車 度 宜 L 69 Lif et ja ats rid Det 樓 be inn an eth 101 ben ätte iefe ife ebr Bor tion ute Ro Det bet pet 2 pell nter ibr bi Den jen ige DAY afe Lale n. fett Albendausgabe Rr. 470 B 233 45. Jahrgang Böchentlich 85 31 manatfid) 8.60 2. im voraus zahlbar, Bostbezug 4,32 02. einschl. Bestellgeld, Auslandsabonne ment 6,- M. pro Monat. Der Bormårts erscheint madhentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendansgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolf und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Biffen", Frauen. ftimme". Techni!". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Bolksblatt Donnerstag 4. Oftober 1928 10 Pfennig Die etnipaltige Nonpareillezetle 80 Pfennig. Reflamezeile 5.- Reichs mart. Kleine Anzeigen" das fettge druckte Bort 25 Pfennig( zuläffig amet fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bort 15 Pfennig, jedes weitere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben aählen für zwei Borte. Arbeitsmart Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 Pfennig. Anzeigen annahme im Hauptgeschäft Linden traße 3. mochentägl. von 8%, bis 17 Uhr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin S 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoft 292-297 Telegramm- Adr.: Eoztaldemokrat Berlin Boftichedlonto: Berlin 87 586. Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Banffonto: Bank der Arbetter, Angestellten und Beamten Wallstr. 65. Diskonto- Gesellschaft. Depofitentasse Lindenstr. 8 Zusammenstoß auf der U- Bahn Große Verkehrsstockungen./ Mehrere Nervenchofs, niemand verletzt. Durch einen 3usammenstoß zweier U- Bahnzüge furs vor dem U- Bahnhof Wittenbergplah wurde der gesamte Berkehr auf der Strede Nürnberger Plah- Gleisdreied stundenlang lahmgelegt. Mehrere Jahrgäste der starkbesetzten Züge erliften einen Nervenfchod, sonst ist aber, wie bisher festgestellt werden konnte, niemand verlegt worden. Da der Führerwagen des aufgefahrenen Juges mit der vorderen Achse entgleifte, war die Strede gegen Mittag noch immer gesperrt. Zu dem recht glimpflich abgelaufenen Unfall, der eine recht eigenartige Ursache hat, wird folgendes mitgeteilt: Heute morgen gegen 8 Uhr versuchte eine Frau auf dem U- Bahnhof Potsdamer Platz auf einen bereits wieder in Fahrt be findlichen Bug aufzufpringen. Sie tam aber zu Fall und stürzte fo unglücklich, daß sie mit dem linken Bein zwischen Wagen und Bahnfteiglante geriet. Mehrere Fahrgäste des Wagens, die aus bem Innern den Unglüdsfall beobachtet hatten, zogen sofort die Notbremsen, so daß der Zug sogleich zum Halten tam. Es bedurfte großer Anstrengungen, um die Berunglückte, die das Bewußtsein berloren hatte, aus ihrer gefährlichen Sage zu befreien. Diefe Störung hatte zu großen Stockungen auf der ganzen Strede Nürnberger Play- Wittenbergplay- Nordring geführt. Zahlreiche Büge, die bei dem starken Frühverkehr in sehr dichter Folge fahren, mußten mitten auf der Strede liegen bleiben. Da mit in solchen Fällen fein Unglück geschieht und die Züge nicht aufeinanderfahren tönnen, müssen fie in gewiffen Blockabständen menn das Signal auf Halt steht, warten; die Haltezeit an jedem Gignal dauert, wie uns die Direktion der U- Bahngesellschaft mitteilt, 1 Minute. Benn das Signal nach Ablauf dieser Zeit nicht wieder auf Fahrt geht, tann der Zugführer nach den bahnpolizeilichen Bestimmungen, die auch von der Aufsichtsbehörde genehmigt find, in Schrittgeschwindigkeit die Fahrt fortsetzen, bis er die Schlußlichter des eventuell vor ihm haltenden Zuges erkennt. Aus Ein solcher Fall war auch heute früh in der Nähe des U- Bahnhofs Wittenbergplatz zu verzeichnen. Durch den Unfall auf U- Bahnhof Potsdamer Platz lagen die U- Bahnzüge fowohl auf der Hochbahnstrede wie auch im U- Bahntunnel dicht hintereinander. Der Führer eines Buges hielt vorschriftsmäßig etwa 600 Meter vor bem Untergrundbahnhof Wittenbergplatz und setzte dann lang. fam nah einminutiger Haltezeit einminutiger Haltezeit die Fahrt fort bisher noch ungeklärter Ursache müssen Zugführer und Begleiter die Schlußlichter des unmittelbar vor der Einfahrt in den U- Bahnhof Wittenbergplatz stehenden vollbesetzten Zuges übersehen haben. Der Zug fuhr ziemlich heftig auf den haltenden Zug auf und entgleiste dabei mit der vorderen Achse. Der Fahrgäste der dichtbe. festen Wagen bemächtigte sich eine große Erregung. Mehrere erfitten einen Nervenfchod. Dem überlegten Handeln des Bersonals gelang es, die Fahrgäste zu beruhigen. Zu der Störung schreibt uns ein Leser: Bei etnem so wichtigen und unentbehrlichen Massenverkehrs. mittel wie die Untergrundbahn sollte eigentlih teine Störung vortommen meint das Publikum. Wie die heute früh eingesetzte Betriebsstörung zwischen Nürnberger Blaß und Wittenbergplat wieder einmal zeigte, geht es ohne Störungen nicht ganz ab. Der Beibtragende aber ist immer das Publikum. Angestellte und Beamte tommen zu spät, Termine und Vorladungen fönnen nicht eingehalten werden, Züge werden verfäumt usw. Man follte meinen, daß die Betriebsleitung der U- Bahn in solchen Fällen dem Bublifum meit entgegenkommt. Das Gegenteil ist der Fall: man versucht aus der Not des Publikums noch ein kleines Geschäft zu machen. Wer es nämlich und die meisten wissen es gar nicht versäumt, sich in solchem Falle, wenn man den Bahnhof berlassen muß, den Fahrschein zur Weiterfahrt gültig stempeln zu lassen, muß sich einen neuen lösen. Wer ihn aber Stempeln läßt, der hatte heute früh zunächst das Bergnügen, vom Nürnberger Blaz zum Bittenbergplah zu Fuß zu gehen. Dann murde einem der abgestempelte Fahrschein an der Kaffe abgenom en und 10 Bf. zurüdgezahlt. Dem verdußten Fahrgast schneidet die darob höchst amustert lachende Staffiererin das Wort ab: InStruftion! Wenn Sie sich beschweren wollen, fönnen Sie den Fahrschein zurück haben. Beschweren Sie sich doch! Auf dem Bahnhof Thielplaz steht das Publikum ratlos berum. Ein Herr, der Eile hat, fragt den Fahrdienstleiter, erhält leine befriedigende Antwort und wird erregt Der Fahrdienstleiter. ebenso amüsiert wie feine Kollegin am Wittenbergplay, rujt: BeIchweren Sie fich doch! Ist das nun die rechte Art, einem Bublikum, das durch die Verkehrsstörung oft schwere Nachteile er. leidet, zu begegnen? Jubiläum des Arbeitsministeriums. nod Am 4. Oktober 1918 wurde das Reichsarbeitsministerium, dessen Funktionen früher von dem Reichsarbeitsamt versehen wurden, gegründet. Unsere Bilder zeigen: Das Verwaltungsgebäude des Reichsarbeitsministeriums, Scharnhorststraße 35.- Links: Der jetzige Reichsarbeitsminister Rudolf Wissell. Rechts: Einer der ersten Reichsarbeitsminister, Alexander Schlicke. Es regnet Effi- Briefe. Die Arbeitermaffen werden einfach nicht befragt." Ueber die Kommunistische Partei der Tschechoslowatei ift ein Gtti Brief niedergegangen. Man wird sich erinnern, daß auch die vorlegte Leitung der Kommunistischen Partei in Deutschland( oder war es die drittlegte? Man findet sich fast nicht mehr zurecht!) durch einen Erki- Brief beseitigt worden ist. Das Eretutio- Komitee der Kommunistischen Internationale, daß ist das Etri- stellt fest, daß es in der tschechoslowakischen Partei drunter und drüber geht:„ Es mangelte an wirklicher, boischewistischer Selbstfritif sowohl der Parteileitung, als auch der unteren Organisationen Die Betriebszellen bleiben passiv und werden in das politische Leben der Partei nicht einbezogen." Dann wird der Parteileitung Baffivität im Rampfe gegen die Kriegsgefahr und gegen Faschis. mus" vorgeworfen, sowie die übertriebene legalistische Einstellung in der Arbeit" Jm einzelnen werden danach alle Fehler aufgezählt, " 4 Der Mordprozeß Anthony. Das Rätsel vom Goldzechhorn. Berichte 2. Seite. die die Führerschaft der Kommunisten in der Tschechoslowakei in der iüngsten Zeit begangen haben. Es heißt darüber: „ Die Partei( PC.) verblieb in der Etappe der sich zuspihenden Klaffenkämpfe und der herannahenden Kriegsgefahr passiv, und diese Passivität gewann allmählich einen fraß hervorfrefenden opportunistischen Charakter. Die Partei erwies fich zu schneller Mobilisierung und Umstellung ihrer Reihen unvorbereitet und hat sich unfähig erwiesen, einen affiven Widerstand der Maffen gegen die Offensive der Bourgeoifie ju organisieren, oder die spontanen Aktionen der Maffen zu leiten. Demzufolge beging die Partei im verflossenen Jahre eine Reihe überaus bedeutsamer Fehler, die dazu führten, daß die Sympathie, die die Arbeitermaffen ihr entgegenbrachten, bedeutend nachließ, und am Roten Tag erwies fich die Partei von den Masseu völlig isoliert." Ausführlich beschäftigt sich hierauf der Effi- Brief mit dem Zu fammenbruch des Roten Tages" im April diesen Jahres. Da mit verhält es sich so: Die tschechoslowakischen Kommunisten hatten mit großen Lärm eine große Demonstration in Prag angekündigt, als aber die bürgerliche Regierung mit polizeilichen Maßnahmen brohte, da verschwanden die Führer von der Bildfläche, und die paar tausend Man«, die aus Seren Parale hineingefallen waren, ließen sich widerstandslos von den Straßen vertreiben. JDie Partei hat sich versteckt' stellt das Ekki sest. und sagt dann wöttlicht „Der gruadlegende polltische Fehler des Roten Tage» bestand darin, daß diese gewaltig« Massenaktion v o n den Masten tsollerk wurde. Die Arbeilermassen wurden einfach nicht befragt, ob sie zur Ttkiion bereit seien, die Stim- mung der Masten wurde nicht geprüft... Der Gedanke der Der- anstollung des Roten Tage» setbst entstand aha« unmittel- bare Fühlung mit den Massen... Di« Losungen wechselten wiederholt... Selbst die Frage de, Charartcr» der Demonstration sab sie eine»on der Polizei erlaubte legal« sein soll, oder aber eine illegale, eine Kampfdewonstration) bticb bi, zum allerletzten Moment unentschieden." ff« wird schließlich von de? höchsten Stell« In der Kommunist:« schen Internationale festgestellt, daß die Masse irregeführt. die irregeführte Masse feige im Stiche gelassen, Lohnkämpf« leichtfertig eingeleitet und lystcmachisch verhunzt worden sind. Der Brief beschwärt die Mitglieder der Partei, sie sollten über dies« Ding« eine„richtige" Diskussion, das heißt, möglichst wenlg darüber reden, und er stellt in Aussicht, daß eine neue Leitung bestellt werden soll, die die Sache bester machen werde. Was hier von den Kommunisten in der Tschechoslowakei gesagt wird, die den verhältnismäßig stärksten Teil in der kommunistischen International« bilden, gilt in ähnlicher Weis« für dl« kommunistisch« Bewegung auch in anderen Ländern. Nicht zuletzt für die Kam- munistische Partei Deutschlands. Auch hier vollendete Unfähigkeit nicht nur in der Führung der Partei, sondern auch in der täglichen politischen Arbeit. Der Kampf der Cliquen um die Futterkrippe tobt zurzeit so heftig, wie kaum je zuvor. Der Partei- vorsitzend- wird abgesetzt, die Mitglieder wüsten da. Maul dazu halten. Es werden„Aktionen" veranstaltet, ohne daß man die Masten um ihr« Meinung darüber befragt. Wir find nun neugierig, wann der nächste Ekki-Brief für Deutschland erloffen werden wird. Di« deutschen Kommunisten sind schon längst reif dafür! Räuberbanden und Politik. Kommunismus besonderer Art. Bor dem Magdeburger Schöfsengericht wurde die'er Tage gegen eine Räuberbande verhandelt, die im cherbst 1924 die klein« Bohtrstation Wanzleben überfallen und mit vorge- haltenem Revolver den Stationsbeamten gezwungen hatte, die Sta> tionskasse heruszugeben. Einer der Männer war mit schwarzer Maske bekleidet gewesen. Tie Räuber erbeuteten 229 M. und suchten dann dos Weit«. Bei der Flucht über Stoppelfelder postierte einem von ihnen, dem Arbeiter Theodor Freihold. dos Mißgeschick, daß sich der in seiner Hosentasche befindliche Re. volver entlud und ihn am Dein derart schwer verletzte, daß er liegen bleiben mußte und am nächsten Morgen von suchenden Polizei- bcamten gesunden wurde. Seine Komplicen hotten ihn ruhig liegen lasten und waren vor allem aus ihr« eigene Sicherheit bedacht. Frei. hold wurde ins Krankenhaus geschafft, wo er aber kurz« Zeit später, zweifellos unter Mithilfe befreundeter Kreis«, entfliehen und ins besetzte Gebiet entkommen konnte. Mehrere Jahr« lang wurde Freihold gesucht. Schließlich wurde er von einem.„Kollegen", der sein« Dergongenheit kannte, verraten, so daß ihn die Polizei festnehmen konnte. In der langen Zeit hatte sich aber Freihnld unter falschem Nomen einwandfrei geführt. Bei seiner ersten Vernehmung, die kurz nach seiner Verwundung erfolgte, halt« er als Mittäter den Arbeiter Erich Gonschoreck und den Dachdecker Emil Padberg bezeichnet. 