Morgenausgabe Ar. 427 A 217 45.Jahrgang identi 81, monatli 8,00 3. im voraus zahlbar, Boftbezug 42 32. einschl. Beftellgelb, Muslandsabonne ment 6-. pro Monat, * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend, Illustrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen", Frauen ftimme". Technit"," Blid in bis Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonntag 9. September 1928 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die etripattige Ronpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Aleine Anzeigen das iettge. brudte ort 25 Pfennig( zuläffig zmet fettgebrudte Borte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Bfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmarkt Belle 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. ftraße 3, wochentagl, von 81/2 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G.m. b.H. Seipel isoliert Mussolini. Anklagerede gegen den Faschismus.- Hermann Müllers Besprechungen. V. Sch. Genf, 8. September.( Eigenbericht.) Die politische Debatte, die am Sonnabendvormittag fortgesetzt wurde, stand im Zeichen der Frage des Schutzes der minder heiten. Schon bei der ersten Beratung des Themas hatte der Schweizer Bundesrat Motta auf die Bedeutung dieses Problems hingewiesen und die holländische Anregung einer Ständigen Minderhingewiesen und die holländische Anregung einer Ständigen Minder heitenkommission des Völkerbundes begrüßt.„ Die Freiheit," so führte er am Schlusse seiner Rede aus ,,, müsse man achten als unantastbares Guf der menschlichen Natur. Die Achtung vor der religiösen Ueberzeugung, vor der Sprache und vor den Sitten ist ein geheiligter Begriff. Wenn man auch von den Minderheiten Besonnenheit und Mäßigung verlangen müsse, so müsse man auch von den Mehrheiten Gerechtigkeitsfinn und Rechtsempfinden fordern. Da ich selbst Bürger eines Landes bin, in dem Mehrheit und Minderheit brüderlich zusammenwirken auf der Grundlage pollendeter Gleichheit und gegenseitigen Verständnisses, da ich selber ein Kind der italienischen Minderheit meines Landes bin, so bin ich wohl befugt, hier auszusprechen, daß die fofortige Anwendung der Verträge über die Rechte der Minderheiten eines der Kernprobleme im Sinne aller derer bildet, die auf die Verwirklichung der höchsten Ziele des Bölkerbundes hinarbeiten." Stürmischer Beifall, an dem sich fast nur die italienische Delegation nicht beteiligte, die sich wohl mit Recht getroffen fühlte, begrüßte diesen warmen Appell. Wenn man heute für den Schutz der Minderheiten plädiert, so denkt die ganze Welt unwillkürlich an Südtirol. Diese Gedanken drängten sich unmittelbar nach der Rede von Motta noch viel stärker auf als der österreichische Bundeskanzler Seipel das Wort ergriff. In feingeschliffenen, überaus geschickt formulierten Worten, deren sachliche Schärfe dennoch unmittelbar wirkte, perteidigte Seipel das Recht der Minderheiten, ob nun ein solches Recht irgendwo vertragsmäßig niedergeschrieben steht oder nicht" eine unzweideutige Anspielung auf die Schuhlosigkeit der durch den Vertrag von St. Germain abgetrennten ehemaligen Deutsch österreicher: ,, Das Recht an ihrer Muttersprache, an Art und Brauch ihrer Länder, an der Quelle ihrer fulturellen Eigenart und ihrem Boltstum festzuhalten und www sich ungestraft als Angehörige ihrer Volksfreiheit bekennen zu dürfen. dies muß endlich einmal endgültig in das Bewußtsein der Allgemeinheit, dann aber möglichst bald auch in die Sagungen des Bölkerrechts übergehen." Der österreichische Bundeskanzler erntete mit diesen fühnen Worten einen großen Beifall bei den meisten Delegationen, die damit deutlich bewiesen, auf welcher Seite ihre Sympathien in dem jüngst erlebten schweren Konflikt zwischen der faschistischen Regierung und der Regierung des fleinen Desterreich stehen. Die Reihe der italienischen Delegation zeigte dagegen das Bild eines Ameisenhausens, in den man einen Stein geschleudert hat. Auf= geregt spradjen namentlich die jüngeren Herren mit den faschisti schen Abzeichen durcheinander, fie fuch telten mit der schriftlich vorliegenden Uebersetzung der Rede Seipels in der Luft, fie zeigten sich gegenseitig bestimmte Stellen und sie redeten auf Scialoja minutenlang so lebhaft ein, daß dieser schließlich mit einem Zeichen von Ungeduld seine Mitarbeiter zur Ruhe weisen mußte, weil sie ihn daran hinderten, den nächsten Redner Zalesti zu hören. Es muß leider gesagt werden, daß die Rede des polnisch en Vertreters wohl die reaktionärste von allen denen war, die man bisher in der Debatte vernommen hat. Daß er hinsichtlich der 25rüftungsfrage den gleichen verschleppenden Standpunkt vertrat, wie der Belgier Hymans zwei Tage zuvor, war aus dem Munde des Vertreters der Pilsudsti- Regierung nicht überraschend. Er erklärte ausdrücklich, daß er die Enttäuschung über den Fortgang der Abrüftungsverhandlungen des Bölterbundes, die aus den Reden der Bertreter Schwedens, Norwegens, Deutschlands und Desterreichs geflungen wären, nicht teilen fönne. Nur feine Ueberstürzung, nur Ruhe, nur Geduld, nur Borficht, „ denn jede übereilte Attion tönnte zu einem Mißerfolg der Abrüftung führen. Die polnischen Militärs können mit diesem Außen: minister zufrieden sein. Aber noch schlimmer war Balestis schroffe Zurückweisung jeder Erweiterung des bisherigen Schutzes der Minderheiten im Bölkerbund. Die Anregung des holländischen Außenministers, eine besondere ständige Minderheitenkommission des Bölkerbundes zu bilden, sei nicht nur voller Gefahren, sondern es fehle ihr auch jede vertragsrechtliche Unterlage. Man solle sich mit dem bisherigen Verfahren der vom Rat von Fall zu Fall eingesetzten Dreierausschüsse begnügen. Polen sei nur dann bereit, auf diese Anregung einzugehen, wenn alle Staaten des Bölkerbundes bereit wären, einen allgemeinen Minderheitenschutzvertrag zu unterzeichnen. Offenbar verläßt sich Saleski auf das faschistische Italien, von dem es weiß, daß es einen solchen Vertrag niemals unterzeichen wird. Die Stellungnahme Bolens dung einer ständigen Minderheitenfommission die ffandalösen Berfolgungen, denen die Utrainer und Weißrussen in noch viel schlimmerem Maße als die Deutschen in Polen ausgesetzt find, zum Gegenstand offizieller Klagen und Diskuffionen in Genf werden. Diese ablehnende Stellungnahme Polens sollte nun ein Minderheiten sein, die Anregung einer ständigen Minderheiten Grund mehr für alle Anhänger einer gerechten Behandlung der fommission zu unterstügen, die ursprünglich von der Deutschen Liga für Völkerbund ausgegangen ist und auf dem Haager Kongreẞ der Völkerbundgesellschaften einstimmig angenommen worden war. England und die Räumungsverhandlungen. V. Sch. Genf, 8. September. Der Besuch Müllers bei Cushendun dauerte nur wenig mehr als eine halbe Stunde. Der englische Hauptdelegierte soll in diefer Unterredung versichert haben, daß England an und für sich zu einer früheren Räumung durchaus geneigt und bereit sei, aber daß es mit den übrigen Besagungsmächten, das heißt vor allem mit Frantreich, tonform gehen müsse. Falls eine allgemeine Aussprache der Besazungsmächte zustande kommt, würde sich England selbst verständlich daran beteiligen. Mit diesem Bescheid läßt sich freilich vor der Hand nicht viel anfangen. Was nüßt uns die prinzipielle Räumungsbereitwillig feit Englands, wenn es seine Haltung letzten Endes doch nur von Frankreichs Standpunkt abhängig macht! Von dem Vertreter der fonservativen Regierung Englands war allerdings eine andere Stellungnahme nicht zu erwarten. Cushendun fährt am Sonntag früh nach Air les Bains in Savoyen, wo er sich mit dem britischen Ministerpräsidenten Baldwin, besprechen wird. Müllers Unterredungen mit Scialoja und Hymans dürften erst am Montag stattfinden. Vom belgischen Außenminister Ginne des Rüdtaufs durch Deutschland der von den kaiserlich ist zu erwarten, daß er bei dieser Gelegenheit einen Vorstoß im deutschen Behörden im Weltkrieg auf belgischem Boden herausgegebenen Machtbanknoten unternehmen wird. Der Rat sorgt für Oftfrieden. V. Sch. Genf, 8. September. Am Nachmittag gab es wieder eine mehrstündige Rats figung, die abermals zum größten Teil dem polnisch- litauischen Konflikt gewidmet war. Borerst wurde unter anderen Punkten mit Befriedigung festgestellt, daß der Danzig- polnische Streit um die Westerplatte durch direkte Verhandlungen zwischen beiden Barteien bereinigt ist. Nachdem in Danzig die Sozialdemokraten ausschlaggebend mitregieren, ist nicht nur die Verständigung über alte Streitfragen auf einmal möglich geworden, sondern es sind auch keine neuen Ronflitte mehr entstanden, während es früher manchmal ein halbes. Dutzend solcher Streitfragen auf der Tagesordnung einer einzigen Ratstagung gab. Bostschedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstr. 8 Händler und Helden. Der Fall Stinnes.- Zum Tode Amundsens. Hugo Stinnes der Sohn sigt in Moabit im Unterfuchungsgefängnis unter der Anschuldigung des versuchten Betrugs am Reich. Hugo Stinnes der Bater wurde vor fünf Jahren ob des vollendeten Betrugs am Reich als ein Heros der Deutschen gefeiert. Wir wünschen an diese Tatsachen eine moralische Beseinem Handeln Wert darauf gelegt hat, sich vom Moralischen trachtung zu fnüpfen, um so mehr, da Stinnes der Bater in zu distanzieren. Am 11. Dezember 1920 sprach er im Reichswirtschaftsrat: ,, Was nüßt es, meine Herren, wenn wir hier von Idealismus und von Moral sprechen. Von dem Idealis= mus und von der Moral leben Sie nicht, da verhungern Sie im Laufe des nächsten Jahres, vielleicht schon früher. Deswegen möchte ich Sie doch bitten, sich ausschließlich auf die Maßnahmen einzustellen, die wirken, und die Maßnahmen, die wirken, sind nur rein praktische Maßnahmen." Die Entstehung großer Vermögen hat noch nie etwas mit Idealismus und Moral zu tun gehabt, um so mehr mit Gewalt, Betrug und Verbrechen. Hugo Stinnes der Vater hat seine Rechnung auf beides gestellt gehabt: auf die Gewalt im Kriege auf den Betrug nach der Revolution. Es versteht sich: es war legal, höchft legal, daß mit dem Evangelium Mart ist Mark an Großunternehmer gleich Herrn Stinnes in Form von Inflationskrediten Millionen perschenkt wurden, es war legal, daß Herr Stinnes, auf die Kurssichtigkeit und Dummheit der anderen spekulierend, Papiertredite in Gold und Goldwerte verwandelte und nach der Entmertung mit einem Bappenstiel zurückzahlte. Wir hätten den Staatsanwalt sehen mögen, der in den Inflationsjahren Herrn Stinnes den Vater unter der Anschuldigung des Betruges am Reich nach Moabit gesetzt hätte! trug, schändlicher, empörender Betrug, der Herrn Stinnes Aber unter moralischem Gesichtspunkt war es Be= dem Volte aber trug, schändlicher, empörender Betrug, der Herrn Stinnes zu Reichtum und Macht verhalf zu Not, Hunger und Elend. Bollendeter Betrug am Reich und am Bolt in einer Zeit, in der man denen, die die Dummen dieses praktischen, wirksamen Betruges waren, den nationalen Idealismus und die Moral des Hungerns predigte. Idealismus und Moral das waren gewiß nicht die Triebfräfte des Handelns von Stinnes dem Bater. Das war der Machtrausch eines von seinem Zahlenwahn getriebenen Spekulanten, der sich für einen großen Mann hielt, weil die 3iffern seiner Bilanzen groß waren. Nicht er allein: diesen Händler und Spekulanten hat das deutsche Volk für einen Heros gehalten!" " In der Zeit, in der alles versant im Grau hoffnungslosen Elends haben wir es schon vergessen? blieb der märchenEine Klage des Deutschen Volksbundes O stoberfchlesiens hafte Glanz des Stinnesschen Reichtums, seine Gestalt wuchs über ungenügenden Schuß der deutschen Minderheiten gegen pol- in die Wolfen. Wann wird der Retter kommen diesem nische Ueberfälle und Gewalttaten war mit einer Denkschrift der Bolte?" so riefen die Saboteure des neuen Deutschland, und polnischen Regierung beantwortet worden, in der zum Teil die die Stimme derer, die nie denken, sondern immer die Beute Beschwerden als übertrüben bezeichnet, zum Teil Befferung von Charlatanen find, antwortete ihnen: Stinnes, Stinnes! versprochen wurde. Der Rat nahm von diesem Versprechen Renntnis. Schließlich wurde der litauisch- polnische Konflitt noch einmal verhandelt und vertagt. Der holländische Berichterstatter van Blokland, der jetzt mit seinem Lande aus dem Völkerbund ausscheidet, hatte einen Bericht ausgearbeitet, in dem die bisherige Er folglosigkeit der litauisch- polnischen Verhandlungen fonstatiert wird. abwarten; sollten sie ebenfalls ergebnislos verlaufen, dann sollte Man wolle die noch in Aussicht genommenen neuen Berhandlungen ber Rat eine neue Prüfung des Konflikts vornehmen, zumal wenn durch dessen Fortdauer die Rechte Dritter verlegt würden. Eventuell sollte dann eine Unterstützung an Ort und Stelle vor genommen werden. Gegen diesen Antrag erhob in endlosen Ausführungen Woldemaras allerhand Bedenken rechtlicher und sonstiger Art, um schließlich mit der Miene des Vergewaltigten zu erklären, daß er sich diesem Spruch doch füge. Der Rat sprach dem ausscheidenden Bericht erstatter van Blokland feinen Dank für seine mühevolle Bermittlungsarbeit aus und beschloß, den am Montag neu zu wählenden Rat zu bitten, einen neuen Berichterstatter zu ernennen und den polnisch- litauischen Konflikt auf die Tagesordnung der Dezember tagung zu setzen. Briand fündigt Heimkehr an.0+ Paris, 8. September.( Eigenbericht.) Außenminister Briand, der am Sonnabend eine längere telephonische Unterhaltung mit dem Quai d'Orsay hatte, fündigte seine Abreise nach Paris für den nächsten Donnerstag an. Bleichzeitig betonte er, daß er nicht den Eindrud habe, als ob die Räumungsverhandlungen bis dahin schon zu irgendwelchem Ergebnis führen könnten, zumal da sie jetzt erst mal noch in den Anfängen Es hat in der Tat allen Anlaß zu befürchten, daß bei der Grün- unverbindlicher Besprechungen stedten. zeugt von fchlechteftem Gewissen. Es schrien die am lautesten, die er ausnutte: die Kleinen aus dem Lager des Unternehmertums, die vor die Hunde gingen, der Mittelstand, der ihn als den deutschen Heiland anbetete und dabei verhungerte. Es ist phantastisch, sich vorzustellen, daß ein ganzes Bolt damals den einfachen Mechanismus des gewaltigen Betruges nicht durchschaute, dem es Helden feierte zum Opfer fiel noch phantastischer, daß es Stinnes als - mit Berehrung, Ehrfurcht und wundergläubiger Hoffnung. Heute ist es vorbei mit der Magie, und Millionen, für die einst das Wort„ Stinnes" die Berförperung menschlicher Größe bedeutete, fluchen ihm heute als einen Urheber und Nuznießer der unwahrscheinlichen Not, die sie erlebt haben. Hugo Stinnes der Sohn hat den Konzern und die Grundfäße des Vaters geerbt. Den Konzern: ein Werk der Inflation, unorganisch, schlecht fundiert. nicht vorbe reitet auf die Stabilisierungskrise. Die Grundsäge, die nicht auf Produzieren, sondern auf Handel abgestellt waren. Die Freiheit von Idealismus und Moral zudem: Hugo Stinnes der Sohn war zu Lebzeiten des Vaters der Chef der Abteilung T des Stinnes- Konzerns in Hamburg, des großen Devisensammelbeckens, der Zentrale der Stinnesschen Inflationspolitik. Er hat den Machtrausch geerbt und den Namen, dessen magische Kraft auch nach der Stabilisierung noch wirkte bis zur 200- Millionen- Bleite des Stinnes- Konzerns im Jahre 1925. Alles alles verdankt er dem Bater: auch das, was ihn jeht nach Moabit gebracht hat. Ist es denn nicht dasselbe? Stinnes der Bater verdiente am Reich und den Steuerzahlern bei der großen Abmertung- Stinnes der Sohn hat sich Paris kämpft Festhalten an dem Al Paris, 8. Teptember.(Eigenbericht.) Ter Quai d'Qrsah setzt de« Presscnachrichten. wonach Frankreich und England auf khr Flottenabkommea der- zichtet Hütten, ein kategorisches Dementi eut- gegen. ES wäre ein schmachdoller Rückzug, wen»«au dieS jetzt tun wollte, wo mau das Abkommen in seine« Wortlaut den Negierungen von Washington, Tokio und Rom unterbreitet habe und deren Rückaufterungen in diesen Tagen erwarte. Für die nächsten Verhandlungen der Abrüstungskonserenz hatten sich England und Frankreich dahin verständigt: Frank- reich braucht die Zahlen seiner Reservisten nicht herabzu- mindern, dafür ist es bereit, die Zahl der gräheren U-Loote und Kreuzer zu begrenzen. England verzichtet auf Frank- reichs Abrüstung zu Lande und tauscht dafür eine Beschrän- kung der französischen Rüstung zur See ein. Diese Verein- barung eines taktischen gemeinschaftlichen Vorgehens bei den nächsten Abrüstungsoerhandlungen wurde im Hinblick auf Deutschland und die drohenden Räumungsverhandlungen zu einer„Neuen Entente" von der französischen Ocffentlichkeit aufgebauscht. Die englische wandte sich, besorgt vor der Wiederkehr der Bündniszustände der Vorkriegszeit, dagegen; ebenso wehrten sich Amerika und Italien gegen eine Vereinbarung, die keine Rücksicht nahm auf ihre Sonderinteresien. So ließ die englische Regierung vorgestern durchblicken, daß sie nicht unbedingt an der Abmachung mit Frankreich sesi- halte. Das findet man nun hinwiederum in Paris unfair und unmöglich: unter ollen Umständen will man an dem englischen Verzicht auf die Einschränkung der französischen Rekrutendresiur und an dem Schein der„Reuen Entente" festhalten: alles im Hinblick auf die Besprechungen und Ver- Handlungen wegen des Rheinlandes und einer endgültigen Regelung des internationalen Schuldenproblcms. Bürgerkrieg und Abrüstung. Ariond über das Rüstungsproblem. Dresden, 8. September. Nach der gestrigen Vollversammlung des Völkerbundes empfing der französische Außenminister den Völkcrbundskorrcspondenten der „Dresdner Neuesten Nachrichten" zu einer längeren Unterredung, in der er sich zu der gestrigen Kanzlemde eingehend äußerte. Briand erklärte:„Der Inhalt der Rede überrascht mich nicht im mindesten. Sie beweist, daß der Wille zur Verständigung und Organisierung des Friedens das Ziel der deutschen Regierung ist, und ich habe mich gefreut, dies feststellen zu können. Der Reichskanzler sprach jedoch im Namen seines Landes Wünsche aus. deren Erlüllung nicht ohne weiteres möglich ist, da— und hier meine ich die Abrüstung»- fragen— hierfür die Einmütigkeit der Vollversammlung not- für Rüstung. kommen mit England. wendig erscheint. Das Abrllstungsproblem ist viel komplexer, als gemeinhin gedacht wird. Es erfordert eine durchgreifende Prüfung aller innerhalb des Völkerbundes bestehenden Wünsche und Ve- rückstchtigung wichtiger Einzelinteresscn. Dazu kommt der Umstand, daß der Reichskanzler die Tatsache außer acht ließ, daß Rußland den Bürgerkrieg für zulässig hält. Die Evevwallläk einer Enlfachung de, Bürgerkrieges bleibt aber ein ernstes Moment der Friedensgefährdung, und so lange dieser Zustand andauert, muß er zwangsläufig auf die Behandlung der Abrüstungsfrage seinen Einfluß ausüben. Die andere Frag» ist folgende: Wie sollte sich Frankreich vor einer Erhebung in einer seiner Kolonien bei- spielsweis« in Marokko, schützen? Welche Mittel sind nötig, um die Folgen einer solchen Erhebung vom europäischen Kontinent sern- zuhalten? Wenn wir nicht über die notwendigen Streitkräfte ver- fügen, um betipielsweis« einer solchen Erhebung in Marokko Herr zu werden, so wird die Aufrechterhalwng de» Friedens ge- fährdet. Frankreich erstrebt die baldige Einberufung einer Ab« rüstungskonserenz und hat nichts unterlassen, um die Lorarbeiten in Gang zu bringen, der komplexe Charakter des Problems kann aber nicht bestritten werden. Wir haben bereits, wie Sic wissen. die Verkürzung d c r M i l i t ä r d i c n st p s l i ch t auf ein Jahr zustand« gebracht und erblicken in dieser Rejorm den ersten wichtigen Schritt auf dem Wege zur Einschränkung der Landrüstungcn. Die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens bei der Behandlung inter- nationaler Probleme betrachte ich selbstverständlich als Voraus- sctzung und bin diesbezüglich mit dem Reichskanzler vollkommen einig, ober man soll sich nicht um die Tatsache herumdrücken, daß eine Propaganda besteht, die ssch gegen die Stärkung des Ver- trausns richtet." Im Anschluß an die Unterredung mit Briand hotte der Korre- spondcnt der„Dresdner Neuesten Nachrichten" noch eine Unterredung mit d«m belgischen Außenminister H y m a n s. Auf die Frage nach den Aussichten der Genfer Räumungsverhondlungcn erklärte dieser folgendes:„Och glaube nicht, daß wir hier zu einem greisbaren Ergebnis gelangen werden. Die Frage ist äußerst schwierig und hängt sehr mit der össentlichen Meinung zusammen. Meiner Ansicht nach wird es nötig sein, zu einem Agrement, d. h. einer neuen Vereinbarung zu gelangen, über deren Charokier-ch Ihnen momentan noch nicht« verraten darf. Nur das eine ermahne ich: in diesem Agrement müßte außer der rcparationstechnischcn Frage auch die der Kontrolle im Rheinland endgültig zc- regelt werden." An dieser einer deutschen Provinzzeitung in Genf über- gebenen Mitteilung ist zweierlei wichtig: der reaktionäre belgische Außenminister hält noch immer an der Forderung einer dauernden Rheinlandkontrolle fest, während diese Forderung von Briand nicht mehr aufrecht- erhalten wurde. Und zweitens, Briand gibt offen den inner- politischen Einwand gegen eine weitgehende Herabsetzung der Heere an: du Furcht vyr dem gewaltsamen Umsturz. eingelasien in eine Spekulation mit der A u f w e r t u n g. Ein einfaches und kloSes Geschäft: man kauft für 400 000 M. .Kriegsanleihe, meldet sie als Altbesitz au und verdient mit der Aufwertung fast 3 Millionen Mark. Diese 3 Millionen Mark muß natürlich jemand bezahlen. Der Reichsfiskus zahlt sie aus, aber die sie aufbringen müssen, das sind die Steuer- zähler, das Volk, das Stinnes der Vater in der Inflation schön hat zahlen lassen. Es ist, um mit Stinnes dem Vater zu reden, eine prak- tische Maßnahme, eine Mahnahme, die wirkt. Mit Jdea- lismus und Moral hätte man sie frellich wicht einleiten können! Sie ist außerdem ein wenig illegal—- der Sohn hat es nicht so bequem wie der Vatsr. Aber lehrreach ist sie: die Opfer der Inflation von Stinnes dem Vater müssen mit klägliche? Aufwertung zufrieden sein, Stinnes der Sohn des Inflationsgewinners, wollte sich an der Zlufwertung um Mil- Honen bereichern. Hier ist der skrupellose, amoralische Händlergeist, der dem Sohn wie dem Vater zu eigen ist. Man blickt hinter die Kulissen des Namens Stinnes. Die Erkenntnis über den Sohn wird hoffentlich die letzten Reste des Stinnes-Mlithos aus der Inflationszeit zerstören. Hugo Stinnes der Sohn — ein echter Erbe des alten Stinnes! Denn der„Retter Deutschlands", der„Führer aus der deutschen Rot", der ..Heiland der Deutschen", war nichts als ein Händler, ein Nutznießer der deutschen Not. •» • „Bon Idealismus und Moral leben Sie nicht"— ein robuster Grundsatz. In der Tat: Idealismus und Moral können hohen persönlichen Einsatz fordern, und— R o a ld A m u n d s e n kehrt nicht wieder. Die letzten Hoffnungen schlafen ein. Cr bleibt verschollen in der Eiswüste, die er liebte und die ihn mit magsicher Gewalt immer wieder anzog. Es geht von der großartigen Einsamkeit der Polar- gegenden und von den großen Wüsten ein merkwürdiger Zauber aus, der auf die großen Forscher gewaltig gewirkt l?at. Es ist, als schlummere hinter den Greuzen, die sie der menschlichen Forschung ziehen, ein unendliches majestätisches Geheimnis. Die Männer, die ihr Forscherdrang in diese Räume geführt hat, sind ihnen auf immer verfallen. Amundsen, der als Fünfundzwanzigjähriger an der bel- gischen Südpolarexpedition teilnahm, hat sein rastloses Leben binfort an die Erforschung der Polgebiete gesetzt. Es war mehr als reiner Tatendrang, was ihn führte. Es war die Lockung des Polgeheimnisies. Sven Hedin, der große Wüstcnforscher, faßt es In folgende Worte:„Das unwider- siehliche Dtimckvrhlm incognitl, die Sehnsucht nach dem Un- bekannten, die alle Hindernisse überwindet und keine Un- Möglichkeiten kennt— das Abenteuer, die Eroberung unbe- kannten Landes, der Kampf gegen das Unmögliche hat eine ' ähe Kraft, die mich mit unwiderstehlicher Gewalt lockt." Hier versagt die reine Rechenhafttgkeit und der reine Rützlichteits- ftandpunkt. Das Wisien und die Eroberung des Wissen» hat ihren Wert in sich. Diese„Sehnsucht nach dem Unbekannten" wurde Amundsen zum zentralen Lebenswert, nach dem er fein ganzes Leben orientterte. Hier sind die äußeren Daten dieses Lebens: Geboren am IS. Juli 1872 zu Borje(Norwegen). 1897 bis 1899: erster Leutnant der„Belgica-Sudpolarerpedition. 1.903 bis 190Z: Entdeckung der Nordwestpassage längs der nördlichen amerikanischen Äüste. 1910: Reise mit der„Fram" zum Südpol, 14. Dezember 1911 den Südpol erreicht. 1918: arktische Dristfahrt. 1924 bis 1925: Flugzeugoorftoß zum Nordpol, der jedoch nur bis zum 88. Breitengrad führte. 1926: Fahrt mit der„Norge" von Spitzbergen über den Pol nach Alaska. Die„Norge"-Fahrt gemeinsam mit Nobile war seine letzte groß« Fvrschunjjsfohrt. Er hat auf dieser Fahrt die mangelnde Eignung Nobiles, aber auch seine Charakterfehler klar erkannt. Als der Ruf an ihn kam, Nobile und seinen Gefährten zu Hilfe zu eilen, hat er ihm ohne Zögern Folge geleistet, strahlend vor Begeisterung und voll Selbstvertrauen. Er verschwand mit der„Latham", wie er einst mit seinen Volflugzeugen Im Unbekannten der Arktis verschwunden war. Aber diesmal kehrt er nicht zurück. Die Polarforschung dankt ihm Großes. Leidenschafisiche Teilnahme des norwegischen Voltes hat seine Fahrten zur Enthüllung der Geheimnisse der Pole und der Potargebiete begleitet. Diese Teilnahme trug ihn. Sein Leben zwischen den Forschungsfabrten war mit Widrigkeiten ausgefüllt— finanzielle Misere durch die Kosten seiner Fahrten. Im Jahre 1920 machte er bankrott. Norwegen mag noch nicht glauben, daß er nicht wieder- kehrt. Viele werden noch lange hoffen, daß er eines Tage» überraschend aus der Eiswüste zurückkehrt. Es ist die leiden- ichaftkiche Anteilnahme seiner Landsleute, die gegen die Ver- nunft an dieser Hoffnung festhält. Die Fehler des Menschen Amundsen sind nach der ,.Norge"-Expedttion sehr freimütig besprochen worden. Sie werden seinen Nachruhm nicht deeintrSchttgen. Das Opfer seines Lebens für die Errettung der Männer von der„Italia" schließt einen h er o i s ch e n, einen idealen Lebenewert ge- widmeten Lebenslauf.