Morgenausgabe Nr. 461 A 234 45.Jahrgang Böchentlich 85 Bt., monatlich 3,60 M. tm voraus zahlbar, Boftbezug 4,32 m einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- Dt. pro Monat. * Der ,, Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Jlustrierte Beilagen„ Boit und Zeit“ und„ Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wissen"," Frauen. ftimme". Techni!", Blick in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 29. September 1928 Groß- Berlin 10 Di Auswärts 15 Di. Die ein paltige Nonpareillezetla 86 Bjennig. Reflame eile- Reichs mart. Kleine Anzeigen das ettge brudte Mort 25 Pfennig( zulässig ame jettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Steliengesuche das erste Wort 13 Bfennig, jedes weitere Mort 10 Biennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmartt zählen für zwei Worte. Beile 60 Pfennig. Famillenanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden. Straße 3, wochentagl, von 8 bis 17 Ulbr Bentralorgan der Gosialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Bernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts: Verlag G. m. b.. Bostichedkonto: Berlin 37 536. Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Distonto- Gesellschaft. Depofitentaffe Lindenftr 8 Rußland bietet Konzessionen aus! Prager Unternehmerdiktat. Kommunalbetriebe und Eisenbahnen angeboten. Bis 400 Prozent Dividende auf dem russischen Inlandsmarkt zu erzielen. Mostau, 28. Geptember.( Dft- Expreß.) Im Zusammenhang mit den neuen Richtlinien der Sowjetregierung zur Aftivierung der ruffischen Konzessionspolitik hielt der Vorsitzende des Hauptkonzessionsausschusses Hauptkonzessionsausschusses der Sowjetunion ksandrow auf einer Versammlung von Direktoren von Sowjetbetrieben in Moskau einen Bortrag über die bisherigen Ergeb nisse der Konzeffionspragis in Rußland. Kjandrow wies darauf hin, daß das letzte Plenum des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei in seiner Resolution erflärt habe, dem Ent widlungstempo der Industrialisierung des Landes seien ohne ausländische Hilfe gewisse Grenzen gefeßt. Zur Beschleunigung dieses Entwicklungstempos müsse die Heran ziehung ausländischer Mittel forciert werden. Da die unmittelbare Heranziehung von Auslandskapital in Form von Anleihen bisher nicht gelungen sei und bei den üblichen Geschäften mit ausländischen Firmen nur furzfristige Kredite gewährt wurden, so fomme hierbei in erster Linie die heranziehung ausländischen Kapitals in Form von Konzessionen in Frage. Rachdrücklich betonte Ksandrom den engen Zusammenhang 3mischen der Ronzessionspolitit und politischen Fafloren und mics als Beispiel darauf hin, daß nach dem Bruch mit England das Eniwidlungstempo des Konzeiflonswesens fich ver langfamt habe. Während 1925/26 482 Stonzeffionsangebote einliefen, waren es 1926/27, d. h. nach dem Bruch mit England, nur 216, im ersten Halbjahr 1927/ 28-215. Bon englischen Unternehmern seien 1925/26 30 Ronzeffionsangebote, 1926/27 16, im ersten Halbjahr 1927/28 nur 2 Angebote gemacht worden. Im Verhältnis zu ber Zahl der Ronzessions a ngebote sei die Zahl der abge. fchloffenen Berträge nur gering: 1925/26 wurden 38 Ston. Beffionsnerträge abgeschlossen, darunter 7 über ,, technische Hilfe. Teiftung", 1926/ 27-23( 15). Die sogenannten Exportfonzeffionen hätten bisher nicht die geeigneten Entwicklungsformen gefunden, während die für den Inlandsmarkt arbeitenden Konzeffionsbetriebe außerordentlich rentebel feien. Bei Konzessionen dieser Art seien 30 bis 35 Pro3. Gewinne teine Ausnahme, vielmehr seien jogar Gewinne von 150 Pro3. und fogar von 400 Proz. zu verzeichnen. Gozialreaktion und Zeuerung. J. H. Prag, Ende September. Sind solche Geschehnisse wie die, die letzthin in der Nachtsizung des Abgeordnetenhauses einen wilden Obstruftionssturm entfeffelten, in einem anderen Parlament außer eninehmen. Danach hat Ksandrow, der übrigens der Nachfolger halb des Balfans möglich? Ist es denkbar, daß anderwärts das Kommando eines Nicht parlamentariers genügt, um Irogtys auf dem letzten Bosten ist, den dieser vor seinem Ausschluß im ruffischen Staatsdienst bekleidete, noch ausgeführt, daß eine Barlamentsmehrheit zu plöglichem Umschwenten zu verdie Zahl der Konzessionen in den letzten zwei Jahren von 54 auf anlaffen, zum Bruch von Vereinbarungen mit 74 gestiegen, zugleich aber das gesamte darin investierte Rader Opposition, zur plöglichen Aufhebung eines Auspital von 140 millionen Mart auf 90 Millionen Mart geschußbeschluffes im Plenum des Hauses? funten sei. Des meiteren erflärte Ksandrow, man dürfe angesichts der politischen Lage in diesem Jahr teine Anstrengung scheuen, um große Konzessionsverträge abzuschließen. Rußland sollte dabei die Situation ausnützen die sich durch die Vertiefung der Gegensäge zwischen den kapitalistischen Staaten als Folge des englisch- französischen Flottentompromiffes und des Fehlschlagens der Genfer Berhandlun gen ergeben würde. In der Diskussion wurde die Tätigkeit des Konzeffions ausschusses lebhaft tritisiert, wobei ein Redner bemerkte, daß nur wenige Berträge mit wirklich seriösen Auslandsfirmen abgeschlossen wurden, während es viele andere Firmen gebe, die anormale Gewinne auf einer ganz ungefunden Grundlage erzielen. Nach anderthalbjährigem erbittertem parlamentarischen und außerparlamentarischem Kampfe um die Novellierung der Sozialversicherung, bei dem es schließlich der Opposition gelungen war, zwar nicht alle Berschlechterungen, aber doch einige abzuwehren und sogar nicht unbedeutende Berbeffe rungen durchzusehen, tam es in der Nacht zum Sonnabend endlich zur letzten Abstimmung. Im Sozialpolitischen Ausschuß war ein Antrag des deutschen Sozialdemokraten Taub, eine neue Versicherungsflaffe mit 26 Kronen täglichem Krankengeld( 3,25 M.) zu fchaffen, angenommen worden. Die bürgerliche Mehrheit hatte diesem Antrage zugestimmt. Da schon war die Plenardebatte im Gang- erschien ber Sefretär des Unternehmerverbandes. Dr. Hodatsch. im Barlament und erklärte den Führern der deutsch- tschechischen Bürgerfoalition, daß die Mehrbelastung durch diese neue Das ist also nach zehn Jahren das Resultat des boliche Berficherungsflaffe für die Industrie unerträglich fei- es wistischen Experimentes! Man hat den Sozialismus mit handelt sich um fünf bis acht Millionen Kronen. allerhöchstens Gewaltmitteln einführen wollen und jest reißt man fich um alfo um eine Million Mart jährlich und biele Erklärung ausländische Intereffenten für Konzessionen. Auf allen des Unternehmerfetretärs war gleichbedeutend mit einem Gebieten der Wirtschaft sollen Ronzessionen erteilt werden: Befehl. Ohne daß nochmals mit der Dunofition verbandelt nicht nur für die Ausbeutung der natürlichen Bodenschäze- worden oder die Willensänderung der Mehrheit vorher be Wälder, Naphtha, Platin auch die Kommunal tanntgegeben worden wäre. brachten bei der Abstimmung betriebe und die Staatseifenbahnen werden die Mehrheitsparteien plöglich einen Antrag auf Abschaffung fegt meistbietend verramscht. Wenn sich nur ge- der neuen Versicherungstiaffe ein. Der Antrag wurde von nügend fapitalfräftige Reflektanten melden würden, denn der Bürgermehrheit angenommen.. Rußland braucht Geld! Warum melden fie fich denn nicht? 30 bis 35 Prog. Dividende ist der Durchschnittsgewinn, wer Schneid hat, holt sogar 150 und bis 400 Broz. Zinsen heraus! Der innere Martt, das heißt der Bauer und der Prolet, ist dazu da, ausgebeutet zu werden. Er braucht Ware, er zahlt jeden Preis. Hereinspaziert, meine Herren vom ameri tanischen, englischen, französischen und deutschen Finanz- und Industriefapital! Nirgends findet ihr so glänzende Gewinn und Ausbeutungsmöglichkeiten wie auf dem Gebiete der Union der Sozialistischen" Sowjet- Republiten! Wer hat noch nicht seine fleine Ronzeffion? Mostauer Gaswerf gefällig? Leningrader Straßenbahnen? Georgische Eisenbahnen? Kiewer Telephon? Goldgruben im Ural? Teppichmebereien in Turfestan? Bis 400 Proz., meine Herren, Bergmanns Lombardhaus ist daneben ein Kinderspiel. Nur in Sowjet- Rußland find folche Dividenden möglich! TotalausDerlauf wegen Kreditmangels nie wiederkehrende GeSo erzielte beispielsweise die schwedische Konzession SaF.( Svensta Kugellagerfabri!) bei einem Grundkapital von 2 millionen Rubel 2,4 millionen Rubel Reingewinn. Ksandrom erklärte, daß die Sowjetregierung an einer Berringerung solcher ungeheuren Gewinne intereffiert sei, werde dies aber ausschließlich durch ge. funde wirtschaftliche Maßnahmen, sowie durch eine Berlegenheit! schärfung der Konkurrenz seitens der staatlichen Industrie zu erreichen suchen. Nach Ranbrows Anficht hätten fich die ausländischen Konzeffionen in ihrer überwiegenden Mehrheit zweifellos bewährt. Sie hätten die staatliche Sndustrie gezwungen, fich aufzuraffen", fie verringern überdies bedeutend die notwendigen Balutaausgaben für Importzwede und erleichtern den Rampf mit dem Warenschmuggel. Bisher fel das Charakteristikum der ruffifchen Konzessionspolitik beren Planlojigfeit gewefen. Die Somjetregierung habe dem ausländischen Kapital die Führung überlassen, so daß die Ausländer felbst geeignete Rongeffionsobjefte aussuchten. In Zukunft werde das anders sein. Das ausländische Konzessions tapital werde auf solche Gebiete der Sowjetwirtschaft gelenkt werden, die der Sowjetregierung er wünscht sind. Zu diesem Zwede feien rund 100 Rongefflonsobjette in allen Zweigen. der Industrie und sogar in neuen Gebieten, Im Eisenbahnwesen und in der Kommunalwirtschaft, Dorgesehen; auch feien Normalverträge zu Ronzeffionen aus gearbeitet worden. Bon den neuen Richtlinien erwartet Rsandrow feine unDann streiten sie noch, ob sie diese Stalinsche Zidzadpolitik Sozialismus nennen sollen oder nicht, um die fommunistische Demagogie in Westeuropa zu stärfen. Das soll das fozia liftische Baterland sein! Hinter dieser Politik der Sprunghaftigkeit und Brinzipienlosigkeit aber steht die Tragödie des russischen Boltes. Es muß dazu schweigen und zahlen. Deutsche Delegation zurückgekehrt. Rabinettfihung am Montag. Die deutsche Völkerbundsdelegation ist gestern nachmittag aus Genf in Berlin eingetroffen. Das Reichskabinett tritt am Montag zur Entgegennahme eines Berichts des Staatssekretärs Schubert über die legten Genfer Verhandlungen sammen. Eine Entscheidung darüber, wann und wie die in Genf vereinbarten Erörterungen über die Rhein landräumung und die endgültige Lösung des Repa der Länderkonferenz und nach der Sigung des Aus wärtigen Ausschusses zu erwarten. Im Lärm der Obstruktion. im Knattern der Bultbedet, im Klatschen der auf die Ministerbänke niederlaufenden Ate tenbündel, gingen alle folgenden Reden unter. Der Berichte erstatter verías, ohne daß jemand ihn bören fonnte. Die eine zelnen Baragraphen und wenn er ein Handzeichen gab, hoben sich auch die Hände der Regierungstreuen. Es mag nebenfächlich erscheinen, daß in diefem an Stürme gewöhnten Barlament wieder einmal die Bultdeckel zerschlagen wurden. Aber dieser Sturm war mit elementarer Gersalt losgebrochen, in ihm offenbarten fich die Ent rüstung und der Zorn der Arbeitervertretor aller Nationen diese Obstruktion war das martante Zeichen der tiefen Kluft zwischen Mehrheit und Oppofition. die, wenn man von den zahlenmäßig bedeutungslosen opnofitionellen Nationa listen abfieht, die Kluft zwischen den Kloffen ift. Eine Welle der Erregung geht durch has Broletariat. Steigende Teuerung beunruhigt die Arbeiter. Milch und Kartoffeln sind teurer geworden. und vor wenigen Wochen hat das Buderfartell plöklich den Ruderpreis um 60 Heller für das Kilogramm erhöht. Im Kleinhandel ist der Zuckerpreis bis auf 7 Kronen( 87 21.) geftienen. Die Erhöhung des englischen Solles auf Raffinadezucker droht den tichechischen Buder vom enalifchen Martt ausschließen. Das Ruderfartell. verfchanat hinter hohen Schutzzöllen. erhöhte den Preis des Inlandzuders, um billiger als bisher ins Ausland liefern zu fönnen Bas fragt es darnach, daß im Lande des Ruderüberflusses die Arbeiter den Budervers brauch einschränfen müssen und trotzdem der Arbeiterhaushalt schmer belastet wird! Das Buckerfartell Diftierte die Breiserhöhung, obwohl ein paar Tage vorher, als die erften Gerüchte von seinen Blänen aufgetaucht maren. die Leitung der Regierungstoalition feierlich erflärt hatte, eine Erhöhung des Ruderpreises nicht zu dulden! Die Regierung, gezwungen aur Stellungnahme, sprach zuerst von der Not der Zuckerindustrie und dann erst sehr verflaufullert von der Zeuerung. Sie hat bisher noch gar nichts getan, nur erflärt, daß sie die Erhöhung des Breises wenigstens teilmeile rückgängig ege fuche. die Ruckerindustrie zu entschädigen. menn ste mache. In irgendeiner Form, entweder als Konsumenten Sanierung der Zuckerindustrie tragen. mittelbaren Ergebnisse bereits im nächsten Jahr. Zum rationsproblems eingeleitet werden sollen, ist erst nach oder als Steuerzahler, müssen die Arbeiter die Kosten der Schluß fagte Ksandrow, daß obgleich sich die Berträge über technische Hilfeleistung" mit ausländischen Firmen, deren Gesamtzahl gegenwärtig 52 erreicht, im allgemeinen bewährt hätten, Borsicht beim Abschluß solcher Berträge am Blage sei. ( Die Verträge über„ technische Hilfeleistung" find Anstellungs verträge für ausländische Ingenieure und Spezialisten in Sowjet- Betrieben, haben alfo mit eigentlichen Konzeffionen wenig zu tun. Nach den Erfahrungen der im Donez- Prozeß angetlagten deutschen Ingenieure und Monteure, muß allerdings bestätigt werben, daß sich Borsicht bei Abschluß solcher Berträge empfiehlt. nämlich Borsicht auf seiten der ausländischen Bewerber! Reb. b. ,, B.") 1999 Das Londoner liberale Matt Daily News veröffentlicht am 27. September ein Telegramm feines Mostauer Beristerstatters über die Rede Rjandroms, aus dam mir weitere Einzelheiten Die Faschisten in der Schweiz. Sozialistischer Antrag im Nationalrat abgelehnt. Bern, 28. September. Im Rotierairat beantragte der Sozialist ra ber ber Bundesrat folle Bericht erstatten über die Treibereien der Toschisten in der Edweiz und über die Maßnahmen welche er zu ergreifen gebente, um Bergängen wie im Fall Roffie en Riege. vorzuIchieben". Der Antrag wurde mit 74 gegen 31 Stimmen ab gelehnt. Es bliebt femit bei der geftrigen Antwort des Bundes. rats Motta in der Angelegenheit Roffi Der Bürgerblock. durchweg Barteien. Die für den sozialen Ausgleich und die Berföhnung der Klaffen schwärmen, fteht unter dem Diktat der Agrarier und der Industriellen. Ein Wink der Rapitalisten und die Bürgermehrheit muß fich zu einem Mortbruch bereit finden! Hunderttausende Arbeiter demonstrieren die Bürgerparteien machen höhnische Mige. Ein Internehmersekretär befiehlt und hot ganze Bürgerblod gehorcht. Aber am 28. Oftober. menn der zehniährige Bestand der Tschechoslowakischen Republif gefeiert wird, werden die nationaldemokratischen bie tlerifalen und die agrarischen Batrioten wieder die Arbeiter an ihrer Selte haben wollen, bann. wenn sie von der nationalen Revolution reden werden. bie dem ganzen tschechischen Bolt Freiheit und Glüd gebracht habe. Dem ganzen tjchechischen Bolfe? Die internationale Rapitalistentlasse diftiert in jenem Staate, ben die tschechischen Arbeiter als einen sozialen Staat, als einen sozialistischdemokratischen Staat zu schaffen wähnten! Nie noch waren die Klaffengegensäge so scharf mie im zehnten Jahre der Republit. So schroff sind sie, daß die Bürgerparteien sich fürchten, die längst fälligen ahlen in die Landes- und Bezirksvertretungen durchzuführen, daß sie wahrscheinlich lieber das Berwaltungsreformaejet zum zweiten Mole novellieren werden, um feu Inkrafttreten und damit die Wahlen in die VerwaltungsPörperschaften hinauszuschieben. Man will die Jubiläums ftimmung nicht stören. Bei den tschechischen Sozialdemokraten aber unb bas tennzeichnet die Größe des Gegenfages zwischen den einstigen Partnern in der allnationalen Koali fion- wird bereits die Möglichkeit erwogen, am 28. Of tober die Bürgerparteien allein jubilieren zu lassen und den 14. Oktober zu feiern, an dem vor zehn Jahren die tschechischen Arbeiter zum ersten Male au einer revolutionären Demonstration aufmarschierten. aber zu einer Demonstration für die sozialistische Republik! Hugenbergs Geschoß. Zur Borgeschichte des Stahlhelm Boltsbegehrens. Der Jungdeutsche veröffentlicht intereffante Enthüllungen über die Borgeschichte des Stahlheim- Boltsbegehrens gegen die republikanisch- parlamentarische Berfassung. Seine Beröffentlichungen lassen erkennen, daß die treibende Kruft für dieses Volksbegehren Herr Hugenberg ist. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres war innerhalb der Deutschnationalen Bollspartet das Projett aufgetaucht, ein Boltsbegehren über die bekannten deutschnationalen Bläne zur Abänderung der Reichsterfassung( Berstärkung der Machi des Reichspräsidenten, vom Parlament unabhängige Regierung, 3ufammenlegung der Aemier des Reichskanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten, Schaffung einer zweiten Kammer) zu veranstalten. Dies Boltsbegehren sollte mit der Wahlpropa banda verbunden werden. Die Deutschnationalen hofften, den Wählern gegenüber nach ihrer Politik der Umfälle und der Berleugnung ihrer Grundsätze eine zugkräftige Wahlparole zu haben. Man fom auf die verflucht schlaue Idee, den Tag eines Bolfsentscheids auf den Tag der Reichs tagswahlen zu legen, Herr v. Keudell, damals noch Reichsinnenminifter, sollte den Plan durchführen. Es wurde jedoch den Deutschnationalen und namentlich den deutschnationalen Ministern vor diefem Plan selber Angst, sei es, daß sie nicht daran glaubten, damit im Bürgerblodtabinett durchzubringen, sei es, daß fie den eklatanten Zusammenbruch eines solchen Boltsbegehrens fürchteten Herr Hugenberg hat nach den Enthüllungen des Jungdeutschen" damals erregi dagegen protestiert, daß dieser Plan fallen gelaffen wurde. Seipel für die Heimwehr. Die Zumutung des Landeshauptmanns Burefch. mien, 28. September.