du bon ab BERLIN Mittwoch, 5. September 1928 Der Abend Ericheint tåg lich außer Sonntags. Fugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis " beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr. 8 Spalausgabe des„ Vorwärts" 10.Pf. Nr. 420 B 208 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poftfchecktonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37586. Fernforecher: Donboff 292 bis 297 Strolchtum gegen Arbeiterschaft. Ein neuer fommunistischer Ueberfall auf Gewerkschafter. Hamburg, 5. September.( Eigenbericht.) Tausende und aber Tausende der. Hamburger Arbeiterschaft hatten sich am Dienstagabend vor dem Rathaus zu einer wuch tigen Kundgebung eingefunden. Ein imposanter Aufmarsch der Maffen. Besonderen Eindrud machten die Arbeitersportler: Turner, Radler, Ruderer, Tennisspieler, Leichtathleten usw. Die Arbeiterfänger trugen einige der herrlichen alten Kampflieder vor. Ein riesiger Trommlerchor, etwa 350 Mann, elettrifierte mit seinen Wirbeln die Herzen. Graßmann dankte im Namen des Kongresses mit besonders herzlichen Worten der Ham burger Arbeiterschaft für ihre Treue zu den Gemertschaften. Kundgebung rechtfertigte besser als irgend etwas anderes den Ruf Graßmanns, mit dem er am Dienstagabend die große Aussprache über den Bericht des Bundesvorstandes abschloß: Es geht wieder porwärts!" Leider ist es auch an diesem Abend abermals zu Störungsverfuchen der Kommunisten Die gekommen. Auf dem Rathausmartt vermochten die Kommunisten allerdings nichts auszurichten. Sie beschränkten sich hier darauf, im Sprechchor wüste Beschimpfungen gegen die Gemertfchaftsführer auszustoßen. Auf dem Rückmarsch der Züge tam es aber neuerdings zu einer ähnlichen verbrecherischen Aktion wie am Sonnabend bei der Rundgebung der Gewerkschaftsjugend. Die Kommunisten fielen über abmarschierende Gruppen her, die als Reichsbannerleute fenntlich waren. Dabei gab es eine Schlägerei, deren blutiger Ausgang nur durch das rechtzeitige Dazwischentreten der Polizei verhindert werden konnte. Es gab allerdings einige Verwundete. Die Kommunisten wurden auch tätlich gegen Polizei. beamte. Nur mit Mühe konnten sich einige Beamte den tätlichen Angriffen der Kommunisten entziehen. Der Arbeiterschaft bemächtigte sich ob dieses neuen Verbrechens der Kommu nisten eine ungeheure Erregung. Aus Anlaß dieser Borgänge find drei Personen ver. haftet worden, die einwandfrei als Rommunisten festge. stellt werden tonnten. Einem dieser drei Berhafteten wurde eine Tüte mit einem halben Pfund Pfeffer abgenommen. Es zeigt sich also, daß die Kommunisten mit der geradezu bestialischen Absicht umgingen, bei dem großen Maffenaufmarsch den Gewerkschaftsmitglie dern Pfeffer in die Augen zu streuen, um dadurch ihre Derbrecherische Aktion zu erleichtern. Begrüßung im Rathaus. Bahnhof Priesterweg. PRIESTERWEG Die Vororthaltestelle Bahnhof ,, Priesterweg" am Schöneberger Südgelände, die an der Abzweigung der Zossener Bahn von der Vorortbahn nach Lichterfelde- Ost liegt, wird voraussichtlich mit dem Fahrplanwechsel am 7. Oktober in Betrieb genommen werden. Unser Bild zeigt den Eingang zum Bahnhof Priesterweg. Stinnes und die Kriegsanleihe. Wie der Betrug ausgeführt wurde.- Neue Vernehmungen der Beschuldigten. Allmählich bringt der weitere Gang der Untersuchung etwas Licht in den großen Kriegsanleihebetrug. Eine Amsterdamer Bank die inzwischen in Konturs geraten ist hatte einem französischen Konsortium von Strohmännern be. stätigt, daß sie vor dem 20. November 1926, dem Stichtag für die Anmeldung von Altbesib, Kriegsanleihe in Depot gehabt hätten. Diese Strohmänner wurden von dem Pariser Anwalt Calmon bei der Kriegsanleiheanmeldung vertreten. Calmon selbst trat nicht als Anmelder auf, wohl aber einer seiner Berwandten. Es wird nun angenommen, daß v. Waldom und Direktor Noth mann die Berbindung zwischen den französischen Strohmännern und Hugo Stinnes hergestellt haben. Am Dienstag abend wurden die Delegierten des Gewerkschafts. tongresses im Hamburger Rathaus von der Hamburger Landes regierung begrüßt Auf die Begrüßungsrede des Bürgermeisters Dr. Petersen, der aussprach, daß gerade in Hamburg das Berantwortungsgefühl und die zielbewußte Staatsgesin. nung der Gewerkschaften eine wesentliche Stüße der Idee des neuen Staates geworden sei, sprach der zweite Borsigende des ADGB., Peter Graßmann Er wies darauf hin, daß dieser Staat zwar nicht das Ziel der Wünsche der Gewerkschaften sei, daß die aber in ihm einen Fortschritt sehen und aus dem Kampf um den Staat ein anderes Verhältnis zu diesem Staat gewonnen hätten. Die politische Gleichstellung, die ge- Gegen Calmon ist bis jetzt strafrechtlich nicht vorgegangen schaffen sei, genüge allerdings nicht. Die Gewerkschaften streben worden, da die Reichsschuldenverwaltung die Möglichkeit hatte, auf nach Demokratisierung der Wirtschaft. dem Wege einer Ordnungsstrafe einzuschreiten. Das Borgehen der Reichsfhuldenverwaltung führte dann dazu, daß Calmon Der Kampf um Wirtschaftsdemokratie. ben gelaten von ihm vertretenen Kriegsanleiheneubelih der Reichs, schuldenverwaltung zur Verfügung stellte, wodurch er erhebliche Der dritte Berhandlungstag des Gewerkschaftstongresses begann Summen einbüßte, die dem Reich dadurch erhalten blieben. In diesem Zusammenhang. wird nun auch die Schußbehauptung von mit dem Bersuch, im Rahmen einer Bortmeldung zur Geschäfts. Hugo Stinnes verständlicher. Calmon wurde in eine erheb ordnung einen oppofitionellen Antrag unter Umgebung berliche Geschäftsordnung einzubringen. Mit der Berlesung dieses liche Ordnungsstrafe genommen und wandte fich an Hugo Antrages wäre der Zwed für den Antragsteller erreicht gewesen. 500 000 m. zu beteiligen. So entstand dann wohl die irrige BeSchumann als Borsigender vereitelte dieses Spiel. schuldigung gegen Reichskommiffar Dr. Heinzmann, er habe das Verfahren gegen Stinnes niederschlagen wollen Daß diese AnIm Auftrage des ADGB. hat Friz Naphtalt eine 192 Seiten umfassende Schrift herausgegeben, die sich eingehend mit der Wirtschaftsdemotratie" befaßt. Unter gespannter Ermartung des Kongresses beginnt Naphtali seinen Vortrag. Der Ruf nach Wirtschaftsdemokratie innerhalb der deutschen Die Fieberepidemic in Griechenland nahme jeder Begründung entbehrt, haben wir bereits mitgeteilt. Es liegt jedoh die Annahme nahe, daß Calmon mit seinem Vorschlag an Stinnes einen Erpressungsversuch unternommen hat. Es steht fest, daß unabhängig vom Fall Stinnes auch noch andere Kreise ähnliche Betrugsmanöver durch Anmeldung von Kriegsanleihe Neubesiz als Altbefiz- unternommen haben. Da aber die Schuldigen zum allergrößten Teil im Ausland sizen dürften, wird die Aufstellung dieser Fälle sehr schwierig sein. Wenn die Schuldigen festgestellt werden können, wird gegen sie vorge gangen werden. Was aber geschieht, wenn sie nicht zu ermitteln sind, ist einstweilen noch in tiefes Dunkel gehüllt. Man muß dann wohl damit rechnen, daß die als Altbesiz angemeldete Kriegsanleihe aufgewertet wird, wodurch dem Reich ein Schaden von vielen millionen entsteht. Im Fall Stinnes werden morgen die Angeschuldigten Stinnes, v. Waldow und Nothmann neuerdings ver. nommen. Am Freitag findet bereits Saftprüfungstermin gegen Direktor Nothmann statt. Für Hugo Stinnes ist noch fein Haftprüfungstermin angesetzt. hobenen Beschuldigungen gegen Reichskommiffar Dr. Heinzmann Wegen der von Hugo Stinnes bei seiner Bernehmung er fanden gestern eingehende Besprechungen im Justizministe rium statt. Der Opel- Bahnhof wird gebaut. Frankfurt a. M., 5. September.( Eigenbericht.) Die französische Besazungsbehörde hat ihren Einspruch gegen Arbeiterschaft bebeutet nicht ein Abrüden von ber beenwelt bes Immer noch Suche nach Amundsen ben Anschluß des neuen Opel- Güterbahnhofes an die Reichsbahn. Fortlegung auf der 2. Seite.) Berichte 2. Seite. station Rüffelheim zurüdgezogen. Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen. Der Bahnhof wird vergrößert. L it Auf der Suche Die Nachforschung« Oslo. 5. September. Der Volarsachversländige helmer Hansen, der Amundsea auf u erschied? aen Expeditionen begleitet hat, gibt der Meinung Aus- druck, daß Amundsen noch am Leben sei. Er geht davon aus. daß der aufgefundene Schwimmkörper durch einen Zufall vor der Landung des„Latham" von dem Flugzeug losgerissen sein könnte. Es fei' durchaus nicht unwahrscheinlich, daß sich die Ve- sahung habe retten können. Sollte es dm Schissbrüchigm gelungen fein, Waffen aus dem Flugzeug zu bergen, so könnten sie zweifellos beliebige Zeit mit dm Ttahmngsmitteln. die die Polar- gegmd biete, auskommen. Das französische Marineministerium hat die norwegisch« Admiralität ersucht, ihr den an, ZI. August aufgefischten Schwimmkörper des.Latham' zu übersenden. Einer Moskauer Meldung zufolge, hat der Flieger Tschuchnowski einem Pressevertreter erklärt, daß er sich voll» kommen im klaren darüber sei, welche Schwierigkeiten seiner harren. Die Hauptaufgabe bei der Suche nach Amundsen und der Alessandri-Gruppe falle unbedingt dm Fliegern zu. Der russische Hilfsausschuß wird sich einer Aeußerung über dm Tod Amundsens bis zur endgültigen Feststellung der norwegischen Sachverständigenkommission enthalten. Der Zlussckzuß gibt bekannt, daß die Pläne beä„Krassin" von den Feststellungen der Kommission nicht beeinflußt würde», da das Schicksal der Ballongruppe noch ungewiß sei. Selbst wenn für die Ret» tung Amundsens nur ein Prozent übrig bleibe, werde die Such« nach ihm nicht aufgegeben werden. Nach langer ergebnisloser Suche ist der russische Eisbrecher „Sedow" in Archangelsk eingetroffen. nach Amundsen. a werden forigesehi. Ein rätselhafter Flugzeugabsturz. Nach einer Meldung aus h c m s ö(Schweden) beobachteten zwei Ausslüglerinncn, die sich zwischen 8 und 9 Uhr früh auf einer Bootsfahrt befanden, weit draußen über dem Meer« ein Flugzeug, dos aus großer höhe ins Meer stürzt«, eins lange Rauchfahne hinter sich ziehend. Die Frauen benach- richtigten den Kommandanten der Festung henffö, der sofort Motorboot« zur Hilfeleistung oussandte, die jedoch unver- richteter Sache zurückkehren mußten. Wie verlautet, befand sich zurzeit kein schwedisches Flugzeug in der betreffenden Gegend. Assolant und Lefövre kehren um. Die Agentur havas berichtet aus Casablanca: Asso- l a n t und L e f e o r e, die französischen Ozeanflieger, die heute früh ihren Weiterflug in Richtung Saint Louis(Senegal) angetreten