„Einen solchen führt der, welcher in irgendeiner Art und Angelegenheit für das allen irgendwie zugute Kommende mit übergroßen Schwierigkeiten kämpft und am Ende siegt, dabei aber schlecht oder gar nicht belohnt wird. Sein Andenken bleibt und wird als das eines Heros gefeiert." Amundsens Leben hat dos Wort Schopenhauers erfüllt. Sein Andenken wird fortleben als das elnes Helden seines Volkes, als eines der großen Norweger, die ihr Leben der Forschung und dem allgemeinen Nutzen gewidmet haben, deren Bilder von ihren Landsleuten wie Heiligtümer gehalten werden und deren Namen sie in den einsamsten Hütten jenseits des Polarkreises voll Stolz nennen. �_ Kirchenspaliung in Mexiko. Bis ein Mexikaner Papst wird. Mexiko-Elty, 8. September. Der Patriarch der vom Staate anerkannten tatholischen Ratio. n a l k i r ch e erklärte, daß die Kirche die Entwicklung ihres Pro- gromms auch nach Beilegung der mit Rom bestehenden Streitigkeiten fortsetzen würde. Die Nationalkirche, die über 32 Pastoren und 338 Kirchen oerfügt, zählt bereits 378000 Anhänger. Das Ziel der Kirche ist die religiöse Freiheit und die A b l o h n u n g e i n e e a u s- ländtschen Oberhauptes, das heißt des Papstes in Rom, bis ein Mexikaner aus den Thron des Heistgen Petrus erhoben wird. Echt Bayern! Der Sireit um da« Wahlgesetz. München, 8. September.(EtgenderichtO Beim Stootsgerichtshos für da» Deutsch« Reich liegt schon seit Marz dieses Jahres ein Antrag der Demokratischen Por» t ei. dem sich später auch die Wirtschaftspartei angeschlossen Hot. der die Abänderung verschiedener Bestimmungen des bayerische« Landeswahlgesetz«» verlangt. E» handelt sich dabei im wesentlichen um jene Bestimmungen, die verhindern, daß durch bloße Zusaminenzählung von Splltterstimmen au« dem ganzen Lande Mandate von Parteien erobert werden können, die nicht in einem Wahlkreis eine gewisse Stimmcnziffer erreicht haben. Da mcherdem der Wahikoeffizient nicht In allen Wahlkreisen der gleiche ist, erblicken die Antragsteller, die bei der letzten Landtagswohl mandatlos geblieben sind, darin eine Verletzung des Artikel» 17 der Reichsverfassung. Die Anträge auf Annullierung dieser Bestimmungen im baye- rsschen Landeswahlgcsetz haben zu einem läckgeren Schrift- Wechsel zwischen dem Staatsgericht»hof in Leipzig und der bayerischen Regierung geführt, die dabei nach einer amtlichen Mitteilung folgenden Standpunkt oertreten hat: Zunächst bestre'itet die bayerische Regierung die Zustän- d i g k e i t de« Staatsgerichtshofe« für da» Deutsche Reich, da das Land Bayern selbst einen Staatsgerichtshof für die Austragung von Verfassungsstreitigkeiten habe. Für den Fall, daß der Staats. gerichtshof für das Deutsche Reich seine Zuständigkeit trotzdem für gegeben erachten sollte, sei die bayerische Regierung der Aussassung, daß Fraktionen und Parteien wie auch einzelne Staatsbürger die Befugnis zur Erhebung von Dcrfassungsstreitigkeiten. überhaupt nicht hätten. Schließlich bestreitet die bayerisch« Regierung für den weiteren Fall, daß der Staatsgerichtshof diese Befugnis ober zuerkcnne(und das ist tatsächlich früher schon wiederHoll geschehen), die sachliche Berechligung der gestellten Anträge, denn die Ver- schiedenheit der Wahlkoessizienten in den einzelnen Wahlkreisen gehe auf die ungleichartige Zusaimnensehung der Bevölkerung auf dem Lande und in den Städten zurück, durch die ohne die Bestim- mung des bayerischen Landeswohlgefetzes sich eine Benachteiligung der Bevölkerung des flachen Lande» ergeben würde. In den baye- rifchen Bestimmungen sei deshalb keine Verletzung des Grundsatze« der gleichen Wahl(Artikel 17 der Reichsverfassung) zu erblicken. Aus der Beweisführung der bayerischen Regierung gewinnt man den Eindruck, daß sie sich ihrer Sache nicht sehr sicher sühlt. Gibt der Staategerichtshof nun den Anträgen der Demokratischen Partei statt, so ist die Folge nicht etwa eine Neuwahl des Land- tage«, sondern lediglich eine Neuverteilung der Mandat« auf Grund der alten Stimmzisfern. Di« Demokraten und die Witt- schastspartei würden dann etwa je 3 Sitze erhalten, die den anderen Parteien wieder abgenommen würden. . 400 Paragraphen um Abfälle. „So fleht das Deutsche Reich aus.� In der Dresdener� Miigllederversammlung des Verbandes Sächsischer Industrieller wurde in der Aussprache zu einem Vortrag über„Länderkouferenz und Verwaltungsresorm" von einem Redner ausgeführt: .Ich habe neulich die Begutachtung des Gesetzes über die Abälle von Edelmetall im Hausierhandel gehabt. Dieses Gesetz ist ver- Sffentlicht vom Reich. Im Reich waren esnennParagraphen und die Ausführungsverordnung. Dann kamen zwei- u ndz w a nzi g B« r o r dn u ng e n und zw e tu nd zw a n z i g Ausführungsoerordnungen der Länder dazu. Wir sind auf etwa vierhundert Paragraphen gotommcn. um den Absatz von Abfällen der Edelmetall« im Hausierhandel zu regeln! So sieht da» Deusiche Reich aus." Beichskreisordnung im Werden. Vom Deutschen Landkreistag. Rostock. 8. September. Die diesjährige Tagung des Deutschen Landkreistage» fand Freitag mit«in« großen Vorstandssitzung ihren Abschluß. In der Sitzung wurden die Fragen der Reichskreisordnung und der Schaffung einer K o m m u n a l p o l i t i s ch c n Abteilung im Reichsministerium des Innern eingehend erörtert. Der Vorstand gab seine Meinung darüber Ausdruck, daß die Schaffung einer Reichskreisordnung eine dringend« Notwendigkeit sei. Sie bilde, so wurde betont, die Grundlage für eine Vereinheitlichung des deutschen Kreisvcrfassungsrcchtes. Die Errichtung einer Kom- munalpolitischen Abteilung im Reichsministenum des Innern wurde als eine der dringendsten Forderungen des Deutschen Landkreistages bezeichnet und mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß die maßgebenden Stellen im Reiche d« Errichtung einer solchen Abteilung wohlwollend gegenüberstehen. Die neue Versicherungsgrenze. Durch Verordnung des Reichearbeitsministers vom 19. August 1928 ist die V er f i ch« r u n g s p fli ch tg r e n z e in der An» gestelltenversicherung mit Wirkung vom 1. September 1928 von jährlich 6000 M. auf jährlich 8400 M. erhöht worden. Es gilt vom 1. September 1928 an die bisherige Gehallsklasse V(Beitrag 20 M.) bei einem monatlichen Ar» beiteocrdienst von mehr als 400 M. bis zu 500 M., die Gehalts- klasss G(Beitrag 25 M.) bei einem Arbeitsverdienst von mehr als 500 M. bis zu 600 M., die Sehaltsklasse 11(Beitrag 30 M) bei einem Arbeitsverdienst von mehr als 600 M. Jeder Pflicht. versicherte tonn jederzeit in einer höheren als der seinem Ein- kommen entsprechenden Gehaltsklasse Beiträge zahlen. Pflicht- und freiwillig Versicherte können sich auch in den Beitragsklassen S mit einem Monatsbeitrag von 40 M. und X mit einem Monatsbeitrag von 50 M.. freiwillig höher oersichern. Alle Anwartschaften in der Angestelltenoersicherung gelten bis zum 31. Dezem. der 1925 als aufrechterhalten. Die zur Aufrechtsrhal» tung der Anwattschaft etwa noch erforderlichen Beiträge für 1926 können bis zum Schluß des Jahres 1928, die für 1927 bis zum Schluß des Jahres 1929 nachgezahlt werden. Dl» polnische SoziaNflenparlel wird ihren diesjährigen Pattet- tag in Soßnowitz Ansang November abhalten. vesterreichischer Konsul««letzt. Bei den Demonstrationen in Spalato. die gegen den jugoslawischen Arbeitsminister gerichtet waren, ist der österreichische Konsul, der sich zur Zeit der Zwischen- falle im Eafö Zentral befand, durch einen Demonstranten verletzt worden. Er erhielt einen Schlag aus den Kops und mußt« in» Krankenhaus geschasft werden. Auch der Dircttor der Sporkossen- obtcilung in Spalato wurde verletzt. Die Moskauer Pinkertons. Ein Stüd bolfchemistischer Selbstfritif. Unter diesem spißigen Titel fritistert die bolichemistische Branda"( Nr. 190) bie Mostauer Kriminalpolizei, die die hohe Qiufgabe" hat, die„ revolutionäre Ordnung" in der Hauptstadt auf. recht zu erhalten. Non außen gesehen ist alles in bester Ordnung. Die„ rote" Kriminalpolizei entwidelt eine raftlose Iätigkeit. Nach dem Wericht des Polizeichefs,„ Genossen Sinats", stehen ihm zur Verfilgung 260 Kriminalbeamte, 27,, technische Beamte". 4 Bolizeibunde, 3 Polizeiautos ufm. Allein in den letzten 6 Monaten hat die Kriminalpolizei 5230 Kriminaljälle behandelt, 14 404 Berhaftungen vorgenommen, 1220 Mann ausgewiesen, über 80 000(!) Ausfünfte erteilt usw. Es scheint, daß die revolutionäre Ordnung" in der Hauptstadt gesichert sei, und daß die arbeitende Bevölkerung ruhig fchlafen fann. Aber wie es oft in dem Sowjetstaat vorkommt, verhüllt die scheinbar rastlose Tätigkeit eine verderbliche Untätigkeit und Un= fähigkeit. In Wirklichkeit ist die zweimillionenköpfige Bevölkerung Mostaus her organisierten Verbrecherium hilfIos ausgeliefert. Nicht umsonst mußte vor turzem der Rolizeiche Genosse Sinat" an eine Unterstützung der werktätigen Tätigung selbst zur Befämpfung des Berbrecheriums appellieren. Ein außerordentlicher Kriminalfall lenkte die allgemeine Aufmertfariteit auf die Mißstände in der Kriminalpolizei. Die Sachlage" it ganz einfach. In der Mitte der Hauptstadt steht ein genossenThaftliches Haus, ausschließlich von den Arbeitern und Angestellten bewohnt. Parterre und Keller sind von dem Pelzlager einer Staatsorganisation besetzt. Gegenüber dem Haus befindet sich bas Mostauer Komitee der PdS1. Neben dem Hause die Re daktion der„ Arbeiter- Mostau". In der Nähe Lenin- Institut und der Stadt- Somjet. Gerade diesem Wohnhaus haben die Mosfauer Diehe vor furzem ihre besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Eine Wohnung nach der anderen, ein Stock nach dem anderen, ein Eingang nach dem anderen wurden systematisch und planmäßig beraubt. Die Kriminalbeamten erschienen am Tatort, aber begnügten sich mit fatalistischen Aeußerungen, daß da wohl noch mehr Einbrüche folgen dürften! Einmal haben die Hausbewohner eine notorische Diebin am Tatort erwischt und der Kriminalpolizei übergeben. Nach einigen Tagen erfuhren sie, daß die Diebin entlassen wurde: Es hat reisen n," so erklärte ein Kriminalbeamter, bureaukratisch narzugehen. Wir haben die Diebin registriert und auf freien Buh gesetzt." Rach turzer Zeit hat das Haustomitee zufällig im Keller, mo der Heizungsfessel steht, einen Haufen Schutt und Manersteine bemertt. Gleich wurde die Kriminalpolizei alarmiert. Ein halb betrunkener Kriminalbeamter erschien, aber die ganze Angelegenheit schien ihm bedentenlos.„ Räumen Sie den Schutt weg, und alles wird wieder in Ordnung sein." Als die Arbeiter am anderen Morgen tamen, um den Schutt megzuräumen, bemerkten sie, daß der Haufen über Nacht um das Doppelte gewachsen war. Das Hauskomitee alarmierte mieber die Kriminalpolizei. Es war flar, daß die Diebe einen Durchgang gruben. Aber die Kriminalbeamten, diesmal unter Führung des Etellvertreters des Polizeichefs, haben ihren phlegmatischen Steptizismus nicht aufgegeben: Kein Durchgang! Unsinn," behaup teten fie. Nach einigen Tagen teilten die Moskauer Zeitungen mit, daß das Pelzlager der Gostorg" durch ein Boch im Fußboden ausge plündert wurde, und daß die Kriminalpolizei sich auf der Suche nach den Verbrechern befinde"!... Immerhin: in roten Mostau berricht die revolutionäre Ord. mung. Die Kriminalpolizei macht. Die Einbrecher„ arbeiten". Die Einwohner. Bolschewistische Gasmasken. Eine Anfündigung in Moskau. Wie sehr die Sowjetregierung auf friegerische Berwicklungen hinarbeitet, beweist folgende Notiz, die wir dem Trud"( Nr. 203) entnehmen:„ Demnächst wird die Gesellschaft für Luftschiffahrt und chemische Stampfmittel eine neue Gasmasfenari ausarbeiten, die für die Zivübevölkerung bestimmt ist. Diese Masken werden sich wesentlich von denjenigen unterscheiden, die bei der Truppe Ber mendung finden. Sie sind einfad; er, leichter und billiger. Statt 10 bis 12 Rubel wird die Zivilmaste nur 8 bis 4 Rubel fosten. Die neuen Gasmasken werden an alle geliefert werden, die sie zu erwerben wünschen." Es ist wohl nicht anzunehmen, daß sich sehr viele Liebhaber für diese Zivilmasten" finden werden. Sowjetoffiziere bei der Reichswehr. Hannover, 8. September. Das verstärkte Infanterieregiment Nr. 17 hält in diefen Tagen auf dem Gelände zwischen Hildesheim und dem Harz eine große Gefechtsübung ab. Der Andrang des Bubiifums aus naher und weiter Umgebung ist sehr groß. 3 wei Sowjetoffiziere in brauner Uniform wohnen dem Manöver, das bis zum 12. September bauert, bei. Angehörige dürfen nach Amerika. Landarbeiter gesucht. Die Abschnitte 4 und 6 des ameritanischen Einmanberungsgefehes vom 26. Mai 1924, die die nicht zur Quote gehörigen somie Die in der Quote bevorzugten Einwanderergruppen behandeln, find bekanntlich mit Wirkung ab 1. Juli 1928 geändert bzw. ergänzt worden. Es gelten nunmehr als außerhalb der Einwanderungsquote ſtehend: 1. ausländische Frauen amerikanischer Bürger; 2. unverheiratete noch nicht 21 Jahre alte aus ländische Kinder amerikanischer Bürger; 3. Gatten amerikanischer Bürgerinnen, deren Eheschließung vor dem 1. Juli 1928 stattgefunden hat; 4. Frauen, die ihr früheres amerikanisches Bürgerrecht durch eine vor dem 22. September 1922 mit einem Ausländer geschlossene Ehe verloren haben, jedoch zur Seit des Antrages auf Sichtvermertserteilung ledig find. Folgende Personen werden innerhalb der Quote bezüglich der Sichtvermerkseretilung bevorzugt behandelt; 1. Eltern von wenigstens 21 Jahre alten amerikanischen Bürgern; 2. Gatten ameritanischer Bürgerinnen, deren Eheschließung erst nach dem 31. Mai 1928 erfolgte; 3. Personen, die in der Bandwirtschaft erfahren sind, ihre Frauen und von ihnen abhängige Kinder unter 18 Jahren, wenn fie fie begleiten oder ihnen folgen; 4. Frauen und unverheiratete in der unter 21 Jahren von geleglich in den Bereinigten Staaten eingewanderten und dort anfälligen Ausländern. Ferner wird durch diese Gefeßesänderung des die Vor zugsbehandlung innerhalb der Quote regelnden Abschnittes 6 eine völlig neue Faffung gegeben. Es bleiben zunächst 50 Broz. der zulässigen Quotennummern den Eltern amerikanischer Bürger sowie ben Gatten amerikanischer Bürgerinnen, falls die Heirat nach dem 31. Mai stattgefunden, ferner gelernten Bandarbeitern, ihren Frauen, und Kindern unter 18 Jahren, Dorbehalten. Eine Nach diesem Sommer unferes Mißver gnügens ging Herr Pied beim in seine stilie Klaufe, zog feinen Rotfrontkämpferharnisch aus und mit dem Rufe: Hinein in den Boltsentscheid!" sprang er in sein leicht: gefedertes Bett. Doch kaum hatte er seine bildschönen Augen ! ☆ PIEK Piecks Traum. sugemacht, begab es sich, daß ein Engel aus dem Gowjetsternenhimmel hernieder. stieg, som fanft gegen die Stirne tippte und sprach: Erhebe Dich, Du starter Mann! Denn siehe, das Volk hat Deinen Bolts entscheid angenommen. Da ergriff Pied mit der einen Sand A Dazu braucht man felbstverständlich Machtinstrumente, z. B. Panzerkreuzer. Und alsbald lief Panzerkreuzer Pied Ap unter den Klängen der Leninshörner- Melodie: Sowjet Deutschland über Ahalles- vom Stapel.( Der heilige Stalin hatte eine Buddel besten Wodkas gestiftet, die Pied am Bug des fioizen Schiffes zertepperte.) in Gestalt einer Redneriribüne und hub an: Bebe dir, England, Frankreis und Amerifa! Bon den Sufen meiner ver cinigien Pferde werdet ihr zertreten!" Da durchbrang ein schwacher Laut die Macht und mit der anderen den Reichs Fanzierposten, verteilte an bie biversen Thaimänner die Ministerien und sprach: Beg ist der Susten! Weg ist die beiser. teit! Wir starten Männer werden das toalitionseninervte Bolt ins beffere Jen feits führen!" 160 16 Aber was ist ein starter Mann ohne eine starte Kriegsarmee? Wie soll man die Feinde ringsum fchreden, wenn nicht durch die gepanzerten Fäustchen?- Und so flampfte der wadere Streiter ganze Armeekorps aus dem trockenen märkischen Gendfußboden. Jetzt fordere ich mein Jahrhundert in die Schranken." Dann bestieg er sein Lieblingsroß M die Stille. im Simmelswillen!" frie pied ,,, bas war der erste Guß!" ind er erwachte jählings. Aber nichts war. Nur ein funger Rotfrontkämpfer hatte an die Tür gepocht Borzugsbehandlung unter und in den erwähnten Gruppen ift aus drücklich ausgeschlossen. Die restlichen 50 Broz. der Quotennummern, des weiteren diejenigen Quotennummern, die durch die im vorher gehenden Absah erwähnten Einwanderungsgruppen nicht in An spruch genommen sind, stehen unverheirateten Kindern unter 21 Jah: ren und Frauen von solchen Einwanderern zur Verfügung, bie gefeßmäßig nach den Vereinigten Staaten zum Swede ständigen Aufenthaltes zugelassen worden sind, jedoch das Bürgerrecht noch nicht erworben haben. Mit dieser Bestimmung ist eine der größten Härten der Ein wanderungsgeleggebung beseitigt morben, da nunmehr für eine große Zahl von Frauen und Kindern von Einwanderern, die bis her wegen ihrer Quotenzugehörigkeit dem Familienober. haupt nicht nach den Bereinigten Staaten folgen fonnten, die Möglichkeit zur baldigen Wiedervereinigung mit diesem gegeben ist. Erst der von den vorerwähnten Gruppen nicht in Anspruch genommene Teil der Quote kommt für andere Quoten einwanderer in Frage. Ronfeffionelle Ueberempfindlichkeit. 3wei Musterbeispiele aus dem Rheinland. . Die Kleine Anfrage eines Landtagsabgeordneten der 3entrumsfraktion liefert zwei Musterbeispiele fonfeffioneller 3entrumsfraktion liefert zwei Mufterbeispiele fonfeffioneller Heberempfindlichkeit. Beschwerde 1: Die Wiesbadener Regierung hat an einer imultanen Volksschule der Stadt Niederlahnstein, deren Schüler zu neun 3ehntel dem katholischen Betenntnis ange hören, vor furzem einen erst wenige Wochen vorher aus der fatholischen Kirche ausgetretenen und zum Proteftanfismus übergetretenen Junglehrer angestellt, der in einer Klaffe unterrichtet, die 40 fatholische und 4 evangelische Kinder zähle! Die Proteste der Elternschaft, des Magistrats und der Schuldeputation seien von dem in erster Linie verantwortlichen Beamten feiner Antwort gewürdigt worden. Beschwerde 2: In der Stadt Oberlahnstein bat ble Wiesbadener Regierung die Leitung einer fast ausschließlich von tatholischen Rindern besuchten Mädchenschule einent evan gelischen Reftor übertragen. Soweit der Sachverhalt. Ueber die Antwort des Kultusministers wird nunmehr amtlich mitgeteilt, daß Dr. Becker den ersten Fall als ein bebauerliches Berseben bezeichnet, das durch die fofortige Abberufung des vertretungsweise nach Niederlahnstein ge fchickten Schulamtsbewerbers zum 1. Juli d. I. richtig gestellt worden Die Rotelotn NIEDER PANZER KREUZER NIT DEN SOZIALISTE પુત્ર મજ મ NIERAR SORTALISTY und fagte: Morgen, Kamerad pied. 3 bringe 3hnen hier die Morgenausgabe der abne". Sie haben gestern fo wunder schön gegen den Militarismus gewettert und da wollt ich 3hnen die Zeitung per fönlich überreichen." ist. Der Magistrat von Niederlahnstein sei rechtzeitig benachrichtigt morden. Der erwähnte Beamte fei nicht beteiligt, da er feinerzeit auf Urlaub war. Aus der Antwort auf die zweite Beschwerde geht hervor, daß die Rektorstelle der Mädchenvolksschule in Oberlahnstein seit Jahren nicht neu besetzt worden ist. Der jegige Reffor verficht vielmehr die Stelle bereits felt dem Jahre 1913, nachdem der Magiftrat in Oberlahnstein im Jahre 1912 die Besetzung mit einem evangelischen Rettor befchloffen hatte. Die Fälle zeigen deutlich, daß sich im Zentrum eine fonfeffionelle Empfindlichkeit breit zu machen beginnt, die in diametralem Gegenfas zu der nachgibigen Dulifamkeit des Kultusministers steht. Kolonialstandale! Berichtigungen, die bestätigen. " Zu unserer Boröffentlichung über zwei Standale, die die deutsche Kolonialbewegung auf das ärgste diskreditieren, schiden nun die beiden betroffenen Verbände Berichtigungen, die Einzelheiten betreffent, aber unsere Mitteilungen mm ganzen nicht entfräften können und es auch nicht versuchen. Die Deutsche Kolonialgesellschaft" teilt mit, daß den saßungsgemäßen Bertretungsorganen der Gesellschaft von der„ Beruntreuung durch einen zeitweilig mit der Kaffenführung vertretungsweise beauftragten Beamten" ordnungsmäßig Mitteilung gemacht worden sei und der Gesellschaft fein Schaden entstehen wird, da der Schuldige seiner gerichtlich feftgestellten Ersaßpflicht nachkommt. Der Kolonialfriegerbund" meift darauf hin, daß bie in der Vertreterversammlung eines der ihm angeschlossenen Bünde gemachte Angabe, es feien 72 000 m. unterschlagen worden, nicht zutreffe; es handele sich nur um 7200 R. Beide Bereine fügen hinzu, daß sie einen Ersag der Schäden aus Reichsmitteln nicht beantragt und nicht erhalten haben. Also bleiben bie Tatsachen, die wir mittellten, in allem wefentlichen unbestritten. Reichsbahnunterfuchungsausschuh. Der aus Anlaß der Zugunfälle vom Reichsverfehrsminister eingesetzte Reichsbahnuntersuchungsausschuß hat eine zwölftägige Reise nach Mittel- und Westdeutschland unternommen. Dabei wurden im befonderen die Elfenbahn- Direktionsbezirte von Köln und Eisen befichtigt. Es ist eine zweite Reife des Reichsbahnausschusses vorgesehen, die den Ausschuß für die Dauer einer Woche nach Süd. deutschland und im wesentlichen nach Bayern führen wird. Der moderne Mantel reinwollener Ottomane, ganz auf Futter, mit groß. Pelzkragen u. 98.hohen Manschetten SAISONEROFFNUNG: EXTRAPREISE DAMEN KLEIDUNG UND DAMENHUTE Jumperbluse kunstseid. Krepp- Trikot, In vielen Farben 675 Jumperbluse 1475 reinseid. Crêpe de Chine Kleid Kleid reinseid. Crêpe Satin, moderne Glockenform Mantelt, englisch melierter Stoff, Passe auf Futter reinwoll. Crepe Cald, 2450 Mantel Kleid Farben sehr guter Veloutine, Wolle mit Seide, Rock mit neuem Volant Spangenschuhe 39.00 hellfarbiges Leder, 1250 Trotteur- Absatz. 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September, abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Hierdurch spreche ich allen Verwandten und Bekannten, sowie den Kollegen des Deutschen Verkehrsbundes, der G.P.D., 24. Aotlg, dem Kreisverein des Reichsbanners Prenzlauer Berg, insbesondere dem Herrn Redner für die tröstenden und erhebenden Borie am Garge des entschlafenen Karl Laube meinen tiefgefühlten Dank aus. Ww. Anna Laube Chodowieckifte 30. Danksagung. Für die zahlreiche Anteilnahme bei der Trauerfeier meines lieben Mannes Wilhelm Seelig sage ich allen Erschienenen im Namen der Familie herzlichen Dant. Witwe Emma Seelig. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Einäscherung meines lieben Mannés, unseres guten Baters, fagen wir hiermit allen Beteiligten herz lichsten Dant. Ww. Anna Sumpf u. Rinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung mei nes geliebten Mannes und Baters fage allen Beteiligten meinen tiefgefühlten Dant. Martha Jürgens u. Töchterchen. Dantfagung. Für die zahlreichen Beweise des Mitgefühls und ber Teilnahme bei der Einäscherung unserer einzigen Tochter Margarete Klose fagen wir allen Berwandten und Bekannten, bem Redner bes Boltsfeuerbestattungsvereins Groß- Berlin für die trostreichen Worte, iowie den Angestellten der Bezirksverwaltung Groß- Berlin des Deutschen Verkehrsbundes und den Genoffinnen und Genossen der SPD, 19. Abt., für die legte Ehrung unserer lieben Berstorbenen herzlichften Dant K. Klose und Frau, Berlin N20, Goldiner Straße 18. STRUMPFE Damenstrümpfe künstliche Waschselde Bemberg. farbig oder schwarz 185 275 Herrensocken Wolle, 235 mellert 085 Jacqu. Jacqu. WIRK- UND STRICKWAREN Hemdhosen 215 f. Damen, m. Achselbänd. Damenschlüpfer Kunstsalde, platt, Mittelgr. 290 Herren- Jacken 250 od.- Beinkleider, echt Mako Uberjäckchen 390 Reinwolle, weiß od. farbig Damen- Westen 1575 Reinwolle, Jacquard Damenkleider 1975 zweitellig. Reinwolle GROSSER TEPPICH- VERKAUF SPANDAUER STRASSE KÖNIGSTRASSE BERLIN C . 