Entschließung bahin verschärft, daß die nier fozialdemo fratischen Minister in den nächsten fünf Jahren öffentliche Aemter nicht mehr bekleiden sollen. Troh dieser Stellungnahme erflärten alle Kritifer, daß die Haltung der sozialdemokratischen Minister zur Bangertreuzeraffäre die Einigkeit der Partei nicht erschüttern dürfe und alles getan merden müsse, um die Folgen von der Partei, die gerade jezt eine seltene Geschlossenheit und Einheit aufweise, abzuwenden. Strafantrag gegen die Welt am Abend". Nach Erfundigungen im Reichsgesundheitsamt handelt es sich bei den Anfchuldigungen, die die Welt am Abend" in ihrer Freitagausgabe verbreitet und die fich gegen das Reichsgesundheitsamt und feine verantwortlichen Be amten wegen angeblicher Begünstigung von unerlaubten Rauschgift. handel richten, um böswillige, febes Bemeises entbehrende Angriffe. Gegen die Verbreiter dieser Berleumdungen wird Strafantrag ge ftellt werden. England- rügt einen Taftfehler. Belgrad, 31. August.( Eigenbericht.) tommt. Die Verzögerung der Krönung Ahmed Bogus ist wie fich jetzt herausstellt auf Eingreifen Englands zurüdzuführen. Die englische Regierung fühlt sich gewissermaßen beleidigt, daß sie von bem Plan nicht vorher unterrichtet wurde. Grundsäßlich betrachtet sie die Proflamierung Achmed Zogus zum König von Albanien als eine innere politische Angelegenheit Albaniens. Genoffin Oda Lerda Olberg, die langjährige, ausgezeichnete Korrespondentin unseres Blattes in Rom hat vor einigen Monaten Italien verlassen und ist nach einer Studienreise durch Argentinien jetzt zu dauerndem Aufenthalt in Deutschland eingetroffen. André Weiß, der Verteter Frankreichs beim Internationalen Ständigen Gerichtshof im Haag und Vorsitzende der Akademie für vergleichendes Recht, ist im Haag gestorben. Georg Kaiser: Oftobertag". Kammerspiele. Maffenverbrechen in Megifo. Mordbanditen am Wert. Megito City, 31. August. Wie die Zeitung Excelfior" berichtet, überfielen etwa 175 Banditen im Staate Morelos einen von zehn Soldaten begleiteten Perfonenzug. Sie brachten den Jug zum Hallen und feuerten in den Wagen, in dem fich die Soldaten aufhielten. Während des darauffolgenden Kampfes wurden jämtliche Soldaten getötet mit Ausnahme eines einzigen, der verwundet entfam. Die Banditen stellten die paffagiere in einer Reihe neben den Geleifen auf und plünderten sie aus. Sodann stedten fie den Gepädwagen in Brand, jehten die Lokomotive in Bewegung und ließen den Zug in wilder Fahrt ab. Bom Zugpersonal wurden mehrere Beamte verwundet. Nach einer Meldung der Zeitung Univerfal" wurden bei Medellin, in der Nähe von Veracruz. vler Berfonen von Banditen getötet und mehrere verwundet. Die Landbewohner flüchten nach den Garnisonstädten, da zahlreiche Banditenbanden umherziehen und die Farmen plündern. Auf einer Farm wurden drei Pecfonen von Banditen getötet Der bramatische Konflitt des neuesten Kaiserschen Bühnenwerts ist von erstaunlicher Driginalität. Es handelt sich um den Fehl. tritt einer jungen Dame aus befferen Kreisen, der unerhörte Weiterungen zieht. In der irrigen Annahme, ein literarisch wertvolles Stüd vor sich haben, verleitet der Regisseur die Darsteller zu einem pretiösen Stil und bewirkt damit, daß die Stimmen hauchzart und großenteils unhörbar werden. Dgr. Der Sichtvermertszwang mit Italien wird vom 15. September 1928 aufgehoben. Bak bleibt erforderlich, für die italienischen Kolorien auch der Sichtvermerf. Die im Gebiete der beiden Staaten bestehenden besonderen Bestimmungen über Einreise, Aufenthalt und Ausweisung von Ausländern, sowie die Bestimmun gen über den Schutz des heimischen Arbeitsmarktes werden nicht geändert. Worum geh- es jetzi? Zum Kampf der Herrenkonfektionsschneider. Im Konflikt der Herrenkonfektion erwecken die Unternehmer neuerdings geflissentlich den Anschein, als ob es sich bei dem Kampf nur um den Schiedsspruch handle. Dem�egen- über muß rechtzeitig Klarheit geschaffen werden. Der Schieds- sprach ist durch die Aussperrung erledigt. Heute, wo der Kamjif auf der ganzen Linie tobt, ist sür die Aroeiter an die Stelle des Schiedsspruchs ein ganz anderer Kampfpreis getreten. Jetzt gilt es, gegen die Lohnschande in der Herrenkonfektion einen herzhaften Schlag zu tun. Die Tarif kontrahenten haben deshalb an den Arbeitgeberverband ein Schreiben gerichtet, worin sie ausdrucklich mitteilen, daß die Auffassung, als" handele es sich gegenwärtig nur um die Durch- suhrung des Schiedsspruches vom 19. Juli, absolut i r r i g ist. Die Tarlfkontrahcnten werden deshalb, so heißt es in dem Schreiben weiter, nunmehr für den Neuabfchluß eines Lohnabkommens den Arbeitgebern weitergehende Forderungen unterbreiten. Das Lohnniveau in der Herrenkonfektion bedarf einer sehr kräftigen Hebung. Nicht die Höhe der Prozente, die aus einer niederen Lohnbafis sich aufbauen, sondern die Hebung dieser Basis überhaupt ist jetzt, nachdem es zum offenen Kampf ge- kommen ist, das Entscheidende. Mit phantastischen Prozent- Ziffern versuchen die Arbeitgeber der Oeffentlichkeit Sand ii? die Äugen zu streuen. So wird z. B. in der„Deutschen Konfektion", dem Organ der Detaillisten, wieder einmal die Behauptung auf- gestellt. die Löhne Im Schneidergewerbe sl'en höher als bei fast allen anderen Arbeiterkotcgorien und ständen zwischen 250 bis 300 Proz. der Friedenslöhne. In den VerHand- langen wurde bei der vorletzten Besprechurw von Arbeitgeberseite behauptet, der Lohn sei um 100 bis 200 Proz. gestiegen: in der letzten Besprechung waren es dann plötzlich bereits 200 bis 300 Proz. Mit Zahlen läßt sich trefflich streiten. In ihrer Sucht, hohe Prozent- ziffern auszuklügeln, vergessen die Arbeitgeber ganz, daß sie sich damit das schlimmste Zeugnis ausstellen. Wenn die Löhne tat- sächlich um 300 Proz. gestiegen wären, was müßten dann für Friedenslöhne bezahlt morden seinl Unaussprechlich schlechte Löhne wären dann bezahlt worden. Die Löhne der Herrenton- s e t t i o n waren schlecht und sind schlecht— auch noch nach der im Schiedsspruch vorgesehenen Lohn- orhöhuiig von durchschnittlich 9 Pf.! Was sind 9 Pf.? Was sind 9 Pf., wenn sie einen Hungerlohn verbesiern sollen? Neben dem phantastischen Zahlenhokuspokus ist es dann noch die T e u e r u n g s d r o h u n g, mit der die Arbeitgeber die Oeffent- lichkeit auf ihre Seite treiben wollen. Wenn die Außenseiter im Handumdrehen zur Zahlung der vom Schiedsspruch vorgesehenen Erhöhung bereit waren, dann kann diese Erhöhung unmöglich Preis- steigerungen im Gefolge haben: denn die Außenseiter können doch nicht bei einer eventuell länger dauernden Aussperrung ihre Läger mit überteuerten Waren füllen. Sie müssen doch auch konkurr-eren. Im übrigen ist es nichts Neues, daß gerade in der Konfektion im größeren Ausmaß eine Mechanisierung der Betriebe wodurch die Produktionskosten wesentlich »erbilligt erfolgt ist. wurden. Wäre die Lohnschande in der Herrenkonfektion nur ein Märchen, dann hätte die Aussperrung unmöglich dem Deutschen Be- kleidungsarbeiteroerband so schnell die organisa- torischen Erfolge bringen können, die sie tatsächlich jetzt bereits— sozusagen über Nacht— gebracht hat. Tausend« neuer Mitglieder sind für den Deutschen Bekleidunas- arbeiterverband der e r st e G e w i n n aus der Aussperrung. Ihm muh und wird der Hauptgewinn, die Beseitigung der Lohnschande, folgen.—--- w.- Das Handwerk Witt sich„ausdehnen." Sind Konfumgenossenschasten Handwerksbetriebe? Die Gewerbeordnung räumt dem Handwerk eine besonder« Bor- zugsstellung ein; es sei nur erinnert an das Recht der Zwangs- innungsbildung. Der technische Fortschritt begünstigt die Entwick- lung vom handwerksmäßigen Kleinbetrieb zu Großbetrieben mit Massenproduktion. Da die Handwerksretter dieser Entwicklung machtlos gegenüberstehen und sie nicht zurückschrauben können. schlugen sie die Taktik ein, die Großbetriebe als Handwerksbetriebe abstempeln zu lassen, um sie sich tributpflichtig zu machen. Damit würde die wirtschaftliche und finanzielle Position der Organisationen des Handwerks gehoben, nebenbei aber daraus Schlußfolgerungen gezogen, um die Ausbreitung des Handwerks zu beweisen, w den Statistiken Betrieb« als Handwerksbetriebe erscheinen zu losten, die keine mehr sind. Diese Bestrebungen scheinen sich jetzt in Regie- rungskreisen besonderer Förderung zu erfreuen. Auch die Kon- sumgenossenschaften sollen zu den Handwerksorganisationen herangezogen werden, um diesen aufzuhelfen. Unter dem 9. November 1927 war dem Reichsrat der E n t- wurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gewerbe» o r d n u n g(Haudwerksnooelle) nebst Begründung zugegangen. Dieser Gesetzentwurf sagte im Artikel VII,§ 104o, daß die Handwerkskammer ein Verzeichms zu führen habe, in das diejenigen Gewerbetreibenden einzutragen sind, die im Bezirk der Handwerks- kammer selbständig ein Handwerk als stehendes Gewerbe ausüben(Handwerksrolle). Weiter wurde in der Begründung zu§ g3a festgelegt, da ß a u ch juristische Personen zu den Handwerksorgani- sationen herangezogen werden können. Der g 104» umfaßte deshalb die juristischen Personen aller Art, insbesondere Gmossenschasten. Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Aktien- gesellschasten, Kommanditgesellschaften auf Aktien usw. Da die juristischen Personen zum großen Teil keine Handwerks. betriebe sind, so mußt« hinsichtlich der Fassung des ursprünglichen § 104o im voraus die Frage eingehend geprüft werden, ob die juristischen Personen überhaupt' in die Handwerksrolle gehören, um später unnötige Arbeiten. Unannehmlichkeiten usw. zu vermelden. Der Reichswirtschaftsrat, der sich mit der Prüfung der Novelle eingehend befaßt hat, hat deshalb in seinem Gutachten wie folgt beschlossen: Die Heranziehung der juristischen Personen wurde dahin ein- geschränkt, daß die einschlägigen Bestimmungen des Entwurfs auf Aktiengesellschasteu und Kommanditgesellschaften auf Aktien kein« Anwendung finden sollen. Landwirtschaftliche Genossenschaften, Bau- und Konsumgenossenschaften sollen eben» falls dem Gesetze nicht unterworfen werden. Hier war also ausdrücklich gesagt, daß sowohl Aktiengesell. schaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien als auch landwirt» Ichofllich« Genossenschasten, Lau- und Konsumgenossenschaften dem Gesetze nicht unterworfen werden sollen. Dt« Reichsregierung hat nun unter dem 13. Juli!»eses Jahres dem Reichstag»rnsut den Entwurf ein«» Ge- s« tz e s zur Asnderung der Gewerbeordnung(Handwertsnovelle) mit dem Antrag überwiesen, diesem zuzustimmen. Nach diesem neuen Entwurf sollen nun die Vau- und Konsum. ssenossenschaften dennoch dem hlmdwertsgeseh unterworfen werden. Sie sollen in die Handwerksrolle der Handwerkskammern aufge- nommen und zur Mitgliedschaft bei den Zwangsirmungen gepreßt werden. Sn der Begründung dieser unverständlichen Forderung wird aus- geführt, die wirtschaftlich« Entwicklung sei dahin gegangen, daß Handwerksbetriebe auch in der Form juristischer Personen geführt werden, als Genossenschaft, Gesellschaft mtt beschränkter Hastung und ähnlich. Die Form der Aktien- oder der Kommanditgesellschaft auf Aktien, also die der reinen Kapitalgesellschaft mit chrer Loslösung des flnan- ziellen Trägers vom tatsächlichen Leiter des Betriebes sei dagegen dem ureigenen Wesen des Handwerksbetriebes fremd,„bei dem die enge persönliche Verbindung des Betriebsinhabers mit dem Betriebe historisch geworden und auch heute noch eins der hervorstechendsten Merkmal« bilde. Auf diese Kapitalgesellschaften wird deshalb kein Anspruch erhoben. Aber:„Die handwerklichen Nebenbetriebe eines Großunternehmers können, sofern sse... selbständig sind, von der Eintragung in die Rolle nicht deshalb ausgeschlossen werden, weil sie die juristische Form der Aktiengesellschaft oder der Komman- ditgesellschaft ihres Hauptbetriebes teilen: sse sind daher gleich- wohl«inzutragen. Die Genossenscheften find und haben keine Handwerksbetrieb«. Eine ganz« Reihe von E n t s ch e i- düngen vom Jahre 1923 bis zum Jahre 1927 liegen dafür vor. Bis jetzt ist nicht ein einziger Konsumverein in Deutsch- land, der Beiträg« zu einer Handwerkskammer zahlt. In allen Fällen, in denen dies verlangt wurde, haben die Genossenschaften Entscheidungen herbeigeführt, daß sse solche Beiträge nicht zu ent- richten haben, aus dem einfachen Grunde, well kein Hand- werksbetrIeb vorliegt. Die Genossenschaften werden ssch gegen den neuen An- schlag, der aufs Gan.ze geht und der das Gutachten des Reichewirt- schastsrats zwar bezüglich der Aktien- oder Kommanditgesellschaften auf Aktien berücksichtigt, es aber bezüglich der Genossen- schaften glatt beiseite schiebt, zu wehren wissen. Der Frei« Ausschuß der Genossenschaftsverbänd« hat in einer Eingabe an den Reichsrat beantragt, dem entsprechenden F 93a des Regierungsentwurfs einen Absatz anzufügen, wonach die Bestimmungen der Novelle auf Bau- und Konsumgenossenschaften sowie auf landwirtschaftliche Genossenschasten keine Anwen- d u n g findet. Die Verfasser des Entwurfs dürsten sich nur einige Konsumgenossenschaftsbetriebe ansehen, um sich davon zu überzeugen, daß hier von Handwerksbetrieben, zumal in den Bäckereien, auf die es hauptsächlich abgesehen zu sein scheint, nicht die Rede mehr sein kann. Vor einer fosgenfchweren Entscheidung. Mümhe», 31. August.