( Eigenbericht.) führt würden, nur um die Heimwehr ungestört schalten und walten zu laffen. Bohlmache im Bundesheer. ber Am 1. Ottober wählen Teile des Bundesheeres mieber ihre Die leitenden Körperschaften der Sozialdemokratie und des Republikanischen Reichsbundes, befaßten sich am Freitag mit ber Innerhalb der Arbeiterschaft besteht der Einbrud, daß die durch die Verlautbarung des Landeshauptmanns non Niederöster Berlautbarung des Landeshauptmanns von Niederösterreich von reich herbeigeführten Berschärfung der Lage. Einmütig fam die der Bundesregierung dittiert worden ist, um Anschauung zum Ausdruck, daß diese Verlautbarung eine Beeimwehr eine Gefälligkeit zu ermeljen. günftigung der Heimwehr gegenüber der Wiener Arbeiterschaft bedeutet. Es sei gang unmöglich, daß die Arbeiter von Biener- Reustadt, die sich in der Statt in der überwiegenden Mehr. heit befinden, fich am 7. Oftober ihre Freizügigkeit nehmen ließen und die Hälfte der Stadt den Heimwehrformationen über laffen tönnten. Dem fei schon aus dem Grunde zu widerfpredjen, weil auch in dem von der Heimwehr beanspruchten Teil von für die anderen, den roten Militärverband burch den schwarzen Biener Neustadt sozialdemokratische Arbeiter wohnen und man Wehrbund zurückzudrängen. Da jede Kompagnie einen Vertrauens. ihnen nicht zumuten könne, thre Wohnungen und ihre Bezirke zu mann wählt, vereinigt man z. B. in der Roffauer Rojerne zu Wien Derlassen, um den Brovofateuren das Feld zu räumen. alle„ Berbächtigen" in der 8. Kompagnie, die bereits 191 Mann Ebensomenig fet es möglich, daß die von ausmarts tommenden start ist, während die sicheren" Kompagnien in ihrer Stärte" bis Sozialdemokraten und Schutzbündler um die Stadt herum ge- qu7 Mann und ähnlicher Tarodpartlegröße heruntergehen! | zu Taupa Bertrauensmänner. Der chriftlich- soziale Wehrminister Bau goin versucht abermals, mit allen Mitteln der Einschüchterung durch realtionäre Offiziere, durs Drohungen für die einen und Belohnungen Tumult im Wilnagebiet. Kampf mit der Polizei. owno, 28. September. Der offiziöse„ Cietuvos Albas" erhält die Meldung, daß in dem Städtchen& amaj im Wilnagebiet die Illauische Einwohnerschaft gegen die polnische Polizei einen Aufstand versucht habe. Die Polizei halle einen litanischen Politiker verhaftet, den die Bevölkerung befreien wolitz. Es tam zu einem Sturm auf das Polizeirevier, die Polizei gab Feuer, wodurch eine Person getötet und fünf verwundet wurden, fonnte sich aber des Anifurms der erbitterten Einwohner erst erwehren, als aus der benachbarten Kreisstadt Stiengang eine Estabron Kavallerie herbeigeeilt wat. Das Militär machte dem Inmult ein Ende und nahm elwa 100 Bethaffungen vor. Litanische Grenztyrannei, Hendelrug. 28. September. Stelle, daß Freischaren ihn gefangen genommen hätten. Die Epijnde findet den größten Beifall bes Regierungsblattos„ Lietuvos bas": das selbständige Bargehen des Bauern zeige, wie man in Litauen den Feind empfangen würde; in der Stunde der Gefahr werde es dem Vaterlande an Berteidigern nicht fehlen.( Db aber auch dem feindlichen Stab an genügender Sicherung?) Berfaffungspläne der polnischen Reaffion. Warihan, 28. September. Die sozialistischen Blätter veröffentlichen Auszüge aus tem Protokoll der Konferenz des Regierungsblocks, die sich mit der Berfaffungsreform befaßt hat. Die Auszüge bemelfen, daß inerhalb des Blods die Meinungen sich fchroff gegenüberstehen. Die einzelnen Gruppen des Regierungsbinds find mit sehr veridhteden. artigen Berfafjungsprojekten hervorgetreten. Es gibt einen mon Heute vormittag murde ein nach Zilitt fahrender faufmännischer arditischen Entwurf, der fogar eine gemife theoretische Grunbe Bertreter der Memell. Rundschau" auf der Station Bogegen von loge zeigt( Gottesgnabentum, Surgmus Episcopus), anbere BroMunmehr führt der Stahlhelm den Hugenberg- Plan durch. der fitauischen Polizei aus dem hteil geholt, in einen Raum ge jette Jeben eine besondere Stärtung ber Stellung bes Präfiben Herr Hugenberg felbft ist der Romanfiter des onfirepublifonischen führt und gefragt, ob er Briefe no diffit befördere Is er ten vor und es fehlt aus nicht an sehr gemäßigten Reformpor Attivismus. Er glaubt immer nod), baß mit irgendeinem Expert dies verneinte, murde ihm bie 2ftentaide abgenommen und hurd schlägen, bie bas parlamentarije Enftem beibehalten wollen. Der ment die Republit gestürzt merben fönne. 3hm ist es mit dem sucht. Dann og man ihn bis aufs hemd aus und burch Ministerialbirefior im Außenministerium soluto( ein ehemali Beltsbegehren gegen die Repubfit bitter Ernst Bie weit es juchte alle Tolden. Much hierbei wurde nidis Butastendes geger Sezialist) tritt für die Wahl eines Profidenten auf Lebens bor Deutschnationalen Boltspartei domit Ermit ist, die nun befunden. Tragbem verlangte man pon pein Bertreter die Unterzeit ein, Jon Billubfti, ber Bruber tes Marschalls, für nur fiebene Stahlheim hinterherläuft, un fich nicht niebertonfurrieren zu zeichnung eines in flauischer Sprache abgefaßten Protofolls, was faffen, ist eine andere rage. dieser vermeigerte. Sein Verlangen, nach Lift gebracht zu werben, ba ber Zug inzwischen abgefahren mat, murde von der Bolizei abgelehnt Warum Kaiser Wilhelm? Gin Anachronismus. Die eiler- Wilhelm- Gesellschaft", die zahlreiche miffenschaftliche Institute an den Universitäten und Hochschulen Deutschlands unterhält oder unterstützt, plant auch dem neuerbauten Hochspannungsinstitut in Braunschweig, das das größte seiner Art in Europa ist, einen jährlichen Zuschuß zu geben. Die braunschmeigische Regierung hat aber, so dantbar ein Zuschus der Kaiser. Bilhelm- Gesellschaft begrüßt merben würde, dem Borstand dieser Gesellschaft zu verfiehen gegeben, daß der Name Kaiser. Wilhelm Institut" in Braunschweig von der republitanischen Bevöiterung feineswegs verstanden würde und deshalb vorgeschlagen, einen anderen Namen für das Institut zu wählen. Selbstverständlich ist die bürgerliche Bresse Braunschweigs über diese 19 durchaus berechtigte Bumutung empört. Die Gesellschaft teilt felbft in ihren Drudidriften mit, daß fie das Brotettorat bes legten Raisers als er= Infchen ansieht und daß sie eine entsprechende Zenderung ihrer Sagung vorgenommen habe." Es wäre deshalb zu begrüßen, menn bie Anregung der braunschweigischen Regierung vom Borjiand ber Gesellschaft aufgegriffen und ein neuer Name für die ganze Gefell fcheit geschaffen würde. Diese Namensänderung durchzuführen, dürfte taum so schwierig sein, da den alten Namen der Ge fellschaft fomieso niemand mehr zu verteidige agt. Borüber man in Stowno jubelt. Bei den litauischen Herbstmanövern hatte ein Teil der Truppen den Feinò au martieren und diese Truppenteile wurden dugemein als die Bolen" bezeichnet. Der Oberst eines dieser Regimenter und sein Stab maren in einem Bauernhof untergebracht. Ein in der Nachbarschaft lebender litauischer Bauer bewaffnete alle seine Knechte überrumpelte nachts ben Regiments stab und hielt an den Regimenistommandeur folgende Ansprache: Herr Oberit, da Sie mit Ihren Difizieren hier die Bolen darstellen. fo follen Sie auch sehen, was diefe in Litauen zu erwarten haben. Wir Bauern haben eine Freischar gebildet und erflären Sie für ges fangen." Der Oberst machte gute Miene zu diesem Bauernstreich, lub die„ Sieger" zum Essen ein und berichtete an seine vorgelegte jährige Bräsidentschaftsbauer. Behnlich umstritten find die Fragen ber Braftbentenmahl durch bas Boff, her Rechte bes Genats und bes Sejms ufas Gine geriffe Ginigteit zeigt ber Regierungsblod aller bings hinsichtlich der Erweiterung ber Regierunga vollmachten. Der sozialistische Robotni gibt zu biclem Meinungswiramarr einen sehr fpötitfchen Sommentar. Der 201 stand der fozialistischen Partei beginnt heute feine Lagung. Polnische Kriegsschiffe und Danzig. Danzig, 28. September: Der Senat bestätigte auf eine fleine beutifnationale Anfrage. daß amischen der Danziger Berit und der polnischen Regierung eix Bertrag abgeschlossen worden sei, wonach polnis he Kriegsschiffe tas Recht haben, ein bestimmtes, der Danziger Werft gehöriges Gelände zum Fest machen zu benußen. Es handle fich um einen rein privatrechtlichen Bertrag, der eine staatliche Genehmigung nicht erfordere und auch Danziger Hoheitsrechte nicht berühren könne. fondern febiglich um eine Kontrollmaßnahme. Es ist zu wünschen,| Horsch( 3.) Arbeiterwünsche und beschwerden nor. Abg. n. Bait baß die eingeleitete Untersuchung balb hurdhgeführt wird, bomi quie Gerfte dem freien Inlandsverkehr wieder voll zugeführt werden fann. Beginn der Landtagsberatungen. Bunächst nur furze Zagung. Auslandsgerfte und Reichsregierung. fammenbleiben. Eine Reihe fleinerer Borlagen, die auf der Lages Keine Einfuhrsperre. Die Reichsregierung hat zu den Anregungen des Reichsrais, die Einfuhr eines Teils der amerikanischen Gerste wegen Gefähr dung der deutschen Biehfütterung Stellung genommen und eine Berordnung erlassen. Die Verordnung der Reichsregierung fieht vor, daß die aus den Bereinigten Staaten von Amerifa mit Aus nahme der Staaten Texas, Kansas, Otlahoma und Colorado ein geführte Gerste vor ihrer Ueberführung in den freien Verkehr des Soliniandes einer Untersuchung auf ihre Un häblich feit zu unterziehen ist. Aber die eigentliche Krankheitsursache der Gerste, die bisher nicht einwandfrei festgestellt werden tonnie, find wissenschaft liche Untersuchungen auf breiter Grundlage eingeleitet. Bon ihrem Ergebnis wird es zum Teil abhängen, wie lange diese einstweiligen Stderungsmaßnahmen in Kraft bleiben sollen. Borerst ist die Geltungsdauer der Berordnung bis zum 15. november bemefien. Die Reichsregierung ist aber nach dem Ausjall der miffenschaftlichen Untersuchungen und nach den Maßnahmen, die etwa die amerikanischen Ablader aus eigener Initiative ergreifen werden, jederzeit in der Lage, die Berordnung ihon vorher auf: jederzeit in der Lage, die Berordnung schon vorher auf zuheben, wie sie auch ermächtigt ist, erforderlichenfalls ihre Geltungsbauer über ben 15. November hinaus zu erstreden. Bon dem Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchungen wird es auch abhängen, ab und welche Möglichkeiten etwa bestehen, die Gerste durch geeignete Behandlung für ihren eigentlichen Berwendungszmed oder für sonstige Zwecke wieder gebrauchsfähig zu machen. Der Schwerpunkt der Maßnahme liegt darin, daß es sich nicht um ein Einfuhrverbot für amerikanische Gerste handelt, Der Preußische Landtag, der am tommenden Dienstag feine Blenarsizungen, aufnimmt, wird zu Beginn nur einige Tage zu ordnung der ersten Sigung stehen, werden voraussichtlich ohne er hebliche Aussprache der Ausschußberatung überwiefen werden. Eine größere Debatte erwartet man lediglich zu der Vorlage, die einen einheitlichen Termin für die Kommunalwahlen, nämlich für die Wahlen zu den Provinziallandtagen, zu den Kreistagen und zu den Gemeinden, festlegen will. In Qus ficht genommen ist als Termin der 2. Dezember. Hiergegen wird, wie verlautet, von verschiedenen Seiten Einspruch erhoben und für die Gemeindersahlen ein späterer Termin, vielleicht im Frühjahr, gefordert werden. Ueber die weiteren Dispofitionen wird der Beftestenrat, der vor der Bolisigung am Dienstag zusammen treten wirb, beraten. Es foll vorgeschlagen werden, am Donners tag die Blenarberatungen bis Montag der folgenden Woche zu vertagen und lediglich bis Donnerstag, den 11, Ofiober, zusammen zubleiben. Rebeverboi gegen Gifler aufgehoben! haufen( Dnat.) mies auf die schwierige Lage im Bergbau hin; hie Verhältnisse seien bedeutend günstiger als im Borjahre, do feinerzeit der englische Streit eine Erleichterung gebracht habe. Dhne wefente liche weitere Aussprache wurden die Berichte zur Kenntnis gtnommen. Am 2. Dezember Wahl zu den Provinzialfandtagen. Der preußische Staatsrat nahm in feiner Sigung am Freitag nachmittag ben Gelegentwurf über die geftiegung der Bahlen zu den Provinzialfandtagen( Rommunallandtagen) und den Kreisiagen fowie zur Ergänzung des Gesetzes über die Festlegung der Ge meindewahlen vom 18. April 1928 in der Ausjoußlaffung an. In Aussicht genommen war bekanntlich als 3eltpunit für die Bohlen der 2. Dezember. Genehmigt wurde ber Entwurf von Benderungen der usführungsbestimmungen vom 3. Januar 1928 zum Bolizeibeamten gefeß sowie der Entwurf einer Ausführungsvorlarift zum Gefes über Schußwaffen und Munition vom 12. April 1928. Der Staatsrat erledigte dann noch einige Bleinere Vorlagen. Die Krife im Miniaturland. Demofraten und Deutschnationale Arm in Arm. Die demokratischen und die beutsch nationalen Abgeordneten des Landtags von Medienburg- Streflz fomie ale Handwerksvertreter haben sich zu einer gemeinsamen Frat tion zusammengeschloffen, deren Daseinsinsed es ist, ein 18trauenspotum gegen ben jozialdemokratischen Minister von Reibniz einzubringen, was nach ber Reugründung proutpt Deutschnationale und Demokraten in einer Fraktion Das Redeverbot gegen Slifer ist, wie in der Sigung des Hauptausschusses des Breußischen Landtags mitgeteilt wurde, aufgeschehen ist. gehoben worden. Infolgedessen erübrigt sich die für Sonnabend in Aussicht genommene Beratung der entsprechenden Interpellation muß eine besondere Spielart von Demokraten sein. der Nationalsozialisten. Aus dem Hauptausschuß. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags befaßte fich am Freitag mit den Geschäftsberichten der staatlichen Bergwertsgesell fchaften Recklinghaufen und Hibernia" für 1927. In der Aus sprache brachten die Abgg. Otter( S03.), Sobottka( Komm.) und das Gegen die Demokratisierung der Danziger Berfaffung und eine Berbesserung des Barlaments, beides bom Senat vorgeschlagen, richtet sich ein Lelisbegehren ber Reaktionäre. Schulpflicht in Sowjetrußland. Die Zentralerefutive bat bas Jahr 1934 als legten Termin für die Durchführung der allgemeinen Schulpflicht auf dem Gesamtgebiet ber Sowjetrepublit festgesetzt. Stahlhelm und Justiz. Gin Joyll aus Dommern. us Vorpommern wird uns gefchrieben: Kürzlich wunde öffentlich gerügt, daß in Hinterpommern ein 2mtsgerichtsrat als Führer bes Stahlheims auftritt. Dog ist nicht der erste Fall, daß das Berhältnis bet pomperschen Justiz zum Stohlheim zu öffentlicher Rüge An Der jozialdemokratische Vorpommer" hatte eine Zuschrift aus Greifswald veröffentlicht, die sich mit der Berson eines Mitarbeiters an ber Greifswalder Zeitung" beschäftigte einem Organ auf dem rechten Flügel der Rechtsbolje wisten, im Befig führender Großagrarier und Bandsündler.. Der Oberstaatsanwalt au Greifswald ergob öffentliche Anflage. Die Straitemmer gab dem Anirag Folge. Das Offizialper. fahren zur Reinigung des reaftionåren und besonders aggref. Fren Rebatteurs wurde burdgeführt. Der sozialbemokratische Gilletter murhe zu einer Geldstrafe verurteilt. Abend des Gerichtsieges traf ich zufällig den verurteilten Perbrecher. Er erzählte mir einiges von der Hauptverhandlung. Se fehte mich hin und schrieb ein Nachwort zu jener Haupt und Stcatsation. Es erschien im„ Borpommer". Der Erfolg fonnta nicht ausbleiben: ich wurde wegen Richterbeleidigung belangi! Ich hatte unter anderem gerügt, daß auf der Anklage: bent ein Befenner und Anhänger der deutschen Republik, ber redimäßigen Staate form, jein Abzeichen int Knopf. Lod, gefeilen babe ihm gegenüber am Richtertisch eine Ber nhbleit, bie mit bid durch äußeres Abzeichen fich als 21 tt hänger der Monargie, als Feinb der Staatsform gab", in deren Namen Recht zu sprechen wat. In der Anttageschrift fagt der Oberstaatsanwalt i Greifewald: Tatsache ist, daß ein zu feiner Ausbildung der Verhandlung beiwohnender Referenbar, der feilli ant Gerichtstlich say( also hoch wohl als Proto? oführer?), bas Abzeichen bes Stahlhelms, oon bem loter unbemerkt( aber nicht vom Angeflagien!) an ter efte gairagen hat". In meiner Schulchrift mondte to mich sehr fharf gegen ben Stacisanwalt, der eine so milte Auffassung über den Stahlhelm seiga Biel milder ftelle ich mich zu dem Referendar:„ Wenn ein Referenbar sich erlaubt, mit biefem Abzeichen ben erhöhten Blog, auf dem fich der Gerichtstisch befindet, zu betreten, so belaste ich nicht ten jungen Mann. Guldan biefer breiften Heraus Stahlhelmoffensive mit ,, gesetzlichen Mitteln" Bir alle werden mitmachen und den Kampf gegen das heutige Syftem gefehlichen Mitteln aufnehmen." mit ( Obert Struenfee auf der Giobfbefmfundgebung zu Berlin.) Amerikas Absage. forderung der Republikaner trägt natürlich ble ganze Antwortnote auf das englisch- franzöfifche Marinekompromiß. Mimosphäre, in der er sich befand. Die Berantwortung trifft diejenigen. denen die Erziehung und Herenbildung der Referendare obliegt. Das ober find Richter. D'e Tatsache, boß der Referen dor es gegart bot, mit dem Abzeichen des Stohlhelms att jener Stelle an erscheinen, bedeutet eine vernichtende Kritit der pommerfchen Justiz." Es fei noch ergänzend gefagt: bos irgendeine öffentliche Aufflärung über jenten Borfall in öffentlicher Gerichtssitzung, daß trgenbeine Nachricht, ob unb mie er gerint und mie für die Zu funft vorgebeugt murba, mir nicht vor Augen gekommen ist. Endlich fet noch ermabnt: nicht ein Greifswalder Richter bet diele Straffachen gegen mich in Gang gebracht, fondern ber Oberfanbesgerichtspräftbent u Stettin pet. ( önlich hat den Herrn Oberstaatsanwalt zu Greifswald angerufen, her im pofitigen Leben febt als befannter Rührer der Deut idhen Bolfspertai im Stralfunder Bezir?! erflärung zu einer neuen Marinefonferenz. Bereitschafts Condon, 23. September.