Morgenausgabe Nr. 453 A 230 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bt., monatlich 3,60 2. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat. * Der„ Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Boll und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen"," Frauen. ftimme",„ Technit"," Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" Vorwärts Berliner Boltsblatt Dienstag 25. September 1928 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die einipattige Ronpareillezelle 80 Pfennig. Reflame eile 5- Reichs mart. Aleine Anzeigen das ettge drudte Wort 25 Pfennig( zulässig zme rettgebrudte Borte), jebes meitere Bort 12 Pfennig. Steuengesuche das erste Bort 15 Bfennig, tebes weitere Wort 10 Pfennig. Werte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Arbeitsmartt Betie 60 Pfennig. Familienanzeigen füg Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3. wochentagl, von 8 bis 17 Uhr, Bentralorgan der Sozialdemokratischen Bartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Donboff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Boftfchedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentasse Lindenstr. 3 Drei Jahre Zuchthaus für Reim! Amerika in Borderafien. Der Staatsanwalt hatte Todesstrafe beantragt. Nach etwa zweistündiger Beratung verkündete der Bor-| in den Arbeitskommandos an die Hand zu geben, seien immer abgefigende im Fememordprozeß Legner folgendes Urteil: lehnt worden. Der Angeklagte Reim wird wegen Beihilfe zum Morde zu einer 3uchthausstrafe von drei Jahren sowie zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Von der Strafe gelten zwei Jahre 35 Tage als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Generalmajor Gudovius, der gleichfalls Kommandant von Küstrin war, äußert sich in ähnlichem Sinne. Die Urteilsbegründung führt aus, daß nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme Büsching einen überlegten morb an Legner begangen und Reim dem Büsching hierzu Beihilfe geleistet habe. Der Rechtfertigungsgrund der Verteidigung, daß Reim als Soldat auf Befehl gehandelt habe, schlage nicht durch. Denn einmal sei die Schwarze Reichswehr feine Truppe im Rechtsfinne gewesen, sodann aber würde auch ein Angehöriger der Reichswehr auf Grund des Militärftrafgesetzes in solchem Falle nicht straffrei fein. Bei dem Strafmaß sei dem Angeklagten zugute gehalten worden, daß er von früher Jugend auf aus geordneten Verhältnissen gerissen sei und nur Krieg, Revolution und Aufstand erlebt habe, ferner, daß er geglaubt habe, seinem Vaterland durch seine Handlung einen Dienst zu erweisen. * Aus der Verhandlung ist noch nachzutragen: Nach Abschluß der Bernehmung des Angeklagten werden ein Kantinenwirt und eine Reihe anderer Zeugen über die Persönlichkeit des getöteten Legner vernommen. Uebereinstimmend befunden diese Zeugen, daß es Legner mit mein und Dein nicht so genau genommen habe. Er habe sowohl in der Kantine Dieb stähle verübt und begünstigt, wie er auch Ausrüstungsstüde, Munition usw. gestohlen habe. Daß er im Solde der Entente gestanden hätte, wird von den Zeugen bezweifelt. Sie meinen, er habe für seine eigene Tasche gestohlen. Generalmajor Fechner, der Kommandant von Rüstrin war und dem die Arbeitskommandos unterstanden, bestätigt dem Berteidiger, daß die Angehörigen der Arbeitskommandos der Meinung sein konnten, ein Berrat fönnte die Landesverteidigung aufs schlimmste gefährden und die Berhinderung eines Berrats diene dem Intereffe des Baterlandes. Seine wiederholten Gesuche an die Reichswehr leitung, ihm Disziplinarmittel gegen etwaige Verräter Der vom Reichswehrministerium gestellte Sachverständige Oberst v. Hammerstein erklärt, die Arbeitskommandos oder Erfassungsfommandos hätten in jener Zeit nicht nur die Aufgabe gehabt, die im Lande verstreut herumliegenden Waffen zu sammeln, sondern auch als Kaders für die Gefahr eines von Osten drohenden Banden einfalls zur Notwehr des Vaterlandes zu dienen. Schon daraus habe sich ergeben, daß die Organisation unbedingt geheim bleiben mußte. Es sei zuzugeben, daß die Leute eine gewisse Berechtigung hatten, fich als Soldaten zu fühlen. Rechtlich aber feien sie nicht Solbaten gewesen und darum habe auch die Reichswehrleitung nicht die Möglichkeit gehabt, den mittleren Kommandostellen Disziplinarmittel gegen die Angehörigen der Arbeitskommandos an die Hand zu geben. Die Berhinderung eines Verrats sei unter diesen Umständen sehr schwierig gewesen. Das einzige Mittel sei gewesen, daß man den Befehlshabern der Arbeitskommandos immer wieder einschärfte, nur ganz zuverlässige Leute für diese Kommandos aus zuwählen. Auch wenn man berücksichtigt, daß die Hauptschuldigen der Hauptmann Gutknecht und der Henker Büsching nicht mit auf der Anflagebant saßen, so ist Reim doch recht milde fortgekommen. Die juristische Konstruktion, daß er nicht mittäter, sondern nur Gehilfe bei der Tat gewesen fei, hat ihn, wie weiland den Rathenau- Mörder Techow, vor der gefeßlich verwirkten Todesstrafe gerettet. Nachdem aber schwerer Belastete als Reim durch die Amnestie mit der höchftstrafe von 71 Jahren Gefängnis davongekommen find, wird man sich mit dem an sich zu geringen Strafmaß abfinden müssen. Aber eins soll man sich aus dieser Verhandlung merten: mit welch verbrecherischer Leichtfertigkeit in der Schwarzen Reichswehr Menschen als Verräter" festgestellt und umgebracht wurden. Der ganze ,, Berrat" des ermordeten Legner bestand in fleinen Diebstählen von Ausrüstungsgegen ftänden und Kantinenwaren, also Taten, wie sie beim geheiligten preußischen Kommis zur glorreichen Zeit Wilhelms gang und gäbemaren! Und dafür die Todesstrafe... Faschiffendrohung in Desterreich. Strenge Schutzbundbereitschaft.- Feststellung der Verantwortlichkeit. Die Zentralleitung des Republikanischen Schuhbundes hat für den 7. Oftober die strenge Bereit fchaft des Republikanischen Schußbundes für das ganze Bundesgebiet angeordnet. Für das Biertel unter dem Wienerwald werden besondere Weisungen ergehen. Ueber die Vorgeschichte des drohenden Zusammenstoßes unterrichtet folgende Darstellung im Zentralorgan der Sozialdemokratie Deutschösterreichs, der Wiener Arbeiterzeitung: Die Heimwehren haben öffentlich angekündigt, daß sie ihre Truppen aus ganz Desterreich zusammenziehen werden. Sie haben, auf Mussolinis ,, Marsch nach Rom" anspielend, öffentlich erklärt, daß fie das tun, um zu zeigen, daß sie vor ben Toren Wiens angelangt" feien. Sie haben öffentlich angekündigt daß fie, wenn das Parlament ihre Forderungen nicht erfüllt, wenn es ins besondere das dringendste Gesetz", nämlich den Abbau des Mieterschutes, nicht beschließen sollte, den gordischen Knoten mit Brachialgemalt entwirren" werden. Diese Tatsachen haben dem Heimwehraufmarsch in Wiener Neustadt den Charakter einer faschistischen Demonstration gegen die Betfassung der Republit aufgeprägt. Unsere Vertrauensmänner waren dadurch gezwungen, die Gegenfundgebung, den Arbeitertag am 7. Ottober zu beschließen. Hätten es unsere Vertrauensmänner darauf ankommen laffen, daß eine unorganisierte, ungeführte Masse gegen die Heimwehren demonstriert und wäre es dadurch am 7. Ottober zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen, jo hätte man uns wieder, wie nach dem 15. Juli, vorgeworfen, wir seien daran schuld, weil wir die Masse sich selbst überlassen hätten. So ist die gefährliche Lage entstanden. Wir haben uns bemüht, die Gefahr zu beschwören. Dafür zeugt der Beschluß des Partei tages. Dafür zeugt der Schritt des Bürgermeisters von Wiener Neustadt. Dafür zeugt endlich das Angebot, bas mir der Re gierung gemacht haben.( Wir haben darüber berichtet. Red. d. ,, B.") Damit haben wir alles getan, was wir tun fonnten. Es ist alles an dem Widerstand des Herrn Dr. Seipel und an der Schwächlichkeit des Herrn Dr. Buresch, der es nicht wagt, als Landeshauptmann im eigenen Wirkungstreis unter eigener Verantwortung zu handeln, sondern sich selbst unter die Vormundschaft der Bundesregierung gestellt hat, gescheitert. Damit ist die Verantwortung für alles, was geschehen kann, festgestellt. Wie ist die Haltung der Regierung, die Haltung Seipels 34 erflären? Seipel weiß, daß viele Elemente feiner Partei, vor allem viele radauluftige, von faschistischen Gedankengängen infizierte Elemente in den Ländern auf feiten der Heimwehren stehen. Er fürchtet, diese Elemente fönnten von der christlichsozialen Partei abfallen und sich gegen sie stellen, wenn er es wagte, dem Treiben der Hahnenschwänzler Schranten zu setzen. Er ordnet ohne jedes Bebenten das Staatsintereffe, die öffentliche Ruhe und Ordnung zu sichern, jeinem Parteiintereffe, die Faschisten nicht zum offenen Abfall von seiner Partei zu treiben, unier. Dieses Verhalten zeigt, daß von dieser Regierung die Verteidigung der Republik gegen einen bewaffneten Faschismus, der ganz offen und ungeniert in Steiermart und Tirol Scharffchieß. übungen mit Maschinengewehren veranstaltet, ganz offen und unbehelligt mit Brachialgewalt" gegen die Berfassung der Republit droht, nicht zu erwarten ist. tod Wachsender Zusammenschluß. Wien, 24. September. Anläßlich des Empfangs der Teilnehmer am Deutschen Industrie- und Handelstag in Schönbrunn hielt Bundesminister Dr. Schürff eine Begrüßungsansprache, in der er u. a. jagte, daß die Berhandlungen vom Sommer, die in den bestehenden provisorischen Teilverträgen enthaltenen Vereinbarungen zusammen 3ufaffen und durch ergänzende Bestimmungen zu einem einheitlichen definitiven Bertrag auszubauen, in der allernächsten Zeit wieder aufgenommen werden sollen. Der Minister hob auch die große Wichtigkeit der Beziehungen zwischen Desterreich und Deutschland auf dem Gebiete der Elettrizitätswirtschaft hervor, die fich erfreulicherweise immer enger gestalten. Die Petroleum, da Petroleum". Von Dr. Artasches Abeghian. Die Vereinigten Staaten von Amerika pflegen die Monroe- Doktrin zu vergessen, wenn es sich um ihre mirtschaftlichen Interessen in anderen Erdteilen handelt. Seit einiger Zeit wenden sie ihre Aufmerksamkeit besonders dem Nahen Orient zu. Dem liegt vor allem der Drang nach neuen Delgebieten zugrunde. Ueberall dort, wo es nach Naphtha riecht, sind auch amerikanische Unternehmer zugegen. Das vor einigen Monaten getroffene Mossul.Del übereinkommen zwischen englischen, französischen und amerikanischen Konzernen ist als ein erster Erfolg der Ameri faner in Borderasien zu bezeichnen. Bekanntlich gehörte an fänglich die Konzession des Mofjulpetroleums der sog. Turkish Petroleum Compagnie, an der Engländer und Deutsche beteiligt waren. Nach dem Kriege fiel der deutsche Anteil den Franzosen zu. In Lausanne 1923 gelang es dem ,, Beobachter" Child, die Beteiligung Ameritas am Mosfulöl durchzusetzen. Das erwähnte englisch- französisch- amerikanische Abkommen fetzt den Anteil der Standard Dil am Aktienkapital zur Ausbeutung der Mussul- Delfelder in Höhe von 23% Proz. fest. Die Anglo- Persian und Shell- Gesellschaften, sowie die Frans zofen erhalten je weitere 23% Broz. Der Rest von 5 Proz gehört einem der englisch- holländischen Delkönige, dem Armenier Rülbentian. Die erste Erzeugung des mesopotamischen Petroleums hat stattgefunden. Demnächst erfolgt die Anlegung von Röhrenleitungen Mossul- Haifa am Mittelmeer. Die Amerikaner fassen also in Mossul festen Fuß. Auch haben sie dort ihre Petroleummärtyrer" zu verzeichnen: bei den ersten Durchbohrungen von Erdölquellen haben zwei Amerikaner infolge der Delüberschwemmung ihren Tod gefunden. Nicht fehr. weit vom Mofful- Naphthagebiet, in den Ges genden von Wan, Bitlis und Erzerum, liegen die Erdölfelder Türkisch- Armeniens, die noch völlig unbe rührt sind. Geologisch bilden. sie zusammen mit den Mofful- Erdölquellen eine Einheit. Was ihre Bedeutung erhöht, ist ihre verhältnismäßige Nähe um Mittelmeer und namentlich zum Schwarzen Meer, wodurch also die zukünftige Ausfuhr erleichtert wird. 3war hatte der amerikanische Admiral Chester schon vor dem Kriege Ronzessionsrechte für anatolische Bahnbauten und Ausbeutung dortiger Bodenschätze erhalten, diese wurden jedoch vor einigen Jahren türkischerfeits für nichtig erflärt. Dennoch bemüht sich, Amerika nach wie vor um die Erhaltung der Konzeffion diefer Delfelder. Die türkische Regierung ist ihrerseits gern dazu bereit, um eben auf diese Weise die von ihr so benötigten Anleihen realifieren zu fönen. Der Wunsch beider Parteien kommt aber trotzdem nicht zur Erfüllung, weil Washington den Lausanner Vertrag nicht ratifiziert hat. Im Gegenteil, wiederholt und endgültig ist er und zwar gegen den ausgesprochenen Wunsch des Weißen Hauses- abgelehnt worden. Die ameritanische und fürkische Regierung fahren nun fort, ihre wirt schaftlichen und politischen Beziehungen auf anderen Wegen zu regeln. Hierzu gehören auch die Berhandlungen über die Ausbeutung ostanatolischer Delfelder. Ferner legt Amerika für türkische öffentliche Bauten reges Interesse an den Tag. Vor kurzem machten die Konstantinopeler Blätter die Mitteilung, wonach eine amerikanische Gesellschaft mit Angora eine Vereinbarung getroffen und 60 Millionen Dollars zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt haben soll. Hafenanlagen von Mersin und Samsun, sowie die Bahnbauten Kaissari- Siwas solle die genannte Gesellschaft übernehmen. Die Aber auch im tautasischen Delgebiet mit dem Mittelpunkt Baku dehnt das amerikanische Kapital seinen Einfluß mehr und mehr aus. In ihrem Wettbewerb mit der englisch- holländischen Royal- Duisch- Shell um das fautafische Delobjett hat die Standard- Dil 1927 den Sieg davongetragen. Das russische Naphthasynditat hat ihr jeine Interessenvertre tung im Nahen Orient und auf dem indischen Markt überlaffen. Nicht zulegt mit dem russisch- amerikanischen Naphthageschäft und dem darauf ausgebrochenen Kampf zwischen Deterding und Rodefeller stand auch der englischrussische Abbruch im engsten Zusammenhang. Ferner ist im Kaukasus der Bau einer zweiten Baku- Batum- Röhrenleitung durch amerikanisches Geld in Aussicht genommen worden. Desgleichen organisieren die Amerikaner die faukasische Betroleumraffinerie in Batum. Schließlich gehört die Konzession des kaukasischen Manganerzes in Georgien dem Amerikaner Harriman. Der russisch- amerikanische Handel entwickelt sich daher in den letzten Jahren lebhafter als in der Vorkriegszeit. Das nord persische Delgebiet befindet sich in unmittelbarer Nähe Batus. Es ist demnach begreiflich, daß die Amerikaner bemüht sind, ihren Weg dorthin zu ebnen. Vor einigen Jahren hatte zwar die amerikanische SinclairGesellschaft die Konzession zur Ausbeutung nordpersischen Petroleums erhalten, in legter Minute mußte sie jedoch zurücktreten; ob infolge der Naphtha- Panamageschichte, an bie sie verwickelt war, oder aber infolge der Geldschwierig ketten, mag dahingestellt sein.' Aber auch die Engländer haben sich immer für das nordpersische Petroleum interessiert: bekanntlich gehört seit langem die Konzession der südpersifchen Oelfelder der Anglo-Persian-Company. Der amerikanisch- englische Wettbewerb um das nordpersische Oel ist noch nicht zu einem Schluß gelangt. Aber auch sonst betätigen sich die Amerikaner recht lebhaft in Persien. Seit Jahren war in ihren Händen die Reforinarbeit persischer Finanzen kouzen- triert. Erst vor einigen Monaten trat der amerikanische ..F i n a n z d i k t a t o r" in Persien. Dr. M i l s p a u g h. zurück. Endlich haben die Amerikaner vor kurzem ihre Be- leiliguna am Bau der transpersischen Nord-Südbahn. die das Kaspische Meer mit dem Persischen Golf verbinden soll. gesichert. Die Bahnbauten werden zwar auf persische Staats- mittel durchgeführt, zu deren technische Ausführung und Warenbeliefcrung ober ist, kraft des Vertrages vom 28. April 1928. neben dem deutschen Konsortium Julius Berger- Siemens-Bauunion-Philipp Holtzmann auch die amerikanische Firma Ullen und Co. herangezogen worden. Syrien ist seit Jahrzehnten ein Betätigungsfeld der Amerikaner. Zahlreich sind dort ihre Schulen. Druckereien und andere Kulturanstalten. Die amerikanische Universität zu Beirut erfreut sich einer weiteren Wertschätzung. Vor einigen Monaten hat ihr Rockefeller Millionenspenden, ebenso wie den Ierusalemer Museen und andere Anstalien gestiftet. Missions- und Kulturtätigkeit geht in Syrien dem amerika- Nischen Handel voran. Außerdem leben Hunderttausende von Syrern in Amerika, und das amerikanische Geld ist die wichtigste Nebenquelle im Haushalte der Bevölkerung Syriens. Schließlich werfen wir einen Blick auf die Karte des Roten Meeres. Auf dessen beiden Ufern, dem asiatischen sowohl als auch dem afrikanischen, sucht Amerika in allerletzter Zeit wirtschaftliche Machtstellungen einzunehmen. Der USA.-Dollar ist im Begriff, auf das arabische Ufer des Roten Meeres vorzudringen. Vor einiger Zeit brachte die größte syrisch-arabische Zeitung „Ahrar" die Nachricht, eine amerikanische Gesellschaft, der 80 Millionen Dollar zur Verfügung stünden, beabsichtige in Aden sowie in Hodeida(Jemen) Abteilungen zu eröffnen, um in Arabien Rohmaterial einzukaufen und dort amerikanische Fabrikate abzusetzen. Augenscheinlich hat hierbei das russisch- amerikanische Orient-Oelabkommen, wenn auch nur mittelbar, fördernd mitgewirkt, indem es nämlich den Zugang der Amerikaner zum arabischen Orient erleichtert hat. Wie er- innerlich, erregte ferner die Nachricht vom amerikanischen Abkommen mit A b e s s i n i e n(November 1927) über die Konzession der White-Company zum Bau eines Staudammes am Tsanasee in aller Welt und namentlich in England Auf- sehen. Im Tsanasee liegen bekanntlich die Quellen des Blauen Nil, und vom Nil lebt nicht nur Aegypten, sondern auch der Sudan. Diese Länder interessieren aber England unmittelbar und Amerika mittelbar nur so weit, als sie un- ermeßliche Möglichkeiten der Baumwollckultur darbieten. Sie ist aber ohne Nilwasser undenkbar. Indem also amerika- i nische Firmen das Quellgebiet des Blauen Nil unter ihre Kontrolle bringen, so bekommen sie die Entwicklung der ägyptisch-sudanesischen Baumwolle in ihre Hand., Auch mit Aegypten versuchte Washington in un- mittelbare Verbindungen zu treten. Er waren Besprechungen zwischen Kairo und Washington über den Abschluß eines Neuträlitätspaktes im Gange, als vor weniger Zeit die ägyptische Regierung Nahas Paschas gestürzt und die Diktatur des Scheinkönigs Fuad ausgerufen wurde. Das hat dem Bestreben Amerikas, auch auf afrikanischem Boden wirtschaftlich festen Fuß zu sassen, zunächst einmal Einhalt getan. Raeder Man'neches! Die Ernennung vollzogen. Die schon vor einigen Tagen erfolgte Ernennung des Vizeadmirals R a e d e r zum Chef der Marineleitung— an Stelle des durch die Phoebus-Affäre unmöglich gewordenen Admirals Zenker— wird jetzt amtlich gemeldet. Gegen diese Ernennung sind in der Presse und auch sonst schwer; Bedenken erhoben worden. Man hat den neuernannten Marinechef beschuldigt, an monarchistischen und haken- kreuzlerischen Umtrieben iin Bereich seiner Befehlsgewalt nicht nur durch Duldung beteiligt gewesen zu sein. Aber selbst wenn nur die ganz unbestreitbare Tatsache bestehen bleiben sollte, daß unter seiner Führung solche Umtriebe mög- lich gewesen sind, so wäre auch das schon Grund genug, gegen diese Ernennung lebhaften Einspruch zu erheben. Das ein- zige, was man zu ihrer Entschuldigung anführen kann, ist vielleicht, daß es unmöglich war, einen qualifizierten Mann in der Marine ausfindig zu machen, der weniger belastet wäre als der Vizeadmiral Racder. Ist dem aber so, dann wird man sich nicht darüber wunderir können, daß sich die Reichsmarine in den republikanisch gesinnten Volksmassen keiner Beliebtheit erfreut. Der militärische Wert der Marine ist stark umstritten: um so mehr hätte sie verstehen sollen, daß es nicht ihre Aufgabe ist, einen Minenkrieg gegen die Re- publik zu führen. Dieses Verständnis und den Willen, die Marinetruppen zu einem zuverlässigen Organ der Republik umzugestalten, wird man beim Vizeadmiral Raeder nach allem Vorangegangenen nicht voraussetzen dürfen. Er ist für das Amt. in das er berufen wurde, nicht der geeignete Mann. Hatte man aber keinen besseren— dann um so schlimmer! Wie die Anleiheschlvindler arbeiieten. Die Vernehmung des Regierungsrats Steiger. „Mostrichfahne�-'1000 Mark. Ein mildes Llrteil. Kolberg. 