BERLIN Sonnabend, 15. September 1928 E r ich e i»t t ä« lich außer Sonntag«. Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". BejugSrreis beide Ausgaben SS Pf. xro Woche, g,MM. pro Monat. Redaktion undErpedition: BerlinSWöS.kindenßr.s SfuUauigaße xtei v\jofu>wi�6» ateigeapretS: Die einspaltige Nonoareillqeil» «> Pf.. Reklame, eile b M. Ermäßigungen nach Taril. vßscheckkonro: VorwärtS-Verlag G. m. d. Berlin Nr. S7SS6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? „Zeppelin" darf nicht starten! Probefahrt auf Montag verschoben. Riesenluftschiff„Graf Zeppelin" Xhik* oben: 0e«amlan»fchl des„Qraf Zeppelin", ilnlen: Jtufenthaltoraum für Passagiere. Stedtls: eine Schlafkabine. Das Luftschiff hat eine Länge von 235 Metern, eine Höhe von 35 Metern und wird von fünf Mavbach- Motoren mit insgesamt 2650 PS. angetrieben. Wirbelstürme über Amerika. Verheerende Wirkung eines Orkans.— Viele Tote. F riebe ich SHafett. 15. September. Wie Dr. Vckener gegen mittag mitteilte, hat er sich nunmehr entschliesten müssen, die Probefahrt für heute abzusagen, obUiohl das Wetter sich inzwischen er» heblich gebessert hat. Als Grund der Verschiebung be» zeichnete Dr. Gckener die Tatsache, das, die A u f st i e g s» genehmigung des Reichsverkehrsministeriums bis- her noch nicht vorliegt. Gr habe angenommen, dah es seinen Bemühungen gelingen würde, sie im Laufe des Vormittags in Händen zu haben, nunmehr aber müsse die erste 5?ahrt auf Montag verschoben werden. Nachträgliche Erlaubnis. Friedrichshafen. 15. September. Sur; nachdem der Zlufslieg für heute abgesetzt war. traf vom Reichsverkehrsministerium tclephonifch die Milteilung ein, daß Dr. Elkener die Genehmigung für Fahrten über dem Vodenfee habe. Auch die Erlaubnis für Fahrten über bewohntem Gebiete werde sofort erteilt werden, wenn gewisse Rückfragen beantwortet seien. aus die die deutsche Versuchsanstalt sür Lustschifsahrt noch Wert legt. Offenbar hoben bei diesen Dingen also INihverständnisse mitgespielt. die nun behoben sind, so datz der Ausstieg sür ZNontag früh erwartet werden kann, wenn nicht außergewöhnlich schlechte Witterung s- verhällnisfe eintreten. In der Halle wurde von 7 Uhr früh ab das Luftschiff zum Auf- stieg fertiggemacht. Die Manns hast, die an ihrer Mütze das neue Abzeichen des Luftschiffbaues, die weißen Buchstaben I- Z aus blauem Grund mit goldenem Eichenlaubkranz trägt, brachte ihre Sachen an Bord und das Luftschifs wurde ausgewogen. Mit Sand- sacken beschwert, hing es an den Haitefeilen, die zu den Laufkatzen führen. Dr. Eckener versammelt« dann in der achten Stunde die Schifssleitung und die„Wettermocher" des Luftschiffbaues zu ein» Sonserenz, in der man übereinkam, im Hinblick auf den Ostwind vorläufig den Aufstieg auf di'e Zeit von 10 bis 11 Uhr vormittags zu verschieben, da bei den gegenwärtigen Wind- Verhältnissen das Schiff nicht, wie beabsichtigt, an der Ostseite die Halle verlassen kann. Die Haltemannsäzaften der Werft, die, falls es notwendig sein sollte, durch Polizei verstärkt werden, standen bereit, so daß sofort bei Eintritt günstigen Windes das Schiff aus der halle gezogen werden konnte. Die Schaulustigen, deren Zu- ström fortwährend anwächst, ließen sich durch die Ankündigung über den späteren Termin des Aufstieges nicht entmutigen, sondern hicl- ten nach wie vor die Umgebung des Platzes besetzt. Dr. Eckener äußerte sich in einer Unterredung über die bevor- stehenden Fahrten des neuesten Erzeugnisses der Lust schiff werft: .wir sehen mit absoluter Ruhe und Zuversicht den ersten Fahrten unseres neuen Lustschisses entgegen. Es ist ja nicht das erstemal. daß wir einen neuen Zeppelin hinaussteuern. Der„Graf Zeppelin" wird deweisen, daß er ein Verkehrsinstrument ist, auf das man sich verlassen kann. Wir freuen uns, daß dos Werk nun vollendet ist, und hoffen, daß das deutsche Volk heute an unserer Freude teil- nimmt." ßraf Zeppelin" in der Walle. New 0 o t f, 15. Sepiember. Der Mrbelsturm, der die Republiken Haiti und San Domingo heimgesucht hat, hat sich in der Folge nordwärts gerichtet und in den Staaten des mittleren Westens große Verheerungen angerichtet. Vis jetzt sind 13 Todesfälle und mehrere hundert Der- letzte gemeldet. Die Stadt R o ck f o r d im Staate Illinois wurde von dem Sturm schwer in witleidenschaft gezogen. Ein Fabrikgebäude und mehrere Wohnhäuser stürzten ein. Etwa 100 Arbeiter wurden verschüttet, 30 Arbeiter wurden getötet. Die Wucht des Sturmes war so groh, datz ein Wohnhaus 20 Futz weit durch die Lust getragen wurde. Rem Zork, IS. September. Da die Kabel- und Radioverbindung mit Portorico noch nicht wiederhergestellt ist, liegen noch keine vollständigen Berichte über die Ausmaße des Schadens vor, den der tropische Orkan in W e st i n d i e n angerichtet hat. Unvollständigen und indirekten Berichten zufolge sind in der Umgebung von San Juan(Porto- rico) etwa 80 Proz. der Häuser zerstört oder beschädigt worden. Bäume wurden entwurzelt und viele Kaffee-, Bananen» und Kokusnußplantagen sind voll- kommen ze r st ö r t worden. Die Zahl der Toten ist noch u n b e st i m m t. Die Kubanische Wetterwarte berichtete am Freitag nachmittag. daß der tropische Orkan, der die� Westindischen Inseln heimgesucht hat. mittags seinen Kurs von Westnordwest nach Nord- Nordwest geändert habe. Man nimmt an, daß Kuba, das «ine Zeitlang aufs äußer st e bedroht erschien, nunmehr Zdnme Blultal eines Ebibredicrs. Die Sekretärin des Ridiiers. Berichte 2, Seite, außerhalb der Gefahrenzone liegt. Wie die Zeitung„El Mundo� aus San Juan berichtet, sind die Gebäude der Universität Portorico schwer beschädigt worden. Der Schaden wird auf 300 000 Dollar geschätzt. Die Ortschaft San Turce bei San Juan wurde dem Erdboden gleichgemacht. Die Piers an der Wasserfront von San Juan wurden teils vom Sturm umge» weht, teils durch die Sturmflut hinweggespült. In den Staaten Nebraska und Iowa sind zahlreiches Bauerngehöfte zerstört worden. Ein großer Teil der Vieh- bestände wurde vernichtet. Marinesekretär Wilbur hat einen Torpedobootzerstörer in Charleston Weisung erteilt, mit Hilss-' Material des Roten Kreuzes sich nach den heimgesuchten Gebieten zu begeben. Der Wirbelsturm scheint auch einen großen Teil der Antillen heimgesucht zu haben, obwohl genaue Einzel-. heilen darüber noch fehlen. Man hat Grund anzunehmen, daß der Dampfer„O r c o m a", auf dem sich C h a m b e r l a i n aus dem Wege nach Kalifornien befindet, in die Sturmzone geriet. Schreckensnachrichten aus Illinois. R o ck f o r d(Illinois), 15. September.> Die Zahl der bei der Tornadokalastrophe getöte» len Personen wird heute früh aus mindestens 7 5. die der verwundeten aus das Doppelte geschäht, und man vermutet, daß eine große Zahl Opfer noch unter den Trümmern vonFa- briken und sonstigen größeren Gebäuden be- graben liegt. Der Tornado erreichte die Stadl am späten Räch- mittag mit unerhörter Plötzlichkeit und Heftigkeit. Der rasch sich verdunkelnde Himmel war die einzige Warnung. Auf den mit furchtbarem Getöse vorüberziehenden wtrbelsturm folgte ein Wolken- bruch, der das allgemeine Ehaos noch erhöhte. Spät nacht» waren hunderte von Freiwilligen damit beschästigt, die Opfer aus den Trümmerhaufen zu befreien. Roch Schilderungen von Augenzeugen wurde da» Fabrikgebäude buchstäblich in Atome zertrümmert. Zuerst verschwand das Dach, dann gab unter dem verminderten Luftdruck von innen die wand nach, während der winddruck von außen die Znsastcn unter einem Hagel von Ziegelsteinen begrub. Glücklicherweise verhinderte der Wolkenbruch den Ausbruch von Bränden, was die Rettungsarbeik einigermaßen erleichterte. EntsehlicheSze- ii c n spietten sich während der Vergung der Verwundeken aus den Trümmern ab. Automobile wurden mehrere hundert MeterweitdurchdieLustgetragen. Vew Tjott, 15. September. Die aus San Juan nach immer spärlich einlausenden Nach- richten lassen erkennen, daß die gan z« Insel durch den Tornado mehr oder weniger verwüstet worden ist. Der Kanzler der Universität Portorico erklärte in einer kurzen Meldung, daß die Bevölkerung vom Hungertode bedroht sei. Noch lange, nachdem der Tornado vorübergegangen war, wurden Trllm- vierteile vom Sturm mit maschinengcwehrähnlichem Geräusch durch die Luft geschleudert und die Straßen waren daher kaum passier- bar. Große Besorgnisse hegt man für mehrere Dampfer, von denen noch immer jede Nachricht fehlt. Schwere Bluttat eines Einbrechers k r Reue Hetze der Kommunisten. Gegen Arbeiterbank und Gewerkschaften. Es gefällt der„Noten Fahne" und ihren Hintermännern, die Hetze gegen die Arbeiterbank, womit natürlich die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie getroffen werden sollen, fortzusetzen. Sie veröffentlicht sensationelle Dinge von„Riesenverlusten der Arbeiter dank" bei einer Filmgesellschaft, und zwar der Veritas-Film. G. m. b. H. Der Zweck der Uebung liegt auf der Hand. Mit der Arbeiterbank soll di« Werbearbeit der Sozialdemokratie und der Ge- werkschaften getroffen werden, die den kommunistischen Drahtziehern natürlich nicht in den Kram paßt. Wir stellen fest, daß entgegen den Behauptungen der„Roten Fahne" die Vorfälle, aus die sie sich bezieht, weit zurückliegen und für die Arbeiterlxrnk längst erledigt sind. Bei jedem Bankgeschäft ist es unvermeidlich, daß bei Kreditgewährungen durch Aeuderung der Wirtschaftslage Berlustmöglichkeiten eintreten. Das war selbst- verständlich seit dem Jahre 1924 gelegentlich auch bei der Arbeiterbank der Fall; die G e s a m t e i n b u ß e n bei allen solchen Fällen haben bisher aber noch nicht«in Vierzig st el Prozent des Umsatzes der Arbeiterbank erreicht. Die hier eingetretenen ge- ringen Verluste sind überdies längst abgeschrieben und beeinflussen die derzeitige Lage der Arbeiterbank überhaupt nicht mehr, Das Vorgehen der„Roten Fahne" richtet sich von selbst. % # poincare greist ein. Rhemland-Näumung nur gegen Bezahlung. Paris, 15. September.(Eigenbericht.) ' Ter journalistische Vertrauensmann Poincares beim „Echo de Paris" erklärt, amtlich zu der Mitteilung ermächtigt zu sein, daß die Genfer Verhandlungen der Sechscr-Konferenz bisher nur zu einer„einfachen Skizzierung einer Regelung" geführt haben, die„im allgemeinen ziemlich vage, in einigen Einzelheiten aber schon präzise" sind. Es herrsche Einverständnis zwischen den Verhandlungspartnern darüber, daß die Fort» sehung der Verhandlungen und die Festsehung der technischen Einzelheiten der Einigung einer aus juristischen und finanziellen Sachverständigen zusammen- gesehten Kommission übertragen werden soll. Auch die Bedingungen, unter denen eventuell die Feststellungs- und Versöhnungs-Kommission im Rheinland gebildet werden könne, seien allgemein angenommen. Frank- reich, so schließt der Qffiziosus, stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Räumung nur gegen eine Uebernahme„der Lasten Frankreichs" durch Deutschland gewährt werden könne, daß sie also von der Lösung der Reparations- und Kriegsschuldenfrage ab» hänge. Sauerwdn weiß im„Matin" zu berichten, daß der Reichs- kanzler vorläufig die Bildung der Feststellungs- und Versöhnungs- kommission abgelehnt habe, da Briand die Gegenseitigkeit der Kontrolle noch nicht endgültig gesichert habe. Pertinax meldet im„Echo de Paris", daß der Reichskanzler die sofortige Räumung des Rheinlandes für den Augenblick gefordert habe, wo die Sachverständigenkommission zusammentrete. Er habe sein Verlangen damit begründet, daß dann die Einigung grundsätzlich vollzogen sei und daß nur noch die technischen Einzel- hellen geregelt werden müßten. Briand aber habe abgelehnt. Briand erklärt heute in einem Interview im„Exzclstor", er verstehe den Pessimismus nicht, den man in Deutschland gegenüber den Genfer Verhandlungen hege. Man habe in Deutschland seine Kontroverse mit dem Reichskanzler wesentlich übertrieben und man scheine dort auch nicht Zu ahnen, mit welcher Herzlichkeit die Räumungsoerhandlungen geführt würden. Er selbst, schloß Briand, sei sehr zuversichtlich und hoffe, daß ernurnochüTagein Genf zu bleiben brauche. Cs fehlen �4 von 60. Südamerika hält sich vom Kellogg-Pakt zurück. Wafhinglon, 13. September. Die spanische Regierung hat das Staatsdepartement davon in Kenntnis gesetzt, baß sie beabsichtige, dem Kellogg-Pakt beizutreten. Einer offiziellen Mitteilung zufolge sind auf die vom Staats- departement ergangenen Einladungen bisher von folgenden Staaten noch kein« Antworten eingelaufen: Afghanistan, Argentinien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Island, Mexiko, Norwegen, Paraguay, Perfien, Salvador, Siam und Ungarn. Ein Hilferuf Trotzkis. Ohne Lebensmittel.— Sein Haus beschossen. Paris. 15. Scplembcr. Dem„Matin" wird aus Maskau gemeldet, daß es Trofzki. der in dem Gebirgsark wjernyi. zwischen Chinesisch-Turkestan und der Mongolei. 