2lus Grund seines Geständniste» ist Freihold schließlich zu zwei- rinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während er früher immer angegeben hatte, die Tat ausgeführt zu haben, um den Ertrag der Beute der Unterstützungskaste der Kommunistischen Ar- Heiterparte: zustleßen zu lassen, stellte er sich in der Houptver. Handlung aus den Standpunkt, daß die KAPD. mit dem Raubüberfall nichts zu tun habe, sondern daß ihn lediglich wirtschaftliche Not zu der Tat getrieben hätte. Jetzt standen nun die beiden Komplicen Gonschoreck und Padberg vor Gericht. Für sie beantragten die Verteidiger Ein- siellung des Verfahrens auf Grund des letzten Amnestie- g« s e tz e s. Der Stationskassenraub in Wanzleben ent- springt noch Ansicht der Verteidiger politischen Motiven, da ein großer Teil de» erbeuteten Geldes in die Kaste der„Ä o m m u- n i st i s ch e n Arbeiter-Partei" gesloflen sei. Für diese Behauptung wurde der Beweis angetreten und die Verhandlung ergab einen erschreckenden Einblick in das damalige Getriebe der Kommunistischen Arbeiter-Partei, deren Mit- glieder auf Anordnung der Leitung auch nicht vor den f ü r ch t e r> lichsten Verbrechen zurückschreckten, um'die stets im Dalles befindliche Kaste dieser„Partei" durch Räubereien wieder oufzu- frischen. Der Vorsitzende der„revolutionären Unterstützungskommifsion der illegalen Kampfverbände der KAPD.", Leisner. Berlin, berichtete darüber als Zeuge: Nach dem Zusammenbruch des Kopp- Putsches haben sich in der Kommunistilchen Arbeiter-Partei. deren Führer in Personalunion mit der Arbelter-Union standen, sogenannt« Terrorgruppen gebildet, die sich zur Aus- gab« setzten, durch Kewaltmaßnahmen, auch durch Räubereien, die sich vor allem gegen staatliche Einrichtungen richten sollten, nicht imr die Sicherheit des Staate» zu erschüttern, sonder» dadurch auch das Prolekariat immer wieder daran zu erinnern, daß der Staat noch längst nicht die Macht so festgefügt Hude, wie das immer ange- noinnieii wurde. Di« KAPD. habe solch« Gewaltakt? unterstützt und habe auch Gelder, die aus solchen Räubereien zusammengeholt wurden, angenommen, um damit wieder agitatorisch unter der Arbeiterschaft wirken zu können. Di« Unterstützungskommission der KAPD. hatte zur Aufgab«, den Männern und deren Familien finanziell beizustehen, falls sie aus ihren Raubzügen gesaßt werden würden. D« Mitglieder dieser Terrorgruppen hatten sämtlich einen falschen Nomen und arbeiteten fast olle nach einem System. Raub- Überfälle wurden vor allem aus die Institut« der Reichspost und der Eisenbahn verübt. In Berlin bestand auch ein« Gruppe, die planmäßig Briefkastenberaubungen beging. Vor Gewaltanwendungen wurde nicht zurückgeschreckt. Der Zeuge Rusch ruft dazwischen:„wir haben wii handgranolen. Pistole« und Masken georbeiteil" Der Zeuge Michaeli«, der damals Organi- sator der KAPD. war und auch heute noch in dieser Bewegung tätig ist. bekundet, daß dies« illegalen Terrorgruppen ia ganz Deutschland bestanden und auch in ganz Deutschland„gearbeitet" habe«. Bei- spielsweise käme auch der groß« Raubübersall auf das Post- geböude in Stolp auf das Konto dieser Terrorgruppen. Aus Grund dieser Auesagen legte schließlich auch Freihold und Konschoret das Geständnis ab. im Dienste der KAPD. zum Räuber geworden zu sein. Dos Gericht erkannte tatsächlich aufEinstellungdesVerfohrrns.da auch auf diese Raub- züge zu o o l i t I s ch e n Zwecken die Iusi-Aninestie Anwendung finden müsse! Warum mordete die Anthony? Erneute Vernehmung der Angeklagten. Der Andrang de» Publikums zu der heutigen zweiten Sitzung, die eigentlich nunmehr nach dem peinlichen Vorfall mit dem geisteskranke« Geschworenen die erste Sitzung de» prozefle» ist. war beinahe«och stärker als gestern. Di« An- geklagte, Erna Anthony, hotte es heute vorgezogen. ihren schweren Pelzmantel ia der Zelle zu lasse«. Sie sah auch viel frischer und gefaßter aus und auf die Frage de» Vorsitzenden erklärte sie, daß es ihr besser ginge. Landgerichtsdirektor F i« l i tz kam noch Eröfsnnng der Sitzung mit einigen Worten auf den gestrigen Vorfall zu sprechen. Er sagte dann: Wir sind nun genötigt, die Verhandlung noch einmal von Ansang an zu beginnen. Ich möchte aber fragen, ob die vertci- digung der Angeklagten Wert darauf legt, bah die Bernehmung der Angeklagten noch einmal in derselben Aussührlichkeit vor sich gehen soll. R.-A. Bahn: Es genügt vollkommen, wenn der �herr Bor- sitzende in summarischer Äeise die Vernehmung der Angeklagten wiederholt. Daraus wurde nochmals mit der Erledigung der voc- geschriebenen Formalitäten begonnen. Die Zeugen wurden neu auf- gerufen und in üblicher Weise vermahnt. Es s e h l t e. wie schon gestern, ein wichtiger Zeuge, nämlich der K ausmann Becker, der bei der Vernehmung der Angeklagten viel erwähnte Chef der Erna Anthony. Don der Ehefrau Becker ist heute dem Gericht ein Schreiben zugegangen, daß ihr Mann durch Krankheit am Er- scheinen verhindert sei. Nachdem die Person allen der An- g e k l o g t en festgesteM und der Anklagebeschluß, der bekanntlich auf vorsätzliche Tötung an der Reinemachefrau Schüler, jedoch unter Wegfall der für eine Mordanklage notwendigen Ueberlegung ver- lesen worden war, wiederholte der Dorsitzend« die gestrige Aussage der AngeNagien. Rur an besonders markanten Stellen machte er der Erna Anthony noch besondere Vorhaltungen. Vors.: Sie stehe« auf dem Slondpunkt, daß Sie von Frau Schüler erpreßt worden sind. Sie haben aber gleichzeitig ange- geben, daß Frau Schüler mir ihre Entrüstung über Ihr« Beziehun- gen zu dem Chef ausgesprochen hotte, daß sie aber nie unter Drohun- gen Geld gefordert hat A n g e t l.: Sie hat nie gesagt:„Ich will etwas haben," aber sie lpat die Vorhaltungen imn»?r gemacht und ich habe ihr Geld und Suchen gegeben, damll sie nichts sage. Vors.: haben Sie das Gefühl gehabt, daß die Frau die Vorhcätünyen immer nur gemacht Hot, um etwas von Ihnen zu erhalten? Ange kl.: Ja. R.-A. Bahn: Gestern ist der Ang�logten vorgehalten, daß das Mester, das sie zur Tat verwendet hak und dos sie sich zum Brotschneiden angeschafft haben will, kein Brotmesser, sondern ein Aufschnittmester sei. Ich Hab« mir min in meiner Küchz da, bei mir verwendete Vratmcss« angesehen und dasselbe ist ganz genau et« ebensolches schmales, langes und biegsames Messer. Bors; Di« von der Polizei eingeholte 2lllskunjt von der Firma Henkel geht dahin, daß es sich nicht um ein prolmestcr handelt, sondern um ein ausgesprochene, Ausschnillwester. Zur Tat selbst gab Erna Anthony in sehr energischer Weite nochmals zum Ausdruck, daß es ihr gar nicht zum Bewußtsein gekommen sei. was sie getan habe, da es in der Kabuse vollkommen dunkel war. Vors.: Dann muß ich Ihnen noch etwas vorhalten, daß Sie nach der Art der Verletzungen nicht gestochen, sondern geschnitten haben und daß Sie um Frau Schüler herumgelangt haben müssen. Sie haben ja auch auf der Pclizei genau vorgemacht, v>!« Sie die Tot ausgeführt haben. A n g e k ll t Das habe ich erst machen können, nachdem ein Beamter mir gesagt hatte, wie die Frau ausgesunden worden ist, kniend, und wie es zewesen sein muß. Daraus habe ich mir erst ein Bild machen können! Di« Beamten haben ober immer gedrängt, daß ich alles schildern soll. Wenn ich bis nachts 1112 Uhr vernommen wurde, dann hieß es:„Sie zittern ja. wir glauben Ihnen kein Wort, Sie lügen." Vors.: Etwas merkwürdig ober ist es, aus Oer Phantasie genau zu schildern und zu zeigen, wie es gewesen ist. A n g e k l.: Ich wollte doch bloß weg von den Bsomten. Vors.: Jeder Angeklagte, der unter einer so schweren Schuld steht, sucht sich doch zu entlasten und nicht wie Sie, alles Belastende vorzu- bringen. A n g« k l.(mit laut erregter Stimme): Wenn ich dos zweitenwl auf das Präsidium kommen sollte, würde mir so etwas nicht passieren. Das Rätsel vom Goldzechhorn. Kaufmann Treiber unter Anklage des Gatienmordes. L. R. Dresden. 4 Oktober.(Eigenbericht.) Koosmann Treiber veraatworlet sich vor dem Pres- dener Landgericht wegen Gallenmordes:«t soll am 14 September 1926 seine Ehefrau Ilse Martha geborene F rot scher vorsätzlich und mit Ueberlegung von dem bei Helligenblvt t« Oesterreich gelegenen Goldzechhorn in«inen 70 Meter»es«« Abgrund hinabgestürzt haben, um die für ihre« Todesfall festgesetzte Versicherungssumme zu«rhalien. Die Verteidigung führen die Rechtcanwälie Dr. Alsberg. Verlin. und Dr. Fleischhauer, Dresden. Auf dem ersten Blick scheinen gegen diesen 22jährigcn Kousmonn i'.benvältigcnd« Indizien vorzuliegen: sein« Frau fällt einem Unfall im Gebirge zmn Opfer: der Mann dringt auf Auszahlung der Per. sicherung, di« er trotz seiner mißlichen Dermögensvcrhältnisi« abg«' schiosten und von der«r niemand erzählt hat; er zieht fast unmiitel. bar nach dem Tode seiner Frau zu seiner Geliebten— schon da, alles genügt, um anzunehmen, daß der llmall kein Zufall war: der Staatsanwalt ist ober der Ansicht, daß gegen den Ange- klagten auch sonst schwere Belastungsmomente oorlieg-n und will den Beweis dafür antreten— einen Indizienbeweis, an besten Schluß- glied sich die Tadesforderunz für de» Angeklagten anreihen soff. Vorläufig herrscht aber im Gerichtssaal die friedlichste Stlmmung der Welt. Der Angeklagt- ist ein hochgewachsener schnialgliedriger Mensch mit guigeschnittenen regelmäßigen Gesichtezügen, energischem Kinn, tiefliegenden Augen und konzentriertem Blick: ebenso gesammelt ist seine Ausdrucks, weis«: korrekt, präzis, ruhig, mitunter sehr energisch, wenn er aus sein« oerwickelten Verhältnisse mit seinem Kompagnon zu sprechen kommt. Man begreift, daß er als Kaufmann feinen Weg gemocht hat. Man stellt ihn sich als Ehemann ruhig, on sich haltend, viel- leicht etwas verschlossen und sein« Ge'ühl« tief in sich bergend vor. Er hat im Jahre 1921 die Tochter des Buchdruckereibesitzers und Verlegers der„Arnftädter Nachrichten", Frotfcher, geheiratet. Der Schwiegervater hat wegen Inflationsverluste seinem Leben ein End« gemacht. Man erfährt nicht viel über da, Aerhältni, der Eheleute zueinander, die Briese der grau zeigen sie als ein hannloses Gc- schöpf, das sich„Möpschen" nannte. Treiber selbst erklärt, daß d i e Ehe harmonisch gewesen sei, daß seine Frau seinen Neigungen Rechnung getragen habe. Briese, die vor Gericht verlesen we:Äen, scheinen ihm recht zu geben. So schreibt«r z. B. unmittelbar nach dem Tod« seiner Fra» aus Hetligenblut an einen besreundeten Arzt von dem schrecklichen Unglück, das ihm zugestoßen sei: in dem Brief au seine Geliebte Bayer heißt es u. a.: Du weist, wie wir(er meint seine Frau) miteinander gelebt haben und verstehst tzrohalb, wieviel Schweres ich durchgemacht habe. Mein« Frau war ein lebeno- bejahender Mensch: wir waren glücklich bis zur letzten Stunde: in der Todesanzelge nannte er sie„meine liebe Frau" und„meinen besten Sameraden". Und al» er jetzt dem Gericht den Unfall schildert, wird seine sonst so sichere Stimme für einen Augenblick leise um- schleierl. Oer Unfall selbst? Bor den Richtern. Anwälten, Sachverständigen— e» sind die, der Gericht»arzt Dr. O p p e- Dresden und Dr. H 0 d a n n- Berlin— und dem Stootsonwolt liegen erläuternd« Korten und Photographien. Der Angeklagt« schildert ausführlich die verschiedenen Berg- t o u r e n, die er während der Septembertage im Glocknergebiet mit seiner Frau unternommen hat, erzählt, wie er an dem Verhängnis- oollev Tage mit ihr den Ausflug nach dem Goldzechhorn gemacht Hot, wie sich beide auf der Felsplaft« niedergelassen hatten und wie dann sein« Frau mit Ihm plaudernd sich erhoben hat, um am Rande der Platt« einen besteren Ausblick zu genießen und plötzlich ver- schwunden war. Wie er kopslos zum Seebichl Haus zurücklief, ver- geblich mit den Wirtinnen die Gegend absucht« und am nächsten Morgen mst Hilft der Rettungsinannschaft aus Heiligenblut seine Frau tot auffand. Treiber wM sich anfangs gegen den Abschluß einer Lebensoer- sicherung gesträubt haben. Besonders unsympathisch war ihm der Vorschlag des Versicherungsagenten, den Versicherungsantrag blaß zu seinen Gunsten für den Todessall der Frau abzuschließ-n. Als jener aber wiederHoll in ihn drang und schließlich den Vorschlag machte, einen Vertrag abzuschlseßen, laut dem sowohl der«ine als der ander« Ehepartner im Todesfall« die Versicherungssumme aus- gezahlt bekommen sollte, ging er aber darauf ein. D«r Klausel, daß bei einem Unfall die zur Auszahlung kommend« Summ« verdoppelt werden sollte, hotte er keine besondere Bedeutung beige- mesl-n. Es wären dies 29 gl» Dollar gewesen. Als das ursprüngliche Versahren gegen ihn eingestellt wurde, erhiell er die Restsumme von 8S 000 M. ausgezahlt. 40000 M. hatte er bereits früher bekommen. Eine gewisse Spannung entsteht erst im Gerichtssaal, als Treiber, Liebesbeziehungen zur Sprach« gelangen. Sie waren mannigfaltiger Natur. Die Hausangestellte Annemarie Hoyel hat«r Im Jahre 1920 kennengelernt. Als sie stellungslos wurde, da unterstütz!« er sie. Er fuhr mit ihr nach Berlin, versah sie mit 600 M. für ein« Reise nach Swinemünde, machte ihr verschiedene Geschenke. Annemarie Hoyer war aber nicht die einzige Frau, mit der Treider zu Lebzeiten seiner Frau intim« Beziehungen unterhielt. Da war z. 58. eine Stenotypistin, mit der er vom I-hre 1923 bis zuletzt ein Verhältnis hatte, unbeschadet der Liebschaft mit der Hoyer. Geesthacht vor dem Parlament. Hamborger Bürgerschaft bebanvelt die kommunistischen Lleberfäile. Hamburg, 4. Oktober.