24. September(Eigenbericht). Das Eroße Schösssngericht in S t o l p i. Pomm. verurteilt« den Rittergutsbesitzer Hain aus Vixow. Kr. Stolp, wegen Beschimpfung der Reichsfarben zu 1900 M. Geldstrafe oder 25 Tagen Gefängnis. Hain hatte sich in einer Schulvorstandssitzung, in der pflichtgemäß über di« Anschaffung der Reichssarben verhandelt wurde zu dem Antrag der Regierung geäußert:„Wenn die Behörde eine Mostrichsahne haben wolle, solle sie auch dos Geld dafür geben." Der Angeklagte gab diese Aenßerung vor Gericht zu. ent- schuldigte sich aber mit der lächerlichen Ausrede, er habe die Republik nicht beschimpfen wollen. Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer aus, daß gegen die Beschimpfung der Reicksfarben, die ein« Verächtlichmachung der Reichsgesctzc darstelle, auss schärfste vor- gegangen werden muß. Er beantragte gegen Hain zwei Monate Gefängnis. Daü Geriäst fällte in Anbetracht der Tatsache, daß Hain bisher unbestraft war und im Kriege das Eiserne Kreuz 1. Klasse«nvortwi hatte, dos sehr milde Urteil. Roch vor Abschluß des gegen ihn eingeleiteten Viszipli- narverfahrens ist Regierungsral Steiger, der bisherige preffedezernrnt im Ministerium für die befehlen Gebiete vom Unlersvchungsrichler. tandgerichlsrol Brühl, ver- nommen worden, und zwar über die Art und Welse, wie die Kriegsanleihenfälschung, vor allem die Leute um V e l a Groß, gearbeitet haben, um{ich„amtliche Bezic- Hungen" zu verschasstn. Das Fälschcrkonsortium ist dabei in der denkbar raffiniertesten Weise zu Werk« gegangen. Bela Groß hatte in Wien einen Prokuristen namens Hausmann,«inen Tschechollowaken, der eines Tages feinen Posten bei Groß verlor und min als Agent für das Bankhaus Groß weiterarbeitete. Hausmann kam mit feiner Frau nach Berlin»nd suchte hier zunächst zu erkunden, durch wen er Eingang in das Finanzministerium finden könne. Durch Mittelsleute, über deren Rolle noch zu sprechen sein wird, erfuhr er, daß Regierungsrat Steiger über weitreichende Verbindungen verfüge, und nun machte er stch an Steiger auf folgende Art heran. Er hatte sehr bald heraus, daß Steiger in Wohnuiigsfragen viel mit Mieteroereinigungen zu tun hatte und daß Personen, die den Regierungsrat nicht im Amt er- reichen konnten, ihn häusig im Palast-Caf� aufsuchten, wo Steiger Kaffee zu trinken pflegte. Hausmann ließ sich nun durch einen Vertreter der Micterfchast zunächst dem Regierungsrat vor. stellen, ohne anfänglich direkt aus sein Ziel loszugehen. Vielmehr deutete Hausmann an, er habe weitgehende Verbindungen nach der Tschechoslowakei und Polen, erfahre viel über die Loge der Deut- schen dort und könne dem Ministerium für die besetzten Gebiete Informationen geben, die nicht ohne Interesse seien. So gelang es Hausmann, sich in das vertrauen de» Regierungsrates einzuschleichen, und nun kam er immer wieder zu Steiger, den er schließlich um einen Geldbeirag anborgte. Steiger hörte dann nichts mehr von Hausmann und strengte schlicßlick die Klage auf Rückgabe des geborgten Betrages an. Einige Zeit später kam dann Hausmann wieder, nachdem er das geborgte Geld zurückerstattet hatte und versuchte nun bezüglich der Kriegsanleihe Auskünste vom Regierungsral Steiger zu er- halten. So brachte er eines Tages unoermittelt Bela Groß mit und stellte diesen dem Regierungsrat vor. Groß kam von nun an allein in das Ministerium und ging anfänglich ebenfalls sehr tastend und vorsichtig vor. Er gab sich mit allgemeinen Auskünften zufrieden, sprach dann aber während einer Unterhaltung ganz un- verblümt den Wunsch aus, Regierungsrat Steiger möge ihn doch in all diesen Fragen beraten. Dabei deutete Bela Groß an, daß er eine solche Tätigkeit nicht umsonst verlange. Das lehnte Regierungsral Steiger, wie er betont, ausdrücklich ab, verwies Beta Groß jedoch an den Regierungsrat Boß, der früher im Ministerium für die besetzten Gebiete als Regierungsrat tätig ge- wefcn war. Trotzdem kam Bela Groß noch einige Male zu Re« gierungsrat Steiger, dem inzwischen jedoch Bedenken wegen der Persönlichkeiten des Groß und des Hausmann ausgestiegen waren. Er bemerkte dann einen sehr intimen Verkehr zwischen Regieningsrat Doh und den anderen Herren, und es kamen ihm «nah sonst Dinge zu Ohren, die nach seiner Bekundung in ihm den Verdacht erweckten, daß Groß und Hausmann offenbar ver- suchten, aus dem Wege der B e st c ch u n g sich Beamte dienstbar zu machen. Deshalb entschloß er sich zu einem rigorosen Vor- gehen und teilt« aiu 4. Januar d. I. der Staatsanwalt- fehoft alles das mit. was ihm in dem Fall bekanntgeworden war. In Regierungsrat Dnß glaubten die Anleiheschwindler den Mann gefunden zu haben, den sie suchte n. Boß var inzwischen aus dem Mimsterüim für die besetzten Gebiete ausgeschieden und war nach Paris versetzt worden, wo er sich um die Abwicklung der Kriegsanleihealtbesitznnmeldimgen zu kümmern hatte. In dieser Stellung war dem Rebierungsrai Boß auch die geringste Kleinigkeit bekannt, die sich auf diesen Fragenkomplex bc- zog und er tonnte aus seiner Stellung heraus den Fragestellern natürlich di« besten Antworten geben. Regierungsral' Boß haste allerlei Beziehungen in Paris,«r kannte den früheren Deputierten Calmon, der durch ihn den Reichskommissar Heinzmann kennenlernte, er kannte L e v i t e und andere Leute, die zu dem internationalen Ring der Kriegsanleiheschieber gehörten. Wie weit der Regierungsrat Boß das Spiel des Bela Groß und Genossen durchschaut hat, wie weit seine Beziehungen zu ihnen gingen, muß noch aufgeklärt werden. Jedenfalls befindet sich Boß nicht mehr in Deutschland, sondern augenblicklich in Paris. Es ist mehr als fraglich, ob er zurückkehren wird, um dem Unlerfuchungsrichker in Berlin Rede und Antwort zu stehen. Iedenfolls hat er jedoch die beste Kenntnis über die Machen- schaften dieses internationalen Konsortiums, und vielleicht wird es möglich sein, von ihm, wenn auch indirekt, Ausklärungen zu erhalten, die nicht nur die finanziellen Hintergründe dieser Fälsch.erafjäre klarzustellen geeignet sind. » Wie in der Angelegenheit des Disziplinarverfahrens gegen den Regierungsrat Steiger vom Ministerium der besetzten Gebiete von zuständiger Stelle ergänzend mitgeteilt wird, hat Steiger selber den Wunsch geäußert, daß ein D i s z i p li n a r v e fahren gegen ihn eingeleitet werden möge. Der Reichsm'i'r'-r der besetzten Gebiete von Guörard hat darauf das Disziplinar- oerfahren gegen ihn angeordnet und ihn vorläufig seines Amtes enthoben. Die Voruntersuchung gegen ihn ist jedoch noch nicht angeordnet worden, die Anordnung einer Voruntersuchung hängt von dein Ergebnis des Disziplinarverfahrens ab. Die Reichseinnahmen im August. Haushalts-Eill seit April um 194,1 Mill. überschritten. Im August 1928 sind an Steuern. Zöllen und Ab- gaben 71(5,8 Millionen Mark ausgekommen, und zwar 477,0 Millionen Mark Besitz, und Verkehrssteuern und 239,8 Millionen Mark Zölle und Verbrauchsabgaben. Da im Monat Juli vierteljährlich« Vorauszahlungen auf die veranlagte Einkommen-, die Körperschafts- und die Umsatzsteuer geleistet worden sind, di« im August fehlten, lassen sich die Einnahmen aus diesen Steuem nur mit denen des entsprechenden Monats des Vorvierteljahres, also des Monats Mai 1928 vergleich««. Bei der veranlagten Einkommen- und Kör- p« r s ch a s t s steuer sind im August 118,3 und 44,1 Millionen Mark gegenüber 69,8 und 17,9 im Mai eingegangen, was darauf zurück- zuführen ist, daß im August 1928 erhebliche Abschlußzablun- gen aus Grund der Frühjahrsoeranlagung gezahlt wurden. Das Augustauskommen aus der Uinfotzstcuer entspricht fast genau dem im Mai(36 Mill. gegenüber 36,61. Auch die Augusteinahmen au« der Vermögenssteuer, deren Zahlungstermine jeweils in die zweiten Vierteljahrsmonate fallen, kann nur mit den Maieinnahmen ver- glichen werden. Hier sind im August 9,6 Mill. weniger als im Mai aufgekommen, hauptsächlich well für die Landmirischaft im August kein Zahlungstermin besteht. Von den übrigen Besitz- und Verkehrssteueni hat die Lohn- st e u e r im August etwas(3,5 Will.) weniger erbracht als im Juli, der Steuerabzug vom Kapllalertrage rund 12'Mill. weniger, was darauf beruht, daß in den ersten Monaten noch dem 31. März, an dem das Geschäftsjahr von zahlreichen großen Betrieben endet, erhebliche Dividenden versteuert werden. Bei den Zöllen und Verbrauchsabgaben kann die Augustein- nähme aus den Zöllen nicht mit den Iulieinnahmen verglichen werden, well m diesem Monat sehr erhebliche Beträge aus den halbjährlichen Lagerabrechnungen eingingen. Gegenüber dem Juni- aufkommen weist das Augustauftommen bei den Zöllen kaum einen Unterschied auf. Die Gesamteinnahme in den ersten fünf Monaten April/August des Etatssahres 1928/29 bqträgt 3 886,6 Mill. M. Fünf Zwölftel von der durch den Reichshaushalts- plan für 1928 veranschlagten Gesamteinnahme von 8 862 Mill. M. betragen 3 692,5 Mill. M. Rein rechnerisch sind also gegenüber dem Haushaltssoll bereits 194,1 Millionen Mark mehr aufgekommen. Es wäre indessen verfrüht, aus diesem rechnerischen Mehr der fünf Monate April/August 1928 den Schluß zu ziehen, daß das Gesamtjahressall überschritten werden wird, da in di« kommenden sieben Monate auch nur noch zwei Zahlungstermine für Einkommen-, Körperschafts- und Umsatz- steuer und ein Zahlungstermin für die Lagerabrechnungen aus den Zöllen fallen._ Wichtigiuer Siahlhelm. Er will auch ein Volksbegehren machen. In Erfüllung der Haßbotschaft von Fürstenwalde hat der Bundesvorstand des„Stahlhelm" in Magdeburg eine Ent- schließung gefaßt, die seine Bundesführung beauftragt, ein Volksbegehren über die Aenderung der Weimarer Verfassung vom 11. Sluguft 1019 einzuleiten und durchzuführen. Welcher Art diese Aenderung sein, worin sie bestehen soll, das wird einstweilen noch nicht verraten. Wahr- scheinlich sind sich die Stahlhelmstrategen selber noch nicht klar darüber, was sie eigentlich fordern wollen: die Mon- archie, diktatorische Befugnisse des Reichspräsidenten, Wieder- einführung der schmarzweißroten Farben oder Abschaffung des gleichen Wahlrechts. Aber das bleibt sich gleich. Haupt- fache: der Stahlhelm beweist, daß er an Wertschätzung des demokratischen Volksbegehrens sich von den Diktaturschwärmern der äußersten Linken, von den Kom» munisten, nicht übertreffen läßt! Durch die Mahraunsche Broschüre ist die Oeffentlichke't hinlänglich informiert, daß der Stahlhelm heute nur noch eine untergeordnete Filiale des Hugenbergschvii Nation alt r u ft s ist. 5)inter dem Plan des Volk?- begehren? erkennt man denn auch unschwer die Absicht dei Trustdiktotors Hugenberg, auf diese Weise neues Spreng- pulver in die Reihen der Deutschnationoieil zu tragen, um auf diese Weise aus ihr die erschnte radiko> monarchistische Reaktionsvartei herauszukristallisieren. Haben doch die Vertreter der christlichen Gewerkschaften innerhalb der Deutschnationalen Partei nachdrucklich erklärt, daß si: unter keinen Umständen auf die entscheidende Mitwirkung des demokratisch gewählten Reichstags an der Gesetzgebung verzichten würden. Ein Volksbegehren über Aenderung der Weimarer Verfassung würde daher zu höchst interessanten Auseinandersetzungen im Rcchtslager selber führen. Obendrein hat jetzt die Deutsche V o l k s p a r t e i im Wahlkreis Frankfurt a. O.(Grenzmark) eine Entschließung gefaßt, in der sie weit von der Kundgebung des Stahlhelms in Fürstenwalde abrückt und ihre einmütige Ent- rüstung über die Haßbotschaft ausspricht. Die Deutsch; Volkspartei im Wahlkreis V erklärt, jede Gemeinschaft mit soläzer Geistesrichtung abzulehnen. Wir können danach nur wünschen, daß der Stahlhelm die Ankündigung seines Volksbegehrens auf Abänderung der Weimarer Verfassuikg wahr macht. Wir sind geradezu ge- spannt auf die Explosionen, die er mit dieser Strategie im Rechtslager anrichten wird. Aber vielleicht hoffen die Düster- berg und Seldte im stillen auf die gütige Mitwirkung der Kommunisten...?_ Verherrlichung des Meuchelmords. Ein Dokument von unserer Zeiten Schande. In der gestrigen Ausgabe der nattonalsaziolistifchen Zeitung van Dr. Goebbels..Der Angriff" findet man folgendes Jnleral: .Achtung! Am 21. Oktober beginnend, erscheint im„An- griss":„Wie wir Rathenau beseitigten". Erinnerun. gen eines Teilnehmer» an dem welthistorischen Attenwt. Ein« Berössentlichung von spanneu-der Dramatik und erschütternder Menschlichkeit." Dieses Inserat steht im politischen Teil des.Angriff", den der Herr Rcichstaosabgeordnet« Goebbels verantwortlich unter, zeichnet. Es ist ein Dokument von unserer Zeiten Schand«, daß es noch eine Zeitung und«ine politische„Bewegung" gibt, die mit dieser Verherrlichung eines Meuchelmordes«in Geschäft zu machen sucht._ Verhastei— verurisili— erfchosssn! polnischer Korporal als Spion hingenchtek. Warschau. 24. Sepiember. Uehtt die von»Glos prawdy"(.Stimme der Wahrheit", pll- svdskisch) gemeldete Spionageangelegenhcll, an der nur Weih. russen beteiligt fein sollen, bringen die Blätter nähere Einzelheiten, woraus hervorgeht, daß auch polnische Militärs daran beteiligt waren. Ein polnischer Arlilleriekorporal, bei dem gestohlene Mobiliflerungsplöne gefunden wurden, wurde verhaftet und s o- fort vom Standgericht zum Tode durch Erschießen verurteilt. Da» llrteil ist am Sonnabend v o l l st r e ck t worden. Die Spio» nage sei mit großen Mitteln zugunsten Sowjetrußland» be- triebe» worden. Enchullungen oder Kombmaiiouen? Moskaus Vehauptunqen über den englisch-sranzösischeu Geheimvertrag. Ms ans Moskau gcmeldet wird. vsrösfenUicht das Organ des Kriegs, und Revolutionsrales„Krasnaja Swesda" Lussüh. ruagen über das englisch- srauzosische Alolteuabkom. me». das sieben Jtenkfc enihalle. 1. Zusommenarbeil Frankreichs und Enzlands im Stillen Ozean. 2. Anerkennung der sran- zösischen Znlcressen in Tanger und der brikischen in Gibral- lar, Z. Zusammenarbeit der Luststreitkröfle beider Länder gegen die Sowseluniau. 4. Zusammenarbeit beider Länder im Millelmeer. 5. gemeinsame Erkundungsarbeit in der Sowjelllnion. dieser Punkt sei nach dem Muster des Abkommens von ISlZ ausgebaut, als beide Länder die Erkunduuas- arbeiten gegen Deutschland betrieben, ü. Zusammenfassung der polt- tischen Kräfte aus dem Balkan gegen die Sowsetunlon und 7. politische und wirischaskllche Zusammenarbeit in der Reparalioas- und Rheinlaudsrage. Nach Ausfasfung des Drgans erübrigten sich alle Kommentare zu diesem Abkommen. • Wären die Behauptungen des Moskauer Blattes suchen- tisch, dann würde es sich um eine der größten politischen Sensa- tionen der letzten Jahre handeln. Aber diese Beröffentlichung sieht sehr nach reinen Kombinationen aus, die den durchsichtigen Zweck verfolgen die öffentliche Meinung Amerikas(wegen Punkt 1), Italien(wegen Punkt 4), Deutsch- land«wegen Punkt 7) und vor allem Sowjet-Rußland(wegen der Punkte 3, S und 6) gegen England und Frankreich auf- zup'itschen. Dabei ist ja gar nicht zu bestreiten, daß einzelne dieser Punkte durchaus wahrscheinlich klingen; insbesondere ist es offenkundig, daß England in Genf den französisHen Standpunkt in der Rheinlandfrage als Gegenleistung für das ab- geschlossene Marinekompromiß unterstützt hat. Indessen braucht die Haltung noch lange nicht in einem Geheim- abkommen vereinbart worden zu sein. Llnser Abrüstungsvorfchlag. (Bat. den Bericht Artyur Dlabraun« ilter die plane de» General» v. ZLatter mtZohtelKTS). Oeuischenschutz durch Sozialdemokraten Gin Abkommen der deutschen Minderheit mit den dänischen Sozialdemokraten in Nordschleswig. Kopenhagen. 24. September.(Eigenbericht.) Der Führer des nordschleswiger Dsutschtums, Pastor D. Schmidt-Wodder, veröffentlicht in der deutschen Press« Nordschleswigs das von den Deutschen und den Sozialdemo- traten unterzeichnete Protokoll. Es enthält u. a. solgende Einzelheiten: Die dänische sozialdemokratische Partei erklärt sich bereit, an Ver- Handlungen bezüglich einer Vertretung der Deutschen in den S chu lk ommisj i on e n an den deutschen Schulen teilzunehmen, jedoch unter dem Vorbehalt, daß die Stellungimhme der deutschen Sozialdemokraten zu den entiprechenden Fragen in Südwcstschleswig Berücksichtigung findet. Ferner ist sie bereit, für die deutschen Gymnaslalprüfungsrechte«inzu- treten, sowie den Absolventen deutscher Lehranstalten in Deutsch» land den Zutritt zu dänischen Universitäten zu ermöglichen unter der Voraussetzung, daß die Schüler die dänische Sprache genügend beherrschen. Die Sozialdemokraten sind weiter bereit, die deutsche Forderung auf Zulassung ihrer Kinder zu einer deutschen Schule in einer Nachborgemeind«, falls in der eigenen(Be- meinbc ein« solche nicht vorhanden ist, zu unterstützen. Zuletzt haben die Sozialdemokraten sich verpflichtet, im Folkething dafür«inzu- treten, daß die genannten Fragen gegebenenfalls an einen parlamen- tarifchsn Ausschuß überwiesen werden und daß der deutsche Ab- geordnete(natürlich der Pastor Schmidt-Wodder— Red.i Mitglied dieses Ausschusses wird. Auf der anderen Seite haben die unterzeichneten Vertreter der. deutschen Partei ihr« Bereitschaft erklärt, den deutschen Wahlmännern die Wahl des sozialdemokratischen Bürgermeisters Iakobfen- Sonderburg zu«npsehlen. Das Protokoll ist unter anderem vom Parteiführer S t a u n i n g und Pastor Schmidt-Wodder unterzeichnet worden. * Dieses Abkommen ist nicht allein deshalb interessant, well es beweist, daß nur die internationale Sozialdemo- kratie sich für den Schutz der nationalen Minderheiken einsetzt: «s ist auch deshalb bemerkenswert, weil es on ein anderes Ab- kommen erinnert, das vor etwa sechs Iahren die Genossen Otto Wels und S t a u n i n g im Nomen der deutschen und der dänischen Sozialdemokratie unterzeichnet hallen und in dem bestimmt« Nicht- linien für den Schutz der deutschen Minderheit in Nordschleswig und der dänischen Minderheit in Südschleswig vereinbart waren. Damals entfesselten die deutschen Rechtsparteien eine wilde Hetze gegen die Sozialdemokratie, weil sie sich angemaßt hätte, auf eigene Faust solche Abmachungen zu tresfen. die nur Sache der Regierungen seien. Dank der Tätigkeit der Sozialdemokraten auf beiden Seiten der deutsch- dänischen Grenzen auf der Grundlage dieser Vereinbarungen ist die Behandlung der nationalen Minderhellen in beiden Ländern geradezu vorbildlich geworden. Was würden die Deutschen in Polen, In der Tschechoslowakei oder gar in Südtirol darum geben. wenn sie nur halbwegs so loyal behandelt würden wie in Dänemark! Da es aber noch immer Beschwerden gibt, suchen die Deulschen in Nordschleswig Hilfe bei den dänischen Sozialdemokraten und lassen durch ihren einzigen Vertreter im Kopenhagener Parkrmeni, den keineswegs linkegerichteten Postor Schmidt-Wodder,«in Abkommen mit demselben Genossen S t a u n i n g»illerzeichnen, der damals der Vertragspartner von Wels war. Als Gegenleistung sollen die Deutschen in Schleswig geschlossen für die dänischen So- zialdemo traten stimmen. Eine glänzende Anerkennung sür den internationalen sozialistischen Gedanken! Alle französischen Truppenteile, Munitionslager usw. werden mit Antennen versehen, damit der General v. Watter sie durch Kernzündung in die Lust sprengen kann. Den französischen Klugzeugen wird Salz auf den Schwanz gestreut. Ein falscher Jriedensvertragstext. Oer Ginn des Art. 4SI über die Räumung entstellt. In Debatten über die Forderung auf Räumung des Rheinland«« ergibt sich immer wieder, daß selbst politisch sonst nicht schlecht orien- tiert« Persönlichkeiten zwar den politischen Anspruch aus Räumung selbstverständlich sür richtig halten, dagegen über die Rechtslage nicht orientiert sind. Sie oertreten dabei die Ausfassung, der Friedens- vertrag von Versailles regele die Frage der Reparation und der Räumung ähnlich wie der Frankfurter Friede von 1871. Räumung und Kriegsentschädigung seien miteinander verkoppelt. Das wird gerade von denen auf das tiefste bedauert, die aus dem Gedanken der Verständigung heraus die Haltung der französischen Reaktion, Reparation und Räumung so miteinander zu verkoppeln. auf das schärfste abZehnen. Die Nachprüfung, woher dies« Meimmg' stammte, ergab eine überraschende Tatsache. In Deutschland und in dem deutfchsprechen- den Ausland ist in Zehn lausenden von Exemplare« ein falscher Text de» Friedensvertrag» verbreikel. Es bandelt sich gerade um die einzige Ausgabe, die einsprachig, ohne den französischen und englischen Text, erschienen, also verhältnismäßig billig in der Anschaffung und deshalb wollverbreitet ist. Es handett sich um da» Exemplar de» Friedensvertrages, das in Hunderten von Redaktionen zum Nachschlagen benutzt wird, das sich in den Händen von taufenden, von zehntaufenden polllisch In- teressierter befindet, das Buch, aus dem sich die öffentliche Meinung über das juristische Recht der Besetzung und der Räumung weithin gebildet hat. Es ho.iMt sich um die Ausgab«, die im Verlag van Reimar Ho'obing erschienen ist. Hier lautet der Text des Ar- tikels 431: Wenn Deutsch land vor dem Ablauf de» Zeitraumes von 1Z Iahren all« Verpflichtungen erfüllt hat. welche ihm aus dem gegenwärtigen Vertrage erwachsen, so werden die Besatzungs. truppen sofort zurückgezogen. In der Tat, wenn der Wortlaut de» Vertrage» s o wäre, dann wäre das formale Recht auf Frankreichs Seck«, wenn«? die Räumung van der vollständigen Zahlung der Reparottonsschukd ab- hängig macht. Aber dieser Wortlaut in her Ausgabe Reimar Hob- bmgs ist«in« Fälschung. Mißernte in der Llkraine. 