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GepiemSer �92» Die Blumenausstcllung ist eine Veranstaltung großen Formats, wie man sie in Berlin seit langem nicht gesehen hat, aber mehr eine solche, die den genießenden Blumen» und Kunstfreund fesselt als dem Blumenliebhaber neue Osfenbarungen vermittelt. Denn das Gezeigte ist vornehmlich für die großen Börsen berechnet: die Aus- ftellung des Vereins der Blumengeschäftsinhaber enthält viele und große Seltenheiten, Leihgaben, die man selten sieht, sowie Zuchtresultate, die nur dem gewiegten Züchter zufallen, aber wahrlich nicht in den Schoß so hineinregnen, sondern ein Maximum von Mühe und Sorgfast voraussetzen. Und dann noch eins: die zur Verfügung stehenden Räume im Zoo haben etwas von den Jrrgängen und Dunkelkammern ägypti- scher Pyramiden— nur der jetzt schon etwas allmodisch erscheinende Marmorsaal hat große weite Raumverhällnisie, die Lust- und Farbenwirtuugen ermöglichen. Selbst der wunderbar« Riesen- blumcnkorb von 600 ch o r t e n s i e n, in den modernen bläulich-lila Pastellsarben säsimmernd, wirkt, obgleich er im Freien steht, nicht so stark, wie er wirken könnte, wenn man sich ihm von weither nähern könnte. Es ist schade, daß dem ausstellenden Verein nicht die weiten Räume der Messepaläste am Kaiserdamm zur Ver- fügung standen— hier hätten die ausgestellten Prachtexemplare von Palmen und Riesenkakteen, Chrysanthemen, Fuchsien und Weinreben eine größere Wirkung geliabt und, in Rtasien zusainniengesaßt, hätten auch billigere cherbstblüher das Beste erreicht. Kakteen aus allen Ländern. Die Vorhalle und untere challe eröffnet den Reigen mit einer Sammlung von Kakteen, wie sie bisher wohl nicht gezeigt wurde. Es sind Kakteen aus allen Zonen vorhanden, in denen diese sekt- somen Pflanzen gedeihen: aus Amerika(Mexiko usw.) und Afrika stammen die fabelhaften Formen und Größen, Kugelkakteen von t Meter Durchmesser, baumartige, früchtetragende Opuntien- Feigenkakteen und 3 Meter hohe Säulenkakteen. Auch die einst beliebt gewesenen Gummibäume haben fröhliche Auf- crstehung gehallcn— sie begleiten den einen Kaktusgang mit ihrem satten Grün: es sind tadellose Exemplare, von untenauf kräftig ver- zweigt. Eine Füll« von Topfgewächsen zeigt ein 60 Meter langer Raum: Gloxinien mit dunkelrot schimmernden samtartigen Blüten, Primeln, Cyclamen, Croton mit goldig, grün und rötlich geäderten Blättern. Der Marmorsaal ist als Ehrensaal arrangiert und macht in der Tat einen festlichen Eindruck. In der Mitte ein Rundpodium, auf dem stilisierte goldene Schalen mit goldschattierten Blumen stehen— das Ganze umgeben von 1000 lachsfarbigen Alpenveilchen, die sich ja bei den Berlinern besonderer Gunst erfreuen. Das luftige Dach ist von japanischen Plumosusrankcn gebildet, die, scheinbar jeder Schwere entbehrend, in der Luft schweben. Weiter sehen wir 4000 Maiblumen, ein Zuchtrcsultat von prächtigstem Erfolge, und Schirfblatt-Bogonien mit schraubenartig gedrehten riesenhaften Blättern, eine Züchtung der Staatlichen Gärtnerei Sanssouci, die auch wunderbare Orchideen und fleisch- fresiende Kannenträgcr sür den anschließenden Palmenwald ge- liefert Hot, besten sonstige Gewächse zumeist aus städtischem und staatlichem Besitz stammen. Einen sür unseren Geschmack zu ernst- haften Charakter trägt die kleine Rundhalle, die von der Bezirks- gruppe Norden anläßlich ihres 28jährigen Bestehens festlich aus- geschmückt wurde. Silber und Grün der Wände passen wohl zur Silberfeier, ober die rotlila Primeln verstärken den trüben Eindruck. Daß sie eine Neuheit chinesischer Herkunft sind, hebt diesen Mangel an Leuchtkraft nicht aus. Blumen im Zimmer. In der übergroßen Schar des Gebotenen nehmen natürlich die gedeckten Tische und der Aufbau ganzer Zimmer mit Blumenschmuck sowie die Miniatur- und Steingärten und schließlich Proben der Friedhofskunst unser Interesse in Anspruch. Aber weiterhin will auch das Kunstgewerbe seinen Anteil haben an der Ausstattung unseres Heims und unseres Gartens als Träger von abgeschnittenen Blumen oder cingetopsten Pstanzcn. Also locken uns billige und teuere Vasen aller Art und Größe: für die beliebte langstielige Blume das kostbare Kunstglas von moderner edler Form, für den Tuff kurzstieliger Blümchen die geschliffen« Iardiniere. Und China und Japan zeigen auch hier ihre Sonderkünste. Es ist etwas Eigentümliches um die Wirkung der Blume auf den Menschen. Gleicht sie nicht dem kleinen hilflosen Menschenkinde, das auch ge- hegt und gepflegt sein will. Erregt es uns nicht Pein, wenn wir sehen, wie oft unnütze Hände draußen die„wilden* Blumen ausraufen, um sie verderben zu losten! Die ein« Wirkung wird hoffent- lich diese Ausstellung haben, daß sie dazu beiträgt, der Blume, sei sie kostbar oder billig, mit Mühe gezogen oder wild gewachsen, die ehrfurchtsvolle Annäherung des Menschen zu gewinnen. Das Künstlerische, das von der Blume ausgeht, ist in dieser von künstlerischen Köpsen und Händen arrangierten Darbietung so gut zum Ausdruck gekommen, daß es auf lange Zeit vorbildlich sein kann. » Eine Ausstellung für große Börsen— so nannten wir sie—, aber wir können hinzusetzen, eine praktische Lehre auf dem Gebiet des guten Geschmacks, von der auch der minder- bemittelte Blumenfreund Nutzen ziehen kann. Wieder zwei tödliche Llnfälle. In der vergangenen Nacht ereigneten sich wieder zwei schwere Straßenunfäll« mit tödlichem Ausgang.— In der Spanholz- Ecke Semperstraße stieß ein noch unbekannter Motorradfahrer mit einem Lastauto zusammen. Er geriet dabei unter die Räder des Autos und wurde sterbend ins Auguste-Viktoria-Krankenhaus gebracht.— Vor dem Hause Königswcg 26 wurde kurz vor Mitternacht der 48jährige Straßenbahner Ernst Prochnow aus der Grunewald- AjeAachinaOdemVermi. 56) Roman von Liam O'Flaherty. (Aus dem Englischen überseht von«.Häuser.) Er setzte sich neben sie auf die Bank, beugte sich zu ihr und küßte sie ganz kalt auf die Stirn. Dann seufzte er und stand wieder auf. Er mußte sich rühren. Er mußte sprechen. Sein Hirn konnte nicht aufhören, in großer Geschwindigkeit zu denken, und die einzige Möglichkeit, diesen Drang zu er- leichtern, war laut zu reden. Durch das Bilden und Aus- sprechen der Worte wurde ein Teil seiner Denkkraft abge- lenkt und verbraucht. Schneller und schneller, wilder und wilder mußte er sprechen, um mit der riesigen Geschwindig- teit seines erhitzten Gehirns Schritt zu halten. Mit einer Art Gackern in der Kehle, das wie ein Lachen klang, flüsterte er:„Wo ist er jetzt? Wo ist er jetzt? Warum können wir nicht mit dem Geist in weite Entfernungen sehen? Wir schrecklich dumm bin ich am Ende trotz meiner Philo- lophie. Vielleicht ist er in diesem Augenblick aus der Polizei-- wache und ein großer, fetter Sergeant notiert gerade seine Angaben." Er schauderte und biß sich auf die Lippen. „Herrgott, Mary! Wenn du nur wüßtest, was für Angaben er machen kann. Ha, Hai Er und Francis sind die beiden einzigen Männer in der Organisation, die irgend etwas Wich- tiges aussagen könnten. Und Francis ist tot." � Er machte eine Pause. Mary preßte die Zähne aufecn- ander, vertrieb den kichernden Rundgesang und begann ein neues Gebet. Sie betete zu Unserer Lieben Frau der ewigen Hilfe.> „Siehst du. Eypo war so nützlich. Es gab Sachen, die niemand außer ihm machen konnte. Nicht so sehr wegen seiner ungeheuren Kraft, als wegen seiner ganz besonderen geistigen Eigenschaften. Es ist leicht, einen ebenso starken Mann zu bekommen, aber ein Gehirn wie seines ist schwer zu finden. Ich bezweifle, daß es noch so eines gibt. Er war unbezahlbar. Verdammt soll er sein. Er ist ein Übermensch- liches Ungeheuer. Warum habe ich vorhin gesagt: war? Er ist. Er ist. Das ist das Schlimmste daran. Ich wünschte, er.. Die Regierung würde eine Million Pfund für seine Logäb« zahlen. Herrgott! Ich hätte nie gedacht, daß Gypo zum Verräter werden würde. Es muß ein Irrtum gewesen sein. Ich kann mich in ihm nicht täuschen. Irgendein Irr- tum. Sicher. Er ist nickt von der Sorte. Sicher. Ich schwöre, daß er es nicht ist. Wie könnte er es sein? Er wird von mir beeinflußt wie die Nadel vom Magneten. Also wie hat er verraten können? Auch noch seinen eigenen Freund! Das ist das Merkwürdige daran. Ich habe ihn acht Jahre lang studiert, und er hat nie Merkmale eines eigenen Willens gezeigt. Nicht ein einziges Mal. Ich hätte ihn nicht sechs Monate lang fallen lassen sollen. Aber ich mußte natürlich den Respekt vor den Bestimmungen der Organi- sation aufrechterhalten. Herrgott!" rief er, pathetisch nach der Dc�cke blickend, und rang fast in Verzweiflung die Hände, „ich bin allein und niemand kann mir helfen. Mary, nie- mand ist da, der mir raten kann. Warum hat mich niemand davor gewarnt, Gypo auszustoßen? Wie?" Er unterbrach sich. Sie antwortete nicht. Sie schauderte und sah ihn nicht an. Es war schwer, zu beten. Sie war so müde. Und es war entsetzlich, nicht zu beten. Dann hätte sie ihm zuhören müssen. Plötzlich schreckte sie zusammen und fuhr in die Höhe: ihre Augen starrten und ihr Mund öffnete sich weit. Gallagher hatte einen seltsamen Laut ausgestoßen. Dann rannte er geduckt zur Bank. Er warf sich nieder und um- klammerte ihre Knie. Mit wilden, angespannten Augen blickte er auf eine Stelle an der Wand. Er stammelte mit trockener, brüchiger Stimme:„Da ist er, Mary. Ich sehe ihn. Ich sehe ihn. Ich sehe den Sergeanten, der es aufschreibt. Sie geben ihm einen Schnaps. Siehst du ihn, Mary, mit seinem kleinen Hütchen auf den Hinterkopf gestülpt, wie er seine Angaben macht? Hörst du, wie er meinen Namen sagt? Hörst du ihn?" Mit beiden Händen zog sie seinen Kopf an sich und ver- suchte, seinen Blick auf ihr Gesicht zu richten und seine starren Augen von der Wand abzulenken, aber er sträubte sich gegen sie. Seine Augen hefteten sich wild auf eine Stelle an der Wand. Er krümmte sich.- Dann plötzlich seufzte er, wandte sich zu ihr und lächelte. Es war ein natürliches gesundes Lächeln. Seins Augen tanzten fröhlich, während er lächelte. Sein Entsetzen war gewichen und hatte einer momentanen Fröhlichkeit Platz ge- macht. Er fühlte sich vergnügt, wie eine Frau, die vom Wein berauscht ist. Er ncchm Mary plötzlich in die Arme st r a ß e 18 beim Ueberschreiten des Fahrdommes von einer A u t v�- droschk« überfahren. P. wurde in schwerverletztem Zu- stände zur nächsten Rettungsstelle gebracht, wo er bald nach seiner Einlieferung g e st 0 r b e n ist. Wer ist der Verwundete? Nächtlicher Kampf in der Kuglerstraße. Eine ungemütliche Gegend scheint das Vau- gelände an der Scherenberg, und Kuglerstraße zu sein. Schon wieder hat dort ein Kampf zwischen einem Wächter und Verbrechern stattgefunden. Dort wurde kürzlich, wie wir berichteten, ein Wächter von Bretterdieben angeschossen und am Oberarm schwer ver- letzt. Jetzt wurde ein anderer Wächter, der wieder einige Spitz- bubcn ertappte, von diesen niedergeschlagen und arg miß- handelt. Sie zertrümmerten mit F a u st s ch l ä g e n dem Manne das Nasenbein. In der Notwehr gab er einen Schuß ab, der einen der Angreifer in den Bauch traf, so daß«r zu Boden stürzte. Die anderen entkamen. Da dem Wächter durch den Boxhicb die Augen verschwollen waren, so konnte er die Fliehenden nicht verfolgen. Er sah ober, daß später zwei Frauen herbeikamen und den Gestürzten wegschleppten. Wie schwer er oerletzt worden ist, geht daraus hervor, daß die Blut- spur sich bis zur Prenzlauer Allee hinzog und noch am nächsten Morgen zu erkennen war. Bisher ist es noch nicht gelungen, diesen Mann misfindig zu machen. Er muh aber unbedingt ärztlich« Hilfe in Anspruch genommen haben. Vielleicht haben auch die Frauen, die ihn weg- brachten,«in Auto angerufen, so daß der Chauffeur über das Ziel der Fahrt Auskunft geben kann. Wer zur Aufklärung beitragen kann, wird gebeten, sich bei der Inspektion A. im P 0- llzeipräsidium zu melden. Gesundbrunnen— Friedrichsfelde. Sine neue Verbindung zwischen zwei Schnellbahnen. Die Schnellbahnen Gesundbrunnen— Neukölln und Alexandcr- platz— Friedrichsfcld« werden am Alexarrderplatz für den Umsteige- verkehr miteinander in Verbindung gebracht. Jetzt wird geplant, außerdem eine Verbindung zu schassen, die eine Ueberführung von Zügen von der einen Schnellbahn auf die andere ermöglicht. Der von der früheren AEG.-Schnellbahn-Gesellschaft gebaute Tunnel in der Neuen Friedrich st raße ist, nachdem die Linien- führung auf der Strecke vom Alexanderplatz bis zur Spree ge- ändert worden war, aufgehoben worden. Er soll aber in d er Königstraß« an die Linie zur Frankfurter Allee angeschlossen werden, um als Verbindungsstrecke zwischen den beiden Schnellbahnen zu dienen. Man kann ihn dann zur Ueberführung von Zügen, aber auch zur A u s st e l l u n g von Einsatzzügen benutzen. Uebrigens wird die Linie Alexanderplatz— Friedrichsselde noch einen Bahnhof zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz erhalten, nämlich an der Kaiserstrahe. Er war dort schon vorgesehen, sollte aber erst später bei steigendem Verkehr eingeschaltet werden. Auf Wunsch der beiden Bezirk« Mitte und Friedrichshoin soll dieser Bahnhof schon setzt im Zusammenhang mit dem großen Straßendurchbruch gebaut werden. Durch dies« nachträglichen Aenderungen an dem früheren Entwurf entstehen Mehrkosten von 8 Millionen Mark, so daß die Gesamtkosten der Schnell- bahn Alexander platz— F r i e d r i chs f e l d e sich auf 80 Millionen Mark erhöhen. Zusammentritt der Stadwerordnetenversammwng. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt nach Schluß ihrer Sonnnerserien ihre Arbeit wieder aus. Die erste Sitzung wird am Donnerstag, 13. September, um 16?L Uhr, abgehalten. Auf der Tagesordnung stehen nicht weniger als 103 VerHand- lungsgegenstände. Dazu gehört auch der im„Vorwärts" bereits mitgeteilt« Magistratsantrog auf Bewilligung von 15 M i l- lionen Mark für Wohnungsbauten. und küßte sie. Er kitzelte sie spielerisch mit den Fingern im Nacken und lachte die ganze Zeit. Aber sie suchte sich keuchend loszuringen. Er gab sie frei, hörte auf zu lachen und sah sie erstaunt an. Leichthin fragte er:„Habe ich dich erschreckt, Mary? Das ist schon gut. Ich bekomme oft so einen Anfall von Katerstimmung. Aengstige dich nicht. Hast du geglaubt, daß ich verrückt wäre?" fügte er mit einem halben Lachen hinzu. „Oh, jetzt bist du in Ordnung, Dan. Ha, hal" Sie versuchte zu lachen, um sich Mut zu machen, aber es gelang ihr nur schlecht. „Natürlich bin ich das, Mary. Munter wie ein Fisch. Alles wird in Ordnung kommen. Selbstverständlich. Aengstige dich nicht." Es war lange still. Sie saßen dicht beieinander und blickten zu Boden. Verlegen flüsterte Mary:„Sag' mir, Dan, hast du vor- hin irgend etwas gesehen, als du die Wand angesehen hast? Hast du irgend etwas gesehen? Sag's mir schnell. Dies hier ist so ein unheimlicher Ort. Ich glaube, hier gibt's Teufel." Gallagher schnappte:„Verflucht! Warum muht du den Gegenstand wieder aufrühren, wo ich versuche zu vergessen. Teufel! pah! Teufel!" Er sprang auf die Füße und machte zwei Schritte vor- wärts, dabei reckte er mit merkwürdiger Anspannung die Hände über dem Kopf aus wie ein Mann, der rheumatische Schmerzen in den Schulterblättern hat. Dann schüttelte er sich und fing mit erschreckender Plötzlichkeit mit einer ganz ruhigen Stimme an, vergnügt und freundlich daher zu schwatzen:„Du hast schließlich recht, danach zu fragen. Ich hätte dir gleich erklären sollen, was ich dabei meinte, daß ich ihn sähe." Er gähnte.„Natürlich war das bildlich ge- meint. Es gibt keine Teufel, wenigstens keine übernaiür- liehen Erscheinungen, wie der hentzchende Aberglaube sie ausmalt. Die einzigen Teufel, vor denen man Angst haben kann, sind menschliche Teufel. Ich kenne eine Menge davon. Die sind alle sehr wirklich. Aber sie tragen einen Schafspelz. Respektable, gesetzesfromme Leute. In ein paar Stunden werde ich sie wiedersehen, wenn Gypo mit seiner Geschichte bei der Polizeiwache angelangt ist. Sie werden langsam und gedehnt ihr Urteil über mich aussprechen. Ha! Hübsche Burschen! Und hier bin ich und tue nichts, während sie.. (Fortsetzung folgt) J . y Börgiebel beim Reichsbanner. Neue Ortsgruppe in Zehlendarf. Der Ortsverein Zehlendorf des Reichsbanners hat in den letzten Wochen in der Großfiedlung Behlendorf eine eifrige Werbearbeit für die schwarzrotgoldene Schutztruppe der Republik aufgenommen. Am Donnerstag wurde in einer Kundgebung im Café Brumm die Kameradschaft Großsiedlung Zehlendorf gegründet. Für diese Rundgebung hatte Polizeipräsident Karl 3örgiebel das Referat übernommen. Unter lebhafter Zustimmung der Bersammlung zeigte der Referent an Hand von neuen und alten Polizeiverordnungen den Unterschied monarchistischer und republikanischer Behördenarbeit. Früher stellten fich die Staatsverwaltungen- vor allem die Polizei hinter die Unternehmer, die weite Schichten der Bevölkerung ausbeuteten. Kundgebungen der Arbeiterschaft für besseren Lohn und sozialere Arbeitsbedingungen wurden durch Polizeiattacken auseinandergetrieben. Heute wird die Polizei auch aufgeboten, wenn die Arbeiterschaft Kundgebungen veranstaltet, aber nicht, um diese zu verhindern, sondern um den Demonstranten Schutz vor Andersdenkenden zu bieten. Gewiß ist die Republikanisierung der Berwaltung noch nicht in dem Maße durch geführt, wie wir es alle wünschen. Es kommt aber auch nicht so sehr darauf an, ob sich einzelne Beamte noch nicht freudig zum heutigen Staat bekennen. Hauptsache ist, daß die Direktiven von den leitenden Verwaltungsstellen für und nicht gegen die Bevölkerung gegeben werden. Wer schon in der Zeit des Dreitlassenwahlrechts in der Arbeiterbewegung stand, tann am besten Vergleiche ziehen. In der Republit hat die Arbeiterschaft ihren Kampfboden, um ihre politischen und wirt schaftlichen Kämpfe auszutragen. Darum stehen wir freudig zu diesem Staat und werden ihn mit allen Kräften verteidigen. Nach der Ansprache des Polizeipräsidenten vollzog Kamerad Arno Scholz die Weihe des Tischbanners. Anknüpfend an die Worte des Referenten schilderte er die Arbeit des Reichsbanners. In hartem Kampf gegen die Rechtsverbände hat das Reichsbanner das Symbol der Republik, die schwarz rotgoldene Fahne, bis ins letzte Dorf getragen. Heute ist das Reichsbanner die stärkste republikanische Organisation, heute hat diese Schuhtruppe in jeder Stadt und fast jedem Dorf ihre Ortsgruppe. Mit dem Einsatz ihres Lebens haben die Kameraden die Aufbauarbeit für die Republik geleistet. Mit der Aufforderung, auch in der Großsiedlung Zehlendorf eine starke Ortsgruppe zu schaffen, schlossen die Ausführungen. Es fonnte eine große Anzahl Neuaufnahmen verzeichnet werden. Der geplatzte Gäureballon. Bier Paffanten verletzt. Geffern nachmittag ereignete fich an der Ede Schützenund Krausenstraße ein überaus eigenartiger Unfall, bei dem vier Passanten Verlegungen erlitten. Gegen 15 Uhr stürzte von dem Gespann einer Chemikalienfirma ein großer mit Schwefelsäure gefüllter Glasballon auf den Fahrdamm und zersprang laut klirrend. Bier Bassanten, die an der Straßenkreuzung den Fahrdamm überschreiten wollten, wurden von großen Säuresprigern getroffen und an den Füßen zum Teil recht erheblich verletzt. Die Berunglückten, eine Frau und drei Männer, mußten sich zur nächsten Rettungsstelle begeben, wo ihnen Notverbände angelegt wurden. Außerdem meldeten sich mehrere Bersonen, darunter einige Radfahrer, die gleichfalls von Säuresprigern getroffen worden waren und Schäden an ihren Kleidern bzm. Fahrrädern festgestellt hatten. Der Straßenabschnitt wurde sofort polizeilich gesperrt, damit durch die Schwefelsäure, die sich über den ganzen Fahrdamm ergossen hatte, nicht noch weiteres Unheil angerichtet wurde. Die alarmierte Feuerwehr spülte die Straße ab, die dann nach etwa 20minutiger Tätigkeit der Feuerwehr für den Verkehr wieder frei gegeben werden konnte. Durch Feuerwerkskörper verlegt. Ein noch nicht völlig geflärter Unfall ereignete sich Sonnabend mittag bei der sogenannten Generalprobe zu dem Sportfest, das heute auf dem Potsdamer Luftschiffhafen stattfinden soll. Auf den Rasenflächen waren zahlreiche Schüler, darunter auch Knaben des Potsdamschen Waisenhauses versammelt, als es plöglich einen lauten knall gab. Ein Knabe stand schreiend in Rauch gehüllt da; außer Verlegungen im Gesicht war dem Knaben ein Finger vom Gelent getrennt. Angeblich soll er auf einen Feuermertspfropfen getreten sein, der dort vom letzten Feuerwert gelegen haben soll. Nach einer anderen Version soll der Knabe sich den Handrücken mit Zündpläßchen belegt und diese angezündet haben. Jubelfeier der Blindenanstalt. 50 Jahre treuer Arbeit an den Blinden. * Die jetzt fünfzig Jahre bestehende Blindenanstalt| Frauen und Mädchen und des Blinden- Männergesangvereins„ Heis der Stadt Berlin sah bei ihrer Jubelfeier am Sonn- matflänge", durch Klaviervortrag von zwei blinden Knaben. abend als Festteilnehmer eine große Zahl Gäste in ihren schlichten Räumen( Dranienstraße und Naunynstraße). Gekommen maren Vertreter der Stadt und ihrer Bezirke, Vertreter von Provinzial, Staats- und Reichsbehörden, Leiter anderer Anstalten und Mit glieder von Blindenvereinen. Auch Schüler und Schülerinnen der Blindenschule und der Blindenfortbildungsschule und Erwerbstätige aus der Blindenbeschäftigungsanstalt nahmen an der Feier teil. Für den Magistrat brachte Bürgermeister Scholtz die Glückwünsche. Er hob hervor, daß an den neueren Bemühungen, den Blinden bessere Erwerbsmöglichkeiten zu schafen, die Berliner Blindenanstalt und ihr jetziger Direktor Niepel tatkräftig und er folgreich beteiligt gewesen sind. Bürgermeister Scholtz stellte in Aussicht, daß die Stadt an den notwendigen Ausbau der Blindenpflege herangehen werde. Zu wünschen sei unter anderem ein Spiel- und Erholungsplatz für Blinde, auch ein Lichthaus für Blinde", ausgestattet mit allem, was ein Blinder zur Erholung, zur Anregung, zur Beiftespflege braucht. Einstweilen gibt die Stadt für die Anstalt als Geburtstagsspende 10 000 Mart. Die Festrede des Direttors Niepel( ber zur Jubelfeier auch eine Festschrift über die Blindenpflege Berlins heraus gegeben hat) führte zurück in die Zeit der Anstaltsgründung, in der gerade eine neue Auffassung vom Wesen der Blindenausbildung fich Bahn brach. Damals erkannte man, daß der Blinde aus feiner Isolierung herausgenommen und durch Entwidlung seiner Kräfte in die Gesellschaft eingereiht werden muß, die dann seine Persönlichkeit und seine Leistungsfähigkeit würdigen lernen wird. Die Berliner Blindenanstalt legte auch Wert darauf, daß der Blinde nicht von feiner Familie getrennt wurde. Der Festredner gedachte der um die Gründung und Entwicklung der Anstalt verdienten Männer, vor allem des früheren langjährigen Direktors Kull, dessen betagte Witwe unter den Gästen mar. Glückwünsche brachten noch Ber: treter von Ministerien und anderen Behörden, von Anstalten- und Vereinen, immer wieder hervorhebend, wie sehr die Berliner Anstalt als ein Vorbild für die Blindenpflege gelten darf. Die Feier wurde verschönt durch die Mitwirkung von Blinden, durch Gesangsvorträge des Anstaltschores blinder 5.20 Uhr: Bropagandafpiel der Freien Turnerschaft Groß- Berlin", Abteilung Wedding; 6,30 Uhr: Geschlossener Abmarsch zu den Sammelplägen. Alle Kinder und Eltern unserer weltlichen Schulen, so wie Freunde, Erwachsene und Jugendliche find eingeladen und können sich auch am Aufmarsch beteiligen. Eintritt frei! Das Geheimnis der Eisinfel geklärt! Amundsen war nicht dort! Oslo, 8. September. Wie aus Tromso gemeldet wird, hat das Rätsel der Edge Insel Aufklärung gefunden. Die Mannschaft des am Freitagabend im Hafen von Tromsö eingetroffenen Dampfers he im dat" berichtete, daß der Motorfufter Afg of vor einiger Zeit bei Stein richtete, daß der Motorkuffer Argot vor einiger Zeit bei Stein. na es auf Grund gelaufen sei. Die Bemannung mußte das Fahr zeug verlassen und auf der Edge- Insel Schuß suchen, wo sie ein Belt errichtete. Später wurde der„ Algot" mit Hilfe eines anderen Motor fahrzeuges wieder flott gemacht, so daß die Schiffbrüchigen an Bord zurückkehren konnten. Hochbetrieb am Kaiserdamm. Am heutigen Sonntag herrscht Hochbetrieb am Kaiserdamm: die Große Deutsche Funtausstellung schließt heute abend 9 Uhr ihre Pforten, so daß die Berliner Funtfreunde mur noch heute Gelegenheit haben, diese in der ganzen Welt besprochene Rekordschau zu besichtigen. Die Berliner Funtstunde sendet vom Funkturmgarten aus nicht mur ihre Nachmittags fonzerte, sondern auch das Operettenprogramm mit Bernhard Bötel und Vera Schwarz unter Mitwirkung des Funtchors. Die in der Alten Autohalle stattfindende Internationale 6. Bureauausstellung, die für jeden modernen Menschen eine außerordentliche Sehenswürdigkeit darstellt, ist von vor= mittags 10 Uhr bis abends 9 Uhr geöffnet. Arbeiterfamaritertolonne Berlin. Die am Montag, 10. Sep: tember, im Lokal Schilling, Neukölln, Kirchhofstr. 