BERLIN Montag, 17. September 1928 Der Abend Ericheint tag lid außer Sonntags. Fugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Erpedition: Berlin SW68, Lindenstr.3 Spalausgabe des„ Vorwärts 10 Pt. Nr. 440 B 218 45. Jahrgang. Anzeigenpreis: Die einfvaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Bokfchedtonto: Vorwärts- Verlag G. m. b.., Berlin Nr. 87586. Fernsprecher: Donboff 292 bis 297 Ausklang von Genf. Leber die Rheinlandräumung wird amtlich verhandelt. Genf, 18. September. Hier wurde am Sonntag das folgende Kommuniqué ausgegeben: ,, Am Schluß der dritten Besprechung, die die Ver treter Deutschlands, Belgiens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Japans abhielten, haben fie mit Befriedigung die freundschaftlichen Bedin gungen festgestellt, unter denen die wichtigen Fragen er. örtert worden sind, die Gegenstand ihres Meinungs austausches waren. Eine Einigung ist in folgenden Punkten zwischen ihnen zustande gekommen: 1. Ueber die Eröffnung einer offiziellen Ber. handlung über die vom deutschen Reichskanzler bor. gebrachte Forderung nach vorzeitiger Rheinland. räumung. 2. Ueber die Notwendigkeit, das Reparations. problem vollständig und endgültig zu regeln und zu diesem Zweck eine Kommission von Finanzsachverständigen der sechs Regierungen einzusehen. 3. Ueber den Grundsatz der Einsehung einer Feststellungs- und Vergleichskommission; die Zusammensetzung, das Funktionieren, das Arbeits. gebiet und die Dauer dieser Kommission werden Gegen stand weiterer Verhandlungen zwischen den Regierungen bilden." V. Sch. Genf, 17. September.( Eigenbericht.) Es ist eine alte Erfahrung, daß internationale Konferenzen fozusagen niemals mit einem Bruch erden, auch dann nicht, wenn vor Beginn der letzten Aussprache der Standpunkt der beiden Seiten noh so unüberbrückbar ist und werm die öffentlihe Meinung auf beiden Seiten noch so sehr erhitzt wurde und von ihren Unterhändlern Unnachgiebigkeit verlangt. Diese Erfahrung hat sich am Sonntag abermals bewahrheitet. Die Stimmmg am Sonnabendabend war in beiden Lagern ganz auf das Scheitern der Genfer Verhandlungen eingestellt. Die Nationalisten auf beiden Eeiten hatten das ihre getan, die Verständigungspolitiker waren bestenfalls refigniert. In dieser Atmosphäre traten am Sonn tagvormitag 11 Uhr die Unterhändler bei Lord Cushendun zusammen. Viele glaubten, daß die Besprechung sehr turz sein würde: man würde die Unvereinbarkeit der beiden Thesen feststellen und bald ergebnislos auseinandergehen. Nach faft 3% Stunden jedoch beendeten die großen Leiter" die Verhandlun gen mit dem Beschluß, gemeinsam zu frühstüden und da nach ein Kommuniqué herauszugeben. Die Stimmung in Genf schlug daraufhin um, aber der politische Kern des Endergebnisses bleibt davon unberührt. Die Lage ist noch ungelöst. Das am Nachmittag ausgegebene gemeinsame amtliche anderen da. Kommuniqué unterscheidet sich vorteilhaft von durch, daß sie wirklich etwas enthält und den Leser über das Ergebnis der Genfer Verhandlungen in ers höpfender Form unterrihtet. Der erste Eindruck, den man von ihm gewinnt, ist der richtige: Kein Bruch, aber auch feine Einigung, fondern Bertagung. Allerdings ist die Bertagung nicht so zu verstehen, als ob man feinerlei pofitive Ergebnisse, erzielt hätte. 3 um ersten Male ist offiziell über einen deutschen Räumungsantrag diskutiert morden. Es ist noch nicht lange her, daß die französische öffentliche Meinung, abgesehen von den Sozialisten und dem fortschrittlichten Teil der Radikalen, auch nur den Gedanken solcher Berhandlungen entschieden ablehnte. In der Umgebung von Briand erblickt man in dieser Tatsache der offiziell eingeleiteten Verhandlungen bereits einen ganz beträchtlichen Forschritt. Wir können nicht so anspruchslos fein und über etwas jubein, was uns nur allzu selbstverständlich erscheint. Immerhin hat Stresemann als Außen minister des Bürgerblocs mehr als einmal einen baldigen deutschen Räumungsantrag angekündigt und trok des Drängens der Deutschnationalen immer wieder davor zurückgeschreckt. Warum? Weil er nur allzu gut wußte, daß bei den damaligen deutschen Verhältnissen Berhandlungen über einen solchen Antrag in Frant reich ausgeschlossen waren. Durch die Bildung des Bürgerblods waren wir weit hinter Thoiry zurückgeworfen worden. Unfere auswärtige Politit mußte erst den innerpolitischen Um schwung durch die Reichstagswahlen abwarten, ehe fie an einen folchen Schritt denken konnte. Der deutsche Antrag stützt sich auf ( Forthegung auf der 2. Seite.) Sowjetrußland rüstet! Sogar die Schulkinder in Sowjetrußland werden, wie unser Bild zeigt, im Gebrauch des Schießeisens ausgebildet und für den kommenden Krieg vorbereitet, den die kommunistischen Blätter in aller Welt täglich prophezeien, während sie gleichzeitig für Deutschland völlige Entwaffnung fordern. Familientragödien am Sonntag. Den Schwiegervater erschossen.- Eine unglückliche Ehe und ihr Ende. Zwei folgenschwere Familienfragödien riefen am Sonn-| gemeinsam benutzt. Alle Mitglieder der Familie hatten Arbeit und fag in Hohenschönhausen und in der Michaeltirch ftraße große Aufregung hervor. In Hohenschönhausen wurde der Bauarbeiter Franz Willnat von seinem Schwiegerfohn in der Notwehr erschossen, da Willnat in angetrunkenem Zustande die Familie bedrohte. Im Hause Michaelfirchplatz 15 tötete der Telegraphenobersekretär Wilhelm Engel seine Frau und verletzte feine Schwägerin durch drei Schüffe lebensgefährlich. Er versuchte auch, feine Tochter zu töten und machte schließlich seinem Leben durch einen Schuß in die Schläfe ein Ende. Unglüdliche Familienverhältniffe waren der Anlaß zu diesen Taten. Verdienst. Willnat war in nüchternem Zustande ein fleißiger und tüchtiger Mann, geriet aber, wenn er angetrunken war, richt in Wut und ließ sich dann zu Ausschreitungen hinreißen. In der Nacht zum Sonntag fam er wieder angetrunten nach Hause und begann mit seiner Frau Streit. Als sie ihn zu beschwichtigen suchte, rannte er in die Küche, In der Drossener Str. 50 zu Hohenschönhausen erwarb vor einigen Jahren der jetzt 50 Jahre alte Bauarbeiter Berang illnat, der aus Kallwischten in Ostpreußen stammt, ein fleines Grundstück, auf dem er ein Zweifamilienhaus erbaute. Eine Woh nung bezog er selbst mit seiner Ehefrau Anna, die zweite hatten sein Schwiergersohn, der 25 Jahre alte Tediter Erich Müller, und feine gleichaltrige Ehefrau Irene geb. Willnat inne. Die Wohnräume lagen getrennt, die Küche wurde von beiden Ehepaaren Die Jagd auf den Eilzugmörder Domela der Zweite Die Sturmschäden in Amerika Berichte 4. und 8. Seite fam mit einem Handbeil zurück und drohte, fie totzuschlagen. Die erschrodene Frau sprang aus dem niedrigen Küchenfenster in den Garten, flopste bei ihren Kindern an das Fenster und wurde eingelassen, da alle die Wut des Alten kannten und fürchteten. Sie wußten auch, daß er im Besitz von nicht weniger als drei Revolvern war, die der Schwiegersohn von Zeit zu Zeit reinigen mußte. Willnat verfolgte seine Frau und drang zunächst in die Küche ein, deren Tür er mit dem Beil einschlug. Die bedrohten jungen Eheleute und die Ehefrau Willnat flüchteten nun in das Shlafzimmer und der Shwiegersohn, der befürchtete, daß der Alte auch eine Waffe bei sich haben werde, gab durch die Tür hindurch 3 wei Schüsse ab. um den Tobenden abzuschreden. wurde dabei getroffen, ließ aber von seinem Wüten dennoch nicht ab. Er schlug auch diese Tür in Trümmer und wollte in das Schlafzimmer eindringen. Da gab Müller einen dritten Schuß ab, der Willnat ins Herz traf und ihn tötete. Die junge Frau Irene war mittlerweile aus dem Fenster hinaus gesprungen und hatte das Ueberfallfommando alar. miert. Als die Beamten eintrafen, war der letzte Aft der Tra gödie aber schon vorüber. Sie beschlagnahmten die Leiche des Erschossenen und nahmen den jungen Müller vorläufig fest. Seine Behauptung, daß er m Sutzerster Nokvehr gehandÄt habe, shewt zuzutreffen. Die zweite Tragödie forderte zwei Todesopfer. Sie trug sich in den Morgenstunden des Sonntag im Haufe Michaelkirchplatz IS zu. Dort wohnt der 47 Jahre alte Telegrophenoberfekretär Ml- Helm Engel mit seiner 3S Jahre alten Ehefrau Marie geb. Schmidka und seinen beiden ffindern, der 15 Jahre alten Tochter Helene und dem achtjährigen Sohn Hans Joachim. Vor vier- zehn Tagen kam die Schwester der Frau, die 38 Jahre alte Hedwig Schmidka, nach Berlin zu Besuch. In der Familie herrschten unerquickliche Zustände. Engel, der im Amt als überaus tüchtiger und zuverlässiger Beamter bekannt war, klagte Kollegen gegenüber wiederholt über die Herrschsucht seiner Frau, die die Zuneigung der Kinder an sich reiße und ihn im Hause unterdrücke. Frau Engel behauptete wieder, daß ihr Mann ein Tyrann sei. Daraus ergaben sich unerquickliche Zustände, die durh den Besuch der Schwägerin noch verschärst wurden. Engel beklagte sich besonders darüber, daß auch die Kinder gegen ihn Partei nähmen. Seins Freunde rieten ihm daher vor etwa 14 Tagen, sich von seiner Familie zu trennen und sich ein möbliertes Zimmer zu mieten, damit er Ruhe habe. Das wollt« Engel jedoch nicht, weil er sehr an seinen Kinden hing. Am Sonntagmorgen kurz vor ? Uhr kam es aus geringfügiger Ursache wieder zum Streit. Die Eheleute und die Schwägerin waren schon aufgestanden, während die Kinder noch in den Betten lagen. Im Verlaufe des Streites zog mm Engel«inen schweren amerikanischen R«, volver. den er erst vor einigen Tagen gekauft hatte und gab auf seine Frau einen Schutz ab. der sie In den Kops traf und sofort tötete. Dann feuerte er auf die Schwägerin, die durch drei Schüsse in Brust, Bauch und Rücken schwerverletzt wurde. Die Tochter, die auf den Lärm herbeieilte, flüchtete zur Tür hm- aus. Auf sie schoß der Vater ebenfalls, traf sie jedoch nicht. Ein Schupobeamter des IL. Reviers, der auf seinem Streif- gange vorübertam, hörte das Mädchen um Hilf« rufm und eilt« in die Wohnung hinauf. Er fand auch Engel tot auf. Er hatte sich inzwischen durch einen Kopfschuß selbst getötet. Der kleine Hans Joachim kauerte erschrocken hinter dem Sofa und starrte weinend auf die Leichen der Eltern. Die schwer- verletzte Schwägerin wurde nach dem Bethanienkrankenhaus ge- bracht, wo sie in bedenklichem Zustande daniederliegt. Der Kinder nahmen sich Verwandte an. Die Leichen des Ehepaares wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhaus gebracht. Das dritte Todesopfer. wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, ist auch Frau Schmidka ihren schweren Verletzungen im vethanlenkrankenhau, erlegen. Zu der furchtbaren Bluttat im Haus« Michaelkirchstroße 15 er- fahren wir noch folgende Einzelheiten: Hausbewohner beobachteten seit ungefähr zwei Jahren, wie die Zustände in der Familie Engel sich unausgesetzt verschlechterten. Der Mann im Amt einer der gewisienhaftesten Beamten, mißhandelte Frau und Kinder oft in der fürchterlichsten Weis«. Nachbarn hatten gelegentlich solcher Auftritte das Ueberfallkommando alarmiert: man hatte den Hausarzt veranlaßt, die Ueber» führung des Mannes In ein« Anstalt zu oeranlassen. Da«r sich jedoch dem widersetzte, blieb es bei bloßen ärztlichen Beobachtungen, die kein weiteres Resultat ergaben als den Befund eines h ö ch st nervösen Menschen. Der Mann war Trinker, und in seinem Rauschzustande mißhandelte er seine Familie auf das fürchter- lichste. Cr haßte seine Kinder geradezu, er vernachlässigte die Fa. milie, war oft nächtelang nicht zu Hause, trieb sich in den Straßen umher und wurde bei einer solchen Gelegenheit auch einmal mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert. Immer mehr verdichtete sich das Netz dieser mehr als Unglück- seligen Familiengememschaft, bis es am gestrigen Sonntag zu der unheilvollen Tat kam, der drei Menschenleben zum Opfer fielen. Nielleicht hätte das Unheil verhütet werden können, wenn man den Man» seiner Familie entzogen und in Sicherheit gebrocht hätte. Wer aber hat das Recht, einen Menschen gewolisam von der Bild- fläche zu entfernen, der seinem Beruf mit aller Gewissenhaftigkeit nachgeht, der in einem Verein, dessen Mitglied er war, friedlich Musik treibt? Mit der Bibel in der Hand saß er da, las fromme Gesänge. Dann klappte er die Bibel zu und mißhandelte in fürchter- lichster Weise Frau und Kinder. Psychopath, Verbrecher, ein armer Irrer? Wer weiß es? Die Schwester erdrosseli? „Warum hat sie keinen Kaffee gekocht?" Die Nachricht von. einer weiteren schweren Blut- tat rief die Mordkommission am Sonntag vormittag nach der Invalidenstraße 101. Dort wurde gegen 10 Uhr die S7jährlge Arbeiterin Klara Kühn unter verdächtigen Umständen tot aufgesunden, vermutlich Ist die Frau von ihrem geistesschwachen Bruder, dem 47jährigen Fritz Kühn, im Streit erdrosselt worden. Kühn wurde in Haft genommen. Frau Kühn bewohnt im Erdgeschoß drei Zimmer und ein« Küche. Zwei Räum« hatte sie an ein Ehepaar abvermietet und gleichzeitig die Verpflichtung übernommen, für das erste Frühstück zu sorgen. An, Sonntag früh warteten die Leute vergeblich auf da- Erscheinen ihrer Wirtin. Als sie schließlich nachsahen und in das Schlafzimmer der Kühn hineingingen, bot sich ihnen ein gräh- licher Anblick. Die Frau lag regungslos in ihrem Bett, das Gesicht war dick geschwollen und die Augen stark blut- unterlaufen. Die Polizei wurde benachrichtigt, die sofort die Mord- kommission alarmierte. Der Arzt konnte die Todesursache nicht ein. wandfrei feststellen und ordnete deshalb die Ueberführung der Leiche ins Schauhaus an, wo heute die Obduktion vorgenommen wird. Man vormutet, daß der geisteskranke Bruder seine Schwester, die sehr dem Alkohol ergeben war, in einein Wutanfall umgebracht hat. Er war früher in einer Anstalt interniert, wurde aber vor einiger Zeit entlassen und von der Schwester oufgenom- men. Frau Kühn vernachlässigte zuweilen ihre Untermieter. Darüber kam es zwischen den Geschwistern häufig zu Streitigkeiten. Der mutmahlicb« Täter sollte heute im Polizeipräsidium vor- nommen werden. Es war trotz aller Bemühungen aber nicht mög- lich, aus seinen wirren Reden Klarheit über die Vorgänge in der Sonntagnacht zu gewinnen. Auf alle Fragen gab er immer wieder die Antwort:„Warum hat sie keinen Kaffee gekocht, warum hat sie keinen Kaffee gekocht!" Es besteht die Möglichkeit, daß K. am Tode feiner Schwester vielleicht unbeteiligt ist, und daß sie im Delirium gestorben ist. Erst die Obduktion wird die genau« Todesursache ergeben. Die Sturmschäden in Amerika. Ltnwetter in aller Meli. Iacksonville, 17. September. Der Mrbelsturm. der seht die Gegend von Miami und die Südosttüste Floridas erreicht hat. wütete gestern am späten Nachmittag In dem Gebiet zwischen Jupiter und Miami mit einer Geschwindigkeit von hundert englischen Meilen in der Stunde. Die Nachrichten aus dem Unglücksgebiet treffen nur verstümmelt und lückenhaft ein. da sämtliche Verkehrslinien zer stört sind. Die höhe der Verluste an Menschenleben und der Sach. schaden ist noch unbestimmt. Von dem Sturm wurden auch ver- schiedene Kolonien der amerikanischen Millionäre betrossen. Zu zahlreichen Ortschaften brach unier der Bevölkerung eine Panik aus, und die Ortschaften wurden nach den ersten Anzeichen von dem Herannahen des Sturmes geräumt. New park, 17. September. Aus San Juan auf P o r t o r i c o wird gemeldet, daß die Orkanschäden auf der Insel bedeutender find, als zuerst angenom- men wurde. Etwa die Hälfte aller Häuser wurde zerstört. Genaue Meldungen über den Umfang der Schäden liegen noch nicht vor, weil die Drahtverbindungen unterbrochen sind, doch schätzt man schon jetzt die Zahl der Toten auf mindestens 100 und ATLANTISCHER 0CEAN H Aj' r, tfornep iÜ?