(Eigenbericht.) In der Hantburger Bürgerschaft wurden am Mittwochabend in dreistündiger Debatte die blutigen Zusammen st äße zwischen Rottronlkämpftrn und Reichsbonner am letzten Sonntag in Geest» h a ch t besprochen. Der Senat antwortet« auf dies« von ollen Par« teien gestellten Anfragen, daß er neben der staatsanwalt« f ch a f t l i ch« n Untersuchung noch eine eigene Untersuchung durchführen«erde. Für die neuen Wahlen cm kommenden Sonntag seien durchgreifende Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Der Senat werde weiterhin demnächst«ine Vorlage einbringen, die eine Ver« ejnheitlichung in der Polizei leitung des ganzen Staatsgebietes vorsehe. In der Aussprach« kam es wiederholt zu recht stürmischen Auftritten, da die Kommunisten«, offenbar darauf. angelegt hatten, einen Krach zu Inszenieren. Von dem Redner der bürgerlichen Fraktion wurde besondere da? Verhallen d«, Regie- rungsrates kritisiert, der als Polizeileiter es verabsäumt hatte, Polizeimannschaflen aus Hamburg anzufordern, obwohl dort die Polizei alarmbereit gelegen hatte. Der demokratische Redner machte den Ressortpartikulorismuz in den einzelnen De- Hörden für die mangelhafte Sicherung verantwortlich. Der kommu« nistische Redner versuchte, unier wüsten Ausfällen gegen Reichsbanner und Sozialdemokraten, dem Reichsbanner di« Schuld on den Zusammenstößen zuzuschieben, imitzt« sich ober von dam Redner der Sozialdemokratie, der selbst Augenzeuge der Zu« sammenstöße war, eine energische Zurechtweisung gefallen losten. Der stizialleniokra tische Redner stellte fest, daß die Kommunisten dt, Reichshijnnergruppe angegriffen hätten und be- kündete, mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie aus den Rot- frontabtetlungen geschossen worden sei. Ein kommu- ntstischer Antrag, sofort dt« Einsetzung eines besonderen Unter- suchungsau-schustes zu beschließen, wurde mit großer Mehrheft abgelehnt._ Klodkverordnek» Koinmerzlenrat Bamberg, der di« Demolra- tisch« Partei vertrat, ist im 82. Lebensjahr gestorben. Bamberg wurde im Jahr« 1846 geboren und war zurzeit das on Lebensjahren älteste Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Der Stadtverordnetenversammlung gehörte er scft 1900 an. 5B:i Vollendung de, 80, Lebensjahre, wurde er zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. E, e Forderungen des AFA- Bundes Die Konzertsaison belebt sich. Berhandlungen des Hamburger Hamburg, 4. Oftober.( Eigenbericht.) Einstimmig wurden drei Entschließungen zur Kartell und Monopolfrage, zur Stillegungsverordnung und zur Bildung Don Konzernbetrieben angenommen. In der ersten Entschließung fordert der Rongreß die Errichtung eines Reichsamtes für Kartell. und Monopolverwaltung, Konzertrundschau/ Von Klaus Pringsheim. maßen nur Mittel zum 3mef des Konzertierens jein sollte, als Re- Mittelpunkt und alleinigen Konzertinhalt herausstellt. Sich durch legen, fich behaupten: jo heißt das Ziel, nach dem der einzelne fich einander- man famt ofs Stonzertgeber die egozentrische Einstellung orientiert. Wir erleben es täglich; drei Biolinkonzerte" hinter nicht weiter treiben.( Das Uebel, dem hier nicht auf den legten Grund gegangen werden fann, beginnt freilich schon bei dem Künstler, der sein eigener Konzertveranstalter sein will oder muß). Aber von hätte gewiß das letzte den drei, die Francis Aranyi an einem Abend spielt, hätte eins, den hier freilich im llebermaß gehäuften Gawierigkeiten fein geige Don Paganini genügt, um darzutun, daß Hindernisse, die nicht möhelos genommen werden, zeugen gegen den, risches Könnnen nicht, vielleicht noch nicht entspricht; doch, leider, der sie sich zugemutet. Ein anderer Fall: Bronislaw Huber. Der neue Herr des Sinfonieorchesters. Es gab einen Monarchen, der mußte in alles hineinregieren. gieren war ihm Leben, es war das Armen feines töniglichen Willens. Bis er uns denn gründlich hineinregiert hat. Es gibt eine Leiden fchaft des Regierens, des Herrscher- feins nicht nur bei Monarchen; in dem die Spikenorganisationen der Bereinigungen der Arbeites gibt Dirigenten, die sich in ,, Dirigieren" in stummem Be nehmer vertreten sind. In der Entschließung zur Stillegungs- fehlen nicht genug tun tömmen. Der neue Herr des Berliner nerordnung fordert der Kongreß erhöhten Schutz der Ange- Sinfonieorchesters, Dr. Ernst Kunwald, ist so scheint es stellten für das Opfer, das von ihnen im Interesse einer gesteigerten ein wenig von dieser Art. Das ist noch kein Borwurf, es ist eine Rentabilität der Unternehmen verlangt wird: Die Angestellten, Feststellung, aber sie ist nicht bedeutungslos ein paar Tage nach dem die durch llebertragung der Probuftion auf einen anderen Betrieb geglüdten Experiment des dirigentenfofen Orchesters. Denn das war arbeitslos werden, ohne eine ihren Fähigkeiten entsprechende Be- ja mehr als mir der Verfuch, ungewohnte Bedingungen des Musizie fchäftigung zu finden, haben mindestens während einer Uebergangsrens technisch zu erproben; das war, gewollt oder nicht, ein mensch licher Borstoß, ein sozialer Protest; die Zeit wird ihn verstehen müssen. man. Auch er spielt, mit dem Philharmonischen Orchester, brei Kon Es gibt noch andere soziale Nöte als die materiellen, mody andere menschliche Gegenfäße als den von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.zerte genauer gesagt, zwischen Mozart G- Dur und Beethoven, Schlimmer vielleicht, verderblicher hat in der Geschichte der preußisch deutschen Menschheit der Standesgegensatz von Borgesetzten und Untergebenen gemudert. Selbstverständlich, die Regel wird nicht gleich durch die erste Ausnahme erschüttert, der Dirigent ist notwendig, und der Körper muß dem Kopf, der ihn lenkt, untertan fein. Respekt vor der unerbittlichen Sachbeseffenheit des Dirigenten, die dem Werk gift; aber sie darf nicht mit Machtbesessenheit, dem Drscheſter gegenüber, permechselt werden. Den Generalnuufifdirektor, dem der Ge neral wichtiger ist als die Musif, will und wird die heutige Mufiterschaft nicht mehr ertragen. Herriot in Berlin. Der französische Kultusminister Herriot besucht gegenwärtig Berlin, um hier Studien über Beethoven zu treiben. Unser Bild zeigt den Minister am Brandenburger Tor. zeit Anspruch auf eine Entschädigung bis zur Höhe ihres 5 alten Arbeitsverdienstes. Die Aufnahme einer neuen Arbeit an anderen Ort muß den Angestellten burch Umzugs. entschädigung, durch Zuschuß zum doppelten Haushalt ufm. erleichtert werben. Die Stillegungsverordnung ist in der Weise auszubauen, daß sie diese Entschädigungsansprüche der Arbeitnehmer gefeßlich sichert." Die Entschließung zur Bildung von kon dern- Bririebsräten meist auf die zunehmende Betriebs. tonzentration hin, die den Betriebsräten imuner mehr die Erfüllung ihrer Aufgaben erschwere. Der Af2- Kongres fordert daher einen Ausbau bes Betriebsrätegejeges, ber der gesteigerten Ronzentrationsbewegung Rechnung trägt und die Bildung von Ge. famtbetriebsräten mefentlich erleichtert." 12 17 g g git f er te, Den Bericht über Uenderungen des Organisations. tatuts erstattet Schweizer. Die Bestimmungen der Haupt. jagung des A12- Bundes über seine Aufgaben folen babin ergänzt werben, daß es u. a. auch Aufgabe des Af- Bundes ist, die mit gefeßlichen Funktionen betrauten Bertrauensmänner ber angehloffenen Verbände zusammenzufassen und zu schulen. Die wesent. lichsten der vorgeschlagenen Sagungsänderungen betreffen die Be irtstartelle. Während bisher die Bezirksfartelle nur aus ben bezirtlichen Gleberungen der angeschloffenen Berbände be. tanden, sollen fie fünftig auch aus den Ortskartellen im Bezirk be Stehen. Bon den sonst noch vorgeschlagenen Gagungsänderungen ift ie trähnenswert, baß fünftig an Stelle ber bisherigen brei gleich er berechtigten Borfizenden nur noch ein Borligenber und esei Stellvertreter gewählt werden sollen. Der Bundesvorsigende den Bundesvorstand gerichtlich und außergerichtlich vertreten It bie foll und befugt sein, Angelegenheiten des AfA.Bundes und gemeinsame Angelegenheiten der angeschlossenen Verbände im eigenen Namen on du verfolgen. 110 In der Abftimmung über die Sagungsanberungen erden die Borschläge des Bundesvorstandes über die Hauptfagung nomie über die Sagung für die Bezirtstarielle und Ortstartelle e einstimmig angenommen. Die 17 t ererg batte Wahl des Borftandes folgendes Ergebnis: Aufhäuser( Butab), Borsigender; Aman( 362), Buschmann( D.), Mary( Banfangestellter), Gulte( Bolierbund), Schweizer( Butab), Ballauer ( Bühnengenossenschaft) Beisizer. Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und UmTage heiter und mit zahlreichen ent Det oft Weitere Erwärmung, fchwache füdöstliche Binde. Radtfröfien Für Deutsch Dr. Kunwald also ist als Emil Bohntes, des schwer zu erfezenden, Nachfolger zum Leiter und Erzieher unseres zweiten Konzertorchesters berufen. Ziel aller erzieherischen Arbeit sollte sein, den Erzieher entbehrlich zu machen; dieser scheint von dem Ehrgeiz getrieben, des Führens Unentbehrlichkeit zu betonen. So ist seine Dirigiertechnik: herrisch, zwingend, nicht überredend; daher auch in der Wirkung eher vergröbernd als verfeinernd; fie appelliert mehr an den Gehorsam als an den Willen der Spieler, vorsorglich fozusagen die Unlust niederfämpfend, die in diesen hervorgerufen wird. Ob das die rechte Art ist, das Niveau des Orchesterspieles nachhaltig zu heben erste Bedingung dafür ist allemal die Spielfreudigkeit jedes einzelnen, haben mir wohl abzumarten; unbestritten aber hat fie Diesmal eine ungewöhnlich eindringliche, flar profilierte Wiedergabe der fünften Beethoven- Sinfonia( und der anderen Werke des Progromuns) gezeigt. 24s Mufifer, der an sich und seine Mission glaubt, steht der Dirigent, dessen reiche Berufserfahrung bekannt ist, souverän über seiner Aufgabe; wir wünschten, daß er etwas weniger erhaben über dem Orchester ſtände. Bier Geiger. Immer wieder: so menig mie die Wirksamteit überragender Dirigenten darf das solistische Element, foll die individuelle Leistung des großen Instrumentalvirtuofen in ihrer Bedeutung vertleinert merden. Gegat die Ueberbem: rtung des Einzelpersönlichen, mie sie im gesamten Aufbau des bürgerlichen Konzertlebens zum Ausdrud tommt und durch ihn gefördert wird, reichen sich unsere grund fählichen Bedenken, gegen den Mißstand und das Weißperständnis, daß der ausübende Künstler sich selbst, seine Berfon, die gemisser Revolutionshochzeit." Mozartfaal. Die Mera ber mehr oder meniger fonterrenolutionären russischen Filme, die immer noch in Amerika und Deutschland entstehen, gibt auch diefem Film zeitgenössische Bedeutung. Denn im Grunde ist auch er fonterrevolutionär. Der Oberstleutnant der französischen Revolutionsomee, der so chevalerest einer schönen Frau zuliebe ihren eben angetrauten Mann, den odligen Emigranten, entlaufen läßt und dafür bemußt sein Leben opfert, wird nicht mir seiner Sache untreu, sondern handelt ganz im Sinne einer spielerischen Ariftotrafie. Er hat allerdings viele Entschuldigungen für fidy: er ist auf den ersten Blick in die Frau nerliebt, und es reigt ihn boppelt, im Gegensatz zu dem um sein Leben bangenden Feigling von Mann, der Frau zu zeigen, baß fie ihm den Einfah des Lebens für die einzige Nacht wert ist, die fenem nichts galt. Der spannende, fenfationelle Film- nach dem bereits auch in Musik übersetzten Schauspiel von Sophus Michaelis hat den Vorzug einer brillanten Berbiblichung. A. W. Sandberg hat dem Manuskript der Firma Falt und Liebmann einen heißen Atem verlichen und es mit inter effanten Lichtern überstreut. In den Massenszenen wird ein Stüd französischer Revolution lebendig, besonders auch dank der musifoli fchen Jllustration non G. Becce. Der Biederschein der gesellschaft lichen Stultur des 18. Jahrhunderts ift mit Delifateffe eingefangen und durch hübsche Details belebt. Vor allem wird auch das Ensemble. fpiel der Darsteller mit fundiger Hand geleitet. Das Liebespaar Gösta Etman und Diomira Jacobini ist schlechthin vollendet. Man glaubt beiden die schwärmerische Hingabe und das Glücksgefühl am Rande des Todes. Die junge Künstlerin, eine Schwester der Maria Jacobini, hatte prachtvolle Momente. In einer Bofenrolle entzüdie die blonde Starina Belt. Bor allem aber feffelte Friz Kortner durch seine Charakterstuble des bärbeißigen, frauen feindlichen Stomiffars, ber unter der rauhen Schele ein warmes Herz birgt und trotzdem der Sache der Republit bie Treue wahrt und ihr ben geliebten und benunderten Oberstleutnant opfert. D. Ein Abessinienfilm. Treptow- Sternwarte. 