Morgenausgabe Nr. 419 A 213 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bf., monatfi 3,60 2. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat. * Der Vorwärts" erscheint wochentaglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen ,, Boll und Zeit" und ,, Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen"," Frauen. ftimme". Technit"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 5. September 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die etnipaltige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen das ettge. brudte Wort 25 Pfennig( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden Straße 3, wochentagl, von 81/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Bostichedkonto: Berlin 37 536. · Bankkonto: Banf der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentasse Lindenstr. 8 Rednerstreif in Genf. Erst heute politische Debatte.- Erste Aussprache zwischen Müller und Briand. V. Sch. Genf, 4. September.( Eigenbericht.) Der Völkerbund hat sich am heutigen Tage gehörig blamiert. Die für den Nachmittag anberaumte Sigung fand zwar statt, sie wurde aber ausschließlich mit geschäftsordnungsmäßigen Mitteilungen des Präsidenten Zahle ausgefüllt. Denn, als in die eigentliche Tagesordnung eingetreten werden sollte, und zwar über die De batte über die Tätigkeit des Völkerbundrats und des Völker bundssekretariats, da mußte der Sekretär mitteilen, daß sich bisher fein Redner zum Wort gemeldet hätte, obwohl er am Montag ausdrücklich um baldige Wortmeldung gebeten hatte. Nun bildet diese Debatte die eigentliche politische Aussprache auf der Jahresversammlung des Bölkerbundes. Zweifellos werden sich fast alle 50 anwesenden Delegationen zum Teil sogar mit mehreren Rednern daran beteiligen, aber feiner wollte den Anfang machen. Jeder Versammlungsbesucher fennt von Zahlabenden oder von Wahlversammlungen her jene peinliche Situation, die dann eintritt, wenn der Vorsitzende die Diskussion über ein Referat eröffnet und es manchmal eine volle Minute dauert, bis sich ein Disfuffions redner den Entschluß zur Wortmeldung abringt. Ist aber erst der Bann gebrochen, dann weiß man sich allerdings manchmal vor den vielen Wortmeldungen überhaupt nicht anders als durch einen Schlußantrag zu retten. Aehnlich erging es seit zwei Tagen dem Böllerbund. Die großen Mächte wollten niht als erste sprechen, weil das nicht als vornehm" gilt, die Kleinen wollten erst ab warten, in welcher Richtung die Diskussion läuft. Und so sah sich der Präsident Bahle gezwungen, unter schallendem Gelächter und ironischem Beifallsklatschen der Journalisten und Publikumsgalerien die Sizung furzerhand zu schließen und die neue Sizung auf Mittwoch freibleibend" einzuberufen. Sollte sich bis heute abend 9 Uhr niemand zum Worte gemeldet haben, so würde auch die morgige Plenarsizung ausfallen. Diese Drohung hat bewirkt, daß sich zunächst holland, opferte" und dann sich bald vier weitere Staaten, darunter China, zum Wort meldeten. Auf einmal geht es also! Der Rednerstreit ist gebrachen, die Rednerflut setzt um so mächtiger ein. Bei etwas geschickte rer Regie hätte man allerdings dieses blamable Zwischenspiel der Welt ersparen tönnen. Reichstanzler Hermann Müller wird für die deutsche Delegation erst gegen Ende der Woche das Wort ergreifen. Seine Ausführungen werden durch den Verlauf seiner bevorstehenden Unterredungen mit den Vertretern der Besatzungsmächte beeinflußt sein. Heute Aussprache Müller- Briand. V. Sch. Genf, 4. September.( Eigenbericht.) Die Unterredung zwischen Briand und Hermann Müller ist für Mittwoch abend 6% Uhr vereinbart worden. Die nationalistischen Gerüchteträger auf beiden Seiten, die bereits versicherten, daß diese Aussprache überhaupt nicht stattfinden würde, haben sich fomit wieder einmal umsonst bemüht. Richter: und Ratswahl. V. Sch. Genf, 4. September.( Eigenbericht.) Eine der geschäftsordnungsmäßigen Mitteilungen des Präsiden ten Zahle zu Beginn der verunglückten Plenarsizung am Nachmittag betraf das Verfahren für die Neuwahl eines Mitgliedes des Ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag an Stelle des zurückgetretenen Amerikaners Moore. Die Wahl wird am Sonnabend stattfinden und voraussichtlich auf den ehemaligen amerikanischen Staatssekretär Hughes fallen. Die andere Mitteilung bezicht fich auf das formelle Gesuch Chinas, dessen Mandat im Völkerbundsrat jetzt abläuft, auf eine Wiederwählbarteits erflärung. Es gilt als sicher, daß die chinesische Delegation mehr Glück mit diesem Begehren haben wird als die belgische im vergange nen Jahr, die die nötige 3meidrittelmehrheit für ihre Wiederwählbarkeit nicht erzielen konnte. Nach den jüngsten Ereignissen im fernen Osten, die eine politische Konsolidierung des zahlenmäßig größten Reiches der Welt erhoffen lassen, wird der Völkerbund sich schwer hüten, die chinesische Rationalregierung vor den Kopf zu stoßen. Selbst Japan und England, die den Chinesen sicherlich nichts Gutes wünschen, haben nichts unternommen, um die Wiederwählbarkeit Chinas zu hintertreiben. Biel mehr Kopfzerbrechen als der Antrag Chinas bereitet der Fall Spanien, über den das Bureau( Präsidium) der Versammlung heute voile drei Stunden lang( von 12 bis 3 Uhr nachmittags) in einer geheimen Sigung beriet. Man erinnert sich, daß die vom Bölkerbund vor zwei Jahren genehmigte Ratsreform eine Zwecklösung war, die drei bestimmten Staaten zugutetommen sollte: Spanien, Brasilien und Polen. Diese drei Staaten sollten ausnahmsweise die Möglichkeit erhalten, zugleich mit ihrer Wahl in den Rat sofort für wiederwählbar erklärt zu werden. Damals kam diese Sondermaßnahme nur Polen zugute, weil Spanien und Brasilien feinen Gebrauch davon machen wollten und sich aus dem Völkerbund zurückzogen. Brasilien ist mzwischen endgültig ausgeschieden, Spanien dagegen hat sich im letzten Augenblick besonnen und ist jetzt wieder in Genf erschienen. Diese Rückkehr ist zum Teil auf die Zugeſtändnisse zurückzuführen, die Spanien auf der Pariser Tanger- Konferenz von Frankreich und England gemacht wurden, zum Teil haben aber auch die Groß mächte der spanischen Regierung diesen Umfall erleichtert, indem sie ihr die sofortige Wiederwählbarkeit ausdrücklich versprachen. Indessen hätte die Regelung von 1926, wonach die Wiederwählbarfeit fofort( und nicht erst nach Ablauf von drei Jahren) mit 3weidrittelmehrheit beschlossen werden könnie, nur eine einmalige Ausnahme sein sollen. Um nun das neue Versprechen der Großmächte Spanien gegenüber erfüllen zu können, muß man durch ein besonderes Votum der Versammlung beschließen lassen, daß das damalige Vorzugsverfahren in diesem Jahre noch einmal ausnahmsweise zur Anwendung gelangen kann. Die fleinen Staaten waren zunächst über diese Zumutung ernstlich böse. Aber es scheint, daß sie sich doch haben breitschlagen lassen, um keinen Riesentrach mit Spanien heraufzubeschwören. Der dänische Bräsident der Versammlung, Bahle, wird selbst einen dahingehenden Antrag dem Präsidium einbringen. An der Formulierung dieses Antrages hat nun das Bureau volle drei Stunden lang gearbeitet. Schließlich ist man einig geworden, und man glaubt, daß nunmehr die sofortige Wiederwählbarkeitserklärung Spaniens in einer der nächsten Sizungen von der Versammlung mit der nötigen qualifizierten Mehrheit genehmigt werden wird. Abrüstungsdebatte wird abgewürgt. Genf, 4 September. Der Präsident der vorbereitenden Abrüstungskommission, der holländische Gesandte in Paris, Loudon, hat an den Präsidenten der Bollversammlung. Zahle, ein Schreiben gerichtet, in dem er den Antrag stellt, die Abrüftungs- und Sicherheitsfragen nicht in den sogleich der dritten kommission zu überweisen und sodann lediglich den Kommissionsbericht über die Abrüstungsfragen in der Vollversammlung zur Debatte zu stellen. Die Vollversammlung hat dem Antrag Loudons 3 u ft immung erteilt. In den Delegiertenkreisen ist jedoch starke Mißffimmung wegen dieses Vorgehens zu bemerken, da man hierin offensichtlich den Versuch fieht, die Behandlung der Abrüftungsfrage der allgemein erwarteten scharfen Kritik in der Vollversammlung zu entziehen und die Abrüstungs- und Sicherheitsfragen auf dem Wege der kommissionsberatungen abzudämpfen. Jedoch wird das Abrüftungsproblem in der dritten Kommiffion, in der fämtliche Delegationen vertreten find, in breifer Weise aufgerollt werden. Generaldebatten der Bollversammlung zu erörtern, sondern Der Der Völkerbundsbau vertagt. Völkerbundsrat beschloß, den Entwurf für den Bau eines Völkerbundspalastes an das Fünfertomitee zu einer nochmaligen Durchberatung zurückzu( Weitere Meldungen auf der dritten Seite.) verweisen. Gasunfall beim U- Bahnbau. Sechs Arbeiter betäubt. In der Baugrube der U- Bahn an der Ecke Neue Königstraße und Alte Schükenstraße ereignete sich gestern kurz vor Mitternacht ein eigenartiger Unfall. Inmitten der Arbeiten sanken plöklich sechs Arbeiter bewußtlos zu Boden. Von der übrigen Belegschaft wurde sofort die Feuerwehr alarmiert, die nach wenigen Minuten an der Unfallstelle eintraf und die verunglückten Arbeiter ins Freie schaffte. Während sich vier Arbeiter unter der Behandlung der Feuerwehrsamariter bald wieder erholen konnten, mußte ein Arbeiter zur Rettungsstelle und ein anderer, der besonders schwer mitgenommen war, ins Krankenhaus a mt Friedrichshain geschafft werden. Wie festgestellt wurde, sind die Verunglückten einer Gasvergiftung zum Opfer gefallen. Bei den Arbeiten ist vermutlich ein Gasrohr beschädigt worden, wodurch größere Gasmengen ungehindert ausströmen konnten. Was soll die Kriegsflotte? Ein Beitrag zur Panzerschiffdebatte. Von Franz Künstler. In der Diskussion, die durch den Bau des Panzerfreuzers A ausgelöst wurde, ist die Frage aufgeworfen worden, ob Deutschland überhaupt eine Kriegsflotte braucht. Diese Frage wird nicht nur von Sozialdemokraten, sondern auch von bürgerlichen Politikern und Marinesachverständigen gestellt. Darüber kann es faum eine Meinungsverschiedenheit geben, daß die Kriegsflotte, wie sie Deutschland durch den Rriegsinstrument ist. Aus dieser Erkenntnis heraus Versailler Vertrag vorgeschrieben ist, fein brauchbares haben seinerzeit auch militärische Kreise sich gefragt, ob es überhaupt einen Zweckt habe, eine Kriegsflotte zu unterhalten, deren Gefechtswert durch die einengenden Bestimmungen des Friedensvertrages auf Null herabgesetzt ist. Nach anfänglichem Schwanken trugen die Anhänger einer neuen deutschen Flotte den Sieg davon, und seitdem belastet die aus 6 Schlachtschiffen( 10 000 Tonnen), 6 fleinen Kreuzern( 6000 Tonner 12 Zerstörern( 800 Tonnen) und 12 Torpedobooten( 200 Tonnen) bestehende Kriegsflotte den Marinehaushalt von Jahr zu Jahr mehr. Allein im Rechnungsjahr 1927/28 bediffert sich der Marinehaushalt auf 218,8 Millionen Mart. Nur 2 788 210 Mart wurden bei der letzten Etatberatung vom Reichstag gestrichen. Die deutsche Seemacht, die weder über Unterseeboote noch über Luftstreitkräfte verfügt und deren Bestand an