Morgenausgabe Nr. 451 A 229 45.Jahrgang Böchentlich 85 Pt, monatlich 3,60 2. im voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m. einschl. Bestellgelb, Auslandsabonnes ment 6, M. pro Monat. * Der Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolf und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen"," Frauen. Stimme"." Technit". Blid in die baerwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonntag 23. September 1928 18er 1928 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die etapeittee Ronpareillegeile 80 Pfennig. Reflame eile& Reichsmart. Aleine Anzeigen des jettge: brudte Bort 25 Bfennig( zuläffig ame fettgebrudte Borte), jebes weitere Bort 12 Bfennig. Stenengefuche das erste Wert 15 Bfennig, jebes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben zahlen für zwet Borte. Arbeitsmartt Belle 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen. annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentagl, Don 81%, bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutſchlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sostaldemokrat Berlin Bostichedlonto: Berlin 37 536: Bankkonto: Ban? der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft, Depofitentafe Lindenstr. 3 Die Maske vom Gesicht! „ Der Bontott des Krieges ist eine blöde Phrase. Die Kommunisten müssen an jedem reaffionären Kriege teilnehmen." ( Lenin 1922 über den Krieg. Stizze der Thesen zur Frage über die Aufgaben unserer Delegation im Haag. Siehe Lenin: Reden und Auffäße", Seite 98.) Arbeiter, Volksgenossen! Die Kommunisten rufen euch zum Volksbegehren. Indem sie sich den Anschein geben, einer begeisterten Friedensliebe, einem extremen Pazifismus zu huldigen, fordern sie euch auf, für einen Gesetzesantrag zu stimmen: Der Bau von Panzerschiffen und Kreuzern g zu stimmen: De jeder Art ist verboten." Wie kommen die Kommunisten, die sonst für den Pazifismus als kleinbürgerliche Ideologie stets nur Spott und, Sohn übrig haben, wie kommen sie dazu, einen Anfrag zu ftellen, der die Forderungen selbst der erfremsten Pazififfen noch erheblich übertrümpff? Jetzt ftellen fie fich, als seien sie Feinde des Blutvergießens, feßt appellieren sie an die Kriegsgegnerschaft der Frauen und Mütter. Ganz anders aber klingt es aus ihren offiziellen Schriften, 3. B. aus der Broschüre der KPD. Mobilisierung der Frauen. Dorf heißt es auf Seife 40 ff.: In einigen Ländern unterliegen leider immer noch zahlreiche Genoffen in unseren eigenen Reihen jener kleinbürgerlich- pazifistischen, von der Sozialdemokratie in den breiten Massen großgezogenen Auffassung, als ob es gegen den Krieg zu kämpfen gelte, wegen seiner schlimmen Folgen und Begleiterscheinungen auf wirtschaftlichem, kulturellem und moralischem Gebiete. Es gilt, jenen Widerspruch in den Köpfen der breiten Massen der Frauen zu überwinden, der sich ergibt aus der kleinbürgerlich- vazififfiichen Einstellung, in deren Gedankengängen die große Mehrzahl auch der proletarischen Frauen oroß geworden ist, nämlich den Krieg, jeden Krieg als Maffenmord, als Blutvergiehen, als Barbarei, als Gefahr und Schande für die Menschheit zu verabscheuen und zu bekämpfen, mit jenen unzulänglichen Mitteln, wie die Pazififfen vorschlagen. Die Kommuniffen sprechen es offen aus, daß es ihnen gar nicht ernst ist, durch diesen Antrag den Bau des Panzerkreuzers zu verhindern, sondern daß er ihnen lediglich zur Entfesselung einer parteipolififchen Hetze gegen die Sozialdemokratie Birgt eine solche Epidemie nicht die gleichen Kriegsgefahren mit Millionen Toter in sich wie der Rüstungswahnsinn fapitalistischer Staaten! Es ist lächerliche Demagogie, wenn die Kommunisten behaupten, daß der Panzerkreuzer A sich gegen Gowjetrußland richte oder die Sowjetunion bedrohe. Kein ernsthafter und vernünftiger Mensch in Deutschland denkt an einen Krieg gegen Sowjetrußland. Hat doch die Sowjetunion selber die relative Ungefährlichkeit von Schiffsbauten unter 10 000 Tonnen anerkannt, als die russischen Delegierten am 22. März 1928 dem Völkerbund einen Abrüftungsvorschlag überreichten, der bezüglich der Seestreitkräfte lediglich die Vernichtung der Kriegsschiffe über 10 000 Tonnen Gehalt forderte. Nach diesem offiziellen russischen Abrüstungsvorschlag würde die deutsche Floffe gänzlich unberührt bleiben, da fie laut Versailler Vertrag Schiffe über 10 000 Tonnen überhaupt nicht befizf. Die russische Sowjetunion bat bisher keinerlei 3ntereffe an einer deutschen Aufrüstung gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages bewiesen. Sie ist es gewesen, die für die Neichswehr die Granaten geliefert hat, die in Deutschland nicht hergestellt werden durften. Sie hat im Einverständnis mit den deutschen Militaristen jene Giftgasfabrik .Bersol" in Trohk errichtet, die für Rußland und Deutschland gemeinsam die Fabrikation von Giftgafen aufnehmen sollte. Damals träumten nicht nur russische, sondern auch deutsche Kommunisten von einem Waffenbündnis der Rofen Armee Sowjetrußlands mit der Reichswehr. So erklärte Alara Zetkin, die kommunistische Führerin, am 27. November 1925 im Reichstag: Deutschlands Zukunft beruht auf einer engen Interessengemeinschaft in wirtschaftlicher, politischer und, wenn es fein muß, auch in militärischer Hinsicht mit der Sowjetunion. Ich glaube fogar, im Gegensah zu Herrn Abgeordneten Wels, daß es nicht so aussichtslos ist, wie er sich das vorstellt, daß unter Umständen ein Zusammenwirken zwischen der Reichswehr und den Rotarmisten erfolgt. In der Hoffnung auf dieses Zusammenwirken hat die Sowjetunion unter selbstverftändlicher Mitwirkung ihrer deutschen Hilfsgruppe der KPD. jahrelang die deutsche Aufrüffung begünstigt, und zwar durch die stärkste Taf, die es hier überhaupt gibt, durch und ihrer Führer dienen soll. Hat doch die„ Rote Fahne gleich zu Beginn des kommu- die Lieferung von Waffen und Munition. nistischen Agitationsfeldzuges geschrieben: Der Volksentscheid ist nicht das Miffel der Beseitigung der Kriegsrüffungen der deutschen Bourgeoisie." Noch deutlicher erklärte in einer öffentlichen Versammlung der Kommunistischen Partei in Halle der politische Bezirksleiter der KPD., Schröter, nach dem Bericht des dortigen Bolschewistenblattes: Wir zerstören alle Illusionen darüber, daß der Volksentscheid an sich die imperialiftische Politik aufhalte und die Trustbourgeoisie an der Heranbildung eines neuen Milifarismus hindern würde. Nur ein ausgesprochener Dummkopf kann annehmen, daß das die Erwartung der Kommunisten wäre." Auch hier handeln die Kommunisten nach dem Grundsaß, den die Rote Fahne im August 1923 in Anlehnung an das bekannte Wort Lenins von der Lüge als Kampfmittel proklamierfe: Was geschah damals? Mit Wufgekreisch und einem Hagel von Schimpfworten wurden die Sozialdemokraten überschüttet, weil sie den Schleier von der deutsch- russischen Giffgasfabrikation und der ruffischen Granatenlieferung an Deutschland wegzog. Die gleichen Kommunisten, die damals Verrat" schrien, gebärden sich jeht als Anhänger der totalen Abrüstung, als Feinde jeglicher Schaffung von Kriegsmaterial in Deutschland! Es gibt nur eine Partei in Deutschland, die in ihrer Gesamtpolitik ehrlich und konsequent für Abrüftung und Frieden und die Vorbedingungen einer wirklichen Friedenspolitik, für Völkerbund und Schiedsverträge eintritt: „ Die Lüge als bewußtes Kampfmiffel benufen, wie es die Kommunisten in den Tages das ist die Sozialdemokratie. zeitungen fun, ist keine Lüge, sondern eine verfluchte reale Notwendigkeit." Wie sieht demgegenüber die Wahrheit aus? Sind die Kommunisten jemals für Abrüstung eingetreten? Nein! Sie sind durchaus überzeugte Militaristen und lassen sich in ihrem Militarismus von den erfremsten Alldeutschen und Deutschnationalen nicht übertreffen. Der schlagendste Beweis ist Sowjetrußland, das nicht nur eine Millionenarmee unterhält, sondern in dem sogar Frauen, Jugendliche, selbst Kinder in dem Gebrauch der Waffe und in militärischen Uebungen ausgebildet werden. Das sind keine Phantasien, sondern wiederholt haben die illustrierten Blätter der deutschen Kommunisten, die Arbeiter- Illustrierte" usw. Doll Stolz Originalphotographien aus Rußland gezeigt, auf denen man die Schießübungen der Frauen, die militärischen Uebungen der Jugendlichen, nach der Natur aufgenommen, sehen konnte. a Die militärischen Feldzüge, heißt es in den Jsweftija", die in der lehten Zeif Gegenüber den kommunistischen Verleumdungen sei festgestellt, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion in jeder Situation gegen den Bau des Panzerkreuzers A geftimmt hat, daß auch jetzt der Sozialdemokratische Parteiausschuß zusammen mit der Reichstagsfraktion einstimmig befchloffen hat, an dieser ablehnenden Haltung weiterhin festzuhalten. Die Sozialdemokratie wird den kriegerisch- militaristischen Geist bekämpfen, nicht wie die Kommunisten durch eine hohle und innerlich verlogene Agitation, sondern durch eine Außenpolitik, die diesem Militarismus seine Grundlagen entzieht. Dies ist die Politik der Völkerversöhnung und Völkerverständigung, wie sie der Reichskanzler Hermann Müller erft ießt wieder in Genf klar zum Ausdruck gebracht hat. Die Kommunisten fpontan Hunderttausende von Jugendlichen erfaßten, die am Sonntag ins Freie siehen find die Schrittmacher neuer Kriege. zu taktischen Uebungen, haben den Charakter einer Epidemie angenommen." Diese militaristische Epidemie hat sich auch auf die deutsche kommunistische Jugend fiberfragen. Heißt es doch z. B. in der Roten Fahne" vom 6. September 1928 wörtlich: Der Kommunistische Jugendverband Berlin- Brandenburg hat als Chef des sowjetrussischen Kavallerieregiments Maikowski anläßlich des 14. Internationalen Jugendtages am 2. September in Berlin nachstehendes Telegramm an das Regiment in Tambow USSR. gesandt: Tambow. USSR. « Kavallerieregiment Maikowski! Jungkommunisten Berlins grüßen Chefregiment mif donnerndem Heil Moskau!* . Sie verabscheuen den Krieg nicht, sondern erfehnen und erhoffen den neuen Weltkrieg, von dem fie die Vollendung der kommunistischen Weltrevolution" prophezeien. Gerade die Stellung, die sie gegen die Friedenspolitik der Sozialdemokratie einnehmen, enflarvf die Demagogie ihres Abrüstungsschwindels und ihres Gefchreis gegen den Kriegsfchiffbau. Diese Saltung zeigt, daß der von den Kommunisten beantragte Volksentscheid innerlich unehrlich ist wie die gesamte kommunistische Politik. Getroffen werden soll durch ihre Agitation lediglich die Sozialdemokratie und die mit ihr untrennbar verbundene Politik der Aussöhnung und Verständigung aller Völker. Deshalb laffe sich niemand einfangen für diefen fommunistischen Schwindel. Die Parole für alle wirklichen Friedensfreunde lautet: Keine Eintragung für dieses durch und durch unwahrhaftige Volksbegehren! Keine Unterstützung der fommunistischen Doppelzüngigkeit! Der Parteivorstand. Die Genfer Abrüstungsresolution. Deutschlands(Stimmenthaltung. «quf.ZZ. Sepkembor. �Eigenbericht.) Sie»,ue Refalutioa der Abrüstungskom- «Isflo««ords om Sonnabend von dieser bei Kiimwent. Haltung Vevtschlands und Ungarns der Versammlung überwiesen. VI« gemeldet, bringt sie eine Vbschwächvng de» Lob«, des englisch-sranzösischen Jloffenoctgleich» und verlangt. in threm Kchlußsah die Zusommenberusung der vorbereitenden Ab- rästungskomnlission.auf jeden Fall zu Beginn des 3ahre» l SZS". und zwar soll der Rat dem Präsidenten der vorbereitenden Abrüstungskommission einen dementsprechenden Auftrag geben, ein Zugeständnis an den Holländer Loudon. der erklart hatte, die Festsetzung eine, Termin» siir da? Medcr zusammen. treten der Kommission die Verantwortung für sich p e r s ö n. lich ablehnen zu müssen. Entsprechend dieser Resolution, deren Annahme iu der Versammlung gesichert ist. dürfte der Rot noch während seiner diesmaligen Tagung den Auftrag für die Ein bervfung der Kommission Ende lSZS oder spätestens Anfang 1929 erteilen. Graf vernflorff gab die folgende Erklärung ab: »3a Anbetracht der unbestreitbaren Unterschiede sowohl zwischen dem 3nhall der Resolution und der deutschen Auffassung wie über den für die Verwirklichung der Abrüstung zu beschreifenden Meg sehen wir keine MSglichkeil. dieser Re. solulion unsere Zustimmung z« geben. Andererseits schlieft die Resolution nicht jede IN ü g l i ch k e l l aus. einer verwirk- lichong der deutschen Ausfassungen zuzustreben. Unter diesen Um. ständen wird sich die deutsche Delegation der Stimme e n t- halte« und behält stch nähere Erklärungen in der Vollversammlung vor." Eine Diskussion fand weder über die neue Resolution noch über die deutsche Erklärung statt. Ungarn erklärte ganz kurz, stch eben- fall» der Stimme zu enthalten. Die Abrüstnngskommisston schritt danach zur Behandlung der Vertragsmodelle für Verträge zu gegen- seitiger Unterstützung. Oer Wortlaut der Resolution. Die angenommen« Entschließung hat folgenden Wortlaut: „Die Dölkerbundsversammlung weist aus den engen Zu- lammenhang hin, der zwischen der internationalen Sicher- heit und der Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen besteht und ist der Ansicht, daß die gegenwärtigen Bedingungen der SIchecheit. wie sie durch den B ö l k e r b u n d s p a k t, die Friedensverträg« und wsbesondere durch die herabsehung der Rüstungen gewisser Länder in Verfolg der Verträge sowie durch dl« Locarno-AertrSge geschaffen sind, bsreils jetzt den Abschluß einer ersten allgemeinen Konvention über die herabsehung und Beschränkung der Rüstungen erlauben. Di» Völkerbundsversammlung erklärt, daß diejenigen Regierungen, dU der Ansicht sind, daß ihr« Sicherheit noch nicht ge- nügefld gesichert sei. nunmehr im Hinblick auf die Arbeiten des Sichrrhritsausschusses über neue Mittel verfügen, um ihr- Sicherheit zu verstärken und hofft, daß diese Mittel, wenn n»I- Mendig, durch die Anrufung dek guten Dienste des Dölkerbundsrates iürrch diese Regierungen in die Tat umgesetzt werden. Die Völker- bundsverssmmlung erklärt weiter, daß die Äonpemion über die her, absetz ung und Beschränkung der Rüstungen die internationale Sicher- Heft erhöhen werde, daß die Arbeiten der Borbereftenden Ab, rüftungskommission sowie des Sicherheitsousschufs«? in»in« Weis« fortgesetzt werden, die im Laufe späterer Stappen«in« progressive Herabsetzung der Rüstungen im Zusammenhang mit der Entwicklung der Bedingungen der Sicherheit erlauben. Die Völkerbundsversamm- lung weist aus die Notwendigkeit hin. in allerkürzester Frist die erste Etappe in der Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen zu erreichen, lümmt mit Befriedigung von den Bemühungen gewisser Re- gierungen Kenntnis, um ein g ü n st i g« s Terrain für di« künf- ligen Arbeiten her Vorbereitenden Abrüstungskommission zu schaffen und h-fft in bestimmter Weise, daß diejenigen Regierungen, zwi- jchen denen noch Gegensätze über d!« Bedingungen der Herabsetzung und Beschränkung der Rüstungen bestehen, jetzt unverzüglich Im Geist« des Entgegenkommens und der internationalen Solidariläl gemeinsame Lösungen suchen werden, die einen Erfolg der Arbeiten der Borbereitenden Abrüstungskommission sichern. Die Aölkerbunds- oersammlung schlägt dem Völkerbundsrat vor, den Präsidenten der Borbereitenden Abrüstungskommission zu beauftragen, sich in FLH- lung mit den interessierten Regierungen zu halten, um über den Stand ihrer Verhandlungen unterrichtet zu fein und um die Bor- bereitende Abrüstungstommifsion zum Ende diese, Jahre», jedoch unter allen Umständen zum Beginn de« Jahre, 1929 cinbeeufeu zn können. » Diese Entschließung ist widerspruchsvoll. Denn sie enthält in ihrem ersten Teil die Feststellung, daß nach dem bisherigen Stand des Sicherheitsproblems„bereits jetzt der Abschluß einer allgemeinen Kon- ventton" möglich wäre. Anstatt nun aus dieser richtigen Erkenntnis die Kon- seqnenzen zu ziehen, wie es Deutschland verlangte, und die Allgemeine Abrüstungskonferenz einzuberufen, fährt die Resolution fort, indem sie mit Rücksicht auf die Gegensätze zwischen Amerika und England-Frankreich über die M a- r j n« r ü st u n g« n sich mit der h o f f n u n g begnügt, daß diese Gegensätze überbrückt werden. Vis dahin kann also der ganze Völkerbund, d. h. alle übrigen Staaten der Welt. warten. Bernstorsf hatte recht, als er dieses Verhalten als ein« Abdankung des Völkerbundes gegenüber einigen rivalisierenden Großmächten bezeichnet«. Run ist in letzter Stunde dem deutschen Standpunkt ein Zugeständnis insofern gemocht worden, als die Reso- lution in ihrer endgültigen Fassung einen nahen Zeitpunkt — spätestens Anfang 1929— für den Wiederzusammentritt wenigstens der Vorbereitenden Abrüstungs k o m m i ss i o n vorschlägt, während der ursprüngliche Wortlaut nicht einmal diese Bindung enthielt. Insofern kann sich Deutschland gegenüber diesem Text der Stimm« enthalten. Die Allgemeine Abrüstungs konferenz bleibt dennoch rn weiter Ferne. Denn die Borbereitende Abrüstungs k o m- Mission mag zum soundsovielten Male wieder zusammen- treten, es steht zu befürchten, daß sie abermals auf unübar- winduche Gchwkerigkeiten stoßen wird. Denn selbst ange< nommen. die Marinedifferenzen mit Amerika würden bis Anfang 1929 behoben sein, was keineswegs sicher ist, es bleibt dann noch innner ein» Fülle von Hind«rniss«n. an denen in letzter Stund« die Einberufimg der Konferenz scheitern kann. Einmal di« Frag« der rnternanonalen, gegenseitigen Kontrolle, die gewisse Staaten für UN- annehmbar erklären, dann aber da, famose„Kriegs- potentiell", eine Idee Paul B o n c o u r s. zu der sich leider 33 r i a n d in seiner letzten Genfer Rede bekannt dat. während L«kon Blum im..Populaire" kürzlich schrieb, daß das Abrüstungsproblem durch diesen Gedanken bt« zur Unlösbarkekt kompliziert wird. Unter diesen Umständen ist auch nach dieser neuen Völkerbundsresolution größte Skepsis leider nach wie vor berechtigt. Das enihüttte Ftoitenkompromiß. Äerständigung auf dem Lücken Amerikas. Paris, 22. September.(Eigenbericht.) Die Aufregung, die in Paris die Veröffentlichung der vertraulichen Instruktionen des Quai d' O r f a y an die französischen Botschafter über die Entstehung und den Sinn de» französisch-englilchen Flottenabkommens her- vorgerufen Hot. steigt von Stunde zu Stund«. Man macht jetzt nicht mehr ernstlich den Versuch, die Richtigkeit der Peröfsent- lichungen zu bestreiten. Man erklärt lediglich, daß di» Beröfsent- lichung nicht vollständig zu sein scheine. Worüber man sich hier besonders entrüstet, ist, daß dieses Dokument aus den Archiven des Auswärtigen Amtes gestohlen sein muß. Im übrigen sucht man eine möglichst hoheitsvoll« Seelenruhe an den Tag zu legen. Gerade der sachlich« Inhalt diese« Dokuments b«V»ise, schreibt zum Beispiel der„T e in p s daß Paris und London mit ihrem Abkommen nicht» Verdächtiges oder Geheimes vorhatten, daß sie keine vollendete Tatsache schaffen wollten, die die übrigen Mächte widerstandslos hinzunehmen hätten. Die absolute Aufrichtigkeit der englisch-sranzösischen Flottenpolitik geh« aus dem Schriftstück in deutlichster Art hervor. An dieser Tatsache werde auch der böse Wille der amerikanischen chearst-Presie nichts ändern, di» das gestohlene Dokument wahrscheinlich zu einer perfiden Kampagne zur Erschwerung der Abrüstungsverhandlungen benutzt habe. Prüft man den veröffenttichten Text auf seine Einzelheiten, so erscheint das englifch-französische Abkommen allerdings keines- wcgs so harmlos, wie man«s jetzt in Pari? hinzustellen versucht. Zweifellos ist jedenfalls, daß die eng- lifch-sranzö fische Verständigung nicht nur auf dem Rücken Amerikas, sondern vor allem auch auf dem Rücken der Vexständigungsidee erfolgt ist. Der englisch-amerikanische Gegensatz, der bereit, im Frühjahr die Genfer Seeabrüstungskonserenz zum Scheuern gebracht hat, bestand im«esenstiche» darin, daß Amerika eine Beschränkung für die Gesamtheit der leichten Seestreitkräfte perlangt, während England sich jeder Festsetzung-tner Marlmattonnaz» für di« lachten Kreuzer»ldersetzte. um km Kriegsfall freie stand für die Umwandlung seiner standetsschstse I« stllf». kreuz« zu behalten. In dem Mischen Paris und London zustandegekinn, menen Abkomme« hat sich Frankreich gegen Amerika den englischen Standpunkt restlos zu«igen gemacht, und darüh« hinaus haben Heid« Regierungen verembart, daß von einem inter- nationalen Abkonrmen zur Beschränkung der Flotten alle leichten Schifsseinheiten. das heißt außer den leichten Kreuzern auch die Torpedoboot« sowie die llnterseeboote unter KNS Tonnen ausgenommen bleibin sollen. Di« englisch-fran- zösische Behauptung daß das Abkommen lediglich getroffen worden sei, um ein« materielle Basis für die Verwirklichung der Abrüstungs- idee zu schassen, muh unter diesen Umständen wirklich wie ein s ch l e ch t e r W i tz erscheinen, zumal, wenn man sich daran erinnert, daß. wie di» englische Presse bereits vor Wochen zugegeben hat. England die französische Unterstützung seiner Forderungen durch sehr beträchtliche Konzessionen an die französischen Wünsche in der Frage der Abrüstung zu Lande bezahlt hat(und durch ein« oorbehalllose diplomatische Unterstützung Frankreichs in den Senfer Räumungsverhandlungen. Red. d.„V.*.). Oer Terror m Tirol. 7t«vs Derhaflungea. Innsbruck. 22. Sipfemli«.' Sie die hiesig« Mütter melden, wurden am letzten Donnerstag der ehemalig« Sekretär der Tiroler Poltspartei und ehemalige Lond- tosgabgeardnet« Michael Malfertheiner und Frau B«tn Köhl er in Bozen perhaftet. Als Grund für dies« Berhostungen wurde angegeben, daß die Genannten einen Brief, den die Faschisten abfingen, über die Grenze schmuggeln wollten. Seft der Auflösung der Bolkepartei hatte Malsertheincr sich in keiner Weif« mehr politisch betätigt. Noch weiteren Wästermeldungen wurde vor einigen Tagen auÄ der früher« Gemeindebeamte von Schlander», von G«' m i n i. am Brenner verhaftet. Er hatte sich seinerzeit geweigert, an der Enthül- lungsfeierlichkeit am Siegesdenkmal in Bozen teilzunehmen und sich darauf berufen, daß er als ehemaliger österreichischer Offizier hierzu nickt verpflichtet werden könme. Daraufhin wurde er sosort aus dem G-meindedienst e n t l a s s« n. Nun hatte er di« Absicht sich in Nord- ttrol nach einer Stelle umzuschauen und erhielt auch einen Paß- Alz er oder seine Fahrt nach Innsbruck antreten wollt«, wurde er am Brenner ohne Angabe von Gründen verhaftet. Moskau in der Welt voran. Oie erste Ffatifizienrng des Kellogg-Paktes.— Äeschlvß des Zentrolvollzugsausschvsses. Li«„Itwestija' nimmt in einem längeren Artikel zu dem Be- schluß des Präsidiums des Zentralvollzugsausschusse» Stellung, de? LUwinow mft der Unterzeichnung des Kellogg- Paktes beauftragt. Pas Blatt weist darauf hin, daß dieser Beschluß de» Zentralvollzug«»u,schuss«» die Ratifizierung de» Paktes bedeute, die bisher noch nicht einmal von den Mächten vollzogen worden sei. die den Pakt in Paris unterzeichnet hätten. Ja, man Hab« noch nicht einmal Anhaltspunkte dafür, wann seitens dieser Mächte die Ratifizierung erfolgen werde. Außerdem gaben die Genfer Abrüstungsdebatten und die internationale Lage keine Gewähr dafür, daß die Paktunterzeichner ihre damit über- nommenen Derpflichtungen für die Kriegsöchtung auch wirklich bald erfüllen woNen. Di« Sowjetumon fei der einzige Staat, der, abgesehen von seiner kritischen Einstellung gegenüber dem Pakt, seinen Anschluß endgültig erklärt und vollzogen Hab». Mrchenöffnung in Mexiko. Laienavfsicht über die Kirche bleibt bestehen. Mexiko City. 22. September.(Eigenbericht.) Der Jimanminister sandte Zirkulare an di« Gouverneur« samt- lich« Bundesstaaten und ordnet« die O e f f n u n g der Kirchen an. di« infolg« des Religionskonfliktes geschlossen worden waren. Dieser Schritt bedeutet jedoch kein« Aenderung der bisherigen Re- gierungspolftit in der Religionsfrage, da auch weiterhin die Geistlichen zur Registrierung bei den zuständigen Behörden ver- pflichtet sind und die Ktrchenaufficht den Laien- Komitees anvertraut ist. Richt-destowemger bedeutet die standsung«in« UN- zweff erhaste Bersöhnungsgeste gegenüber den Kathollken und. ein«" vorder«! tenden Schrick zur Konfliktsbeilegimg- Gnmbbeflü wird an der Gr««»» erlaubt. Mexiko(Eifa. 12. Heptemb«. Da» mexikanisch« Auswartig« Amt teilt ein« für ausländisch« Aktionäre bedeutungsvolle Entscheidung mit. Bor einige? Zeit er sucht« h«? mexikanische Verband der chmdelskammern das meff tonisch« Auswärtig« Amt, die genau« Bedeutung der klauiel>n der Derfaffung zu bestimmen, die ausländischen Gesell- schasten oder mexikanischen Gejellschaffen mft ausländischen Aktionären oerbietet, Land innerhalb 100 Kilometer von der Grenze entfernt und 50 Kilometer»»« der Küste«nr- fernt zu besitzen. Es ist jetzt entschieden worden, daß mexikanische Gesellschaften mit ausländischen Aktionären Land in diesen verbotenen Zonen besitzen dürfen, vorausgesetzt, daß der- artiges Land nicht für andere als landwirtschaftliche Zwecke gebraucht wird._ Personalien aus dem Justizministerium. Zum Präsidenten de» Oberlandesgerichts Königsberg(Pr.) ist der bieherig« Mjnisterial- dirigent chotthoeser ernannt worden. An sein» Stell« tritt der bisherig« Ministerialrat Dr. Siegfried Rosenfeld. Mitglied der sozialdemokratischen Landtagsfraktian. Oer Betrug mit der Kriegsanleihe. Gin �egierungsrai wird der Beihilfe beschuldigt. 