Morgenausgabe Nr. 423 A 215 45.Jahrgang Böchentlich 851 monatlid 3,60 m. tm voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend". Illuftrierte Beilagen Boll und Zeit" und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen. timme". Technit". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Freitag 7. September 1928 Groß- Berlin 10 Pf Auswärts 15 Pf. Die ein palttge Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen das ettge. brudte Bort 25 Pfennig( zulässig zmel fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erse Bort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. ftraße 3, wochentägl, von 81/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297/ Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Verlag G. m. b. H. Bostichedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Lindenstr. 8 Zersetzung des Völkerbundsamtes. Das Todesurteil von Strelitz. Offene Kritik an der Faschistenpolitik in Genf. Das Rheinlandproblem. V. Seh. Genf, 6. September.( Eigenbericht.) Die überaus lange Ratssitzung am Nachmittag, die erst us 7 Uhr abends zu Ende ging, hatte zur Folge, daß der Gegenbesuch Briands bei Hermann Müller heute noch nicht erfolgen fonnte. Vermutlich wird er morgen abend stattfinden. Ein befonderer Befuch Müllers bei den Bertretern Englands, Belgiens und Italiens, ähnlich der de Marche bei Briand ist nicht in Ausficht genommen, da Briand sich bereit erklärt hat, die übrigen Befahungsmächte direkt zu verständigen, um mit ihnen eine gemeinsame Aussprache mit dem Reichskanzler zu vereinbaren. Zu den vorbereitenden Besprechungen über die Rheinlandräumung schreibt die Diplomatisch- politische Korrespondenz": Der Weiterverlauf wird sich zunächst so gestalten, daß Briand mit den übrigen Bertretern der an der Besagung interessierten Mächte jetzt wegen der Frage spricht. Vielleicht schließt sich dann auch noch von deutscher Seite eine Fühlungnahme mit einzelnen Vertretern dieser Mächte an und im weiteren Berlauf findet eine Erörterung der Frage und der sich hieraus ergebenden Möglichkeiten zwischen Deutschland und den Besatzungsmächten gemeinsam statt. Entgegen Annahmen, die in der französischen Preffe und auch in einem Genfer Blatt auftauchen, das zur französischen Delegation besondere Fühhung hat, kommt die Ueberreichung einer Note oder eines Memo randums von deutscher Seite, in dem die Reichsregierung tonfrete Borschläge zur Frage der Rheinlandräumung niedergelegt habe, nicht in Frage. Denn man hat ja gerade die Gelegenheit des Genfer Bufammentreffens zur Aufrollung des Problems gewählt, weil dort die Möglichkeit persönlicher Fühlungnahme vorzeitige Festlegungen unnötig macht, wie sie durch den starren Charafter eines Rotenaustauschs und die damit verbundenen juristischen Formulierungen bewirkt würden. Die Basis für die Lösung der Aufgabe soll sich vielmehr aus den Verhandlungen ergeben, deren Charakter etwa durch die Form der geftrigen Besprechung béstimmt wird. Ebenso ist die Konstruktion unzutreffend, die in der gleichen Breffe vertreten wird, das Räumungsproblem mit einer Teilmobilisierung der Schuldverschreibungen aus dem Auch die an führender Stelle beschäftigten Franzosen gelten allgemein als durchaus loyal und unparteiisch. Anders aber steht es mit den Italienern, insbesondere mit dem Generalsekretär des Böllerbundes Paulucci. Die faschistische Staatsideologie verlangt von jedem Italiener und zuerst von jedem italienischen Beamten eine solche unbeschränkte Ergebenheit zum Duce und dem faschistischen Baterlande, daß die Italiener im Bölferbundssekretariat längst nicht mehr als zuverläffige Diener des Völkerbundes angesehen werden, sondern nur als Wertzeuge der italienischen Politit. Die Berichterstattung nach Rom auch über die internſten internationalen Angelegenheiten des Bölferbundes nimmt einen großen Teil ihrer Zeit in Anspruch. Manche Staaten, insbesondere Jugoslawien, betrachten diese mißbräuchliche Amtsausübung zugunsten der römischen Außenpolitik mit der größten Beforgnis. Darüber hinaus fühlen sich die übrigen Beamten des Bölkerbundssekretariats auf Schritt und Tritt von den Faschisten beobachtet und bespielt und die Folge ist eine allgemeine Unsicherheit und ein gegenseitiges Miß trauen in den Reihen des Völkerbundspersonals. Das ist der Sinn eines überraschenden Vorstoßes von Mowinckel, der in der Rommissionsberatung von einem anderen norwegischen Delegierten weitergeführt werden soll. In der Debatte sprach ferner der belgische Außenminister Hyman's, der seine Rede zu einem plumpen innerpolitischer Manöver der belgischen Regierung gegen die in der belgifchen Delegation nicht vertretene belgische Arbeiterpartei zu gestalteli perfuchte. Die jebige Belgische Regierung betreibt eine militärpolitit, die im Gegenjas zu den Abrüftungsbestre bungen steht. Aus diesem Grunde bemühte sich der nationalistische Außenminister, die Langsamkeit und Unfruchtbarkeit der Abrüstungsverhandlungen zu beschönigen und das Thema der angeblich noch ungenügenden Sichrheit zu variieren. Er warnte vor Ueber eilung und Ungeduld und versuchte bei dieser Gelegenheit, seinen Borgänger de Broudère, dem die belgische Bürgerregie. rung bewußt aus der Delegation entfernt hat, zu tompromittieren, indem er einen Sag aus einer früheren Rede de Broudères in Genf aus dem Zusammenhang herausriß und lobend zitierte. Litauen fämpft für Wilna. Der Nachmittag war sigungsfrei. Dafür trat der Rat zuWendung im Fall Jakubowski? Wer gestern die Berliner Rechtspresse in die Hand nahm, mußte den Eindrud gewinnen, daß der Reaktion ein neues Zeitalter zu blühen beginne. Die auch von uns wiedergegebene Mitteilung aus Neustrelitz zu der Angelegenheit des hingerichteten russischen Landarbeiters Jakubowski gab millfommenen Anlaß, die angeblich zu Unrecht angegriffene Justiz gegen die Heße" in Schutz zu nehmen, der sie ausgesetzt gewesen sei. Die Freude derselben Leute, die im Magdeburger Mordprozeß bedenkenlos einen Unschuldigen in den Händen der Justiz lassen wollten, nur weil er ein Jude war, ist auch im Fall Jakubowski nur sehr schwach fundiert. Denn was da aus der Konferenz beim Staatsminister v. Reibniz als Feststellung" der Deffentlichkeit übergeben wurde, ist kein gerichtliches Urteil, das aus öffentlicher Verhand lung gewonnen wurde und vor der Deffentlichkeit bestehen fann. Niemand fann mit gutem Gewissen sagen, daß der Mordfall Jakubowski völlig aufgeklärt sei nur auf Grund von Vernehmungen, deren Protokolle der Deffentlichkeit nicht zugänglich sind, deren Richtigkeit auch nicht von ihr nachgeprüft werden könne. Niemand kann auch mit absoluter Sicherheit sagen, daß Jakubowski, dessen Mund durch den Scharfrichter für immer geschlossen wurde, auf jeden Fall unschuldig sei. Aber was die Erregung in der Defentlichkeit mit Recht hervorrief, ist die Tatsache, daß dieser russische Kriegsgefangene und spätere Bandarbeiter auf Grund eines In Dizienbeweises zum Tode verurteilt und dem Tode" überliefert wurde, trotzdem dieser Indizienbeweis eine Lücke neben der anderen aufwies! Das ist ja das Ungeheuerliche bei der Todesstrafe, die vollstreckt wird, daß auch erwiesenes Unrecht nicht. mehr gutzumachen ist. Und wenn auch nur der geringste 3weifel an der Richtigkeit eines Urteils besteht, dann erfordert das menschliche Gewissen, von der Bollstreckung eines Urteils abzusehen, die nicht mehr zu reparieren wäre. " Heute sagt uns die Konferenz der Kriminalisten und Juristen beim medlenburgischen Staatsminister, die Schuld des Hingerichteten sei zweifelsfrei, nur habe er mittäter ge= habt und diese seien jetzt in Untersuchung gezogen. Dawes- Plan zu verknüpfen. Denn es besteht zwischen der Rheinland sammen, um noch einmal zum polnisch- litauischen Kon- Leute auf, die heute als Mittäter und Mitwisser räumung und der Reparationsfrage fein Junctim. Der deutsche Anspruch ist ein rechtlicher, da die Leistungen, die die Vorausfegung für sein Eintreten bilden, deutscherseits vollkommen erfüllt worden sind. Es ist kein deutsches Verschulden, wenn die Frage einer Kriegsschuldenbereinigung noch nicht erledigt werden konnte; die Räumungsforderung ergibt sich demgegenüber aus dem eigenen Recht." Kritif am Ränkespiel. flift Stellung zu nehmen. Er vernahm ein faſt dreistündiges Erversuchte, die bisherige Ergebnislosigkeit der vom Rat seinerzeit empfohlenen direkten polnisch- litauischen Verhandlungen zu entschuldigen und die Schuld daran den Polen zuzuschieben. Die Ratsmitglieder waren zum Teil eingenidt, andere hörten sich diese Darlegungen mit unverhohlener Ungeduld an, zumal fie feinen neuen Gesichtspuntt enthielten. Man entnahm daraus, daß Litauen feinen Anspruch auf Wilna aufrechterhält und von jeder Ver= V. Sch. Genf, 6. September.( Eigenbericht.) handlung eine Abschwächung dieses Anspruches befürchtet. Es läßt Der weitere Verlauf der politischen Generaldebatte brachte am fich nicht abstreiten, daß Woldemaras in der Verfechtung der Vormittag einen aufsehenerregenden Borstoß des norwegischen Militauischen These eine große Beharrlichkeit entfaltet. Aber ebenso nisterpräsidenten Momindel, der in manchen Kreisen des Böller unbestreitbar ist, daß der polnisch- litauische Streit um eine Stadt, bundssekretariat lebhafte Enttäuschung und in anderen Kreisen be- die weder polnisch noch litauisch, sondern in Wirklichkeit zu 60 Broz. greifliche Unruhe hervorgerufen hat. Der norwegische Haupt- jüdisch und 15 Broz. weiß- russisch ist, den osteuropäischen Frieden Delegierte kritisierte gewissermaßen die Tätigkeit des Bölker weiter bedroht. Daran wird auch die spätere Sigung des Bölker. nichts ändern tönnen. Wenn das wahr wäre, so läge auch schon das ganze erfte verhängnisvolle Urteil des Schwurgerichts zerfetzt am Boden. Denn dieses Urteil baut sich auf den jetzt als meineidig ertánnten Aussagen der gleichen in Untersuchung kommen sollen. Von demselben Friz Nogens, der jetzt in Haft sigt, weil er seinen ermordeten leinen Neffen vergraben half, hat das Schwurgericht im ,, Nicht minder ist festgestellt, daß Friz Nogens, abgesehen Prozeß gegen Jakubowski noch festgestellt": davon, daß nach dem ganzen Eindruck seiner Persönlichkeit ihm diese Tat nicht zuzutrauen ist, um die Zeit der Tat mit seiner Schwester Gertrud zusammen gewesen ist." Jezt hat, nach einem ergänzenden offiziellen Bericht aus Neustrelit, dieser Frig Nogens bereits zugestanden, daß er am Morde beteiligt war; er hat aber früher wie die übri= gen Verdächtigten unter dem Eide seine Beteiligung abgeleugnet. Das Schwurgericht hat ihm und den anderen geglaubt, den anderen, die jetzt vom Untersuchungsrichter und den Berliner Kriminalisten als des Meineids Derdächtig angesehen merden! bundes. Er tadelte, daß sich im Bölferbundsrat die Neigung gezeigt bundsrates, in der die Wilnafrage weiter behandelt werden foll, Ansicht ist der Justiz fall noch feineswegs erledigt. Sind hätte, fich mit vorläufigen Vereinbarungen zu begnügen", anstatt endgültige Lösung der sehr ernsten politischen Konflikte zu finden, die vor den Völkerbund gebracht werden. Dieser deutlichen Anspielung auf die verzögernde Behandlung des polnisch- litauischen Konflikts und des rumänisch- ungarischen Optantenstreits folgte eine zweite, noch schärfere Kritif: Was die Völkerbundsverwaltung betrifft, so macht sich die Notwendigkeit unparteiischer Objektivität im Sowjetunion für Friedenspakt. Mit der Erklärung der Kriminalisten über ihre jezige wirklich die Frig Nogens, seine Brüder und Bekannten ber ,, Mittäterschaft" verdächtig, besteht auch nur die Möglichkeit. daß sie meineide schworen, um sich zu entlasten, dann bedarf das Todesurteil erst recht der Kassation, denn es ist im wesentlichen aufgebaut auf diesen Aussagen, von denen Bolfskommiffar Litwinow übergab dem französischen Bot- heute schon feststeht, daß sie wesentliches verschwie. höchsten Grade bemerkbar. Das Sekretariat und seine Beamten schafter Herbette den von Litwinow unterzeichneten Uft über den gen, anderes bewußt falsch darstellten. müffen dem Bölkerbund dienen und niemand anderem. Neuerdings ist des Gefühl entstanden, daß bis zu einem gewissen Grade die verschiedenen Staaten in den Mitgliedern des Sekretariats ihrer Nationalität Bertreter ihrer Sonderinteressen und ihrer politischen Ziele erblicken. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Wenn ein Mann in den Dienst des Bölkerbundes tritt, fo kann man natürlich nicht von ihm verlangen, daß er seine eigene Nationalität vergeffe, aber er muß sein Möglichstes tun, um niemals zu vergeffen, daß er im Dienste einer Institution steht, die in gleichem Maße alle Nationen vertritt, die ihm angehören. Die Leiter des Getretariats müffen im eigenen Interesse sowie im Interesse des Bölkerbundes fich diesen Grundsatz stets vergegenwärtigen; aus dem gleichen Grunde müssen die Staaten der Bersuchung widerstehen, ihre in der Verwaltung des Bölterbundes tätigen Angehörigen für die Förderung ihrer besonderen Belange zu benutzen. Dieser Borstoß berührt eines der heikelsten Kapitel der Bölferbundsdiplo maten. Er soll sich feineswegs gegen den Generalsekretär Drum mond richten, von dem neuerdings gesagt wird, daß ihm im Londoner Auswärtigen Amt seine Tätigkeit in Genf verübelt wird, weil sie den Interessen der britischen Diplomaten zumeilen zuwiderlaufe. Beitritt bereits vollzogen. Mostau, 6. September. Beitritt der Sowjetunion zu dem Kellogg- Pakt. Kindersturm auf einen Sandberg. Ein Zwischenfall im belgischen Badeort. Brüffel, 6. September.( Eigenbericht.) Auf Grund eines solchen Urteils darf niemand dem Scharfrichter überliefert werden. Das ist, ganz abgesehen von der prinzipiellen Seite der Stellung zur Todesstrafe, eine Sache des einfachsten Rechtsempfindens. Dieses Rechtsempfinden fordert, nachdem die private und amtliche Untersuchung immer neue Tatsachen ans Licht förderten, die die Feststellungen des ersten Urteils erschütterten, um so nachdrücklicher das Wiederaufnahmeverfahren, bei dem in voller Deffentlichkeit und unter Mitwirkung von Verteidigern die mirklichen Täter festgestellt werden, ohne Rücksicht auf Sentimentalitäten, die greise Richter oder Staatsanwälte für sich in Anspruch nehmen möchten. In dem Badeort Blankenberghe bauten deutsche und belgische Kinder am Donnerstag im Seefand eine Festung mit der Aufschrift Nürnberg". Einer der belgischen Zuschauer bat, diese Inschrift zu entfernen. Dem wurde sofort entsprochen. Inzwischen hatte ein Anabe die belgische Flagge auf die Festung gepflanzt. Als ein deutsches Mädchen die Fahne entfernte, entfesselten die belgischen Zuschauer ein lautes Geschreier Man bewarf die deutschen Kinder mit Sand und veranlaßte etwa 50 an dem Bau unbeteiligte belgische Kinder, die Festung sozu fagen im Sturm zu nehmen. Die Polizei war schließlich gezwungen, einzugreifen und die deutschen Kinder unter ihrem Schuß in das Hotel zu begleiten. Hunderte von erwachsenen Belgiern zogen den Kindern bis vor die Hoteltür schreiend und Iärmend nach. Wenn der Fall Jakubowsti eine so große Bedeutung im Rampf gegen die Todesstrafe erlangt hat, wenn darüber hinaus auch zum Symbol des Kampfes gegen Juftizirrtümer wurde, so hat das seine besonderen psycholo= gischen Gründe. Dieser russische Landarbeiter, der der deutschen Sprache nur in dem fleinen Kreise mächtig war, den der tägliche Umgang auf dem Lande ihm zeichnete, mar vom Schwurgericht ohne zuziehung eines Dolmetschers vernommen worden. Hilflos wurde er der Justizmaschine überliefert. Sein Verteidiger, der medlenburgische Anwalt aus der Kleinstadt, der mit ihm unterhandelte und Briefe wechselte, ist heute noch von seiner Unschuld überzeugt. Gerade dieser Proletarier, der, auf sich selbst gestellt, völlig mehrlos dem Neg von mie jetzt feststeht- Meineiden und fonftigen Beweismaterialien gegenüberstand, gerade dieser Proletarier hat nach seinem gewaltsamen Tode die Deffentlichkeit aufgerüttelt, weil in seinem Schicksal sich das Schicksal der Vielen und Namenlosen widerspiegelt. Deshalb fann auch die gutgläubigste Erklärung der Kriminalisten aus Berlin und Mecklenburg die Forderung nach Wiederaufnahme des Verfahrens nicht verstummen machen. Denn über dem Schicksal der Einzelnen steht die Frage an die Gesamtheit: Welches Recht kann die Gesellschaft haben, ein Menschenleben zu vernichten, wenn auch nur der leiseste Zweifel an der Schuld des Beschuldigten besteht? Und da ein solcher Zweifel immer und in jedem Fall als peinlicher Rest bleiben mird: Welches Recht hat die Gesellschaft überhaupt, die Todes= ftrafe vollstrecken zu lassen? leber diese peinliche Frage helfen auch die lärmendsten Siegesberichte der Nationalisten nicht hinweg! Siedlungsarbeit auf dem Lande. Besichtigung in Masuren und Schleswig. Der Siedlungsausschuß des Reichstags bereiste Ende der vorigen und Anfang der letzten Woche gemeinsam mit Bertretern der Reichs- und Staatsbehörden die Siedlungsgebiete in Ostpreußen und Schleswig- Holstein. Die Reise, die vom Reichsarbeitsministerium und vom preußischen Landwirtschaftsminifterium vorbereitet worden war, vermittelte in gutes Bild von dem Umfang und der gegenwärtigen Praxis der Siedlungstätigkeit. Gezeigt wurden fast alle Formen der Besiedlung: Aufteilung Don Großgrundbesis, von großbäuerlichem Besis, Landverbesserung, Dedlandkultur und Landgewinnung durch Eindeichung an der Küste. Auch ländliche Schulen und Bildungsstätten verschiedener Art wurden gezeigt. Die Reise, die von einem der ärmsten und rückständigsten Teile Deutschlands, dem südlichsten Ma suren, in den landwirtschaftlich reichsten und mit an der Spike stehenden Deutschland, ben Sönte Niffenkoog im Kreise Husum, führte, lieferte den Beweis dafür, daß die Mittel, die der Siedlung zugeführt werden, nicht annähernd ausreichen, um die Landflucht der Bauernbevölkerung fühlbar aufhalten zu können. Immer noch spielt die Abwanderung der attio= st en proletarischen Schichten vom Lande in die Stadt oder gar nach lleberfee eine perhängnisvolle Rolle. Wenn die Siedlung natürlich im Rahmen einer Reihe anderer agrarpolitischer Maßnahmen diesem Berhängnis wirt jam entgegentreten soll, so muß sie einmal mit größeren Mitteln ausgestattet werden, und zweitens vielmehr als bisher mit dem Ziel der Schaffung tleiner Bauernstellen arbeiten. In bezug auf die notwendige Größe der Einzelstellen ergab sich eine scharfe Differenz zwischen den Auffassungen der sozialdemokratischen Mitglieder des Siedlungsausschusses und der Mehrheit der anderen Reifeteilnehmer. Die gefeggeberische Arbeit des Winters wird sich in erster Linie diefer Fragen annehmen müssen. Es ist nach unferer 2uffaffung nicht zu verantworten, menn öffentliche Mittel, wie dies nor allem in der Familiensiedlung im nördlichen Schleswig der Fall ist, nur einem relatin fleinen Kreis nicht notleidender Schichten zugute tommen, anstatt, mie es der Wiffe des Ges fengebers ist, dazu zu dienen, möglichst vielen Aderprofetariern eine bescheidene Existenz zu ermöglichen. Im übrigen ist ein Fortschritt der Befiedlungsmethoden auf allen Gebieten unverkennbar. Hurra! Hurra! Hurra! Hoch das Militär, hoch die Kavallerie! Gewerkschaftskongreß in Hamburg Severing fündigt den Abbau der„ Zeno" an. Hamburg, 6. September.( Eigenbericht.) Bei den heutigen Verhandlungen auf dem Gewerkschaftsfongreß war die Rede Geverings unbestritten das größte Ereignis des Tages. Sie war ein Fan farenstoß voller Kraft und Zuversicht und nicht nur an die Hamburger Delegierten gerichtet, sondern an alle republifanischen Bolksgenossen. Die Rede des Reichsministers mar aber auch eine Kampfansage an die, die der deutschen Republik nicht wohlgesinnt sind, obgleich fie in ihrem Dienst stehen. Die Ausführungen, die Severing über seine Stellung zu den Gewerkschaften und seine Arbeit für die Organisationen der Arbeiterschaft machte und die der Kongreß mit oft minuten langem Beifall unterstrich, haben wir schon im Abend" wieder gegeben. Der Minister fuhr dann fort: In der Sozialpolitik steht das Zentrum auf unserer Seite, weil die christlichen Arbeiter für das Zentrum eine Art Motor darstellen. In der Kulturpolitit steht das Zentrum nicht auf unserer Seite. Ich möchte daher ver Illusionen warnen. Db das Reichsschulgesetz eingebracht wird, das ist zunächst eine tattische Frage. Ueber faffische Fragen spricht man aber nicht in der Deffentlichkeit. Ich betrachte es als meine Hauptaufgabe, zunächst einmal den Bau der Republik nach dieser Seite hin zu festigen und zu sichern. Man hat gesagt, die Republik ist bereits gesichert. Die Republit als solche gewiß, aber nicht ihre Berwaltung. 3hr Ber waltungsapparat ist noch sehr labil( Starter Beifall.) Wenn wir die Republik sichern wollen, dann genügt es nicht, daß die sozialistischen Minister in der Reichsregierung mur eine Gastrolle von etwa pier Wochen geben, sondern wir müssen dann schon eine ganze Legislaturperiode in der Regierung bleiben.( Starter Beifall.) Damit ist nicht gesagt, daß wir unter allen Umständen in der Regierung bleiben wollen. Wir bleiben nicht in der Regierung um den Preis eines Berrats der Grundsäge, Grundsätze verrate ich nicht. Lieber würde ich die Arbeiterschaft zur scharfen Oppofition gegen die bestehenden Gewalten führen. Von grundfäßlichem Berrat fann teine Rede sein, auch nicht in der Panzertreuzerfrage Benn ich nun auf dem Gebiete Gefeßgebung auch nicht pofitive Dinge in Aussicht stellen tann, so tomme ich doch nicht mit leeren Händen vor den Kongreß. Ein Minister ist zwar nicht das Mädchen aus der Fremde, das für jeden eine schöne Gabe mitbringt; immerhin habe ich für den Kongres doch etwas mit gebracht. Es ist auf der Tagung miederholt von einer Durch brechung des Bildungsmonopols gesprochen worden. Im Etat des Reichsinnenministeriums ist eine Bermehrung der Mittel zur Unterftigung minderbemittelter intelleftueller Kinder vorgesehen worden. Weber 1% Millionen sind für solche 3mede mehr als früher bereit gestellt worden.