• KAR\B\SCHES MEER -19967 die der verwundeten auf über 1000. Aus H u m a c o werden 35, auf Eayey 30 Tote gemeldet. Der Sturm hat mittlerweile Florida erreicht, wo er nach den letzten Meldungen eine Stunden- gefchwindigteit von 160 Kilometern hatte. Dondon. 17. September.(TU.) Nach weiteren Berichten schwanken die gegenwärtigen Schätzun- gen über die Menschenverluste durch die Tornadotatastrophe in P o r t o r i c o zwischen 1000 und 2000 bei 10 000 Obdachlosen. Der Materialschaden wird auf 400 Millionen Mark geschätzt. Feuer und Erdrutsche vermehrten den Schrecken, da ganze Bergteile durch den wolkenbruchartigen Regen sich lösten und nach den Wohnungen zu abrutschten. Die Ernte auf der Insel ist vollkommen vernichtet. Bei den ersten Hilfsarbeiten wurden Polizei und Soldaten durch Gefangene unterstützt. Hungersnot und ansteckende Krankheiten folgen dem Unglütk. Der Sturm wird als die größte Katastrophe bezeichnet, die je das mittelamerikanische Jnselgebiet heimgesucht hat.— Der Verlust an Menschenleben in dem über Illinois, S ü d- D a k o t e und Wisconsin niedergegangenen Sturm wird nach den letzten Berichten aus New Jork auf 44 angegeben, der Schaden beträgt L0 Millionen Mark. Gturm über Algier. Aus Algier wird gemeldet, daß über die Stadt und die Bann» meile«in heftiger Sturm hinwegging, der großen Schaden an- richtete. In der Bannmeile ist ein« Villa eingestürzt. In Algier wurde das Gebäude unter Wasser gesetzt, das die Archive des Re- gistrierbureaus enthält. Di« Archive wurden vernichtet. Der Straßenbahnverkehr ist vollständig unterbrochen. Durch einen Bruch der Hafenmauer wurden die umliegenden Straßen und Plätze unter Wasier gesetzt. Taifunkataffrophe in China. Während eines Talsuns, der mik außerordcnlNcher Hestigkeik über das Zangkse- Gebiet hinwegging, find nach Berichten aus Schanghai eine größere Anzahl von Fischerbooien gesunken. Die Zahl der ertrunkenen Fischer wird ans 100 geschäht. weitere Meldungen besagen, daß durch den zweitägigen Taifun in dem Gebiet von hangtschau.Tschinklaag und Nan- klag entlang der Küste großer Schaden angerichtet wurde. Zahlreiche Chinesen sind crirunken und die Verbindungen vollkommen unterbrochen. Eine groß« Anzahl von Häusern ist zusammengcslürzl. Dem Taifun folgte ein wolkenbruchartiger Regen, durch den Schanghai unter schweren Ucberschwemmungen zu leiden hat. die schlimmsten seit dem Zahre 1305. verschiedeue Teile der sronzösischea Konzession und das Lager der amerikanischen Marine. truppen sind überslntek. Der Verkehr ist unterbrochen. Die Verhandlungen in Genf. (Fortsetzung von der 1. Seite.) moralische und rechtliche Gründe(Artikel 431 des Friedensvertrags, Deutschland« Vertragserfüllung und Friedenspolitik bis zum Kriegs- vcrzichtsvertmg). Cr bezog sich auf die gesamte Räumaug. Der Antrag auf frühere Räumung der zweiten Zone war m keinem Stadium der Aerhandtungen gestellt worden. Wenn sie in den letzten Wochen auftaüchte, so handelte es sich um eine französische Anregung, durch ein« freundliche Geste den Deutschen die geforderte Gegenleistung zu erleichtern, gegen die sie sich sträubten. Aber die Vorverlegung der Räumung lediglich der zweiten Zone konnte keinen Ausgleich bilden für die Erfüllung von französischen Wünschen, deren Tragweite nicht ohne weiteres überblickt werden konnte. Das einzig Unmittelbar« ist die Einsetzung einer Sachversiändigenkommission zur endgültigen Regelung der Reparationssrage. Diese Kommission kann unmittelbar nach Genf gebildet werden. Sie soll au» Vertretern der an den Genfer Beratungen beteiligten Mäch- ten bestehen. Dabei bleibt die deutsche Ausfassung bestehen, daß kein« Verbindung zwischen der Reparationssrage und der Räumung besteht. Diesem Standpunkt trägt auch das Kommunique Rechnung. Die Einsetzung der Sachverständigenkommission wird ohne Zusammenhang mit der Räumung konstatiert. Entscheidend ist jedoch, daß Deutschland und Frankreich das Jnteresie an der Fest- stellung der Endsumme haben. Sehr viel größere Schwierigkeiten bot die»Fefislellungs. und Schlichte, ngskommissiov", über die eine Einigung nicht erfolgte. Es war der dramatische Höhepunkt der Sonntogsverhondlungen, als Hermann Müller darlegte, warum die Rieichsregierung nur dann auf diesen französischen Vorschlag eingehen könnte, wenn die Zeit- d a u e r auf den äußersten Räinnungstermin des Friedensvertrags, auf das Jahr 1335 beschränkt würde. Die Gegenseite faßt diese Kommission als eine Ergänzung des Rheinpaktes auf und wollte Im Hinblick aus dessen Dauer eine zeit- liche Begrenzung nicht zugestehen. An diesem Punkte mußten die Verhandlungen entweder scheitern oder vertagt werden. Briand fragte Rlüller:„Zsl das Ihr letztes Wort?" Müller erwiderte:„Zawohl, und ich kann um so weniger davon abgehen, als ich mich in vollem Einvernehmen mit dem Kabinett befinde, das den Willen der volksverlrelung darstellt." Man wußte nicht, wie die Kommission aussehen würde, wie sie zu- sammengesetzt werden sollte, welchen Umfang sie haben, wie sie funktionieren sollte, welche Befugnisse man ihr geben wolle usw. Dies« Einzclfragen müßten zunächst geklärt werden, ehe man über die Frage der Zeitdauer überhaupt die Diskussion wieder aufnehmen könne. Damit waren die mehr als dreistündigen Beratungen zu Ende, ober eh« sie geschlossen wurden, betonte der Reichskanzler, daß im deutschen Volke die Enttäuschung allgemein sein werde, daß man hinsichtlich der Räumung kein positives Resultat er- reicht hätte. Auf französischer Seite ist nicht soviel politisches verskändnis aufgebracht worden, wenig- stens die Räumung der zweiten Zone anzukündigen. Di« Franzosen sehen noch nicht«in, daß die best« Sicher- h eit für sie in einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Deutsch. land und Frankreich liegt. Hermann Müller besucht Stresemann. vaden-Daden, 17. September. Reichskanzler Hermann Müller ist in Begleitung des Staats- sekretärs Dr. P ü n d e r und des Reichspresiechefs Ministeriol- direktor Dr. Zechliu von Genf kommend heute vormittag kurz nach 10 Uhr in Baden-Baden eingetrosfen. Der Reichskanzler fuhr sofort bei dem Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann vor, mit dem er eine längere Besprechung über die durch den Gang der Genfer Verhandlungen geschaffene Loge hatte. Der Reichskanzler wird Baden-Baden in den Abendstunden wteder verlosten und sich nach Berlin begeben. Heuie wird verhandelt! In Weimar beginnen die Schlichte-agsverhandlungen über den konslikl in der deutschen Herrenkonfektion. In Berlin verhandeln die Parteien über die visferenzen im mitkeldeulschen Vraunkohlenbergbau. Morgen, Dienstag, nehmen die Schlichtungsverhandlungen in dem Arbeit-ze'.lkonslikl in den thüringisch. schleslschen Webereien ihren Ansang in Berlin. * Im Braunkohlenhaus zu Berlin begannen heute vormittag um 11 Uhr die Parteiverhandlungen über den Neuabfchluß des Manteltarifs sür den mitteldeutschen Braun- kohlenbergbau. Ob er über den Manteltarif heute noch zu einer Verständigung kommen wird, ist sehr zweifelhaft Hinzu kommt noch, daß für heute nachmittag 2 Uhr bereits Verhandlungen üb er die Arbeitszeit- und Lohn» frage angesetzt sind, unter dem Vorsitz des Schlichters Dr. Hau- s ch i l d. Da diese Fragen noch viel heftiger umstritten sind als die Manteltariffragc. besteht noch viel weniger Aussicht, daß die Ver- Handlungen bereits heute beendet werden. Man rechnet damit, daß sie noch den ganzen Dienstag in Anspruch nehmen werden. Republik und Wehrsystem. ?�ede Severings vor dem Reichsbanner. Lübeck. 17. September.(Eigenberichts Der Reichsminister des Innern S e o e r I n g sprach am Sonntag vor dem Reichsbanner in Lübeck. Er führte u. a. aus: „Die Debatten über den Panzerkreuzer A haben nicht nur in der Sozialdemokratischen Partei, sondern auch im Reichsbanner das Ver- langen nach einer gründlichen KlärungdesdeutschenWehr- Problems wachgerufen. Die Sozialdemokratische Partei hat durch ihre oberste Vertretung bereits beschlossen, auf einem im Spätwinter einzuberufenden Parteitag die Fragen zur Klärung zu bringen. Der bisherige Verlaus der Panzerkreuzer-Distussion war, abgesehen von gelegentlichen publizistischen und rednerischen Entgleisungen, Insofern auch sehr unbefriedigend, als in der Oeffentlichkeit leicht der Eindruck entstehen konnte, daß es sich bei den Protesten gegen den Kreuzerbau nur um die Geltendmachung pazifistischer Gedankengänge und Grundsätze handele. Davon kann indes kein« Rede sein. Die im Reichsbanner vertretenen Parteien haben sämtlich zum Wehrpro- gramm in positivem Sinne Stellung genommen, zum Teil durch Beschlüsse ihrer obersten Vertretungskörperschaften, teils durch programmatische Erklärungen ihrer Reichstagsfraktionen. Im sozial» demokratischen Parteiprogramm ist zwar nicht detailliert die Stellung- nähme der Sozialdemokratie auseinandergesetzt, aber e» ist in Heidel» berg in das Aktionsprogramm der Partei ausdrücklich die Forderung auf Umgestaltung der Reichswehr zu einem zuverlässigen Organ der Republik aufgenommen. Wenn die Sozialdemokratische Partei darauf verzichtete, weitere Forderungen grundsätzlicher Art aufzustellen, so hatte das gute Gründe. Deutschland ist In seiner Entschließung über Wehrfragen nicht frei, sondern an die Zwangs» bestimmungen des Versailler Vertrages gebunden. Es ist deswegen auch die Frage im Llugenblick nicht aktuell, ob dem siehenden Heer« oder dem Milizsyltem oder einer Verbindung beider Systeme der Vorzug zu geben ist. Eine gründliche und grundsätzliche Erörterung dieser Dinge ist sedoch um deswillen sehr erwünscht, weil es im Gesamtinteresie aller Republikaner liegt, daß Erörterungen, wie wir ste In den letzten Wochen erlebt haben, sür die Zukunft n a ch M ö g» lichkeit vermieden werden. Die Ausführungen Scvcrings wurden mit starkem Beifall ausgenommen. / dut Stahlhelmkrach in Holzminden Hermann Ungar: Der rote General Der Ortsvorstand Braunschweig, 17. September.( Eigenbericht.) = In Holzminden( Braunschweig) war vom Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold der Bau eines Ebert Dentmals ge plant. Die Stadtverordneten von Holzminden suchten den Plan zu erweitern, indem sie den Bau einer Jugendherberge, die als Reichspräsidentenhaus gedacht war, befürworteten. Es sollte aus der Ebert Ehrung eine Ebert Hindenburg Gedenkstätte werden. Infolgedessen beteiligten sich auch unter stillschweigender Duldung der Stahlhelm- Bundesleitung in Magdeburg der Stahl helm und der Jungdeutsche Orden in Holzminden an der Ausarbeitung der Entwürfe. Neben der Jugendherberge sollte der Bau u. a. Wohnungen für Kriegsverlegte enthalten. Die Stahlhelm Bundesleitung hat jetzt, da ihr Bedenken gekommen find, Einspruch erhoben. Der Vorstand der Stahlhelm Ortsgruppe Holzminden wurde abgelegt. Der Stahlhelm schied gleichzeitig aus der Denkmalstommission aus. Als Begründung für dieses Berhalten wird auf die Vorgänge in Breslau verwiesen, mo das Reichsbanner sich geweigert hat, am Empfang des Reichspräsidenten teilzunehmen. $ Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold", das am Sonntag in Holzminden eine Kreistonferenz abhielt und sich mit der Angelegenheit befaßte, hat folgende von dem Landtagsabgeordneten Thiele. mann norgelegte Entschließung angenommen: ,, Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold begrüßt mit aufrichtiger Freude die Flucht des Stahlhelm aus dem Drisausschuß Holzminden zur Errichtung eines Reichspräsidentenhauses. Die gehäffige Kampfesmeise der Stahlhelm- Führung gegen die Republit und gegen die Reichsleitung des Reichsbanners hätten Konflikte für die Zukunft so wie so sehr mahrscheinlich werden lassen. Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold wird nunmehr den Bau eines Reichspräsidentenhauses mit tatfräftiger Unterstüßung der Behörden und der republikanischen Berbände und Parteien allein meitertreiben und hoffentlich zum guten Ende führen." Der Stahlhelm, der in feiner letzten Ausgabe erst wieder eine Resolution eines Landesverbandes veröffentlicht, die die Worte enthält: ir haffen diesen Staat", fonnte fich unmöglich mit ganzem Herzen an der Ehrung, die dem Repräsentanten dieses Staates gilt, beteiligen. Die Teilnahme war auch nur erfolgt, um eine Ebert Ehrung unmöglich zu machen. Der Austritt des Stahlhelm und die Entschließung des Reichsbanners schaffen wieder flare Berhältnisse. Unsere Erzählung,„ Die Befreiung der Hilde Fernleifner", erreicht Ende dieser Woche ihr Ende. Unsere Leser haben mit Spannung das Schicksal des jungen Wiener Mädchens verfolgt. Anfang der fommenden Woche beginnen wir mit der Beröffentlichung einer der bedeutendsten Schöpfungen der neueren Zeit des Rennfahrer- Romans Giganten der Landstraße." Von André Reuze, ins Deutsche übertragen von Fred A. Angermayer. Diefer Roman schildert in glänzender Form das große Rennen Tour de France", das alljährlich in Frankreich veranstaltet wird und die Teilnehmer durch das ganze Land führt. Es ist nicht das Schicksal eines einzelnen, das wir hier miterleben. Wir bliden viel. mehr hinter die Kulissen der Berufsrennfahrer über. haupt, wir erfahren, wie das fapital es auch hier verfteht, lebendige Menschen seinen Profitintereffen nuh. bar zu machen./ Giganten der Menschheit" ift dem ergänzen äußerst wirkjam den Tegt. Schiedsspruch für die Geeschiffswerften. soise Theater i. d. Königgräger Straße. Als Mann ohne Tendenz will Hermann Ungar das Trauer:| lings ermordet wird, unterdrückt der rote General die Stimme des spiel der sowjetrussischen Revolution dichten. Er will auch gar nicht zugeben, daß er an Menschen und Zustände des wirklichen Rußlands gedacht hat. Die russische Revolution soll ihm nur als ein Ereignis dienen, das die letzten revolutionären Strömungen unserer Zeit symbolisiert. Und schließlich will er zu feiner Partei schwören, weder zu einer revolutionären noch zu einer reaktionären. Wird er richtig verstanden, dann interessiert ihn nur das Schicksal eines einzigen Menschen innerhalb so schwerer Umstürze und dazu höchstens noch die Menge der übrigen Persönlichkeiten, die entscheidend auf das Leben seines dramatischen Hauptspielers einwirken. Doch selbst ein Dichter, der einen so brenzlichen Stoff wie eine Revolution anfaßt, ist nicht aus Afbest. Herr Ungar tommt in Hige, indem er seinen roten General heldenhaft aufsteigen und tragisch untergehen läßt. Der rote General ist Bodfamjenfti, ein Jude, ein fluger Kopf, ein Generalstabsgehirn, ein Akademiker, der zum Von links nach rechts: Direktor Barnowsky, Fritz Kortner, Hermann Ungar und Regisseur Engel bei einer Regiebesprechung. obersten Chef der roten Armee ausgeloft wirb, nachdem der zaristische Krieg mit all seinen politischen und dynastischen Folgen verloren war. Der Dramatiker macht diese ganz genauen Zeitangaben, so daß man auf das Borbild Trogti gestoßen wird. Der Kommentar, den Ungar zu feiner Tragödie fiefert, paßt nach alledem nicht genau zu dem, was fich aus dem Drama und seinen realistischen Begebenheiten entnehmen läßt. Bluts. Nur den Befehl seines Amtes will er hören. Gehorchen will er allein dem revolutionären Schwur, der ihm gebietet, die Feinde der roten Sache auszurotten. Und es wird die durchaus verständliche Tragit des roten Generals, daß er die Trennung zwischen seinem Amt und seinem Herzen nicht absolut und messerscharf vollziehen fann. Ihm wurde ein unschuldiger Vater gemordet, und der Mörder ist sein stärkster politischer Konkurrent, Bonklin, der rote Divisionär, der Bauernführer, der instinktmäßig das Generalstabsgehirn Bodłamjenstis haßt; Bongtin ist der Athlet des Volkes, der Phrasendrescher, der von leinem Blutvergießen zurüdichredende Drauf gänger. Gewalt gegen Gehirn, das ist der Kampf. Ungar müßte ein ganz fehlerloser Psycholog und mächtiger Gestalter sein, um dies Problem dramatisch zu lösen. Es gelingt ihm aber nicht, in die dunkelsten Geheimnisse der Menschennatur hinunterzugreifen. Er ersetzt die seherische Ahnungskraft durch eine lobenswerte juristische Objektivität. Licht und Schatten fallen gleichmäßig auf den jüdischen General und den christlichen Divisionär. Die Folge dieser so rechtsphilosophisch ausgewogenen Tendenzlosigkeit ist merkwürdig. Man verwünscht den allgerechten Dramatiker. Man findet, daß er nicht Fleisch und Fisch ist. Er läßt es zu, daß der des Mordes überführte Bonglin Sieger bleibt. Das Komitee der Boltsbeauftragten hält den viehischen Kerl, damit die sowjetistische Einigkeit nach außenhin nicht tompromittiert wird. Der edle Bodfamjenski wird schließlich noch durch einen ehemaligen Leutnant des 3aren niedergefnallt. Mehr noch, dieser Fememörder hat früher die Geliebte des roten Generals, ein wanfelmutiges schwachsinniges Persönchen, als erster beseffen. Berfolgt von ihrem ehemaligen Liebhaber, wird dieses naive Fräulein Serafima die unschuldige Ursache für den Tod des roten Generals. Es hat sich an dem Dramatiker Ungar gerächt, daß er sehr wirkliches Revolutionsland zum symbolischen Schauplatz einer auch nur symbolisch erfundenen Intrige machte. Die traurige Brivatgeschichte des roten Generals interessiert deshalb so wenig, weil wir den Dramatifer mit Hilfe der viel großartigeren Weltgeschichte andauernd tontrollieren müſſen, Erich, Engel inszenierte falt und geschäftsmäßig und darum richtig. Denn der Dramatiker, Ungar legt seinen Dialog und die Ereignisse durchaus nüchtern an. Alle sprechen, furz und ohne Lyrit, fie sprechen leider nur psychologisch unwahrscheinliches. Da der Myftizismus des dramatischen Individuums ganz ausgeschaltet ist, und da außerdem noch der politische Kopf des Dramatikers bei der Einfädelung der politischen Situationen versagt, muß der Regiffeur durch naturalistische Theatermittel nachhelfen. Er rettete dadurch den Effekt mancher Szene, schadete aber dem geistigen Gehalt des Dramas. Frizz Kortner spielt den jüdischen General, Ferdinand Kortner strogt von Intelligenz, er repräsentiert wundervoll die krankhaft reife, pon Gedanken überlastete Jugend. Hart ist prachtvolle Landsknechtgestalt und Banditenkraft. 1 Max Hochdorf. Der jüdische rote General ist ein sehr tonsequenter Sowjet- art den roten Mörder. Es spielt wirklich Gehirn gegen Muskel. funktionär. Reinen Zoll weit weicht er pon der fofort erfaßten Dogmatit seiner Partei ab. Selbst in dem Augenblid, da sein eigener Bater, das polnische Dorfiüdlein, von den roten Rameraden meuch Freier Männerchor Berlin. Gaalbau Friedrichshain. Der Freie Männerchor Berlin" hat zu seiner Stifpitungsfeier eingeladen, die Berliner Liederfreunde", die ,, Singe Gemeinschaft am Wedding" und der Fried rich- egar Chor" wirften mit. Der Saalbau Friedrichshain ist dicht besetzt, nachmittags um fünf, auch an diesem sommerlich| strahlenden Septemberſonntag. Fragen wir noch nicht, wie oft Lieder in dem Konzertwinter, der vor uns liegt, in den Sälen des Westens eine Hörerschaft zählen werden, so treu und andächtig, wie wir sie versammelt finden, so oft unsere Arbeiterchöre rufen. Der Gebante der proletarischen Chorgemeinschaft, Sänger und Hörer einend, wirbt nicht vergeblich in Berlin, das dürfen wir immer wieder mit Genugtuung feststellen. Hamburg, 17. September.( Eigenbericht.) Wie wir erfahren, wurde am Sonnabend in später Abendstunde non dem eingefeßten Sonderschlichter Dr. Stengel mit seiner alleinigen Stimme ein für die Berftarbeiter nach Auffaffung der Arbeitervertreter geradezu urmöglicher Schiedsspruch gefällt. Bon den geladenen Barteien waren erschienen: die norddeutsche Gruppe des Gesamtverbandes Deutscher Industrieller, Abteilung Seeschiffs werften, und die für die Seeschiffswerften zuständigen Arbeitnehmer organisationen, niit Ausnahme des Vertreters des Deutschen Holz arbeiterverbandes. Zu dem gefällten Schiedsspruch haben sich die Parteien in den fommenden Tagen zu äußern. dibin Looping the Loop. Jines Universum, Lehniner Plah. Zur Eröffnung des zweckmäßigen, so geschmadvollen Hauses am Lehniner Plaz hat man sich einen Zirkusfilm verschrieben, der in seinem Genre ein regelrechter Standal ist. Der Regiffeur Arthur Robinson und Robert Liebmann schrieben das Manuskript. Es muß geradezu traurig stimmen, daß zwet so routinierte Filmmenschen bei ihrem Publikum nicht das allergeringste Nachdenken voraussehen. Sie fafeln von einem berühmten Clown, der ängstlich seinen Beruf verbirgt, da Frauen Clowns nicht lieben. Diese Tatsache tritt freilich nur in Erscheinung, wenn der Clown eine fleine, gehegte Eristenz ist, aber einem Spaßmacher von Weltruf, der Riesen gagen bezieht, dem steigen allerorts die Weiber nach. Doch hier bettelt er um die Liebe eines fleinen, unbedeutenden Persönchens, das zwischen den Liebhabern hin- und herpendelt. Um die Sache noch etwas gruselig zu machen, ist bewußte Dame( dazu gehören feine artistischen Borkenntnisse, so wird man nämlich durch den Tert belehrt) unter der Zirtustuppel als Fänger tätig. Sie läßt den Todesspringer abstürzen; natürlich tut er sich dabei keinen Schaden. Zum Schluß geruht sie, den Clown zu heiraten. Werner Krauß spielt den Clown. Um für diesen großen Darsteller eine Rolle zu haben, braucht man sich doch nicht aus gerechnet am Zirkusmilieu zu verfündigen, das so vell Leben und unausschöpflicher Reize steckt. Zudem muß der arme Werner Strauß feine Rolle als Liebhaber ernst nehmen, obwohl doch dieser Clown ein Pathologe ist, der als franter Mensch gezeichnet werden müßte. Marmid Barb, der ewig liebelnde Artist, muß laut Regie befehl farblos bleiben. Das ist eigentlich eine Beleidigung für Werner Krauß, denn der fann Gegenspieler vertragen. Jenny Jugo, die weibliche Hauptdarstellerin, spielt überhaupt nicht, fie trägt schöne Kleider und zwei ziemlich prall fizende Trifots. Hundertfaches Lob aber verdient der Photograph Carl Hoffmann. Seine Reise nach London ist eine Spigenleistung, man fönnte sie getrost aus dem Film schneiden und fie allein zeigen, sie würde e. b. überall Begeisterung meden, Shakespeare ,, Was ihr wollt." ( Neues Theater am 300.) " Welchen fünstlerischen Gestaden das Neue Theater am 300 zufteuert, das weiß nur der Direttor Gorter, der auf naturalisti. sche Schauspiele leichtfüßige Operetten und jezt Was ihr wollt" folgen läßt. Das auf fröhlichen lebermut und auf Bortwizelei gestimmte Luftspiel Shakespeares ist den Berlinern aus zahlreichen Inszenierungen in guter Erinnerung; unvergeßlich bleibt die Biola der Elisabeth Bergner. Ihre hingebende Bartheit und rührende Zerbrechlichkeit deckte alles Primitive, Derbe und Unwahrscheinliche des Lustspiels zu. Fehlt eine solche Darstellerin, so muß die Kunst der Regie den Abstand zwischen findlichem Fastnachtsult und heutigem Beitgeschmad überbrücken. Herr Gorter bringt eine sorgsam vorbereitete Aufführung heraus. Das ist zu wenig. Die Luftigkeit der Rüpelszenen muß ins Parkett überspringen. Bei Gorter ist es so, daß sich die Darsteller halbtot lachen und die Mehrzahl der Zuschauerschaft dem getrampften lleberschwang der Bühne faffungslos gegenüberfigt. Bir brauchen mehr als Kasperletheater und Hansmurftiaden. Sicher strömt in Erifa Dernburg Theaterblut. In einigen Bildern verfprüht ihre Biola die jugendhafte Frische, die man von der Pagenrolle erwartet. Sie fpielt routiniert und frei. Von der Figur muß aber mehr hin. reißender Charme ausgehen, wenn sie gutmachen will, mas der hölzerne Narr des Richard Gorter und der intrigantenhafte Malvoli des schwerblütigen Paul Günther fündigen. Es ist eine Shakespeare- Vorstellung, deren Eristenzberechtigung auch nicht die übermütigen Capriolen der Curt v. Bolomity, Karl Izer und Hertha Ruß erweisen. Dgr. Beinahe ein Lustspiel. Die künstlerischen Darbietungen der Feier hielten sich nicht durchweg auf gleicher, doch auf durchaus achtbarer Höhe. Der Freie Männerchor selbst er hatte nur zwei Nummern des Bro. gramms für fich in Anspruch genommen, je zwei waren jedem der Gaffchöre eingeräumt, und als letzte gab es ein Maffensingen: Uthmanns Empor zum Licht!" dieser Männerchor also, nicht start an Mitgliederzahl, wie es scheint, tut einstweilen wohl recht gut daran, sich nicht an allzu anspruchsvolle Aufgaben zu wagen; aber er gibt gute, reinliche, gewissenhafte Arbeit, und ein polfs liebartiges Stüd, der Schweinauer Tanz", von Moldenhauer, brachte ihm viel herzlichen Beifall, ihm und seinem Chormeister Hans Greiber, der auch vertretungsweise, an Stelle des ertrantten Chormeisters Alfred Göpel, die Leitung der Berliner Liederfreunde übernommen hatte. Diese boten Proben ihrer bemerkenswerten Chorkultur, gepflegtes Piano und weichen, vollen Klang der liegenden Akkorde, vor allem in Mathieu Neumanns, des jüngst verstorbenen, Nachtstück ,, hagen", einer etwas umfänglichen Chorballade, in der manche Stimmung mit Glück und zweifellofer Begabung getroffen, in der aber die Gefährlichkeit der Gattung zu spüren ist. Es tomponiert sich bequem an solchem Text entlang, aber das Ganze verfällt in Einzelheiten. Der Friedrich Hegar- Chor unter seinem Dirigenten Hans Rohrbach hatte aus feinem Repertoire Uthmanns Sturm" ins Programm aufgenomTrianon Theater. 3u findlich die Berwicklungen, überhaupt men, fand aber vor allem in Stücken wie Flemmings flangvoll gefeßtem Freundschaft und Liebe" Gelegenheit, seine oft gewür. digten Vorzüge zu bewähren. Eine Freude aber war es, den gemischten Chor der Singe- Gemeinschaft am Wedding( Dirigent Dscar Rachow) mit frischen Stimmen und reinem Ton Philipp Nicolais Bächterruf", von Bach bearbeitet, fingen zu hören. Zwischendurch, als lleberraschung vor der Bause, vom ganzen Haus lebhaft begrüßt, erschien das Ebert.manz- Quartett auf dem Podium, das oft und gern gehörte. Eine andere Welt plöglich, 13. und 16. Jahrhundert, Komm. o tomm" von Adam de la Hale und Landsknechtsständchen" von Orlandi di Lasso, an mutige, funstvolle kleine Sachen, mit Geschmack und Musikalität vorgetragen, und mit gutem Zusammenflang der sicher aufeinander eingestellten und eingesungenen vier Stimmen. Doch nach der Pause, als immerhin noch die Hälfte des Programms zu bewäl tigen war, ging es in die achte Stunde, und nach dem Singen follte noch Ball sein. Man hatte allerdings verspätet, erst halb sechs, begonnen, und das mag gewiß sehr triftige Gründe gehabt haben; aber auch an einem freien Sonntagnachmittag wüßten wir aufrichtig gesprochen, die halben Stunden besser zu vermenden als zum Warten. Klaus Pringsheim. Die Jaffrumentensammlung der staatlichen akademischen Hochschule für Mufit, Charlottenburg, Fasanenstraße 1, bleibt wegen Bauarbeiten bis Ende des Monats geschlossen. Sybille?.. Ausgeschlossen" im Trianon Theater. Man staunt. Dieses Stück des Herrn Gyula Somogyi erlebt eine lange Reihe von Aufführungen. Dadurch ist es allerdings nicht besser geworden, auch nicht durch die lebersiedlung ins die ganze Handlung. Uebrigens ist der Gedanke, den der Ehemann aufgreift, die Treue seiner Frau durch einen Freund prüfen zu laffen, durchaus nicht von originellem Reiz und noch weniger der Schluß: die Frau betrügt wirklich ihren Mann. Das hat man schon gefehen in Filmfomödien, in Baudevilles oder in Magazinnovellen gelesen. Nein ,, Sybille? Ausgeschlossen" ist nicht von Einfällen gesegnet, ein Beinaheluftspiel von alt erprobter Technit und mit einem Dialog, der so gern geistreich sein möchte. Das Trianon- Theater übernahm die Dekorationen aus der Tribüne und besezte die Rollen mit anderen Darstellern. Es wird nun brav und tüchtig gespielt. Aber Flofina von Blaten, Hans Edmund und Mag Schmad, die Bertreter des Ehedreieds, vergröbern die Wirkungen und spielen noch handfester Theater als die Schauspieler in der Tribüne". Fünfundzwanzig Jahre Deutscher Bühnen- klub. In diesem Herbst begeht der Deutsche Bühnen- Klub die Feier feines 25jährigen Bestehens. Anläßlich dieses Jubiläums find mehrere große Veranstaltungen vorgesehen. Die erste findet am 22. September im Kaiserfaal des 300 als Empfangs- und Gesellschaftsabend statt. Prominente