hatten, sind umgekehrt und wieder in Casablanca einge. troffen. Sie werdm wahrscheinlich nach Paris zurückkehren. Oampferzusammenstoß in Tromsö. Wie aus Tromsö gemeldet wird, hat sich im dortigen Hafen ein schwerer Dampferzusammen st oß ereignet. Der Dampfer„Frei a" aus hau gesund stieß mit dem auf Grund ge- laufenen Lergendampfer„F l i n t' zusammen. Die„Flint" erhielt ein großes Leck und sank innerhalb kurzer Zeit. Di« Besatzung konnte gerettet werden. Auch die„Freia" ist schwer b e- schädigt worden. Oer Gewerkschafiskongreß. (Forlseuung von der 1. Seite.) Soziallsmus. Die Forderung nach Wirtschaftsdemokratie bezeichnet vielmehr das Bedürfnis, den weg zur verwlrkllchung des Sozialismus zu klären. Dieser Weg wird dadurch gekennzeichnet, daß der Auto- kratie der kapitalistischen Unternehmen die Demokratie der arbeiten- den Menschen entgegengestellt wird, daß das Interesse der Gesamtheit gegenüber den Sonderinteressen einer herrschenden Klasse immer stärker in die Erscheinung tritt. Der Kapitalismus hat bereits von sich aus das System der freien Wirtschaft grundlegend verändert, indem er es mit zahl- reichen Organisationselementen durchsetzte. Der Zweck dieser Durchorganisierung ist die Beherrschung des Marktes. Schätzungsweise ist bereits mehr als die Hälfte der deutschen industriellen Produktion in irgendeiner Form in dieses Netz organisatorischer Bindungen einbezogen worden. Diese Durch- organisierung des Kapitalismus bedeutet noch nicht Demokratisierung der Wirtschaft, sie muß aber zwangsmäßig deren Entwicklung beeinfluffen. Denn diese höchste Form autokratischer Wirtschaftsbcherrschung ruft eine Gegenbewegung der Gesamtheit hervor, die sich äußert in dem Verlangen nach Kontrolle der prioakkakipallstischen Monopole durch die Gemeinschaft, vertreten durch den demokratischen Staat. Neben die Staatskontrolle muß die Teilnahme der Ar» beiterschaft an der Führung der großen Monopol- r-ganisatlonen treten. Wir hoben bereits einige Selbstverwaltunzs- körper auf gesetzlicher Grundlage(Kohle, Kali), die freilich noch Mängel aufweisen und daher einer Reform bedürfen. Neben die Tendenz zur privatkapitalistischen Organisation tritt als weiteres Merkmal der modernen Wirtschaftsentwicklung das Anwachsen der öffentlichen Betriebe, treten endlich als neues untapitalistisches Element die eigenen Wirt- fchaftsorganisationen der Arbeiterschaft(Konsum- genossenschasten, Arbeiterbank, Verband sozialer Baubettiebe usw.). Gleichlaufend mit dieser Entwicklung auf der Produtttonsseite gehen die Wandlungen, die sich in der Gestaltung de» Arbeits- Marktes vollziehen. Die frühere Freiheit des Arbettsmarktes, die eine ökonomische Hörigkeit des Arbeiters gegenüber dem Kapital bedeutete, ist durch die jahrzehntelange Arbeit der Gewerkschaften in ihren Grundlagen umgemodelt. An die Stelle individueller Vertragsabschlüsse einer Vielheit von Arbeitern trat das kollek- tive Arbeitsrecht. Mit sozialen Gesetzen griff der Staat immer stärker in die Freiheit der Wirtschaft ein(Arbeitszeit, Arbeiterschutz, Sozialoersicherung). Mit der Arbeitslosenversicherung wurde neuerdings der Keim gelegt für ein neues soziales Güter- recht, für eine Umgestaltung der verleilungsordnung. Der Redner streift dann die Rationalisierungsfrage. Ziel der Rationalisierung ist die Verringerung der Unkosten, mtt denen ein bestimmtes Arbettsergebnis erreicht werden kann. Soweit diese Verringerung auf technischem Fortschritt und besserer betrieblicher Organisation beruht, wird sie auch von der Arbeiterschaft grundsätzlich bejaht. Sofern die Ersparnifle aller- dings durch rücksichtslose Beschleunigung des Arbeitstempos, durch übermäßige Verausgabung von Arbeitskraft erzielt werden sollen, muß sie auf den berechtigten Wider st and der Arbeiterschaft stoßen. Denn solche Methoden haben mit echter, fortschrittlicher Rationalisierung nichts zu tun, sind P s e u d o- rationalisierung, well sie nicht berücksichtigen, daß die Er- Haltung der Arbeitskraft und der Lebenskraft das wichtigste Ziel aller Wirtschaft sein muß. Derartigen Auswüchsen muß durch ein Milbestimmungsrecht der Arbeiterverlreter vorgebeugt werden. Auch diese Frage mündet also in die Forderung nach Demokratisierung der Wirtschaft aus. Der Prozeß der Ueberwindung des kapitalistischen Wirtschasts- fystems spielt sich also praktisch in unendlich vielfachen Formen ab. Alle Gegenwartsforderungen der Arbeiterklasse tragen daher den gemeinsamen Charakter, daß sie gegenüber der kapitalistischen Autokratie eine Demokratisierung der Wirffchafts- führung anstreben Demokratisierung ist aber nicht nur eine Er- Weiterung der Rechte, sondern auch eine Ausdehnung d e r P f l i ch t e n. Die Erziehung zur Ausübung dieser Pfllchten ist eine Bildungsaufgabe. Daher gehört der Ausbau des öffent- liehen Schulwesens, insbesondere der Ausbau der Volts- schulen, eng zu den Aufgaben der Wirtschaftsdemokratie. Durch die Beseitigung de» Bildungsmonopol» muß die Gemeinschaft den jungen Menschen die Vollendung ihres Bildungsganges sichern. Der Weg zum Sozialismus kann nur schritt- weise zurückgelegt werden. Er führt über die Demo- kratisierung der Wirtschast in ihrem wettesten Sinne. Diese For- dcrung bedeutet also den beharrlichen und verstärkten Kampf für die Befreiung und die Entfallung der kulturellen Kräfte der Ar- beiterklafse, den Kampf für die Verwirklichung des Sozialismus. Die Debatte eröffnete der Vorsitzende des Gemeinde- und Staatsarbeiterverlmndes, Müntner, und zwar in zustimmendem Sinne. Das neue China in Genf. Die Nanking-Regierunq meldet ihre Ansprüche an. V. Lab. Gens, 5. September.(Eigenbericht.) Der Chinese Wang King Ky, ijer heute vormittag endlich die begonnene politische Generaldebatte eröffnete, hätte manches jagen können, was den europäischen Diplomaten sehr unangenehm in den Ohren geklungen hätte. Stall desien hielt er eine vor- sichtig abgewogene Ansprache, die sich in allgemeinen Lob- preisungen des Völkerbundes bewegte und jede Schärf« und jede Klage über die durchaus völkerbundswidrige Behandlung seines Landes durch gewisie Großmächte vermied. China braucht nämlich hier in den nächsten Tagen«ine Zweidrittelmehrheit der Delegiertenstimmen für feine Wiederwählbarkest und vermeidet daher peinlich alles, was Anstoß erregen könnte. Immerhin klang die Forderung durch, daß„einige Anpassungen der wirtschaftlichen Beziehungen Chinas mst gewissen fremden Mäch- ten nötig sind," damit die„veralteten Schranken, die bis- her eine engere Zusammenarbeit Chinas mst den fremden Mächten verhindert haben verschwinden, und damit„das moralische Hindernis, da» nur allzu lange die Kultur des fernen Ostens von der des Westen» getrennt hat." wegfalle. Durch einen betonten Hinweis auf die Notw«ndigkeit der Universalität des Völkerbundes erhob Wang sehr deutlich den Anspruch Chinas auf Beibehaltung seines Sitzes im Völk«rbui»dsrat und lies die leise Drohung durchblicken, daß die Nanking-Regierung, welche 43S Millionen Menschen vertritt, sein« wettere Zugehörigkeit zum Völkerbund davon abhängig machen Zfalien und Albanien. Im Schatten des Tyrannen. könnte. All das war aber so geschickt formuliert, daß es sehr sympathisch wirkte und allgemeinen Beifall auslöst«. Als zweiter Redner kam d«r Holländer van Blokland zum Wort. Er tadelte di« unbefriedigenden Fortschritt« der Abrüstungs- Verhandlungen und brachte das für den europäischen Frieden wichtige Minderheitenproblem zur Sprache. Er ließ erkennen, daß di« bisherige Behandlung der Minderheitenfrage durch den Völker- bund ungenügend sei, daß man ihnen nicht die nötig« Sorg- falt und Energie zuwendet und oft zwischen Tür und Angel die heikelsten Angelegenheiten der nationalen Minderheiten erledigt. Gestützt auf die thaager Beschlüsse der letzten Konferenz der Völkerbundsligen regte er di« Schaffung einer besonderen st ä n d i- gen Minderheitenkommission im Völkerbund an sowie wirksamere Schutzmaßnahmen der Minderheiten durch Derbeffening ihres Beschwerderechtes usw. Als dritter Redner sprach der sozialdemokratische Vertreter Schwedens, U n d ö n. Seine Rede war zwar kurz, aber energisch. Noch schärfer als der Holländer tadelte er die bisherige Ergebnis- lostgkeit der Abrüstungsverhandlungen und die noch ausstehende Terminfestfetziing für die allgemeine Abrüstungskonferenz. 2AS0O0 Kieberkranke in Griechenland. llebergreifen der Epidemie nach Rumänien. Athen, 5. September. Die Zahl der gegenwärtige« Erkrankungen am Dcnguefieber in Griechenland wird mit 2 3 S 0 0 0 angegeben. 589 Todesfälle sollen in Athen nnd dem Phräns eingetreten sein. Der vom Völker- bund entsandte Arzt Macenzic erklärte indessen, daß nicht die geringste Gefahr bestehe, daß die Krank» hett sich in Griechenland festsetzen werde. Au» B r a i l a, dem rumänischen Hasen am Schwarzen Meer. wird gemeldet, daß dort vier neue Fälle an Tropensieber festgestellt wurden, und zwar unter der Manuschasl des griechischen Dampfers „D e ck i". Die Mannschaft wurde in ein Spital gebracht. Der Dampfer ist inmitten der Donau verankert worden. Tu Lraila herrscht große Besorgnis, daß die Epidemie auch in Rumänien Fuß faffeu kännle. Die Nachricht von der Erkrankung des Mtnlsterpräsideoten Eleulherlcos Vcaizelos hol im Volke eine liefe Bewegung hervorgerufen. Die erste Wirkung war eine Baisse verschiedener Werte an der B ö r s e. die sich ollerding« bei dem Eintreffen besserer Nachrichten teilweise wieder erHollen. Handgemenge in der Kirche. Ein Geheimpolizist überwacht den Gottesdienst. Warschau, S. September. Die kirchlichen Kreise der nationaldemotratischen Richtung führen neuerdings eine hefttge Kampagne gegen die Gruppen der söge- nannten Senatoren, auf welche sich die Regierung stützt. Sie erheben gegen diese den Vorwurf der Untirchlichkeit und klagen sie an, mit dem Freimaurertum, dem„Semitismus" usw. in Verbin- düng zu stehen. Als ganz besonders energischer Agttator auf diesem Gebiet betätigt sich der Propst G o d l e w s t i, einer der populärsten Kanzelredner Polens. Dieser Tage erklärte Godlcwski während einer Predigt in der Krypta der Allerheitigenkirchc die Regierung in heftigen Ausdrücken für kirchenfeindlich und wies dabei darauf hin, daß sich in der Menge der Andächtigen ein Agent der Politischen Polizei zur Ueberwachung der Predigt befinde. Dies hatte einen Wutausbruch der Menge zufolge, die den Polizeiagenten lynchen wollte. Es entstand ein Handgemenge, bis ein Polizeikommaudo erschien und mehrere Verhaftungen vornahm. Der Vorgang hat großes Auffehen erregt und wird viel besprochen. Das verlorene poriomonnaie. Oer Verlust im Autobus. Ein Oberkellner, der die Linie 1 der Abaag benutzt, vermißte nach dem Verlassen des Wagens sein Portemonnaie mit 175 Mark Inhalt. Es gelang ihm, den bereits in Fahrt befindlichen Wogen zu erreichen und den Schaffner zu befragen. Da außer ihm nur zwei Fahrgäste im Wagen sich befanden und da» Portemonnaie nicht zu finden war, tonnte man nur annehmen, daß nur diese beiden Fahrgäste oder aber der Schaffner die Geldbörse an sich genominen hätten. Der Oberkellner rief einen Schupomann herbei, um den Sachverhalt feststellen zu lassen: währenddem erschien ein Aufsicht?