Morgenausgabe 7!r. 429 A 215 45.Ieilge- druckie Wart 25 Pfennig(zuläfflg zwei fetiaedruckt« Wartej, jede» weitere Won >Z Pj-nnig. Eiellengefuche da» erst» Wort lS Pfennig, jede» weiter« Won lS Psennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei WoN«. Zlrdeitsmartl Zeile so Pfennig, Familienanzeige» füt Sdonnenten Zeile 40 Psennig, Anzeigenannahme im Hauplgefchäst Linden- straste 3, wochentögl. von S'/i di* 17 Uhr Aenteawvsan der Gozialdemokratischen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 Fernsprecher: Dönhoff 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrai Berlin Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: verlin Z7V3K.— Bankkonto: Bank der Arbeiter,»ngestellien und Beamten Wallstr. SS. Diskonto-Gesellschast, Depositenkasse Lindenftr d Änands Polemik gegen Müller. Genf, 1k>. September. Nach der Ablehnung des chinesischen Antrages aus sofortige Wiederwähtbarkeit m den Rat hat die Bölkerbundsversammlung die Generaldebatte über den Jahresbericht fortgesetzt. Als erster Redner befürwortet« der finnische Außenminister Procope Kollektiv- Schiedsverträge des Sicherheitskomitees. Zur Alkoholfrage erklärte er, daß der unter Führung Finnlands gestellte Antrag nicht die weinhautreibenden Lgnd«� sondern vor allen Dingen die Her- stellung schädlichen Schnapses treffen solle. Nach dem irischen Finanzminister Blyche, der u. a. für di« Rats- Wahlen die Einführung der Verhältniswahl vorschlug, erhielt Briand das Wort, der unter lebhaftem Beifall des vollbesetzten Hauses di« Rednertribüne bestieg. Briand' gab zunächst ein sehr starkes per» fönliches Bekenntnis zum Völkerbund ao, der einzigen Zufluchtsstätte gegen den Krieg. Jede Verringerung des Vertrauens zum Völkerbund sei«in Werk, das gegen d«n Frieden gerichtet sei, und niemals werde er sich deshalb dazu hergeben, das Werk des Völkerbundes zu verkleinern. Eine intellektuelle Pilgerfahrt zurück in hie Zeiten der Unruhe uich Unbeständigkeit, in denen der Völker- ibund gegründet wurd«, zeige am besten, was durch den Völkerbund erreicht wurde, ohne dessen Bestehen sich der französische Außen- «ninister mit den deutschen Regierungsve.rtretern nicht regelmäßig treffen würde, ohne den es keinen Locarno-Pakt und keinen Pakt von Paris geben.'würd«. Uiiter direkter W«ndung gegen den beut- schen Reichskanzler erklärte Briand, daß die in gewissen Ländern vorhandene Ungeduld durchaus verständlich sei. Hier in Gens sei aper nicht die Internationale einer Parket. fondern die Internationale der Rationen und Völker an der Arbeit, und wenn sich Schwierigkeiten und Hindernisse einstellen, so sei dos Wesentliche, daß man das gemeinsame Ziel vor Augen habe. Wenn man auf dem richtigen Wege sei, und der Völkerbund sei aus diesem Wege, so komme man zum Ziele. Eine Gesellschaft von SO Nationen sei naturgemäß gezwungen, langsam und vorsichtig vorwärts zu gehen, um einen tödlichen Sturz zu vermeiden. Wenn man ihm den Vorwurf gemacht habe, daß er rascher mit den Worten als mit den Taten sei, und wenn auch der Reichskanzler eine solche Wendung in seiner Rede gebraucht habe, so sei er demgegenüber sehr empfindlich, da er glaube, diesen Vorwurf nicht verdient zu haben. Locarno-Pakt und Kellogg-Pakt seien kein« Worte, sondern Taten. Der ungeduldigen öffentlichen Meinung müsse man zu ver» stehen geben, daß die Erfüllung ihrer Wünsche auf dem Wege des Fortschreitens ist. Man frage viel, warum trotz Locarno- und Kellogg-Pakt die Abrüstung immer noch nicht verwirklicht werde. Man müsse sich hüten, daß man bei Schaffung solcher Illusion plötzlich in einen Abgrund stürze. Es sei nicht richtig, daß die Rüstungen gegenüber früher erhöht wurden. Nur ein einziges Land in Europa weise einen gewaltigen Zu wachs an Rüstungs- und Menschenmaterial auf. Wenn der Reichskanzler sag«, daß Deutschland die Abrüstung vollzogen habe, und frage, warum unter diesen Umständen die anderen und nament- lich Frankreich nicht auch abrüst«n. so müsse er sagen, daß der jetzig« Zustand er st seit zwei Jahren bestehe und vorher die Dinge wesentlich anders gelegen haben. Wenn früher di« Abrüstungs- arbeiten gehemmt waren, so nur deshalb, weil gewisse Staaten nicht di e E i l e gezeigt haben, die für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen notwendig gewesen wäre. Es bedurfte dringender Vorstellungen, um das Ergebnis schließlich zu erzielen. Freilich bestehen in allen Völkern Strömungen, die nicht immer geneigt sind, die Regierungs- Unordnungen auszuführen. Es gibt kein Volk, das völlig abgerüstet ist. Auch von Deutschland, mit einem so vorzüglichen Cadre als Heer, mit einer so prächtigen Menschenreserve, mit einer solchen Aktions» und Orgonisotionsfähigkeit kann man nicht sfZgen. daß es vollkommen abgerüstet sei. Ein so macht- volles Land mit einer solchen I n d u st r i e, mit solchen Möglichkeiten, mit dem erfinderischen Geist einer Raste, die kein« Handels- marine mehr befaß und fähig war. durch ihr konstruktives Genie bereits heute wieder eine Handelsmarine zu haben, die zu den ersten der Welt zählt, kann ebenso wie bei der vergangenen Katastrophe schnell wieder ihren Erfindergeist aus Rüstungszwecke umstellen. Was notwendig ist, ist der Will« der Völker, ihre Fähigkeiten und ihre Gaben in den Dienst des Friedens zu stellen. Der Friedenswille muß da sein und dieser stt eine zarte Blüte, di« entsprechend gepflegt werden muß. wenn sie nicht welken soll. Aus der Atmo- sphäre, die hier geschossen werden muß, ziehen alle Beteiligten ihren Nutzen. Diese Ar.Vi aber muß von dem Vertrauen der Völk-r begleitet sein, sonst verfällt man der Anarchie. Die Jntcrnatio- mk der Sölici besteh heute in Gens mch au den Tage, wo sie Eine unglückliche Rede. uniergehen würde, müßte man mit einer grauenhaften U m- w ä l z u n g rechnen, die die ganze heutige Kultur unter sich begraben würde. Ein Beweis des guten Willens zur Angleichung der Inter- esten sei da» englisch-französtsch« Flottenkompromiß, da» nur«ine Angleichung der Gesichtspunkte für den Fortschritt der Arbeiten des vorbereitenden Abrüstungsausschusses schaffen sollte. Man Hab« kein Glück damit gehabt, denn sofort sei man mit Mißtrauen und Ver- dächtigungen umgeben worden. Wie der Reichskanzler, so wolle jeder di« Abrüstung im Sinne des Artikels 8 des Paktes. Es wäre eine Entehrung für jeden, sie nicht zu wollen. Was in diesem Artikel geschrieben sei, müste durchgeführt werden, das heißt, die Länder müßten ihre Abrüstung in Uebereinstimmung mit ihrer Sicherheit realisieren. Bereits jetzt sei ein großer Teil der Befürchtungen behoben, denn da» Rüstungswctlrennen fei endlich eingestellt. Di« Idee, nur zu rüsten, um immer stärker zu sein als der Nachbar, sei aufgegeben. Die Zeit des Wettrüstens sei dank der Arbeit des Völkerbundes vorbei und es gebe heute in der ganzen Welt keine Regierung und kein Parlament, das die Aufrüstung oder eine Erhöhung der Dienst Pflicht vorschlagen könnte. Die Dölkerbundsversammlung dürfe es sich als Ehre anrechnen, daß der Abrüstungsgebanke immer mehr Gestalt gewinnt. Er erinnerte dabei auch an di« Arbeit des Reichsaußenminister« Dr. Strosemann, dessen Fernsein er unter dem Beifall der Versammlung bedauerte. Das Minderhettenproblem werde der Völkerbund bestimmt nicht in den Hintergrund treten losten. Es bestehe aber nicht erst seit der Kriegs- zeit. Vor dem Kriege konnte man Ivo Millionen Minderheiten zählen, um deren Stimm« sich aber niemand gekümmert hat, weil es keinen Völkerbund gab. Heute aber zähle man nur 20 Millionen und man kann nicht sagen, daß sich der Völkerbund mit ihnen nicht gewissenhaft beschäftige. Aus keinen Fall dürfe dieses heikle Problem zu Erschütterungen der Regierungen führen und die Arbeiten des Völkerbundes bedrohen. Es dürfe sich auch nicht zu einem neuen Faktor der Unsicherheit auswachsen, denn der Frieden müste alles beherrschen, und wenn sich einzelne berechtigte Forderungen ergeben sollten, so würde er dennoch Schweigen gebieten, sobald sie den Frieden zu erschüttern geeignet wären. Die Abrüstung, so schloß Briand, müste geregelt werden und was im gegenwärtigen Augenblick zu regeln ist, kann und muß geschehen. Heute haben die Völker die Rüstungskosten bereits nicht mehr zu fürchten, aber die Atmo» sphäre der Sicherheit und des Friedens darf, wenn auf diesem Wege weitere Fortschritte gemacht werden sollen, nicht durch irgendwelche unbedachten propagandistischen Aktionen gestört werden. »* * V. Sch. Genf, 10. September.(Eigenbericht.)'1 Der erste Eindruck, den die Rede Briands bei den auf- richtigen Kämpfern für die deutsch-französische Verständigung erzeugte, soll nicht beschönigt werden: Enttäuschung und sogar Niedergeschlagenheit. Dieser Eindruck beschränkte sich übrigens nicht auf die deutschen Freunde der Völlerversöh- nung. Bei den anderen, die die deutsch-französische Annähe- rung nicht wünschen, zeigte sich unverhohlene Schadenfreude. Der Vergleich mit den schönen, herzlichen Friedensworten, die Briand gerade vor zwei Jahren, am 10. September 1926, im Namen der gesamten Völkerbundsversammlung sprach, um Deutschland in Genf willkommen zu heißen, drängte sich auf. Aber auch bei ruhiger Lektüre des Stenogramms nach einigen Stunden bleibt das Urteil unverändert: diese Rede bedeutet einen Rückschlag in der auswärtigen Politik nicht nur Deutschlands und Frankreichs, sondern ganz Europas. Es mag fein, daß diese Wirkung von Briand gar nicht beabsichtigt war, obwohl es kaum denkbar ist, daß ein so geschickter Poli« tiker diese Folgen seiner Rede nicht vorausgeahnt haben sollte. Vielleicht ist er in seiner Improvisation— denn er sprach von der ersten bis zur letzten Silbe ganz frei— weiter gegangen, als er es sich ursprunglich vorgenommen hatte. Möglicher- weise hat er sich sogar manchmal im Ausdruck vergriffen-, allerdings zeigt gerade Briand auch als Improvisator sonst immer soviel Selbstbeherrschung, daß auch diese Erklärung unbefriedigend ist. Es gibt eben nur eine plausible Begründung für diese Rede: der französische Außenminister fühlte sich ge- troffen durch die Rede des deutschen Reichskanzlers. Be- sonders die Wendung von dem„doppelten Gesicht der internationalen Politik", die Hermann Müller gebraucht hatte, als er von den Empfindungen der breiten Massen des Volkes sprach, hatte ihn tief verletzt. Man erinnert sich, daß Briand schon einmal zu Beginn dieses Jahres den Ausdruck„Heuchelei", den Strefemann in einer Reichstagsrede in ähnlichem Zusammenhang gebraucht hatte, mit einem ähnlichen scharfen Gegenangriff im Senat be- D-3tig Prag-Budapest verunglückt 19 Toie, mehr als 50 Verlehie. Prag, 10. September. Der Schnellzug Prag— Wien— Budapest, der Brünn um 12,82 Uhr verließ, ist am Montag kurz vor 14 Uhr iu der südmährischen Station S a i tz zwischen Brünn und Lundenburg mit einem Güterzug zusammen- gestoßen. Beide Maschinen und drei Wagen des Schnellzuges wurden zertrümmert. Aus Brünn und Lundenburg wurden sofort Hilfszüge entsandt. Bisher wurden bei dem Eisenbahnunglück in Südmähren IS Todesopfer gezählt. Die Zahl der Berletzten ist noch nicht ,u Überblicken, es dürfte sich aber um mehr als 28 Schwer» und noch mehr Leichtverletzte handeln. » Das Tschechoflowakisch« Pressebureou meldet weiterhin aus B r ü n n: Di« Zahl der Opfer ist noch nicht genau festgestellt Zahlreich« Personen sind umgekommen. Die Identifizierung der Toten ist sehr schwierig, da sie teils stark verbrannt sind und bei vielen kein« Personaldokumente vorhanden sind. Viel« Schwerverletzte wurden ohne Feststellung der Identität so rasch als möglich in die Brünner Krankenhäuser und nach L u n d e n- bürg gebracht. Später wird ergänzend gemeldet: Die Ausmaße des Unglücks sind viel größer, als man annahm Neunzehn Personen wurden getötet. 25 schwer und 20 leichler verletzt. Einzelne schwerverletzte Personen mußten mit Beilen und Sägen aus ihrer schreck- lichen Lage befreit werden. Die Leichen wurden im Heizhaus der Station untergebracht. Nach dem Zusammenstoß herrschte in der Station«ine schreckliche Panik. Unter den Opfern befinden sich ein Lokomolivfübrer. zwei höhere Eisenbahn beamte der deutschen Reichsbahn, ein rcichsdcutscher Kauf- Mg»». Zur Cisenbahnkatastrophe bei Lundenburg meldet das tschecho- slowakische Prestebureau: Unter den Opfern befinden sich ein L o k o- motivführer, zwei höhere Eisenbahnbeamte der deutschen Reichsbahn, ew reichsdeutscher Kans- mann. Man nimmt an. daß unter den Trümmern des Zuges noch weitere lote liegen. Die Hindernisaufräumungs- arbeiten auf der Strecke werden bis morgen früh vollkommen durchgeführt sein, so daß der normal« Zugverkehr in den Morgenstunden wieder ausgenommen werden kann. Die reichsdeutschen Opfer. Prag. 10. September. von den Todesopsern der mährischen Zngkatastrophe sind bis jetzt fünf Personen ideulislzierl worden. Es sind dies: Albert karger, Eisenbahnsekretär ao» winsdors, Elisabeth Lange. Poskgehilsin aus hönigsdors. Hermana Urban aus Berlin. Anna HIbl. Lnckau b. Berlln. Joses Röhrich. Reichsbahusekretär aus Berlin. Unter den Verlehlen, die in da» Srankeahaus in Brünn übergeführt wurden, befinden sich außer Reisenden aus Mähre« und Oeslerreich auch folgende Reichsdeutsche: Franz w i l i i ch au» Breslau. Dr. Karlotte au» Kolberg, sowie Anton K ä h l e r t und Marie Köhler» aus Neustadt in Oberfchl. Der Lokomotivführer des Schnellzuges sowie der Heizer waren sofort tot: drei der übrigen loten waren au den Uniformen at» Eisenbahner\v erkennen. Der Heizer des anzcsahrenen Güterzuge» wurde in die Feuerung der Lokomotive hineingeschlente l: er erlitt furchtbare SctnchtognOcB, denen er erlag. i i nntMnrtet� Srionb hat den Vorwurf des„doppelten Ge> flchtes" auf sich Nzßstcn. Sicherlich mit Unrecht, denn wenn c$ jemand gibt, der in Deutschland trotz aller Enttäuschungen Vertrauen gesunden hsUe, sy war er es. Ganz allgemein hieß es in Deutschland:„Briand möchte gern, aber er harf nicht!" Und das Gefährliche an dieser heutigen Vede ist, daß er heute selbst dieses Vertrauen erschüttert Hot und daß sich seit heute sogor jepe, die einen Teil Ihrer Hoffnungen auf ihn gesetzt halten, nunmehr die Frage stellen mußten: Will er den» überhaupt? Als Briand im tsaufs des Nachmittags erfuhr, daß gerade in jenen deutschen Kreisen, von denen er weiß, haß sie bisher äm konsequentesten und am mutigsten die Politik des Friedens und der Verständigung betrieoen haben, diele Zweifel geäußert wurden, schien er sehr erstaunt. Am Abend ließ er die internationale Presse zu sich kommen und bat besonders die deutschen Pressevertreter, ihm zu erklären, was in seinen Worten solche Aufregung ver- ursacht haben könnte, Aus dem gegenseitigen Frage- und Antwortspiel konnte man zum mindesten einen Eindruck ge- Winnen, daß Briand nicht ganz wshi zumute war. Mochte er noch so harmlose Deutungen sür seine Rede geben, mochte cr noch so sehr betonen, daß nicht der geringste Anlaß zum Erstaunen oder gar zur Besorgnis vorlege, man merkte es ihm doch an. daß er den Wunsch hatte, beruhigend zu wirken. Man erkannte zugleich deutlicher, daß die unmittel- bare Ursache seiner Rede eben dieser Vorwurf des„doppelten Gesichts" war. Immer wiöder wandte er sich gegen ihn, allerdings nicht mit durchschlagenden Gründen. Das sonnte er auch gar nicht, weil die Hinge nun einmal so liegen, wie sie Müller gekennzeichnet hat? man redet van Frieden, von Verständigung, man tut so, als ob Deutschland seit Locarno und seit dem Eintritt in den Bälferbund gleich- berechtigt wäre, und dabei halten drei der wichtigsten Völker- bundsstaaten Teile des Gebietes eines anderen Völkerbunds- staates militärisch w.eiter besetzt. Briand fühlt sicher in seinem Innersten, w ie unlogisch diese Tatsache ist, wie bitter sie vom deutschen Volke empfunden werden muß, wie unhaltbar diese Situation auf die Dauer ist. Er weiß, daß die mmolische Stellung Frankreichs mit jedem Monat in dieser Beziehung unhaltbarer wird, mag mqn sie noch sq sehr mit mehr oder minder treffenden Argumenten zu recht- fertigen versuchen. Aber daß nvm einmal durch den Bruch der dipsamatischen Geüker Gepflogenheiten diese Lage offen oekeunzeichnet wurde, das perträgt fein Selbstgefühl nicht. Am allerwenigsten, wenn diese Worte aus dem Munde eines Mannes kamen, der im Namen des republikanischen Volkea Deutschkäntzs sprach. Henn er weiß, daß der Kanzler, in die- fem Fälle rstchl nur die Empfindungen des gesamten deutschen Volkes, insbesondere der Arbeitermassen, wiedergab, gus denen der Frieden Europas in der Hauptfachs beruht, sondern daß die gesamte sozialistischeJnternalional« mit ihren Millionen von Anhängern in allen Ländern mit dieser offenen Sprache und mit diesen Forderungen sympathisiert. In her Form, wie immer, glänzend, in der Sache schwach und zumeist geradezu inhaltsleer war diese Antwort Brianhs an Müller. Seübst wenn nwn die Rede Briands nur im Lichte feiner späteren WWe/unaen beufhtft, und selbst wenn man berück- sichtigt, daß er sich für eine bgldigeEinberusung der A b r si st U N g s k o n s e r e n z aiwgesprochen hat, so hinterläßt gergde dieser Teil seiner Rede ein Gefühl des Pessimismus: denn fy, wie er das Problem der Abrüstung gestellt hat, er- scheint seine Lösung bis Ms weiteres aussichtslos. Eis drM an d-m Problem der potentiellen Kriegsstärke zu schci- lern—- ganz abgesehen von den Aussührunyc-n über Sowjet- r u ß l a n d. die diese Nicht weniger e�täuschend wären seine Wendungen iiber die Minderheitenfrage, die den begeisterten Beiinll der Polen, Numänen und Italiener ernteten. Es olgte ein unzweideutiger Angriff auf den Anschluß. Keiu Wunder, daß Scialoia der erste war, der von seinem Platz attssprang. um Briqnd zu beglückwünschen. Um diesen Händedruck haben ihn die Freunde des Friedens und der Bölkerperisthnung in diesem Augenblick nicht beneidet. Er hatte dag Vertrauen zum Völkerbund gepredigt und damit das Vertrauen zur deutsch-frgnzäsischen Perständigungsidse, ohne die es niemals einen wahren Bölkerbund und einen wahren Frieden geben wird, erschüttert. Dieses Vertrauen muß n � �' tigende Worte genügen nicht. Nur wirkliche Taten können den Schaden wieder gut machen- Manche Leute versichern, diese Taten würden gerade jetzt kommen, jetzt erst habe sich Briand durch seine Rede jene Position in Frankreich gesichert, di, ihm bestimmte Handlungen ermöglichen. Warten mir gb! ftente soll dt« erste gsmeinsame Aussprache der Bsrtreter der Bsfatzungsmächte mit Hermann Müller stattfinden. Oer neue Z�ai. Genf, IN.«cptember. Hl« PSlrerbunbsversammlnny vollzog heute nach- mitlag in geheimer Abstimmung die Renwahlen zum Rat, An �teste EhlnaS, Kolumbiens und Hollands, deren Mandat am lebten Sonnabend erloschen ist, sind Svanicn mit 4« Stimmen, P e r s i e n mit 4a und Beneznelg mit!t?i als neue nichtstöndige Ratsmit- Nlirdcr mit breisithrigem Mandat gewählt worden. Von den iihrigxg ftnnbibgten, die Stimmen erhielten, konnte Norwegen Hit meisten, nämlich ll, ans sich vereinigen. Müller über die presse als Sicherheitskommiiee. Genf. Id. September. Der Iuternatioiiale Verband der beim Völkerbund akkredilier- ten Journalisten veranstaltete heut» das alljährlich übliche Früh- stück, an dem sämtliche Mitglieder des Rates, des Präsidium« der Vyltversominlung. die höher»,, Beamten des Välkerbuudelekrotariats, de« Arbeitsamtes und Vertreler der Presse in großer Zahl teil- iMhmen. Das Wart ceatiljeit der Präsident her Voltnersaminlimg Zahle, der Präsident des Rates Procöpe sdwie Rkichekanzler Hermann Müller, er hob hervor, er fei selbst früher Journalist gewesen und habe lange vor dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbnnd für die Idee des Völkerbund«« gekämpft. Gerade heute sei es zwei Jahre, daß Deutschland in den Bölkerbund ausgenommen wurde. DI» internationale Weltpresse möge mit allen Mitteln an dem Wiedcrauslm» Europa» mitarbeite». Di» Weliprcsso sei für ihn das geistige S i ch e r h 0 i t s k 0 m i t e e des Völkerbundes. Die Ansprache dcs Reichskanzlers wurde mit lougnnhgllendem Beifall ausgenommen. Noch dem Reichskanzler ergrisjen Lord Cushendun und Vriand das Wart, die beide die Zusammenarbeit zwischen Völkerbund und Presse und die Geltung der Weltpresse im Rahmen noch mehr komplizieren. zestellt werden. Besänf- Haß gegen die Dstepublik. Aber Parade vor dem Reichopräsidenien. der Grenzmark hgt in Hasse» gegen hie ajolp ein« neye Republik per- Der Stahlhelm M Kundgebung des anstaltet. Die Prinzen Wilhelm und Oskar von Preußen unter. strichen durch ihr» Gegenwart den monarchistischen glharakter her Kundgebung. Bei der Hauplkuichgebung am' Sonntag hielt der aanMmnd. sichrer v. Rohr- Demmin eine Rede, über die die deutschnationale Press» berichiet: Die nationale Welle aus dem psken werde komm«». Ks sei wieder an der Zeil, davon zu reden, daß einst die preußisch« Königskrone von dem Grunde der Weichsel hervor- geholt werden müsse zu neuem Gsanz. Aer Redner fuhr fort: Unser erstes Ziel ist, hei, deutsche» Wen zu halten, unser zweites Ziel, die marxistische Klassentrennung zu beseitigen. Eine»eue Reogiutig» ist im Werden. WkNN Wr treu zusammenhalten, werden wir, Bauer und Soldat, mit Goties Hilfe diese Revolution zum siegreichen Ende führen." Im Allschluß daran wurde die znerst in Fürstenwald« vor. getrogene Stahlhelmbokschaft verlesen, di« den Haß gegen die Republik, ihre Verfassung und ihre Vertreter predigt. Der Eha- ratter des Stahlhelms als einer monarchistischen, staats- feindlichen Organisgtio» kann nicht schärfer zum Aus- druck gebracht werden. Nach dieser Haßkundgebung von Stolp wird die nächste Kund- gehung des Ssahtheims eine Parade vor dem Präsidenten der R«- publik sein. In dem amtlichen Best h> für die Pafade bei den Herbst- übuygen des Gruppeykommandos I in der Röhe von Görlitz heißt es: 4. Box Beginn ugd nqch Beendigung des Parademarsches wich der Herr Reichspräsident die Frpnt her Krieger- usw. Verein«, die beiderseits der Chaussee Hennersdorf— Sohr-Neundorf eine zweigliedrige Aufftcllung ein- nehmen, im KrgistPOgen abfahren.