Künstler haben ihre Mitwirkung zugesagt, so u. a. von den Berliner Staatstheatern Elisabeth Grube, Frieda Leider und Frierdich Schotr; von den Reinhardt- Bühnen wird Moissi seine Kunst in den Dienst des Klubs stellen. Die Kartenausgabe in Setretariat des Deutschen Bühnen- Rubs hat begonnen, Domela der Zweite. Zur Naturgeschichte des faiserlichen Flügeladjutanten" Guido Behrens. So sah die Firma" aus. ,, Bräutigam" Guido Behrens heute noch verheiratet und Bater eines ehelichen Kindes. Seine angetraute Frau, eine Schuhmacherstochter aus einem oberfränkischen Dorfe( die sich jetzt als Zeugin meldete), ließ er 1923 im Stich. Seiner Bremer Braut und seiner Kundschaft erzählte er, daß Frau und Kind 1925 Selbstmord begangen hätten; er sei also Witmer! Diese falschen Angaben ebenso folche über seine günstigen Vermögensverhältnisse- wurden durch die von ihm selbst bedienten Auskunfteien weitergegeben, so daß die Lieferantenschaft im Vogtland erst schweres Lehrgeld 3ahlen mußte, ehe fie- Pleite machte. Eine sehr charakteristische Einzelheit, die wiederum das standesnicht vergessen: Seine Verlobung mit feiner Bremer Braut fand zu Hindenburgs Geburtstag am 2. Oktober 1927 statt. Na, mer S. M.s Flügeladjutant war, der mußte doch auch Beziehungen zu Hindenburg haben! Wie hätten sonst alle drei den Weltkrieg verlieren können? Die Welt will getäuscht sein es ist eine Erfahrung so alt wie die Welt! Der Spieker will getäuscht seines ist eine Erfahrung so alt Seine große Bremer Helden und Händlerzeit verwie die Uniform! Der deutsche Spieker will lebte Behrens im kleinen Häuschen seiner zukünftigen SchwiegerZimmerchens, in dem ein Sofabett durch funkelnde Titel und Orden getäuscht und ein Rollschreibtisch das Hauptmobiliar bildeten. Das war der gemäße Klassenbewußtsein des Herrn Flügeladjutanten verrät, sci werden ſelbſt wenn sie beide falsch find, selbst Generalstabsfalon des kaiserlichen Flügeladjutanten der Wäsche wenn es keine Titel und Orten mehr gibt! Diese dreifache Erfahrung machte sich der Handelskammern und Banken benötigen, wenn ein einziger Mann Diese dreifache Erfahrung machte sich der schieber! Wozu eigentlich unsere Kapitalisten noch Börsen, Wozu eigentlich unsere Kapitalisten noch Börsen, Orden, Titel, Wechsel- und Bettwäscheschwindler Guido Behrens, wohnhaft zurzeit im Unterim Alter des Generalissimus Bonaparte! suchungsgefängnis zu Bremen, zunuze und führte ein Betrugsmanöver auf, über das die Welt mit Ausschluß der Vetrogenen und der Geschädigten- mal wieder zu lachen hat. Die kriminalistische Seite der Affäre ist noch unerforscht, weil das Material zu umfangreich ist, um sofort im ganzen Um fange erfaßt zu werden. Außerdem schweigt sich der Schwindler über seine Geschäftsgeheimnisse und seine Arbeitsmethoden aus; heine Abnehmer sind noch nicht bekannt; man hat auch noch feinen Anhaltspunkt darüber, was er aus den enormen Gewinnen gemacht hat, die bei diesem Geschäft abfielen. Um so deutlicher tritt seine Persönlichkeit ins Licht ,. menn er auch selbst noch aus dem Untersuchungsgefängnis heraus bemüht ist, Irrtümer und Unwahrheiten über seine Person zu verbreiten. " Behrens ist nichts weniger als ein sogenannter Bremer Kaufmann". In Hamburg am 28. März 1898 als Kind fleiner Leute geboren, fam er erst 1926 nach Bremen, nachdem er als Hausierer einer Dresdener Wäschef- brit wegen Betrugsversuchs mit dem Untersuchungsgefängnis Bekanntschaft gemacht hatte. Vorher will er als Volontär in Hamburg, als Bergwertsangestellter und es Reisender für eine Musikschule" tätig gewesen sein. Aus dem Weltkrieg will er als Gefreiter hervorgegangen sein. Es ist jedoch sehr fraglich, ob er überhaupt Soldat war; denn bei Kriegsausbruch war er erst 16 Jahre alt. " Der„ Fügeladjutant" Wilhelms II. Umso erstaunlicher, daß seine Lieferanten und seine Freunde auf den Oberleutnant und den Flügelabjutanten" hineinfielen und mit Wolluft die Geschichten und Anekdoten schlürften, die er aus seiner Flügeladjutantenzeit(!) im perfinlichen Berkehr(!!) mit Wilhelm zum Besten gab. Man stelle fich einen 16- bis 20jährigen Flügeladjutanten vor! Welche hohe Meinung müffen unsere Patrioten, die Stammtischstrategen der Striegs- und Nachkriegszeit, von einer„ Obersten Heeres. Leitung" haben, wenn sie die Führung des Weltkrieges 18jährigen Flügeladjutanten anvertrauen! aus einem Raum von wenigen Quadratmetern und ohne jeglichen„ Adjutanten" Millionen umsehen, ganze Fabriken beschäftigen und 300 Wechsel bei der Reichsbank in weniger als 300 Tagen disfontieren lassen tann! Ein unauffälliges Schild mit der Aufschrift:„ Guido Behrens, wäsche, Tapisserien, Stidericn" an einem bescheidenen Einfamilien haus eines bescheidenen Lageristen in einer bescheidenen Vorstadt Straße das war die ganze Firma! Diese Straße fonnte man auf Umwegen ereichen, wenn man durch das vornehme part. viertel fuhr. Deshalb fuhr Guido seine Auerbacher Lieferanten auch immer durch das Parkviertel in die Wohnung seiner Braut, auch gehörte! wie es fich für einen schwer dekorierten Flügeladjutanten S. M. Berlobung an Hindenburgs Geburtstag. " Seine Braut eine nicht zu solchem Glang" geborene Kontoristin behängte er mit Perlenketten und Brillantringen, ( Similiware aus der Berliner Friedrichstraße), wenn er mit ihr Fabrikantenbesuche machte Fabrikantenbesuche machte wie diesen Sommer, wo er im eigenen Auto, mit eigenem Chauffeur, mit eigener solider Braut, die vogtländischen Fabrikanten besuchte. Das arme Mädel ghört zu den am meisten Getäuschten und Betrogenen, denn erstens war sie nicht seine einzige Braut" und zweitens ist der " Die Beziehungen der Schwind'ers. Ein ,, Oberleutnant der Reserve a. D." mit dem Hohenzollernorden mit Eichenlaub und Schwertern durfte doch keine LageDeshalb wurde die ristentochter zum Traualter führen. Braut zu einer Tochter eines großen Bremer Bankiers gestempelt; die in und um Berlin seine Wäschewaggons abnahm, wurde zum„ Norddeutschen Lloyd" und zu„ Werften“ umgetauft; während das erhöhte den Kredit. Und die noch unbekannte Hehlergesellschaft, in Wirklichkeit der Schwindler zu diesen Unternehmen keine anderen Beziehungen hatte, als die er seinen vogtländischen Fabrikanten vorlog! Diese sind für ihre patriotische Gesinnung an ihrem schwarzweißroten Geldbeutel schwer gestraft, verdientermaßen gestraft. Geradezu tragisch sind aber die Fernwirkungen des Schwindels für die armen, immer armen Heimarbeiter= familien im Vogtland. Sie wußten nichts von dem Flügeladjutanten Behrens mit der schwarzweißroten Visitenkarte, wußten nichts von dem verbrecherischen Leichtsinn der Auerbacher, vor Titeln und Orden eines Hochstaplers tagbudelnden Unternehmer. Wer hilft diesen Opfern eines Kapitalismus, der zwischen Schwindel und Zuchthaus laviert? Alfred Faust, Bremen. Die Jagd nach dem Eilzug- Mörder. Hopp ist noch einer zweiten Bluttat schuldig. Hamburg, 17. September.( Eigenbericht.) Die Suche nach dem Mörder Hopp, der in der letzten Woche den Direktor Nordmann von den Margarinewerken im Hamburg- Bremer Eilzug über den Haufen schoß und aus dem Zug warf, wird mit größtem Eifer fortgesetzt. Man vermutet, daß der Mörder sich noch immer im Gebiet von Groß- Hamburg aufhält. Inzwischen ist zweifelsfrei nachgewiesen worden, daß sich Hopp noch am Sonnabend in Harburg, Wilhelmsburg und Hamburg aufhielt. Gleichzeitig fucht man in Hamburg auch noch nach einem zweiten Mörder. Von Antwerpen aus wird der am 28. Oktober 1898 in Vigo( Spanien) geborene Elon Hidalgo Abal bzw. Abal Hidalgo Elon wegen Teilnahme an der in Antwerpen in der Nacht zum 17. Auguft erfolgten Ermordung eines Andreas Tornstein gesucht. Abal bzw. Elon wurde nach glaubwürdigen Zeugenaussagen am 13. September in der Wandelhalle des Hauptbahnhofes gefehen. Der Mann sprach Französisch und trug hellen Paletot, tarierte englische Mütze und weichen Kragen. Es ist anzunehmen, daß der - etwa zu Schiff 20 Jahre alt bei Schluß des Krieges und doch schon„ Obergeutnant d. Res. a. D."! Uebrigens ein Titel, den es im deutschen Heer nicht gibt, den aber der jugendliche Schwindler Behrens jahrelang auf Visitenkarten führte, ohne daß ein einziger Jeiner vielen schwarzweißroten Freunde ihn an Hand dieser Visiten farte entlarvte! In der linken Ede oben trug seine Visitenkarte auf Büttenpapier die schwarzweißroten Farben. Durchlaufen bei der Bundeskriminalpolizei Meldungen aus dem Publi um Gesuchte sich noch in Hamburg aufhält oder versuchen wird, von dort diese heiligen" Farben geblendet,( die heute zu Nationalfarben der Schwindler geworden find!) erkannten die Hurrapatrioten den Unsinn des Titels auf der schwarzweißroten Visitenkarte nicht... Wem diese Visitenkarte nicht genügend imponierte, der wurde erschlagen durch die Orden: Eisernes Kreuz I. Klasse, Hohenzollernorden mit Eichenlaub und Schwertern, Hanseatenkreuz und etliche Landesorden, die der Herr Flügeladjutant" in Gemeinsam fit mit seinem allerhöchsten Kriegsherrn verliehen erhielt! Noch bei seiner Festnahme am 20. Juli dieses Jahres frug er in den Knopflöchern die Ordensbändchen! Sie hatten ihn vor aller Unbill gerettet, nur vor dem Untersuchungsgefängnis nicht. Die Angst vor dem Steckbrief. # Seine Festnahme ist jedoch keineswegs das Verdienst irgendeiner Behörde oder eines Kunden: Behrens stellte sich frei millig, weil er wegen des Ausbleibens eines fieberhaft ermarteten Waggons mit Bettwäsche, wegen des erwachenden Mißtrauens seines Auerbacher Hauptlieferanten, und wegen des erfanhaften Anwachsens der Behrens Wechsel" den Zu sammenbruch kommen sah. Die 100 000 m., mit denen er ins Ausland fliehen wollte, trafen nicht mehr ein. Auf die Meldung hin, daß die von Behrens bezogene Auerbacher Bettwäsche in Berlin verschleudert wurde, traf der Auerbacher Hauptlieferant Lang in Bremen ein, wurde jedoch von Behrens mit Autofahrten ( bei denen übrigens ein Baffant totgefahren wurde) und mit Segelbootfahrten und Restaurationsbesuchen derart hingehalten, daß er ohne die„ Bücher" von Behrens revidiert zu haben, wieder nach Auerbach zurückfuhr. Auch einem beauftragten Rechtsanwalt gelang es nicht, fich Einsichtnahme in die nicht vorhandenen Bücher zu verschaffen! Immerhin sah Behrens teinen Ausweg mehr, seine Situation zu retten und zog sich in ein Nervenheiljanatorium in der Nähe Bremens zurüd, bis er es schließlich für flüger hielt, einem drohenden Steckbrief durch Selbststellung zuvorzukommen. Gewissensbisse belästigten ihn nicht; denn er Definiert sich selbst als einen Raufmann, den momentane Wechselschwierigkeiten zu unerwünschtem Aufenthalt in einem Untersuchungsgefängnis nötigen! Neu! 9 Die Bahnhöfe und der Hafen werden nach wie vor genau überwacht. Die Erregung der Bevölkerung über die mit ganz besonderer Roheit ausgeführte Bluttat ist so groß, daß sich das Publi fum in einem Maße an der Auffindung des Mörders beteiligt, wie dies selten beobachtet worden ist. Ununterbrochen ein, die mit der größten Gewissenhaftigleit nachgeprüft werden, bisher aber leider noch nicht zur Entdeckung des Täters gefüh t haben. Inzwischen wird bekannt, daß Hopp noch eine zweite schwere Bluffat auf dem Gewissen hat. Der Leiter der Untersuchung, Kriminalkommissar Bippo, hat nämlich ermittelt, daß Hopp vor fünf Jahren bereits einen Raubüberfall in einem Eisenbahnzug verübte. Er hat im September 1923 nachts im D- 3ug Berlin- Hamburg eine Frau Liesbeth G. niedergeschlagen und beraubt. Nach der Tat ist er unerfannt enttommen. Die Frau fam mit dem Leben davon, und die Personalbeschreibung, die sie von dem Räuber gab, paßt genau auf Hopp. Es ist auch durch die Vernehmung anderer Zeugen erwiesen, daß tatsächlich er als Täter bei diesem Verbrechen in Frage tommt. Die Hamburger Die Humburger Staatsanwaltschaft hat gegen Hopp auch wegen dieser Straftat einen Steckbrief erlassen. Bon der Zigarrentasche, die er einem Hamburger Bä termeister geschenkt hat, ist inzwischen einwandfrei festgestellt worden, daß fie aus dem Befih des ermordeten Nordmann stammt. Wie inzwischen ermittelt werden konnte, hat Hopp den Direktor der Delmenhorster Margarinewerte, der vor seiner Abreise aus Hamburg im Restaurant des Hamburger Hauptbahnhofs das seinen Tisch gesetzt und dann mit ihm zusammen den Eilzug Abendbrot einnahm, dort angesprochen, er hat sich an beſtiegen. Die Kellner des Bahnhofrestaurants haben ihn auf den von der Polizei vorgelegten Bildern wiedererkannt. Dadurch ift vorfählicher Mord fo gut wie erwiesen. Hopp war schon mit der Absicht nach dem Bahnhof gekommen, sich an jemand heranzuschleichen und ihn dann während der Fahrt zu berauben. Die Leiche des Ermordeten wurde am Sonnabend im Bremer Krematorium eingeäschert. Borher fand in Delmenhorst eine Trauerfeier statt. aus ins Ausland zu entkommen. Die Nachforschungen in Berlin. Auch die Berliner Kriminalpolizei beschäftigt sich eifrig mit den Nachforschungen nach dem gesuchten Raubmörder Hopp, da es trotz gegenteiliger Vermutungen nicht ausge schloffen ist, daß sich der Verbrecher nach Berlin gewandt hat. Wie groß die allgemeine Erregung über die Bluttat und die Aufmerksamkeit des Publifums sind, beweist ein peinlicher Mißgriff, den gestern Fahrgäste des aus Hannover tommenden D- Zuges, der um 21 Uhr 40 minuten auf dem Charlottenburger Bahnhof eintrifft, machten. Sie glaubten in einem Manne, der in Stendal ein Abteil 2. Klaffe bestiegen hatte, den vielgesuchten Eilzugmörder ertannt zu haben, und benachrichtigten den 3ugführer. Dieser setzte die Kriminalpolizei des Bahnhofs Charlottenburg durch Depesche in Kenntnis. Beim Eintreffen des Zuges wurde der Reisende angehalten und zur Wache gebracht. Hier klärte sich bald der Irrtum auf. Der Verdächtigte war ein Kaufmann R. aus der Cranachstraße in Friedenau, der mit dem Mord und dem Mörder nicht das geringste zu schaffen hat. Nach Feststellung feiner Personalien wurde er forfort wieder freigelaffen. Auffallend war bei diesem Vorkommnis, wie schnell sich in Berlin Gerüchte verbreiten: Schon nach einer Stunde hieß es in der ganzen Stadt, daß der Eilzugmörder gefaßt sei. Wetterbericht der öffentlichen Wefferdienststelle Berlin und Umgegend.( Nachdr. verb.) Troden und heiter, am Tage mäßig warm, fchwache Luftbewegung. Für Deutschland: Im Besten langfam zunehmende Bewölfung, im Osten heiter und troden, tagsüber mäßig warm. Berantwortlich für die Rebattion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glode. Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierau 1 Beilage. Pfundwäsche Neu! 