- beamter der Zlboag. Im weiteren Verlaufe der Diskussion gab dann der Schaffner plötzlich di« Geldbörse heraus. In der Mittagspresse wird die Vermutung ausgesprochen, daß der Schaffner vielleicht beabsichtigt hatte, das Geld zu behalten. Diese Vermutung dürfte nicht ohne weiteres gerechtfertigt fein. Die Schaffner sind verpflichtet, alle gefundenen Gegenstände, auch wenn sie vom Verlierer in ihrer Gegenwart reklamiert werden, im Fund- bureau abzuliefern. Es soll dadurch wahrscheinlich rerhindsrt werden, daß gefunden« Gegenstände in unrechtmäßige Hände kommen. Eine jugendliche Vlüte. Wenn der Vater mit dem Sohne... Gestern berichteten wir im„Abend" über einen blutigen Familienslreil in der E h a u s s e e st r a ß e tu Britz, knapp 24 Stunden später kommt aus R e i o i ck e n d o r s. O st die Kunde von einem ähnlichen Vorfall. Glücklicherweise ist in diesem Falle kein Todesopfer zu beklagen. Die Eheleute Z., die seit vielen Iahren in der Residenzstraße wohnten, haben einen einzigen, aber dafür sehr ungeratene» IVjährigen Sohn, der schon mehrmals die väterliche Kasse im geeigneten Augenblick erleichert hatte und dann auf einige Tage verschwand. Reumütig kehrte der.verlorene Sohn" allerding« jedesmal wieder zurück und versprach feierlichst, sich zu bessern. Daß es der jugendliche Kronsohi/mit seinen Beteuerungen nicht sehr ernst nahm, bewies er gesiern abend wieder, als er mit seinem Vater in einem benachbarten Restaurant »einen Schoppen" trinken ging. Leicht angesäuselt kehrten Vater und Sohn zur mitternäch- tigen Stunde heim. Alles schien in bester Ordnung, bis plötzlich der alle Z. merkte, daß oon seinem Gelde wieder etwas auf spur- lose Weise verschwunden war. Er beschuldigte natürlich sofort wieder seinen Sprößling, der es vorzog, in sein Zimmer zu oerschwinden und die Tür von innen zu oerriegeln. Das brbchte den Alten derart in Wut, daß er aus einer Schub- lyde eine Mehrladepistole herausriß und durch die Tür schoß, bis der Kugelrohmen leer war. Der junge Z. hatte die Ka- nonade aber nicht mehr abgewartet und war durch das Fenster geflüchtet. Er hatte sich an einer Wäscheleine, wie es schon mehrmals passiert war, aus dem Fenster auf die Straß« hinab- gelassen und befand sich lang« in Sicherheit, als der Vater die Schüsse in sinnloser Wut obfeuerte. Hausbewohner, die durch den Lärm aufmerksam geworden waren, alarmierten die Polizei, die den allen Z. vorläufit, f e st- nahm. Wegen unbefugten Waffenbesitzes wird er sich unter anderem noch zu verantworten haben. Ein Dopp«l>ublläum. Da? Mitglied der Sozialdemokratisä>en Partei. Wthelm Polar-eck, Wa!'z:rab«. feiert heute sein ZOsöhrtges Partcijubiläum und das Läjähriae Geichäftqubiläum bei der Hoch- und Untergrundbahn. � Charlie Chap Die deutsche lleberseHung von Charlie Chaplins Europa- Reisetagebuch, besorgt von Charlotte und Heinz Pol, erscheint in diesen Tagen unter dem Titel»Hallo Suropal' im Paul List Verlag, Leipzig, Wir sind in der Lage, mit Erlaubnis des Verlags ein stück aus dem Buch veröffentlichen zu können. Man merkt wenig vom Filmschaulpieler Charlie, der es so meister» lich versteht, uns im Augenblick lachen und weinen zu machen; man erkennt auch nur selten den ernsten und liefen Menschen in Chaplin. Vielleicht daium macht diese Reisebeschreibung be« ionderS deutlich, datz Charlie, als er damals nach Europa fuhr, vor sich selbst davongelaujeu ist, dag die Reise ein Faulenzer-Trip war. Ich möchte gern einen Gang durch die Berliner„Slams* machen. Mit einem deutschen Zeitungsmann spreche ich darüber. Er antwortet mir, daß ich ebenso sei, wie alle Londoner oder New-Uorker, die zum erstenmal nach Berlin kommen: auch ich sucht« Whitechapel oder Botuery von Berlin, ober ein« solche Gegend gäbe es hier gar nicht. Früher vielleicht, ober sie sei leit langem von der Bildflöche verschwunden. Dos scheint mir doch ein bedeutender Fortschritt der Zivilisation. Mein Zeitungsfreund oerspricht mir schließlich, mich in Gegenden zu führen, die noch so ähnlich seien. Wir gehen nach dem Krögel. Was könnte man hier für Filme drehen! Ich bin ganz bezaubert, als wir durch Häuserreihen gehen, die auf wotfligen Pfählen erbaut sind, und alte, aber sauber« Höfe überqueren. Dann zur Ackerstraße,«in Blick in die Höf« und Keller. In einer Kneipe unterhalten wir uns mit Männern und Frauen und trinken Bier. Wie gern bin ich mit diesem armen, elenden Volk zusammen. Wir gehen zu den Laubenkolonien im Norden der Stadt. Hier und da machen wir halt, um mit den Leuten zu sprechen. Gern würde ich hier unter diesen Menschen essen, aber ich habe nicht den Mut, meinen Freund dazu zu überreden, dem dieser Gedanke gar nicht kommt. Im Norden von Berlin finde ich viele schön« Dinge, die aber, wie mein Freund mir erzählt, durchaus nicht allgemein für schön gehalten werden. Als er mir vorschlägt, mir nun etwas zu zeigen, was im Kontrast zu alledem stehe, sage ich nein, lim mir den Eindruck nicht zu zerstören. Eine richtig« Erholung, durch die ganze Stadt inkognito bummeln uz können. Aber gerade als ich das erfreut seststell«. gehen eine elegant« Dame und ihre junge Tochter an uns vorbei, und ihr Lächeln zeigt mir, daß ich erkannt bin. Dann sprechen wir Fritz Kreisler und seine Frau, die im Be- griff sind, nach München zu reisen. Wir haben eine lebhaste Unter- Haltung und treffen schon Verabredungen für Los Angeles bei ihrem nächsten Dortsein. Ich stell« fest, daß die Deutschen außerordentlich ehrlich sind, oder vielleicht scheint es mir nur so durch das vertrauensvolle Benehmen eines Taxichauffeurs. Wir stiegen oft aus und blieben manchmal lin in Berlin. eine halbe Stunde außer Sicht: stets wartete er, ohne Bezahlung im voraus zu verlangen. In der Geschäftsgegend sieht man viele Krüppel mit verbitterten. vergrämten Gesichtern. Sie sehen aus, als ob sie für etwas bezahlen mußten, was sie nie bekommen haben. Abends besuche ich den„Berliner Klub*. Tanz und Pfropfen- knallen begrüßen mich. Zwei Mädchen legen Beschlag auf uns und bestellen Getränke. Die Mädchen sind sehr nervös. Tatsächlich scheint das ganz« Nachtleben'dieser Sladt ebenso zu sein: nervös, erregt, übersteigert. Ich sitze etwas mürrisch und still da, obgleich das ein« Mädchen sich die größte Mühe gibt, mich aufzuheitern. Ich höre wie sie Carl Robinson fragt, was denn mit mir los sei. Ich lächle und werde höflich. Aber nachdem sie ihr« Pflicht getan hol, wendet sie sich wieder Robinson zu. Ich bin pikiert. Wo ist denn nun meine Persönlichkeit? Wie oft hat man mir nachgerühmt, datz ich eine wäre. Aber meine Freunde behandeln mich mit so viel Zuvorkommen- heit, daß es einem der Mädchen schließlich auffällt. Sie fühlt wohl, daß ich irgend etwas Besonderes fein muß. Aber sie kann es nicht herauskriegen. „Was ist denn der gute Mann? Ein englischer Diplomat vielleicht? flüstert sie Robinson fragend zu. Er flüstert zurück, daß ich ein Mann von großem Einfluß in der Diplomatie sei. Ich lächle herablassend, sie wird interessierter. Ich behandle sie sehr väterlich und fühle mich als Philosoph. Ich befrage sie über ihr Leben, was sie den ganzen Tag tue. was für Ziele sie habe. Sie sei«in« große Leserotte, erzählt sie mir, und liebe Schopenhauer und Nietzsche. Aber sie zuckt gleichzeitig und traurig mit den Achseln, als sie sagt:„Was lohnt denn das ganze Leben überhaupt?* „Wir machen es zu dem, was es ist," sagte sie weiter,„es lebt nur in unseren Gehirnen: Anstrengungen sollte man nur machen um äußerlicher Bequemlichkeiten willen." Nach diesem Bekenntnis werden wir gute Freunde. Aber sie muß doch auch Pläne haben, auch in ihr müsien doch Träume von der Zukunft lebendig sein. Ich möchte sehr gern wisien, was sie wirklich denkt. Ich spreche mit ihr über Deutschlands Niederlag«. Auf einmal wird sie schweigsam. Schiebt die Schuld auf den Kaiser Sie haßt Kriege und den Militarismus. Das ist alles, was ich aus ihr heraus» kriegen kann. Es ist spät geworden, wir müssen aufbrechen. Ich Hab« Angst um ihre Zukunft, aber das scheint sie nicht sehr zu bekümmern. Auf dem Helmweg« machen wir noch bei Al Kaufmann hott und plaudern über Filme und andere Ding« drüben in Los Angeles. Los Angeles scheint mir in weite Fern« gerückt. ilm Oesterreichs Zukunft. Worüber Geipel sich unterhalten hat. Parts. 