3n di« Sttnnes-Asfäre ist seht auch ei» höherer De» amter des Reichsministeriums für die befehlen Gebiete per- wickelt worden, ver in Wien verhaftete Pela Groß behauptet nämlich, daß ihm der Pvessereferent de» Ministerium». Regierungsrat Steiger, in gewissem Sinne . Beihilse geleistet habe. Steiger ist bi» zur Klärung dieser Beschuldigungen von seinem Amt suspendiert worden. Es werden darüber noch folgende Einzelheiten mikgeteilt: Der in Wien verhastet« B« l» Groß macht« bei seiner 2,r- nehmuug ein« Andeutung, wonach ein«? seiner Mitarbeiter in Berlin sehr gute Beziehungen zu einer amtlichen Stelle gehabt Habe- Sein Freund habe ihm wiederhoft mitgeteilt, daß er in Berlin mft einem hochstehenden Beamten, der auch Beziehungen zum Reichsfinanzministerium besitz«, gesprochen habe, und er sei der festen Ueberzeugvng. daß die Tronsaktionen, in di» Groß auf Der- anlassung der Stinnes-Direktaren stch«ingelasien hätte, nicht strasbar sein könnten. Pela Groß nannte schließlich den Namen eines Kauf- mann«, ch a u 0 m a n n, der mit ihm in enger Fühlung gestanden hatte. Hausmann gab nun an, er fei in Berlin zu dem R e- gierung, rot Steiger vom Minist, rtum für di, besetzten Gebiete gegangen und habe diesen um Ausschluß über die An- Meldung von'Kriegsanleihe geb-tep. Er habe geglaubt, daß Re- gierungsrat Steiger ihm deshalb besonders wertvolle Aufschlüsie geben könne, weil ihm bekannt gewesen sei. daß Steiger ein Duz« freund des Ministers Köhler sei, und daß«r üb«? gut« Beziehungen zum Reich- sinanzministermm verfüge, tzr will mit Regierungsrat Steiger dann mehrfach gesprochen haben. n«cht» allerdings kein« genauen Angaben. W melcher Weise er Informiert worden sei. Daraufhin dehnte Landgerichtsrat Brühl die Untersuchung auch aus Regierunzsrat Steiger Die zuständige Behörde hat nun gegen Regierungsrat Staiger da» Disziplinarverfahren«ingeleitet und sei» zw«' Tagen ist er auch vorläufig seines Amtes enthoben worden. Das Disziplinarperfahren ist sehr umfangreich, und e» dürft« geraum« Zeft dauern, bi» diese Untersuchung abgeschlossen sein wird. Regierungsrat Stelger bestreitet auf da» energischste. sich irgengwi« schuldig gemacht zu hoben. Roch seiner Darstellung ist eines Tages der Kaufmann Hausmann mit einer Empfehlung zu ihm gekommen und habe sich erkundigt, wie es mit der An- Meldung pon Krlegsanletheaftbesttz stehe, welche Formalitäten zu erfüllen feien, und ob es strafbar sei, wem, man Kriegsanlelhe- althcsitz anmelde, den man von anderen Personen im Ausland« erworben habe. Steiger Hab» Hausman an di« zustandige Behörde, nämlich an dt« Allbesttzanmeldestelle und auch an dos Finanz- Ministerium verwiesen. Hauswann habe sedoch erklärt, daß ihm an diesen Auskünsten wenig gelegen sei. Er wünsche vielmehr fit einem BankenonwaU in Verbindung zu kommen, um mit diesem die nach seiner Ansicht nicht ganz klaren juristischen Fragen zu be- sprechen. Daraufhin Hab« ihm Regierungsrat Steiger den Namen ein,» bekonnten Bonkenanwastes genannt, und mft diesem habe Hausmann mehrfach konferiert. i Am Sonnabend ist«ich Direktor Leo Hirsch, der wegen seiner Permittlertätigkeft zwischen Pien und Paris bei den Kriegsonlejh«- schiebungcn vor«tmo acht Tagen vcrdastet worden war. aus d«r Hast entlassen worden. Nunmehr befinden sich wieder alle in der Stinmes-Affär«»«hasteten Personen auf freiem Fuß. Wie uns unsere Gegner sehe«. va«l Proletariat im Namps vm den Staat. Vi«.V« u t s ch« Vcrgiperts-Zeitunz". das ffitjrcnde Organ der deutschen Lchiverindustr>«, Hot«s unternommen, die Ziele der sozialisttlchcn Arbeiterbewegung in Deutsch lond und ihre Stellung zum heutigen Staat eingrhsnd zu unter» suchen. Di« Feststellungen, zu denen dos Hintt gelangt, sind deswegen besonders reizvoll, weil sie von einem sachlichen, aber sehr scharfen Gegner getroffen werden. Der Derfosser warnt davor, d-n Umsturz von 1918 nur als einen reinen Formenwechsel des Staates anzusehen, denn die Demokratie im Stootsleben ermögliche«f den streiten Volksschichten. ihn ihren eigenen Zwecken dienstbar zu machen. Bei dein Weit- lauf um die Macht im Staate besitze die Arbeiterschaft durch ihre Zahl und durch ihre gewaltigen gewerkscyastlichen Organisationen besonder« Vorteile. Besonder? die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschosten setzten sich in Theorie und Praxis scharf für die lohnarbeijend« Bevölkerung, das sogenannte Proletqriot, ein und versuchten, dies« im Staat mit Erfolg zur Geltung zu bringen. Soweit sei es heute schon gekommen, dafj auf dem Hamburger Gewerkschaftskongreß das Wort fallen konnte: Dieser Staat ist uns« Staat! Der Klassenkampf, der bis zum Kriegsausbruch nur gegen den Staat ausgefochten wurde, werde von der Sozialdemo- kratie und den freien Gewerkschaften mit vollem Bewußtsein in den Staat hinein verlegt. Um zu beweisen, daß dos per- langsamte Tempo an der Zielsicherheit dieser Bewegung nicht? U«- ändert hat, zitiert der Dersosier die Wort« Severings. daß da? Proletariat die Hand an der Klinke he? Staat«, habe und diese nicht mehr fahren lassen werde. Der Verfasser unterstreicht dabei, daß ursprünglich nicht der Staat das nöchstgelcgen« Ziel d«z spzialistischen Umgestoltungs- willens gewesen war. sondern die Wirtschaft, das Kapital. Darin ober sei di« große Bedeutung des Novemberumsturzes zu suchen, daß der Staat, der bi» 1Sl8 al» Angeklagter und Schützer privilegierter Klasie»int«resi«n vor dem Sozialismus gestanden habe, nunmehr mit Gewott in das Loger des Soziali«- mus gezogen wurde. Damit sei der Gegner von gestern zum um- wordenen Bundesgenosse»»on heut« geworden, der mit der ganzen Fülle seiner physischen Kraft dem Kommen des Sazialiemus die- »en muß. Di« Dinge sind mit den scharfen Augen de« argwöhnischen Gegners größtenteils richtig gesehen. Di? führenden kapitalistischen Äreis« haben sich mit der Demokratie im Swat« stillschweigend ab- gefunden, solange ste in den Sturm- und Drangjahren der jungen Republik ihre Kreise nicht störte. Jetzt aber sehen sie die Gesohren, die ihnen von der wieder machtvoll anwachsenden Arbeiterbewegung und der Demokratisierung d'e r Wirtschast her drohen. Wie die Warnungsrvs« der„B«rgwerk»z«itung" beweisen, sind die Gegner der staatlichen und wirtschaftlichen Demokratie aus ihrem Posten. Sie unterschätzen die Kampskroft ihrer Gegner nicht. Hüten auch wir uns, die Gegenkräfte im kapitalistischen Lager falsch ein- zuschätzen.--_ Klemstaaienelend. NegleruvgSkrisen voa Weimar und Streich. � Ärurmgen dtfiM di« MegwrwnOStmse. s«S da» BürgerdloSr ntlntstertzm, Leucheußer insolye«im« Darsloß»» im Svziatdwiv». fsoüt»"'"ch den Austritt der Demokrat«, aus d« Koantian der Bhdem entzogon wurde Di, dwkra tischen Bemühungen,«n» groß««aolitian»an Soziald«notrat>m bis»um Lantchund zustande- zubringen, sind an dem Vid«stond de, SoziaLwmakratsn gescheitert. Jetzt verhandeln dw bürgerlichen Parteien ay-in über eine Neu- stildun«. Die letzten Verhandlungen dauerten vv» Frei- tag mittag bis in die Nacht, verstefsn jedvch wieder erzebnislos- Gin daran beteiligter Abgeordneter gab vor feinen Parteifreund«! darüber offiziellen Bericht, in dem e,»ach einer volksparteilicheii Zeitung heißt: „In der P» rs o n« n f r o g e kann man di« Regierungsbildung mit einer Schießbude auf d-m Jahrmarkt per- gleichen. Kaum werde ein Name genannt und der Mann ol? Minist, rtandidot oröfentiert. so werde er vom Gegner. dem er aus Irgendeinem Grunde nicht pasi«. abgeschossen." Wie in Weimar spielen die bürgerlichen Parteien auch in Mecklenburg- Etrelitz � hier besonder» die zwei Demokraten— Regierungskrise. Wir haben die öffentlich« Erklärung schon erwähnt, di- sie gegen die sozioldemo- kratisck� Fraktion losgelassen haben. Jetzt antwortet dies, gleichfalls in öffentlicher ErklSrung, daß die sogenannt-„Wirtschaftliche Ar- beltzgemeinschost"— zwei Demokraten und zwei Handwerker— .zwar immer wieder sich um die Teilnahm« an der Regierung bemüht. aber immer nur den Dr. H u st ä d t vorgeschlagen habe, der jahrelang mit Pen DeutschnMionalen zusammen Minister spielte. Diesen Hustädt l«hm di« sozlaldeinokratilck», Fraktion noch wie vor ab. Ander« PorschlSge sind nicht geinacht worden, also wird«» wohl bei dem gegenwärtigen Stand bleiben wüsten. Immerhin scheint«» m Deutschland«ichtigere Dinge zu gehen, al« dies» Neinstaotlichen Sorgen! Naiional-kommuuistische Einheitsfroni. Sie hassen vereint- den Sozioldemotraten! Bauche». 22- September.(Eigenbericht.) Bei der am Donnerstag abend vorgenommenen Wohl eines Bürgermeisters in Doberschau wurde der Kommunist Helas mst 6 gegen 5 Stimmen der Sozialdemokraten zum Bürgermeister gewählt-' Der Kommunist erhielt außer den zwei kommunistischen Stimmen auch die vier bürgerlichen, einschließlich eines Stohlhelmmannes. Auf den Sozialdemokraten Rausch entfielen die fünf Stimmen der sozialdemokratische» Fraktion. Diese Abstimmung zeigt wieder einmal, daß hon Kommunisten in chrem Komps« gegen die Sozialdemokratie sede» Mittel recht ist. Sie bilden zu diesem Zwecke sogar mst dem Stahlhelm eine Emheits- front De» wlederausnohmeanlra« für llakubomskt wird in diesen Tagen dem Landgericht Neustrelitz.zugehen. Der Antrag stützt sich auf die Beibringung neuer Tatsachen, die dem oerurteilenden Ge- rittst nicht bekannt waren, sedoch. wenn sie Ihm bekannt gewesen wären, kws Todesurteil gegen Jokubowski verhindert hätten. Als neu« Tatsachen«erden insbesondere di« Aussagen der Zeugen Blöker. August Rogen», Johanne» Rogens und Lreuzfsld angeführt, di« ihrerzeil gegen Jakubowski ausgesagt haben, sich aber jetzt gegenseliig d»« Mord«» an d««((«ii,«M Ewqld Rogen» d«- zichtig»«. Verliner Wohnungsbau. Oer Kommunist(im Wohnungsousschvß):»Viesen Vau verde ich verhindern, ich stimm« dagegen!� .Dafür verde ich Anträge auf viel schönere Baute» stellen'(Volksgemurmel: Ja, Kartenhäuser!) „Tla meinetwegen, dann enthalte ich mich der Stimme und überlasse der SPD. die Verantwortung.' Ein Lahr später:„Tlur auf mein Orangen wurden diese Wohnungen gebaut!' Photos aus dem Vechtslager. Aus der Mahraunschen Broschüre„Gegen getarnte Gr- wallen"(vgl. Nr. 450 des„Vorwärts") geben wir hier noch einige interessant« Zitate. Die Psyche der Putschisten. .Bis zum Jahre 1923 gehört« da» Berat«» über Putsch- Möglichkeiten in manch«» Kreisen zu« guten Ton. Sowie irgendein äußerer Anlaß in der poliitschen Entwickluns gegeben war. raunte man es in putschiftischev j*r«isen pgn Mund zu Mund:»Bald g e h t e S l o s!" Es gab Persönlichkeiten, die sich in diesem Glauben an einen Putsch Gewissenssrieden und Seelarruhe verschaffen wollten.- Aö h-e- A-rüett. für die Erneuerung DautschlalldS da» e rt e ihnen zu lange Da wiegte man sich lieber in dem G»kante«. daß all«» mit«tnem Schlag gebessert wmium würde 74) Hab, solche Puffchpe�ammlungau mlkgemach«. bei dapa» ich»Uch »v dm Sopf gefaßt und mich gesragl habe, mf etgauMch k diese versammelten gefahren sei. Männer mst gutem Namen versetzten sich m eine Putschotmo'phär«. ordneten oll«? bi» zum Letzten an. vergaßen aber die Hauptsache, nämlich die notwendige Macht. Wenn man dann zur Nüchterntzest mahnt« und den g a« z e N Irrsinn an die Wand malle, dann war man„Pazifist" oder man war„unzuverlässig" und man wurde gemieden. Traf man dann di« Putschisten später, nachdem sich d«r Irrsinn herausgestellt hatte und nachdem der ganze Plan aufgegeben war. dann hatten ste auf einmal alle» vergessen." General Datier« Fernzündung. „Es«ar in der Zest des Ruhrkampfe». Die Franzosen hatten ihr« Posten bi» Hengstey bei Hagen vorgetrieben... Di« Gerücht« Über«inen kommenden Putsch wurden immer hestimmtsr und»er- vöser... Endlich schenkte mir der jetzige Ordenskanzler Otto Bornemann reinen Wein ein. Der bekannt« General». Walt«» sollte die nationale Arm«« fahren, die in aller Stllle zusammengestellt wurde. Die Abschnitte, in denen sie sich auf di« französischen Be- satzungstruppen stürzen sollten, um«in ungeheure» Blutbad unter ihnen anzurichten, waren für die«in-elnen verbände bereits eingeteill. Alle Bedenken, die ein Mann von Vernunft gegen diesen Plan äußert«, wurden mst der Behauptung zerstreut. Deutschland persüge üb«r«in neue» Krlegsmsttel. Durch«leMrisch« Fernzündung sei es möglich, sämtliche Munittonsbestänv, der Franzosen in die Lust zu sprengen. Dies« Erklärung gab der General v. Watter persönlich und bemerkt« dabei, daß er sich selbst mst eigenen Augen von d«r Wirksamkeit diese» Mittels überzeugt Hab«... Ich erklärte zunächst, daß ich die Geschichte mit dem neuen Kriegsmittel bei dem General«. Watter selbst aus- klären wollt«. Nach telegraphjscher Anmeldung begab ich mich in Begleitung eines frühere« Feuerwerksoffizier« nach Oeynhausen. wo sich der General gerade aushiell. Ich bot ihn um Aufklärung. Und er bestätigte auch mir dag Vorhandensein seine» n«u«n Kriegsmittel» und die bevorstehende Aktion gegen hie Besatzung»- ormee. Meine Frage, ob er persönlich der Vorführung dieses Kriegsmittels beigewohnt habe, bejahte er. Ich bat den Feuer- werksoffizier um eine»eitere Klarstellung. Dieser' stellte bald fest. daß bei dieser Fernzündung da» Objekt mit einer Funk- antenne versehen«erden mußt«. Der Funke wird bann in diese Antenne entsandt und bringt da» Objekt durch besonder« Ein- richtung zur Explosion. Der Feuerwerksoffizier erklärte dann, daß dieses Mitttel bereits im Krieg« bekannt gewesen sei. daß man aber nicht viel damst habe machen können. Damit war der Beweis geliefert, daß di« propagierte Uvssossung. man känn« säml- liche Munition der Franzosen in di« tust sprengen, völliger Unsinn war." Polen sollt« überrannt werden. „In ähnlicher Welse, wie für den bereit» geschilderten Plan einer sizilianischen Vesper im besetzten Ruhrgebiet wurde nunmehr für eine Aktton gegen den östlichen Nachbarn Polen Stimmung gemocht Schon im Jahre 1923 war der Plan, an der Elbe eine Waffen» «ntscheidung mit Frankreich zu suchen, propagiert worden. E» ist msttlerweil« erwiesen, daß der wegen Fememord«» verurteilt« Oberleutnant Schulz lein« Instruktionen vom„System Geßler" erhielt. Er zeichnet« bereits im Jahr- ISA den Plan des System», da« er vertrat, dahingehend, daß das westliche und südliche Deutschland vorübergehend ausgegeben werden und der Kampf gegen Frankreich an der Elb« aufgenommen werden müsse. Nach Ueder. rennung polen» sollte die Massenbrüderschasl mit der sowjetrussischen Armee hergestellt werden. Dasselbe äußerte nachweislich der Oberst Nicolai, Mst dem Fehlschlag des Münchener und des Küstriner Putsches endete diese Propaganda, um im Jähre lß?S, zur Zell der Tschitscherinschqn Aktionen in Deutschland. wieder in ein neues aktive» Stadium zu treten." Mii Hakenkreuz und Schlagring. V> Ststl-nmgeu in paanpver. Hannover, 22. Sepwnder(Eigenbericht) Owe Hoid« hqk-nkreuzgeschmücki-r Mitglieder her Rational- iaz, allftischen Arbeiterpartei überfiel am Freitag abend Straßen- passanten und richtete dies««st Schlagringen und anderen Mord- Werkzeugen übel zu. D>e Polizei schritt ei» und brachte SO dieser Burschen zur Polizeiwach«, wo ihnen chre Instrument«, darunter «in« Schußwaffe, abgenommen wurden. Oer Kememordprozeß tegner. Seeckt als Sachverständiger geladen. Am kommenden Montag beginnt vor dem Schwurgericht de» Landgericht» lll unter Barsitz von Landgerichtsdirettox Dr. Fried- mann der letzt« Fememordprozeß. Es handelt sich dabei um die gerichtlich« Sühn« für den Mord an dem Kaufmann Willy Legn«?. und zwar sind beschuldigt der Neisend« Oberleutnant a. D. Nicolai Reim wegen Morde», gemeinschoftlich begangen mst dem stüchtigen Feldwebel Richard B ü s ch i n g. und Haupt- mann o. D. G u t k n» ch t wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen. Da» Versahren gegen Autknecht wird voraussichtlich ob- getrennt werden, da sich dieser al» Farmer bei Windhuk w Süd- mestofriko. also im englischen Mandatsgebiet, aufhält und da« Aus- lieferungßverfahren noch nicht entschieden ist. Don der Staotsanwastschost sind etwa M Zeugen geladen worden, dar- unter mehrer« frühere Mitglieder des Arbeitskommapdo» Döberitz. dem der Ermordete angehörte, sowie Hauptmann Kqiner und Oberst Held, die beim Wehrkreiskommando di« Verbindung zu den Arbeit»- kommende» oufrechierhiellen. Bon der Verteidigung ist ferner die Ladung des Generaloberst von Seeckt. des früheren Chef» der H««resleiwng. al» mllstärischer Sachoerständiger beantragt worden. Man rechnet mst einer zweitägigen Dauer de» Prozesses- Schießerei in Jfcnköttn. Drei Schwerverletzte. vor«aou Lokal in der Kaiser-Friedrich. Streß? ZZ im Neukölln km«« Kesten,»bevd gegen 23 llh» zu einer schwee«. Schieß«. ee«. in deren verlaus drei Beteiligte schwer verletzt wurde» und durch da» Reitungsam» in da» Buckomer Kranken hau» übergesühr« werde« mußten. In dem Lokal tagte ein Giedlerverein. Nach Schluß der Sitzung kam e» zu Meinungsverschiedenheiten, di« schließlich i« Tätlichkeiten ausarteten. Der Streit wurde auf d«r Straße fortgesetzt. Plötzlich zog der Schleifer H. aus Neukölln ein« Pistole hervor und gab auf sein« Widersacher mehrere Schüsse ab. Drei von ihnen wurden getroffen und wurden mit schweren Kopf-, Bauch- und Oberschentel- schüssen zur naheliegenden Rettungsstelle S und von dort in da? Buckower Krankenhaus geschafft- Zwei wester« Personen hatten h«i her Schlägerei leicht« Kopf- wunden erlitten: st« konnten nach Anlegung von Notverbänden in ihre Wohnungen entlassen werden. Da« Ueberfallkomnmndo, da» alarmiert ytorden war. nahm den Reaaloerschützen fest. Der Barfall hotte trotz der späten AbeMtynd«»ine rsessge Menschenansammlung zur Foigr. 200 AM UDOAM MONTAG BLEIBT DAS KAUFHAUS GESCHLOSSEN DIENSTAG INS 48: N⭑JSRAEL DAS KAUFHAUS IM ZENTRUM DAS ZENTRUM DES EINKAUFS ZENTRUM m SENSATIONS PREISE WOLLE SEIDE SAMT Duvetine travers Wolle mit Kunstseide und reinwollen Jacquard, 245 in neuesten Mustera Angora- Melé reineWolle, pastellfarbige Melangen, ca. 100 cm breit Crêpe de Chine erprobte haltbare Qualität, schwarz, weiß und große Farbenauswahl, ca. 95 cm breit Köpervelvet bewährte Qualität, schwarz und moderne Farben, ca. 70 cm breit sosid App 265 380 390 Aachoner Mantelstoffe Reine Wolle, einfarbig, ca. 130/140 cm breit Rips- Popeline reineWolle, gezwirnt, groß. Farbensortiment, ca. 130cm Crêpe Satin der glänzend. 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Im Namen der Hinterbliebenen Johannes Weinert Georg Heinz Die Beerdigung findet am Montag, bem 24. September, nachm 4 Uhr, auf bem Seilig Kreuz Kirchhof, Mariendorf, Eisenacher Straße, statt. Am 19. September entschliet nach langem schweren Leiden unier junger und bewährter Rampfgenoffe Max Adermann im Alter von 28 Jahren. Bis zu feinem Tode war er ein treuer und eifziger Funktionär ber Partei Wir werden fein Anbenten ftets in Chren halten! Die 20. Abteilun der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Bezirksverband Groß- Berlin. Die Einäfcherung findet am Montag, bem 24 September, 16 Uhr, im Krematorium, Gerichtsstraße ftatt. Betriebskrankenkasse der Stadt Berlin Die Sagung fowie bie Wahlarbnung bez Betriebstrantentelle ber Stabt Ber lin fina in neuer Saffung vom Ober Berficherungsamt unterm 24. Auguß 1928 unb bie Rrentenorgnung ebenfalls in nenet Raffung vom Bersicherungsamt unterm 28. Auguft 1928 genehmigt worden. Cakung Gingeleremplare ber neuen Binnen nach erfolgtes Drudlegung im Reffenlolal abgelangt merben. Berlin, 17, Gentember 1928. Ses Borlaub, Am 19. September verstarb unser ieber Vater und Großvater Paul Pielecke im 72. Lebensjahre. Berlin- Köln, den 22. September 1928 Die trauernden Hinterbliebenen Einäscherung: Montag, 24. Septbr., 14 Uhr, im Krematorium Berlin- Baumschulenweg. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todesanzeigen. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Rollege, ber Anschläger Wilhelm Hartmann geb. am 24 Dezember 1854, am 19. Geptember geftorben ift. Die Einäscherung findet ant Diens tag, dem 25 September, 18%, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße ftatt. Am 20. September starb unfer Kollege, der Metallarbeiter Wilhelm Ilgen geb. 9. Februar 1888. Chre ihrem Andenken. Die Einäicherung findet am Montag bem 24. September, 21 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. 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Die erste Aufgabe erfüllte von mm an eine spezielle Po- l i z e i st r e i f«, die zweite das am 1. Oktober neu erstandene Pslegeamr. Es war die Fortsetzung der im Jahre 19Z1 von Fräulein Wiking, der jetzigen Leiterin der weiblichen Polizei. ins Lebe» gerufenen Frauenhilfsstcklle am Polizei- Präsidium. Ihr führte die Sittenpolizei all die Mädchen zu, die einer Betreuung bedurften: auch an sie wandten sich die Kon- trollmädchen, wenn sie ins bürgerliche Leben zurück wollten. chier wurde den einen wie den anderen Rat und Hilfe. Das Pflegeamt übernahm sämtliche Schützlinge der Frauen- Hilfsstelle. Dahin wurden auch alle die Mädchen gewiesen, die nach Aufhebung der Sittenkontrolle, im Gefühl der wieder- gewonnenen Freiheit, nicht mehr auf die Strotze gehen wollten: es waren ungefähr 500. Das Pflegeamt söhnte sie mit ihren Eltern aus, sorgte für Arbeit und betreute sie in jeder Äichtung, bis sie sich den neuen Lebensverhältnissen angepaht hatten. Seitdem hat sich aber die Tätigkeit des Pflegeamtes um vieles er» «eitert. Da sind die von der Polizei zugeführien Mädchen. Es sind da» die Mädchen, die auf der Strasse„Anstand und Sitte* verletzen— etwa 23 monatlich— oder sich in der Nähe von Kirchen und Schulen herumtreiben, aber auch solche, die ein- fach gefährdet scheinen und auf Grund bestehender Gesetze zu chrem eigenen Schutze, wenn Gefahr im Verzug« ist und nichts anderes ongewendet werden kann, auf 24 Stunden in Schutz Haft ge« nommen werden. Und schliesslich sind es Mädchen und Frauen, dt« zwar irgendein« strafbare Handlung begangen haben(Waren- Hausdiebstahl, Unterschlagung usw.), die aber im übrigen schütz- und hilfsbedürftig sind. Entweder werden sie nach Ber- nehmung durch die weibliche Polizei dem Pjlegeamt �geführt, oder die Polizei sieht, sofern es sich um Verletzung von Sitte und An» siand handelt, von einem Strafbesehl ab und bringt die Mädchen unmittelbar zum Pslegeomt, wo auch die erste Vernehmung stattfindet. Die Gesamtzahl der vom l. Iainiar bis 1. Juni Zu- geführten machte 450 aus. Die Mädchen werden von einer Aerztin «uf Geschlechtskrankheiten hin untersucht, kommen, wenn es ersorderlich ist, in Krankenhausbehandlung oder bleiben in dem Pflegeheim, das dem Pslegeomt angegliedert ist, bis zu dem Augenblick da, wo sie in anderer Weife untergebracht werden. Auch ein weiblicher Psychiater steht dem Pflege- amt.zur Verfügung. Allein vom Gesundheitsamt sind dem Pflege- amt in S Monaren 2)2 Mädchen überwiesen worden. So ersetzt dieses in vielen Fällen die Tätigkeit der Polizei, das Pflegeheim das frühere polizeiliche Frauengewohrsam. Die zweite grosse Gruppe bilden die Gelbstmelder. Das ist eigentlich der grösste Teil der Schützlinge des Pflegeamtes. Es find stellenlose Dienstmädchen, mihhandelte Ehefrauen, die ihre Männer verlassen haben, geisteskranke und ob- dachlose Frauen. Sie finden den Weg hierher durch Polizei- beomte oder erfahren ihn von ihren Bekannten. Im Monat März waren es gegenüber 30 von der Polizei zugeführien Mädchen 49, die sich selbst gemeldet hatten, im ganzen vom t. Januar bis zum 1. Juni 713 Volljährige und 51 Minderjährige, unter diesen 28 Obdachlose und 8 Schwangere. Es gibt da nicht wenig tra- gische Fälle, und e» scheint schier unbegreiflich, wie man bis fehl ohne Vslegeamt auskommen konnte. Eine Zwischenstellung zwischen den von der Polizei Zugesührten und den Selbstmelderinnen nehmen die Mädchen und Frauen ein, die dem Pslegeamt vom Schnellgericht zur Betreuung überwiesen werden. Ein« be- stimmte Fürsorgerin begibt sich jeden Morgen ins Polizeipräsidium und sieht hier die für das Schnellgericht bestimmten Akten ein. Stöht sie auf einen Fall, der ihrer Ansicht nach«ine Betreuung notwendig macht, so wohnt sie der Gerichtsverhandlung bei und betreut später die Verurteilte oder Freigesprochene. Nicht selten macht der Richter die Bewilligung einer Bewährungsfrist von der Einwilligung der Angeklagten abhängig, sich dem Schutze des Pflegeamtes zu' unterstellen. Selbstverständlich ist es. dah die Svzial e G e ri chts h tlf e stets.zur Stelle ist, wo die Mädchen angeklagt sind, Sitte, und Anstand verletzt zu haben..In allen Fällen, wo laut Gerichtsurteil die Mädchen dem Pflegeamt oder Pflegeheim zugeführt werden, findet«ine ärztliche Unter. s u ch u n g statt. Dass dabei da» Pslegeamt auf dem Gebiete der Gerichlshilfe mehr als einen Erfolg zu verzeichnen hat, ist selbstverständlich. Da gab es zum Beispiel eine staatlich geprüfte Krankenschwester, die Morphin! st in war. Sie hatte gestohlen. Nun macht sie eine Entziehungskur durch und kann wieder arbeiten. Ein junges Mädchen hatte eine i n t e l l e k- tuelle Urkundenfälschung begangen: sie war von Hause fortgegangen, um. unbemerkt von ihren Eltern, einem unehelichen Kinde das Leben zu geben. In der Frauenklinik schrieb sie sich unter fremdem Namen ein. Das Pflegeamt nahm sich ihrer an: es stellte sich heraus, dah sie geschlechtskrank war. Sie kam ins Krankenhaus, und dann wvrde auch die Verbindung mit ihren Eltern wieder hcrgcstelli. Die■Frau eines Arztes in einer sächsischen Stadt, eine Zwanzigjährige, hatte in Berlin gestohlen: auch ihrer nahm sich das Pslegeamt an. Besonders.zahlreich sind die L a n d m ä d ch e n. die in Berlin keine Arbeit finden, auf der Strasse landen und Warenhaus- oder B e i s ch l a s d i e b- stähle begehen. Im grössten Teil der Fälle werden sie nach Haufe geschickt. Nicht zu vergessen sind die 190 Mädchen— dar- unter 161 Minderjährige, die auf Grund von Anzeigen, in erster Linie von Meldungen durch Erziehirngsberechtigte. unter den Schutz des Pflegegmtes kamen. Sie gehen aber alle durch das Pflegeheim. Es besindet sich im gleichen Haus« wie das Pslegeamt und hatte seit seiner Eröffnung, also seit dem Oktober 1927, einen Zugang von 1385 Mädchen, darunter waren 100 schon zweimal da und zwei Mädchen sogar sechsmal. Ter grösste Teil der Pileglinqc besteht aus Selb st Meldern. Das Pflegeheim, das Fräulein L u b o w s k i untersteht— Leiterin des Pflegeamtes ist Fräulein Siegismund-Schult«—, besitzt zwei Abteilungen. Die Neulinge kommen in die A u s» a h m e a b l« i l u n g: hier werden sie von der Aerztin untersucht, eingekleidet und dann erst dem eigentlichen Pflegeheim zugeführt, das sich einen Stock höher befindet. Es besteht aus einem Speise- und Aufenthaltsrouni und drei Schlafräumen für 30 Mädchen. Außerdem gibt es noch zwölf Notbetten. Alle häuslichen Arbeiten werden von Mädchen aus- geführt: sie befinden sich den ganzen Tag über unter Aufsicht von Fürsorgerinnen. Während ein Teil der Mädchen Ausgehe- recht besitzt, unterliegen die anderen der S ch u tz h a f t und dürfen dos Haus nicht verlassen. In der Regel bleiben sie nicht länger als fünf bis sechs Tage da. Die Neuankömmlinge können sich zu jeder Zeit melden, selbst zur Nachtzeit: sie finden stets Aufnahme, in jedem einzelnen Falle auch Hilfe. Männer als Schützlinge des pflegeamtes. Ein Kapitel für sich bilden die Männer, die aus Grund des Gesetzes zur Bekämpsung der Geschlechtskrankheiten einer Betreuung bedürfen. Das Gesetz fordert von jedem Geschlechtskranken, dass er sich einer Behandlung unterziehe. Es droht mit Strafe, wenn jeinand einen andere» injiziert oder selbst nur die Gesundheit eines anderen durch seine Krankheit g e- s ä h r d e t. So schien es naheliegend, dass Männer Mädchen, von denen sie msiziert worden waren, zur Anzeige brachten odefi'dass Mädchen die Männer anzeigten. Ferner lag es nahe, dass die Polizei nicht allein gefährdete junge Mädchen, sondern auch junge i Männer aufgriff, und solche Fälle kamen tatsächlich vor. So wurde ein junger Mann, ein Achtzehnjähriger, von der Polizei in der berüchtigten Münzstrasse abgesasst, als er hier init einer 40- jährigen Prostituierten schön tat. Als er im Pflegeamt erfuhr, dass er injiziert sei, vergoß er bittere Tränen. In einem anderen Falle bat die Herrschast, dass man sich ihrer 16jährige» Hauean- gestellten und des jungen Freundes aimehme. Bei beiden wurde Geschlechtskrankheit festgestellt. Ein junger Wanderbursche meldete sich ans freien Stücken im Jugendheini als gejchlechtskrank und wurde dem Pslegeamt zugeführt, siompsizlcrler gestalten sich die 4! Der Fall 5arcier. Von Tristan Bernard. (Elttztg berechtigte Tlebersetzung von DL Eolliv.) Als das Striegeln beendet war und es zum Frühstück läutete, fing ich an, nervös zu werden. Larcier mußte gegen halb elf Uhr in die Kaserne zurückkehren: der Zujz von Toul kam um zehn Uhr zwanzig an. Ich wußte, daß ich es nicht aushalten würde, diese halbe Stunde in der Kaserne zu warten. Schnell ließ ich mich von einem Stallburschen abbürsten und eilte nach dem Bahnhof. Der Xouler Zug hatte fünfzehn Minuten Verspätung. Ich konnte seine Einfahrt gar nicht erwarten. Würde er seine Verspätung wieder einholen? Würde er nicht gleich aus dem Tunnel hervorkommen? Ich sah im voraus die schwarze Lokomotive weit unten auftauchen, als wäre sie von den nachfolgenden Wagen gestoßen, am Bahnsteig hallen, die Türen sich öffnen und zuschlagen und das Gesicht Larciors in der Menge.' Schon im voraus hörte ich meine angstvolle Frage:„Nun, Haft du Geld bekommen?" Doch der Zug kam nicht, und anstatt seine Verspätung einzuholen, schien diese immer größer zu werden... Ich fing an. mich zu beunruhigen, denn käme er zwanzig Minuten vor elf Uhr cm. würden Larcier und ich kaum noch Zeit haben, in die Kaserne zu laufen, aufs Pferd zu springen und die Reitbahn zu erreichen, wo uns sicher ein Krach er- wartete, denn der Offizier würde voller Wut auf uns harren und ungeduldig mit seinem Stöckchen auf seine Reitstiefel schlagen. Zehn Uhr siebenunddreißig... zehn Uhr achtunddreißig ... zehn Uhr neununddreißig... Sine wimmernde und singende Glocke kündigt den Zug von Toul an. Einige Augenblicke später hörte man ihn heranbrausen, gleich darauf sah man ibn aus den Tunnel fahren. Jetzt bleibt er wieder stehen, wer weiß, warum er keine Einfahrt hat... Das Gleise ist nicht frei, ein Güterzug muh erst auf einen anderen Schienenstrang gebracht werden. Die Passagiere des Touler Zuges treten an die Fenster, aber ich sehe Larciers Mütze nicht. Das ist ein schlimmes Zeichen!... Er weiß, dass der Zug Dersnatung bat. er müsslo ungedludig sein und Anast Koben, n'.'bt pünktlich zum Zureiten zu kommen. Was ist denn passiert, daß sein besorgtes Gesicht nicht an einem der Fenster SU stch«n tstl Ich werde immer»eroöfer. Endlich setzt sich die Lokomotive wieder in Bewegung, der Zug fährt ein. Ich war auf eine Bank gestiegen, um Larciers Uniform besser aus der Menge herauszuerkennen, aber es steigen nur schwarz oder grau gekleidete Leute aus... Da unten vielleicht... nein, das ist ein Infanterist, der schwerfällig ein Abteil verläßt. Larcier war nicht mitgekommen. Warum? Aber für solche Fragen hatte ich jetzt keine Zeit. Mit wirrem Kopf eilte ich in die Kaserne zurück. Ich wußte nicht, was ich dort erzählen sollte, um die Abwesenheit meines Freundes zu entschuldigen... Aber schließlich blieb mir noch immer die Ausrede, daß er krank ist. Ich zog mich um und ging schleunigst in die Reitbahn. Wie ich gedacht hatte, erwartete mich der Offizier ungeduldig und ging vor den aufgereihten Pferden auf und ab. Aie Unteroffiziere und die Brigadiere, die das Zureiten zu be- sorgen hatten, waren schon alle auf ihrem Posten. Rur Larcier und ich fehllen. Ich ging auf den Offizier zu und sagte ihm, daß mein Kamerad krank sei. Er zuckte mit den Achseln:„Er hat wohl einen Kater, das ist allerdings ein« schlimme Krankheft.. Larciers Pferd wurde in den Stall zurückgeführt, wir sprangen auf unsere Gäule und ritten in den Reitstall. Ich war an der Spitze des Ritts und hielt„Calomel", ein ganz frommes Tier, das an mein nachlässiges Retten gewöhnt, kurz im Zügel. Das schien ihn zu wundern, er bäumte sich, vielleicht weil ich ihn zu fest zwischen die Schenkel aeklemmt hatte. Ich sing einige Bemerkungen auf, weil die Kameraben in chren Vollen gestört worden waren. Glücklicherweise kam ich durch eine einzelne Halbvolle, die die Retter durcheinanderbrachte, an das Ende des Ritts. Jetzt hörte ich auf.