Morgenausgabe 7tr. 415 A 211 4S.Iahrgang ««. nra«lS4 1�0«. fan ooroui zahlbar. Postd»»ug CSt IL ewjchl.«fflcflQelb, Vusland»ada meat ö,— M. pro gonofc Der»Cornfirtf* erscheint wochentie- lick zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel �Der Abend". Illustrierte Beilagen„Boll und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner �Unterhaltung und Wissen"..Frauen« stimme".„Technik".„Blick in die Büchern? elt" und.Iugend-Darwärt»" irV Biesliner VotSsblatt Sonniag X September 1928 Groß'Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Ste«lifpaltlge Sonpisniaestdt 80 Sfnrnl#. Reflcmneüt i— Reich». niorC.„Klein« Anzeigen' da» lettge» druckte Wort 80 Pfennig izuläfsig zwei settaedruckie Wortej, fedes wettere Wort fennig. Siellengefuche da» erfte U Pfennig, jedes weiter« Wort 12 Pfennig Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Wort«. Arbeitsinarii V-" strafte 8, wochentägl, von SV, dt« 1? Uhr. Jsntrawrsan der Soziawemoeratifchen Vaetei DenifOSands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 k�ernsprecheri T'önboff-292—297 Teligramm-Ldr.! Sozialdemokrat Berlw Bonvärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 536— Bankkonto: Bank der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. KK. MSkonto-Gelellschaft. Deposttenkasse Lindenstr Ü Dem Parlament der Arbeit! Partei und Gewerkschafi. Dem Hamburger Kongreß zum Gruß! Von Otto Wel«. Am heutigen Tage tritt in Hamburg das Wlrtschafts- Parlament der Arbeit zu wichtiger Tagung zusammen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft begrüßt den deutschen Gewerkschaftskongreß mit stolzer Freude und ruhiger Sicherheit. Sie ist überzeugt, daß seine Der- Handlungen dem Wohle der arbeitenden Massen dienen werden. Sie fühlt mit der deutschen Gewerkschaftsbewegung, well sie Fleisch von ihrem Fleisch und Geist von ihrem Geiste ist. In allen Kämpfen, die die sozialdemokratische Arbeiter- schast dur�isechten mußte, sah sie die Gewerkschaften an ihrer Seite. Seit in den sechziger Iahren des verflossenen Jahr- himderts die organisatorische Gründung der Partei wie der Gewerkschaften von den gleichen Personen erfolgte-, seit die Cisenacher unter Führung Debets und Liebknecht» im Jahre 1868 die Gründung internationaler Gewerks- gsnosienschaften beschlossen, von Schweitzer und F r i t s ch e im gleichen Jahre die Gründung zentralisierter Gewerkschaften in die Wege leiteten, ist der Weg von Partei und Gewerkschaften immer der gleiche gewesen. Als 1873 in Gotha die Einigung der sozialdemokratischen Parteien er- folgte, trat auch der Zusammenschluß der Gewerkschaften in Wirksamkeit. Die Schläge des Sozialistengesetze», dessen Er- innerung fetzt nach 50 Iahren wieder besonder? lebendig geworden ist, trafen Partei und Gewerkschaften mit gleicher Härts. Im Feuer der Verfolgungen gestählt, waren e« immer und überall dieselben Personen und die gleichen Massen, die ihrer Ueberzeugung die Treue hielten und unter schwersten Opfern das Erstehen der politischen und wirt- schaftlichen Organisationen noch vor dem Fall des Schand- gesetzes tatkräftig vorbereiteten. Die Einheit der Gewerkschaftsbewegung, der Kampf um die Form der Organisation berührte in gleichem Maße Partei wie Gewerkschaften. Jede Erschütterung in dem einen Körper der Arbeiterbewegung wurde in dem anderen mitempfunden. Ihre untrennbare Verbundenheit wurde dadurch der Arbeiterschaft immer wieder ins Bewußtsein gebracht. Die großen Wirtschaftskämpfe der Vorkriegszeit— die Textilarbeiter in Crimmitschau, die Hafenarbeiter in Hamburg seien genannt— riefen die Partei ebenso auf den Plan wie die Gesamtheit der Gewerkschaften. Der Kampf gegen die Zuchthausvorlage, die das Koalitionsrecht zertrümmern sollte, war ein gemeinsamer Kampf. L e g i« n s Streitschrift:„Das Koalitionsrecht in Theorie und Praxis" sowie Ignaz Auers dreieinhalbftündige Meisterrede im Reichstag find dokumentarische Nachweise für die Soli- darität dieses Handelns. Es war stark genug, um Wilhelm II. zum Rückzug zu zwingen, der jede Streikbewegung durch Zuchrhausdrohung zu unterbinden sich vermaß. Der interparteiliche Charakter der Unternehmerorgani- sationen führte mit Notwendigkeit zur Betonung der ge- weit schaftlichen Neutralität. Alle Arbeiter ohne Unterschied des Glaubens, der Raffe oder des politischen Be- kenntnisses zusammenzufassen, war Pflicht der Notwehr. So wurden die Gewerkschaften insbesondere nach dem Kriege, im neuen Staat, zu der maßgebenden Wirtschaft- lichen Vertretung der gesamten Arbeiterschaft neben der Sozialdemokratie, ihrer politischen Sachwalterin. Die Per- sonalunion in Gewerkschaft und Partei ermöglichte die Wahrung der speziellen politischen Eewerkschastsinteressen im Rahmen der sozialdemokratischen Parlamentsftaktioüen wie innerhalb der Parteiorganisationen allüberall. Der Hamburger Gewerkschaftskongreß wird sich seinen Vorgängern würdig anschließen. Die Einheit der Gewert- schaftsbewegung wird durch ihn neue Stärkung erfahren. Die Feinde der Sozialdemokratie, die auch die Gewert- fchafteo unter dem Ruf nach der„Einheitsfront" zu zer- schlagen suchen, werden neue Niederlagen erleiden. Ihre Ge- wissenlosigkest wird an dem Ernst und der inneren Festigkeit des Arbeitswillens für ein großes Ziel zunichte werden. Große Bedeutung für die gesamte Arbeiterschaft kommt den Verhandlungen über die Demokratie in der Wirtschaft zu. Bom Hamburger Kongreß wird das Problem der demokratisch beherrschten Wirtschaft aufgerollt und zur Diskussion gestellt werden. Die deutsche Sozial- demokratie sieht in dem steigenden Einfluß der Gewert- schaften durch die gesetzliche Gestaltung der Wirtschafts- und Bctriebsführung eine wichtige Ergänzung für ihren eigenen politischen Einfluß im Staate. Das Jahrbuch der deutschen Gewerkschaften zeigt nicht nur den Umfang der speziell gewerkschaftlichen Aufgaben, sondern auch die Fülle gemeinsamen Handelns mit der Sozialdemokratie auf. In allen Zweigen der Wirtschafts- und Handelspolitik, der sozialen Steuergesetzgebung weist es auf gemeinsame Aufgaben hin. So begrüßt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands den Kongreß der Gewerkschaften mit brüderlicher Solidarität. Wir sind seines Erfolges gewiß. Der Kampf der Gewerk- schaften ist unser Kampf. Unser Kampf ist ihr Kampf. Die Notgemeinschaft der Interessen stand an der Wiege unserer gemeinsamen Bewegung. Sie begleitete unser bisheriges Werden und Wirken und wird uns unlösbar ver- binden für alle Zeit. Im Zeichen des Aufstiegs. Die Aufgaben des Hamburger Gewerkschastskongreffes. E» ist nicht das erste Mal, daß der Gcwerkschasts- konareß im Homburger Gewerkschaftshaus, der Waffenschmiede der Hamburger Arbeiterschaft, tagt. Bor zwanzig Iahren wurde hier der sechste Gewerkschaftskongreß abgehalten. Als die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands mit dem 1. Januar 1903 ihren Sitz von Ham- bürg nach Berlin oerlegt hatte, folgten ihr die einzelnen Verbände nach und nach, so daß Hamburg seine Bedeutung als Zentralpunkt der Gewerkschaften einbüßte, obwohl der Baugewerksbund und die Verbände der Zimmerer und Maler noch heute chren Sitz dort haben. Allein der dritte und jüngste Zweig der deutschen Ar beitecbewegung, die Genosserschastsbewegung, ist in Hamburg bodenständig� geworden und hat sich in un- geahnter Weise entwickelt. Dabei ist ihre Entwicklung noch keineswegs abgeschlossen, sondern in vollem Fluß. Die G C G., die Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine, der Zentraloerband deutscher Konsumvereine, seine Ver lagsanstalt und die Gewertschaftlich-Genosienschaftliche Ver sicherungs-Attiengesellschaft„V o l k s f ü r s o r g e" zeugen von der Arbeit, die in Hamburg auf genossenschaftlichem Ge- biete geleistet wurde. Vor 60 Iahren hielt der Allgemeine Deutsche Arbeiter- oerein in Hamburg seine siebente Generalversammlung ab, die nach einem Vortrage von G e i b folgende Resolution be- schloß, die in ihrem zweiten Teil noch heute Geltung hat: Dt« Generaloersammlung begrüßt in den englischen Trabes Unions langjährige und treue Vorkämpfer der Arbeitersache, welch« auf Grund einer starken Organisation die sozialistische Erkenntnis ver- breiten, daß di« Rechte der Arbeit gegen die lleber- griffe des Kapitals mit allen Kräften, insbesondere durch die Vertretung der Arbeiter in den gesetzgebenden Gewalten zu er- streben und zu sichern ist. Um die Rechte der Arbeit geht es auch jetzt auf dem Hamburger Gewerkschaftskongreß, auf dessen Tagesordnung als wichtigste wegweisende Frage die Verwirklichung der Wirtschaftsdemokratie steht, nachdem bereits der Breslauer Gewerkschaftskongreß vor drei Iahren sich mit der Idee und dem Begriff der Wirtschaftsdemokratie befaßt hatte. Die fr e i e n Gewerkschaften wissen sich von Illusionen frei. Die Forderung auf Demokratisierung der Wirtschaft zieht praktische Schlußfolgerungen aus der Tatsache, daß zur Wirtschaft vor allem auch die Arbeiter und Angestellten und ihre Gewerl.chaftsorganisationen ge- hören. Die Aufstellung dieser Forderung bedeutet für sie nach den Ausführungen, die der Referent über dieses Thema Genosse Fritz N a p h t a l i bereits in der vorbereitenden Sitzung des Bundesausschusies machte:„weder einen ver- zicht auf das sozialistische Ziel, noch einen Ersatz für den Sozialismus, sondern eine Ergänzung der sozialistischen Idee in der Richtung der Klärung des Weges zur Der- wirklichung." L e i p a r t betonte in dieser Sitzung, daß die Demo- tratisierung der Wirtschaft eine konkrete Gegenwartsaufgabe bildet: daß nicht ein Tatbestand, sondern ein Wachs- tumsprozeß den Inhalt des Problems darstellt. In zwangsläufiger Verbindung mit der Forderung nach Demo- kratisierung der Wirtschaft stehen die Bildungsauf- gaben der Gewerkschaften mit auf der Tagesordnung des Kongresses. Das Wort Lasialles, der deutsche Arbeiter sei mit einem Stück Wurst und einem Glas Bier zufrieden, man müsse ihm erst klar machen, daß seine wirtschaftliche Lage schlecht sei, ehe man ihm sagen könne, wie sie zu bessern sei, ist im allgemeinen längst überholt. Die Gewerk- schaftsbewegung bedarf heute gutgeschulter Kräfte, die das Wirtschaftsleben in seinen Zusammenhängen wie in seiner Gesamtheit überblicken und sich mit seinem ganzen inneren Getriebe gründlich vertraut machen können. Neben ihrer organisatorischen bedürfen die Gewerkschaften auch der geistigen Macht,„um die Rechte der Arbeit gegen die Ueber- griffe des Kapitals mit allen Kräften zu sichern". Die Bundesschule des ADGB., zu der jüngst in Bernau der Grundstein gelegt wurde, wird um die Heranbildung dieser Kräfte mit in erster Linie bemüht sein. Der Kongreß wird ferner die Forderung der Gewerk- schaften auf Vereinheitlichung der sozialen Versicherungseinrichtungen und deren S e l b st- Verwaltung durch die Versicherten erheben und diese Forderung begründen. Die Verheißung im Artikel 161 der Neichsverfassung, daß das Reich ein umfassendes Ver- sicherungswesen unter maßgebender Mitwirkung der Versicherten schafft, muß erfüllt werden. Wenn Bömelburg den Stuttgarter Gewerkschafts- kongreß im Jahre 1902 mit den Worten schloß:„Die deutsche Gewerkschaftsbewegung und die deutsche Sozial- demokratie sind eins", so ist das in ideeller Beziehung heute noch durchaus zutreffend. Und eben dies wird den Gewerk- schaften heute zum schlimmsten Vorwurf gemacht von einer neuen Partei, die sich die Eroberung der Gewerk- schaften, d. h. ihres gesamten Verwaltungs'apparates sanit Kassen zum Ziel gesetzt hat und die„reformistischen" Ge- Werkschaftsorganisationen ihren politischen Zwecken dienstbar machen will, die in Moskau umschrieben werden. Der von der KPD. heraufbeschworene Gegensatz zwischen Gewerk- schaftsmitgliedern der A m st e r d a m e r und solchen der Moskauer Richtung kommt weniger in der Zahl oppositioneller Delegierten zum Gewerkschaftskongreß, als vielmehr in einer Reihe von Anträgen zum Ausdruck, die in der Parolenschmiede der KPD. ihren Ursprung haben. Die kommunistischen Anträge sind eingeleitet mit den Formeln:„Der Kongreß mißbilligt----",„der Kongreß verurteilt----",„der Kongreß stellt fest",„fordert____",„beschließt----„Der Kongreß mißbilligt die Politik des Bundesvorstandes". Diese Politik wäre in dem Augenblick verkehrt, in dem sie von jener Seite nicht miß- billigt würde. Die Drohung, den Hamburger Gewerkschafts- kongreß„unter einen unwiderstehlichen Massendruck der Arbeiter zu setzen", ist ebenso lächerlich wie demagogisch. Der Kongreß steht in Wirklichkeit„unter dem Massendruck der Arbeiter", der Gewerkschaftsmitglieder der Amsterdamer Richtung. Der Kongreß wird sich durch alle Anwürfe der .�Opposition" in seiner Arbeit nicht beirren lassen, sondern seine Beschlüsse so fassen, wie es die Lebensinteressen der Gewerkschaftsjaenossen erfordern. Der 13. Gewerkschaftskongreß wird, dessen sind wir ge- miß, eine weitere Etappe zum Aufstieg der deutschen Arbesterschast sein. Friedrich Etzkorn. Mitteldeutschland! Lohnordnung im Braunkohlenbergbau gekündigt. Preffionspolitik der Unternehmer. Halle, 1. September.( WTB.) Nachdem der Manteltarif und die Mehrarbeitsregelung im mitteldeutschen Braunfohlenbergbau bereits Mitte vorigen Monats zu Ende September 1928 gefündigt worden sind, hat, wie wir erjahren, der Arbeitgebernerband für den Braun fohlenbergbau zum gleichen Termin nunmehr die Lohnordnung gekündigt. = Die Kündigung wird begründet mit der Notwendig Peit, bei den bevorstehenden Berhandlungen über Manteltarif und Mehrarbeit die Möglichfeit zu haben, auch die Lohnordnung für einen bestimmten Zeitraum und somit auch die gesamten Arbeitsbedingungen für längere Zeit festzulegen. * Dieser Beschluß ist offenbar im Hinblick auf Verlauf und Abschluß der Bewegung im rheinischen Braunkohlenbergbau von den Unternehmern gefaßt worden. Ganz unge niert bekunden die Herrschaften ihre Absicht, bei den bevorstehenden Verhandlungen im mitteldeutschen Bergbau die Lohnfrage hineinzuziehen, um so ein Kompenfationsobjekt in die Wagschale zu werfen, zu dem Zwecke, die Mehrarbeitszeit weiterhin für längere Zeit festzulegen. Die Bergarbeiter im mitteldeutschen Braunkohlenrevier haben die Mehrarbeitsregelung" deshalb gefündigt, um endlich zum Achtstundentag zu fommen. Sie haben die Lohnordnung nicht gekündigt, teine Lohnzulagen gefordert, um ihre Bestrebungen auf Beseitigung des elenden MehrarbeitsabTommens" nicht zu komplizieren. Die Taktik der Unternehmer bezweckt das Gegenteil. Ihre verstedte Drohung mit Lohnfürzungen im Falle der Beseitigung des Mehrarbeitszeitabkommens ist darauf berechnet, das Reichsarbeitsministerium zu beeinflussen, die Mehrarbeitsregelung" weiterhin zu verlän gern und selbst dieses Zugeständnis umsonst zu bekommen, schlimmstenfalls um ein paar Pfennige Lohnzulage. Die mitteldeutschen Braunkohlenarbeiter, die sich in dem letzten Kampfe so gut geschlagen haben, werden dieser unverfrorenen Unternehmertaktit zu begegnen wiffen. „ Entschädigungslos enteignet". Aber wer? Der Volksentscheid für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten wurde dadurch, daß die Sozialdemokratie für ihn mit eintrat, ein agitatorischer Erfolg. Zu einem praktischen Ergebnis hat er allerdings nicht geführt. Gefoftet hat er der Sozialdemokratischen Bartei allein an die zwei Millionen Mart. Es wäre intereffant, zu erfahren, was die anderen Beteiligten für ihn ausgegeben haben. Als es sich um die Regelung der ersten Kosten handelte, erklärte Thälmann in einer gemeinschaftlichen Sizung vom 26. Januar 1926, daß der Ausschuß zur Durchführung des Volfsentscheids zu den Kosten 3000 Mart beiſteuern tönne und daß die Sozialdemokratische Partei die Hälfte davon, alfo 1500 Mart, erhalten werde. Darauf erfolgte weiter nichts! Also schrieb Genosse Lud= mig am 18. Februar an Thälmann einen Brief, in dem er sich fchonend nach dem Berbleib der besagten 1500 Mart ertundigte. Am 23. Februar tam ein Brief von Eberlein. Thälmann jei verreift, er selber, Eberlein, nicht informiert. Er habe also den Brief an den Ausschuß weitergesandt, von dem Ludwig direkte Mit teilung erhalten werde. " Diese direkte Mitteilung erfolgte sodann am 6. März. Der berühmte Ausschuß teilte mit, daß er sich in seiner nächsten Sigung mit dieser Angelegenheit beschäftigen" werde. Weitere Nachricht geht Ihnen baldmöglichst zu." Jedoch der März verging, die Nachricht tam nicht. Auch im April und Mai eisiges Schweigen. Also. schrieb der sozialdemokratische Parteivorstand am 6. Juni 1926 einen legten Brief an den berühmten Ausschuß. Er habe doch ,, baldmöglichst Nachricht" versprochen. Da diese Benachrichtigung bis zum heutigen Tage noch aussteht, gestatten wir uns Sie an die Erledigung dieses Schreibens zu erinnern." Das war das letzte. Sowohl die KPD.- Zentrale als auch der berühmte Ausschuß bewiesen, daß fie sich auf eine Kunst verstanden, die man ihnen am allerwenigsten zugetraut hatte, nämlich auf die Kunst des Schweigens. Der Parteivorstand hat den auch die Hoffnungslosigkeit der Situation erkannt und die Forderung in den Rauchfang geschrieben. Ein agitatorischer Erfolg war sie ja schon, die VolfsentscheidAktion von 1926. Entschädigungslos enteignet" wurde dabei jedoch nur einer: nämlich die Sozialdemokratische Partei...! Länder ohne Visumzwang. Noch von zehn Staaten verlangt. Wie bereits gemeldet, ist der Bisumzwang zwischen Deutschland und Italien mit Wirkung vom 15. September ab aufgehoben worden. Deutsche Staatsangehörige fönnen jetzt ohne Bifum. wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, bereisen: Dänemart, Danzig, Finnland, Großbritannien, Irland, Jugoslawien, Lettland, die Niederlende, Norwegen, Defterreich, Portugal, Schweden, Schweiz, die Tschechoslowakei, Kanada, Südafrika, Japan, Merito, die dominikanische Republik, Haiti, Kuba, Panama, Etuador, Nikaragua sowie die überwiegende Mehrzahl der englischen Kolonien. Demgegenüber wird für folgende Staaten noch ein Visum benötigt: Frankreich, Belgien, Spanien, Ungarn, Rumänien. Bulgarien und Griechenland, Estland, Litauen und Polen, Hearst für Hoover. Ein übler Bundesgenosse. New Yort, 1. September. Nach einem Telegramm, das dem republikanischen Hauptquartier aus Paris von dem amerikanischen Zeitungsmagnaten Hearst zuging, verpflichtet sich Hearst in seinen 27 3eitungen die Sache der Republikaner zu unterstützen. Hearst sagt die Niederlage Smiths voraus infolge seiner Feindseligkeit gegenüber den gegenwärtigen Prohibitionsmethoden und infolge seiner Berbindung mit Tammany Hall. Räumung tut not. Hermann Müller über das wichtigste außenpolitische Problem. Vor feiner Ausreise nach Genf hat der Reichskanzler Herrn Tolischus, dem Berliner Vertreter des International News Service", auf seine Frage, welches zurzeit das wichtigste politische Problem für Deutschland sei, geantwortet: ,, Das ganze deutsche Volk ist sich ohne Rücksicht auf Parteizugehörigkeit im gegenwärtigen Zeitpunkt in nationaler Hinsicht in einem Wunsche einig. Es ist dies die Zurückziehung der auf deutschem Gebiet stehenden französischen, englischen und belgischen Besatzungsarmeen in Stärke von rund 67 000 Mann. Man versteht nicht mehr in Deutschland, weshalb diese Truppen auf deutschem Boden belassen werden, nachdem sowohl auf dem Gebiete der Reparationszahlungen als auch auf dem Gebiete der militärischen Abrüstung Beweis über Beweis erbracht worden ist, daß man deutscherseits gewillt ist, den den früheren Gegnern gegenüber übernommenen Berpflichtungen voll und ganz nachzukommen. Ich darf an die Annahme des Dawes Plans, an die Londoner Abmachungen von 1924 erinnern. Das Reparationsproblem wurde seines politischen Charakters entfleidet, es ist zu einer Materie rein wirtschaftlicher und finanzieller Natur geworden, die als solche die Gewißheit zu natürlicher und organischer Entwicklung in fich trägt, mie die jetzt vierjährige reibungsloje Durchführung des Dawes- Plans beweist. Kein Staat hat mehr für allgemeine Sicherheit getan als Deutschland. Es beweisen dies die Verträge von Locarno, die zahlreich abgeschlossenen Schiedsverträge, die Annahme der & atultativtlausel des Weltgerichtshofs, die aktive Mitarbeit im Genfer Sicherheitsausschuß und letzthin die sofortige und vorbes haltloje Bereitwilligkeit zur Annahme des Kellogg Pattes. Deutschland hat mehr als irgendein anderes Land abgerüstet. Doch noch darüber hinaus sind wir bereit, mit unserer ganzen natio nalen Kraft an der Verwirklichung weiterer Vorschläge zur Sicherung und Organisation des Weltfriedens mitzuarbeiten. Das in der Vergangenheit von uns Geleistete, das für die 3funft von uns Gewollte gibt uns das Recht zu fordern, daß die Befagungstruppen unser Land verlassen; ihr Berbleib würde von allen Kreisen in Deutschland als ungerechtfertigt und dem Geiste des Friedens zuwider einpfunden." Auf dem Wege nach Genf. Der Reichskanzler fuhr gestern abend in Begleitung des Staats. sekretärs Dr. Puender, des Reichspressechefs Ministerialdirektors Dr. Zechlin und einiger Beamter der Reichskanzlei mit dem Zuge über Frankfurt- Basel nach Genf ab. 3um Abschied hatten fich die Gattin des Reichsfanglers, Reichsjuflizminister Koch- Weser, Reichstagspräsident 2öbe, der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amts, Ministerialdirektor Dr. Koepke, Ministerialdirektor von Hagenow am Bahnsteig eingefunden. und Gesetze statt der Großen Männer. Calles scheidet aus dem politischen Leben aus. Megifo- City, 1. September.