5. September. Zu den Besprechungen des Bundeskanzlers Dr. Seipel mit Außenminister Briand und dem italienischen Vertreter Scialoja er- klärt dos„Echo de Poris* in einem Genfer Bericht. Dr. Seipel habe sich in diesen Unterholtungen bemüht, den Eindruck zu verwischen, den seine letzten Reden über die Lebensunfähigkeit Oester- reichs und die Ablehnung jeden Donaubundcs, aus dem Deutschland ausgeschaltet sei, hinterlasien hätten. Der Bundeskanzler habe die loyale Beachtung der Friedensverträge oersichert, die den Anschluß untersagten. Hierbei seien ihm die kräftigen Wort« mit- geteilt worden, die Poincare am 27. August über die Anschlußfrag« an Stresemcmn gerichtet habe. Das Blatt gibt der Hoffnung Aus- druck, daß Briand und Scialoja ebenso kategorisch gewesen wären wie Poincarä. Die Zweideutigkeit würde so lang« bestehen, bis Seipel gesagt habe, daß Oesterreich bereit sei, sich an die anderen kleinen Donaustaoten durch wirtschaftliche Sonderab- kommen zu binden, an denen Deutschland nicht beteiligt sei. Ueber die Besprechung zwischen Seipel und Scialoja will dos Blatt wissen, Seipel habe die Frage auf die kürzlich« österreichisch- italienische Polemik gebracht und erklärt, er wolle sich nicht in die innere Verwaltung Tirols einmischen. Er hoffe nur, daß die beiden Nachbarstaaten die Hoheitsrechte gegenseitig beachten und auf Zwangsmaßnahmen verzichtet werden, wie sie die Verhas- tung österreichischer Touristen im Grenzgebiet darstellten. Panzerkreuzer mii Tanzvergnügen. Einige Arbeiter, die kürzlich die schön gelegene Bergstadt Obernkirchen in Schomnburg-Lippe besuchten, hatten folgendes Erlebnis: Zwei Kommunisten gingen mit einem Lautsprecher durch den Ort und taten folgendes kund und zu wissen: .Leute abend große Protestversammlung gegen die sozia- listtsche Reichsregierung Hermann Müller— Severing. Im An- fchluß daran Tanz." Es hat also den Anschein, als ob der„rote Rummel", die„Rote Revue* und ähnlich« Ding« nicht mehr recht ziehen. Nun wird statt dessen das Tanzvergnügen veranstaltet. Die Panzerkreuzergeschicht« der nur in der kommunistischen Phantasie lebenden„sozialistischen Reichsregierung* hat also wenigstens das«ine Gute zur Folg«, daß in Obernkirchen und vielleicht noch anderswo im Zeichen des Sowjet- sterns ordentlich das Tanzbein geschwungen werden kann. Oer zweieinhalbjährige Schlichter. Am Montag berichteten wir von einem Ueberfall, den in Lichten- herg Rot-Front-Leute auf Reichsbannerkameraden unternommen hotten. Die„Rote Fahne* behauptet wie üblich, daß das Reichs- bann« der angreifende Teil gewesen sei, die Kommunisten hätten sich nur in der Abwehr befunden. Es lohnt nicht, auf diese verlogen« Perdrehung der Tatsachen einzugehen. Nur ein Satz aus der„lRoten Fahne* sei hier wiedergegeben:„Ein(kommunsstischer) Sportgenosse hatte seinen 2l4j öhrigen Jungen auf dem Arm und versuchte, die Sache noch zu schlichten.* Der Borsall hat sich in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr abge- spielt. Zu dieser Zeit scheint also die kommunistische Kindererziehung Siruno ICitle der bekannte Dichterund Freidenker, der am Dienstag gestorben ist noch in vollem Gange zu sein. Offenbar hat der.�Sportgenosse* angenommen, daß sein 2�jähriger Junge seine Fähigkeiten als Schlichter am besten zu mitternächtlich« Stunde beweisen könne. Ein ckbsoluiistischer Reformator. Beseitigung der feudalen Ordnung in Afghanistan. Sabul, 4. September. Die vom König allsährlich einberufene„Große Versammlung* (Loe Jirga) hat beschlossen, sich in ein ständiges Organ von IN Abgeordneten mit dreijähriger Mandatsdauer un�ugejtalten, Titel, Rangordnung und Orden a b z u j ch a j f e n und ein« drei- jährige Militärdienst Pflicht einzuführen� Die Versammlung billigte den Bau dreier Eisenbahnlinien und zweier Funkstationen und die Einführung einer schwarzrotgrünen Flagge als Landesflogge. Der Antrag des Königs, die Bewaffnung der Armee zu verstärken, wurde gutgeheißen, dagegen der Antrag der Regierung auf Festsetzung des M i n d c st o l t e r s zur Schließung ein« Che für Frauen auf 18 Jahre und für Männer auf 20 Jahre abgelehnt. Zum Thronfolger wurde der älteste Sohn des Königs proklamiert. Die Gleichberechtigung der Frau. Kabul. 5. September, Auf ein« Frauenversammlung, die von der Königin Turaja geleitet wurde, ist beschlossen worden, asghanjsche Mädchen zur besseren Ausbildung ins Ausland zu schicken. Die erste Abteilung von 2ö Mädchen begibt sich bereits Ansang September in die Türkei, um dort als Aerzttnnen, Chemikerinnen usw. ausgebildet zu«erden. D« König hat erklärt, daß den afghanischen Mädchen »on jetzt an sämtlich« Regierungsposten offenstehen sollen. �Ltnter der Laierne." (T.tania«Palast) Der Film könnte auch heißen„O weiche nie vom Pfad d« Pflicht!* oder so ähnlich schön moralisch. Er bringt das Thema von Schuld und Sühne einer verlorenen Tochter im Stil vorgestriger Groschenhestroman«. Der strenge, allzustrenge Bater versp«rt seiner noch unmündigen Tochter die Tür, als sie nachts heimkommt. Dabei war sie doch nur mit ihrem hochanständigen, wenn auch nur heimlich Verlobten zum Tanz. Die erste Nacht aus der Straße— man ahnt, was folgt. Di« Tochter flüchtet zu ihrem Verlobten, der sie ober wogen ihrer Unmündigkeit nicht ohne Einwilligung des Vaters heiraten kann: flüchtet vor der Polizei, die sie zu ihrem Dater zurück- bringen will, in jeden Arm, der sich ihr gerade entgegenstreckt. Als elegantes Lokottchen beginnt die verloren« Tochter, als armseliges Dirnchen stirbt sie. Daß Gerhard Lomprechts Regie dieses Kitsch-Manujtripi von L. Heilborn-Körbitz gerettet habe, kann man nicht sagen: geniehbar gemacht hat sie» aber. In zahllosen Einzelszenen kann sich menschlich echte Handlung in sein komponiertem Milieu entfalten. Manchmal freilich ist das Detail zu breit ausgesponnen. Mit Texten ist d« Film glücklicherweise nicht sehr beschwert: unter denen, die geboten werden, ist aber noch ein großer Teil üb«flüssig. Wae der Zuschauer am Bild miterleben soll, darf ihm nicht durch einen plump- naiven Satz zerstört werden. Lissi Arna als verlorene Tochter kann gelegentlich mit dem Manuskript sogar versöhnen. Wenn nicht all« Anzeichen täuschen, entwickelt sich hier eine Menschendarstellerin von Rang, und es wird nur darauf ankommen, ob«ine straffe Regie sie zu schulen und richtig zu verwenden versteht. In ihrer Sterbeszene ist sie zu sehr die zarte Mimi der Poheine. zu wenig das Dirnchen aus der Ack«r- strah«. Aber sonst findet sie mit erstaunlicher Sich«heit den Weg von kitschig« Dutzend-Sentimentalität fort zu klar«, persönlicher Gestaltung. Paul Heide mann gibt in tapsig«, rührender Menschlichkeit einen Freund. Mathias Wiemann spielt den Verlobten, der die Gefallene verläßt, in glaubhafter, verschlossener D«träumtheit._ S—z. Gesundheiisschadliche Hosenträger. Entwicklungsstörungen bei Zugendlichen. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem Landes. ausschuß für hygienische Voltsbelehrung geschrieben: Es gibt ein« Anzahl unzweckmäßiger Bekleidungsstücke, durch deren Tragen der Entstehung von Krantheitszuständen Vorschub ge- leistet wird. Hierher gehören zum Beispiel die rund um das Bein herumlaufenden S t r u m p s b ä n d e r mit der durch sie bedingten Blutabsperrung und Begünstigung der Krampfaderbildung. Zu Lasten des Korsetts, das heutzutage ja glücklicherweise bereite in die Rumpelkammer gewandert ist, fielen Störungen und Erkrankungen der Leb« und der Kallenwege. Wenig bekannt sind die schädlichen Einwirkungen unzweckmäßiger oder schlecht sitzender Hosen- t r ö g e r. Sie spielen für die Entstehung von Krankheitszuständen, insbesondere bei jugendlichen wachsenden Knaben, eine nicht un- wesentliche Rolle. Wer kennt nicht den kleinen Gernegroß, der stolz zum ersten Mole Hosen mit Hosenträgern trägt! Mitunter werden für diesen Zweck die Hosen des älteren Bruders oerwandt, die ge- wohnlich zu lang und zu weit find Um dies auszugleichen, werden die Hosenttäg« dann so kurz wie möglich geschnallt. Entbehren ober die Hosenträger infolge längeren Gebrauchs der Elastizität, so wird ein starker Zug auf die Schultern ausgeübt, und die Knaben holten sich krumm. Damit ist die Gefahr einer mangelliaften Entwicklung der jugend- lichev Bnistorgane, der Wirbelsäulenverkrümmung usw. herauf- beschworen. Wenn dann noch, wie es häufig d« Fall ist, d« eine oder der andere Hojenknopf fehlt, an dem d« Hosenträger an» geknöpft sein sollte, um gerade zu sitzen, dann wird entweder die ein« oder die andere Schüller stärker belastet und die Haltung nicht nur krumm, sondern auch schief. Deshalb ist es wichtig, daß Estern und Erzieher aus diese Dinge achten, um mancher Krankheitsanlage vorbeugen zu können. Am zweckmäßigsten ist es. Kinder im Wachs- tumsalter jo lange wie möglich statt der Hosenträger ein mit der Hose fest verbundenes Leibchen tragen zu lassen. Werden Hosen- träger gebraucht, so wähl« man solche aus elastischem Gummi und benutze zweckmäßigerwcise für Kinder niemals Bänder aus Stoff oder sonstigem unnachgiebigen Material. Auch die zum Anknöpfen benutzten Teile(Schlaufen. Strippen usw.) wähle man nicht aus Leder, sondern möglichst aus Gummi, da auf diese Weise ein Aus- wechseln möglich ist und durch das ständige Nachgeben eine gleich« mäßige Belastung gewährleistet ist. Zur Nachahmung empfohlen! Ehrenrettung eines verkannten Dichterhirns. Um seinen Kritikern seine Bedeutung unwiderleglich vor Augen zu führen,. hat«in türkischer Dichter einen neuartigen Weg«in- geschlagen, der vielleicht auch bei uns Nachahmung finden wird. Der türkische Poet Kiazim-Bey aus Koma war höchstlichst entrüstet üb« einig« abfällige Urteile, in denen man seine Dichtungen schlecht ge- macht und sogar an seinem Verstand« gezweifelt hatte. Er ging daher in das Kiontenhoiis von Stainbul und ließ sich hier von seinem Gehirn eine Röntgemmsnahme machen. Die Röntgenologen, die seinen Kops durchleuchteten, gaben ihm eine schriftliche Erklärung, der zufolge sein Gehirn ein ungewöhnliches Gewicht und eine besonders ausgeprägte Entwicklung zeige. Der Dichter hat Ablchriiten dieser Erllärung nebst Röntgenphotographien seines Gehirns on all« fein« Kritik« gesandt, um sie dadurch von seinem Wert zu überzeugen. Lebensgefährliche Oper. Eine„Carmen* von einem Stter angegriffen. Eine Freilichtausführung der„Carmen* in der berühmten Are»a von Bayonn«, bei der sich im letzten Akt ein wirkliche» Stiergefecht abspielte, hätte um ein Haar einen nur zu lebensechten tragischen Abschluß gefunden. Die Sängerin, die die Titelrolle der Bizetschen Oper ausführte, wurde während des ganzen Berlaufs der Vorstellung von den zehntausend Zuschauern stürmisch gefeiert: ab« der Beifall machte einem drückenden Schweigen Platz, als in der Schlußszene ein Stier auf die Bühne stürzte und mit gesenkten Hörnern wütend auf die Sängerin losstürmt«. Sie wurde zu Boden gerissen, tonnte aber aufspringen ehe sich die Hörner des rasenden Stiere» in ihre Brust senken. Während die in der Borstellung beschäftigten Pico-' dores bemüht waren, die Aufmerksamkeit de» rasenden Tieres von seinem Opfer abzulenken, gelang es der Sängerin, sich hinter die Kulisien zu retten und die Tür zu schließen, gegen die der Stier wütend anrannte: sie kam bei dem Stierkampf mit einer leichten Schulterverrenkung davon. Dl« veisetzvng des Dichter» Slobvad wirb am Tonntag. de« S. Seff- tember, nachmittags 4 Uhr, in sein« Heimatstadt Krassen a. d. Od« ftattsindcn. Aiir ein proletarische» Zell heater wollen die Sonderabtetlungen der Volksbühne werben. Tonneistaz, t3. Sevtemb«, 19 Vi Uhr, ist in den .Sophieniälen". Sopbienstraste. am Haileschen Markt, die grast« Kundgebung »ssür rin vroletariiche« Krittheatertt Mitwirkende sind der Sprech, und Vewegungschor der VoltSbühne und Kart Bogt. Es iprechen Dr. HanS 28. Fiicher und Ernst Toller. Untostenbcttrag 30 Pj.. Erwerbslose frei! D« Dichter Arno Rodel, der in den letzten Iahren auch als Maler hervorgetreten ist, seieri am 3. Oktober seinen 50. Gcburtsiag. Eine Kollektivausstellung ieil!