850 OOO Menschen betroffen. Moskau. 23. September. Der Rat der Volkskommissar« verösientticht ein« Erklärung, in der die Gerüchte über die Mißernte in der Sowjetunion b«- st ä t i g t werden. Die Erklärung besagt, daß die Sowjetrcgierung 31 Millionen Stubel sür die Unterstützung der Ukraine bewilligt, ferner sollen dle ukrainisch« Regierung und die öfientlichen ukrainischen Organisationen je zehn Millionen Rudel beisteuern. Von der Mißernte sind SSOOlll) Menschen in der Ukraine be- troffen, darunter 300 000 Kinder. Prag denientlerl sowohl die Attentatsplangerüchts gegen Masaryk wie die Begründung seine.' Nichterscheinens in Preßburg mit der Nichteiuladung Benefchs;' dieser habe schon wegen seiner Anwesenheit in Bens«cht kommen können. Tatsächlich lauten der französisch« und englische Text, die allein maßgebend sind, ganz anders. Der Wortlaut heißt auf französisch: Li.»vsnt l" exoiration de la periocke de quinze ans, I'AIlc- magne satiskait ä tous les engacernents rdsultant pour eile du präsent Traitd, les troupes d'occupation seront irnrnddiatement retirdes. Und auf englisch: Ik dekore ihe expiration of the period of iifteen years, Germany comp.ies with all the undettakings resulting from the pre ent Treaty, the occupying forces will de withdrawn immediately. Deswegen lautet die amtliche deutsche Uebersetzung auch zu- treffend: Leistet Deutschland vor Ablauf der 15 Jahre allen ihm aus dem gegenwärtige« Derlrage erwachsenden Verpflichtungen Ge- nüge. so werden die Besatzungstruppen sofort zurückgezogen. E» heißt also nicht.erfüllt hat", sondern«erfüllt*, es heißt nicht.wenn Deutschland ollen Verpflichtungen Genüge geleistet hat*, sondern nur.wenn Deutschland Genüge leistet*. Gerade um- gekehrt wie der Frankfurter Friede macht der Friede von Versailles di« Räumung nicht von der völligen Bezahlung der Reparation»- schuld abhängig. Hätte er das tun wollen, so hätte die Besatzung weit longer vorgesehen sein müssen: daß Deutschland in 15 Iahren nickt imstande sein würde, di« gesamten Reparotionslosten abzu- , bezahlen, war selbst in Versailles klar. Also nicht, wie der in - Deutschland am meisten verbreitet« Wortlaut des Vertrages de» � hauptet, nach Abzahlung der Schuld, sondern al» ein« zeit- >«eilig«, bald durch den De r t r a g s wi ll« n Deutsch» land» zu ersetzende Bürgschoft für di« Durchführung sieht der Versailler Vertrag di« Besetzung de» Rheinlandes vor. Es ist das mindest«, zu verlangen, daß die weitere Ausgabe dieses falschen Friedensvertrages sofort eingestellt und die Oeffentlichkeit daraus aufmerksam gemacht wird, wie der richtige Worttaut der Räumungsbesttmmungen des Vertrages von Versailles lautet. Großreinemachen in Gens. Man redet Argentinien gut zu. Genf, 24. September.(Eigenberichts Die Vollsitzung des Völkerbundes erledigte am Montag nachmittag vor dreiviertel leerem Hause eine große Reihe von Berichten. Vor Eintritt in di« Tagesordnung gab es«ine Aktion zugunsten der Wiederbeteiligung Argentiniens an den Dölkerbundsarbeiten. Zwölf Staaten, darunter Deutsch- land, schickten Redner vor, die alle in sehr warmen Worten an Argentinien die Bitte richteten, sich wieder voll und ganz den Völker- bundsarbeiten zu widmen. Für Deutschland sprach Staatssekretär von Schubert. Bei dem Bericht der Kommission für geistige Zusammenarbeit beantragte«in Redner aus Venezuela,«inen Gründungstag des Völkerbundes festzusetzen und diesen in allen Mitgliedsstaaten festlich zu begehen. Die Entscheidung über den Antrag wurde hinausgeschoben. Angenommen wurde der bekannt« Schweizer Antrag auf Einholung eines Gutachtens über di« Frag«, ob der Rat sich einstimmig oder nur mit Mehrheitsbeschluß an den Haager Gerichtshof wenden darf, in der gemeldeten abgeschwächten Form, die vom Norwegkr Nansen nochmals bedauert wurde. Der UntersuHung der O p i u m s i t u a t i o n im sernen Osten wurde zugestimmt. China brachte sein« prinzipiellen Bedenken zum Ausdruck, ohne aber dagegen zu opponieren. Ohne Diskussion wurde die Behandlung der Alkoholfrag«, der Bericht des Transit- ausschusies, die Veranstaltung einer Völkerrechtskonferenz und die Verschiebung der Errichtung einer drahtlosen Station im Völker- bund in der Ausschußsassung angenommen. Die Verhandlung der Flüchtlingsfrage wurde vertagt. Faschistenzensur in der Vötterbundsvorhalle. Gens, 24. September.(Eigenbericht.) Der Völkerbund erkedte am Montag einen Fall saschistl- scher„Pressejustiz*. Im Foyer liegen unter anderen Zeitungen die Pariser Wimmere* au», deren letzte Nummer einen Artikel mit der Ueberschrift.Hat Zappi Malmgreen auf- g e g e s s« nt" brachte. Es handelt sich um die bekannt« Tragödie der Malmgreen-Gruppe der Nobile-Expsdit'on. Da in diesem Artikel die Frage offen gelassen ist, ob der faschistische Offizier Zappi den Schweden im Hungerdelirium gegessen habe, ließ der italienisch« Untergeneralsekretär des Völkerbundes P a o l u c c i di« Zeitung entfernen. Maffenhinrichiung in Rriiisch-Hongkong 37 chinesische Kommunisten getötet. London, 24. September. Aus Hongkong wird gemeidet, daß der chinesische Kommunisten- sührer Pangkaipoo mit 36 anderen Kommunisten in Hongkong hingerichtet worden ist. Giahlhelmrummel in Neukölln. Mißglückte Provokation.- Westarp unter Polizeibedeckung. Die Vereinigten vaterländischen Verbände oeranstatteten am Montag abend in Neukölln eine Kundgebung, bei der Gras Westarp referiert« und an der sich neben dem Stahlhelm bemerkenswerter» meise auch der Iungdeutsche Orden beteiligte. Der Platz vor der Neuen Weli glich einem Heerlager. Etwa 15 Lastautos voll Schupo standen in Bereitschaft. Weiter« kamen mit den etnzetnen an- inarschierenden Zügen. Die Stahlhelm er wurden unter starker Polizeibedeckung in den Saal geleitet und mußten dort bis zum Schluß der Kundgebung oerbleiben. Im weiten Umkret» der Hasenheide patrouillierten starke Schuposir eisen, die jede Anjmnmlung oou Slrqßenpassanten unmöglich machten. Zu Störungen kam es in der Verjammlung nicht, da Gegner der Wehrverbände keinen Zuttitt hatten. Nach Schluß der Kundgebung wurden die einzelnen Züge des Stahlhelms unter starker Polizeibsdeckung aus Neukölln hsrausgeleitet. Vor der Neuen Welt blieben noch eine ganz« Zeit nach Schluß der Versammlung Schupostreifen postiert. Zu irgend- welchen Zwischensqllen ist es bis zum Redaktionsschluß nichi e.'- kommen. Leistungsprinzip oder Staffeltarif? Der Gehaltskonflikt in der Berliner Metallindustrie. Leistungstarifvertrag" für die Unternehmer ist. Die AfA- Organisationen haben den Manteltarifvertrag für die| Wertmeistern die Verhältnisse genau so oder noch ungünstiger Angestellten der Berliner Metallindustrie zum 30. September ge- liegen, tann man sehen, welch glänzendes Geschäft der fündigt. In ihren dem BBMI. unterbreiteten Forderungen der langen fie vor allem die Beseitigung des Leistungsprinzips" bei der Gehalts- und Urlaubsregelung, die Einführung der 45stündigen Arbeitswoche und die Mitbestim mung der Angestelltenvertretung bei Kündigungen und Einstellungen. Die kürzlich im Nordischen Hof abgehaltene Af Einstellungen. Die kürzlich im Nordischen Hof abgehaltene Af Funktionärversammlung erfuhr durch die Vertreter des AjA- Metall. fartells, daß der BBMI. nicht nur alle Forderungen, insbesondere die auf Wiedereinführung des Staffeltarifes für die oberen Gruppen, abgelehnt hat, sondern für diese und auch für die Gruppen II nur noch ein Gehalt nach 0 Entlohnungsdienstjahren festsetzen will. Welche Auswirkungen die Leistungsbezahlung" hat, konnten die Belche Auswirkungen die Leistungsbezahlung" hat, konnten die Berichterstatter an zahlreichen Beispielen beweisen. Das Richt gehalt für einen vollkommen selbständig arbeitenden und verantwortlichen Konstrukteur der höchsten Tarifgruppe I 4 Bü. beträgt zurzeit 368 m., vorausgesetzt, daß er eine dreijährige Tätigkeit in dieser Gruppe aufweisen kann, würde an Stelle des Leistungstarifvertrages wie früher der Staffeltarif. petirag- wenn auch nur bis zu 5 Entlohnungsdienstjahren eriſtieren, so hätte dieser Angestellte 422 m. tarifrechtlich zu beanspruchen. Eine Ermittlung in einigen der bedeutendsten BBMI. Betriebe hat ergeben, daß selbst der mit der höchsten Leistungszulage bedachte technische Angestellte mit mehr als 5 Entlohnungsdienst jahren 422 m. noch nicht erhält und die anderen Angestellten dieser Firmen, soweit fie Leistungszulagen überhaupt erhalten, weit darunter| bleiben. Da bei den taufmännischen Angestellten und Unzuträglichkeiten im Brückenbauamt. Wie man Betriebsrätewahlen macht. Im Brückenbauamt in der Tiefbauverwaltung des Berliner Magistrats stehen die Betriebsratswahlen bevor. Ein vom Betriebs. rat beauftragter Bertrauensmann hat eine Betriebsversammlung einberufen, in der über die Benennung von Kandidaten für den Betriebsrat( es ist nur eine Liste, die der freien Gewerf fchaften aufgestellt) beraten werden soll. Die Bersammlung fand nach Dienstschluß in einem Raume in der Verwaltung statt. Für die Benugung des Raumes hatte der Bureauvorsteher die Genehmigung gegeben. Am Tage nach der Versammlung ließ der Leiter des Brückenbauamtes den Vertrauensmann des Betriebsrates und einige andere Angestellte zu sich rufen und machte ihnen die schwersten Vorwürfe. Er wüßte ganz genau, daß etwas gegen ihn im Gange wäre und er müßte verlangen, daß die Angestellten sich im Dienst ausschließlich um ihre Dienstobliegenheiten fümmerten, andernfalls hätten sie mit fristlofer Entlassung zu rechnen. An demselben Tage faßten die im Brüdenbauamt als Angestellte tätigen Diplomingenieure ben Beschluß, eine eigene Lifte für die Betriebsratswahlen aufzustellen, auf der natürlich nur tabemiter stehen sollen, die also als aus gesprochene Standesliste zu gelten hat. Jeber, der die Berhältnisse im Brüdenbauamt tennt, fann sich bei diesen Borkommnissen faum des Eindrucks erwehren, daß der Leiter des Brüdenbquamtes bei der Aufstellung der Sonderliste viel leicht nicht ganz unbeteiligt gewesen ist. Ist er es doch gerade gemesen, der in immer stärkerem Maße die Angestellten und Beaniten mit Mittelschulbildung zugunsten der Akademiter zurückgeschoben hat, da er auf dem Standpunkt steht, Mittelschultechnifer sollten doch zufrieden sein, als Zuarbeiter der Diplomingenieure dienen zu fönnen. Die Folge dieser Haltung des Amtsleiters ist aber, daß sich beim Brüdenbauamt Zustände herausgebildet haben, wie man sie im allgemeinen beim Magistrat nicht fennt. Die Akademiker des Brüdenbauamtes fühlen sich als besonders bevorrechtigte Rafte, laffen das die Nichtakademiker dauernd fühlen und suchen sie nach Möglichkeit zurüdzudrängen. Es ist selbstverständlich, daß sich alte erfahrene Angestellte und Beamte solche Behandlung nicht gefallen laffen, und es besteht infolgedessen zwischen beiden Gruppen eine Spannung, die für die Erledigung der Dienstgeschäfte nicht gerade förderlich ist. Es wäre Zeit, daß der Magiftrat sich einmal gründlich um die Zustände im Brüdenbauamt fümmert. Internationaler Kongreß der PTT. Dieser Tage fand in London der 5. internationale Rongreß des Post, Telephon- und Telegraphenpersonals statt. Die Beteiligung mar sehr start. Aus Deutschland waren sowohl Vertreter des Algemeinen Deutschen Beamtenbundes wie des Deutschen Beamtenbundes anwesend. Von den Beschlüssen ist besonders der über die Rationalisierung hervorzuheben. Es heißt da: Wenn jetzt an Stelle des Richtgehaltes in der Gruppe I 4 Bü, das auf drei Entlohnungsdienstjahre aufgebaut ist und zurzeit 368 m. beträgt, ein Richtgehalt mit 0 Entlohnungsdienstjahren berechnet eingeführt werden soll, würden diese Angestellten nur noch entsprechend der bisherigen Relation einen tarifrechtlichen Anspruch auf ein Gehalt von 292 M. haben. Das würde automatisch noch eine weitere erheb liche Gentung des Gehaltsniveaus der Angestellten in der Metallindustrie nach sich ziehen. Die BBMI.- Bertreter brachten weiter zum Ausdrud, daß ihren Firmen die heutige Urlaubsregelung schon zu weit(!) gehe, weshalb sie eine Kürzung des Urlaubs fordern müßten. Eine Mitwirtung der Angestellten pertretung bei Kündigungen und Entlassungen über die BeStimmungen des BRG. hinaus tommt natürlich für den VBMI. ebensowenig in Frage, wie die 45 stündige Arbeitswoche fowie die gleiche Bezahlung der männlichen und weiblichen Angestellten, so daß die Verhandlungen ergebnislos ab gebrochen werden mußten. Bie üblich, wird nunmehr ein vereinbartes Schiedsgericht, unter Vorsiz des Gewerberates Körner, der bisher ein begeisterter Anhänger des Leistungstarifvertrages war, über diese Differenzpuntte zu entscheiden haben. Es kann wohl erwartet werden, daß auch der Schlichtungsausschuß- Borfizende auf Grund dieses Tatsachenmaterials endlich einmal feine Stellungnahme zum Leistungstarifvertrag revi diert, damit das Gehaltsniveau der 60 000 Angestellten in der Berliner Metallindustrie nicht noch weiter heruntergedrückt wird. hiffe aufzuziehen. Ein herrliches Gegenstüd zu den emigen Klagen, daß für Lohnerhöhungen fein Geld da ist. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß eine dera artige gelbe Teno nichts anderes ist und sein fann, als eine Streite brecherorganisation, die von der freiorganisierten Arbeiterschaft entsprechend bekämpft werden wird. Eine lediglich aus trüben und dunklen Quellen gespeiste technische Nothilfe" muß, sobald nur irgendwo ein Versuch gemacht wird, sie einzusetzen, zu den schärf ften Zusammenstößen mit der Arbeiterschaft führen. Die bisherige Tehnische Nothilfe ist längst überlebt und überflüssig, weil die Gewerkschaften Manns genug sind, bei Arbeitskonflikten lebenswichtige Betriebe in Gang zu halten. Die von den Scharfmachern geplante" Teno" wird also von vornherein mit der Feindschaft der Arbeiter zu rechnen haben. Internationaler Landarbeiterfongreß. Prag, 24. September.( Eigenbericht.) Am Sonntag wurde im Gewerkschaftshaus in Prag der 5. Internationale Landarbeiterkongreß eröffnet. Anwesend sind aus Dänemart, Deutschland, Finnland, Niederland, Desterreich, Polen, Schweden, Schottland und der Tschechoslowakei insgesamt 42 Delegierte, sowie eine Anzahl Gäste. Zum Geschäftsbericht referierte ergänzend Drunfel- Deutschland. Die internationale Landarbeiterorganisation umfaßt zurzeit 342 000 Mitglieder. Die Berbindung mit den angeschlossenen BerVon einigen der anbänden nimmt immer festere Formen an. geschlossenen Verbänden sind in der letzten Zeit schwere Kämpfe um Verbesserungen in der Sozialversicherung und zur Abwehr von Berschlechterungen geführt worden. In Desterreich ist erreicht worden, daß mit dem 1. Januar 1929 die gesamte Forst- und Landarbeiterschaft von der Unfallversicherung erfaßt wird. Zugleich wird dort die Altersfürsorge eingeführt werden. In Deutschland hat der Deutsche Landarbeiterverband erreicht, daß die Land- und Forstarbeiter mit fleinen Ausnahmen von der Arbeitslosenversiche= rung erfaßt werden. Es stehen lediglich die Organisationen aus Rußland und Norwegen sowie die kommunistischen Splitter in der Tschechoslowakei und in Frankreich abseits. Ausbreitungsmöglich= teiten bestehen zurzeit lediglich noch in Spanien und in Lettland. In der anschließenden Debatte sprach als erster Reichstagsabgeordneter Georg Schmidt- Deutschland, der darauf hinwies, daß die Landarbeiterorganisationen in Rußland und Italien zwar viel schreiben und reden, daß man aber von ihnen nichts über die Auch gegen die Beschränkung des Koalitionsrechtes der Beamten Lohn- und Arbeitsverhältnisse in diesen Ländern erfahren kann. Die Beteiligung an dem Landwirtschaftsinstitut in Rom stellt ledigmurde eine Protestresolution angenommen und u. a. die Achtung der Rechte der nationalen Minderheiten gefordert. In einer einlich eine taktische, keineswegs aber eine prinzipielle Umstellung dar. Die Landarbeiterinternationale vertritt nach wie vor den Standstimmig angenommenen Entschließung für den Weltfrieden punkte, daß soziale Fragen der Landwirtschaft zum Zuständigkeitsheißt es: " Der 5. Kongreß ist der Meinung, daß das geistige und wirt- bereich des Internationalen Arbeitsamts gehören. schaftliche Leben der werftätigen Volksschichten aller Länder nur in dem Maße gehoben werden kann, als die Völker mit ihrer Keine Einigung im Dürener Tertilfonflikt. ganzen Kraft an der Schaffung und Erhaltung einer Athmosphäre des Friedens arbeiten. Aus diesem Grunde erachtet es die IPTL. als Pflicht aller ihr angeschlossenen Organisationen, in ihren Ländern mit der ganzen ihnen zur Verfügung stehenden Macht jenen verwerflichen Bestrebungen entgegenzuwirken, die zu neuen Kriegen treiben; dagegen alle jene Kräfte zu unterstützen, die sich um die wahre Verbrüderung aller Bölfer bemühen." heranzuziehen. Auch darf die Rationalisierung nicht dazu dienen, daß die Postgeschäfte auf nichtbeamtete Personen übergehen, wie dies im besonderen bei der Berkraftung des Landpostwesens von der Deutschen Reichspost geübt wird." Baris für Völkerfrieden und Bölferverständigung, schloß der VorNach einer eindrucksvollen Rede des Genossen. Matthé figende Genoffe Bowen London den 5. Kongreß der JPLL. mit einem Hoch auf die Internationale, in das die Delegierten be geistert einstimmten. Die Delegierten fangen alsdann stehend die Internationale. Die„ Rote Fahne" desavouiert. Von ihren eigenen Anhängern. Jm ,, Borwärts" erschienen bereits mehrfach Auffäße, die sich auf den„ Diktator Bata" bezogen. Unter anderen wurde das lejens werte, inzwischen verbotene Buch von Rud. Philipp besprochen. Auch die Rote Fahne" fühlte sich bemüßigt, zu dem Problem Stellung zu nehmen. Unter anderen erschien am 11. September ein Artikel, in dem die Firma Leiser als Diftator von Berlin" bezeichnet und die dort kürzlich neu eingeführte Arbeitsmethode fritisiert wird. Die„ Rote Fahne" erwähnt aber nicht, daß die Umstellung bei Leifer mit der Zustimmung des Betriebsrats erfolgte, der in seiner übergroßen Mehrheit fommunistisch ist. Beiter heißt es in dem Artikel der Betriebsleiter Schmidt hat fich Obermeister Hein aus Breslau samt seinem faschistischen Anhang verschrieben". Die Faschisten" aus Breslau, die zur Einführung neuer Maschinen in Berlin arbeiten, find sämtlich Mitglieder des Zentralverbandes der Schuhmacher. Sie haben nur den einen Fehler, daß sie nicht Kommunisten, sondern als Sozialdemokraten oder als mit uns sympathisierend bekannt find. In einer Betriebsversammlung, die inzwischen stattgefunden hat, lehnte der tommunistische Betriebsrat sowohl wie der Berliner Bahlstellenvorsigende Hörz die Verantwortung für diesen Artikel a b. Daraus ergibt sich, daß in der Roten Fahne" Artikel von Beuten gebracht werden, die von den wirklichen Borgängen teine Ahnung haben. Es tommt dort nur darauf an, die Arbeiterschaft gegenseitig zu verheßen und Sozialdemokraten zu verleumden. Stahlhelm als Streifbrecherorganisation? 3m Golde der Unternehmer. ,, Das durch die JPLL. vertretene Personal unterstützt Den armen" Industriellen scheint es doch nicht ganz so schlecht Maßnahmen, die der Vereinfachung und Verbilligung zu gehen. Sie haben zwar Sorgen, aber die sind auch danach. Der non Betrieb und Berwaltung dienen und geeignet sind, das Reichsminister des Innern hat fürzlich in Hamburg zum Ausdruc Bublifum zu befriedigen. Die Rationalisierung und Nutzbar gebracht, daß er für die Technische Nothilfe in Zukunft machung ber technischen Fortschritte darf jedoch soziale Gefichts daß er für punkte nicht außer acht laffen. Daher sind bei deren Durch eine mittel mehr zur Verfügung zu stellen gedenkt. Das führung die Intereffen der arbeitenden Menschen in den Mittel hat die Industriellen auf den Plan gerufen. Sie beabsi htigen für den Fall puntt zu stellen. Das beteiligte Personal ist vor Durchführung der Stahlhelm Sarf natürlich nicht fehlen für den Fall von Rationalisierungsmaßnahmen jeweils zur Mitwirtung eines Abbaues der Technischen Nothilfe eine Art private„ NotNeu! Düren, 24. September. Bom amtlichen Schlichter waren für Montagvormittag Ber handlungen zur Beilegung des seit etwa vier Wochen andauernden Lohnstreits in der Textilindustrie von Düren und Umgegend angesetzt worden. Die Berhandlungen verliefen ergebnislos und wurden auf unbestimmte Zeit vertagt. Lohnbewegung in der Nordwestlichen. Effen, 24. September.