(Eigenbericht.) Die Entscheidung über die Derbindlichkeits- erklärung des Schiedsspruchs für die bayerisch« Großstadimetallindustrie, die von den Industriellen be- antragt, von den rund SO 000 Großstadtmetall- a r b e i t« r n aber auf das schärfste bekämpft wird, fällt am Sonnabend in Berlin im Reichsarbeitsministerium Die Einigungsverhandlungen beider Parteien, die am Freitag in Nürn- berg unter dem Vorsitz eines Vertreters des bayerischen Sozial- Ministers geführt wurde, verliefen ergsbnislos. Ein Gewsrkschafisführer freigesprochen. Aus S id n e y wird gemeldet: Der australische Gewerkschaftsführer Garden, der im Juni d. I. während des Streiks der Schiffsköch« unter der Beschuldigung der Anstiftung zum Morde verhastet worden war, wurde jetzt freigesprochen. Garden erklärt«, die von ihm damals ausgesprochenen und ihm zur Last gelegten Wort« seien nicht ernst gemeint gewesen. Das hatte Garden sicherlich sofort bei seiner Verhaftung er- klärt und es wäre ihm zwsisellos demals schon gsziaubt worden. Allein man brauchte„die Anstiflung zum Mord" samt der Verhaftung des Streiksührers, um die Sache der Streikenden als verwerflich und verbrecherisch darzustellen. Nachdem die Aktion ihren Zweck erfüllt hat, kann man ja zu- geben, daß die„Anstiftung zum Mord" erfunden und die Verhaftung unberechtigt war. Obendrein kann die Justiz durch ihren Frsijpruch hinterher sogar noch ihre llnparrellichkeit vor aller Welt demonstrieren. Ein Glück nur, daß die Scharfmacher im anderen Lager bei Streiks vor solchen Mißverständnissen sicher sindl tftfeie Eewerkfckaffs-Iugend Groß-Berlin Die Homburg-Fahrer treffen fich um 14(2) Uhr vor dem Lehrter Bahnhof. Bcrantwortlich für tkolitit: Dr. Gurt ßctjcr; Wirtschaft: 9. tilingclhcscr: (Lcwerlslliaftsbcwrgungi Fr. Sglorni Femllewn: 9. i>. Döscher: Lotalco and Sonftiaes: Fritz«otfiädt: Anzeigen: Th. Stocke, sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Vcrlag GmbH.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlaasanstalt PavI Singer» So Berlin TW 68 Linbenftratze a Hierzu 1 Beilage und.Unterhaltung»ad Sifftn*. fa$t üer Bär? KON UNON VilMiMiMin tz..."- �5" Eine fabelMfie Leistung pufl beg-eistept der Sp ort fr e an d, wenn den sieggewohnte Renner des Ziel passiert Jhm pflichtet der Raucher bei, nur gelten seine Worte der vortrefflichen JoseitiJmo Berlins meistgera achter 4<$ Cigareite Nr. 413* 45. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Sonnabend, 1. September 1926 �üOfkee/ Don vielen Faltbootfahrern sind bereits große Fahrten unter- nommen worden, beispielsweise zum Orient und nach Afrika. Auch der Kanal wurde verschiedentlich von Frankreich nach England und in umgekehrter Richtung überquert. Dagegen scheiterten bisher alle Versuche, auf der O st s e e nach Schweden zu fahren. Schon seit dem vorigen Jahre plante ich, diese Fahrt in meinem Boot von Stettin aus zu unternehmen. Ein Mitfahrer fand sich bald, der ober leider noch etwa einem halben Jahre das Vorhaben aufgab. Begeistert meldete sich«in zweiter, mit dem ich im Juni und Juli fleißig trainierte. Am 20. August des Jahres sollt« die Fahrt los- gehen; doch wie kam es? Am Z5. Juli erhielt ich auch von diesem Zweiten eine Absage ohne Begründung. Ich swnd also allein da. Ausführen wollte ich die Fahrt auf jeden Fall, und so schafft« ich mir kurz entschlossen ein neues Boot, einen Klepper-Einsitzer an. Mit diesem Boot startete ich am Montag, dem 30. Juli, mittags 3 Uhr, von Stettin. 4,20 Meter ist mein„Titan' lang, 0,7S Meter breit. Gewicht IS Kilo. An Gepäck hotte ich mit: ein Zelt,«inen Schlafsack, einen Flutd-Kompaß, eine Seekarte, einen Anzug, alle nötigen Toilettengegenständ« und Proviant für drei Tage. Im vor« deren und Hinteren Teil des Bootes hatte ich je«inen aufblasbaren Spitjenbeutel angebracht, um«in Versinken unmöglich zu machen. Aufblasbare Lufttisien sollten tm schlimmste» Falle zur Rettung dienen. Sturm im Gtettiner Haff. Der erst« Tag brachte mich bis Ziegenort am Stettiner choff. Ich schlug dort mein Zelt auf, kochte ob und übernachtete. Am fol- genden Morgen 7 Uhr wurde die Fahrt fortgesetzt in Richtung links durch das Stettiner Haff zur Peene durch. Das Wetter war gunstig, die Sonne schien den ganzen Vormittag. Gegen 2 Uhr mittag» be- fand ich mich in der chohe zwischen Ueckermünde und Usedom, als ein heftiger Westwind emfegte, der um 3 Uhr zum Sturm anwuchs. U n u n t« r b r ö ch e n gingen d i e kurzen Wellen über das Boot hinweg. 2� Stunden kämpft« ich«inen aussichtslosen Kamps gegen di« heftig schä um e n- den Wellen, ohne mehr als höchstens 2 Kilometer vorwärts zu kommen. Trotz der Gummispritzdecke bekam ich doch so viel W a s I e r i n s B o o t, d a h i ch b u ch st ä b l i ch i m W a f f e r f a ß. Ich befaßte mich schon mit dem Gedanken, umzudrehen und mich nach Osten zurücktreiben zu lassen, als ich in einer Regenpause etwa 700 Meter vor mir ein verankertes Fischerboot erblickte. Ein« voll« Stunde brauchte ich. um es zu erreichen. Vollständig erschöpft nah- men mich die beiden Schiffer auf ihr Boot. Roch etwa 20 Minuten kam ein Motorftscherboot in die Nähe, das mich übernahm, m«in Boot im Schlepptau nach sich zog und mich an Land nach Mönkebud« brachte. Die Einwohner dieses kleinen Fischerdorfes Uesen herbei und schüttelten immer wieder die Köpfe darüber, daß ich mich über drei Stunden in dem Sturm gehalten hatte. Eine Dorfschöne überreichte mir einen großen Blumenstrauß, den ich stol,; an meinem Zelt prangen ließ. Als ich erzählte, daß ich in diesem„Seelenverkäufer', wie die Fischer mein Boot nannten, nach Schweden fahren wolle, hielt man mich für„nichl ganz richtig'. Nachdem ich meine Klei- der, die vollständig durchnäßt waren, zum Trocknen aufgehängt hatte (ein freundlicher Wirt pumpte mir einen trockenen Anzug), legte ich mich gegen 9 Uhr zur Ruhe, um am nächsten Morgen um 7 Uhr die Weiterfahrt anzutreten. Nach Nügen. Tag, der Mittwoch, verlief ohne Zwischenfall. Ich fuhr zur Peene, diese stromab, an Lasian und Wolgast vorbei, erreichte gegen 7 Uhr abends Peenemünde und übernachtete dort im Zelt b«i der Lotsenftation. Vor mir lag die See, di« ich bisher noch nie be- fahren hatte; die Insel Rügen geradeaus, zur Rechten die klein« Insel Rüden und die Oie. Am Donnerstagmoraen 6 Uhr stach ich in See und erreichte Thiessow auf Rügen um Uhr. Kurze Frühstücks- paus«. Der Wind kam von Westen, ich hatte also stets mit Seewellen zu kämpfen, merkte aber schon hier, daß die langen O st s« c- wellen längst nicht fo gefährlich waren wie di« kurzen tückischen Wellen des Stettiner chaffs. Die Weiterreise ging an den bekannten Rügenschen Badeorten Baabe, Göhren, Sellin und Binz vorbei. Als ich die Binzer Landungsbrücke passiert«, winkte mir jemand von dort lebhast zu. Ich vermutete einen Bekannten und fuhr zum Strande hin. Ein junger 17jähriger Berliner kam auf mich zu gelaufen, fragt« nach dem Ziel meiner Reise und bat mich, ihn mitzu- nehmen, da er dieselbe Fahrt machen wolle mit späterer Weiterreife nach Kopenhagen, Paris, Endziel Kairo. Er behauptete, mit allem ausgerüstet zu fein und eine Fahrt über die See leicht aushalten zu können. Ich war einverstanden und wir fuhren zusammen, jeder in seinem Klepper-Ciner. weiter nach Saßnitz. In der Dunkelheit des Donnerstagabend langten wir dort am Badestrande an. Der folgende Tag. Freitag, gehörte unserer Ruhe. Ich sah mein Boot noch einmal gründlich nach und kauft« Proviant für die Seereise nach Schweden«in: 1 Pfund Speck, ein ganzes Brot, 1 Pfund To- moten, j Pfund Aepfel, 2 Liter Kaffee, 1 Liter Zitronemvasier. Um 7 Uhr abend» verließen wir, von den Zurufen«in«? großen Menschenmenge begleitet, die Rügensch« Küste. Meinen Kompaß hatte ist lose auf der Spritzdecke siegen. Eine am Mast angebracht« Laterne warf ihren Schein darauf. Ich hielt Kurs nach Norden, ein Viertel zu Westen. Gegen 19 Uhr brach der Vollmond durch und badete das Meer in Gold. Es war«ine wunderbare, klare Nacht, di« See nur leicht gekräuselt. Mit gleichmäßigem Paddelschlag ging es Kilometer um Kilometer vorwärts. Das Blinkfeuer von Arkona war weithin deutlich sichtbar. Gegen 1 Uhr nachts leuchtete in der Ferne Licht auf, das wir näherkommend als das Fährschiff„Deutsch- land', von Trelleborg nach Saßnitz fahrend, erkannten. Ich hatte also richtigen Kurs. Unermüdlich ging es weiter. Im Osten brach allmählich die Sonn« durch, und gegen 8 Uhr früh am Sonnabend machten wir di« erste Ruhepause zum Frühstück. Auf hoher See. Schon j«tzt äußerte der Berliner sein Mißfallen über mein zu flottes Tempo. Weitere zwei Stunden oergingen, als er zu mir sagte, er könne nicht m«hr. Seine chände seien voller Blasen und er wolle sein Segel aufspannen. Ich ri«t ab, denn auf diese Weise kämen wir sehr schnell auseinander. Jedoch mein Reden half nichts. Ich mußte also den Gefährten zurücklassen, mit dem Rot, sich von einem der vorbeifahrenden Dampfer aufnehmen zu lassen. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt konnte ich sein Segel nur noch als Punkt am Horizont erkennen. Gegen Mittag wehte der Wind aus Südosten etwas stärker, so daß ich mein VA Quadratmeter großes Segel aufspannen konnte, um mich so etwas von den Strapazen zu erholen. Ungefähr drei Stun- den segelte ich. Der Wind hat« sich inzwischen nach Osten gedreht. Es hieß also wieder paddeln. Obwohl mich mein« Hände, infolge der zahlreichen Blasen, wovon eine bereits eitert«, wahnsinnig schmerzten, hielt ich doch aus in dem Gedanken, das ei»mal gesteckte Ziel erreichen zu müssen. Nachmittags um A4 Uhr erblickte ich ganz in der Ferne voraus einen Streifen Land. Hurra, die schwedische Küstel Noch einige Stunden angestrengter Arbeit, und ich mußte Land erreicht haben. Aber es kam anders. Der Wind wurde von Minute zu Minute stärker, die Wellen wurden höher und höher. Weiß schäumend kamen sie angezischt und gingen der ganzen Länge naäi über mein Boot hinweg. Schnell muhte ich den Kompaß vom Deck forteiehmen, sonst wäre er hinweggespüll worden. ?lch faßte also einen Punkt am Land ins Auge, auf den ich zusteuerte, und den ich für Trelleborg hielt. Ich hatte mich jedoch getäuscht. denn gegen 7 Uhr abends sah ich das von Deutschland kommende Eohrschisf nach Westen abgehend! Ich war also zu weit nach sten geraten, inindestens 25 Kilometer; kein Wunder ohne Kompaß. Es blieb mir weiter nichts übrig, als link« abzuschwenken und den Kurs der Fähre aufzunehmen. Mein« Kräfte schwanden allmählich, Hände und Muskeln schmerzten außerordentlich. Aber zu meinem Glück hielt ich noch zwei«nunven aus und erreichte kurz vor 10 Uhr endlicy den Tretleborger Hafen. Am Ziel. Als erste begrüßten mich zwei deutsch« Studenten auf einer Jacht, di« kurz vor mir eingelaufen war. Als sie hörten, daß ich von Deutschland kam in meiner Nußschale und somit al» erster erfolgreich ■Oie Ostsee in einem Paddelboot überquert hatte, waren sie außer sich <>or Freude. Sie zogen mich an Bord, bewirteten mich und gaben mir Platz zum Schlafen. Ehe ich mich hinlegte, ging ich schnell zum Telegraphenamt, um die freudige Nachricht meiner Frau mitzuteilen. Daß ich vollständig erschöpft war, Schmerzen in allen Gliedern verspürte, brauche ich wohl nicht erst zu sagen. Sowie ich mich hinlegte, verfiel ich in bleiernen Schlaf, aus dem ich am Sonntagmorgen um 9 Uhr ge- weckt wurde. Ich brachte nun mein Boot an Land, schlug mein Zelt daneben aus und wollte weiterschlosen. Aber ich hatte nicht mit den Schweden gerechnet. Zu Taufenden strömten sie ini Laufe des Sonntags trotz stürmischen Wetters her- bet und beglückwünschten mich. Verstehen konnte es keiner recht, daß ich in dem kleinen Gummiboot die weite Strecke zurück- gelegt hatte.— Mein Aufenthalt in Schweden war kurz, denn ich uihr schon am nächsten Tag«, am Montag, mit dem Fährschiff „Deutschland' nach Saßnitz zurück und von dort weiter mit dem Dampfer nach Stettin, mit dem einen Wunsch, möglichst bald wieder bei meinen Lieben zu Hause sein zu können. Mein Ziel hatte ich ja erreicht.__ Großfeuer bei Siemens. Sin Kabellager in Haselhorsi niedergebrannt. Die Siemenswerke in Spandau- hafelhorfi an der Berliner Chaussee wurden gestern nachmittag von einem schwere» Schadenfeuer heimgesucht. Ein etwa KO bi» 70 Meter langer und 40 Meter breiter versandschuppen, in dem wertvolle Kabel und Zsolalionsmaterialien lagerten, brannte nieder. Der von dem Feuer betroffene Schuppen liegt gegenüber dem Hauptgebäude dir Siemenswerke. Der ganze Gebäudekomplex ge- hört den Deutschen Werken A.-G. und ist vor«imger Zeit für die Kabel- und JsolationsdrahtfatTrikation von Siemens gepachtet worden. Kurz nach Arbeitsschluß, gegen%5 Uhr, drangen aus dem Schuppen plötzlich dicke Rauchschwaden hervor. Nur Augenblicke später schlugen aus den Fenstern mich schon die hellen Flam- men heraus. Die Fobrikwehr trat sofort in Tätigkeit, erwies sich aber dem Feuer gegenüber, das wie rasend um sich griff, als machtlos. Auf den Alarm rückten die Siemenswehr, die beiden Spandauer Löschzüge und zwei Züge der Eharlotten- burger Wehr zur Bekämpfung des Feuers an. Oberbrand- direkter G e m p p eilte gleichfalls an die Brandstelle und leitete die Löschmaßnahmen. Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der ge- waltigen Hitze und Rauchentwicklung äußerst schwierig. Die stickigen Rauchgase, die von den in Brand geratenen Kabeln und Isolationen herrührten und di« die ganze Umgebung zeitweise in dichte Rauchwolken hüllten, machten die Be- »utzung von zahlreichen Rauchschutzapporaten notwendig. Der Schuppen bildet« bald nur noch«in großes Flammen- meer, in das aus zehn Schlauchleitungen stärksten Ka- libers stundenlang gewaltige Wassermengen geschleudert wurden. Erst gegen 19 Uhr war die Hauptgefahr beseitigt. Aie Aachl nach dem Vmal. zg, Nomon von Liam O'Klaherty. (Au- dem Englischen überseht von«.Häuser.) Gallagher las ihnen die Entscheidung des Gerichts vor. Dann gab er ihnen feine Befehle:„Genosse Mulholland hat das Kommando. Nachdem ich das Zimmer verlassen habe. werdet ihr, wie üblich, das Los entscheiden lassen. Dann fahrt ihr den Gefangenen im Lastauto zu irgendeiner Stelle der Gebirgsstraße, ungefähr halbwegs zwischen Klllakes und Glencree. Zu beiden Seiten der Straße ist Sumpf. In dieser Gegend werdet ihr an jeder Stelle mindestens zwei Meilen vom nächsten Haus entfernt sein. Vollstreckt dort das Urteil. Begrabt die Leiche in einiger Entfernung von der Straße: noch besser, werft sie einfach in ein Sumpfloch. Fahrt, wenn ihr die Sache erledigt habt, direkt weiter über das.Gebirge nach Enisterry und kommt auf einem anderen Weg in die Stadt zurück. Es gibt mehrere. Ihr könnt euch den bequemsten aussuchen. Erstatte mir im Hauptquartier Bericht, sobald du zurück bist. Bartly. Ich werde dort auf dich warten. Beeilt euch, Genossen. Schafft den Gefangenen so schnell als möglich weg. Wenn nötig, gebraucht Gewalt, um zu verhindern, daß er eine Störung hervorruft, aber ihr dürft das Urteil unter keinen Umständen vollstrecken, bevor ihr im Gebirge seid." Gallagher verließ den Raum und ging quer über den Gang zu dem Zimmer, in dem Mary Mc Phillip ollein saß. Alle bewaffneten Männer sammelten sich in dem Wacbzimmer am Fuß der Treppe. Tommy Connor war hereingekommen. Er war dabei, ihnen mit heiserer Stimme etwas zu erklären. Zwei Männer standen außerhalb der Zellentür Wache. Der Posten ging wieder im Gang auf und ob. Gallagher setzte sich neben Mary auf die hölzerne Dank. ohne sie anzusehen: er starrte zu Boden. Seine Stirn zuckte, sein Gesicht war abgespannt. Er sagte mit leiser Stimme:„Wir haben den Spitzel ent- deckt. Mary. Dein Bruder wird bald gerächt sein. Gypo Rolan war der Verräter.' Es herrschte Stille. Gallagher hakt« den letzten Satz dramatisch ausgerufen wie eine schreckliche Offenbarung. Aber Mary sagte nichts. Er sah sie an und wiederholte etwas lauter:„Mary, es war Gypo Nolan, der deinen Bruder an- gezeigt hat." Sie schauderte und sah ihn in der Dunkelheit traurig an: „Das wußte ich die ganze Zeit. Der arme Kerl!' Er starrte sie an und jappte:„Was?" Fast unhörbar fragte sie:„Was werdet ihr mit ihm machen, Dan? Ich hoffe, ihre werdet nicht.. Sie schwieg. Gallagher sah sie scharf und erstaunt an, mißtrauisch, als ob er sich eben selbst bewiesen hätten, daß all seine Berech- nungen in einem Punkte falsch seien. Schließlich sagte er fast zaghaft:„Was, Mary?", Sie sagte:„Ihr werdet ihn doch nicht töten? Das würde nur ein neuer Mord sein, dem... dem anderen hinzugefügt. Es würde dem Toten nicht helfen. Der Herr möge ihm gnädig fein." „Mord," wiederholte Gallagher träumerisch, als ob er dos Wort zum ersten Male in seinem Leben höre und un- gläubig über seine Bedeutung nachdenke wie ein Philosoph, der sich plötzlich einem unerhörten Aberglauben gegenüber- sieht. Dann westeten sich seine Nüstern, und sein Gesicht wurde hart vor Zorn, als ihm ihre Meinung und ihre Stellung zu dem Urteil, das an Gypo vollstreckt werden sollte, klar wurde:„Mord hast du gesagt? Großer Gott! Nennst du es Mord, eine Schlange zu vernichten, die deinen Bruder verraten hat? Wo ist dein...? Nennst du dich eine Irin? Wie? Himmlischer Bater! Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Was...? Lieber Himmel!" Sie schluchzte:„.Höre auf mich, Dan. Um Gottes willen, hör' auf mich, bevor du das tust. Hör' zu. Ich wußte bis jetzt nicht, wie entsetzlich es ist. Es war töricht, was ich heut abend zu Haus geredst Hab', als oll die Leute da waren. Ich war so wütend über die Art, in der Dater redete, daß ich dachte, ich könnte selbst den Mann erschießen, der Francis an- gezeigt hat. Aber es würde ein Mord sein, Dan, genau so wie irgendein anderer Mord. Und..." Gallagher schnappte:„Ach, verflucht!" Sie flüsterte:„Dan. tu's nicht, um meinetwillen. Ich liebe dich. Tu's um meinetwillen nicht, und ich werde alles tun, was du von mir verlangst. Ich fühle, daß ich die Ur- fache hierzu bin." Err?gt und atemlos beugte sich Gallagher zu ihr und nahm ihre rechte Hand in seine beiden Hände. Er flüsterte: „Mary, liebst du mich? Sag' es noch einmal. Sag', daß du mich liebst." Aber mit einer fremden und unnatürlichen Geistesgegen- wart zog er sich sofort wieder zurück. Er fürchtete, daß der Posten ihn sehen könnte. Tränen rollten über Marys Wangen. Schweigend sah sie von ihm weg zur Tür. Gallagher lehnte sich zurück und beobachtete aufmerksam unter gerunzelten Brauen ihr Ge- ficht. Seine Lippen waren fest zusammengepreßt. Seine Stirn krampfte sich. Er schien mit einer wilden Leidenschaft zu ringen und gleichzeitig im Kampf begriffen, zusammen- hängend und verstandesmäßig denken zu können. Er ver- suchte die Regungen ihres Geistes zu ergründen, um ihn dann durch seinen Verstand besiegen zu können, wollte ibn sich Untertan machen, um sie sich nach seinen eigenen Bedin- gungen zur Gefährtin zu. machen. Er redete sich ein, daß er dies tue, damit sie ihm helfe, Macht zu erringen: daß Leidenschast ihn treibe, wagte er sich nicht einzugestehen. Er oerachtete Leidenschaft. Das Schweigen war eigentümlich und gespannt. Mary war sich dessen bewüßt, ober Gallagher bemerkte es nicht. Dann sprach Mary. Sie sprach schnell, ohne ihn anzu- sehen und in zornigem Ton:„Bring' mich augenblicklich von diesem Ort weg. Don. Ich war verrückt, mit dir hierherzu- kommen. Es mar überhaupt nicht meine Absicht, und wenn du ein wirklicher Herr märst, hättest du mich nicht darum gebeten. Was ich eben gesagt habe, daß ich dich liebe, war nicht wahr. Ich habe es nur gesagt, um zu oersuchen, dich zu übereden. diesen Mann nicht umzubringen. Früher, wenn ich in den Zeitungen las, daß ein Mann erschossen worden war, pflegte ich das für richtig zu halten, aber es ist eine ganz andere Sache, wenn ein Mann, den man kennt, so etwas tut. Francis hat auch einen Menschen getötet, der Herr möge chm gnädig sein. Gott, verzeih' uns allen." Sie schluchzte hysterisch.„Warum können wir nicht Frieden halten? Warum müssen wir uns untereinander morden? Warum—" t „St! Sei still. Sei still." „Ist es nicht grausam, Dan?" Sie ließ den Kopf in die Hände sinken. Ihr Körper wurde von lautlosem Schluchzen geschüttelt. (Fortsetzung folgt.) j Es ist als ein ganz besonderer Glüdsumftand zu bezeichnen, daß ein angrenzender Schuppen von den gleichen Aus maßen nicht auch ein Raub der Flammen wurde. Eine mir leichte Brandmauer gebot dem Feuer Einhalt, und da auch der Mind günstig stand, gelang es den vereinfen Anstrengungen der Wehren, diesen Schuppen mit seinem mertvollen Inhalt zum größten Teil zu retten. Der Schaden ist bedeutend, konnte aber noch nicht genau abgeschäßt werden. Als Entstehungsurfache wird Fahr. [ affigteit angenommen. Ein eigenartiger Unfall. Mit dem Motorrad in den Landwehrfanal. Am Rottbusser Ufer ereignete sich gestern abend ein feltfamer Unfall, der noch recht glimpflich abgelaufen ist. Auf der Straßenkreuzung Rottbusser Ufer und Liegniger Straße im Südosten Berlins geriet gegen 22 Uhr ein Radfahrer plötzlich in die Fahrbahn eines in schneller Fahrt herankommenden Motorrades. Der Motorradfahrer versuchte durch eine scharfe Rechtswendung ein Unglüd zu ver= hüten. Infolge der Geschwindigkeit geriet das Rad aber auf den Bürgersteig und pralife gegen das gußeiserne Geländer des Teltowfanals, das wie Glas durchbrach. Der Motorradfahrer und jein Begleiter, der auf dem Soziusfig faß, rollten die Rasenböschung hinab und stürzten ins Wasser. Das Motorrad blieb sonder barerweise an der Böschung am Gesträuch hängen. Die Berunglückten, die bei dem Sturz zum Glüd mur leichte Berlegungen erlitten hatten, konnten felbft das rettende Ufer erreichen und von hinzueilenden Bassanten herausgezogen merden. Samariter der zu Hilfe gerufenen Feuerwehr legten borgen werben. Zur Verhaffung von Stinnes jun. Wollte der Reichskommissar die Untersuchung niederschlagen? M Im Laufe des geffrigen Tages wurden noch eine Anzahl| Reichsschuldenverwaltung und das Reichsfinanzminifterium mit einer von Zeugen vernommen, die unter Herrn, v. Waldow und ihm unverständlichen Härte gegen ihn vorgingen, daß man bei den Direktor Nothmann gearbeitet haben. Es handelt sich zum Haussuchungen seine gesamten Papiere beschlagnahmt habe, audy Teil um höhere Angestellte der Stinnes- Betriebe in Hamburg. Aften, bie feineswegs mit dem Fall in Verbindung stehen könnten. Schließlich erflärte zur großen Ueberraschung bes die von Herrn v. Waldow dafür benannt worden sind, daß er Untersuchungsrichters Hugo Stinnes, daß man vor einiger nicht selbständig gearbeitet hat, sondern daß er feine Diret- Beit an ihn herangetreten fei und ihm erklärt habe, der Reichs fiven von Hugo Stinnes jun erhalten hat. fommissar wolle die Untersuchung gegen Hugo Im übrigen hat sich der Konflikt zwischen Herrn v. Waldow und Stinnes niederschlagen, wenn dieser den Vorschlag des Pariser Banfiers Calmaug annehme. Calmaug habe ihm durch Hugo Stinnes jun. noch weiter verschärft, und es ist damit zu rechnen, Herrn v. Waldow, der durch einen besonderen Kurier davon unterdaß Herr v. Waldow, der in Berlin bleibt, in den nächsten Tagen sich richtet worden sei, fagen laffen, daß gegen Zahlung voit noch ausführlicher zu den Vorgängen äußern wird. Herr v. Waldow 50 000 Reichsmart an die Adresse Calmaug das Verfahren hat durch seinen Anwalt bekanntlich eine Erklärung gegeben, in Deutschland eingestellt werde. Calmaur wolle alle nötigen in der er betont, daß er Hugo Stinnes bis zu= Schritte übernehmen und verbürge fich dafür, daß der ReichsStinnes Gegenseite energisch bestritten, und es ist schon jetzt erkennbar, daß legt gebedt habe. Diese Darstellung wird jedoch von der kommissar das Verfahren auch wirklich einstellen werde. Gegenfeite energifch) bestritten, und es ist schon jetzt erfennbar, daß habe Herrn v. Waldom daraufhin erklärt, daß er diese Angelegenheit in der Verteidigung der Angeschuldigten seit zwei Tagen nicht mehr als eine reine Erpressung betrachte und feines wegs auf diesen Vorschlag eingehe, um so mehr, als er sich vollkommen schuldlos fühle. die Einheitsfront besteht, die anfangs deutlich zu erkennen war, Der Untersuchungsrichter Dr. Brühl richtete daraufhin an den Bielmehr haben bei den Bernehmungen fo heftige Zusammenstöße anwesenden Reichsfommiffar Heinzmann die Frage, ob er vont stattgefunden, daß Hugo Stinnes jetzt zum Teil dazu übergegangen ähnlichen Bersuchen des Pariser Bankiers gehört habe, was Direttor ist, Herrn v. Waldow scharf anzugreifen. Immerhin muß damit Heinzmann verneinte. Herr v. Waldom, der noch einmal vom gerechnet werden, daß die Schuhschrift Hugo Stinnes' erst mitte der Untersuchungsrichter vernommen wurde, bestätigte die Aussage von nächsten Woche dem Untersuchungsrichter überreicht werden wird, da Hugo Stinnes und erklärte, daß der genannte Pariser Bankier ihm eine derartige Mitteilung in ernsthafter Form gemacht habe. Es einer der Verteidiger sich gestern nach London begeben hat, wo in der dieser ledigung dieser Angelegenheit wollen die Verteidiger dann ausführlich tommen konnte, die das Ansehen deutscher Behörden in schwerfter die Stellungnahme ihres Mandanten darlegen.- Inzwischen ist auch Form zu schädigen geeignet ist. Frau Stinnes in Berlin eingetroffen, um hier die Maßnahmen zur Berteidigung ihres Sohnes selbst zu überwachen. Frau Stinnes hat noch nicht die Genehmigung erhalten, ihren Sohn zu sehen, da erst nach dem Abschluß der augenblicklichen Bernehmungen Hugo Stinnes' baran zu denten ist, daß dieser seine Verwandten im Unterfuchungsgefängnis fpredjen fann. bn Berunglückten Notverbände an. Das Motorrad tonnte bald ge Deutschen Botschaft eine wichtige Bernehmung stattfindet. Nach Er. ist zu hoffen, daß durch schleunige Vernehmung Calmaug in Paris Der Typhus in Potsdam. Das vierte Todesopfer. Die Potsdamer Typhuserkrankungen haben in der vergangenen Nacht ein viertes Todesopfer gefordert, und zwar ist eine 48jährige Frau aus Seddin, die wegen Typhus im Städtischen Krankenhaus in Potsdam lag, an den Folgen dieser Krankheit verstorben. 