98 An Mheffinienfilmen herricht gerabe tein Mangel, haben mir boch fchon Berte gefehen, bie fich speziell mit der Menschen. Tier- oder Pflanzenpelt beschäftigten und ohne langweilig gu merben dem Nur- Zuschauer piele Lernmöglichkeiten übermittelten. Rurt 2ubin fti tommt nun mit einer Reportage im Joftil. Er machte feine Hochzeitsreise nach diesem völlig felbständigen Eingeborenenstaat, start beschäftigt mit seinen rein persönlichen Angelegenheiten, aber nicht fällige Griebniffe, bie, gelinde ausgebrüdt, mitunter in ein Durcy einander ausarten. Dabei Lann Sturt Lubinſti filmisch- feuilletonistisch eine( jelten gehörte) Konzertsuite des Ruffen Lanejem, die allerdings nur in ihrem letzten Teil, einem Variationensch, als Arbeit fesselt. des Instruments, hier ist die Ausnahmeerscheinung eines KonzertAber hier ist nicht nur höchste Bollkommenheit in der Beherrschung gebers, der aus dem Bollen seines tiefen Mufitertums schöpfend, in ter Tat ganz als Gebender vor seinen Hörern steht; nicht mehr in Sorge, fich zu behaupten, fich durchzusehen, fann er sich durchaus den Werfen hingeben und dem inneren Beruf zu solchem Dienſt. immer, heute zu den ersten Geigern meit über die deutschen Grenzen, Aud Georg Rulentampff zählt, in jungen Jahren noch und er findet mie im Ausland in Berlin sein Publikum. Eben mäßigkeit und makellose Reinheit des Tones, unfehlbarfeit einer un gewöhnlich vielseitig entwidelten Bogentechnit, dazu fultiviertes Musikgefühl und durchbringender Kunstverstand bilden bei ihm das seinen Willen, blendet und hinreißt. Strawinftis Pergolefe- Suite Fundament einer Leistung, deren hohe Sachlichkeit, gleichsam gegen nicht an Rang) hat Josef Wolfs that in diesen Tagen sich hören schlägt ein wie eine Effetinummer. Und als vierter endlich( vierter laffen: in einem Schubert- Programm, das freilich auch Nebenfäch liches enthielt und als hervorragender Vertreter seines Instruments, wie man ihn, den Konzertmeister der Staatsoper, fennt und schätzt. Mandolinen- Orchesterkonzert. Und immer wieder, durchaus ohne tendenziöse Hebertreibung: um die inneren Boraussetzungen des Musizierens ist es heute nirgends besser bestellt als in unseren Arbeiterkonzerten. Ein anderes ist der musikalisch- technische Maßstab, an dem etwa die Darbietungen des Deutschen Arbeiter Mandolinen- Bundes zu messen find. Aber, vollkommener Einklang zwischen dem Anspruch, der sich stellt, und seiner Erfüllung: mehr als dies ist non teiner Leistung in der Welt zu fordern. Und das gilt im ganzen mie im einzelnen von dem Bezirtstonzert, das der Bund, seinen Mitgliedern und Freunden zur Freude, jüngst im Großen Gaal der Hochschule für Mufit veranstaltet hat. Nur mit dem Programm hatte es wohl einige Schmierigkeiten, aber daran haben die Ausführenden feine Schuld. Die Literatur für Mandolinenorchester ist dürftig und be megt sich in bescheidener Höhe, es wäre für unsere Komponisten der Mühe wert, sie ein wenig zu heben und zu bereichern. Was eine schöne Frau begehrt." Alhambra. Dieser Kitschtitel, der einem Tanzchanson entnommen sein fönnte, gibt von dem Film ein falsches Bild. Ein junges Mädchen aus New Yort führt ein Doppelleben. Am Tage sizt sie an der Kontrolltasse eines Restaurants und abends verkehrt sie in der besten Gesellschaft. Wie sie dort hineingekommen ist, wird nicht näher ausgeführt, aber Billie Dove maht dieses Wunder durch ihren Charme und durch ihre Saltung verständlich. Es folgt dann die Entlarvung und trotz des Heiratsantrags eines Millionärs geht sie mit einem armen Ingenieur nach Chile. Hier endet der Film und müßte eigentlich erft beginnen. Denn es ist nich anzunehmen, daß sich die verwöhnte Frau in der Einsamkeit eines chilenischen Bergwerts ausnehmend wohl fühlen wird. Der Film behandelt also ein pinchologisches Thema und damit verknüpft ein fo. ziales: das fleine Mädchen möchte gern Beltbane sein. Allertings wird dieses Broblem in den Magazinst übertragen, als Luftspielthema. ohne großen Apparat und ohne Bertiefung, selbst ohne Stellungnahme für und gegen gegeben. Aber der Regisseur Richard Ballace versteht die Atmosphäre der beiden Belten, ihre be fondere Art zu gestalten, ganz impressionistisch, mit ein paar tnap pen Etrichen, und Billie Dove, manchmal zu weich photographiert, ist eine Darstellerin von großem können. Sehr gut die Männer Lloyd Hughes und Balter McGraib. " F. S. Das Mostauer jüdische Theater feste fein Gastspiel im Theater des Beftens" mit der schon von früher her bekannten Die Darsteller und ihr Reife Benjamins III." fort. Regiffeur Gronomsty, der ihnen den russisch- afrobatischen Einschlag gibt, wiffen die jüdische Legende von der Fahrt ins geloble Land mit foniel Farbe und Leben zu erfüllen, daß man gespannt und mit teilnehmendem Intereffe diesem zunächst befremdenden und breit ausgesponnenen Märchen folgt. Die Kalendereform im Bölferbund. Der von der Kommission des Bölkerbundes für das Verkehrswesen eingesetzte Unterausschuß für die sogenannte Blochmannsche Kalenderreform hat seine Arbeit abgeschlossen und hat der Berkehrstommiffion berichtet. Danach besteht über die Festlegung des Dfterfestes auf den Sonntag, der ouf den zweiten Sonnabend im April folgt, vollfommene Einigkeit. Reform zu tun. lleber alle übrigen Borschläge zu einer Kalenber Der Ausschuß empfiehlt, die nötigen Schritte zur Ausführung dieser reform besteht noch keine Einigkeit. Der Ausschuß stellt fest, daß im allgemeinen teine Neigung für diese Reform besteht. Er empfiehlt deshalb, die Entfaltung einer ausgedehnten Bropaganda in allen Ländern anzuregen, um die öffentliche Meinung an diese Reform zu gewöhnen. Kunstchronit Rm Beftibül der Gemäldegalerie des ailer Friedrich Muſeums find bie Neuerwerbungen biefes Jahres ausgeftellt, barunter ein frühes Bild von Sacob Jorbaens, Chriftus unb bie brei Marien. bedeutungsvoll schildern, das hat er uns durch seinen Islandfilm be Ein neues Toller- Drama. Ernst Koller arbeitet zurzeit an einen neuen pielen. Diesmal befinnt er sich leider nur bei Landschaftsaufnahmen Drama Beiber fagen Männer, das noch in dieser Saison gur Urauf auf fein können, und so bringt er menigftens von einem in berführung tommen soll. andere ist nur Hochzeitsreise, und es erinnert peinlich an ben auch in Berliner Straßen nicht unbetamten Ruf: Halt, Sie murden Ebene liegenden Kraal Bilder von unauslöschlichem Reiz. Alles forben gefilmt." b. Bruno Wille- Gedächtnisfeler. Die Freie Soshschule Berlin veranstaltet für the berkorbenes Gärenmitglied Dr. Bruno Wille am Sonntag, bem bächtnisfeier. Die Gedächtnisrede hält Dr. Apel, Prof. Ferdinand Gregori 7. Oftober, mittags 11 Uhr im Lebrervereinshaus. Alleranderplat, eine Ge lieft aus Bruno Bites Dichtungen. Schicksal einer Bierzehnjährigen. $ 218. Vater und Stieftochter.- Die Zante auf der Anklagebant. Die vom Arzt vorgenommene Abtreibung der Leibesfrucht, deren Ursprung der Mißbrauch einer noch nicht Sechzehnjährigen ist, bleibt ftraffrei. Der Entwurf zum tschechoslowakischen Strafgefehbuch. Moabit. Deffenlichkeit ausgefchloffen. Abtreibungsfache. Auf der Antlagebant eine vermeinte vierzigjährige Arbeiterfrau. Mäherin. Mutter von vier Kindern. In fünfzehn Minuten ist die Berhandlung zu Ende. Urteil: 3wei Wochen Gefängnis. Tränen. Bewährungsfrist ein Seufzer der Erleichterung. Eine Bagatellfache, eine Angelegenheit, wie sie im Laufe des Gahres zu Tausenden in Moabit sich abspielt. etwas vorgekommen sei. Bielleicht sei es von dem. Der Stiefvater, ein Gutstnecht, wird ins Gebet genommen. Auch er leugnet. Der Karl muß es gewesen sein, der ist mit der Anni gegangen, obgleich der Stiefvater es ihr verboten habe. Schließlich fand man doch die Wahrheit; das heißt die endgültige nicht: Wer der Vater des Kindes war, blieb fraglich. Das eine stand aber fest: der Bursche hatte was mit dem 14jährigen Mädel zu tun, und da der Stiefvater es wußte, verschonte auch er feine Stieftochter nicht. Wie sollte man da wissen, wer der Bater Als aber die Anni in andere Umstände fam, versuchte er heimlich vor der Frau sie von den Folgen zu befreien. Als alles ergebnislos blieb, schickte er sie mit Wissen der Frau zu seiner war! SPD.- Fraffion des Vereins für Freidenfertum und Feuer beftattung, Berlin, Gruppe 23, Stadtbezirt 10. Einladung zur Ber jammlung der SPD. Freidenfermitglieder zum Freitag, dem 5. Dtio ber 1928, 19 Uhr, in der Wiesenburg, 3ehlendorf, Teltower Straße 4( am Bahnhof Mitte). Tagesordnung: Organisationsfragen, Umgruppierung des Bezirks. FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 4. Oktober. Berlin. 16.00 Dr. Jur. Hans Schneikert:„ Der gegenwärtige Stand der gerichtliches Schriftvergleichung". 16.30 Satiren, Grotesken, Galgenhumor und Galgenlieder. Und doch: Welche Fülle lebendiger Tragil ist hier zusammen, Schwester nach Berlin. Die half, so gut sie fonnte. Und fam auf 17.00 Ludwig van Beethoven, 1. Sechs Variationen op. 34( James Simon am gedrängt! Die Näherin mird ihre Strafe nicht zu verbüßen brauchen, die düstere Grinnerung an das Erlebte wird sich allmäh lich verwischen. Die Sache" aber offenbart ein Stüd sozialen Ge schehens, sie wird zur schweren Anklage gegen bestehen be Gefeße und Sitten. Deffentlichkeit ausgeschlossen? Der Fall schreit förmlich nach breitester Deffentlichfeit! Eines Tages erscheint die vierzehnjährige Nichte vom Lande bei der Tante in Berlin mit vielen Grüßen vom Bater, dem Bruder ber Tante: sie möge doch der Anni helfen. Die Bierzehnjährige erzählt: Ein Bursche habe ihr Gewalt angetan und nun sei sie in anderen Umständen; sie dürfe aber doch tein Kind friegen, die Mutter sei auch in anderen Umständen, zu Hause selen schon vier Kinder und dann überhaupt... Was sollte sie mit dem Kinde? Die Bierzehnjährige tut sehr überlegen, fie meiß gut Bescheid, und die Tante hat allen Grund, zu vermuten, daß die Nichte bereits Berschiedenes on sich versucht habe. Sie weigert sich, etwas vor zunehmen. Die Kleine weint, läßt nicht ab: fie fahre so nicht wieder nach Hause,„ es“ müsse fort. Die Tante dentt an ihren Bruder, an die vielen Kinder im Hause, an die Bierzehnjährige, die nun Mutter werden soll, sie benft an ihre eigene vierzehnjährige Tochter, faßt ein Herz und wendet ein Mittel an, ein ganz einfaches Mittel, das durchaus nicht gefährlich und gewöhnlich erfolgreich ist. Es tann aber auch gefährlich werden und muß nicht immer gerade Erfolg haben. Diesmal gelingt es nicht, schlimme Folgen stellen sich ein, die Bierzehnjährige muß zum Arzt. Dieser erstattet pflichtgemäß Anzeige bei der Polizei. Die Gerichtsmaschine tommt in Betrieb: Wer der Bater des Kindes sei, bringt man in das Mädden. Der Karl aus der Nachbarschaft," sagt die Anni. Man nimmt den Karl vor. Er will nichts davon wissen. 3war habe er an dem jungen Ding, als es noch Schulmädel war, Gefallen gehabt. Später sei er wohl mit ihr gegangen, zu etmas Ernstem sei es aber nie gekommen. Aber einmal habe sie ihm erzählt, daß mit dem Stiefvater Theater, Lichtspiele usw.etropol- Theater Donnst., d. 4. 10. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 100 Uhr Cavalleria rusticana Bajazzi Staats- Oper Am Pl.d. Republ. A.-V. 71 19 Uhr Donnst, d. 4. 10 Städtische Oper Bismarckstr. Turnus II 19 Uhr Heute 7 Uhr Uraufführung Don Franz Lehars Fidelio Friederike Staatl. Schauspielh. Am Gendarmenmark R.-S. 58 20 Uhr Was jede Freischütz Frau weiß Staatl. Schiller- Theater, Charitbg. 20 Uhr Die Weber SCALA 8 Uhr B 5. Barbarossa 9256 Original Theremin- Trio, Musik aus der Luft, Powers Riesen- Tanz- Elefanten vom New York- Hippodrom und das große Var ete Programm. Großes Schauspielhaus 8 Uhr CASANOVA 8 Uhr mit Michael Bohnen. Regie: Charell 3 U. Sonntag Nachmittagvorstig. 3U zu halben Preis. Ungekürzte Vorst. Renaissance- Theater 8 Heute 84 Ton in des Töpfers Hand Tragödie einer Familie v. Theodore Dreiser. Deutsch von Paul Eger. Regie: Gust. Hartung. 8% Uhr CASINO- THEATER 8/ Uhi Lothringer Straße 37. Neu! Neu! Stöpsel Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Gutschein für 1-4 Pers Fauteuil nur 1.15 M., Sessel 1.65 M Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Reichshaien- theater Abends Sonnt. nchm. Steffiner Sänger Das wandervolle Oktober Progt.! dachm. halbe Preise voiles Progr. Donhoil. Brett'i: Varieté- Stimmung, Tanz! Anfang 8 Uhr. Sonntags 5% Uhr Buch von Dr. Berzer u. 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Der Entwurf zum neuen tschechoslowakischen Strafgesetzbuch läßt die vom Arzt vorgenommene Abtreibung auch dann straffrei, wenn die Befruchtung durch Notzucht, Schändung oder Mißbrauch einer noch nicht Sechzehnjährigen erfolgte; wenn die Befürchtung besteht, daß das Kind förperlich oder geistig schmer belastet zur Welt kommen würde; wenn eine Schwangere bereits für drei Kinder zu sorgen oder bereits fünf Sinter in die Welt gelegt hat; menn die Schwangere geiftestrant oder blödsinnig ist. Auch fein ganz vollkommenes Gefeßz. Aber trotzdem. Der Werftarbeiterffreif. Die Unternehmer entlaffen die Streifenden. L. R. Hamburg. 4. Oftober.