41, stattfindende Bersammlung hat mit der Arbeiterfamariterkolonne Berlin nichts gemein. Wir ersuchen die bundestreuen Mitglieder, der Versamm lung fernzubleiben. Der Zentralvorstand. Der Hausbefizer im heutigen Großstadtleben. Am Montag, dem 10. September, abends 8 Uhr, spricht im Lehrervereinshaus( Aleran derplatz) Bolizeipräsident Genoffe 3örgiebel in einer von der Vereinigung der freien Hausbefizer( Reichsverband) einberufenen Bersammlung über das Thema„ Der Hausbefizer im heutigen GroßTreffen der weltlichen Schulen. Die Freie Schul- stadtleben". In Anbetracht des aktuellen Themas werden alle repugemeinde Wedding veranstaltet heute im Schillerpart blitanisch gesinnten Haus- und Grundbefizer, Eigenheimbefizer und Berwalter eingeladen.. ein Treffen der weltlichen Schulen des Bezirkes Wedding. Für den Aufmarsch sind folgende Sammelpläge vor: gefehen: Schule Gotenburger Straße 2 nachmittags 1 Uhr; Schule Bant Ede Wiesenstraße nachmittags 1,15 Uhr; Schule Lütticher Straße 4 nachmittags 1 Uhr; Baradenschule am Leopoldplaß nach mittags 1,15 Uhr. Nachmittags 2,15 Uhr: Begrüßung auf der Spielwiese im Schillerpart; 2,30 Uhr: Massenfreiübungen; 3 Uhr: Spiele der Kleinen; 3,30 Uhr: Tänze der Mädchen; 3,45 Uhr: Wettspiele der älteren Kinder; 5 Uhr: Faustballwettspiel der Lehrer; Eine Zeichenausstellung wird vom 8. bis 11. September im fleinen Festsaale des Charlottenburger Rathauses ver anstaltet. Sie ist täglich von 10 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Bezeigt werden Arbeiten von zeichnerisch und fünstlerisch begabten Boltsschülern und Bolts fchülerinnen, denen in besonderen Zeichenflaffen Gelegenheit gegeben ist, ihre zeichnerische Gestaltungstraft und Ausdrucksfähigkeit zu entwidien. In den Räumen der Warenhäuser der Firma Tiez am Dönhoffplaz und Alexanderplatz ist den Blindenausstellungen ein Raum in würdigem Rahmen zur Verfügung gestellt. Blindenausstellungen dieser Art sind die ersten, die in Berlin der Deffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bei der Eröffnung am Sonnabend hatte man Gelegenheit, die vielen Hilfsmittel und Organisationen, die für die Blinden geschaffen wurden, sehr eingehend vorgeführt zu sehen. Da ist die Berufsfürsorge für Kriegs- und Zivilblinde, die von der Stadt Berlin geleitet wird. Sie zeigt auf einem Ausstellungsstand die Gegenstände, die der Blinde in den verschiedensten Industrien fertigt, in der Tabakindustrie das Zupfen und Entrippen, in der Schokoladenindustrie das Backen, in der Metallindustrie das Drücken und Stanzen. Es gibt fast fein Gebiet, in dem der Blir.de nicht beschäftigt werden kann. Neuerdings hat man um nur ein Bei= spiel unter den vielen Vorführungen herauszugreifen einen Blinden zum Einziehen der Fahrradspeichen in die Felgen angelernt, der sogar das fertige Rad auch ausrichtet. In der Textilindustrie sieht man die Blinden an Strid. maschinen( meist Heimarbeit) Kleider und Gewebe fertigen. Bürstenwaren und Haar befenindustrie ist so bekannt, daß man sie nicht speziell erwähnen braucht. Ein sehr gesuchter Arbeiter ist der Blinde im Bureau, wo er nicht nur als Stenotypist an einer Stenographiermaschine, sondern auch, indem er vorzügliche flare Briefe auf der Schreibmaschine schreibt, als Korrespondent beschäftigt wird und anderes mehr. Sehr zu beachten ist das Anschauungsmaterial für Augenschuß in den Fabriken, Schutzbrillen, Neymasten u. a. Man sagt sich in den Kreisen der Blindenfürsorge mit Recht, daß man durch Aufklärung der Sehenden beffer helfen tann als später den Blinden. Ein umfangreiches Material der Blindenschulung, Blindenschriften, Musikmesen, Statistiken usw. wird gezeigt und durch fachkundige Führer erklärt. Allgemein gewinnt man den Eindruck, daß der Blinde im heutigen Staat von den Behörden wie auch von Privatbetrieben sorglich betreut und nicht zum Bettler in der Gesellschaft degradiert wird. Auch bei unseren Arbeitern ist das Pflichtgefühl gegen ihre Leidensgefährten ein befonders reges, die im kameradschaftlichen Zusammenarbeiten mit den gewerkschaftlich organisierten blinden Genossen diese als voll berechtigt ansehen. " Berliner Varietés. Das September- Programm der Scala ist fehr interessant und abwechslungsreich. Es bietet ausgezeichnete Darbietungen der Kunstradfahrtruppe Bictoria", prächtige Equilibristik des Trio Bel Air und tänzerische Borfühungen. Mit besonderer Spannung fah man dem Auftreten der Duse des Chanson", der fpanischen Künstlerin Raquel Meller entgegen, die die höchste Bage bezieht, die jemals einer Frau in Europa bezahlt wurde. Sie sang mit starter, dramatischer Eindrudstraft unter anderem das Lied ,, Die Prozession", wegen der der Künstlerin infolge eines Mißverständnisses von dem Pariser Erzbischof der Bann angedroht wurde. Großen Erfolg hatten auch die Darbietungen des genialen Clowns und Musiker Noni, der als Afrobat wie als Tänzer, als Pianist wie als Biolinipieler, als Klarinettist, als Dirigent und Schauspieler auf gleicher Höhe. ftand. Höchst originell und bedeutsam waren auch feinem neuen Dressuratt„ Die Radiohunde". Es grenzt an das Bunderbare, was die Hunde alles vorführten: Tänze, rhythmische Bewegungen nach der musikalischen Begleitung, Harmoniumspielen, fleine Nachahmungsszenen aus dem menschlichen Leben. Raffayette hat das Problem der Hundererziehung, der geistigen Einwirkung auf das Tier, auf eine Weise gelöst, die kaum noch zu übertreffen ist. Mancher Hundebefizer, der es nie der Mühe mert fand, die Intelligenz seines Tieres zu schulen, sich mit zielbewußter Hundeerziehung zu beschäftigen, wird durch die hervorragenden Darbietungen zum Nachdenken veranlaßt worden sein. Nicht zu vergeffen sind endlich die glänzenden Trics von ,, Mady u. Co.", sowie die tänzerischen Darbietungen der 16 Palast- Girls. Der Wintergarten hat sein Eröffnungsprogramm zum Teil in den September übernommen. Lilian Goldmin tanzt ihren Seifenblasentanz zum Entzücken des Publikums weiter, die argentini fche Sängerin Emilie Bidali fingi" mit ihren herrlichen Augen und die Tanzrevue Rückblid auf das alte Berlin" zur Zeit der Wintergartengründung macht auch im September den Schluß des Programms. Neu ist dagegen Stetson, der Mann mit den Hüten, Der hat es mit richtiggehenden Zylindern, wirft sie mit tausend Umständen auf seinen Kopf und ist trop aller Trids immer wieder der Wohlbehütete. The Daros find amüsante Equilibristen. Die Dame radebrecht in allen Lebenslagen( wörtlich zu nehmen!) Berliner Mundart, veräppelt unsere schöne" Siegessäule, wenn sie auf der hohen Leiter herumturnt und versteht sogar über ihren mißhandelten Kartoffelbauch" zu schimpfen. Sportlich- artistische Vorführungen von wegen Kraft und am Rhönrad finden vielen Anflang Schönheit, uftig ist die Deblar Truppe auf Rädern, zum Modernste Schreien die Rollschuhläufer Nathanos Brod. Mufit bringt Percival Madey mit seinen 12 Künstlern, die mit Sängern, Tänzern und einer Länzerin ein Programm allein füllen. Allerdings: Ihre Darbietungen find mehr modern als Musik. Kinderfest in Neukölln! Das Bezirksjugendamt Neukölln ver. anstaltet heute im Volkspart Tempelhofer Feld das zweite Kinderfest. Der Festzug geht um 2 Uhr nachmittags Dom Sportplay Kaiser Friedrich Straße Ede Innstraße nach dem Volkspark. Freitonzert, orientalische Tanzszene, ausgeführt von der Laban- Gruppe, Kinderbeluftigungen, Fadelzug, Feuerwerf. Eintritt frei! Programm 10 Pf. Bettfedern per Plund Graue Federn.... 95 Pf. Halbdaunen- Oberbett Weiße Federn... M. 2.30 Weiße Halbdaun. M. 5.60 Schleißfedern... M. 1.90 Inlett, indanthrenfarbig, mit chines. Haibdaunen, 130 × 200 42.75 Fertige Inlette Daunen....... M. 5.75 Oberbett rot graurot M. 5.75 Oberbett...... 9.50 4.90 Fertige Betten Inlet Kissen... 2.85 1.55 m.grauenFed. Oberbett...... M. 7.40 Dimiti- Oberbettbezug 5.95 Unterbett..*** M.6.20 zum Knöpfen, ca. 130 × 200 Steppdecke Kissen...** M. 2.65 Satin doppelseitig, in diversen Farbes 12.75 Seit 1886. BettfedernGustav Fabrik Lustig Die ideale Bettfüllung: Echt chines.( Wortz. ges. gesch.) Monopoldaunen 3-4Pfund zum Oberbett.Pfund M. 850 Prinzen- Str ECKE Sebastian- Str. Wilmersdorfer Str 138 an der Bismarck- Str. Reichskonferenz des Arbeiter- Radiobundes " Die Reichskonferenz des Arbeiter Radiobundes, auf deren Bedeutung der Vorwärts" bereits in seiner gestrigen Morgenausgabe hinwies, begann am Sonnabend im Gewerkschaftshaus. Die Tagung ist Don 40 Delegierten aus dem Reich besucht. Der 1. Vorsitzende, Genosse Kurt Baate. Der 1. Vorsitzende, Genosse Kurt Baate, begrüßte die Versammelten. Der Vertreter der Internationale, Boigt, münschte münschte den Delegierten vollen Erfolg ihrer Arbeit. Nach ihm nahm der Vertreter der Sozialdemokratischen Bartei, Reichstagsabgeordneter Genosse Franz Künstler, das Wort. Er betonte, daß der Arbeiter Radiobund in der modernen Arbeiterbewegung ein nicht zu unterschäßender Kulturfaktor ist und daß die Sozialdemokratische Partei immer nenger Verbindung mit dem Arbeiter- Radiobund arbeiten wird. Nach ihm sprach im Auftrage des AfA- Bundes Genosse Göhring, der darauf hinwies, wie wertvoll die Arbeit des Arbeiter- Radio bundes auch für die Gewerkschaften sein fann. Durch den Beist und des Arbeiter- Radiobundes ist es gelungen, Vorträge über den AfABund im Rundfunk halten zu können. Im Auftrage der Sozialistischen Arbeiterjugend sprach dann noch Genoffe Ludwig Diederich, der seinen Dank dafür aussprach, daß der Bund mitgeholfen hat, den Dortmunder Jugendtag durch einen deutschen Send übertragen. Sender zu Den Geschäftsbericht des Reichsvorstandes gab Genoffe Segall: Die Zeit vom März 1927 bis Mai 1928 maren für den Arbeiter- Radiobund Monate ununterbroche nen Rampfes gegen eine Bürgerblodregierung, die die Bedeu tung des Rundfunks durchaus erkannt und ausgenutzt hat. Im legten Jahre hat sich der Bund organisatorisch gefestigt, 85 Orts gruppen wurden neu gegründet. Heute besteht die Organisation aus 205 Orts- und Untergruppen. Im legten Jahre sind im Bund 50 Ausstellungen veranstaltet worden. Auf der großen Funtausstellung hat der Arbeiter- Radio: bund in einer eigenen Koje ausgestellt. Im Interesse einer befferen Zusammenarbeit des Arbeiter Radiobundes mit den übrigen Arbeiter organisationn sind in den Reichsvorstand Bertreter einzelner Gewert schaften, und für die Sozialdemokratie ist Genosse Franz Künstler eingetreten. Ministerialrat Genosse Woldt, der als Referent der Rundfunkangelegenheiten des preußischen Kultusministeriums tätig ist, hat für die Organisation wertvolle Mitarbeit geleistet. Ein Ers folg war es auch, daß der Bundesvorsitzende Genosse Baate zum 2. Borsigenden des Kulturbeirates der Deutschen Welle ernannt wurde. Einen intensiven Kampf hat der Bund in der Frage der 08 Herabsetzung der Rundfunkgebühren zu führen. Leider, war diesem Rampf bisher tein Erfolg befchieden. In der Frage der Genehmigung eines Kurzwellenfenders scheint das Reichspoftministerium jekt nachzugeben und die Absicht zu haben, einer Anzahl Mitglieder des Arbeiter- Radiobundes die Kurzwellen fende- Erlaubnis zu geben. Nach dem Geschäftsbericht erwiderte der Bersihende, Genoffe Kurt Baate, auf einige Angriffe gegen den Reichsvorstand. Er betonte, daß er den Arbeiter Radiobund nicht als Bastlerorganisation als auffaffen will, sondern Sturm. bataillon, als Kulturorganisation für die Arbeiterschaft. Bei der Erstattung des Berichts der Mandatsprüfungstommission gab es lebhafte Auseinanderfegungen mit einigen kommunisten, die sich darüber zu beschweren hatten, daß die Sozialdemokraten mit den gleichen Mitten und Methoden, wie fie, die Reichstonferenz vorbereitet hätten. Seltsam ist nur, daß sich die Kommunisten immer nur dann beschweren, wenn sie mit ihren eigenen Mitteln von anderen geschlagen wurden. Im Bericht der Kassenrevisoren wurde festgestellt, daß alle Beträge und Beläge geprüft und für richtig befunden worden sind. In der Aussprache über den Geschäftsbericht schickten die Rommunisten einige Redner vor, die im Wald- und Wiesenstil über die Kulturaufgaben der Arbeiterschaft sprachen. In der Debatte wurde ihnen energisch entgegengetreten; vor allem war es Ministerialrat Genosse Boldt, der darauf hinwies, daß die Nutzbarmachung des Rundfunks für die Arbeiterschaft auch nur dann eintreten könne, menn die Arbeiterschaft im Staat Macht und Einfluß gewinnt. Wohl find in den Kulturbeiräten des Rundfunks und in der Leitung der einzelnen Sendegesellschaften noch Menschen, mit denen wir innerlich nicht zusammenstimmen. Im großen und ganzen fann aber gesagt werden, daß die Arbeiterschaft mit den Erfolgen in diesen Beiräten zufrieden sein fann. Die Stunde der Arbeit muß immer weiter ausgebaut werden. Im November werden in Berlin interessante Bea fuche unternommen, im Rundfunk 3 wiegefpräche mit Arbeitern zu veranstalten. Ein Redner wird mit einem Arbeiter aus dem Betriebe por das Mitrophon gestellt, und auf die gestellten Fragen soll dieser dann aus seinem Lebensfreis, aus seiner Tätigfeit berichten. Mit Recht wandte sich der Genosse Sorlig in der Disfuffion dagegen, daß zwar die Kommunisten die Senfur im Rundfunt abfchaffen möchten, daß fie aber gleichzeitig Anträge stellen, die Berbebegte Reutils. tung! Begen technischer Schwierigkeiten Bonn bas Tambourkorps noch nicht aufammenkommen. Näheres in den Gruppen. Rundgebung für das proletarische Beittheater, veranstaltet von den Gondes abteilungen der Boltsbühne, Donnerstag, 13. September, 20 Uhr, Sophiensäle, Sophienstraße. Unkosten beitrag 20 Pf. Erwerbslose frei. eine Benhur über den Geschäftsführer, Genossen Segall, verlangen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Auf eine Anfrage, warum die Sozialdemokratie gegen einen ermäßigen, gestimmt hat, antwortet Genosse Heilmann. Er Antrag der Kommunisten, die Rundfunkgebühr bis auf 50 Bf. zu befont, daß die Sozialdemokratie immer gegen dumme Agi= tationsanträge der kommunisten stimmen wird. Soviel weiß jeder, daß bei einer derartigen Ermäßigung der Rundfunkbetrieb nicht ohne riesige Zuschüsse aufrechterhalten merden könnte. Auch er betont, daß uns das Rundfunkprogramm in feiner Ge= staltung noch nicht gefallen könne. In den Kulturbeiräten und in den politischen leberwachungsausschüssen, in die die Arbeiterschaft fteig C. Bflichtveranstaltung in Wildau. Der Nachrichtenzug fährt geschloffen ihre Vertreter entsandt hat, muß noch ein gewaltiges Stück Arbeit ge= leistet werden. Aber auch über die Programmgestaltung können nur Leute reden, die in ihrer Parteipreffe nicht Kitsch veröffentlichen. Der Redner wies dabei besonders auf Artifel in der Welt am Abend" hin. Der Kampf um den Rundfunk ist wie der der Arbeiterschaft um den Staat: eine Machtfrage. Rundfunk und Arbeiterschaft. IM felbft sprach Stadtrat Genosse horlik über das oben genannte Auf der Tagung des Arbeiter- Radiobundes und im Rundfunt Thema. Seine Ausführungen gingen davon aus, daß der Rundfunt ein Mittel der Propaganda und Beeinflussung ist. Als Bildungsmittel hat der Rundfunt nur bedingten Wert. In seinen Vorträgen fann er nur Mitteilungen formaler Wissenstatsachen vermitteln. Der Rundfunkredner hat feine Möglichkeit zu kontrollieren, ob die von ihm gegebenen Anregungen auch geistig weiterverarbeitet werden. Auf die limformung des aufgenommenen Wissens in eigene persönliche Werte fommt es aber an. Wirkliche Wissenswerte fönnen nur in intensiver Meinarbeit gewonnen werden. Trokdem sind die Vorträge darum fehr wichtig, weil ihre anregende Wirkung zu ernster Arbeit Veranlassung geben kann. Darum legen wir auch Wert darauf, wie das Arbeitsprogramm im Rundfunk gestaltet wird. Bir verlangen die Mitarbeit von Arbeiterführern, die allein in der Lage find, über die die Arbeiterschaft bewegenden Themen zu sprechen. Arbeiterbildung fann nicht durch eine Art geistiger Wohlfahrtspflege erzielt werden. Wir verlangen, daß auch auf die Person der Vortragenden besonders geachtet wird. Der Vortrag darf feine vorgelesene Schreibe sein, sondern muß frisch und lebendig die zu behandelnden Fragen erörtern. Wir sind auch dafür, daß im Rundfunk Vertreter aller Weltanschauungen zu Worte tommen. Nur dann ist der Rundfunk in der Lage, seine großen Kulturaufgaben zu lösen. 00. Ein absonderlicher Gelbstmordverfuch. Aus Paris berichtet man: Der Heizer eines 3uges, der in den Nordbahnhof einfuhr, sprang beim Ueberfahren über die Seine aus der Lokomotive in den Fluß hinunter. Man nahm zunächst an, daß er ertrunten sei und war um so mehr erstaunt, als er nach Hause fam. Er erflärte, daß er im Wasser wieder lebenslustig geworden sei und schwimmend das Ufer erreicht habe. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diefe Rubrif aur an das Jugendfefretariat Berfin GB 68, Linbenstraße 3 Achtung! Rheinfahrer Beiersdorf. Die Aufnahmen find eingetroffen. Die Karten zur Jugendveranstaltung der Bollsbühne Was ihr wollt am Sonntag, 30. September, 15% Uhr, find von verschiedenen Abteilungen nog nicht abgeholt worden. Dieses ist umgehend nachzuholen. Heute, Sonntag, 9. September: Steglig: Werbebegirlsmitgliederversammlung in Lichterfelbe. Treffpunkt 17 Uhr am Seim. Reukölln VI: Wir beteiligen uns gefchloffen am Rinderfeft des Ortsausschusses, Treffpunkt 13% Uhr Zeitungstiost Hergbergplag. Werbebeşirt Teltowlanal: Seim Lichterfelde, Albrechtstr. 14a. Delegierten. tonferenz. 16 Uhr Werbebezirksmitgliederversammlung. 18 Uhr im gleichen Seim. Thema: Unsere Aufgaben mit dem Dortmunder Jugendtag." Werbebezirk Müggelsee. Abteilung Bohnsdorf- Faltenberg veranstalten einen Reichsspieltag. Wir fordern die Abteilungen des Werbebezirks auf, fich daran zu beteiligen. Treffpunkt 14 Uhr am Röllnischen Blaz in Röpenid. Werbebezirk Neukölln: Bir beteiligen uns Sonntag geschloffen an dem Rinderfest des Jugendamtes. Treffpunkt 13 Uhr Serrfurthplay. Die Ordner treffen sich um 13% Uhr am Boltsparteingang. Morgen, Montag, 10. September, 19% Uhr: Singtreis. Pünktlich 19% Uhr im Heim Lindenstr. 4, v. I. Sanja. Heim Bochumer Str. 8b. Arbeiterdichterabend. Schönhauser Bor. stabt. Seim Schule Sonnenburger Str. 20. Was ist und was will die zweite Internationale?" Werbebezirk Kreuzberg. Alle Genossen, denen es möglich ist, nehmen am Gruppenabend der Sungsozialisten Südost teil. Heim Briger Str. Berbebezirk Mitte. Uebungsabende zum Elternabend im Seim Elisabethtirchstr., pünktlich 20 Uhr. Erscheinen aller Genoffen ist Pflicht. Blo Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14, Sebastianstr. 37/38, Hof 2 St. Sonntag, 9. September. Webbing. Antreten 12,35 Uhr bei Müller, Uferstr. 12, zur Beteiligung am Sportfeft. Rarten zum Preise von 30 Bf. mit Programm bei Müller erhältlich. Tiergarten. Autofahrt nach Schwante. Fahrpreis 1 M. inkl. Plakette. Abfahrt kleiner Tiergarten pünktlich 8 Uhr. Weften 7% Uhr an bekannter Stelle. Wilmersdorf. Die Kameraden besuchen das Eportfest, Sportplas Cinsame Pappel", Cantianste. Karten zu 30 Bf. bei Kameraden Ralisty. Lichtenberg( Ortsverein). Antreten mit Tambourkorps und Fahnen 12% Uhr Bahnhof Stralau- Rummelsburg, Bahndort hin. Rameradschaft Mahlsdorf 12% Uhr an der Straßenbahn. Ramerad schaft„ Gustav Tempel", 3. Bug, Motorbootfahrt nach Grünheide, Abfahrt 8 Uhr von Schonert. Montag, 10. September. Mitte. Jungbanner. Ber fammlung im Jugendheim Ticcstr. 18. Bortrag:„ Staatspolizei und die PolizeiSchule". Gäste willkommen. Kreuzberg Jugend III. 20 Uhr Versammlung bei Giedentopf, Mustauer Str. 35. Dienstag, 11. September, Kreis Süden. 20 Uhr Führerbesprechung im Gaubureau. Teilnahme vom Zugführer aufwärts. Um Teilnahme des Sanitätsleiters, Sportleiters, Areistambourmajors und je eines Vertreters der Ortsvereinsvorstände wird ersucht. Schöneberg- Friedenau Rameradschaft Rollendorf. 20 Uhr Bersammlung bei Grundt, Meininger Str. 8. Marine Abteilung. 19% Uhr Schwimmen im Bootshaus Tegel, Uferstr. 1. Tiergarten. Rameradschaft Sansa. Dienstag, 11. September, Bersammlung Pankow( Ortsverein). Dienstag, einbrüde aus Nord, und Südfrankreich. bei grimper, Flensburger Str. 3. Bortrag des Kameraden Popper: Reise11. September, 20 Uhr, Sportlerfißung bei Meeß. Arbeiter- Samariter- Rolonne Berlin. Geschäftsstelle N. 24, Große Samt burger Straße 20. Telephon Norden 3340. Sigungen haben folgende Abteilungen: Schöneberg: Montag, 10. September, Lotal Rosenthal, Ebersstr. 66; Köpenid: Montag, 10. September, Lotal Stippekohl, Schönerlinder Str. 5; Beißensee: Montag, 10. September, 2otal Stärte, Charlottenburger, Ecke Saffofte.; Treptow: Dienstag, 11. September, Schule Wildenbruch, Ede Graezftraße; Kreuzberg: Dienstag, 11. Geptember, Lokal Buhr, Blücherstr. 38; Hermsdorf: Dienstag, 11. September, Turnhalle Roonstr.; Mitte: Donnerstag, 13. September, Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag; Tempelhof: Donnerstag, 13. September, Lokal Lindisch Mdf., Königstr. 44; Tiergarten: Donnerstag, 13. Geptember. Lokal Lausch, Bredowftr. 35: Bentow: Donnerstag, 13. September, Jugendheim Riffingenstraße 48; Steglik: Freitag, 14. Geptember, Lokal Schmidt, Lichterfelde- West, Roonstr. 39; Reinidendorf: Freitag, 21. September, Lotal Matter, Reinickendorf, Eichbornftr. 94; Spandau: Sonnabend, 22. September, Lotal Supte, Lutherplatz 8. Beginn der Versammlung 20 Uhr. Rege Beteiligung wird erwartet. Verband für Freibenkertum und Feuerbestattung e. B. 10. September, 19% Uhr. Gruppe 22( Wilmersdorf). Restaurant Rulla, Lauenburger Str. 21. Gruppe 5( Webbing). Ewald Schreiber, Triftstr. 63. Gruppe 6( Wedding). Bharusfäle, Müllerstraße 142. Gruppe 7( Wedding). Schmidts Festsäle, Prinzenallee 33. Gruppe 8( Wedding). Victoria- Garten, Badftr. 12. Gruppe 30( Treptow). Zum Einsiedler, Johannisthal. Gruppe 35( Reiniden. dorf). Raftanienwäldchen, Reinickendorf- Oft. Gruppe 10( Prenzlauer Berg). Büttner- Festfäle, Schwedter Str. 23-24. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen. Bezirk Webbing. Mitgliederversammlung am Dienstag, dem 11. September, 20 Uhr, Chauffeestraße 64. Bazenhofer. Ortsgruppe Westen: Bezirksversamm Tung am Dienstag, dem 11. September, 20 Uhr, im Bahnärztehaus, Bülowftraße 104. Thema: Delgiertenwahl zum Gautag; Aenderung im Bersand der Bundeszeitung. Freie Turnerfdaft Groß- Berlin, Bezirk Tempelhof- Mariendorf. Am Mone tag, dem 10. September, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Pommerening, Tempelhof, Berliner Straße 100. Reichsbund der Kriegsbeschäbigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter bliebenen, Bezirk 31, 2idtenberg." Mitgliederversammlung am Dienstag, dem 11. September, 20 Uhr, im Cäcilien- Syzeum Rathausstraße 8. Tagesordnung: Wahl der Delegierten zum Gautag. Bund Entschiedener Schulreformer. Deffentliche Bersammlung am Dienstag, bem 11. September, 20 Uhr, in der Aula ber 236. Gemeindeschule, S., Bergunter Leitung von Hanns Giefeler und Silde Kühn- Frohns. mannstr. 60-65. Thema: Pädagogik des Blutes. Das Laienspiel. Aufführungen Bund Berlin für Einheitstursschrift. Uebung in allen Geschwindigkeiten jeben Freitag von 20-22 Uhr im Französischen Grmnasium. Reichstagufer 6, am Reichstagsgebäude, und jeden Dienstag von 20-22 Uhr im Schulhause Utrechter Straße 30-31. Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Montan. 10. September, 20 Uhr, Restaurant Rur Sütte", Charlottenburg, Friedrichstr. 53. Gäste willkommen. Besprechung über die Winterarbeit. Boltschor Lichtenberg und Umaegend." Mitglied des Deutschen Arbeiter Gängerbundes. Uebungsstunden: Montags von 20-22 Uhr. Gangesfreudige Damen und Herren find herzlich willkommen im Uebungslokal Sugo Wegner, Frankfurter Allee 236. Briefkasten der Redaktion. C.$. 28. Standesamt m, Emser Straße 133. 8. N. 2. Nein, Sie Fönnen die Sachen von demjenigen, bei dem fie fich befinden, herausverlangen. Sollte die Herausgabe abgelehnt werden, so müssen Sie die Silfe des Gerichts in Anspruch nehmen.-B. N. Ja, fofern die Vereinsfagung dies nicht aus. drücklich verbietet. 9. 9. 57. 1. und 2. Eine Frau darf erst zehn Monate nach Auflösung ihrer früheren Ehe eine neue Che eingehen. 3. Von dieser Vorfchrift tann Befreiung bewilligt werden. Das Gesuch um Befreiung ist an das Amtsgericht zu richten. Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle Berlin und Umgegend. ( Nachdrud verboten.) Troden, beiter und warm, schwache Winde aus südlicher Richtung. Für Deutschland. Ueberall Fortbestand des herrschenden Witterungscharafters. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geger; Wirtschaft: G. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: D. Schindler; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales and Sonstiges: Frik Karstadt: Anzeigen: Tb. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen und Unterhaltung und Wissen". Gesdigrams Stiefel Für Damen: Für Herren: Gossmann's Gesundheitsschuhe Gossmann's Gesundheitsschuhe 2150 m.Spange od. zum Schnüren, schwarz Boxcalf, bequeme halbrunde Form Gossmann's Gesundheitsschuhe echt Chevreau, mit Spange, für besonders empfindliche Füsse, elegante Form... 2150 2450 schwarz echt Boxcalf, in hochfeiner Ausführung und moderner Form.. 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September: 16: Pikante Tischgerichte. 16.30: Technische Wochenplauderei. 17: Hugo Kander( Lieder, Musikvorträge). 17.30: Tolstoi- Stunde. 19: Sozialpolitische Umschau. 19.30: Irrtümer der Wissenschaft. 20; Sendespiele: ,, Und das Licht scheinet in der Finsternis", Drama von Leo Tolstoi. Dienstag, 11. September: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Eine Stunde in der Tolstoi- Schule. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Wunder der Technik im Bureau. 20.10: Uebertragung Gr. Schauspielhaus: ,, Casanova", von Johann Strauß. Mittwoch, 12. September: Mittwoch, 12. September: 16: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 16.30: Der deutsche Garten. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Deutschlands Handelsbeziehungen zu Sowjetrußland. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20; Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 13. September: 16: Grundfragen der Sozialpsychologie. 16.30: Die Prager deutsche Dichtung der Gegenwart. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Brennende Rechtsfragen. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wie beizt man in diesem Herbst das Saatgetreide. 19.20: Der Kaufmann und die Banken. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 14. September: 16: Von der Lernschulklasse zur freitätigen Arbeitsgemeinschaft. 16.30: Sport und Kunst. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Die wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Bäder. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20: Ernst Häckel, der biologische Naturphilosoph. 20-30: Ein Tag des Reichspräsidenten. 21: Die Vorgeschichte des deutschen Volkes. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 16: Wissenschaftliche Leistungen der Frau- 16.30: Unsere Zimmerpflanzen im Herbst. 17: Jugendstunde. 17.30: Unterhaltungsmusik. 19: Die Tätigkeit des Anwalts vor Gericht. 19.30: Wie steht es um die Gesundheit der berufs- Sonnabend, 15. September: 20: Wozu neue Kunst? 20.30: Musikvorträge, Rezitationen. tätigen Frau? 22.30: Nachtmusik. Donnerstag, 13. September: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Wie eine Bilderzeitung entsteht 16.30: Das Meer als Erzieher der Menschheit. 17: Konzert. Anschließend Teemusik. 19: Französischer Vortrag. 19.30: Die Abrüstung der Eisenbahnzüge. 20: Kulturfragen in der Literatur. 20.30: Vortrag. 21: Populäres Orchesterkonzert. 22.30; Tanzmusik. Freitag. 14. September: 16: Ist das Altwerden wirklich so schwer? 16.30: Die Sportschau des Monats. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Italienisch. 19.30: Die September- und Oktoberziehungen der Auslosungsrechte der Anleiheablösungsschuld des Deutschen Reiches. 20: Das Kunsthandwerk. 20.30; Klabund- Stunde( Rezitationen). Anschließend Violinvorträge. Sonnabend, 15. September: 16: Medizinisch- hygienische Plauderei. 16.30: Turnen und Sport als Kulturbewegung. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit. 19.30: Konzentration und Schlaf. 20: Auf Völkerstraßen durch Südosteuropa. 29.30: Blasorchesterkonzert. 22.30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 9. September: 16: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 16.30: Die Mitwirkung der Beamtenschaft bei der Rationalisierung der Staatsaufgaben. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Arbeiterschach. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Das Kammerorchester. 19.20; Goethes Nachwirkung bis in die Gegenwart. 20: Uebertragung aus Hamburg. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel. Ueber das Berliner Krantenhauswesen und seinen notwendigen Ausbau sprach Dr. med. Räthe Frankenthal Berlin hat etwa 25 000 Krankenhausbetten zur Verfügung, 5. h. für etwa 1000 Einwohner sechs; in anderen Großstädten kommen dagegen auf 1000 Einwohner 8 bis 10 Krankenhausbetten. Der Bettmangel der Berliner Krankenhäuser wird natürlich besonders bedrohlich, wenn Epidemien ausbrechen. Berlin will bis 1932 sein Krankenhausmesen so erweitern, daß dann mindestens sieben Betten auf 1000 Einwohner zur Verfügung stehen. Auch der innere Aufbau der Krankenhäuser soll einer zum Teil dringend nötigen Revision unterzogen werden. Die Vortragende betonte, daß Ab 8.55: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Die Hilflosen. 19: Tolstoi- Feier. Sparsamkeit hier auch aus volkswirtschaftlichen Gründen völlig unAb 20: Uebertragung aus BerlinMontag, 10. September: 16: Französisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Die Kunst des Uebersetzens. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Gerhart Hauptmanns Till Eulenspiegel". 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Die Milchwirtschaft im Notprogramm. 19.20; Technische Neuerungen am Personen- und Lastkraftwagen. Ab 20: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 11. September: 16: Erziehungsberatung. 16.30: Peter Hille, der Dichterzigeuner. 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Das Volkstheater einst und jetzt. 18.30: Französisch angebracht sei. Der gesunde Mensch ist ein produktiver Wert für Staat und Stadt; der Kranke dagegen verbraucht ohne Gegenleistung die Arbeit anderer. Dr. med. Ernst Rothe behandelte im zweiten Teil seiner Vortragsreihe„ Die Macht der Suga gestion" das Thema ,, Du und die anderen". Er zeigte dabei, mie Nebensächlichkeiten im Gespräch, auf die man faum achtet, eine starte suggestive Wirkung haben tönnen. Dr. Monty Jacobs schenkte durch seine Ausführungen über Clemens Brentano den Hörern einen Teil des Wertes dieses fast völlig vergessenen Dichters zurüd. Das wirklich volkstümliche, mufitalisch hochwertige industrie dirigierte, wurde am Abend übertragen. Einsendungen für diese Rubrit find Berlin SB 68, Lindenstraße 3, ftets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Trep. rechts. zu richten. 1. Kreis mitte. Dienstag, 11. September, 19% Uhr, im 8immer des Bor ftehers der Bezirksversammlung, Klosterstr. 68, Gigung der Stadt- und Bezirksverordneten mit den Bürgerdeputierten. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, 10. September, 19 Uhr, in Schmidts Ge. fellschaftshaus, Fruchtstr. 36a, Kreisfunktionärßigung. Tagesordnung: 1. Bortrag: Partei und Boltsbildung". Ref. Genosse Lau. 2. Diskussion. 3. Areisangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, 10. September, 19% Uhr, Fraktionsfizung mit allen Bürgerdeputierten im Bimmer 1 des Rathauses. Wil bungsausschußigung Dienstag, 11. September, 20 Uhr, pünktlich im Jugendheim, Rosinenstr. 4. Tagesordnung: Unser Fest am 6. Oktober. Bücherfreis. Geschäftliches. Die Herbstjugendweihe findet nicht im Staatlichen Schillertheater, fondern am Sonntag, 30. September, vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhans statt. Eintrittstarten à 1 M. für Gäste und 50 Pf. für Kinder sind bei den Abteilungsleitern und in der Fleischabgabestelle Rofinenstr. 4, ferner an der Theatertaffe zu haben. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, 10. September, 20 Uhr, bei Kroiß, Solsteinische Straße 60, Gigung des engeren Kreisvorstandes. Dienstag, 11. September, 20 Uhr, bei Schramm, Hohenzollerndamm 2, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. 11. Kreis Schöneberg. Montag, 10. September, 19½ Uhr, bei Rönig, Feurig. Straße, Ecke Brinz- Georg- Straße, Gigung des engeren Kreisvorstandes, fämtlicher Abteilungsleiter, des Bildungsausschusses, der Sozialistischen Arbeiterjugend, der Jungsozialisten und Kinderfreunde. Mittwoch, 12. September, 17% Uhr, Fraktionssizung mit den Bürgerdeputierten im Neuen Rathaus, 8immer 144. 13. Kreis Tempelhof. Montag, 10. September, 19% Uhr, Kreisvorstands. fizung bei Riendorf, Mariendorf, Chauffeeſtr. 19. 15. Kreis Erentow. Dienstag, 11. Geptember, 19% Uhr, in Johannistha!, Lokal Zum Einsiedler", Mitgliederversammlung des Verbandes für Frei denkertum und Feuerbestattung. Alle parteigenössischen Mitglieder des Bereins müssen erscheinen. 16. Areis Copenid. Dienstag, 11. September, 19% Uhr, an der bekannten Stelle Kreisvorstandssigung mit fämtlichen Abteilungsleitern. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, 10. September, 19 Uhr, im Arbeitsamt, Schreiberhauer Straße, Kreisfunktionärsihung. 20. Kreis Reinidendorf. Seute, Sonntag, Fahnenweihe in Reinidendorf- Oft. Antreten um 13½ Uhr am Bahnhof Schönhola Montag, 10. September, 19 Uhr, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes im neinen Sigungsfaal des Rathauses Wiitenau. Heute, Sonntag, 9. September: 4. Abt. Wir beteiligen uns nach Möglichkeit ant der Bannerweihe in Reinidendorf- Ost. Antreten um 13% Uhr am Bahnhof Schönholz. Banner ift mitzubringen. 7. Abt. Ausflug nach Schulzendorf, Lokal Hubertus. Spiel und Sport, Rinderbeluftigungen. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne. Treffpunkt: 9 Uhr früh am Stettiner Berortbahnhof. 29. Abt. Die Funktionäre haben umgehend wichtiges Material von Burg, Prenzlauer Alee 189, abzuholen. 128./130. Abt. Treffpunkt zur Bannerweihe in Reinickendorf- Oft um 13½ Uhr am Bahnhof Schönholz. 136. Abt. Meinidendorf- Oft. Bannerweihe. Treffpunkt um 13½ Uhr am Bahnhof Schönholz. Feier in Manns Gesellschaftshaus, Hauptstraße. Alle Genoffinnen und Genoffen, sowie Sympathisierende, Borwärtsleser, Freunde und Bekannte find dazu herzlichst eingeladen. FFFFFFFFFFFFFFFFEE 138. Abt. Hermsdorf. Alle Mitglieber beteiligen fich an der Bannerweihe in Reinickendorf- Oft. Abmarsch 14 Uhr vom Bahnhof Schönholz. Morgen, Montag, 10. September: 1. Abt. 19% Uhr wichtige Funktionärsigung bei Spiegel, Aderstr. 1. 5. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Bartelstr. 7, wichtige Funktionärsizung. für Anfänger. 18.55: Reichsgeschichte in Dokumenten. Ab 20.10: Uebertragung Orchesterkonzert, das Bruno Seidler- Winkler im Hause der Funt. Goldwaren.Uhren- Belmonte Leipz.Str.97 aus Berlin. Tes. Königstr. 30 Reizender Einsegnungsschmuck für Mädchen und Knaben in großer Auswahl Es ist soweit Tegenteltlhaben, f sa beratigeng Die Saison beginnt. Razten, d. Briefe flattern ins Haus und bringen Die ersten Einladungen fue den kom Bor. menden Winter. Soweit jest schon pri hauptsächlich den/ weck, zu zeigen, daß When vate Festlichkeiten stattfinden, haben sie get man wieder ,, da ist". Dann möchte man ten When Stücken werden uns g Der Theater- Win deche weniger ausländische Auft Ben aber audelfach bie net anzer, freut euch! ten n den dramaturgis Die Ballfaffon beginnt! emsig gearbeite Raum ist der große Strom der oben für die v rienreisenden zurüggekehrt, und ezt fegen mit aller Intensität die Borb en, als loufia äuber f fast allen E per. tunger, ein, die gewöhnlich estzustellen versucht yer Ge- großen, Ballpiter" ankündigen.chtung sich der Spiel Ein neuer Mode- Bern von C.& A. er s be Tro ere bereits fleißig Wir haben durch morb kommenden Winters, be wird, unde erfreuliches gebnis können wir berichten, daß han foraussichtlich erheblich meh eutsche, und sicherlich viel weniger ländische Autoren aufführen nody wir's mit we Eine interessante Aufgabe In den nächsten Tagen erscheint der neue Mode- Bericht der Firma C.& A. Brennintmeyer, der in ge wohnter Weise einen umfassenden Ueber. blid über die neuen Herbst- Moden gibt. Er ist diesmal dadurch besonders inter. effant, op, 10 unserer bekanntesten Film- Diven in C.& A. Kleidung wiebergegeben find. Die gestellte Aufgabe besteht darin, herauszufinden, wer blese 10 Stars find, die wir alle so oft auf der Leinwand bewundern. fig en en, 11, Die bie ſche Beb ich. ht als es, in den beiden vergange Jahren, der Fall gewesen ist. den ausländischen wird wohl dvesmal net Wo ar DOL eine bedeutsame tetrach Gime und befet m ähnlichen Farber bigender Ausfall der Ernte Die Ernte Arbeiten sind, nach über einstimmenden Berichten, fast über mot he F beendet und Schuppen prefen oder Hoiegeln! Cubes Serbstes antimpigen, fie hör auch die Institutiones A fegeln". Faft in allen Waterloot- B einen ist die legte gemeinsame ab bevor die Boote in ben Gdjupeto men, burchman auf hie lean Merkmalen/ die d Loment Doet R Nachdruck von Wort und Bild verboten Ernte Feier funder Er ha ihen den C& A BRENNINKMEYER Ditreren stieg bgen werden Auf Schritt und Tritt macht's sich bemerkbar: der Sommer mit seinen Freudie Winter- Saison den ist vorbei mit ihren nicht geringeren beginnt. Und die alte Frage wird wieder akut: Was ziehe ich an?" Gehen Sie zu C& A! BRENNINKMEYEN Nicht nur, weil Sie dort in den imposanten Schaufenstern alles sehen, was in der kommenden Saison getragen wird- nicht nur, weil Sie in unseren Verkaufsräumen alles, was schön und modern ist, in einer Auswahl finden, die wohl als einzigartig bezeichnet werden kann( jede Figur, jede Größe, jeder Geschmack, jedes Portemonnaie kommt zu seinem Recht) Sondern, weil Sie hier auch Preise finden, die es Ihnen ganz leicht machen, zu denen zu gehören, die beachtet und bewundert werden, weil sie gut angezogen sind. Oranienstr. 40 Am Oranienplatz ball- Sport. isterschafts- Kampfeh die letzten Vorbereitunfen Generalproben staf aben, hat die neue Fu thren Anfang genommen ehteder Verein vor eine ter, schwerer Kämpfe, die en die langersehnte Krone sterschaft, dem and hähnlichen as trägt man Stoffe englischer Art in Fro Der Herbst scheint sich leider henmeilenstiefeln auf den Weg gen. Wir sind noch nicht so recht gaune ihn zu empfangen, wit unvorbereitet bleiben, a Nozulagen, und weil wir vorlau cupere Dinge derten p mi liegt am eigenéry Let um Schnupfen nicht beizeiten e ur Berfügung ffe find scho bui Eerste Herbst- Wo Regen- Neigung vorhanden Mit der ersten September- W in meteorologischer Bezie Sommer zu Ende, und wen Herbstmonat auch manchmal sommerliches Wetter zeigt, s doch auch die Jahre, in den September schon höchst unfre ist nicht gerade selten Ves dieses Jahr werden? gemeine Wetterlage de sprechend dem vorwiege rakter dieses Sommersa hin auf Veränderlichke Tubing kommenden Tage mu Chausseest.113 Königstr. 33 Bein Stettiner Bahnhof Am Bhf. Alexanderplats 7. bt. 1914 Uhr bei Bärmelde, Schlegelftr. 8, Funktionärsigung. Boll sähliges Erscheinen dringend erforderlich. 9.961. 19 Uhr bet Bübner, Wilsnader Str. 34, Vorstandsfigung. 21 20 Uhr ebenbort michtige Funktionärsizung. Aue Funktionäre miten er scheinen. 12. 20 Uhr bei Schmidt, Bielefftr. 17, Funktionärsihung, 13. 9bt. 19% Uhr bei Lausch, Bredomstraße, Ede Wiclefstraße, Funktionär. fitung. Unser Weg" kann sofort vom Genossen Kreffin, Butligstr. 15a, obgeholt werden. 14. WSL 20 Uhr bei Laurigen, Butbuffer Etr. 11, Sunktionärfügung. 15. 6. 1915 Uhr bei Neumann, Stralsunder Str. 1, Sigung fämtlicher Funktionäre mit den Betriebsvertrauensleuten. 16. Abt. 19% 1hr bei Sarl Rinzel, lifebomftr. 2, Funktionärssung. 17. Sibt. 10 Uhr bei Dose, Nordhafen 6, Funktionärßigung. 18. bt. 19 Uhr bei Miller, Uferstr. 12, Funktionärsigung. 19. L 19% Uhr bei Gerepel, Grünthaler Str. 13, Funktionärsizung. 20. Bot. 19 Uhr Funktionärtonjerena bet ofo, Solonieftr. 15. 22. E. 19% Uhr bei Radzan, Brüsseler Str. 43, Gigung fämtlicher Funk tionäre. 23. 6, 19% Uhr bei Grunwaldt, Kameruner Str. 19, wichtige Funktionär figung. 24. 9/54 Vilnktlich 20 Uhr bei Röhler, Greifswalder Str. 80b, Funktionär. sung( Ecocizerhäuschen). 26. bt. 20 Uhr bei Seiles wichtige Funktionärfißung. 27. t. 19% Uhr bei Reek, Gonnenburger Str. 1, wichtige Funktionärfizung. 31. t. 20 Uhr bei Goldschmidt. Stolpische Str. 36, Funktionärßigung. Er. fcheinen eller Funktionäre bringend erforderlich. 39. 21.101 Uhr in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3, Sizung fomtlicher Funktionäre. Abrechnung. Mittwoch, 12. September, Zahlmorgen unb Zablabend. 41. 6. 19% Uhr Sigung fämtlicher Funktionäre mit der Abteilungsleitung im Lofal Lipfert, Marienborfer Str. 5. Restloses Erscheinen fämtlicher Funktionäre ist bringend notwendig, da ein Ausschlukanirag vorliegt. 42. t. 20 Uhr pilntlich bei Bierstorf, Urbanftr. 6, Funktionärsigung. 43. 96t. 19% Uhr bei Bruhn, Gröfeftr. 40, Funktionärstzung. Jeder Be= girt muß unbedingt vertreten fein. 41. 6t. 19 Uhr bei Edhiebold, Admiralstr. 5, FunfMonärftgung. 43. bt. 19% Uhr bei Bolff, Forster Str. 44, Gigung fämtlicher Funktionäre. Materia'qusgabe. 47. 6t. 19% Uhr bei Book, Saunnnftr. 44, Funktionärsigung. 77. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Jürgens, Barbarossaftr. 5a, wichtige Funktionärsgung. Erscheinen fämtlicher Funktionäre ist Pflicht. Röllu. 89 Abt. 19% Uhr bei Grommed. Sanderstr. 10, wichtige Funktio närfitung. Wegen der wichtigen Tagesordnung mifien fämtliche Funktio näre bestimmt erscheinen. 90. t. 20 Uhr bei Schabello, Weichfelstr. 3, 92. Abt. Gigung des Abteilungsvorstandes mit den Funktionären. 20 1hr bei Wolff. Kaiser- Friedrich- Straße 173, Ede Rofeggerstraße, Funktionärftgung. Niemand darf fehlen. Bezirksführer Taben ein und sorgen für den Fall, daß fie felbft nicht erscheinen tönnen, für entsprechende Bertretung. 9. Abt. 19% 1hr hei Rimmermann, Treptower Str. 10, Funktio närligung. Bartei- und Gewerffchaftsbuch, fomie Vorwärtsouittung ft mit aubringen. 94. t. 19% Uhr bei Schröder, Steinmekite. 52, Funktio. närligung, Erscheinen unbedingt erforderlich. 95. Abt. 20 licher Funktionäre. Ramen und Adreffen der Borschläge für Schöffen und Geschworene find unbedingt mitzubringen, 53. 9. Charlottenburg. 20 Uhr bei Lur, Suttenstt. 26, Sigung des Abtei Tungsvorstandes mit den Zahlabendleitern. 137. t. Reinidendorf West. 20 Uhr im Boltshaus, Echarnweberstr. 114. Er. scheinen ist flight. Mittwoch, 12. September: 3. Abt. Die Bezirksführer Taben zur Mitgliederversammlung im Eaal I des Gemertfchaftshauses, Engelufer 24-25, bestimmt ein, 34. bt. Die Bezirksflihrer laden zum Zahlabend am Mittwoch bestimmt ein. Sn allen Sahlabenden Vortrag. 99. Abt. Brig- Budow. Die geplante Abteilungsversammlung findet am Mittwoch nicht statt. Dafür Zahlabende in allen Bezirken, Frauenveranstaltungen: 4. Arels Prenzlauer Berg, Dienstag, 11. September, 20 Uhr, bei Riug, Panziger Str. 71, Funktionärinnenkonferenz. Sede Abteilung mtu un bebingt vertreten fein. 9. Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, 13. September, 12 Uhr, Beßätigung des Botanischen Gartens. Ereffpunkt 11% Uhr vor dem Haupteingang. Üntez den Cichen. Anschließend Roffeelochen im Lokal Baldfrieden, Dablem, le Gerossinnen auch der anderen Kreise werden gebeten, an beiden Beranfaltungen sich recht zahlreich zu bete'ligen. Gäffe herzlich willkommen. 84. bt. Saulmis. Montag, 10. September, 20 Uhr, bei gehmann, Raifer. Thelm- Straße 29-31. Bortrag: Die Mode im Wandel der Jahrhunderte. Referent: Hanns S. Kamm. Gäfte willkommen. 123. Abi. Kaulsbarf. Dienstag, 11. Ceptember, 20 Uhr, bei Sühner, Wilhelmstraße, de Bahnhofstraße. Vortrag des Genossen Adolf Abtez. Gäfte find herzlichst eingeladen. 123.6, Ranladorf- Güd, Diensatg, 11. Ceptember. 20 Uhr, im Lofal Jäger. heim, Bunter Abend. Portragender: Heinz Barthel. Alle Genossinnen sowie Gäfte find heralidt eingeladen. 136. ht. Reinickerboss- Oft. De Genoffinnen werden gebeten, sich heute, Conn tag, 9. September, an ber Bannerweihe zu beteiligen. Treffpunkt sum Umzug 18 Uhr am Bahnhof Schönholz. Nicht vergessen zu flaggen! Jungsozialisten: Gruppe Beikenfee. Montag, 10. September, im Jugendheim Parkste. 32, Bortrag: Was lehrt uns der Brifeler Kongres? Ane Mitglieder müssen er feinen, Gruppe Wilmersdorf. Montag, 10. September, Gruppenabend im Jugendheim. Vortrag: Die Gemertschaften als Machifaftor, Referent: Genoffe Gruvve Charlottenburg. Montag. 10. Rurbad. Gäfte herzlich willkommen. September, 20 Uhr, im Jugendheim Polinenftr. 4. Gigung der nengegründeten Ortsgruppe. Gruppe Südosten. Conntag, 9. Geptember, 8 Uhr, Görliger Fahnhof, zur Fahrt nach Königswusterhausen. Montag, 10. September, 20 Uhr, im Seim, Briger Str. 27-30. Portrag: Arbeiterjugend und Jungfoaia! iften. Referent: Mar Schwarz. Gäste, insbesondere der EA3. find herzlichst eingeladen. 11 Pflanz, Be prons, Brina- Sanbjern- Straße 73, Sikura bes Borftonbeg mit allen bet Freie Turnerfchaft Groß- Berlin, Bez. Tempelhof- Mariendorf. girtsführern und der Obleute ber Kommiffionen, Jeber Bezirk muk m bedingt vertreten fein. 96. st. 1914 Uhr bei Lohann, Wipperftr. 18/19, wichtige Funktionärsisung. 37. Abt. 19 Uhr bei Rohr, Giegfriedftr. 28/29, Funktionärsigung. 98. Abt. 20 Uhr bei Teich, Knesebeckstr. 135, Funk ttonärigung. 99. Abt. Brig- Budew. Eigung der Schulfommiffion um 20 Uhr in der Salle am Sufeifen, Frig- Reuter- Allee. 20 Uhr Funktionärung in der Halle am Sufeifen, Frig- Reuter- Allee. 68. bt. Wilmersdorf. 20 Uhr im Lofal Rulfa, Lauenburger Str. 20, itgliederversammlung. Borfraq:„ Die revolutionäre Entwidlung in China". Referent Willn Scheiber, Um recht zahlreiches Erscheinen aller Mitglieder with gebeten. 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr Rahlabende: 2, und 5. Bezirk: Pommerening, Bortrag: Die Sozialdemokratie Berliner Straße, Ede Viktoriastraße. und die Erstehungsfrage". Referent Stabtverordneter Sans Monwod. 104. bt. Niederschöneweibe. 19% Uhr im Sofal Rum Cinsiedler" Mitalieberversammlung der Gruppe Treptow( 80) des Verbandes für Freidenfer Alle tum und Feuerbestattung. Bericht von der Generalversammlung. Genoffinnen und Geneffen, die Mitglieder des Verbandes find, müssen teilnehmen. 115. Abt. Sichtenberg. 19% Uhr bei Seelow, Oderftr. 1, Ede Gürtelstraße, Funktionärsizung. 125. bt. Weißenfce. 20 Uhr bei Gallas Lehderstraße, wichtige Boritonds. figung. 136. t. Reinidendorf- Dft. 20 Uhr in der Lindauer Straße Funktionärisung. Bünktliches Crfcheinen dringend erforderlich. 108. Abt. Röpenid. 19% Uhr bei Stippelohl. Schönerlinder Str. 3, wichtige Funktionärsigung. Achtung! Die Funktionäre laben zum Sahlabend am Mittwoch, 12. September, ein. Für Dammvorstadt neues Botal, und zwar: Stadtpart, Bahnhofftr, 1. 118. bt. Bidtenberg. 1915 Uhr bei Gischmann, Wagnerfir., Ede Botanstr. Funktionärsigung. 14. Abt. Mahlsdorf. 20 Uhr bei Anders, Bahnhofftr. 37, wichtige Funktionär. figung. 128.. 130. b. Bantom. 20 Uhr bei Meeß, Berliner Str., Ede Lindenpromenade, Funktionärsihung. Dienstag, 11. September: 8. t. 19 he bei Dobrohlaw, Ewineminder Str. 11, Funktionärsizung. 5. st. 20 Uhr bet Ridert, Steinmegftr. 36, Funktionärsgung. 28. t. Punttttch 19% Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Gigung fämt Unternehmen der Gewerkschaffen LINDCAR Ohne Anzahlung Wochenrate 3: Mk. Monatsrate 12. Mk. Zu beziehen durch samtliche freigewerk schaftlichen Organisationen od direkt durch INDCAR- FAHRRADWERK Aktiengesellschaft Berlin Lichtenrode Erste Niederlage: Berlin SW, Oranienstraße 127 Zweite Niederlage: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.83 In beiden Niederlagen Reparaturwerkstätten VERKAUF werktäglich von 9 bis 19 Uhr Mortag, 10. September, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Pommerening. Tempelhof, Berliner Straße 100. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Achtung! Am Montag, dem 10. September, ab 18 Uhr in der Geschäftsstelle Ausgabe von Rerzen, Kerzenhaltern und Stöden für die Fadeln. Wir bitten möglichst seitja abbolen. Kreis mitte. Montag, 10. September, 20 Uhr, Selferfikung im Seim, Behbenider Straße 24-25. Kreis Tierperten. Dienstag, 11. Geptember, für die Falken Gruppen im Seim Laternenkleben; danach Tanz- Abend. Mittwoch, 12. Geptember. Heim. abend für die Gruppen Küken und August Bebel. Donnerstag, 13. Geptember, treffen sich alle Gruppen um( 17) Uhr im Kleinen Tiergarten zum Proracanda- Spiel. Freitag, 14. September, 20% Uhr, Elternvertamenfung" im fleinen Saal der Spichern- Säle, Epichernftr. 3,( Straßenbahn 56). Sonrabend. 15. September. Fodelzug. Kreis Charlottenbura. Alle Kinder und Helfer sind heute, pünktlich 8% Uhr, am Wilhelmplak zum Waldfeft. Kreis Wilmersdorf. Tonnerstag, 18. September. Alle Kinder treffen sich 4 Uhr Fehrbelliner Blas aur gemeinsamen Werbeperanstaltung der westlichen Gruppen im Kleinen Tiergarten. Reiner barf fehlen! Freitag, 14. September. Alle Kinder machen ihre Eltern und Bekannten auf unseren an diesem Fage ftattfindenden Werbeabend in den Spichernfälen( Beginn 20 Uhr) aufmerksam. Tou 18-19% Uhr Saternenbaftein. Achtung Wilmersdorfer Gennifen! Unfere Frankfurter Rinderfreunde müffen von Sonnabend. dem 15., gum Sonntag, bem 16., in unferem Bezirt untergebracht werden. She werdet gebeten, euch zur Rerfügung zu ftellen und schnellstens fich mit Genoffin Minna Ungeret, Wilmersdorf, Sanauer Str. 43. in Berbindung zu legen. Kreis Sorneberg. Donnerstag, 13 September, Werbekunbaebung im Rleinen Tiergarten. Am Freitag, 14, September, Elternverfammlung des Berbebegirls. Näheres in ber Mittwochausgabe. Kreis Ripenid. Montag, 10. September, Schloßftr. 2., um 19 Uhr, Helferfiguna, Referent: Genoffe Sans Weinberger. Rre's Reiridendorf Beairt Oft. Wir treffen uns heute um 18% Uhr am Bahnhof Schönholz und nehmen an der Pannerweihe der ohteilung teil. Rachmittags fpielen wir auf ber Wiese im Potal Mann. Sauptffraße. Kreis Peukölln. Seute, Sonniaa, 9. Geptember, treffen wir uns st Märchen- Feftang des Jugendamtes um 13 Uhr auf dem Sunniak an der Raifer. Friedrich- Strake. Dienstag, 11. September, 19% Uhr, Vorstandssigung in der Barade. Ganghoferstraße. Areia Steglig. Jeden Dienstag von 17-19 Uhr Treffen im Heim, Mbrechtftrage 47. Geburtstage, Jubiläen usw. 82. st. Stealis. Unser Genoffe Sezwanu ginbenberg heacht hente feinen 60. Geburtstag. Get 40 Rahren Parteimitalieb hat er bis auf ben heutigen Tag in guten und schlechten Reiten zur Bartei geftanden. Bir hoffen, ben Jubilar nod recht lange bei befter Gefundheit in unseren Reiben zu finden. Renes Rino in Friedrichsfelbe. Das bekannte Rino Rammerlichtspiele in Friedrichsfelbe ist unter der Firma Aino Bufch" in Alt- Friebrichsfelde Nr. 3, Ede Rosenfelder Str., neu erstanden. Das neue Theater ist mit allen ncuzeiflichen Einrichtungen versehen und faßt über 700 Berfonen, der altbewährte Direktor Busch führt das Theater mit erklassigem Brogramm weiter und ist der Besuch unseren Genossen und Lesern bestens empfohlen. Siehe auch Kinotafel. Das anerkannte älteffe unb größte Rabio.Spezial- Unternehmen Deutsch lands, die Firma Radio- Beb GmbH., Berlin G. 42, Web- Haus, Prinzessinnen. ftraße 13-14, hat, den Wünschen des Bublitums entgegentommend ,, nunmehr auch in Steglik, Gdloßftraße 32, eine neue Filiale eröffnet on 9-19 Uhr merden bort fämtliche Meffe- Neuheiten, u. a. auch ein moderner Bildfunt. Empfänger, vorgeführt. Seute erfolgte bie Eröffnung bes 3000 Quadratmeter Berlantsränme um faffenben Reubaues ber bekannten Teilzahlungsfirma Möbel- Cohn, Große Frant furter Straße 78. Der Umbau, der streng modern in vertikalen Binien gehalten ift, macht einen ausgezeichneten Einbrud. Nach Plänen der Architekten Dr. Wiener und Jaregti führte die Firma Heilmann u. Littmann den Bau aus. Einen fabelhaften Eindrud macht die anläßlich der Eröffnung arrangierte Ausstellung Die Wohnungskultur fürs fleine Portemonnaie", wo an etwa 500 Beispielen praktisches, neuzeitliches Wohnen gezeigt wird. Eine moderne Krankheit. Richt eine Krankheit der Mobe als Begleit. erscheinung einer beftimmten Moderichtung, sondern eine Kulturkrankheit der neuesten eit ist die Erkrankung an Fußleiden, von der alle Berufsstände, Altersklassen und Geschlechter betroffen werden. Bei 95 Broz. aller Fußbeschwerden handelt es sich um Sentfußbeschwerden, mit denen fogar die Ber treter bestimmter Berufsgattungen fast ausschließlich behaftet find. Diese Beschwerden haben häufig eine empfindliche Berufsstörung im Gefolge, gans abgesehen von den positiven Schmerzen, die nicht nur in den Fußpartien, sondern auch im Knie, im Süftgelenk und im Kreuz auftreten tönnen. Das Ergebnis langjähriger wissenschaftlicher und prattischer Studien ist der Goßmanns Gefundsheitsschuh, der nicht nur die Borzilge aller anderen Gesundheitsfchuhe in fich vereint, sondern auch ganz neue und grundlegende Berbefferungen zur Förderung der Fußgefundung aufweist. Es ist das Berdienst des bekannten Schuhwarenhaufes Stiller, daß es diese hervorragenden Gesundheitsschuhe filhrt, welche bei erftffaffiger Qualität und befter Berarbeitung auch noch den großen Borzug von volkstümlichen Preisen haben, die jeder bezahlen kann. Wenn auch der Sommer noch nicht baran bent, Abschieb a nehmen, mir also noch weit entfernt von den Winterftiirmen find, ist doch die Frage Was bringt die Wintermode?" bei der Damenwelt längst altuell geworden, und fede Gelegenheit fie au beantworten wirb freudig begrüßt. Die Firma Wertheim neranstaltet in dieser Woche eine große Damenbut- Ausstellung. Die neuesten Pariser Modelle sowie Modelle eigener Ateliers find hier zur Schau gestellt, fo daß fie ein umfassendes Bild der kommenden Wintermode geben. Mit diefer Ausstellung ist ein Verkauf von Damen, Rinder- Hüten und Hut. garnituren verbunden, und zwar zu fo außerordentlich billigen Preisen, daß auch die Dame mit dem fleinen Portemonnaie ihren neuen Winterhut Laufen tann. Die Firma Belmonte u. Co., Leipziger Straße 97 und Königstraße 30, bringt eine Fülle ſehr schöner, moderner Einsegnungsgefchente in Uhren, Gold- und Silberschmud, so daß sich auch für wenig Bemittelte Gelegenheit bietet, einen Gegenstand von bleibendem Wert zu erstehen. Praktische Geschenke find beson ders Uhren. Eine gutgehende Uhr ist nicht nur unentbehrlich, fondern gehört auch zur Ausstattung jedes Ronfirmanden. Man follte fich unbedingt die ent zenden Auslagen der Firma Belmonte u. Co. ansehen. Auch die Bestätigung bet bedeutenden Läger ist ohne Sauigwang gern gestattet. Die Kaufwännilden Schulen der Jubustrie- und Sandelstammer zu Berlin beginnen ihr Wintersemester am 10. Oftober d. 3. Der Unterricht umfaßt fämtliche faufmännische Fächer, wie Betriebswirtschaftslehre, Buchführung, Deutsch und Handelsforrespondenz, Sandels- und Bechfellehre, eatstunde, Bollswirtschaftslehre, Maschinenschreiben und Bürgerkunde fowie die neueren Fremdsprachen, wie Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch. Die Höheren Handelsfajulen bieten jungen Leuten beiderlei Gefchlechts auf Grund ihrer allgemeinen Schulvorbildung für den laufmännischen Beruf die vielseitigste und gründlichste Borbereitung. Austinfte und Prospekte find bei der Schuls verwaltung der Industrie und Sandelskammer zu Berlin, Neue FriedrichStraße 53-56, 2 Treppen, fostenlos erhältlich. Gewfunauszug 5. Klasse 31. Preußisch- Süddeutsche Klaffen- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Summer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und aroar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 28. Ziehungstag 8. September 1928 In der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000. 