( Eigenbericht.) Die drei Metallarbeiterverbände haben durch gemeinsames Schreiben an den Arbeitgeberverband der Eisen- und Stahlindustrie ( Nordwestliche Gruppe) das 2ohnabkommen vom 15. Dezem ber 1927 gefündigt. Es wird gleichzeitig gefordert, die Berdienste aller Arbeitergruppen über 21 Jahre um 15 Pfennig pro Stunde zu erhöhen. Außerdem behalten sich die Berbände vor, weitere technische Vorschläge zur befferen Ausgestaltung des Lohntarifes zu machen. Dockarbeiterstreif in Bordeaux. Paris, 24. September.( Eigenbericht.) Die Dodarbeiter von Bordeaur haben für heute den Generalstreit verkündet, da ihre Forderung auf Lohnerhöhung von fünf bis sechs Franken pro Ehicht abgelehnt wurde. Man befürchtet eine vollkommene Stillegung des Hafenverkehrs, da jetzt sämtliche verfügbaren Arbeitskräfte, die als Nothilfe hätten dienen können, in der Weinernte beschäftigt sind. Zentralverband der Angestellten, Sektion Arbeitsämter. Funktionärverfamms Tung Mittwoch, den 26. Geptember, 16 Uhr, im Roten Gaal, Belle Alliance Neuwahl der LeStraße 7/10, I. Tagesordnung:„ Eingliederungsfragen triebsvertretungen." Die freigewerkschaftlich organisierten Angestelltenratsmitglieder haben ebenfalls zur Bersammlung Zutritt. Freie Gewerkschafts- Jugend Groß- Berlin Seute 19% Uhr tagen die Gruppen: Frankfurter Allee: Gruppenheim Städt. Jugendheim Litauer Str. 18, Simmer 2. Vortrag:„ Der moderne Strafvollzug." Reu- Lichtenberg: Jugendheim Sauffstraße( Sportplag), an der Lessingstraße. Brettspielabend. Landsberger Plag: Gruppenheim Jugendheim Diestelmenerstr. 5. Bortrag:„ Die englische Gewerkschaftsbewegung". Treptow: Gruppenheim Jugendheim Schule Wildenbruchstr. 53-54. Licht bilbervortrag: China Kultur Land und Leute." Südosten: Gruppenheim Jugendheim des Berkehrsbundes, Engelufer 24-25, Aufgang B, part. Wir besuchen die Sternwarte. Treffpunkt 18% Uhr Jugendheim Reichenberger Straße 66. Humboldt: Gruppenheim Jugendheim Graun-, Ede Lorgingstraße. 500 Jahre Deutscher Humor von Hans Sachs bis Hans Reimann. Nordwest freis: gitation für Moabit. Treffpunkt 18% Uhr Turm, Ede Stromstraße. Spanbau: Jugendheim Linbenufer 1. Gewerkschaftliche Sprechstunde. Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: 6. Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales and Sonstiges: Frig Razftäbt: Anzeigen: Tb. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckeret und Berlagsanftalt Baul Ginger u Co.. Berlin SW 68. Lindenstraße 3. Sierzu i Beilage und Unterhaltung und wiffen". Pfundwäsche 330 ni sin Neu! In unserem hochmodernen Dampfwäscherei- Neubau haben wir Pfundwäsche( Wäsche nach Gewicht) aufgenommen. Die erstklassige Ausführung aller Hauswäsche, Tischwäsche schrankferiig, alle Leibwäsche vorgeplättet sowie die äußerst günstigen Preise bielen jedem Haushalte Gelegenheit, sich ohne Mehrkosten von dem lästigen Waschlage zu befreienweiße Wäsche 36 Pf. p. Pfd. trocken bei Einlieferung gewogen. bunte Wäsche 46 Fernruf: Werk Cöpenick 1585-96 " " " ladie Spindler SPINDLERSFELD BE COPENICK BERLIN Mindestberechnung 10 Pfd Ag Abholung und Zustellung durch unsere Autos frei Haus. Nr. 453 45. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Großfeuer in Tempelhof. Ein Filmfopierwerk in Flammen. Von einem Großfeuer wurde geffern abend das GroßFilmtopierwert der„ Afifa", Aktiengesellschaft für Filmfabrikation, in der Bittoriastraße 13-18 zu Tempelhof betroffen. Die Feuerwehr war mit über 20 Fahrzeugen zur Stelle und hatte alle Mühe, eine Katastrophe zu verhindern. Glüdlicherweise ist von der etwa 150 Köpfe zählenden Belegschaft nie. mand ernstlich zu Schaden gekommen. Die Filmtopierwerte liegen unmittelbar neben dem Materialien depot der Straßenbahn, unweit der Berliner Straße. Das Hauptfabritationsgebäude, ein einstödiger Bau, in dem gleich zeitig die Bureaus untergebracht sind, erstreckt sich in einer Länge von etwa 70 bis 80 Metern parallel zur Biftoriastraße. In der Mitte des Gebäudes, in den Räumen der Negativ fleberei, in der gestern abend gegen 47 Uhr gerade die Arbeiterinnen und Arbeiter der zweiten Schicht beschäftigt waren, entstand aus noch ungeflärter Ursache plöglich Feuer. Die feuergefährliche Klebemasse war in Brand geraten, Stichflammen schossen nach allen Seiten hervor. Den Angestellten blieb gerade noch Zelt, den brennenden Raum eiligst zu verlassen. In wenigen Sefunden war das gesamte Personal alarmiert. In Hast wurde trog der riesigen Gefahr der größte Teil der Filme sowie die michtigsten Geschäftsbücher in Sicherheit gebracht. Inzwischen hatte fich das Feuer pom Mittelbau mit Schnelligkeit meiter ausge= breitet, und das ganze Gebäude mußte sofort geräumt werden. Einige Arbeiterinnen erlitten Nervenzusammenbrüche, tonnten sich aber bald wieder unter der Behandlung des Direktors des Städti schen Rettungsamtes, Dr. Paul Frant, der mit mehreren Ret tungswagen ausgerüft war, erholen. Nur eine Arbeiterin, Frau Sch. aus der Friedrichstraße, die schwer mitgenommen war, mußte in das Urban Krankenhaus gebracht werden. Nächste Werkstättenfahrt des Zeppelin. Fahrt nach Berlin am Sonnabend? Die Arbeiten am Luftschiff Graf Zeppelin" find nunmehr someit fortgeschritten, daß ziemlich sicher am Mittwoch mit der nächsten Fahrt zu rechnen ist. Die Fahrt erstreckt sich nur auf die nafte Umgebung der Werft. Die große Fahrt nach Berlin und vielleicht noch weiter nach unter Umständen am Rord. und Ostdeutschland kann Sonnabend stattfinden. Daran würde sich in der nächsten Woche eine meitere größere Fahrt anschließen und das Schiff mürde dann für die Ameritafahrt bereit sein. Dr. Edener rechnet damit, daß die Blaugasproduktion so schnell fortschreitet, baß er spätestens am 10. Oftober, voraussichtlich aber früher, zur Ameritafahrt starten kann. In diese Fahrtpläne kommt nun dadurch eine neue Note hinein, daß der Blan erwogen mird, auch eine Reise nach Aegypten und dem Orient überhaupt zu unternehmen. Die Anregung dazu stammt von den amerikanischen Vertragspartnern der Luftschiffbaugesellschaft, die sich für Amerika das Monopol an den großen Reisen gesichert haben. Dr. Edener hat den Wunsch durch aus günftig aufgenommen und es gilt als wahrscheinlich, daß diese Reise eingeschoben wird. Schließlich find, mie aus Moskau gemeldet wird, von der Aeroarktischen Gesellschaft in Moskau die vorbereitenden Arbeiten für den Nordpolflug des„ Graf Zeppelin im Jahre 1929 in Angriff genommen. Der Antermast soll in Gloutff, 20 Kilometer von Leningrad entfernt, aufgestellt werden. Die Stadtverordneten haben in dieser Woche teine Sigung, meil der Städtetag in Breslau zusammentritt, an dem viele der Stadtverordneten teilnehmen. 51 Der Fall Larcier. Bon Tristan Bernard. ( Einzig berechtigte Uebersetzung von N. Collin.) ,, Ihr Kamerad hat seinen alten Better ermordet Aber ich möchte über Berschiedenes Auskunft von Ihnen haben. Wir wollen hier nicht stehen bleiben; fommen Sie ins Haus. Wir gingen zusammen in das Eßzimmer. Der Rommissar setzte sich an die Ecke des alteichenen Tisches, und nachdem er seinem Sefretär zugeminft hatte, fich zu uns zu setzen, 30g er Papiere aus der Tasch. Er erzählte mir, daß er schon nach unserer Garnison telephoniert und der Oberst ihm die Abwesenheit des Unteroffiziers Larcier bestätigt habe. Der Kommissar wußte auch bereits, daß mein unglücklicher Freund Geld im Spiel verloren hatte. Es war leicht, sich die heftige Szene vorzustellen, die sich zwischen dem Vor mund und Larcier abgespielt hatte. In Herrn Bonnels Bureau waren Blutspuren gefunden worden, der Fußboden mar gewaschen; die Tür des Geldschrankes stand offen, der Schlüffelbund lag oben auf dem Schrant. Der Greis mußte in dem Augenblick, als er diesen Geldschrank geöffnet hatte, ermordet morden sein. Bis jetzt waren alle Bemühungen, feine Leiche zu finden, vergeblich gewesen. Nur die KleiSeine dungsstücke des Mörders waren gefunden worden. Dragonerunteroffiziersuniform lag zusammengerollt hinter einem Eckstein in einer Gartenece. Der Mörder mußte sich dann im Hause Zivilkleidung verschafft haben, um durch seine Uniform nicht aufzufallen. Das war wenigstens die erste Vermutung. Aber sofort tauchte eine zweite auf: nicht aus diesem Grund hatte sich Larcier feiner Uniform entledigt, sondern weil sie wahrscheinlich mit Blut befleckt war. Denn Rod und Beinkleid waren sorgfältig gewaschen. Zuerst schien Larcier versucht zu haben, die Flecken herauszureiben, aber da die Kleidungsstücke zu feucht waren, hatte er wohl darauf verzichtet, sie anzuziehen. So hatte er fich dann wahrscheinlich entschloffen. einen Anzug feines Bormunds zu nehmen, der ungefähr seine Figur hatte. Aber wohin war die Leiche des unglücklichen Bonnel verschmunden? Das hatte der Kommissar bis jetzt noch nicht ergründen können. Sorgfältig hatte man den Boden des Gartens untersucht, aber überall war die Erde hart, nirgends war sie aufgewühlt worden. Dienstag, 25. Geptember 1928 diesem Augenblick an beschloß fie, ihn nicht mehr leiden zu lassen, sondern seinen Qualen noch in derselben Nacht ein Ende zu machen. Die ganze Nacht hindurch kämpfte sie hart mit sich selbst. Erst am frühen Morgen fand sie den Mut, den tödlichen Schuß ab zugeben. Trogdem Frau Mächler sehr niedergeschlagen ist, ist doch zu erkennen, daß sie im Innersten Befriedigung über ihre Tat empfindet. Ihre Darstellung ist demnach auch taum in Zweifel zu ziehen. Die Frau wird morgen dem Untersuchungsrichter vor geführt werden, der über ihr weiteres Schicksal zu entscheiden hat. Als die alarmierten Feuerwehren an der Brandstelle unter Leitung des Branddirektors Stiepelden an der Brandstelle eintrafen, stand bereits das Dachgeschoß in seiner ganzen Ausdehnung in einem Ausmaß von etwa 80 mal 60 Metern in hellen Flammen. Haushohe Flammengarben schlugen empor und erleuch teten die ganze Umgebung taghell. Zahlreiche Motorsprißen wurden Der Stahlhelm- Weberfall in Falkensee. in Betrieb gesetzt, und aus mehr als einem Duhend Schlauchleitungen allergrößten Kalibers wurden ungeheure Wassermengen in das Flammenmeer geschleudert. Nach einstündiger Löschtätigkeit fonnte der Brandherd völlig eingefreist werden. Große Befürchtun gen bestanden eine Beitlang für einen angrenzenden Bau, den so genannten Filmtresor, in dem eine Unmenge von Filmen lagern. Glücklicherweise konnte die Feuerwehr den Flammen nach dieser Seite rechtzeitig Einhalt gebieten. Das Feuer fonnte besonders aus dem Grunde einen so tata trophalen Umfang annehmen, weil der in dem Werk befindliche Feuermelder nicht funktionierte. Man nimmt an, daß das Zeitungskabel, das über das Dach hinwegführt, gleich bei Ausbruch des Feuers zerstört worden ist. Durch diese Verzögerung vergingen natürlich fostbare war der Brand schon sehr weit vorgeDie amtlichen Ermittlungen. Am Montag wurde die Untersuchung über den Stahlhelmüberfall auf Reichsbannerleute in Faltensee fortgesetzt. Auf Beranlassung des preußischen Minifteriums des Innern und des Regierungspräsidenten find Berliner kriminalbeamte mit der Bernehmung der Zeugen dieses Ueberfalls betraut worden. Ueber den Abschluß der Untersuchung fann noch nichts gesagt werden. melder alarmiert wurde, nuten, und als die Wehr durch Straßen davongetragen. haben. In der Erklärung des Reichsbanner- Gau schritten. Der Betrieb der ,, Afifa" ist auf etma acht Tage unterbrochen; dadurch find annähernd 450 Personen beschäftigungslos geworden. Von den auf der Brandstelle anwesenden Direktoren wurde das befonnene Bechalten der Belegschaft rühmlichst hervorgehoben. Hoffentlich hat man für diese Besonnenheit, durch die große Werte erholten worden sind, auch mehr als bloße Dantesworte übrig. Die Aufräumungsarbeiten an der Brandstelle dauerten die ganze Nacht hindurch an, und mehrmals trajen Ablösungszüge ein. Motiv: Mutterliebe. Die Tragödie von Karishorst. Zur Aufklärung der Familienfragödie, die sich in der Prinz- Cifel- Friedrich- Straße in& arls horft abipielfe, wurde im Laufe des Tages die Mordkommiffion, die Kommissare Braschmih und 3 apfe mit ihren Beamten, an den Tatort entsandt. An Ort und Stelle wurden die Angaben der Frau Mächler nachgeprüft. Das Leben der Familie scheint nicht glücklich gemesen zu sein. 3mischen Mann und Frau hatte schon vor längerer Zeit ein ge= spanntes Berhältnis begonnen. Der Mann hatte aber die eigentlichen Wohnräume verlassen und war nach dem KellerDie unerträglichen Verhältnisse lasteten immer übergesiedelt. auf allen Angehörigen, so daß sie alle übernervös maren. Im Laufe des Nachmittags gab Frau Müder in einem eingehenden Berhör die Gründe an, die sie zur Tötung ihres Sohnes bemogen hatten. Sie erklärte, daß sie für ihren Sohn, der am 8. März geboren war, habe das Horoskop stellen lassen, und daraus hatte sie erkannt, daß er nie wieder in den vollen Besiz seiner Geistest räfte gelangen werde. Eine furchtbare Zukunft hätte ihm bevorgestanden. Seif fie das wußte, war ihr öfter der Gedanke gekommen, auf irgendeine Art den Sohn von seinem Schidjal zu befreien. Diese Frage wurde drängender durch den Streit, der in der Familie über den Berbleib des Sohnes entstanden war. Einige Mitglieder maren dafür, ihn in einer An= st alt unterzubringen, während er selber sich mit allen Kräften dagegen sträubte. In flaren Augenblicken hatte er der Mutter offenbart, mie furchtbar er sich das Leben in solcher Anstalt denke. Auch die Frau wollte ihn bei sich behalten, da sie überzeugt war, ihn in der Häuslichkeit besser betreuen zu fönnen. Das auslösende Moment zur Tat war ein Zwischenfall am Sonntagabend. Die Tochter hatte sich nach drei Jahren das erstemal wieder an das Klavier gesezt und gespielt. Der leidende Sohn hatte sich in das Zimmer geschlichen und hörte dem Spiel zu. In einem Spiegel beobachtete die Mutter das Geficht ihres Sohnes und erfannte in seinem Ausdruck eine tiefe Traurigteit. Bon Der Kommissar forderte mich auf, noch einen Tag in Toul zu bleiben, um dem Gericht Auskunft zu geben. Er bat übrigens den Oberst telephonisch um Urlaub für mich. Es war mir Es war mir angenehm, nicht in die Kaserne zurückkehren zu müssen, wo der haßerfüllte Kreis der Feinde Larciers durch dieses entsetzliche Drama gewiß in große Aufregung versezt war. Aber vor allen Dingen hatte ich den Wunsch, den Mörder zu finden, mit ihm zu sprechen, von ihm zu hören, wie das Verbrechen geschehen war. unmöglich, zu glauben, daß Lareier jemand ermordet hatte... Nie fann er die Absicht gehabt haben, diesen Mann zu War er überhaupt fähig, in eine solche But zu töten... geraten, durch die impulsive Menschen imftande sind, einen jener fast unfreiwilligen Morde zu begehen? Es ist richtig, daß, feither Larcier fich dem Spielteufel ergeben hatte, eine Veränderung in seinem Charakter vorgegangen war. Aber war diese Beränderung so groß, um aus meinem Freund einen Mörder zu machen? Ich war überzeugt, daß sich irgendein 3mischenfall ereignet hatte. Während einer heftigen Auseinandersetzung war der Greis vielleicht gefallen, war bei dem Fall gestorben... und Larcier hatte die Leiche verscharrt aus Furcht. des Mordes angeflagt zu werden. So hatte sich die Tragödie wahrscheinlich abgespielt. Aber ich war dessen nicht sicher... Ein entseglicher Zweifel pacte mich: menn Larcier doch fähig gewesen wäre, einen Menschen umzubringen...! Um diefen fürchterlichen Gedanken los zumerden, hätte ich zu gern meinen Freund wiedergejehen, um zu hören, wie sich alles zugetragen hatte. Diese meine Gedanten teilte ich dem Kommissar mit. Aber er hörte mir nur zerstreut zu. Und seine Ungläubigfeit schüchterte mich ein. Ich fühlte, daß ich nicht eindringlich genug sprach. Ich war immer von dem Willen beseelt gemesen, meine Freunde zu verteidigen, aber es fehlte mir an Bei der nötigen natürlichen Autorität und Kampfluft. solchen Gelegenheiten machen die Menschen den Eindrud auf mich, als ob sie mir mit überlegener Nachsicht zuhören und sagen wollen: ,, Sie haben recht, daß Sie Ihren Freund verteidigen, es ist nett von Ihnen. aber mir glauben Ihnen nicht: diese Freundschaft macht Sie sogar selber verdächtig." Für den Polizeifommissar war die Angelegenheit sonnenflar: Larcier hatte Geld im Spiel verloren und hatte seinen Bormund aufgesucht, um ihn um eine größere Summe zu bitten. Da dieser sich meigerte, fie ihm zu geben, hatte er ihn getötet. Es stand also fest, wer der Mörder war, man würde ihn faffen; es war entsetzlich. Die Darstellung, die der gestrige Abend" veröffentlichte, scheint durch die Untersuchung bestätigt zu werden, auch insoweit, daß teine Reichsbannertameraden Schußverlegungen vorstandes wurden die Messerstichverlegungen nämlich versehentlich als Schußwunden hingestellt, weil noch teine genauen ärztlichen Berichte vorlagen. Die eingehenden Untersuchungen der Verlegten haben diese erste Darstellung dann aber widerlegt. Die Untersuchung der Polizeibehörde erstreckte sich besonders auch darauf, wer von den Stahlhelmern die Schüsse abgegeben hat. Ob die angreifenden Stahlhelmer in haft genomment werden, entscheidet sich im Laufe des heutigen Tages. Der Anführer des Stahlhelms, Dr. Hesse, ist nicht zum ersten Male in eine politische Schlägerei verwickelt. Wie uns von Reichsbannerkameraden mitgeteilt wird, hat er seit Wochen seine Mitglieder aufgemiegelt, über die Reichsbannerkameraden herzu fallen. Schon bei der Verfassungsfeier wäre beinahe eine große Schlägerei entstanden. Nur dem Eingreifen einiger besonnener Kameraden gelang es damals, zu verhindern, daß Reichsbonne deute auf die Provokationen des Heise antworteten. Heute Bergmann- Jacoby- Prozeß. Bier Wochen Berhandlungsdauer vorgesehen! Bor dem erweiterten Schöffengericht Berlin- Mitte beginnt die Verhandlung gegen den früheren Bankier und Lombardhausinhaber Bergmann, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Jakoby und Genoffen. Die Berhandlung dürfte drei bis vier Wochen dauern, da cine Unmenge von Zeugen geladen sind. Außerdem werden aber von allen Verteidigern in der Verhandlung noch sehr umfangreiche Beweisanträge gestellt und sehr viele weitere Zeugen benannt werden. Eigenartigerweise hat nämlich die Staatsanwaltschaft eine große Zahl der in der Boruntersuchung vernommenen Zeugen nicht geladen. Hier fehlen die prominenten Persönlichkeiten, die dauernde und erfolgreiche Mitarbeiter Bergmanns waren, indem sie ihn durch Geldhingabe und Auskünfte über sein Unternehmen unterſtützten. Wie wir hören, wird Rechtsanwalt Dr. Aron die Ladung dieser prominenten Persönlichkeiten beantragen. Um nur einige Namen zu erwähnen, befinden sich unter diesen Geschäftsfreunden des Bergmann Major v. Hindenburg, vorübergehend Leiter der Bergmannschen Filiale in München, ein Graf Schwerin ömig, der Rittergutsbesizer Dr. Löwenfeld- Hühnern, der Rechtsanwalt Friz Meyer, Syndikus der Deutschen Revisions- und Treuhand A.