Waffen, Munition und Kriegsmaterial an Bord oder in Reserve vertraglich festgelegt ist, erscheint somit schon nach rein militärischen Erwägungen als ein nuklojes, aber für den deutschen Steuerzahler um so fostspieligeres Instrument. Reichstag die Frage vorlegen, ob das durch den Weltkrieg Es ist wirklich an der Zeit, daß sich Reichsregierung und verarmte und verschuldete Deutschland finanziell die vielen Millionen für die Kriegsmarine nicht sparen kann. Man sollte diese Frage ganz sachlich und ohne Aufwühlung politi scher Leidenschaften erörtern. Dann würde sich herausstellen, daß es für die Beibehaltung der Kriegsmarine weder militärische noch politische Gründe gibt. Für Seefriegspielerei im Frieden sollte das neue Deutschland nicht Hunderte von Millionen hinauswerfen. Millionen hinauswerfen. Wenn Fachleute die deutsche Kriegsflotte, einschließlich der Ersatzbauten, als altes Eisen bezeichnen, dann ist es unverantwortlich, wenn Jahr für Jahr in immer steigendem Maße Mittel bewilligt werden, damit ein paar Schiffe ihre Mannschaft auf dem Weltmeere spazieren fahren können. Das Argument unsrer Kriegervereinspolitiker, daß die deutsche Flotte die Aufgabe habe, die deutsche Flagge zu zeigen, ist wahrlich nicht durchschlagend genug, um die Ausgabe von Hunderten von Millionen zu rechtfertigen. Dieses Geld könnte für Wohnungsbauten und andere soziale Zwecke viel besser verwendet werden. Wie die Dinge heute in Europa liegen, beruht die Sicherheit Deutschlands auf ganz anderen Voraussetzungen als auf der Eristenz einer deutschen Kriegsmarine. Nur ganz unbelehrbare Rüstungsfanatiker werden immer wieder die Forderung nach einer starken Land- und Seemacht erheben. Diese Politiker mit dem Vorkriegshorizont hoffen auf bessere Zeiten". Sie glauben, bei einer anders gestalteten Mächtegruppierung ihre mehrmachtpolitischen Ziele ver= wirklichen zu können. Für sie ist das heute Vorhandene nur der Grundstock für die so heiß ersehnte starte Wehrmacht". Auf die Wünsche dieser Politiker einzugehen, hat das neue Deutschland nicht die geringste Veranlassung. Deutschland fann ebensogut auf eine Kriegsmarine verzichten, wie dies Belgien und andere Staaten schon getan haben. Obwohl Belgien einen Teil des Kongo als Kolonialland befißt, hat es vor dem Kriege und bis heute niemals die Notwendigkeit. einer Kriegsflotte anerkannt. Als bei Friedensschluß Belgien deutsche Kriegsschiffe als Eigentum zugesprochen erhielt, hat es sehr bald diesen Grundstock einer zugesprochen erhielt, hat es sehr bald diesen Grundstock einer Kriegsmarine wieder beseitigt. Es gibt Marineschriftsteller, die die Notwendigkeit einer deutschen Kriegsmarine mit dem Hinweis auf Bolen begründen. Jeder Politiker aber weiß, daß eine trot Locarno und Kellogg etwa denkbare deutsch- polnische Auseinanderfegung legten Endes nicht nur eine Angelegenheit dieser beiden Staaten wäre. Was heute Polen an Kriegsmarine besitzt, ist als eine Bedrohung Deutschlands wirklich nicht anzusprechen. Polen verfügt über fein einziges Schlachtschiff. Zwei Zerstörer, fünf Torpedoboote, drei Unterseeboote und Ihr gegenüber ist Deutschland immer noch geradezu eine Seemacht ersten Ranges. Für Polen ist die Kriegsmarine genau so überflüssig wie für Deutschland. -Französische Ozeanflieger notgelandet. fünf Kanonenboote das ist die polnische Kriegsmarine. In Maroffo. Paris, 4. September. Aus Casablanca( Maroffo) wird gemeldet, daß die Flieger isolant und Lefevre dort angelangt sind, da einer der Motoren defekt geworden war. Die stärkste Seemacht in der Ostsee ist Sowjetruß= land. Seine baltische Flotte setzt sich folgendermaßer zusammen: 1 Marat a) Linienschiffe 26.000 t 2: Parishestaja Kommuna 26 009 3. Ottjabrskaja Revoluzia. 26 009 4( Frunse). 26.000 " " 27 je 12-30,5 cm Geschütze 16-12 cm 104 000 t Depl b) 3erstörer 3 Zerstörerdivifionen zu 4 Booten 1 Karl Marr, Kalinin, Engels, Lenin 2. Stalin, Sinotjeff, Irogfi, rigfi 3. Bolodarski, Latun, Orfei, Pampiätj 3, Fimingefi 1 Srepfi 2. Lichot 3. jodfi 4. Zomti c) Torpedoboote Größe etwa 1400 t Geschw 30 sm Größe 400 t Geschw 26 sm d) Kanonenboote 1. Krajnaja Snamja 2. Krasnoje Swjesda e) U- Boote 2 U- Bootdivisionen zu je 3 Boote 1. Babraf, Rommunar, Proletari 2. Rabotichi, Krasnoarmejen, Rammiffar( ganz modern 16.800 t 1.600 t 1 400 t 1.760, Größe 700 4200 t 3. Krasnoflotez, Bolschewit, Towarischisch Geschw 12/9 II. Geschwader für Küffenverteidigung. a) Kreuzerverband 1. Gesch- Kreuzer, Brofintem" 6800 t 15-13 cm Beschm. 30 sm 2. Geich. Kreuze S 6.6 R." 6800 t 10-13 cm Geschr. 19 sm b) Zerstörer divisionen zu je 4 Booten 1. Geidamaf, Swerdloff, Schelesn afof, Ussuriz 600 t 2. Donskoi Kajat, Sabaitalet, Stereguschtschi Straschmj Geschm. 4800 t 26 sm Zu diesen Schiffen kommen noch hinzu, Aviso"", U- BootMutterschiffe, Minenleger, Flugzeug- Mutterschiff usw. Auch diese respektable Stärke der russischen Flotte in der Ostsee kann für Deutschland fein Antrieb sein, seine Seemacht auszubauen, zumal kein Mensch in Deutschland von den Legendenerzählern der KPD. abgesehen eine friegerische Auseinanderseßung mit Rußland für möglich hält. So fommt man immer wieder zu dem Ergebnis, daß die Kriegsflotte für Deutschland weiter nichts ist als ein fostspieliges Spielzeug, von dem es sich jederzeit befreien fönnte, ohne Schaden an feiner Sicherheit zu nehmen. Der Verzicht auf die Priegsmarine ist unter diesen Umständen keine Forderung der Parteipolitif", wie unsere Gegner unterstellen, sondern eine Schlußfolgerung, die sich aus einer sachlich- unparteiischen Prüfung der gegebenen Umstände von selber ergibt. Nur die Viertklassigen... Lob der Reichsbahn bei Hugenberg. und unsozial empfunden, überall scharf fritisiert nur bei Hugenberg nicht. Dort ist man zufrieden. Die Feier des Deutschen Museums Grundsteinlegung für den Studienbau.- Ein Werf für Bildung und Fortschritt. München, 4. September.( Eigenbericht.) von Innenminister Severing und dem banerischen Ministerpräsidenten. Hinter ihnen schritt die Borstandschaft des Deutschen Museums. Nach furzer Vorstellung der Ehrengäste erfolgte der festliche Einzug der 3ünfte, die die eiserne Grundsteinfassette mit den Urfunden in den schweren Granitblock senkten, der den, eigentlichen Grundstein des Neubaues bildet. Es folgten einige kurze Festreden. Die erste von dem derzeitigen Vorsitzenden des Vorstandes, dem Industriellen Karl Friedrich Don Siemens, der den Wert des Deutschen Museums darin erblickt, daß seine Besucher ihre eigenen Kenntnisse vertiefen und dann aus eigener Kraft neues schaffen. München fah am Dienstag einen großen Teil des offiziellen Deutschland in seinen Mauern. Reichs- und Länderregierungen, an ihrer Spihe der Reichspräsident, Vertretungen von Kunst und Wissenschaft und allen Zweigen des Wirtschaftslebens waren Gäfte der Stadt und des Deutschen Museums zur Grundstein legung des Studiengebäudes und der Bibliothek des Lebenswert Ostar Museums, durch deren Erbauung das Don Millers seine Vollendung erhalten wird. Durh Anlegen einer umfassenden naturwissenschaftlichen und technischen Bibliothet, die besondere Einrichtungen auch für das ungeschulte Laienpublifum erhält, ferner durch eine Plansammlung und durch fortlaufende Beranstaltungen von Vorträgen sollen die in den Sammlungen des Museums erworbenen Kenntnisse praktisch verwertet und aus ihnen praktische Ruganwendungen gezogen werden. Durch dieses Studiengebäude dürfte das Deutsche Museum zu einer Bentrafstelle für alle technischen Wissenschaften, ein Ort der Anschauungen der Natur fältiger Beweis dafür, daß dieses Museum allen Schichten des wissenschaften und Technik und eine Geburtsstätte für neues werden. Dieser umfassende Plan ließ eine feierli he Grundsteinlegung des zweiten Teiles des Museums angebracht erscheinen. Leider zeigte die Stadt den ganzen Tag über nur eine sehr färgliche Beflaggung. Die reaktionäre Mitarbeit des Stadtrates sabotierte den Beschluß auf Hissung der schwarzrotgoldenen Fahne, indem nur hoch oben an der Rathausturmspitze vier kleine Fahnen wehten, darunter allerdings auch die Reichsfarben. An den übri= gen städtischen Gebäuden sah man kaum irgendwo Schwarzrotgold, was offenbar auf den Beschluß der bayerischen Regierung zurückzuführen war, nur Weißblau zu flaggen. In diesem Zwiespalt enthielt sich die Bevölke rung in ihrer Mehrheit jeder Beflaggung, soweil sie aber Fahnen zeigte, herrschte Weißblau und Schwarzweißrot vor. Selbst das Divisionsgebäude der Reichswehr wußte nihts von Schwarzrotgold. Nur das Deutsche Museum gab auf seinem Mafte der Reichsfahne bewußt den Vorzug. An der Stelle des künftigen neuen Baues, des Studiengebäudes, das architektonisch aufs engste mit dem jeßigen Sammlungsbau zusammenhängt, war ein mit Leinwand überdachter roter Holzbau errichtet, der in seiner schlichten Dekoration einen weihevollen Eindruck machte. Punkt 10 Uhr erschien der Reichspräsident, begleitet Der Haßgefang von Fürstenwalde. Kommißftiefel gegen Republif. Der Frontsoldatentag in Fürstenwalde, auf dem eine Botschaft des Hasses gegen die Republik und ihre Verfassung verlesen wurde, Die Tariferhöhung der Reichsbahn wird überall als drückend ist ein Symptom für eine neue Radikalisierung des Stahlhelms. Der Frontfoldatentag wurde veranstaltet von den in der Landsmannschaft Kurbrandenburgischer Adler zusammengeschloffenen Landesverbände der Bünde Stahlhelm, Werwolf, Kö nigin Luise, Roter Adler und Werwolf Ostmart. Der Haßgefang gegen die Republik ist der Ausdruck des gemeinschaftlichen Hafses dieser Verbände gegen die Verfassung. Diesem Haßgesang haben sich, wie man aus dem„ Jungdeutschen" erfährt, die Landesverbände Bommern, Berlin und Grenzmart des Stahlhelms vollinhaltlich angeschlossen. Der Nacht- Tag" stellt feft: D- 3ug- Reisen werden billiger. Von der Erhöhung werden nur die Passagiere der 1. und 4. Klasse betroffen." Nur die Passagiere der 4. Klasse! Das sind die Leute, auf die der brave Normalbürger vom Lofal- Anzeiger" und Nacht- Tag" mit grenzenLofer Berachtung und fatter Klassenüberheblichkeit herabjieht. Nur die Passagiere der 4. Klasse das find 83 Proz. der Fahr: jubelnd begüßt worden. Das Organ des Herrn Graefe sieht darin gäste der Reichsbahn, es sind die Streise, die bisher mit ihren Groschen die Reisen der Fahrgäste in den höheren Klassen subventionieren mußten. Mit anderen Worten: es ist nur das Bolf, das mehr bezahlen muß die zahlungsfähigen Leute werden nicht betroffen. 