( Eigenbericht.) Die amerikanische Antwort auf die Mitteilung des Jaballes des englisch- französischen Matingtompromisses ist gestern ralflag in der Form einer Role in Condou und in paris gleich- rüfungsverhandlungen zur See übergehend, betont die amerikanische zeitig übergeben worden. Dieles Dokument stellt zunächst feft, daß der Stanbpunti ber amerikanischen Regierung unverändert ber fei, boß jebe Gee abrüftung alle fallen non Rampfidiffen umfallen müffe, während das englisch franzöfifche Ablommen für gewisse Sategorien non Schiffen mit großem Sampiwert feinertet Befchränkung vor. leben. Eine Beforänbing alicin ber größeren Schiffstypen würde eine Benachteiligung Ameritas und eine Bevor ugung von Mädten mit großer Sanbelsionnage( fies England) Die Stratfache fab auf Grund der 2mnestie pon 1925 furz bebautent ver her unterhombfung unerfebigt ihr Gabe. rtur Beder, Berimannshogen. Thälmann, König& Co. Gin Führerfleeblatt. wird uns geichrieben: Der Artifel in der Zeitung Der Abend" name 27. September 1928, Nr. 458 23. 227, eidsprälibent" Ihalmann gestürzt ist mit ungeheuer großem Interesse geleien worden. Sh felbft tann diesen Artitet nur von ganzem Herzen begrüßen, as ift nux( habe, daß diefe tommmuntflischen Geheimniffe erft test ausgebert werden, trobem es noch eine ganze Menge abntier alle gibt, die noch nicht an die Oberflänge gelangt find. Reichspräsident Thaimann gestürzt, erinnert jeden an die bereits im Dezember 1923( Rr. 584 Bormärts" pom 11. Desember 1925) erichienene Notiz Der gestürzte& änig Salientaneal in der KDD- Zentrale". Ber erinnert sich heute nicht voch an das bekannte Schlagwort Bartel in Not", bas monate. fang die fommunistische Breffe zierfe? Run Ja: Der gestürzte Rönig batis anständig geplündert, und der gestürzte Thälmann spielte bamals auch schon eine große Rolle in der KPD. Thälmann wird Den Canolfagang nach Moskau antreten genau wie Rönig, und Ihälmann wird dann pieleicht auch wie König eine Erholungstour noch der Schmeiz und Dberitalien machen, bis die tommunistischen Parteimitglieder so alles ein wenig vergessen haben. König fonnte damals mit Unterflügung des Gejdäftemachers Münzenberg die Renag G. m. b. H. aufbauen, trazdem die Rote Fahne am 13. Dezember 1923 über König farieb: Bir sprechen unserem Genossen König die Fähigfeit ab," ein gelaitliches Unternehmen au feiten." Trag dieser Grtenntnis hlieb der gestürzte König Mitglied ber ARD. bis jetzt und fonnte als hervorragender Kommunist als Geschäftsführer der Revag feine Arbeitsträfte fo behandeln, daß eine Reihe von Brezeljen beim Arbeitsgericht Berlin die Folge maren. Diefer geftürzte und wichererstandene König hat sich als Rechtsbeistand einen Herrn Rudolf Kody aus Hamburg gebolt, der auch als strammer Kommunist im Jahre 1927 den Arbeiter Bhoto graphenbund und einige Hamburger Gefchäftsleute übervorteilte. ( Siehe Novemberheft 111, II. Jahrgang des Arbeiter- Photographen.") 3u diesen beiden Glanzfommunisten schlage ich als britten in diesem Bunde den erwerbslos werdenden Reichs präsidentenanwärter a. D. Thälmann vor. Er gehört dazu und wird sich in der Gesellschaft gut ausmachen! Konzentrationslager für Zrogfiffen. Wie Gialin die Opposition erledigt. Das Organ des Lenin- Bundes schreibt in seiner neuesten Nummer: Unsere Rachricht, daß confi und seine Familie in ihrem Berbannungsort on Malaria schwer ertrantt ist, wird beställgt. Die Krankheit hat bereits solche Fortschritte gemacht, dah Irozli infolge geschwollener Hände und Füße und Rörper jdywäche absolut arbeitsunfähig ist, wodurch er gehindert ist, auch Die Mote betont hierbei, daß Amertfa teinerlei grund. Jagligen Einmanb gegen ein Abkommen zwischen biefent beiden Ländern habe. Es fänne aber natürlich die Zufiimmung zu einer Anwendung diefes Abkommens auf die Bereinigten Staaten nicht geben. Die Rote fucht sodann in einer längeren, ins Detail ge. henden Replit nachzuweisen, daß die amerikanische Regierung von Anfang an fanfequent für eine pratiische Herablegung der Rüftungen eingetreten fei und entsprechend im eigenen Lande gebandelt habe. Die Regierung der Vereinigten Staaten fei na die por bereit, on her@dhoffung einer Basis für eine meitere für alle Seemächte annehmbare 2brüftung der See mitzuarbeiten und mr ben färglichsten Unterhalt für feine Familie und für sich zu bestreiten. Iroß der schweren Malaria- Erfrankung Trapfis ver meigert ihm die russische Regierung jebe ärat liche Berpflegung und jedes Arzneimittel. Bieber. holte bringenbe Gejudje um 11mquartierung aus diesem 3wangs. aufenthalt in eine gefündere Gegend find abschlägig be ichieben. Die Entscheidung der Stalin Rytom zielt auf physische Bernichtung Trostis und feiner Familie. is biefe Pläne bes falten Deuchelmordes in Mostau und in anderen russischen Städten bekanntwurden, erhob sich innerhalb ber Arbeiterschaft eine Protest welle. Zehntausende oppositionelle Flugblätter wurden in den Betrieben verteilt. Es fam zu( pontanen Rundgebungen für Iroßft und zu Protesten gegen ben Sajanblurs der Schuldigen an der physischen Ausrottung der alten Ceningarde. Die anderen verbannten Oppositionellen befinden sich in ähnlicher schlechter Lage wie Irogti. So ist auch Rabet fhmer ertrantt. Er hat sich in seinem Berbannungsort eine gefährlige Nierenfeanfheit zugezogen. Er ist infolge Fehlens jeglicher Mittel in größter, Gefahr. Nachdem er gegungen ist mar, feine wertvolle Bibliothef au verkaufen, lft ihm die Möglichkeit zur Arbeit genommen. Er fonn seinen Lebensunterhalt nicht be ftreiten, so daß die Krankheit in dem geschwächten Körper günstigen Nährboden findet. verdiente Bolichemist ist ein Opfer des Meuchelmorb Sibiriatom ringt mit dem Iobe. Auch biejer Inftems des Stalinichen Verbannungskurs geworden. Sibiriałow ist in der Berbannung schwer tranf geworden. Seine Ueberführung nach Mostau zu einer ärztlichen Behandlung wurde immer mirber verzögert. Det ift fie erfolgt. Jedoch ist es zu spät. Smilga, Sapronow und andere befinden sich in schwieriger Lage. Es ist zu befürchten, daß sie heute schon ebenfalls in unmittelbarer Lebensgefahr fdmeben. Barum schweigt Gorfi, tem bos Ringen mit dem Tobe der alten Leningarbe bekannt ist? Ihm hat selbst der Barismus geftattet, fich zu erholen! Bill er weiter schweigen, obwohl ihm befannt ist, baß Stalin Rytow auf die Bernichtung der alten Mit arbeiter und Freunde Lenins abzielen, weil sie gewagt haben, dem Liquidationsturs der heutigen Kominternführung entgegenzutreten? 3mmer neue Berhaftungen und Berbannungen erfolgen. Erft in tegter Beit ist ble Verfchidung von Oppofitionellen angeordnet mother. Inzwischen werden onzentrations. lager für die Leninsche Opposition eingeridet. Aus allen Stellungen und Funktionen werden die oppofitionellen Ge noffen vertrieben und durch Weißgardisten ersetzt. Der Staats- und im Rahmen einer Konferenz die besonderen Bedürfnisse Frant reichs, Staliens oder irgendeiner anderen Seemacht durchauberaten. 3u politiven Vorschlägen zu Wieberaufnahme der Ab Rote, es folle jeber Macht gestattet werden, innerhalb ber thr 3 u gestandenen gesamten Zonnagenquote bas pro entuale Berhältnis der Tonnagen ihrer einzelnen Schiffs. flaffen untereinander zu verändern, Rehne eine Macht eine prozentuale Erhöhung in einer Schiffsfloise vor, so muffe die entspred the Tonnage von ber in anderen Stiaffen gestatteten Zonnage in 2 h #g gebracht werden. Würde Großbritannien einen derartigen Borschlag machen und ihn durch englische und amerikanische Experten gemeinsam prüfen laffen, fo fonnte Großbritannien mit einer fhm pathischen Aufnahme in Amerifa rednen. Die Bereinigten Staatein erbarieten jedoch auch von feilen her anberen möchte eine ähn Liche Berüdlichtigung ihrer Bedürfniffe. Die Rote fchließt mit der Feststellung, daß das anglo- franzöfifche Abkommen unglüdlicherweise teine der Amerifa wesentlichen Bedingungen erfülle." Das Abfomunen schließt eine wichtige. Klasse von Schiffent mit hoher Rampffraft non jeglicher Rüftungsbeschränfung aus eine Tots fache, die notwendigerweise zu einem für die nationale Wohlfahrt fatastrophalen Wiederaufleben bes Bettrüftens zur See führen würde."... 1 Bartéiapparet wird immer mehr von den Feinben bes ruffichent unb bes internationalen Broletariats burdleht. Die Rytom, Ralinin, Bucharin und in ihrer Gefolgschaft Stalin fimb in einer Banifftimmung. Sie mollen sich die Gunft her Rep. und Rulafi- Glemente durch die Ausrottung ber oppositionellen Genossen erkaufen." Gemeinsame Memoiren. Foch und Ludendorff- Joffre und Er- Kronpring. Paris, 28. September.( Eigenbericht.) Die Zeitung Rumeur" teil unter der Ueberschrift Das Locarno der Darshalle" mit, daß ein französischer Bering temnächst ein Bett über die marnellai ber ausgeben werbe, an dem zurzeit gemeinsam die Marschälle och und Joffres, der frühere deutsche Kronprinz unb General 2ubendorff arbeiten. Sollte die Beteiligung der beiden deutschen Kriegsrerlierer an diesen von focarnischem Geiste inspirierten Kolleftiomemoiren zutreffen, so wäre damit wenigstens eine gewisse Gewähr dafür gegeben, daß ihnen eine Weile die Zeit au antilocarnistischer Betätigung fehlt.( Borausgesetzt, anzunehmen ist.) baß der Er- Kronprinz seinen Beitrag selber schreibt, was nicht Museen ohne Staatszuschuß. Amerifoner faufen franzöfifche Kunstschäße auf. Paris, 28. September.( Eigenbericht.) Die Finanzkommission der Kommer bat am Mittwoch beschlossen, be Subvention der Großen Oper in Paris, die bisher 800 000 Franken betrug, auf 2 400 000 Franken( 350 000 m.) zu er höhen. Die Regierung hatte lediglich eine Berdoppelung beantragt An fich werden von der franzöfifchen Regierung für derartige Zwede überhaupt nur geringe Mittel zur Verfügung gestellt. Die staatlichen Museen erhalten nicht einmal einen Pfennig Zuschuß. Sie müssen sich mit dem begnügen, was ihnen von Freunden gespendet wird und sich im übrigen felbft unterhalten. So ist es kein Wunder, daß fürglich ein reicher amerikanischer Sammler für nicht meniger als 150 millionen zum Teil fehr me ripolle Gemälbe in Frontreich zufammentaufen tonnte, mährend die staatlichen Museen aus Mangel an Mitteln auf den Ankauf dieser Stüde verzichten mußten. Wahlfälschung? Eine Beweisführung, aber fein Beweis. Unter den Helfern am Briefpoftamt C 2 ist die Meinung verbreitet, daß Angehörige rechtsgerichteter Organisationen in ihrem Arbeitsverhältnis be günftigt, Iinfsfstehende und freigemertschaftlich organisierte Helfer dagegen benachteiligt werden. Strebjame" Bofthelfer schließen sich deshalb irgendeinem „ vaterländischen" Arbeiterverein an, wenn sie nicht schon mit Rück ficht auf ihre Mitgliedschaft in einem derartigen Berein eingestellt worden find. Auch beim Poftamt C 2 besteht eine Meine Gruppe eines Ber: eins vaterländischer Bosthelfer, die bei den legten Beiriesrätewahlen mit einer eigenen Liste aufgetreten ist. Bei der Fest ftellung des Wahlergebnisses wurden für diese Liste 2 mur 28, für. die freigewerkschaftliche Liste 1 aber 156 Stimmen gezählt. Darab gab es lange Gefichter bei den vaterländischen" Matadoren. Sie zählten die Häupter threr Lieben, nämlich derjenigen, die fich äußerlich zu ihnen bekannten, und fanden, daß deren Zahl erheblich größer als 28 sein müsse. Eine Bersammlung der„ Bater. ländischen" wurde einberufen und ein heftiges Donnerwetter losgelassen gegen diejenigen, welche sich öffentlich zur„ vaterländischen Arbeiterbewegung betennen, bei geheimer Wahl aber für den Ber tehrsbund stimmen. Solche Verräter der vaterländischen Sache müßten gebrandmarkt werden. Auf einer ausgelegten Lifte erklärten dann auch 41 Bofthelfer durch Unterschrift, daß sie für die Liste 2 gestimmt hätten. Mit diesem„ Beweismaterial" gingen drei Häupter der Baterländischen" zur Arbeitsgericht und beantragten, die Wahl für ungültig zu erklären. Es wurde nun dargelegt, daß die Wahl, um den zu verschiedenen Zeiten beschäftigten Helfern die Beteiligung zu er möglichen, an drei aufeinander folgenden Tagen stattfand. Die Wahlurne war mit amtlichen Siegeimarken Derschlossen. Sie befand sich in einem besonderen Zimmer, das in ber Zeit zwischen den Wahlen verschlossen war. Einen Schlüssel hatte der Amtsoorstand, den anderen hatte der Wahlvorstand in Berwahrung. Wenn die Behauptung der Baterländischen zuträse, dann müßte der freigewerkschaftliche Wahlvorstund entweber selbst die angebliche Wahlfälschung ausgeführt oder sie durch Hingabe des Schlüffels an einen Dritten ermöglicht. haben. Welche von diesen Annahmen die „ vaterländischen" Kläger für zutreffend halten, das sagten sie nicht. Sie beriefen sich lediglich auf ihre 41 Unterschriften. Das Gericht, unter dem Vorsitz des Amtsgerichtsrats Dr. Regensburger, hielt diesen Beweis" für ausreichend, um die Wahl zum örtlichen und zum Bezirtsbetriebsrat für ungültig zu erklären. Es liege fein Anlaß vor jagte Dr. Regensburger an der Richtigkeit der Erklärung von 41 ehrenwerten Männern zu zweifeln. Man müsse also annehmen, daß in der Zwischenzeit ein Unbefugter in den Wahlraum eingedrungen jel, die Siegelmarken von der Urne entfernt, die Stimmzettel vertauscht und neue Siegelmarken angelegt haben. Im Gegensatz zu Dr. Regensburger halten wir diese Beweiswürdigung für vollkommen unzutreffend. Es ist doch eine bekannte Tatsache, daß Beute in geheimer Wahl für eine Bartei stimmen, zu der sie sich öffentlich zu bekennen nicht magen, weil sie sonft wirtschaftliche Nachteile zu befürchten haben. Erflärungen mie bie der 41 ehrenwerten Männer" find also niemals beweiskräftig. Schutz der kaufmännischen Jugend! Wie er ausgeübt wird. Bieber ist die Schulentlaffung, wieder gehen Taufende junger Menschen mit frohen Erwartungen in die Berufe. Auch dem taufmännischen Beruf wendet sich ein großer Teil der Schulentlassenen zu. Es heißt feßt all, die Dinge gu erlernen, die Rüstzeug für ein ganzes Leben sein sollen und die die Grundlage für eine gesicherte Butunft bieten. schicht und daß von den Behrfirmen die tariflichen Beftim. mungen in bezug auf Arbeitszeit, Urlaub, Entgelt usw. erfüllt werden. Diese Arbeit fönnen unmöglich die Eltern leisten. Nur eine große gewerkschaftliche Organisation fann, geftüßt auf die ihr durch die Zugehörigkeit von Hunderttausenden Angestellten verliehene Stärke und durch ihre Machtmittel, die Interessen des Lehrlings dem Unternehmer gegenüber wirfjam vertreten. Diese Organisation ist der Zentralverband der Angestellten. Er fämpft für ausreichenden Lehrlings- und Jugendschus, für Ausgestaltung des öffentlichen Schulwesens und für Sicherung einer guten, prat tischen Berufsbildung. Der 3d2. unterhält auch an vielen Orten Jugendgruppen, die der beruflichen Bildung der Jugendmitglieder durch Abhaltung von Rurfen und Borträgen und der Pflege edler Geselligkeit durch Wanderungen, Spiel und Sport Darum Eltern, merkt auf: Veranlaßt eure Kinder, die jetzt neu in den faufmännischen Beruf eintreten, zum Eintritt in den Zen Dort finden fie Schutz vor Aus tralverband der Angestellten. beutung im Beruf und eine Stätte zur beruflichen Ertüchtigung. In über 700 Orten find Berwaltungsstellen. Auf Wunsch gibt jebe verlangte Auskunft die Ortsgruppe Berlin des 3d., Geschäftsstelle SW 61, Belle- Alliance- Straße 7/10. dienen. Berufsmäßige Lügner. Was if in Mitteldeutschland erreicht worden? " Hochbahnerstreift in Hamburg? Einigungsverhandlungen ergebnisios verlaufen. Hamburg, 28. September. In den Verhandlungen der Hamburger Hochbahn vor dem Hamburger Schlichter Dr. Stenzel fonnte feine Einigung zwischen den Parteien herbeigeführt werden. Die Lage ist dadurch noch ernster geworden. Ein Schiedsspruch wird, wie es heißt, noch nicht gefällt, fondern es sollen vorher wahrscheinlich nochmals Ver. handlungen gepflogen werden. Am Freitag vormittag haben die Bertrauensleute der Berkehrsbetriebe der Hamburger Hochbahn 2.-G. zu der geschaffenen Lage Stellung genommen. Der von der Berhandlungstommiffion eingenommene Standpunkt wurde ein mütig gebilligt. Auch eine start besuchte Bollversammlung der Bertehrsarbeiter, die ebenfalls am Freitag vormittag stattfand, nahm die gleiche Haltung ein. Für Freitag abend ist eine weitere Bollversammlung angefeßt worden. Wenn sich die Hamburger Hochbahn A.-G. zu feinem weiteren Entgegenkommen bereit zeigt, ist, ebenso wie bei den Seeschiffswerften, auch auf den Betrieben der Hamburger Hochbahn A.-G. a b 1. Oftober mit fehr ernsten Arbeitstämpfen zu rechnen. Für den Fall, daß es im Laufe des Tages zu feiner befriedigenden Lösung fommt, wird voraussichtlich am Sonnabend eine Urabstimmung in den Betrieben der Hamburger Hochbahn A.