n 10 nes ts e et Abendausgabe Rr. 468 45. Jahrgang B 232 Böchentlich 85 B1. monatlich 3,60 D im voraus zahlbar, Boftbezug 4.32 12. einschl. Bestellgelb, Auslandsabonne ment 6,- m. pro Monat. Der Bormärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend, Illuftrierte Beilagen Boll und Zeit und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen". Frauen. ftimme"," Techni!", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Mittwoch 3. Oftober 1928 10 Pfennig Die etnipalttge Nonpareillezette 80 Bfennig. Reflamezetle 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge. brudte Bort 25 Pfennig( zuläffig zwet fettgedruckte Borte), jedes weiterg Bort 12 Pfennig. Stellengefuche das erfte Mort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben sählen für amet Borte. Arbeitsmarkt Belle 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linben Straße 3, wochentägl. von 8 bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Fernsprecher: Dönhoff 292-297 Telegramm- ddz.: Eostaldemokrat Berlin fal in Be aft Die 11 Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 31 19 Ger Vorwärts: Berlag G. m. b. H. Det en an en ne 3 Boftschedkonto: Berlin 87 536 Banffonto: Bank der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65 Dislonto- Gesellschaft. Depofitentafle Lindenstr. 8 119 Der et aft Der です tio Det L rf no en en en ag ne TH ezi Tes rel Der Luftschiffbesuch in Berlin. Reichstagspräsident Löbe berichtet über seine Zeppelin"-Fahrt. Vormittags. Berlin erhielt heute in den frühenormitan Der„ Zeppelin" über dem Brandenburger Tor. stunden den langerschnten Besuch des Zeppelin- Luftschiffes. Es fam ziemlich unerwartet und für viele zu früh. Man hatte nach der gestrigen Enttäuschung auf ein späteres Eintreffen- etwa in den Mittagsstunden gerechnet. Der Rundfunk signalisierte vom Dach seines Hauses in der Potsdamer Straße schon in aller Herrgottsfrühe das Ereignis. Hier und da auf der Hamburger Strede war der silberne Simmelsfisch schon gesichtet worden, schließlich meldete ihn Nauen und das Erwartungsfieber stieg auf den Höchstpunkt. Dann war noch Staaten zu passieren und jekt näherte fich etwas in den Lüften, das zunächst aussah wie ein geballtes Nebelwölkchen. Als es näherkam, blitte die Sonne in seinen Silberflächen und das Luftschiff ent hüllte sich langsam den wartenden Berliner Augen. Später auch den Chren. Der wirbelnde Sang der Probeller lag dann etwa 20 Minuten lang über den Geräuschen der Riesenstadt. Der eigenartige, dumpfe Ton brang durch die offenen Fenster in die Stuben. Die Menschen stürzten an die Fenster, jagten die Treppen hinauf auf die Dächer. Kein Schornstein war so hoch, um nicht erstiegen zu werden. Silbern in der Sonne funkelnd schob sich der Riesenfisch über die Sicht der Straßen. Ein leichter Nebel nahm ihn bald den Blicken, nur hier und da blinte eine silberne Flosse in der Sonne. Uin 9 Uhr herum erschien„ Graf Zeppelin" über der Innenstadt. Er nahm Kurs über Tiergarten, Pots. damer Platz, Leipziger Straße, Hausvogteiplah und flog in einer Schleife weiter über den Lustgarten, Alexander platz und dann wieder in westlicher Richtung. Auf den Straßen und Plähen Hochbetrieb, Massenansammlungen derjenigen, die es sich leisten konnten, werktags ein paar Augenblicke auf das große Wunder in der Himmelsbläne zu verwenden. An den Fenstern Girlanden von Gesichtern der in die Tagesarbeit Ge spannten, die nur einen kurzen Blick erhaschen wollten. Am Hausvogteiplas rief das plötzliche Auftauchen Am Hausvogteiplas rief das plötzliche Auftauchen des Luftriesen solche Begeisterung hervor, daß der Chauffeur eines Autobus kurzerhand den Motor abstellte, so daß die Fahrgäste, die das Wageninnere schleunigst verließen, nun genügend Zeit hatten, sich das Luftschiff in aller Ruhe anzusehen. Am Lustgarten beispielsweise hatten sich mehrere tausend Personen an gesammelt. Das Schiff, das ständig von mehreren Flugzeugen begleitet war, kreuzte hier fast fünf Minuten lang. Noch einmal kehrt es dann zurück; man sieht es wieder über der Friedrichstadt und dann geht der Kurs nach Süden- immer kleiner und feiner werdend, hauchzart im Simmelsblau fich lösend, verschwindet der Wunderfisch in der Ferne. Schwarzweißroter Zeppelin Postbeutel. Bei seinem Fluge über Berlin wurde vom Luftschiff„ Graf Seppelir" ein Bostbeutel abgeworfen, der von Straßen. paffanten zum Bostamt in der Knobelsdorfstraße gebracht wurde. Der Postbeutel enthielt Ansichtstarten, bie von den Fluggäften geschrieben waren. Der Beutel war mit einer meterlangen. Schwarzweißroten Schleife geschmüdt. Die Funkffunde berichtet: Alfred Braun und sein Stab auf dem Dach des Funkhaufes, einige Hörer an ihren Empfangsapparaten, die anderen in großer Bahl auf den Dächern: so wurde heute früh das Luftschiff in Berlin erwartet. Endlich, gegen 29 Uhr, tam vom Funthaus her die Nachricht, im Westen zwischen einem Kirchturm und einem Fabrikschlot" tauche etwas auf, das von Kennern als das ferne Luftschiff gedeutet werde. Wie viele Berliner mögen auf diese Nachricht hin an ihre Fenster geeilt sein! Ihre Geduld murde noch eine gute Beile auf die Probe geftellt. Man mußte fich inzwischen begnügen, die Schilde rungen von dem Naben des Luftschiffes zu hören. Der Hörer, der im richtigen Augenblid an sein Fenster eilte, sah das Luftschiff um. Schwirrt von Flugzeugen Bald entgleitet es wieder aus dem Gefichtsfeld. Man hört die Kunde vom Funkturm:., Graf Zeppelin" wirft Bostbeutel ab. Das Luftschiff schwebt nur noch wenigen sichtbar als Silhouette am Himmel. Da ist die Berbindung mit ihm hergeftelt: . Ein Gruß der Stadt Berlin flingt herauf, Nachricht von Dr. Edener herunter. Er entschuldigt sich für sein Buspätkommen". Bestern war das Wetter zu chlecht. Man hätte sich gegenseitig boch nicht gesehen. Bor genau zwölf Stunden war das Luftschiff über Südengland; es überflog dann die dänische Grenze und fam nach Berlin. Zwischen 12 und 13 Uhr soll erneut eine Rundfunkverbindung versucht werden. Jetzt geht der Kurs direkt nach Friedrichshafen. Alfred Braun und der Berliner Sender haben ihre Schuldigkeit getan. Sie waren altuell. Beim Eintreffen des 2. 3. 127 in Berlin richtete Reichsver. tehrsminister v. Guerard folgenden Begrüßungs funt. pruch an Dr. Edener: Die Reichsregierung begrüßt das Luftschiff über der Reichshauptstadt. Sie ist mit ganz Deutschland stolz auf das neueste große Bert deutscher Wissenschaft, deutscher Technit, deutscher Tatkraft. Dem verdienten Führer Dr. Edener und der gesamten Bejagung wünscht die Reichsregierung glückhafte Fahrt zu Ehren des deutschen Namens." Aus Anlaß des Besuches des L. 3. 127 waren heute sämtliche Rathäuser und Dienstgebäude der Stadt Berlin geflaggt worden. Nachtfahrt über England und Nordsee. In den gestrigen Spätabendstunden befand sich das Luftschiff über der englischen Küste, nachdem es Holland überquert hatte. Die englischen Morgenblätter berichten in großer Aufmachung über den ersten Besuch eines deutschen Zeppelins über englischem Boden in der Nachkriegszeit. Sie geben eine Schilderung Gr Yarmouth Lowestoft 039 Helgoland Rotterdam Kieve Dusseldort Köln Bonn Hamburg Coblenz cankfurt Wiesbaden Hamberg Wurzburg Nurnberg BERLIN UIR Friedrichsh Steffin Der bisherige Flug des Graf Zeppelin Königsberg des Fluges über deutsches und holländisches Gebiet, die Nordsee und des sehr kurzen Besuches über der englischen Küfte bei Suffolk. Von der Nordsee aus tam das Luftschiff mit hoher Schnelligkeit in westlicher Richtung fliegend auf die englische Küste zu.. Die großartige Beleuchtung des Schiffes wird besonders hervorgehoben. In Barmouth, das um 21,15 passiert wurde, war das Luftschiff gut zu sehen. Der Lärm der Maschinen brachte die Bevölkerung rasch auf die Straßen. Der Zeppelin flog über das Zentrum der Stadt, gab aber teine Signale und war nach zwei bis drei Minuten der Sicht entSchwunden. Spät in der Nacht verfügte weder die Luftschiffstation in Cardington, noch das englische Luftfahrtminifterium über irgend welche drahtlosen Mitteilungen des Schiffes. 24 Uhr wurde Borkum passiert; 2,15 Uhr Oftfriesland; 3 Uhr Bremen; 6 Uhr Kiel( jüblich weiter); 6,50 Uhr Hamburg; 8 Uhr Wittenberge( Richtung Berlin). Rückflug nach Friedrichshafen. Nachdem das Luftschiff etwa 20 minuten über Berlin gekreuzt hatte, nahm es seinen Kurs in südlicher Richtung. Um 9 Uhr 45 erschien ,, Graf Zeppelin", von Berlin fommend, über Jeffen, das er in niedriger Höhe überflog. Das Luftschiff nahm Rurs nach Südwesten. rechnen, daß„ Graf Zeppelin" heute nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr Wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, ist damit zu in Friedrichshafen landen wird. Auch heute liegen nur wenige Nach richten vom Schiff vor. Immerhin scheint daraus hervorzugehen, daß das Luftschiff sich bei der herrlichen Nachtfahrt wiederum aufs neue bewährt hat. Offenbar hat Dr. Edener absichtlich sehr viel an den Rüsten entlang getreuzt, um damit der Besatzung Gelegenheit zu geben, fich mit den Gee- und Küstenzeichen für die Amerikafahrt vertraut zu machen. Auf der Rückfahr: sollen möglichst viele fächsische Städte besucht werden, darunter namentlich auch Dresden, zumal fich der Dresdener Stadtrat, Ahlhelm an Bord befindet, der sich um die Sammlung für die Nationalspende besonders verdient gemacht hat. Löbes ,, Zeppelin"-Bericht. 1. Seite der Beilage. Der Mord an dem Obergeireiten. Bericht 2. Seite. Zeppelins Nachrichtenhandel. Troh anderthalb Millionen Zieichsgelder? Gegenüber der berechtigten Kritik, die der �Vvrwärts� an der Grteitung eines Monnpols auf die drahtlosen Ilugbericht« vom Luft- schiff.Graf Zeppelin" m, die Berlin«? Berlage Hilgenberg und Ullstein übt«, gtcmbt ciiw Korrefponden, anführen gu sollen, doh das Reichsoerkehrsministerium die Zeppelm-Unternehmung fmangiell imStich gelassen hätte, so daß man es der Zeppelin- Werft nicht verübeln könne, wenn sie das natwendige Geld für die grojje Ueberlandfahrt auf andere Waise aufzubrinzen suche. Demgegenüber wird osfigins festgestellt, daß das Reichsoer- tehrsministerium schon für den Bau des L. Z. 127 nicht weniger als 11 Million Mark zur Verfügung gestellt hat, die auch zur Ergänzung der Zcppelin-Tpende verwendet worden sind. Später sind dann noch weiter« ZOOOOOM. Reichs- g eld« r für den Betrieb dieses Luftschiffes hergegeben«ordan, und zwar ist dieser Betrog an anderen Luftfahrttiteln erspart war- den. Gegenüber einer Reichsüeihilse von 1,6 Millionen von Im- Etich-toffen zu rede», ist ollerding» schon dl« höher« Dreistigkeit. Oer Auswärtige Ausschuß tagt. Reichskanzler Hermann MüUer berichtet über Genf. 2m Auswärtigen Ausschuß des Reichstags wurden heut« unter dem Borfitz des Abgeordnet«» Scheidemann(Loz.) die G e u f e r Verhandlungen erörtert. Im Eingang seiner Ausführungen gab Reichskanzler Müller dem Ausschuß davon Kenntnis. daß nach den neuesten Nachrichten der Aerzte der Rcichsminist»? de» Auswärtigen Dr. Strefemann wahrscheinlich schon Ende dieses Monats soweit wieder hergestellt sein werde, um sein« Amts- geschäfte sti vollem Ilmfang aufzunehmen. Der Relchstanzler gab dann eine Ucbersicht über die Haltung der deutschen Delegation in Genf, berichtet« insbesondere über die Einleitung und Durchführung der deutschen Räu» niungsaktion und stellte am Schluß seiner Ausführungen fest, daß die Genfer Verhandlungen einen Fortschritt gebracht hätten. Nach dem Reichskanzler sprach Staatssekretär v. Schubert im eiitzel- nen über eine Reih« von Fragen, die in den Genfer Verhandlungen rine Roll« gespielt haben. Für 300 Mar»! Oer Landgerichtsrat unter Alkohol. Vor dem großen Tisziplinorscnat fand unter Vorsitz dcS Präsidenten T i � g e S die Bc- rusnngsverhandlung gegen den LandgcrichtSrat Aehrrnaun«urs Stargard in Pornvrern statt. Der Angeschuldigte wurde zu einem Verweis und Mark Geldstrafe verurteilt.' Die Borinstanz hatte auf Strafversetzung und 3 00 Mark Geldstrafe erkannt. Landgerichtsrat Wehrmann hatte bei einer Zusammenkunft des Stargarder Spartassenvereins eine schwarzweißrote Stahlhelm red« geHallen, worauf er von einem sozial- demokratischen Stadtverordneten zur Red« gestellt wurde. Er nahm s«in« verfassungsfcindlichen Aeußenmgen nun nicht etwa zurüit, sondern belegt« den Stadtverordneten mit einem groben Schimpfwort. Die Republik ist gütig und milde. Man wird auf den Fall noch zurückkommen inüsien. Ein neuer Millionenbetrug. Oie Anschuldigungen gegen Or. Greiff. wir berichteten bereit» heute früh, daß die Ehemisch« abrik Johannisthal G. m. b. h. In Zahlung». chwierigkelte« geroten ist. Die Schulden der zu- stimmengebrochenen Jitmo, die bei einer jährlichen Leiftnugsfähigkeit von 12 000 Tonnen Kupservitriol zu den stärksten Produzeuten dieser Art auf dem kontiaenl geHärle, werden aus etwa 4 Millionen Mark geschätzt, denen nur zwei Millionen Mark Aktiven gegenüberstehen. Nach den Meldungen eines Korrespondet�bureaus soll der Zu- sammenbruch nicht auf rein wirtschaftliche Schwierigkeiten zuruckzu- führen sein, sondern die Werke sollen vornehmlich durch Unter. schleif« und betrügerisch« Manipulationen de» alleinigen Geschäft«' führers, eines Dr. Greiff, der in Westend wohnt, an den Rand des Ruins gebracht worden sein. So wird u. a. behauptet, daß Dr. Greiff von dem Bankhaus Gildemeister u. Co., Lennä- straße,«inen Kredit von 3 Millionen Mark dadurch erhalten habe, daß er mit gefälschten Unterschriften versehene Bürg- schaften der Manxfelder Melall-siondels Zl.