25 Dieses Aufatmen der Hugenbergpresse in diesem„ nur“ ist die härteste Kritit, an der Tarifpolitik der Reichsbahn, es ist zugleich das Bekenntnis der Hugenbergpresse, daß sie die Interessen der zahlungsfähigen Spießbürger gegen das Bolf vertritt. Man muß es sich merken, dieses Nur" des„ Nacht- Tags". Wie viele werden unter den Lesern dieses Blattes sein, die selbst die pierte Klaffe benutzen müffen, weil für sie bisher der Fahrpreis in der dritten Klasse unerschwinglich war. Sie müssen jetzt den höhere. Fahrpreis bezahlen, und müssen sich dafür von der Zeitung, die sie lefen, noch sagen lassen: nur die Passagiere der vierten Klasse.. Nicht allein das. Sie müssen in dem Blatte, das sie durch ihre Groschen unterstützen, noch leſen: 4 In den Personenzügen wird die dritte Klaffe zwar billiger, jedoch werden die Fahrgäste dritter in derartigen Zügen zu sammen mit dem Publikum der vierten Klasse befördert, was auf manchen Strecken nicht gerade an= genehm sein dürfte." Zusammen mit dem Volte in einem Abteil reisen da empört fich die Bürgerüberheblichkeit der Leute von Hugenberg. Pfui Teufel, hier riecht's nach Bolt so sagen sie. Aber die Groschen der Biertklassigen, die in ihrer Einfalt immer noch die Hugenbergpreffe lesen die riechen nicht! Der Haßgesang von Fürstenwalde ist in der völkischen Presse eine Kundgebung der Soldaten gegen die Zivilisten. Die Zivilisten das sind die Regierung und die Vertreter des Staates, die Sol das sind die jungen unreifen Bürschchen, die von den Drahtzichern der Behrverbände benugt werden. Diese Selbst charakteristik trägt dazu bei, die Ziele der rechtsradikalen Wehrverbände und vor allem des Stahlhelms in das rechte Licht zu setzen. Was sie wollen, das ist die Diftatur des Kommißstiefels über das Daten Volt, die militärische Zwangsherrschaft gegen die Demokratie. Was die Volkspartei anbelangt, so mag sie die Frage selbst klären, ob sie die Zwiespältigkeit und innere Halbheit ihrer Stellung weiter aufrechterhalten will, die durch die Teilnahme so vieler prominenter Volksparteiler am Stahlhelm hervorgerufen wird. Die Regierungskrise in Thüringen. Antwort der sozialdemokratischen Fraftion an die Demofraten Weimar, 4. September.( Eigenbericht.) Der mit der Regierungsbildung in Thüringen beauftragte Demotrat Dr. Krüger fragte im Berlauf seiner weiteren Berhandlungen bei der sozialdemokratischen Fraktion des Thüringischen Landtags an, ob sie bereit sei, sich an einer Regierung, bestehend aus Demokraten, Wirtschaftspartei und Deutsche Innenminister Severing sieht im Deutschen Museum einen lebendigen Bildungs- und For schungsmotor für das ganze deutsche Volt. Die drei Millionen Besucher, die das Deutsche Museum bisher aufweist, feien ein tausenddeutschen Volkes zugute fommt. Gerade der neu geplante Bau zeige, daß das große Wert in erster Linie den minderbemittelten Schichten unseres Bolkes nüßlich werde. Darüber hinaus habe dieser Bau eine hohe ideelle Bedeutung, denn in seiner Fertigstellung wären sich alle Schichten und Stämme des deutschen Volkes einig, sie seien bereit, dieses große Friedenswert zu schützen. Severing schloß mit dem Wunsch, daß sich aller Wettbewerb der Nationen in diesen friedlichen Formen abwickeln möge. In Anschluß daran verkündete der 5ayerische Kultus= minister die Stiftung des Ehrenringes für Förderer des Museums und gab die Persönlichkeiten bekannt, denen dieser Ring zur Grundsteinlegung verliehen würde. Unter ihnen befindet sich auch Reichstagspräsident Löbe. Nachmittags vereinigte die Gäste ein Festmahl, regeben von der Reichsregierung und der bayerischen Regierung im Maximilianeum, das zum ersten Male seit seinem 50jährigen Bestehen neben Weißblau die Farben Schwarzrotgold und die Standarte des Präsidenten der deutschen Republik trug. Die Festlichkeit. an der bemerkenswerter Weise der bei ähnlichen Anlässen in München stets anwesende Repräsentant der Wittelsbacher fehlte, wurde am Abend abgeschlossen mit einer Festvorstellung im Brinz- Regenten- Theater. sind unglaubwürdig. Wo sollen die 100 000 Hitlerianer hertommen? Selbst, wenn sie vorhanden wären, müßten die ein= gehenden Beiträge bei einem Monatsbeitrag von 80 Pf. pro Kopf jährlich Hunderttausende von Mark ausmachen. Irgendwo ſtimmt etwas nicht, und eben weil innerhalb der Hitler- Clique vieles nicht stimmt, weil sie aus Gründen der öffentlichen Moral weber thre Mitgliederlisten, noch ihre Kassengebarung der Deffentlichkeit unterbreiten tann, hat sie es vorgezogen, ihre schmutzige. Bäsche hinter verschlossenen Türen zu waschen. Baterländischschriftliche Infamie. Die Eine literarische Lausbüberei. Schmarzrotgold bringt in Bayern vor. Staatsregierung sabotiert, aber das Reichsbanner arbeitet. Es hat in Altenstätten in Schwaben eine große republikanische Feier ab= gehalten und den Beifall der gesamten Bevölkerung gefunden. Es wird dafür in der Bayerischen Umschau", dem in München erscheinenden Organ der Königsmacherputschisten und Fememörder, mit folgendem Schmuzkübel beworfen: ,, Daß diese sozialdemokratische Parteigruppe der ärgste Feind der christlichen Kirche und des Bauernstandes ist, scheinen gewisse Bolfskreise immer noch nicht zu missen, in erster Linie dank der Parteiblätter, denen Bolfsheze alles, das Wohl des Vaterlandes aber belanglos ist! Wie lange mollen sich die vaterländisch gesinnten Angehörigen der Bayerischen Bolkspartei und des Bauernbundes dieses verderbliche Treiben noch gefallen lassen? Wahrscheinlich so lange, bis euch das marristische Reichsbanner gemeinsam mit seinen Rotfrontbrüdern die Läden plündert, die Schweine aus de m Stall holt und euch die Röpfe blutig schlägt; dann wird euch für euer feiges Verhalten der wohlverdiente Denkzettel gegeben!" Eine erbärmliche schmuzige Hezze, die das Gesindel um den bayerischen Brätendenten gegen die Republikaner betreibt. Sie möchten die Zeiten der berüchtigten Einwohnerwehr und der Morde an Republikanern wieder aufleben lassen. Aber sie täuschen sich über die Zeit. Die Republik marschiert auch in Bayern, auch bei der Bauernbevölkerung!. Bolkspartei zu beteiligen. Die Beauftragten der sozialdemokratischen Mexiko auf dem Wege zur Demofratie. Fraktion erteilten Dr. Krüger folgende Antwort: „ Auf Ihr Schreiben vom 3. September d. J., in dem Sie die Frage stellen, ob die Fraktion der SPD. bereit sei, eine Regierung mit zu bilden, in der die SPD. mit drei Mitgliedern, die Deutsche Bolkspartei und Wirtschaftspartei zusammen ebenfalls mit drei Mitgliedern und die Deutsche Demokratische Partei mit einem Mitglied vertreten wären, teilen wir Ihnen schriftlich mit, was Ihnen schon bei einer Aussprache am 31. August zur Kenntnis gekommen ist, Neuwahlen zum Landtag abgelehnt worden sind, die Fraktion der SPD. nur dann zur Regierungsbildung Stel lung nehmen kann, wenn alt erster Stelle fontPrete Vorschläge über die einzufchlagende Politik gemacht werden sollten." Borberatung über das Volksbegehren. nämlich, daß, nachdem die Auflösung des Landtags und damit 3st es zulässig oder nicht? Im Reichsministerium des Innern fand gestern die erste kom missarische Beratung über den kommunistischen Antrag auf Einleitung eines Boltsbegehrens statt. Daran sind beteiligt das Reichsjustizministerium, das Reichswehrministerium, das Reichsinnenministerium und die Reichskanzlei. Es wurde vor allem geprüft, ob das Volksbegehren ver faffungsrechtlich zulässig ist oder nicht. Die Juristen haben sich verständigt, daß dem kommunistischen Antrag entsprochen werden muß. Im Verlauf der kommenden Woche wird sich dann das Reichskabinett mit der Angelegenheit befassen, so daß die Dinge schon in nächster Zeit ihren Lauf nehmen fönnen. Würde es gelingen, die erforderliche Zahl von rund 4½ Millionen Stimmen aufzubringen, so würde sich zunächst der Reichstag mit dem kommunistischen Antrag zu befassen haben. Hinter verschlossenen Türen. Parteiwäsche bei Hitler. Dieser Tage hatte Hitler seine Unterführer aus dem ganzen Reich nach München„ befohlen". Die Tagung, die als Ersatz für einen ordentlichen Parteitag gedacht war, fand von Anfang bis zu Ende hinter verschlossenen Türen statt. Das Bedürfnis nach einem öffentlichen Re hens haftsbericht hatte weder der große Adolf noch einer seiner Nachläufer. Unzertrennlich von der Monarchie sind die Heiraten aus poli- schen Blattes, der sich im wesentlichen natürlich auf die Reden Hittischen Gründen, die Verbindung zweier Menschenleben zum Zweck politischer Vorteile für die Nädystbete ligten. So soll denn der Bulgarenfönig Boris die italienische Königstochter Giovanna heiraten; es ist nur noch der Konfeffionsunterschied beizulegen, Aus einem dürftigen Bericht des Münchener nationalsozialisti. lers beschränkt, ist lediglich zu entnehmen, daß nach einer Aeußerung des Schagimeisters im nächsten Monat mit einem Mitglieder stand von 100000 zu rechnen sei und die verrechnete Jahres einnahme sich auf 255 000 m. beziffert. Beibe Angaben Eine vorläufige Präsidentschaft. Megifo- City, 4. September.( Eigenbericht.) Die Erklärung des merikanischen Präsidenten Calles hat im ganzen Lande einen äußerst starten Eindruck gemacht. In seinen Ausführungen vor dem Parlament hat Calles u. a. betont, daß in Anbetracht der vorgeschrittenen Zeit nur die Wahl eines provi forischen Präsidenten in Frage kommen kann. In diesem Salt; liegt der Schlüssel zur Lage. Gelingt es diesem Präsidenten, unter der stillen Mithilfe von Calles eine friedliche Entwicklung des Landes zu sichern, dann dürfte das außerordentlich gewagte Experiment des gegenwärtigen Präsidenten cis geglüt zu betrachien sein. In diesem Falle wird für Merito das demokratische Regime beginnen. Gelingt es nicht, dann wird nichts anderes übrig bleiben, als auf dem bisherigen Wege die Regentschaft auszuführen. Aus unterrichteten parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die Wahl des provisorischen Präsidenten noch im September vor. genommen werde und nicht, wie anfangs vorgesehen, auf zwei Jahre, sondern nur auf ein Jahr begrenzt werden soll. Infolgedessen wird im Juli 1929 die endgültige Wahl stattfinden, so daß der neugewählte endgültige Amtsnachfolger von Calles im Dezember 1929 sein Amt antreten würde. Ats aussichtsreiche Kandidaten für die provisorische Präsidentschaft merden neuerdings der Gouverneur Perec Trevino und der gegenwärtige Innenminister Portes Gil genannt. Beide sind Persönlichkeiten, die sich um die innere Verwaltung große Verdienste erworben haben und in enger Berbindung mit Calles stehen. Man erwartet deshalb, daß durch die Wahl des einen oder des anderen die Pläne des gegenwärtigen Präsidenten gefördert und Mexiko im Wege einer friedlichen Entwidlung langjam zu einem demokratischen Staat gestaltet wird. Partei und Panzerschiff. Organisationsbeschlüsse. Cine außerordentlich gutbefugte Berjammlung der Funktionäre des Unterbezirfs Interweser nahm nach eingehender Aussprache folgende Resolution an: „ Die Sozialdemokratie lehnt eine imperialistische Ausrüstung, wie sie in Sowjetrußland und anderen Militärstaaten betrieben wird, fir Deutschland ab. Die Auftragserteilung der Reichsregierung, einschließlich der sozialdemokratischen Minister, zum Ersatzbau des Panzer= Preuzers ist nichts anderes, als die Durchführung des durch den alten Bürgerblod Reichstag befchloffenen Etats. Es wäre Aufgabe der Reichstagsfraktion und des Parteivorstandes gewesen, die fachliche Seite dieses Vorganges flarer zum Ausdruck zu bringen und die Parteigenossenschaft über die rechtche Seite dieser Frage besser zu informieren. Die Bersammelten halten an dem Vertrauen für die parteigenössischen Minister in der Reichsregierung fest und sind der Ileberzeugung, daß sie alles tun werden, um die Regierung im Interesse der Arbeiterschaft zu führen." In einer Versammlung der Sozialdemokratischen Partei in Gelsenkirchen wurde folgende Entschließung angenommen: Die Bersammlung ift trok Würdigung der Schwierigkeiten, die sich aus der Koalition mit den bürgerlichen Parteien ergebentie im Reichstag für den Bau des Panzerfreuzers eingerten find nicht imftande, das Verhalten unserer Minister zur Panzerfreuzerfrage zu billigen. Die Ablehnung des Baues des Panzerfreuzers ist von der Partei zu einer Prinzipienfrage gemacht worden, die ouch von den Ministern hätte respektiert werden müssen. Die Berfammlung begrüßt andererseits die Haltung des Parteivorstandes famie die Haltung der Gesamtpartei, welche die Minister wegen ihres Verhaltens tadeln. Sie, die Minister, zurückzurufen, wäre innen- und außenpolitisch untragbar gewesen. Die Partei hat auch iht die Pflicht, den Bau von Panzerfreuzern mit allen Mitteln zu verhindern. Es handelt sich bei dieser Frage nicht um einen tattichen Fehler der vier Minister, die, ohne mit der Gesamtpartei Fühlung zu nehmen, die Partei in eine politisch ungünstige Lage hineingebracht haben. Die Berjammlung weist die demagogische Heße der RBD. gegen die Sozialdemokratie entschieden zurück. Der fom munistische Volksentscheid ist nichts weiter als ein großer Bluff, der sich gegen die SPD. richtet. Die Versammlung gelobt diesem Treiben entschlossen entgegenzutreten." Oberschlesiens laute Klagen. Beschwerde des Deutschen Volfsbunds an den Bölferbund. Genf, 4. September.