« Silber veranstalten die . a mmt.«»-V * K. P.in kleiner Laaownt In Knieretb. wirb hier zusammen gearbeitet und zusammen gelebt. Es gibt nur ein Eigentum der Gesamtgruppe, aus dem die Bedürfnisse des einzelnen gedeckt werden. Unter diesen Umständen wird es ver- ständlich, daß die Kosten für die Erziehung der Kinder nchl dem einzelnen zur Last fallen, sondern der Gruppe.(Hebräisch: Kwuzah.) Hier ist also im kleinen das erreicht, was verschiedene sozialistische Strömungen in Europa als eines ihrer Ziel« erstreben, daß näm- lich die Gesamtheit(in großem Maßstabe der Staat) und nicht die einzelne Familie für die Auszucht der Kinder verantwortlich sein soll. Von den Einkünften der Kwuzah wird jährlich ein be- stimmter Betrag für Erziehung ausgeworefn. Die Kinder schlafen zum Teil in den Zimmern der Eltern, zum lest bestehen gemeinsame Schlasräum«. Die Verpflegung wird ge- meinsam besorgt, so daß eine rationelle und richtige Ernährung gewährleistet wird, die in bestimmten Abständen die Aerzte der Arbeiterkrwikenkasse kontrollieren. Der Unterricht wird gemeinsam erteilt. In den älteren Kolonien, wo die Kinderzahl größer ist, ent- wickelt sich sozusagen eine Kinderkolonie. Es ist wichtig zu bemerken, daß die Schaffung dieser Erziehungs- form nicht nach einem von vornherein festgelegten Schema geschah. sondern daß sich das System allmählich entsprechend den Bedürs- nisten der Kwuzah entwickelte. Es begann damit, daß mit der Bildung der ersten Familien in den Siedlungen, die Mütter vor der Frage standen, die bei jeder arbeitenden Frau entsteht: „Wie erhalte ich meine Arbeitstraft für den Betrieb, ohne meine Kinder zu vernachlässi- gen?" Solange es wenige und kleine Kinder gab, begnügte man sich damit, daß eine Mutter die Obhut über mehrere andere mit übernahm, während die Genossinnen in der Wirtschaft arbeiteten. Aus diesen primitiven Anfängen entwickelte sich alles westere. Als sich die Kinder mehrten, lohnte es sich, eine der Mütter in der Säuglingspflege auszubilden und ihr die ganz Kleinen zu über- geben, eine zweite arbeitete als Kindergärtnerin, bis man schließ- lich auch jemanden brauchte, der die Küche und die Wirtschaft der Kinder leitete, jemand, der den Schulbetrieb übernahm usw. Es war das ein langsamer organischer Prozeß, wo man dauernd Fehler auszubessern und neue Versuche zu machen hatte, bis sich so etwas wie eine Tradition der gemeinsamen Kindererziehung herausge- biDet hatte. Heute ist der Weg eines Kindes in dieser Kwuzah ziemlich sicher vorgezeichnet. Aus der Klinik der Arbeiterkranken- taste, wo die Mutter entbunden wird, zu den Säuglingen, wo sich eine Säuglingsschwester und der Arzt seiner annehmen, während die Mutter in den Arbeitspausen zum Stillen kommt. Von dort in den Kindergarten, von dort in die Schule. Die Dorteile dieser Einrichtung für Eltern und Kinder sind be- trachtlich. Die Mutter ist imstande, ohne Unruhe ihrer Arbeit nach- zugehen, in dem Bewußtsein, daß ihr Kind absolut gut aufgehoben ist. Die Kinder werden so ernährt und erzogen, wie es sich sonst in der Regel nur die reicheren Klassen leisten können. Es ist typisch, daß tyotz der zum Teil schwierigen wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen die Säuglingssterblichkeit in diesen Kolonien ganz mi. nimal ist, was wir fraglos der rationellen und guten Pflege zuzw schreiben haben. Freilich ist diese Art der Erziehung nicht billig und für die um ihre Existenz ringenden jungen Wirtschaften ist das Er zichungsbudget oft eine schwere Last. Aber es wird überall ver- standen, daß die gemeinsame Kindererziehung die einzige Möglich- keit ist, die Mutter für die Arbeit freizumachen und zugleich die Kinder wirklich gesund aufzuziehen. Und da in Palästina die Zul tunft eine größere Rolle spielt als die Gegenwart, weil alles erst im Entstehen ist und olles, was unternommen wird, erst in Jahren Frucht tragen kann, so wird kaum je vergessen, daß d i« Kinder das beste Kapital der Siedler bedeuten und es sich lohnt, hier relativ viel Geld zu investieren. Vom sozialen Standpunkt aus hat diese Form der Erziehung ebenfalls viel Interesse. Hier wird der Versuch gemacht, Kinder nicht im engen Kreise der Familie aufzuziehen, sondern ihrem Leben von vornherein einen weiteren Rahmen zu schaffen. Gemeinsames Essen, Spielen, Lernen, zum Teil auch gemeinsames Spielzeug und Ar- beitsgerät. Das Wort„mein" wird durch das Wort„unser", der Begriff„Ich" durch den Begriff.Wir" ersetzt. Es ist heute noch zu früh, um zu erkennen, wie diese neuen Verhältnisse auf den Geist und die Seele der Kinder wirken. Es ist ein Experiment, das vielleicht erst in der zweiten Generation Ergebnisse liefern wird. Im allgemeinen wird bei einem Besuch dieser„Kinderreiche" die Frage gestellt, ob dadurch das Verhältnis der Mütter zu den Kindern gestört wurde. Im allgemeinen wird bei dieser Frage übersehen, daß die Eltern m der Kwuzah nicht weniger mit den Kindern zusammen sind als die anderen Eltern auch, sei es. daß sie außer dem Hause arbeiten oder die Kinder Angestellten überlassen. In den Arbeitspausen und an den freien Tagen sind die Eltern mit den Kindern zusammen und durch die Auswahl der Pfleger und Lehrer besteht ein starker Einfluß der Kolonisten auf die Richtung der Er« ziehung. Trotzdem gibt es viele, denen diese Form der Kinderver» sorgung nicht zusagt; ihnen bleibt es dann überlassen, sich eine andere Siedlungsform zu wählen. Die Kwuzah, in der die ge- samte Bodenfläche gemeinsam bearbeitet und ihr Ertrag gemein- sam verzehrt wird, ist ja nur eine der Siedlungsformen in Pa- lästina. Es gibt daneben eine andere, in der jeder seinen Boden gesondert bearbeitet. Hier sieht auch die Kindererziehung anders Wäsche im Kindergarten einer Kwuzah. aus. Die Kinder wohnen bei den Eltern und werden erst mit drei Iahren dem Kindergarten, mit sechs der Schule übergeben. Es ist jedoch bereits ersichtlich, daß die Frauen in diesen Siedlungen eine besonders schwere Last zu tragen haben, weil sie neben der Wirt- schaft noch die Sorge, für die Kinder übernehmen müssen Es ist typisch, daß sich die gemeinsame Kindererziehung nur dort entwickeln konnte, wo nicht der einzelne, sondern die Gruppe für die Kosten der Aufzucht verantwortlich ist. In den Städten und den privatwartschastlichen Kolomen, wo diese Einrichtung niht besteht, kämpft auch das jüdische Palästina einen schweren Kampf mit der Frage, was die arbeitende Frau mit ihren Kindern an- fangen soll. Tagesheime usw. haben sich überall nur als Teil- lösungen herausgestellt. Es ist nicht anzunehmen, daß sich die Form der Kwuzah, des durchweg gemeinsamen Lebens und Arbeitens so ausbreitet, daß auch seine Erziehung überall verwendet werden kann. Es ist im Gegenteil wahrscheinlich, daß sich diese Wirtschafts- gruppen weiter verändern werden und sich die Zujammenfassung kleiner Wirtschaften auf kooperativem Wege als günstiger erweist als die großen gemeinsamen Wirtschaften. Was aber auch die Zu- kunft bringen möge, sicher ist, daß diese Versuche gemeinsamer Kindererziehung von großem Werte sind. Hier wird endlich oer Versuch gemacht, die Mutter radikal für ihre Arbeit freizumachen und dennoch die Kinder aufs beste zu versorgen Und darüber hin- aus die Kinder in einer Umgebung der gegenseitigen Ver- antwortung aufzuziehen. Es find das Probleme, die heute in der ganzen Welt auf ihre Lösung warten, und es besteh: eine Hoffnung, daß das jüdische Palästina mit diesen seinen Experimen- ten und Tendenzen sein Scherflein bei dieser Arbeit beitragen wird. Gercis Arlosoroff.Goldberg. WAS DER TAG BRINGT. imimiiniiiniiininniiinimiiiiniimminniiniiiMinnmiimniniiiiiiiiinimmmmnimiimninnHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiMiniiiiMiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiinniiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiii „O Menschen l Menschen!" Von Ludwig T i e ck, dem heute fast vergessenen Dichter der romantischen Schule, wird ein luftiger Jugendstreich erzählt, der den Vorzug hat, wahr zu sein. Der kleine Ludwig maßte auf väterliche Anordnung mit seinen Geschwistern jeden SonntaU in die Berliner Petrikirche zum Gottesdienst gehen. Es paßte ihm aber nicht, der Predigt zuzuhören, und schließlich entdeckte er einen versteckten Winkel, wo man ihn nicht sehen konnte und auch die Predigt nicht zu hören war. Er zeigte seinen Geschwistern den Platz, und das Kleeblat: beschloß— um die Zeit nicht totschlagen zu müssen— hier am nächsten Sonntag Schillers„Räuber" auszuführen Und er zitiert in semeni Ester die ersten Sätze aus dem Monalog Karl Möhrs:'„O Menschen! Menschen Heuchlerische Krokodillcnbrut!" Aus allen Ecken hallten die Wo''te wieder, und wie von Furien getrieben stürzten die Tiecksche» Kinder aus der Kirche und nach Hause, wo sie enosterfüllt der Folaen harrten Nach dem Gottes- dirnst besuchte ein Freund der Famstie den Se-lermeiste? Ticck: Es geschähen Zeichen und Wunder! Die heutige Predigt sei von einem unerklärlichen, donnerähnlichen Getöse unterbrochen worden. Wenn das nur nicht eine schwebe Heimsuchung bedeute! Den kleinen Tiecks soll aber trotz dieser bösen Vorahnung ein Stein vom Herzen ge- sollen sein, da sie sicher waren, daß man sie nicht entdeckt hatte Die Küchin er Kompanie. Die französische Armee, in deren Mannschaftsküchen bisher Sol- baten als Köche ihres Amtes walteten, wird in Zukunft von zarter Hand beköstigt werden. Die Soldatenköche werden von Frauen abgelöst, deren jede für 400 Mann kochen und in der Küche die zwei Soldaten ersetzen wird, die bisher den Küchendienst versahen. Die Köchinnen erhalten einen festen Lohn von 1000 Franken im Jahr und außerdem frei Beköstigung und Wohnung. Für das Kochgerät haben sie selbst Sorge zu trogen. Sie werden eine Um. form bekommen, mit deren Ausgestaltung man zurzeit beschäftigt ist Außerhalb des Dienstes ist ihnen indessen gestattet, ihre eigenen Kleider zu tragen. Der Selbstmord im Zirkus. In K ow n o zeigte ein Fakir im Zirkus seine Glanznummer: er schluckte brennende Fackeln, bohrte sich Dolche in den Körper, durchstach seine Muskeln mit