Morgenausgabe Nr. 4SS.„* XiM" 45.3�8«, »»»««»»W.■mt»« iMWL tei voraus|dl)[bat, Posw«»z«LZ». «inlchl. Btfttllgtlb, Ausland»« bona». mrat S.— 9L pro Monat. Cor.Sonofats* prlchel««nochenkZp» lich zweimal. Sonntoz» und Moalog» einmal, die Adendausgoben kür Aerli» und im tiandel mil dem Titel.Ter Abend". Illustrier» Beilagen.Boll und Zell- und �tinderfreuno-. Ferne» .Unterhallun» und Dillen-,.Frauen» st'mme-..Technik-,.Blick in die Buchenvelt" und.Iugend-Dorwärt»- trv Berliner Volksblatt Freiing 28. September 1.928 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. vt»» l n l p o l r l g» Bonpareillezekt« SO Psennig. Beklam» eil» i— Reich». Marl. ,. iiieine Anzeigen' da» enge» druckte Dort 23 Psennig kzulisslg zw»« ellgedruckte Warle), jede» weitere Wort ,2 Psennig. Stellengesuch» da» erst« Wort 13 Psennig, sede» weitere Wort IS Psennig, Won» über 13 Buchstabe» zählen sür zwei WoNe. Arbeitsmark» eil« 30 Psennig, Familienanzeigen sür donnenten Zeile 40 Psennig. Sänzeige»- annahm» im Houptgeschast Linden» ltras,» 3, wochentägl. oon»>/, di» 17 Uhr, Jenteatovgan der SozialdemoSvatiMen Oavtei DeuisOiandS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Henilprecheel Tön Hofs 20!— 297 tele jtamm-Hbi.; Loztalbeniokrst Berlin Vonvärts-Verlag G.m.b.H. Polticheckkonto: Berlin 37 5Se— Banktonlo: Bant der Nrdetter.«ngeftellie» vnd Beamten Wallflr. KS, Dittonio-Eelelllchaft. TeposilenkaFe Lindenstr,! Einheitsfront aller Arbeitenden f. Zum 3. AfA'Gevertschastskongreß. Von S. Aufhäuscr. Die fteigewerks chaftlichen Angestelltenverbände, di« vor zwanzig Jahren anläßlich des Kampfes um die Sozialver- ficherung für die Angestellten zum erstenmal zur Kartellie» rung ihrer Organisationen übergegangen waren, dann 1S17 die Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände(AfA) er- richteten und seit 1921 als festgefügte Spitzenorganisation den U f A- B u n d bilden, treten vom 1. bis Oktober zum drittenmal zu ihrem Gewerkschaftskongreß zusammen. Die neuere Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft, der sozial- politische Kurs in Deutschland und die Strukturveränderung des deutschen Volkes geben der diesmaligen AfA-Tagung ein besonderes Gepräge. Im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Angestellte, vor allem der Kaufmannsgehilfe, noch ein Anhängsel der liberalen Berufe. In jener Zeit, da Besitz und Bildung noch untrennbar verbunden waren, wurde die Bezahlung des Angestellten noch nicht als Lohn im Sinne des Arbeitslohnes empfunden, sondern als ein Mittel zur Errichtung der späteren bürgerlichen Selbständigkeit. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Entwicklung Zum Großbetrieb die Angestelltentätiqkeit in wachsendem Maße zum Lkbensberuf gestaltet, bis schließlich die Erkenntnis reifte, bsß geistige Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem Lohnarbeit ist. Entsprechend dieser zunehmenden sozialen Erkenntnis der Angestellten und mit der fortschreiten- d?n Zusammenballung des Kapitals verläuft bei den Ange- stslltcü die Linie vom Individualismus zum Aollektivismus. Während zunächst der einzelne Kaufmannsgehilfe in Be- Ziehung zum einzelnen Prinzipal stand, dann die Ange- stellten organisation mit dem einzelnen Arbeitgeber verhandelt, stehen heute zur Wahrung der Angestellten- und der Arbeitgeberinteressen Organisation gegen Organisation. In der dem 3. AfA-Gewerkschaftskongreß voraufgegange- Ren Berichtsperiode von 192S bis 1928 hat sich die plan- mäßige Durchorganisierung der kavitalistischen Betriebe in der Warenerzeugung wie in der Warenverteilung deutlich sichtbar vollzogen. Sie war begleitet von der technischen Rationalisierung. Gegenüber den zusammengefaßten Wirtschaftsmächten, dei Kartellen, Trusts und Konzernen, hat auch für den Angestellten die gewerkschaftliche Organisation eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Dieselben kapiralistischen Machthaber, die noch vor wenigen Iahren das freie Spiel der Kräfte gegenüber jeder wirtschaftlichen Bildung vertreten hatten, find heute die Herolde der gebundenen Wirtschaft, ober nicht des Staatsmonopols, sondern des Privatmonopols. Die Gewerkschaften stellen sich der Kartellentwicklung nicht in den Weg. sie fordern vielmehr die Mitbestimmung der Arbeitnehmer und die Einflußnahme des Staates auf die Preisgestaltung. Die Einsichtnabme in die Monopolverwal- tung bedeutet indes noch keine ökonomische Machtsteigerung der Angestellten und Arbeiter. Darum wird auch vom AfA- Kongreß der Ruf nach Organisierung von neuem ertönen, denn die Kartelldiktatur bedingt erst recht eine verstärkte or- ganisatorische Kraftentfaltung der vereinigten Gewerkschaften. Der organisierte Kapitalismus kennt bei dem geistigen Arbeiter wie bei dem Handarbeiter, nur die ökonomische Funktion. Bei der Spezialisierung und Arbeitsteilung auch der qualifizierten Arbeit wird das Einzelschicksal des Ange- stellten zum Massenlchicksal seiner Klasse. Auch für den An- gestellten hat das Wort.Jeder ist seines Glückes Schmied' an Bedeutung verloren. Ihm kann nur noch die Koalition aller Bsrufsgenossen. die Gewerkschaften, helfen. Der Kon- greß wird feststellen können, daß die freien Gewerkschaften mit stärkster Unterstützung durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktlon sowohl bei der Arbeitslosenversicherung, als auch im Arbeitsgerichtsgesetz die hier notwendige Aner- kennung des Kollektivismus in der Sozialgesetzgebung seit dem Münchener AfA-Kongreß nach harten Kämpfen durch- gesetzt haben. Der Hamburger Kongreß wird die weitere Ge- staltung des Kollektivgedankens im Tarifvertraysgesetz, im Schlichtungswesen, im Arbeitsvertragsgesetz und im Arbeits- schutzgesetz aufzuzeigen haben. Im Mittelpunkt der Hamburger Verhandlungen aber dürfte die Erforschung der gewaltigen Veränderungen stehen, die sich in der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung in den letzten Iahren vollzogen haben. Die Mechanisierung der geistigen Arbeit und die Vergeistigung der Handarbeit haben zu einer großen Umschichtunq der Arbeiterklasie ge- führt. Ein Vergleich der Zahl der Angestellten zu der Zahl der Arbeiter zeigt ein gewaltiges Anwachsen der Angestellten- berufe m Handel und Industrie. Das Gewicht der Ange- stellten innerhalb der Arbeiterklasie. damit allerdinas auch ihre gewerkschaftliche Pflicht, haben sich außerordentlich ver- stärkt. Andererseits muß diese Entwicklung auch den Ar- beitervrganisationen Deranlasiung geben, die gewerkschaft- England entschuldigt sich. Weil es die Räumung nicht durchgesetzt hat. Laad Ott. 27. September. Der diplomatische Berichterstatter des„Daily Telegraph' schreibt, es sei kein Geheimnis, daß Großbritannien die Bedingungen des Artikels 431 des versailler Vertrages als erfüllt betrachte. Aber von Frankreich und Belgien werde eine andere Ansicht ver- treten. Infolge dieser Meinungsverschiedenheiten unten den Alliierten bleibe, so sehr die» auch wegen des Lacarno. und kcllogg-paktes in manchen Kreisen bedauert werde, ein großer Teil des Rhein- lande» beseht. Die Tatsache, daß Großbritannien seinen Standpunkt nicht durchgesehl habe, sei bedauerlich, aber dies bedeute keinen verlrauensbruch von seiner Seite. Oementi der&istenien» Millionen Angestellte, die es in Deutschland gibt, müssen über die AfA-Ver- bände und ihre Spitzenorganisationen mit in die breite Front aller Arbeitnehmer eingereiht werden, um so die gesamte or- liche Anaestelltenbewegung mit aller Kraft zu fördern und zu unterstützen. In diesem Zusammenhang gewhmt die Ei nheits- fr oat, wie sie erfreulicherweise organisatorisch heute in ganisterte Der erfo stelltenbewegung._.>> selbständige, auf dem Boden der freien Gewerkschaften stehende Angestelltenbewegung notwendig ist. um die Soli- darität der Kopf- und Handarbeiter verwirtlichen zu können. Die Erfahrungen in Rußland haben gezeigt, daß dort Ar- heiter und Ingenieure nur höchste» Mißtrauen gegeneinander empfinden. Der Fabritspionageprozeß hat ergeben, daß dort das Mißtrauen der Arbeiter zu den Angestellten geradezu als Staatsnotwendigkeit propagiert wird. Für die deutsche Arbeiterklasse ist die Einheitsfront aller Arbei- t e n d e n zur großen Organisationsaufgabe geworden, die nicht durch die Saat des Mißtrauens, sondern nur durch wachsendesaegenseitigesVertrauenderAr- beiter und Angestellten gelöst werden kann. In diesem Sinne hat vor wenigen Wochen der ADGB-Kongreß in Hamburg den AfA-Bund und den ADB. als feine Der- bllndeten begrüßt. Der AfA-Bund wird wiederum In Hamburg dieses Vertrauen mit der Willenskundgebung zu weiterer inniger und entschlossener Gemeinschaftsarbeit der drei Bückde der Arbeiter, Angestellten und Beamten beant- warten. fdje Grundstück mit großem Garten und zwei Morgen, die Kütten- mirllersche Besitzung mit etwa 24 Dtorgen, vor einigen� Wochen siinf Morgen Land vom Rummlerschen Grundstück, dessen Inhaber durch die indirekten Mahnahmen der gräflichen Verwaltung ge» zwungen sein wird, auch die Gebäude der Verwaltung zu verkaufen. In der Gemeinde Lipschou erwarb die Herrschast die Kobelt» sche Besttzung mit 26 Morgen, das Ackerland wurde aufgeforstet, eiue Reststcll« mit 14 Morgen„als Siedlung" durch die Landbank weite rverkauft. 3m benachbarten Orte Z e i s« u erwarb die Herrschaft die Häuslerstelle eines Besitzers Sigismund mit 46 Morgen Land, das Land behielt der Latisundienbesitzer, es wurde zum großen Teil aufgeforstet, das Haus„ohne Land" wur�e weiterverkauft. Im Orte Schon darf erwarb der gräflich« Grohgrui.d- besitz« und Großindustrielle das Grundstück des Schornsteinfeger. Meisters Hcssmann mit zwei Morgen Land, ei» halber Morgen wurde für 50 Pf. pro Quadratmeter als Baustelle weiterverlauft. Zn der Kolonie Hastnau, 70 Einwohner, ist e!n?r Reihe von Kleinpächkern das Pachtlaad zum 1. Oktober 1326 gekündigt worden, es soll aufgesorstet werden. Der Wildschaden ist bei dem hohen Bestände von Nieder, und Hochwild für die kleinen Besitzer und Pächter ein außerordentlich hoher, sie getrauen sich aber wie die Bewohner aller von der Grund- hmschnft umllcmmerten Dörfer nicht, irgendetwas gegen solch« skandalösen Zustände zu sagen oder zu unternehmen da sie wirt- sthasttich ruiniert werden, wenn sie nur aufmucken. Mit welchen Methoden macht die rücksichtslos vorgehend« gräfliche Verwaltung Grundstücke an sie verkaufsreif? Ein Beispiel: An das Besitztum einer Frau Fiebig in Prinzdorf wird durch Aufforstung früher londwirtschaftlich genutzter Flächen der Wald soweit herangeführt, daß es von Iah? zu Jahr durch die wachsenden Schonungen mehr«ingekesselt wird und an Ertrogsw«: verliert. Allgemein werden die Landarbeiter, Forstorbeiter, Landwirte und besonders die ärmeren nicht von der Verwaltung beschäftigten Leute der Oueistaldörf« im Zaum gehalten durch Zubilligung oder Nichtgewährung von Waldstreu, Feuerholz. Pilz- oder Beerentanen. Doch das wichtigst«: Die gräfliche Verwaltung hatte es seinerzeit oerstanden, die Lieferung von elektrischem Strom durch die Provinz an die Ort« zu hintertr«iben.(25:.v«ndigk«U«in« Preiserhöhung in beiden Syndikaten geteilter Meinung. Di« Preiserhöhungsaniräg« find auch nyr mit ge- ringle Maforität angenommen worden. Gegen die Anträge stimmte die Gruppe der Arbeitnehmer. Gleiwitz, 27. September. Anläßlich des B-fuckes des Reich- innen minister? Severing fand am Donnerstag nachmittag im Haus Oberschlesien in Gleitviy ein Empfang statt, bei dem nach Ansprachen des Oberpräfidenten Dr. Proste, des Oberbürgermeisters Dr. G o i s l e r- Gleiwitz und des Lairdtogsabgeordneten R o iv a k- Gleiwitz, die die Wünsch? Oberschiesiens übermittelten, auch der. 5i e i ch s i n n e n m i n> st e r das Wort ergriff. Der Minister nersicherte, daß er trotz der Ressortkämpf« und der Auswüchse des Reffortpartikulorismus dafür Sorge tragen mürdo, daß Oberschlesiens Wünsche on den zuständigen Stellen eingehend geprüft werden. Was die oberfchlssifchen Wünsche, die ihn selbst als Ressortminister beträfen, anginge, so betonte er, daß er nach den Eindrücken, die er auf der Besichtigungsfahrt empfangen habe, eigent- lich manchmal zweifeln möchte, ob wir Deutsche das Recht hätten, uns«ine Kulwrnation zu nennen: an manchen Orten fehlten heule noch Wasserleitung und Kanalisation. Der Innenminister kündigte dann unter lebhaftem Beifall e i n neues Notprogramm für Oberschlesien an. das sich vor allem Wohnungsbau. Volkshygiene und Besse« rung des Volk-sbiidungswesens zum Ziel fetzen würde. Er sei gewissermaßen, wie er weiter aussührte. der Reichsgesund« hellsminister, der nicht zusehen könne, wie die Bevölkerung hygie- nisch und sitilick zugrunde gehe: als Reichskultusministcr mit beschränkter Hastung müsse er aber auch bei den kulturellen Verhält- iiisjen mach dem Rechten sehen, insbesondere in den Grenzbezirken. Es fei fein Bestreben, nicht nur die Verfasiung nach ihrem Buch« staben, sondern vor ollem nach ihrem Geist und Sinn zur Geltung zu bringen, das heißt vor allem ein Menschenwürdiges Dasein vr schaffen. Bei der Grcn.zsicherung gelt« es vor allen Dingen, die lebendigerr Waffen, die Menschen, zu sichern. Zum Schluß wies der Minister darauf hin, daß er nicht persönlich, sondern im Interesse der Stab!» lisierung der Regierungsoerhällnisse die Sehnsucht hätte, sein Amt länger zu führen, damit er, wenn er nach drei bis vi« Jahren wieder nach Oberschlesien komme, sich von der oberschlesischen Bevölkerung bezeugen lassen könnte, daß er heute nicht nur Worte gesagt, sonder« auch den Worten habe Taten folgen lassen. Thalmanns Ende. „Dongs Woche noch die große Kanone.. Ernst Thälmann, von seinen Freunden Teddy genannt, hat sich lange gehalten, nachdem er nach dem Sturz der Ruch-Fischer-Zentrale auf Moskaus Befehl zum Partei- Häuptling erhoben wurde.„Vorige Woche war ich in Mos- kau noch die große Kanons, der deutsche Arbeiter- führer— und nun soll ich erledigt werden"— so winselte er. als er feine Hehlerschaft im Hamburger Korruptions- skandal der Zentrale eingestand. Der deutsche Arbeiter- lührer— daß Gott erbarm! Aber Teddy Thälmann hat sich so gefühlt— bei oller Beschränktheit gehörte er zu den ganz wenigen, die den Moskauer Zauber, den die KPD.- Funktionäre aifführen, ehrlich glaubten. Gerade ihn brauchte man darum als„den Mann aus der Masse", als den„einfachen Arbeiter". Seine Unbeschwertheit von Fähig- koiten war seine Empfehlung für Moskau. Teddy Thälmann als der deutsche Arbeiterführer auf Befehl Moskaus— das zeigt, welche Vorstellungen man sich in Moskau von deutschen Arbeitern macht. Er wäre heute noch„die große Kanone", wenn nicht die linkskommunistische Opposition die Decke von dem Hambur» ger Skandal gezogen hätte. Es ist ein stinkender Sumpf, der sich da offenbart. Hamburg gilt als der„revoluiionäre Vorort" der KPD., als die Keimzelle der Revolution, wo die Proleten bereit sind, mit dem Gewehr in der Hand auf den Barrikaden ihr Leben für die deutsche Sowjetrepublik in die Schanze zu schlagen, Teddy Thälmann als der Typ der revolluionären Hamburger Proleten. Das ist die Legende. Die Wirklichkeit glänzt nicht im Lichte kommunistischer Heldenromantik, sie st i n k t. Die Wirklichkeit heißt W i t t o r f. der politische Leiter des Bezirks Wasserkante, Vorsitzender der KPD.-Fraktion der Hamburger Bürgerschaft, Mitglied des Zentralkomitees der KPD. Sie heißt Unter- schlagung, Saufgelage. Weiber, Rennwetten, Spielklubs— wobei Thälmann mittat. Dos Gegenstück zu diesen Erbarm- lichkeiten war die besondere Nuance der Hamburger kommu- nistischen Politik. Wundert man sich noch, daß Hamburger Notfrontkämpfer mjt Messern und Schlagringen über die Ge- werkschaftsjugend herfielen? Wo die Führung der Moral des Gesindels huldigt, müssen auch die Geführten in die Methoden des Gesindels verfallen. Das sind nun die Führer von Moskaus Gnaden! Die Verleugnung der eigenen Gesinnung in Verbindung mit der Psychologie' der Berufsrevolutionäre ohne Revolution, die Max Hölz in schönster Raivilät enthüllt hat. muß zur Ver- lumpung führen. Sie nehmen alle ein verdientes politisches Ende— Teddy Thälmann aber versinkt im Sumpf. Man wird ihn nicht wiedersehen. Vielleicht wird er als Nach- folger Brandlers, den man als feinen Nachfolger nennt, Paßkontrolleur bei den russischen Staatsbahnen, vielleicht auch Aufseher im Transportgewerbe in Moskau, wenn ihn fein Freund Stalin nicht noch höher avancieren läßt. Aber— nicht die Zentrale der KPD., sondern die Exe- kutive in Moskau wird ihn erledigen. So sehr sind die so- genannten kommunistischen Führer in Deutschland willen- lose Knechte, daß sie nicht einmal auf eigene Derant- wortung für Sauberkeit in der eigenen Partei sorgen und einen stinkenden„Saustall" ausmisten können. Moskau hat sie gemacht. Moskau erledigt sie, Moskau ernennt den nächsten. Den Nächsten! Wie wird er heißen, wie wird e r enden? Thüringer Dauerkrise. Bedenkzeit für den nächsten Mann. Weimar. 27. September.(Eigenbericht.) Der vom Präsidenten des Thüringischen Landtags mit der Regwrungsbildung beauftragte Nolksparteil« Bauer will vor der Annahme dieser Funktion.zunächst mit seinen Freunden und den Parteien der früheren Regierung Rücksprach« nehmen. Er bat sich deshalb bis zum 1. Ottober Ledenlzeit ausgebeten. Der Präsident des Landtags hat dem entsprochen. Aus dsm Reichsrai. (Zinfuhrbefchränkung für arnerikon'-fche Futtergersie. Du Reichsrat hat gestern mit Mehrbett»ine Verordnung bs» irefls Einfuhrbeschränkung für amerikanisch« Gerste angenowwen Im Lauf« de» September ist von Am«ika über Bremen und andere Häfen Futterg«st« eingeführt r»o-rd«n, die bei der Berfütterung on Schwein« gesundheit- liche Schäden herbeigeführt hat. Di« Verbrauch«kreise haben sich mit den Importeuren in Verbindung gesetzt die ihrerseits mit den amerikanischen Lieferanten Fühlung genommen haben in der Absicht, daß weiter« Berschissungen vorläufig»ingestellt werden sollten. Do die» zu keinem Ergebnis geführt hat» sind londmiri» fchaflliche und auch ander« Kreise on die Reg!«ung herangetreten! mit der Bitte, Maßnahmen zur Berhütung weiter« Schäden zu treffen. Es sind noch große Mengen dies« Eerst« unterwegs, so daß sich die Notwendigleit ergab, sofort zu handeln. Deshalb soll durch die Lerordnur.z die Reichsregierung ermächtigt werden, zu bestimmen. daß Gerste aus den Dereinigten Staaten von Rordamerl'a nur dann eingeführt werden darf, wenn sich b«! einer aus Koste» des Einführers orrgenommenen Untersuchung die Unschädlichkeit ergeben hat. Ausgenommen sind nur die vier Staaten Texas, Kansas. Oklahoma und Ontorio, weil sich die Unschädlichkeit der aus diese» Staaten eingeführten Gerste ergeben Hot. Es handelt sich um kein Verbot, sondern nur um eine Einfuhrbeschränlung. und der Reichs- rezierung wird frei« Hand gelassen. Di« Verordnung soll gellen bis zum 15. Rcmember d. I. Die Rcichsrezierung lann den Termin darüber hinaus verlängern und die Einfuhrbeschränkung eventuell auch schon vorher außer Kraft setzen, wenn sich keine weiteren Be- austcinduvgen ergeben. Die Mehrheit der Reichsratsausfchüssc hat die Verordnung gebilligt und noch Stettin als Unterfuchuttgshofen hinzugefügt. Die Vollversammlung entschied in demselben Sinne. Der Kriegsanleihe-Skandal. Wie hoch ist der Schaden des Meiches? Vor vi« Wochen war der Kriegsanleihebstrug noch ein„Falk S t i n n e s". Dies ist er heut« längst nicht mehr, vielmehr hat sich diese Beirugkassiire durch die erwiesen« TeUmrhme kapital- kräftig« Gruppen in Wien, Paris, Brüssel und Amsterdam zu einem Skandal ausgewachsen, der in der Geschichte der interna» tionalen F i n o nz s k o n d a l« einzig doftek-t. Je mehr sich die Fäden bei der intensiv betriebenen Untersuchung entwirren, um so deutlicher wird, mit welchem Zielbewußtsein und welcher Ge- rissenheit sich hier deutsch« und ausländisch« Kapitalisten zur Schädigung des Reiches in die Hönde spielten. Es ist osrständlich, daß sich bei dem Umfang dieser Betrügereien der deutschen Leflenllichkeit und befand« s der breiten Schichten der Inflationsgeschädigten«in« tiesgehend« Erregung be- mächtigt hat. Dief« Erregung wird noch durch Wertriebene Gerüchte üb« die Verluste des Reiches««tieft, die von« nigen Stellen mit über 500 Millionen Mark angegeben w«d«n. Hierzu ist zu sagen, daß die Berlust«, die das Reich bei einem Gelingen der Betrügereien erlitten hätte, mit etwa 300 Millwven zu beziffern sind. Noch aber hat das Reich dies« Ver- luste gllicklicherweise nicht« r l i t t e n, da die falsch angemeldeten Aufwerwngsbcträge der Kriegsanleihe noch nicht ausgezahlt wurden. Es ist im Gegenteil zu hoffen, daß im weiteren Derlauf der Untersuchung so weit Licht in diese dunkle Angelegenheit gebracht wird, daß den Hauptschuldigen ihr« Betrügereien nachgewiesen und somit der künftige Schoden des Reiches o»f ei» denkbar ge» ringe» Maß beschränkt wird. Noch sind wir allerdings nicht so weit, denn einige der am stärksten beteiligten ausländischen Betrugszentralen sind für die deutschen Untersuchung zsiehörden nicht greifbar. Immerhin hoben die bisherigen Unterfuchunzsergebnisse schon 70 Millionen be! Hugo Stinnes, 44 Millionen bei Bela Groß, 25 Millionen in Paris, 45 Millionen in Belgien und IS Millionen an Falschmeldungen in Holland zutage gefördert. Protest gegen das Hamburger Llrieil. Gegen den Frcispruch völkischer Totschläger. Hamburg, 27. September(Eigenbericht). Am Donnerstag wurde von dem Hamburger Schwurgericht der de« Morde» on dem Reichsbannermann Heidorn angeklagte Ajährig« Nationalsozialist Gerhold freigesprochen. Der Angeklagte wurde lediglich wegen unerlaubten Waffcntragens zu einem Jahr Gefängnis oerurteilt. Der Gauvorstand de» Reichsbanners Schworz-Rot-Gold Ham- bürg. Bremen, Nord-Hannooer erläßt zu diesem Urteil folgende Kundgebung:„Der Vorstand hat mit E m p ö r u ng von dem Urteil eines Hamburg« Gerichtes Kenntnis genommen, das«inen völ- kifchen Totschlag« in Schutz nimmt und ein schmählich beendetes, blühendes Menschenleben ungesühnt läßt. Mit ernstester Sorge für das Ausammenleben des deutschen Volkes muß eine Rechtsprechung betrachtet werden, die die Ausflüchte von Raufbolden und Schieß- holden akzeptiert und die Kämpfer für Verfaffimg und Recht schutzlos den Ausschreitunyen moralifch und politisch verwilderter Elemente preisgibt." Der Hauptousfchuh des Preußischen Landtags hielt am Donners- tag feine erst« Sitzung nach den Sommerferien ab. Zunächst wurde der Geschäftebericht der preußischen Elektrizitätsaktiengesellschast für 1927 ohne Aussprache durch Kenntnisnahme erledigt. Sodann o«- bandelte man über eine Vorlage über die Bereitstellung weiterer Staatsmittel zur Wiederinstandsetzung und Verbesserung staatlicher Hasenanlagen. Di« Vorlage wurde angenommen. Das Plenum wird sie in feiner ersten Sitzung am 2. Oktober beschäftigen. Die deutsche Delegation mit Staatssekretär Dr. von Schubert an d« Spitz» ist von Gens nach Berlin zurückgefahren. Thälmanns Glück und Ende. - WÄH LT Probleme der preußischen Justiz. Eine Aussprache beim Lustizmimster. Huf C!nladimg bef preußischen Justizministers Dr. Schmidt fand am Mittwoch nachmittag im Justizministerium eine Pressekonferenz statt, bei der aktuelle Probleme der preußischen Justiz erörtert wurden. Der Justizminister ging einleitend auf das Problem der Justizreform ein. Den Teilnehmern an der Konferenz wurde ein Buch„Der Strafvollzug in Preußen' überreicht, in dem auf Veranlassung des preußischen Justizministeriums zahlreiche Juristen und Wissenschaftler zu. dem Problem der Strasresorm urch des Straf- Vollzuges Stellung nehmen, überreicht wurde. Der Minister betonte. daß für die weitere Ausbildung des Strafvollzugsbeamten eine Aus» und Fortbildungsanstalt geschaffen werden soll, die höchstwahrschein. lich in Spandau errichtet wird, wo für diese Zwecke bereits Terrain und Gebäude zur Verfügung stehen. Auch in den Gefängnissen sollen für die Gefangenen nach Möglichkeit Erleichterungen geschaffen werden, so wird beispielsweise durch einen Erlaß vom ö. September die Zeitungszensur in den Gesängnissen weit- herziger gchandhabt. Ferner wurde an chand von Zahlen die Auswirkung der R e i ch s a m n« st i e auf die preußische Justiz bekanntgegeben. Danach sind bis 1. September 1112 Strafen niederge- schlagen und 1.»