( Eigenbericht.) Der Völkerbundrat wird ed sich in seiner nächsten Sizung mit den Berichten der deutschen Minderheiten in Polnisch- OberIchlesien befassen. Es handelt sich zunächst um eine Beschwerde des Deutschen Volksbundes gegen die Angriffe, denen Mitglieder der deutschen Minderheiten und die deutschen Organisationen in Oberfchlesien ausgesetzt sind. Der Volksbund hat ein Verzeichnis von 75 im legten Jahre vorgekommenen Fällen eingereicht. unter denen sich 18 Sprengstoff- Attentate, 18 gewaltsame Sprengungen deutscher Versammlungen, 30 Fälle schwerer Körperverlegungen zum Teil durch Bandenüberfälle und 5 Ueber fälle unter Verwendung von Schußwaffen befinden. Das Ziel der Beschwerde ist, den Rat zu veranlassen, daß die Sicherheit der deutschen Minderheit, die ihr im Artikel 83 der Genfer Konvention versprochen wurte, garantiert wird. Alepfelchen, wohin rollst du? „ Krieg des gesamten Imperialismus gegen Gowjetruß land bedeutet dieser Kellogg Patt! Zerreißt diesen finfferen Plan des Rapitalismus gegen das revolutionäre Proletariat! Weg mit diesem verlogenen Wisch, dessen antirevolutionären Charafter jeder Kommunist gleich erfannt hat!:" Kell Pakt 1913 * wohin eilst du so geschwind, Bruderherz?" Nun, Brüderchen, ich will doch den Kellogg- Patt unterschreiben!" Wie man ,, Ehrendoktor" wird. Für 80 000 Mart.- Zeitzahlung gestattet. ristisch war der erste Entwurf, in dem es ganz offen zur Bedingung gemacht wird, daß der Titel auch richtig verliehen wird. Es heißt darin: An der Universität Würzburg herrscht große Aufregung.| wurden vorgelegt und von dem Kandidaten unterschrieben. Charakte Dort ist vor anderthalb Jahren einem Berliner Hotelbefizer Herrn Kurt Elschner vom Excelsior- Hotel zu seinem 60. Ge burtstage der Titel eines Ehrendoktors verliehen worden. Die bürgerlichen Zeitungen Berlins wußten damals sehr vieles von den Berdiensten des Herrn Elschner zu erzählen, der schon seit vor dem Striege irgendeinen kleinstaatlichen„ Geheimen Kommerzienrat" feinem Namen angefügt hat. Unter den Ehrungen zu jeinem 60. Ge burtstag befand sich auch der Würzburger ,, Doftor h. e.", was in der Regel als honoris causa"( ehrenhalber) gelesen wird, in diesem Falle aber als„ honoraris causa"( des Honorars wegen) gelesen werden muß. In einer Beschwerde des Deutschen Volksbundes zur Schul- sophischen Fakultät ein heftiger Kleinfrieg entstanden, der dazu gefrage wird Klage darüber geführt, daß die polnischen Behörden durch bestimmte Ausführungsmaßnahmen die Urteile des Internationalen Gerichtshofes und die Beschlüsse des Völkerbundrates zunichte machen. Nie wieder Abrüstung! Paris, 4. September.( Eigenbericht.) Bertinar veröffentlicht im„ Echo de Paris" die unglaubliche Mit. teilung, daß Stresemann bei seiner Pariser Unterredung mit Poin care diesem als Gegenleistung für die Rheinlandräumung eine Interessengemeinschaft zur finanziellen Reorgani sation des russischen Außenhandels vorgeschlagen habe. Natürlich habe Boincaré diesen Vorschlag sofort mit Entrüstung abgelehnt. Stresemann habe, damit vielleicht seinen russischen Freunden, die außerordentlich fredithungrig feien, einen Gefallen tun, vielleicht aber habe er mit Hilfe Frankreichs nur die deutschen Russenkredite retten wollen. Der gleiche Bertinag behauptet weiter, daß Frankreich und die Kleine Entente fich in Genf dahin geeinigt hätten, die Bertagung der Abrüstungstonferenz des Bölkerbundes bis zum Jahre 1930 zu beantragen. Die Antragsteller feien sich klar, daß eine Abrüstung erst bei weiterer Entwicklung der Lage in Europa möglich sei. Diese Entwicklung aber fönne erst nach Regelung des Reparations- und Kriegsschuldenproblems und der Rheinlandfrage eintreten und diese Regelung erst nach den amerikanischen Präfidentschaftswahlen. Stimmungsmache in Paris. Paris, 4. September.( Eigenbericht.) Die Pariser Breffe ist augenscheinlich auf Grund einer ein heitlichen Barole eifrig bemüht, die Besprechungen heitlichen Barole eifrig bemüht, die Besprechungen zwischen Briand und dem Reichstanzler Müller in ihrer Bedeutung möglichst zu verkleinern. Man stehe hier nur einer persönlichen Fühlungnahme gegenüber, meint der„ Temps", die die Bekanntschaft der beiden Staatsmänner vermitteln soll. An eigentliche Verhandlungen sei nicht zu denken. Der Intransigeant" glaubt sogar behaupten zu können, daß Reichskanzler Müller gar nicht beabsichtige, die von Stresemann in Paris begonnenen Befprechungen fortzuführen. Er halte sich absichtlich zurück, um Strefe mann, dem Mann von Locarno, die weitere Fortführung seiner auf die Berföhnung zwischen den beiden Nachbarländern geltenden Politik zu überlassen. Im übrigen würde es Briand unter allen Umständen ablehnen, mit dem Reichskanzler allein über die Rhein landfrage zu verhandeln. Wenn dieser wirklich den Versuch dazu machen sollte, würde Briand sofort den Vertreter Englands und Belgiens hinzuziehen. Der Temps" glaubt weiter versichern zu dürfen, daß Reichsfaftaler Müller und Bundeskanzler Seipel sich in Genf darüber klar geworden seien, wie sehr die Anschlußpropaganda die Interessen beider Länder geschädigt habe. Namentlich in Wien zeige man starke Beunruhigung über das wiedererwachende Mißtrauen der großen Alliierten gegenüber Defter reich. Deshalb habe sich Seipel sofort bemüht, diese ungünstige Gtimmung in feiner Aussprache mit Briand zu vermischen. Man Jetzt ist nämlich unter den Professoren der Würzburger philoführt hat, daß der Professor der mittleren und neueren Geschichte, Beheimrat Dr. Chroust, Schriftführer der„ Gesellschaft zur Förde rung der Wissenschaften an der Universität", aus der Gesellschaft aus getreten ist und die Gründe dafür in einer vertraulichen Dent schrift niedergelegt hat. Diese Dentschrift 3 irtuliert in Würzburg und hat auch ihren Weg in die dortige Presse gefunden. Aus den Mitteilungen des Eingeweihten geht hervor, daß der Kandidat für den Ehrendoftor zunächst einmal 50 000 m. als Schenkung für wissenschaftliche Zwecke angeboten hat, wenn man ihm den„ Dr. h. c." verleihen würde. Auf dieses Angebot hin erfolgten nun weitere Verhandlungen und Beratungen aller Art, aber sämtlich mit dem einen Ziele, noch mehr honorar für den Ehrendoktor herauszuschlagen. Die erste Zahlung von 20 000 M. ist sofort, d. h. bis längstens 20. d. M., an die Bayer. Hypotheken- und Wechselbank, Filiale Würzburg, zu leisten, welche sie als Treuhänderin verwahrt, bis der Titel eines Doffor h. c. an Herrn Geheimrat Kurt Elschnet verliehen ist. Die weiteren 30.000 m. werden ebenfalls s 20. d. m. in vier vordatierten Schecks au je 7500 auf 1.6bruar, 1. März, 1. April und 1. Mai d. J. on die Bayer. Hypotheken- und Wechselbank, Filiale Würzburg, überwiesen unter den gleichen einschränkenden Bedingungen hinsichtlich ihrer Berwendung." In der endgültigen Fassung der Stiftungsurkunde ist zwar die brutale Bezugnahme auf die Verleihung des Titels weggeblieben, aber da sich die Beteiligten ja einig waren, so bestand bei niemandem ein Zweifel, daß die ganze Summe weniger zur ernsten Förderung der Wissenschaften als zur Erlangung eines Tite is hergegeben wurde. Durch die Deufschrift des Herrn Chroust wird das noch einmal formell der Mitmelt be stätigt. Die deutschen Universitäten find nach außen immer sehr stolz auf ihre Unabhängigkeit und akademische Würde. Wenn man beHaupten wollte, es wäre ein Ehrendottor glatt zu taufen, so würden die Herren Professoren vor Entrüstung gewaltig aufschwellen. Was hier aber durch die Denkschrift vertraulich" mitSchließlich ist es auch gelungen, das Angebot auf 80000.geteilt wird, bedeutet nichts anderes als einen solchen glattem Mart herauszudrücken. Von diesen 80 000 m. find 50 000 Kauf eines wissenschaftlichen Ehrentitels gegen bare Zahlung. Das Mark für das Astronomische Institut und 30 000 m. für das Hin und Her mit den Schenkungs- und Stiftungsbriefen ändert nichts an dem inneren Charakter der Sache. Aus dem EhrenArchäologische Seminar endgültig bestimmt worden, vorher aber hat es einen überaus intéressanten Kulissentrieg doktor wird der gekaufte Dottor, an die Stelle des der Professoren über die Frage gegeben, ob nicht etwa das ,, honoris causa" tritt das ummißverständliche Wort hono Kunstgeschichtliche Museum oder andere Universitätseinrich- raris causa". Aber die„ Wissenschaft ist unbestechlich" und auch tungen von dem Goldfegen entsprechende Teile abbekommen könnten. die Würzburger philosophische Fakultät wird stolz darauf sein, daß Nicht mehr als drei verschiedene Stiftungsbrief"-Entwürfe| sie nur um der Wissenschaft willen arbeitet.... täuscht sich sowohl in Berlin wie in Wien fährt der„ Temps" fort, wenn man glaubt, durch eine Taktit der Ermattung doch zum Ziele zu kommen. Niemals würde der Anschluß, der schon jegt im Stadium der administrativen und gefeggeberischen Gleich fegung eine ständige Gefahr für den Frieden sei, fleinen Entente, hingenommen werden, denn er bedeute nichts jemals von den Mächten, insbesondere aber von Italien und der anderes, als den Wunsch Deutschlands, seine Macht zu erhöhen, die Hegemonie Mitteleuropas zu erreichen und den Drang nach Osten wieder aufzunehmen. Weltfongreß der Christenkirchen. Nur die römisch- katholische ausgeschlossen. Prag. 4. Eeptember. Die Internationale Kirchenkonferenz, die 1925 vom Stockholmer Weltkirchentongreß zur Fortseyung seines Werkes eingefeßt wurde, ist in Prag feierlich eröffnet worden. Führer der deutschen Delegation, in der sich u. a. der Reichsgerichtspräsident Dr. Simons und der fächsische Landesbischof Dr. Ihmels befinden, ist der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes, D. Dr. Kapler aus Berlin. Die Bedeutung der Tagung beruht zum Unterschied von anderen firchlichen Organisationen auf ihrem offiziellen Charakter, da alle Delegierten der kontinentalen und der über feeischen Welt von den firchlichen Behörden selbst ernannt worden sind. Zur Berhandlung stehen soziale und internationale Fragen der Gegenwart. Zum Präsidenten des Kongresses wurde ein Vertreter der griechisch- orthodoxen Kirche, der Erzbischof Germanos, ernannt. Zur Berhandlung stehen insbesondere die Fragen des Glü spiels und des Alkoholmißbrau hes, sowie Probleme, die das internationale Zusammenleben der Völker betreffen. Das Arbeitsfeld ist dadurch wesentlich erweitert worden, daß die evangelischen Kirchen folgender Gebiete offiziell in den Rat der Christenheit Amerita, Bestasien und Nordafrika. Der Weltprotestantismus ift aufgenommen worden sind: Indien, Japan, China, Lateins damit einheitlich zusammengeschlossen. Flugzeugabffurg. 