Nadeln«egte sich aus Breitet mit Nägeln und was so die üblichen Fakirstückchen sind— alz plötzlich ein junger Mensch vor das Podium»rat, den Zuschauern zurief: .Ich zeige euch noch ein besseres Kunststück" m>- Blitzesschnelle ein Messer zückte und es sich in die Vrust stieß In der Tajch des Selbstmörders fand man einen Zettel:.Ich bin ein Opie: des Kokains. Einen anderen Ausweg gab es kür mich nicht Ich rote niemandem, meinem Beispie! zu folgen" Der woh!geme>nre Rat eines Unglücklichen, der sich ielbst weder raren noch Helsen konnte Zwei Mütte. streiten um ein Kino Bei der Frau eines Budapester Apothe'ers blieb und blieb oer Segen aus Nichts half, weder die berühmten Badeorte noch die »ich' uaemger berühmten Aerzte Und eines Tages sollte sie doch Mutter werden und wurde es tatsächlich— in de, Wohnung einer Hebamme Es war ein kräftiger Junge Man nunn.e ihn Paul Zwei Jahre später meldete sich aber beim Apotheker eine Frau und erklärte das Kind sei kein eheliches, sondern ein uneheliche, und gehöre ihr. es heiße nicht Paul, sondern Stephan und se- mchi jüdisch sondern katholisch: sie habe es für 180 Franken abgetreten und wolle es nun wieder haben Die Gattin des Apothekers blieb dabei, daß es ihr Kind sei und nannte die Frau eine Erpresserin. So kam die Sache vors Gericht Die Blutprobe ergab, daß das Blut des Knaben mit demjenigen des Apothekerpaares nicht über- einstimmte, um so mehr aber mit demjenigen der Frau, die da» Kind für sich beanfpruchte. Sie erhielt es auch. &in vm-MsoZ fävrcfJlhJLlzr (46. Fortsetzung.) nin einem Gespräch t-om sie dem Doktor 2Bimcr gegenüber auf die Leere zu reden, die sie bei aller Beschäftigung in manchen Stun- den empfand. Er hatte sein nachsichtiges Lächeln. „Ich hatte selbst oft grillenhaste Stunden, doch solchen Trieb Hab' i6> noch nie empfunden/ rezitierte er aus dem„Faust". „Wie. Sie, ein Mann, haben noch nie geklagt, dah das Leben nicht so viel faßt, als es enthalten sollte?" „Nein, ich bin zufrieden, daß ich bis jetzt eine Dichterbiographie und einen Novellenband geschrieben habe. Jetzt bin ich gerade dabei, ein ganz interessantes Problem zu gestalten. l)ören Sie, es f.tielt zur Zeit Beethovens. Aber der kommt nicht vor, sondern eine junge Gräfin ist in ihn verliebt.. Doktor Werner sprach eingehend über den Roman, an dem er gerade arbeitete. Hilde mar gutmütig genug, sich von dem, was ihren Sinn beschäftigte, abziehen zu lassen und hörte zu, wie nur sie zuhören konnte.„Sie arbeitet mit den Ohren und den Augen mit," hatte der Drobauer darauf einmal gesagt. Als Doktor Werner geendigt hatte, sagte sie:„Das, was Sie mir entwickelt haben, ist sehr schön— aber, uxis geht das unsere Zeit an?" „Unsere Zeit geht alles an, was künstlerisch ist," antwortete er. „Meinen Sie? Ich denke eher, daß all», was künstlerisch sein will, durch irgendwelche Nervenstränge mit unserer Zeit verbunden sein muß." „Unsere Zeit! Eine abscheuliche Zeit!" Der Doktor Werner wurde so temperamentvoll, wie er es sonst kaum jemals war.„Die Politik überwuchert olles! Man will einen Zwang zur Organisation ausüben. Der einzelne hört überhaupt auf, eine Persönlichkeit zu sein, sondern wird eine Ziffer mehr unter den Ziffern, die zu- sammen eine Masse bilden. Kann man das wirklich künstlerisch gestalten? Nur wenn er sich in frühere Zeiten und Ideenkreise flüchtet, kann der wahre Künstler bestehen." „Wissen Sie, wie Sie mir vorkommen?" fragte, statt darauf zu antworten, Hilde. „Na, wie denn?" „Wie ein Robinson, der sich in unserer Zeit und mitten in einer Großstadt angesiedelt hat. Ja, Sie sind der Rabinson von Wien." „Ein Kompliment, liebes Fräulein, ein Kompliment! Lieber der Robinson, der einsam zu seinem Tagebuch spricht, als eine Stimme mehr im Lärm des Tages sein. Wenn Sie früher geklagt haben... Sie sind vor einem Abhang, Fräulein Hilde." „Hu, hu!" rief sie, um das Schaurige der ausgemalten Situation recht deutlich zu machen. „Das ist gar nicht scherzhaft. Noch können Sie sich retten, sich selber zurückgeben, wenn Sie diesem Herrn Drobauer nicht nach- geben. Was soll denn eine Persönlichkeit wie Sie in Organisationen und Massenzügen, was eine blonde Schönheit wie die Ihrige im Qualm von Versammlungslokalen? Dos alles ist doch nicht für Sie, nicht für uns! Was soll irgendein Zwang, den man freiwillig auf sich nimmt, der aber doch ein Zwang ist, für die innere Frei- Heft, die man sich endlich erobert hat!" „Sie sprechen wie eine bekannte Dame, die mich in meiner Jugend Hot protegieren wollen und so gut zu mir war, daß ich sie Mama genannt habe. Nur hat sie das, was Sie so fein lite- rarisch setzen, erstens wienerisch und dann weitaus banaler aus- gesprochen. Etwa so: Sei doch nicht so blöd, dich um die anderen zu kümmern. Hast nicht genug mit dir selber zu tun?" „Dieser Vergleich hinkt aber schon sehr stark!" entgegnete Doktor Werner. „O nein! Mft dem wohlwollenden Interesse ist doch gar nichts getan, man muß selbst Hand anlegen." „Nein, glast gesagt: nein! Ich lege nicht Hand an." Hilde schwieg und zog den Mundwinkel hoch. „So, jetzt sind Sie bös," sagte Doktor Werner, und sprach wieder so temperamentlos wie sonst.„Sehen Sie, das hat man vom Diskutieren, vom Ueberzeugenwollen, von der Propaganda. Wer mit mir ist, der ist mft mir, und wer's nicht ist, den werd' ich nie zu mir herüberziehen— das sst das einzig Richtige" „Aber! Haben Sie noch nie gesehen, daß eine Idee von einer ganz kleinen Gruppe aufgegrissen wurde und sich dank der Pro. paganda verbreitet hat? Vom Christentum her bis.." „Eine Propaganda ist das Abscheulichste, was ich kenne— aber da kommen wir ja von neuem ins Diskutieren. Rein, liebes Fräulein, das will ich nicht, mit Ihnen schon gar nicht." Oho, was kommt denn jetzt? fragte sich Hilde. Was kam, war ein veritabler Heiratsantrag. In wohlgesetzter Rede brachte ihn Doktor Werner vor: er sei vermögend, wolle aber gewiß nicht dos Studium Hildens behindern, das möge sie in Gottes Namen vollenden. Wer sie möge dann seine Sekretärin sein, wie sie der Echutzgeist seiner Kunst zu sein die Fähigkeften habe. Das sst Nummer zwei in meinem Leben, dachte Hilde. Schade, daß selbst diejenigen, die es ernst meinen, so wenig ernst zu nehmen sind. Der Edi... der Doktor Werner... im Grunde eine und dieselbe Person, der mit seiner Jagd, der mft seinen Ro- manen... „Sie antworten nicht?" fronte Doktor Werner, der schon längst aufgehört batte zu sprechen.„Ileberlegen Sie?" Hilde fuhr aus ihren Gedanken auf. „Nein, ich glaube, in so'chen Dingen darf man nicht überlegen, ha sst da? erkte Gefühl das sicherste." „Nun?" „Sch>auen S', Herr Doktor Werner— ich laß mich nicht auf eine einsame Insel verbannen, ich bin nicht der Freitag vom Ro- binson. Nein" „Wegen solcher Dinge... fügen Sie mir eine Wunde bei, die 'ch taw", lebr lange tragen werde?" „D'ese Einsamkeit, die Sie erlebt hohen, ist gar keine Aeußer- lichkeit, fondern etwas tief Imiersiehes. Man wird egoistisch, wenn man mit sich zu lange allein ist, jawohl, mein lieber Herr Doktor Und zum Beispiel, wenn man in seinen Gefühlen getäuscht ist. denkt man vor allem an die Wunde, die man selbst davonträgt. Man ist nicht in den Angelegenheiten der Welt verknöchert wie«in Geizhal-, und in den kleinen, persönlichen, generös und opferbereit." „Wer! Wie Sie mit ihren achtzehn Jahren erfahren sind!" „Nein, nein! So eine Zlrbeitsteilung der Gefühle gibt's nicht. Und ich oertrag's nun einmal nicht, dabei zu fein, wem, Robinson seine Tage und seine Jahre damit verbringt, oah er für seinen iMt primitiven Leben sbedars allem sorgt, wobei dieser primitive Lebens- bedarf ein ergiebiges Feld von literarischen Produkten oder eine reichliche Jagd oder so was Aehnliches fein mag. Aber trotzdem— gute Freundschaft, Herr Doktor, nicht wahr?" Sie streckte ihm die Hand entgegen, die er ergriff und küßte. „Ja, gute Freundschaft, wenn'? nicht mehr sein kann. Ich darf Ihnen also immer weiter von meinen Plänen erzählen und Ihnen vorlesen, was ich geschrieben habe?" „Aber selbstverständlich. Ich Hab« Ihnen ja gesagt, wir wollen Freunde bleiben wie bisher, und... darin besteht ja' Freundschaft, nicht?" Doktor Werner stimmte zu. Das war das wichtigste Erlebnis in diesem Winter gewesen, ein Mädchenerlebnis, an das Hilde später nur mit ein bißchen Ironie zurückdachte. Nein, da hatte Edi damals in Aussee seine Werbung jungenhafter, liebenswürdiger, aber doch zugleich lebens- ernster vorgebracht. Sonst verging die Zeit in herrlicher Eintönigkeit. Im Sezier-- saal eröffneten sich Hilden jetzt die Wunder des Menschenleibes. Die Borlesungen über die Anatomie waren berühmt, da trug ein ungemein gesstvoller Professor vor. der mft scharfem Witz auf seine Studenten losfuhr, aber ste auch zu packen verstand und sie mit dem Sinn ärztlicher Wissenschast, der Wissenschast überhaupt, er- füllte. Studentinnen waren in ihn verliebt, Studenten härteten sich nach seinem Beispiel ab und ahmten Aeußerlichkeiten seiner Lebens- weis« nach, durch ihn wurde das Studium auch ein Erlebnis, das auf eine Menge von jungen Menschen einwirkte und nicht bloß während der Stunden der Dorlesungen aus ihnen«ine Einheft schuf. Die Lutz hatte das Versprechen, das ihr Hilde zu Beginn des Herbstes gegeben hotte, nicht vergessen: sie wollte unbedingt die Sensation des Seziersaales einmal genießen. Hilde sagte ihr also zu, sie mitzunehmen. Aber die erste und die zwefte Vereinbarung eines Zusammen- treffens kam nicht zustand«. Lutz hotte furchtbare Kopsschmerzen und blick zu Hause. Und dann mußt« sie— mußte sie— an einer Partie auf den Semmering teilnehmen, und da verständigte sie Hilde sogar rechtzeftig, dah sie nicht kommen werde. Aber das drittemal war sie zur Stelle, ganz bleich und zitternd vor Angst. Der sad«, süßliche Geruch, der schon beim Eintritt in dos Gebäude olles umfing, betäubte sie förmlich, und als sie sich vor einem toten Menschenkörper sah. nahm sie so stürmisch Reißaus, daß sie mit ihrem Mantel einen Tssch voller chemischer Flüssigkeiten und Instrumente umwarf. Do» arme Kind lief nach Hause, und Hilde lief besorgt mft ihr. „Zur Medizinerin bin ich nicht geeignet," jammerte die Lutz. „Und gerade das wäre das einzig«, was mich interessiert hätte!" (Fortsetzung folgt.) RätsehEcke des„Abend". mmiiionuiimiiiiiOTUiimmwmnmiiiiiinuiuiiumiiuiumiMiiimiwmiimiiiinmnMinffliiimniiniiimimiinmHnmimninnnimmmmnmmMmmiimiiiimiimMnimei Kreuzworträtsel. Zahlenrätfel. Senkrecht: 1. Darstellung: 2. weiblicher Vorname: 3 Wäldchen: 4. weiblicher Vorname: 5. Klebestoff: 6. südamerikanischer Staat: 7 Nebenfluh des Rheins: 8. musikalisches Zeichen: 12 Fisch: 15. römische Göttin; 16 europäische Hauptstadt; 18 Vogel: 20. griechischer Goit; 22 italienischer Kompomst; 26. Artikel (4. Fall): 27. biblische Gestalt: 28. Stadt in Holland: 29. Wald: 31. �laat in Arabien; 33. Fluß in Belgien; 35. Werkzeug; 36. Likör.