( Eigenbericht.) Der megilanische Saalspräsident Calles eröffnet am Sonnabend in Begleitung der Gouverneure aller Bundesstaaten und fämtlicher Generäle der merikanischen Armee das Bundesparlament mit einer in der Geschichte Meritos einzig daftehenden und in ihrer Tragweife unabsehbaren Botschaft. Er beteuerte feinen unumstößlichen Beschluß, aus dem Präfidialamt aus 3ufcheiden und niemals wieder das höchste Staatsamt anzunehmen. Trotz dieses bis zu feinem Tode unwiderruflichen Entschlusses sei er jedoch im revolutionären und nationalen Jnteresse zu jeder mifarbeit, gleichgültig, auf welchem Poffen es auch sei, bereit. In diesem trifischen Moment, in dem Obregon durch einen gewaltsamen Tod und er durch freiwilligen Entschluß aus maßgebenden Führerpofitionen verschwinden, biete fich für Merito Gelegenheit, aus einer immer von unabfömmlichen Männern geführten Nation zu einer nation der Institutionen und Gefehe zu werden. Jeht sei eine einzigartige Gelegenheit, daß Merito für alle Zeiten mit dem System herrschender Einzelpersonen aufhöre und an deren Stelle die öffentliche Meinung, repräsentierende Krisenstimmung. Gruppen und Inffifufionen fehe. Merito stehe am Scheidewege und dem Höhepunkt feiner Revolutionen. Das Parlament habe jeht die Aufgabe, aus Megifo eme wahre Demottatie zu machen. In dieser wünschenswerten Entwicklung müsse natürlich der Schuh der Revolution und ihrer Errungenschaften oberster Grundfah fein. Toleranz gegenüber politifchen Gegnern und selbst gegenüber der Reaktion fei schon im 3ntereffe harmonischer Zusammenarbeit aller revolutionären Gruppen angebracht. Calles warnte dann nochmals eindringlich, der Uneinigkeit der revolutionären Elemente endlich ein Ende zu machen. Aur Schluß feines langen politischen Glaubensbekenntnisses betonte et, daß er als Treuhänder des merikanischen Heeres spreche. Die 2r mee habe sich seine Grundfähe bereits zu eigen gemacht und wolle nur noch dem Schuh des Landes und der Berfaffung dienen. Sein Schfuhappell galt der megifonijden Nation, die Bruderlämpfe zu vergeffen und zum ffeligen Aufbau der von ihm vorgezeichneten nationalen Entwidlung fatfräftig beizutragen. Das Pariontent brachte Calles eine begeisterte Ovation dar. werden. • Bdie Arme und hände umgedreht. Zwei Reichsbannerfameraden mußten, schmer verlegt, in ein Krantenhaus gebracht Die Deutschnationalen nach dem Lambach Urteil. Insgesamt haben etwa zehn Reidysbannerleute Die Stimmung bei den Deutschnationalen nach dem Lambach feier fonnte nicht stattfinden. Fortwährend schrien die Kommu Urteil wird charakterisiert durch die folgenden Ausführungen der nisten im Sprechchor: Nieder mit den. Panzerfreuzersozialisten." Die Stimmung bei den Deutschnationalen nach dem Lambach- chwere Berlegungen erlitten. Die vorgesehene Begrüßungs„ Kreuz- Zeitung": odre ,, Nieder mit Severing." Selbst die abrückenden Züge wurden wiederholt von Kommunistentrupps angefallen. ,, Vielleicht ist es noch möglich, eine Basis für diesen Gesundungsprozeß zu finden, wenn sich die führenden Köpfe der ein zelnen Parteigruppen einmal mit gutem Willen zusammenfeßen, fich gegenseitig die Versicherung er Loyalität geben und nach vor behaltloser Aussprache einfache, aber deutungsfreie Grundsätze aufs neue festlegen. Unseres Erachtens fönnte ein solcher Schritt noch versucht werden. Es wäre allerdings dringend nötig, ihn baldigft zu tun, noh bevor der Parteiverrtreter tag zusammentritt, der eine zu große Organisation darstellt, um eine solches neues Fundament nach gründlicher Ueberlegung, aber auch unter Hintanfeßung persönlicher Sympathien und Antipathien, zu schaffen. Vielleicht ist hier noch ein legfer Weg, etwa drohende 3erfplitterungen der Partei zu verhüten. Allerdings müßten die durch das letzte Lambach- Urteil ohne Zweifel fchmergefräntien tonservativen Kreise dadurch eine entsprechende Genugtuung erhalten, daß ihnen, wie es bei der Gründung der Deutschnationalen Partei ursprünglich vorgesehen war, wieder ein attiver Einfluß auf die Politit ernsthaft und ehrlich garantiert wird, entsprechend der Bedeutung des tonservativen Gedankens." Sie fürchten den Zorn des beleidigten Hugenberg auf der Barteivertretertagung, Krach und Zersplitterung. ,, Volfsnational." Berballhornung der politischen Sprache. Die volfsnationale Tageszeitung." So schreien riesige Werbeplatate in die Landschaft. ,, Bolfsnational"? Was ist das nun wieder? Was z. B. ,, deutschnational" in Wirklichkeit heißt, haben mir ja längst durchschauen gelernt. Es hat weder mit Deutschtum, noch mit Nationalität viel zu tun, sondern will besagen, daß man die Rechte der Besigenden zu erhalten wünscht, sei es mit Hilfe einer Monarchie, sei es bloß fo", à la Lambach. ,, National", von natio, Bolt, heißt zum Boffe gehörig." Ein Nationalheld ist dasselbe wie ein Boltsheld, eine Nationaltracht das gleiche wie eine Bolfstracht, der Nationalchar after nicht zu unterscheiden, vom Bolfs= haratter. Che das Wort pöltisch" feinen üblen Nebenfinur betam, war es die Uebersehung für national". Boltsnational" heißt also voltsvöllisch." Und das ist etwas zu viel des. Bolthaften! Es ist ja sehr schön, wenn einer das Volf, dem er entstammt, liebt und ehrlich gewillt ist, ihm zu helfen. Aber volksvölkisch? Wir haben hier eine für unsere Zeit besondere typische Sprachdummheit vor uns. Man fagt aus Eifer doppelt. was man zum Ausdruck bringen möchte. In einer befreundeten Familie zeigte man mir stolz den in die Zentralheizung einDeutsche erzählen gern von ihren Fußwanderungen", wohl in dem Bestreben, ihre im Zeitalter des Autos nicht alltägliche Nüftigkeit fraftvoll zu betonen. Genau so erfläre ich mir die volksnationale Tageszeitung. Bölfisch sein gehört zum guten Ton, national" find heutzutage alle feinen Leute. Nur Profeten sind vergeßlich genug, ihr Vaterland nicht andauernd im Munde zu führen. Was ein besserer Herr" ist, muß unablässig betonen, daß er voll und ganz" für die deutschen Belange" eintritt damit niemand auf den Gedanken tommt, er trete für die Belange der Wohlfituierten ein! Deshalb eben haben wir ja jezt die vielen Bolfs"-Parteien. Kommunisten gegen Gewerkschafter. Mit Gummifnüppel und Meffer gegen Reichsbanner. Hamburg, 1. September.( Eigenbericht.) Einen ungeheuren Standal haben die Kommunisten am Vor abend des freigewerkschaftlichen Jugendtreffens vor dem Hamburger Gewerkschaftshaus verübt. Um 9½ Uhr abends fellte auf dem Platz vor dem Gewerkschaftshaus eine Begrüßungsgebauten fleinen Heizschrank und nannte ihn Bärmöschen". Viele fundgebung für die zu vielen Tausenden nach Hamburg gefommenen jungen Gewerkschaftler stattfinden. Die auswärtigen Teilnehmer, die Hamburger Gewerkschaftsgruppe und die sozialdemokratische Arbeiterjugend formierten fich in den Nebenstraßen beim Gewerkschaftshaus zu drei imposanten 3ügen. Als der erste Zug eintraf, war der Platz von einer großen Zahl Kommunisten belagert, die einer Aufforderung der Hamburger KPD: zur Gegendemonstration Folge geleistet und eine systematifthe Stö rungsaktion aufgezogen hatten. Es war nicht möglich, an den für die Kundgebung vorgesehenen Plaz heranzukommen. Reichsbannerkameraden, die den Ordnungsdienst versahen, versuchten durch Truppenbildung die Kommunisten zurückzubrängen und Platz für die Büge zu schaffen. Dabei inszenierten die Kommunisten einen ungeheuren Tumult. Im Augenblic war der große Platz in ein Stadtfeld verwandelt. Mit Gummifnüppein und Meffern schlugen und flachen die kommuniffen auf die Reichsbannertameraden ein. Etwa 30 Reichsbannerleute wurden verleht. Der größte Teil von ihnen hatte Stichwunden am Kopfe, in der Brust und auf dem Rücken davongetragen. Ferner wurde verschiedenen Arbeitern - Da nun gerade dem„ Jungdo" von anderen nationalen" Organisationen gelegentlich vorgeworfen wird, er sei nicht so ganz treudeutsch, wie es der gute Ton in allen Lebenslagen erfordert, so hat er freilich alle Ursache, seine Untadeligkeit möglichst heftig zu betonen. Nun denn: Er ist nicht bloß national, er ist auch nicht nur völtifch, sondern er ist sogar voltsnational!. Da mus denn doch wohl jeder Argwohn verstummen. Das mache erst mal einer nach! Höher gehts nicht. G. v. Frantenberg. Rußland und der Kellog.Paft. Ein Fortschritt der Friedenspolitif. Von Peter Garwy. Der Brüffeler Kongreß der Sozialistischen ArbeiterInternationale hat mit Recht hervorgehoben, daß die Wirk samkeit des Kellogg- Pattes durch die Ausschließung der Sowjet- Union start herabgemindert sei. In Wirklichkeit ge hört die Univerfalität des Paftes zu den unent behrlichsten Voraussetzungen seiner Birtsamfeit. Rußland ausgeschlossen, so blieb der Schein bestehen. daß er fich gegen Rustand richtete. Die Diplomatic der Großmächte hat der bolfchemistischen Regierung diesen Trumpf entriffen, und den Geschrei, der Kellogg- Balt fei ,, eine Ber schwörung gen Sowjetrußland", ein Ende gemacht. Blieb Die Enladung zur Unterzeichnung des Pariser Paties zwang ostau, die Farbe zu bekennen. Ihre laut betonte Friedertigkeit wurde einer Prüfung unterworfen. So stand Die Sowjetregierung plöglich vor der Wahl zwischen ihren mettrevolutionären Berpflichtungen gegen die kommunistische Internationale und den wichtigsten Intereffen des russischen Staates, zwischen der soeben auf dem Weltkongreß der Komintern erfolgten Proflamierung des Weltfrieges als des Vorspieles zur Weltrevolution und der gebieterischen Notwendigkeit, die Mauer der Isolierung durchzubrechen und friedliche Beziehungen aur, fopitefitischen Eintreisung" anzulnüpfen. Die Wahl war sicher nicht leicht. Seit der Zeit des Kriegstommunismus hatte die bolichemistische Außenpolitik ihre Eindeutigkeit und Gradlinigfeit verloren. Sie pendelte aschen rotem Imperialismus und schüchterner Friedenspolitik, zwischen leichtsinnigem Säbelroffeln und zäher Jagd nach Anerkennung und Kredit, zwischen Krieg und Frieden. Immer dringender und unabroendbarer wurde indessen das Dilemma: entweder Einschließung in das sich auf bauenbe Friedenssystem der internationalen Beziehungen und der Weltwirtschaft oder Selbstisolierung und Selbstblodade, die in der Politil der friegerischen Abenteuer und Katastrophe mündet. Die Außenpolitik ist die Fortsehung der Innenpolitik. Der auf dem 15. Parteitag der PSU. am Ende des norigen Jahres inaugurierte I inte Rurs" hat bekanntlich die schlimmsten Folgen auch auf dem Gebiete der Außenpolitit gezeitigt und zur fortschreitenden Jolierung der Gowjet- Union geführt. Als aber die afute Wirtschaftsfrife und die passive Refiftenz" der Bauernschaft Stalin zum Einlenten among, fonnte dies freilich nicht ohne Einfluß ouch auf die Außenpolitit bleiben. Der Rud nach rechts murde unvermeidlich, obgleich die Sowjetdiplomatie nach wie vor auf die Komintern Rücksicht nehmen mußte und daher nicht eindeutig sein lonnte. Die Barole der Komintern hieß: Gegen den Kellogg Batt! Ihre ganze theoretische mie praktische Einstellung auf den Krieg fträubte sich gegen diese heuch Tertsche Misgeburt des bürgerlichen Pazifismus". Gestern noch entlarnien" die bolichemistischen Diplomaten und Publizisten allerorts. Die imperialistische Weltverschwörung. gegen die Sowjet- Union". Gestern noch bemühte sich die NYP Vote Lambach 8 sa d Westarp Vermischtes. Go," fagte die alte deutschnationale Parteigouver nante zu dem unartigen Klippschüler Lambach, fo, nun gib dem guten Onfel Westarp die Hand und sag: ich will niemals wieder einen eigenen Gedanken haben." .83 OST Q Horthy TIERUM In Ungarn ernannte der stellvertretende fönigliche Admiraldirektor Horthy 300 adelige Bauernburschen zu Offizieren. Gleichzeitig ist der sehr mufifalische Clown Grock von der Budapester Universität zum Doffor der Philofophie ernannt. Der hat aber gelacht. mit dem militaristischen Klimbim anima13-11ow GPU 片 Bramba", die zwei Grundsäge der Weltpolitif, zwei Bro- Bel einer der vielen Gowjelparaden rief ein ruffifcher Pazifist empört: Beg mit dem militaristischen Klimbim! gramme, wet Blattformen unveriöhnlich gegeneinander- Boltsentscheid über die Bergeudung unferes Nationalvermögens!" Gelbstverständlich wurde der arme 3rre fofort gustellen: hier ,, bas imperialistische Brogramm der Kriegsgepackt und der shefa zu weiterer Amtshandlung übergeben. norbereitung unter dem Decmantel des Friedensgefchmähes", bort das echtprofetarische Friedens- und Abrüstungspro gramm der Sowiet- Union". Gestern nach demonstrierten die fommunistischen Arbeiter in Paris, Berlin. Nem Yorf nach dem Befehl Mostaus unter der Losung: Nieder mit dem Kriegspa? t!" Heute aber hat sich das Bild wie durch ein Wunder plöglich geändert. Heute erklärt die Somietregierung, daß fie bereit sei, ficherlich unter bestimmten Vorbehalten, dem ,, Kriegspalt" beizutreten und ihn zu unterzeichnen! Folgerichtig" ist das gewiß nicht. Aber das gesamte Meltproletariat, alle aufrichtigen Friedensfreunde werden diefe Unfolgerichtigkeit begrüßen und sie jener traurigen Folgerichtigkeit vorziehen, die vor furzem Rußland in eine gefährliche Sackgasse fast vollständiger Isolierung hinein getrieben hatte. nicht ohne Reibungen und Kämpfe innerhalb des Bolbüro der KPDSU. zustande tommen. Nur die Angst der Sowjet regierung vor der gänzlichen und ausweglosen Isolierung zwang fie zur Unterzeichnung. Ob die augenblickliche Wendung in der Außenpolitik der Sowjetregierung von Dauer ist, oder ob fie nur ein groß zügiges Manöver, ein Zidzac des Linkskurses darstellt, wird die Zukunft zeigen. Die Außenpolitif bleibt immer die Fort fehung der Innenpolitif. In Rußland hat sich aber bisher grundsätzlich nichts geändert. Die Leitung der Außenpolitik befindet sich nach wie vor in der Hand der unverantwortlichen Lebensinteressen der Arbeiterklasse und des ganzen russischen Diktatur, die nicht von den Bedürfnissen des Staates, den Mögen die zahlreichen, scharf verfaßten Borbehalte" und Volkes, sondern von dem Interesse der Selbsterhaltung ge verfaßten ,, Borbehalte" Einmendungen der Sowjetregierung zum Pariser Batt ange Immerhin kann der internationale Kampf um den bracht oder unangebracht, berechtigt oder übertrieben sein. Das Werk Kelloggs und Briands ift ficher keine Vollkommen Frieden einen bedeutsamen Erfolg buchen. heit und viele Borbehalte" und Einwendungen der Sowjetregierung besonders in bezug auf die verbrecherische Ber schleppung der Abrüstungsfrage durch den Völkerbund scheinen uns im Grunde genommen gerechtfertigt. Das wichtigste ist, daß die Sowjetregierung einen bedeut michtig hrift getan hat, der sowohl für die friedliche Entwidlung Rußlands, wie für die Befestigung des Weltfriedens von größter Bedeutung ist. Diefer Schritt steht im Einklang nicht mit den Kriegsrichtlinien der Komintern, sondern mit der Stellungnahme des Brüsseler Kongreffes der Sozialistischen Arbeiter- Internationale zu dem Kellogg- Baft. Die Unterzeichnung des Pariser Battes bedeutet immerhin die Rückkehr zur außenpolitischen Rep". Gie hat eine große prinzipielle Bedeutung, nicht minder als seinerzeit der Bruch mit der friegskommunistischen Außenpolitik von 1918-1920, der auf das Hineintragen der Weltrevolution in andere Länder auf den Spizen der Bajonette hinauslief. Vor allem bedeutet die Unterzeichnung des Kellogg- Baktes durch die Sowjetunion einen gewaltigen Schlag für die erstarrte riegspsyche, die in Sowjet Rußland absichtlich fultiviert wird und die die Militarifierung des gesamten Boltes erleichtert, wie es gerade in diesen Tagen die großen Kriegsmanöver bei Kiew und die Probemobilisierung in Georgien zeigten. lenft wird. 40 Staaten treten bei. Washington, 1. September. Bis heute haben die folgenden Staaten ihre Absicht erklärt, dem Kellogg- Pati beizutreten: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, San Domingo, Finnland, Griechenland, Jugoflawien, Costa Rica, Auba, Luxemburg. Merito, die Niederlande, Norwegen, Defterreich, Panama, Portugal, Rumänien, Rußland, die Schweiz, Spanien und Uruguay. Liberia und Peru haben ihren Beitritt zum Paff bereits vollzogen. Puzzelspiel um die Monroe: Doftrin. | territoriale und politische Unabhängigkeit der Mitgliedsstaaten des Bälterbundes garantiere. In seiner Antwort erflärt der Völkerbundsrat weiter: Rein Artifel des Battes des Bölferbundes nermindere die souveränen Rechte oder Verpflichtungen irgendeines Mitgliedes des Bölferbundes. Daher, fönne der Bölkerbund bei Streifigleiten zwischen den lateinamerikanischen Staaten oder bei Streitigkeiten eines lateinamerikanischen Staates mit einem anderen Staat jederzeit eingreifen. Die Erwähnung der Monroe- Dottrin in Artikel 21 des Böllerbunds partes lege teinem Mitgliedsstaat des Bölkerbundes die Verpflichtung auf, die Monroe Dottrin an zuertennen. = bundsrat mit dem Antrag der ungarischen Regierung auf Erörterung In einer weiteren geheimen Sigung beschäftigte sich der Völkerdes ungarisch- rumänischen Optantenstreites und vertagte sie schließlich bis zur Neuwahl des Rates blog Rossi im Gefängnis. Die Drohung mit dem Zuchthaus. Mailand, 1. September. Cefare Roffi ift nah Rom gebracht und im Staatsgefängnis eingeliefert worden. Er wird sich vor dem Sondergerichtshof unter der Beschuldigung intensiver antiitalienischer Propaganda im Aus land zu verantworten haben. Die Kroaten gegen die Gerben. Der Zerfall Südflawiens. Wien, 1. September( Eigenbericht.) は Genf in der Zwickmühle zwischen Washington und Süd- ition in Agram hat am Freitag Beschlüffe gefaßt, nach denen die 49 amerifa Genf, 1. September. Der Bölkerbundsrat setzte am Sonnabend nachmittag in ge heimer Sitzung die Beratung der Antwort an die Regierung von Kostarika auf den Antrag wegen Auslegung der Monroe- Dottrin fort. Es gelang, eine Einigung auf den von dem Präsidenten Brocope vorgelegten Entwurf zu erzielen. Die Antwort wird mun mehr unmittelbar der Regierung von Reftarita übermittelt. In der Note wird zunächst festgestellt, daß der Völkerbundsrat Die Unterzeichnung des Pariser Battes durch die Somjet für eine Auslegung der Monroe Dottrin nicht zu regierung fann aber ihre volle Bedeutung nur dann erständig fei, da diese Frage über den Rahmen seiner Zuständigkeit halten, wenn dem ersten Schritt bald die ander en folgen hinausgehe. Die Auslegung der Monroe- Dofirin tönne nur durch und zwar die Wiederherstellung der diplomatischen und han- die unmittelbar intereffierten Staaten erfolgen. Unter Bezugnahme delspolitischen Beziehungen mit England und mit anderen auf die feinerzeit von der Regierung von San Salvador auf der Staaten und der Eintritt in den Bölkerbund. Ge- Berjailler Friedenskonferenz erhobene gleichlautende Forderung wiß, dazu gehört nicht nur der feste Wille der Sowjetregie- wird dann daran erinnert, daß dem Bertreter von San Salvador rung, sondern nicht weniger das Entgegenkommen der mit einem Hinweis auf die Rede Wilsons auf der Panamerikanischen anderen Mächte. Aus der Aechtung des Krieges müssen alle Tagung erwidert worden sei. Drittens wird in der Antwort darauf Folgerungen auch in bezug auf Rußland gezogen werden. hingewiesen, daß onläßlich der Verhandlungen auf dem Versailler Das gilt in erster Linie für England und die Bereinigten Friedenstongreß über den Artikel 21 des Böllerbundspalles, der die Staaten. Monroe- Dottrin erwähnt, Wilson die Erklärung abgegeebn habe, der Wölferbundspakt sei eine Erweiterung der Monroe- Dottrin, da er die Die Unterzeichnung des Kellogg- Battes fonnte gewiß Die Leitung der bäuerlich demokratischen Roa. Anhänger dieser Koalition an feinen Manifestationen, Rongressen, Feierlichkeiten oder sonstigen Veranstaltungen teilnehmen dürfen, soweit auch Bertreter des gegenwärtigen Regimes in Belgrad und Anhänger der gegenwärtigen Regierungsparteien vertreten sind. Der Beschluß bedeutet praktisch einen Boytott aller Veranstal tungen, an denen die jugoslawische Regierung direkt oder indirekt beteiligt ist. Die Konsequenzen find vorläufig noch nicht abzusehen. 15 Goldmilliarden Kriegspensionen. Englands Kriegstaft seit Kriegsende. London, 1. September. Der Pensionenminister teilt mit, daß die englische Regierung seit dem Waffenstillstand im ganzen 784 Millionen Pfund Sterling ( 15 Milliarden Goldmarf) ausgegeben hat, das heißt einen größeren Betrag als vor dem Kriege die englischen Staatsschulden ausmachten. Die Pensionszahlungen betrugen im Jahre 1921 noch 196 645 000 Pfund. Sie fielen aber im Jahre 1927 auf 57 215 000 Pfund. Der Betrag veringert sich alljährlich durch das Wegsterben der Pensionsberechtigten. NEUHEIT! Pelzmantel Caracul Kidpatten, modefarben, reinseid. Crêpe de Chinefutter 495.SONDER AUSSTELLUNG GROSSER EXTRA- PREISE GARDINEN TEPPICH- VERKAUF Plüsch- Velours- Teppich Boucló- Teppich Tournay- Teppich EROFFNET Teppich EXTRA- PREISE FÜR PELZMANTEL Pelzmantel Seal- Electric, m.Crêpe de Chinefutter Pelzmantel echter Maulwurf, m.Crepe de Chinefutter Filzhut 175.298.in vielen Farben, 3.90 mit Band garniert Pelzmantel Poschlicki 350.dunkel nerzfarbig Pelzmantel. 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Bettgarnitur handgeknüpft Smyrna, 17500 Stellig, soweit Vorrat Maschinen- Smyrna vollständig durchgewebt 90/200 90/180 1925 mit Franse 2675 Wollplüsch mit Franse 90/180.... 1975 Maschinen- Smyrna mit Franse, 90/200 75/140 1090 60/130 1475 2550 0/130 3650 90/200 64/140 1375 80/340... 60/120 1125 Velour S mit Franse 70/180 57/120 1075 Tournay 80/200 2950 mit Franse 90/180 7200 3950 3700 34.00 Kokos ca. 68 cm ca. 90 cm 175 240 Bouclé gestr. 375 500 Bouclé Jacq. 575 775 Plüschläufer 800 1025 Velours Mottled Haargarn- Tournay modern gestrel 850 1125 Velours- Brücke 2950 mit Franse, 100/235 LETZTE WOCHE DES GROSSEN WÄSCHE- VERKAUFS ZU EXTRAPREISEN N* JSRAEL SPANDAUER STR KÖNIG STR. TISCH- UND DIWANDECKEN ETATHEIM Diwandecke Wollmokette, mit. kleinen Fehlern, 150/300 2950 Tischdecke Wollmokette, mit kleinen Fehlern, 150/180 1850 Tischdecke Wellmokette, mit kleinen Fehlern, 130/150 Diwandecke Mohärplüsch, 150/300 1450 Diwandecke Gobelingewebe Verduremuster, 140.280 1650 Tischdecke 1100 and 140 × 170 DIwandecke Gobelingewebe 2200 Persermuster, 150x300 Tischdecke 2950 passend, 150 x 180 1425 AUSSTELLUNG WOHNBERATUNG WÄSCHEAUSSTATTUNGEN Reizende weiße Braut- a. HochzeitsKleider sus Beide Crêpe de Chine oder sonstigen edlen Stoffen, teilweise mit Spitzen garniert, in elegantester Verarbeitung und modernsten Formen Diese vollendeten Kleider sind vom einfachsten bis zum feinsten Genre zu äußerst billigen Preisen in allen Größen vorrätig Hervorragend schöner Morgenrock aus gutem feingerippten Velvet mit langem Schalkragen. Gürtel und modernem weiten Aermel. 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Der Vordertel des Rockes fat fein plissiert Das ungewöhnlich feine, origineile und distingu forte Kield in in all Größen ver rätig und koster 79: aus schwerem Ottomane mit schö nem Kragen und breiten Stulpen aus feinem Seal- Elektrie Der Mantel ist ganz auf elegantem Futter gearbeitet und seitlich mit sehr aparten langen relief artigen Blenden geschmückt. Er Der prachtvolle Mantel wird das Entzücken auch der verwöhntesten Dame erregen kortet trotz des ausgezeichne Materials ten In alien Gro Ses vorrang MUIT in bester Qualität und feinster Verarbeitung, offen und geschlossen su tragen, mit originellem Besatz des Kragens und der Manschetten. mit reicher, den ganzen unteren Teil des Rockes umfassender mehrfarbiger bestickter Bordüre in künstlerischen Mustern. Das vollei dete Kleid wird auch in der eleg. Gesellschaft Bewunderung erregen. In allen Weiten vorrätig 89: 59: vom einfachsten bis zum ele gantesten Genre; auch die stärksten Damen finden Passendes am Lager Original Wiener Pullover aus in feinster Zephir- Wul e bester Verarbeitung and vielen Mustern und Farben; vorzügliches Kleidungsstück für naßkalle Tage 10. 7lr. 415» 45. Jahrgang i. Beilage des Borwärie Sonntag. 1. September 192» Die Opfer Nobiles. Amundsens Tod wahrsdieinlich!