343664 2 Gewinne a 5000 9. 237033 12 Sewinne 3 3000. 206478 288674 282041 330226 380376 370000 20 Seminne au 2000 m. 39744 56300 75248 130439 154389 177316 177698 298160 348182 363343 38 Geminne zu 1000. 14777 20947 34776 35831 65984 111010 125663 183281 202411 215799 229094 234061 248823 249872 257621 293654 331812 346365 369915 9139 96 Gewinne zu 600. 2090 10838 19405 28318 29272 37878 80525 80677 81911 91174 93816 95337 113309 110892 121053 121152 140963 142443 145988 147345 149227 151566 156608 170579 185734 213911 229070 241210 242699 263410 264895 276519 277690 284707 286844 302542 309146 311399 316455 323296 325459 329306 330791 333058 344684 347273 350787 369305 254 Gewinne au 300 n. 74 1216 4957 10211 10874 16298 17893 22114 24034 28645 32778 38986 42080 45814 46054 46376 49242 51417 54631 65210 59430 61137 63799 64638 65004 69050 70619 72555 78998 80323 81153 81369 82231 91805 95500 97342 104616 110811 116614 115975 117816 118831 130491 130665 130852 132588 132776 133449 141035 143389 144107 145353 145714 147350 150434 155201 159358 160442 161803 163178 165074 171501 176061 184045 186007 186858 188275 192673 194780 202785 205090 207804 215499 224177 227379 237113 240471 241472 247385 248398 251951 256628 256776 257615 262411 263738 263968 264132 265944 267541 269453 276257 276369 278217 282353 284593 286834 288295 288425 296494 299128 301454 306651 307899 308538 308875 310661 313437 315242 322807 323019 327260 329088 335476 339649 341663 347931 352203 353140 355911 362296 384474 366480 366733 368133 368375 369110 Die in der heutigen Vormittagsziehung gezogenen Hauptgewinne von 100000 Mart fielen auf Nr. 343664 in Abteilung I nach Köln, in Abteilung II nach Frankfurt a. Main. In der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Bewinne gm 50000. 87022 2 Gewinne zu 10000 m. 322617 6 Gewinne zu 5000 6 Gewinne zu 3000 22 Bewinne au 2000 . 188921 242922 252786 . 212184 287145 350788 . 32075 54744 73945 164072 177878 200667 204705 226700 274451 299979 348294 28 Gewinne au 1000 m. 3208 40708 107016 110108 133978 166168 189893 197785 206984 273639 317777 321877 347204 353370 72 Gewinne au 500 m. 12580 32629 43865 45164 50441 51941 53559 54107 57576 99979 101923 103898 106583 115175 167211 192679 193635 193997 196550 197014 213767 215107 225673 232126 241256 247679 273928 290550 308576 313455 328759 329357 339773 347405 348910 362406 188 Gewinne su 300 m. 3209 9166 13357 18459 22761 25126 25224 31069 34248 35373 39564 41412 51325 59289 69545 70723 76098 78016 78780 81338 84813 83177 86287 91576 95239 97646 98575 105893 109055 111349 130904 142674 147299 147581 148473 148725 151523 151549 151580 152210 160827 166844 172321 176610 181602 180827 189543 192523 195902 197864 203062 205254 209247 212222 216768 222692 227102 228124 228506 229379 235507 238469 248713 251827 253528 255132 259629 270418 274335 274373 281774 285773 293668 298718 301460 304413 304811 308490 314782 320433 322373 322761 322859 336517 338240 338400 342483 344388 340522 345667 846708 348728 359553 370529 Jm Gewinnrade verblieben: 2 Brämien zu 500000, 2 Sem. zu 300000, 2 au 25000, 6 zu 10000, 3u 5000, 14 zu 3000, 12 au 2000, 64 zu 1000, 154 zu 500, 468 au 300 Mart. 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Male: Artisten Regie Max Reinhardt REVUE Die Komödie Theater im Admiralspalast Schön 8% und 8. Schick 8% Revue In 50 Blidern Sonntags 3 u. 8 Uhr Vorstellg. zu Vorstellungen Nchm.d.ganze halben Piss. ALHAMBRA Uranff@ brung Reinhold Schlinzel in DonJuan in der Mädchenschule Es wirken ferner mit: Maria Kamradek, Helen Steels, Jacob Tiedtke. Adolphe Engers, Max Gülstorff u. a. Die Hauptdarsteller sind heute in jeder Vorstellg. persönlich anwesend. Täglich 70 915 Uhr Sonntags 500 700 915 Uhr Vorverk. 12-3 Uhr und ab 6 Uhr a. d. Theaterkasse, sowie an allen Theaterkassen d. Fa. A. Wertheim Tel.: Bismarck 3197 u. 3576 KURFÜRSTENDAMM 68 IEN BERLIN WIEN! 631 Jägerstr. 63 a Merkur 4602 830 Theo Körner konferiert das kaum zu überbietende September- Programm Mucky a. Brown Wally Harelly Lea Valberg Inge Raff Erika Renal Ove Behrens Gastspiel Thea Degen The Three Kukirolers des großen Erfolges wegen prolonglert Will Schaeffers Thea Degen in Ab nach Kassell Musik von Fr. 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Nachmiltags die ganze Vorstellg. zu halben Preisen Theater des Westens Täglich 8 Uhr Das süße Geheimnis Operette. Heidemann, Berna, Nitter Garnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. 8% Uhr: Leinen aus Irland SchlesingerEffendi: Curt Bois. Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vater hat recht gehabt Kleines Theater Täglich 8% Uhr. Max Adalbert in MARQUIS D'EON DER SPON DER POMPADOUR Regie: Karl Grune Liane Haid mite Agnes Esterhazy Mona Maris Fritz Kortner Dene Mord Alfred Gerasch N.Malikoff Dr. Manning Manushot: M.Ferner Eige Photographie: Arne Wagner Fabrikat: EMELKA URAUFFÜHRUNG Orchester: Schmidt- Boelcke Täglich: 715 915 Sonntags CAPITOL 55 715 91 AUSSTELLUNG BAUEN UND WOHNEN MIETWOHNUNGEN HEIMSTÄTTEN HAUSRAT/ MÖBEL GAGFAH- SIEDLUNG FISCH TALGRUND BLN. ZEHLENDORF SEPTEMBER OKTOBER SONDERSCHAU AHAG- SOMMERFELD MONTESSORI- KINDERHEIM Fahrverbindung: Wannseebahnhof Zeh endorf- Mitte, U- Bahnhof Thielplatz, Autobus- Linie 7 u. 20/ Täglich: 10 bis 20 Uhr/ Eintritt 1, Rm. Volksbühne Theater am Bülowplatz Müllers 8 Uhr: Hermine Sterler Was ihr wollt Landa, Sikla Z Lustspiel von entral- Shakespeare. Theater Ab 10. Septbr.: Der lebende Leichnam Alta Jakobstr. Edke Oranienstr. Täglich 8, Uhr Skandal im Bett! Sitten schwank in 3 Akten. In der Hauptrolle Jugendliche haber keinen Zutritt! Anneliese Wortz& Parkett auch Sonn! statt 4- Mk. nur 1.- Mk. Lustspielhaus Heute 8 Uhr Trixie" Johannes Riemann, Renate Müller, André Mattoni, Harry Hardt Sonnabend, CIRCUS BUSCH 15. September abends 8 Uhr Eröffnung im völlig renovierten Hause Vorverkauf ab Montag a. d. Zirkuskassen Konz. Dir. C.& B. Ebner Mittwoch, 12. Sept. 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September( 72) James Klein's Revue- u. Sensationsstück ( in 42 zusammenhängenden Bildern) Donnerwetter... 1000 Frauen! die große Revue der ,, Freien Liebe" Verfaßt v. James Klein und Karl Bretschneider Text von Fritz Rotter Hunderte Mitwirkende! Sensation auf Sensation Hauptdarsteller: Hans Albers Paul Westermeier Vicki Werkmeister Christi Storm Ruth Arden, Magda Welten, Else Reval Lotte Dobischinsky, Grete Weiser, Gerda BerndtSchollwer, Beb Schoengart, Max Tobien, Karl Martell, Hans Bergmann, Max Falk u.a.m. Vorverkauf ab 10 Uhr an der Theaterkasse ununterbrochen! Winter Garten Varieté- und RevueSensationen Heute 2 Vorstellungen 3.30 und 8 Uhr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet Reichshallen Theater Abends Sonnt. nchm. 3 Stettiner Sänger Traumbilder" Lebende Lieder v. Meysel Nachm. halbe Preise.volles Progr. Dönhoff Brett'l: TANZ, dressiert. Bären! Großes Schauspielhaus Wie lange wollen Sie leben? Nur jeder vierte Mensch erreicht 101 das 60. Lebensjahr. 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Die Summe von 2,5 Milliarden, die in diesem Sahr zu zahlen ist, übertrifft die Zahlungen des ersten DamesJahres 1924/25, wie die folgende Graphit zeigt, um 150 Pro zent und die Zahlungen des zweiten Dawes Jahres 1925/26 um rund 100 Prozent. Z 1750 Deutschlands 1500 Reparationszahlungen 1220 1000 427.9 190.2.98.063.8 287.4 117.5 80.724. 565.s 310.0 98.896.0 16.0 745.0 370.1 117.4 87.4, 882.5 an die wichtigsten Länder In Millionen Mark jeweils vom 1. Sept. bis 31. Aug 10225 1925/26 1927 1927/28 Belgien Frankreich 3 Großbritannien Italien Ver.St.v.N: Amerika Andere Länder u.Diverses Aus der Zeichnung wird ersichtlich, welchen Anteil die wichtigsten Gläubigerstaaten an den bisher geleisteten Re. parationszahlungen hatten. Der Löwenanteil entfällt auf Frankreich, hinter dem erst in weitem Abstande England folgt. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß Deutsch lands Hauptgläubiger Franfreich seinerseits Kriegsschulden in England und den Vereinigten Staaten hat, deren Berzinsung und Tilgung annähernd die Beträge erfordern, die es Don Deutschland auf Grund des Dawes- Planes zu fordern hat. Stockungen am Arbeitsmarkt. Die Lage in Berlin und Brandenburg. Im Bereiche des Landesarbeitsamtes Branden burg hat sich der Arbeitsmarkt in der letzten Berichtswoche weiter hin verschlechtert, wenn dies auch in den Arbeitslosenziffern noch nicht zum Ausdruck fommt. Unverkennbar ist die tonjunkturelle Abschwächung in dem schleppenden Gang der Produktion. In sämtlichen Industrien ließen die Anforderungen von männlichen Arbeitskräften sehr nach, Arbeitszeitverfür zungen, Betriebseinschränkungen und zum Teil fogar Betriebsstill legungen haben die Entlassung zahlreicher Arbeitskräfte zur Folge gehabt. Ihre anderweitige Unterbringung wird mit dem nachlaffenden Kräftebedarf in den Saisonberufen immer schwieriger. So ist in der Landwirtschaft die Getreideernte zum größten Teil eingebracht, so daß sich auch hier die Zahl der Arbeitsuchenden erhöhte. Allerdings fann man damit rechnen, daß ein Teil dieser Kräfte von den bevorstehenden Arbeiten der Rüben- und Kartoffelernte wieder aufgenommen wird. Im Spinnstoffgewerbe wird infolge des Mangels an Aufträgen die Lage von Tag zu Tag fritischer und Anzeichen für eine baldige Besserung liegen nach feiner Richtung hin vor. Diese Krise macht sich auch in dem gesamten Bekleidungsgewerbe je länger desto stärker bemerkbar. Das Baugewerbe ist trotz feines verhältnismäßig noch günstigen Beschäftigungsgrades gegen wärtig auch nicht mehr in der Lage, eine nennenswerte Zahl von Arbeitskräften aufzunehmen. Eine geringe Belebung zeigte sich in der Berichtswoche noch in einzelnen Zweigen der Industrie der Steine und Erden, der Metallindustrie und des Nahrungsmittel gewerbes. Ob diese Belebung ausreicht, den Arbeitsmarkt im allgemeinen zu beleben, bleibt abzuwarten. Die Gesamtzahl der unterstützung beziehenden Personen betrug in der Berichtswoche 96 418( 97 284), davon entfallen 63 924( 63 795) auf männliche und 32 494( 33 489) auf weibliche Hauptunterstüßungsempfänger. Arbeitslosenunterstügung bezogen 55 186( 55 121) männliche und 29 970( 30 891) weibliche, zu fammen 85 156( 86012) Personen. Krisenunterstützung erhielten 8738( 8674) männliche und 2524( 2598) weibliche, zusammen 11 262 ( 11 272) Personen. Die Gesamtzahl der Unterstüßungsempfänger ist demnach noch um 0,89 Proz zurückgegangen, wobei jedoch hervor zuheben ist, daß an diesem Rückgang nur die weiblichen Unterstützungsempfänger beteiligt find. Eisenpreis: Alarm! Was hat die Schwerindustrie vor? Die Großeisenindustrie hat nach dem vor zehn Tagen erfolgten Schiedsspruch des Reichsbahngerichts zugunsten einer Tariferhöhung der Reichsbahn eine Berechnung der Mehr I aften aufgestellt, die ihr aus der Frachtverteuerung erwachsen. Die Mehrlasten werden mit 1,50 bis 2 Mart je Tonne beziffert. Sonntag, 9. September 1928 Sprechfilm und Kapitalinteresse. Die Entstehung einer neuen Kulturindustrie. Der Film, der in noch nicht drei Jahrzehnten das Theater zu| nisch und organisatorisch aufs engste mit englischem Kapital( British verdrängen verstanden hat, scheint nunmehr selbst eine Kon= Phototone Co.) verbunden ist. turrenz zu bekommen: Im Laufe von etwa zwei Wochen ist in Berlin, Amsterdam, London und New York rund ein Dutzend neuer Firmen auf dem Gebiet des„ prechenden Films" gegründet oder vorbereitet worden. Rund 50 millionen Mart sind durch diese Gründungen in dieser jungen Industrie angelegt worden. Was bedeuten diese Gründungen? Ist anzunehmen, daß der bisherige Film vom sprechenden Film verdrängt wird? Es muß zunächst gesagt werden, daß von den meisten Gründern weniger oder gar nicht an die Schaffung eines Films gedacht wird, in dem die handelnden Personen wie auf der Bühne reden, vielmehr handelt es sich bei den jezigen Projekten zunächst einmal nur um eine Festlegung und Mechanisierung der den Film begleitenden Musit. Der Grund für eine solche Beschränkung der Möglichkeiten, die die neuen technischen Verfahren an sich bieten, liegt auf der Hand: Die Exportmöglichkeit des Films beruht ja darin, daß er in allen Ländern genau so verstanden wird wie im Herstellungsland wenn nur die Titel jeweils übersetzt werden. Wird der Film mit der Sprache verquickt, so wird dadurch das Absatzgebiet auf die jenigen Länder beschränkt, in denen die Sprache des Hersteller landes gesprochen wird. Daher bedeutet hier ein großes Sprachgebiet | Was weitere Beteiligungen des Filmkapitals anlangt, so find noch zwei Gründungen zu nennen: erstens die von dem englischen Gaumont- Filmkonzern gegründete International Acoustic Films- Gesellschaft, die eine Untergesellschaft auch in Dänemark be sigt, zweitens eine sehr interessante Gründung, an der die First National Pictures Gesellschaft, ein großer Filmkonzern, sowie die Victor Talting Grammophon Gesellschaft beteiligt sind, die größte Sprechmaschinen- und Schallplattenfirma der Welt. Was nun den eigentlichen Tonfilm, d. h. die Aufnahme von Bild und Ton in einem einzigen Prozeß anlangt, so haben sich zwei Hauptgruppen als Interessenten gebildet. Der Polyphon= Konzern, einer der beiden großen Grammophon- Konzerne Deutschlands gründete gemeinsam mit dem Siemens- Konzern und der AEG. eine neue Gesellschaft, der die zahlreichen Erfahrungen her Apparate fabritation, insbesondere der Radio. und Laut sprecherindustrie zur Verfügung steht. Die zweite Gruppe ist das Deutsche Tonbild Synditat, das eine ganze Anzahl wich. tiger Verfahren erworben hat, aber mit der Apparateindustrie teine direkte Berbindung hat. An der Spiße dieser Gesellschaft, die ein Aktienkapital von 12 Millionen Mart erhält, steht Generaldirektor Heinrich Brückmann, bisher befannt als einer der führenden Männer in der Kohlever flüssigung. Brüdmann hat leitende Poften bei der A.-G. für Industrie und Technit( ,, Agit") und bei der Deutschen Bergin A.-G., ebenso auch bei der Erdöl- und Kohle verwertung A.-G., alles Gesellschaften, die zum Interessenkreis des Farbentrufts wie z. B. das englische einen riesenhaften Absazmarkt, während unzählige kleine Sprachgebiete man denke nur an die RandStaaten, die Ballanländer usw. überhaupt faum die Möglichkeit haben, in absehbarer Zeit eine eigene Sprechfilmindustrie zu schaffen. Es scheint also, als ob die Umwälzung auf dem Filmgebiet durch die neuen Verfahren nicht sehr weitreichend sein wird, und daß zunächst am meisten zahlreiche kleine oder größere Musikkapellen betroffen werden, deren Tätigkeit durch mechanische Konzert wiedergabe ersetzt werden soll. Im gehören. An der Finanzierung der neuen Gründung war die Laufe der Zeit mag freilich die Entwicklung darüber hinausgehen. Commerz und Privatbant, daneben eine Reihe holländischer und schweizerischer Finanzleute start beteiligt. Insgesamt sind bisher Man hat durch die neuen Verfahren beispielsweise die Möglichkeit, vier wichtige Verfahren von dieser Gesellschaft erworben worden: Tagungen, Kongreffe, Demonstrationen, Reden, Sportveranstalbas Tri- Ergon. Berfahren, das Küchenmeister. Berfahren tungen, Naturereignisse und zahlreiche andere Dinge nicht nur im Bild, sondern in Wort und Ton festzuhalten und auf diese Weise historische Ereignisse für alle Zeiten immer wieder von neuem lebendig zu machen. Bon ganz besonderem Interesse ist es, sowie zwei weitere Patente von Oscar Meßter und zwei Dänen Petersen und Paulsen. Da für einzelne dieser Berfahren schon vor her mehrere Neugründungen vollzogen waren, so ist dieses Deutsche Tonbild- Syndikat bereits heute eine Art Dachgesellschaft für eine ganze Reihe weiterer Unternehmungen. Der Küchenmeister- Konzern 3. B., bisher vorwiegend eine Grammophonfirma, hat folgende Ge sellschaften gegründet: die Internationale Gesellschaft für sprechende Filme in Amsterdam, die Meistertone Co. in London und die Frequenz- Tonfilm G. m. b. H. welche Kapitalfreise die Gründungen vorgenommen haben. Man sollte meinen, es seien in erster Linie die großen Filmfonzerne. Das ist jedoch nur in beschränktem Maße der Fall. Bisher haben beispielsweise die Ufa und die meisten a merita nischen großen Filmunternehmen für den Tonfilm noch fein Inter- st effe gezeigt. Und soweit sich Filmgesellschaften an dieser Entwicklung beteiligt haben, handelt es sich nicht um ein neues Aufnahmever fahren, durch das Ereignisse nicht nur für das Auge, sondern gleichzeitig für das Ohr photographiert werden, vielmehr mur um eine Verbindung zweier an sich getrennter Verfahren: einmal Filmaufnahme, zum anderen Schallplattenaufnahme. Bei diesen Verfahren handelt es sich dann darum, daß beide Aufnahmen„ synVerfahren handelt es sich dann darum, daß beide Aufnahmen syn chronisch", d. h. zeitlich genau zusammenpassend, wiedergegeben werden. Auf dieser Methode soll z. B. die Tätigkeit der Lig nose hörfilm G. m. b. 5. beruhen, einer deutschen Gesellschaft, die tech nötig, als noch höhere Preise. Man muß bei dieser Gelegenheit nochmals darauf hinweisen, daß die zweite Eisenpreiserhöhung im Mai dieses Jahres, die infolge der Erhöhung der Steinkohlenpreise durchgeführt wurde, mit etwa fünf Mart je Tonne das Doppelte von dem betrug, was die erhöhten Kohlenpreise ausmachten. Für die reinen Hüttenwerte aber stellten die Fünf Mart- Mehrerlöse je Tonne einen 100prozentigen Mehrgewinn dar, denn für ihre Rofslieferungen blieben die Preise unverändert. Dazu tommt noch, daß die Ruhe auf dem einheimischen Eisenmarkt weitgehend durch ein glänzendes Exportgeschäft zu Rekordpreisen ausgeglichen wurde. Wer die Unternehmerpolitik der Schwerindustrie fennt, würde nicht überrascht sein, wenn sie aus der Tariferhöhung der Reichs bahn doppeltes Rapital schlagen will. Einmal war es der Kohlenmagnat Silverberg, der bei der Entscheidung des Reichsbahngerichts seine Stimme für die Erhöhung der Tarife im Hinblick auf die daraufhin möglichen großen Industrie aufträge abgab und zum anderen spielt man mit dem Gedanken, sich von den Eisenverbrauchern auch noch Zinsen und Binfeszinsen auf dieses Kapital in Gestalt von höheren Preisen zahlen zu lassen. Interessant ist also bei den meisten dieser Neugründungen die arte Beteiligung des Grammophon- und Schallplattenfapitals, ferner die attive Mitwirkung großer Kapitalgruppen aus anderen Industriegruppen, nämlich der Großchemie und der Elettroindustrie. Noch ist die Entwicklung feineswegs abgeschlossen, Es ist z. B. anzunehmen, daß auch die führenden Filmkonzerne fich im Laufe der Zeit an Neuerungen dieser Art beteiligen werden und daß, nachdem die Gründungsperiode abgeschlossen sein wird, eine neue Zentralisierungs- und Monopolisierungsbewegung einsetzen wird. untersuchen. Die Reichsforschungsgesellschaft hat derartige Bersuche und Untersuchungen bereits in Siedlungen in Frankfurt, Dessau, Stuttgart, Hamburg, München eingeleitet. Die hier und an an deren Stellen gemachten Erfahrungen sollen bei der Berliner For schungsfiedlung ausgewertet werden. Außerdem ist beabsichtigt, darüber hinaus noch andere erfolgversprechende Untersuchungen und Versuche zu machen, die sich, abgesehen von der Ermittlung der wirtschaftlich sten Form der Geländeerschließung und der Wohnungstypen, auch auf Rüchen und Fauswirtschaft, Bauweisen, Baustoffe, Bauteile, Heizung, Lüftung, Installation, Berwendung von Baumaschinen und Baugeräten, sowie auf Arbeits vorbereitung und Baustellenbetrieb und sonstige technisch und bauDas Nähere wirtschaftlich bedeutsame Fragen erstrecken sollen. darüber wird von den Sachverständigenausschüssen der Reichsforschungsgesellschaft bestimmt werden. Der Kaliabsatz im September. Der Raliabfaß, der seit einigen Monaten eine Refordhöhe aufweist, wird von der Gebr. den Monat weit höher eingeschäßt, als die Voranschläge Dammannbant, die der Kaliindustrie nahesteht, auch für den laufendes Kalisyndikats sagen. Gegenüber einem Absatz von 1,18 mil lionen Doppelzentner im September 1927, hatte das Kalifyndikat den Absatz im laufenden Monat auf etwa 1,15 Millionen Doppelzentner veranschlagt. Es erweist sich jetzt schon, daß diese Schäßung sehr niedrig gegriffen ist, da allein aus dem vorigen million Doppelzentner vorliegen und außerdem wegen der am Monat noch rückständige Aufträge von fast einer halben 1. Oktober einfegenden Erhöhung der Bahntarise mit verstärkten Abrufen zu rechnen ist. Abwicklung des landwirtschaftlichen Kofprogramms. Das Es liegt andererseits aber auch die Annahme nahe, daß die Eiſenindustrie aus lohnpolitischen Gründen vorläufig nur blinden Preisalarm schlägt, um Regierung und Deffentlichkeit in ihrem Sinne bei den eventuellen Lohndifferenzen, die sich aus einer Kündigung des Lohnabkommen vom 19. Dezember 1927 ergeben fönnten, zu beeinfluffen. Auf jeden Fall muß in dieser eminent landwirtschaftliche Rotprogramm ist in feinen einwichtigen Frage klarheit gefchaffen werden. Der Reichs- zelnen Etappen fast vollkommen durchgeführt. Wie das Reichs. wirtschaftsminister hat auf dem Hamburger Gewert ministerium für Ernährung und Landwirtschaft fchaftstongreß die Notwendigkeit einer auf Erhaltung der mitteilt, ist u. a. über die im Rahmen des Notprogrammes für Konjunktur gerichteten Politit scharf betont. Es ist daher drin die Organisation und Abfagförderung von Schlachtvieh und Fleisch gend zu wünschen, daß er sich einer tatsächlich beabsich bereitgestellten 8 Millionen an Beihilfen und 22 Millionen tigten Preiserhöhung, von der ihn die Eisenindustrie vorher in mit Reichsgarantie ausgestattete Darlehen vollkommen verfügt Kenntnis zu setzen hätte, mit allen ihm zu Gebote ste worden. Sie fanden bzw. finden Berwendung für die Gewinnung neuer Ablaßgebiete für Schweine, ferner für die henden Mitteln widersett Rationalisierung der Schweinezucht und für die Organisation des genossenschaftlichen Biehabsages. Im Anschluß an diese Berechnungen der Eisenverbände sind feit im Bau- und Wohnungswefen. Die Reichsforschungs. 