-G., mit der die Chemischen Wert« eng zufammen arbeiteten, vorgelegt habe. Welter- hin wird gesagt, daß der Angeschuldigte sich die Briesbogen, die er zu den Detrügerelrn verwendete, durch andere ungetreu« Angestellt, drschasst habe. Die Bürgjichasteii habe Dr. Greifs selbst her- gestellt und dl« Unkerfchrlsten gefälscht. Ob di« Anschuldigungen In dieser Form zutreffen, bedarf noch eingehender Ermittlungen. Dr. Greiff, der aus sehr großem Fuß« lebt«, über mehrere Autos verfügt« und in Westend eine luxuriöse Villa bewohnt, weist di« gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Die noch recht dunkle Angelegenheit ist inzwischen der Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens bei der Staatcanwaltschost geworden. Morgen findet die erst« Glöubiaerversommlung statt, in der darükisr entschieden wird, ob der Betrieb der Werk« aufrechterholten werden kann, und ob«s möglich ist, di« Fabrik für Rechnung der Gläubiger fortzuführen. E» soll auch«in genauer Statu» vorgelegt werden, ouS dem ersichtlich ist. wohin di« großen Summen geflossen -Hl», di« dos Unternehmen im Laufe der Zeit erhalten Hot. Nachts aus dem Zenster gestürzt. Kurz nach Mitternacht wurden die Bewohner des choitse« Moaßenstrcß« 19 durch ein gräßliches Unglück au» dem Schlos« g'schreckt. Der bei einem chauobewohner in Untermiete wohnend« 2ljährig« Bankbeamte Fritz Jahn stürzt« aus dem offenen Fenster seines in dem zweiten Stock gelegenen Zimmer- in den Hof. Der beklagenswert« jung« Mann wurde durch die herbeige- rufen« Rettungswoche In dos Krankenhau» Gebracht. An seinem Auskommen wird gezweifelt. ich Oer AfA-Bundeskongreß. Wichtige Kolgerunge« für die Angestellten. '■■■ J. St. Hamburg, 3. Oktober.(Eigenbericht.) Die Diskussion über die drei großen Referate von Albert Thomas. Dr. Suhr und Prof. Lederer ist nunmehr abgeschlossen. Dies« Reterat« und die Diskussion bedeuten nicht nur den Höhepunkt des Kongresses, sondern sind weit über die Gewerkschosten des AfA- Bundes hinaus für die Angestelltenschost im allgemeinen von großer Bedeutung und von bleibendem Wert. Das Bedeutsam« an diese? ganzen Debatte, in deren Mittelpunkt di« Untersuchung des AfA- Bunde» über di« Stellung des Angestellten in der Wirtschast sieht. liegt darin, daß sie zweifelsfrei gsz-«Gt hat. wie Innerhalb der Wirt- schaft Infolge der Rationalisierung sich ein Verschiebungsprozeß in ollen Ländern durchsetzt, der das Schwergcwicht der Internationalen Hontxirbeiterschast herabsetzt und die zithlenmäßig«. wie auch di« wirtschaftlich« Bedeutung d«r Angestelltenschast erhöht. Di« Ar- beiterschaft hat außer in d-m kleinen Lande Belgien in kewem La.cke der Welt die Mehrheit und ist darüber hinaus im Lauf« der letzten Jahrzehnte prozentual zurückgedrängt worden. Durch di« Ratlona'i- sterung Hot elnfl stark« Bureaukratifierung des Produktionsprozesse» eingesetzt, dessen Schwergewicht gewissermaßen von der Werkstatt in das Bureau vsrlcgt wurde. Dieses Derhältnis aufgezeigt zu haben, unterstützt von den Unter- suchungen de» Intervationclen Arbeitsamts, die in ollen anderen Ländern den gleichen Prozeß festgestellt haben, das ist das groß« Verdienst de» Af«-Bundes. Daran» ergeben sich Folgerungen, die heut« noch nickst ohne weiteres übersehen werden können, und di« nicht nur für die Angestellten und di« soeigewerkschoftlichen Angestellten, sondern auch sür di« Arbeiterschaft bedeutsam sind. Oer Waldenburger Vergarbeiterstreik! Oie Streitenden stehen fest! Waldenburg, 3. Oktober(Eigenbericht.) Zm Waldenburger Slreikrevler ruht di« Arbeit am Morgen de» zweiten Slreiktages vollständig. Verrichtet«erden nur die von den örtlichen Streikleitungen bestimmten und genehmigten Rot- standsarbciten. Di« Kitnation ist auf den wichtigsten Schach- tea folgende: Es streiken auf d« Fürsten st einer Grube von elaer verlegichafi van SZ00 wann 5 0 35 wann: auf der..Glück- hilf Friedenshütt«" von 4470 Mann 4Z4S Mann: auf der Fuchsgrvbe von 5070 Manu 4515 Mann; aus der Met- chlor- Grub« von 3350 Man» 321 1 Manu; aus der Gu stau» und Viktor-Grube von 2230 Mann 2160 Manu. Aus den kleineren werke«, die keine Sokcreleo haben, find nur wenige Mann und zwar Pumpenwärter. Flammenpsleger, Mann- schosie« zur Bedienung der Ventilatoren, sowie einige Sesselwäschcr eingefahren. E» gibt keine Streikbrecher im Revier. Oer Mord an dem Obergefreiten. Bisher keine Spur von dem Täter. wie wir bereits milkeilten, wurde im Wold« bei Nedlitz der Obergesreite helsert von der Nachrichtenabteilung III mit schweren Verletzungen tot ansgefunden. Räch den weiteren Ficktfielliuigen ist an einem Raubmord nicht zu zweifeln, deun. e, fehlen die Löhnung von etwa 200 Mark, die helsert eben erst erhallen hatte und seine U h r. die er in einer Zelluloidkapsel trug. Gesunden wurden bei ihm nur noch 1,6!) VT., ein l-Mark-Stück und 10- und 5-pseamg- Stücke. Helsert war ein ordentlicher und sparsamer Mann, der schon i m z w ö l f t e n I a h r e d i« n t« und von seiner Löhnung allmonatlich 60 bis 70 M. aus die Sparkasse trug. Füv Oktober tonnt« er diesen Betrag noch nicht abführen, weil er das Geld eben erst erhalten hotte. Die Leiche des Ermordeten, die von mehreren Frauen beim Holzlesen gesunden wurde, lag zwischen zwei etwa 114 Mei«r hohen R-iflghsuf-n mit dem Kopse in einer Blutlache. Etwa» entfernt davon fand man die Mü tz e d e s T o t e n, die weder beschädigt noch mit Blut besudelt war. Der Fundort itt ohne Zweite! auch der Tatort, denn es wurden weder in dem hohen Grase noch aus der Blätterdecke de» Waldes irgendwelche Blutspuren a«sund«,i. Rur unter dem Kopfe zeigte sich di« groß« Lache auf den Blättern. Der Gerichtsarzt Medizinalrat Dr. S t o« r m« r stellte bei der vor- läufigen Untersuchung der Leiche, die nach dem Bootshäute gebracht wurde, über dem rechten Auge unmittelbar unterhalb der Brau« ein« schlagartige Verletzung fest. Das rechle Aug« und das Rasenbein sind eingeschlagen und zertrümmert. Auf dem rechten Backenknochen bc. findet sich«ine Verletzung, von der sich noch nicht sagen läßt, ob sie von einem Schuß oder einem Stich herrührt. Der Schädel ist zer- krümmeri. Am Hinterkops zeigen sich zw«! schwere Ouerschläge. di« «benfall» di« Decke zertrümmert haben. Die eine Verletzung ist scharfkantig, die andere gezockt. An der linken Hand Ist der kleine Finger aufgeschlagen. Hier handelt«» sich wohl um eine Abwehr- Verletzung. D e r H o l» weist Fleck« auf. die auf Würgen schließen lassen. An beiden Armen wurden oberhalb der Handgelenke V«r. letzungen und starke Eindrücke festgestellt. Die Wohnung des Obergefrcüen in einem kleinen Häuschen am weißen See wurde in voller Ordnung befunden. Alles war sauber. In der Lüche standen Töpie, die noch dorn Mittagessen bereits gereinigt waren.» Andere Töpfe«nchielten bereits gekochte Speisen für den nächsten Tag. Sie waren mit einem Teller zu- gedeckt. In der Stube war das Bett gemacht. Aus dem Bett lagen zusammengefaltet die Zeitung«» von Sonntag und«ine Zeitung, die Hestert wohl gerade beim Ausgang erst erhallen und noch nicht gelesen hatte. Sie war noch zusammengebogen und nicht emfattet. Oie letzten(Stunden des Ermordeten. Wie die Potsdamer Staatsanwaltschaft und di« Kriminalpolizei feststellten, hat Hestert am Montag mittag nach mit dem Bademeister gesprochen, der in der Milttärschwimm- anstatt wohnt. Wetter hat er um 5% Uhr noch di« Kaserne zu einer dienstlichen Mitteilung durch den Fernsprecher angerusen. Er wurde nicht in seinem Aosgehanzug. sondern in seine« Arbeits» tleidu ng. einer Drillichhose und einem blauen Sweater, dazu der gewöhnlichen Militärmütze gesunde». Sein Ausgehanzug und die Lusgehmütz« waren in der Stube. Er hatte also keinen größeren Auegang vor. Das geht auch daraus hervor, daß er den Stuben- schiüssel hat!« stecken lassen, während er ihn immer abzog, wenn er für längere Zeit ausging. Staatsanwaltsassessor Sehrmann, Krimi» nalkommissar Lipik mit den Beamten der Berliner Mordkommission Und die Protsdamer Kriminalpolizei setzen die Nachforschungen nach allen Richtungen fort. Mit Unterstützung von drei Ko m- pagnien Militär wird heute der ganz« Wald nach elwaigenSpurenundnachdemMordwerkzeugab- gesucht. Da» Ansetzen«ine» Spürhundes blieb «rfolzlos, vielleicht, weil es stark geregnet hatte. Bisher ist weder ein« Schußwaffe noch«in anderes Instru- ine n t gesunden worden. Der Mörder muß sich nach Lage der Sache mit Blut besudelt haben. Er wird die erst« Gelegenheit wahrgenommen hoben, Hände und Kleidung zu säubern. Mitteilungen auch nach dieser Richtung nehmen in Potsdam die Staatsanwalt- Ichast und Kriminalrai Degver und in Berlin Ariminollommissar Solaw bei der Mordinspektion A im Polizeipräsidium entgegen. Mordprozeßgegen ErnaAnthony Ist die Angeklagte erpreßt worden? Unter einem außergewöhnlich starken Zudrang« de» Publikums, das schon am frühe» Morgen da» portal de» Alten krtmiaalgericht»gebäud«s umlagert halte, begann heul« früh vor dem Schwurgericht I unter Vorsitz von Landgerichis- direktor Fielih die Verhandlung gegen die ZSjährlge Kon- torlsttn Erna Anthony. Der Schwurgerlchlssaal war bi» aus den letzten Platz dicht besetzt, ebenso ble Galerien. Unter großer Spannung wurde die Angeklagte ans dem Unter- sochangsgcsängnis ans die Anklagebank gesührl. Erna Anthony ist eine mittelgroße, schlanke Frau, dunkelblond und mit einem ovalen, regelmäßigen Gesicht. Sie ist ztoar keine Schönheit, hat ober etwas Interessanles an sich, was ihren großen Einfluß auf die Männerwelt verständlich erscheinen läßt. R.-A. Walter Bahn machte das Schwurgericht darauf ausmerksam. daß Erna Anthony bei einer langen Dauer der Verhandlung vielleicht nicht durchholten werde. Sie fühle sich leidend. Die Angeklagt«, di« sich zunächst vollständig unbefangen bewegt halt«, zeigt heute zum ersten Male einen kleinen Anflug von Reue. Zur Begutockziung des Geisteszustandes der Angeklagten und zur Lösung des psychologischen Rätsels ihrer Tot sind«ine ganze R»ihe von Sachverständigen geladen: Prot. Dr. Strauch, Ober- medizinalrat Dr. Bürg«?, Medizwalrvt Dr. Dyr-nfurth. Oberarzt Dr. Paul Bernhardt, Wittenau. Nach der von Staatsanwaltschofierot Dr. Keiler vertretenen Anklage wird Erna Anthony beschuldigt, am 12. März in der Ehorlottenstreß« 79 iüe Reinemachesron Erna Schüler mit einem Messer vorsöhllch gclölel zu hoben. Jedoch mivd zu ihren Gunsten angenommen, daß di« Teit nicht mit voller U«be, legung geschehen ist, so daß Erna Anthony nur wegen Totschlage, und nicht wegen Morde» verurteitt werden kann Vors.: Wollen Sie diese Tat zugeben? Angekl.(leise): Ja. Vors.: Dann müssen wir fest- stellen, wie es zugegangen ist und wie Sie dazu gekommen sind. Zunächst«ollen wir auf Ihr Leben eingehen. Di« Ang«tlogt« schilderte, daß{m noch d»m Besuch der Handels- schule ein« Stellung angetreten hob«, um ihren Lebentunterhalt selbst zu oerdienen. Auf der ersten Stelle ol» Konioristtn sei sie vier Jahr« gewesen und ebensolange dann bei der Firma in der Charlottenstraße, in deren Räumen die Tötung der Frau Schüler erfolgte. Von ihrem Monatsgehalt von 130 M. Hab« sie 40 M. zu Haus« abgegeben und den Rest für Falirgeld, Kleider und Der- gnügungen verbraucht. Vors.: Hot dos Geholt für Ihr« Ledürf- itisse ausgereicht? Die Angeklagt« schweigt. Vors.: Oder haben Sie Schulden gemocht? Angekl.: Rur in Abzahlungsgeschäften. Vors.: Dann werde ich ihr einige Fragen vorlegen. Die An- geklagt« bestätigte dann« daß sie schon im letzten Jahr« der Tätig» keit In der Firma mit Herrn Becker Beziehungen an« geknüpft habe, aus denen sich das Lerhälini« entwickelte. Sie habe daraus ober keine pekunären Borteile gehabt, sei auch nicht mit ihm in Tanzdielen oder In sein« Wohnung gegangen, sondern nur einmal In ein Cafö In der Poledamer Straße. Vors.: War dos ganz geheim, oder wußte man davon. Angekl.: Meiner Meinung nach wußte es niemand: aber Frau Schüler hatte UN», wie sie mir erst im vorigen Oktober sagte, schon lange beobachtet und gv» hört, daß wir uns geküßt und geduzt hatten.