......»«a 1,18 Prima Oafrlarflalach Suppenfleisch r««.a 0.65 Rinderkamm u. Brust... rw.a 0.70 Rinderherzen rta.o.60 Kuh.iutar 0.28 gut "OCdcniaitna. kodienu, 0 Fiund löHU Linsen Linsen E�,leund 48 r». 26pf. Grüne Erbsen pta 30 rt Gelbe Erbsen pol 30pt Wei�e Bohnen m. 32?'. Lang- Bohnen rti 38 Pt Viktoria-Erbsen Vikforia-Erbsen neue Brnle, Piund 30 Pf. Hühner-Bouillon. Würfel ,0««"*»«•»"* „o.ympu- 50 Pt. 95 Pt. 2.25 Suppenpulver nach böhmladi. Art: Schoten mit Kalb-.__ fltlsch, ISger, HUbner, Leber, CindOelsch, I Pias 25 Teller 1>95 tfCcnfieufCf» Olympia-Kakao na. Im MildikarameIl.i/,rM45pi. Sandgebäck piund 95 pt. Keks-Mischung„45pi. Vollmilch. Schokolade 75pl Tee-Mlsch Ceylon China Indien Ceylon N •/. Fluad 2 m 1.85 1.70 1.55 1.25 Chat u. ffentu*« Kochbirnen 8p!2nd IOpl Kaiserkronen pta. 20 pi. Graubirnen piund 22 pt Ramburäpfel Pfd. 22 pi. Tiroler Tafeläpfel 25pl Kranzfeigen pfümt 32 pi. Goldtrauben pm. 35 pl Tomaten Pfund 8 d. 12pt. Blaue Pflaumen 5 Pinto 95 rt Kürbis.... Pfund 8 pi. Möhren gew. 2 pul 15pi. Rof- u. Weihkohl 8pi. Wirsingkohl ml. rti 9pl Schmorgurken Pia 9pl Blumenkohl Koptr. IOpl Rosenkohl ptund 35 pl Kartoffeln 10«t32,42pt MautJtcrvpgfcn Feitbüddinge 35u.40pi. Makrelen Pfund 40 PL Schellfische ptund 40 Pt Bücklinge K'cptund 45 pl Seeaal....Ptund 90 pl Spickaale,. Pfd.,.. Bund 35 PL vonZ.55 Lachs ln pfurid'von 1.85 an OCaff «« Mach gebrannt, eigene Rüslerel Konsum Misch. Pfd. 2.40 Haushall-Misch.„ 2.60 Sonder-Mlsch. t ta Z.00 OIympia-Mi$ch.pit3.40 QIobus-Misch. pfa 3.80 Residenz-Misch... 4.20 $«»-£** Zitronen. Gärungsgetränk Verkauf: Drosen- Abteilung Ausschank hi den Erfrisch ungsrfttnneB (/ßursttvaftsn Zigarren-Abfeilung Nr. 120 nn sortiert Sumatra, leicht und engenehm, Klate M SfUck S.70. StUck Globus Nr. IS Sumatra- Deckblatt. feine Qual.. Kiste 50 StUck 7 AS, StUck Gladiator . leine Spcztatmartc. r\fS 12?». 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Edamer voiifett, Pfd. 1.15 Holländer"'"ptund 85 Pt Holländer 1.15 Briekäse voiuett, pu. 1.10 Schweizer ft�ld. 98 Pt. Sdiwelzer�i�J;i.40m Margarine pkl 52, 56 PL Kokosfett Pfd.-Tatel 62 PL Speisetalg 52 pl T afelbulterpid.2.04,2. 1 0 Dänische Buller pfd.2.24 '» L>OS« Gemüse- Erbsen 65 pl Junge Erbsen 95pl Jg. Erbsen sehr fem 1.50 Leipziger Allerlei 85 et Gemischt.Gemüse, ,, mlttelfcln I.I2 Karotten ge«hnltfen 42 PL Jg. Karotten 95 pl 'schniiit lohnen I 75 pl Sellerie in Scheiben 1.10 Hering in Gelee Konritüra, V, Elmar Vierfruchf 82 pi. Pflaumen 95 pl Aprikosen 1.10 Johannisb., Orange 1.15 Erdb. 1.25 Kirsch US v> Dos« Apfelmus' ,0.35?'. 62?'. Sühe Kirschen..1.05 Mirabellen..... 1.15 Erdbeeren... 1.45 Delikalehgurken,.. PM J 4 kg-D, 3.50 Olsardmen ,, portugiesische 35, 45, /O PL Brat- u. Bismarck- tLh.M« hering, Rollmops op :0J PL yiscfce Grüne Heringe->»« otoudie 5"■»«« 0.58 Schellfische«weigr«»...... pm-r 0.28 Qoldbars«hacKopf........ nudO.SS Seelachs»w.« iupi.«»»,« rueb«. Pfund 0.40 Kabeljau»«>»»«<»?«, i-uc puciw. Pfand 0.40 Spfegelkarpfen lebend, Pfand«m 1.1s•> Lebende Schleie... rmndi.ao 1.40 Seilü{et Ua(tßitd Junge Gänse....... Pfa«»»»■ 0.98«■ Suppenhühner®*9®" Junge Tauben.....»«»dt««» 0.68— Junge ßnten....... piund». 1.15» Hirsch-Koch Heisch.......... 0.48 Hirschblätter........... rmnd 0.85 Hirschrüchen...... Pfand«an 1.05•> Hirsch heulen...... Pfand«» 1.35« »dd-».- Preis« tOr V, Plntchn Watn ohn« cfas Roter Johannisb.- u. Stachelbeerwein) A A »J«rw Poetko's Apfelsaft«Ikoholtrcl. Mfurreln/ 1927 Gleiszeller Kirchberg Hott, nach wem) M Domaine St. Coloma leiner span. Rotwda./ I Pf, 15 140 Gold-Malaga I«tnavo. kriiig...... 1927 Traisener Rotenfels irisdi.bium.Nah«. 1927 Hilleler Gipfel sumger itachmosei.. 1 924 Chät. ReignOC«onsaltlgrr Bordeaux 1 926 Oppenheimer Saar blumig, bebiich. 1926 Brauneberger Falkenberg »ehr pikanter Mosel Douro-Porfweln, Reserve" Fruchlschaumweln öl'-nd n.sch. 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Fragen Sie Ihren Arzt Hat dieser dai\n muß es in Ihrem Interesse liegen, sich meine tragen..1 Todesursache werden. muß und den Tod zur eine Bandage verordnet dann n................... I---......... äußerst bequeme, unverwüstliche Spezlal-Bandage anfertigen zu lassen. Durch Tag- und Nachttragen meiner Bandagen haben sieb nachweislich Bruch- leidende selbst geheilt bin wieder In meinem 66. Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Landwirt Fr. St schreibt u. a.:.Ich sehe mich genötigt, Ihnen nach 2 Jahren Tfaikv/'s Qusgvzzidin vhzs Putz- und ScheuormifteJ? 4- Ihr Bruch+ Sl; Werkmstr. A. B. schreibt n. a.:.mein schwerer Leistenbruch Ist geheilt Ich und glücklicher Mensch I- M genötigt, ihnen nach 2 Jaht wurde Ich ganz belrelt von meinem Neu-Eröfffnung Schöneberg, Hauptstraße 158 1 ,. Damon-una** Herren- Garderobe fertig und noch Mas Niedriqste h Mass. Preise' ! firoecFrankfarlcr 5fr. 3 Kein Laden. Nur IL Etage. meinen Innigen Dank auszusprechen Leiden.* Bandegen«oa IS Mk. an. 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Wir waren nicht allzu viele, und der hübsche Dampfer.Feenlob" mit einem Fassungsvaum von über 300 Passagieren hatte mertlich« Lücken aufzuweisen. Der Seeweg.Berlin— Stettin ist ja schließlich auch nur für Menschen, bie über genügend Zeit und Seelenruhe verfügen. Nun fehlt es dem an dem einen, dem an dem anderen und den meisten an allem beiden. Abfahrt von der Charlottenburger Brücke. Um acht Uhr morgens sticht unser Dampfer in See, die hier und auch noch lange nachher allerfriedlichstes Kanälchen blieb. Mit liebenswürdigem Lächeln nahm uns der Regisseur dieser Gesell- Schlepp zag aaf dem Oroß- Schiffahrtsweg. schaftsfahrt in Empfang und bugsierte uns nach dem sonnen. kestrahllen Vorderdeck, das, nnt bequemen Liegestühlen versehen, .zur Liegehalle eingerichtet war. Wer Glück hatte, sicherte sich also rasch«in Plätzchen an der Sonne, und es ging los. Eine ganze lange Zeit gab uns die Großstadt noch dos Geleite. Durch den Westhafen ging's mit seinen Ries«nspeiä>ern und .Krönen. mä6>tige Fabrikschlote.säumten die User, Schleppkähne in endlos langen Prozessionen kreuzten unseren Weg. Durch Plötzensce und die erste Schleuse— wir hatten im Verlauf der Reise noch eine recht stattliche An.zahl von Schleusen zu passieren—, Saat» winkel, der Kuratoriumsort, Tegelort mit hübschen Wochen- endhäuschen und Kasfcegärten, vorbei an den mächtigen Kabel- werken von Siemens-Schuckert, dem neuen Wasserwert am Tegeler See mit den großen, unausgesetzt arbeitenden Vagqer- maschinen. Damit hatte ober dann auch die Fabrikszenerie ihr Ende erreicht, die letzten Ausläufer der Großstadt verschwanden, und ein« liebliche, friedliche Landschaft nahm uns auf. Wald, Wiese weidendes Rmd und schmucke Bauernhäuschcn. Run geht es durch Niederneuendorf, durch den Wasserteil von Vi r k e n w erder Zerpenschleuse. die cheimat des guten Brotes, nach dem Finowtanal. Geduldige Angler sitzen on der Böschung, und da und dort.zappelt auch ein silbernslimmcrndes Etwas an dem chaken. Fischkutter aus Mecklenburg. Frachtkräne mit Kohle, große cholzflöße kommen uns entgegen, Motoryachten, Paddelboote, kurz, alle Arten Der Fall Vareler. 8] Von Tristan B-rnard. (Einzig berechtigt» Tieberfetznag von Di. Eollln.) Ich beschloß, Blanche zuerst in das Hotel Lorraine zu bringen, und dann ging ich nach der Stätte des Verbrechens, um zu hören, ob der Untersuchungsrichter irgendetwas Neues entdeckt hätte. In dem Hause Bonnets fand ich nur einen alten städtischen Wächter, der verschiedene' Gegenstände, die als D.'weismaterial dienen sollten, bewachte. Es war alles ins Eßzimmer getragen worden, damit man im gegebenen Falle die hauptsächlichsten Szenen vor dem Untersuchungsrichter rekonstruieren könnte. Es war mir nicht möglich, von dem alten Wächter etwas zu erfahren, denn der Fall Bonnet schien ihn sehr wenig zu interessieren. Seine Aufmerksamkeit war anscheinend durch die Streiche einiger Straßenjungen tn Anspruch genommen, die sich damit amüsierten, am Ende der Gasse eine Laterne zu beschädigen. Als ich das Haus verlieh, um nach dem Hotel zurückzukehren, sprach mich eine alte schwarz gekleidete Frau an. die im Nachbarhause wohnte. Wahrscheinlich hatte sie mich am Tage vorher unter der Menge gesehen, die an der Stätte des Verbrechens ge- standen hatte. Neugierig begann sie, mich über Lareiers Leben auszufragen. Sie erzählte mir, daß sie ihn vorgestern gesehen hatte, als er in das Haus seines Vetters gegangen war. und daß der Greis am selben Tage von dem Schlächter Felix, mit dem er in geschäftlichen Beziehungen stand. Geld bekommen hatte. � Der alte Bonnet hatte in der Tat Geldgeschäfte gemacht und für kleine Geschäftsleute spekuliert. Ich suchte den Schlächter auf. denn es durfte nichts vernachlässigt werden, was zu? Aufklärung des Verbrechens dienen konnte. Dieser Mann, der am Ende des Städtchens wohnte, gab mir eifrig alle Auskünfte, um die ich ihn bat. Es war ein großer Bursche, der richtige Fleischertyp. un- menschlich dick mit krausem Haar und rotem Gesicht. Er schien sich zu freuen, daß er in die Angelegenheit verwickelt wurde. Sein Geld hielt er für verloren, doch waren es im ganzen nur dreihundert Franken, die er Herrn Bonnel ge- bracht hatte, damit dieser ihm einige kleine Aktien, fünfund- zwanzig Franken das Stück, kaufen sollte. Herr Bonnel hatte von Wasservehiteln kriegen wir ZU Gesicht. Stolp an der Oder mit seiner Raubritterburq aus dem 14. Jahrhundert, umrahmt von dichten Wäldern, erscheint im Hintergrund, dann Oranienburg. Tiefblau glänzt die Wasierfläche im glitzernden Sonnenschein, flinke Entlein zeigen ihr« Wosserkünst«,«in prächttger Spätsommertag. Friede in der Natur, Blühen und Grün«n allerwärts, Balsam für unsere armen zerbeulten Großstadtnerven. Alles rätell und sonnt sich denn auch höchst zufriedenen Gemütes auf den bequemen Liege- ftühlen, die nimmermüden Photographen fahnden nach besonders hübschen Motiven, und nach und nach bemächtigt sich selbst der- jcnigen, die sich ihren Mitmenschen gegenüber immer als Erklärer der schönen Natur berufen fühlen, wohltuend« Ruhe. Bei Ebers- walde führt der Kanal, auf dem wir fahren, hoch über dem Eifenbohnkörper hinweg, und wie auf Kommando tomntt denn auch gerade ein Zug angebraust und bahnt sich seinen Weg unter uns hindurch. Bei Niederfinow ist die große Treppenschleuse zu passieren, vier aufeinanderfolgende Schleusen mit einem Wasser- ausgleich von je 9 Metern. Ein interessantes Bild, wenn sich gleich einein„Sesam, össne dich" das Schleusentor austut und wir uns plötzlich den«ntgegenkoinmenden Schiffen gegenüber befinden, die wir kurz vorher von unserer stolzen Höhe betrachten konnten. Jetzt oerändert sich da» Landschaftsbild etwas, im Hintergrund wird eine waldig« Hügelkette sichtbor, die Oderberg«. Vorbei an dem Dörfchen L i« p« sind wir nun— es ist inzwischen 7 Uhr abends geworden— in Oderberg in der Mark, dem Endziel unserer ersten Tagestour, angelangt. Wir werden ausgeschifft. Alles, was Bein« hat, hatte sich selbstverständlich zur Begrüßung «n Anlegeplatz in Oderberg«ingesunden. Der kleine Ort bot ein fast kriegerisches Bild. Militär füllt« die Straßen, Bogagewagen standen umher, Buden waren aufgestellt, und alle» Volk war auf der Straße. Reichswehrmanöver im nahen Schwedt und Jahr- martt im Orte selbst! Nach einem kleinen Rundgang durch den Ort mtt seinen alten verhutzelten, oft malerisch schönen Häuschen, beziehen wir unser Nachtquartier. An Ruhe ist vorderhand nicht zu denken, denn überall, wo es sich nur machen läßt, wird musiziert, getanzt und fröhlicher Spektakel gemacht. Was bleibt uns also übrig? Mitmachen ist immerhin das Best«. Frühmorgens Weiter- fahrt nach Stettin, vorbei an Neunzehnhagen, Schwedt an der Oder, dunkelgrünen Waldlandscbaften und sauberen Dörfchen. Am späten Nachmittag legen wir in Stettin an, nach einer kurzen Hofenrundfahrt geht es schleunigst ins bestellt« Quartier, und wer kann, der schläft fix vor, denn morgens um 3 Uhr soll uns ein Swinemünder Dampfer nach D o r n h ö l m bringen. Wiederum haben wir eine prächtige, sternenklare Nacht und das uns Lang- schläfern och so selten bescherte schön« Naturschouspiel des Sonnenaufgangs tonnen wir diesmal mit Muße und noch dazu im prächtig- sten Format bewundern. Ab Swinemünde, wo wir die„D» u t s ch- land" bestiegen, hatte sich die Zahl der Pasiagiere wesentlich vergrößert, Musik kam an Bord, und im strahlcndschönen Sonnenschein ging es der Küste Dänemarks entgegen. Auf Vornholm. Das saubere Städtchen Rönne nimmt uns in Empfang und wenioe Schritte von der Anlegestelle entfernt harrt unser bereits «in Sonde rzug, der nnt uns die ganze Insel vom Süden nach Norden durchquert. Bornholm hat die Größe der Insel Rügen. 42 000 Menschen wohnen darauf. Vorbei rattert der Zug an den Stationen Clemensker, Rykirke. Sandoig, Heilig- d o m m e n... Die Menschen rotten sich hier nicht in dichten Scharen zusammen, jeder Bauer hat sein Anwesen mit Feld, Haus ihm zu dieser kleinen Spekulation geraten, und er hatte ihm dreihundert Franken in drei Scheinen von hundert Franken gegeben...„Vielleicht," fügte er hinzu,„können diese drei Scheine dazu dienen, auf die Spur des Mörders zu kommen. Ich erinnere mich, daß sie Blutflecken hatten. Ich selbst habe sie in Schlachthäusern bekommen und wollte sie beinahe nicht nehmen, weil sie so beschmiert waren." Mit dieser Auskunft, die ein Anhaltspunkt für unsere Nachforschungen werden konnte, kehrte ich ins Hotel zurück. Frau Chiron erwartete mich zum Abendesien. Ihr Zimmer machte jetzt einen wohnlichen und reizenden Eindruck. Es glich nicht mehr einem Hotelzimmer, sondern es hatte etwas Persönliches bekommen. Unverzüglich erzählte ich ihr das erste Ergebnis meiner Forschungen. Dann sagte ich ihr. welche Schlüsie ich daraus gezogen hatte. Jedenfalls hate Larcier, als er entfloh, einen Zug in Toul oder von einer der benachbarten Stationen benutzt. Wir mußten also zuerst die Schalterbeamtinnen des Touler Bahnhofs und der Nachbarstationen fragen, ob sie einen mit Blut befleckten Hundert-Franken-Schein zur Bezahlung einer Fahrkarte erhalten hatten. Wir gingen abends auf den Bahnhof in Toul, freilich ohne große Hoffnung, eine befriedigende Auskunft zu er- halten, denn es war zweifelhaft, ab Larcier hier abgefahren war. Die Fahrkartenverkäuferin wußte bestimmt, daß sie keinen mit Blut befleckten Schein erhalten hatte. Es war schon zu spät, um noch weitere Feststellungen zu machen. Wir kehrten also zum Abendessen ins Hotel zurück und setzten uns allein an einen kleinen Tisch im Speisesaal. Fremden Augen mochten wir als nettes Pärchen erscheinen aber es war uns doch peinlich, zu denken. daß die anderen Gäste den Eindruck hatten, wir gehörten zusammen. Nach d-m Abendessen machten wir einen Spaziergang durch die Stadt, di" Frau Chiron nicht tonnte. Blanche hatte meinen Arm genommen, und wir dehnten unseren Spaziergang so lange wie möglich aus. Wir sprachen wenig. Der Reiz dieser Frühlingsnacht in einer fast un- bekannten Stadt, die man aufs Geratewohl durchschlenderte mst der leichten Befürchtung, sich zu verirren und der Gewiß- heit, daß man sich doch schnell wieder zurechtfinden würde, wirkte auf uns beide eigenartig. Wir kehrten ins Hotel zurück. Blanche war ein wenig müde. Ich führt« sie bis an die Tür ihre» Zimmers und ging dann auch schlafen... Die mein Leben sich innerhalb und Acker, man zählt hier nicht Ortschaften, sondern Gehöft«. Braun« Kühe, mit pferdortigem Fell, weiden friedlich in großen Massen, den naschhaften Ziegen, die gerne an ihrer eigenen Milch kosten, hat man Maulkörbe umgetan, die Häuschen glänzen spiegel- blank im Sonnenschein, schön« saftige Wiesen und im Hintergrund die malerisch grotesken Fclsbildungen, die einem manchmal unwiil- türlich an eine Carmen-Szenerie erinnern. In Sandoig steigen wir aus, halten Kaffecstunde und senden rasch„ausländische" Grüße nach der Heimat. Vorbei an den großen Steinbrüchen, die auch Berlins Straßenpflaster liefern, führt man uns nach der berühmten Ruine Hammershuis, in deren„blauen Turm", dem früheren dänischen Staatsaefänanis, ein« dänische Prinzessin und ihr Mann. der Herzog von Uhlfeld, lang« Jahr« schmachteten. Der Herzog starb in der Gefangenschaft, die Prinzessin wurde dann wo anders hingebracht, doch überlebte sie ihren Gatten nur kurze Zeit. Das Bähnlein wartete und brachte uns gegen Abend wieder zurück nach Rönne, wo wir dann die Rückfahrt über Swine- münde nach Stettin antraten. Da aber ewiger Sonnenschein auf die Dauer auch nicht mehr interessiert und man sich an der spiegelglatten See leicht sattsieht, so ward un» bei der Rückfahrt ein« oerändert« Raturszenene geboten. Di« friedlich« See begann leise zu grollen, der einstmals blaue Himmel verdunkelt« sich zusehends, die ersten weißen Schaumkämmc stiegen aus und rollten sich dem Schiff entgegen und sachte, sachte begannen wir zu schaukeln... Erst war es uns ganz, ganz wenig. kaum zu merken, mit zunehmender Nacht nahm aber auch der Wind stetig zu. und wir schlingerten ganz tüchtig drauf los. Windstärke 4 nach Aussage des Kapitäns, nach unserer Meinung und vor allem der unseres Magens, der sich in zahlreichen Exemplaren unangenehm bemerkbar macht«, dürfte st« dos lüfache betragen liaben. Auf jeden Fall wurden viel« Gesichter zusehends blasser, die Unterhaltung bc gann zu verstummen und die„Patienten" hatten für die wild- rauschend« See in all ihrer romantischen Schönheit nicht so ganz das richtige Perständnis. Auf daß aber unsere Lebensgeister uns nichr ganz verlasien sollten, musizierte die Schiffskapclle mit der brausen- Vor Borobotm. den See um die Wette, Beherzt« drehten sich dazu Im Tanz— sie verschwanden dann freilich wohl plötzlich und unvermittelt— aber inzwischen hatten sich andere wieder soweit gekräftigt, und das Deck entlang krabbelte, lachte, stöhnte abwechselnd bald der,� bald jener, gleich einer aufgescheuchten Vogelschar ein« bunte Menschen moste. In Swinemünde verließen viele das Schiff, der Rest fuhr dann noch bis nach Stettin mit. Am nächsten Tag ging dann die Rückreise per Schisf nach Berlin vonstätten. Ob und wieviele sich daran beteiligt haben, weiß man nicht genau, vermui- lich nur jene, die ihr Examen in„Sees« st" bestandeu hatten. G. S. ÄersuchSVeffe Bildfunk. Ueber bie Pläne der Reichsrundsunkgeselljchast, die sich mit der Einführung de, Bildfunks beschästigen, läßt sich zurzeit folgendes mitteilen: Die Suchversiöndigen der Reichspost und der Rundfunk. tommissar sind übercinstimmend der Ansicht, daß bisher keines der vorhandencn Dlldsystcm« den besonderen Ansorderungen. des Rundfunk» voll entspricht. Alle aussichtsreichen Bildsystem? sollen aber im Interesse der Rundsunkleilnehmer gefördert und gegebenenfalls erprobt werden. Die Behauptung, daß der Rund- siiukkommistar jemals versucht hat, das englische Lildsunksysiem Julian zugunsten des deutschen Telcsuntensyslems zu unterdrücken. zweier Tage verändert hatte! Was für neue Geschehnisse! Was für Zwischenfälle! Was für Unglücksfülle! Wie seit- sam doch das Leben ist!... Monate lang regt es sich nicht. dann plötzlich in zwei oder drei Tagen dreht sich da; Rad mit einer unbegreiflichen Schnelligkeit. Es ist närrisch... Die Ereignisse überstürzen sich... Es bekommt ein ganz anderes Gesicht, neue Sorgen tauchen auf. Es ist, als ob man durch eine plötzliche Wendung des Weges ganz un- bekanntes Land sieht. Das Land, das ich vor mir erblickte, schien mir heiter und ruhig. Ich hatte zwar eine Menge Sorgen, doch wollte ich sie nicht sehen... Ich wußte nicht, wohin ich ging, aber der Weg war angenehm. 6. Am Morgen darauf traf ich wieder mit Blanche zn- sammen, als sie im Speisesaal des Hotels frühstückte. Ich hatte einen Wagen für uns beide bestellt, weil ich es für praktischer hielt, als mit der Eisenbahn zu fahren. Man muhte auf allen Stationen anhalten oder mindestens auf den drei oder vier ersten der Strecke Toul— Bar-le-Duc. Bei einer Fahrt mit dem Zuge wäre es nicht möglich gewesen, auf den Stationen auszusteigen, an den Billettschalter zu gehen und den Beamten auszufragen. Häufig ist sogar auf diesen kleinen Bahnhöfen kein besonderer Beamter für den Billettoerkauf, sondern er wird von dem Stationsvorsteher besorgt. Fährt nun gerade ein Zug ein. so ist der Beamte zu sehr durch seinen Dienst in Anspruch genommen. Deshalb war es besser, diese Stationen aufzusuchen, wenn keine Zug" burchkamen, und ein Wagen war aus diesem Grunde viel bequemer. Uebngens waren wir höchstens zwanzig Kilo- meter von Toul entfernt. Ich hatte einen Plan der Um- gegend gekauft, damit wir dem Kutscher, wenn er nicht De- scheid wissen sollte, Anweisungen geben konnten. Wir nahmen in der Viktoria, die vor dem Hotel stand. Platz. Ich sah, daß' Blanche das Kostüm, das sie gestern an- xcszogen hatte, nicht mehr trug, sondern ein hellblaues Leinen- kleid, dazu einen Frühlingshut. Unsere erste Etappe war ziemlich lang, fast die ganze Zeit stieg der Weg an. Er führte durch einen Wald, in dem es kühl war. und Blanche war so unvorsichtig gewesen, ihren Mantel nicht mitzunehmen.' Ich sah, daß sie fror, und ich schlug vor, mein Jackett auszuziehen und es ihr über die Schultern zu legen. Aber sie lehnte energisch ab. So nahm ich mir denn die Freiheit, meinen Arm um sie herumzulegen, so daß ich sie ein wenig schützte. Harmlos, wte gute Käme- roden, fuhren wir so dahin.