— Trümmer der»Latham" gefunden. Wie die„Italia" wirklich zugrunde ging. Tromfo«, 1. September. Das Fischerfahrzeug„B r o d d", das vo« der Aeutze- ren Vogelinsel sFugloe) zurückkehrte, hat den Schwim» mer einer Flugmaschine ausgefischt, der aller Wahrscheinlichkeit nach ein Bestandteil des vo« A m u» d- f e n benutzten Flugzeugs„L a t h a«" war. Die Offiziere des hilfsschiffs i ch a e l Lars" und de» französischen Oeldampfers„D u r a n c e" sowohl wie verschiedene Dhotographen erklären, daß der aufgefundene Flugzeugschwimmer »alsächlich ein Bestandteil der„Latham" gewesen sei. Auch der Oberbefehlshaber der Marlnestatiou von Bergen, der da» Flugzeug„Lalham" bei seiner Ankunft in Bergen i n Empfang nahm, erklärte, es fei richtig, dah einer der Lchwimmer während des Aufenthalts in Bergen mit Bietallplatten repariert worden. Dieser Schwimmer sei blaugrau gewesen. Tatsächlich hat der Flugzeugschwimmer blaugraue Farbe. Er ist 2,42 Meter lang, 58 Zentimeter hoch und 5« Zentimeter breit. Der Schwimmer besitzt vier kleine wasserdichte Abteilungen: auch weist er ein« wahrscheinlich vor dem Abflug au» Norwegen mit Supscrblech ausgeführte Reparatur auf. Es fleht so au», als ob die Mannschaft versucht hätte, den Schwimmer am Flügel besser zu befestigen und daß dies nach dem Abflug aus Tromsoe gemacht worden wäre. * Die vorsteheirden Meldungen scheinen die schlimmsten Befürch- tungcn über das traurig« Ende des hervorragenden Polarforschers Amundfen zu bestätigen. Amundfen ist ein Opfer Nobiles geworden. Diese Nachrichten sind geeignet, wieder an dos Ende der„Italia" zu denken, deren Katastrophe das tief- bedauerliche Unglück Amundsens und des Piloten G u i lb a u t nach sich zog. Wir veröffentlichen die Ausführungen einer Person- lichkeit, die Gelegenheit hatte, die Expedition Nobiles aus der Nähe zu verfolgen. Sie zeigen die Katastrophe der.Ltalia" in einem anderen Lichte, als die Darstellungen Nobiles. Sie zeigen, daß Nobile selbst das schwere Unglück oerschuldete. „Auf Spitzbergen soll in diesen Wochen erneut mit der Suche nach der Alessandri-Gruppe begonnen werden, weil man noch immer nicht die thoffnung ganz aufgegeben hat, einig« dieser Vermißten des Nobile-Unternehmens aus der Eiewüste zu retten. Da die Nachforschungen noch der Ballongruppe im wesentlichen auf den Berichten Nobiles und der mit ihm Geretteten basieren, erscheint es notwendig, sich mit der dadurch enthaltenen Darstellung des Hergangs der Luft- fchiffkatastrophe zu beschäftigen und endlich einmal auszusprechen, daß Nobiles Bericht, wie in Lustschifserkreisen längst vermutet, nicht nur auf Grund von fachmännischen Erwägungen, sondern an Hand von Tatfachen nicht glaubwürdig ist. Das Märchen vom Gasverlust. Sowohl der General, wie sein« Getreuen behaupten, daß die „Italia" infolge eines ganz plötzlichen enormen Gasverwste«. den sie auf«in Loch in der Hülle zurückführen, fast senkrecht unaufhaltsam hinuntergegangen und auf das Eis aufgeschlagen sei, wodurch die Führergondel abbrach, während die erleichterte Hülle davonflog. Wäre dies« Darstellung richtig, hätte also das Luftschiff tatsächlich ein so großes Loch bekommen, daß starker Gasverlust eintraf, dann würde aber die Hülle auch nach Abbrechen der vorderen Sabin« bestenfalls höchstens einen etwa 500 bis 1000 Meter weiten Satz gemacht haben und wäre dann alsbald wieder infolge des unaufhör- lichen Gasverluste» zu Boden gefallen. Di« Tatsach«, daß weder bei der Such« noch der Noblle-Gruppe, noch später nach der Alessandri-Gruppe in kilometerweitem Umkreis des roten Zeltes auch nur die geringste Spur von der Ballonhülle entdeckt werden konnte, beweist, daß die„Aalia" nach Vertust der Führergondel viel weiter fortgeflogen ist, daß die Ballonhülle also noch mit Ga» gesülll war und überhaupt keine empfindliche Beschädigung aufgewiesen haben kann. Nobile als Höhensteuermann. Trifft nun aber die Behauptung von dem plötzlich aufgetretenen Loch in der Ballonhülle nicht zu, so bleibt di« Frage, auf welche andere Weise das Aufschlagen des Luftschiffes auf das Eis zu erklären wäre. Di« Beantwortung dieser Frage zwingt zu Festellungen, die für den Führer der Italia" keineswegs erfreulich sind und seine nach- trägliche Haltung wohl erklärlich macht. Der G«n«ral bedient« mit Vorliebe das Höhensteuer seines Luftschiffes, so auch bei der ver- hängnisvollen Rückkehr vom Pol. Nun war damals in Kingsbay allgemein bekannt, daß Nobile, wenn er am Steuer stand, immer außerordentlich tief flog, sehr zum Mißvergnügen der Besatzung. Nach der Rückkehr der„Italia" von der Fahrt nach Franz-Josephs- Land beklagte sich Profesior Malmgreen einem der in Kingsbay versammelten Journalisten gegenüber, daß Nobile wieder einmal erschrecklich tief gesteuert habe. Beim Ueberfliegen von Gebirgen auf Franz-Josephs-Land sei Mariano, der sich auf dem Boden der Führergondel zur Ruh« niedergelegt habe, von dem Geräusch ausge- wacht, das die über dos Gebirge schleifend« Antenne des Schiffes ver- urfacht habe, sei aufgesprungen und zum Höhenstener geeilt, um das Luftschiff schleunigst hochzureißen. Deshalb glaubte man in Kings- bay auch allgemein, als bei der Rückkehr vom Pol plötzlich die Nach- richten von der„Italia" aufhörten, daß Nobile geg«n einen Berg gefahren fei. Der General, der eher ein Konstrukteur als ein Luft- schiffer ist, hatte auf keinen Fall die genügende Erfahrung, um einen so schwierigen und verantwortungsvollen Posten, wie den des Höhen- steuermannes, voll auszufüllen, noch dazu bei den gefährlichen meteorologischen Bedingungen der Arktis. Noch fachmännischer Ansicht hat er in der kritischen Stunde die Tatsache außer acht gelassen, daß im Hinblick auf die plötzlich ein- getretene— voa ihm selbst ja durch Funkspruch gemeldete— ver- schlechterung de» Wetter» und das damit verbundene rapide Fallen des Barometers der Höhenmesser des Luftschiffes eine viel größere höhe anzeigte, als jene, die die„Ztalia" in diesen Augenblicken tatsächlich inne hatte. Schneetrei'ben und Nebel v«rhiirderten die Bodensicht, und so wird es gekommen sein, daß Nobile sich plötzlich in unmittelbarer Nähe des Erdbodens sah. Bei dem Versuch, da» Schisf im letzten Augenblick hochzureißen, senkte sich das Heck, so daß die Hintere Motorengondel ausschlug und der Maschinist Pomella hinausgeschleudert wurde. Durch die Berührung des Hecks mit dem Boden kippte dann im nächsten Augenblick der Ballonkörper vornüber und schlug mit der Führergondel auf, wobei es zur Katastrophe kam. Nobile mag sich der Talsach«, daß er selbst durch unsachgemäße Höhensteuerung das Unglück verursacht hat, nicht bewußt geworden sein, und seine Offiziere und Freunde werden aus begreiflichen Gründen seiner Darstellung nicht widersprechen: aber für den Fach- mann steht es fest, daß die Behauptung von dem plötzlich ausgetretenen Loch in der Ballonhülle ein Märchen ist. Die weitere Version, daß die losgerissen« Hüll« wahrscheinlich in größerer Entfernung verbrannt sei, weil Nobile eine auffteigende Rauchwolke gesehen haben will, wird übrigen» durch ander« Mitglieder seiner Gruppe keineswegs unterstützt, nach deren Darstellung es sich vielmehr ledig- lich um Neb«lschwaden gehandelt habe. Die Ballongruppe wahrscheinlich erfroren. Ueber das weitere Schicksal der Alessandri-Gruppe kann man mir Vermutungen äußern. Wahrscheinlich hat das Luftschiff, nachdem der hintere Motor durch den Aufprall auf den Boden wohl ausgefallen ist, mit den übrigen zwei Motoren dem Sturm überhaupt keinen Widerstand mehr entgegensetzen können,, und ist wieder in der Richtung auf den Pol zurückgetrieben worden. Auch wenn die rest- liche Besatzung versucht haben mag, durch Ziehen der Ventile den Ballonkörper allmählich zu Boden zu bringen, so dürft« doch dabei so viel Zeit vergangen sein, daß dieses Niedergehen sehr weit nördlich von dem Ort de» ersten Ausschlagens entfernt erfolgte. Es ist aber auch möglich, daß das durch Abreißen der Führerkabine so plötzlich erleichterte Schiff in sehr große Höhen gerissen wurde, in denen die Besatzung das Bewußtsem verlor und schließlich erfroren ist." Die Schieberaffäre Giinnes. Haussuchungen in Berlin, Hamburg und Mülheim. Der gestrige Sonnabend wurde vollständig durch ver- nehmungen Berliner und auswärtiger Zeugen in der Stinnes- Untersuchung ausgefüllt, während Hugo Stinnes jun. selbst nicht mehr vernommen wurde. Seine Vernehmungen werden erst am Montag und den darauffolgenden Tagen wieder fort- gesetzt werden. Die Verteidigung von Hugo Stinnes wird sicherlich noch am Anfang dieser Woche die Anberaumung eines Haftprüfungstermins beantragen, und es ist damit zu rechnen, daß über die Fortdauer der Untersuchungshaft oder die Freilassung noch in dieser Woche von der Behörde entschieden werden wird. Die Vertagung des HaftprvlfunjTs- termins für den Direktor Nothmann von der Eisen- und Stahl- Übersee G. m. b. H., der ursprünglich auf den gestrigen Sonnabend Mittag anberaumt worden war, steht ebenfalls in Zusammenhang mit dem für diese Woche für den Chef Hugo Stinnes zu erwartenden Haftprüfungsterinin. Die Untersuchungen des Sondcrdezeruots werden mit großer Energie weitergeführt, und am gestrigen Sonn- abend hat ein« Haussuchung in den Räumen der Hugo Stinnes G. m. b. H.,' Abteilung Kohlen, in der Potsdamer Straße 75 in Berlin stattgefunden, wo von der Kriminalpolizei Dokumenie und umfangreiche Korrespondenz de- schlagnahmt wurde, die sich auf die Verbindungen-von Hugo Stinnes mit den ausländischen Anleihe- schieberzcntralen beziel)en. Auch in Hamburg und Mülheim erfolgten neue Haussuchungen und Beschlagnahmen. Die Untersuchung gegen f)ugo Stinnes hat auch zur Folge gehabt, daß der Untersuchungsrichter von einer Flut von anonymen Schreiben überschwemmt wird, in denen nicht nachprüfbare Be- schuldigungen über zweifelhafte Geschäfte Hugo Stinnes' erhoben werden. Auf der anderen Seite melden sich aber auch bei der Der- teidigung.zahlreich« Personen aus auswärtigen Städten und sogar aus dem Auslande, die sich bcreiterklären, gegen die Voreinsendung eines Reise- und Unkostenvorschusscs Entlastungsmaterial für Hugo Stinnes zu liefern. Weder die Justizbehörden noch das Reichsfinanzministerium hat bisher zu den Behauptungen von Hugo Stinnes bezüglich des fran- Me Mchl nach dem Verrat. so, Roman von Liam O'Klaheri.. (Aus dem Englischen überseht von N.Sauser.) Gallagher sah sie verträumt an und dachte: ich werde sie in Ruhe lasien. Die logische Folge dieses Ausbruchs wird folgende sein: ihr Geist wird von einem Extrem zum an- deren zurückschwingen, wenn ich mich still halte und sie nicht dadurch ärgere, daß ich sie zu überzeugen versuche, daß ich recht habe. Ihr Entsetzen und ihre moralische Entrüstung werden sich erschöpfen und einschlafen. Dann wird ihr ihre merkwürdige Umgebung in anderer Art geistig bewußt wer- den. Wenn ihr Verstand wieder wach und klar wie möglich sein wird, dann wird sie mich und diesen Ort und das, was mit Gypo geschehen soll, in anderem Lichte sehen. Während ihr Geist nach dieser neuen Stellungnahme herum- tastet, wird es für mich leicht sein, sie zu beeinflusien. Ich glaube, daß ich recht habe, wenigstens hat sich diese Regel bisher immer als wahr erwiesen. Ich erinnere mich an den Kamvf, den ich mit Sean Conroy hatte. Aber Frauen sollen sich ja in der Psychologie wesentlich von Männern unter- cheiden. Das muß ich eben riskieren. Es wäre Selbstmord, ie jetzt zu belästigen. Das ist sicher. Doch... Ich bin ihr gegenüber irgendwo meiner selbst nicht sicher... Es ist nicht wie bei den anderen. Und... Wieder flammte seine Leidenschast auf. Er saß ohne einen Gedanken da. Die Hände zusammengepreßt und den Blick auf ihren gebeugten Nacken gerichtet, kämpfte er da- gegen an. 13. Als Gallagher das Untersuchungszimmer verlasien hatte, ging Mulholland schweigend zu einer Bank und setzte sich. Die drei Männer standen unruhig vor dem Tisch und beob- achteten ihn— angespannt, schweigend, als ob jede seiner Bewegungen von schwerwiegenden Folgen für sie selbst be- gleitet sei. Er nahm drei Streichhölz-'r aus einer Schachtel und legte sie neben sich auf die Bank, langsam, bedächtig, m't einem ernsten, nachdenklichen Ausdruck des Gesichts, wie ein alter Fischer, der unter den bewundernden Blicken einer Touristengesellschaft seine Angel auswirft. Dann nahm er ein Klappmesser heraus und öffnete es. Von einem Streich- holz schnitt er ein Stück ab, dann steckte er das Messer in die Tasche zurück. Plötzlich räusperte er sich mit einem Geräusch, das in der Stille laut schallte. Die drei Männer fuhren zusammen. Sie sahen sich erschrocken an, als ob jeder den anderen bei einer unanständigen Handlung ertappt hätte. Mulholland stand ruhig auf und näherte sich ihnen, die drei Streichhölzer in der offenen Hand haltend. Ohne zu sprechen, zeigte er auf sie: zwei lange und ein kurzes. Sie untersuchten sie alle. In Ordnung. Jeder nickte feierlich mit dem Kopf. Kein Wort. Mulholland nickte und ging in die Ecke des Zimmers. Jetzt folgten sie ihm nicht mit den Augen. Sie starrten voller Pein zu Boden. Der größte von ihnen war ein Dockarbeiter und hieß Peter Hackett. Er war ein blondhaariger junger Riese, schlank, mit einem hageren Gesicht, schläfrigen, blauen Augen und einem weichen Mund. Seine riesigen, knochigen Hände waren mit langen, weißen Haaren dicht bedeckt. Die Arme auf der Brust gekreuzt, ein Bein nach vorn gestreckt, stand er mit weit offenen, angestrengten Augen und gerunzelter Stirn da. Er war erst zweiundzwanzig. Dies war das erstemal, daß man ihn für eine derartige Angelegenheit aus- Sewählt hatte. Sie war ihm ganz besonders fremd und ver- aßt, da er, eine Seele von Mensch, überall auf den Kais, wo er arbeitete, sehr beliebt war. Er hatte keine Ahnung von politischen oder irgendeinem anderen Problem, ausgenommen Fußball, Kricket, Pferderennen und Würfeln, womit er sich am Kanalufer am Sonntag nachmittag mit seinen Käme- raden vergnügte. Ost verlor er seinen ganzen Wochenlohn beim Würfeln. In solchen Fällen pflegte er. wenn er ohne einen Pfennig zu seiner jungen Frau nach Hause kam, zu- nächst in der Küche herumzutanzen und in einem Wutonfall vielleicht einige Sachen zu zerbrechen und zu drohen, daß er Kitty das Hirn ausblasen werden, wenn sie nur ein Wort sage. Dann pflegte sein Zorn zu verrauchen, und es folgte plötzlich ein Weinkrampf. Während dieses Anfalls saß er. den Kopf in den Händen, am Feuer, stöhnte und bat Kitty, ihm zu verzeihen. Seine Frau machten diese Ausbrüche immer überglücklich: denn die Aufregung des Streites und Peters Küsse hernach bis tief in die Nacht hinein waren eine willkommene Unterbrechung der trüben Gleichförmigkeit des täglichen Lobens als Frau eines Dockarbeiters, die scheuern, kochen, waschen und zwei Kinder großziehen mußte. Peter hatte keine Phantasie. Ihm fehlte verfeinertes Gewissen und das Gefühl für Ungerechtigkeit, das viele sanfte Naturen, wie die seine, zu einer revolutionären Bewegung hinzieht. Auch war er nicht aus dem Stoff gemacht, aus dem die andere Art von Revolutionären besteht. Er gehörte der Organisation an, einfach, weil die übrigen„Jungens" dazugehörten und aus leidenschaftlicher Heldenverehrung für Kommandant Dan Gallagher. Dark Flynn, der zweite, war von der Natur zum Rc- volutionär bestimmt. Ein Mann, dazu geboren, der großen Masse voranzuschreiten, grimmig Hindernisse zu zerstören, die Herde aus ihrer trägen Existenz aufzurütteln, die Zu- friedenen durch Angst zum Handeln zu bringen, geboren mit einem Brandmal auf der Stirn, ein Fluch für alle jene, die Ruhe und Frieden um jeden Preis suchen. Er war zäh. mit düsteren Mienen, fast viereckig von Gestalt, wie d»r Stamm einer Eiche. Sein Körper und sein Gesicht waren fleischig und sparsam in ihren Bewegungen. Seine Augen waren' klein. Sie bewegten sich wagerecht. Er mar glatt rasiert und hatte eine Hautfarbe wie Milch und Blut, ob- wohl er schon fünfunddreißig Jahre alt war und ein hartes Leben als Lastwagenfahrer führte. In Gesellschaft sprach er fast nie eine Meinung au, weder über Politik und Re- ligion, noch über irgendeine der anderen grundlegenden Fragen, über die Revolutionäre, die ihre Haut zu Markte tragen, mit großem Eifer streiten. Aber im tiefsten Innern seiner Seele dachte er gründlich über diese Fragen nach. Sein kleines, kahles Zimmer in einem Logierhaus in Capel Street beherbergte mehrere Werke über Philosophie und Nationalökonomie. Er hatte auch ein seltsames philofophi- sches System ausgearbeitet, das auf der Voraussetzung be- gründet war, daß jedes menschliche Lebewesen seine Seele mit mehreren Tieren teile. Der Mensch, der diese Tiere ent- decken und ständig mit ihnen umgehen könne, würde glück- selig und unsterblich sein. Flynn hatte kein Gefühl für Moral. Alle Menschen, die nicht Kommunisten waren, haßte er, nur Kinder und Tiere liebte er. Den größten Teil seines Lohnes gab er den hungrigen, kleinen Strolchen auf der Straße. Er hotte weder Verwandte, noch andere Menschen, die von ihm ab- hängig waren. Er war ein langjähriges Mitglied der Or- gonisötion, Hochangeschen wegen feines Mutes, feiner Treue und seiner Schweigsamkeit. _._..(Fortsetzung folgt.) ■..... Mschm ehemaNgen Parlamentarier» Talma« Stelluna g«. nammen, e» heißt aber, daß diese Angaben naturgemäß zum Gegen- stand der Untersuchung gemocht werden sollen, wenn sie auch nicht direkt mit den gegen Stinnes erhobenen Vorwürfen des versuchten Betruges in Zusamnienhang stünden. Die Verfolgung Calmons durch die deutschen Strafbehörden sei nicht möglich gewesen und ein« Sühne�durch die französischen Gerichte hätte sich nur durch diploma- tische Schritte bewerkstelligen lasse». Gitte Verhaftung in Wien. Wie«. 1. September. heute nachmittag wurde der Kaufmann P o l e w e r auf Ansuchen der Berliner Sicherheitsbehörden unter dem Verdacht ver- haftet, in die Affäre Stinnes verwickelt zu fein. Er werde beschuldigt, daß er deutsche Kriegsanleihestücke aus österreichischem Besitz im Auf- trag und für Rechnung Hugo Stinnes' aufgekauft Hobe. Vor dem neuen Eisenbahntarif. Äom 1. Oktober ab Zweiklassensystem.' Das Beichsbahngericht hat die Vorschläge der Reich». bahn über den neuen Tarif gebilligt. Venu auch der Repa- rationsaoent. Parker Gilbert, den Vorschlägen zustimmt, wird man in Deulschlaud ln der Eisenbahn vom 1. Oktober ob eigentlich nur noch zwei Klassen haben. Freilich besteht neben der sogenannten o( z'- und der „P o l st e r" k l a s s e noch eine„L u x u s k l a s s e. di« besonders hoch bezahlt werden soll, ober für die Massenbeförderung natürlich wenig in Betrocht kommt. Die Holzklasse wird aus den bisherigen Wagen der dritten und vierten Klasse bestehen, die„vornehme" Ps sierklosse dus den Wagen der ersten und zweiten Klqsse. hm Grundpreis will die Reichsbahn die Formel 1:1)4:3 an- wenden, das beißt: der Kilometervrm der Holzklasse beträgt 3.7 Pf., der in der Polsterklasse S,6 Pf. und der in der Luxusklosfe 11.2 Pf. Es ergibt sich also das seltsame Bild, daß die bisherige vierte Klasse um 1? proz. verteuert wird: di« bisherige dritte Klasse oerbilligt sich um 2S Proz., was natürlich zu begrüßen ist: die.zweite Klasse wird um etwa 25 Proz. verbilligt, die erst« Klasse ist etwa 314 Proz. billiger als die Luxusklasse. Man steht also, daß der Proletarier, der bisher auf die vierte Klasse angewiesen war, die Zeche begleichen muß. Zu den Grundpreisen treten die neuen Zuschläge. Es sollen nämlich in den Schnellzügen in Zukunft fünfZonen unterschieden werden, die nach folgendem Schema festgelegt sind: 1. 2. 3. 4. 5. Die Eilzugzuschläge stellen eine besond«« Neuerung dar. Auch hier sind über die Nahzone fünf Fernzonen aufgebaut. Die Sätze besagen: Rahzone 1. Zone 1— 3.5 sim.. 36— 75... 76-1.50.. 151-225... 226—300.. 301 und mehr km SslzNage 0,25 M. 0.50. 1.00, 1,50. 2,00„ 2,50. fSoinntlalft 0,50 M. 1,00. 2,00. 3,00, 4.00. 5,00. Die beschleunigten Personenzüge sollen in Fortfall kommen, gleichwohl aber bleiben auch weiterhin Personenzüge mit wenigen Aufenthalten und Berkürzung der Fahrtdauer bestehen. Sie werden aber nicht mehr besonders gekennzeichnet. Deutschland wird in Zukunft«in« Eisenbahn haben, die t« u r« r ist als die von Frankreich und Belgien. Durch den neuen Tarif haben die Benutzer der sogenannten Polsterklasse den Bor- teil. Hund und Mensch auf der Eisenbahn. Man schreibt uns:„Vorigen Sonntag fuhr ick mit noch einigen Freunden mit dem Fernzug nach M« l ch o w. Einer von uns löst« di« Fahrkarten für uns und ein« für meinen Hund. Die hin- und Rückfahrt kostete pro Person 1,40 Mark, für die hundekartc wurden 90 Pf. bezahlt. In Mcichow wurde mir di« hundckarte abgenommen, und der Beamte«rklärte, daß ich für die Rückfahrt für den Hund nochmal 90 Pf. zahlen müßte, was dann auch der Fall war, also mußte ich für den Hund 1,80 Mark und für m«ine Per- fon nur 1,40 Mark bezahlen. Das ist doch recht seltsam, zumal der Hund nicht mal einen Platz beansprucht, und in den über- füllten Kupee» unter den Beinen der Fahrgäste sich herumdrücken mußte." Die Entrüstung des Einsenders erscheint durchaus berechtigt. Der Preisunterschied ist so beträchtlich, daß man annehmen muß, daß di« Eisenbahn Hundetransport nicht liebt. „Tozialdemokratie und Neichsregierung." Wir berichteten vorgestern über ein« Mitglied«?»«?- sammlung d«s Kreises Charlottenburg— nicht Tiergarten, wie irrtümlich gesagt wurde. Genosse Karl Hilden- brand sprach über das Thema„Sozialdemokratie und R«ichsregierung". Aus technischen Gründen mußten wir beim Umbruch leider den letzten Absatz fortlassen. Er besagt:„In der Diskussion ergriffen zahlreich« Genossen dos Wort, um m durchaus sachlicher Form ihren von den� Ausführungen des Redners ab- Die angenommen Das Fest der Volksbühne. Glänzender Verlauf, große Beteiligung. WW�WW.. Wahlkampf gegen den Bau des Panzerkreuzers festgelegt hätte und daß die Minister deshalb ihn nicht bewilligen durften. Die Sozialdemokratie hätte besser auf ein« Mitarbeit in der Regierung verzichte» sollen. Gestern abend veranflalielen die Freunde der Voltsbühne ihre seil langem angesagle große kund- g e b u n g. Man darf zusammenfassend zugebe«: Die festliche Veranstaltung hat einen glänzenden Verlauf genommen. Der Gedanke: Die Kunst dem Volke! hat sich durchgesetzt. In der Rigaer Straße fanden sich mehr als tausend Mit- glieder der sozialdemokratischen Arbeiterjugend und etwa 600 andere Freund« der Volksbühne ein und bildeten einen imposanten Zug, der sich am Schlesischen Tor mit den beiden anderen Zügen vereinigte. Die marschierende Masse bot ein außer- ordentlich freundliches, leuchtendes Bild, denn S u h r und P r o ch- m«r von der Volksbühne hatten mit feinstem Farbensinn den Zug zusammengestellt, dessen jugendliche Teilnehmer blau«, gelbe, rosa, rote und grüne Kittel trugen. Auf möchtigen bunten Fahnen prangten in schwarzer Schrift Namen wie Zola, Gorki, Tagor«, Shaw, O'Neil, Björnson, Ibsen, Ehm, Welk, Mühsam, Kaiser, Werfe! usw. Man machte mithin zugleich Propaganda für Künstler, die nicht nur ihrem Volk und international literarisch interessierten Kreis«», sondern die sedem einzelnen Menschen etwas zu sagen haben. Durch die Festwagen wurde auf die einfachste und eindrück- iichste Art auf die Vorzüge der Volksbühne, wie Einheitspreise und Platzverlosung, hingewiesen. Zwei Musikkapellen und das Trommler. korps der SAJ. wirkten wacker mit. Auf drei buntgeschmückten Laftautomobilen wurden die Allerjüngsten mitgeführt, die sichtbar glücklich waren, dabei sein zu dürfen. Die Straßen waren d i cht- besetzt von Zuschauern, die interessiert den Zug betrachteten. In Neukölln trafen sich die Denionstranien in der Schuir in der Boddinstraß«. Schon um 4 Uhr herrscht dort lebhaftes Treiben. Die Ordner stellen die einzelnen Gruppen zusammen. Die A r- b e i t« r j u g e n d Hot sich zur Berfügimg gestellt und wird gruppen- weis in bunte Kittel gesteckt. Dos ist natürlich nicht so leicht, die Mädchen haben besondere Wünsche, sie wollen zu ihren Kleidern passende Kittel haben. Aber schließlich ist doch noch alles recht- zeitig eingepuppt. Auch die K i n de r s r e u n d c beteiligen sich mit ihren Gruppen am Zuge. Für die Kleinen sind Lastautos reserviert, die bunt ausgeschmückt sind. Der erste Wagen im Zug« trägt eine symbolische Darstellung mit der Inschrift: Die Brücke zwischen Volk und Kunst ist die Volksbühne. Auf anderen Wagen wird gezeigt, in wieviel Theatern die Volksbühne jetzt spielt und wie billig die einzelnen Vorftellunge» sind. Als der Zug formiert wird, schließen sich Tausende den Last- autos und den bunten Gruppen an. Im Zuge werden außer den roten Bannern der Arbeiterjugend bunte Fahnen mitgetrogen, auf denen die Namen der Autoren geschrieben sind, deren Stücke von der Volksbühne aufgeführt werden. Die Boddinstraße, durch di« der Zug zuerst geht, ist d i ch t besetzt, der Verkehr muß voll- ständig umgelenkt werden. Unier den: Klange eine»' Musikkapelle marschiert der Zug durch die Berliner Straße über die Kaiser- Friedrich-Straßo bis ,zum Görlitzer Bahnhof und schließt sich in der Nähe des Schlesischen Tores den beiden anderen Zügen an. Von einem anderen Festteilnehmer geht uns dieser Bericht zu: 15 Zcchre Volksbühne! Sie rief, und alle, alle kamen. Bon den frühesten Nachmittagsstunden an war Berlin, hauptsächlich in jenen Stadtteilen in denen sich die Festzüge sammelten und formierten, auf den Beinen. Das E n g e I u s e r bot um die fünfte Nachmittags- stunde ein prächtig lebendiges Bild. Die gan.ze Straße entlang standen Lastautos, bekränzt, beflaggt, vollbepackt mit fröhlicher, singender Jugend, die allesamt bunte Fähnlein schwangen. Im Zuge selbst marschierten die Arbeiterjugend, die Jung- s o z i a l i st e n und das freie proletarische Iugendkar- teil, in bmsten Blusen und dunklon Kniehosen. Sie trugen Fahnen und Banner, auf denen die Rainen all jener Dichter stanoe», deren Empfindungswelt der ihren am nächsten war: Goethe. Schiller. Shaw. Heinrich Mann, Toller. Dehmes und wie sie alle heißen! Mit Musik und Gesang bewegt« sich der Zug durch Nur ganzen Stadtteil nach dem Schlesischen Tor. wo er mit d«» beiden anderen Zügen zusammenstieß. Von hier aus ging es dann über die Treptower Chaussee zu den verschiedenen Treptower ..Kaffeeklappen". Die geplante Kundgebung auf der Festwiese mußt« wegen Zeitmangel unterbleiben. Auf dem ganzen Wege bildete das Rublikum dichtes Spalier. Bold nach 19 Uhr lang!