6 Personen tot, darunter eine Frau und 2 Kinder. Salt Cafe City, 4. September. Ein Verkehrsflugzeug der Linie Salt Cafe City- Great Falls ist in der Nähe von Pocatello( 3daho) abgestürzt. Sechs Jn. faffen, darunter eine Frau und zwei Kinder, kamen bei dem Uk. sturz ums Leben. Deutscher Juriffentag. Die Vorbereitungen für den vom 12. bis 15. September d. J. in Salzburg stattfindenden 35. Deutsch eit Juristentag sind abgeschlossen. Die Reichsregierung wird durch den Reichsminister der Justiz, Koch- Weser, vertreten werden. Von den Landesjustizverwaltungen find zum Teil die leitenden Minister selbst, zum Teil deren Vertreter angemeldet; auch andere Minifterien des Reichs und der Länder werden durch Entsendung von Bertretern ihr Interesse an den Verhandlungen befunden. Von österreichischen Ministern werden die Bundesminister für Justiz und für Finanzen an der Tagung teilnehmen. REKORD.TAGE 25 95 50 1 Stickereilätzchen 1 Erstlingshemd 1 Frottierhandschuh farb. Jacquardqualität Hand1 Bändchendecke arbeit 1 tisch- Spitzendecke Nacht1 Tablettdecke oval oder eckig, mit breiter Spitze 1 Stuhlsitzauflage aus Wachstuch 1 Paar Scheibenstangen rein Messing, mit Haken abge1 Scheibengardine passt 1 Paar Strumpfhalter für Damen 1 Haushaltschere 1 Dtz. Kragenknöpfe 3 Meter Gummilitze waschbar 1 Messer- Etui echt Leder, mit Druckknopf 1 Geldbörse echt Leder mit Metallbügel 1 Taschen- Maniküre 4 teilig, i. echt. Lederetui 1 Taschen- Necessaires mit Kamm und Spiegel 50 60 1 Quart- Briefblock Blatt 1 Oktay- Briefblock Blatt 100 Briefumschläge farbig 50 Briefumschläge weiss 1 Taschenflasche feines Kölnisch- Wasser 1 gr. Stück Badeseife 1 starker Frisierkamm 1 P. Manschettenknöpfe 1 eleg.. Taschenkamm stark versilb.od. vergold. 1 Garantie- Zahnbürste 1 Glücksspinnen- Nadel 1 TubeRegia- Zahnpaste 1 gr. Blockst. Kernseife 1- Pid.- Paket SalmiakTerpent.- Seifenpulv. farbig und weiss 1 Perinadel mit 2 oder 3 Perlen 1 Wischtuch gute Qualität, rot kariert, ca. 50/50 1 Herren- Taschentuch Linon, weiss mit bunter Kante 1 magnet. Ankleidepuppe 1 Stehauf bemalt 2 Steingutteller tief oder flach Stein3 Abendbrotteller gut 1 Kaffeebecher Porzell. 1 Tasse Goldrd.. Porzell. 1 Abendbrotteller bunt, Porzellan 1 Brillantine in Schieb dose 1 Stange Rasierseife 4 Meter Sticckeret 4 Mir. Klöppelspitzen 1 Servierhaube 1 Schaumlöffel 3 Kleiderbügel mit Steg 1 Zollstock 1 Scheuerbürste 1 Küchenmesser rostfrei 1 Eierschneider 1 Seifendose Aluminium 1 Gemüseschneider 1 Kart Rotweinbohnen Pfand Rumbomben 1 Krt.Weinbrandbohn. 1 Krt. Konko- Pralinen feines Baum- 1 Damen- Hemd m. Stickerei 1 Damen- Hemd wolltrikot, mit Stoffachsel oder Bandträger 1 Damen- Schlüpfer Baumwolle, in vielen Farben 1 Damen- Hemdhose windelform, mit Bandträger, weiss oder farbig 1 Besuchstäschchen mit Geldtasche, aus farbigem Velours- Rindleder 1 Stadtkeffer brann, Harteplatte, mit Patentschloss 1 Markttasche mit kräftigen Ledergriffen 1 Marktnetz aus starkem Hanfbindfaden 1 Kassette Briefpapier 50 Bogen, 50 Umschläge 1 Tagebuch 1 Kochrezeptbuch 1 Leuchier mit buntem Zwischenteil und Kerze 1 Schreibzeug vernickelt, mit hunter Einlage, ovale Form 1 Vorstecknadel echt Silber, u. Klöppelspitze reich garn, 1 Mädchen- Hemd Trägerform, Länge 40-55 1 Mädchen- Hemd mit breiter Stickerel, Grösse 40-55 1 Mädchen- Hemdhose mit breit. Stickerei, Grösse 40-50 1 Damen- Hemdhose schön ausgestattet 1 Strumpfhaltergürtel eleg Jacquardstoff, mit 4 Haltern gestreifte 1 Büstenhalter Kunstseide, 1 Frottierhandtuch gute Qualität 1 Paar Sportstrümple für Damen, oder DamenStrümpfe Mako, Kunstseid., reine Wolle. z. Unterziehen 1 Paar Herren- Socken Mako, glatt oder gemustert 1 Paar Gummihosenträger mit Rollederpatte 1 Regattes am Bagel u. Band 1 Selbstbinder gute Qualität mit Perlen od. Farbsteinen 1 Paar Manschettenknöpfe 1 Perikette massiven unzer- 1 Paar Türkenpantoffel 150 cm lang, ans brechlichen Perlen 1 Griffbügel mit Filzsohle. zum Selbstan- 1 Paar Dirad!-Schuhe fertigen von Handtaschen 1 Autobus mit Werk in vielen Farben 6 Staubtücher gute wollige Qualität. gelb. m. roterKante 1 Küchenhandtuch gute haltbare halbleinene Qualität, ca. 48/100, abgep., ges. u. geb. 1 Crepe deChine- Taschentuch weiss, m.bunten Querstreifen. und farbiger Bordüre 1 Spitzentaschentuch weiss, Crêpe deChine, reich garniert 6 Herren- Taschentücher gute Linonqualität, weiss oder weiss mit bunter Kante 1 Schlaldecke gran C&. 1 Kopfkissenbezug 80/80 em 1 Crêpe Georgette- Garnitur Kragen und Manschetten doppelt Georgette 1 FL.hochf.Ed C.od. Russ.EdC. 1 grosse Flasche KamillenHaarwaschseife 1 Paket, 5 Stck..feinst. Köln.Wasser- ed.Zitronenseife 1 Paket, 10 Stick, grosse Fichternad.- Badetablett. Gummi- Kopfbürste niger 1 m. Rei1 Garantie- Rasierpinsel m. grossem 1 Rasiergarnitur Spiegel 1 grosser Gummischwamm 1 Zellaloid- Ente bunt bemalt, 1 Bilderbaukasten ca. 22 cm 3 Paar Tassen bunt, dannes 1 ESS- oder Dessertmesser 1 Waschbrett Porzellan rostfrei. Ebenholz 3 Abendbretteller Feston- 1 Hackmesser form, Goldrand 1 Käseglocke gepresst 3 Likörschalen geschliffen 1 Kuchenteller gepresst 1 Blumenvase geschliffen 6 Alpaka- Mokkalöffel 1 Käse- oder Buttermesser Alpaka 1 Dose Hox- Bisquit 1 Wiegemesser 1 Paar Alpaka- Bestecke 3 Esslöffel Alpaka 4 Esslöffel vernickelt 6 Kaffeelöffel vernickelt 1 Paar Salatbestecke 1 Tortenheber 1 Pfand Creme- Brach 1 Kart. Konko- Bohnen 1 Pfund Pralinen mit Rumgeschmack gemischt 1 Aermelbrett 1 Konsol mit Mass 1 Brotkorb emailliert 1 Eimer emailliert 1 Wanne Emaille rund 1 Waschschüssel weiss mit Napf, 1 Milchkamme emailliert 1 Rosshaarbesen 1 Rosshaarhandfeger 1 Pland Milchkaramellen 4 Tafeln Creme- Schokolade sortiert 1 Mädchen- Hemd nett 1 Wachstuchdecke ausgestattet, Lg. 40-50 abgepasst, 60x90 cm m.Hosen1 Frottierhandtuch 1 Kleiderbügel strecker 1 Selbstbinder Muster 1 Paar Sockenhalter mit farbigen Streifen mit 1 Erstlingshemd Spitze gebleicht, neueste 1 Unterlage gute Qualit. 1 Halbsteifer Kragen 1 Trikot, Büstenhalter m. Spitze 1 Crêpe deChine- Kragen Reinleinen, 1 Wichtach weiss- rot kariert, ges. u. gebändert 1 Handfiletdeckchen rund 1 Kleiderbügel mit Samtbezug 1 Mittendecke weisser Fond. mit hübschen Blumenmust., ca. 80/80 1 Herren- Taschentuch weiss Reinleinen, feinfädige Qualität ! Paket mit 5tück Toiletteseife 1 Fl.balsam.Mundwasser 1 Kopfbürste 1 Steh- od. Handspiegel 1 aleg.Perfümzerstäub. 1 Topf feine Hautcreme 1 Fl. feines Haarwasser 1 Reisemappe in 3 Farben, mit 20 Bogen und 20 Umschlägen 1 Teekannenuntersatz Porzellan 1 Salatiere gepresst doppelt Crêpe de Chiue, in vielen Farben 1 Voile- Morgenhaube 1 Sticker.- Hemdenpasse gate Qualität für 1 KorsettschonerDamen, Baumw., weiss, m. Bandträgern od. Stoffachsel 1 Paar Kinder- Schlüpfer feine Baumw., viel.Farb. 1 Moderze Steinkette in vielen Farben kurz, starke 1 Perikette Perlen 1 Zigarettenetui Original- Japan 1 Garnitur Manschettenknöpfe, Krawattenhalter nnd 2 Kragenknöpfe 1 Paar Chrringe mit echt. Silberhaken und Perlen 1 Klappascher Metall 1 Zigarettenkasten Glas, vermess. Deckel 1 Bonbonniere Porzell, mit buntem Dekor 1 Zelluloidpuppe farb bemalt, bewegĽ Kopf ca. 40 cm, 1 Stoffpuppe gekleidet 1 Messerkasten 2tellig 1 Kehrschaufel weiss Emaille, 1 Wäscheleine 18 m lang 1 Rotweinglas geschliff. 3 Alpaka- Kaffeelöffel mit Gold1 Mokkatasse henkel 1 Patentbüchsenöffner 1 Löffelbecher gepresst 1 Essbesteck 1 Butterglocke gepresst 1.Tell"-Grosstafel 1 Obstmesser rostfred m. ganz 1 Vollm.- Tafel Erdnuss. 1 Sarotti- Mohrrolle 1 Krokantrie HERMANN TIETZ Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse+ Brunnenstr. Kottbuser Damm* Wilmersdorfer Str. Andreasstr.* Chausseestrasse Verkäufe Waldparzellen, herrlich, baureif, 950, Anzahlung 100,-. Wagner, Wandligfec, Etolzenhagenerstraße. Fahrräder Arbeitsmarkt KunststeinstampferLehrlinge Stellen fofort ein Berliner Kunststein werke Roßberg& Co., Berlin- Tem pe hof, Straße an der Ringbahn 26. Wenig getragene Ravaliergarderobe Roffien, Raftanienallee 57. 30 Speife. 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Wie unendlich einfach, wie primitiv und doch genial sind die Geräte, mit denen Heinrich Hertz seine weltbewegenden Untersuchungen ausführte! Einig« rohe Hatten, etwas Draht, etwas Blech und Siegellack genügten materiell, um seinen Weltruhm zu begründen Außerdem zeigt die Ausstellung zahlreich« Photographien, die Hertz und seinen Familien- und Freundeskreis darstellen. Endlich kann man auch sauber geschriebene Lriginalmnnuskripte des Forschers bewundern. Die Schrift ist von einer unendlichen Sorgfalt, und es ist ein Vergnügen, sie zu lesen, wie es für die Setzer eine Freude gewesen sein muß. sie in die schwarze Kunst Gutenbergs zu übertragen. So bringt die Ausstellung den großen Physiker Hertz dem Beschauer, der sich in der Fülle der Niesenausstellung die Zeit zu geruhsamer Betrachtung zu nehmen vermag, auch menschlich näher. Die Hertz-Schau ist in einem kleinen roten Pavillon untergebracht, dessen vier äußere Ecken von großen Experimental- geräten, die Hertz benutzt hat, geziert werden. Da sind zunächst die übermannshohcn Asphalt-Prismen, die«in Gewicht von 12 Zentnern Iiaben. Mit ihnen wies Hertz im Jahre 1888 die Berechnung der elektrischen Wellen beim Uebergange von Luft in Asphall nach. Di« Prismen sind aus drei prismatischen Hohztisten, die je einen halben Meter Höhe und l'A Meter Seitenlänge haben, zusammengezimmert. Sie ruhen am einem rechteckigen Holzsockel und sind mit Asphalt ausgegossen. An der nächsten Ecke steht ein einfacher, 2 Meter hoher und 1 Meter breiter holzrohmen, der mit dünnem Zinkblech I cnagelt ist. Dieses Gerät verwandte Hertz zum Nachweis der Re- flexi on der elektromagnetischen Wellen. Beim Weiterschreiten findet man an der dritten Ecke einen Oszillator, einen Vellengeber, der in