( Starter Beifall.) Der Finanzminister bremst beim Geldausgeben. Das fann ich ihm nicht verdenden angesichts der allgemeinen Finanzlage des Reiches. Auch ich bin für das Sparen, aber für das Sparen am richtigen Drt. 3ch beabsichtige deshalb den Abbau der Technischen Nothilfe; mif dem auf diese Weise eingesparten Geld läßt fich immerhin zur Durchbrechung des Bildungsmonopols etwas fun.( Stürmischer Beifall.) Wir werden zunächst 5% Millionen und später 2 Millionen einsparen. Ich fann an den Abbau der Technischen Nothilfe um so Aus der„ Roten Fahne" von Donnerstag morgen: ruhiger herangehen, als ich mein Vertrauen zu den GeDer Kommunistische Jugendverband Berlinertschaften habe. Ich weiß, daß die Gewerkschaften in Brandenburg hat als Chef des fowjetrussischen Kavallerieregiments Maitomiti anläßlich Des 14. Internationalen Jugendtages am 2 September in Berlin nachstehendes Telegramm an das Regiment in Tambom USSR. gefandt: ..Kavallerieregiment Maitowffi! Tambow, USSR. fritischen Situationen auch zu mir Bertrauen haben werden, und des. wegen bedeutet für mich der Abbau ber Technischen Nothilfe tein besonderes Rifita. Gefpart fann aber werben, wenn wir endlich zu einem wirklichen Deutschen Reich tommen und dem Partitularismus und der Bielstaaterei zu Leibe gehen. Wenn wir erst aus dem Stadium der Breffeerörterungen und der Bänderkonferenzen herauskommen, und menn erft einmal einige der Meinen Länder verschwunden sind, dann ist der erste Reichs. fulturpolitit und zu einem Reichstulturministerium bringen muß. Jungfommuniffen Berlins grüßen Chefregiment mit don. Schritt vorwärts getan, ber uns schließlich zu einer Reid nerndem„ Heil Mostau!" Hoch die Kavallerie, nieder mit dem Militarismus! " Bestie" und„ Schweinshufen". Imperialismus und Sozialdemokratie im Mostauer Licht. Das große Manifest an alle Arbeiter, Bauern, Soldaten, Matrosen und die unterdrüdten Bölkerschaften in den Kolonien, mit deffen Veröffentlichung der 6. Kongreß der Kommunistischen Inter nationale in Moskau nach wochenlangen Beratungen seinen Abschluß gefunden hat, ist in feiner ganzen Tonart noch schärfer gehalten als seine Vorläufer. Wie in allen ihren Veröffentlichungen, so hoit die Komintern auch in diesem Manifest sehr weit aus und gibt zunächst einen lieberblick über die politische Lage in allen Erdteilen, der natürlich alle wesentlichen Vorgänge der letzten Jahre vom fommunistischen Standpunkt aus beleuchtet. Mit besonderem Nachdruck wird in diesem neuesten Manifest an die Kolonialvöller appelliert, auf deren Erwachen" die Kommunistische Internationale große Hoffnungen fetzt. Ueber den jetzt in Genf zusammengetretenen Bölterbund heißt es im Manifest:„ Der Bölkerbund, dieses Kind von Versailles, d. h. des schlimmsten Raubvertrages der legten Jahrzehnte, markiert die tatsächliche Kriegsrüstungsarbeit seiner Mitglieder mit der Aufstellung von Abrüstungsprojekten. Die Sowjetunion enthüllt dieses Spiel: Die diplomatische Komödie vermandelt sich in eine widerwärtige Boffe. Die Friedensmasten fallen, 1b ber imperialistische Rachen wird sichtbar." Gegen die Sozialdemokratie zieht das fommunistische Wanifest in den schärfsten Ausdrücken zu Felde. Es heißt u. a., daß die Sozialdemokraten ,, alle Traditionen des Klaffenkampfes verraten und den elementaren Stolz bes Proletariers mit Schweinshufen niedertrampeln". mannes in jedem Falle gezahlt werden und nicht erst dann, menn Die Witwe 66% Proz. arbeitsunfähig ist. Die tommunistische Opposition hatte im Laufe des Vormittags eine Entschließung zur Panzerfreuzerfrage eingereicht. Der Rongreß versagte dieser Entschließung feboch die der Opposition. Unterſtügung. Für die Entschließung stimmten nur die drei Männer Das Wort zum 4. Punkt der Tagesordnung Die Bildungsfragen der Gewerkschaften erhält darauf Otto Heßler, Sefretär des ADGB. Die gemertschaftliche Bildungsarbeit ist zweckbestimmt. Ihr fällt aber nicht nur die Schulung der Verftandeskräfte zu. Sie muß vielmehr gleichzeitig zum Gemeinsinn, zu wahrhaft fozialistischer Gesinnung erziehen. Die Arbeiterbildung muß deshalb die Bildungsaufgaben in allen Lebensstadien umfassen. Die großen Sozialinstitute sind Bolts und Berufsschule Für die innere Gestaltung dieser Schularten müssen die Gemertschaften sich mit allen Kräften einsehen. Im Reichsschulgeset muß die Weltlichkeit des gesamten Schulwesens der leitende Gedanke sein. Die Schule ist die Vorbereitung der Kinder auf das Wirtschaftsleben, fie muß deshalb den Wertunterricht( Arbeitsunterricht) pflegen. Dieser vergrößerte Lehrstoff erheischt die Berlängerung der Schulzeit, die bereits aus Gründen der Arbeitsmarktpolitif lebhaft erörtert murde. Durch besondere Beihilfen müssen Staat und Kommune den fruchtbare Wirkung der Schule hängt von der Ausbildung der Eltern die entstehenden wirtschaftlichen Lasten tragen helfen. Die ehrer ab. Diese sollen auch die Verhältnisse kennen, aus denen bas Rind tommnt. Bei der Lehrerbildung, die reichsgefeßlich geregelt werden muß, darf daher die Pflege der Sozialmissenschaften nicht vergessen werden. Der Zugang zum Lehrerberuf muß auch solchen Berfonen beiderlei Geschlechts offenstehen, die nicht nur in Hochschulen und pädagogischen Inſtituten, sondern auch in gleichwertigen beruflichen Bildungsinstituten ihre Schulung erhalten haben. Die Berufsschule ist ein organischer Bestandteil der Berufsausbildung. Angesichts der Wichtigkeit der Berufsschule ist es daher ein Zeichen erstaunlicher Einsichtslosigkeit, daß bis heute eine reichsgejegliche Regelung fehlt. Gleiche Berwirrung herrscht auf dem Gebiete der Schulaufficht und Schulverwaltun ng. Es gibt nicht weniger als 15 verschiebene Arten der Schulaufsicht. Bom Standpuntt eines einheitlichen Schulmefens wird man dem Landesministerium alle Schularten unterordnen müffen, das auch die übrigen Schularten( Bolts- und Hochschulen) perwaltet. Mit dem Ausbau des Einheitsstaats muß die kulturpolitische Gesetzgebung in vollem Umfange auf das Reich übergehen ( Reich stultusministerium). Schon jetzt find den Minifterien, denen die Berufsschulen unterstehen, Beiräte aus irischaftstreifen beigegeben. Das heutige Berechtigungswesen ist fein einwandfreies Berfahren, weil es die Bragis des Lebens so niedrig bewertet. Es dürfte am ehesten feinen Sinn verlieren, wenn alle Schulen Be rechtigungen erteilen und wenn auf dem Wege über die Berufsfchule, in Berbindung mit der praktischen Arbeit, Aufstiegsmöglichkeiten für tüchtige Bolfsschüler gegeben sind. Der Redner verweist auf das Beispiel des Berufs. Schulaufbaus in Thüringen. Kleine Gemeinden follen einen ( Berbandsberufs gemeinsamen Schulverband bilden chule). Den Gemertschaften erwächst die Aufgabe pfleglicher und förderlicher Mitarbeit am Berufsschulwesen durch lebendige Fühlungnahme mit der Lehrerschaft, durch Mitwirkung in Borständen, Schul- und Fachbeiräten usw. Gleichermaßen ist eine engere Zusammenarbeit von Boltsschul- und Berufsschullehrerschaft er. wünscht. Reine Schule fann freilich das praktische Leben ersetzen. Bei vielen Menschen brechen Neigung und Begabung erst spät burch. auch ihnen muß jederzeit der Zugang zu jeder Schulart durch Zulaffungsprüfung offenstehen. Hier sehr auch die gewerkschaftliche Bildungsarbeit ein. Bir unterscheiden Maffenschulung und Funktionärbildung. Bildungsmittel für die erstere sind vornehmlich Bresse und B fammlungsleben, für die der Referent eine Reihe von Borschlägen brachte. Die besondere Schulung der Funktionäre foll fünftig in Behrer tommen sowohl hauptamtliche Kräfte wie Mitglieder der Bor modernen Heimschulen( Bundesschulen) vor sich gehen. Als stände der einzelnen Gewertschaften in Frage. Die Bundesschulen mit ihren turzfristigen Kursen sind zugleich die Stätte der Ausleje für die staatlichen Fachschulen. Beg. Die Jugend zu gewinnen. Es iſt eine Arbeit an unferer Eine tiefgehende, lebendige Bildungsarbeit ist zugleich der beste Bufunft, wenn wir der Jugendschulung größte Beachtung schenken. Der Redner erwähnt weiter die Arbeiterfänger, Naturfreunde, Zur Mitarbeit für diese Ziele rufe ich den Gewerkschaftskongres Banderbewegung, Ferienheimgenossenschaften und besonders auf: Mit dem Berpulvern der Gelber für unnötiges ftaatliches Neben- und Durcheinander muß Schluß gemacht werden. Und was auf diese Weise eingespart wird, das fann der Förde. rung des Aufstiegs son befähigten Kindern der Arbeiterklaffe unendlichen Segen und Rußen stiften. andauernder, stürmischer Beifall.) Im weiteren Verlauf der * Vormittagsfihung ( Langdes Gewerkschaftskongresses sprach nach Demmer- Königsberg der fchließung des Bundesvorstandes zur Bereinheitlichung der Sozialoppofitionelle Delegierte Gabler Hohenstein. Er lehnte die Entversicherung ab. Thomas( Dachdecker) begründet einen Antrag feines Ber bandes, der sich scharf gegen die leichtfertige Art wendet, wie heute die Genehmigung zur Errichtung von Innungsfrantentaffen gegeben wird. Er bittet den Reichsinnenminister, feinen Einfluß dafür einzufeßen, daß hier endlich ein anderer Rurs bei den Behörden Blak greife. Altersgrenze in der Invalidenversicherung und für Erhöhung der Schäfer Leipzig tritt ebenfalls für die Herabsehung der Altersgrenze in der Invalidenversicherung und für Erhöhung der Rente ein. In seinem Schlußmort polemiſiert Hermann Miller gegen Lehmann vom Hauptverband deutscher Krantentaffen. In der Abstimmung wird die Entschließung des Bundesvorstandes und Bundesausschuffes zur Bereinheit. lichung und Selbstverwaltung in der Sozialgefeggebung ange nommen, ebenso der Antrag der Dachdecker gegen die Begünsti Sicherung eines einheitlichen Handelns in der Reformarbeit Schweins- gung der Innungstrantentaffen. Der Antrag der Fabritarbeiter zur für die Sozialversicherung durch Besprechungen zwischen Bundesvorstand und Verbände wird dem Vorftand zur besonderen Beachtung empfohlen. Angenommen wird der Antrag der Invalidenversicherung auf 60 Jahre. Die übrigen Anträge, die die Fabritarbeiter auf her absehung der Altersgrenze in der zustimmung der Antragsfommission gefunden haben, merden dem Bundesvorstand als Material überwiesen. So u. a. auch der Antrag auf Ausbau der Witwenrenten, auf Schaffung von Garantien dafür, daß die Bitmenrenten bei dem Lode des Ehe Zum Schluß des Manifeftes heißt es: Die Bestie Imperialismus, die mit ihren trüben Augen immer nur die geschichtliche Bergangenheit sieht, aber nicht imftande ist, den Schleier der Zukunft zu lüften, tröstet sich mit der Illusion eines verhältnis der Zukunft zu lüften, tröstet sich mit der Illusion eines verhältnis mäßig ruhigen Zuflandes in Europa, der von Zeit zu Zeit vom transatlantischen amerikanischen Vampyr durch eine frische, Bortion goldenen Lebenseligiers eine Stärtung erfährt," die Bolfsbühnenbewegung. Mit steigender Größe wachsen den Gewerkschaften immer größere Aufgaben zu. Der leßte Sinn menschlichen Befens ift die Lat, der legte Sinn gewerkschaftlicher Bildungsarbeit ift: tätige Kräfte, zu fruchtbarem, zielstartem Wirken aufzurufen. In der Ausfprache, forderte Quasnid( Bandarbeiterverband) mehr Bildungspflege für das Landvolt. Schmidt vom Fabritarbeiterverband hob die Leistungen des Bundes in der Förde rung des allgemeinen Bildungs- und Berufsschulwesens hervor. Es gibt leider viel mehr Bildungshungrige als Plätze in den Gewertschaftsschulen. Die Arbeiterafademie in Frankfurt a. M. hat bis jetzt sehr fegensreich gewirkt. Der Fabritarbeiterverband ver dankt ihr die Ausbildung von Männern und Frauen, die heute in vorderster Reihe der Bewegung stehen. Dreffel Berlin vom Lertilarbeiterverband fordert Aus bau des Bildungswesens der Gemertschaften. Wer eine höhere Schule besuche, müsse auch eine Ahnung haben von der Arbeit Thomas vom Dachdeckerverband wandte sich gegen das unter dem die Ueberbandnehmen des Sportes, Bildungsarbeit leide. Der Kongreß vettagt sich nach 12 Uhr auf Freitag. Donnerstagnachmittag ist sizungsfrei. Zamboni- Prozeß in Rom. Der Die Familie des Gelynchten vor Gericht. Rom, 6. September. Mittwoch vormittag begann vor dem Sondergerichtshof zum Schuge des Staates der Prozeß gegen die Mitglieder der Familie 3ambonis, der am 31. Oftober 1926 in Bologna das Revolver attentat auf Muffolini verübte, bei dem aber der italienische Ministerpräsident unverlegt blieb, da die Rugel an seinem Drdens band abprallte. Der Attentäter wurde unmittelbar nach der Tat von der Volksmenge ge In n cht. Heute haben sich der Bater, die Mutter und der Bruder, die damals in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert wurden, vor dem Gerichtshof, der unter dem Präsiden ten General Cristini stattfindet, zu verantworten, Kleinstaaterei in den Wolken. Losttrieg in Sachsen. Zu welchen Auswüchsen die deutsch« Kleinstaaterei führen kann, zeigt der jetzt zwischen Sachsen und der Deutschen Lufthansa bzw. dem Reich entbrannte Lustkrieg. Dieser merkwürdige Zwist, der Hort an die Grenze des Löcher- Uchen streift, beruht auf zwei Ursachen: da» Reichsoerkehrs- Ministerium hatte, da bei der geringen Entfernung zwischen Halle und Leipzig sich die Anlag« von zwei Lusthöfen erübrigt, destimmt, daß zwischen beiden Städten auf dem Flugplatz S ch t e u- d i tz ein gemeinsamer Lufthosen angelegt würde. Aber Sachsen sowohl wie Leipzig fühlten sich durch diese Regelung in ihren„tust- politischen Belangen" verletzt, da dieser Hafen unglücklicherweise noch aus preußischem Gebiet lag. Die Differenzen wurden noch durch den Fall der Nord- bayerischen Verkehrsflug G. m. b. H. verschärft, die einen Zubringer- und sogenannten Bäderluftverkehr betreibt. Dieser Flug- dienst, der in Nordboyern, Sachsen und Thüringen stattfand, wurde durch Beihilfen der drei betreffenden Staaten, aber nicht durch Reichssubventionen, u n t« r st ü tz t. Soweit war gegen diesen Flug- dienst van dem Reich auch nichts einzuwenden. Di« Angelegenheit der Nordbayerischen Berkehrsflug G. m. b. H. erhielt aber ein ganz anderes Aussehen, als diese Gesellschaft auch einen Verkehr Leipzig— Berlin errichtete und der Deutschen Lusthaicka A.-G. durch K o m p f t a r i f e scharfe Konkurrenz machte. Damit war also der alte Zustand«ine» unwirtschastlichen Nebeneinander- arbeiten- deutscher Fluglinien, der mit der Gründung der Deutschen Lufthansa endgültig beseitigt sein sollte, wieder da. Es erschien daher völlig gerechtfertigt, daß das Reichsverkehrsministerium der Nordboyerisch.'n Gesellschaft die Weiterführung des Flugdienstes Berlin— Leipzig unter Androhung der Konzessions- entziehung verbot. Hierin glaubte Sechsen zum zweitenmal«in« Verletzung seiner Eigenstaatlichkeit zu sehen und holte zum Gegen- schlage aus. Der Gegenangrisf Sachsens und der sächsischen Städte bestand darin, daß sie ihrerseits der Deutschen Lufthansa die bisher gezahlten Subventionen kündigten. Damit hött« allerdings Sachsen aus dem gesamten deutschen Lustverkehr aus- geschaltet und von nun an nur nach„überflogen" werden können. Da» vorgehen Sachsens ist eine Warnung für die Zukunft. Es kann sich jederzeft aus einer anderen Strecke der Reichsluftver» k e h r s l i n i e wiederholen. Nötig ist daher, daß die Frag« der Streckenpolitik und der Streckensubventionen einer gründlichen Prüfung unterzogen werden. Das Reichsoerkehrsministe- nirin wollte im Einvernehmen mit der Lufthansa die Linien» f ü h r u n g für die großen Lustverkehrsstrecken f e st l e g e n, die das Fimdanzent des deutschen Luftoerkehrsdienstes zu bilden hätten. Diese Strecken müßten als Reichsluftlinien angesehen werden, die nur vom Reiche subventioniert und nur von der Luft- Hansa regelmäßig bcflogen werden. Daß die lokalen Lustlinien, die an diese Reichsluftlinie Anschluß suchen, dann auch von den be- treffenden Ländern und Gemeinden zu subventionieren sind, liegt auf der Hand. > Im Zusammenhang mit diesen Differenzen haben gestern B e- sprechungen zwischen den beteiligt«« Stellen staftgesunden, über deren Verlauf amtlich folgendes mitgeteilt wird: Am K. September fand im Reichsverkehrsministerium die Per- bandlvng mit de« Regierungsoertretern von Preußen, Bayern. Sachsen und Thüringen üb« die Verringerung der Sub- o-ntion für d« n innerdeutschen Luftverkehr und die durch den Reichsoerkehrsminister ausgesprochene Ablehnung der Strecke Leipzig-Mockap— Berlin für die Nordbayerische Verkehrs- flug-G. m. b. H- statt. In der Besprechung wurden die mit dies«, Angelegenheften zusammenhängenden Fragen ausgiebig erörtert. Es wurde ein- mütig festgestellt, daß«ipe Monopolstellung der Deut- schen Lufthansa A.-G. im innerdeutschen Luftverkehr grund- sätzlich nicht angestrebt werde. Es solle vielmehr der Nordbayerischen L«rk«hr»fluq-G. m. b. H. der Betrieb von innerdeutschen Linien, ins- besonder« Zubringerlinien auch mit Beihilfen der öffentlichen Hand < Länder, Kommunen) weiterhin entsprechend den gesetzlichen Be- stimmungen nicht verwehrt werden. Dabei müsse ein unwirtschaft- licher Wettbewerb zu bereits bestehenden Linien der Deutschen Luft- Hansa durch eine den Bertehrsbedürsnisien entsprechend» Abgrenzung der Interessen vermieden werden. Ueber die Frage, ob ein« durch die Nordbayerisch« Berkehrsflug- G.m.b.H. zu befliegend« Strecke Leipzig-Mockau— Berlin danach zu genehmigen ist. wurde ein« Einigung zunächst nicht erzielt. Die Besprechung wird gelegentlich der Erörterung des Streckennetzes für da« Jahr 1V2S fortgesetzt werden. 16 Millionen Mark Wahlfonds. Die Werbetrommel der Republikaner. New Dork. 6. SeptenOsr. Bis jetzt sind 720«« Dollar in die republikanische Parteikasse eingezahlt worden. Die Porte! rührt gegenwärtig äußerst eifrig die Werbetrommel, da sie nach einer Schätzung bis zu den Wahlen mindesten» vier Willionen Dollar auszugeben haben wird. Der Automobilfabrikant Chrysler hat 50 000 Dollar gestiftet. puffy Llhl erschossen. Tragödie in der Grunewaldstraße. Gestern abend wurde die 57jShrlge Frau pufsq Ahl und ihr Geliebter, der ZSjShrlge Flieger Edgar Beefe. in ihrer Wohnung Gruncwaldstr. zg mit Schußwunden tot ans- gesunden. Di« Mordkommission eilte auf die Nachricht an den Totort und nah« den Befund aus. Bisher konnte noch uicht einwandfrei ermiltell werden, ob da» Paar im gegenseitigen Einver- ständais in den Tod gegangen ist oder ob Beefc seine Geliebte im Verlause eines Streikes— was sehr wohrscheinNch ist— erschossen und dann die Waffe gegen sich selbst gerichtet hat. Pussy Ahl. eine bekannte Halbweltdame aus der Vorkrlegszell. machte vor einiger Zeit durch eine Schießerei von sich reden, die sich in ihrer Wohnung abspielte und bei der sie selbst durch einen Schuß uicht unerheblich verletzt wurde. Es dauerte längere Zeit, bis es der pollzet gelang, den Täter, den Frau llhl aus den bekannten Gründen nicht ueunca wollte, in dem Flieger Becfe zu ermitteln. Do gegen die Beteiligten jetzt ein gerichtliches Verfahren schwebt, liegt die Vermutung nahe, daß Frau llhl und Beesc au» diesem Grunde freiwillig aus dem Leben geschieden sind, wenn nicht Leese, der sich zu der Frau In sexueller Hörigkeit befunden haben soll, sich' von ihr gewaltsam getrennt und dann seinem Leben selbst ein Ziel gesetzt hat. t....__________ Gi. Bureaukraiius bei der Eisenbahn. »Wer nur feine Vorschriften befolgt, treibt Sabotage und wird bestrast/ (Neichebahnoberrai Will vom Seinebsami„München l*. Massenbelastung aus der Reichsbahn. Die neuen personeniarife.