> Vors.: Angeklagt«, Sie stehen hier unter einer sehr schweren Anklage, eine Frau ums Leben gebracht zu haben, die verheiratet war und zwei Kinder hatte. Dies« Frou hat sich im Leben bieher nicht» zu Schulden kommen lassen. Rur Si« allein be- houpten.dahSieonIhnenErpresjungen nerubt hat. Wenn jemand ein« so schwer« Schuld wie Sie auf sich geladen Hot. dann soljs er sich hüten,«inen anderen Menschen zu Unrecht zu de- schuldigen. Frau Schüler ist tot. Sie kann sich nicht verteidigcn und Zeugen sind nicht da. Wollen Sie auch weiterhin behaupten, daß Frau Schüler unter Drohungen Geschenk« und Geld aus Ihnen herausgepreßt Hot? Angekl.: Bon Drohungen Hab, ich nie etwa» behauptet. Vors.: Sie haben ober behauptet, daß Frau Schüler gedroht Hab«, von ihrer Kenntnis Gebrauch zu machen. Angekl.: Sie hatte mir mehrmals mein« Beziehungen vorgehalten. Vors.: C» wäre sehr verständlich, wenn Ihnen, Frau Schüler wegen Ihre» Lebenswandel» Vorhaltungen gemacht hat!« und auch einmal gedroht bat, darüber zu sprechen. Dos sind ober noch keine Erprelsungeiu Angekl.: Ich Hab« ihr aber daraufhin immer Geld gegeben. K u ch en getauft, auch ein Kleid geschenkt, bloß damit sie stillg war. Vorsicht! Klingelbeutel! Ber fontrolliert die kommunistische Sammelaktion? Die Kommunistische Partei veranstaltet in Betrieben, auf Bauten und im Häusern Geldjammlungen. Sie sollen der Durchführung ihres Boltsbegehrens dienen. 23ir marnen dringend babor, auch nur einen Pfennig zu diesen Sammlungen beizutragen. Solidarität ist gewiß ein schöner Begriff, aber hier märe jie ganz falsch angewandt. Erft nor ganz furzer Zeit ist der Hamburger Bezirks. fetretär Bittorf aus der Kommunistischen Bartei hinaus. geworfen worden, meil er Bar: eigelder in erheblichem Ilmfange unterlagen bat Der Parteivorsitzende häl. mann mußte seiner Bosten enthoben werden meil er die Berfehlungen Bittorfs zu deden suchte. Das ist ein einzelner Fall aus der jüngsten Zeit. Wir erinnern aber noch an folgendes: Im Jahre 1925 hatte die Rammu nistische Partei gleichfalls eine große Sammlung durchgeführt. Man gab ihr den Titel Bartei in Not". Der damalige Haupt. taffierer der Kommunistischen Partei, der frühere Reis. tagsabgeordnete Ränig, mußte Knall und Fall sein Mandat niederlegen, meil seine Geschäftsführung, sagen wir milde, nicht ganz einwandfrei gemesen ist. Gegen Betrug, Fahrlässigkeit und Unfähigkeit tann sich feine Bartei schützen. Bir machen auch der Kommunistischen Bartel teinen Bormurf daraus, daß sich unehrliche Elemente in ihre Reihen einschleichen. Gemiß, ihre 3abl ist weit größer als je in einer anderen Partei, und es fällt noch besonders auf, daß sie bis in die höchsten Funktionen einrüden fönnen. Das Entscheidende dabei find aber nicht solche Einzelfälle, sondern Die Bürgerkriegsgefahr in Oesterreich. Sührer der Heimwehr Nationalrat Dr. Steidle 3ührer der Sozialdemokraten Führer des Schutzbundes Staatssekretär a. D. Dr. Bauer Staatssekretär a. D. Dr. Deutsch Chef der Regierung Bundeskanzler Dr. Scipel Da der Landeshauptmann von Steiermark den Aufmarsch der antisozialistischen Heimwehr in Wiener- Neustadt gestattet, aber die geplan e Gegendemonstration des republikanischen Schutzbundes verboten hat, nimmt die Gefahr zu, daß es am 7. Oktober zu Zusammenstößen in dem großen Industrieort vor den Toren Wiens kommt. Theater und Film. dos ist die Satfache, daß es in der Kommunistischen Bartei Fodor: Arm wie eine Kirchenmaus." feinerlei bemotratische Rontrolle über den Eingang und die Berwendung der gesammelten Gelber gibt. Man weiß auch niemals, wo die non der russischen Regierung gelieferten Summen aufhören und die von deutschen Profetariern geleisteten Beiträge beginnen. Dieses System muß zur Korruption führen, es muß chwache Naturen zu Berbrechern machen, es muß politische Abenteurer anreizen, die ihnen folgenden Maffen zu hintergeben. Aus diesen Gründen: Taschen zu! Weift den kommunistischen Almofenjägern die Tür! Stahlhelm wird frech. " Die Bolkspartei wird sich daran gewöhnen müssen." Die preußische Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei hot fich dem Borgehen der volksparteilidhen Reichstagsfraktion ange schloffen und ihre Mitglieder zum Austritt aus dem Stahl heim aufgefordert, so lange eine Abkehr von der neuen Richtung im Stahlheim nicht erfolge. Luftspielhaus. In dunklen Partett mird manche Träne der Rührung ver drüdt. Fräulein Erika von Thellmann wird mit einem Jubel ans Herz genommen, daß sich auch die hartgefottenen Theaterroués beteiligen. Es gelingt der Künstlerin, die Naivität und Freundlich feit so bezaubernd zu steigern, daß der Engelsglaube wiederkehrt. Und dann wird dieser Engel, der im ersten Aft wirklich arm wie eine Kirchenmaus ist, am Schluß des dritten Aftes von dem Bankdirektor Baron Uürich in die Arme genommen. Der Baron ist ein bes sonderer Held des Geltschranks und der Liebestüchtigkeit. Er sticht seinen Sohn bei den hübschesten Damen aus. Der Boron schließt ben größten Delnertrag der Welt ab. Der Baron beherrscht, die Börsen aller Hauptstädte. Es fommt ihm gar nicht darauf an, ob er zwei oder drei Milliarden auf sein Konto schreibt und dieser herrliche Mann leidet in Liebesnöten. Er ist vernarri wie ein Gymnafioft. Er erobert sich sein Mädel wie ein Fähnrich. Ja, so vorzüglich ist unsere Welt eingerichtet. Der Ungar Ladislaus Jobor beweist es. Man kann sich denken, mit meidher Dankbarkeit ihm das Parlett jeine nationalökonomischen unb pigchologischen Entbedungen bestätigt. Alle armen Kirchenmäuſe, die als Tippmomfells an der Schreibmaschine fügen, fönnen solches Glüd geminuen mie Fräulein Sufi Gachs aus Wien. Sie müffen nur ebenjo grazios und talentvoll sein wie Fräulein von Thell. mann, bas mit ber einen Hand Ohrfeigen und mit der anderen Schotolabe verschenft. Ihr Geheimnis ist diese Bielseitigkeit, außer dem das hübschefte Geficht und das liebenswürdige Biener Naturell. Ja, regierte nicht nach der gute alte Biener Gott, Fräulein Sufis Märchen würde niemals möglich geworden sein. Der Stahlhelm behandelt die immerhin ernste Tatsache, daß sich eine große Partei von ihnen trennt, mit echt militaristischer Bagig. feit und Arroganz. Durch seine Reichspreffeftelle läßt er erffären, in an fönnen solches ß die Deutsche Bolkspartei fidh baran merde gemähnen nüffen, die im Etahlhelm nerförperte politische Bemegung als Sletberechtigt anzuerkennen. Der Stahlheim bente nicht daran, feine jetzige Haftung aufzugeben. Der jegige Schritt der Deutschen Volkspartei erkläre fich lediglich daraus, daß fie den Eintritt in die sogenannte Große Roalition" Letreibe, deren Gegner der Stahlhelm sei. Ton und Inhalt dieser Erklärung laffen teinen Zweifel, daß her Stahlhelm fich zur Deutschen Volkspartei etma einstellt, mie ber Unteroffizier zum Retruten, daß er von ihr mili tärischen Gehorsam und Unterwerfung unter seine Kommon des verlangt. Es ist dies Berhalten immerhin eine Zumutung, mie fie felten an eine politische Partei gestellt worden ist. Bielleicht rechnet der Stahlhelm damit, daß ohne seine militärischen Sped. tofel die Volkspartei bei Bahlen aufgeschmissen ist. Das Bemußte jein der Unentbehrlichkeit hat schon manchen zum Größenwahn Derleitet. Watters Fernzündung versagt. Er erläßt Dementis, die feine find. Sier murbe jüngst im Anschluß an die Broschüre des Jung. beutschen Drdenshochmeisters Mahraun erzählt, wie der General Don Batter im Jahre 1923 fämtliche französischen Munitionslager mit drahtloser Fernzündung in die Buft sprengen wollte, um als hann an den mehr- und hilflosen französischen. Ruhrbejegungstrup. pen eine„ Sizilianische. Besper"( so genannt nach ber Rieber megelung der Franzosen in Sizilien im Jahre 1282) zu verüben. Der fluge General hatte nur eine ganze Kleinigkeit übersehen: näm lich, daß fich die Munitionslager nur entzündeten, menn man sie Dorher mit Empfangsstation und Antenne versehen hatte! Hierzu erläßt General v. Batter eine Erklärung, die außer Schimpfereien nichts enthält. Er nennt Mahraun eine unperant wortliche Persönlichkeit", bie nur organisatorisch mirtend" einge ſtellt fei, und verkündet, daß die Geschichte bes Ruhreinbruchs erst ipäter gefchrieben würde.- lleber die famose Fernzündungs. gefchichte und die Sizilianische Belper fein Bort! Offenbar hat in Batters Gehirn die Fernzündung versagt! Der Rheinkommandeur bei Briand. Paris erwartet Räumungsschritt. Paris, 3. Oftober.( Eigenbericht.) Außenminifter Briand hat am Dienstag abend den Kommandierenden der Besatzungstruppen, General Guillaumat und den Bräsidenten der vorbereitenden Abrüftungskommiffion, Coudon, empfangen. Die Besprechung beim Außenminifter soll der Erörterung der technischen Möglichkeit einer Zeiträumung des Rheinlandes gegolfen haben. speisen und der süßen Mädels rechnet der ungarische Lustspiel Mit diesem Wiener Märchengott der Schlamperei, der Mehl bichter. Man glaubt beinahe nicht, daß er sein Stück ungarisch schrieb. Am Anfang, da diese arme Kirchenmaus Sufi um eine Stellung in der Bant bettelt, zeigt fich entzückend, wie herrlich in Bien das Berhungern sein kann. Das Mädel ist föstlich, so viel Elend und so viel Kurage und soviel Berlogenheit des Luftspiel dichters! Solche Gaben find felten bei einem einzigen Schriftsteller beisammen. Häufiger ist schon, mas nachher ganz nach der Schablone geschieht: Der Naboh verliebt sich langsam in die Naive. Die Kleine leistet ihm mit Wig und Ausdauer Widerstand. Sie Derjagt aus dem Bureau und dem Herzen des Chefs alle Leute, die ihrem Glüd im Wege stehen. Ein Lustspielerfolg. „ Dyderpotts Erben im Primus Palast. Hans Behrendt, der Regisseur und Manuskriptbearbeiter, jetzt hier seine Episodentechnik aus der„ Hose" fort. Die Komödie " Dyderpotts Erben" des Robert Größsch gibt Episoden aus dem bürgerlichen Heldenleben, die durch eine sonderbare Erbschaftsange. Legenheit zusammengehalten werden. Weil Herr Dyckeryott seinen Hund zum Universalerben eingesetzt hat und testamentarisch von den Berwandten verlangt, sie sollen das widerborstige Tier bis zum Tode betreuen, enthüllen nun diese Herrschaften ihre lieblichsten Charakterzüge. Eine Satire auf den Bürger, der die Anständigkeit gepahbet hat, aber diese Satire liebenswürdiger und weniger ähend als bei Sternheim, tommt vor allem im Dialog zum Ausbrud. Behrendt überträgt nun den Dialog ins Filmische, er übersetzt ihn gewissermaßen in Handlung. Es fommt dorauf an, daß der Regisseur über Einfälle verfügt und die nennt Behrendt im reichsten Maße sein eigen. Die Handlung fann er bem ganzen Stoff nach nicht steigern, deshalb sucht er genau wie in der Hose" durch Detailarbeit, burch mizige Bointen das Interesse zu feffeln. Unterſtigt wird er dabei von ausgezeichneten Schauspielern wie Mta Grüning. Bauf Bestermeier, Biensfeld und Morgan, und felbft Georg Alexander vergist sein übliches Schema. Der Film ist völlig auf das darstellerische Element gestellt, und dadurch, daß sich diese Menschen in grotest- fatyrischer Art enthüllen, folgt der Zuschauer dem Regiffeur mit großem Bergnügen durch diese Epijaben. halt, etwas gekürzt werden. Ferner hätte Behrendt darauf achten Allerdings könnte der Film, trotzdem feine Szene sich wieder. müffent, daß Lotte Loring nicht mit modernen Kleidern neuester Brägung in einem durhaus anders orientierten Milieu herumfäuft. Aber abgesehen von diesen Schönheitsfehlern ist ein mirtlid) gutes als der Regiffeur für Satiren auf das Bürgertum. Lustspiel entstanden, und Hans Behrendt ermeist sich von neuen F. S. Erfolgstücke werden weitergespielt. der Besucherschaft, der Mangel eines Zeitdramas, die Unsicherheit Die Krifis des Theaters ist keineswegs vorbei. Die Umschichtung des Repertoirs, der fortdauernde Wechsel in der Führung des Bachttheaters, die zunehmende Betriebskonzentration, das Serienspiel und vieles andere bestehen fort. Das Niveau des Repertoires wird gekennzeichnet durch den Massenimport( und die Nachahmung) ber amerikanisch- englische Reißer. Wer in der