« der Zug in Treptow an. In samt- lichen Lokalen wurden den ganzen Abend über künstlerisch« Darbietungen gebracht. Orchestermusik leitete die Vorfuhnm- gen ein: dann so'oie ein ungemein reichhaltiges Programm. Den gesanglichen Teil bestritten vottrefflich der.Lunge Chor", der „F r i e d r i ch- 51 e g a r> C h o r", der„Berliner Sang er- chor" und verschiedene ander« Volkschöre. Mit schöner Begeiste- rung brachten sie zeitgenössische Gesänge und Dichtungen zu Gehör. Dann führten der Märkische und der Proletarische Dolkstanzkleis oll die hübschen alten Volkstänze vor, und sie ernteten viel Beifall. Alles war mit Lust und Liebe voll Begeisterung bn der Sacke. Sic alle warben mit der Kunst für die Kunst. Für di« Kleinen hatte sich der vielgeliebt« Kasperle ein Eliteprogramm zurccht gemacht, und frohes. Helles Lachen der kleinen Besucher zollt« ihm reichen Bestall. Die Grundstimmung aber war: 15 Jahre sind es jetzt her. daß der Grundstein zu dem Tl>eater am Bulowplatz gelegt wurde. Das Fest, das die Volksbühne gestern feierte, soll nicht zuletzt auch eine Erinnerungsfeier für diesen Tag bedeuten. Allen vesiimisten zum Trab, die an die Existenzberechkimivt, «In-r Volksbühne mit dem Grundgedanken sozialer kunstvsleqe nicht recht a'auben wollten, hol sich diese volkstümliche Kunst- stälte erhallen und stets weiter entwickelt. Noch den künstlerischen Darbietungen, die mit ttesigem Beifall auf. genommen wurden, beschloß«in Riesenseuerwerk„Treptow in Flammen" den Festtag. Das versammelte Publikum, das sämi- siche Lokale fast bis auf das letzte Plötzchen füllte, war m beifallsfreudiger, angeregter Stimmung, und lange noch blieben Festieilnehmer und Gäste bersaimnea. Trotz der Meinungsverschiedenheiten, die zutage trat«n, kann ober mit oller Deutlicksteit betont werden, daß auch in dieser Kreisver- sammlung von irgend einer Abkehr von d«r Partei, wie sie von der.Anten Fahne" und ihrem Abendableger immer wieder ausposaunt wird, auch nicht im geringsten die Rede sein kann.___ „Gchwesier Anna." Fauler Zauber und" seine Wirkung. Eine Schwindlerin, die sich„Schwester Anna"«ennl, treibt im Norden und Nordwesten Berlins Ihr Unwesen, indem sie alte Frauen um ihre letzten Sparpfennige bringt. .„Schwester Anno" gibt vor, von der zuständigen Kirchen- gemeinde gesandt zu sein. Im Lauf« der Unterhaltung läßt sie ein- fließen, daß es gut sei, gegen Krankheiten aller Art Zu beten und«rbittet sich dazu einen Pfennig. Dies« gering- fügige Summe läßt etwaiges Mißtrauen sofort einschlafen, die Diebin ober erfährt auf die«insachste Weise, wo die alten Frauen ihr Geld oersteckt haben. Änen Augenblick des Alleinseins benutzt sie dann, um das Geld an sich zu nehmen. Zum Schluß bittet sie die alte Frau, sie bis zur Haustür zu bozleiten und ihr unter oll«n möglichen Zeremonien einen Pfennig auf die Straße nachzuwerfen. Das soll angeblich dazu beitragen, daß alles«in gutes Ende nehme. So sinnlos der ganze Unfug auch erscheinen mag, so ist es der Gaunerin doch immer wieder gelungen, die Leute zur Ausführung dieses faulen Zaubers zu veranlassen. Der Zweck der Uebung ist natürlich, eine Zeit zu gewinnen, ehe die Bestrhlene den Verlust des Geldes entdeckt. Nach dem Erfolg der Diebin zu urteilen, muh die Zahl der Leichtgläubigen in Berlin nicht gerade klein sein. Die falsch« Schwester„2lnna" ist etwa 25 bis 30 Jahr« alt, 1,65 bis 1,68 Meter groß, hat frisches, rundes Gesicht und dunkelblondes Haar und trug meist schwarzen Strohhut, weiße Bluse und blaue Achselschürze, mitunter auch einen gelblich karierten Mantel. Mitteilungen zu ihrer Festnahme an Kriminalkommissar Stiller im Polizeipräsidium. Da» Reichstagssplel. In jedem Jahre werden neue Stiele auf den Markt gebracht, die aber nur sehr selten wirtlich neue Gedanken enthalten. Aus der.Leipziger Messe wird jetzt sin Spielwarenmeß- haus Wagner u. Äohn ein neues Rcichstagsspiel ausgestellt, das tatsächlich eine Fülle neuer Gedanken bringt. Der Erfinder hat in humorvoller Weise die parlamentarischen Gebräuche im Spiel nach- geahmt. Parteipolitik ist natürlich vermieden, und man kann das Spiel unbedenklich Kindern in die Hand geben, die daraus lernen können, wie es im Parlament zugeht, aber auch den Erwachsenen dient das Spiet, welches kein Würfel-, sondern ein Geschicklichkeits- spiet, zur Unterhaltung ist. Der berühmte Wcltschachmelster Dr. Lasker sagt dazu wöttlich:„Das Reichstagsspiel habe ich gcprüit luud erachte es für sehr interessant, leichtverständlich und anregend," es hat gute eigene Ideen und ist spieltechnisch ohne Tadel. Dem Spiele wünsche ich guten Erfolg." Die wirklich äußerst originellen Figuren sind im„Abend" in der Nummer vom 2. April abgebildet und beschrieben. Auf der Leipziger Messe erregte das Reichstagsspiel Aufsehen._ Wie man mit Dieben spricht! Wer werden von einsm humorvollen Leser um BeröffentLchung des folgende» Briefes gebeten: „Lieber Freund, liebe Freunbin! Du hast am 15. August im Personenzug Nr. 200, der von Fürstenwalde nach Berlin fuhr, in: Äbott eine Briestajchc gesunden mit Ausweispapieren, Rechnungen und anderen Papieren. Bon: Geld will ich nichts erwähne», denn das willst Du ja doch behalte»: und ich glaube, es hat sich gelohm, die Brieftasche an sich zu nehmen: ich wäre Dir nun sehr donkbar, wenn Du mir meine Papiere zuschicken würdest. Ich erwähn« noch- mal, daß es mir auf das Geld nicht ankommt, das kannst Du be- halte::, aber mit den Papieren kannst'Du ja doch nichts anfangen. im Gegenteil, sie könnten Dir gar zum Verhängnis werden. Ich Hobe bis heute gewartet, aber vergebens. Vielleicht ist es Dir wog- lich, mir die Sachen, die Du nicht brauchen kannst, so bald wie nckg- lich zuzuschicken. Die Adresse best Du ja mehrmals m den Papieren. Ich denke gar nicht daran. Dich wegen Fmrdunierfchlagung an>;u- zeigen, im Gegemeil, ich wäre Dir sehr donkbar!" Hoffeistlich wird der gute Wille zur Verständigung auch vom Erfolg gekrönt._______ Oer Kanal zum �6. Male durchschwömmen. Oondoa, 1. September. Der Aegypter Hel m y, der gestern nachinittag um 2 Uhr zur Kanaldurchquerung am Kap Erienez stattete, landete heute um 1 Uhr 46 Minuten nachmittags in Folkestone. Helmy Ist der sechzehnte Schwimmer, der den Kanal bezwungen hat. 20 Personen an Flcischvergiflung erkrankt. In Gronau bei Mar- dach am Neckar sind nach dem Genuß von Fleisch von einem not- geschlachteten Kalb 20 Personen an Fleischver- g i s t u n g erkrankt. PtetSlN&SttStCUC wie Abbildung, 28 mm Bugei, mit guter ZugfedermatraUt, Maaslngkugelfl Im � ro Kopf- und Fußtaii. weiB odar aeftwan, 00x190....«• Steppdecke e«'« hei a gut glatter Satin, Halbwollfüllung,©4.150x200 Bettlaken � ca. 130x200..... »tarkfidlgar Wische-«■ atoff m. 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Fachausstellung der Schneiderzwangsinnung Berlin statt. Der Obermeister der Innung, Stadtverordneter Mag Hate, fprach in seiner Begrüßungsrede von Entstehung und Geschichte der Ausstellung, die im Laufe der Zeiten zu einer fast unentbehrlich gewordenen Einrichtung für die Grossisten und Lieferanten geworden ift. Für den Magistrat Berlin sprach Stadtrat Wußfy herzliche Begrüßungsworte, und Präsident Lubert. Vorsitzender der Handwerkskammer Berlin, berichtete über die Bedeutung dieses Handwerts im allgemeinen und über die mit Nadel und Schere wirkenden Berufe im besonderen, deren Angehörige allein 20 Proz. aller Beschäftigten der Reichshauptstadt ausmachten. Die Ausstellung bietet eine interessante übersichtliche Schau aller in das Gebiet der Mabelkunft einschlägigen Apparaturen sowie fämtlicher neuen Errungenschaften. Eine Sonderausstellung des Forschungsinstituts Rarlsruhe zeigte übersichtlicher meise veraltete und moderne Betriebsführung. Von der Handzuschneidemaschine angefangen bis zu den großen Kreis- und Bandmaffermaschinen, dem Werdegang des patentierten deutschen Knopfes usw. Auf der Bühne wird die Herstellung der verschieden artigsten Plissees, die in der heutigen Mode eine große Rolle spielen, gezeigt, außerdem finden täglich von 4 bis 7 Uhr nachmittags unter der Devise ,, Die Mode des Erschwing lichen" Modeführungen im Gartensaal statt. Die Ausstellung ist bis zum 4. September den ganzen Tag über geöffnet. Parteinachrichten Sinfendungen für diese Rubrik find Berlin SB 68, Sindeustraße 3. für Groß- Berlin ftets an das Bezirksjefretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts. zu richten Boranzeige. Die allgemeine Funktionärversammlung. in der Genosse Stampfer das Referat über die Aufgaben des„ Borwärts halten wird, findet am Freitag, dem 7. September, 19% Uhr, Abenb in den Germaniasälen, Chauffeeftr. 110, statt. An diesem Abend find andere Parteiveranstaltungen möglichst zu vermeiden. Der Bezirksvorstand. 1. Atreis mitte. Montag, 3. September, 191 Uhr, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bei Tobrohlaw, Swinemünder Str. 11. 2. Kreis Ziergarten. Heute, Sonntag, 2. September, Sommerfest des Kreises im Moabiter Sd üzenhaus, Blozenjee. Anfang 14 Uhr. Brogramm: Konzert des Republitanismen Zonfünstler- Deesters, unter Mit wirtung des Gemischten Chors Norden" fowie der Sozialistischen Arbeiterjugend, Werbebezir? Tiergarten. Auberbeluft gungen jeder Urt und Tanz. Alle Genossen sind mit ihren Angehörigen, Freunden, Be fannten, Sympathisierenden und Borwärts"-Lesern herzlichst eingeladen, 3. Kreis Webbing. Achtung, GPD.- Elternbeiräte! Bersammlung am Mitt poch, 5. Ceptember, 20 Uhr, bei Müller, Uferite. 12. Gäfte sind eingeladen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, 3. September, 18% Uhr, außerordent Tiche Sigung der Stadt- und Bezirksverordneten im Bezirksamt Prenz lauer Berg. Dienstag, 4. Ceptember, 19 Uhr, bei Alug, Danziger Straße 71, Gigung des erweiterten Kreisvorstandes. Die Vorschläge für die Egöffen und Geschworenen sind mitzubringen. 5. Areis Friedrichshain. Alle Genoffinnen und Genoffen, die Mitglieder des Berbandes für Freibeuterium und Feuerbestattung sind, mitsfen am Mon tag, 8. Geptember, 19 Uhr, die Gruppenversammlung der 13. Gruppe in den Brachtfälen des Oftens, Frankfurter Allee 48, bestimmt besuchen. Diens Tagesordnung: Berichterstattung von der Generalversammlung. tag, 4. September, 19 Uhr, in ben Comenius- Gälen, Memeler Str. 67, Kreisvorstandssigung mit fämtlichen Abteilungsleitern. Mittwoch, 5. September, 1816 Uhr, Bezirksversammlung im Rathaus, Königstraße, Stabtverordnetenfigungsfaal. Einlaßtarten ab 18 Uhr beim Genossen Fischer, Eingang Spandauer Straße. Regen Besuch erwartet die Fraktion. 6. Kreis Areuzberg. Zeitungskommissionen aller Abteilungen: Freitag, 7. September, pünktlich 20 Uhr, wichtige Gigung in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Die Obleufe im besonderen, aber auch sämt liche anderen Mitglieder der Zeitungstommissionen in den Abteilungen merden gebeten, baran teilzunehmen, 7. Kreis Charlottenburg. orange'ge! Counten. 9. September, Balbfeft im Bollsparl Jungfernheibe. Abmaria ab Wilhelmplay 9 Uhr. Abzeichen sind bei allen Abteilungsfunktionären für 30 Bf. au haben. fe Genoffen find mit ihren Familienangehörigen, Freunden und Belaunten beralift eingelaben. Am Dienstag erweiterte Kreisvorstandsfigung im Rathaus, 8immer 1. 11. Areis Echöneberg- richenan. GAS., Jungfozialisten unb Rinderfreunde veranstalten am Conntag, 2. Geptember, in der Siedlung Linderhof ein Sugendfeft: Treffpunkt Sanptstraße, Torfaue( Schloßbrauerei), 14 Uhr. Die Genoffinnen und Genossen werden gebeten, die Beranstaltung durch regen Befuch zu unterstilgen. 12. Arcis Steglig- zaniwig- Richterfelde. Montag, 3. Geptember, 19% Uhr, Areisvorstandsfisung an bekannter Stelle. Wichtige Tagesordnung. 13. Kreis Tempelhof. Montag, 3. September, 20 Uhr, in Tempelhof, DorfStraße 42, fraktionsfigung. Dienstag, 4. Geptember, Frattionsligung der SPD.- freibenter bei Pommerening, Tempelhof, Berliner Str. 100, Ede Bittoriaftraße. Parteibud) legitimiert. Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. 14. Kreis Sleutelin. Montag, 3. Geptember, 1916 Uhr, Kreismitgliederver. sammlung in Aliems Festfälen, Sasenheide. Borirag: Regierung, Barici und Panzerfreuzer." Referert Dr. Rurt 2öwenstein, M. d. R. e Mitalieber müffen zur Stelle sein. 16. Aceis Röpcuid. Montag, 8. Geptember, 1916 Uhr, Rreisvorstandssigung mit allen Abteilungsleitern an bekannter Etelle. 17. Kreis Bichtenberg. Montag, 3. Geptember, 18 Uhr, im Rathaus, Zimmer 36, Sigung der Bezirksverordneten frattion und der Birgerdeputierten. Donnerstag, 6. September( ausnahmsweise), um 19 Uhr bei Albrecht, Pozhagener Str. 62, Kreisvorstandssigung. Die Bücherei des Kreises ift mieder geöffnet, und zwar Montags und Donnerstags von 18% bis 20 Uhr. Achtung! Eltern, Erzieher in Britz! Oeffentliche Kundgebung am Montag, dem 3. September, 1912 Uhr, im Lokal Buschkrug, Britz, Rudower Str. Ueber Erziehungsfragen werden sprechen: L sa Rietz, Lehrerin, Dr. Hildegard Wegscheider, Oberschulrätin, Dr. Fritz Karsen, Oberstudiendirektor, Dr. Siegfried Kawerau, Oberstudiendirektor. Der Bund der freien Schulgesellschaften Eintritt frei. Gruppe Siedlung Britz 18. Kreis Weißenfee. Mittwoch, 5. Geptember, 20 Uhr, findet bei Gallas eine Kreisfunktionärversammlung statt. Bahlreiches Erscheinen notwendig. 20. Kreis Reinickendorf. Dienstag, 4. September, 20 Uhr, in ReinickendorfOft, Lokal Rochhaus, Residenzstraße, Ede Schönholzer Weg, Sigung des Bildungsausschusses. Bollzähliges Erscheinen dringend erforderlich. Heute, Sonntag, 2. September: 106. Abt. Johannisthal. Die Genossen werden ersucht, sich an dem Republifanischen Tag in Adlershof zu beteiligen und an dem Umzug um 13% Uhr tellzunehmen. E 109. Abt. Friedrichshagen. Bennerweihe und Boltsfest. Die Bannerweibe beginnt um 14% Uhr auf dem Marktplay, das Volksfest um 16 Uhr im Lotal Müngel- Kasino, Geestraße. Redner Reichstagsabgeord neter Carl Sitte. Beiden Beranstaltungen geht ein Ummarsch durch die Straßen des Drtes vorans. Teilnehmerkarten 50 Bf. Die Mitglieder der anderen Abteilungen sind herzlichst eingeladen. Morgen, Montag, 3. September: 4. Abt. 19% Uhr Funktionärsigung bei Brandis, Stralauer Str. 10. 9, unb 13. Abt. 19½ 1hr bei Faber, Stephanstr. 3, Elternversammlung. Stellungnahme zur Elternbeiratswahl am 23. Geptember. Alle Eltern, deren Kinder die 168. Gemeindeschule in der Quizowstraße besuchen, werben dringend gebeten, bestimmt an der Bersammlung teilzunehmen, um für die Liste Schulaufbau" mitzuwirken. 35. Abt. Alle Genossen, die Freidenfermitglieder find, besuchen die Berfamm. lung um 19 Uhr in den Brachtfälen des Dftens, Frankfurter Allee. Bericht von der Generalversammlung. 36. bt. Achtung, Freidenter! 19% Uhr in den Prachtsälen des Oftens, Frankfurter lee, Freibenterverfammlung. Bericht von der Generalver jammlung. Alle Freidenfergenossen werden hiermit aufgefordert, püntt. lich und zahlreich zu erscheinen. Dienstag, 4. September: 10. bl. 20 Uhr Funktionärsigung bei Trümper, Flensburger Str. 3. 80. tt. Schöneberg. 20 Uhr bei Gürlich, Begasstr. 1, wichtige Funktionär. fizung 94. Abt. Reukölln. 19% Uhr bei Schrüber, Steinmeßftr. 52, Funktionärsigung. Erscheinen dringend erforderlich. 106. bt. Johannisthal. 19% Uhr bei Gobin, Roouftr. 2, Sigung fämtlicher Funktionäre. 108. Abt. Röpenid. 19% Uhr Borstandssitzung mit den Bezirksführern an be fannter Stelle. 7. Abt. Die Bezirksführer laben alle Freibenbergenoffen zum Mittwoch, September, zur Freidenferversammlung im Rosenthaler Hof, Rosen thaler Straße, bestimmt ein. 7. Abt. Boranzeige. Sonntag, 9. September, Ausflug nach Schulzendorf aunt Lokal Hubertus. Spiel und Sport, Rinderbelustigungen, Fadelang. Treff 9 Uhr Stettiner Vorortbahnhof. 57. Abt. Charlottenburg. Boranzeige. Sonntag, 9. Geptember, 9 Uhr Abmarsch vom Wilhelmplag zum Waldfest. Sonntag, 16. September, 9 Uhr, Treffpunkt aur Agitation für die weitliche Schule bei Thunad, Bielandstr. 4. 94. Abt. Neutrln. Boranzeige! Sonnabend, 8. September, im großen Gaal der Kindl- Brauerei, Neukölln, Sermannstr. 214-219, Vergnügen der Abteilung. Billetts find noch bei den Bezirkstaffierern zu haben. Alle Genoffen find mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten herzlichst eingeladen. Frauenveranstaltungen: 10. Rreis Rehlendorf. Montag, 8. September, Ausflug nach der Alten Fischerhütte. Treffpunkt 14% Uhr am Markt, sonst in der Alten Fischer. hütte. Kaffee tann gefocht werden. 20. Kreis Reinidendorf. Dienstag, 4. September, 20 Uhr, Funktionärinnen. Yonferenz( Agitation und Arbeiterwohlfahrt) im Rathaus, Sauptstraße, Bimmer 17. Bericht der Genoffin Halves von dem Rurfus in Oberkickmühle. Jede Abteilung muß vertreten sein. Frauenveranstaltungen am Montag, 3. September: 63. Abt. Staaten. 20 Uhr Frauenabend im Lotal Soffmann, Bahnhofstraße. Bortrag: Die Frau und der Sozialismus. Referentin Senny Rewald. 74. bt. Zehlendorf. Achtung, Genoffinnen! Ausflug nach der Alten Fischer hütte. Allgemeiner Treffpuntt: 14% Uhr am Markt bei Schnorre, für die Genoffinnen aus der Gebag- Gieblung 14% Uhr am Waldhaus. Raffee tann gefocht werden. Frauenveranstaltungen am Dienstag, 4. September: 21. bt. 19% Uhr bei Kroll, Utrechter Str. 21, Bortrag:„ Ernftes und Seiteres." Vortragender Sans Ramm, Gäste sind willkommen. 92. Abt. Renkölln. 8 Uhr Ausflug nach Schmödwig- Croffinsec. Treffpunkt: Kaiser Friedrich- Straße Ede Gengerstraße. Badezeug mitbringen. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 5. September: 33. bt. b 15 Uhr an Stelle des Frauenabends Gemütliches Betsammenfein, verbunden mit Staffectochen in der Alten Traverne, Alt- Stralau 26. Alle Genoffinnen nebst Gästen find dazu herzlichst eingeladen. 121. Abt. Karlshorst. 20 Uhr im Lotal Deutsches Haus, Stolzenfelstraße, Bortrag: Die internationale Frauenkonferenz in Brisse." Referentin Mathilde Wurm, M. d. R. Alle Genoffinnen müssen erscheinen. 105. Abt. Adlershof. 20 Uhr Frauenabenb bei Bogel, Bismarditt. 74. Bórtrag: Enpen aus der Türkei." Referentin Erna Büsing. Gäste sind herzTidjit eingeladen. 134. bt. Buch. 20 Uhr im Lokal Göpfert, Am Bahnhof, Frauenabend. Bor. trag: Barum muß jede Frau organisiert fein?" Referentin Stadtver ordnete Minna Tobenhagen. Gäste find willkommen. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt: Ange 2. Areis Tiergarten. Dienstag, 4. September, Führung der Funktionärinnen durch das Pflegeamt, Aleganderplas 4. Treffpuntt 15 Uhr im Barteraum des Pflegeants. Stonferenz ber Kreisvorsigerben, der Bertreter der Organisationen unb her Borstandsmitglieder Montag, 3. Geptember, 19 Uhr, im Zimmer 55 bes Berliner Rathauses, Eingang Spandauer Straße. Tagesordnung: 1. Richtlinien file die Goziale Gerichtshilfe. 2. Ver. einsnormundschaft. 3. Mächfte Lotterie. 4. Verschiedenes. Bollzähliges Erscheinen ist erforderlich. Jungfozialisten: Gruppe Wilmersdorf. Montag, 3. Geptember, 20 Uhr, im Jugendheim, Bortrag: Faschismus und proletarische Behrhaftigkeit." Referent Hans Waldmann. Alle Mitglieder müssen unbedingt kommen, da wichtige Gruppenangelegenheiten zu besprechen sind. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Kreis Kreuzberg. Sonntag, 2. Geptember, beteiligen sich alle Kinderfreunde an dem Waldfest der Genossinnen in Sadowa, Waldschänke. Dienstag, 4. September, 19% Uhr, Kreishelfersizung. Montag, 3. September, laden wir alle Eltern, Freunde und Genossen herzlich ein zu unserem Werbeabend. Lichtbildervortrag:„ Von unseren Fahrten." Sprechchor, Bolkstanze, Schattenspiele um 19 Uhr in der Schulaula, Dieffenbachstr. 62. Kreis Tiergarten, Treffpunkt heute, Sonntag, 15% Uhr, Wald- Ecke Waldenserstraße zum Abmarsch nach dem Schüßenhaus, Dienstag, 4. Geptember, von 17 bis 19 Uhr. Fackelfleben der Kinder im Heim. Mittwoch, 5. September, von 17 bis 19 Uhr, Heimabend der Küken- und August- Bebel- Gruppe. Donnerstag, 6. Eeptember, fpielen wir ab 18 Uhr auf dem Sportplat Bremer Straße. Die Tänzer der Roten Falken treffen sich zum Testen Ueben bei schönem Wetter heute, Sonntag, 9.30 Uhr, an der Wald- Ecke Wiclefstraße. Kreis Treptow. Dienstag, 4. Geptember, Lichtbildervortrag des Genossen K. Miller: Bilder aus der Tierwelt" im Jugendheim, Elsenstr. 3. AnArcis Reinidendorf. Montag, 3. September, Kreishelferfizung beim Genoffer fang 17 Uhr. Eltern und Rinder sind herzlichst eingeladen. Findeisen, Herbststr. 20. Steglig. Dienstag, 4. September, von 17 bis 19 Uhr, Treffen im Seim, Albrechtstr. 47. Achtung, Kreisleiter! Mittwoch, 5. September, 20 Uhr, Sigung der Kreisleiter im Städtischen Jugendheim, Landsberger Str. 50. Eingang rechter Geiten. flügel. Geburtstage, Jubiläen ufw.: und 131. Abt. Riederschönhausen. Die Parteigenoffen vom Kleingartenverein Blankenfelde- Rosenthal beglückwünschen ihren alten treuen Genossen Funktionär Robert Pila zu seinem heutigen 60. Geburtstag. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei Organisation 19. Abt. Am 31. Auguft verstarb unsere Genoffin Margarete Klose, Goldiner Str. 18, im 21. Lebensjahre. Ehre ihrem Andenken. Einäscherung ant Dienstag, 4, Geptember, 18% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Rege Beteiligung wird erwartet. 6. Abt. Unser Genoffe Richard Bach, Ruppiner Str. 40, ist verstorben. Die Beerdigungsfeier findet Montag, 3. Geptember, 15% Uhr, auf dem Fried. hof der Zionsgemeinde, Nordend, statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend. Nach sehr tübler Nacht am Tage beiter bis wolfig und größtenteils troden. Tagestemperaturen nur wenig höher als bisher. Für Deutschland. Nur im Diten und Südwesten geringe Niederschläge, im übrigen Reiche Heiter bis wolfig. Temperaturen im ganzen nur wenig höher. Gewinnauszug 5. Klasse 31. Preußisch- Süddeutsche Klassen- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 22. 8iebungstag 1. September 1928 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 75000. 295350 8 Gewinne zu 3000 m. 2808 36110 156414 201865 14 Gewinne au 2000 m. 97037 110310 176926 233607 316475 339124 367637 22 Gewinne zu 1000. 20057 48628 99580 116263 129410 143490 182481 284133 290411 319859 365358 50 Gewinne zu 500 m. 11777 12047 24991 40389 83870 93285 98647 118133 124472 150376 170260 173225 209506 215236 242525 272797 275991 276277 292010 314379 315679 331101 340904 353537 365299 220 Gewinne zu 300. 1051 2947 19720 21577 22367 24299 33880 37397 38013 38366 39719 41336 41881 42871 48637 49475 50735 52604 53713 55516 63519 63563 69353 77636 80121 87839 88030 91966 92368 105980 110239 111759 111784 112101 119647 120591 122518 129093 131987 133895 141971 142510 143850 146411 149352 154394 156278 160304 162284 169252 173355 176066 189630 190190 191312 196756 201570 201969 203934 203945 207048 207270 209650 211514 212462 218322 220463 225807 228129 234036 237124 238317 242536 248591 249897 256278 258856 259587 262283 269886 275503 278361 278409 286351 288241 289374 293859 298504 299383 299789 301522 317763 317824 319662 320591 328247 330444 336623 337172 340522 347082 352183 356634 357310 367275 369492 370557 372110 874056 374266 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne au 5000 m. 525 30296 6 Gewinne au 3000 m. 6166 128772 348405 14 Gewinne zu 2000 m. 67207 97265 101632 152281 155712 178015 286709 42 Gewinne zu 1000 q. 1325 2272 105739 110884 117915 119423 123119 127774 175194 199407 204663 206893 284693 301604 305971 310269 315540 329885 342396 351380 354086 88 Gewinne au 500 n. 9224 20138 27804 29108 47496 63116 67825 80812 89969 98137 98812 111994 118637 124077 131042 145973 171200 173713 174346 180712 184672 190145 195853 197790 208512 210131 227080 239626 255996 256176 257452 274295 285172 290570 300946 307050 307992 309631 317945 336632 349699 355048 364851 385070 222 Gewinne su 300 m. 3342 9754 11405 20842 22265 24457 25206 27971 33084 37509 45855 50105 52510 64464 65907 67364 72215 74841 74987 77830 79454 80473 82769 87406 89915 94829 96365 87120 104896 108237 109634 116205 120953 124957 126848 133236 135914 145069 147947 148178 149098 149288 149830 152257 155018 155164 155242 158673 163261 166394 181554 185028 185274 189834 190012 191481 193832 194616 203443 204701 206252 206345 212060 212864 224425 225635 227170 228906 234311 236195 241542 243740 243968 251192 253314 257742 264932 274452 275098 276456 277292 277365 282871 285083 292000 298470 300971 308851 311297 311898 313606 316086 318761 320694 326364 329851 334086 334399 338020 341469 343690 344473 348281 348993 349442 354500 355064 360692 368371 372786 373443 Jm Geminnrade verblieben: 2 Prämien zu 500000, 2 Gem. au 300000, 2 zu 100000, 4 zu 50000, 4 zu 25000, 22 zu 10000, 38 zu 5000, 110 zu 3000, 198 zu 2000, 416 zu 1000, 1136 zu 500, 2988 au 300 Mart. 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Garderobe Für Nichtmitglieder Kassenpreise Großer Wäsche- Verkauf Wäschestoffe Damenwäsche Taghemden Nachthemden verschied. 