— Die 4. Klaffe beseitigt. Am 1. Oktober wird die Reichsbahn neue Personentarif««in- führen. Gleichzeitig wird die 3. Klasse verschwinden. Damit wird im Grund nur ein Zustand sanktioniert, der sich in der Praxis schon weitgehend herausgebildet hat. Die Zahl der Fahrgäste 3. Klasse ebenso wie die Zahl der Fahrgäste 2. Klasse ist in ihrem Anteil an der Gesamtzahl der von der Reichsbahn beförderten Pasiagicr« stetig zurückgegangen. Die Ausrechtcrhalwng der 3. Klasse war längst zu einem kostspieligen Vergnügen ge- worden. Denn das Mitschleppen zahlreicher mangelhaft belegter Wagen in den Personenzügen verursacht natürlich Kosten. die die Reichsbahn gern spart. Mit dieser Zusammenzichung der 3. und 4. Klaff« zu einer Holzklosso ist eine Preisfestsetzuna ver- bunden, und zwar wird tzer Fahrpreis in der neuen Holzklafft um 12 Prozent höher angesetzt als in der bisherigen 4. Klaffe. Don dieser Preiserhöhung bleiben ausgenommen die Zeitkarten für Fahrten 4- Klaffe, so daß> fast alle Fahrten zur Arbeitsställe den bisherigen Preis behalten. Bei den Berliner Stadt-, Ring« und Vorortbahnen bleiben die jetzigen Fahrpreis« unverändert, sie werden also nicht g» senkt, wie sonst die Fahrpreis« 3. Klasse. Die allgemein« Ver- teuerung der Reisen 4. Klasse ist in ihrem Ausmaß natürlich je nach der Länge der zurückzulegenden Strecke oerschieden. Bis zu 10 Kilometer Entfernung wird der Preis der neuen Holzklaffe ebenso hoch sein wie der jetzig« Preis 4. Klaffe. Bis zu 29 Kilo- meter wird die Verteuerung 10 Pfennig je Fahrt, bei 50 Kilo- meter 20 Pfennig, bei 100 Kilometer 40 Pfennig usw. betragen. Diese Verteuerung der 4. Klasse wird jedoch dadurch verschärft, daß die vor allem bei längeren Reisen beliebten sogenannten„de- schleunigten Personenzüge", in denen die gleichen Preise galten wie in den anderen Personenzügen, verschwinden und durch zu- schlagpslichtig« Eilzüge ersetzt werden sollen. E» kostet die Fahrt Die besonders beliebten Reisen in diesen Zügen werden also nicht um 12 Prozent, sondern um mehr als da» Doppelte davon verteuert. Dieser Verteuerung der Fahrten 4. Klaffe setzt die Reichsbahn eine wesentlich« V e r b i l l i g u n g der Fahrten 2. lS0, ein einmotoriger Fokker F 3, das planmäßig Erfurt um lZ.lS Uhr verlassen hatte und um l.30 Uhr in Fürth- Nürnberg eintreffen sollte, ist um l.lS Uhr zwischen Bamberg und Nürnberg, 7 Silometer südwestlich von Forchheim. bei der Ortschaft Pöppendorf abgestürzt! Der Pilot, Major o. D. Zander aus München, sowie die beiden Fluggäste, der Fabrikant h o u x aus Ebingen in Württemberg und der Student W ei der aus München waren sofort tot. Wir erfahren über dos folgenschwere Unglück aus Forchhein, folgende Einzelheiten: Ein« NotW von Eisenbahimrbeiteln, die aus der Lokalbahnftrecke Forchheim— höchftodt(Aifch) mit Gleisousbesse- rungsorbeiten beschäftigt war, war Augenzeuge des Absturzes, der sich bei schönem Wetter ganz plötzlich ereignete. Nach der Dar- ftellung dieser Zeugen fall der von Norden kommende Eindecker plötzlich einige Augenblicke hin und her geschwankt haben, um dann im nächsten Moment kopfüber aus etwa 200 bis 300 Metern Höhe zu Boden zu stürzen und mit lautem krach zu zerschellen. Die herbeieilenden Arbeiter fanden das Flugzeug in einem Acker, etwa 150 Meter von der Kleinbahnhaltestelle Pöppendorf entfernt, auf. Der vordere Teil des Rumpfes mit dem Motor hatte sich tief in das Erdreich hineingebohrt, und die Maschine stand, soweit die Trümmer der Kabine und der Tragsläch« es er- kennen lietzen, völlig aus dem Sops. Die drei Insassen, deren Bergung aus dem wüsten Trümmerhaufen sich ziemlich schwierig gestaltete, wiesen keine Lebenszeichen mehr aus; sie waren durch den furchtbaren Aufprall, der den schweren Motor in den Führerfitz und die Kabine hineintrieb, soforr getölei. worden. Da einig« der Augenzeugen gesehen haben wollten, dach sich kurz vor dem Ab- stürz irgend ein Teil vom Flugzeug gelöst hatte, wurde auch die weitere Umgebung der Unfallstelle abgesucht, und tatsächlich fand man dann auch, etwa 700 Meter von den Trümmern enlfernt. den zerbrochenen Propeller aus, dessen Bruch mit nachfolgendem völligen Loslösen vom Motor wahrscheinlich� die Katastrophe verursacht hat. Man nimmt bis jetzt an. daß«in abfliegendes Propellerstück entweder den piloien getroffen und besinnungslos gemacht hat. oder daß es die Sleuereinrichtungen der Maschine so belchädigt Hot, daß Manövrierunfähigkeit eintrat, denn an und für sich brauchte ein Propellerbruch durchaus nicht den Absturz einer Maschine herbeizu- führen. Die Unglückssiell« wurde sofort von den Landjägern ab- gesperrt, und in den Nochmittagsstunden trafen eine Gerichtskom- Mission auch Forchheim und Flugsackverständize aus Nürnberg in Poppendorf«in, um an Ort und Stelle eine Unferfuchung der Flug- zeugtrümmer vorzunehmen und etwaig« Feststellungen über die Ursach« des Unglücks zu treffen. Mit dem Piloten Zander ist einer der besähigsten deutschen Vsrkehrsflieger und-ein- gußerobdentlich ersolgreichm; Kriegsfüezer. um» Lebe» gekommen. Im Krieg« war Zander felletzl Konnuaudgur des Jagdgeschwaders I. Noch seinem Ausscheiden aus dem Heeresdienst war er in Schleißheim bei München Leiter der dortigen Vor- kehrsfliegerschule, um dann schließlich in di« Dienste der Lusthansa «inzutreten. Da er ein außerordentlich erfahrener Pilot war, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß nur ein Unglückssoll an der Maschin«, der ihm die Stcuerjähigkeit raubt«, den Absturz herbei- geführt hat. * Der Unglücksfall ähnelt dem, der sich im September vorigen Jahres bei Schleiz in Thüringen ereignete. Damals sielen der Katastrophe fünf Menfäien, unter ihnen der Botschastcr Aga von M altzahn, zum Opfer Auch damals löste sich vor dem Sturz ein wichtiger Teil der Maschine, ein Flügel. Zweifellos war der Anlaß dieser Katastrophe schwerwiegender als bei der Fokker- Maschine, die gestern bei Poggcndors verunglückte. Aber in beiden Fällen hatte das Versagen von wichtigen Bauteilen di« gleichen Folgen. Die Oefsenllichkeit Hot ein Recht, zu ersahren, welche Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen vor dem Start getroffen werden. Sie hat ein Recht darauf, zu erfahren, ob die Prüfung der Verkehrsmaschinen in jedem Falle mit der erforderlichen Sorgsalt durchgeführt werden kann, ob es Bestimmungen gibt, die die zeitliche Betriebsdauer bestimmter Bauelemente festesetzi. Wenn wir in der deutschen Luftfahrt, die in der ersten Zeit ihres Besrehrns mit fast ICKIprozentiger Sicherheit ihren Verkehr durchführte, vor einer Krise bewahrt bleiben sollen, wie sie Frankreich heute erlebt, dann müssen Maßnahmen ergrissen werden, durch die schwer bean- spruchte Teile des Flugzeugs noch bestimmter Zeit zu ersetzen sind, ganz gleich, ob sie noch einwandfrei erscheinen oder nicht. Denn sicherlich war die Dornicr-Maschine. die im vergangenen Jahr, ver- unglückte, und der Propeller der Fokker-Maschine, die gestern drei Menschen mit sich in die Tiefe riß, vor den: Start geprüft, und kein Fachinann hatte an ihnen etwas zu tadeln gefunden. Man wird di« Frage entscheiden müssen, wie lange Zeit Flugzeuge über- Haupt im össentlichen Verkehr bleiben dürfen. Auf jeden Fall muß angestrebt werden, daß die Betriebssicherheit der ersten Jahre auch in der deutschen Luftfahrt wieder erreicht wird. Flugzeuge sind nicht nur in einfacher Weise belastet, sie müssen sämtliche Schwin- gungen, die durch Maschinen- und Propeller während des Fluges entstehen, aufnehmen. Dadurch entstehen zweifellos Aenderungen im(Besüge des Materials, die die Festigkeit und dadurch die Betriebs- sicherhesi wesentlich herabsetzen. Trotz aller Arbeiten auf dem Ge- biet der mechanischen Schwingungen liegt hieb noch Neuland vor. Und gerade doruni sollte in der deutschen Luftfahrt mit besonderer Schärfe das im Bertehr befindliche Flugzeugmatcrial überwacht werden. Eine Mitteilung der Lusthansa. lieber die Ursache de» Unglücks teilt die Lufthansa mit: Das Flugzeug erlitt einen Kurbelwellenbruch. Der Propeller löste sich und flog unglücklicherweise gegen da» Tragdcck. dos zer- stört wurde, hierdurch wurde der Absturz verursacht. Kunkbriefe. Alles, was sich vor den Augen oder Ohren der Oeffentlichkeit abspielt, muß sich Kritik gefallen lasten. Im Brennpunkt der öffent» lichen Kritik stehen Behörden, Politiker, die Presse und nicht zuletzt der�viundfunk. Sie alle kranken leider an dem gleichen Usbel. Sie können e? nicht allen recht machen. Das hat ja oiich schon der alt« Fritz Reuter gewußt, als er die schönen Worte sprach:„Wenn eener kommt und to mi secht, hei makt dot allem Minschen recht, dann segg ick: Leiwe Herr mit Kunst, o lehr s« mi de swere Kunst." Jede Zeitungsrcdaktion kann davon ein Lied singen, selbst dann, wenn sie näch außen so tut. als herrsch« zwischen ihr und den Lesern die schönste Uebereinstimmung. Es ist sicherlich richtig, daß alle?, was m der Zeitung steht, zum mindesten von einem Leser gut oder schlecht befunden wird-. Wie solche Kritik aussieht, welche, sogen wir einmal höchst selit- same Formen sie annehmen kann, zeigt die Bsröffentsichung von Briefen an die Berliner Funkstund«, die in der Funk- ausstellung der Allgemeinheit zugänglich gemocht wurde. Man kann an der Fuirkslunde sicherlich sehr viel aussetzet. Man kam» sich über die Leistungen beklagen, man kann sich auch über die höhe der Rundfunkgebühren seine eigenen Gedanken machen, die trotz ständigen Steigens der Teilnehmerzahl unverändert bleiben. Man kann sich, wenn man von der Hand in den Mund lebt, darüber ärgern, wenn mitgeteilt wird, daß Herr Knöpfke, der Direktor der Berliner Funkstunde, doppelt soviel Einkommen habe als der Reichspräsident, dem im Jahr etwa 60 000 M. zilr Verfügung stehen. Aber alles das berechtigt noch niemanden, bei oller Größe seines Unmutes, unhöflich und, wie das leider nur zu oft vorkommt, im Kaschemmenton seinem Zorn Luft zu inachen. Immer wieder zeigt es sich nämlich, daß gerade diejenigen, die am lautesten und am wenigsten parlamentarisch kritisieren, meist gar keine, nicht ein- mal di« sachlichst« und best« Kritik ihrer eigenen Handlungen er- tragen können. Daher mögen hier als obschreckenle Beispiele einige Stellen aus Briefen wiedergegeben werden, die der Berliner Rund- funk empfing. Da heißt es z. B.:„Jeden Abend höre ich denselben Blödsinn an. heut« wieder laut Programm Chorgesäuge. Schlecht kann einem bei diesem Mist werden." Oder:„Der Teufel hole. Ihr G e s ch in e i ß, so denke ich und 100 000 andere Menschen." Ein anderer schreibt:„Wenn Sie Sonntag nachmittag und andere Tage nur Quatsch und B o ck m i st bringen, dann gehen Sie gleich nach Dalldorf." Sehr energisch ist einer, der scheinbar gleich mit einem Kinnhaken anrücken will:„Wir argen: uns schon lmize darüber, daß du ein F o x h a u s, ein L x h a u s bist, und wenn ich dich uächstenz besuche, dann magst du Voxhauz heißen. Um Gotteswillcn nicht mehr diesen Operettenmist. Du bist seig und verbeugst dich vor dem Pöbel..." Es ist gut, daß der Name dieses Briefschreibers unsiekaimt bleibt, sonst hätte mau Gelegen- heit, ihm eine Vorlesung über Pöbelhastigkeit zu halten! Dann aber gibt es auch viele Briefe, die gefüllt sind mit An- erkennungen über dos Gebotene, Briefe, deren Schreiber sich nicht genug tun können vor lauter Entzücken mid Zufriedenl>eit. Und wer will nun sagen, daß er di« Menschen und ihre Ansichten kenne? „Briefe, die uns erreichten", nennt die Funkstunde die klein« Aus- stellung. Sie sind ein psychologischer Anschauungsunterricht, der zur Nachdenklichkeit stimmen kann.... Oer Tod der Hausverwalierin. Lst Krau Balbach ermordet worden? Die weiteren Vernehmungen der Mordkommission über den geheimnisvollen Todesfall In der W a l l si r a ß e 3 8, die während des gestrigen Nachmltkags andauerten, haben noch immer keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, daß die roföhrige hausverwallcrin Marie valboch ermordet und beraubt worden ist. Die alte Frau galt allgemein als etwas sonderbar und hatte sehr selten Besuch. Auch an ihrem Todestage ist Hausbewohnern nichts Verdächtiges aufgefallsn. Man hat angeblich zwei Personen zu der fraglichen Zelt die Treppe hinausgehen hören; ob' sie aber mit dem geheimnisvollen Ende der Greisin in irgendeinen Zusammenhang stehen, erscheint mehr als fraglich. Es kann sich auch ebenso gut um Bewohner des Vorderhauses gehandelt haben, die spät nachts heimkehrten. Da die alt« Frau selbst zu ihven nächsten Berwandten ungern. über ihr« Vermögensverhältnisse sprach, ist es natürlich jetzt sehr schwer, festzustellen, ob Bargeld geraubt worden ist. Wie wir schon mitteilten, will man wissen, daß die Tote etwa 10 00 Mark gespart hatte. Dies« Mitteilungen fußen ober auch nur auf Acußerungen, die Frau Balbach vor einiger Zeit gesprächsweise sollen ließ. Ob si« tatsächlich Ersparnisse in dieser höhe hatte, kann niemand mit Bestimmtheit sogen. Schon ein« nochmalig« genau« Leichenbcsichligung ließ starke Zweifel an einem gewaltsamen Tode auskommen. Es ist sehr wohl möglich, daß die Greisin einem Herzschlag erlegen und im..- Todeskampf die Stellung annahm, die zum Mordverdacht Bcr- onlassung gab. Wahrscheinlich werden erst im Lause des heutigen Tages die Gsrichtsärzte im Schauhaus zur Obduktion der Leiche schreiten, die dann die genaue Todesursache einwandfrei ergeben dürste.__ Rundfunk und Schutt. Der Minister für Wissenschast, Kunst und Volksbildung und der preußische Landwirtschastsmiivister machen in einem Runderloß darauf aufmerksam, daß das Zentralin st itut für Er- Ziehung und Unterricht in Berlin W. 35. Potsdamer Straße 120, beabsichtigt, in Anlehnung an die diesjährig« große SieAachtnachdemVerrai. Roman von Liam O'Flaherty. sAu« dem Englischen überseht von ft. Häuser.) Ein paar Augenblicke lang blieb Gallagher zu Boden blickend stehen, und die Mänver standen schweigend um ihn herum. Dann sah er jeden einzelnen finster an. Er sprach sanft und in freundlichem Ton: „Genossen, unser Leben steht auf dem Spiel. Noch mehr. die Organisation ist in Gefahr. Die Sache ist in Gefahr! Genossen— dieser— Mann— muß— gefunden— werden. Dieser Mann muß gefunden werden,' und wenn es uns hundert Männer tostet. Versteht ihr?" »Ja. Kommandant." riefen sie alle voll Eifer. „Finnigan und Murphy bleiben hier auf Wache. Hört ihr?" Schweigend schlugen sie die Hacken zusammen. „Mulholland, du nimmst die übrigen im Lastauto mit und versuchst ihn von den Brücken abzuschneiden. Cr wird »ersuchen, nach Süden über den Fluß zu kommen und sich in den Bergen zu verstecken. Geht sofort los. Verteile deine Leute und stell' dich selbst an der Buttbrücke auf. Ich werde dir dorthin Verstärkungen schicken und noch einen Offizier. Slattery. du holst Verstärkung. Mobilisiere zehn Mann aus deinem Bezirk. Nimm sie aus deiner Liste. Mach, daß du fortkommst. Schnell. Fort mit dir, Bartly. Denkt daran, die Sache steht auf dem Spiel. Wir sind verloren, wenn der Mann entkommt. Er ist vielleicht jetzt schon auf dem Weg zur Polizei. Rennt um euer Leben." Sie eilten die Treppe hinauf, in fanatischer Begeisterung sich überstürzend. In drei Sekunden war Gallagher allein am Fuß der Treppe. Ein Posten nahm am Kopf der Treppe Stellung. Der andere Mann ging zu Flynn ins Wach- zimmer. Mary McPhillip stand zitternd in der Tür des engen Zimmers, sie war fast hysterisch vor Angst. Gallagher stand beinahe eine Minute long bewegungslos Und sah mit fast geschlossenen Augen auf die Treppe. Dann schauderte er und ging in das Wachzimmer. Der Posten, ein rotbackiger, junger Krämergehilfe, war dabei, Flynn ein rotseidenes ZÄH um den Kopf zu binden. Von Flynns Ge- ficht konnte man nur die Augen sehen. Gallagher sah zu, wie der Posten hinten an Flynns Schädel einen Knoten machte. ft-mv sah er FlytMS m die Augen,'_ Flynn starrte kalt zurück. Trotzdem er rasende Schmerzen durch seinen zertrümmerten Kiefer litt, verieten seine Augen kein Zeichen des Schmerzes. Gallagher fragte flüsternd:„Hast du auf ihn gefeuert, Dart?" � Flynn nickte sachte. „Hast du ihn getroffen?" Flynn hob die rechte Hand und-winkte von rechts nach links wie ein Anzeiger, der einen Fehlschuß angibt. Gallagher seufzte und sagte kalt: „Halt durch. Wir lassen einen Arzt holen, sobald die Verstärkungen da sind. Kannst du einen Tropfen Brannt« wein schlucken?" Flynn nickte. „Hier ft meine Flasche. Nimm sie." Er gab Flynn die Flasche in die Hand. Er drückte die Hand, während er das tat. Dann verließ er das Wach- zimmer und ging hinüber zu Mary McPhillip. Sie verließ die Tür, als ste ihn kommen sah. Er fand sie auf der Bank sitzend. Gedankenvoll auf den Boden blickend, stand er neben ihr und legte die rechte Hand auf ihre Schulter. Sie fing an. sich über seine Art zu erschrecken, über sein Schweigen und über den Ausdruck'seines Gesichts, das sie verschwommen im Dunkeln sehen tonnte. Er war aschgrau. Seine Augen waren eingesunken und glasig ge- worden. Das Blut war aus seinen Lippen gewichen. Un- unterbrochen mahlte er langsam die Backenzähne aufein- ander. Schließlich flüsterte sie:„Dan. was ist mit dir los?" Mehrere Sekunden lang antwortete er nicht. Dann fuhr er zusammen, atmete hastig und ließ ihre Schulter los. Er machte zwei eilige Schritte zur Tür. Er hielt inne und legte di« Hand an die Stirn. Er drehte sich um und sah sie seltsam an und sagte ruhig:„Ach ja, ich vergaß. Entschuldige mich. Ich dachte an etwas anderes, und ich habe nicht ge- hört, was du gesagt hast. Laß sehen. Ja." Er setzte sich neben sie. Sanft' nahm er ihre rechte Hand in seine beiden Hände und fing an, si« mit den weichen, sanften Bewegungen einer Katze zärtlich zu streicheln. Zu Boden blickend, fing er mit einer weichen, traurigen Stimme an zu sprechen. „Du wirst jetzt mit mir hierbleiben müssen, Mary, bis ich fortgehe. Vielleicht werden wir zwei Stunden hierbleiben müssen, vielleicht länger. Gypo ist entkommen. Ich kann mich nicht rühren, bevor ich über ihn Nachricht bekomme. Her Gefangene ist entkommen," wiederholte er mit fast uu- hörbarer Stimme,„wenn er nicht gefunden wird, bedeutet das mein Ende, Mary. Er weiß zuviel." Mary wandte sich voll Eifer zu ihm und schluckte ihren Atem. Ihre Augen wurden feucht und ihre Lippen bebten. Der sanft« Ton seiner Stimme traf sie mitten ins Herz. Es zog sie zu ihm, nicht mit jener schrecklichen Bezauberung wie vorher, sondern mit einer milden, sanften Anziehung, die dem glich, was sie sich unter Liebe vorgestellt hatte. Es war nicht die ruhige, berechnende, anständige Zuneigung, die sie für'den Mann fühlte, den �ie zu heiraten beabsichtigte, für Joseph Augustine Short, sondern eine aufwühlende, ver- zehrende Leidenschaft, so wie sie erwartet hatte, daß die wahre Liebe sein würde, die Liebe, die in Büchern und Ge- dichten beschrieben ist. Ach! Wie sie ihn lieben könnte! Weich und sanft so wie jetzt! Sie konnte sich ihm nähern und ihn berühren, etwas in ihm berühren, das weich und milde und mitfühlend und menschlich war. Er war in Gefahr. Guter Gott! Es war gut, daß er in Gefahr war, wenn es dazu half, ihr fein wahres Wesen zu enthüllen. Sie hatte ihn schwach gemacht, diese Gefahr, die die scheußliche, undurch- dringliche Stärke von ihm streifte. Wenn sie ihn so für sich haben' könnte, würde sie selbst ihren Glauben für seine Liebe opfern. Wahrlich! Sie würde für ihn selbst von Gott ab- fallen. So dachte sie, während sie ihn mit Tränen in den Augen ansah. Sie strich mit der Hand sanft über seine Schulter uad flüsterte ihm zu:„Dan. du bist in Gefahr. Kann ich dir helfen, Dan? Dan, du weißt, daß ich mein Leben für dich geben würde." Gallagher wandte sich langsam zu ihr und sagte milde: „Das würdest du. Mary?" Sie nickte. Plötzlich nahm er sie in die Arme. „Du liebst mich, Mary. Sag, daß du mich liebst, Mary." Sie hauchte auf seine Lippen:„Ich liebe dich, Dan." Sie küßten sich leidenschaftlich, mit seltsamer Hemmung?- losigkeit. Dann saßen sie eine Minute lang Wange an Wange gelehnt und waren sich kaum eines anderen Gefühls bewußt als eines merkwürdigen, unbestimmten Rausches. Ein heißes, ein freudiges Berauschtsein durchflutete ihre Körper. Aber es war nicht der Taumel der Liebe. Es war Trauer, geboren aus Kummer: dem Kummer zweier Menschenseelen, die sich Trost suchend aneinanderklammern. Er war schön und rein wie Liebe dieser Rausch, geboren aus Furcht und aus der ewigen Melancholie der in sich verstrickten irischen Seele, di« sich m ihren Fesseln windet. , tForts-tzlw? ßolyt� j Funkausstellung in Berlin einen Lehrgang„Rundfunk und «chule" für Vertreter der Schulaufsicht s�b«Hörden und die Lehrerschaft aller Schularten vom Freitag, dem 7., bis Sonntag, den 9. September 1928 auf dem Ausstellungs- gelände zu veranstalten. Der vorlausige Plan dieser Veranstaltung enthält folgende Themata: Einführender Experimentalvortrag" (Prof. Dr. Leit Häuser, Berlin):„Der pädagogisch« und der Schulrundsunk"(Prof. Dr. Lampe, Berlin):„Rundfunk und Kunsterziehung"(Dr. Fischer, Berlin):„Lehrer und Rundfunk" (Schulrat Georg Wolf, Berlin):„Rundfunkanlagen und Emv- sangsgerät in Schulen":„Die Technik des Rundfunkeinpfanqs, Basteln"(Studienrat Scheidler, Berlin). Borstehende Borträge finden am 7. September statt. Am Sonnabend, dem 8. September, sind nachstehend« Vorträge geplant:„Geographisches Zwiegespräch. Australien"(Prof. Dr. Lampe und Forschungsreisender Walter Stölting):„Englisch"(Studiendirektor Schöler. Berlin).. Die Teilnehmergebühr beträgt 3 M. Ein Musterbetrieb. Oie Berlin-Wriezener Bahn. Aeue schwere Bluttat in Groß-Berlin. Ein Mord in Zehlendorf. während der Tod der housverwalterln Balbach aus der wailflrahe noch nicht ausgeklärk ist, kommt die Kunde von einer neuen schweren Bluttat in Verlin-Zehlendors. Ein Kleingartenbcsitzcr namens M i e t h e fand gestern in den Abendstunden in seinem Garten am Rand« von Zehlendorf in der Straße 8t> ein« Leiche, die nach dem späteren Befunde dort schon länger« Zeit gelegen hat. Er alarmierte die zuständige Wache, di« sich ihrerseits an die Mordkommission wandte. Gegen 22 Uhr traf dos Auto mit der Mordkommission ein. Di« Identifizierung der Leiche ergab, daß es sich uni einen gewissen P o m m e r i n g handelt, der seit etwa einer Woche vermißt wird. Er war in der G«gend als starker Alkoholiker bekannt. � Pommering war verheiratet, lebte aber mit seiner Frau seit langem in Unfrieden. Die Ehefrau hatte am Dienstag der Polizei gemeldet, daß ihr Ehegatt« nicht nach Hause zu- rückgekehrt sei. Sie selbst hatte ein Verhältnis mit einem Manne, dessen Name bisher unbekannt ist. Man vermutet in ihm den Täter. Frau P. wurde nach der Auffindung der Leiche il>res Mannes aufgefordert, an der Fundstelle zu erscheinen, weigerte sich aber, dem nachzukommen. Nach den Feststellungen der Mordkommission ist �pommering schon seit mehreren Tagen tot. Spuren deuten darauf hin, daß Pommering auf der Straße 80 erschlagen und dann über den Zaun geworfen wurde. Der Mörder hat sich darauf in den Garten begeben, um sein Opfer dann bis zu einer Stelle zu schleifen, die leicht mit Gras bewachsen und deshalb schwer zu entdecken ist. Polizeipräsident Z ö r g i e b e l, der gestern abend in Zehlen- dorf referierte, erschien gegen 22 Uhr an der Mordstelle, um sich Bericht erstatten zu lassen. Die Beamten der Mordkommission fuhren in die Wohnung Pommermgs, um dort di« Frau des Ermordeten zu vernehmen. Drei Waldbrände in 24 Giunden. Schwere Feuer im Köpenicker Statstforst. Der köpenicker Stadtforst wurde am Mittwoch und Donn«rstag von mehreren umfangreichen Wald- m branden heimgesucht. Die Feuerwehren, di« im verein mit der Schuhpolizei die Brandherde bekämpften, hatten große Mühe, ein Weitergreifen der Flammen zu verhmdero. Das Feuer trug an beiden Stellen besonders gefährlichen Charakter, da es sich zum Teil um Gipfelbrände handelte. ?!ach der Niederkämpfung des Feuers wurden die abgebrannten Waldgebiet« sofort eingehend untersucht, und man glaubt, Anhalts- punkte dafür gewonnen zu haben, daß Brandstiftungen vorliegen. Am Mittwoch nachmittagjtiegen aus einer Schonung, die im Jagen l93 des Köpenicker Stadtsorstes liegt, starke Rauch- wölke» hoch. Auf den Alarm„W a l d b r a n d" rückte die frei- willige Feuerwehr von Müggelheim an. Zahlreiche Einwohner der Ortschaft eilten zur llnterstühung der Wehr herbei und leisteten tatkräftig Hilfe. Nach etwa zweistündiger Tätigkeit gelang es, des Feuers Herr zu werden. Der«schaden ist sehr bedeutend, da etwa zwei Morgen Waldbestand vernichtet worden sind. Gestern nachmittag liefen bei der Köpenicter Feuerwehr ober- mals und fast zu gleicher Zeit Meldungen ein, daß es im Stadtforst an zwei verschiedenen Stellen in größerem Umfange brenne. Dies- mal wurden die Jagen 194, 196 und 188 vom Feuer betroffen. Insgesamt standen 12 bis 14 Morgen Kiefernschonung und Unter- holz in Flammen. Zur Unterstützung der Köpenicker Wehren eilten die freiwilligen Wehren von Niederschöneweide und Müggelheim an die Brandstelle. Gleichzeitig wurde die Schutzpolizei um Unterstützung ersucht, die eine Hundertschaft auf Lastkraftwagen in den Forst entsandte. Durch Aufwerfc» von Gräben konnte das Feuer nach allen Seiten durch fast vierstündige, angestrengte Arbeit abgeriegelt werden. Eine starke Brandwache wurde beim Ab- rücken der Wehren und der Schutzpoltzei zurückgelassen. Die Vermutung verstärkt sich, daß auch gestern wieder v e r- brecherische Hände das Feuer entfacht habe». Oer Mörder von Tapiau. Ein tragischer Zwischenfall. Königsberg, b. September. Die Suche nach dem Tapiauer Raubmörder geht unvermindert weiter. Am Mittwochabend wurde ein Kutscher, der sich mit seinem Fuhrwerk aus dem Wege nach dem Bahnhof Gutenseld befand, von einem unbekannten Manne angehalten, der oerlangte, mitgenommen zu werden. Als der Kutscher ihm antwortete, daß er nur bis zum Lahnhof fahre, gab d«r Unbekannte den Weg frei und verfchivand im Unterholf. Eine sofort unter- nowmene Razzia blieb erfolglos. Es kann natürlich nicht mit Bestimmlheit gesagt werden, ob «s sich um den gesuchten Tapiauer Mörder handelt. Nach einer anderen Metdung soll in Waldau(Kreis Königsberg) ein Auto am Dienstag abend angehalten, die Insassen sollen beraubt worden sein. Nähere Einzelheiten fehlen noch. Ein tragischer Vorfall, den man zweifellos in Zusammenhang mit den Schreckenstaten des Tapiauer Mörders bringen muß, hat sich im Kreise Wehl au ereignet. In dem Dorfe Tölteningken hatte ein Besitzer Geburtstag. Ein Arbeiter brachte ohne Wissen des Besitzers Girlanden an. Auf das Geräusch hin glaubte der Besitzer, bei dem bereits dreimal eingebrochen ist, daß ein neuer Ueberfokl auf ihn geplant sei,«r nahm seine Jagd- flinte und schoß aus den Arbeiter, den er in«der Dunkelheit nicht erkennen konnte. Die Schrotladung drang dem Manne in die linke Bnistseite und führte feinen baldigen Tod herbei. Die ällesten Winkel Berlin». Die Führungen durch Alt-Berlin unter Leitung von Georg Bamberger fanden so großen Zuspruch, daß sie bis aus weitere« jeden Sonntag stattfinden, Treff- puatt ist lOto Uhr auf dem Spstttlmarkt, Ausgang Untepgrusd- fete 3k frflgnfrms tofert«'-V Der„vorwärts" Hot die vorsintflutlichen Verhältnisse, die aus der Wriezener Bahn herrschen, die am Schlesischen Bahnhos ihren Ansang nimmt, schon häusig kritisiert. Daß sich aber dort scheinbar gar nicht» ändert, beweist di« folgende Zuschrift eines„vorwärts".cefers. „Daß die Weltstadt Berlin gleich hinter dein Wri«zener Bahn- Hof aufhört, ist im„Vorwärts" schon wiederholt festgestellt wor- den. Ist doch die Hinterwäldler-Bahn nach Tiefensee durch ihre mangelhafte Zugfolge, unregelmäßige Fahrzeit, und vor allem durch ihr« hohen Fahrpreise bei allen Sonntagswanderern rühmlichst bekannt. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die uralten Wagen vierter Klasse. Kenner versichern, daß diese Wogen von großem historischen Interesse seien, was wohl stimmen mag: wenig- stens stammen die Beleuchtungskörper, Mark«„Dämmerschein", sicherlich aus der Zeit der allerersten Anfänge des Eisenbahnwesens. Nun gibt es, aber Wagehälse, die nicht davor zurückscheuen, diesen Vehikeln Leben und Gesundheit anzuvertrauen. Vielleicht Hat es auch seinen Reiz, an einem Winter- oder Herbstabend auf Bahnhof Tiefensee das Zügle zu erwarten: Ringsum dunkle Nacht, die Wälder rauschen geheimnisvoll, den Bahnsteig versucht eine-- TranfuNzel, dos heißt ein Beleuchtungskörper, der längst einen eyre'nvollen Platz im Deutschen Museum hätte finden sollen, zu „erhellen". Es braucht keine groß« Phantasie, sich auf«inen Bahn- Hof der transsibirischen Bahn(der damit nicht zunähe getreten werden soll) versetzt zu glauben. Am letzten Sonntag befanden wir uns unter den Unter- nehmunzslustigen, die um 19.16 Uhr den Kampf um«tuen Platz im Zuge nach Berlin aufnahmen. Vergeblich, Vierter war besetzt. Da nun die letzten Äagen dritter Klasse gänzlich leer und wir reichlich müde waren, so wird man es menschlich begreiflich finden, daß wir Platz nahmen. Solches Unterfangen blieb nicht üngerochen. Die Gerechtigkeit, die die Menschen und also auch die Reisenden in Klassen einteilt, nahte in Gestalt eines Beamten: im Gegensatz zu seinen Kollegen auf anderen Strecken war er ganz erbarmungslos.„Da könnten(!) dach Herrschaften mit ord- nunzsgemäßen Karten dritter Klaff« kommen!" Und unser demü- tiger Hinweis, wir würden diese Herrschaften mit unserer schmutz!- gen Gegenwart nicht beflecken und alsbald nach ihrem Eintreffen das Lokal räumen, mochte keinen Eindruck. Im Gegenteil, als wir die kühne Behauptung aufftellten, für unser teure« Fahrgeld könn- ten wir auch Plätze verlangen, worum denn die Bahn nicht mehr Wagen vierter statt der leeren Wagen dritter Klasse laufen ließe, erwiderte d�r Gestrenge: Die Inhaber von Karten für die vierte Klasse hätten keinen Anspruch auf.«inen Sitz! Und somit hatten wir Zeit, stehend über unsere Minderwertigkeit und die Weisheit>«r Behörde nachzudenken. Doch es winkte die Erlösung. Als der Expreß in Werneuchen einlies, fragte der dortige Stations- Vorsteher unseren Beamten, warum er nicht«inen leeren Wagen der dritten Klasse öffnen lasse(wozu der Herr also befugt war!)? Antwort: Jawohl, auf der nächsten Station. Und wirklich, bis zur nächsten Station mußten wir— zur Straf«!— noch stehen, dann durften wir im Galopp unser Abteil dritter Klasse einnehmen. Wie man sieht, wt man auf der Streck« Berlin— Tiefe«» s e e alles, um die Herzen des Publikums zu gewinnen. Aber ernft» hast: Man hat die im„Vorwärts" wiederholt geforderte Verkehrs» Verbesserung unter Hinweis auf zu geringe Frequenz abgelehnt. Die Bahn nimmt noch heut« den Standpunkt dez seligen Post» meisters N a g l« r ein, der bekanntlich der Ansicht war, daß eine Bahn von Berlin nach Potsdam sich nicht rentieren könne, da doch schon seine Postwagen nicht vollbesetzt liefen. Bei� besserer Beförderung wird auch die Frequenz steigen! Vielleicht macht die Bahn einen Anfang, indem sie zunächst auch den Reisenden vierter Klasse Anspruch auf Sitzplätze gibt!" * Es ist dies ober nicht die einzige Klage, die über die Strecke Berlin— Wriezen geführt wird. So fand vor einigen Tagen in Werneuchen eine Prot« st Versammlung der Siedler' gegen die Verweigerung des Voorttarifes für die Strecke Berlin— Wriezen statt. Der Kampf der Anwohner um den Borortoerksbr geht bereits seit zwanzig Jahren. Im Jahre 1910 wurde die Einführung zwar zugesagt, aber nicht ausgeführt: heute noch bimmelt ein Bähnchen langsam einher wie vor einem Viertel- jahrhundert. Die industrielle Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren hat aber einen sehr lebhasten Verkehr zwischen Berlin und Landorten hervorgerufen. Viele Arbeiter und Angestellte fahren morgens noch Berlin, um abends zu ihrer Heimstätte zurückzukehren. Daneben sind die an der Bahn gelegenen sehr zahlreichen Friedhöfe von Jahr zu Jahr immer mehr belegt worden, ein Umstand, der einen st a r k e n S o n n t a g s v e r k e h r zeitigte. Weiterhin kommen und gehen die A u s f l üg le r,� die Wanderjugend strebt zum schönen Tiesens««, immer größer ward der Verkehr! Die Ansiedlunge n der Großstadt, flüchtigen vermehrten sich. Heute liegen aus ollen diesen Gründen die Dinge so. daß die Zustände auf den Bahnhöfen manchmal geradezu lebensgefährlich wurden. Dabei aber sind die hohen Fernverkehrspreis« zu zahlen! Marzahn, das zum Bezirk Lichtenberg, also zu Groß. Berlin, gehört, ist nur als Fernbahnstation ,zu erreichen: die 10 Kilo- meter lange Fahrt vom Schlesischen Bahnhos kostet 4. Klasse 4 0 Pfennig. Nach Werneuchen— 28 Kilometer— kostet eine Fahrt 4. Klasse 1 Mark, während das von Berlin gleich weit entsernt« Potsdam in der 3. Klaffe f ü r 6 0 P f e n n i g zu erreichen ist. Unter diesen unhaltbaren Zuständen leiden am meisten die ansässigen Siedler, di« für ihre Fahrten zu und von der Arbeitsstätte täglich diese hohen Preise bezahlen müssen, da andere Fahrverbindungen nicht bestehen. Und nach der Einsührunq des neuen Tarifes werden sich diese Fahrpreise besonders für die bis- herigen Benutzer der vier'ten Klasse noch erhöhen! Zahlreiche Eingaben haben die Eisenbahnverwaltung auf diese Zustände aufmerksam gemacht und V o r o r r v e r k e hr und Vororttarif gefordert, viel« Verbände der verschiedensten Richtungen haben sich diesen Eingaben angeschlossen. Es ist alles abgelehnt worden! Jetzt hat man beschlossen, den, Reichstag die berechtigten Klagen vorzustellen und namentlich an di« Sachverständigen, die Reichstogsabgeordneten Genosien Franz Scheffel vom Eisenbahneroerband und Oswald Schumann vom Deutschen Verkehrsbund, zu appellieren. Hoffentlich wird es gelinqen, möglichst bald die Widerstände Herrn Dorpmüllers und der ihm umergeordneten Dienststellen zu brechen.. Allgem. FanKnonar- Versammlang! Hcuie,� Freitag, den 7. September, 19'/» Uhr, in den Gcrmania«SSIcn, Chaussecstrafze 110. Cheffredakteur Gen. Stampfer t« spricht Ober; Die Aufgaben des„Vorwärts Freie Aussprache.— Zutritt haben nur ParteifunktionSre und Betriebsvertrauensleute mit dem Parteiauswels für 1928. Der Bezirksvorstand. Der Gpielball als Mörder. Gestern nachmittag kam der 2Sjährige Kellner August Müller aus der Gerhard st raße 9 auf tragische Weise ums Leben. Auf dem Hof des.stauses Warschauer Straße 34/36, wo Müller in einem Restaurant beschäftigt ist. spielten mehrere Kinder mit einem Ball, der plötzlich in das Gestänge eines Fahrstuhles flog und dort liegen blieb. Müller, der das Spiel der Kinder beobachtet hatte, wollte den Kleinen eine Freude bereiten und ihnen den Ball wieder beschaffen. Do der Fahrstuhl von einem 2VH Meter hohen Schutzgitter umgeben ist, konnte M. die Loge des Balles nicht gleich feststellen und begab sich deshalb zum ersten Stockwerk hinauf, um durch ein Fenster nach dem Spielzeug Ausschau zu holten. In dem Augenblick, als Müller sich hinausbeugte, wurde der Auf- zug plätzlich in Bewegung gesetzt: M. wurde von den niedergehenden Gewichten erfaßt, sein Kops wurde völlig zermalmt. Die alarmiert« Feuerwehr schaffte die Leiche ins Schauhaus. Bevölkerungspolitische Fragen behandefte Dr. Ehrhard Breit- n e r unter dem Titel„Stirbt Europa aus?" Für absehbare Zeit, so erklärte der Vortragende, muh man diese Frage verneinen. Wenn auch der Bevölkerungszuwachs der europäischen Staaten— mit Ausnahme des Balkans— immer geringer wird, ein Zuwachs bleibt zu verzeichnen. Ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse, vor allem ober die Wohnungsnot, die seit der Nachkriegszeit in ganz Europa herrscht, sind begreiflicherweise oft Veranlassung dafür, daß Familien aus Kinder verzichten. Die systematische Einschränkung der Kinderzahl sindet sich dagegen in zahlreichen wohlhabenden Kreisen, die nicht auf Kosten ihrer Lebensansprüche ihr« Familie vergrößert sehen wollen.— Gustav H. Eckhardt: Ausführungen über die bisherigen Entdeckungsfahrten nach dem Südpol gaben einen Einblick in eines der spannendsten Kapitel der Entdeckung?- geschichte der Welt.— Prof. Dr. Igel bot in seinem Vortrag „Wie ein Eisenbahnzug entsteh t" eine Art Instruktion für Eiscnbahndeainte. Hörer, die nicht dos Verlangen haben, diesen Beruf zu ergreifen, konnten dein trockenen Bericht, der keinerlei an- schauliche Borstellungen zu wecken vermocht«, schwerlich Reiz ob- gewinnen. Generalsekretär Gerhard S e a e r schildert« in lebendiger. anschaulicher Darstellung die Eindrücke, dt« et«al» politischer Apostel gute durch Deutschland gcawnu,____■ Cfca, Oer Luwelenrauber Arnold. Er ist noch in Berlin. Bon dem Zuweleneinbrecher Erich Arnold, über dessen Straf- taten wir auksührlich berichteten, ist noch keine Spur gesunden. Verschiedene Anzeichen deuten aber daraus hin. daß er mdst. wie« sagte, nach Wien gefahren ist. sondern gestern Mittwoch noch in verlin war. Er hatte für eine B o x v e r a n st a l t u n g im Sporte palast Eintrittskarten gekauft, ist aber dort nicht erschienen. Um zu verhindern, daß der Verfolgte bei seinem nicht kleinen Anhang Unterschlupf sindet, wurden gestern noch seine Mutter und seine Wirtin in Reinickendorf, eine Frau Junge, festgenommen. Bei einer früheren Geliebten, von der er sich kürzlich trennte. fanden die Beamten einen Brief Arnolds, der recht bezeichnend ist. Er macht darin der Geliebten heftige Vorwürfe, daß sie ihn um 3000 M. beftohlen habe, und tadelt es, daß sie nicht einmal für ausreichende Mittel gesorgt habe, um die Rechtsan- walte zu bezahlen. Das habe er selbst immer tun müssen. wenn er aus dem Gefängnis herauskam. Er schreibt dann weiter, daß er genau wisse, daß ihm mindesten» zehn Zahre Zuchthaus ge- miß wären, wenn er einmal„Unglück" haben würde. Dem Bräuti« gom seiner Wirtin in der Landwehrstraße, einen gewissen Dorn- bock, suchte er gestern nachmittag auf und erzählte, daß er sich selbst stellen werden. Dos hat er wohl nur gesagt, um zu bluffen. Bei einem Juwelier am Halleschen Tor wurde noch ein Posten antikes Silber und mehrere Brillantringe gefunden, die Arnold bei einem Einbruch in der Nürnberger Straße er- beutet hat. Seine Braut besitzt von den ihr geschenkten Schmuckstücken nichts mehr, sie hat alles längst versetzt. Für die ge- stohlenen 3000 Mark hat sie sich eine Wohnungseinrichtung gekauft. Wohin sich Arnold gewandt hat, weiß man noch nicht. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Wasserpolizei-vorschristen für Sportboote aus den märkischen Wasserstraßen ist erschienen im Verlag„Wind und Wasser", Berlin W. 57, B ü l o w st r. 66. Diese Broschüre enthält in systematischer Anordnung alles, was von einem Bootssührer bei der Ablegung einer Prüfung zur Erteilung des Standerbrieses als Befähigungsnachweis von den meisten Ver» einen verlangt wird. Typographische» Orchester. Dirigent Erich G u l z e 1 1. llebunqSobenk jeden Freitag, 20'/,— 22'/, Uhr, in Neukölln, Hermannslr. ISS, Restaurant zum.Sängerbeim-, Jnh. Johann Lausch. Gesucht Cello. Baß, Klarinette, Schlagzeug. Gäste stets willkommen. Nächstes Konzert: Passive UcbungS» stunde der.Typographia' am 23. September aus Tivoli. Wetterbericht der öffentlichen wetlerdleaftflell« Berlin und Umgegend. Kühler, ohne nennenswerte Niederschläge, teils wolkig, teils heiler, bei ziemlich Irischen westlichen Winden.— Zür Beutschloud. Im Süden weiter. hin heiter, im übrigen Deutschland ostwärts sorischreitende Abkühlung mit darauffolgenl er Wietzerausheilerung, nnp vereinzelt leichte Schauer. lausonelfach bewührt« \ y**• Nahrung bei: r\U j© KS Brechdurchfall. Diarrhöe. STADE BEILAGE Kostenlose Totenbestattung in Berlin? 12 Eine zeitgemäße Forderung. Selbst vor dem Tode macht die flaffenmäßige Behandlung der Menschen in unserer tapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht halt. Das Bürgerliche Gesetzbuch, das die Beziehungen der Menschen in unferem Staatsleben gefeßlich regelt, auferlegt den Erben die Pflicht, für eine„ standesgemäße" Bestattung zu sorgen. Unsere auf Profitmacherei aufgebaute Wirtschaft hat es verstanden, auch den Akt des Todes kapitalistisch auszunuzen. Die Gewinne der privaten Bestattungsunternehmungen für den einzelnen Todesfall find enorm. Die klassenmäßige Einstellung eines großen Teiles der Bevölkerung, die mit dem Schleier der Pietät verdeckt wird, verleitet oftmals Angehörige zu Bestattungen, deren Kosten fie noch lange Zeit drückend empfinden. DES RK VORWARTS . Werftätigen, der von der KPD. veranstaltet wurde, saß eine Bertretung der ,, Christlichsozialen Reichspartei". ( Rote Fahne" vom 12. September 1926.) 2. KI.:( Aus einem Rundschreiben der KPD. des Ruhrgebiets.) ,, Unsere Genossen müssen es verhüten, die religiösen Gefühle der Chriften zu verlegen. Die bombastischen Freidenfermethoden, gleich den ganzen Pfaffenspiegel mit den Schweinereien der Päpste und Ronnen herunterzuleiern, find die denkbar ungeeignetsten Methoden, So wünschenswert eine Einheitsbestattung für alle erfolgreich an der Gewinnung christlicher Arbeiter zu wirken." So Toten wäre, so erfordert die Mentalität der Menschen, die ja in etwas nennt sich ,, marristisches Denten" und soll die Grundlinie dieser Beziehung besonders empfindlich ist, zunächst verständige proletarischer Freidenfertätigkeit" fein. Wie recht unsere Freunde hatten, mit dieser Opposition gründRücksicht. Im Interesse der allseitigen Aufnahme der Neuein proletarischer Freidenkertätigkeit" sein. richtung sollte man den einzelnen Angehörigen die Möglichkeit geben, ihre persönlichen Wünsche bei der Bestattung Das sind die ersten Wirdurch 3 ahlung eines entsprechenden Zuschlagslegten Wochen zu verzeichnen waren. erfüllen zu können. Ausgabe der Stadt müßte es sein, die fungen der Spaltungsmaßnahmen" der„ koalitionsfreundlichen so würdig Leitung. Sorgen wir für weitere! Einheitsbestattung zu gestalten, daß immer größere Kreise der Bevölkerung fie freiwillig für ihre Angehörigen wählen. Falsch wäre es, in dieser Frage des Gefühls von vornherein einen 3 wang auf die empfindlichen Gemüter ausüben zu wollen. Die fostenlose Totenbestattung und ihre perständige Durch In der Inflationszeit, als die Bestattungskosten für den Einzelnen unerschwinglich waren, hat sich ein großer Teil der Ar- führung durch gut geleitete Bestattungsämter würde sicherlich nicht nur von dem sozialdemokratischen Teil der Berliner Bevölferung, beiterbevölkerung in Bereine geflüchtet. Außer der finanziellen fondern auch von weiten Kreisen des Bürgertums als eine Wohltat Erleichterung, die sie ihren Mitgliedern bieten, stellen die Be empfunden werden. Mar Peters, Stadtrat. stattungsvereine prinzipiell einen Bruch mit der herkömmlichen Art ter Totenbestattung dar, wenn sie auch nicht alle die Einheitsbestattung eingeführt haben. Die Leistung der Vereinsbeiträge be-deutet aber auf die Dauer ebenfalls eine Belastung des Arbeiterhaushalts. Reineswegs vermögen die verschiedenartigen Bestattungsvereine, die zweifellos zum Teil anerkennenswerte Arbeit geleistet haben, die Frage der fostenlosen Bestattung zu lösen. Städten Die Sorge um würdige Bestattung sollte jede sozial vermaltete Gemeinde ihren Bürgern abnehmen. Die kostenlose Bestattung ist eine Forderung der sozialdemokratischen Partei, fie ift eine soziale Pflicht der Gemeinde. Tatsächlich hat eine große Reihe von sozialistisch verwalteten die tostenlose Bestattung nach dem Kriege eingeführt. Sie besteht, nach einer Rundfrage unserer tom munalpolitischen Zentralstelle, in 72 Städten Sachsens, in einer Reihe von Städten Thüringens, u. a. in Gera, Salzungen und Pößned, in den württembergischen Städten Bietigheim, Feuerbach und Göppingen, auch in Karlsruhe und Rüstringen. In vielen anderen Städten Deutschlands find Vorbereitungen für die unentgeltliche Totenbestattung getroffen. Die politischen Mehrheitsverhältnisse in Berlin dürften ebenfalls die Schaffung dieser wichtigen Wohlfahrtseinrichtung gestatten, wenn damit gerechnet werden könnte, daß auch Bertreter bürgerlicher Parteien ein solches Bestreben unterstüßen würden. Denn die strupellose Ausnutzung der durch den Tod geschaffenen Notlage der Angehörigen durch privatwirtschaftliche Unternehmungen hat in weiten Kreisen des Bürgertums große Mißitim mung erzeugt. Unwillkürlich fragt man sich: Warum hat Berlin nicht chon langt die totentore Toren bestattung eingeführt? Offenbar schrecken die städtischen Körperschaften vor der Uebernahme der dadurch entstehenden finanziellen Lasten zurück. Aber der auf den einzelnen Steuerzahler entfallende Anteil der Gesamt fosten der kommunalen Bestattung würde mur unbedeutend sein. Denn die Gesamtkosten dieser kommunalen Einrichtung dürfen ja nicht errechnet werden nach den Kosten einer einzelnen Bestattung durch eines unserer privatwirtschaftlichen Institute. Die Bestattung ter Toten würde bei ihrer Uebernahme durch die Stadt ganz im allgemeinen eine wesentliche Vereinfachung und damit Verbilligung erfahren. Daß die Aufsichtsbehörde, die die Einführung der tostenlosen Totenbestattung zu genehmigen hätte, hiergegen recht liche Bedenken geltend machen könnte, ist faum zu befürchten. 3war ist es vorgekommen, daß die Aufsichtsbehörde ihre Zustim mung zu einem von den Gemeindeförperschaften beschlossenen Orts gesez für die kostenlose Totenbestattung ihre Zustimmung verjagt hat. Sie hat sich dabei auf das preußische Kommunalabgabengejez nom 14. Juli 1893 gestügt, das in seinem§ 4 vorschreibt, daß die Gemeinden von solchen Veranstaltungen, die einzelnen Gemeindeangehörigen oder einzelnen Klaffen von solchen vorzugsweise zum Borteil gereichen, und soweit die Ausgleichung nicht durch Beiträge oder eine Mehr oder Minderbelastung durch direkte Steuern erfolgt, Gebühren zu erheben seien. Die betreffende Gemeinde hatte ihre Steuern entsprechend zu erhöhen. Sie hat vielmehr ein fommunales Beerdigungsinstitut geschaffen, gegen eine jährilche Gebühr von 4 Mart für den einzelnen Haus: halt die völlig freie Bestattung und darüber hinaus ein Sterbe geld für Erwachsene von 50 Mart und für Kinder von 20 Mart gemährt. Diesem Institut, das einer kommunalen Sterbeversicherung entspricht, find nahezu sämtliche Gemeindeangehörige beigetreten. Dieses Beispiel fönnte als Ausweg benutzt werden, wenn die kostenlose Bestattung durch das Verhalten der Aufsichtsbehörde oder durch unüberwindliche finanzielle Schwierigkeiten vorläufig undurchführbar sein sollte." das Für die Durchführung der Bestattung wären in den einzelnen Bezirken Bestattungsämter zu schaffen. In einigen Bezirken Berlins bestehen bereits städtische Bestattungsinstitute, die gegenwärtig, freilich gegen Erstattung der tatsächlichen Kosten durch die Angehörigen, die Bestattung ausführen. Die Bestattungsämter müßten sämtliche Angelegenheiten, die mit einer Bestattung zusammenhängen, erledigen. Auch die Vereine könnten bei der Durchführung der kommunalen Bestattung mit herangezogen werden. Dadurch hätten sie Gelegenheit, sich umzustellen. Die Freidenferbewegung. Kommunistische Theorien und die Praxis. Das Ringen um die Mitgliederseele, das im Berband für Frei denkertum und Feuerbestattung" seit Jahresfrist tobte, ist zugunsten der Aufbauanhänger entschieden. Die„ Opposition" hat den Kampf um die Macht im Verbande auf die brutalste Weise geführt. Noch zu Anfang dieses Jahres war es unseren Gesinnungsfreunden nicht möglich, in den kommunistischen Hochburgen des Verbandes auch nur das Wahlrecht auszuüben. Wer dagegen ankämpfte, wurde als " Spizel" oder„ Provokateur" bezeichnet und konnte zufrieden sein, wenn es ohne Tätlichkeiten abging. Daß es nicht so weitergehen fonnte, sah jeder Freund der Bemegung ein. Es entstand ein Wille, und es fand sich ein Weg, um diese mächtige, auf über eine halbe Million Mitglieder angewachsene Kulturorganisation den zerstörenden Kräften der Kommu nisten zu entreißen. Auf der Frankfurter Generalversammlung des Verbandes wurde der Sieg erfochten. Eine von dem Verbandsporſtand zusammengesuchte Mehrheit machte die Opposition einflußlos und traf gegen Wiederholungen statutarische Siche rungen, die bestimmt nicht auf dem Papier stehen bleiben werden. Darob Wutgeheul im Lager der Kommunisten und Ausgabe der Barole: Nun erst recht Opposition. lich aufzuräumen, beweisen die vielen Neuanmeldungen, die in den * Am Montag fand in den Brachtsälen des Ostens eine Vers sammlung der Freidenfer des Bezirks Friedrichshain ( 13. Gruppe) statt, in der Genosse Bösenberg über die Generalversammlung in Frankfurt am Main Bericht gab. Nach den großen Anstrengungen der Kommunisten, diese Versammlung unter allen Umständen zu beherrschen, fonnte man auf ihren Verlauf gespannt fein. Alles, was an der KPD.