(Skizze„c— Plätze find auf Antrag zugewiesen morden: g) dem Krsisfriegerperbqnd Oherlausitz, b) dem Preußischen Landesnerej« vom Roten Krcuz, Bezirk 7 NiederschUsien, c) dem Stahlhcim. Bund der Frantsaldalen. Srcntgan vher- hmsitz." Werden die auf den Haß gegen di« RepichNk«inseschworeoen Slghlhelmlept«, die die preußische Königskrsne vsm Grund« der Weichsel herporholen sollen zu neuein Glanz«, in Hindenburg den Pestveter her Republik begrüßen? Di« Stellung der Reichswehr zum Stahtheln, bedgrf dringend der Revision! Programm für Hilgenberg. Die politischen Richtlinien dg- Atlsievtschen. Der Alldeutsch« Verbandstaq in Plauen hat ym Schlüsse der Tagyng. die mit«mf Müg>c j>f4 IMzrats Eloß an Hindonburg begann, ein« Entschlstßinrg angenommen, m der �igesichts des Verhaltens der Feinde fordert der Alldeutsche Verband von der Reichsregierung, daß endlich mit der bisherigen Politik gebrochen und der Welt gezpigl wmd, daß dos Dexisiche Reich nicht willens ist. sich Wester pesgeMdZisen iß tgsien. Auibcsoisture hält der Alldeutsche Verband es für gahoten: daß das deutsche Anerkenntnis der Sch uldam Weltkriege in aller Form widerrufen wird, hqß has Deutsche Reich den Austrittspus dem Volker- h U n d vollzieht, � daß die Leistungen aus dem Dawes-Pl�pn eiUDesteilt werden, und„„..„ daß Deutschland aus Grund der unerfüllt gebliebe>b,'N Abrustungs- verpfljchtung der Feindbunh-Mächte sein Recht auf hjdN Wieder- oufhgu seiner Wehrmacht entsprechend seinech Bedürfnis zur Geltung bringt. Der Alldeutsche Verband ist überzeugt, daß eine solche Politik das Ansehen des Deutschen Reichs aufeinen Schlag wiede�her- st e l l c n und die gefährdete deutsche Wirtschaft vor dem Schlimmsten bewahren wird." Das ist also die Zauberformel, die man nur auszusprechen braucht, um den Krieg, seinen Ausgang und den Vertrag von Versailles unKsschshsn zu machen. Es ist aber guch die Pdlitjf, die Herr Hilgenberg ver-, tritt und die er auf der Parteivertratertagung dep Dcutschimtio- nalen im Oktober durchzusetzen gedenkt. der Bölkerbundsversqmmlung hervorhoben. Es siyl allgemein gus, daß Briand im Gegensatz zu seinex großen Frledensxfdc vom vofjgei, Johr mit keinem Worj ous politische Fragen■ einging, sondern ausschließlich ig allgemeinen Ausführungen Übex has Wesen der Presse sich erging. Oie �laumungsbesprechungen. Gens. tv. Septeinber. Reichskanzstx Müller hatte am Montag Besprechungen mit dem itasisnischen RgtkMkglled Sciatoja pnd dem belgischen Auhenmini- ster Hl, maus. Damit stich die oorgejehenc» Elnzflb-iprechungen ob. geschlossen. Die gemeinsomen Besprechungen zwischen den Haupt- delegierten Deutschlands, Frankreichs, Englands, Jstnftens und Belgiens werden in den nächsten Togen beginnen. Äätterbund gegen Mohol. Im September vorigen Jahres haben sechs Regierungen unter der Führung Finnlands beim Vötkerbunt» den Antrag gesteht, eiqe Akkohalkoi» Mission innerhalb des Völkerbund«» zu schasigp. Diss« Konmiijsion hätte die Aufgabe, bestimmte internationale Al- koholfragen zu prüfen. Gedacht ist insbesonbere a» die Alkohol- Verseuchung der Kolouialuölker,«ins Frage, mit der sich die Mandatskommissiav des Bölterbundes bereits eingeheich heschjis- tigt hat. ferner dsa Bekämpfung des A l k o h o l s ch in u g g e l s. Dieser Antrag hat, wie in andere,, Ländern, so auch in Dajtschsgnd weitest« Beachtung gpsuichen. Dem deutschen Außemnimster sind etwa 23« Eingaben van privaten Verkäich«,, und ösientlschen Kör- perschasteu zugegangen, die den Winistpr um Unterstützung d«» Äg, trag» an den Pälkerbuich bitten. Unter diesen OrgONichtignen he, sinden sich u. a. der Hauptausschuß fsiv Arheiterwahlfßihrt, der Reichsausschuß deutscher Iug-'chverbäNide, der Deutsche Städte- tag und der Magistrat der Stadt Berlin. Diktatur gegen Agrarreform. Für den litauischen Großgrundbefiß. Auch in Litauen ist«i« in den baltsfchen Staqjen durch ei« Agraxrefornigesetz dsr Großgrundbesitz zur Aufteilung unter die landlosen BguesN herangezogen worden. Das litauische Gesetz ist aber weit weniger rigoros als die in den Nachbarstaaten geltenden Bestimwungen. Jeder Gutsbesitzer behielt nach diesem Gesetz W Hektar von seinem Landgut Md für die Übrigen chm gbge- nonvneneu Ländercle» wurde eine Entschädigung gezahlt, die qsler- dingz durch die damals einsetzend« Inslotian wertlos pourhe. Schon seit längerer Zeit Wällen nun die Gerüchte nicht vekslunime», daß die Regierung Wolde, noras dos Agrotkesorwgesktz od- ändern bzw. ganz ungültig machen wlst. Diese Gerüchte fanden in den Oppgsitionsblättern einen starken Widerhall. Dagegen wendet sich jetzt der ojjizielle..Lietupos Aidas": uon einer Rückgünglgmachung der Agrorrcsoni, sei nicht die Redk- Die Durchführung peZ Gesetzes habe ober dessen stark« Mängel gezeigt, insvesändere müsse pic Zersplittcning des Ärundbesitzes als UNäwcchNntzlg bezelchi«kt werden. Zurzeit gibt es in Litauen noch 24NY größere Landgvter, die noch nicht parzelliert sind. Der Beibehaltung dieser auch gegen die Bestimmung des Agrargesetz»», baß den»Nteioneten Besitzern nur W> Hetwv belassen»erden. Die« sei zu«entg, und die Restnorm müsse herausgesetzt werde». Sanz desander» ei». schneidend würde ober folgende Umänderung de» Agrargefeße» wirken, für die das offiziöse Blatt eintritt: Es soll auch denjenigen Gutsbesitzern, deren Ländereien bereits enteignet wurden, nachträK- sich gestattet werden, ihr Land in der Weise auszuteilen, daß jede» ihrer Kinder 8l) Hektar erhält. Endlich plädiert das Blatt dafür, daß die nach der Einführung der Agrarreform ge° tätjgsefi GrundstücksÜkertragungcu. hie zum Zweck der Umgehung der Parzellierung unternommen wurden, was unter den früheren Regierungen zu ihrer RichtigkeitserNäruiig führte, jetzt nochgeprüft werden, um sie„nach billigem Ermessen für gültig zu erklärest". Gleichzeitig sollen die den Neusiedlern gewährten Kredite in eine itv §0 Iahren z» tilgende Schuld umgewandest werden mit 4 Pros. jährlich. Diesen Auslassungen des Regierungsblattes ist zu ent- nehmen, dqß die Regierung den Gutsbesitzern gewissermaßen eine Hintertür ZUk. Rückerwerbung ihrer Ländereien itsfnen will. Gteich- zestig solle»"ab«r die Siedler durch Entgegenkommen in de« Rrrtstl-' frqge zufpicdci, gestellt werden.___ Sin Hau« des Boll««. Sine Gründupg der AugsburKer Slrbeiterfchqst. Augsburg, 10. Sepjxmber. lßigenberichtA Am Smnwbend u>Q Sonntoz wurde hier das �Rote Haus", das Volkshaus k)#r AugsbUkger Arbeiterschaft, eingeDOiht. Seit L«hrzeh>Uen war di« Augsburger Arbeiterschaft bemüht,»in eigenes Heu» zu bekommen. Alle Bemühungen fcheiter- ten imnzpr lpiedex an d»u Verhältnissen, bis es den Treuhändern der Augßbzirger Gewerkschaften im ÄNgust r'.riMn Jqhre» getan z. das Aktienpaket dor Augsbürger Walzengußwcrke zu erwerben. Aus diesem Anwesen der Augssturgcr Walzengußwerke wurde durch sini- bau und Neubau ein prächtiges Haus geschäfsen, dop alle Arbeit«b„r«»us der Aagabusger ÄrbeLerbeipegung, eine allgemeiiw GgstsWt, mit Nebenräumtichteiten, Sitzimgszimmer pstd«neu großen Saal, d« etwa WÜ Personen saßt, enthält. ..Lietuvos Aldos" befürwortet die Güter. Sodann«endet sich das Matt Tolstoi-Ehrung. Volksbühne: Oer l«b«nde Leichnam. Die Anszenstniug des„Setzenden SelchntzinK" kst der Volksbühne ist das stärkste und tsissie Theäsererl-'bMt' feil Jähren Selten hat dos Volksbühnen Publikum andächtiger gckä, Ischl nlc- dem Fcdla des Heinrich George und der Lisa der Agnes Straub, die K a r l- H e t n z Martin in ein Ensemble von wunderbarer Melodie gestellt hotte. Dgr. Kryppdirektor Sorge gestorben. Der Ehrenvorsitzende de» Reichsverbqnde« der Deutschen In- dustrie, Dr.«urt Sarge, ist om Montag im Alter von?Z Sohren nach piner Operation gestorben. Dr. Sorge ist der»eiteren Oesienttichseit p»d insbesondere der Arbeiterschäsi kein Uubekonstter gewesen, Schon als Direktor bei Krupp und später als Borfigender des größten denk- (che« Nnternehmepverdandee, des Reichsverdandes der Deutschen Sn- dustrie, gehörte Dk. Sovg« zu den rücksichtslosesten Be» k ä n, p f e r n des Achtstundentages. Industrielle Kreise rühmten Dr. Sorg« schon zu seinen Lebzeiten Iiach, daß er an der Intensivierung und Produktioitätefteigenrng der deutschen Wirtschaft da» größte Verdienst gehabt habe. Es ist richtig. daß Sarge an dem Wiederaus bau der deutschen Industrie nqch der Ruhrbesetzung und der Jnslation an führender Stelle teilgenommen hat,«der er gehörte zu den Jndustriesührcr». dte diese» Aufstieg einzig und allein von der Arbeiterschaft bezahlen liehen. Besonders in der eisten. Zeit»ach der Richrbejetzung und der Stabilisierung«qr Dr. Sarge auch den dringendsten sozitzl, palitischen Forderungen unzugänglich. Krankenkassentag in Wien. Vi««, sll. Sepiember, lSigMbdricht.s � Am Montag begann in Wien die Generaloerjaimzilung der Internationalen Zentralstellen der Vorband» dar Krankenkassen uiitcr dem Vorsitz d»h ehemalig»» Sozial, mimflors dar Tichechchlowalei Dr.. Lea Wmter-Prag. Er begrüß!« Uvter� den Erschlenrnen vor allem den Bundespräsidenten Dr. Hainisch, den Wiener Büraekmeisier Seih, die Vertreter der deutschen und französischen Gesandtschalt, den Direktor des Inter- nqtionalen Arbektsamte? Akbert Thomas und den Rinisierial- dtrettvr Dr. G ri e s e r, Berlin. Winter führte u. a. aus. daß der Gedanke der Gründung der Internationalen Zentralsielle in der Zeit der sozialen Reoltirm entstanden sei. Di« dieejährigrn Äong>-a' beratunaen hätten vor ollem den Zweck, aus alloememe Einführung der obligatorischen Krankenversicherung und ihre Ausdehnung auf die laich tmrtschastl'chrn Arbeiter hinzuwirken. Parteiausschuß. Stellungnahme zum kommunistischen Vottsbegehre«. Heute tritt der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen 'artei in Berlin zusammen. Er wird zu dem von den Kom- ninisten eingeleiteten Baltsbegehren über den Vau von '«nzersüiiffen Stellung nehmen. Es herrscht in allen Prganisqtipnen der Partei Ein; chtigkeit darüber, daß die Kommunisten Mit diesem Volks- egehren lediglich das ,mel persalgen. eine maßlose Hetze egen die Sozialdemadratie zu entfesseln. Orgqnisationsbeschlüsse. ?er Bezirks.» er band Hessen, Nassau da« SPD. islt am Sk>nn;»e>eins Nezir-ksksnjerenz in Frqnkjurt p. Main ob. ach einem �kserat des Reichstagsabgeordneten B r» h w i tz über - Potiij� rer Partei wurde gegen z.wsi Stimmen folgende Ent- Hliehun� angenommen: ..A.:« Konferenz stellt sich Utls d4» Podsn der Entschließung des 'gr�ousschusfes und der Reichstagsjrqktion. Sie bejaht auä, aus» aue die reraiitmortlich« Mitarbeit der Sqzioldemokratie ig her Re, erung. Der 20. Maj hat den Kurs der deutschen Politik in die and der Sozialdemckratic gelegt. Die Konserenz erwartet ins- ejsudere von der Rsgierung eine gründlich» Squberung er Verwaltung von republikfeindliche» Ele? a e n t e n, ferner puf steuerpolitischem Gebiet weiter» Erleichtemn, er\ süe dch werktätigen Mqfsen. �u begsüßen ist da» großzügige »zln.lpotitische Pspgrgmm des fozialdemokrqtischen Reichsarbeits- ninisters, da» pher nur im harten RingM Mit den bürgerlichen .'grleien durchgesetzt werden kann. Das von den Kommunisten eingeleitet« Volksbegehren rweist sich ich-jn heute als»in genss Mittel i m A q in p s gegen ie Sozialdemokratie. 8m Kampf für eine stgrse Sozjal- cmodrchi�'ist die alleinige Gewähr für«ine ersalgrciche Pplitii im 'Nteress� der Arbeiterklasse gegeben. Ztft bevorstehende Werbeaktion und die Kommunalmahlen er- erlern die Anspannung aller Kräfte, wosür die Partei- lSVMsfknschgst zur höchsten ülktipjtöt gusgestzjrn wird." * Ein« Mitgliederversammlung der Sozialdemokratischen Partei n B o ch» n> nahn, nach einem Vortrag des Neichstagsobgcordnctcn )ranz Künstler, Berlin salgend« Entschließung qp: ..Die Sozialdemokratisch« Partei Groß-Pychums crmartet, daß �r Parieiausschuh in seiner Sitzung am 1l. September sich gegen 'ic Bewilligung der zmeiteg Rate durch die Partei, 'ZNössijchsn Minister ausspricht. Rur eine klar« und völlig unzwei- gütige Haltung deu Parteigusschusies garantiert eiye erfglgreiche Lur�hführun« der sitr den Herbst angesetzten Werberuoche, Jede'Regiermig. st, der Sozjaldempkraten sitzen und dir Panzerkreuzer bauen läßt, ist für da» Pnsehc,,, dj» Würhr und die Zukunft unserer Partei untragbar. Den krampshosten Bemühungen der bolschewistischen 'lu bei presse und alsrn sonstigen politischen Maulwürfen g«g«n, ■ber spricht hie Trrsgmmlung der Leitung de» �rtsvereins Groß- Lpchiyi, hos volle Vertrauen aus und billizt die bisher getrossenen organisatorischen»nd agitatorischen Maßnahmen. Hetzt erst recht reifst die Parole: Proletarier einigt Euch! Hinein in die S P P!" (Sowjei-Gchulen. Sehaimzir?�.- V!e tifla geistreiches tepte.- ©oa Schulstandesamt. tst, den lomfeirufsischen Mittelschulen haben sich Verschwörer, nater«b-ldet— allerlei g«h«i,na Zirkel und Perbgnde—, so »»richtet hi«.Lugend, Prowda". E» herrscht In ihnen ein« -usgelproch»«« ö n t i f o mj« Ii st i{ ch« Stimmung, und di« lemmuniftischen LugeNdzellei, werden ihrer in leiixr Weise Herr »'«öden. La mehr noch, nicht selten sind e» jung« Kommunisten, di» ljier di? erste Geig« spielen. Sg ist Z- V. in«iner Schul««in»„Gruppe der schul- Intelligenz" entstanden. Den Leiter spielt hier der Jung- k?.mmunist Tcrgcjow. Per Gruppe gehört die Sympathie d«s größten Teils der Schüler. Sie besitzt auch ihre eigene Plottsorm und hat bestimmt« Forderungen ausgestellt, die von niemand ander, als Sergej»« ausgearbeitet wurden. Sie kritisiert die Methoden der Selbstverwaltunz der Schüler, fordert die Einstellung der politischen Arbeit in der Schute und verlangt, daß man sich vpn den sormalistjsch-bureai, kralischen Welhoden lossage, di« den geistige,, und seelischen Bedürfnissen d«k Schüler in keiner Weis« ge- recht merdem®!« münscht, dqß in her Schul« in erster Linie eine kulturall» Bildungsarheit geleistet werde, die den ethischen und physischen Eigenschaften der Schuljugend entspräche. 8« eine« gnderei, Schule ist«ine Vereinigung entstanden, die sich die.Liga geistreich«! Leute" nennt. Rych außen hin stiislen die Mitglieder dieser Vereinigung, sagt di«.Lugend-Pramda'. die Hqrmlosen. yu Wirklichkeit üben sie ad«r gn der Schul« gin« bissige Kritik. Dqny gibt»s wieder Gruppierungen von Schsiforn, die zu den verschiedenen Eckten und zur Kirche feste Beziehungen ange- knüpft haben. Sie verstehen es. die Schükc,! sür sich zu gewinnen. Die antikirchlich« Agitatlsn vertiert in diesen Schulen immer m»hr an Boden. Di« Schüler«rdreisten sich sagar. gsschlossen auszutreten. S» sind z. B. Ist verschiedenen Schulen die pbeeen Klassen gm ersten Wejhnachtsseisrtag» dem Schulunterricht serngebliabeu. Es Md aber nicht allein die Schüler, d-ic guogcsprochen antislupjesistische Pendenzen zeigen; das gleiche gilt auch van den Lehrern. 3n Leningrad, schreibt die„«ommuntstische Lugend- Prowda", gibt«s Schulen, in denen keilt Lehrer her küMMUNlslischen Partei angehört. Ii, her IQL. Schule z.». sind unter den Lehrern, die Bürgerknnde uMerrichteN,„Uk Zwei Kommunisten. Ln dex»Z. und öf.' Schule kein»ipzizer. Besonders jchtiinin soll e» in der ehe- maligei, d-ulschin Peterschnte aussehen-- sie ist unterdessen aus- gelöst worden Dl«.Leningrader Prawda" klagt darülrcr, daß es dg bereits ldm�t gekommen fei. daß Schüler, die da, Bild Lenins von der Wand gerissen haben, unbestraft geblieben sind. Es sollen auch Fäll« vorgekommen sein, daß bis 30 Schüler demonstrativ die Lchrstunde des Lehrer»., der Kommunist ist, verlassen haben. Die Schiilcr haben sich auch geweigert, sich hcn Rplcn PiouUm' Ulid d?r Kommunistischen Jugend ai�us«hli«ß».>1. Andererseits klagt die..Leningrader Prawda" wie guch bio „Kommunistische JUgend-Prawda" über d«n iy den Schuten Herr- Ichenden»lnkisemitiemu?. Schließlich gibt e» da auch noch verschj«d«nk Schülerorganisationen, deren Zweck mit den eigentlichen SchulNnäclrtstNhesteN nichts zu tun hat. To btstdht z..B. in einer Schule cinsogcnanntcs Schul st andcsomt. das scdkNi r- beliebigen öchülesparchen sür lKopel«5)eiratS- b e f ch e j n i g u n g e N a U s st e l l t. In einer anderen Schule gibt es«ine Vereinigung, die rchielmäßigs alkoholische Veranstaltungen mit verschiedenen Evessen erotischer Ratur oreangiert. Rette Zglftiindet � �__ die Zamboms. ,und was für ein fluchwürdiges Verbrechen Segingen diese Aermsten?"»Hie waren wegen Verwandtschast mit dem unschuldig erschlagenen Zamboni angeklagt—.4' potemkin in Bayern. Achtung, die Kommifslou kommt � oder das gute Gewissen def Keichshahu, Die. II n t c? f ,, ch u n g s t o Nl m i s s i o p d x s Reichs- oerkehrsministerjuws Wirh jy dieser Woche— etwas, spater als ppxgssehei,— die Reichsbohi, anlagen in München besichtige«». Der Einheitsverbond der Eisen- bghner teilt Pie Weisungen mit. die fux diesen Besuch vom Vorsland der Vessjebsw�rtstättei, pnd vom Stationsvorstand des Hauptbahnhoses München aysgegeben ivprden siitd. Es sind zivei bezeichnende Dokumente: „Margen, Donnerstag,.dem September 1928, teisst«ine Kommissis» vou OeHiNiM;' welche morgen««b an d«st folgenden Tagen die Bähyhvisonlagen i-esichügcn wird. Die ÄuskNihalte- und Arbeitsräume müssen sai«b,r g-halt«v werde». Es dürsen keine Werkzeuge, Aeriste, Kleiber pber Unrat herumliegen. Es wird sich auch«mpsehlep, hgß hi« Kleidung de» Bediensteten d»» stpzlländey ent- sprechend sauber i st. Di« Dienstkleider si>rd bereits heut» quszutauschen. Wagenteil«, wie Breinzklötz«, Schergitter, Pijsser usm- samic Fahncn. Oelkannen, Schilder usw. dürsey nicht herumliegen. Insbesondere sind guch die Gleise im ganzen Bahnhossbercich van solchen Peilen sauber zu hglten. Die Reinigungsobfqll« sind in dem vorgesehenen Behälter zu verwahren. Der Außen- bahnhof ist besonders von Rcinigungsabsällen z>t säubern. Di« Sil- kamwern m Ü ss e tz' p e sn l i ch sein und die Treppen hierzu g e s a>1 d e t werden. Desgleichen ist der ylt« Perssnentunnel aufzu- räumen- Die Hondmagazin« sind ordentlich instandzusetzon. Aoi, den Aulsichlbbeamten. Wpgenmeisteri«, Obseuten und jedem einzeln«,« Bsdiensteten wird erwartet, daß es hierzu kein»«« AnlaßzueinerBeanstgndun ggiht. Bwm. München, Hbf. Sründs.4 „Bahnhof München-Hbf. MüNihen, den 4. September IM. Am Donnerstag, dem 6. September, trifft die Pesichtigungs- Schweizer Agrarpwgramm. sozialistischer Parteitag in Zürich. Zürich, 10. September.(Eigenbericht.) Die Sozialdemokratie her Schweiz hielt am S°nnmt Polen«in. Für heute noch- komniission ein und wird an diesem oder einen« der folgenden Pag4 die Bohnhofssinrichtungen prüfen. Die D i e n st r ä u m e der Fahrdienstleiter, Telegrophenbeomte», die Befehlsstellen und Stellwerke müssen sauber ausgeräumt und in bester Ordnung sein. Di« Dienstporschrssten müssen handlich h« x e i t l j« g c ii. Die S s g n a l in> t l e l(Horn, rot« Fahne, S>ßngllat«rpe) iniisse» auf den Bssehlsstellen, Stellmcrkcn und bei den Weich«»- Wärtern vprschrist»», ästig vorhanden und greifbar sein, Lqs-rne.n geputzt; Fahnen i«, reinlichem Zustqnd,»vent. aus!. tausche««! Knallkapseln greistwr hasten. Die W«> ch» st«pä rt« rb e zi r k« mijlicn sauber aus' gesäumt sein, keine Papiere, Speisereste, Altmaterialien dütse» zwischen den Gleisen herumliegen, Bremsschuhe ordentlich hinter« legen! Weichenwärter in ardimngsgemäßer Dienstkleidung, Signal- Horn an der Schnur umgehängt. Ich erwarte, daß zu keinerlei Beanstandungen Anlaß gegeben ist. Rubcnbquer.