135 Ausführ. Wäschetuch solide Ware, Meter 48Pt. Hemdentuch mittelstark, Meter 60 Pt. Stickerei 85 Pf. verschied Renforcé feinfädig, Meter 68 PL. 290 Pf. bis 42Pt. Makotuch u. Batist rein ägypt. Baumwolle, für eleg. Damenwäsche 68 Pts 145 Wäschestoff Meter mit kleinen Webefehlern, Mtr. Daulas gute Qualität, Meter 165 195 250 Halbleinen bewährte Marken 185 245 260 verschiedene Ausführungen SpitzenGarnitur 4.90 Stickerei- 325 Garnitur Schlüpfer 175 streift 195 farb. Kunstsd. Untertaillen mit Stickerei 75 Pf. 135 Hemdhosen farbig Kunstseide, m. Spitze Bett- Wäsche Deckbettbezug ... 4.25 Kissen 1.30 Unterklelder( Taillenröcke) Wäschestoff mit Stickerei 195 farbige Kunstseide 225 Complets glatte, farbige 495 Kunstseide mit Spitze farbige Kunstseide, mit Spitze 650 Schlafanzug 220 245 590 farbiger Batist Schlafanzug gestreifter baumwoll. Flanell 825 Tischzeuge Tischtuch gebleicht Flächenmuster Gr. 110/110 110/150 130/130 130/160 cm 195 265 265 325 58 Pf. Servietten dazu passend, Größe 55/55 cm Teegedecke weiß, mit farbig. Kante Größe 130/130 130/165 cm mit 6 Serv. 590 720 Künstlerdecke mit 12 Serv. 160/225 cm 1325 weiß. Kreppgewebe buntfarbig gespritzt Größe 90/90 130/130 130/160 cm 275 575 690 Rosen- Wäsche in vorzüglichen Qualitäten } Deckbettbezug 6.50 Kissen 1.70 Linon Appretur m. kl. Webetehl. Deckbettbezug non- Appear 5.75 Kissen 1.35 Bettlaken Linon- Appretur, mit kl. Webefehlern 3.25 4.50 Dimiti- Garnituren 1 Deckbett, 2 Kissen 9.50 12.75 130 × 200 140x210 150 x 220 160x225 160x250 Bettücher 2.75 Linon 4.25 4.75 6.25 6.75 Appret. Schürzen Servierschürzen weiß Linon, mit Tasche Zofenform Holländerform 95 Pf. Zorg 110 Stickereieins. Weißer Linon- Kittel Vorderschluß, 3 Taschen, 40-48 Damenhemd mit Stickerei und Blende 3.35 425 Zofenschürzen weiß Batist 125 190 Damen- Nachthemd mit Stickerei und Blende Damenhemd mit Stickerel- Ansats Damen- Nachthemd mit Stickerei- Ansatz, Kimono 6.75 5.35 . 3.75 mit Spitze und Tasche Tasche und Trägern weiß Batist, mit Spitzengalon, Damen- Nachthemd mit Stickerei- Ansatz und langen Aermeln 8.25 Ferner: Herren- und Kinderwäsche, Handtücher, Taschentücher usw. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß am Freitag, dem 31. August, unsere einzige, unvergeßliche Tochter und Nichte Margarete Klose im Alter von 21 Jahren durch den Tod von ihrem langen, schweren Leiden erlöst wurde. In tiefer Trauer Karl Klose und Frau Marie, geb. Völker N 20, Soldiner Str. 18 Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 4. d. M., abends 61 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Zwei nimmermüde Hände ruh'n für immer. Blöglich und unerwartet verschieb infolge ihres langen und schweren Leidens meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihrer Rinder, Frau Agnes Heintz geb. Stiebritz. Dies zeigen schmerz erfüllt an Karl Heintz u. Kinder. Tännich, den 31. August 1928. Friedrich- Ebert- Heim. Die Einäscherung findet am Montag, 3. Septemb., nachm. 5 Uhr, in Jena statt. 19. Abteilung. Am 31. Auguft verstarb unsere langjährige, bewährte Genoffin Margarete Klose Goldiner Str. 18, im 21 2ebensjahre. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung findet am Dienstag bem 4. September, abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Der Abteilungsvorstand. Am 31. Auguft verschied nach langem Leiden mein geliebter, treusorgender Mann, unser guter Bater Wilhelm Seelig im Alter von 51 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Emma Seelig, geb. Kaiser, nebst Söhnen. Die Einäscherung findet am Mittmoch, dem 5. Geptember, um 1812 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37/38 ftatt Für die vielen Beweise der Teilnahme bei dem Dahinscheiden nieines Deutscher Metallarbeiter- Verband lieben Mannes fage meinen tief Achtung! Bananschläger Achtun empfundenen Dant. Frau Klara Zachert und Kinder. Sie schlafengut und erwachen neugestärkt nach folgendem Rezept: 1 Flaide Baldrament- Reichel 3mal fügl. Teelöffel zu nehmen. Die natürliche Medizin zur Beruhigung und Stärkung der Nervenkraft. Mehlgemerkt, aber nur das e te Baldrameat Reichel" und Vorsicht Dor irreführenden Nachahmungen unfer fäuschend ähnlichen Namen. mh. 1.50 u. 2.50 in Drogerien und Apotheken erhältlich, sonst bei Oito Reichel, Berlin 60, Eisenbahnstr. 4 Perle der Mark" Biesenthal, 40 Rmk. Anzahl. qm 60 Pfg. an. Monatl. 25, 5 Min. v. Bhf., ca. 200 Parzellen, baureif, am plätschernd. Bach. Verkäufer Mittw. u. Sonnt. Restaur.„ Wonneberg" am Bhf. Julius Rieger, Berlin C25 Prenzlauer Straße 32, I. 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Anfragen wegen lleberlaffung und Besuch der Abteilung find telephonisch oder schrift ich an die Kulturabteilung( Bureau: Linienstraße, 8immer 20) zu richten. Die Drisverwaltung. Bettfedern nicht roh, sond. gründl. gereinigt( gew.), garant frei v. Krankheitskeim., Rupf p. Pfd. 0.50, 0.80, 1.40, daun. 1.90, Rupf weiß 2.50, Halbfl. weiß 3.80, weiß Schleiß 2.50, Schleißhalbfl. 3.50, Daunen 5.80, weiße Daunen 7, 9.80, gef. Oberbetten mit stark. Inlett, 2 m lang, 7.45, 11.60, 14.90, 17.65, Unterbetten 6.25, 9.20, 11.90, 13.20, Kissen 2.75, 3.90, 5.40, 6-65. Portofrei v. M. 20.--. Nichtpass. zurück od. Umtausch. Preisl. Nr. 42 u. Muster gratis. Bettfedernreinigung m. Dampf u. Heißluft bei Einkauf von M. 20.- für 1 Stand gratis. H. Sannemann, Berlin S 59, Kottbusser Damm 88/89 Zweigniederlassung: Berlin N 54, Rosenthaler Straße 9 Divandecken 39.50 mit kleinen Schönheitsfehlern Mokett 2450 extra brt. 3150 ca 180x300 ca 150onz F.Schlafdivan u Kabul- Teppiche reine Wolle m. 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Die nachstehenden Zeilen geben die Aufklärung dafür, wie derartige Riesengewinne auf Kosten der Arbeitnehmer zustande kommen. Aus Angestelltenkreisen wird uns geschrieben: Die Elektro- lux beschäftigt in Berlin etwa 300 Bureauang est eilte vnd etwa 150 bis 200 Angestellte als Verkaufs- personal. d. h. Vertreter und Werbedamen und ist die Vor- kaufsgesellschast der Lux G. m. b. H.. welche die Erzeugnisse: Staubsauger, Kühlschränk« usw., anfertigt. Nach jahrelangem Bemühen ist es auch hier endlich gelungen, eine gesetzliche Angestelltenvertretung zustande zu bringen, um bei den willkürlich erfolgenden zahlreichen Entlassungen ein Einspruchs- recht zu besitzen. Die Angestelltenvertretung hat nun gemeinsam mit der in Frage kommenden Organisation der kaufmännischen An- gestellten, dem Zentralverband der Ange st eilten, oersucht, die Eingruppierung aller Angestellten an Hand des VVMI. Tarifvertrages durchzusetzen. Diese Bemühungen sind, trotz der von der Angestelltenschast bisher gezeigten Langmut, als gescheitert anzusehen, wobei besonders berücksichtigt werden muß, daß der VBMI.-Tarif bekanntlich ein L e i st u n g s t a r i f o e r t r a g ist, der in den oberen Gruppen nur Mindestgehälter und in den unteren Gruppen nur Gehälter bis zum 23. bzw. 25. Lebens- jähre vorsteht. Die Arbeitgeber der Metallindustrie haben seinerzest zwar erklärt, der Leistungstarifvertrag werde dann dazu führen, daß die Angestellten mehr als bisher mit nennenswerten Leistungszulagen bedacht werden. Eine gut besuchte Betriebsversammlung am Donnerstag in Haverlands Festsälen hat sich mit diesen Dingen beschäftigt. Den Bericht gab der Vertreter des ZdA., der nachweisen konnte, daß der überwiegende lell der Angestellten weit vnter Tarifvertrag bezahlt wird und Differenzen van 50 M. und darüber pro Monat als Regel anzusprechen sind, so daß die Angestellten tausende von Mark ab 1. April d. I., d. h. vom Tage der Allgemeiuverbind- licherklärung, nachzufordern haben. Bei den Angestellten herrscht natürlich ein« starke Empörung, da bekannt ist, daß die Firma für andere Dinge außerordentlich großzügig Gelder ver- ausgabt, wie beispielsweise den Betrag von 50000 M. für die Amerikaflieger, ganz abgesehen von den Unsummen, die im ver- gongenen Jahre für Festessen, Propagandafahrten usw. aller Ge- schäftsstellen in Deutschland verausgabt worden sind. Typisch ist weiter, daß infolge eines Wechsels in der Direktion, wie Lberall, plötzlich zahlreiche Kündigungen erfolgen, beson- der» bei qualifizierten Angestellten, die bisher jahrelang zur vollsten Zufriedenheit der früheren Direktion gearbeitet haben und jetzt «tnderleiftungsfähig fein sollen. Da» Verkaufspersonal wird noch wesentlich stärker ausgebeutet. Hier versucht die Firma sogar zur Ersparung de? anteiligen Kosten für die Sozialversicherung usw. diese Arbeit- »ehmer nur noch als Agenleu bzw. freie Vertreter zu beschäftigen, trotzdem die meisten mit Erfolg fest Iahren für die Firma tätig sind. Das Verkaufspersonal hat daher ultimativ die Forderung aufgestellt, sofort«inen Abschluß einheitlicher An, stellungsverträge vorzunehmen, und, nachdem dies« Frist wieder- Holl verlängert worden ist, nunmehr zum Teil heute das letzte ge- werkschaftliche Mittel, den Streik, angewendet. Wie aus dem Bericht hervorging, ist der leitend« Direktor, ein Dr. Möllendorf, als besonders stark reaktionär anzusehen, trotzdem er weiß, daß die Existenz der Firma, damit auch seine Stellung steht und fällt mit der Tätigkeit des Verkaufspersonals bzw. der BureauangcsteMen. Welche paradiesischen Zustände bei diesem ausländischen Unternehmen, das zwar stets den Slrbeitnehmern gegenüber betont, eine deutsche Firma zu sein, bestehen, wird vielleicht am besten dadurch beleuchtet, daß sich der Personalchef der Vreslauer Verkaufsstelle, ein Dr. P., durch die zahllosen Klagen unmöglich gemacht hat und infolgedessen nach Berlin versetzt wurde, um hier dieselben Methoden einzu- führen. Aber auch in Berlin ist die Firma E l« k t r o l u x al» Stammkunde de» Arbeitsgerichts anzusprechen- sind doch am Vortage der Versammlung nicht weniger als drei Klagen vor dem Arbeitsgericht verhandelt worden. Daß unter diesen Um- ständen sowohl bei dem Bureauperionol,(da» infolge der dauern- den Reorganisierung zeitweilig Ueberswnden in einem Ausmaße leisten mußte, daß sogar die Gewerbeaussichtsbehörde einzugreifen sich veranlaßt sah), als auch bei den Verkaufskräften eine starke Fluktuation zu verzeichnen ist, dürste ohne weiteres verstand- lich sein. Es bleibt abzuwarten, ob die Leitung in Schweden diesen, von der Direktion mutwillig heraufbeschworenen Kampf bis zum Sässuß durchführen will, oder ob nicht doch Herrn Dr. Möllen- dort klargemocht wird, daß die in Deutschland bestehenden Sozial- gesetze und Tarifverträge auch von Firmen des Kreuger-Trustes anerkannt werden müssen. Die Angestellten in ihrer Gesamtheit werden hoffentlich nun- mehr die notwendigen Lehren daraus zichen und sich allesamt In der zuständigen Berufsorganisation der Bureauangestellten und Verkaufskräfte, dem Zentraloerband der Angestellten, organisieren. 25 Jahre im Dienste der Arbeiterbewegung. Am 2. September steht Albert Regge 25 Jahr« als Ange- stelltcr im Dienste der Arbeiterbewegung. Er gehört zu den wenigen Alten, die in der Berliner Kürschnerbewegung bahn- brechend für die Äürschnerarbeiter in den Jahren der schwärzesten Reaktion gewirkt, den Kampf für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen aufgenommen und ihn unermüdlich bis aus den heutigen Tag geführt haben. Am 24. Januar 1866 in Lasdehnen In Ostpreußen geboren, erlernte er das Kürschnerhandwert und kam im Jahr« 1887 als 21jährger Bursche nach Berlin, um sich da sofort in Reih und Glied mit denen zu stellen, die mit dieser göttlichen Weltordnung unzu- frieden waren. Bei den Kürschnern war lange Arbestszest üblich, von morgens früh bis nachts, auch Sonntags, wenig Lohn und stinkend« Werk- stellen. Hier galt es aufzuräumen, und dabei hatte sich Albert Regge dos Vertrauen seiner Kollegen bald erworben. In den Kämpfen zur Abschaffung der Akkordarbeit und zur Verkürzung der Arbeits- zeit in den Jahren 1892, 1896, 1903 und 1905 stand er stets an der Spitze der Bewegung. Von einem seltenen Idealismus beseelt, war Regge stets dort zu finden, wo es galt, den Unterdrückten zu helfen und oft mußte er den Haß der Unternehmer spüren, so daß ihm Hunger, Rot und Entbehrung nicht erspart blieben. Im Jahre 1903 konnten die Ar- betten der Organisation nicht mehr im Nebenberuf erledigt werden. Es mußte ein Angestellter gefunden werden und da war es selbst- verständlich, daß Albert Regge diesen Platz einnahm. Albert Regge als erster Angestellter der Berliner Kllrschnerorganisation hat diesen Posten bis zum 1. Januar 1909 innegehabt. Dann hat ihn die Brüsseler Kürfchnerkonferenz zu ihrem Sekretär gewählt und ihm gleichzeitig die Redaktion der Zeitschrist„Der Kürschner" übertragen. Seit der Verschmelzung mit dem Deutschen Bekleidungsarbeiter- verband am 1. Januar 1924 ist Regge als Angestellter im Deutschen Bekteidungsarbeiteroerbcrnd tätig. Wir hoffen, daß es ihm noch recht lang« vergönnt sein möge, für die Interessen seiner Kollegen in geistiger und körperlicher Frische wie bisher tätig fein zu können. _ Die Filialleitung. Aus Halberstäöter Wurstfabriten. Di« Firmen Chr. F ö r st e r und Ferchland und Becker in Halberstadt sind nach wie vor der Meinung, die Lohnforderungen ihrer Beschäftigten, die von den Firmen Heine und Co. und F r i ck e A.- G. in Halberstadt anerkannt sind, weiterhin über- gehen zu können. Sie glauben, daß die die Halberstädter Würstchen konlumierend« Arbeiterschaft sich nicht darum kümmert, wie die Fleischereiarbeiter bei Chr. Förster und Ferchland und Becker bezahlt werden. Das Gegenteil wird bewiesen werden müssen. Der Betriebsleiter der Firma Chr. Förster bezeichnet die Betriebsrotsmitglieder als dumme Jungen. So etwas scheint der Firma Chr. Förster sehr viel Spaß zu machen. Daß zeitgemäße Entlohnung und entsprechende Behandlung der Arbeiterschast zwei untrennbar« Begriffe sind, scheinen die beiden Firmen nicht ein- zusehen._ � Iugendgrnppe des Zeniralverbondes der Angestellten Morsen, Montag, finden folgend« Peranflaltungen statt: Urban: Iugendyeiw Ho brecht-. Ecke Sanderstraße. Eptel» und Liederabend.— Sorten: Zuacndheiin ÄastanleinUIee 81. Hrimbefprechunp: Unser Winterpr». gramm.— Temoelbof! Jugendheim der Schule Eermonlastr. 4—8. Vortrag: »Hermann Lbno. Referent Georg Heilbrunn.— Ebarlottendnrg: Jugendheim Rofinenstr. 4. Seimabend.— Der Iugendbezirk Nordwest spielt auf dem Sport- platz Bremer Straße. SPD.-Feattion I» Verband der Gemeinde, und Staat». arbeitcr. Dienotog, 4. September, 19 Übe, Hackescher Hof, Rosenthaler Straße 40-41, wichtig« Besprechung aller EPD..Genosien der Abt. Unterabteilung). Erscheint olle! Der Fraltionnnorstand. Kutab-Mitgliederverfamwlong, 4. September, lg)h Uhr, Nordischer .�rnppe Mctalllnduprie, am Dienstag, of. Großer Saal, Berlin N. 4, Invaliden. sneaße 128. Unsere ssorderungen»um Monteltarifvertrag(Referent: Nollegi Günther). PilnIUtche» Erscheinen dringend erforderNch. Filialen in allen Stadtteilen i* refarbeiter benti nicht daran, sich von diesen Schein. lassen. Der Kampf in der Konfektion.nifherten Borfchriften machen zu laffen, Schiefe Darstellungen der Unternehmer. Der Zentralverband der Herren- und Knabenfleiderfabrikanten läßt die Mitteilung verbreiten, daß eine Annäherung beider Parteien bisher nicht erfolgt se, da die Gewerkschaften nach wie vor Forderungen im Ausmaß des vom Reichsarbeitsministerium abgelehnten Schiedsspruchs stellen. Ebenso ist ein Eingreifen des Reichsarbeitsministeriums bisher nicht erfolgt, so daß die Abwehrmaßnahmen der Arbeitgeberorganisation weiter mit allem Nachdruck durchgeführt werden". Der Zwedverband fordert nun vom Reichsarbeitsminister, er solle den Berlegenheitstarif für allgemeinverbindlich erklären. Besonders interessant wird aber die Sache noch dadurch, daß als Tarifbeteiligter auch die Vereinigung der Brot fabrikanten angegeben ist. Dieselben Brotfabrikanten, welche mit dem Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter einen Tarifvertrag eingegangen sind, der nur die 48- StundenWoche zuläßt. Ist auch dieser Tarif bzw. Bertrag das Ergebnis des Streifs, welcher vor kurzer Zeit in diesen Betrieben ausgebrochen war, da die dortigen Belegschaften sowohl den Lohn wie auch ihr Inzwischen werden die Herrschaften die schriftliche Mitteilung Arbeitsverhältnis nicht der Alleinbestimmung der Arbeitgeber preiserhalten haben, daß es jetzt nicht mehr um die Forde gaben, so mutet es doch mehr als eigenartig an, wenn diese Arbeitrungen im Ausmaß des von ihnen abgelehnten Schiedsgeber für dieselbe Arbeitergruppe einen weiteren Tarif abschließen spruchs geht, sondern um höhere Forderungen. Die Un- mit einer Arbeitergruppe, die in ihren Betrieben so ternehmer behaupten weiter: gut wie nicht vertreten ist. Ob die Brotfabrikanten mit dieser Doppelrolle dem Frieden in ihren Betrieben dienen oder ihre besondere Neutralität beweisen wollen, fann von hier nicht erkannt werden. Die Belegschaften werden gewiß das Gegenteil daraus folgern und schließlich nicht mit Unrecht. Die von den Gewerkschaften verbreitete Mitteilung, daß die Aussperrung durchbrochen worden sei, ist in keiner Weise zutreffend, da, abgesehen von dem bindenden Beschluß des Arbeitgeberverbandes, freiwillig von anderen Verbänden der Bekleidungsindustrie, die nicht in den Lohnkampf verwickelt sind, Solidaritätskundgebungen täglich einlaufen und die Front der Abwehrbewegung sich jeden Tag verbreitert. Die von Gewerkschaftsseite aus verbreitete, zahlenmäßig nicht nachprüfbare Angabe von noch weiter bes hästigten Arbeitern bezieht sich auf die Herrenmaßbranche, Berufskleidung und Kinderkleidung, die gesonderte Tarife haben und daher vom Lohntamps nicht betroffen sind." Die Belegschaften der Brotfabrikanten, welche fast restlos der freien Gewerkschaft angehören, werden die Beteiligung der Brotfabrikanten an dem Scheintarif mit den Gelben und dem Gewerkverein dahin werten, noch mehr zusammenzustehen als bisher und die Zeit nüßen, um, wenn es notwendig ist, den Brotgewaltigen zu zeigen, daß sie nicht mit sich spielen lassen. Arbeiterentlaffungen im englischen Bergban. Bier große Kohlengruben gaben am Donnerstag bekannt, daß fie fich wegen der zunehmenden Absatzschwierigkeiten gezwungen sähen, etwa 5000 Arbeiter zu entlassen. Daneben find Arbeiterentlassungen in kleinerem Umfange von einer großen Anzahl anderer Gruben vorgenommen worden, so daß sich die Arbeitslosigkeit im Bergbau langsam aber stetig vermehrt. Achtung, Chirurgiemechanit! Zum heiteren Künstlerabend am 26. Oftober 1928 sind die Eintrittskarten Nr. 1-1000, rosafarbig, ungültig. Wer anbietet, ist festzustellen und Meldung an L. Neudecker, Turiner Straße 5, zu machen. Eintrittskarten 1-1000 he grün find gültig. Für das rheinisch- westfälische Transportgewerbe wurde fürzlich ein Schiedsspruch gefällt mit einer Lohnerhöhung von 39 auf 41,50 Mark und der 48- Stunden- Woche. Der Schiedsspruh ist nicht für verbindlich erklärt worden; nur der Rahmentarif ist verbindlich. Die Hafenarbeiter von Le Havre wurden infolge neuer Zwischenfälle" auf die Dauer von zwei Tagen ausgesperrt. Arbeitslos in Frankreich waren am 24. August nur 10 100 Ara beiter eingeschrieben. Die Spartaffe der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A- G., Berlin, Wallstr. 65. ist täglich mit Ausnahme von Sonnabend Don 9-3 Uhr und 4-6 Uhr, Sonnabends Don 9-1 Uhr geöffnet. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sollten die Herrschaften wirklich nicht wissen, wie die Dinge in Wirklichkeit stehen? Von den 45 000 bis 50 000 unter den Reichstarif fallenden Beschäftigten sind 5000 Arbeiter und Arbeitennen im Streif und 28 000 find bis jetzt ausgesperrt. Insgesamt find also 33 000 Arbeiter im Kampf, so daß noch minde= ftens 12 000 Konfettionsarbeiter nicht ausgesperrt sind. In Königsberg i. Br. ist noch niemand ausgesperrt, urd in der Rheinpfalz hat man zwar den Arbeitern gefündigt, Uebertragung Haus der Funkindustrie. Anschließend Unterhaltungsmusik. läßt sie aber hübsch weiterarbeiten, in der Voraussetzung, daß die Bewegung nur von furzer Dauer sein wird. Als der Termin der Aussperrung bekannt war, wurden noch mit Hochdruck Zuschnitte gema ht, und die Heimarbeiter und 3wischenmeister werden bestürmt, doch ja die zugeschnittene Arbeit, die für drei Wochen ausreicht, fertig zu machen. Verschiedene Firmen haben Dispens von der Aussperrung erhalten. Der Enders- Konzern, der unter den verschiedensten Namen in einer ganzen Reihe von Städten vertreten ist, gehört nicht überall der Unternehmerorganisation an. Er fäßt in seinen Betrieben, die ihm nicht angeschlossen sind, ruhig weiterarbeiten. Es ist deshalb Anweisung der Gewerkschaften ergangen, daß die außenstehenden Betriebe des Konzerns nur für ihr Platzgeschäft arbeiten, nicht aber für die Betriebe, die ausgesperrt haben. Mit dieser Forderung wird die auf Anerkennung der ersten Staffel des Schiedsspruchs als Uebergangsregelung verbunden. A Der Gersch Konzern hat ebenfalls nicht ausge= sperrt, ebensowenig wie der Heimann- Konzern und andere. Auh die Düsseldorfer Detaillisten firmen gehen dem Kampf aus dem Wege. Sonntag, 2. September: 8.55: Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche. 9: Morgenfeier. 11: 14: Funkheinzelmann. 15: Kurzschrift. 15.30: Für den Landwirt. 17: Unterhal19.30: Gedanken tungsmusik. 19: Die Kunst auf wissenschaftlicher Basis. über die Todesstrafe. 20: Lieder- und Musikvorträge. 22-30: Tanzmusik. Montag, 3. September: 11: Uebertragung Genf: Eröffnungsansprache des finnischen Außenministers zur Tagung des Völkerbundes. 16: Probleme der Hauswirtschaft. 16.30: Tech19.30: Kulturfragen in der Literatur. 20: Die Leistung der deutschen Tuberkunische Wochenplauderei. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Die Kunst der Kulisse. losebekämpfung in den letzten 25 Jahren. 20.30: Lieder- und Musikvorträge. Dienstag, 4. September: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Medizinisch- hygienische Plauderci. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Wird die Bureauarbeit durch Mechanisierung entgeistigt? 19.30: Zum 75. Geburtstag des Afrikaforschers H. von Wißmann. 20: Fahrten mit deutschen Bergbahnen. 20.30: ,, Große Messe" von A. Bruckner. Anschließend Grieg- Konzert. Mittwoch, 5. September: 16: Briefkultur. 16.30: Der Blinde und seine Welt. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Gedanken und Betrachtungen bei einem Gange durch die Apotheke vergangener Jahrhunderte. 19.30: Der Verkehr des Anwalts mit seiner Partei. 20: Opernabend. 22.30: Nachtmusik. Mit den täglich einlaufenden Solidaritätskundgebungen" sieht Donnerstag, 6. September: es windig aus. Nur die Berliner Unternehmerorganisation für die Knaben und Burschentonfettion hat ihre Solidarität mit den Aussperrern insofern befundet, als fie teine Männergrößen mehr herstellen will. Wenn die Aussperrer etwa darauf warten, bis die Gewerkschaf ten zu Kreuze kriechen, dann mögen sie sich die Zeit nicht lang werden lassen. 16: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. Die bisherigen Entdeckungsfahrten nach dem Nord- und Südpol. 16.30: Stirbt Europa aus? 17: Unterhaltungsmusik. 19: Esperanto- Vortrag. 19.30: Wie ein Eisenbahnzug entsteht. 20: Als politischer Apostel quer durch Deutschland. 20.30: Kabarett. 22.30: Tanzmusik. Freitag, 7. September: Der Deutsche Bekleidungsarbeiterverband samt Schädlinge im Kleingarten. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Italienisch. 19.30: den beiden übrigen beteiligten Gewerkschaften sehen der weiteren Entwicklung der Dinge in aller Ruhe entgegen. 16: Die Frau im öffentlichen Leben. 16.30: Die Bekämpfung tierischer Das Schüler- und Jugendrudern in der Entwicklung der letzten Jahre und seine Aufgaben. 20: Das Kunsthandwerk. 20.30: Sendespiele: ,, Florian Geyer" von Hauptmann. Sonnabend, 8. September: Berliner Krankenhauswesen. 16-30: Clemens Brentano zum Bewegung in der Blusen- und Kleiderkonfektion 150. Geburtstag 17: Blasorchesterkonzert. 