3m übrigen hat der Typhus feine weitere Ausbreitung erfahren. Die übrigen Fälle haben einen normalen Verlauf, und der Höhepunkt der Erkrankungen scheint übermunden zu sein. Das Bolfsbühnenfest. Heute veranstaltet die Voltsbühne in Ireptom ein worden. Bon der Bollziehung aber hat man bis jetzt abgesehen. Der Haftbefehl gegen v. Waldom ist formell aufrecht erhalten Von der Vollziehung aber hat man bis jetzt abgesehen. Bon Waldom ift vorläufig aus der Haft entlassen worden unter der Bedingung, sich in bestimmten Zwischenräumen bei der Polizei zu melden. Hugo Siinnes wurde am Donnerstag eingehend vom Untersuchungsrichter Dr. Brühl vernommen und erflärte, daß er in der ganzen Angelegenheit selbst getäuscht morden sei. Er habe felfen festes Bertrauen zu Herrn v. Waldow und Direktor Rothmann gehabt und habe ihnen die verlangten Gelder zur Verfügung gestellt, ohne zu wissen, zu welchem 3med die Summen verwendet werden follten. Später wurde der Reichskommissar Direttor Heinzmann zu der Bernehmung hinzugezogen. Direktor Heinzmann erklärte, baß nach Ansicht der zuständigen Stellen unbedingt die Vorgänge aufgeklärt werden müßten, soweit fie Hugo Stinnes betreffen. Bisher besteht über die Anmeldung von 19 Milliarden Kriegsunklarheit, und man erwartet von der Aufklärung des Falles Stinnes anleihe, die als Altbesiz deflariert worden seien, noch völlige noch weitere Fingerzeige in dieser Affäre. Darauf fprang Hugo Stinnes fehr erregt auf und ertlärte, daß bie Funkwinkel. großes Volksfest für Mitglieder und Nichtmitglieder. Es wird in den Lokalen Zenner- Knape, Spreegarten, Sonnenwende, Schloß Treptow und Paradiesgarten eine Fülle fünstlerischer Darbietungen bringen und außerdem ein Riefenfeuerwert zeigen. Auch erhält jeder zehnte Besucher auf Grund einer Auslosung ein wertvolles Geschenk( Gutschein für zwei Theaterfreifarten usw.). Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 75 Pf., für Kinder 25 Pf. Im Zusammenhang mit dem Fest veranstaltet die Voltsbühne brei große Umzüge durch die Stadt. Alle drei Züge feßen sich um 4% Uhr in Bewegung. Der erste beginnt am Engelufer und nimmt zunächst folgenden Weg: Michaeltirchplag, Annenftraße, Dresdener Straße, Oranienbrüde, Oranienplag, Oranienstraße, Oranienstraße, Adalbertstraße, topenider Straße, Schlefifche Straße. Dar zmeite asteizt sich im Often in der Rigaer Straße in Bewegung und hat folgende Marschroute: Baltenplay, Weidenweg, Friedenstraße, Memeler Straße, Helsingforsplan, Warschauer Straße, Oberbaumbrücke, Faltensteinstraße, Schlesische Straße. Der dritte Dr. Otto Ehrhardt, Dresden, zeigte in seinem Bortrag beginnt am Rathaus Neukölln und verfolgt nachstehenden Weg: Dem Opernregisseur gestellt werden. Eine dem Werf wirklich anProbleme der Opernregie", welche Aufgaben dem Schauspiel- und Berliner Straße, Weichselstraße, Raiser Fried- gepaßte Opernrevue muß von der Musik ausgehen, muß die Bühnenrich Straße, Bannierstraße, Glogauer Straße, geftaltung wie die Handlung aus der Partitur des Werkes herausReichenberger Straße, Wiener Straße, Staliger wachsen lassen. Die Zeiten, wo auf der Bühne Solisten und Chöre Straße. Am Schlesischen Tor vereinigen sich die drei ihre Nummern" in schöner Pose oder unbewegter Starrheit abZüge und marschieren gemeinsam die Treptower Chauffee fangen, find ebenso vorüber wie jene, in denen mißverstandener entlang. Die Züge führen sechs Musikkapellen mit, enthalten Naturalismus die Opernzene mit tausend nebensächlichen Einzel24 Festmagen und umfassen Gruppen mit insgesamt 750 Kostü- heiten belud und die Musif fast erstichte. Der bewegte" Chor fam in Breslau im Jahre 1913 zum erstenmal auf die Opernbühne. mierten. Ein Teil der Festwagen dient zugleich dem Freitransport Es war hier versucht worden, statt der traditionell gewordenen finn von Kindern, doch müssen die Kinder vorher im Generalsekretariat losen Armbewegungen Körperbewegungen einzuführen, die dem der Bolfsbühne( Plah der Republif 7) angemeldet werden. Charakter der Musik entsprachen. Der moderne Tanzstil hat das Bild der Opernbühne grundlegend beeinflußt und den Anfang zu einer ganz neuen Operndarstellungstunst geschaffen. Dr. Martha Bode behandelte die neuesten, die Frau besonders betreffenden Sozialgejeße", vor allem den letzten Entwurf zum Hausgehilfinnengeleg. Die Schwierigkeiten, einen so tomplizierten Betrieb wie den Haushalt durch gesehliche Arbeitsvorschriften zu erfassen, sind gewiß nicht gering. Die zahllosen Berhandlungen vor den Arbeitsgerichten beweisen aber immer wieder, wie notwendig für die Hausgehilfinnen ein umfassender gefeßlicher Schuß ihrer Arbeitskraft und damit ihrer Gesundheit ist. Dr. Bodes Ausführungen zeigten, daß die Hausfrauen am wenigsten Grund haben, über die jetzige Form des neuen Gefeßes sich zu beklagen. Wie eine Lokomotive zur Fahrt ins Land bereit gemacht wird, schilderte lebendig und an schaulich Prof. Dr. Igel in dem ersten Teil seines Bortrages Hinter den Kulissen eines Bahnhofes". Dynamitexplosion in Frankreich. Sieben Arbeiter getötet! Paris, 31. Auguft. In der Dynamitfabrif von 2blon bei Honfleur wurden heute vormittag durch eine Explosion fieben Arbeiter getötet und 14 verleht, 4 davon schwer. Mehrere Abteilungen der Fabrit find in die Luft geflogen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Babpelallee 15. Bortrag des Herrn U. Domdey: Aus dem Reiche der Psychoanalyse. Harmonium: Aus„ Aida"( Verdi). Gäste willkommen. Les. Es war nicht die, Latham". Der Fund bei Besteraalen. Oslo, 31. Auguft. Anlaßlich der Gerüchte von der Auffindung von Trümmern des Flugzeuges„ Latham" an der Küste der Besteraal- Inselgruppe hat Norft Telegrambyraa" in Harstadt, Melbo und Stokmartnes Erfundigungen eingezogen, aber man wußte dort weder von dem Fund, noch von der Quelle der Gerüchte. Auch in mehreren Ortschaften der langgeftredten Rüfte non Besteraalen, in denen nachgefragt worden war, hatten weder die Behörden noch sonst jemand von der angeblichen Auffindung ber Flugzeugtrümmer gehört. Die Gerüchte fönnen also als pöllig unbegründet bezeichnet werden. Der Dampfer Michael Sars" befindet sich zurzeit in den Gewäffern von Vesteraalen und stand heute morgen in funfentegegraphischer Verbindung mit dem in Tromsoe liegenden französischen Kreuzer Strasbourg", mußte jedoch nichts über eine Auffindung der„ Latham" zu berichten. Sport. Rennen zu Ruhleben am Freitag, dem 31. Auguft. 1. Rennen. 1. Dpernfänger( 3. Mills), 2. Beracampos( Hedert), 8. Bedelia( Ringius), Toto: 15: 10. Blag: 18, 14: 10. Ferner liefen: Hellotrov, Baron Duffy, Brandung. 2. Renten. 1. Lebemann( 3. Mills), 2. Ingelinde( Bedert), 3: Flagaenlieb( Lautenberger). Toto: 25: 10. Blaz: 18, 19, 22; 10. Ferner liefen: Selina, Steinnelle, Einsiedler, Freibeuter, Rosenfrau, Bessie, Minni Halle, Cilento, Dunajec. 3. Rennen. 1. Edzard( P. Finn), 2. Bestalin( Suber), 3. Galeere ( Sedert). Plat: 14, 15: 10. Ferner liefen: Rafadu I, Domdechant. 4. Rennen. 1. Effi( Weidner sen.), 2. Dennewik( Raupper jr.). 8. Einsicht( Bert). Toto: 139: 10. Plat: 52, 34. 215: 10. Ferner liefen: Wainsca, Campanula, Waldnymphe, Balmetto Silver, Goudster jr., Kram, Giparfette, Erboring jr., Petronella A, Goudsters Gloria, Schnadahüpft, Jjegrim, Erifa, Barmaid. 5. Rennen. 1. Beter Speedway( Großmann), 2. Belwin( Sauß jr.), 3. Alpengeler( Snöpnabel jr.). Toto: 14:10. Blaz: 13, 16, 19: 10. Ferner tiefen: Johannistäfer, Ehrenberg, Quisi quasi, Ed Luno. 6. Rennen. 1. Silberpappel( Hedert), 2 Mia Halle( Rüdert, Ferner Blag: 18, 16, 15: 10. 3. Alpspike( Sauß fr.). liefen: Derenmeister, Heliogabal, Mushaga Boy, Hallig, Drave, MorgenZoto: 72: 10. stunde, Nebelkappe, Daminius. Erich S, Luchs, Naturbursche, Lindowgold. 7. Nennen. 1. Divisionär( Jauß jr.), 2. Jda Balos( Hedert), 3. Michael( Knöpnabel jr.). Toto: 43: 10. Blat: 16, 17, 13:10. Ferner liefen: Stapitän Halle, Rudi, Morgentau, Dolerit, Marne. 8. Rennen. 1. Mailuft( Jauß jr.), 2. Schüler Teddy( Sedert), 3. Lombardei( Schulz). Toto: 40: 10. Play: 34, 57, 53: 10. Ferner liefen: Leffing, Salome, Nehoferin, Baron Bobler, Martha Leyburn, Gilly Dillon, Bateine, Koryphäe, Antimon, Liebesbote, Diientale, Beale, Gelbstern, Harfenmädchen. 9. Rennen. 1. Denkmünze( Lautenberger), 2. Fels( Snöpnabel jr.), 3. Dompfaff I( J. Mills). Toto: 64:10. Blab: 27, 37, 36: 10. Ferner liefen: Copal, Beter U, Möglich, Weinbrand, Abdulah Silver, Flamingo, Manzanares, Interpellant, Rammerjänger. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. Teils mollig. teils heiter, schwache Luftbewegung, langfam aniteigende Temperaturen. Für Deutschland. Im Westen und Süden bewölkt, im übrigen Deutschland wollig bis heiter. im Nordosten noch etwas windig allmähliche Wiedererwärmung. STADTGESPRÄCH!!! Westmann's Billige Sonderangebote!!! la Pelzmäntel billige Sommerpreise nur la Qualitäten In allen Abteilungen Passendes tür stärkste Figuren! 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Herrenstoff, Fantasiestoff Serie 125.- Serie II 35.- Serie HI 45.- Serie IV 65, Westmann 15.- 22.- 33.- 48.- 65.- 89.- 105.an der Andreasstraße Trauerabtellung: Kleider, Mäntel. Hüte elc. an der Mohrenstraße 37 a Jerusalemer Str. Untergrundbahn Hausvogtelplatz Zur psychologie des Kommunismus. Zwei lehrreiche Schriftstücke. Achtung! Lesen! Sonnabend, den 11. Auguft 1928, Große Dampferfahrt nach Ziegenhals. Programm: SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Ginsenbungen für diese Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin SB 68, Lindenstraße 3 Achtung! Funktionärversammlung Mittwoch, 5. September, nicht Montag, päuftlich 19% Uhr, in der Aula der Schule Rochstr. 13. Die Karten zur Jugendvorstellung der Boltsbühne Bas the wollt am Sonntag, 30. September, 15% Uhr, find von verschiebenen Abteilungen noch nicht abgeholt worden. Dieses ist umgehend nachzuholen. Weitergeben! Früh 8 Uhr: Abfahrt mit Musik von der Wildenbruchbrüde. 11 Uhr: Anfunft in Ziegenhals. Die Kommunisten spielen sich bekanntlich immer als die müten. den Feinde des Rapitalismus auf. Sie finden täglich, daß die Sozialdemokraten den Kampf für die Ziele des Sozialismus nicht ehrlich führen und jeden Tag dichtet die Berliner„ Prawda" neue ber städtischen Arbeiter, Angestellten und Beamten des 14. BB. Märchen vom Berrat" der Sozialdemokraten. Wer die beiden Schriftstücke lieft, die hier zum Abdrud kommen, wird diese Einstellung der Kommunisten begreifen. Wer selbst so gemein, so verräterisch und hinterhältig ist, auf der einen Seite friecherisch zu betteln versucht und auf der anderen, wie der Berliner sagt, die große Klappe hat, wird von jedem annehmen, daß er genau so sei. Ja, er wird den, der seine Moral nicht teilt, mit besonders mütendem Haß verfolgen. Die beiden Schriftstüde stellen somit einen aus. gezeichneten Beitrag zur Psychologie des Kommunismus dar. Beide Schriftstücke sind von der Kommunistischen Fraktion der Arbeiter, Angestellten und Beamten des Bezirks Neukölln verfaßt. Das erste Schriftstück hat folgenden Wortlaut: Neukölln, den 23. Juli 1928. Berte Firma! Am Sonnabend, dem 11. August d. I.( Verfassungstag), veranstalten die städtischen Betriebe in Neukölln( Beamte, Arbeiter und Angestellte) eine Dampferfahrt nach Ziegenhals. In Ziegen. hals, Restaurant Sporthaus, wird ein großes Sommerfest abgehalten, bei dem neben allerhand anderen Arrangements auch eine Tombola geplant ist. Das unterzeichnete Komitee ist beauftragt, bei Ihnen anzufragen, ob Sie uns nicht für diese Tombola ein fleines Geschenk zur Verfügung stellen würden. Wir wollen nicht verfehlen, darauf hinzuweisen, daß die von uns vertretenen Kreise ein wichtiges Kontingent der Neuköllner Berbraucherschaft darstellen. Da der gespendete Gegenstand bei der Berlosung selbstverständlich die Bezeichnung Ihres Hauses tragen fann, haben Sie Gelegenheit, sich damit in wirksamer Weise der Neuköllner Verbraucherschaft in Empfehlung zu bringen. Außerdem beabsichtigen mir, am Berlosungstisch ein Verzeichnis der ftiftenden Firmen aufzulegen. Sollte ferner der zur Verfügung gestellte. Gegenstand den Wert einer Teilnehmerfarte übersteigen, sind wir meiterhin bereit, Ihnen als unmittelbare Gegenleistung eine solche fostenlos zur Verfügung zu stellen. In Ziegenhals: Großes Sommerfest im Restaurant Sporthaus dortselbst. Große Tombola, Tang, heitere Unterhaltung, Kinderbeluftigungen ufm. Teilnehmertarte für die gesamte Veranstaltung einschl. Hin. und Rückfahrt 1,50 M.; Kinder 0,75 M., unter 6 Jahren frei. Zu haben nur im Vorverkauf bei den Mitgliedern der KPD., somie in den Speditionen der ,, Roten Fahne", Neckarstr. 3 und Warthestr. 69 und der Welt am Abend", Donaustr. 107. 2 Kegelbahnen! Kaffeeküche vorhanden! Schöner Freibadestrand nur 1 Minute vom Lotal entfernt! Rückfahrt 9½ Uhr. Veranstaltet von der Fraktion der Arbeiter, Angestellten und Beamten beim Bezirksamt Neukölln. KPD. 14. Verwaltungsbezirk Neukölln. Rolleginnen und Kollegen! Wir laden euch herzlichst zu obiger Veranstaltung ein. Bir glauben, daß viele von euch die Gelegenheit dankbar begrüßen, die in ein paar frohen Stunden die Kollegenschaft gesellschaftlich einander näherbringt. Geschlossenheit und Kraft für die gewertschaftander näherbringt. Geschlaffenheit und Kraft für die gemertfchaft lichen und politischen Kämpfe entspringt jeder Beranstaltung, die der revolutionären Einigkeit dient. Die proletarischem Gruß! Die tommuniffische Fraffion. NB. Unsere Veranstaltung hat mit dem Verfassungstag, der für einen flaffenbewußten Arbeiter durchaus tein Feiertag fein taun, nichts zu tun. Der 11. Auguft wurde von uns gewählt, weil wir an diesem Tage von den Reedereien einen billigeren Tarif als an einem Sonn- oder Feiertag erreichen fonnten. Indem wir Ihnen für die wohlwollende Behandlung unserer Bitte unseren Dant aussprechen, bitten wir Sie um Benachrichtigung über Ihren Entschluß auf beiliegender Karte. Evtl. Gefchente werden von uns abgeholt und find nur an städtische Bedienstete Strafbefehle gegen Angestellte der Sterngesellschaft mit entsprechendem Ausweis des Betriebes auszuhändigen. Mit Hochachtung! Das Organisationsfomitee für 11. 