„Calomel" meinen Willen aufzuzwingen. Dieser, der schon frühzettig den Geist der Knechtschaft begriffen hatte, machte jetzt getreulich nach, was die anderen Pferde in der Rettbahn taten. Ich überlegte, was ich nach dem Essen, nachmittags, vor- nehmen könnte. Wahrscheinlich würde ich nach Toul fahren... Als ich vom Pferde gestiegen war, meldete ich dem Feldwebel, daß ich zum Striegeln nicht da fem würde. Ich benutzte den Drei-llhr-Zug, nachdem ich mich noch einige Zeit in der Stadt herumgetrieben hatte. Zwar ohne mir viel Hoffnung zu machen, war ich nach dem Bahnhof ge- gangen, um den Personenzug, der ein Uhr fünfundvierzig von Toul kam, zu erwarten. Vielleicht hatte ihn mein Freund benutzt. Ich wüßte, wo Larciers Vormund wohnte. Eines Sonn- tags wareu wir nach Toul gefahren, um dort spazieren zu gehen. Ich hatte Larcier zu seinem Verwandten begleitet und vor dem Gitter des kleinen Gartens draußen auf ihn gewartet. Der Greis hatte meinen Freund damals heraus- begleitet: ich stand fünfzehn oder zwanzig Schritt« von dem Gttter entfernt, als Larcier aus dem Garten herauskam, und darum war ich Herrn Donnel nicht vorgestellt morden. � Der Besitz lag nahe bei Toul, ungefähr fünfzehnhundert Schritt vom Bahnhof entfernt, in einer kleinen, von Gärten umgebenen Häusergruppe. Ich ging die Straße entlang, die zu dieser Art Weiler führte. Es war ein von Bäumen ein- gefaßter Weg. Von Zett zu Zeit kam man an einer Fabrik oder an einem Holzhos vorbei: ringsherum lagen Felder. Das Haus Bonnels war von ferne nicht zu sehen, denn es lag etwa hundert Schritt hinter einer Biegung des Weges. Ungeduldig wünschte ich schon dort zu sein. Wenn es mir sonst auch ein wenig peinlich war, zu einem Menschen, den ich nicht kannte, zu gehen, so empfand ich an jenem Tage diese Verlegenheit nicht, so sehr trieb mich mein freundschaftlicher Eifer, zu erfahren, was aus Larcier geworden war. Als ich an der Biegung des Weges anlangte, gingen zwei Arbeiter an mir vorbei, und ich härte den einen von ihnen sagen:„Es ist gegen zwei Uhr morgens geschehen... Er wird schon lange in Belgien oder in Deutschland sein. Den werden sie nicht so schnell fassen...* Von jäher Unruhe ergriffen, blieb ich plötzlich stehen, ehe ich in den Weg einbog, als ob ich Furcht vor dem hätte, was ich auf diesem noch nicht sichtbaren Teil der Straße sehen würde. Mühsam schleppte ich mich weiter, die Füße ver- sagten mir, und als ich um die Biegung des Weges herum- kam, sah ich ungefähr fünfzig Leute vor dem Hause Bonneis stehen. Ich halle kaum noch die Kraft, bis dahin zu gehen: eine so fürchterliche Angst hatte sich meiner bemächtigt, das, was ich erriet, bestätigt zu hören! Ich schleppte mich mechanisch weiter und mischte mich unter die vor dem Gttter stehende Menge. Einige der dort stehenden Neugierigen blickten mich an. und einer von ihnen bemerkte die Nummer auf meinem Kragen. Er wandte sich an einen allen Herrn, der vor der Tür stand, und sagte zu ihm:„Herr Kommissar, da ist gerade ein Unteroffizier aus demselben Regiment." Ein grauer Bart umrahmte das Gesicht des Kommissars, und über den Augen sträubten sich dl« buschigen Augen- brauen. Er fragte mich:„Sie kennen Larciers „Ja, Herr Kommissar," antwortet« ich mit schwacher Stimme,„ich kenne ihn. Aber was ist denn geschehen? Ich komme soeban m Toul an und habe von mchis ei« Ahnung.«/(Fortsetzung folgt»; Fälle, wenn die Freunde der Mädchen auf Geschlechtstrauthelfen| mehrere neue Rrantheitsfälle eingetreten. Soweit bisher unterfucht werden sollen. Nicht selten gehen sie in der Nähe des betannt geworden ist, find Todesfälle glücklicherweise nicht Pflegeamtes auf und ab, in der Erwartung, daß ihre Freundin zu verzeichnen. herausfomme. Dann werden sie hereingebeten. Buerft fchimpfen sie, dann gehen sie aber auf eine Untersuchung ein und Berufung eingelegt hatten, wird der Werffpionageprozeß nod einmal in Stuttgart verhandelt werden, wobei die einstigen Gegner Richard Kahn und Generaldirektor Böninger als 3eugen aufs treten werden. nennen nicht selten auf Befragen auch andere junge Mädchen, Paul Kaßner als Häuptling der Sioux. ble Stuttgarter Polizei sich gewiffer Methoden bebient hat, die an die mit denen sie Berfehr hatten. Noch schwieriger sind die Dinge, wenn sie vorgeladen werden müssen. Aber auch hier läuft alles legten Endes glimpflich ab. Nur selten fommt es wegen Infizierung zu einem Strafantrag. Das Verfahren tann nur auf Antrag des Gefchädigten eingeleitet werden und dazu geben sich die Mädchen und die Männer nur selten her. Trotzdem haben Berurteilungen aus dem entsprechenden Paragraphen bereits stattgefunden. Im ganzen hat das Pflegeamt sich mit 132 Männern zu befassen gehabt; nur zehn von diesen waren von der Polizei zugeführt worden. 4004 Das Pflegeamt mit feinen zehn Fürsorgerinnen für hie Männer gibt es einen Fürsorger, der bereits in 150 Fällen einzu. greifen hatte vollbringt eine äußerst notwendige Ar. beit. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß die Fürsorgerinnen über jedes Mädchen Akten anlegen, über jedes Mädchen genaue Ermittelungen anstellen und es so lange betreuen, bis es untergebracht ist. Die vielen Dantesbriefe legen ein beredtes Zeugnis ab von dem Erfolg dieser Tätigkeit. Sie ist in erster Linie vorbeugender Natur. Darin liegt ihre größte Bedeutung. Mittwoch Fahrt des„ Graf Zeppelin". Er wird Berlin besuchen! Friedrigshafen, 22. September. Wie Dr. Edener mitteilte, ist mit der nächsten Fahrt des ..Graf Zeppelin für Mittwoch fommender. Woche zu rechnen. Jazwischen ist man dabei, die Ergebnisse der Untersuchungen bei der letzten Fahrt durchzuarbeiten. Bor allen Dingen handelt es sich darum, daß der Luftzug, der durch die arbeitenden Propeller verursacht wird, etwas abgeleltet wird. Dr. Edener hofft, am Dienstag mit diejen Es handelt sich bei den Merftarbeiten nur un pleine Ver. hefierungen, bernehmlich an der Hülle, die an verschiedenen Stellen straffer gespannt werden soll. Möglicherweise wird den Motorengonbein eine etwas veränderte chfenrichtung ge= geben, wodurch der Propellerstrom mehr vom Schiffstörper abgelenkt würde. Es handelt sich dabei nur um fleirete Arbeiten. Gine betrunkene Geschichte. Die geftrige Berhandlung gegen den fogenannten König der Fassadenfletterer, Paul Raßner, begann erst am fpäten Nachmittag Hafner wurde schwer gefeffelt aus dem Untersuchungsgefängnis unter der Eskorte einer ganzen Shar von Gefängnisbeamten und Justizwachtmeiffern auf die Anklagebant geführt, die außerdem, ebenso wie die sämt lichen Türen des Scales, von einem ftarten SchupofomImando noch bewacht wurde. Raßner ist ein schlanker, blonder, sympathischer Mann von 28 Jahren. Bor Eintreten in die Berhandlung stellte Rechtsan malt Dr. Eisenstädt den Antrag, Raßner bie Retten ab. walt Dr. Eisenstädt den Antrag, aßner die ketten abzunehmen. Amtsgerichtsrat Burkert ordnete die Abnahme der Handseffeln an, damit jede Hemmung in der Verteidigung des AnDie Wanderratten Montag, den 24. September, abends 8 Uhr Theater in der Klosterstrasse Uraufführung der politisch- satirischen Revue DER ZUG DER ZEIT Von Dr. Fritz Berg und Leo Freund. Musik v. Claus Clauberg Regie: Ernst Raden, Bilder von Go thard Itting. Darsteller: Friedel Hail Charlotte Arno/ Theo Maret Ari Vater Einige Karten sind noch zu haben T geflagten vermieden werbe. Baul Kagner ift 1900 in Berlin gegetlagten vermieden werde. Baul Kaßner ist 1900 in Berlin geboren. Die Jugend war troftlos, da der Bater rinker war. Von den fünf Geschwistern leben nur noch die beiden Brüder Baul und Willi, beide Fassadenfletterer. Paul war mit 13 Jahren schon zur Beobachtung in 3rrenan Arbeiten fertig zu sein. Nach der Mittwochfahrt dürfte der Grafft alten. Aus der Fürsorgeanstalt ist er entwichen und erhielt Zeppelin voraussichtlich eine große Fahrt nach Nord- seine ersten Strafen im Alter von 18 Jahren. Damals verübte er deutschland machen und dabei auch der Reichshauptstadt| Taschendiebstähle auf Märften. Dann folgten feine Strafen sehr einen Besuch abftatten. Wenn es möglich ist, sollen auch schnell, darunter auch Zuchthaus. Die Anflage lautete diesmal Dresden und Breslau berührt werden. File die Fahrt hat sich gegen st. auf Erpressung und erschwerten Waffen befizes und Berübung pon Gewalttätigteiten. auch der Reichsverkehrsminister o. Guérard angemeldet. Auch der Mitangeflagte Schlosser und Musiker Friz Stil. Autofahrt war die Gesellschaft, die mit K. zusammenfuhr, im Begebauer ist des unerlaubten Waffenbefizes schuldig. Bei einer sik von drei Revolvern. Den einen hat R. mährend der Fahrt dem Kraftwagenführer dauernd hinter das Dhr gehalten, indem er ihm zuries: Fahr' zu, fahr zu, wenn du bei einem Blauen stehen bleibst, find acht Schuß dein!" Zu der Anklage äußerte sich K. achfelzudend: Was soll ich da sagen, wenn die Leute das behaupten. Ich fann mich an nichts erinnern. Ich war total betrunken. Der Angeklagte Stilgebauer gab den Waffenbesig zu. An dem Abend habe R. fich wie ein kleiner Fürst benommen und sei so stern. hagel betrunten gewesen. Er fuctelte mit der Waffe her um und rief im Auto: Ich bin Häuptling der Sibug!" Sie hätten ihm die Baffe nur gelaffen, meil er bei der Wegnahme tobte und als fie fich überzeugt hatten, daß fie ungeladen Die alte Mutter des Angeklagten, bei deren Anblid Kaßner zu weinen anfing, schilderte ihn als einen guten Jungen, ber aber leid erregbar sei und franthaft veranlagt ist. Nach ihrer Bernehmung rief der Angeklagte der Mutter zu: Die alte Frau mit den nerhärmten, besser, wenn du gehst!" fummervollen Zügen schlich darauf stillschweigend hinaus. Gefängnisarzt von Tegel, mo. jegt eine Reststrafe verbüßt, Medizinalrat Dr. Münich, bezeichnet R. als einen leicht reizbaren, jähzornigen Binchopathen, der unbeherrscht seinen Trieben folgt und auch durch hohe Strafen nicht abgefchredt wird. Sinnlose Trunkenheit liege jedoch diesmal nicht vor;§ 51 finde also feine Anwendung. Ueber die in der Preise aufgetauchten Pläne vom Empfang in den Vereinigten Staaten find dem Luftschiffbau Zeppelin Einzelheiten nicht bekannt geworden. Ebensowenig fäßt es fich sagen, wie weit sich die geplante Reife des Luftschiffes von atehurst aus erftreden wird. Sicher ist, daß eine Fahrt durch einige Staaten der Union zur Durchführung fommen wird. Aus Amerita find Nachrichten über die beabsichtigten Empfangsfeierlichkeiten für den„ Graf Zeppelin" eingetroffen. Das Luftschiff wird zunächst nach Lakehurst steuern und dort vom amerikanischen Marinestaatssekretär Bilbur empfangen werden. Wahrscheinlich wird die„ Los Angeles" dem größeren Schwefterschiff entgegenjahren, das ja auch den Kommandanten der„ Los Angeles", Commander Rosendahl, an Bord haben wird. Auch Präsident Coolidge wird es sich nicht nehmen laffen, die Befchung des Graf 3eppelin" persönlich bei fich zu begrüßen. Im Anschluß ist dann eine Rundfahrt des Luftschiffes durch die großen Städte Amerifas vorgefehen. Dr. Edener rechnet nunmehr damit, daß d'e Fahrt nach Amerifa im ersten Oktoberdrittel angetreten werden kann. Eine Potsdamer Schule geschloffen. 65 Kinder ertranft Gestern ist auf Veranlassung der Potsdamer Gefundheitsbehörde die 7. Gemeindeschule wegen zahlreicher Erfrantungen von Schülerinnen geschlossen worden. Man vermutete anfänglih Diphtherie, inzwischen ist aber durch eine batteriologische Untersuchung festgestellt worben, daß es sich nur um eine Halsentzündung handelt, die jedoch infettiöfen Charafter trägt. Um eine Weiterverbreifung der Strantheit zu verhüten, ist daraufhin die sofortige Gließung der Schule veranlaßt woorden. Der Schul betrieb soll dann erst nach den Herbstferien, die furz bevorstehen, mieder aufgenommen werden. Wie noch aus Potsdam mitgeteilt wird, liegt bisher kein Anlaß zu irgendwelchen Resorg niffen vor. Auf Ersuchen des zuständigen Kreisarztes wurde gestern dia Staffe 8b der 10. Gemeindeschule in Wilmersdorf ge. schloffen. Bor etwa acht Tagen erfrankten mehrere Schüler an Windpoden. Inzwischen sind von 39 Schülern 38 volt der Krankheit befallen worden. Auch hier wird der Unterricht bis zum Beginn der Ferien ausgesetzt werden. Eine Desinfektion der Räume ist inzwischen veranlaßt worden. Die Scharladh, Diphtherie- und Majernerfran. tungen in Michendorf im Kreise 3 auch. Belzig, über die wir vor einigen Tagen berichteten, haben noch eine weitere Ausbreitung erfahren. Die Zahl der erkrankten Schulkinder hat sich trop der Abwehr- und Sicherheitsmaß nahmen weiter erhöht und ist von 60 auf über 80 gestiegen. Auch in Langermisch, einem Nachbarort von Michendorf, find mar. „ Es ist Der Der Staatsanwalt hatte gegen Paul Raßner 14 Monate Bucht haus beantragt, mogegen sich Rechtsanwalt Dr. Eisenstädt ente schieden mandte. Es sei doch eine reine betrunkene Geschichte, ein Autoholerzeß. Das Schöffengericht bezeichnete im Urteil die Tat Raßners als ein Räuberstückchen. Er habe einmal feine Macht zeigen wollen. Dem Angeklagten wurden jedoch in diesem Falle mildernde Umstände zugestanden. K. wurde zu fechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mitangeklagte Stil gebauer erhielt sechs Wochen Gefängnis. Die Kleinen bleiben hängen! Rachwehen zum Norma- Riebe- Prozeß. Bor einigen Wochen endete der aufsehenerregende IndustrieIpionageproze B, ben die norma- Berte in Stutt. gart gegen die Berliner Riebe Werte angestrengt hatten, vor dem Landgericht in Stuttgart mit einer Einigung der Bar teten. 3 Mit der Zurücknahme des Strafantrages gegen Richard Kahn und seinen Schwager, Direktor Rosenthal, war auch eine 2 m nest ie" den anderen Angeflagten gegenüber verbunden mit Ausnahme der Beschuldigten, Ingenieur Harrer, Werkmeister Rein und Werkzeugmacher 3eifang. Die drei Angeklagten hatten damals den Antrag gestellt, das Verfahren gegen jie möge nach der Einigung der Hauptbeteiligten niedergeschlagen werden, doch wurde der Prozeß gegen sie zu Ende geführt, da das Bericht voraussah, daß ein Niederschlagungsverfahren Monate in Anspruch nehmen würde. Die drei Angeschuldigten wurden damals zu mehr oder minder langen Freiheitsstrafen verurteilt. Jezt hat das württembergische Justizministerium und auch die mürttembergische Staatsregierung die Niederschlagung des Verfah rens abgelehnt. Da die drei Angellagten inzwischen fürsorglich Die Berteidigung will ferner den Beweis dafür antratea, daß dritte Untersuchungsform a meritanischer Polizei erinnert. Es wird unter Bemeis gestellt, daß die Polizeibeamten von den Rorma- Werfen Entschädigungen erhalten haben, und daß infolgedessen die Untersuchung einseitig geführt worden sei. Der Wiener Elternmord. Die Aussagen des Gymnasiasten. Wien, 22. September. Ferdinand Urtmann junior wurde heute in das Hospital für Untersuchungsgefangene eingeliefert, mo ihm die Wunde, die er an der Hand erlitten hat, vernäht wird. In der mittagsstunde wurde die ordentliche Untersuchungshaft durch das Landesgericht über ihn verhängt. Die Obduktion der Leichen feiner Eltern wurde beendet. Sie hat ein Ergebnis gezeitigt, das den jungen Artmann weiter schwer belastet Auf Grund des Obduktionsbefundes wird die Untersuchung gegen Artmann junior von dem Berdacht ausgehen, einen Doppelmord an feinem Vater und feiner Mutier verübt zu haben. Die Unterfuchung in der Familientragödie Artmann hatte Freitagabend eine neue Benbung erfahren. Der junge Artmann widerrief sein Geständnis, daß er seinen Vater in Notwehr erschossen babe. Er erflärte, daß er dieses Geständnis nur aus 2iebe zu seiner Mutter gemacht habe, um sie von der Schuld eines mortes reinzuwajden. Hierzu wird uns meiter gemeldet, daß der Gymnafiast Herbi nand Artmann bei dem fortgesetzten Berhör, bei dem er wieder eine unheimliche Ruhe zur Schau trug. feine Aussage aufrecht erhielt, er habe beim Eingreifen in den blutigen Kampf zwischen seinen Eltern mit Meffer und Revolver ten wahrscheinlich tödlichen Stich gegen feinen Bater in Notwehr geführt. Die noch nicht abgeschlossene Obduktion der Leichen des Ehepaares Artmann fonnte noch feine Klarheit schaffen. Später widerrief der junge Artmann dann sein Geständnis und erklärte, er habe, als er auf die Schüsse hin in das Schlafzimmer der Eltern eilte, gesehen, wie die Mutter dem Vater das Messer entwand und auf ihn los stach. Da habe ihn das bei diefer Aussage verwickelte der junge Artmam fich in zahlGrausen gepatt und er fei aus dem 3immer geflohen. Auch reiche Widersprüche und es erscheint zurzeit ausgeschloffen, von ihm ein wahrheitsgetreues Blb der Vorgänge zu erhalten. Todesurteil gegen Siebzigjährigen. Begnadigung wahrscheinlich. Cyd, 22. September. Nach zweitägiger Berhandlung verurtellfe das Schwurgericht in Cyd den fast 70jährigen Atiker Johann Sebrowiti aus dem Krelle Cnd wegen Mordes zum Tode und den üblichen Tiebenftrafen. Sebrowsfi hatte im Mai dieses Jahres feine Ehefrau vorfählich durch Erdrosseln getötet Es ist so gut wie sicher, daß die preußische Staatsregierung in diesem Falle von ihrem Begnadigungsrecht Gebrauch machen wird. do Gozialdemokratie und Wehrfrage. Eine Berfammlung des Kreifes Ziergarten. Der Bau des Panzerfreuzers A hat in der Partei eine Diskussion über die Stellung der Sozialdemokratie zum Wehrproblem ausgelöst. Dieses Thema foli ja auch den Barteitag im Frühjahr beschäftigen. Ueber das zu schaffende Wehrprogramm referierte am Freitag Genosse Dr. Mierendorf in einer Versammlung des Kreises Tiergarten in den„ Arminius- Festfälen". Ausgehend von der Banzerfreuzerfrage, führte der Redner aus: Auf ihren außerordentlichen Parteitag will sich die Sozialdemokratie ein ehrprogramm geben. Eine Programmfommission wirb die vorbereitenden Arbeiten übernehmen. Es ist jest naturgemäß ſehr schwer, ein derartiges Programm zu schaffen, meil auf alle Disfuffionen der Schatten des Panzerfreuzers fällt. Ein Teil der Partei ist für Landesverteidigung, ein anderer gegen jede Rüstung. Wir müssen einen Mittelweg suchen. Wir fönnen aus taftischen Gründen fein Behrprogramm machen, das die Reichswehr grundsäglich ablehnt. Wir müssen an die Spige unseres Behrprogramms Kampf gegen den Militarismus und Sicherung des Weltfriedens stellen. Militarismus heißt nicht nur Gemehre und Kanonen befizen. In den Ländern mit Militarismus herrscht das Militär und nicht die zivile Gewalt. Auch in der Republif batte Deutschland eine Beitlang eine Nebenregierung die Reichswehr. Die Reichswehr mill voll ausschöpfen, was der Versailler Vertrag Deutschland an Rüstungen gestattet. Dagegen müssen wir uns mehren, das würde eine Beteiligung am Wett rüsten sein. Jeber sieht ein, daß die Marine für Deutschland ein Unfug ist. Wir bedürfen bestenfalls einiger Minenboote, eines Küstenschutzes. Der Reichswehretat muß zufammengestrichen werden. Wenn die Reichswehr das nicht will, dann müffen wir eben von der 100 000- mann- Grenze heruntergehen auf 50 000 oder 70 000 Mann Reichswehr. Wir müssen in einem sozialistischen Behrprogramm fordern, daß die Reichswehrfoldaten Koalitions- und Wahlrecht erhalten. Kein Kadavergehorfam, sondern Mitbestimmungsmöglichkeit muß in der Reichswehr bestimmend sein! De totale Abschaffung der Reichsmehr ist tattisch nicht flug und vom Standpunkt des Sozialisten Bettstellen- Ausnahmetage Mit Zagledermafratze, weiß oder schwarz, 80X195 13.75 Mit Zugfedermatratze, 26 mm Bügel, mit Messingkugein im Kopf- und Fubteil, weiß oder schwarz, 90x190 17.50 Mit Zugiedermatratze, 33 mm geschl. Stahlrohr, mil schönervierkartigerMessing verzierung, weiß od. schwarz, 90x190 23.50 Seit 1886 BettfedernGustav Fabrik Lustig Messing- Bettstelle Wilmersdorfer Str. Prinzen- Str. Bogenform, mit Zug- 49.- 138 federmatratze.... an der Bismarck- Str. ECKE Sebastian- Str. wicht zu verantworten. Auch ein fozialistischer Staat muß sich gegen nichtsozialistische Grenzländer feiner Haut wehren tönnen. Das Behrproblem muß in lebendiger Mitarbeit mit ben Massen der Partei gestaltet werden. In der Distuffian führte Genosse Otto Meier aus, daß der Bau des Panzerfreuzers feine Frage des Wehrprogramms ist, sondern eine inner politische Frage. Solange die Reichswehr ein Fremdförper im demokratischen Staat ist, solange bewil. ligen wir tein Gewehr. Bei den Diskussionen über das Behrprogramm muß genau unterschieden werden, welche Aufgaben der Reichswehr im sozialistischen und im bürgerlichen Staat zufallen. Die Sozialdemokratie ist die stärkste Stüße des Weltfriedens. Wir sind gegen jede Aufrüftung, daß muß vor allem flar und deutlich im Wehrprogramm festgelegt werden. In der nachstehenden Resolution, die einstimmig angenommen wurde, ist die Meinung der Versammlung festgelegt: " Die Berliner Reichstagsabgeordneten der GBD. werden ersucht, dafür zu sorgen, daß die Fraktion noch vor der Abstimmung des Reichskabinetts über die zweite Rate des Panzerkreuzers zusammenkommt und den Genossen Hilferding bindend anweist, auf jeben Fall non feinem Betorecht gegen die Cinſtellung der zweiten Rate in den neuen Reichshaushaltungsplan Gebrauch zu machen. Es muß mit allen gefeßlichen Mitteln ber hindert werden, tak bas Reichskabinett die zweite Rate in ben Reichshaushaltungsplan einfegt." find, tommt jetzt die Berbilligung des Baffers. Aber darüber wird man im Bager der Schwarzweißroten möglichst mit Stillschweigen hinweggehen und über Berlin wird man weiter schimpfen. Berlin von der Wasserseite. werfen foll man aus Gründen der Schamhaftigkeit nicht magen. Diese Schamhaftigkeit ist nur bedenklich angesichts der Feststellung eines bedeutenden Kinderarztes, Baginsky, der aus seiner großen Erfahrung heraus erklärte, nach den Masern sei die Gonorrhoe der Mädchen die ansteckendste Kinderkrankheit! Meine Forderung geht nun dahin, sich durch einen Blick zu überVezeugen, ob an den Genitalien ein eitriger Ausfluß oder eine Entzündung besteht. Bei einem geschickten Untersucher wird der dazu nötige Handgriff nicht viel auffälliger und unangenehmer für das Rind sein als die tägliche Prozedur des Waschens. mur er! Nicht Parteiaustritte, sondern Eintritte. brüden borüber, an deren Schienen alle möglichen hängenden Ge- ob die Gefahr allgemein ins Gewicht fällt Stadtrat Schminde gab Wenn man verstopfte Ohren hat. UusZu dem Artifel der„ Roten Jahne" vom Sonntag, bem 16. Sep. tember, Nr. 219 ,,, Rebellion der EPD.- Arbeiter gegen Parteivorstand und Barteiausschuß" stellen bie Funktionäre der 116. Abteilung feft: In der fraglichen Mitgliederversammlung erfolgten teine 4 2ius fritte, sondern es waren Neueintritte zu verzeichnen. Lächerlich ist es, zu behaupten, daß die Versammlung auslief wie das Hornberger Schießen. Die Bersammlung wurde nach lebhafter, aber durchaus fachlicher Disfuffion ordnungsmäßig zu Ende geführt. Ebensowenig stimmen die anderen Ausführungen der Roten Fahne" mit den tatsächlichen Borgängen überein. Im übrigen empfehlen wir dem Horcher, sich zunächst einmal die Ohren gründlich säubern zu faffen. Handball- Städtekampf Berlin- Dresden. Muß wegen der Bersplitterung ausfallen. Für heute nachmittag 16 Uhr war auf dem Sportplag am Urban ein Städtetampf im Handball zwischen Berliner und Dresdener Arbeitersportlern angefeßt. Die durch die Kom munisten hervorgerufene 3erfsplitterung hat zu einer Entfcheidung des Bundesvorstandes geführt, nach der mehrere Mitglieder der vorgesehenen Eif nicht mehr dem Bunde angehören. In der kurzen Zeit, bie noch zur Verfügung stand, fonnte eine neue Elf nicht mehr zufammengestellt werden. Aus diesem Grunde ist feitens der Kreisleitung für Handballspiele beschlossen morden, die Beranstaltung abzusagen. Für die bezogenen Eintrittstarten wird das Gelb 3uridgezahlt. Die Veranstalter bitten, sich dieserhalb an die Berfäufer der Karten zu wenden. Berliner Baffer für Schöneberg und Steglitz. Ein Film der Arbeit und des Handels. Behala genannt, hat von ihren ausgedehnten Hafenanlagen, beDie Berliner Hafen und Lagerhaus A. G., furz fonders aber von denen des Westhafens einen Film herstellen lassen, der einem geladenen Kreis von Interessenten vorgeführt wurde. Generaldirektor Schining hatte den einleitenden Vortrag über nommen, aus dem man einen erfreulichen ständigen Aufstieg des Berliner Wasser- und Hafenverkehrs feststellen konnte. Wurde im ersten Halbjahr 1924 von der Behala ein Güterumschlag von 437 000 Tonnen vermittelt, so im ersten Halbjahr 1928 ein Umschlag Don 1540 000 Tonnen. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Worten des Redners lief der Film zum erstenmal. Weder der Ein heimische noch der Fremde kennt Berlin von der Wasserseite, und hier gewinnt er ganz erstaunliche Einblicke. Wer möchte nicht als Laie und als Unmissender immer noch lächeln, menn von Berlin als Safenstadt gesprochen wird. Man wertet das ungefähr so wie wenn man von der großen Seestadt Leipzig spricht. Und nun gleiten im Film an dem verblüfften Zuschauer riesige Wasserstraßen, gewaltige Speicher, wahre Mammutgerüste von Verladefährte vorüberhuschen. Waren von vielen Zentnern Gewicht sieht man mit einer spielerischen Leichtigkeit hierhin und dorthin schweben. Krane von allen möglichen Größen und Formen heben und fenten Lasten aus den Rähnen in die Speicher, aus den Speichern auf die Lastautos und Lastwagen oder von den Lastwagen in die Kähne ober aus den Kähnen auf die Eisenbahnwagen. Ein sinnvermirrendes Ueber, Unter, Durch und Nebeneinander von Arbeitern, Waren und Gefährten, ein fleißiges und eifriges, aber fein haftiges Ar. beiten. Ein Arbeiten, das sein eigenes Tempo hat. Dann sieht man lange, magere Riesenrohre sich in einen Rahn fenten und man sieht im Speicher den goldenen Strom der Milliarden Weizen- und Roggenförner ununterbrochen zu Bergen emporrauschen. Das großartigste Hafen- und Handelsleben entfaltet sich in dem Westhafen, der 34 Heftar groß ist, brei Hafenbeden befigt, die eine Railänge von 3400 Meter haben, an benen 100 Rähne anlegen tönnen. Aber auch im Osthafen und in den vielen anderen Häfen herrscht regites Leben. Der Film wurde von gelabenen Säften, unter denen man Stadtrat Czeminsti, Bürgermeister Scholz- Neukölln, Direttor Brolat, Stadtmebiginalrat Dr. v. Drygalsti und viele Stabtperordnete sah, lebhaft und freudig applaudiert.. Er zeigte in allen seinen Phasen so viele auch den Laien fremde Momente, daß man wünscht, ihn auch in unseren Lichtspieltheatern und besonders in den Theatern der Provinz zu sehen. Denn Berlin fann fich als Hafenftabt neben Städten wie Stettin, Danzig, Lübeck und sogar Bremen und Hamburg sehen lassen. 