( Eigenbericht.) Der Kampf auf den Seefchiffswerften geht unverändert weiter. Die Hamburger Werft Blohm u. Boß hat am Mittwoch durch öffentliche Bekanntmachungen die Entlassung aller Arbeiter ausgesprochen, die sich im Streit befinden. Der Streif macht sich in steigendem Maße auch für die kleineren Reparaturarbeiten bemerkbar. Die verfügbaren Arbeitskräfte, Bor: arbeiter, Dodmeister, Lehrlinge und Arbeiter übe 60 Jahre, die von der Teilnahme am Streif entbunden wurden, können den Anforde rungen nicht mehr überall gerecht werden. Lustspielhaus Täglich 8 hr Arm wie eine Kirchenmaus E. v. Thellmau, J. Riemann. R.Malier, Matten Berish Theater des Westens 8 Uhr:# Moskauer jüd. akad. Theater Die Reise Benjamins M. Reg.: A. Granowsky Barnowsky- Bühnen fa. Königgrätz. st. Täglich 8 Uhr Der rote General. Komödienhaus Täglich 8 Uhi Hokuspokus mit Curt Götz Kleines Theater Täglich 8 Uhr: Max Adalbert in Müllers Hermine Sterlee, Artisten Landa, Siklar Leichname Max Reinhardt Theater am Schiffbanerdam 8 Uhr Die Drei- GraschenOper Thalia- Theater 8 Uhr Schneider Wibbels Auferstehung Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Die Weber Tb. em Schiffbauerdamm raglich 8 Uhi Die Komödie HALLER- REVUE Bismarck 2414/7516 84 Ende 11, Uhr Eltern und Kinder Komödie von Bernard Shaw Kammerspiele Norden 12 310 8 U. Ende 10 Uhr Oktobertag Schauspiel von Georg Kaiser Vorverk. ab 1. Okt. auch im Pavillon d Reinhardbühnen, Schön und schick" Th. im Admiralspalast Täglich 8 Uhr Sonntag 2 vorstellungen 3 Uhr a. 84 Uhr. Nachmittags die ganze Varstella. zu halben Preisen Thalla- Theater Oresdener Str. 72-72 Schneider Wibbels Auferstehung Ku fürstendamm, Hendels, Grodiczinski. Ecke Uhlandstrasse Bismarck 448 u 449. Die Drei- Groschen Berliner Theater Oper Paulsen, Valetti, Ander, Gerron, Ponto, Kühl, Lenja. Direkt.Heinz Herald Charlottenstraße 96 Dönhoff 170 8 Uhr R ose- Theater Gr.Frankforter St.137 8 Uhr Sür 50 Pfg. ins Talhalla- Chealer! 8 Uhr: Varieté und Tanz Komische Oper James Klein- Revue: Tausend nackte Frauen!! Die große Revue der „ Freien Liebe" Parkett nur 4,50 Mk. Theatera.KottbusserTor Kottbusser Str. 6 Tel.: Moritzpl. 16077 Täglich 8 Uhr, auch Sonntags nachm. 3 Uhr( ermäß. Preise) Elite- Sänger mit Silberne Putti Hochzeit u. einem toll. Lebensbild Schwank Volkspreise: Mk. 0.50 b. 2 00, Logen 2,50 Theater in der Stadi Dirk on Eugen Robert Kommandantenstr. 57 Täglich 8 Uhr: Spiel im Schloß Anekdote von Franz Molnar, Regie Eugen Robert Agnes Esterhazy, Athar Fingel). 2. Sieben Variationen über das Thema ,, Bei Männern, welche Liebe fählen", aus Mozarts Oper ,, Die Zauberflöte" für Pianoforte und Violoncell( Jamos Simon und Eva Heinitz). 3. a) Rondo C- Dut b) Sieben Bagatellen op. 23( James Simon). 4. Sonate für Pianofort und Violoncell g- moll op. 5 Nr. 2: Adagio sostenuto ed expressivo: Allegro molto, piu tosto presto Rondo( Allegro)( James Simon un Eva Helpitz). 18.30 Dr.- Ing. W. Arndt: Beleuchtungstechnisches für Jedermann. 1.: Licht Beleuchtung und Schen. 19.00 Hans Hirschstein, Dozent an der Handels- Hochschule Berlin: Mine railsche Robwaren ihr Einfluß auf das Werden der Völker und det Gewerbe". I.: Die Kohle. 19.30 Dr. Fedor Kaul: Wie bilde ich mich neben meinem Beruf weiter? III.: Politik und Kunst. 20.00 Uebertragung der Unterhaltungsmusik aus dem Hotel Bristol, ausgefüh von der Kapelle Ilja Livschakoff. Adagio: Allegr 20.30 Sinfonie- Konzert. Dirigent: Generalmusikdirektor Hermann Abendroth Köln. 1. Johannes Brahms: Tragische Ouverture op. 81. 2. Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 c- moll op. 68. Un poco sostenuto: Allegro Andante sostenuto Un poco Allegretto e grazioso non troppo ma con brio( Berliner Funkorchester). 21.50 Dr. Hans Orlovius: ,, Großluftwege der nahen Zukunft". Anschließend: Tanz- Musik, Kapelle Kermbach. Königswusterhausen. 16.00 Lehrer Koretzky: Berufsberatung: Der Volksschullehrer. 16.30 Stud.- Rat Völker: Erziehung zum Staat in Frankreich( II). 17.00 Uebertragung des Nachmittagskonzerts Berlin. 18.00 Dr. Max Hildebert Boehm: Der Genfer Minderheitenkongreß 1928 sein Ergebnis. 18.30 Gertrud van Eyseren, Cesar Mario Alfieri: Spanisch für Fortgeschritten 18.55 Rittergutsbesitzer R. Jordan: Die Feldarbeiten im Herbst. 19.20 Dipl.- Hdl. Dr. Hans Wieg: Der Kaufmann und die Banken( V). 20.00 Prof. Karl Lorenz: Für und wider den Jazz. 21.00 Min.- Rat Goslar: Der Tag eines Abgeordneten. 21.30 Prof. Baschin: Der Polarforscher Amundsen. Ab 22.00 Uebertragung von Berlin. Berantwortlich für die Redaktion: Eugen Brager, Berlin: Anzeigen: Th. Glod Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Bud bruckerei und Berlegsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße Sierzu 1 Beilage. Pumpen, ( Shran, Filter. Ersatzteile Pra's Iste gratis. Roblank.. Berlin N 65, Schröder, A. E. Licho; Zesch- Reinickendorfer Str. 9! allot. Thiem. Teuerster Platz Sechs Mark 1 Packung Glaswaren auch bis z 12 Billigster Platz Schweinek leinfleisch Monatsraten Bine Mark 13 Pfund nur M. 5.20 Nachnahme. Nortori 19 Holst. CIRCUS Wurstfabrik Bollmann& Co. BUSCH Tägl. 8 Uhr Nedes Oktab.- Progr. U. 3. Kadeu, zu Pferd im Löwenkäfig! z. Schl.: RevueManege- Schaust. 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Mittags 1 Uhr. mit dem Einsetzen der Ebbe, verlassen wir � b- der kleine Fischdcwpfer.�alle' der Deutschen Dampf- fchisfereigessllschaft.Nordsee" mit dreizehn Mann Besatzung und wir als Passagier den kleinen Hafen Nordenham an der Unter. Wesen Ich mache es mir auf dem Schiff bequem, sehe mich im neuen Lebensraum für drei Wochen um. Auf dem Fischerdampfer kommen erst einmal die Nutzröume und dann die für die Mann- Ichast. Unter dem Vorderdeck find die Fisch-» Eis- und Kohlenräume, 3)er Itelxbeufet über 3)cch. H| � kommt die schwere Maschine, was übrig bleibt, find am Bug ?w Heck zwei dreieckige Logies für die Mannschaft. Enge liA* 0'en' c'n I�Ike Bänke, dos ist die Einrichtung: ledig- siir sich �a'>�n bcr erItc Maschinist haben kleine Kämmerchen Am dritten Tag wird bei Nacht Aderdeen angelaufen. Am anderen Morgen sieht man, daß die Stadt im nassen Dunst liegt, Ssou. trübe. Zlberdeen ist, zumindest im Hafenviertel, eine einzige, elduftende Fischhalle. Hunderte von englischen Fischdampfern ,cgcrt hier, Dutzende von Exporthallen, von Fischindustrieonlagen, '�riesige Auktionshalle, all« drücken sich eng um die Hafenbecken. iber allem schwebt stickiger Fischgeruch. Wir nehmen Eis und gehen wieder in See. Abermals nach rci Togen, eines Morgens, ruht das Schiff. Eben wurde jr'kand, der Fischgrund bei Ingolfshöfti erreicht. )mgolfshöfti oder die �Huk" ist ein Felsentlotz, der Helgoland Buschend ähnlich sieht. Er hängt mit dem Festland durch einen flachen Landstreifen zusammen. Das Festland selbst steigt Unkel und steil aus dem Meer empor. Wo es dicke graue Wolken "Höngen, senken sich lichte Gletscherzungen herab, ein Zeichen, daß Gebirge sehr hoch ist. Vn vier Stunden wird der erste Fang an Bord gehivt. Im Ende des Netzes, dem Beutel oder.Steert", sind die Fische. erste Fang ist für diese Iahreszeit nicht schlecht. Es sind gegen ?eittner Fische. Auf Deck sind mittels dicker Bohlen Fächer �stellt worden, in zwei davon wird der Beutel entleert. Do liegen Seelachs«, oder �ltöhlcr", wie die Fischer sagen, große, etwa zehn bis zwölf Pfund schwer« Fische. Sie schnellen noch um- "r. mancher vollführt einen wild klatschenden Tanz. Dazwischen '•egen einige Rochen, seltsam flache dreieckig» Tier« mit langem wmnen Scbwanz und schorfzähnigem Maul auf der Unterseite. und zu ist auch eine.Äatz«*,«in Sattsisch, dabei, ein grau ge- ''softer Räuber mit katzenartigem kurzen Kopf und großen scharfen '�hnen im Maul, oder e>n Seeteufel, ein eklig schwammiger sklle mit riesigem Kopf, gewaltigem Maul und ganz wenig «orper. Nun geht das Schlachten an. Die Bewegungen der Matrosen m'd ruhig und sachlich. Der Schnitt bis dicht an den Kopf, der �iff mit beiden Händen nach der gelben Leber, die in Körbe kffnit, die Einoeweide heraus, dann fliegt der Fisch In hohem j�agen ins Spülfach. Das ist voll Wasser, das bald blutrot und schaumig ist. Der Bootsmann, der jüngste Mann an Bord, spült und sortiert die Fische in Fächer. In den weißen Bauchhöhlen "sht nur noch eine kleine rosa Wasserlache, ober oft schnellt noch Wdcr auf zu einem schnalzenden Todestanz. Dann poltern die �per in den Laderaum, wo sie vom Steuermann sachgemäß ver- w�t werden. Dieses sachgemäß« Packen ist eine der wichtigsten Arbeiten, *en ihr hängt es ob, ob die Fssche frisch In Deutschland ankommen. JJ'chn Tage wird hier meist gefischt, fünf Tage dauert dl« Heimreise, *r Fisch ist also bis zu fünfzehn Tagen alt. ehe er ausgeladen Die Kontrolle in G e e st e m ü n d e ist streng und so hängt � der Lagerung oft der ganze Erfolg der Reis« ab r Der zweite Fangtag bringt mir endlich das Schausviel. das Ich 5s!khnte: Das gewaltige Bergmassiv. des Oraekasökull der höchst« Gipfel Islands, von dem die Gletscher direkt ins Meer �n. wird in voller Schönheit sichtbar. Ein gewaltiges Firnfeld �hebt sich wie ein breites Dach über den düsteren, zerrissenen Zünden. Breit und stark liegt der Berg in der Morgensonn«. Rosa Lichter spielen auf dem glatten, weißen Firn. Die drei Gipfelschrossen, die wie kleine schlanke Dreieck« dunkel über der blendenden Weiße schweben, sind rötlich angehaucht. Ein seiden- blauer Himmel liegt wie eine Glocke über dem Land und dem spiegelglatten, jagdgrünen Meer. Ich werde durch das Poltern der Dampfwinde aus meiner kleinen Andacht gerissen. Hier gilt keine Romantik, hier sängt man Fische, und das wilde Island mit seinen gefährlichen Küsten nennt der Matrose ostdenMörderseinerIugend. Gegen dreißig Dampfer liegen hier, denn in einem englischen Fischcreihandbuch las ich:„Ingolfshölti ground is a good fishing ground." Was schadet es, daß wir dauernd das versandend« Wrack der„Amrnm" vor uns haben, die in einer dunklen Nacht auf Strand lies? Wer denkt an den furchtbaren Tod einer Besatzung, die sich nach dem Branden ihres Dampfers wohl an Land rettete, aber in einer un- zugänglichen Höhle einen elenden Hungertod starb? Dreißig Dampfer aller Rationen fischen hier, und wenn im Frühjahr der Kabeljau dick und prall zum Laichen zieht, sind es fünfzig bis sechzig. Langsam.kurrt" der Dampfer, scheinbar ziellos. Die Fischer richten sich aber nach bestimmten Landmarken, nach Strom und Wind. Und dann ist da noch die H o h e i t s z o n e: Drei Meilen unter Land darf kein Nichtisländer fischen. Tut er es und wird vom Fischereischutzdampfer der Isländer erwischt, dann sind Fang und Netze hin und 10 000 Kronen Strafe sind zu zahlen. Was schiert's. Nur zu gut weiß jeder Kapitän, daß dicht unter der Küste herrliche Kabeljau stehen, und so macht mancher manch kühne Fahrt unter Land. Wir fischten hier mehrere Tage und dampften dann einige Meilen westlich, um auf einem anderen Platz R o t b o r s ch und Rotzungen zu fangen. Es gelang auch, trotz des schweren See- aanges, der uns einen vollen Tag zu tatenlosem Treiben zwang. Dann geht es noch einige Tage zurück zur �Huk". Eines Morgens donnert es schon früh an meine Koje.„Op- stahn, en groter Hol!" Ich komme hinauf, wahrhaftig, etwa 160 Zentner sind im Netz, erst« Sorte Kabeljau. Auf dreimal soll die Beute an Deck geholt werden. Das erste Drittel ist schon oben. Di« Mannschaft ist aufgeregt. Die Winde knarrt wieder. Da, ein kleiner Ruck im Seil, das Verschlußtau des Beutels springt auf, der Beutel hängt noch über Bord und 60 Zentner Fisch versinken lautlos unsichtbar in die Tiefe. Verdammt! Mit Vorsicht wird der Rest der Fische, der noch im Netz war, eingehost. Sind auch die etwa 100 Zentner noch ein guter Fang, so ist doch der verlorene Beutel nid't io schnell vergessen. Am nächsten Tag wird das Schiff seeklar gemacht. Roch drei Tage schlechtes Wetter im Atlantik, zwei sonnige Tage, in der Nord- see, dann taucht an einem Nachmittag Helgoland aus, es wird lebhafter um uns, wir sind ein kleiner schmieriger Gesell unter Bäderdampfern. geleckten Passaglerschifsen und großen ruhigen Frachtdampsern. Wir, die letzten Proleten des Meeres. Dann taucht Wange roog auf. dahinter bald die Marschen- küste. Sie rückt von links und rechts ans Fahrwasser heran, w'.r sind in der Weser. Mieter liegt vor uns im sommerlichen Dunst Bremerhaven. Bald sind wir durch die Schleuse, Beim Dunkelwerden machen wir fest. « Nach zwei Tagen, einem Arbeits- und einem Ruhetag geht es wieder in See. Wer wagt es, den Fischern das Vergnügen an Srhlnchten an Sberti. Land zu mißgönnen? Herzlichen Abschied nahm ich von Menschen, deren schlichte, brüderssche Art hinter einem ost rauhen Aeußeren steckt. Ihre Händedrücke ohne viele Worte wogen mir schwerer als manches Geschüttel, manch große Rede. Karl Bidig. Gesundheit ist nationales Gut V. internationalerKongreß f ürBeruf skrankheiten undUnf aliheilkunde Anfang September tagte in Budapest der Fünft« internatio- nale Kongreß für Berufskrankheiten und Unfallheilkunde. Es kann vorweg genommen werden, daß auch diese Internationale Versamm- lung von Sozialhygienikern eine einmütige Kundgebung war für den Gedanken, daß im modernen, vor allem Im industriellen Staats- wesen der Arbeiter weitgehenden gesundheitlichen Schutzes bedarf. Ein« Fülle von Einzelvorträgen namhafter Ge- lehrter beleuchtete die