19: Was tut das Reich für HandEine öffentliche Versammlung der sogenannten Lohngewerbetreibenden am Montag abend 8 Uhr im Berliner Klubhaus, Ohmstraße 2, wird sich mit der Nichterfüllung des Tarifs gegenüber den Zwischenmeistern befassen, außerdem mit der Befreiung von der Innungspflicht in der Blusen-, Kleider- und Morgen rockbranche. Der Aufruf besagt: Tausende von selbständigen Lohngewerbetreibenden fämpfen um die Durchführung des abgeschlossenen Tarifes. Die Not in den Kreisen der Lohngewerbetreibenden steigt von Tag zu Tag, da der Lohndruck, der auf sie ausgeübt wird, sich mehr und mehr verstärkt. Ihre Lage wird dazu führen, daß eine allge= meine große Bewegung in der Bekleidungs= industrie eintreten wird. In der Innungsfrage geht der Standpunkt der Zwischenmeister dahin, daß nur der selbständige, gelernte und den Meistertitel führende Handwerker innungspflichtig sein kann! Niemals die fabrikmäßig aufgezogenen Betriebe der Lohngewerbetreibenden ( Konfektionsschneider), die der Massenproduktion und fabriktechnischen Herstellung dienen. Die Berliner Bäckermeister. 3m Bunde mit Gelben und Hirschen. Der 3 weckverband der Bäckermeister Groß- Berlin gebraucht einen Tarifvertrag, um eine längere als die 48stündige Arheitswoche zu bekommen. Da der Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter es abgelehnt hat, einen Tarifvertrag mit 54stündiger Arbeitszeit abzuschließen, hat sich der 3wed verband mit dem ihm ohnehin sympathischen gelben Bund der Bäckergesellen und dem Hirsch- Dunderschen Bädergewerksverein in Berbindung gesetzt und einen Tarifvertrag mit ihnen gemacht. Ein Teil der Bäckermeister ist Ehren initglied des gelben Gesellenbunde s. Daß aber auch der Hirsch- Dundersche Gewerkverein sich zu dem Geschäft hergab, ist mur damit zu erklären, daß er aus seiner Bedeutungslosigkeit herauskommen möchte. Abgesehen davon, daß er die 54stündige Arbeitszeit schluckt, verbindet er sich obendrein mit den Gelben. Tiefer geht's wohl nicht. Er wird ernten, was er gejät hat. Nun hat zwar der Zweckverband feinen Tarifvertrag, doch ist er darüber nicht im unklaren, daß er damit keinen Staat machen kann, weil es auch mit der ziffernmäßigen Bedeutung seiner Kontrahenten nicht weit her ist, die hochgerechnet- 10 Proz. der in den Berliner Bäcke reien beschäftigten Arbeiter ausmachen. Das Gros der Bäde werk und Kleingewerbe? 19,30: Die Macht der Suggestion. 20: Ouvertüren, Ballette und Märsche. 22.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 2. September: Ab 8.55: Uebertragung aus Berlin. 18.30: August Forel zum 80. Ge19: Die Ernte in der Volksdichtung. Ab 20: Uebertragung aus burtstage. Berlin. Montag, 3. September: 16: Englisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Das Orchester 18: Gerhart, Hauptund seine Instrumente. 17: Uebertragung aus Berlin. 18.55: Kälbermanns Till Eulenspiegel". 18.30: Englisch für Anfänger. krankheiten und ihre Vorbeugung. 19.20: Technische Neuerungen am Per sonen- und Lastkraftwagen. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 4. September: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Die Kunst des Uebersetzens- 17: Ueber tragung aus Leipzig. 18: Das Volkstheater einst und jetzt. 18.30: Fran zösisch für Anfänger. 18.55; Reichsgeschichte in Dokumenten. Ab 19.30% Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 5. September: 16.30: Leo Tolstoi zum 16: Aus dem preußischen Kultusministerium. 100. Geburtstag. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Die Bedeutung des Hotelgewerbes. 18.55: Technischer 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Unsere Reichswehr. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. . Donnerstag, 6. September: 18.55: 19.20: 20.30: 16: Grundfragen der Sozialpsychologie. 16.30: Leo Tolstoi zum 100. Ge burtstag. 18: 17: Uebertragung aus BerlinDas neuere Schrifttum, unter den Siebenbürger Sachsen. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. Was muß der Landwirt zur Zeit beim Kartoffelabsatz beachten? Soll ich Kaufmann werden? 20: Naturphilosophische Denker. Politische Bildung, eine Notwendigkeit im Volksstaat. 21: Die Vorged schichte des deutschen Volkes. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 7. September: 16: Von der Lernschulklasse zur freitätigen Arbeitsgemeinschaft. 16.30% Spiel und Arbeit. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Die wirtschaftliche Bedeutung des Rundfunks. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.554 Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Wissen+ schaftlicher Vortrag für Aerzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin.. Sonnabend, 8. September: 16: Kurzschriftdiktate. 16.30: Unfallverhütung im Beamtenberuf. 17: Ueber tragung aus Hamburg. 18: Kulturelle Bedeutung des Rundfunks für die Arbeiterklasse. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Das Kammerorchester und seine Instrumente. 19.20: Lesen wir noch Goethes Romane? 20: Uebers tragung aus Hamburg. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Unternehmen der Gewerkschaften Funkwinkel. LNDCAR Die englische Polizei" schilderte Dr. Georg Bartsch diesmal in seinem 3yklus„ Die Polizei im Dienste der Bölker. Wir sind in Deutschland gewohnt, im uniformierten Polizeibeamten zuerst den Schuhpolizisten zu sehen. In England dient dagegen fast die gesamte uniformierte Polizei der Verkehrsregelung. Die eigentlichen Wachbeamter tragen Zivil. In Personenautos fahren je sechs Beamte unauffällig durch die Straßen, um im Notfall Hilfe bringen zu können. Lieferwagen, die noch durch Reklameschilder maskiert werden, bergen in ihrem Innern eine größere Anzahl von Polizeibeamten, die durch drahtlose Telegraphie mit der Polizeizentrale verbunden sind und jederzeit ein größeres Mannschaftsaufgebot an bedrohte Stellen rufen können. Die Entstehung und Arbeit der Reichsstelle für das Auswanderungswesen schilderte Leopold Lehmann. Es mutet wie eine Ironie des Schicksals an, wenn man höft, daß diese Stelle im großen Kriege gegründet wurde, als man noh auf einen glücklichen Ausgang für Deutschland rechnete. Man wollte damals eine Stelle schaffen, die den Auslandsdeutschen die Rückwanderungsmöglichkeiten nach Deutschland erleichterte, um so den Bevölkerungsverlust wieder auszugleichen. Heute ist die Stelle, wie schon ihr seit 1924 neu feftgelegter Name sagt, hauptsächlich als Beratungsstelle für Auswan derer gedacht, die sich hier über die Lebensbedingungen in den verschiedenen Ländern unterrichten können. Auch die Bekämpfung des Auswanderungsschwindels zählt zu ihren wesentlichen Aufgaben. Eine geistvolle Plauderei über die Pinhologie des Wiges" brachte Dr. C. E. W. Behl. Das Musikprogramm, das den ganzen Tag hindurch von llebertragungen aus dem Hause der Funfindustrie bestritten wurde, bot ein ziemlich buntes Gemisch Tes. von Unterhaltungsmufit. Die Qualitätszigarette Ohne Anzahlung Wochenraté 3: Mk Monatsrate 12- Mk. Zu beziehen durch samtliche freigewerkschaftlichen Organisationen od direkt durch INDCAR- FAHRRADWERK Aktiengesellschaft Berlin Lichtenrade Erste Niederlage: Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str. 83 In beiden Niederlagen Reparaturwerkstätten VERKAUF werktäglich von 9 bis 19 Uhr SABDULLA 15 angenehm mild und aromatisch Sonntag 2. September 1928 Unterhaltung und Wissen Der alte Beit. Bon Friedrich Natteroth. Beilage des Vorwärts Wie die Zeitung entstand. Bon Artur v. Strom. Durch ein Dußend Dörfer im Umkreise zog der alte Handelsmann und Lumpensánmmler Beit Hirschelmann. Wenn er durch unser Dorf fam, so war es verständlich, daß seine Pfeifentriller recht lange und ausgiebig vor. der Schulstube flangen. Da war es denn mit Selbst die Götter müssen Zeitungen gefannt haben, denn sie Lernen und Aufmerksamkeit vorbei, bei Schluß stürzten wir, eine brauchten Reklame. Aber dem Menschengeschlechte blieb dieser Rotte Korah, diesen verführerischen Locktönen nach. Inmitten seiner göttliche Einfall, in dem sich die Heiterkeit unseres Zeitalters fundlärmenden und drängelnden Freunde stand dann der kleine Mann, gibt, lange genug vorenthalten. Ein dumpfes Bewußtsein von der mit verschmitztem Lächeln in den ewig zwinkernden Augen, jedem Unerläßlichkeit aller Publikationen findet sich allerdings schon in von uns sein Attribut schenkend, ein buntes Bildchen zum Aus- frühen Jahrtausenden; denn was bezweckten letzten Endes Inschriften schneiden, eine ausgeschnittene rätselhafte Inschrift oder ein Bilderaller Art auf Stein oder Pergament wenn nicht Bekanntgabe"? rätsel aus einer Zeitung, deren Lösung er uns geheimnisvoll bei Was sonst bedeuteten öffentliche Anschläge oder die Tätigkeit der seinem Wiederkommen versprach. Dafür erwartete er auch von uns, Ausrufer? Es sollte dem Publikum in einmaliger und unveränderdaß wir nunmehr daheim locker machten, was nicht niet- und nagel- licher Form etwas mehr oder minder Wichtiges mitgeteilt werden, fest war. Eo war er Aller Freund, der Jugend im Dorf und der vor Jahrtausenden wie heute. In den acta diurna der alten Römer Erwachsenen, besonders der jungen Frauen und Mädchen, die er mit nähert sich die Art dieser Mitteilung bereits dem Sammelbegriff manchem gewagten Scherz, aber auch mit manchem flugen Lebens- Beitung", aber der Gedanke glomm dann bis zum Ausgang des manchem gewagten Scherz, aber auch mit manchem flugen Lebens- Mittelalters unbestimmt und verstohlen dahin, um plötzlich in heller Flamme aufzulodern. Der Prometheus aber, der den Göttern dies ein Franzose und hieß Théophrafte rai bedachte. Einmal hielten wir die Kühe schon eingespannt, und der Großvåter öffnete das Tor des Hofes zur Ausfahrt. Es begann das Gespräch zwischen den beiden Alten, auf dem Kirchturm schlug die Uhr die Biertelstunden dazu. Ich schlich mich hinter dem Wagen herum und hängte den Kühen die Seiterstränge aus. Mittag war es mittlermeile geworden, und die Kühe wurden wieder in den Stall zurückgeführt. Aber Herschelmann wurde ins Haus gebeten, denn der Großvater, dessen Güte und Klugheit weit über seinen bescheidenen Kreis hinausleuchtete, hatte seine Freude an dem Juden, mit dem er verständiger sprechen fonnte als sonst mit seinesgleichen im Dorf. Eine der hartgeräucherten Bratwürste mußte daran glauben, deren herrlichem Duft nach Rauch und Knoblauch selbst ein toscheres Jüdlein nicht widerstehen konnte. Bei einer dieser Gelegenheiten war es, daß ich eine Anekdote nom alten Beit erzählen hörte, die mir noch heute wegen ihrer Deftigkeit mert als Perle des Boltsschwants im Gedächtnis geblieben ist: Da war Beit mit seinem Eselsmägelchen das Dorf hinauf an der Kirche vorbeigefahren und war dem Pastor begegnet. Sie spannen beide fein gutes Garn zusammen, der fluge Jüd, der das dörfliche Wesen anders und schärfer sah als der Seelsorger, der im jahrelangen Amt selbst wieder zum Bauern geworden war. Wenn es Beit verstand, unangenehmen Dingen aus dem Wege zu gehen, so stand er doch auch tapfer seinen Mann, wenn sie ihm wie jetzt der Pastor auf dem Wege begegneten. Sie hatten sich manchmal schon aneinander gerieben, und Beit hatte beschlossen, es ihm einmal gründlich heimzuzahlen. So ließ er den Pfarrer gar nicht zum Wort kommen, sondern verstand es schon von weitem, ihm das Gefühl zu fuggerieren, als hätte er heute allzu großen Kummer. Der biedere Pastor ließ sich von dem fläglichen Gebärdenspiel einfangen, fonnte aber von dem Handelsmann nicht mehr erfahren, als daß er die vorausgegangene Nacht schlecht geträumt habe und daß ihn dieser Traum tief befümmere. Der Pastor, nun erst recht neugierig gemacht, drang um so lebhafter in ihn, seinen Traum zu erzählen. Veit hatte sich auf seinen Bagen hingehodt und hielt in tiefer 3ertnirschung die Hände vor das Gesicht. Zweimal ließ er sich versprechen, daß ihm der Pastor den Traum nicht verargen werde, denn der Pastor spiele in dem Traum ebenfalls eine Rolle. Und zweimal versprach es ihm der Und zweimal versprach es ihm der Paftor. Beit hatte geträumt so erzählte er, er wäre gestorben und die Seele wäre geradenwegs vor das Himmelstor geflogen. Da hätte man von dem ungetauften Juden nichts wissen wollen und hätte ihn zur Hölle hingeschickt. Ich habe ihm immer gesagt," meinte der Pastor ,,, daß es einmal mit ihm fein gutes Ende nehmen wird!" Beit seufzte. Und so fuhr er der Absolution im voraus in der Erzählung seines Traumes fort: Als er vor der ficher Hölle anfam, hätte ihn niemand hineinlassen wollen. Da hätte er aber auf seinem Recht bestanden, denn einen Ort müßte die Seele haben, wo sie hingehöre, selbst dann, wenn sie von einem Juden täme. Mittlerweile hätte er vor dem Tor auch empfindlich gefroren in der dünnen Luft mit seinem dünnen Eterbehemd. Da hätte der Torwächter bei der Hölle im Register nachgeschlagen, doch sein Name märe nicht vermerkt gewesen. ,, st denn feiner da, der den Juden Beit fennt?" habe der Teufel in die Hölle hineingeschrien, doch auch da hätte ihn niemand gekannt. Zu seiner großen Freude wäre in diesem Augenblick ein Teufel mit einem Korb vell Seelen durch die Luft geflogen ge= tommen, und eine von den armen Seelen hätte Beit gleich als alten guten Bekannten wiedererkannt. Er hätte hinaufgerufen: Herr Pastor! Herr Pastor!---" Den Rest des Traumes hörte sich unser Pastor nicht mehr an. Butschnaubend war er davongeeilt, und Beit Hirschelmann hatte feinen Weg fortgefeßt mit Ropfschütteln über den Pfarrer, der einen harmlosen Traum nicht zu Ende hören wollte. Beim Amtmann sahen sich der Jude und der Pastor wieder, denn der beleidigte Seelenhirt hatte den Haufierer verflagt. Der lebensfrohe Amtmann wollte der Angelegenheit einen pifanten Reiz verleihen, indem er sich in des Pastors Gegenwart nochmals den Traum erzählen ließ. Der Pastor trat ppr Ungeduld von einem Bein auf das andere, ihn reute es schon, daß er mit seiner Klage dem fetten Amtmann dieses Privatvergnügen bereitet hatte. Aber plötzlich horchte er auf, als sich der Amtmann die unbeendete Er zählung von dem Traum zu Ende. führen ließ. ,, Gott soll mich schüßen, es war mir e Troum, e ganz dummer Troum!" mehrte Beit ab. Und doch bestand der Amtmann mit fluchen und Donnern auf seinem Recht. Und Beit erzählte: Da wäre er denn mit des Bastors Hilfe in die Hölle gekommen, und er habe sich dort am Feuer erst einmal richtig gewärmt. Nach Garfleisch hätte es auch gar lieblich gerochen und da er Hunger perspürt hätte, habe er den Deckel von einem großen Kessel ein wenig gelüftet und fofort sei„ Na fei und sei ., habe der Amtmann den Kopf aus dem Kessel gesteckt und Nun hatte sich der Beit mit seinem Traum zwei Feinde gemacht. Rein, in Gegenwart eines Gebildeten fonnte der Amtmann den Borwurf des Juden nicht auf fich fizen laffen, daß er mit seinem Fett in der Hölle schmoren solite Die Sache ftand nun zum Termin vor dem Amtsgericht, neue Feuer stahl, war Prof. Wilhelm Ostwald der große Chemiker und Schöpfer der energetischen Naturphilosophie, begeht heute seinen 75. Geburtstag. Er war von 1878 bis 1906 Hochschullehrer in Dorpat, Riga und Leipzig, wirkte als Aus tauschprofessor an der Harvard Universität in Cambridge und an der Columbia- Universität in New York und erhielt 1909 den Nobelpreis für Chemie. Seine chemischen Forschungen, besonders auf dem Gebiete der Farbenlehre, aber auch seine naturphilosophischen Werte haben ihm einen Weltruf verschafft. Renaudot. Er wurde 1584 in Loudun geboren und mit ihm scheint die moderne Zeitung in ihrer Urform in Erscheinung getreten zu sein, wenn auch genug andere Völker die Ehre der Baterdie bereits unter Jakob I. eine Art von Flugblättern schaft dieses Fabelwesens für sich beanspruchen. So die Engländer, News" genannt herausgaben, die Italiener mit den veneziani schen Notizie scritte", die Holländer, die Ungarn und nicht zuletzt " - natürlich stimmtere Formen an, bis endlich die Intelligenz und der Fleiß eines Mannes, der das Bedürfnis seiner Zeit erkannte, die erste wirkliche Zeitung ins Leben riefen; ein Blatt, das einen Namen trug und eine bestimmte Folge des Erscheinens aufwies. Und dieser Mann war Théophraste Renaudot. Seiner Lebensarbeit verdanken wir jedenfalls das Dasein der Zeitung in ihrer modernen Begriffsbestimmung. Wo gleiche Ursachen einem gleich gerichteten Bedürfnis entsprechen, werden sie sicher ähnliche Wirkungen erzielen. Eine solche ebereinstimmung äußerer Notwendigkeiten fand sich in der Pflege der Handelsbeziehungen europäischer Länder, und einer der vielen Bege, die schließlich im Bereiche der Zeitung des Théophrafte Rehäuser... naudot mündeten, führte über die Kontore der großen Handels. Schon die Fugger gaben in der Mitte des 16. Jahrhunderts unter dem Titel„ Ordinari Zeittungen" geschäftliche Mitteilungen heraus. Diese Berichte, die man mit anderen Handelshäusern austauschte, wiesen inseratähnlichen Charakter auf und brachten solche politischen Ereignisse zur Sprache, die geeignet waren, Geschäfte günstig oder ungünstig zu beeinflussen. Bon allen geschriebenen Kundgebungen dieser Art, die man, wenn man will, als erste journalistische Versuche auffassen tann, miesen diejenigen des Hauses Fugger den größten Umfang auf und erlangten eine solche Verbreitung, daß man sie bereits mit einer Zeitung vergleichen kann. Fast täglich erschien ein Eremplar dieser Ordinari- Zeittungen", zu denen man unter dem Titel„ Extraordinari- Zeittungen" Ergänzungen mit den letzten Neuigkeiten herausgab. Die Nummer der Ordinari wie der Extraordinari foftete zu Augsburg 4 Kreuzer; auch fannte man bereits eine Art Jahresabonnement, das für die Ordinari und Extraordinari 25 Gulden, für die Ordinari allein 14 Gulden betrug. Anfänglich brachten diese Blätter, abgesehen vom rein faufmännischen Teil, nur politische Mitteilungen und erst nach und nach erschienen auch Berichte über andersartige, besonders interessante Geschehnisse in fremden Ländern. Echte Inserate gab es zunächst nicht, und Deutschlands erste Zeitung, die Straßburger 3eitung" vom Jahre 1609, enthält noch keinerlei Anzeigen. Auch die im Jahre 1660 gegründete, Leipziger 3eitung", die unter diesent Namen den Sturm von Jahrhunderten überdauerte, brachte lange feine Inferate. Die Fülle der Neuigkeiten, die in den Veröffentlichungen der Fugger enthalten war, erflärt sich aus den ausgedehnten Beziehungen dieses Hauses, das in allen Teilen der Welt seine Agenten hatte und mit allen großen Handelshäusern einen täglichen Briefwechsel unterhielt. Seine großen Darlehnsgeschäfte machten es zu einem gewichtigen Faktor in der politischen Welt und führten ständige Verbindungen mit Regierungsfreifen, Staatsmännern und Parteiführern herbei. Durch zahlreiche Dienste, die das Haus den Jesuiten leistete, die sich damals über die ganze Welt auszubreiten begannen, hatten sich die Fugger das besondere Wohlwollen dieses Ordens erworben, der ihnen als Gegenleistung manche ,, vertrauliche Mitteilung" zu tommen ließ. Schon damals wurden literarische Neuigkeiten be sprochen und Auszüge aus interessanten Büchern gebracht. Mehrfach findet sich die Erwähnung einer, anscheinend häufig aufge führten Komödie. Ernteberichte, Preistabellen über Getreide und andere Lebensmittel waren üblich, und man stößt auf Ankündigungen, wo und zu welchen Preisen. dies oder jenes zu laufen sei. Wenn wir eine moderne Zeitung betrachten, deren Bestehen fast ausschließlich durch den Gewinn bedingt ist, den die Inferate abwerfen, wenn wir täglich die für uns zur Selbstverständlichkeit gemordenen ,, öffentlichen Anfündigungen" in Inseratform ins Auge fassen, ohne die unsere wirtschaftliche Entwicklung fofort majestätisch dahinrauschende Strom des Gedeihens von einer so schmächtigen Quelle geboren wurde und sozusagen erst entdeckt werden mußte. Und dennoch war es so, besonders in Deutschland. Während in England London die große Zentrale war, in der die vielfältigen Intereffen des kaufmännischen Lebens zusammenlaufen mußten, gab punkt nicht. In den zerstreut liegenden Residenzen und Städtchen es in den zahllosen Staaten von Deutschland einen solchen Brennfonnte sich keine auf sich selbst angewiesene Zeitung halten... Und dennoch mußten Angebot und Nachfrage in neuzeitlichem Sinne geregelt werden. Man half sich durch die Einrichtung der sogenannten wahrscheinlich mit nicht geringerem Recht die Deutschen... Alles in allem müssen wir den Beginn des 17. Jahrhunderts als Ent- stocken müßte, so scheint es schwer verständlich, daß dieser heute so stehungsdezennium der modernen Zeitung auffassen, denn damals nahmen die bis dahin in fast allen handeltreibenden Ländern üblichen Mitteilungsblätter eine Form an, die sie rasch genug dem, was mir heute unter Zeitung" verstehen, nahebrachte. Was dieser Periode vorausging, läßt sich hier nur flüchtig sfizzieren. Es wäre eine Geschichte der Vervielfältigung". Im 15. Jahrhundert sorgten Chronisten, Dichter und Troubadours dafür, daß ihre Berichte und ihre Lieder unter die Leute kamen, indem sie Abschriften verbreiteten; auch griffen fie Tagesgeschehnisse und historische Ereignisse auf, um sie in Proja oder Bersen zu veripotten oder in den Himmel zu heben. Im 16. Jahrhundert waren es die starken religiösen Gegensätze, die jetzt in der Druckerpresse einen Bundesgenossen fanden. Flugschriften und Abhandlungen wurden in die Massen geworfen, um neue Menschen für neue Ideen zu ge minnen. Man druckte besonders Manifeste, Proflamationen und Satiren einseitig auf einzelne Blätter, die man sich verstohlen zuTeichen oder während der Nacht irgendwo anschlagen fonnte. fanden sich genug Leute, die bei erfreulichem Gewinn gern dem Neuigkeitsbedürfnis und der Unterhaltung weiter Kreise zu dienen flußreichen Persönlichkeiten getragen und von„ oben herab" lebhaft Es bereit waren. Um die Ware zugfräftiger zu machen, perfiel man bald darauf, mehrere Geschehnisse auf ein und demselben Blatt zu bringen oder in einem Heft zu veröffentlichen. Die Veröffentlichungen von Tagesgeschehnissen und Zeitereignissen nahmen immer beOb der Herr Richter auch auf die Fortsetzung der Traumgeschichte bestand? Natürlich wollte der Richter, dessen Sympathie mehr auf seiten des Juden war als der Ankläger, die ihn wegen solcher Lappalien belästigten. Beit wußte also zu berichten, wie ihm weiter träumte, daß ihn in der Hölle die Hize mit der Zeit schläfrig gemacht habe. Da habe er sich nach einem Plätzchen umgesehen und in der Ede am Ofen hätte ein recht bequemer gepolsterter Lehnstuhl gestanden. Auf diesen hatte er sich gesetzt, doch in dem Augenblick, gerade als er eingenickt sei, hätte ihn die rauhe Faust eines Teufels ergriffen und ihn vom Stuhl gestoßen: ,, Was fällt dir alten Jüd ein, dich auf diesen Stuhl zu sehen!, Das ist doch der Stuhl vom Herrn Amtsrichter!". ,, Na, sehen Sie, meine Herren," wandte sich der joviale Richter lachend an die Kläger ,,, nun gehöre ich doch selbst mit zu der Barfie. Mit meiner Gesellschaft werden sich die Herren Kläger doch wohl zufrieden geben?" Sprachs, griff in die Tasche und reichte dem alten Beit einen Taler. Dann hieß er ihn fich trollen. Und Beit mar glüdlich, so wohlfeilen Kaufs aus der Affäre gekommen zu sein. ntelligenzfontore", Bureaus, in dener: Liften auslagen, in die fich jeder, der irgend ein geschäftliches Angebot wünschte, eintragen konnte. Die Umständlichkeit des Verfahrens führte zur Bereinfachung: man vervielfältigte Angebots und Nachfragelisten und gab fie in zeitungsähnlicher Form heraus. Auf diese Weise entstanden die Intelligenzblätter", ausschließlich Insertionsorgane, deren Allgemeinnuhen so auf der Hand zu liegen schien, daß fie lange Zeit vom besonderen Wohlwollen der Behörden und einunterstützt wurden. Denn hier erfuhr der Bürger genau das, was zu wissen ihm allein nottat: was es zu faufen und verkaufen gäbe, was Mehl, Butter und Eier fosteten. Nichts sonst. Keinerlei üble Meinungen von Staats- und gelehrten Sachen, feine von der be hördlichen Weisheit abweichenden und daher unnüßen Betrachtungen wurden verlautbart, und das war damals wichtig. Man sicherte daher den Intelligenzblättern das Monopol der Inserate und machte fie mit löblichem Bedacht zu einem Hemmschuh für die freie Entwicklung des Zeitungswesens. Es dauerte lange, bis die Presse diese Klippe umschiffen konnte. Noch länger dauerte es, bis aus den mühsam erworbenen Rechten eigene politische und kritische Meinungsäußerungen ermuchsen, die