-G. stattfinden. Wechselimniederländischen Gewerkschaftsbund Kupers als Vorfihender gewählt. hatte, einstimmig an Stelle von Steenhuis zum ersten Borsigenden. Gleichzeitig beschloß die Konferenz, sich an dem Ausbau der niederländischen Arbeiterpreffe finanziell mit einer Million Gulden zu beteiligen. Die„ ote Fahne" vom 28. September gibt eine schon in der Umfterdam, 28. September.( Eigenbericht.) Ueberschrift abfolut falfe Darstellung bes in dem Tarife Die Hauptvorständetonferenz des niederländischen ftreit im mittelbeutschen Braunkohlenbergbau von den Bertretern Gemertschaftsbumbes wählte Rupers vom Bekleidungsarbeiterarbeitsminister für verbindlich erklärt worden ist. Die„ Rote Fahne" der Arbeiter angenommenen Arbeitszeilabkommen, das vom Reichsverband, ber bisher schon dem Borstand als Sekretär angehört überschreibt ihre Notiz: Der 10- Stunden- Schiedssprud) in Mittel deutschland noch um 1½ Jahre, bis 1. Oftober 1930, verlängert". In Wirklichkeit liegen die Dinge so: Bisher galt in den durch gehenden Betrieben bie 11- Stunden- unb in ben nichtburch gehenden Betrieben bie 10% Stundenschicht. Diese Schichtzeiten find jet herabgefept ab 1. Oftober d. 3. auf 10% Stun ben in durchgehenden und 10 Stunden in nichtdurchgehenden Betrieben. Ab 1. April 1929 tritt eine weitere Berkürzung der Schichtzeit auf 10 Stunden allgemein ein. Bom 1. Oktober 1929 wird die Schichtzeit auf 9% Stunden verfürzt. Arbeitszeit beträgt dann in ben durchgehenden Betrieben 9 Stunden und in den nichtdurchgehenden Betrieben 8% Stunden. Die 9 Die chriftliche Internationale. München, 28. September.( Eigenbericht.) Der Internationale Rongreß der Christlichen Gemerfichaften begrüßte am Freitag in feiner Schlußfihung den Direktor des Internationalen Arbeitsamis Albert Thomas. In einer temperamentDollen Ansprache erklärte Thomas, feine Anwesenheit jei als ein Zeichen dafür anzusehen, daß er die Gleichberechtigung ber riftlichen Gewerkschaften anerfenne. Früher babe er Jegt habe er erfannt, daß ein Aufgehen der verschiedenen Richtungen einer weltanschaulichen Richtung zusammengefaßt werden müßten. in einer Einheitsbewegung nur schwer möglich sei. Die Stärfe liege in der vollen sitti hen Weltbestimmung der verschiedenen Richtune gen. Die Idee des Internationalen Urbeltsamts in Genf merde zweifellos durch das Zusammenarbeiten mit den chriftlichen Gewerte fchaften wachsen. Thomas wurde von dem Rongreß stürmisch ge feiert. Die Laufbauer des Arbeitszeitabtommens ift nicht vom Reichsarbeitsminister guf den 30. September festgelegte Auffaffung gehabt, daß alle Arbeiter in einer Bartei und in worden, sondern zwischen den Tarifpartelen gegen weitere Zu geständnisse der Unternehmer in der Arbeitszeitfrage vereinbart worden. Die Rote Fahne" ist auch in diesem Falle mit ihrer bewußt falschen Darstellung ihrer Methode treu geblieben. Großkampf in München- Gladbach. Auch die Geidenindustrie will aussperren. Im Konflikt der M.- Bladbacher Tertinduftrie hatte der Schlich tungsausschußoorsigende dieser Tage die Bertreter der Textilarbeit nehmerverbände zu einer unverbindlichen Aussprache eingeladen. Die Ausspra he galt in erster Linie der Orientierung des Borsigen den über den Stand der Kampflage. Mitten in die Besprechung hinein plagte zoie ein Blis aus betterem Himmel eine Brovota. tion der Arbeitgebergerbände von M.- Gladbach. Es wurde ben Arbeitergewertschaften eine Bekanntmachung mit einem Anschreiben übermittelt, wonach Me usiperrung auch auf den in Bierfen aufgelösten Textilarbeitgeberverband für die Seinaturgemäß zu einer erfchärfung der gesamten Si benindustrie übertragen werden soll. Diefe Propotation mußte tuation führen. Es ergab sich deshalb aus der Besprechung, daß der Augenblick für das Eingreifen einer amifichen Schlichtungs instanz noch nicht gelommen ist. Damit wird die Aussperrung Box gif 46 000 Sertilarbeitern und arbeiterien Tatsache. Die Verantwortung für diesen Kampf fällt einzig und allein den Arbeitgeberverbonden des Gladbacher Be zirts bzw. beren Leitungen zur Laft. Die von ihnen eingenommene hinterhäftige und propofatorische Haltung übersteigt die Grenzen alles bisher Dagemefenen. Die Textilarbeiterschaft ist nunmehr feft enti hlossen, den Stampf in vollem Umfange Biele Firmen geben sich gewiß große Dülye um eine gute Ausbildung Ihrer Lehrlinge. Andere sehen in dem Lehrling aber vor wiegend eine billige Arbeitstraft, die fie für alle möglichen Arbeiten verwenden, nur nicht für solche, die zur Erlernung des taufmän nischen Berufes erforderlich sind. Ueberall muß barüber gewacht werden, daß fein Dtißbrauch mit der jugendlichen Arbeitstraft gel aufzunehmen. GROSSER Damen Strümpfe Kunstseide oder Mako Paar 95PT. Seidenflor oder Mako Per 145 Künstl. Waschseide Qualis mit 41acher Sohle, in mod. Farb. u. schwarz, Paar Reine Wolle gutes englisches Fabrikat mit nahtloser Sohle, Paar Pa. Wolle mit anstlicher Seide einfarbig, mit nahtloser Sohle...... 95 2.95 195 350 .Paa 135 Kinder- Kniestrümpfe reine Wolle, mit farbigem Umschlagrand, original englisch. Grösse B, Paar ( Jede weitere Grösse 15 PL. mehr) Damen Handschuhe Schwedisch mitiert, mit Manschette, in farbig 95PM. 145 Trikot mit feiner Aufnaht, 2Druckknöpfe, in farbig Lederimitation mit eleganter Aufnaht and 245 Manschette, in Gelb und farbig... 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In dkm Prozeß gegen Bergmann und Genossen erklärte der Angeklagte Bergmann: Daß doppelte Derpfändungen vor- g-tommen sind, wußte ich seit dem Dorsall mit dem Direktor Rösch oon der Reichstrcuhondgesellscholt. Da? war t92d, aber ich Hobe meine Augen zugemacht und nichts wislen wollen. Ich habe es geduldet, um jeden Eklat zu vermeiden. Amtsgerichtsrat Dr. �Lartenberger: S!« legen also sozusagen ein Geständnis ab? Angekl. Bergmann: Ja.(Stürmische Bewegung.) Ich wallte aber nicht, daß jetzt schon die Bombe platzt.(Erneute große B.wegung.j Ich habe gestaunt, war baff, als ich hörte, daß Waren zwischen zehn- und zwölimol verpfändet worden waren. Als ich dann später den großen Umfang übersah, sagte ich:„Jetzt machen wir Schluß." Hätten die Geldgeber ihre Zinsen und Provisionen zurück- gezechit, so wären sämtliche Gläubiger befriedigt worden. Der Rechtsanwalt F-r i tz Meyer wäre der erste gewesen, der sein? b? 000 M., die er in einem Jahre verdient hatte, hätte zurück- zahlen müssen. Er hat mich erpreßt und hatte allen Grund, allem aus dem Wege zu gehen. Bei den Gläubigern kam auch die Angst vor dem Finanzamt noch in Frage. Nun dachte ich mir, daß die Sanierung ganz gutgchen würde. Jeder hätte sein Geld bekommen. Bors.: Weshalb machten Sie das denn nicht gleich, sondern wartcicn noch ein ganzes Jahr. Sie hätten noch weiter gewartet, wenn die Geschichte zum Kloppen gekommen wäre. Angekl. Berg- mann: Rein, nein, ich hatte schon mit Landauer alle Bedingungen für die Gläubiger festgelegt. Die kleinen Leute bis zu 3000 M. Gilten ganz ausgezahlt werden. Für dos vorhandene Bargeld, etwa 200 000 M.. sollten Waren gekauft werden. Es log da auch n d e n b u r g- E i n- lagen gemacht wurden, sollte ich an ihn und noch drei weitere Vermittler im ganzen 0 Proz. zahlen, außerdem stellte Hindenburg so große Forderungen, daß ich von den 300 000 M. höchstens 150 000 M. erhalten hätte. Die Holste waren Spesen. Ich habe Dr. I a c o b y gesagt, nicht mit bestimmten Worten, aber unzwei- deutig und klar, daß die Geschäfte bei derartigen Provisionen nicht reell sein könnten. Ich sagte ihm auch, daß ich nicht zahlen könnte. Ich hätte den Kops so voll, wo ich das Geld herbekommen sollte. Vors.: Herr Dr. Iacoby, hat Ihnen Bergmann derartige Andeutungen gemacht? Angekl. Iacoby: Bergmann sagte mir lediglich, daß ich meine Provisionsansprüche ermäßigen müßte, weil er auch in diesem Falle noch an andere zu zahlen hätte. Ueber Geldmangel hat er nie geklagt Bis zum letzten Augenblick sprach er von der glänzend- ften Geschäftsloge. Angekl. Bergmann: Dr. Iacoby sah dock,, in welcher Verfassung ich ins Hotel Bristol immer kam. Vors.: Mußte er daraus Ihre Sorgen ersehen. Angekl.: Ja. Dr. Iacoby: Bergmann war erschöpft und sagte, er wisse nicht, wo ihm der Kopf stehe, aber das schiebe ich seiner Arbeitsüberlastimg zu. Nie machte er Andeutungen von Finonzsorgen. Angekl. Bergmann: Ich habe, soweit ich mich erinnere, Dr. Iacoby auch von dem Borschlog Iolenbergs über die Aktiengesellschaft er- zählt. Dr. Iacoby: Das ist ausgeschlossen. Im September halt« ich die letzte Unterredung mit Bergmann. Vors.: Wir werden R.-A. Dr. Iolenberg zu morgen laden lassen, um ihn über diesen Punkt zu vernehmen. Oberstaatsanwalt Binder: Ich bitte, es gleich zu tun. Vors.: Gut. hoffentlich bekommen wir ihn. dann können wir die Frage gleich klären. Dr. Iolenberg wurde darauf geladen. Dr Iolenberg«rtlärte im Laufe km er Vernehmung auf die Frage, ob ihm bekannt gewesen sei, daß in dem Betrieb? Logerscheine und Ware mehrfach verpfände: wurden, glattweg mit nein. Ob er sich sedcch darüber Gedanken gemocht habe, das fei ein« andere Frage. Interessant war auch d-e Aeußerung, die nach dem Zeugnis des Rechtsanwalts Dr. Iolenberg der Sachverständig« Brandt über Bergmann gemacht hotte. Er hatte erklärt, daß es für ihn nur Selbstmord, Zuchthaus oder Flucht gäbe. Bei der weiteren Vernehmung fragte der Vorsitzende den Zaugen Dr Iolenberg: Hoben Sie von ihrer Ansichp. daß Sie dem Unternehmen nicht trauen, Staalsanwallschaftscat Dr. Zacoby Anbeulurgen gemocht? Zeuge Dr. Iolenberg: Ganz aus- geschlossen. Vors.: Herr Rechtsanwalt Dr. Iolenberg, feien Sie reckt vorsichtig in Ihren Aussogen hierüber. Ich werde Ihnen hierüber ncch Vw-hoinmc.en machen, wenn Ihnen die Zeugen gegen- über gestellt werden. Zeuge Dr. Iolenberg: Ich bin mit Bergmann und Iacoby in einem Eafe.zusammengetroffen weil wir uns über die Angriffe gegen Bergmann anläßlich der Affäre Rösch besprechen wollten. Als ich das W■erb« schreiben mit der M.ndest- sicyerheit zu Gesicht bekam, und mir gesagt wurd«, daß«in Der- fahren wegen unlauteren Wettbewerbes eingeleitet fei, sprach ich mit Dr. Iacoby darüber Wir sichren in einem Auto zusammen. Dr. Iacoby fragte mich, ob ich etwas Uebles über Bergmann wüßte. Vors.: Was dann? kommen Sie nur mit der Sprache heraus. Zeuge Dr Iolenberg: An diesem Tage hört« ich zu meinem Erstaunen zum ersten Male, daß Staatsanwaltschafrsrat Dr. Iacoby für Bergmann Auskünfte«rteilt«. Er fragte mich, ob ich über Bergmann irgendetwas sagen könnte. Als Anwalt Bergmanns konnte ich mich doch nicht über ihn äußern. Vors.: Wenn Sie oute? hätten sagen können, würde Ihne Sthweigepstichi doch nicht In in Frage gekommen sein. Zeuge Dr Iolenberg: Ich hotte für Bergwann Prozesse geführt und da war manches vorge- kommen, was einen gewissen Verdacht ouf'on.men ließ. U n> möglich konnte ich sogen:„Der Mann ist prima." R.-A. Dr. Alsberg: Bezog sich die Frage von Dr Iacoby überhoup: auf die Solvenz Bergmanns oder auf die allgemeine Persönlichkeit? Zeuge Dr. Iolenberg: Ueber die«oloenz haben wir uns überhaupt nicht unterhalten. Dr. Iacoby wollte von mir eine Auskunst haben, wie ich mich zu der Frag« der dringlichen Sicherheit der Darlehensgeber stell«. Ueber die Persönlichkeit Berg- monns hoben wir uns bestimmt nicht unterhalten. Stoaisonwolr- schofisrot Dr. Iacoby hatte es nicht nötig, m'ch darüber zu befragen. R.-A. Dr Alsberg: Hat Dr. Iacoby Sic über die Vermögenslage Bergmanns befragt? Zeug« Dr. Iolenberg: Nein, das geht mich auch nichts an. Vors. zu Dr. Iolenderg: Dr. Iacoby srogte doch auch, ob olles in Ordnung gehe. Darin liegt doch ein gewisser Unter- ton. Zeug« Dr. Iolenberg(nach längerem Besinnen achselzuckend): Unterton? Wie soll ich jetzt noch wissen. was er in der einen Minute, die das Gespräch dauert« gemeint hat. R.-A. Dr. Alsberg: Haben Sie nach der Unterredung die Empfindung bskomnien, daß die Fragen doch einen Unterton gehabt hatten und daß S!« eigentlich verpflichtet seien, ihn zur Dorsicht zu mahnen. Dr. I ol e n b e rg: Nein. Die Verhandlung wurde schließlich abgebrochen zL-d auf Montag früh vertagt. R-A. Dr. Iolenberg wird, wie Amtsgerichtsrat Dr. Warienbergsr ihm bei seiner EnUasjung mit- teilte, noch mehrsach al? Zeuge vernommen werden. „Graf Zeppelin" flog nicht nach Wien! Nächste Ne»se nach Verlin? Das Zsppelin-Luftlchiff mußte seine Reise, dl« es bis Wien führen sollte, infolge Unwetters abbrechen, und nach Friedrichshofen zurückkehren. Die Umkehr des Luftschiffes hat in Wien sehr enttäuscht. Es waren bereits olle Borbereitungen für einen fest- lichen Empfang getroffen. Der Rovog war bereits der Wortlaut eines Grußes der Bundesregierung an das Luftschiff übermittelt worden, der vom Wiener Großsender ausgegeben werden sollte. Für den Austausch von Funksprüchen mit dem Luftschiff hatte die „Ravag" auf dem Stephonsturm eine Empscmgxanlage errichtet. Auch tm Publikum herrscht« lebhaftes Interesse. Man sah große Menschenansammlungen auf de» öffentlichen Plätzen. Erst nach 12 Uhr wurd« die Absage ollgemein bekannt. Nachdem dos Lustschiff kurz noch 15 Uhr 30 angekündigt hotte, daß es gegen 16 Uhr zu landen beabsichtige, erschien es um IS Uhr 50 über dem Bodens?« und über der Stadt. Es wurde erst aus seh? naher Entfernung sichtbar, we-l seine Farbe vollkommen den niedrig- bängenden Wolken glich. Punkt 16(Ihr 20 setzte es in langsamer Fahrt von Norden über den Landeplatz fliegend zur Landung an. Quer vor der Südseite der Werft siegend, stand es einige Minuten unbeweglich. Zwei Minuten später sielen die Haltetaue, nachdem dos Schiff rasch gesunken war. Um 16 Uhr 2S war die Landung glatt vollzogen. Ueber die Fahrt äußerten sich sämtliche Fahrgäste überaus"' befriedigend Auch die beiden englischen Lustschiffjochverständigemc sprachen ihre Befriedigung über die Leistungen des Schiffes aus. Wie nicht anders zu erwarten war, haben auch die Versuche mit Blaugazverwendung zu einem vollen Erfolg geführt. Der letzte Teil der Fahrt von Augsburg nach Friedrichshofen ver- zögerte sich länger, als man in Frisdrichshofen erwartet hotte, weil auf dieser Strecke ziemlich starke Gegenwinde herrschten. Die Gesamtdauer der Fahrt und auch die Fahrtstrecke dürften ziemlich den Leistungen der Südwebdeutschlandiahrt entsprechen. Die nächste Fahrt wird am Dienstag stattsinden und voraus- sichtlich nach Norddeutschland und den angrenzenden Ländern führen, wobei sehr wahrscheinlich Berlin und Königsberg ein Besuch abgestattet wird. Nach einer weiteren Fahrt in der nächsten Woche dürste die Amerikafohrt, wie bereits angekündigt, m der über- nächsten Woche vonstatten gehen. »1 Der Fall Härder. Von Tristan Bernard. (ElnAtg berechtigte llebersetznng von OK. Evllin.) Einige Zeit war ich etwas zerstreut, weil ich die närrische Idee hatte, daß Larcier sich in dieses Wäldchen geflüchtet hatte und wir ihn plötzlich hinter einem Gebüsch elend und abgemagert würden auftauchen sehen. Aber das war nur ein lächerlicher Einfall. Als wir aus dem Wäldchen heraus waren, kam die Sonne wieder hervor und wärmte uns. Zuerst verharrten wir in derselben Stellung, und erst nach einem Weilchen sagte Blanche, daß die Temperatur meine schützende Geste nickt mehr berechtigte. Ganz sanft machte sie sich los und rüchte ein wenig von mir fort. Ich wagte nicht, sie zurück- zuhalten. Auf der ersten Station führten unsere Nachforschungen zu keinem Ergebnis: nicht nur, daß die Schalterbeamtin seit einigen Togen keine mit Blut beschmierte Banknote erhalten hatte sie hatte überhauvt keinen Geldschein bekommen, so daß i?de weitere Frage sich dadurch erübrigte. Wir fuhren also weiter, und der Wagen rollt« eine gute Weile dahin. Hier und da warfen wir einen zerstreuten Dl'ck auf die Land'chast. Wir sprachen von allen möglichen Dingen, von einer Neffe, die Frau Chiron nach Deutschland gemacht hatte, von meinem Leben im Regiment... Die Zeil verging sehr schnell. Als wir auf der betreffenden Station angelangt waren, plauderten wir noch weiter im Wagen, als er schon einige Augenblicke angehalten hatte. Dann sprang ich heraus, um weitere Nachforschungen an- zustellen.,...