einen Parabolspiegel eingebaut ist. Der Wellengeber besteht aus einer Funkenstrecke, deren Kugeln einen Abstand von 2 Zentimeter haben. Di« Kugeln sind durch zwei 27 Zentimeter lange Messing- siübe mit je einer quadratischen Endplatte von 27 Zentimeter Seiten- länge verbunden. Die Platten sitzen auf einem gemeinsamen recht- eckigen Hoszstück von 4g X 149 Zentimeter Seitenlänge. Dieses Gerät i. mutzte Hertz zu feiner im Jahre 1887 durchgeführten Messung elektromagnetischer Wellen im Luftraum. Sehr interessant ist die Bauort des Parabolspiegels, lieber zwei horizontme Holzrahnten ron parabolischer Gestalt ist ein Zinkblech von 2X2 Metern herum- gelegt. Dieses Blech wird dann von außen durch vier senkrechte Hotten festgeklemmt. Di« Brennweit« des Spiegels beträgt 12 Zenti- uietcr. In der Brennlinie des Spiegels ist der Wellengeber ein- gebaut, dessen Funkenstrecke durch Kupferdräht« mit einem hinter dem Spiegel ausgestellten Funkeninduktor verbunden wurde. Hertz konnte mit diesem Gerät elektromagnetische Wellen von etwa 99 Zentimeter Länge erzeugen, deren Ausbreitung mit Hilfe eine» in einem gleichen Hohlspiegel eingebauten Resonator« auf eine Ent- sernung von 29 Metern nachgewiesen werden konnte. Dieser Resonator ist an der nächsten Ecke des Pavillons aufgestellt. Er besteht aus einem Drahtring von 35 Zentimeter Durchmesser, der um ein on einem Holzgriff befestigtes Holzkreuz gelegt ist. Zur Beobachtung der winzigen, zwischen den beiden Endkugeln des Resonators überspringenden Funken wurde ein Mikrophon ver- wendet. Im Innern des Pavillons sind dann die schon erwähnten Bilder und Handschriften neben anderen Geräten ausgestellt. Da ist ein primitiver hol, trog, den Hertz zum Nachweis des Elektrizitäts» Durchganges durch Flüssigkeiten benutzt«. Leider sind die auf dem beigefügten Zettel angegebenen Maß, zahlen falsch. In einem Qcbränkchen sind wieder kreisförmige Wellenempfäntzer(Reso- imtorenl eine Leydener Flasche, ein hihdrahtgerSt und ein Papier- rieltrometer ausgestellt. Dieses Elektrometer benutzte Hertz zur Messung der elektrischen Kraft in einem durch elektromagnetische Wellen erregten Paralleldrahtfystem. Es bestecht aus einem Röllchen aus Goldpapier, das an einem dünnen Faden schwebend aufgehängt ist. Ein kleiner Magnet hält den Faden in der Ruhestellung. Ein kleiner Spiegel gestattet es, die Ablenkung aus der Ruhelage zu beobachten. Das ganze Gerät ist in einem Glaskästchcn untergebracht. Ueber diesem Schrank ist ein fünf Meter langer elektrodynamischer vrahtkäfig ausgehängt. Der Käfig wird von 24 Kupfer- drähten gebildet, die durch sieben Drahtringe von 39 Zentimeter Durchmesser mit einem Mitteldraht in gleichem Abstand gehalten werden Dieses Gerät benutzte Hertz zum Nachweis der Tatsache, daß sich elektrische Wellen nur an der Oberfläche von Drähten aus- 20 Mittionen gemeldeie Rundfunkhörer Auf der 5. Funkausstellung steht ein hübscher Aufbau, der die Zahl der Rundfunkhörer in anschaulicher künstlerischer Form dar- stellt. Es zeigt sich, daß von 844 Millionen Erdbewoh- nern 29 Millionen eingetragene Rundfunkhörer sind. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß von jeder Familie meistens nur einer als Anmeldender in Frage kommt. Di« Zahl der tatsäch- lichen Hörer wird also wesentlich größer sein. Nehmen wir an, daß auf jeden angemeldeten Rundfunkhörer noch zwei weitere Familien- Mitglieder kommen, so müßte man mit mindestens 69 999 999 Rundfunk- teilnehmern rechnen. Wahrscheinlich aber iftdieZahl nochwesentlich größer. breiten. In der Mitte des Raumes, der durch ein« Hertz-Düste stimmungsvoll geschmückt ist, steht ein polarisationsgiiler. das aus einem achteckigen Halzrahmen gebildet ist. Es ist mit Kupferdrähten bespannt, die in einem Abstände von 3 Zentimetern parallel laufen. Mit diesem 2 Meter hohen und ebenso breiten Gerät wies Hertz nach, daß die Polorisationserscheinungen der elektrischen Wellen denen der Lichtwellen gleichen. Endlich ist noch über einem Schränkchen, das die Druckwerke von 5)erh zeigt, ein Gerät In Form einer Funkenstrecke ausgestellt, das bei den Versuchen über die Resonanz elektrischer Schwingungen Berwendung fand. Es besteht aus zwei zu je 1 Meter langen Messingstangen. die an ihren äußeren Enden je eine Zinkkugel von 39 Zentnnetern Durchmesser tragen, während an den inneren Enden zwei kleine Messingkugeln befestigt sind. Der kleine Pavillon ist«in technisches Denkmal, das leider an dieser Stelle nur für wenige Tage errichtet wurde. Bilder von Slaby, Braun und A reo weisen auf die Entwicklung hin, die die Arbeiten von Heinrich Hertz hervorriefen. Das Geistesgut eines einzigen Mannes wurde zum Kulturgute der Völker. W. M. Der Funkturm feiert Gebortstag. Der Funkturm in Witzleben, dos neue Wahrzeichen Berlin», feiert dieser Tag« seinen zweiten Geburtstag. In den beiden Jahren sind nahezu 759 999 Personen zu der Aussichts- Plattform bzw. zum Restaurant des Funkturmes hinausgefahren, um bleibende Eindrücke zu gewinnen. Die tägliche Besucherziffer ist übrigens gerade in diesen Wochen des starken Fremdenverkehrs in dauerndem Steigen begriffen. Am Freitag Eröffnung der LDA. Die Internationale Bureau-Ausstellung. Noch während der Funkausstellung, die täglich das Ziel von Zehntausenden von Besuchern ist, öffnet die IBA.(Internationale VI. Bureau-Ausstellung) Berlin 1928, am Freitag, dem 7 Sep- tember, für ihr« zehntägige Dauer in der bis auf den letzten Quadrat- Meter ausverkauften alten AutoHalle ihre Pforten. Die Ausstellung ist täglich von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends geöffnet. Die Eröffnung geschieht im Rahmen einer Empfangsfeier am Freitag vormittag, 11 Uhr, bei der Stadtrat Czeminski Grüß« des Magistrats der Stadt Berlin und ihres Ausstellungs-, Metze- und Fremdenverkehrsamtes zum Ausdruck bringen wird. Die Er- öffnungsrede hält Dr. Trendelenburg. Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium: außer ihm ergreifen das Wort Fabrik- direktor Karl Runte, Präsident der International Union of Ofsie« Appliance Trade Association, und Bruno Bahn. Borsitzender des Arbeitsausfchusie» der Internationalen Vl. Bureau-Ausstellung. Im Anschluß an die Ansprachen findet eine Führung durch di« Aus- stellung statt. Der Eintrittspreis der IBA. beträgt 1 Mark. Die Schau ist für jeden kaustnännisch Interessierten ein« Sehens- Würdigkeit._ Auffrisierte Wochenkarten. Milde Richter fanden vier junge Arbeiter, die es veistanden hatten, gebrauchte Wochenkarten auf der Berlin— Zossener Streck« auf neu zu frisieren. Im ganzen wurden, nachdem ein Beamter an der Sperre in Zossen den Betrug ausgedeckt hatte, 19 Wochen- karten und 7 Einzelkarten als gefälscht entdeckt. Zwei von den Angeklagten waren noch unbestraft, doch steht der eine von ihnen unter der Anklage, ein Fahrrad g« st o h l e n zu haben. Der dritte war wegen Mundraubs zu einer Geldstrafe verurteilt worden, und der vierte hatte bereits eine Strafe wegen Diebstahls hinter sich. Da die Angeklagten im großen und ganzen geständig waren, konnte die Verhandlung vor dem Schöffengericht in Lichter- felde in kurzer Zeit.zu Ende geführt werden. Dos Gericht erkannte auf Strafen, die ein wenig unter dem Antrag des Staatsanwalts logen: für di« beiden Unbestraften je vier Monate Gesang- Sie Mchi nach dem Lmai. 12]:Roai«i den Aus- nahmen: zehn und noch mehr ernsthafte Männer sind oft versammelt, um den Seufzer einer berühmten Darstellerin im Bild« festzu- halten, der Regisseur, der Hilfsregisseur, der Operateur, der Hilss- operateur, der Herr Direktor, der Produktionsleiter, der Ausnahme- leiter, der Bühnenmacher, der Oberbeleuchter, die vielen Beleuchter, aber wir sehen auch, wie sich aus der Technik die große Künstlern, befreit und ein Menschenschicksal vollendet hinstellt. Wir sehen auch den berühmten Schauspieler bei den Aufnahmen und wissen plötzlich, daß er vor d«m Licht ein größerer Künstler sein muß als aus der Bühne: hier in diesem grellen, unbarn>l)erzigen Licht hat er nur sich Und muß das-ftumme Spiel seines Antlitzes, durch das Spiel seiner Gesten und B�vegungen ein ganzes Volk begeistern und erschüttern. Wir gehen immer weiter und stoßen auf die sozialen Gegensätze im Film, sehen den Star, der zugleich mit der Textilindustrie oder mit den Schönheitsinstituten in kontraktlicher Verbindung steht, Re- klam« für rzcndeinc Seide oder irgendein' Parfüm machen inuß, ein eigenes Auto, einen eigenen Pressechef,«in« eigene Villa besitzt und doch Künstlerin genug bleibt, um in dummen Filmen groß und menschlich zu leuchten. Wir sehen die Statisten, das Filmproletariot, mit den wahnsinnigen Hoffnungen, einmal aus der grauen Masse aiffzusteigen, wir sehen noch viel« Szenen und Aufnahmen, gehen durch viele Dekorationen und wissen, daß in den nächsten Monaten diese fragmentarischen Spiele, die wir gesehen haben, als fertige Filme durch Deutschland laufen und ihren geisterhasten Sicgeszug antreten. Die Ladenmädchen werden heulen, die alten Leute sich ihrer Jugend erinnern, die Arbeitslosen für eine Stunde das Elend vergessen. Es wird Zeit, daß die Arbeiter sich immer„mehr des Filmes be- mächtigen und ihn aus der Umklammerung der Industrie lösen. So oder so, aber dann sitzt man doch in irgendeiner Stadt im Kino und sieht sich einen Schundsilm an, der durch das Spiel einer großen Künstlerin strahlend gemacht wird, und erinnert sich der Verse, die man einmal geschrieben hat, an PNI 'nu Das Lied an Mary. Jeden Abend spät wanderst dv Ueber die schimmernde Leinwand, Mary, und zeigst uns frermdlich Dein kindliches Antlitz. Dein Spiel ist rührend, Mary, Weil du rührend bist, Mary, Wir alten Knaben gedenken Uirsrer verschütteten Jugend. Als wir noch nicht im Aufschrei Der trommelnden Straßen standen, Im Kampf ums Dasein, um die Lust für die Lunge. Als wir noch Kinder waren, zart Wie du, Mary, schamhafte Jugend... Das spielst du uns schön und rein, Das Spiel früherer Tage. Wein« nicht, liebliches Mädchen, Oeffne die strahlenden Augen, In denen die Unschuld sich spiegelt, Mary, die Liebe zur Welt. Max Barthel. „Sag, bist du froh, daß ich zu dir gekommen bin? Du hast mich nicht erwartet? Nicht wahr?" „Ja, nicht erwartet, obwohl... Nein, nicht erwartet." „Ich aber bin dennoch gekommen.... Ich denke noch an den heutigen Tag. Und du?" „Ich denke noch an alles," antwortete ich. Sie nickte langsam: anders konnte es nicht sein. „Und ich auch an alles.... Weist du, seit gestern abend kann ich mit mir selbst nichts Rechtes anfangen. Und so beschloß Ich, heute zu dir zu fahren. Vor zwei Jahren, vor zwei Jahren," wiederholte sie, die Worte langsam und nachdenklich aussprechend. „O Gott, wie schnell die Zeit vergeht! Und entsinnst du dich noch, wie viele Blumen hier standen, als wir von der Kirche hierher kamen? Du hast ja auch jetzt Blumen. Ich werde dir eine Rose fortnehmen. Darf ich?" Sie nahm aus einem hohen Kristallglas auf dem Tisch eine weiß« Rose, sührte sie an ihr Gesicht, warf sie jedoch sofort wieder mit einer Grimasse des Ekels auf den Tisch. „Man hat sie dir geschickt?" „Ja." „Wer?" Eine sonderbare Frag«! Ich hatte sie doch auch nicht gefragt, wer ihr... „Uebrigens," sie zuckte mit den Achseln,„übrigens kann es mir ja einerlei sein..." Sie setzte sich in«inen großen Lehnstuhl gegenüber dem Tisch. „Setz dich," sagte sie. Ich wollte mich in einen anderen Lehnstuhl neben sie setzen, aber sie zog mich am Aermel zu sich heran. „Setz dich hierher, zu mir." „Aber... es wird zu eng sein,"«nigegnetc ich. „Und früher? Setz dich." Ich setzte mich dazu und bemühte mich, sie nicht zu beengen. Ich fühlte ihre Körperwärme. Die linke Hand legte sie nur vertrau- lich aus die Schulter. „Das dort ist meine Photographie," sagte sie nachdenklich.