Lotterie einen In dem Lustspiel ist noch eine Brachtfigur anzuftaunen, Herr Treffer gemacht hat, spielt den Erfolg meiter und zieht womöglich Schüngl, der Broturist, ein Männlein, das durch Pedanterie gang damit in ein anderes Theater um. Im Komödienhaus wird perknittert ist, ein golbenes Gemüt unter dem Sklavenchemisett, ein tus potus" von Kurt Göz in einer Reueinstudierung gepfiffiger Schlemihl, ben dazu noch Siegfried Berish spielt. Dieser boten, die all die bewährten Kräfte wieder ins Treffen führt und leise Episodenfomiter muß hochgelobt werden. Der Bonvivant unserer obendrein Egon Friedell als wigsprühenden Theaterdirektor Tage ist tein Graf und fein Oberst mehr, sondern ein Banfpräsident. bietet. Johannes Riemann spielt diesen Reforbbrecher der Haussen und Im Theater in der Stadt", wie das frühere HerrenHerzensbrecher mit all der eleganten Männlichkeit, die ihn aus. Herzensbrecher mit all der eleganten Männlichkeit, die ihn ausfeldtheater zur Zeit firmiert, mill Eugen Robert ein anderes zeichnet. Stück aus der Theatermelt Wt oinars pointierte Blauberti Spiel im Schloß" zu neuen Triumphen führen. Ob es hier nody die gleiche Zugtraft wie in der Tribüne" ausüben wird? Die Besetzung bietet jebenfalls alle Garantien dafür" Agnes& fterLadislaus Fodor erfindet aus sich selbst reizende und rosig ver titfchte Szenen. Wo seine Phantasie nicht reicht, horgt er gutgefount bei ben alten Schmankdichtern. Über er verrät die leichte hand- im Schreiben und im Stehlen. Max Hochdorf. " Der Fall des Staatsanwalts M...." Marmorhaus. Der Inhalt des Films besteht aus Seelenanalyse mit Stall, effeften und guten Schluß. Dabel ist es nicht mehr neubieses Thema vom Staatsanwalt, der zum Anfläger seiner nächsten Ber. wandten wird. Diesmal legt er fein Amt nieder, meil er die Mord. antiage gegen eine Frau erheben nuß. Doch fie wird freigesprochen, denn nur in Notwehr hat sie den Erpresser erschossen. Und die getrübte Che des Herrn Staatsanwalts tit jegt endgültig geläutert. hazy als zwitschernde Operettendiva, Arthur Schröder als fchickfallenfender Autor und Bicho als ulfiger Pessimist, sezen ihr Bestes mit Erfolg ein. T. Tairoff- Krise in Mostau. Die russische Preffe, durch den Weggang Tschechows und Meŋerholds reichlich nervös geworden, fällt jetzt mit neuer Heftigkeit über das Künstlertheater her, das unter der Leitung Alexander Tatroffs steht. Das Winterprogramm des Stünstlertheaters, das Brechts Dreigroschenoper", elne Dramati. fierung von Semenoms Novelle Natalia Tarpova" und von O'Neill Kaiser Jones" forte Alle Gottesfinder haben Flügel" bere ruffifche Broduktion ein Stüd von Ratajem„ Die Quadratur des unter dem Titel„ Das schwarze Ghetto" vorsteht, fündigt als beson. Kreises" an, das die Ehe zweier Kommunistenjünglinge, von denen der eine eine Kommunistin, der andere eine Bürgerliche, heiratet, usschlaggebende aller Birtungsmöglichkeiten. Der Regisseur Rudolf Meinert ficht im Schauspieler das behandelt. Die russischen Jugendorganisationen tündigen gegen das Er verfilmt ein Stück schärfften Protest an und Tairoff wird aufgefordert, sich über Schauspiel, damit leistet er natürlich feine filmische Großtat, aber er Die Unterredung zwischen Briand und dem Oberkommandieren- liefert immerhin eine filmife faubere Arbeit. Sehr gut gefällt hang damit gewinnt die Anfündigung Tairoffs, mit feinem En die Ideologie diefes Stüdes öffentlich zu erklären. Im Zusammen. ben der Rheinarmee wird heute morgen von der Parifer Breffe maria 3atobini, bie auf dem besten Wege ist, die hochdrama.emble in diefem Binter eine Goftspielreise durch die europäischen allgemein als die Berwirklichung der Zufage Poincarés an gelprochen, daß Frankreich alles fun wolle, um die Rheinlandver- trefflicher Bortner, er ist ein zurüdhaltender, äußerst feiner Gestalter, Sauptstädte zu unternehmen, eine intereffante Deutung. bandlungen zu befchleunigen. Man erwartet übrigens in ber sympathisch aussieht. Aus tiefstem menschlichen Verstehen heraus Paris, daß diefe Berhandlungen mit der Rüdfehr des deutschen Bot- legt er feine Rolle an und barum wirt er jo überzeugend. Barwiet afters von Hoeld aus feinem Urlaub Ende nächster Woche 3arb scheint nachgerade bazu verurteilt, die Rallen der unsympa. ficherlich ein Memorandum oder eine Berbaluole mitbringen und ihnen ab. Die offenbar unvorteilhaft geschminkte Elza Lemary beginnen werden. Hoesch werde nach Ansicht der Parijer Preffe thischen Liebhaber zu spielen. Er findet sich schlecht und recht mit dann die Verhandlungen eröffnen. Einigung oder Generalftreif im Lodzer Revier? Die Rolle eines Vermittlers übernommen. Die Lodzer Berbände Im Lodzer Textilarbeiterkampf hat die Barschauer Regierung der Textilarbeiter haben beschlossen, sobald die Verhandlungen ben Generalftreit zu proflamieren, heltern wirfte zu bilettantisch. e. b. Das Braunschweiger Leffing- Goethe- Jubiläum. Der 200. Geburtstag Bellings, der während der lezten zwölf Jahre feines Lebens an der berühmten braunschweigischen Landesbibliothek in ift, und die 100. Bieberkehr des Tages der Uraufführung von Goethes aust" am Braunschweiger Theater sollen im Januar 1929 Don den Städten Braunschweig und Wolfenbüttel burch eine Reihe festlicher Veranstaltungen unter Leitung der Deut verfchen Goethe- Gefellschaft begangen werden. In der Burg Dank. mordernde in Braunschweig soll eine Ausstellung auft auf der Bühne", in Wolfenbüttel eine Ausstellung Leffing und feine 3eit stattfinden. Zugleich wird eine auft" Theater in moche in Braunschweig und eine Leffing- Theaterwoche in Bolfen büttel geplant. Baffenbüttel wirfie und in Braunschweig gestorben und begraben Karl Kraus, der Herausgeber ber Wiener Beitschrift Die Fadel anstaltet in der ersten Cltoberbälfte im Smedteniaal 6 Vortragsabende. bet benen er zum Teil aus eigenen Berten Heft. Den 4. Oftober widmet Sarl Ricus Nastron: Das Notwendige und das Ueberflüffige. Suburband Der Reichsverband Deutscher Tontonftler eröffnete in Darmstadt eine Jubiläumstagung. Erfolg der Buchdrucker im Gaargebiet. " In Saarbrüden hatten die Buchdruder am Sonnabend die Arbeit eingestellt, da nur die sozialdemokratische Boltsstimme" ihre Forderung auf zehnprozentige Lohnerhöhung bewilligte. Einigungs. verhandlungen am Montag führten zu einem Schiedsspruch, dem beide Teile zustimmten, so daß die Arbeit heute wieder auf genommen wurde. Lohnfämpfe in Graz. Die Straßenbahngesellschaft glaubt fich der Forderungen der streifenden Straßenbahner dadurch erwehren zu fönnen, daß fie Streitbrecher an die Plätze der Streifenden stellt. Daß die Streifenden diesem Treiben nicht ruhig zusehen können, liegt flar auf der Hand. Da die Polizei in solchen Fällen meist die Partei der Unternehmer ergreift, wird die Situation nicht friedlicher. Es| Beleuchtungskörper Messing bräntort mit 60- cmSeidenschirm M. 35.Auch bis zu 12 Monatsraten zu günstigen Bedingungen Raddatz& Co. Berlin, Leipzigerstr. 122-123., Metropol- Theater Donnerstag, 4. Ottober, 1 Ubr Uraufführung von Franz Lehars Friederike Buch von Dr. Herzer u. Dr. Löner unter persönlicher Leitung bes Komponisten mit Käthe Dorich als Frieberite Brion und Richard Tauber als Johann Wolfgang Goethe Börner Belpermann Arnfaedi Diegelmann Dora/ Reg Limburg Kaifer Zih. Regie: Friedmann- Frederich Ausstattung: Benno b. Arent Balletmeister Blanvalet Borverkauf für die Premiere und die ersten 14 Tage. Theater, Lichtspiele usw. eines Theater Thalla- Theater Mit woch, d.3.10. Staats- Sper Unter d. Linden A.-V. 99 192 Uhr Die Hochzelt des Figaro Staals- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 70 20 Uhr Salome Mittwoch, d.3.10 Städtische Oper Bismarckstr Tumus II 2 Uhr Täglich 84 Uhr: Dresdener Str. 72-7 Max Adalbert Schnelder Wibbels in Müllers Hermine Sterlee, Landa, Siklar Auferstehung ose- Theater Gr.Frankfarier St.132 84 Uhr R Pech- Schulze Madame HALLER- REVUE Teater in der Stadt Butterfly Staati. Schauspielh. Am dendarmenmark A.-V. 165 20 Uhr Clavigo ., Schön und Direktion Eugen Robert Kommandantenstr. 57 Täglich 8 Uhr: schick" Th. im Admiralspalas! Täglich 8 Uhr. Th. in der Lutzowstr. 84 Uhr. Kuif. 9209. Letzte Aufführungen Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. Beverley weiß alles 20 Uhr Ein besserer Herr. Volksbühne Th. am Schiffbauerdamm Taglich 8 Uhr Theater am Bülowplatz Die Drei- Groschen SUN Der lebende Oper Leichnam Theater am Schiffbauerdamm 8 Uhr Die Drei- GroschenOper Thalia- Theater R hr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. Chr En besserer Herr Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, mit Ferdinand Bonn Ab Dienstag, 9. Okt 84: L. M. Lommel in ,, Hier Runzendorf auf Welle 0,5" Lustspielhaus Täglich 8 Uhr Arm wie eine Ponto, Kühl, Lenja. Kirchenmaus Telephon: Harden 1141 a. 281 Barowsky- Bühnes Ta, Koniggratz.1. fäglich 8 Uhr Erika v. Theliman, Joh. Riemann, Renate taller André Matron Der rote General Planetarium am Zoo Komodienhaus Täglich 8, Uh Hokuspokus mit Curt Götz fbeater des Westens 8. Uhr: Moskauer jud. akad. Theater Die Reise feriang. Joachimsthaler Strat Noll. 1578 16 Uhr Spiel im Schloß Anek ote v. Franz Molnar Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Atbur Schröder, A. E. Licho, ZeschBallet, Thiem, Teuerster Platz Sechs Mark Billigster Platz Bine Mark AUSSTELLUNG BAUEN UND WOHNEN Der Sternhimmel Gagfah- Siedlung Fischtalgrund Bin.- Zehlendori im Herbst 18 Uhr: Erde and Weltenraum. Mietwohnungen 20 Uhr: Der Einfluß d. Gestirne ( Volksglaube und Wissenschalt Heimstätten Hausrat/ Möbel Tägl. 10-7 Ubr fommi zu Ausschreitungen", über die dann in der Bresse berichtet wird und zwar einseitig, vom Standpunkte der Polizei und der Unternehmer aus. Für die Stimmung der Grazer Arbeiterschaft ist bezeichnend, daß bei den Buch- Werfen am Dienstag morgen die Dreher die Arbeit niedergelegt haben, worauf ein Teil von ihnen entlassen wurde. Die Arbeiterschaft in Stärte von 850 Mann erflärte fich mit den Entlaffenen solidarisch und legte die Arbeit nieder. In China streifen die Postbeamten. Wie aus Shanghai gemeldet wird, find die Postbeamten in Shanghai, Ranting und Beting Montag in den Streif getreten. Die streifenden Postbeamten verlangen eine Erhöhung ihrer Gehälter um 33 Proz. Die Regierung hat die streiten. den Beamten sofort entlassen. Bis jetzt streifen in China Für 50 Pig. ins 9Dalhalla- Theater! 8 Uhr: Varieté und Tanz!! SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Ries en- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Var eté- Programm 81/ Uhr CASINO- THEATER 8, Uhi Lothringer Straße 37. Nur noch bis 3. Oktober 1928: Rundfunkfieber a. das erstklassige bunte Programm Donnerstag, 4. Okt., zum 1. Male: Stöpsel. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers. Fauteuil nur 1.15 M.. Sessel 1.65 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Winter Garten Tägi, 8 Uhr Das vollständig neue Oktoberprogramm mit allerersten internationalen VarietéKunstkräften Rauchen gestattet Renaissance- Theater 8 Heute 84 Ton in des Töpfers Hand Tragöaie einer Familie v. Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. Reichshallen Theater Abends& Sonnt. nchm. 22000 oft beamten. Der ganze Briefverfehr in China un mit China ist eingestellt. Aus London wird heute berichtet, daß die streifenden Bostang stellten und-arbeiter in Pefing beschlossen haben, am Mittwoch bi Arbeiter wieder aufzunehmen. Eine Abordnung begibt sich nad Nanking, um die Forderungen vorzubringen. In Schanghai hat die chinesische Polizei das Zentralpostamt beseßt. Unter den auf gestellten Forderungen ist die wichtigste mit, die Anerkennun des Roalitionsrechts. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Um gegend.( Nachdr. verb.) Nacht tlar und falt, am Tage heiter un etwas wärmer als bisher. Für Deutschland: Allgemein trodenes heiteres Herbstwetter, mit zahlreichen Nachtfrösten. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Zh. Gloda Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m. 6. S.. Berlin. Drud: Borwärts Bud druckerei und Berlaasanstalt Baul Singer& Co., Berlin SB 68. Lindenstraße& Sierzu 1 Beilage. Altes Volkshaus Charlottenburg Ludwig Dorner Inhaber: Karl Haensch Rosinenstr. 3 Berlin- Bohnsdorf Stettiner Sänger Verkehrslok. d. org. Arbeiterschaft Zentralheizung Hachm. halbe Preise volles Progr. Das neue Oktober- Progr.! Dönhoi Brett't: Varieté, Tanz, Konzert. Anfang 3 Uhr, Sonntags 5 Uhr Es wird kalt! Reise- und Schlafdecken Großer Gelegenheitsposten! pro Stüd 2,40, 2,75 und 2,95 m. G. Scharnau Chauffeeftr. 