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In der Zeit aufgewachsen, da Karl Lueger gegen Ungarn wetterte Mörbisch, Junges Bauernpaar. und da auch seine freisinnigen Gegner und seine sozialdemokratischen Antipoden den alle zehn Jahre zu erneuernden„Ausgleich" als ungeheure Ausbeutung Oesterreichs zugunsten des ungarischen Großgrundbesitzes hekömpften, habe, ich doch erst jetzt dke ge- Heime Macht Budapests im alten Reich nach einer anderen Rich- tung erkannt: wir Wiener Kinder von damals haben in keiner Weise gelernt, daß östlich von Niederösterreich, auf ungarischem Boden auch noch urdeutsches Land ist! Unter der Ostmark, die Karl der Große gegen di« Einbrüche östlicher Reitervölker ange- legt hat, verstand unsere Schule nur Niederösterreich, das Land bis zur Leitha. Drüben war eben Ungarn, das Madjarenland der heiligen Stephanskrone, das zwar nicht verherrlicht oder gefeiert, aber als einwandfrei bestehende Tatsach« gelehrt wurde. Und jetzt, wo wir reichsdeutschen Pressevertreter dieses Land auf den roten offenen Autobussen der sozialdemokratisch geleiteten Industriestadt Wiener-Neustadt durchstreift hoben, fanden wir bis zur neuen Unganigrenze und über diese hinaus einfach di« Fort- sctzung des deutschen Doralpenlandes von Niederösterreich, mit gleichen Sitten und der gleichen Sprache. Auch die kroatische Min- derheit, in zahlreiche Dörfer zerstreut, und die Madjaren im Süd- bezirk Oberwart sprechen mühelos deutsch neben chrer Mutter- Auf einer leichten Holzbrücke fahren die schweren Wagen ins Burgenland ein, um durch wellige Ebene Eisenftadt zu erreichen. Hier in der Stadt Joseph H a y d n s, des großen Arftes Joseph H y r t l, des Bühnengewaltigen Joseph K a i n z wie der„Tänzerin beider Welten" Fanny Elßler, wird jetzt ein gewaltiges Gebäude für die Landesregierung errichtet, die noch in l Bad Sauerbrunn ist, weil zunächst nur dort ge- nügende Räume vorhanden waren. Eisenstadt wird dann nicht mehr allein von dem Palost des ungari- scheu Grafen Esterhazy beherrscht werden, dem ein Neuntel des ganzen Landes, seiner Felder, Weinberge und Wälder gehört, während er selbst zumeist in Ungarn lebt und seine Arbeiter und Diener unter schwerer Ausbeutung, Lohnzurück- Haltung, Spitzelei usw. seufzen. Eisenstadt zeigt in seinen zwei Museen, dem des Landes und dem des Herrn Szandor Wolf,«ine verblüffende Fülle vor- geschichtlicher und späterer Funde und Ausgrabun- gen aus diesem vielumkämpften Ostmarklande, das mindestens seit der Völkerwanderung deutsch ist. An das südrussische Boll der Petschenegen, die mit den Awaren im 9. Jahrhundert n. Chr. heran- zogen, erinnert heute noch der Ortsname Pötsching. Ein Wohnbau nach Wiener Muster zeigt, daß Eisenstodt von Sozialdemokraten verwaltet wird. Paul Koller, der rührige Bürgermeister, ist von Beruf Beamter im Bündeshcer, aber zur Ausübung seines Zivilamtes beurlaubt.(In Deutschösterreich haben auch di« Soldaten das Wahlrecht.) Dem Esterhazy gehört auch der ganz« lang- gestreckte Neusiedlersee, an dem eine ganze Anzahl Bäder lieqt. Eine Liliputbohn führt von der Autobushaltestelle durch den«norm breiten Schilfrohrgürtel zum Strandbad. Dieses Schilfrohr ist für Rabitz- und sonstige Bauwerke besonders gesucht. Es wird neuerdings nur im Winter über dem Eis abgeschnitten, was einfacher ist als die Sommerernte. Der See ist ganz flach, nirgends über 1,20 Meter tief— hier kann einer nur mit Mühe ertrinken. Das Schwimmen ist da ein geringeres Vergnügen, dafür aber bleiben Motorboote gern stecken, wie auch wir erfahren haben. Pressevertreter aller Richtungen zogen es burgfriedlich an einem Strang aus der Patsche, daß es wieder fahren koynt«, Am Neusiedlersee liegt auch das weinberühmte Ruft. Sein« Bewohner erklären einmütig jenen„Rüster Ausbruch", der als zuckersüßer„Österreichischer Süßwein" in der ganzen Welt oerkaust wird, als ein geschmiertes Zeug, das mit Ruft gar nichts zu hin habe. In der Wolf-Kellerei in Eisenstadt aber steht ganz unberühmt ein Faß von 813 Hektolitern, um 290 mehr als das vielbesungen« Heidelberger Faß enthält! Weiter geht die Fahrt durch altdeutsche Städtchen, an festungs. artig umwollten Dörfern und an Zigeunersiedlungen voll indisch-persicher Kinder und zerlumpter Eltern in traurigen Buden mit jammervollen Dächern, dafür aber fast ohne Einrichtung. Sauerbrunn ist noch di« alte Landeshauptstadt. Hier begrüßt uns als Bürger- meister Genosse H o f f e n r e i ch. Die köstliche Paul- Quelle— natürlich nach einem Esterhazy so geheißen— gibt unerschöpflich Mineralwasser zum Trinken und zu Kohlensäurebädern her. Reicher Bergwald, von einem Bach durchzogen, der auch als Fahrbahn für die Baumstämme dient, umgibt den Kurort. Hier sind wir nah« an Wiener-Neustadt und hier zieht auch die Südbahnlhecke nach der geraubten Landeshauptstadt Oedenburg und nach«iid- Ungarn, Kroatien und Serbien durch. Kohlen- und Antimonbergwerke gibt es, besonders bei dem Arbeiterstädtchen N e u f e l d, das natürlich auch sozialdemokratisch oerwaltet wird. Tief unten in der Erde lagert Petroleum, zu tief, um erschlossen zu werden. Südlich des Oedenburger Zipfels hebt sich das Burgenland auf die Höhe der„Buckligen Welt". Da stehen Stadt und Grafenburg B e r n st e i n, da liegt der Kurort Tatzmannsdorf, an Moor und Quellen dem böhmischen Franzensbad gleich. In der Nähe das evangelische Ober-Schützen mit großen Lehraw stalten. Im Burgenland herrscht noch immer, trotz mehrmaliger Eisenstadt, Partie aus dem Ghetto. Beschlüsse des Nationalrats in Wien, die interkonfessionelle Pflicht, schule einzuführen, die Oesterreich seit 1869 hast das ungarisch« Schulgesetz, dos die Konfessionsschule bevorzugt. Ueber das ganze Land verteilt sind Burgen die einst die Grundherrschaft des Adels befestigten. Forchten« st e i n im Norden, L a s s e e in der Mitte, B e r n st e i n und Schläkhing im Süden sind erst eitlige von den vielen, die züiv Teil aus römischen Grundmauern ruhen. Aus ihnen spricht vo» den �Bergen herab die Be'rgangenhest. Uttten aber in den Tälern und in der Ebene schafft die Gegenwort, ringen Bauern und Ar» beiter hart um dos bißchen Leben, fest entschlossen, sich nie wieder unter die madjarische Fremdherrschaft zwingen zu lassen, die alle» daran gesetzt hat, ihnen ihr Volkstum zu nehmen und die das Grenzland so schmählich vernachlässigt hat. Da die Bahnen alle nach Oedenburg ziehen, muhten nun über- all Autostraßen gebaut werden. Die Zentralsparkasse des roten Wien Hot dafür 10 Millionen Schilling(6 Millionen Mark) her- geliehen. Neben dem Lande verbürgt die Sicherheit des Do» lehens, aber noch mehr den künftigen Aufstieg des Landes die zähe Festigkeit dieses Volkes von 300 000 Menschen, deren anerkannter Führer und Vertreter ein ungemein kluger und rühriger Sozial» demokrat ist: der Landeshauptmannstellvertreter Genosse L o s e.p, Schloß Forchtenstein. sprach«, und besonders di« Kroaten sind vollkommen einig mit den deutscheu Burgentändern in dem Wunsch daß ihr Land heimkehre tu* Neich. Wenig Wasser führt in dieser ungewöhnlichen Septemberhitze die die früher Oesterreich und Ungarn voneinander trennt«, Hobelt regiert! In der„Deutschen Republik"(Herausgeber Dr. Wirth) finden wir diese reizvoll« Geschichte vom Serenissimus: 1910 war's; ein Hochsommertag. Hoheit Joachim Albrecht, Regent des Herzogtums Braunschweig, hielt Hoslager im Schlosse zu Blankenburg. Strahlender Sonnenschein hatte ihn in der Früh« vom Lager gescheucht. Hoheit beschloß, sich an dem gesegneten Morgen in seiner getreuen Stadt zu ergehen. Bei Ausführung dieser landes- väterlichen Intention gelangt Hoheit auch an ein grau und nüchtern aussehendes Gebäude Draußen prangt ein Schild mit dem springen- den Pferd und der Inschrift herzogliches Amtsgericht"„Sollst dich einmal mit der Rechtspfleg« bekannt machen," denkt Hoheit; „gehört auch zu deinen Regentenpflichlen". Hoheit geruht also das Amtsgericht zu betreten. Der Kastellan ist zuerst verwunden über den frühen Besuch. Schon will er ihn auffordern: er möge sich zum Teufel scheren und in zwei Stunden wieder kommen. Doch«in Blitz aus Hoheits Augen, ein Aufdämmern der Erkenntnis in dem Kastcllans�Sehirn: und aus dem selbstbewußten„Vertreter" der Justiz wird«in in Demut ersterbender Untertan.— Hoheit!!"„Wer ist er?" Hastella n des Amtsgerichts, Hoheit."„Wo sind meine Richter?" hoheist der Dienst beginnt erst um 9 Uhr."„Dann führ« er mich!" hu Befehl, Hoheit." Hoheit besieht sich also die Räume, in denen die Blankenburger Justiz waltet. Erhebend ist der Anblick nicht: Dürftiges Inventar, Hausen von Akten, Staub und Langemeile. Schließlich kommt man an eine schwere, eisenbeschlagene Tür. „Was ist das?"„Die Tür zum Gefängnis, Hoheit."„Ausmachen!" —„Was ist das?"„Die Tür zu einer Zell«, Hoheit."„Aufschließen!" —„Was ist das?"„Ein Gefangener, Hoheit."„Rauslassen!"— „Was ist das?"„Das ist auch«in« Zellentür, Hoheit."„Aufmachen!" — ,FVas ist das?"„Das ist auch«in Gefangener, Hoheit"„Raus- lassen!"— Noch ein paarmal wiederholt sich dieses neckisch« Frage- und Antwortenspiel: Dann hat Hoheit in landesherrlicher Huld und Gnade das ganze Blankenburger Gefängnis ausgeräumt. Damit glaubt Hoheit, für diesen Tag genug regiert zu haben, und zieht sich in di« inneren Räume seines Palais zurück.— Ein« gut« Stunde später erscheint der Aussichtsrichter und Gefängnis- vorstand im Amtsgericht. Der Kastellan meldet, was der Morgen gebracht hat; und der Vorstand tut das, was jeder gut« Beamte bei einem so außergewöhnlichen Ereignisse getan hätte: er gibt di« Meldung an feinen höheren vorgesetzten, den Oberstaatsanwalt i» Braunschweig, weiter. Der findet dann, daß nach§ x der bramr» schweigischev Versajjungs urkunde landesherrlich� Gnodenerweijc nur schriftlich und unter ministerieller Gegenzeichnung erfolgen dürfen. Demgemäß weist er den Gefängnisvorstand an, die von Hoheit Frei- gelassenen zur Rückkehr aufzufordern und sie im Weigerungsfälle unter dem gebräuchlichen Ehrengeleit wieder in Numero„Sicher" zu überführen. So geschah es auch. Das aber ging der Frau eines der Gefangenen über ihren Untertonenverstand: Hoheit, der Larcdes- Herr, hatten in unbegreiflicher Gnade ihren Mann freigelassen, und Oberstaatsanwalt und Aufsichtsrichter Hollen ihn sich wieder! Ein Throngesuch ergeht an Hoheit. Bevor dieses an höchster Stelle zur Vorlage gelangt, war das Hoflager von Blankenburg nach Braunschweig verlegt. Hier liest Hoheit das Gesuch. Di« Klingel rast. Der Leiblakai stürzt herein. Hoheit befiehlt:„Der Adjutant vom Dienst!" Dieser erscheint. Hoheit befiehlt wi«der: „Der Oberstaatsanwalt soll aufs Schloß kommen, so wie er gehl und steht!" Der Adjutant klappt die Hacken zusammen, stülpt sich den Helm auf und eilt zur Oberstaatsanwaltschast.„Beseht Sr. Hoheit: Herr Oberstaatsanwalt sollen, wie Sie gehen und stehen, aufs Schloß kommen." Der packt seine Akten zusammen und folgt dem Adju- tauten zum Schlosse. Dann steht er vor Hoheit. Höchstdieser musttrt ihn zunächst von oben bis unten mit durchbohrendem Blick«, richtet sich in ganzer Heldengröße auf und spricht:„Herr Oberstaatsanwalt. wie können Sie es wagen..... vor Ihrem Landesherrn im Straßenanzuge zu erscheinen!"„Hoheit haben befohlen, ich solle kommen, wie ich gehe und steh«: und zur Arbe'l pfleg« ich Frack und Zylinder nicht zu tragen." Hoheit sieht das halbwegs«in und fährt fort:„Das ist noch nicht das Schlimmste. Wie aber können Sie es wagen. Gefangene, die Ich begnadigt habe, wieder einsperren zu lassen!" Darauf versucht der OberstaatsanVoit..Sr. Hoheit den § x der Landesosrsassung auseinanderzusetzen. Solche verfassungs- rechtlichen Vorträge pflegen hohe Herren zu langweilen. Hoheit unterbricht also bei der ersten passenden Gelegenheit:„Danke. Herr Oberstaatsanwalt; Sie können aehen." Allein mit sich überlegt Hoheit nochmals den Fall. Sollt« er wohl«inen Minister finden, der den Aeneralpardon für Blanken- bürg gegenzeichnete? Das scheint selbst Hoheit zweifelhast: Aber was läßt man dem Weibe auf das Throngesuch antworten? Ma« kann ihr doch nicht sogen, daß man etwas getan habe, was ma» nach der Verfassung nicht tun dürste.— Ein« findig« Hofschranz« weiß Rat: Hoheit hatte die Gefangenen nicht begnadigt, sondern nur vorübergehend beurlaubt. So wurde die Gesuchstellerin beschieden: Damit war die Autorität des Landesherrn gewahrt, ein Bersassungs» konfiitt vermieden, und Hoheit hatten in Blankenburg dvch nicht ga»� vergebens regiert. H-Ony (56. Fortsetzung.) Der Wagner, dem die Sache übrigens nicht sonderlich gefiel, war der einzige, von dem man Abschied zu nehmen hatte. Fräulein Rose, die ihren Kummer über die Ungcbundenhcit Hildens, über ihren Umgang mit schlechtgetleideten Männern und beruflich so«in- geengten Mädchen wie Volksschullehrerinnen und Fürsorgerinnen im Innersten vergrub, erfuhr wenigstens von dem Aergsten nichts, von den Vorstellungen, sondern nur davon, daß ihr Hilöekind wieder eine längere Partie mit einem Trupp von Freunden und Freun- binnen mache. Und so ging's, wahrhaftig, wie zu den Zeiten des rollenden Theaterkarrens fort. Zuerst in die Steiermark, aber nur in kleinen Etappen, denn nur das erste Betriebskapital war zur Not vorhanden, das zweite mußte schon erworben werden. Es war mehr als ein Erfolg, es war«in Ereignis. In den kleinen Städtchen, in denen sich die Truppe aufhielt, kamen ihr die Bürgermeister und die Lokalbehörden, die zahlenden Bewohner und Honoratioren in einer Weise entgegen, die Ihrer Kunstbegeiste- rung alle Ehre machte. Ja, da und dort, wo Lokalblättchen er- schienen, wurde sogar die Leistung kritisch untersucht und gepriesen, und der höchste Triumph war, daß sich ein Städtchen direkt darum bewarb, diese Schauspielcrtruppe bei sich begrüßen zu können. Man spielte in Wirtshäusern, wo man rasch so eine Art Bühne zusammenstellte oder ein verstaubtes Podium, das jetzt für die Lagerung von leeren Bierfässern diente, zur Bühne aus- staffierte... Schlafröcke dienten als mittelalterliche Frauenkleider, und die Tracht der Männer hätte kaum auf Hoftheatern bei klassi- schen Stücken bestehen können. Aber was macht« es— dies« acht jungen Leute brächten in die verschlafene Atmosphäre ehrsamer Dürgerstädte einen Hauch von Jugend und Kunst, von Begeisterung und Abenteuern. Und die Spieler selbst durchzogen spesenfrei und sogar mit der Aussicht eines kleinen Gewinnes für den Herbst die grünsten Länder und altertümlichsten Städte und tonnten, wenn sie dazu Lust verspürten, tagsüber, ohne auf die Kosten zu achten, in Kirchen die Altäre besser