- Auf dem völlig vereinsamten Bahnhof traf»ch niemand. Als ich den Bahnsteig entlang ging, um den Stationsvor- stehsr zu suchen, bemerkte ich plötzlich ganz weit entfernt einen Dauern, der auf dem Felde arbeitete. Er blieb stehen. um nach mir herüberzubllcken. Einige Minuten beobachtete ich ihn. wie er lanaiam auf mich zukam. Endlich war er o"f dem Bahnhof, öffnete einen kleinen Verschlag, nahm eine Mütze heraus, und mit diesem offiziellen Abzeichen versehen, fragt« er mich, was ich wünschte. ■ Es war ein etwa fünfundvierzjgiährtger Man". Wie dlx Stacheln eines Igels standen borstige, meißgelb«.Haar« auf seinem Kopf und den Wangen über über den Augen. Er überlegte lange, nachdem er meine Frage gehört hatte; darauf lchüllelte er den Kopf und erwiderte:„Nein, nein." Dann standen wir noch einige Augenblicke, ohne etwas zu jagen, nebeneinander, und nachdem ich ihn gegrüßt hatte. entfernte ich mich. Ich sah, wie er zu seiner Feldarbeit zurück- kehrte. Derselbe Mißerfolg erwartete uns auf dem nächsten Bahnhof, wo eine alte Frau die Freundlichkett soweit trieb, die einzige Banknote, die sie in ihrer Kaste hatte, zu holen; der Schein war ganz neu, ohne einen Fleck. Die nächste Station war sicbenundzwanzig Kilometer von Toul entfernt und zehn Kilometer von dem Bahnhof, auf dem wir uns augenblicklich befanden. Es schien uns zweifelhaft, daß Larcier so weit gegangen sein sollte, ehe er den Zug bestieg. So be'chlossen wir denn, nach Toul zurückzukehren, und wir baten den Kutscher, einen anderen Weg einzuschlagen. Innerlich hoffte ich, daß wir wieder durch einen Wald fahren würden, damtt ich den Arm um meine Gefährtin legen könnte. Aber es bot sich keine Ge- legenbeit mehr; der Kutscher fuhr auf der Ehaustee zurück. Während der Heimfahrt»lauderten wir lebhaft und un» unterbrachen. Die zwanzig Jahre unseres Lebens, die wir verbracht hotten, ehe wir' uns tonnten, mußten eingeholt werden. Um ein Uhr nachmittags hielten wir in einem Neinen Darf, wo es ziemlich schwierig war, etwas Mittag zu bekommen, eine Omelette mit Speck und etwas Schinken, das war alles. Am Orte wurde ein Bier gebraut, das ziem- lich stark alkoholhaltig war und meine junge Begleiterin in Stimmung brachte. Als wir gegen vier Uhr nachmittags nach Toul zurückkehrten, war sie nach der Spazierfahrt so müde, daß sie sich in ihr Zimmer begab und sich hinlegte. Unterdesten ging ich wieder nach Bonnels Haus, aber mehr von Langeweile als von der Hoffnung getrieben, eine neue Spur zu entdecken. Ich fand dort den städtiftben Wächter immer in derselben Haltung vor der Gittertür. Ich wagte ihn kaum zu fragen, ob sich etwas Neues ereignet hatte, so sehr merkte ich ihm die Gleichgültigkeit an für alle jene Ereigniste, die ihn seit zwei Tagen seinem gewohnten Leben entrissen hatten. Da ich nicht wußte, was ich anfangen sollte, ginij ich weiter die Landstraße entlang und ließ Toul hinter mir. Nach fünf- zehnhundert Metern kam ich in ein kleines Caf6, das einem Bahnhof gegenüberlag. � Es war der erste Bahnhof der auf der Strecke nach Poris log. Ich hatte nicht daran gedacht, meine Forfchun- gen nach dieser Richtung hin auszudehnen, denn ich glaubte bestimmt, daß der Mörder sich nach Belgien gewandt hatte. Ich hatte mich an einen Tisch vor dem Gasthaus gesetzt, trank ruhig mein Glas Limonade und überlegte mir, daß es doch überflussig sei, auf diesem Bahnhof Erkundigungen ein- zuziehen. Denn es war mir schon über, immer dieselbe ver- neinende Antwort zu erhalten. Wenn es auch nicht dieselbe Person war, an die ich mich richtete, so hatte ich doch die Empfindung, weil icb immer dasselbe fragt«, ich müßte den Leuten mit meiner Beharrlichkett lästig fallen. An dem Nebentisch saß der Wirt und trank ein Glas Bier mit einem Pferdehändler aus der Umgegend, destsn Wagen vor der Tür stand. Ich war auch durch die lange Wagenfahrt etwas ermüdet, träumte vor mich hin, und van Zeit zu Zeit tauchte vor mein»m geistigen Auge das G?sicht von Blanche Chnron auf... Aber plötzlich rüttelte mich ein Wort aus meinen Träumen, und ich sah neben mir den Be- amten der kleinen Station, der mit dem Wirt sprach. In meiner Zerstreutheit hatte ich ihn nickt aus dem Bahnhof herauskommen sehen. Cr hielt dem Wirt einen mit B'ut befleckten Hundert-Franken-Sckein entgegen und bat ihn, diesen zu wechseln. Ich hatte kleines Geld bei mir. das ich mir eingesteckt hatte, um herausgeben zu können, falls ich einen dieser berühmten Scheine auf irgendeiner Station fände. Da der Wirt in seinen Taschen umhersuckte und das ver- langte Geld nicht zu finden schien, so bot ich dem Beamten an. ihm den Hvndert-Franken-Schein zu wechseln. Ich nahm die blutige Banknote in die Hand und fragte ihn, wann er sie erhalten habe. „Mein» Frau hat sie vor zwei Tagen von einem Herrn bekommen," saqte er.„der hier in den Zug stieg. Sie hat dem Mann fast das ganze Kleingeld, das wir überhaupt hatten, gegeben, und jetzt fehlt es uns." Sorgfältig steckte ich den Schein in die Tasche, und da ich nicht alle Leute über meine Nachforschungen unterrichten wollte, beschränkte ich mich darauf, den Beamten zu fragen, ob der Zug nach Toul bald kommen würde. Er ermidsrts, daß ich noch eine halbe Stunde warten müsse, denn der qe- meldete Schnellzug hielte auf dieser Station nicht. Ich wartete, bis der Beamte wieder auf den Bahnhof zurück- gegangen war. und einige Minuten darauf ging ich ihm nach und traf ihn auf dem Bahnsteig. Ich fragte ibn. 06«eine Frau wst mck 4?'nc Beschreibung des mysteriösen Reisenden, der diesen ichein gewechselt hatte, geben könnte. (Fortsetzung folgt.) Raubüberfall in der Wohnung. Täter geflüchtet und entkommen. Cin nerwegener Raubüberfall, bar offenbar non langer Hand norbereitet war, murde gestern am Reichs: Panglerpla verübt. Freitag mittag 3m Hause Nr. 3 wohnt im vierten Stod ein Direttor Kreisle. Gegen 11 1hr begab sich die Frau Kreisles auf den Markt, um einzufaufen. In der Wohnung blieb allein die Reinemachefrau, eine 31 Jahre alte Franziska Bolny zurüd. Gegen 1 Uhr flingelte es an der Bordertür und als Frau Bolnn durch das Gudloch schaute, sah sie draußen einen jüngeren Mann stehen, der unter dem Arm eine äftentasche trug. Auf die Frage, was er wünsche, tnöpfte er die Weste auf und zog aus der inneren Jadettasche einen weißen Zettel, den die Frau für einen er, Dom Ausweis hielt. Gleichzeitig erklärte Finanzamt tommen. Frau Bolny trug mun feine Bedenken, die Tür zu öffnen. Raum war das geschehen, so brängte der Fremde heftig nach und warf der nöllig leberraschten aus einer Züte Pfeffer in die Augen, so daß fie geblendet zurüctaumelle Dann versetzte er der Frau einen Boghieb. fo baß fie rüdlings zu Boden stürzte. Die Frau muß, wie fie felbft meint, etwa 10 minuten halb bewußilos bagelegen haben. Als sie wieder zu fich fam und sich aufraffte, stieß ber Berbrecher fle unter Drohungen mit einer Schußwaffe por fich her in ein Zimmer und schloß die Tür non außen ab. Er überfah dabei, daß der Raum noch einen zweiten Ausgang hat. Die Eingesperrte hörte num, wie er mit einem anderen Manne. der nachgefommen fein muß, fprad). Noch halb geblendet, schleppte fich die Frau aus dem Zimmer und tastete fich die Bordertreppe hinab zum Pförtner, deffen Frau den Schupopoften vom Reichstanzler. play herbeibolte, während gleichzeitig die Border und Hinter ausgänge perfchloffen wurden. Der Bolizeibeamte durchsuchte alle 3immer, fand aber die Berbrecher nicht mehr. Auch bas Ueberfall. tommando, bas ebenfalls alarmiert wurde, fuchte bas Grundstüd ab, fand aber niemand mehr. Unfall beim U- Bahnbau. Bon einer Eisenplatte erschlagen. 11 Auf der Baustelle ber 11- Bahn am Meranderplatz ereignete fich gestern ein folgenschwerer Unfall Cine Salonne von Arbeitern mar bamit beschäftigt, eine mehrere Bentner fhmene Eisenplatte permittels eines, Strans in bie Baugrube zu verfenfen. Aus bisher noch Döllig ungeffärier Ursache löfte sich plötzlich die Blatte und stürzte in die Tiefe. Der 18jährige Schloffer Felty Riebel aus der Edetenstraße 5, im Norden Berlins, murde von dem niederfaufenden Elfengewicht getroffen und furchtbar zugerichtet. Der Berunglidte starb an den Folgen seiner Berlegungen auf dem Wege zum Strantenhaus. Seins Revision verworfen! Bie mir bereits in der gestrigen Abendausgabe des Bar. märts" berichteten, fand vor dem Reichsgericht die Revisionsver. handlung in der Sache des in Roburg zweimal zum Tode und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilten Hein statt. Einer ausführ lichen Begründung der Renisionsflage durch den Juftizrat Dr. Bicior Frankel und einem ebenso ausführlichen Plädoner des Oberreichsanwalts, ber bie Bermerfung der Renifion beantragte, folgt eine längere Beratung des Reichsgerichts, bas dem Eintrage des Staatsanwalts entsprechend, taifachlich heins Re pilion perwarf. Justizrat Dr. Franfel hatte u. a. auch den lun ftand gerügt, daß Teile der Auflageschrift in den Eröffnungs beschluß übernommen morben waren; das Reichsgericht erklärte ein derartiges Verfahren als äußerst bebentlich, glaubte jedoch, einen Revisionsgrund darin nicht erbliden zu tönnen. As unanfechtbar erklärte das Reichsgericht auch die im Berhandlungsprotokoll niebergelegten Gründe für die Ablehnung des von Heins Berteidiger beantragten pinchiatrischen Sachverständigen. Das Reichs. gericht mußte allerdings zugeben, daß, wenn die Gründe für die Ablehnung, die vom Borsigenben mindlich vorgebracht wurden, totfädfich berart gemefen feien, mie dies vom Verteidiger behauptet merde, so märe die Entscheidung des Reichsgerichts vielleicht anders ausgefallen. Nach der Berwerfung der Revision hängt die Ent fcheidung über Heins Schicksal nunmehr von der bayerischen Gnadeninftans ab. Neue Kaffen Beratungsstellen. Rüftet zu den Gemeindewahlen! Kommunalpolitische Tagung der SPD. Der Kommunalpolitische Beirat der SPD. und unser Reichsausschuß für Kommunalpolitit traten gestern in Berlin zusammen, um die Borberatungen zu den überall in Breußen im Dezember dieses Jahres zu voll. ziehenden Gemeindewahlen zu erörtern.( Berlin macht eine Ausnahme und hat seine Gemeindewahl erst im nächsten Jahr. Genoffe Stelling vom Parteivorstand eröffnete die Tagung mit einer Begrüßung der Teilnehmer und der Gäste, unter denen auch Preußens Innenminister Grzesinski und Berlins Bolizei: präfident 36rgiebel waren. Stelling, der den Vorsih übernahm, betonte, daß diese Tagung des Rüstzeug zu der Gemeindewahlagitation bereiten fo1L Eine ihrer wichtigsten Aufgaben wird sein, die fommunalpolitischen Richtlinien ber SBD. festzulegen. In einem einleitenden Vortrag sprach Genoffe Krille über die tommunale Arbeit der Sozialdemokratie in Beri fin. ir lönnen uns, führte er que, mit dieser Arbeit wohl sehen laffen. Das Berlin von heute ist unser Berlin. Wir haben es aufgebaut. 11 ns ist es zu danken, daß der städtische Besitz an Gütern und Werfen nicht nerschleudert wurde, fondern der Stadt erhalten blieb. Die Arbeit der Sozialdemokratie hat auch im Ber= tehrswesen Berlins die Bahn freigemacht für die notwendige Weiterentwidlung. Wir sind unseren Weg gegangen, ungeachtet aller Schwierigfetten Bolitische Schwierig. feiten ergaben fich daraus, daß mir im Berliner Stadtparlament feine einheitliche Linksmehrheit haben. Finanzielle Schwierigkeiten bereitete uns der Finanzausgleich, der für Berlin eine Ungerechtig, feit bedeutete( Beifall.) Was ber fommunale Großtampflag in Breußen pon uns fordert, zeigte ein Bortrag des Genoffen Stelling. Jet heißt es, olles sur id ftellen, um biejen kampi er. folgreich durchführen zu tönnen. Immer mehr wächst. auch in Berlin, die Erfenntnis, baß die Gemeinde die Urzelle des Staates ift. Immer neue Aufgaben werden ben Gemeinden auf. gepadt, aber oft fehlen die Mittel zu ihrer Lösung. Der Ungerechtig, teit des preußischen Finanzausgleichs muß ein Ende gemacht wer den. Unser Wahlkampf wird schwer fein. Die Feinde der Selbst. perwaltung haben wir abzumehren. Den Einfluß der Bertreter bes Befizes auf die Steuerpolitif müssen mir ausschalten. Den Widerstand dieser Kreise gegen kommunalisie rungen zu brechen, gilt es, Ausbau der tommunalen Wirtschaft ist eine unserer Forderungen. In der Wohnungs baufrage befämpften wir die nadte Interessenpoluit des Unter nehmers. Bolle Sergabe der Hauszins feuererträge zum Wohnungsbau muß immer wieder gefordert werden. In der Steuerfrage fordern Industriefreise, daß bie Gemeinden das fteuerfreie Cinfommen durch Zuschlag besteuern dürfen. Han be weg von diesem Einkommen! Den tonunenden Bahlen sieht die Sozialdemokratie entgegen in dem stolzen Bewußt. sein, daß es vorwärts und aufwärts geht. Bas sie an fommunaler 121. Mt. Rezlshorst. Berichtigung! Achtung! Die z heute irunich ange. fegte Funttiovärtonferens finbet erst am Sonnabend, 6. Diteber, ftatt. Morgen, Sonnfag, 30. September. 32. Wht. Die Whteilung veranstaltet zugunsten bez ES unb ber Rinber freunde ein Gartenfest in her ten Tascere, Wt- Stralan 26. Anfang 15 Uhr. Die Gerafler werden gebeten, an dieser Beranstaltung tell nehmen. Desgleiden werden die Genoffen ber anderen Abtellangen ezimit, Piese Veranstaltung n hefuder. | Arbeit leisten fann, wissen wir aus den Gemeinden, in denen fic eine ftarfe Bertretung hat. Aber auch in benjenigen Gemeinden, die ihr noch feine Mehrheit gebracht haben, ist die Sozialdemo fratie die vorwärtstreibende Kraft Genofie GStelling batenaufstellung müsse auch die Frau zu ihrem Recht tom= besprach dann die verschiedenen Mittel der Agitation. Bei der Kandimen. Der Erfolg dieser Wahlen werte unseren Einfluss auf die Gemeinden steigern. Borwärts zum Kampf, schioß Genosse Stelling, vor mäts zum Steg!( Beifall.) Ueber die Kommunalwahlen in Thüringen( prad Genoje Hermann Gründler. Unsere Wahlarbeit ist dort merer geworden, weil inzwischen eine andere Gemeinde- und Kretsordnung eingeführt worden ist, die eine reaffionare Berschlechterung bedeutet. Danach nahm Genosse Grzesinski das Wort. Was in Preußens Kommunen, fagte er unter anderm, die Sozialbem p= fratie geleistet hat, das tann durchaus den Bergleich mit den Leistungen anderer 2änder aushalten Genossin Juchacz wies hin auf die fommunalpolitischen Surse für in der fommunalen Arbeit tätigen Frauen und forderte eute noch stärfere Vertretung der Frauen in den Gemeindeparlamenten. Einen Entwurf der auf der Gemeindevertretertonferenz in Kiel geforderten kommunalpolitischen Richtlinien hat der tommunalpolitische Beirat ausgearbeitet. Genoffe Baul Hirsch legte ihn vor mit einem erläuternden Bericht, in dem er hervorhob, daß diese Richtlinien natürlich nicht etwas unabanderliches sein fönnen. Sei follen unseren Genossen in den Gemeindeparlamenten fagen, in welcher Richtung zurzeit thre Bolitit fich bemegen muß Wendert fich einmal auf dem einen oder dem andern Gebiet( 3 B. in Steuerfragen) die Gesetzgebung, so werden wir auch unsere Richtlinien entsprechend zu ändern haben. Die vorgelegten Richtlinien find von sozialpolitischem Geist erfüllt. An die Spize stellen fie die Forberung der freien Gemeinde im freien Staat. Sie behandeln tann Forderungen an die Gefekgebung unp hanach For derungen an die Gemeinden. deren Erfüllung im Rahmen mesen, Boden- und Wohnungspolitif, Bohlfahrtspflege, Arbeiterder bestehenden Gefeße möglich ist. Bildungswesen, Gefundheitspolitit, Gemeindebetriebe, Lebensmittelversorgung, Berdingungswesen werden eingehend berücfidtigt. anberungsvorschläge. Sie wird heute fortgesetzt. Die Debatte über den Entwurf brachte verschieden. AbAm Vorabend der Tagung waren die Tagungsteilnehme einer Einladung des Begirisverbandes Groß Berli zu einem geselligen Beisemmenfein gefolgt. Genoj Künstler präfibierte humorvoll und versprach in faumigen Be grüßungsworten ben aus den Provinzen und den Ländern gefommenen Beriretern, die Berliner würden ihnen zeigen, daß si beffer find als ihr Ruf. Rünstlerische Borträge( Ebert- Manz Komifer Puggt- Mind) schufen eine argeregte Stimmung. Quarteit, das Sängerpaar Alexander Rehburg und Gattin, der Tempelhof und Marierborf: Margen, Sonnias, Treffpunkt, zu Was the wollt 14 Uhr Bhf. Tempelhof. Fallplag II: Treffpunkt uz Sauswerbung pünktlich 9% Uhr Falfplak. Era fcheinen aller Gerpfen ift Bicht. Berbehegit Müggelfee: Montag, 1 Ottober, 1914 Uhr, Berbebezirks- Dele giertenkonferenz im Seim Schloßk. 27. 74. 9. e Genoffinnen und Genoffen treffen sich um 15 Uhr bei Mietfing. Vorträge, Bereine und Versammlungen. Patsbomer Str. 25, zur Beteiligung am Berbeumzug der Rinderfreunde. Der Sug bewegt fi buro Sehlendorf nach der Fischbalsiedlung. Beteilt. gung aller fft ermiinfcht, Der Abteilungsvorstand. Bezirksansschuß für Arbeiterwohlfahrt: 13. Streis Tempelhof. Seute, Connabend, 29, Geptember, Besichtigung des pls file Obbachlose in der Fröbelstraße. Treffpunkt 14 Uhr( gang punti lich) am Tortal 2 des Afnis. Fahrverbindung Autobuslinie 4 ab Halle. fches Tor. Alle intereffierten Genoffinnen und Genossen, insbesondere Wohl= fahrtspfleger( innen) und Selfer( innen) der Arbeiterwohlfahrt werden bringend gebeten, fich dieser Besichtigung anzuschließen. Es wird nochmals barauf hingewiesen, daß alle Teilnehmer gana pünktlich erscheinen milffen, Do mit der Besichtigung um 14 Uhr begonnen wird. Jungjozialisten. tung, Gruppenleiter! Der Begrüßungsabend für bis Steichsausiaug mitglieber inhet am Saunabend. 6. Olfaber, in der Feftballe bes Baubtags ftat Saat bafir, baß alle Gruppenmitglieder fi diefen berb frethalten! Quartierarmelbungen find dem Genoffen Sanbeur, Bantwis, Kurfürstenstr. 40, wit Joaberes Runbichreiben, Die am 1. Juli à 3 im Ambulatorium Neukölln eröffnete Segualberatungsstelle erfreut sich eines solchen Zuspruchsteilen. Ueber ben Buchnertrieb erhaltet ihr in den nächsten Zogen ein be aus allen Zeilen Berlins, baß die Geschäftsleitung der Kaffenambulatorien fich verpflichtet fah, zum 1. Oftober zwei neuc Segualberatungsstellen in den Kaffenambulatorien zu errichten. Die Fürforgetätigteit in ben neugefchaffenen Stellen erstreckt sich auf die drei zusammenhängenden Gebiete: erftens die Segualberatung, à b. alles, mas sich auf das törperliche Bohlbefinden bar Chepartnar bezieht, zweitens die Ehe beratung, bie törperlich nber seelisch franten Menschen von einer Berbindung im Intereffe eines gefunden Nachymuchfes abraten soll, unb brittens bie Geburtenregelung, b. h. die technische Verhütung unerwünschten Nachmuchfes durch Schutzmittel, um dadurch bie Arbeiterfrau por ber Rotwendigkeit der für fie besonders gefährfichen Unterbrechung be: Schwangerschaft aus mirtschaftlichen Gründen zu bewahren. Die Beratung findet burd Aerztinnen und nur für Frauen statt; die Zeitung hat der Chefarzt der Ambulatorien Dr. Bendig. Die Sprechstunden werden abgehalten in Neukölln im Ambulatorium Schönstedtstr. 13 am Freitag, in Lichtenberg, Barfaue 14a, am Dienstag und im Norden in der Wildenowftr. 