200 Kilometer von der nächsten Eisenbahnlinie entfernt. sich aufhält, kürzlich gelungen sei. dem früheren russischen Lot- schafter in Paris, R a k 0 w s k i, der in Astrachan am Kaspischen Meer im Exil lebt. Nachricht zukommen zu lassen. Trohki bitte seine Freunde um Hilfe und erkläre, die politische Polizei wolle seinen Tod. Man habe ihn mehrere Tage nicht mit tebens- wllkeln versorgt, und vor einiger Zeil hätten Rotgardisten aus einem verskeck heraus sein Haus beschossen, worauf er und sein Sohn mit Jagdgewehren das Feuer erwidert hätten. Als diese Vorfälle in Moskau bekannt wurden, hätten die Behörden sie zwar nicht dementiert, aber das Attentat als eine Aktion einzelner hingestellt und die Einleitung einer Untersuchung an- gekündigt. Am 26. August seien ZZ Mitglieder der Opposition und Ireunde Trotzkis ocrhajtcl worden. Gelbstmord des Täters. Im Hause Badstraße SZ. im Norden Berlins, wurde heule vor- mittag ein schweres Verbrechen verübt. In die Wohnung des im ersten Stockwerk wohnenden Zigarrengroßhändlers Oskar S e l z e r drang ein mit Gesichtsmaske und Pistole bewaffneter Einbrecher ein und streckte die Hausangestellte und ein zweijähriges Kind durch mehrere Schüsse nieder. Der Täter ergriff darauf die Flucht, konnte ober noch kurzer aufregender Jagd auf dem Boden des Nebenhauses gestellt werden. Bevor man ihn ergreifen konnte, jagte er sich eine Kugel in den Kopf. Zu dem Derbrechen wird mitgeteilt: Im Hause Badstraße 63 hat der Zigarrengroßhändler Oskar Selzer einen Loden und im ersten Stockwerk ein« größere Wohnung. Die Familie besteht ans dem Ehepaar Selzer sowie einem 9- und 2jährigen Kinde. Den Haushalt versieht die 28jährige Hausangestellt« Frieda Kirch. Heute früh gegen �10 Uhr begab sich das Selzerfche Ehepaar aus Anlaß des jüdischen Neujahrsfestes zum Tempel nach der Prinzenallee. Die beiden Kinder und das Mädchen blieben allein in der Wohnung zurück. Gegen 16 Uhr klingelte es, und das neun- jährige Kind öffnete. Ein Mann trat ein und sagte, daß er vom Pater geschickt worden sei, um das Gebetbuch zu holen. Blitz- schnell schloß der Unbekannt« darauf die Wohnungstür hinter sich und rief den Kindern zu, sich ganz ruhig zu verhallen, da er sonst schießen würde. Dabei zag sich der Eindringling, der an den Händen lange Motorradfahrerhandschuhe trug, eine schwarz« Halb- maske über dos Gesicht und riß aus der Tasche«ine Pistole hervor. Das alles spielte sich in wenigen Sekunden ab. Di« zu Tod« erschreckten Kinder versuchten laut schreiend vom Flur in die Küche zu eilen. Der Räuber, der dadurch seine Entdeckung fürchtete, feuerte jetzt einen Schuß ab, von dem der Zjährige Max Selzer in die Iveichleiie- gelrassen wurde. Auf die Detonation des J Schusses hin eilte die Hausangestellte, die in der Küche beschäftigt war, htrbei. Als sie di« Tür aufriß, sah sie sich dem Eindringling mit erhobener Waffe gegenüber. Er gab auf die Frau einen weiteren Schuß ab, und in die Brust getroffen, sank sie blutüber- strömt zu Boden. Dem anderen Kind war es inzwischen gelungen, zum Fenstee zu eilen. Durch die Hilicfchrei- wurden Passanten und Bauarbeiter der E'-Dohn aufmerksam, die sofort noch oben eilten. Die große Dcrwirrung wollte der Räuber benutzen, um zu flüchten. Er sogt« die Treppe hinunter und lief, von mehreren Bauarbeitern verfolgt, in das Nebenhaus hinein. Er eilte dort die Treppe des Seitenflügels hinauf, offenbar»m zu oersuchen, eine Möglichkeit zur Flucht über die Dächer 3« finden. Die Bodentür war aber verfchlossen, und che es ihm gelang, die Tür gewaltsam zu öffnen, waren die Verfölger schon heran. Jeder Rückzug war ihm abgeschnitten. Mittlerweile war das lleberfallkammando am Tatort eingetroffen. Die Beamten eilten mit entsicherter Waffe nach oben. Plötzlich krachte ein Schuß. Als die Beamten die Boden- treppe erreicht hatten, fanden sie den Flüchligen mit durchfchof. fencr Schläfe daliegen. Neben ihm lag die Mehrladepiftole und die schwarze Halbmaske. An den Händen hatte er noch di« ledernen Autohondfchuhe. Der Verbrecher sowie die schwerverletzte Haus- angestellte und der zweijährige Max Selzer wurden zur nahe- liegenden Rettungsstelle 10 in der Badstraße gebracht. Der Arzt ordnete nach Anlegung von Notverbänden di« sofortig- Ueberführung der Verletzten ins Krankenhaus an. Frieda Kirch wurde durch einen Wagen des Rettungsamtes in das Virchaw- Krankenhaus gebracht, wo sie mit einem Brust. schuß in sehr bedenklichem Zustande daniederliegt. Das Kind fand im Kinderkrankenhaus in der Exerzierstraße Ausnahme. Der Täter wurde als Palizeigefangener in hoffnungs- l a f e in Z u st a n d e in das Staatskrantenhaus in der Scharnhorst- ftroße gebracht. Die Erregung der Bevölkerung über di« Bluttat war derart, daß die Polizei Mühe hatte, den fchwerocrleßlen ver- brecher vor einer Lynchjustiz zu schützen. Seine Personalien konnten noch nicht festgestellt werden. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint der Ranbüberfoll von längerer Hand vorbereitet zu sein. Der Täter war scheinbar init den Verhältnissen genau vertraut und wußte, daß die Eheleute Selzer den Tempel am Vormittag aussuchen würden. Offenbar hat der Täter nicht mit der Hausangestellten gerechnet, die er vielleicht nicht in der Wohnung vermutete. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist der Täler heute mittag gestorben. Die Sekretärin des Richters. Vom Giinnes-Zreund bestochen. Wie wir meldeten, wurde die Sekretärin des Untersuchungsrichters, Landgcrichtsrats Brühl. in der letzten Woche ihres Postens enthoben, weil der Verdacht besteht, daß durch sie Mitteilungen über den Stand des Verfahrens, über Aussagen der Angeschuldigten und der Zeugen an dritte Personen gelangt seien. Wie jetzt bekannt wird, ist es der am Donnerstag verhaftete Direktor Leo Hirsch ge- Wesen, der versucht hat, die Sekretärin zu bestechen. Hirsch ist über den Fall berits vernommen worden, und es ist wahrscheinlich, daß gegen ihn ein Versahren wegen B e- st e ch u n g oder versuchter Bestechung eingeleitet wird. Die Sekretärin hotte in ihren Vernehmungen vor Staatsanwaltschafts- rat Zimmermann bereits zugegeben, daß ihr von einem Herrn ein Angebot gemacht worden war, sie solle gegen eine einstweilige Zahlung von 5000 Mark ihm Informationen über den Stand des Verfahrens liefern, und sie hatte weiter zugegeben, daß ihr für später noch eine größere Geldsumme als Belohnung in Aussicht gestellt worden sei. Direktor Hirsch hatte es oerstanden, sich an die Angestellte des Untersuchungsrichters heranzumachen, um van ihr die Nach- richten zu erhalten, die ihm und dem ganzen in die Kriegsanleihe- schiebungen verwickelten Persanenkreis natürlich van größtem Nutzen sein mußten. Hirsch kannte seinen Plan um so leichter ausfuhren, als er schon vor mehreren Wochen als Zeuge durch Landgerichtsrat Brühl vernommen worden war. Bei diesen Ver- hären hatte die Sekretärin das Pratakall aufzunehmen. Hirsch hat nach Dienstschluß die Angestellte vor dem Kriminal- gericht erwartet und es verstanden, sie dazu zu veranlasien, ihn in seiner Wohnung zu besuchen, wo er ihr die finanziellen Bor- schlage machte. Hirsch, der heute nicht mehr Zeuge, sondern Sl n- geschuldigter ist, versucht jetzt der Angelegenheit eine mag- l ich st harmlose Darstellung zu geben. Die Untersuchungen der Behörde erstrecken sich in erster Linie darauf, fest- zustellen, für wen Hirsch die Informationen haben wollte. Für ihn selbst kannten sie nicht van erheblichem Wert sein, da er aus der Art der Fragestellung des Untersuchungsrichters ohne große Mühe entnehmen konnte, ob ihm selbst aus dem ange- schnittenen Komplex Gefahr drohe oder nicht. Berlin— Tokio. v. Winterfeld und Sichler gestartet. heule miklag erfolgle ohne Zwischenfall der Slarf der beiden Lufthanfaflieger 0. w i n l e r s e l d und E i ch l e r auf dem 20-? S.- klemm- Daimler- Sportslugzeug. Die beiden Piloten, die von der Deutschen Lufthansa für ihr Achtunddreißig und eine. Nach der„Statist. Eorresp." kommen auf jede leerstehende Wohnung ZS wohmmg« suchende Familien Oer Hausbesitzer:„Nun noch freie MletSzinsbildung, lieber Gott, und das Paradies auf Erden ist da!" sportlich sehr interessantes Unternehmen beurlaubt sind, wollten bereits heute nackst bei ihrem Versuch, sich um den H i n d c n b u r g- Pokal zu bewerben, starten, doch war di« Wetterlage zu schlecht, so daß man sich entschloß, bis zum Sannavend mittag zu warten. Eichler und v. Winterfeld hoffen ohne Zwischenlandung zunächst Moskau zu«rrcichen, vorausgesetzt, daß der stellenweise ziemlich heftig« Ostwind ihnen nicht einen Strich durch die Rechnung macht und sie zur Nachfüllung der Betriebsstoff« vorzeitig zum Landen zwingt. Bon Maskau soll die Fahrt dann über Kasan und den Ural gehen. Die beiden Flieger hoffen, bis Tokio zu gelangen. Ozeanflug Amerika-Rom begonnen. New Park, 15. September. Ilm 4.30 Uhr Lakalzeit ist das Flugzeug„Rom a", mit dem der Flieger Williams und der italienische Flieger Cesare S a- belli ohne Zwischenlandung von Amerika nach Rom fliegen will, auf dem Flugplatz Hartford im Staate Connecticut aus- g«st>esen.. Eine erfreuliche Berichtigung. „Oie Austauschkinder im Reichstag." Zu unserem Aussatz in Nr. 422, der unter dem Titel„Die Aus» tauschender im Reichstag" über die Besichtigungen der Berliner Sehenswürdigkeiten durch die französischen Austausch- linder berichtete, erfahren wir, daß auch die Stadt Paris für 85 deutsche Schüler, die auf das freundlichste empfangen wurden, Führungen durch die sranzäsisch« Hauptstadt veranstaltet hätte. Alle Teilnehmer haben sich mit großer Zufriedenheit über den Empfang in Paris ausgesprochen. Alle Schüler haben sich für die schönen Tage auf da» herzlichste bedankt und waren des Lobes voll über die Bemühun- gen der Stadt Berlin. Das bezeugt diese Dankadresse: „Im Namen aller Schüler des deutsch-französischen Schüler- ausiaufches sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus für die fröhlichen Stunden, die uns bereitet wurden. Wir haben van Herzen den Wunsch, �daß alle Deutschen und Fran» zasen aüch so gute Freunde werden, wie wir Austausch» schiiler es geworden sind." Inzwischen sind unsere Gäste in Paris wieder eingetroffen. Der französisch« Präsident des Komitees für den Schüleraustausch erklärte, daß die«chüler und Schülerinnen van ihrem Aufenthalt in Bcriin geradezu begeistert seien. Im nächsten Jahre würden 5 00 Schulkinder nach Berlin geschickt werden. Im KampfgegenWohnungsnot Stadtrat Ezeminsti über Pläne der nächsten Zeit. Die Amöbe Berlin. Wo bleibi die Aoigemeinschast für Wald und See? Nmöb«n sind hafbflüssize Protoplasma-Klümpchen, formlos, doch kxqabt mit d«r unheimlichen Fähigkeit, aus jedem Punkt« ihres Leibes taftende Arme vorfließen lassen zu können, die alles, was ihnen begegnet, umfließen, in fich aufsaugen, dos Genießbore affimi- lieren, um dann öde Reste zurückzulassen. Was diese Arme über- fließen, dort schwindet Ursprüngliches, um nicht wiederzukehren. Es gibt kein besseres Bild für dos Wachstum der Riesenstadt: tastende Auslöuscr aus einem gewaltigen Leib«, dem allein sie dienen. Nach ollen Richtungen, doch unberechenbar. Was heute noch fernab dem Betrieb« erscheint, kann über Nacht von einem der Arme ergriffen worden sein. Und doch nicht ganz unberechenbar, denn es find immer die schönst«» Wald- und Seengebiete, die die Amöbe über- fließt. Es ist stets dieselbe Geschichte: Mit einem Mal« umdroht widerwärtiger Stacheldraht ein bisher freies Waldstück;«in See- uferweg ist plötzlich kassiert, dos Ufer in Parzellen aufgeteilt, und wer im Wald« so für sich hinging, um nichts als Erholung zu finden, der stößt auf plakatierte Faustichläge:.Achtung, Fußangeln! — Pissig« Hunde!— Lorsicht, Selbstlchüsse!" Der See, der Wald ist angefressen, für den Rest gibt es dann keine Hilfe mehr. Und dann, wenn es zu spät ist, dann rauscht der Beschwerdcsturm durch die Presse. Die Kreise ober, die es angeht, lachen sich ins Fäustchen: Gefällte Bäume stehen nicht mehr auf! In den letzten Jahren ist das Tempo der Wald- und Seen- rxrwüstung um Berlin erschreckend geworden. Kein Wunder, daß die Gastwirt« der näheren Umgebung klagen, denn sie wird den Naturfreunden zum Greuel, und man muß immer weiter hinaus- fahren, um den Stacheldröhten zu entgehen. Für die überaus Dielen, denen eine vielköpfige Familie das Fohrgeld beschneidet, ist dies« Entwicklung«ine im Interesse der Lolkszesundhcit zu beklagende Katastrophe l Kolonien müssen sein. Aber müssen sie sich gerade in die schönsten Partien hineinfressen und sie dabei, denn das ist immer das Ende, vernichten? Haben die Rehbcrge und ähnliche Gebiet« nicht gezeigt, was sich auch aus ödem Boden herauszaubern läßt? Und davon gibt es genug um Berlin. Und dann die Volksparksl Alle Achtung, wenn sie aus Ocdland geschaffen werden! Davon können wir gar nicht genug hoben. Da sind sie am Platze, und Raum und Sand für Spielplätze bieten sie reichlich. Aber nein, es müssen auch schöne Waldpartien zu Bolksparks verarbeitet werden und die dos tun, meinen sogar, sie hätten die Natur verschönert! O faneta simplicitas! Anstatt gerade im Bereich der Riesenstadt Lolk und Kindern noch ein bißchen«cht« Naturnähe zu erhalten, wird der Wald frisiert, bis jenes von Stacheldrah: umzäunte Surrogat übrig bleibt, dem der Naturfreund den Rücken kehrt. Nicht einmal auf künstlerische Kreise ist Verlaß. Der Tiergarten z. SB. ist in seiner Art einzig und der Neue See sein Juwel. Der Bildhauer Prof. Schott aber trat dafür«in, daß der Sc« mit einem größeren Restaurant verziert werde. Und neuerdings wird diese Idee be- sürwortet, um den Tiergarten in noch l>öher«m Maße der Bevölke- rung zugänglich zu machen! W«nn das geschieht, wenn das Zuge- lassen wird, dann sind d'« Berliner ihren Neuen See nicht wert. Der Ruf sollte sich erheben: Wald in Not! See in Not! Wir hoben eine Sliotgemeinschaft für die deutsche Wissenschast. Jetzt auch eine Notgcmeinschaft für di« deutsche Kunst. W o bleibt die Notgemcinschaft für Wald und See? Eine Gemeinschaft, die vorbeugt, die zu retten sucht, was noch zu retten ist, die nicht jammert nach geschehener Verwüstung, sondern vorher die kommenden Fangarme der Amöbe aufspürt und sie rechtzeitig ablenkt? Denn es ist Raum genug für die Riesenstadt ringsherum! L. Loske., Der