(Fortsetzung folgt.s ij! tbtvftm* mi txr Ctiff gegristnl. W« mm t« rckfa«keag«f-a. schafi eul wickelten Vildempsäoger sind nämlich für de» Nachrichten- verkehr und andere Zwecke außerhalb des Rundfunk» bestimmt, und ihre Anwendung für den Rundfunk wurde daher niemals ia Betracht gebogen. Der Rundsunkkommissar ist deshalb von Ansang an für die Erprobung des englischen Aoltographen im Rundfunk eingetreten und hat durch Verhandlungen mit dem Vertreter der Aullograph-Gesellschast Ende August die Wege hierzu ge ebnet. Nachdem der Rundsunkkommissar in der Zwischenzeil über einige offene Fragen durch Verhandlungen mit Vertretern des bri tischen und österreichischen Rundfunks Klarheit geschassen hat, hat der Reichspostminisler dem Antrage des Rnndfunkkommifsars betreffs Aufnahme des Versuchsbetriebe» zugestimmt. Schüleriragödien? Versammlung der Eltern der Köttigstädt. Oberrealschule. Auf Einladung des Elternbeirats der König städtischen Oberrealschule, die bekanntlich seit einigen Tagen«inen Schüler vermißt, nachdem bereits kurz vorher zwei Vorfäll« in dieser Anstalt die Oeffentlichkell beschäftigten, fand gestern eine Versamm- lung der Elternschaft statt. Der Leiter der Schule, Studiendirektor Wennigsen, gab der stark besuchten Versammlung ein Bild von diesen Vorgängen. Er betonte einleitend, daß man die Frajje prüfen müsse, ob das heutig« Schulsystem oder etwa die Königstädtische Oberreal- schule an diesen Dingen Schuld sei. Er gab dann Material über die drei Fälle bekannt, deren interessantester der erste des Ober- Primaners S ch u m a n n ist, der bekanntlich die Lehrerschaft und seine Mitschüler vor einiger Zeit mit einem Revolver bedrohte. Der Anstaltsleiter betont«, daß dieser Schüler kurz bevor einen Aufruf an das Schwarze Brett geheftet habe, in dem er den Mitschülern mitgeteilt habe, daß er„als Protest gegen das blödsinnige Schulsystem in den Hungerstreik getreten sei". Der Direktor habe dann dem Schüler auseinandergesetzt, daß die Bestrebungen auf Entlastung der Schüler selbst von einem großen Teil der Lehrerschaft u n t e rst ü tz t würden und daß eine neue Lehrergeneration nicht durch reoolutio- näre Aufrufe, sondern nur nach ernsthafter Arbeit geschaffen werden könne. Zu dem letzten Fall des Schülers Jansen erklärte der Anstalts- leiter, daß diesem seine Nichtoersetzung nicht erst an dem entscheiden- den Tag« bekanntgeworden sei. Die Eltern hatten aber immer noch auf eine Versetzung gehofft, so daß die Tat des Schülers aus einem gewissen Schamgefühl heraus zu erklären sei. Als Hauptgrund für die Ueberlastung der Schüler bezeichnet« er dann das B e r e ch- tigungswesen, das in letzter Zeit zu einem Berechti- nungsunwesen geworden sei. So verlangten Dresdener Schuhmacher für ihre Lehrling« Obersekundareif«. Es wäre doch sicherlich nicht notwendig, daß beispielsweise für die mittlere Beamtenlaufbahn das Abitur verlangt würde. Direktor Hen» nigsen schloß mit dem Appell an die Eiternschast, auch ihrerseits den Schülern Verständnis entgegenzubringen und nicht in jedem Bestraften«inen Verbrecher und in jedem nichtversetzten Schüler einen Dummkopf zu sehen. Die versammelte Elternschaft spendete den Ausführungen regen Beifall, und in der Diskussion fand sich kein« Stimnie, die dem dargelegten Erziehungsprinzip des Anstaltsleiters wider- sprachen hätte._ Gerüsteinsturz bei der AEG. 2 Arbeiter schwer, fünf leicht verletzt. Zm velrlebe der AEG. in der volkastraße!l Im Norden verlins ereignete sich gestern vormittag gegen H10 Uhr ein folgenschwerer Gerüsteinsturz, von dem 7 Arbeiter betroffen wurden. Zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Das Unglück trug sich in einem Hallenneuban, in dem ein größeres Gerüst errichtet worden ist, zu. Aus bisher noch unge- llärter Ursache brach ein« Bretterverbindung, auf der sieben Bauarbeiter beschäftigt waren, ein, und die Ar- bester stürzten aus etwa 7 bis 8 Meter Höhe in die Tief«. Arbeitskollegen eilten sofort hinzu und brachten die Der- »nglückten zur Sanitätsstelle der Werke. Während bei fünf der Verunglückten nur leichte Verletzungen festgestellt werden konnten. wußten zwei Arbeiter, der 33jährige Steinträger Emil.Haase aus Biesenthal und der Steinträger Gustav Schulz aus Oranien- bürg, in die K l i n i k in der Ziegelstraße übergeführt werden. Eine polizeiliche Untersuchung über die Ursache und Schuldfrage des Einsturzunglücks ist eingeleitet worden. »- Auf dem N« u b a u des Straßenbahnhof«» in der Kömgin-Elifa- beth-Straße zu Charlottenburg ereignet« sth gestern nach- mittag ein tödlicher Unfall. Beim Abbruch eine» Baugerüsts löste sich in der Höhe des 3. Stockwerkes plötzlich«in H o l z k e i l und stürzte in die Tiefe. Der �tzjährige Arbeiter Karl Schneider aus der Schönweider Straße 17 zu Neukölln wurde von dem Holzstück so unglücklich am Kopf getroffen, daß er kurze Zeit daraus st a r b. Feuer i« den Riedelwerke». Durch eine Explosion wurde gestern nachmittag in den Riedel-Werken in Britz ein größeres Schadenfeuer verursacht. Aus bisher noch ungeklärter Ursach« explodierte plötzlich ein sogenannter S u b l i m a t o f en. in dem sich Ben zo säur« befand. Durch starke Stichflammen, die nach allen Seiten hervor- schlugen, wurde der Fabrikati on-raum in Brand gesetzt. Als die Fabrikfeuerwehr in Tätigkeit trat, hatten die Flammen bereits auf angrenzende Gebäude übergegriffen. Zwei Löschzüge der Feuerwehr eilten auf den Alarm herbei und nach Verhältnis- mäßig kurzer Zeit wurde der Brand, bevor er noch weitere Aus- dehiumg annehmen konnte, niedergekämpft. Angestellte sind glück- licherweise nicht zu Schaden gekommen. * Di« Feuerwehr wurde in der Donnerstagnacht nach der H a g e l- berger Straße 47 alarmiert, wo in dem Dachstuhl des Vorderhauses Feuer entstanden war. Die Wehren fanden bei ihrem Eintreffen an der Brandstelle bereits einen a u s g e- dehnten Brändherd vor. Das Feuer wurde mit mehreren Schlauchleitungen über die Treppenhäuser und eine mechanische Leiter bekämpft. Die Lösch, und Ausräumungsarbeiten dauerten bis in die Morgenstunden hinein. Wo bleibt der Arbeiterschutz? Man schreibt uns: Am 25. September, früh, war der 18jährige Maurer Herbert B a u m a n n im Großkraftwerk Klingenberg damit beschasligt, unter einem Kessel von etwa 20 bis 25 Zentner Gewicht Stützmauern anzubringen. Der Kessel war mit Stützen obgeitesst, am hinteren Ende war ein etwa sechs Zentner schweres Rohr anmontiert. Während Bauina»» unter dem Kessel arbeitet, nehmen Monteure dieses Himer« Rohr ab ohne B a u in o n n zu «nornen. Wohl durch die ungleiche Laslenverteilung auf die Stützen stürzte der Kessel nach vorn nieder und begrub B.autzi�n» unter sich. Mit äußerst schweren Kopfverletzungen Konsum wird größer. Vedeuiender Grundstückserwerb.— Weitgehende Baupläne. Die Konsumgenossenschaft Berlin und Um- g e g« n d hielt am 25. September eine außerordentlich« Generaloersammlung ab. Hauptgegenstand der Tages- ordnung war: Beschlußfassung über den Erwerb von Grundstücken. Das Borstandsmitglied M i r u s schilderte die in den letzten Jahren zutage getreten« günstige Entwicklung der Konsumgenossen- schaft, insbesondere die Erfolge der Warenhausabtei- lung beleuchtend. Es gelte nun, für die Errichtung weiterer genossenschaftlicher Warenhäuser Borsorge zu treffen durch Ankauf geeigneter Grundstücke in günstig gelegenen Gegenden Berlins. Der Redner ersuchte um nachträgliche Ge- nehmigung der zusammengehörigen Grundstücke Frankfurter Allee 17/18 und Litauer Str. 1/4, die für einen Waren- Hausbau im Osten Berlins in Aussicht genommen feien. Weiterhin empfahl er den Ankauf des bis zur Reinickendorfer Straße durchgehenden Grundstücks Müller st raße 8/9, das für ein Warenhaus im Norden Berlins in Betracht komme. In seinen weiteren Ausführungen begründete der Redner den Ankauf von Grundstücken in Rahnsdorf» Briese- l a n g und F a l k e n s e e. Die Entwicklung der Berhältnisse an der Peripherie Berlins zwingt die Genossenschaft» zwecks Errichtung neuer Abgabestellen oder Verlegung bestehender Abyabestellen eigenen Grund und Boden zu erwerben, um in zu er- richtenden eigenen Gebäuden geeignete Räume zu erhalten. An- schließend erläuterte Genosse Mirus eine Reihe von Bauplänen. deren Ausführung sich als Folge der Ausdehnung der Genossen- schaft unvermeidlich mache: es komme u. a. in Betracht der Bau von Wohnhäusern in Lichtenberg zwecks Ersatzstellung für Wohnungen in den zum Abriß bestimmten Häusern am Luisen- ufer, die dem Erweiterungsbau des Warenhauses I Platz machen müssen, und der Bau einer vierten Bäckerei in Sie- m e n s ft a d t. für den die Baupläne bereits eingereicht sind. Das Gesamtausmaß der finanziellen Aufwendungen für die Ausführung der verschiedenen Pläne werde sich auf mehr als 19 Mil- lionen Mark belaufen, die im Laufe der nächsten Jahre bereit- zustellen seien. Die Finanzierung lasse sich durchführen aus eigenen Mitteln ohne Inanspruchnahme fremder Geldquellen, da die Mit- glieder in bewährter genossenschaftlicher Treue es daran nicht fehlen lassen, die Unabhängigkeit der Genossenschaft zu sichern. Nach einer unwesentliche» Aussprache fanden die Porschläge der Verwaltung einstimmige Genehmigung der Generalversammlung. Nachdem die Genossen M a e d j e und Friedrich Schmidt Bericht von den Verbandstagungen erstattet hatten, wurde in zwei Wohlgängen zur Wahl von 14 Aufsich tsratsmitglie- d e r n geschritten. Diese Wahlen erwiesen sich als notwendig, weil die im Frühjahr vollzogenen Wahlen durch einen kommunisti- schen Vertreter angefochten worden waren und das Land- aericht einen Formfehler als vorliegend erachtele. Die Ab- stimmungen über die von der Fraktion„Genossenschafts- a u f b a u" und der Opposition(kommunistische Partei) ein- aerichten Vorschläge ergaben für die Gcnossenschastsausdauliste 377 bzw. 378 Stimmen, die kommunistischen Vorschläge er- hielten 125 bzw. 122 Stimmen. Demnach sielen der Liste„Ge- nossenschastsausbau" 12 Aufsichlsratssihe zu. während die kom- munislen nur zwei Sitze erhielten. Dies Ergebnis ist insofern be- mertenswert, als sich nunmehr die Kommunisten an Stelle der bisherigen vier Sitze mit zwei Aufsichtsratssitzen begnügen müssen: es kann nur darin seine Erklärung finden, daß ein« Reihe kam- munistischer Vertreter, angewidert von dem demagogischen Treiben der Kommunisten in der Konsumgenossenschaft, den Parteipacolen die Gefolgschaft versagten. Die sachlich unberechtigte Klageführung hat also zur Folge gehabt, daß die Kommunisten das Gegenteil von dem erreichten, was sie erstrebten, nämlich eine erhebliche Min- derung ihres an sich geringen Einflusses in der Konsumgenossen, schaft. Als gewählt gingen aus den Wahlen hervor: Paul Lange, Otto Eick«. Robert Lenzner. Franz Walther, Richard F i d di ck e, Reinhotd G r ä b k e. Karl Michaelis, Marie Gebhardt, Karl Schmidt, Hermann Spließgardt, Paul Grahl, Karl Fritz(Liste„Genossenschastsaufbau"): Wilhelm Schober, Wilhelm 5) u b r i g �kommunistische Liste). Zum Schluß wurde der Einspruch des Kommunisten Dr. Bittel, der vor einigen Jahren als genossenschaftlicher Papier. soldat ausgeschlossen wurde, gegen seine Nichtaufnahme in die Ge- nossenschaft mit erdrückender Mehrheit abgelehnt. und einen Armbruch wurde Baumann ins Krankenhaus gebracht. sein Zustand ist bedenklich.— Unhaltbar ist der Zustand, daß vom 25. früh bis zum 26. abends weder Baupolizei noch Be- rufsgenossenschast Zeit gefunden haben, die Unfallstelle aus- zusuchen und den Hergang festzustellen! Die steigende Zahl der schweren Unfälle sollte die Baupolizei veranlassen, besser auf die Durchführung der Schutzbestimmungen zu achten. Das tödliche Gas. 3m hause LIebenwalder Straße 60, im Nordeu verlin», wurden gesleru kurz vor Mitternacht im Schlafzimmer ihrer völlig mU G a» angefüllten Wohnung der 4Siährige Arbeiter Georg kühliug, selae Sljährige Frau 3 d a and die ISjährige Tochter Eroa leblos aufgefunden. Beim Einlreffeu der Feuerwehr war das junge Mädchen bereit» tot. Lei Redaktlonsichluß waren die Feuerwehr- iamarlter noch mit den wi-derbelebungsverfuchen bei den Eheleuten beschäftigt. Ob ein Unglücksfall»der gemeinsamer Selbstmord vorliegt, tonnte noch nicht festgestellt werden. Marx, denn em Koranvers sagt:„Die Mens hheit ist eine Gemeinschaft." Fortschritte hat der Mensch nur in der mate» riellen Welt gemacht, für die Seele des Menschen gibt«s keine Fortschritt«, daher hält der Redner Mohammeds Lehre maßgeblich bis aus den heutigen Tag. Todessturz beim Diebstahl. Hilflos gestorben. Ein« grauenvolle Entdeckung machten gestern mittag Angestellte der Firma Herz in der Köpenicker Straße 18 7. In einem Lagerraum, der unter dem Hof liegt und durch ein Glasdach Beleuch- tung empfängt, fanden sie zwischen den Borräten die Leiche eines Mannes, der eine klassende Schädelwunde auswies. Der Tote wurde erkannt als der Gummlarbelter Z., der bei der Firma seit vier Iahren beschäftigt ist. Die Kriminalpolizei, die von dem Fund be- nachrichtigt wurde, stellte fest, daß Z. am Mittwoch nach Arbeits- chluß ein Lokal aufgesucht und dort etwas getrunken hatte. Dann war er auf das Dach des Hauses Nr. 187 geklettert, durch eine offene Luke eingestiegen und hatte aus einem Vor- ratsraum 6 Meter Leinen ge stöhlen, die er in«nnem Hosenbein verwahrt«. Behindert durch die Last im Hosenbein miß- lang ihm der Abstieg, er verlor das Gleichgewicht, stürzte in einen Lichtschacht und durchschlug im Fall das Glasdach des Lagerkellcrs. Da niemand seinen Sturz bemerkt hatte, und er unfähig war. sich zu bewegen, ist er hilflos gestorben. Die Leiche wurde beschlagnahmt und dem Schauhmisc zugeführt. Gchulkino? Es gibt einen„Charlottenburger Berein für päda- g o g i s ch e s Filmwesen", der in regelmäßiger Folg« in Charlottenburger Schulen aller Gattungen Aufführ un gen veranstaltet. Im Rathaus Charlottenburg hängt der S p i e l- plan von August bis September aus. In jeder Woche stnd an drei Tagen Filmaufsührungen. Es wurden gespielt:„Kannibalen", ein Südseeabenteuerfilm;„Deutsche Frauen, deutsche Treue", ein Helden- lied der deutschen Treue;„U 9, Kapitänleutnant Weddingen", ein Heldenschicksal. Vom 27. September bis zum 15. Dezember folgen: „Die Kaiserjäger",„Berteidigung Tirols":„Weltkrieg I.Teil:„Der alte Fritz", I. Teil. II. Teil:„Luther":„Petronella"(als Erklärung heißt es: Petronella ist die Kirchenglocke in dem Schweizer Dorfe Brunegg):„Königin Luise", I. Teil, II. Teil:„Onkel Toms Hütte": „Weltkrieg", II. Teil:»Hauptmann Sorell und sein Sohn". Ein Kommentar zu diesem Spielplan dürfte ü b e r s lü s s i g s ei n. Mohammed Ali in Berlin. Mohammed Mi, der indische Politiker, der zugleich ein religiöser Führer in der islamitischen Welt ist, weilt zurzeit in Bertin. Als Gast der„I s l a m i a" hielt er im Humboldt-Haus in der Fasanen- 'troße einen Bortxag. Mohammed Ali ist der ehemalige Vorsitzende der indischen Ralionoloersammlung. Der Iilam als Religion. Philosophie und Staatslehre hat ja überhaupt lehr erweiterungs- ähige Grenzen, und so ist Mohammed Mi beispielsweise als in- bischer Politiker Rationalist und alz religiöser Führer Internationalist Er sagt. Gott schuf die Menschen und der Teufel schuf die Nationen. Ratio- natisten sind wir indsschcn Moslem nur geworden, weil wir unter dem Stiefel eines anderen stehen. Europa drängt zurzeit, begünstigt durch den Bölkerbund, der noch kein Bund der Völker der Erde ist, zum Internationalismus, die moslemischen Dölker hingegen«nt- wickeln sich vom Internationalismus hinweg zum Nationalismus. Ursache ist die politische und wirtschaftliche Unterdrückung. Dabei ist der Koran(nach Ansicht des Redners) kommunistischer als Zeppelin wird Wien besuchen. Erklärungen Or. Eckeners. Wie Dr. Ecken er in Friedrichshasen mitteilt, ist der„Graf Zeppelin" heute früh �7 Uhr zu seiner nächsten Fahrt klar. Bekanntlich geht die Absicht dahin, Wien einen Besuch ab- z u st a t t e n, um den österreichischen Stammesbrüdern den Dan? für die tatkräftige Hilfe bei der Aufbringung der Mittel zum Bau des Luftschiffes abzustatten. Leider aber stnd die Wetterver» h ä l t n i s s e recht ungünstig: am Bormittag wird gutes Wetter herrschen. Für den Nachmittag aber, sind starte widrig« Winde zu erwarten, die sich aus einem Tief eistwickeln, das schon seit Tagen von der Biscaya'hMSerzlcht. DÄzu kommt noch, daß für den Abend Föngefahr bestcht, die die Landungsmöglichkeit bei den engen Piatzverhällnissen beeinträchtigt. Deshalb muß der„Graf Zeppelin" ziemlich früh wieder in Friedrichshafen fein. Unter diesen Umständen glaubt Dr. Eckener, daß er etwa über München di« end- gültige Entscheidung werde treffen können, ob er Wien ansteuert. Die Strecke Friedrichshasen— Wien beträgt hin und zurück etwa 1200Kilometer, dürfte also eine elsstündig« Fahrt beanspruchen. Sollten die Wiener Pläne morgen verschoben werden, so würde der„Gras Zeppelin" wahrscheinlich nach Norde» ab, biegen und unter anderem auch Nürnberg besuchen. An der Reise werden u. a. teilnehmen: Reichstagsprästdent L ö b e, Reichstagsvizepräsident von K a r d s r f f und sein« Gattin, ferner der Schöpfer des deutschen Museums, Oskar von Miller, Staatsrat R a u, Stuttgart, Ministerialrat Steiger vom württembergischen Wirtschaftsministerium, die englischen Luft- schiffsachverständigen Scott und B o o t h und Kommandeur R o s e n da h l.— Dr. Eckener beabsichtigt, etwa 1299 Kubikmeter Blaugas mitzunehmen. Das Gas wird auf 14 Zellen des Luftschiffes verteilt um di« Dichtigkeit nachzuprüfen. Es ist auch möglich, daß auf' dieser Fahrt bereits oersucht wird, den Antrieb des Schiffes von Benzin auf Gas umzustellen. Der veatsche RepubNtantsche Relchsbva». Ortsgruppe Berlin, behandelt bei seinem Ausspracheabend am Freitag, dem 28. September, im Saal d-S Demokratischen KlubbauseS, Viktoriastr. 24, da» jetzt im Vorderen une de» Interesses stehende Thema:„Gens". DaS einteilende Referat ball Schrift- steller Dr. Joiei Adolf Bond y, der an der Bölkerbundtagmig teilgenommen hat. Gäste willkommen! Die Ordner der Prolet arischen Feierstunde treffen sich am Sonntag, dem 30. September, zum Dienst für die Jugendweihe im Groszen Schauspielhaus, pünllltch 8'/, Uhr, Eingang Schiffbauerdamm. ,»- jtfxxßl• ■rrrryn.,� ,«»« V, i fm ■m- W f-Ms i i f \ f--- WWM T •!■.. S V HMMW Iii! MK-Ä MMZ Haben Sfe Ibn schon gesehen?— Den ca. tS m. großen Mann vor unseren beiden Geschäften für Herren-Kleidung h der Könlgatraße und In der ChausseestraBef Die Erßffnung dieser beiden Geschäfte am vorigen Sonnabend wurde zu einem triumphalen Erfolg. Wenn Sie aelbst noch nicht bei uns waren, so müssen Sie Jetzt schleunigst zu uns kommen. Nicht nur. damit Sie sich den lustigen langen Mann ansehen k&nnen— sondern vor allem, weil Sie unbedingt wissen müssen, daß hier für alles, was Sie an Kleidung gebrauchen, eine Bezugsquelle entstanden ist. die auch für Sie goldrichtig ist. Eine derartige Imposante Fülfe von vottwertiger. moderner, dabei doch solider Kleidung zu so niedrigen Preisen Ist ihnen wohl noch nie zu Gesicht gekommaa. Ziehen Sie Ihren Vorteil daraus. Jetzt, da Sie ohnehin einen neuen Anzug oder einen neuen Mantel für sich oder Ihren Jungen kaufen wollen,— Gehen Sie zu Königstraße 33 Chausseestr. 113 Am Dahnh. Alexanderplatz Belm Stettiner Bahnhof Iruek von Wort und Bild verboten II f i !r Vorurteile Z ' kosten Geld! 1 . vijj V»_ V. v,, ,l C:»ijS Sie schädigen sich selbst, wenn Sie heute noch glauben, Margarine sei minder gut als Butter. Eine hochwertige Margarine wie„Alma" besitzt den gleichen Nährwert, den gleichen Geschmack und die gleiche Bekömmlichkeit und ist eben so vielseitig verwendbar- aber sie kostet weniger als die Hälfte. Warum geben Sie also unnötig Geld für .ein Vorurteil aus?„Alma, die Margarine für Alle" ist eine neue Margarine für wirtschaftliche Hausfrauen; sie wird in den bekannten Blauband-Werken hergestellt und kostet nur I 85 Pfennig A bik das Pfund. V erlangen iSie loatenloj Prospekte über die Schriften roa Sigxa. Fretxt and über sonstige prycbosnalyt. Literatur, sowie ein Probebeft«Jer 2cstsii>(iiiia Wir erfüllen die scTiinerrliche Pflicht, anxnzeijfen, daß das Mitglied des Direktoriums der Preußischen Zentral genossenschaftskasse Herr Staalsfinanzrat Paul Bohnisdi in der Nacht vom 25. zum 26. ds. Mt«. nach langer Krankheit aus seinem arbeitsreichen Leben abberufen Vörden ist. Der Heimgegangene stand mehr als zwei Jahrzehnte an führenden Stellen des Genossenschaftswesens. Dem Direktorium der Preußischen Zentralgenossenschafts- kasse gehörte er seit dem Jahre 1922 an. Die Preußische Zentralgenossensehaftskasse betrauert in Staatsfinanzrat Bötmiseh einen allezeit bewährten Mitarbeiter von hervorragender Sachkenntnis, hingebender Pflichterfüllung und menschlicher Zuverlässigkeit. Das deutsche Genossenschaftswesen verliert einen warmherzigen Förderer und Freund. Ein ehrendes Gedenken ist dem Dahingegangenen gewiß. Berlin, den 26. September 1928. DIREKTORIUM der Prcuftfsdicn Zeniralgcnossentchaftskasse Klepper. Glaeser. Pilger. Dr. Göhmann. Dr. Ogrowsky. Albersmaun. Schwarzkopf. Dr. Hillringbaus. Tiedmann s Sooderaogeliol in Frucht- und Südweineo. Wegen Siuberkelt und Haltbarkeit Weine nnr In Lltir-Flaseben. Prima Warmuthwein. Liter 1.85 Briaah SüSwsin, En. t Ung«*., 1.90 Eehtar Intal Samos.., 1.90 Echttr Dura Portwain..280 Eehtar Ptpsinwain t. Kruke. 2.60 Apftlwain, ata.... uter 0.75 Heidalbaarwain,«u... 0.90 Staehalbeerwain,eai4%, 0.95 Kirtthwain.a&a...... I.45 Erdbsarwain, säe....., 1.45 Johannfsbeerwein, voilsüB Echter Tarragona, feurig. Echter Malaga, edel... Liter 0.9 j . I 25 » 1 50 Erstkl. Weißweine Rot- u. Bordeaux-Weine V, Fl. oane üles 1.20, 1.40, 1.80, 2.-'/, Fl ohne Glas 1.., 1.25, 1.63, 2.- Fruchraskt, FL ohne Qiae.. 1.70 Traubensakt, Fl ohn« OL 4-, 5.50 Meine Spirituosen, ersiklassfge Qualität BOT staunend billig-WU M Bastei lun-ea von 1t e. ta Ueiaraaa Iral Na«» durch die Zcitnla, »ach luBeibaia»■ M 20- d» fraako necaaahma• Bernhard Tiedmann ükörfabrik und Weingroßhandlung Zentrale: 0 17, Fruchtstr. 5-6. Toi. Aioxandor 4086 Berlin 0, Königabsrgar StiaSe 1 Barlin 0, FruehtalraBa 78 Barlin. Q, AndraaaatraQa 4 Barlin SO, KSpanleker StraBa 59 Barlin 0, Frankfurter Alisa 270 Barlin SO, GiOnauar StraSa 8 Barlin N, BrnnnenstraSa VB Barlin N, SwinemOndar Str. 85 Barlin N, Kaatanianallas 49 NaukSlln, HarmannatraBa 95/98 Barlin W, BOlowatraBa 48 Kammerspiele Norden 12310 SV, U Ende 10 Uhr Zum 30. M-lei Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Berlin« Mi OirektHelnz Herald CharlottenstraOc 90 Dönhoff 170 8 Uhr Der lebende Leldmam üiflt: Max Reinbardi Ende nach 10'/, Uhr — 1 Freitag, d. 28. 9. itaats-Oper Unter d. Linden A.-V. 94 19'/, Uhr Carallerla rusticana Bafazzl itaats-Oper Am Pl.d. Renubl. R.-S. 152 19', Lhr ttaatltdiillir-' Freitag, d. 28. 9. StSdtisdi« Oper Uismarckstt. Turnus I 19'/, Uhr Stull. Sdimpitlh. ab jnfimnnin A.