außerordentlich mannigfaltigen gesundhest- lichen Gefährdungen der Arbester in den verschiedensten Berufen. Besonders bemerkenswert war der experimentelle Nachweis von H o l z m a n n tKarlsruhe), daß künstlich« Geräusche, also z. B. Maschinenlärm, fortschrestend Schwerhörigkeit erzeugen und langsam zur Schädigung des Gehörorgans führen. I ö t t e n (Münster) hat Interessante Untersuchungen angestellt über die Wirkung verschiedener Staubarten, insbesondere des Kohlen- staubes, auf die Entwicklung der Lungentuberkulose beim Menschen. Gesteinsstaub erwies sich als schädlicher als Kohlenstaub. Rohr- b e ck(Budapest) berid)tete über Herzerkronkungen bei Industriearbeitern. Seine Beobachtungen decken sich mst unseren eigenen, insofern wir bei jungen Bergarbeitern auffallend ost Herz- erweiterung als Folg« zu schwerer körperlicher Arbeit beobachten konnten. Be t k« n(Wiesbaden) sprach über den notwendigen Aus- bau freiwilliger Sanitätskolonnen. Diese Anregungen sollten auch für die intensive Förderung unserer Arbeiter-Samartter- k o l o n n e n nutzbar gemacht werden. B o e h l e r(Wien) zeigte im Film«in neues Verfahren, komplizierte Knochenbrüche, wie sie bei schweren Unfallverletzungen häufig sind, rasch und ohne funktionelle Nachschäden zu heilen. G o rn(Kottbus) sprach über den Muskelrheumatismus der Bergarbester, der eine ausgesprochene Be- russkrankhest darstellt. Besonders wicht.g waren seine Feststellungen, daß die Lerufsinvaliintät der rheumalischenDergarbeiter ®er Orocjasätaitt(2110 m), der MMtsle ZRerg Jtlmnds. Zu dem Artikel:„rischfaag unter Bland*. nach dem Krieg fünf bis sechs Jahre früher eintritt als in der Bor- kriegszeit. Don den großen aktuellen Fragen der Sozialhygiene wurde übet: die ungenügende Ausbildung der Aerzte auf dem Gebiet der Gewerbehygiene, der Unfall- und Berufskrankhelten und der sozialen Gesetzgebung verhandelt. Kalmus(Prag) verlangte in einer Resolution Besserung dieser Ausbildung auf den Universi- täten. Die gleiche Forderung haben schon die deutschen freien Ge- wertschaft«» in einer Denkschrift an den Reichstag erhoben. K a p l u n(Moskau) gab beachtenswerte Beispiele aus Rußland üb«r die Art und Weise, wie dort Arbestshygiene und Gewerbepathologie gelehrt wird und wünschte, daß der Arzt vor allem in den Be- trieben selbst sein« Studien macht. Alle diese Erörterungen litten darunter, daß sie etwas vom grünen Tisch aus gemocht wurden. Erst in der Debatte wurde darauf hingewiesen, daß bei der Erforschung und Bekämpfung der Berufs- und llnfallkrankheiten vor allem die Arbeitnehmerorganisationen auf das Engste heranzuziehen sind, weil man aus ihren Reihen erst richtig erfahren kann, wo die Arbeiter praktisch der Schuh drückt. Die Versammlung oersprach auch in der Resolution diesem Wunsche Aus- druck zu geben. Unsere Gewerkschaftesührer müssen aber von vorn- herein der Entwicklung dieser praktischen Arbeit in der Gewerbe- Hygiene und ihrer Gesetzg-iiinz im Interesse unserer Arbeiterschaft größte Aufmerksamkest wiblien. Mst der allgemein zum Ausdruck gebrachten Notwendigkeit, den gesundheitlichen Arbeiterschutz in allen Ländern zu verstärken, ging die äußerst interessant« Lfesistellung parallel, daß der Aufwand für die Bekämpfung der jetzt in Deutschland als Berufsschätigung anerkannten gewerblichen Krankheiten ein Zehntel Pfennig pro 100 M. Lohnsumme beträgt. Und da klagt die Industrie noch über zu hohe Belastung aus diesen wichtigsten Post«» für di« Gesunderhaltung der Arbkiterl Mit dem Kongreß war die Eröffnung des Landesmuseums für Arbeiterschutz und Gesundheitspflege ver- bunden, bei dem in vorbildlicher Zusammenstellung reiches Be- lehrungsmaterial über Unfall- und Berufskratzkhetten, sowie eine äußerst instruktive Abteilung über dos Kurpfuscherwesen gezeigt wurden. Man könnte wünschen, daß ein« ähnliche Ausstellung als Wanderausstellung vom Hygienemuseum in Dresden zusammen» gestellt und in dt« großen Industriezentren Deutichlands geschickt wird. Auch dieser Kongreß hat gezeigt, daß die Gesundhest nicht mehr allein Eigentum der Persönlichkeit, sondern nationales Gut ist und daß dl« Fürsorge für gesundhettlich Gefährdete und Be- dürstige nicht ein« private Angelegenheit sein darf, sondern eine sozial« Pflicht des modernen Staates darstellt. Or. med. Gern, Kotrtrn? T Ein Rennfahrer-Roman von Andre Reuie. Obersetzt von F. A. Angermayer » i Die„Tour de France", das große Rennen rings um Frankreich, ist in vollem Ganse. Ravenelle, der Berieht- ers' alter eines großen Spon blaues, begleitet mit dem Maler Mainguy im Auto die„Giganten der Landstraße". Es sind aufregende Tage, denn hier handelt es sich nicht nur um reinen Sport, um die Auslese der Kräfligsten und Aus dauerndsten, sondern viel mehr noch um die Konkurrenz der Fakrradf. bnken untereinander. Mit allen Mitteln des Betrugs und der Hinterlist sucht man die Aussichten des gegnerischen„Stalls" zu verschlechtern. (7. Fortsetzung.) ,�!ch will nichts mehr hören!* „Aber du erschwerst ihnen doch aus reinen Kindereien die Arbeit!* ..Das nennen Sie Kindereien, ijerr Ballu. was man grstern mit mir angesrelll Hot? Diese beiden Herren hier waren doch schließlich Augenzeugen! Und Sie haben doch selbst die Nägel, die weiß Gatt nicht von mir fabriziert wurden, gesehen!* „Das ist ja olles richtig. Robert! Doch beruhig« dich, dieser Fall wird airsgeklärt! Du weißt doch, daß ich die Jwsresseii der Fahrer selbst gegen die Herren Unternehmer jederzeit verteidig«, obwohl dos, wie ich dir versichern kann, keinen Spatz macht! Dos Re.nngericht hat deinen Fall ausgegrifsen und wird rücksichtslos vor- gehen! Wenn du aber meine ganz persönliche, kameradschastliche Meinung, von Mensch zu Mensch, hören willst, und du weißt, wie ich dich lieb«, wie ich gerode dir jede Sympathie bezeuge und dich, was ich eigentlich gar nicht sogen dürste, o-bwohl's jeder weiß, fast bevorzuge, dann bist du das Opfer irgendwelcher Dummköps« ge- wesen. wahrscheinlich von Radsportfeinden, die man leider soft überall trifft! Du aber glaubst schon wieder Gegenstand einer Verschwörung zu sein und machst dir blauen Dunst vor! Das kenn« ich doch, verstehst du! Seit zwanzig Jahren durchroll« ich als Oberleiter die Landstrotzen, mein Junge! Du wirst deinen Irr- tum bald einsehen, und damit basta!... Reden wir auch nicht meiter über die Art und Weise, wie dich Bouarre nachts wieder ans Feld herangezogen hat...* „JEiefo?... Was heißt— Art und Weise?—* „Ja, ja,* sagte nun Manadion vornehm und gelassen,.Las war eine abgekartete Sache, lieber Freund!* „So?... Na und ich sage Ihnen, daß mein Stollgeiährte Bouarre zum Pissen abgestiegen ist. und dos ist doch hofientlich erlaubt? Oder muß man erst an den Oberleitungswogen h«rcn- fahren und wi« in der Schule zwei Finger heben, wenn man austreten will?* „Diesen alten Trick kennen wir zur Genüge! Wenn ich streng wach den Bestimmungen vorgehen wollt«, könnte ich euch beide be- strafen!* „Bitte! Geniert euch nicht! Nur los! Daim weiß man menigstenz in Poris, wo bis dato all« Bedürfnisse gratis zur Ber- sügung stehen, daß das Nenngericht den„Tour de France*-Fahr«rn 50 oder 100 Franken fürs Wosferobschlagen abnimmt!* „Mensch!... Was kost''n dann'n LlosenkotarrH?* kicherte Chevillard, der sich eben ankleidet«. Manadion psiss vornehm durch die Zähne und blick:« zur Decke. „Also, Robert." fuhr Ballu fort,„du wirst doch nicht oerärxert rveiterfohren wollen! Gestern warst du eben verseucht, und ich verstehe deine schlechte Laune: aber du liegst doch schließlich und endlich an vierter Stelle und bist nur mit zehn Miunten im Rück- stand! Was kann das schon in einer Rundfahrt um ganz Frank. reich bedeuten?... Tampier ist hinter dir und Wajotte und Mirraläs und auch der kleine(Lheoillard! Weh dir den doch mal an. wie er trotzdem gutgelaunt ist und»acht! lieber die Nagel- geschichte— Schwamm drüber, verstehst du. und morgen ziehst du ainmal der ganzen Bande ein« vor und setzt dich allein an die Spitze!* Er streichelt« seinen blonden Bart, schloß sekundenlang die Augen und fuhr dann fort: „Aber, mein guter Jung«, wir haben ja noch die Sache mit den Rädern in Ordnung zu bringen. Da» ist wieder mos anderes! Tu scheinst die Mechaniker zu verdächtigen! Das sind aber sehr «inpsindUche Leute, die sofort, und mit Recht, protestieren! Damit machst du mir wiader einmal riesige Schwierigkeiten! Was tue ich, wenn die Mechaniker eüifach streiten? Wich stehen lassen? Und rnenn du daran schuld wärest, du, in der allerersten Etappe, du. mein . alter Freund Llanc-Mesnil?* „Ich verdächtig« keinen Mechaniker, sondern verwahre mir mein Rad selbst! Keiner kann mir's übelnehmen, wenn ich mein Handwerkszeug, das mir mein Brot einbringt, aus Vorsicht schütz«!* „Ich oerstehe dich durchaus, und du host auch in einem gewissen Sinn« recht! Man kann nie genug vorsichtig sein! Doch du über- siehst die Folgen deiner Handkungvmeis» nicht. Wer muß sie aus» baden? Etwa Herr Rändere», der oberste Rennleiter?... Oder Herr Le Goaster, der Chefredaktenr des„Sportbkatts*. das v!« Rundfahrt organisier» hat'?... Bestimmt nicht!... Vielleicht Herr Ravenell«, der Spezialberichierstatier de»„Stadion*? Keineswegs! BieUelcht gar Herr Ballu. der sportlich« Oberleiter, der Freund der Fahrer, der sich vor Arbeit nicht mehr auskennt und sich den Schlaf abstiehlt, um«s allen recht zu machen? Ah, siehst du, das riecht schon ganz anders! Nein, Robert, das ist nicht nett von dir! Ich haöe von deinem Dsrstaud, von deiner Einsicht und von deiner Freundschaft wirklich mehr erwartet!* „Na ja. ober liebe? Herr Ballu. wenn mgn mir mein Rod kaputt macht, wollen Sie dann auf der Maschine das Rennen weiterfahren?" „Und wenn ich nun die Berontwortung übernehme, daß deinem Rod nicht, geschieht? Denn ich selber zu euch Klosseiahrern und Stroßengiganten sag«: Eure Räder, die mir heilig sind, werdsn jeden Abend eingeschlossen und versiegest, und zwar von Ballu persönlich! vertraust du mir wenigstens, oder verdächtigst du auch mich, daß ich deine Chancen in einem Rennen, das du gewinnen kannst, im größten Straßenrennen der West, aufs Spiel setz«?* „In, wenn Sie selbst dl« Verantwortung übernehmen, dann freilich..' „Bravo, Robert! Gib mir die Hand! Ich wußte ja, daß man nicht vergeblich an deinen geraden Sinn und an dein gutes Herz appelliert! Also, abgemacht!.. SIun bringt aber die Räder rasch selbst hinunter, dem: die Wekonlker würden sicher wieder zu meckern ansangen, du kennst sie doch! Und vor dem?)itttagbr«t trinkt chr mit tutem gwuab»afla na Echmäpachen, da»»itd euch schon nicht schlecht bekommen? Die beiden anderen Herren sind auch eingeladen!* Sie gingen in die Hotelhalle hinunter. Im Vestibül spazierten viele Fohrer zwischen den Kvrbstühlcn auf und ab. Solange sie Breeches und lange Wollstriimpie anhatten. iahen sie wenigstens sportlich aus. Die ober lang« Hosen trugen, bekamen sofort etwas Unbeholfenes und Ausgeborgtes. Man dachte unwillkürlich an verweltlicht« Ordens priest«?. In der Ecke sah Laboureur und taute wie ein Schuljunge an seinem Federhoster. Der Neger Samba-Takori erzählte unter großen Gesten und Lachausbrüchen von seinen gestrigen Bemühungen um die hübsch« Hotel kassiererin. Der creohöpfte Sieger der ersten Etappe. Bouarre, Erousse, Demoulder und Argerrtero saßen beim Kartenspiel. Andere rekelten sich in bequemen Schaukelstühlen. Am Eingang stand Lc Dozec. hatte die Hände in den Taschen und rief: „Di« Sportzeitungen aus Paris sind da!* Schon sprang die ganze Meute auf und riß sich gegenseitig die rosa, gelben oder grünen Blätter aus der Hand. Auch die Spezial- bsrichterstatter der Rundfahrt hatten es plötzlich sehr eilig. Rovenelle überflog, etwas abseits, seinen Artikel im„Stadion* und locht« topsschüttetnd über die vielen Druckfehler, die durch Copyright byBüchergild«� Gutenberg, Berlin T elegrammverstü mmelung oder durch falsche Interpunktionen erb standen waren.„Hallo! Lc Bozec!* schrie Erousie, mit unverfälschte' vorstadtstimm«. „Hoffnung von gestern und Extrokloss« von heute, n»' gibst? aus?* „Bin ich auch genau in der Klassifizierung angeführt?" fragt' jemand in belgischem Tonfall. Ein anderer wieder sagte zu einem braunverbrannten Bolz««' „Ciehste, Kleener. daß km vor Le Träport'ne Mode hast! Da steht's gedruckt in der Zeitung! Mensch, seine MuH8 wird scheen meckern!" Plötzlich ober schwiegen olle. Ravenell« hob den Kopf. Eine junge und bildhübsche Dame war ins Vestibül getreten Ihr Blondhaar schien Sow" ins Dämmer der Hotelholl« g-" zaubert zu hoben. »Mensch, die reinst« Parsü«' pulle!" sagt« Erousie. als si« � ihm vzrübergeshrillen war. Ravenell« war sehr übe«' roscht und sah auf Mainguy: »Mssen Sie, wer das ist?.>> Di« Filmschouspielerin Duette L-fl» dry, Blanc-Mesml» ehemalige«3«' liebte!...