studieren, wenn sie einen zweiten Abend ansetzten. So sehr mischte sich in ihre Arbeit die Absicht, diese neu- artige Sommerreise wie wahre Vergnügungsreisende zu genießen. Aber die helle Freude, die Hilde an diesem Streiche empfand, wurde schließlich, nein, nicht gestört, ober getrübt. Zugleich mit der fleinen Truppe, die ihren ganzen Kunstbetrieb in Rucksäcken mit sich trug, kam in einem Städtchen eine Jagd- gefellschoft in Automobilen an, sehr elegante Herren und Damen, die im ersten Hotel abstiegen und mit ihren mitgebrachten Hunden und Treibern und den aufgeladenen großen Koffern die allgemeine Aufmerksamkeit der Bewohner auf sich lenkten. „Weim wir richtige Schauspieler wären," meint» Hilde,„so wären wir jetzt schmerzlich berührt oder beunruhigt, weil diese Herrschasten das Interesse von un» abziehen. Aber da wir Gott sei Dank schnöd« Dilettanten sind, so ist es un» Wurst." Alle konstatierten, daß es ihnen Wurst sei, nur Inge, der Schatz- meister der Truppe, war pflichtgemäß um dos finanziell« Ergebnis dieses«inen Gastspiels besorgt. Sie hatte unrecht, die Bevölkerung strömte trotz der Jagdgesellschaft herbei, füllte den kleinen Kino- saal, und die erste Reihe der Sitz« war von den vornehmen Gasten besetzt, die freilich«her bereit schienen, die ganz« Vorstellung als Hetz auszufossen. Aber im zweiten Einakter, den die Truppe auf- führte, trat Hilde auf, und sie erkannte sogleich hier gab es nicht die große Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum, die in einem warklichen Theater beide scharf trennt— in der ersten Reihe Eduard Gruber. Das war peinlich. Er benahm sich tadellos, schlich sich, sobald es möglich war, fort und sendete Hilde einen Brief, in dem er sie bat, ihn ganz Btri von JAaul fävrgflhlbzr gewiß, noch an diesem Abend, da er morgen früh bereit» weiter- fahre, im Speisesaal seines Hotels zu erwarten. Er war, als er Hilde sah, weitaus befanden«? als sie. „Ich versteh' gar nix, Fräulein Hilde. Sie hier Vieder zu finden... Sie verzeihen schon, da mit einer Schmiere... Sie, dos Fräulein Hilde, da, heut« am Burgtheater hätte sein können, wem» es nur ein bisierl gewollt hätte. Ja. um Gottes willen, was ist denn passiert?" „Aber gar nix ist passiert, Herr Edi. Sie fassen einen Jux viel zu tragisch auf." Edi sah ungläubig und noch immer verängstigt aus Hilde. „Nix haben Sie von sich hören lassen. Ihr Wort haben Sie nicht gehalten! Die Hilde Fernleitner hat ihr Wort nicht gehalten!" Hilde mußte lachen, weil er das so feierlich sagte. „Ich konnte damals wirklich nicht kommen. „Ja, weil Sie haben umziehen müssen... auf der Ringstraße. die Hilde Fcrnleitner!" „Gehen S', hören S' schon auf, von mir zu sprechen wie von einem... höheren Wesen. Und dann— woher sind Sie denn so gut informiert?" „Oh, weil ich Sie nicht Hab' sehen können, hob' ich mich eben über Sie informiert." „Nachspioniert?" „Halt a klein bisiel." Sie sagten beide nichts. „Was Sie alles seitdem angestellt haben, Fräulein Hilde..." „Aber gar nichts, das kann ich Ihnen ruhig sagen." Wieder dieser ungläubig« Blick Edis. „Ich will Sie nicht da einladen, Fräulein Hilde. Wisien Sie. da sind Damen, die sind grab gut genug für mich, aber nicht für Sie... Ich mächt' auch gern mit Ihnen allein sprechen.. heut' muß das unbedingt sein... aber esien muß man auch, wie macht man das nur?" „Na wissen Sie, mir macht es aber schon gar nichts aus, etwas erst zu mir zu nehmen, wenn ich schlafen geh'." „Nein, ich muß, Sie entschuldigen schon, Fräulein Hilde, aber ich glaub', da» wissen Sie ja... und dann, wir kennen uns so lange... ich muß immer was Warmes nachtmahlen." Glücklicherweise sah Edi nicht, daß Hilde ein wenig lächelte und dann die Oberlippe hochzog. „Also, dann speisen wir hier, im Speisesaal vom Hotel, mir werden Ihre Damen nichts abbeißen und.. wir werden schon mit, einander reden können." Die Gesellschaft Edis war bereits versammell, sie begrüßt« die neuen Ankömmlinge mit Hallo, nur eine, übrigens bildhübsche, impertinent blonde und ebenso aussehend« junge Frau schrie mit ziemlich mißtönender Stimme:„Ach, du hast ja schon Damenbekannt- schaften hier gemacht..." „Nur erneuert, liebe Tutzi," antwortet« darauf Edi milde.„Das ist eine alt« Iugendfreundschoft, die ich hier getroffen habe." „Hier?" Die blonde Dame rümpfte geradezu hörbar die Nase. „Jawohl, das find so die Launen des Schicksals, teure Tutzi Jetzt wirft du aber so freundlich sein und dich weniger um mich und mehr um deinen Nachbar kümmern. Denn ich möchte doch mit der Dame, die ich mir hier vorzustellen erlaube— Fräulein Hilde Fernleitner— ein bißchen Iugenderinnerungen austauschen." Di« blonde Dam« wendete sich— sie macht« alles so ostentativ, daß man selbst ihr« Bewegungen gleichsam zu hören glauben konnte— mit einem gleichfalls hörbaren Ruck ihrem Nachbar zu, der wie ein Schneemann aussah, nur daß ihm der Zylinder fehlte. Während die Gesellschaft nach einer interessierten Begrüßung wieder ins Plaudern kam, sagte Edi so leise, daß nur Hilde ihn verstehen konnte:„Wenn die Siebzehn, und Achtzehnjährigen wüßten, wie- viel Schmutz sie in ihrer holden Reinheit in die Menschheit bringen..." „Wie meinen Sie das?" fragte Hilde und dämpfte ebenfalls ihr« Stimme. „Na, diese Siebzehn, und Achtzehnjährigen, die mit den Män- nern spielen und diese dann zur— Tutzi stoßen." .Last du was gesagt, Edi?" Die hörbare Dame wendete sich um. „Nein, ich hob' nur von deiner wundervollen Tanzkunst ge- sprachen, weibt?" Und zu Hilde gewendet:„Für die bin i das höhere Wesen... Können sich also vorstellen..." ,Lab' ich je mit Ihnen gespielt, Herr Edi?" „Nein, ich tät' Ihnen Unrecht, das zu sagen. Nein. Aber laß ma, was war. Da» wichtigste ist. daß ich..." Man brachte das Essen und Edi aß. Dann sprach man von was anderem, und Hilde erzählte freimütig von Zweck und Wesen der„Tournee", und alles fand das riesig geistreich und lustig. Dann, nach dem Nachtmahl, erklärte sie aber, doch zu ihren Freunden zurück zu müssen, und Edi begleitete sie. Aber man ging nicht auf den kürzesten Wegen in den Gasthof, sondern nahm— die Sommer- nacht war lau und die Sterne glänzten, als ob sie der lieb« Gott gerade frisch geputzt hätte all« Umwege, die nur möglich waren, und umwanderte immer wieder das kleine Städlchen. „Ja, was ich sagen wollte," begann Edi, als sie allein waren, „ich halte ganz formell um Ihre Hand an. War eh blöd genug, daß ich's nicht schon längst getan Hab', wie Sie noch ein ganz kleines Mädel waren; aber, mein Gott, man ist halt jung, dumm und schüchtern." Pause.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. aiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiniintiiiiiiiiiiMiiiiiniiimiiiiiiiiiiiiiimmiiniiiiniiiiiiiiiiiiininimiiniimiimiuiiiuuliiiiiiuiiiiimuliimiiiiiiiiiiiiniiiniiiiimiuiiiiiuiiniiiiiiiHiiiiiiiiiiimiiiitimiiiiiiii Wer will Ehrenbürger werden? E» gibt in Deutschland noch genug Titel, die man sich mit«in bißchen Geld kaufen kann. So an der Würzburger Universität. Da ist es nicht allzu schwierig, für Geld den Doktor Konom causa zu erwerben. Das ging noch unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich. Aber es gibt«ine deutsche Stadt, die ihre höchste Ehrung gegen Geld öffentlich ausbietet. In der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" war ein Inserat zu lesen, das sah so aus: .Lerrlich gelegen«, durch ihre geschichtlichen Bauten weltberühmte Mittelstadt sucht zwecks Erhaltung und Erweiterung ihres städtischen Orchesters einen einwandfreien, angesehenen Gönner und ist bereit für die einmalig« Stiftung von 1200000 Mark in bar.thr« höchsteShrung. den Titel Ehrenbürger, zu verle hen..." Ein« Million und 200 000 Mark für den Ehrenbürgertitel einer deutschen Mittelstadt! Bietet niemand mehr? „Paris bei Nacht." In Paris, das immer noch eine der größten Fremdenverkehrs- städte Europa» ist, machen sich«ine ganze Reihe falscher Führer die Konjunktur zunutze, indem sie sich an ortsuntundige Fremde heranmachen und ihnen«inen sehenswertes„Paris bei Nacht" versprechen. Sie lassen sich sehr gut bezahlen, und der Fremd« wird nach allen Regeln der Kunst geneppt, ohne wirklich auch nur«in Zipfelchen des echten Pariser Nachtleben» gesehen zu haben. Der Pariser Polizei- Präsident hat nun angekündigt, daß gegen solche„Fremdenführer" scharf vorgegangen werden soll, die sich ihre Opfer besonder» in der Nähe des Opernhauses und der Place Madeleine suchen. „Lady Margaret aus Medina." Im Londoner Kristallpalast ist die sechste National« Bienenschon eröffnet worden, die die größte Schau ihrer Art ist. Es liegen 1300 Beteiligungen vor, darunter sogar 5 aus den Kolonien. Eine Bienen- königin ist mit der Post geschickt worden, sie hat 4000 Kilometer zurücklegen müssen. Sie war in einem kleinen Käfig untergebracht, der Zucker und andere Süßigkeiten und Wasser enthielt, damit„Lady Margaret von Medina"— so heißt die würdige Dam«— unterwegs auch keine Not leide. Sie ist wohlbehalten im Kristallpolost einge- troffen und Hot sofort die Regentschaft in einer verwaisten Kienen- kolonie angetreten Mit der Bien«nschau Ist auch eine Ausstellung von Honig und anderen Süßigkeiten verbunden, ferner unterrichtet die Ausstellung über Pfleg« und Krankheiten der Bienen. Autobusse gegen Eisenbahn. Im Mtttampf der Autobusse mit den Eisenbahnen scheinen in Schweden die Eisenbohnen den kürzeren zu ziehen, wenn man die Verhältnijse in Schonen(Südschv'edcn) verallgemeinern dors. Dort hat eine der ältesten Eisenbahnlinien Schweden», die von Hoer- Hoerby, dermaßen unter der Konkurrenz der Autobusse zu leiden. daß die Gesellschaft die Regierung um Erlaubnis gebeten hat. den L«rtehr einzustellen und die Schienen auszubrechen. Dabei war diese Linie noch vor einigen Jahren eine der beliebtesten Strecken de» Lande». Aber seit der Autobusverkehr«insetzte, der sich elastischer den Bedürfnissen der Passagier, und Güterbeförderung anpaßt, laufen die Züge fast leer. Schweden besitzt gegenwärtig die Verhältnis- mäßig größte Anzahl von Autobuslinien in der ganzen Welt. Zu dieser Entwicklung hat namentlich d«r Ausbau der Landstraßen nach modernen Vethod«» beigetrogen. Sofortige Hilfe tut not. Unter dieser Ueberschrift bringt die.Kommunistische Jugend, prawda"«in« kurz» Notiz über schier unglaublich klingende Zustände in einem Kinderheime in der Nähe von Moskau. Di« Notiz stammt vom Mitglied« des„Verbandes der ehemaligen zaristischen Zuchthäusler" Maslow. Das Kinderheim führt den Namen„Lenin". Es sind da Sö Kinder, 13 Mädchen und 22 Knaben im Alter von 13 bi» zu 15 Jahren. Alle Kinder sind Vollwaisen. Sie besuchen die umliegenden Schulen. Für jedes Kind werden monatlich nur 12 Mark ausgeworfen, außerdem für Kleidung 23 M. jährlich: also für Verpflegung stehen p r 0 Kopf 40 Pfennig zur Verfügung. Im strengsten Winter gehen die Kinder halbnackt und Halbbarfuß in die Schulen. Jedes von ihnen hat nur ein« Wäschegarnstur, die die Knaben ahn« zu wechseln trogen, während die Mädchen ihre Wäsche des Abends waschen, damit sie über Nacht trocknet. Di« Kind«? haben dem Verfasser der Notiz erzählt, daß sich nicht weit davon ein anderes Kinderheim befindet, das den Namen des ersten Vorsitzenden des allrussischen Dollzugsrates„Swerdlow" trägt und in dem jüngere Kinder unter gleichen Bedingungen leben. Ganz in der Nähe dieses Kinderheim» gibt e» aber ein Säuglings- und Mütterheim, wo für jede» Kind 150 M. monatlich verausgabt werden. So sieht es in nächster Nachbarschaft des roten Moskau aus. Wären ähnlich« Verhältnisse etwa im sozialistischen Wien oder in Berlin unter der Herrschaft der„Sozialverräter" möglich? Freundschaft. Der Lehrer in der Schul«:„Wer kann mir einen andern Aus- druck für„Freund" nennen!" Allgemaines Stillschweigen.„Nun, überlegt einmal," fährt der Lehrer fort.„Wie nennen wir einen Menschen, der alle» für uns tut, ohne dafür Lohn anzunehmen. der un, stets unterstützt und uns hilft, ohne eine Gegenleistung zu fordern und zu erwarten. Nun? Kam-- Kam--"„Ich weiß schon. Herr Lehrer! Ein. Kamel!" ruft sreudestrohlend der kleine Fritz. ~ Sportund Spiel~ 20 Abturnen der FTGB. in Erkner. Der offizielle Abschluß der sommerlichen Betätigung aller Turner und Sportler ist das Abturnen, das in Gestalt eines Herbst sportfestes vor sich geht. Um damit gleichzeitig für die Arbeiter= Sportbewegung in der Provinz zu werben, hatte sich die Freie Turnerschaft Groß- Berlin entschlossen, dieses Fest mit der Freien Turnerschaft Erfner im Stadion am Dämerihjee Wassersportler, die mit geschmückten Skulls und Paddeln dem Zug eine besondere Note gaben. Die alten Kampf- und Turnerlieder erflangen in den Straßen, unterbrochen von den flotten Märschen der Turnerkapelle. Unter den Klängen der Internationale und des Sozialistenmarsches er: folgte der Aufmarsch im Stadion. Nach kurzer Ansprache, die mit begeistertem Frei Heil auf den Arbeiter- Turn- und Sportbund schloß. folgten von allen Teilnehmern ausgeführte Freiallen Bläzen und Sprungbahnen die Wettkämpfe ausgetragen. Die Beranstaltung begünstigt vom herrlichsten Wetter- nahm einen durchaus gelungenen und harmonischen Verlauf. In bundestreuer Kamerabschaft verbrachten die Mitglieder der Freien Turnerschaft Erfner und der FTGB. einen herrlichen Sommertag, an welchem fich in anerkennenswerter Weise die hiesige tschechische Turnabteilung avlicet" zahlreich beteiligte. stattfinden zu lassen. In bereitwilligfter Weise hatten die Bundesübungen. Im anschließenden sportlichen Teil wurden auf mitglieder in Ertner die Vorarbeiten übernommen und zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt. Die einzelnen Abteilungen unternahmen Wanderungen, um sich gegen Mittag in Ertner zu sammeln. Im nahen Freibad am Dämerigjee waren bereits schon morgens die Ruderer und Ranufahrer eingetroffen, und bald herrschte frohes sportliches Leben und Treiben. In zwanglosen Gruppen wurde gespielt und geturnt, während fich auch im Waffer lebhafter Betrieb entwidelte. Den Höhepunkt des Tages bildete der Fest zug, der sich mittags formierte. Nahezu 700 Bundesmitglieder zogen mit fliegenden Fahnen und flingendem Spiel durch Ertner, begleitet von der Einwohnerschaft, die durch lebhaften Anteil ihr Interesse an der Arbeiter- Sportbeme gung befundete. Besonders auffällig war die Beteiligung der den Fahnen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes wirksame PropaDer Verlauf des Festes hat bewiesen, daß es möglich ist, unter ganda für die kulturellen Bestrebungen des Arbeitersportes zu treiben. In alter Bundestreue und im genoffenschaftlichen Geiste haben die Berliner und die Erfner Arbeiterschaft zusammengearbeitet und der Gesamtbewegung gute Dienste geleistet. 