— W a g e r e ch t: 5. Maler der Gegenwort: 9. Halbinsel: 10 Märchengestalt: 11. spanischer Nationalheld; 12. Bogel; 13. griechische Göttin; 14. natürlicher Kopfichmuck; 17. Getränk; 19 Reiseroute: 21. weiblicher Vorname: 23. Negervolk: 24. Stimmlage: 25. napolconischcr General: 28. Haustier: 29. männlicher Vorname: 32. germanischer Gatt: 33. Nordsceinscl: 34. Schafkamel: 36. Segel; 37. männlicher Borname. Silhenrä�sel. e e c fer sluß ga g« hl Aus vorstehenden Ä Silden Horn i mag näh ne a back b« ber der chai obst fche je send si tau tu uc um un zie. sind 10 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, letztere von z/nten nach oben, ein Sprichwort ergeben. 1. Lästiges Getier; 2 Baum: 3. Nachtisch; 4. Mengenbezeichnung: 5. Handarbeiis- behält«': 6. Zuwendung: 7. Metall; 8. Baum; 9. Beförderungsmittel: 10. Zahl. 3 9 4 2 9 6 4564782499 4 5 4 l 2 6 4 6 4 7 9 9 4 9 4 Zugart Blume Mädchenname Aussuhr Märchengestaft Flüssigkeit Metall Persischer König Land in Asten Ferienunternehmen Industriestadt Gerät des Landmanne» Sternbild Vofalwechsel. Die i sorgt ständig für das Gleichgewicht. Em a statt i, dann tritt man sie mit Füßen. Die o, die sorglos spielt, sucht Helles Lichr. Muß oft mit ihrem Tod den Leichtsinn büßen. Buchstabenrätsel. Aus den Buchstaben aaaäbedddeeeeeehh iiiiiklllll mmmmnnnooo rrssttttuuuvw sind 17 Wörter von je drei Buchstaben zu bilden, deren Anfangs- buchstaben aneinandergereiht, einen verstorbenen Führer der deut- sehen Arbeiterbewegung nennen. Die Wörter bedeuten: 1. Meer- säugetier. 2. Nebenfluß der Donau: 3. männlicher Vorname; 4. Kopfbedeckung: 5. Badeort: 6. Teil des Auges: 7. Cbaraktsreigen- schaft: 8. Schicksal: 9. Fluß in Thüringen: 10. biblischer Frauen- name: 11. Raubtier; 12. Heilbehandlung: 13. Elend; 14. Schwur: 15. Herdersche Dichtung: 16. Sohn Noahs: 17. Getränk. Auflösungen der Rätsel aus voriger Rummer. zur Sonne, zur Freiheit. aus dem dunklen Vergangnen Rösselsprung: Brüder, Brüder, zum Licht empor! Hell '.euchtet die Zukunft hervor. Silbenrätsel: 1. Württemberg;?. Elend; 3. Ratte: 4 Nekkar: 5. Mib: 6. EtMdol: 7. Herberge: 8. Talmi; 9 e b: 10. Inserat; 11 Erde: 12. Balgerei: 1Z. Traditian: 14 Wotan: 15. Erna; 16 Isidor: 17. JTcmur; 18. Wir"»Haus- 19 Elba: 20. Imkerei: 21. Baldrian; 22. Ural: 23. Aunne: 24. Dieb; 25. Giraffe: 26. Em, l; 27. Scncca; 28 Asten: 29. Nehrung.— Wer nicht stcbr Wem, Weib und Gelang, der bleibt ein Narr sein Lcken lang. Kopselrätfel: Andernach. Kopra, Schlesien, Rhododen- drou. Entente, Warfe. Bt-dttsgung,. Mexiko, Aprikose.— Der Präsi- dentenmord m Mexiko. Ballett. E r g ö n, u n g s a u fg a b er Leopold, Etekant, Megro, «tt, Lorele,, Forelle Zu h l e n r ä i s el: Marseillaise; Amerika; Ringelnatter; San- sibar: Eben: Ifsland: Lassalle: London: Slngora; Island; Schalmei; Engadin. ..,?«oaraphlerätsel: 1. Köln; 2. Uni»; 3. Ural: 4. Kiel; o. Aden: 6. Sieg; 7. Unna: 8. Siam- Kaukasus. \ ~ Sport und SpielSozialistische Freikörperkultur. Bor furzem veranstaltete die Hamburger Rörpertultur schule Adolf Kodys für Altona und Hamburg einen öffentlichen Sonderlehrgang über das Thema Nacktgymnastik und sozialistische Freiförperfultur. Daß eine große Anzahl von Teilnehmern abgemiesen werden mußte, bemeißt, wie groß das Intereffe an diesem| Sachgebiet in den sozialistischen Kreisen geworden ist. Die einzelnen Themen lauteten:„ Radtheit, ein sozialistischer Erziehungsfaktor;. Radtheit, Erotit, Segualitat; Radttultur und Bubertät; Bürgerliche und proletarische Gymnastik; Rörperbau, Charakter und Radtgymnastit; Sozialistische Aufbaufaftoren." Die Fülle des Stoffes erlaubt feine ausführliche Behandlung Adolf Koch, ging von den förperseelischen Beschaffenheiten des Proletariers in der Großstadt aus Die Arbeitsteilung in unserem Leben hat zu einer derartigen Mechanisierung geführt, zu einem derartigen Tempo, daß unser Gefühl verdrängt und der Körper geistlos wurde. Stets haben die Arbeiter- Sport- und Kulturner bände ein wirtfames Gegengewicht ausgemacht. In den letzten Jahren hat die sozialistische Freitörperfulturbewegung organisiert im Kreis für Freiförperkultur und Erziehung im Verband Bolts gesundheit eine wesentliche Bereicherung dieser Abwehr gebracht und in den eigens dazu geschaffenen Nadtgymnastikschulen wiffen fchaftlich vertieft. Dr. Magnus Hirschfeld, Dr. Graaz, Dr. Siegfried Ramerau find die fördernden Mitarbeiter dieser Bewegung. Die sozialistische Rörperfulturbewegung ist aber nicht nur aus der Not der Abwehr geboren, fie will bewußt das Natur Hugenberg macht auch in Sport! Aber gegen Arbeitersport. Ein fauberes Angeberstückchen leiftete sich dieser Tage im Hugenbergschen„ Berliner Lofal. Anzeiger" ein dem bekannten reaftionären Leipziger Herzteverband naheftehender Korrespondent. Diefer Leipziger Menschenfreund geiferte darüber. daß das Reichs perficherungsamt den Landesversicherungsanstalten nahe gelegt hat, ebenso wie dem bürgerlichen Reichsausschuß für Leibes. übungen auch der Zentraltommission für Arbeiter. sport und Körperpflege eine Beihilfe zu gewähren. Die Landesversicherungsämter haben erfreulicherweise dieser Anregung entsprochen; sie sind also mit dem Reichsversicherungsamt der Ansicht, daß die Leibesübungen auch dann geeignet sind, die Bollsgefundheit günstig zu beeinflussen, menn sie von Arbeiter sportvereinen betrieben werden. Im Ernst fann man auch darüber gar nicht streiten, daß diefe Beihilfen, die ausschließlich der Ausbildung von Lehrkräften dienen, im Intereffe der Bersicherten liegen. Daran scheint auch das Hugen bergblatt und sein Leipziger Mitarbeiter nicht zu zweifeln, ihnen paßt es aber in ihrem blinden Haß gegen die Selbstverwaltung nicht, daß Arbeitersportler und ihre von allen Seiten als vorbildlich bezeich nete Leipziger Arbeiter- Turn- und Sportschule dabei berücksichtigt werden. Unvoreingenommene Menschen werden nun allerdings anerkennen, daß die von der Invalidenversicherung erfaßten Mitglieder jämtlich der Arbeiterschaft angehören, und daß damit die Arbeitersportverbände in erster Linie ein Anrecht auf solche Beihilfen haben. Von den Leuten im Bureau der arbeiterfreundlichen" Aerztevereinigung, deren Mitglieder ohne die Sozialversicherung größtenteils verhungern müßten, tann man allerdings eine solche Einsicht nicht verlangen, und vom Hugenbergschen ,, Lokal Anzeiger", deffen Hauptaufgabe gegenwärtig die Bekämpfung der eigenen Arbeitergefolgschaft ift, fann man eine andere Haltung ebenfalls nicht erwarten. Das 1. Schwimmfest der FTGB. Am Sonntag im Poststadion. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin veranstaltet Sonntag, 9. September, im Post stadion, Lehrter Straße 57a und 63a, Das 1. Vereinsfchwimmfeft. Das äußerst reichhaltige Programm bietet u. a. ein Brüfungsschwimmen der Schwimmschüler dieses Jahres, mehrere SchwimmStaffeln, Kunstreigen, Eierschwimmen und Wasserballspiele. SchauSpringen und Rettungsvorführungen ausgesuchter Mannschaften merden das Programm befanders beleben, während in einigen Baffer herzen auch der Humor zu seinem Rechte fammen wird. Das Schwimmfest beginnt pünktlich um 13 Uhr. Eintritts= farten finb in der Geschäftsstelle der FTGB., Lichtenberger Straße 3, bet allen Funktionären und in allen Turnhallen zum Brelfe von nur 50 Pf. erhältlich. Alle Sportfreunde, die nicht zur " Opposition" halten, sind zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. Die Mitglieder der Schwimmabteilung müssen Mittwoch, 5. September, vollzählig im Schwimmbad erscheinen, Film im Dienste des Arbeitersports. Der Arbeiter- Turn- und Sportbund arbeitet seit längerer Zeit mit großem Erfolg daran, sich die für seinen Betrieb nötigen Sportfilme zu schaffen. Die Bundesschule des ATSB. hat eine Lichtbild und Filmabteilung eingerichtet, die ebenso rührig wie erfolgreich arbeitet. Bisher sind nicht weniger als 12 Filme her gestellt worden, bie zufammen eine Länge von 21 167 Meter haben. Die Hälfte der Filme spiegelt große Beranstaltungen des Arbeiter sports wieder; bemerkenswert ist vor allem der Olympiadefilm„ Die neue Großmacht, der wohl als der beste bisher gezeigte Sportfilm bezeichnet werden kann. Sechs der fertiggestellten Filme zeigen die Technik der einzelnen Sportdisziplinen und die Einrichtungen des ATSB. Besonders gut gelungen find die Filme, die Baldlauf, Medizinballübungen und Leibesübungen des Kindes zeigen. Auch die Filme über die Einrichtungen und den Betrieb bzw. die Arbeit der Bundeschule haben eine vorzügliche Aufnahme gefunden. Arbeiterorganisationen und besonders die Arbeitersportvereine sollten die Filme recht rege benutzen und sie möglichst bei jeder Gelegenheit Dorführen. Die Vereine Bogiportflub Westen und Polizeifportverein peranitalien ute, Mittwoch, 20 Uhr im Kriegervereinshaus, Chauffee straße 94, einen Bogfampftag mit großen Paarungen. Ein trittspreis von 50 Pf. an. gefühl im Menschen neu beleben. Nadtheit ist daher Selbstverständlichkeit und Symbol. Den Mut haben. den durch Arbeit vertrüppelten Körper genau so zu sehen und zu erkennen, wie den jungen unverbildeten Leib des Kindes, schafft einen neuen Bertungsmaßstab. Der Begriff Brüderlichkeit gewinnt einen neuen In halt. Die Nadtheit bei Spiel und Gymnastik entspricht heilpädago gischen und hygienischen Grundfäßen und ist jenseits von Gut und Böfe, jenseits der Scham. An Stelle des bürgerlichen Schamgefühls tritt bemußter Rörperftolz und die Wedung der in dem Körper fümmernden Kräfte: Atmung, Schwere und Schwung. Ein bestimmtes System für die Gymnaftif lehnt die Körperfulturschule Adolf Koch ab. Für die ungeheuren Berschiedenheiten der menschlichen Gestalt, für die vielen Milieu- und Berufseigen arten ift ein bestimmtes System zu eng. In erster Linie soll die arten ist ein bestimmtes Syſtem zu eng. In erster Linie soll die Gymnaftit freudige Arbeit fein. Und so wird es verständlich, daß für diefe Art fozialistischer Körperkultur die genaue Kenntnis von für diese Art