„Ich ließ mich im Oktober ausnehmen. Auf dem Newskij war es damgls trocken, ganz trocken wie im Sonnner." Sie schwieg ein paar Augenblicke, nachdenklich und begann plötzlich bitter, ganz bitterlich zu weinen. Sie weinte, in meine Schulter vergraben, weinte schluchzend und das Gesicht mit beiden Händen bedeckend, die so klein und hilflos waren, weinte, wie Kin- der zu weinen pflegen, denen man etwas zuleide getan hat. Ich streichelt« ihr dustiges Haar und schwieg. Was konnte ich ihr sagen? Ich konnte ihr doch nicht alles sagen, was ich dachte, fühlte und erlebt hatte. Sie holte aus ihrem. Täschchen ein Taschentuch hervor und trock- nete sich schluchzend die Augen. Die lieben Tränche», so leuchtend, so glitzernd...._(Schluß solgt.) Die Vauwelse der Wolkenkratzer. Erst seit ein unternehmender Ingenieur auf den Gedanken kam, den Hochhäusern ein Skelett aus Stahl zu geben, dessen Gerippe man einfach mit ziemlich dünnen Platten ausfüllt, wurde es möglich, 40 und 50 Stockwerke hohe Turmhäuser zu bauen. Bis dahin war es kaum möglich, Häuser zu bauen, die höher waren als S Stockwerk«. Dies lag wohl auch daran, daß in jener Zeit noch nicht überall der Pcrfonenaufzug eingeführt war, doch vor allem verbot die Unmöglichkeit, mit Fundamenten auszu- kommen, die nicht allzu viel Platz wegnahmen, höher zu bauen. Wollte man heute ein 40 Stockwerke hohes Gebäude in alter Weste nur in Mauerwerk aufführen, dann würden Fundament und Stütz- mauern soviel Platz wegnehmen, daß etwa bis zum 20. Stockwerk fast überhaupt kein Raum außer dünnen Schlitzen für die Auszüge bliebe und erst vom 30. Stockwerk ab würde das Haus die wirt- schaftlick, erforderliche Grundfläche je Stockwerk aufweisen. Das ganze Woolworth-Geböude aber wiegt einschließlich Steinen, Beton und Stahlgerüst nur 100 000 Tonnen, immerhin ein Gewicht, das so groß ist wie zwei der größten Ozeandampfer. Bier und Sprit. Konzerne im Braugewerbe. rung der Gewinnquote zugunsten von Schultheiß zum Aus drud kam, war jedoch nicht von langer Dauer. Trotz der übermäßigen Erhöhung der Bierpreise hat sich das| wande. Die Erstarfung der Biergruppe, wie sie in der Verände deutsche Volt auch weiterhin seine„ bierehrliche Seele" bewahrt. Der Bierausstoß ist von 48,3 Millionen Hektoliter im Jahre 1926/27 auf 51,6 Millionen im folgenden Jahre gestiegen. In den Monaten April- Juni des neuen Rechnungsjahres 1928/29 murden nicht weniger als 14,6 Millionen Hektoliter versteuert, also mehr als 8 Proz. als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Für die großen Bierkonzerne, die den überwiegenden Teil des Bierbedarfs decken, war diese günstige Konjunktur ein besonderer Anreiz, ihren Ausstoß zu vergrößern und ihren Machtbereich weiter auszudehnen. Die Zusammenschlüsse sind, von außen gesehen, oft rein finanzieller Art, in Wirklichkeit aber wirten sich die Verschachtelungen und Verflechtungen, die zu einer Veränderung der Machtverhältnisse führen, auch betriebswirtfchaftlich aus. Die Stillegungen der Betriebe, die oft das Ergebnis einer völligen Verschmelzung sind, stellen für den Arbeiter nur die ihn am schwersten treffende Rückwirkung der artiger Transaktionen dar. Aber auch Veränderungen in der Verwaltung, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, rigorosere Personalpolitik find häufig das Ergebnis des Eindingens einer neuen Herrschaftsgruppe. Die Bierstadt München, in der etwa ein Siebentel des gesamten in Deutschland hergestellten Bieres erzeugt wird, und Berlin, das sich mit einer Jahresproduktion von 5,2 Millionen Hektoliter zum zweitgrößten Bierproduzenten entwickelt hat, stellen die Hochburgen der großen Bierkonzerne dar. In Berlin hat sich der größte vertikale Bier- Sprit- Konzern der Welt, die Interessengemeinschaft Ostwerke Schultheiß- Pakenhofer, zu einem Riefenunternehmen ausgewachsen. Mit einem Attien Papital von 51 Millionen Mark und einem Bierausstoß, ber 1926/27 2.8 Millionen Hektoliter erreichte, hat die Biergruppe des Konzerns, Schultheiß- Bazenhofer, die Konkurrenz Engelhardt, Berliner Kindl und Löwen- Böhmisch weit überflügelt. Bei einer jährlichen Leistungsfähigkeit von 4,5 Millionen Hetoliter Bier wäre der Konzern allein in der Lage, den gesamten Bierbedarf Berlins zu decken. Die Entwicklung dieses Riesen ist auch für die breite Deffentlichkeit von großem Interesse. Ursprünglich befaßte sich der eine Partner des Konzerns, die Ostwerte A.-G., nur mit der Spriterzeugung. Nach dem lleber gang der Spritraffinerien der Gesellschaft, infolge des Reichs monopolgefeßes von 1918, auf das Reich hatte das Unternehmen beträchtliche Entschädigungen vom Staate erhalten. Man erwarb daher in bunter Reihenfolge die verschiedenartigsten Unternehmungen, Mühlen, Zementfabriken, Hefefabriken u. a. Profit jägerei und Zusammenraffen von Sachwerten waren die Triebfeder der Ausdehnung. Um die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit der Zusammenballungen machte sich Herr Razenellenbogen in der In flation wenig Kopfschmerzen. Da das Likörgeschäft in den ersten Nachkriegsjahren fräftig blühte, ging auch Kahlbaum in dem großen Schmelztiegel unter, und da andererseits die Bierkonjunktur damals schlecht war, erwartete Schultheiß von dem in der Inflationszeit erfolgten Zusammenschluß weitgehende Vorteile. Die Lage änderte sich jedoch grundlegend seit der Stabilisierung. Die große Masse der Bacchusjünger fehrte zu ihrem Becher Bier zurück und ließ den Likör stehen. Kahlbaum verschwand daher 1926 und erschien als eine von Schultheiß beherrschte Tochtergesellschaft in neuem GeDie Arbeiterbank wächst. 100 Millionen Einlagen überschritten. Das Vorstandsmitglied der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. Berlin, Direktor Ba ch em, gibt anläßlich des Gewerkschaftsfongresses in Hamburg in der Gewerkschaftszeitschrift eine bemerkenswerte Darstellung der Entwicklung und des Arbeitsbereiches der Arbeiterbant. Das wichtigste Merkmal der günstigen Entwicklung der Arbeiterbank sind die wachsenden Einlagebstände. Allein im letzten Jahr stiegen die Einlagen bei einem Jahresreingewinn von fast einer Million auf rund 79 Millionen Mart. Im Laufe dieses Jahres fonnten die Einlagen erstmalig die 100- Millionen- Grenze überschreiten. Aus den bisherigen Ergebnissen des laufenden Geschäftsjahres kann allgemein eine erfreuliche Forrentwicklung des gewerkschaftlichen Bantinstituts festgestellt werden. Noch vor Jahresende wird eine neue Zweigniederlassung in Bochum er öffnet. Die Stellung der Bank zu den verschiedenen gewerkschaftlichen Organisationen war besonders im Baufa ch nicht immer leicht. Obwohl die Bant gerade auf diesem Gebiete zur Hilfeleistung berufen . erscheint, mußte sie doch im Interesse der anvertrauten Gelder mit besonderer Vorsicht vorgehen. Kredite konnten daher nur an ge festigte und gesunde Unternehmungen gewährt werden. Besondere Bedeutung hat bei diesen Geschäften der sogenannte Bauzwischentredit erlangt. Gein Umfang läßt sich schon daraus ertennen, daß bis 1927 bereits 4000 Wohnungen mit Unterſtügung der Arbeiterbank neu errichtet wurden, und im laufenden Jahre fonnte die Zahl der Neubauwohnungen noch bedeutend erhöht werden. Die Inanspruchnahme der Zwischentredite seht voraus, daß Mie endgültigen hypothetarischen Beleihungen von anderen Stellen fest zugesagt sind. Eine starte Verbindung zur Hypothekenbankfeite mußte sich aus der entsprechenden Tätigkeit der Arbeiterbank ergeben. Hier bot sich im Frühjahr 1928 eine Gelegenheit, zu günstigen Bedingungen maßgeblichen Einfluß auf ein gutfundiertes und vorfichtig geleitetes Inſtitut, die Hannoversche Bodenkreditbank in Hildesheim zu gewinnen. Gemeinsam mit dem bisherigen Brivatbankenmehrheitskonsortium übernahm die Arbeiterbank die Führung dieses Unternehmens. Seine Nußbarmachung für die gemertschaftlichen Interessen unter selbstverständlicher Wahrung vor. fichtigster Geschäftsführung ist die Aufgabe der nächsten Zeit. Kali Refordabfaß. 3m laufenden Jahr über 10 Millionen Doppelzentner. Bie das Deutsche Kalisyndikat mitteilt, betrug der Absatz an Reintali im August 1,08 mill. Doppelzeniner gegen 0,84 mill. Doppelzentner im August 1927. Der Absatz in den ersten vier Monaten( Mai bis August) des laufenden Düngejahres beträgt 3,75 gegen 2,99 Mill Doppelzentner Reintali in der entDie Dstwerte faßten zunächst ihre verschiedenen Unternehmungen in besonderen Tochtergesellschaften zusammen und übertrugen ihre oberschlesischen Brauereien, wie die jüngste Entwicklung des Konzerns zeigt, auf Schultheiß. Die Ostwerte haben damit den Uebergang zu einer reinen Holdinggesellschaft vollzogen, d. h. sie produzieren nicht mehr selbst, sondern treten als Machthaber auf Grund ihres Aktienbesizes auf. Die Verschuldung der Schultheiß an die Ostwerte hat die Machtverhältnisse wiederum zugunsten der Ostwerte verschoben, bei denen der Generaldirektor 2. Razenellenbogen sämtliche Fäden in der Hand hält. Aber weder der Schultheiß noch der Ostwerke- Konzern haben ein Interesse daran, die Selbständig. feit einer der beiden Gruppen aufzuheben, denn die Doppelrolle, die beide Konzerne als Machthaber im Bier- und Spritgewerbe und deren Nebenindustrien spielen, macht sich sehr gut bzahlt. Zunächst können bei auftretendem Geldbedarf, der bei einem Riefenkonzern in die Millionen geht, beide Gesellschaften selb. ständig auftreten und das eine Mal auf Grund des fiktiven Bermögens, der Effekten und Beteiligungen, gleichzeitig aber auch auf Grund von wirklichem Vermögen der Maschinen, Borräte und dergleichen sich Kredit beschaffen. Sodann ist es für die Bierkönige von ausschlaggebender Bedeutung, daß sie mit einem verhältnis mäßig fleinen Kapital die Herrschaft über große fapital träftige Unternehmungen erlangen. Die Ostwerke befizen über ein Biertel des Aktienkapitals von rund 15 Millionen der Vereinigten Portland 3ement= und Raltwerte Schimischow, Silesia und Frauendorf A.-G. und haben daher in diesem Unternehmen ein entscheidendes Wort mitzureden. Diese Gesellschaft hat wiederum etwa die Hälfte des Aktienkapitals der Schlesi chen Portland 3ement Industrie A.