3uderpreise in der Tschechoslowatei um 60 Heller Gerüchte aufgetaucht, die von einem beabsichtigten Antrag der Eisen syndikate auf Erhöhung der Eisenpreise wissen wollten. Die Gerüchte find bisher noch von feiner Seite bestätigt worden und es läßt sich noch nicht übersehen, inwieweit sie zutreffend find. Es muß aber jetzt schon gesagt werden, daß eine nochmalige Erhöhung der Eisenpreise heller Wahnsinn sein würde. Die Folgen für die Konjunktur, die mit der Tariferhöhung der Reichsbahn schon einen schweren Schlag verjeßt befam, wären unabsehbar. Aber auch von den wichtigen Konjunkturfragen abgefehen hat die Schwerindustrie trotz der neuen Reichsbahntarife alles andere Bauwettbewerb der Reichsforschungsstellen für Wirtschaftlichgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau und Wohnungswesen e. B. in Berlin, die im vorigen Jahre auf Veranlassung des Reichstages gegründet wurde, schreibt einen Wettbewerb zur Erlangung von Vorentwürfen für die Aufteilung und Bebauung eines Geländes in Berlin- Spandau( Hasel horst) aus, auf dem eine Forschungssiedlung durchgeführt werden soll. Die Bereitstellung eines Betrages von 10 Millionen Reichsmart zur Durchführung von Arbeiten und Versuchen zur Berbesserung und Verbilligung des Bau- und Wohnungswesens er folgte seinerzeit hauptsächlich zu dem Zweck, in einer großzügig durchgeführten Forschungsfiedlung die Möglichkeit einer Ratio nalisierung des Bau- und Wohnungswesens zu Zudertämpfe in der Tschechel. Die Erhöhung der pro Kilo hat zu einer erregten Parlamentsdebatte geführt. Im Laufe der Diskussion erklärte unter scharfem Protest der Opposition der stellvertretende Ministerpräsident Schramet, daß die Regierung prinzipiell einer Erhöhung der Zuderpreise nicht abgeneigt fei, daß sie aber nur einer Erhöhung zustimmen wolle, die mit 20 bis 30 Heller je Kilo den seinerzeitigen Berechnungen ber tschechischen Buderindustrie entspreche. Die Regierung erfenne an, daß der Zuderindustrie staatliche Hilfe geleistet werden müffe, die in Steuerermäßigungen und Frachtsenkungen be. stehen könnten. Ob diese tschechischen Zudermagnaten auf Grund diefer Lockungen durch Regierungsfubventionen geneigt sind, ihre Bucherpreise etwas herabzusetzen? Berschärfter Kampf in der Herrenkonfektion Die Unternehmer gießen noch Del ins Feuer. Der Kampf in der Herrenkonfektion geht in verschärfter Form| meiter; er hat in der letzten Woche an Ausdehnung gewonnen. Unter Androhung von hohen Konventionalstrafen ist nunmehr auch ein großer Teil der Unternehmer zur Aussperrung gezwungen wor den, die den Aussperrungsbeschluß bisher zu umgehen verstanden hatten. Die Heimarbeiter und arbeiterinnen sind jetzt ebenfalls von ihren Firmen schriftlich aufgefordert, alle fertige und unfertige Arbeit sofort abzuliefern. Der Bekleidungsarbeiterverband hat den Heimarbeitern darauf die Gegenweisung gegeben, den Unternehmern mitzuteilen, daß diese Arbeiten zur Abholung bereit stünden. Sie sollen die Verdienste sowohl an fertigen wie unfertigen Stücken berechnen und die Arbeit nur gegen Zahlung dieses Betrages aushändigen. Desgleichen hat der Reichsverband für Herrenund Knabenbekleidung, die Organisation der Detaillisten, den Konfektionären im Hinblick auf den Arbeitstampf eine ver längerte Lieferfrist eingeräumt. Dieser Aufschub wird nicht nur den Verbandsfirmen, sondern auch den Außenseitern eingeräumt. Durch dieses Vorgehen der Unternehmer hat sich die Stim mung der Streifenden und Ausgesperrten noch weiter gehoben. Es liegt jetzt offen zutage, daß der Arbeitgeberverband den Kampf gewollt hat. Das ergibt sich schon daraus, daß er die Zeit, in der den Firmen befristet der Antrag auf Anerkennung des Schiedsspruches gestellt wurde, nicht benutzt hat, um Verhandlungen herbeizuführen. Daß er einen Rampf von längerer Dauer will, ergibt sich ferner daraus, daß er die Entlassung der Zuschneider mit Bezahlung für die Dauer der Kündigungszeit angeordnet hat. Es sind deshalb alle gegenteiligen Auslassungen des Arbeitgeberverbandes in der Presse, worin er versucht, den Gewerkschaften die Schuld am Kampfe zuzuschreiben, falsch. Unrichtig ist ebenfalls die Behauptung des Arbeit geberverbandes, daß die Aussperrung getragen sei von dem ein mütigen Willen der Mitglieder des Arbeitgeberverbandes. Es ist vielmehr so, daß der Aussperrungsbeschluß vom Ber bandsausschuß des Arbeitgeberverbandes ohne Befragung der Mitglieder gefaßt ist und daß er nur deshalb in dem vor handenen Ausmaße durchgeführt wurde, well die Mitglieder durch hohe Strafen und durch die hinterlegung von Blanto fcheds für die Einziehung dieser Strafen zum Aussperren gezwungen wurden. Jedenfalls lassen alle diese Maßnahmen und auch verschiedene Pressemeldungen erkennen, daß der Arbeitgeberverband nicht nur mit einer längeren Dauer des Kampfes rechnet, sondern es sogar darauf anlegt. Er dürfte aber seine Rech nung bestimmt ohne den Wirt gemacht haben, wenn er glaubt, da durch die Konfektionsarbeiterschaft mürbe zu bekommen. Die kürzlich in allen Teilen des Reiches abgehaltenen Bersammlungen der Streifenden und Ausgesperrten haben durch ihren Besuch und die in ihnen vorherrschende Stimmung bewiesen, daß die Arbeiter fchaft nicht eher an den Waffenstillstand denkt, bis die Unternehmer von ihrem hohen Pferd heruntergekommen sind. Die Unternehmer befinden sich aber ebenfalls auf dem Holzwege, wenn sie der Meinung sind, daß die Gewerkschaften den Kampf für die Dauer nicht aushalten tönnten. Die finanziellen Berhältnisse der Gewerkschaften gestatten es ihnen, den Kampf auf jeden Fall viel länger zu finanzieren, als die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes die Aussperrung ertragen tönnen. Auf die sonstigen irreführenden Mitteilungen des Arbeitgeberverbandes in der Presse, so von den hohen Berdiensten der Schneider, von deren Zufriedenheit mit den bisherigen Löhnen, und auf die Bes hauptung, daß die Forderungen nur von den Gewerkschaftssekretären gestellt, aber von den Beschäftigten gar nicht ernsthaft gewollt find und anderes mehr, soll nicht nochmals eingegangen werden, weil diese Behauptungen schon zu wiederholten Malen widerlegt sind. Die Stellung der Arbeiterschaft im Kampfe ist der beste Beweis und die beste Widerlegung für solche unrichtigen Berlautbarungen. Die Konfektionsarbeiterschaft fieht jedenfalls mit Ruhe dem Fort. gang des Kampfes entgegen, sie wird ihn mit der größten Geschlossen heit und im festen Willen bis zum endgültigen Erfolg durchführen. Tarifbewegung in der Nordwestlichen. Bühnengenossenschaft zurzeit nur etwa 8000 zahlende Mitglieder hat, Die Forderungen der Maschinisten und Heizer. Der Zentralverband der Maschinisten und Heizer hielt vor einigen Tagen in Duisburg eine Konferenz für die Nordwestliche Gruppe ab, die die Vorbereitungen traf für die bevorstehende Lohn. und Arbeitszeitbewegung. Die Ausführungen des Referenten über die unhaltbaren Zustände in der Entlohnung und Arbeitszeit sowie die Distuffion fand ihren Niederschlag in folgender einstimmig angenommenen Ent fchließung: Die. Konferenz des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer aus dem Tarifgebiet der Nordwestgruppe der Schwer eisenindustrie bedauert außerordentlich, daß das einstimmige Gut achten des BRBR. über die Arbeitszeit der Kesselheizer bzw. Wärter und Schlackenfahrer noch nicht durch Verordnung Gesetzestraft erlangt hat. Die Konferenz fordert die Verbandsleitung auf, alle erforder lichen Schritte bei den maßgebenden Stellen zu unternehmen, daß der Achtstundentag auf alle Arbeiter in den Gaszentralen, auf die Werkseisenbahner und ähnliche Berufsgruppen ausge behnt wird. Unter Arbeiter in den Gaszentralen find auch die Arbeiter zu verstehen, die an Abhigefesseln tätig sind, selbst wenn diese Anlagen räumlich von den Gaszentralen getrennt sind. Lohnverhältniffe nach einheitlichen Gesichtspunkten geDie Konferenz steht einmütig auf dem Standpunkt, daß die regelt werden müssen. Die Zeitlohnzulagen sind zu beseitigen und an deren Stelle angemessene Grundlöhne zu schaffen. Die Konferenz der Nordwestgruppe der Funktionäre des Zen tralverbandes der Maschinisten und Heizer gelobt alle organija torischen Kräfte einzusehen, um die kommende Bewegung zur Aenderung der Lohn- und Arbeitsbedingungen mit allen gewerkschaftlichen Mitteln zu stärken. Zu diesem Zwecke find auch die agitatorischen Kräfte des Verbandes mobil zu machen, um den letzten Berufskollegen dem Berbande zuzuführen. Die Not der erwerbslofen Schauspieler. = Not der erwerbslosen Schauspieler verausgabt wurden, und daß die die im vorigen Jahr einen Monatsbeitrag von 2,50 m. und in diesem Jahr von 3,50 m. entrichten, fann man wohl ohne Uebertreibung sagen, daß die Bühnengenossenschaft ihr möglichst es für die erwerbslosen Schauspieler getan hat. Diese Leistungen müssen von allen Seiten anerkannt und nicht unberechtigte Vorwürfe erhoben werden, die der Genossenschaft und damit natürlich auch ihren Mitgliedern, nicht zuletzt aber den erwerbslosen Schauspielern selbst, ungemein schaden. Die Genoffenfchaft will nicht das Schlechte, sondern das Beste für die erwerbslosen Schauspieler tun, auch mit der Schließung der Notstandsküche in der Karlstraße. Darum soll man ihr Vertrauen entgegenbringen, das sie noch niemals mißbraucht hat. Maffenproteste." Wie sie in Wirklichkeit zustande fommen. Die Redakteure der Roten Fahne" find augenblicklich in der angenehmen Lage, fich wenig Sorgen machen zu brauchen, wie sie den ihnen zur Verfügung stehenden Raum füllen sollen. Die von der Gewerkschaftsabteilung der KPD. in den Betrieben bestellten Refo= lutionen zur Frage Banzerfreuzer" oder„ Raub der oppositio: 3ahl ein, um die Spalten der Zeitung vollzupfropfen. Der gut nellen Mandate zum Gewerkschaftskongreß" laufen in genügender gläubige Leser der ,, Roten Fahne" erquickt sich dann jeden Morgen daran, daß in diesem oder jenem Betrieb eine geharnischte Resolution gegen die verhaßten reformistischen" Gewerkschaftsführer, gegen die mit dem Unternehmertum auf Leben und Sterben verbundene Sozialdemokratie usw. angenommen, meist sogar einstimmig ange= nommen worden ist und sieht ob dieser revolutionären Stimmung ringsum den Sturz des Kapitalismus schon in greifbarer Nähe. Wir haben schon des öfteren den so auf die Weltrevolution Bor bereiteten etwas Wasser in den Wein gegossen, indem wir nachwiesen, wie es in Wirklichkeit mit den einstimmigen Annahmen solcher Refolutionen oder mit der bekannten ,, erdrückenden Mehrheit" solcher Protestversammlungen bestellt war. Bescheiden, wie wir nun einmal sind, wollen wir aus der Fülle der uns vorliegenden Zuschriften nur zwei herausgreifen, die, dessen sind wir gewiß, die weil sie ihr nicht recht in den Kram paffen. Rote Fahne" als an den Haaren herbeigezogen bezeichnen wird, In der Roten Fahne" vom 6. September mar unter der Ueberschrift, G. Farbenindustrie zur Banzertreuzer frage" eine längere Resolution abgedruckt, in der, nachdem den vier sozialdemokratischen Ministern in der Regierung die tiefste Berachtung ausgesprochen worden, die Arbeiterschaft aufgerufen wird, mitzuwirken im Kampfe gegen die Wirtschaftsdemokratie, das Schlichtungswesen, die Rationalisierung und die imperialistische Kriegsgefahr. Für den Klassenkampf der Gewerkschaften, für ein freies Räte deutschland. Wie ihr die Bühnengenossenschaft begegnet. Die Gewerkschaft Deutscher Bühnenangehöriger hatte für Freitag nachmittag die Berliner Presse zu einer Konferenz eingeladen, um ihr ein Bild davon zu entwerfen, wie sie bemüht ist, die Not der erwerbslosen Schauspieler zu lindern. Den eigentlichen Anlaß zu diesem Schritt gaben ihr verschiedene Artikel in einigen Tageszeitun gen, die infolge falscher Informationen die Schließung der Schauspielerfüche in der Karlstraße im Widerspruch zu den Tatsachen schilderten. Die Schließung dieser Notstandsküche follte eigentlich schon im Mai vorigen Jahres erfolgen und dafür eine bessere, den Schauspielern würdigere und vor allem auf gesunderer Basis aufgebaute Küche von der Bühnengenossenschaft erWenn die Leser der ,, Roten Fahne" die fette Ueberschrift lesen, richtet werden. Die Leitung der Notstandsküche in der Karlstraße muß es den Glauben erweden, als ob die Mehrheit der Belegschaft stellte aber im Mai vorigen Jahres den zuschußbedürftigen Betrieb der J. G. Farbenindustrie, Bert Treptow, dieser Resolution zuge nicht ein, so daß sich die Bühnengencssenschaft wohl oder übel ge- stimmt hat. Wir konnten feststellen, daß von den etwa 1200 zwungen fah, weitere Zuschüsse an sie zu zahlen. Allein im dort beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeitern insgesamt 60 an legten Jahre wurden zu diesem Zwed fast 9000 m. ausgeworfen dieser Versammlung teilnahmen. Da der kommuund ein Teil des Fonds angegriffen, der für die Errichtung nistische Betriebsratsvorsitzende Stade es nicht gern mit der der neuen Küche bestimmt ist. Wenn jetzt die Bühnengenossen Direktion verderben möchte, werden solche Bersammlungen nicht von schaft diesem Ratze- und Mausspiel endlich ein Ende bereiten ihm einberufen, sondern, getreu dem Grundsatz:" Hannemann, will, so tu sie das nicht, um die erwerbslosen Schauspieler von von geh du voran!" von einem seiner Fraktionsgenossen. Boshafte denen es im Reich rund 3000, davon allein in Berlin etwa 1200 bis Bungen behaupten, daß dieser Auchrevolutionär sich wohl in Ver= 1500 gibt noch tiefer ins Elend zu stoßen, sondern um ihnen eine sammlungen äußerst radital geberden kann, gegenüber wirklich angemessene und vor allem dauernde Hilfe zuteil der Direktion ein anderes Wesen zur Schau trägt. Jedenfalls zeigt werden zu lassen. dieses eine Beispiel, wie die Leser der„ Roten Fahne" bewußt über die Stimmung in den Betrieben getäuscht werden. Daß die Bühnengenossenschaft alles Menschenmögliche tut, um diefen bedauernswerten Opfern des Eristenzkampfes zwischen Theater und Film, Sport und Radio zu helfen, geht auch aus den Abrechmungen hervor, die über die sonstigen Wohlfahrtsein richtungen der Bühnengenossenschaft vorgelegt wurden. So wurden, um nur einige Zahlen zu nennen, seit dem 1. Januar 1924 bis zum 31. August dieses Jahres an Darlehen für erwerbs, lose Mitglieder 156 839 m. ausgegeben. Diese Darlehen find zwar rüdzahlbar, werden aber erfahrungsgemäß zu etwa 80 Proz. nicht zurückgezahlt. Nicht rüdzahlbare Darlehen wurden in der gleichen Zeit in Höhe von 209 637 M. gewährt. Darüber hinaus wurden mit Unterstügung des Reiches und der Kommunen zahlreiche Motstandsvorstellungen veranstaltet, bei denen nur erwerbsloje Schauspieler mitwirkten. Dafür wurden in der Spielzeit 1926/27 für 879 Schauspieler und Sänger 150 288 m. Gage und für die Spielzeit 1927/28 insgesamt 169 000 m. Gage aus geworfen Es wurden pro Schauspieler, der allerdings laut Ber fügung der Arbeitslosenversicherung nur vier Wochen spielen darf, 300 bis 450 M. Monatsgage gezahlt, dazu die Auslagen für Reisekosten, Hotel und Frühstüc. Wenn man also in Rechnung stellt, daß seit dem 1. Januar 1924 Eine andere Massenattion" der KPD. ist nicht weniger interessant. Nachdem die Opposition" im Metallarbeiterverband auf dem Verbandstag in Karlsruhe teine Lorbeeren geerntet hatte, glaubte man die durch die unbeschreiblich gemeine Wahlhehe notwendig gewordene Rassierung der vier oppofitio nellen Berliner Mandate zum Gewerkschaftskongreß in Hamburg zu einem Parteigeschäftchen machen zu fönnen. Man berief zu Donnerstag, den 6. September, nach den Brachtsälen am Märchenbrunnen" eine Protest versammlung aller Berliner Mitglieder des Metallarbeiterverbandes ein. In den Betrieben sollten die SPD. und parteilojen Mitglieder für die Opposition gewonnen, Delegationen nach dem Verbandshaus geschickt, dem Gewerkschaftstongreß telegraphisch der Protest der Massen" übermittelt werden usw. Kurzum, die" Rote Fahne" fühlte sich in ihrem Element, die SPD. war schon beinahe vernichtet, es fehlte bloß noch der Sturm auf die letzte Festung. " Da man aber anscheinend doch nicht so recht von der Zugkraft der Parolen auf Gewerkschafter überzeugt war, wurden die Brachtjäle plöglich abbestellt. Schließlich ist ja auch der Friedrichshain so nahe und am Abend sogar start bevölfert. Also, Bersamm Panzerfreuzerbau, wie das tommunistische Abendblatt berichtebe Bon einer Bank sprachen einige tommunistische Geistesgrößen, die im Metallarbeiterverband nichts mehr zu sagen haben, zu den ,, Massen", die in der ,, wuchtigen Stärte" von rund 350 ( dreihundertfünfzig) Personen erschienen waren. Der Rosenkavalier" der üblichen üblen Form. Nach dem Verlesen eines Artikels der Roten Fahne", den man einstimmig annahm, ertönte ein donnerndes dreihundertfünfzigfaches Hoch auf die Er oberung des Metallarbeiterverbandes durch die kommunistischen " Bonzen" und die oppositionellen Arbeiterbataillone" rückten ab. Nun jage noch einer, die KPD. hätte unter den 80 000 Berliner Metallarbeitern nicht Tausende von überzeugten Anhängern. Die teuren Sachverständigen. Dom Der scharfe Protest der Bergarbeiter gegen den Kartellbeschluß des Oberbergamtes Dortmund 20. März, wonach den höheren Beamten in ihrer Eigenschaft als Sachverständigen für eine einmalige Grubenfahrt eine Entschädigung von 100 Mart neben dem Bezug von 8 Mart pro Stunde für aufgewandte Zeit gewährt werden sollte, hat im Breußischen Handelsministerium seine Wirkung nicht verfehlt. Das Oberbergamt in Dortmund hat, wie amtlich mitgeteilt wird, das an die in Frage kommenden Gerichtsstellen gerichtete Schreiben betreffend Gebühren für Grubenfahrten höherer Bergbeamter als Sachverständige in Bergschadensangelegenheiten zurückgezogen, da eine Ueberprüfung ergeben hat, daß die Angelegenheit im Hinblid auf die mur ganz vereinzelte Inanspruch nahme höherer Bergbeamter zu vorbezeichnetem 3wed von untergeordneter Bedeutung ist. Uebrigens hat auch die OberrechnungsPammer die Gebührensäge in mehreren Fällen beanstandet. Ihre Höhe wird von Fall zu Fall durch Gerichtsbeschluß festgesetzt. Die amtliche Darstellung flingt so, als ob der Preußische handelsminister bie widerwärtige Affäre mit einer Handbewegung aus der Welt geschafft habe. In Wirklichkeit bedurfte es Herkulesarbeit, um das Oberbergamt zur Raison zu bringen. Dem preußischen Handelsminister war es allem Anschein nach zu dumm, sich vor den Landtag hinzustellen und die Verhöhnung der Bergarbeiter, die darin liegt, daß ein Sachverständiger bei einer Befahrung von 7 Stunden etwa 80 Prozent eines monatlichen Bergarbeiterlohnes erhalten sollte, auch noch zu verteidigen. hätte er es gewagt ein Sturm der Entrüstung hätte ihn von der Rednertribüne hinweggefegt Daß der Minister sich für die Rolle eines Advokaten des Unrechts bedante, tönnen wir ihm nachfühlen. aber, wie wir von unterrichteter Seite hören, einer wahren Angestelltengewerkschaft und Preffe. war, Anläßlich der Internationalen Breffeausstellung in Köln hat der Zentralverband der Angestellten eine Schrift„ Angestelltengewerkschaft und Presse" herausgegeben. Die gut ausge stattete Broschüre vermittelt umfangreiches Material über das frühere und jetzige Schriftenwesen des 3d2. Aus fleinen Anfängen, wie es die im Jahre 1885 erschienene älteste Gewertschaftszeitung für Angestellte Der Handlungsgehilfe Organ zur Wahrung der Interessen der tonditionierenden Kaufleute hat sich das jezige Verbandsorgan„ Der freie Angestellte" entwidelt, das von Hunderttausenden von Angestellten gelesen wird. Aufschlußreich sind aus die verschiedenen sozialpolitischen Schriften, die im Laufe der Jahre herausgegeben wurden und das Interesse der Deffentlichkeit am Wirken des 3d2. und seiner Vorläufer wach riefen. Jegt verfügt der Verband neben dem Freien Ange ftellten über eine Anzahl Fahzeitschriften, wie Wirtschaft und Wissen"," Die Rechtspragis", Bolfstümliche Zeitschrift für die gesamte Sozialversicherung", " Der Behördenangestellte". Diese Fachzeitschriften find den besonderen Berufsfragen gewidmet. Für die jugendlichen Mitglieder erscheinen die Jugendblätter, die der beruflichen gewerkschaftlichen und allgemeinen Bildung der Jugend dienen. Darüber hinaus ers heinen 24 Mitteilungsblätter der Ortsgruppen. Bezirke und Gaue. Sie vermitteln den Angehörigen der OrganiBedeutung der Verband als Berufsorganisation aller männlichen ſation wichtige Mitteilungen über die Arbeit am Orte. Lediglich an und weiblichen Angestellten hat. Die Internationale vom Bau. biläum feiern. Die internationale Berbindung der Bauarbeiter Die Bauarbeiter- Internationale fann in diesem Jahre ein Ju. organisationen besteht seit 25 Jahren. Die Gründung der Bauarbeiter- Internationale geschah im Jahre 1903 auf Anregung des damaligen Zentralverbandes der Maurer Deutschlands. Zu den Gründern gehörten neben dem Zentralverband die Organisationen in Dänemark, Holland, Italien, Norwegen, Desterreich, Schweden, in der Schweiz und in Ungarn. Zur Zeit der Gründung zählten die genannten Organisationen zusammen 135 000 Mitglieder, von denen auf den Deutschen Maurerverband allein 87 000 famen. Am 31. Dezember 1927 gehörten der Bauarbeiter- Internationale in 20 Ländern 25 Organisationen mit 844 591 Mitgliedern an. Zurzeit zählen die angeschlossenen Organisationen rund 900000 Mitglieder. Das Sekretariat befindet sich seit der Gründung in Hamburg. Die Bauarbeiter- Internationale hält am 25. Ottober im Volkshaufe in Madrid ihre 8. Konferenz ab. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Frage des Achtstundentags im Baugewerbe. Mit der Konferenz wird eine Ausstellung „ Die Jugend im Baugewerbe" verbunden sein. Achtung, Gewerkschaftsmitglieder! Am Sonntag, dem 26. Auguſt, ist beim Gewerkschaftsfest im Paradiesgarten, Treptow, dem uthmann- Chor eine Ledermappe mit Noten abhanden gekommen. Wir bitten den Finder dieser Mappe, sie im Gewerkschaftshaus, Engel. ufer 24/25( 3immer 13) abzuliefern. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Seute, Conntag, Besichtigung der Seidenrauperei und Lehranstalt Möllersfelde bei Berlin- Buchholz. Fahrverbindung: Straßenbahnlinie 24. 25 Bf. find am Eingang zu haben. Treffen 9% Uhr Endhaltestelle der Straßenbahn. Karten zum Preise pon Boranzeige! Sprech- und Bewegungscor. Chorprobe in der Gewerkschaftsschule, Engelufer 24-25, am Dienstag, 11. Cep. tember, 19% Uhr. Morgen, Montag. Norbwefttreis: Agitation für Wedding und Seppelinplay. Treffpunkt 18½ Uhr beim Kollegen Diener, Müllerstr. 156a. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, find folgende Beranstaltungen: Urban: Jugendheim Sobrecht, Ede Sanderstr. Ausspracheabend: Lehrlingswesen Tarif wefen." Norb: Jugendheim Rastanienallee 81. Bortrag: Jugendschuh und Jugendrecht." Referent: Trommler. Tempelhof: Jugendheim der Gdule Charlottenburg: Germaniaftr. 4-6. Bortrag:" Emile Zola und feine Berte." Jugendheim Rosinenstr. 4. Diskussionsabend: Rann die Maschine den An geftellten verdrängen? Der Jugendbezirk Nordwest spielt auf dem Sportplag Bremer Straße. Bitte befuchen Sie meine Ausstellung Die fchöne Gardine. Das fchöne Bett Sie ist fehenswert! Grünfeld bis jest fast eine halbe Million Mart zur Linderung der lung unter freiem Himmel, gegen Mandatsraub und Berlin W 8, Leipziger Straße 20-22 Sonntag 9. September 1928 Unterhaltung unö �Vissen Vellage des Vorwärts Der Philosoph von Jasnaja Poljana Zum 100. Geburtstage Tolstois. Ih/s/Ol Es ff! nicht ganz tcicht, zu dem Grafen Leo Tolstoi das recht« Verhältnis zu gewinnen. Wenn man sein Leb«n und seine Einzel- persönlichkeit betrachtet, kann man seinem Bekennermut und seiner Opferbereitschaft die Achtung und Teilnahme nicht versagen. Etwas anderes ist es, seine sozialpolitische Bedeutung zu ermessen, ihn im großen gesellschaftlichen Zusammenhang zu beurteilen. Darm werden wir den Enthusiasmus, mit dem er von bürgerlicher Seite gepriesen wird, nicht mitmachen können. Bielmehr werden wir, unbeeinflußt von allem Zauber dieser merkwürdig starken Persönlichkeit, sozialkritisch verfahren und dann zu einem Urteil kommen, das von dem bürgerlichen beträchtlich abweicht. Es gibt Dichter, deren Lebensgeschichte man nicht zu kennen braucht, um ihre Werk« würdigen zu können. Zu diesen— es sind nicht die schlechtesten— gehört Tolstoi nicht. Dazu sind seine Dichtungen viel zu sehr Bekenntnisse, in dem Sinne, wie Goethe seine Werte oerstanden wissen wollte— im bürgerlich-individualistischen Sinn«: Höchstes Glück der Erdenkinder Ist nur die Persönlichkeit. Aber der russische Dichter des 19. Jahrhunderts hat es besonders schwer, sein« Persönlichkeit durchzusetzen. Fast alle bedeutenden Schriftsteller gehören der Aoelskaste an— selbst Dostojewski, der Anwalt der„Erniedrig- ten und Beleidigten". Der Adel hebt einer- seits den Gutsbesitzer über die bäuerliche Masse hinaus, anderer. seits schnürt er ihn eng in sein« Traditionen und Konventionen ein. Die deutsche Literatur- geschichte weiß von einem Dichter, der an dem Zwiespalt zwischen Standesvorurteilen und bürgerlichem Beruf zugrunde gegangen ist: Heinrich von Kleist. So wie bei den Kleists ist auch in der Familie Tolstoi das Künstler- talent erblich gewesen. Aber hier wie dort hat es nicht zu Konflikten geführt, bis einmal einer seinen Berus ganz ernst nahm. Wir wissen von einem Major Ewald von Kleist, der in der Armee Friedrichs II. gedient hat und bei Kolin gesallen ist. Und wir hören von einem Bildhauer und einem Dichter Tolstoi, der eine Trilogi« versaßt hat:„Der Tod Iwans des Schrecklichen", offenbar«in sehr zahmes Drama, denn es wurde in Petersburg öffentlich gespielt. Im Hauptberus waren diese bildhauernden und dichtenden Grafen Beamte: Minister, Akademiedirektoren und dergleichen dekorative Angestellt«, die in jüngeren Iahren wohl auch ein klein wenig mit liberalen Ideen kokettierten. Aber innner nur so, daß es ihnen die Karriere nicht verdarb. Wilde Krieger und geschmeidige Diplomaten finden sich natürlich auch unter den Tolstois. Das Gut, auf dem Leo Tolstoi geboren ist, liegt im Gouverne- ment Tula und heißt Jasnaja Poljana. Der junge Graf genießt eine sorgfältige Erziehung. Der russische Adel sprach und schrieb am liebsten französisch: die Landessprache gast als plebejisch. Mit 15 Iahren bezog der Jung« die Universität Kasan und studiert« orientalisch« Sprachen und Jurisprudenz. Auf einer Reise durch den Kaukasus fand er am Soldatcnleben Gefallen und trat, 23 Jahre alt. als Fähnrich bei einem Artillerieregiment ein. Zwischen 1821 und 1825 schrieb er in einer gottverlassenen Garnison im Kaukasus seine ersten Novellen:„Die Kosaken",„Der Gefangene im Kaukasus", und— sehr bezeichnend für den Bekenner, der er werden sollte— Anfänge einer S e l b st b i o- graphie:.Lindheit".„Knabenalter"..Lünglingsjahre". Dieses Gornilonidyll fand ein jähes Ende durch den Krimkrieg, der im Jahre 1852 den jungen Offizier in das weltpolitische Ge- sckehen hineinschleuderte. Er setzt sich schriffftellerisch mit dem Phänomen„Krieg" auseinander in seinem dreiteiligen Roman „Sebostopol". Darin stecken schon die ersten Keime zu seinem gewaltigen pazifistischen Werk„Krieg und Frieden", in dem er die Ereignisse von 1812 behondest hat. Was er bei der Be- lagerung von Sebastopol erlebt hat. genügte jedenfalls, um ihm alle militaristische Begeisterung gründlich auszutreiben: er nimmt seinen Abschied, um sich der Bewirtschaftung seines Gutes zu widmen. Zuvor versucht er es in der Großstadt und im Ausland. Er findet in Petersburg überall offen« Türen: die gefeiertsten Schrift- steller wie Turgenjew, Gontscharow. Ostrowski suchen seine Freund- schafl. Aber reaktionär, wie er im Grunde seines Wesens ist, schreckt er vor dem Leben der Haupfftadt zurück Ebenso ergeht es ihm im Ausland«: aus der Schweiz bringt er weiter nichts mit heim als eine gallenbistere Gesellschaftskritik,„L u z.e r n". Er sucht Ruhe und Zufriedenheit aus dem Lande, unter seinen russischen Bauern. Er heiratet die Tochter eines Moskauer Arztes deutscher Herkunft, eine Frau, die volles Derständni? hat für fein« geistigen Interessen. Er hat eine mehr als behagliche E?'ftenz, wird als Dichter anerkannt— er hotte glücklich sein müssen in Jasnaja Poljana. Aber er kann nicht vergessen, was er gesehen hat. � Und was er jetzt sieht, ist erst recht trostlos. Zar Alexander II. erlöst zwar eben um jene Zeit, in den sechziger Jahren, die Bauern von der Leibeigenschaft. Aber es bleibt bei der schönen Geste. Der Staat tut nichts, um diese erbärmlichen Muschiks zu denkenden Menschen zu erziehen oder sie irgendwie vor der Ausbeutung durch die Groß- grundbesitzer zu schützen. In den Hungerjahren müssen sie die Strohdächer von ihren Hütten abdecken, um damit das Biel» zu füttern. Der Landadel, übersästigt, gefühllos, moralisch versaust. hat für dieses schauerliche Elend kein Verständnis. In den Städten, goo der Ueberschuß der Landbevölkerung Ausbeutungsobjekt« abgibt für die Bourgeoisie und ihre industriellen Unternehmungen, wird der Boden unterwühst von Geheimbünden, nihllistischen Ber- schwörungen, denen immer wieder Machthaber des zaristischen Schreckensregiments zum Opfer fallen. Es ist Krisenstimmung in Europa. Drüben in Norwegen steht der unerbittliche Henrik Ibsen auf und hält Gerichtstag über seine eigene Mass«. Nicht mehr lange, und Emile Zola wird in Frank- reich, Gerhart Hauptmann in Deutschland dasselbe tun. Dostojewski bückt sich zu den Allerärmsten und Elendsten hinab und sucht bei ihnen das Menschentum, das er bei den Besitzenden nicht mehr findet. Kann da ein grundehrlicher Mensch wie Leo Tolstoi untätig bleiben? Er gründet ein« Dorfschule und gibt ein« eigen« Zeitschrift .Lasnaja Poljona" heraus, die von seiner Erziehungsarbeit Rechen- schaft ablegt. Er beschließt, sein Leben umzukrempeln. Di« Menschen, meint er, müßten zur Natur zurück. Er kleidet sich wie ein Muschit und arbeitet wie sie. Er studiert die Evangelien und legt sie seinen Bauern als eine Art Idealkommunismus aus. Er schreibt sein« wuchtigen Anklageschriften gegen Kirche, Staat, Militarismus: „Anna K a r e n i n a",„Auferstehung".