190 Die Ordner der proletarischen Feierstunden treffen sich heute, Sonntag, den 23. d. M., zum Dienst für die Jugendweihe im Großen Schauspielhaus pünftlich 8% Uhr vorm., Eingang Schiff bauerbamm bigblisboul Das Elefantenhaus wird von morgen, Sonntag, ab für das Publikum zur Besichtigung des jungen Elefanten geöffnet. er Schützt die Kinder! bb6M Ein ernstes Wort in sehr ernster Sache. Die fommunistische Frattion in Neukölln hat mir einen großen Dienst erwiesen. Sie hat in öffentlicher Versammlung die Frage zur Debatte gestellt, ob Kinder, die in heime ver fidt werden, auf das Borbandenfeinnon Bellets frantheiten untersucht werden sollen. Anlaß dazu gab eine in Neukölln von mir ausgegangene Verfügung, die eine derartige Maßnahme borsieht. Die Kommunisten sprachen von Blaffenweiser Vorführung zur Untersuchung und von Zwangsuntersuchung. Derartiges ist von mir nie verlangt aber gebilligt worden. Man muß den Kommunisten zugeben, daß ihre Behauptung, wenn nicht wahr, fo boch gut erfunden ist. 3wang ist ein häßlicher Begriff und erregt stets Opposition. Oppofition zu erregen gegen sozialdemokratische Beamte ist aber der faum verschleierte Zwed des ganzen Borstoßes. Ich nehme gern Gelegenheit, den von mir unternommenen Schritt zu begrümden. Der von den Gemeindebehörden Groß- Berlins schon vor län gerer Beit gefaßte Beschluß, die Wasserversorgung von Söneberg und Steglig ben Charlottenburger Baffer und Industriemerten A- G. bei Ablauf des Bertrages abzunehmen und ben Berliner Stäbfischen Ballermetten zu über tragen, fann jezt durchgeführt werden. In der Nacht vom 30. September zum 1. Oftober werden die alten Verbindungen zwischen dem Wafferrohrnez von Schöneberg und Steglig und dem Rahrne der Charlottenburger Wasser- und Industriemerte 2.-G. aufgehoben und die bereits fertigen neuen Verbindungen mit dem Rohrney ber Berliner städtischen Bafferwerte in Betrieb genommen. Dieser Schritt auf dem Wege zur Kommunalisierung der gesamten Wasserversorgung Groß- Berlins hat, als er beschlossen wurde, ausnahmsweise einmal nicht den üblichen Entrüstungssturm bürgerlicher Kreise gegen sozialistische Kommunalisierungsbestrebungen hervorgerufen. Aber einige 3eit nachher hatte es einen Entrüstungssturm gegen die Ein Neuköllner Kind wurde in ein Erholungsheim verCharlottenburger Wasser und Industriewerfe schickt und tam mit einer schweren Gonorrhoe zurüd. Die 2. G. gegeben, die damals in den heißen Sommermonaten völlig Eltern des erkrankten Kindes erklären mit aller Entschiedenheit, daß persagt hatten, so daß in den von dieser privaten Erwerbsgesell ihr Kind vor der Berfchidung nicht infiziert mar. Nieschaft belieferten Bezirten ein sehr bedentlicher Wassermangel ent- mals ist festzustellen, ob die Erklärung der Eltern richtig ist, niemals, stand. Gerade die Leistungsunfähigkeit der Gesellschaft wurde ein ob ein anderes Kind die Krankheit eingeschleppt hat, da alle Kinder Anlaß zu dem Beschluß, die Schöneberger und Steg- nicht vor der Reise auf das Vorhandensein einer derartigen Krankheit liger von ihr zu befreien. Die Wirkung der jegt erfolgen unterfucht waren. Dagegen hatte jedes Kind ein Attest, in dem ein den Uebernahme auf Berlin ist für Schöneberg und Stegliz auch im Arzt des Gefundheitsamtes bescheinigt, daß das Kind ärztlich unter Geldpunkt sehr günstig, weil sie den jetzt etwa 300.000 Einwohnern fucht und frei von Ungeziefer und anstecenden Krankheiten ist. Ich dieser Bezirke eine sehr bedeutende Berbilligung des bin der Ansicht, daß das Gesundheitsamt damit eine Berantwortung Wassers bringt. Bei der privaten Gesellschaft ftellte fich für die übernimmt, die es nicht tragen bann. Im übrigen hat auch StadtFleinen Verbraucher der Wasserpreis einschließlich Berwaltungsrat Schminde por ber Attion dieselbe Auffassung vertreten. Es gebühren auf 50 Pfennig, ja auf 60 Pfennig je Stubikmeter, bei den war mir daher völlig überraschend, daß er einige Wochen später die Berliner ftädtischen Bassermerten aber merden fie tünftig nur Don mir erlaffene Berfügung als unjozial empfand. 15 Pfennig zu bezahlen haben. B Schöneberg und Steglig gehören zu den Bezirken des Weftens, in denen sonst immer barüber geftöhnt und geschimpft wird, daß man von der Verschmelzung mit Berlin, nur Nach teile" gehabt habe. Zu den vielen Borteilen, die den Bezirten des Beftens aus der Eingemeindung tatsächlich entstanden Für Senkluss oder Hohlfuss, für Knickfuss oder Spreiziuss, überhaupt für Fussschmerzen jeder Art gibt es nur eine richtige Heilmethode: Dr. Scholl's Fusspflege- System 3 Es ist notwendig zu erflären, wie die Verschidungsuntersuchungen vor sich gehen. Die Kinder werden meist nur bis zu den Hüften entkleidet. Auf Grund dieser Untersuchung wird dann das Freisein von Ungeziefer und ansteckenden Krankheiten bescheinigt. Der Unterförper wird, wir mir bekannt ist, meist nicht untersucht. Einen Blid auf die Geschlechtsorgane au Werden die Mütter diese Untersuchung als rigoros empfinden? Es kommt ziemlich häufig vor, daß eine Mutter bei der Untersuchung des Kopfes beleidigt ist und erklärt, ihr Kind sei sauber gehalten. Fast immer gelingt es, burch ein freundliches Wort die Frau zu be gütigen. Etwa dieselbe Situation wird sich bei der Untersuchung auf Geschlechtskrankheiten ergeben. Wenn man die Eltern eingehend über die furchtbaren Gefahren dieser Krankheiten belehrt, was sowohl bei der Untersuchung als in Elternoersammlungen geschehen muß, werden die Schwierigkeiten durchaus nicht unüberwindlich sein. Mit dem Kampje um die Aufklärung der Eltern rennen die Kommunisten selbstverständlich offene Türen ein! Die Verfügung erfolgte etwa eine Woche vor Rückkehr des Stadtrats Schmincke aus seinem Urlaub und am Tage nach seiner Rückkehr ging ich auf Urlaub. Die Möglichkeit, eine Elternversammlung mit diesem Thema abzuhalten, hatte alip Für die Eltern mird es bei der Beurteilung ber Frage wesentlich fein zu wiffen, ob eine Uebertragung eine Seltenheit bebeutet, oder unlängst auf der Arso Zahlen bekannt, die geradezu alarmierend erscheinen. In einer Anstalt sollen 3 Broz. aller Kinder an Gonorrhoe gelitten haben. Nicht zuletzt diese Zahl ließ mich zu der Ueberzeugung fommen, daß besondere Borsichtsmaßnahmen geboten find. In der Kinderheilanstalt Buch wurden in 16 Monaten 161 Mäbchen wegen Gonorrhoe beob achtet. In der Boliklinik des Birchow- Krantenhauses waren 1924 67 Fälle mit Gonorrhoe und 101 mit Gonorrhoeverdacht, gegen 26 refp. 27 Fälle im Jahre 1921. Diefe traurigen 3ohlen find zu erflären durch soziale Mißstände, vor allem die Wohnungsnot und den knappen Bestand an Betten und Wäsche, der in den meisten Häusern vorhanden ist. Es wäre aber höchst unsozial, wollte man vor diesen Tatsachen die Augen verschließen und der Ausbreitung der Seuche nicht vorbeugen! 3ft ein trantes Kind vorhanden, dann ist auch in gut geleiteten Heimen die Gefahr der Hebertragung groß. Ist einmal eine Infektion passiert, dann sind die Folgen nie abzusehen. Bei einer Nachuntersuchung wurde gefunden, daß 57 Pro3. der Frauen. die als kind eine Gonorrhoe burchgemacht hatten, in der Che finderlos blieben! Aus diesen Gründen haben sich eine Reihe der besten Sachfenner auf das entschiedenste für die obligatorische Untersuchung vor Heimverschidungen ausgesprochen. So z. B. Prof. Fischer- Desoy, der auch darauf hinweist, daß das Freisein von anstedenden Krankheiten ohne ein solche Untersuchung eigentlich nicht bescheinigt werden darf. Gumpert forderte schon 1924 auf Grund feiner Erfahrungen die obligatorische Untersuchung. Theoretisch ist die Forderung fchon oft erhoben morden, nur prattisch will niemand dies heiße Eisen anfassen. Aber fann man es noch verantworten. in Kenntnis der furchtbaren Gefahr die Borsicht außer acht zu lassen? Werden die Eltern es nicht bald von uns fordern, daß mir die Kinder, die mir verschicken, vor schwerster Schädigung schützen? Es vergeht fast teine Sigung der Gesundheitsdeputation, in der nicht die Kommu nisten betonen, was für uns selbstverständlich ist: Geschlechtstrantheiten sind feine Schande, fie müssen bewertet und befämpft werden mie jebe andere Krankheit. Wieviel beißenden Spott haben fie ausgeschüttet über die falsche Scham der bürgerlichen Gesellschaft, die foviel Unheil angerichtet hat. Haben sie die Schale ihres Spottes zu schnell geleert, haben sie nicht das einfte Tröpfchen zur Selbstkritik übrigbehalten und sehen sie nicht, daß sie mit dem Vorstog in Neuföln ihre ganze bisherige Agitation Lügen strafen? Stadtverordnete Dr. med. Räthe frantenthal Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, dem 22. September. 1. Rennen. 1. Sazard( Gimpl), 2. Merkur II( Bismart), 3. Heiliger Narr( Rüder). Toto: 179: 10. Blak: 22, 14, 39:10. Ferner liefen: Ausflärung. Die Königin, Lebensmut, Formosus, Alleluia, Alerander der Große, Prinzessin Frohsinn. 2. Rennen 1. Enzian( b. Göß), 2. Brandmeister( v. Borde), 3. Barfuß ( schniger). Loto: 28: 10. Blak: 14, 19: 10. Ferner liefen: Dorn II, Tippel 3. Rennen. 1. Brellstein( Haufer), 2. Majesta( Thiel), 3. Stolzer Stämpier( Bismart). Toto: 30: 10. Blas: 14, 21, 24: 10. Ferner liefen: Prünas, Posthumus, Perseverantia, Gebelaune, Bonbonniere, Duena, Edler von Lorch, Camilla 4. Rennen. 1. Berena( Bachmeier), 2. Duellendorf( Böhlle), 3. Drut ( arr). Toto: 53:10. Blas: 20, 19, 18: 10. Ferner liefen: Robrpost, Elias, Armingard, Liebling, Angelus, Basall, Jller, Edelstein, Alfter stern, Regan, Rogane, Die Rache. 5. Hennett. 1. Heluan( Bismark), 2. Viger( Hauser). 3. Hadrian Toto: 17:10. Blat: 12, 14, 15: 10. ( biel). Ferner liefen: Staroste, Trußig, Arber, Dper, Tartar, Gilde, Balisander. 1. Philister( b. Imhoff), 2. Girant( v. Borde), 3. Narren zeit( b. Bob). Toto: 348: 10. Wlat: 36, 13, 18: 10. Ferner licfen: Titus, Le Challenge, Diamant, Baltgarben, Mataja, Zauberflöte. 6. Rennen. 7. Rennen. 1. Maufi( Schwilowsti), 2. Raps( Meia), 3. Reiher ( Sauser). Toto: 70:10. Blag: 17, 16, 18:10. Ferner liefen: Minen fönig, Armbruster, Stofa rugofa, Sentis, Feldblume, Dunkle Ahnung. Berantwortlich file Politit: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; and Sonstiges: Fris Raritäbt: Anzeigen: Th. Glode. Jämtlich in Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u Co., Berlin G 68. Lindenstraße& Sierzu 4 Beilagen und Unterhaltung und Biffen. Gewertichaftsbewegung: Fricbr. Catoru: Feuilleton: Dr. John Schilomsti; Cotales Berlag: Borwärts- Berlag Gm. b. S., Berlin Nur Metalleinlagen Kostenlose Fussuntersuchung! MetallFußstützen sind die besten Einlagen! 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Beilage des Vorwärts Sonniag, 23. September 1925 Oer Mieterschuh in Oesterreich. Reuer Kampf um eine Schicksalsfrage. r. ba. In den nächsten Tagen tritt der Nationalrat in Wien zusammen, um die erste Lesung des Gesetzes zum Zl b» bau des Mieterschutzes und einer Neuregelung der Abgabenteilung zwischen dem Bund und den Ländern zu beginnen. Beide Gesetze stehen in engem Zusammenhang. Die Sozialdemokraten, bei der letzten Wahl 43 Proz. aller Stimmen und dementsprechend auch des Parlaments, haben in früheren Jahren jede Antastung des Mieterschutzes durch Obstruktion verhindert, wobei einzelne Abgeordnete ganze Sitzungsreihen hindurch ununterbrochen gesprochen haben. Gegenüber Deutschösterreich wäre es noch verkehrt als sonstwo, den gewohnten reichsdeutschen Maßstab anzulegen, denn die Republik Oesterreich lebt unter ganz besonderen, fast einzigartigen Bedingungen. Das Wunder des reichsdeutschen Wiederaufstiegs aus dem tiefen Fall des Zu- sammenbruchs und aus dem Abgrund der Inflation kann sich in Deutschösterreich nicht wiederholen! Mit dem Zerfall des Habsburgerreiches hat die deutsch- österreichisch« Industrie sieben Achtel ihres Absatzgebietes verloren, sie ist vom Meer und der direkten Rohstosfzusuhr abgeschnitten, hohe Zollmauern erschweren ihr das Eindringen in die anderen Nachfolgestaaten, die Entwertung der Krone hat fast alles Kapital vernichtet, die frühere Hauptstadt eines Sl)-Millionen»Reiches enthält heute 1,8 von S,5 Millionen Bewohnern des ganzen Staates I Selbst die Lage Wiens am Kreuzungspunkt der Bahnverbindungen Nordeuro�a— Adria und Westeuropa— Balkan hat ihm die frühere Mittlerrolle nicht vollkommen erhalten können, denn es gibt auch andere Verbindungen, und für den Balkan kommt au' der Seeweg in Betracht! In Kenntnis dieser Umstände ist an die Betrachtung des Mieterschutzproblems in Deutschöster- reich heranzugehen. Als der Krieg ausbrach, erschien«in kaiserliches Gesetz, dajj die Mietzinse nicht erhöht werden dürfen. Wenn auch spater«ine Anpassung an die Geldentwertung versucht wor- den ist, so stehen die Mieten der Alt Wohnungen heute doch auf dem elfhundertfachen Kronenwert, wogegen die Stabili- sierung J>er Währung erfolgt ist, als sie nur� not� den 14 400. Teil ihres Wertes hatte. 10 000 Da der Schilling alten Kronen gleicht, wohnen die Altmieter äußerst billig. Die Miete ist eig.nilich nur«in Instandhaltungs- zins: da die Reparaturtosten auf die Mieter umgelegt werben, ist in ganz alten Häusern verhältnismäßig mehr zu zahlen als in jüngeren, d.h. auch hier sind die Proletarier stärker belastet als die„bessere� Leute". Deshalb fordert die Sozialbemotratie einen Ausgleichsfonds mit höheren Bei» t trägen der Begünstigten. In Wien hat mhaber die progressive Wohnbau st e das rote Wien eingeführt hat, als die Revolution es zum eigenen Bundesland gemacht und ihm die Steuerhoheit gegeben hatte. Die Wohnbausteuer wird vollkommen be- stimmungsgemäß verwendet, lieber ganz Wien ver- teilt stehen die luft- und sonnenreichen gesunden Bauten mit der Inschrift: Erbaut von der Gemeinde Wien Aus der städtischen Wohnbausteuer. So wird jedermann gezeigt, wozu diese Steuer dient. In den letzten fünf Iahren hat Wien 234 Millionen Mark ausgegeben und 40 000 Neuwohnunaen gebaut: sie sind zwar klein, von. 1 bis zu höchstens S Räumen, aber in Oesterreich wohnte man auch vor dem Kriege bedeutend enger und schlechter als im Reiche. Wenn jede neue Wiener Gemeindewohnr ihre eigene kochherv hat, W Dampfwaschküchen mit Tageslicht," Heißlufttrocken Vortrags- und Kinosäle, ja selbst Speise- und Caf6hauser untergebracht sind, so bedeutet das alles für die Inwohner gegen früher geradezu das Paradies. Sie zahlen dafür, entsprechend dem Mieterschutz, obgleich die Neubauten daran nicht gebunden wären, einen ungleich geringeren Teil ihres Einkommens als früher, wo der Arbeiter mindestens«ine Woche im Monat nur für den Hausbesitzer ar- beiten und ihm ein arbeitsloses Einkommen verschaffen mußte. Da die Althäuser in der Inflation großenteils von ausländischen Valutären aufgekauft worden sind, würde die Mietenaufwertung zu demselben Teil ins Ausland fließen. Gewiß leiden unter dem Wegfall der Hausherren- rechte auch Wohlfahrtsinstitute. Stiftungen und Pensions- lassen, die ihr Vermögen in Häusern sicher anzulegen ge- glaubt haben, aber sie bilden nur eine geringe Minderzahl. Mietenaufwertung müßte Lohn aufwertung, somit Verteuerung der Industrieprodukte zur Folge haben und den Export, der bei dem Kapitalmangel und der hieraus folgen» den technischen Rückständigkeit der Industrie eine gewisse Unterbietung zur Voraussetzung hat, aus da» schwerst« be> Das Land hat dauernd 70 C in 200 Wien. 00 mit Ar der von 18 M. wöchenllich! Wie einträchtigen. b e i t s l o s e, davon 7 0 0 0 0 höchsten Familienunterstützung soll das werden, wenn der Export aufhört?! Die Arbeits- losigkeit ist seit dem Ende der Inflation in Wien um mehr als 20 Proz. weniger gewachsen als im übrigen Staat— alleinige Folge der Wohnbautätigkeit der Gemeinde, die 10000 Bauarbeiter beschäftigt, sie und die Inhaber wie die Arbeiter der Hilfsgewerbe instandsetzt, Waren zu kaufen. Dazu kommt auch noch die Bautätigkeit Wiens zu ihrer um- fassenden Fürsorge, die aus der oierprozentigen Für- forgeabgabe von allen Lohn- und Gehaltsabzügen bestritten wird und die beispielsweise auch jeder in Wien heimats- berechtigten Mutter für ihr neugeborenes Kind ein Wäsche- und Ausstattungspaket im Namen des Bürger- meifters überreicht. Vor zwei Iahren ist das Anforderungsgesetz abgelaufen und dadurch haben die Gemeinden das Ver- fügungsrecht über die freiweroenden Wohnungen in Privat- Häusern verloren: seither werden solche Wohnungen von den Hausbesitzern meistbietend vergeben! Die Regierungsvorlage will zunächst den 2500fachen Mietzins einführen, dann aber, alljährlich am— 1. Mai, bis zum ISOOOfachen auswerten. Die Begründung geht dahin, daß man dem Hausbesitz und dem Hypothekenkapital die Mfttel verschaffen müsse, Häuser zu bauen. Ueber die Not- wendigkeit starken Wohnungsbaues zur Deckung des Ausfalls und zur Unterbringung des Nachwuchses ist man einig. Aber es steht fest, daß auch die volle Vorkriegsmiete privaten Wohnungsbau noch nicht ermöglichen würde, denn die Bau- preise stehen weit darüber. Privatkapitalistischer Wohnungs- bau will Verzinsung, er will Geschäfte machen und dazu möglichst viel zinstragende Wohnungen auf möglichst kleiner Fläche haben: er würde das Volk in das alte Wohnungs- elend zurückwerfen, dem es im roten Wien und in geringe- rem Maße auch in Provinzstädten, die freilick) Auslandsaeld leihen müsse, entrissen wird. Nun will man durch das Ab- gabenteilunqsgesetz Wien jährlich 14 Millionen Mark e n t- ziehen, fast den dritten Teil seines Wohnbauaufwandes, um die zwingende Ueberzeugungskraft des gemeindlichen Wohnungsbaues zu schwächen und durch Verminderung der- Woynungsvermehrung den Mieterschutz noch mehr zu er- schüttern. Unsere Genossen sind sich ganz klar darüber, daß der Bau von 6000 Wohnungen jährlich nicht ausreicht, sie wollen ihn fortsetzen, bis der notwendige— in Wien auch vor dem Kriege nie vorhandene— Bestand an leeren Woh- nungen, nämlich 3 Proz., da ist. Die Sozialdemokratie ist/ wie Otto Bauer auf dem Parteitag hervorhob, sogar bereit, eine Mehrbelastung der Mieter, selbstverständlich nur im Rahmen des Möglichen, zuzugestehen— aber nur zugunsten des Baues gesunder Dolkswohnun- gen. nicht zur Wiedereinführung der Haus- besitzerrente. Diese ist yun einmal abgeschafft, haben ja auch alle Sparer und Rentner ihr Geld verloren, sie darf nicht wieder eingeführt werden, solange noch schwere Woh- nungsnot, furchtbqres Wohnungselend und die drückende Verarmung des ganzen Volkes und Landes bestehen! CLeft&exB. Sie saiC&A! Dl« ofej|a«n Angebet« stehen Ihnen«bJMfiDtaflJUir. Qkhl b«rttciuJchtl8twer«en j Salzburger Kartellfuliffen. Reforbausfuhr im Auguft. Ein Rückblick auf den Juristentag. *.Einfuhrüberschuß auf 58 Millionen gesunken. Diejenigen, die die Zuständigkeit des deutschen Juristen- die Aufrechterhaltung der Präventivzenfur eintrete, ich mir als An- fuhrüberschusses um 210 Millionen beruht sowohl auf einer Aba tages zur Erörterung der Frage: Empfiehlt sich eine Aenderung walt einer Bewertschaft sagen müsse, daß auch der und Vereinheitlichung der deutschen und österreichischen Kartell gesetzgebung?" bestritten haben, darunter besonders Genoffe Naphtali, haben recht behalten. Die Frage ist eine wirtschaftspolitische; sie ist nur zu einem kleinen Teil eine juristische. Nach etwa vierstündiger Debatte hat man sich auf folgende Plattform geeinigt: Gewerkschaftszwang unter Kontrolle gestellt werden müffe. Beides ist unrichtig. Durch die Sperre gegen ein Unternehmen kann dieses vollkommen ruiniert, zum mindesten jedoch wirtschaftlich schwer geschädigt werden. Kartelle sind aber nicht Selbstzwed. Auch das Einzelunternehmen erfüllt wertvolle wirt fchaftliche Funktionen. Die Entscheidung darüber, ob ein Einzel unternehmen ruiniert werden soll oder nicht, ist teine Angelegenheit des Privatrechts und der Privatwirtschaft und geht nicht nur die Rartelle an. Sie ist eine Angelegenheit der Gesamtwirt. schaft und muß in erster Linie dem Staat überantmortet bleiben. Der deutsche Außenhandel zeigt im Auguft im reinen Baren verkehr einen Einfuhrüberschuß von 58 Millionen Mart gegen 268 Millionen im Juli. Die starte Verminderung des Eins nahme der Einfuhr wie auch auf einer starten Ausfuhra steigerung. Einfuhr 1928 Ausfuhr 1928 Auguft Juli Auguft Juli in 1000 RM nach Gegenwartswerten 8 852 1704 385 012 Warengruppen 1. Lebende Tiere. 2. Lebensmittelu. Getränke 3. Rohstoffeu. halbf. Waren 4. Fertige Waren Reiner Warenverkehr 5. Gold und Silber 10 148 340 471 550 299 1637 39 187 39.830 602 913 215 672 183 445 182 501 1 083 419 61 885 185 733 769 230 689 219 1 182 510 1 025 793 119 129 914 131 2818 2621 Das Reich hat die Aufsicht über Kartelle und Monopole, die durch den Reichswirtschaftsminister ausgeübt wird, der durch einen Sachverständigenausschuß beraten wird. Der Reichswirtschaftsminister kann zur Durchführung dieser Aufsicht kartelle auflöjen, Verträge oder Beschlüsse ganz oder teilweise für nichtig Zusammen.... 1145 304 1 301 639 1 028 611 916 752 erklären und die Durchführung bestimmter Maßnahmen untersagen. Gegen seine Anordnungen ist die Beschwerde an das Reichsver- Rartellzwang und Gewertschaftszmang sind Der Rüdgang der Einfuhr in Höhe von 99,1 Millionen Mart waltungsgericht zulässig, das jedoch nur die Zulässigkeit der durchaus nicht dasselbe. Es ist etwas anderes, ob einzelne Arbeit entfällt fast ausschließlich auf Rohstoffe, Halbfabrikate sowie Unordnung zu prüfen hat. Weiterhin hat sich der Juristentag für nehmer von Arbeitsstellen abgesperrt werden oder ob ein Unter- Lebensmittel und Getränke. Die Ausfuhr ist um 111,7 Mil die Beseitigung des Kartellgerichts und für Abnehmen, an deffen Existenz unter Umständen Hunderte und Taufende fionen Mart auf 1025,8 Millionen Mart gestiegen. Mit diesem schaffung der Präventivzensur( Genehmigung vor von Menschen hängen, ruiniert wird. Gewerkschaften und Kartelle Retordstand übertrifft sie die bisher höchsten Ausfuhrziffern Durchführung) gegenüber Sperren ausgesprochen. haben verschiedene Funktionen. Die Gewerkschaft erfüllt und be- vom März 1928 noch um mehr als vier Millionen. An der Zu ansprucht den Arbeits- und Lebensraum des Arbeitnehmers. Das nahme der Ausfuhr sind überwiegend Fertigmaren, ver Kartell dagegen regelt mur einen Teil der Tätigkeit des Unterhältnismäßig start aber auch Rohstoffe und Halbfabrikate be teiligt. Ein flarer Sieg der Kartelle. Der Unfug der Abstimmung. Diese Leitfäßze find in keiner Weise genügend. Sie bedeuten einen flaren und deutlichen Sieg der Kartelle und fie bringen gegenüber dem geltenden Kartellrecht zweifellos eine Verschlechterung. Wir trösten uns damit, daß der Juristentag weder die Meinung aller deutschen Juristen noch, was wichtiger ist, den Willen des Volkes in irgendeiner Weise darstellt. Ueberdies ist die Abstimmung auf dem Juristentage geradezu als ein grober Unfug zu bezeichnen; die Art und Weise, wie die Leitfäße zustande gekommen sind, kann deren Autorität nicht erhöhen, Zunächst hatten beide Berichterstatter, Dr. Isay und Dr. Nipper. Zunächst hatten beide Berichterstatter, Dr. Jay und Dr. Nipperden verschiedene Leitsätze aufgestellt, wobei die des Herrn Dr. Thay unter anderem das Kohlenwirtschaftsgesetz beseitigen wollten. Isay In der Mittagspause vereinigten beide Berichterstatter ihre Leitfäße, und die Forderung nach Beseitigung des Kohlenwirtschaftsgefeges fiel ohne Diskussion unter den Tisch. Die vereinigten Leitfäße enthielten als Einleitung den Sah, daß Vertragsfreiheit, Kampffreiheit und Kartellzwang unserer Privatrechtsordnung nicht widersprechen würden. Auf Protest unseres Genossen Sinzheimer ließ man auch die Einleitung ohne Diskussion fallen. Die gemeinsamen Leitfäge enthielten weiterhin die Bestimmung, daß das Gericht bei der fristlosen Kündigung eines Kartellmitgliedes auch die Interessen der Gesamtwirtschaft zu berücksichtigen habe. Auf Protest eines Kartellanwalts strich man auch diesen Punkt ohne Diskussion. Die gemeinsamen Leitfäße gaben ferner dem Reichswirtschaftsminister das Recht, gegenüber Kartellen und sonstigen Monopolen positive Anordnungen zu treffen, d. h. z. B. an Stelle einer nichtigen Preisfestseßung neue Preise anguordnen. Auf Protest eines Kartellanwalts fiel dieses Recht des Reichswirt jchaftsministers ohne Disfuffion unter den Tisch. Die gemeinsamen Leitfäße gaben dem neu zu errichtenden Beichsverwaltungsgericht das Recht, auf Beschwerde eines Be trojfenen die Anordnungen des Reichswirtschaftsministers auch Thateriell nachzuprüfen, insbesondere auch zu untersuchen, ob die Maßnahme des Ministers gesamtwirtschaftlich geboten war. Auf den Einwand unseres Genoffen Sinzheimer, daß der Weiniſter allein dem Parlament verantwortlich sei und eine materielle Kontrolle durch ein Gericht deshalb widerspruchsvoll wäre, beschloß man ohne Diskussion ein rein formelles Nachprüfungsrecht. So wechselten die beiden Berichterstatter also in prinzipiellen und entscheidenden Dingen in furzer Zeit ihre Meinungen, nur um eine möglich ft günstige Abstimmung zu erreichen. Autorität fann solche Art von Kompromiß natürlich nicht verlangen. nehmens.. Schließlich hat der fyftematische Rampf der Der starte Einfuhrrüdgang ist weniger tonjuntturell Kartellintereffenten gegen das Kartellgericht zu bedingt als durch zelltechnische Gründe, die die Einfuhrziffern des einem vollen Erfolg geführt. Das Kartellgericht hat es Bormonats übermäßig ansteigen ließen( für Raffee, Rafao und immerhin gewagt, die Rartelle nicht wie es die ordentliche Ge- Mineralöle befonders). Zu diesen Rückgängen kommt noch eine richtsbarkeit getan hat- als Abgott zu betrachten und hat sich des faisonmäßige Abnahme der Einfuhr, die bei Getreide und halb durchaus umbeliebt gemacht und mußte fallen. Nun zur öffentlich- rechtlichen Seite des Rartellproblems. Ift die Annahme des Sages:„ Kartelle und martibeeinflussende Großunternehmungen unterstehen der Aufsicht des Reichs wirklich ein Erfolg? Ist es wirklich möglich, die Annahme dieses Sages als einen Sieg des Kontrollgedankens zu betrachten? Diese Fragen stellen, heißt sie verneinen. Denn das Aufsichtsrecht des Staates wird heute, auch von den rabitalften Rartellintereflenten, nicht mehr geleugnet. Man hat sich damit abgefunden, weil man weiß, daß die gegenwärtige Kartellaufsicht, ausgeübt durch das Reichswirtschaftsministerium, eine durchaus unschädliche Einrichtung ist, die ernsthaft eine miß bräuchliche Kartell- und Trustpolitit nicht zu verhindern vermag. Worauf es auf diesem Juristentag anfam, war nicht, das Problem der Aufsicht überhaupt zur Distuffion zu stellen, sondern die Durchführung der Aufsicht zu erörtern, insbesondere sich zu fragen, mie, die Aufsicht möglichst mirtfam gestaltet werden tönne. Ich habe mich in Hebereinstimmung mit den Vorschlägen von Naphtali( Die Arbeit" 1928, Heft 7) und mit den Befür die Schaffung eines schlüffen des Hamburger Gewerkschaftstongresses in der Disfuffion felbständigen Reichsamtes für Kartell- und Monopolsverwaltung. 