* „Wir bemerken, so schreibt der Einheitsoerband, daß seit acht Tagen überall Aufräuinungsarhei- t e n vorgenommen werden. Sämtliche Wei6)ensteller-Unt«r- standsbude,, sind nett hergerichtet morden, murpen get, tüncht, teilweise wurden sogar die Fußböden neu gelegt. Ferner wurde angeordnet, dgß samt- I i ch« Schwellen schrauben nachgezogen, die Weichen geschmiert und u ,, t er Verschluß g e- legt werden. Herr Amtmann Rubcnbauer hat sich von der Ausführung der Anordnungen„höchst persönlich" überzeugt.'' Die Schlamperei wird ausgeräumt, damit die Kommission alles in Ordnung findet. WU muß e« bisher ausgesehen haben! Aber wird eg bei der Ordnung bleiben, wenn die Kommission wieher weg ist, oder sind es nur Potemkinsche Dörfer, die der Untersuchungskommission gezeigt werden? mittag ist ine«fstf Vollsitzung der deutschen und der votpischen Del«- gation angesetzt. Die polnische Delegation leitet wiederum der che- malige Minister Twardowski. Morgen sollen fünf Kowinissio- nen ihr« Tätigkeit beginnen. Er sind dies di« Kommissionen sür Aechtsfrag«,,, für Zollverfahren, sür Zolltarjsfrggen, für di« Kohlen- Virtschöft und sür VeterinSrfragcn. Zu den Todesurteilen in Lettland. Einer von den vier Verurteilten wird hingerichtet. Vor etwa sechs Wochen wurden in dem Monstrespionageprozeß in Reschitza vier Angeklagte vom Kriegagencht z»m T»d« nerueteilt, Das Oberste Kriegsgericht hat di« Urteile bestätist. Der Präsident der Lettischen Republik hat mit drei von den Verurteilten begimdigt, der m«rt« wird hingerichtet werden. Dqmit wird das Problem der T o d e s st r g f« In L«ttlq:»d wieder aktuell. Ein Teil der Presse, darunter auch die sozialdem»' tkgtische, hat sich für die restlos« Begnsdigung ausgesprochen. Dg? lettische Strafgesetzbuch, das nichts anderes als das mssisch« Strafgesetzbuch vom Jahre 1903 darstellt, kennt di« Todes- strafe nicht. Unter gewissen Umständen köbncn ober gewisse Kgte- gftrien von Stroitaten de» K r icgsgerichten übergeben weroe». nnd diese urteilen da»», oiis Grund der Milljärstrafgesetzgebiing, di« d>« Todesstrafe kennt. Das demokratische Leitland folgt in her Vollstreckung des Todes- Urteils gegen den sowjetrussischen Spion dem schlechten Beispiel seines großen Nachbarn. Es soll ein Er-nnpel statuiert werde«. Gleich- zeitig kommt aus Leningrad die Meldung, daß daselbst in allel- nächster Zeil ein Manstreprozoß gegen lettische Spione statt- sinden soll— natürlich mit tödlichem Ausgang. Od den Eingeborenen In den sranzösischen Kolonien da? Wahlrecht«erliehen werden soll oder nicht, soll eine vom Poriser Innen-- mlmsterrnm eingesetzt« Kommission begutachten. Kampfmaßnahmen der Vraunkohlenhmen Ausbeutung weiblicher Arbeiiskräste in Grubenbetrieben. d«r Gewerbeordnung ist die B e s chä f t> g u n g w e i b> l i cl> e r Arbeitskräfte in de» Grubenbetrieben auch über Tage, van Ausnahmegenehmigungcn abgesehen, verbaten. Dieses Ver- bat ist den Unternehmern im Braunkohlenbergbau schon lange unbequem. Sic benutzen jede Gelegenheit, um den BeHorden klarzu- inachen, dah gegen die Beschästigimg von Frauen am Bergbau dach eigentlich gar keine gesundheitlichen oder andere Bedenke» bestünden. Pis heute haben die Unternehmer jedoch mit ihren Bemühungen keinen Erfolg gehabt. Der Arbcitgebcrverband für den Braunkohlenbergbau hat sich daher vor kurzer Zeil erneut mit einem Schreiben an den Reichsarbeilsminlsler gewandt, in dem er darum nachsucht, eine Heranziehung von weib- liehen Arbeitskräften zum Stapeln von Bri ketts und Naß- preß steinen in Eisendahnwagen und auf Stapelplätzcn ohne besondere Ansnahincgenehmigung ermöglicht. In der Eingabe der Unternehmer heißt es dann weiter: „Nicht begründet aber und auch den gegebenen Verhältnissen nicht entsprechend ist die Ausdehnung jenes Berbots auf di« Be- ichäftigung von Arbeiterinnen bei dem Transport und der Ver» ladung im Braunkohlenbergbau. Die von den Arbeiterinnen hier geforderte Betätigung ist keineswegs körperlich über- mäßig anstrengend und auch für weibliche Arbeitskräfte nicht gesundheitsschädigend. Aus Gründen des Gc- fundheitsschutzes der Arbeiterinnen könnte also jenes Verbot un- bedenklich aufgehoben werden." Die armen Grubenbesitzer klagen dann weiter, daß sie für diese Arbeiten nur selten männlich« Arbeitskräste bekommen, weil dies« nicht gern solche vorübergehende Arbeiten annehmen, daß infolge der schlechten Wohnungsverhältnisse auch die Unterbrin- gung männlicher Arbeitskräfte sehr schwierig ist, während die weib- lichen Arbeitskräfte an Ort und Stelle ihren Wohnsitz haben, diese auch viel geschickter als Männer seien und schließlich„ohne Schwierigkeiten entlassen werden können, wenn die Stapelperiode aufgehört hat." Das„soziale Verständnis" der Unter- iiehmer wird nbch dadurch besonders zum Ausdruck gebracht, indem betont wird, daß nur solch« Arbeiterinnen eingestellt werden sollen, die Unterhaltspflichten haben. Räch diesem Schreiben kann es für die Kriegerwitwen und ver- forgungspflichtigen Frauen anscheinend nichts besseres geben, als in deu Dienst der Braunkohlevindustriellen zu trete». Die Herren ver- folgen jedoch ganz andere Ziele mit ihren Absichten. Sie wissen ganz genau, daß wegen der überlangen Arbeitszeit, der schlechten Behand- lung und der miserablen Bezahlung sich männliche Arbeitskräfte nur sehr schwer finden und wollen daher die weiblichen Arbeilskräsle nur als billige Ausbeutungsobjekte benutzen. Die Reuten der K r i e g e r w i t w e n sollen einen Ausgleich für schlechte Löhn« bilden. In dem Augenblick, wo im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau erträgliche Arbeitsverhältnisse geschaffen sind, finden sich genug männliche Arbeiter, um Briketts zu stapeln und zu verladen. Davon kann sich der Reichsarbeitsminister selbst überzeugen. Er wird dann auch feststellen können, daß die Angaben der Unternehmer von der Wirklichkeit weit entfernt sind, wie es in vielen Fällen bisher der Fall war. Wir holten es für gdnz' selbstverständlich, daß der R e i ch s a r b e i t» m i n i st e r das 5'»sinnen des Arbeitgeberverbondes auf das entschiedenste z u- r ü ck w e i st. Kampf gegen die Arbeiterkonsumvereine. Außer den Wünschen auf Einstellung weiblicher Arbeitskräfte haben die vorsorglichen Unternehmer des Braunkohlenbergbaues auch noch andere Absichten, die den Stempel d«s Zieles noch etwas deutlicher an der Stirn tragen. In dem Jahresbericht des Braunkohlen-Jndustrie-Vereins wird in einer Aussprache über die Erfolgsgründe der Arbeiter beim vorjährigen Lohnstreik folgeiid« bemerkenswerte Feststellung gemacht: „Der Braunkohlen-Industrie-Verein bemerkt dort, daß die Streikenden einen ganz unverkennbar starken Rückhalt an den Konsumvereinen gehabt haben. Der erfolgreiche Ausgang eines Streiks hängt wesentlich von den Hilfsmaßnahmen der Arbeiter- konsumverein« ab." Diese Erfahrung wollen sich die Unternehmer für weitere Kämpfe zunutze machen. Sie haben die Absicht, die bestehenden Werkskansumvereine stark auszubauen, neue zu schaffen und diese Anstalten zu zentralisieren.„Brot und Werks- musik" sollen zur Erheiterung der arbeitswilligen Gelben wesent- lich beitragen. Mit ihrer bisherigen Gelbenaufzucht hoben die Unternehmer bei dem letzten Streik elend Schiffbruch erlitten. Sie wollen nur aus anderem Wege Arbeitswillige züchten und hoiseit, das gesteckte Ziel mit der vclicferung der Arbeilcr durch ltzertskonsumvercine unmittelbar zu erreichen. Die Führung des Kanipfe» gegen die Arbeiterkonsumverein« hat der Deutsche Braunkohlen-Jndustrieverein in die Hand genom- men, der vor kurzer Zeit an seine Bezirksvereine das folgende Rundschreiben versandte: „Rundschreiben Rr. ZtZ p. Unser Ausschuß für Presse und Satistik hat sich in seiner Sitzung vom 1». März 1928 unter Punkt 1 der Tagesordnung erneut eingehend mit der Frage der Werkskonsum- a n st a l t e n beschäftigt. Es wurde in der Aussprache zu diesem Punkt allgemein als notwendig erkannt, weitere Werkskonsum- anstallen ins Leben ju rufen und die bestehenden nach Möglichkeit in einer Organisation zusammenzufassen. Ein Vertreter der Nieder- lausitz brachte zum Ausdruck, daß die Werkskonsumanstalten des Niederlausitzer Bezirks der Zusammenschlußfrage gegen- über zunächst eine abwartende Haltung einnehmen wollten. Da- gegen standen die Reviere.halle, Borna, Meuselwitz, Bitterfeld, Anholt und Magdeburg der Zusammenschlußfrage freundlich gegen- über. Die Geschäftsführung wurde in der genannten Sitzung beauf- tragt, nach den Wahlen mit den genannten Revieren erneut Fühlung zu nehmen, um die Frage des Zusammenschlusses der Werkskonsum- anstalten zu einer endgültigen Klärung zu bringen. Als Material für diese Sitzung überreichen wir Ihnen In der Anlage eine Abschrift des Gesellschastsvertrages der Kölner Industrie-Konsum-G. ni. b. H. und eine Abschrift des Protokoll«? über die Zusammenkunft wegen Gründung der Kölner Industrie-Konsum-G. m. b. H. Mit hochachtungsvollem Glückauf! Deutscher Vraunkohlen-llndustrieverein C. V. Die Geschäftsführung: gez.: de la Sauce. gez.: Dr. Pothmann." Die Arbeiter werden auf diesen durchsichtigen Schwindel nicht hereinfallen. Sie wissen nur zu gut— und das ist ihnen ja auch vom Praunkoblen-Industrie-Ver�in schwarz auf weih anerkannt wor- den,— daß ihre beste S t ü tze�in den Tagen de» Kampfes ihre eigenen Konsumvereine sind. Sie wären geradezu Narren, wenn sie ihr« eigenen Konsumverein«, die von den Unternehmern selbst als die stärksten Stützen der Arbeiterschaft anerkannt werden, nicht weiter stärken und ousbouev würden. Die Werk« mögen ihre eigenen Aufgaben erfüllen. Sie sollen sich aber nicht um die wirtschaftlichen Einrichtungen ihrer Arbeiter kümmern. Es handelt sich nur um äußerlich geheucheltes Wohlwollen der Unter- n e h m e r, hinter dem weiter nichts steckt, als die Absicht, die straffe Organisation der Arbeiter zu zerschlagen. Wenn die Unternehmer des mitteldeutschen Braunkohlenberg- baues ihren Arbeitern Annehmlichkeiten verschaffen wollen, dann haben sie jetzt die best« Gelegenheit dazu, indem sie den Forderungen nach der Verkürzung der Arbeitszeit und der Aus- besserung der Löhn« weitestes Entgegenkommen zeigen. Di« mitteldeutschen Braunkohlenbergarbeiter lehnen die wirtschaftlich« Be- vormundung der Unternehmer aus das Entschiedenste ab. Tarifbruch beim Gchleppmonopol. Sie Rache der Verwa'.tungsbureaukratie. Der Streit bei den staatlichen Schleppämtern in Duisburg und Hannover ist am 8. August durch einen von beiden Parteien angenommenen Schiedsspruch beendet worden. Die staatlichen Schleppämter oersuchen seitdem, die W i e d e r e i n st e l l u n g»- k l a u s e l in ihr Gegenteil umzukehren. Die freien Gewerkschaften erhaben deshalb Beschwerde. Die Wasserbaudirektion M ü n st e r gab auf diese Beschwerde folgende Antwort, die ein Musterbeispiel von Weltfremdheit ist: Der Oberpräsident der Provinz Westfalen. Wasserbaudirektion Münster, 30. August f9?8. Schleppbetrieb. II. Nr. 1525. M. Auf das gefällige Schreiben vom 27. August 1928 teile ich mit, daß keine Veranlassung besteht, die Bekanntmachung vom 16. August 1928 zurückzunehmen. Daß nicht sämtliche Leute wieder eingestellt zu werden brauchen, geht auch ohne weiteres aus dem Satze hervor:„Die Wiedereinstellung erfolgt unter Berücksichtigung der sozialen Verhältnisse, insbesondere des Familienstandes." Dieser Satz wäre sonst Zweck- und sinnlos. I. A.: gez. Piper. An den deutschen Verkehrsbund in Duisburg Ruhrorter Str. 11. Der neue Tarifvertrog sieht eine Nachtruheregelung von 12 Stunden vor. In der Zeit vom März bis einschließlich Septein- ber kann die Fahrzeit bis zu zwei Stunden täglich verlängert werden. Sie muß jedoch zweimonatig zwischen Verwaltung und Bctriebsvertretung fe st gesetzt werden. lim diese tarifliche Bestimmung kümmern sich die Vorsteher der Schleppämter überhaupt nicht. Die Betriebsvertretung wird nicht einmal gefragt. Auf Anordnung der Betriebsleiter werden Ueberstunden drauf- los gefahren, 29 bis 26 in einer Woche. So entstehen Fahrzeiten von 16. 18 und 20 Stunden pro Tag. Ja, es wurde sogar bis zu 49 Stunden hintereinander gefahren. Sonntags- ruhe kennt man überhaupt nicht bei den Mietsdampfern der Schleppämter.' Und das alles nennt dann die staatliche Verwaltung „Spitzenleistungen". Vor dem Streik wor die Verwaltung stolz auf die Flotte der Monopoldampfer. Nach dem Streik wird der ganze Betrieb plötzlich als unrentabel bezeichnet. Man läßt 33 Monopoldampfer still liegen und hat bis heute noch insgesamt 27 Mictsdampfer beschäftigt, deren Schleppleistungen nur durch die geschilderte Ueberstundenschinderei die Schleppleistungen der Monopoldampfer überbieten. Das staatliche Material und Kapital liegt wertlos in der Ecke. Statt dessen werden gemietete Dampfer— unter ihnen ausgesprochene Kohlenfresser— b e- schästigt. Die Prioatreedereien der westdeutschen Kanäle, schreien seit langem nach Beseitigung des nach ihrer Ansicht unrentablen staatlichen Schleppmonopols. Die Arbeiter haben sich stets auf die Seite der Verwaltung geschlagen, die Beibehaltung des Schleppmonopols vertreten und sich sogar zu einer Steigerung der Arbeitsleistung verstanden. Heute stellen die Privat- reeder die Mietsdampfer zur Verfügung, deren schlechte Rentabilität die gleichen Reeder bei den Verhandlungen über Lohn- und Arbeits- bedingungen stets nachzuweisen versucht haben. Die staatliche Schleppamtsverwaltung dagegen erklärt den Arbeitern gegenüber, die Mietsdampfer seien unrentabler als die Monopoldampfer. Wenn das stimmt, ist es dann nicht ein Skandal, daß die Schleppamts- Verwaltung es bis zum Augenblick nicht für notwendig gehalten hat, den Betriebsvertrctungen auch nur mit einem Wort Aufklärung über diese angebliche Unrentabilität zu geben? Hier stimmt doch e t w a s n i ch t. Wo sind denn die 369000 Mark lieber- schuß Hera«, gewirtschaftet morde«—«he« de« viel« Anschaffungen im Jahre 1927? Einstweilen wollen wir es mit dieser Frage gut sein lassen. Wie liege» die Dinge in Wirklichkeit? Privatreeder und Schleppamtsverwaltung arbeiten Hand in Hand, um die Arbeiter. die es gewagt haben, auf Grund des Koalitionsrechte» von der Streitfreiheit Gebrauch zu machen, die Rache der Verwal- tungsburcaukratic fühlen zu lassen. Deshalb arbeitet ma» mit ordinären Methoden, begeht Tarifbruch über Tarif- b r u ch, verstößt gegen das Monopolgcsetz, verhindert, daß der Staatsbetrieb mit seinen eigene» Einrichtungen arbeitet. Alles nur, um die Wiedereinstellung des Personals, das am Streik beteiligt war, so lange wie möglich hinauszuschiebe». Was sogt denn der Reichsverkehrsminister zu diesen eigenartigen, höchst eigenartigen Vorgängen?_ 160000 organisierte Nahrungsmittelarbeiter Oer Erfolg der gewerkschaftlichen Konzentration. Rund 160 000— das ist die Miigliederzahl, die der Verband der Nahrungsmittel- und Geträn kearbeit«r in der kurzen Zeit seit dem Zusammenschluß erreicht hat. In einem Zeit- räum von vier Monaten wurde» 6000 neu« Mitglieder ge- wannen. An der Zunahme sind all« Kruppen beteiligt. Der Ge- winn ist um so höher einzuschätzen, als in der llebergangszeit natur- .gemäß die Agitatior.s- und Werbearbeit unter der Last der Ver« maltuirgsarbeileii leiocn mußte. Der Zusammenschluß hat sich schon jetzt bezahlt gemacht. „Massen ziehen Massen an." Dieses Wort Leiparts hat sich beim Nahrungsmittel- und Geträn kearbeiderverdand besonder» auffallend bewahrheitet. Dos Experiment ist cstänzend gelungen. Der Verband steht heut« fest und geschlossen da, als ob es bei den Nahrungsmittel- und Getränkearbe'tern nie etwas ondeves als diesen Verband gegeben hätte. Di« Fachorganisation sst nicht allein das wahre Glück. Das Experiment der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter hat den Beweis dafür geliefert. Das Zeitalter der Konzentration verlangt neu« gewerkschofliche Formen. Das ist in der vorigen Woche erst auf dem Hamburger Gewerkschafskongreß wiederholt und weithin vernehmbar ausgesprochen worden. Hoffent- lich geht von Hamburg ein« neue Well« zur Konzesttra» t t o n der Kräfte bei den Gewerkschaften aus. Gehaltsverhanblungen in der Schwerindustrie Sabotage der oberfchlesifchen Schlichtungsinstanzen. KaNowiß, 10. September. Am Sonnabend sollten vor dem Schlichtungsausschuß Gehalts- Verhandlungen zwischen den Angestelltenverbänden und der Schwer- iudustrie stattfinden. Die Beisitzer der Unternehmer waren jedoch zu den Verhandlungen nicht erschienen. Darauf legte di« Arbeitsgemeinschüft der Angestelltcnrerbänd« Protest gegen diese Sabotage des Schlichtungsausschusses ein und verlangte, daß zur nächsten Verhandlung andere Beisitzer der Unternehmerverbände ge- laden würden. Auf dringenden Antrag der Angestelltenverbände ist «in« neue Verhandlung auf den 14. September anberaumt worden. Die Angestelltenverbände hielten im An- schluß daran eine Sitzung ob, um zu der augenblicklichen Lage im der Gehalisregelung Stellung zu nehmen. Es wurde gegen die un- verantwortliche Behandlung des Schlichtungsausschusse» und gegen d!« Verschleppungstaktik der Schlverindustrle Protest erhoben und die Behörden ersucht, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß künftighin von den Unternehmern den staatlichen Einrichtungen die entsprechend« Achtung entgegengebracht werde. Sitllegung der Zeche DRHein 1 in Walsum. Die Belegschaft wird auf andere Zechen überführt. Dort wand. 10. September. Der ständige Bsrgjachoersiändigenkommissar für Stillegungs- angelegenheiten, Oberbergamtsdirektor Weise, teilt mit: Am 7. d. M. sanden im Oberbergamt Dortmund unter Beteiligung von Werkst«- tung, Betriebsvertretung, Arbeiwehmerorgonisationen, Kohlen- syndikat, Landesarbeitsamt, der Behörden, der allgemeinen Landes-. Berg- und Kommunalverwaltungen sowie de» Sachbearbester, im Handelsministerium die Verhandlungen über die Stillegung und teilweisen Betriebsabbruch der Zech« Rhein 1 in Walsum statt. Die Verhandlung ergab, daß die Stillegung von Rhein 1 eine Folge der sch lichten Absatzverhältniss« für Gasflammkohle ist. Die Tagesanlagen sowie die Schächte und Hauptförderstrecken von Rhein 1 sollen aufrechterhalten bleiben, da die Zech« später als Einfahrt- und Wetterschachtanlage für die künf- tige Großschachtanlage Friedrich Thyssen 2---5 dienen soll, die auf Fettkohle umgestellt wird. Diese Umstellung soll in etwa anderthalb Jahren beendet sein. Die gesamte auf Rhein 1 beschäftigte, rund 1500 Mann starte Belegschaft soll nach Möglichkeit nach den benach- barten Schachtanlagen Friedrich Thyssen 2— 5, Friedrich Thyssen 3—7 und Beeckerswerth verlegt werden. Di« Still. legung von Rhein 1 wird zum 1. Oktober durchgeführt. Von diesem Tage an beginnt die Beförderung der Belegschaft nach den genann- ten Schachtanlagen mit der Werkseisenbahn. Di« Fahrpreis« werden 10 bzw. 20 Pf. pro Mann für die Hin- und Rückfahrt betragen. t Freie Gewertschasts-Luaend Groß-Verlin Heute, Dienstag. 1914 Uhr, tagen die Gruppen: F-anlfurter Mec: Eruppenheim Stadt. Jugendheim Litauer Etr. 18, Zimmer 2. Bortrag: „Gewerkschaftlicke Bildungsarbeit."— Ren-Lichtenberg: Jugendheim Lauffstrahe lEportpIatz), an der Leslingstrah«. Bortrag:»Vom Zunftaescllen zum freien Arbeiter."— Landsberger Platz: Gruppenheim Jugendheim Dieftcl- iwntrttr ü. Nnrip„„- Gewerkschaften und das Schlichtunaswefen."— (im de, Bcrkehrsdundcs, Engclufcr 34—28, Aufgang H, pari. Literarischer Übend:„Humor im Wandel der Zeiten."— Snmboldi: Gruppenheim Jugend- heim Graun-, Ecke Lortzingstratze. gahrtenklatsch mit musikalischer Einlage.— Spandau: Gruppenheim Lmdenuser 1. Bortrag:„20 Jahre Jugendarbeit."— Acktnng! Eprcchchorprobe um ISll Uhr in der Gewerkschaftsschule, Engel- ufcr 24—30.— Antzenwlclaberde ab 18 Uhr: Südioesten: Spielen auf dem Sportplatz Urban.— vberspree: Sportlich- Spiele auf dem Metallarbeiter- Sportplatz Baumschulenweg. @)uaend<,ruppe des Zentralverbandes der Anqeftellten Heute, Dienstag, spielen alle Iugendbezirke auf der Wies« 7 im Trep. towcr Park. Verantwortlich fiir Politik: Dr. Eurt Geyer: Wirtschaft:».«ltngelhöser: und vcrlaasanslal» Paul Sinaer u Eo Berlin S® 68 Lindcnstratze 8 Hierzu 2 Beilagen und»llutcrhaltuug und Wissen". (Bei uns ßCeißi(keine$uppe üßrig, wenn es gißt. MAGC!5 Suppen schmecken ganz. uprzügCicfi.• 28 Sorten Gelb- rot verpackte Würfet• 1 Würfet für 2 Teller 73 flfg- T\r. 429» 45. Jahrgang -1. Beilage des Vorwärts Dienstag. 11. September 192» Bei der„Blanken Hotte". AKsctts titrni großen Verkehr liegt mn Vorthe der Laubenkolonie„Blanke j? ö l l e" in T« m p e l h o f ein winziger See. der in alten Papieren noch als„Blanke Hölle" figuriert und r>(chl als Ueberbleibfel aus der Eiszeit einen Teil jener„S ch li n k s" darstellt, die sich von Neukölln bis Lankwitz hinziehen und denen Mariendorf seinen schlerhten Baugrund verdankt. Terrafsensörmig steigen rings die Laubengärten in die Hölie: nur an der einen llferfeit« läuft ein richtiger Landweg an einer richtigen Wies« vorbei, die mit blauem Wegerich geziert ist. Das Wasser selbst wird häufig zum Baden benutzt, hat aber Un- tiefen, in denen erst kürzlich ein junger Mann bei der Pferde- schwemme ertrank. Die Stadt Schöneberg will dies stille Wasser als Naturdenkmal erhalten. Ob derselbe Schutz den umliegenden Loubengärten zuteil werden wird, ist bei den immer rnederkehrciuden Bebauungsplänen mehr als fraglich. Schade wäre es um die gutangelegte und gutgeleitete Lauben- t oloni«, die unter dem Drurk der Lebensmittelknappheit während des Krieges entstand und heute infolge der unermüdlichen Arbeit ibrer Besitzer(75 Prozent Arbeiter und Angestellte, 15 Prozent Kriegsbeschädigte und Sozialrentners geradezu vorbildlich ge- »-'orden ist. Erfreulich ist das Aufkommen buntfarbiger Lauben, die den„alten Typ", die gleichförmigen nrit der obligaten schwarzen Dachpappe gedeckten Lauben, verdrängen. Durch lltrcisausschreiben sucht man den Wetteifer auf diesem ästhetischen Gebiet anzuspornen. Auch die Kinderfeste hat man nach modernen Gesicht spmrtten reformiert. Während srüher die Er» machsenen so ein.