-V. 161 20 Uhr Kalkutta, 4. Mal üealtr.tliarltw. ?0 Lhr GAS OroBes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regle: Charell ZU. SonntagNachmiltagvorstlz. Zv »u halben Frei., m. Michael Bohnen «v,ui»r CASINO-THEATER»'üUh. Lothringer SlraBe 37. NwjnoA�WeJI�OIrfobi�� Stundfunkfieber u. des erstklassige bunte Programm Donaeratag, 4. Okt., anm 1. Male i Stöpsel. FOr unsere Leser Gutschein wrl— tPers. Fauteuil nur 1.15 M„ Sessel 1Z5 M. Sonstige Preise; Parkett u. Rana 0i8O M. RenaissanceeTheater 8 Heute S", Tragödie einer Familie v. Theodore Dreiser.— Deutsch von Paul Bper. Regle; Ousl Hnrtung._ 8 Uhr B 5. Barbarossa 9296 Raquel Meiler, die Oase d. Chansons; Moni& Horace, mus. Unmöglichkeit.; Raffsyctte m.s. Radiohund., Marrone 3. La Costa sow. Cariltau. Uaiu,amer Tanspaare u.welt. auserl.Varietdattr. Sonnabends n. Sonniads lc 2 Tersicuanden 3.30 o,• Uhr.— 3*30 zu crmlBlgt. Prel'. t hr FrelsdiQtz Tb. im Sdilffbjotriinai Heute ausnahmsweise 8'', Uhr Oie Drei-GrosdiED flrer Paulsen, Vaieftt, Ander. Oerron, Ponto, Kühl, Lenja. Teilphon; lUidea IUI b.281 DDotsdiK Theater Norden 12 310 8 U. Ende nach 10'/, Zum 117. Malet Artisten tqi, Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7510 SV, Ende 11*/, Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw ULEil-H „SdiOn ond Kbldi" Tb. in Idninlsplu! Täglich SV« Uhr. 2 Sonntag Vorstcllungcr i uiif hf.iidi- miltni t» tini lor- i'tll,. ttbiliei Pmira [beater des Westens Heute 8 Uhr; Premiere Moskauer jd. akad. Theater „Tronaaeh" Operette in 30 Biid. Reg.; A. Granowsky rhalla-Theater iresdencr Str. 72-7/ SchneiderWibbels luferstehong Siltiiiiiiri-doiitii Dts. Künstler-Th. 8*/, Uhr fränlein Mama Operette von Hugo Hirsch Lesslni-Theater SV, Uhr Mb. Bassermann Oer groSe Bariton Morgen 7Vs Uhr Premlere: Alb. Btasermane, Lud- Mannheim „Ken ürabortbin" Biriovski-iaiu» Th. Könlgzrätz. M. Täglich SV, Uhr Cerrote Omeral Komödicnhau» Täglich 8l/4 Uhr Mein kam hat redit Qübahl Tnanon-Th. SV, Uhr Sybille?... Ausgeseblossenl Origina Inszenierung der TriiOne Rundfunkhöre r halbe P'eise Lnstsplelbans SV, Uhr „Trixie" luitm liintit, ümat) hillir, titrt kJtiiBi Hwr? Hirtt R ose-Theater SrJnütiFn 11112 8V, Uhr. Pidi-idiBlzB PIsBotariBin am Zop 'vilag.MäKftih>jtn» Noll. 1578 16 Uhr Oer Sternblmmel im Herbet 18 Uhr Erle und Weltemm 20 Uhr DerrinfliBlGestinie (Volksglaube und Wissenschaft). Theater am ■'iollendorfplatz Täglich SV, Uhr Schwarzwald- ntfdei! Kieis« Theatu täglich»V, Uhr- Hai Maihert MQMers rtermine Starte. Landa, Stklar Vallner-Tli. Villur-Tbi ler-Stru« Tlglich 8, Uhr ODtdliliihahüret Dinner aofi Schauspiel in 3 Akt nach dem gleichnamigen weltberühmten Roman. Von der Reise zurück Dr. N. Brann Spezialarzt für Beinleiden ÄaÄ Ii. Berlin Friedricbstr. 108, L Das, was Sie suchen ist— unser individuelles Krcdiisystcm raube Herren- n. Damen-Garderobe sowie Textilwaren 0ecSer Art Wir sagen nicht: „Das müssen Sic zahlcnr* Wir fragen: „Was können Sic zahlen?- GJi%cX deimocTc f esdsfeSsenele PrsCse ohne Zlnsbereehnnng, Besichtigen Sic zwanglos unsere LS�cr E. Hümmes o. m. n Neue Promenade S» I- Achter, Sie auf unsere Ausslellungsfensier Hodteichcr Harkl 9, neben Asdilnger Nr. 459* 45. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag. 25. GeptemSer 4925 Zum Kampf um Bata. Wie steht es mit den Löhnen? Wir hab?n am k. September nach dem reichhaltigen Materill des Buches„Der unbekannte Diktator Thomas Bata" von Rudolph Philipp(Agis-Berlag-Wien) eine Charakteristik des Systems Bata zu geben oersucht, wie dieses vom Standpunkt der organisierten Arbeiterschaft beurteilt' werden muß. Die Firma Bata hat uns Material zugesandt,' um unsere Urteilsbildung zu ändern. Auch nach Kenntnis dieses— zudem einseitigen— Materials können wir unsere scharfe Ablehnung des Systems weder zurücknehmen, noch darauf verzichten, das Batafche Orgonisations- und Betriebs- systsm im Interesse der Arbeiterschaft zu bekämpfen. Wir wollen heute nur zu einem wesentlichen Punkte, zu den Lohnverhältnissen, nach neuestem Material, noch einmal Stellung nehmen. » Das Wesentlich« am Data-Sysiem ist die Tatsache, daß der Verkäufer seiner Arbeitskraft für feine Leistung nicht einen feststehenden Lohn erhält, daß seine Arbeltsverträge nicht im Wege der Verhandlung zwischen Arbeiter und Unter- nehmer, zwischen Gewerkschaft und Industriellen zustande kommen, sondern daß der Unternehmer Data es verstanden hat, den Arbeiter aus der Stellung eines relativ gleichberechtigten Vertragspartner in die Roll« des passiven„Pächters" zu drängen, wobei der Unternehmer die Arbeitsbedingungen aus eigener Machtvollkommenheit-festsetzen und jederzeit ändern kann. Die hochbezahlten Qualifizierten. Bata stellt uns eine Reihe von Aussagen zur Verfügung, die von Verwaltern, Obermeistern und Meistern stammen und aus denen hervorgeht, daß es unter den 12 000 Zliner Angestellten auch solche gibt, die über recht gute Einkommen verfügen. Dem gegen- über muß aber auch festgestellt werden, daß gerade in durch- rationalisierten Betrieben, zumal bei einer solch starken Taylorisie- rung, wie sie Bata in Zlin durchsetzt«, die relativ wenigen hoch- qualifizierten Arbeiter und Angestellten noch unentbehrlicher sind als in normalen Unternchmungen. Denn sie bilden das unersetzliche eiserne Rückgrat der Werkstätten, und sie sind die Träger eines Systems, in welchem aus unqualisizierien slowakischen Bauern- jungen und Dauernmädchen innerhalb von l-t Tagen brauchbare Spezialarbeiter gemacht werden. Diese„Aristokraten-Arbeiter" sind d>«. Voraussetzung dafür, daß Batas Betriebsverwaltung jeder Werk- statt eine Tag e s m i n de st l e ist u n g vorschreiben kann(derzeit 2lX>ü Paar Schuhe täglich), und sie sind die Voraussetzung dafür, daß dieses Quantum auch dann erreicht werden muß, wenn«in großer Teil der Belegschaft in neugegründete Werkstätten trans- ferfert und durch neuaufgenommene Landproletcn ersetzt wird. Die sinkende Sterblichkeit. r 30 den uns ei»g«sqMea.ArWlen�fic��esunUeitszustatzd UNS der Sterblichkeit nsssen wir f�tstclhen/ d.äß.mach'sWn-laut ups gleichfalls vorliegend«« authentischen Berichten ein Zuzug von vor allem ganz jungen, gesunden Landproleten statt- findet/ daß sich Zlin, welches im Jahre 1921 noch 4678 Einwohner hatte, während Bata im Jahre 1928 zirka 12 000 Angestellt« beschäftigt. aus dem ungeheuren Reservoire einer. an Not und Eni» behrungen gewöhnten und nicht so leicht sich unterkriegen lassenden Landbevölkerung sich immer wieder ergänzt« und immer wieder er- gänzt, während ein Zuzug von Arbeitern in einem etwa für Deutsch- land normalem Arbeiteralter nicht stattfindet. Unzulässige Vergleichsmaßstäbe. Festgestellt sei auch, daß Bata wieder bei Vergleichen mit deut- scheu Löhnen seine chochlöhne für Facharbeiter den Mindestlöhnen in Deutschland gegenüberstellt. Aus der derzeit stattfindenden Ausstellung für zeitgenössische Kultur in der Tschechoslcwakei, die in Brünn gezeigt wird, behauptet Baia auf einer Tabelle, daß der 3. Jahrgang, das sind die Siebzehn- jährigen, ein Wochencinkommen von 182 Tschcchenkronen (8 Tfchechenkronen gleich 1 Mark) erhält Aus einer weiteren Tabelle aber, auf der Bata die prozentual« Eingliederung seiner Ar- bciler und Angestellten in die Lechnklassen der Sozialversicherung zeigt, ergibt sich daß SV P r oz. d c r Arbeiter von Bata unter 171 Tschechenkronen Wochenlohn erhaltenl Diese höchst interessante Tabelle vergleicht die Verteilung der Sozial- versicherten nach den vier Lohnklassen der Sozialversicherung bei Bata und in der gesamten Ischechoslowakei. Die Lohnklassen sind: Klasse A....... Lohn bis 84 Tschechenkronen Klasse B....... Lohn bis 132„ Klasse C....... Lohn bis 171„ Klasse D....... Lohn über 171 In der gesamten Tschechoslcwakei ist der Prozentsatz der Der- sicherten: Klasse A... 43 Proz. Klosse C... 13 Proz. Klasse B... 24. Klasse 0... 18. Dabei ist zu beachten, daß bei dieser Zusammenstellung all« Erwerbsklassen berücksichtigt sind, auch die äußerst niedrig bezahlten Arbeiter in der Landwirtschaft, im Forstwesen, die Haus- gehilfen und Lehrlinge usw. Es folgt daraus, daß dke niedrigst be- zahlten Klassen den größten Anteil der Versicherten stellen. Bei Bata nun, der doch industrielle Arbeiter beschäftigt und zwar in einer Industrie, die derzeit Höchstkonjunktur hat, in der es derzeit fast überhaupt keine Arbeitslos« gibt(die tschechische Schuhindustrie ist mit Auslandsaufträgen überhäuft), ist die Verteilung folgende: Klasse A.., 6 Proz. Klasse L... 23 Proz. Klasse B... 21. Klasse D... 50 Hieraus folgt, daß 50 Proz. der Arbeiter und Angestellten Vatas, selbst wenn wir die Richtigkeit dieser von Data gemachten Angaben unkontrolliert zur Kenntnis nehmen, alio jedenfalls 6000 Personen seiner Belegschaft weniger als 171 Tschechen- krönen Lohn in der Woche erhallen. Wenn aber, wie sich aus diesen von Bata publizierten Tabellen ergibt, die Jugendlichen oon l? Iahren einen Wachenlohn von 182 Tschechenkronen«rhalten, so entsteht für jeden objektiven Menschen die Frage: Wer sind denn die 6000 Arbeiter, die weniger als 171 Tschechen- krönen in der Woche verdienen? Diese Angaben Batas wurden am 26. September 1923 von einem tschechischen Notar im Bataschen Pavillon der Brünner Aus- ftellung festgestellt. Sie stehen in Widerspruch zu eidesstattlichen Aussagen seiner Funktionäre, die in hem Prozeh gegen das derzeit in Deutschland verbotene Buch Philipps./Der unbekannt« Diktator Thomas Bata." zur Diskredz.tieMg her Philippschen Zeugen herangezogen werden.§ Wir wollen zugeben, daß Bata im Sinn« des derzeitigen Sprach- gebrouches und der Rechtsauffassung kein« S-chmutz- tonkurr«nz treibt. Wir haben das in unserem Artikel am 6. September auch nicht behauptet, wenn der Ausdruck im„Vor- wärts" gelegentlich auch an anderer Stelle gebraucht wurde. Bata verliert auch an seinen billigen Schuhen nichts, da der Verkaufs- preis höher ist als der Wiederherstellungspreis. Wir sind aber nach wie vor der Ansicht, daß die vom Landgericht I festge- stellt« Tatsache eines gegebenen sozialen Dumpings gerade aus den Bataschen Publikationen und ihrer kritischen Auswertung hervorgeht. So lange irgendwo in der Welt Arbeiter unter Lohnverhältnisien produzieren, die von keiner Gewerkschaft kontrolliert werden, muß ein Organ der Arbeiterklasse dieses System und seine Auswirkungen immer wieder feststellen. Vota behauptet in seiner Zuschrift an uns, daß bei einer Belegschaft von 12 000 Arbeitern und Angestellten gar nicht kontrolliert werden könne, ob ein Angestellter gewerkschaftlich organisiert ist oder nicht. Mit dieser Acuherung sind die Angaben Philipps und seiner Zsugen nicht entkrästet, denn schließlich müssen die Sekretäre der Gewerkschaften der Schuharbe'ter doch am besten wissen, ob sie bei Vota organisieren können oder nicht. Kupferpreisschraube ohne Ende. preisfleigerung auch an den Zinnmärkten. Wir haben in letzter Zeit oft auf die Preispolilik des mter» vationalcn Kupscrkartells hingewiesen. Früher mußte man künst- liche Maßnahmen treffen, um höhere Preise und eine höhere Prvfit- rentc für die Erzeugung zu erzielen. Man kaufte große Mengen Kupfer an allen europäischen Plätzen, besonders In London auf, um den Widerstand des Handels zu befestigen und die Verbraucher von den Lieferungen des Kartells abhängig zu machen. Diese Politik hatte innerhalb des zweijährigen Bestehens des Kartells großen Erfolg. Der Handel wurde ausgeschaltet. Die englischen Vorräte sind von ungefähr 35 000 aus 8000 Tonnen zusammen- geschrumpft und der Verbraucher kann sein Kupfer nur noch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, vom Kartell beziehen. Seit Mitte des vergangenen Jahres hat nun für die Kupfer- Wirtschaft eine Konjunktur eingesetzt, die sich in den letzten beiden Monaten so ausdehnte, daß die Erzeuger kaum die große Nachfrage befriedigen konnten. Bisher war das Geschäft nur in Europa, besonders infolge der großen deutschen Käufe gut. Jetzt aber hat es auch in Amerika eingesetzt und die Bestände an Elek- trolytkupfer sind seit 3 Monaten im Rückgang begriffen. Ein« so günstige Situation hat dos Kartell natürlich ausgenutzt und die Preise ununterbrochen in die Höhe getrieben, ohne daß eine Rechtfertigung für solche Maßnahmen gesunden werden kann. Man muß nämlich bedenken, daß die S e l b st t o st e n sich besonders in Amerika seit Ausgang des Jahres 1926 ständig weiter verringert haben und daß außerdem die Erzeugung von Jahr zu Jahr größer wurde. Es gibt in den Vereinigten Staaten und auch in Südamerika Gesellschaften, die Kupfer mit 60 bis 80 M. je 100 Kilo herstellen können. Die Kupfcrproduktion wirst zurzeit ungeheure Gewinne ab. Manche Kupfer- gesellschaften in Nordamerika können 40, ja sogar 60 Proz. Dividende verteilen. Nachstehende Tabelle zeigt die Preisentwicklung feit Beginn des Monats: 100 Kilo kosteten am 3. Sept. 17. Sept. 24. Sept. 1928 Elektrolyttupfer... 140 142,25 144,50 M. Blei....... 44,25 44,50 44,50, Zink....... 49 49,75 50,50„ Zinn....... 427 432 450 Man muß nun die Frage auswerfen, wer die Kosten dieser Preis st eigerungen zu tragen hat. Da 78 Proz. der Westerzeugung von Kupfer auf Amerika entfallen, so ist die europäische Wirtschaft, insbesondere Deutschland, fast- aus- schließlich astf die Einfuhr angewiesen. Deutschland entnahm im vergangenen Jahre etwa 16 Proz. des Westoerbrouches und stellt« ungefähr 3,3 Proz. selbst her. Seit Beginn des. neuen Lahres stellt sich die monatliche deutsche Einfuhr im Durchschnitt auf 20 000 Ton- nen im Werte von rund 28 Millionen Mark. Die seit Anfang September eingetretene Preissteigerung bedeutet für Deutschland eine Mehrbelastung von monatlich 850 000 M. oder 10,2 Millionen im Jahr. Auch Zinn ist teurer geworden, obwohl die Erzeugung und die Bestände in den letzten Monaten ununterbrochen größer wurden. Der Verbrauch hat sich in den Vereinigten Staaten gebessert, aber die Spekulation spielle an den Zinnmärkten immer wieder«ine große Rolle. Die englischen Zinnhüttengesellschaften wollen Kurs- steigerungen ihrer Aktien erwirken, und das können sie heute nur durch Preissteigerungen für Rohzinn. Dabei sind die Herstellungs- kosten in der Zinnwirtschast auch gesunken. tl>»tigelud>ul>. f«90 gefällig gearbeitet Branner Spangen- tcfanh mit laut- 090 absalz...- Q Echt Boxkalf- Trotfenr- läft" Spangentchuh Lackipangenichnh, gefälliges Modell, �90 Blodiabsaiz..| Lackspangentdmh In aparten Ausfahrun- gen. mit Block- oder L. 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Dieses Unternehmen, desien Kapital sich zu 90 Proz. in den chänden des luxemburgischen Eisenkonzerns, der Arbed. befindet, sußt in seinem Absatz aus weit ungünstigeren Bedingungen als die Ruhrzechen. Um so größere Beachtung verdient der jetzt veröfsentlichte Abschluß für das Geschäftsjahr 1927/25. Die Gesellschaft hat die Unsitte beibehalten, weder den Roh- gewinn noch auch Unkostenzisfern auszuweisen, so daß in dieser Hinsicht die Bilanz jeden näheren Einblick unmöglich macht. Da- gegen zeigen die Produktionsziffern, daß die Betriebe der Gesellschaft ihre Leistungen gegenüber dem letzten Konsunkturjahr noch erhöht hoben, denn die Gesamtsörderung in den Gruben tonnte um 6B Proz. auf 3,7 Willionen Tonnen und die Kokspro- duttion sogar um fast 10 Proz. auf rund 900 000 Tonnen gesteigert werden. Während die Zahl der Belegschaften ganz unwesent- lich über dem Friedensstand liegt, überschreitet die Kohlenförderung die Produktion von 1913 um rund 27 Proz., so daß abgesehen von den Hüttenarbeitern mit einer Leistungssteigerung von etwa 23 Proz. je Mann und Schicht gerechnet werden kann. Die Dividende von 14 Pro}, gibt über die totsächlichen Gewinne dieses Zechenkonzerns keinen Aufschluß, da sie von der., Arbed' ver- traaegemoß garantiert ist. Dagegen zeigen die Zugänge aus den Anlagen, daß das Uickernehmen auch in diesem Jahre seine Werk« aus laufenden Mitteln auf das modernst« ausbauen konnte. Wäbrend im vergangenen Jahr schon 8H Millionen für Neubauten vorwandt wurden, find 1927/25 nicht weniger als 12K Millionen für den Aus. bau der Betriebe aufgewendet worden. Im Gegensatz zum Bor- jähr«, wo die Betriebsansbauten von dem Erlös der holländiichen Anleihe bezahlt wurden, sind aber die diesjährigen Investitionen zum größten Teil„über Betrieb', d. h. aus laufenden Gewinnen bezahlt worden. Obwohl die bereits im vorigen Jahr um .60 Proz. heraufgesetzten Abschreibungen auf die Anlagen auch in diesem Jahr weiterhin um 0,4 auf 3,8 Millionen herausgejstzt wurden, hat der gesamte Anlagebesitz des Konzerns eine Höh« von fast 4L Millionen bei 22,8 Millionen Kapital erreicht. So undurchsichtig die Bilanz auch im ganzen ist. zeigt sich doch. daß der Konzern im Laus« der letzten beiden Konjunkturjahre eine starke„innere Auswertung' Hot vornehmen können und daß die allgemeinen Klagen über die Notloge des westdeutschen Bergbaues wenig berechtigt sind. Ebenso unberechtigt sind die ün Geschäftsberickü angeführten Klagen über die sortgesetzten Lohn st«ige« ru n ge n. Für die' gesamte Belegschoft von 16091 Arbeitern wurden im ganzen Jahr 36,2 Millionen Mark Lohn gezahlt. Das wäre je Kopf ein durchichmUlicher Monatelohn von 189 Mark. Die Konzerndirektion wird nicht behaupten wollen, daß bei der allge- meinen Verteuerung der Lebenshaltung und der um mehr als 20 Proz. gesteigerten Arbeitsinteniität«in Monatslohn von 189 Mark für die schwer arbeitenden Zechen« und Hüttenarbeiter mvreichend sei. Es kennzeichnet aber den sozialen Geist der Derwaltung, daß sie bei einem derartigen Lohnniveau ihrer Belegschaften bereirs von„bedrohlichen Erscheinungen' spricht. Eiltempo der Konzentration. Seit 1926 um 20 proz. Großbetriebe mehr. Die Statistik der Gewerbeauistchtsbehörden für das Jahr 1927 verzeichnet 6557 045 Arbeitnehmer, die in diesem Jahr in in- dustriellen Großbetrieben mit mehr als fünfzig Arbeitnehmern beschäftigt wurden. Di» Zahl dieser Großbetriebe betrug 31 937 gegen 27 841 im Jahre 1926. Im Krisenjohr 1926 waren in 27841 Großbetrieben nur 5 483 155 Arbeiter beschästigt. Der Neuzugong an Großbetrieben war 1927 fehr groß, er betrug 20 Praz. des Altbeftandes, die Zahl der in den neuzugekommenen Betrieben be« schäftigten Arbeiter ober nur 8,9 Proz. der in in den alten Be- trieben beschäftigten. Diese Zahlen beweisen jedoch nicht die Ab- schwächung der Tendenz zur Betriebskoixzentroiion. Die Neuzu- gänge waren in den Gewerbezweigen, die viel Kapital eriordcrn, verhältnismäßig gering, so im Bergbau, in der Großeisenindustrie, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik. Di« bestehenden Graß- betriebe haben ihre Belegschaft erheblich steigern können. Endlich haben die neuzugekommenen Uiüernehmungen durchaus nicht alle ihr« Selbständigkeit bewahrt, im Gegenteil sind sie zum großen Teil mit arideren Unternehmungen konzernmäßig verbunden oder In Interesiengemelnschosten eingetreten, in der Regel aber den im betreffenden Gewerbe.zweig vorhandenen Kartellen beigetreten. Die Reichsbauk vor dem vierteljahresschluß. Der Reichsbant- ausweis vom 22. Sepiember, dem letzten'Woche, stchluß vor dem gewöhnlich recht angespannten Beginn des Winterquariols. zeigt die Reichsbank bei verhältnismäßig sehr geringer Inanspruchnahme ihrer Mittel sehr stark gerüstet. Die Wechselbestönde sind weiter um 51.7 aus 2034,7 Millionen zurückgeoongen, ebenso die Summe der Lombarddarleben um 35.1 aus 34, s Millionen Mark. Die srem- den Gelder auf Girokonto haben sich um 77,0 aus 575.2 Millianen Mark erhöht. Dem eirtsprichi eine ziemliche Verringerung des Popiergeldumlauss. Der Umlaus an Reichsbonknoten sank um 156,3 aus 4100,1 Millionen, derjenige an Rentenbankscheincn um 9,6 aus 540,9 Millionen. Die Deckung der Noten ist wieder nicht unerheblich vermehrt. Die Goldbestände wuchsen um 25,7 onf 2335,8 Millionen, womit die Noten durch Gold allein die sehr starke Deckung von 57,0 Proz. erhalten. Die Bestände an deckungsiähigen Devisen sanken leicht um 3,4 auf 187,8 Millionen. Die umlausenden Noten sind gegenwärtig durch Gold und deckungssähige Devisen mit 61,5 Proz, gedeckt, was eine um fast 20 Proz, gegen die gleiche Zeit des Borjahres verbesserte Notendeckung darstellt. Der Reichswirlschostsrat gegen Kaufsparkassen. Die Einrichtung von Kausspartossen wurde in der letzten Zeit infolge des Vorgehens des Karstadt-Konzerns besonders diskutiert, der hochverzinsliche Darlehen annimmt, mit der Verpflichtung, daß die betressenden Einlagen zu Kausen in den Karstodt-Warenhäusern verwendet werden müssen. Aus Wunsch de? Reichswirlschastsminisier» hat sich der Reichswirtschaftsrat gutachtlich über die Kauispartaisen geäußert. Nach der Meinung des Rcichswirlschastsrate» ist es zweifelhott. ob die Kautsparkasten den Mißbräuchen des Abzablunasgeichäftes entgegenwirken können. Allzu leicht würden di« Bedürfnisse des Einlegers«inseitig festgelegt. Der aus Anreizgründen gewählte ungewöhnlich hohe Zinssatz könne auf die Hochhaltung der Zinssätze überhaupt und damit au! die Preisentwicklung wirken. Volkswirtschostlich seien dies« Einrichtungen bedenklich: mög- lichen Schäden müßt« nötigenfalls durch Mahnahmen begegnet werden. i Roch Hochbetrieb in der TexkilmaWoemndustrie. Die Gchtt« s bert und Salzer A.-G. in Chemnitz, ein Spezialunter» nehmen für Textilmaschinen, hatte schon im letzten Jahre Gewinne erzielt, die alle anderen Moschinenabschlüsse weit in den Schatten stellten. Bei einem Kapital von 7 Millionen wurden nach Absetzung boher Abschreibungen und Gewinnrückstellungen 3,5 Millionen Mark Reingewinn ausgewiesen und ein« Dividende von 16 Proz. an die Aktionäre gezahlt. Bezeichnend war, daß sich gegen diese Dividendenzahlung noch eine Opposition auf der Ge- neraloersaminlung fand, die für die Aktionär« eine 20prozentize Dividende forderte und.zugleich erklärt«, dag es in Deutschland kaum ein zweites Iliiternehm«,, gebe, daß seine Gewinn eso o er- st ecke und auihäusc, wie Schubort und Salzer. Hieraus �ließ sich also erkennen, in welchem Ausmaß die Gesellichast noch über den ausgewiesenen Reingewinn hinaus Profit« erzielt hatte.— Auch das laufende Jahr hat diesem Unternehmen anscheinend di« gleichen Gewinne gebracht wie das vergangene. Wie die Berwoituitg mit- teilt, war der bisherig« Umsatz gut, und die vorliegenden Aul- träge sickern den Werken bei voller Belegschait Beschäftigung bis mindestens End« Dezember. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, daß die gleiche Dividende von 16 Proz. wieder versprochen wurde. Die Belegschast von 6500 Mann, die all«? andere als glänzende Löhne bezieht, wird aus diesen Dioidendenankündi« gungen die notwendigen Schlüsse ziehen. Bayerische TKoioren-A.-®, bis End« des Jahres voll beschäftigt. Die Bayerische M o t o r« n- A.