000.04 eingefeßt und habe meitestgehende Berücksichtigung der Arbeitnehmerintereffen bei der Durchführung der Aufsicht verlangt. Denn der Aufsicht durch den Reichswirtschaftsminister fehlt die notwendige Publizität im öffentliche Kontrole. Diese Publizität fann nur er reicht werbert durch Errichtung eines selbständigen Kartellauffichts amtes, das unter einem eigenen Präsidenten errichtet wird. Es ist dagegen eingewendet worden, daß die Kartellpolitit ein Teil der Wirtschaftspolitik sei und daß im Intereffe einer einheitlichen Wirt schaftspolifit die Schaffung eines ſelbſtändigen Kartellamtes nicht zu wünschen sei. Diese Bedenken gehen an der Sache vorbei. Niemals ist weder von Naphtali, noch von mir, noch vom Ge wertschaftstongreß eine Kartell diftatur gewünscht worden. 3mmer wurde darauf hingewiesen, daß das Kartellamt als eine dem Reichswirtschaftsministerium nach geordnete Behörde zu er richten sei, daß es an allgemeine Richtlinien zu binden sei, daß es verpflichtet wird, auf Antrag des Ministers tätig zu werden, es verpflichtet wird, auf Antrag des Ministers tätig zu werden, und schließlich hätte man noch dem Minister ein Betorecht gegen über Anordnungen des Kartellamtes gewähren fönnen. Man hat Der Anfturm gegen Staat und Bolksinteresse. dieses Kartellamt nicht empfohlen, weil man wußte, daß ein solches Die neuen Leitsätze bedeuten eine Niederlage des Ge Amt die vielen untontrollierbaren Einflüsse in den Ministerien bedank en s, der der Allgemeinheit, d. h. dem Staate und der organi- seitigt und mit Notwendigkeit möglichst intensiv die Kartellsierten Gesellschaft ein Recht auf Kontrolle der Kartelle, der monopolistischen Konzerne und der Truste verliehen wissen will. Das Ziel des Juristentages stand ziemlich fest: alle privatrechte lichen Schranken des Rartellzwanges zu beseitigen, das Rartellgericht abzuschaffen, es im übrigen aber bei dem geltenden Rechtszustand zu belassen. Die beschlossenen Leitsäge gehen über dieses Ziel noch hinaus. Heute unterstehen Kartelle insbesondere bei Verhängung von Sperren gegen Außenseiter einer Präventivzenfur, d. h. das Kartell muß die vorherige Genehmigung des Borsigenden des Kartellgerichts zur Durchführung der Sperre einholen. In überraschender Weise haben sich sämtliche Redner, mit Ausnahme des Verfaffers, für die Aufhebung dieser Präventivzenfur ausgesprochen. Man sagte forma listisch, wenn der Staat die Kartelle anerkenne, dann müsse er auch den Kartellzwang anerkennen. Prof. Dr. Nipperden wies darauf hin, daß, wenn ich für Getarnte Privatisierung im RWE. Soll die öffentliche Stimmenmehrheit unterirdisch beseitigt werden? Es ist bekannt, daß die in der Leitung des RWE. nicht in der Stimmenzahl, aber tatsächlich vorherrschende privat fapitalistische Richtung die größten Anstrengungen macht, die rein privatkapitalistische Beherrschung des Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerks so vollkommen als möglich zu machen. Die Möglichkeit dazu, nachdem die Beseitigung der öffentlichen Mehrheitsstimmrechtsaktien unauffällig nicht durchführbar ist, liegt in einer Kapitalerhöhung, bei der die öffentlichen Aktienbefizer vom Bezugs recht ausgeschlossen werden. Bei einer offenen Kapitalerhöhung märe eine derartige Ausschließung des kommunalen und staatlichen Bezugsrechtes aber noch sehr auffällig. Die Deffentlichkeit muß sich daher besonders für eine Meldung aufficht gepflegt hätte. Man hat auch das Rartellregister nicht für notwendig gehalten ohne Angabe eines stichhaltigen Grundes. Schließlich machen die Leitfäge das Eingreifen des Ministers abhängig von der Anhörung eines Sachverständigenausschusses, deffen langwierige Borbereitungen ein schnelles Eingreifen des Ministers unmöglich machen können. Endlich fehlt dem Minister das Recht, pofitive Anordnungen zu treffen, so daß eine wirk fame Bekämpfung der Truste, d. h. der monopoliftischen Einzelunternehmungen, überhaupt unmöglich ist. So find die Ergebnisse des Juristentages mehr als mager. Fest zuhalten ist für die politische Gesetzgebung, daß fie irgendwelche autoritative Geltung nicht zu beanspruchen haben. Aufgabe der Sozialdemokratie im Reiche wird es nunmehr fein, die gewerkschaftlich sozialistischen Borschläge politisch durchzusetzen. Franz Neumann. auch für die Inhaberattien gegeben fein dürfte, endgültig zu beseitigen. Das Präsidium des RME. hat natürlich die Möglichkeit, die 10- Millionen- Dollar- Anleihe von deutschen Beauftragten entweder direkt in New York zeichnen oder von den amerikanischen Zeichnern die Schulbanweisungen mit dem Umtauschrecht erwerben zu lassen. Auf diesem Wege wäre es durchaus möglich, unauffällig die heute durch die öffentliche Stimmenmehrheit immerhin beftreit bare Allgewalt des Brivatkapitals im RBE. endgültig zu ftabilisieren. Reiches, der beteiligten Länder und der Kommunen bzw. Kommunal Wir halten es deshalb für notwendig, die Aufmerksamkeit des verbände auf diese Zusammenhänge zu lenken, fie vor den hier drohenden Gefahren zu warnen und an ihre Berantwortlichkeit für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Einflusses zu erinnern. An dieser Pflicht ändern auch Mitteilungen nichts, wonach Bemühungen zur Erhaltung des öffentlichen Einflusses schon im Gange seien. interessieren, wonach das RWE. eine Amerita anleihe über Köln bekommt Auslandsgeld. Die Stadt Köln hat einen Teil der 10 Millionen Dollar abgeschlossen haben soll, bei der die 10 Millionen Dollar abgeschloffen haben soll, bei der Sie Zeichner das Anrecht zum Umtausch der Schuldverschreibungen in RWE..Aktien erhalten. Wir glauben Grund zu der Annnahme zu haben, daß es sich bei diesem Borgehen um die Absicht handelt, die öffentliche Stimmenmehrheit im E, die heute ihr von der Beratungsstelle zugebilligten Auslandsanleihebeträge jetzt durch einen Anleihevertrag gefidert. Mit einem englischen Bant haus wurde eine 25jährige Anleihe über 1,15 Millionen Pfund Sterling ober 23 Millionen Mart zu 6 Brog. abgeschlossen, deren Erlös für den Ausbau tommunaler Eigenbetriebe, darunter auch damit die Girobelastung, ist noch nicht bekannt der Gaswerfe, Berwendung finden foll Der Auszahlungsturs, Kartoffeln 19 Millionen ausmacht. Die starte 3 unahme der Ausfuhr bei Rohstoffen und Halbfabritaten entfällt hauptsächlich auf Düngemittel mit 20,7 Millionen( Saifongründe). Bemerkenswert ist der starte Aufschwung des Fertigwarenexports. Die Ausfuhr von Tertilfertigwaren stieg um 25 Millionen, während die Mehraus fuhr an chemischen Produkten 7 Millionen, von Kinderspielzeug 4,5 millionen betrug. Eine bedeutende Zunahme zeigt ferner der Export von Balzmertserzeugnissen mit 9,7 millionen und von elettrotechnischen Produkten mit 5,2 Millionen Mart. Auffallend dagegen ist, daß der bereits im Juli zurück. gegangene Maschinenerport eine weitere Senfung um 2,4 Millionen erfahren hat. Zusammenfaffend läßt fich sagen, daß die Auguftergebnisse des deutschen Außenhandels noch feine Schlüffe zulassen, ob die seit drei Monaten fortgefeßte Steigerung der deutschen Ausfuhr auf ein natürliches Wachstum zurückzuführen ist oder ob fonjuntturelle Beränderungen im Inland dafür maßgebend find. Erfreulich bleibt die Feststellung, daß das gesamte Außenhandelsvolumen( der Gesamtwert der Ein- und Ausfuhr) fich gegenüber dem Borjahr bedeutend erhöht hat. Es betrug in den ersten acht Monaten ting adipojefals Einfuhr Ausfuhr. 0 1927 1928 in Milliarden Mart 9,17 9,46 6,46 7,47 Danach hat sich alle von Januar bis August 1928 die Einfuhr noch um rund 300 Millionen und die Ausfuhr um rund 1 Mil liarde gegenüber der entsprechenden Zeit des Vorjahres erhöht 100 Millionen- Geschäft des Stahltrufts Bertragsabschlüsse mit Jugoslawien. Der rheinisch- westfälische Stahltrust hat durch seine Tochter gesellschaft, die Stahlunion Export G. m. b. 5., einen wichtigen Liefervertrag mit der jugoslawischen Regierung ab geschlossen. Nach dem Vertrage werden die Bereinigten Stahlwerte in Düsseldorf, als Führer eines Lieferkonsortiums, in der Hauptfache Schienen, Brückenbau-, Eisenbahnoberbau- und rollendes Material für die jugoslawischen Staatsbahnen in einem Gesamtwert von 100 Millionen Mart liefern. Unter dem rollenden Material find 130 moderne Lokomotiven und mehrere hundert Waggons vorgesehen. Die Finanzierung dieses Riefenauftrages ist so gedacht, daß die Vereinigten Stahlwerte auf Kredit liefern und von der jugoflamischen Regierung fiebenprozentige Staatss papiere erhalten, die nach 10 Jahren eingelöst werden. Zugleich mit dem Stahltrust hatten sich der AEG. Konzern und eine amerikanische Gruppe um diese Aufträge beworben, deren Angebot aber unter den Tisch fiel. Die AEG. hatte 8% Proz Zinsen und außerdem die Garantie der jugoslawischen National bant für die Anleihesumme gefordert. Db für dieses Kreditgeschäft auch der 175- Millionen- Fonds für eine Ausfallbürgschaft des Reiches in Anspruch ge nommen werden kann, steht noch nicht fest. Die bisher veröffent lichten Melbungen des Stahltrusts find im Berhältnis zu der Be deutung dieses Projettes äußerst dürftig. Unsicherer Arbeitsmarkt. Bericht des Landesarbeitsamts Brandenburg. Auch in der vergangenen Woche hat sich die Arseitsmarktlage im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg nur wenig geändert: allgemeine Unsicherheit und beschränkte Aufnahmefähigteit waren wieder ihre besonderen Kennzeichen. Die Lage in der Metallindustrie neigte weiter zur Verschlechterung, vor allem trat die Abschwächung in der Maschinenindustrie stark in Er. Scheinung. Lediglich die mit dem Baugewerbe, im Zusammenhang Baugewerbe als folches war wohl immer noch gut beschäftigt, stehenden Berufszweige des Metallgewerbes wiesen noch einen einigermaßen zufriedenstellenden Beschäftigungsgrad auf. die Beendigung vieler Bauten begann sich jedoch bereits insofern ungünstig auszuwirken, als die Zugänge von arbeitslos geworde nen Maurern und vor allem Zimmerern sich von Tag zu Tag mehren. Die Textilindustrie verharrte in ihrer gedrückten Lage. Eine Belebung zeigte sich demgegenüber in der Berichtswoche noch in einzelnen Zweigen des Bekleidungsgewerbes. Das Die Gesamtzahl der Unterstügung beziehenden Perfonen betrug in der Berichtswoche 94 297( 94 641), davon entfallen 63 415( 63 687) auf männliche und 30 882( 30 954) auf weibliche Hauptunterſtüßungsempfänger. Interftügung aus der Arbeits. lofenversicherung bezogen 54 744( 54 831) männliche und ofenversicherung bezogen 54 744( 54 831) männliche und 28 438( 28 552) weibliche, zuſammen 83 182( 83 383) Berfonen, rifenunterfügung erhielten 8671( 8856) männliche und 2444( 2402) meibliche, zusammen 11 115( 11 258) Bersonen. Sonntag 23. September 1928 Beilage des Vorwärts Im Tollhaus. Von Hans Hyan. „Woll'n Sie bitte die Tür recht fest hinter sich zumachen," sagt« Dr. Manuel zu dem eben Eingetretenen,„es zieht hier!" Der Ankömmling, hinter dessen Rücken noch die Schlüssel des Irrenwärters klirrten, war im ersten Augenblick ganz perple; über diese, im ernstesten Tone vorgebrachte Redensart: aber er faßte sich sofort und erwiderte mit einer tiefen Verbeugung:„Mein Name ist Albuin Berylles... Theaterdixektor... ich bin Ihnen für den freundlichen(Empfang außerordentlich verbunden!" „Sparen Sie sich alle Komplimente, lieber Freund: Si« wissen, wir sind verrückt... Die Hemmungen in unserem Verstände haben nachgelassen oder sind gar nicht in genügendem Maße vorhanden gewesen... es wirkt deshalb affektiert und lächerlich, wenn wir uns wie die vernünftigen Esel da draußen benehmen, deren Verstand sie zwingt, stch gegenseitig fortwährend anzufchwefeln... im übrigen will ich alle die langweiligen Fragen, die Sie in der nächsten Zeit doch an mich richten würden, jetzt gleich im voraus beantworten: ich bin praktischer Arzt und hatte eine sehr bedeutende Praxis unter Frauen und Mädchen, denen ich über gewisse Schwierigkeiten fort» geholfen haben soll. Ich kann mich auf nichts besinnen, bin offen- bar partiell schwachsinnig und deshalb zur Beobachtung hier... und nun," er wandte sich zu dem stupid am Tisch« sitzenden Manne mit korrekt gescheiteltem Blondhaar und aufgestellten Schnurrbartenden, „stelle ich Ihnen gleich unseren Freund Raspert vor, gewesenen Staatsairwaltschaftsrat. Er Hot selbstverständlich auch'n Klaps, und zwar einen, wenn ich mich so ausdrücken darf, behördlich konzessio- nierten... Gerade sein Fall ist besonders interessant! Wenn man vorher die lieben Nächsten haufenweise ins Kaschott gesteckt hat wegen derselben Schwächen, die man selber nie überwinden konnte, dann horcht die ganze Welt auf,«enn so«in Gerechter und neunmal Weiser endlich selbst mal reinschliddert! Und die Leut« beruhigen sich erst, wenn sich herausstellt, der obrigkeitlich« Sünder sei mente captus." .Tich bin aber nicht verrückt!" ereiferte sich d«r andere,„ich bin 'n Spieler. Und habe das Pech gehabt, daß ein paar von meinen Wechseln in die Hände eines sehr reichen Verlegers gerieten, der nebenbei ein bedeutender Geschäftsmann ist. Er bat mich nämlich zu sich und sogt«, er dächte gar nicht daran, die Wechsel einzuklagen oder auch nur auf Bezahlung zu dringen. Dafür rechnete er ober auf ein gewisies Verständnis meinerseits, wenn dos von ihm ver- legte Wtzblatt— übrigens«in Schmutz- und Schweineblatt allerersten Ranges!— wieder mal unter Anklag« gestellt würde! Ich Hab' ihm ja auch die» und jenes durch die Finger gesehen. Aber dann dachte der oerfluchte Kerl, er könnte sich nu alles erlauben!" „Und dann verlief die Sache ganz programmäßig!" lächelt« De. Manuel.„Sie gingen gegen den Mann vor, der klagte Ihr« Spielwechsel ein, Sie zahlten nicht und— flogen!" „Ja," meint« der Staatsanwaltschaftsrat a. D. tiesätmend, „nachher bin ich auf Antrag meiner Fron entmündigt und ins Nvrrenhaus gesteckt worden! ". Wenn man hier wenigstens Karten bekäme, fetzt wo Sir zu Dreien find, könnten wir doch'Ne kleine Taille ckbziehen?"...... „Ich habe das oft in natur» g«tan..." wollt« Dr. Manuel sagen. Aber der Reue ergriff bas Wort und meinte mit seiner einschmeicheln- den öligen Stimme:„Wenn es weiter nichts ist, Herr Rat! Dos bekommt man hier für eine Kleinigkeit! Man kriegt hier überhaupt alles! Wen« man nur zu den„Verständigen" gehört!" Der sehr große und magere, ganz in feierliches Schwarz gekleidet« Herr machte mit seinen Spinnenfingern die Bewegung des Geldzählens. „Sie waren also schon einmal hier?" fragte der Arzt. „Einmal?!" Die dunklen Augen in dem verlebten Schauspieler- geficht blickten in rührsamer Bewegung noch oben,„mit zwanzig Iahren hatte ich zum erstenmal die Ehr«! Unter meinen Habselig- keiten fand sich damals ein Perlenkollirr, das einer frommen Gräfin gehört«, in deren Konventikeln ich zeitweilig verkehrte. Das Kollier hatte ün Schlafzimmer der Frau Gräfin gelegen, auf dem Nachttisch, weshalb ein« direkt« Anzeige denn auch vevmieden wurde. Dahin- gegen kam«n Kriminalkommissar zu meinen Eltern, und mein Vater— er ist Domdechont— hielt den Zeitpunkt für gekommen, mich zur Beobachtung meine» Geisteszustandes in«in« Anstalt zu bringen.' Di« Aerzte konstatierten periodisches Irresein. Da» hat den Dorzug, daß man in jedem Augenblick gesund und wieder ver- rückt werden kann." „Und weshalb sind Si« jetzt hier, wenn man fragen darf?" meint« Dr. Manuel. „Wieder ein« Weibergefchichte... Die Frau war bei mir, das heißt in dem kleinen Iunggefellenquartier, das ich für solche Zweck« eingerichtet habe... und da hat sie'n Armband vergesien." „Aha!" macht« der Staatsanwalt mit der süffisanten Miene, die er früher in seinen Plädoyers den Missetätern gegenüber auszu- stecken pflegt«,„Sie leben also von den Vergeßlichkeiten Ihrer Freundinnen?" Der Mime richtete sich stolz auf.„Wer wogt da» zu de- haupten?... Ich trag« in der Tasche hier..." er klopft« sich mit der knöchernen Linken auf die«ingefallene Heldenbrust,.chas Zerti- fikot des Oberarztes von Herzberg«, in dem mir dieser Gelehrt« be- scheinigt, daß ich die von mir begangenen Strashandlungen ohne das Bewußtsem. etwas Strafbare» zu begehen, ausführe.... dos heißt, ich bin nicht dafür verantwortlich zu machen!" „Also, Herr»eryllus, siel ihm der Arzt ins Wort,„erzählen Sie uns etwas von diesen Kostbarkeiten und ihren jeweiligen Eigentümerinnen. Wir wissen ja hier schon gar nicht mehr, wie ein« schöne Frau aussieht!" Der Schauspieler oerbeugte sich geschmeichelt und begann:„Ich will mit der letzten anfangen, meine Herren. Und ich muß voraus- schicken, daß ich bei meinen kleinen Abenteuern vor ollen Dingen auf den sozialen Stand der betretenden Person achte Weiber der dienenden oder irgendwie arbeitenden Klasse sind selbstredend von vornherein ausgeschlossen!... Dogegen bevorzuge ich die hyste- rischen"— er lachte gespreizt, wie auf der Bühne—.„gleich und gleich gesellt sich eben gern! Di« letzte lernt« ich also aus einem ösientlichen Ball kennen, im Metropol... not» bene maskiert... Na, Sie wissen so: Log«, anfänglich«. Sträuben, Sekt, den sie be- zahlte, und später Heimfahrt zu zweien...." die Bühnenmosk« wurde noch um einen Grad ordinärer...... und. dabei trug sie«in Armband mit drei großen, in Kleeblotsiorm gefaßten Rubinen." „Drei große Rubinen...." wiederholte der Jurist, wie in Simiey verloren. „Ja. wieso?... zweifeln Sie daran?"—„Rein, nein.. ich meinte nur..." .Lossen Sie sich doch nicht stören. Herr»eryllus,' sogt« Dr. Mo- nuel mit heuchlerischer Gutmütigteit,.Lerr Raspert dachte nur a« Am Zürichsee. . l 1 Von Otto Flake. i. Er hält es sozusagen mit der Zahl Bier.<00 Meter liegt er hoch, 40 Kilometer ist er lang, bis zu 4 Kilometer breit und 140 Meter beträgt seine größte Tiefe. Er zerfällt in den großen unteren See und den kleinen oberen. Der Ouerdamm, der von Pfäsfikon nach Ropperswil führt, bildet die Grenze. Pfäfsikön liegt ein gutes Stück südlicher als Zürich, der See nimmt einen ausgesprochenen nordwestlichen Verlauf. Sein Zu- sluß heißt Linth, sei» Abfluß Limmat. In Betracht kommt noch die Sihl. Sie ist so eigensinnig, daß sie die Bereinigung mit dem See, den sie schon aus dem Gebiet des Kantons Schwyz erreichen könnte, erst im letzten Augenblick auf Zürcher Boden vollzieht. Die ganze Zeit läuft sie längs des linken Ufers bis Zürich, wo sie dafür auch populär ist. Zudem oerdankt man ihrer selbständig- keit die Schönheiten des Sihltales, das sich den Aldis entlang schlängelt: machen Sie die Tour im Auto oder fahren Si« mit der Sihllalbahn bis Station Sihlbrugg. Um gleich die Bahnen zu erledigen: es gibt die linke Uferbahn, die rechte Uferbahn und die Forchbahn, die den Rücken zwischen dem Zürichsee und dem Greifens«« bedient. Di« rechte Uferbahn hat lokalen Eharakter. Auf der linken laufen die schweren elektrt- schen Lokomotiven. Sie ziehen den Paris— Wien-Expreß, den Calais— Chur-Expreß und den Zürcher Anschluß an die Gotthard- linie.. Di« letztgenannten Züge treten bei Horgen au» dem Aldis- tunnel an den See. Es ist dieser Moment einer der schönsten, den man auf einer Schweizer Reis« haben kann, etwa an einem Morgen Ende April, Ansang Mai. Unoermittelt sieht man. wie die Trag- slächert eines Flugzeuges, zu beiden Seiten den See unter sich und zugleich die so reine, ergreisende Herrlichkeit der blühenden Obst- bäum«, den„Blust". Die Obstblüte ist überoll schön: ober am schönsten doch auf Hängen, die sich zum Wafler senken. Ich erinnere mich an einen solchen Morgen, e» war sechs Uhr früh. In die Dunkelheit des Tunnels flammte plötzlich das Licht des Sees,, und obwohl ich von der Blüte am Arno und am Maggiore kam. fand ich den Frühling am Zürichsee von gleichem Rang. Wenn man»der Natur donkbar ist, soll man es sagen, nicht wahr? 2. Die Hauptstraße von Zürich hat keinen««ladischen Namen. Bahnhofstraß« klingt nüchterner als irgendein anderer. Aber si« führt auf das End« de» Sees, und ich glaub«, wenn man die richtig« Beleuchtung„erwischt", hat man einen Eindruck, den man nicht so bald wieder.findet, wenigstens nicht in einer großen Stadt. Das ZÜMhhorn aus dem rechten User, die' Einziehung oder besser die 2»tzzi«hung auf dem linken bewirken, haß dieser nörd- lichste Teil des Zürichs««», der ein« Bucht ist, wie die Einfahrt zu einer Stadt am Meer wirkt. Es ist nicht einmal Sonn« nötig: im Gegenteil, es gibt bestimmte verhängt« Tage, an denen dieses Panorama, im Hintergrund von den Schneebergen abgeschlossen, wie mit Wasierfarben gemall ist. Links und rechts reiht stch auf den Hügeln«in Kranz von Dörfern. Man muß sie am Samstagnachmillag den Sonntag haben einläuten hören, es lohnt sich. Da» Wasser ist der Resonanzboden einer gewaltigen Erschütterung. Ich vergeff« nie, daß ich so im Jahre 18 die letzten Kriegsofiern und dann den ersten Friedens- sonntag einläuten hörte. 3. Nimmt man ein Boot und fährt hinaus bis zu der Linie, die Zollikon rechts mit Kilchberg links verbindet, so sieht man dos Bild von der anderen Seit«. Man sieht nun die Stadt, wie si« den Zürichberg hinaufwächst. Dort das weiß« Phantom ist das Dolder- hotel. Mit seinen Türmchen gleicht es einem Zuckerguß— die Ver- gleiche brauchen ja nicht all« erhaben zu sein. Die schweifenden Wälder, darunter die grünen Wiesen und braunen Aecker, di« Kirchtürm«— das Aug« Hot etwas Liebliches, woran es sich hatten kann. Ruhig gleitet es dies« Lehnen entlang und abwärts: man muß schon ein Banase sein, wenn man nicht den Wunsch empfindet, hier zu wohnen, in ein« Bannmeile, die noch ländlich ist, wo Villa und Bauernhof sich noch in erträglicher Freund- schaft mischen. Seit jeher besteht zwischen den Leuten des rechten Ufer» und denen des linken«in Streit, welche Seite vorzuziehen sei. Es ist wahr, die«inen hoben den besseren Dein,«eil si« mehr Sonne hoben. Ich werde nicht sagen, welche das sind: sonst heißt es, ich sei parteiisch. Ab« man wird mir zugeben, daß auf dem rechten Ufer ruhig« leben ist. 4. Am Utoquai und am Alpenquai siegen die Segeljachten vertäut. Wer den See kennen l«nen will, ich meine, w« sich ihm ganz hin- geben will, d« segelt hinaus, bis nicht» mehr von der Stadt zu hören ist. Eine Stunde genügt nicht, auch nicht zwei. Kaum der ganze Tag genügt, manch« Jacht blieb schon über Nacht draußen. Manche Jacht ist auch schon, vom Sturm überrascht, so unter- gegongen und ihre Insassen sind nie mehr gesunden worden. Man sollte eine solche Nachtfahrt nicht bei ungleichmäßigem Wetter wagen. Je weiter man sich von der Stadt entfernt, desto tiefer segelt man rückwärts in die Zeiten hinein. Im mittleren und unteren Teil sieht man noch den uralten Einboum, der stehend gerudert wird. Er wird vorwärts gedrückt, und es ist mir immer als Gleichnis er- schienen für die bedächtige Zähigkeit, mit der der Mensch sich vorän- gearbeitet hat. Ich muß beim Anblick des stehenden Ruderers an die Psahlbauern denken: es gab sie am See. Der langgezogene, nicht zu breite See hat die Form eines natürlichen Kanals. Seine Hänge sind nachts mit flimmernden Lichtern bedeckt. In der Nähe brennen si« sicher so ruhig wie je eines aus der Hand des Instollotenrs. Aber in der Welle, tn'der Ferne, zittert jedes wie die Sterne zittern. Jedes ist ein winziges Kreuz, als hätte eine große Hand ein Pluszeichen neben das andere geschrieben. Kreuz um Kreuz ergibt einen Kreuzweg: so ziehen sie sich hin, gleich frommen Stationen, melancholisch in ihrem Goldton und doch wieder tröstlich inmitten der ungeheuren Finsternis. 5. Werktags versehen die kleinen Dampsboot« den Dienst aus dem See. Die großen Sonntags und natürlich auch während d« Saison bei anderen Gelegenheiten, bewimpelt von den Mastspitzen bi» zum Bug. Hot man Glück mit dem Wett«, ist der in den Zeitungen viel- genannte und im Kalender unbekannte Gott Pluvius den. Fremden günstig, so laufen sogar die Sommernachtfahrten mit Lampions und Musik und anderem„Betrieb"— nebenbei ist das«in obstheusiche» Wort— programmäßig ab. Aber wir wollen etwas sehen und nehmen den Tqgesdampser. Eine Rundfahrt aus dem Zürichs«« führt bis Ropperswil und von der Ufenau zurück. Auf dem rechten Ufer liegen Zollikon, das nun bald wohl eingemeindet fein wird: K üs nacht, das nicht aus dem Wilhelm Tell ist: Erlen dach, das so traulich wie sein Rame im Grün der Gärten ruht: Herrliberg, dos Mekka der Mazdasnangemtwd«: Meilen am Pfannenstil, das ihr und anderen Leuten den alkohol- freien Wien liefert: Männedorf, dos Seide und Orgeln fäbri- ziert: Stäsa, von dem ich nichts zu sagen weiß, aber es bleibt immer die Loge: sodann lfiapperswil. Auch ohne das Polenmuseum, das nun, seitdem es keine polni- schen Flüchtlinge mehr gibt, allmählich nach der Heimat übergeführt wird, ist-Ropperswil ein Ort mit Schloß, Lindenpromenade, Kloster und Hotels, in denen man höchst geruhsam der Sonne, dem Segeln und dem Fischfang obliegen kann.' Ohtze. die Ilsen au. wo er ein« Zuflucht fand, um gleich zu 'sterbet, und ohne C. F. Meyer, dem Dichter seiner letzten Tage. wüßte man nicht mehr viel von Ulrich von Hutten, dem Ritter- Humanisten. Die Ufenau gehört seit den fernen Zeiten der deutschen Kaiser dem Kloster Einsiedeln, das zu besuchen man nicht versäumen wird, wenn man Aufenthall in Zürich nimmt. Die Orte am sinken User sind größer und gewerbereicher: Richterswil, Wädenswil, Horgen, Talwil. Horgen verarbeitet Seide, Wädenswil hat eine Versuchtsonstalt für Wein- und Gartenbau. Von Richterswil sagen alle Reiseführer, daß e» für längeren Aufenthalt geeignet sei, und sie haben recht. Bei diesem Aufenthalt wird man sicher öfter nach Au gehen: da» ist das grünende Kap des linken Ufers. Langsam kommt Zürich näher. In Kilchberg, seinem Wohnort, liegt C. F. Meyer begroben. Es gibt da, was in der Nähe der Stadt selten ist, Häuser, die ihre Gärten bis an den See vorschieben. Von den kleinen Anlegesteven könnte man sich gleich in sie hinein- schwingen Es sind Bauernhäuser mit getäfelten Wänden, allen Oese», mit Reben an den Fenstern und einem Badehäuschen am Ufer. Die Kinder schwimmen hinaus, die Erwachsenen sitzen auf dem Grosteppich und trinken ein Schüppchen. Sie haben gelesen, daß man den Aermelkanal durchschwimmt— hier schwimmt man, ohne sich einzuietten, zu den Pappeln am anderen Us«. und e» ist auch eine respektable Leistung. Man spricht von den Hechten, die nicht mehr auf chr« Kosten kommen, seitdem die Regulierung der Ufer und Zuflüsse ihre Schlupf- winkel zerstört, oder vno den Oelspuren und dem Petroleumgeruch der Motorschlepper, die Holz und Steine noch dem viel bauenden Zürich bringen. Man stellt mit'einem Seufzer fest, daß die gute alle Zeit auch am Zürichsee am Zurückweichen ist. Der Seufzer steigt heute all«orten gen Himmel, ändern, kann er nichts. Und ich glaube, man sollt« ihn gerade hier nicht zu tief werden lassen. Die Zioilisatton dringt vor, ober es kann keine Red« davon fein, daß Zürich oder gar der See die Verbindung mit d« Nawr verlöre. Die Einheit von Siedlung und Landschaft ist das Geheimnis des Reizes, der diesen See umschwebt, und es wird nicht st» leicht verlorengehen. ein Armband, das er mal versetzt hat, um sein« Spiefichutden zu bezahlen, und dos jener Schilderung zufolge ähnlich ausgesehen haben muß wie das. was Si«, sieb« Direktor, in Ihrer geistigen Umnachtung an sich genommen habenl" „Ach!" Der Mim« gehört« offenbar nicht zu den Aufgewecktesten seines Standes,„in dem Armband, was ich mbin«, war in der Mllt« zwischen den drei Rubinen»in kleiner Diamant..." Der ehemalig« Staatsanwall hiell den Kopf gesenkt, beobachtet« aber von unter heraus den Schauspieler mit einer Schärfe, daß Dr. Manuels boshafte Seele voller Bewunderung war, für diesen typischen„Irrenblick"./ „Und die Dam« bekam ihr Armband wieder?" stachelt««r d«n Erjähl«._ „Natürlich?" erwidert« Alboin,„sie kam am nächsten Tag und machte mir eine furchtbare Szene... Und well si« versprach, mich nicht anzuzeigen, gab ich'» ihr auch freiwillig heraus." „Die sah sie denn aus. die Dame?... Am End« war's gar keine, sondern'«in gewöhnliches Straßenmädchen?" zwink«t« der Arzt. Aber d« Mime, ganz ausgehracht Scher diese Bemdaftg, versicherte auf sein„Ehrenwort", es sei zweifellos«ine Dame der besten Gesellschaft gewesen, darin könne er sich absolut nicht täuschen. ... Im übrigen war's'ne richttge olle Schraube mit rotblond gefärbten Locken und brillant gemalter Haut... so richtig die alternde Messaline die einen prachtvollen Chinchillapelz trug Und ein winzig kleines Molteserhündchen im Muff ljott«. Natürlich hatte fi« mir nicht ihren richtigen Namen gesagt: denn angeblich hieß si« Mar- gorete von Aspcrn, und in dem Armband waren die Buchstaben H. R. eingraviert!... Um des Himmels willen, was ist denn?. 1,. wa» woll..." Gurgelnd hiell der Schauspieler im» und versuchte t!