-G., der Geh. Oberregierungsrat Dr. Sennewald, der frühere Syndikus Bergmanns und andere mehr. Der Umstand, daß in manchen Fällen Teile der Zeugenbank und die Bank der Angeklagten sich wenig von einander unterscheiden werden, wird diesen Prozeß eine besondere Note geben. Ich verstand nicht, weshalb die Polizei nicht sofort mit der Verfolgung begann, und ich entschloß mich, da das Gericht sich so lange Zeit ließ, um sich Larciers zu bemächtigen, mich selbst auf die Suche nach meinem Freund zu begeben ,. so schnell wie möglich zu ihm zu eilen, damit er mir alles erkläre. Als der Kommissar mit meinem Oberst telephonierte, bat ich ihn, mir einen etwas längeren Urlaub zu erwirten. Ich erbot mich, Larcier zu finden und ihn dem Gericht auszuliefern. Der Kommissar unterstüßte meine Bitte, nicht weil ihm viel an meiner Hilfe lag und er sehr an den Nutzen meiner Nachforschungen glaubte, sondern er tat es aus Liebenswürdigkeit; zweifellos dachte er, daß ich gern Urlaub haben wollte und diesen Vorwand eifrig ergriff, um die Kaserne vierzehn Tage verlassen zu fönnen. Ich gab mir nicht die Mühe, diese beleidigende Auffassung zu widerlegen. Die Hauptsache war, daß der Oberst darein willigte, mir zmei Wochen Freiheit zu geben. Jedoch beschloß ich, abends in die Kaferne zurückzukehren, um mir Kleidungsstücke zu holen, denn ich war nur mit den Sachen, die ich an hatte, nach Toul gefahren. Uebrigens verknüpfte ich mit der Rückkehr in unsere Garnison noch einen anderen Zweck. Aus Andeutungen Larciers mußte ich, daß er eine Freundin hatte. Eine Art sentimentaler Keuschheit hielt ihn davon zurüd, mit seinen Freunden viel von seinen Herzensangelegenheiten zu sprechen. Diese Freundin war also eine junge Frau, jeit turzer Zeit Witme. Ich wußte, daß sie moralisch einwandfrei mar. Larcier hatte mir von ihr erzählt; ich glaube, fie liebten sich sehr und hatten beschlossen, fich zu heiraten. Sie wohnte nicht in derselben Stadt wie mir, sondern in dem eine halbe Stunde von Nancy entfernt Larcier fuhr liegenden fleinen Marktflecken St. Renaud. ein oder zweimal wöchentlich abends zu ihr. Sonntags fonnte er seine Freundin freilich nicht besuchen, weil sie dann mit ihrer ganzen Familie zujammen war. Nachdem ich die Nacht in der Kaserne geschlofen hatte ich war zu müde gewesen, um mir ein Hotel in der Stadt zu suchen, ging ich morgens sehr zeitig fort. Ich hatte in der Kaserne nur meinen Stubentameraden gesehen. den Unteroffizier, der andauernd Statistiken machte. Er fragte mich über den Fall Larcier aus, hörte mir nachdenklich zu und begab fich topfschüttelnd wieder an seine überflüssigen Arbeiten; was dieses Kopfschütteln bedeuten follte, wußte ich allerdings nicht. ( Fortsetzung folgt.) Das Opfer välfiſher See.Die Katastrophe von Madrid. Dr. Brückner nicht schuldig. Schwerin, 24. September. Die Pressestelle des medlenburgischen Staats ministeriums teilt zum Tode des Ministerialdirektors und früheren Justizministers Dr. Brüdner folgendes mü: Der Ministerialdirektor Dr. Brüdner in Schwerin ist am Morgen bes 23. dieses Monats tot aufgefunden worden. Nach der richterlichen Leichenschau ist mit Sicherheit anzunehmen, daß er fich am Abend des 18. September erschossen hat. Mit seinem Tode ist die Pflicht zur Rüdsichtnahme auf ein some bendes Berfahren entfallen, die bisher Zurückhaltung mit Beröffentlichungen über den gegen ihn erhobenen Vorwurf einer strafbaren Handlung erforderte. Zu diesen Vorwürfen fann daher jegt mitgeteilt werden, daß der Oberstaatsanwalt in Schwerin nach der Darstellung der Strafanzeige und dem Ergebnis feiner Ermittlungen aller Boraussicht nach zur Einstellung des Verfahrens wegen mangelnden Tatverdachts gelangt sein würde, wenn Berge von Leichen verhindern die Aufräumung. Die Brandkatastrophe im Theater Novedades stellt die schred, mehrere Berufsfeuermehrleute anwesend, die von der lidhste Katastrophe car, die je über die Bevölkerung Madrids herein- zuständigen Feuerwache gestellt werden. Außerdem sind die gebrochen ist. In den ersten Morgenstunden waren über Theater, insbesondere die Bühnen, mit feuertechnischen Sicherungen 60 Leichen aus den rauchenden Trümmern geborgen, doch be- versehen. Bei Feuersgefahr wird sofort der eiserne Rollfinden sich noch zahlreiche weitere Opfer unter Dorhang hinabgelassen und eine Regenporrichtung, die den Trümmern. Die Bergungsarbeiten gestalten sich überaus sich über die ganze Bühne erstreckt, in Tätigkeit gefeßt. Ein lleherschwierig, da das ganze Dach auf den Zuschauerraum gestürzt ist. greifen des Feuers auf den Zuschauerraum ist dadurch zunächst Gegen 2 Uhr früh gelang es beim Licht der Scheinwerfer, bis zu der unmöglich gemacht. Diese Regenvorrichtung wird täglich vor BeTreppe vorzubringen, die zu den Rängen führt. Auf den Stufen ginn einer jeden Borstellung geprüft. Des weiteren find in jedem der Treppen lagen aufeinandergetürmt die Toten. Weitere Theater ein oder mehrere Feuermelder, die mit Berge von Ceichen versperrten den Zugang zum der nächsten wache in direkter Verbindung stehen. 3 ufchauerraum. Der Justizminister und die Behördenver- Trifft dort ein Feueralarm ein, merden sofort sechs 3Züge mobilifrefer mußten vor dieser Mauer von Leichen halt machen. Außer- fiert, die an die Brandstätte eilen. dem drohte die Dede des zweiten Ranges, die nur noch auf einer Säule ruhte, einzuftürzen. Die Bergung der Toten gestaltet sich deshalb sehr schwierig, weil die Treppen vom ersten Rang an einAusstellung von Lehrlingsarbeiten. gestürzt und der Zugang zu den oberen Räumen alfo gesperrt ift. Der erste aufgefundene Tote war ein völlig verkohlter Schutzmann. 26 weitere gleichfalls verfehlte Leiden wurden aus dem hinteren Teile des Zuschauerraumes geborgen. Die Feststellung der genauen Totenzahl wird noch einige Zeit dauern. Die Anzahl der Bermundeten scheint sich auf 400 zu belaufen. das Berfahren nicht durch den Tod des Beschuldigten beendet mare." Beachtenswerte Leistungen der Jugendlichen. Eine sehenswerte Schaut bietet die von der Handwerks. fammer im Lichthof des ehemaligen Kunstgewerbemuseums in der Brinz Albrecht- Straße veranstaltete Ausstellung, die Lehrlings arbeiten und Gesellenstücke aus über 40 verschiedenen Berufszweigen zeigt. Das Grün der Schmuckpflanzen und die im Lichthof aufgehängten Banner der Innungen geben der Veranstaltung den festlichen Charakter, den sie verdient. Mühe, Entbehrung, Geduld und Fleiß haben nach drei und vierjähriger Lehrzeit in nicht wenigen Fällen leine Kunstwerte entstehen lassen, die der Beachtung und Bewunderung wert sind. Man gewinnt bei einem Rundgang durch die Ausstellung den Eindruck, daß hier die Arbeiten von Behrwerkstätten vorliegen, in denen berufstüchtige Menschen herangebildet werden. In diese Genugtuung schleicht sich die Erinnerung an die jungen Arbeiter, die als Opfer einer gemiffenlosen Lehrlingszüchterei auf der Strecke bleiben, weil sie im Konkurrenzfampf um das tägliche Brot gegen diese Höchstleistungen unterliegen müffen. Es ist daher das Berdienst der Hardwerkskammer, mit dieser Ausſtellung einen Bradmesser für Magimalleistungen der verschiedenen Lehrmertstätten geschaffen zu haben. Eben aus dieser Ermägung heraus muß der Elternschaft und der arbeitenden Jugend ein Besuch dieser Ausstellung dringend empfohlen werden, weil sie aur Vorsicht bei der Auswahl der Lehrstellen mahnt. Man findet Arbeiten Don Lehrlingen der Berliner Metall. industrie, bes Reichstelegraphenbauamtes und der Buchbinderschule des Lette- Vereins. Ihnen schließt sich der große Reigen aller anderen Berufszweige an, bei denen auch weibliche Lehrlinge vertreten find. Für besondere Leistungen der Lehrlinge haben außer der Handwerkskammer der Minister für Handel und Gewerbe und der Magistrat Berlin Ehrenpreise zur Berfügung gestellt. Die für den Nachwuchs im Handwert bedeutungsvolle Ausstellung ist bis zum 27. September in der Zeit von 9 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Ebenso ftreng wie die Theater merden auch die Lichtspielhäuser aller Gattungen übermacht. Nach menschlichem Ermessen ist somit bei gewissenhafter Betriebsführung sowohl in ben Theatern wie auch den Kinotheatern eine Katastrophe voi folchen Ausmaßen, wie gestern in Madrid, und vor zwei Jahren in Montreal, wo bei einem Rinobrand über 100 Rinder ums Leben famen, ausgeschlossen. Bei Neubauten oder neueingerichteten Lichtspielbühnen beispielsweise, müssen somehl die Zuschauer mie auch die BorDer Feuerschutz an Berliner Bühnen. führungsräume mit allen Sicherungsvorkehrungen verEine ähnliche Katastrophe in Berlin faum möglich. Die furchtbare Katastrophe in Madrid haben wir zum Anlaß genommen, den Chef der Berliner Feuerwehr, Obers branddirektor Gempp, um Auskunft über die Sicherheit in Berliner Theatern und Lichtspielhäusern 811 | bitten. Der Oberbranddirektor konnte dazu folgende beruhigenden Mitteilungen machen. Eine Katastrophe, wie sie gestern wieder in Madrid zu verzeichnen war, ift in Berlin so gut wie ausgefchloffen. Sämtliche Berliner Theater unterstehen einer ständigen feuerpolizei lidhen kontrolle, die äußerst gewissenhaft unb [ charf ausgeübt wird. Zu jeder Borstellung sind Beschloffen wird sie durch eine fünstlerisch umrahmte Abendfeier ( Dr. Modauer) und durch Führungen am 2. Oftober in große Berke und Fabriken Dresdens. Gesamtkarte 5 M.; für Mtiglieder und Jugendliche 3 M. Alles Nähere durch Studienrat M. BeiseDresden- A., Boglerstraße 22. Mord oder Unglück? Ein Zwischenfall beim Manöver in Schlesien. Lowenberg, 24. September. sehen sein. Die Abnahme durch die Feuerwehr erfolgt nur, menn alle feuerpolizeilichen Bestimmungen restlos erfüllt find. Im übrigen richtet auch die Polizei besonderes Augeninert darauf, daß gegen verschiedene Verordnungen, wie das Rauchverbot, Das Stehen in den Gängen uf., nicht verftohen wird. In lezter Zeit erhielten mir mehrfach 3ushriften, in benen darüber bitter Klage geführt mird, daß besonders die fleinen bei den Lichtspieltheater vornehmlich in den Außenbezirten Kinderporstellungen an den Sonntagnachmittagen pft eine be angstigende Fülle ausweisen. Der Heinste und unscheinbarite Anlaß fonnte zu einem furchtbaren Unglück führen, und es wäre baber angebracht, daß die Bolizei auch in diesen Theatern ihren Berordnungen Geltung verschafft, bevor erst ein Unglüd geschehen ist. * Raubmörder Hopp in Berden. Hannover, 24 September. Der in Mainz verhaftete opp, der ben Direktor Nord. mann im D- Bug ermordete und beraubte, murde heute dem Landgerichtsgefängnis Verden zugeführt. Er war von drei Kriminalbeamten aus Wesermünde begleitet. Hopp foll fein Geständnis erweitert haben. Der Touristenverein Naturfreunde" veranstaltet an drei Abenden einen Lidtbilderportrag über Rothenburg a. d. Zauber mit Schaffung von Heimstätten für Beamte. smischen und 10 ihr die Leiche eines Unteroffiziers ctma 75 farbenprächtigen Lichtbüdern nach eigenen Aufnahmen des Ein Wert der Selbsthilfe. F Zur Durchführung des jüngst erfaffenen Beamten Seim poſtättengeleges ist von den Spizengewerkschaften der Beamten die Beamtenbaufparfaffe gegründet worden. Die Be emtenbaufparfalle ift- die einzige Körperschaft, die vom Reich und von allen anderen Staaten als Abtretungsstelle auf Grund des erlaffenen Gesezes anerkannt worden ist. Zum erstenmal seit ihrem Bestehen veranstaltete die Beamtenbaufparfoise unter Leitung des Direttors des Deutschen Beamten bundes, Ernst Remmers, und des Borsigenden des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, Albert Faltenberg, öffentliche Bersammlungen, in denen über die praktische Durchführung des Gesetzes referiert wurde. Wie auf den zwei voraufgegangenen, so war auch auf der dritten, im großen Saale der Kammersäle in der Teltower Straße veranstalteten Bersammlung als Referent der Leiter des Heimstättenamies und Geschäftsführer der Beamtenbausparkasse, Johannes 2u bahn, erschienen, der zu einer starten Zuhörerschaft Sprach. Den Beamten ist die Schaffung von Heimstätten durch die Festigkeit ihres Einkommens erleichtert. Aber nur in diretter Fühlungnahme mit den werttätigen Massen, mit benen vereint gegen die Bodenspetulation ge= fämpft werden muß, fann das Ringen um die eigene Scholle Erfolg haben. Das enge Zusammenwohnen in der Großstadt bedeutet für die Volksgefundheit eine große Gefahr. Durch das Beamienheimstättengelen fann auf dem Wohnungsmarkt eine wesentliche Entfaltung herbeigeführt werden. Die Beranlassung zu diesem Gesek gab die Beamtensiedlungsverordnung für die abgebauten Beamten vom 11. Februar 1924. Auch diese Verordnung ist durch das von den Beamtenfpigengewerf. fchaften getragene Heimstättenamt der deutschen Beamtenschaft veranlaßt worden. Die Beamtenspihengemerffchaften, u. a. auch der Allgemeine Deutsche Beamtenbund, ließen nicht nach, bis endlich ihre Forderung durch das Beamtenheimstättengesetz pom 30. Juni 1927 erfüllt wurde. Und am 12. März 1928 erschien die Durchführungsverordnung zum Gesez. Auf Veranlassung des Reichsarbeitsministeriums gründeten die BeamtenspiẞengewerkIchaften die Beamtenbauspartaffe, Heimstättengesellschaft der deutschen Beamtenschaft m. b. 5." Ihr traten sofort der Deutsche Beamtenbund, der Allgemeine Deutsche Beamtenbund und der Deutsche Beamtenwirtschaftsbund bei. Das Gesez gibt die Möglichkeit der Abtretung eines Teiles des Beamteneinkommens zweds Bau einer Heimstätte. Voraussetzung ist, daß die Beamten der Beamtenbauspartasse als Sparer beitreten. Die Beamtenbauspartasse hat Die Beamtenbauspartasse hat bereits am 30. Juni d. 3. 88 Heimstätten Darlehen im Beirage von 2000 m. bis 14 000 m. bereitgestellt. Da die Beamtenbaufpartaffe erit menige Wochen vorher als Abtretungsstelle anerkannt worden ist, darf die erste Vergebung der Heimstättendarlehen als ein guter Erfolg bezeichnet werden. Mehrere Tausende Beamte haben sich der Beamtenbauspartasse bereits angeschlossen. Die Beamten schaft hat durch die Beamtenbausparkasse die Lösung der Heimstätten und Wohnungsfrage in die eigene Hand genommen. Herbsttagung: Beruf Mensch Schule. Beruf- Mensch Schule" ist das Thema der 9. großen öffentlichen Herbsttagung. die der Bund Entschiedener Schulreformer diesmal in Dresden Dam 29. September bis 2. Oftober veranstaltet Bon bekannten Bädagogen, Soziologen und Prattifern werden die folgenden Themen behandelt: Wirtschaft und Kultur, Beruf und Kultur ( Dr. Schlünz Düsseldorf, Prof. Honigsheim Köln). Ju gend und Beruf( Studienrätin Else Sander, Berufsoberschul febrer 2. Oswald). Schule und Beruf bzw. Berufslage( Dr. Weitsch Dreißigader, Oberschulrat Prof. Dr. Thomae Hamburg). Elternhaus und Berufswahl ( Schulrat Biehweg Löbau). Berantwortung und Ent. fcheidung( Brof. Destreich Berlin). Die Tagung wird eingeleitet burch eine große Rundgebung am 29. September, 8 1hr abends: Der Beruf: Qual oder Segen ist das Thema. # V 4 Jm benachbarten Gießmannsdorf wurde heute morgen der Reichswehr aus dem Dorfteiche gezogen. Man nimmt an, daß der Unteroffizier mit anderen Kameraden auf dem Heimwege non der Braueret, in der ein Manöver ball statigefunden hatte, Handel gehabt hat und von ihnen ins Baller geworfen ist. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und ins Sprigenhaus gebracht worden. Die eingeleitete geritliche Untersuchung ist noch im Gange. Nach Ansicht der militärischen Stellen handelt es sich um einen Unglücksfall. Selbstmord eines Redakteurs. In der Küche seiner Wohnung im Hause Steinmetz ft r. 6 wurde gestern abend der 45jährige Redakteur Sußmann von seiner heimkehrenden Frau durch Gas vergiftet tot aufgefunden. Als Motiv zu dem Ber. zweiflungsschritt wird ein Nervenzusammenbruch angegeben. Funkwinkel.z Abgesehen davon, daß ein Titel wie der: Wenn die Geige erflingt!" fitschig und nach irgendeinem billigen Wiener Film flingt, fagt er überhaupt nichts. Man kann sich darunter auch ein Biolinkonzert vorstellen. Das geht aber Sonntagabend nicht in Szene. Die Berliner Funtstunde gibt vielmehr unter diesem Titel eine Revue von Schlagern aus jener Zeit, als die Operette noch im Zeichen des Balzers stand. Außer Offenbachs Orpheus" stammt alles aus Wien oder Ungarn. Im großen und ganzen ist die Wahl glüdlich. Man geht allzu Bekanntem aus dem Wege und beschränkt auch den Konjum von Belanglosem auf ein Minimum. Schade, daß dem Lieben Augustin" oder dem ,, Walzertraum" heute faum noch etwas Gleichwertiges an die Seite gesetzt werden kann. Gugen Donath fühlt sich im Wiener Dreivierteltatt wohler als bei Offenbach, den er sehr exaft, aber ohne sprühenden Ueberschwang spielt. Aus der Reihe vortrefflicher Solisten seien vor allem Franz von Szganom sti und der Tenor Wilhelm Gombert genannt, der mit einer strahlenden, freien Höhe glänzt. Also trop einiger Schönheitsfehler ein sehr gutes Sonntagsprogramm.- Reisevorträge entsprechen manchmal nicht den Voraussetzungen des Rundfunks, indem fie fich nämlich auf sogenannte malerische Schilderungen festlegen. Dieser Gefahr entgeht nun der Wirtschaftsgeograph offer. Reichenau in seinem Vortrag am Lande der blauen Berge". Er schildert nur die kulturellen Zustände Albaniens, gibt allein das Wesentliche und spricht anschaulich ohne jede Phrase und für jeden verständlich. In ihrem Borirag Frau und Kind in der Deffentlichfeit" am Montag weiß Frau Dr. Gertrud Haupt über die Frau nichts Wesentliches zu sagen. Mit ein paar Binjenwahrheiten erschöpft sie das Thema. Hingegen behandelt sie eingehend die Gefahren, die dem Kind auf der Straße drohen, und erörtert u. a. das Projekt der Spielstraßen, die auf gewiffe Stunden für den Berkehr gesperrt sind. Der Bortrag wird am Schluß besser als der Anfang vermuten ließ. Aftuell die Technische Wochenplauderei des Ingenieurs, der die Gründe für den Madrider Theaterbrand untersucht und ähnliche Katastrophen in Deutschland dank der Feuersicherheit bes Theaters als Unmöglichteit bezeichnet. Abends wird aus dem Leipziger Stadttheater auf dem Berliner Sender Samson und Dalila" übertragen. Die Schwierigkeiten, die diese Oper einer Aufführung bietet, liegen eher im Szenischen als im Musikalischen und fallen also im Rundfunt fort. Die Uebertragung zeigt, daß auch außerhalb Berlins sehr anständige Opernaufführungen zustande gebracht werden. Die Altistin Lotte Doermaid und Ernst Neubert, der Heldentenor, find Sänger von Format. Beider tommen hin und wieder bei der llebertragung Schwantungen in der Tonftärte Dor, und der Orchesterlang wird zu wenig bei der Aufstellung der Mifrophone berücksichtigt. F. S. Referenten und mit einem Film. Genosse Paul Schulz miro sprechen am 25. September in Neukölln, Städt. Saalbau, Bergftraße 147; am 27. September in Tiergarten, Sulaula, Bochumer Straße 86, und am 4. Oftober in Prenzlauer Berg, Saal des Bezirksamts, Danziger Straße 64 Beginn jedesmal 19,30 Uhr. Eintritt 0,60 m. Gäste herzlich willkommen. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrif nur an das Jugendfefretariat Berlin G 68, Lindenstraße 3 Heute, Dienstag, 19% Uhr. Rosenthaler Borstadt: Geschlossene Beteiligung an der B.B.Mitglieder. versammlung. Treffpunkt 19% Uhr Rofenthaler Blag. Erscheinen aller Mitglieber ist Bflicht. Brunnenplak: Heim weltliche Schule Bant-, Ede Wiesenftraße: Arbeiterjugend und Gewerkschaftskongres". Wedding( M. F.): Schule Litticher Str. 4: Glaẞbeenner- Abend. Wedding- Nord: Heim See, Ede Turiner Straße: Rörperfultur". Rordoft: Heim Danziger Str. 62. Die ge mertschaftlichen Sämpfe ber Testen Beit". Wörther Blag: Seim Kaftanienallee 82, Schule: Das jezige Rußland". Schöneberg II: Seim Hauptstr. 15. Harzgauzimmer: Unsere Sugendschusforderungen". Schöneberg IV( R. F.): Seim Hauptste, 15, Seffenlandzimmer: Jugend in den Gewerfichaiten". Salensee: Seim Joachim- Friedrich Ctr. 85-36, Distuffton: Sugendwohlfahrt. Lichterfelbe: Seim Lichterfelde- West, Albrechtstr. 14a: Beginn des BildungsTurfus wird auf Dienstag, 2. Oktober, perlegt. Heute Mitgliedernersammlung. Stegliz: Heim Albrechtstr. 47, am Stabipart: Rielbemußte Fortbildung des Jungarbeiters". Behlendorf: Nordschule, Potsdamer Str. 5-7, 3eichensaal 1: Arbeitsgemeinschaft: Die Entwicklung des Enzialismus von der Vergangenheit bis zur Gegenwart". Köpenick: Heim Grünquer Etr. p. Sof: Funktionär figung. Rieberschöneweibe: Uebungsabend im Heim Niederschöneweide. Samt Hermsdorf: fiche Tegtblätter mitbringen. Alle Genossen müssen erscheinen. Reinidendorf- Ost: Seint Seim Roonftraße( Turnhalle): Unsere Vorfämpfer". Lindauer Straße, Barade 1: Körperkultur". Werbebegirl Lichtenberg. Funktionärligung im Seim Doffeft Werbebegirl Rentölln. Aeußerst wichtige Miteliederversammlung im Seim Kanner Str. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Sämtliche Gruppenveranstaltungen fallen aus. Werbebezirk Mitte..- M.- Berfammlung im Seim Often, Gr. Frankfurter Straße 16, pünktlich 19% Uhr. Wegen der wichtigen Tagesordnung fallen alle Gruppenabende aus. Werbeberiel Kreuzberg. Im Seim Lindenstr. 4: Werbebeairksvorstands. fikung. Borfikende und Jugendbeiräte müssen erscheinen. Vorträge, Bereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G 14. Sebastianftr. 37/38. Sof 2 Tr. Treptow: Tambourforps und Musik gemeinsamer Uebungsabend Dienstag, 25. Eeptember, im Rühlen Grund", Siemensstr.. Berlin- Zehlendorf: Mittwoch, 26. Eeptember, 20 Uhr, Bersammlung bei Schnorte, Botsdamer Str. 3. Waffeesport- Abteilung: Eonntag, 30. September, Antreten 121 Uhr Bhf. Grünau baw. 13% Uhr Bhf. Königswusterhausen zum Republikanischen Tag bortfelbft. Blauer Angus, blaue Mülge. Bereinigung fozialdemokratischer Studierendez. Sosialistische Gemeinschaft ( ESG.) Wedding: Dienstag, 25. Juni, 19% Uhr, Borstandssigung im Bund, anfyließend um 20 Uhr Sigung des propiforischen Arbeitsausschusses ber 666.