8. J. A.: W. Kohlmeyer, Neukölln, Faltstr. 13. Das Ermittlungsverfahren der Potsdamer Staatsanwaltschaft, das von dem Ersten Staatsanwalt Fuhrmann gegen die ungetreuen Angestellten der Sterngesellschaft geführt worden ist, ist jetzt abgeschloffen. 8ur Hauptverhandlung wird es nicht | Am Boltsfest der Boltsbühne heute, Sonnabenb, in verschiebenen Lokalen Treptows nimmt unsere Organisation geschloffen teil Die Gruppen treffen fich 16 Uhr pünktlich Baltenplag. Bis 16% Uhr muß die Aufstellung des Zuges beenbet sein. Nachzügler 18 Uhr Eichenrunbplag, hinter ber Sternwarte. Die Werbebegirlse Reutälln und Kreuzberg treffen fich 16 Uhr in Neukölln, Bobdinstraße, Gemeindeschule. Kunstturse: Weitere Teilnehmer des Grafit- Rurfus, die heute beginnen wollen, werden gebeten, thre Adressen sofort zu richten an Graefer, SW. 61, Großbeerenstr. 63a( Telephon: Bergmann 5826). Heute Sonnabend. Nordoft: Treffpunkt zur Werbedemonstration der Boltsbühne 15% Uhe Danziger, Ede Greifswalder Straße. Nachzügler 16 Uhr am Baltenplag. Tempelhof und Mariendorf: Treffpunkt zum Werbeumzug der Boltsbühne ftration nach Treptow 15 Uhr Mühlen-, Ede Berliner Straße. Bantom I- III: Treffpunkt zur Demon15 Uhr Dorf, Ede Berliner Straße. Werbebezirk Kreuzberg: Treffpunkt zur Boltsbühnendemonstration 16 Uhr Boddinstraße. 19% Uhr im Jugendheim Danziger Str. 62, Barade 7. Ohne Ausweis und Werbebezirk Prenzlauer Berg: Werbebezirksdelegiertentonferenz pünktlich Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Delegierten begeben sich gleich von der Demonstration zur Delegiertenkonferenz. Berbebegirt Schöneberg: Treffpunkt zur Boltsbühnenbemonstration 16 Uhr Baltenplay. Straßenbahnen 89, 154, Untergrundbahn Warschauer Straße. Lichtenberg- Nord: Treffpunkt aur Demonstration 15% Uhr Rote Ede. Morgen, Sonntag, 2. September. Sumannplay: Fahrt nach Hennigsdorf- Frohnau. Treffpunkt 6% Uhr Bbf. Brenzlauer Allee, Tempelhof: Borstandsfizung pünktlich 10 Uhr im Jugendheim. Tempelhof und Mariendorf: Treffpunkt zum Jugendfest in Linden. hof 18 Uhr Dorf, Ede Berliner Straße. Erscheinen ist Pflicht. Instrumente mitbringen. Werbebezirk Neukölln: Treffahrt nach 8offen. Die Abteilungen treffen fich um 7 Uhr. Abt. I und VI Bhf. Raiser- Friedrich- Straße, Abt. II und V, Brig I und II Bhf. Neukölln, Abt. III unb IV Bhf. Hermannstraße. Rote Fahnen mitbringen. Bflichtfahrt für alle Mitglieder. Werbebeşirt Bantow: Ballspiele auf der Wiefe im Boltspart 9½ Uhr, 14 Uhr Werbung auf der Boltswiese. Instrumente sind mitzubringen. AFER FLITTLE FEAR PERFEFEITO Werbebezir! Schöneberg: Jugendfest im Lindenhof. Treffpunkt für Teilnehmer 14 Uhr Hauptstraße, gegenüber ber Schloßbrauerei. Mufil, Spiel, Tanz, Jugendfeier, Facelsug. Alle Freunde der Jugend, Parteigenossen, Sungjozialisten, Rinderfreunde und Naturfreunde find herzlichst dazu eingeladen. Werbebezirk Lichtenberg: Werbebeşirtsfahrt Frauenfee, Bftliche Seite. Unt 10 Uhr müssen alle Abteilungen eingetroffen fein. Bichtenberg- Mitte und Best: Treffpunkt zur Berbebezirksfahrt 6% Uhr Bhf. Stralau- Rummelsburg. Friebrichsfelbe: Treffpunkt zur Berbebezirksfahrt 6 Uhr Bhf. Lichtenberg Friebrichsfelbe. Lichtenberg- Rord: Treffpunkt zur Berbebesirtsfahrt 6 Uhr Bhf. Stralan. Rummelsburg. Werbebezirk Teltowtanal: Teilnahme am Jugendfest in Sindenhof. Treffen Fahnen und Instrumente mitbringen. eller Abteilungen 14% Uhr Schöneberg, Sauviſtraße, gegenüber Schloßbrauerei. baus Steglis. Steglig und Richterfelbe: Treffen aum Jugendfeft in Lindenhof 13% Rate< Faltplas 1: Fahrt. Treffpunkt 6% 1hr Bhf. Gesundbrunnen. 50 f. Fahrgels tommen, da gegen bie Beschuldigten Strafbefehle ergehen Vorträge, Vereine und Versammlungen. An die Arbeiter, Angestellten und Beamten des Bezirksamtes merben. Es sind etwa 24 Personen, die an den Unterschlagun aber manbte man sich mit folgender Epistel: gen beteiligt find. Aus der Partei. Unser Parteiarchiv. Soeben ist der Ratalog der Bibliothet der Soziale demokratischen Partei Deutschlands fertiggestellt. Cr umfaßt 3 Bände, XVIII und 1020 Seiten Folio in Maschinenschrift. Der Katalog ist nur durch das Archiv der Sozialdemokratischen Partei: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 IV( Fernsprecher: Dönhoff 715-717), zu beziehen. Nähere Auskunft über die Bezugsbedingungen erteilt die Leitung des Archivs. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrif find Berlin B 68, Sindeustraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2.$ of, 2 Trep. rechts, au richten. Bezirksvorstand. Heute abend 18 Uhr Sigung des erweiterten Bezirksvorstandes im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstraße 3. 99 14. Rreis Neukölln. Moutag, 3. September, 19% Uhr, Kreismit. gliederversammlung in Kliems Festfälen, Sasenheide. Tagesordnung: Megierung, Partei und Panzerfreuzer." Referent Dr. Kurt Löwen ftein, M. b. St. Alle Mitglieber müssen erscheinen. Heute, Sonnabend, 1. September. 95. Abt. Reuföln. Handzettel zur Rreismitgliederversammlung am 3. September find von Reil, Prinz- Handjery- Straße, heute um 17 Uhr abzuholen. Alle Mitglieder sind einzuladen. Morgen, Sonntag, 2. September. 9. Abt. Alle Genoffinnen und Genossen sowie Freunde und Bekannte find zu bem Commerfest des Kreifes im Moabiter Schüßenhaus in Blögen. fee herzlichst eingelaben. 20. Abt. Alle Funktionäre treffen sich um 18% Uhr am Bahnhof Brenzlauer Allee zur Fahrt nach Hohenneuendorf. 79. Abt. Schöneberg. Die SAJ. veranstaltet auf bem Festplatz der Gieblung Lindenhof ein Jugenbfeft, verbunden mit Spiel, Tang, Musik und Fadelzug. Wir ersuchen unsere Genossinnen und Genossen, sich restlos baran au beteiligen. 104. Abt. Rieberschönewelbe. 13% Uhr treffen fich alle Mitglieder zur Teil nahme am Republikanischen Tag in Adlershof an der Knabenschule Rudower Straße zum gemeinsamen Abmarsch. 108. Abt. Köpenid. Die Genoffinnen und Genossen werden gebeten, an ber Bannerweihe der Abteilung Friedrichshagen teilzunehmen. Treffpunkt 14 Uhr Bahnhof Friedrichshagen, Ab 16 Uhr Boltsfest im MüggelfeeRafino, Seestraße. 137. Abt. Reinidendorf- Weft. Gemeinsamer Balbfpaziergang zum Bubenontel an ber Mäderigbrüde( Spandauer Schiffahrtstanal). Treffpunkt 13½ Uhr Boltshaus, Scharnweberstr. 114. * 8. unb 13. bt. Montag, 3. September, 19% Uhr, Elternversammlung im Botal Faber, Stephanstr. 3. Stellungnahme zu ben Elternbeiratswahlen am 23. Eeptember. Alle Eltern, deren Rinder bie 168. Gemeindeschule in ber Quigowstraße besuchen, werben gebeten, an der Versammlung teilzunehmen, um für die Liste Schulaufbau" mitzuwirken. 36. Abt. Achtung, Freidenfer! Montag, 8. September, 19 Uhr, in den Brachtfälen des Oftens, Freidenferversammlung. Tagesordnung: Bericht MARKE AND SALA Don Frankfurt am Main. e Freibentergenoffen wethen biermit aufgeforbert, pünktlich und vollzählig au erscheinen. CBD. Berbeausschuß fozialbeurofratischer Bolizeibeamten Groß- Berlin. tag. 2. September, 8 Uhr, Sigung der Beitung im belannten 2otal. Frauenveranstaltungen: Sonn. 6. Reis Rreuzberg. Conntag, 2 September, Ausflug nach Gahoma, Bath jänta. Treffpunkt ab 10 hz Balbschänke. Spiele, Kaffeelochen, Ber lojung, humoristische Borträge. Alle Genoffinnen find mit ihren Ange hörigen, Frennben unb Belannten herzlichst eingelaben. Gäfte willkommen, 44. bt Ade Genoffinnen beteiligen sich mit ihren Angehörigen an dem Rreisausflug nach Gadowa, Walbschänke. Treffpunkt ab 10 Uhr in der Walbschänke. 45. Abt. Alle Genoffinnen beteiligen sich an dem Ausflug nach Sabowa, Waldschänke. Treffpunkt 10 Uhr in der Waldschänke. Alle Genossinnen mit ihren Angehörigen nebst Gästen sinb willtommen, 47. Abt. Alle Genoffinnen beteiligen fich recht zahlreich an dem Ausflug nach Sabowa, Balbschänke. Treffpunkt ab 10 Uhr in der Waldschänke. Jungjozialisten Groß- Berlin. Heute, Sonnabenb, 1. Geptember, 16 Uhr, Beteiligung an der Berbener anftaltung ber Boltsbühne. Trefpunkt Gemertschaftshaus, Engelufer. Die Gruppenleiter werden aufgefordert, aur Entgegennahme von Werbematerial bereits Stunde früher anwesend zu fein. Die Gruppenleiter merben aufgefordert, die Eintrittstarten für bie Beranstaltungen im Fahmen vnferen Werbewoche ab 1. September beim Genoffen Kurt Bark, N. 65, Antwerpener Straße 46, in Empfang zu nehmen, Mittwoch, 5. Geptember, 19 Uhr, im Bund", Albrechtstr. 11, Arbeitsausschusitung. Suboften: Sonntag, 2. September, beteiligen wir uns an der Agitationsfahrt der A3. nach Boffen. Treffpunkt AJ.- Südwesten. Montag, 8. September, Biterarischer Abend. Wir lefen Hammer, Sichel und Mülge". Jungsozialistische Bereinigung Groß- Berlin. Gesamtveranstaltung am Gonnabend, 8, September, 19 Uhr, im Sigungsfaal bes Bezirks. amis Kreuzberg, Nordstr. 11( U- Bahnhof Belle- Alliance- Straße). Ge noffe Friz Bieligt spricht über Arbeiterklasse, Kriegsgefahr und Abrüftung". Unto stenbeitrag 20 Bf. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Kreis Mitte. Wir treffen uns heute um 16 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus und beteiligen uns am Fest der Boltsbühne. Nachzügler tommen zu genner in Treptow. Montag, 3. September, 20 Uhr, wichtige Helferfizung, Alle Helfer müssen erscheinen. Unser Gymnastikkursus beginnt am Donnerstag, 6. Sep. tember, um 17% Uhr bei Gleisner, Elsaffer Str. 26. Kreis Mitte, Friebrichshain und Reukölln. Die Gruppen beteiligen fich heute am Boltsfest der Boltsbühne in Treptow. Treffpunkt 16 Uhr. Für Mitte: Gewertschaftshaus, Engelufer 24-25; Friebrichshain: Liebig- Realschule, Rigaer Str. 8; Reutölln: Gemeindeschule Bobbinstr. 52-56. Bringt recht viel rote Fahnen und Wimpel mit. 20. Kreis, Gruppe Reinidenborf- Oft. Am Sonntag treffen sich bie beiden Faltengruppen 7 Uhr am Bhf. Gesundbrunnen zur Fahrt nach Uezdorf. 50 Bf. Fahrgelb mitbringen. Steglig. Sonntag, 2. September, 8 Uhr, Treffen am Heim Albrechtstr. 47. Geburtstage, Jubiläen usw.: 7. bl. Unserem treuen Genoffen Bau I Borchert, Elfaffer Str. 38, au feinem heutigen 25jährigen Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. 29. Abt. Unfer Genoffe Gustav utt, Schliemannstr. 2, feiert heute feinen 60. Geburtstag. Seit 1892 ift er Mitglied der Partei, unb hat jahre lang als Funktionär mitgearbeitet. Sn feinem Stabtbezirk 247E ist er feit Jahren als Bezirksvorsteher tätig und gehört den verschiebensten Rommissionen an. 3nbem wir unserem treuen Genossen die herzlichsten Glückwünsche bar. bringen, wünschen wir ihm, daß er noch recht lange feine Rraft in den Dienst der Partei und der Allgemeinheit stellen tann. 45. Abt. Unserem Genossen Reinh. 8ahn, Liegniger Str. 16, Betriebspertrauensmann und Bezirksvorsteher, herzlichste Glückwünsche zum 25jährigen Barteijubiläum. 54. Abt, Charlottenburg. Unferem langjährigen Funktionär, dem Ge noffen beim Rroll unb feiner Frau, zur Silberhochzeit bie herzlich ften Güdmünse, Der Borstand. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin G 14, Sebaftianstr. 37/38, Sof 2 It. Adlershof( Ramerabfchaft): Sonnabend, 1. Sept., und Sonntag, 2. Sept., Republikanischer Tag Boltsfest. Connabenb, 1. Sept.. 19% Uhr, Antreten am Bahnhof zum Fadelzug, Sonntag, 2. Sept., 9 Uhr, Sandballspiel der Schußsportgruppe gegen Magdeburg, Alte Neustadt, auf dem MTB. Plag, an der Birtenallee. 18 Uhr Antreten am Bahnhof zum Umzug. Anschl. Boltsfest im Lotal von Bällstein. Republikaner und Kameraden an berer Ortsvereine find herzlichft eingeladen, Kreuzberg: Sonnabend, 1. Sept., 18 Uhr, Abfahrt Fontanepromenabe nach Lychen. Sonntag, 2. September Mitte: Bflichtveranstaltung in Herzfelde. Antreten 9 Uhr Schlef. Hernbhf. 6. Rameradschaft 8 Uhr bei Gramsch, 3. und 4. Ramerabschaft 8 Uhr bei Schil ling, Rungestraße. Hahnen und Tambourtorps. Tiergarten: Kameraden mit Angehörigen beteiligen fich am Sommerfest der SPD. im Moabiter Schützen. haus. Webbing: Bflichtveranstaltung nach 2nchen zur Dentmalsweihe. Anfreten 5.15 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Kreuzberg: Besuch des 1. Republikanifchen Sportschießens, Sportplan in Friedrichsfelde, Treskowallee, mit Angehörigen. Straßenbahn 70. Neuenhagen- Hoppegarten- Birkenstein: 12.15 Uhr Antreten Bhf. Hoppegarten. Fahrt nach Herzfelde. Stegl'( Ortsverein): Meltere Kameraden, welche fich an einer Delegation nach Beithain- Lager ant 8. unb 9. September beteiligen wollen, werden gebeten, sich schnellstens bei Ram, Arnfen au melben. Fahrpreis 9 M. Tempelhof: Jungmannschaft An treten 17% Uhr am Hafen Tempelhof zur Autonachtfahrt. Proviant nicht ver geffen. Das Mundharmonila- Drchester Stern" gibt anläßlich feines 25jährigen Bes ftehens Sonnabend, 8. September, in ben Rammersälen, Teltower Str. 1-4, ein Festkonzert mit anschließendem Ball. Aurzschriftenverein Charlottenburg, e. B.( Einheitsturzschrift). Freitag, 19 bis 21 Uhr, Anfänger, Fortgeschrittene, Rebeſchrift- Lehrgänge, Giemens Oberrealschule, Schloßftr. 