« geblich den Staatsanwatt von sich abzuwehren, d« ihn bei der Kehl« gepackt hiell und wie ein Rasender auf den Unglückseligen einHieb. Dr. Manuel war zur Klingel hingestürzt und schellt« andauernd. Einig« Sekunden später kamen di« Wärt« und rissen den Juristen van seinem Opser, um ihn in die Tobzell« zu bringen. Und da rede noch einen von Simulation!" jagte Dr. Manuel zu dem an allen Gliedern zitternden Schauspieler. jSa, ja," meinte der ängstlich,„am Ende find wir all« viel mehr ««rückt, al« wir glauben!.. Die Wege des Herrn. Von Krih Kofelka. Cr«rdanNs sein Dasein einem Fehltritt seiner Mutter, sein »erfrühtes Dosein dem Fußtritt, den ihr sein Nährvater versetzt«. Trotzdem wurde er ein schwerer Junge. Sein Name war Ionny, sein« Bestimmung: als Mädchenmörder ins Illustrierte Extrablatt zu kommen, das in den Rasierstuben ausliegt. Schon mit einundzwanzig wegen fahrlässiger Zeugung zu lebenslanger Eh« verurteilt, nahm er schleunigst seine beiden linken »eine in die Hand und versuchte es mit vierunddreißig Berufen, von denen ihm dos Hasardspiel noch immer am besten behagte. Aber er hott« kein Glück. Was er im Pokern gewann, verlor er im Tempeln. Irgendwo in einer Märznacht geschah es dann. Es war eine dieser Frühlingsnöchte, wo der liebe Gott vor Angst unter die Decke kriecht und nur wenig Menschen auf der Straße sind. Aber diese «enigen sind böse oder verrückt. Der Mond war wie trüber Urin. Einsam und vergessen in einer kahlen Allee saß das Mädchen. Auch ein«, die nicht mehr mitspielen wollte, das sah man ihr an. Zonny setzte sich wortlos zu ihr. Die Hände auf den Knien. sah er vor sich aus den Boden, spuckt« von Zeit zu Zeit aus und »errieb die Spucke mit dem Fuß. Zu rauchen hatte er nichts mehr. «Komischer Abend/ bandelte er dann an, um sich einen Anstrich »»» Bildung zu geben. Er war ja wirNich kein dummer Junge. Zum Beispiel wußte er ganz genau, daß einer arm sein mußte, um sein Schicksal zu fühlen. Offenbar weil bei den Reichen das Metall in den Hosentaschen die Strahlenwirkung der Gestirn« aufhob. Sie wandt« sich zu ihm. Cr freute sich, daß sie gar nicht er» staunt war, den Mädchenmörder neben sich zu sehen— denn an jenem Abend, das fühlte er, sah man ihm den Beruf schon an— und freute sich noch mehr, daß ein großes Feuermal die rechte Hälft« ihre» Gesichts entstellte. Es war also die Richtizel Ein Tristan hatte seine Isolde gesunden? Er hätte sie an die Brust reißen und wahnsinnig küssen mögen! Doch zu derlei Scherzen waren sie beide nicht da. Sie fragt« noch seinem Benrf.?onny brach in ein homerisches Erröten aus. Zu euer Zeit trieb er Kinder ab, Geld aus, Männer zu. Aber waren denn das Berufe?— ,, Mädchenmörder' stammelte er— und fühlt« mit freudigem Schreck, daß dies feine letzte Bla- mag« war. Man würde es in begüterten Kreisen nicht glauben, daß es Menschen gibt, die froh sind, wenn man sie umbringt. Diese Men- fchen empfinden es bloß als Gefälligkeit, wenn ein anderer die lächerliche Hemmung wegräumt, mit der sich die Natur gegen Nihittsmu» versichert. So auch da» Mädchen. Sie blickte zu ihm auf, wie kleine Mädchen zu ihrem älteren Bruder aufblicken, aber ihr Nöherrücken war schon Zärtlichkeit und Geschlecht. Er zog da» Messer aus der Hinteren Hosentasche. „Ach wann kehrst du zurück, mein süßer Ionny— ach, wann kehrst du zurück!'— Eine seiner feineren Geliebten hatte das«in- «al gesungen, feiner, was die Kleider anlangt und den Geruch, mit sehr viel Schmalz im„Süüßen Ionny", das konnte einem schon nahogehen. Aber geholfen hatte sie ihm auch nicht, und er war euch nicht zurückgekehrt. Würde Isolde mit dem Feuermal ein Volkslied singen, das im März aktuell mar? Sonny, Obel Morden tut weh! Aber dein Messer macht.. daß mir das Herze lacht! Ionny, ad«— Machen tut weh—— Und dann stach er zu. Es klingt nicht glaubhaft: aber sie liebten «monder unsinnig in diesem Moment, und der rote Orgelton des Entsetzen», der in die Märznacht gurgelt«, Sang nur so wüst nach Rebellion und Sichwehren, war ober Einverstandensein, erlöstes Schluchzen, Dank für die Befreiung. Jon»? verlor das Bewußtsein. Gegen Morgen wachte er auf. vom Schutzmann gerüttelt. Alles mar feucht, die ganze Erde war feucht von Blut oder vom Angst- schmeiß, der allmorgendlich auf ihr liegt, well sie allnächtlich grauen- »«ll geträumt hat. Ionny war dem Mädchen und dem Schutzmann sa bantbar. Mit ihnen war ja sein Schicksal vollendet, es war ja getan. Run würde man ihn in eine Zell« sperren und dann würde man ihn dummes Zsuy fragen, worauf er keine«ntmori«Den würde. Und dann würde man ihm den Kopf abschlagen. Cr fragte den Schutzmann: wie lang das wohl dauern könnte? Aber das wußte der Schutzmann nicht. Und er fragte- ihn, wie es, wohl käme, daß einer mit zwei linken Füßen geboren fei, einem Fußtritt sein verfrühtes Leben verdanke, daß er das ausgefallene Schicksal haben müsse» als Mädchemnörder ins Illustrierte Extrablatt zu kommen, das in den Rosierstuben ausliegt, und daß sich niemand um ihn tümereve, obwohl er den zuckersüßen Namen Ionny und einen rötlich-blonden Scheitel trage? Aber das wußte der Schutzmann auch nicht. Und da fragte ihn Ionny noch: wie es denn käme, daß einer, in Narkose uird mit zwei richtigen Füßen geboren, einer, um den man sich immer gekümmert, der immer in der Sonne gelebt, von Staats wegen einen anderen schlachten dürfe, der auf seine Art gelitten und geliebt hat, wo doch der Wohlgeborene nicht«in- mal ern Schicksal habe. Denn das Metall in den Hofentaschen hebt wohl die Strahlenwirkung der Gestirne auf. Aber das wußte der Schutzmann erst recht nicht. Und da dachte Ionny, daß es mit der Logik des Schicksals am Ende doch nicht weit her sei, und schüttelte traurig den Kopf. Das sollt« wohl heißen: Unerforschlich sind dl« Weg« des Herrn._ Was das Meer anspült. Von Richard Gerlach. Die Trümmer eines gestrandeten Wracks stecken in Bergen von braunem Tang. Mit weißen Schaumwellen brandet die Flut her- an. Der Sturm, die jaulend« Querpfeife am Mund«, tanzt losge- lassen daher. Sand wirbelt und rennt. Die Gier der entfesselten Gewatten grölt cm» den Dogen. Höher und höh« schlögt die Dünung, Abgründe beben. Ich sitz« aus einem Kasütendoch, das dies« Nacht an die Steine geworfen wurde. Teerplanken sind umhergestreut. Das Wasser schielt griin- mig und verrät ni chts von seinen Geheimnissen. Die Fäden des Tangs hängen wirr wie ungekämmtes Haar durcheinander, braune Strähnen, fahle Strähnen. Di« crusgerous- t«n Pflanzen des Seebodens sind der Derwesung preisgegeben. Tag für Tag schreite ich den Saum ab, den die Flut zurückläßt. Immer finde ich merkwürdige Dinge: den plumpen Vorderteil eines Barsches mit schnappend klaffendem Maul, groß wie ein Ochsen- kops. Stier glotzen die Augen über den spitzen Zähnen. Wer hat den gefürchteten Räuber der Ties« geköpft, Ist er Fischern ine Netz gegangen? Haben Meerungetüme gekämpft? Den zappelnden Taschenkrebs, der am Sud einer Loche jämmer- lich strampelt, fasse ich an ein Bein, im weiten Boden fliegt er zurück in sein Element. Taufend Muscheln glitzern pertnmttersarben. schillern bläulich und gelb, schinnnern wie Porzellan, die Ränder ge- zahnt, ziseliert und geschweift. Zuweilen nehme ich«in« Schale in die Hand. Sie sind leicht wie Papier. Was für ein wunderbar« Künstler meißelt und malt auf dem Grunde des Meere» solche»oll- endeten Gebilde? Gestern traf ich den alten Svend mit seiner» Sack. Wer ihn nicht kennt, weicht ihm aus, denn seine Kleidung ist nicht sehr ge- pflegt. Die Knie gucken durch da» fadenscheinige Gewebe seiner Hose. Ab« neben den gütigen Augen, die durch die Nickelbrill« blinzeln, kommt der struppige Bart gar nicht in Betracht. Jeden Morgen zockelt Svend am Meer entlang, bückt sich. wägt, stochert mit seinem Steckan und läßt Gefundenes an Veut�r-erschwmden. Neulich winkte er mich heran und schenkt« miWtn achatene» Schneckengehäuse. Ich spreche mit Svend bloß üb« da» Wetter, sonst missen wir nichts voneinander. Wo bleibt er mit sein« Baute? Geht er bn Winter damit hausieren? Ist««in berühmt« Mufchelforscher, Morphologe, Biolog«? Sollte er etwa im Kopf nicht ganz richtig sein? Oder besonders gescheit, ein« Größe der Wissenschast? Ich ahne nichts von seinem Leben. Für mich nenne ich ihm SveNd, weil das zu ihm paßt. Gebeugt huscht er am Strande, bückt sich hier. bückt sich dort, und stets haftet sein Blick am Boden. Auch ich gehe mit gesenkten Lidern den einsamen Strand ent- lang. Mein Fuß meidet die Gallerte verendeter Quallen. In den Bauch einer verschwemmten Scholle haben die Aasfliegen ein Loch genagt, wimmeln wie Tänzer auf einem Parkett, putzen sich mit den Hinterbeinen die Flügel. Stiften schichten sich, worin Feigen od« Zitronen versandt wur- den..Dalencia, Iturbi u. Co.'... Auch die Firma Larawood, Lmchon, Vi nä«tnor wfBg« Km» seroenbüchfe vertreten, welche Repräsentation noch hier im Gebraus und Getöse! Auf d« Etikette funkeln Kränze goldener Medaillen, ge- krönte Häupter, liebliche Amazonen, Herkules mit der Keule. Ein gebleichter Markknochen streckt sich friedlich über«ine ge- rötet« Hummerschale, jedenfalls von dcr Mahlzeit eines vorüber- gefahrenen Dampfers.... Wahllos speit dos Meer aus, was es geschluckt hat und das, was in ihm wuchs. Sobald der Sturm ermattet, wird es wieder das geduldig« Lasttier für die Frachten des Menschen. Schon rauchen von neuem Dampf« m der Ferne. Mich aber treibt es m den Hasen, zu fragen, ob auch kein Schisl f-hlt._ Handwerksburschenstreiche. Don Heinrich Lersch. Seit einer Woche regnete es ohne Ende. De? Wind schlug uns die grauen Flaggen des nassen Herbstes um die Ohren. Im Dorfwirtshaus fanden sich die Kunden ein, denen in diesen Hund«- erbärmlichen Tagen kein Kaffer einen Mitleidszoll verweigerte. Dir saßen um den Ofen und sannen, wie wir zu Fahrgeld kämen. Zum tausendstenmal: Fahrgeld— um wenigstens bis nach Tirol zu kommen, ein paar sonnensaftige Herbstwochen in Italien zu verschlampampen bei Traubenmost und weißem Brot. Rur Will Wekop, der plante nicht mit und grinste nur. »Ich habe mein Elsen tm Feuer, wenn ich's heiß habe, werde ich wohl«inen Taler herausschmiedenl', sagte er. Zwischen Tag und Dunkel kam eine Frau in die Stube ge- stürzt und bat den Wirt, doch einmal nach ihren Ziegen zu sehen. Seil zwei Stunden ständen sie im Stall und sperrten die Mäuler auf. Der Wirt ging, blieb«in« Viertelstunde aus, und als er zu- rückkam. fragte er, ob zufällig«in Metzger unter den Kunden fei. Will stand auf und bot seine Dienste an: der Wirt schickte ihn in dos Nachbarhaus zu der Ziegenbesitzerin. »Das tut der alten Schraub« gut,' sagte der Wirt,»jetzt gehen ihr die Ziegen kaputt. Sie füttert ihre Tiere nur, solange sie gut Milch geben. Sobald sie mit Milchgeben nachlassen, läßt sie mit dem Futtern noch und glaubt, sie könne sie mit Hungern zum Milch- geben zwingen. Ich habe es ihr schon hundertmal gesagt, aber sie hört nicht auf mich. Jetzt haben sie die Maussperre und kriegen die Kinnbocken nicht mehr aufeinander. Nun kann sie den ganzen Winter Hasenpfeff« von den ganzen Ziegen machen!' Während er noch redet«, kam die Frau mit dem Burschen zu- rück. Sie konnten sich über den Preis nicht einig werden. Will «rlangt« pro Schnauze einen Taler, wenn er das Bleh zum Fressen dringe. Für's Schlachten nähme er nur SV Pfennig. Der Wirt entschied, daß der Hellkünstler wenigstens auf die drei Stück ein« Mark Rabatt geben müsse. Er macht« sie also um acht Mark gesund. In zehn Minuten kam er wieder; in seinem Hosensack tlim- perte das Silber. Der neugierige Wirt lief zur Nachbarin und überzeugte sich, daß die Tiere wirklich fraßen. Nun wollte er wissen, was den Tieren gefehlt habe. Doch mit todernster Miene erklärte Will, dies sei sein Geheimnis.. Er sei eigentlich Student der Tierheilkunde und könne wegen Mangels an Geld nicht weiter studieren. Wenn der Wirt das Rezept gerne hätte, so könne er es ihm verlaufen, aber nur gegen bat Geld, und zwar in der Höhe der gesamten Zech«. Der Wirt nahm an.- Will kritzelt« ein« Briefbogen voll mit den großen, ungelenk«. Buchstaben seines Zllphobet». unterstützte die mangelhaft«'Orth»-- graphie mit einer Zeichnung, steckte den Wisch in einen llmschlag; und verklebt« ihn. Dann machten wir, daß wir wegkamen. Als wir glücklich im Zug« zur nächst« Großstadt saß«. fragt« wir Will, wa» er eigentlich für«ine Bärenkur geleistet Hab«, und mit unerschütterlichem Emst berichtete«r: Di« alt« Hex« sah mich fechtend kommen, verriegelte Fenster und Tür und tat. al» sei sie nicht zu Hause. Da ging ich in den Ziegenstall, steckt« den Biestern«in Streichholz zwischen die Zähne und ging. Da nun der Wirt der einzige Rachbar ist. kam sie auch prompt und verlangt« Rat und Hllfe. Der Wirt gab ihr den Rat und ich machte mtt der Tat! Nun ist un» allen geholfen. Gott oerläßt die Seinen nicht!' Und lachend klimperte er mit den Silberstücken in der Hosen- tasch«. »Ja/ sagte der alte Epeckjäger, der noch in Erinnerung an den genossenen Kümmel mit Rum schwelgte,»ja, die jungen Leute! Lunge Leute haben immer Glück!'' Ä N.d«ntia ScaldedricrMantel crus guter Qualität, in /"%/% f deutscher Ausrüstung l/l)/_ our reinseidenem/ Vi| Crepe de chine-Futteh/»««✓«»/• Aparter Mantel aus reinwollenem ßips/ /y in schwor; u-morine, m.gro rNl) Bem.schönenBiberettekro-l}w- (jen,gan?auFKunstseide V/ C/. Mllia!! Fescher Mantel Floiger Backfischmantel Flohtes NachmrUogskleid au? Stoffen engLArt mil/ /\ ays Stoffen engt. Art r /\ mit modernen vo-/ breitem Gürtel, gezogenem l mit Abseite, mif Bubi/ M- lanrs aus qutem v y/ i { JVJ"" Kragen aus Biberette/i vi veioutiae //i v Sattel ouf Kunstseide. AJi* nutriofarbenen künin-Kragen. gonzauf kumtseidDuchesse. 50 Elegantes Kleid aus gemustertem Meivet. in besonders aparter Fdrb- stellung, 39.» EleqantesSlrickkleid " 39; aus reiner Zephyr wolle, in feinabge tönten Farben. Einfarbige Zephyrwesl'c Muf besonders weiches v/or nehme Filz Material in moder I /rr\ glocke miteinge» neo Farbtönen 1/�� bügelten Blenden ■ 8; Muh va jügendliche. f'J Un nr ■fesche Kappe. aus gutem Filz, miteie gonterZiernodel. 'IZf0 r. 451 45. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Schiedsspruch in Mitteldeutschland Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung. Erfurt, 22 September.( Elgenbericht.) Die Schlichtungsverhandlungen für das mittel eutsche Brauntohlenrevler, die am Sonnabend in Erfurt stattfanden, haben einen gewiffen Fortschritt gebracht. Die Verhandlungen führten zu einem Schiedsspruch, der im vejenflichen folgende Neuregelung vorsieht: Für den Tiefbau in den Randrevieren Berkürzung der Arbeitszeit ab 1. Oftober um 15 bis 20 Minuten. Vom 1. Nosember ab in den Tagesbetrieben, Abraum und Grube, Arbeitszeit von 9 Stunden( bis jetzt 9% Stunden). Schichtzeit 10 Stunden( bis jetzt 10% Stunden); ab 1. Oftober 1929 Arbeitszeit 3% Stunden, Schichtzeit 9% Stunden. In den durchgehenden Betrieben ab 1. November 1928 Arbeitszeit 9 Stunden( bis legt 9% Stunden), Schichtzeit 10 Stunden und ab 1. Oftober 1929 Arbeitszeit von 9 Stunden und Schichtzeit von 9% Stunden. Die ohne erfahren ab 1. Oftober eine Erhöhung um 3½ Proj. Der Manteltarif frift mit einigen Aenderungen Die Arbeitslosigkeit im August. In den Gewerkschaften. Die Uebersicht über die Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit der Bewertschaftsmitglieder erftredt fich auf 9615 Drisgruppen von 27 Berbänden. Erfaßt wurden 4 066 602 Mitglieder, worunter 577 839 meibliche, von denen 207 451 männliche oder 6,1, Brozent arbeitslos maren und 58 211 weibliche oder 8,6 Broz, zusammen 265 662 Mitglieder, das find 6,5 von je 100 Ritgliedern. In Kurzarbeit standen 161 595 männliche, das sind 4,8 Proz. und 106 286 weibliche, das sind 15,7 Proz. zusammen 267 881 Mitglieder, das find 6,6 Proz. Selt Mitte des Jahres macht fich deutlich eine Bersteifung des Arbeitsmarktes geltend, die beonders von der Berbrauchsgüterindustrie( Tertil, Bekleidungs-, Schuh- und Lederwarenindustrie) ausgeht. Die gesteigerte Produktion findet nicht den entsprechenden Ablaß, weil die Löhne der Pro buftions- und Preissteigerung nicht nachlommen. wieder in Kraft. Die Verschlechterungsversuche der Unternehmer wurden abgelehnt Am Sonntag werden die mitteldeutschen Bergarbeiter in Halle zu den Ergebniffen der Schlichtungsverhandlungen Stellung nehmen. Der Schiedsspruch bringt im Endeffekt eine Arbeits zeitverfürzung von 12 Stunden für 20 000 Arbeiter und eine Bertürzung von 1 Stunde für 50 000 Arbeiter. Ebenso tritt allerdings nur in den Randrevieren eine Verkürzung der Arbeitszeit im Tiefbau ein. Zweifellos bringt der Schiedsspruch gegen über dem, was bisher in den Berhandlungen geboten wurde und als Schlichtungsbasis in Erscheinung trat, beacht fame Berbesserungen. Der Widerstand der Unterhändler der Arbeiter bei den Berliner Berhandlungen, der zum Abbruch der Beratungen im Reichsarbeitsministerium führte, ist also gerechtfertigt. schließung annahmen, die die Beschlüsse des Leipziger Bundestages und des Hamburger Gewerkschaftstongresses billigt. Genoffe Drtmann hatte sich in seinem Bericht u. a. auch eingehend mit der Berfchmelzungsfrage befaßt und fein Bebauern darüber ausgesprochen, daß diese Frage noch feinen Schritt näher der Lösung entgegengeführt worden sei, trotzdem sich bie Verbandstage aller drei für die Verschmelzung in Betracht fommenden Organisationen damit beschäftigt haben. Die Aussichten für die Verschmelzung find vielmehr noch geringer geworben für die Verschmelzung find vielmehr noch geringer geworben durch den Beschluß der Eisenbahner, daß sich 75 Proz. ihrer Mitglieder in der Abstimmung für die Berschmelzung erffären müßten, wenn sie vollzogen werden soll. Zu dieser sehr wichtigen Frage nahm die Generalversammlung einstimmig folgende Entfchließung an: Die am 17. September 1928 im Gewertschaftshaus tagende außerordentliche Generalversammlung des Deutschen Verkehrsbundes bedauert, daß die Verbandstagungen der drei fartellierten Verbände( Einheitsverband der Eisenbahner, Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter und Deutscher Verkehrsbund) in der geben haben. Die Delegierten sind der Ansicht, daß die seit Jahren geführten Berhandlungen auf weitere Jahre hinaus verzögert menn fie nicht gar durch die Entschließung der Eisenbahnerorgani fation überhaupt verhindert werden. Die Generalversamm tung appelliert deshalb an die örtlichen Verwaltungen der drei Organisationen, dafür Sorge tragen zu wollen, daß umgehend neue Berhandlungen eingeleitet werden. Das Ergebnis diefer Verhandlungen ist den Mitgliedschaften baldmöglichst zu Sinnfällig tritt die verhältnismäßig größere Arbeits. Cofigteit der Frauen hervor, mehr noch ihre Kurz- Berschmelzungsfrage teinerlei greifbare Resultate er arbeit. Insgesamt sind es 164 497 freigewerkschaftlich organisierte Arbeiterinnen, die nicht oder nicht voll beschäftigt waren, gegen 513 342 pollbeschäftigte Arbeiterinnen. Die utarbeiter hatten den höchsten Grad der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen mit 23,5 Pro3, und zugleich die stärkste Arbeitslosigkeit der Arbeiterinnen, von denen 32,2 von 100 arbeitslos maren, während die männlichen Hutarbeiter 8,1 Arbeitslofe von je 100 Mitgliedern zu verzeichnen hatten. An zweiter Stelle mit 18,4 Arbeitslosen standen die Be. leidungsarbeiter, monon die männlichen 20,4 Proz., die meiblichen 16,5 Bros. ausmachten. Auch bei den Schuhmachern mit 17,7 Broz. Arbeitslosen war die Arbeitslosigkeit unter den männ lichen Mitgliedern mit 18,3 Bros. etwas größer als die der meib. ichen Mitglieder mit 17 Broz Die Gärtner hatten 13,8 Proz Arbeitslose, wovon 14,6 Proz. männliche und 8,3 Broz. weibliche. Im Baugewerbe mit einer Arbeitslosigkeit von 6,2 Proz. ins gesamt, standen die Tiefbauarbeiter mit 12,8 Proz. am un günstigsten da, und ihnen folgten die Bauhilfsarbeiter mit 9,9 Proz. Darüber lagen die Dachdecker mit 10,6 Proz. arbeitsloser Mitglieder. Beit über dem Durchschnitt von 6,5 Proz. standen auch die plz arbeiter mit 9,7 Broz. und zwar 9,8 Proz. männlicher und 8,8 Brozen weiblicher Mitglieder. Die Tabatarbeiter hatten Broz. Arbeitslose aufzuweisen, die Textilarbeiter 84 Prog. Die wenigsten Arbeitslosen hatten die Gemeinde und Staatsarbeiter mit 1,2 Broz. und die Bergarbeiter mit 1,5 Proz unterbreiten." Der Streif im„ Alsi" beendet. Ein Teilerfolg. Sonntag, 23. September 1928 Ergebnislofe Berhandlungen. Die Bochumer Berhandlungen über den von den Arbeitern gefündigten Rahmenvertrag, fowie über die Arbeitszeit der Arbeiter der Gas, Wasser und Glettrigi tätswerte in Rheinland und Westfalen haben nach zweitägiger Dauer zu einem Ergebnis geführt. Die Gewertschaften ver fangen die iedereinführung des achtstündigen Arbeitstages, jowie eine Reihe von Veränderungen im Rahmenvertrag, bie sich als notwendig herausgestellt haben. Die Unternehmer zeigten in den wesentlichen Bunften tein Entgegentommen. Die Verhandlungen sollen am Donnerstag, dem 27. Sep tember, vor dem ftaatlichen Schlichter in Dortmund fortgesetzt werden. 25 Jahre Gewerkschaftsangestellter. Otto Warnat blidt auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Gastwirtsgehilfenorganisation zurüd. Er wirfte zunächst unter Berein zusammenschlossen und sich dann ab Januar 1908, auf Beden Berliner Café- Angestellten, die sich im Jahre 1902 in einem treiben Barnats, bem damaligen Gastwirtsgehilfenverband an schloffen. Die Zahl der organisierten Caféfellner ftieg unter der Führung von Barnat bis zum Jahre 1912 auf 1500. Warnat murde bann& affierer bes Zweigvereins Berlin im Zentral verband der Hotel, Restaurant und Café- Angestellten, welchen Boften er heute noch und hoffentlich noch recht lange weiter befieidet. AfA- Funktionäre der Metallindustrie. Wie bereits durch die letzte Funktionärversammlung bekannt, find die direkten Berhandlungen mit dem BBMJ. 3wed's Abschlusses eines neuen Manteltarifvertrages gefcheitert, jo daß nunmehr das Schiedsgericht entscheiden muß. Wir haben daher für Mittwoch, den 26. September, 19% Uhr, im Nordischen Hof", Invalidenstraße 126, eine Af- Junttionärversammlung angesetzt mit der Tagesordnung: Stellungnahme zum Schiedsspruch über den neuen Manteltarifvertrag. Die Mitglieder des Metallfartells treffen fich bereits um 18% Uhr im gleichen Cofal. Bel der Wichtigkeit der zu faffenden Beschlüffe erwarten wir beflimmt das Erscheinen aller Funktionäre. AfA- Metallfartell. Günther. Jäger. Lange Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter! Heute müßt Ihr zur Wahl gehen und die auf dem offiziellen Stimmzettel stehenden Randidaten wählen. Die Wahl findet von 9 bis 15 Uhr statt. Wahllotole fiehe. Inserat. Berliner Gewerkschaftsschule. Aus dem Lehrplan der Gewerkschaftsschule veröffentlichen wir noch nachstehende Lehrgänge, die mir für die Ausbildung der Gemertschaftsfunktionäre für besonders michtig halten, und empfehlen allen Genoffen und Genoffimmen, die als Funktionäre in ihren Berbänden tätig find, bie Gelegenheit nicht vorübergehen zu lassen, von diefer Ausbildungsmöglichkeit Gebrauch zu machen. Nach 4½wöchiger Dauer ist der Streit im 2, Schuhreparaturwerfitatt, Firma Robert Sieburth Söhne, burch Bergleichs verhandlungen und Abschluß eines Zarifpertrages mit dem Zentralverband der Schuhmacher beendet. Die Firma verpflichtete sich, fämtliche streifende Arbeiter wieder einzuginn: moniag. 15. Ottaber, 19 by. tellen. Die Arbeitsaufnahme erfolgt am 25. September. Nach dem getroffenen Abkommen sind die strittigen Attorbiäge neu in der Weise festgesetzt, daß bei der vor dem Streit erreichten Leistung ein Stundenverdienst von 1,40 m. erzielt wird, was eine Herabsehung der Berdienste der fraglichen Attord arbeiter bedeutet. Dafür wurde der betriebliche Mindest. stundenlohn für Zeitlohnarbeiter und als Attordverrechnungs: Die Rurzarbeit betraf hauptsächlich die Schuhmacher basis um 15 Pro3. erhöht mit der Maßgabe, daß für die mit mehr als die Hälfte der Verbandsmitglieder, genauer 51,6 Spezialarbeiter der Mindestlohn um weitere 10 Broz. erhöht Brozent( männliche 49,3, weibliche 54,4 Broz.), wozu die Legtil wird. Im übrigen gelten mit einigen auf die besonderen Berhält. arbeiter mit 27,7 Bros. fommen( männliche 26,3, weiblicheniffe des Betriebes zugeschnittenen Abänderungen die Bestimmungen 28,7 Broz.), die Leberarbeiter mit 23 Broz. und die Bellei des Reichstarifvertrages für die Schuhindustrie. bungsarbeiter mit 21,4 Pro3.( 19,6 männliche und 23,2 meiblichen) Arbeitslosen. Die Kurzarbeit bestand durchschnittlich in einer von ein bis acht Stunden fürzerer Arbeitszeit in 43,4 Broz. der Fälle, um einer Berfürzung von neun bis 16 Stunden in 31,7 Broz. der Fälle, einer folden um 17 bis 24 Stunden in 21,4 Proz. der Fälle und darüber hinaus in 3,5 Proz. der Fälle. Gegen den Bormon.at ist die ArbeitsTofigkeit von 6,3 Proz auf 6,5 Proz. gestiegen und die Kurzarbeit von 6,1 Proz. auf 6,6 Proz Rationelle Arbeitsvergebung. Reichsverkehrsminister gegen Arbeiterentlaffungen. Amtlich wird mitgeteilt: Die günstige Witterung des zu Ende gehenden Sommers hat der Reichswafferstraßenverwaltung ermöglicht, in einem Umfange, wie es in den letzten Jahren nicht durch führbar war, die Ausbaut und Unterhaltungsarbeiten an den Strömen zu fördern. Das nasse Better der letzten Jahre und die dadurch häufigen hohen Wasserstände, besonders auf den öftlichen Wasserstraßen, hatten manche Arbeiten in Rüd stand gebracht, die in diesem Jahre gut nachgeholt werden fonnten. Dieser starken Tätigkeit( in Berbindung mit Lohnerhöhungen) war eine vorzeitige Erschöpfung mancher Fonds. Bei dieser Eachlage ist vielfach die Befürchtung entstanden, es tönne im Bereich der Reichs. wafferstraßenverwaltung zu 2 r better entlassungen tommen, die über das faifonmäßig und durch Fertigstellung einzelner Bauten bedingte Maß hinausgeben. 3ur Abwehr dieser Befürchtung und zur möglichst weitgehenden Ausnutung ber für Bauzwede ungewöhnlich günstigen Witterung hat der Reichsverkehrsminister um überplanmäßige Berstärkung der in Frage lommenden Etatstitel gebeten. Der Erfolg des zäh geführten Kampfes ift die Anerfennung der Gewerkschaft als Bertragskontrahent und die Herauffegung der Mindestlohne. Dagegen fonnte die Firma, geftüßt auf ihre Streifbrecher, ihren erstrebten Lohnabbau bei den Afford arbeitern durchsetzen. Unter den Streitbrechern befindet sich auch ein im Sirih Dunderichen Berband organisierter Arbeiter Ernst Schnuckel, der vom Hirsch- Dunderschen Berband trog Der Hirsch feines Streitbruchs nicht ausgeschlossen wurde. Dundersche Berband suchte während des Streifs im Irüben zu fischen und versucht, die Streitbrecher als Mitglieder zu gewinnen. Aerztliche Beratungsstellen für Jugendliche. 80. 