„Kinderfest" zum Anlaß nahmen, um recht gemüt» lich dem Bier zuzusprechen und die Kinder dabei zuschauen dursten, ill es jetzt so, daß die Kinder bei diesen Bcranstaltungcn im Bordergrund stehen und ihre kleine Welt den Mittelpunkt bildet. In eigenen Verkaufsstellen sind alle nur erdenklichen Gegenstände, Sämereien, Chemikalien, Werkzeug«, wie sie der Klein- aärtner braucht, zu haben. Bescniberer Wert wird aus die Schädlingsbekämpfung gelegt, die in Berblndimg mit dem Dahlemer Institut durchgeführt wird. 2Iii Hand von Bildern und Modellen werden die wichtigsten Schädlinge(Apselblütenstecher, Blutläuse, Ningels pinner, Zwiebelssiegen) demonstriert und die Mitte! zu ihrer Bekämpfung den Kleingärtnern zur Verfügung gestellt. Auch kleine Darlehen, etwa zur Ausrichtung eines Zaunes, zur Verbessenrng der Lotiben sind erhältlich. Kein Wunder, daß die Mi tgliederzahl ständig im Steigen be- griffen ist und der Umsatz ttn Bezirk Tempelhos 52 000 Mk. beträgt! Do» F l a g g e n p r o b l c m ist in der Weise gelöst, daß die einzelnen Kolonien ihre beliebigen„Gärtncrfarben" mif- ziehen dürfen, daß ober neben dem schwarzrotgoldenen Banner der Nepublit k ei n e Parteifahne geduldet wirb. Oer Kriegsanleiheskandal. Berliner Mnanzleule verwickelt? Xs hat den Anschein, al» ob sich der Kriegsanleihe- fälschungsskandal in einer anfangs nicht erwarteten Weise oesdehnt und entwükelt. Nicht nur in Verlin, sondern auch in anderen Teilen des Veichee schweben gegenwärtig derartige Untersuchungen, und e» ist vielleicht schon in allernächster Zeil mit Uebermschungen zu rechnen. Ob die eingeleiteten Untersuchungen dazu führen werben, den Beschuldigten die Vergehen so nachzuweisen, wie es bisher im Falle Stimres möglich war, muß abgewartet werden, da sich der Verdacht gegen Kreditinstitute und Bankiers richtet, die vielleicht die be- obsichtigten Transaktionen in vorsichtigerer Weise ausgezogen haben. Es war schon bei Beginn des Verfahrens gegen Hugo Stinnes klar, daß die versuchten Fälschungen, die, selbst in Goldmark um- gerechnet, Riesenwcrt« darstellen, mir von sehr sinanz- kräftigcn Unternehmungen ausgeführt werden konnten, die zudem sichere und langjährige Beziehungen im Auslande haben. Der Ver- dacht, an den Kriegsanleiheschiebungen beteiligt zu sein, richtet sich nach unseren Informationen gegeirwärtig gegen zwei sehr bekannte Berliner Firmen. Das«ine der beiden Unternehmen besitzt«ine nicht unbedeutende Niederlassung in Amsterdam, und e» verlautet, daß Angestellte dieser Zweigniederlassung mit dem Bankier F. N. Horn in Amsterdam in Verbindung gestanden haben, der, wie sich immer mehr herausstellt, in der Zentrale des Falscher- Unternehmens in Holland faß. In diesem Zusammenhang wird auch der Name eines Maklers I. de Fries, der als besonderer Der. trauensmonn Horns dessen Aufträge in Westdeutschland und in Berlin durchzuführen pflegt«, genannt. lOOlXM) Mark—„nicht allzu bedeutend"! Ob der Haftprüfungstermin gegen Hugo Stinnes am kam- menben Mittwoch schon durchgeführt werden kann, erscheint im Augenblick fraglich, da sich neuerdings wieder Anzeichen dafür er- geben haben, daß die von Hugo Stinnes in die Unternehmungen v. Waldows und Nothmanns gesteckten Summen doch wesentlich größer sind, als die Beteiligten bisher zugeben wollten. So scheint es jetzt schon festzustehen, daß Hugo Stinnes etwa 700 0 00 Mark in die Unternehmungen hineingesteckt hat. Infolgedessen verliert auch seine Angabe stark an Glaubwürdigkeit. daß er sich um die Geschäfte v. Waldows und Nothmanns nichi wesentlich gekümmert habe, da die investierten Kapitalien ihm „nicht allzu bedeutend" erschienen seien. Ein sonderbarer Aufsichtsbeamier. Hitlerjungen dürfen grölen. Am Freitag, dem 7. September, zwischen 22.20 und 25.40 Uhr, benutzte ein Parteigenosse mit seiner Frau und«inigen Be- kannten den Vorortzug nach Friedrichshagen, um sein Reise» ziel Köpenick direkt zu erreichen. In ruhiger Unterhaltung saßen die Fahrgäste in ihrem Abteil, bis am Bahnhof Alexanderplatz unliebsamer Besuch hinzu- stieg. Acht bis zehn junge Burschen waren es, die im Mittelgang des Wagens Aufstellung nehmen und sich bild als Jünger Adolf Hitlers entpuppten. Weniger schön als außerordentlich laut sangen sie ein Lied über die Hitlcr-Garde, das Iudenblut, das fließen muß und die verfluchte Saurepublik. Mehrere Mit- reisende verbaten sich den Radau, aber die Halbwüchsigen wurden rabiat und trieben ihr« Lümmelhaftigkeiten so weit, daß es bei- nahe zu Tätlichkeiten gekommen wäre, wenn der Zug nicht gerade den Schlesichen Bahnhos erreicht hätte. Da im Wagen«in Hinweis angebracht ist, daß Lärmen und Singen verboten ist, wandten sich die Passagier« an den Aufsichtsbeamten, damit er die Radaubrüder anweise, Ruhe zu halten, um Schutz vor weiteren Belästigungen zu erlangen. Der Beamte nahm zur Kenntnis, daß es sich um Hitlerianer handelte, worauf er in gelassenem Tone sagt«:„Wenn Ihnen das nicht gefällt, dann steigen Sie doch in einen �anderen Wagen, lassen Sie die Leute singen was sie wollen, Sie brauchen ja nicht, hinzuhören." Dann gab er seelenruhig dos Ab- iahrtszeichen,«in neues Hitler-Lied erklang, und die Beschwerdeführer sahen den Zug davonfahren. Eine Möglichkeit, bei einer höheren Dienststell« über dieses Vor- gehen Beschwerde zu führen, bestand bei der vorgerückten Nachtstunde leider nicht mehr. Unser Gewährsmann sagt aber in Anlehnung an«in letzthin viel gespieltes Theaterstück mit Rech:: „Finden Sie, daß der Aufsichtsbeamte sich richtig verhält?" Das Zweiktassenfystem bei der Reichsbahn. Ab 7. Oktober. Wie wir van unterrichteter Seit« erfahren, wird das Zmeiklassciu system bei der Reichsbahn bestimmt am 7. Oktober gleichzeitig mit dem Uebcrgang vom Sommer- zum Wintersahrplan eingeführt. Van diesem Zeitpunkt on wird es also bei der Reichsbahn im allgemeinen nur noch eine Polsterklasse mit der Bezeichnung 2. Klasse und eine Holzklasse mit der Bezeichnung 3. Klasse geben. Die bisherige!. Klasse wird nur in den besonders wichtigen Schnellzügen, I'O-Zügen, FFD-Ziigcn und in den Schlafwagen beibehalten. Vom 7. Oktober ab wird also die„herrliche" Zeit beginnen, in der die Reisenden der Holzklasse, vor allen: die Benutzer der früheren 4 Klasse, die Erhöhung der Fahrpreise zu spüren bekommen. Sic weide» diejenigen sein, die die Lasten zu tbagen haben, während den Reisenden der Polsterklosse ein Geschenk gemacht wird. Rur im Berliner Stadt- und Ringbahnoerlchr wird zunächst alles beim alten bleiben. Vielleicht aber, erleben wir es auch noch, daß es auf der Eisenbahn im gewöhnlichen Verkehr nur noch«ine Klass: gibt, etwa so wie nus der Berliner Hoch- und Untergrundbahn,- die M Aach! nach dem Vermi. trj Roman von 5iam O'Flaherty. (Au« dem Englischen übersetzt von N. Hauser.) Die Hände auf dem Rücken verkrampft gincj er wieder hastig auf und ab. Er warf seinen Körper hin und her und fuhr zähneknirschend fort:„Ich bin ollein. Allein. Ich stehe allein da. Die übrigen aus dem Exekutivkomitee können sie sich leicht kaufen. Die werden nur zu froh sein. mit der Freiheit und mit dem Leben davonzukommen: um jeden Preis, wenn es zum Kampf kommt. Falls man ge» , lügend Material gegen mich findet, um gewisse Dinge zu be- weisen, können sie ungestraft gegen mich vorgehen. Meine eigenen Genofsen würden die ersten sein, mich zu Tode zu steinigen. Ihr verdammter Aberglaube steht immer zwischen ihnen und einer wirklich revolutionären Gesinnung. Im Hauptquartier der Internationale reden sie über Romantik und linke Einstellung und olle möglichen blödsinnigen Redensarten. Was wisien sie von der besonderen Art von Schweinegestnnung, die den irischen Bauern eigen ist?" „Wie kannst du dich unterstehen?" rief Mary entrüstet. Er sah sie an. Ihre Augen funkelten. Sie saß aufrecht auf der Bank. Er hatte noch nie eine Frau so wild und Herrisch gesehen. Er lächelte schwach und sagte zynisch:„Es tut mir leid, daß ich deine Gefühle verletze. Aber darüber bin ich hinaus. Puhl Ich haste das ganze Land in einem seinen Netz und befinde mich innerhalb der Gesetze.— Ich kann nach euch allen schnippen." Er wurde grimmig und überheblich.„Du und deine patriotischen Ideen! Ich habe mich in dir getäuscht.� Ich brauch' dich nicht. Ich habe dich nie haben wollen. Hörst du? Der ganzen Welt kann ich ein Schnippchen schlagen. Das dicke Schwein kann machen, was es will. Bor dem Morgengrauen werde ich es zur Ader lassen. Merk' dir meine Worte. Er wird die Polizeiwach? nie erreichen. Mein Schicksal steht gegen ihn. Und—" Da erklang gerade der Anruf des Postens. Gallogher stand sofort still und horchte. Dann rannte er, seine Pistole mid etwa» vor sich himnurmelnd, zum Gang- Männer eilten die Treppe herab. Der erste von ihnen kam stramm auf Gallagher zu und schlug die Hacken zusammen. Es war ein kleiner, zierlicher Mann mit Falkenaugen und einer langen, spitzen, gebogenen Rase. Er trug einen weiten Regenmantel und eine karierte Mütze. Es war Billy Burton, ein Versicherungsagent und Hauptmann in der revo- lutionären Organisation. Gallagher schüttelte eifrig seine Hand und sagte:„Freue mich, daß sie dich zu Haus ange- troffen haben, Billy. Du bist gerade der Mann, den ich brauche." Er führte Burton in das Wachzimmer und erklärte ihm schnell die Situation. Dann setzte er seinen Plan ausein- ander. Er erklärte den Plan kühl und genau, als ob er sich wochenlang damit beschäftigt hätte. Burton hörte zu. blinzelte mit seinen kleinen Augen, schnüffelte, biß seine Nägel und spielte mit dem Kolben seiner Pistole in der Brusttasche. Drüben auf der Bank saß Flynn mit einem rotseidenen Tuch um seinen gebrochenen Kiefer. Er saß reglos, undurch- dringlich in sich selbst vertieft. Er schien sich seiner Umgebung nicht bewußt zu sein: sein Geist war unveränderlich aus irgendein unendliches Problem gerichtet. Die einzigen Geräusche im Zimmer waren das Tropfen des Wasiers von den vielen Dächern und das Plätschern von Gallagher? Stimme. Seine Stimme war wieder kalt, hart, beherrschend und lebendig. Isi. Ein Viertel vor vier Uhr hörte der nieselnde Regen auf. Ein scharfer, böiger Wind erhob sich. Er kam kreischend von den Bergen auf Dublin herab. Es war ein harter Gebirgs- wind, ein hagerer, mürrischer, schneereicher Wind, der wild durch die schlafende Stadt sauste, so daß selbst die Regentropfen auf den schlammigen Fußwegen sich kräuselten und vor ihm zurückwichen. Die Wolken hoben sich, und ihre herabhängenden Rümpfe wurden von dem neugeborenen Wind abgeschnitten. Zerfetzt und zerrissen hingen sie hoch am Himmel, mit einem bitteren Ausdruck in ihren grauen, zerlumpten Leibern. Hier und dort entstand ein Riß in dem zerzausten Wolkcnpanorama, und der Himmel wurde sichtbar blau und keusch und sehr fern. Dieser Wechsel in den Launen der Natur trat ein, als Gypo von Bogey Hole davonjagte, zitternd und schwankend von einem Uebermaß an Energie. Er rannte durch eine kurze, schmale Gasse, so schmal, daß seine Schultern an beiden Seiten entlangschürften, während er durchraste. In vier Sätzen kreuzte er eine Fahrstraße, einen Blick in jede Rich- tung werfend, während er hinübersprang. Auf einer Seite sah er eine schmutzige Straße mit dem glühenden Kohlenbecken eines Nachtwächters am entfernten Ende, und auf der anderen Seite sah er einen Hügel. Hohe Mietshäuser rahmten die Straße ein. Ihre zerbeulten alten Mauern ragten gegen den Himmel auf, ihr Schmutz wurde durch die Majestät der Nacht verhüllt. Er floh über die Straße und kam in einen dunklen Tor- weg. Dann stieß er plötzlich gegen eine alte Karre und über- schlug sich mit einem unterdrückten Ausruf. Der Anvroll und die Wucht seines Körpers ließen die Karre drei Meter weit auf ihren wackligen Rädern rollen, während die De-chsel auf der Erde entlangschorrte. Er kam wieder auf die Füße und mar im Begriff, fortzustürzen, als eine menschliche Stimme, die unter ihm ertönte, ihn stillstehen ließ. Wütend sah er hinunter. Es war nur ein armer Obdachloser, der den Torweg und die Karre als Haus und als Bett benutzte, Eine zersprungene, zittrige Stimme begann:„Der Fluch des..." Gypo war fort, nur seine Stiefel klapperten auf den Kopfsteinen des Torweges. Er gelangte in eine breite Straße von neuen, roten Ziegelhäusern. Er klammerte sich an eine Mauer und spähte, atemlos keuchend, umher in der wilden Erreaung seiner Flucht. Da bemerkte er den Wind, die sich hebenden Wolken und den fernen Himmel. Er roch den Wind, als er in tiefen Zügen durch die Rüstern atmete, um den Druck in seinem Herzen und in seinen Lungen zu erleichtern. Psötzlitf) sehnte er sich nach den Bergen und den weiten, welligen Ebenen und den felsigen Pässen und den schnellsließenden Strömen unten im Süden, in seiner Heimat. Freiheit, Einsamkeit und Stille, nur der Wind, der durch die Torfheide fegt! Sich in irgendeiner Felsenichlucht- in den Bergen verstecken und nur den Wind hören! Fort, fort, wo niemand ihn fangen konnte! In die Berge! In die Berge! Dunkelblaue Berge mit geschwungenen Hängen und kleine Schafe, die auf ihnen um- herwandern, die er fangen und töten könnte! (Fortsetzung folgt.), klug genug war, dl« HoMasie!>ur!h die Polftertlass« für olle zu ersetzen. Hoffentlich ersetzt die Reichsbahn wenigstens ihre niesen überalterten Wagen der 4. Klosse durch moderne Ironsportmiltel, die auch in hygienischer Hinsicht wenigstens den primitivsten Anforderungen entsprechen. Höhere Ansprüche in dieser Richtung werden wahrscheinlich unter deni Regime Dorpmüller bei der Reichsbahn nicht erfüllt werden.., Die Fahri des„Monie Cervanies". Enttäuschte Passagiere. Ein wiener Millelschullehrer hatte«i< seiner Zrau die Spitzbergenfahri des.Monte Leroantes" mitgemacht, und er hat im Verlauf dieser Aahrt g r o h e Unannehmlichkeiten erleben müssen. Wir berichteten ausführlich über den Unfall des Dampfer», der am 17. Juli von Hamburg abfuhr, unterwegs ein« Havarte erlitt und dann durch den russischen Eisbrecher„Ä r a ff i n' mobil gemacht werden muht«. Nach dem Prospekt der Dampfschifsgesell- schaft sollten Bergen, Tromsoe, Nordkap, Tempelburg, Grüner Hafen, Königinbucht, Hammerfeft und noch sieben andere Stellen angelaufen werden. Von allen diesen Plätzen sind von den Passagieren aber durch den Unfall im Treibeis nur S gesehen worden. Selbstverständlich waren die Passagiere mit dem Verlauf dieser Reise sehr unzufrieden. 1220 von 1519 Passagieren sprachen bei einer von der Schisfsleitung veranstalteten Abstimmung den Wunsch aus, auf ihrer Reife wenigstens einen Fjord zu sehen. Mit Recht sagte man sich: was ist eine Norwegen- reise, wenn man nicht einmal einen Fjord gesehen hat? Als der Schiffahrtsdirektion das Ergebnis dieser Ab- stimmung mitgeteilt wurde, schickte sie nach zwei Tagen«in Tele- gramm, das besagte: Weil«achvcrständige das Seetüchtig- keitsattest von Hammerfest direkt nach Hamburg nicht aus Besuch von norwegischen Fjorden erweitern wollen, veranlassen wir das Schiff, direkt noch Hamburg zurücktukehren. Den Passa- gieren wird ein.großes Bedauern ausgesprochen, daß durch höhere Gewall die Reise nicht programmäßig ausgeführt werden konnte, weshalb die Passagiere viel Unbequemlich- keilen hätten ertragen müssen. Aber man wollte den Passa- gieren einen Ausgleich geben: man bot ihnen«inen Bonus —.freiwillig, aus reinem Entgegenkommen"— von 20 Prozent für eine Mittelmeer- oder Nordlandreis«, die 1929 oder 1930 gemacht werden müsse. Der Bonus hat rein per- f ö n l i ch e n Charakter, ist unübertragbar und kann bei Nichtbe- nutzling gegen Geld nicht eingelöst wenden. So drahtete die Hamburg-Südamerikanische Dampffchiffohrts-Gesellschast. Ohne Zweifel find die Passagiere um ihr« Ferienreis« b«. trogen worden. Das Schiff fuhr direkt von Hammerfest nach Hamburg, und nicht ein einziges Mal durfte ausgestiegen werden. Zwar gibt die Gesellschaft zu. daß die Reisenden nicht auf ihre Rechnung gekommen sind. Aber die angebotene Entschödi- gung ist doch g l e i ch Null. Wenn man bedenkt, daß, da eine Reise neben dem reinen Fahrgeld auch sonst noch hohe Aus- gaben erfordert. Minderbemittelte nicht in der Lag« sind, den ?0pro;entig«n Bonus auszunutzen, so kommt man zu dem Schluß, daß hier ein« Entschädigung geboten wird, die nur auf dem Papier steht. Ein Mittelschullehrer beispielsweise ist ebenso wenig wie ein mittlerer Angestellter in privaten Betrieben in der Lage, alle zwei Jahre eine so kostspielige Reis« unter- nehmen zu können. Bielleicht äußert sich die Hamburg-Südamerika- nische DampfschiffahrtS'Gesellschaft darüber, ob st« tatsächlich glaubt, durch diese» Angebot die berechtigten Entschödi- gungsansprüche der Pastagier« ihres Dampfers abgegolten zy haben. Radfahrwege in Stadtforsten. Zurzeit wird die Frbqe erörtert, wie weit es nötig fft, für den Auk tverkehr in den Landbezirken besondere Wege zu schaffen. Es isl /.xb nicht so sehr lange her. daß man nach zweifelte, ob es nötig sei. besondere Wege für Radfahrer anzulegen. Inzwischen hat man diese Notwendigkeit begriffen, und auch im Gebiet der Stadt Berlin wird immer mehr getan, durchAnlegung oonRad- jahrwegcn die Fußgänger wie die Radfahrer zu schützen. In den Außenbezirken Berlins wird besonders bei An- legung oder Verbesserung von Ausfall st raßcn diese Forderung erfüllt. Jetzt' will der Magistrat auch in den Stadt forsten be- sondere Radfahrweg« anlegen. Sie sollen Radfahrern teils zu un- gehinderten Fahrten nach und von der Arbeitsstätte, teils aber auch zu Spazierfahrten dienen. Für diese Wegeanlogen wird der Mogistrat zunächst 50000 Mark hergeben. Reichsbannerfest in Wildau. Zu ihrem dreijährigen Bestehen veranstaltete die Orts- grupe Wildau des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold ein« schlichte Gründungsfeier. Die Kameraden des Kreises Teltow hatten Delegationen entsandt. Am Lokal Dubian formierte sich der stattliche Zug, der unterstützt wurde von der Sozialdemo- kratischen Vartei, von der S o z i a l i st i s ch e n Arbeiter- fügend, von den K ind e r f r e u n de n und nicht zu vergessen vom Arbeiterrad- und Kraftfahrerbund.Solidari- tot". Im Alten Schützenhaus bewillkommnete Kamerad I aln tz e n die Festtsilnehmer. Kamerad W e i g e l zeichnete den Weg der Re- publik seit 1918 und rückte die Ausgaben der republikanischen Schutz- organisation, des Reichsbanners, in den Vordergrund. Er schloß mit der Mahnung, weiter soziale Aufbauarbeit zu leisten und wach- sam zu sein im Dienste der Republik. Dann überbrachte Genosse Klein die Grüße der Sozialdemokratischen Partei. Ar- beitersänger und Tombourchöre des Reichsbanners umrahmten mit ihren schönen Darbietungen die Beronstalwng, die wieder den Be- weis erbrachte, daß es uncnrfhaltsam vorwärts geht. Ausstellung der Kleingärtner. Die Bedeutung der Kleingartenbewegung wird aufs neue durch eine von dem„Bezirtsverband Prenzlauer Berg und Friedrichshain veranstaliete Ausstellung illustriert, die am Sonntag im Lokal.Steuerhaus" in der Landsberger Allee 92 er- öffnet wurde. Den Begrüßungsansprachen, die von dem 1. Bor- sitzenden Thon, dem Vertreter des Prooinzialverbandcs der Klein- gartenvereine R e i n h o l d, dem Bürgermeister Dr. Ostrowski für das Bezirksamt Prenzlauer Berg und Stadtrot Rosin fstr das Bezirksamt Friedrichshain an die große Schar der Gäste gehalten wurden, schloß sich ein Rundgang durch die außerordentlich reichhaltige Ausstellung an. Die genannte Organisation zähste etwa 54 Dereine mit 5000 Mitglieder: in 23 Ständen sind die Schätze ausgebreitet, die in unermüdlicher Arbeit der kleinen Scholl« abgerungen worden find. Neben den Prachtexemplaren aus der Obst- und Gcmüfekultur sind Geräte der Schädlingsbekämpfung zu sehen und viele Exemplare von Schädlingen selbst. 2luch der Bienenzucht und dem Vogelschutz ist ein Platz eingerichtet. Auffallend sind die Modelle der Schulgärten und Kinderspielplätze. die von der durch die Laubenkolonisten intensiv betriebenen Jugend- pfkege Zeugnis ablegen. Die Ausstellung ist nur noch am heutigen Dienstag von 8 bis 22 Uhr geöffnet; sie sei auch denen zum Besuch empfohlen, die kein Laubenland besitzen, aber über den Wert der Dauerkolonien für die Bolksgesundheit einen guten Anschauungsunterricht genießen wollen. Städtische Oper. Infolge mehrfacher Erkrankungen gelangt beute statt„Orpheus und E u r y d i k e" die Oper ,,£ u r a n- dot" mit Frau Salvatini in der Titelrolle zur Aufführung. Mord im Berliner Norden. Linier geheimnisvollen Llmständen toi ausgefunden. Die Mordchronik der letzten Tage, die die kriminal. «Hörden in so reichem Maße beschäftigte, ist abermals stm inen nenen räkselhaften Todesfall vermehrt worden. Zn et Streliher Straße 74 wurde gestern abend der 50 jährige Maler und Dekorateur ZNexander Gräh in seiner Kellerwohnung auf dem Fußboden siegend tot aufgefunden. verschiedene Umstände geben dem verdacht Nahrung, daß Gräh einen gewaltsamen Tod gefunden hat. Die Mordkommission, die unter Leitung des Kommistars Braschwitz mit einem großen Beamtenstab und dem Gerichtsarzt Dr. Weymann am Tatort erschien, war mehrer« Stunden mit den Ermittlungen und den Vernehmungen einiger Zeugen beschäftigt. — G r ö tz, der im Frühjahr von feiner Frau geschieden wurde, hat im Hause Strelitzer Straß« 74 eine aus einem Kellerladen sowie Stube und Küche bestehende Wohnung. Die Stube hat er abver- mietet, die Küche wurde von ihm und seinem Untermieter gemeinsam benutzt. Den Laden, zu dem von der Straße sechs Stufen hinunter- führen, hatte sich Grätz als Wohn, und Schlafzimmer dürftig ein- gerichtet. Außer einem Bett, Spind und Tisch enthält der Laden noch einige Regale, in denen der Mann seine Werkzeug« untergebracht hatte. Das ganze macht jedoch«inen recht sauberen Eindruck. G. hatte den Plan, seinen Laden aufzugeben. Daher versucht« er auf dem Tauschwege eine andere Wohnung zu bekommen. In dem kleinen Schaufenster hatte er ein ochild aufgestellt, auf dem er feinen Laden mit Wohnung zum Tausch anbot. Zwei Frauen aus der Nachbar- schaft, die davon erfahren hatten, betraten gegen%7 Uhr den Laden. Zu ihrem größten Entsetzen sahen sie, wie Grätz in der Mitte des nur schwach beleuchteten Raumes auf dem Fußboden log. Die Frauen verließen in großer Aufregung den Laden und liefen zu dem Gastwirt, der im Nebenhaus sein Geschäft hat. Ihm machten sie von ihrer grausigen Entdeckung Mitteilung. Man alarmierte sofort das nächste Polizeirevier, das mehrere Beamte entsandte. Der Fund erschien ihnen so geheimnisvoll, daß unverzüglich die Mordkommission benachrichtigt wurde. Der Tote lag lang auf dem Fußboden ausgestreckt. Ueber seinem Kopf war ein unbezogenes Kopfkissen. Der Mund des Toten wob über und über mit Schaum bedeckt. Jockel und Weste, sowie da? Hemd waren weit aufgerissen, die Füße nur mit den Strümpfen bekleidet. Nach den Aufnahmen der Gerichtsphotogrophen wurde bei der Durchsuchung der Leiche, an der Dr W c y m a n n keine äußeren Verletzungen feststellen konnte, in den Taschen nue 1,76 Mark Kleingeld vorgefunden. Die Börse war leer. D i e Brieftasche enthielt nur einige Papiere. Bssonders diesce Umstand und die sonderbar« Lage der Leiche lassen «in Verbrechen vermuten. Grätz, der etwas verwachsen und nur von kleiner Statur ist, hatte häufig Frouenbesuch. Für seine stark.' sexuelle Veranlagung sprechen zahlreiche Aktphotos, die wahrscheinlich Magazinen ent- nommen sind und an der Wand des Zimmers hängen Ueber das Kopfende feines Bettes ist u. a.