Entschluß des Berliner Magistrats, für Wohnungs- bauten 13 Millionen aus laufenden Einnahmen der Stadt herzugeben, bedeutet gegenüber dem drückenden Mangel an Wohnungen nur ein kleines Mittel. Größere Pläne erfordern aber ganz außerordentliche Geldsummen, deren Be- schaffung an der Unmöglichkeit der Anleiheaufnahme scheitern muß. Was trotzdem im Kampf gegen die Wohnungsnot getan wird oder in nächster Zeit getan werden soll, darüber äußerte sich in einer Besprechung mit Pressevertretern der neue Dezernent jür das Wohnungswesen, Stadtrat E z e m i n s k i. Ungeachtet des in Berlin herrschenden Wohnungsmangcls ziehen hier Jahr sür Jahr noch viele Tausende Familien zu, denen der Wohnbcrechligungsschein nicht oer- weigert werden kann. In 19Z4 erhielten ihn SlifiT Familien, in 1925 wurde er für 13 632 Familien crtejjt, in 1326 und 1927 mußten 26 326 und 26969 Wohnberechtigungsschein« für neuzuge- zogen« Familien ausgefertigt werden und in 1928 wird noch den Erfahrungen der ersten Jahreshälfte auf 34 999 für das ganze Jahr gerechnet. Berücksichtigen wir andererseits, daß Wohnungen durch W«g- tzug oder Tod frei werden, so dürfen wir doch die Zahl der Woh- nungen, die in Berlin gebaut werden müßten, auf jährlich 39999 bis'32 999 schätzen. Mit den nur 129 Millionen Mark, die Berlin sür 1928 als Hauszins st euer- a n t c i l zu erwarten hat, kann man nur 24 999 Wohnungen bezufchuffen, wenn die Höhe der Hauszinssteucrhypothet nicht zu gering bemessen werden soll. Ein Notbehelf sollen da die 13 Millionen aus laufenden Stadtmitteln sein, ober auch hier- mit wird dem Bedarf noch nicht genügt. Man wird mit diesem Betrag nicht viel mehr als 2999 SDohnungen bezufchussen. Di« Bauten sollen, wie im„Vorwärts* bereits vor acht Tagen aus der Magistratsvorlage mitgeteilt wurde, auf städtischem Gelände in Sie mens st adt und in Reinickendorf errichtet werden. Stadtrat Czeminski wandte sich gegen die oft gehörte irrige Darstellung, daß die Verteilung der Hauszinssteuerhypotheken un- nötig verzögert werde. Er wies darauf hin, daß(wie auch im „Vorwärts" schon mehrfach betont worden ist) die Eingänge der Hauszins st euer mittel sich über das ganze Jahr verteilen und daher nicht zu Beginn des Bau- ja h res sogleich im vollen Betrage ausgeschüttet werden können. Für 1927 konnten infolge„Streckung" der Hauszinssteuer- mittel und Einschränkung der Hypothckenhöhe 27 999 Wohnungen bczuschußt werden, ober in 1928 will man diese„Streckung" nicht wiederholen, weil sonst die Finanzierung der Wohnungen schwierig wird. Aus dem Wohnungsbauprogramm für 1928 sind bisher 17 399 Wohnungen bezufchußt worden. In den letzten Monaten ist nach Aushebung der Antragspcrre eine Flut von Anträ- gen für 121 999 Wohnungen gekommen, so daß die Prü- fung und Sichtung viel Arbeit machte und über die Anträge nicht immer sogleich entschieden werden konnte. Bei Projetten von Firmen, die als leistungsfähig bekannt sind, ist mit größter Be- schleunigung entschieden worden, um wenigstens hier jeden Auf- schub zu vermeiden. Neben den jährlich 24 999 Wohnungen, die Berlin in den nächsten Jahren voraussichtlich durch Hauszinssteuer finanzieren kann, wird ein zusätzliches Bauprogramm großen Ausmaßes geplant. Welche Wege gegangen werden sollen, hierfür die Mittel zu b e s ch a s f en, das wird für Magistrat und Stadtverordnete in den nächsten Monaten ein Gegenstand ernstester Sorge sein. 5000 neue Wohnungen? � Das„Berliner Tageblatt" meldet, daß ein Bau- und Bankenkonsortium unter Führung der„?l l l g e- meinen Häuserbau-Aktien-Gesellschast von 1872 Adolf Sommerfeld" der Stadt Berlin«in Angebot unter- breitet habe, 5999 Kleinwohnungen ohne Juan- spruch nähme der Hauszinssteuer zu errichten. Die Stadt soll, sagt die Meldung, das Gelände zu günstigen Bedin- gungen zur Verfügung stellen und ähnlich wie bei dem Chopmon- schen Projekt Gcneralpächtcr der Wohnungen werden mit dem Ziel der SSsfitzergreifung in etwa acht Jahren. Wie tpir hören, ist ein derartiges Angebot bis zur Stunde nicht im Rathaus eingegangen..' Linksruck in Dänemark. Siarter sozialdemokratischer Wahlerfolg.- Indirektes Wahlsystem verhindert politische Auswertung. Kopenhagen. 13. September.(Eigenbericht.) In den Wahlen zur Ersten dänischen Kammer hat die Sozialdemokratie 66 OOO Stimmen gewonnen, obscho» das Wahlalter 30 Jahre beträgt; besonder» ist ihre Zu- nähme in dem von Deutschland abgetretenen Rord- schleswig stark. Hier hat sie ein Mandat gewonnen. I« Bornholm fehlten nur zwei, in Seeland nur 16 Wahl» Männerstimmen, um weitere Mandate zu gewinnen. Alle übrigen Parteien haben einen Stimmen» rückgang zu verzeichnen. Trohdem hat sich an de« Mehr- heitsverhältnissen in der Ersten Kammer nichts ge- ändert; die bisherige Regierung bleibt mit zwei Stimmen in der Mehrheit. Kopenhagen, 13. September. Nach vorläufiger Berechnung werden sich die 28 Mandat« wie folgt oerteilen: Liberale 12(verloren 1), Konservative 4(unver- ändert), Sozialdemokraten 9(gewonnen 1), Demokraten 3(unver- ändert). Die Frakttonsstärte der Parteien müßte demnach folgen» des Bild ergeben: Liberal« 28(39). Konservative 12(12), Sozial- demokroten 26(23). Demokraten 8(8). Der neugewählt« Bertret«? der Farör wird ots Separatist vermutlich keinen Anschluß an di« dänischen Fraktionen suchen. Die Deutschen Nordfchleswigz hoben im Vergleich mit den Lands- thingswahlen des Jahres 1929 einen starten Erfolg zu verzeichnen, der jedoch augenscheinlich nickst zur Erlangung eines Mandat, aus- reichen wird. Ihr Stimmenzuwachs beträgt 2963. d. h. 6719 Stim- man gegen 4656 Stimmen vor acht Jahren. Ihre Wahlmänner haben sich somit um drei erhöht.- Allein in Hadersleben hatten st« einen Stimmenzuwachs von 44 Proz. zu verzeichnen. Die deutschen Stimmen Nordschleswigs machen insgesamt nach Berechnung der dänischen Presse 14'/« Proz. aus. Besonders beachtenswert für die Gesamtwahl bleibt natürlich der Erfolg der Sozialdemokraten, der ihnen einen Zu- wachs von 29 3 W a h l m ä n n e r st i m n,« n eingebracht hat, während die Liberale» 33 verloren. Auch die Konservativen kann- tcn«inen kleinen Erfolg verzeichnen. Die alte konservativ-liberol« Mehrheit oermindert sich somit von drei auf zwei Stimmen, doch soll noch die Möglichkeit bestehen, daß die Sozialdemokraten m Nordjchleswig ein weiteres Mandat erobern,' Etaaistheater. Sir Iames Barrie:„Was jede Frau weiß.� Jede Frau weiß, daß ihr Ehemann ein großes Kind ist. Di« Gute, di« Kluge, die Entsagend« mag noch so viel Tüchtigkeit und Kummer aufbieten, um den Herrn Gemahl weiterzubringen, er merkt es nicht. Immer will er der Herr der Schöpfung bleiben und glauben, daß er durch sich allein elles erreichte, daß er aus eigener Kraft nur ein Staatsmann oder gor ein Heiliger wurde. Diese hübsche und galante Binsenhalbwohrheit und Kavaliers- lüge übersetzt der Engländer James Barrie in seine Mutter- spräche, um zu beweisen, daß Maggie Wylie aus ihrem Mann olles gemacht hat, ein ministerreifes Untcrhausmitglied, einen witzigen Redner, einen Liebling der Nation. Sie vollbrachte das Wunder, obwohl der brave John, ihr undankbarer Gatte, ein hu- morlofsr Streber war, der sogar auf Abwege ging und einer adligen Gans nachlief. Dieser John soll der dümmste Kerl sein, weil er das gescheiteste Weibchen gründlich verkannt«. Erst nach� vier langen Akten kommt John dahinter, wie gut es das Schicksal imt ihm meinte, das ihm das Ehejuwel Maggie schenkte. Schade, daß dieses Glück so lange auf fich warten läßt. Denn die vier Akte schleppen sich nur mit zäher Beharrlichkeit vor- wärts. James Borrie, der liebenswürdigst« und tiefsinnigste Jdyl- liker unter Englands heutigen Schriftstellern, ein Nachfahr von Charles Dickens, ein ironischer Kleinmaler von ausgezeichnetem Talent, läßt sich aber schwer verdeutschen. Die Leutchen, die in seiner Komödie verspottet oder gepriesen werden, sind ganz schot- tisch. Aus Provinziellem, dessen besondere Schattiening unmöglich wiedergegeben werden kann, zieht Barrie seinen Witz und seine Wärme. Do» provinzielle Gemüt uich der schottisch« Posemuckelhorizont fehlen uns und den Schauspielern, um diese Praoinzidylle voll- ständig zu würdigen. Es wird im Schauspielhaus pur ein sehr matter hochdeutscher Schwant gegeben. Frau L u c i c Höf- l i ch braucht natürlich nur ihr goldenes Herz zu öffnen, damit auch unser Herz aufgeht, aber in diesem Stücke mutz sie es zu gewalt- sam tun. Wir bewundern schließlich mehr die Nettigkeit als die Natürlichkeit ihres Spiels, lind Herr Müthel, der nach einem läppischen Seitensprung wieder zu diesem Prochtweibe bekehrt wird, betrübt allmählich durch seine Marionettenmanieren. Es bleibt nur ein schottisches Trio von SBater und zwei Söhnen, bäuerlichen D:ckschodeln. die auf der Bühne mit komischer Eindringlichkeit bezeugen, daß die Bauernfchlouheit in allen Sprachen ein gesundes Komödienmotiv ist. Zu dem Terzett gehören Herr Trug, 5)err L e i b« l t und Herr Wäscher. _ Max Hochbor f. (Sin irauriges Lustspiel. Rossermann im Lessing-Theater. „Der groß« Bariton" von Leo Dietrich st ein und Fred und F o n n y H a l t o» ist ein Lustspiel nnl Gefühl, leider mit zuviel Gefühl. Es handelt sich um die Tragödie des, berühmten Opernsängers, dem ein Leben lang alle Frauenherzen zugeflogen sind, der aber jetzt von verdorrenden Lorbeeren lebt. Er ist alt geworden, feine Stimm« wird brüchig, er muß sich seiner Haut wehren, damit ihn nicht jüngere Kräfte von der Bühne verdrängen. Nachdem er Frauenherzen im Engrosbetrieb verbraucht hat, über- kommt ihn die wahre Liebe, und zwar zu der Geliebten eines auf- gehenden Bühncnsterns, feines jungen Konkurrenten Sonnino— ausgerechnet. Ilm das Unglück nollzumochen, ist dieser Sonnino auch noch der Sohn einer Jugendliebe des alten SBantons. Solche Gartenlauben-Geschichten gehen vor sich. Der erst« Akt hat noch ein wenig Leben. Er schildert die Sorgen des Theaterdirektors, der die widerstrebenden Ansprüche feiner Mitglieder zu erfüllen. Zänkereien und Intrigen zu schlichten und alle Mühe Hot, eine Vorstellung mit sich wütend bekämpfen- den Sängern, zustande zu bringen. Aber dann geht das Lustfpiel in süßlicher Elegie seinem traurigen Ende entgegen. Man würde vor Langeweile umkommen, wenn Albert Bossermann den Kusch nicht mit seiner virtuosen Darstellungs. kunst vergoldete. Cr ist der vollendete Weltmann mit dem lieben»- würdigen Pathos de» gefeierten Bühnenkünstlers. Als Don Juan auf der Bühne und im Leben Hot er so viel Süßholz geraspelt, daß bei all seiner Oberflächlichkeit ihm eine innige Herzlichkeit zur zweiten Natur geworden ist. Ihm zuzusehen, wird man nicht müde. Basiermann vermenschlicht auch diese papiern« Rolle. Er bringt sogar das große Kunststück fertig, das Erwachen der echten Liebe zu der jungen Ethcl Warren glaubhaft zu gestalten, obgleich die Darstellerin, Dore Thalmer, jeden Talente» bar ist. Wie ein großes Theater dem Publikum in Berlin eine Schau» spielen» anbieten kann, die nicht weiß, was sie mit ihren Glied» maßen und mit ihren Augen anfangen soll, die wie in einer Di- lettantcnvorstellung mimt, ist unbegreiflich. Ernst Degner, � Eine Giegreisbühne. Das S-llhr-Thcater. Kurftirsiendamm. Diese kleine Bühne im ehemaligen„Kabarett der Kamiker� ist auf Improvisation gestellt. Auf Zurufe aus dem Publikum formen Max Steincr-Kaifer und seine Künstler kleine Szenen, die vollkommen aus der Eingebung des Augenblicks ent- stehen. Die Künstler treten unvorbereitet an ihre Aufgabe heran. Etwa auf den Zuruf:„Hat der eifern« Gustav richtig gehandelt?" entwickelt sich eine Gerichtsszene, deren Ausgang keiner der Be- teiligten kennt und die allein durch die witzigen Einfälle der Dar- steller vorwärts getrieben wird. Entscheidend sür den Erfolg sind die Konzentrationsfähigkeit, die Einfälle und das Situationsgefühl der Künstler. SBei jedem Stegreifspiel muß es auch tote Stellen geben. Im großen und ganzen wird diese Art der Komödie immer etwas banal bleiben, wenn nicht die Darsteller über funkelnden, geist». reichen Witz verfügen. So waren die Darbietungen der Eröff,. nungsvorstellung auch ganz ungleichmäßig. Trotzdem kann man von einem Erfolg sprechen dank der Leistungen Max Steiner- Kaisers, Eugen Rex's, Marlies« Ludwigs und der anderen. Bor- ausfetzung für den Erfolg ist das Mitgehen des Publikums, die Unterstützung der Künstler, die hier tatsächlich über die Gabe der Improvisation verfügen. F. S. Zranzösische Schauerdramati?. Das Theater„Grand Guignol" in der Tribüne. In dem neuen Programm des Theaters„Grand G u i g« n o l" geht es außerovdemlich schaurig zu. Das erst« Drama„D a s Gefängnis des La st er s" übertrifft sich in dieser Beziehung selbst. Ein Herr, Opiumesser und Sadist im Prioatberuf, blendet auf der Bühne eine Dame, um seinen patentierten Sadismus dem Publikum durch die Tot zu beweisen. Zur Straf« wird er von einem anderen Herrn erschossen. Dagegen ist„Der Kuß in der Nacht" harmloser, hier arbeitet man nur mit Vitriol. In ihrer Kraßheit und grellen Tönung sind dies« Dramolets echte Kolpor- tag«, darüber täuscht auch nicht der gut pointierte Dialog hinweg. Es find«chauerdramen um ihrer selbst willen, und die Schauspieler unterstreichen nach durch ihre Realistik und durch ihre auf Effekte gestellte Darstellung diesen Eindruck. Alles ist derart überspitzt, daß es bereits anfängt komisch zu wirken. Ausgezeichnet dagegen die Schwanke, etwa„Die Erbschaft", in der zwei Provinzlern «in Bordell vermacht wird. Auch die Schauspieler sind hier stark gezügelt, von künstlerischer Zurückhaltung.