- G. in München geHarle zu den ganz wenig«» Maschinenunternehmen, die von der schweren Stabliisierungskris« unberührt blieben. Sie tonnt« 1924 und 1925 je 10 Proz. Dividende und in dem schwersten Ärisenjahr 1926 sogar 12 Proz. Dividende auf ihr Kapital von 5 Millionen Work zahl««. Der letzte Abschluß von 1927 brachte auf das ver» doppelte Kapital von 10 Millionen Mark sogar 14 Proz. Dividend«, Aus dem Prospekt vom 31, Juli 1928 zur Ein- führung von 6 Millionen junger Aktien der letzten Äapitalerhöhung von 10 aus 16 Millionen geht eine weitere glänzend« Ent« wicklung hervor. Vierfach erhöht sind di« Anzahlun- gen aus Auftrag«, die mit 5 Millionen Mark erschienen. Daß die aus der Kapitalerhöhung stleb«nden Mittel von 12 Millionen Mark zirm Ausbau der Betriebe benutzt werden, gelch daraus hervor, daß rund 9,3 Millionen Mark Forderungen nur rund 3,8 Millionen Mark Schulden gegenüberstehen Bemerkenswert ist di« Entwicklung der Umsätze im Verhältnis zu den B c- l e g j ch a f t s z i s f e r n. Während die Zahl der Arbeiter im letztet» Jahr um ru>rd 50 Proz. und die Zahl d«r Angestellten nur um rund 30 Proz. stieg, wurde der Umsatz 1927 um fast 100 Proz. erhöht. Die vorliegenden Austräq« sichern den Be- trieben Arbeit bis Ende dieses Jahres. Die verlrusteie hochseesischerci. Die geplant« Verschmelzung t« Cuxhaoener H o chl«« s i sch« r e i A,-G. und der Deutschen DampMifserci A,-G.„Nordsee' in Bremen ist jetzt durch- geführt worden. Wie wir bereits mitteilten, liegt die Annahme nahe, daß weitere Fischereigruppen, die diesen beiden führenden Unternehmen nahestehen, in den Portrustungsprvzeß mit hinein- gezogen werden. Gehen di« weitreichenden Berschmelzungs- plane des Bremer Bankiers Schroeder in Erfüllung, so ist damit zu rechnen, daß von den 362 Jahrzeugen der deutschen Hochsee- fischerei rund 55 Proz. in einer Hand vereinigt sind, während sich die restlichen 45 Proz. aus etwa 25 Gesellschaften z e r- splittern, Do die beiden jetzt verschmolzenen Gesellschostcn ein Kapital von 16 Millionen besitzen, außerdem auch über einen weit- verzweigten und gut organisierten Berkaufsopparat verfügen, so sin.» fk zweifellos in der Laa«, den FUchmarit stark zu beeinflussen. Die Groheinkaussgesellschast Deutscher Konsumvereine wird ihre Stellungnahme zu diesem Dertrustungeprozeß von der tünstigcn Haltung der neuen Gesellschaft abhängig machen und hat daher aus de» immerhin bemerkenswerten Antrag privater Handelsorganisationen, ein Außenseiterunternehmen zu gründen, noch keinen endgültigen Entschluß gefaßt. -- 1 Her ren- W inier-UIstf er der eleßante Mantel für Straße und Reise. Hervorragende Qualität......... 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September 1928 nterhaltung unö Beilage des Vorwärts Friedrich Albert Lange Iu seinem hundertsten Geburtstag am 28. September. Di«„nährend« TOutfer*(ilma mater) der amtlich gestempellen Wissenschaft hat sich den ausstrebenden Bewegungen des„niederen Volkes" zumeist als ein« harte und abweisende Erzstiesmutter er- wiesen. Fügsam und strebsam im Dienste der Machihaber, standen ihre Vertreter dem, was dort in den„unteren Ständen" gärte und wallte, ohne Verstehen und Mitgesichl gegenüber. Es ließe sich«ine lange Geschichte erzählen: von den Hochschullehrern, die in finsteren Jahrhunderten Inquisition und Hexenwahn verteidigten und die Folterqualen gegen aufbegehrende Leibeigene guthießen, bis zu den gelehrten Kapitalssachverwaltern, die noch heute den Frondienst der Massen, Diktatur und Lölkerschlächterei von der Höhe ihrer Katheder mit dem Glanz der„Wissenschaft" umkleiden. Wie wohl tut es, gegenüber solchen Vertretern des Absterben- den«inen der Wenigen zu betrachten, denen Wissen und Lehramt heiliges Gut stnd, mit dem sie, unbekümmert um Lohn und Lab von oben, nur ihrem Gewissen, ihrem Volk und der Zukunft der Menschheit dienen. Einen Mann zudem, der als einer von ganz wenigen Freiheit und Mut des Denkens genug ausgebracht hat, um der sozialistischen, von.Wissenschost" und Staatsgewalt gleicher- weise verfemten Lehre und Bewegung Verständnis und Gerechtig- lest widerfahren zu lassen. Friedrich Albert Lange(1828— 1875) war der Mann einer Uebergangszeit. Das liberale Bürgertum, das in der Wirtschaft schon die maßgebende Stellung errungen hatte/ kämpfte noch um seine Geltung in Staat und Gesellschaft. Wer hätte ddfoftls gedacht, daß es mit so wenig Tapferkeit und Opserwilligkeit dem schon überwunden geglaubten reaktionären Gegner eine Stellung nach der anderen räumen, seine ganze Kraft aber gegen die hinter ihr zum politischen Dasein aussteigende Arbeiterklasse wenden würde! Diese aber lebte, soweit sie schon über den Stand der schnaps- umnebelten llnterproletarier emporgestiegen war, in ihrer Mass« wirtschaftlich nach in engem Zusaininenhcmg mit kleinbürgerlichen Daseinsformen, während es gelst'g mit den Gedankengängen fremder Klassen erfüllt war, seien sie kirchlich, militär-patriolisch oder auch bürgerlich-austlärerisch und demokratisch gefärbt. Hatte sich nach dem Zusammenbruch der Reaktionszeit in der„neuen Aera" van 1858 an eine lebhaste Bildungsbewegung, die zum Teil(so in den Konsumvereinen) auch schon auf wirtschaftliches Gebiet übergriff, entwickelt, aber ganz unter bürgerlicher Führung stand, so begann bald, ausgehend von der Opposition im Leipziger Arbe'terverein, eine bewußt proletarische Bewegung ihre ersten Keimblätter zu entfalten. Sie knüpfte an die Ansätze der Borreaktionszeit an: Weitlingsch« und Marx-Engelssche Gedankengänge aus den Revo- lutionsjahren, und schlug in der von Lassalle entfachten Bewegung plötzlich mit starker Kraft empor. Es war neben diesen von Anfang an antikapitakistisch eingestellten Bereinigungen vor allem der bürgerstch geführte Vereinstag deutscher Arbeiter. verein«, in dem von 1863 bis 1868 die innere Klärung sich voll- zog und der Grund.zur Sozialdemokratischen Partei(Eisenacher) gelegt wurde. Hier war das Arbeitsfeld Friedrich Albert Langes. Er stammte wie Marx und Engels, wie Freiligrath, Ritting- hausen und Bebel, aus dem preußischen Westen, dem großen rheinisch-weftsälischen Industrieland, dos zuerst durch die Franzosen- Herrschaft mit modernen Venoaltiings- und bürgerlichen Gleichberechtigungsgedanken vertraut geworden, zuerst aber auch von einer großen Industrie beherrscht und von innen her umgewälzt wurde. Seine Heimat war Wald bei Solingen, sein Vater, Ab- kömmling westfälischer Bauern, evangelischer Pfarrer strenger Richtung, wurde, als der Sohn 11 Jahre zählte, als Professor an die Universität Zürich berufen. Sa lernte der Sohn den Gedanken- tnhalt des Christentums und idealistischer Philosophie wie die Praxis eines zur vollen bürgerlichen Demokratie ausstrebenden Volkes aus nächster Rahe kennen. Auf den Universitäten Zürich und Bonn ausgebildet, wird er 1852, vierundzwanzigjährig. Gymnasiallehrer in Köln und drei Jahre später Pnvatdazent der Philosophie in Bonn, dann weder von 1858 bis 186i Gymnasiallehrer in Duis- bürg, mitten im Riederrhein-Ruhrgebiet mit seiner gewaltig empor- wachsenden Berg- und Hüttenindustrie und dem stärksten Fluß- güterverkehr Deutschlands. Es war die Zeit, in der in Preußen das nach zehnjährigem Schlummer erwachte liberale Bürgertum zum Kampf gegen den innerlich überwundenen, aber noch in allen äußeren Machtstellungen fitzenden konservativen Feudalicknus antrat. Fortschrittspartei, Rationaloerein beherrschten das Feld. Für die kleinen Leute war Schul., e-Delitzsch mit seinen Genossen schasten„König im sozialen Bereich". Longe warf sich, noch des Glaubens an die liberalen Be- ftrebungen voll, in diesen Kamps. Cr lehnte es ob. sich den Er- laflen des reaktionären Kultusministers v. Mübler, der die Lehrer auf die konservativ« Wahltattik verpflichten wollte, zu fügen, und beantwortete den„nachdrücklichsten verweis" des Provin�ialschul- krlleaiums mit Niederlegung seines Amtes. Das war 1861, noch vor dem Beginn des Berfassunoskonflikts. Das Bürgertum trat für feinen Vorkämpfer«in. Er nr.-rde Schriftleiter einer Zeitung und Sekretär der Handelskammer Duisburg. Mithin Vertreter der Unternehmerinteressen, deren Unvereiilbarkeit mit denen der Ar- beiter ihm erst mit der Zeit und eben durch diese Tätigkeit klar werden sollt«. Mit vollem Eiser war er daneben in der Arbeiter- Vereinsbewegung tätig. So wurde er Vertreter am zweiten Der- einstig deutscher Arbeiterverein«, der im Oktober 1864 in Leipzig stattfand, dem Sitz des führenden, damals schon von Bebel ge- leiteten Vereins. Bebel, der mit ihm dem ständigen Ausschuh des Dereinstages angehörte, widmet ihm in seinen Erinnerungen(„Aus meinem Leben", 1.) einen besonderen Abschnitt, in dem er ihn emen der Besten nannte:„Er war einer der liebenswürdigsten Menschen, die ich kennen gelernt habe, der auf den ersten Blick die Herzen eroberte. Dabei war er«in Mann von festem Charakter, der aus- recht durchs Leben ging, den Maßregelungen nicht beugten." Bebel erzählt, daß Lange stets auf der linken Seite stand und noch links drängte: Wohlverstanden in einem Kreis, In dem nberwiegeno Bürgerlich« saßen: einseitig kapitalistisch Eingestellte, wie Max Wirth und Eugen Richter, demokratische Männer der Naturwissenschaft, wie Roßmäßler und Ludrmg Büchner. Sozialpolitiker verschiedener wie B. A. Huber und Sonnemann, Arbeiterführer wie Max Hirsch und der damals auch noch nicht sozialistisch gesinnt« Bebel. Laiige sprach zur Äenossenschaftssragc und betonte dabei, im Gegensatz zu Eugen Richter, daß es darauf ankomm«, daß in den Konsumvereinen stets die Arbeiter selbst die Verwaltung führten. Vertreter anderer Kreise nur als Ratgeber wirkten. Seine arbeiterfreundliche und scharf oppositionelle Politik war den niederrheinischen Geschäftsleuten, denen er als Handelskammer- sekretär dienen sollte, schon lange unheimlich geworden. Als er nun Im Jahre 1866 wie Bebel gegen die Bismarcksche Kriegspolitik Stellung nahm, war dort seines Bleibens nicht länger. Er gab die Stellung auf und zog wieder, dem Ruf seines Freundes folgend, in die Schweiz, um in die Leitung einer demokratischen Zeitung in Winterthur einzutreten. Dort wirkte er wacker in Gemeindepolitik und Bildungsarbelt, namentlich aber bei der demokratischen Cr- Neuerung der Züricher Kantonsversassung, die 1868 zustande kam und lange vorbildlich geblieben ist. Ihm ist die Aufnahm« des Art. 23 zu verdanken:„Der Staat schützt und fördert auf dem Wege der Gesetzgebung das geistige und leiblich« Wohl der arbeiten- den Klassen und die Entwicklung des Genossenschaftswesen." 1876 wurde ihm die Professur der indukttoen(auf Erfahrung beruhenden) Philosophie in Zürich übertragen, die er 1873 mit einer solchen in Marburg vertauschte. Dort starb er nach jahrelangem Leiden am 21. November 1875. Lange hat er nicht die Wirkung geübt, die seinem Wissen und Können, seinem ehrlichen Wollen gemäß war. Zum Führer in entscheidungssckwerer Zeit berufen, blieb ihm der unmittelbare Sin- fluß auf die Massen versagt. Stärker und dauernder als durch fein persönliches Auftreten h-at er durch seine Schriften gewirkt. Davon gehören zwei zu den unvergänglichen Schätzen unseres geistigen Besitztums: Die Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutting in der Gegenwart"(1866) und„Die Arbeiter- frage"(1865). Die„Geschichte des Materialismus' behandelt tssese in der Geschichte der Philosophie von Anbeginn an immer wieder- kehrende Geistesrichtung in gründlichster Darstellung. Sie würd'gi ihr« Bedeutung für die Förderung der naturwissenschaftlichen Er- kenntnis, ohne sie als eischöpsend« philosophisch« Welterklärung anzuerkennen. Als Lösung des Gegensatzes zwischen Natur- beabachtung und Bedürfnis nach einer das Gemüt befriedigenden Weltanschauung predigt er den„Ttondpuntt des Ideals": eins Er- ganzung der Wirklichkeit durch eine vom Menschen selbst gcschafsene Ideenwelt, in der die höchsten und edelsten Funktionen seine» Geistes zusammenwirken. Im Sinne der philosophischen Dichtung Schillers soll die freie Poesie den Boden des Wirklichen ver- lassen und zum Mythus greisen, um dem Unaussprechlichen Worte zu verleihen..." „Die Arbeiteriroge" war zunächst als ein Leitfaden gedacht, der auf wissenschaftlicher Grundlage den Arbeitern das Zurechtfinden auf dem verwackelten Gebiet der sozialen Tatsachen und Kämpfe erleichtern sollte. Da sie sich nicht streng aus den Boden einer der miteinander kämpfenden Rillstungen stellte, wurde sie von den Arbeitern kaum beachtet, darum in den späteren Aus- lagen mehr für missenschaitlich geschulte Leser bearbeitet. Blieb ihr so der Einfluß aus die Tageskämpfe versagt, so hat sie doch keinen geringen Cim'ülß aus die geistige Schulung zahlreicher Sozialpolitiker, auch vieler Sozialisten geübt. In den von Mehring herausgegebenen„Sozialistischen Neudrucken" ist sie in ihrer ur- sprünglichen, aus der unmittelbaren Mitwirkung in der Arbeiter- bewcaung geborenen Form wiedergegeben. Wenn Lange am Schluß seiner Geschichte des Materialismus fegt:„Glückliche Naturen treffen den Augenblick: niemals aber bat der denkende Beobachter ein Recht zu schweigen, weil ihn für jetzt nur wenige hören werden", so gilt für seine Lebensarbeit, daß sie lange nach seinem Tode fruchtbarer geworden ist als zu seinen Lebzeiten. Mochte im Sttudel der heftigen Parteikämvfe jener Zeit die besonnene und durchdachte Stimme des philosophischen Beurteilers vom lauten Getöse des Meinungsstreits übertönt werden, so findet man beim Studium der„Zlrbeitersrage", wie vieles davon in seiner Beschränkung aus das Sachgemäße und Mögliche und zugleich in seiner weitreichenden Folgerichtigkeit erst heute, in der Demokratie und auf dem Boden der festgegründetcn und dauernd zunehmenden Orgamsationsmacht der Arbeiterklasse seine volle Tragweite gewinnt. Langes größte Bedeutung ober liegt in der tief innerlichen Verknüpfung der wirtschaftlich-soüalen Umoe- sialiunq mit der Wissenschaft von der Welt und dem Menschen, mit den Forderungen der Erfüllung des Menschentums Im Geist einer sittlichen Erneuerung der einzelnen und der Gesellschaft. Simon Kotzen st ein. Oer Steinbrecher. Von Heinrich terfch. Im glühenden Sonnenbrand steht ein Mann auf der Straße und schlägt mit einem Hammer, den er zweihändig, wie«in Schwert packt, auf einen Stein. Der Hammer klingt, klingt beim Rundschlag durch die Luft, bis er wieder auf den Stein knallt, Steinsplitter fliegen. Die Dein« brcst gestellt, breiler noch, wie der dicke Stein, stemmen die Füße sich in die Steinbrocken. Bor fünf Minuten, als ich die Bergstraße abwärts ging, sah icb ihn, mit braunem Oberleib, gegen die weiße- Kalkselswand stehen: ich gehe vorüber, er sieht mich nicht, er sieht Immer auf den Stein vor seinen Knien und immer nur aus die ein« Stelle des Steins, wo der Hammer niedersaust. Welch ein göttlicher Steinbruch: Auf dieser Insel, mitten km Meer, vor einem Felshaupt. tausend Fuß aufsteigend, vor einem Golf mit blauem Wasser, auf dem die weißen Riesenvögel, Segelschiffe in südlicher Takelung, mit weit geblähten Segeln, fahren. Er sieht aus einen Golf, der in seinem großen, runden Schwung dl« schönsten Land- und Meerschasten von Bergen, Städten und Wasser vereinigt. Der Vesuv sendet die unaufhaltsame Girlande, leuchtend weiße Rauchwolken in den Himmel, der von zärtlichem Blau über- schwillt. In diesem Paradies steht der Mann und schlägt Steine. Ich kann an keinen Menschen, der mit einem Hammer schlägt, vorbeigehen. Allzulange habe ich selbst den Hammer in den Händen geschwungen. Aber solch einen schönen Kerl habe ich selten gesehen. Er hat keine dicken Arme, die bei uns von Muskeln wie Knollen geschwellt sind. Gleichmäßig spannt die rund« Wölbung des Oberarms wie eine Brücke von der Schulter zum Ellenbogengelenk. Auch die Unterarme sind nicht so eckig wie unsere sehnenharten Zuschläger- arm«: er scheint noch ganz unverbraucht. Auch krallen die Hände nicht krampfhast um den Hammerstiel: ich muß immer auf meine Hände sehen, die sich schämen,— meine Finger sind häßlich« Krebs- scheren, die sich in das Holz einbohren können, als wollten sie es zerkrallen. Seine Finger fassen den Sti�l, wie der Geiger die Hand um den Geigenhals legt. Ich bewundere seinen Rücken, der mit brauner Sommersarbe bedeckt, gar nicht nackt scheint. Der glatt und blank glänzt wie dos braune Fell eines wohlgepflegten Pferdes. Der Rücken wird in den Hüsren schmal, schmaler noch durch das angespannt« Atmen, das die Schultern weitet. Von den Lenden fallen die grauen Hofen, die viel zu kurz sind, zu den Knöcheln: sie müßten bis auf die Füße fallen, damit dieser schwingend« Mann eine breiter« Basis hat. Denn der Körper schwingt in den Kugelgelenken der Knöchel rund, im gleichmäßigen Kreisen des Hammers, schwingt wie«in großer Kreisel, der auf seinem Mittelpunkt um so fester steht, als er schneller schwingt. Und so uminterbrochen schwingt der Mann den Hammer, daß ich, der ich doch etwas vom Schlag,» verstehe. ihm zurufen will:„Verrückter Kerl! Nun ist es genug!" Der Stein stäubt, aber er platzt nicht. Stücke springen, doch er bleibt ganz. Ich wart« nun noch, bis er übermüde den Hammer fallen läßt. Dann will ich ihn aufnebmen und mit meiner frischen Kraft oersuchen, den Stein zu-erschlagen. Endlich werden die schweren Schläge matter, die Kreise kleiner, und der Hammer ruht »ine Weile aus der blank und glatt geschlagenen Fläche. Ich komme nicht dazu, dem Mann den Hammer abzunehmen. Wie er ihn hingestellt hat, lacht er vor sich hin, kniet vor dem Stein, als wollte er ihn umdrehen. Doch er packt ihn nur mit seinen Armen um den zackigen- Leib, schüttelt ihn unwillig, rüttelt ihn,»yd dann tatscht seine Hand ihn oben, rechts und links und von allen Seiten an, klopft ihn sozusagen auf d!« Schulter, aus den Rücken, ans den Bauch und verabschiedet sich laut:„Ah. mein Freund, du bist genau so eigensinnig wie ick. Warte, Stein, bis morgen früh, dann wollen wir sehcn, wer der Stärkere ist!" Er nimmt den Hammer aus dte Schulter, trägt ihn oben ins Geröll,»erbirgt ihn in einer Hoble und klettert herab. Dann klapst er sich Staub Prd Splitter von der Haut, reibt den Leib mit einem Schweißtuch ab und zieht sich ein knallgelbes Hemd an. Ich habe mich gewandt und gehe langsam voran. Zlls er mich einholt, sag« ich ihm. daß ich ihm zugesehen habe. Wir Nordländer hätten an seiner Stelle, wenn uns der Stein so lange ärgert, den groben 5Aotz gespuckt und mit Verachtung gestraft. Das Stein- schlagen sei doch eine harte Arbeit. Der Mann lacht an mir vorbei und sieht über den blauen Kols hin, sieht über d!« Weingärten zu unseren Füßen, sieht über die Halbinsel von Sorrent und iveist aus den Vesuv, der die Rauch- walke steil in den Himmel schickt. „Da!" sagt er und weist auf den Fuß des Feuerberges,„da hob ich Vasalt und Lowe gebrochen. Da weint selbst der Hmnn-er über die harten Steine! Zldio, Signore!" Cr wendet sich in den schmalen Weg zwischen Mauern» der zur großen Marina, zum Meer führt. Dort legt er seine graue Hof? und das gelb« Hemd zwischen die Felsen und treibt seinen braunen Leib wie ein Delphin durch das blaue Wasser. Ab und zu stößt«r aus semer vollgeschöpften Lunge Lust. Dann sieht er vor sich die sorrentinische Halbinsel und den Vesuv, an dessen Fuß der Haimner über die harten Steine weint. Ich denk« über das verlorene Dasein von Millionen unserer Bergleute nach, die mit nacktem Leib zwischen den Kohlen liegen, wo der Schweiß Rinnen in die schwarze Staubhaut weint, tausend Meter unter der Erde. Und wenn diese Bergleute Feierabend haben, dann küßt kein blauer Golf mit heilsamem Wasser das Leid von staub- und schweiß-verzerrten Gesichtern. Die nordischen Kollegen müssen sich mit viel Reiben und Seife in einer Waschkaue reinigen. Und treien sie hinaus in die Freiheit, dann sehen sie über ssch immer nur den grauen Dunst von Herne oder Hamborn oder Hörde und gehen in die Wohnhöhle einer freudlosen Zeckenkolonie. Nie aber werden sie die Bläue dieses strahlenden Himmels, das goldene Leuchten der abendlichen Berge um den rebenumgninten Golf sehen, und nie von der schmeichelnden Kühle dieses heiligen Meeres gestreichelt werden. Ich fühle mein Herz hart werden wie den Hammer, und meine Seele weint wie der Hammer, nutzlose Tränen über die Basalt- und Lawabrocken der Menschen, die uns unter Tier und Maschin« erniedrigten. Da fällt mir das Wort des Steinhauers ein: „Aspettc, Sasse», st'va clomani!" Worte, du Stein, bis morgen! Dann wollen wir sehen, wer der Siärlcr« ist! Die Wiege de» Menschengeschlechts? Die englisch« Expeditton, die die Kalahari-Wüste in Afrika durchquert bat, gibt jetzt einen Bericht über ihr« wissenischafilichen Ergebnisse. Der Geologe Pros. Mannen hat sestgestellt, daß in diesem Gebiet keine geolegilchcn Veränderungen seft dem Auftreten des Menschen vorgekommen sind, und auch die beiden anderen Gelehrtem Dr. Eable u-id Dr. Ca in er on. sind der Ansicht, daß man genügende Vemeif« für die Annahm? gesunden hat. Afrika und nicht Asien sei die Wiege der Menlschbeit. Die ersten Menichen hätten sich in dem damals ausgezeichneten Klima der Kalahari-Wüste«ntfaltet, und die dort noch lebenden Busch- männer feien ihre Nachkommen, ,/i»«ei> 1(1: diese Jhitril mir an das ZrgendseNelakla». Jlcrfln SW 6fl,«indenilraße S Abrechirnirg deute zwischen 17 und 19 Uhr im neuen Raum, Lindensir. Z. 2. bos, 2 Tr. links. FL» dl« Iugendwril)« am kommenden Sonntag Im chrosten Schauspielstau» werden Heiser gebraucht. Ingendgenosflnnen und genossen, beteiligt euch recht zahlreich! Trcfspuntt pünktlich 9 Uhr Eingang Schrssbauerbamm. Heule, Areilag, 19f4 Uhr. Hansa! Heim Zochumer Etr. 8K:„Etellung grostcr Sozialisten zur Reil- gion".— Moabit I: Ediule Wald:r.scrftr. 21:„co-, ohsmua in der tzamilie".— iNaabit IT: Schule Lehrter£tt. 18—19: IS-Mi nuten-Rcscrate.— Faliplatz II: Echule Eonnenburgcr£tt. 20:„Sernelle Fragen". 8. Teil.— Helniholtzplatz: Echule Echerenbcrgstr. 7:„Verlans unseres tzugendtagrs".— Hohenschönhauic»: Heim Freierwolder£tr. 5—6: Bericht von Eortmunb.— DSrtber Plast: Schule Nastaniei-allce 82:„Katastrophen in der Stcrnenwclt".— Lndreasplast: Heim Brommvstr. I:„Freie Kewerks�aften und Arbeiterjugend".— Rolenthalcr Vorstadt: Wir beteiligen UNS geschlossen an der KrelSmitgsiederversammIung Tresspnnkt Uhr Rosenthaler Plast.— Mariendorf: Alte Schule, Torfstr. I: „Prolciarische und bürgerliche Zugendbewegung".— Brist, Srvßsiedlunn: Vor- Haus, Ehaussecstr. 48: Mitgliederversammlung.