5 am Mittwoch; jedesmal von 19-20 Uhr. Grönlandflieger Cramer in Berlin. Einer der Grönlandflieger, Cramer, ist gestern mittag mit dem flugplanmäßigen Ber fehrsflugzeug ber Lufthansa von Malino in Berlin eingetroffen. Parteinachrichten Cinfendungen für biefe Rubrik find Berlin 68 48, Sindenitzake 3. für Groß- Berlin ftets an bas Bezirkssekretariat 2. Sof,& Trep. rechts, su richten. 13. Arels Tempelhof. Montag, 1 Oftober, beginnt im Gesundheitshaus Mariendorf, Markgrafenftr. 11. ein Rurfus bes izbeiter Camariter- Bundes. Dia intereffierten Genoffinnen und Genossen merben gebeten, fich baran su Beteiligen. Gruppe Cildoften: Mitgliederversammlung am Montag, 1, Oktober, 20 Uhr, Gruppe Rentöln: im Seim Briger Ctr. 27-30. Erscheinen aller Pflicht. Sonntag, 30. September, Fahrt nach Bernau. Treffpunkt 7 Uhr Ringbahnhof Reukölln, Jungsozialistische Spielgemeinschaft. Achtung! Am Sonntag, 30. September, Hauntprobe im Saal der Schloß brauerei Schöneberg, Sauptstr. 122-124. e Mitglicher fomie zwei bis bref Genoffen ans ben Gruppen Bilmerzbori, Süber und Charlottenburg als Selfar müffen subedingt erscheinen. Die Brobe beginst sintifich 10 Uhr. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Reis Mitte. Die für heute angefeßte Selferfahrt nach tiefenfee fat aus. Dafür findet heute um 19 Uhr im Gemertfchaftshaus, 1. Stod, 8immer 23, etxe Gruppenleiterßigung tatt. Am Montag ft Selfertigung im Seim Sehdenider Straße. De Selfer müssen bestimmt erscheinen. Rreis Rehlendorf, tung! Am Sonntag, 30. September, Bezbetreffen in Behlerbart- Mitte le Grappen Groß- Berlins fiab herzlicht eingelaben. Fahr verbindung: Wannseebahn unb Omnibusleie 20 unb U- Bahn bis Thielplay wit Anschlug Umrnibns 7. Treffpunkt Siwarzer bler( Midley), Botsdamer Straße 23, um 15 Uhr. Berbenmang und anschließenb auf dem Sportplag Spenbauer Straße Ansprache, Spiele, Borführungen usw. Kreis Treptow, Gruppe Rote Badt, Oberschöneweibe. Rote Fallen und Sunglozialisten: Wir beteiligen uns alle ain Connabend an dem gemeinsamen Einführungsabend der Rinderfreunde und 63. im Jugendhelm Laufener Straße. Beginn um 18 Uhr. Geburtstage, Jubiläen usw. 133. Abt. Buchholz. Unserem Genoffer Art 93 eftermon, Chamilleftraße 31, zur heutigen Hochzeitsfeier die herzlichsten Gladwünsche. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Cinfendungen für biefe Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin GB 68, Lindenstraße 3 lle Genpffen, bie Mitglieder bez Balfsbühne find, besuchen bie out Diens tag, 2. Ditobec, stattfindenben Mitgliederversammlungen der Boltsbühne. Gymnastilfurfus für Anfänger. Seuaufnahmen Mittwoch, 3, Olinder, 18% Uhr, ober Dounerstag, 4. Oftober, 19 Uhr, im Guttempler- Bogenhaus, Linienftr. 121. Heute, Sonnabend, 19% Uhr: 7. Rreis Charlottenburg und Spanbau. Juriftliche Sprechstunde heute, Sonn abenb, 29. September, non 17-18 Uhr, im Jugenbheiat Sofinenftr Bihterfelbe: Tempelhof: 19% Uhr im Seim wichtige Borftonbstgung. Gelegenheit zum Airdenaustritt! Deute, Connabenh, 29. September, Republikanischer bend, veranstaltet nom Reichstanner, 20 Uhr, in Lehmanns 20 Uhr, Filmportrag der Ronfumgenoffenfoqft im Cdenpolat, Stalfer. 88rgiebel fazicht: Feftiälen, Lantmi, Raifer- Bilhelm- Etr. 29-30. Cintritt einfal. Tana 75 f. Un chizeichen Besuch Friedrich- Str. 24 Untertanen- aum Boltsstaat." Biz fpielen:„ Der Mann ber Rufunft an biefer Beranstaltung bittet bie Rreisleitung. Autiner. Wir bitten bie Genoffen aus dem Bezirle um recht zahlreiche Beteilt. gung Sicherfchöneweiße: Gemeinsamer Einführungsabend mit ben Rinder. Freunden im Seim Oberschönemeide, Laufener Str. 2. Begina pünktlich 18 Uhr. Jeder muß erscheinen. Steglig: Nachtfahrt. Treffpunkt 19 Uhr Rathausplas Berbebezirk Prenalanez Berg: Beim Danziger Straße, Barade 7: Bor thenbentonferens. Es baben quiritt ber 1 unb 2. Borligenbe der Abteilung bie Jugendbeirate mb Werbebegirlsfunktionäre. Die Karten für die inter nationale Feier milffen von den Abtelfingen fhneliftens umgefekt werben. Werbebezirk Krensberg: Wochenendturius in Roffen. Treffpunkt 17 und 19 Uhr Bahnhof Dordstraße, Sadjaügler milffen morgen fpätestens um 8 Uhr in Poffen fein 24, 2BL Heute, Sonnabend, 29. September. Die Gruppenführer merden erfucht, fofort neues Marlenmaterial nom Abteilungslaffierer abzuholen. 37. bt. 4, 5., 6. Bezirk: Die Geroffen treffen fich mit ihren Frouen um 20 Uhr an ciner herbartanstaltung bei Baichte, Matterast. 14 84. st. Lantwrig. Die Genoffer mit ihren Angehörigen beteiligen fich seat afizcich an ben heute abend 20 Uhr stattfindenben cueblitanischen henb bes Reichsbanners in Lehmanns eftsälen. Kaiser- BühelmStraße 29-31. Aus ber Programit jelen erwähnt: Gelangsunrträge, Resitationen, Tans. Feftrehe: Polizeipräffbent Zörgiebel. Eintrittspreis 75 B1. Berbebeglel Schöneberg: Wochenendturfus in Rüdersdorf. Treffpunkt: 1. Gruppe 18 Uhr Bahnhof Echöneberg: 2. Gruppe 19% Uhr ebenbart. Berbebezirk Reinidenbori: Wochenendkursus in Briefelong. Steffpunkt Uhr und 19% Uhr Bhl. Gesundbrunnen. De Junttionate müssen fich unbedingt baran beteiligen, 17 99 Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geidättstelle: Berlin S 14, Gebaftianstr. 87/88. Sof 2 Tr. Sonntag, 30 September. Prenzlauer Berg: Ramerabfeaft Ballont 16% e Caclbau Friedrichshain( Cartenfael) Secbftoergnügen. Streuzberg: Anfreien 12 Uhr Görf. hf. aur Fahrt nach Königswusterhaufen. Panlow: Antreten der Radjahre: S1 Uhr Martiplah Banton zur Fahrt nach 036ndlig Bannerkleidung. Wefferfpatiabt.: Antreten 12% ihr ant Bhi. Grilnou bzw. 13% Uhr Bhf. Königsmusterhaufen aum Republikanischen Zag bortfelbft. Blauer Anzug und blaue Batge. Sichtenberg: 5 17 Uhr gemili liches Beifammensein des Tambourkorps mit Angehörigen int Vereinsheim, Sportplag Friedrichsfelde. Andere Sameraden find ebenfalls eingeladen. Kreuzberg: Wblershof, Erortgruppe: 8½ Uhr Sandspiel Sportples Birkenalles Montag, 1. Dltober, Jugend III, 18% Treffpunkt Rottbusser Tor zur Besichti gung der Ausstellung im Gefundheitshaus Areuzberg. gichten Reialaliberfühennerein Republil, e. B., Berlin- Brandenburg. berg: Connabend, 39. September, 20 Uhr, Sigung im Bereinshein auf dem Sportplag. Erscheinen Bflight. Stellungnahune aum Breisfchießen am 7. Oktober. Esperanto- Gesellschaft Charlottenburg. Montag, 1. Oktober, 20 Uhr, Ron bitorei Wolter, Charlottenburg, Bismardstr. 114, Ronversationsabenb. Gäste milltommen. Freireligiffe Gemeirbe. Conning 11 Uhr Pappelallee 15, Barirag des Serrn C. Witthauer: Fürftenceligion und Moral zur Germanenzeit". Hotmonium: Pol nibre( Bruch). Göfte willfommen, Renublitauisce Rebnervereinigung. Montag, 20 Uhr, im Alten Askanier, Anhaltstr. 11, Portrog bes Genoffen Etüser über Anthropognofie"( MenschenLenntnis) Genossen als Gäste m'kommen. " Sosialistise Glerperriaidaft, Czupne Peulen. Bon Fonntag, 30, Sep Lember, bis Mittmoch. 8. Ottober, Ferienjulfahrt nach Stechlin bei Fürfienberg. Treffpunkt Conniog, 30. Geptember, 54 Uhr am Stettiner Bahnhof. Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, dem 28. September. 1. Renne it. 1. Ludzina( Raus jr.), Lombardei Alf. Schulz), Zoto: 50: 10. Blag: 23, 15, 26: 10. 3. Martha Leyburn( Treuberg). Ferner liefen: Lu, Gondel, Frant, Strummelpeter, Zerraria, Coriolanus, Erich S., Lunaria, Kasimir, Morgensonne, Haga Burton, Salome, Blondinchen, Lanbrat, Alcibiades, Koblenfönig, Crifpa, Cilly Dillon, Eitelfried, Harsenmädchen, Diana Magoman, Sanna Archdale. 2. Rennen. 1. Chriftine( Großmann), 2. D'Bedelia( Ringius), 3. Klaffe( 3. Mids). Toto: 51: 10. Blag: 24, 27, 23: 10. Ferner liefen: Elvira, Nerb, Oblate, Mairuth, Migerin, Diamant, Huischachtel, Düna, Drdensritter. 3. Renne tt. 1. Mebarbus( S. Mills), 2. Padrel( Snipnabel jr.). 3. Hallig( Röll). Toto: 35: 10. Plak: 22, 17, 44( Ballig): 10. Ferner liefen: Silberbappel. Baionek E., Madonna, Krofchel. Linsca Harvester, Demunda, Bierbe, Jungfer im Gifnen, Morgenstunde, Neuling. Heliogcbal, Alpivike, Nusbaga Boy. Winter 1, Tamerlan, Naturbursche, Birus. 4. Rennen. 1. Beter Speedway( rofmann), 2. Heroftrat( Ringins), 3. Karo- Bube( Rauß fen.). Zoto: 24:10. Bag: 16, 34, 140: 10. Ferner lieien: Daily Worthy, Johannistäfer, Trotteur, Gels, Ehrenberg, Lodung, Baleur, Norion B. 5. ennen. 1. Schüler Zeddy( Sedert), 2. Calanova( 3. Mills), Zoto: 48: 10. Kerner 3. Botsdam( Lemzer). Plat: 19, 26, 35: 10. liefen: Adeline, Siam, Propeller, Aldisa, Kartenspieler, Lindowperle, Dancing Girl, Charley Borthy, Liebesbote, Heimahen. Weinbrand. 6. Stennen. 1. Arion Bingen( Eh. Mins), 2. Denkmünze( Lauten Toto: 16: 10. Plat: 15, 66, 25: 10. Berger), 3. Gerhard( Jauz jr.). Ferner licjen: Kapellmeister, Duitte B., Marne, Kazbach, Peraltion, Michael, Altgold, Belwin. 7. Rennen. 1. Dorier(. Mills), 2. Abendstern( Bauß fr.), 3. Sut ab( Knöpnabel jr.). Zoto: 18:10. Blag: 12, 17: 10. Ferner lief: Bestalin. & Rennen. 1. Sufi Leyburn( Saupper jr.), 2. Hellina( Hirschfelb), 3. Langemarm Rorzenid). Toto: 87: 10. Plas: 46, 81, 28: 10. Rerner Hefen: Waine ca, Hippolope, Smporteur, Prinzessin Etawah, Schnadahüpf ( Samein, Kakadu 1, Mia Halle, breffe, Hauptmann, Corona Me. Kinney, Ezbpring jr., Leuchtturm, Distung, Friedrich Reg, Petronella, Frankenstein, Flamingo, Dawlon Batts. Fixavon macht schönes Haar088 schönes Haar bringt Erfolg Der neue dänische Bankkrach. Vierter GrsßöankzusammenHruch seii 6 Zahren.- Giaaiehilse unwahrscheinlich. Der nmt Ra»?; usam menbruch In Dänemark hat In der cian-en Well aroßes?lnsizhxn heroorxcrnscn. Die„Kiöbenhann Privat- danken" werde I2Z7 gegründet, halte Ll>er t7S Filialen im xan'.en Land«: ihr Depsiitenlammlungslyktem ist also sehr nusge- breitet Gntsxrechend breit werden die leidtragenden Ein- lcgerkretse sein. Ilcch der Bilanz von Ende Zun! lNS hakte die Van? rvnd 2N? Millionen fremde Gelder, darunter über 209 Wißicncn Einlrrvn. Unter den Einlegern bei irden sich zahlreiche dänische Sparkassen. Die Bank hat ihre Zahlungen endgültig elngelte-lt und hält die Kassen geschlossen. Seit i922 ist das dgr vierte Grahbantzusoirnncnbruch für das klein.? Dänemark. Der Diskonto- und Benisiousbank lgZ4 folgte die Danske Andelrbank 1325 und endlich 1325 bis l.32S die Lanske Landmandsbank als der weitaus schwerste Zusammenbruch mit rund einer Hakben Alil- l'arde Krauen Gesamwcrluste. Die besonders schmierigen dänischen Wirltchallevarhältuifle, die durch zwei währnngsdeflationen noch rerfchärfl. wurden, dürsten wesentlich mitspielen. Bei der Kopen- hagene� Privatbank müssen aber auch persönliche Bersch- innren eine Rolle spielen, denn Berlusle von 60 bis 70 Wil- ronm können nicht über Rächt eintreten. *■ llnfer Nachbarland Dänemark hat mit seinen großen Privat- danken kein Glück. Kaum ist in diesem Sommer endgültig durch die schwersten Opfer des Staates und damit der Steuerzahler die euch mit der dänische« Landwirtschaft verbunden« dänisch« Land- »raudsbonk wieder zum gesunden Funktionieren gebracht worden, da wird bekannt, daß die nächstgroße dänische Bank, die„Ilsobenharn Privatbanken" rettungslos verloren ist. Bei einem Zlktieirkopital rcuz 60 Millionen Kronen wird ein bereits jeßt festgestellter Der- lust von 70 Millionen Kronen gemeldet. Di« Bank mußte unter dem Ansturm der Einleger, die ihr Geld verlangten, die Schalter schließen, und es wer umsonst, daß das dänische Kabinett. die Vertreter der dänischen blationalbank(Notenbank) und mehrere Vertreter von anderen Privatbanken eine Nacht lang berieten, ob der Zusammenbruch der Äopenhagener Privatbank noch aufzu- halten war. Es ist an sich unbegreiflich, daß ein« von zahlreichen Int er. «ssenten kontrollierte Großbank, wie gesagt die zweitgrößte Däne- marks, plötzlich vor einem so riessnhasten Verlust von 70 Millionen fronen und vor der Zahlungsunsähigkeit stehen kann. Aus den letzten Monaten ist nur bekannt geworden, daß die Kopenhagen«? Privatbank gewisse Verluste bei dem Zusammenbruch der O e l- werke Teutonia in Harburg erlitten hat, die ein« Tochter- geselliahaft der Aarbus Olie.Gesellkcho.fi ist, deren Direktor im Zu- sammenhang mit dem Harburger Bankerott geflüchtet war und dann verhostet wurde. Dieser eine, nur einen kleinen Bruchteil der 70 Millionen erreichend« Verlust hat die Lag« der Bank sicher mit erschüttert Es scheint aber wir der letzt« Tropfen gewesen zu sein, der das Faß zum Ueberlaufen gebracht hat. Schon früher verloste. Vi? Ende 13Z7 schien die Bank sich ziemlich gefestigt zu haben. nachdem sie vorher, auch im Zusammenhang mit den dänischen Währungserichütterimgen» verschiedene Sanierunqsaktionen durchzurühren hatte. In den Iahren 1324 und 1925 waren Abschreibungen von 38 Millionen Kronen, in den Jahren 1326 und 1327 Abschrei- bungen von ie 4 Millionen Kronen notwendig: immerhin konnte aber für diese beiden Jahre eine Dividende von 5 Proz verteilt werden. Da diese Nentabilität nicht sonderlich hoch und die früheren Verluste bekannt waren, drückte sich das auch im Aktienkurs aus. Anfang ltiZb standen die Privatbanken in Kopenhagen noch auf b8Z4 Proz. Im Zusammenhang mit den Harburger Verlitsten sank der Kurs im Juni auf 68, bis zum 26. September auf 66 Proz., um dann bis zum 28. September auf 53 Pro,;, und plötzlich auf 55 Proz. zu stürzen. Die Eingeweihten scheinen also doch einigermaßen Bescheid ge- wüßt, die anderen Banken scheinen rechtzeitig die Kredite gekündigt zu haben, und unter dem schlietzlichen Ansturm der Einleger mußte ter Zusammenbruch erfolgen. Die Einleger sind auch hier wieder die Geprellten. Wieviel von den über 200 Millionen Kronen Einlagen v? r- l o r r n sein wird, läßt sich bis heute noch ntcht übersehen Be- hanptet wird, daß die Einlagen durch die anderen Sicherheiten der Bank gedeckt seien, was aber bezweifelt werden muß. da nach einmal eingetretener Zahlungsunfähigkeit der Wert der übrigen Aktiven gewöhnlich sinkt und noch alter Erfahrung die Verluste sich noöitröglich höher herausstellen, als sie zunächst angegeben werden. Besonders bedauerlich ist, daß auch die Stadt Kopenhagen an die Kopenhagener Privatbank eine Forderung von rund 24 Mil- lioncn Kronen hat, was wohl leicht dazu führen kann, daß die kürz- sich in Kopenhagen beschlossene Steuerermäßigung wieder in Wegfall kommen muß. Die peinlichste SUiiaiion en steht für den dänischen Staat selbst. Dieser kleine Staat mit seinen insgesamt 382 Millionen Kronen Steuereinnahmen ha! erst in diesem Sommer die Riesenanleche von 55 Millionen Dollar ausnehmen müssen, um die dänische Wirtschast und die dänische Bevölkerung vor den außerordentlich großen Verlusten der Dänischen Londmondsbonk zu bewahren. Der Zusammenbruch der Dänischen Landmandsbank, der schon im Jahr« 1322 rrsolgt« und nicht weniger als sechsjährige Bemühungen der Wiederherstellung der Bank zur Folge hatte, brachte Gesamtverlust« von über 500 Millionen Kronen. Der dänische Staat allein büßte dabei 212 Millionen Kronen ein. mußte zur Rekonstruktion der Landmandsbank das neu« Aktienkapital von 50 Millionen Kronen übernehmen, dazu di« Garantie für alle Schulden der Landmandsbank bis 1352. Für den dänischen Staat dürste es danach außerordentlich schwer sein, auch bei dem neuen Bankkroch wieder einzuspringen. Wieweit deutsche Banken an dem Zusammenbruch der Kopenhagever Privatbank durch Verluste beteiligt sind, läßt sich bis- her noch nicht üherieben. Soviel man aber van Großbanken hört, dürfte es sich in der H.tupksache um innerdänilch« Verlust« handeln, so daß eins starke Auswirkung auf die deutschen Bankverhältrnsse nicht zu erwarten sei. Außer der dänischen Nationalbank(Noten- Hank) und der jetzt staatlichen Landmandsbank bestehen neben der Kopenhagener Privatbank noch drei weitere dänische Großbanken, so daß zum mindesten für eine gewiss« Bankcntonkurrenz in Danemark gesorgt ist. Eine der privaten Graßbanken eingehen zu lassen, könnte der dänische Staat in der für ihn geschasfenen neuen Zwangslage also ruhig erwägen. Diese Konsequenz liegt itm so näher, als Dänemark, feit es seine Währung»oll ausgewertet bat, aus den Industrie- und Agrarkrisen nicht mehr herausgekommen ist. was natürlich eine Konzentration des dänischen Bank- aelchäfts als zweckmäßig erscheinen losten kann. Oer dänische Sandelsminisser tritt zurück. In der gestrigen Ministerkonferenz Hot d«r Haitdelsminister Slebsager sein Abschiedsgesuch eingereicht Der Grund hierfür ist die Katastrophe der Privatbank. Zwischen dem Hartdelsministcr Slebsager und den übrigen Ministern sind tief- gehende Meinunasverichiedenheitcn entstanden. Während der Handelsminister für die Rekonstruktion der Privatbank eingetreten ist. lehnten die übrigen Minister eine Beteiligung des Staates an einem ,zu bildenden Garantieiovde ob. Damit scheint schon festzustehen, daß der dänische Staat die Rettung der Bank mit Staatsmitteln oder Staatsgarantien ablehnt. Merkwürdige Bauernforderungen. Gestützt von Or. Hermes und Or. Heim. In Berlin hat ein« Herbstiagung der Vereinigung der Deut sich en Bauernvcreine stattgesunden, zu der b«r«he- malig« Reichsminister Dr. Hermes ertra seine Verhandlungen in Warschau unterbrochen hat. um den Vorsitz bei der Verhandlung zu führen. Die aus dieser Tagung gehaltenen Referate und die gefaßten Entschließungen sind ein« etwas merkwürdige Illustration für die Art. wie man in diesen Kreisen der landwirtschaftlichen Absatz- und Finanzkrise beizukommen wünscht Ein Referent sor- derte zur Handelspolitik die