5.[ B. 39 Ja Berlin- Tempelhof verkehren die Arbeiter bei[ 178 Sanitäre Anlagen Bauklempnere Amt Grünau 265 [ R. 3 W. Bommerening u. Co. Wilhelm Schaale Berliner Straße 100. 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Von Reichstagspräsidenten Paul Löbe. Auch wenn ich nicht an das Zeppelin- Zimmer des Reichstags gebacht hätte, das an die Beteiligung der Boltsvertretung bei der ersten Fahrt des Lentballons vor einem Vierteljahrhundert im Gemälde erinnert, hätte mich die gleichzeitige Einladung Dr. Edeners und bes Berkehrsministers verlodt, die Gallentur in Mergentheim für einen Tag mit der Fahrt in die blauen Lüfte zu vertauschen. Und obwohl Dr. Edener, als er mich im Morgengrauen abholte, gleich mitteilte, daß er bei den schlechten Wetternachrichten aus dem Westen und angesichts der schwierigen Landung in die enge Halle bei Dunkelheit nicht bis Bien fahren würde, war unsere Begeisterung nicht geringer, als um 6% Uhr, von einigen hundert Arbeitsfäusten gebändigt, ber 235 Meter lange Segeltuchleib des Riesen ins Freie gezogen wurde, unter dessen Kopf die Gondel mit den Führerständen und den Passagierkabinen dicht eingebaut sind. Tief unter uns die Bergwelt! Während der Nacht noch hatte Mondschein auf der stillen Fläche bes Bodensees sich widergespiegelt, aber in den Morgenstunden be gann es sich rasch einzutrüben, und später hörten wir, daß es in Friedrichshafen ziemlich den ganzen Tag start geregnet hatte. Zum Glüd merften wir im Luftschiff davon nichts. Als es sich rasch, aber für den Mitfahrer faum bemerkbar, vom Boden auf einige hundert Meter Höhe erhob, grüßten uns die Schweizer Berge, bald blickten wir tief hinein bis zum Säntis und das herrliche Bild der im Neuschnee glänzenden Allgäuer Bergwelt, der Wetterstein, die Zugspitze, das Karwendelgebirge bis Mittenwald begleiteten uns unablässig, obwohl wir ziemlich Kurs nach Nordoften über Ravensburg, Memmingen, Landsberg am Lech auf München nahmen Langsam war die Erde unter uns tiefer und tiefer gesunken, die Bäume der Wälder nerkleinerten sich zu Moosbüscheln, die Häuser nahmen die Formen des Spielzeuges aus Baukästen an, Landstraßen wie dünne weiße Bänder zogen sich durch das Grün der Wiesen, und Autos hüpften wie Insekten auf diesen Bändern hin, der Mensch sant zum tleinen Bünttchen zusammen, bei großen Höhen nur noch am meißen oder rsten Kopftuch der Frauen er. fenntlich. Der unbehinderte Blid vom ruhig und sicher dahinSteuernden Schiff, in dem fein Luftzug spürbar ist, obwohl es mit 120 Rilometer Stundengeschwindigkeit dahinbraust, fällt von oben in die umbauten Höfe der Bauernwirtschaften, reiz Doll ist das Bild der bunten, um das Dorftirchlein geschmiegten, von einer Mauer eingefaßten Friedhöfe. Ab und zu nimmt die Landfchaft städtischen Borortcharakter an, Reihenhäuser tauchen auf, neue Siedlungen mit den hellroten Dächern, dann ragen Schornsteine. wie Streichhölzchen nach oben, und bald merten wir, daß der Funke des Telephons unten noch schneller ist als unser Schiff; denn überall stehen die Mengen auf Blägen und Straßen dicht geballt, wir fenten uns tiefer, um besser gesehen zu werden. Bor den Schulen, die den Unterricht unterbrochen haben, stehen die Kinder, vor den Fabriken die Arbeiter, vor den Kasernen die Soldaten, alles mintt begeistert herauf, ruft vielleicht auch, mir aber hören nur den langgezogenen schrillen Pfiff der Fabritpfeifen, die uns be grüßen und die das Gefumme der eigenen Propeller übertönen, die in der Passagiertabine nur so laut wie der angestellte Bentilator einer Gaststube zu hören sind Den ersten Versuch, den Grüßenden wieberzuwinken, erledigt die reißende Zugluft, die das weiße Taschentuch der hinausgestreckten Hand im Nu entreißt. Die Wirkung auf die Kreatur. Anders wieder das Bild auf den Feldern und in leinen Dörfern, wo die Leute offenbar überrascht sind; hier tehen sie vor Staunen still, den Blick herauf zu uns gerichtet, meift bewegungslos, nur ab und zu schwingt eine begeisterte Landfrau oder Magd den Kartoffelsad, den sie gerade zur Hand hat. Aber auch das Bild ängstlich in die Häuser flüchtender Frauen tommt vereinzelt vor, die sich wohl in Sicherheit bringen wollen, falls das Ungetüm unversehens herunterstürzt. Ober holen sie nur die Kinder heraus, damit auch diese das Wunderwert von Menschenhand erleben? Hoffen wir es. Besonders interessant zu beobachten aber ist das Verhalten der Tiere, die unten offenbar viel lauter als wir das Getöse der fünffachen Motoren vernehmen. Hunde und Hausgeflügel reagieren am lebhaftesten, Haushunde und Wächterhunde bei Herden rasen wie tollgeworden im Kreise umber oder laufen endlose Streden bis in die Wälder hinein, bellen offenbar wütend, was mir aber nicht hören. denn für uns sind sie nur schwarze Punkte. Tauben und Hühner schwärmen aus ihren Schlägen heraus und fahren in alle Windrichtungen auseinander, Gänseschwärme nehmen mit haftigem Flügelschlag Reißaus über Felder, Bege, durch Flüsse, soweit wie unser Auge reicht; denn rasch fliegen wir über neue Strecken. Etwas gemessener benehmen sich zunächst die Rinder herden. Hat aber ein Tier es mit der Angst bekommen, dann stedt es die anderen an; alle minute sieht man über den Weidegebieten die ganze Herde über Stod und Stein springen. Wie Rudel von Hasen nehmen sich dann die Tiere, sonst so unbehnjen, aus, von denen wir meist mur die braunen Rüden ertennen, in noch größerer Höhe sind es nur noch Ratten. Ebenso verhalten fich die Rehe in der Baldlichtung. Stupid dagegen bleiben die Schafe, wenn es hoch tommt, rüden sie ganz nahe aneinander, lehnen Kopf an Kopf und harren in Geduld der Dinge, die da tommen sollen so eine Art gelbe Gemertschaften. Berichterstatter, Zeichner und Photographen. Inzwischen hat es sich die Mehrzahl der Fahrgäste im großen Aufenthaltsraum des Luftschiffes bequem gemacht, die Berichterstatter liegen über einem Tisch, auf dem Landkarten ausgebreitet sind, oder schreiben ungestört in den Einzelfabinen, die in der Nacht zu zweibettigen Schlaftabinen eingerichtet werden. 3eichner ziehen zum Führerstand, ja, bis an die Schwanzfloffen, um dem Bublifum das Gerüst des Balfisches von innen näher zu bringen, Filmphotographen halten mit Anstrengung ihre Apparate durchs offene Fenster, um die Gegend aufzunehmen, der Steward bringt Kaffee und belegte Brötchen für die, die zu spät Die erste Versammlungsrede aus der Luft. aufgestanden sind, um unten noch das Frühstück zu nehmen. Der aufgestanden sind, um unten noch das Frühstück zu nehmen. Der| ihre Redaktion gelangt? Oder ob ihn einmal ein Dachdecker in der Funker teilt Radiotelegrammformulare aus, da der Wetterdienst für Rinne eines Kirchendaches vergilbt und verschwommen beiseite wirft? eine Weile erledigt ist, fönnen Privattelegramme aufgegeben werden. Das Wort foftet bis zur nächsten Tarifreform 75 Pf., Anfichtstarten vom Schiff werden verkauft, um über der nächsten Stadt gebündelt und mit einer langen Bandfahne abgeworfen zu werden. Die Sache flappt gut. Eine Nachricht, in München für eine Ber Die Sache flappt gut. Eine Nachricht, in München für eine Ber: liner Zeitung abgeworfen, ist so schnell aufgefangen, abgeliefert und telephoniert worden, daß der Absender am Nachmittag zwischen Kehl heim und Ingolstadt das Radiotelegramm von unten, und zwar aus Berlin über Norddeich empfing: alles gut angekommen! Die meisten der Passagiere aber lehnen am Fenster und nehmen interessiert, durch nichts gestört, das unbeschreiblich schöne Bild der unten vorbeiziehenden Landschaft auf. Jegt grüßt uns das ferne München, sein Wahrzeichen, die Frauentürme werden sichtbar, und wir sind doch erst 1½ Stunden gefahren, die Kirchen, die großen Gebäude heben sich heraus. Vom Dach und den Ter: raffen des Deutschen Museums grüßen die Angestellten ihren Chef Dr. von Miller, den sie oben im Luftschiff wissen. Wir fenden Der.Zeppelin" über dem Plats der Republik. ihnen eine beschwerte Karte mit unseren Unterschriften hinunter und richtig, sie ist dicht vor dem Haus niedergefallen. Dr. Edener bittet mich ins Funtzimmer, um den Winkenden unten einen Gruß und eine kleine Ansprache über meinen Eindruck vom Schiff zu halten; ich kam dem Ersuchen gern nach und nicht viel später haben wir den radiotelegraphischen Dank der bayerischen Regierung und am Tage darauf traf ich in Mergentheim Parteigenossen, die den Gruß am Radio mitgehört hatten. Der Gast aus dem gemeinsamen Vaterland. 5 Bir umfahren die innere Stadt, die von einem Rudel Flug zeugen umgeben, die den Koloß umfliegen, brunter, brüber, daneben und wir winken ihnen aus den Kabinenfenstern zu Dann drehen wir nach Südwesten, auch Miesbach wird nach vorwärts überflogen, Rosenheim folgt und wir nahen uns den schönsten Stätten deutschen Landes. Unter uns der Chiemsee den kleine Dampfer durchkreuzen, die Fraueninsel mit Ronnenkloster und Fischerdorf schwimmt flach auf dem Wasserspiegel, daneben die be maldete Herreninsel mit dem Bruntschloß eines umnachteten Königs, nach Versailler Borbildern und mit überladener Pracht errichtet. Neben uns aber rückt immer näher das Gebirge des wilden Kaiser, die Tauernfette, die Zillertaler Berge, der Schafberg, der Hochfelle, das Immengebirge und tief drinnen, ganz vom Schnee bedeckt, die Berge der Brennergruppe, der Großvenediger, auf dessen weißem Haupt die Sonne spielt. Tegernsee und Schlierfee schauen wie grüne Augen herauf. Noch eine Wendung um den Bagmann, die Reichenhaller Berge und unter uns liegt im Sonnenglanze Salzburg, die Festung oben auf der Höhe, der Mönchsberg, der Kapuzinerberg, der Gaisberg, der Untersberg. Kanonenschüsse von der Burg haben uns angefündigt, ganz Salzburg scheint auf den Beinen. Die Menschen sammeln sich auf den Sanddünen der Salzach, auf den Brücken, auf dem Schloß und dem Domplatz und des Binfens für den großen Gast aus dem gemeinsamen Baterlande ist kein Ende. Eine große Junkersmaschine mit Fluggästen aus Wien treuzt gerade hier unseren Weg; die Insassen der konfurrierenden Luftverkehrsmittel winfen sich aus den Kabinenfenstern zu. Bei Kehlheim fahren wir zum erstenmal durch Wolfen, Fezen zunächst, die um uns treiben, dann dichter werdend, aber doch nicht geschlossen. In weiter Ferne sehen wir zu unserer Beruhigung immer noch ein Stückchen der Mutter Erde. Erst später, auf der Heimreise, hinter Kempten, gerieten wir über ein geschlossenes Wolfenmeer, das jede Aussicht nach unten vermehrt. Stolz schwamm unser Riesenförper über dem gewaltigen weißlichen Kessel, der da unten wogte und brodelte, fein Schaufeln, nicht einmal ein Zittern erschüttert seinen mächtigen Leib; als wäre er in diesen Regionen zuhause, zog er feine Straße weiter. Auch in dem Steuerungsraum am Kopf der Gondel feine Spur von Aufregung oder Unruhe. Da stand jeder an seinem Blaß und bediente seinen Apparat, still wie am Schaltbrett einer Bertzentrale. Da gab es Ablösung zu Uebungszweden, Instruk tionen, als ob man unten an einem Modell stände und in Seelen ruhe ausprobierte. Dr. Edener fonnte ruhig seinen Stand verlassen und die Passagiere besuchen, er fonnte die Rede Dr. Millers über sich ergehen lassen, die 40 Zuhörer mit ihrem Beifall begleiteten wohl die erste Versammlungsrede, die im Luftraum, 1200 Meter über der Erde, gehalten wurde und die mit einem Hoch auf den fühnen Pionier schloß, der um den 10. Oftober herum seine Hin- und Rückreise über den Ozean vollbringen will. Er hält diese Reise für gefahrlos, jedenfalls für nicht gefährlicher als die Seereise auf gleicher Strecke. Schneller und angenehmer wird sie jedenfalls sein, das darf ich als dankbares Ob jett für Seekrankheiten, bestätigen, bei dem eine Fahrt von Kiel nach Eckernförde ebenso für den Ausbruch genügt wie ein Flug im Flugzeug von Berlin bis München. Nichts davon fann ich auf dieser zehnstündigen Luftreise feststellen, es fehlte das Geräusch der Eisenbahn, die Raserei der Autos, das Schwanken und Gestampf des Schiffes, das Shaufeln des Flugzeuges. Langsam scheinbar zieht unten die Landschaft vorbei, denn wir sind in zu großer Ents fernung von ihr, als daß die Raschheit der Fahrt bemerkbar würde und es sind wohl nur zehn Minuten von diesen zehn Stunden, die ich nicht am Fenster stand, um das herrliche Bild zu genießen. Ist die Fahrt im Luftschiff gefährlich? Bas fönnte uns hier gefährlich werden diese Erwägung stellt man ja unwillkürlich an, wenn man das erstemal für lange Zeit sich dem ungewohnten