- Leine hängt, wurde zum Besuch ab= tommandiert. Das praktische Ergebnis war, daß die Akteure trotz unbeschränkter Redezeit ein tlägliches Ergebnis buchen mußten. Der fommunistische Stadtrat Bän gsch führte die Oppo fition. In einstündiger Rede versuchte er, die Beschlüsse der Frankfurter Tagung umzubiegen. Unsere Genossen hörten ihn ruhig an. Der zweite Oppositionsredner, der Zweizentnermann Ostrowski, affiftierte seinen Freund Bängsch mit ungeheurem Stimmenaufwand. Als Vertreter des Bezirksvorstandes sprachen Fuß und Fris Schmidt. Beide zeigten die Hohlheit der kommunistischen Argumente an der Hand von Geschehnissen, für die frühere Vorstandsmitglieder der KPD. die Verantwortung vor den Mitgliedern übernommen haben. Sachliche Vereinsarbeit wurde aus dem sicheren Hinterhalt bombardiert oder bei dem Register- Richter denunziert. Beide Redner erklärten, daß unsere Freunde die volle Verantwortung für die gefaßten Beschlüsse übernehmen und rücksichtslos für die Durchführung Sorge tragen werden. Bängsch brachte im Bewußtsein des sicheren Sieges eine Mißbilligungsentschließung ein, die zu feinem großen Entfehen mit Mehrheit abgelehat wurde! Der kommunistische Sput in der Freidenkerbewegung zerflattert Eine fommunistische Blamage. Der Panzerfreuzer in der Bezirksversammlung. Die erste Sitzung der Bezirksversammlung Friedrichs hain nach langer Ferienzeit hatte sich in der Hauptsache mit Demonstrationsanträgen und Anfragen der Kommunisten Die linte Gruppe der Linten forderte gum Maffenaustritt auszu befaffen. Die Anfrage nach der Schließung zweier Speisestellen dem Verbande auf. Irgendwo im Rheinland soll ein unter syndi- dm 11. Auguft beantwortete Stadtrat Genosse Mann dahinfalistischer Leitung stehender Verein existieren, der die Einäscherung gehend, daß dem Bezirksamt von der Tatsache erst verspätet. Mitfür 30 Pfennig Monatsbeitrag übernimmt. Die Leitung hat der teilung gemacht sei. Die Küchen unterstehen jedoch der Zentrale, frühere Rommunist jest Rapedist Böhme in Händen, während die vom Bezirksamt verwalteten Wohlfahrtstüchen jämtder auch einstmals Borsigender des Aufsichtsrats des Gesamtver- lich geöffnet waren. Uebergriffe gegen Erholungsuchende soll sich bandes war. Ihm sollen sich deutsche Freidenfer anvertrauen. Das die Polizei im Friedrichshpin zuschulden kommen lassen. geht selbst der KPD. wider den Strich, und die Rote Fahne" rückt Stadtrat Genosse Rosin berichtete von den entgegenstehenden von diesem Gebaren merfbar ab. Sie tommandiert: Ausharren Meldungen der Polizei. Danach haben Jugendliche in Gruppen aus prottischen Erwägungen. Ihre Schwäche dürfe nicht öffentlich schon off die wirklich Erholungssuchenden im Friedrichshain beläftigt. attestiert werden, weiß sie doch, daß ein Verband mit 500 000 attestiert werden, weiß sie doch, daß ein Verband mit 500 000 Die Untersuchung schwebt noch. Bürgermeister Genosse Mieliz Mitgliedern nicht zugrunde geht, wenn tausend betonte, daß nach seiner Kenntnis die leitenden Stellen der PolizeiRadauhelden ihre Tätigkeit anderswohin ver= verwaltung im Bezirk Friedrichshain stets das Bestreben gehabt legen. haben, mit der Bevölkerung im besten Einvernehmen zu leben. Eventuell tatsächlich entretende Uebergriffe junger Beamten, die leichter die Nerven verlieren, werden immer streng geahndet. Ein das gleiche Thema behandelnder Antrag der Deutschnationalen über die Unsicherheit am Schlesischen Bahnhof fand Annahme. Die Bedarfsübersicht des Bezirksamtes und einige Anträge unserer Fraktion betreffend Erweiterung des Bolts büchereiwejens im Bezirk wurden dem Haushaltsausschuß zweiten Sandspielplatz auf dem Rudolfplatz zu errichten, erklärte Genoffe Stadtrat Rosin, daß bereits die Bergrößerung der vors. handenen Fläche auf das Bierfache vorgesehen sei. Der Antrag fand Annahme. Freidenter vor die Front!" war die Parole, die der kommu nistische Reichstagsabgeordnete Peter Maslomsti ausgab. Ein paar Zungenathleten meldeten sich, darunter„ mutige" Männer, die ihre langjährige Indifferenz mit der Furcht vor Maßrege lungen durch ihren Arbeitgeber entschuldigten. So lief die Opposition fast freiwillig in den Zwinger, aus dem sie sich nun wieder zu befreien sucht. Die Klassenjustiz" hat versagt, die a nge strengten Klagen mußten von den Kommunisten zurüdüberwiesen. Zum Antrag der Arbeitsgemeinschaft der Mitte, einen genommen werden bzw. wurden abgelehnt. Wer aber glaubte, die Opposition mürde nunmehr den Weg zur sachlichen Mitarbeit suchen, wurde schnell enttäuscht. Kaum von der Frankfurter Tagung zurückgekehrt, holte sie zu einem neuen Schlage aus. Der Feldzug auf dem Papier begann. In einem Referentenmaterial" betitelten Rundschreiben sagten sie den Berbandsinstanzen, besonders aber den Berliner Delegierten, erneute Opposition an. Natür lich glänzte auch hier der Verfasser durch Anonymität, wie alle, die die Verhegung der modernen Arbeiter und Kulturbemegung gegen Bezahlung ausüben. Und damit an dem Bilde fein Strich fehle, wird den Anhängern der Opposition, das ,, Schädliche der Koalitionspolitik der SPD." vor Augen geführt und Freidenterbewegung und Sozialdemokratische Partei als identisch bezeichnet. Beweis: Borstand und Funktionäre des Verbandes gehören der SPD. an. Was sachlich an Borschlägen vorgebracht wird, getrennt nach Theorie und Praxis fei für einen Augenblick unter die kritische Lupe genommen. Kommunistische Theorie( KT.):„ Die Leitung des Verbandes hat in der Erfüllung der großen Aufgaben versagt." Praris: Bom April 1926 bis April 1928 waren 222 452 teu aufnahmen zu verzeichnen. KT.: Durch die Koalitionspolitik der SPD. mit dem Zentrum erfuhr die Kulturreaktion eine entsprechende Hilfs stellung." Pragis: 1. Im Ausschuß zu dem Kongreß der Nach dem vorgeschriebenen Schema hatten die Kommunisten auch zur Panzerfreuzerfrage(!) einen Antrag eingebracht. Der Kommunist Deter spickte seine Begründung mit den üblichen Tiraden über die Verrätereien" der Sozialdemokratie. Genosse Buchmann gab im Auftrage der Frak tion eine furze Erklärung ab, in der es u. a. heißt: Die So zialdemfratische Partei ist sich einig in der Ablehnung des Baues von Panzerfreuzern und befindet sich dabei in Uebereinstimmung mit allen ehrlichen Kriegsgegnern. Die Bezirksversammlung ist aber nicht zuständig für eine Frage, die allein durch die Politit der Reichsregierung be stimmt wird und befigt außerdem auch keinen Einfluß auf die Regelung solcher Fragen. Im übrigen ist dieser Antrag der KPD. aber innerlich unwahr, nicht nur deshalb, weil feststeht, daß die Wehrmacht Sowjetrußlands die bestgerüstetste der ganzen Welt ist, sondern auch deshalb, weil dieser Antrag nur aus agi. tatorischen Gründen eingebracht ist, um gegen die Sozial demokratische Partei in bekannter Weise heßen zu können. Wir weichen selbstverständlich einer Auseinandersegung mit der KPD. in Warnung vor Fälschungen!! Seit längerer Zeit tauchen im Handel Falschungen der berühmten Preußengold- Cigarette auf. Diese ordinären Falsifikate werden vorwiegend lose unter Unterschlagung der Steuerbanderole und MaterialSteuer geliefert. Um sich vor Kauf der minderwertigen Fälschungen zu schützen, achte man genau auf die Originatpackung der echten Preußengold- Cigarette, welche überall erhältlich ist und für Echtheit garantiert. Preußengold- Edel- Cigaretten sind in Packungen zu 10, 25 und 50 Stück zu haben. Wer ersteller der Fälschungen nachweist, erhält angemessene Belohnung! Phänomen diefer Frage nicht aus, fehen aber feinerlei Grund und Möglichkeit, an diesem Orte eine Diskussion zu entfesseln, die nicht hierher gehört. Aus allen diesen Gründen müssen wir den Antrag ablehnen." Ohne weitere Debatte verfiel sodann der kommunistische Antrag der Ablehnung. Die Kommunisten fonnten es sich dabei nicht verfneifen, im Saale mit einem bunt als Panzerherumzu freuzer" Schiffchen herausgepugten tändeln. Jeder blamiert sich eben so gut wie er fann. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SWB 68, 2indeustraße 3, " für Groß- Berlin stets an bas Bezirksjefretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 5. Rreis Friedrichshain, Bildungsausschuß. Sonnabend, 8. Geptember, 18% Uhr, bei Melle, Petersburger Blag 4, wichtige Sigung des Bildungs ausschusses. 7. Areis Charlottenburg. Sonntag, 9. September, Waldfest der Bartei im Bollspart Jungfernheibe, große Spielwiese. Treffpunkt 8 Uhr Wilhelmplag, Abmarsch 9 Uhr. Die Abteilungen erscheinen mit Bannern und Fahnen. Abzeichen find bei ben Abteilungsfunktio nären zu haben a 30 Bf, Raffeetochen, Spiele, Darbietungen, Konzert. Rüdmarsch 19 Uhr. 10. Kreis Zehlendorf und 12. Kreis Lantwig- Lichterfelbe- Best Südende. Sente, Freitag, 7. September, 19% Uhr, Mitgliederversammlung des Berbandes für Freidenfertum und Feuerbestattung in Steglig, Albrechtshof, Albrecht. ftraße 1, am Bahnhof. Bericht des Genossen Willn Schneider von der Generalversammlung. Mitgliedsbitcher find mitzubringen. 13. Areis Tempelhof. Connabend, 8. September, 18 Uhr, Fraktionsfigung in Tempelhof, Dorfftr. 42. 20. Kreis Reinidenborf. Die Abteilungen des Kreises werden ersucht, fich am Sonntag, 9. September, an der Fahnenweihe der 136. Abt. Reiniden dorf- Oft, möglichst vollzählig zu beteiligen. Sammelpunkt am Bahnhof Schönholz um 134 Uhr. Die nächste Sigung des erweiterten Kreisvor standes ist am Montag, 10. Geptember, in Wittenau. 1. Heute, Freitag, 7. September: 23. Abt. Neuköln. Die Bezirksführer holen bestimmt die. Einladungen zur Abteilungsversammlung beim Abteilungsleiter ab. Morgen, Sonnabend, 8. September: 21. Abt. 19% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre mit den Betriebsvertrauensleuter in der Geschäftsstelle, Utrechter Str. 21. 25. Abt. 19% Uhr bet Kästner, Elbinger Str. 24, Funktionärversammlung. Berbandsbilcher find mitzubringen. 37. Abt. 19 Uhr bei Pfeiffer, Sausburgstr. 2, Sigung sämtlicher Funktionäre. Bollzähliges Erscheinen ist unbedingt notwendig. 94. Abt. Reukölln. Abteilungsvergnügen im großen Eaal ber Rindl. Brauerei, Hermannstr. 214-219. Billets find noch bei ben Bezirks. taffierern an haben. Alle Genoffen find mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten sowie Borwärtslesern und Sympathisierenben willkommen. 119. Abt. Lichtenberg. 191 Uhr bei Barh, Möllendorfstr. 43, Ede Rittergutstr. Abteilungsfunktionärsizung. Es ist Bflicht eines jeden Funktionärs, pitnttTich zu erscheinen. Bannerlisten find abzurechnen. Die Bezirks. und Gruppenführer werden gebeten, zur Abteilungsversammlung am Mittwoch, 12. September, einzuladen, Bortrag: Reichsregierung und Sozialdemokratie. Referent: Reichstagsabgeordneter Dr. Julius Moses. 132. Abt. Blankenburg. 20 Uhr bei Klug, Dorfstr. 2, wichtige Funktionärsizung. Erscheinen dringend erforderlich. Sonntag, 9. September: 7. Abt. Ausflug nach Schulzendorf. Lokal Subertus. Spiel und Sport, Rinder. beluftigungen. Jedes Kind erhält cine Giodiaterne. Treffpunkt: 9 Uhr Stettiner Borortbahnhof. Alle Genoffen sind mit ihren Angehörigen, Freunden, Sympathisierenden und Vorwärtslejern herzlichst eingeladen. 32. bt. Reutölln. Sur Bannerweihe der 136. Abt. Reinidendorf- Ost entfendet die Abteilung eine Fahnendeputation. Die Genossinnen und Genossen merben gebeten, fich zahlreich an der Feier zu beteiligen, Treffpunkt 13% Uhr am Bahnhof Schönholz. Abmarsch von dort pünktlich 14 Uhr. Feft. plelette 50 Bf. Rinder unter 14 Jahren frei. 136. Abt. Reinidendorf Oft. Bannerweihe. Treffpunkt 13% Uhr em Bahnhof Schönholz. Auschließend Feier in Manns Gesellschaftshaus, Dorfftz. Ale Genoffen find mit ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten herzlichst willkommen. 89. Abt. Die Funktionär- Konferens findet nicht am Freitag, sondern am Montag bei Grommed statt. 99, Abt. Brig. Gigung der Schulfommission am Montag, 10. Geptember, 20 Uhr, in der Halle am Hufeisen, Friß- Reuter- Allee. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Sonnabend, 8. Geptember, 14% Uhr, Borbereitung des Rinderfestes im Sportrestaurant Cantianste. 7. Kreis Charlottenburg. Die für heute, Freitag, angefeßte Ronferenz der Arbeiterwohlfahrt wird wegen der allgemeinen Funktionärversammlung bis auf weiteres verschoben. Jungfozialisten: Gruppe Süben. Heute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim, Vordstr. 11, Literarischer Abend: Johannes R. Becher." Gruppe Webbing Gesund brunnen. Der heutige Gruppenabend fällt wegen der allgemeinen Funktionär versammlung aus. Am Gonnabend, 8. September, beteiligen wir uns geschloffen an der Gesamtveranstaltung der JSB. im Bezirksamt Kreuzberg, Yordstr.- Gruppe Schöneberg. Der Gruppenabend fällt aus. Wir beteiligen uns geschlossen an der Gesamtveranstaltung. Sonntag Fahrt nach Scddin. Treffpunkt 8½ Uhr Bahnhof Wannsee. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Kreis Neukölln. Generalprobe des Sprechhors zum Märchenfest des Jugendamts findet am Sonnabend, 8. September, im Boltspart, statt. Treff punkt 16 Uhr vor dem Kaiser- Friedrich- Realgymnafium, Kostüme müssen mit gebracht werden. Geburtstage, Jubiläen usw. 21. Abt. Unser Geneffe Max Michaelis, Liebenwalder Str. 5, feiert heute feinen 60. Geburtstag. Indem wir unserem alten Freunde und Obmann bez Revisoren die herzlichsten Glüdwünsche entbieten, hoffen wir, baß er noch recht lange seine ganze Kraft in ben Dienst der Partei und Gewerkschaft stellen möge. 117. Abt. Lichtenberg. Unserem Genossen Wilhelm Brunn, Türrschmidtstr. 40, zu seinem heutigen 60. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. 118. Abt. Lichtenberg. Unser Genosse Georg Rieburg, Siegfriebstr. 213, feit 1904 Mitglied der Partei, feiert hente feinen 60. Geburtstag. Bir gratulieren ihm herzlichst unb hoffen, ihn noch recht lange zur Mitarbeit in unseren Reihen au finben. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für diese Rubrik nur an bas Jugendfefretariat Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Achtung! Rheinfahrer Beiersdorf. Die Aufnahmen find eingetroffen. Abteilungstaffierer! Abrechnen und Jugend voran" zwischen 17 und 19 Uhr abholen. Heute, Freitag, 7. September, 19% Uhr: Rosenthaler Borstadt: Heim Zehdenider Gir. 24-25. Erd- oder Feuer. bestattung. Zentrum: Heim Landsberger Str. 50. Seguelle Fragen." Moabit II: Heim Moabit 1: Heim Waldemarstr. 21. Mitgliederversammlung. Lehrter Str. 18-19. Die Entwicklung der SPD." Faltplag II: Heim Sonnenburger Str. 20( Schule). Barismus."- Selmholaplaz: Heim Scheren bergstr. 7( Schute). Mitgliederversammlung. Rorbest: Heim Danziger Str. 62, Barade 3. Kommunistische Gegenarbeitsmethoden." Schönhauser Borstadt: Funtitondrigung. Pünktlich 20 Uhr bei Hildebrandt. Wörther Plas: Seim, Schule Kastanienallee 81. Fahne und Gesinnung." Andreasplag: Seim Brommyfte. 1. Mitgliederversammlung. Baltenplag: Heim Tilsiter Str. 4-5. Revolution." Schöneberg 1: Heim Hauptste. 15. 10- Minuten- Referate. Westen I: Heim Hauptstr. 15( Thüringenzimmer). Alt- Berliner Humor." Spandan: Heimt gindenufer 1. Schadhabend. Marienborf: Heim Dorffte, 7 ( Alte Schule). Mitgliederversammlung. Brig- Sieblung: Heim Chauffeefte. ( Rathaus). Mitgliederversammlung. Faltenberg: Seim Gemeinschaftshaus ( Gutshof). Wir lesen:" Die eiferne Ferse."-Baumschulenweg: Seim Ernstftr. 16. Mitgliederversammlung. Niederschöneweibe: Heim Berliner Str. 31 ( Schule).„ Schmuß und Schund." Treptow: Seim Elfenfte, 3. Fragelaften abend. Lichtenberg- Norb: Mitgliederversammlung in den Baraden, 19 Uhr. Ren- Lichtenberg: Seim Sauffite, 16-17, Biographie von Robert Blum, Rieberschönhausen: Heim Blantenburger Str. 71( Schule). Seichenjaal. Mitgliederversammlung. Bantom III: Seim Görschfte. 14. Gozialistische Er. ziehung." www Werbebezirk Müggeljee: Abt. Bohnstorf Waltenberg veranstalten am Sonntag, dem 9. Eeptember einen Reisipieltag. Wir fordern die Abteilungen bes Berbebezirts auf, fidh daran zu beteiligen. Treffpunkt 14 Uhr am Röllnischen Platz in Treptow. Berbebegirl Kreuzberg: Beginn des Ctenographiekursus heute im Seim, Lindenstr. 4, pünktlich 19% Uhr. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold*. Gefäftsstelle: Berlin 6. 14, Gebaftianstr. 37/38, Sof 2 Tr. Gauvorstand. Sonnabend, 8. Geptember, 20 Uhr, Schiedsrichter und Sportleiterfigung im Sportreftaurant des Plages Einfame Bappel". Freitag, 7. September. Brenzlauer Berg, 20 Uhr erweiterte Borstandssigung Reukölln Brig. Jungbanner. Bersammlung bei Burg, Prenzlauer Mee. bei Balewiti, Bobbinftr. 57. Referat Ram. Nowad: Die Reichsverfassung." Bichtenberg. Ram. Gustav Tempel, 20 Uhr, bei Eichler, Wagner, Ede Agpobien. ftr.-Ram. Traveplak. 20 Uhr Gigung bei Geipte. Bortrag Ram, Grönte: Freimaurertum," Beißensee( Ram.) 20 Uhr außerordentliche Gigung bei Beters, Lichtenberger; Ede Straßburgstr. Ergänzungswahl des Vorstandes. Bantow( Ortsverein). Das allMitgliederausweis unbedingt mitbringen. Bernan. 20% Uhr Versammgemeine Antreten in der Turnhalle fällt aus. Schöneiche. 7. September, 20 Uhr, lung bei Modifch. Wichtige Tagesordnung. Ablezs Bollversammlung bei Wiedemann, Sauptstr. 45. Gäste willkommen. hof( Sportgruppe). Sonnabend, 8. Geptember, ab 17% Uhr, Training auf dent Sportpics Birtenallee. Mitte, 20 Uhr Nachrichtenzug. Gigung bei Gramsch, Brunnenste Sonntag, 9. September. Mitte. Antreten 12 Uhr Neuer Markt, Kreuzberg. Zug 2. Sportfeft, ohne Spielleute. Nachrichtenzug mit Rädern. Motorbootfahrt nach Woltersdorfer Schleufe. Abfahrt 8 Uhr Hallesches Tor. Fahrpreis 1,80 M. Ratten bei Krepp, Blanufer 75. Die Rameraben besuchen mit Angehörigen das Schuhsportfelt, Sportplas„ Einfame Vapper", Cantianitr., Anfang 15 Uhr. Steglig. Die Kameraben befuchen das Schuhsportfest, SportTreptow(( Ortsverein). plas Cinfame Bappel", Cantianstr., Anfang 15 Uhr. Abfahrt nach Bilbau 13,19 Uhr ab Niederschöneweide, Zug Königswusterhausen. Bflichtveranstaltung. Ratten für das Sportfeft auf dem Sportpak Einsame Bappel" find au 30 Bf. bei dem Rameraden Gasowsky, Niederfchöneweide. Grünauer Str. 8, zu haben. Lichtenberg Nachrichten- Abt. Antreten 122 Uhr Bantow Frankfurter Allee, Ringbahnhof, fämtlicher radfahrenden Rameraden. ( Ortsverein). 12% Uhr antreten Lindenpromenade, Ede Berliner Str. Nach Reinidendorf( Orts aügler 13½ Uhr Arnswalber Blah. Pflichtveranstaltung. Derein). 131 Uhr antreten Bahnhof Schönhola aur Fahnenweihe der SPD. Bflichtveranstaltung. Bilbou Areis Teltow. Republikanischer Tag.( 3. Grün bungsfeft.) b 16 Uhr im Lofal Webhorn( Altes Schützenhaus), Abmarsch 14 Uhr vom Lofal Dubian. Zeuthen- Reuschulzendorf. Republikanischer Tag in Wilban. Treffpunkt 13% Uhr im Alten Schüßenhaus" Jnh.: Wedhorn. Marine- Abteilung. Antreten 18% Uhr Fafteurstraße. Kurzfahriftverein Charlottenburg e. B.( Einheitsfurafchrift). Freitag, 1915 bis 21 Uhr, Anfänger, Fortgeschrittenen, Redeschrift- Lehrgänge, Siemens. Oberrealschule, Schloßstraße 27. Arbeiter- Samariter- Bunb e, B., Rolonne Berlin. Abt. Reinidendorf. Die Mitglieberverfammlung findet am 8. Geptember nicht ftatt, fonbern am 21. Geptember in Reinidendorf- Beft, Einchhornstr. 94, bei Matter. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Donnerstag, dem 6. September. 1. Rennen 1. Mima( Storb), 2. Hauptmann( Grabfo), 3. Baraber ( Marr). Toto: 41: 10. Play: 18, 50, 19: 10. Ferner liefen: Holofernes, Jlla, Regan, Dias, Marlitta, Hebräer, Shalimar, Radames, Parademarsch, Kurzschluß, Die Rache. 2. Rennen. 1. Gute Sitte( Haynes), 2. Schneeball( Grabsch), 3. Stolzenfels( D. Schmidt). Zoto: 11: 10. Drei liefen. 8. Renntett. 1. Pantomime( Huguenin), 2. Honoria( Kaiser), 3. Ruflunit( Haynes). Soto: 95:10. Blat: 23, 24, 15:10. Ferner liefen: Drdensschwester, Krönung, Gero, Selecta, Offensive, Fervida. 4. Stennen. 1. Ferro( Bleuler), 2. Torero( Haynes), 3. Aurelius ( D. Schmidt). Toto: 53:10. Blag: 18, 14: 10. Ferner lief: Lampos. 5. ennen. 1. Balladolid( Sanet), 2. Dtero( D. Schmidt), 3. Magimus Foto: 21:10. Blab: 13, 14:10. Ferney liefen: Andreas Hofer, Schwarzborn, Duisiana. 6. ennen. 1. Dalie( Elflein), 2. Heideland( Haynes), 3. Zantor ( Bermann). Toto: 56:10. Blab: 23, 40, 40: 10. Ferner liefen: Ber Sea, Rünstlerin, Thea, Minister, Zwillingsschwester, Casper, Galan, Amadeus, Madlene, Marlena, Royalifie. 7. Rennen. 1. Lieferer( Sajdik), 2. Möros( Lippa), 3. Heidjer ( Brinten). Toto: 80: 10. Blag: 29, 63, 42: 10. Ferner liefen: Alfterlust, Sonnenlicht, Canio, Ondina, Stolzer Kämpfer, Coriolan, Atlantic, Morgen bracht, Nutria, Andovera. Reuerbings steht ben Bausfrauen eine Margarine zur Verfügung, die bank rationellter Großfabritation alle Borzüge eines guten Nahrungsmittels zu mittlich niedrigem Breife bietet. Sie wird unter Berücksichtigung neuefter wiffenschaftlicher Methoben in den größten und leistungsfähigsten Margarine. werken des Rontinents hergestellt. Es handelt fich um bie Margarine Bera Dienst am Haushalt", die ihrer Borgilge halber piel Beachtung findet. 