27. Auskunft über fämtliche Berliner Bildungs ftätten für Einheitsturzschrift erteilt Otto Adam, 1. Borsigender des Verbandes für Einheitsturzschrift Groß- Berlin, Charlotenburg 5, Sophie- Charlotte- Str. 78. Telephon: Westend 1550. Reichsbunb ber Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter. bliebenen, Begirt Bentrum, Montag, 3. September, Rosenthaler Hof, Rosen. thaler Str. 11-12 20 Uhr, Monatsversammlung. Referat Kamerab Schubert: Gieblungswesen im Reichsbund". Stenographie. In der amtlichen Einheitsturzschrift beginnt am 4. und 7. September, 19% bis 21% Uhr, ein neuer Anfängerlehrgang im Staatlichen Friedrich- Wilhelm- Gnmnasium, SW., Kochstr. 18( Norbfüdbahnhof Rochstraße). Dauer 2 Monate( 16mal 2 Std.). Gebühren 10 mt. Fortbildung und Dittat für Bereinsmitglieder an jedem Montag und Mittwoch 19% bis 21% Uhr ebenbafelbft in adt getrennten Abteilungen füle verschiedene GeschwindigkeitsStufen bis zur Vorbereitung auf die Bragis, einschließlich besonderer Pflege der Redeſchrift. Anmeldung zum Eintritt in den Berein jeberzeit. Berliner Verein für Einheitskurzfchrift, e. B., Wilhelm Anoop, 1. Borsigender, Berlin Halensee, Bornimer Str. 8. Breiswert und b'llig ist nicht basselbe. Ein Beispiel hierfür bietet die neue Margarine Vera Dienst am Haushalt". Von der größten und leistungsfähig. ften Margarinefabrit des Kontinents nach neuesten Fabritationsmethoden in vorzüglicher Quailität hergestellt, ist sie doch zu einem Preise erhältlich, der burchaus mäßig genannt werden muß. So ist Bera ein wirklicher Dienst am Saushalt, und sie wird überall da bevorzugt, wo man das Gute und zugleich Billige zu schäßen weiß. Auf der in Zehlendorf, Wischtalgrund, eröffneten Ausstellung Bauen und Wohnen" find auch die Fabritate der altbekannten Spezialfabrit Semmler u. Bleyberg A.-G., S. 14, Dresdener Str. 98-100, au fehen( Säuser 80 und 82, Blod V). Neue Typen von Kochherden, ferner eiferne Defen jeder Art b Größe, bann transportable billige fchöne Rachelöfen zur Erwärmung mittlerer Bimmergröße, Gasheizöfen, Babebfen, Reffelöfen für Waschtüchen, Baschteffel in 8int, emailliert und tupfern, Schornsteinauffäße, Fahrschienen, Abwaschtische, Badewannen, Eisenzeug für Rachelöfen und Rachelherbe, Einfagöfen und Schornsteintilren. Unferem langjährigen Funt tionär, bem Genoffen Wilhelm Kroll und seiner Frau zur Silberhochzeit die herzlichften Glückwünsche. Die 54. Abteilung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Sonntag, den 2. September, vormittags 9 2hr, im Cotal Zilfiter Straße 77, Ede Zorndorfer Straße Konferenz der 3 aunsteller. Die Tagesordnung wird in der 39000CC Ronferens betanntgegeben. Die Deisverwaltung. Jeder Zoll eine eine Qualitätsleistung SALAMANDER DAS ERZEUGNIS DER GROSSTEN DEUTSCHEN SCHUHFABRIK GROSSES SCHAUSPIELHAUS Theater, Lichtspiele usw. Die grosse Operette Sonnabd., d. 1.9. Staats- Oper Unter d. Linden 19-23 Uhr Rosenkavalier Staats- Oper Am Pl.d. Republ. 1912-22 Uhr Sonnabd., d. 1.9. Städtische Oper Bismarckstr. 18-231 Uhr Meistersinger von Nürnberg Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarki 20-22 Uhr Freischütz Gespenster Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20-22 Uhr Die Weber SCALA Nollendort 7360 Heute 330 und& Uhr RAQUEL MELLER NONI und HORACE und weitere auseriesene Varleté- Kunstkräfte Heute und Sonntag Je 2 Vorstellungen 330 u. 8 Uhr 3.30 zu ermäßigten Preisen das ganze Programm Komische 81% Uhr Oper 8, Uhr JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. Winter Garten Heute risto 3.30 und 8 Uhr Premiere der SeptemberAttraktionen Sonntag 2 Vorstellg. 3.30 und 8 Uhr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet CASANOVA mit MICHAEL BOHNEN Regie: CHARELL Musik: Johann Stranas. Buch: Schanzer u. Wellsch Emmy Sturm, Anni Frind, Anni Ahlers, Besant Trade Lieske, Margarete Kupfer, Julla Musik. ausstattg. Serda, Siegfried Arno, Wilhelm Bendow, Ernst Paul Morgan, Fritz Blankenhorn, Herm. Bearbeits. Picha, Karl Geppert, La Jana, Marianne Benatzky Stern Winkelstern, The Comedian Harmonists, GUD Sunshinegtals, Jacksonboys. Vorverkant: 10 bis 6 Uhr ununterbrochen. Uraufführung heute 72 Uhr. Volksbühne Theater des Westens Theater am Balowplatz Täglich 8, Uhr 8 Uhr: Was ihr wollt Lustspiel von Erna Nitter, Paul Heidemann in: Das Shakespeare Süße Geheimnis Deutsches Theater Norden 12 310 U. Ende nach 101/ Zum 85. Male: Artisten Ronie Max Reinhardt Die Komödie Schwankoperette. Else Berna, Langendorf. Jarnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 8 Uhr: Leinen aus Irland Bismarck 2414/7516 SchlesingerEffen31, U. Ende 108 U di: Curt Bois. Zum 111. Male: Es liegt In der Luft Revue von Schiffer. Musik v. Spoliansky Kammerspiele Norden 12310 814 U. Ende nach 10. Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vater hat recht gehabt Trianon- Th. Heute 8 Uhr Premiere Stürmische Brautnacht Berliner Theater Schwank in 3 Akten Direkt Heinz Herald mit Sybil Smolowa Charlottenstraße 90 Preise 2, 3, 4 M. usw. Dönhoff 170 Rundfunkhörer Wenen Vorbereitungen zar halbe Preise Eröffnungsvorstellung Für Jugendliche nicht geeignet vom 1. bis 5. Septr. geschlossen. Donnerstg., 6. Septr: Berliner Prater Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Max Adalbert in Müllers Hermine Sterler Landa, Sikla Z entralTheater Alt Jakobstr. Ecke Oranienstr Täglich 8, Uhr. Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Anneliese Wörtz a. G. Jugendliche haben keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt statt 4- Mk. nur 1.-Mk. Saltenburg- Bühnen Jis. Künstler- Th. Heute, 7 Uhr: Premiere Fräulein Mama Lessing- Theater Täglich 8 Uhr ..Der Zarewitsch Planetarium am Z00 Varlang. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Wiedereröffnung 7 Uhr Kastanienallee 7/9. Der Sternhimmel Zum 1. Male: Der lebende Täglich 8 Uhr: im Herbst 18 Uhr. Leichnam Försterchristel. Erde und Weltenraum. Regie: Max Reinhardt Ausstattungsoperette. HALLER- REVUE 99 ,, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 81 Uhr. Sonntag 2 Vorstellungen 3 Uhr u. 84 Uhr. Nachmittags die ganze Vorstellg, zu halben Preisen + 20 Uhr: Konzert, Varieté. Der Einfluß d. Gestirne Tanz. Kaffeekochen.( Volksglaube, und Beg. 5. Stgs. 4 Uhr. Wissenschaft). Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl.16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite Sänger Der große Revue Erfolg: ,, Bei uns..!" 12 Bilder v. 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Zum Fechten zu Paaren klopften sie die Häuser in den Seiten- tälern und auf den Bergen ob, und gegen Mittag trafen sie wieder zusammen. Bor einem kleinen Städtchen lagerten sie und tauschten das Erbettelte miteinander: Brot gegen Wurst, Pfennige gegen Zigaretten. Kaum waren sie mit dem Essen fertig, da hörten sie aus der nahen Straße Geschrei und Rufen. An einem 5)ausneubau stritten sich Polier, Arbeiter und Bauherr. Ehe die Kunden sich mit den Streikenden verständigen konnten, war der Polier schon bei den Wanderburschen und bot ihnen die Arbeit an. Der Sprecher der Reuangekommenen hörte nicht auf dos Rufen seiner Kollegen, die chn vor dem Streikbnich warnten. Er verhandelte mit dem Meister über Lahn und Arbeitszeit, während die Streikenden die Fäuste ballten und bereit waren, sich aus die allzu Arbeitswilligen zu stürzen. In ihrer Not um die jetzt sicher verlorenen Arbeitsplätze wandten sie sich an den Bauherrn, um ihre vorher erhobenen Forderungen zurückzunehmen. Da rief der Polier die abgemachten Bedingungen laut über die Straße, dem Bauherrn und auch den Streikenden zu. reichte hohnvoll dem Sprecher der Handwerksburschen die Rechte, um mit einem Handschlag den Eintritt in die Arbeit zu bekräftigen: da hielt der Sprecher die Hand des Poliers fest und schüttelte sie so mächtig, daß der Mensch verlegen lachend den Schmerz verbiß und iich aus dem Schraubstock dieser klammernden Finger befreien wollte. Doch der Landstreicher hob die andere Hand und schlug sie klatschend in dos Gesicht des Poliers, schlug und schrie, riß und trat den sich Entwindenden, der aus Mund und Nase blutete, in den Staub der Landstraße. Da geschah das Merkwürdige, daß die Streikenden für den Polier gegen ihren Kollegen Partei ergrissen. Sie stürzten sich auf den Angreifer, doch die Handwerksburschen schlugen mit ihren Knüppeln drein. Die Maurer wehrten sich mit Zaunlatten und Brettstücken, bis der Bauherr mit herbeigerufenen Nachbarn die Streitenden trennte. Während sich die Parteien das Blut aus den Gesichtern wuschen, die einen am Brunnen, die anderen am Wasierkübel des Kalkloches, umkreiste der noch immer unversöhnliche Sprecher der Landstreicher den Polier, als wollte er ihn umbringen. Der jung« Kaplan des Städtchens, der sich bisher um einen Verwundeten bemüht hatte, stellte ihn zul: Rede und verwies ihm seinen Haß. Doch der Erbitterte drohte mit der Faust Zum Bauherrn herüber und sagte, daß es eine Schande ist, arme Menschen gegeneinander auszuspielen, und die Not der einen zu Lohndruck und Verrat an den anderen auszubeuten. Der Arbeiter habe nur noch dieeine Religion, und das sei die Solidarität, die Kameradschaft. Er habe dem Polier, dem feilen Knecht des Bauherrn, nur einmal bewiesen, daß Armut nicht gleich mit Schuftigkeit sei. Nur die Armen helfen den Armen, und er, der Kaplan sei natür- Iich auf der Seite der Reichen, und solle doch nur gleich den Gendarm holen, damit die irdische Gerechtigkeit den Herrschen- den und Besitzenden im Kampf gegen die Armen und Rechtlosen beistehen sönne. Dann könne er, der Diener des Gottes, der als Menschensohn nichts hatte, wohin er sein Haupt legen konnte, ihm die Steine eines falsch ausgelegten Gotteswortes als Brot sür die Seele ins Gefängnis bringen. Auch er, der Diener Jesu, habe den allmächtigen Gott zum Büttel der Herrschenden gemacht. Doch der Kaplan nahm den fanatischen Sprecher bei der Hand und wies mit einer milden Bewegung auf das Kreuz, dos zwischen den Bäumen hinter dem Brunnen stand. Und sagte, daß die Zeiten vorüber seien, wo der Priester sich scheute, mit den Enterbten und Berfemten dieser heidnischen Zeit zu verkehren. Er sei in Ludwigs- Hafen Kaplan gewesen, und wisse genau, wie es um die Seelen der Verzweifelten stünde. Aber der Haß und die Gewalt sei nicht das Richtige. Das Kreuz, nicht das Schwert habe die Welt erobert, und im Zeichen des Kreuzes werde auch der Sieg über das moderne .Heidentum errungen werden. Dann affcr wandte er sich an den Bauherrn, und verwies ihm sein geschäftsmäßig einwandfreies, aber menschlich und christlich verwerfliches Benehmen. Er sei wie auch die heidnische Welt blind, und wenn Jesus Christus vom Kreuz herab- stiege und sich wie zu seinen Lebzeiten in die Welt, sein Eigentum. begäbe, so würde er zu den Armen und Elenden gehen müssen, denn auch er. der!Sauh«rr. würde den höchsten Herrn, von dem er alles Hab und Gut nur zu Lehen trage, wie die Hohenpriester aus seinem Eigentum hinausweisen. Indessen war der Handwerksbursche ans Kreuz getreten, und die Sonne brach aus den Zweigen, daß das Kreuz in hellem Lichte stand, während es vorher im Schatten ge- dunkelt. „Hier, schaut her, meine Kameraden, seht ihr das Kreuz? Wo ist der Leib des Erlösers? Fort ist er! Die Nägel stecken, verrostet im alten Gestein, aber da oben rechts seht: noch ein« Hand ist hängen geblieben, während der Körper, vermodert von Regen, Sonne und Wind, Stück um Stück herabgesallc», verfault ist. Den Leib des Menschensohnes hobt ihr. ihr Lauen, nicht geachtet, der Leib, der darf verkommen, wenn nur dos Kreuz bleibt! Das Kreuz, ja, das habt ihr uns auferlegt! Di« Erlösung, die habt ihr sür euch in Beschlag genommen! Slber seht, die rechte Hand zur Faust geballt, die ist für uns zum Trost, als Sinnbild geblieben: Diese Faust, die die Geisel schwovy. die Käufer und Verkäufer aus dem Tempel trieb, die Faust, die im heiligen Zorn die Tische der Geldweäzslcr umstieß! Die Hand, die heilende, die segnende, seht, die Sonne selbst hängt einen goldenen Heiligenschein um sie, Brüder, den Heiligenschein um die Faust, und nicht um den Kops! Kameraden, es ist Zeit, mit der Faust die Lehre von der Gerechtigkeit zu verkünden! Wir Ver- brecher von heute werden die Heiligen von morgen sein! Heilige Faust, verlaß du uns nicht!' Er stand vor dem Kreu.z, den hageren Arm aufgereckt, spreizte und ballte die Finger mit einem barbarischen Lachen. Dann nahm er seine Kollegen in den Arm, und sie zogen davon: ohne sich umzii- sehen, rief er dem Kaplan zu:.Komm' mit, wenn du Christus nach- folg«, willst!' Di« Leute, Bauherr und Polier, Maurer und Handlanger, standen verblüfft und sahen den Kaplan, der mit winkender Gebärde. de» M'-nd zu» Ruseo geäsjaet dastand, an, Kr war de» August Forel. Zu seinem 80. Geburisiag. August Forel, der der großen Geister der sein 80. Lebensjahr. In seinem Berufe Seine h i r n a n a t o sammelt erschienen. 2 — Forel ist einer der zwölfter Auflage vor. (das spätere„Journal hervorragende Gelehrte und Reformer, einer letzten Generation, vollendet am l. September war er Ordinarius der Psychiatrie in Zürich. mischen Abhandlungen sind 1907 ge- iein Werk..Der H y p» o t i s m u s"(1889) Begründer dieser Disziplin— liegt heute in 1892 hat er die„Zeitschrift sür Hypnotismus" für Psychologie und Neurologie") ins Leben gerufen. 