— t. Iohannes'Fastenrath-Giistung. Der im Jahre 1998 zu Köln verstorbene Schriftsteller Johannes F a st e n r a t h hat letztwillig eine Summe von 399 999 M. zu einer Stiftung bestimmt, aus deren Zinsen solchen Schriftstellern, die sich mit Arbeiten in deutscher Sprache auf dem Gebiete der s ch ö n e n Literatur ausgezeichnet haben, ohne Rücksicht auf Staatsangehörig- keit, religiöse, soziale oder politische Richtung Zuwendungen zu machen sind. Nachdem die Stiftung ausgewertet worden ist, soll nunmehr, wenn auch stark eingeschränkt, die Berteilung der Zinsen wieder erfolgen. Bestimmungsgemäß dient die Stiftung vor allem der Förderung starker Talente, denen Ehrengaben ver- liehen werden sollen: nur nebenher sollen, wenn entsprechende Bega- bung nachgewiesen ist, an bedürftig« Schriftsteller kleinere Beträge als Unterstützung gezahlt werden. Die Stiftung Hot ihren Sitz in Köln am SRhein und wird verwaltet durch einen ehrenamtlich tätigen Stiftungsrot. Bewerbungen um die Stiftungsgaben sind unter Beifügung eines kurzen Lebenslaufes bis späte- stens den 1. Dezember d. I. unter der Anschrift:„An den Oberbürgermeister. Köln am Rhein, Rathaus, betrifft Fastenrath- Stiftung", einzureichen. Die Entscheidung wird satzungsgemäß An- fang Mai 1929 getroffen. Es wird den Bewerbern onheimgestellt, ihren Gesuchen diejenigen Unterlogen(Bücher oder sonstige literarische Arbeiten) beizulegen, die sie zu einer Begründung des Gesuches für notwendig erachten. Die Unterlagen werden später zurückgesandt. Die Bücher sind ausgeschnitten einzusenden. Ver schlepsch« c««i>schaf<,maler, Professor Morgenssera, der D-ier de« Dichter» Christian SRorgenflern, verstarb auj sein er Lcsitzuvz tu Voljthao bei Krilmnhübel, Adams Verireibung aus dem Paradies. Eine Liebesgeschichte mit Folgen. „Das ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig neu, und wem sie just passiert, dem"-- Fortsetzung siehe Heinrich Heine: Buch der Lieder, oder auch die Akten des Varietcschieds- gerichts Berlin. Oder auch die Schöpfungsgeschichte. Er hieß in diesem Fall wieder Adam. Mit Vornamen. Sein Beruf war Tänzer. Da er sehr geschickt war, glaubte ein erfahrener Unternehmer, eine„große Nummer" aus ihm zu machen. Trotz seiner Jugend machte er ihn zum Leiter einer seiner Ballett- truppen. Zuvor mußte der junge Tänzer allerdings oersprechen. sich nicht mit einer der ihm unterstellten Dallettmädel„einzulassen". Was Adam auch feierlich gelobte mit dem besonderen Hinweis darauf, daß er schon eine Braut habe, der er sogar unbedingt treu bleiben wollte. Darauf erhielt er noch eine sehr anständige Gehaltserhöhung und einen zweijährigen Vertrag mit 6 M. monatlicher Gage. Alles war gut und schön. Vis— ja, bis eine neue kleine Ballettratte dem jugendlichen Truppcnleiter„verliebte Augen" machte. Jetzt war die Braut und das Versprechen vergessen, und als der Unternehmer, dem die Wirtschaft in der Truppe nicht paßte, mit einem„Donnerwetter" dazwischcnfuhr und dabei vielleicht etwas zu heftig war, da vergaß Adam auch seinen Z w c i j a h r s- vertrag. Er ging mit seiner neuen Herzensflamme auf und davon. Für eine paar flüchtige Liebeswochen gab er seine feste Position auf. Zu spät kommt meist die Reu«. Adam kam sehr bald dahinter, daß es mit Frauen meist ebenso ist, wie mit Kragen: erst wenn man sie am Halse hat, merkt man, was für«ine„Nummer" es ist. Seine neue Flamme war jedenfalls eine recht eigenartige„Nummer", und er machte daher sehr schnell wieder mit ihr Schluß. Was freilich nicht ohne Heulen und Zähneklappern abging. Inzwischen hatte er auch noch Klage vor dem D a r i e t 6- fchiedsgericht angestrengt, denn ohne Geld, von der Liebe allein, kann man nicht leben. Darum klagte er seine Gage ein und behauptete, daß der Direktor ihn und seine„Braut" beleidigt hätte und er einen Grund zur Ausgabe des Engagements gehabt hatte. Die Gage ober beanspruchte er weiter. . Der Direktor weigerte sich, auch nur einen Pfennig zu zahlen. Im Verlauf der Verhandlung wurde er wesentlich milder ge- stimmt. Er stellte seinem bisherigen Schützling das beste Zeugnis aus. Aber wiedereinstellen— davon wollte er nichts wissen; darunter würde sein„Ansehen als Chef" leiden. So kam es zu einem Vergleich. Herr Adam bekommt noch eine geringfügige Geldsumme aus- gezahlt, seine feste Stelle, die ihm zwei Jahre hindurch monatlich 600 M. garantierte, ober ist verloren. Dafür hat er einige zweifelhafte Liebeswochen eingetauscht. Bestraste Bauernschlauheii! Dennoch mit blauem Auge davongekommen. Aus der Anklagebank nimmt, als die Sache 3. auf. gerufen wird, ein kleiner, untersetzter Mann mit einem typischen Vauernschädel Platz. Er ist eines Betruges be- zichtigt und soll sich nun verantworten. Die Geschichte der letzten drei Jahr« seines Lebens, in denen er über 30 000 M. durch„Geschäfte" verloren hat, bestätigt, was fein Gesicht andeutet. Er ist einer von den biederen Provinzlern, die eine Portion sogenannter Bauernschlauheit besitzen, die gern jemand hereinlegen, aber dann meist selbst von anderen betrogen werden. K. hat in Berlin, nachdem er seine Grund- stücke in der Provinz verkauft hat, eine Ga st Wirtschaft erworben. Er verstand nicht viel vom Geschäft und mußte balS wieder v« r k a u f e n. Er fand auch einen Käufer, dem er den Kaufabschluß recht schmackhaft machen wollte und verschwieg deshalb, daß noch erhebliche Mietrück st ände zu zahlen waren, daß zudem aber das Geschäft auch keine großaKund- s ch a f t hatte. Der Käufer, gegen den der Hauswirt aus anderen Gründen eine Exmissionsklage anstrengte, wollte den Kauf- 'preis für das Lokal nun von dem Verkäufer wieder heraus- schlagen. Er verklagte K. wegen Betruges. K. hate aber vor Gericht Glück. Er fand einen Richter, was sonst nicht immer der Fall ist, der genug Menschenkenntnis besaß und trotz kurzer Verhandlungsdauer die Dinge durchschaute. Er hat den Angeklagten freigesprochen, weil er auf dem Standpunkt steht, daß der Käufer der Gastwirtschaft bei Abschluß des Vertrages die Verpflichtung gehobt hätte, genau sestzu- stellen, ob beim Hallswirt noch Mietrückstöirdö seien'. Mit aller Deutlichkeit hat der Richter dem als Zeugen vernommenen Käufer vorgehalten, daß er durch seinen leichtsinnigen Kauf- a b s ch l u ß den bisher unbescholtenen K. auf die Anklogebonk gebracht habe. Es ist auch nicht festgestellt worden, daß K. vom Käufer ausdrücklich nach Schuldenlasten befragt worden ist. K. ist zwar freigesprochen, sein Ausflug nach Berlin und feine Art, Geschäfte zu machen, hat ihm ober immerhin den Berlust seines ganzen Geldes im Betrage von 20 000 M. ein- gebracht._ v Oer Mörder Hopp. Sohn eines Gutsbesitzers.... von dem flüchtigen Eilzugmörder Hopp ist trotz genauester Nachforschungen noch keine Spur gesunden. Die Mitarbeit des Publikums, das sich in regster Weise an der Fahndung beteiligt, hat ein« Füll« von Meldungen erbracht, die von dem Auftauchen des Verfolgten berichteten. Bis in die Nachtstunden hinein waren die Beamten unterwegs, um die Angaben nachzuprüfen und in Pensionat«» und Hotels die Neu- angekommenen zu kontrollieren, doch wurde bisher kein Anhaltspunkt für den Gesuchten gefunden. Trotz des Miß- erfolges werden die Nachforschungen immer noch fortgesetzt. Mit- teilungcn nimmt nach wie vor die Mordinspektion.A.» Kriminalkommissar Werneburg, im Polizeipräsidium, entgegen. Ein ehemaliger deutscher Waldvogel als Wüstenbewohner. Im Berliner Zoologischen Garten ist vor einigen Tagen seit langen Iahren wieder einmal der W a l d r a p p, ein seltener Vogel, in einer größeren Anzahl eingetroffen.- Dieser schöne ibis- artige, glänzendbraune Vogel war ehemals auch in Mitteleuropa verbreitet, wo er jedoch schon frühzeitig ausstarb. Er ist von be- sonderem Interesse, weil er als deutscher Vogel in dem berühmten Emil Hopp, der unter dem schweren Verdacht der Erq mordung des Direktors Nordmonn steht, ist der Sohn eines früheren Gutsbesitzers, der in A s ch e b e r g bei Plön an- sässig war. Er verbüßte in der Anstalt Langerhof bei Lübeck eine längere Zuchthaus st rase und entwich am 12.Januar in Begleitung eines gewissen Anton K ra a t h, der aus Wandse deck stammt, aus der Anstalt. großen Tierbuch von Geßner aus dem Jahre 1373 abgebildet und be- schrieben ist. Merkwürdig ist die Tatsache, daß der Waldrapp, der früher als Waldvogel beschrieben ist, jetzt in trockensten Wüsten- gegenden leben soll. Dies« seltene Neuerwerbung ist einem alten Gönner des Gartens aus Palästi.na zu verdanken, Herrn Pro- fessor Aharoni, der außerdem diesmal noch«ine junge echte Bezoorziege, die wilde Stammform unserer Hausziege, und eine große Anzahl zoologischer Seltenheiten aus Palästina mitbracht«. .Volk und Zell-, unsere illustnerte Wochenschrift, und' .Der Kindersreund" liegen der heutigen Postauflage bei. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um- gegend.(Nachdr. verb.) Zeitweise aufklarend, sonst größtenteils nebelig oder wolkig und weiterhin ziemlich kühl, Nordostwinde. Für Deutschland: Fortdauer des trockenen, vielfach nebeligen und ziemlich kühlen Wetters._ Theater der Woche. Dom-16. bis 24. September. Volksbühne. Theater am Bülowplah: Der Lebende Leichnam. Theater am Schisfbauerdamm: Die Dreigroschenoper. Thalia-Theater: Schneider Wibbels Auferstehung. Staalskheater. Staatsoper Anter den Linden: 16. Die Macht des Schicksals. 17. Tosco. 13. Dr. Faust. 19. Cavalleria Rusticana. Bajazzi. 20. Troubadour. 21. Fidelio. 22. Doris Godunow. 23. Zauberflöte. 24. Boheme..„, Staatsoper am Blaß der Republik: 16., 21. und 23. Salome. 17. und 20. Fidelio. 18. Don Giovckllni. 19. Eardillac. 22. Der Frei- schütz. 24. Luiso Miller. Städtische Oper. Eharlottenburg: 16. Die lustigen Weiber von Windsor. 17.(geschlossene Vorstellung). 18. Cavalleria Rusticana, Der Feuervogel. 19. und 23. Don Carlos. 20. und 22. Madame Butterily. 21. Die Walkür«. 24. Die Jüdin. Schauspielhaus am Gendarmenmarkt: 16., 18., 20. und 22. Was jede Frau weiß. 17., 19.. 21.. 23. und 24. Kalkutta 4. Mai. Schiller-Thealer: 16., 18.. 20. und 22. Die Weber. 17., 19., 21., 23. und 24. Gas.— Nachmittagsvorstellungen: 16., 19., 22. und 23. Die Weber. Theater mit festem Spielplan: Deutsches Theater: Artisten.— Sammerspiele: Oktobertag.— Die Komödie: Eltern und Kinder.— Theater am Nollendorfvlah: Schwarzwaldmädel.— Theater in der königgrötzer Straße: Der rote General.— Komödienhaus: Mein Vater hat Recht gehabt.— Großes Schausvielhans: Casanova.— Theater des Westens: Prinz» che«.— komische Oper: Donnerwetter... 1000 Frauen!—. Deutsches künstlertheater: Fräulein Mama.— Lustwielhaus: Trixie. — Lefsing-Ihealer: Der oroße Bariton.— Trianon-Tbealer: Sybille?.... Ausgeschlossen.— Residenz-Theater: Der Prozeß Mary Duaan.— Zentral-Theater: Iunggesellensteuer.— Theater in der Behrenstraße: Maske.— Berliner Theater: Der Lebend« Leichnam.— Neues Theate» am Zoo: Was ihr wollt. — Die Tribüne: Gastspiel Theatre du Grand Guiguol. — Kleines Theater: Müllers.— Wallnertheater: Bis 22. Skandal im Bett.— Rose-Tbeater: Pech-Schulze.— Eaflno- Theater: Rundfunksieber.— Schloßpark-Theater Steglitz: Bis 20. Di« Postmeisterin.— Theater in der Lützowstraße: Beverlen weiß olles.— Theater im Admiralspalast: Schön und Schick.— Winter- garten: Barietö.— Skala: Internationales Variete.— Reichshallen- T bester: Stettiner Sänger.— Theater am Kotlbusier Tor: Elite» Sänger. Thealer mil wechselndem Spielplan. Renaisiance-Thater: Bis 19. Krankheit der Jugend, ab 20. Ton in des Töpsers Hand. Nachmittagsvorstellungen. Großes Schauspielhaus: 16., 23. Casanova.— Luslsvielhous: 23. Zwangseinquartierung.— Neues Theater am Zoo: 16. Früb- lingsmädel.— Rose-Tbeater: 22., 23. Rotkäpvchen.— Sckloßvark- Theater Steglitz: 16. Wie einst im Mai.— Theater im Admiralspalast: 16., 23. Schön und Schick.— Wintergarten: 16., 22. 23. Variete.— Skala: 16., 22., 23. Internationales Barietö.— Beichs- ballen- Theater: 16., 23. Stettiner Sänger.— Theoler am kottbuster Tor: 16., 23. Elite-Sänger. Erstaufführungen der Woche. Wonlag. Theater in der Behren st raßel„Maske."— Mittwoch. Städtische Oper:„Don Carlos."— Donnerstag. Renaissance-Theater:„Ton in des Töpfers Hand." verantwortlich wr die Redaktion: luge» Praqee, Berlin:«n, eigen: Td. Sloite. Berlin. Verlan: Borwiirt« Verlag ch. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwilrt» Buch- druckerei und BerlaasanstaU Paul Singer& Co„ Berlin SD KS. Lindenstrane Z. Vier,» 1»eilaae. Sonnab., d. IS. 9. Staats-Op Unter d. Linden A.-V. 81 19 Lhr Rosenkavalier Sonnab., d. 15.9. j Städtisdie Oper Uisrnarcltstr. Turnus III 19 Uhr Tristan n.I Isoide Staals-Oper Arn Pl.d. Republ. A-V. 66 19», Lhr Staatl. Stosjitia. t» legderneiinuU A.-V. 150 20 Uhr Kalkutta, 4. Mai Mzil.WIes-MUMIU 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Raquel Meiler, die Dused. Chansons; Moni& Morace, rnus. Unmöglichkeit; Raffavctte mit seinen Radiohunden; Marrone u. La Costa sowie Carlila u. Galla, amerlkan. Tanzpaare und weit, auserles. Variete-Attraktionen Sonnabends und Sonntags je 2 Vor- Stellungen! 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu crmäBijtt. Preisen das ranze Proer. Reichshallen•thealer . Abends["51 Sonnt nchm-l 3 I ' Slellfner Sänger „TranmniKSer" Lebende Lieder v. Meysel Padini.lulliePrtiu.niillKPriigT. DönhoHaBrett*!: TANZ, dressiert. Bären! Komisdie Oper) 8<« Allabendlich»>/, James Klein's Revue-Sensatlonsstfick I IDonnerweller,. 1000 Frauen!! Die große Revue der freien Liebet (in 12 tuumMnliäognd» Sildern) Hunderte Mitwirkende!