凡 graue Maar SEMELLENBERGE WEATHER IMMTES 20 Jahre junger EXLEPANG SKLENKING BERLIN Nur echt in diesem Original- Karton. 20 Jahre jünger( ges. gesch.) auch genannt ,, Exlepäng" ( ges. gesch.). Gibt grauen Haaren die Jugendfarbe wieder. Exleping" erhielt die Goldene Medaille 1913. Es färbt nach und nach, also unauffällig. Kein gewöhnliches Haarfärbemittel. Erfolg garantiert. Exlepäng" ist wasserhell, schmutzt nicht und färbt nicht ab, es fordert den Haar wuchs, wovon sich jeder Gebraucher selbst überzeugen kann. Vollständig unschädlich. Kinderleicht Zil handhaben. Tausende Dankschreiben. Von Aerzten, Professoren usw. gebraucht und empfohlen.„ Exiepäng" ist durch seine vorzügl. Eigenschaften weltberühmt. Preis M. Für dunkle Haare und solche, welche die Farbe schwer annehmen Extra stark", Preis 12 M. Nachahmungen weise man zurück. In Friseurgeschäften, Parfümerien, Drogerien und Apotheken zu haben, wo im Schaufenster ausgestellt; wo nicht, zu haben direkt vom alleinigen Fabrikanten Parfümeriefabrik Exlepäng Hermann Schellenberg Berlin N. 90, Bornholmer Straße 7. Export nach allen Weltteilen. Enthaarungs- Milch- Creme ,, Exex", entfernt überflüssige Haare, ärztlich empfohlen. Tube M. 2-, Glasflasche M. 7, Exolin, und unschädlich. Preis M. 5,- und M. 7,50. färbt Augenbrauen und Wimpern, unabwaschbar Falsche Waschmethoden bedeuten vorzeitigen Ruin für manches elegante Kleid. Kunstseidene und vor allem Mischgewebe sollten nur auf folgende sicher schonende Weise gewaschen werden: Fravenwelt 2 Dies ist das Blatt, das mir gefällt! Left alle doch die Frauenwelt"! Merft euch den Titel Frauenwelt", da habt ihr wirklich was für's Geld! Die Frauenwelt" kostet trotz erhöhten Umfanges nur 40 Pf. Bestelle noch heute holm Zeitungsboten oder in deiner Volksbuchhandlung. MODERNE Gewebe sind wunderbar schön, aber überaus empfindlich! Rasch nehmen die zarteren Stoffe Schaden, wenn sie mit scharfen Waschmitteln, die für die grosse Wäsche bestimmt sein mögen, in Berührung kommen. Jede besondere Vorsicht beim Waschen versagt, wenn nicht ein ganz mildes und reines Waschmittel verwendet wird. Waschen Sie mit Lux Seifenflocken es gibt nichts Reineres, und das Waschen mit ihnen ist so einfach und geht Die meisten Waschmittel für die grosse Wäsche enthalten scharfe Beimengungen. Für Seide und Wolle aber bietet nur das reinste, mildeste Waschmittel volle Sicherheit. Schützen Sie Ihre feinen Kleider; waschen Sie sie mit Lux Seifenflocken, dem mildesten Waschmittel, das man kennt. so schnell! Führende Kunstseidenhersteller empfehlen deshalb Lux Seifenflocken; und Frauen, die ihre empfindlichen Kleider und ihre feine Wäsche schon längst nur auf diese Art waschen, sind der gleichen Ueberzeugung. Lux Seifenflocken haben nie einem Fädchen geschadet. Sie sind so mild wie beste Toilettenseife; nichts gibt wie sie allen feinen Farben und Geweben die ursprüngliche Frische wieder: Nur echt im Normalpaket zu so Pfg. und Doppelpaket zu 90 Pfg. LUX SEIFENFLOCKEN SUNLICHT" MANNHEIM LUX SETEENTLOCKEN Lx 244/160 760 r. 423 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Städtetagung in der Ebert- Stadt. Deutsche Finanzfragen als Gesamtproblem. Freitag. 7. September 1928 daß Lohndrud auf der einen und Auslandsdumping auf der anderen Seite nicht die geeigneten Mittel sind, um eine Krise zu bekämpfen. Die Reparationslasten. Nach dem Dames- Plan waren die ersten vier Repa= ander. Ministerialdirektor Dr. Hog vom preußischen Finanzmini rationsjahre vom 1. September 1924 an gewissermaßen als fterium plädierte für die baldige Gewährung des Zuschlagsrechts G. K. Heidelberg, 6. September.( Eigenbericht.) Bei den deutschen Städten und ihren Körperschaften vollzieht ich in den letzten Jahren eine deutliche Wandlung. Nicht nur unter em Druck der Verschiebung der politischen Machtverhältnisse, son- bei der Eintommen und Rörperschaftssteuer an die Geern auch deshalb, weil die Wahrnehmung der Interessen der Städte durch das Uebergewicht der Privatwirtschaft immer stärker meinden. Merkwürdig mutete seine ausdrückliche Zustimmung zum Anhörungsrecht der Wirtschaftsvertretungen in der gemeind on der Unterstützung durch die breiten Massen der Arlichen Steuerpolitik an, die auch deshalb nicht weniger bedauerlich beiterschaft abhängig wird. Diese Entwicklung fam auch deutlich zum Ausdruck auf der Tagung des Reichsstädtebundes n Heidelberg, die im Gegensatz zu früheren Jahren eindeutig im Beichen der Republit verlief. Der Reichsstädtebund verritt heute 1507 deutsche Klein- und Mittelstädte mit einer Einwchnerzahl von faft 10 Millionen Menschen. Wie start die Ar. beiterschaft in diesen Klein- und Mittelstädten Rampfpofitionen be 30gen hat, ergibt sich daraus, daß von den Delegierten zur Tagung des Reichsstädtebundes rund 30 Prozent der Sozial demokratischen Partei angehören. Es entspricht der inneren Wandlung der städtischen Körperschaften, daß die Heidelberger Stadthalle, in der die Tagung stattfand, teine anderen 3 ist, wenn er aus diesem Anhörungsrecht tein Einspruchsrecht werden lassen will. Das geschäftsführende Präsidialmitglied des Reichsstädtebundes, Dr. Hät el, stellte der gemeindlichen Aus. gabentritit des Reparationsagenten die Feststellung gegenüber, daß die Ausgaben der englischen Städte um 163 Proz. seit 1913 gestiegen seien, während die deutschen Gemeinden in der gleichen Zeit eine Ausgabenfteigerung von nur 110 Broz. aufzuweisen hätten. Wenn gesagt wird, daß der Reichsetat das Schicksalsbuch des deutschen Boltes sei, so gelte dies nicht meniger für den Haushalt der Länder und der Gemein. ben, die mit dem Reichsetat eine unzertrennliche Einheit bilden. Der fommende Finanzausgleich dürfe nicht zu einer Art Dawes- Bertrag Probezeit für die Normaljahre gedacht. Das erste Normaljahr, das vom 1. September 1928 bis zum 31. August 1929 läuft, sieht die Zahlung von zweieinhalb Milliarden Mark vor. Die folgende Zeichnung läßt einmal erkennen, wie hoch die Lasten auf den Kopf der Bevölkerung sind, und ferner wer diese Lasten zu tragen hat. 2500 Industrieobligationen 300 Reichsbahn 660 Reichshaushalt 1540 Das Normaljahr für Deutschlands Reparationszahlungen In Millionen Mark Farben kannte als die schwarzrotgoldenen und daß zum Beginn werden, bei dem das Reich blühe, die Länder vegetieren Reparationslast in Deutschland der Tagung der Bundespräsident Dr. Belian an Eberts Grab einen Rranz niederlegte und Friedrich Ebert als den Mann feierte, der cas deutsche Bolt aus den Schrecken des Bürgerkrieges zur fried lichen Arbeit, aus dem Chaos zu festen Rechtszuständen geführt habe. Diese Bandlung im Geiste der Führer der Städte ist nicht zuletzt dem wachsenden Einfluß zu danken, den unsere fozialdemokratische Fraktion auch auf der Tagung des Reichsstädtebundes durchzusehen vermochte. Es entspricht der hohen Einschäzung der gemeindlichen Kampfpofitionen durch die deutsche Sozialdemokratie, daß die Reichstagsfraktion der Sozialdemokratischen Partei durch die Ge nossen Herz und Wilhelm Keil und der Parteivorstand durch den Genossen Fechner vertreten waren. Das erste Referat auf der Tagung über die Ziele der Berfassungs und Berwaltungsreform hatte der ehemalige Reichsinnenminister Dr. Kül 3. Er hob mit Nachdrud her vor, daß nicht nur die Aufgaben und Zuständigkeiten zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, sondern auch die territoriale Gliederung des Reiches einer vollkommen neuen Regelung bedürfen. Im neuen Deutschen Reich sei fein Raum mehr für Länder, deren Eigenstaatlichkeit nur auf dynastischer Tradition beruht, nicht aber auf innerer staatlicher Lebenskraft. Gegen den Luther Bund erhob er den Vorwurf, daß dieser perjäumt habe, 4 die Reichserneuerung zu einer Boltsbewegung zu machen. Oberbürgermeister Renner Rastatt sprach über Bermaltungsreform der Städte, und Profeffor Dr. Hoffmannn, der deutschnationale Borsigende des Eingemeindungsausschusses des Preußischen Landtags, über das Umgemeindungsproblem. Beachtlich war in diesem Vortrag der Gesichtspunkt, daß neue Kommunalgebilde nicht geschaffen werden dürfen nach den wechselnden Tagesbedürfnissen der Industrie. Bei der Diskussion der Fragen über den Finanzausgleich und die Steuervereinheitlichung trafen die Gegenfäße zwischen Reich, Ländern und Gemeinden naturgemäß scharf aufeinund die Gemeinden darben oder verderben. Neue Steuermöglichkeiten sieht Häfel in der Erhöhung bzw. Wiedereinführung der Weins, Branntwein- und Biersteuer, wobei antialtoholische Tendenzen feine Notwendigkeit seien. Hätel forderte, daß das Reich seine Quote an Einkommen und Körperschaftssteuern, die Länder ihren Quotenanteil zugunsten der Gemeinden senten sollen und aus Gerechtigkeitsgründen vor allen Dingen sofort ein interkommunaler Lastenausgleich durchgeführt werden müsse. Das Reichstagsmitglied Dr. Brüning hält es für zweckmäßig, der Selbstverwaltung der Gemeinden auch finanziell die größte Ausdehnung zu geben, doch sei an eine Preisgabe von Steuereinnahmen des Reichs zugunsten von Ländern und Gemeinden wohl erst nach der endgültigen Regelung der Dawes- Lasten in der Form einer großen Anleihe zu denken. Die. Erhöhung der Getränkesteuern fei notwendig, zunächst, um das Defizit des Reichshaushaltes im jetzt begonnenen ersten vollen Dames- Jahr zu decken, doch bleiben Zuschläge zu diesen Reichsgetränkesteuern für die Gemeinden als finanzielle Einnahmemöglichkeit offen. Dem auch von Preußen vorgeschlagenen Zuschlagsrecht der Gemeinden für die Einkommenund Körperschaftssteuern stehe die wachsende Konzentration der Großindustrie und des Großhandels in den Großstädten entgegen, was auch die Gemeinden in ihrer Stellungnahme zum Zuschlagsrecht zur Vorsicht mahnen müsse. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutsch lands fei gegenwärtig noch so inflar und unübersichtlich, daß selbst ein vorläufig endgültiger inanmisgleich fut die Ge meinben noch eine Gefahr bebeuten tänne. Deshalb fel zunächst die Erftrebung eines interfommunalen Laften ausgleichs durch Zu sammenarbeit von Reich, Ländern und Städten das wichtigste. Heute vormittag wird die sozialdemokratische Frat tion des Reichsstädtebundes ihre Beschlüsse zu den Anträgen faffent. Am gestrigen Abend haben sich nach dem Abschluß des ersten Ver. handlungstages die sozialdemokratischen Bertreter im einbruds vollen Zuge zum Gewerkschaftshaus durch die Straßen der Stadt zum Grabe des Genossen Ebert begeben, um dort einen Kranz nieberzulegen. Der Sparkassenffandal an der Gaar. Monaten des Rechnungsjahres zusammen auf 3426,4 Millionen Der deutsche Spartassenverband und Gaarregierungsfommission. Zu der Erklärung der Regierungskommission des Saargebietes, die den Eindrud erweďte, als ob den saarländischen Sparkassen ihre Zugehörigkeit zu den deutschen Spar faffenverbänden und die Benutzung der Revisions- und Kontrolleinrichtungen jederzeit unbenommen geblieben sei, nimmt jetzt der Deutsche Sparkassen- und Giro verband Stellung. b Er stellt gegenüber der Erflärung der faarländischen Regie: rungsfommiffion fest, daß der Rheinisch- Westfälische Sparfaffenverband tatsächlich feinen offiziellen Berkehr mit den Sparkassen des Gaargebietes unterhalten habe. Die saarlän dischen Sparkassen ihrerseits haben sich an den Sparkasseneinrichtungen und denen ihrer Verbände niht beteiligt. Ins. besondere wurden bei ihnen teine Verbandsrevisionen vorgenommen. In der Sache selbst sei es völlig bedeutungslos, ob dieser Zustand durch formelle Verbote herbeigeführt sei, oder dadurch, die saarländischen Sparkassen unverblümt darauf hinzuweisen, Daß eine Betätigung der deutschen Sparkassenverbände im Saargebiet nicht erwünscht sei". Die Behauptung der Regierungskommission, daß die Bezirks sparkasse Homburg dem Prüfungsverband öffentlicher Kaffen Bayern) angehöre, trifft nicht zu. Diesem Prüfungsverband sind gleichfalls feine faarländischen Kaffen angeschlossen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat somit seinen früheren Feststellungen, daß jeder Berkehr zwischen den faarländischen Sparkassen und den reichsdeutschen Berbänden faktis unterbrochen ist, und daß insbesondere die Verbandsrevisionen unterbleiben mußten, auch nach der Erklärung der Regierungskommission des Saargebietes nichts hinzuzufügen. Reichseinnahmen- Ueberschuß. 411 Millionen von April bis Juni. Mart belaufen. Demgegenüber betrugen die Ausgaben im Juli 843,6, im ersten Jahresbrittel also 3014,9 millionen Mart, so daß fich eine Mehreinnahme von 341,8 63m. 411,5 Millionen Mart ergibt. Im einzelnen betrugen im Juli die Steuerüberweifungen an die Länder 366 Millionen Mart, die Bezüge der Beamten und Angestellten 64,4 Millionen Mart, Bersorgung und Ruhegehälter 159,1 Millionen Mart und Reparationen 65,7 Millionen Mart. Der außerordentliche Haushalt weift bei 0,6 millionen Mart Einnahmen und 29,3 millionen Mart Ausgaben einen Aus= gabeüberschuß von 28,7 Millionen Mart für den Juli und 73,5 Millionen Mart für die Monate April bis Juni auf. Der Abschluß zeigt einen Bestand von 554,8 millionen Mart. Der Stand der schwebenden Schuld per 31. Juli wird wie folgt Der Stand der schwebenden Schuld per 31. Juli wird wie folgt ausgewiesen. Zahlungsverpflichtungen aus Schaganweisungen 9,4, Sicherheitsleistungen 42,1, Darlehen von der Post 20 Millionen Mart. Ein Vergleich des Ift- Aufkommens in den ersten vier Monaten des Rechnungsjahres mit dem Jahresvoranschlag ergibt folgendes Bild: Das Haushalt- Soll für die Einnahmen im ordent lichen Haushalt beträgt für das ganze Jahr 9562,1 Millionen Mart, die tatsächliche Einnahme 3426,4 Millionen Mart. Die Ausgaben im ordentlichen Haushalt stellten sich auf 3014,9 millionen Mart gegenüber einem Jahressoll von 10 902,9 millionen Mart. Im außerordentlichen Haushalt betrugen die Einnahmen 63,6 Millionen Mart gegenüber einem Voranschlag von 835,4 Millionen Mart, und die Ausgaben 137,1 gegenüber einem Voranschlag von 401,4 Millionen Mart. Berpulverte Millionen. Die Berlufte im englischen Bergbau. Nach der letzten Berechnung der Südwaliser Kohlen. industrie für das Bierteljahr vom Mai bis Juli haben diese Grubenbezirte einen Gesamtverlust von 16,1 Millionen Mark erlitten. Auf den Absatz je Tonne berechnet, beträgt der Berluft für jebe verkaufte Tonne Rohle über 1,50 M., ist also gegenüber dem Das Reichsfinanzministerium gibt jetzt den Stand der Ein Aprilquartal um rund 50 Broz. weiter gestiegen. Da von nahmen und Ausgaben in der Zeit vom April bis Juni bekannt. der Forderung von rund 10,3 Mill. Tonnen fast 6 Mill. Tonnen Die Reichseinnahmen aus Steuern, Zöllen und Abgaben stellten ausgeführt werden, und für die Ausfuhr noch besondere Dumping. fich im Juli auf 1082,1 Millionen Mart. Hinzu tommen 70 Mil maßnahmen vorgesehen sind, so trägt an diesen tatastrophalen Erlionen Mart aus Ueberschüssen der Reichspoft, 13,5 Millionen Mart gebnissen die rudsichtslose Shleuderpolitit des enzaus der Münzprägung und 19,8 Millionen Mart sonstige Berwallischen Bergbaues die größte Schuld. Die englischen Unternehmer, tungseinnahmen, so daß sich die Gesamteinnahmen des ordent die neuerdings wieder mit Hilfe des Staates über Baffer gehalten lichen Haushalts im Juli auf 1185,4 und in den ersten vier werden sollen, werden aus diesen Berlustziffern doch lernen müssen, In Mark je Kopf der Bevölkerung 15.90 19.30 23.60 27.30 III 38.75 1925 192526 1926/27 1928 1928/29 Z Der festgelegte Normalbetrag von 2500 Millionen setzt sich aus drei Posten zusammen. Die größte Laft entfällt auf den Reichshaushalt mit 1540 Millionen, muß also aus Steuern und Ver brauchsabgaben aufgebracht werden, 660 Millionen hat die Reichsbahn zu zahlen und 300 Millionen entfallen auf die Industrieobligationen. Der Frieden der Delmagnaten. Der Weltfonfum bezahlt die Rechnung. Das Anwachsen der Weltölproduktion in den letzten zwei Jahren hat die Lage der internationalen Erdölinduftrie frisenhaft zugespitzt. Die brennenden Fragen, die infolge einer Lösung drängen, haben denn auch bewirkt, daß die großen der fatalen und ständig wachsenden Ueberproduktion an Del zu Gegner, die sich noch im vergangenen Jahr in erbittertem Stampf gegenüberlagen, der amerikanische Standard Dil- Konzern und die englisch- holländische Royal Dutch Shell- Gruppe, das Striegsbeil begruben und ein Zusammengehen für nüßlicher erachteten. Bei dem vielbesprochenen Zusammentreffen zwischen dem Standard- Dil- Präsidenten Te a gle und Herrn Deterding von Royal Shell wird sicher nicht allein die leidige Frage der enteigneten russischen Delfelder zur Sprache gefommen sein, sondern die beiden Delfönige werden sich in erster Linie mit der durch die Ueberproduktion geschaffenen tritischen Lage des Weltölgeschäfts auseinandergesetzt haben. Nordamerita fommt von dem Preisdruck des aus Merito und Mittelamerita strömenden Delimports, der etwa 13 MilDie amerikanischen lionen Faß beträgt, nicht mehr los. Produzenten, die bei diesen Massenimporten die Zwecklosigkeit der eigenen Produktionsdroffelungen erkennen müssen, sind daher die stärksten Befürworter einer Welterdöl- Konferenz, die in den Absatz und der Preisgestaltung regelnd eingreifen soll. Inwieweit diefer Ruf nach internationaler Regelung des Erdöl- Weltmarktes prattische Folgen zeitigen wird, muß zurzeit noch dahingeftellt bleiben. In Deutschland macht sich die Verständigung der Erdölmagnaten in dem sprunghaften Steigen der Benzinpreise bereits recht unangenehm bemerkbar. Seit einem Bierteljahr find die Benzinpreise auf dem deutschen Mark um mehr als 30 Probent in die Höhe geflettert. Mit der heutigen 35- Pf.- Berechnung soll es auch nicht genug fein; man will binnen furzem auf 37 Pf. für den Liter Benzin ab Zapfstelle kommen, da die deutschen Preise gegenüber den sonstigen europäischen schlecht genannt werden. Sieht man sich freieine viel schärfere Taktik befolgt. Die Konkurrenz des belgischen lich die Nachbarländer an, so haben dort die Petroleumlieferanten naten die Preise über 50 Prozent gesteigert werden konnten. Der Marktes hat sich so nachhaltig verständigt, daß in wenigen MoKampf der französischen Petroleumproduzenten gegen das spanische Monopol ist besonders intensiv; denn trotz der nahen Nachbarschaft mit dem spanischen Monopol sind auch in Frankreich die Preise bedeutend gestiegen. Auch für den englischen Mark kann man heute schon eine gemeinsame Preisfestsetzung aller Gruppen annehmen. Alles in allem ergibt sich das freundliche Bild, daß die Weltproduktion bei großen Reserven dreimal so groß ist wie in der Borkriegszeit, daß aber die Preise um 50 Prozent höher liegen. Troß des sogenannten Delfriedens fahren die Engländer fort, so start wie möglich die amerikanischen Delreserven auszufaufen, damit die Lage noch bereinigter" wird. Die Folgen, unter der befonders die Automobilindustrie zu leiden hat, dürften in Bälde in Erscheinung treten. Eine neue Großfufion in der amerikanischen Automobilindustrie. mobilindustrie, die dritte seit furzer Zeit, angekündigt. Wie in Aus New York wird eine neue große Fusion in der AutoBörsentreisen verlautet, werden die Mad Trucs Corpora tion und die White Motor Company demnächst fusionieren. Die Mad Truds Corporation verfügt über Aktien im Gesamtbetrage von 69 Millionen Dollar und stellt hauptsächlich Laftkraftwagen und Autobuffe fowie Tantwaggons und Feuerlösch motorwagen her. Die Gesellschaft beschäftigt etwa 8700 Personen und unterhält in den Vereinigten Staaten und Kanada 100 und im Auslande 16 Niederlassungen. Die White Motor Company. deren Attiva rund 50 Millionen Dollar betragen, ist einer der größten Produzenten von Basttraftwagen in Amerila. Reinhold Schünze! Don Juan Mädchen schule Ein Lustspiel von Heinz Gordon : Maria Kamradek- Helen Steels Valery Jones- lydia Potechina Jacob Tiedtke Max Gülstorff Adolphe Engers- Jul E. Hermann Rolf v. Goth Deutsches Theater Norden 12310 8 U. Ende nach 10% Zum 94. Male: Artisten Regie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 31, U. Ende 10% U. Letzte 4 Aufführungen Es liegt in der Luf Revue von Schiffer. Musik v. Sooliansky Kammerspiele Norden 12310 814U. Ende nach 10. Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Berliner Theater Direkt.Heinz Herald Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 8 Uhr Der lebende Leichnam Regia: Max Reinhardt Herstellung: Reinhold Schünzel Film GmbH. HALLER- REVUE Berlin W. 50 Musikalische Illustration u leitung Paul Dessau URAUFFÜHRUNG heute 700 und 915 ALHAMBRA Kurfürstendamm 68 ,, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr. Sonntag 2 vorstellunger 3 Uhr u. 83/4 Uhr. Nachmittags die ganze Vorstella. zo halben Preisen Theater des Westens Täglich 8 Uhr Das Vorverkauf 12 bis 3 Uhr und ab 6 Uhr an der Theaterkasse sowie an anten süße Geheimnis Freitag, d. 7. 9. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 73 19% Uhr Zigeunerbaron Staats- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 64 19 Uhr Theaterkassen der Firma A. Wertheim. Telefon: Bismarck 3197 und 3576 Freitag, d. 7. 9. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus II 19 Uhr Pique Dame Staati. Schauspielh. Am Gendarmenmarki A.-V. 144 20 Uhr Freischütz Gespenster Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Zum 1. Male: Gas 20- Uhr Theater a.Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger Die Revue des Humors: ,, Bei uns..!" Riesen erfolg! Volkspreise: Mk. 0.50 b. 2.00, Logen 2.50 SCALA 8 Uhr Nollendor 7360 Raquel Meller, die Duse d. Chansons; Noni& Horace, mus. Unmöglichkeit; Raffayette mit seinen Radiohunden; Marrone u. La Costa sowie Carlita u. Galla, amerikan. Tanzpaare und weit. auserles. Varieté- Attraktionen Sonnabends und Sonntags je 2 Vorstellungen! 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigt. Preisen das ganze Progr. Winter Garten Varieté- und RevueSensationen Tägl. 8 Uhr Sonnabend und Sonntag Je 2 Vorstellungen Gewinnauszug 3.30 und 8 Uhr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet 5. Klasse 31. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lotterie. Ohne Gewähr Operette. Heidemann, Berna, Nitter Garnowsky- hähnen Th. Königgrätz. St. 814 Uhr: Leinen aus Irland SchlesingerEffendi: Curt Bois. Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vater hat recht gehabt Z VentralTheater Alt Jakobstr. Edke Oranienstr Täglich 8 Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. in der Hauptrolle Anneliese Wortz a- G. Jugendliche haben keinen Zutritt! Parkett auch Sonnt statt 4- Mk. nur 1.-Mk. Nachbrud verboten JEDER EINMALIN Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Loje gleicher Nummer in ben beiden Abteilungen I und II BER LIN 31.AUG. -9.SEPT. 6. September 1928 1928 26. Ziehungstag In der Bormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 8 Gewinne an 3000 m. 84893 151247 289111 344284 14 Gewinne su 2000 2. 12936 50739 174367 233993 272714 371598 373395 30 Gewinne zu 1000 q. 13881 43660 110357 112638 125677 184960 200711 204521 239332 259129 279090 299272 301732 315995 335886 76 Gebinne au 500 m. 28882 29664 37602 48666 62573 83532 111139 124314 148675 153386 155188 156572 156741 164332 168380 169189 169336 170693 170742 176320 177064 177387 180865 225015 226627 235254 237429 238914 253181 253552 271510 301281 303923 340651 342278 343235 356099 373744 210 Gewinne au 300 m. 8824 15611 17092 19800 22063 24065 25194 31205 31669 37003 38108 38949 40563 56613 64432 70127 70465 78860 89882 94170 95018 97842 104015 104292 106207 106631 106908 107162 107357 109429 112332 113134 123231 124470 133070 133969 136967 137168 141512 143810 149245 152749 161952 164490 164992 168405 168695 171505 176536 177646 180043 193961 194718 195816 196329 199190 205602 207719 209231 210941 217911 220616 221734 222944 224468 228786 232656 238878 244631 245852 245929 250369 254241 257493 266900 280822 281602 282818 287869 302241 304278 304530 307538 308843 308754 310324 311933 317403 319747 822068 332736 333516 333957 337132 342839 343691 348829 360336 364194 365156 370078 372615 372718 373179 374054 In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 Mt. gezogen 2 Gewinne zu 10000 m. 106366 6 Gewinne zu 3000 m. 293714 300975 354011 18 Betoinne au 2000 m. 174992 197430 219760 226463 244498 254706 311114 329979 351401 32 Gewinne zu 1000 m. 71562 80773 95094 121178 128649 170617 180912 190802 207309 254985 267211 272871 300383 309456 310150 337751 88 Getpinne u 500 g. 955 1023 3218 33468 50603 50661 56535 63998 64924 74091 75890 87516 89861 112013 134056 137828 138465 152418 166040 177531 181558 188461 192393 195635 200845 209574 225964 244361 249352 249860 258577 259748 263792 277052 302492 311703 316372 319915 330682 336994 340968 344982 372434 374961 208 Gewinne au 300 m. 820 6057 7661 9487 11047 13275 13556 14742 15037 20180 25521 29336 33339 36209 36623 38517 41066 41171 44005 44714 67140 67215 69458 71876 75372 77668 88486 94580 95202 97173 101841 112274 113512 122314 124958 129829 137645 138136 146592 150272 152193 153086 156138 157637 158833 169744 170183 173388 179641 183065 185638 191246 192525 193392 194182 198851 200747 209753 210652 219188 239072 245969 246158 249237 249980 254228 255869 256096 258071 260676 265564 268040 271761 271893 271917 274604 276556 276687 277597 283811 285267 286477 286053 286857 298287 304636 305524 307353 308947 311403 319877 331664 334382 338047 339112 339202 349094 352544 355877 355674 361170 362502 367167 369223 Im Gewinnrade verblieben: 2 Brämien zu 500000, 2 Gew. zu 300000, 2 au 100000, 2 au 50000, 2 zu 25000, 8 zu 10000, 16 au 5000, 56 zu 3000, 84 au 2000, 204 au 1000, 504 au 500, 1356 au 300 Mart al VERA Woher der Wellerfolg der Rama- Werke? Reklame allein fuf's nicht. Dauernde Verwendung und stelig wachsende Aufnahme findel nur das Nahrungsmittel, dessen Geschmack, Nährwert und Bekömmlichkeit, ununterbrochener Prüfung durch den Verbraucher standhält. Die von den Rama- Werken hergestellte Margarine erfüllt diese Bedingungen, weil zu ihrer Herstellung ausschließlich rein natürliche Grundstoffe verwendet werden, wie Das feine Ölder Cocos- und Erdnuss, verbunden mit den Aroma und Geschmackss Bestandteilen frischer Milch unter Zusatz von Eigelb u- Salz VERA Dienst am Haushalt GROSSE DEUTSCHE FUNK AUSSTELLUNG 1tb 50 JAHRE IN ALLEN RÄUMEN DES ZOO 85 Thalia- Theater BLUMENKUNST Dresdener Str. 72-73 UND GARTENBAU 8 Uhr: Schneider Wibbels Auferstehung Theater am Nollendorfplatz Ab heute 7 Uhr: Neueinstudierung Schwarzwaldmädel Preise: JUBILÄUMS- 1.23,4 M. usw. AUSSTELLUNG 6. BIS 16. SEPTEMBER 81%, Uhr CASINO- THEATER 8/ Uhr Lothringer Straße 37. Gesunden Schlaf kräftige Nerven verschafft bel längerer Kur Großes Schauspielhaus Baldravin 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr Der neue Eröffnungs- Schlager mit Michael Bohnen. Regie: Charell Rundfunkfieber Volksbane Planetarium am 200 Fauteuil nur 1.15 M.. Sessel 1.65 M. Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Geöffnet täglich von 80 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends, Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Sonnabends und Sonntags bis 9 Uhr abends. Eintrittspreis M. 1.50. Beim Kauf von Eintrittskarten an den Schaltern der Berliner Hoch- und Untergrundbahn, der Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Stadt- und Ringbahn und der Bahnstationen der ersten Vorortzone, sowie bei den Schaffnern der Straßenbahn- Lin en 53, 58, 72, 75 und 93 wird frele Hin- u. Rückfahrt gewährt Vom 7. bis 16. September auf dem gleichen Gelände ( Alte Autohalle): Internationale 6.Büro- Ausstellung Trianon- Th. Täglich 8 Uhr Stürmische Brautnacht Schwank in 3 Akten mit Sybil Smolowa Preise 2, 3, 4 M. usw. Rundfunkhörer halbe Preise Für Jugendliche nicht geeignet Reichshafen- Theater Abends Sonnt, nchm. 3 Stettiner Sänger „ Traumbilder" Lebende Lieder v. Meysel Nadim. balbe Preise. velles Progr. Donhoff Brett'!: TANZ, dressiert. Bären! Komische 8%, Uhr Oper 8, Uhr Die letzten Vorstellungen JAMES KLEIN'S gewaltiges neues Revue- Stück Zieh' dich aus! 200 Mitwirkende Vorverk. ab 10 Uhr geöffn. Renaissance- Theater 8% Uhr Zum 76. Male: 8 Uhr Krankheit der Jugend v.Ferd. Bruckner. Regie Gust. Hartung Theater am Bülowplatz Verläng. Joachimsthaler Straß 8 Uhr: Noll. 1578 16 Uhr: Was ihr wollt Der Sternhimmel Lustspiel von Shakespeare. im Herbst 18 Uhr: W. Z. 342681/ Man achte auf den ges. gesch. Ramen Zu haben in Apotheken und Droserien, Hersteller: Otto Stumpf A.-G. Chemnitz. 1 Packung Schweinekleinfleisch Ab 10. Septbr.: Erde und Weitenraum. 13 Pfund nur M. 5.20 Der lebende 20 Uhr: Leichnam Der Einfluß d. Gestirne Lustspielhaus Heute 8 Uhr 99 Trixie" Johannes Riemann, Renate Müller, André Mationi, Harry Hardt ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 8.15 Uhr: Jugendfreunde Gartenbühne: 530 U. ( Volksglaube und Wissenschaft). Saltenburg- Bubnen Jts. Künstler- Th. 81 Uhr. Fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch Lessing- Theater Täglich 8 Uhr Nachnahme. Wurstfabrik Bolimann& Co. Nortorf 19 Hoist. FamilienAnzeigen L.Juergens Konzert u. Bunter Teil Der Zarewitsch Alexanderplat 8.15 Uhr: Die Schöne vom Strande Kleines Theater Täglich 8 Uhr in Max Adalbert Müllers Hermine Sterler Landa, Sikla Für die überaus warme und herzliche Teilnahme, welche uns beim Heimgang unferes tebenEntschlafenen von allen Seiten zuteil geworden ist. fowie für die Fülle der Kranzip nden sprechen wir unseren aufrichtigen herzlichen Dank aus. Luise Cuidhardt, geb. Emse und Tochter Charlotte. .cä«. Änterhalwng unö Beilage des Vorwärts Sozialdemokratische Lehrjahre. Eduard Bernsteins Lebenserinnerungen. Vor etwa drei Jahren ließ' der greise Vorkämpfer der Sozial- demotratie, Eduard B e r n st« i n, den ersten Band seiner Lebens- erinnern ngen erscheinen(Verlag Erich Reiß. Berlin). Dieser erste Teil behandelte die Kindheit?- und Jugendjahre eine? Mannes, der das 76. Lebensjahr eben erreichte, als das Auch der Öffentlichkeit übergeben wurde. Wenn es gemeinhin heißt, daß man von den Dingen, über die man berichten und urteilen will, erst einen ge- wissen Abstand erreicht haben müsse, so war diese Darbedingung hier reichlich gegeben. Zwischen dem Jahre 1872, bis zu dem die Dar- stellung im ersten Bande reichte, und 1926, das ihn im Druck sah, lag mehr als ein halbes Jahrhundert. Grund genug, daß der Sechs- undsiebzigjährige mit patriarchalischer Abgeklärtheit auf die eigene Kindheit zurückschaut und aus der Flut der Erinnerungen nur das Wesentliche hervorholt, das auch für die Mit- und Nachwelt von Bedeutung sein kann. Im Januar 1g26— zum 76. Geburtstag Bernsteins— ist im „Vorwärts" diese Jugendgeschichte angezeigt worden. Damals konnton wir der Hofsnung Ausdruck geben, daß die Gesundheit des Beteranen ihm gestatten möge, bald die solgcnden Teile seines Memoirenwerkes folgen zu lassen. Nun liegt seit einigen Wochen der zweite Band vor, diesmal im Berlage des„Bücher- k r ei s"(Berlin) erschienen. Er trägt den Titel„S o z i a l d e m o- kratische Lehrjahre". Das ist, um es vorweg zu sagen, zu bescheiden ausgedrückt. Denn die Lehrzeit, von der hier die Rede ist, umsaht rund anderthalb Jahrzehnte. Sie zeigt uns den jungen Bankangestellten, der zunächst tastend in der Bewegung Fühlung sucht, aber auch schon den Redakteur des„Sozialdemokrat", der in der schwersten Zeit für die gefesselte deutsche Arbeiterklasse die im Reiche Bismarcks verbotenen und deshalb doppelt begehrten geistigen Waffen lieferte. Da ist schon nicht mehr von Lehrjahren die Rede, da steht bereits der Mann im Feld, um die Fahne der Partei, die hohen Ziele der Arbeiterbewegung zu schützen! Eine Reihe von Entwicklungen umjchließt dieser rote Erinne- rungsband. Einsach und doch springlebendig erzählt, rollt vor dem Aug« des Lesers eine Z«i!epoche ab, die für die innere Gestal- tung des neuen Deutschen Reiches,. aber auch für den Charakter der jungen deutschen Arbeiterbewegung von grundlegender Wichtigkeit wurde. Nach dem Deutsch-Französischen Kriege ergossen sich die Milliarden der Kriegsentschädigung ins Land. Spekulanten und „Gründer"— wir Neueren haben diese Sorte von Mitbürgern als „Schieber" und Raffkes bis zum Uebelsein kennengelernt— wirbelten «ine Scheinblüte von Wirtschast aus: das Geld lag sozusagen auf der Straße für sedcn. der den Augenblick zu nutzen wußte: aber für die Arbeiter, denen noch keine Gewerkschast van Bedeutung zur Seite stand, blieb bei langer Arbeitszeit ein karger Lohn, der in keinem Verhältnis zur steigenden Teuerung stand. Es war kein Wunder. daß gerade die intelligentesten unter ihnen nach dem Warum der Dinge fragten. Es war nur natürlich, daß in den Jahren des Gründertoumels auch die Arbeiter aus eine Verbesserung ihrer Ar beit»- und Lebensbedingungen bedacht waren: daß Arbcitsein stellungen lokaler Art sich häuften und daß ein primitives Klassen bewuhtsein immer weitere Kreise erfaßte. Die noch kloine Sozial demokratie— zwar in zwei sich bitter bekämpfende Lager gespalten, aber doch einig im letzten Wollen— machte sich, ihrer historischen Aufgabe entsprechend, zum Wortführer und Anwalt der Arbeiter- klassc gegenüber dem Staat»nd den es beherrschenden Kapitalsinteressen. Der Zusammenbruch der Gründerperiode, die Häusling von Bankerotts leiteten dann eine lang andauernde schwere Wirt- schastskrise ein. die die soziale Struktur des neudeutschen Reiches tiefgohcnd beeinflussen sollte. Mitten in dieser Zujammenbruchsperiode begann die Regierung mit der systematischen Verfolgung der Ar- beiterbewegung. Die Aera des Staatsanwalts T e s s e n- darf leitete über zu dem infamsten Streich des halbabsolutistischcn Staates, zum Sozialistengesetz, das am 21. Oktober 1873 in Kraft trat und alle Ansätze zu einer legalen Arbeiterorganisation mit einem Schlage brutal zertrümmerte. Zwölf Jahre lastete das Schandgesetz auf der deutschen Arbeiterschaft. Lange genug, um ein Uebermaß von Gewalttat auszuhäufen, lange genug, den heißen Grimm ii. chunderttausenden ssch festbcißen zu lassen, lange genug, um die Feindschaft zwischen der ihrer Klassenlage bewußt gewor- denen Arbeiterschaft und dem Staqte Bismarcks sür Generationen stestzulegsn. Und doch zu kurz, um sein Ziel, die Vernichtung der Sozialdemokratischen Partei, erreichen zu können. In die Zeit der Gärung, des Gründerfiebers, der plötzlich onk- fesselten kapitalistischen Gier fällt Bernsteins erste Arbeit in der sozialistischen Arbeiterbewegung: er war der Eisen acher Rich- tung beigetreten und stand alsbald auch im Kampfe gegen die Las- salleancr, die/besonders in Berlin, damals noch wesentlich stärkere Organisationen hatten, als ihre Eifenacher Konkurrenten. Ernste und heitere Episoden aus diesem nicht immer angenehmen Weit- streit weiß Bernstein in seiner unterhaltenden Erzählerart zu be- richten. Wir gewinnen oft neue Ausschlüsse über noch unklare Zusammenhänge. Vor allem aber lernen wir aus dieser Darstcl- lung wieder eine Reihe von geschichtlichen Personen in besonderer Beleuchtung kennen. Das gilt auch— über den Bruderkamps hinaus— von der Zeit der Dühringbewegung und den damit vcr- bundenen Auseinandersetzungen. Aber den Kern des Buches bilden doch die fesselnden Schilds- rungen der Attentatsperiode, die das Soziali st engesetz zur Folge hotte, und die wichtige Arbeitsepoche, die Bernstein in der Schweiz, zunächst als Privalfekretör Karl Höchbergs, später als Redakteur des„Sozialdemokrat" verbrachte. Hier reift der junge Agitator zun, Theoretiker, hier arbeitet er gemeinsam mit dem Altersgenossen Karl Kautsky, hier knüpfen sich zahlreiche Bande internationaler Art. Die Schweiz birgt als Emigranteu Revolutionäre und Sozialisten aus fast aller Herren Länder. Mst sehr vielen von ihnen schloß Bernstein Betanntschosi, mit den meiste» verband ihn Jahre dauernde Freundschaft. Aus sckn internationales Empfinden hat dieser Berkehr tief« und verticscnde Wirkung geübt. Fast die ganze Zeit der Dauer des toozialistengejetzes rollt hier in«in« Einzeldarstellung vor uns ab. Nur wenige saßen so wie Bernstein„am Webstuhl der Zeit", nur wenigen war in gleichem Maße w-ic ihm persönlich« Teilnahme an dem Geschehen in der versehmten Partei und Wirken sür sie vergönnt. Die Art, in der er von dieser Zeit erzählt, wie er bisherigen Kenntnissen von der Geschichte neue Lichter aussetzt, ist so fesselnd, daß mir selten ein persönliches Erinnerungsbuch sich mit diesem messen kann. Bon rührender Einfachheit, ober um so packenderer Wirkung ist, um, nur eins herauszugreifen, die Art. in der Bernstein seiner Lebens- gefährtin gedenkt, seiner Gine, die ihm bis ins hohe Alter in Freud und Leid zur Seite stand und der er in diesem Buche ein Denkmal setzt, das ihrer würdig ist, ihm selbst zur Ehr« gereicht. Die Alte» werden an der Hand dieser Erinnerungen ihre eigenen wieder auffrischen. Die Jungen ober, die durch Menschenolter von jener Zeit heroischer Kämpfe und Entwicklungen getrennt sind, mögen das Buch mit nicht minderen, Nutzen lesen. Den» alle Er- kenntnis der Gegenwart ist nicht denkbar ohne den geschichtlichen Urgrund, auf dem sie erwachsen ist. Franz K l ü h s. Schicksal eines nervösen Herrn. Von H. Wolfgang Seidel. Gestatten Sie. daß ich über meine Person nur das Nötigste berichte, denn es handelt sich hier um die Sache, um ein« Unzerech- tigkeit, ein Verhängnis und tief« Empörung. Es genüg«, meine» Wohnort anzugeben— Berlin— und mein Alter, dos, wie die Leute sagen, kein Alter ist, aber das Unheil begann jedenfalls in meinem zwanzigsten Jahre, und seitdem sind gerade drei Jahrzehnte verganzen. Ich erinnere mich noch, daß jemand sagt«, ich solle es tun, und daß ich mich ein« geraume Zeit dessen weigerte, vielleicht aus einer Borahnung heraus oder weil ich immer ein wenig ent- schlußlos war. Und dann tat ich es doch, und er, Bumiller, empfing mich natür- lich mit offenen Armen. Er hatke seinen Zauberladen im Schatten einer Kirche: aber die Drachen sitzen ja auch auf Notre Dame und tun so, als ob sie dazu gehörten. Da er ein aufstrebendes Geschäft war, so fehlte es nicht in feinem Schaufenster an abgeschinttenen Menschonköpfen, ausgerissenen Zöpfen, blinkenden Mordmessern und einer ganzen Armee von Teuselssalben, bestialischen Tränkchen, Pulvern und Haarnetzen. Als ich das erstemal«intrat, ertönte ein warnendes Belfern, das ich leider nicht beachtete: er nannte es seine Türglocke. .Sie mögen es glauben oder nicht, aber dieser Mensch besitzt einen Höllenzauber, der mich zwingt, jeden zweiten Tag bei ihm anzutreten. Ich empfinde ein Unbehagen— mitten im Gespräch mit einer Dame, beim Philosophieren oder wärm ich mein« Nelken begieße: ich fasse mich ans Kinn und befühl« in blödsinniger Weise meine Wangen, ich starre in den nächsten Spiegel(sehr unbequem, weirn dieser Spiegel beispielsweise nur eine Flasche ist im Hinter- gnind eines Delikatessengeschäfts), und schon stürme ich dahin. Ich muß bei Bumiller sein! Die Sehnsucht nach diesem Menschen, der inzwischen auch nicht schöner wurde, ist tief beirrend: ich glaube, das Kaninchen erlebt Aehnliches, wenn es auf seinem Abendspazier- gang der Pusfotter begegnet. Also ich reiße die Tür auf und verwandle mich alsbald in einen bescheidenen Bittsteller, der aus einem vierbeinigen Schemel Platz nimmt. Seit dreißig Iahren kenne ich diesen Schemel: Gott hat ihn nicht zum Sitzen geschaffen. Und während ich warte, riecht es um mich nach ollen Gerüchen einer perversen Parfünssabrik. Schließlich ist es soweit, und nun beginnt ein« Periode der De- mütigungen. Man bindet mir ein Lätzchen um, wie einem Säug- lmg, und«in Knabe, dessen Znkunftsaussschten trübe sind, reinigt seine Finger, indem er mir«in« Maske aus Seifenschaum anlegt, dabei meinen Mund und meine Ohrmuscheln bevorzugend. Wöh- rend dieser Tätigkeit beobachtet«r durchs Fenster zwei Hunde, die eine Auseinandersetzung haben, was ihn zwingt, seinen Hots unnötig 3» verlängern— ich weiß nicht, wie«r das verantworten kann. Aber er ist nur«in Windlicht gegen den Herrn, der ihn ablöst. Dieser Herr sieht aus wie ein Chirurg im Dienst Er trägt«inen Plastronschlips mit einem Pferdekopf als Sichmuck, und seine Man- lchetten kommen wie Untergrirndbahnzüge au» dem Tunnel des Aermels hervor. Furcht ist ihm fremd: dos erste, was«r tut, ist ein Griff nach in«in«r Nase, mit dem er mich sanst auf die andere Seck« biezt. Und dorm radiert«r mit einer ZIi größenwahnsinnigen Federmessers an mir herum, als sei ich eine Schularbeit aus der dritten Borschulklasse. Aber ich ertrage««, ich w« sogar, als sei es mir angenehm. Bei dieser Gelegenheit hat er ein« äußerst scherzhafte Art. mich zu unterhalten, etwa, indem er abschätzige Urteile über mein Aeußeres fällt und taktlos genug ist, die Anzahl meiner Kopfhaare zu zählen. Hilft das nichts, denn ich schweig« grundsätzlich, um nicht irzendeins seiner Zaubersläschchen kaufen zu müssen, so sagt er, daß da« Wetter heute gerade so heiß sei wie gestern— morgen könne es ssch indessen ändern. Er hat das eben herausgefunden und will nicht damit zurückhalten. Und indem ich dies ertrage, die Beine hochgestellt und den Kopf zurückgelehnt, denke ich nach über die Würde des Menschengeschlechts. Jeder bedauert«inen Käfer, den schlimme Knaben auf den Rücken gelegt haben— ich aber stülpe mich selbst um und bezahle nach Geld dafür, auszusehen wie ein Huhn beim Schlachten. Indessen: der Spiegel! Ich habe eine Entdeckung gemacht, und wenn etwas mich von der dämonischen Art des Zauberers Bumiller überzeugt, so ist es dies. In Bumiller? Spiegel ist allerlei zu sehen, ober das Merk- würdigste darin ist Bumiller« Uhr. Sie blickt mich an, ein Regu- lator; ich Höne ihn pendeln mit seinem shwingenden Herzen. Und diese Uhr geht rückwärts I Heiß und kalt lief es mir über den Rücken, als ich die erste Wahrnehmung machte. Ich setzte mich um sechs Uhr in den Morterstuhl, ich wurd« bearbeitet und stand wieder aus: da war es dreiviertel auf sechs. Ich war um fünfzehn Mi- nuten jünger geworden! Wo nur mag er diese Uhr ausgetrieben haben? Denn ich weiß, daß sie in den ersten Jahren nicht vor- banden war. Ist nicht unter ihrer Einwirkung auch Bumiller« schimmelgraue« Zlegenbärtchen wieder schwarz geworden? Und der einseifende Knabe? Er hat zuweilen einen so wissenden Blick, als habe er bereits Iohnzehnte die Welt belächelt— ist er wirklich«in Knabe oder ein verjüngter Greis? Auh der Hund, der sich in der Ecke hinter dem eisernen Oscn aufzuhalten pflegt, ist nicht mehr derselbe. Ach. ich suchte Vorteil aus diesem köstlichen Besitztum zu ziehen, blieb im Henkerstuhl sitzen und hoffte, wenigstens ein« Stunde zu nerweilen— vergebliches Bemühen! Sie entfernten mich— ich sage nicht wie. Sie waren roh und herzlos. Nun, ich denke, daß' sie stch eines Besseren besinnen müssen. Denn einmal werden sie sich doch heftig versüngt haben, imd ich werde ihnen gewachsen fein. Inzwischen... ob ich mich rasieren lasse. Mir ist so, ih weiß nicht, wie... Reiseandenken. „Schmücke" dein Heim nicht mit Geschmacklosem! Als ich neulich einen guten Bekannten besuchte, fand ich ihn seltsam beschäftigt. Er hatte einige sein ausgesührte Aquarelle vor sich, die er In einfache schwarze Rahmen paßte.