«in Transparent angeheftel. das die Aufschrift„Das Heiratsnest" trägt. � Der Tote ist gestern um 1»5 Uhr noch von einem Schuhmachermeister, der gegenüber wohnt. vor seinem Laden, mit Pantoffeln an den Füßen, gesehen worden. Der Schuhmacher fragte Grätz noch im Borbeigehen, ob er zur Ecke mitkomme, um einen Schoppen zu trinken. Grätz verneint« das und stieg die Treppe zu seinem Loden hinab. Was sich dann i n der Zeit von Äö U h r bis um?L7 U hr dort unten ab- gespielt hat, bleibt vorläufig noch ein Geheimnis. Auf dem Tisch wurden bei einer näheren Sichtung des Zinnners noch zwei Weingläser gefunden, von denen sich in dem einen noch ein Rest befand. Bielleicht hat G- Frauenbesuch gehabt und ist ver- giftet worden. Das aber sind nur Vermutungen. Der Weinrest wurde zur Untersuchung aus irgendeinen Giftgehast beschlagnahmt. Besonders geheunmsvoll wird die Angelegenheit durch dos Fehlen des einen Filzpantoffels des Toten. All« Räume wurden systematisch durchsucht, ohne daß es gelang, ihn zu entdecken. Wie Angehörige, die an Ort und Stelle kommiflarifch vernommen wurden, bekundeten, war G. gestern noch im Besitz beider Pantoffel.„.... Die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Leiche, die morgen im Lerliner Schauhause obduziert werden soll. Gin dreister Siraßenraub. Oie Täter festgenommen. wegen Slraßenranbe» und Mordversuches cm einem Droschkenchouffeur wurden von der Staaksanwattschafk Halle a. d. Saale zwei Männer gesucht, die jehk von der Köpenick«? Kriminalpolizei ermikkell und dingfest gemacht wurden. Ein 30 Jahre alter Böcker Werner Franke und ein 10 Jahr« jüngerer berufsloser Franz Hintze, die in Halle venschiedene Ge- schäftseinbrüche verübt hatten, mieteten sich dort, um die Stadt schleunigst verlassen zu können, eine Autodroschke nach Berlin. In der Nahe des Ortes Landsberg bei Halle ließen sie Plötz- sich auf offener Ehausiee halten, als ob sie die Fahrt unter- brechen wollten. Wöhrend der Chauffeur sich vorneigt«, um nach dem Fahrpreis zu sehen, versetzte ihm einer der Männer einen Messerstich in den Hals, und beide schickten sich an, ihn zu b e- rauben. Als sie wahrnahmen, daß trotz der stark blutenden Wund« der Chauffeur sich noch wehren konnte, ergriffen beide ihre Hand- koffer, liefen bannt querfeldein und entkamen zunächst. Aus die Anzeige des Droschkenführers, der eine genaue Beschrei- bung der Attentäter liefern konnte, wurde auch in Berlin und Umgegend auf die Straßenräuber gefahndet. Es ergab sich, daß sie ihre Koffer in einer Strohmiete versteckt hatten, um auf der Flucht unbehindert zu sein. In Köpenick, wo sie Unterschlupf gefunden hatten, wurden sie jetzt ausfindig gemacht und ver- haftet. Sie werden zur Aburteilung nach Halle zurückgebracht werden. Zugendfest in Lindenhof. Eine stattlich« Schar von Mädeln und Burschen war es, die durch die Hauptstraßen Schönebergs der Siedlung Linden- h o f zustrebte. Frischer Gesang und fliegende rote Fahnen ließen die Masten aufseheiz. die sich auf dem Wege zum Tempelhofer Feld befanden. Di« Jugend zog vor die Tore der Stadt, um draußen, wo die Arbeiter i» Licht und Sonne sich ein neues Heim, die Gartensiedlung Lindenhof, geschaffen haben, ein Jugend- und Werbefest zu gestalten. Freudig begrüßt von alt und jung ging es durch die Tore der Siedlung, deren äußere Gebäude, wie zu einer Trutzmauer zusammengeschlossen, den Kampf des Neuen gegen das Alte symbolisieren. Auf dem wunderschönen Festplotz der Siedlung entwickelt« sich nun unier lebhafter Beteiligung der Lindenhofer Bevölkerung ein munteres Treiben. Denn frischer Gesang ließ auch den letzten der Lindenhofer vom Mittagsschläfchen erwachen. In hellen Scharen eilte besonders die Lindenhofer Jugend hernn, die sich in dichten Reihen um die Tanz- und Singkreise der Arbeiterjugend, die Spiel- und Ballkreise unserer Kinderfreunde und Roten Falken, aber auch, wehe, hätten wir es vergessen, interessiert um den„obligaten Debattierkreis" der I un g s o z i a l i st« n sammelten. Aber beim bloßen Zusehen blieb es nicht. Lindenhofer und Arbeiterjugend bildeten bald eine fest« Gemeinschaft, deren ausgelastene Fröhlichkeit bis weit über die Grenzen des Festplatzes hinausschallte. Aber den Kipfelpunkt des Iugendfestes bildete bei anbrechender Dunkelheit die kurze Äugendfeier. Andächtig lauschte der stets größer > werdende Kreis dem feurigen Gelöbnis der Jugend, mit ganzer Kraft, als junge Garde des Proletariats, dem Sozialismus zuzustreben. Mehr als ein Symbol war es. als nach Beendigung der Feier sich Hunderte von Fackeln entzündeten, und«in langer Zug das Licht durch die dunklen Straßen der Siedlimg trug. Der Pflicht, den 10 0. Geburtstag Tolstois zu feiern, hat sich der Rundfunk würdig entledigt. Er gab keine im Kon, ventionellen erstarrten Feiern, keine aus höchstes Lob gestimmten Festoorträge. Er gab anderes, besseres: Verständnis fijr den Dichter. Am Sonntag sprach Dr. Elias Hu rw i cz über„Tolstoi zeichnete die Berbindungslinien, die vom lebenshungrigen. lcbens- tollen jungen Offizier Leo Tolstoi hinführen.zu dem suchenden Pro- pheten von Iasnaja Poljana. Alfred Kerr gab am Montag die Einführung zu dem Sendespiel„Und das Licht scheinet in d� r F i n st e r n i s". m entzündender. üb«rzeugon»er Begeiste- rung für den Dichter und Menschen. Alfred Braun hotte mit der Ausführung des Tolstoischen Dramas wertvolle Arbeit geleistet. Da? Sendespiel war in allen Einzelheiten wohl geseilt, wirkte fünft. lerisch schön und wurde gut verständlich. Jede einzelne Roll« war aus? glücklichste besetzt. Renee Stobrowa überraschte an diesem Abend als ganz große sprachliche Gejtaiterin. Am Montag nachmittag las Paul B i ldt aus Tolstois Werken, und auch dies« wertvolle Stunde zu erwähnen, soll nicht vergessen werden. T e s. Nranö im Bezirksamt Mitte. Oie Telephonzentrale zerstört! Am Sonnabend, dem 8. September, brach in der F« r n f p r« ch- stelle des Bezirksamts Mitte ein Brand aus. Die Brand- Ursache ist noch ungeklärt. Die Anschlüste fürdenVerkehrnach außen sind zerstört. Der automatisch- Betrieb im Innen- betrieb(Hausbetrieb) ist unversehrt geblieben. Die Wiederherstellung dürfte noch einig« Zeit in Anspruch nehmen. Eine Oberrealfchule für Berlin-Ost. Die für den Verwaltungsbezirk Friedrichshain schon grundsätzlich beschlossene Oberrealschule soll ihr Heim nicht inmitten des Bezirks, sondern an seinem östlichen Ende. erhalten. Geeignetes und hinreichend großes unbebautes Gelände der Stadt ist im Bezirk nicht zu finden und bebaute Wohnhausgrund- stücke will der Magistrat nicht ihrer Bestimmung entziehen. Beabsichtigt wird daher, für die Oberrealschule ein Schulhaus an der Konitzer Straße zu errichten, die nicht weit vom Bahnhof Stralau- Rummelsburg einmal angelegt werden soll. Dabei will man einen Teil des Geländes der geplanten Konitzer Straße und auch eines an ihr geplanten Platzes einziehen und für den Schulhausbau mitverwenden. Die Baulichkeiten sollen neben der Oberrcalschulc noch eine Gemeindedoppelschule ausnehmen. Aebel im Eismeer. Oer„Kraffin" muß warten. wie aus Moskau gemeldet wird, hat w einem amtlichen Bericht Professor Samoilowitsch mitgeleli«, daß der „K r a s s i n" seine weitere Suche durch den Eintritt schlechten wellers und starken Nebel, einstellen mußte. Der russische Flieger Tschuchnowsky habe versucht auszusteigen, sei ober durch Sturm gezwungen worden, wieder zum Eisbrecher zurückzukehren. Die rostischen wissenschasttichen kreise meinen, daß trotz des Absturzes des Flugzeuges„L a« h o m" sowohl Amundsen als auch seine Freunde am Leben geblieben seien. Zum Tode des Bankiers Löwenstein. Kein Verbrechen. Paris, 10. September. Die Aerzt« Paul und K o h n- A b r e st haben nunmehr dem Untersuchungsrichter in Boulogne surmcr das Ergebnis ihrer Untersuchungen über den tödlichen Unfall des belgischen Bankiers Löwenstein überreicht. Danach sei der Tod durch Sturz aus großer Höhe eingetreten. Anzeichen von Gewaltanwendung in mörderischer Absicht seien nicht sestzustcllen gewesen. Auch eine Vergiftung komme nicht in Frage. Mit 120 Kilomeiern in eine Marschkolonne. 18 Mann schwer verletzt. Paris. 19. September. Auf der von Stoyr nach Versailles führenden Straße fuhr heute abend ein Auto mit einer Stundengeschwindigkeit»wo 170 Kilo- meter In eine heimkehrende 19 wann starke warschabtei- luog eine» Versalller Fliegerregimeats hinein, vi» auf einen Soldaten wurden alle mehr oder weniger schwer ver. letzt. Der Zustand von 5 Soldaten ist so ernst, daß man an ihrem Ztuskommeo zweifelt. Der Wagenführer wurde verhaftet. fll(* führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und Du bist im Bilde Friedensbewegung und Abrüstung. Eine Diskussion der Iungsozialisten. Die Jungsozialisten veranstalteten am letzten Sannabend rn dem Sitzungssaal des Bezirksamts Kreutzberg einen Diskussions- abend über die in der Sozialdemokratie zurzeit lebhast erörterten Fragen der Friedensbewegung und Abrüstung. Die Diskussion wurde durch ein Reserat des Genossen Fritz B i c l i g k «mgeleitet. Cr ging von den letzten Ergebnissen der offiziellen Friedens- Politik, der Unterzeichnung des Friedenspaktes und der Abrüstuugs- debatte aus und legte die Stellung der sozialistischen Arbeiterschaft .zu diesen Fragen dar. Die Sozialdemokratie sehe in der offiziellen Friedensbewegung nicht die Sicherung, die Kriege unmöglich mati>e. Der Kellagg-Pakt soll zwar eine Aechtung des Krieges darstellen; «r ist aber mit soviel Vorbehalten der einzelnen Staaten onge- nommen, daß Verteidigungskriege immer geführt werden können. Wer will nun also Richter sein, ob diese oder jene waffentechnische Auseinandersetzung aus Angriffs- oder Verteidigungsmotioen ge- iükrt wird. GMsral v. Seeckt hat selbst erklärt:„Wer Sieger ist, hak immer KWit und kann dem Besiegten immer diktieren, daß er angcgrisfei� hat." Im Kellogg-Pakt ist außerdem der Krieg in einzelnem Staaten oder Staatenoerbänden verboten. Trotz dieses KriegsMtungspaktes kann also z. B. eine Kolonialmacht Einge- borc�n„ausstände" niederknüppeln. Die Staaten wollten auch nicht den Krieg ächten. Frankreich hatte Angst, daß Amerika seine Macht gebrauchen könnte, um französische Kolonien einzustecken. Der Referent wandte sich gegen die Ausfassung, daß die Bölkerbundspolitik uns den Frieden sichere. Auch dort werde den Kriegsrllstungen einzelner Staaten nicht energisch entgegengetreten. All die großen Streitigkeiten im Osten, im Süden und im fernen Indien und China werden totgeschwiegen. Die deutsche Bölkerbundspolitik könne auch nicht als sozialdemo- kratisch« Außenpolitik bezeichnet werden. Die Sozialdemokratie müsse ihr Arbeitsfeld für den Frieden in der Zusammenarbeit der Sozialisten oller Länder sehen. Leider habe die letzte Tagung der Internationale nicht so scharf wie der Weltfriedenskongreß der Ge- werkschoften eine wirkliche Äriegsächtung ausgesprochen. Der Referent sah in der Kriegsdienstverweigerung aller Sozialisten die beste Waffe gegen einen Krieg. In der Diskussion trat Genosse Lepinski der Auffassung des Referenten über den Kriegsächtungs- pakt entgegen. Mit diesem Pakt sei die Ideologie über den Krieg grundlegend geändert. Bisher wurde der Krieg glorifiziert. Schon in den Schulen begann die Verherrlichung des Krieges. Zum ersten Male habe die bürgerliche Gesellschaft den Krieg geächtet. Gewiß sei der Pakt vor allem in kretischen Zeiten keine starke Bindung, mw Kriege unmöglich zu machen. Kriege würden erst dann nicht mehr geführt werden, wenn sie unwirtschaftlich sind. Alle Diskussionsredner waren einig in dem Gedanken, daß die beste Sicherung des Friedens die Solidarität aller Arbeiter ist. Der Ausbau der Internationale als Machtinstrument der Ar- beiterschaft wird uns besser als alle Kriegsächtungspakte den Frieden sichern. parieinachrichien für Groß-Bertin Siufeudungev für diese Rubrit find ••tlia«»68, Lindeultrabe 3, stet»-» da««ezirkisetretarta» Z. Hat. t Treu, recht», ,n richte». 3. ftrei» Tiernarte». Mittwoch. 12.«eptenider, 18 vchr, in der«chnlaula Bocknuner Str. 8d, wichtig« Bettirksoersaimnlung. heule. Dienstag. 11. September. 68.»bt. Wilwer-dorf. 20 Utzr bei fiiifla. Louenburgee«tr. 9. Mft-fied-r. versamminng. Bortrag:„Die revolutionäre Entwicklung in Chiua. Ziele. rent Willy Schneider. Alle Genossinnen und Genossen werden in» voll. »ohliges Erscheinen gebeten. 106. iilbt. Johannisthal. Alle Genossinnen und Genossen, die Mitglieder des Berbandcs für Freidcnlertuin und tzxuerbeftattung find, beteiligen sich an der Nersammlung um ISVg Uhr iin Lokal„?um Einsiedler". Bestimmte» Erscheinen ist unbedingt erforderlich. <11. Abt. Bohusdors. 30 Uhr bei Heimann, Daltersdorfer Str. loa. vibung des Vorstandes. 136.«dt.«einickendorl-vst. lOpi Uhr im AaNonicnwäldchen ffreidenkeroe» sammlung. Alle Genossinnen und Genossen haben bort pllnlilich zu er. _ scheinen. Die Zunktionärsttzung fällt wegen der obigen Versammlung aus. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen. Mittwoch. 12. September, vegino um IS'� Uhr. 1.«dt. Hackeschcr Hof, Posenthaler Str. 40-41. Vortrag:.Da» Wohnungs. Problem." Referent Architekt Eiegsried Hermes. 2.«dt. Ohngemock. fiooimandantenstr. A. Vortrag:„gsirsorgeerziehnng. Referent Otto sienselau.-_ 3.«bt. Saal I des Gcwerkschastshausc», Engelufer 54—25. Vortrag:.Die vobtifch« Lage."— Reserent Artur Rachow, Oberlehrer. Die Dezirizssthrer laden dazu bestimmt ein. 4.«bt. Lokal Stamme!. Reue Friedrichstr. 1. Vortrag: Kommunale Angelegenheiten." Referent Biirgermeistcr ffritz Schneider. ü.«bt. Rosenthaler Los. Rosenthaler Str. N/12, Mitgliederversammlung. Vortrag. Referent und Thema werden in der Mittwoch. Morgenausgade dekanntaegeben. 8.«bt. Vllttner, Schwedler St«. 21, Vortrag:.Politische Tagesfrogen," Referent BUrgermcisicr Dr. Ostrowskl. 7.«bt. Zahlabende bei Döll, Vergstr, 70:«übe. Streliher Str. 5Z; Rauscr, Booenstr. 19: Betrau, Pflugstr. 1! BSrwalde. Schlcgelftr. 8. Vortrog: „Sozialdemokratie und Militarismus." Reserent Robert ffendel. 8.«bt. Fahladende der«lose, Lllxowuser Ui. Vortrag:„Russische Polltik." Referent Michael Hirschberg. Meyer, Lstsiowstr. 7. Vortrag:.Die poli. tische Lage." Referent Genosse Avprlt. Seiler, Steinmebstr. 2«. Referent Genosse Mühle. Lcuschncr, Elsholzstr. 5. Vortrag:.Führer und Masse." Referent Hermann Wäg-r. Rlckert. Stcinmcsistr. 30». Vortrag:.Die polt- tische Lage." Referent Franz von Puttkamcr. %.«bt. Brtushof, Pcrlcberger Str. 29. Bortrag:.Welcher Nutzen erwachst der Arlieiterklasse aus der Regierungsbeteiligung?" Referent Karl Weiner, .M. d. L. Alle Genossinnen und Genossen mlisscn bestimmt-rscheln-n. Ii»,«bt. 20 Uhr in den Moabiter Bierhallcn, fiirchstr. IZ, Mltglicdervcrsamnl. lung. Vortrag. Referent und Thema werden in der Mitbwoch.Morgen. ausgab« bekanntgegeben. II.«bt. Lokal Borger, Levetzowstr. 2l Ecke Iagowstrasie. Bortrag:„Neuzeit- liche Wirtfchaflsproblcme." Ncfercni Dr. Otto Suhr. Achtung! Die Be. zirksführer erscheinen bereits um 18Vj Uhr im gleichen Lokal. 12. Abt. Lokal Nachtigall, Veußefstr. 32, Vortrag:„Die Geschichte ber Sozial- demokratie." Reserent Wilhelm Miethle. 13.«bt. Blauer Saal de- Patzcnchofer, Tmmfir. 25, Vortrag:..Verlin als Hasenstadl." Reserent Friedrich Schlegel. <4. Abt. tzahlabendc bei Gotischalk. Putbusse- Str. 24, Bortrag m,t Licht. blldern:„Wandeinmg und Jugendherberge." Reserent Genosse Sutheit. Stork, Putbusser Str. 14, und Callies, Graunstr. 41. 13.«bt. gahlnbende bei Anton Volh. Vinetapiatz 7, und bei Theodor«ur. kowiki, Feldstr. Z. 16.«bt. Iahlabende bei Döhling, Vrunncnstr. 7«, und L-uschner, Ackerstr. 110. -17.«bt. Iahlabende bei Loeffzt. Tegeler Str. 50, Schreiber. Triftstr. 53, unb Rcuenkirch, Triftstr. 49. 13.«bt. Iahlabende in den dekannten Lokalen. «bt. Iahlabende. Bezirk m,. 806; Sruncrt, Panksir. ofl. 8U:»rodzinski, Gritnthaler Str. 5. 312: Schulz, Stetliner Str. 52. 81.3 und 819: Gott. schall, Grllnthglcr Sir. 14. 814/818: Schuchardt, ffhufimnioftr. 116. 820: Grllnbero. Prinzenalle- 57, Achtung! Bezirk 80-— 810: Der Iah ladend finbct diesmal nicht bei Schrepel stait, sonbcrn am Donnerstag, 13.<2ep- tcmber, 19�! Uhr. bei Syring. IüUchcr Str. 2- Tagesordnung: Vortrag. Verschiedenes. 36. Abt. Iahlabende in den dekannten Lokalen. tl.«dt. Iahlabende bei vllh«. Maxstr. 13: Damme. Schusftr. dt: KIlmann. Razarethtirchstr. 41; Hafmann, Prinz-Eugen�Str. 7; Hapves Nachf.. Mar. strotze 5: Krell. Utrechtcr Str. 21: Schreyel. Bntonstr. 8: Scholz,«dolf. strotze 12; Voigt Ziachf., Qudenardcr Str. 5. 22.«bt. Iahlabend bei Bartsch. Fehmarnstr. 1. Referent Hugo Hennicke. Herms, Mstllerstr. 26. Reseient Fritz Brolat. Radzay, Brüsseler Str. 4.3. Referent Genosse Kube. 23. Abt. Iahlabende in solgenden Lokalen: Lewondowski. Seestr. 104. Vor. trag:„Frankreich und die deutschen Wahlen." Referent Genosse Dr. Lcwin. Grunewald, Kameruner Str. 19. Vortrag:„Arbeitslosenversicherung." Referent Genosse Paslat. Gutfche. Transvaalstr. 25. Tictze, Barfusstr. 9. Mollnau, Mstllerstr. 62». Vortrag:„Arbeitersport und Kommunisten." Referent Genosse Lösche. König, Otavistr. 37. 24. Abt. Iahlabende. t. Gruppe: Rösner, Immanuolkirchstr. 25. Vortrag: „Warum Parteikrise— wo liegen die Fehlcrouellen?" Referent Erich Steuer. 1». Gruppe: Ulmer, Winsstratzc Ecke Ehristburger Stratze. 2. Gruppe: Vogel, Iablonskistr. 9, Bortrag:„Konsum— Arbeiterbewegung." Reserent Genosse Gstrtler. Z. Gruppe: Schulz, Earmcn.Sylva.Str. 51 Ecke Hosemannstratzc. 25.«bt. Iahlabende bei Kästner. Elbingcr Str. 24. Varvnsli, Pastenrstr. 6. und Rösler, Braunsberger Stratze Ecke Goldapcr Stratze. Gruvpe Wer» ncuchencr Echlotz fällt fort und oertcilt sich auf Kästner und Rösler. 26.«bt. Die Abteilungsverfammlung fällt wegen der Freidenker Versammlung, die um 19 Uhr bei Bstttner, Echwedtcr Str. 23, stattfindet, au». 27. Abt. Iahlabende bei Ieuqe. Milastr. 5; Mehlberg, Gaudystr. 6; Reetz, Eonnenburger Str. 1; Woohsmann, Gleimstr. 10; Glanz, Kopenhagener Strotze 37. 28. Abt. Iahlabende bei Maas, Prenzlauer Allee 232; Bartelt, Wörther Straße 19; Begener. Wörther'Str. 36; Iönecke, Hagenauer Str. 5; Rechen. berg, Choriner Str. 49; Zundel, Kostanienallec 29/30; Meyer, Oderdergcr Stratze 39. 29. Abt. Die Mitgliederversammlung fällt am Mittwoch ans und findet dafür Donnerstag, 13. September� 19 fh Uhr, im Altersheim, Danziger Str. 62, statt. Alle Genossen beteiligen sich Mittwoch an der Freidrnkcrversamm» lung bei Vllttner. Echwedter Str. 23. 36.«bt. Iahlabende. Bezirk 90. 9l: Pohst, Lychener Str. 103 Ecke Stargarder Straße. 92— 94; Schröter, Pappclallec 34. 97: Lokal Pappelallee 80. 98, 99: Kosfmann, Lychener Str. 8. 114— 120: Mahnkops, Earmen-Sylva» Stratze 123. 121—123; Seitler, Kanzowstr. 10. 124— 124a: Niebcrgall, Earmen�ylvaKZtr. 2E. 31. Abt. Iahlabende bei Goldschmidt, Siolpische Str. 35: Meißner, Echives. beiner Str. 34; Schwartz, Bornholmer Str. 9. 32.«bt. Zahlabevde um 20 Ubr in folgenden Lokalen. Gruppe Schumann bei Kromphardt, Paul.SInger.Etr. 49. Referent Genosse Schulz. Thema: „Arbeiterschaft und Volksbühne." Gruppe Vuchmann bei Drescher, Sira- lauer Platz 5. Gruppe Kluge bei Schmidtke, Krautstr. 44, Eingang Paul. Singer-Stratze. Gruppe Wartmann bei Horstmann,«m Ostbahnhof 18. Gruppe Tröder bei Klcinitz, Breslauer Str. 25. Gruppe Meister bei Herr» mann Thelch, Markusstr. 35. Alle Genossen mllsscn vstnktlich erscheine». 33. Abt. Iablabende bei Abraham, Wertalla uird Hossmann. Borirag i» allen Iahlabenden über:„Partei und Volksbildung." 34.«bt. Iahlabende in den Eomeniusfälen, Menieler Str. 67, Vortrag:„Der Sozialismus in der Gegenwort." Referent Dr. Georg Seidenreich. Rosin, Gnvener Str. 19. Vortrag:„Die politische Lage." Referent Heinz Manq. Mllcke, Warschauer Str. 17, Vortrag:„Djc politische Lage." Refereut Günther Joachim. Lokal Eadiner Str. 10, Vortrag:„Der Einheiisstaat." Referent Robert Keller. 35.«bt. Iahlabende bei Otto. Rigoer Str. 85, Vortraa:„Bei den Serben, Titrken und Kroaten." Reserent Otto Günther. Borkowsli, Schreiner stratze, Tiskussionsabend. Leiter Genosse Schneider. Bombe, Voigtstr. 21, Vertrag:„Die wirtschaftspolitische Lage." Referent Dr. von Ungern. Eternberg. Schule, Eamariterstr. 20, Bortrog:„Die Kinderfreundebew«. gung." Reserent«mond»» Prietzel. 37. Abt. Iahlabende. 1. Bezirk: Ievke, Ebertyfir. 7. 2., 3. Bezirk: Zerasch, Ebertystr. 10. 4., 5., 6. Bezirk: Raschle, Matternstr. 14. 3».«bt. Iabladenie in allen Bezirken. Die Mitgliederversammlung fällt aus. Erscheinen aller Genossen auf den Iahlabenden unbedinat erforderlich. 39. Abt. Lokal Treulieb, Wilhelmstr. 1l4. Bortrag:.Ponzerkreuzer und Sozialismus." Referent Pfarrer Auaust Bleier. 36.«bt. Achtung! Iahlmoraen früh 5 Ilde im„Modren".?«rns»lemer Str. 6, Bortrag:.Koalitionspalitik." Referent Sieafried«nfhöuser. M. d. R. 41.