1909 den Verein für medizinische Psychologie und Psychorherapi«. Daneben hat er auf anderen Gebieten bahnbrechend und un» gewöhnlich umfassend gewirkt. Mit seinem Buche über„Die sexuell« Frage'(1905, 14. deutsch« Auflage 1924, in 14 Sprachen überfetzt) brach Forel den Bann auf dem Gebiete der Geschlechtskunde und wurde einer der Schöpfer der modernen Sexualwissenschaft. Den Ge- danken der Eugenik vertrat er 1910 in seiner Schrift„Malthusia- nismus und Eugenik'. Für die S t r a f r e ch t s r« f o r m ist Forel in seinem Buch« „Verbrechen und konstitutionelle Seelenabnormitäten'(1907), für- die Schul- und Hochschulreform in mehreren kleineren Schriften wirksam gewesen. Auf Abschaffung der Bordell« im Konton Zürich drang er in den 1880er Iahren mit Erfolg. Von größter Bedeutung war sein Feldzug gegen de» Alkohol, den er feit 1836 trotz Anfeindung und Spott durch- führte. Er organisierte 1887 den 2. Internationalen Kongreß gegen den Alkoholismus, gründet« 1888 mit Ploetz und Lang den Inter- nationalen Alkoholgegnerbund, 1889 die Trinkerheilstätte Elliton, 1906 den religiös neutralen Guttemplerorden. Literarisch trat er in mehr als 200 Publikationen gegen den Alkoholismus auf. Zwei weitere Gründungen Forels: die Schweizer Liga für die moralische Aktion(1906) und der Internationale Orden für Ethik und Kultur(1908), dienten einer ethischen Lebens- und Kulturreform. Auf diesen Gebieten liegen seine Bücher „Hygiene der Nerven und des Geistes"(7. Auflage, 1922, in mehreren Sprachen übersetzt) und„Die Vereinigten Staaten der Erde"(1915). 1916 rief er„Genug zerstört! Wiederaufbauen!" in einer gleich- namigen Schrift vergeblich aus. Sein Kulturprogramm hat er in Meiner„Ethik der Zukunft"(1922) im wesentlichen dahin zusammen- gesaßt: Abschaffung der Kriege, Abkehr von Alkohol, Luxus und Tand, Hinkchr zu sozialer Gesinnung und sozialer Arbeit, Gleich- berechtigung der Frau. Freiheit des Kindes, Fortpflanzungshygiene, Gründung der Weltanschauung auf die Wisienschaft. Einführung einer internationalen Hilfssproche. Philosophisches Gebiet betrat Forel in seinen Schristea „Gehirn und Seele"(13. Auflag«, 1922) und„Die Aurechnungs, fähigkeit des normale» Menschen"(7. Auflag«, 1918). Forel ist auch ein Houptförderer der Ameisenforschung. Auf Forschungsreifen, die ihn durch Europa, Amerika und Afrika führten, hat er die größte existierende Ameifenfammlung zusammew- gestellt: von den zirka 8000 Ameisenarten, die bekannt sind, sind 3000 bis 4000 von Forel als erstem beschrieben worden. Mehr als 250 missenschastliche Publikationen hat er diesem Arbeitsgebiet« ge» widmet. Ihre Ergebnisse sind zusammengefaßt in seinen SVerkea „Die psychischen Fähigkeiten der Ameisen"(3. und 4. Auflage, 1907), „Dos Sinnesleben der Insekten"(1910),„Les fourmis de la Suisse"(2. Auflage, 1920) und in seinem letzten fünfbändigen SVerk« „I�e rnonde social des fourniis"(Genf 1922 f.). Am 1. September 1848 war er, der Sohn eines Waadtländer« und einer Französin, auf einem Landgute bei Morges am Genf» See geboren. Der Sechzehnjährige verweigerte die kirchliche Ein>« segnung: in damaliger Zeit noch etwas Unerhörtes Er studierte in Zürich, war in München Assistent des Psychiaters Gudden und wurde 31jährig Ordinarius der Psychiatrie in Zürich und zugleich Direktor der Züricher Irrenanstalt Bürghölzli. Unter Widerständen beseitigt« der„Verrückteste in Bürghölzli" verrottete Zustände in dieser Aiw stalt und organisierte sie neu. öOjährig zog Forel.sich vom Berufe zurück, um sich seine» weiterreichenden literarischen und organisatorischen Arbeiten z» widmen. Er übersiedelte 1898 nach Chigny, nahe seinem Geburts» ort, und 190? nach P v o r n e. einem kleinen Ort im Waadtlande, der Dent du midi gegenüber. Dort führt er ein einfaches, arbeits» reiches Leben in sozialethifchcm Stil. 1918 wurde der 70jährige, 1923 der 75jährig« vielfach gefeiert. Stach nachdem Schlaganfälle und Erkrankungen ihn heimgesucht hatten, wirkt« er unermüdlich fort und ließ noch vor wenigen Iahren mehrere zusammenfaflende Schriften erscheinen. Auch die neuerlich von Forel und mir herausgegebene Vierteljahresschrift„Vererbung und Geschlechtsleben' verdankt ihm werwollen Rat und ausgezeichnete Beitröge. In den allerletzte» Iahren ließ fein« gesundheitliche Kraft nach: heute kann die un- gewöhnlich umfassende Arbeit des großen Kulturpioniers als abge- schlössen betrachtet werden. Vorbildlich auch für uns Kleinere ist Forel darin, wie er sich selbstlos in den Dienst der Forschung und der sozialen Arbest gestellt hat und wie er selbstständig und aufrecht durchs Leben gegangen ist, unbeirrt durch den Beifall der Oeftentlichkeit und unbekümmert u» ihr Mißfallen. Dr. Fritz D e h n o w- Hamburg. Marschierenden ein paar Schritte nachgegangen, aber, als der Mensch den Ruf: Kommt mit! ausgestoßen hatte, blieb er stehen. Sein junges Gesicht war zerrissen von seinem kämpfenden Willen, sein Körper bog sich den Schreitenden nach, und er tat einen Schritt— da tönte laut Gesang von den Handmerksburschen, und mit jedem Wort, das in die Ohren des Kämpfenden drang, sank sein sehnsüchtig ge- streckter Arm, sank die gestrasste Gebärde, und den Kops hängend zur Erde, wandte er sich, wegschauend, an den dörflichen Genossen vor- bei, in den Pfad zum Berg hinan. Die Stimmen der Marschierenden klangen im schreitenden Marsch, und das Lied tönte wie eine Fanfare durch die stille Landschaft: „Steht auf, Verdammt« dieser Erde!' Krachtdampferfahrt im Miiielmeer. Langsam dreht sich der kleine schwarze Dampfer von der Kai- mauer Malagas ab. hält durch die schmale Oeffnung zwischen den Molenköpfen hindurch auf das vollständig friedliche Meer zu. Die eintürmige Kathedrale— den zweiten Turm hat man vergessen fertigzubauen— wandert achteraus: hie Ruine» der alten maurischen Burg Sllcazaba, heute von zahlreichen Zigeunern bewohnt, liegen malerisch über der Stadt, die immer weiter zurückbleibt, in der Dunstschicht bald ganz verschwindet. Nur die gemütliche alte Festung auf dem Gibralsaro ist noch lange zu sehen, als letzte Erinnerung an Malaga und seine wunderbaren Gärten. Nur das Stampfen der Maschine ist zu spüren, ganz ruhig liegt das Schiff im Wasier. Hingekleckst liegen weiße Ortschaften an der Küste zwischen grau- braunen Bergzügen. Auf der Brücke ist man in einen heftigen Disput geraten, ob das Weiße dahinten auf den eben auftauchenden BergfpitzcN der Sierra Nevada nun wirklich Schnee fei oder nur heller Fels. Die Dunkelheit deckt alles zu, auch diesen Streit. Wir paar Passagiere auf dem kleinen schönen Schisschen haben viel Zeit, sehr viel sogar. Man ist ganz unter sid,, beinahe kann man in der Dunkelheit vorn auf die gespenstisch ausleuchtende Bug- welle starren, auf die schönen Schweinsfische, deren elegante Be- wegungen, sie schwimmen dauernd vor oder neben dem Schiff(oft sind es keine zwei Meter), in dem phosphoreszierenden Wasser wunderbar aussehen. Dazu ein dunkler Himmel von ungekannter Tiefe und Sternhelligkeit. Man vergißt so leicht diese stillen Mittel- meernächte nicht. Spät legt man sich schlafen, auf Deck, im Liege- stuhl: es ist so angenehmer als in der Kabine. � Blendend strahlt tagsüber die Sonne auf uns herab, die wir auf Deck oder auf der Brücke liegen, um vorbeifahrende Schiffe betrachten zu können, zu lesen, zu spielen oder gar nichts zu tun. Erfrischend wirkt stundenlanges Bespritzen mit salzigem Meerwosier. Immer noch begleiten uns Scharen von Schweinsfischen, verschwin- den. tauche» wieder aus. Au Backbord weit weg liegt zackiges Land, springt als Inselgruppe dichter heran, weicht wieder zurück. Gege» Abend kommen wir nach Alicante. Und wieder hat man Hafen- betrieb mit Lärm, Staub und schlechter Lust. Der Abstecher nach Elche enttäuscht, trotz der vielen Palmen. Schließlich ist alles froh, als es wieder in die Stille des Meeres hinausgeht. Wieder lang« Stunden der Ruhe, der Erholung. Zahlreicher wird am nächsten Tage der Dampferverkehr, ei» wunderbarer Viermaster zieht an uns vorbei, fern am Horizont liegt ein Streifen Dunst, wird größer, wächst— Barcelona! Tag« des Staunens in dieser lärmvollen, aufblühenden Stadt, in d» Bewegung, Leben, Arbeit ist, die nicht die weiche Art Sevillas hat. Rundfahrt, Stierkampf, Fahrt auf den Tibidabo mit dem begeisternd schönen Blick auf Stadt und Hafen, das riesengroße Gelände für die kommende Weltausstellung— die Tage sind schnell vorbei, weiter geht's. Erfrischend weht es am nächsten Tag aus Nordwesten, dunkel« blaue Glasberge wälzen sich gegen unser Schiffchen, bringen es zur» Rollen. Aber leider machen wir weniger Fahrt wegen des See- ganges, und was wir befürchten, tritt ein: wir erreichen die Ri»�er» nicht mehr bei Tage. Als Nizza querab liegt, wird's dunkel. Wunderbar ist ober auch die Nachtfahrt entlang dieser begnadete» Küste, dieser Perlenkette von Lichtern. Bon dieser Reihe berühmtest» Orte ist mir Licht zu sehen: wie junkelnde Schmuckstücke gleite» Monte Carlo, Mentone, Ventimiglia, Bordighera und endlich Sa» Remo vorbei. Anr frühen Morgen manövriert uns ein Lotse durch ein erstauw- lich enges Fahrwasser an den Liegeplatz in Genua. Und wieder P man in Hafenlärm und Qualm und Schmutz. Man sehnt sich zurück nach dem kleinen, idyllisch schönen Frochtdampfer auf det» Mittelmeer. wr. Ein Land, das sich selbst heizk. Vielfach ist in letzter Zeit dar» über berichtet worden, daß die Isländer in der glücklichen Lage sind, ihre heißen Quellen in umfassender Meise zu Heizzwecken auszu- nutzen. Soll doch die ganze Hauptstadt der Insel Reykjavik jetzt mit einer Zentralheizung ausgestattet werde», die nur von den heißen Quellen gespeist wird. Derartige Zlnlagen sind aber auf Island nichts Neues. Wie in der Zeitschrift„Power" mitgeteilt wird, gibt es in der Nähe von Mufakik eine Handelsschule, die schon fett längerer Zeit mit natürlichem Warmwasser versorgt und geheizt wird. Das Wasier wird von einem Hügel aus in einer Leitung von mehreren 100 Metern zugeleitet und hat beim Eintritt in die Leitung 56 Grad, beim Verlassen 50 Grad Celsius. Einer Lungen» Heilstätte auf Island werden in jeder Minute 177 Liter Wasier von 75 Grad Wärme zu Heizzwecken zugeführt. Die Beheizung von Reykajavik soll durch heiße Quellen erfolgen, die 38 Kilometer ent» fernt liegen und in der Minute 16 Kubikmeter Wasser liesern. D« Island 700 solcher heißer Quellen besitzt, so wird es durchaus möglich sein, bei systematischer Ausnützuna dieser Kräfte die Beheizung des chsusthr«,........ Lande» in großem Maßstab durcl Umsätze und Dividende. Das Schlagwort der Mengenkonjunktur. Ber erinnert fich jeht noch daran, daß die deutschen Unternehmer vom Januar bis etwa zum Juni 1928 behauptet haben, das vorangegangene Wirtschaftsjahr sei nichts weiter als nur" eine Mengentonjunttur gewesen? Die faule Ausrede hat ihre Wirkung getan, und die, denen fie entgegengehalten wurde- haben sie leider vergessen, sonst würden sie jetzt über ihre eigene Leichtgläubigkeit doch etwas erstaunt sein, nachdem das Statistische Reichsamt für über 1500 Aktiengesellschaften eine Durchschnittsdividende 1927 feftgestellt hat, die um rund fünfundzwanzig Brozent höher ist als die des Jahres 1926! Auch der naivste Gläubige aller Unternehmerparolen weiß heute, daß die Dividende nur ein Teil des industriellen Gewinnes ist. Deswegen soll hier nur daran erinnert werden, ohne daß eine neuerliche Erörterung jener feststehenden Tatsache erfolgt. Biel interessanter ist ja auch ein Vergleich der Divi denden mit den Umfäßen. Wäre es richtig, was die Unternehmer bis vor kurzem noch behauptet haben daß wir nur eine Mengentonjunktur haben, aber keine Gewinnfonjunktur, dann müßten doch nachdem die Dividenden sich um 25 Broz. gehoben haben die Umfäße im Jahre 1927 mehrfach größer gewesen sein. Untersuchen wir an einigen Zahlen, wo die Wahrheit liegt. Umfat in Millionen Mart Aktiengesellschaft Ber. Glanzstoff, Elberfeld Ber. Trifotfabrifen, Bollmoeller. 0 1926 1927 refp. 1925/26 resp 1926/27 Curhavener Hochseefischerei. Gebr. Junghans, Schramberg Hamburg- Amerikanische Uhrenfabrik. Freiburger Uhrenfabrik 34,0 43,0 3,35 4,42 R Ber. Bremer Kunstwertstätten 2,15 2,55 Ludwig Loewe, Berlin 6,7 13,6 5,1 Dresdener Schnellpressenfabrik.* 7,3 7,5 8,3 24,7 24,0 6,9 7,6 4,8 5,2 • Bolyphonwerte, Leipzig. . 12,5 21,0 Norddeutsche Kabelwerke, Berlin. 5,5 8,8 Bemberg, Barmen. 