fozialistischer Körperkultur die genaue Kenntnis von der Beschaffenheit des einzelnen notwendig wird. Aerztliche untersuchungen und Beratungen, die Führung von Gefundheitsbogen, Höhensonnenbestrahlungen, Freiluftleben und Radigymnaftit gehören ebenso selbstverständlich in diesen Arbeits bereich wie die sichere Erfassung des Einzeltypus, das Erkennen von Rörperbau und Charafter. Aus Körperfenninis heraus foll der Erfaßte für den Achtstundentag fämpfen, für Mutterschuß, für Freizeit der Jugend! Die Serualprobleme stehen im engsten Zufammenhang mit diesem Aufgabenfreis der sozialistischen Körper. fulturerziehung. dsD 6 Franzen, C. H. fchloß man fich der Antwort Fichtes an. Bergmann begrüßte es, wenn die Vereine aus dem Bund ausgeschlossen würden, weil dann eine gemeinsame Basis für den Kampf gegen den Bund geschaffen fei. Diefe Naseweisheit wird dem Herrn Doktor sicher einen Rüffel der KPD. Zentrale einbringen; er hat nämlich verraten, daß die tommunistischen Sportvereine eine Filiale der Moskauer Roten Sportinternationale aufmachen werden und das bestritt man bisher. * Sie fönnen es nicht lassen. In der Sächsischen ArbeiterSportzeitung vom 3. September richtet der Kreisrat des 4. Kreises im Arbeiter Turn- und Sportbund folgende Warnung an seine Mitglieder: Wir warnen! Der fommunistische Jugendverband Ostsachsen, Abteilung Sport, hat Anfang August an alle Unterbezirks-, Agita tions, Ortsgruppen. und Zellenleitungen ein Rundschreiben gerichtet, nach dem in allen Zurn. und Sportvereinen Frattionen gebildet merden und Fraktionsleiter ernannt werden sollen, die mit der KPD. eng zusammen= arbeiten. Man geht dabei von der Ansicht aus, daß in Sachsen Bundestagsbeschlüsse nicht durchgeführt werden brauchen. Wir marnen unsere Bereine, Fraktions- und Zellenbildungen zuzulassen, machen fie auf die Folgen aufmerksam und bringen den 3. Absatz des Antrags 90, der mit 210 gegen 22 Stimmen auf dem Bundestag Annahme fand, in Erinnerung; er lautet: Gegen Teile der Drganisation oder gegen Mitglieder des Bundes, die in Gemeinschaft oder im Auftrag der KPD. oder deren Einrichtungen gegen den Bund arbeiten, soll der Bundesvorstand mit allen statutarischen Mitteln vorgehen, um dem organisationsschädigenden Treiben gegen unseren Bund und seine Einrichtungen endlich ein Ende zu bereiten." Der Kreisrat." " Recht so, Kreisrat! Gleich von vornherein tüchtig zugreifen. Die Arbeitersportbewegung hat andere Aufgaben zu erfüllen, als der KPD. zu dienen. Vorwärts im Arbeitersport. Eine bedeutsame Tagung. Im Bootshaus zu Köln Mülheim nahmen die Bezirks. vertreter und der Kreisrat des 6. Kreiſes Stellung zu den schwebenden Bundesfragen. Der Bundestagsbeschluß und die Haltung Hirschfelds( Köln) zum Turnfest der Deutschen Turnerschaft wurde mit 17: 5 Stimmen gutgeheißen. Mit demselben Abstimmungsverhält nis wurde beschlossen, gegen Friz Damm, D. Bolte, Gustav Schilling( Turnverein Eller 1895), Robert Bitter, v. d. Linden, R. Schmiedler, Schimborn( Freie Turnerschaft Gersheim) sowie Stahl( Köln), durch den Kreisvorstand ein Ausschlußverfahren zu eröffnen. In einer besonders einzuberufenden Sizung soll der Verein Gersheim aufgefordert werden, den Ausschlußantrag gegen den Bezirksvertreter Wenzel( Düsseldorf) rüdgängig zu machen. Eine Reueinteilung des Kreises soll nach Borschlag des vom Kreistag eined- lodas gesezten Ausschusses erst zur Behandlung gestellt werden, wenn die Zusammenlegung der Gemeinden durchgeführt ist. Das Verhalten Edes Westdeutschen Rundfunts gegen die Arbeitersportler wurde die wurde einer scharfen Kritif unterzogen. Wichtige Ausführungen über die Jugendfragen und staatliche Jugendpflege füllten den Rest der Tagung. der hervorragende finnische Arbeitersportler, beim Kugelstoßen, Die Handballmeisterschaft. Die Vorrunden fallen nach Berlín. Im Vorrundenspiel um die Handballmeisterschaft des Arbeiter- Turn- und Sportbundes standen sich die Frauenmann schaften von Bremen- Delmenhorst und Freie Turnerschaft GroßBerlin- Wedding in Bremen gegenüber. Die Berlinerinnen fiegten mit 3: 1. Bei den Männern trennten sich VSK.. Bremen und Fichte- Nord mit 11: 5 für Fichte. Die Sieger müssen nun Endspiele gegen Magdeburg austragen. 316H619 Fichte" stellt sich dumm. Die andern machen es nach. Der Vorstand des Arbeiter- Turn- und Sportbundes hat fürzlich im Einvernehmen mit der Zentralfommission beschlossen, von allen Bereinen des ersten Kreises die schriftliche Beantwortung einiger Fragen, die sich auf die Beschlüsse des Bundestags beziehen, zu ver langen. Bon der Beantwortung dieser Fragen wird das Berbleiben oder der Hinauswurf der Vereine abhängen. Der fommunistische Arbeitersportverein Fichte betont nun in feiner Antwort an den Bund( die er gleichzeitig, offenbar als Muster für die anderen Vereine in der ,, Roten Fahne" ver öffentlicht), daß er einem Berliner Kartell mohl angehören will, wenn bie Leitung des Sartells aus Wahlen hervorgegangen ist, wie das im Statut der 3. vorgesehen sei(!). Dazu ist zu sagen, daß die Fichte Forderung für Berlin eine Unmöglichteit is. Noch nie wurde der Kartell schuß durch Bahlen in den Bereinen zusammen gelegt. Seit der Gründung 1918 find die gefchäftsführenden Mus Schußmitglieder in den Kreis, Bezirks- und Gauvorständen ge wählt worden. Und das ist auch richtig, denn ein Ausschuß von 300 Mitgliedern aus den Berliner Bereinen ist zur Arbeitsunfähigkeit verdammt. Wenn Fichte heute mit dieser Forderung frebsen geht, so ist das die Parole der bezahlten KPD.- Sportfetretäre, die Fichte befolgen muß! Alle Bereine, die den Brief Fichtes für Ernst halten, sind die Geleimten mie stets. Das Wachstum des DAC. Der im Dezember vorigen Jahres gegründete Deutsche Autoflub e. B. hat in dem Dreivierteljahr seines Bestehens einen gewaltigen Aufschwung genommen. Ueberall begegnet man die Fahrzeuge mit dem schmucken Klubabzeichen in den Reichsfarben. Bereits heute sind die Mitglieder des DAC. schon über das ganze Reich verteilt und an zahlreichen Orten bestehen bereits Ortsgruppen; überall steigt die Mitgliederzahl über alles Erwarten. Vorschau auf Hoppegarten. Starfe Felder werden am Donnerstag in Hoppegarten an der Tagesordnung sein. Das Ulrich- von- Dergen- Rennen steht mit einer Dotierung von 13 000 M. an der Spitze der Ereignisse. Aurelius( O. Schmidt), Serapis( Grabsch), Ferro( Bleuler), Hödur ( Janet) und Torero( Haynes) treffen hier über 2400 Meter zusam men. Die Gemi hte sprechen für einen Sieg von Torero vor Serapis und Aurelius. Das mit 10 400 m. ausgestattete Fallenhausen- Rennen sieht so hochgehaltene Zweijährige wie Avitus, Marimus, Otero, Balladolid, Andreas Hofer, Tantris, Quisisane, Madonna d'Arezzo, Schwarzdorn Brunftzeit und Siesta am Ablauf. Boraussagen: 1. Holofernes- Baraber; 2. Gute Sitte- Patrizier; 3. Krönung- Selecta; 4. Torero- Serapis; 5. Balladolid- Stall Weinberg: 6 Künstlerin- Marlena; 7. Sonnenlicht- Nutria. Die Resultate vom Tiergartenfest. Im folgenden bringen wir die einzelnen Ergebnisse vom Internationalen Arbeitersportfest des SB. Moabit, bei dem die Finnen siegten: Männer 100 Meter: Seld D., AGC. 11,2; Wienice- AGC. 11,3. Leistikow 60. 11,4. Anfänger: Ebert- Spandau 12,3; B. Goarkuhle- Schöneberg 12. Lauf 1000 Meter( offen): Baumann- Lichtenberg 2:45; Rabing- Schöneberg 2: 47,7. Sürben 110 Meter: Bochstein- EO. 17.2; Wallsleben- Burg 17,8; HummerSparta 18. Stafette 4X100 Meter: A) AGC. 44,2; Fichte GD. 44,9; Lichtenberg 46,4. B) Spandau 46,8. Olympische: AGC. 3: 44,1; Berolina 3: 49,3; Frei- Stettin 3:49. B) AEC. 11 3: 50,2; Güdost 11 3: 54,7. Schweden: C.- F..Bohnsdorf 2: 14,9; Nordring 2: 15.4; Magdeburg 2: 18,4. 20X Runde: ASC, 9:26; Gibost 9: 31,6; Berolina. Weitsprung: Tattinen- Finnland 6,62; Teller- Fichte- West 6,46; RößlerGSC. 6,04 Socfprung: Etholen- Finnland 1,78; Göri- AGC. 1,63. Anfänger: Röfeler AGC. 1,62. Stabhoch: Bergens- Schönow 3,10; Geng- Schönow 3,10; BainASC. 2,90. Speerwerfen: Sattinen Finnland 59,75: Reinhardt- Berolina 43,15; Wesenberg- Burg 44,24. Anfänger: Bösener- Schentendorf 44,40. Distus: Taffinen 38,59; Franzen- Finnland 38,56; Reinhardt 38,85. Kugelstoßen: Franzén 13,73; Behn- Sparta 11,75. Jugend 100 Meter( 12/14): Grünthal- Stettin 12,6, Jahrgang 10/11: Schneider- Neukölln 11,7: Wehner- Sparta 11.9. Olympische Stafette: Moabit 4: 01,6; Berolina 4: 08,1; Neukölln 4: 08,2. B) Fichte CD. 11 4:08. Staffel 3X200: Echöneberg 1: 14,8; Neukölln 1: 14,9; Moabit 1: 15,3. Weitsprung ( 10/11): Wolf- Schöneberg 6.00. Jahrg. 12/14: Grünthal- Stettin 5,55. Kugelstoßen: Schmidt- Moabit 10,64. Aeltere Sportler: Dreilampf: Hauptmann Leipzig 302; Büttner- Berolina 188; Burich- Berolina 185. 4X100: AGC. 56,7; Berolina 50,9. Frauen: 100 Meter: Böhm- Dresden 13.4. Jahrg. 12/14: Dreher- Neukölln 14.3. 800 Meter: Dietrich- Stettin 2: 31,9; Meils- Stettin 2: 44,9; Bethle- Fichte NO. 2: 45.1. Stafette 4X100: Lichenberg 55.8; Fohnsdorf 57; Moabit 57,1. Soch. ( prung: Oliew- Fichte GO. 132. Distus: Racin- UGC. 24,43. Kugelstoßen: BöhmPresden 8,59; Sainz- Schönom 8.15. Weitsprung: Oliew- Südost 4,85; Lahl. Lichtenberg 4,60; Störning- Norbring 4,60 Meter. Mitteilungen bundestreuer Vereine. Tennis Rot- Behbing( Rehberge). Mitgliederversammlung Donnerstag, 6. September, 20 Uhr, im Café Chrte, Geestraße. Ergänzung des Spielplanes. SBD.- Mitglieder von Golibarität" bes 17. Berwaltungsbezirts. Gonntag, 9. September, 9% Uhr, Susammenkunft im Gesellschaftshaus Friedrichsfelde, Wilhelmftr. 38. Referent D. Friefide. Partei- und Bundesmitgliedsbuch legitimiert. GPO.- Sportler 4. Kreis! Seute, Mittwoch, 20 Uhr, wichtige Sigung bei W. Hoffmann, Enchener Str. 8. SPD.- Sportler des Bezirtes Friedrichshain! Donnerstag, 6. September, Die Tattit" Fichtes fand bereits Nachahmung bei der Sport- 20 Uhr, Frattionsligung bei Busch, Tilfiter Str. 27. Mitgliedsbuch der Partei Tegitimiert. Unter Mitwirtung An alle Genoffinnen und Genoffen der Freien Turnerschaft Neukölln, soweit Dereinigung Berlin- Schöneberg. des aus dem Bund hinausgeworfenen Dr. Bergmann, der als sie auf dem Boden der Bundestagsbeschte von Seipzig ftehen! Gonnabend, 8. September, um 19 Uhr, wichtige Besprechung bei Resler, Derkehrstotal Bertreter des alten Kartells" an der Bersammlung teilnehmen durfte, der a. Männerabteilung, Treptower, Ede Beserstraße. Geschäfts- Anzeiger Bezirk Süden- Weften. 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