— Bohnedors: Heim Wachtcl- Nachd«m die Kunstwissenschaftler Riegl und Schmarsow die kritische Grundlage für die Erkcnntis der mittelalterlichen Kunst geschaffen haben, ist es leicht, die gewonnenen Resultate in einem Referat zusommenzufasien. Herr K r o g m a n n spricht über das seelische Empfinden in den Kunstwerken verschiedener Zeiten, inner- halb von 30 Minuten. Er zieht dabei einen Querschnitt von Riegl bis Wölfflin und Worringcr. Er referiert gewissenhaft über das Kunstwollen von der Antike bis zur Renaissance. Aber dieser Vortrag sagt dem Laien überhaupt nichts, da er die Kenntnis vieler Bilder und Plastiken voraussetzt und nicht durch anichauliche Reproduklion unterstützt wird, und der kunsthistorisch Gebildete kennt diese Dinge. Mit dem Vortrag„Tendenz und neue Sachlich- keil" schließt Hermann K a sa k seinen Zyklus„Kutturfragen in der Literatur�. Abkehr von der Romantik, vom persönlichen Gefühl und restlos« Hingabe an die Wirklichkeit bilden den Generalnenner für die moderne sachliche Kunst. Sie ist ein Zeichen für die Be- jghung des Lebens. Dies die Grundgedanken der Kasakschen 2lus- führungen. Nachmittags ein gutes Konzert unter dem Titel .Italienische Musik". Das Programm bringt Werke aus dem 18. und aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts und zwar Kompositionen, die nicht allein mit einer virtuosen und raffinierten Technik protzen. Am Abend dirigiert Alexander Szenkar Werke der Russen Strawinski und T s ch a i k o w s k l C>n Rhyth- miker vom hohem Grade, der gieichzeiiig auch den Klang des Or- chefters berücksichtigt und auf dramatische Ausprägung der Kon- traft« im Tempo hinarbeitet. Seit langer Zeit wieder ein Konzert. das für manche Enttäuschung entschädigt. F. S. 1hb«r. P«nZ!auer Bc-g. Ab 29 Uhr Babrn im Stadtbad Oderberger Straße, samtliche radiahrinden Kam«. rad-n 20 Uhr bei Burg. Steglist: Iungmannschait Lefeabend Zügen»?«'» Allrcchtftr. 470 Uhr Versammlung bei Scholz, Friedriidslr. 81.— Sani»- tag, 39. September. Krri» Süden: Tie Ortspereine liehen 14 Uhr marsc>i.«rctt am Bhf. Königswnflcrhanlen. l. Staffel Neukölln-Treptow, 2..StaifeI Krcu». hcrg.Temvelhof. Mitte: 8 Uhr Antreten mit Fahnen und EpieUenten Neuer Markt. Autofahrt nach Königsmusterhausen. Fahrgeld 50 Pf. Sictoaren: 9 Uhr Antreten in Vannerkle.dung zur Fahrt nach Fricdrichstelte. Rückkehr etwa 13 Uhr. Moabit: Kleiner Fieraarten:: Westen: Bülowbogen. SchSne. berg-Friedenau: 14 Uhr Sportplatz Rheingau-Schule. Friedenau. Handballsp.il argen den»Zugendrlud der ll>5. Schule. Besuch aller Kameraden ist Pflicht. TcmpclhokiN) Uhr Hafen Tempelhof Antreten zur Autofahrt nach KSn-gswuster. Haufen. Pflichtveranstaltiing Rc»killn. Britz: Pfli»tantr«ten«önigswuster. Haufen. Abfahrt l?'i Uhr Sörl. Bhf. Treptow fOrtsvcrein): Pflicht-eran. stoltung Kön'gswusterhaufcn. Abfahrt 134» Uhr ab Nicdcrfaiiineweide..-.ug Königswusterhanfen. Köpenick: Kameradschaft Bohnsdorf und Erüna« Antreten 12". Uhr m't Fahnentelcaat'on de, Ortsoereins Bhf. Grüna». Fahrt nach Kcnigswnsterhanfen. Reinickendorf lOrtsvcrei»)! 8 Uhr Sumkmldt-Mühle Tegel Antreten zum Ansmarfch. Adlcrrhof: Beteiligung am Pcpublilanischen Tag in Kün'aewnsterhausen. Pllichtveranstaltung. Abfahrt Z'ahnhos 1.3 24 Uhr. Kaiser- sport-Bbt.: Antreten l2'3 Uhr am Bhs. Grünau bzw. l3>-2 Uhr Bhf. KSn-gs. musterhansen»nm Ncniiblikanilchen Tag dortsell'st. Blguer Anzug und blau« Mütze. Marine-Adt: Antreten 8 Ubr zur Geländeübung Sumdo'dt.Mllhlc Tegel. Eharlottenbnrg, 4. Kameradschaft Stuttgart: Freitag, 28. September. 20 Uhr. Versammlung in Grimms Bierstuben, Kaifer-Friedrich-SIr. 83. Wichtige Tnats- ordnung— Lichtenberg: Frettag. 28. Ecotemdcr, Kameradschaft Travcplatz. Tie säll'oe Sitzuna findet nicht statt. Tafür Sonnabend, 29. September. 20 Uhr, gemütliches Beisammensein sämtlicher Kameraden mit Familien bei Seipke. Aöbcitcrckklperanto-Bund. Am ssre'tag, 8. Oktober, 20 Uhr, beginnt für Wcddinq ein Anfänaerkursus im Jugendheim See-, Ecke'Nurinrr Straße. Klcinkaliber.SchLtcnnerein Republik. Köpenick iOrtsncrein): Sonntag, 30. September, ab 9 Uhr im Sporilokal Wilhelmshof am Bahnhof Hirschgartcn. w-IIerbettchi der»Nenkstchen weklerdteaskskelle Berlin und Umgegend lRachbrnck Nerboten.' BewölkiinaZzimabtne. verein-ett Ricderichtäae. tiibl. — Für Oeukschtand: Am Süden keine Acndening. in Nord, und Lstdeinlch» iand zunehmende Bewölkung, besondeis im Nordwesten und Osten Nieder« ich'äge. Verantwortlich für Politik: Dr. anrt Geyer: Wirtschast: G. tuingelhölcr; Dewerkschaftsbeweglina. Fried-. Gtzkorn: Feuilleton: Dr. Zohn Schikowski: Lolole« and Sonstiges: Frist Karftödt: Anzeigen: Tb. Sl»ck«. iämtlich in Berlin Verlag: Borwäris-Perlag G m d H.. Berlin Druck: Borwärts.Luä'drnckcre« und Berlagsonftalt Paul Singer u So. Berlin KW 38. Lind-nstraße» Hierzu 3 Bellagen..Stadtbeiloge" und.Unterhaltung und Bissen". 9 LsIpziscrStrasse* Alcxanderplatz» Frankfurter Allee• Belle-Allience-Strasse• Brunnenstrasse« Kottbuser Damm* Andreasstrasse* Chausscestrasse (DoiiMrls-QerMotteris demnächst Ziehung Lose zu SO Pfennig an allen unseren Kassen erhältlich Insgesamt 2344 Gewinne, darunter 1 AuioV I D-Rad und 1 Kerren-Zlmmer Mengenabgabe verbsfialten SeischeS fleisch Pa. SCli5fEln?liaCÖl«da« Bailag«, Pfund 98pf. Pa. SiiiSCine-SräuIlErtilstt...... Plöns 1,06 SPa. ScteicBsciiinkenchr» reihge.m 1,15 Pa. ScliSBineliaGiffl nnd-Scbalt,. s Beilage, ohne Schwarte..Pfand l,!o Pa. JciiwciBßkolelell............ pi«nd 1,28 i Fe. Kassier müd.................. piuna 1,18 Pa.EiS!j6lll mit Spitzbein, gcpOielt, Pfd. 60pI. Pa. EÜCHßnlßll drattert.,» Schwarte, Ptd.?4pt. Pa. KaivWlvolöelllöKrli pinnd r°° 1.00«» Pa.Si:uE()l11eiZl!lllU°I«. o. Knochen, Ptd. 1,24 Pa, RBülailB...................... Pfand 1,34 Pa. Jtialiöiieiscli................. Plnnd 1,28 Pa. SnDDGßDeisöi........ pinnd von 88pf.»» | i*a.tf.Kinder»ungen m. Schlund, Pfd. 9SPk KalbSlIhßsin ofm« Beilage......... P.'ond SÖPf. 1 LaiiisniBrenbralen oim« Beilage, prond 98pf. Pa. filaderkdieD ohne Knochen, Pfand 54pi. I Pa. PinteiBösr.................. Pfand 1,28 I Fa. Taig eelbstaasgelassen. Pfand 5t)' Pol Pökelkaomi mud............. Pfand 1,16 GefvZevfletttb Fa. Bcfisenscilinorilelsdl Keule, eh. Kn., Ptd. 1.12 Pa. OcbsengnlBSÜl«he» Knochen... PtundZSPl. Pa. Ctäsotsappeiiilcisöl..... Pkund voröZi-f.an Ca. EailliaBiVOrßcrilSiSCll.... Pfand rooTZPl.an I Pa, Emdgrlimgea.............. S... Pfand zopk. Pa. Rlndertozaii...............".... r fand 58 ig. Pa. ünhanler..................... Pfand 2$pi. Pa.SchvreiüBkÖpfe mit rettbacke.. Pfand 69Pf. Flelteh, Wild, SeflOgel, Flache, Obit und ComOi««Ind von Vercaod agagesehlosse« Wuvftwaven MOe und Kmtchevwaven l?olivur5l......... Pfand TOpt Schinkenedten..Pfnndl,20*Scheil(isch...... Plund 28pk.*Leb. Karpfen..Pfand 1,20 Feller Spedt....Pfand 1,20*RolbarsohneKorf,pfd.34pf.*Leb. Schleie..Pfnnd 1,35 SÄinkenpolnischeptd.1,35'Seelachs ohne Kopf, Leberwurst..... Pfund 70pt Sülzwurst........ Pfand 90pt Sdiwelnskopf in Gelee, PM. 90Pf. Spedcwurst...... Pfnnd 95pk. Dampfwurst.... ptnnd95pf. Hausm.-Leberw. pm.1,05 Grobe Meltwurst pid. 1, 1 0 Knoblauchwurslpiand 1 ,20 Fleischwursf..... Pfand 1,20 Meli WUrslBiionsehw.»rl Ptd. 1,35 Hildesheimer..pinnd 1.50 ff. Leberwurst.. Pfand 1,60 Schinkenwurst..Piund 1,65 Teewurst........ Pfand 1.75 Zervelal u.Salami pid.',80 Schinkenspeck.. Pfand 1,80 ÜO JVOp», Jj-s ganze Fische....... Piund 4ÜPf. 'Kabliau 1. ganzen, Pld. ckOpk. Nordsee-Lachs Pfnnd 50pf. *Leb. Hechle.... p.nnd 1,35 Fellbücklinge pfd.35a.45pt Sdicllfisdl........ Pfand 38pl Makrelen........ Pfand 4 Pt Bundaale........ Band 35pt Seeaal.......... Pinnd 80pf. •Nor Leipziger Strasse, AUcc, Kottbuser Damm, Alexaadcrplatz, Franktnrter Belle-AlIiauce-StraBse Jagdwurst....... Pfand 1,20 Fefldarmwursiwi»t«i..P(d.?,35 M«se und Fette Frühslücksksse Stack 1 3Pk. Tilsiier«oiuett...... ptd. 1,05 Camembert nnuii. Sc«i.20pf. Qauda voiifett... p/und 1.18 Porlug. OsSsardinsn � 85p Allg. Stangenkäse pid 68pf. Edamer halbfett.. Pfand SÖPf. Gauda halbfett..Pfand 88Pf. Tilsiter ohneniade, Pfand 95Pk. Bayer. Schweizer Pfd. 1 ,48 Margarine Pfund 52. 62pt Bratensdimalz.. Pfand 85pt Sbst und Gemüse v/eisskohl BoUäad.. Pfd. 7Pf. Essbirnen....... Schmorgurken 4Pid. 35pf. Möhren gewaschen, Pfnnd 8pf. RotkohlHcllindisch.Pfi 9pk. Wirsingkohl MUsd, Pia. 9pf. Sleinbuscher vonf„mS8pt Kokosfett i-pfandPat.62pr. Tilsiier Käse..... p/und SSpc Tafelbutter...... piundl.stS Kolonialwaren Burma-Reis..... Pfand 22pt Eierfadennudelnpid. 42pt Rinderfeit l-Pfand-P»t.52Pk. 6:o:,Kf. 10 Fl. „Valencia", vollsllsser roter- Ucss.rtveln................. 4 25 4 QOO Eraheer-uudKirichwe.n.pa.Qaalit.J I\ mm 1927 er l eitraamilch, lieblicher: i, Fl. 10 FL Uamenwein.............. � cn � rmnn 1S26crWiltir9cr,angenehm.Mosfl I'S t| ELu Oiig. Insel Sauai u. SonnrngtrincrJ I 1•# 1927er Mlerstsiaer Oomthal...z'.FL 10 Fl 1926 er Crarea, süsser weisser I � tc»«.-n Bordesnawein....: T*5. Weiter wird sich der Derwaltungsrat mit den Maßnahmen zu befassen haben, die durch die von der lt. Internatio- ualen Arbeitskonferenz angenommenen Entschließungen notwendig geworden sind. Ebenso hat der Derwaltungsrat die Beschlüsse de- Völkerbundes zu prüfen, soweit sie die internationale Arbeiteroogani- sation betreffen. Wie üblich, wird der Verwaltungsrat auch in Warschau eine Reihe von Berichten entgegennehmen, vor allem den Bericht des Direktors über die Tätigkeit des Amtes im letzten Dierteljahr und je einen Bericht des chaushaltsausschusies und des Bergbauausschusses. Schließlich hat der Derwaltungsrat dann noch auf der Warschauer Tagung das Mandat der Mitglieder des Ausschusses für den Artikel 408(Durchführung mtifizierter Ueber- cinkommen) zu erneuern Die International« Arbeitskonferenz wird im Jahr« 1929 zwei Tagungen abhalten. Die eine davon ist ausschließ- lich Schiffahrtssragen gewidmet, während sich die allgemeine Tagung mit der Frage der Zwangsarbelt der Eingeborenen und mst der Arbeltszeit der Angestellten beschäftigen wird. Die Tagesordnung der Schiffahrtskonferenz umfaßt in ihrer jetzigen Form: Regelung der Arbeitszeit an Bord der Schiffe, Schutz der Seeleute bei Krankheit(ausschließlich der B«hand- lung Derwundeter an Bord) und Verbesserung der Aufenthalts- bedingungen der Seeleute in den Häfen. Wie notwendig eine baldige internationale Klärung der Frage der Zwangsarbeit der Eingeborenen ist, zeigen die schweren Un- ruhen> die dieser Tage bei der Billiton-Zinn- Gesell- s ch a f t auf dem Gelände Klappa Kampit unweit Billiton(Ost- indien) ausgebrochen sind. Das„Verbrechen" der chinesischen Kulis der Zinngesellschaft bestand darin, daß sie der Direktion eine Anzahl Forderungen unterbreitet hoben, denen die Direktion angeblich nicht zlsstimmen konnte. Es kam zum Streik und zum Eingreifen der Polizei und schließlich zu scharfen Zusammenstößen, bei denen acht Polizisten verletzt wurden. Der Führer der Polizei ließ auf die Kulis feuern. Ein Arbeiter wurde getötet, 2 wurden schwer und 5 leicht verwundet. Die Streikenden flüchteten, lehnten aber nun erst recht die Wiederaufnahme der Arbeit unter den alten Be- dingungen ab. Die S t r« i t le i t e r wurden verhaftet. Bei den Kulis handelt es sich um noch unorganisiertes Prole- tariat, das auf die ungerecht« Behandlung hin impulsiv und mit gewaltsamer Abwehr antwortet«. Es ist nur allzu begreiflich, wenn sich die Kulis bemühten, ihr hartes Los durch Verhandlungen mit der Direktion zu verbessern. Die Leitung der Billiton-Zinngesell- schast, die«ine Monopolstellung auf dem Weltzinnmarkt einnimmt, spielt« bei dem Konflikt den Scharfmacher. Leider konnte sie sich bei ihrem Vorgehen auf das unglaublich rückständige indische Recht stützen, das kein Vereins- und Versammlung s- recht und ebenso kein Streikrecht kennt. Es wird allmählich hohe Zeit, daß die internationale Arbeitskonferenz etwas zur Verbesserung der Arbeitsverhältnisse in den kolonialen und halbkolonialen Gebieten tut. Gegen den kolonialen sozialen Aussatz muß einmal etwas Ernstes unternommen werden. Zwei mal zwei ist fünf. Kommunistische Rechenkünstler. In der KPD. herrscht Katzenjammer. Auch bei den Rohrungs- mittel, und Getränkearbeitern abgerutscht. Nichts will mehr ge- lingen. Man versucht sich zu trösten. Die Wahllokal« seien zu e n g ge- wesen. um die Masse der hereinströmenden Thälmänner— Gott bewahr«, der ist doch korrumpiert und auf den Müllhaufen der Abge- sägten geworfen— zu fassen. Was dos Boljchewistenblatt aber nicht hindert, zu erzählen, daß„SVbisäOKollegenonden Wänden, auf dem Fußboden liegend, von den anderen gedrängt und gestoßen, die A.endenrng der Stunmzettel vornahmen". Sa- nach müßten in den„engen Zimmern" außer dem Wahloorstand mindestens 8» bis 90 Personen Platz gehabt haben. Da insgesamt S46ir Stimmen abgegeben wurden, kommen durchschnittlich auf jedes der 20 Abstimmungslokal« 273 Abstimmende, die sich aus 6 Stunden verteilten. Da nach dem Zeugnis des Bolschewistenblattes 80 bis 90 Personen in einem Lokal Platz hatten— es waren darunter Säle, die 300 Personen fassen—, scheint es mit der Masse der„Oppo- fitionellen" nicht sehr weit her zu sein. Auch sonst macht man die sonderbarsten Rechenexempel, was nicht weiter verwunderlich ist, da es in der KPD. zur Tradition ge- hört, es mit der Rechnimgsablegung nicht sehr genau zu nehmen. Man rechnet einfach alle abgeänderten Stimmzettel als kommu- nistische, desgleichen die ungültigen und errechnet damit 41,5 Proz. kommunistische Stimmen. Daß besonders bei den Fleischern viele unserer Genossen die Kommunisten gestrichen haben, stört die Rechen- künstter nicht weiter. Mit solchen Rechenkunststückchen beweisen die Kapedisten. daß ihr« Niederlage eigentlich ein Erfolg ist: Zwei mal zwei ist fünf._ Vormärzliche Methoden. Bei Negier& So. Eigenartiger Methoden zur Aufrechterhallung des cherrn-im- Hause-fetandpunktes bedient sich die Firma G. Regeler u. Co.. Emaillewaren- und Wirtschaftsartitelgroßhandlung, Ritterstraße 71. Der Deutsche Dertehrsbund hatte erfahren, daß in diesem Betriebe kein Betriebsrat besieht und auch eine kaum glaublich« Lohndrückerei getrieben wird. Während in anderen Betrieben dieser Branche Wochenlöhne von 40 M. und darüber gezahlt werden, erhalten die Arbeiter der Firma Regeler 35 M. und darunter. Solche Zustände waren allerdings nur möglich, weil der größte Teil der Belegschaft die Beiträge„sparte". � Eines Abends wurden die Arbeiter durch Handzettel für den nächsten Abend zu einer Betriebsversamrnlung eingeladen, in der u. a. auch zur Wahl eines Betriebsrates Stellung genommen werden sollte. Scbon im Lause des nächsten Tages wurden im Betriebe hektographische Handzettel folgenden Inhalts verbreitet: .Kollegen! seid aus Eurer Hut! Der Verband braucht Mit- glieder und Beiträge. Laßt Euch nicht zu Dummheiten verleiden. Wir wollen Ruh« haben. Viermal sind wir schon zum Streik ver- leidet worden. Ein alter Arbeiterl Es muß sich hier um einen noch sehr flinken„alten Arbeiter' gehandelt haben, der tn so wenigen Stunden hektoaraphierte Hand- zettel herstellen kann. Wahrscheinlich ist der alte Arbeiter und die Hektographenplatt« anderswo zu suchen als in der Wohnung eines Mitgliedes der Belegschaft. Di« Wirkung der Zettel war, daß in der Betriebsversammlung die Belegschaft fast restlos vertreten war und die Wahl eines Betriebsrates forderte. Alle Dersammlungs- ieilnehmer erklärten ihren Beitritt zur Organssation, die dann auch beauftragt wurde, für eine vernünfttge Lohnregelung zu sorgen. Bezeichnend aber ist es, daß die beiden Diskussionsredner, die nur über allgemeine Fragen gesprochen hatten, von der Firma wegen angeblichen Arbeitsmongel entlassen wurden. Di« Belegschaft hat sich dadurch jedoch nicht einschüchtern lassen, sondern der Organisation in einer zweiten Betriebsversammlung erneut den Auftrag gegeben, mit allen verfügbaren Mitteln die Wahl eines Be- trielisrates und die Aufbesserung der elenden Löhne herbeizuführen. Es ist zu wünschen, daß die Belegschaft jetzt treu zur Fahne der Or- ganisation hält damit es dieser gelingt, endlich der Willkür dieses llnternehmers ein Eiche.Zu-bereiten.■.■■ Lohnverhandlung im Einzelhandel gescheitert. Am Dienstag wurde mit dem Arbeitgeberverband des Einzel- Handels über die von den Berliner Handelsarbeitern eingereichten Lohnforderungen verhandelt. Di« Unternehmer erklärten zunächst, daß die Forderung nach Erhöhung der Löhne der er- wachsenen Arbeiter um 15 Prvz. nicht als Verhandlungsgrundlage dienen könne. Sie oerlangten von den Arbeitervertretern, daß sie ihre Forderungen bedeutend reduzieren sollten, was von diesen aber noch einer eingehenden Begründung abgelehnt wurde. Nach stundenlangen Auseinandersetzungen erklärten sich schließlich die Unternehmer bereit, die bereits im März d. I. in Aussicht gestellt« Lohnzuiage von e'ner Mark pro Woche jetzt zu gewähren, wenn der neu« Lohntarls bis Ende April 1929 abgeschlcssen würde. lDie Unternehmer wollten im März d. I. trotz des bestehenden Tarifvertrages eine Mark Zulage pro Woche geben, verlangten aber, daß dann der bis zum 5. Oktober d. I. laufende Lohntarif bis Ende März 1929 verlänger- würde. Das lehnten damals die Handelsarbeiter ab, weil sie sich nicht solange tariflich binden wollten.) Dieser Vorschlag wurde abgelehnt, worauf sich die Unternehmer bereit erklärten, salls die Arbeitervertreter einem Tansabschluß bis zum 30. September 1929 zustimmen würden, während der Der- tragsdaucr eine weitere Zulage zu gewähren, die ober unter S Proz. bleiben müßte. Auch dieses„Angebot" wurde von der Verl>andlungskommisston der Handeisarbeiter zurückgewiesen, weil es nicht annähernd den aufgestellten Forderungen Rechnung trug, vor allem aber gar keine Zugeständ- niss« gcgeraiber den Fcrderungen der Jugendlichen, besonders aber der auf Herabsetzung der Altersgrenze von 22 aus 21 Jahre, ent- hielt. Da sich die Unternehmer zu keinen weiteren Zugeständnissen bequemten, wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Die Funktionäre der Handelsarbeiter des Berliner Einzelhandels werden am Freitag zu der Situation Stellung nehmen und die zur Durchführung ihrer Forderung notwendigen Beschlüsse fassen._ Tan'fstrett im Speditionsgewerbe. Verhandlungen bis zum 4. Ottober vertagt. Wie uns der Zentraloerband der Angestellten mitteilt, waren am Mittwoch Verhandlungen über den Mantel- und Gehalts- t a r I f für die Angestellten im Berliner Epeditioiisgewerbe. Die Vertreter der Unternehmer verhielten sich äußerst hart- näckig und bezeichneren die Forderungen der Angestellten als wahnsinnig. Sie lehnten es u. a. ab, die Arbeitszeit für den an- strengenden Nachtdienst, den sie als„Ruhedi en st" bezeichneten. auf sieben Stunden und den Dienstschluß an Sonnabenden auf 13,30 Uhr festzusetzen. Die Unternehmer brachten weiter zum Ausdruck, daß der U e b e r st« n d c n zu j ch ta g von 25 Proz. nicht mehr ertragbor sei und auf 10 Proz. reduziert werden müßte. Zlbgelehitt wurde ferner, eine Urtaubsregelung nach Berufsjahren zu trefsen oder de» Urlaub wie in den Jahnen 1921 und 1922 festzulegen. Da über die Arbeitszeit- und Urlaubsfrag« keine Einigung zu erzielen war, wurden die Verhandlungen bis zum 4. Oktober vertagt. * In allen Tarif- und Berufsfrogen wende man sich an den Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groß- Berlin, Belle-Alliance-Stroße 7— 10. Sprechstunden Montags und Freitags von 17 bis 19 Uhr. Telephon: Bergmann 5425— 30. Wie es im Töpferberuf aussieht. Vorsicht bei Unterbringung von Lehrlingen. Hierzu wollen wir den Eltern der Schulentlassenen, falls von diesen einige den Täpferberuf ergreifen wollen, etwa» sagen. Wie ist die Zukunft für diesen Berus zu bewerten? Antwort: nicht rosig. Die Zentralheizung und die Ausstellung von«iser- nen Herden anstatt Kachelherden greift immer mehr um sich. Trotz- dem in Groß-Bertin nur etwa 1100 Ofensetzergehilsen vorhanden sind, ist van diesen ein großer Teil monatelang arbeitslos, zeitweise bis zu 95 Proz. Viele Eltern lassen sich von den hohen Löhnen blenden. Daß die Llchnstuf« der Töpfer aber sofort ein anderes Gesicht bekommt, wenn man in Betracht zieht, daß ein sehr großer Prozentsatz der Töpfer nicht einmal imstande ist, die 26 Wochen Arbeit zusammenzubekommen, die von der Erwerbs- losenversicherung gefordert werden, um In de» Genuß der Arbeits- losenuntcrstützung zu kommen, wird den meisten nicht bekannt sein. Ferner kommt noch hinzu, daß die Unternehmer einer tariflichen Regelung der Löhne für die Lehrling«, Regelung der Urlaubs- frag« u. a. vollständig ablehnend gegenüberstehen. Wie sieht nun die A u s b i l d u n g der Lehrlinge aus? Es ist statistisch festgestellt, daß von den 648 Töpfermesstern, die wir in Groß-Berlin haben, etwa 400 nicht in der Loge sind, einen Ge- selten beschäftigen zu können, aber viele von diesen halten Lehr- linge. Diele von diesen Meistern bekommen selten neue Arbeit zu machen, sondern meistens nur Reparaturarbeiten. Es sieht dann nun so aus, daß, wenn ein Junge bei solch einem Meister ausgelernt hat. er nicht als gelernter Töpfer gehen kann, sondern solort einen anderen Beruf ergreifen muh. Am besten ist, daß die Eltern sich erst bei der zuständigen Devatungsstelle de» Bougewerks- bundes, Fachabteilung für Töpfer, Rat und Auskunst holen. Wir haben Töpfermesster, bei denen der Junge wirklich etwas lernt, wir haben aber auch Meister, die den Jungen nur als Arbeits» barschen ausnützen. Deusscher Baugewerksbund. Fachgruppe der Töpfer. Texiilschiedssprüche abgelehnt. Von den sächsischen und den schlesifchen Textilarbeitern. Der Schiedsspruch für die sächsisch-thüringischen Webereien ist von den Arbestern abgelehnt.worden. Der«chledsspruch für. die jchlesische Textilindustrie wurde von den Arbeitnehmern ebensalls abgelehnt. Der Bresiauer Spruch brachte ein« Verkürzung der anordnungsmäßigen Arbeitszeit von 53 auf 51 Stunden, Erhöhung des lleberstundenzujchlages von 20 auf 25 Proz., Erhöhung des Zuschlags für Nachtarbeit und Erweiterung der Stundenzahl sür Rachtaibeit._ Lohnbewegung der Hamburger Hochbahner. Hamburg, 27. September. Da auch die Schlichtungsverhandlungen in der Lohnbewegung der Hamburger Hochbahner am Mittwoch zu keiner Einigung geführt hoben, wird nunmehr der Hamburger Schlichter zu der Angelegenheit Stellung nehmen müssen. Die Hamburger Hochbahn- gesellsthaft steht gegenüber den Lohnforderungen der Hochbahner, die eine Erhöhung des Stundenlohnes um 12 Ps. verlangen, auf dem Standpunkt, daß die Gewährung dieser For- derung eine weitere Erhöhung der Tarife auf den Verkehrsmitteln der Hochbahn-A.-G. im Gefolge haben würde und daher im Inter- esse der Fahrgäste abgelehnt werden müsse. Bauarbeitefstreil in Oberschlesien. hindenburg, 27. September. In den drei oberschlesischen Industriestädten Beuthen, Gleiwitz und Hindenburg ist im Baugewerbe ein Streik ausgebrochen. Die Arbeiter, die Erhöhung des Stundenlohnes von 96 Pf. auf 1,10 M. verlangen, sind entschlossen, den Streik bis zu einer Entscheidung durchzuführen._ Die christliche Internationale. München, 27. September.