0 21,5 46,0 Hupfeld Gebr. Zimmermann, Leipzig 14,0 Elite Diamantwerke, Brand 12,4 11,2 • 15,1 Bast A- G., Nürnberg 1,7 1,9 Miag, Mühlenbau 33,7 45,0 Brown, Boveri, Mannheim 59,8 68,0 Adler- Werke, Berlin 28,5 47,0 Schubert& Salzer, Chemniz 27,4 41,2 Maschinenbau Egestorff( Hanomag) 26,4 40,3 Lüdenscheider Metallwerte 7,9 8,7 Porzellan Hutschenreuther 13,3 12,0 Klödner- Werte • 140,6 499,00 184,3 677,87 Gegen die Sparkassenmißstände. Scharfes Vorgehen des Sparfaffen und Giroverbandes. Anläßlich der Borgänge bei der Saarländischen Spar. taffe in St. Ingbert richtet der Deutsche Sparkassen- und Giro. perband eine Erklärung an seine Miglieber, bie die fchärfftan Maßnahmen gegen Mißstände jeber Art antündet. Die Be stimmungen der neuen Musterjagung über das Kreditgeschäft der Spartassen find so umfassend und enthalten alle dentbaren Borfichtsmaßregeln, daß, wenn sich der einzelne Sparkassenvorstand on die Borschriften hält, für die Kaffe taum Risiten entstehen fönnen. Auch die Revisionseinrichtungen find nach den Erfahrungen der ersten Stabilisierungszeit durch die staatlichen Aufsichtsbehörden feit 1925 so verschärft worden, wie es bei feiner anderen Orga nisation von Geldinstituten der Fall ist. So besteht neben den regelmäßigen Kontrollen die Möglichkeit zur jederzeitigen unvermuteten Revision. Der Einfluß der Aufsichts behörden und der Verbandsleitung ging ständig dahin, auf die Notwendigkeit vorsichtiger Geschäftsführung hinzuweisen. Wenn trotzdem Fälle leichtfertiger Kreditgeschäfte bekannt murden, so ist fein Wort der Kritik dafür scharf genug und die Spartassen selbst werden mur dankbar fein, wenn die Deffentlichkeit zur Beseitigung solcher Mißstände durch sachliche Kritik beiträgt. Wachsende Lebenshaltungskosten. Die Reichsindegziffer für die Lebenshaltungskosten( Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs amts für den Durchschnitt des Monats Auguft auf 153,5 gegenüber 152,6 Proz. im Vormonat. Sie ist sonach um 0,6 Proz. ge. stiegen. Diese Steigerung ist in der Hauptsache auf eine Erhöhung der Ernährungsausgaben zurüdzuführen. Die Inderziffern für die einzelnen Gruppen betragen( 1913/14= 100): Für Ernährung 155,6, für Wohnung 125,9, für Heizung und Beleuchtung 144,9, für Betleidung 170,5, für den sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 187,9. Die Macht des Schwedentrusts. Der Börsenprospekt zur Einführung junger Aktien an der Berliner Börse führt die internationalen Beteiligungen des schwe dischen Zündholztrusts im einzelnen an. Der Konzern umfaßt danach 35 Länder mit mehr als 150 3ündholzfabriten und be schäftigt in diesen über 60 000 2ngestellte und Arbeiter. In zwölf Ländern liefert er mehr als 80 Broz., in sieben Ländern 50 bis 80 Proz. und in den meisten anderen Ländern bis zu 50 Proz. des Zündholzbedarfs. Die meisten Attiengesellschaften veröffentlichen ihre Umfäße nicht und leider werden sie dazu durch das bestehende Handelsrecht auch nicht gezwungen. Die vorstehenden Beröffentlichungen der Umsätze sind deswegen nur ein ganz fleiner Ausschnitt aus der industriellen Produktion, wenn er auch rund eine halbe Million umfaßt. Zu beachten ist aber dabei, daß die Gesellschaften, die keine Umsatzsteigerung zu verzeichnen hatten, selbstverständlich vermeiden, in ihrem Jahresbericht das Thema überhaupt an zurühren. englischen und holländischen Gesellschaften haben denn in der letzten Zeit auch sehr hohe Dividenden ausgewiesen; die Säge liegen vielfach über den höchsten Dividenden gleichgearteter deutscher Unternehmungen. Die Abschwächung bei 3int ist eine Folge der ftart gesteigerten Erzeugung in Europa. Das europäische Rartell fonnte die beabsichtigte Stabilisierung noch nicht durchführen, meil bisher keine Abmachungen mit den Amerikanern getroffen wurden. Der Bedarf der Industrie war in Europa während der letzten Wochen bei Blei und Kupfer gut, besonders Frants reich hat eine starte Steigerung feiner Kupfereinfuhr aufzuweisen, Eine Lücke im Anleiheablösungsgesetz? erhobenen Anschuldigungen ist verschiedentlich die Behauptung aufIm Hinblick auf die gegen Hugo Stinnes jun. und Konsorten getaucht, daß das Anleiheablösungsgefeß gewiffe Büden aufweise, die besonders vom Auslande her fozusagen, iegale Schiebun gen" ermöglichen. Offenbar betreffen derartige Behauptungen die Es kann also angenommen werden, daß die obigen Umfäße von ersten beiden Abschnitte des§ 10 des Anleiheablösungsgesetzes, nach den Leitungen jener Aktiengesellschaften als besonders günstig an. denen Marfanleihen als Altbesig gelten, wenn sie der Gläubiger gesehen werden und daß man deswegen die Veröffentlichung vor- nach dem 30. Juni 1920 von einer Bank usw. in Erfüllung eines nahm. Wenn diese unsere Annahme richtig ist, und dafür spricht wenn er fie von der Bank nach dem Stichtage in Erfüllung eines vor dem 1. Juli 1920 begründeten Anspruchs erworben hat oder sehr viel Wahrscheinlichkeit, dann ergibt sich aber eine merkwürdige darlehnsartigen Berwahrungsvertrages( Sammelbepot) erhalten hat. Feststellung. Diese 23 besonders erfolgreichen Betriebe haben ihren Die Anmeldungen aus dem Auslande, die auf Grund dieser BeUmsatz in den jüngst vergangenen zwei Betriebsjahren von rundstimmungen erfolgten, sind von Anfang an durch Sonder499 auf 677 Millionen Mark zu steigern vermocht, das wäre etwas tommissare in Straßburg, Brüssel, Amsterdam usw. sehr genau mehr als ein Drittel. Das sind Spizenleistungen aus dem nachgeprüft und in allen zweifelhaften Fällen abgelehnt worden. Nach den Erfahrungen der Untersuchung im Falle Stinnes finden Jahre der Mengenkonjunktur! plägen statt, um festzustellen, ob ähnliche Schiebungen noch ander. zurzeit noch weitere Nachprüfungen an den verschiedensten Auslandswärts vorliegen. haben dauernb steigende Breise. Deswegen brüden die Diese Feststellungen zwingen zu sehr wichtigen Schlüssen. Wir Wertumsäge der Industrie eine größere Steigerung aus, als in Wirklichkeit an Baren gegenüber dem Jahre vorher mehr produ ziert worden ist. Daraus ergibt sich, daß die wirklichen Umfahmengen bei weitem nicht so start gestiegen find, als es die Unternehmer immer wahr haben wollten, daß dagegen die Berdienste, wenn man auch nur an diejenigen denkt, die durch die Dividende sichtbar gemacht werden, recht beachtlich nach oben gegangen find. Der wirkliche Zusammenhang ist also wohl der, daß nicht die gestiegene Produktionsmenge, sondern die nach oben getriebenen Preise die Gewinne wesentlich vergrößert haben. Wenn man dabei noch bedenkt, daß die Unternehmer im vergangenen Jahre im großen Ausmaß ihre Produktionsmittel erweitert haben, so ergibt sich als Erkenntnisresultat eine bedenkliche Fehlleitung der deutschen Wirtschaft. Im übrigen zeigt sich damit im besonderen für das Institut für Konjunkturforschung die Aufgabe, diesen Dingen zur rechten Zeit einmal gründlich nachzugehen. Die deutsche Wirtschaft fann es sich nicht leisten, wieder in einen Fehlkreislauf getrieben zu werden, wie sie es zurzeit der Sachwertebegeisterung der deutschen Unternehmer zum Schaden aller schon einmal gewesen ist. Kurt Heinig. In Deutschland befißt der Zündholztrust fast sämtliche Attien der Deutschen Zündholzfabriten G.-G., ber Norddeutschen Zündholz- A.- 8. und der Süddeutschen Zündholz- 2.- G. Diese Werte stellen rund 65 Broz. der deutschen Zündholzkapazität bar. Ihre tägliche Brobuftion umfaßt etwa 325 Risten zu je 10000 Schachteln, wobei die Leistungsfähigkeit nur zu 50 Bros. ausgenutzt ist. Preistreiberein an den Bleimärkten. Rüdgang der Zinnpreise. Dem Metallhandel und der Börsenspekulation fehlt es seit längerer Zeit schon an gewinnbringender Betätigung, da das Metallgeschäft infolge der fortschreitenden Kartellbewegung in der Metallrohstoffwirtschaft hauptsächlich zwischen Erzeuger und Berbraucher abgewickelt wird. Am stärksten tommt das an der Londoner Börse zum Ausdruck, die bis vor etwa zwei Jahren für das gesamte internationale Metallrohstoffgeschäft den Ton angab und nach deren Preisen sich nicht nur die europäische, sondern auch die amerikanische Industrie richten mußte. Daher wurde das Londoner Metallbörsengeschäft von der Kartellierungsbewegung am härtesten betroffen. Es ist daher nicht überaschend, daß die Spekufation und der Handel sich ein anderes Betätigungsfeld suchen und jede Gelegenheit wahrnehmen muß, um sich wenigstens petuIative Gewinne zu verschaffen. Auf dem Bleimarkt war eine solche Gelegenheit vor wenigen Wochen dadurch gegeben, daß man in Erwartung eines 3u. jammenschlusses der Bleigruben bei der bevorstehenden Konferenz in London eine Erhöhung der Bleipreise erhoffte und daher auf steigende Bleipreise spekulierte.. Seit der ersten englischen Bressemeldung über die Zusammenkunft der Bleierzeuger in London ist denn auch eine dauernde Aufwärtsbewegung der Bleipreise zu beobachten, während Sinn und 3int sich ziemlich abschwächten. Die nachstehende Tabelle zeigt die Entwicklung der metallrohstoffpreise während der letzten Zeit. 100 Rilo fosteten am 26. Juli 14. August 27. August Blei. Zinn Zint B 8 Elektrolytfupfer 42,50 450, 43,75 430, 44,25. 420, 49, " " 50,- 50, 139,75 140,- 140, Die Binnpreise sind wieder schwächer gemorden. Troß der Spetulationen der englischen Händler und der Produktionsgefellschaften war es nicht möglich, die Preise zu halten, weil in allen Gebieten des 3innerzbergbaues die Ausbeute in dem ersten Halbjahr 1928 fo start gestiegen ist, daß die Produktion die Aufnahmefähigkeit der Industrie bei weitem übertraf. Selbst bei einem Preise von 420 oder 430 M. aber können die Produzenten ihr Schäfchen noch ins Trodene bringen. Die Geschäftsabschlüsse der meisten Die Ges Umfaffende Betriebsausbauten bei Mannesmann. rüchte über eine Kapitalerhöhung bei den MannesmannRohrenwerfen, die im übrigen von der Berwaltung noch nicht bestätigt wurden, fußen auf den umfassenden Betriebsausbauten in diesem Konzern. So wird in den neuen Betriebsanlagen in Hudingen außer den beiden Hochöfen, deren Tagesproduktion sich auf 700 bis 800 Tonnen belaufen soll, ein neues ThomasStahlwert errichtet, das die jährliche Stahlproduktion des Mannesmann- Konzerns um 120 000 bis 140 000 Tonnen erhöhen wird. Schwierigkeiten für Harriman in Oftoberschlesien. Nach Warschauer Meldungen scheint sich der Auffauf der oftoberschlesischen Schwerindustrie durch den amerikanischen HarrimanRonzern nicht so reibungslos abzuwideln, wie es zuerst den Anschein hatte. Während vom polnischen Handelsministerium der Berfauf der bisher im deutschen Befig befindlichen Werke sehr befürwortet wurde, hat sich in nationalistischen Kreisen Bolens eine starte Strömung gegen das Eindringen des amerikanischen Kapitals bemerkbar gemacht. Zunächst ist die Entscheidung bis zum Oktober hinausgeschoben worden. Sinkende Kunstfeide- Einfuhr nach U. S. 2. Die Kunstseideneinfuhr nach Nordamerika, ein für den europäischen Export sehr wichtiger Bosten, ging von 718 000 Dollar im Monat Juni 1928 auf 611 000 Dollar im Monat Juli 1928 zurück. Das Bestreben der nordamerikanischen Fabrikation zielt darauf hin, den Import durch eigene Produktion zu ersetzen. An dem Rückgang der Kunstseideneinfuhr nach Nordamerika ist Deutschland nicht beteiligt. Die deutsche Einfuhr fonnte ihren Anteil mit 137 000 Dollar be haupten. Auch Italien tonnte seine Bosition halten. Dagegen ist die Einfuhr aus Holland und Frankreich ganz beträchtlich gesunken. 8prozentigen Goldpfandbriefe, Reihe 15, 18 und 19, Die Preußische Zentralstadtschaft teilt uns mit, daß ihre und ihre 5prozentigen Goldpfandbriefe, Reihe 13, zum Lombardverkehr bei der Reichsbant in Klasse A" zugelassen find. Gewinnauszug 5. Staffe 31. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 21. Ziehungstag 31. Auguft 1928 In der Vormittagsgiebung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Betvinns gu 10000.46268 2 Gewinne an 3000 m. 261943 14 Gewinne ju 2000. 15721 65760 99034 104998 216143 260525 271713 28 Gewinne su 1000 t. 22053 110184 135310 199901 218207 218487 224738 230807 242292 252291 264950 307432 309963 372181 66 Gewinne au 600 t. 20592 25944 31189 45373 63100 68052 78946 92133 96406 96587 101050 104150 110858 136110 138323 151791 171207 200357 200660 206558 208783 210519 266923 267756 295291 305407 308067 309170 309443 351117 357933 362345 370831 170 Gewinne au 300 t. 3180 3277 4133 12332 15984 21104 22327 26562 34881 41077 55597 58472 63107 68931 77039 84548 92920 93383 111802 123815 125710 129598 131866 132645 139347 143160 144448 150863 156005 157294 163158 167579 167876 170614 172979 186810 187888 195847 196354 199767 204126 207853 210848 212498 215689 219779 221106 221135 222258 250468 257454 257864 258871 265975 272323 279281 280106 281501 283382 286877 288 35 290290 292728 294852 295327 297834 298841 298418 299476 300856 313475 315869 316394 322121 335219 340027 348266 353763 354872 356434 857857 358035 358276 360126 371385 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne au 5000 Q. 24982 224679 2 Gewinne ju 3000 m. 205626 12 Gewinne ju 2000 m. 4950 11060 196096 294612 317515 352402 20 Getpinne zu 1000. 169233 192344 192677 194546 294771 308392 328425 340561 369215 371312 66 Gewinne su 500 7.4905 8512 12727 23325 28663 25924 60369 68110 77906 79059 81427 85115 93421 107150 111865 114283 141254 166390 181891 220321 233044 237173 246551 269854 284302 287981 288310 302031 314459 341238 345868 857679 360295 170 Gewinne ju 300 mm. 2425 9586 18888 19136 27214 29065 32194 82415 33749 37170 44225 48838 52122 65688 68657 68687 69472 70829 71284 72787 74725 80043 82283 82861 90624 94708 102440 103784 115444 119657 123078 128336 139687 139894 148781 148859 148931 149491 149944 151797 152057 157528 161009 162505 167481 178936 186341 186936 190646 191784 194100 194118 198148 198749 200562 204699 214901 219741 220830 225417 239500 244730 247063 248951 249348 262696 270871 278997 299070 302156 308133 311398 320068 329493 330641 338685 842072 350654 352341 353187 356843 359251 363171 365467 373000 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu 500000, 2 Bew. zu 300000, 2 zu 100000, 2 gut 75000, 4 au 50000, 4 zu 25000, 22 zu 10000, 42 au 5000, 124 zu 3000, 226 zu 2000, 480 au 1000, 1274 zu 500, 3432 zu 300 Mark. 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