8:20 min, 141 Stundentilometer, ferner Frig Niemed, Hamburg, auf 496 ccm BMW. in der zweiten Runde in 8:37 Min. 136,1 Stundentilometer. Unterstützt die Bundestreuen! Neue Turnbezirke eröffnet die Freie Turnerschaft Groß Berlin. In Niederschöneweide: Bezirk Oberspree beginnt heute, 8 Uhr, seinen Turnbetrieb Turnhalle der Gemeindeschule Rudower Straße 7/8 in Niederschöneweide. Turnabende: Montag und Donnerstag. 6 bis 8 Uhr Kinder, 28 bis % 10 Uhr Montags Männer und Jugendliche, Donnerstags Frauen und Jungmädchen.- Bezirk Tempelhof Mariendorf beginnt morgen den Turnbetrieb, 8 bis 10 Uhr, Turnhalle Alarichschule, Alarichplaß. Die Turnabende für Weißensee werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Bundestreue Leichtathleten, Hoteyspieler, Fußballspieler wollen ihre straße 7 III, betr. Gründung eines Sportbezirks einsenden. Adresse umgehend an Erich Lippert, Berlin- Rummelsburg, MozartSchwimmabteilungen der FTGB. Im Winterhalbjahr soll der Schwimmbetrieb der Freien Turnerschaft Groß- Berlin wesentlich erweitert werden 26 19. September sind im Stadtbad Bedding, Gerichtstraße 65-69, die Badeabende der Schwimmabteilung Bedding, abends von 69 bis 10 Uhr. In Lichtenberg ist im Städtischen Volksbad, Hubertusstraße, ein Kartellbabeabend der bundestreuen Vereine eingerichtet, an dem sich auch die FTGB. beteiligt. Im Stadtbad Friedrichs. hain steht uns ab Oktober der Dienstag von 8 bis 9½ Uhr( große Halle) zur Verfügung. Erster Badeabend Dienstag, 2. Oktober. Ueber meitere Schwimmabende wird noch berichtet. Anmeldung neuer Mitglieder zu den oben angegebenen Zeiten direkt in der Badeanstalt. Schwimm- und Sportvereinigung Borwärts, Berlin. Heute, Montag, 20 Uhr, Vereinsversammlung bei Heumann, Nordufer 15, Ede Fehmarnstraße., Neuaufnahmen werden dort noch entgegengenommen. Ruderverein Borwärts" E. B. Am Sonnabend, 1. September, crtrant auf der Müriz unser langjähriger treuer Sportgenosse 19% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Der ASB. weiht sein Haus. Avus- Klubmeisterschaft. Rudolf Maffier. Die Einäscherung findet heute, Montag, Festtage der Arbeiter- Samariter. Der Arbeiter Samariterbund Deutschlands weihte am Sonntag in Chemnitz sein eigenes heim. Zugegen waren Bertreter der Reichs-, Landes- und Gesundheitsbehörden, der Arbeiterund Arbeitersportorganisationen. Der Einweihung voraus ging am Sonnabend ein Begrüßungs. abend, bei dem die kolonne Chemnih dem ASB. ein Bundesbanner ftiftete. Musikalische und gefangliche Vorführungen und Darbietungen der Bundesschule Leipzig des Arbeiter- Turn- und Sportbundes verschönten den Abend. Am Sonntag früh fand die Schlußsteinlegung und offiziee Uebergabe des Bundeshauses statt, der sich ein Rundgang der geladenen Gäfte durch das Gebäude anschloß. Am Nachmittag bewegte sich ein imposanter Festzug am Bundeshaus vorbei und Arbeitersportler sorgten durch muffergültige Borführungen für erhöhten Eindrud. Die Arbeiterstraßen von Chemnih trugen reichlichen Flaggenschmud. Chemnitzer Motorradclub wieder erfolgreich. Der Motorfahrerverband von Deutschland" veranstaltete gestern bei herrlichstem Wetter auf der Avus- Bahn wieder das erste seiner bereits populär gewordenen Herbstrennen. Im Mittelpuntt stand wie alljährlich„ Die deutsche Klubmeister haft". Vertreter von 21 Bereinen, von denen je drei Fahrer eine Mannschaft bildeten, stellten sich mit bestem material dem Starter. Der Start erfolgte glatt in drei Rudeln. Aus dem allgemeinen Chaos das Rennen litt an größter Unübersichtlichkeit war nur festzustellen, daß der Motorradklub von Deutschland die Führung innehielt. Die Vertreter des Stuttgarter Motorradklubs, die fich bald sehr schnell zusammengefunden hatten, ertämpften im kurzen Zweikampf mit den Spizenreitern den ersten Blaz und hielten diesen in schöner und sehr gleichmäßiger Fahrt bis in die vorlegte Runde hinein. Die beim Tanten verlorenen foftbaren Sefunden ließen sich nicht wieder aufholen und der bis dahin Arbeiter- Handballmeisterschaft. ftändig an dritter Stelle liegende Chemnizer Motorradklub von 1912 übernahm dadurch den ersten Platz. Die Fahrer Arnold, Hübsch und Rost, alle auf BMW, führten den Titel„ Deut Das letzte Ausscheidungsspiel. Bundestreue Arbeitersportler Neuköllns! Heute, Montag, 19% Uhr, bei Keßler, Treptower, Ede Weserstraße, Gründung eines Turn- und Sportvereins für den Berwaltungsbezirt Neukölln. Alle bundestreuen Sportler find willkommen! Berliner Schwimm- Verein„ Freiheit" 1907, e. V., Mitglied des Arbeiter- Turn- und Sportbundes. Badeabende: Montag von 20.45 bis 22 Uhr reserviert, Donnerstag von 19.15 bis 20.45 Uhr refer= viert. Badeanstalt: Dderberger Straße. Zu dem am 22. September im Bantower Gesellschaftshaus, Berliner Str. 102, stattfindenden Herbstvergnügen sind alle Brudervereine herzlichst eingeladen. Ein neuer Arbeiter- Schachklub. Der Berliner Arbeiter- Schachflub sowie die Arbeiterschachpereine Pantom, Spandau, Staaten, Oberschöneweide, Adlershof, Röpenid, Alt- Glienice, Grünau und Raulsdorf haben sich infolge ihres ablehnenden Berhaltens gegenüber dem Beschluß des Bundesvorstandes, der den Eintritt in das„ Kartell für Arbeiter- Sport und Körperpflege Berlin" verlangt, außerhalb des Bundes gestellt. Es macht sich nun sofort notwendig, eine neue Großten Zuschauern statt und brachte einen ganz überraschenden Verlauf. Stuttgart mit seinen prächtigen Fahrern, sämtlich auf UT.- Jap, Der Süddeutsche Meister Frankfurt war in großer Form und unterIn Wien fand das große Treffen vor 5 000 überaus begeister. cher Klubmeister" zum zweiten Male dem Chemnizer Deutschen Arbeiterschachbundes aufzubauen. Darum müssen alle lag erst im Endspurt gegen den Bundes- und neuen österreichischen Siemel, Ronnemann und Gehrung, die geschlossen über das Biel- ihre genaue Adresse und die Adresse eines neuen Spiellotals an Meister. Beim Stande von 2: 0 für Wien glich Frankfurt aus und schaffte auch dann den Ausgleich als Wien bereits mit 4: 2 führte. Nach Halbzeit ging Frankfurt sogar in Führung und hielt sie bis 10 Minuten vor Schluß. Dann sette ein famoser Endspurt der Biener ein, der ihnen den Ausgleich und den Sieg brachte. Er gebnis: Bien- Dttatring- Frankfurt 8: 5. Lupus macht das Saint- Leger. Das Deutsche Saint- Leger stand als Hauptnummer auf edm Programm der Grunewaldbahn, ihm galt der Besuch der Tausende, die die Bahn überpölferten. Gegen den Union- und Derbysieger Lupus regte sich feine Oppofition, fonnte auch nicht erhoben werden, da der Hengft seinen jezigen Gegnern schon zu oft die Eisen gezeigt hatte. band tamen. Die drei schnellsten Fahrer des Rennen waren: Josef Klein, Frankfurt a. M., auf 500 ccm DR. mit 130,6, J. von Krohn, Berlin, auf 500 ccm BMW. mit 116,5, Erich Tennigkeit, Berlin, auf 500 ccm Rudge Withworth mit 116 Stundenfilometer. Im ersten Rennen für Räder nicht über 350 ccm war nach Im ersten Rennen für Räder nicht über 350 ccm war nady zwei Runden Bäzold, Köln, auf Sunbeam in der Zeit von 19: 45,6 Min. fiegreich. In der Kategorie B bis 250 ccm fiegte Geiß, Pforzheim, auf DKB. in 11: 53,6 min. Michael, Berlin, blieb in der Kategorie 6 bis 165 cem auf DKM. in der guten Zeit von 23: 44,8 min. erfolgreich. Das Rennen der Motorräder mit Beimagen jah in den einzelnen Kategorien folgende Fahrer fiegreich: Kategorie G Kürten, Düsseldorf, auf Tornar- Jap in 31: 17,2 Min; Kategorie F, 600 cem, Endam, Berlin, auf BMM. 36: 29,2 min. und in der Kategorie B/ S bis 350 ccm Thevis, Fünf Bewerber stellten sich im Führring den Besuchern zu Berlin, auf Standard- Jap in 40: 05,4 Min. auf den ersten Blaz. Im einer letzten Musterung vor: Normanne, Contessa Mabbalena, vierten Rennen, Kategorie D/ E( bis 1000 cem), belegten Rüttchen Lupus, Gero und Anton. Das Ende in dem mit 41 000 m. aus auf Harley- Davidson in 25:55 Min., Stundengeschwindigkeit 138,5 gestatteten Rennen entsprach den Erwartungen. Als Haynes mit Kilometer, und Klein, Frankfurt a. M., auf D. in der KateLupus Mitte der Geraden ernst machte, hatte er auch bereits gegorie C( bis 500 cem) in 25: 47,6 min., Stundengeschwindigkeit wonnen. Ohne sonderlich angefaßt zu werden, zog der Sflarefiche 138,5 Kilometer, die ersten Pläge. Hengst von Gero und der zum Schluß nachlassenden„ Contessa" fort, um auch einem letzten Angriff von Normanne, der an der Einlaufsede seinen guten Plag verloren hatte, ohne Schwierigkeiten zu begegnen. Daß Gero und Anton dichtauf enden konnten, sogar vor Contessa Maddalena einfamen, deren geringes Stehvermögen nunmehr zweifelsfrei festgestellt ist, wirft ein neues schlechtes Licht auf den Jahrgang. Die Zeit des Rennens von 3: 09,1 für 2800 Meter ist allerdings nicht schlecht. Sammurabi- Rennen. 1. Beritus( D. Schmidt), 2. Agitator, 3. Lärche. Toto: 31:10. Wahlstatt- Rennen. 1. Palamedes( D. Schmidt), 2. Bardar, 3. Forns. Toto: 35:10. Blag: 13, 13:10. Ferner lief: Tarnschild. Dahlmann- Rennen. 1. Faretra( D. Schmidt), 2. Fiber, 3. Moewe. Toto: 63:10. Blag: 17, 15, 25:10. Ferner liefen: Sella( 4), Oren, Fer aut feri, Gergius, Jubilate, Arabella( tehen geblieben), Nymphenburg, Laute. Rachenpuger- Rennen, 1. La Margna( Bleuler), 2. Batrizier, 3. Jos. Toto: 26:10. Blag: 17, 23:10. Ferner liefen: heinwein( 4), Malatesta. Dentices Caint- Seger. 1. Lupus( Sannes), 2. Normanne, 3. Gero, Toto: 14:10. Tlak: 10, 11:10. Ferner liefen: Anton( 4), Contessa Maddalena. Benith Sennen. 1. Geeftländerin( D. Schmidt), 2. Rünstlerin, 8. Elias. Foto: 35: 10. Blag: 14, 18, 21: 10. Ferner liefen: Noris( 4), Eliogabal, Norjana, Pampas, Snmpathie. Laurin- Rennen, 1. Mydear( Göbl), 2. Chriftinchen, 3. Duena. Toto: 74:10. Blag: 27. 18, 21:10. Ferner liefen: Escorial( 4), Deutscher Michel, Genom, Remus, Boltsrache, Cafarea, Leichte Jfabel, Maid, Streitfrage, Chalnfia. Eventualquoten im Saint- Leger: Lupus und Gero 14, Contessa Madda. Tena 47, Normanne 58. Anton 168. Vorschau auf Hoppegarten. # Die zweijährigen stehen am Dienstag auf der Bahn des Union Klubs mehr als fonft im Mittelpunkt des Interesses, weist doch bas Brogramm als Haupinummer bas tiassische Renard Rennen auf. In diefer mit 20 000 m. ausgestatteten Brüfung über 1200 Meter tommt der Sieger im Baden- Badener Zukunftsrennen, der Oppenheimer Walzertraum( Barga) wieder heraus. Seine Begegnung mit hochflaffigen Altersgefährten wie den Beinbergern Bellegrino oder Ausnahme( D. Schmidt), den Altefeldern Balladolid ( G. Jane!) und Lucetta( Huguenin) sowie Magimus( Grabsch) bilbet eir Ereignis non felten hohem Reiz. Boraussagen: 1. Mar erjianer: 2. tulatic Fanty: 3. Favorit Lahned; 4 Balzeriraum Stall Beinberg; 5. Siesta Finnland; 6. Ferro Stalde; 7. Formofita Windspiel. detra Die schnellsten Runden in diesem Rennen fuhren Erwin Nonne mann, Stuttgart, auf UT.- Jap, 500 cem, in der zweiten Runde in Schachspieler, Abteilungen und Bereine, die den Beschluß des Bundesvorstandes anerkennen und treu zum Bunde stehen, sofort den Kreisleiter des 1. Kreises im Arbeiterschachbund Karl Frante, Berlin- Reinickendorf- Ost, Schillerpromenade 61, einsenden. An alle Schach spielende Parteigenossen und Leser des„ Borwärts" oder auch solche, die das Schachspiel erlernen möchten, ergeht der Aufruf, sich ebenfalls am Aufbau einer befferen und inhaltsreicheren Groß- Berliner Arbeiterschachbewegung zu beteiligen, indem auch sie ihre Adresse an Karl Franke, BerlinReinickendorf- Oft, Schillerpromenade 61, einsenden. Wer Logif liebt und Fantasie Und Freude hat am Denten, Der soll zu einer Schachpartie Die Schritte zu uns lenten! Entgegenkommen der Ferienheimgenoffenfchaft Thüringen. Die Ferienheimgenossenschaft„ Die Naturfreunde", Siz Jena, verfügt heime, die Sommer und Winter geöffnet find. Die Ferienheimim schönen Thüringen über eine Anzahl gut ausgestatteter Feriengenoffenschaft hat jeht mit dem Kreisrat des Kreises Thüringen im Arbeiter Turn- und Sportbund eine Abmachung getroffen, nach der alle Mitglieder des Arbeiter- Turn- und Sportbundes zu denselben Bedingungen Aufnahme in den Ferien- und Wanderheimen finden, wie die Mitglieder der Genossenschaft. Anfragen sind zu richten an die Ferienheim- Genossenschaft Die Naturfeunde", Jena, Marienstraße 4. Kroll, der ,, Trumpf der Assee"! Der Trumpf der Asse sollte gestern auf der Rütt Arena er mittelt werden. Walter Rütt hatte hierzu fünfzehn Fahrer. zwölf beutsche und drei ausländische verpflichtet. Die Ausländer waren sämtlich aus Belgien: Maes, Dewolf und van Sternbroed. Der beste dieses Dreigestirns war ohne Zweifel Maes, während van Sternbroed einen glänzenden Berjager abgab. Schon im ersten Lauf das Rennen ging über zwei Läufe zu je 50 Kilometer wurde er viermal überrundet! Den ersten Vorstoß gab es nach der dritten Wertung. Hier zog Kroschel mit Miethe, Buschenhagen, Behrendt, Chmer und Kroll. Sie nahmen den anderen eine Runde ab. Maes gelang es dann etwas später, diesen Verlust wieder gutzumachen. Bald darauf stieß Kroll vor. Als einziger vermochte der famose Behrendt zu folgen. Beide überrundeten das Feld und befesten so allein die Spitze. Ein Sturz Maes, Nebe und Maczinski turz por der Auslaufturve verlief glimpflich, doch mußte Nebe aufgeben. Der zweite Lauf sollte die im ersten Lauf geschaffenen Positionsverhält. niffe wenig verändern. Mehrere Fahrer, unter ihnen auch Stroll und Behrendt, überrundeten noch einmal das Feld. Dabei blieb es denn. Da Kroll vor Behrendt einen erheblichen Buntivorsprung hatte, wurde er Sieger. Die Meisterschaft des BDR., Gau Berlin, über 10 Kilometer sicherte sich der Einzelfahrer Graf funder. Ergebniffe: 1. auf, 50 Rilometer: 1. Rroll 1: 18: 50,5, 6 P.; 2. Behrendt, 8 B 3, eine Runde zurüd: Buschenhagen, 12 B.; 4. Chmer, 11 B.; 5. Maes. 11 B.; 6. Kroichel, 8 B. 2. Lauf: 1. Ehmer 1: 14: 51,1, 24.; 2. Kroll, 19 B.; 3. Behrendt, 5 V.: 4. Aroichel, 2 B.; 5. Miethe, 0 B. Gesamtergebnis: 1. Stroll, 25 Buntte; 2. Behrendt, 9 B.; 3., eine Runde zurüd: Ehmer, 35 B.; 4. Krojchel, 10 B.; 5. Miethe, P.; 6., zwei Runden aurüd: Buschenhagen, 24 P.; 7. Maes, 16 B. Meisterschaft bes Gaues Berlin des BDR. über 10 Rilometer: 1. Graffunder, 2. Balte, 3. W. Engelmann.