- Berlin. Mittwoch, 26. September, 17 Uhr, SEG..Webbing in der weltlichen Schule Gotenburger Str. 2. Tagesordnung: Organisationsfragen. SEG.- Neuföln: 19 Uhr in der Aufbauschule Neuteln, Gesangsfaal. Freitag, 28. September, 20 Uhr, EEG- Westen im Bied. Thema:„ Sistorischer Materialismus." Referent M. Mitnißtn. Lo gfellow- Englis-Debating- Club, Bülowstr. 104. Mit woch abend 8 Uhr: Mr. J. Bulman Smith: What is Common Sense? ( Nachdruck verboten.) Beiterhin falt und meilt farter bevöift, feine erWetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend heblichen Regenfälle. Für Deutschland: Im Often vielfach frübe und regnertich, im Besten meist start bewölft, ohne startere Riederschläge, überall ziemlich falt. Die Sunlight- Gesellschaft wünscht ihr türaliches Inferat über Sunlicht- Seife richtigsuftellen. Bufolge eines Eakfehlers wurde in diesem Inferat der Breis Breis. Das Doppelstild Sunlicht- Seife foftet schon seit längerer Zeit 40 f. bes Poppelstückes Gunlicht- Seife mit 45 Pf. bezeichnet. Es ist dies der frühere Laxin führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und Du bist im Bilde Oer Mißbrauch des Postmonopols Die Reichspost im Keti— Räch einer leichtferiigen Tariferhöhung. | Auch an» bon MrfHgtw JaWemwoteriat das in her bisherigen Sammlung vorliegt, ersieht man in den Grundlinien den starken Wiederanstieg der deutschen Wirtschast. Um diese Wirrschaftsleiswng zu sundieren, weiter zu steigern und zu oertiefen, brauchen wir eine zahlenmäßige Durchleuchtung des Wirtschaftskörpers, dessen Grund- läge eine exakte systematische Produktionsstotistik bildet. Die Deutsche Reichspost hat seht ihren Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1927/58 vorgelegt. Er zeigt, daß die Post Gewinne erzielt hat, die weit über das hinausgehen, was man nach den An- gaben, die die Post seinerzeit bei der Begründung ihrer Gebühren- erhöhung mochte, annehmen konnte. Es ist der Post nicht nur ge- lungen, alle ihre laufenden Ausgaben zu decken, sondern sie war in der Loge, auch ihre Kapitalaufwendungen aus laufenden Mitteln zu bestreiten. Während sie seinerzeit behauptete, auch nach der Gebühren- erhöhung blieben laufende Ausgaben in Höhe von l63 Mill. Mark ungedeckt, und außerdem werde sie zur Deckung ihres Kapitalbedarfs eine Anleihe von 159 Mill. Mark ausnehmen müssen, hat sie tot- sächlich weder einer Anleihe bedurft noch war von dem augeküa- digleu Defizit irgend etwas zu wecken. Sie ist vielmehr sogar in der Lage gewesen, die im Ausammen- hang mit der Gesetzgebung des Reiches entstanden« Aufwertungs» Verpflichtung der Post in chöhe von 13,3 Mill. Mark nominell(mit einem Gegenwartswert von weniger als 7 Mill. Mark) in voller Hohe vom Gewinn dieses Jahres abzufetzen. Trägt man dem Rech- nung, so ist es ihr gelungen, einen Rohgewinn von 444,8 Mill. Morl zu erzielen gegen 297,4 Will. Mark im Jahre 1928, 332,4 Mill. Mark im Jahre 19Ä5 und 535,2 Mill. Mark im Jahre 1924. Der Rohgewinn der Reichepost log also 1927 nur um ein Sechstel unter dem hes Rekordjahres 1924. Dieier Rohgewinn verteilte sich in den einzelnen Iahren, wie folgt, in Millionen Mark: 1924 1925 1928 1927 Ueberweisuncen an das Reich,,—— 79 70 Abichrelbuvaen........ 198,2 147 161,2 178,3 Echuldenabschreibunq.....——— 13,3 G.setzliche Rücklage')..... 82.7 29,4——. B?tr>ebsmittelsonds...... 49 5—— Länderentschädigung...... 50——— Bermögensziigang-i...... 264,3 151 65,8 183,2 Acrmiiiderung übertragener Mittel—— 19,4— 5352 332,4 397,4 4448 •) Bon!'« aefetUitfi.R Rucklag« wurden später tZ.l Rill. Mark an!xi» 9!eIS> oRacftl'itt. ') gür rnt etnfdjIicRfiifi. füt lf>2» ali-schliehlich be* von 1821 ouf 1S2S LRcrteazenen Rcingcwiiors. Diese Aufstellung zeigt sehr anschaulich die Eni Wicklung?- tendenzen bei der Reichspost. Nachdem das Jahr 1924 übermäßig hohe Gewinne gebracht hqtte, gingen diese Gewinne bis zum Jahre l9Z8 stetig zurück. In diesem Jahre mußte sogar eine Anleihe von 159 Mill. Mark ausgenommen werden, die zur Zeit der 2luf, legung freilich nicht mit inneren Notwendigkeiten, sondern als ein Teil des Arbeitsbeschoifungsprogramms begründet wurd«. Dadurch geriet die Reicdspost in ein Tempo der Investitionen hinein, das sich aus ihren bisherigen Einnahmen nicht mehr bestreiten ließ. Ebenso wenig wie die Reichsbahn hielt es die Reichspost für richtig, dies Jvvestitionsprogromm einzuschränken, sie griff vielmehr zur Gebührencrhähung als dem einfockiften Mittel. Diese Gebührenerhöhnng hat es ihr ermöglicht, 1927 ungefähr ebenso große Sochaufträge zu vergeben wie im Vorjahr, obmobl auch ihre laufenden Ausgaben eine namhasie Erhöhung erfahren haben. Um die Gebühreaerböhung durchzusetzen, hak die Post seinerzeit ihre wirkliche wirtschaftliche Lage falsch dargestellt. Ob dies absirbtlich oder unabsichtlich geschol), wird sich schwerlich je ermitteln lallen. Sicher ist, daß auch ohne Gebührenerhahuiig die Post ihre lausenden Ausgaben hätte decken und mit einer Anleihe von etwa 159 Mill. Mark auskommen können. Nicht tnenige der vorgenommenen Investitionen erscheinen wenig dringlich und hätten einen Ausschnb vertragen können. Aber die grrßen Unternehmungen de» Reiches halten es anscheinend für richtig, hinsichtlich der S e l b st- finanzlerung durch Monopolausnutzung und Preisüber- spannung der Privat wirtschast nstl schlechtem Beispiel voranzugehen. Dementsprechend zeigt sich auch bei der Post die Tendenz, durch reichlich hoch bemessene Abschreibungen einen immer größeren Teil ihrer Anlageausgaben zu finanzieren. Tatsächlich ist es ihr ouf diese Weise gelungen, fast 699 Mill. Mark Neuinvestitionen über Abschreibungen zu verbuchen. Wenn auch grundsätzlich onguer- kennen ist, daß die Post ausreichende Abschreibungen vornehmen muß, so berührt es doch sonderbar, wenn man feststellen muß, daß sie in vier Iahren last 49 Proz. ihi*es ursprünglichen Eigenvermögens (1574,4 Mill. Markt abgeschrieben hat, und dieser Prozentsatz erfährt noch eine Erhöhung, wenn man bedenkt, daß der abschreibungs- bedürftige Teil des in dieses Unternehmen eingebrachten Reichs- vermögen? sich auf nind 185 Milliarden belief. Wenn der Relchssparkammisfar jetzt die wirtschaftliche Loge der Reichspost prüft, wird er den angewandten Abschreibungs- sähen seine besondere Aufmerksamkeit zu schenken hoben. Dabei wird man besonders beachten müsien, ob die technischen Einrichtungen der Reichspost auf dem Telegraphen-, Telephon- und Funkgebiet wirklich in per chöhe abzuschreiben sind, in der die Post sie heute aus ihren Bilanzen tilgt. Da» ist für den Außenstehenden schwer zu beurteilen. Senkung der Postgebühren! Im einzelnen haben vor allem die erhöhten Postgebühren, das Telephon und dos Funkwesen wesentliche Einnahmesteigerungen gebracht. Au« dem Funkwesen zieht die Post jetzt«ine höhere Einnahme als aus dem Postscheckverkehr. Ob nicht auch hier eine Gebührenfentung möglich wäre, sollte endlich Gegenstand ernsthafter Erwägungen sein.' hinsichtlich de» Telephons hat sich sa die Post fetzt zu einer kleinen Gebührensenkung entschlossen, die den Wenigsprecher entlastet unt» damit einer weiteren Ausdehnung des Telephons die Wege ebnen kann. Deutschland steht hinsichtlich der Dichte seines Telephonnetze» noch immer weit hinter anderen Ländern zurück. Während bei un» weniger al» fünf Telephonanschlüsse ouf 199 Einwohner entfallen, sind e» in den Dereinigten Staaten fast sechzehn und selbst in der Schweiz über fünf. Aber auch soweit andere Gebühren in Frage kommen, sollte die Post setzt endlich Ermäßigungen erwägen. Stall einen Druck- sachentrieg gegen Oesterreich anzustrengen, wie e» anscheinend die Absicht der Reichspost ist. die deutschen Interessenten verbieten will, ihre Drucksachen mit 1,8 Pf. Porto aus Oesterreich statt mit 5 Pf. Porto Innerhalb Deutschlands zu versenden, sollte man lieber das Drucksachenporto soweit senken, daß der besondere Anreiz zur?lbwanderung de» Drucksachenverkehrs über die Grenze fortfällt. Auch die lästige 8» P ke nni g- P orka k la ss« sollte man durch die Rückkehr zum 5-Pfennig-Torif beseitigen. Daß solche G«. bührensenkungen tragbor sind, kann ernsthaft nicht bestritten werden. Es ist wahrscheinlich, daß sie vorgenommen werden. Denn vor- läusig verteidigt die Post die angebliche und durch die Tatsachen widerlegte Notwendigkeit der Gebühren erhöhung vom vorigen Jahre noch hartnäckig. Hilfe für die Reichvfirumzev. Damit erwächst dem Reich die Aufgab«, die Postmittel in anderer Weise zur Entlastung der Wirtschaft zu verwenden. Denn niemand hat ein berechtigtes Interesse an dem torrierten Bautempo und den überhohen Sachausgaben, di« die Post dank ihrer günstigen Finanzlage heute auf sich nimmt. Angesicht» der N o t l o g e der Reichsfinanzen wird es nützlich und wünschen»- wert sein, auch die Post in erhöhtem Ilmsange zur Finanzierung der Reichskasse heranzuziehen. Schon im letzten Etat wurde die Ablieferung der Po st von bisher 79 Millionen Mark auf 199 Millionen Mark heraufgesetzt. Auch diese erhöhte Ablieferung könnte noch eine Verdoppelung ohne Gesöhrdung der Post- sinanzen ertragen und würde immerhin für dos Reich eine wesent- lich« Entlastung bedeuten. Gesteht die Post nicht durch Gebühren- sentung ihr im Vorjahr an der deutschen Wirtschaft begangenes Unrecht offen ein, sa scheint hier ein geeigneter Weg zu liegen, um die übermäßige Ausgabesreudigkeit unserer Postverwallung etwa? einzudämmen und au» der unwillkommenen Tariferhöhung des Voriabr» das Beste zu machen. Vollständige produtiionsstatistit. Der Staat muß die Publizität in der Dolkswirtschast fördern E» wird heut« ollgemein anerkannt, daß für«ine zielbewußt« Leitung der Wirtschaftspolitik, insbesondere auch für«ine aktiv« Konjunkturpolitik, eine umfassende Produttion»statistik unerläßlich ist. Wir hoben wiederholt auf die llnzulänglichkeft der bisherigen deutschen Praduktionsstatistik hingewiesen und einen Ausbau der Produktionserhebungen sowie«ine fortlaufend« Konfunkturstottstik gefordert, wie sie in vorbildlicher Weise in dem zweijährigen amen- konischen Produktionszensus und in den laufenden Monatsberichten über die Geschöstslag« durchgeführt sind. Der Polkswirtschaitliche Ausschuß des Reichstags hatte auch im Borfohr auf Anregung der sozialdemokratischen Fraktion die Erweiterung und Verbesserung der deutschen Produktionsstotistik gefordert. Das Statistische Reichsamt legt nun in einer Der- öffentlichung.„Industrielle Produklionsstatistik'(Sonderheft 4 zu „Wirtschaft und Statist»") eine Sammlung der produktionsstottsti- schen Nachkriegszohlen bis zum Jahre 1927 vor. Diese Uebersicht enthalt alle bisherigen Erhebungen, die durch ein paar Verbands- ftattstiken ergänzt sind. Die Sammlung zeigt von neuem di« Eystemlofigkeit und Lückenhaftigkeit der bisherigen deutschen Produktionsstatistik. Die Erhebungen umfassen bisher nur «inen Ausschnitt der deutschen Wirtschast. Sie sind, abgesehen van der laufend geführten Statistik des BeWbaus und der chütten- industri«, nur noch für einig« Industriezweig«, in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Beschaffung von Unterlagen für die chandels- politii, so für die Baumwoll-, Woll- und Dastsaserspinnereien, für die Seiden- und Lederindustrie, ferner noch für di« Äraslsahrzeug- und Reifenindustrie, durchgeführt worden. Der eigentliche Zweck einer Produktionsstotistrt. ein Ge- samtbild des Jndustrieaufbaue« zu geben, di« Verflechtung der eine zelnen Produktionszweige zu zeigen und den Verlauf de» gesell» schaftlichen Reproduktionsprozesses auch ziffernmäßig zu beleuchten, kann durch derartig bruchstückhast« Aufnahmen nicht erfüllt werden. Es kommt hinzu, daß in den wenigen vorhandenen industriellen Statistiken zwar«in« Fülle technischer Einzelheiten über Rohstoffe. chikssstofse und Fabrikate gegeben werden, die bestimmt für den Einzslunternshmer der Branche von Interesse sind, dagegen die die Gesamthell interessierenden Daten, so„im Beispiel Angaben über die Gliederung der Arbeiter- und Angestelltenschoft, gesonderte Au»- Weisung von Söhnen und Gehältern. Steuern. Mieten, sowie der m der Produktion geschaffene Neuwert zumeist überhaupt nichi ver« Sfjeiulicht werden. Di« Erhebungen in der Tertilmduftri« zum Bei- spiel enthalten keinerlei Angaben über Löhne und Gehälter, Ziffern über die Gliederung der Beschäftigten, über Arbeitszelt; Feststellun- gen über di« chöhe der Steuern, Soziallasten und Mieten fehlen voll- ständig. Da» Reichscunt verweist für di« Methode seiner Er- Hebung aus Erläuterungen zu einer Veröffentlichung der Vor- triegszeit über da» dwnol» vorliegende statistische Tatsachenmaterial. Es ist jedoch wcchl sicher anzunehmen, daß auch das Reichsamt Er- helbungsänderungen und-Verbesserungen nnrgenommen hat. Slus der Tatsache, daß nicht einmal die Fragebogen für Sie einzelnen Industri ez»eig« der Oeffenttichkeit bekanntgegeben werden, muß man wohl schließen, daß dos Reichsamt unter dem Druck der Unter- nehmeroerbönde fein Zahlenmaterial nur auszugsweise ver- öfsentlicht und ipichttgc, volkswirtschaftlich besonders interessante Be- stoudteile seiner Erhebungen der Oeffentlichkeit vorenthält. Es muß auf jeden Fall gefordert werden, daß die wenigen nun feit 1925 laufend vorgenommenen Produktionserhebungen voll- ständig gestaltet und auch vollständig veröffentlicht werden. Darüber hinaus sollie jedoch umgehend eine Erweiterung der Erhebungen eingeleitet werden. Es fehlen in der bis- herigen Sammlung so grundlegend wichtige Industrien wie da» Baugewerbe, die Maschinen- und Elektroindustrie, die chemisch« Industrie sowie außer den steuerpflichtigen Nahrung»- und Genußmitteln alle Enderzeugnisse der Konsumgüterlndustrien. Das Reichsamt wird bei diesen Erweiterungen weitgehend aus Verbands- stotistiken zurückgreifen können. Es ist übrigens e r st a u n l i ch, daß auch in der Sammlung des Reichsamts nicht einmal alle in die Oeffentlichkeit gelangenden Verbandsstotistiken enthalten sind. Außer den eigenen Erhebungen de» Rsich»amt» werden nur di« laufenden Statistiken der Papier- und Pappenindustrie sowie die Adsatzziffern des Kalisyndikats, des Gaskokssyndikat» und der Üallindustrie ausgeführt. Das Reichsamt hätte wenigsten« der Vollständigkeit halber die Produktion», bzw. Absatzziftern der Maschinenindustrie, der Elektroindustrie. Stickstofs- «rzeugung, Zementindustri«, Porzellanindustrie usw. aufführen sollen, die au« Ltattstiken od« Schätzungen der Verbände bekannt sind. Di« Verbandpstati stiken werden sicher nicht allen Ansprüchen genügen ynd vom Reichsamt in Zusammenarbeit mit den Verbänden zu«r- weitern und zu verbessern sein. Sollte die Materialsammlung aus Grund freiwilliger Zusammenarbeit nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führen, so müßt« mqn notwendigerweise im Interesse der Wirtschaft für die produriionsstatistischen Erhebungen einen gesetzlichen Auskunftszwang einführen. Di« Reform und Erweiterung der Produktionsstatistik unter voller Publizität muß umgehend durchgejührt werden. Machtausdehnuug des Gchwedenirusts Im übrigen sind 44 Prozent des Kapitals verdient. Der schwedische Zündholztrust hat jetzt an den holländischen Börsen eine neue Rate seiner gewinnberechtigteir Schuldverschreibungen(Attienersotz) zur Zeichnung aufgelegl. Der bei dieser Gelegenheit veröffentlichte Börsenprospekt des Konzerns enthält bemerkenswerte Einzelheiten über die iniernationa!« Bc- deutung des schwedischen Zündholztrusts. Bon den jetzt ausgegebenen 65 Millionen Kronen Schuldver- schreibungen werden rund 18 Millionen zum Umtausch von Vor- zugsanteilen bei der schwedisch-amerikanischen Investierungs-Gejell- schaft verwandt. Da sich die gesamten Stammaktien dieser Firma bereits im Besitze des Zündholztruste« befinden, so wird diese Firma voraussichtlich eingehen. Der Ertrag der anderen Anleihebeträge wird für di« Uebernahme der ungarischen Hypothekenbank- Obligattonen verausgabt, die der Schwedentrust nach seinem bekannten Z ü nd h olz m o n o p o l> Vertrage mit der ungarischen Regierung übernommen hat. Daß Herr Kreuzer mit dem Erwerb des ungarischen Zündholzmonopols«in Bombengeschäft gemacht Hai. geht daraus hervor, daß allem die Zwischengewinne an Zinsen sährlich rund 29 MiMonen Mark betragen. Welche enormen Kapitalien dieser Trust im Laufe der letzten Jahre angehäuft hat, zeigt sich darin, daß nach der Uebernahme des Wertpapierbesitzes der schwedisch-amerikanifchsn Investierungsgefellschoft der Weri- papierbestan.d des Kreuger-Trusts sich auf rund 500 Millionen Mark stellen wird. Der Gesamtgewinn des Schweidentrusts und feiner Unter- gesell schoften betrug im vergangenen Jahre mehr als 60 Mill. Mark. Dieser Geminn entspricht fast 44 Proz. des Nennwertes des 139-Mill.- Kronen-Kapitals. Di« Dividende für das laufende Jahr wird, wie die im Vorfahr gezahlt«, wieder 25 Proz. betragen. Bemerkenswert ist, daß der schwedische Zündholztrust, der durch seinen Besitz an Grängssbergoktien schon sehr starken Eimlutz im schwedischen Eisenerzbergbau besitzt, kürzlich ein Ab- kommen getroffen hat, das ihm Einfluß auf die umfangreichen Eisenerzfelder in Chile sichert. Amiliches über Konsumvereine. Im Jahresberichte der sächsischen Gewerbeaufsichts- b« a m t« n für 1927 heißt es im Ausschnitt über wirtschaftliche und sittliche Zustände; Auch im Berichtsjahr entwickelte sich da» Genossenschoitzwefen immer mehr. Die Steigerung der Leistungen der konsinngenossen- schaftlichen Waretwerforgung zeigte sich stets in der gegenüber privat- wirtschafllichen Betrieben günstigeren Preisbildung und trug damit zu der so notwendigen Hebung der Saus kraft und Besserung der L«b«n»bollung der Verbraucher bei. Ein recht kennzeichnendes Beispiel über die Eittmicklung der Genossenschosten gehen die Unssotzbeträge des Kon- sumvereins„Vorwärts" in Dresden. Dann folgen Beispiele als Beweis. Das iniernaiionale Weinami. Nicht zum Weinen, sondern für den Weinbau. Ein internationales Weinamt, dem fast{amtliche großen Wein- länder beigetreten sind, hat m Pari» seit dem 1. Iaimar 1828 sein« Tätigkeit aufgenommen. Die Ausgaben dieses Amtes bestehen darin, offizielle Statistiken üher Produktion,.Handel und Preise des Weines in den verschiedenen Landern auszustellen, sich mit der interna tioiialei, Gesetzgebung, die sich aus den Weinbmi bezieht, zu besassen und insbesondere für den Schutz der Urfprungsbe Zeichnung einzutreten. Um gegen die viefen Fälschungen von Weinmarken vorzugehen, wrll da» internotiotwle Wewamt mit den einzelnen Regierungen verhandeln: der Kampf gegen die Verfälschung von Ursprungs- b«zeichnung«8 fall durch gefetzMerifche Maßnahmen unterstützt werden. Die Vautäkigkeit im Zuli 1928, Nach den Ermittelungen von Wirtschaft und Statistik wurden in 88 deutschen Groß- und Mittel- städten an Neubauten begonnen: im Juli 2554 Häuser mit 8531 Wohnungen, im Juni 3192 Häuser mit 9844 Wohnungen, im Mai 2588 Häufer mit 8699 Wohnungen. In 95 Groß- und Mittelstädten betrugen die Bauoollendungen: im Juli 2835 Neubauten mit 9448 Wohnungen, im Juni 2951 Neubauten mit 9903 Wohnungen, im Mai 2559 Neubauten mit 8494 Wohnungen. Drei»erhöhung de»«uropässcheri Schüwer.kartells. Auf Anregung der belgischen Gnrppe sind die Vertreter de» europäischen Schienenkortell? jetzt in Paris zusammengetreten, um neben allgemeinen Beratungen über die Loge des internationalen Schienen- markte» auch die Preisfrage zu diskutieren. Einstimmig wurde die Erhöhung der Schien enpreise um 2,59 Mark j« Tonne beschlossen. Außerdem wurde noch über die Vertellung verschiedener großer Aufträge verhandelt, worüber jedoch der Oeffent- lichkeit keine näheren Mitteilungen zugingen. Deutschland hat seine Srastsahrzeuge in sech» Zähren vervier- focht. Die soeben veröffentlichten Bestondsziffern über die in Deutschland insgesamt in Betrieb genommene» Krostsahrzeug« lassen eine stürmische Entwicklung erkennen. Die Zahl der P er s o n e n- kraft wagen ist fest 1923 von 199 349 aus 351389, die der Lastkraftwagen von 31 736 auf 1 21 765, die der Motorräder so- gar von 5 9339 ouf 438238»est legen. Insgesamt ist die Zahl der Kraftfayrzeuge feit 1923 von 211 465 auf 911433 erhöht, also mehr als vervierfacht. Gegenüber dem 1. Juli 1926, also seit zwei Iahren, ist ein« Steigerung der Gesamtzahl von 559 881 auf 911433 eingetreten, was für zwei Jahre einer Vermehrung um weit über 69 Proz. entspricht. ASb Deutscher Metallarbeiter- Verband Theater Achtung! Betriebsräte Achtung! Lichtfpiele nfw. Die Betriebsräte Zeitschrift Nr. 19 ift erschienen und fann gegen Vorzeigung der Begitimationstarte des Betriebsrats- Ob Volksbühne mannes in unserem Bureau, 8immer 5, oder nach 4 Uhr im Simmer 4, entgegengenommen werden. Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Der lebende Achtung! Klempner fung Leichnam Donnerstag, den 27. September, abends 7 ühe, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12 Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Branchenversammlung Dreigroschen aller Klempner. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Großmann über: Unternehmerorganisationen." 2. Berbands- und Bran chenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Sahlreicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, den 27. September, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus ( großer Saal), Engelufer 24/25 Oper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staa L Schiller- Th. 8 Uhr Branchenversammlung Die Weber der Rohrleger und Helfer. Tagesordnung: Berbands und Branchenangelegenheiten Mitgliedsbuch legitimiert. Die Kollegen werden ersucht. vollzählig und pünktlich in dieser Bersammlung zu erscheinen, Staatsoper am Platz der Republik 8 Uhr Cardillac Deutsches Theater Norden 12 310 Donnerstag. dert 27. September, abends 7 Uhr, im Sigungsfaal des Verbandshauses, Linienstraße 83/85 8 U. Ende nach 10% Branchenversammlung zum 114. Male: der Einrichter und Revisoren. Artisten 2agesordnung: 1. Tarifangelegen- tegie Max Reinhardt beiten. 2 Branchenangelegenheiten. 3 Berschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung ent 04-902 oder 3 große Jassen voll KRONE Europas größter Circus beginnt nach seinem Triumphzug durch Spanien sein 4. Berliner Gastspiel Sonnabend, den 13. Oktober 1928 Tempelhofer Feld direkt am Untergrund- Bahnhof Flughafen in neuer großartiger Aufmachung Dienstag, d. 25.9. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 91 19% Uhr Dienstag, d. 25.9. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 19 Uhr Die Komödie Die Hochzeit Don Carlos sprechend ist zahlreiches Erscheinen Pflicht. Bismarck 2414/7516 Donnerstag, den 27. Septbr., abends 7 Uhr, im Parterresaal des Betbandshauses, Linienstraße 83,85 Branchenversammlung aller Hobler, Bohrer, Fräser, 84 Ende 112 Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Stoßer und weiblichen Berufs- Kammerspiele angehörigen. Norden 12 310 Tagesordnung: 1. Bortrag. 8% UL Ende 10 Uhr 2. Branchenangelegenheiten. 3. Ber schiedenes. Dhne Mitgliedsbuchtet Zutritt. Es ist Bflicht aller Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Zum 25. Male: Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Achtung! Graveure und 3ifeleure! Berliner Theater Direkt.Heinz Herald Donnerstag, den 27.September, nachmittags 5 2hr. in Emalos Ber- Charlottenstraße 90 einshaus, Stalihet Ste. 128 Branchenversammlung 20gesordnung: 1 Bortrag 2. Dis Tuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Dönhoff 170 8 Uhr Der lebende Leichnam Regie: Max Reinhardt Freitag, den 28. September, nahm. Ende nach 10%, Uhr 5 Uhr, im Zimmer 14 des Verbandshauses, Linienfteaße 63/85 des Figaro Staats- Oper Am Pl.d. Republ. R.-S. 150 20 Uhr Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmark A.-V. 158 20 Uhr Was jede Cardillac Frau weiß Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr Die Weber SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Raquel Meller, die Duse d. Chansons; Noni& Horace, mus. Unmöglichkeit.; Raffayette m. s. Radiohund., Marrone u. La Costa sow.Carlitau. Galla, amer Funktionärsizung HALLER- REVUE Tanzpaare u.weit. auseri. Varietéattr. aller Betriebsräte und Bertrauens- ,, Schön und leute von den Betrieben der schick" Arbeitsgemeinschaft des Berliner Th. im Admiralspalast Araffdroschfenverbandes, außer Täglich den Funktionären des Jahrpersonals. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Abschluß eines Betriebsangelegenheiten. Wir ersuchen die Tarifvertrages ermähnten oben Funktionäre, restlos zu dieser Sigung zu erscheinen. Die Ortsverwaltuna. 2000 qm Räume zur Unterbringung des Jugendamtes im Verwaltungsbezirk Wedding sucht 8 Uhr. Saltenoura- dünnen Dis. Künstler- Th. 81 Chr: Fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch Lessing- Theater 8 Uhr: Alb. Bassermann Der große Bariton Sonn bend 72 U. Premiere: Bezirksamt Wedding Alb. Bassermann, Hausverwaltung Exerzierstraße 11a. eeee 99999991 Unserem Genossen Otto Engel die herzlichsten Glückwünsche 3um 50jährig. Berbandsjubiläum 34. und 42. Bez. Neukölln Allen Berwandten und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Bruder und. Schwiegervater Otto Bleich am Sonntag, dem 23. Geptember 1928, plöglich verftorben ist. Die Hinterbliebenen. Die Einäscherung findet am 26. September 1928, 20 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Danksagung. 99 Luci: Mannheim „ Herr Lamberthier" Theater des Westens Komische Oper s Alle bisherigen Revuen werden übertroffen durch die neue gewaltige James Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der Freien Liebe Hunderte Mitwirkende! Parkett nur 4,50 Mk. Großes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell Täglich 8 Uhr 81 Uhr CASINO- THEATER 8Uhr Prinzesschen" Lothringer Straße 37. lazz- Vaudeville Nur noch wenige Aufführungen von Rudolf Nelson Milowitsch, Heidemann, Matzner Hoffmann, Slezak Rundfunk hörer halbe Preise Trianon- Th. 8 Uhr. Sybille?... Ausgeschlossen! Origina.inszenierung der Tribüne Rundfunk höre: halbe Preise Für die vielen herzlichen Beileidsbezeugungen anläßlich des Todes und die rege Teilnahme bei der Bestattung meines lieben Mannes und herzensguten Vaters, unserés allezeit hilfsbereiten treuen Bruders, Schwagers und Onkels Bruno Tegge sprechen wir hiermit allen Beteiligten unseren innigsten Dank aus. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Rundfunkfieber Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M.. Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Winter Garten Auserwählte internationaleVarietéKunsikräfte Tägl. 8 Uhr Rauchen gestattet Rennen zu Karlshorst Dienstag, den 25. September, nachmittags 23, Uhr Deutsches Hürdenrennen Hühneraugen Hornhaut, Schwielen u. Warzen Obeseitigt schnell, sicher und schmerzlos dukiroe Vielmillionenfach bewährt. Packung 85 Pfg. Bei richtiger Anwendung sind Mißerfolge ausgeschlossen. Millionen kukirolen schon. Tun Sie es auch! Philharmonie des Philharm. Orch. Dirg. Prof. J. Prüwer Haydn- MozartBeethov.- Abd. Eroica- inf.- Beeth., Violin- Konzert No.4] v. Mozart( Holst) Militär- Sinf.- Haydn Barnowsky- Babnen fa. Königgrätz. st. fäglich 8 Uhr Der rote General Komódienhaus Täglich 8% Uhi Mein Vater hat recht gehabt Wallner- Th. I heater am Kleines Theater Wallner- The ter- Strasse Nollendorfplatz Täglich 8 Uhr: Max Adalbert in Müllers Hermine Sterle, Landa, Siklar CIRCUS BUSCH Täglich 8 Uhr: Das Circusprogramm und „ Perlen gestohlen" mit dem Feuerregen aus der Circuskuppel Reichshallen Theater Abends Sonnt. nchm. 3 Stettiner Sänger Das wandervol e Septbr,-Progr. Ab 1. 10: Neues Program. Hacher. halbe Preise. valles Progr. Donhof- Brett'1: Varieté, Tanz. Anfang 8, Sonnt 5 Uhr ALMA DIE MARGARINE Täglich 8, Uhr Und die Liebe höret nimmer auf! Schauspiel in 3 Akt nach dem gleichnamigen weltberühmten Roman. Verreiger auch Sonntag 1 M. Parkett statt 4.- nar Lustspielhaus Heute 8%, Uhr Trixie" Johannes Riemann, Renate Müller, André Mattoni, Harry Hardt Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straß Noll. 1578 16 Uhr: Der Sternhimmel im Herbst 18 Uhr. Erde und Weltenraum. 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne ( Volksglaube und Wissenschaft). 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Eine Geschichte aus der Arena von Luis Rodriguez- Embil Als das alte Pferd mit seinen beiden Kameraden den Zirkus betrat, vor den Augen eine Binde und auf dem Rücken eine unchörte Last von Fleisch und Stahl, vernahm es einen beunruhi Cenden Lärm, der es erzittern ließ. Die Zuschauer waren ungeduldig. Berauscht vom Licht des Tages, von den strahlenden Farben sommerlicher Frauenfleider und von der grausamfreudigen Hoffnung, Blut fließen zu sehen, ! rmten sie in den Logen und Gängen der Arena wie der aufregte Schlag der Wellen. Deutlich hörte man das ewig gleich lingende Ausrufen der Limonaden- und Zuckerwarenhändler Ccherzworte und vorweggenommene Urteile über den bevorstehenin Kampf flogen hin und her. Eine unerbittliche Sommerfonne jien senkrecht auf die Plaza. Der Himmel darüber war von einem flaren blassen Blau. Durch die Sporen des schwer gepanzerten Reiters, die ihm die Weichen verwundeten, fühlte sich das Pferd in eine Ecke des Zirkus fedrängt, während man schon den Stier mit dem blutroten Mantel reizte. In der sommerlichen Schönheit und Freude der Atmosphäre hörte es das mächtige Raunen und Summen der Menschenmenge und das wütende Schnauben des Stieres, der eben aufgetreten war, spürte es das Brennen der Sonne auf seinem abgehärmten Sörper und seine alten Knochen, schon zermürbt von allem Elend des Lebens, fühlten das Nahen von etwas Großem und Unheim lichem. Da begann die„ Suerte de varas", jo nennt man das Reizen tes Stieres durch den Bicador. Zusammen mit seinen Leidensrenossen fühlte das Pferd, wie man es in die Mitte der Plaza fährte. Es gehorchte wie immer, ohne nach dem Grunde zu fragen; aber feine Weichen zitterten in unerflärlicher Angst und 1nter den Schenkeln des Picadors frümmten sich die Glieder der c'ten Mähre. Plöglich wandte sich das Tier und näherte sich blind Ind unbeholfen, ohne es zu wissen, dem Stier. Geduldig, stoisch, treu und ergeben dem Menschen, genau so, wie es ein ganzes Leben lang gewesen. Der Reiter riß das Pferd herum. Der ganze Zirkus schrie auf, um den Picador anzufeuern. Der Stier war in unmittelbarer Nähe. Das Pferd spürte den Atem des rasenden Tieres, aber es vermochte nicht zu fliehen. Dicht vor sich hörte es das Keuchen des Bullen, fühlte es näher und näher fommen, gewaltig 1nd entseglich. Der Mann auf seinem Rüden neigte sich einen Argenblick zur Seite. Und schnell wie der Blitz wurden in feinem mageren Leibe die Eingeweide zerfetzt von etwas Spizem, des ihm unfagbaren Schmerz bereitete, einen Schmerz, wie ihn scibst der Todestampf nicht bringen fonnte. Wahnsinnig vor Schmerzen, versuchte es zu laufen und aus der Nähe des Stieres zu entfliehen. Berlassen von seinem Reiter, ter schnell abgesprungen war, lief es schwerfällig, mit heraushingendem Gedärme, auf der großen Plaza umher. Aus offenem Leibe stürzte strömend: Blut. Die Füße des Pferdes verwickelten sich in die schleifenden Einceweide. Endlich brach das Tier lautlos zusammen und fiel in tic blutigen Fchen seines leeren Magens das Publikum rafte in betäubendem Lärm. Noch lebte das Pferd. Der grausame Schmerz und die Todesengst ließen es frampfartig mit den Beinen schlagen. Da löfte fich die Binde vor seinen Augen, seine Bewegungen hörten auf und jezt, bevor es starb, überfah es mit brechenden Augen, für eine Sefunde nur, die in goldene Sonne getauchte Arena. In den Logen schwazten die Frauen, anmutig im Schmud ihrer Mantillen, und die Reihen ihrer Lippen schienen im Wettstreit mit der roten Pracht der Nelken in ihrem Haar. Unbestimmter Duft erfüllte die Luft und über der unruhigen Bolls menge schwebte der bunte Glanz tausend geöffneter Fächer. Noch im Sterben wandte das Pferd seine Augen zum Himmel, der sie, gefühllos lächelnd, mit seinem Lichte blendete. Es ersehnte das Ende seiner Leiden. Es flagte die Menschen nicht an, denen cs sein ganzes Leben mit seiner Pferdegeduld gedient, denen es seine Arbeit, seinen Körper und sein Leben gegeben und die es ihm Es war nur ein jetzt mit einem so schrecklichen Tode lohnten. Tier, ohne Vernunft, ohne Seele, unbekümmert durch diese ungeheure menschliche Ungerechtigkeit. Es litt physisch, das war alles; jetzt wollte es nichts als sterben nichts weiter. Die Sonne schien weiter auf die heitere glühende Plaza. Die Menge hatte die" Suerte de varas" schon vergessen und wandte die Augen nach dem Matador, der in stattlicher Haltung dem Stier gegenüberstand, in der einen Hand den Degen, in der anderen Den scharlachroten Mantel. Ein Buntillero näherte sich dem Pferde, das noch zudend lebte. In den Augen des Tieres blizte ein legtes Funfeln von Dankbarkeit auf. Gleich würde es ausgelitten haben. O Wunder, die Menschen schienen doch nicht so schlecht die Menschen. Dann wurde es dunkel. Das Pferd ließ den Kopf finfen. Der relbe Sand der Arena war rot von Blut. Und dann verschied es. Ruhig und sanft.( Autorisierte Uebersehung von Charles Cane.) „ Schlanfe Linie" und Hungerfur. Albrecht Penck. Beilage des Borwärts Zum 70. Geburtstage des Geographen am 25. September. Ein Gelehrtenleben von ungewöhnlichem Ausmaß, gleichmäßig| rungen und Führungen allmählich kennenlernt, wird mit Erstaunen reich an spezialwissenschaftlichem Ertrag und an sichtbaren, auch den inne, wie hier die musealen und rein wissenschaftlichen Aufgaben in Dr. Ludwig Feuchtwanger. nichtgelehrten zugänglichen Erfolgen, rundet sich mit dem Eintritt vorbildlicher Weise gelöst sind. Albrecht Bends in das achte Jahrzehnt. Als die Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin im Frühjahr dieses Jahres, beglückwünscht von einem Kranz persönlich anwesender internationaler Größen der geographischen Wissenschaft, ihre hundertjährige Jahresfeier begehen konnte, da erinnerte ihr Vorsitzender Albrecht Bend in beredten Worten an die Fortschritte der Erdkunde in den letzten 100 Jahren, an ihre neuen Aufgaben seit Carl Ritter und Alexander von Humboldt. Am Schluß dieser staunens werten Entwicklung steht Bend selbst. Die zwanzig Jahre an der Wiener Universität und die darauffolgenden zweiundzwanzig Jahre, die er an der größeren Berliner Alma mater gelehrt hat, sind angefüllt von einer umfassenden, im In- und Ausland anerkannten unermüdlichen spezialfachlichen Tätigkeit, von einer mit Hingebung strengen und ausgeübten Heranziehung eines ausgezeichneten sachlichen Nachwuchses, und nicht zuletzt von einer schöpferischen organisatorischen Arbeit, die in der Schaffung des Instituts und Museums für Meereskunde in Berlin gipfelt. Die intensive, rein geographisch- wissenschaftliche Arbeit Bends, seine großen epochemachenden Arbeiten über das Eiszeitalter der Alpen, seine großartigen, auf strenger Tatsachenforschung beruhenden Publikationen zur Erklärung der Gelände und Küstenformen auf genetischer Grundlage, seine unzähligen ergebnisreichen, dem äußeren Umfang nach fleineren geographischen Arbeiten, haben ausnahmslos zum Inhalt und zum Ziel, unsere Kenntnis von der Erdoberfläche nach ihrer Form und ihrer Funktion nach allen Dimensionen zu befestigen und zu erweitern. Dabei galt jederzeit sein besonderes, liebevolles Interesse den Alpen, als einem Stück Erde von besonderer Art, gleichsam von einer beseelten Innerlichkeit und als einem Teil der Erdfruste von gesteigertem Ausdruck. Die Geographie führt für Bend zu den ganz großen Zukunftsproblemen der Menschheit; zeigt sie doch, wo noch große ungenützte Räume auf der Erdoberfläche liegen, gibt sie doch Anlaß, durch intensives Busammenarbeiten aller Kulturnationen Schranken des gegenseitigen Völkerverstehens niederzulegen. Bends große spezialwissenschaftliche Beistungen können hier nicht näher erläutert werden. Die Krone seines Lebenswertes ist das schon genannte Institut und Museum für Meereskunde. Dieses Institut und seine reichen Sammlungen haben die Aufgabe, den Sinn für die nationale, namentlich auch wirtschaftliche Bedeutung der Seeintereffen zu weden und allgemein das Berständnis für die mit dem Meer zu sammenhängenden Wissenszweige zu heben. Wer seit Eröffnung dieses Museums im Jahre 1906 bis zum heutigen Tage die Entwid lung dieser glänzenden Beranschaulichung des Meeres mit seinen verzweigten Beziehungen zum menschlichen Schaffen und Wollen perfolgt hat, muß den genialen, von den tausend gewaltigen Hindernissen der letzten zehn Jahre nicht zurückschreckenden Schöpfer aller dieser Einrichtungen bewundern. Bend hat den Gedanken Ferdinand von Richthofens, seines Vorgängers auf dem Berliner Lehrstuhl, glänzend durchgeführt, und ein volkstümliches Museum gefchaffen, wie es in Berlin fein zweites gibt. Wer die naturwissenschaftlich geographischen und volswirtschaftlich- historischen Abteilungen des Museums für Meerestunde mit Verständnis in wiederholten Wande Das Rätsel der Blutbuche. Die Blutbuche ist bekanntlich eine Spielart unserer gewöhnli hen Rotbuche, der gegenüber sie sich durch den Besiz rot gefärbter Blätter auszeichnet. Das Erscheinen der Blutbuche in Europa ist ziemlich gut zu verfolgen und stellt in gewissem Sinne ein„ Naturmunder" dar, dessen sich sehr bald auch der Aberglaube bemächtigte. Die erste Blutbuche trat plötzlich und unvermittelt im Kanton Zürich am Ischel im Jahre 1169 auf; man glaubte damals, die Rotfärbung des Laubes sei auf das an ihrem Standorte vergossene Blut eines Ritters zurückzuführen. Dieser seltsame Blutbaum ist der Stammbaum aller in der Schweiz vorhandenen Blutbuchen. Am Anfang des 15. Jahrhunderts trat wiederum ganz von selbst eine Blutbuche auf, und zwar diesmal in Südtirol; und nicht viel später fand man eine Blutbuche auch in Deutschland, nämlich bei Sonderhausen in Thüringen. Von dieser Thüringer Blutbuche sind alle unsere norddeutschen Blutbuchen herzuleiten. Mindestens an diesen drei Stellen hat also ohne erkennbaren Anlaß die Rotbuche unvermittelt eine rote Spielart hervorgebracht, die sich seitdem, besonders unter Mitwirkung des Menschen, vermehrt und auch unverändert erhalten hat. Das Rätselhafte an der ganzen Erscheinung ist, daß aus einer Pflanzenart mit einem Schlage etwas ganz anderes und Neuartiges entstanden ist. Das Auftreten solcher vererblichen heiben“ nennt man in der Wissenschaft Mutationen. Da diese Mutation in einer verhältnismäßig furzen Zeit an verschiedenen Stellen erschien, fann man wohl annehmen, daß bei den Buchen eine Art Neigung dazu bestand, neue Formen zu bilden: die Rotbuche war aus unbekannten inneren Gründen in eine Mutationsperiode gekommen. Aehnliche Mutationserscheinungen tommen auch noch bei anderen Pflanzen vor. NeuSie alle find deshalb besonders wichtig, weil sie uns einen Hinweis geben, wie im Laufe der Zeit neue Arten entstehen können. Go ist, un noch ein Beispiel zu nennen, eine schöne Orchideenart, der Bienen- Ragwurz( Ophry apifera), in den letzten Jahrzehnten offenbar auch in eine lebhafte Mutationsperiode hineingeraten. Bestimmte Standorte dieser Art werden seit langem alljährlich von Botanifern besucht und genau kontrolliert, und lange mar nur eine einzige Spielart mit zweifarbigen Lippen bekannt. Fast mit einem Schlage aber geriet die Pfanze in eine Periode von Neubildungen, und von überall wurden immer andere Mutationen befamit, so daß ein Forscher schreibt:„ Man tommt zu der Ueberzeugung, daß faft ganz plötzlich diese Pflanze in eine Evolutions oder Wirtationsperiode hineingekommen ist und eine Unmenge der prachtvollsten und seltsamsten Neuschöpfungen wie aus einem Feuertopf herauswirft." In der Natur entsteht das Neue also nicht nur durch allmähliche Umbildung, durch einen langsamen Werdeprozeß, wie ihn vor allem Darwin annahm. Vielmehr kann das Neue auch plötzlich fertig vorhanden sein, und wenn es erhaltungsfähig ist es gibt natürlich auch ungünstige Mutationen, die schnell zum Untergang den Anlaß zur Entstehung einer neuen Art des Neuen führen geben. Orchestermusik ohne Musiker. " Plastische" Wiedergabe übertragener Mufit? Bei Uebertragungen von Orchestermusit litt die Wiedergabe bisher immer an dem einen Hauptübel, daß die verschiedenen Instrumente nicht genügend gesondert und harakteristisch hervortreten fonnten. Dieser Mißstand, lange gerügt von Musikfachleuten, führte schon zu manchen Bersuchen und Neuerungen, die sich aber allefamt nicht genügend bewährt haben. Nunmehr ist es aber einem Amerikaner R. G. Macpherson in Boston angeblich gelungen, eine Methode zu finden, nach der die übertragene Orchestermufit wieder auf die einzelnen Orchesterinstru mente zurückübersetzt wird und dann mit genau der gleichen Farbigfeit erfheint, wie wenn das Orchester am Ort mufizieren würde. Macpherson ging aus von