(Eigenbericht.) Auf dem christlichen Gewerkschaftskongreß referierte am Donnerstag B a l t r u s ch- Berlin über die industrielle Konzen- tration, wobei er an einer reichhaltigen Statistik nachwies, daß die Kartellgeselljckaflen in Deutschland heute 68,3 Proz. des gesamten industriellen Aktienkapitals umfassen. 60 Riesengesellschaften des Handels-, Industrie- und Verkehrswesens verfügten über mehr als e!n Drittel des gesamten Nominalkapital« und vereinigten auf diese Weise eine besonders große wirtschaftliche und politische Macht in sich. Kartcllierung in höchster Potenz stelle das Morkenartikelwesen dar, das eine ungeheure Preissteigerung hervorgerufen habe. Baltrusch fordert« Einschaltung der Arbeitnehmerschaft in die Geschäft»- leitungen aller monopolartipen Unternehmerorgonisationen und Er- WotL-ae�ETVE AUS MAcT�mW *5 �'PHÄNOMEN* AeAKeA/. e/y »ontrollapparate» für Unternehmern und Sariell« Arbeitnehmern zu« richtunz«ine» mit einem paritätisch au» sammengesetzten Ausschuß. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurde zum ersten- mal seit Bestehen der christlichen Internationale«in Deutscher zum Vorsitzenden bestimmt, und zwar der Generalsekretär der christlichen Gewerkschaften Deutschlands, Bernhard Otte, nachdem Steger- wald die Annahme dieses Amtes abgelehnt hatte. Der Kassenbericht wies für l927 rund 21 OVO holländische Gulden Einnahmen auf. Was wird mit Zeche„Johann Oelmelsberg?" Sozialdemokratische Anfrage im Landtag. Die sozialdemokratisch« Fraktion hat im Preußischen Landtag eine Groß« Anfrage eingebracht, in der auf den B«> schluh de« Landtages hingewiesen wird, die Zeche Johann Deimels- berg zu unterstützen, um ihre Stillegung zu verhindern und Ihren Auebau zu vollenden. Das Staatsministerium wird ge- fragt, was geschehen sei, um den Landtagsbeschluß zur Durchfüh- rung zu bringen._ Aus der Partei. Ein sozialdemokrallsche» Studentenheim, nicht das erste in Wien, ist mit Unterstützung der 4S OOO Mitglieder starken Bezirks- organifation XVI(Ottakring)) unter eifriger chandonlegung der Studenten geschaffen worden. Der Eingang geht halb durch ein K i r ch e n t o r. Im Lesesaal hört man die Orgel. Das fjeim enthält außerdem Hallenspiel- und Vortragssäle. Achtung, Buchbinder. Geht morgen zur Äeiratswahl. Am Sonnabend, dem 29. September, in der Zeit von noch- mittag? 1 bis 6 Uhr werden in den bekannten zehn Wahllokalen die Vertreter und Ersatzpersonen zum Verbandsbeirat gewählt. Alle Anhänger der sachlichen Gewerkschaftsarbeit wählen die Kollegen und Kolleginnen Gustav Brenner, Hedwig Nebel als Vertreter und Erich Dingelmann und Marchs M o ch a als Ersotzversonen. Die drei Kommunisten Sösts, Agnes Paulun und Hake müssen gestrichen werden. Gesperrte Gastwielsbetriebe. Wegen Tarisdruch und Nichtbe- Nutzung des öffentlichen Arbeitsnachweises werden hierdurch folgende Gastwirtsb«triebe für die Mitglieder de» Zentralverbandes der Holet-, Restaurant- und Eafe-Angestellten gesperrt: Mitte: onditorei und Eafe Hennings, Elsasser Sträße 96. Prenzlauer > e rg: Cafe Unterberg. Inh. Grau, Schönhauser Allee 46»: Groß-Destillation„Bötzow-Bier*, Inh. Hammerschlog, Schönhauser Allee Ecke Metzer Straße. V Freie Gewerkfchasts-Iugenb Groß«Verlin JUGENDWEIHE der Groß- Berliner Arbeiterschaft am Sonntag, dem 30. September, 11 Uhr, im Großen Scfaauspielhatu. Mitwirkeadel.Der Junge Chor", Leitung Heinz TieBen— Cello- Trio, Leitung Armin Liebennann— Der Sprechchor der Proletarischen Feierstunde, Leitung Albert Florath, und Einzelsprecher Heinrich Witte/ Weiherede Max Westphal/ Orgelspiel. •la1tab>B|ta fto tief« SattU st»» Bttlls 6« M. eiabcaftntt t parieinachrichten für Groß-Berlin stet» a»»es eejtrtsiefretortat L H»f. t See», recht».»■ ciditsa. 1. Steif Ritte. Beute, ffeeitaa,«. September. IHi Uhr. Äreie- mUaliebetsctiammluna im Hadeiche» Bei, Roienthaier Str. 40—41. Bettran:.Die pelittsche Sage." Nesereni Dr. Carl Mirrendorfi. Sämt liche Seaesstaara nah Senofiea misten erfcheiaea. Beate, Frelta«, A. September, 2» Uhr, im S Piaisbargee Str. 5S, Ecke Sinhelstrahe, I. Seete»ilameebeef.. Letal«aaea(feihee«adeeaa).____,_______.._._ Beaatteaeeelammlaag. JReferent Senoste ganze(D-rstandenntalirb des BDBB0» Bartraa:.Der Sdmz bee Berafebeamtentame im repablllaa!- ichen valtestaet." Ericheiaea ei er Beaatteaaesestea ist aabedingtt Pflicht. 2. Seele Tieraartea. straße 10, Sitzung fier®cfi deren Steloettreter. Um 1! Sonnabcnb, 29, September, 20 Uhr, bei Srstger, Putlitz. tsleituna, den ersten Abteilungsleitern»her den Genossen Fis> lituni cher, Uhr im gleichen LolaI Seschäftsleitungssttzung erwünscht. .r Bezirtsversammluna im Nath entarten flnb noch um INA Uhr Eingang Spandauer Siratzr, erhältlich. Seute 1»H Uhr tagen die(Brui lugendheim Sanderstr� 11, Ecke Beemaaaplatz: Druppenheim .___________■... brechtstratzr. Bortrag:.Sexual. fragen."— RenliMn: Wir besuchen die Gruppe Bermannplatz.— Roeb- eiag: Seuppenheim Iugendbeim Boizhaus auf dem Sportplatz Eantianstzahe, an ber Schönhauser Allee.„Der gemütliche Barihel wirb freudig erwartet". lufienttaa y«un®tüi Iuaendaruppe de« ZentralverhandeS der Angestellten inauer Str. 5. Lustiges Allerlei. 79. heule. Areilag, 28. September. 3. Abt. ffle Genossinnen und Genosten find veepssichtet, heute an bet Seeis- mitglleberneriammlung ist Backeschen Hof, Rofenthaler Str.«0—41, um Ithi Uhr teilzunehmen. 4. Abt. Sitzung bet Mitglieber ber Sonsumgenostensehaft bee 24. Bertaufs- stelle, Paul-Eingee-Straste, um 19� llhe bei Baientin, Krautstr. 90». AHL Schönebeeg. 20 Uhr im Lokal tzettlitz, Sedanstr. 20, Sitzung, zu her alle Bezirtsfüheer unb Bezietslafsterer und der Borstand dringend erscheinen müsten. Abrechnung. Beitragsmarken und Sammellisten müssen mit. gebracht werde». Morgen. Sonnabend. 29. September. I. Abt. 20 Uhe gunkttonärfitzuna bei Dobroblaw, Swinemünber Stt. IL Die vezlrl-führer müssen, nachdem fie die Mitglieber tafstert haben, di» Sonntag be:m ftassterer abrechnen. OL Abt. Satt» Horst. 90 Uhr ffunkttonärsttzmis im Deutschen Bau», Ehrenfei». straße. Besprechung kommunaler Angelegenheiten. Sehr wichtig ist da» Erscheinen ber Stadirotr. Stadt- und Bezirlsvrrordneten. 191. Abt. Riederfchönhaufen. 19th Uhr wichtige ssunktionärsttzung bei tyindt, Am ffrieden-platz 1. Karten für das am gleichen Abend stattfindende Berbstveranügen des Reichebundes der Sriegsbefchädigten im Lokal Eansfoue:, Zioedend, stnd beim Genossen Hoeven, Platanenste. 11, zum Preise von 75 Pf. zu haben. 1Z2. Abt. Blankenbueg. 20 Uhr bei fllufl, Dorfstr. 2, wichtige ffunftionät- sltzung. Keiner darf fehle». Sonnlag, 30. September. 33. Abt. Die 32. Abteilung»eeanstaltet am Sonntag i» bee Alten Tfaeeae. AU-Stealaa. ein«atteafest zugunsten der SAZ.»ob Siaderfreunbe. Eia- tritt SO Pf. einschl. Tanz. Um zahlreiche BttrUigung ersucht bcr vorstanb. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 2. See!» Tiergattea. Heute. Freitag, 28. Eeptomher, 1914 Uhr, im National- Hof. Bülowstr. 97, Fortsetzung dee Arbeitsgemeinschaft. Sottrag de» Ge. nossen Dr. Eonrad Siehr sAfA-Bund) Uber„Arbeitsgerichie". Alle inter, essteeten Genossinnen und Genossen sind herzlich eingeladen. Gäste will- kommen. 13. Kreis Tempelhof. Beute, steeitag ________.......____________ 38. September, 1914 Uhr, Im Bezirksamt. Dorfstr. 42, Aussprache übee.Beeufsbeeattmg". Referent Genosse Lissow. Alle inierefsterten Genosünnen und Genossen sind zu diesem Boeirage herzlich eingeladen. Sonnabend, 29. September, Besichtigung de» Aipls für Obdachlose in der ffeöbelstraße. Treffpunkt ganz pünktlich 14 Uhr am Portal 2 des Obdachs, stahroerbindung mit der Autobuslinie 4 ab Balle. fche» Tor. Alle interessierten Genossinnen und Genossen, insbesondere Wohlsahttspflegerfinnen) und Belferkinnen) dee Arbeiterwohlfahrt werden dringend gebeten, sich der Besichtigung anzuschließen. Jungsozialisten. Geappe SBbeat Beute, ffeeitaa. 20 Uhr. sm Jugendheim stoeekstr. 11, Borkrag:„Die Offensive der deutschen Privatwirtschaft". Referent Genosse De Berlowitz.— Sonntag, 81 September, stahrt nach König-wusterhausen. Treffpunkt 8 Uhr pünktlich Görlitzer Pahnhok. Der Sug fährt 8.11 Uhr.— Wedding-Gelnndbranneo: Beut« 20 Uhr im Jugendheim Orthstr. 10 Arbeits- gemrinschaftsabend des Genossen Lepinfli:„Politische Parteiprogramme. Acltere Arbeiterjugend und junge Parteigenossen willkommen. Geburlslage. Jubiläen usw. 1«. Abt. Unteren beiden langjährige» Ritgliedee» aab Knavlnaärea Berta anb Karl Bratrtch. E-lvinftr. 20,»ar heutigen Silberhoch, ett bic herttichsten Glückwünsche._ 118. Abt. Lichtenberg. D-e seltrae sseft ber goldenen B-chzeit begehl heute unser alter Parteigenosse Wilhelm«eehmee, B-xhagener Str. 75, ffitt gratulieren ihm und seiner treuen Beggefähtti» herzlich unb hoffrn, ihn noch recht lanae bei bester«esnnbheit in nnseren Reihen jn finden 125. Abt. Seitzensee. Unserem lieben Genossen Wilhelm Barbe r»a 'einem 83. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche.— Da» SOiahnge Patte:. jnWIänm begeht in biescm Zahre aaset Genosse Albta«ramer. Weihen- lee. Wörihstr. 12. Aas»lelsettlgea«ans« Ihrer Knuden im«estra hat bie fflrma Salin» ffebtan— das bekannte Epezialha lannte Epezialhan» rode. Große Frankfurter Etr. 97— straße 138, 1. Etage, ein Kwelggeschäft»u eröffnen. bestehende Firma hat für die kommende Saison ihr reichhaltige, Lager mit den neuesten Modellen ausgestattet. Ganz besonders wird auf die Abteilung„Maß- elegante Herren, und Damengaede- entschlossen, in Schöneberg, Haupt. 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Allein auf den Gebieten sozialer Arbeit und Fürsorge stehen über 1800 sozialdemokratische Man- ner und Frauen im Dienste der Gemeinde und helfen in der selbst- losesten Weise mit, den sozialen Nöten unserer Zeit zu steuern. Von maßgebendem Einfluß ist auch die Tätigkeit der Soziat dcmokratie in den für Berlin entscheidenden städtischen Körp«r> schaften, im Magistrat und in der Stadtverordnetenversammlung. Von insgesamt 24 Mitgliedern des Magistrats gehören 10 und von der 225 Sitze starken Stadtverordnetenversammlung 73 Mitglieder der Sozialdemokratie an, ebenso 10 Bezirksbürgermeister von 20 und 83 Bezirtsstadträte von insgesamt 196. Von den 780 Bezirksverordneten sind nicht weniger als 262 Sozialdemokraten. Schon diese Feststellungen lassen erkennen, daß die Sozial demokratie auch in Berlin auf dem besten Wege ist, d i e Partei der Gemeinde zu werden, der Gemeinde, die ja ihre Existenz vor ollem der Sozialdemokratie zu verdanken hat. Denn es ist da» unbestritten« Verdienst sozialdemokratischer Politik, durch recht zeitige Erkenntnis und durch entschlossenes Zugreifen den Grund' stein zur Einheitsgemeinde Berlin gelegt zu haben. Mitten in den heftigsten Stürmen der Nachwirkungen des Krieges und des Zusanunenbruches, allen Widerständen zum Trotz schuf die Sozialdemokratie das neue Berlin, und als am 27. April 1920 in der damaligen verfassunggebenden preußischen Landesversammlung da»„Gesetz zur Bildung einer Stadtgemeinde Berlin" mit den Stimmen der damals noch getrennten sozialdemokratischen Frak tionen und eines Teils der Demokraten beschlossen wurde, war e» i h r Werk. Gegen den heftigsten Widerstand fast aller übrigen Parteien haben es Sozialdemokraten erreicht, daß die Bereinigung All-Berllns mit seinen 93 Dorortgemeinden, die wirt» schafttich, sozial und vertehriich längst zusammengehörten, in einer Einheitsgemeinde zustande kam. Kaum acht Jahre sind vergangen und über all« düsteren Prophezeiungen, über alle Warnungen vor einem„Weg im Dunkle" hat die Entwicklung bereit» entschieden. Di« Sozioldemo- trotte steht glänzend gerechtferttgt da und kann den vollen Erfolg dieser ihrer Aobeit buchen. Verstummt sind die Rufe.Los von Berlin" und heut« schon beschästigen sich wettere Randgemeinden mtt ihrer Eingemeindung nach Berlin. Mit harter Konsequenz hat sie besonder» w der schweren Zett der Inflation der Stadt ihren großen Besitz an werten, Betrieben und Gütern erhallen und e» verhindert, daß diese» wertvolle städtische Eigentum de» private» Kapital ausgeliefert wurde. Noch heute ist die Sozialdemokratte der sicherste Schutz gegen die Absichten der bürger- lichen Parteien, die städttschen Monopolbetriebe, die zu 100 Proz. reine städtische Gesellschaften sind, mit privatem Kapital zu„durch- setzen". Gegen alle osfenen und versteckten Feinde von Gemeinde- betrieben hat die Berliner Sozialdemokratie den städtischen Werken und Betrieben eine feste wirtschaftliche Basis geschaffen, deren Ge- sundung bewirkt und ihre Leistungsfähigkeit gesteigert. Getreulich hat sie mit dem städtischen Pfund gewuchert, so daß die Stadt Berlin heute allein in ihren gewinnbringenden Werken und Betrieben ein vermögen von übereinerMilliarde Mark besitzt. Im Verkehrswesen, dessen Bedeutung in einer Stadt wie Berlin ganz besonder» in die Augen springt, ist die dirigierende Hand von Sozialdemokraten unverkennbar. Planmäßig ist da» Chaos im Berliner Verkehrswesen beseillgl worden. Alle Nahverkehrsmittel(Straßenbahn, Hoch- und Unter- grundbahn, Omnibus) sind aus den Händen des Privatkopitals in städtischen Besitz übergeführt worden und damit der Anfang gemacht zu einer großzügigen Verkehrsreform. Die ersten Auswirkungen sind bereits deutlich erkennbar: 20-P f.- Einheitstarif auf allen Verkehrsmitteln mit Umsteigen, schnellerer Ausbau der Ver- kehrsmittel, besonders der U-Schnellbahnen, Erneuerung und Modernisierung von Fahrzeugen und Anlagen. Aber nicht genug damit. In wenigen Wochen werden die bisherigen drei städtischen Verkehreinstitute zu einer großen Berliner rein städtischen Ver- kehrs-A.-G. zusammengelegt mit 400 Mill. M. Kapital unter einheitlicher Lettung und einem aus Stadtverordneten und Ma- gistratsperfonen zusammengesetzten Aufsichtsrat unterstellt. Dieses große Wert wird ein Markstein in der Geschichte sozialistischer Kommunalpolitik und ein Beweis für ihre schöpferischen Kräfte sein. Dem van von Wohnungen hat die Sozialdemokratie jede erfolgversprechende Förderung an- gedeihen lassen. Es ist nicht so, wie bestimmte Kreise au» durch- sichtigen Gründen gern in die Well hinausposaunen, daß die Stadt Berlin im Kampfe gegen die Wohnungsnot nichts durchgreifendes versucht habe. Bisher lagen hier die Widerstände in der bekannten ablehnenden Hattung der Anleiheberatungsstell«. die der Stadl Berlin eine große Auslandsanleihe für wohnuogsbauzwecke immer wieder versagte. Denn mit dem bisherigen Anteil aus dem Haus- zinssteueraufkommen. selbst unter Zuhilfenahme weiterer städtischer Mittel, ist der Wohnungsnot in Berlin nicht bsizukommen. Es geht nicht an, daß bei rund 1800 0 0 W ohnungsnchen- den— im vorigen Jahr zogen 27 000 Wohnungsuchend« zu und in diesem Jahr« wird die Zahl der Zuziehenden auf 34 000 Familien geschätzt— die Stadt Berlin von ihrem eigenen Hauszinssteuer- aufkommen in Höhe von 170 Millionen Mark in diesem Jahre rund 50 Millionen Mark dem staattichen Ausgleichsstock zuführen muß. einem Ausgleichsfonds, den Berlin fast allein auffüllt trotz feiner eigenen furchtbaren Wohnungsnotl Darum erwartet auch die Berliner Sozialdemokratie, daß bei der zukünf- tigen Verteilung der Hauszinssteuer die große Nollage Berlins mehr Berücksichtigung finde. Bis dahin werden die Bemühungen fortgesetzt, auch mit Etatsmitteln den zusätzlichen Wohnungsbau zu fördern. Bekanntlich hat sich ja erst in den letzten Tagen die Sozialdemokratie mit allem Nachdruck für eine neue Wohnungsbau- vorlag« eingesetzt und bei deren Beratung zum Ausdruck gebracht, daß auch das weitere, bereits angekündigte zusätzliche Wohnungs- bauprogramm für die nächsten Jahre ihre stärkste Förderung er- fahren werde. Dem Kreis der sozialen Aufgaben, der Pflege von wohssahrt und Fürsorge hat die Sozialdemotratte zu jeder Zeit ihr besondere» Augenmerk gewidmet. Sie war sich ihrer Pflicht gegenüber der großen Zahl der Notleidenden voll bewußt und sie hat unter stärkster Anspon- nung städtischer Mittel ihren Einfluß auch hier gellend gemacht. Die Not ist in Berlin besonders groß: sie wird vergrößert durch den von Jahr zu Jahr steigenden Ueberschuß an Zuzug in Höhe von jährlich durchschnittlich 70 000 bis 80 000 Personen, unter denen sich sehr viele befinden, die das große Heer der Hilfsbedürf- tigen um ein bedeutendes oermehren. Der Umfang und die Schwere der sozialen Not wird erst verständlich, wenn man weiß, daß im laufenden ordentlichen Haushall Berlins von insgesamt 900 Millionen Mark allein 276 Millionen Mark für Zwecke der Wohlfahrt und des Gesundheitswesens eingesetzt sind. Leider kann Berlin seine dringlichsten Aufgaben nur ganz ungenügend erfüllen. Vor allem auf Grund des Finanzausgleichs. Hätten wir die 180 Millionen, die Berlin durch den Finanzausgleich in den letzten Iahren zugunsten anderer Gemeinden entzogen wurden, so wäre auf den sozialen, gesundhettlichen und kullurellen Gebieten manches dringlichste zu schaffen gewesen. Hier liegt eine so große Ungerechtigkeit vor, daß deren baldigste Beseitigung nur einem Gebot der Loyalltät gegenüber der Reichshauptstadt ent- spricht. Wir wollen keine besondere BergünstiguNg im Finanz- ausgleich, sondern nur eine objektive Würdigung der gesamten Berliner Verhältnisse und Aufgaben und damit eine gerechtere Regelung. Eine so junge und in einer ungeahnten Entwicklung stehende Riesenstadt mit über 4M Millionen Einwohner, mit einem Haushalt von rund 1170 Millionen Mark, in deren Diensten mehr als 110000 Arbeiter, Angestellte und Beamte stehen, hat besondere Bedürfnisse zu befriedigen und schwierigere Probleme zu lösen, als irgendein anderer kommunaler Komplex. Größe und Umfang dieser Aufgaben finden in der Berkner Sozialdemokratie voll st es Verständnis. Sie weiß, daß die große Verantwortung und die Zukunft Berlins hauptsächlich m ihren Händen liegt. Es geht vorwärtsl Seht euch um! Diele» ist sozial- demokratischer Arbeit zu verdanken. Richard Krille, Stadwerordneter. Spori- und Parkanlagen in Zehlendorf. Bedarf es im Bezirk Zehlendorf besonderer Einrichtungen, den Anspruch der Bevölkerung auf Luft und Licht zu befriedigen? Haben nicht da draußen in den locker bebauten Vor- orten des Westens die Bewohner alles, was zur Erhalluirg und För. derunq der Gesundheit nötig ist? Ja, das mag zutreffen für den, der eine behagliche Villa mit reichlichem Gartenland sein eigen nennen darf. Aber so wohnt doch auch im Bezirk Zehlendorf nur ein geringer Teil der Bevölkerung. Die große Mass« der Minder- bemittelten muß auch hier in Wohnungen leben, die nur beschei- densten Ansprüchen genügen können. Es gibt zu denken, daß selbst in diesem Bezirk bei den Kindern der Volksschulen ein Gesundheits- zustand ermittelt worden ist, der als„im allgemeinen nicht besonders günstig" bezeichnet wird. Da ist es eine berechtigte Forde- rung, daß auch hier die Gemeindeverwaltung durch Schaffung von Parkanlagen, von Spiel- und Sportplätzen die Dolksgesundheit zu fördern sucht. Einiges von dem, was in dieser Hinsicht der Bezirk Z e h l e n- d o r s bisher getan hat, wurde Vertretern der Press« gezeigt, die das Bezirksamt zu einer Besichtigung eingeladen hatte. Unter Fllh- rung des Stadtrats Genossen Matern, des Dezernenten für das Gartenamt des Bezirks, besichtigten die Gäste den im Gebiet von W a n n s e e geschaffenen prächtigen Sportpark, der im vorigen Jahre fertig wurde. Die ganze Anlage inmitten eines schönen Kiefernwaldes bedeckt 22 Morgen, wovon 8 Morgen Rasenspiel- flächen sind. Hier sind zusammen untergebracht eine Radrennbahn, ein« Aschenlaufbahn, ein Hochsprungsystem, zwei Weitsprungsysteme, eine Sportarena, zwei Tennisplätze, zwei Fußballfelder, ein Geräte- turnplatz. Die Terrassenanlage der Sportarena hat 800 Sitz- platz« und 300 Stehplätze. Die eigentliche Tribüne mit 2000 Sitz- platzen soll noch gebaut werden. Die Sportarena ist eine Art Frei- lichtbühne für Spiel und Sport aller Art. Nicht nur Schulen und Sportverein« des Bezirkes Zehlendorf, sondern auch Sportvereine au» anderen Teilen Berlins benutzen den Sportpart Wannse«. Kleiner und einfacher als er ist der E p i e l» u n d S p o r t p l a tz in der Gegend der Krummen Lank« am Siebenendenweg. Ein Teil davon entstand schon vor zwanzig Jahren, ein neuerer Teil ist erst in diesem Sommer fertiggeworden. Der neuere Teil bietet eine Aschenbahn, Anlagen für Hoch, Weit-, Stabhochsprung, ein Hockey, bzw. Fußballfeld, ein Feld für Schlagball, Handball, Faust- ball. Die Zuschauerterrass« hat hier 1200 Sitz- und 400 Stehplätze. Dieser Spiel- und Sportplatz ist ein Stück' des erst teilweise fertigen P a r k g ü r t« l s. der von der Werderstmße in Dahlem sich 6 K i l o m e t er weit bis zur Krummen Lanke erstrecken wird. Fertig ist in dem Parkgürtel der 118 000 Quadratmeter große Thiel-Park, der schon vor dem Kriege von der Kommission zur Aufteilung der Domäne Dahlem angelegt wurde. Größtenteils fertig ist auch der F i s ch t a l p a r k, der hauptsächlich in den Jahren 1926 und 1927 entstanden ist und in dessen Nachbarschaft die Gehag- Siedlung und die vielerörterte Gagfah-Siedlung ihre Stätte ge- sunden haben. Zu schaffen bleibt noch«ine Verbindung zwischen Thiel-Park und Fischtalpark. Kommt auch sie einmal zustande, dann wird die erholungsuchende Bevölkerung aus den bebauten Wohnvierteln des Westens durch eine zusammenhängende Parkreihe nach dem Grunewald und seinen Seen gelangen können. Für die Parkanlegen des Bezirks Zehlendorf gilt dasselbe wie für diejenigen der anderen Außenbezirke. Sie kommen nicht nur den Bewohnern des Bezirks zugute, sondern sind Erholungs- st ä t t e n für die Bevölkerung von ganz Verlin. Danach sollte es für die Zentralvenvaltung Berlins als sebstverständ» lich gelten, daß den Außenbezirken für Anlagen dieser Art reich- lichere Mittel als bisher zur Verfügung gestellt werde« müssen._ Aus den Aezitken. 3. Bezirk— Wedding. Die Bezirksverordnetenversammlung im Bezirk Wedding de- schäftigte sich mit dem Haushaltsplan für das kommende Geschäfts- jähr. Besonders die Hochbouverwaltung steht im nächsten Jahre vor großen Ausgaben. Gilt es doch, schon oft geäußerte Wünsche zur Ausführung zu bringen: 1. Das seit Iahren geforderte Verwal- tungsgebäude ist endlich vom Magistrat bewilligt und mit den Aus- schachtungsarbeiten bereits begonnen worden. 2. Das Kinder- krankenhaus in der Reinickendorfer Straße soll durch den Bau eines Schwesternhauses und einer Quarantänestation erweitert werden. 