-G., Oppeln, so daß der Ostwerke- Konzern indirekt auch auf das stärkste südostdeutsche 3ementunternehmen einen Einfluß ausübt, obwohl er in diesem Industriezweig mit nur vier Millionen beteiligt ist. Eine andere Entwicklung machen die vier = = mächtigen Münchener Bierkonzerne durch, die Aktienbrauerei zum Löwenbräu, die Paulaner- SalvatorThomasbräu, die Pschorrbräu und die Hackerbräu, die ihre Herr schaft auf horizontaler Basis ausdehnen. Durch die jüngst vollzogene Fusion des Paulaner- Salvatorbräu mit der Thomasbräu Aktiengesellschaft hat dieser Konzern, der das bekannte Salvatorbier herstellt, versucht, den Vorsprung des zweitgrößten Bierkonzerns Deutschlands, der Löwenbräu, München, einzuholen. Aber auch letterer hat durch die vor einiger Zeit erfolgten Verbin bungen mit Schultheiß- Bazenhofer eine beträchtliche Stärkung erfahren. Objektive" Agrarwissenschaft. Die getarnte Unternehmerpropaganda. Der Deutsche Landarbeiterverband schreibt uns: Wir gehören 31 denjenigen, die mancher wissenschaftlichen Arbeit über Fragen der Agrarpolitik mit größter Stepsis gegenüberstehen. Maßgebend sind die Erfahrungen, die wir mit den Arbeiten gemacht haben. Schon sehr oft haben wir feststellen können, daß der Deffentlichkeit eine Bublitation als streng wissenschaftliche Untersuchung präsentiert wurde, die sich bei näherem Hinsehen als eine ganz einfeitige, oberflächliche und tendenziöse Arbeit herausstellte, die nur den Interessen landwirtschaftlicher Unternehmer dienen sollte. Besonders sind es einige Arbeiten über die Buchführungsergebnisse und über die Frage der Rentabilität der Landwirtschaft, auf welche unsere Feststellungen zutreffen. Die in Frage kommenden Wissenschaftler und besonders die landwirtschaftlichen Unternehmer find über unsere Einstellung natür. lich erbost und sprechen von einem systematischen Versuch, um peinliche Feststellungen herumzukommen und das Ansehen der Agrarwissenschaftler herabzusetzen. In diesen Tagen ist der bekannte Agrarwissenschaftler Geheimrat Aereboe mit einem neuen bedeutenden Lehrbuch an die Deffentlichkeit getreten. Es betitelt sich: ,, Agrarpolitik". Auf Seite 515 dieses Werkes schildert Geheimrat Aereboe ein Erlebnis mit einem Doktor der Staatswissenschaft, das in stärkstem Maße unseren Standpunkt bestätigt. Aereboe schreibt: ,, Als ich noch Leiter der Wirtschaftsberatungsstelle bei der Doktor der Staatswissenschaften zu mir und erklärte mir folgendes: Hauptritterschaftsdirektion in Berlin war, tam eines Tages ein Ich habe den Auftrag, eine Propagandaschrift für die Fideikommisse in Form einer wissenschaftlichen Untersuchung zu schreiben. Diefelbe foll in vornehmster Aufmachung weitverbreitet und auch an die höchsten Stellen verschickt werden. Ich darf zwar nicht sagen, wer meine Auftraggeber find, ich kann nur betonen, daß es sehr zahlungsfähige Interessenten sind. Da Sie nun eine Reihe von Fideikommissen in Oberleitung bzw. in Wirtschaftsberatung haben, so können Sie mir natürlich bei meiner Arbeit ausgiebig helfen und ich bitte Sie darum. Als ich dem Herrn darauf erwiderte, daß ich ihm viel Material liefern fönne, das aber restlos gegen die Inſtitution der Fideifommiffe spräche, und ich ihm dieses teilweise zur Verfügung stellen würde, wenn er als Doktor der Staatswissenschaften eine objet. tive wissenschaftliche Untersuchung über die Fideikommiffe anstellen wollte, verabschiedete er sich mit dem Bedauern, daß er an eine falsche Adresse geraten sei. Das Buch von ihm ist aber ge= schrieben, gedruckt und verschickt, wie es in seinem Programm stand." Die Agrarwissenschaftler, gegen die sich unsere berechtigte Kritik richtet, sollten nicht den Beleidigten spielen, sondern angesichts der Erfahrungen Geheimrat Aereboes dazu beitragen, der Kritik durch eine wirklich objektive Forschungsarbeit den Boden zu entziehen. Ausweis des Reparationsagenten. Erhöhter Bartransfer im Auguft. Nach Einzelnachweisung des Reparationsagenten über die Auguft In den verschiedenartigsten Formen vollziehen fich die Berzahlungen find im Auguft 245,9 Mill. geleistet worden. Davon schachtelungen und Verknüpfungen der Unternehmungen. Effekten wurden transferiert in bar 85,6( im ganzen 4 Dames- Jahre tapitalistische Beteiligungen, Interesser gemeinschaften, bei denen die 460,4) Mill. im Wege der Exportabgabe gemäß Reparation reco Gewinne in der Regel nach einem bestimmten Schlüssel verteilt very act 31,6( 350,9) Mill., im Wege der Sachlieferungen 81,3( 724,5) werden, personelle Verknüpfungen in den Aufsichtsräten und VerMill. Der Dienst der Dames- Anleihe erforderte 9,2( 90,4) Mill. maltungen alle Formen werden angewandt, um die Herrschaft Von den gesamten im vierten Dawes- Jahr vorgenommenen zu erzwingen. Entscheidend ist dabei nicht der betriebswirt Transfers erhielt Frankreich 862,4 mill., davon 301,1 verschiedene schaftliche Erfolg, sondern die finanzielle Macht. Aber Sachlieferungen, 176,6 Brennstofflieferungen, 279,9 Barüberweisun auch die Herrschaft ist nicht Selbstzweck, sondern nur ein Mittel zum gen, 53,4 Exportabgabe, der Rest entfällt auf Besagungstruppen, 3wed, um die großen Profite, die aus den Brauereien fließen, in Englend erhielt 367 Mill., davon 297,4 im Wege der Exportabgabe wenigen Händen zusammenfließen zu lassen. und 49,1 in bar, jedo h feinerlei Sachlieferungen. sprechenden Zeit des letzten Düngejahres. Einschließlich der Auguſtergebnisse hat der Kaliabsatz in den ersten acht Monaten von 1928 bereits 10,14 Mill. Doppelzentner Reintali erreicht. Mit diesem Ergebnis wird der sehr gute Absatz des Vorjahres, der in dem gleichen Zeitraum 8,8 Mill. Doppelzentner betrug, um reichlich 13 Broz. übertroffen. Gegenüber 1926 beträgt die Steigerung sogar rund 22 Broz. Starfe Anspannung der Reichsbant. Erntefinanzierung und Geldbedarf. Die überraschende Bersteifung des Geldmarktes in den legten Augusttagen hat starte Rüdgriffe auf die Reichsbant zur Folge gehabt. Der Ultimoausweis der Reichsbant vom 31. Auguft zeigt daher eine recht erhebliche Anspannung. Schecks, Lombards und Effetten ist um 737,8 auf 2831,1 millionen Die gesamte Rapitalanlage der Bant in Wechseln, August wurde im laufenden Jahr nur einmal, nämlich zum QuartalsMart gestiegen. Diese Zunahme der Kapitalanlagen zum Ende ausweis Ende März, mit 777,8 Millionen Mark übertroffen. Im einzelnen stieg der Bestand an Wechseln und Scheds um 631,6 auf 2603,9 Millionen Mark, der Lombardbestand um 101,7 auf 128,8 Millionen Mark. Außerdem stieg der Bestand an Reichsschatzwechseln auf 4,5 Millionen Mark. 755,2 Millionen Mart neu in den Verkehr abgeflossen, davon An Reichsbanknoten und Reichsbankscheinen zusammen find 703,4 millionen Reichsbanknoten. Damit het fich der Umlauf an Reichsbanknoten auf 4673 Millionen Mark erhöht. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen find mit 2443 Millionen Mart, im einzelnen die Goldbestände mit 2248,1 Millionen Mart, die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 194,9 Millionen Mart ausgewiesen. Die Deckung der Noten durch Gold allein betrug 48,1 Proz. gegen 56,5 Proz. in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 52,3 gegen 61,8 Proz. in der Borwoche. Die große Ausdehnung des Notemumlaufs ist auch nur von dem Ultimoausweis im März bisher übertroffen worden. Der hohe Bedarf an baren Zahlungsmitteln weist darauf hin, daß der Finan zierungsbedarf der Ernte zu der Anspannung der Reichsbank in er heblichem Maße beigetragen hat. Obst und Gemüse wird billiger. Die Knappheit und enorme Teuerung auf dem Obst- und Gemüsemartt hat die breite Masse der Käuferschaft mit Recht start beunruhigt. Die große Knappheit, die bis Ende Auguft anhielt, war in erster Linie auf die verspätete Ernte zurüd zuführen. Seit etwa einer Woche haben sich aber die Obst- und Gemüsezufuhren derart verstärkt, daß im Großhandel schon am 31. Auguft bereits Rückgänge zwischen 10 und 50 Proz. eingetreten sind. Es ist dringend zu erwarten, daß diese Verbilligung fich auch schnellstens beim Kleinhandel durchsetzt und der großen Masse der Konsumenten zugute tommt. Handelsvertrag mit Südafrika. Das Meistbegünstigungsabfommen unterzeichnet. Brätoria ein Handels. Wie jest amtlich mitgeteilt wird, wurde am 1. September int und Schiffahrtsvertrag zwischen Deutschland und der Südafrikanischen Union auf breiter Grundlage abgeschlossen. Der Vertrag, der sich im allgemeinen an die Bestimmungen des deutsch englischen Handelsvertrages hält, sieht für beide Vertragspartnier die meist begünsti gung vor. Vorläufig find die Vorzugszölle, welche die Südafrikanische Union England und britischen Dominien gewährt, in Kraft geblieben, doch ist ein weiteres Abkommen über gegenseitige 3ollzugeständnisse in Aussicht genommen. In dem Vertrag sind ferner noch Bestimmungen über die Einreise, Niederlassung und die Rechtsstellung der Staatsangehörigen beider Länder enthalten. ganifationen des Schrottgroßhandels, der Verband deutscher Großhandel gegen Kleinhandel im Schroffgeschäft. 3wei DrSchrottbetriebe und der, Verein zur Wahrung gemeinsamer Interessen des Schrottgroßhandels, haben sich jetzt zusammengeschlos fen. In Zukunft heißen diese beiden Berbände: Verband deutscher Schrottgroßhändler und Schrottbetriebe. Die Spitze der Geschäftsleitung befindet sich in Düsseldorf. Dieser Zusammenschluß erfolgte lediglich zu dem Zweck, um gegen das Bordringen des Reichsverbandes freier Shroffhändler Deutschlands Stellung zu nehmen und ein Aswandern von Mitgliedern zu dieser Bereinigung letzter Zeit häufig Abmachungen mit den Werkshändlern, den Ber zu verbindern. Aus den Reihen der Schrottgroßhändler find in freie und unabhängige Alteisenhändler seine Interessen in diesen tretern der Schwerindustrie getroffen worden, so daß der sogenannte Verbänden nicht mehr genügend vertreten sah. Der Reichsverband der freien Schrotthändler hat ja bereits vor einigen Wochen die Berhandlungen mit der Schwerindustrie bzw. deren Vertreter, den Werkshandelsorganisationen, abgebrochen und befindet sich in offenem Kampf mit diesen mächtigen Guppen. Der große Leipziger Hochstimmung bei Polyphon. Schallplattentonzern, die Polyphon A.-G., hat dant der allgemeinen Schallplattenkonjunktur von Jahr zu Jahr ihre Gewinne fprunghaft steigern föhnen. Auch die Annahme, daß die Dividendenzahlung im letzten Jahr, die nach sehr hohen Abschreibun gen und Rückstellungen 14 Broz. betrug, einen gewissen Höhepunk bedeutete, hat sich nicht bewahrheitet. Wie die Berwaltung auf der legten Polyphon- Generalversammlung mitteilte, hat sich das in- und ausländische Schallplattengeschäft meiterhin jo glänzend entwickelt, daß für 1928 mit einer Dividende von 18 bis 20 Proz gerechnet werden kann. Zum wievielten Male? Wiederaufnahme der deutsch- polnischen Handelsvertragsverhandlungen. Die Ankunft der deutschen Dele gation zur Wiederaufnahme der so oft abgebrochenen deutschpolnischen Handelsvertragsverhandlungen wird am 9. September in Warschau erwartet. Mit dem Beginn der Berhandlungen fammenhang, auf der die Lage der polnischen Wirtschaft und besteht die polnische Kabinettssigung am 6. September im Zusonders die ungünstige Entwicklung des polnischen Außenhandels zur Sprache kommen foll