„Macht der Finsternis". In der„Kreu tz e r s o n a te" wütet er wie in seiner Schrift:„Was ist Kunst?" gegen die feinsten Blüten der Das Haus Tolstois in Jasnaja Foljana menschlichen Kultur, gegen Kunst und Dichtung. Er ist von jenem echt russischen Fanotismus besessen, der vor nichts halt macht, alle Zugeständnisse von sich weist. Die Kirche hat ihn 1903 exkommuniziert, der zaristische Staat dagegen hat ihn nicht anzutasten gewagt. Seine Anhängerschaft im In- und Auslande war zu groß geworden. Auch den letzten, schwersten Schritt hat er unternommen: er trennte sich von seiner Familie. Er floh heimlich in ein Kloster und ist, einsam und verlassen, im Jahre 1910 gestorben. Daß Leo Tolstoi dem bequemen und gedankenlosen Leben seiner Standesgenossen entsagt und Mühe und Entbehrung auf sich ge- nommen hat— vor allem: daß er ernsthost und mit Einsetzung seiner ganzen Persönlichkeit an der Verbesserung der Lebens- bedingungen seiner Mitmenschen gearbeitet hat, muß ihm hoch an» gerechnet werden. Aber freilich: aus seiner Haut kann keiner heraus. Er hat es wie ein unbelehrbarer Bauer angefangen. Er hat alte Parolen wieder ausgegriffen und meinte damit die Menschen aufs Neue erlösen zu können: dos Wort Rousseaus von der Rück- kehr zu der Natur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, oder gar den urchristlichen Utopismus, der bald sein zweitausendftes Jubiläum feiert. Er übersah ganz, daß die Menschheit ökonomisch stufenweise fortschreitet— nach jenem Entwicklungsgesetz, das Karl Marx auf- gezeigt hat. Und daß es deswegen unsinnig ist, die Menschheit künstlich zurückzuschrauben. Das ist ein ebenso unfruchtbares und undurchführbares Programm wie das der Anarchisten, die in Tolstois Tagen mit Bombenattentaten in den Städten wüteten. In einer ganz merkwürdigen und sehr lehrreichen Weise berührt sich in Tolstoi, dem Bauerngrafen, dos überrevolutionäre mit dem reaktionären Element. Hermann Hieber. Gorki über Tolstoi. Er hat wunderbare Hände— nicht eigentlich schön, sondern von dicken Adernknoten durchzogen, und doch voller Ausdruck und Schöpferkraft. Leonardo da Vinci muß solche Hände gehabt haben. Mit Händen wie diese kann man alles machen. Manchmal beim Sprechen bewegt er die Finger, schließt sie langsam zur Faust, und dann öffnet er sie plötzlich und sagt ein gutes, vollwichtiges Wort. Er ist wie ein Gott— kein Zebaoth oder Olympier, sondern die Art russischer Gott, der„auf einem Ahornthron unter einer goldenen Linde sitzt", nickst sehr majestätisch, doch vielleicht listiger als all« die anderen Götter. Einmal sah ich ihn, wie ihn vielleicht keiner gesehen hat. Ich ging gerade die Küste entlang zu ihm nach Gaspra, und hinter Iussupows Anwesen sah ich am Ufer zwischen den Steinen seine hagere, eckige Gestalt in einem grauen, zerknitterten, abgetragenen Rock und einem zerknüllten Hut. Cr saß, den Kops auf die Hände gelegt, der Wind blies ihm die Silberhaare seines Bartes durch die Finger; er sah in die Ferne auf dos Meer hinaus, und die kleinen, grünlichen Wellen rollten sich gehorsam zu seinen Füßen und streichellen sie, als wollten sie dem alten Magier etwas von sich erzählen. Es war ein sonniger, wolkiger Tag, und die Schatten der Wolken glitten über die Steine, und mit den Steinen erschien der alt« Mann bald hell, bald dunkel. Die Steine waren groß, von Rissen gespalten und mit scharf riechendem Seegras bedeckt: die Flut war am Tag zuvor hochgegangen. Er auch erschien mir wie ein uralter, lebendig gewordener Stein, der Anfang und Aus» gang aller Dinge weiß und bedenkt, wann und wie das Ende der Steine, der Gräser der Erde, der Wasser des Meeres, des ganzen Weltalls vom Sandkorn bis zur Sonne sein wird. Und das Meer ist ein Teil seiner Seele, und alles um ihn kommt von ihm, aus ihm. In der sinnenden Regungslosigkeit des alten Mannes empfand ich etwas Schicksoloolles, Magisches, etwas, das in die Dunkelheit unter ihm taucht« und wie ein Schemwerfer in die blaue Leere über der Erde tastete— als wäre er es, sein konzentrierter Will«, was die Wellen zu ihm heranzöge und abstieße, was die Verwand- lungen von Wolken und Schotten regierte, was die Steine zum Leben weckte. Plötzlich, in einem Augenblick der Entrücktheit, fühlt« ich, es ist möglich, er wird aufstehen, die Hand heben, und das Meer wird fest und gläsern werden, die Steine werden sich bewegen und rufen, alles um ihn wird lebendig werden, eine Stimme erhalten und jedes in seiner Sprache von sich, von ihm, gegen ihn sprechen. Ich kann es nicht in Worten ausdrücken, was ich in jenem Augenblick mehr fühlte als dachte: in meinen Herzen war Jubel und Furcht, und dann schmolz alles in einem einzigen seligen Gefühl:„Ich bin nicht verwaist auf Erden, solange dieser Mann auf ihr lebt."— Dann ging ich auf Zehenspitzen fort, damit der Sand nicht unter meinen Füßen knirschen und sein« Gedanken stören möge. Am häufigsten kam er auf die Sprache Dostojewskis zu reden. „Er schrieb häßlich und sogar absichtlich un» schön— ich bin überzeugt, absichtlich aus Koketterie. Er über. trieb: ein„Idiot" heißt es bei ihm: ,Ln der frechen Zudringlichkeit und im Asfichen der Bekannffchast." Ich bin überzeugt, daß er das Wort affichieren ab- sichtlich entstellt hat, weil es ein fremdes, «in westliches ist. Aber es finden sich bei ihm auch unverzeihliche Schnitzer: der Idiot sagt:„Der Esel ist ein guter und nützlicher Mensch", und niemand Lachen oder irgendeine Tolstois Schreibtisch und Bett lacht, obschon diese Wort« unvermeidlich Bemerkung hätte hervorrufen müssen. Er sagt das in Gegenwart der drei Schwestern, die ihn doch gern verlachten. Besonders Agloja. Dieses Buch wird für schlecht gehalten: aber an ihm ist vor allem schlecht, daß der Fürst Myschkin ein Epileptiker ist. Wäre er gesund, dann würden uns sein« Herzenseinsalt, seine Reinheit sehr rühren. Aber um ihn als Gesunden zu gestalten, war Dosto- jewski nicht mutig genug. Und er liebte auch gesunde Menschen nicht. Er war überzeugt, daß. weil er selbst krank war, die ganze Welt ebenfalls krank sei.., Vom Kommiß. Der verwundete Marschall. Der englische Marschall French wurde 1912 an der Front ver- wundet. Als guter Engländer zeigte er eine meisterhafte Selbst- beherrschung und ließ sich seine Schmerzen nicht im geringsten an- merken. Eine Woche lang hantierten die Aerzte an der Wunde im Oberschenkel herum, sondierten und desinfizierten, bis ihm schließlich die Geduld riß: „Was suchen Sie denn eigentlich in meinem Bein herum?� fragte er. „Die Kugel," antworteten die Aerzte. „Die Kugel!" brüllte der alle Herr.„Donnerwetter, das hätten Sie mir wirtlich früher sogen können. Die habe ich doch in die Tasche gesteckt." Oer„Kavalier". Ein Offizier wird vergebens von einer Dame im Theater ge« beten, etwas beiseite zu rücken, damst sie besser sehen könne. Auf abermalige Bitte sährt er herum:„Sehen Sie nicht, daß ich Offizier bin?" „Ach ja," sagt die Dam«,„Gemeiner können Sie nicht sein." Vom Geenj. Als der Genich noch König war, schritt er im Kriege einmal die Front eines Regiments ab, wobei er einen Wann nach dessen Kriegs- erlebnissen fragte und die haarsträubendsten Heldentaten zu hören bekam. Aber— der Mann ist ohne Dekoration! Erstaunt fragt der König den Regimentskommandeur, warum ein solcher Held ohne Auszeichnung geblieben sei. Der betreffende Oberst, in höchster rlegenheit, lügt darauf los:„Majestät, der Mann säuft!" Darauf : König:„Nu, dann gäb'n mir'm doch die Friedrich-August- !N.I-> ve der Medaille! „Gesäß Wen!" Die Gemahlin eines Regimentskommandeurs, die ihrem Gatten wesenttich dazu geholfen Hot, den Helm mit dem Zylinder zu ver» tauschen, leistete sich unter anderen erzieherischen Ansprachen an die Damen„ihres Regiments" auch folgende: „Meine Damen! Es muß hier einmal-zur Sprache gebracht werden. Ich vermisse sehr ost bei Ihnen die Rücksicht, die ich zu verlangen habe. Ich bin nun einmal die vornehmste und beanspruche als Ihre Kommandcuse den mir gebührenden Respekt. Ich gehe nicht so well, zu verlangen, daß Sie bei meinem Erscheinen aufstehen, aber zum mindesten haben Sie das Gefäß zu lüften." Oer Fahneneid. Unser Gorichtsosfizier bespricht mit den Rekruten den Fahnen« eid...„und die Schlußformel lautet: So wahr mir Gott helfe. Amen. Auf das Kommando(!I)„Amen" werden die erhobeneu Hände kurz und willtärisch heruntergenommeni", j George geht ins Zuchthaus. Bon Charlie Chaplin. machen, wie verridt er fel. Er erfarle mir, daß er sich nicht helfen 1 fönne. Er ist ein Märtyrer. Er prahlt nicht. Er tabelt nie jemanden. Er lehnt sich nicht gegen das Schicksal auf. Wenn er sich verfolgt glaubt, so erfährt niemand davon. Er ist erst Gegelspringen in der Natur. Bon R. Francé. Am nächsten Tage lunchte ich mit Mag Eastman, einem meiner immer chriftlich, wie er mir erflärt. Sein Standpunkt ist schön, Es ist heute ein Gemeinplaß, daß der Mensch das Fliegen" besten Freunde. Er ist ein Radikaler und ein Dichter und der gütig und sanft. Herausgeber von The Liberator", ein ganzer Kerl, der nachzu denken versteht. Nicht alle seine Doktrinen unterschreibe ich, aber das tut unserer Freundschaft keinen Abbruch. Wir sind zufammen, streiten ein bißchen, stimmen dann darin überein, daß wir nicht über einstimmen, lassen es gut sein und bleiben Freunde. Er erzählte mir Ich kann mir nicht vorstellen, was er getan haben kann, daß er zu zwanzig Jahren verurteilt wurde. Ich muß aussprechen, was ich dente. Er fürchtet, daß er mir die Stimmung verdirbt, indem er mich ernst macht; das will er nicht, deshalb hört er auf, von sich zu erzählen. Plötzlich läuft er fort, holt einen Damenhut und sagt: von einer Gesellschaft, die er an diesem Abend bei sich geben wollte, Baffen Sie auf, Charlie, ich bin Sarah Bernhardt!" und fängt eine sehr lustige Parodie an. und ich nahm seine Einladung, ebenfalls zu fommen, freudig an. Bei ihm ist es immer interessant. War das ein Abend! Ich geriet außer mich. Zwischen Weinen und Lachen wurde ich hin und her gerissen, war ganz ich selbst. Endlich geschah das, um dessentwillen ich Los Angeles verlassen hatte: an diefem Abend schien ,, Charlie Chaplin" sehr weit fort zu sein, und ich fühlte mich oder wollte mich als einfacher Mensch unter anderen Menschen fühlen. Ich lernte George fennen, einen Sefretär der International Workers of the World". Sicherlich hat er auch einen Nachnamen, aber ich weiß ihn nicht. Spielt feine Rolle, wenn man George fennen lernt. Eine wirkliche Persönlichkeit! Er hatte ein Leuchten in den Augen, wie ich es nie zuvor gesehen hatte, ein Leuchten, das unmittelbar aus seiner Seele tommen mußte. Er hatte den Blick eines Menschen, der glaubt, recht zu handeln und den Mut zu seinen Ueberzeugungen hat. Das ist felten. Ich erfuhr, daß Richter Landis ihn zu zwanzig Jahren Zucht. haus verurteilt hatte, daß er zwei Jahre abgebüßt und man ihn jetzt megen Krankheit für kurze Zeit beurlaubt hatte. Den Grund für feine Berurteilung erfuhr ich nicht, er schien mir auch nebensächlich. Als Dichter, der er war, wurde er an diesem erregenden Abend von einer sehnsüchtigen Fröhlichkeit ergriffen. Die mit Intellektuellen aller Art gemischte Gesellschaft überragte er weit. Er mußte zurüd ins Zuchthaus, um seine achtzehn Jahre abzubüßen, und blieb doch heiter. Was für eine harte Prüfung! Ich hätte ihr kaum standgehalten. Aber ihn schien es nicht weiter zu fümmern. Er schien gar nicht bei uns zu sein. Er war irgendwo anders, dort, woher das Leuchten in seinen Augen fam. Er war einer, der seine Ideen wie Ideale hochhielt. Ich spreche nicht leicht so etwas aus, aber von solch einem Menschen muß man hingerissen sein. Auch sonst war's ein anregender Abend. Wir führten Scharaden auf. Ich beobachtete George beim Spielen. Wir lachten und tanzten. Dann fing George an, Woodrow Wilson zu imitieren. Es war zum Schreien fomisch. Er fniete fich förmlich in diesen Charakter " Ich lache. Alle lachen. George lacht. Und er geht zurück ins Zuchthaus, für die achtzehn besten Jahre seines Lebens Ich kann es nicht ertragen, ich laufe hinaus in den Garten und betrachte die Sterne. Es ist eine wunderbare Nacht. Herrlich leuch tet der Mond. Ich wünschte, etwas für George tun zu können. Möchte wissen, ob er im Recht oder Unrecht ist. Nach kurzer Zeit kommt George zu mir hinaus. Traurig und nachdenklich, aber von einer schönen, nicht schmerzlichen Melancholie. Er sieht Mond und Sterne an und sagt dann, wie sinnlos unsere Gesellschaft, jede Gesellschaft sei, verglichen mit der Schönheit der Nacht. Die Stille sei ein großes Geschent, wie wenige genössen sie. Bielleicht, weil man sie sich nicht kaufen könne. Reiche Leute kauften Lärm. Seelen aber liebten die stille Natur; wer sie suchte, dem enthülle fie sich auch. Wir sprechen von Georges Zukunft. Nicht von seiner Ber gangenheit oder seinem Bergehen. Könne er nicht entkommen? Ich versuche, ihn dahin zu bringen, daß er nachdenkt, wie er seine Freiheit wiedergewinnen fönne. Ich biete ihm meine Hilfe an. Er versteht nicht oder tut so, als ob er nicht verstände. Er habe nichts verloren. Schloß und Riegel fönnten seinen Geist nicht einterkern. Ich bitte ihn, sich selbst und seinem Leben bessere Chancen einzuräumen. Er lächelt. ,, Quälen Sie sich nicht meinetwegen, Charfie. Sie haben Ihre Arbeit. Machen Sie weiter die Welt lachen. Das ist ein großes und edles Wert. Quälen Sie sich nicht!" Wir schweigen, ich bin erschüttert. Eine schreckliche Hilflosigkeit steigt in mir empor. Wenn ich mich doch von ihr befreien fönnte. Die Tränen rollen mir über die Baden, und George umarmt mich. Wir weinen beide. ,, Leben Sie wohl, Charlie!" ,, Leben Sie wohl, George!" oder vielmehr in diese Karikatur hinein und machte Wilson furcht Ich rufe meinen Wagen und fahre zurück ins Riz. bar lächerlich. Wir schüttelten uns vor Lachen. Doch unaufhörlich dachte ich daran, daß er ins Zuchthaus zurüc mußte, für achtzehn Jahre. Was für eine Gesellschaft! Ich brach erst um zwei Uhr morgens auf. Wir machten Wize, tanzten und spielten. Niemand forderte mich auf, tomisch zu gehen oder einen Spazierstod hin und her zu wirbeln. Wir lebten für den Augenblick, ohne Gedanken an gestern oder morgen. Man tam wie man war, ohne die Etikette von Who is who" und ohne Einkommersteuerberichte. George fragte mich nach meiner Reise, aber er interviewte mich nicht. Er gab mir Briefe für Freunde mit. In meiner armseligen, falschen und unüberzeugenden Art und Weise versuchte ich George flarzu Psychoanalyse Verlangen Sie kostenlos Prospekte über die Schriften von Sigm. Freud und über sonstige psychoanalyt. Literatur, sowie ein Probeheft der Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik Internationaler Psychoanalytischer Verlag Wien, I., Börsegasse 11 Ahrensfelde Om 60 Pf. an ca. 600 Bau- und Landparzellen, a. Bahnhof anfangend. Verkäufer tägl. im Bahnhofs- Restaurant„ Büttner", Bahnhof Ahrensfelde, Friedhof. Fredersdorf Om 70 Pf. an ca. 20 Min. v. Bhf., neu erschlossen. Verkäufer Sonntags im Restaurant Zu den drei Linden". Julius Rieger, Berlin C. 25, Prenzlauer Strake 32, 1. Bettfedern nicht roh, sond. gründl. gereinigt( gew.), garant. frei v. Krankheitskeim., Rupf p. Pfd. 0.50, 0.80, 1.40, daun. 1.90, Rupf weiß 2.50, Halbfl. weiß 3.80, weiß Schleiß 2.50, Zurück zur Gesellschaft! Ihr Lärm ist mir jetzt widerwärtig. George geht zurück ins Zuchthaus. technisch nachahmte. Auch dem jedem technischen Verständnis Abfeitsstehenden muß es auffallen, wie sehr so ein Eindecker oder, eines der modernen motorlosen Segelflugzeuge die Hauptbaugrundfäge von Vogel, Käfer und Libelle nachahmen. Es sind nun aber auch die Tiere nicht als Flugmeister vom Himmel gefallen, sondern haben wieder ihrerseits die schwere Kunst nur so nach und nach geschaffen. Das ist eine sehr wichtige Tatauch erst allmählich erlernt und sich dazu die technischen Hilfsmittel sache, die sowohl im allgemeinen Denken wie im technischen Können vernachlässigt wird zum Schaden von beiden. Darum muß man einmal die Aufmerksamkeit nachdrücklich darauf lenken. Es gibt nicht nur Meisterflieger, sondern auch Flatterer und. gewissermaßen Segelspringer" unter den Tieren, von denen wir auch allerlei lernen können. Zuerst einmal sehe man sich die Tatsachen an. Da ist der sogenannte Fliegende Mati", ein Insektenfresser von Sumatra, der auf den Bäumen Früchte sucht und zu diesem Zweck bis in die Wipfel steigt, dann aber eine vom Hals bis zu den Hinterfüßen reichende behaarte Hautfalte, gleich einem Fallschirm. ausbreitet, und mit ihrer Hilfe nach Art eines Papierdrachens sich im Gleitflug auf andere Bäume niederläßt. Wallace hat beobachtet, daß auf diese Weise Entfernungen von 60 Meter übersegelt werden. Da sind die Taguane( Pteromys) von Ceylon und Birma. Gin Taguan ist ein hauskagengroßes, fliegendes, nächtliches Eichhörnchen, das das gleiche Kunststück übt und dazu seinen großen Schwanz als Steuer trefflich zu nüßen weiß. Diefe Tiere tragen also ständig einen mächtigen Fallschirm auf dem Rücken und haben gelernt, ihn geradezu meisterhaft zu ver= wenden. Die Fallschirm- Erfindung stammt mithin auch aus der Tierwelt, nur wird sie dort viel kunstvoller, sozusagen intelligenter, angewendet. Ich würde einem Artisten einmal raten, sich in einem der Museen ein derartiges Geschöpf genau anzusehen und sich dann im Springen mit der Fallschirmdecke" zu üben; ich verwette alles was ich habe, daß er zunächst die erstaunlichste" Nummer" zustande bringt, daß aber auf diese Weise ein neuer Sport ins Leben treten wird, der zu höchsten turnerischen Leistungen und zu außerordentlichem Vergnügen Anlaß geben wird. nicht ohne weiteres sagen fönnte. Das mag ergößlich sein, enthält aber nichts, was man sich Anders bei dem fleinen Segelspringer", der ein javanisches Fröschlein mit dem monströsen Humanistennamen Polypedates Reinwardtii ist. Dieses Tier wendet das kleinste Kraftmaß von Fallschirmfläche an, erwedt somit das höchste technische Interesse. Es ist erstaunlich, mit welch unbedeutenden Mitteln dieses allerdings auch fleine Tier den Gleitflug zu einer wahren Kunſt entwickelt hat. Der Flugfrosch macht nicht nur Flattersprünge, sondern kann wahrhaft fliegen. Die mehrhundertfache Strecke, als er selber mißt, durchsauft er gewöhnlich mit Höhenverlust, unter günstigen Umständen aber auch wagerecht, sogar aufwärts. ( Aus dem demnächst im Berlag Paul Lift- Leipzig erscheinenden Buch des Technifers heraus. Wenn mit so fleinen Mitteln derartiges „ Sallo, Europa" von Charlie Chaplin.) Urwaldorgeln. Bei dem Volksstamm der Laoten im mittleren und nördlichen Hinterindien ist eine Art von Orgelflöten sehr be liebt. Die Instrumente werden aus Bambusrohren von ein bis drei Metern Länge angefertigt, die in zwei Reihen nebeneinander gebunden werden. Durch ein in der Mitte angebrachtes, nach den ver schiedenen Pfeifen führendes Mundstück werden diese Kaen" ge nannten Instrumente angeblasen. Wie bei unseren Flöten, so werden auch dort die Töne der Tonleiter durch Schließen und Deffnen von Fingerlöchern erzeugt. Die Instrumente spielen mit angenehmem Orgelflang ganze Akkorde. Läuferstoffe Jacquard Bouclé schwere Qualität Mtr.7 68cm.brt. 90 90cm.brt. 185 Mtr 590 Fenster- Dekoration aus indan thren Kunstseide, mod. Formu.Farbe: 2 Flügel, 1Querbehang mit dazugehörigem Halbstore 2650 Divandecken Diese Leistung und ihre Hilfsmittel fordern das Nachrechnen erzielt werden fann, dann liegt die praktische Anwendbarkeit für den Menschen zutage. Und sie ist unausdenfbar, wenn man an die Ueberschreitung von Flüssen und Schluchten, an die Fortbewegung im Gebirge und zahllose andere Möglichkeiten denkt. Der Sport wird auch hier den Pionier und den Lehrer bilden. Man wird diese Möglichkeit untersuchen müssen. Eine 10 Kilometer lange Groffe entdeckt. Bei Mistolcs in Ungarn entdeckten Ausflügler eine bisher unbekannte Grotte, die fich nach den sofort angestellten Untersuchungen 10 Kilometer lang hinzieht. In der Grotte entspringen mehrere heiße Quellen. mit kleinen Schönheitsfehlern Mokett 2150 extra brt. ca. 150x300 m.Seidenglanz 3150 39.50 ca 180x300 f.Schiafdivan Teppich Bursch Kabul- Teppiche Verkauf nur C2, Spandauer Str. 32. Velour- Teppiche Pa.Tournay- Pa. Bouclé 130 200 reine Wolle m. Handfranse, ge270 44703107650338965° Velour- Teppiche aus reinem Haargarn schwere Gebrauchsqualität, 2039: 398: 139-20059- Freue Kopien v. Perserteppichen 34: 847-120 39-398: 39: 59: Marke Prima" 11450 14.9.50 199 Bouclé Teppiche-200 49.365-98: 148: 239: 85: 118: 3 Pfänderversteigerung. coDie Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e. V., Berlin W 9, Voßstraße 18, II schreibt einen Allgemeinen Reichswettbewerb zur Erlangung von skizzenhaften Vorentwürfen aus, die in erster Linie wirtschaftliche Lösungen für die Aufteilung und Bebauung des Geländes der Forschungssied ung in BerlinSpandau( Haselhorst) bringen sollen. Zu dem Wettbewerb sind zugelassen: Reichsdeutsche( einschließlich Saarländer), Danziger und Oesterreicher. Die Bedingungen des Wettbewerbs haben dem Reichswettbewerbsausschuß vorgelegen, Preise: Es werden für Pre se RM 50000.- ausgeworfen, und zwar. ein I. Preis 10 000.- RM je 5000.II. 99 " III. 3.000.66 Preisgericht: Das Preisgericht setzt sich wie folgt zusammen: a) Technisch vorgebildete Preisrichter: Bartning, Professor, Dr. theol., Architekt, Direktor der staatl. Bauhochschule in Weimar, Berlin, Lübbert, Wilhelm, Regierungs- und Baurat, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e. V, Die in ben Monaten Ottober, November Industrie- und Handelskammer zu Berlin. Berlin, Schleißhalbfl. 3.50, Daunen 5.80, weiße und Dezember 1927 versegten Pfänder Daunen 7.-, 9.80, gef. Oberbetten mit fommen, soweit sie nicht erneuert worden stark. Inlett, 2 m lang, 7.45, 11.60, 14.90, find, vom Montag, dem 10. September 17.65, Unterbetten 6.25, 9.20, 11.90, 13.20, 1928 ab zur Bersteigerung, und zwar: Kissen 2.75, 3.90, 5.40, 6.65. Portofrei v. am 10. September nur Fahrräder, Räh M. 20. Nichtpass. zurück od. Um- und Schreibmaschinen. Sprech- und tausch. Preisl. Nr. 42 u. Muster gratis. Photoapparate, Doppelgläser und Bettfedernreinigung m. Dampf u. Heißluft Sonstige Gegenstände der Optit, bei Einkauf von M. 20.- für 1 Stand gratis. ab 11. September folgen Kleiber und Pelzwert, H. Sannemann, etta ab 14 September folgen Wäsche usw., Stahlmatratzen, danstig an Priv. Kat.2049 fr. Zweigniederlassung: Bisenmöbelfabrik Sahl( Thür.) Berlin N 54, Rosenthaler Straße 9 HinderEisu- lM: Beffen, Denen, Berlin S 59, Kottbusser Damm 88/89 etwa ab 17. Sept. folgen Juwelen, Gold-, Hohenschönhausen zirka 200 Bau- und Landparzellen Suermondstraße, am Naturpark gelegen, in 30 Minuten Straßenbahnfahrt vom Alexanderplatz zu erreichen, preiswert zu günstigen Zahlungsbedingungen zu verkaufen. 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Professor a. d. Techn. Hochschule zu Berlin, Berlin, Berlin C2, Neue Friedrichstraße 53-56, II vorhoelzer, R., Oberregierungsbaurat, München, Reichsbanner- Mitglieder des Gaues Berlin- Brandenburg Wir liefern mit Senehmigung des Bundesvorstandes und mit Em. pfehlung des Sauvorstandes genau nach dessen Vorschriften, den neuen Einheitsanzug. in bestem Material, Verarbeitung und vorzüglicher Passform auf bequeme TEIL- ZAHLUNG Jede Grösse, für die jugendlichste bis zur stärksten Figur, ist in grosser Auswahl dauernd auf Lager. Sin Besuch wird Sie von der Preiswürdigkeit unserer Wapen und Reichhaltigkeit unserer Lager überzeugen. Fordern Sie bei Sammelbezug unser Angebot oder den Besuch unseres Vertreters! 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Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e. V., Berlin. Ersatz- Preisrichter. a) Technisch vorgebildete Preisrichter: Arntz, Baudirektor, Köln a. Rh. Behrendt, Walter Curt, Dr. Ing., Ministerialrat in der Hochbauabteilung des Preuß. Finanzministeriums, Berlin, Hahn, Stadtrat, Berlin, Herrmann, Hans Paul, Ministerialrat in Preußen, Ministerium für Volkswohlfahrt, Privatdozent an der Techn. Hochschule zu Berlin, Berlin, Löhner, Dr., Ministerialrat im Bayr. Staatsministerium für Soziale Fürsorge, Abt. für Wohnungswesen, München. Ludorf, Stadtrat, Spandau bei Berlin, Paulsen, Friedrich, Architekt, B. D. A, Hauptschriftleiter der Bauwelt", Berlin, Rauch, Hans, Oberstadtbaurat. Diplom- Ingenieur, M. d. R., München, Riemer, Oberregierungs- und Baurat, Sächs. Arbeitsund Wohlfahrtsministerium, Dresden. b) Lalenpreisrichter: Wiedeberg, Joseph, Mitglied des Reichswirtschaftsrates, Berlin. Einlieferung. Die Arbeiten sind bis zum 4. Dezember 1923, 17 Uhr, in der Geschäftsstelle der Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e. V., Berlin W9, Voßstraße 18, II, abzuliefern. Die Wettbewerbsunterlagen können gegen Einsendung von RM 5.- bei der Geschäftsstelle der Reichsforschungsgese Ischaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e. V., Berlin W9, Voßstraße 18, II, bezogen werden. Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen e. V., Berlin W9, Voßstraße 18,