Verkehrsmittel anvertraut: das Versagen eines Motors, dessen Bedienung in zweistündigem Turnus bei drei. facher Besetzung ablöst? Bier andere werden weiter. Taufen; es wird auch gehen, und wenn sie alle versagen, brauchen wir nicht abzustürzen, denn wir sind leichter als die Luft" mit all unserer Ladung, deshalb ist ja unser Leib so groß. Die Brandgefahr wird gemidert, ja ausgeschaltet durch unverbrennliche Gafe Es bleibt der Sturm. schwerer Sturm, der auch dem Sees hiff gefährlich werden kann. Gegen ihm hat das moderne Luftschiff eine Waffe: das Radio und seine Schnelligkeit. Das gut funktionierende, peinlich bediente Radio vermittelt die Wetterkenntnis von Schiffen und Landplägen. Nahende Stürme, Gemitter, Witterungsänderungen merden vorangemeldet. Das Seeschiff muß in fie hinein, das Luftschiff farm ihnen dank seiner Schnelligkeit ausweichen, fann sie um gehen und weicht so seinem stärksten Feind aus. Und für eins muß noch gesorgt werden: für Landungsgelegenheiten, für allen und Masten. Für genügend Platz und eine großedreh bare Halle auch in Friedrichshafen. dem vorläufig ein zigen und doch so ungenügenden Landungsplatz für diesen Zeppelin in ganz Europa! Am 10. Oftober wird der mun bald 60jährige Pionier mit seinem mühsam aufgebauten Werf, mit seiner tapferen Mannschaft über das Weltmeer ziehen. Schon fahren sie mit ihm, die Zeichner, die Photographen, die Beritterstatter, der Steward, die ihn begleiten bewundernd stehen werden Auch an Passagieren ist kein Mangel wir vor der Raftlosigkeit des Menschengeiftes, der sich ohne 3agen ans neue Werf macht, zehnmal zurückgeworfen, das elftemal wieder anfegt bis er es endlich vollbringt. Unsere Wünsche be. gleiten die Kühnen! Wir wissen, daß fie für unsere Kinder ein Zeitalter der Technik heraufführen, von dem wir nur schwer zu träumen vermögen. Diese Gedanken bewegten mich, als wir, wieder zur Erde gestoßen, dem Kapitän die Hand zum Dank und Abschied brüden. FUNK FUNDAM ABEND Mittwoch, 3. Oktober. Berlin.. 16.00 Dr. med. G. Tugendreich: Die Bedeutung des Körpergewichts bel Kindern", 16.30 Jugendbühne, Unterhaltungsstunde, Für die Größeren. 18.10 Dr. Ernst Välter: ,, Bauen und Wohnen". 18.33 Oberpostbaurat Echternach: Staat und Technik". 19.00 Paul Westheim:., Wozu neue Kunst?" IV.: Die neuen Kunstrichtungen und was sie bedeuten. A 19.25 Geh. Justizrat Prof. Dr. Ed. Heiltron: Rechtsfragen des Tages. 20.00 Sende- Spiele Die Pilger von Mekka". Komische Oper in drei Teilen. Musik von Chr. W. v. Gluck. Leitung Cornelis Brousgeest. Dirigent Selmar Meyrowitz. Anschließend: Tanz- Musik, Kapelle Dajos Béla. Königswusterhausen. Bir grüßen die Salzburger fo gut es geht und wenden, nach Norden, die Salzach entlang über manchen schönen Ort, Burghausen mit feinen festen Anlagen, Mt- Detting mit dem Ballfahrtskirchlein, zu dem noch heute die Teilnehmer der Prozession mit schweren Kreuzen auf den Schultern ausgerüftet werden, die man ihnen aus leiht, damit sie das Gefühl der Bußfertigkeit träftig empfinden. Dann grüßt aus der Ferne der Dom von Regensburg, die Donau mit dem Walhallatempel. Donau mit dem Walhallatempel. Ein Bündel mit Karten flattert durch die Lüfte; ich grüße die Parteigenossen in der Spatzengaffe, die dort an weit vorgeschobenem Plage, in schwarzer Umgebung im Bahlkreis der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Bfülf, fo tapfer und erfolgreich ihren Mann stehen. Ob der Gruß bis in Ab 20.00 Uebertragung von Berlin. 16.00 Oberstudien- Dir. Prof. Werner: Mörikes Lyrik als Erlebnis im Deutsch unterricht. 16.30 Dr. Fritz Ditthorn: Die Bakteriologie des täglichen Lebens( I). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Hamburg. 18.00 Dr. O. Spengler: Zuckergewinnung und Zuckerindustrie. 18.30 Lektor Claude Grarder, Gertrud van Eyseren: Französisch für Fortgeschrittene. 18.53 Ob.- Stud.- Dir. Dipl.- Ing. Volk: Werkmeisterlehrgang für Facharbeiter: Die Werkstoffe im Maschinenbau. 19.20 Prof. Dr. Hans Mersmann: Einführung in das Verstehen von Musik... R Riganten der Landstraße Ein Rennfahrer- Roman von André Reuze. Übersetzt von F. A. Angermayer Die Tour de France", das große Rennen rings um Frankreich, ist in vollem Gange. Ravenelle, der Berichterstatter eines großen Sportblattes, begleitet mit dem Maler Mainguy im Auto die ,, Giganten der Landstraße"; Es sind aufregende Tage, denn hier handelt es sich nicht nur um reinen Sport, um die Auslese der Kräftigsten und Ausdauerndsten, sondern viel mehr noch um die Konkurrenz der Fahrradfabriken untereinander. Mit allen Mitteln des Betrugs und der Hinterlist sucht man die Aussichten des gegnerischen Stalls" zu verschlechtern. ( 6. Fortsetzung.) Gewiß befiehlt meder der Besiger noch der Leiter einer großen Fabrit derartige Dinge, aber er hat doch Angestellte, zu denen er ganz einfach sagt:„ Du triegst soundso viel, wenn einer deiner Fahrer dieses oder jenes Rennen geminnt!" Schon mird die Sache gedeichselt, und man findet Wege, um gefährliche Gegner auszuschalten. Handelt es sich um einen Konkurrenten, der feinen besonders großen persönlichen Ehrgeiz befigt, wird er stillschweigend getauft und zum Aufgeben veranlaßt! Will aber der betreffende Gegner nichts davon missen, will er vielmehr unbedingt als erster durchs Ziel, bann mirb er einfach, ganz gleidh mit melchen Mitteln, erledigt! Bugegeben allerdings, daß sich in den letzten Jahren manches gebessert zu haben schien und der Konkurrenztampf der großen Radmarken meniger heftig war, meil sich die führenden Fabriken aus Sparsamteitsgründen in einem King zusammenschlossen und auch eine gemeinsame Rennleitung hatten. Diese oberste Rennleitung besteht auch heute noch und wird durch Ballu aus: geübt. Doch hinter den Kulissen sieht das Bild wesentlich anders aus, und teiner faßt den Gegner mit Glacéhandschuhen an! Und dieses Jahr will Riva" nun einmal unbedingt die Rundfahrt geminnen," fegte er mit leiser Stimme hinzu. Ben hat diese Fabrik also besonders zu fürchten? Tampier und mich bei Brillant"..." Bie liebenswürdig!" fagte Chevillard. " ,, Bielleicht auch den fleinen Chevillard, menn er durchsteht! Bei den Italienern Argentero und Dragoni. Alle anderen, felbft La. boureur und Majotte von der ,, Stella"-Mannschaft, sind minder gefährlich. Folglich hat man uns diesmal besonders scharf aufs Korn genommen, und zwar meine Wenigkeit gleich nach dem Start. Nach meinem ersten Dejett haben Sie doch selbst gesehen, mie man liebensmürdigerweise Nägel ausstreute, um meinen Anschluß zu verhindern! Das Nachjagen hat mich aber jo niel Sträfte gekostet, daß ich, als donn in Sotteville die Post abging, chenjo ausgepumpt mar mie die anderen. Und das Resultat: ich tam mit zehn Minuten Rückstand als vierter ans Sielband! Und ganz zufällig, versteht sich, geminnt Herr Bozec, ein Rina"-Fahrer, die erfte Etappe!" Ganz egal," meinie Chevillard, an seiner Stelle hätt' ich mir's schriftlich geb'n lass'n, daß ich. Blanc- Mesnil marf dem Kleinen einen Blick zu, der befagte, daß er zu weit ginge, aber Laboureur begnügte fich mit nerächt lichem Udyjelzuden. Ich hatte nie im Leben die Muskeln eines Argentero, oder den Antritt von Demoulder, noch den Spurt eines Tampiers oder Blanc- Mesnil. Idh perbante meine Erfolge ausschließlich meinem Willen und meiner Zähigkeit. Wenn es in Strömen gießt, fage ich mir:„ Nu wird's richtig!" Wenn dann nach fünfzehn Stunden die Klassefahrer vor Hunger, Kälte und Erschöpfung aufgeben, halte ich sechzehn, siebzehn oder zwanzig Stunden aus, wenn es sein muß! Ich halte es eben für ehrlos, aufzugeben! Auf meinen Schwierige Reparatur unterwegs. a und was hättest du gesagt, menn dir sechs Kilometer porm Biel die Schmarte meggeplagt mäte?" sagte Chenillard topfschüttelnd. „ Gar nichts, Kleiner, weil das faft immer so ift! Es ist zum Berrücktwerben, aber es ist so! Als ich einmal bei Paris- Tours mit zwei Minuten Vorsprung die Spize hatte, sprang mir 1500 Meter vor dem Ziel der Reifen weg, und statt zu siegen, wurde ich dritter! Diesmal aber lasse ich mir's nicht mehr gefallen! Ich habe beim Renngericht Protest eingereicht und einen Nagel als Be-... und es war mirklich fabelhaft, daß Sie gestern, vor bedeutend meisstück vorgelegt! Unser Manager wird den Vorfall schon auf flären! Gestern beim Abendbrot habe ich so gefchimpft, daß Ballu faft verrüdt gemorden tft!... Gie wissen ja, daß er riesige Angst vor Stanbalgeschichten hat!... Herein!..." Laboureur frat ins Zimmer. Trog feines gutsigenden englischen Anzuges sah er wie ein trau riger Zenturio aus. Mit ausgestreckten Händen begrüßte er lächelnd die Anwesenden, doch sein Lächeln hatte etwas Schmerzpolles. Dann jetzte er sich auf ein Bett, wurde ganz ernst und sagte: ,, Run, mas macht dein Brotest? Roch nichts Neues?..." ,, Gar nichts! Bartholin wird das schon ausfechten! Ich laffe mir's einfach nicht mehr bieten!" ,, Sehen Sie," sagte Blanc- Mesnil dann zu Maingun, hier ist ein Stella" Fahrer, also ein Gegner und sogar ein ernsthafter! Fragen Sie ihn doch, wie er über das Bubenstüd denkt, das man mit mir gespielt hat!" " Eine Schamlosigkeit!" erklärte Laboureur mit einer Würde, die faft tomisch aussah. Wenn man die Bortriegsmethoden mieber einführen mill, mag man meinetmegen alle Straßenrennen verbieten! Dann zieh ich lieber wieder meinen Mechaniterfittel an. Ich fämpfe nicht mit ungleichen Baffen gegen verbrecherische Gegner! Ich tu's nicht, obgleich ich meinen Beruf über alles liebe! Wenn ich eines Tages nicht mehr rabfahren tann, soll man mich ruhig ein fcharren, dann ist's Zeit! Aber folche Schiebungen mache ich nicht. mit! Ich bin für ehrlichen Kampf, Kraft gegen Kraft, Können gegen Können, am hellen Tage aber, mein Lieber! Die Landstraße ist Doch fein Schlupfmintel für Banditen! Ich werde bald vierzig und fahre seit zwanzig Jahren Rennen, darum nennt man mich im Scherz Den Landstraßengroßvater". Ich weiß Bescheid, lieber Herr Maingun! Als ich seinerzeit bei Bordeaur- Paris noch Führpferd mar, fah id), wie mancher Fahrer nachts in einen Bagen perschwand und fich hübsch gondeln ließ! Wenn das Sport sein soll!... In anderen Rennen wieber, wo's teine Führpferde gab, sah ich, wie sich die Favoriten nachts an einem Strid ziehen ließen, der an einen Pfropfen angebunden mar, den sie zwischen den Zähnen hatten!... Unter seiner Bettdecke nerborg Chevillard einen Lachanfall. Seine Augen funfelten vor Bust. Dann lagte er: Mensch, Stephan, mußt du' ne Ranone gewesen sein, um alles, was du gewonnen haft zu geminnen! ,, Da irrst du boch sehr, Steiner," erwiderte Baboureur, ich war nie Ertraklasse! Sogar mit zwanzig mar ich nicht besonders schnell und im Spurt habe ich ftets versagt! Erst gestern hat mir doch Le Bozec norm Zielband glatt drei Längen abgenommen!" ,, Das mar doch ausgemacht, bu alter Fuchs!" Doch Laboureur protestierte, faft mütend: „ Es war eine ganz ehrliche Abmachung! Oder märst du viel. feicht so hirnverbrannt, fünfzig Rilometer nor bem Siel mit zwei Fahrern auszurüden, ohne dich mit ihnen verständigt zu haben? Erstens ist das gebräuchlich, und zweitens geschah es am hellen Tag. mein Junge! Man fährt eben zusammen ab und unterstützt sich bis ans Ziel. Dabei hatte Grimpart fogar Defekt und tonnte infolgedessen nur einen Teil seiner Mitarbeit leisten! Wer sich aber selbst respektiert, wird sein Wort trotzdem nicht brechen, und Der Preis wirb, wie abgemacht mar, zwischen uns breien geteilt!" Copyright by Büchergilde Gutenberg, Berlin und jeder Mut," ergänzte Blanc- Mesnil, indem er sich nor dem Spiegel die Krawatte band. Bei Paris- Roubair gab er einfach auf, weil er zehn Minuten hinter der Spize log." ,, Er fannn fein Straßenrennen einteilen! Statt vorne zu bleiben, um jeder Eventualität sofort begegnen zu können, bummelt er am Ende des Feldes und schwagt! Geht dann unvermutet die Bost cb, muß er sich natürlich ganz verausgaben, um wieder anzu fchließen." Spielt alles feine Rolle," murf Chenillard ein, er führt trotzdem morgen mit dem gelben Trifot meiter!" ,, Laß ihn doch! Wir haben ja noch über 6000 Stilometer bis nach Paris!" Ich muß Ihnen noch erklären," sagte Ravenelle zu Maingun. daß nach den Bettfahrbestimmungen der Tour de France" der Fahrer, dessen Gesamtzeit niedriger ois die aller anderen ist, an der Spize der Gesamtklassifizierung steht und als Spitzenreiter das gelbe Tritot trägt, durch das er überall die jubelnde Bewunderung der Massen erregt!" Nun will ich rasch vor bent Mittagbrot an meine Frau schreiben," jagte Laboureur.