«bt. Iahlabende. 1. Gruppe: Elbrandt. kankivitzstr. 5, Vortrog:„Regte. rungsbildung." Referent Genosse Vetnareck. 2. Gruppe: Veinhofs, Belle. Alliance.Str. 74». 3. Gruppe: Schuster, Ehamissoplatz 4, Vortrag: »Mllnchener Räteregierung." Referent Paul Robinson. 4. Gruppe: Bra. mann, Fidicinstr. 16. 5., 6. Gruppe: Lude, Bcramannstr. 93. Vortrag: „Die politische Lage." Referent Genosse Keck. 7., 8. Gruppe: Schulz. Mnriendorscr Str. 5. 42. Abt. 20 Uhr Iahlabende in den bekannten Lokalen. 43.«bt. Kahlabende in den bekannten Lokalen. 44.«bt. Uchulaula, Mariannenstr. 47, Vortrag:„Die voNtisch« Laar." Res«. «nt Georg Stieglitz. 4».«bt. Iahlabende. Minnia. Lausitzer Str. 45. Matschenz, Farster Sir. 9. Wienziers. Rcichenbergcr Sir. 104. Neuwahl de, Gruppenleiter«. Penski, Wiener Stratze Ecke Ratiborstratze. Bortvaa:„Die Abwehr der Giftgase im koitimenten Kriege." Referent Professor Mehner. 66.«bt. Mitgliederversammlung bei Burckbardt, Görlitzcr Str. 52. Reftrent wird in der Mittwoch.Morgenausgabe bekanntgegeben. Diskussion. Partei. »ngelegenheiten. Wir erwarten recht rege Beteiligung. 47. Abt. Iahlabende. 82. und 83. Bezirk: TImpe, Raunvnstr. 50. 97: Lier. Ngnnnnstr. 9. 98 bi» 100: Siedentopf, Muskouer Str. 85. Reserent Rektor Fischer. 101—105: Ledmann, Muskouer Str. 1. Bortrog:„Der Brüsseler Kongreß." Referent Genosse Kotschi. 48.«bt. Gliesings Festsäle, Wassertorssr. 58. Vortrag:..Die Stellungnahme ber Sozialdemokratie zum Militarismus." Referent ReichswirtsGoft,. minister a. D. Robert Schmidt. Eharlottenbnrg. kl. Abt. Iahlabende. k. Gruppe: Schellbach. Königin.EIila. beth.Str. 5. 2. Gruppe: Lokal Sophie-Eharlotten-Sir. 88. 3. Grvpve- Dörre. Danckelmannstr. 18, Vortrag:„Wohnunosnot."— 52.«bt. Lafol Reis, Kaiserin-Augusta.Allee 81, Bortrao:„Unsere Genossen s» der Re. giernng." Referent Stadtrat Willy Kühne.— 53. Abt. Iahlabende. 1.. 2. Bezirk: Schwcikert. Erasmusstr. 2. Vortrcg:„Der Freidenler im Kulturkampf." 3.. 4. Bezirk: Lur, Huttenstr. 25. Vortrag:..Arbeiierbewe. annq In Rot." Referent Paul Amhoff. 5., 8. Bezirk: Eteiningcr, Sutten. stratze 34, Vortrog:„Unter dem Soziolistenoesetz." Referent Adolf?lbter.— 54. Abt. Iahlabende. 5. Gruppe: Jugendheim. Rosinenstr. 4. Referent Genosse Welgel. 5. Gruppe: Lokal Lelinholtzstr. II. Rctcrcnt Stadtuer, ordnete! Schmidt.— 55. Abt. Lokal Reimer. Dilmersdorlcr Str. 21, Vortraa:„Ein Taq auf dem Arbeitsgericht" Referent Dr. Stöht3 Sekretär im AfA-Vund. Verschiedenes.— 35.«bt. 20 Ubr Gruppenderiomm» lunaen: erste und dritte Grnvpe bei L'erlch. Kantstr. 52: zmeitc Gruvrc dei Foskawiak. Holtzendorffstr. 20.— 57. Abt. Iahlabende. t. Gruppe: Arndt, Kantstr. 51. Vortrag:„Gebrauchen wir eine Wehrmacht?" Referent Stadt» rat König. 2. Grnvpe: Thimack. Wielandstr. 4, Vortrag:„Aus meiner Prayis." Rcterent Rektor Eckmücker.— 5«. Abt. Rankebems, Rantestr. 4, vorn 4 Tr. Vortrag:„Die Grundlagen unserer Volitik." Referent Dr. Gre. gor Bienstock. 59. Abt. Spandau. Altstadt Tstrkische» Kelt. Blsmarckstr. 11, MItqliederver- sammlung. Referent und Thema werden in der MittwochaRorgenausgobe bekanntgegeben. 6!. Abt. Spandau. Neustadt Union-Festsäle, Echönwalder Sir. 80. Vortrag: „Die»osiiiside Loge" Referent Lavdtagsabgeordnetrr Hermann Harnisch. Alle Mitglieder müssen»ur Stelle sein. 52. Abt. Siemen-Nadt. 20 Ubr bei Marsondt,..Seidekrug", Nonnendammallce, Mitgliederversommlung. Referent und Thema werden in der Mittwoch- Morgrnousnad« bekan n loeoeben. 63. Abt. Staaken. Lokos Müller. Spandauer Stratze. MitoNederorrlommkung. Bortrao:„Die Sozioldemofratie ols Kulturfaktor." Referent Georg Raible. 67. Abt. Grunewald. Vohnhofsrestanrant Wurzbocher. Mitglicderoersammlnng, Vortrag:„Unsere Konsumbeweouna." Referent Genosse Lamm. 68. Abt. Saleniee. Sondmoun. Destfäkisch« Stratze 42. Vortraa:„Die geschicht- liche Entwicklung des Sozialistengesetzes und feine Folgen." Referent Bern- hard Krüoer.» WUmersdors. 7t. Abt. Lau. Hildeqardstr. It. Voriroo:„Kommunalvolitik." Referent Stadlrerordneskr Haus Woywod.— 72. Abt. Lokos Senaebusch. Worziner Ecke Laubachstratze. Vortrag:„Die Wirtschaftsloge Deutschlands." Referent Salo Kouve.__ 73. Abt. Schmaroendorf. 20 Uhr im Deutschen Sau«. Breite Stratze 34. Mit- aliedcrvrrsammluna. 74.«bt. Iebteubors. s-edlung Fifckital: Kahlodend im Lokal Brumm. Ricvwister. Ecke Schltekfenstratze. Vortraa:.Rirtlchaftsdemokratie." Referent: Dr. Arons. Alle Mitolleder müssen erscheinen. Schönebera. 77. Abt. Iahlabende 1. Bezirk: Milde. Nollendorkstr. 15. 2. Bezirk: Jürgens. Borbarossostr. 5a. 3. Bezirk: Ieuoner. Grnnewaldstr. 35. > Bezirk: Will. Mariin-Lutder»Str. 50.— 78. Abt. Iahlabend». I.. 2. Be- zirk: Küllmer. Houvisir. 8. 3„ 4. Bezirk: Rofrnihgl. Ebersstr. 55. Vortrag: „Warum und wozu ebrenomllichr Vftracr in der öflentlichen Fürsorge." Referent Dr. Adler.— 8«. Abt. Selmboltz-Gymnosium. Rubensstr. Vortrag: „Vonzcrkrcuzer und Koaliiionsvoliiik." Referent Gustav Fuhs. 81.. Abt. Friedenau. 20 Uhr im Scshllschastszimmer de« Ratskeller«. Am Lauter- vlotz. Vortrag:„Regierung und Partei." Referent Dr. Eorl Mierendorft- 83.«bt. Licktersstde. Iahlabend für West um 20 Uhr bei Schmidt. Hindenburg- dämm Ecke Roonstr. Vortrog:„Die Srortbewemma im i2. Bezirk." 84.«bt. Lankniitz. 20 Uhr bei Lehmann. Koiler.WIlhelm.Str. 29 Gl. Vortrag: „Die wirikchaftspoliiische Lage." Referent Dr. Alerandcr Schönbera. 85.«bt. T-Mpelhot. Iahlabende. 1. Bezirk: Lokal Wicke. Dorlstr. 1.?or!rag: „Kommunale Gesundheitspflege." Refercntin Stadtverordnete Dr. Käthe Franlcnthal. 3.. 4. Bezirk: Lokal Primus. Iur Linde, Werder. Ecke Friedrich-Karl-Str. 6. Bezirk: Lokal Lange, Ringbahnstr. 5. 7. Bezirk: Lokal Happel, Dottlieb-Dunkel-Eck« Germaniastr. Vortrag:.Berlin«« Kommunalpolitik." Referent: Ltadwerordneter Richard«rille. 06.»ariendarf. Iablabende. L. L, f. Bezirk: Remnever. Schäneberg« Str. 8. bis 5. Bezirk: RUndork, Ebausseestr. 19. 8. bis 10. Bezirk: Schräder, Friedenstr. 5. 87.«bt. Marienleld«. Iahlabend der Schuster. Kirch str. 68. Tagesordnung: Untere Werbcwoche. Neukölln. 89. Abt. Iahlabende. 1. bis 4. Bezirk: Erommeck, Sanderltr. 10, Vortrag:„Berufshygiene." Referent Dr Albert Stein. 5.. 7., 8. Bezirk: Wille. Reuter- Ecke Lenaustr. Vortrag:„Kulturhitlorische Aufgaben im neuen Parlament." Referent Kurt Lücke. 5.. u. 12. Bezirk: Brand. Pfsügcr- Ecke Nansenstr. Bortrag:..Die Aufgaben de« Bezirtsamtes." 9.. 10., 18., 19. Bezirk: Fischer, Hobrechtstr. 54. Vortrag:„Neue Weae zur Förderung des internationalen Gedankens." Referent Wilhelm Flocrke.—»0. Ab:. 1988 Uhr Mitgliederversammlungen in solgenden Lololen: 13. Bezirk bei Rüdiger. Lohmühlenstr. 36: 15. unb 26. Bezirk bei Jahn,' Fuldastr. 45; 16 und 25. Bezirk be! Echönfisch. W-ichsclstr. 15: 17. und 24. Vczir! b-i Lehmann. Tevstr. 8: 22. Bezirk bei Tietz. Mainzer Str. 4: 23. und"G?- »lrt bei Schabcilo. Weichsctstr. 5, Lichtbildervortraa: 34. und 43 Bezirk bei Klcistner, Flughasenstr. 7; 35. Bezirk im Fdcalkosino. Weichseistr. 8.— 91. Abt. Bergschlotzhöhe. Karlsgartenstr. 5/11. Portrag des Genossen Dr. siurt Löweu stej». M. h. R. Alle Mitglieder müssen bestimmt erschriusn.— 92. Abt. Iahlabende halten pünktlich 20 Uhr ab; die Bezirke. 14. 29. 30 Wcserstr. Vortrog des Genossen Mar Fcchner. Mitglied des Landtags: die Bezirke 31. 44. 45, 55 bei Wölfs. Kaiser-Friedrich-Str. 173 Ecke Roseggcrstr. Vortrag des Genossen Emil Barth fen. über politische Gegenwartsfragen; dle Bezirke 45. 47. 59 bei Simon. Berthelsdorfer Str. 10. Vortrag dee; Genossen Lompka Uder den Brüsseler Kongreß; die Bezirke 72. 73 bei Schenk. Rosenftr. 24. Vortrag des Genossen Felir Fkche.'da» über dir politische Lage. Auf allen Iahlabenden außerdem wichtige Mitteilungen dev Abteilungsleitung. deshalb Erscheinen oller Genossinnen und Genossen unbedingt Pflicht.— 93. Abt. Lokal Schillling sfrüher Wolfs). Kirchhof. stratze 41. Bortrag:„Unsere Regserungsfieteiligung." Referenl Stegfried Aushäuser, M. d. R. Freie Aussprache. Abtciltuigsangcleqenheite». Ber» schiedsnes.— 94. Abt. Iahlabende. 51.. 68..?5„ Bezirk; Schröder. Stein. metzstratze 52. Vortrag:„Einheitsstaat und Veinvaltnngsrrsorm." Reserent Ernst Renmann. 52. Bezirk: Schröder, Erlchower Str. 5.— 95. Abt. Lokal Krieger, Lesstngstr. 9. Vortrag:„Die Unternehmerorganisationen." Refereut Willn Grotznianu. Achtung! Die Bilder können abgeholt werden. — 96. Abt. Iahladende. Bezirke 86 und lOi: Brandt. Thüringer Str. 38. Bortrag:„Politische Tagessrageu." Reserent Billy Schneider. Bczirte 80. 87. 88; Lübben, Thomasstr. 5. Vortrag:„Probleme der Wirtschaftspolitik im kommenden Reichstag." Referent Dr. Walter Bomke. Bezirke 102. 103. 104: Iillmer, Rogatstr. 56. Bortrao:„Die politische Lage." Referent Kurt Gcotzmaim. Bezirke 93 und 94; Frenkel. Schierke, Ecke Podestr.— 97. Abt. Lokal Rudolph. Sermanustr. 156 Ecke Knesebeckstr. Bortena: „Fugendpftege." Referent Stadtrat Karl Schneider.— 98. Abt. Lokal Teich. Kncsebeckstr. 135. Vortrag:„Der Mensch der Iukunfi." Reserent Ernst Obervber. Erscheinen aller Genossinnen und Genossen ist Pflicht. 99. Abt. Britz-Buckow. Iahlabende. 3.. 5-, 5. Bezirk: Gutschmidt. Bürorr» strotze 48/49. Vortrag de« Genossen Schierbauw. 7. Bezirk Gratz.S'eMting: Lokal Buschkrug. Rudowcr Str. 49. Vortrag:„Schlichtuygswese»." Reserent Paul Iudrlan. Alle Mitglieder müssen erscheine». 16t. Abt. Treptow.' Iahlabende bei Oettinger. Kiefholzstr. 34/35. V-'rtrrg: „Unier dem Sozialistengesetz." Referent Ltadtamtmar-n Georg Reich. Lokal Elcvhan, Graetzstr. 1. Vortrag:„Wohnungswesen." Reserent Architekt Otto Most. 162. Abt. Vaumschnlcnweg. Lokal Borgmann. Kiesholz. Ecke Baumschulensts. Vortrag:„Die Arbeit der Sozialdemokratie im neuen Reichstag." Rcfcrenlin Marie Kunert. M. d. R. 163. Abt. Oberschönewcide. Iahlabende. I., Z. Bezirk: Lokal Knopp«. 3.. J.?e. zirk: Lokal Winkler. Achtung! Dort bei WinIIer um 19 Ubr wichtige Sitzung sämtlicher Funktionär«, anschließend gahladend. 5., 6. Bezirk: Lokal Emmerich. 104. Abt. Riederschöneweide. Lokal Brückellouse. Brückenstr. 15. Borsraa:„Koni» munalvvlitilches au» dem 15. Bezirk." Reserent Bürgermeister Grztvow. 165. Abt. Adlershos. Lokal Bogel. Pismarckstr. 74. Borirag:„Die positischä Lage." Referent Karl Palmer. 106. Abt. Zohannisthal. Lokal Schreiner. Friedrichsir. 6. Bortrag des Genosse« Dr. Hermann Schützinger. Polizeioberst a. D. 167. Abt. Falkenberg-Alt-Glienicke. 20 Uhr im Gemcinschoftshaiis der Garte«. stadt Falkenberg. Vortrag:„Politische Tagesfragen." Referentin Eloröl Bohm-Schuch. M. d. R. Alle Mitglieder müssen erscheinen. 108. Abt. Köpenick; Iahlabende. Ast. und Kietzvorstadt: Lictsch». Dorolheen. stratze 1. Referent Stadtverordneter Robert Rodde. Köllnische Vorstadt; Stlppekohs, Schöneiii ndcr Str. 5. Referent Vezirksverordneter Keil. Damm- Vorstadt: Achtung, andere» Lokal: Lokal Stadtpark. Bahnhotstr. l. Referent Bezirksverordneter Tolisdorf. In allen Iablabende» Vortraa über Kam- munalvolitik. Di« Funktianör« werden gebeten, einzuladen. 106. Abt. Frlediichshage». Lokal Scholz. Friedrichstn. 8l. Vortrag:„Was lebrtz »n» Brüssel?" Reserent Alexander Stein. Bericht vom Abteilungsvoritaaifd. Kreisvorstonb und Pressekommission. Wir beginnen, wie immer, pünktlicki 20 Ubr. 116. Abt. Grünau. 30 Uhr bei Werner. Köpenicker Str. 125. Vortrag..Partei und Ponzerkreuzer." Referent War Heydemann. Svmvathisicrcndr sind dazu eingeladen. III. Abt. Bohnsdorf. Iahlabende dei Seimann. Waltcrsdorfer Str. 100. Lichtenberg. 114. Abt. Lokal Schentke, Krossener Str. 14. Vortrag:„Politisi und Wirtschaft in der Gegenwart." Referent Kurt Kietzmann.— 115. Abt. Iahlabende. l. Gruppe: Hcmpel, Jung- Ecke Scharnwkberstr. 2. Gruvpe: Labann. Oder- Ecke Jüngste. 3. Gruppe! Rodtke. Mügges. Ecke Scharnwebcr» stratze. 4. Gruppe; Seipte. Kronprinzen» Ecke Echarnweberstr.— 116. Abt. Lokal Albrnht, Borhogener Str. 62. Bortrag;„Panzerkreuzer— Regierungskrise?" Reserent Gerhard Krämer.— 117. Abt. I-ichensaal. den Schute Ate! str. 60. Vortrag;„Dir politische Loge." Referentin Mathilda Wurvt, M. d. R. Alle Mitglieder mllsscn erscheinen.— 118. Abt. Lokal Tempel, Gudrunstr. 7, Mitgliedernersammluna. Reserent und Thema werden in der Mittwoch- Morgenausgabe bekanntgegeben.— 1l9. Abt. Icichenlaal des Eäcilien-Lyzeums. Rathausstr. 8. Vortraa:„Reichsreg-eriiug und Sozia i» demokratie." Referent Dr. Julius Moses. M. b. R. Wir erwarten zahl- reiches Erscheinen. 120. Abt. Frieiirtchsselb«. Lalal Tempel. Prinzenallee 45. Vortraa:..Paü 50 Jahren." Referent Rodert Breuer. 121. Abt. Korlshorst. Deutsches Saus. Stolzenselsstr. Vortrag:..Partei- und! Regicrungsvolitik." Resereni Willn Stetnkovf, M. d. R. 122. Abt. Biesbors. Poratb. Marzahner Str. 31. Mitgliederversommlung« Wichtige Tagesordnung. Niemand darf kehlen. 121. Abt. Kaulsdort. Lokal Escherisch. All Kaulsdorf-Ecke Dorlltr. Bortragj Schulfragen." Zlefercnl Reklor Lenz. Söst- sind willkommen. 124. Abt. Mabisdoef. Lokal Ander». Bahnhofstr. 37. Vortrag:„Die volitischg Lage." Referent Wilhelm Tietacn». Alle Mitglieder müssen erscheinen. 128.030. Abt. Pankow. Iahlabende. 1. bi» 3. Bezirk: Willner« Brauerei« Berliner Str. 81. Vortrag:„Politische Togeafrag«»." Referent Sans Bauer. f.. 5. Bezirk: Lokal Grunow- Ecke Schulsir. Bortrag:„Wirtlchaitsvolitik.n Referent Kurt Schindler. 5. Bezirk: Lokal Reumann. Mendelstr. 17. Bortrag:„Schule und Erziehuna." Referenti» Stadtverordnete Lisbetli Hübner-Riebger. 7. Bezirk: Lokal Sänacrbeim. Florastr. 93. Vortrag: „Der Kellogg. Pakt." Referent Eduard Iachert. M. d. R. 8. Bezirk« Forst. bans. Wollankstr. 1l5. 9. Bezirk: Lokal Huth. Wollantstr.»1. Vortrag: „Kulturpolitisches." Referent Dr. Sturm. 131. Abt Riederschönhousen. Lokal Wilhelmshof, Kaiser-Wilhelm-Str. 54. Bortrag:„Panzerkreuzer unb Partei." Referent Richard Meier. Ohne Mit» gliedsbuck kein Zutritt. 132"Gt. Blank- nburg. Lokal King. Dorfstr. 2. Vortrag:„Die volitisckie Laae.9 Referent Bezirkoverordnetcr Bruno Theet. All« Mitglieder wüsten er» scheinen. 133. Abt. Buchhol». 20 Uhr bei Rossack. Sauvtstr. 7l. Iahlabend. 134.«bt. Puch. Lokal Göpfert, Am Bahnhof. Vortrag:„Die politische Lage.ss Referent»Idol oh öofsmann. M. d. R. Alle Genossinnen und Genossci, müssen zur Stellr sein. 135. Abt. Karow Iahlabend im Lalal Zum Ponkgrafen, Pankgrafenstr. 3. Thema:„Die potitiichc Lage." 136. Abt. Reinickendaes Ost. Iablabende. 1. Bezirk: Kemnitz. Graf-Rödern-Allea. 2. bis 6. 10., Ii. Bezirk; Rochhans, Residcnzstr. 7.. 9. Bezirk: Steinbach. Schillerprooienode. zz.. 14. Bezirk: Spindler, Hansa str. 15,, 16. Bezirk: Ncumanit. Pankower Allee. 17., 21. Bezirk: Brückner, Provinzstr. 137. Abt. Reintckendorf-Weft. Gemeinsamer Iahlabend im Bolkshaus. Scharn« weborstratze tl>. Bortrag:„Wobniingswcscn." Referent Stadtrat Söurabe» dahl 138. Abt. Hermsdorf. 20 Uhr pünktlich Lokal Olrent, Bahnhof- Ecke Berliner Str. Portraa:„Sozialdemofratie und Landesverteidigung." Referent Dr. Mifchler. Geschaftlichcs. Rege Beteiligung wird erwartet. 136. Abt. Tegel. 20 Uhr iin Lotal Otto Sälvdr. Berliner Str. 17 Ecke Beithsto, Borirag:.D>c poliliiche Lage" Rcirrcnt Älsrcd Henke. M. d. R. Per- schiede»?», lheoe Peleiiigung ist unblbiuat ersarderlich. 146. Abt. Barssamaldc. Lokal Woitschach, Ernststr. l, Vortrag:„Die politischa Lage." Referent August Riemann. >16» Abt. Wittenau. Lokal Schulz, am Nordbahnhof, Mitgliederversammlung. , Reserent und Thema werden in der Mittwochmorgcnausgabc bekannt. gcgcbcn. 141. Abt Rokentbal»»d Riederschönbausen-W-rst. Mitgliedernrrsammlung 20 Uhr b<> E'iing. Ede.weitz. Ocke Kronprinzenstratz-. Vortrag;„Die poli» tische Lage." Reserent wird in drc Miitwochmoi genau- qade bekanntgegeben, 143. Abt. Waidmaunslust. Lokal Schinsschke. Woidmannftr. 4, Mitglicdervcr» sammlung. Vortrag:„Politisch,- Tagesfragen." Referent Reichstagsabgo» vrdnetcr Franz Künstler. Alk wenofsinnen und Genossen müssen erscheinen. Wslks Akns-ekloi'cxtonk Oer derudmte. soeden aus l\s\en TiirilHogekehrteTibetforsdier Dr. Wilhelm Filchner schreibt uns wie folgt: Von Srinagar aus, dem Endpunkt meiner 2V2]ahre währenden innerasiatischen Expedition, darf ich Ihnen mitteilen, daß ich mit dem von Ihnen hergestellten Chlorodont wiederum sehr günstige Erfahrungen machte. Meine Zähne sind gesund geblieben und haben immer noch blendend weiße Farbe. Die erfrischende Wirkung wurde von mir besonders in heißen Zonen angenehm empfunden. Ich werde das genannte Mittel auch fernerhin in Gebrauch behalten und empfehle es besonders Forschungsreisenden angelegentlich zum Gebrauch. Srinagar, den 16. April 192S. Dr. Wilhelm Fildiner.—(Originalbrief bei unserem Notar hinterlegt)— überzeugen Sie sich zuerst durch Kauf einer Tube zu 60 Pf., gfoße Tube 1 Mk. Chlorodont-Zahnbürsten 1.25 Mit, für Kinder 70 PL Chlorodont-Mundwasser Flasche 1.25 Mk. Zu haben in allen Chlorodont- Verkaufsslellen, Man verlange nur seht Chlorodont und weise jeden Ersatz dafür zurück. Vonverstag. 13. September. «.«TM. MnIMch» Übt bn?un«. SttribimWte. 15,«rtHTu fung. Potttog!.Sozio riffischt Aichknporitik.' Rtfrttut Rox D!t B�zirksfllhrkt I«!>cn hierzu ein. Arauenveranstollungen: Z«.»bt.»«iuüitilbotf.vll. AStun«! Di« Belilbtigun« b«»?«t»>ijder»d»rscr Str. 1,1, aus eine ZSjährig« Mitglieds chast in der Bortet zursick. Sticken, llusce siienoflc war nicht nur al» rege« Mitglied tätig, sondern ist bereit« seit 15 Zahle» Varteisnnktianär. Wir beqlückwünlche»«asere» Srnossrn. Möge e» ihm»rraäant sein, noch recht lange Zahre bei»aler Sesnndheit mit An» fsir die Vcsrcinng der Arbeitrrklasie ,» kämpfen. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Serliv Siafe»dunae» für diefe Xiibrlt mmmtoä Ja�tnbftfrdmUt, Serfln GW 68. �wdenffraße 3 «chtuag, Rheiafabrer Baiersdorf? Die Aufnahmen find eiug«tr»ffe«_ Die Karten Mr Iugendveranftoltuvg der Boltsbühne �Was ihr»ollt� om Gonntag,.V». September, 15�4 Uhr, find von verschiedenen Abteilungen noch nicht abgeholt morden. Dieses ist umgehend nachzuholen. heule. Dienstag. 19% Uhr. ställnifcher Park: Heim Osten. Große Frankfurter Str. IS, Almut« I: -Grit nie zum Weltkrieg".— Brnnnenplaß: Heim Weltlich« Schule Pank., Eck« Wiefenstrahet.Koalitionspolitik und Panzerkreuzer"'.— Weddlng(R.?.): Heim Llltticher Str. 4 lSchule):.Aufbau Iinferrr Organisation".— vedding- Rird: Heim See-, Ecke Turiner Straße:.Darwinismus".— Fallplag l: Heim Schul« Sonnenburgec Str. ZN:.Erinnerung an die Marine-Iustizmord« 1917 Vorträge, Vereine und Versammtungen. Reichsbanner �Schwarz-Rot-Gold". Gekchättsstelle: Berlin S 1«, Eebastianstr. 37/3$, Hof 2 Zr. Sonnorftand. Mittwoch, 12. September, 29 llhr. olle Motorradfahrer im Gaubureau, Berlin E. It. Seboftianstr..17—39.— Dien»tag, 11. September. Tirrgartea, Komeradlchast Hansa: Versammlung bei Trstmprr, Flensburger Str. z. Vortrag drs Kam. Popper:„Reiseeindritcke in Nord- und Sildfrankreich". Pankow(Ortsnerein): 20 Uhr Sportlersitzung hei Meeß.— Mittwoch.>2. September. W'lmrrodorf, Iugendfameradschaft: 29 Uhr Eos« Hvhmann. Uhlondstraße. Gäste willkommen. Ober.. Riederfchöneweid«»od Johannisthal: Zungbannerkanieroden I7ti. Uhr auf dem Sportplaß an der Rennbahn. Bei Regenwettre Iugenbheiin Ntederfchöneweide.— Prenzlauer Berg: Versammlungen 0M Donnerstag, 1Z. September, NM 29 Uhr: Kam. Balkan bei Vogel. Iablonskistr. g. Kam. Königstor bri Rösner, Immanuel. kirchstr. 2Z. Kam. Senefelderploß bei Büttner, Schwebtet Str. 23. Kam. Falke bei Zeuge. Milastr. 5. Kam. Rorbkap: Schwrlbeiner Str. 19. Vortrag Kam. Abter:„Deutschland und Frankreich". Iterton. fcfl« Teehofer. SWt) Dilk-m. Taut. Tomhat,®fc Schk. Sag, Mpspitze. Lunaria, Kakadu I, Campanula. 8. Nennen, l. Lindenwirtin I(Jauh sen.), 8. Ehrenderg sJ. Muls) 3. �uisiT nsper»(I. MllS). Toto: 141: Ist. Platz: 22. 1«, IV: 10. Fern« Itefen: Palmetto Silber, Malteser, Großmogul, Minni Hall«, Jsarwelle, Ann! Goudst«, Erifa, Kohlenkönigin. 8. R e n n e n. 1.«atzhöserin(Lem»«). 2. Dancing Girl sRctzkl), 8. Modern lIlautz jr.). Toto: 72:10. Platz: SO. 52. 26: 10. Fern« llefen: 2tt, Adeline. Kortenspieler, Jdasa, Anter I, Propell«, Aldis«. GlückSdogel, Potsdam, Unheil. 4. Rennen. 1. Anita Worth»(Kaupper), 2. Leonard« Gh. Mill«).: 8. Hannibal(RinginS). Toto: 54: Ist. Platz: 24, 20: Ist. Fern« Uesen Sdzard, Arnim. 5. Renne«. 1. Mpengei«(Knöpnadel fr.), 2. Königsadler(Lanten. b«g«). 3. Marne« al(F. Mill«). Toto: 58: Ist. Platz: 18. 85. 18: Ist. Fern« liefen: Dalvton WattS, Peter Hamster. Johanniskäfer, Dompfaff I, ManzanareS, WainSca, Lockung, Nativc ForbeS. «.Rennen. 1. Abteilung: 1. Friesin(Teil), 2. Rarturbursche sG. D.Müller), 3. Lombardei(0. Sokohl). Toto: 81: Ist. Platz: 17, 37. 21: Ist. Ferner liefen: Terraria, Theolrat, Blondtnchen, Athener. Pusselchen, Dante, Erich S, O'Captain Leerberg.— 2. Abteilung: 1. Selamit > Timm). 2. Aicrdc(Bergcr), 8. Omnteffenz(Honka). Toto: 77: Ist. Platz: 22, 38. 14: Ist. Ferner liesen: Freibeuter, Kroschel, RuShaga Boy, Valencia I, Pa S, Weinstock, Charade, Dichtung. 7. R e n n e n. t. Mia Halle(Heckert), 2. Hexenmeister(Ferech), 3. Satan (Kaupper). Toto: 33: Ist. Platz: 13, 15, 29: Ist. Ferner liefen: Haga Wetterbericht der öffentlichea wetlerdicnstftelle v«lw ,n» v«z«g«»d iRachdruck ncrdoten.) Wechfelnd bewöitt, ohne erheblich« Riederlchlage. Temperaturen wenig verändert, mäßige westliche bis südwestliche Winde.— Süt Oeutfchland. Im Küstengebiet vielfach ftärler bewölkt, strichwerfe leichic Regenfälle, im übrigen Reiche teilweise heiler und teiue nennenswerte Regensälle, am Tage ziemlich warm. „Die schöne Gardine.— Das schöne Dell." I.