Herstellung eines lückenlosen agrarischen Zollschuyes, genau so wie es die enragierte- sten Ostelbier nicht bester können, und insbesondere die sofortige Erhöhung der gegenwärtigen Getreide zölle aus die Sätze des deulfch-Ichwelzenschen Handelsvertrages, was eine Er- höhung um 1,50 M. bei Roggen und um 1 M. bei Weizen pro Doppelzentner bedeutet. Noch bester machte es allerdings der bayerische Bauern- f ü h r e r Dr. H e i m, der zur Rationalisierung des Genostenschafts- weiens Stellung nahm. Die 25 Millionen de» landwirtschaftlichen Notprogranuns zur Rationalisierung des Genossenschaftswesens seien ein viel zu niedriger Betrag und müßten auf 100 Millionen erhöht werden. Er zeigte sich noch rückständiger als hie Ge- nostsnschaften des Reichslandbundes, die es für richtig geHallen haben, keine Erhöhung des Betrages zu fordern, und die nicht nur jetzt schon bereit sind, ihre Genostenschaften in einer Zentral- organilation aufgehen zu losten, sondern auch offiziell keinerlei Suboentionssorderungen aus dem 2ö-Millionen-Fonds gestellt haben. Herr Dr. Heim hielt es für richtig, die Erhöhung auf 100 Millionen ausgerechnet deshalb zu fordern, damit di« landwirtschaftlichen Ge- nostenschasien, insbesondere die ch r i st l i ch- b a q e r i s ch e n au» diesem erhöhten Fonds«cht« Subventionen er- hallen. Wir glauben, daß die ganze deutsche Oeffentlichkeit erstaunt sein wird über die Wünsche, die hier unter der Aufsicht und Führung des Herrn Dr. Hermes, des Vertreters der neuen Reichsregiening in Warjchali, ausgesprochen worden sind. Der Landwirtschost würde der denkbar schlechteste Dienst erwiesen werden, wenn dielen reaktionären Forderungen nachgegeben«erden würde. Der Rationalisierung 1*9 deutschen Genostenschastsweicns ober wäsizt Herr Dr. Heim, und zwar aus rein portikularistifchen und zugleich egoistischen Gründen, Steine in den Weg. Herrn Dr. Heim, dem berühmten König von Tuntenhausen, Arm in Arm zu sehen mit Roichsminister a. D. Dr. Hermes, dem ojft- ziellen Verhandliingsführer der deutschen Regierung in Warichou, nur zu dem Zweck, die vom Reick und der gesamten Oeffentlichkeit gern olli« ernste Hilfe für die Landwirtschaft mit unmöglichen Palliativmitteln und Suboentionssorderungen bewußt zu sabotieren. das ist ein Bild, dos sich die deutsche Oeffentlichkeit und die deutschen Bauern für die Zukunft merken müsten. ' Konsumvereine im August. Der Zentralverband Deutscher Konsumverein« hat die Ziffern der Umsatzstatistik im Monat August für 63 Koirsum. genostenschaften mit über der Hälfte sämtlicher Mitglieder verössent- licht. Danach ist im Monat August der durchschnittliche Wochen nmsatz pro Kops von 8,10 im Monat Juli auf 7.35 M. im August, also um lS Pf. zurückgegangen. Die!« Bewegung entspricht den Erfahrungen früherer Jahr«, die für die Hochsommermonate immer einen Abfall gegenüber den Frühjahr«» und Wiickermonoten erkennen ließen. Der Augustumjatz dieses Jahre? von 7,35 M. liegt ober um 1-54 M. oder um mehr als 20 Proz. höher als der Augustumfatz des Jahres 1327, woraus die weiter erfreuliche Steigerung der Umsätze deutlich erkennbar wird. Zlllerdings dürften die seit Anfang d. I. nicht unerheblichen Preissteigerungen, denen vielfach die entsprechendc Erhöhung der Kauikrasi der breiten Masten nicht gefolgt ist, auch etwas auf die Umsätze der Konsumvereine einwirken. Die Gesamt- lebenshaltung bat sich von 150.8 auf 153,5, die Lebenshaltung ahne Wohnung von 157,3 auf 160,5, die Ernährung ollein noch stärker von 151,3 ans 155,6 und die Bekleidung wiederum von 166,5 aus 170,5 verteuert. Es ist natürlich, daß insbesondere die Verteuerung der Bekleidung»nd der Lebensmittel auch bei den Konsumvereinen sich auswirkt. Lahnkoinpf und Konlitmoereinsentwicklimg zeigen sich also hier aegenseüig wieder sehr stark bedingt. Baia existiert nichi mehr? Em Vrief an die WirtschastsredakÜon des.Vorwärts". Lieber Freund! Können Sie mir einen vernünftigen Grund dafür angeben. warum Sie sich eigentlich so eifrig mit nicht existierenden Dingen beschäftigen? Jawohl! Sie lasten doch wieder einen ganzen Aus- satz über„Kamps um Nato" abdrucken, während Baia gar nickt mebr existiert. Wollen Sie einen schlagenden Beweis dafür hoben, so nehmen Sle bitte dos letzte(1. SeptemberHHeft von „Wirtschaft und Statistik" zur Hand. Dort finden Sie aus S. 612 eine iehr instruktive Tobelke:„Die liauptsächlichsten Einsuhrwaren au» den zehn wichtigsten Bezugsländern usw. im ersten Halbjahr 1328". Ueber die Einsuhr nach Deutschland ans der Tschechosloivakei befinden sich in dieier Tabelle folgende Angaben: Will. Mark Bau- und Nutzholz........... 37,3 Braunkohlen"............. 15,8 Wollgarn.............. 12,3 Baumwollgarn.......-..... 11,4 Malz............... 10,2 Baumwollgewebe............ 3,3 Zucker................ 7,0 Garn aus Flachs. Häuf, Jute und dergleichen. 7,7 Federn und Borsten.......... 5.3 Holz zu Holzmoste.........,. 5,9 Felle und Häute 5,1 Hapten..............« 4,3 Wolle................ 4,8 Gerste................ 4,5 Nichtölholtige Sämereien......... 4,5 Daraus geht klar hervor, daß di« Einfuhr»an Schuhwerk ous der Tschechoslowakei im ersten Halbjahr!S28 weniger als 4,5 Millionen Mark ausmachte. Jedenfalls gehört das Schuhwerk nicht mehr zu den„hauptsächlichsten Einfuhrwaren"(ms der Tschechoslowakei nach Deutschland. Und diese überroschend« Tatsache ist nur dadurch zu erklären, daß der furchtbare Konkurrent der deutschen Schnhindustrie Vota nicht mehr existiert. Das müsten Sie sich einmal merken! Fröhlicher Volkswirt. Anmerkung der Redaktion: Der fröhlich« Volkswirt scheint zu den Leuten zu gehören, die an alles und tzrnr an das gtauben, nwe„.ainllich" abgestempelt ist. Deshalb ist für ihn ein- Tabelle, die im Organ des Statistischen Reichsamis zu finden ist, eine heilige Wahrheit. So soll er denn in einer anderen Ver- öffentlichung des gleichen Amtes nachsehen, nämlich in den„Monat- lichen Nachweisen über den auswärtigen Handel Deutschlands" für Juni 1328. Dort roisd er aus S. 102 lesen können, daß im ersten Halbjahr diese» Jahres 33 645 Paar Schuhe über 1200 Gramm, 131 273 Paar über 600 bis 1200 Gramm und 2 081 147 Paar bis 600 Gramm, also insgesamt über 2,3 Millionen Paar, was dem Werte noch nicht weniger als SO Millianen Mgrk ausmachte, aus der Tschechoslowakei nach Deutschland eingeführt wurden, so daß „Schuhe aus Leder" in der oben zitierten Tabelle der„hauptsächlichsten Einfuhrwaren" an» der Tscheehoslowakei nach Deutschland an zweite Stelle kämmen müßten. Daraus muh man den Schluß ziehen, daß Bata Iroß„Wirtschaft und Statistik" und trotz der Ausführungen des fröhlichen Volkswirt» doch existiert, und zwar sehr kräftig, wi« auch folgende Meldung aus Prag beweist. Bata läßt Bücher verbieten. Wie das„Proger Tagblatt" am 25. September meldet, hat dos Kreisgericht in Ungarisch-Haradisch(Tschechoslowakei) aus Grund des§ 487 der Stroiprozeßordnung die Weiterverbreitung des Buches„Der unbekannie Diktator Thomas Bata" van R. Philipp verboten. Bata hatte gegen die Verbreiter des Buches einen An- trog auf Voruntersuchung wegen des Vergehens gegen die Sicherheit der Ehre gestellt, dem da» Gericht stattgegeben hat Die vorläufige Beschlagnahme des Buches ist angeordnet. Gegen die Entscheidung ist keine Berufung möglich. Der hier vn» Herrn Bata geführte Schlag richtet sich in der Hauptsache g e a e n Gewerkschaftsbeamte, bei denen auch eine Hausdurchsuchung vorgenommen wurde. Bemerkenemert ist, daß die Gerichtsoersügung von jenem Kreisgericht ausgeht, zu dem der Zliner, d. h. der von Bata auch politisch be- herrschte Bezirk gehört, obwohl das Buch nicht nur d«t, sondern vor allem in Prag, Brünn, Olmiitz und anderen Bezirken verbreitet wurde. Das Buch scheint Herrn Bata mehr als unangene'im zu sein. Naturseide gegen Kunstseide. Der Verband der chinesischen Kaufleute hat an die chinesische Regierung eine Eingabe gerichtet, in der eine Erhöhung der E i u s u h r z ö ll« für Kunst- s e! d e gefordert wird. Die Billigkeit der Kunstseide drobe den Ruin von Millionen chinesischer Bauern herbeizuführen, die von der Lieferung des Rohstoffes für die Naturleidenindustrie wirt- schastlich abhängig seien. Ein neuer kleiner Ausschnitt aus dem indiistrtell-joztalen Drama, das sich heut« in Ehino abspielt. Für wenig Geld eine große Gegenleistung V E I .e?.W „A- �:>7 DAS ERZEUGNIS DER GR'O'SSIEN DEUTSCHEN SCHUHFABRIK Funkwinkel. bahnbirettor Baumgarten preift die Neueringen im Eifen bahnverkehr, besonders die Schaffung des 3meitlassensystems. Aber alle lockenden Nachtigallentöne täuschen darüber nicht hinweg, daß 39 für ben größten Teil der Benöfferung bie Eisenbahnpreife erhöht worden sind. Was Mar Jungnidel cus feinem Roman Brennende Senje", einem Kriegsbuch, vorlieft, ist eher eine Tagebuchauszeichnung als ein Sprachfunstwert. Zu bemerfer ist, daß Jungnidel vor dem Mitrophon als guter Sprecher besteht. F. S. Dr. Bratstopen spridit anläflich des 125. Geburtstages Jungsozialistische Spielgemeinschaft. Abends eine Unterhaltungsstunde mit Tangofapelle und Grang über den Maler Ludwig Richter. Bernünftigerweise gibt er feine Bilteranalysen, fendern schildert nur das Leben des ver folgten Kemantifers, Der felbst eine Autobiographie hinterließ. Ein tiuger, anjprud; slcher und dabei doch instruktiver Bortrag. Auch Dr. Ernst Cohn Wiener bemüht fich mie immer um flare, ganz einfache und allen verständliche Formulierungen feiner GeFanien. In ter Bortragsreihe„ Das Kunsthandwert" behandelt er jegt das Problem der Stoffe und Gewebe. Er erklärt die Orna mentit, bie gesamte Technit aus der Art des Stoffes heraus. Es gelingt ihm, Anschaulichfeit mit Klarbeit zu verbinden. ReichsAm Mittwoch, dem 3. Oktober, im Saal der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstr. 112/124, und Donnerstag. 4. Oktober, in der Aula des Schiller- Lyzeums. Am Brunnenplatz, Pankstr. um 19, Uhr findet die Aufführung der politischen Revue ,, Achtung, Aufhören!" statt. Mitwirkende:„ Der rote Kreis der Spielgemeinschaft und die Berliner Volkstanzkapelle. Die Sozialistische Arbeiterjugend und die jungen Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. Karten bei den Abteilungsleitern und an der Abendkasse. Baumann. Welterbericht der öffenfilchen Wetterdienfiffelle Berlin und Umgegend ( Nachdrud verboten.) Zunächst noch tube mit Reigung zu Niederschlagen, später langiame Aufheiterung bei finkenden Temperaturen, Nachtfrostgefahr. Für Deutschland: In Beit- und Mitteldeutschland Abtühlung mit alle mäglicher Aufheiterung, in Dftdeutschland meist trübe mit Niederschlagen. Das Walhalla- Theater eröffnet seine Barieté- Spielzeit am Connabend, dem 29. September, mit einem Programm von zwölf internationalen Attraktionen. Obwohl die Sheaterbefucher freien Eintritt in den inzwischen eröffneten Tanz Balaft haben, ist der Eintrittspreis von 50 f. beibehalten worden. ADREMA- MITTEILUNG ADRENA Bei dem ausserordentlich starken Besuch unseres Standes auf der Internationalen 6. Büro- Ausstellung war es uns beim besten Willen nicht möglich, uns jedem einzelnen Interessenten so eingehend zu widmen. wie wir es gern getan hätten. Darum wiederholen wir die Ausstellung der gleichen Maschinen in einem eigens dafür hergerichteten Raum unserer Fabrik und laden zu deren Besichtigung ein. Die Ausstellung ist vom 1. bis 20. Oktober täglich von 10 bis 5 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit erfolgt unverbindliche Vorführung aller unserer Maschinen und sachliche Beratung durch unsere fachgeschulten Mitarbeiter. Auch unsere wissenschaftliche Abteilung steht ständig zur Lösung organisatorischer Fragen zur Verfügung. ADREME Adrema Maschinenbauges.m.b.H., Berlin NW 87, Alt- Moabit 62/63 fur Herbst Winter! fűr Winterjoppen Herren- Ulster 37.- 29.50 23.30 moderne Verarbei89. 74. 69.- 56.Herren- Paletots kragen. mit Samt98.- 87.- 72.- 65.Rockpaletots Sakkoanzüge farbig, Perkal u. 1900 Oberhemden mit 1 Kragen 5.90 Herren- Strickwesten moderne 1350 Schnürstiefel 11.90 18.50 16.90 Oberhemden farbig, Zephir 8.73 7.50 9.50 8.75 4200 Oberhemden farbig, Trikolette Oberhemden farbig, Trikoline 13.50 Oberhemden weiß Batist rayé 8.25 6.75 Oberhemden 16.90 13.50 11.50 weiß Trikoline 10.25 Kragen in allen modernen Formen 5900 für Herren, eleganter Sitz 7200 105.- 93.für Herren, in grau, braun u. gemustert, ein- und zweireihig 95.-.8.- 62.- 55.Sakkoanzüge der für Herren, moderne Form, blau, gute Verarbeitung 115.- 93.- 69. 75.4800 6900 Für den Abend: Anzüge in schwarz u. marengo Elegante Smoking- Anzüge sehr preiswert Selbstbinder in reicher Auswahl Cachenez u. 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Hannover ist ein« akt« Stadt und soll„hohes Ufer" heißen, oder der Fremde steht bei einem Streifzug durch di« alten, dunklen Gasten kein hohes Ufer, er sieht hinter aller Romantik schöner Fassaden den Absturz in das Elend, in die Armut, und es fügt sich gut ein in das schroarze Bild, daß der Mastenmörder und Menschen- fresser Haonnonn erstens Polizeispitzel tvcir und zweitens in der ver- wahrlosten Altstadt wohnte. Es gibt auch wunderschön«, alte Häuser jenseits der Notgrenz«, aber st« haben doch nur noch Museumsmert. In dem alten BeguinenNofter an der Leine, einem wehrhaften Gemäuer mit mächtigem Rundturm, hat sich jetzt ein Leihhaus eingenistet. Rund um die Stadt stehen alte Landwehr- türme, die einmal die Ernte schützen sollten, und an einem solchen Turm kann man lesen:„Der Ahnen Wehr, der Enkel Kurzweil" und neuen Sinn dem alten Spruch unterschieben. Di« Eilenriede, der großartige Parkwald, ist nicht weit, er greift mit grünen Armen in die Stadt, in der sich Mittelalter uich Neuzeit verwirrend kreuzen. Zum Mittelalter gehören auch noch die Herrenhäuser Gärten, in denen das früher« Lustschloß der hannoverschen Könige stand. An einer Steintafel am Eingang notiert man sich: .Ledermann ist erlaubet, sich im Königl. Garten«in« Per- änderung zu machen, gemeinen Leuten wird jedoch bei Seibesstrafe verboten 1. kein« Statuen und andere sreystehend« Sachen zu beschädigen, 2. nicht noch den Schwänen zu werfen oder solche auf ihren Lrüteteichen zu beunruhigen, 3. kein« Hunde mit in den Garten zu nehmen, 4. die Nachtugallen weder zu fangen noch zu stören. 3. sich der Bänke bei der großen Fontaine nur alsdann zu bs- dienen, wenn solche für Standespersonen oder vornehme Fremde nicht nötig fallen, 6. der angestellten Wache, so mit dem Zeichen K an der Brust versehen, nicht zu trotzen."" Und dann wandert man in den Gärten zwischen den gestutzten Taxushecken. Di« große Fontäne springt nur Mittwochs und Sonn- tags, das kleine Freilichttheater ist verwahrlost, eine Wach« mit dem Zeichen K an der Brust ist nicht zu sehen, aber der Trotz springt doch hoch, wenn man den Part nach der Stadt zu werläßt. Er untersteht noch einem Gutsb«zirt und schließt auch im Sommer schon um sieben Uhr sein« Tür. Dann wandert man durch neue Anlagen zurück und sieht die Rauchwände der großen Industrie- anlagen von Lind«n. Der berühmte Samt wird dort hergestellt, Maschinen, Lokomotiven. Traktoren und Kleinautos lv«rden gebaut, «in chemisches Wert schwefelt den Himmel an, groß« Brauereien liegen da, Texlilbude», Tapetenfabriken. Von Linden au» begann der politisch« Vorstoß zur Eroberung Hannovers durch die Arbeiter. Hannooer hatte bi» tSl8 keinen proletarischen Stadtverordneten. Heut« ist die Stadt mst eine Hochburg des Sozialismus. An den hannoverschen Arbeitern wird in«in«r weltbekannten Gummifabrik auch«in neues Lohnsyst«m ausprobiert, das Bedaux-System. Der französisch« Amerikaner Bedaux sagt: Aller bis jetzt be- zahlter Arbeitslohn ist falsch und ungerecht. Schaffen wir einen neuen Wert, den Bewert, der sich zusammensetzt aus der Arbeits- zeit, aus der Geschwindigkeit, in der die Arbeit geleistet wird, aus der Anstrengung dabei und aus der notwendigen Ruhe und Er- holung. Da» alles zusammen soll Bedaux heißen. Bewert soll gleich sechzig gelten, das ist der Tarif mit einem kleinen Zuschlag. aber unsere Zeitmester und unser« Erfahrung haben bewiesen, daß ein Arbeiter ohne Schaden für die Gesundheit 80 Bewerte in der Stunde schassen kann. Mit der Echöhung der Bewerte steigt auch die Entlohnung. Wir wollen, sagen Bedaux und seine jungen Leute, den Arbeiter an der Produktion interessieren, wir wollen ihn selbst zum Unternehmer machen. Das erklärt««in junger Beingenieur und erzählt« nebenbei, daß sich die Arbeitsleistung des Werkes seit Einführung von Bedaux um 18 Prozent gesteigert hat und daß in diesem Jahr zum erstenmal wieder Dividende ausgeschüttet wurde. In Amerika arbeiten 200 Werk« nach dem Bedaux-System. Sie haben die besten Er- iahrungen damit gemacht. Schön, das alles ist Betriebswistenschaft, »nd als dann die Führung durch das Werk bsjnnn, konnte man sehen, daß Bedaux weiter nichts ist als ein raffiniert aurgetlügeltcr Akkord. In diesem Werk werden all« Weichgummiortci. der Bereifung verarbeitet. Flugzeug, Lastwagen, Auto, Fahrrad, Kinderwagen. Kutsche und Rikschah können von hier aus bedient werden. Tennis- bäll» entspringen dem Werk. Fahrradschläuche warten auf Kund- schaft. Gummiabsätze sehnen sich nach festem Halt an festen Schuhen. Und überall hat di« Zeit«in neues Gesicht bekommen, das Bedaux- Gesicht. Bedaux kurbest die Maschinen an, läßt lm Mischraum die Walzen rasen, läßt die Schneidemesser blitzen und hat das laufende