* Dann schwieg er. Aber er wußte: Ein« Tigerin umkreist« dö« Männerkral. Nun hatte Blanc-Mesnil s Rcniwad endlich den Mechonikcrü übergeben und wollte, um ff1 c:was auszulaufen, vor dem Mj* tagbrot noch spazierengeh cn. D* Hände in den Hosentoschon. schlenderte er planlos über de» Höhnen» Kai in Havre und besah! sich die alten Holzhäuser, dere? Lorbauten und Spitzgiebcl khn o" vergangene Zellen, wo e» medtt Räder noch Autos gab, gemahn-, «en. Die modernisierten und ge- schmocklos mit Schwefelgelb od«« Grcllblau bemalten Erdgsschosie dienten fleinen Neppkneipen ov Unterschlupf, die die bezeichnenden Älufschristen»Arletes Tanzbar'- ..Gaby. Bor* und„Zum Lächeln Uvonnes* trügen. Beim vorübergehen konnte man zchxreinaichergestellte Tischt, schweigende Grammophone und bes«nfüh?hnd« nackte Arme sehe"- Dicke zerzauste Mädchen schütteten vor den Eingängen eimel» weis« den slüssigen Schmutz der kleinen Neppbudcn in die Gosst- Sie hatten speckig« Schürzen um, und ihre Strümpfe hing«» korkzieherartig auf die breiten Holzpantinen nieder. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. (Bi(wiimrariiiiu!iffltiiimiiniiMiiiammiaiwta«jnin;iiiiawpiiitiriBmnmMimniiniirmKitniTiiuii(iitmim'.iiiiii!ii!Hniiiiiiniani!!iifflin!T;rfflminiT,«iBiiuiiiiimnnBwiwi! Wie Baumfrevel früher bestraft wurde. Wir kennen olle die üblen Elemente unter den..Naturfreunden*, die keine Achtung vor den Schönheiten der Natur, vor Steinen. Bäumen und Pflanze» haben und z. B. unbedingt ihren Namen in die Rind« der Bäume eingravieren müsien, vielleicht sogar noch mit einem künstlerisch verzierton Herzen. Daß der Baumfrevel in früheren Jahrhunderteil äußerst schwer bestrast wurde, ist wenig bekannt. In einer Gassenordnung für Berlin vom Jahre 1KK0. also aus der Zeit des„Großen Kurfürsten*, gab c, die Bestimmung, daß niemand die Bäum« und Wcinstöcke, die vor den Türen der Häuser gepsiotizt waren, beschädigen soll«, und im Falle jemand dergleichen Frevels überführt würde, so sollte ihm. andern zum Abscheu, die Hand abgeschlagen werden. So drakonisch« Maß- nahmen kommen zwar für die Lctztzell nicht in Frag«, e» wäre aber immerhin ganz angebracht, wenn den heutigen Boumfrevlern von Staat» und Gesetz«» wegen manchmal etwas derb auf die Finger geklapst wird, denn all« Hinweise und Ermahnungen der Wanderorganisationen und wirklichen Naturfreund« scheinen auf unfruchtbaren Boden zu fallen. flerbsi im Graben. AI» wir am Morgen nach ein«? frostigen Nacht aus unseren Löchern unter den Zeltbahnen hervorlugen, um nach der„Ab- läsung* Ausschau zu halten, ist e» plötzlich Herbst geworden und ein frostiger Wind reißt das Laub von den Bäumen herab. Wir reiben uns die Augen, schlagen die Arm« im Lagen um den Kopf. um uns warm zu machen und unser Feldwebel stößt einen mäch- «igen Fluch von sich: „Blutsauervl Der Winter kommt! Das bot grad' noch ge» fehlt!" Zunächst grinst die ganze Kompagnie über den feinen Witz, daß man auch im Winter Krieg führen soll und freut sich über den Reif, der wie«in« dünne Kruste über den Feldern liegt. Di« Feldkessel voll Kaffee, die hie Esienholer aus der Reservestellung nach vorwärts bringen und wie Lampions durch die Gröben schwenken, dampfen in der kalten Luft. Man hockt auf den Dänken und Schützenauftritten, schiebt sich die Mütze um den kallen Schädel. stößt die roten Fäuste tief in die Manteltaschen und holt sie nur wieder hervor, um die Kasseebrühe den Schlund hinunterzugießen. Und spricht von daheim. Sell H«U« morgen, seit der Herbst und de? Winter wie eine weiß« Mauer vor uns steht, warten wir auf da» Groß«, das lln- bekannte, da» setzt kommt, nach der großen Lothringer Schlacht. putzen die Gewehr« und machen die Brustwehr frei. Unten im Tal liegt eine Stadt mll Namen St. Mihiel. Dort kann man mit dem Glas die Kind«? sehen, wie si«, von den Mauerwänden ge» deckt, mitten im Schrapnell-Regen auf- und abgehen und das Laub zusammenkehren. Aus den tausend Schloten der Stadt steigt ein hakb«» Hunde««au» Imtftawlfw kerzengerade zu« gtmmt auf. De packt uns allesamt am hellichten Tag ein uninderlichez Hein" weh und eine tiefe Traurigkeit. Und da der General und dei Oberst uns heut« in Ruh« lassen, weil der frostige Wind ihn«" doch zu käst um die Ras« weht, schneuzen sich die Reservisten voll Kummer die Nase immer wieder mal und«in aller Londwehk- mann aus dem Bayerischen Wald fängt in seinem Schützenlod zu greinen an. Es wird Herbst im Graben und die Zukunft lieg! vor uns wie ein unendliches Feld voll Reif und Frost und volles Laub, das im Sturmwind von den Bäumen fiel und foult. Is ermann Jkhütanser.; Der Feldherrnhügel. Es war lange vor dem Kriege, und in Dien sollte der„Feld' herrnhügel*. das gemeinsame Werk von Roda Roda und Ka?! Röhler auigeführt werden.?lber der geskrenge Herr Zensor legt' sich mll seiner ganzen Autorität dazwischen, ließ sich die beide» bissigen Autoren kommen und schrie sie an:..Solang« die öfter- reichische Monarchie bestehen wird, wird dieses Stück nicht zur Auf' führung gelangen." Worauf sich Väterchen Rößler zu seine!» Sozius Roda Roda wandte und achselzuckend meinte:„Na, dan» »»erten wir h«lt die paar Wochen auch noch!" Wer ist der bessere Ansager? Englische Rundfunkhörer haben die gewiß auch für un» intet' esiante Frage aufgewarscn, welche Stimmen sich besser für df Ansage am Mikrophon eignen— mannliche oder weiblich« Stimme» Es Hot den Anschein, als ob eine große Mehrzahl den männliche» Stimmen den Vorzug geben möchte, man sagt u. a., daß Re Stit»' wen weiblicher Ansager auf die Dauer eintönig wirkten. Di« Britist> vraadcosting Eompanq widerspricht allerdings dieser Ansicht u»! behauptet, daß beide„Stimmgeschlechter* gleichberechtigt seien, l man solche Unterschiede festgestellt habe, läge dies wohl in de» meisten Fällen an der Nervosität der betreffenden Person vor de>» Mikrophon. Im übrigen erhieven all« Ansager weiblichen odtt männlichen Geschlechts bei der British Broadcasting Compcrt Gesangunterricht. Ein Briefrekord. Die Stadt Burbank tn Kalifornien sieht sich genötigt, dl' Zahl ihrer Postangestellten bedeutend zu erhöhen und besonde»' Maßnahmen zu treffen, um die enorme Anzahl der täglich ei»' gehenden Briefe pünktlich zu befördern. Der Direktor der Burbank«' Post. Rothenburg, erklärt diese Maßnahme damit, daß ein« form' liche Sintflut von Arielen an Colleen Moor«, villi« Dovs, Richard Barthelmeh, Eorinne Griffith und ander« Filmsterne eingehe un? von Tag zu Tag anwachse. De» Rekord lln Briefempfang 0 Aillie Dave, die vom L bn tL Juli d. 3. allein durch Sernst* tung tat Post»000 Briefe erhallen hat. J tet 99 er ht Ha elt ne Be 111 ant 自 ~ Sportund Spiel Wien- Ottakring in Berlin! Der Bundesmeister spielt gegen FTGB. Unter starter Beteiligung, besonders der Nordbegirte der Freien Turnerschaft Groß- Berlin jomie der Berliner Bevölkerung, wurden Dienstagabend die Wiener Handballer am Bahnhof Gesundbrunnen empfangen. Nach kurzer Begrüßung murden fie im geschlossenen Zuge durch die nördlichen Straßenzüge geführt, begleitet von einer großen Anzahl von Sportfreunden. Heute, Donnerstag, um 20 Uhr, findet in den Bharu själen, Müllerstraße 142, ein offizieller Begrüßungsabend statt. Der Begrüßungsabend soll beweisen, daß auch die Berliner follegialen und genaffenschaftlichen Geist befigen und pflegen. Alle Freunde von Spiel und Sport fomie die Arbeiterschaft, die sich hinter die Beschlüsse des ATSB. stellt, find freundlichst eingeladen. Am Sonnabend, 6. Oftober, um 16 Uhr, tritt der Bundesmeister Mien- Ditatring zum Handballspiel gegen FIG.edding an. Auf einem der schönsten Blähe, auf den Sport. play im Humboldthain, werden die Berliner Gelegenheit haben, einem ausgezeichneten Handballspiel beizuwohnen. Die Aufstellung der Mannschaften ist folgende: Wien: Schwarze Sose und Senid. d Schiendl Flaschner Strupfe et Rafale Coffe Road Sagrtez Soppe Sanger Emmez Reumann Drägeftein Be Bebbing: Blaue Sose, weißes Semb. Baschte Soffmann Nielsen 3 Safionje! Seiper R. Getionjat Blasche muner Rent Rufferow CU sen ein ich Die 211 ex jab ren alt ber 121 ge bet ปร Verbandstagung der RDJ. Man sieht, es geht toll her im Lager der KPD. Das Malheur scheint in der Panzerfreuzerpsychose seine Ursache zu haben. Der Borthumer Artifel trägt nämlich die Balfenüberschrist Die Panzertreuzer Sozialisten und ihre Epallungsarbeit". Inzwischen hat Wiest am eigenen Leibe erfahren müssen, daß die bösen Sozialisten fogar die KPD.[ palten. Es ist wirklich gemein von ihnen. $ 2 15 Eine Zuschrift. Verschwörung gegen den Wassersport." Die Abteilung Binnenschiffer des Deutschen Verkehrsbundes schidt uns zu dem unter dem Titel ,, Verschwörung gegen den Baffersport" im Sportteil am Freitag erschienenen Auffah eine Buschrift, in der große Antlagen gegen die undiszipli: nierten, wilden Wasserfahrer erhoben werden. Berkehrsbund schreibt: Der Turner- Spielleute und Bläser. Das Berhältnis der Berliner Turn- und Sportvereine zum Arbeiter Turn- und Sportbund ist jetzt geflärt. Es ist festgestellt, daß außer der Freien Sportvereinigung Legel", fein Berliner ArbeiterTurn und Sportverein mit Spielmannszug und Bläsertorps noch zum Arbeiter- Turn- und Sportbund gehört. Damit besteht auch die bisherige Stadtgruppe der Spielmannszüge und Bläserkorps" des AT. und SpB. nicht mehr. Alle bundestreuen Spielleute und Bläser werden daher aufgefordert, zur Gründung einer neuen Stadtgruppe der Bundesmusik am Dienstag, 9. Oftober, 19% Uhr, im Restaurant des HolzarbeiterVerbands- Hauses, Rungestraße 30( Nähe Bahnhof Jannowihbrüde) zu erscheinen. Bundesmitgliedsbuch legitimiert. J. A.: Karl Mahnede, Charlottenburg Fritz Krumm, Berlin O ( für die Bläser). ( für die Spielleute). Familienbad und Studienraf. dung, die man taum für möglich halten sollte: Der Gladbecker Boltsfreund" brachte fürzlich folgende MelGymnasium zu Redlinghausen folgender unglaubliche ,, Am 12. September, dem ersten Schultage, ereignete sich am Borfall. Der Ordinarius der Interfetimda, Studienrat van Darl, perbundenen gesundheitlichen Borteile, dagegen müssen wir uns ,, ir wenden uns nicht gegen den Wassersport und die damit verkündete an diesem Tage der erstaunten Klasse, daß er den Untersekundaner P. aus Königswall mit einer Stunde Arrest bestrafen gegen die vorhandenen Auswüchse wenden und Schutzmaßwerbe, weil er ihn in den Ferien im hiesigen Familienbade nahmen für die Siffsbejagungen treffen. Wenn wir Strafmaßnahme damit, daß das Baden im Familienbade die Sitt badend angetroffen habe. Studientat van Dari begründete diese bequem und vielleicht auch als ungerecht angefehen werden, for der mat, og er von einer Gintragung ins Klaffenbuch werden die nachstehend verzeichneten Fälle jeden Gerechtdenkenden absehen wolle, weil es der erste Fall sei, er werde jedoch bei einem auch unter den Sporttreibenden davon überzeugen, daß Abhilfe zweiten Falle rücksichtslos zu dieser Strafverschärfung greifen. Er geschaffen werden muß. Ein Baddelboot mit zwei Infassen fährt vor den Steven eines großen Baffagierdampfers der nur ganz langsam fährt und mird überfahren. Der eine Infasse wird gerettet, der andere eririnft. Anflage wird nicht gegen den Infaffen des Paddelbootes, der vor den Steven des in der Mitte der Fahrstraße fahrenden Dampfers gefahren ist, erhoben, sondern gegen den Siiis führer, der in erster Instanz zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt 1928 drei Millionen Uebernachtungen. wird. In der Berufungsinstanz wird der Schiffsführer freige. Der Reichsverband für deutsche Jugendherbersprochen. Der Staatsanwalt legt Revision ein. Das Reichsgericht gen hielt am 29. und 30. September in Kassel seine diesjährige hebt die Entscheidung auf und verweist die Sache zur erneuten VerLagung ab. Begrüßungsansprachen hielten u. a. Ministerialrat handlung an die vorhergehende Instanz. Diese spricht wiederum frei, Brofit als Bertreter der Reichsregierung und der Regierungs. Staatsanwalt legt Berufung ein, Reichsgericht hebt die Entscheidung präfibent Dr. Friedensburg für die preußische Staatsregierung. auf. Dieses Trauerspiel wiederholt sich dreimal und hat an RechtsDie Berhandlungen boten in allgemeinen ein Bild guten anwaltskosten über 10 000 Mart erfordert, ehe ein endgültiger Bormärtsschreitens der Herbergsfache. Menn man bebenfi, Freifprudh erfolgte. daß die Anfänge der Bewegung erst in der Nachkriegszeit liegen eine Tatsache, die man taum für möglich halten sollte, dann dürfte dieses Bert taum seinesgleichen haben. Es bestehen gegen märtig über 2800 Jugendherbergen; ein kleiner Teil davon macht bem Berte freilich wenig Ehre; diese unzureichend hergerichy teten Herbergen werden aber in furzer Zeit ganz verschwinden. Die Sahl der lebernachtungen beträgt bereits 3 Millionen. Die Frage der Behandlung der 21t wanderer rief auf der Tagung starte Meinungsverschiedenheiten hervor. Eine Richiung, die ihre Stütze im Ausschuß für Deutsche Jugendverbände hat, will die Altwanderer von der Benutzung der Jugendherbergen möglichst Sanz ausfließen, während ein anderer Teil nur den ord nungsgemäß angemeldeten Jugendgruppen das Vorrecht geben will. Es wurde beschlossen, bag bis 7 Uhr abends die Jugend auch dann das Vorrecht haben soll, wenn sie unangemeldet tommt. In die Her. bergen werden nur weitglieder aufgenommen. Das Recht der Mit. gliederaufnahme in den Verbänden steht nur den Ortsgruppen zu. Ein Antrag, es auch den Berwaltern der großen Herbergen zu ver leihen, wurde abgelehnt. Start umstritten war auch die Frage der Stimmverteilung auf die Gaue. Bisher dient die Zahl der Herbergsorte dafür als Grundlage. Anträge pon Brandenburg und Sachsen, die Leistungen als Grundlage zu nehmen, fanden teine Mehrheit. Der Borstand murde durch die Hinzumchl eines dritten Borfigenden ergänzt; die Wahl fiel einstimmig auf August Albrecht vom Berband der Sozialistischen Arbeiter. im jugend. the ent er Te gen Der ten Coll br of egt Her b Carl gte Den Cer uf zem et bie en hen im tif in 230 ben em det ng bie were ein ter m ard Ind all Mit der Tagung verbunden mar die Einweihung der neuen, mit Mitteln der Stadt Raffel erbauten großen Jugendherberge, die zu gleich als Haus der Staffeler Jugend bienen foll. Sie ftellt ein mächtiges Gebäude von 44 Meter Länge, 14 Meter Breite und 20 Meter Höhe bar. Das Haus ist für seinen 3wed geradezu vor biblich eingerichtet und zeichnet sich besonders durch seine modernen hygienischen Einrichtungen aus. Der Stadt Rassel gebührt für diese Tat höchste Anerkennung. Die nächste Berbandslagung soll in Dresden stattfinden. Heulmeierei! In einer uns überfandten Resolution probestieren( angeblich!) 