man den Zeitungen bis weit in das 19. Jahrhundert hinein absprach. Biele Kämpfe spielten sich ab, viele Existenzen wurden vernichtet. Immer wieder triumphierte das Althergebrachte: 3opf und Clique, bis der moderne Weltverkehr auch diese mittelalterlichen Winkelschatten durch das sachliche Licht feiner Bogenlampen abtötete. Lehrer lernen das ABC. Es ist nicht ganz einfach, eine volltommen neue Schrift in einem Lande einzuführen. Am 1. Ottober sollen die türkischen Lehrer damit anfangen, die ABC- Schüzen Das lateinische Alphabet zu lehren und sie selber haben meistenteils teine Ahnung davon. Auf Beschluß einer Spezialkommission begann daher am 18. Auguft ein Kurjus für Wanderlehrer, die ihrerseits dazu bestimmt find, im Lande umherzureisen und die Lehrer der Schulen in die Geheimnisse der neuen Schrift ein zumeihen Das Goldene Vlies. Bon Jack London. Bon Sad London erscheint eine neue Sovellensammlung Der Rote", Geschichten aus der Glut der Südfee und aus der Eisestälte des Klondike, Geschichten, wie London teine besseren geschrieben hat, Geschichten, in denen graufiger Sumor mit atemraubender Spannung um die Herrschaft ringt. Mit Erlaubnis des Univer fitas- Berlags, Berlin, bringen wir im folgenden einen Abschnitt aus der Novelle Wie vor alters zog die Argo". Ueber die mit lofem Geröll bedeckte Ebene, durch die dunkle Schlucht nach dem Scheidefamm, vorbei an überhängenden, stets drohenden Gletschern, nach den Scales und von den Scales die fteilen, vom Eis polierten Hänge der Felsen hinauf, wo die Träger mit Händen und Füßen klettern mußten, sorgte der alte Tarwater für das Essen, schleppte und fang. Der erste Herbststurm wehte ihn über den Chilcoot- Paß, jenseits der Waldgrenze. Leute ohne Brennholz am schneidend falten Rande des Kratersees unter ihm hörten aus ,, Wie vor alters zog die Argo, Rann uns feiner heut verwehren Auszuziehen, tum- tum- tum, eines Morgens beim Frühstüd, ehe sie zu ihrer Arbeit gingen, zu ihm. Aber würden Hunderttausend nicht genügen, alter Held? Das ist ein Claim unserer Berechnung nach wert; der Boden ist schlecht abgegrenzt, und wir haben schon ein Stück für dich abgesteckt." ,, Na ja, Jungens," antwortete der alte Tarwater. Ich danke euch herzlich, und alles, was ich sagen fann, ist, daß Hunderttausend hübsch und für einen Anfänger sogar sehr hübsch sein würden. Aber natürlich höre ich nicht auf, ehe ich die Dreihunderttausend voll habe. Deshalb bin ich ins Land gekommen." Sie lachten, priesen seinen Ehrgeiz und meinten, daß sie dann einen reicheren Bach für ihn ausfindig machen müßten. Und der alte Held meinte, daß er sich selbst, wenn das Frühjahr fäme und er fich fräftiger fühlte, ein bißchen umschauen müsse. Clenbs Sen Umriffen nach genau befarmi, in der eftftabit t mehr. Sie stehen hier vor einem elementaren Ereignis, das für fie, die Fachleute, immer wieder Ueberraschung bedeutet. Die Autonomie sozusagen von Verbrechen und Elend ist eines der wesentlichen Merkmale der Weltstadt und besagt, daß es sich hier in der Tat um ein vollgültiges Gleichnis der Menschenwelt handelt. Der erste Weltstadtdichter, der das begriff, war Balzac, und statt von der menschlichen Komödie, hätte er ebensogut von der menschlichen Tragödie sprechen Lönnen. Einer der Vorzüge der Weltstadt besteht nach meiner Anschauung darin, daß fie lehrt, die Dinge mit nicht mehr bloß bürgerlichen Augen zu betrachten. Die inneren Sinne, so gut wie die äußeren, werden gezwungen, der gewaltigen Stufung, Schichtung, Vermidlung des Lebens standzuhalten. Der richtige, echte Weltstadtmensch, ist ohne Zweifel umbefan gener, weichherziger und menschlicher als der der Kleinstadt. Die Weltstabt ersetzt ihm das, was sonst als bestes Mittel zur Ermeiterung des Gesichtskreises und zur Vertiefung des Verständnisses aber der Weltstadtgeist auch, vorausgefeßt, daß man nicht einfach in seinem Viertel lebt. Der Mensch besteht im wesentlichen aus Vorurteilen. Es fömen erstaunliche Ergebnisse heraus, wenn es möglich wäre, die seelische Substanz chemisch so zu analysieren, wie es materiell gelingt. Es hat allen Anschein, als sei die Milieutheorie noch nicht veraltet. Nun, das Milieu einer Weltstadt ist reicher an Impulsen, Einsichten, Erregungen als das jeder anderen Stadt. ,, Denn nach allem, was man weiß," sagte er, indem er auf einen Bergeshang auf der anderen Seite des Tales mies ,,, tann das Gold vielleicht in Klumpen an den Mooswurzeln dort unter dem Schnee hängen." Idem dichten Schneegestöber oben eine gespensterhafte Stimme fingen: wärmer und länger wurden, starrte er oft nach dem Bach und nach dient: das Reisen. Bildung macht frei Er sagte nicht mehr, als aber die Sonne stieg und die Lage der deutlichen Terraffenformation in halber Höhe des Berges hinüber. Und eines Tages, als die Schneeschmelze schon in vollem Gange war, feßte er über den Fluß und ertlomm die Terrasse. Wo der Boden der Sonne ausgefeßt war, war er schon einen Zoll tief geschmolzen. An einer solchen Stelle legte er sich nieber, nahm eine Handroll Moos in seine großen, fnorrigen Hände und zerrte die Burzeln auseinander. Die Sonne schien auf mattschimmerndes Gold. Er schüttelte das Moos, und derbe Klumpen wie Ries fielen auf die Erde. Es war das Goldne Blies, zum Scheren bereit. Um das Goldne Blies zu scheren." Und aus dem Schneetreiben sahen sie eine hohe, magere Gestalt auf tauchen, mit einem Backenbart aus fliegendem Weiß, das sich mit dem Schneesturm mischte. In weniger als einer Woche war der alte Tarwater wieder auf den Beinen und hintte bei der Hausarbeit in der Hütte umber, Dereitete Essen und wusch auf für die fünf Mann am Bache. Es waren echte Pioniere, zäh und schwer zu narren, die so tief in der Bolarwelt begraben gewesen waren, daß sie nichts von dem Sturm auf Klondike wußten. Die Nachrichten, die er ihnen brachte, waren das erste, was sie davon hörten. Sie lebten fast ausschließlich von Elch und Renntierfleisch und geräuchertem Lachs, dazu wilden Beeren und einigen saftigen wilden Wurzeln, von denen sie im Som mer einen Borrat gesammelt hatten. Sie hatten vergessen, wie Kaffee schmeckte, machten Feuer mit einem Brennglas, führten, wohin fie reiften, natürliche Feuerhölzer mit sich und rauchten in ihren Pfeifen getrocknete Blätter, die die Zunge bissen und in den Nase brannten. Bor drei Jahren hatten sie von den Hauptstraßen von Royolut nordwärts bis zur Mündung des Mackenzie in das nördliche Eismeer noch Gold gesucht. Dort hatten sie auf den Walfängerschiffen die legten weißen Männer gefehen und sich mit dem legten Proviant für weiße Männer versehen, der hauptsächlich aus Salz und Rauch tabat bestand. Auf dem Wege nach Süden und Westen, auf dem weiten Zuge bis zur Bereinigung von Duton und Porcupine bei Fort Yukon fanden sie in diesem Bache Gold und blieben hier, um den Boden zu bearbeiten. Sie begrüßten Tarwaters Ankunft mit Freuden, wurden nie müde, feinen Erzählungen von neunundpierzig zu laufchen, und tauften ihn um zu ,, alter Held". Mit Tee aus Tannennadeln, mit einem Gebräu aus Weidenrinde, mit sauren und bitteren Wurzeln und Zwiebeln aus der Erde brieben sie den Storbut aus ihm heraus, fo daß er nicht mehr hinkte und seine Enochige Gestalt sich mit Fleisch zu bedecken begann. Er sah immer noch nicht ein, meshalb er nicht einen reichen Goldschatz aus der Erde gewinnen sollte. Wir wissen nichts von deinen Dreihunderttausend," fagten fie Unsee Schlager! DAMENSTRUMPF aus guter künstl.Seide nut SEIT 1872 beige u. grau 95 DAMENSTRUMPE aus feinster BEMBERG Waschseide 2,95 DAMENSTRUMPE aus feinster BEMBERG Waschselde In allen modern Herbstfarben 325 GRUMACH KUNIGSTRASSE SPANDAUERSTR Schwerhörige Die modernsten elektr. Hörapparate für jeden Grad von Schwerhörigkeit ab Fabrik niedrigste Preise Dombrowski G. m. b. H. Berlin S 14, Stallschreiberstraße 27/28 Weltstadt. Bon Otto Flake. Die Zahl tut es nicht. Man tann nicht festsetzen, daß eine Großstadt, die die Million überschritten hat, Weltstadt sei. Es ist klar, daß eine Reihe von Fattoren zusammentommen muß, damit sich eine Weltstadt ergibt: Lage, Geschichte, geistige, wirtschaftliche und finanzielle Bedeutsamkeit. New York ist Weltstadt, obwohl es teine geistige Rolle spielt. Gleich ihm stüßt Hamburg feinen Anspruch nur auf materielle Um stände. Aber was heißt heute, mur materiell"? Wien, das mit einer Fülle fünstlerischer und seelischer Werte aufwarten fann, muß es fich gefallen lassen, wenn einer höflich bedauernd erflärt, daß es nicht mehr eigentlich zu den Weltstädten gehört. Man verliert eben nicht ungestraft sein hinterland". Beit die Mischung von Zahl und Intensität des Vitalen am besten Wie dem auch sei, es will mir scheinen, als verbürge in unserer schichtliche Bedeutsamkeit, so ergeben sich die Weltstädte ersten Randen Weltstadtrang. Kommt dazu noch geistige, fulturelle und geschichtliche Bedeutsamkeit, so ergeben sich die Weltstädte ersten Ranges, wie Rom, Paris, London und, in unseren Verhältnissen, Berlin, das jüngste dieser Zentren. Das Gefühl, in einer Weltstadt zu sein, ift bem verwandt, in eine Großstadt einzugehen. Aber es ist noch spezifischer man fönnte fagen, daß es mystischer sei. Eine Großstadt hat eine letzte Uebersichtlichkeit, auf die man in der Weltstadt verzichten muß. Dieser Umstand nun macht die Weltstadt zu einem stimmungshaften, un geheuren Begriff. Man frage die Kriminalisten, fie empfinden diesen Unterschied zwischen Großstadt und Weltstadt am ersten und stärt ften. In der Großstadt ist ihnen die Welt des Berbrechens und bes Thrder Morgenstunde Damen- Strickröcke gute Qualität.. 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Jenes ist zur Not verständlich, dieses aber eine trogige Rofetterie. Der schließlich nicht wahr?, wenn man für die Zeit schreibt, sollte man auch die intensivste Zusammenballung der Zeit aus persönlicher Anschauung tennen. Nie ist die Weltstadt schöner als zum Beginn des Herbstes, wenn man, vollgefogen von Landluft, Meer und Licht, in fie zurüd gelehrt, mit Nerven, die der Spannung, dem Drud, dem Taumel gewachsen sind. Die Großstadt ist der Natur ferner als die Weltstadt, die mit ihren Gegenfäßen und Tiefen bereits wieder ein elementares Stück Natur heißen darf. Weltstädte find wie die Herzflammern, fie puffen im Zweitaft bes einströmenden und des ausströmenden Blutes. Sie öffnen sich nach der Welt, und die Welt strömt in sie ein. Es gibt wohl keine Großstadt, bie einem nicht gelegentlich doch mur als ein großes, ödes. Dorf, eine reiche Anhäufung erschiene. In der Weltstadt kann man fich verloren norfommen, aber ihre Souveränität ist über jeden Berfuch, fie nicht anzuerkennen, erhaben. Das Bewußtsein der Majestät ihrer Stadt ist allen Weltstadtbürgern eigentümlich. Vielleicht findet angesichts dieses Pathos ein moderner Rogebue, daß die Beltstädter" geschrieben werden fönnen. Er würde nur den alten Satz bestätigen, daß die Extreme sich berühren. Für den Abenteurer ist die Weltstadt so geeignet wie die Kleinstadt. Wanderdecken gra 0.90 Schlaf- und Reifedecken ..3.90 Herren- Drelihosen 2.50 Malerkittel.. 2,90 HerrenBukskinhosen..... 3.90 Waschhosen för er 3,90 Eisenbahnerjacken 5,75 Herr.- Lodenjoppen 9.Gummimäntel Gummimäntel Damen 8.50 Windjacken für Damen 8.50, für Herren 7.90 für Knaben. 4.-6..4.95 Knaben- Waschsamtanzüge G.- 6. KnabenLeibchenhosen Gr.0-3 1.45 Herr.- Sportanzüge 24. 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Die Antwort des Genossen Wissell erwies flipp und flar, daß der von dem thüringischen Staatsministerium am 24. Juli 1928 erlassene Nachtrag zur Verordnung über gesetzliche Miete, Mieterschuß und Wohnungsmangel am 18. April d. I. von dem damaligen Reichsarbeitsminister Dr. Brauns genehmigt worden ist. Damit wäre nun Höllein um den beabsichtigten Reklameerfolg in der Roten Fahne" gekommen. Aber dieser Interpretationsfünstler rettete sich, indem er die objettive Kommentierung des Inhalts der in Frage stehenden Verordnung durch Wissell um= deutete in eine Willensmeinung Wissells. Ohne diesen demagogischen Aniff verlieren seine flobigen Ausfälle gegen Wissell jegliche Logik. Es erübrigt sich darum auch, darauf näher einzugehen. Böser Wille läßt sich nicht durch objektive Belehrung aufhalten. Hingegen erfordern die von Höllein gegebenen Deutungen zum fachlichen Inhalt der Verordnung und zu deren Entstehungsgeschichte eine Richtigstellung: Die thüringische Regierung hatte im März d. I. dem Reichsarbeitsministerium die Entwürfe von zwei Ver= ordnungen zur Abänderung der bestehenden Rechtslage auf dem Gebiete Wohnungs= 3 wangswirtschaft mitgeteilt, nämlich eine Verordnung über die teilweise Aufhebung des Wohnungsmangel gesezes nebst Bekanntmachung dazu und eine zweite Ver= ordnung als Nachtrag zur Verordnung über ge= segliche Miete, Mieterschuh und Wohnungs mangel vom 20. Juli 1926 und 23. August 1927. Mietvertragsparteien erhöht werden, und zwar ursprünglich um 32 Broz. und jeẞt um 20 Proz. der Friedensmiete. Zu dieser MaßSonntag, 2. September 1928 Werbebezirk Teltowlanal: Teilnahme am Jugendfest in Lindenhof. Treffen eller Abteilungen 14 Uhr Schöneberg, Hauptstraße, gegenüber Schloßbrauerei. Fahnen und Instrumente mitbringen. nahme ist die thüringische Landesregierung ebenso wie jede FLSCHELETEGEMERGEST andere deutsche Landesregierung auf Grund des§ 2 des Gesetzes über den Geldentwertungsausgleich bei bebauten GrundStücken( vom 1. Juni 1926) ohne jede Mitwirkung der Reichsregierung oder des Reichsarbeitsministe= riums berechtigt. Es beweist also nur eine, bei Höllein als Vorsitzenden des Wohnungsausschusses des Reichstags besonders bedauerliche Unfenntnis der Gesezeslage, wenn der Reichsarbeitsminister für diese Vorgänge in der thüringischen Gesetzgebung verantwortlich gemacht wird. Einer Genehmigung bedurfte die Verordnung nur, soweit sie sich über den§ 4 auf den Mieterschutz für Geschäftsräume auswirkte. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns hatte im April 1928 feine Bedenken, die Genehmigung zu geben. Nach alledem ist also nicht der Reichsarbeitsminister, sondern die thüringische Landesregierung für die mietrechtliche Behandlung der Wohnungsinhaber in Thüringen verantwortlich. Aus der Partei. Konferenz sozialdemokratischer Juristen. Werbebezirk Schöneberg: Jugendfest in Bindenhof. Treffpunkt für Teilnehmer 14 Uhr Hauptstraße, gegenüber der Schloßbrauerei. Musit, Spiel, Tanz, Jugendfeier, Fackelzug. Alle Freunde der Jugend, Parteigenoffen, Jungsozialisten, Kinderfreunde und Naturfreunde sind herzlichst dazu eingeladen. Morgen, Montag: Der Singkreis übt pünktlich 19% Uhr im Heim Lindenstr. 4. Köllnischer Part: Außerordentliche Funktionärsizung pünktlich 20 Uhr bei Herbert Sturm, Holzmarktstr. 41. Alle Genossen sind eingeladen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin G 14, Gebastianstr. 37/38, Hof 2 r. Dienstag, 4. September. Mitte: Bersammlungen um 20 Uhr: 1. und 6. Kameradschaft bei Gorei, Gartenstr. 6. 3. Kameradschaft bei Schilling, Rungestr. 30. Wedding, Sadfahrer- Abt: Leyte Uebung des Waffenreigens 19 Uhr. Erscheinen aller Kameraden ist Pflicht. Kreuzberg, Zug 5: 20 Uhr Bersammlung bei Böhm, Alegandrinenstr. 39. Pantow, Kameradschaft Nord: Versammlung im Türkischen Zelt. Mitte, 4. Kameradschaft: 20 Uhr bet Brandis, Stralauer Str. 10, Vortrag Ministerialdirektor a. D. Sizler. Kreuzberg: Versammlungen um 20 Uhr: Bug 3 bei Braunsdorf, Großbeeren straße 23. Vortrag Kam. Perls. Zug 7 im Reichenberger Hof, Reichenberger Straße 146. Bortrag Kam. v. Putttamer. Zug 8: 20 Uhr bei Adam, Lübbener Straße 30. Bortrag Kam. Klenz. Bug 2 bei Krepp, Planufer 75. Pankow, Rameradschaft Süd: Bersammlung bei Meß, Berliner Straße. Stegliz( Orisverein): Aeltere Kameraden, welche sich an einer Delegation nach Beithain ( Lager) am 8. und 9. September beteiligen wollen, werden gebeten, sich schnellstens bei Kam. Arnsen zu melden. Fahrpreis 9 M. Wilban, Kreis Teltom: Republikanischer Tag( 3. Gründungsfest) am Sonntag, 9. September, 16 Uhr, Lokal Bedhorn( Altes Schüßenhaus). Abmarsch 14 Uhr vom Lokal Dubian. MarineRimmerstr. 30 Vortrag Kam. Abter: Deutschland und Frankreich". abteilung: Dienstag, 4. Sept., 19% Uhr, Uebungsstunde im Bootshaus Tegel, Uferstr. 1. Aus Anlaß des am 12. September 1928 in Salzburg beginnenden 35. deutschen Juristentages werden die sozialdemokra= tischen Juristen Deutschlands und Desterreichs eingeladen, an einer Konferenz teilzunehmen, welche am 12. September 1928, vormittags 10 Uhr, in Salzburg im Sizungssaal der Salz- Kreuzberg, Zug 4: Dienstag, 4. Sept., 20 Uhr, Versammlung bei Gründler, burger Arbeiterkammer stattfindet. Die sozialdemokratischen Juristen Deutschlands und Desterreichs werden um zahlreiche Beteiligung an der Konferenz gebeten. Die Genossen, welche schon am 11. September in Salzburg sein können, werden gebeten, sich abends 8 Uhr in der Arbeiterkammer einzufinden. Mit sozialdemokratischem Gruß Namens der Vereinigung sozialdemokratischer Juristen Deutschlands: Dr. Kurt Rosenfeld, Berlin. Ernst Ruben, Berlin. Dr. Karl Renner, Wien. Dr. Arnold Eisler, Wien. Zuschriften über diese Konferenz sind zu richten: für Deutschland an Ernst Ruben, Berlin W 9, Köthener Str. 17; für Desterreich nach Wien I, rechte Wienzeile 97. Die Parteipreffe wird um Abdruck gebeten. Die Freie Arbeiter- Stenographen- Vereinigung Groß- Berlin weist darauf hin, daß ihre diesjährigen Anfängerkurse nicht Anfang September, sondern in der ersten Oktoberwoche eröffnet werden. Nähere Bekanntmachung erfolgt noch. Anfragen beantwortet W. Riedel, Berlin- Spandau, Wustermarker Str. 10 1. Der Direktion des Tivoli Theaters Bankom, Berliner Str. 27, ist es gelungen, eine neue Weltsensation, den neuen Eisenkönig( Ancronus), genannt Der Zotspieler", zu einem Gastspiele zu verpflichten. Es ist dieses zu gleicher Zeit das erste Auftreten in Deutschland. Die Kräfteauswirkung dieses Phänomens foll alles bisher Gebotene in den Schatten stellen. Der Name Totspieler" fenn an die großen römischen Kaiserfeste erinnern und einen unvergeßlichen Eindruck hinterlassen. Die allen Berliner seit Jahrzehnten bekannte Firma Ehlermann- Damenhüte verlegt am Dienstag, 4. September, ihre Verkaufsräume drei Säufer weiter nach Leipziger Str. 90, in den neuerstandenen Geschäftspalast der Otag, Ede Markgrafenstraße. Durch künstlerische Neuausstattung und Modernisierung des Betriebes wurde ein Zusammenwirken der modernen Richtlinien geschaffen, so daß auch fernerhin fede Dame mit Freude die Räume dieses Hauses betreten wird. Die bevorstehende Vergrößerung der gesamten Fabrikation wird die bekannte Leistungsfähigkeit erhalten und weiter ausdehnen. Am Sonnabend, 1. September, eröffnete der Clou( Berliner Konzerthaus, Mauerstr. 82) in neuer Ausstattung seine Wintersaison unter dem Titel„ Bater Rhein und Jungfrau Mosel". Das Publikum wird allabendlich ein stimmungsvolles Volksfest mit erleben, u. a. cinen Feftzug und Ballett abwechselnd mit Gefang und Tanz. Eine neuartige Einrichtung, der Fanzrotor, läßt über die tanzenden Paare Gewinn- Nummern herunterwirbeln, die zur Entnahme wertvoller Spenden berechtigen. Am Mittwoch, 5. September, beginnen die beliebten Nachmittagstaffeekonzerte und am Sonntag, 9. September, die Militärtonzerte. Zu der erstgenannten Verordnung nebst der Bekanntmachung Namens der Vereinigung sozialdemokratischer Juristen Desterreichs. zeichnet die Gefahren der grandiosen Kraftauswirkung. Die Aufzüge sollen dazu war die thüringische Landesregierung völlig selbständig befugt. Einer Mitwirkung oder gar einer Zustimmung des Reichsarbeitsministeriums bedurfte sie dabei nicht. Legterem stand nach Lage der geltenden Geseze teinerlei Mittel zur Verfügung, um die Maßnahmen der thürin gischen Landesregierung zu beeinflussen. Das zugrunde liegende Wohnungsmangelgeseh vom 26. Juli 1923 sieht. nämlich nur dann eine Mitwirkung der Reichsregierung vor(§ 6), menn eine Landesregierung eine Verschärfung der Zwangsmaß nahmen über den Rahmen dieses Gesetzes hinaus vornehmen will. Dagegen ermächtigen die§§ 1 und 10 des Gesetzes die obersten Landesbehörden zum Eríaß von Ausführungsbestimmungen und zur Aufhebung aller von ihr auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Zwangsmaßnahmen. Demgemäß hatte Thüringen bereits durch die Berordnung Dom 27. Juli 1926 die fogenannten teueren Wohnungen ganz und gar Don den Vorschriften der Bohnungsmangelgefeggebung des Reichs und des Landes genommen. Dieser Zustand besteht mithin seit zwei Jahren. Gleichzeitig haben auch andere Länder, zum Beispiel Preußen( durch Berordnung vom 11. November 1926), ähnliche Maßnahmen getroffen. Das Borgehen Thüringens stellt also nichts Außergewöhnliches dar. aus= Die zweite der beiden neuen Verordnungen regelt zunächst den Begriff ,, teuere Wohnung". Diese Regelung war, wie gesagt, bisher durch die Verordnung vom 20. Juli 1926 dahin getroffen, daß als Grenze der Jahresmietpreis galt, der in kleinen Gemeinden bis auf 500 Mart Friedensmiete heruntergeht. Dabei waren die Gemeinden in fünf Gruppen eingeteilt. Durch die neue Verordnung wurden nunmehr acht Gruppen gebildet und die Mindestgrenzen in der untersten Gruppe mit den kleinsten ländlichen Gemeinden bis auf 240 Mart herabgesetzt. Max Krazid) gestorben. In Bern starb als Fürsorgereferent der Deutschen Gesandtschaft Genosse Mar Kratsch im 58. Lebensjahre. Genosse Kratsch war früher Buchbinder. Im Jahre 1907 trat er in die Redaktion der Münchener Post" ein, deren Leiter damals und die folgenden Jahre Dr. Adolf Müller war, der jezige Gesandte der deutschen Republik in Bern. Als nach dem Kriege Dr. Müller offiziell mit der Leitung dieser Gesandtschaft betraut wurde, folgte ihm in alter Kameradschaft auch Genosse Krazsch, der wie Müller schon während des Krieges Gelegenheit gehabt hatte, wertvolle Dienste in dem deutsch- schweizerischen Liebeswerk zu leisten. Seine Tätigkeit in der Gesandtschaft setzte diese Arbeit fort. Sein Tod tommt fast überraschend für alle, die ihn kannten und die ihm ein ehrendes Gedächtnis in der Sozialdemokratie bewahren. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfekretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Achtung! Funktionärversammlung Mittwoch, 5. September, nicht Mantag, pünktlich 19½ Uhr, in der Aula der Schule Kochstr. 13. Die Karten zur Jugendvorstellung der Voltsbühne Was ihr wollt" am Sonntag, 30. September, 15% Uhr, sind von verschiedenen Abteilungen noch nicht abgeholt worden. Dieses ist umgehend nachzuholen. Heute, Sonntag: Köllnischer Park: Alle Einsendungen für die Zeitung müssen bis spätestens 13 Uhr in den Händen von Herbert Sturm, Solzmarktstr. 41, sein. Das Festtomitee trifft sich pünktlich 13 Uhr bei Herbert Sturm. Tempelhof: Borstandssitzung pitnktlich 10 Uhr im Jugendheim.-Tempelhof- Mariendorf: Treffpunkt zum Jugendfest in Lindenhof 13 Uhr Dorf, Ecke Berliner Straße. Erscheinen ist Pflicht. Instrumente mitbringen. Steglig und Lichterfelde: Diese Begriffsbestimmung hatte nicht nur für die Befreiung vom Wohnungsmangelgeseß, sondern auch für die Mietpreisbildung selbst Treffen zum Jugendfest in Lindenhof 13 Uhr Rathaus Steglig. Bedeutung, denn die Miete in solchen teueren Wohnungen konnte seit der Verordnung vom 20. Juli 1926 durch Vereinbarung zwischen den Besonders Werbebezirt Sichtenberg: Werbebezirksfahrt Frauensee, östliche Seite. Um 10 Uhr müssen alle Abteilungen eingetroffen sein. Werbebezirk Bankow: Ballspiele auf der Wiese im Volkspark 9½ Uhr, 14 Uhr Werbung auf der Volkswiese. Instrumente sind mitzubringen. Alle Lieder aus„ Casanova", gesungen von der Originalbesehung der Urauf führung des Großen Schauspielhauses, werden auf Grund eines Gonderabtommens der Electrola- Gesellschaft m. b. S.", ausschließlich auf ElectrolaPlatten erscheinen, die am Tage der Uraufführung bei allen Autorisierten Electrola- Verkaufsstellen" in den Handel kommen werden. 