«. Srünfeld. das Sonderhaus für Leinen und Wäsche, Leipziger Str. 20—22, veranstaltet eine Gardinen- und Bettenousstellung, die in künst- lerischcr Hinsicht vollendet ist und sehr viele Anregungen bietet. Zudem soll diese Ausstellung zeigen, was sur Wunderwerk« in dem Bereich« der Gardinen rmd Bettwäsche in Deutschland erstehen. Jn der Tat, es können sowohl die ausgefallenste Laune, wie der zweckmäßigste Wunsch erfüllt werden, chauchsem, also in ihrer Art gesundheitsfördernd sind die meisten der modernen Gardinen. Sehr angenehm wird«s manch« arbeitsam« Hausfrau berühren, daß man zu passenden Stores sich selbst Gardinen anfertigen kann, weil man Stoff mit Hohlsaum und bunten Streifen neuerdings meterweift bekommt. Als Neuheit bestaunt man auch die Kunstseide, die sich in ihrem unaufhaltsamen Sicgeszug nun sogar dos Gebiet der Gardin« erobert hat. Man sieht Kunstseid« mit Baumwolle ver- mischt und desgleichen Kunstseide ohne andere Zutat, vollkommen licht, und waschecht. Mst ausgelegten bunten Blumen geschmückte Bettwäsche wird jetzt, was noch nie dagewesen ist, kochecht heraus- gebrocht. Wer nicht an glatter Bettwäsche Gefallen findet, für den erweist sich die aus gestickte Maschinenstickerei, die den Stoff nicht beschädigt, sehr praktisch. Doch sieht man selbst bei Prunkwasche. wie Zicrrat angebrocht werden kann, ohne unbequem zu wirken. thin und wieder gewahrt man, in Filetstores usw., die neue Linien- sührung. Echmerhörig«»etkfB erstaunt sein Über die nrneu elegantru Ausst'llunas. NU» Verkaufsräume der seit Iabeen dekaunt»- Firma Hermann Dombrowikt. ». m. b. H.,»erlin S. 14. Aleranbrinenstr. 7«. Do» von Pen Kunden in den norigen Räumen oft störcnb empsundene Warten fällt setzt fort, weil genligrnd Personal und Borsübrungsräume vorhanden sinb. Die Ftrma Hermann �om- browski, G. m. b. H., Berlin S. 14, Alexandrinenstr. 79, gewahrt eines Ez. öffnungseabatt von 10 Proz. Ab 15. September wieder Zirkus iu Berlin, denn au diesem Tage wird der Zirkus Busch, diese allen Berltneru so vertraute und au» der Reichshouvtstadt *....___«., 1_ S..._ y ri______ w r__ n...... �. n r SS C*,»> 74' S 1 1' e arbeiten versprechen einen ebenso gediegenen wie behoglichen Aufenthalt, Direktion weiß, bsß fie sich die längst traditionell gewordene Liebe der Der. liner nur zu erhalten vermag, wenn fie beste Kunst zu billigen Eintritts. preisen bietet und letztere bleiben darum die alten, aber das Eröffnungs. Programm wird durch feinen Glanz und feine Fülle überraschen. »«MWMM-WzffS Ä22I betrlebsrilte Die Belriebstät«. Zeitschrift Nr. 18 ist erschienen und kann gegen Vorzeigung der L rgltimatlonskart« de, Betrteb»rat,»Ob- mann«» in unserem Bureau. Zimmer 5, oder nach 4 Uhr im Zimmer 4, entgegen- genommen werden. «lttluig! UfflUroetfartielter �tunni Di« Brandl«n-Ocrfraunnsrnanncr- (onfctcaj der Walzwerk-, Draht., Blei- kobel mrd Pauierrohr- Arbeit« und -arbeltertnueu findet om Donnerstag. dem 13 September, nicht statt. MRMkvemeMZlselem! Unsere Brand) ea-Becfcaucnsa>aBa*u- «onlerenj findet nicht am Donnerstag, dem 13. sondern e rst am Donner»- tag. dem 29. September, statt. Mtgnii! verttMvslevte 6er Werkzeugmacher, Werkzrug- härter und Werkzeugschleifer. Donnarskog, den 20. Z-pIdr.. abend» 2 Ahr. im Sthnngswal da» Bar- bandshanse», Cinlruftr. 83«5 Velttllllwsllliillllerkollfelevz. Canacrslag. dan 13. Septavobar Bezirksversammlungen in folgenden Lokalen: 1. Bezirk:. ZumPserdemarft", Weißen. fee, Schönstr. 78/85, nachm 5 Uhr. 2. u. 4. Bezirk: Eomeniu»-Söl«. Memeler Straße 97, abend, 7 Uhr, 3. Bezirk: Hugo Wogen er, Frankfurter Allee 236. nachmittag« 5 Uhr, 5. u. 7. Bezirk: Ewald» Beteinst) ou», Ekalttzer Straße 126, nachm. 5 Uhi, 6. Bezirk:, Sarisgarten", Neukölln. Karlsgartenstr. 6/19, abends 7 Ubr. Prasier. Michaelkirchstr. 29a, nachm. 3 Uhr. ..Zum Alexandriner", Alexan- drinenstragr 37a. nachmittags 5 Uhr. Luifenstädtischr» Elubhau», Anneusiraßc 19» nochviittags 41-, Uhr, ,Lmm Aleraudriuer", Alexan- drinenstraße 87a(Saal Z>, nachmitiags 5 Uhr. Rosenthal, Schöneberg, Ebersstr 66, abend» 7 Ubr, Fellhas«, Steglitz. Ahorn- straße 15a. nachm. 5 Uhr. Eden- Palast, Eharlotten» bu t a,Katser-Friebrtch-Str.24, obenoo 7 Uhr, 8.. Sa. 10. 11. Ii. 13., 14.. Arminiu»- Festsiile, Bremer Siraße 72/73, nachm. 5 Uhr, 15., Boltshau«, Reinickenbors West, Sch-rnweberStr.l 14/15, obenb» 7 Uhr, 15».17. Bezirk: PH-rus-Säle, Müller straße>42. abend» 6>/, Uhr, 18. Bezirk: Derbanp»hau»(Parterrefaal), Linienstr. 83 85. nachm b Uhr. IS.. Büttner» Festsäle, Schwedter Straße 24. abend, 7 Uhr. 29., Schmidt, Festsile, Prinzen- Allee 93. abend» 6 Ubr. 21.. Restanrant„Kühler Grund". Oberschönewel de. Siemens- straße. abends 6'/, Ubr. 22. m„Beltrestonrant", Hirsch garten, Friedrichshagener Ehausirr. abend» 8 Uhr. 28., Germania-SSI«. Spandau Am Stresow- Platz, abend» ?>/, Uhr. Tagesordnung In allen Per f 0 m vi l u n g e n: 1. Bertchterstaliung vom Perdandstag. Diskusston. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Me Ocfemeaeelhieg. Arn Sonntag.dem 9. Srptemb'r, nachmi tags 5 Uh", verschied nach langem, schwerem Leid-n me ne gute Frau, unsere liebe Schwester, bctw jgenn und Tante Emma Petermann geh Hohenstein im 39. Uebensjahre. Im Namen aller Angehdrigen Karl Pcl ermann, RJMersir. 49. k»e Elnl'ehenmg H- det am Donnerstag, vormittags 11 Unr, K-e-natorium Gericht-,traBe, statt. Wanzen Ungezirier jeder Art mit Brut. Vergasung 25 jährige Erfahrung Prakt. Kammerjäger R. König RO. Pasteurstr. 40 Alex. 7586.) Filiale prinzregentenitr. 91. RandVoffer 73 cm. 7 M. wasserd MonbifoupLATZ 4 u. mein Sattel 70 M. Patent I.ATZ. Deotsdisr MetallsrHeiter-leM Verwaltungsstelle Berlin. Todeianxelg«. 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Der leitende Gedanke der Rese- rate war, klar und deutlich Weg« aufzuweisen, wie nach dem Beginn der vollen Reparationszahlungen die Rcparationslasten bon der Privatwirtschaft."v-j. auf andere kreise abgewälzt «erden können und das ganze politische Gewicht der deutschen Banken zu einer starken Einflußnahm« auf die kommend« deutsche Wirtschaft-, Steuer- und Sozialpolitik im Interesse dieser Abwälzung cinzusegen ist. Die A r b e i t e r s ch a s t muß also den in Köln aus- gesprochenen Gedanken und Forderungen die größt« Aufmerksamkeit entgegenbringen. Das Hauptreferat über Deutschlands Finanzwirt- schoft hielt Leuis Hagen, der Präsident der Industrie- und Handelskammer Köln. Die normale Zahlung des fünften Repara- tionejahres fei mit 2,5 Milliarden Goldmark größer als der Aktivsaldo der amerikanischen Zahlungsbilanz und fast ebenso hoch als d«r Aktivsaldo der englischen Zahlungsbilanz. 1,2S Milliarde�! müßten unmittelbar aus dem Reichs- Haushalt, also au» Steuern, gezahlt werden. Don dem nach Abzug dieser 1,25 Milliarden verbleibenden Bedarf von Reich, Län- dem und Gemeinden werde das Schicksal der Wirtschast und die Lösung der Frage abhängen, ob die deutsche Wirtschaft ohne fühl- baren Rückgang die Dowes-Lasten wird tragen können. Er sordert, daß alle» unterlassen wird, was die Leistungsfähigkeit der Wirtschost beeinträchtigen könne. Louis Hagen sieht äußerst schwarz für den Fall, daß die Repa- rationslasten von dem eigentlichen Tröger, den Staaten, auf die Privatwirtschaft abgewälzt werden sollen. Die Bankerotterklärung des größten Teils unserer Wirtschaft und der ll ebergang des deutschen Bolksvermögcn» in ausländische Händ« seien die unvermeidlich« Folg«. Gegen diese Abwälzung der Reparations- losten auf dos deutsche Privatkapital ruft Hagen all« Wirtschaft»- kreis« zum Kampf auf. Deutlich zeigt dieser Aufruf natürlich, daß es keinen anderen Träger der Lasten g«ben kann, daß die Repa- rationslasten auf die breiten Arbeitermassen abzuwälzen seien. Es fragt sich nur, welchen Ausweg die deutsche Privatwirtschaft der deutschen Oessentlichkeit schmackhaft machen kann. Um diesen Ausweg war Herr Louis Hagen nicht verlegen. Vorher entwickelte er noch seine Theorie über die von ihm für richtig gehalten« Wirtschaftspolitik. Di« wachsende Au»- landsverschuldung Deutschlands macht ihm Sorgen: er erblickt in dem Umschwung der ausländischen Gläubigcrmeinung hinflchtlich der großen kurzfristigen Kredit« ein« drohende Ge- fahr. Weniger Gedanken macht er sich darüber welche Auslands- anleihen produktiv oder nichtproduktiv sind. Louis Hagen hat dafür die klassisch-einfache Formel geprägt, daß die von den öffentlich- rechtlichen Verbänden aufgenommenen Anleihen immer als unproduktiv anzusehen sind, wenn sie Zwecken dienen, die auf elne Konkurrenz gegen die Privalwirlschast hinauslaufen. Um di« Leistungsfähigkeit der Privatwirtschast zu stärken, hält er ein« noch schärscre Ausgabedrosselung der Gemeinden für notwendig. Mit aller Ruhe sprach er das Wort aus, daß die Gemeinden nicht nur eine Einschränkung hinsichtlich der Luxusausgaben vornehmen sollten, sondern es müßten auch an sich berechtigte kommunale Wünsche zurückgestellt werden.(!!!) Sodann verbreitete sich Louis Hagen über die Form, wie man sich die Abwälzung der Reparationslasten denkt. St a r k e K a p i- talbildung in der Wirtschast sei eine unbedingte Notwendigkeit. Dazu gehöre eine ausreichende und sichere Rentabilität, die nicht nur die Ausschüttung eine» angemessenen Gewinnes, sondern auch eine ausreichend« Rescrvestellung ermögliche. Bon der Pflicht des Unternehmers, ein Kapitalrisiko für seine Unternehmungen zu über- nehmen, war dabei nicht die Rede. Herr.Hagen stellte die kühne Behauptung aus, daß die gesamte deutsche Wirtschaft durchschnittlich mit 70 proz. ihres Reingewinnes für den Skaal arbeite(was ist da Reingewinn? Di« Red.) Das Zugmittel zur Tragung der Reparationslasten für die Wirtschaft, das heißt ngtür- lich zur Abwälzung der Lasten von der Privatwirtschast erblickt Louis Hagen in einer neuen Lohnpolitik. Eine Erhöhung der Löhne sei nur möglich, wenn die Produktion gleichzeitig vermehrt und die Gewinne der Iltiiernehmungen nicht geschmälert werden: andernfalls müsse eine Heraufselzung der Preise, wie die letzte Zeit gezeigt habe, erfolgen. Reichsarbeits- und Reichswirtschastsministerium müßten sich darüber-klar sein, daß die Zwangsweise Beeinslussung der Preise, wie es im Berg- bau geschehen sei, auf die Dauer verhängnisvoll sei. 3» Proz. oller Kohlenzechen arbeiteten heute mit Substanzverlust, wobei wir wohl annehmen dürfen, daß Louis Hagen zu dieser Behauptung dank der Schmalenbachschen Abschreibungssätze kommt, denn die Bilanzen der Steinkohlenbergwerk« zeigen ein ganz anderes Bild. Hagen fordert, daß niedrige' Preis« erreicht werden müsien durch eine Senkung der Rominattöhne, der eine Senkung der Preis« folgen könne, womit zur Zahlung der Reporationslasten einem verstärkten Export im Ausland der Weg geebnet fei. Obwohl Herr Louis Hagen««iß. daß der neue Reichshaushalt «in Defizit ausweisen wird, sordert er ein« Senkung der Steuern für die Wirtschaft. Die Arbeiterschaft soll also durch stärkere Belastung die Deckung des Defizits auf sich nehmen. Daß in diesem Zusammenhange auch die Forderung des Zuschlag- rechtes für Länder und Gemeinden für die Einkommens- und Körperfchastssteuer wieder erscheint, braucht angesichts des reak- tio«ir«u Charatt«r» de» ganzen Bankiertagungsprogram- tat» aicht zu verwundern. Mit oller Schärf« wurde gegen di« weiter« Ausdehnung der öffentlichen Wirtschaft Stellung genommen. E» wurde sogar der privatwirtschastlichen' Tätigkeit der öfseulllchen Hand grundsätzlich jed« Berechtigung abgesprochen, da die öffentliche Wirt- jchast kein« neuen Wert« zu schaffen habe. Di« steuerlich« Bevor- zugung der öffentlich-rechtlichen Betriebe müsse fallen. Die gegen die bisherige Lohn- und Sozialpolitik gerichtete Forderung Louis Hagens fand auch in dem von allen Rednern des ersten Tages unterstrichenen Wunsch« Ausdruck, daß das Arbeits- und das Wirt- fchaftsministerium des Reiches in einem Amte vereinigt werden müsie. In ähnlicher, wenn auch weniger politischen Weis« beschäftigte sich mit dem Thema der deutschen Finanzwirtschoft HansFürst«n- b e rg von der Berlin«? Handelsgesellschaft und Dr. Georg Eber- st a d t- Hamburg. Das große Referat der Rachnnttogstagung hielt Jakob Goldschmidt, der Geschäftsinhaber der Darm- städtcr- und Notionolbank, Berlin, über die Cntwicklungs- tcndcnzen in der deutschen Wirtschaft und ihren Einfluß auf die Kapitalbildung. Allerdings war von materieller Untersuchung und Beweisführung in dem Goldschmidtschen Referat nicht viel zu finden. Das Referat hätte vielmehr eine nachträglich« Ehrendoktorrede sein können, in der es erlaubt war, die persönliche Meinung und die eigenen Wünsche mit den totsächlichen Entwicklungstendenzen der deutschen Wirtschaft zu verwechseln. Es entsprach dem Rahmen und der Tendenz der Goldschmidtschen Rede, gegen den neuen Lästerer des kapitalistischen Systems Ernst Schmolenbach ein« scharfe Attacke zu reiten. Der Ehren- doktor Herr Jakob Goldschmidt hat sich darüber geärgert, daß Ernst Schmolenbach bei einem grvßen Teil des deutschen Unternehmer- tum? den Ausdruck„P a r a s i t e n t u m* gebrauchte, daß sich durch seine Erbkrankheit, die Ueberheblichkeit, besonders auszeichne. Ueber die Arbeiterbewegung und den Sozialismus sowie über die Zukunft des Sozialismus im Verhältnis zur kapitalistischen Wirtschaft verwickelte sich Goldschmidt in unfaßbare Widersprüche. Ob- wohl d«r Kapitalismus nicht als endgültiges Wirtschaftssystem angesehen werden könne, dürfe der Sozialismus nicht ange- strebt werden. Zwar solle der Kampf der Arb«iter um die Er- höhung de» wirtschaftlichen Ertrages nicht behindert werden, gleich- zeitig dürfe aber nach Goldschmldts Meinung der produktiv« Schaffensgcist, d. h. natürlich die Unternchm«rgewinn«, nicht her- abgedrückt werden. Den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft seit 1324 machte Goldsihmidt zum Verdienst der deutschen Unter- nehmer, obwohl er wissen muß, daß diese„Verdienst«- zwange- läufig waren. Machtpolitisch« Gesichtspunkte feien für die heuttge Kon. zentratlonstendenz nur dann nicht gefährlich, wenn sie mit einer rücksichtslosen Intensivierung der Betriebe einhergehen. Die Bildung von Trust» Hab« ihre Grenze bei eicker bestimmten Betriebsgröße. Dem Wirken der Kar- teile spricht Goldschmidt im Gegensatz zum Wesen der Trusts eine demokratische Tendenz zu. Daß die von Schmolenbach angekündigte neue ge- bundcne Wirtschost Wirklichkeit sei, wird von Goldschmid! bestritten. Er sagt aber zugleich, und zwar stärker alz Schwalenbach es getan hat, daß das System der Konkurrenz tot sei, und fügt hinzu, daß darin dennoch kein Bruch mit der bisherigen freien Wirt- f-hast festzustellen sei. Herr Goldschmidt scheint also der Meiming zu sein, daß dem Monopolismus und den Kartellen absolut keine Schranken zu setzen seien. Man wird sich übrigen» den Hinweis Galdschmidts merken müssen, besonders gegenüber der Eisenindustrie, daß den Staaten gegen monopolistische Tendenzen die Mittel der Zoll- Politik ja zur Dersügung stünden. Auch G o l d s ch m i d t wandte sich mit aller Schärfe gegen die sogenannt« öffentliche Wirtschast, für deren Ausdehnung die beut- schen Unternehmer In der Inslatians- und Deslationszeit durch die Inanspruchnahme von Subventionen und Stützung»- krediten die beste Handhabe geboten hätten. Mit der Abgren- zung der össentlichen und der privatwirtschastlichen Tätigkeit durch Goldschmidt wird die Mehrzahl der deutschen Unternehmen aller- dings nicht einverstanden sein. Goldschmidt erklärt«, daß die staat- liche Wirtschaft die Privatwirtschaft auf allen Gebieten unbedenklich ablösen könne, wo die wirtschaftliche Entwicklung die wirkschaflslaligkeit zur verwallungsarbeik gemacht habe. Für die kommende Zeit verlangt Goldschmidt aber, daß die Wirtschast ausschließlich unter dem Zeichen des privaten Unternehmertums stehen müsse, womit er seine Rede wohl- gefällig wieder in die Forderungen dieses Banklertages eingliedert. Besonders scharf wendet sich Goldschmidt natürlich gegen die Tätig- keit der st a a t l i ch c n und kommunalen Banken. Gegen di« Unternehmungen der'Arbeiterschaft, Konsum- vereine und Arbeiterbank hat Goldschmidt nichts, well sie aus eigener Kraft und mit eigenem Vermögen ohne Zuhilfenahme staatlicher Mittel aufgebaut seien. Mit verbindlicheren Worlcn In der Sache, aber mit genau derselben Forderung wendet sich Goldschmidt gegen die staatliche Lohnpolitik. die die Löhne künstlich erhöht habe. Er wandte sich im übrigen so scharf gegen di« staatlich« Sozialpolitik, daß man annehmen möchte, der deutsche Bankiertag von Köln erbl'cke in dem grundsätzlichen Abbau der Sozialpolitik ein Mittel zur Abwälzung der Reporationslasten von der Privatwirtschast auf die Arbeilermassen. Die Arbeiterschast weiß, woran sie mit dem Bankmagnaten Goldschmidt ist, wenn er eine Reform de» Schlichtung s> wefens in der Art fordert, daß der Staat aus dem Schlich. tungswesen voll ausscheidet. Auch Goldschmidt fordert ein« Vereinigung bzw.«ine Abstimmung zwischen Reichswirtschafts- und Reichsarbeitsministerium. Ueber die Entwicklungstendenzen und ihren Einfluß auf die Kapitalbildung sprachen sodann noch Konsul Harney vom Barmer Bankverein und der Bankier Leopold Merzbach, Frankfurt a, M. Die deutsch« Arbeiterschast hat allen Anlaß, die Kundgebung der Bankiertagung in Köln als ein« Kundgebung des deutschen Privalkapilals gegen die Interessen der deutschen Arbeiter- s ch a f t aufzufasien und ihre Macht dafür einzusetzen, daß eine Be- einflullung der gegenwärtigen Reichsregierung im Sinne der Forderungen des deutschen Bankiertages unterbleibt. Die Reporationslasten. Die Sachlieferungen Oevifchlands. Der Reparationsagent venoendet von den laufenden Zahlungen kleineren Umfanges(Verwaltungsunkosten, Besatzung), abgesehen di« monatlichen Einnahmen, die in seine Kasse fließen, auf zweierlei Art. Eimnal zum sogenannten B a r t r a n s- fer, d. h. Usbertragung der baren Geldbeträge an die einzelnen Gläubigerstaaten in ihrer Währung, und zweitens zur F i n a n- zierung der Sachlieferungen. In welchem Maße die Sachlieferungen an den gesamten Reparationslieferungen beteiligt sind, hängt von der Ausnutzung der Sachlieferungsquote der einzelnen Länder ab. Die folgende Graphik zeigt, in welHem Umfange Deutschland in den drei Jahren 1325 bis 1327 Sachliefe- rungen durchgeführt hat. stOO-Y ' i8H�h68< DeutscKlands Repapatlons* SacTilief ei» un�tn In Million en Ma r Ts. ■ 1925 01996 01927 i -> 6io.* 7|578j» 5*0.h Leb ende Lebensrnittä RoTtsioffe Fertige Tiere u. Getränke u-HalVwaren"Waren Natürlich ist den Gläubigerstaaten der Bartmnsfer an sich lieber, weil sie dann dem Druck ihrer eigenen Industrie und damit auch innerpolttischen Schwierigkeiten au» dein Wege gehen. Sobald aber der Bartransfer vom Reparottonsogenten wegen>er deutschen Währungslage für nicht angebracht geHalter, wird, ist der Drang, Reparationen zu erhalten, meist stärker als der auf Konkurrenzgründcn beruhend« Widerstand der ausländischen Industrien. Die Maschinenindustn'e im August. Oer Beschästigungsgrad hält sich. Wie der Verein Deutscher Maschinenbauanstalten, der Spitzen- verband der deutschen Maschinenindustrie, mitteilt, Hot die im Juli beobachtete Abschwäch ung des Inlandsgeschästes sich im August fortgesetzt. Die Zahl der Firmen mit ungenügen- dem Eingang von Anfragen der Jnlandskundschast erhöhte sich um 10 Proz. In annähernd gleichem Verhältnis gingen auch die Inlandsaufträge zurück. Dagegen gelang es den am Auslandsgeschäft beteiligten Finnen, etwas mehr Auslandsaufträge als im Juli hereinzuholen. Diese reichten jedoch nicht aus, um den Ausfall an Inlandsbestellungen zu decken Der Beschäftigungsgrad betrug— an der Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeiterstundcn gemessen— seit Monaten fast unverändert etwa 75 Proz. des Sollstandes und hat auch im Slugust nur ganz wenig— um rund 1 Proz. nach- gelassen. Bei der seit einer Reihe von Monaten fest- zustellenden Widerstandsfähigkeit der Wirtschaftslage ist mit einer weiteren ruhigen Entwicklung auch für die nächste Zeit zu rechnen. Im Werkzeugmaschinenbau hat sich der Auftragsein- gang im ganzen gehalten. Ein Teil der Wcrtzeugmaschinenfabriken konnte sogar im August mehr Abschlüsse tätigen als im Juli. Da die Nachfrage nach Textilien stark nachließ, gingen auch die Austräge auf Textilmaschinen weiter zurück. Im Land- Maschinenbau hiett die Saison noch an und brachte ver- mehrten Auftragseingang. Auch in Baumaschinen war das Geschäft der Jahreszeit entsprechend noch ziemlich belebt. Im Kraftmaschinenbau war zum Teil ebensalls ver- stärkter Austragseingang zu verzeichnen. In Auf- bereitungsmaschinen war das Auslandsgeschäft etwas lebhafter als im Juli, der Eingang von Inlandsausträgen war da- gegen ungenügend. Auch vom Apparatebau wurde zum Teil besseres Auslandsgeschäft gemeldet als im Bormonat: das Inlands- gefchäst war nicht«inheillich. onach einen"geringen Rückgang um 0,2 Prozent auf. Die Großhandels, rtdexzijser im Monatsdurchschnitt August bc- „5 gegenüber 141,6 im Juli. Die Großhandelsindexzisser des Stattstischen Reichsamts für den 5. September beträgt 140,4 gegen 140,7 in der Vorwoche und weist demnach amtliche I. trägt 141,5 gegenüber 10 JJroj, Alaschinendwidende. Die Zeitz er Eisengießerei und Maschinenbau- A.