dem bekannten akustischen Phänomen, daß auf einer nicht gespielten Geige die Töne mitschwingen, die auf einer anderen Geige entstehen. Bei seinen Versuchen stellte es fich heraus, daß die Instrumente nicht nur direkt auf ein daneben gespieltes Schwesterinstrument derartig reagieren, sondern daß durch den Einbau einer besonderen Membrane das gleiche Ergebnis auch bei übertragener Musik zu erreichen ist. notwendig ist. Dabei wurden alle Stadien von der Unterernährung bis zur schwersten Koft sorgfältig geprüft. Die Versuche ergaben, daß die Wirkung einer Hungerfur außerordentlich verschieden ist, je nach der physiologischen Konstitution der einzelnen Tiere. Tiere mit faltem Blut ertragen das Fasten, das einen natürlichen Borgang in ihrem Lebenslauf darstellt, ohne Schwierigkeit. Ihr Kraft verbrauch ist gering. Sie sammeln einen großen Borrat im Körper an, der dann erst nach langer Zeit wieder aufgefüllt werden muß. An sich ist ein solcher Vorrat auch bei den Tieren mit warmem Blut gegeben, aber er ist in den meisten Fällen sehr viel geringer und wird vor allen Dingen infolge des zur Erhaltung der Wärme notwendigen Kräfteverbrauchs viel schneller aufgezehrt. Aber auch hier sind die Borräte sehr verschieden groß und auch in der Art voneinander abweichend. Man hat zum Beispiel bei den Wiederfäuern beobachtet, daß sich in ihren Eingeweiden zuweilen Nahrungsvorräte anhäufen, die bis zu einem Fünftel des gesamten Körpergewichts ausmachen. Von diesen Vorräten fann natürlich in der Fastenzeit das Tier eine Zeitlang seine physiologischen Funktionen ohne allzugroße förperliche Beschwerden in Gang halten. Bei fleischfressenden Tieren bildet sich in der Regel ein mehr oder minder starfer Anfaz von Körperfett, der als Kräfterefervoir dient. Das Inftitut hat sich nun bemüht, durch eine Reihe von Versuchen die unterste Grenze festzustellen, die zur Erhaltung des Lebens nicht unterschritten werden darf. Ein Versuch an 136 Männern und 103 Frauen ergab, daß die durchschnittlich niedrigste Wärmeproduktion innerhalb 24 Stunden 925 Kalorien pro Quadratmeter Körperober- lichkeiten. fläche bei den Männern und 850 Kalorien bei den Frauen beträgt. Bie verschiedenartig diese Grenze ist, ergaben vergleichende Ber fuche mit Tieren, und zwar mit Stieren und Ratten. Bei den Stieren wurden 1300 Kalorien als unterste Grenze festgestellt, bei den Ratten dagegen nur 600. Die Versuche an den Stieren haben min ergeben, daß bei Erhaltung dieser 1300 Kalorien, also bei einer außerordentlich niedrigen Ernährungsrration die Stiere mehrere Monate hindurch ihren allgemeinen Gesundheitszustand vollkommen erhalten. Ja, daß sich ihre Kraft so wenig vermindert, daß sie später in ganz furzer Frist mit guter Fütterung diesen ihren Bustand wieder erreichen, der ihren Marktwert auf den Höchstpunkt Trog aller gegenteiligen Prophezeiungen bleibt es bei der schlanken Linie. Ihre natürliche Entstehung ist einfach auf die sportliche Betätigung zurückzuführen, und jede schlanke Linie, die auf tiese Weise erreicht ist, bedeutet infolge ihrer naturgemäßen Entstehung eine Stärkung des Körpers, eine Stählung der Gesundheit. Aber manche fchlante Linie nicht auf diesem natürlichen Bege, sondern durch Hungerfuren erworben. Diese Hungerfuren aber, diese Gewaltmethoden zur Erzielung einer blanken Linie find nach Ansicht vieler Aerzte für die Gesundheit ziemlich bedenklich. Das Carnegie Institut in Washington, das ein besonderes Laboratorium bringt. für Ernährungsfragen besitzt, hat deshalb der Frage der Hunger- Schon daraus war zu schließen, daß eine mäßige Hungerfur, turen besondere Untersuchungen gewidmet. Mit Hilfe fomplizierter die jene Mindestgrenze der Nahrungszufuhr nicht unterschreitet, auch Apparate zur Messung der einzelnen psychologiſchen Brozeſſe im im menschlichen und tierischen Körper hat man genaue Studien über die Wirkung der Hungerfuren unternommen. Man hat dabei die Wärmeentwicklung und den Energieverbrauch bei jedem einzelnen Betätigungsprozeß gemessen. Man hat Herztätigkeit, Atmung und Temperatur beobachtet und aufgezeichnet und durch eine endlose Reihe von Versuchen und Bergleichen die Wirkung solcher Hunger furen beobachtet. Ganz besondere Beachtung widmete man der Energicumwandlung, d. h. der Wärmeerzeugung, die für die Erhal tung des Lebens für viele Tiere und vor allem für den Mens hen für den menschli hen Körper feine ernste Gefahr darstellt. Durch besondere Laboratoriumsversuche hat man dieses Ergebnis noch beftätigt gefunden. Es ergab sich, daß eine beträchtliche Verminderung der täglichen Ernährung ohne jeden Schaden für die Gefund heit auf längere Zeit durchgeführt werden kann. Ja, man konnte feststellen, daß selbst eine völlige Hungerkur bet der Dauer einer Woche feine befonders schädlichen Wirkungen, vor allen Dingen feine dauernden Schädigungen des Körpers hervorrief, zumal die Gewichtsabnahme in den meisten Fällen nicht mehr als 10 Proz. betrug und später leicht wieder eingeholt werden konnte. Ein Instrument mit dieser eingebauten Membrane, ganz gleich, ob Streich oder Blasinstrument oder auch Schlagzeug, nimmt nur die Töne auf, die in der Fernübertragung von den gleichen Inftrumenten gespielt werden. Dadurch ist es möglich, Ultraphonplatten wieder in Orchestermusik zurückzuübersehen und besonders für den neuen Tonfilm ergeben sich daraus die allergrößten Zukunftsmög Nach amerikanischen Berichten sollen die Versuhe so glänzend gelungen sein, daß es nunmehr möglich ist, an jedem fleinsten Ort durch Fernübertragung ausgezeichnete Orchesterkonzerte zu veranstalten. Es ist möglich, daß zusammen mit dem neuen Tonbildfilm dadurch eine Revolution im gesamten begleitenden Musikmesen hervorgerufen wird. Die zarten Blondinen. Wenn die Herren Blondinen bevorzugen, wie der Titel des rajch berühmt gewordenen Buches von Anita Loos verkündet, so beiraten sie Brünette", wie uns ebenfalls diese amerikanische Schriftstellerin verrät. Es scheint, als ob diese Wahl zur Ehefrau ihre gute Berechtigung hätte. Ein sehr bekannter Londoner. Arzt, Dr. C. J. Thomas, hat in einem Vortrag vor einer medizinischen Gesellschaft ausgeführt, daß die Gesundheit der brünetten Frauen im allgemeinen sehr viel besser sei als die der Blondinen. Diese Tatsache will er nicht nur durch seine reichen persönlichen Erfahrungen festgestellt haben, fondern er hat auch die Gesundheitsstatistiken bei den schwe dischen und italienischen Frauen miteinander verglichen und daraus festgestellt, daß die Schwedin sehr viel weniger widerstandsfähig ist als die Italienerin. Die Blondinen werden hauptsächlich sehr viel leichter als die Brünetten von Herzkrankheiten und Rheumatis mus ergriffen. Sollten diefe Beobachtungen auf Wahrheit beruhen, bann dürfte man das Ideal der Frau in der Brüneiten suchen, die ihre Haaie blond gefärbt hat; fie befäße dann den ganzen Zauber der Blondine und die robuste Gesundheit der Brünetten! Parteinachrichten Einsendungen für diese Nubrik sind Berlin B 68, Sindeustraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Trep. rechts, zu richten. 1. cis Mitte. Die für heute, Dienstag, 19% Uhr, einberufene Sigung der Stadt und Bezirksverordneten mit den Bürgerdeputierten findet nicht im Bezirksamt, fondern im Stadthaus, Eingang Klosterstraße, Simmer 245, 2 Treppen, statt. 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, 26. Geptember, um 19 Uhr, und Freitag, 28. Geptember, um 16% Uhr, Bezirksversammlung im Rathaus, Stadtver ordnetenfizungsfaal. Einlaßtarten Eingang Spandauer Straße beim Geoffen Fischer. Tagesordnung: Beratung der Bedarfsilbersicht für 1929. 7. Kreis Charlottenburg. Sonntag, 30. September, 10 Uhr, führung durch den Potanischen Garten, Dahlem, Unter den Eichen 3-10( 50 f.). Abfahrt 9 Uhr Wilhelmplas, Autobus 20. Vorherige Anmeldung an den Obmann des Bildungsausschusses, Ahlfeld, Krumme Etr. 62 in Charlottenburg, mittels 5- B- Ratte erwünscht. Sonnabenb, 6. Ottober, 20 Uhr, im Edenpalaft, Raifer- Friedrich- Str. 24, Serbstvergnügen. Musit, Rezitationen, Gesangsvorträge, Tanz. Cintritt 75 Pf. Karten find in den Abteilungen und beim Staffierer frana Lage jun., Pofinenstr. 6, zu haben. Donnerstag, 18. Oktober, beginnt im Jugendheim Rosinenfte. 4, 20 Uhr, der diesjährige Rurfus ber Arbeiter- Bildungsschule Einführung in den Margismus". Leiter: Simon Rabenstein. Acht Abende, Hörgebühr? M. Anmeldungen eine halbe Stunde vor Beginn des Rursus im Jugendheim. Nähere Auskunft bei den Bildungsausschußmitgliedern der Abteilungen. 9. Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, 27. September, 20 Uhr, im Bittoriagarten, Wilhelmsane 114-115, Kreismitgliederversammlung. Bortrag: Die Aufgaben der Sozialbemaltatie im neuen Staat." Re. ferent Polizeipräsident Bergiebel. Mitgliebsbuchtontrolle. Mitgliedsbud legitimiert. Alle Genoffinnen und Genoffen müffen bestimmt erscheinen. 12. Areis Steglig Lantwig- Lichterfelbe. Mittwoch, 26. Ceptember, 20 Uhr, in Lehmanns Festfälen, Raiser- Wilhelm- Str. 29-31, Gründungsversammlung der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Abteilung Lantwig. Die Sportgenossen werden ersucht, an diefer Gigung teilzunehmen. 18. Kreis Weißenfee. Mittwoch, 26. September, 20 Uhr, im Birts haus Rum Pferdemarkt", Schönstraße, Kreismitglieberversammlung. Bortrag: Bericht von bem Internationalen Sozialistentongreß in Brüffel." Referentin Mathilde Burm, M. b. R. Alle Mitglieber müffen erscheinen. Heute, Dienstag, 25. September. 16. b. 19% Uhr bei Krüger, Suffitenfte, 34, Ede Cheringstraße, Mitgliederversammlung. Vortrag: Die politische Lage." Referent Georg Doberholz, Wt. b. L. Gäste willlommen. 32. t. Die Bezirksführer werden crfucht, in der Zeit vom 25. bis 29. September bet fämtlichen Mitgliedern au faffieren und umgehend beim lb. teilungstaffierer abzurechnen. Die Gruppenführer sind verpflichtet, bem Abteilungsleiter bis 26. Eeptember, fämtliche Ganossen anzugeben, die unter dem Cozialistengefes geftanben haben. Genaue Abreffen sind erforderlich. 41. Mbt. 19% Uhr bei Baber, Jüterboger Str. 7, Abteilungsversammlung. Bortrag: Die politische Lage." Referent Carl Liite, M. d. R. Außer dem ist Beschluß über einen Ausschlußantrag zu faffen. Es wird erwartet, Daß alle Genoffinnen und Genoffen erscheinen. 45. Abt. Die Bezirksführer milfen in der Abteilungsverfammlung abrechnen. 94. Abt. Neukölln. Die Bezirtstaffierer werden gebeten, bis spätestens Mittwoch, 26, September, abzurechnen. 104. Abt. Rieberschöneweibe. Besonderer Umstände wegen, findet die Funktionär ligung om Donnerstag, 27. September, 19% Uhr, im Lokal Thiele, BerLiner Str. 38, statt. Mitgliederversammlungen und Zahlabende. Morgen, Mittwoch, 26. September, 19% Uhr. 3. Abt. Gaal I des Gewerkschaftsbaufes, Engelufer 24-25, Bortrag: ohnungsfragen. Referent Architekt Siegfried Hermes. Wahl der Delegierten zum Kreisvertretertag am 28. September. Ferner Ausgabe der Ausweise an die Funktionäre. 7: Abt. In Cornis eftfälen, Gartenftr. 6, Borirag: Politische Tagesfragen." Referent Dr. Siegfried Stallmann, 8. bt. Rationalhof, Bülowstr. 37, Bortrag:„ Politische Lage." Referent Dr. Alfred Kocad). Beleuchtungskörper Messing brünleri mit 60- cmSeidenschirm M. 35.Monatsraten 9. Abt. Zahlabend und Distuffionsabend bet Faber, Stephanftr. 11. Bericht nom Bildungsturjus in Oberkicgmühle. Berichterstatterin Genoffin Rag. Wir erwarten recht regen Besuch. Restierende Beiträge werden dort ent gegengenommen. 12. Abt. 20 Uhr bei Schmidt, Wiclefftr. 17, Funktionärssung. 14. Abt. Schule Butbuffer Etr. 3, Bortrag: Unter dem Sozialistengefeg." Referent August Niemann. 15. Abt. Lotal Both, Binetaplah 7, Bortrag: Bor fünfzig Jahren." Referent Kurt Seinig, M. d. 9. 17. Abt. Lotal Schreiber, Triftstr. 63, Bortrag: Demokratie in Staat, Wirt fchaft und Partei." Referent Mar Sendemann. 18. bt. Löwenbrauerei, Hochstr. 2, Vortrag: Wirtschaftspolitische Tagesfragen." Referent Will Rogge. 19. Abt. Graue Schule, Gotenburger Str. 2, Bortrag: Die Situation in der Bartei." Referentin Marie Kunert, M. d. R. Bollzähliges Erscheinen wird erwartet. 20. bt. 19% Uhr Feierstunde zu Ehren unserer Siebzigjährigen im 2otal Wenbe, Rolonieftr. 147. Dr. Schütte spricht über uns alten Tagen der Arbeiterbewegung. Alle Genoffinnen unb Genoffen find hierzu herzlichst eingeladen. 21. Abt. Schraderhaus, Malplaquetstr. 14/16, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Emil Barth fen. 23, bt. Lokal Steinader, Geeftr. 45, Vortrag:„ Die polttische Lage." Referent Stadtrat Otto Frant. 24. Abt. Altersheim, Danziger Str. 62, Bortrag: Die Sozialdemokratie unb das Wohnungsbauprogramm der Stadt Berlin. Referent Stadtbaurat Bagner. Alle Genoffinnen und Genossen müssen erscheinen. 25. Abt. Caalbau Friedrichshain, Kleiner Saal, Am Friedrichshain, Bortrag: Die politische Lage und Genf." Referent Richard Meier. 26, Abt. Die Bezirksführer rechnen bestimmt am Mittwoch beim Genoñen Walter. Meker Str. 37, ab. 27. bt. Schönhauser Festfäle, Schönhauser Alfee 129, Bortrag: Behretat und Roalition." Referent Dr. Carl Mierendorff. Achtung! Um 18% Uhr eben. bort FunktionärЛigung. 28. Abt. Büttner, Schwedter Str. 23. Bortrag: Rultur- und Bildungsfragen." Referent Genosse Gieralewski. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird gebeten. 30. Abt. Rafino- festfäle, Bappelallee 15, Bortrag: Bolitische Tagesfragen." Referent Polizeioberft a. D. Dr. Sermann Schühinger. 31. Abt. Edulaula Schönfließet Ctr. 7, Vortrag des Genossen Rebattent Franz Kliths. 32. Abt. Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36a, Bottrag: Unter dem Goata liftengefek." Referent Adolph Soffmann, M. b. 2. Alle Genoffinnen und Genoffen sowie„ Vorwärts"-Lefer finb bazu eingeladen. 37. Abt. Bakenhofer, Landsberger Allee 24, Bortrag: Rommunalpolitik." Referent Birgermeister Dr. Ostrowski. Pünktliches. unb Dollaähliges Er scheinen wird erwartet. 38. Abt. 1914 Uhr Sigung der Bezirksführer und der Revisoren in Schmibts. Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36a, nicht bei Bartusch, Friedenftr. 88. b. rechnung fämtlicher verkaufter Marten. Jeder Tezirtsführer muß bestimmt erscheinen oder für Vertretung sorgen. 42. Abt. Bader, Jüterboger Str. 7. Bortrag:„ Gosialift und Wohlfahrtspflege." Referent Dr. Schloß. Beginn 20 Uhr. 43. Abt. Rabes Festfäle, Fichteftr. 29, Bortrag:„ Politische Lage." Referent Dr. Kurt Löwenstein, M. 5. R. 45. Aht. Schulaula Reichenberger Ede Forster Straße Bortrag:„ Wirtschafts. hemokratie." Referent Galo Roppe. 47. Abt. Nomad, Manteuffelstr. 9, Borttaa: Altersversorgung der erwerbstätigen Bevölkerung Berlins." Referent Genoffe Schmidt- Reichner. Aus sprache. Berschiedenes. Charlottenburg. 58. Abt. Lokal Saft, Straße 12 neben dem Saus Eidhar, Bortraa:„ Die Entwicklung des Arbeitsrechts." Referent Paul Jubrian. 54. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung verbunden mit einer Erinne rungsfeier in der Aula der Sindenburg- Schule, Guerideftr. 32. Rebnenr Bernhard Göring. Borführung des Preffa- Films. Mitwirkenbe: Männer chor Charlottenburg und Liedertafel. 55. Abt. 8. Gruppe: Rahlabenb 56. Abt. 20 Uhr bei Schuh, Ballfir. 19. Bortrag: Unfere Werbewoche. 20 Uhr bei Jostowied, Solgendorffitt, 20, Abteilungsversammlung. Bor trag: Die Invalidenversicherung." Referent Genoffe Sola.-57. 5. Lotal Thunad, Wielandstr. 4. Vortrag: Böllerbund und Rheinlandräumung." 9teferent Otto Bach. 58. Abt. Rantehaus, Rantefte. 4, Dorn IV Sr., Vortrag:" Matrismus." Referentin Dora Fabian. 68. Abt. Salensee. Distuffionsabend bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Schöneberg. 77. Abt. 20 Uhe bet win, Martin- Luther- Cir. 69, Bortrag: 78. Abt, 20 Uhr Unter dem Sozialistengefes." Referent Robert Breuer, bei Rofenthal. Ebersftr. 66, Vortrag: Die Rationalisierung der Industrie in wirtschaftlicher und sozialpolitischer Sinficht." Referent Otto Rista vom Dentichen Metallarbeiterverband. Wir erwarten, daß alle Mitglieder an diefer wichtigen Gigung teilnehmen. Die Bezirksführer laden befonders bazu ein. Ruz Rehfelb, Babstraße 34. Schlaf Batentmatrahen, Primissima" Metall.) simmer, echt Elche, 305, 575,-betten, Auflegematragen, Chaiselongues. 750,-, mit echtem Marmor, guten Drell Balter, Stargarberstraße achtzehn, Spe auflagen, polierte Schlafzinimer int sialgefchäft. Mahagoni, Rußbaum, Bitte Rur Rehfeld, Babftraße 34. 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Ab. rechnung. Die Mitgliedstiften bitte nicht vergessen! 119. bt. Lokal Seppe, Röberfte. 60, Gruppenversammlung. Bortrag: Bolitische Tagesfragen." Referent Gerbarb Kramer. Alle Genoffinnen und Genoffen sowie Sympathiserende und Bormärts" Sefer find eingeladen. 128./130. bt. Bantow. 1914 Uhr im Rafinojaal von Lindners Konzerthaus, Breite Str. in Bantow, Areismitgliederversammlung. Bortrag: Das Wohnungsbauproblem ber Stadt Berlin." Referent Stabirat Wukfn. Er fcheinen bringend erforderlich. " 136. Abt. Reinicenborf Dt. 20 Uhr im gofal Edhihenhaus, Residensstr. 1, Mitgliederversammlung. Bortrag: Durch Klassenlampf zur Rultur." Referent Wilhelm Landa. Abteilungsangelegenheiten. Bilicht aller Ge noffinnen und Genoffen ist es, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Frauenveranstaltungen. 3. Rreis Bebbing. Donnerstag, 27. Geptember, 19% Uhr, im Gwinemünder Gefellschaftshaus, Gminemünder Str. 42, Wilhelm- BuschAbenb Vortragenber Genosse Buggi Mud. Untostenbeitrag 30 Bf. Cine fleine Anzahl Rarten find noch vor der Veranstaltung an der Raffe au haben, 6. Reels Kreuzberg. Mittwoch, 26. September, 19% Uhr, bei Wolf, Graefeftraße, wichtige Funktionärinnenfigung. Jede Abteilung muß vertreten feiu. 13. Kreis Rempelhof. Mittwoch, 26, September, 18 Uhr, Funktionärinnen. figung bei Niendorf, Mariendorf, Chauffecftt. 19. Erscheinen aller Ge. noffinnen dringend erforderlich. Reutils. 89. bt. Achtung, Genoffinnen! Wir beteiligen uns am Mittwoch, 26. September, an ber Besichtigung der Schulfarm Scharfenberg". Treffpunkt 9 Uhr am Sohenstaufenplas. Wir fahren mit der Linie 23. Rahireldes Erfcheinen mito gewünscht. 83. Abt. Mittwoch, 26. September, Befichtigung der Soulfarm Sharfenberg". Die Genoffinnen treffen sich unt 91 Uhr Gaale, Ede Raiser Friedrich- Straße. Umsteigen Hermann. plas( nur Binle 28). Gäste willkommen. 119. st. Sichtenberg. Achtung, Genoffinnen! Der Kreisfrauen. abens findet am Mittwoch, 26. September, bei Tempel, Gudrunste, 7, statt. Biz beteiligen uns gefchloffen an biefer Beranstaltung. Jungfozialisten Groß- Berlin. Seufe, Dienstag, 19% 2hr, Gruppenkonferenz im Bund, Albrechtstr. 11. Bother, 18 Uhr, ebenbort Arbeitsausschußigung. Gruppe Ligtenberg: 20 Uhr in der Bibliothet, Weichselstr. 28, Aussprache über die Berbeatbelt, Gruppe Tempelhof- Mariendorf: Heute, Dienstag, 20 Uhr, im Jugendheim Engeum Tempelhof, Eingang Werburgstraße, Vortrag: Die Bedeutung der Schule und Familie für das Erziehungsproblem". Referen tin Anna Bartoch. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Graj- Berlin. Alle fehlenden Berichtsbogen find bis spätestens Mittwoch abend an Amanbus Briegel, R. 20, Stettiner Str. 22, einzuschicken. Bezirke, deren Bogen bis zum genannten Termin nicht in unseren Händen find, laufen Gefahr, am 1. Januar 1929 ohne Fahrpreisermäßigung zu sein. Gruppe Ballesches Tor: Mittwoch, 26. Ceptember, Helfertigung bei Alleg Lemmhöfer, Grinimftr. 27. Beginn pünktlich 20 Uhr. Es ist Pflicht jedes Helfers, bort zu erscheinen. Die Roten Falten teeffen fich um 17% Uhr im Seim zum Vortrag Kinderfreunde und Altohol" Gruppe Bohnsdorf: Die Rinber fommen wie immer von 18-20 Uhr im Seim Dahmestr. 1 zusammen, Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 95. st. Reuten. Unfer Genoffe Bau! Butom, Steinmeßite. 22, ist perftorben. Ehre feinem Andenlen! Beerdigung heute, Dienstag, 25. Septem ber, 14% Uht, auf bem Städtischen Friedhof, Mariendorfer Weg. Wir er fuchen unit rege Beteiligung. Wie fchön wäfcht fich Farbiges mit Sunlicht Seife! Sunlicht Seife ift auch die appetitlichfte Seife für Küchen-, Koch- und Eßgefchirr, Tilch, Herd und Spülftein Farbige Wälche kann nicht ohne Schaden mit fcharfen bleichenden Walchmitteln gereinigt wer den. Die reine Sunlicht Seife gibt auch den zarteften Farben neue Frische und Reinheit. Mild und leicht schäumend fchont fie Gewebe und Farben und reinigt rafch und gründlich, auch in kaltem Waller. Walchen Sie da= her alles Farbige mit der guten, [ parfamen Sunlicht Seife! 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