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Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch Lessing- Theater räglich 8 Uhr Der Zarewitsch" CLOU Vater Rhein 3ungfrau Mosel -& in Volksfest. Heute Eröffnung! Tans der Winserinnen Haldigung der Weine Spendentans Nymphenreigen Täglich frische Mostbereitung spolis Haus Vaterland BETRIEB KEMPINSKI ERÖFFNUNG 1. SEPTEMBER EINER SAGT'S DEM ANDERN SCHULDIG S KEN 1903 1920 Die Radio- Saison 1928-1929, das 25. Jahr unserer Arbeit auf dem Gebiete der drahtlosen Technik eröffnen wir mit der Vorführung des Telefunken- Karolus- Fernsehers auf der Funkausstellung. Auf der gleichen Höhe technischen Fortschritts steht Unsere diesjährige Produktion Die neuen Empfänger für Netz- und Batteriebetrieb Telefunken 10: Die neue der neue preiswerte 3- Räh ren- Empfänger für Batterio- oder Netzbetrieb der bewährte 3- Röhrensten Verbesserungen für Batterie- und Netzbetrieb Arcolette 3 W: Empfänger mit den neueDer neue Telefunken 4: Empfänger mit den neusDer neue sten Verbesserungen Telefunken 9W: der bewährte 5- RöhrenEmpfänger mit den neu sten Verbesserungen für Batterie- u. Netzbetrieb Arcophon 3: der unübertroffene Laussprecher für Anspruchsvolle Arcophon 4: das kleine Arcophen, der billige Qualitätslautsprecher Kleines Netzanschlußgerät für Anodenspannung Type A und zur Heizung aus dem Wechselstromnetz Type W Telefunkenröhren für Netz-.u.Batteriebetrieb TELEFUNKEN Die älteste Erfahrung die modernste Konstruktion 080 A JEDER EINMA BERLIN 31.AUG. -9.SEPT. 1928 GROSSE DEUTSCHE FUNK AUSSTELLUNG Geöffnet glich von 980 Uhr vorm. bis 8 Uhr abends, Sonnabends und Sonntags und am Mittwoch, 5. Sept. bis 9 Uh abends. Eintrittspreis Mk. 1.50 Beim Kauf von Eintrittskarten an den Schaltern der Berliner Hoch- u. Untergrundbahn, der Stadt- und Ringbahn und der Bahnstationen der ersten Vorortzone, sowie bei den Schaffnern der Straßenbahn- Linien 53, 58, 72, 75 und 93 wird frele Hin- u. Rückfahrt gewährt. Theater des Westens Täglich 8 Uhr Das süße Geheimnis Operette. Heidemann, Berna, Nitter Jardowsxy- Jahnen Th. Königgrätz. 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Picha, Karl Geppert, La Jana, Marianne Winkelstern, The Comedian Harmonists, Sunshinegirls, Jacksonboys. 10 bis 6 Uhr ununterbrochen geöffnet Alle Lieder in Originalbesetzung sind nur auf Electrola- Musikplatten erschienen 6. RIEMER Kostümliche Ausstattung: Theaterkunst Hermann J. Kauimann. 7-16. Sept 229 Austellungs Hallenam 12 Kaiferdamm INTERNATIONALE B ÜRO USSTELLUNG BERLIN 1928 Vom 31. Aug. bis 9. Sept. auf dem gleichen Gelände: 5. Große Deutsche Funkausstellung Beriin 1928 UFA- PALAST am Zoo 5. A. Duponts Nollend. 62, 1397 Moulin Wochentags 715,915 Rouge Sonntag 515,715,915 GLORIA- PALAST HEIMKEHR a. d. Gedächtnisk. 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Königstadt 5564 Wochentags 7,8 Sonntag 5, 7, 9 Auf der Bühne: Die große Revue Rings um die Liebe" ALEXANDERPL Don Juan Alexanderstr. 46-48 Kupfergraben 4930 Wochentags 7, 9 Sonntan 5, 7, 9 WEINBERGSWEG Weinbergsw. 16-18 Norden 1865 Wochentags 7, 9 Sonnta 5, 7, 9 WEISSENSEE Am Antonplatz Weissensee 319 Wochentags 7, 9 Sonntag 5, 29 der große Liebhaber mit John Barrymore Gloria Swanson aber das Fleisch 1st schwach Auf der Bühne: Achtung hler gints Fener" Die große Ausstattungsrevue Eva Im Scide Bühnenschau UBERALL UFA- WOCHENSCHAU Dorf Sande Mit HOM 8 Theater am Nollendorfplatz Die ungeküßte Eva Operette in 3 Akten. Musik von M. Knopt Preise: 1. 2. 3. 4 Mk. usw. ganz auf der Erde30.0000 Schauen Sie sich unseren heutigen Herrenschuh an. Ihr erster Eindruck wird der sein, daß dieser Schuh passen muß. In der Tat werden Sie beim Hineinschlüpfen merken, daß Ihnen noch niemals ein Schuh so bequem gesessen hat wie unser Art. 550. 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Getreidefartelle gegen Ackerfegen. = Ernte loszuschlagen, wobei das gleichzeitig aufgetretene große Ge treideangebot auf die Preise drückte. Vor Gründung des Kartells wurden etwa drei Viertel der Ernte in den ersten zwei Monaten des Erntejahres verkauft, gegenwärtig fommt nur ein Bruch. teil des Getreides sofort auf den Markt. Das Getreidekartell, das im übrigen auch über die. Elevatoren verfügt, gibt den Bauern Borschüsse auf das eingelieferte Getreide und verrechnet dann am Schluß des Erntejahres auf Grund der tatsächlich erzielten Preise. Die Welternte ist im vergangenen Erntejahr gut ausgefallen,| Farmer waren früher stets gezwungen, ihre Vorräte gleich nach der dasselbe dürfte sich im laufenden Erntejahr wiederholen. Am Schluß des Erntejahres waren noch in den Getreideländern erhebliche Ueberschüsse vorhanden, so daß die Weltmarktpreise für Weizen gegenwärtig etwa um 10 Proz. niedriger sind als im vergangenen Jahr. Kanada, der zweitgrößte Weizenerzeuger und das größte Weizenausfuhrland der Welt, wird in diesem Jahr eine neue Retordernte haben. Die kanadischen Anbauflächen wurden in diesem Jahr um 10 bis 12 Proz. vergrößert, weshalb eine Ernte von 500 Millionen Bushel( 1 Bushel 36 Liter), ein Biertel mehr als im vergangenen günstigen Erntejahr, erwartet wird. = Auch die europäischen Ernteberichte lauten durchaus günstig. Die Ernten Argentiniens und Australiens, die neben Kanada und USA. die größten Getreidelieferanten der Welt sind, tommen freilich zurzeit noch nicht in Frage, weil in jenen Erdteilen die Ernte erst zur Winterzeit reif sein wird. Alles in allem wird aber die Weltversorgung mit Weizen, wenn man die noch vorhandenen umfangreichen Vorräte berücksichtigt, mehr als ausreichend sein. Anders als die Weizenerträge wird sich aber die Roggenernte gestalten da Kanada, Polen und die Randstaaten über schlechte Ernteaussichten berichten. Aus diesem Grund sind die Roggenpreise feit Anfang Juni weniger gesunken als die Weizenpreise, ja, stehen viel fach über diesen. Was die Futtermittel anlangt, so ist eine vorzügliche Welternte an Gerste, dagegen eine schwache an Mais zu erwarten. Schwierigkeiten des kanadischen Weizenkartells. Die ausreichende Weltversorgung mit Weizen in diesem Jahre hatte dem kanadischen Weizenkartel! nicht geringe Schwierigfeiten bereitet. Es handelt sich hier um ein großzügiges System der Getreideverwertung, die in der ganzen Welt ihresgleichen sucht. Von der kanadischen Weizenernte, die im vergangenen Jahr etwa 400 Millionen Bushel betrug, fkommen drei Viertel auf den Weltmarkt. Mehr als die Hälfte dieser Menge, im letzten Jahre 57 Broz, werden von dem Getreidegroßfartell verfauft. Dem Kartell find mehrere hunderttausend Farmer angeschlossen. Diese müssen sich vertraglich verpflichten, ihre ganze Ernte fünf Jahre lang dem Kartell zu übergeben. Es handelt sich hier um einen freiwilligen Zusammenschluß der Produzenten für die Zwecke der Getreideverwertung. Der vielfach angestrebte gefeßliche Zwang zum Anschluß an das Getreidekartell wurde bisher nicht durchgeführt. Der Grundgedanke des Zusammenschlusses ist Erzielung von höheren Preisen für das Getreide, indem das Großkartell die Getreide vorräte auf das ganze Jahr verteilt, und jeweils nach Maßgabe des Bedarfs in kleineren Mengen auf den Markt wirft. Die einzelnen Sonntag, 2. Geptember 1928 Staatsfubventionen der amerikanischen Landwirtschaft. Biel schwieriger als in Kanada liegen die Verhältnisse in den Bereinigten Staaten, wo sich bekanntlich die Landmirte in einer schwierigen Lage befinden. Hohe Bodenpreise, vor allem die Preisschere zwischen industriellen und landwirtschaftlichen Produkten brachten die Farmer in Schwierigkeiten. Während die Industrieprodukte durch die hohen Schutzölle verteuert werden, können die landwirtschaftlichen Produkte, angesichts der Tatsache, daß die Vereinigten Staaten ein Ausfuhrland für diese sind, keinen Schutzzoll genießen. So bleibt das Einkommen der meisten Landwirte hinter dem der städtischen Bevölkerung zurück und die Folge ist eine Landflucht größten Umfanges. Die Landwirtschaft fordert Staatshilfe, und seit Jahren stehen diese Fragen im Vordergrund der amerikanischen Politit. Der stürmischen Propaganda der Landwirte können sich die Parteien bei der Präsidentenwahl nicht entziehen, weshalb die Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft im Indessen kann das tanadische Weizenfartell troß seiner Be- Mittelpunkt des Wahlkampfes stehen. Zwar ist die sogenannte deutung bei einer guten Welternte die Weltmarktpreise doch nicht Mc. Mary Haugen Gesetzesvorlage für die Stüßung der Landwirtausschlaggebend. beeinflussen, da es zurzeit nur die Hälfte schaft vorläufig gescheitert, denn trotz zweimaliger Annahme des der kanadischen Ernte zum Verkauf erhält. Die nicht angeschlossenen Gesezes fonnte es infolge des Betos des Präsidenten nicht in Kraft Farmer machen dem Kartell Konkurrenz, wobei sie nebenbei, wie treten. Dieser Gesetzentwurf will ein Bundes Landwirtdas bei Außenseitern von Kartellen oft der Fall ist, die vom Kartellschaftsamt schaffen, das durch Ankauf von Getreidevorräten den für seine Mitglieder erreichten Vorteile mit genießen. Auch kann Inlandsmarkt fünstlich vertnappen und die angekauften von einem Weltmonopol des fanadischen Getreidekartells an- Vorräte im Ausland absetzen soll. Dadurch soll eine Steigerung der gesichts der Konkurrenz der Vereinigten Staaten, Argentiniens und Inlandspreise erreicht werden, während das Landwirtschaftsamt z11. Australiens nicht gesprochen werden. Aus diesem Grunde geht auch Weltmarktpreisen ausführen soll. Die künstliche Verknappung soll von Kanada aus eine lebhafte Bewegung, die erwähnten Ueber- folange fortgeführt werden, bis der Preis für die betreffenden Proschußländer zum Anschluß und zur Gründung eines Welt dufte, es handelt sich um Weizen, Mais, Reis, Baumwolle, Labat getreidefartells zu bewegen. Die Vorbereitungen sind dazu und Schweine, eine Höhe erreicht hat, welche den Landwirten einen im Gange und scheinen vor allem in Australien Fortschritte gemacht angemessenen Gewinn gewährleistet. Den angemessenen Preis zu zu haben. Bei den erheblichen Getreideüberschüssen, die zu niedrigen bestimmen, soll eine Aufgabe dieses Amtès sein. Da das Amt zu Preisen führten, tanzten vielfach auch die Mitglieder des tanadischen höheren als zu Weltmarktpreisen kauft und zu den Weltmarktpreisen Weizenpools als der Reihe, und haben trok vertraglichen Berbots ausführt, würde bei der Ausfuhr natürlich ein Berlust entstehen. große Mengen unter Umgehung des Kartells auf den Markt ge- Dieser Verlust soll 3. T. aus staatlichen Mitteln gedeckt, z. T. bracht. Aus diesem Grunde waren die Erfolge des kanadischen auf die Landwirte umgelegt werden. Es wurde errechtet, daß eine Beizenfartells nicht so groß wie im Vorjahre. Das Kartell war folche Umlage zur Deckung der Verluste nur einen Bruchteil des vielfach gezwungen, einen Teil seiner Vorräte dem Getreidehandel Gewinnes ausmachen würde, den die Landwirte durch die Preiszum Verkauf zu übergeben und durch diesen auch an dem Termin- steigerung auf dem Inlandsmarkt erreichen können. Das Veto des handel auf den Getreidebörsen teilzunehmen, obwohl es grundsäglich Präsidenten basiert vornehmlich darauf, daß eine fünstliche Preisunter Ausschaltung des Handels und der Börse den Weltmartt steigerung unter Umständen zu einer gewaltigen Ausdehnung unmittelbar beliefern soll. Auch zeugt die Ausdehnung der der Anbauflächen, die bei den vorhandenen BodenverhältAnbauflächen, die eine Folge der höheren Getreidepreise war, davon, niffen durchweg möglich wäre, und damit zum Zusammenbruch daß das Kartell, wenn es seinen Zweck der Preisstügung erreichen des Systems führen würde. Deshalb will man den Landwirten will, bei der gegenwärtigen Regelung nicht stehen bleiben kann. Es andere Wege der Hilfeleistung zeigen. Vor allem sollen die Prowird sich auch eine Aufteilung bzw. Einschränkung der An- duktionskosten durch eine weitgehende Maschinisierung der bauflächen notwendig erweisen. Allerdings ist es zweifelhaft, Landwirtschaft gesenkt werden. Billige und langfristige Kredite ob dies durch einfache Kartellverträge mit den vielen Hundert sollen den Landwirten die Mechanisierung erleichtern. Dies würde tausenden von Farmern möglich, oder aber ob hierzu staatlicher aber bedeuten, daß die einzelnen Farmer ihre Bodenflächen stark Eingriff notwendig sein würde. So hängt die Zukunft des vergrößern müßten, meil durch Motorenbenutzung der Landwirt kanadischen Weizenkartells davon ab, ob es ihm gelingt, einmal die das Vielfache der Bodenfläche bebauen kann als früher. Durch die Außenseiter in das Kartell hineinzubekommen, wie auch das von Umstellung der Landwirtschaft auf maschinelle Bearbeitung würde ihm angestrebte Weltweizenkartell zustande zu bringen. aber die Zahl der Pächter wie insbesondere die der Landarbeiter 1815 even va BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, A.-G. BERLIN S 14, WALLSTRASSE 65:: POSTSCHECK BERLIN 3898 FILIALEN: BREMEN, BRESLAU, DRESDEN, FRANKFURT A. 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Für den Arbeitstag im Durchs hnitt bered) net, lauten die entsprechenden Ziffern 149,3, 149,1, 149. weiter sinten müssen, und, da gegenwärtig beretts Hunderttausende| nicht vorhanden. Im Baugewerbe fieß die Aufnahmefähigtett mert-| ganzen unbefriedigend ist die Bage in der Zeptilinbustrie con Landarbeitern arbeitslos sind, so würde die Förderung der lich nach, da der größte Teil der Bauten vor dem Abschluß steht. die offensichtlich die Entwicklung des Arbeitsmarktes am stärksten Maschinisierung eine Berschärfung der Arbeitslosigkeit bedeuten. 3war war ein Rüdgang in der Zahl der Arbeitsuchenden im Laufe des Monats Juli d. I. noch feststellbar( um 13,86 Proz.), er war jedoch nicht mehr so start wie im entsprechenden Monat des Vorjahres( 21,1 Proz.). Der Bedarf an Bauhandwerkern ist gegen das Vorjahr stärker zurückgegangen, als der Bedarf an Bauhilfsarbeitern; überhaupt ist besonders in Berlin, im Laufe der ersten Hälfte dieses Jahres, der prozentuale Rück gang in der Zahl der arbeitsuchenden Bauhilfsarbeiter ein erheblich stärferer gewesen, als im gleichen Zeitraum des Jahres 1927. In der Metallindustrie hielten die guten Vermittlungsmöglichkeiten für Arbeiterinnen an, desgleichen bestand nach jugendlichen Arbeitern im Alter von 14 bis 16 Jahren starte Nachfrage, die aus Mangel an derartigen Kräften nicht voll befriedigt werden konnte. Die Absicht der Sowjetregierung, durch Gründung von neuen Somjetgütern mit start mechanisierter Produktion die Erzeugung im Großbetrieb zu fördern, um die nötigen Getreideüberschüsse für Ausfuhrzwecke zu erzielen, zeigt die Schwierigkeiten der Getreidewirt schaft beim Kleinbesig. Der Kleinbesig ist seinem Wesen nach viel mehr geeignet, Viehzucht zu treiben, und deren Veredlungsprodukte herzustellen, als Getreideüberschüsse für den Markt zu liefern. In den Ländern, wo nach dem Kriege eine Agrarreform durchgeführt und der zerschlagene Großgrundbesitz der Bewirtschaftung der Bauern in kleinen Barzellen übergeben wurde, zeigen sich die Schwierigkeiten in ganz besonderem Umfang. Die Bauern erhielten überall allzu fleine Bodenparzellen, und bei der Rückständig feit ihrer Wirtschaftsmethoden in den Balkanländern sind noch Holzpflüge in großem Umfange in Gebrauch wie bei dem g2 ringen Grad ihrer Ausbildung fönnen sie aus ihrem geringen Bodenbesig nicht genug herauswirtschaften. Sie haben den Boden schon mit Schulden übernommen. Vor allen Dingen aber forgte man in feinem der Agrarreformländer dafür, daß die Bauern für die Bewirtschaftung ihres Bodens die nötigen Kredite erhielten. Am besten wurde das Problem noch in der Tschecho= flomatei gelöst, viel schlechter in Jugoslawien und in Polen, ganz tatastrophal in Rumänien. Der erbitterte Kampf der Bauern. parteien gegen die korrupte liberale Regierung ist der Ausdruck der großen Unzufriedenheit der Bauern, die sich um die Agrarreform betrogen fühlen. Rumänien erhielt jetzt eine Auslandsanleihe 31 3weden der Stabilisierung seiner Währung bzw. zur Ernte finanzierung. Andere Anleihen stehen für Zwecke der Industrialisie rung in Aussicht. Doch vertritt die gegenwärtige Regierung aus schließlich die Interessen der Großbourgeoisie und vernachlässigt vollkommen die Bauernwirtschaft, obwohl gegenwärtig die erste und dringendste volkswirtschaftliche Aufgabe in Rumänien, die ausreichende Kreditversorgung der Bauern sein müßte. Frankreich und England haben die Anleihen an Rumänien aus rein politischen Gründen gegeben, ohne sich um die Art der Verwendung zu kümmern. Es versteht sich von selbst, daß auch die Getreideversorgung der Welt unter diesen Umständen in den Ländern, in welchen die Agrarreform durchgeführt wurde, und die früher die europäischen Zuschußländer mit Getreide belieferten, nicht unerheblich leiden muß. A. H. Wie steht die Konjunktur? Brandenburger Arbeitsmarkt gebessert. De rückläufige Bewegung des Arbeitsmarktes im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg ist in der Berichtswoche vor= übergehend zum Stillstand gekommen. Der Grund dafür ist darin zu suchen, daß die Beschäftigungsmöglichkeiten im Holz- und Schnigstoffgewerbe, in der Nahrungsmittelindustrie sowie im Gaft- und Schantwirtschaftsgewerbe wieder etwas stärfer geworden sind, wodurch die steigende Tendenz in der Bahl der Unterſtügungsempfänger aufgehalten wurde. Den Arbeitsmartt am stärksten belastete nach wie vor die Textilindustrie, in welcher fich die Zahl der Arbeitsuchenden und Unterstützungsbezieher weiter vergrößerte. Aussichten auf eine Besserung sind für absehbare Zeit Zur Die Gesamtzahl der Unterstützung beziehenden Personen betrug in der Berichtswoche 97 284( 99 098), davon entfallen 63 795( 64 626) auf männliche und 33 489( 34 472) auf weibliche Hauptunterſtügungsempfänger. männliche und 30 891( 31 740) weibliche, zusammen 86 012( 87 496) Berfonen. Krisenunterstügung erhielten 8674( 8870) männliche und 2598( 2732) weibliche, zusammen 11 272( 11 602) Personen. Die Gesamtzahl der Unterstützungsempfänger ist demnach weiter um 1,83 Proz.( 0,8 Proz) gesunten. Handel und Gewerbe im Auguft. Nach den Berichten der preußischen Industrie und Handels fammern, die vom preußischen Handelsministerium zusammengestellt werden, hat sich im August die Abwärtsbewegung der Konjunftur verlangsamt. In einzelnen Produktions mittelindustrien trat fogar eine allerdings saisonmäßig bedingte Be Iebung ein. Die Arbeitslosenziffer im Reich dagegen ist seit einem halben Jahr zum erstenmal nicht mehr gesunken. Die Berichte aus dem Ruhrgebiet lauten weiterhin ungünstig. Doch wird man erst im September übersehen tönnen, wie weit fich die in vielen Industrien bemerkbar machende Abbrödelung der Konjunktur auswirken wird. Die arbeitstägliche Kohlenförderung hat sich mit 360 644 Tonnen im Auguft fast noch auf der Höhe des Juli gehalten. Die Arbeiterzahl dagegen betrug Ende Juli mit 377 000 mann etwa 7000 weniger als im Vormonat. Mit besonderer Sorge fieht man im Bergbau der Tariferhöhung der Reihsbahn entgegen. Man nimmt an, daß die Kohlenfrachten, die fast ein Drittel der gesamten Frachteinnahmen der Reichsbahn darstellen, auh mit erhöhten Tarifen belastet werden. Die Lage in der Eisenindustrie ist ungleich, doch rechnet man auch hier mit einem weiteren Ronjuntturrüdgang, da die wichtigsten Eisenverbraucher, wie Maschinen-, Metall- und auch Textilindustrie, über verstärkten Absatzmangel flagen. Allerdings hat die Eisenindustrie den Rückgang der Industrieaufträge teilweise durch einen per st ärtten Egportwettmachen tönnen, so z. B. in Form eisen, Stabeisen und Röhren. Der Güterverkehr der Reichsbahn bildet ein wichtiges Konjunkturbarometer, und die Entwicklung der Güterwagenstellung in der letzten sieben Wochen zeigt, daß trog der verschiedenen Rückgangserscheinungen in der Konjunktur die allgemeine Güterbe wegung sich noch auf verhältnismäßig hohem Stande gehalten hat. Da die arbeitstägliche Güterwagenstellung im Durchschnitt der letzten sieben Wochen 150 200 gegen 149 900 in der entsprechenden Zeit des Vorjahres betrug, in der schon eine all verfehr noch keine starte Abwärtsbewegung der Konjunktur herleiten. Mannesmann- Kapitalerhöhung. Gute Betriebslage im Konzern. In der Sigung des Aufsichtsrates der Mannesmanna Röhrenmerte, Düsseldorf, wurde die Erhöhung des Stammtapitals um 25 Millionen Mart beschlossen. Der Ausgabeturs der neuen Stammattien soll erst furz vor deri 25. September, dem Termin der außerordentlichen Generalversammlung, bestimmt werden. lleber den Verlauf der ersten sechs Monate des Geschäfts. jahres 1928 murde mitgeteilt, daß der Absaß der Hütten merte fich mengenmäßig auf der Höhe der entsprechenden Zeit des Vorjahres gehalten habe, daß sich der Kohlenabsag dagegen verringert habe. Das Gesamterträgnis des ersten Halbjahres stehe dem von 1927 in feiner Weise nach. letzten Wochen wiederum eine Anzahl Aufträge für den Ausbau Große Aufträge für die AEG. Der AEG- Konzern hat in der verschiedener Straßen- und Hochbahnen erhalten. So erteilte die Hochbahngesellschaft Berlin Aufträge auf die vollständige elektriide Einrichtung für sechs Triebwagen der Nordsüdbahn. Die Chemnizer Straßenbahngesellschaft bestellte die Ausrüstung für 22 Motormagen und die Düsseldorfer Straßenbahn Sie Ausrüstung für 15 Motorwagen. Außerdem hat die Gesellschaft noch für andere Straßenbahnunternehmungen die Ausrüstung für weitere 26 Triebmagen zu liefern. Außer diesen bedeutenden Inlandsaufträgen hat die AEG größere Auslandsaufträge für die Straßenbahn Lissabon und südamerikanische Straßenbahngesells haften in Arbeit. Fabril. Der Aufsichtsrat der Dresden- Leipziger Schnellpreffen Zehn Prozent Dividende bei Dresden- Ceipziger Schnellpreffen. 2.-G. in Naundord beschloß, der Generalversammlung bei einem von 0,48 auf 0,55 Millionen Mart erhöhten Reingewinn eine Dividende von 10 Prozent wie im Vorjahre vorzuschlagen. Den größten Turbogenerator Europas baut zurzeit der SiemensSchudert- Konzern für die Reichselektrowerke zum Betrieb im Großtraftwert 3schornewitz. Dieser Turbogenerator gewährleistet die Erzeugung einer Stromleistung von 100 000 Kilopoltampere Die günstige Lage der chemischen Industrie hat auch im Auguft angehalten. Die Farbenausfuhr, besonders nach England, ist weiterhin gestiegen, wobei besonders hochwertige Qualitäten bevorzugt werden. Auh die gute Beschäftigung in der elektrotechnischen Industrie hat im Laufe des Monats noch feine Abschwächung erfahren. Die Lage der Autoindustrie wird gleichfalls noch befriedigend geschildert. Dagegen hat sich der Baumarkt im August nicht so belebt, wie man erwartet Goldwaren.Uhren- Belmonte Königstr. 30 hatte, da die industriellen Bauaufträge sehr gernig waren. Im Reizender Einsegnungsschmuck für Mädchen und Knaben in großer Auswah Jugendweihe Knabenstiefel 9 Stiefelkönig S 13 St. A. I. 28 gew. Anl. Herr Walter Stiller beabsichtigt die Errichtung einer Anlage zur Erbauung eiferner Schiffe in Berlin- Stralau auf dem Grundstüce Tunnelstraße Nr. 14. Etwaige Einwendungen gegen diese Anlage find bei dem unterzeichneten Stadtausichuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach der Beröffentlichung ab gerechnet, schriftlich in doppelter Ausfertigung oder zu Protokoll anzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr erhoben werden. Beschreibung und geichnungen der geplanten Anlage liegen in unferem Bureau, Berlin C2, Baisenstr. 27, 1 Treppe, Zimmer Nr 60, an den Geschäfts tagen in der Zeit von 9 bis 2 Uhr während Der oben bezeichneten Frift zur Einsicht aus Zur mündlichen Erörterung der recht zeitig erhobenen Einwendungen wird vor und Einsegnung Lack- Spangenschuh 790 Friedrichstr. 131c, an der Karlstr. KUCHEN. rob emailliert Kuche Lottchen... 55 M. 90 M. Küche Christine m. Anr. 85 M. 135 M. RIESENAUSWAHL roher, lackierter, lasiert. Küchen, einz. Kleider- u. Küchenschränke in ca. 135 Mustern. HIMMEL Hauptgeschäft: unferem Rommissar, Stabtoberinipettor Lothringer Str. 22, Schönhaus. Tor Genit, auf Mittwoch, b. 19. September 1928. Dormittags 9 Uhr, in unserem Bureau ein Termin anberaumt. zu dem der Unternehmer sowie die Widersprechenden unter der Eröffnung geladen werden, daß auch bei ihrem Ausbleiben mit der Erörterung der Einwendungen vorgegangen wird. Berlin, den 29. August 1928. Der Stadtausschuß Berlin, Abtl. 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