| Vorrertmf at 10 Utr nnanlebrndies. »wCASiNO THEATER»v.uh, Lothringer Straße 37* Der neue Eröffnungs- Schlager Stundfunkfieber Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Förunsere Leser Qutschein ftirl—»Pers. Fauieuil nur 1.15 M- Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M Theater a.KollbusserTor KottbusserStr.6 Tel. Mol. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nach m 3 Uhr'ermäB. Preise) Elite- Sängar Die Kcvue des Humors: „Bei uns..!" e�.yv Volkspreise: Mk 0.50b. 2.00, Logen 2.50 Grosses Schauspielhaus Sonnlag nachmittag zu halben Preisen Casanova ungekflrzt mil Michael Bohnen Vorverkauf ununterbrochen 10—6 Uhr. CIRCUS BUSCH lErdilnund 10 tlrcm-Silralrtlonen 10 Perlen testohlcn Heule Sonnabend Septbr. 8abdg. Uhr Im vSHIx renovierten Hause 1 Zum Schlufti | Revue- und Smsalions- Schaustück In 12 Bildern 1 mit Bruno Kästner« Anna Müller■ Llncke» 1 Olly Stfiven und den klu|;edi Polizeihunden Gigant Vasserjälle! Jtatostnrz'■JuppTT 1 Sonntag nachm. 3 Uhr ungek. Abend-Vorstellung 1 zu halben Preisen ZCO flifwlr Kendel 200« rene EoslUine!| Vor erkauf: Werthelm u. Clrci'tkas-en Theater am Nollendorfplatz Täglich t«/. Uhr Neueinstudierung Slbwarzwald- Preise: 1, 2, 3, 4 Alk BSV. Trianon-Th. Heute 81/, Uhr 'S. Auftührung Sybille?... ouseesmiouen! Otigina inszenie- rung der Tribüne Rundfunkhöre r halbe Preise Ibeater des Westens Heute 8 Uhr; Premiere „prinzesschw" lazz-Vaudevilte von Rudolf Nelson Mllovltscb, HeW«ounn,MatKier föellage Sonnabend, 15. September 192S. ferftml SpnLuiXgaSta du Vxfvösü Freigewerkschaftliche Wohnmgs fürsorge. Dewog-Arbeit im Bezirk Hamburg.— Friedrich-Ebert-Eh rang in Altona. 5m Mittelpunkt der Arbeit des Hamburger Gewerkschafts- kongresses stand die Aufgabe, die Probleni« der„Wirtschaftsdemo- kratie" einer endgültigen Losung näherzusühren. Die Gewerkschaften haben erkannt, dast nach der Erringung der politischen Gleichheit aller Volksgenossen nun die einseitige M a ch t o o l l k o m m e n- heit der Wirtschaftsführer gebrochen werden muß. Die Erkämpfung der wirtschaftlichen Freiheit in der kapitalistischen Republik soll ein Weg zur Errichtung der Gcmeinwirtschaft und zum Aufbau eines sozialistischen Staates sein. Inzwischen sind jedoch die Gewerkschaften nicht untätig gewesen. Sie haben sich schon heute ihre eigenen sehr beachtlichen wirtschaftlichen Unternehmungen geschaffen. Neben der Schaffung der Arbeiterbank war«ine der not- wendigsten und erfolgreichsten Taten die Gründung einer freigewerk- schastlichen Wohnungsfürsorgegesellschaft, der De wog, Deutsche Wohnungsfürsorg« A.-G. für Beamte, Angestellte und Arbeiter., Berlin. Die Dewog-Organisation hat mit Beendigung dieses Bau- jahres, also in rund fünf Iahren ihres Bestehen», 10 000 Kleinwohnungen für die arbeitende Bevölkerung größtenteils in vorbild- lichen Großwohnanlagen geschaffen. Davon befinden sich rund 5000 Wohnungen im Werte von etwa 45 Millionen Reichsmark in eigener Verwaltung der Organisation. Sie hat in kurzer Zeit überall im Reich Tochtergesellschaften entstehen lassen, die ihre Bezirke unter Leitung der zentralen Berliner Gesellschaft intensiv bearbeiten. Di« Dewog gibt auch eine eigene oierzehntäglich erscheinend« Zeitschrift. die„Wohnuitgs-Wirtschost", heraus. Gemeinnütziger Wohnungsbau in Hamburg. Eine Zweigstelle der Dewog ist auch in Homburg, der Stadt, in der schon immer der genossenschaftliche Gedanke stärksten Widerhall gesunden hatte. WirNich vorbildliche Arbeit ist hier geleistet worden. Es wurden nur solche Bauprojekte zur Ausführung gebrocht, die Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung enthalten und bei niedrigster Miete große Fortschritte in wohnungskuliureller Hinsicht bringen. Die Wohnungen enthalten zentral« Beheizungen, Warm- Wasserversorgung, zentrale Waschküchen mit Schnelltrockeneinrichtun- gen, Kindergärten, Spielplätze usw. Sie bleiben olle als gemein- sames genossenschaftliches Eigentum, dos nach den Grundsätzen der Gcmeinwirtschaft verwaltet wird. Die in Hamburg von den sreigewcrkschaftlichen Baugesellfchasten errichteten Woh- rrungsbauten können als große Baudenkmäler betrachtet werden, die weit über unsere Zeit hinaus von genossenschaftlicher Macht und gemcinwirtschaftlichcm Wollen zeugen werden. Besondere Bedeutung hat in Hainburg die von dem Gewerkschaftsführer John Ehren» t e i t geleitete Kleinwohnungsbau-Gefellschaft Groh-Hamburg m. b. H., die eine haldofsizielle Gesellschaft darstellt und in deren Aussichtsrat der Senat drei Vertreter delegiert. Zurzeit werden von der Kleinwohnungsbau-Gefellschaft außerordentlich umfangreiche Bauvorhaben durchgeführt. Von der Dewog werden weiter neun andere Genossenschaften und Gesellschaften in Hamburg. Wandsbeck, Altona, darunter die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter und die Allgemeine Deutsche Schisssziminerer-Gcnossenschoft, betreut; ferner die Bauten der zwei Genossenschaften in Harburg, einer Ge- nojsenschast in Stade, einer in Lüneburg, zwei Wohmingsbauvereini- gungcn in Lübeck, fünf Bauverciniguugen in Schleswig-Holstein, darunter Flensburg, Schleswig und Kiel; dazu kommen noch zwölf Bauoercinigungen in beiden Mecklenburg. Wie Hie ersten genossenfchastlichen Arbeiterwohnungen in Hamburg entstanden. Wenige deutsche Genossenschaften dürften eine ähnliche Ent« stehungsgefchichte und Fortentwicklung aufzuweisen haben wie die Allgemeine Deutsche Schiffszimmerer. Genossen- s ch a f t in Hamburg, deren Bauten gleichfalls von der Dewog-Zweig- stelle Hamburg betreut werden. Durch Zehnpfennigstücke wurde der Grundstock zu diesem Genossenschaftsbetrieb gelegt. Aus einem ge- nossenschaftlichen Schisfszimmereibetrieb wurde eine gewaltige Woh- riungsbaugyiossenschajt. Eine Entwicklung, die auch dem stärksten Pessimisten zeigen muß. daß im Zusammenschluß der Massen und im gegenleitigen Zusammenarbeiten ein« ungeheure Krast liegt, die zu wecken eine wirtschastspolitische Aktion ersten Ranges ist. Am 18. November 1875 gründeten Hamburger Schiffs- Zimmerer eine Genossenschast. die sich den Bau und die Reparatur von Holzschiffen als Ziel steckte. Bei der Umstellung der Schiffbau- technik auf Eisenbau erhielt die Genossenschaft einen schweren Schlag. Der genossenschaftliche Gedanke war jedoch so stark, daß man sich ent- schloß, die Genossenschaft nicht aufzulösen, sondern sie zu einer Bau- genosjeujchaft zu wachen. Der erste Lau, der im Hamburger Volks- mund den Namen„Arbeiterschloß* erhielt, war eine Sensation für die ganze Stadt. Heute zählt die Genossenschaft ungefähr 2000 Mitglieder. Es geht krästig vorwärts. Allenthalben regen sich in Hamburg die Hände, um das Werk, das ein Stück praktischen Sozialismus darstellt, immer weiter aus- zubauen. Die Schiffszimmerergenossen- schaft hat einen neuen umfangreichen Häuserblock mit 192 Wohnungen im Projekt fertig. Dieser Bauabschnitt wird zu Ehren des verstorbenen überaus ver- dienstvollen Homburger Bürgermeisters, des Sozialdemokraten Stalten, den Namen„Otto. Stalten- Hof* führen. Auch die Gemeinnützig« Klein- wohnungsbau-GesellschastGroß-Hamburg plant große vorbildliche Bauvorhaben, die zum Teil ganz neue Stadteile dar- stellen werden. In Altona wirkt die Tochtergesellschaft der Dewog, die Ge- meinnützig« Wohnungsbau-Gesellschaft „Selbsthilfe*. Hier bildete kürzlich die Grundsteinlegung zu einem neuen Wohnhausblock mit 289 Wohnungen ein großes und durch die überaus zahlreiche Teilnahme der Behörden auch politisches Ereignis. Um auch nach außcnhin zu dokumentieren, daß in diesen Häusern Menschen wohnen, die, von freiheit- iichem Geist durchdrungen, eine bessere Zeit erstreben, gab man dem Block den Nomen Friedrich. Eberl hos; gleichsam auch ein Appell an die hier aufwachsende Jugend, dem Manne nachzueifern, dessen ganzes Leben im Dienst der Arbeit und der Arbeiterbewegung staird. Bei der Gcundstehrlegung regnete e» in Strömen. Trotzdem war eine große Menschenmenge versammelt, auch das Reichsbanner war aufmarschiert. Die Regierung und die Stadtverwaltung waren ver- treten. Ferner waren in großer Zahl Abgesandte befreundeter Ge- nossenschaften, der Sozialdemokratischen Partei, der Press« und der Dewog anwesend Oberbürgermeister Brauer wies auf die Zu- sammenhänge zwischen Wohnungsnot und Bodenspekulation hin. Bereits vor dem Krieg hat die Arbeiterschaft begonnen, durch Selbst- Hilfe die Wohnungsnot zu bekämpfen. Aber erst im neuen Staat Hot die gemeinnützige Baugenossenschaftsarbeit oftmals dank der Unter- stützung der Kommunen starlen Antrieb erhalten. Diese Feier hat gezeigt, daß Stadtverwaltungen, deren verantwortliche Persönlich- leiten von sozialem Verständnis und Interesse für die gemeinnützige .. i**; � �.»q i**: WÄA �MWWWM�WW '.....:....--- ------------ AMMs- � iV��> Bautätigkeit erfüllt sind, den Genossenschaften fördernd zur Seite stehen können. Daß Altona und seine leitenden Beamten in diesem Sinne erfolgreich mitwirken, kann vorbehaltlos anerkannt werden. Die hier abgebildeten Wohnungsbauten zeigen besser als Worte die Leistungen der Dewog-Zweigstelle, die sich stets bemüht, modern«, großzügige Anlagen zu schaffen, weil sie weiß, daß nur auf diesem Wege preiswerte Wohnungen für die breite Masse der minderbemittelten Bevölkerung geschasfen werden können. Die Dele- gierten des Hamburger Gewerkschaftskongresses tonnten mit' Freude die Leistungen der gemeinnützigen Baugenossenschaften feststellen. Lonnadenck, 15. Leptemdcr. JJ e r 1 i n. 16.00 San.-Rat Dr. P. Frank: Medizinisch-lvy"gi«nische_PlnudereL ort und Körperkultur. Major a. D. J~ „.urnen und Sport als Kulturbewegung* 17.00 Unterhaltungsmusik der Kapelle Gebrüder Steiner unter hYL 16.30 Sport und Körperkultur. Major a. D. Frank Breithaupt; „Ti Mitwirkung von Viktor Schwannecke. 19.00 I�eop. Lehmann:„Einrichtungen, die wir kennen müssen". III.: Die Werkstätte der Arbeitsvereinfachung. Das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit. 19.30 Dr. med. Ernst Rothe; Vortragsreihe„Die Macht der Suggestion". III.: Konzentration und Schlaf. 20.00 Staatssekretär n. Dr. Prof. Lutz Korodi:„Auf Völkerstraßen durch Südosteuropa". 20.30 Blasorchester-Konzert, ausgeführt vom Adolf-Becker-Orchester. Leitung: Obermusikmeister a. D. Adolf Becker._ 1. H. Heußer: Zwei Schweizer Märsche: a) Locamo, Marcia ticinese; b) Feurig Blut.— ZA. Adam: �Ouvertüre zu der komischen Oper„Die Nürnberger Puppe".— 3. G. Langey: Arabische Serenade.— 4. G. Puccini: Fantasie aus der Oper„La Boheme".— 5. J. Pcrcy: Marrakesch, Fantasie d'Äfrique.— 6. J. Ph. Sousa: Zwei amerikanische Märsche: a) Unter dem Sternenbanner; b) Kadettenmarsch.— 7. A. Reindel: Rhapsodie über ungarische Nationalthemen.— 8. Krakowiak aus Oesterreich(bearb. von F. W. Voigt).— 9. A. Metra: Die Glocken von Corneville, Walzer.— 10. Zwei deutsche Märsche: a) K. Pemer: Klostergraber Tumermarsch; b) J. Schwerz: Am wunderschönen Rhein. 22.30—00.30 Tanzmusik. Kapelle Marek Weber. Königswusterhausen. 16.30 Geh. Rat Falkcnberg: Die Mitwirkung der Beamtenschaft bei der Rationalisierung der Staatsaufgaben. 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Hamburg. 18.00 Wolfgang Schumann: Arbeiterschach. 18.30 Gertrud van Eyseren, Cesar Mario Alfieri; Spanisch für Anfänger. 18.55 Generalmusikdirekt. Knapstein: Das Kammerorchester(DI). 19.20 Prof. Minde-Pouet; Goethes Nachwirkung bis in die Gegenwärt(III). 20.00 Uebertragung von Hamburg. Sonntag, 16. September. Berlin. 09.00 Morgenfeier. 11.30 Platzmusik des Koslek'schen Bläserbundes E. V. Leitung: Obermusikmeister i. R. Albert Gleue. 14.00 Funkheizelmann„Brennecke und der Erdgeist."(Erzählt von Hans Bodenstedt.) 15.00 Hans-Bredow-Schule, Aiteilung Kurzschrift: Prof. Dr. Amsel und Fritz West ermann. 15.30— 16.25 Für den Landwirt. 15.55 Prof. Dr. Wundsch, Direktor der Preuß. Landesanstalt für Fischerei: Vortragsreihe„Fischerei und Fischzucht", 17.00 Unterhaltungsmusik der Kapelle Gebrüder Steiner. 19.00 Dr. Erich Urban: Einführung z. d. Uebertragung der Oper aDer Prophet" aus Stetüa am 17. September. 19.30 Regierungsreferendar Dr. H. G. Bölling:„Frankreichs Verfassung und Verwaltung— ein rechtsvcrgleichender Beitrag zum Problem der deutschen Reichsreform." 20.00 Oeffentliche Sendeveranstaltung der Funk-Stunde. Uebertragung aus dem großen Saal des Stettiner Konzerthauses anläßlich der Stettiner Funkschau. Konzert unter Mitwirkung von Lotte Schöne, Sopran, und Konzertmeister Maurits van den Berg, Violine. Dirigent Bruno Seidler- Winkler. 1. Weber: Ouvertüre zu der Oper„Oberon".— 2. Doni- zetti:„O diese Glut", Cavatine aus der Oper„Don Pas- quale"(Lotte Schöne).— 3. Smetana: Visehrad, sinken. Dichtung.— 4. Hubay: Variationen über ein ungarisches Thema, op. 72(Konzertmeister Maurits van den Berg).— 5. Rieh. Strauß: Don Juan, Tondichtung für großes Orchester, op. 52.— 6. Reznicek: Ouvertüre zu der Oper „Donna Diana".— 7. Glasunow: Ballettszenen.— 8. Jos. Strauß; Dorfschwalben aus Oesterreich, Walzer(Lotte Schöne).— 9. Jos. Strauß: Indigo-Marsch(Berliner Funk- Orchester). 22.30— 00.30 Tanzmusik(Gerhard Hoffmann). Königswusterhausen. 08.55, 09.00, 11.30, 14.00, 15.30, 15.45, 15.55, 17.00 Uebertragungen aus Berlin. 18.30 Emil Bischoff: Die Hilflosen(II): Kinder. 19.00 Dr. Johannes Pinsk: Das Wesen der katholischen Liturgie. ab 20.00 Uebertragung von Berlin. «.Oos Gesetz der Wilden.