1. Theorie unb Bragis des Gewerkschaftsfunktionärs. Lehrer: Richard Schulze. Beginn: Tonnerstag, 18. Ottober, 19 Uhr. C. 2 Mensch und Macht, ein Aursus zur Ausbruds und Rebesňulung. Lehrer: Dr. Theobor Tichauer. Beginn: Donnerstag, 18. Oktober, 19 Uhr. SO. 3. Birtidaft, Bolitit und Presse. Lehrer: Hebatteur Bini Möbus. Be C. 4. Die proletarische Frau in ber Familie, in Betriebe und in ber Boltil. Lehrerin: Fray Wally Repler. Beginn: Montag, 15. Ottober, 19% Uhr. C. 12. Die beutiche, unb internationale Gewertschaftsbewegung. Lehrer: Sermann Schlimme. Beginn: Donnerstag, 18. Ottober, 19 Uhr. So. 18. Gozialpolitische Arbeitsgruppe für Anfänger. Lehrer: Otis Bach. SO. 14. Das Geficht der Arbe'terbewegung in anderen Rändern. Lehrer: Dr. Mar Sobann. Beginn: Dienstag, 16. Oliober, 18 Uhr. Mariannenplay, die mit dem Zeichen„ C." versehenen im SophienDie mit ,, SO." bezeichneten Kurse finden im Leibniz- Gymnasium, Lyzeunt, Weinmeisterstr. 16/17, statt. Anmeldungen fönnen in den Lehrberatungssprechstunden im Bureau ber Schule( Engelufer 24/25, I. Treppe, Zimmer 6) Montags und Freitags von 16 bis 19 Uhr oder bei den Ortsverwaltungen der Berbände vorgenommen werden. Beginn: Dienstag, 16. Ottober, 19 ihr. Die Differenzen im Kalfwert Riffmih bei Döbeln in Sachsen wegen Nichtbezahlung der tariflichen leberstundenzuschläge sind durch Verhandlungen beigelegt. Aufgehobene Sperre. Wie uns der Zentralverband der Hotel, Restaurant und Caféangestellten miteilt, find die Differenzen in dem Betriebe Bierhaus Goldenes kalb", Defonom Straßburger, Reinickendorfer Str. 15( Ede Ravenéstraße) beigelegt. Die Sperre wird hiermit aufgehoben. Atung, Bezirlemi Brenzlauer Berg! Am Dienstag, 25. September, 16( 4) Uhr, im Bezirksverordnetenügungsfasi, Danziger Str. 64, Ber. fammlung aller SPD- Arbeiter, Angestellten und Beamten. Tagesordnung: Referat bes Genoffen B. Thed über:„ Der Gezialist in der Berwaltung". Bolsähliger Besuch wird erwartet. Der Fraktionsverstand. Die Einsicht, daß wir dem jungen Menschen mehr als bisher die Möglichkeit bieten müssen, sich mit einem Aelteren über alle die Dinge zu beraten, die ihn bedrücken, drängt sich jedem auf, der in der Jugendarbeit steht. Gerade diejenigen Jungen und Achtung, fer! Am Mittwoch, den 26. September, 18 Uhr. MitgliederMädels, die sich schwer an andere anschließen fönnen, bie fich rerfammlung in bex Reftbensfeftfälen, Landsberger Straße 31. Der Stunden. scheuen, mit ihren Jugendfollegen über das zu reben, was fien erhöht sich ab 1. 10. 28 um 10 Pf., her Affordzuschlag um 10 Proz 1. Ottober darf nur in verglaften Räumen gearbeitet werden, Deutscher innerlich am meisten beschäftigt, baben das Bedürfnis, sich einmal Deutscher Holzarbeiterverband. Alavierarbeiter. Donnerstag, 27. September, mit einem Erwachsenen unbefangen und freimütig auszusprechen. 17 Uhr, im eichenberger Sof", Reichenberger Straße 147, wichtige Berlamm Ihren Angehörigen tönnen fie fich schlecht offenbaren, weil fiefürchten, von ihnen nicht verstanden zu Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Fliele Berlin. 5. Bezirk oftmals nur zu Recht werden. Sie sind darum einsam und leiden unter dieser Einsam feit. Immer wieder erleben wir es bei den Arbeitsgemeinschaften und Borträgen, besonders bei ben über Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin, Fachgruppenleitung ber Töpfer. Jung der Betriebsräte aller Betriebe, Die Folge Jugend und Segualfragen, daß bei der Diskussion nur die Aelteren und Erfahrener aus der Gruppe sich zum Borte melden, diejenigen aber, die es am meisten angeht, schweigen. Sie treten höchstens nach dem Bortrage, auf dem Nachhausemege, schüchtern an den Vortragenden heran, um nun unter vier Augen die Fragen zu stellen, die in ihnen brennen. Aber auch andere Probleme, wie sie aus Konflitten mit der Umwelt, in Haus, Schule, Lehrstätte. Fabrit Die Verkehrsarbeiter zur Verschmelzung ermachen, tönnen zur Erörterung tommen. Wenn schon Er. Umgehend neue Verhandlungen erforderlich. B eiebrinshain, Dienstag, 25. Ceptember, 15 Uhr, in Balers Feitfälen, Weberfirake 17. Begirlsmitglieberverfammlung. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung bes Gewertfiaftstongresses in Samburg für die Gemeinde und Staatsarbeiter. 2. 3ft die Forderung auf eine amifchen tarifliche Sphnerhöhung berechtigt. In Axbetracht ber michtigen Tagesordnung ist das reftiefe Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Mitgliedsbuch mitbringen. Die Bezirksleitung. 19 Freie Gewerkschafts: Jugend Groß- Berlin " Sente. Sonntag, Mädchenturfus in der Jugendherberge Briefelang. Kollegin Gertrud Sanne referiert über: Die Frau und die Gewerk. fchaffen. Die Stadsilgler fahren mit dem Aug 7.17 Uhr ab Lehrter Bahnhof. Morgen, Montag, Rufammenkunft aller Gruppenleitungen um Uhr im Jugendheim des Deutschen Metellarbeiterverbandes, Linienftraße 83-85. Tagesstonung: 1. Die Ergebniffe des 13. Rongreffes des ADGB Referent: Gustav Sabath, Bersihender des Ortsausschusses Berlin des ADGB. 2. Mitteilungen. Rarbkreis: Mädchen Werbetag file Gesundbrunnen. Achtung! Die Jugendzentrale ist am Mittwoch, den 26. September 1928 bis 19 Uhr zur Abrechnung der Boltsbühnenkarten geöffnet. machfene oft genug, wo fie in seelischen Schwierigkeiten nicht aus noch ein wiffen, zu einem Arzt ihres Bertrauens gehen, wenn man für fie Eheberatungsstellen und dergleichen einrichtet, wieviel be. rechtigter ist die Errichtung von Jugendberatungsstellen! Mancher Juaendaruppe des Zentralverbandes der Angestellten Jugendliche, der allein mit sich nicht fertig wird, wird froh sein, sich mit jemandem, von dem er hoffen tann daß er mit ihm emp, Seute, Sonntag, find auf bem Sportplak in Sumboldthain bie Bette findet und ihn versteht, über seine seelische Not besprechen zu lample in Sanshall, Staffettenlaufen uns Eingellaufen. Die Leil tönnen, zumal wenn diefer burch feine sozialistische Weltanschau nehmer müffen vinilich um 8% Uhr auf hem Gensivlat fein. Die Mitglleba ung mit dem proletarischen Fühlen und Wollen eng verbunden bücher mifen mitgebracht unh em ingang sum Sportplos bee Rontrolle op Morgen, Montag, fib folgende Beranstaltungen: Urban: Sugenbbeim Sobrecht, Ede Sanderstraße. Rorben: Sugentheim fiche Jugendzentrale des ADGB., Ortsausschuß Berlin, bewogen, Bir Tefen aus den Werken berühmter Grachler. Raftonienallee 8. Barizes: Geschichte der Menschheit", Fortiegung. Ref.: eine Jugendberatungsstelle unter ärztlicher Zeitung einzurichten. Sprechstunde: Jeben Mitima non 18 bis 20 thr, Star Cotte Compeofe Sugembebe bez Gone Germaniaſtraße 46. Gruppen befpredung. Charlottenbung: Sugeraheim Ranenfiraße 4. Borteng: in Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, 1. Stedmert, Simmer 7. Les Casitas Referencies Radix Squier- Grensel Der Berkehrsbund hatte zu Montag abenb nach dem Gemerthaftshaus eine außerordentliche Generalversamm ung einberufen, in der über die Arbeiten des Bundestages in Beipzig fomie über die des Hamburger Gewertschaftstongreffes be ichtet wurde. Auftragsgemäß gingen die kommunistischen Oppo fitionsreben von Stapel, big aber bei ben Delegierten menig En brud ermedten, ba fie eben fon zu abgebrochen find. Die grundt! Die Grfenntnis diefer Notwendigkeit hat hie Freigemertichaft- seigt werden. Ohne Ritgliedsbuc Lain Rutritt! aßlichen Kritifer ballagten sich lebhaft barüber, nur zehn Minuten ang Mufflärung" in die Reihen ber Delegierten tragen zu fönnen. Daß ein solches Bebürfnis jebodh bei den Delegierten nicht vorlag, Samiajam e bamit, baß fie mit erbrüdenber Mehrheit eine Ent Parteinachrichten Einsendungen für biefe Stuhrit find Berlin 6 68, Liudeustraße 3, für Groß- Berlin ftets an bas Beziefsjefretariat 2. Sof. 2 Trep. rechts, zu richten. Parteigenossen! Die Raffierung der Beiträge erfordert von allen Unterbezirksund Haustaffierern eine schwere Arbeit und große Opfer. Diese Arbeit tönnte den ehrenamtlichen Funktionären sehr erleichtert werden, wenn die einzelnen Mitglieder ihre zuständigen Kaffierer gelegentlich auffuchen würden. Zurzeit ist dringend erforderlich, daß alle rüd ständigen Beiträge beglichen werden.- Es wird deshalb höflichst gebeten, obiger Anregung in weitestgehendem 3. A.: Alex Pagels. Maße nachzukommen. 1. Areis. Mitte. Gihung der Stadt und Bezirksverordneten mit ben Bürgerdeputierten an Dienstag, 25. Geptember, 19% Uhr, im Rimmer des Vorfizenden der Bezirksversammlung, Klosterstr. 68. 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, 26., 19 Uhr, und Freitag, 28. September, 16 Uhr. Bezirksversammlung im Rathaus, Stadtverordneten Sikungsfaal. Einlaßtacten Eingang Spanbauer Str. beim Gen. Fischer. Tagesordnung: Beratung der Bedarfslibersicht für 1929. 9. Areis Wilmersdorf. Dienstag, 25. Geptember, 19% Uhr, erweiterte reisDorftandsfikung bei Schramm, Sohenzollerndamm 2. Alle müffen erfcheinen. 12. Rreis Steglig- Lantwik- Lichterfelde. Montag, 24. Geptember, 19% Uhr, Frattionshikung( Ctatberatung). Erscheinen ift Bflicht. 13. Kreis Tempelhof. Montag, 24. Geptember, 20 Uhr, Fraktionsfihung. Dorf Straße 42. 14. Recis Reufälln. Montag, 24. Geptember, 19 Uhr, im Rathaus, Fraktions finung. 14. Rreis Renfeln, Genossen, Sympathifierende, Freidenter des Schulblods Schillerpromenade- Beifestraße, Mahlower Straße, Boddinstraße fowie Tho mas und Jonasstraße, deren Rinder noch nicht die meltliche Schule besuchen, merden zu der am Dienstag, dem 25. September, 19 1hr, in der Anla der Walter- Rathenan- Schule, Boddinftraße, ftatt findenden Werbeversammlung der 16. weltlichen Schule eingeladen. 18. Freis Trentom. Dienstod. 28. September, 19% Uhr, in Wieberſchöneweide, Perliner Str. 38. Rreisvorstandssitung. Die Abteilungsleiter find dazu eingeladen. Abteilungen 103, 104, 105, 107 Borfchläge füte Schöffen und Geldworene mitbringen. 17. Rreis 2ichtenberg. Montag, 24. Geptember, 18 Ubr. Gikung der Bezirksverordnetenfraktion im Rathaus, Möllendorfstraße, Rimmer 36. Mittwoch, 26. September, Bezirksversammlung. Rarten bei den Genoffen Schubarth, Ritterguffit. 24, und Richter, Borhagener Str. 62. 19. Kreis Vankow. Mittwoch, 26. September, 1914 Uhr, bei glaber, Bankom, Breite Str. 32, Rafinofaal, Arcismitalieberversammlung. Tagesordnung: Das Wohnungsbauproblem. Referent: Stadtrat Emil Bugly. Ale Mitglieder müffen erscheinen. Heute, Sonntag, 23. September: 3. Abt. e Genoffinnen und Genoffen treffen fich aweds Einteilung zur Elternbeiratswahl der 168. Gemeindeschule( Knaben), Quikow straße, heute frlb 7 Uhr, bef Sübner, Wilsnader Str. 34. Reiner darf fehlen. 13. 51. Die Genoffinnen und Genoffen, die Wahlhilfe für die heute stattfindenden Wahlen für die Elternbeiräte der 168. Gemeindefchule, Quigowftraße, leisten mollen, treffen fich bei Sübner, Wilsnader Str. 94. 17. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, bie Martenbestände bis zum 30, Gentember beim Genoffen Söhne abzurechnen. 97. Abt. Kentälu. Die Saustallierer werden gebeten, bis fpätekens Donnerstag, 27. September, abzurechnen. Morgen, Montag, 24. September: 3. Abt. Die Ratten von den Raturfreunden" find Montag, nach 18 Uhr, beim Genoffen Saeden, Bilsnader Str. 63, abaurechnen. 3. Abt. Die Ginäicherung unferes verstorbenen Genoffen Mar Habermann findet um 16 Uhr im Krematorium, Gerichtstraße, ftatt. Bir bitten um remt rede Beteiligung. 29. 6. 20 Uhr, michtige Funktionärsung bei Burg, Brenalaver Dee 189. Die Besirtsführer merden gebeten, unbedingt abzurechnen. 34... Die Quartalsabrechnung findet Montan und Mittwoch, 24. und 26. September, beim Genoffen B. Fifcher ftatt. Es wird gebeten, hen Ingwemin punttlich einsuniemario Brechnung familier, Bezirtsführer bei Sohlfe, Seramount. 69. et. 20 h im sotal Siebig, Wiener Str. 58, unitiondrigung. Bo tag: Bertehtsfragen. Peferent Stadtverbronetes Sarl Riofe. Glide Funktionäre müffen anmefenb feint. 30. ht. Brin- Budow. 20 Uhr in bet Salle am Sufeilen, Frit Reutes- ee, Gigung der Goulommiffion. Dienstag, 25. September: 16. bt, 19% Uhr bei Striger, Sufilienftr. 84, Ede Echerinaftcase, italieber. perfammlung. Vortrag: Die wolitiche Sage" Referent Georg Moder hola, M. 5. 2. Göfte find wiltommen. 41. 6. 18% Uhr Abteilungsverlammlung bei Baber, Jüterboger Str. 7, Bortrag: Die politische Sage. Refernt Carl Bitfe, M. b. 9. Außerbem ift ein Befchluß über einen Ausschlußantrag au faffen. Es wird erwartet, baß alle Genoffinnen und Genoffen erscheinen. 86. 5t. 97aricaborf. 19% Uhr bei Niendorf, Chauffeeftr. 19. Gigung fami Tichet Funktionäre. 99. 26t. Grnkfiebluua Brik. Versammlung fämtlicher Genoffen der Degewo in der Salle am Surfeifen, 20 Uhr. 128./130, 6t. Bankow. We sporttreibenden Genoffinnen und Genossen treffen fich 20 Uhr im Zurfifchen Reit". Preite Str. 14, weds Gründung einer Abteilung der freien Turnerschaft Groß- Berlin. Mitalieber ber Arbeiter: jugend und bes Reichsbanners find ebenfalls hiermit eingeladen. 137. st. Reinidendorf- Meft. 19% Uhr im„ Boltshaus", Scharnweberftr. 114, Funktionärkung. Erscheinen ist Bflicht. Mittwoch, 26. September: 32. Abt. Die Bezirksführer werben erfucht ,, am Mittwoch die bis ickt vez. fauften Eintrittstarten abzurechnen. Lekte Abrechnung am Sonntag, 80. Geptember, in der Alten Taverne". Jeder Parteigenoffe wird gebeten, eine Pflichtfatte zu nehmen. 37. 6t 19% Uhr im Bakenhofer, Landsberger Allee 24, Abteilungs verfammlung. Referent: Bürgermeister Dr. Oftrowiti. Borttag: Rom munalnolitit." Braählices Erscheinen dringend erforderlich. 78. Abt. Die Bezirksführer laden zur Abteilungsversammlung um 20 Uhr bei Rofenthal, Cbersfte. 66, bestimmt ein. Borttag des Genoffen Otto Rista ( vom Deutfchent Metallarbeiterverband). 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 20 Uhr im Schilkenhaus", Residenaftr. 1. Mit gliederversammlung, Borirag: Durch Rlaisenlampf zur Rultur". Referent Wilhelm Landa. Abteilungsangelegenheiten. Die Bezirksführer werden gebeten, au diefer Bersanimlung beftimmt einzulaben. Donnerstag, 27. September: 22. Abt. Unfere Abteilungsversammlung findet Donnerstag im Kleinen Pho rus- Gaol, Müllerstr. 142, ftatt. Bortrag: Die politische Lage." Referent Dr. Carl Mierendorff. Die Bezirksführer müllen einladen. 26. Abt. Boranzeige. Sonntag, 7. Ottobez, 14 Whz, finbet in Büttners Festfalen, Chmcbtez Str. 23, unfere Bannerweihe, verbunden mit einer Chrung der Parteijubilare, statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Frauenveranstaltungen. 2. Areis Ziergarten: Montag, 24. Ceptember, 19% Uhr Frauenabend bei Schmidt, Wieleffte. 17. Vortrag der Genoffin Mathilde Wurm, mon. ilber: Rationalisierung der Sauswirtschaft." Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Die Funktionärinnen treffen sich eine Stunde früher. 7. Areis Charlottenburg: Donnerstag, 27 September, 20 Uhr im Jugendheim, oinenstr. 4, Kreisfrauenabend. Bortragender: Genosse Buggi Mud. Alle Genoffinnen und Genoffen find herzlichst eingeladen. Um 19 Uhr pünktlich treffen fich die Funktionärinnen zu einer wichtigen Besprechung. We Abteilungen müffen vertreten fein. 8. Ate's Granban: Dlontag, 24. September, 19% Uhr, im Turmaimmer bes neuert Ratstellers, Spandau, Potsdamer Straße. Portrag des Genoffen Willi Wertmüller über: Sochfrequenz und ihre Seilwirkung"( mit Borführung). Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. 17. Kreis 2ichtenberg: Mittwoch, 26. September bei Tempel, Gubrunstr. 7, Literarischer bend. Anschließend gemütliches Beisammensein. Alle Ge noffinnen find herzlichst eingeladen. Freunde und Bekannte find bitte mitzubringen. Der Wettlauf um die Jugend ift fo alt wie bie Menschheit felbft. Wollen Sie als Sieger aus diesem Rambf bervorgeben, dann nebmen Sie eine Beit lang ben echten Reichels Bacholber- Extraft Marke Medien. Er ftärkt bie Konstitutionstraft. be wirkt lebbafteren Stoffwechfel, steigert die Attivität der Lebensfunktionen und bilft viele Krankheiten durch Ausscheibung von schädlichen Ablagerungen and Säuren aus dem Blute verhindern. So werden Sie widerstandsfähiger gegen alle bie Feinde, die Ihre Gesundheit bebroben und werden frisch unb Lebensfob 3bren Rambf bestehen. In Drogerien und Apotheken erhältlich. aber echt nur in Origincffungen mit Matte Mebico and der Visma Otto Reidel. Berlin SQ. Eilenbahn- Straße& " Frauenveranstaltungen am Montag, 191 Uhr: 56 3m Rafenthaler Sof, Rofenthaler Straße 11-12, Bartrag des Ge noffen Robert Seller über: Bolitik und Gesellschaft im Griegel ber Gatize. Um zahlreiches Erscheinen mitb gebeten, Gäste willkommen. 6. Abt. Bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11, Bartrag über: Das GoziaTiftengefes Alle Genoffinnen fowie die Frauen der Genoffen find zu diesem Bortrag herzlich eingeladen. 8. Abt. Bet Ridert, Steinmegstraße 36a( nicht Neuköln), Vortrag des Genoffen Dr. Frans Baluga über: Frauenkrankheiten und Geburten. regelung". Gäfte herzlich willtommen. 14. Abt. Butbuffer Str. 3. Bortrag bes Genoffen Biljeberg über: Die polie tifche Lage unter Bezugnahme auf die Wiederkehr des Tages.bes Cozialiftengefeßes". Alle Genoffinnen find herzlich dazu eingeladen. Gäste tönnen eingeführt werden. 18. f. Bei Müller, Uferstr. 12, Bortrag der Genossin Dr. Wygodzinski über: ,, Erbliche Krankheiten". Unt zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Gäfte sind ebenfalls herzlich willtommen. 22. Abt. Bei Fabzen. Brüsseler Str. 42. Bortrag ber Genoffin Lisa Albrecht über: Bericht und Stimmungsbilder von Bellfiel. Reine Genossin darf fehlen." Borwärtsiefer und Snmpathifterende find ebenfalls eingelaben. 25. bt. Umständehalber findet der Frauenabend erst am Dienstag, bem 2. Of tpber, ftatt. Lokal Berneuchener Schloß Elbinger Str. 87. Referent: Gense Dr. Gregor Bienstod. Thema:„ Theorie und Braris bes klaffenLampfes Die Bezirksführer laden alle Genoffinnen und Genossen ein. 26. Abt. Bef Seiles, Brenzlauer Allee 289, Bortrag des Genoffen Kunstmann über: Bir Frauen und unserer Rinder Sulunft". Um zahlreiche Beteiltgung wird gebeten. 32. Abt. Bei Aromphardt, Pant- Ginger- Straße 49, Vortrag des Gentoffen Baul Subrian über: Die Genfer Berhandlungen". Rege Beteiligung wird erwartet. Gäfte fönnen mit eingeführt werden. 34. Abt. Jm Lotal Gubener Straße 19, Bortrag der Genoffin Marie Kunert, m68., über: Die Arbeit der Sozialdemokratie im neuen Reichstag". Alle Genoffinnen müssen erscheinen. Gäste hetalich willkommen. 35. Abt. Bei Otto, Rigaer Str. 85, Frauerabend. Vortrag des Genossen Dr. Mar Brie über: Das deutfche Boltslied"( mit Erläuterungen am Klavier). Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. JUGENDWEIHEN der Groß- Berliner Arbeiterschaft heute, Sonntag, den 23. September Berlin: Großes Schauspielhaus, Karlstr., 11 Uhr Köpenick: Aula der Körner- Schule, Lindenstr., 10 Uhr Pankow: Aula des Lyzeums, Görschstr. 42, 11 Uhr Mitwirkende:„ Der Junge Chor"( Leitung Heinz Tießen), Frauenchor Neues Werden" Adlershof, Männerchor Zukunft" Bezirk Pankow Orgelspiel, Musik, Sprechchor Welhe redner: Erich Ollenhauer, Sekretär der SJL./ Otto Meier, M. d. L. Studienrat Rachow Für die Weihe im Großen Schauspielhaus sind die Gastkarten ausverkauft! 36. Abt. Bei Bufch, Tiffiter Straße W, Vortrag des Genossen Feliz Fechenbach über: Eine Reise butoh bas Land der Puppen und Spielwaren". Zahlreiches und pünktliches Etscheinen erwünscht. Gäfte herzlichst will. tommen. 37. Abt. Bei Jerafch, Cberinfte. 10, Ede Rochannftr., Vortrag des Genossen Wilhelm Miethte über: Die Entstehung und Entwidlung des Menschen". Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Borwärtsiefer und Sympathi fterende find besonders eingeladen. 38. bt. 20 Uhr bei Bartuff, Friedenstraße 88. Balladenabend." Bottragen. der Genosse Wendice. Erscheinen jeder Genoffin ist Pflicht. Gäfte herzlich willkommen. 40. Abt. Bei Böttcher, Sagelberger Str., Vortrag des Genoffen Curt Red über: Die Stellung ber Frau zur Breispolitit". Alle Genosfinnen, die Frauen der Parteigenossen, Borwärtslefet und Sympathisierende find hierzu eingeladen. 42. Abt. Bei Söhite, Bergmannstr. 69, Vortrag des Genoffen Ab. Soffmann über: Das Eosialistengeset": Unt zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäfte tönnen mit eingeführt werden. 43. Abt. Bei Wolf, Gräfefte, 26. Bortrag der Genoffin Elfe Scheibenhuber. Thema: Sozialpoliti die Bedeutung der Arantenfaffen". Reine Genoffin Barf fehlen. Gäfte willkommen. 44. Abt. Bei Ewald, Staliser Str. 126, Bortrag der Genoffin Rander.„ Aus Sprache über die Franentonferens in Beüffel." Erscheinen aller, Genossinnen ift Pflicht. Gäfte tönnen mit eingeführt werden. Charlottenburg. 51. t. Bei Schellbach, Königin Elisabeth- Straße 6, Frauenabend. Genoffe Sans Ramm fpricht über: Tt- Berliner.Sumor. Göffe und Borwärtslefer fints bezalich mitommen, 56, bi. Der Boonenaben fällt aus. Dafür geheft bie Genpfinnen bei duft Better, am Mittwoch, dem 26. Ceptember, na childhorn. Treffpunkt 14 Uhr Bahnhof Chat Inttenburg, Cingang Gäfte bt. Bei Frauenveranstaltungen am Mittwoch, 19% Uhr: 23. t. Seufalu, Mittwoch, 26. September, Besichtigung Ber Schulfarm Scharfenberg". Die Genoffinnen treffen fich 9% Uhr Gaale, Ede Raifer Friedrich- Straße. Umsteigen Hermannples( nur ginie 28). Gäfte herzlich willkommen. Die nächste Frauenverfammlung findet am 3. Oktober ſtalt. 94. bt. Renten. Bei Günther, Gohillerpromenade 11. Jad- London- bend." Vortragender: Genoffe Arthur Reichardt. Alle Genoffinnen find herzlich eingeladen, Gäste tönnen an hem Abend ebenfalls teilnehmen. 122. bt. Biesdorf. Pei Porath, Merzahner Str. 31, Frauenabend. Me Ge. noffinnen find herzlichst eingelaben. 124a. Abt. Mahlsdorf Sub. Bei Draber, Uhlandstr. 18, Bortrag der Genosn Elvira Arliger über: Die Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten Gäste willfommen. 141. At Rosenthat, Bei Eiling, Edelweisstraße 5, Bortrag des Genosser Sose. mann über: Ladendes Alt und Neu- Berlin". Ade Genoffinnen, des gleichen Vorwärislefer und Sympathifierenbe find herzlichst eingeladen. 7. st. Freitag, 28. Geptentber, in Cornis Feftfälen, Gartenstraße 6, Bor trag ber Genoffin Eichenberg über: Die frau els Schöffe". Alle Ge noffinnen find herzlichst eingelaben. Gäfte willtommen. Jungfozialisten Groß- Berlin. Dienstag, 25. September, 19% Uhr, im Band, Albrechtffe, 11, 2 pp., Gruppenkonferenz. Jede Gruppe entfendet awei Bertreter, Arbeitsansichuk fikung um 18 Uhr ehendert. Gruppe Wilmersdorf. Montag, 24. September. über: Mor Adler, Gruppe Beißen20 Uhr, im Jugendheim, Bilhelmsaue 128, Ausforacheabend Läuterung bes Marrismus". Gäfte herzlichst willlommen. fee. Montag, 24. Geptember, 20 Uhr, im Jugendheim, Barfftt. 36, Vortrag: Eigentum und Gesellschaft". Referentin Genoffin Michaelis. Gruppe Char Tottenburg. Montag, 24. September, 20 Uhr, im Jugendheim, Rofinenftr. 4. Bortrag: Das Rommunistische Manifest." Referentin Cllen Beibler. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Resultate der Böllerballspiele am Arbeiterfindertag( Chillerpart. 1. Runde: Neukölln- Oberschöneweide 2: 0; Wedding- Schöneberg 2: 0; Lichtenberg- Ban Lom 1: 1; Charlottenburg- Brenzlauer Terg 1:12. Runde: Reutöln- Bed bing 1: 1, Oberschöneweide Schöneberg 1: 1; Lichtenberg- Brenzlauer Berg 1: 0. Kreis Mitte. Wir treffen uns am Montag, 17 Uhr, vor dem Bahnhof Rummelsburg aur Besichtigung des Baifenhauses. Die Selferfikung fält ber Befichtigung wegen aus. Kreis Friedrichshain. Am Dienstag, 25. September, 20 Uhr, Kreishelfer fung mit den Elternobleuten der Gruppen Tagesordnung: 1. Unfere Unsere Gruppen haben folgende Drganisation: 2. Wahl eines 2, Rreisleiters. Rufammentiinfte: Gruppe Baltenplag: Montags und Mittwochs 17-19 UK: im Jugendheim. Ebertriftr. 12: Gruppe Robert Blum: Monicas 17-19 Uhr Rüfen. Mittwochs 17.30-19 Uhr Rote Falten und Junafalten, Freitans 17 bis 19 Uhr gemeinsamer Abend im Jugendbeim, Sitauer Str. 18; Gruppe Frant farter Biertel: Dienstags und Donnetstags 17-19 Uhr im Jugendheim, Eberty. ftraße 12: Gruppe Stralquer Biertel: Montags 17-19 Uhr Rate Fallen, Mitt. mochs 17-19 Uhr Rüfen, Freitags 17-19 Uhr alle Gruppen im Jugendheim. Goslerftr. 61; Grappe Landsberger Blak: Montags und Freitags 17-19 Uhr im Jugendheim, Dieftelutenerftr. 5: Gruppe Baul Ginger: Montags und Frei tags 17-19 Uhr im Jugendheim, Brommyfte. 1. Kreis Webbing. Am Dienstag, 25. Geptember, findet in der Goule Wiefen, Ede Bankstraße, eine Betbeneranstaltung fiett, Es wird Rinderrepublik See tamp" und Seimarbeit in der Tertilindustrie" gegeben. Anfang 8 Uhr. EinDonnerstag, trittskarten find für 20 Bf. bei den Gruppenleitern zu haben. 27. Geptember, 20 Uhr, im Ledigenheim, Brunnenplas, Kreishelferfigung. In der Werbeveranstaltung müssen füntliche Roten afifen um 18 Uhr in der Schule Wiefen., Ede Vantftraße, fein. Kreis Treptow. Rote Falten unb Sungfalfen. Wir beteiligen uns am Turnabend der Freien Turnerfchaft, am Montag, dem 24. Eeptember, 17% Uhr, in bet Turnhalle der Knabenschule, Mieberschöneweide, Rubower Straße. Steglik. Dienstag, 25, Geptember, Treffen im Seim, Albrechtstr. 47, von 17 bis 19 Uhr. Geburtstage, Jubiläen ufw. 3. Abt. Unserem langjährigen, feit vier Jahrzehnten in der Arbeiter. bewegung stehenden Genoffen Rael Rashewffi, Neue Jakobftraße 10, au felnem 60. Geburtstage, am Montag, 24. September, die herzlichsten Glüdwünsche der Abteilung. 115. Abt. 2ichtenberg. Sente feiert anfer lieber Gexoffe Sermons Eliat, Blumenthalftr. 24, feinen 70. Geburtstag. Seit über 50 Jahren Parteimitalied, wird unfer Sermenn für uns stets ein lenghtenbes Belfviel fein. 3n fieter Rüftigkeit mögest bu alter unb both fo junger Sercianu** s allen noch recht lange erhalten bleiben. Eine Doppelpremiere bei C.& A. Seit gestern grüßen uns 15 Meter hohe Figuren, die einen fröhlich lachenden, modern gefleideten Mann darstellen und die an zwei Hauserfronten in der Königstraße und in der Chauffeestraße angebracht sind. Sie tragen ein Schilh mit bem Inhalt: est aud herreutleidung genau fo por: Was heißt das? Das heißt: baß man son jest ab bet teilhaft Get a Ginger ideenoffen funzio Bender aber age be sunt& 2.& Brennintmeyer auch dann gui taufen und Märchen der Arbeit um sahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Gäfte find ebenfalls herlich willkommen.-88. Der fequens abens tapnat Geptember aus. Die Genoffianen betaiitgen fich Daflit am reistravenoben am Donnerstag, bent 27. September, in Augenbheim afineritage& 67. Abt. Grunewald. Bei Butabacher Bahnhofs Reftaurant Grunemath, Bortrag des Genoffen Sans Bonwab über: Die Stellung ber Sosial fann, wenn man nicht eine Frau, jonbern ein Mann ist Gestern fand in beiden Seichfiftent non C. u 2 die faierliche Bremiere ührer Abteilungen Herrenfletoung ftatt, und nach der großen Anzahl bet Räufer zu urteilen, bie fich den ganzen Tag über gu u 2. brängten, war die Einführung von Herrenkleidung ein außerordentbemokratis su ben obetnen Craiehungsfragen. Seine Genoffix bart lich glüdlicher Gedante. Wer gut fieht, der gut tauft! In Zukunft fehlen. Gäfte find ebenfalls mit eingelaben. 74. bt. Rehlendorf. Atuna. Genoffinnen! Der für Montag, 24. September, angeleste Frauenabenb findet umständehalber nicht statt. Der nrbime Frauenabend with für Montag, 8. Oftober einberufen. Nähere Mitteilung erfolgt noch. 83. Wt. Stealth. 20 Uhr bei Schelhafe, Stealis, Ahornftr. 15, Unterhaltungs abend. Programm: 1, Gemeinfamer Gefang. 2. Sumoristische Plauderei. 3. Gefanasvorträge, 4. Anetboten aus alter Beit. 5. Gefangsvortrag. 6. Klaviervorträge. 7. Gemeinschaftliche Spiele, Tanz. De Genoffinnen merden gebeten, au lommen und recht viele Gäfte mitzubringen. Der Unterhaltungsabend foll gleichzeitig ein Werbeabend fein. 83. bt. Simlerfelbe. Bei Schmidt, Hindenburgdamm, Ede Roonftr., Bortrag über: Fozialistische Gesinnungspflege in der Familie. Referentin: Ge noffin Michaelis. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Rentin. 91. bt. Ber Lübbecke, Fontane, Ede Razlenartenstraße, Bortrag der Genoffin Erna Bilfing über: Inpen aus der Türtei". Reine Genoffin darf fehlen. Gäfte herzlich willkommen. 