-G, die seit der Ctablli- sierung jährlich 10 Proz. Dividende zahlt«, hat auch für das Geschäfts- fahr 1327/28 eine gleich hohe Dividende ausgeschüttet. Das Unternehmen, das hauptfächlich Maschinen für die Braunkohlen- industrie licsett, war das ganze Jahr über ausgezeichnet bc- schastiqi und hat auch seit dem Beginn des neuen Geschästsjahres 1328/23 noch auf längere Zell mit der Erledigung in- und auslän- bischer Austrüge zu tun. kein« Erhöhung der Postlarife. In der Frage der Er- höhung der Postgebühren erklärte der Staatssekretär S a u t t e r vom Reichspostministerium, daß ein« Erhöhung der Tarife der Reichspost nicht in Frage komme, solange die jetzige Preis- gestaltung bleibe. Wir möchten zu dieser Leußerung nur bemerken, daß jüv die Reichspost auch kein Grund zu einer Tariferhöhung vor- liegen würde, wenn sich die augenblicklich« Preisbasi» noch ungünstig verschieben sollt«, �, UMGEGEND E.G. M.B.H. Eierwaren ■Paket 33 Pf. -Paket 40 -Paket 30 Pf. GEQ-Eicrbandnudeln... Vj-Pfd.- GEQ-Eicrfadcnnudeln... Vj-PW.- GEG-Eicrsuppcncinlagcn.. Va-Pfd. GEQ-Eierhütchen� Schleif dien U. Körbchen i. Cellophanpackung Vs-Pfd.-Paket 45 Pk. GEG-Eierhütdien, Schleifchen n. Körbdien in PaltZdiackteln. Ys-PW.-Paket 40 Pf. GEG-Eierhüidien, Schleif dien u. Körbdien, lose...... GEG-Eicr-Makkaroni:.. t-Pfd. GEG-Eicr-Makkaroni.. Va-Pfd. i Pfd. 74 Pf. -Paket 78 Pf- -Paket 39 Pf: Hartgrießwaren GEG GEG GEG GEG GEG GEG GEG GEG GEG GEG GEG Band- oder Sdinitinudeln Fadennudeln in Locken Fassonnudeln, lose. 'Hörnchennudeln, lose 'Gräupchennudeln, lose 'Makkaroni-Bruch 'Makkaroni, lose. 'Makkaroni... 'Makkaroni.': Spaghetti lose, 4, 6, 9, 12 mm -Spaghetti 1 Pfd. 50 Pf. .. i Pfd. 54 Pf. .. i Pfd. 43. pf. :: i Pfd. 56 Pf. .. 1 Pfd. 50 Pf. .. 1 Pfd. 50 Pf. ;: i Pfd. 64 Pf. I-Pfd.-Paket 66 Pf. Va-Pfd-Paket 33 Pf- 1-Pfd-Paket 68 Pf. Va-Pfd-Raket 35 Pf Die aus besten Rohstoffen hergestellten Erzeugnisse der konsumgenossenschaftlichen Eigenbetriebe sind erhältlich in sämtlichen 250 Abgabestellen der Konsum Genossenschaft Berlin u. Umgegend Die Abgabe der Waren in der Konsum-Genossenschaft Berlin erfolgt nur an Mitglieder.— Die Mitgliedschaft kann jeder erwerben. Die Aufnahmegebühr beträgt 50 Pfennig.— Mitglieder- Aufnahmen werden in sämtl. 250 Abgabestellen der Konsum-Genossenschaft Berlin vollzogen. Was sollen wir kochen? Eine reiche Abwechslung in der Ausgestaltung unserer Mahlzeiten wird erzielt durch Verwendung von GEB-Makltaroni/ BEG-Nudeln » Man erhält sie in anerkannt bester Qualität aus den Teigwarenfabriken der BroBeinkaufs- Gesellschaft Deutscher Gonsumvereine Velgrtarenfabrik der QtQ in Qröba'Mesa Dienstag 11. September 1928 Unterhaltung unö ÄAissen Seilage des Vorwärts Liebe elektrisch! Von Erwin Moritz(vorpot). gm Sommer 1987 traf Heinz Thamann au» Charbiu wer Irkutsk—Tscheljabinsk— Moskau, i» 4 Stunde» 57 Minuten auf dem Berliner Fernlufthafen«in. Er hatte 30 Jahre in dem Unkulturschutzgebiet an der nördlichen Lena verbracht,— dem einzigen Revier der Erde, wo man für sehr teures Geld so leben konnte, wie es einem behagte. Einer plötzlichen Sehnsucht nach Menschen und Zivilisation folgend, war er nach seiner Heimatstadt Berlin herübergeslogen und stieg jetzt, angestaunt wegen seines ungewöhnlich alten Aussehens, aus der Kabine. Man hatte aber hier oben— etliche hundert Meter über der Erde— keine Zeit ihn zu bewundern, stopfte ihn in ein„lub*— eine Art Rohrpost für Menschen— und nach Bruchteilen einer Se- künde spie ihn der Liftschacht mitten auf den Korso Berlins aus Ein Aufschrei unbeschreiblichen Staunens hallte ihm aus vielen tausend Kehlen entgegen. Die Frauen— all« im Alter von 14 bis 21 Iahren— umringten ihn und erstickten ihn fast mit Liebkosungen. Entzückte Ausruf« ertönten: „Ein Mann, ein richtiger Mann,«in Alterchen, ein Dickerchenl Rein seht doch das lieb« Doppelkinn! O, da» schön ergraut« Haar! Er ist ganz wie die Männer in den 20er Jahrenl* So riefen die 00- bis 80jährigen Backfifck�Frauen, die sich noch an jene seligen Zeiten erinnern tonnten. Im Triumph ritz man ihn mit. Aber schon nach wenigen Schritten mutzte er merken, wie nicht nur die rein körperlichen Anstrengungen des Gedränges, sondern vielmehr ein« unglaubliche Steigerung seines Lebensgefühls seine Kräfte fast Züschens verschlang und ihn einer Ohnmacht nahebrachte — als ob das Gefallen, das die Frauen an ihm fanden, sich in Wellenausstrahlungen umfetzte, die fast mechanisch sein Inneres zum Mitschwingen zwangen und ihn zu zersprengen drohten. Denn er kannte noch nicht die modern« Frau, in deren Rüstzeug ein psychischer Erregungssender zu den ebenso selbstverständlichen Werbe- mittel» zählte, wie ehemals die Augenaufschläge. Nach wenigen Minuten brach Thamann bewußtlo» zusammen, denn er war nicht geeicht für die automatifche und unbewutzte Ab- wehr, die der modern« Mann den Angriffen der Frau schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb entgegenzusetzen pflegt«. Man schaffte ihn zur nächsten Hormonen-Tankstell«. wo man ihn innerhalb einiger Sekunden soweit herstellte, dah er ohne Gefahr in ein Tub gebracht und in die Generalverjüngungsstätte Grunewald befördert werden tonnte. Nach«inigen Stunden wurde er al» Dreiundzwanzigjähriger aus der Anstalt entlassen und stand abermals auf dem Korso. Aber welch« Enttäuschung! Kein Mensch beachtete ihn. Er tauchte unter in der Schar von Jünglingen und Mädchen, die aus- fchliehlich noch die Welt zu bevölkern schienen. Gelangweilt schlenderte er den Damm entlang. Kein Blick traf sein Auge. Keine Well« erregte in seinem Innern solch« Gefühle, wie er sie noch vor wenigen Stunden im Uebermatz genossen halte. Da fiel sein Blick auf ein auffallendes Schild: „Unwiderstehlicher Erfolg— durch Einbau unserer Patent Lebens-Acceleratoren. Für Domen und 5)err«n. Montage in 3 bis 5 Minuten. Beste Empfehlungen zahlreicher berühmter Zeit genossen.' Bald stand er wieder neugerüstet auf der Straße: ein winziger Apparat in feiner Westentasche, dessen zierlicher Hebel sich unauf- söllig bewegen Uetz, tonnt« jetzt durch bloßes Schalten das sprödeste Herz für ihn erzittern lassen. Endlich entdeckte er in der Hall« eine« Hotels eine Dtzm«, die ihn scheinbar in völliger Gleichgültigkeit übersah, wogegen sie sein innigstes Gefallen fand. Aber während er nun freudig erregt fein Inneres in über- steigertem Tempo vibrieren ließ, um da, Höchstmaß de« geheimen Fluidums von sich auszustrahlen, war es ihm wohl entgangen, daß auch die Dame«inen Starkstrom des Verlangens unbemerkt nach ihm entsandt hotte. Doppelt aufgepeitscht in jäher Gleichzeitigkeit der Erregung. braust« das Leben in ihm auf. entstammte in furchtbarem Kurzschlutz des Gefühls zu verheerender Kraft und entwich aus zerplatzten Ge- sähen dem leblos hinsinkenden Körper. Die Ausgrabungen auf Rügen. ReueS Licht in Deutschlands Vorgeschichte. Bon der Insel Rügen, dem viel verzweigten Eiland mitten in der Ostsee, wußte die Sag« allerhand phantastisch« Dinge zu b«. richten. Hier sollt« in altgermanischer Zeit das höchste Kultheilig- tum der großen Stämme im norddeutschen Tiefland gewesen sein. imd hier auf Rügen soll alljährlich eine eigentümliche Kulthandlung stattgefunden haben. Zu einem See mitten in weiten Eichenwäldern sei ein Wagen, bespannt mit vier weißen Kühen, gefahren und darauf saß eine weißgekleidet« Priesterin. Geleitet von den Ge- sängen der höchsten Priester der verschiedenen Stämme soll dann alljährlich um die Sommersonnenwende dieser Wagen mitsamt der Priesterm und den Kühen in diesem See verschwunden sein. Auch viel« Schriftsteller aus frühesten Zeiten berichten von der einsamen Insel und den dort üblichen Gebräuchen. Vielleicht ist eme Stelle bei Tacitus auf Rügen zu dsuten, und der dänische Geschichtschreiber Saxo Grammaticus, der gleiche, der zuerst die Tell-Sage überliefert hat, berichtet ausführlich von' der Urgeschichte der dortigen Kulte und von den Gebräuchen, die noch zu seiner Zeit, um die Wende des l2. und 13. Jahrhunderts, dort geübt wurden. Bis man vor einigen Jahrzehnten bei Kap Arkona hoch im Norden der Insel Rügen, nahe der Iaromarsburg, die im Jahr« 1168 von König Waldemar von Dänemark angelegt wurde, den 15 Meter hohen Burgwall eines Tempels aus der Heidenzeit entdeckt«, hielt man olle diese Angaben für phantastische Erfindungen. Dann aber erkannte man diese ersten Ausgrabungen als spärliche Ueberreste des einstigen Heiligtums des Wendengottes Swantewit und bekam so wesentlich« Aufschlüsse über Kulte und Gebräuche der vorgermanischen und vor- christlichen Einwohnerschaft der Ostseeinsel. Nach den nunmehr bestätigten Berichten von Sog« und Ge- schichte mutzte man aber annehmen, daß nicht nur an dieser einen Stelle auf der großen Insel Kultstätten vorhanden waren, und so wurden jetzt die Ausgrabungen auf Rügen systematisch fortgesetzt. Unter der Leitung von Prof. Schuchardt, des früheren Direktors des PerSuer Lorgeschichtlichen Museums, ist es mm w den letzte» Woche» Gommertage im Obenwald. Von Rolf Gustav Haebler. Das Dorf. Das wmzige Dorf besteht aus etwa dreißig Häusern mit 130 Menschen, darunter 22 Schulkinder. Ferner sink» da 25 Hunde, eme Kuh und ein Kalb— ich notier« nur das, was zu mir und der Woche, die ich dort zubrachte, in lebendiger Beziehung steht. Dann kommt noch»nein Hund, Lottl genannt, und«in Glöcklein, da« oben auf dem Schul- und Rathaus sitzt und von der Ratsstub« au» ge» zogen wird. Das Dorf liegt»«he an der Patzhöhe, am Hang von Wiesen und Aeckern, rtngs von Wald m weiter Kette umgeben,»»»an sieht nach Osten und Süd und West viel« Kilometer roeit. Durch das grün«, grü»»« Tal fließt ein Bach. Und eine tveite blaue Halbkugel spannt sich darüber: der sommerliche HinrnZel. Einmal im Tag kommt der Briefträger. Zweinml oder dreimal im Tag verirrt sich ein Auto durch die schmale stille Straß«. Mor- gen» geht die©onik auf, und schließlich wird es Abend und dunkel. Aber Straßenbeleuchtung gibt es im Sommer nicht: im Winter nur so lange, bis der Lehrer ins Bett geht. Dann zieht er in seinem Schlafzimmer an einer Schnur rmd die Strahenkichter gehen au«. Der Lehrer Hot da» Amt,»»eil die Bauern meinen, daß er zuletzt ins Bett geht. Aber, wie gesagt, im Somir»sr hat er keine Arbeit mit der Beleuchtung. Wenn es duirkel wird, geht man schlafen. Und dann kommt durch die offenen Fenster«in kühler Wind von den Wäldern der Berge herab. Die Landschaft. Obwohl e» von rnerner Stadt nur ein Katzensprung in den Odenwald ist, habe ich eigentlich erst jetzt dies schöne Stück Welt kennen gelernt. Aber so sind wir Deutschen: lvenn wir das nötig« Geld haben, gehen wir nach Italien, baden an der Rwieva, trinke» Taft am Boulevard des Italiens m Paris, reisen nach dem Berner Oberland, bestaunen die Mitternachtssonne, und.auch Wie» soll man gesehen habe»». Aber den Odenwald kennen wir nicht. Freilich: Sensationen gibt es hier.keine. Wer dafür viel« malerische und entzückend« Ausblicke: stille Wege durch laubig« Wälder: weite F ernst chten, die enren wundervollen schwingenden Rhythmus in sich tragen,»vi«»nan ihn nirgends im Schroarzwald firrdet.•• Aber da« schönste sind die kleinen Täler, in die man einbiegt. Oder die man nnt einer köstlichen Entdeckerfreude plötzlich findet, wenn man aus dem Wald, aus fast unbegangenen Wegen hinaus- tritt: da liegt ein verschwiegenes, verträumtes tleines Tal urib schmiegt sich in einer wunderbar grünen, saftigen Wies« an den Berg. Eine Landschaft, schlicht, innig,»rte ein Volkslied. Das ist der Odeiuoald:«ine Landschaft mit dem Charakter de» Volksliedes, auf ein paar einfachen Dreiklängen von Grün, Blau und dem Gold der reifen Felder sich aufbauend, mit der zarten Linie sangbarer Melodien. Ein ganz lyrisches Stücklem Erde mit den schlichten Reimen des Wunderhorn. Eine Landschaft, in der der arme, gehetzte, wichtigtuerische Städter Ruh« schüren kann, lind Selbstbesinnung. Und«in wenig Erkenntnis darüber, daß all das reklamehaste Getue, dos unsere kapitalistische Welt Kultur nennt, im Grunde gar nicht so wichtiz ist. Erholung. Das Leben ist hier schticht»md einfach wie die Landschaft. In diesen heißen Sommertagen kannst du nnt Hose und Henrd behag- lich herumschlendern. Weder Frühkonzert noch Tee mit Tanz»er- pflichten zu Kurdreß. Es gibt kein« Verkaufsbuden nrit Andenken und Fremdenkitsch und keine Amerikaner und keine Höhenautos. Du kannst wandern und sogar am Straßenrand ausruhen. Oder du setzt dich in eine Laube und ninunst ein Buch mit. Ich hatte Glück: just der junge Herma»n Hesse fiel mir in die Hand— und siehe da, hier wurde dieser lveiche, etwas wehmütige, ober so unendlich naturnahe Dichter meiner Jugendzeit mir wieder lebendig: er paßt in diese farbige Landschaft, als stamme er aus dein Oden- »vald. Dann hatte ich noch sin wenig Philosophie mit: sie aber legt« ich bald zur Seite. Hier philosophiert man nicht, wenigstens keine Buchphilosophi«. Ob mit der sittlichen Autonomie das Pro- blem der Sittlichkeit als Ganzes ebensowenig zu lösen sei wie die Physik mit dem Erweise des ollgemeinen Kausalprinzips durch die Erkenntnistheorie zu erledigen ist— das ist in dieser einfachen, von Sonne, blühenden Blumen und Vogelsmgen erfüllten Welt mir»vi« den auf dem Feld in der Hitze schwer arbeitenden Bauern sehr gleichgültig. Ich trink« vorzüglichen Most»md esse dazu einen wundervoll frischen Zwiebelkuchen, rauche dorm ein Pfeifchen, gehe spazieren, und ganz sicher hat dabei mein Lottl unerhörte Genüsse in seiner Rase, denn er springt wie ein Besessener in Gros und Unterholz umher. Auch ihm ist der Asphalt der Großstadt völlig unbegreislich ge- »oorden. So geht ein Tag»rm den anderen in großer Gemächkichkeii. Man wandert«in»oeirig, man ißt und trinkt, man schläft viel und gut. Man hat Zeit. Meine Uhr liegt seit Tagen auf dem Tisch»md »st stehen geblieben: sie ist unnötig geworden. Ist dos nicht etwas Herrliches. Es genügt durchaus das Läuten des Gläckleins auf dem Schulhaus, wenn»nan wissen will, ob es bald Mittag ist. Und für den übrigen Teil des Tages ist ja die Sonne da. Rur in emem Punkt, ich gestehe es, bin ich»wch nicht ganz ge- löst von dem Leben da draußen, über den Bergen, vor den Wäldern, am Ende der Straße, die durch das Tal läuft: und das ist die Post u»K» die Zeitung. Ich ertappe mich täglich, daß ich frage: ist der Briefträger noch nicht gekommen?, Aber schließlich gehört zu einem richtigen Paradies auch ein Sündenfall. Daß indessen der biedere, schwitzende Larrdbrief tröger eine sehr hormlose Schlange ist, leuchtet wohl jedem ein..., Oie Hunde, das Kalb und die Kuh. Die Merrschen interessieren mich nicht. Wenn man da» ganz« Jahr mit dieser mangelhasten Schöpfung zu tun hat, ist nwm st oh, wenn sich die gegenseitigen Beziehungen airf Guten Tag, schönes Wetter, heiß ist's heute, und die Kartoffeln könnten Regen brauchen, beschränken. Auch die Bremsen und ähnliches störendes Getier übergeh« ich. Nicht» ist vollkommen, und ich verstehe nicht, wieso ein lieber Gott an» sieb mten Tage behauptet haben soll, alles sei gut. Aber daß 25 Hunde in diesem Dorf zu viel sind, steht fest. Nicht weil beim Vorübergehen jeder dieser Kläffer verrückt wird und ein Geschrei erhebt, als sei ich ein professioneller Dieb: da» ist ihre Pflicht. Mißtrauen ist für einen Kettenhund eine Tugertd. Aber daß regelmäßig um 10 Uhr»»ochts dies« Hunde mindestens ein« Stomde lang sich von Hof zu Hof unterhalte»», das ist es, was ich tadle. Die Bauern freilich merken das offenbar nicht. Sie haben keine Nerven. Oder, was vielleicht das gleiche ist, sie sind so gesuird mW«, daß sie durch derartige Geräusch« nicht geweckt werden. Sie können sogar Sonntagabends daneben auf der Mauer sitzen und sich unterhalten, ohne ilsre Hunde zurückzupfeifen. Wir armei» Städter sitzen in der Laub« und werde nervös oder liegen im Bett und können nicht schlafen. Dies« Hund« könnte ich taltlächelnd ermorden. Dabei bin ich «in weichherziger Mensch. Das kleine Kalb und die klagend« Mutter Kuh tun mir heute noch leid. Das roar so: eines Morgens, es war in der Dämmerung, die Berge standen matt verhangen und da und dort zirpte«in kleiner Vogel, da wache ich auf und hör« unterm Fenster Stimmen. Im Schuppen nebenan wird die Tür zur Ge- meindewage geöffnet, ein Bauer steht da und hat ein Käkblem am Strick. Mit Stockschlägen wird es auf die Wage getrieben: 140 Pfund wiegt es. Dem Kalb ist es übel zumute: es sträubt sich, u»»d der Bauer hat ein« Wut und schreit ihm zu. es solle keine so dum»»»«» Glotzaugen limchen. Ich denk«, das Kakb ist gor nicht so duittm: man hat es, halb in der Nacht, von seiner Mutter»veggeholl, gefesselt, aus dem schwan- ken Boden der Wage in«in Gitter gedrängt, fetzt wird es auf einem fremden Weg fort getrieben: die Angst glotzt aus den runden scheuen Auge»». Und den ganzen Tag imd die ganz« Nacht stößt die alte Kuh alle paar Minuten, unablässig, dumpfe Schreie aus: ich höre es, dm» der Stall liegt gegenüber auf der anderen Seite der Straße. Und die Kuh weigert sich nun auch, Milch zu geben, denn, mchi rvahr, es könnte doch noch dos Kälblein, von dem Rufen der Mutter gelockt, zurückkommen, u»»d dann hätte sie keine Milch mehr, das Kleine zu füttern. Den ganzen Tag, die ganze Nacht ruft die Kuh nach ihrem Kinde.... Heut« erst ist sie still geworden: sie hat die Hoffnung mrfgegeben. Morgen vielleicht gibt st« wieder reichlich Milch: eine frischmelkend« Kuh, dos gibt einen großen Eimer voll, dos gibt Geld,»md auch das Kölblein ist gut verkauft.... Das Tal ist lieblich und voll rvunderv oller Ruhe. Man kann sich herrlich erholen. Aber immerhin.., gelungen, bei Garz, ganz im Süden der Insel, auf neu« vorgeschicht- liche Reste zu stoßen. Hier konnte man einen zioeiten großen Tempel freilegen, der am Carentia-Burgwoll nach den Angaben des dänischen Chronisten liegen mußt«. Wirklich fand man ihn auf und, Ivos für die Altertumsforschung das Wesentlichste ist, dieser Tempel ist ausgezeichnet erhalten. Alle Einzelheiten sind deutlich erkennbar, und in den einzelnen Räumen befinden sich sogar noch die Standbilder aus der heidnischen Zeit. Es fanden sich auch massenhaft Hirschgeweihstangen, Urnen, Scherben und Messer vor, die einen Schluß auf die materielle Kultur der damaligen Bevölke- rung erlauben. Allerdings gestalten sich die Ausgrabungen sehr schwierig, da die ganzen Bauten nur aus Holz ausgeführt o>aren und lediglich einen ganz schmalen Steinuntergrund besitzen. Interessant war die Feststellung, daß auch hier ein christliches Bauwerk an die Stelle des heidnischen Heiligtums gesetzt wurde. Wie oben bei Arkona der Dänenkönig auf dem Wendenheiligwm sein« Burg errichtete, so entstand hier über den Ueberresten des Heid- nischen Kultortes eine kleine christliche Kapelle. Auch diese tonnte bei den letzten Ausgrabungen in ollen Einzelheiten entdeckt werden, und man bemüht sich, zu einer Rekonstruktion dieser kleinen Kirch« zu gelangen. Selbstverständlich sind überhaupt die Forschungen noch kaum begonnen, die die letzten Funde in ihrer ganzen Bedeu- kung für die Altertumswissenschaft enthüllen. Doch heute schon läßt sich sagen, daß sich hier entscheidender Aufschluß für manche strittige Frage über die Vorgeschichte Deutschlands ergeben wird, und so ist es zu begrüßen, daß sich bereits die staatlichen Stellen für die Sicherung der Funde und ihre wissenschaftliche Ausbeut« eingesetzt Hobe», Karl Ander». Das älteste patentgefeh. Schuhfrist für die Werke der Köche. Allgemein wird angenommen, daß das im Jahre 1023 dem englischen König Jakob I. abgenötigte„Statute of monopolies" als erste gesetzliche Regelung des Patentwesens gilt. Dabei ist es bisher fast völlig unbekannt geblieben, daß ein Patentgesetz schon im sechsten Jahrhundert v. Chr. für eine griechische Gemeinde nach- wcisbar ist. was der Grammatiker Athenäus in seinem Werk „Deipnosophistai" um 200 n. Chr. ausdrücklich bezeugt. In diesem Werk, das zum großen Teil nach Berichten noch älterer Schrift- steller.zusammengestellt ist, werden kulturgeschichtliche Mitteilungen des Historikers Phylarch wiedergegeben, die aus dessen Eridc des dritten Jahrhunderts v. Chr. verfaßten Geschichte stammen. Darin wird u. a. mitgeteilt, daß die der Schwelgerei ergebenen Bewohner der Stadt Sybaris in Unteritalien«in Gesetz hatten, nach dem einem Koch, der irgendein neues Gericht erfand, auf die Dauer eines Jahres das ausschließliche Recht der Bereitung und der Ber- wertung zugestanden wurde. In der Uebersetzung lautet die von Phylarch überlieferte Stelle: „Wenn einer der Köche ein eigenes, neues und köstliches Ge- richt erfindet, so soll es keinem anderen vor Ablauf eines Jahres gestattet sein, von dieser Erfindung Gebrauch zu machen, sondern nur dem Erfinder selbst. Während dieser Zeit soll er den geschäft- lichen Gewinn davon haben, damit die anderen sich auch anstrengen, um solche Erfindungen zu übertreffen." Da Sybaris von der Nochbarschaft Kroton um 510 v. Chr. zerstört wurde, ergibt sich ohne weiteres, daß diese gesetzliche Be- stimmung spätestens in die Zeit des sechsten Jahrhunderts o. Ehr, zu verlege» ist, A. Streich. o > GENERALDIREKTOR i BÜROBOY IST JEDER KAUFMÄNNISCH INTERESSIERTE VERPFLICHTET, DIE ¥ ¥"% A INTERNATIONALE JEDER AUF SPARSAMKEIT BE- I IK Zk 6. BÜRO-AUSSTELLUNG dachte chef beurlaubtsein IL AM KAISERDAMM ZU SEHEN! PERSONAL ZUM BESUCH DER EINZIG DASTEHENDEN SCHAU AUS DER FÜLLE DER SENSATIONEN; Schreibmaschinen mit Luftdruckbremse/ Zweischriften-Maschinen/ Antom. Schreibmaschinen Vervielfältiger, die Tintenunterschriften liefern/ Lotteriemudiine, antom* vom Loszng bis znr Ziehungsliste/ Neuheiten auf allen Gebieten TÄGLICH von QVi Uhr vorm. bis 8 Uhr ahds. geöfihet(Sonnabends und Sonntags 91/, Uhr vorm. bis 9 Uhr ahds.) 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