- Unter dieser Ueberschrift glossiert die„Prawda* den Beschluß eines Dorfoollzugsrats im fernen Dargestan. Im Protokoll der Vollzugsratssitzung heißt es: Da für die Mädchen kein bestimmter Kaufpreis festgelegt ist, so fordern Ne Eltern vom Bräutigam große Summen und viele Gegenstände, und zwingen auf diese Weise die armen und unvermögenden Bürger, unverheiratet zu bleiben. Aus diesem Grunde beschließt der Vollzugsrat, daß in Zukunft folgender Kaufpreis gezahlt werde: Für das allerbest« Mädchen dürfen nicht mehr als 120 Rubel, zwei Betten, zwei Decken und zwei Kissen gezahlt werden; alles Genannte geht in den Besitz des Mädchens über; für ein Mädchen niederen Standes, desgleichen auch sür eine Witwe ist der Kaufpreis je nach Vereinbarung, jedoch nicht höher als oben angezeigt. Man glaube aber nicht, daß die Sitte des Brautkaufs bloß im fernen Osten fortbesteht: selbst in Moskau ist sie unter den Ostvöl- kern noch gang und gäbe. So berichtet z. B. die„Prarnba* vom 12. August, daß unter 5000 in Moskau lebenden Syriern heimisch« Sitten und Bräuche noch volle Geltung hätten. Frau und Kinder sind nicht mehr als Sklaven des Mannes oder des Daters. Die Kinder werden einfach wie Ware verkauft. Ein 14-, 15jähriges Mädchen wird an einen SOjLhrigen Mann verhandelt, der Preis für eine Braut schwankt zwischen 800 und 2000 Rubeln. Das Interessanteste dabei ist aber, daß dies alles geschieht, ob- gleich dos sowjetrussische Strafgesegbuch erst am 3. April d. I. durch einen besonderen zehnten Abschnitt ergänzt wurde, der den Bräuchen und Sitten der Ostvölker scharf den Kampf ansogt. Unter anderem wird die Erstattung eines Kaufpreises für die Frau mit einer Ge- fängnisstrafe bis zu einem Jahre bedroht, und zwar für beide Teile. Das Leben ist eben mächtiger als das geschriebene Gesetz und seit Jahrhunderten bestehende B'äuche und Sitten. können nicht über Rocht ausgerottet werden., von JAazzZ tBvrsff&stlbzr M- Fortsetzung.) „WoS du für die neue Zeit tun kannst, ist, dich nicht dagegen- zustellen." „Tat ich auch nicht, um Gottes willen. Ich Hab wahrhaftig immer g'sagt, daß jede Zeit recht hat und in jeder Zeit die Jugend." „Und siehst du. Tont« chedwig, was immer ich anstell' und bin, d'ran bist du schuld. Du Host mir fürs Leben den Spruch mii- gegeben:„Und wenn dein alter Vater spricht, gehorch' ihm nicht, gehorch' ihm nicht, sei du, sei du." Erinnerst du dich? Das Hab' ich mir gemerkt." „Bin ich wirtlich schuld? Sag'? nur nicht dem Fenileitner!" „Nein, das bleibt unter uns! Aber wahr ist's doch, wenigstens zu einem guten Teil!" „Mein Gott, da Hab' ich was Schönes angerichtet, ober schuld bin ich gewiß nicht, schuld sind wie immer nur diese Dichter, diese blöden Dichter." childe fuhr also trotz Widerred« des Herrn Oberlandesgerichts» rats Fernleitner, trotz der Beklommenheit der Tante Hedwig und mit der resignierten Zustimmung Muttis echt Tag« npch ihrer Rückkehr vom Silberberg nach Zell am See. Sie nahm«inen leichten Rucksack mit, ein paar Toilettegcgenstande, eine Bluse und einen Rock, und dazu vor ollem tüchtige Bergschuhe. „Erinnerst du dich, Hildekind," sagte die Mutter,„wie du in früheren Jahren nach Ausse« und nach dem Schloß Wunder aller Welt gefahren bist? Koffer voll mit Kleidern, war's nicht doch schöner?" „Meinst du, Mutti, daß es schöner war? Das hier ist bequemer — besonders wenn man kein Geld hat, die Koffer als Reisegepäck auszugeben, sondern sie in den Waggon mitnehmen muß." In» Bahnhof von Zell am See wurde Hilde von ihren drei Gefährten erwartet, Alpenblumen hotten sie gepflückt, und Drobau«r und Wagner überreichten ihr jeder seinen Strauß. Noch eme kurze Streck« mit der schmalspurigen Bahn, und sie begonnen den Aufstieg zu der Hütte, zu ihrer Hütte. „Fühlen Sie sich nicht als Kopitalistin? Jetzt haben Sie gar «in« Villa für den Soinmer gepachtet, kann man mehr verlangen?' „Ra, versprschen Sie sich nur nicht zuviel von der Villa, sonst werden Sie enttäuscht sein. Wasserleitung gibt's nicht, und mit der Küche wird's auch hapern," rief Jng«. Sie schritten tapfer aus, es roch nach blühenden Wiesen und dann nach frischem Holz und immer nach Freiheit. Es war nicht l«icht, zur Hütte hinoufzufinden, die abseits aller markierten Wege stand, aber der Dauer sah sie von weitem, rief ihnen zu und übergab ihnen, als er sie gegrüßt hatte, einen riesengroßen Schlüssel. Dana nahm er sein Pachtgeld in Empfang und trottete, ohne sich umzu- sehen, ins Tal. Sie machten es sich in der Hütte wohnlich. Sie war klein, im ersten Raum, in den man«intrat, gab es nur eine Bettstelle und oben, im ersten Stock, auch nur«ine. Wie sich der Eigentümer vor- gestellt hatte, daß vier Personen hier schlafen und wohnen sollte», war unerklärlich. Aber die beiden Mädchen«»achten es sich oben zurecht, und unten bereitete sich Wagner � auf dein Boden eine Liegestatt. Ohne viel Reden hotte Wagner das Kommando übernommen. Er wußte in ollem Bescheid und verstand es. mit den paar Werk- zeugen, die zur Hand waren, umzugehen. Während Drobauer vor jeder der vielen Unannehmlichkeiten, die sich nun zeigten, ratlos dastand und bloß über alles und jedes zu schimpfen begann, und besonders über die unsinnige Idee, in einein solchen Diehstoll mehr als eine Woche lang Hausen zu wollen, nahm Wagner mit unbeug- somem Humor und tatkräftiger Besonnenheit jeder Situation die Unannehmlichkeit. Und wenn schließlich die beiden Mädchen doch oben einen Raum hatten, in dem sie schlafen kannten, und draußen, vor der Hütte, ein Tisch mit zwei Bänken stand, von wo man den Linien der Bergzüge weithin mit den Augen folgen tonnte, so war es sein Verdienst. Hier lebten nun die vier in nie geahnter Noturnäh«, sie hotten bald heraus, was die Winde ankündigten, sie verließen am frühen Morgen die Schlafftätten und wuschen sich in genau geregelter Folge am Brunnen, als erster Wagner, dann Drobauer. und während die sich mit dem Haushalt beschäftigten, die Mädchen. Diese wuschen die Wäsche oder sie begleiteten die Burschen ins Tal, wo sie bei der Post Lebensmittelpakete abholten, die inan ihnen von Wien nachsandte, oder sie legten sich nachmittags auf die Wiese und losen kleine handlich« Bändchen, die jeder von ihn«»», ohne daß es besprochen worden war, im Rucksack mitgepackt hatte und am Abend sang Hilde oder Inge, oder Drobauer brachte einige von seinen Volksliedern. Und denkwürdig nmr auch, daß alle vier am ersten Abend beschlossen, sich„du" zu sagen. Am Abend ivaren sie müde ni»d gingen schlafen, besonders, da jeder nur«ine Kerze mit hatte, init der man vorsichtig und spar- sinn sein mußte. Wie rasch waren die zehn Tage dieser Ungebundenheit ver- flogen! Sonne und klarst« Berglust, Ruhe und Arbeit, die sie nur belustigte, und trotz der körperlichen Nähe dieser frischen Mädeln und jungen Burschen, niemale ein Blick, ein Wort, die jene hätte verletzen können. Als es mit den Ferien Wagners zu Ende ging— vier Tage hätte er noch gern gehabt, aber das war un- möglich!— riet er den anderen, noch weiter in der Hütt« zu bleiben, da ja die Miete ohne Bestimmung des Zeitraumes ausgemacht worden sei. Aber spontan meinten die drei, daß sie nicht den einen Gefährten in die Stadt ziehen lassen und ohne ihn weiter all das Herrliche, das sich hier ihnen bot, genießen wollten. So sahen sie sich noch einen Tag lang gründlich um, schnitten in einem der Balken ihre Initialen ein. ein H und ein I. das von einem W und D—„ich hob' kan Vornamen," sagte Drobauer trotzig— umschlungen war, sie sperrten mit dem großen schiveren Schlüssel die Tür ab und wanderten dann singend uied ohne sich nochmals umzusehen, ablvärts ins Tal. „Das»varen Ferien!" sagte Wagner auf dem Wege.„Wahr- haftig, so schön wie in der Kolonie! Noch vier Tage, und es ivor' mir gar nichts zu wünschen übrig." Sogar Drobauer brummte irgend etivas von gelungener Idee, und die beiden blonden Mädel lächelten zufrieden im Dahinschreiten. Hilde ivar in Wien und hauste zuerst friedlich mit dem Fräu- lein Rose, die auch schon von Langenlcbaxn zurückgekehrt war. Sie Machte Ausflüge in den Wienerwold, studierte«in bißchen, kos Bücher, die ihr Wagner empfohlen hatte,' es rnor keine üble Zeit, die sich an die herrlichen zehn Tag« der Freiheit in der Alinhütte anschloß. „Möchst nicht gern noch diesen Sommer ausnützen?" fragte die Inge. „O ja, ich möcht' schon, aber es geht wirklich nicht mehr," ant- wartete Hilde. „Du, da gibt's bei den Jugendlichen bei uns so einen g'spaßigen Plan. Was meinst, wenn wir mittäten, lveißt, nur um noch, fo lange es Sominer ist und wir frei haben, am Lande zu sein?" „Was ist das für ein Plan?" fragte die Hilde. „Ich hält' auch Lust, mir einmal alle Stifte in Niederösterreich anzusehen, Sankt Florian, wo der Bruckner Organist war, unv die anderen." „Sog' deinen Plan." „Ja, es ist komisch, da wollen ein paar Burschen und Mädel «ine Theotertruppe bilden..." „Ufe." „lind herumwandern wie in der guten alten Zeit. Geld haben wir oll« zusammen nicht, aber olle nibchten wir rioch ein« große Fußtour machen." „Fußtour? Braucht man nicht einen Wogen mit Dekorationen und Kostümen?" „So nobel darfst du dir's nicht vorstellen. Dir spielen ein paar alte deutsche Schwanke, einfache Szenen, da» Ganze auf Dilettontenart: wein» die ii» den kleinen Städten und Märkten so- viel Humor haben wie wir, dann glückt es." Hilde machte eine zweifelnde Gebärd«. „Gleich wirst du sagen, daß ich immer Projekt« Hab'. Na ja, was schod'ts denn? Ich hob' dich doch auch auf die Almhütte hinauf- geschleppt,»vor's schlecht?" „Nein, das»var gut." � „Na also, komm' mit. eine gelernt« Schauspielerin, ein« Schule- rin des ehemaligen Burgtl)eatermitglied«- Frau Neumann-Norrek— übrigens, die ältesten Burgtheatermitglieder erinnern sich nicht, sie je auf der Bühne gesehen zu haben—, so was wird ja von Krems ab- und auiwärts geradezu Furore machen." Wenn die Inge einen Plan hatte, gab sie sobald nicht nach. Der Drobauer»vor sür die Idee Feuer und Flanime und versprach sich mit seinen Volksliedern und Revolutiansg.'dichten«normen Erfolg. Der Wagner allerdings erklärt«, daß er nicht iveg könne und viel zu schwerblütig sei. Hilde stimmte zu. „Du. wenn dos aber der Herr Obsrlai,d«sgencht-rot Fern. leitner«nährt, llo gibt's diesmal, glaub' ich, doch einen Kroch. Jetzt ist die Stimmung nicht so versöhnlich wie damals, beim Bregenzer Debüt. Und es ist auch»vos anderes. Wonderschauspielerin." „Aber Ivos wir da machen, hat mit der Schauspielerei gar nichts zu tun. das ist eher»vas Antikes, wo die Sänger umherzogen, »veißt du!" Inge beruhigte Hilde, brachte sie mit den anderen Mtgliedern der neuen Trupp« zusammen— da»vor noch ein« angehend« Für-� forgerin und eine Turnlehrerin, ferner«in Student der Kunst, geschicht«, ein Herr des Pädagogiums und ein abgebauter Ober. leutnant, der noch immer leine Beschäftigung für sich entdeckt hatte. Vier Damen und vier Herren, war dos nicht geradezu ein ideales Gasispielensembl«? Inge wurde feierlich zur Sekretärin des Unter- nehmen» gevoählt und Hilde zum Star erklärt. Und nachdem man sich über dos Programm geeinigt hatte— einige Spiele von Hans Sachs, einige rasch aus dem Französischen übersetzte einaktige Possen. dazu Lieder zur Laut«, Volkslieder, vorgetrogen von Herrn Maxi- milian Drobauer usw., usw., ging's wahrhajlig auf di« Reife. (Fortsetzung folgt.)! Rät sei= Ecke des„Abend". iiimiiiraniiiiinimiiiniiiiiiiiiiujiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiuiniiiinimininuiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimMiiuiiiiiiiiniiiiniiitiiiii Kreuzworträtsel. Wagerecht: 2. Fragewart: 4. Fischeier: 6. Fisch: 7. Kummer: 9. Flächenmaß: 19. Getränk: 11. Fluß in Sibirien: 13. süd- amerik. Huftier: 13. Figur aus Wagners Walküre: 17. Besatz: 29. wertloses Zeug: 22. Spielkarte: 23. Tierlaut: 24. großes Gewässer: 25. ausgestopfte Körper: 26 Glücksspiel: 27. Nebenfluß der Donau: 28. nordischer Schriftsteller: 29. Nebenfluß d. Don.— Senkrecht: 1. Zeitbestimmung: 2. Fluß in Ruß! laiid: 3. Gebtrgswiesc: 4. ägypt. Gotth.i3.engl.Verncinungi6.Pa- pageicnart: 8. d. Gegenteil v.Le- be»: 9. Einer d. USA.:12. künstl. Verb.: 14.europ. Insel: 16 weibl. Vorname: 18. nordische Gottheit: 19. Perserkönig: 29. römischer Elegicndichter: 21.FlußinAsrira. Rösselsprung. / Silbenrätsel. a a an ba bad be dein biß cht de del del di dal e e e el«l eng flo ge gen got i im k« kno land last lei tek ltp lis(gm me na neu ni no nus o ol paß peo pi pich ra ra ras re rei rest ri schi se sen son tep ter ti tin tow tra trau tri u u va ve vi»oa win zi zweig. Aus vorstehenden 73 Silben sind 27 Wörter zu bilden. deren Anfangs- und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen, einen alten Spruch ergeben(ch und sch gleich ein Buchstabe). Di« Wörter bedeuten: 1. Deutschen Komponisten, 2. Muse, 3. Gebirgs- einschnitt, 4. Fluß zur Donau, 5. Südwein. 6. Zimmerschmuck, 7. Berg in Asien, 8. schwedische Insel, 9. internationale Sportwoche. 19. Tonstück von Schubert, 11. Baumharz, 12. Fisch, 13. deutschen Dichter, 14. Rordseebusen, 15. heilkräftig« Erfrischung. 16. Oper vou Strauß, 17, kleine Mahlzeit, 18. Säure, 13. Mittelmeerinfel, 29. Arzneipflanze, 21. Stadt in Persien. 22. Kinderwikschestück. 23. Strom in Indien, 24. Page, 23. Lauinschmuck. 26. Kegelschnitt, 27. Gesicht sknochen. b. Was uns am nächsten fiegi. Sei es die Frau, sei es der Mann, Da» Rätselwort geht jeden an. Sie sind das Nächste wohl uns ollen: Ob reich, ob arm, sie jeder kennt. Wer kcins davon sein eigen nennt, Ist»vahrlich tief gefallen. Nimmst du den Kopf imn fort vom Rätselwort, Bleibt, nah' dem Nordsecstrand, ein wohlbekannter Ort, Leistenrätsel. Die Punkte und Zahlen in nebenste» hcnder Figur sind durch Buchstaben zu ersetzen. Es ergeben: 1— 2 Stadt in Sachsen: 1—5 Stadt in Baden: 2— 6 Stadt in China: 3— 4 Stadt in Schlesien: 3—6 norddeutsche Hafenstadt, Visitenkartenrätsel. KANDIK Durch Umstellen der Buchstaben erfährt man, welche Stellung der Herr bekleidet._— ab. Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Rösselsprung: Die Befreiung der Menschheit au» den Fesseln des Kapitalismus wird um so schneller erfolgen. Je früher die Sozialdemokratie die politisch« Macht erkämpft. Geographisches Füllrätsel: 1. Nanking: 2. Bacha. roch: 3. Ratibor: 4. Warschau: 5. Itzehoe: 6. Florenz: 7. Breslau: 8 Eoblenz: 9. Rowawes: 19. Glauchau: 11. Stettin: 12. Altenau: 18. Oberhof: 14. Stendal. Senkrecht mittelste Stadt:'Kaiserslautern. Silbenrätsel: 1. Wagen:: 2. Ederl«: 3. TNogenkrompf: 4. Nobel: 5. Treue: 6. Cholerisch: 7. Trumeau: 8. Ziegnherz: 9. Iltrcchl: 19. Rettich: 11. Amati: 12. Talgdrüsen: 13. Eisenblech: 14. Ronan: 15. Java: l6. Salat: 17. Taget«,: 18. Dalli: 19. Emphysem.— Wem nicht zu rvtcn ist, dem ist nicht zu helfen. Aussüllrätsel: 1. Loebe: 2. Leber: 3. Ebert: 4. Bebel. Geographisches Kammrätsel: 1. Breslau: 2. L«lp< zig: 3. Arabien: 4, Italien: S, Nauheim,— Bulgarien, Sonnabend, 15. September 1928 Nr. 498 45. Jahrgang Aus dem Reich der Kohle. Wie man heute im Ruhrgebiet die Kohle fördert! j XV. M. Wen, im September 192S. Essen liegt heute an der Ruhr. Das ist nur bedingt richtig. Wer von den tommunalpolitischen Grenzen dieser Industriestadt nichts weiß, wird den Eindruck gewinnen, daß es einige Kilometer nördlich der Ruhr gebaut sei. Der Frxmdc, der hier zum ersten Male unvorbereitet durch das Industriegebiet wandert, wird nicht so sehr von der großen Zahl der Schächte, der Fördertürme, der Hochofenwerke und der sonstigen Industrie überrascht sein, als von der Entdeckung, daß dieses vom Lärm der Fabriken, vom Rhyth, rnus der Arbeit durchpulste Gebiet, von dem man weiß, daß«s da» Sohlenreserooir Deutschlands ist, auch lieblich grünende Wiesen und rauschende Wälder besitzt, die anmutige Hügel krönen. Er wird überrascht sein von der Idylle dieser Landschaft, durch die die Ruhr bedächtig fließt. Und dach, unter diesen grünen Matten, auf denen das Lieh behaglich weidet, unter den waldgekrönten Hügeln, die von Vogelfang erfüllt sind, dehnen sich meilenweit die Stollen, in denen fleißige Bergarbeiter in viel zu langer Arbeitszeit Tag und Nacht noch den schwarzen Diamanten graben, jenem Rohstoff, der den Ruhm der Ruhr in der Welt verkündet. Fast 80 Proz. der in Deutschland gewonnenen Kohle werden im Ruhrbezirk gefördert. Welch eine Vergangenheit hat dieses Land der schwarzen Erde durchgemacht! Das Steinkohlengebirge der Ruhr hat, soweit man es bergmännisch erschloß, eine Mächtigkeit von 8000 Metern. Und die Flöze hoben zusammen eine Stärk« von etwa rund 80 Metern. Diese Flöze, dos sind die in der Retorte der Natur umgeformten und umgepreßten Waldungen der Ver> gangenheit. Eine geradezu phantastisch« Flora aus riesigen Far- nen, aus Bärlappgewächsen, aus Schachtelhalmen, Schuppen« und Sicgelbäumen deckte vor Willionen von Iahren dieses Land, dessen lösen verwandt wird. Der Abbauhammer bringt nicht nur eine höhere Arbeitsleistung, er gibt auch eine reinere und stückreichere Kohle, als es durch Sprengen oder mit der Hacke möglich ist. Zäh- harte Kohle wird dagegen durch die Schrämmaschine angegriffen. Hier wird eine mit scharfen Fräsern besetzte Stahlstange in Rotation wegen entsprechend gebaute Gleitbahnen hin und her, in ewig schwingender Bewegung gleiten die abgebrochenen Kohlenstückchen hinunter in die Förderwagen. Nackte Menschen packen zu, um diese Wagen zur Hauptsörderstrecke zu führen, es werden auch Pferde und motorische Kraft in den Dienst dieser Arbeit gestellt. Auf der Hauptstrecke aber befördert dann die Drucklustlokomotive oder auch die Elektrolokomotive die zu einem langen Zug zusammengestellten Förderwagen zum Füllort. Von hier gelangen die gefüllten Wagen in den Förderkorb, der immer aus mehreren Etagen gebildet ist, und werden nun zutage gebracht. Hier beginnt die Aufbereitung der Kohle-, hier wird sie sortiert, brikettiert oder auch in ihre Be- standteile zerlegt. Der Ruhrkohlenbezirk ist zweifellos Deutschlands Kraftmittel- punkt. Rund vier Millionen Menschen leben hier auf einem Raum von 3800 Quadratkilometern, sie alle sind von der Kohle beherrscht» sie arbeiten in der Industrie oder hängen ab von der Wirtschafts- läge der Werke. Im Jahre 1927 wurden im Ruhrkohlenbergbau 118 Millionen Tonnen Kohle gewonnen, während im übrigen Deutschland insgesamt nur 35,6 Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden. 27,5 Millionen Tonnen Koks, 3,5 Millionen Tonnen Preß- kohlen gleich 85 bzw. 71,7 Proz. der Gesamterzeugung Deutschlands wurden im Ruhrgebiet hergestellt, 62 Hochöfen waren 1927 im Ruhr- bezirk tatig. Im übrigen Deutschland finden wir nur noch 54 Hoch- öfen. Der Anteil des Ruhrbezirks an der Roheisenerzeugung be- trug mit rund 9,7 Millionen Tonnen 74 Proz. der deutschen Er- zeugung, rund 69 Proz. der deutschen Rohstohlerzeugung und rund Addern mit Drucklufthämmern. Symbol heute der Förderturm ist. Im Gluthauch einer tropischen Sonne starben diese Bäume. Sic vermoderten. Es blieben Riesen- moore. Hurtige Flüsse brachten Sand, Kies, Ton und Mineral- Massen heran und breiteten sie über das Riesengrab der gestorbe- nen Bäume. Und immer stärker wurden die Sandschichten, immer größer wurde der Druck auf dem ersten Moor des Ruhrgebiets. Und wieder wuchsen neue Bäume. Wieder entstanden neu« Moore, und wieder wurden sie bedeckt von Sand und Geröll. Nicht weniger als 46 bis 48 abbauwürdige Schichten solcher Moor« hat man im Ruhrbezirk festgestellt. Heute sind diese Moore, die Flöze, die kohlenführenden Schichten des Ruhrgebirges. Da gibt es Flöze von einem halben Meter Stärke und andere, die etwa fünf- mal so stark sind. Und die Bergmänner folgen den Spuren dieser uralten, zu Stein gewordenen Moore und bringen das, was die Sonne vor Millionen von Jahren zum Leben erweckte, dessen Tod sie erlebte, wieder ans Tageslicht, damit Menschen für künstliche Sonnen, für Wärme, Kraft und Licht sorgen können. Man unter- scheidet hier im Steinkohlengebirge der Ruhr drei Arten von Kohle: die am tiefsten in der Erde ruhende Kohle hat den geringsten Gas- geholt. Der ungeheure Druck der aus ihr lastenden Gebirgsmasien preßte das ursprünglich in ihr enthaltene Gas heraus. Dort unten lagert die Magerkohle, die einen Gasgehalt von 5 bis 18 Proz. hat. In den oberen Schichten aber bildet sich die Gasflamm- oder Gaskohle mit etwa 28 bis 38 Proz. Gasgehalt. Zwischen diesen beiden Kohlenschichten ruht die Fettkohle mit einem Gasgehalt von 19 bis 27 Proz. Im Süden des Ruhrgebietes tritt das Kohlen, gebirge zutage. Dort sind die Scköchte nicht so tief wie im Norden. wo einig« schon bis über 1000 Meter in das Reich der Kohle hinab- gesenkt wurden. Welche Unmenge von Arbeit ist notwendig, um einen Kohlen- schacht in die Erde hinobzutreiben! Welche Unmenge von theore- tischer und praktischer Arbeit muß geleistet werden, wenn der erste Schacht fertig ist. um Stollen, Ouerschläge und Strecken und olle» das. was zur Förderung der Kohle gehört, in der Tiefe der Erde zu bauen! Das Ruhrgebiet Hot in der Nachkriegszeit begonnen, mehr und mehr an Stelle der früheren Handarbeit den Maschinen. betrieb für den Abbau der Kohle einzuführen. Im Jahre 1927 sind bereits 75 Proz. der Förderung des Ruhrbezirks durch Abbau- bämmer und 8 Proz. durch Schrämmaschinen gewonnen worden. Der Abbauhammer ist«ine Art Luftdruckhammer, der mit schnell pufMBOBbec{olfltrtna Schläge» bch rncht M harter Kohle HM» Los- Ahhau mit Schrämmajchioe. versetzt: sie frißt in den Kohlenflöz einen Schlitz hinein, so daß dieser durch sein eigenes Gewicht gelockert und abbaufähig wird. Der Laie ist gar zu leicht geneigt, die Ersetzung der Hacke durch die Maschine als eine Erleichterung für den Bergarbeiter zu be- trachten. Das ist ein Irrtum. Die Arbeit unter Tage ist immer schwer und anstrengend. Je besser die Maschinen sind, um so inten- siver soll die Leistungsfähigkeit der Bedienenden werden. Noch nie ist der Traum der Techniker, den Menschen durch Maschinenarbeit wirklich zu entlasten, sein Leben zu erleichtem, in Erfüllung ge- gangen. Stets zwang die verbesserte Maschine zu höheren Leistun- gen, zu schnellerem Arbeitstempo. Und selbst da, wo— wie zum Beispiel bei Beförderung der Kohl« durch die elektrische Lokomo- tiv« mit angehängtem Grubenwagen— gegenüber dein früheren Förderbetrieb in die Augen springende Erleichterungen geschaffen wurden, sind die geistigen Anforderungen, die Anforderungen an die Aufmerksamkeit wesentlich gestiegen. Hätten wir keine Arbeiter- schutzgesetz», gäbe es keine�Gcwerkschoften, die den Kampf um sinn- gemäße Verkürzung der Arbeitszeit und ausreichende Löhne führten, so erlebten wir auch im Ruhrgebiet trotz modernster Arbeitsmittel die gleiche Ausbeutung der Arbeitskraft, wie sie im Mittelalter üblich war. Auch heute führen die B«rghcrren einen wütenden Kampf gegen die Verkürzung der Arbeitszeit, und ihre Syndizi ver- suchen pflichtgemäß nachzuweisen, daß die Herabsetzung der Schicht- zeit von 8� auf 7 Stunden einschließlich der Ein- und Auefahrt die Wirtschaftlichkeit der Gruben bedrohe. Ueber die hier obwalten- den wirtschaftlichen' Zusammenhänge ist im Wirtschaftstcil des„Vor- An der Schüttelrutsche. wärts' in zahlreichen Artikeln eingehend berichtet worden. Der letzte Lohnkampf der Bergarbeiter im März ist noch heute lebhaft in Erinnerung.' Die abgelöst« Kohle wird durch Förderwagen, die 750 bis 1000 Liter Inhalt haben, zutage gebracht. Bei steiler Lagerung der Wz« jäw lllK gebrochene Kohle noch unten. Preßluftmptoien be» Die Druckluft'-l.okomotive. 6 Proz. Walzwerkserzcugnisfe wurden von deb Gesamtproduktion Deutschlands im Ruhrbezirk erarbeitet. Und immer weiter dehnen sich die Arbeitersiedlungen, immer mehr wachsen die Städte der Ruhr zusammen zu einem einzigen großen kommunalen Gebilde. Immer schwieriger werden die gemeinsamen Ausgasten, die die eng verflochtenen Gemeinden heute zu lösen hoben. Und sicherlich rückt der Tag immer näher, an dem es an der Ruhr nicht mehr einzelne Gemeinden, sondern nur noch die große Riesenstadt an der Ruhr geben wird, die ein einziges, zentral verwaltetes und einheitlich organisiertes kommunales Gebilde sein wird. Verschmelzungen von Gemeinden sind in den letzten Jahren mehrfach bekannt geworden. Die Ruhrstadt wächst. Es wird eine Stadt der Arbeit sein, die aus den Tiefen der Erde mit immer neuer Kraft gespeist wird. V»5 größte Tbermometcr der Welt. Im Deutschen Museum in München. Im Deutschen Museum zu München ist jetzt am Museumsturm das größte Thermometer der Welt angebracht worden. Die riesige Skala hat eine Länge von nicht weniger als 22 Metern, so daß die Temperatur noch auf mehrere hundert Meter Ent- sernung abgelesen werden kann. Das Instrument zeigt außer der augenblicklichen Temperatur jcwcis auch die Maximal- und die Minimaltemperatur des vorhergehenden Tages. Die Betätigung findet in der Weife statt, daß die Bewegungen eines gewöhnlichen kleinen Thermometers mit Hilfe eines Elektromotors auf eine Seil-. winde übertrogen werden, die den Zeiger längs der Skala auf- und abbewegt. Das Werk ist eine Schöpfung des Berliner In- genieurs Paul Fueß._ Vereinheilllchung und wirllchaflliche Verwaltung im Burxau. Im Rahmen der Internationalen 6. Bureauausstelluna in Berlin vom 7. bis 16. September veranstalten der Deutsche Normenaus- schuß, der Ausschuh für wirtschaftliche Verwaltung, der Reichsaus- schuß für Lieserbedingungen und die Gesellschaft für Organisation gemeinsam eine Sonderschau„Vereinheitlichung und wirtschaftliche Verwaltung im Bureau". Wandtafeln und praktische Beispiele werden zeitgemäße Fragen behandeln: Formatvereinheitlichung, Bureaumöbelnormung, einheitliche Liefer- bedingungen, zweckmäßige Vordruckgestaltung, Schreibmaschinen- arbeit usw. Es wird sich empfehlen, daß jeder, der auf neu.zeitliche Einrichtung feines Bureaus Wert legt, dies« Sonderausstellung besucht. Die versperrte Dubrow. «Königlich preußischer" Brückenzoll. Einer der schönsten Teile der Mark ist die Dubrow. Un- zahlige Wasserwanderer verbringen an den herrlichen Ufern der Schmölde ihre Ferien oder ihr Wochenende. Der Weg führt über Königswusterhausen, den Krüpelsee, das Bindower Fließ nach Prieros, dessen Zugbrücke die Eingangspforte für die Dubrow ist. Beim Betrachten der Brücke fühlt man sich von einem Hauch vergangener Zeiten umgeben. Und man glaubt sich um Jahrzehnte zurückversetzt, wenn man an dem Wirtshaus die oerwitterterwr das Befahren der Dubrow mit einer Abgabe verbunden. Damals hatte man eine Kette quer über das Wasser gespannt. Jedoch wurde das. Erheben einer Gebühr nach einiger Zeit auf Betreiben des Wasser- sportbeirates wieder fallen gelassen. Warum darf die Behörde jetzt wieder wahllos eine Gebühr verlangen, wozu sie nicht einmal be- rcchtigt ist? Abhilfe tut hier dringend not. f: Arbeiter-Handballspiele. Heute, Sonnabend, spielen um 16� Uhr in Reinickendorf, Scharnweberstraße, die Jugendmannschaften Groß-Berlin-Wedding und Sparta; die Frauenmannschaften Neukölln 2. Abteilung gegen I. Abteilung um 16,10 Uhr in Neukölln, Dammweg. Am Sonntag spielen um 16 Uhr im Lichtenberger Stadion Lichtenberg 2. Ab- teilung und Potsdam. Erkner spielt zum Abturnen um 9 Uhr gegen Groß-Berlin-Osten am Dämeritzsee. Brandenburg 2. Abteilung empfängt Velten; es spielen die Jrauenmannschasten um 14 Uhr, die 2. Männermannschaften um 13 Uhr und die 1. Männermann- schaften um 16 Uhr. Biesdorf spielt gegen Hennigsdorf um 15 Uhr in Biesdorf, Lessingplatz. In den Ausscheidungsspielen der 2. Klosse um den Aufstieg in die 1. Klasse spielt Groß-Berlin- Rosenthal gegen Wildau am 15. September in Adler-hof, Helbig- straße um 17� Uhr und gegen Luckenwalde am 16. September um 16 Uhr. Um 14 Uhr spielen die Frauenmannschaften Luckenwalde und Rosenthal. Das zweite Ausscheidungsspiel um die B u n d e s m e i st e r- f ch a f t findet am Sonntag in Wien statt. Es stehen sich dort die Meister des deutfchösterreichischen Verbandes Wien-Ottakring und der süddeutsche Verbandsmeister Frankfurt a. M.