„Das sind meine Reiseandenken von Helgoland aus diesem Jabre. Don jedem Ferien- ausenthnlt bringe ich mir ein paar»ildchcn mit. gut gezeichnete oder gemalte Arbeiten. Hier um meinen Schreibtisch hängt schon eine ganze Galeric, und wenn ich Muße habe, und Sehnsucht spüre, dann reise ich in Gedanken noch einmal durch einst erlebte Schön- Helten" Das ist gewiß eine edle Art Erinnerungen zu pflegen, Reise- andenken zu sammeln, aber auch diese bescheidene Gewohnheit er- fordert Geldausgaben. die nicht viele Ferienreisende erschwingen können, und aus dem Bestreben, für wenige Groschen Mitbringsel zu liefern, ist wohl der Schund der oft so geschmacklosen Reise. andenken erstanden. Wohl ist in Deutschland in den letzten Jahre» viel getan worden, um dem Volke die Kunst näher zu bringen und den all- gemeinen Geschmack auf eine höhere Stuse zu heben. In Baukunst und Hausrat, in Gebrauchs- mü» Luxusgeg«nständen zeigt sich stärker als früher der Wille, Geschmacklosigkeiten zu vermeiden. Jedenfalls ist die Zeit des Jugendstils, der Oeldrucke, der Makart- buketts und der Möbel mit Muschelauflätzen endgültig vorüber. Aber in Bädern und Kurorten begegnet man heute noch bei den Verkäufern von Reiseandenken allerlei Abgeschmacktheiten und Plattheiten, die jeder Kultur spotten. Da sind Dinge aus Holz. Porzellan, Glas, Pappe, die durch Ausdruck eines Bildes und des Ortsnamens zu Reiseandenken frisiert werden. Oft gesellen sich noch Reime zweifelhafter Art zu den mehr oder weniger nichtssagenden Abbildungen. So liest man auf einem, die Figur eines Schweines zeigenden Holzbrett, zum Schneiden von Wurst bestimmt:„Zum Zeichen, daß ich dem gedacht, Hab' ich dir dieses mitgebracht." Roch immer sind auch die Federhalter und Bleististe, mit Gemsen- oder Rehklauen, die mit Fell umwickelt sind, nicht ausgerottet, noch immer werden sie als Andenken an den Ort geboten, in dem man solche Tiere niemals gesehen hat oder je sehen wird. Auch jene Kühe und Schweine aus Porzellan sind noch nicht ausgestorben, deren Rücken hohl ist, um Butter, Senf oder Zigarrenosche auszunehmen und die den Namen des Badeortes in Goldschrift irgendwo an ihrem Körper tragen.— In den See- bädern findet man heute noch alle die siennigen Gebilde aus Pappe, Holz, Muscheln und Steinen, die Fischerköpse aus Porzellan, um Zigarrenosche hinein zu tun, die schon unsere Großeltern lausten, um damit ihr„Heim zu schmücken". Die meisten der mit solchen Reiseandenken Bedachten ziehen es wohl vor, damit eine Tombola oder Lotterie zu schmücken, um so komprimittierende Greuel rasch wieder los zu werden. Die Frage bleibt jedoch: Wie sollen jene, deren Mittel beschränkt sind, und die doch auf schöne Andenken nicht verzichten wollen, es an- stellen, um ssch eine Erinnerungsgalerie zu schassen? Man muß es machen wie meine gute Tante Anna. Sie wählt aus ihren zahlreichen Reisen nur Gegenstände, die sür den Ort oder die Gegend charakteristisch sind. Als sie kürzlich von ihrer Badereise aus Schlesien zurückkam und ihre Andenken aus dem Kofser nahm, sagte sie:„Seht mql die wundervolle Spitze! Aus einem kleinen Geschäft in K. Schlesische Heimarbeit aus dem Hirschberger� Tal. Ich habe oft den Mädchen zugesehen, wie sie mit ihren Kloppelkisten hinter dem Hause bei ihren Kunstfertigkeiten sahen. Nadel- spitze, Handarbeit!— lind hier das schlesische Leinen! Dieses hfchsche Bauernmuster! Wenn ich's betrachte, steht gleich die I Weberei vor mir, in der aus einfachem Garn und Fade» aller- I Hand Köstliches für die Hausfrau bereitet wird."— Im Vorjahr. als der Harz ihr Reiseziel gewesen, trug Tante Anna hübsche» Holzgerät sür die Küche mit im Kosser, derbe Lössel und Kellen, die aus hohem Berge ein Hirte unter seinen Schafen geschnitzt hatte. In einem zierlichen Schrank sah man bei ihr bunte Glasperlen- ketten, eine Erinnerung an eine Glashütte im Fichtelqebirge. in der ein alter Mann vor dem weißglühenden Oscn die flüssige Glas- masie auf den Metallstab brachte. An angenehm verlebte Tage in Karlsbad und Marienbad gemahnten die edel geschliffenen farbigen Trinkgläser mit den eingeschnittenen Landfchiiftsbildern, jene hübschen Gesäße, die schon in der Biedenneierzeil beliebte Reiseandenken bildeten. Dazu gesellten sich Pellchaste aus buntem Achat, Täßchen aus feinem Porzellan, kleine Nippesfiguren»nd andere zierliche Dinge, von nah und fern zusammengetragen und jedes eine charakteristische wertvolle Erinnerung darstellend, die ohne große Kosten erworben war. Bei Betrachtung ihrer kleinen Schätze ge- dachte die gut« Tante gern der näheren Umstände ihrer Erwerbung und lebte wieder aus In Gedanken an vergangene Tage. Niemals wäre es ihr eingefallen, eines der kitschmen Erzeugnisse der An- dentcnindustrie zu kaufen, die ihren Sitz j» Thüringen und im Erzgebirge hat, von wo alle Bade- und Kurorte seit Jahr- zehnten damit versorgt werden. Es ist Pflicht jedes geschmackbegabten Menschen, sich gegen die Ungeheuerlichkeiten jener Industrie zu wehren und den Händlern gegenüber sein« Abneigung kundzutun. Denn wenn solche Dinge nicht mehr verlangt und gekauft werden, dann stellen sich die Ge- schäste selbst um und werden Sorge dafür tragen, den Reisenden nicht mit häßlichen Geschmacklosigkeiten zu verletzen. P. Z. Der Heilwert der am Meer gelegenen Badeorte wurde in früheren Zeiten hauptsächlich in der Wirkung des �kalten Seebades gesucht. Heute weiß man, daß den Meerwasfer-Bädern gegenüber gewöhnlichen kalten Bädern kaum«in« besonder« tl>eraperitische Bedeutung zukommt, daß vielmehr das gesamte Klima der Seebadeorie für die Heilwirkung maßgebend ist. Gegenüber dem Höhenklima zeichnet sich das Secklima durch geringer« Niederschlasmenge, durch geringere Temperaturschwankungen und durch höheren Gehalt an Sauen'tosf aus. Gemeinsam ist sowohl dem S»«. als auch dem Höhenklima die Reinheit der Luft und die gesteigerte Strohlungs- stärke des Lichts. Seekurcn sind demnach besonders angezeigt für Genesend« und Personen, die der Abhärtung bedürfen. Ferner gegen Englische Krankheit, Katarrh« der oberen Lustwegc, Bronchial- Asthma, nervöse Verdauungsstörungen, Skrofulöse, Bleichsucht und Blutarmut.. Auch Personen, die an Aderverkalkung leiden, tut der Ausenthalt in einem Seebade wohl, dach müssen sie sich natüttich kalter Seebäder enthalten. TIETZ Billige ebensmittel Leipziger Strasse* Alexanderplatz Frankfurter Allee Belle- Alliance- Strasse* Brunnenstrasse* Kottbuser Damm* Andreasstrasse* Chausseestrasse Fleisch, Wild, Geflügel, Fische, Obst und Gemüse sind vom Versand ausgeschlossen Mengenabgabe vorbehalten Wurstwaren Rol- u. Leberwursted. 70P. Schinkenpolnische Pid. 1,35 Sülzwurst...... Pfund 90Pt. MettwurstBraunschw. Art, Pfd. 1,35 Schinkenecken..Pfund 1,20 Bierwurst........ Pfund 1,50 Hausm.- Leberw. Pa. 1,05 ff. Leberwurst..Pfund 1,60 Grobe Mettwurst Pta. 1,10 Schinkenwurst..Pfund 1,65 Knoblauchwurstpfand 1,15 Teewurst......... Pfund 1,75 Jagdwurst....... Pfund 1,20 Zervelatu.Salamira. 1,75 Felter Speck.... Pfand 1,20 Schinkenspeck..Pfund 1,85 Magerer Speck Pfund 1,35 Nussschinken... Pfund 1,95 Wild und Geflügel Rebhühner Junge Tauben. Gänse.. Stück von 95Pf. an Stück 75PL Pfund von 1,05an Frische Suppenhühner..Pfund von 98Pf. an Junge Brathühner ............. Junge Enten Wildschwein 00000000000000000 Hirschfleisch Pfand 1,45 Pfand 1,25 Pfand von 70PL .......... Pfund von 45Pf. an Käse und Sette vollf an Frühstückskäse Pfund 12PL Tilsiter ohne Rinde, Pfund 95PL. Romatour.Stack 14PL Bayer.Schweizer 1,48 Camembert wife, Sch. 24PL. Margarine. Pfund 52, 62Pt. Steinbuscher vollt, Pfd. 92PL Kokosfett........ Pfund 62PL. Edamer Holländ.P.85PL. Bratenschmalz Pfand 85PL Tilsiter vollfett, PIL 90PL. 1,05 Griebenschmalz Ptd. 88Pt. Dän, Schweizer Pta 98Pt Tafelbuller..... Pfand 1,98 Obst und Gemüse Forellenbirnen Pfand 12Pt. Zitronen....... Dutzend 68PL Holl. Tomaten2 Pfand 35Pt, Holl. Weisskohl Pfund 8Pt. Strudeläpfel..... P 22Pt. Möhren gewaschen, Pfund 8Pf. Preiselbeeren Pfand 25Pt. Holl. Rot- u. Wirsingkohlptd. 8Pt. Congressbirnen Pla. 30Pt. Schmorgurken Pfand 10Pt. Tirol.Gravensteinereid. 38p. Senfgurken..... Pfand 17Pt. Bananen......... Ptand 42Pt. Neue Kartoffeln 10 Pd. 38PL Seisches Sleisch Verkauf soweit Vorrat Pa. Schweinebauch ohne Bellage, Pfd. 1,12 Pa. Schmorfleisch ohne Knochen, Ptd. 1,28 Pa. Schulterblatt ... Pfand 1,18 Pa. Rouladen Pa. Suppenfleisch .Pfund 1,38 S2Pt. an Pfund von Pa. Schweineschinken.......... Pfund 1,20 Pa. Schweinekamm und Schuft ohne Beilage, ohne Schwarte.... Pfund 1,28 Pa. Schabefleisch............ Pfund 1.28 Pa. Rückenfett brattert, o.Schwarte, Pfd.98Pt. Pa. Kalbskamm ohne Beilage.. Pfand 90Pf. Pa. Kassler mild gesalzen....... Pfund 1,20 Pa. Rinderleber.... ... Pfand 1,30 Pa. Eisbein i. ganz., m. Spitzbein, Pfd. 70Pt. Pa. Rinderbacken ohne Knochen, Pfund 58Pt. Pa. Hammelvorderfleisch Pfund von 1,04an Pa. Rindertalg selbst ausgelassen, Pta. 58Pt. Pa. Kalbschnitzel............. Pfund 2,20 Gefr. Roastbeef ohne Knochen, Ptd. 1,28 Gefrierfleisch Pa. Ochsenschmorfleisch Keple, o. Kn., Pfd. 1,10 Pa. Ochsengulasch ohne Knochen, Pfund 86Pt. Pa. Ochsensuppenfleisch.. Pfund von 65Pt. an Pa. Hammelverderfleisch..Pfand von 80Pt.an Pa. Rinderlungen Pa. Rinderherzen Pa. Kuheuter. ..Pfund 30Pt. Pfund 60 Pt. .Pfund28Pf. Pa. Schweinaköpfe frisch, Fettbacke, Pfd. 60Pf. Konfitüren 1,00 Orange........ 1,10 Erdbeer Vierfrucht 2- Pid.- Eim. 82Pt.| Johannisbeer 2- Pid.- Eimer 1,15| Kirsch...... 2- Pfd.- Eimer 1,35 Pflaumen 1,35 Aprikosen 1,45 . 1,15 Himbeer 1,25 Ananas..... *** " Zur Konfirmation Billige WEINE VOM FASS IN GUTEN Johannisbeerwein 85Pt. rot, voll und süss, 1 Liter Pf., Ltr. QUALITÄTEN fettsüsse Qualität....... 1 Liter 5 Ltr. 5 400 Original Insel Samos 160.t..750 The Wessel 125 600 Sonnengartner roter enan. 60 RheinpfälzerWeisswein Ltr. 5Ltr. 199.tr. 750 Dessertw., kräftig u. süss, 1 Liter 5Ltr. 1 Ltr. 10 Ltr. Unsere] *** Borsdorfer Apfelwein zur Kur 48pt.4 zur Kur 48.450 Spezial Deutscher Weinbrand, 000 und für Tischzwecke........ Pf. a. alt. franz. Weindestillat. hergestellt 1927er St. Martiner, kl. reint.Tischw. 1 Fl. 10 FL| 1927er Treiser Treppchen, ang. Mosel 1 Fl. 10 F1. Valencia, vollsüss. rot. Dessertwein Span. Weisswein, Sauternes ähnlich 1924er Margaux, mittelv. Bordeaux. Roter Tarragona, gute volle Qualität 1251200 Vorzüglicher alter Malaga, dunkel Erdbeer- u.Kirschwein, vorz. Qualität) NEUE ERNTE 75 ch 1927er Himbeer- und Kirschsaft mit Raffinade eingekocht, Is Qualitäten....... Flasche Preise ohne Flasche, -Ausserdem 1/1 ChampagnerPf. Flasche 1601500 725 10 FL 12,00 177 Wohlfahrts- Wert- Lotterie Lose zu 50 Pfennig an allen unseren Kassen erhältlich Insgesamt 2344 Gewinne, darunter 1 Auto, 1 D.- Rad u. 1 Herren- Zimmer Sische und Räucherwaren * Rotbars ohne Kopf, Ptd. 16Pt." Leb. Hedhte..... Pfand 1,45 * Seeladhso. K., gz. Fisch., Pfd. 16Pt." Leb. Aale kleine, Plund 98Pt. * Schellfisch...... Pfund 14pt. Fettbücklinge Pta. 32, 48Pf. * Fischfilet....... Pfund 28Pf. Schellfisch........ Pfand 34Pt. * Rotzungen Pfand 24, 30Pt. Seelachsu.Rolbars Ptd.40Pt. * Kabliau o. K., L. Gz. Pid. 18, 30PL. Bundaale........ Bund 38Pt. * Leb. Spiegelkarpfen Pid. 1,25 Goldfisch...... Pfund 70PL Nur Leipziger Strasse, Alexanderplatz, Frankfurter Allee, Kottbuser Damm, Belle- Alliance- Strasse Bismarckheringe.. Hering in Gelee...... Rollmops.. Bratheringe Frisch gebrannter Kaffee 1- Liter Dose 95. Pland 240 Tee Sumatra von Java- Misch. an Paket 95Pf., 50Pf.. Konserven 11 Dose Pf. 25 PL. Dose Gemischtes Gemüse 92P. Junger Spinat........ 48Pt. Gem.Gemüse fein.... 1,65 Brechspargel extra stk. 2,95 Gemüseerbsen....... 65P. Slangenspargel stark 3,00 Junge Erbsen mittelfein. 1,00 Kirschen rot, sas, mit Stein 1,05 Kaisererbsen......... 1,70 Erdbeeren............ 1,45 Jg. Erbsen m. Karotten 82Pt. Stachelbeeren........ 98PL. Haval- Ananas& Schelben... Dose 95PL. Kolonialwaren Burma- Rreis.... Ptand 22Pt. Kartoffelmehl..Ptand 28Pt. Moulmain- Reis Pfund 27Pt. Haferflocken... Pfund 27Pt. Karolinen- Reis Pland 35pt. Eler- Schnittnudeln Pfund 40Pf. Weizengriess..Pfund 22Pt. Eierfadennudeln Pd. 42Pt. HartweizengriesSPtd.24Pt. Auszugsmehl Malzkaffee- Pa- Paket 35Pt. Pfund... 26PL 24PL 22PL REKORD- TAGE 25 hübsche Pf. 1 Frottierlätzchen Master 1 gr.Flasche pa.Metallputz 1 Stickereilätzchen 1 Hemdenpasse Koppel 1 Pikeekragen Fede gerade 7 Meter Gardinenkordel 1 Geldtasche echt Leder, mit Schloss 1 Schlüsseltasche Druckknopf, echt Leder 1 Herren- Uhrkette ver nickelt oder vergoldet 1 Bubikopfspange mit bunten Steinen besetat 1 Rolle Sportkeks 1 Talel Bauwerke 1 Stück Palmölseife 250 Gramm Frischgewicht 1 starkes Scheuertuch tief oder 2 Steingutteller ach 8 Kompotteller Pressglas 1 Weinrümer glatt 1 Esslöffel Britannia 1 Kaffeelöffel Alpaka 1 Königskuchenform 1 Paket Stahlwolle sam Reinigen von Aluminium 1 Seifenhalter Aluminium 1 Potsdamer Spielpack. 1,, Trump!" Max u. Moritz 95 Pl. 1 Mädchen- Hemdhose mit 1 Damen- Schlüpfer Ba- 1 grosser Stehspiegel breiter Stickerei, Gr. 40-50 1 Mädchen- Trägerhemd reich ausgestatt, Gr. 40-55 m. Stickerei 1 Damen- Hemd Klöppelsp. 1 Strumpfhaltergürtel reich garniert, eleg.Jacquardstoff, mit 4 Haltern 1 Baby- Kleidchen Koperbarchant, reich bestickt 1 Stubenhandtuch gutes halbleinen.Jacquardgewebe, abgepasst, ges. u. gebändert 1 Küchenhandtuch halblein. wolltrikot, in vielen Farben 1 Damen- Hemdhose Windel1 1 Unterlage 1 Kaffeekanne Porzellan, m.Goldhenkel form, feine Baumwolle, Milchtopf u.'1 Zuckerdose weiss und zarte Farben Porzellan, mit Goldhenkel Paar Damen- Strümpfe od. 1 Herren- Socken, in guten Qual 1 Paar Damen- Handschuhe Schwedisch imitiert, mit Umschlagmanschette 1 Paar Türkenpantoffel mit Trockenfilzsohle Büchsenöffner„ Rival" 1 Tortenheber Alpaka 1 Krümelschaufel Messing, ver1 Teeglashalter nick., m.Glas 1 Mandelreibe 1 gr. Fl. feines Haarwasser 1 Aluminium- Maschinentopf Daipergew., weiss, farb. Kte., 1 eleg. Parfümzerstäuber ca. 48/100, abgep.. ges. u. geb. 1 Karton m. 3 gr. Badestück. gelb, rote Kte., 6 Staubtücher woll Gewebe ca. 14 cm, unbordiert 1 Kokos- Teppichhandfeger Köln.- Wasser- ed. Lavendelseite 1 Bügelsäge 1 Paket Sahnenusskrokants T. 1 Pfund Kakao 1 Vollmilch- Nuss- Blocktafel 1 Papagei in Stanniol 50 Pf. 1 gr. Tube Rasiercreme Fichtengebleicht, gute Qualität 1 gr. Glas Badesalz de 1 Frottierhandtuch mit farbigen Streifen 1 Büstenhalter Trikot, mit Spitze 1 Reisekissen mit Henkel 1 Meter Tüllgardinenstoff 1 Taschenmaniküre 5 teilig, im Lederetni 1 grosse Flasche Parfüm oder Kölnisch- Wasser 1 Kopfbürste 1 Kaffeekanne emailliert 1 Kaffeeflasche, Liter schlitt. 1 Rotweinglas mit Stiel1 Geldtasche mit mehreren 1 Weinromer geschliffen 1 Käseglocke Pressglass Fächern, echt Leder 1 Kleingeldbörse Alpaka Salatbesteck 1 Kinder- Armband 1 echt Silber, mit Anhänger 1 Haushaltschere 1 Krt. Borken- Schokolade 1/2 Plund Kokosflocken Karton 1 1 Plund Sandgebäck 1 Paket Haselnuss- Schokol. 3 Tn. Erfurter Katzenzungen 100 Gramm mit Schokolade aus Scho1 Musikplatte kolade Verkäufe Nähmaschinen Ohne Arbeitsmarkt Stellenangebote Schmiebepreffer, perfekt, stellt ein. Norddeutsche Schrauben und Metall. merte, Niederschönhausen, Buchholzer. ftraße 50-54. Benig getragene Fradanzüge, Gmo. Nur Rehfelb, Babstraße 34. Herren- Was Sie schon lange fuchen, bietet| Fahrräber 2025, 35, Reue, finganzige, Gehrodanzüge, Jadett- zimmer, breiteilige Bibliothet, Diplo- Ihnen unser günstiges Angebot: Gold- gebrauchte Mart 15,-, Tourenräder mit anzüge, Gummimäntel, Cutawananzüge, mat mit englischen Bügen, geschnigter birte Schlafzimmer, 8weimeter An- Torpedofreilauf, prima Bereifung, tom Sutgehenbes Lotal trantheitshalber Sabardinemäntel, Covertcoatpaletots, für runder Tisch, Schreibfeffel, Stühle mit leidefchrant, gerundete Betten, ent- plett mit Dynamolampe, 5 Jahre GaFahrradrahmen Stellengesuche fofort zu verkaufen. Telephon Weißen- iebe Figur paffenb, Spezialität: Bauch. Rindleder, 295, 375, 495,-, 630,- aüdende Frisiertoilette, Stühle, Geffel rantie, Mart 68, fre 3633. analige spottbillig. Gesellschaftsanzüge mit Seidenpolfter complett nur 1090 Dt. 17,-, 19,-, 22,-, 25- Azetalenlam Nur Rehfeld, Badstraße 34. Anrichte Moriz Sirfchowis, Gübosten, Staliger- pen 1,50, 2,35, 3, Laufmäntel 1,50. Einjähriger, fucht Dauerstellung gleich Ehemaliger Oberfeldwebel, verheiratet, Walbparzellen, herrlich, baureif, 950ftraße 4. I. Etage. werden verliehen. Halpern, Rofenthaler rüchen, weiß, farbig und lafiert, in ftraße 25, Sochbahn Rottbusser Tor. 2,25, 2,50, 3,-, Dunlop- und Continen Anzahlung 100,- Wagner, Wandlig befter Ausführung, 115,-, 165,-, 225,-. fee, Stolzenhagenerftraße. Getragene Herrengarderobe, Speziali 295 Mart. Batentmatraßen. Primissima"-Metall. tal- prima Laufmäntel( ftahlblau) 4.50 welcher Art. Angebote unter B. 13 an den Borwärts. Zandparzellen, nur 850,-, Anzahlung mannstraße 25/26, früher Muladitraße tät Bauchfiguren, fpottbillig. Naß, Gor betten. Auflegematragen, Chaiselongues Luftschläuche 0,80, 1, 1,50, Bumpen Nur Rehfelb, Badstraße 34. Speife Balter, Stargarderstraße achtzehn. Spe. 0,30, Center 1.50, Bedale 1,20, Retten 100, Reſtaurant Hofmann, Oranien zimmer, wundervolle schwere Büfetts zialgefchäft 0,80, Stahlfelgen 0,50, Gummigriffe 0,20 burg, Berlinerallee 21. Berleih hocheleganter Gesellschafts usw. E. Machnow, größtes FahrradBauparzellen von 650, Anzüge. und Kredenzen, großer Ausziehtisch, Leihhaus Lowidi, Brinzen. Stühle mit echtem Rindleder, 365, und an, 50 Mart Ergänzungsmöbel in Rußbaum, Eiche haus Deutschlands, Weinmeisterstr. 14. ftraße 105. Ankleideschränke, Anzahlung, monatlich 20 Mark AbzahMahagoni, 495,-, 585,-, 750,-. Betten, auch in Metall, Tische, Stühle, Tung, dicht am Bahnhof( Nordbahn), Wenig getragene Jadettangülge, teils Baugenehmigung wird erteilt, verkauft auf Geide, 18,-, Smolinganallge. Bauch fofas 98, 125, Chaiselongues 29, Rrebengen, Standuhren, Bolstermöbel Nur Rehfeld, Badstraße 34. Prüfd Schreibtische, Bücherschränke, Büfetts, M. Hein, Berlin NO. 55, Bögowstr. 38, anzüge, Taillenmäntel, Baletots, ftau 39, 45 ,, Bücherschränke, Schreib in Gobelin und Leder, Küchen in allen bei Gerlach. nend billig. Gelegenheitstäufe in neuer tifche, echt Eiche, 75, 98, 120, Ausführungen Serrengarderobe. Leihhaus Rofenthaler bekannt billigen Nähmaschinen aller Gnfteme Riefen Bekleidungsstücke, Wasche asw Tor, Linienstraße 203-204, Ede Rofen. Ausziehtische 36, 48, 55, Rohr Preisen! Möbelhaus Often, Andreas- auswahl, bei Rauf bis 30 M. Bergülftühle 5,90, 6,75, 7,50. ftraße 30, gegenüber Markthalle. Wenig getragene Ravaliergarderobe thalerftraße. Reine Lombardware. tung. Langfristige Zahlungsweise. Post. von Millionären, Aerzten, Anmälten. Nur Rehfelb, Badstraße 34, gibt auch tarte oder Bertreterbefuch. Berg, Gla Musikinstrumente Fabelhaft billige Breife. Empfehle Möbel mit Bahlungserleichterung und Tigerstraße 119. Taillenmäntel Baletots. Frads, Smo nur geringem ginszuschlag ab. Sämt Linkpianos, überaus preiswert. Biano. tings, Gehrocanzüge, Sofen, Sport.. Möbelhaus Stein, Weinbergsweg 24. Tiche offerierten Gegenstände find in fabrit Lint. Brunnenstraße 35. Gebpelze. Gelegenheitsläufe in neuer Besonders günstiges Angebot: Schlaf neuem Zustand und wird auf alles Garderobe. Beitefter Beg lohnend. zimmer 475,- Speiſezimmer, Ruß langjährige Garantie übernommen, Pianos ohne Anzahlung, neu und ge Ankleideschränke Lothringerstraße 56, 1 Treppe. Rofen. baumbülfetts, braucht, in großer Auswahl verkauft Billige Schuhwaren und troßdem halt. thaler Blan Spiegel 105,-, Küchen. Bolstermöbel. Nur Rehfelb, Badstraße 34, liefert Serer, Brunnenstraße 191, 1 Treppe, bar taufen Sie am besten bei R. Herrn Leihhaus Morigplag 58a. Berlauf von Bahlungserleichterung. bis 100 Rilometer mit eigenem Auto Rofenthaler Blaz. Langjährige Garan. ftadt, C. 25, Münzstraße 7. Ravalier- Garbergbe, teils auf Geibe, Möbeltrebit bis 20 Monatsraten. frei Saus: Rataloge werben wegen der tie. Kleinste Ratenzahlung. Jadett, Frad, Smolinganallge, Gabar. Schlafzimmer, Einzel. billigen Preise nicht verfandt, aber Be Möbel fuch meines Riefenlagers lohnend. binemäntel, Baudhanallge, file tebe Figur möbel. Rüchen, Metallbetten. Möbel Speisezimmer, mit zu Fahrräder Anzahlung Schuhwaren Kaufgesuche paffend Extra- Angebote für neue Gar. baus Luisenstadt. Köpeniderftraße 77/78. Möbeltrebit. Bei kleiner Anzahlung Teilzahlung. Geringe Anzahlung berobe. Briefmarken, Münzen fauft Groß Belajaden 50,- Belamäntel Ede Brückenstraße und niebrigen Monatsraten lieferi tieine Hate, trobem billig Nur Quali 95- Sportpelge 85. Gebpelae 100.mann. Johannisstraße 4 Ruz Rebfelb, Babstraße 34. Schlaf. Möbeltischlerei Windhorst polierte und tätsräder, drei Jahre Garantie. Fahr. Reine Lombarbware! Zahngebiffe. Blatinabfäule, Speifezimmer, rabbau Wima derftrake dreikia Schlafzimmer, Sinn simmer, echt Eiche, 395,-, 575, eichene Quedilber, Silberschmelze metalle, weiße Wenig getragene, telis auf Gelbe ge- 750,-, mit echtem Marmor, guten Drell Serrenzimmer, und lafterte Fahrräder, erfitlaffige Markentäber. Goldschmelzerei Chriftionat. Röpenider arbeitete, erittlaffige Jadettanzüge, rad. auflagen, polierte Schlafzimmer in Rüchen, Nußbaum Ergänzungsmöbel, Rukbaunt englische und moderne An- Linienstraße neunzehn. Fahrrabhaus Centrum, ftraße 89( nabe Adalbertstraße). Teilzahlung. anzüge. Smalinganallge, Gehrodanalige, Mahagoni, Nußbaum, Birke. Fleidefchränke, Bettstellen, Maschtoiletten, Sommerpaletots, Gabardinemäntel, Bauchanzüge, file tebe Figur passend. Nur Rehfeld, Badstraße 34. Antleide. Nachttische, Ausziehtische, Stühle, Gofas, Dhue Anzahlung an Restangeftelte Verschiedenes außerdem hochelegante neue Garberobe, fchränte, Eiche, Nußbaum, mit Spiegel Ruhebetten usw. gut und billig. Biele städtischer Betziebe, Don erfttlaffigen Schneibern gearbeitet, 115, 165 Waschtoiletten mit Spie- Gelegenheitstärke. Eeh: nswerie Möbel. Cifenbahner ufm. Startes Tourenrad zu ftaunend billigen Breifen, Besonders gel 98,-, 125,-, Nachttische 22, 28, fchan. manglose Benchtianna erwünscht. 85 M. m 5jähriger Garantie. oa Die Bernsteintage heilt durch natür. billig: Belzjaden, Belamänfel im Leih- potheken, englische Bettstellen 36 Musterbuch gratis. Möbeltischlerei Wind- rate 2 M. Fahrradhaus Rund um liche Kräfte: Hegenschuß, Sschias, Gicht, bans Comidi, Brinzenstraße 105, eine 49, 55, Patentmatragen 14, Auf horft, Brunnenstraße nur 162( gelbe Berlin". Weinmeifterstraße Ede Rheumatismus. Möller, Meganber Lagen 19, 25, Firmenfchilder). Rofenthalerstraße. traße 38 Erfahrener Werkmeister für eine mittlere Zündholzfabr. ( 60 Arbeiter, Einlegemaschinen) zum sofort. Antritt gesucht. Derse be muß mit den Masch. vertraut sein, alle Repara uren überwachen und m t Arbeitern umzugehen verstehen. Ang. mit Gehaltsanspr.. Zeugnissen und Lichtbild Fa. Danziger Zündholztabrik Metsor", A.-G. Danzig, Langgarterwall 4. efonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in Perfekte an Wicklerinnen der Gesamt auf Batteriekohlen auflage des Vorwärts und trotzdem stellt sofort ein R.Sachs G.m. b. H. Batteriefabrik billig Berlin Neanderstr