„ Auf Wiedersehen!" Beim Hinausgehen streifte er zwei elegante Sportsleute, die ins Zimmer traten. Maingun erkannte sofort den Rennleiter Ballu und den Strecentontrolleur Manadian. Ballu trug einen blonden, sehr gepflegten Vollbart, der ihn gut flei dete. Der etmas jüngere Manadian hatte Antilopenaugen, olingelben Leint und ausgesprochen orientalisches Aus sehen. Er hatte seine Hände in den Taschen, trug den Kopf nach rüd märts geneigt und sah aus, als hörte er feinen eigenen Gebanten zu. Ra, mein Junge!" rief Ballu und streckte Blanc- Mesnil seine frauen hafte Hand hin. Na Reiner?" Bie," ergänzte Manadian, ihr habt die Räder hier oben?" „ Bist du verrückt?" fezte Ballu fort. Du weißt doh, mieniel Arbeit die Mechaniker haben und meie fie gleich immer aufbegehren!" ,, Dann bezahlt sie besser!" ,, Aber Robertchen, darum dreht sich's doch gar nicht! Diese armen Teufel fönnen doch wirklich feinen Augenblid verschnaufen! nachts liegen sie mit dreitausend Kilogramm Material auf der Eisenbahn und müssen sofort nach der Ankunft ihre Werkstatt her dritten Plag in Baris- Brüssel, wo mir zweimal die Rette geriffen mar, bilde ich mir mehr ein, als auf meinen Sieg in BordeauxBaris im selben Jahr. Vor einem mir überlegenen Mann zieh' ich die Müze. Das ist meine Ansicht über den Radsport, Kleiner!" Eine vornehme Auffassung Ihres Berufes," sagte Maingun, jüngeren Beuten, Zweiter wurden! Was halten Sie übrigens von Le Bozec? Glauben Sie, daß er sich in der Spitze behaupten wird?" richten, Handwerkszeug vorbereiten, alles in Schuß halten. Dann Bozec wäre ungeheuer start, wenn sein Berstand nur halb fommt ihr an, und sie haben gerade einen furzen Tag, um die vielen Räder auseinanderzunehmen, nachzusehen und besser als jo gut wäre mie feine Beine! Ich bewundere seine Muskeln. irgendein Kind gepflegt wird wieder inftand zu setzen! Und de besigt prachtvolle Edenfel, herrlich ausgeglichene Waden, zierliche Robert, du, ein ernster Mensch, ein Klaffefahrer, deffen berühmter Gelenke. Sein Antritt ist fabelhaft! Ich, an seiner Stelle, wäre Robert, du, ein ernster Mensch, ein Klassefahrer, dessen berühmter Name in ganz Frankreich von Mund zu Mund fliegt, du. Bahnfahrer geworden. Er hat ausgesprochene Beranlagung zum Sprinter. Allerdings fehlt ihm jede Taktik..." ( Fortsetzung folgt.) i 6 F 15 Er Rätsel- Ecke des ,, Abend". Kreuzwort- Silbenrätsel. 2 5 3 4 9 A des Landmannes; 4. Schiffszubehör: 5. männlicher Bomame; 6. Not: 7. irische Provinz; S. französischer Schriftsteller; 9. bedeutender Bildhauer; 10. Staht in Thüringen; 11. Zeitpuntt; 12. Die häuter: 13. hoher Staatsbeamter; 14 Mündungsarm der Ober; 15. arabischer Name: 16. Industriestadt; 17. Bogel; 18. meiblicher Borname; 19. Nähutenjil; 20. Handmerter( voltstümlicher Ausdruc); 21. Bro phet; 22. europäischer Staat.( ch und sch gelten als ein Buchstabe.) Alpen Vogel Hof Hoch Fuß Ergänzungerätsel. Aue gelb Haus Mann Natz 12 13 Eisen Haar Wasser Engel 67 Haut Schiff 16 a al an an che de di dor e e en ga ge go li ma mi na o on ra ra ra ra ri ri fpo ster te it ti to to Den Do zi Bagerecht: 1. Stadt in Stalien; 3. Mufe; 5. Stadt in Italien; 6. Eternbild; 8. weiblicher Borname; 10. berühmter alter Maler; 12. Apostel der Grönländer; 14. Stadt in England, 15. Hauptstadt der Türkei; 16. berühmte Brüde in Italien. Genfrecht: 1. Er. findung; 2. Zusammenfaffung eines Bolles; 3. Prophet; 4. Frucht; 7. Oper von Wagner; 9. Remije; 10. Gewürz( tity); 11. Ort und Republif in den Pyrenäen; 12. Ort in den Pyrenäen; 13. Gebirge in Bulgarien. Silbenräffel. Aus den Silben and as beth bra bri dha be del der der An Stelle der Striche ist je ein ein filbiges Wort zu sehen, das fingemäß zum norstehenden Wort als Schlußwort paßt, beam. zum nachstehenden als An fangswort. Die Anfangsouchstaben der richtig er ratenen Ergänzungsmorte nennen eine bekannte Zeitung. ( Auflösung der Rätsel nädten Sonnabend) Auflösungen der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzwort Silbenrätsel Bagerecht: 1. Hannover; 3. Betriebsrat; 4. Methode; 6. Artona; 7. Reichsbanner; 9. Gepräge; 10. Buchstabe; 11. 2bfolut; 12. Ordnungsruf; 13. Terrorist; 14. Aldermann; 16. Menage; 18. Semele; 19 E- funde; 21. Tabula. Senkrecht 1. Handelsgewerbe; 2. Berschönerungsrat: 4. Detall arbeiter; 5. Detonation; 7. Reichsstrafgesetzbuch; 8. Nervengemebe; 11. Abgeordneter; 14. Alterspräsident; 15 Manchesterpartei; 16 Meta morphose; 17. Gewerbeschule; 19. Gefretariat; 20. Destillation. Magisches 3ahlenquadrat: 16 3 2 13 3 10 11 9 1 14 Sablenrätfel: 1. Rotfehlden; 2. Dhr; 3 Tenor; 4 Rohle; 5. Elch; 6. Hort; 7. Lotte; 8. Chlor; 9. Horn, 10 Erle; 11 Nero. Diamanträtsel: 1. B; 2. Weg; 3. Motte; 4. Knarren; 5. Tradition; 6. Betriebsrat; 7, Sarabiner; 8. Berfien; die e e e e er er ern es fant furt him i jas fanz lan le lend ler li li lub mei min min na na nie now reichs ru so schu je jen fen fter fter te teau ter thor ul De wald wig find 22 Wörter zu bilden, beren erfte und dritte Buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, ein Wort von Boltaire ergeben. Die örter bedeuten: Bierstrauch; 2. weiblicher Borname;&, Arbeit 9. Barbe; 10. Bab; 11. 2 t 北生み 4 T e t 0* .) B rt 114 T' не e; ft: a. II. e; a te; en; en ,, Arbeit und Sport." Dr. Mallwitz über Werksport. Kürzlich hielt die Deutsche Gesellschaft für Gemerbehygiene in Dresden ihre Jahrestagung ab. Bei dieser Gelegenheit hielt Ministerialrat Dr. Mallwig- Berlin ein Referat über„ Arbeit und Sport". Eine hochangesehene Persönlichfeit und ein solches Thema, das ließ allerhand erwarten. Aber diejer Spannung folgten die schlimmsten Enttäuschungen. Dr. Mall wig hielt auf dem 16. Bundestage des Arbeiter- Turn- und Sportbundes eine wohldurchdachte Begrüßungsansprache im Auftrage des Preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt, deren Wortlaut immerhin beifällig aufgenommen wurde; um so mehr erwartete man bei der Behandlung dieses Themas konsequente Sachlichkeit. 3met Sähe feien besonders festgehalten: Meine Damen und Herren! Ich bedauere persönlich, daß Diele Arbeiter sich feindlich gegen die Bert und Firmensportvereine einstellen, und das starte ehrliche Wollen der Arbeitgeber und die guten Abfichten um die Gefunderhaltung der Arbeiter und Angestellten so verkannt werden," So nais ist heute noch ein so hoher Regierungsbeamter, ein Arzt, ein Mensch, der tagtäglich von den schlimmen sozialen Er cigniffen erfährt. Wir erlauben uns die Frage: Warum äußert fich das Beforgisein der Kapitalisten nicht freiwillig in fozialer Beziehung? Man fönnte die Löhne aufbessern, die Arbeitszeit pertürzen, ausreichende Ferien gemähren mer mit wahrer Liebe gutes tum mill, findet hierzulande ein gewaltiges Feld für solche Betätigungen, aber das tut man nicht, so weit reicht die fapitalistische Fürsorge nicht. Marum grünbet man bemußt Bertiportvereine? Mit diesen Einrichtungen glaubt man die Arbeiter einfangen zu können, fie abzuhalten von den politischen und wirtschaftlichen Tagesfragen. Aber Wallwig fann noch besser Antwort geben, er sagte:„ Die Arbeitgeber wollen durch den Sport in allererster Linie die Arbeitstraft heben, um Arbeitsleistungen höchsten Grabes nach dem System Ford zu erzielen. Der Stundenweltrekord. In 50 Jahren von 25,598 auf 122,771 Kilometer. Der fürzlich von dem Belgier Leon Vanderst unft mit fallmählich für damalige Zeiten phantastische Formen an. Ueber 122,771 Kilometer neugeschaffene Stundenweltrekord im Radfahren läßt einen Rückblick auf die langsame Entwicklung dieses Beltrefords im Laufe der Jahrzehnte interessant erscheinen. Der erste offizielle Weltrekord über eine Stunde batiert aus den fiebziger Jahren. Der englische Rennfahrer Dodds fuhr damals auf der Bahn in Cambridge hinter Führung eines Hochrades 25,598 Kilometer in der Stunde. 3wölf Jahre später, 1888, Beige des Engländers H. G. Laurie, der in Long Eaton 33,913 als das Niederrad eingeführt war, befand sich der Weltreford im ilometer zurüdlegte. Run wandten auch die Franzosen diesem Weltrekord ihre Aufmerksamkeit zu, und zwar versuchten sie ihr Glüd mit Zweisigerführung. J. Dubois erreichte hierbei im Jahre 1892 auf der Pariser Buffalobahn eine Stundengeschwindigteit von 39,707 kilometer. Weitere Versuche mit Drei-, Bierund Fünfsizern als Führung hatten zur Folge, daß der Weltrekord allmählich bis auf mehr als 50 Kilometer hinaufgehraubt wurde. Ende des vorigen Jahrhunderts begann man damit, die Tandems mit einem Petroleum motor zu versehen und der Amerikaner Horry Eltes fuhr im Jahre 1898 hinter einem derartigen Vehikel 55,831 Stilometer in der Stunde. Auch Thaddäus Robl, der erste und einzige Deutsche, der seinen Namen in das Buch des Stundenweltrekords einschreiben konnte, machte seine ersten Welt refordjahrten hinter einem Petroleumtandem. Er fuhr am 30. Juni 1901 in Leipzig 65,512, am 3. November 1901 auf der Pariser Brinzenpartbahn 65,742 und am 20. April 1902 ebenbort fogar 67,333 Kilometer in der Stunde. Zwei Wochen später erschien der berühmte Engländer Tom Linton auf dem Plan und perbefferte den Roblschen Weltrekord auf 71,660 Kilometer, aber bold gelang es Robl mit seinem Motortandem, dem Engländer den Beltrekord wieder abzujagen und auf 72,560 Kilometer zu stellen. Mit dem Erstehen moderner Radrennbahnen und der WeiterHenri Contenet, P. Dangla, Tommy Hall, L. Darragon und P. Guignard wurde der Stundenweltrekord zunächst auf 89,904 Kilometer herausgeschraubt und am 21. Juni 1906 tam Thaddäus Robl, der vier Jahre später in Stettin den Fliegertod fand, auf der alten Münchener Bahn erstmalig über die 90- Kilometer- Grenze. Er setzte die Welt durch eine Leistung von 91,893 Kilometer in großes Erftaunen. Dann tam die Glanzzeit des Franzosen Baul Guignard, macher Franz Hoffmann als Führer erstmalig-100 Kilometer der ini Jahre 1909 an gleicher Stelle mit dem deutschen Schrittüberschritt und nicht weniger als 101,623 Kilometer in der Stunde hinter sich brachte. Diese auf einer regulären Radrennbahn erzielte Leistung steht noch heute einzigartig da. Dreizehn Jahre hatte der Guignardsche Weltrekord Bestand und er wäre vielleicht noch heute unübertroffen, wenn nicht die schnelle Autorennbahn von Montlhery bei Paris entstanden wäre. Auf dieser 2500 Meter langen Bahn fanden die Weltrekordjäger bald das neue geeignete Terrain und nun löste eine Weltrekordfahrt die andere ab. Nach dem Kriege nahm als erfter der Belgier Léon Vanderit unft neue Rekordversuche auf. Seine erste erfolgreiche Fahrt fand am 1. Oftober 1924 statt. Banderstuyft bewältigte dabei 107,710 Kilometer. Genau ein Jahr später brachte er sogar 115,098 Kilometer in der Stunde hinter sich, nachdem zwischendurch der Franzose Brunier mit einer Leistung von 112,440 Kilometer aufgewartet hatte. Der letzte Erfolg Banderstuyfts ließ Brunier nicht ruhen, und mit einem raffiniert tonstruierten wind. schuß, der einem Kasten nicht unähnlich sah, schraubte der Franzose am 1. November 1925 den Weltrekord auf 120,958 Kilometer herauf. Banderstunft legte bei seinem erfolgreichen Versuch am 29. September 1928 weniger Wert auf Windschutz, als auf eine möglichst große llebersegung. Eein Rad hatte die phantastische Uebersehung von 193,5 englische Zoll und im Verein mit dem 45 PS starten Anzanimotor seines Schrittmachers Lehmann tam Die angebliche sportsoziale Fürsorge regiert also der Wunsch nach größerer Ausbeutung der Arbeiterschaft. Von diesem Geiste entwicklung von Motor und Fahrrad nahmen die Geschwindigkeiten Banderstunft mun auf 122,771 kilometer in der Stunde. ist auch die Werksportbewegung beeinflußt, und wo es irgend an gängig ist, da benußen gewisse Firmen ihre Sportmannschaften noch zu einer geriebenen Geschäftsreklame. Die Schwimmsaison beginnt! Berliner Schwimm- Union 1913 eröffnet. Wie in jedem Jahr eröffnet die Berliner SchwimmUnion" auch diesmal die Reihe der 2 rbeiterfchwimmfest e. wieder sind die Meldungen der Brudervereine zu dein am Sonntag, 7. Oftober, 15 Uhr, im Stabtbad an der Schillingsbrüde stattfinden ben Fest recht zahlreich eingegangen. Auch Bereine aus dent Reich find sich am Andreasplag, von wo aus fie die Stadt in einem Aboag Wagen besichtigen werden. Erstmalig wird der Veranstalter mit einem eigenen Damenreigen an die Defentlichkeit treten. Der fozialdemokratische Stadtrat Dittmer Berfin nahm an Ort und Stelle Gelegenheit, diesen„ amtlichen Ausführungen entgegenzutreten, indem er sagte:„ Die Bafis müßte eine all. gemeine Körperertüchtigung sein, mit