150 aus dem Arbeiter Samariter und hinausgeworfene Bundesschädlinge gegen ihren Ausschluß. Die Leute wollen auch tünftig weiter Samariterdienste tuin, schreiben fie uns. Des Wie wäre es denn mit einer Neuauflage des pleitegegangenen Broletarischen Gefundheitsdienstes"? Solidaritäts- Bundessportprogramm 1929. Der deutsche Arbeiterrabfahrerbund Solidarität bat in feinem nächstjährigen Sportprogramm folgende Beranstaltungen feft gelegi: 12. at Bezirksmanberfahrten aller Bezirté, 26. Mai Gau Sternfahrten der Motorradfahrer, 23. Juni Beteiligung am Reichs. arbeitersporttag, 6. und 7. Juli Austragung der Bundesmeisterschaften im Soal- und Straßenfport in Berlin( Betbewerb um die deutschen Meisterschaften im Saairadsport, Stunftradfahren, Rabballspiel, Rad. polofpiel, Rasenradballspiel, Straßenradsport und Bahnradsport), 4. Auguft Gaufternfahrten aller Gave. Im Einnernehmen mit den Gaujugendausschüssen sollen die Gausportausschüsse Tage für Be Birtsausfahrten der Jugend fafflegen. Tage für Bezirtsausfahrten der Motorradfahrer follen ebenfalls noch festgelegt werden. Spät kommt Ihr....! Die Ereignisse in der Kommunistischen Partei überſtürzen sich fegt jo, daß ihnen die Rote Fahne" nicht mehr zu folgen mag. In ihrer Ausgabe vom 30. September bringt sie einen Artikel des befannten Herrn test über den bevorstehenden Arbeiter. lütentag. Der Schüßentag hat aber schon am 27. und 28. Auguft stattgefunden und Herr Wiest hat dort eine so schmähliche Niederlage erlitten, daß ihn die Kleine Meganderstraße hinaus gemorfen hat. Die Rote Fahne" hat auch inzwischen ein halbes Dugend Spalten ihres geduldigen Bapiers mit Bolemiten über den Echihentag und gegen den Arbeiterschützenbund gefüllt. Im August 1927 fährt ein Paddelboot in Grünau in der Nähe des Sportdenkmals einem Motoreilschiff von über 300 Tonnen Tragfähigkeit vor den Steven und wird überfahren. Die beiden Infaffen werden gereitet. Anklage wird wieder gegen den Shiffsführer erhoben, der in erster Instanz im August 1928 zu 200 Mart Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt wird. Als Begründung der Berurteilung wird angeführt, daß das Eil. schiff zu schnell gefahren, nicht genügend Barmungsfignale gegeben und dem Baddelboot nicht das Signal zum Ueberholen gegeben hat. Gegen diese Entscheidung ist Berufung eingelegt. Ein Kenner der Berufsverhältnisse wird über das Urteil und deffen Begründung erstaunt jein. Die Bafferstraße oberhalb Grünau in der Nähe des Sportdentmals ist feenartig breit, so daß sich ein geordneter Verkehr ohne Unglüdsfälle durchführen läßt, wenn alle Fahrzeuge, auch das Baddelboot, von berufskundigen Führern geleitet werden. Die Insassen des Baddelbootes waren von Beruf Schlosser und eine Blätterin. Aller Wahrscheinlichkeit nach berufsunfundig. Ein großes tiefgehendes Frachtschiff muß ftets den tieferen Teil der Wasserstraße befahren, während die flachgehenden Ruberboote in der Nähe des Ufers fahren tönnen. Die Waffer polizeiverordnung für das Gebiet der Märkischen Wasserstraßen fchreibt das vor. Leider wird nach dieser Borschrift von einem großen Teil der Sporttreibenden nicht verfahren. Auch die Bor. schrift des Rechtsfahrens wird nicht eingehalten. Ein tiefgehendes Brachtschiff fann ein Babbelboot nur überfahren, menn letzteres, entgegen den mafferpolizeilichen Borschriften, den tieferen Teil der Wafferstraße bejährt. Da diefes in Grünau der Fall war, liegt unameifelhaft ein Verschulden der Infaffen des Baddelbootes vor, und trobem wird der Schiffsführer perurteilt. Da die wasserpolizeilichen Vorschriften non einem großen Teil der Sparitreibenden nicht eingehalten werden und bei vorkommenden Savariefällen stets der Schiffsführer angeklagt und meist verurteilt wird, so müssen die Schiffsbefagungen fich sichern. Die Anträge der Schiffsbefagungen sind entstanden unter Berücksichtigung der vor handenen Berhältnisse und bezweden nur, eine Sicherung zu schaffen." Der Askö gegen Faschismus. Oesterreichs Arbeiter sportler gehen mit den Sozialdemokraten. und Rörperpflege Defterreichs( Astö) hat beschloſſe: 1, Der Hauptvorstand des Arbeiter bundes für Sport daß sich alle Mitglieder der ihm angeschloffenen Berbände am 7. Oftober anfäßlich des Aufmarsches der faschistischen Helm mehren bem Republikanischen Schngbund zur Berfügung stellen und zwar ben örtlichen Organisationen. Infolge diefer Maßnahme haben an diesem Lage alle sportlichen Veranftaltungen und auch Ausflüge im ganzen Bundesgebiet zu unterbleiben. feit Untersekundaner Er ereiferte fich stelle allen seinen Untersekundanern dies als Warnung dar. Das Entsetzen der Schüler und der Eltern P.s läßt sich begreifen. Die Eltern nahmen sofort mit Studienrat van Darl Rücksprache, der erst versicherten, daß sie von dem Baden ihres Sohnes gewußt hätten, von einer Durchführung diefer unfinnigen Strafe abjah, als sie ihm und daß die Mutter selber gebadet habe, P. also unter ihrer Aufsicht gestanden habe." Der Herr Studienrat soll vernünftigen Leuten das Familienbad lassen, sich selbst aber in Kaltwasserbehandlung begeben. Fusion im Berliner Rudersport. Zwei große Gruppen der Berliner Ruderschaft, die sich als Bertreter des Rennrudersports und der Wanderruberet lange Jahre nicht eben freundschaftlich gegenüberstanden, haben sich entschlossen, sich zu cinem großen Verbande zusammenzutun und den gesamten Berliner Rudersport in sich zu vereinigen. Es handelt sich um die Vereinigung Groß- Berliner Rennrudervereine und den Wanderruberverband ,, tart Brandenburg". Ueber die Grundsäge, nach denen der neue Berband geleitet werden foll, ift in mehrfachen Besprechungen, an denen sich zurzeit auch dar Berliner Regatta- Berein beteiligte, Klarheit geschaffen worden, so daß der bevorstehende Zusammenschluß nunmehr als gesichert geften fann. Caracciola führt 194,5 Stundenkilometer. Der Abstecher der beiden Mercedes- Benz- Fahrer Rudolf Crack racciola und v. Wenzel Mofau zu dem vom Belgischen AC. in Oftmalle unweit Antwerpen veranstalteten Retordtag war Don bestem Erfolge begleitet. Der Held des Tages war Caracciola, der in der Klasse über 5000 Kubitzentimeter aus seinem Mercebess Benz über den Kilometer ein Stunden mittelson 194,594 ilometer herausholte und damit einen neuen Streckenreford schuf. Bei den Tourenwagen über 5000 Subitzentimeter blieb, D. Bengel Mojau mit einem Stundenmittel von 166,500 Stilometer Sieger und bei den Motorradfahrern der Holländer Herkuleyns mit 174,565 Kilometer: Wer fännid, mist& Faunen der Naturfreunde. An den Weihnachtsfeiertagen( 23. bis 26. Dezember) vers anstaltet der Touristenverein ,, Die Naturfreunde"- Reisebureau eine Anzahl Reisen, auf die wir jetzt schon hinweisen möchten und zwar führt die eine in die Böhmische Schweiz und die andere in das Riefengebirge. Es ist geplant, die Riefengebirgs fahrt bis Neujahr auszudehnen und den Rest der Reise zum Besuch des Isergebirges zu verwenden. Prospetie erscheinen in Kürze und werden auf Wunsch( Rüdporto) durch das Reisebureau des Touristenvereins Die Naturfreunde", Berlin 24, Johannis straße 14/15, zugesandt; Telephon Norden 4177, geöffnet Montag bis Freitag von 18-20 Uhr.. Bundesreue Vereine teilen mit: FES, Gportabtellung Ostring". 1. Borsigender: Fris Reum, Berlin 9. 112, dharnweberstr. 32; 2. Borligenber fowie Geschäftsführer und SodenTeiter: Willn Stagel, Berlin Q. 112, Kronpringensfe. 27-8, Feenfurecher: Andreas 5192; Sportwurt: Grid Lippert, Berlin Rummelsburg, State. 7; Handball- Beiter: Die Wegner, Berlin- Lichtenberg, Frankfurter les 286; Jugend. obman: Alfred Dempt, O. 112, Blumenthalfte. 5. Jeder dieser Sportler, gibt über ratningsbetrieb usw. ausführlich Anskunst. Heute, wie auch immer jeden Donnerstag, in der Zutuballe des Realgymnasiums an der Pattaue, unweit bee Möllendorfstraße, erster Hallentrainingsabend. Beginn 19 Uhr. Au alle bundestreurn Lichtenberger Turner, die aus dem ASB.- Ligtenberg ausgetreten find, ergeht hiermit ble utforderung, fich an den Stainingonbenden rege zu beteiligen, weds späterer Gründung einer felbftändigen Enrnabteilung. Frete Gaminmez Groß- Berlin, e. B. Gruppe ReutsIIn: Connerstag. 4. Oftober, 20 Uhr, Jugendabteilung: Unterhaltungenbens im Jugendheim Bergftr. 29. Freitag, 3. Oktober, 20 Uhr: Turnabend der Frauenabteilung. Montag, 8. Oftober, 18 Uhr: Rinder- und Jugendübungsstunde Stadtbad Gang hoferstraße. Gruppe Lichtenberg: Donnerstag, 4, Oliober, 18 Uhr: Jugendverfammlung im Jugendheim Sauffraße. Freitag, 3. Oktober. 20 Uhr: Nebungsstunde Stadtbad Aspadienstraße. Gruppe Friedrichshain: Die Arbeitersportler stehen am 7. Oftober an der Seite der gefamten Arbeiterschaft und werden sich, wenn sie sich auch von den Gegnern nicht propozieren laffen, fo doch mit aller Kraft gegen etmaige terroristische Maßnahmen der Heimwehren zu mehren wissen. Die Berbände, Bereine, Mitglieder des Astö find aufgeonnerstag. 4. Ottober, 19 Uhr: Liederabend der Jugendabteilung im Jugend fordert worden, den Weisungen des Republikanischen Schugbundes an biefem Tage Folge zu leifier. heim berinstraße. Freitag, S. Diaber, 20 Uhr: Urðungsstunde im Stadtbed Friedrichshain, große Salle( Schillingsbrüde). Gruppe Giemens habt Freitag, 5. Oktober, 20 Uhr: Rereinsgung bei Gammer. Sonnabend, 6. Ottaher, 20 Uhr: Serbstvergnügen bei eibner, Sternfelde. Freitag, 3. Dtober, 20 Uhr, Briker Ctr. 21: Mit 50 PS". Touristenvereis Die Naturfreunde", Zentrale Bien, Abt. Güde#: Abt. rep inm: Freitag, 3 DEtober, 20 Uhr, Cifenft 8: In König Laurins Rofen. garten"( Polomiten). bt. curIIn: Freitag. 5. Ottober, 20Hp tag, 5. Oftober, 20 Uhr, Sohannisstr. 15: Weber das Aquarellieren und die bazu gehörigen Gerätschaften". Photo Gemeinfchaft: Montag, 8. Oktober, 20 Uhr, Eberinftr. 13: Bhotographisches Dies und Das". bf. Bria: Montag, 8. Dttober, 20 Uhr, Chauffeeftr. 48: Geschäftliches. Dieser Beschluß, der von den Berbänden und Bereinen auf das ftritteste burchgeführt wird, zeigt die enge Berbundenheit Don Defterreichs Arbeiteriporflern mit der Go. zialbemptralissen Bartei. In Deutschland, ganz befoniughafenfte. 68: Gefchäftliches. maitun ft emeinfchaft grei ders aber in Berlin, ist man, dant fommunistischer Querireibereien, noch nicht so weit. Hier könnten die Gefchiften auf gute Unterstügung durch die Kommunisten rechnen, wenn die Sozialdemokratie ben Kampf gegen Faschisten führen würde. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Beair! Tempelhof.Marienborf. Danners tag. 4. Ottaber, Turnbeginn 20 Uhr. Mitgliederversammlung Montag, 8. Oftd. Bet, Bei Tommerening, Berliner Str. 100. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Neukols, tucat an folgenden henden in der Doppelturnbelle Leffingstraße: Frauen: Diensieg pan 20 Bis 22 Uhr; Jungmädchen: Freitag von 20-22 Uhr; Männer und männliche Jugend: Dienstag ven 20-22 Uhr: Männer: Freitag van 20-22 Uhr: Knaben und Mäbchen: Dienstag und Freitag von 18-20 Uhr. Das Kinderturnen beginnt erfimalia Freitag, 12. Dober Arbeiter Rabfabzerverein Groß- Berlin. Sonntag, 7. Dltaber, 7 Uhr: Glin Start: Waldemarstraße, Ede Mariannenplas. Gäste willommen. Die Meisterschaft der Zelfungsjahrer findet nunmehr Sonntag, 7 Ottober, 13 Uhr, auf der Trabrennbahn Ruhleben statt. Die meisterschaft wird in zwei Gruppen ausgetragen: 1. für Amateure, 2 für Berufsfahrer. Die sportlich nicht forporierten Fahrer fahren in ber Gruppe ber Berufsfahrer. Den Bettsahrausschuß stellthewer Alpen; 13 Uhr: Sehlenbert, Sarifte. 12, ber Bund Deutscher Radfahrer. Geschäfts- Anzeiger Bezirk Norden- Often. 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