Band zur höchsten Vollendung konstruiert. Bedaux hat den Frauen und Mädchen, di« dos gummierte Cordtuch schneiden, kleine Räd- chen an die Handgelenke gebunden, damit di« Arbelt schneller geht und ein Handgriff gespart wird. Bedaux triumphiert, und der junge Mann, der auf einer rotierenden Scheibe Ballonreifen mon- tiert, ist über di« 80 Bewerte schon lang« hinaus und bringt es bis auf 120 Bewerte in der Stunde. Eine kleine Führung durch ein großes Werk mit 0000 Arbeitern kann keinen Ueberblick geben: was man in d«r kurzen Zell ficht, kann nur Ausschnitt fein, Impression, ober in der Impresston sieht man oft klarer und schärf«? als im mühsamen Studium. Es blieb Zell genug, das Wachsen und Werden«ines Autoreifen» zu sehen, den jungen Mann, der di« 120 Bewerte schafft, zu beobachten. Da Ist eine rotierende Scheibe, über die«in Streifen gummiertes Tuch gelegt wird. Das Tuch bringt«ine besonders sinnreich konstruierte Maschine her. Mit dem Fuß wird diese Maschine reguliert. Mit den Hände» wird der Reifen gebaut, ein« Tuchloge über der anderen, jeder Muskel arbestet angestrengt, und von der von Bedaux«in- kalkulstrten Erholung in d«r Arb«tt ist nichts zu sehen. Der junge Mann ist wie Sisyphos in der griechischen Sage, der vergeblich seinen Stein nach dem Gips«! rollen will und immer kurz vor dem Zi«l abstürzt. Und so baut der junge Mensch in der Fabrik einen Reisen nach den' anderen, er wird niemals fertig. Das Hetztempo Amerikas ohne die Aufstiegsmöglichkeiten wie in Amerika: das ist Bedaux und nicht das human» und wisicnschofUiche Geschwätz der jungen Ingenieure. Dann wandert man dein laufenden Band« nach, der geister- haften Kette mit den halbfertigen Reifen, die noch das Martyrium der Bulkanisierabteilung und Dampfpressen zu erdulden Hab«», bis sie ihre vollkommen« Gestalt finden und im Lager auf d«n Abruf zu den sausenden Fahrten warten. Dos Werk ist mehr oder weniger mit der Autoindustrie verbunden, mit den Wettfahrten und ihren Schiebungen, mit der Reklame, die sich Immer mehr und mehr die Künstler heranholt und sie in ihren torumpierenden Dienst zwingt. Max Borthel. East-ßtod. Don Lack London. Jack Landau, schau«ick der SSb« seines Rudme»,«erbeuchte längere Zeit als einfacher A�beiler im Londoner tEafWfn», um Lber die für cht or. lichen Zustände tont oinektiv berichten zu können. Wir rntnc�rnon diese» erschlltterndeie Schilderungen, die demnächst unter dem Titel „Menschen der Tiefe" erscheinen, mit Erlaubnis des Uniuersttas. Berlages den nachsolgenden Abschnitt: „Kann man bei Ihnen mieten?" Ich sagt« dies« Worte sehr gleichgültig zu einer dicken älteren irau, in deren schmutzig am Cafe in der Näh« von Limehouse ich saß. „Ja, das kann maul" antwortete sie kurz. Mein Aeußeres atfprach vielleicht nicht den Anfock>erungen. die an ihr Hau» ge- «llt wurden. Ich sprach nichts weiter, sondern genoß schweigend meine xheibe Schinken und meinen dünnen Te«. Sie bewies mir auch >eit«r kein Interesse, bis ich bezahlen wollte und ganze zehn Schil- rg aus der Tasche holt«. Da blieb die«rwortete Wirkung nicht aus. „Ja." fuhr sie jetzt fort,.ich habe ein hübsches Heim»nd ich aube, es wird Ihnen gefallen. Sind Sie gerade von einer Reife rückgekommen?" „Was nehmen Sie für ein Zimmer?" fragte ich und ignorierte >re Neugier völlig. Sie sah mich mit sichtbarer Ueberrafchmag von oben bis iten an. „Ik oermiete nie ganze Zimmer, nicht einmal an meine festen ieter, geschweige denn an vorübergehende." „Dann muß ich mich wohl noch etwas anderem umsehen?" sagte sichttich enttäuscht. Aber der Anblick meiner zehn Schilling hatte seine Wirkung an und sie sogt«: „Ich kann Ihnen«in gute« Bett geben, und Sie schlafen mit ei anderen Männern, achtbaren und zuverlässigen Menschen, zu- amen." „Aber ich will nicht mit anderen zusammenschlofen," wandte u) ein. .Da» brauchen Sie auch nicht, es sind drei Betten, und das Zimmer ist nicht klein." „Wieviel?" fragt« ich. „Zwei Schilling sechs die Woche für einen ordentliche» Men- chen. Die beiden anderen werden Ihnen gut gefallen, da» weiß ich. lkr ein« arbeitet auf einem Lager, er wohnt seit zwei Iahren bei nir. und der ander« seit fach» Iahren. Nächsten Sonntag weiden z sechs Jahr« und zwei Monate. Er ist an einem Theater ang«. lellt," fuhr sie fort, �r ist«in stiller, ruhiger Wann und hat in er gan-en Zeit, die er bei mir wohnt, nie einen sitzen gehabt. Er sehr zufrieden m'tt der Wohnung, er sagt, sie sei die best«, die er »den könnt«. Ich beköstig« sowohl ihn wie den anderen." «Da kann er wohl noch obendrein Geld zurücklegen," sagt« ich ■aiv. „Wie können Sie da« glauben! Aber sonst würbe fein Geld iberhaupt nicht veichen." Mein« Gedanken wondertan meinem wetten amerttani scheu Westen zu. unter dessen unendlichem Himmel Tausend« von Stäb« -n von der Größe London, Platz hätten. Und hier war«in Mann, ein ehrlicher, zuverlässiger Mann, der sein Zimmer mit zwei anderen eilte, zweieinhalb Dollar im Manat dafür bezahlt« und die Er- uhrung gemacht hatte, daß die» di« vorteilhosteft« Lebensweise für hn war. Und hier war ich selbst— kraft der zehn Schilling, die ch in der Tasche hatte—, war ich imstande, mit meinen Lumpen -c: ihm einzudringen und mein Bett neben dem seinen aufzuschlagen. i>i« menschliche Seele ist einsam, und sie muß zuweilen wahrlich mch einsamer werden, wenn drei Betten in einem Zimmer stehen md ein vorübergehender Gast mit zehn Schilling in der Tasche sich r eins davon legen darf! „Wie lange wohnen Sie schon hier?" fragt« ich. „Dreizehn Jahre. Und glauben Sie nicht auch, daß Ihnen die Löhnung gesollen wird?" Wöhrend sie sprach, hantiert« sie in der kleinen Küche herum, wo sie dos Essen für ihr« Zimmerherren bereitet«. Sie war bei neinem Eintritt beschäftigt gewesen und ließ nicht«inen Augenblick »öhrend der Unterhaltung von ihrer Arbeit. Sie war offenbar in« von den Frauen, dl» morgens um halb sechs aufstehen und pät abends zur Rulzs gehen, die bis zum Umfallen arbeiten: und .er Gewinn diese» dreizehnjährigen Fleißes war graues Haar, innlich« Kleider, Hangesch« Schultern, eine schleht« Figur und un- mfhörlich« Müh« in einem häßlichen, ungesunden Case in einer ;chn Fuß breiten Gaste. „Kommen Sie wieder, un, es sich genauer anzusehen?" fragte i« gespannt, als ich ging. Und als Ich mich zu ihr umwandte, verstand Ich ganz die Wahr- ,«it des alt«» Wortes: Tugend trägt ihren Lohn in sich. Ich trat wieder zu ihr und fragte:„Haben Sie je Ferien ge- habt," „Ferien!" La, einen Ausflug auf» Land, rnn für ein paar Tag, frische Lust zu schöpfen, sich richtig auszuruhen." „Ach, du lieber Gott!" lachte sie und hielt zum«rstemnal in ihrer Arbeit Inn«. „Ferien? Zum Vergnügen? DI« können Sie da, denken!— Heben Sie doch di» Füße'." Die letzten Worte rief sie mir scharf gl, da ich gerade über di« morsch« Schwell« stolperte. In der Nähe de» Westindiadock» stieß ich auf«inen junge» Bur- lchen, der trmirig In da» schlammig« Wasser starrte. Er hatte ein« Heizermütze über die Augen gezogen und sein« ganze Kleidung zeugte davon, daß er zur See gefahren war. Le. Kamerad!" rief ich. um«in« Unterhaltung einzuleiten. „Kannst du mir sagen, wie ich gehen muß. um nach Wapping zu kommen?" Und dann kam da» Gespräch in Gang und wurde in einem Wirtshaus bei einigen Gläsern Halb-und-Halb fortgesetzt. Bald waren wir so befreundet, daß er. als ich«inen ganzen Schilling in Kupfermünzen aus der Tasche zog und s»ch» Pence für Nachtlogi, y-i feite legt« liebenswürdig vorschlug, lieber für dos ganz« Geld Zier zu trinken .Mein Kamerad halle gestern Pech," erklärte er.„und die Po- ent» schnappte ihn. Du kannst dich also ruhig auf mlh verlassen. Was meinst du dazu?" Ich sagte ja. und als wir für einen ganzen SchMng Bier in in« hineingegossen und die Nacht in einem elenden Bett in einem ömmerlichen Haus« verbracht hatten, kannte Ich ihn gut. Mein« 7«ringen Erfahrungen»«igten mir. daß er auf seine Weis« typisch Ar«in»»««ist« briite Schicht Londons, die am schlechtesten gestellt. Cr war geboren« Londoner. Sein Bater war Heizer und Säufer gewesen. Das Heim seiner Kindhett waren di« Straßen und die Docks. Er Hot nie lesen gelernt und e» auch nie entbehrt— eine überflüssige und unnütze Beschäftigung für einen Mann in seiner Lage. Er hatte ein« Mutter und«ine Unzahl schmutziger Brüder ge- habt, die alle in ein paar Löchern zusammengepfercht gewesen waren. wo sie von schlechterem und weniger Essen lebten, alz er im all- gemeinen für sich ergattern konnte. In der Regel kam er deshalb nur heim, wenn er Pech gehabt und selbst nickst? zu essen hatte. An- fang» hatte er auf den Straßen Lumpen gesammelt und gebettelt. Dann hotte er zwei Fahrten als Kajütsjunge, hierauf einige wenige Reifen als Kohlentrimmer gemacht, und jetzt war er befahrener Heizer— er hatte es so weit gebracht, wie er es in seinem Leben bringen tonnte. Er hatte sich auch auf seiner Laufbahn«ine Lebensphilosophte geschaffen, die vielleicht häßlich und abstoßend, aber doch von seinem Standpunkt au» ganz logisch und klug war. Als ich ihn fragl«, wofür er eigentlich tebte. antwortet« er ohne Zögern:„Um mich zu defaufen." Eine Seereise— denn ein Mann muß ja leben ernd dafür sor- gen, daß er etwas zu leben hat—, dann Abmusterung und dann «in tüchtiger Rausch. Dann folgt eine Reih« kleinerer Räusche rings in Wirtshäusern, wo man einig« Kameraden wie mich mit ein paar Pfennigen in der Tasche trifft. Und wenn nichts mehr zu machen war, dann wieder zur See. So formte sich fein Dasein. Die Kohlenstaublokomotive. Don Or. Carl Prinz. Der Gedanke. Kohlenstaub mit Luft gemischt zu Feuerung«- zwecken zu verwenden, ist nicht neu. Schon 1830 wurden in Deutsch. land die Versuche mtt Kohlenstaubfeuerungen begonnen, ohne jedoch zum Erfolge zu führen. Erst sehr viel später gelang es, die prak- tisch« Anwendung durchzuführen, und zwar zunächst für Industrielle Oese» der Zemenlindustri«, erst später für Dampfkessel. Die Der. breitung der Kohlenstoffeuerung begann in Amerika, wo in den Bereinigteu Staaten im Jahre ISIS bereits über S Millionen Tonnen Kohlenstaub verheizt wurden. Aber davon ebenfalls nur 100 000 bi, 200000 Tonnen zum Zwecke der Dampferzeugung. Don 1016 wuchs dann aber auch die vampfkestelbeheizung durch Sohlen. staub, und 1024 hatte sie bereits«ine so gewallig« Ausdehnung er- reicht, daß mindestens 160 000 Quadratmeter Heizfläche von Dampf- kesselanlagen durch Kohlenstaub geheizt wurden. Für Deutschland hat der Kohlenstaubauzschuß des Reichskohlenrate, festgestellt, daß 1026 über 600 Kohlenstaubseuerungen im Betrieb waren, die jähr- lich 2,5 Millionen Tonnen Kohlenstaub verbrauchten. Davon entfiel aber noch immer mehr al» die Hälfte auf die Zementindustrie. Erst in neuerer Zeit verschiebt sich auch in Deutschland das Ber- hältnis stark zugunsten der Dampskesselbeheizung mit Kohlenstaub- feuerung. Das Wesen der Kohlenstaubssuerung besteht in der Der- brennung des Aohlenstoffes von mehlartiger Feinheit, der, ohne auf einem Rost z» liegen, sich schwebend in der Lust hält. Fein gemahlener Staub verbrennt schneller und vollkommener als«In festes Kohlenstück, da er dem Luftangriff eine verhältnismäßig viel größere Oberfläche bietet. Um die möglichst restlos« Derbrenming aller brennbaren Teile zu gewährleisten, muß bei Kohlenstaubseuerungen die Flamm« so geführt werden, daß der Derbrennungsvorgong beendet ist, ehe die Flamm« mit den kälteren Kesselteilen in innigere Berührung kommt. sonst werden nämlich di« noch nicht verbrannten Teile de» Brenn- stoffes als Koks ausgeschieden. Andererseits müssen wiederum die flüssigen Ascheteile so schnell wie möglich durch Abkühlung abgeschreckt werden, damit sie erstarrt sind, bevor sie mit dem Mauer- werk der Aschetrichter in Berührung kommen. Aue diesen beiden Gründen sind besonder» große Feucrräum« notwendig, und dieses Problem war es, das bisher vor allen Dingen die Berwendung der Kohlenstaubfeuerung für Lokomoüven erschwerte und zum Teil mi- möglich machte. Kohlenstaubgefeuerte Lokomotiven sind bisher nur in Amerika und In Schweden gebaut worden. Seit einiger Zeit läuft nun auch In Deutschland auf der Eisen- bahnstreck« von Berlin nach Fürstenberg in Mecklenburg zum Trans- port von Güterzügen«Ine Kohkenstaublokamotive, die van der AEG. auf Grund langjähriger Versuche hergestellt wurde. Die Lokomotive, die. abgesehen von dein Tender, äußerlich den normalen Lokomotiven durchaus gleicht, besitzt an Stell« des mtt Kohlen beladenen Tenders einen gewaltigen, den gesamten Tender ausfüllenden Eisenzylinder Dieser kesselförmige Behäller birgt den Kohlenstaub, der als Brenn- stoss für die Lokomotive mitgeführt wird. Di« dreißig Versuchs- fahrten, die die Lokomotioe bisher durchgeführt hat, wurden ohne jede Schwierigkeit und Betriebsstörung glatt durchgeführt. Di« V«r- luchsfahrten fanden sowohl mit Steintohlenstaub al» auch mtt Braunkohlenstaub statt, wobei sich als der schwieriger« Brennstoff die Steinkohle ergab. Außer der größere» Wirtschaftlichkeit im Brennstoffverbrauch bietet die neu« Lokomotive noch den Vorzug, daß die schwere körperliche Arbeit des Heizer», der au» dem Tender. tohlenvorrat die Feuerung stet» mtt neuem Brennstoff beschicken muß. völlig fortfällt. Er hat künftig nur noch einig« Ventil« zu bedienen, da der Kohlenstaub automatisch aus dem Tender In den Feuerungsraum befördert wird. Da» ist für die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes von außerordentlicher Bedeutung, da der Heizer nunmehr den Lokomotivführer in der Beobachtung der� Verkehrs» fignale und der Bedienung der Lokomotive selbst unterstützen kann. Deutscher Metallarbeiter- Verband Volksbühne Montag. 1. Oftober, abends 7 Uhr, imSigungsfaal des Berbandshauses, Linienstraße 83.85 Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Der lebende Branchenversammlung Leichnam der Elektromonteure und Helfer. Tagesordnung: 1. Tari und Lohnfragen 2. Diskussion 3. Berbandsund Branchenangelegenheiten. 4. Ber schiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht eines jeden Branchenangehörigen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Theater, Lichtspiele usw. Sonnab., d. 29. 9. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 95 20 Uhr Tosca Staats- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 69 20 Uhr Sonnab., d. 29. 9. Städtische Oper Bismarckstr. Turnus I 20 Uhr. Madame Butterfly Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmark. A.-V. 162 20. Uhr Salome Clavigo Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Drei- GroschenGroßes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell U. SonntagNachmittagvorstig. 3U zu halben Preis. m. Michael Bohnen 8 Uhr CASINO- THEATER 8 Uhr Lothringer Straße 37. Nur noch bis 3. Oktober 1928: Die Bra- Grad Rundfunkfieber VERA Oper Thalia- Theater 8 Uhr u. das erstklassige bunte Programm Donnerstag, 4. Okt., zum 1. Male: Stöpsel. Schneider Wibbels Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Ein besserer Herr Fauteuil nur 1.15 M.. Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rano 0.80 M. Für 50 Pfg, ins Malhalla- Cheater! 8 Uhr: Varieté und Tanz!! Th. am Schiffbauerdamm Renaissance- Theater Täglich 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Ponto, Kühl, Lenja. Telephon: Norden 1141 g. 281 Deutsches Theater Norden 12 310. 8 U. Ende nach 10% 2 Zum 118. Male: Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. Artisten 151, Uhr: Die Weber. 20 Uhr: Ein besserer Herr. SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Raquel Meller, die Duse d. Chansons; Noni& Horace, mus. Unmöglichkeit; Raffayette m. s. Radiohund., Marrone 1. La Costa sow. Carlitau. Galla, amer Tanzpaare u.weit. auserl.Var.etéattr. Sonnabends u. Sonntags je 2 Vorstellungen 3.30 u. 8 Uhr. 3.30 zu ermäßigt. Preisen das ganze Programm. Komische Oper 84 Alle bisherigen Revuen werden übertroffen durch die neue gewaltige James- Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der „ Freien Liebe" Hunderte Mitwirkende! Parkett nur 4,50 Mk. Winter Garten Auserwählte InternationaleVarietéKunstkräfte Tägl. 8 Uhr Sonnabend und Sonntag je 2 Vorstellungen 3.30 und 8 Ubr 3.30 kleine Preise Rauchen gestattet Kleines Theater Täglich 8%, Uhr: Max Adalbert in Müllers Sterle, Hermine Landa, Siklar Saltenour 1- dünnen Dts. Künstler- Th. 8 Uhr fräulein Mama Operette von Hugo Hirsch Lessing- Theater 72 Uhr Uraufführung Herr Lamberthier" Drama von Louis Verneuil. Alb. Bassermann, Lucie Mannheim Trianon- Th. 81 Uhr Sybilla?... Ausgeschlossen! Origina inszenierung der Tribüne Rundfunkhörer haibe Preise Thalia- Theater Dresdener Str. 72-7: Schneider Wibbels Auferstehung Regie Max Reinhardt Die Komödie Bismarck 2414/7516 84 Ende 112 Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Kammerspiele Norden 12 310 3, U. Ende 10 Uhr Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Berliner Theater 8% Heute 814 Ton in des Töpfers Hand Tragödie einer Familie v. Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Reichshallen- Theater Abends 8 Sonnt. nchm. 31 Stettiner Sänger Nachm. balbe Preise, volles Progr. Jeden Monat neues Programm. Donhoft Brett'l: Varieté, Tanz, Konzert. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5% Uhr. Theater a. Kottbusser Tor Kottbusser Str. 6 Tel.: Mpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntag nachm 3 Uhr( ermäß. 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