3. Große Schulbauvorlagen stehen vor der Ausführung. Bei dem Thema Iugendwohlsahrt sind an neuen Einrichtungen zwei Säug- lingskrippen, zwei Horte und«in städtischer Kindergarten sowie zwei städtische Jugendheime, ein städtisches Lehrlingsheim, eins Jugendherberge, ein Lichtbilderarchio,«ine Laienspiel- und Film- bühne und eine ständige Jugendschristen., Wander- und Sportgeräte- ausstellung im Gesamtbetrage von 207 000 M. vorgesehen. Unter den einmaligen Ausgaben für das Gesundhettswesen sind vorgesehen: die Errichtung eines Entbindungsheims, Neubau einer Tuberkulosen- sürsorgestelle und der Bau eines Gesundheitshauses, insgesamt mit 1 115 000 M. Don dem Gesamtaufwand im Betrage von 32,8 Millionen Mark entfallen auf die allgemeine Wohlfahrt 12,2 Millionen, Iugendwohlsahrt 3,3 Millionen und auf das Ge- fundheitswesen— Sozialhygiene— 2,1 Millionen Mark. Das sind 54 Proz. des Gesamtaufwandes einschließlich Verwaltungs- kosten. Bei einer Einwohnerzahl von 358 683 entfällt auf jeden Einwohner eine Durchs chnittsausgobe von 49 M. Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktton wurde einstimmig beschlossen, vom Magistrat die Durchführung der Untergrundbahn Neu- tölln-Gesundbrunnen über den Bahnhof Gesundbrunnen hinaus bis zur Christianiostraße oder bis Reinickendorf zu fordern. dergleichen die Verlängerung der Nord-Südbahn über den Bahnhof Seestraß« bis zur Bezirksgrenze. In der zehnten Stunde kam end- lich der Ponzerkreuzerantrag der KPD. zur Besprechung. Die Ver- sammlung hört« sich die Begründung mit eisigem Schweigen an und lehnte den Antrag ohne weitere Debatte ab. 5. Bezirk— Friedrichöhain. Di« BeArtsversammlung Friedrichshain hatte sich am Mittwoch u. a. mtt der Bedarfsübersicht für das Jahr 19 29 zu beschäftigen. Der Berichterstatier des Haushaltsausschusses Bezirksverordneter Bartz(Komm.) beschränkte sich in der Haupt- fache auf die Erläuterung der abgelehnten— meist kommunistischen— Anträge, während Ostrowski als Redner der kommunistischen Fraktton in der Generaldebatte sich in den üblichen Anpöbeleien unserer verantwortlichen Genossen im Bezirksamt erging. Die Neu- organifation der Berliner Arbeitersportbewegung mit ihren Aus- Wirkungen auf die kommunalen Verhältnisse bot ihm den Anlaß da- zu. Stadtv. Z e m k«(DVp.) bezeichnet« die gegenwärtige Verwal- tungsmäßige Behandlung des Etataufbaus als Leerlauf. In groß- zügiger Weise erläuterte demgegenüber Genosse P o h l i n g als Red- ner unserer Fraktion den wahren Sinn der kommunalen Arbeit im komplizierten Mechanismus der Stadtgemeinde Berlin. Die Aufgaben dieser in der ganzen Welt einzig dastehenden kam- munalen Berwaltungsorganisatton sind anders zu bewerten als all« sonstigen kommunalen Verwaltungsorgane. Davon wird auch die Arbeit im Bezirk Friedrichshain beeinslußt. Hier wird nur der Bedarf festgestellt. Für den Bezirk Friedrichshain wurden 1928 bewilligt pro Kopf der Bevölkerung 90 M, für Steglitz 104, Charlottenburg fast III, Reinickendorf 118 und Zehlendorf gar 171 Mark. Diese schweren Unterschiede sind noch auszugleichen. Unserer Forderung nach Bemessung des Elendsfaktors durch den Zweizimmer- schlüssel wurde man leider nicht gerecht. Darunter leidet die sozial schlecht gestellte Bevölkerung der proletarischen Bezirke. Durch wettere? reichhaltiges Zahlenmaterial belegte unser Redner diese Tot- fachen. Di« künstig« Verwaltungspolittk werde zweifellos zu einer Verschmelzung mancher DerwalMngsbezlrke kommen. Man kann feststellen, daß dieuntersoziali st ischerLeitung stehen, den Bezirk« Vorzügliche» im Interesse der dar- benden Bevötkerung leistem Davon zeugt u. a. unier Wohlfahrts- und Gesundheits etat gegenüber dem anderer Bezirke. Im Haushaltsausschuß wurden unser« Sozialanträg« angenommen. In diesem Geist« leisten die Sozialdemokraten praktisch« Arbeit. Nach der Zustimmungserklärung des Dezirtsverordneten Steinig(Ar- beitsgemeinschast der Mitte) erfolgte Vertagung. MM MW' I daß Herren-Rindbox-Haibschiihe 7 Q0 Wissen Sie schon? sSSünhh kosten? BERLIN Friedrichstr. 131 c an der Karlstraße �»vr; 6. ZZezirt- Kreazberg. Der letzten Bejirfsoerfantmlunn la«— wie zu erwarten war— nivf» ein Antrag der KPD. betreffs Panzerkreuzer vor. Dieser Antrag verlangt« nach den bekannten Ausfällen gegen mtfer« Partei eine Protestaktion des Magistrats gegen den Panzer- kreuzerbau und Unterstützung des von der KPD. eingereichten Volks- Entscheids. Auf Antrag der Mittelparteien wurde der Panzerkreuzer- antrag ohne Debatte von der Tagesordnung abgefetzt. Sodann brachte der Bürgermeister Dr. Herz den Etatsooranschlag für 192? ein. In seiner Begründung betonte Genosse Herz, daß durch die am 1. Oktober 1928 erfolgend« Abtrennung der Arbeitsver- waltung und Uebernahme durch das Reich der Bezirksverwaltung ein nicht unbeträchtliches Arbeitsgebiet genommen wird. Dafür lnrrren der Verwaltung groß« Aufgaben, da Kreuzberg den nach dem Vorschlage Pros. Poelzigz auf dem Urbanplatz zu errichtenden Bau eine» Schulforums für 8000 Berufsschüler leiten ivird. In Perbindung hiermit stehen die Verlegung de» Ur- baafpielplatzes auf die Hafeninsel sowie die Errichtung eines großen Gruppenheizwerke» für alle w der Nähe liegenden städtischen Gebäude einschließlich Stadtbad und Kranken- Haus. Ein Ideenwettbewerb für die Umgestaltung des unzureichend gewordenen Krankenhauswesens im Bezirk werde auch diese wichtig« ffrapc bald einer Entscheidung näher bringen. Des weiteren wies Genosse Herz hin auf die Initiativ« des Bezirksamts zur E r r i ch- tung von Stätten der Jugendpflege sowie auf die er- freuliche Entwicklung des Gesundheitshauses, da» ständig von auswärtigen und sogar ausländischen Wissenschaftlern besucht werde. Nach einer kurzen Ergänzung durch den Bezirkskämmerer Dr. Grunow ging der Voranschlag ohne Debatte an den Haushalts- ausschuß.— Eine Porlage des Bezirksamts betreffs Einrichtung eines zweiten städtischen Kindergartens sowie Kinderhortes begründete Stadtrat Genosse Zachow und verwies darauf, daß durch das Entgegenkommen des Magistrat» das im ehe- maligen Fabrikgebäude Porckstr. 11 gelegen« und zurzeit im Um- bau befindliche erst« Kinderhaus seiner Vollendung entgegengehe, so daß mit seiner endgültigen Benutzung noch Ende dieses Jahres zu rechnen fei. Ein zweiter Kinderhort soll nach Verhandlungen mit der Schulverwaltimg in der Görlitzer Str. 51 und ein weiterer Hort am Görlitzer Ufer 2 errichtet werden. Die Mittel für beide Projekte sind im Bezirk vorhanden und werden von der Dersamm- lung bewilligt. Für den Kindergarten hat die Montessori-Ge- s e I l s ch a f t die kostenfreie Lieferung des Mobiliars zugesagt. Diese Tatfache gab dem deutschnationalen„fjoftifchlernwifter* Kimbel den Vorwand, Kritik daran zu üben, daß die Montessori-Gesellschaft be- ratend zum Ausbau der Einrichtungen herangezogen wird. Die Jugend, so führte er aus. fei zu schade zu solchen Experimenten. Ihm wurde vom Genossen K o s s a tz sowie dem Demokraten Könke in eindrucksvoller Weife entgegnet und die Auffassung vertreten, daß man gerade auf dem Gebiete der Jugendpflege neuen Gedanken und Methoden praktische Form geben müsse. Da gebe es nur die Montessori-Gesellschaft. die bahn- brechend die Wege gewiesen habe. Die Versammlung stimmte dann auch mit großer Mehrheit zu. Aus den Einspruch der Bezirksver- iammlung vom 20. Juni 1928 gegen die Anbringung eines Kriegerdenkmals an der Außenwand der Garnisonkirche am Kaiser-Friedrich-Platz antwortete der Reichswehrminister, daß er in dem Ehrenmal kein« politische Tendenz erblicken könne und nicht in der Lage sei. die bereit» erteilte Genehmigung zurückzuziehen. �4. Vezirk— Neukölln. Die Bezirksversammlung in Neukölln beschäftigte sich am Mittwoch abend u. a. mit einem der üblichen Rundreise- «»träge der SPD. betreffend Bau eine» Panzerkreuzer» und dem von ihnen beantragten Volksentscheid. In diesem kommunisti- ichen Antrag« wird die Bezirksversammlung zum Protest gegen den Bau des Panzerkreuzers ausgerufen und das Bezirksamt erfücht, bei allen in Frag« kommenden Instanzen gegen den Bau de, Panzerkreuzers zu wirken, da» Volksbegehren zu unterstützen und auf den Magistrat einzuwirken, daß die Mittel für den Panzer- kreuzer zum Zwecke der Kinderspeisung verwendet werden. Hierzu beantragt« die sozialdemokratische Fraktion in einem Ergänzung sontrag den Protest gegen den Bau des Panzerkreuzers zu erweitern und sich ebenfalls gegen da» Auf- und Wettrüsten in allen Ländern, einschließlich Sowjetrußland, auszusprechen. Darüber herrschte groß« Un- ruhe bei der KPD.-Fraktion. Die Situation war für fl« nunmehr keine angenehm«. Sie ließen in der Gesamtabstimmung ihren eigenen Panzertreuzerantrag im Sttch, stimmten dagegen und sprachen sich gegen den Bau des Panzerkreuzers und— gegen ihr eigenes Poltsbegehren au». Und nur die sozialdemotrattsche Fraktion stimmte für den kommunistischen Antrag mit Ausnahme der Forde- rnng des Volksbegehrens. Di« B«z ihrer letzten Ei -15. Sejlrf— Treptow. Bezirks Versammlung Treptow itzung Mitteilung über erhielt in ie Zustimmung de» Preu- ßischen Staatsmimsteriums'zur Umbennung einiger Straßen. Sie stimmte der Anstellung von zwei Beamten zu. Als Haupttagespunkt wurde der Voranschlag für da» Rechnungs- jähr 1929 behandelt. Genosse Bürgermeister Gru und erläuterte den Etat im einzelnen und wies auf den dringend notwendigen Bau einiger Schulen, eines Stadtbades, einiger W ohlfahr ts- und Gefundheitshäufer ujw. hin. Für unsere Fraktion erklärte Genosse B e ck e r die Zustimmung zum Etat auf, welche Wünsche auf einzelnen Gebteten von uns ) zu machen sind. Di« Kommunisten ließen durch ihren Redner, der oersuchte, sich durch lächerliche Ausführungen bemerkbar zu machen, erklären, daß ste dem Etat nicht««stimm«»«vürden, weil fi« grundsätzlich der Meinung wären, daß all« Voranschläge nur Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse der bürgerlichen Kreise. Die Deutschnattoiialen erklärten, daß der Etat, der von einem in der Mehrheit sozialistisch eingestellten Bezirksamt aufgestellt worden ist, teine Rücksicht nimmt auf die Wünsche der Bürgerlichen. Von mijern Genossen Lehn er wurde die Bundesbrüderschaft der beiden extremen Richtungen festgestellt und darauf hingewiesen, daß nach den Aeußerungen der ftPD. und der Deutschnationalen zu urteilen, dl« sozialistischen Stadträte das Richtig« getroffen haben müssen. Den in der Rechtsfraktion vorharrdenen Beamten rief unser Redner zu. daß sie wohl da» Geld der Republik einstecken würden, sonst aber, wie auch diesmal, bei der Verabschiedung des Etats alle» ver- suchten, um die Arbeiten zum Ausbau der Republik zu erschweren. Genosse Lempiri rechnet« dann noch hefonder« nstt den Kon» munisten ab. Von unserer Fraktion wurde noch ein Antrag«in- gebracht, der den Bau von Wohnungen vorsah. Dieser An- trag wurde mit Stimmenmehrheit angenommen. Außerdem verlangt« unsere Fraktion, in einer Entschließung den Magistrat auf- zufordern, die notwendigen Arbeitskräfte für die Pflege der städtt- fchen Parkanlagen im Bezirk zur Berfüqung zu stellen. Dieser Antrag fand ebenfalls Annahme. Vor Abschluß der Beratungen verstieg sich ein kommunistischer Redner noch zu der Bemerkung, daß, falls unser Genosse L e m p e r t die Kommunisten noch öfter in den Sitzungen angreifen würde, diese init ihm aus einer anderen Art abrechnen würden. Dieser Ausspruch löste eine starke Erregung in der Versammlung hervor, da ja Genosse Lempert schon einmal vor dem Treptoiver Rathause nach einer Sitzung vom konnnunisti- slhen Anhang überfallen worden ist. Der Etat für 1929 wurde Ichließftch mit 19 gegen 12 Stimmen angenommen. 16. Bezirk— Köpenick. Die Lezirksoerordnetenversammluna trat am 19. September nach den Sommerserien zum ersten Male zusammen, um sta» außer einem Wust kommunistifcher Anträge in erster Linie mit der Pe» darfsnachw eiiung des Bezirks für 1929 zu beschäftigen. In Äftündiger Rede gab Bürgermeister Genosse Kohl ein groß- zügiges Resümee über die Entwicklung und Bedürfnisse des Be- zirks im laufenden und kommenden Etatsjahr. In der Aussprache über die Einsührungsred« des Bürgermeisters glaubte der kommu- nistrfche Frattionsphrafeur Groß« Koalition, Panzerkreuzer und andere Schlagworte der Kleinen Alexanderstraße mit einer Lobes- Hymne auf den beamteten Vertreter seiner Partei im Bezirksamt, den Stadtrot Goß, verbinden zu müssen. Pei dieser Gelegenheit mußte leider dem so Gelobhudelten vorgehalten«verde», daß seine Verdienst« um das von seinen Fraktionsgenossen über den grünen Klee hervorgehobene Schulgebiet sehr spärlicher Natur seien und nur aus die Tätigkeit unserer Genossen im Bezirksamt und ins- besonder« der Regfanrkeit des Bürgermeisters beim Zentralmagistrat zurückzuführen seien. Der so gespendet« Weihrauch seines Fraktions- genossen brachte den Betroffenen selbst in eine arg blamable Lage, so daß er nicht gerade das schlaueste Gesicht am Bezirksamtslifch ab- gab. Bei der Ernzelberawng selbst, die durch Denwnstrations- aniräg« der Kommunisten und ihr« Begründung wie immer ins Uferlos« ging, nahmen unsere Genossen die Gelegenheit«vahr, die Demagogiemätzchen der kommunistischen Vertreter ins rechte Licht zu rücken und zu zeigen, wie ihre praktische Arbeit gegenüber all ihrem Lug und Trug und Schwindel in Wahrheit im Bezirk aus- sieht. Die Genossen Mohr und Tolksdorf nahmen die verdiente Stäupung und Bloßstellung der kommunistischen Helden so gründlich wahr, daß die zahlreich äufgebolenen Anhänger derselben ihre sonst gezeigte Regsamkeit durch Zwischemufe einbüßten. Nach dreiftü«idiger Dauer vertagte die Versammlung � aus Antrag der Bürgerlichen die Weiterberatung, damit auch den berüchtigten Panzerkreuzercmtrag der Kommunisten. 20. Bezirk— Reinickendorf. In der Bezirksversammlung vom 19. September wurden zwei Anträge der Kommunisten, die für dos aufgelöste Ar- beiter-Sport- und Kulturkartell im Bezirk Geldmittel für Propa- ganda zwecke und kostenlose Ueberlassunq der Spiel, und Sportplätze oerlangten, abgelehnt. Genosse Koch wies darauf hin, daß das Geld nur zu weiteren Spaltungszwecken im Arbeitersport Verwendung finden«vürde und daß von allen Vereinen für die Bernitzurtg der Plätze nur ein« geringe Aner- kennungsgebühr zu zahlen lst. Diese zu streichen sind wir nach den Richtlinien des Magistrats nicht in der Lage Genosse Woll- fchlöger gab einen Bericht über die Arbeiten des Ausschusses, derfichmitder Neu» undUmbenennung derStraßen» namen zu befchäfligen hatte. Daraus ergab sich, daß nach an- fänglichem Widerstand der bürgerlichen Vertreter ein harmonisches Durcharbeiten erfolgt«, wobei alle Wünsche noch Möglich- keit befriedigt rverden tonnten. Die Schiußabstimmung ergab«ine einmütig« Annahme der Vaisihläge. In der Bezirks- Versammlung erklärte dagegen der Sprecher der Bürgerlicher«, daß sie nur den Neubenennungen, nicht aber den Umbenennungen, wegen der Schädigung der Gefchästsleut«, zustimmen könnten Genosse Weiser kenitzeichr«t« das merkwürdige Verhatten der bürgerlichen Fraktionen und machte sie darauf aufmerksam daß die Bezirks- versamnulung nicht die Entscheidung zu treffen habe, ob Um- benennungen vorzunehmen sind. Nach einem Rundschreiben des Magistrats können wir im Bezirk nur in Ausführung der Beschlüsse der städtischen Körperschaften Vorschläge zur Unibenennunq einreichen, und sür dies« Vorschläge hatten die Vertreter der Bürger- lichen im Ausschuß gestinmit. Dies �....... lese Darstellung brachte die bürger- Fass lichen Vezirksverordneten außer Fassung. Ihr Bertreter erklärt«, daß der Magistrat überhaupt keine Porfchristen zu machen hat und bezeichnete die Bezirksveisammlung als ein selbständiges Parlament, das beschSiehen kann, ob Umbenennungen vorgenommen werden sollen. Wo bleibt nach solchen Worten die Ein- heitsgemeinde Berlin, und wo bleibt die fach- liche Arbeit, der sich di« Bürgerlichen so gern rühmen? Es«var deshalb dem Genossen K r e u t l e> n nicht schwer, ihnen nachzuweisen, daß ste nur daran denken, die Inter- essen der bürgerlichen Klasse zu vertreten. Im übrigen wird die Umbenennung erst in«inigen Jahren erfolgen können, so daß sich jeder rechtzeitig darauf einstellen kann. Die von den Bürgerlichen im Ausschuß mit beschlossenen Borschläge für die Neu- und Um- benennungen der Straßen wurden auch«n der Bezirksversamm.ung aber gegen ihre Stimmen angenommen. Neue Siedlungsbauten in Spandau. Durch ein neues Siedlungsprojekt, da» bereits in der Durch- führung begriffen ist, soll Spandau, da» bisher noch lveit« un- bebaute Strecken auswies und noch nicht so wie andere Dororte mit Berlin verbunden war, nach der Richtung zum Stadtinnern tn städtebaulicher Hinsicht ausgedehnt werden. Es handelt sich um d-n Ausbau von Siedlungen«m dem Etmall- tor von der Heerstraße aus an der Pichelsdorfer Straße. Dort hat ein Bauunternehmer Joseph Kuron-Charlotten- bürg, ein riesiges Gelände an der Pichelsdorfer- und Götelstraße an der Heerstraße und am Grimnitzsoe erworben, das jetzt beoaut «Verden soll. Es sollen an dieser Stelle zunächst mindestens 260 Woh- nungen entstehen, die größtenteils mit Houszinssteuerhypotheken und anSerersefts aber auch«n freier Wirtschaft gekaut«verde«. Der Bebauungsplan steht nach der Heerstraß« zu«inen Riefenplatz in Rondellform vor, so daß die Architektur in städtebaulicher Be- Ziehung der Wichtigkeit dieses Einfalltores nach Spandau entspricht. Auf der einen Seite der Pichelsdorfer Straße und der Heerstraße in Richtung nach Staaten sind von der Stadt Spandau bereits Park- anlagen geschaffen, uin auch gleichzeitig das dort liegende unbebau- bare Moorgelände zu verwerten, auf der anderen Seite liegt der Grimnitzfce, mit dessen Ausbaggerung nunmehr sofort begonnen werden solü Hier sollen wundervoll« Userprornenaden und gärtnc- rssche Anlagen geschaffen werden- Ferner«st beabsichtigt, in den Reu- bauten«ine ganze Reihe von Läden zu errichten und außerdem sollen auch dort große Restaurants und Cafäs entstehen. Das vor- läufige Bauprogramn«, mit dessen Durchführung bereits begonnen ist, soll bis zum nächsten Frühjahr erledigt«Verden, so daß sich den Berlinern im nächsten Jahre«ine völlig neugestaltete Gegend in Spandau zeigen wird._ Kinderheim für(Schwererziehbare. Eine schwierige, aber erfolgversprechende Arbeit. Im Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg mehren sich in erfreulicher Weife die Einrichtungen der Kinderfürsorge. Jetzt hat das Bezirksamt ein besoirderes Heim für schwer erzieh- bare Kinder geschaffen, das aus einem Kindergarten für Kleinkinder und einem Kinderhort für Schulpflichtige besteht. Schwererziehbare werden in der Regel raschfertig als„Psycho- pathen" bezeichnet, aber oft handelt es sich bei ihnen um Folgen der Erziehungsfehler von Familie und Schule. Es empfiehlt sich, solchen Kindern eine Sonderbehandlung zuteil werden zu lassen, doch nicht immer braucht man sie in Anstalten unierzu- bringen. Schon in besonderen Kindergärten und Kinderhorten unter Leiterinnen, die zu diesem besonderen Zweck vorgebildet sind, kann die Arbeit an Schwererziehbaren erfolgreich sein. Diese Kirider- gärten und Kinderhorte können auch,, wenn ein Kind aus einen« Zeiterziehimgsheim in das Elternhaus zurückkehrt, für das Kind wie für di« Familie«ine rvertvolle Hilfe fen. Das für den Bezirk Prenzlauer Berg im Haufe Rastend u r- g« r Str. 19 engerichtete Heim wurde ain Mittwoch eröffnet. Bür- germesster Genosse Dr. Ostrowski und airdere Mitglieder des Be- zirksamts, Mitglieder der Bezieksverfanrmlung und des Ausschusses vom Bezirksjugendamt, Vertreter des Erziehungswesens und des Ge- sundheitswefens waren erschienen. Iugendamtsvorsttzender Stadtrat Genosse Friedländer wies auf die Schwierigkeit der Aufgabe hin, di« diesem Heim gestellt ist. Man hofft, daß sie gelöst werden«vird. Das Heim hat eine Leiterin, die von einer Hortrierin und einer Horthelferin unterstützt wird. Da die Zahl der aufzunehmenden Kinder medrig gehalten werden soll, so«vird hier individuell« Arbeit an den Kindern möglich sein. Die Räum« sind mit geringen Mitteln freundlich hergerichtet worden. Das Heim wird den Kindern tagsüber Unterkunft«rnd erzieherische Betreuung gewähren u«td ihnen ein« Stätte der Freude «Verden.>_ Lärmende Motorräder. O-Naver erhalten neuen Auspufftopfl Zu dem im„Borwärts" vom 30. August erschienenen Artikel .Lärmende Krafträder: Sind D-Räder immer zu laut?* sendet uns die„Deutsche Jndustriewerke A.-G." eine Er- gänzung, die wir im folgenden wiedergeben.„Es braucht nicht be- sonders betont zu werden, daß auch die Deutschen Jndustriewerke als Hersteller der bekannten D-Räder den allgemeinen Wunsch nach Beseitigung der knallenden und knatternden Motorräder teilen. Das diesjährige Modell ist daher mit einem schalldämpfenden Auspuls- topf ausgerüstet, der allen bisherigen Anforderungen der Polizei entspricht und von den Behörden auch als ausreichend abgenommen und beglaubigt ist. Es läßt sich aber nicht leugnen, daß viele Motar- radsahrer in einer gewiß unverständlichen, aber besonderen Freude an möglichst viel Motorgeknatter den im Auspufftopf befindlichen Dämpfer entfernen und damit den Sinn dieser Einrichtung illusorisch machen.— Sie sind diejenigen, die durch ibre Handlungsweise den vernünftigen Fahrern die augenblicklichen Schwierigkeiten bereiten und das Motorrad in seinem Wert als Beförderungsmittel geschädigt haben. Daß die Polizei gegen solche Fahrer vorgeht, erscheint ebenso berechtigt, wie die augenblickliche Einstellung der Behörden gegen die Allgemeinheit der Motorradfahrer unhaltbar. An die Deutschen Jndustriewerke ist di« Behörde bisher mit dem Verlangen, den Aus- vufftopf zu verbessern, nicht herangetreten.— Um aber die D-Rad- sahrer vor weiteren polizeilichen Eingriffen und Schädigungen zu bewahren, beabsichtigen die Deutschen Industriewerke in allernächster Zeit der Polizei einen neuen Auspufftopf vorzuführen, der allen billigerweise zu stellenden Anforderungen genügen muß.* Fest der Jugendherberge«. Ein am Sonntag nachmittag von dem Gau Brandenburg der Deutschen Jugendherbergen aus Anlaß des zehnjährigen Bestehens veranstaltetes Werbesest hatte sehr unter der ungünstigen Witterung zu leiden. Viele Freunde der Jugend waren der Beranstaltung, die «m U l a p stattfand, des kalten und regnerischen Wetters wegen fern geblieben. Die Jugend selbst aber schuf aus frischem Geist heraus einige schöne Stunden, die mit Doltstänzen. den ausgezeich- neten musikalischen Darbietungen eines Orchesters des Deutschen Muslterverbandes und den mit großem Beifall aufge- nommenen Liedervorträgen des Neuköllner Lehrer- geiangvereins ausgefüllt waren. Stadtrat Genosse Schneider- Neukölln richtete«Ine herzlich« Begrüßungsansprache an die Jagend, der er auch die Grüße und Glückwünsch« der Stadt Berlin und des Stadtamtes für Leibesübungen überbrachte. Er erinnerte an die Zustände des Iugendherbergswesens vor 10 Iahren, wo es«mr einige Notquartier« für di« wandernde Jugend gab. Heute aber zählt man bereits weit über 100 Jugend. Herbergen, in denen sich die Jugend tatsächlich wähl fühlen kann. Mit einem eindrucksvollen Appell zur weiteren aktiven Mitarbeit schloß der Redner seine Ansprache, aus die di« Jugend mit einem dreifachen, begeisterten.Lerbergs-Heil!* antwortete. RABATT N IN MARKEN Z.UCKER ausgeschlossen KAISERS UBER lOOO F! HALEN