- Ausscheidungsfahren für Amateure: 1. Wunderlich, 2. Lild, 3. Riemer. Auch in Amerita Sechstage- Standal. Auf Grund einer Anzeige befaßte sich die National Cycling Association erst jetzt mit den Borgängen bei den letzten New Yorker Sechstagerennen. Die Untersuchung ergab ich were Berfehlungen fast aller Fahrer. Der Präsident des Verbandes, der ehemalige berühmte Rennfahrer Frank Kramer hat furzerhand etwa 30 Fahrer suspendiert, darunter Willie Spencer, Charles Winter, Billie Grimm, William Coles, die Belgier Henry und Theo Wynsdau, Fred Taylor, Bobby Walthour, Alfred Grenda, Normann Hill, George Dempsey und Willie Coburn. Der Bund Deutfcher Radfahrer hat neuartige Bestimmungen für derartige Beranstaltungen ausgearbeitet. Hoffentlich hat er jetzt mehr Glück. Berliner Unionsmeisterschaft. Auf der Strede SpandauFriejad und zurüd ließ die Ortsgruppe Berlin der DRU. ihre Meisterschaft über 100 kilometer nach der Uhr ausfahren. Es wurden 30 Fahrer in Abständen von je zwei Minuten Sicht zuließ, fuhr der Sieger Rudolf Risch ein ganz hervorragenabgelaffen. Obwohl bis zum Wendepunkt dichter Nebel nur wenig des Rennen. Die Senioren fuhren eine Strede von 50 Kilometer Länge ab, daß Jugendrennen mußte annulliert werden, da die 65töpfige Spigengruppe auf einen falschen Weg gewiesen wurde. Ergebnisse: Unionsmeisterschaft über 100 Kilometer: 1. Rudolf Risch 2: 52: 48,4; 2. Gieronsti 2: 54: 04,4; 3. Bittner 2: 57: 46,1; 4. Mar Günther 2: 59: 33,1. 21ters fahrer, 50 Kilomir.: 1. 2. Saeger 1:26:03; 2. 21. v. Bronikowsti 1:30:09; 3. Friz Müller 1:30:49; 4. Friz Fenner 1: 34: 40,09. auf das dem Gericht vorliegende Bündel duftigen Heues. Dem zur Anwerbung beutscher Arbetter erforderliche Genehmigung des Brände in der Sonntagnacht. äger wir auch vorgeworfen, er habe während feiner Bandesarbeitsamtes erhalten. Zwei Feuerwehrbeamte verletzt. Za der Sonntagnacht war die Feuerwehr mit der Betämpfung mehrerer Brände beschäftigt. 3wei Feuerwehrbeamte wurden bei den Löscharbeiten verleft. Kurz vor 2 Uhr nachts geriet der Dachstuhl des Hauses Hauptstraße 79 zu Wittenau in Brand. Beim Eintreffen der Wehren standen die Bodenkammern und der Dachstuhl in seiner ganzen Ausdehnung in Flammen. Es bedurfte großer Anstrengun gen, um des Feuers Herr zu werden. Der Brand- und Wasserschaden ist erheblich. Fast zu gleicher Zeit war in einer Möbelf abrit im Hause Fruchtstraße 30 Feuer entstanden. Die Flammen fanden an fertigen Möbeln und Nuthölzern reiche Nahrung und griffen schnell um sich. Das Feuer sprang vom vierten Stockwert Dienstzeit die Schafe des Gutes nicht ordentlich perforgt. Demgegenüber behauptete der Kläger, auf dem Gut Blankenfelde habe es im Winter stets an Stallfutter gefehlt. Er habe deshalb schon im Januar die Herde auf die fümmerliche Weide treiben müssen, damit die Tiere nicht völlig verhungerten. Das Gericht hielt nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme die Forderung des Klägers nicht für ganz unbegründet und schlug deshalb vor, ihm im Wege des Vergleichs 200 Mart u zahlen. Die Beklagte soll sich innerhalb einer Woche über den Bergleich äußern. Wenn er abgelehnt wird, sollen weitere Beweise erhoben werden. fei„ gänzlich ausgeschlossen". Doch der Richter riet ihm, sich die Der Vertreter der Stadtgüter erklärte aber sofort, ein Vergleich Sache zu überlegen, vielleicht werde er dann anders darüber denken. auf das Dachgeschoß über. Ein Feuerwehrbeamter erlitt Agenten für die Fremdenlegion am Wert eine schwere Rauchvergiftung. Nach zweistündigem Wassergeben war die Hauptgefahr beseitigt. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. Bei einem großen Kellerbrand im Hause Greifswalder Straße 140, der die alarmierten Wehren stundenlang beschäftigte, erlitt der Feuerwehrbeamte Brunow schwere Brandwunden. Er erhielt von Feuerwehrsamaritern erste Hiffe. Schäfer und Administrator. Ein Ronflitt auf einem städtischen Gut. Zwei Bündel Heu, das eine von guter, das andere von schlechter Qualität, lagen auf dem Tisch des Arbeitsgerichts. Sie sollten als Beweismittel dienen in einem Prozeß, den ein Schäfermeister B. gegen die Stadtgüter G. m. b. H. führt. B. war sieben Jahre als Schäfermeister auf dem städtischen Gut Blankenfelde angestellt. Er hat seine Tätigfeit zur vollen Zufriedenheit der Verwaltung ausgeübt. Zum 15. Mai hatte er feine Stellung gefündigt. Der Administrator hat ihn aber schon im März feines Dienstes enthoben. Sein Lohn sollte ihm jedoch bis zum 15. Mai fortgezahlt werden. Zu dem Lohn des Schäfermeisters gehörte auch die Liefe rung von Futtermitteln für das eigene Bieh des Schäfermeisters. Wie der Kläger behauptet, ist er nach feiner Dienstenthebung von dem Administrator bei der Futterlieferung schwer geschädigt worden. Das Kraftfutter sei ihm fast ganz entzogen und das Heu, was er erhielt, sei von so schlechter Qualität gewesen, wie das eine dem Gericht vorliegende Bündel. Auch habe der Administrator die Leiter zum Heuboden entfernen laffen, damit er, der Schäfermeister, sich nicht auf eigene Fauft besseres Futter herunterholen könne. Da er aber doch auf dem Boden zu tun hatte, habe er eine auf dem Hofe liegende alte morsche Leiter benutzt. Die sei unter ihm zusammengebrochen, er sei abgestürzt und habe einen schweren Beinbruch erlitten, der ihn längere Zeit ans Krantenlager fesselte. Auch jetzt sei er noch nicht völlig wiederhergestellt. Sein Vieh, eine Ruh und eine Anzahl Schafe, sei infolge des schlechten und unzureichenden Futters sehr start abgemagert, die Kuh habe fast gar keine Milch mehr gegeben. Als er wegen seiner Krankheit sein Bieh nicht mehr persorgen konnte und es deshalb vertaufen mußte, habe er dafür 700 Mart weniger erlöst, als er bekommen hätte, menn es gut gefüttert worden wäre. Für diesen Schaden fordert der Schäfermeister Ersatz von der Berwaltung der Stadtgüter. Der Prozeßvertreter der Stadtgüter behauptete dagegen, der Administrator habe Anweisung erteilt, daß dem Kläger nach seiner Dienstenthebung ausreichend Futter für sein Bieh geliefert werde. Er habe Heu von derselben Qualität erhalten, welche an die Schafe des Gutes verfüttert wurde. Zum Beweis verwies der Vertreter Theater, Lichtspiele usw. Montag, d. 17.9. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 83 20 Uhr Tosca Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 146 20 Uhr Fidelio Montag, d. 17. 9. Städtische Oper Bismarckstr. 1912 Uhr Geschlossene Vorstellung Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmarki R.-S. 54 20 Uhr Kalkutta, 4. Mai Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr GAS SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256Raquel Meller, die Duse d. Chansons; Noni& Horace, mus. Unmöglichkeit.; Raffayette mit seinen Radiohunden; Marrone u. La Costa sowie Carlita u.( ialla, amerikan. Tanzpaare und weit. auseries. Varieté- Attraktionen Sonnabends und Sonntags je 2 Vorstellungen! 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigt. Preisen das ganze Progr. Reichshallen- Theater Abends Sonnt. nchm. 3 Steffiner Sänger „ Traumbilder" Lebende Lieder v. Meysel Nachm. halbe Preise, volles Progr. " Donholt Brett'l: TANZ, dressiert. Bären! Großes Schauspielhaus 3 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell 3 U. SonntagNachmittagvorstig. 3U. zu halben Preis. m. Michael Bohnen Komische Oper 81 Allabendlich 84 James Klein's Revue- Sensationsstück Donnerwetter.. 1000 Frauen!! Die große Revue der ,, Freien Liebe!" ( in 42 zusammenhängenden Bildern) Unter anderem: Der Sensationstrick Tausend nackte Frauen! Die Wasserrutschbahn im Publikum mit Hans Albers. Aufklärungsunterricht auf der Liebesinsel. Nacktzauber im Harem mit Paul Westermeier. Alle Brücken der Welt ( Qrig. New- Yorker Revue) Alles in Rosen, alies in Flieder Alles inGold, alles in Federn! Hunderte Mitwirkende! Parkett nur M. 4.50, Rang M. 3.50 Vorverk ut ab 1 Uhr ununterbrochen. Das Landesarbeitsamt Rheinland teilt mit:„ Seit längerer Zeit schweben Verhandlungen über den Bau einer Talsperre in Südfrankreich durch deutsche Unternehmer und Arbeiter zu Lasten der Entschädigungen. Die Vorbereitungen zur Aufnahme dieser Arbeiten sind getroffen, insbesondere ist ein Werbebureau bestellt, das mit Genehmigung des Landesarbeitsamtes und im Einvernehmen mit den Arbeitsämtern die erforderlichen Arbeiter anmerben soll. Nur diese Stellen haben die .the Trockner New go ber Der elektrische Händetrockner A dürfte die unhygienischen Handtücher aus den Waschräumen der Gastwirtschaften usw. bald verdrängen. Auf einen Hebeldruck strömt der Apparat Heißluft aus und trocknet im Augenblick die frisch gewaschenen Hände. Die Gefahr der Krankheitsübertragung durch Handtücher wird nach allgemeiner Einführung des elektrischen Trockners restlos beseitigt. Volksbühne Kleines Theater Theater am Bülowplatz Täglich 814 Uhr: Max Adalbert 8 Uhr: Der lebende Leichnam Deutsches Theater Norden 12 310 8 U. Ende nach 10/ Zum 105. Male: Artisten Regie Max Reinhardt in Müllers Hermine Sterle, Landa, Siklar Barnowsky- Bühnen Th. Königgrätz. St. Täglich 8 Uhr: Der rote General. Komödienhaus Die Komödie Täglich 8%, Uhr Mein Vater hat recht gehabt Bismarck 2414/7516 84, Ende 11 Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Kammerspiele Norden 12310 814 U. Ende nach 10. Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 84 Uhr: RP Pech- Schulze Theater am Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr Neueinstudierung Berliner Theater SchwarzwaldDirekt.Heinz Herald Charlottenstraße 90 Dönhoff 170 8 Uhr Der lebende 3.Uhr CASINO- THEATER 8/ Uhr Leichnam Lothringer Straße 37. Regie: Max Reinhardt Der neue Eröffnungs- Schlager Ende nach 10%, Uhr Rundfunkfieber HALLER- REVUE „ Schön und Dazu ein erstklassiger bunter Teil. schick" Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Th. im Admiralspalast Täglich 814 Uhr. Fauteuil nur 1.15 M.. Sessel 1.65 M. Sonstige Preise Parkett u. Rang 0.80 M Winter Garten Varieté- und RevueSensationen Tägl. 8 Uhr Rauchen gestattet Saltenbarg- Bühnen Dis. Künstler- Th. 8 Uhr: fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch mädel Preise: 1. 2, 3, 4 Mk. usw. Lustspielhaus Heute 8%, Uhr ,, Trixie Johannes Riemann, Renate Müller, André Mationi. Harry Hardt Trianon- Th. Heute 8%, Uhr 75. Aufführung Sybille?... CIRCUS BUSCH Der einzige Circus Berlins Das wahre Artisten- Programm und Sensations- Schau stick Perlen gestohlen mit Bruno Kastner und den klugen Polizei- Hunden ( die Lieblinge der Kinder) mit gigantischen Wasserfällen Autosturz a. d. Circuskuppel Vorverk.: Wertheim u. Circuskassen Renissaance- Theater 8.Uhr Letzte Aufführungen 8, Uhr Krankheit der Jugend v.Ferd. Bruckner. Regie Gust. Hartung Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger Die Revue des Humors: 166 ,, Bei uns.. Riesenerfolg! Volkspreise: Mk. 0.50 b. 2.00, Logen 2.50 Planetarium am Zoo Thalia- Theater Verläng. Joachimsthaler Straße Dresdener Str. 72-73 Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst 18 Uhr: Täglich 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Erde und Weltenraum. we speist man 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne ( Volksglaube und Wissenschaft). gut w. bilis? Nur Groß- Berlin Alexanderplatz. Verkäufe Möbel ausgeschlossen! Batentmatragen,„ Primissima"-Metall. Originalinszenie- betten, Auflegematragen, Chaiselongues. rung der Tribüne Walter, Stargarderstraße achtzehn, Spe Rundfunk hörer sialgeschäft. halbe Preise Theater des Westens Heute 8 Uhr: Premiere Lessing- Theater Prinzesschen" 844 Uhr: Alb. Bassermann Der große Bariton " Jazz- Vaudeville Nun sind vor einigen Wochen zwei Bauarbeiter durch einen unbekannt gebliebenen Agenten mit der Behauptung von ihren Baustellen weggelockt worden, sie seien für den Bau der Talsperre in Südfrankreich vorgesehen und müßten sofort abreifen. ihre Frauen würden nachträglich benachrichtigt werden. Die beiden Arbeiter sind daraufhin, ohne sich von ihren Familien zu vera schieden, sofort nach Frankreich abgereift. Trotzdem inzwischen über 14 Tage verstrichen sind, haben ihre Familien keinerlei Nachricht erhalten. Es besteht daher der Ber= dacht, daß die beiden Leute von Agenten zur franzöfifchen Fremdenlegion verschleppt worden sind. Das Landesarbeitsamt Rheinland ersucht in ähnlichen Fällen sofort Anzeige bei der nächsten Polizeibehörde zu machen. Ausgabe der Jahresabonnements für den 300. Von Sonnabend, 15. d. M., ab werden in der Hauptkasse des Zoologischem Gartens, Budapester Straße 9, die Jahresabonnementsfarten für die Zeit vom 1. Oftober 1928 bis 30. September 1929 ausgegeben.. Der Preis beträgt 30 M. für Erwachsene und 15 M. für Kinder unter 16 Jahren. FUNK RUNDAM ABEND Montag, 17. September. Berlin. 16.00 Frauenfragen und Frauensorgen. Dr. Gertrud Haupt: Frau und Kind in der Oeffentlichkeit. 16.30 Ingenieur Joachim Boehmer: Technische Wochenplauder ei. 17.00 Konzert. 1. Tartini: Teufelstriller- Sonate( Sylvia de Gay, Violine, und Romuald Wikarski am Flügel). 2. a) Beethoven: Andante A- Dur; b) Schubert: Impromptu, b- moll op. 144 ( Romuald Wikarski). 3. Beethoven: Romanze G- Dur ( Sylvia de Gay). 4. Beethoven: Rondo ,, Die Wut über den verlorenen Groschen"( Romuald Wikarski).- 5. Kreisler: Tambourin chinois( Sylvia de Gay). 6. a) Liszt: Liebestraum; b) Schubert- Tausig: Militärmarsch( Romuald Wikarski). 18.00 Herwarth Walden zum 50. Geburtstag. 1. Einleitende Worte: Otto Ernst. 2. Rezitationen: Lothar Müthel. 18.45 Frau Dr. Adele Friedland: Ein Weg zur Schlankheit ohne Medikamente.( Werbevortrag der Occulta- Gesellschaft.) 19.00 Dr. Robert Weiß: Aus der Praxis des Betriebsorganisators. 19.30 Ministerialrat Dr. Alfred Beyer: Vortragsreihe ,, Schulung des Denkens". Mit Uebungen an Denksportaufgaben. VI.: Einbildungen. Vorurteile und Aberglaube. 20.00 Oeffentliche Sendeveranstaltung der Funk- Stunde. Uebertragung aus dem großen Saal des Stettiner Konzerthauses: anläßlich der Stettiner Funkschau. Sendespiele: Der Prophet", Oper in fünf Teilen von Giacomo Meyerbeer. Leitung: Cornelis Bronsgeest. Dirigent: Bruno SeidlerWinkler. Königswusterhausen. 16.00 Studienrat Friebel, Lektor Mann: Englisch. 16.30 Johannes Nacht: Der Aphorismus in der Weltliteratur( I). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzertes Berlin. 18.00 G. M. Hoffmann: Die Kunst des Schattenrisses. hanna Beckmanns 60. Geburtstag. Zu Jo18.30 Studienrat Friebel, Lektor Mann: Englisch für Anfänger. 18.55 Geh. Rat Dr. Rebel: Der fränkische Wald. 19.20 Fritz Muschick: Der Bernstein, seine Entstehung, Gewinnung und Verarbeitung. 20.30, 21.00 Uebertragung von Breslau. Anschließend: Uebertragung von Berlin. Engelhardt Engelberdi Caramel Chest DIRTETISCHES GESUNDHEITSR VOLLBIE dr- Brauere! 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