der sich allerdings auch nicht vereinbaren laffe, daß häufig nach der Sportbetätigung Altohol genossen werde, wodurch der törperliche Gewinn wieder verloren gehe. Notwendig jei eine engere Berbindung der förper. lichen und der geistigen Gesichtspuntte bei allen Sportfragen. Die Arbeiterschaft, insbesondere die im Allgemeipertreten, jo Magdeburg und Hildesheim. Um 49 Uhr trifft man nen Deutschen Gewertschaftsbund zusammen geichlossenen Millionen feßen sich mit aller Ent joiedenheit gegen den Bertsport zur Behr, der Die Arbeiter geistig an den Betrieb fesseln wolle, also vom Standpunkt der Arbeiter und des Sportes aus untautere Absichten ver folge." Zum Schluß betonte Dittmer noch, daß heute auf fazialem Gebiet( Wohnungsnot usw.) noch viele Hindernisse für eine wert: volle Ausmirfung der sportlichen Betätigung beständen. Es gelte vor allem, diese Hindernisse aus dem Wege zu räumen. Die zweite Unfachlichkeit von Dr. Mallwig: or dem Kriege haben die Arbeiter sehr wenig Sport ge trieben, es gab nur wenige Arbeitersportvereine." Ueber die politischen und gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit, über die allgemeine Unterdrüdung jedweder Arbeiterorganija. lion verfor der Redner fein Bort. Das ist denn doch eine flache, oberflächliche geschichtliche Beurteilung. Auf einer solchen großartigen Berfamming in dieser politisch ernsten und bewegten Zeit noch derartige Entgleisungen. Helios Kampfabend. Fritz Schreiber. Der Berlauf in den einzelnen Konturrengen dürfte bei der Gleichmertigteit der Gegner für den Zuschauer besonders intereffant sein. So wird die Eröffnungsstaffette 10 X 40 Meter eine sichere Beute de Freien Schwimmer Groß- Berlin werden, die sie knapp vor Magde burg und Union gewinnen müßten. Sehr spannend dürfte die Brustschwellstaffel fein. Hier muß der Veranstalter alles aus fich herausgeben, um gegen Bereine wie Groß- Berlin, Magdeburg, Hildesheim und Charlottenburg bestehen zu lönnen. Wie beliebt Bereine diese große Staffel besetzt haben. Eehr start ist das diese Programmnunner ist, zeigt, daß nicht weniger wie fleben Männer- Rüdenschwimmen bejezt, bei dem über 20 Schwimmner ein geschrieben find. Neu für Berlin ist der Wasserball Mehrtampf, bei der jede Mannschaft 7 Mann stellen muß. Auch hier werden Groß Berlin und Union verjud; en, bie übrigen fünf Bereine zu schlagen. Das Freistilschwimmen müßte Gräbert, Groß- Berlin, vor Augustin, Berlin 12, und, Conrad und Kludow, Union, gewinnen. Im 100- Meter- Bruftschwimmen der A- Klaffe werden Eringhausen, Kaiser, Union, versuchen, sehr günstig gegen Becker und Beber, Groß Berlin, abzuschneiden. Die Knaben schwimmen eine 4X80- meter Bruststaffette. In den übrigen Konkurrenzen werden die Jugendlichen und Frauen zeigen, biß fie im Sommer nicht müßig waren. Den Schluß bilden die Basserballspiele. Eintritt 60 Pf. Anschließend Schwimmerball in den Andreas- Festsälen. Der neue Schachklub. Bezirksleitung nicht hinter die Beschlüsse der Zentralfommission und des Bundesvorstandes stellt. Alle Anfragen in Kreis- und Bezirksangelegenheiten an bie K. Franke, Reinickendorf- Ost, Schillerpromenade 61. Schluß bei den Motorbooten. Die letzte Regatta in Potsdam. motorbootgruppe des ADA C. am Sonntag auf dem Als Abschluß der diesjährigen Motorbootsaison veranstaltete Templiner See bei Botsdam noch eine Regatta. In fiebzehn Starts wurden die Rennen abgewickelt und es darf gesagt werden, daß die Organisation vorzüglich flappte. Im ersten Lauf war es wieder die Sigrid VIII", die sich in der Tonangebend waren wieder die Qutboard rennrutschè r. hand von Direktor Krüger mit einer Stundengeschwindigkeit von 50,2 Kilometer vor den anderen plazierte, während im zweiten Lauf„ Hai IV" die Geschwindigkeit auf 50,9 Kilometer steigern und die Sigrid" und" Barolo VII" hinter sich lassen konnte. Der dritte Lauf endete in der gleichen Reihenfolge. Im Gesamtflajjement ar ersten Lauf zu weit zurück lag. Dreizehn Boote hatten das Rennen, fam dann aber„ Sigrid" die höchsten Punkte, weil der„ Hai" im bestritten. Bon großem Interesse, auch für Laien, waren die Rennen der Sennboottlaffen. Sigrid V" gab in seinem Alleingang eine schöne Schaunummer zum besten. Spannungsvoll verlief der Kampf von" Barolo V"," Marggraf II" und" Boruffia". Allerdings versagte bei„ Parolo V" die Delung, so daß er ausscheiden mußte, dafür entschädigten jedoch die anderen beiden im Klassenrennen, wo Borussia" mit einer Höchstleistung von 58,1 Kilometer den Sieg davontrug. Im Kampf um die Klubmeisterschaft ließ die Maschine von Boruffia" jedoch nach, so daß„ Marggraf" die Meisterschaft nach Hause fahren konnte. " 1 Die Ergebnisse der Einzelwettfahrten werden nach einem so umfangreichen und umständlichen Verfahren errechnet, daß die Sieger erst am Mittwoch auf einer gesellschaftlichen Verenstaltung verkündet werden. Lehrstunde für Wassersport. In den Bharusfälen im Norden Berlins veranstaltete ber Sportverein Helios 25" seinen Stompjobend. Der Ber. anstalter hatte ein gut besuchtes Haus beisammen. Der bewährte, sehr schnelle Helios- Techniter Bord II traf im Halbschmergewicht auf den routinierten Rämpfer Busch, den er mit fehr präzisem Sinnhafen in den drei Runden so zermürbte, daß diefern nur der Schlußgang vor dem glatten f. n. rettete. Birtholz bermodyte von der zweiten Runde an über den Weltergewichtler Schröder seiner besseren und sauberen Techmit Geltung zu ver schaffen, schlug ihn zweimel zu Boden; wegen technischer Ueberlegen beit von Birtholz murde dann das Treffen gestoppt. 3erbst ließ leiten, Stranum hatte die für seinen Sieg entscheidenden Bunfte geJanmeit. 3wei Stämpfer, die die sehr wertvolle Linte gut zu gefpielern gut besuchten Bersammlung beschlossen, einen Verein brauchen verstehen, paarte das Leichtgewicht, Fegeler und Zubkowski Trogdem für den Heliosmann ein leiner Buntivorsprung vorhanden war, wurde ein Unentschieden verfündet. Für Rogan marfen die Sekundanten das Tuch; Pelz war überlegener Sieger. Gliffe sicherte fich auch einen Bunttfieg über den fleinen Halle. Den ersten Erfolg für Helios erzielte der Draufgänger Lehmann Als provisorischer Vorstand murden gewählt: 1. Borsigender über den Federgewichtler Jowschta, der für Jonischelt einsprang. Georg Berminiti, G. 59., Plan- Ufer 91; 2. Borstzender WilStändig auf dem Rückzug war Radke vor dem Febergewichtler helm Boigt, Treptow; Rufflerer Walter Sungntif. 60. 26, Schneider. Er wurde erst ein halbes Duhendmat zu Boden ge- Naunynstraße 15; Schriftführer Herm. Schwahn, S. 59, Gräfe fchickt, bis endlich feine Sefundenten das Tuch für ihn in den Ring Straße 81; Spielleiter E. Brandt, G. 59, Gräfeftr. 38. Die Durch warfen. Im Jugend- Weltergewidtstreffen vermochte ber sehr aggressive Walender bem ungemein flinten Rhode nur schwer bei- hrung der Werbetätigteit haben folgende Mitglieder über nommen: Für den Osten Walter Rose, Gollnowftr. 16; Rorben zukommen, der Kampf endete mit dem tnappen Bunftsteg Hohmann, Bappel- Alee 63; Wedding Kart Frante, Reiniden dorf, Schiller- Bromenade 61; eft en Ernst Köppen, Schöneberg, Sedanstraße 71a. fich, sehr unglüdlich, von Stromm zu milden Schlagwechseln ner Freie Arbeiterschachvereinigung Großberinrinnen wurde dieser Tage im Stadtbad Lichtenberg abgehalten, Malenders. Der letzte Tag bei Rütt. Oppermann startet. Die Berliner Radsporigemeinde erhält am fommenden Sonntag Gelegenheit, der 3. 3t. wohl tüchtigsten Rennfahrer der Welt fennen u lernen. Rad) Ueberwindung einiger Schwierigteiten ist es alter Rütt gelungen, den Deutsch- Australier Hubert Oppers mann für feine Sonntagsrennen zu verpflichten. Der erft 24jährige Rennfahrer hat in ber turzen Zeit feines Aufenthaltes in Europa große Proben seiner Bielseitigkeit zum Besten gegeben. In dem schwersten Straßenrennen der Welt, ber Rundfahrt durch Frankreich, spielte er, allein auf sich angewiesen, eine hervorragende Rolle, im ,, Bol d'Or", bem befannten Barifer 24- Stunden- Rennen, überrunbete er feine Gegner nach Gefallen und fchuf bis zu 1000 Kilometer neue Weltrekorde, auch im Bariser Sommer- Sechstagerennen und hinter Motoren hat Oppermann aus gezeichnetes können verraten. Der Australier deutscher Abstammung wird auf der Rütt- Arena an einem 100 kilometer Mann [ haftsfahren teilnehmen und wahrscheinlich auch in einigen anderen Brüfungen feine Bielseitigkeit zur Schau bringen, Dieser Tage wurde in einer von bunbestreuen Schach unter der Bezeichnung Freie Arbeiter Schach vereini gung Groß Berlin zu organisieren, der sich dem neuen Kartell für Arbeitersport und Körperpflege anschließt. Diese Neugründung war nötig, da der Berliner Arbeiter- Schachklub aus den Bund ausgeschloffen ist. Der Berein tritt mit folgenden Abteilungen ins Leben: Abt. Streuzberg, Spiellotal Plenufer 75/76, bei Krepp, Donnerstag. Abt. Treptow, Ellen Ede Beermannstraße, Donnerstag. Freier Schach verein Schöneberg, Gustav- Müller- Bias 1, bei Seidel, Dienstag. Mbt. Grünau- Faltenberg, Adresse Friedrich Sternsdorf, Gartenstadt ftraße 55., 2e bundestreuen Arbeiter- Schadfpieler werden ersucht, sich Borläufig den bestehenden Abteilungen anzuschließen, bis in den Bezirten folde errichtet sind, doch müssen alle Meumeldungen von Mitgliedern dem Borstand cingereicht werden. Abteilungen und Mitglieder, die weiterhin beim alten Berliner Berein und somit bei dem aufgelöften Kartell bleiben, find von der Bundesmitgliedschaft und allen Beranstaltungen des Bundes a us geschlossen. Eine Lehrstunde für Arbeiter Wassersportle= 32 Frauen nahmen daran teil. Als Arbeitsfeld war vorgesehen: Ausbilben der Nichtschwimmer an der Angel und Massenunterricht, dann Grundübungen im Kunstschwimmen, Figurenliegen. Im Anschluß daran erfolgten Uebungen mit dem Buschball, was ganz be fondere Heiterfeit hervorrief. Dann fand eine Gymnastikstunde statt, der mittags dann eine Sigung folgte, in der die Frauenleiterin ein turzes Referat über Rechte und Pflichten der Frauen im Bund hielt. Eine Besprechung der Lehrstunde ergab, daß die Teilnehme rinnen mit dem ersten Berfuch zufrieden waren, es wurde der Wunsch ausgesprochen, recht bald wieder in diesem Birtel zufammenzukommen, um mit aller Kraft die Frauenbewegung auf sportlichem Gebiete zu fördern. Außer den Schwimmerinnen Berlins ware. auch Frauen aus Luckenwalde und Wittenberge vertreten. Deutsch- belgischer Kampftag. Am Freitag, 5. Oftober, 20% Uhr, wartet der Ständige Bogring in der Neuen Welt mit einem deutsch belgischen Kampftag auf. Ueber je 8 Runden mit 5 Unzen Handschuhen und meichen Bandagen treffen sich Egon Stief und Van Gool, Bönis und Jan Outrive, Willi Bolze und Sibs, Billi Ilmeroth und Peelema 11. Bundestreue Vereine teilen mit: Der Freie Turnerschaft Groß- Berlin, e. B., Bezirk Reinidendorf- Weft. Turnbetrieb beginnt Freitag, 5. Oftober, 20 Uhr, in der Turnhalle der 9. Boltsschule, Auguste. Bittoria Alee 37. Anhänger des bundestreuen Arbeiterfportes find als Gäfte fehr willkommen. Freie Faltbootfahrer Berlin. Donnerstag, 4. Oktober, Ghule WeinmeisterStraße 16-17, um 20 Uhr, Mitgliederversammlung. Sonntag, 7. Ottober, Vereinsohpaddeln von Königswufterhausen nach den utleifee. Doriselbst sportTennisabteilung bes Arbeiter Euen und Eportvereins Beißensee. Tonners tag, 4. Ottober, 19 Uhr, finbet im Vereinsheim auf der Rennbahn, Eingang 9oelde ftraße( gegenüber der Fabrit von Buril), eine sehr wichtige Abteilungsveriammlung flatt. Gleichzeitig geben mit belannt, daß ab Tonnerstag, 4. O jebem Donnerstag, Tischtennis gefpielt wird. Freunde des Arbeitertennissports Deutscher Arbeiter- Schach- Bund, 1. Kreis, 1. Bezirk. Am Tiche Betttämpfe( Spielgeräte mitbringen). Abfahrt 7.11 Uhr Görlizer Bahnhof. 14. Ditober findet ein außerordentlicher Bezirtstag des 1. Bezirfes statt. Gleichzeitig eine Bezirksleiter- Konferenz: Stellungnahme zu den Vorgängen im Sporttartell Berlin. Die Geschäfte bes 1. Bezirtes regelt bis auf weiteres die Kreisleitung, ba fi bie I and lebergeit willfemmes, tober, vorläufig von 19 Uhr ab, im Bereinsheim auf der Rennbahn, an A Geschäfts- Anzeiger MALERHÜTTE- BERLIN GH VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 1912 N018, LANDSBERGER ALLEE 38-39 FERNSPR. ALEXANDER 5628-29 [ 40 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Glasreinigung Fußbodenpflege * Fenster- u. Gebäude- Reinigungs- Gesellschaft. SO 16, Michaelkirchplatz 4 Tel.: F 7, Jannowitz 4514 * Horst Walther G.m.b.H. Siemensstadt, Voltastraße 2. 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