95. bt. Bei Grieger, Leffing1 ftraße 9. Bortrag ber Genoffin Beidler über:„ Die Stellung der Frau in der heutigen Wirtschaft. Alle Genoifinnen, ganz befonders bie Franen ber Genoffen find zu diesem Vortrage eingeladen. 96. 91st, Bei Sirich, 30 nasstraße 1, Bortrag der Genoffin Gebhardt über: Unfer Ronfum". Alle Genoffinnen find hierzu herzlich eingeladen. Gäste willkommen. 97. Abt. Bei Rukki, Hermann, Ede Leineftr. 1, Bortrag bes Genoffen Blette über: Die Aussperrungen in der Sonfettion die Frau als Seimarbeiterin". Efcheinen aller Genoffinnen ist Pflicht. Die Frauen der Genoffen, Rotwärtslefee und Gymnathifererbe find befonbets eingelaben.-98. Abt. Bei Teich, nefebeditt. 15. Vortrag des Geneffen Stadtarst Dr. med. Georg Löwenstein über:" Die inneren Räte der Frau von medizinischen Standpunkt aus". Reine Genoffin darf fehlen. Die Genosfinnen werden aebeten, für diefen Abend reae Pronaganda zu machen. 99. bt. Brik. Im Jugendheim, Brik. Chauffeeftt. 48, Vortrag des Genoen Arthur Parow liber: rig Revter"( mit heiteren Rezitationen). Reine Genoffin darf fehlen. Gäfte herafim intommen. 101. Abt. restom. Bei Fante, Sicfbolaffe. 21, Frauenabend. Bortrag des Geroffen Bilhelm Strieber e Genoffinnen find hierzu herafim eingeladen.. 102. t. Panmiculenwea. Bei Saas. Paumschulenfte. 72, artrag der Ge. noffin Henny emad über: Enzialistische Geinnungspflege in der Familie". Um zahlreiches und pünktliches Gefcheinen mird gebeten. 103, 96t. Dherfäremeibe. In der Schilleratode", Smilferpromenade, Dad London Whenb". Portragender Geno Arthur Reichardt. Alle Genoffinnen find her lichst einaelaben. Gäfte willkommen. 106. 96t. Jobannisthat. Bei Potha. Stubenraumite. 12-13, Portraa des Geroffen Curpat ber: Arbeit und Reichtum". Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Gäfte fännen mit eingeführt merden. 116. bt. Richtenberg. 20 11hr hei Morr, Peue Pahnhofftr. 28, Vortrag der Geroffin Hertha Gotthelf über: Seimkultur". Alle Genoffinnen müssen erfcheinen, 119. t. 2itenberg. Achtuna, Genoffinnen! Montag, 24. September, findet fein Rreisfrauenaberd fatt, fonbern am Donnerstag, 27. September, bei Tempel. Budrunstr. 7. Mir beteiligen uns vollzäblig. 125. bt. Prikenfee. Im Lokal Peters, Lichtenberger, Ede Straßburgstraße. Gemütliches Beifommensein. 137. bt. Reinickendorf- Beft. Sut Portshaus Garnmeberstraße 114, Franen, abend. Vortrag des Genoffen Fosemann über: Lachendes Alt- und Neu Berlin". Alle Genoffinnen find hierzu herzlich eingeladen, desgleichen Forwärtslefer und Samrathiñerende. 139. Abt. Tegel. Im Jugendheim Bahnhofftraße 15, Frauenabend. Vortrag der Genoffin Maroorete Schenkalomtn über: thereform". Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Gäfte lommen. 140. bt. Borfomalbe. Bei Mothom. Borsiewalbe, Ernfftr. 1. Vortrag des Genoffen Schulz über: Goziale Fürforae im Donarland". Alle Genoffinnen desaleichen Borwärtslefer und Enmpathiserende find heralich eingeladen, 140a. t. Bitteran. Bei Schulz( Potal am Bahnhof), Mortran der Genoffin hezlich willkommen. Suſanne Suhr über:„ Beruf und Che". Reine Genoffin barf fehlen. Gate Frauenveranstaltungen am Dienstag, 19% Uhr: 53. h. Charlottenburg. Bei Steininger, Suttenfte. 84. Vortrag der Genoffin Sifa 91brecht über: Bericht und Stimmungsbilber non Beüffel". Ale Genoffinnen, desgleichen Vorwärtslefer und Sympathifietenbe find zu diefem Vortrage eingeladen. 73. bt. Schwaraendorf. Im Deutfchen Faus", Preitefte:$ 4. Portrag des Genoffen Sans Famm über: Die Mode im mandel der Jahrhunderte Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Gäfte tönnen mit eingeführt werden. 30. bl. Rents. 20 Uhr im Ideal- Rafing, Beichter, ravenabend. Bor. trag: 20 Jahre Frauenoreanisation". Mäfte wilffommen. 120. t. riebriefelbe 20 Uhr bei Rottle, Capriviallee, Ede Brinzenallee, Foritaa der Genoffin Dora Fabian über: Die Frau in There Senoffinnen, besonders bie Frauen der Genoffen, find zu diefeat Botirage berglich eingeleben. 131. st. Niederfehnbaufen. Sn der Armeinfchaftsschule Bismarditt., Botiraa des Gensifen Dito Moff#Ber: Wohnungshngiche". Um zahlreiches Cr. scheinen wird gebeten. Gäfte millfommen, wird nicht nur für die Frau, sondern auch für den Mann C. u. 2. Brennintmener ein interessantes, preiswertes Haus der Mode sein. Geh hin, sieh und taufe! 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Auch der Farbenreichtum ist weit größer als im Frühjahr, und ist vorherrschend, namentlich est und blau perben in vielen Ruancen gezeigt, was bent gangen Bilde eine große Farben. freude gibt. Die Ausstellung zeigt jedoch nicht nur teure Modelle, fondern vom einfachsten Sauskleid angefangen tann floh jebe Dame nach ihrem Wunsche fleiden. Der Zirkus Busch hat feine Winterfpielzeit im via renovierten Saufe mit einem erftflaffigen Zirkusprogramm begonnen. Bohl felten mird in einer Spielplan fo viel echte und wirklich gute Sirtustunft geboten wie diefesmal bet Busch. Die spanischen Clowns Barbacetas und bie bogenden Bären des Comp teurs Leb forgen für die Heiterkeit des Publikums. Das Revue und Genfationsschauftüd Perlen gestohlen" füllt den zweiten Teil des Abends aus. " Küchen Möbel AUCH BIS ZU 18 MONATS RATEN Verlangen Sie Sonder- Angebot Raddatz& Co Berlin Leipzigerstr. 122-123 Zurück ekehrt Kinderarzt Dr. Kassel Schönhauser Allee 124 Dr. Kurt Erich Neumann zurück. 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Regie Max Reinhard: Ende nach 10%, Uhr HALLER- REVUE Schön und Schick" Th. m Admira spalast 12 Täglich 217 Uhr cute sonnia Vorstellunger Uhr d. 3, Uhr. Nadh nittars die ganze Vorsalin, zu haben Preisen Theater des Westens Täglich 8, Uhr „ Prinzesschen" 99 Jazz- Vaudeville von Rudolf Nelson Milowitsch, Heidemann Maigner Hoffman, Sle ak Rundfunk hörer aabe Preise Komische Oper Alle bisherigen Revuen werden übertroffen durch die neue gewaltige James Klein- Revue: Causend nackte Frauen!! Die große Revue der Frelen Liebe" Hunderte Mitwirkende! Parkett nur 4,50 Mk. Uhr CASINO THEATER SU Lothringer Straße 37. Wallner- Th. Nur noch wenige Aufführungen Wallner- The ter- Strasse Täglich 8, Uhr Und die Liebe höret Bimmer auf! Schauspiel in 3 Akt nach dem gleich nam gen weltberühmten Roman. Verzeiger auth Sonntag Parkett statt 4. par 1. Salt n aur- Bühnen J. Künstler- Th. 81% Uhr Fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch essing- Theater Uhr: Alb. 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September, 8 Uhr: Trouadek Exzentrische Operette In 30 Bildern von Jules Romain Regie: Alexei Granowsky Der Vorverkauf ist eröffnet 20119299 IM LICHT 13: 16.OKT. 1928 H 32 shobtam.W Renaissance- Theater SONNABEND, 13. OKTOBER 81, Heute 81. Ton in des Töpfers Hand Tragö ie einer Familie v. 1 heodore Dreiser. Deutsch von Paul E. er. Regie: Gus. Hartung. WIEN BERLIN Jägerstr. 63a Merkur 4602 830 Theo Körner konferiert das kaum zu überbietende September- Programm Mucky u. Brown/ Inge Raff Wally Marelly Erika Renal Leo Valberg/ Ove Behrens Gastspiel Thea Degen The Three Kukirolers des großen Erfolges wegen oralongiert Willi Schaeffers Thea Degen in Ab nach Kassel! Musik von Fr. Holländer Bert Bloem Leo Vaiberg Kapolle Horst Jung RASPUTINS LIEBESABENTEUER Martin Berger's Großfilm Nikolai Malikoff als Rasputin Diana Karenne als Zarin In weitere Rollen: Natalie Lissenko:: Gertrud Arnold Alexandra Sorina: Camilla v. Hollay: Alfred Abel: Erwin Kalser: Alexander Murski= Jack Trevor:: Ferdinand Bonn Ab Mittwoch, den 26. September 1928 Täglich 6, 8, 10 Uhr Tauentzien- Palast Tauentzienstraße 19 Eröffnungefelerdes Berliner Lichtfestes UNIVERSUM Korfürstendaram 153-150 Am Lebainerplatz Brabant 1565-06 Wochentags 7, 915 Sonntag 5, 7, 915 UFA- PALAST am Zoe B.5 Barb. 9771 Wochentage 71,513 LOOPING THE LOOP Gie Todesschleife mit Jenny Jugo, Werner Krauss Ernst Matray- Ballet ( mit Genehm, der Direktion d.» Scala«) Canaro Emil Jannings Sein เท Bonning 516,715,913 letzter Befehl GLORIA- PALAST Al Jolson a. d. Gedächtnisk. Bism. 9035, 8555 Wochentags 713,915 Der Jazzsänger Sonntag 515,715,918 Jugendi. haben Zutritt KURFÜRSTENDAMM Grete Mosheim Kurfürstendamm 26 Bismarck 6179 Wochentags 718,31 +3 Die Sonntag 515,715,915 kleine Sklavin UPA- PAVILLON Al- Heidelberg am Nollendorfpl. 4 Ber grote Lubitsch 12. 3453 Mall 8376 Film mit Ramon No Wochentags und varro/ Norma Shearer Sonntag 515,715,915 jugendi. haben Zutritt Kammerlichtspiele Buster Keaton am Potsdamer Platz Nollendorf 2095-96 Wochentage 7, Wasserhat Falken Wasserhat Falken Sonnabend und Sonntag 5, 7, D TURMSTRASSE Jugendi haben Zutritt Trianon- Th. * Uhr: Sybilla?... Ausgeschlossen! Origina inszenierung der Tribüne Rundfunk hörer halbe Preise Lustspielhaus Heute 8%, Uhr " Trixie" lonannas Riemann, Renate Müller, André Mattoni, Harry Hardt Theater am Nollendorfplatz Täglich 8, Uhr Schwarzwaldmädel! ose- Theater Gr.Frankfurter St.132 844 Uhr: R Pech- Schulze 4 Uhr: Rotkäppchen Planetarium am Zoo Variang. Joachimsthaler Straße Noll, 1578. 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst Erde Der 18 Uhr: und Weltenraum. 20 Uhr: Einfluß d. Gestirne Volksglaube und Wissenschaft). Blumenspenden ieder Art ' tefert preiswert Ecke Stromstraße Henny Porten Paul Golletz, Hansa 4883 Wochentags 7, S Sonntag 5, 7, 9 in Dorm. Robert Meyer Mariannenstraße 3, Ede Naunynstraße Amt Moriapl, 10 903 FRIEDRICHSHAIN Zuflucht KLEINE Ecke Bötzowsir. Königstadt 5564 Wochentags 7, 9 Sonntag 5, 7, 9 KONIGSTADT Bühnenschau ANZEIGEN in der Gesamtauflage Unter der des Vorwerts" sind Senonb.Allee 10-11 Laterne Norden 8067 Wochentags 7, 9 Sonntag 5. 7, 9 Auf der Bikne: Die große Bevne: Wir bleiben die Alen besonders wirksam und trotzdem sehr billig! 1 Packung 19 Uhr: Empfang der Repräsentanten der Wirtschaftsorganisationen durch den Magistrat und die Stadt- WEINBERGSWEG verordneten von Berlin; Beginn der Festbeleuch- Weinbergsw. 16 Don Juan Schweinekle infleisch tung und des Schaufensterbeleuchtungs- Wettbewerbes; Großes Preisausschreiben für das Publikum; Eröffnung der Sonderausstellung ,, Beleuchtung in alter Zeit" im Märkischen Museum SONNTAG, 14. OKTOBER Besuch der dla Berlin 1928", Ausstellungshallen am Kaiserdamm 18 Uhr: Auto- Lichtkorso mit historischem Wagenzug( Abfahrt Kaiserdamm in Richtung Kurfürstendamm, Potsdamer Straße, Unter den Linden, Friedrichstraße, Tempelhofer Feld), Lichtfest Tempelho 19 Uhr: Militär- Konzert auf dem Flughafen Tempelhof 19,30 Uhr: Große Angriffsübung der Berliner Feuerwehr; Vorbeifahrt des Korsos und des historischen Wagenzuges; ,, Berlin von oben", Start eines Großflugzeuges mit dem Sprecherder Berliner Funk- Stunde, Alfred Braun; Uebertragung der geschilderten Eindrücke auf den Rundfunksender. Rundflüge für das Publikum über der erleuchteten Stadt mit dreimotorigen Großflugzeugen der Deutschen LuftHansa; großes Höhenfeuerwerk MONTAG, 15. OKTOBER 18 Uhr: Lichtreklamekorso( Humboldthain, Friedrichstraße, Potsdamer Straße, Kurfürstendamm, Hasenneide, Görlitzer Bahnhof, Unter den Linden, Leipziger Straße, Platz der Republik, Alt- Moabit) 19 Uhr: Oeffentliche Festkonzette: an der Kirche in Pankow, vor dem neuen Rathaus in Spandau, Rathaus Lichtenberg. Kleiner Tiergarten Germania- Denkmal, Hohenstaufenplatz, Rudolf- WildePlatz, Schöneberg 21 Uhr: Wittenbergplatz, Wedding- Platz, Platz der Republik, Königstraße vor dem Rathaus, Lauter. Piatz, Friedenau, Märchenbrunnen Friedrichshain DIENSTAG, 16. OKTOBER 21 Uhr: Offizieller Lichtball bei Kroll zum Besten der Blinden Berlins 23 Uhr: Bunte Bühne bei Kroll AUSKUNFTE FÜR DIE GESCHAFTSWELT DURCH DIE ARBETSGEMEINSCHAFT BERLIN IM LICHT BERLIN W. 62, KIELGANSTRASSE 1, KURFÜRST 1658 VERKEHRSAUSKUNFTE DURCH D.E ARBEITSGEMEINSCHAFT BERLIN IM LICHT VERKEHRSAUSSCHUSS, BERLIN- CHARLOTTENBURG 9 SC LESSFACH 33 FERNRUF C 3, WESTEND 1438. Theater a.Kottbusser Ter Kottbusser Str. 6. 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September, nahm. 4% Uhr, im Lotal Mite Geheimtalsfncipe, Jerufalemer Straße Versammlung der Goldschmiede. Tagesordnung: 1. Die Berhältniffe in der Goldschmiede- Jndustete 2. Distuffion. Die Kolleginnen und Rollegen werden erfucht, zahlreich in dieser Bersammlung zu erscheinen. Dienstag, den 25. Septbe, abends 6 Uhr, im Barterresaal des Becbandshauses, Linienstraße 83,85 Branchenversammlung der Bau- und Geldschrantschloffer. Tagesordnung: 1. Bericht der Branchenkommiffion. 2. Branchenange legenheiten 8. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuchtern Butritt. Es tit Pflicht aller Rollegen, in diefer Versammlung zu erscheinen. Dienstag, den 25. September, nachm. 5 Uhr, im Gewerfidheitshans, Engelufet 24/25 T Montag, den 24.September bleiben unsere Häuser geschlossen HERMANN TIETZ Leipziger Strasse Alexanderplatz/ Frankfurter Allee/ Belle- Alliance- Strasse Wilmersdorfer Str. Brunnenstr. Kotibuser Damm/ Andreasstr./ Chausseestr. Branchenversammlung Innungskrankenkasse Tagesordnung: Berbanbsange der Tischlerinnung zu Berlin der Metalldrüder und Bolierer. legenheiten und Berfchiedenes. Bekanntmachung. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir, daß alle Kollegen erscheinen Durch Beschluß des Versicherungs Die Bertrauensleute find serpflichtet, für amtes der Stadt Berlin vom 29. Juni einen guten Befuch Sorge zu tragen. 1928 ift bie Wahl ber Arbeitgeber.Bertreter in den Borstand der InnungsDienstag, den 25. September, nach- trantentasse der Tischler- Janung mittags 5 Uhr, in den Meminhallen", Berlin für ungültig erklärt worben. Rommandantenfte. 58/59 Es muß deshalb ein neues Wahlder. W zu Branchenversammlung fahren eingeleitet werden. aller Metallschleifer, Galvaniseure, Gemäß 88 29 und 24 der Bahlord nung teilen wir hierdurch stit, daß Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen. nach der Borschrift des§ 47 der Kaffen. Tagesordnung: 1. Sarif unb fazung für die Wahlperiode bis 81. 12. Lohnfragen. 2. Distuifion. 5. Branchen angelegenheiten. 4. Berschiebentes. Ohne Mitgliedsbuch tetn Buteltt Es ist Pflicht eines jeden Branchen angehörigen, in dieser Bersammlung zu erfchemen. Dienstag, den 25. September, abends 7% 2hr, in ben harus Sälen ( Kleiner Saal), Malleeste. 142 1932 die Ausschußmitglieber der Arbeit geber die Borstandsmitglieder und deren Celahmäner zu mählen haben unb amat: aus bez Mitte ber Arbeitgeber 4 Ber teeter und 8 Erfagnänner. Wahlberechtigt find nur bie gewählten usingmitalieber. Jebem Wähler steht nur eine Stimme zu.( 8 25, 1 der Wahl. ordnung.) Die Wahlhandlung findet am Mox. Branchenversammlung tag, bem 12 Rovember 1928, in ber Zeit der Eisenformer u. Berufsgenossen. Den 17-19 lbr( 5-7 Uhr nachm.) im Tagesordnung: Ausschußablemmen Raffenlotal, Berlin CD. 16, Richaelund Bertzeuggeld. Mitgliedsbus legitimiert. Vollzähliges Erscheinen ist Vflicht. tirdstraße 15, statt. Wir ersuchen nunmehr um Einsendung von Berschlagslisten für die Bahl Ber Vorstandsmitglieder aus der Dienstag, den 25. September, abends Gruppe der Arbeitgeber. Für die VorZUhr, im Sigungsfaal des Verbands- legslisten gelten 88 7 und 3 ber hauses, Cinienstraße 83/85 Konferenz Wahlordnung entsprechend mit ber Maßgabe, daß ben dort bezeichneten Borfologsliften audy Borschlagslisten mit der weiblichen Vertrauenspersonen minbftens 2 Unterschriften von Ber und Betriebsräte. tretern der Arbeitgeber im Ausschuß gleichstehen, welche der betreffenden Tagesordnung: 1. Aus der Praxis Gruppe angehören. des Arbeitsgerichts. Referent: Kollege Dits Roch II. 2. Berbandsangelegenheiten und Jede Vorschlagsliste darf höchstens Berschiedenes. breimal soviel Bewerber benennen, als Da es sich um wichtige Fragen handelt. Bertreter zu wählen find. Also 4 mat muß jeder Betrieb serireten sein. Die Fun tionärinnen tönnen srganisierte Kolleginnen als Gäste einführen 3 gleich 12. Die einzelnen Bewerber find nach Familien- und Bocnamen, Beruf und Wohnort( Straße) zu bezeichnen. Die Benannten find unter Nummer fortlaufenber aufzuführen, Achtung! Gold- n. Silberschmiede! wee ble Reihenfolge ihrer Benennung Mittwoch, den 26. September. nan. ausdrückt. Dresdener Straße 45 5 Uhr, im Dresdener Garten", Die Borislagstiften müffen bis fä teftens, ben 13. Oftober 1928 unter der Abreffe: Wahlbureau der InmungsBranchenversammlung antentaffe der Tischler- Innung zu Tagesordnung: 1. Bericht von den Berlin, Berlin ED. 16. Michaelfir Berhandlungen über den Lohntarif. 2. Ber- Straße 15, 1, eingezeicht sein. schiedenes. Ais Listenvertreter gilt der erste UnJeder Betrieb hat vollzählig zu erscheinen. terzeichner der Vorschlagstifte. Etwaige Anstände der Vorschlagsliste maffen Mittwoch, den 20. September, nadm. fpätestens 2 Wochen vor dem Wahltag 5 Uhr im Saal 3 des Gewertschafts- beseitigt fein, hauses, Engelafer 24/25 Die zunelaffenen Bericlanslisten tanBen in der Seit 10. bis 27. 10. in bez Reit se ob maros Luft und Sonne sind Todfeinde von Tuberkulose und Siechtum. In der Gartenstadt Zepernick- Röntgental Das Paradies des Berliner Norden findest du Gelegenheit, auf mäßiger Anhöhe idyllisch gelegene Gartenparzellen mit tiefgründigem Lehmboden einschl. Einfriedigung und Wasserleitung pro Qm. von M. 1, an bei kleiner Anzahlung und Monatsraten von M. 30- an zu kaufen. Vom Stettiner Bahnhof und Gesundbrunnen mit 15 Pfg Siedlerkarte in 20 Minuten zu erreichen. Gehobene Schule, Kur- und Freibad am Platze. Große Sportplätze und ausgedehnte Promenaden und Parkplätze vorhanden und vorgesehen. Elle geboten, weil schnell vergriffen Nur noch 400 Parzellen frei! Verkauf Sonnabends von 2-6, Sonntags von 11-6 Uhr im Gasthaus Bindernagel, Zepernick Täglich im Berliner Bureau der Firma C. 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September: 16: Frau und Kind in der Oeffentlichkeit. 16.30: Technische Wochenplauderei. 17: Teemusik. 18: Hanns G. Lustig liest eigene Novellen und Skizzen. 18.40: Deutsche Forschungs- und Kulturarbeit in Asien. 19.05: SchuJung des Denkens. 19.30: Uebertragung Stadttheater Leipzig: Samson und Dalila", Oper von Saint- Saëns. Dienstag, 25. September: 10: Uebertragung Breslau: Hauptversammlung des Deutschen Städtetages. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Wettercharaktere im Herbst and Winter. 16.30: Stunde mit Büchern. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Wirtschaftsförderung durch Beleuchtungswettbewerbe. 19.25: Orientalische Hauptstädte. 19.55; Das Prinzip der Vermehrung der Entropie. 20.30; Paracelsus. 21.15: Klaviertrios. Mittwoch, 26. September: 16: Die Frau in der Wissenschaft. 16.30: Wie Tiere sich zurechtfinden. 17: Jugendbühne. 17.30: Unterhaltungsmusik. 18.40: Fortschritte der Psychotechnik. 19.05: Ohrerkrankungen, ihre Ursachen und Folgen. 19.35; Von der Wohnkulisse zur Häuslichkeit. 20.10: Sendespiele: ,, Das Holland weibchen", Operette von Kálmán. 22.30: Nachtmusik. Donnerstag, 27. September: 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 16: Das seelische Empfinden in den Konstwerken verschiedener Zeiten. 16-30: Wanderungen durch die Mark. 17: Italienische Musik. 18; Teemusik. 18.40: Esperantovortrag. 19.05: Luftfahrttechnik und lla. 19.30: Wie bilde ich mich neben meinem Beruf weiter? 20: Kulturfragen in der Literatur. 20.30: Sinfonie- Konzert. 22.30: Tanzmusik. Freitag. 28. September: 16: Vielseitige Gelatine- Verwendung im täglichen Speisezettel. 16.30: Zam 125. Geburtstag des Malers Ludwig Richter. 17: Max Jangnickel liest aus seinem Roman..Brennende Sense". 17.30: Unterhaltungsmusik. 19: Italienisch. 19.30: Der Weltverkehr und seine Mittel. 20: Stoffe und Gewebe. 20.30: Vortrag. 21: Unterhaltungsstunde. Sonnabend, 29. September: 16: Medizinisch- hygienische Plauderei. 16.30: Probleme der Opernregie. 17: Unterhaltungsmusik. 19: Jugend und Völkerversöhnung. 19.30: Die Macht der Suggestion. 20: Hindernissport im Herbst. 20.30: Sendespiele: Der siebente Tag", Lustspiel von Rudolf Schanzer und Ernst Welisch. 22-30: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 23. September: Mittwoch, 26. September: 16: Das Schulpflichtgesetz. 16.30: Der deutsche Garten. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Pforzheim, die Zentrale der Schmuckwaren industrie. 18.30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Lehrgang für Facharbeiter und Werkmeister. 19.20; Einführung in das Verstehen von Musik. Ab 20.10: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 27. September: 16: Grundfragen der Sozialpsychologie. 16.30: Die Erziehung zum Staat in Frankreich. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Weltpolitische Stunde. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wie kann der Landwirt den Winter nutzen, damit seine Maschinen im Sommer nicht versagen? 19.20: Der Kaufmann und die Banken. 20: Bertrand Russel, der mathematische Naturphilosoph. 20.30: Ein Tag eines Ministers. 21: Ostasienreise. Ab 22: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 28. September: 16: Von der Lernschulklasse zur freitätigen Arbeitsgemeinschaft. 16.30: SEJ Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendiekretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Genoffinnen und Genoffen, die sich als Selfer für unsere Jugendmeihe im Großen Schauspielbans zur Verfügung stellen wollen, treffen sich heute, pünkt. lich 9 Uhr, Eingang Schiffbauerdamm, Rommt recht zahlreich. Heute, Sonntag, 23. September: Frankfurter Biertel: Treffpunkt 15 Uhr Baltenplag. Reukölln I und VIII: Echuizeljagd nach Tiefensee. Treffpunkt 6% Uhr Reuterplay. Roften 85 93f. Berbehezirk Tiergarten: Treffpunkt zur Flugblattverbreitung um 11 Uhr Strom, Ede Turmstraße. Treffpunkt zum Jugendherbergsfeft um 14 Uhr im Rleinen Tiergarten. Morgen, Montag, 24. September, 19% Uhr: Der Singfreis übt pünktlich 19% Uhr im Heim Lindenstr. 4, 8. I. Frankfurter Viertel: Heim gitauer Str. Rurze Referate. Werbebezirk Webbing: Sprechchorprobe 20-21 Uhr. Gruppe Brunnenplag, Rorben, Gesundbrunnen I und II: Schönstedtstraße 1, Ledigenheim, 21-22 Uhr. Gruppe Bedding, Webbing- Norb, Webbing( R. F.): Turnhalle Trift, Ede Müllerstraße. Friedrich Albert Lange, 17: Uebertragung aus Leipzig. 18: Juristische Uebun- Borträge, Vereine und Versammlungen. gen aus dem Gebiet der Zwangsvollstreckung. 18.30: Englisch für Fortgeschrittene. 18.55: Technischer Unterricht im Rundfunk. 19.20: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend. 29. September: 16: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 16.30: Die Aufgaben des Beamten im modernen Strafvollzug. 17: Uebertragung aus Hamburg. 18: Die rechtliche Lohnsicherung in der Heimarbeit. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Das deutsche Vaterlandsgefühl und sein Ausdruck in der Dichtung. 19.20: Goethes Nachwirkung bis in die Gegenwart. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel.z Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchätts ftelle: Berlin G 14, Gebastianstr. 37/38, of 2 Tr. Gauvorstand. Dienstag, 25. Geptember, 20 Uhr, Sigung der Leiter des Abteilungs- Nachrichtendienstes im Gaubureau. Sonntag. 23. September. Mitte. Jungbanner. Handballspieler und Interessenten hierfür treffen sich zu einer Besprechung um 9% Uhr Sportplas Friedrichsfelde. Reukölln- Brig. Antreten aller radfahrenden Kameraden 13 ühr Sohenzollern plag. Erscheinen ist Pflicht. Lichtenberg( Ortsverein). Tambourtorps und Jungmannschaft, antreten pünktlich 7% Uhr bei Lohmann, Jung, Ede Oberftraße. Anschließend 10 Uhr auf dem Sportplag Friedrichsfelde. Montag, 24. September. Mitte, 20 Uhr Jungbanner, Jugendheim Tiedste. HermannLöns- Abend mit musikalischen Vorträgen. Referent Ramerad Bartels. Gäste millkommen. Kreuzberg. Jugend II beteiligt sich an dem Lichtbilderabend: Berfassungsfeier in Frankfurt a. M.", 20 Uhr im Jugendheim, Nordstr. 11. Dafür fällt die Bersammlung am Dienstag, 25. Geptember, aus. Dienstag, 25. Geptember. Friedrichshain. 19% Uhr Gaussportler- und JugendperfammTung in den Comeninssälen, Memeler Str. Bilichtveranstaltung. NeuköllnBriz. 3. Ramerabschaft, 1. Zug. 20 Uhr Bersammlung bei Schröder, Steinmes ftraße 52. Referent Ramerad Arno Scholz. Reinidendorf( Ortsverein). 20 Uhr Bollversammlung im Bootshaus Tegel, Uferstraße 1. Bortrag über: Deutschland und Frankreich. Zehlendorf. Mittwoch, 26. Geptember, 20 Uhr, Bersammlung bei Schnorre, Potsdamer Straße 3. Reukölln- Bris. 1. Rame. tadfchaft. Rugversammlung: 1. Sug: Montag, 24. September, 20 Uhr, bei Grommed, Eanderstraße 10. Bortrag: Kamerad Tobias. 4. Rug: Bei Rönig, Weserstraße 58, Ede Bildenbruchstraße. Treptom. Tambourtorps und Mufit. Gemeinsamer Uebungsabend Dienstag, 25. Geptember, 3m fühlen Grund", Siemensstraße 1. Sprechchor für proletarische Feierstunden. Die Mitglieder treffen sich heute, pünktlig 9 Uhr, im Großen Schauspielhaus aur Jugendweihe. Männerchor Friedrichshain! Am Montag, dem 24. September, ab 19 Uhr, Extraitbungsabend( Ronzert) in der Schulaula Diestelmenerstraße( weltliche Schule). Montag, 1. Ottober, veranstaltet der Chor im Saalbau Friedrichshain einen heiteren Abend. Anfang 19 Uhr. Eintritt 50 Bf. Die Genoffinnen und gliedern des Chors fowie bei den Abteilungstaffierern des Kreises Friedrichs Genoffen des Kreises werden hierzu eingeladen. Billetts find bei den Mit hain zu haben. Brofessor Artur Berson erläuterte Die Bedeutung wissenschaftlicher Luftfahrten. Besonders zur Erfor schung der höheren Schichten der Atmosphäre ist die Luftfahrt uns entbehrlich. Bom meteorlogischen Drachen und unbemannten, nur mit Registrierinstrumenten ausgerüsteten Ballon bis zum Flugzeug und Luftschiff stellt sich die Luftfahrt in den Dienst dieser Forschung. Eine einigermaßen zuverlässige Beurteilung der Witterungslage und ihrer Veränderungen ist erst dadurch möglich geworden. Dr. med. Ernst Rothe sette feinen 3yflus Die Machtder Suggestion" mit einem Bortrag über„ Energie, Ausdauer, Zähigkeit, Entfchloffenheit" fort, in dem er recht suggestiv seinen Hörern flar machte, Ab 8.55: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Die Hilflosen. 19: Freiheit und daß alle diese Eigenschaften nicht angeboren zu fein brauchten, daß Prädestination. Ab 20.30: Uebertragung aus Berlin. man fie vielmehr erwerben tönne. Einen aufschlußreichen EinMontag. 24. September: blid in das Arbeitsgebiet der Physikalisch Technischen Reichsanstalt gab Leopold Lehmann Am Abend hörte man Senbespiele. Erit Mener- Helmund hat aus seinen jüßesten Melodien eine einattige Operette zusammengebaut. Bielleicht gibt es Menschen, Die Daran lebhaften Gefallen finden. Jedenfalls war es eine sehr harmlofe und sehr bescheidene Veranstaltung. Herbert Kiper mit ganz Schöner, aber verbildeter Stimme gehörte nicht vor das Mitrophon. Anschließend murde ein Einafter von Tschechom gefandt, Das Jubiläum, von Mag Bing flott ingeniert. Die heitere Groteste Goldwaren.Uhren- Belmonte.97 wurde von guten Sprechern amusant gestaltet. 16: Französisch( kulturkundlich- literarische Stunde). 16.30: Der Aphorismus in der Weltliteratur. 17: Uebertragung aus Berlin. 18: Märchen von der Niederelbe. 18.30: Englisch für Anfänger. 18.55: Braugerstenbau vom Standpunkt des Erzeugers und des Verarbeiters. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 25. September: 16.20: Einführung in die moderne Musik. 17: Ucbertragung aus Leipzig. 18: Das Volkstheater einst und jetzt. 18.30: Französisch für Aufänger. 18.55: Moderne Volksbildungsfragen. 19.20: Der Herren16: Erziehungsberatung. fahrer. Ab 20.15: Uebertragung aus Frankfurt a. M. In der Vorgenstunde Qualität Meter febr beltber Hemdenflanelle eifeitig geraubt, gute 65| Männer- Faufthandfchuhe 0.90 Küchen- Handtücher gab 0.50 Ueberziehjäckchen solle, piele gefäumt und gebändert Stüd Frottierhandtücher bunt far, 100 x 500.90 Lakenftoffe do, ca. 140 cm breit, jebr 1.50 gute Qualität. neffel etwa 140 cm breit. 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