-Westend gegen- über. Ein Sieg Frankfurts ist nicht zu erwarten, hoffentlich wird es aber nicht eine 20: 0-Nicd«rlage, wie sie Augsburg erleben mußte. Umrahmt wird das Spiel von einem Raffballspiel der Frauen-Städtemannschaften Wien und MödUng und einem Hand- bollspiel der Schiedsrichter des Arbciter-Handballverbandes und des 17. Kreises des Bundes._ Zum Andenken an vainö Mikkola. Der Vorstand des finnischen Arbeitersportbundes(TUL.) hat zu Ehren des unlängst verstorbe- nen verdienstvollen Bundesoorsitzenden eine Stiftung ein- gerichtet, die sich nennt:„Die Stiftung von Vainö Mikkola." Die Mittel der Stiftung sollen dazu gebraucht werden, die internationale Arbeit>cr Arbeiterjporller lebhafter zu gestallen. In sinnischen Arbeitersportkreisen werden allerorts die Stiftung und ihr Zweck für richtig angesehen und Spenden für sie getan. Aus dem Wert spricht die Liebe für den verstorbenen Führer und das Verständnis für die internationalen Notwendigkeiten im Arbeitersport. AutomobiUclubs und Klubfarben. Der Erfolg des DAC. Die Klubfahnen unserer Automobilklubs bildeten schon oft Gegenstand öffentlicher Krittk. Klubs, die ihr Land vertreten, führen oder sollten wenigstens auch die Forben ihres Landes führen. Mögen sich auch noch nicht alle mit dem heutigen Staat und seinen Farben abfinden können, so ist es dennoch ein Gebot der Selbstachtung und des Anstandes, nicht weiter Farben im Klubbanner zu führen, die heute weiter nichts als Parteiagitation bedeuten. Es ist noch in bester Erinnerung, wie groß die Zahl derer war, dia im ADAC, unbedingt für eine Abschaffung der allen Farben stimmte. Ueber diese ebenso selbstverständliche wie berechtigt« Forderung hatte man sich seinerzeit in Bremen leichter Ding« hinweggesetzt. Das Ergebnis mar die Gründung des Deutschen A u t o- C l u b s, der die allein gültigen Reichsfarbcn Schwarz- R o t- G o l d in sein Klubbanner aufnahm. Seit seinem Bestehen hat der junge Klub«inen großen Aufschwung genommen. In oller nächster Zeit werden sowohl der AvD. wie auch der ADAC, endlich zu einer Aenderung ihrer bisherigen schwarzweißroten Klubfarben schreiten. Das ist ein Erfolg, den der DAC. durch seine mutige Initiative gern auf sein Konto buchen wird. Wer ist Arbeiter-Sportler? Wer regelmäßig seine Beiträge(Bezirk, Kreis, Bund) bezahlt. Wer regelmäßig die Turn-, Spiel- und Sportstunden besucht. Wer in diesen Ucbungsstunden nicht nur zuschaut, sondern mit- macht. Wer überall für die Arbeiterturn- und Sportsache agitiert. Wer der Jugend ein gutes Vorbild ist. Wer neben der körperlichen Ausbildung auch die geistige Aus- bildung fördert. Wer als Funktionär seine Fähigkeiten der Allgemeinheit dienst- bar macht. Wer die Bundeszeitung liest und den Inhalt nutzbringend für die Organisatton verwendet. Wer erkannt hat, daß die Partei und Gewerkschaft für die wirtschaftliche Besserstellung der Arbeiterschaft eintritt und ihr Mit- glied ist, Arbeitertages- und Gewerkschaftspresse liest. Wer den Arbeiter-Turn- und Sportbund von den politischen Parteien unterscheiden kann. Wer sich nicht in Kleinigkeiten verliert und nur die große Sache im Auge behält. Wer dem Bunde jederzeit und überall Ehre macht. Bist du auch Arbeitersportler? Oer Rmg in der«Neuen Welt". , Der„Ständige Boxring" in Berlin hat sein Domizil für die Wintcrsaison von der Rütt-Arena nach der„Neuen Welt" in der Hasenheide verlegt, wo gestern abend die ersten Kämpfe bei an- nehmbarem Besuch vor sich gingen. Fünf Begegnungen standen auf dem Programm. Der ein- leitende Oualifikationskampf wurde schon in der ersten Rund« von dem Hamburger Kracht gegen den völlig hilflosen Datz-Heyrod« durch k. o. gewonnen. Der Hamburger Kruse trat gegen Stamms- Mühlhausen an. Kruse war fast in allen sechs Runden durch bessere Distanzierung überlegen und holte sich einen verdienten Punkt- sieg. Im Mittelgewichtskampf zwischen R. K a u b e- Berlin und dem Dortmunder B o j a, der über acht Runden führte, hotte der Ber- liner fast immer klare Vorteile, doch erkannten die Richter auf un- entschieden. Die Serie der neuen Schwergcwichtsausschcidungen be- gann mit einem Kampf zwischen H. Bischoff-Dorimund(87,5 Kilo» gramm) und Egon Sties-Berlin(90,7 Kilogramm). In dem schnelles und harten Kampf arbeitete Sticf mit ausgezeichneten linken Ge- raden, die der noch etwas primitiv boxende Bischofs durch schwere Haken auszugleichen versuchte. In der dritten Runde entwickelte sich ein heftiger Schlagaustausch, in dessen Verlauf Bischoff für die Zeit den Boden aufsuchen mutzte. Der abschließende Weltergewichtskampf zwischen dem Franzosen T h o u o i n und Bolze- Duisburg endete nach acht Runden unentschieden. Arbeit und Sport. Auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gewerbehygiene in Dresden wurde der zweite Tag der Be- ratung dem Thema„Arbeit und Sport" gewidmet, ein Be- weis, welche Bedeutung man in maßgebenden Kreisen dem Sport vom volksgesundheitlichen Standpunkt beimißt. Ministerialrat Dr. M a l l w i tz- Berlin vom preußischen Mi- 'nisterium für Volkswohlfahrt und Dr. Klinge- Berlin, Leiter bei der Deutschen Hochschule für Leibesübungen, behandelten das Thema vom Standpunkt des Sportarztes und vom Standpunkt des Sportlehrers aus. Nach einer allgemeinen Einführung über die volkstümliche Be- deutung des Sports, die insbesondere in der Nachkriegszeit von immer breiteren Kreisen des Volkes anerkannt worden sei, wurden die speziell gewerbchygienischen Probleme der Beziehungen zwischen Arbeit und Sport dargelegt. Sport und Leibesübungen sind für den geistig und körperlich Arbeitenden ein wichtiges Mittel zur psychischen Erholung. Neben dieser allgemeinen hygienischen Bedeutung interessiert den Gewerbehygieniker aber insbesondere das, was in neuerer Zeit unter dem Begriff der Ausgleichsgymnastik verstanden wird. Vielfach zwingen Arbeitsoerrichtungen den berufstätigen Menschen zu ganz bestimmten einseitigen Körperhaltungen oder auch zu einem einseitigen Gebrauch einzelner Körperteile. Hier schafft eine rationelle Ausgleichsgymnastik die Möglichkeit, durch bestimmte — je nach dem Charakter der Arbeitsvcrrichtung verschiedenartige— Uebungen den notwendigen Ausgleich im Gesamtorganismus des Menschen herzustellen. Einen besonderen Wert haben derartige Uebungen, wenn die Möglichkett gegeben ist, sie im unmittelbaren Anschluß an die Arbeit oder in den Arbettspausen durchzuführen. Besonders nützlich sind solche Uebungen für den jugendlichen unaus» gereiften Organismus und für den Organismus der berufstätigen Frau. Es wurde weiter ein Ueberblick. über die bisherigen praktischen Erfahrungen mit der Ausgleichsgymnastik gegeben und zahlleiche praktische Beispiele angefügt. An diese Ausführungen schloß sich eine lebhaste Diskussion. Zrctc Ruderer und Sanufahrer im Arbeiter-Turn. und Sport- bund, 1. kreis. Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Sparte findet Montag, 24. September, 20 Uhr, im Saal 4 des Gc- werkschaftshauses statt. Tagesordnung: Bericht vom Bundestag. Zu- tritt nur gegen Vorzeigung des Bundesmitgliedsbuches. Laut Bundesbefchluß haben nur die Verein« Zutritt, die dem zur„Zentral- kommission" gehörenden Kartell angeschlossen sind. Die Sparten- ausschußsitzung für September erfolgt am 19. d. M. im Sqal 5 des Gewerkschaftshauses, 19>4 Uhr. 5. kreis(Friedrichshoin). Sportler! Sitzung, Montag, 17. Sep- tember, 21 Uhr. Die bundestreuen Vereine haben Delegierte zu senden. Lokal Busch, Tilstter Straße 27. Arbeiter-Radfahrer-Bund„Solidarität", Ortsgruppe Berlin. t. Abteilung. Sonntag, 16. September, 6 Uhr, Buckowsee. 13 Uhr. Alpenberge. Start: Bülowstr. 55.— 6. Abt.: 7 und 10 Uhr Mühlen- becker See. Start: Arnimplatz. Gäste sind stets willkommen. Freie Turnerfchaft Groß-Berlin. Bezirk Tempelhof-Mariendorf. Beginn des Turnens Dienstag, 18. September, 20 Uhr, Turnhalle der' Alarichschule. Alarichplatz. Erscheinen aller gemeldeten Turner und Turnerinnen ist Pflicht. Der Bundestag de« Askö. Der III. ordentliche Bundestag des österreichischen Arbeiterbundcs für Sport- und Körperpflege(Askö) ist für den 13. und 14. Oktober noch Wien einberufen worden. Der Askö umfaßt gegenwärtig an die 2500 Vereine mit 250 000 Mit- gliedern. Bon großer internationaler Bedeutung sind auf dem Bundestag die Verhandlungen über den Tagesordnungspunkt:„Das 2. Arbeiterolympia 1931 in Wien." Vereinskalender. »cis-nfec. M-ntaq, 17. eeptrmfxr, eröffnen wir einen Anfönnerkur.u» im?°lk»,on,. Iuoendlick'e öi, 20 Jahren können ihr« An. meldiinqen in der Uebungshalle, Pistoriusstr-Hc. non 20-21 Uhr abgeben. Die ersten drei Abende sind unnerbindli». Danach wird der«ursus geschlossen durchgeführt.— Volk»tan,krei, Preazlanrr Berg. Dienstag, l!i. September, eröffnen wir das Wintcrhalblahr mit nnferen Uebung-abenden. Uebungsroum ist die Turnhalle Ssmarck'frroge 18 in der Zeit von IflV-— 22 Uhr. An ledcm Abend werden in der ersten Stunde Tanzerkläriingen gegeben. Danach folgt allgemeiner Volkstanz.— Am Sonntag 28. September, veranstaltet der strei» im Altersheim. Danzigrr Strasse 62. einen Iugend-Bolkstonzabrnd. Beginn 1» llhr. Jugendliche sind herzlich willkommen. Aus dem Boxerlager. Di« jetzt eröffnete neue Saison im Boxsport läßt es an- gebracht erscheinen, einen Blick auf die Kandidaten zu richten, die sich um Meisterehrcn bewerben und zu den Ausscheidungen zuge- lassen worden sind. Im Fliegengewicht ist die Herausforde- rung des Magdeburgers Karl Schulze an den Titelhalter Erich Kohler-Berlin anerkannt. Mit ziemlicher Gewißheit kann man vor- aussagen, daß der ehemalige Amateurmeister Schulze, der über ein ganz hervorragendes Können verfügt und auch eine stark« Waffe gegenüber den ausländischen Boxern seiner Gewichtsklasse darstellt, sich mit dem Mcistcrgürtel schmücken wird. Otto Ziemdorf-Berlin, der Meister im Bantamgewicht, kann in Ruhe das Ende der Ausscheidungen abwarten, denn in Urban Graß-Köln. L. Minow-Düsseldorf, W. Allmeroth-Kassel und K. Aust-Berlin steckt wohl kaum gefährliche Gegnerfchast. Auer- kannte Bewerber um den Meistertitel im Federgewicht, den der zurzeit in Amerika befindlich« Paul Noock zu verteidigen hat, sind A. Paulke-Bremen, G. Kiihn-Berlin, H. Linke-Duisburg, M. Dörfer-Leipzig, Th. Beyerling-Köln und H. Gohres-Duisburg. Auf die Leichtgewichtsmeisterschaft des Berliners Paul Czirson reflektieren H. Krusc-Hamburg, H. Sckiumacher- Berlin, F. Reppcl-Herne, W. Heinisch-Mühlhousen, Phil. Ncfzger-München und H. Stamms Mühlhaustn. Sehr umfangreich ist die Liste bei den Weltergewichten. Um den Meisterschaftsgürtel, den Karl Sahm-Hamburg verteidigt, bewerben sich: Ii. Scifricd-Bochum, M. Mattheus und E. Kündig-Hamburg. W. Mohr und H. Drekopf- Düsseldorf, K. Vorkauf, Bremen, P. Richter-Dresden, W. Peter und 35: Glaser-Berlin. H. Schulz-Königsberg, H. Harlos und Fritz Ensel- Köln sowie H. 35cimer-Stuttgart. Auch der Andrang auf die Meisterkrone von Hein Domgörgen-Köln im Mittelgewicht ist ziemlich stark. Von W. Antonowicz-Bremen, K. Lagcrshausen- Hildesheim, R. Kaube, E. Grimm, E. Milenz, A. Kiausch und W. Funke-Berlrn, O. Klingenstemer-München, F.- Krüppel-Krefeld und A. Tomkowiak-Essen dürfte Do-mgörgen jedoch auch diesmal noch keine Gefahr drohen. Im Halbschwergewicht ist die Heraus« forderung des Kölners Heinrich Müller an Max Schmeling an- erkannt worden. Da es fraglich erscheint, ob Europameister Max Schmeling nach seiner Rückkehr aus Amerika das Halbfchwer- gewichts-Limit noch bringen kann, stehen die Aussichten des Kölners also nicht schlecht. Die zu den Ausscheidungen um Ludwig Hay- manns S ch w e r gew i cht s m e i st e r sch a f t zugelassenen Be- werber werden demnächst bekanntgegeben. Ein Boxer schied aus dem Leben... Der 23jährige französische Berufsboxer Frod B r e t o n n e l hat sich dieser Tage in seiner Wohnung erhängt. Er hatte in letzter Zeit verschiedene Niederlagen erlitten und glaubte sich am Ende seiner Karriere. Karriere war in diesem Falle gleichbedeutend mit Existenz. Der Berufssport war dabei, einen seiner Jünger wieder zurückzuwerfen ins alltägliche Leben, und Bretonnel war diesem Leben nicht ge- wachsen. Sein Beruf, der Sport, hatte ihm keine Zeit gelassen, sich auf das gewöhnliche Leben vorzubereiten. Denn das Leben fordert nicht allein, daß man sich eine halbe Stunde lang seines Geg- nerz im Ring erwehrt, sondern daß man sich ein ganzes Leben lang kämpfend aufrecht erhält. Bretonnel, klagte ein Mitarbeiter des„Paris Soir", borte, anstatt zur Schule zu gehen, boxte, an- statt einen Beruf zu erlernen. Mit 20 Iahren war er reich, berühmt geworden, der Liebling der Boxwelt. Eines Tages ließ seine Form nach, die Engagements wurden seltener, Fred stand plötzlich dem wirtlichen Leben gegenüber. Was tun? Arbeiten? Wozu? Wenig verdienen und viel arbeiten, nachdem man viel verdient und nichts gearbeitet hatte? Kein Halbgott mehr zu fein, seine Tage in angenehmem Zettvertreib zubringend? Dann lieber in den Tod*, ä